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MQ Frühjahr 2022 int

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01

April| Mai | Juni 2022

Das Artland-Magazin.

www.artland-magazin.tv

Themen:

ZWEI LANDKREISE

– EINE REGION

Im Oldenburger

Münsterland

SAMTGEMEINDE-

BÜRGERMEISTER

Michael Bürgel

im Interview

Es blüht

EIN GASTHAUS

MIT TRADITION

130 Jahre

Gaststätte Thöle

im Artland!

EIN LEBEN

VOLLER MUSIK

Auf den Spuren von

Norbert Lindhorst

MOORSCHUTZ

IST KLIMASCHUTZ

Erhalt wervoller Moorböden

ist lebenswichtig


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Eingetroffen!


Das ist ja interessant...

EDITORIAL

LIEBE LESERIN, LIEBER LESER,

Schlimmer geht immer...

Alle 14 Tage neu!

©Fotolia/aletia2011

...ist eigentlich eine oftmals gedankenlos

daher gesagte Floskel, aber die aktuelle

Situation zeigt, dass es tatsächlich

schlimmer geht. Krieg in Europa - wir

schauen fassungslos in die Ukraine. Auch

in unserer Region sind die ersten Flüchtlinge

angekommen, die Hilfsbereitschaft

ist fantastisch - viele helfen, organisieren

Transport, Versorgung und Unterkünfte.

Doch wie geht es weiter?

Die Folgen dieser Situation sind nicht zu

erahnen, geschweige denn zu überblicken.

Vielleicht wird der Krieg zu dem

Zeitpunkt, wo Sie dieses Magazin in den

Händen halten, vorbei sein - vielleicht

aber auch nicht. Entsprechend schwer

ist es uns gefallen, zur Tagesordnung

überzugehen. Aber vielleicht ist es

gerade in dieser Zeit eine gute Idee,

den schlechten Nachrichten positive

WWW.ARTLAND-MAGAZIN.TV

DRUCKSACHEN AUS DER REGION

OELKERS, DRUCKHAUS IM ARTLAND | HINDENBURGSTR. 48 | 49610 QUAKENBRÜCK

FON 05431-941001 | FAX 05431-941050

Impulse entgegenzusetzen. Dafür haben

wir uns entschieden und wir hoffen, Sie

haben die Stimmung und Muße, einige

Minuten in die unbekümmertere Welt

unseres Magazins abzutauchen.

Natur, Fachwerk, Gastronomie, Rotary-

Club, Hard-Rock-Festival, Reisen in die

frühere Musiklandschaft Quakenbrücks

oder aber das informative Interview

mit dem neuen Samtgemeindebürgermeister

- die Themen sind auch in

dieser Frühjahrsausgabe breit und bunt

gefächert. Genießen Sie die Vielfalt und

geben Sie uns gerne Ihr Feedback!

Wir wünschen Ihnen und uns allen von

Herzen Frieden auf Erden, ein hoffnungsvolles

Osterfest und die Zuversicht, diese

Welt zum Guten wenden zu können.

Bleiben Sie gesund!

Ihre MQ + -Redaktion

umweltfreundlich

Sonne

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Mit

gedruckt

dank

solar!

Titelfoto: Alexandra Lüders

Die Lokalzeitung für den nördlichen

Landkreis Osnabrück, Südoldenburg und

einen (kleinen) Teil des Emslandes

Redaktion und Anzeigenannahme:

Kreuzstr. 1 · 49610 Quakenbrück · Tel. (05431) 90 48 51

info@lokalzeitung-volltreffer.de

IN DIESEM MAGAZIN

4-6 Openair „Hell over Halen“

8-13 Gefängniskunst

16-20 Interview mit Michael Bürgel

22-23 Rotary Club

24/25 Future Messe Fürstenau

26-29 Fachwerk im Artland

30-33 Gasthaus Thöle

34-37 Moorschutz ist Klimaschutz

38-39 Apotheke auf neuen Wegen

40-47 Portrait Norbert Lindhorst

48 Museum im Kloster

49 SERIE: Welthits

50/51 Skulpturen aus Weide

52/53 Museen im Osnabrücker Land

54-57 „Hermanns Rache“ – Teil 1

58/59 Ein neuer Hasesee?

60/61 NATURSERIE: Hummeln

62/63 Erneuerbare Energie

68 Kochdiele

70-73 Kino- und Buchtipps

74-76 Veranstaltungen

77 Rätselseite

78 Impressum


Das Artland-Magazin.

Foto: Adobe Stock

Zwei Landkreise - eine Region.

Unsere Nachbarschaft zum Oldenburger Münsterland.

Fritzi

wohnt schon

seit zwei Jahren

in der Zwölf

gegenüber in unserer Straße. Aber

außer einem „Moin“ oder „Schönen

Abend“ haben wir keine Worte gewechselt.

Schade eigentlich. Sie sieht sehr

sympathisch aus. Wir werden das mit

dem Nachbarschaftsfest ändern! Denn

hier im Norden werden Nachbarschaften

noch geschätzt und gepflegt!

Tja, manchmal liegt das Andere und

Inspirierende so nahe.

Das Oldenburger Münsterland in

direkter Nachbarschaft zum Artland ist

vielen hier ganz fremd. Dabei gibt es

eine Menge zu entdecken! Gerade einmal

26 Kilometer trennen Quakenbrück

von Vechta. Auch wenn gerade kein

Stoppelmarkt ist, ist diese kleine, aber

feine Universitätsstadt einen Besuch

wert. Liebenswerte Boutiquen laden

zum Bummeln ein, Kino, Theater und

Museen oder alternative Ausstellungsräume

wie private Ateliers lassen neue

Eindrücke entstehen. Ausgedehnte

Pausen verbringen Vechteraner*innen

gerne in einem der gemütlichen Cafés

und Eisdielen und bei Hunger gibt es

vom kleinen Snack bis zum festlichen

Menü für jeden Geschmack etwas

Gutes in der bunten Gastroszene

aufgetischt.

Auch Cloppenburg kann nicht nur mit

dem überregional bekannten Museumsdorf

punkten. Obwohl das immer

einen Besuch wert ist. Kennen Sie die

gute Küche im Dorfkrug des Museumsdorfes?

In dem reetgedeckten

Haus aus dem 18. Jahrhundert wird

nicht nur für Hochzeiten ordentlich

aufgetischt. Und im Kulturbahnhof der

Kreisstadt bekommt man bei Kunstausstellungen,

Theateraufführungen

und spannenden Vorträgen neue Impulse

für die Themen des Lebens. Spannend sind

auch die Geschichten einiger Unternehmen,

die als „global player“ ihrer Heimat

treu geblieben sind. Ob Natur- oder

Kulturliebhaber*in, Sportsfreund*in oder

Erholungssuchende - wer Abwechslung

sucht, könnte mal den Blick auf eine der

23 Gemeinden im Oldenburger Münsterland

werfen. Doch wo anfangen? Wann

lohnt sich ein Besuch wo? In lockerer Folge

bekommen Sie, liebe MQ-Leserin, lieber

MQ-Leser, zukünftig ein paar reizvolle

Ziele in der Nachbarregion Oldenburger

Münsterland vorgestellt.

Man sieht sich!

4 | mq Ausgabe Frühjahr 2022


OLDENBURGER MÜNSTERLAND

Open-Air-Festival

„Hell over Halen“ im Mai

EIN DORF HEIZT EIN –

MIT ROCK, PUNK UND METAL VON BEATE DEEKEN

Truthahn? Festival?

Und wer ist Ingo Lindner?

Noch bevor er sein erstes Festival

besuchte, kam Heavy-Metal-Fan Ingo

Lindner der Gedanke, man könnte selbst

mal ein Festival auf die Beine stellen.

Heavy Metal, natürlich.

Im Mai diesen Jahres, mit zwei Jahren

Corona bedingter Verspätung, macht er

endlich ernst.

Vorfreude pur!

André Wolframm (li)

und Ingo Lindner

Foto: Manuela Lindner

www.helloverhalen.de

Helloverhalen

Das Image ist schon ein bisschen

furchteinflößend. Düstere Logos

mit Jenseits-Symbolik, harte

Klänge, gruftige Bandnamen

und dumpfe Beats lassen keinen

Zweifel: Jetzt ist Schluss mit lustig!

Wenn die Heavy Metal Gemeinde

zusammenkommt, könnten Unwissende

meinen, das letzte Stündlein hätte

geschlagen.

„Finden Sie mal einen Truthahn, der

böse guckt,“ beginnt Ingo Lindner

die Entstehungsgeschichte des Logos

für das „Hell over Halen“ Festival zu

erklären, bei dem ein Tier mit regionalem

Bezug gut wäre. „Es geht nicht!“

Deshalb stand nun der Widder Pate.

Halen wird die Hölle

heiß gemacht

Seinem kleinen Heimatdorf Halen in

der Gemeinde Emstek wird die Hölle

heiß gemacht. An drei Tagen, vom 5. bis

7. Mai 2022, lässt „Hell over Halen“ die

Erde in der sonst beschaulichen Gegend

des Oldenburger Münsterlandes beben.

Dann steigt das erste Heavy-Metall-Festival

in der Region. 3500 bis 5000 Fans

und Neugierige werden erwartet. Auf

insgesamt drei Bühnen, zwei Open Air,

eine im Zelt, wird von melodischen Klängen

über sanfte Balladen bis zu Hardcore-Metal

für jeden Geschmack etwas

dabei sein. Als besonderes Highlight

gelten zwar namhafte Bands wie UDO,

Nachtblut, Abstürzende Brieftauben und

ein Überraschungsact. Die eigentlichen

Stars von „Hell over Halen“ sind jedoch

die vielen regionalen Rock- und Heavy-

Metal-Bands wie „Mount-Atlas“, „Clear

Sky Nailstorm“, „Soul Grinder“ oder

„Papergrass“.

Plattform für

Nachwuchsmusiker*innen

Die Idee dahinter: Das Oldenburger

Münsterland steht in musikalischer

Hinsicht, insbesondere mit Open-Air

Festivals, etwas vernachlässigt da. Das

bedeutet nicht nur für den Veranstaltungskalender

von Fans einer bestimmten

Musikrichtung, sondern auch für

Nachwuchsmusiker*innen keine Chance

auf Auftritte. Das sollte sich ändern!

Ausgabe Frühjahr 2022 mq | 5


Das Artland-Magazin.

Bereits im Mai 2020 gründeten Ingo

und seine Frau Manuela den gemeinnützigen

Verein „Hell over Halen e.V.“.

Mit dem Ziel, die regionalen Rock- und

Heavy-Metal-Bands sowie den Nachwuchs

zu fördern, bringt sich jedes

Gründungs- und die mittlerweile hinzugekommenen

Vereinsmitglieder mit

dem jeweiligen besonderen Fachwissen

und Fähigkeiten ein. Das ganze Dorf

hilft nun, diese Großveranstaltung auf

die Beine zu stellen.

Das „Metal-Dorf“ steht unter dem

Motto „Aus der Region für die Region“.

Neben der Förderung des regionalen

Nachwuchses steht das auch für die

Rahmenbedingungen der Großveranstaltung.

NACHHALTIGKEIT wird groß

geschrieben. Die typischen Müllberge

von Festivals sollen vermieden werden

und die Versorgung mit Nahrhaftem

möglichst nachhaltig sein.

Metal-Family ist ganz zahm

Wirklich böse ist die Metal-Gemeinde

übrigens nicht. Im Gegenteil legen sie

bei Festivals großen Wert auf familiäres

Flair. Es gilt „Fremde gibt es nicht, nur

Freunde, die man noch nicht getroffen

hat“. Überhaupt ist das friedliche Miteinander

der Grundcharakter der Metal-

Festivals. Pöbeleien sind unerwünscht.

Das dunkle Image ergibt sich aus den

Texten, die gerne Themen wie Krieg,

Tod und Verzweiflung, Alltagsprobleme

und Politik aufgreifen. „Nazis“, betont

der 53 Jährige, „sind in der Szene nicht

erwünscht.“ Manchmal verwechselt

man Metal-Fans mit Rocker-Banden

oder Motorradclubs. Mit diesen Gruppierungen

haben Metal-Fans nichts am

Hut. Auch, wenn der zu lieb anmutende

Truthahn es nicht auf´s Logo geschafft

hat.

Ingo Lindner, Manuela Lindner, Sabine Schwegmann

und André Wolframm - geballte Power im Orgateam

Foto: Inge Wolframm

Lust auf Festival-Atmosphäre

Wer nun Lust bekommen hat, sich unter

die Festival-Gemeinde zu mischen, hat in

Halen ideale Voraussetzungen. Es ist ein

mittelgroßes Event, sehr gut durchplant

und die Bevölkerung steht voll dahinter.

Nachdem die etablierten Festivals bereits

signalisiert haben, dieses Jahr stattzufinden,

ist auch Ingo Lindner optimistisch.

„Wir gehen davon aus, dass sich bis dahin

die Corona-Situation so weit beruhigt

hat, dass alles nach Plan läuft“, betont der

Organisator, der keine Gewinnabsichten

hegt, sondern dieses aufwändige „Hobby“

aus purer Leidenschaft betreibt. Kostendeckend

sollte es schon sein. Mit 86 € für die

drei Festivaltage und 15 € Campinggebühr

auf dem bestens präparierten Ackerland

hofft er, dass es für jeden passt.

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Ausgabe Frühjahr 2022 mq | 7


Das Artland-Magazin.

8 | mq Ausgabe Frühjahr 2022


OLDENBURGER MÜNSTERLAND

Gefängnis-Kunst

„ARTIG” ODER “ARTI.G.” – MAN MUSS SCHON

ETWAS GENAUER HINSCHAUEN.

VON DETLEF BÜLOW

Petra Huckemeyer

Foto: Detlef Bülow

Vergitterte Fenster, schwere Türen,

kalter Plattenboden, an den Wänden

nichts als abblätternde Farbe und

grelles Licht in den Gängen, das nicht

zum Verweilen einlädt. Möglicherweise

stellen sich viele von uns genauso ein

Gefängnis vor. In der Realität sieht das

heutzutage allerding anders aus und

die Justizvollzugsanstalt für Frauen in

Vechta geht sogar noch weiter. Seit

1993 ist hier neben dem Vollzug auch

ein Ort des kreativen Schaffens. Mit

der Ausstellungsreihe ARTi.G. konnten

hier, bei sage und schreibe 125 Ausstellungen,

inhaftierte Frauen mehrfach

ihre Kunst der Öffentlichkeit in dem

ansonsten eher streng abgeschlossenen

Gefängnis in Vechta zugänglich

machen.

„ARTi.G.“ - das steht für Kunst im Gefängnis.

Ich hatte hiervon zufällig durch

einen Bericht im Autoradio erfahren und

so zweideutig, wie man den Namen der

Ausstellungsreihe verstehen kann, wenn

man in so nebenbei im Radio hört, so

zweideutig sind auch einige Kunstwerke,

die ich bei meinem Besuch am 20. Februar

bewundern durfte.

Aber ich gehe mal zurück auf Anfang. Als

ich zum Ende des letzten Jahres das erste

Mal von der Kunstaustellung in der JVA

für Frauen Vechta hörte, wollte ich am

liebsten sofort hinfahren, da eine solche

Ausstellungsreihe nicht nur durch ihre

Künstlerinnen und Kunstwerke, sondern

auch durch den Ort, an dem sie stattfindet,

meine Neugierde extrem weckte.

Leider ging das nicht, da mir einerseits

die damaligen verschärften Corona

Regeln und andererseits die Vorschriften

der Justizvollzugsanstalt einen Strich

durch meinen Spontanbesuch machten.

Ausgabe Frühjahr 2022 mq | 9


Das Artland-Magazin.

Dennoch war meine Neugierde so stark,

dass ich mich schon mal im Internet

über die Ausstellungsreihe erkundigte.

Dabei fiel mir immer wieder der Name

Petra Huckemeyer ins Auge. Sticht er

doch in allen Berichten hervor, da er mindesten

einmal in dicken Lettern im Text

gedruckt ist. Sie ist die Frau, die seit 1993

ich kurzentschlossen zum Telefon und

rief in der JVA für Frauen in Vechta an.

Nachdem ich mein Anliegen vorgetragen

hatte, wurde ich direkt zu Petra

Huckemeyer durchgestellt und am

darauf folgenden Tag hatte ich einen

Termin zu einer privaten Führung durch

die Ausstellung.

Na ja, ganz so einfach war es dann

allerdings nicht, an die Bilder dieser

Ausstellungen zu gelangen. Ich war zwar

angemeldet und durfte auch meine

Kameraausrüstung mitnehmen, musste

aber beim Eintritt mein Handy abgeben,

brauchte einen gültigen Personalausweis

und einen Corona-Impfnachweis.

Während eine nette Vollzugsbeamtin

alles kontrollierte, telefonierte ihr Kollege

und meldete mein Ankommen. Kurz

danach betrat ich durch eine Schleuse

die Vollzugsanstalt. Ein weiterer Beamte

begrüßte mich mit meinem Namen und

begleitete mich über einen Innenhof, wo

Petra Huckemeyer mich bereits im Eingang

eines ehemaligen Klostergebäudes

erwartete. Sie ist nicht nur stellvertreunter

der Bezeichnung „ARTi.G. – Kunst

im Gefängnis“ regelmäßig wechselnde

Kunstausstellungen organisiert hatte.

Ich erfuhr aber auch, dass die Ausstellungsreihe

zum 17. Februar 2022 beendet

wird und es vermutlich auch zukünftig

keine mehr in dieser Art geben wird. Es

war also die letzte Gelegenheit. So griff

10 | mq Ausgabe Frühjahr 2022


OLDENBURGER MÜNSTERLAND

tende Anstaltsleiterin und Sozialdirektorin

im Frauengefängnis Vechta, sie hat

die Ausstellungsreihe auch von Beginn

an geformt und begleitet.

Brücke zwischen Drinnen und Draußen

Schon im Eingangsbereich hängen rechts

und links Werke, die zu der Ausstellung

gehören. Während ich mich noch einmal

etwas intensiver vorstelle und mir Petra

Huckemeyer Informationen zur Ausstellung

gibt, schaue ich immer wieder auf

die Bilder und das bemerkt auch meine

Gastgeberin. „Fällt Ihnen etwas auf Herr

Bülow?“ fragt sie und erzählt mir, dass

die Gruppe, die diese Bilderserie gemalt

hat, folgenden Auftrag hatte: „Stellen Sie

sich vor, Sie sind auf einem Schiff auf See

und schauen aus einem Bullauge. Malen

Sie bitte, was Sie sehen.“ Jetzt merkte ich

auch, was mich an dieser Serie stutzig

machte und warum mein Blick immer

wieder von einer Wand zur anderen

wechselte, und ich antworte auf die mir

gestellte Frage. „Ja, mir fällt auf, dass auf

einer Seite der beiden Wände ausschließlich

die Unterwasserwelt dargestellt

ist. Auf der gegenüberliegenden Wand

hängen dagegen nur Kunstwerke, auf

denen der Betrachter alles sieht, was sich

über der Wasseroberfläche abspielt. Es

gibt einen Horizont.“ Die Erklärung, die

mir Petra Huckemeyer dazu gab, wollte

ich ihr anfangs gar nicht glauben. Denn

obwohl es keinerlei weitere Erklärungen

Erläuterungen zu der gestellten

Aufgabe gab, malten alle Frauen, die

sich zwischenzeitlich im offenen Vollzug

befinden, den Blick über der Wasseroberfläche

und die Frauen, die sich weiterhin

im geschlossenen Vollzug befinden, die

Aussicht unter der Wasseroberfläche.

Meine Gastgeberin lächelt mich an und

sagte: „Na, wenn Sie jetzt schon überrascht

sind Herr Bülow, dann werden Sie

von dem Rest der Ausstellung bestimmt

nicht enttäuscht werden.“ Sie öffnet

eine weitere doppelflügelige Tür und

während wir einen langen Flur betreten,

erzählt mir Petra Huckemeyer, dass alle

Bilder, die hier an den Wänden hängen,

ausschließlich Werke von inhaftierten

Frauen sind, die in der Justizvollzugsanstalt

(JVA) an künstlerischen Workshops

und kunsttherapeutischen Interventionen

teilgenommen haben. Viele von

ihnen haben hier das erste Mal in ihrem

Leben einen Pinsel in die Hand genommen.

Sie machten hier in der Kunstwerkstatt

ihre ersten künstlerischen

Erfahrungen.

Mein Blick fällt als erstes auf einige

Selbstporträts. Dann aber erweckt ein

Bild meine Aufmerksamkeit, vor dem

ich erstmal verharre. Es ist eine übermalte

Fotokopie. Das Original stammt

aus dem Jahr 1861 und ist ein Werk von

Jean-Léon Gérôme mit dem Namen:

„Phryne vor den Richtern“. Es wurde von

der inhaftierten Künstlerin neu interpretiert.

Diese Arbeit hat schlagartig mein

Herz erobert. In direkter Nachbarschaft

hängen weitere Übermalungen der Fotokopie.

Keine gleicht der anderen, aber

dennoch alle haben etwas gemeinsam.

Doch darauf komme ich später zurück.

Meine Gastgeberin lässt mir alle Zeit, die

Bilder zu bewundern, und ich genieße

jede Minute. Sie macht mich verhalten

auf die nächste Serie aufmerksam

„Susanne im Bade“ von Lovis Corint.

Daneben Èdouard Manets „Frühstück im

Grünen“. In vielen Fällen der Bilder, die

ich hier sehe, nutzten die Frauen Vorlagen

von Werken männlicher Altmeister

wie Jean-Léon Gérôme, Pablo Picasso,

Tizian oder den berühmten Akt „Der Ursprung

der Welt“ von Gustave Courbet.

Auffällig dabei ist, dass es sich bei allen

Originalen um voyeuristische Männerblicke

auf Frauen handelt. Und was bei den

Arbeiten der inhaftierten Frauen sofort

auffällt: In den neuen Interpretationen

wurden die unbekleideten Frauenkörper

ohne Ausnahme bekleidet. Die künstlerisch

tätigen und einfallsreichen Inhaftierten

machen die Frauen in den Bildern

vom Objekt zum Subjekt. Sie setzen dazu

auch sich selbst teils ironisch, teils selbstbewusst

in Szene. Hierzu verwendeten

sie verschiedene Techniken, das Spektrum

reicht von Arbeiten mit Buntstiften

über Acryl-Collage-Techniken bis hin zu

Fotografie.

Meine Kamera habe ich gleich zu Anfang

abgestellt, um so besser in die Facetten

der Kunst einzutauchen, die mich auf unterschiedlichste

Weise berührt. Bei aller

Bewunderung stelle ich mir die Frage:

„Was hätte ich als Häftling die ganze Zeit

über gemacht?“

Ausgabe Frühjahr 2022 mq | 11


Das Artland-Magazin.

Die Gedanken sind frei

Ich erfahre von Petra Huckemeyer, dass

die Werke unter Anleitung der Kunsttherapeutin

Teréz Fóthy entstanden sind

und die Frauen sich hierbei mit ihren

eigenen Arbeiten mit den Kunstwerken

und den abgebildeten Gestalten beschäftigten.

Kunst und Kreativität waren

bei diesem und allen vorherigen Projekten

eine der wenigen Möglichkeiten

der Inhaftierten, sich frei zu entfalten

und sich für einen Augenblick vielleicht

auch so zu fühlen. Die Bilder sind daher

für alle sichtbare Erfolgserlebnisse von

Gefangenen, denen die Gesellschaft

diese Leistung so nicht zutrauen würde.

Künstlerische Betätigung ist in der JVA

für Frauen in Vechta ein wichtiger Teil

der Behandlung im Vollzug.

Im Büro meiner Gastgeberin erzählt sie

mir: „Es sind bunte, kunstvolle, fröhliche

Arbeiten, die hier im Laufe der Jahre entstanden

sind. Die künstlerische Arbeit

erlaubt den Frauen eine Auseinandersetzung

mit dem eigenen Leben, was häufig

sehr bewegend ist. Die Ergebnisse sind

ein Beweis dafür, dass Kunst gut tut.“

In unserem Gespräch erfahre ich, dass

die seit 1993 stattfindenden Kunstausstellungen

geholfen haben, Mauern –

vor allen in den Köpfen – zu überwinden.

Die inhaftierten Frauen konnten mit der

künstlerischen Tätigkeit neue Seiten an

sich kennenlernen und haben dadurch

einen Zugang zur Kunst gefunden. Kunstinteressierte

Besucher ihrerseits seien

in die Anstalt gekommen und hätten

12 | mq Ausgabe Frühjahr 2022


OLDENBURGER MÜNSTERLAND

Kontakt zu inhaftierten Frauen bekommen.

Gleichfalls haben sich aber auch

viele Kontakte zu Künstlerinnen und

Künstlern ergeben, die gesagt haben, sie

würden auch gerne etwas mit den Frauen

machen. So sind nicht nur Bilder von

außen in die Anstalt gekommen, sondern

auch die Frauen konnten ihre Kunstwerke

der Öffentlichkeit zeigen.

Die Zeit vergeht, doch Gefühle und

Bilder bleiben im Kopf

Bei all dem, merke ich gar nicht, wie die

Zeit verrinnt, und ich habe noch nicht ein

Foto gemacht. Da ich meine Aufnahmen

unter Echtlichtbedingungen machen

möchte, muss ich mit einem Stativ

arbeiten und will nicht unter Zeitdruck

arbeiten. Auch hierbei kommt mir Petra

Huckemeyer sehr entgegen. Nachdem

ich ihr versprochen habe, nicht wegzulaufen,

worauf sie antwortete, dass ich

eh nicht weit kommen würde, darf ich

mich in den Bereichen der Ausstellung

frei bewegen, um in aller Ruhe meine

Fotos machen zu können.

Bei dem Werk von „Phryne vor den Richtern“,

welches mich schon am Anfang

meines Besuches fesselte, bleibe ich

erneut hängen und versuche mit der

Spiegelung eines vergitterten Fensters,

dem Foto meine eigene Interpretation

von der Ausstellungsreihe „ARTi.G.“ zu

verleihen. Ich lasse „Phryne“ im Sonnenlicht

der Spiegelung stehen und die

Richter im Schatten sitzen.

Die Künstlerinnen kreieren hier mit ihren

geschaffenen Arbeiten ihre eigene Welt,

in die sie mich als Beobachter herzlich

einladen. Mein Besuch dieser Ausstellung

bestätigt, was Petra Huckemeyer

zuvor gesagt hatte: „Die Ausstellung ist

etwas Besonderes.“

Aufhören, wenn es am schönsten ist

Leider soll diese 125. Auflage von

„ARTi.G.“ auch die letzte sein und die

Managerin dieser Ausstellungsreihe

macht Platz für etwas Neues. Ich erfahre

aber auch, dass es mit Kunsttherapie und

Kunst-Workshops weitergehen soll und

es auch sicherlich weitere Ausstellungen

geben wird, das Konzept sich aber

ändert. Ich für meinen Teil bin schon sehr

gespannt und kann es kaum erwarten,

was für Projekte die Frauen der JVA in

kommenden Zeiten angehen werden

und was für Ergebnisse wir zu sehen

bekommen. Aber für Petra Huckemeyer

ist eines ganz sicher: Auch wenn die

Zukunft der Kunst im Knast noch nicht

ganz klar ist, kahle Flure, wie zu Beginn

ihrer Amtszeit in Vechta, wird es im Frauengefängnis

nicht mehr geben.

Ausgabe Frühjahr 2022 mq | 13


Das Artland-Magazin.

www.wir-bauen-ihr-schwimmbad.de

14 | mq Ausgabe Frühjahr 2022


OLDENBURGER MÜNSTERLAND

Auf geht’s

zur Schnipseljagd

Suchspiel durch den Nordkreis

Vechta für Kinder und Jugendliche

Schnipseljagd-Bögen für Bakum, Dinklage,

Goldenstedt, Lohne, Vechta und Visbek erhältlich

Auf eigene Faust die Städte und Gemeinden im Nordkreis Vechta

erkunden und sich spielerisch mit der Stadtgeschichte auseinandersetzen

– das können jetzt Familien, Schulklassen und Jugendgruppen

mit Hilfe des bunten Plakat-Bogens „Schnipseljagd“. Diesen gibt es

nun für die Städte Dinklage, Lohne und Vechta sowie für die Gemeinden

Bakum, Goldenstedt und Visbek.

Auf dem DIN-A3 Bogen, handlich gefaltet zu DIN-A4, lädt ein vorgegebener

Rundgang Gäste wie Einheimische zu einem spannenden

Suchspiel ein. Es gilt, Fotoschnipsel einzelnen Sehenswürdigkeiten

zuzuordnen und Fragen zu beantworten. Dabei erfahren die Suchenden

allerhand zur Stadtgeschichte, zu Personen und Denkmälern

und erhalten den einen oder anderen Freizeittipp. Am Ende des etwa

eineinhalbstündigen Rundgangs ergeben alle beantworteten Fragen

ein Lösungswort.

Die Schnipseljagd-Bögen und Lösungsbögen mit weitergehenden

Informationen sind kostenlos in der Tourist-Information Nordkreis

Vechta und in allen Rathäusern der Nordkreiskommunen erhältlich.

Gerne können die Bögen auch telefonisch unter 04441/858612 oder

per Mail (info@nordkreis-vechta.de) bei der Tourist-Info bestellt

werden.

Weitere Infos gibt es auch online unter www.nordkreis-vechta.de

Ausgabe Frühjahr 2022 mq | 15


Das Artland-Magazin.

Michael Bürgel

WAS NUN?

Interview mit dem NEUEN

Samtgemeindebürgermeister

Toll, dass es mit unserem Termin bei Ihnen geklappt hat. Wir sind Vertreter vom MQ+ - das Artland-

Magazin und möchten gerne im Sinne unserer Leser*innen Fragen stellen über die Pläne des neuen

Samtgemeindebürgermeisters in dieser Region. Das Gleiche haben wir auch bei Ihrem Vorgänger, Herrn

Claus-Peter Poppe im Frühjahr 2015 gemacht, als er 100 Tage im Amt war.

MQ + : Sie haben für Ihre Kandidatur ja ein großartiges

Wahlprogramm erarbeitet, dabei haben

Sie sich Themen herausgepickt, zu denen Sie dann

klar Stellung bezogen haben. Ihre Positionierung

„Dazu stehe ich, das mache ich nicht“ kam bei

Ihren Wählern anscheinend gut an. Dazu haben wir

gleich mal unsere erste Frage und fangen mit dem

Mühlenhof an: Gibt es da schon Lösungsansätze?

Was ist geplant?

M.B.: Ich kann Sie beruhigen. Seitens der

Verwaltung haben wir den Kontakt zur Artländer

Melioration gesucht, um eine Lösung auszuloten.

So eine Lösung könnte sein, dass die Stadt diese

Fläche erwirbt und gemeinsam mit dem Rat schaut,

wie man das Grundstück gestalten und zukünftig

nutzen kann. Da ist die Politik, aber möglicherweise

auch die Bevölkerung, in gewisser Weise gefragt.

Ich wünsche mir, dass wir als Stadt das Zugriffsrecht

auf diese Fläche bekommen.

MQ + : Wie man der Presse entnehmen konnte,

waren die Fronten zwischen dem Rat und der

Artländer Melioration hinsichtlich der Nutzung

sehr verhärtet. Kann man davon ausgehen, dass

letztendlich ein Ergebnis zu aller Zufriedenheit

erlangt wird?

M.B.: Verhärtet würde ich definitiv nicht

sagen. Die Melioration hatte immer nur das Ziel

einen wirtschaftlichen Nutzen aus dieser Fläche

zu erzielen. Die Politik hatte hier lange Zeit eine

vollständige Bebauung verfolgt. Dies ließ sich zum

Schluss nicht mehr umsetzen. Mein Wunsch und

auch mein Ziel ist hier eine andere Nutzung.

MQ + : Können wir denn in naher Zukunft damit

rechnen, dass wir ein schönes Foto von Ihnen auf

dem Mühlenplatz machen können, auf dem Sie uns

die Pläne in Gänze vorstellen?

M.B.: Also ich glaube, es geht in erster Linie

erst einmal das Zugriffsrecht auf diese Fläche zu

erhalten, das ist das Entscheidende. Ich bin fest

davon überzeugt, dass wir mit dem Rat und mit

den Bürger*innen zusammen etwas Besonderes

entwickeln können und gemeinsam auf den Weg

bringen werden. Aber, wie gesagt, das muss

letztendlich dann auch die Politik entscheiden. Ich

habe jedenfalls meinen persönlichen Standpunkt

dazu und wenn Sie mein Wahlprogramm noch

vor Augen haben, dann kennen Sie ja auch meine

Meinung dazu.

MQ + : Sie sprachen ja auch von mehr Bürgernähe.

Dieses Thema war ebenfalls ein Teil Ihres Wahlprogramms,

denn Sie wissen, dass viele Bürger*innen

mit der so genannten „Bürgernähe“ der Verwaltung

ganz und gar nicht zufrieden sind. Das fängt ja

schon damit an, dass man am Telefon manchmal in

einem Callcenter in Oldenburg landet. Wie wollen

Sie denn nun ein besseres Verhältnis zwischen

Verwaltung und Bürger*innen herstellen?

M.B.: Aso, Bürgernähe ist immer wichtig. Mich

ärgert es auch, dass man durch Corona mit den

Menschen gar nicht mehr zusammenkommt.

Nehmen wir z.B. die Bürgermeistersprechstunden

– hier geht es wegen der Pandemie-Verordnungen

quasi immer nur über‘s Telefon. Wir sind jetzt dabei,

16 | mq Ausgabe Frühjahr 2022


AUS DER KOMMUNE

dass wir Bürgermeistersprechstunden zukünftig

mal auf dem Marktplatz, vielleicht auch am

Coffee-Bike, im Stehen, in den nächsten ein/zwei

Wochen anbieten werden. Das möchte ich auch

in den Mitgliedsgemeinden machen. Bürgernähe

heißt für mich außerdem Transparenz zu schaffen

und sich zu öffnen. Im Moment ist das Rathaus

noch geschlossen. Die Regelungen geben es jetzt ja

endlich her, dass wir zukünftig auch andere Massnahmen

treffen können. Wir von der Verwaltung

bereiten uns gerade darauf vor, dass wir so gegen

Mitte März unsere Türen wieder komplett öffnen

werden. Ich wage mal die Behauptung, dass zu

dem Zeitpunkt, wenn dieses Interview veröffentlicht

wird, das Rathaus schon wieder offen sein

wird. Auf das Callcenter werde ich immer wieder

angesprochen. Das war am Anfang möglicherweise

nicht so erfolgreich. Mittlerweile arbeiten hier aber

alle auf Hochtouren um die Kundenzufriedenheit

noch weiter zu verbessern. Die Rückmeldungen sind

jedenfalls gut und momentan ist Stand der Dinge,

dass wir einen überwiegend positiven Rücklauf

haben. Man könnte sogar sagen, dass es mittlerweile

unsere Kolleginnen und Kollegen sind, die man

am Ende der Hotline erreicht. Aber wie die meisten

Veränderungen hat auch das eben eine gewisse Zeit

gebraucht. Ich kann den Unmut der Bürger*innen

verstehen, denn wenn sie mit ihrem Anliegen bei

einer Person landen, die nicht genau die Thematik

kennt, dann nervt das. Aber mittlerweile sind die

Mitarbeiter*innen im Callcenter gut im Thema

und eine hohe Prozentzahl der Anrufer*innen

spricht nun eine andere Sprache, nämlich, dass

die Bürger*innen mit den Informationen, die sie

bekommen haben, zufrieden sind.

MQ + : Also ist dahingehend keine Änderung

geplant und die Verwaltung wird auch in Zukunft an

dem Callcenter festhalten?

M.B.: Also anfangs dachte ich auch: „Abschaffen“.

Doch wenn wir es auflösen, dann müssten wir mindestens

zwei Mitarbeiter neu einstellen, die diese

Aufgaben übernehmen. Diese neuen Mitarbeiter

würden bei „Null“ anfangen. Um alle Informationen

aus allen Bereichen zu erhalten und mit guter Qualität

weiterzugeben - das benötigt eben auch seine

Zeit. Momentan leisten die Callcenter-Mitarbeiter in

der Zentrale in Oldenburg wirklich einen sehr guten

Job und ich bin mir sicher, dass wir letztendlich so

schneller die anfragenden Bürger*innen zufrieden

stellen werden. Ich habe mich auch selbst schon

vom Service überzeugen können, in dem ich zu

unterschiedlichsten Zeiten in Oldenburg angerufen

habe. Wissen muss man in diesem Zusammenhang,

dass man erst im Callcenter landet, wenn der/die

Verwaltungsmitarbeiter*in, der/die intern (im

Rathaus) nicht am Platz ist, dann umstellt auf eine

Kollegin oder einen Kollegen. Erst dann, wenn

dieser Kollege/diese Kollegin nicht an das Telefon

geht, schaltet die Technik in das Callcenter nach

Oldenburg um. Momentan plane ich hier keine

Veränderung.

MQ + : Wir haben noch ein weiteres Thema,

das auf Ihrem Wahlprogramm stand. Der Tunnel

zur Neustadt. Da plante ja schon Ihr Vorgänger

einen ebenerdigen Bahnübergang. Gibt es hierzu

Neuigkeiten?

M.B.: Es gibt Anträge, die von der Politik und der

Bevölkerung kommen. Mein Wunsch ist es, dass

die Politik entsprechende Mittel für die Sanierung

des Tunnels bereitstellt, sodass er sicherer, heller,

freundlicher und barrierefreier gestaltet werden

kann. Das muss natürlich erstmal überplant

werden, mit einer sauberen Trennung, wo sich der

Radfahrer und wo sich der Fußgänger wiederfindet,

damit es nicht zu einer Kollision kommt. Ebenerdig

wird es einen Übergang laut Aussagen der Bahn bis

2030 nicht geben. Da müssen wir uns andere Ideen

einfallen lassen. Und auch da sind wir mit allen

Beteiligten in Gesprächen, auch über verschiedenste

Förderprojekte, die gerade auf Bundes- oder

Landesebene laufen.

MQ + : Kann man sich denn auch eine Brückenlösung

vorstellen?

M.B.: Auch das ist eine Möglichkeit, die bereits

diskutiert wird. Wir haben mit der Bahn Kontakt

aufgenommen welche Mindesthöhe so eine Brücke

haben muss. Da müssen wir einfach mal schauen, in

welche Richtung es zukünftig gehen kann.

MQ + : Eine Brücke könnte man doch schön in das

geplante Europaquartier integrieren. Wir hatten

dazu in unserer Herbstausgabe 2019 einen Artikel

– den könnten wir Ihnen gerne mal zukommen

lassen.

M.B.: Da sind wir wirklich in guten Gesprächen

und mit guten Planungen unterwegs.

MQ + : Es ist ja wichtig, dass die Stadt zusammenwächst

und das neu entstehende Europaquartier

ist dafür die beste Möglichkeit, das muss man ja so

sehen.

M.B.: Ich persönlich unterteile nicht zwischen

Neustadt und Altstadt, sondern das Ganze ist Quakenbrück.

40 % der Bürger*innen wohnen in der

Neustadt, das sollten wir wissen und deshalb ist es

wichtig, dass wir Verbindungen herstellen. Schranken

bedeuten Trennung, da ist ein neu gestalteter

Tunnel eine wichtige Verbindungsstelle.

MQ + : Wir haben ja in der Innenstadt ein

Verkehrsproblem und dieses Problem ist zum Teil

hausgemacht, weil hier die Verwaltung sitzt. Haben

Sie vielleicht mal darüber nachgedacht, dass man

die Verwaltung aus der Innenstadt herauszieht und

damit eine Menge Verkehr vermeidet bzw. Plätze

und Gebäude anders nutzen könnte? Wäre da nicht

das neue Europaquartier ein idealer Bauplatz und

wäre das nicht auch ein Signal, dass man wirklich

zusammenwachsen will?

M.B.: Sicherlich gehört für mich ein Rathaus

genau da hin, wo es jetzt ist. Außerdem müsste

man 10 bis 15 Millionen Euro ausgeben, um ein

neues Verwaltungsgebäude zu bauen. Das würde

den kommunalen Haushalt extrem belasten. Ein

Weggang aus der Altstadt könnte einerseits in

die von Ihnen beschriebene Richtung gehen, auf

der anderen Seite verliert das Ganze aber auch an

Charme. Lassen Sie mich das mal so formulieren:

Solange ich Samtgemeindebürgermeister sein

sollte, würde ich aus diesem Rathaus nicht herausgehen

wollen. Man ist hier zentral untergebracht.

Und vielleicht ergeben sich ja auch noch für uns

zentrale andere Möglichkeiten. Weiterhin geht es

auch darum, die Bürgern*innen in die Innenstadt

zu ziehen um einer vorschreitenden Verweisung der

Innenstadt entgegenzuwirken. Es wäre ein falsches

Signal für den Einzelhandel, wenn wir das Rathaus

aus der Innenstadt rausziehen.

MQ + : Ein weiteres Thema ist der Bahnhofsbereich.

Es gab hier in letzter Zeit immer wieder mal Ausreißer

und Übergriffe mit Jugendlichen, die ziemlich

aggressiv gewesen sind. Wie könnte man das Thema

verbessern?

M.B.: Das ist eine ganz schwierige Frage. Sie ist

so vielschichtig, dass man sie sicherlich nicht ad hoc

beantworten kann. Wenn Sie sich die Geschichten

am Bahnhof vor Augen führen oder das, was mit

der Polizei in der Neustadt passiert ist, dann muss

man sich vor dem Hintergrund der zweijährigen

Pandemie auch fragen: „Sie wollen sich treffen, aber

wo sollen sie denn hin?“ Diesbezüglich sind wir in

Gesprächen bzw. in ständigem Austausch mit vielen

Institutionen, die uns hierbei unterstützen, sei es

im Bereich Diakonie oder im Bereich Jugendamt.

Natürlich ist es nicht gut, was einige Jugendlichen

angestellt haben, daher müssen wir versuchen

mit ihnen schnell ins Gespräch zu kommen. Hier

wäre es mir wichtig, einen Streetworker zu haben,

der präventiv arbeitet , sich mit den Jugendlichen

intensiv auseinandersetzt und der sich auch gleichzeitig

mit den Familien austauscht und schaut, wo

sie Probleme haben und wo man noch weiterhelfen

kann, damit es erst gar nicht zu solchen Extremsituationen

kommt. Ich glaube, wir müssen die

Jugendlichen früher abholen. Ich glaube auch,

dass das Zusammenspiel Streetworker, Jugendamt,

Diakonie und die guten Institutionen, die wir hier

vor Ort haben, ob es die DAA, das FIZ oder IN VIA

ist, sehr gut funktionieren würde. Aber auch hier

laufen übrigens schon gute Kooperationen. Wir

planen aktuell ein Projekt mit ca. 20 Jugendlichen,

bei dem wir uns alle untereinander beraten, wie

es uns gelingt, dass wir die Jugendlichen mit der

Polizei zusammenbringen, in der Hoffnung, dass

das gegenseitige Verständnis besser wird.

MQ + : Viele unserer Leser*innen können sich noch

gut daran erinnern, dass wir bei uns in Quakenbrück

mal ein selbstverwaltetes Jugendzentrum hatten.

Das war natürlich toll, da war der Streetworker

gleich oben in der ersten Etage, der hat die Jugendlichen

abgefangen und an einer langen Leine

geführt. Das war eine gute Sache. Das kann man

aber leider mit dem FIZ nicht vergleichen. Hat man

vielleicht darüber nachgedacht, so etwas wieder zu

aktivieren?

Ausgabe Frühjahr 2022 mq | 17


Das Artland-Magazin.

M.B.: Etwas Ähnliches gab es seinerzeit auch

im Keller des Franziskushauses (Werkstatt) – After

Work-Party – auch hier haben sich immer viele

Jugendliche getroffen. So etwas wäre natürlich

eine schöne Geschichte. Aber die Frage ist immer,

wie man das realisieren kann und ob es heute noch

so funktionieren könnte? Aber wir wollen auch

keine Konkurrenzsituation zum FIZ schaffen. Das FIZ

muss sich vielleicht noch ein bisschen mehr öffnen,

noch mehr informieren, was dort stattfindet. Es ist

vielleicht auch wichtig, dass man mit dem FIZ noch

mehr ins Gespräch kommt, um neue Konzepte zu

erarbeiten.

MQ + : Samstagsnachmittags und sonntags ist

das FIZ zu. Das sind aber die Haupttage, wo die

Jugendlichen unterwegs sind....

M.B.: Darüber haben wir schon mit dem FIZ

gesprochen. Sie öffnen sich und gehen mit ihrem

Angebot auf die Nachfrage der Jugendlichen ein.

Das ist ein sehr guter Anfang. Die Angebote müssen

allerdings präsenter werden. Auch unser Jugendparlament

engagiert sich hier stark und wir von

der Verwaltung schauen, wie wir hier noch weiter

unterstützen können.

MQ + : Was wir daraus entnehmen können, ist,

dass Sie die Jugendlichen weiter im Auge haben

und dass auch dieses Thema Ihnen am Herzen

liegt. Sie sind mit Ihrem Stab dabei, Lösungen

herauszuarbeiten, anhand derer solche „Ausreißer“

entschärft werden können und Orte zu schaffen, wo

die Jugendlichen hinkönnen.

M.B.: Genau. Man muss den Jugendlichen mehr

Vertrauen entgegenbringen und sie selber mal in

die Verantwortung kriegen. Wenn Jugendlichen

in irgendeiner Art und Weise Eigentum überlassen

wird, dann müssen sie sich darum kümmern. Sie

werden es ganz anders pflegen – das hoffe ich je-

denfalls. Auch im FIZ gibt es viele junge Menschen,

die Lust darauf haben, so etwas zu machen und die

Verantwortung dafür übernehmen wollen. Das ist

schon eine tolle Nachricht.

MQ + : Es ist ja auch schwierig, junge Leute in die

Politik zu holen. Wo wir das Thema gerade haben,

wäre es doch schön, wenn Sie als Samtgemeindebürgermeister

einmal im Rahmen des Ferienspaßes

zeigen würden, wie es hier bei Ihnen im Rathaus

abläuft und wie politische Arbeit funktioniert. Wäre

das eine Idee?

M.B.: Das ist eine gute Idee, ja. Aber ich bin der

Meinung, der Multiplikator für so etwas könnte

auch über das Jugendparlament gehen. Vielleicht

können wir hier etwas gemeinsam auf den Weg

bringen.

MQ + : Auch ein schöner Gedanke, aber Sie sind

doch das Aushängeschild....

M.B.: Wenn es um solche Informationen geht

– natürlich kann ich bei der Ferienspaßaktion mitmachen,

damit habe ich überhaupt kein Problem.

Da helfe ich gerne mit. In diesem Zusammenhang

möchte ich darauf hinweisen, dass wir ja auf

unserer Internetseite das „OpenR@thaus“ haben.

Diese Offenheit meine ich auch so. Ich lebe als Bürgermeister

und Stadtdirektor 24/7 und hier kann

jeder auch gerne jederzeit hereinkommen und sich

informieren. Mein Büro ist immer offen. Wir werden

demnächst vielleicht auch einen Tag der offenen Tür

veranstalten. Auch da gibt es Möglichkeiten, sich zu

informieren. Da hoffe ich doch, dass vielleicht auch

der eine oder andere interessierte Jugendliche das

Rathaus aufsucht.

MQ + : Apropos 24/7. Die Polizei ist hier vor Ort,

allerdings nicht mit einem 24/7-Dienst. Wir sind

eine Stadt, die ein bisschen problematisch ist, um

es mal vorsichtig zu sagen. Viele Bürger wünschen

sich eine Rundum-Betreuung durch die Polizei. Ist

es noch ein Thema?

M.B.: Das obliegt der Entscheidungshoheit des

Landes. Da ist man sicherlich im engen Austausch.

Die Information, die ich aktuell habe ist, dass es

tatsächlich 24/7 geben soll. Inwieweit das dann

tatsächlich ausgestattet und umgesetzt wird, mag

ich derzeit nicht einschätzen zu können. Ich hoffe

jedenfalls, dass die Polizeistation mit mehreren

Kräften besetzt sein wird. Hier möchte ich mich

kurzfristig mit dem Verantwortlichen des Polizeikommissariates

austauschen.

MQ + : Ihr Vorgänger Claus Peter Poppe hat sich an

diesem Thema die Zähne ausgebissen.

M.B.: Das stimmt, aber er hat hier gute

Vorarbeit geleistet. Es gibt eine klare Aussage vom

Polizeipräsidenten, dass es 24/7 geben wird und

darauf nagele ich ihn fest. Es ist jedenfalls mein

Ziel mit 24/7 für mehr Präsenz und damit für mehr

Sicherheit für die Bürger*innen zu sorgen.

MQ + : Ein anderes Thema, dass die Bürger*innen

interessiert, ist das Thema „Autos raus aus der

Langen Straße“. Ist diesbezüglich etwas geplant

oder soll alles so bleiben, wie es ist?

M.B.: Das ist eine wichtige Aufgabe, der sich die

Politik auch stellen möchte. Solche Überlegungen

gibt es und sie werden immer konkreter, aber es ist

auch wichtig, alle – ob Eigentümer oder Firmeninhaber

– gleichzeitig mitzunehmen. Das darf man

bei aller Diskussion nicht außer Acht lassen. Und da

ist man gerade in guten Gesprächen, welche Ideen

umsetzbar und geeignet sind. Es gibt auch aktuell

zwei Förderprogramme, die hier greifen könnten,

um mögliche infrastrukturelle Maßnahmen in der

Langen Straße oder der Bahnhofstraße umzusetzen.

Diese Maßnahmen müssen aber auch dazu

Überreichung des Bildes

vom nächtlichen Hallenund

Freibad

Foto: Detlef Bülow

18 | mq Ausgabe Frühjahr 2022


AUS DER KOMMUNE

dienen, das Aussterben der Mittelzentren – auch

aufgrund der Pandemie – aufzufangen. Da wollen

wir jetzt gezielt rangehen und dann hoffe ich, wird

es auch kurzfristig Entscheidungen geben, welche

Projekte letztendlich hier zielführend sind. Wir haben

eine schöne Innenstadt – das wissen wir, hören

es aber auch sehr häufig von unseren Touristen.

Aber es gibt immer noch vieles, was man verbessern

kann und es gibt Sachen, die schon lange verweilen,

die wir aber dringend verbessern müssen.

MQ + : Kommen wir noch einmal auf die Neustadt

zurück. Die Perspektive Bundeswehr und Krankenhaus

wird sich sicherlich positiv gestalten oder gibt

es da Dinge, die befürchten lassen, dass die Tendenz

wieder rückläufig ist? Soll der Standort ausgebaut

werden?

M.B.: Ich war erst kürzlich, anlässlich des Besuches

des Ministerpräsidenten Weil, der sich über

den Standort und den Impfstoff informiert hat, vor

Ort. Meines Wissens gibt es hierzu keine Gedanken

oder Befürchtungen.

MQ + : Dürfen wir fragen, ob sich Herr Weil auch

für die Samtgemeinde oder die Stadt Quakenbrück

interessiert hat oder nur für den Bundeswehrstandort?

M.B.: Fragen dürfen Sie hier alles, aber ob ich

auf alles eine Antwort habe, steht auf einem

anderen Blatt. Herr Weil war diesmal nur für den

Bundeswehrstandort da. Am Rande gab es aber

eine Möglichkeit sich auch über Angelegenheiten

der Samtgemeinde oder der Stadt auszutauschen.

Soweit ich informiert bin, wird es kurzfristig sogar

einen weiteren Besuch des Ministerpräsidenten in

der Samtgemeinde geben.

Beim Besuch waren wir jedenfalls alle überrascht

über die harte Arbeit der Soldatinnen und Soldaten.

Der Standort ist für die bundesweite Verteilung

sämtlicher Impfstoffe zuständig. Bei der Einlagerung

haben sie mit Temperaturschwankungen von

bis zu 100 Grad zu tun – sie müssen bei minus 80

Grad in die Tiefkühleinheit gehen und wenn sie

das bei einer Außentemperatur von nur 20 Grad

machen, dann ist alleine diese Temperaturschwankung

eine enorme körperliche Belastung. Als kleines

Dankeschön, auch für die gute Zusammenarbeit,

habe ich daher die Soldatinnen und Soldaten

daher einmal zu einer gemeinsamen Veranstaltung

eingeladen.

MQ + : Wir möchten noch einmal auf das Krankenhaus

zurückkommen. Soll dort ein zusätzliches

Bettenhaus entstehen? Und wird das in Verbindung

mit einem Ärztehaus passieren, in dem Fachärzte

eine eigene Abteilung haben?

M.B.: Das Christliche Krankenhaus investiert

gerade aktuell in den Neubau eines Bettenhauses

mit 120 Plätzen. Das ist eine sehr gute Entwicklung,

denn so wird der Standort nachhaltig gesichert.

MQ + : Es sind ja viele Bundeswehrsoldatinnen und

-soldaten bei uns stationiert und das DIL expandiert

ja auch. Wo können diese Menschen standortnah

wohnen? Bei der Gelegenheit auch die Frage nach

der hausärztlichen Versorgung der steigenden

Einwohnerzahl. Setzt sich der Rat bzw. der Samtgemeindebürgermeister

hierfür ein?

M.B.: Menschen kann man nur locken, wenn man

eine gute Infrastruktur hat – dazu gehören auch

angemessene Wohnungsangebote. Deswegen ist

es wichtig, dass wir Wohnraum schaffen. Ich kann

den Arzt nicht hierhin holen, wenn die Infrastruktur

fehlt, denn Wohnraum ist bei uns sehr sehr knapp.

Hier müssen wir relativ schnell und zügig Ideen verwirklichen

und umsetzen. Wir müssen Wohnraum

für jedermann schaffen – ob Studenten, Senioren,

junge Ehepaare. Es gibt einen Ratsbeschluss im

Europaquartier entsprechenden Wohnraum zu

schaffen. Dieses Projekt ist momentan leider ins

Stocken geraten. Ich bin jedoch in einem ganz

engen und guten Austausch mit den Fraktionen

und erhoffe mir, dass wir hier alle gemeinsam mehr

Tempo aufnehmen werden. Dieses Thema steht bei

mir ganz oben auf der Agenda – noch in diesem

Jahr muss der Stein angestoßen werden.

Zum Thema Hausärzte möchte ich sagen, dass

wir hier wirklich Probleme verschiedenster Natur

haben. Wir haben z.B. viele Kinder – wir sind eine

junge Samtgemeinde im Vergleich zu anderen

Gemeinden. Das bedeutet, es lebt sich hier gut,

hier leben viele junge Familien. Im Umkehrschluss

bekommen wir aber keinen Kinderarzt angesiedelt.

Wir haben EINEN Kinderarzt, aber der kann keine

weiteren Patienten aufnehmen. Wir haben versucht

einen zweiten kassenärztlichen Sitz für einen

Kinderarzt zu bekommen. Durch entsprechende

Berechnungsmodelle hat uns die kassenärztliche

Vereinigung jedoch keinen zusätzlichen Kinderarzt

genehmigt. Bei den Hausärzten weiß man, dass sich

hier in den nächsten fünf Jahren einige Hausärzte in

den wohlverdienten Ruhestand verabschieden werden.

Sicher ist: Hausärzte werden uns wegbrechen.

Erfreulich war zu hören, dass ein Hausarzt eine

Ärztin geworben hat, die aktuell die Weiterbildung

zur Hausärztin durchläuft. Sie wird in zwei Jahren

Hausärztin sein. Also, es gibt schon Möglichkeiten.

Ganz aktuell tut sich ja auch in Nortrup eine Lücke

auf, weil hier der Hausarzt nur noch zwei Tage in der

Woche da ist.

MQ + : Stichwort „Gewerbeflächen“. Die Gewerbefläche

„Im Flach“ erweckt den Anschein von Alibi-

Gewerbeflächen. Da stehen Hallen, aber keiner

weiß, was da passiert. Da stehen Wohnhäuser, die

sind quasi größer als die dazugehörigen Gewerbehallen.

Stellt sich der Rat so Gewerbe vor?

M.B.: Das sind ja politische Beschlüsse, die da

entstanden sind. Wenn wir eine Gewerbefläche

haben, die wir vermarkten können, dann hat jeder,

der in den Besitz einer solchen Fläche kommt, auch

die Möglichkeit eine Betriebshalterwohnung darauf

zu setzen. Die Frage ist eben, wie das Verhältnis sein

muss. Darüber müsste man gegebenenfalls mal in

den Austausch kommen.

MQ + : Wie läuft es denn überhaupt, wenn ein Gewerbetreibender

bei der Stadt eine Gewerbefläche

haben möchte, dann muss er doch auch in diesem

Tätigkeitsfeld tätig sein? Auf einigen Grundstücken

sind die Wohnhäuser ja größer als die danebenstehenden

Hallen! Wird das kontrolliert?

M.B.: Ich denke schon, dass dies kontrolliert wird.

MQ + : Wie läuft die Verteilung der Gewerbeflächen?

Schaut man welcher Betrieb wo hinpasst?

M.B.: Letztlich sind das ja nur Parzellen. Da wird

geschaut, wer wo wann was möchte. Natürlich

schauen wir, ob Gewerbe zu Gewerbe passt. Wir

müssen natürlich im Auge behalten, dass man

den Bedarf an Fläche hat, die dem Unternehmen

gerecht wird. Im Endeffekt ist es wie bei einem

privaten Baugrundstück. Man will dies und das

haben, bekommt aber möglicherweise etwas

Anderes. Dann kann man überlegen, will man oder

will man nicht. Bei Gewerbeflächen ist es ähnlich.

Wir versuchen jedenfalls die Wünsche der Anfragen

zu berücksichtigen.

MQ + : Was ist, wenn Firmen mit Großbedarf an

Fläche expandieren – können diese Unternehmen

größere Flächen in der Samtgemeinde oder

auch übergreifend zu anderen Samtgemeinden

bekommen?

M.B.: Sehr große Flächen haben wir hier in

Quakenbrück nicht mehr im Angebot. Die Flächen

sind endlich und dann muss man über Alternativen

nachdenken. Eine Überlegung ist mit den Mitgliedsgemeinden

mehr in die Kooperation zu kommen.

Hier müssen Strategien entwickelt werden, wie

man das zukünftig besser umsetzen kann. Das

ist nicht ganz so einfach, aber nichtsdestotrotz

brauchen wir ein funktionierendes und florierendes

Gewerbe. Auch landkreisübergreifend kann man

vielleicht Kooperationsprojekte auf den Weg zu

bringen, sodass Großbedarfe gedeckt werden

könnten.

MQ + : Was gibt es für konkrete Pläne bezüglich

des alten Firmengeländes der ehemaligen Firma

Kynast?

M.B.: Da gibt es zwar Überlegungen, aber noch

keine konkreten Pläne, weil man erst einmal eruieren

muss, was auf dem Gelände überhaupt möglich

ist. Die Stadt ist mittlerweile Eigentümer. Auf dem

Gelände gibt es Gebäudeteile, die so stark beschädigt

sind, dass wir das erst einmal prüfen müssen,

bevor hier weitere Entscheidungen getroffen

werden können. Es gibt tolle Ideen, aber bevor man

tiefer in die Materie eintaucht, muss genau geprüft

werden, ob diese überhaupt realisierbar sind.

MQ + : Wie sieht es zu dem Thema „Alternative

Energiegewinnung“ aus? Auf dem Kynast-Gelände

befindet sich ja auch die Fa. Regenis, die alternative

Energie aus Grünabfällen und vor kurzem in einem

Versuch auch mit Klärschlamm gewinnt. Könnte

man diesbezüglich nicht Synergien schaffen und

eigenen Strom fürs Artland herstellen, z.B. mit Hilfe

der Technik von Regenis und der Verwendung von

Grünabfällen und Bioabfällen?

M.B.: Das wäre toll. Dieter Schillingmann von

Regenis ist seiner Generation viele Jahre voraus. Er

Ausgabe Frühjahr 2022 mq | 19


Das Artland-Magazin.

hat Ideen, das ist beindruckend. Doch eine eigene

Stromversorgung im Artland wäre, ehrlich gesagt,

eher eine private Geschichte. Mit der Fa. Regenis ist

ein sehr innovatives Unternehmen hier in Quakenbrück

angesiedelt. Darauf können wir stolz sein. Es

ist ein stark wachsendes Unternehmen. Aber Sie

haben recht, gerade zur jetzigen Zeit sollten wir

mal darüber nachdenken, welche Möglichkeiten

man in Zusammenarbeit mit der Fa. Regenis schaffen

könnte. Wir müssen schauen, welche Möglichkeiten

es noch gibt. Es wird aber kein Projekt sein,

das von heute auf morgen geregelt werden kann.

Ich bin mit Dieter Schillingmann oft im Austausch

und wir stehen dem Ganzen positiv gegenüber.

MQ + : Wir sind mit unseren Themen soweit durch.

Brennt Ihnen noch etwas auf den Nägeln?

M.B.: Nein, eigentlich nicht. Ich bin hier fleißig

dabei mit meinem Team alle Themen abzuarbeiten.

111 Tage sind in meiner Amtszeit schon vergangen

und ich frage mich am Ende jeden Tages, wo die

Zeit geblieben ist.

MQ + : Wo Sie gerade Ihr Team erwähnen, wie ist

eigentlich Ihr Einstieg in Ihr Amt verlaufen? Wie

wurden Sie von der Verwaltung aufgenommen?

Sind Sie auf Ablehnung gestoßen oder sind Sie mit

offenen Armen empfangen worden?

M.B.: Ich bin von allen sehr herzlich und sehr

offen aufgenommen worden. Ich weiß mittlerweile,

was ich von meinen Mitarbeiterinnen und

Mitarbeitern erwarten darf. Umgekehrt ist es

hoffentlich genauso. Wenn ich Informationen

benötige, bekomme ich sie zeitnah und sehr

ausführlich. Das hilft mir sehr bei der Einarbeitung

der verschiedensten Themenbereiche. Bislang bin

ich sehr zufrieden in der Zusammenarbeit. Ich habe

ein absolut erfahrenes und gut funktionierendes

Team vorgefunden. Man muss sich immer finden,

aber das glaube ich hat von Anfang an wirklich gut

gepasst.

MQ + : Vielen Dank für das offene Gespräch

und dass Sie sich die Zeit für unsere Leser*innen

genommen haben.

M.B.: Eine Sache hätte ich doch noch zum

Schluss. Wir haben vielfältige und wichtige Aufgaben

vor uns, die uns sicherlich alles abverlangen

wird. Wenn es um die gesetzliche Umsetzung der

Ganztagsbetreuung bei den Grundschulen oder

auch um die Angebote der KiTa- oder Kindergartenplätze

geht, dann kostet uns dies sicherlich viel

Geld. Es ist aber gut investiertes Geld in unsere

Bildung. Hier sind wir intensiv in den Planungen

und versuchen alles, um es zeitnah umzusetzen.

Geführte Erlebnisse

Kulinarische Touren, Kneipenführungen & Kostümführungen

MEHR INFOS ZU DEN GÄSTEFÜHRUNGEN

TOURIST-INFORMATION NORDKREIS VECHTA E.V.

AN DER GRÄFTE 35 · 49377 VECHTA · TEL. 04441 / 85 86 12

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20 | mq Ausgabe Frühjahr 2022


AUS DER GESCHÄFTSWELT

Bewährter

Service

in neuen

Räumen

LVM-Versicherungsagentur

Quakenbrück zieht in die

Kleine Mühlenstraße 7.

Mehr Platz für umfassende Beratung!

Die Quakenbrücker LVM-Versicherungsagentur

ist umgezogen und

hat im Januar seine neuen Büroräume

in der Kleinen Mühlenstraße

7 in Quakenbrück eröffnet. „Es war

einfach mal Zeit für eine Veränderung und

ein moderneres Bürokonzept“, begründet

Inhaber Torsten Klemm den Ortswechsel.

„Wir brauchten zudem mehr Platz, um für

unsere Kunden und Mitarbeiter weiterhin

optimale Beratungsbedingungen zu schaffen.“

Und den bieten die neuen Räume,

die sich jetzt über zwei Etagen im neuen

LVM-Design präsentieren.

Ein ganz besonderes „Highlight“ stellt die

beim Umbau erhalten gebliebene Galerie

des Hauses dar. „Durch den Erhalt der Galerie

wollten wir den Charme dieses Hauses

unbedingt bewahren. Die Idee war von Anfang

an da, dass wir in unserem Versicherungsbüro

auch Platz für kreative Köpfe,

Fotografen oder Künstler aus Quakenbrück

und Umgebung schaffen wollten, die uns

mal etwas anderes an die Wand hängen,

als immer nur Versicherungswerbung“,

sagte Klemm mit einem Augenzwinkern.

Bereits zu besichtigen sind die Werke der

Nachwuchsfotografin Alicia Mack aus Quakenbrück.

Sie zeigt tolle und einzigartige

Fotografien von typischen Quakenbrücker

Sehenswürdigkeiten. Die Werke sind für

Interessenten auch zu erwerben.

Neues Design

mit Wohlfühlfaktor

Das neue Büro überzeugt mit einer modernen

und einladenden Einrichtung, die ganz im

neuen typischen LVM-Design daherkommt. Es

dominieren helle und freundliche Farben, echter

Hingucker ist die grüne Themenwand mit

Begriffen wie Vertrauen und Sicherheit.

Gleiches gilt für die Möbel: Sie sind praktisch

und garantieren gleichzeitig einen Wohlfühlfaktor.

Damit präsentiert sich das LVM-Büro in

Quakenbrück mit Räumlichkeiten, die auch der

LVM Unternehmensphilosophie entsprechen.

„Wir wollen, dass sich alle Kunden bei uns

rundum gut aufgehoben fühlen – in jeder Hinsicht“,

so Klemm. Dafür sind natürlich kompetente

und erfahrene Mitarbeiter unerlässlich.

Heute sorgt das vierköpfige Team aus Versicherungs-

und Finanzexperten für die Rundum-

Betreuung in den Bereichen Versicherungen,

Finanzierungen, Bausparen, Kapitalanlagen,

sowie Alters- und Hinterbliebenenvorsorge.

Wer sich die neuen Räumlichkeiten

und vor allem die neue „Kunst- und

Fotogalerie“ anschauen möchte, ist

herzlich willkommen im neuen LVM-

Büro von Torsten Klemm.

Ausgabe Frühjahr 2022 mq | 21


Rotary-Mitglied

und aktueller

Governor des

Distrikt 1850

Gerd Beckmann

aus Quakenbrück

gibt Einblicke in

die Arbeit

Das Symbol des Serviceclubs mit den fünf Grundwerten Freundschaft, Integrität, Diversität, Service und Führungsverantwortung hat Beckmann um den Punkt „Mutig sein“ ergänzt. Foto: Beate Deeken

Serve to change lives

Rotary Club lebt Gedanken des Dienens

VON BEATE DEEKEN

Er wollte Sportreporter oder HSV-

Manager werden. Auch Pastor hätte er

sich vorstellen können. Viele Kinder und

Jugendliche werden ihm dankbar sein,

dass er sich anders entschieden hat.

Denn tatsächlich wurde er Lehrer. Religion

und Geschichte. Unter anderem. Er ist

einer von der berufenen Sorte. „Ich habe

meinen Beruf geliebt und bin jeden Tag

gern bis zur Pensionierung zur Schule

gegangen“ sagt der Quakenbrücker Gerd

Beckmann.

Seit 2019 ist er Pensionär und hat doch

nicht viel Freizeit. Mit großem Engagement

treibt er Projekte voran, die er sich

als Rotary Governor des Distrikt 1850 für

seine einjährige Amtszeit vorgenommen

hat. Dazu zählt nichts Geringeres als der

Bau einer Schule in Ruanda. Er deutet

auf das Rotary-Rad mit den fünf Grundwerten.

Er hat es um einen Wert ergänzt:

„Mutig sein“.

Damit öffnet er sich, zeigt eine sehr

menschliche Seite als Mitglied eines

Clubs, der gerne als „elitärer Verein“,

voller eitler oder auch „abgehobener“

Mitglieder abgestempelt wird. Menschen

wie Beckmann passen nicht in

dieses Bild. Auch was er über die Rotary-

Familie sagt, steht für eine andere

Geschichte. Vielleicht, denkt er sich, liegt

es ja an der Art, sich darzustellen. In der

Öffentlichkeit tauchen sie höchstens

mal bei einer Scheckübergabe auf einem

Zeitungsbild mit kurzem Bericht zu

einem geförderten Projekt auf. Ohne

viel Hintergrundinformationen. Geld

aufwenden für Werbung, um ein Image

zu pflegen passt nicht zum Charakter

von Rotary. Denn tatsächlich hat sich

die weltweit älteste Serviceorganisation

nichts Geringeres als das selbstlose Dienen

zum Leitziel gesetzt. Vielleicht muss

man näher an die Themen vor Ort herantreten.

Das wird nun am 21. Mai diesen

Jahres geschehen. Dann wird es zum

ersten Mal in der 95-jährigen Rotary-Geschichte

Deutschlands den bundesweiten

„Action Day“ geben. Die Mitglieder

aller Rotary-Clubs sind aufgerufen, in

ihrer Kommune gemeinsam an einem

Projekt zu arbeiten. In Quakenbrück wird

das die Gestaltung des Außenbereichs

des Jugendzentrums FIZ sein.

Was hat das nun mit der Schule in

Ruanda zu tun? Und wie kommt Gerd

Beckmann zu den Rotariern?

Gerd Beckmann war schon immer ein

sozial engagierter Mensch. Als Jugendlicher

unterstützte er die Kirchenarbeit,

dann half er im Fußballverein und später

kam sein politisches Engagement als

SPD-Mitglied hinzu. Als er 2007 zusammen

mit seiner Frau Luzia die Gerd &

Luzia Beckmann-Stiftung zur Unterstützung

von Projekten für Kinder und

Jugendliche im Artland gründete, war er

22 | mq Ausgabe Frühjahr 2022


Aufruf zum ersten gruppenübergreifenden „Action Day“.

An diesem Tag soll die Einsatzbereit-schaft der Rotary-Mitglieder vor Ort „sichtbar“ werden.

bereits vier Jahre Mitglied des Rotary-

Clubs Bersenbrück Altkreis. „Lass uns

die Welt ein bisschen besser machen“,

erinnert sich Gerd Beckmann an den

Satz, mit dem seine Frau ihm damals

Unterstützung zusagte. Mit seinem

Engagement, dem Blick für Probleme

und der Fähigkeit, diese auch anzugehen,

„qualifizierte“ er sich für eine Mitgliedschaft

bei den Rotariern und wurde eingeladen.

„Das Einkommen ist dabei nicht

entscheidend“, betont Beckmann. Man

muss aber bereit sein, sich zu engagieren

und Verantwortung zu übernehmen. Für

ein gutes Gelingen der Projekte ist eine

große Bandbreite an Fähigkeiten unter

den Mitgliedern wichtig. Natürlich ist da

ein Elektriker genauso wertvoll wie ein

Arzt. Es kommt auf die Persönlichkeit an.

Womit wir wieder beim Thema „Mutig

sein“ wären.

Für Beckmann lag die Entscheidung,

während seiner Amtszeit als Governor,

also als Vorsitzender für den gesamten

Rotary Distrikt 1850 – das ist in etwa die

Fläche Nordwest-Niedersachsens – ein

Bildungsprojekt zu verwirklichen, auf

der Hand. Nicht nur seine Leidenschaft

für den Lehrberuf, sondern auch die

Erkenntnis, dass Bildung maßgeblich für

die Verbesserung von Lebensumständen

in jeder Ecke der Welt ist, gaben den Ausschlag.

„Ruanda ist zur Zeit das sicherste

Land in Afrika“, erklärt er die Entscheidung

für dieses Land. Schließlich muss

nicht nur die Schule gebaut werden.

Sie soll vor allem auch funktionieren.

Würden Gewalt und Raub den Alltag

dominieren, wäre das Ganze von vornherein

zum Scheitern verurteilt. So aber

werden viele hundert Kinder, Jungen wie

Mädchen, zumindest eine Grundbildung

im Lesen, Schreiben und Rechnen erhalten.

100.000 Euro Spendengelder waren

sein Ziel für das Schulprojekt. Es wurden

über 150.000! Nun kann die Schule

entweder größer oder mit einer Küche

ausgestattet werden. „Auf jeden Fall

kann noch vor Ostern diesen Jahres der

erste Spatenstich getan werden“, freut

sich Beckmann über diesen Erfolg.

Bevor die Schule für Ruanda in Planung

ging, besuchte Beckmann Projekte einer

Partner-Stiftung, die mit 450 Schulen

in über 44 Ländern über viel Erfahrung

verfügt. Solche Reisen werden aus eigener

Tasche bezahlt, betont der Pensio-

när. Auch die Kosten

für das Essen bei

den wöchentlichen

Treffen der

Rotary-Freunde für

Austausch, Fortbildung

und Planung

von Projekten,

werden von jedem

Mitglied selbst getragen.

Das ist dann

aber auch alles, was

an Kosten neben dem

Monatsbeitrag von 20

Euro auf die Mitglieder fix

zukommt. Nicht jeder muss

Governor werden und nicht jeder

muss Projekte im Ausland betreuen. Es

geht um das selbstlose Helfen mit möglichst

breit gefächerter Expertise. Nicht

um die dicke Geldbörse. Am Ende soll die

Welt eben ein bisschen besser werden.

Wenn im Juni die Amtszeit von Governor

Beckmann endet, müssen große Fußstapfen

von Menschlichkeit, Arbeitseinsatz

und Ideenreichtum gefüllt werden.

Beckmann ist auch unter die „Podcaster“

gegangen (bei Spotify „Rotary bewegt“)

und organisiert gerade das RotaryLions-

DistriktOrchester gemeinsam mit Lions-

Governorin Anke Dirks. Ach ja, und ein

neuer Club in Bramsche soll auch noch in

seiner Amtszeit gegründet werden. Kein

Wunder, dass er vom Ruhestand nichts

merkt.

Bei allem Einsatz betont er die Unterstützung

seines Vorbereitungs-Teams

des Rotary Clubs Bersenbrück Altkreis.

Ohne Präsident Bernd Laake, Sekretär

Martin Eickhorst, Marion Schone, Susanne

Hormes, Ute Schlötke, Lars Pfeilsticker

und Helmut Steinkamp und zusätzlich

Adrian Breitlauch und seiner Frau Luzia

Beckmann könnte er das Jahr nicht so

glücklich steuern.

Dass die Rotarys ein Männerverein sind,

stimmt übrigens lange nicht mehr.

Bereits seit 1987 sind Frauen willkommen.

15 Clubs in seinem Distrikt tun sich

damit zwar noch schwer. Aber das wird

schon noch…

Gerd Beckmann in seinem Element: Er bringt den Kindern beim Besuch eines Schulbauprojektes etwas Deutsch bei.

Foto: Ulrich von Aumüller

Ausgabe Frühjahr 2022 mq | 23


Das Artland-Magazin.

✓ Das Event in Fürstenau

✓ Ausstellung & Vorträge

✓ Buntes Programm für Klein und Groß

✓ Tanz in den Mai mit 20 Livebands und DJ

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die Inbetriebnahme der neuen E-

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und bunten Garten, der schön gestaltet

und zudem noch bienenfreundlich

ist? Das klingt super, oder nicht?

Auch zu diesem Thema werden Sie

bei einem Besuch interessante Impressionen

erhalten.

24 | mq Ausgabe Frühjahr 2022


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Während der Veranstaltung werden

über 20 Bands und ein DJ Livemusik

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können Sie dann bei einer leckeren

Bratwurst und dem einen oder anderen

Kaltgetränk gemeinsam in den

Mai tanzen.

Ausgabe Frühjahr 2022 mq | 25


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Scherben der Jahrhunderte – sie repräsentieren

historisches Gebrauchsgeschirr.

26 | mq Ausgabe Frühjahr 2022


Den Giebel stützten die Knaggen.

Foto: Alexandra Lüders

Dr. Heinrich Stiewe vom Freilichtmuseum Detmold ist fasziniert

von deutschen Fachwerkhäusern. Er hat dieser Holzbauweise

ein Buch gewidmet, worin er ihre Konstruktion,

Gestalt und Nutzung vom Mittelalter bis heute erforscht hat.

Es enthält auch einen Serviceteil für Hausbesitzer, die ihren

historischen Schatz sanieren möchten.

Wie Stiewe darlegt, kann ein Fachwerkhaus

bis zu 1000 Jahre alt werden,

wenn es trocken bleibt und nicht von

Schädlingen zerfressen wird. Nach

seinen Erkenntnissen stammt die

Fachwerkbauweise ursprünglich nicht

aus der Region Paderborn (siehe Bericht

„Fachwerk I), sondern aus dem Harzer

Raum. Von hier ausgehend habe sie

sich dann bis in die Stadt Osnabrück

und im Osnabrücker Land verbreitet.

„Das Fachwerk hatte im 16. Jahrhundert

– in der Renaissance – ihre

Blütezeit in der Osnabrücker Altstadt.

Im Artland wurde diese Bauweise in

barocke Formen übersetzt“, erklärt der

Hausforscher. „Wie in allen Kleinstädten

waren damals die Brettergiebel

typisch für diese Zeit. Später (18. Jahrh.)

wurden viele Fassaden wegen des

bäuerlichen Eindruckes verputzt oder

übertüncht und holländische, vertikale

Schiebefenster eingesetzt“, weiß

Stiewe. Die ersten Fachwerkbauten der

Burgmannsstadt Quakenbrück sind

bis heute erhalten und aufs Feinste

saniert worden, so dass Experten und

Interessierte die Entwicklung heute

nachvollziehen können.

Wie Stiewe sind Anne und Frank Willenborg

Mitglied bei der Interessengemeinschaft

Bauernhaus. Das Ehepaar

kaufte 2016 das Zweiständerhaus an

der Quakenbrücker Kuhstraße 17. Da

ahnten sie noch nicht, dass die Restaurierung

des Gebäudes ein jahrelanger

Kraftakt werden und sie (bisher) über

3000 Arbeitsstunden kosten würde.

Auch mit Hilfe von Denkmalpflegern

und kompetenten Handwerkern hat sich

inzwischen eine Menge getan. Denn der

Diplom-Ingenieur für Holztechnik Frank

Willenborg wollte das komplette Know

How aller Experten in das schmucke

Häuschen einfließen lassen. Er findet

es ganz besonders reizvoll, zukünftig

in einem Gebäude zu leben, dessen ursprünglicher

Kern aus der Zeit von Christoph

Kolumbus‘ Geburt stammt. Seine

Frau interessiert sich ganz besonders für

die Bewohner der vergangenen Jahrhunderte,

deren Leben und Geschichte

sie anhand von Fotos, Zeitungsberichten

und diverser Funde recherchiert hat

– eine Sisyphusarbeit ebenso wie die

Sanierung selbst. Aus dem 40 Zentimeter

(30 Kubikmeter) tiefen Bodenaushub

förderte das Paar Keramik aus

verschiedenen Epochen, Kohlestückchen

KULTURGESCHICHTE

Fach

werk

im Artland

TEIL II

von Alexandra Lüders

Dies Schild verweist auf einen zertifizierten Handwerksbetrieb.

Anne und Frank Willenborg dämmen die Wände mit Lehm.

Fotos: Alexandra Lüders

Ausgabe Frühjahr 2022 mq | 27


Das Artland-Magazin.

Die Ständer sind auf Findlingen

platziert.

Fach

werk

im Artland

Das Haus Willenborg hat mit der originalen,

erneuerten Giebelverschalung ein

neues Gesicht bekommen.

und Knochen, eine kleine Sandale sowie

einen mittelalterlichen Kugeltopf zutage.

„Die Weser-Werra-Ware gehörte zum

typischen Gebrauchsgeschirr der damaligen

Zeit“, verweisen Willenborgs auf die

Fundstücke. Im Haus habe es eine offene

Feuerstelle gegeben, auf der gekocht

worden sei. Eine dendrochronologische

Untersuchung des Holzes habe das Alter

von 1462 bestätigt. Nur das Fachwerk der

Gaststätte „Im Eimer“ sei noch zehn Jahre

älter und somit das älteste Gebäude

der Stadt, so Frank Willenborg.

Folgende Arbeiten konnten am und im

Haus bisher erfolgreich abgeschlossen

werden: Das Reetdach wurde entfernt,

der Dachstuhl erneuert und die Grundmauern

neu aufgebaut, das Dach mit

authentischen Pfannen neu gedeckt, die

Dachrinnen erneuert, die Innenwände

entfernt und neu aufgebaut, die Originalfenster

restauriert und der Giebel in

Zapfenform errichtet. Neue Innenwände

und die Außenwände wurden mit Lehm

gedämmt. Willenborgs vergrößerten das

Flett, der Kamin und die Upkammer blieben

erhalten. Auch die Raumaufteilung

sollte bleiben. Es wurden Elektroleitungen

und ein Unterboden aus Schaumglasschotter

verlegt. Das Haus steht auf

acht Ständern, darunter befinden sich

steinerne Findlinge. Anne Willenborg

entrümpelte den Garten und erfreute

sich an dem 120 Jahre alten Birnbaum,

welcher sie an die früheren Hausbewohner

erinnert. „Ich finde es sehr spannend,

dass ich die früheren Bewohner vom Hof

Kehlmann kennengelernt habe und dass

ich weiß, dass die Menschen hier glücklich

waren“, erzählt Anne Willenborg. In

dem Ackerbürgerhaus hätte es bis in die

1920ger Jahre auch eine Zimmerei gegeben.

Damals hätten die Nachbarn beim

Bauern Gustav Kehlmann ihre frische

Kuhmilch geholt und Kinderschützenfest

gefeiert. Heute freuen sich die aktuellen

Nachbarn über den Erhalt des geschichtsträchtigen

Ortes, in den bald neues Leben

einziehen soll.

In diesen Raum kommt die Upkammer.

Fotos: Alexandra Lüders

28 | mq Ausgabe Frühjahr 2022


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Ausgabe Frühjahr 2022 mq | 29


Ein

Gasthaus

mit

Tradition

Von Detlef Bülow

Lange Straße mit Schützenfestschmuck, 1904 Foto: Adolph Schmidt

D

Die Gaststätte Thöle in der

Langen Straße kann auf

mehr als 130 Jahre ihres

Bestehens zurückblicken.

Sie war das Stammlokal

zahlreicher einheimischer Vereine,

die sich hier wohlfühlten. Hier fanden

Menschen aus unterschiedlichsten Beweggründen

zusammen, nicht nur zum

fröhlichen Zechen, was ja bekanntlich

der Begriff „Schankwirtschaft“ aussagt,

sondern auch zu kulinarischen und kulturellen

Genüssen sowie zu politischer

und gesellschaftlicher Kommunikation.

Zum Ende des vergangenen Jahres gab

es einen Besitzwechsel, aber bevor wir

darauf etwas näher eingehen, machen

wir erstmal eine kleine Zeitreise in die

Geschichte dieser Lokalität.

Es war der 18. Februar 1888, als Louis

Thöle die Gaststätte in der Langen

Straße 26 vom Restaurateur Friedrich

Struthoff für 27.500 Mark käuflich

erwarb. Bereits 1868 ist von einer

Restauration in diesem Hause die Rede,

die seinerzeit vom „alten Carl Eymann“

(1818 bis 1906) betrieben wurde. Zu

dieser Zeit befand sich im ersten Stock

zusätzlich eine kleine Tabakhandlung

und eine Korbmacherei, die im Besitz

von Eymanns Stiefsohn Friedrich Struthoff

war. Dieser besaß daneben auch

Geschick als Gastwirt.

Louis Thöle und Ehefrau um 1910

Foto: Stadtmuseum

Im Garten der Eymannschen Restauration

machte der Fotograf Friedrich

Wilhelm Gräf 1869 seine ersten Aufnahmen.

Im Laufe des Jahres 1870 ließ

Carl Eymann hinter der Restauration

einen Saal anbauen, der im August 1875

erweitert wurde. Als Eymann 1879 den

Neubau des Hotels „Zur Post“ am Schiphorst

(später „Hotel zur Post“, dann

Mittelschule, heute eine Werbeagentur)

übernahm, ging die Restauration in der

Langen Straße an Friedrich Struthoff.

Die Tabakhandlung und Korbmacherei

wurden kurz darauf in ein anderes Gebäude

verlegt. Zeitweise (1883 bis 1888)

unterhielt Struthoffs Bruder Louis im 1.

Stock der Restauration ein Wollwarengeschäft.

Mit der Übernahme der Restauration

durch Louis Thöle vor 134 Jahren wurde

das Haus zunehmend von den Quakenbrücker

Vereinen frequentiert. So waren

hier der Männergesangverein „Liedertafel“,

der Männerchor, der Kriegerverein

und natürlich zahlreiche Kegelklubs,

unter anderem die „Eintracht“, der

„Schwarze Klub“ und der „Schwarze

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30 | mq Ausgabe Frühjahr 2022


Gaststätte „Pogge” 2022 Foto: Detlef Bülow

Bärbel und Rudolf Thöle 2013

Foto: Heiko Bockstiegel

Foto: Detlef Bülow

Eber“, zu Gast. Auch der QTSV und der

„Verein ehemaliger Quakenbrücker

Schüler“ wählten sich die Gaststätte

Thöle zum Vereinslokal.

Louis Thöle gehörte selbst als altgedienter

Artillerist seit 1888 der Kriegskameradschaft

an und war Mitglied

im Ehemaligenverein sowie in den

Kegelklubs „Schwarzer Klub“ und „Die

Alteingesessenen“. Außerdem wirkte

er als Beisitzer im Wirteverein und als

Auditeur im Schützenverein von 1589.

Er ist am 30. November 1937 verstorben.

Sein 1901 geborener Sohn Adolf Thöle

übernahm die Gaststätte, Gaststätte

und führte auch einen Bierverlag, dem

ein großer Eiskeller angeschlossen war.

Wie sein Vater war auch Adolf Thöle

aktives Mitglied zahlreicher hiesiger

Vereine, unter anderem des Schützenvereins,

der ihn zum Ehrenmitglied

ernannte, und in seinen Jugendjahren

Flötist in der Schülerkapelle des Realgymnasiums.

Seine Frau war eine Tochter des

bekannten Stadtkämmerers Wilhelm

Meyne.

Erwähnenswert ist auch die Eröffnung

von „Thöles Lichtspielen“ am 6./7. Juli

1920, die 1924 von Heinrich Auf der Heide

übernommen und 1938 in den Neubau

(Schauburg) am Schiphorst verlegt

wurden. Nach 1945 diente der Saal des

Gasthauses als Gottesdienstraum für

die katholischen Bürger Quakenbrücks,

da die St.-Marien-Kirche zum Kriegsende

zerstört war.

1964 schließlich übernahm Rudolf Thöle

die Gaststätte, der jeden Abend mit seiner

Frau Bärbel hinter der Theke stand

und für das Wohl der Gäste sorgte. Am

2. Mai 1973 wurde der Saal abgebrochen,

und noch im gleichen Jahr erfuhr die

Kegelbahn dadurch eine Erweiterung.

Sie konnte am 25. Oktober 1973 feierlich

eingeweiht werden und beheimatete

mehr als 30 Kegelvereine.

„Jeden Morgen nach einem Balle,

hauptsächlich in der Faschingszeit,

kuriere ich auf jeden Falle den Katzenjammer,

Heiserkeit. Mit Selterswasser,

Limonaden, mit Bouillon, Weißbier und

Kaffee, mit saurem Hering und Rouladen,

vertreib‘ ich all und jedes Weh!

D’rum Maskenbrüder kommet all‘ zu

Louis Thöl‘, zum Festlokal.“

Was in Frakturschrift auf einem hölzernen

Schild in der Gaststätte Thöle

an längst vergangene Zeiten erinnerte,

hatte über viele Jahre den wahren

Kern des Gasthauses beschrieben.

Kulinarische Köstlichkeiten, vom frisch

gezapften Pils bis zum leckeren „Buchweizenpfannkuchen“,

hielten Rudolf

und Bärbel Thöle an jedem Tag für ihre

Gäste bereit. Die Gaststätte Thöle war

wohl das beste Beispiel dafür, wie mehr

als 130 Jahre lang Familientradition

gewahrt werden kann und bis zum 31.

Oktober 2021 einen Einkehrer einfach

nur zum Wohlfühlen einlud.

Zum 100-jährigen Jubiläum spielte am

18. Februar 1988 die Burgmannskapelle

in den Räumen der Gaststätte Thöle.

Aber auch die bekannte Jazzband

„Dixie-Express Osnabrück“ war hier zu

Gast und bei „Quakenbrück Live! Große

Nacht der Bands“ stand die Gaststätte

Thöle, sowohl bei den Besuchern als

auch bei den Bands, immer ganz oben

auf der Liste.

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Ausgabe Frühjahr 2022 mq | 31


Das Artland-Magazin.

Bärbel Thöle in ihrer Küche

Foto: Heiko Bockstiegel

Rudolf Thöle verstarb am 18. Januar

2017. Seine Ehefrau Bärbel führte die

Gaststätte noch bis zum 31. Oktober

2021. Am letzten Tag trafen sich dann

noch einmal zahllose Stammgäste und

viele Mitglieder verschiedener Vereine,

um sich gebührend von ihrer Wirtin zu

verabschieden.

Der neue Eigentümer des Gasthauses

ist nun die Familie Hagspihl, die dem

Gebäude, welches anfangs unserer

Zeitreise noch ein einfacher grauer

Putzbau war und in den 1970-er Jahren

mit Riemchen-Klinkern versehen wurde,

wieder eine helle Fassade verpasste. Die

Gaststätte hat neue Pächter, trägt nun

den Namen „Pogge“ und auch im Inneren

hat sich eine Menge verändert. Das

Ambiente ist eine gelungene Mischung

zwischen „rustikal-gemütlich“ und

„modern-verspielt“.

Neue Teppiche, Laminat, neue Tapeten

wurden verarbeitet, neue Beleuchtungen

eingebaut und viele Bilder mit

Fotografien und Spiegel zieren die

Wände. Die neuen Wirte heißen Karina

und Toni Krasniqi. Sie hatten vorher in

Neuenkirchen/Vörden eine Gaststätte

und haben sich nun für die „Pogge“

entschieden.

Das Paar wird mit ihrer kleinen Tochter

Aurelia die darüber liegende Wohnung

beziehen. Hagspihls freuen sich sehr

über ihre neuen jungen und dynamischen

Pächter und unterstützen sie

im Rahmen ihrer Möglichkeiten. „Wir

geben unsere ,Pogge‘ in gute Hände

ab“, davon ist Jana Hagspihl überzeugt.

Ein Gefühl, das für sie wichtig ist, denn

seit der Renovierungsphase liegt ihr das

Gasthaus am Herzen.

Die „Pogge“ ist auf ein neues Zeitalter

abgestimmt, sie ist modern und bietet

Platz für private Veranstaltungen. Es

gibt noch die Kegelbahnen, aber es sind

auch ein Billardtisch, ein Dartautomat

und ein Extraraum zum Kartenspielen

dazugekommen. Neugestaltet und

saniert, werden nun die Gäste in einem

Ambiente mit besonderer Atmosphäre

empfangen. Bei meinem Besuch, einen

Tag vor der Eröffnung, erzählt mir

Karina: „Alles zielt zwar auf ein jüngeres

Publikum ab, aber auch die alten

Stammgäste sind in der ,Pogge‘ herzlich

willkommen. Wir möchten dafür

sorgen, dass unsere Gäste sich bei uns

wohlfühlen und freuen uns auf sie!“

Nun sind wir mit unserer kleinen Zeitreise

schon in der Gegenwart angekommen

und es bleibt nicht mehr viel zu

sagen. Ungezählte Ereignisse haben in

der Langen Straße 26 in den inzwischen

mehr als 130 Jahren stattgefunden,

und manche Dönkes gibt es am „Brett“

bestimmt auch künftig zu erzählen.

Zum damaligen 125. Jubiläum des

Gasthauses hatten Bärbel und Rudolf

einen großen Wunsch: Sie wollten die

Nachfolge geregelt sehen, damit eine

der ältesten Quakenbrücker Gaststätten

auch weiterhin erhalten bleibt. Ich

glaube, dass dieser Wunsch in Erfüllung

gegangen ist.

Wir wünschen den neuen Pächtern mit

ihrer „Pogge“ viel Erfolg und dass sie

nie den Spaß am Bewirten der Gäste

verlieren!

Gemütliche Eleganz zeichnen die

neuen Gasträume aus.

Foto: Detlef Bülow

32 | mq Ausgabe Frühjahr 2022


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Der neu gestaltete Gastraum in der Pogge

Fotos: Detlef Bülow

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Ausgabe Frühjahr 2022 mq | 33


Das Artland-Magazin.

Moorschutz

ist Klimaschutz

RANA-Vorstand appelliert an Badberger Gemeinderat:

„Erhalt wertvoller Moorböden ist wichtiger

als Ausbau weiterer Gewerbeflächen“

Von Bernard Middendorf

Der Vorstand der Regionalen

Arbeitsgruppe für Naturschutz

im Artland (RANA) ist besorgt

über die Beschlussfassung der

Gemeinde Badbergen, weitere

8,5 Hektar im Bebauungsplan 30 A –

„Gewerbegebiet zwischen den Bahnen

Erweiterung“ für eine Bebauung auszuweisen.

In diesen Bereichen der Grother

Mersch gegenüber vom Quakenbrücker

Grünabfallsammelplatz gebe es nämlich

wertvolle Niedermoorflächen, die größtmöglichen

Schutz verdienen, um die

Klimakrise nicht weiter zu verschärfen.

Wenn man die grasbewachsene Fläche

im geplanten Gewerbegebiet an der

Niedersachsenstraße ohne Gummistiefel

betritt, bekommt man schnell nasse

Füße. Das ist auch gut so, denn was wie

eine Wiese aussieht, enthält dicht unter

der Oberfläche einen Schatz, der nur

durch Nässe erhalten wird und keinesfalls

gehoben werden sollte: Niedermoorschichten.

In der Samtgemeinde

Artland – das stellt der RANA-Vorstand

mit Nachdruck klar – befinden sich mehrere

dieser sehr großen Treibhausgasspeicher,

einer davon hier in der Grother

Mersch. Sie wurden vor mehr als 2.000

Jahren von der Natur angelegt, sind extrem

kostengünstig und dazu sogar noch

wartungsarm, denn auch diese Arbeit

erledigt Mutter Natur: „Darum hatte

man sie fast schon vergessen!“, sagt die

Regionale Arbeitsgruppe, die sich im

Artland um ökologisch wertvolle Flächen

kümmert.

RANA-Mitglieder und Hasetalschüler pflegen selbstgepflanzte

Kopfweiden.

Foto: Manfred Weinert

Moorgebiete sind weltweit wichtige

Lagerstätten für Kohlenstoff („CO2-

Senken“). In Mooren allerdings, die

trockengelegt und nicht mehr mit

Wasser gefüllt sind, gelangt Luft an den

Torf. Dass dieser dann bald beginnt sich

zu zersetzen, ist wissenschaftlich längst

erwiesen. Bei diesem Vorgang werden

große Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid

(CO2) frei, das für die Erderwärmung

verantwortlich ist. Schonung und

Schutz vor einer solchen Mineralisierung

sind deshalb existenziell wichtige Beiträge

für das Weltklima.

Glücklicherweise kann der Mensch bzw.

die Politik etwas dagegen tun, um den

unheilvollen Prozess aufzuhalten. Durch

Wiedervernässung lassen sich gefährliche

Treibhausgasemissionen von

trockengelegten Moorflächen deutlich

vermindern – oder sogar umkehren,

sodass sie ihre Speicherfunktion wieder

aufnehmen.

In der Grother Mersch werden die dort

vorhandenen Niedermoorflächen

derzeit landwirtschaftlich genutzt, überwiegend

als Grünland. Auf einer dieser

Moorflächen steht bereits ein nahegelegener

Betrieb, der u. a. Schotter herstellt.

Der Badberger Rat hatte den Beschluss

gefasst, mit dem Bebauungsplan 30 A

eine Erweiterung gewerblicher Nutzung

freizugeben. Das beauftragte Planungsbüro

schrieb dazu in seinem Umweltbericht:,

„Art und Ausmaß der infolge der

Planung sich ergebenden Treibhausgasemissionen

sind sowohl bau- als auch

betriebsbedingt vergleichsweise gering.“

Diese Behauptung wird widerlegt

durch eine Karte des Niedersächsischen

Bodeninformationssystem (NIBIS) des

Landesamtes für Bergbau, Energie und

Geologie (siehe Karte). Das Gebiet des

B-Plans 30 A ist auf diesem behördlichen

Dokument als „Kohlenstoffreicher Boden

mit Bedeutung für den Klimaschutz in

Niedersachsen“ rot umrahmt.

34 | mq Ausgabe Frühjahr 2022


Die Vermessungspfähle stehen schon: Die Fläche, die der Bebauungsplan 30 A

direkt an der Niedersachsenstraße umreißt, wird zur Zeit noch landwirtschaftlich überwiegend

als Grünland genutzt.

Foto: Bernd Middendorf

KLIMASCHUTZ

Die Entscheidung für dieses Gewerbegebiet

auf einer Moorfläche sei völlig

aus der Zeit gefallen, betont der Verein

RANA. Sie würde mit ihrer Umsetzung

dazu führen, dass nicht nur wertvolle

Moorböden weiter entwässert, sondern

vorhandene Niedermoortorfe mit erheblichem

Energieaufwand ausgekoffert,

entsorgt und mit bebaubarem Boden

verfüllt werden müssten. Betroffen sind

in der Grother Mersch ca. 8,5 ha überplante

Verkehrs- und Gewerbeflächen.

Tausende Tonnen CO2 würden frei. Hinzu

käme noch der hohe Energieverbrauch

für den Bodenaustausch – zusammengenommen

eine sehr negative Umweltbilanz.

Nach Ansicht des beauftragten Planungsbüros

sind die Hochwassergefahren

„nicht erheblich“. Tatsächlich

standen jedoch während des Hochwassers

im Oktober 1998 die Grundstücke

vollständig unter Wasser. Selbst die

Fahrbahn der Niedersachsenstraße war

damals überschwemmt und musste

gesperrt werden.

DER SPIEGEL vom 28.02.2022:

Reaktionen auf IPCC-Klimabericht

„Vier minus“ für die Bundesregierung

»Es ist alles gesagt – jetzt zählen Handlungen«:

Umwelt- und Klimaschützer reagieren auf den neuen

Weltklimabericht. Auch die Bundesregierung bleibe

weit hinter ihrer eigenen Ambition zurück“.

Der CO2-haltige Moorboden in der Grother Mersch sollte wegen möglicher Umweltgefährdungen nicht weiter entwässert

werden, mahnt der Verein RANA.

Foto: Bernd Middendorf

Was man weiter wissen muss:

Die Bundesregierung hat im Oktober

2019 in ihrem „Klimaschutzprogramm

2030“ beschlossen, dass verstärkter

Schutz des Moorbodens sowie die

Reduzierung von Torfabbau wichtige

Maßnahmen zur Erreichung der Klimaschutzziele

sind.

Quelle : https://nibis.lbeg.de/cardomap3/

Auf diesem Ausschnitt des NIBIS-Kartenservers ((Niedersächsisches Bodeninformationssystem) des Landesamtes

für Bergbau, Energie und Geologie ist das Gebiet des Bebauungsplans 30 A rot umrahmt.

Das Gebiet des B-Plans 30 A in Badbergen-Lechterke – und

damit weite Teile der Südumgehung – waren im Oktober 1998

vollständig überschwemmt Seitdem war der Wasserstand schon

mehrmals recht hoch.

Fotos: Manfred Weinert

Ausgabe Frühjahr 2022 mq | 35


Im Februar diesen Jahres gab es wieder hohe Wasserstände, auch auf der ehemaligen Brachfläche des Bahnhofsgeländes.

Foto: Hawe Oelkers

Wasserbauliche Maßnahmen an der Quakenbrücker Südum

Im Klartext: Die Wiedervernässung von

Moorböden soll jährliche Reduktionen

von bis zu fünf Millionen Tonnen (!)

Kohlenwasserstoff (wissenschaftliche

Bezeichnung: CO2-Äquivalent) erbringen.

Laut Beschluss des Bundesverfassungsgerichtes

(BVG) vom 24. März 2021

verpflichtet sogar das Grundgesetz im

Artikel 20a den Staat zum Klimaschutz.

Grundrechte wie dieses schützten nachfolgende

Generationen vor einer einseitigen

Verlagerung der Treibhausgaslast

in die Zukunft. Das BVG hat es deutlich

formuliert: Um die Freiheitschancen für

künftige Generationen zu wahren, sei

der Gesetzgeber dringend zum Handeln

verpflichtet.

Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts

zielt zugleich auf Herstellung von

Klimaneutralität. Es gilt – ohne dass es

eingeklagt werden muss – nicht nur für

die Bundes- oder Landespolitik, sondern

auch für kommunale Räte. Der Appell

der Regionalen Arbeitsgruppe an den

Gemeinderat in Badbergen geht dahin,

seine Entscheidungen auf den elementar

wichtigen BVG-Beschluss auszurichten

und die wertvollen Niedermoorflächen

für den Klimaschutz zu erhalten.

„RiffReporter“, eine journalistische Genossenschaft,

zeichnet auf ihrer Homepage

eine optimistische Perspektive:

„Dass Moore jede Menge CO2 speichern,

städtische Grünflächen gerade in Zeiten

steigender Temperaturen unentbehrlich

sind und die Zerstörung artenreicher Naturlandschaften

nicht durch Anlage von

ein paar Streuobstwiesen auszugleichen

ist – diese Erkenntnisse sind bei vielen

Kommunalpolitikern immer noch nicht

angekommen. Aber bei einigen schon.

Und zumindest im Raum Osnabrück

werden es mehr.“

Dr. Franziska Tanneberger, Leiterin des

„Greifswald Moor Centrums“, beklagte

im Interview der Süddeutschen Zeitung

(SZ) vom 6. November 2021: „Das Vertrackte

ist wie so oft, dass man CO2 nicht

sieht; das ist fast vergleichbar mit Radioaktivität.

Würde aus Mooren permanent

gelber Dampf entweichen, könnten wir

sicherlich anders damit umgehen. Aber

es ist eben unsichtbar, was da passiert…“

Die große Politik hat akzeptiert, dass

sie handeln muss. Am 1.9. 2021 wurde

durch das Bundesumweltministerium

eine Nationale Moorschutzstrategie

veröffentlicht. Sie soll auf Bundesebene

das Fundament für einen ambitionierten

Moorschutz bilden. https://www.

bmuv.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Naturschutz/nationale_moorschutz_strategie_bf.pdf.

Dort findet

sich im Kapitel 1.3 „Moore als Kohlenstoffspeicher“

der folgende Text:

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gehung nahe der alten Bahnstrecke nach Rheine.

Foto: Bernd Middendorf

Die Südumgehung (hier am Kreisel) und Teile der Hindenburgstraße waren 1998 überschwemmt.

Foto: Bernd Middendorf

Auszug aus der

„Nationalen Moorschutzstrategie“

Moore spielen eine besondere Rolle im Kohlenstoffkreislauf und

für den Klimaschutz. Hierauf weist auch der IPCC (Weltklimarat) in

seinem Sonderbericht über Klimawandel und Landsysteme hin.

Während in anderen Land-Ökosystemen Kohlenstoff für eine

begrenzte Zeit eingespeichert und nach Absterben der Pflanzen

wieder freigesetzt wird, kann in Mooren der Kohlenstoff als Torf

langfristig gespeichert werden. Die Torfschichten in Mooren wachsen

über Tausende von Jahren. Gemäß dem IPCC-Sonderbericht

über Klimawandel und Landsysteme [6] sind 26 bis 44 Prozent des

geschätzten weltweit in Böden gespeicherten organischen Kohlenstoffs

in Mooren gebunden, obwohl nur etwa 3 bis 4 Prozent

der Landfläche der Erde von Mooren bedeckt sind.

Weltweit betrachtet befinden sich noch etwa 80 Prozent der

Moore in einem natürlichen oder naturnahen Zustand, von

denen mehr als die Hälfte weiterhin Kohlenstoff einbindet. Die

übrigen etwa 20 Prozent der Moore (etwa 80 Millionen Hektar!)

sind derart negativ verändert, dass keine Torfbildung mehr

stattfindet. Viele geschädigte Moore setzen den gespeicherten

Kohlenstoff nach und nach wieder frei und sind für etwa 6 bis 7

Prozent der globalen Kohlendioxidemissionen verantwortlich.

Nach Indonesien ist die EU der weltweit zweitgrößte Emittent

von Kohlendioxidemissionen aus degradierten Mooren. Innerhalb

der EU ist wiederum die Bundesrepublik Deutschland der größte

Emittent. In Deutschland sind 92 Prozent der Moore entwässert

und verursachen jährlich mit ca. 53 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten

[7] einen Anteil von etwa 6,7 Prozent aller deutschen

Treibhausgas-Emissionen Der weit überwiegende Teil (etwa

83 Prozent) dieser Emissionen aus Mooren resultiert dabei aus

landwirtschaftlich genutzten Flächen.

Historisch betrachtet nimmt Deutschland bei der Kultivierung

der Moore und deren landwirtschaftlicher Nutzung eine globale

Spitzenstellung ein. In der Folge gehört die Bundesrepublik

Deutschland heute im internationalen Maßstab zu den Ländern, in

denen die meisten Moorflächen degradiert oder zerstört sind.

*IPCC = Intergovernmental Panel on Climate Change (“Weltklimarat”)

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Ausgabe Frühjahr 2022 mq | 37


Das Artland-Magazin.

Löns-APOTHEKE

auf neuen Wegen

Rieke Goda führt seit

dem 1. Juli 2010 die

Löns Apotheke an der

Danziger Straße 24 in

der Quakenbrücker

Neustadt. Seitdem

hat sich viel verändert.

Seit Ausbrauch

der Corona-Pandemie

sieht sich die 44-jährige

Badbergerin mit

immer neuen Herausforderungen

konfrontiert.

Denn nicht nur

die Bedürfnisse ihrer

Kundschaft haben sich

komplett verändert.

Von Alexandra Lüders

Hier werden ebenso PCR-Tests

und Schnelltests durchgeführt.

Fotos: Alexandra Lüders

38 | mq Ausgabe Frühjahr 2022


SERVICE

Apotheke auch PCR-Tests an, für die Goda

das Gerät ID NOW Abbit angeschafft

hat. Auch die Bürgertestungen mit dem

Antigen-Schnelltest werden weiterhin in

Anspruch genommen.

„Wer im Schnelltest positiv ist, der

bekommt den PCR-Test kostenlos. Nach

der 15-minütigen Durchführung leiten

wir über ein Online-Portal ein positives

intensiver Beratung haben zugenommen,

weil die überlasteten Arztpraxen all das

nicht mehr leisten können. Wenn ich den

Patienten helfen kann, macht mich das

glücklich“, empfindet Rieke Goda ihre

Arbeit als Berufung. „Ohne mein Team

wäre ich nicht so gut und so breit aufgestellt.

Meine Mitarbeiter haben hier viel

frischen Wind reingebracht. Das hat die

Neuerdings bietet Rieke

Goda auch Corona-

Impfungen an.

„Die Zeit vergeht gefühlt immer

schneller und die Veränderungen kommen

Schlag auf Schlag. Ich habe mir

früher nicht vorstellen können, dass

mein Berufsleben immer so spannend

bleibt. Es gibt so viele neue Herausforderungen,

nicht nur durch Corona,

sondern auch neue Gesetze, Ärzte und

Medikamente“, berichtet die Apothekerin.

Wegen der Pandemie habe sie

Investitionen in einen Behandlungsstuhl,

einen Raum für das Testen und

Impfen, gläserne Schutzscheiben,

Masken, Regalwände und Arbeitstische

sowie Desinfektionsmittel tätigen

müssen. 30 Prozent ihrer Arbeitszeit

verwende sie allein für Impfungen und

Tests. Seit kurzer Zeit bietet sie in ihrer

Ergebnis an das RKI (Robert-Koch-Institut)

und das zuständige Gesundheitsamt

weiter“, erklärt Goda den vorgeschriebenen

Ablauf. Im Durchschnitt habe

sie pro Tag vier bis sechs Positive unter

Geboosterten und Umgeimpften, an

bestimmten Tagen könnten es sogar 13

Erkrankte sein, die nach einer Quarantäne-

Zeit wieder zum Freitesten kämen. „Im

Moment (Anfang März) gibt es sehr milde

Verläufe, wobei der Anteil der Kinder im

Alter zwischen zwei und neun Jahren

höher liegt. Seit Beginn der Omikron-

Variante hat die Zahl der Erkrankten

zugenommen“, verrät Goda. Sie führe

vor der Impfung ein Gespräch mit den

Kunden, lasse einen Anamesebogen

ausfüllen und übergebe den Kunden ein

Aufklärungsblatt. „Ich muss immer viele

Fragen beantworten. Aber ich habe ja

einen Qualifikationskurs absolviert und

war 2020 auch selbst betroffen. Dadurch

bin ich zu einer Expertin geworden und

kann den Leuten gute Tipps geben. Wir

digitalisieren übrigens inzwischen Impfund

Gesundheitszertifikate“, beschreibt

Goda ihre theoretische und praktische

Kompetenz. Wie schafft die Mutter von

zwei Schulkindern und Chefin eines fünfköpfigen

Apothekenteams dieses breite

Aufgabenspektrum? „Meine Arbeit erfüllt

mich. Die Bedürfnisse der Patienten nach

Löns-Apotheke moderner gemacht, allein

hätte ich das nicht geschafft. Ebenso liegt

mir der Austausch mit den Ärzten und

den Apothekerkollegen (APONOLA) sehr

am Herzen. Wir kämpfen alle gegen den

Online-Handel. Nur vor Ort können wir

die Patienten optimal versorgen, unter

anderem dank Hauslieferservice. Eine

unserer Mitarbeiterinnen wird derzeit für

die Sozialen Medien geschult. Denn wir

wollen das aufs Land bringen,

was der Online-Handel

schon länger macht“,

unterstreicht Goda.

Zum Ausgleich

betreibt sie

Westernreiten,

Drechseln und

Fotografie. Eine

wichtige Kraftquelle

ist für sie ihre

Familie, mit der sie

den Sommerurlaub auf

ihrer Lieblingsinsel Spiekeroog

verbringt. In diesem Sommer geht es

zu Verwandten nach Kanada. Diese Reise

mussten Godas drei Jahre aufschieben.

In ihrer zweiten Lebenshälfte möchte sie

sich mehr den Arzneipflanzen im eigenen

Garten widmen. Hier kann sie wieder

neue Erfahrungen sammeln, um den

Kunden mit Rat und Tat zu helfen.

Masken aller

Art gibt es

in der Löns-

Apotheke

seit zwei

Jahren.

Ausgabe Frühjahr 2022 mq | 39


Das Artland-Magazin.

Wie viel Musik steckt im Artland?

Ihr MQ + -Magazin hat bereits die Bandgeschichte

der Mattocks mit Dieter Schlüwe

aus Nortrup und der Band Yard erzählt

und den neuen Internetradiosender

radioartland.org porträtiert.

Lesen Sie heute, was den bekannten Quakenbrücker

Musiklehrer und -Produzenten

Norbert Lindhorst bislang in seinem

abwechslungsreichen Leben beschäftigte.

Da kommt einiges zusammen und es ist

noch lange nicht Schluss.

Im folgenden Artikel lassen wir „Lind“ sprechen. Die Fragen stellte unser

Redakteur Gisbert Wegener. Postwendend erhielt er spannende und

originelle Antworten und bestellte gleich eine Schallplatte der „Chester

Phillips Band“. Was es damit auf sich hat? Auch das erfahren Sie hier.

Lind mit 14 Jahren. Fotograf unbekannt. Archiv: Norbert Lindhorst

40 | mq Ausgabe Frühjahr 2022


IM PORTRÄT: NORBERT LINDHORST

„Lind“, wie man ihn im Artland freundschaftlich nennt, hat an vielen Musik-Stationen

erfolgreich Halt gemacht und kreative Spuren hinterlassen:

mit eigenen Live-Bands, durch das Komponieren und Produzieren von

Tonträgern und Soundtracks für Funk und Fernsehen über Musikcassetten

und CDs auf Plattdeutsch und durch seine Lehrtätigkeit an der Musikschule

in Quakenbrück bis hin zur Organisation von Festivals, Musik-Computer-

Kursen und vielem mehr.

Norbert Lindhorst

Fotograf unbekannt. Archiv: Norbert Lindhorst

Der Quakenbrücker kreative Kopf, den sein ehemaliger Professor scherzhaft

als „widerspenstigen ehemaligen Studenten mit empörenderweise

eigenen Gedanken“ charakterisiert hat, arbeitet auch weiterhin als Komponist,

Musikproduzent und auch als Buchautor.

Ich nehme an, dass dir dein Vater Gitarre

und Querflöte beigebracht hat?

Ich bin mit der Musik aufgewachsen.

Seit meinem Urgroßvater, der Quakenbrücker

Stadtmusikdirektor war,

waren die Lindhorsts Musiker. So war

ich schon als Kind den Umgang mit der

Musik gewohnt. Mein Onkel erzählte

gerne die Geschichte, dass er in unser

Wohnzimmer kam, als ich als Dreijähriger

mit marmeladeverschmiertem

Mund am Klavier saß: „Stör mich jetzt

nicht – ich komponiere!“

Zum eigentlichen Musizieren bin ich

relativ spät gekommen. Mein Grundschullehrer

begleitete unser Singen

(wir haben sehr viel in der Klasse gesungen)

mit seiner Gitarre. Ich wünschte

mir auch eine. Aber das wurde mir

ausgeredet: „Lern Du lieber bei Papa

Klavier!“ Die Schule bot eine Blockflötengruppe

an. „Das alte Gepiepe! Lern

Du lieber bei Papa Querflöte!“

Mein Vater war Pianist, Querflötist und

Saxofonist. Es gab ein paar Versuche,

mich in Querflöte oder Klavier zu

unterrichten – aber zwischen Eltern

und Kindern funktioniert so etwas in

den seltensten Fällen (meine jüngste

Tochter Marit am Klavier: „Papa, steh

nicht hinter mir – du nervst!“).

Das erste Gitarrenspiel habe ich mir

selbst beigebracht – zwei Freunde

von mir besaßen so ein Instrument.

Ich konnte schon ein paar Akkorde

spielen, ehe ich mit 13 Jahren endlich ein

eigenes Instrument bekam. Gleich am

ersten Tag habe ich „Die Kraniche des

Ibykus“ von Schiller vertont.

Dann habe ich autodidaktisch weitergelernt.

Noten konnte ich bereits lesen.

Das war natürlich eine große Hilfe. Als

später mein Vater ein Musikfachgeschäft

führte, durfte ich mir so viele

Noten bestellen, wie ich wollte. In der

Musiktheorie konnte mir mein Vater

sehr helfen. Er war nicht nur ein großartiger

klassischer Pianist, sondern auch

ein guter Jazzmusiker.

Meine erste E-Gitarre bekam ich mit 19

Jahren. Hier habe ich die Gitarrensoli

von John McLaughlin, Santana und

Clapton auf meinem Tonbandgerät mit

der halben Geschwindigkeit angehört,

um sie dann nachzuspielen. Auch das

Thema Aufnahmetechnik hat mich

schon früh interessiert.

Mit 10 Jahren bekam ich meinen ersten

Kompakt-Cassettenrecorder (Philips).

Sofort begann ich, selbst geschriebene

Hörspiele mit meinen Spielkameraden

aufzunehmen. Später habe ich dann

geburtstags- oder weihnachtstechnisch

aufgerüstet: Irgendwann besaß ich ein

Philips 4-Spur-Gerät. Ich weiß nicht

mehr wie, aber ich hatte es geschafft,

die Tonköpfe so umzulöten, dass ich

eine einzelne der vier Spuren aufnehmen

konnte. Danach konnte ich die

bereits aufgenommene Spur hören,

während ich die zweite aufnahm. Dann

kam Spur 3 und so weiter …

Ich habe dann das so genannte Ping-

Pong-Verfahren genutzt, um nacheinander

Schlagzeug (mit Achsen aus

meinem Metallbaukasten auf einer

Zeitung gespielt), Bass (aufgenommen

mit der doppelten Geschwindigkeit,

dann klingt es bei Normalgeschwindigkeit

eine Oktave tiefer), zwei Gitarren

und Gesang aufzunehmen.

In eurem Geschäft konnte man

damals, als ich in Quakenbrück zur

Schule ging, auch LPs von Frumpy,

Can oder Emerson, Lake and Palmer

kaufen. Wie kam es dazu? Hast du

deinen Vater dazu geraten? Hat sich

das Angebot gelohnt?

Das Geschäft hat mein Vater 1970

übernommen, als ich 16 war. Mein Vater

hatte von progressiver Musik keine

Ahnung, er war mit der Klassik und

Ausgabe Frühjahr 2022 mq | 41


Das Artland-Magazin.

42 | mq Ausgabe Frühjahr 2022


IM PORTRÄT: NORBERT LINDHORST

der U-Musik bis in die 60er vertraut.

Deshalb hatte er mich gebeten, den

Schallplatteneinkauf zu übernehmen.

Progressive Musik war damals ‘ne

echte Marktlücke – gab es hier auf dem

Land nicht. Die Schallplattenauswahl

lockte auch Käufer aus anderen Orten

nach Quakenbrück. Der geschäftliche

Erfolg des Plattenverkaufs hielt sich

trotzdem in Grenzen. Ich war jung

und habe mich zu sehr von meinem

eigenen Geschmack leiten lassen. Und

für Miles Davis oder Frank Zappa waren

noch nicht alle Kunden bereit …

Kannst du kurz beschreiben, als was

du in der Vergangenheit tätig warst?

Musiklehrer für Gitarre, Bass und

Querflöte, was noch? Freier Musikproduzent?

Was bietest du zurzeit

an?

Schwerpunkte meiner Arbeit sind das

Komponieren und Produzieren.

In der Vergangenheit habe ich sowohl

privat (Gitarre, Bass und Querflöte) unterrichtet

als auch an der Musikschule

gearbeitet (hier zusätzlich Harmonielehre

und Leitung von Bandprojekten).

Außerdem habe ich Schüler auf das

Spielen in einer so genannten Top-

Forty-Band vorbereitet. Es gab in den

80er-Jahren wesentlich mehr Auftrittsmöglichkeiten:

Die Zeitung bewarb an

jedem Wochenende circa ein halbes

Dutzend Top-Forty-Veranstaltungen.

In vielen dieser Bands wirkten meine

Schüler mit.

Ein weiterer Schwerpunkt meiner Unterrichtstätigkeit

war die Vorbereitung

auf die Aufnahmeprüfung an einer

Musikhochschule, die sehr anspruchsvoll

war. Das auf dem Gymnasium

erworbene Wissen reichte bei Weitem

nicht aus. Vor allem aber musste man

schon sehr gute instrumentale Fähigkeiten

mitbringen – und damals noch

ausschließlich in der klassischen Musik.

Gegenwärtig arbeite ich nur noch als

Komponist und Musikproduzent.

Die Band Candy 1979. V. l. n. r.: Carsten „Käse“ Mohring,

Christian Mölders, Paul-Martin Holterhus, Dirk

Siemund. Vorne: Peter Wissing, mit seinem Punk-

Rock-T-Shirt auf der Höhe der Zeit! Foto: Peter Linse.

Meines Wissens hast du an der

Hochschule für Musik und Gestaltung

in Bremen studiert. Wie verlief das

genau?

Das Studium umfasste die Hauptfächer

klassische Gitarre (Prof. Christian Kaiser)

und Jazzgitarre (Prof. Klaus Buhé). Als

Nebenfach studierte ich Querflöte bei

Susanne Meyer.

Außerdem gab es noch Fächer wie Tonsatz,

Harmonielehre, Analyse, Akustik

– es war ein sehr intensives Studium,

von dem ich später sehr profitiert habe.

Nebenbei spielte ich in der Band „Yard“,

für die ich viel komponiert habe, um

mein erworbenes Wissen experimentell

anzuwenden.

Damals habe ich in Bremen mit meinem

späteren Partner bei der „Chester

Phillips Band“, Olof Roter, zusammengewohnt

– in einer WG, in der auch

ein weiterer Gitarrenstudent und ein

Kunststudent lebten.

Mit den beiden Musikern habe ich während

dieser Zeit noch eine zweite Band

– die „Woodquest Avenue Company“

gegründet. In dieser Band spielte auch

Yogi Wichmann, ein Klavierstudent, mit

dem ich später die Popband „Crosswind“

ins Leben rief.

„CANDY“

Noch während meines Studiums bat

mich der damalige Tanzmusiker Heinz

Mölders darum, die Band seines Sohnes

zu betreuen. Diese bestand aus fünf

12- bis 14-jährigen Jungs, zu denen

auch Carsten Mohring (Gitarre), mein

ehemaliger Gitarrenschüler (später

Betreiber des „Rub-a-Dub-Tonstudios“

und Veranstalter der Badberger „Sambanale“)

gehörte. Auch zwei weitere

Mitglieder der Band waren meine

Schüler: Christian Mölders (Schlagzeug)

und Peter Wissing (Gitarre). Außerdem

standen Paul-Martin Holterhus und Dirk

Siemund mit auf der Bühne.

Für „Candy“ schrieb ich einige Rocknummern,

die wir dann in den Hamburger

„Lamplight-Studios“ zusammen

mit Olof Roter aufgenommen haben.

In Hamburg trat die Band auch in den

Räumen des ehemaligen, durch die

„Beatles“ berühmten „Star Clubs“ auf.

Das Projekt scheiterte jedoch daran,

dass die Musikindustrie der Band einen

anderen – mehr poppigen – Stil aufdrücken

wollte, was zu den Jungs einfach

nicht passte.

Wie ging es nach Abschluss deines

Studiums weiter?

„CROSSWIND“

Wir waren eine so genannte Top-Forty-

Band und hatten uns auf die Fahne

geschrieben, Chartmusik Ton für Ton

originalgetreu wiederzugeben. Die Idee

kam von Yogi. Er zählte fünf Musiker

auf, die er gerne dabei haben wollte.

Das Konzept war so attraktiv, dass alle

zusagten und ihre laufenden Projekte

aufgaben.

Die Band existierte genau zwei Jahre

(Januar 1980 bis Dezember 1981) und

bestand aus sechs Musikern – neben

Olof (Schlagzeug) und Yogi (Keyboards)

spielte auch der später durch „Cliff Barnes

& The Fear Of Winning“ bekannte

Heinz Rebellius (Bass) sowie Achim

Bütow (Gesang) und Norbert Herrmann

(Gesang, Saxofon). Die Gitarre habe ich

gespielt.

Aufgetreten sind wir regelmäßig an den

Wochenenden im norddeutschen Raum.

Ich habe gehört, dass du auch Musik

komponierst und/oder produzierst

für Film und Fernsehen? Kannst du

Beispiele nennen?

„CHESTER PHILLIPS BAND“

Ja! Nach der Top-Forty-Zeit richtete Olof

Roter in der Nähe von Cloppenburg ein

Tonstudio ein. Ich überzeugte ihn von

der Idee, Instrumentalmusik für Hörfunk

und Fernsehen zu produzieren.

Tatsächlich konnten wir das Interesse

eines Bremer Musikverlags wecken,

der einige unserer Titel im Hörfunkprogramm

von Radio Bremen platzierte.

Obwohl die Einsätze dort sehr zahlreich

waren, waren wir an einer weiteren

Verbreitung unserer Musik interessiert.

Wir produzierten eine Demo-

Musikkassette (!) und bemusterten

damit mehrere größere Verlage – mit

Ausgabe Frühjahr 2022 mq | 43


Das Artland-Magazin.

sehr guter Resonanz. Einer von ihnen

war „Selected Sound“, Mitglied der

EMI-Gruppe, damals einer der weltweit

größten Schallplattenkonzerne. Mit

diesem Verlag schlossen wir einen

Vertrag über das erste Album ab, das

als Langspielplatte (Vinyl) und als CD

veröffentlicht wurde. Die Produktion

war zu diesem Zeitpunkt bereits fertig

und erschien unter meinem Künstlernamen

„Chester Phillips“.

Die Musik wird noch heute in 39 Ländern

(25 in Europa, der Rest in Asien,

Nord- und Südamerika, Australien) in

Rundfunk, Fernsehen und im Internet

gespielt.

Natürlich sind viele der Musiktitel auch

auf YouTube und Spotify zu hören –

zum einen Teil als „Chester Phillips

Band“, zum anderen unter meinem

bürgerlichen Namen.

Zuerst arbeiteten wir mit einer 8-Spur-

Telefunken-Bandmaschine mit zwei

Zoll Bandbreite und 38 cm/sec. Bandgeschwindigkeit.

Die war so groß wie zwei

Waschmaschinen. Die Mastermaschine

war genau so schnell und groß, hatte

aber nur ¼ Zoll Bandbreite (damals

Standard für Schallplatten- oder CD-

Produktionen).

Diese LP erschien 1988 bei Selected

Sound, einem Hamburger Musikverlag.

Dieser gehörte zur EMI

Music Publishing Gesellschaft, die

heute zum Sony Konzern gehört.

Schallplatten-Sammler zählen sie

zur „Library-Music“ oder weisen

sie der „Easy Listening“-Sparte

zu. Library-Music finanziert sich

weniger über Tonträger-Verkäufe,

sondern mehr aus den Einnahmen aus Film-,

Radio-, Fernseh- oder Werbeeinsätzen. Es ist typische anspruchsvol-

le Hintergrundmusik, deren Bandnamen meist unbekannt bleiben.

Sie wird auch Gebrauchsmusik genannt. Die Künstler erhalten über

die Listen von Verwertungsgesellschaften wie GEMA regelmäßig

Auskünfte über weltweite Einsätze ihrer Werke. Daher erfahren sie,

in welchen Ländern der Welt ihre Musik läuft.

Ich komponierte und produzierte

danach unter diesem Pseudonym gemeinsam

mit Olof rund 140 Instrumentaltitel.

Es ist anspruchsvolle Unterhaltungsmusik

mit lateinamerikanischen

Elementen. Auch rockige und jazzige

Klänge sind enthalten.

Das Melodieinstrument ist sehr häufig

die Konzertgitarre (Spanische Gitarre)

aber auch E-Gitarre, Klavier, Trompete,

Saxofon, Cello und Oboe.

Die Musik wurde zuerst

in meinem Heimstudio

vorproduziert und

danach im Tonstudio

gemeinsam mit

Studiomusikern (Piano,

Holz- und Blechbläsern,

Schlagzeug) im Tonstudio

aufgenommen.

Alle Gitarren und einige

Keyboards habe ich

selbst eingespielt.

Norbert und Olof im Tonstudio. An der Wand zwei LPs (Very Inc. und Formatadre),

die auf dem Quakenbrücker Plattenlabel Outatune erschienen.

Foto: Hubert Kreke

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B.Bäker

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44 | mq Ausgabe Frühjahr 2022


IM PORTRÄT: NORBERT LINDHORST

Das Ganze lief über ein 24-Kanal-

Soundcraft-Mischpult mit 16-Kanal-

Submixer.

Daneben gab es natürlich eine Menge

anderer Geräte: Equalizer, Hall und

Delay etc. und – nicht zu vergessen

– gute Mikrofone und eine neutrale

Abhöranlage.

Soundcraft-Mischpult im Hemmelter Tonstudio.

Fotograf unbekannt. Archiv: Norbert Lindhorst

Die Zusammenarbeit mit Olof war immer

sehr harmonisch. Wir waren beide

sehr akribisch und perfektionistisch.

Gab es mal Meinungsverschiedenheiten

über musikalische Dinge, konnte jeder

von uns gut nachgeben – denn so sehr

falsch konnte die Meinung des anderen

schließlich nicht sein …

VINCE BLUES BAND

Während der Chester-Phillips-Zeit

(1986) schlossen Olof und ich uns für

ein Jahr der bekannten „Vince Blues

Band“ an. Wir spielten in Clubs und

Diskotheken im norddeutschen Raum.

Das hatte eigentlich mehr die Funktion

eines Hobbys – wir mochten den Blues,

aber nach einem Jahr hatten wir beide

genug …

Plattdüütsch

Ende der 90er-Jahre erblindete meine

Großmutter. Als gebürtige Badbergerin

war sie mit der plattdeutschen

Sprache aufgewachsen und hatte im

Alter immer gern Veranstaltungen in

Plattdeutsch besucht, was durch ihr

Handicap nicht mehr so einfach möglich

war. Ich bat die Heimatdichterin

Gretel Scheier aus Borg, mir einige ihrer

Geschichten auf Tonband zu sprechen.

Sie kannte meine Großmutter und

sagte gerne zu.

Die Musiker mussten von uns vorfinanziert

werden, bevor die EMI – jeweils

nach einer kritischen „Abhörkonferenz“

– die Kosten übernahm und

die Musik veröffentlichte. Für jedes

Album oder jede Kompilation musste

ein neuer Vertrag abgeschlossen

werden. Die EMI hat dann die LP- bzw.

CD-Herstellungskosten übernommen,

die Tonträger weltweit veröffentlicht

und die Rundfunk- und Fernsehsender

damit bemustert.

Etwa einmal im Jahr unternahm ich

mit Olof eine so genannte Sender-Tour:

Wir reisten eine Woche lang durch

Deutschland, besuchten ARD-Sender,

das ZDF und einige andere Funkhäuser,

um unsere neuesten Produktionen

vorzustellen.

Lind im Tonstudio. Fotograf unbekannt. Archiv: Norbert

Lindhorst

Insgesamt arbeiteten wir 25 Jahre

erfolgreich an diesem Projekt, belohnt

durch Ausschüttungen der GEMA, bei

der ich seit 1990 ordentliches

Mitglieder bin.

Gretel Scheier. Fotograf unbekannt. Archiv: Norbert Lindhorst

QUAKENBRÜCK

ST. ANNENSTRASSE 12

T EL.05431/3541

Ausgabe Frühjahr 2022 mq | 45


Das Artland-Magazin.

Die damaligen Cheerleader der Artland Dragons bei den Aufnahmen. Fotograf: Carsten Mohring

Um mir ein Sprachmikrofon zu leihen,

rief ich Carsten Mohring vom Rub-a-

Dub Tonstudio an. Carsten schlug mir

vor, die Aufnahmen bei ihm zu machen

und so kam Gretel zu uns ins Studio.

Während der Arbeit an den Aufnahmen

kam uns die Idee, das Ganze zu veröffentlichen.

Wir machten weitere Aufnahmen mit

anderen Heimatdichtern. Zwischen den

Titeln habe ich Akkordeonmusik oder

Ähnliches gespielt – passend zu den

Geschichten. Das alles hat uns beiden

sehr viel Spaß gemacht. Platt ist sehr

herzlich und gleichzeitig derb. Wer

möchte schon die liebevolle Anrede:

„Na, Du ollen Schietbüdel?“ ins Hochdeutsche

übersetzen?

In der plattdeutschen Autorenszene

kennt man sich. Schnell wurden

plattdeutsche Vereine auf uns aufmerksam,

wie die „Plattdüütsche Werkstäe

Stoapelfeld“ und der „Schrieverkring

Weser-Ems“. Die Geschichten wurden

anspruchsvoller, so komponierte ich

(statt für Akkordeon) Musik für Klavier

oder Laute. Es ist unglaublich, wie

intensiv vor allem ernste Texte auf Platt

wirken!

Insgesamt veröffentlichten wir rund 20

Hörbücher dieser Art – übrigens zwei

davon im Auftrag der Landesregierungen

Niedersachsen und Nordrhein-

Westfalen für sprachwissenschaftliche

Zwecke an Universitäten.

ARTLAND DRAGONS

Kurz vor dem Aufstieg der Artland Dragons

in die erste Basketball-Bundesliga

machte Carsten den Vorschlag, eine

Hymne für die Dragons zu schreiben

und zu produzieren.

Der heutige Zeitungsherausgeber

Michael Staadt lieferte einen Text, ich

komponierte die Musik und Carsten

Mohring produzierte den Titel im

Rub-a-Dub-Tonstudio. Für den Gesang

konnten wir den späteren Badberger

Bürgermeister Tobias Dörfler gewinnen,

die Cheerleader durften den Background-Chor

singen – meine Tochter

Marit war auch dabei (auf dem Foto

ganz rechts).

Die gesamte Produktion lief reibungslos

– das Ganze hat keine drei Tage

gedauert. Später verkauften wir die

gesamte Auflage (ich weiß nicht mehr,

wie viele Exemplare) an den damaligen

Hauptsponsor der Artland Dragons.

Heinrich Siefer, plattdeutscher

Schriftsteller,

Dozent in Stapelfeld/CLP

Foto: privat

46 | mq Ausgabe Frühjahr 2022


IM PORTRÄT: NORBERT LINDHORST

STADTMUSICAL

2003 trat die Kreismusikschule Osnabrück

an mich heran, um das „Stadtmusical

Quakenbrück“ zu produzieren,

eine Komposition von Georgi Gürov mit

Texten von Gisela Penning. Das Musical

ist eine Zeitreise durch die Geschichte

Quakenbrücks.

Zunächst war das Ganze als Live-

Aufnahme in einer Schulaula geplant,

wobei Carsten und ich die Produktion

leiteten. Nach kurzer Zeit stellte sich

heraus, dass die Orchestermusiker

(die zum größten Teil Musikschüler

waren) damit überfordert waren, live

zusammen fehlerfrei einzuspielen.

Also zogen wir ins Rub-a-Dub Studio,

um die Instrumentengruppen einzeln

aufzunehmen.

Die Aufnahmen waren tierisch aufwändig,

weil die Musiker und Sänger

keinerlei Studioerfahrung hatten - aber

nach drei Wochen hatten wir doch ein

sehr schönes Ergebnis.

Welche Personen sind deiner Meinung

nach die besten drei Musiker

aller Zeiten an Gitarre, am Bass und

an der Querflöte?

Das kann ich nicht beantworten! So

etwas können nur Musik-Magazine!

Und wenn ich dann lese 1. Hendrix 2.

Richards 3. Clapton kann ich nur lachen:

Keiner kennt Joe Pass, Al DiMeola oder

John Williams. Das ist wie Cornflakes

mit Hubschraubern zu vergleichen

– jeder spielt etwas anderes, viele

haben gute Qualitäten. Ein wichtiges

Kriterium ist sicher die Individualität

(keine Klischees verwenden – obwohl es

auch hier Meister gibt), ein anderes die

Vielseitigkeit: Kann denn Keith Richards

auch „God Save The Queen“ spielen?

Was hältst du von der aktuellen

deutschen Musikszene?

Es gibt sicher einiges Gutes. Aber wenn

ich die heutige Schlagermusik mit der

von vor 50 Jahren vergleiche, muss

ich einen deutlichen Qualitätsabfall

feststellen.

Wo früher Paul Kuhn mit seiner Bigband

die Post abgehen ließ – Leute, die

alle (Noten) lesen konnten –, wird heute

mit immer denselben Akkordfolgen

herumprobiert, bis es halbwegs klingt.

Früher hat man mit Noten gearbeitet,

heute mit Banknoten!

Und wie bewertest du musikalische

Castingshows der Privatsender?

Die Privatsender sind auf meiner TV-

Fernbedienung ganz hinten, deshalb

kann ich das nicht so beurteilen. Aber

wenn du DSDS oder Ähnliches meinst

– das sind Shows, die Musik ist da eher

zweitrangig.

Was wäre für dich noch

erwähnenswert?

Erst wenn ich Revue passieren lasse,

was ich hier gerade erzählt habe, wird

mir bewusst, wie vielschichtig das bis

jetzt alles war – mal sehen, was noch

kommt!

Momentan schreibe ich ein Buch über

Musiktheorie. In diesem Zusammenhang

habe ich wieder Kontakt zu

meinem damaligen Harmonielehreprofessor

aufgenommen.

Wir unterhalten regen Schriftverkehr,

haben manchmal dieselbe Meinung –

manchmal auch nicht. Er bezeichnet

mich scherzhaft als „widerspenstigen

ehemaligen Studenten mit empörenderweise

eigenen Gedanken“.

Der Wunsch meiner Eltern war eigentlich:

Ich sollte niemals Musiker werden,

sondern besser Arzt oder Rechtsanwalt.

Ich bin froh, dem Wunsch nicht gefolgt

zu sein. Außerdem habe ich nie einen

Schlips gebraucht (außer für eine

Bühnenshow) und brauche auch keinen

Porsche!

Vielen Dank, Norbert, für die schönen

Erinnerungen und Informationen!

Wir warten auf deine neuen

Projekte!

Artikel verfasst von Gisbert

Wegener M. A. im Februar

2022. Antworten: Norbert

Lindhorst.

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Ausgabe Frühjahr 2022 mq | 47


Das Artland-Magazin.

NEUE SONDER-AUSSTELLUNG

IM MUSEUM IM KLOSTER

BERSENBRÜCK

„Stadtnatur – Bersenbrücks Weg

in die Zukunft“ bis 12. Juni 2022

Fotos v.lks.:

Luftaufnahme Museum

im Kloster

Foto: Uwe Lewandowski

Blick in den Naturgarten

der Biologischen Station

Haseniederung Foto: Biologische

Station Haseniederung

Informativ und farbenfroh:

Die Ausstellung

Stadtnatur im Museum im

Kloster

Foto: Landkreis Osnabrück

Distelfalter

Foto: Jürgen Christiansen

2020 wurden die Kommunen in

Deutschland dazu aufgerufen sich

am Bundeswettbewerb „Naturstadt

– Kommunen schaffen Vielfalt“ zu

beteiligen, organisiert vom Verein

Kommunen für biologischen Vielfalt

e.V. Die Stadt Bersenbrück wurde

mit ihrem Projekt „Nachhaltige und

naturnahe Entwicklung des neuen

Wohngebietes Woltruper Wiesen V“

als eine Siegerkommune aus über 300

eingereichten Projektideen ausgewählt

und mit einem Preisgeld von 25.000

Euro gewürdigt, gefördert durch das

Bundesministerium für Umwelt,

Naturschutz, nukleare Sicherheit und

Verbraucherschutz.

Über die Projektplanungen und Ziele

wurde von der Stadt Bersenbrück und

der Biologischen Station Haseniederung

eine gemeinsame Sonderausstellung

erarbeitet, die in diesem Frühjahr

im kreiseigenen Museum im Kloster in

Bersenbrück gezeigt wird. Die Ausstellung

„Stadtnatur – Bersenbrücks Weg

in die Zukunft“ gibt einen Überblick

über die Bedeutung von Natur in der

Stadt und ihre Funktion für den Erhalt

der Artenvielfalt, das Stadtklima oder

unsere Gesundheit. Es wird auch aufgezeigt,

was die Stadt Bersenbrück zur

Förderung der naturnahen Stadtgestaltung

in seinen neuen Wohngebieten

unternimmt.

Zur Eröffnung der Sonderausstellung

kamen die Ausstellungsmacherinnen

und -macher zusammen mit Landrätin

Anna Kebschull, Samtgemeindebürgermeister

Michael Wernke, Bürgermeister

Christian Klütsch und Julia Andreas vom

Verein „Kommunen für biologische Vielfalt“,

welcher den Bundeswettbewerb

organisiert hatte. In diesem Kreis wurde

angeregt sowohl über die konkrete

Gestaltung des Baugebietes und unterschiedliche

Wohn- und Gestaltungsformen

selbst als auch über den generellen

Nutzen der Förderung von Natur in

der Stadt diskutiert. „Der ausgeprägten

Artenvielfalt in Städten kommt eine

besonders wichtige Rolle zu, da sie die

Vielfalt in agrarisch intensiv genutzten

Gebieten oftmals übersteigt“, sagte

Landrätin Kebschull.

Die Entwicklung von Stadtnatur ist

ein gemeinschaftlicher Auftrag für

Kommunalverwaltung und Bürgerinnen

und Bürger. In der Ausstellung finden

Besuchende daher viele Anregungen,

wie Sie ihren Garten naturnah anlegen

können. Sie erhalten Tipps, wie sie

Zaunkönig oder Distelfalter wieder als

neue Nachbarn im Garten begrüßen

können. Die Ausstellung zeigt auf, was

von jedem und jeder Einzelnen im Rahmen

der eigenen Möglichkeiten getan

werden kann, um das Ökosystem in der

Stadt positiv für mehr Naturnähe und

Artenvielfalt zu beeinflussen.

Ein begleitendes Rahmenprogramm

mit Vorträgen über die Bedeutung von

Stadtnatur in Bezug auf Gesellschaft,

Bildung, Gesundheit und Anpassung an

den Klimawandel ergänzt die Ausstellung.

Außerdem sind Workshops zum

Bau von Nisthilfen und die Anlage

eines Schaubeetes im Museumsgarten

geplant. Das Programm ist auf der

Internetseite des Museums einsehbar.

Die Ausstellung ist bis zum 12. Juni 2022

im Museum im Kloster zu sehen.

ÖFFNUNGSZEITEN:

Do-Sa 14-17 Uhr, So 11-17 Uhr

www.museum-im-kloster.de

donnerstags bis samstags 14-17 Uhr

sonntags 11-17 Uhr

und nach Vereinbarung

UNSERE REGIONALE

KULTUR ERLEBEN

Landrätin Anna Kebschull (4. v. l.) kam im Museum im Kloster mit den Vertretungen von Stadt

und Samtgemeinde Bersenbrück, der Biologischen Station Haseniederung, des Kulturbüros

des Landkreises und des Kreisheimatbundes Bersenbrück zusammen, um die gemeinschaftlich

entstandene Sonderausstellung „Stadtnatur – Bersenbrücks Weg in die Zukunft“ zu

eröffnen.

Foto: Hermann Pentermann/Landkreis Osnabrück

Stiftshof 4 · 49593 Bersenbrück · www.museum-im-kloster.de

48 | mq Ausgabe Frühjahr 2022


Welthits

AUS DER KUNST GESCHÄFTSWELT & KULTUR

von damals und ihre Geschichten

Was hat die Rock-Ballade „Stairway to Heaven“

mit dem Rathaus in Fürth zu tun?

SERIE

von Detlef

Bülow

Es gibt Songs, die überstrahlen noch die

größte Band und „Stairway to Heaven“

gehört eindeutig dazu. Vor 51 Jahren

entstand mit der Rock-Ballade von Led

Zeppelin einer der berühmtesten Songs,

der bis heute zu den größten Klassikern

der populären Musikgeschichte gehört.

Seitdem wird über den Inhalt des epischen

Stücks gerätselt. Ein Lied ist immer

nur so groß wie der Mythos drumherum,

aber die Geschichte von Led Zeppelins

bekanntestem Lied gehört eigentlich in

ein Museum.

Am 8. November 1971 erschien das vierte

Album der britischen Hard-Rock-Band Led

Zeppelin, auf dem das Stück zum ersten

Mal zu hören war. Flower-Power und

die Hippiezeit neigten sich gerade dem

Ende zu, dennoch entstand der Song in

einer Zeit, in der viele auf der spirituellen

Suche waren. Die einen verunglimpften

die Ballade als diabolischen Verführer

mit rückwärts aufgenommenen Teufelsbotschaften,

die anderen suchten

Erleuchtung in den Zeilen wie der Welt

abgewandte Mönche auf dem Dach der

Welt. Acht Minuten lang dauert die Suite

rund um die ominöse Lady, die „Glitter für

Gold“ hält, sich eine Himmelsleiter kauft,

aber nie dort oben ankommen wird. Auf

ihrem aussichtslosen Weg irritiert sie ein

„Zeichen an der Wand“, ein Pfeifer ruft zur

Vernunft, die Maikönigin versteckt sich in

den Hecken, während im weißen Licht ihr

Schatten größer als ihre Seele zu werden

scheint.

Seit „Stairway to Heaven“ erschien und

die Symbole auf dem Album-Cover mindestens

ebenso viele Fragen aufwarfen

wie das alles überragende Stück, beißen

sich Fans und Hasser die Zähne an dem

weitschweifigen Rock-Song aus. Aber

niemand ahnte damals, dass der Song in

seiner Bedeutung beinahe religiös werden

würde, dass jeder Ton, jedes Wort des

kryptischen Texts durchexerziert, analysiert,

diskutiert und interpretiert werden

würde.

Vielleicht hätten Page und Plant dann

etwas genauer aufgepasst, als sie im

Frühling 1970 nach den 28 triumphalen

Konzerten das viktorianische Landhaus

Bron-Yr-Aur in der Einsamkeit von Wales

aufsuchten, um nach den ausschweifenden

Erlebnissen abzuschalten. Denn genau

hier küsste Robert Plant eines Nachts

plötzlich die Muse, der Sänger und Texter

schrieb wie fanatisch Worte auf, ohne

wirklich zu wissen, woher sie kommen.

Was er auf dem Papier vor sich sieht, ist

sehr doppelsinnig und poetisch, kryptisch

und voller mythischer, heidnischer,

nebliger und naturmystischer Untertöne.

Fest steht nur, dass er sich für den Text

von Lewis Spences Buch „The Magic Arts

in Celtic Britain“ inspirieren ließ.

Nach der Veröffentlichung jedoch über-

strahlte die Nummer sehr schnell alles

andere. „Stairway to Heaven“ wurde

zum Fixstern im Kanon der Musik und zu

einer Blaupause für große Stadion-Rock-

Momente. Und Gitarrenläden in Großbritannien

verhängten sehr bald nach dem

Aufstieg des Songs ins kollektive Musikgedächtnis

ein Bußgeld von fünf Pfund

über jede*n, der*die es wagte, den Anfang

im Geschäft zu spielen. Dieses wurde

übrigens in „Wayne‘s World“ unsterblich

gemacht.

Wie viele Jugendliche wegen dieses Liedes

eine Band gründeten, wie viele Kinder zu

diesen Klängen gezeugt wurden, wie viele

unsterbliche Erinnerungen an eine ferne

Jugendzeit heute noch in den glänzenden

Augen gestandener Altrocker*innen aufblitzen,

kann niemand beziffern.

Für mich hat dieser Song seine Magie bis

heute nicht verloren. Jedes Mal, wenn ich

ihn höre, möchte ich mich zurücklehnen,

um jede Note zu genießen. Geht es in

„Stairway to Heaven“ doch auch um Empathie,

Liebe und Individualismus in einer

zunehmenden von Konsum geprägten

Welt, um den eigenen Weg zur Erkenntnis,

den man eben nicht mit Geld kaufen kann.

Ich bin Euch aber noch eine Antwort auf

die Frage am Anfang schuldig: Seit dem

2. November 2007 erklingen die Takte

8 bis 16 des Rockklassikers „Stairway

to Heaven“ täglich um 12:04 Uhr vom

Glockenturm des Rathauses in Fürth bei

Nürnberg. Die Auswahl erfolgte durch

Alexander Mayer (Historiker, Publizist,

Musiker und Kommunalpolitiker), da sich

seiner Meinung nach mehr Menschen mit

dem Rockklassiker identifizieren können

als mit einem Volkslied o.ä. Die Melodie

wurde soweit bearbeitet, dass sie vom

Glockenspiel wiedergegeben werden

kann. So wurde die Tonfolge nach c-moll

transponiert (Originaltonart a-moll)

und überwiegend die Notenführung der

Gesangsstimme verwendet. Die beste

Wiedergabequalität finden Interessierte

in der Bäumenstraße. Die Frage nach der

Melodie des Glockenspiels am Fürther

Rathausturm war inzwischen auch schon

mehrfach Thema von Fernseh-Quizsendungen,

so zum Beispiel in „Wer weiß

denn sowas?“ vom 4. Februar 2021 mit

etwa vier Millionen Zuschauern.

Ausgabe Frühjahr 2022 mq | 49


Das Artland-Magazin.

INFOBOX

Weiden dienten schon den Steinzeitmenschen

als Nutzmaterial

zum Binden und Flechten von

Besen, Zäunen und Körben. Auch

beim späteren Fachwerkbau wurden

Weiden in der Wand miteinander

verflochten und mit Lehm

verputzt. Aktuelle Trends haben

das hochwertige Naturmaterial

für die naturnahe Gartengestaltung

wiederentdeckt. Was früher

vor allem die Existenz sicherte, hat

heute als figurative Gartenkunst

Einzug in Parks und Gärten gehalten.

Wer die Grundlagen des alten

Flechthandwerks erlernen

möchte – kann dieses

im Freilichtmuseum Cloppenburg

in den Kursen von

Günther Ballmann tun.

Infos und Anmeldung unter

Tel. 05468-105

Skulpturen

aus Weidengeflecht

selber machen!

Auf der wohnlich eingerichteten Diele

des alten Fachwerkhauses herrscht emsiges

Treiben vor dem Kamin. Hier steht

ein Pfau aus Weidengeflecht Modell für

die Gäste von Maria Hilfer, die Gartenfans

in der Wintersaison das Figurenflechten

beibringt. Heute sind interessierte

Teilnehmerinnen aus nah und fern

bei der gebürtigen Dinklagerin, um diese

Technik von ihr zu erlernen. „Ich habe

die Figuren bei Gartenöffnungen immer

schon bewundert und diese Anregung

gern angenommen“, gesteht Barbara aus

Hagen am Teutoburger Wald. Marianne

aus Coesfeld war schon mehrfach im

Kurs und platzierte ihre gefertigten

Werke bereits in ihrem Siedlungsgarten.

Christine Achelwilm vom Umweltzentrum

Oldenburger Münsterland und

ihre Freundin Danica Jansen wollen das

Weidenflechten erlernen, um es später in

der Katholischen Akademie Stapelfeld als

Kurs anzubieten. Auch Christa Wingerberg

aus Dinklage ist mit von der Partie.

Sie möchte ein besonders großes Exemplar

anfertigen. Denn es soll ein neuer

Hingucker in ihrem Garten werden. „Die

Weidenzweige müssen frisch geschnit-

VON ALEXANDRA LÜDERS

ten oder aber gewässert sein. Der Rumpf

wird zuerst geflochten. Auch wenn alle

die gleiche Anleitung bekommen, die

Pfauen sehen später trotzdem alle sehr

unterschiedlich aus. Jeder macht quasi

seinen eigenen Vogel“, erklärt Maria zu

Beginn. Die Schnäbel sollen alle wegen

der besseren Optik mit roten Hartriegelzweigen

umwickelt werden. „Es ist

vor allem am Anfang eher meditativ,

später kommt man aber tatsächlich ins

Schwitzen. Die kreative Arbeit tut der

Seele gut“, freut sich Christine Achelwilm

an der Entwicklung ihres zauberhaften

Vogels, der eher an eine Ente erinnert.

„Es ist nicht einfach, die Grundform zu

entwickeln und beizubehalten. Auch die

elegante Außengestaltung ist schwierig“,

ergänzt Marianne. „Maria hilft uns

ja per Handkorrektur, sonst wird das eine

schiefe Kugel“, freut sich auch Christel

aus dem Emsland auf das Ergebnis. Den

Schwanz ihres Vogels will sie mit echten

Pfauenfedern sowie gelbem und rotem

Hartriegel stecken. Trotz konzentrierter

Arbeit herrscht eine heitere Stimmung,

denn die Pfauen erhalten zunehmend

die gewünschte Gestalt.

50 | mq Ausgabe Frühjahr 2022


HAUS & GARTEN

Bereits ab Dezember 2021 hat Maria

Hilfer mit dem Schneiden der biegsamen

Sal- und Kopfweidenzweige entlang des

Weges und der Bahn begonnen, denn

die Frauen brauchen viel Material, das

sie in sechs bis acht Stunden verarbeiten

wollen. Das Naturmaterial wird bis

zum Kursbeginn in eine Regentonne mit

Wasser gesteckt. Als Werkzeuge hat

Hilfer Rosenscheren und Blumendraht

bereitgelegt sowie Sonnenschirmständer

aufgestellt. Letztere dienen als Standort

für die Flechtfigur. Die Frauen wickeln

ihre biegsamen Weiden um gedrehte

Eisenrohlinge, welche sie später mit dem

fertigen Vogel in die Erde stecken. Die

willkommenen Pausen sorgen mit Kaffee

und Kuchen für eine Stärkung. „Wenn

man ein Schwein flechten möchte, dauert

es zwei Tage. Für meinen Hirsch habe

ich eine ganze Woche gebraucht. Anfän-

ger sollten zunächst mit einer Kugel und

einem Kranz beginnen“, rät Maria Hilfer

bei einem Rundgang durch ihren Bauerngarten.

Hinter Hecken, Laubengängen

und Formschnittgehölzen gibt es viele

der geflochtenen Kunstwerke der Autodidaktin

wie zum Beispiel ihr Hirsch und

zwei springende Hunde zu entdecken.

Ihre vergänglichen Schönheiten „füttert“

Maria jedes Jahr mit frischen Weidenzweigen,

damit sie länger leben. Während

sie auf die Frühjahrsblüher wartet,

gestaltet die Gartenfreundin im Winter

immer neue Objekte wie Hunde, Katzen

oder Blumen, die sie in diesem Jahr bei

Gartenführungen präsentieren kann.

Eine tolle Anregung für die Kursteilnehmerinnen,

welche mit viel Motivation

weitere Weidenfiguren kreieren wollen.

Kontakt und Infos unter 05433/ 6146

Maria Hilfer zeigt das

Flechten eines Pfaus, der

auf einen gedrehten Eisenrohling

gewickelt wird.

Fotos: Alexandra Lüders

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Ihre Gartenträume!

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Ausgabe Frühjahr 2022 mq | 51


Das Artland-Magazin.

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Tel.: 0 54 31 • 90 75 90

Fax: 0 54 31 • 90 72 76

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52 | mq Ausgabe Frühjahr 2022


KULTUR & FREIZEIT

SERIE

MUSEEN

IM OSNABRÜCKER LAND

Museum für historische Landtechnik, glandorf

100 Jahre Landwirtschaft eindrucksvoll dargestellt

In der ehemaligen Erntescheune auf

dem Hof Recker in Glandorf-Sudendorf

betreibt der Verein zur Erhaltung historischer

Landtechnik und ländlichen

Brauchtums Glandorf und Umgebung

ein Museum, das insbesondere die

Zeitspanne von 1870 bis 1970 in den

Fokus nimmt. Die rund 300 Exponate des

Museums stammen fast ausschließlich

von Landwirten aus der Umgebung und

umfassen jegliche Art von Landmaschinen,

aber auch Haushaltsgegenstände

der ländlichen Bevölkerung. Ein altes,

aktives Backhaus gehört ebenfalls zum

Museum.

Man erhält einen Eindruck der rasanten

Mechanisierung auf dem Land in der

dargestellten Zeitspanne.

An Aktionstagen werden insbesondere

die Traktoren wieder in Betrieb genommen

und können ausprobiert werden –

besonderen Spaß garantiert das Schlepper-Geschicklichkeitsfahren.

MUSEUM FÜR

HISTORISCHE LANDTECHNIK

Sudendorfer Straße 7, 49219 Glandorf

info@historische-landtechnik.de

www.vhlt.de

Öffnungszeiten nach Absprache

Barrierefrei: nein

Parkplätze: ja

Fotos: Inga Vianden, Scriptorium

Ausgabe Frühjahr 2022 mq | 53


Das Artland-Magazin.

Hermanns Rache

Nach einer wahren Begebenheit,

ein wenig mit schriftstellerischer

Freiheit wiedergegeben.

In eine sanfte Biegung der kleinen

Bäke schmiegt sich, von mehrhundertjährigen

Eichen umstanden,

der Hof Lübbe. Stolz reckt sich das

Haupthaus empor und kündet von

über Generationen zusammengetragenem

Besitztum und bäuerlichem Wohlstand.

Mit den beiden kleinen Fenstern

rechts und links neben dem Dielentor,

zwei alterstrüben Augen gleich, blickt es

auf Scheunen und Ställe hernieder, auf

das mit wildem Hopfen umschlungene

Einfahrtstor und auf den grob gepflasterten

Hof, über den Jahrhunderte lang die

schweren Ackerwagen rumpelten und das

laute hüh und hott der Knechte ertönte.

Krieg und Frieden sahen sie über das

Land gehen, fleißiges Landvolk und reiche

Ernten. Mit Blumen reich geschmückte

Hochzeitskutschen haben sie gesehen,

aber auch den Leichenwagen, gezogen

von zwei schwarzen Pferden mit weißen

gehäkelten Hauben über den edlen

Köpfen. Generationen kamen und gingen,

ganz so, wie das ewige Werden und Vergehen

in Gottes wunderbarer Natur.

Doch, täuscht sich der Betrachter oder

blinzelt da nicht das eine Auge durch ein

halb herunter gezogenes Lid, von fleißigen

Spinnen gewoben, verschmitzt hernieder?

Als wolle es von längst vergangenen Ereignissen

erzählen, die die Bewohner des

Hofes damals sehr bewegten, jedoch aus

heutiger Sicht einer wunderbaren Komik

nicht entbehren.

Zu jener Zeit, einige Jahre nach dem

ersten Weltkrieg, war Lübben Grete die

alleinige Herrscherin auf dem Hof. Ein

hartes Leben, ihre kinderlose Ehe und der

Soldatentod ihres Mannes hatten sie hart

gemacht, hart gegen sich selbst, aber auch

hart gegen andere. Mit ihrer gebeugten

Gestalt, dem spitzen Kinn und ihrer

schnarrenden Stimme erinnerte sie fast

an eine Hexe aus dem Märchenbuch. Auch

belanglose Worte hörten sich aus ihrem

Mund an wie ein Befehl und in ihrer Nähe

meinte man eine gewisse Aura der Kälte

zu verspüren. Mit fester Hand führte sie

den Hof, war ihr doch bewusst, dass von

ihren Entscheidungen nicht nur ihr Wohl

und Wehe, sondern auch das aller auf dem

Anwesen arbeitenden Menschen abhing.

So war es nicht verwunderlich, dass sich

niemand aus ihrer Umgebung erinnern

konnte, sie je lächeln geschweige denn

lachen gesehen zu haben.

Lübben Gretes rechte Hand auf dem

Hof war Hermann, Großknecht seit vielen

Jahren. Ein steifes Knie, in Jugendjahren

von einem Ackerwagenrad zertrümmert,

ließ seine Fortbewegungsweise wenig

ästhetisch erscheinen, doch hatte ihm

dieser Umstand den Kriegsdienst erspart.

Auch sonst war Hermanns Erscheinung

nicht gerade geeignet, ihn unter die Gruppe

der schönen Menschen anzusiedeln.

Unter dem wirren Haarschopf und den

buschigen Augenbrauen hatte der Huf

eines auskeilenden Pferdes eine schier unglaublich

verunstaltete Nase hinterlassen,

ähnlicher dem Griff eines altertümlichen

Regenschirms als einem menschlichen

Riechorgan. Sein Rücken war gebeugt, so

das seine Arme viel zu lang wirkten. Auf

diesen Umstand angesprochen, meinte er,

dass es doch nur von Vorteil sein könne,

sich ohne zu bücken in den Kniekehlen

kratzen zu können.

Hermann wäre nicht komplett gewesen

ohne seine allgegenwärtige Pfeife,

ein S-förmiges Etwas mit Porzellankopf

und einem ausgekauten Mundstück aus

Horn. Diese hatte, ob brennend oder außer

Betrieb, ihren Stammplatz in Hermanns

rechtem Mundwinkel. Ein fehlender Eckzahn

im Unterkiefer, in dessen Lücke das

Mundstück eingeklemmt wurde, sorgte

für dauerhaften, festen Sitz. So war es

unnötig, die Pfeife beim Sprechen aus dem

Mund zu nehmen. Über die Jahre hinweg

hatte sich die an dieser Stelle nach unten

gezogene Lippe derart an diese Stellung

gewöhnt, dass sie auch dort verharrte,

wenn, was selten der Fall war, die Pfeife

herausgenommen wurde.

Das Stopfen der Pfeife glich einer kultischen

Handlung. Sorgfältig ausgeklopft

und ausgekratzt wurde sie durchgepustet

und dann neu geladen. Während dieser

Prozedur, die einen erheblichen Zeitaufwand

in Anspruch nahm, lugte Hermanns

Zungenspitze keck aus dem Lippenspalt

hervor und tanzte lustig auf und ab.

Hermanns Tabakmischung suchte

ihresgleichen. Zur Hälfte bestand sie aus

gekauftem Tabak der billigsten Sorte, der

Rest stammte aus eigenem Anbau. Von

Zeit zu Zeit gönnte sich Hermann einen so

genannten Bremer Stumpen, fingerdick

und ebenso lang. Ein Dutzend mal erloschen

und wieder entzündet, bot dieser

ihm Genuss für einen ganzen Tag. Der vollgesabberte

Stummel wurde jedoch nicht

entsorgt. In einer Konservendose, die ihren

Stammplatz in einer Ecke der Kochmaschine

hatte, wurden diese wertvollen Reste

54 | mq Ausgabe Frühjahr 2022


BERGFELDS GESCHICHTEN

getrocknet, zerbröselt und der Tabakmischung

hinzugefügt. Der so entstehende

Rauch war nichts für empfindliche Nasen.

Dass allerdings auch abgeschnittene Zehennägel

in Hermanns Pfeife verglühten,

was man durchaus annehmen konnte,

war reine Erfindung. Kritik wies Hermann

schroff zurück, man hätte ja keine Ahnung

von gutem Geschmack. Dann sog er an

seiner Pfeife, kaute den Qualm genüsslich

durch, blies diesen seinem Gegenüber ins

Gesicht und sagte mit verklärtem Blick,

dies wäre ein Genuss, als ob ihm ein Engel

in die Seele furzt.

So konnte man aus Hermanns Erscheinung

kaum darauf schließen, dass er

alles andere als dumm war, auch bewegte

er sich trotz seiner Behinderung wieselflink.

Mit allen Arbeiten in der Landwirtschaft

bestens vertraut, hatte er sich mit

zähem Fleiß, seiner Intelligenz und einer

gehörigen Portion Bauernschläue einen

festen Platz auf dem Hof Lübbe erarbeitet.

In der ganzen Umgebung war Hermann

bekannt wie ein bunter Hund, was

nur zum Teil an seiner Erscheinung lag.

Er spielte ganz passabel das Akkordeon,

beherrschte die bekanntesten Lieder und

war wegen seiner originellen Späße und

seiner Zotenreißerei nicht nur auf den

Nachbarhöfen bei Hochzeiten und anderen

Feierlichkeiten ein gern gesehener

Gast. Wenn er dann auf einem Bretterstuhl

sitzend seine Quetschkommode,

wie er sein Akkordeon zu nennen pflegte,

traktierte, mit dem gesundem Bein den

Takt auf dem Holzfußboden stampfte,

war er so recht in seinem Element. Mit

vorgerückter Stunde und zunehmenden

Genuss von Hullmannschem alten Korn

wurden seine Zoten immer liederlicher,

die Stimmung der Festgesellschaft immer

ausgelassener und endete zumeist in

einem totalen Chaos. Tags drauf, wenn die

Lebensgeister zurückkehrten, war man

sich einig, einen unvergesslichen Abend

verbracht zu haben, den man alsbald

wiederholen müsse.

Im Grunde seiner Seele war Hermann

ein sehr ernster Mensch. In jungen Jahren

hatte er sehr viel Spott ertragen müssen.

Also sagte er sich, das Leben ist viel zu

ernst, viel zu trist und viel zu kurz, um auch

nur eine Gelegenheit ungenutzt verstreichen

zu lassen, den Alltag durch einen

Scherz, ein im Munde herumgedrehtes

Wort oder sonst einen humorvollen Einwurf

abwechslungsreicher zu gestalten.

Dabei war es ihm egal, ob er selbst oder

irgendjemand anderes das Objekt der Veralberung

war und so machte er von dieser

seiner Lebenseinstellung regen Gebrauch.

Und da Hermanns Marotte jedermann bekannt

war, nahm man ihm seine Dönkes,

wie man in Mundart zu sagen pflegte, nie

übel.

Es gab aber auch Menschen, die mit

Hermanns Art überhaupt nicht zurecht

kamen und einer von diesen war der Herr

Pastor. Klein von Wuchs und mit einem

gewaltigem Körperumfang war dieser ein

Gottesarbeiter bar jeglichen Humors. Zwischen

den beiden hatte es in der Vergangenheit

einige Reibereien gegeben, die das

Verhältnis dieser zwei unterschiedlichen

Charaktere für alle Zeit zerstört hatte.

Zu jener Zeit war es üblich, im zeitigen

Frühjahr mit dem Herrn Pastor in einer

Prozession durch die Feldmark zu ziehen,

zu beten, die Äcker zu segnen und um

eine gute Ernte zu bitten. An einem Feld

angekommen, mit lehmigem Boden und

stark vernässt, auf dem außer Simsen,

Binsen und Quecken kaum etwas zu

gedeihen schien, machte Hermann die

Bemerkung, dass beten hier allein wohl

nicht helfen würde. Das eine oder andere

Fuder Mist sei hier sicher viel segenvoller.

Der Rüffel des Herrn Pastor, der dieser

Äußerung folgte, hatte sich gewaschen.

Wenn er schon solch lästerliche Eier in

seiner schwarzen Seele ausbrüte, solle er

gefälligst sein schiefes Maul halten, er Heide,

er Unchristlicher. Nur Hermanns stets

dunkler Gesichtsfarbe war es zu verdanken,

dass die tiefe Röte der Scham und der

Wut niemandem aufgefallen war.

Was fiel diesem Himmelskomiker

ein, ihn, Hermann, derart zu maßregeln,

dachte er. Ihn Hermann, der sein täglich

sauer verdientes Brot im Schweiße seines

Angesichtes aß und nicht wie der Herr Pastor,

regelmäßig seine Schäfchen besuchte,

um sich bei diesen voll zu fressen und voll

zu saufen und dessen einzige Pflicht es

zu sein schien, einmal in der Woche, am

Sonntag, von der Kanzel herunter dummes

Zeug zu schwafeln, das doch nur alte

Weiber und Kinder glaubten. Nicht, dass

Hermann ungläubig war, doch mit dem,

was der Herr Pastor von sich gab, konnte er

sich nicht anfreunden. Er schöpfte seinen

Glauben aus der Natur, in der er sich täglich

bewegte. Besonders das Wunder der

Geburt beeindruckte ihn immer wieder

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Ausgabe Frühjahr 2022 mq | 55


Das Artland-Magazin.

tief. Wenn er einem Kalb mit auf die Welt

geholfen hatte, konnte er noch stundenlang

im Stall in einer Ecke hocken bleiben,

sah fasziniert dessen erste Schritte und

wie es sich mit zitternden Beinen an seine

Mutter schmiegte. So manchem Küken

hatte er aus der Eierschale geholfen. Überhaupt

ging er mit Tieren sehr sensibel um.

Fuchsteufelswild konnte er werden, wenn

er sah, dass diese grob behandelt oder

schlecht gefüttert wurden oder bis zu

den Knien im nassen Mist standen. Dabei

war ihm jedoch bewusst, dass alles Vieh

irgendwann einmal geschlachtet werden

musste, aber dann mit so wenig Leiden als

möglich und mit einem guten Leben bis

zu diesem Tag.

Viele Male hatte er im Spätherbst den

kleinen Tod der Natur miterlebt und im

Frühjahr deren gewaltiges Erwachen.

Dann fühlte er auch in sich frische Kraft,

als wenn ihm diese eingehaucht worden

wäre. Nein, sollte dem Herrn Pastor

glauben wer wolle, er hatte seine eigenen

Ansichten. Nur an hohen kirchlichen

Feiertagen besuchte auch er einmal den

Gottesdienst und betete und sang mit, so

gut er es vermochte. Man konnte ja nie

wissen.

Die Rüge des Herrn Pastor hatte ihn tief

getroffen und durfte seiner Meinung nach

nicht ungesühnt bleiben. Schon bald hatte

er sich einen Racheplan zurecht gelegt,

doch war er klug genug, eine geraume

Zeit verstreichen zu lassen, um nicht als

Urheber entlarvt zu werden.

Hermann half gelegentlich auf dem

kleinen Friedhof der Gemeinde als Totengräber

und Sargträger aus. Dabei hatte

er beobachtet, dass der Herr Pastor bei

Beerdigungen, während dieser die Formel

Erde zu Erde, Asche zu Asche, Staub zum

Staube betete, nicht die kleine, bereit stehende

Schaufel benutzte, um Erde in die

Grube zu werfen, sondern mit der Hand

vorne rechts am Grab in den Sand griff, um

diesen dann im Rhythmus seiner Liturgie

hineinzuwerfen. Und just hier, vorne rechts

am Grab hatte Hermann anlässlich der Beerdigung

der Altbäuerin des Nachbarhofes

einen Hundehaufen von recht dünner

Konsistenz vergraben. Zur Ehrenrettung

des Herrn Pastor sei gesagt, dass niemandem

der Trauergesellschaft der Vorfall aufgefallen

war. Er hielt nur kurz inne, sog tief

durch die Nase Luft ein, um sie geräuschvoll

wieder auszustoßen und fuhr mit

seiner Handlung fort. Man wunderte sich

nur, dass der Herr Pastor den Schlusssegen

mit der linken Hand erteilte und nicht, wie

sonst üblich, den Trauernden kondolierte,

sondern das Gebetbuch unter die Achselhöhle

geklemmt, mit festen Schritten zur

Friedhofskapelle zurückstapfte.

Nach dieser niederträchtigen Tat

war der Seelenfrieden Hermanns wieder

hergestellt, und da er niemandem ernsthaft

geschadet hatte, konnte er mit dem

Bewusstsein, hinterhältig und gemein

gehandelt zu haben, sehr gut leben.

Der Hof Lübbe war einer der größten

in der Umgebung und verfügte über einen

eigenen Jagdbezirk. Früher, als der Bauer

noch lebte, fanden in jedem Herbst einige

Treibjagden statt. Dann erscholl Hörnerklang

und das Gejiffel der Hunde auf dem

Hof. Die Flasche kreiste und mit lautem

Hallo wurde die Jagdstrecke totgetrunken.

Nun oblag es Hermann in der Jagd für Ordnung

zu sorgen und den Tisch gelegentlich

mit einem Stück Wild zu bereichern. Wenn

er dann mit dem Gewehr über der Schulter

durch die Feldmark pirschte, fühlte er sich

so recht wie ein kleiner König.

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BERGFELDS GESCHICHTEN

Freilich, die Gewehre des Bauern durfte

er nicht benutzen. Diese hütete Lübben

Grete wie ein Heiligtum. In einem Glasschrank

auf der Diele, einem Tabernakel

gleich, standen die schlanke doppelrohrige

Engländerin mit den Damastläufen,

der Karabiner mit dem Zielfernrohr und

der edle Drilling, das Lieblingsstück des

Bauern. Daneben, unter Glas eingerahmt,

der letzte Feldpostbrief, mit Bleistift in

Sütterlin eng beschrieben und an seinem

Rand ein Fingerabdruck des Verfassers,

wohl unabsichtlich aufgedrückt, wobei

der Schlamm des Schützengrabens als

Stempeltinte gedient haben mochte. Und

daneben die Mitteilung des Kriegsministeriums:

…bei heftigen Kämpfen an der

Somme für seine allergnädigste Majestät,

den Kaiser, den Heldentod erlitten…

Einmal im Jahr, an ihrem Hochzeitstag,

öffnete Lübben Grete den Schrank, nahm

den Inhalt heraus, staubte ihn sorgfältig

ab und verschloss ihn wieder. So manche

Träne floss dann über ihre Wangen und

während der ganzen Handlung hatte

sie die weißen gehäkelten Handschuhe

übergestreift, die sie bei ihrer Hochzeit

getragen hatte.

Hermann hatte sie einen alten

Vorderlader für die Jagd zur Verfügung

gestellt, einen doppelläufigen Schießprügel,

der wohl vom Vater, wenn nicht gar

vom Großvater des Bauern stammte. Das

Laden dieses Gewehrs war äußerst umständlich,

mussten doch alle Einzelteile,

die sonst in einer Patrone vorhanden waren,

einzeln in die Läufe eingefüllt werden.

Zunächst fein dosiert das Schwarzpulver,

dann ein Pfropfen, hernach die Kugel oder

das Schrot und zuletzt ein Kügelchen

zusammengeknülltes Papier, damit die

ganzen Ladungen nicht wieder aus den

Rohren rollte. Mit dem Aufsetzen der

beiden Zündhütchen war das Laden dann

abgeschlossen. Wie beim Stopfen seiner

Pfeife hatte Hermanns Zunge bei dieser

Tätigkeit keinen Augenblick Ruhe. Wenn

er schoss, gab es eine enorme Qualmwolke

und es roch stark nach Schwefel, dem

Geruch, der seiner Pfeife entströmte nicht

ganz unähnlich.

Hermann machte von seiner Jagdgelegenheit

wenig Gebrauch. Überwiegend

zehntete er den Kaninchenbestand und

die damals noch in großer Zahl vorkommenden

Rebhühner, die für ihn eine

Delikatesse waren.

Von Frauen hatte sich Hermann zumeist

ferngehalten, was wohl an seiner Erscheinung

lag. Er konnte sich selbst nicht

vorstellen, dass irgendeine Frau an ihm

etwas Attraktives finden konnte, war er

doch zudem alles andere als vermögend.

Sein bisher erster und einziger Versuch

bei Schlüters Klara, der breitärschigen

Heuermannswitwe, zu landen, hatte ihn

nicht nur eine gute Stange seines sauer

verdienten Geldes, sondern auch den Rest

seines männlichen Selbstbewusstseins,

jedenfalls was Frauen betraf, gekostet. So

erhob er die schlechten Erfahrungen die

er gemacht hatte, zu einer Lebensweisheit

die da lautete: Gehe allem Gefährlichen

aus dem Wege! Vor allen Dingen bleibe

weg bei den Pferden hinten und bei den

Frauen vorne! Doch das sollte sich unversehens

ändern.

Eines Tages nach dem Abendbrot

nahm Lübben Grete Hermann zur Seite.

Mit einem Tonfall, den er noch nie von

ihr gehört hatte, wichtig, fast singend,

eröffnete sie ihm, dass sie seine langjährige

Treue zu belohnen gedenke. Sie sei ja

nun nicht mehr die Allerjüngste und so

wäre sie vor ein paar Tagen in der nahen

Kreisstadt beim Advokaten gewesen,

um ihren Nachlass zu regeln. So wolle

sie ihm denn, wenn er dereinst eine Frau

gefunden habe, was er, ohne ihn drängen

zu wollen, ernsthaft ins Auge fassen solle,

denn so ganz taufrisch sei er ja nun auch

nicht mehr, wolle sie ihm dann das leer

stehende Heuerhaus an der Lünskuhle mit

einem ordentlichen Flecken Land pachtfrei

überlassen und es ihm nach ihrem Tod

vererben. Nein, nein, er brauche sich gar

nicht so überschwänglich bedanken, mit

ins Grab nehmen könne auch sie nichts

und ihre einzige Nichte in Oldenburg, dieses

faule Aas, bekäme ohnehin genug.

Diese Mitteilung hob Hermanns

Selbstwertgefühl ungemein und sorgte

dafür, dass er sich in einem völlig neuen

Licht betrachtete. Freilich, an seiner

Erscheinung änderte sich nichts, doch

welche Frau wüsste in solch schlechten

Zeiten wie diesen eine sichere Zukunft

mit Haus und Hof nicht zu schätzen? Und

außerdem – war die Schönheit des Leibes

nicht vergänglich wie Schall und Rauch?

Was nützte dem Sohn des Nachbarhofes,

Kessen Arnd, sein männlich geschnittenes

Gesicht mit dem gepflegten Vollbart,

wenn jedem seiner Gesprächspartner

schon nach wenigen Worten aus Arnds

Mund klar wurde, das sich in dessen

Kopf dasselbe befand, was täglich in die

Viehställe eingestreut wurde? Wog da ein

gescheiter Gedanke, ein intelligentes Wort

zur rechten Zeit nicht viel schwerer? So

kam es, dass Hermann sich ernsthaft mit

Heiratsabsichten trug und sein Interesse

konzentrierte sich auf eine Person in seiner

unmittelbaren Nähe – Anna.

Vor zwei Jahren auf den Hof gekommen,

war Anna nicht nur klug und fleißig,

sondern auch ein weibliches Wesen in

besonders hübscher Ausführung. Ihr helles

Haar trug sie zu einem Zopf geflochten,

der ihr bis zur Gürtellinie reichte.

Ihr Gesicht schien ständig zu lächeln

und mit ihrer freundlichen Art hatte sie

jeden ihrer Mitmenschen im Nu für sich

eingenommen. Sie ging ein wenig über die

Zehenballen, was ihrem Gang fast etwas

Tänzerisches verlieh. Zwar war sie deutlich

jünger als Hermann, doch betrachtete er

dies nicht unbedingt als Nachteil.

Wenn Hermann nach dem Mittagessen

mit über der Brust verschränkten

Armen und scheinbar schlummernd am

Tisch sitzen blieb, beobachtete er Anna,

wie sie mit dem Geschirr klappernd

anmutig durch die Küche schwebte. Wenn

sie sich über den Tisch beugte, um diesen

abzuwischen, kamen sich beider Gesichter

ganz nahe. Tief sog Hermann dann

ihren leicht säuerlichen Atem ein, sah den

feinen Flaum auf ihren Wangen und auf

ihrer Oberlippe und auf ihrem Brustansatz

glitzerten winzige Schweißtröpfchen. Oh

ja, wie genoss er dann diese kurzen Augenblicke.

Gern hätte Hermann mehr von Anna

gesehen, doch alle Versuche waren bisher

kläglich gescheitert. Zwar befand sich in

der Bretterwand, welche die Waschküche,

die auch als Badestube diente, ein großes

Astloch, doch so ungünstig unten neben

dem schweren Spülstein, dass es selbst

mit den abenteuerlichsten Verrenkungen

unmöglich war, hindurchzuspähen. Alle

übrigen Löcher waren schon vor geraumer

Zeit mit kleinen Blechplättchen zur Wahrung

der Intimsphäre vernagelt worden.

Doch Hermann wusste sich zu helfen,

obwohl die Lösung dieses Problems die

ganze Kreativität seines regen Geistes in

Anspruch nahm...

Fortsetzung folgt

Ausgabe Frühjahr 2022 mq | 57


Das Artland-Magazin.

Haselauf und die bereits

geflutete Sekundäraue rechts.

Das letzte Hochwasser erreichte

die Oberkante der Mauer.

Foto: Wolfgang Osthus

Erinnnern wir uns:

Als es vor vier Jahren um den Bebauungsplan

Hartlage-West ging, lautete

die Schlagzeile in der NOZ “Stadt will

auf Nummer sicher gehen“ und hat

den vorliegenden Plan überarbeitet.

Das hieß, nicht nur die in der Karte blau

gekennzeichneten Überschwemmungsflächen

(HQ100) von einer Bebauung

auszunehmen, sondern auch die sogenannten

Hochwassergefahrengebiete

(HQ extrem - hier schraffiert), in denen

statistisch gesehen seltener als alle 100

Jahre Hochwasser auftreten.

Nach den Beobachtungen des extremen

Hochwassers im Herbst 1998 und im

Zuge einer Planung des Baugebietes

Hartlage-West wurde dann 2021 zur Gefahrenvermeidung

entlang der ’Großen

Mühlenhase’ eine ‘Sekundär-Aue‘ oder

auch ‘Überschwemmungsmulde’ auf

200 m Länge und mehr als 15 m Breite

Die Sekundär-Aue nach Ablauf des Hochwassers (im Vordergrund

die Hase)

Foto: Wolfgang Osthus

Die ‘Sekundär-Aue’ hinter dem Einkaufszentrum

Famila im Stadtteil Hengelage bewies erneut ihre

Notwendigkeit!

angelegt, die auch Gott sei Dank im gleichen

Jahr zum ersten Mal ihre Aufgabe

erfüllte. Für ein paar Tage war hier ein

‘See’ entstanden, bis das Wasser aus der

Stadt über diesen Arm abfließen konnte.

Am 20. Februar 2022 hatte sich über

Nacht erneut – knapp ein Jahr und nicht

100 Jahre danach - an der ‘Großen

Mühlenhase’ parallel zum geplanten

Neubaugebiet Hartlage-West in der

neu angelegten ‘Sekundär-Aue’ wieder

ein ‘See‘ aufgestaut. Schon wieder war

dieser Hase-Arm nach nicht einmal wie

1998 tagelangen extremen Regenfällen

über die Ufer getreten und um fast 1,50

m gestiegen, so dass sich erneut in der

abgesenkten Mulde ein See bildete. Bei

zwei Metern höher hätte es erneut in

den Gärten gestanden und fast wieder

die Häuser erreicht. Eigentlich so weit,

so gut! Die ‘Überschwemmungsmulde’

hat im Moment ihre Aufgabe erfüllt

und trägt ihren Namen zurecht. Jetzt,

wo nach ein paar Tagen das Hochwasser

keine Schäden verursachte und wieder

verschwunden ist, stellt die Mulde allein

aber wirklich keine Zierde dar. Schade!

Die Frage ist jetzt nach diesen Erfahrungen

auch, ob in dieser Größe diese

‘Mulde’ bei Überschwemmungen allein

schon für leider auch zu erwartende

noch extremere Regenfälle ausreichen

wird.

Ursache für diesen plötzlichen Anstieg

dürften erneut die großen Wassermassen

aus der Stadt sein. Sie können

hinter dem ‘Brokhagenstau’ aber nicht

in den noch höher Wasser führenden

‘Essener Kanal’ abfließen. Der leitet über

die ‘Überfallhase’ von Quakenbrück

die Wassermengen von der vor Jahren

angelegten ‘Sohlengleite’ östlich um die

Stadt herum und schützt so wenigstens

die Innenstadt vor Schäden durch Überschwemmungen.

Die Anlieger an der ‘Großen Mühlenhase’

können sich noch gut an die

Wassermassen 1998 in ihren Gärten

erinnern und verfolgen daher weiterhin

die Ereignisse mit großem Interesse und

hoffen, dass ihre Gärten in Zukunft nicht

erneut überflutet werden wie im Okt./

Nov. 1998, als die sonst ca. 3–5 m breite

Hase hier jetzt ca. 12 m breit war und

zwei Meter höher als normal floss und

das Wasser schon in den Gärten kurz vor

den Häusern stand. Damals fielen allein

in der Nacht vom 27. auf den 28. Oktober

immerhin 64 mm/qm, bei normal 60 -

80 im Monat.

Auch das sind keine 100 Jahre wie (zur

Beruhigung ?) vorhergesagt. Es waren

jetzt erneut in gut zwei Jahrzehnten

schon wieder zwei Überschwemmungen

an der ‘Großen Mühlenhase’, von denen

die Anwohner betroffen waren.

58 | mq Ausgabe Frühjahr 2022


Ein neuer

„HASE-SEE“

in Quakenbrück?

Überschwemmungsflächen

Neuberger

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Hochwassergefahrengebiet

Quelle: Samtgemeinde Artland/Planungsbüro Dehling & Twisselmann

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Ansprechpartner mit

erstklassigem Service und

hochqualifizierter Beratung

rund um die Immobilie.

Rückblickend darf man heute feststellen,

dass die vor Beginn der Bebauung des

Gebietes Hartlage-West vorgebrachten

Bedenken, hier in einem Gebiet mit

großen Überschwemmungsgefahren

Häuser zu bauen, durchaus ihre Berechtigung

hatten und immer noch haben.

Und man muss sich auch fragen, wie

trotz der Bedenken der Landkreis Osnabrück

für die Bebauung dieses Gebietes

eine wasserbehördliche Erlaubnis geben

konnte. Man kann nur hoffen, dass bei

weiteren und jetzt schon nicht extremen

Regenfällen im Hochwassergefahrengebiet

Hartlage-West nicht noch

mehr Bauten genehmigt werden. Ihnen

droht auch rund ums Haus eine Seenplatte

wie den zum Teil jetzt gerade erst

errichteten Bauten. Häuser mit Keller

sind da sicherlich keine gute Idee!

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Das Artland-Magazin.

Foto: Adobe Stock

Foto:

Alexandra

Lüders

Wer kennt sie nicht die Hummel „Bommel“ aus

den Kinderbüchern der Biene Maja? Auch

Hermann Löns hat ein Kinderbuch der Hummel

„Brummelchen“ gewidmet. Allgemein werden

Hummeln als gemütliche, friedfertige, dicke

Brummer angesehen, obwohl die Weibchen

einen großen Wehrstachel haben. Keine Angst,

sie benutzen ihn aber nur im äußersten Notfall und geben

vorher ein Warnzeichen. Die pelzigen Tierchen sind die ersten

Bestäuber des Jahres, weil sie schon bei kühlen Temperaturen

fliegen können und vor allem für alle früh blühenden Pflanzen

und Obstbäume wichtig sind. Mit Freude schauen wir den ersten

Hummeln (15 – 23 mm/Königinnen) zu, wie sie brummend Krokusse,

Schneeglöckchen und Weidenkätzchen besuchen.

„Mit Hilfe einer kleinen, mit Nektar gefüllten Honigblase im

Körperinneren schaffen es die Insekten, die ersten Stunden

an kühlen Tagen zu überleben, ohne zu verhungern. Doch

dann brauchen sie schnellstens gehaltvolle Kraftnahrung aus

möglichst vielen Proteinen und Kohlenhydraten“, verweist der

Wildbienenexperte der Deutschen Wildtierstiftung Manuel

Pützstück auf Nektar und Pollen. Wenn die Jungköniginnen aus

dem Winterschlaf bei zwei bis sechs Grad erwachen, suchen sie

sich einen Nistplatz in Totholzhaufen, Steinspalten, Mäuselöchern,

Vogelnestern oder Hausisolierungen. Vier Wochen nach

der Ablage von bis zu 600 Eiern schlüpfen die unfruchtbaren Arbeiterinnen

und machen sich im Nestbau, in der Brutpflege und

Nestverteidigung nützlich. Im Sommer legt die Königin dann gezielt

unbefruchtete Eier, aus denen die Drohnen schlüpfen. Diese

verpaaren sich mit den größeren, begattungsfähigen Weibchen,

aus denen im Jahr darauf die neuen Königinnen entstehen, falls

sie die achtmonatige Winterruhe überleben. Sie graben sich in

ein Versteck in lockerer Erde oder tiefen Moosschichten ein.

Leider schafft es nur eine von zehn Hummeln bis ins neue Jahr.

Ihr alter Hummelstaat ist dann schon in der Zeit zwischen August

und Oktober des Vorjahres komplett ausgestorben.

Die Jungköniginnen müssen also ein eigenes Volk gründen.

Hummeln gelten als ausgezeichnete Bestäuber dank ihrer

langen Zunge und des Vibrationssammelns. Hiermit können sie

Die Gartenhummel trägt ein großes Pollenhöschen.

Foto: Alexandra Lüders

Die Erdhummel. Foto: Gerrit Öhm

60 | mq Ausgabe Frühjahr 2022


NATUR & UMWELT

Hummeln

Die frühen Bestäuber.

Von Alexandra Lüders

besonders gut tiefe Blüten bestäuben. Deshalb werden sie

auch gern für die Bestäubung in Gewächshäusern gezüchtet

(Tomaten/Erdbeeren ect.). Hier sind vor allem die dunkle Erdhummel

und die Ackerhummel im Einsatz. Wer die Wildbiene

unterstützen möchte, kann seinen Garten hummelfreundlich

gestalten. Die Insekten mögen folgende Bäume und Pflanzen

ganz besonders gern: Ackerbohne, Erbse, Salweide, Futterwicke,

Winterwicke, Luzerne, Futteresparsette, Senf, Raps, Lauch,

Phacelia, Borretsch, Rotklee, Rote und Schwarze Johannisbeere,

Stachelbeere, Brombeere, Himbeere, Apfel, Birne, Kirsche,

Zwetschge, Pflaume, Mirabelle. Die Blühstreifenmanagerin

des Erholungsgebietes Hasetal Karin Grever empfiehlt zehn

weitere Pflanzen wie das echte Herzgespann, das Löwenmäulchen,

die Glockenblume, die Stockrose, die Kugeldistel,

den Lavendel, die Flockenblume, den Mohn, den Natternkopf

und die Sonnenbraut. Der Artländer Biologe Gerrit Öhm

(WWF) ergänzt noch den Wiesensalbei, Thymian, Majoran

und Wirbeldost. Wie Pützstück erklärt, können Hummeln

pro Tag bis zu tausend Blüten und mehr bestäuben. Dabei

können sie bis zu 18 Stunden in der Luft sein. Das schaffen

sie durch ihre extrem beweglichen Hummelflügel, die mit

zitternden Muskeln ihre Körpertemperatur auf 30 Grad erhöhen

können. Diese Kunst setzen auch die Königinnen beim

Bebrüten des Nestes ein. Weltweit gibt es rund 250 Hummelarten,

in Deutschland sind es etwa 40 Arten. 16 von ihnen

sind schon auf der Roten Liste. Alle Hummeln stehen unter

Naturschutz. In Nordrhein-Westfalen (städtereich besiedelt)

sind einige Arten schon ausgestorben. In unserer Region

fühlen sich die Baumhummel, Erdhummel, Gartenhummel,

Ackerhummel, Stein- und Wiesenhummel noch heimisch.

Man kann sie nur schwer voneinander unterscheiden. Eine

Bedrohung für das nützliche Insekt ist die moderne Landwirtschaft,

wenn sie blühende Flächen abmäht, Monokulturen

anpflanzt und Insektizide einsetzt. Engagierte Landwirte

bieten den Insekten mit den sogenannten Blühstreifen am

Rande der Äcker einen Lebensraum. Im Fachhandel kann

man spezielle Nistkästen mit Hummelklappen als Schutz vor

Parasiten wie die Wachsmotte kaufen.

Die Gartenhummel.

Foto: Peter Schmidt

Diese Hummel hat gerade

ein Pollenbad genommen. Foto: Adobe Stock

Ausgabe Frühjahr 2022 mq | 61


Das Artland-Magazin.

Unabhängigkeit

und Versorgungssicherheit

durch

erneuerbare

Energien

Mit dem beschleunigten Ausbau erneuerbarer

Energien in allen Sektoren erreichen wir neben

mehr Klimaschutz auch mehr Energieunabhängigkeit

und Versorgungssicherheit

Als rohstoffarmes Land sind wir

derzeit viel zu abhängig von

anderen Staaten, die uns mit

Gas, Kohle und Öl beliefern.

Dadurch wird unser Handlungsspielraum

sehr eingeschränkt.

Nur die Lieferanten zu wechseln ist zu

kurzfristig gedacht; denn die Abhängigkeit

mit allen Nachteilen würde nur

verlagert werden. Welche Auswirkungen

der völkerrechtswidrige Angriffskrieg

des russischen Präsidenten Putin

bereits heute verursacht hat, erfahren

wir durch die explodierenden Preise

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für Kraftstoffe, Gas und Öl. Im Extremfall

könnte es zu Beeinträchtigungen der

Energieversorgung insgesamt kommen.

Diese Energieabhängigkeit von anderen

Staaten muss dringend geändert werden,

damit wir auf Dauer unabhängig agieren

können. Außerdem darf der Klimaschutz

mit seinen sehr großen Herausforderungen

bei all dem nicht in Vergessenheit

geraten; denn die Folgen des Klimawandels

werden sich erheblich verschärfen,

wenn wir nicht drastisch gegensteuern.

Auch in Deutschland bleiben wir davon

nicht verschont. Man erinnere sich nur

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Andreas Henemann

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an die verheerende Überschwemmungskatastrophe

im letzten Jahr. Hier besteht

dringender Handlungsbedarf.

Um mehr Energieunabhängigkeit, Versorgungssicherheit

und natürlich auch Klimaschutz

zu erreichen müssen so schnell

wie möglich die fossilen Energieträger

durch Energieeffizienzmaßnahmen und

den Ausbau erneuerbarer Energien ersetzt

werden. Als eine der weltweit führenden

Wirtschaftsnationen sollten wir nicht nur

Ziele für den Klimaschutz formulieren,

sondern diese auch tatsächlich mit innovativen,

zukunftsweisenden Maßnahmen

realisieren.

Im Bereich der Stromversorgung muss

der Zubau von Windenergieanlagen und

dort, wo es die geografischen Verhältnisse

zulassen, auch der Zubau von Wasserkraftanlagen

deutlich beschleunigt werden.

Um eine größere Akzeptanz zu erreichen,

sollten Bürgerinnen und Bürger direkt an

den Projekten beteiligt werden. Im Bereich

des mit Abstand größten Verwendungsspektrums

zur regenerativen Stromerzeugung,

nämlich der Photovoltaik, muss

deren Ausbau in wesentlich größerem

Maßstab erfolgen.

Zum Ausgleich der fluktuierenden Windund

Sonnenenergie sind Stromspeicher in

allen Größen erforderlich. Vom altbewährten

Pumpspeicherkraftwerk über

wasserstoffbetriebene Turbinenkraftwer-

62 | mq Ausgabe Frühjahr 2022


ERNEUERBARE ENERGIEN

PASSIVE UND AKTIVE SOLARENERGIENUTZUNG. Fotos: Andreas Henemann

ke bis hin zu Brennstoffzellenspeicher

sollten Speichermedien geschaffen

werden, um Strom aus Überkapazitäten

der Wind- und Sonnenenergienutzung

aufzunehmen.

Im Bereich der Wärmeversorgung, insbesondere

bei der Gebäudeheizung, gibt es

noch ein sehr großes Energieeinsparpotential.

Gerade im Altbaubestand kann

durch gezielte energetische Sanierungsmaßnahmen

der Energiebedarf erheblich

gesenkt werden. Dabei sollte soweit

möglich die passive Solarenergienutzung

Berücksichtigung finden. Aktiv kann die

Sonnenenergie durch Photovoltaikanlagen,

Solarthermieanlagen und nach

Reduzierung des Heizenergiebedarfes

mittels energetischer Sanierung durch

Wärmepumpenanlagen genutzt werden.

Für Neubauten sollte grundsätzlich

der Plusenergiehausstandard gelten.

Plusenergiehäuser sind in der Lage,

ausschließlich durch die auf ihre Außenhüllen

treffende Sonnenstrahlung im

Jahresmittel mehr Energie zu erzeugen

als sie für den eigenen Strombedarf

inklusive Elektroladestationen für Elektromobile

und den eigenen Wärmebedarf

benötigen. Der selbst erzeugte und nicht

verbrauchte Strom kann zwischengespeichert

und/oder in das öffentliche Netz

eingespeist werden. Städte oder städtische

Gebiete können so energieunabhän-

giger und klimafreundlich ihren Beitrag

zur dringend erforderlichen Energiewende

leisten.

Eine weitere große Herausforderung ist

die angestrebte schadstofffreie Mobilität.

Dazu bedarf es des Ausbaus des öffentlichen

Personen- und Güterverkehrs mit

elektrifizierten Schienenstrecken. Dort, wo

keine Elektrifizierung möglich ist, sollten

wasserstoffbetriebene Züge zum Einsatz

kommen. Im Bereich der Individualmobilität

sind für Kurzstrecken natürlich

Fahrräder geeignet. Sie können nicht nur

schadstofffrei gefahren werden, sondern

benötigen geringe Verkehrsflächen bzw.

Parkräume und sind gleichzeitig förderlich

für die Gesundheit der Benutzer. E-Bikes

erfreuen sich großen Zuspruchs und

bieten eine echte Alternative zu Kurzstreckenfahrten

mit dem Auto. Insbesondere

ELEKTROMOBILITÄT. Fotos: Andreas Henemann

als Lastenrad können sie durchaus respektable

Mengen an Gütern transportieren.

Vor allem im ländlichen Raum wird

man auf Autos allerdings nicht verzichten

können. Diese müssen aber nicht mit

konventionellen Verbrennungsmotoren,

sondern sollten, wie bereits von vielen

Autoherstellern angeboten, mit Elektromotoren

angetrieben werden. Statt eines

Stromakkus könnten alternativ dazu

wasserstoffbetriebene Brennstoffzellen

als Energiespeicher die Elektromotoren

mit Strom versorgen.

Die beispielhaft dargestellten regenerativen

Energieversorgungsmöglichkeiten

dienen nicht nur der dringend notwendigen

Verbesserung des Klimaschutzes,

sondern führen im Ergebnis auch zu

mehr Energieunabhängigkeit und Versorgungssicherheit.

Ausgabe Frühjahr 2022 mq | 63


Friedliche

Besian Krasniq

Ihr Landtagskandidat

Ostern!


WASSERWIRTSCHAFT

Neues Drosselbauwerk

dient

auch dem Hochwasserschutz

50 Tonnen schwere Anlage an der

Niedersachsenstraße verbaut

Quakenbrück. Saubere Gewässer, bessere

Grundwasserneubildung, weniger

Überflutungen und der Schutz von Natur

und Umwelt - es gibt viele Gründe,

Regenwasser vor Ort zu bewirtschaften.

Für die Zusammenführung und die dann

gedrosselte Ableitung von Regenwasser

des Grundleiters und des Quakenbrücker

Rückleiters wurde deshalb in der Niedersachenstraße

ein 50 Tonnen schweres

neues Drosselbauwerk errichtet.

Geschützt wird dadurch ein ökologisch

wertvolles Gewässer, der Lechterke

Rückleiter. Bei Starkregen kann diesem

FFH-Gewässer das Wasser zum Schutz in

verminderter Menge zugeführt werden.

Zur Regulierung der Wasserstände wurde

außerdem ein zusätzlicher Schieber

integriert. Zudem dient die neue Anlage

auch dem Hochwasserschutz. Das neue

Drosselbauwerk ist ein wichtiger Teil

zur Umsetzung des gesamten Entwässerungsplans

für den südwestlichen

Stadtbereich von Quakenbrück. Mit Blick

auf die Anforderungen

zur

Anpassung an

die veränderten

klimatischen

Bedingungen

haben die

Stadt und der

Wasserverband

Bersenbrück

gemeinsam mit

der Unteren

Wasserbehörde

des Landkreises

und einem Planungsbüro das Konzept

erarbeitet. „Das Management für die

Oberflächenentwässerung ist in Quakenbrück

anspruchsvoll. Wir haben hier

zahlreiche Gewässer sowie einen hohen

Grundwasserstand. Dadurch muss die

Stadt mit präventiven Maßnahmen vor

Überschwemmungen und Hochwasser

besonders geschützt werden“, verdeutlicht

Projektleiter Markus Mönsters.

Um hochwassergefährdete Gebiete gegen

Überschwemmungen widerstandsfähiger

zu machen, wurde in Quakenbrück ein

großes Drosselbauwerk errichtet.

Foto: Wassewrverband Bersenbrück

Im Maßnahmenplan ist außerdem

der Einbau eines Notüberlaufes in ein

weiteres Nebengewässer vorgesehen.

Er dient als Zwischenspeicher für große

Wassermengen, die dann bei Bedarf

in angrenzende Gewässer abgeleitet

werden können.

Ausgabe Frühjahr 2022 mq | 65


Frühlingserwachen

mit den Quakenbrücker Musiktagen!

Stuttgarter Kammerorchester Foto: Wolfgang Schmidt

Es ist soweit – nach dem dunklen Winter und notwendigen Änderungen läuten die Quakenbrücker Musiktage

nun die Saison ein. Sie werden ihrem Motto „Klassisch – Überraschend – Legendär“ absolut gerecht. Viele

Kulturinteressierte warten höchst gespannt; sie werden nicht enttäuscht werden.

Die Reihe eröffnet am 8. April (19:30 Uhr, Aula AGQ) mit Gwilym Simcock und dem Stuttgarter Kammerorchester

und einem Frühlingserwachen der ganz besonderen Art. Zu hören ist die Welturaufführung einer Komposition

für Klavier und Kammerorchester des Ausnahmetalents Simcock! Der walisische Grenzgänger zwischen Klassik und

Jazz wird bei diesem einmaligen Moment selbst am Flügel sitzen. Noch ist der Titel sein Geheimnis. Passend zum Auftakt

erklingt „Cumbrian Thaw“: die Auftragskomposition der BBC führt das Erwachen der Natur im nordenglischen Frühling

plastisch vor Ohren und nimmt den Hörer mit auf die Reise. Herrlich verspielt dazu die „Children‘s Corner Suite“, inspiriert

von Debussy. Der Start ist gelungen.

Gwilym Simcock

Foto: Gregor Hohenberg

Absolute Spitzenkönner sind am 15. Mai 2o22

(18:00 Uhr, Aula AGQ) zu hören.

Das Clara Haskil Trio spielt klassisch Beethoven

(„Geistertrio“) und das einzigartige, ungemein

intensive Klaviertrio von Maurice Ravel.

Dies wäre bereits Genuss genug, doch geht es

weiter: Stargast ist ECHO KLASSIK-Gewinner

David Orlowsky an der Klarinette.

Weltweit führend bei Mozart wie Klezmer ist er

die Idealbesetzung für Paul Schönfields Trio für

Klarinette, Violine und Klavier. Vom ersten Lauf

an packend!

Mit dem Calmus Ensemble treten die nächsten

ECHO und OPUS KLASSIK Preisträger am 19. Juni

in St. Marien (19:30 Uhr) auf.

Die 5 Sänger werden einzig mit ihren Stimmen

auch den letzten Winkel der Kirche mit Klang

füllen und die Hörer berühren.

Auf dem Programm stehen Werke von Salomone

Rossi über Bach bis Leonard Cohen, Lieder

voller Leidenschaft, Spiritualität und Hingabe.

Gänsehautfeeling ist garantiert.

Klassisch – überraschend: nach der Sommerpause

steht am 9. Oktober (18:00 Uhr) in der

Artland Arena ein Großereignis an. Die Neue

Philharmonie Westfalen spielt unter ihrem

Chefdirigenten Rasmus Baumann Camille

Saint-Saëns Hauptwerk, die 3. Sinfonie. Allein

hierfür werden 70 Musiker auf der Bühne sein.

Als Sahnehäubchen ist ECHO KLASSIK-Gewinner

Christian Schmitt der Orgelsolist in Joseph

Jongens „Symphonie Concertante für Orgel und

Orchester“ op. 81. Bombastische, aber vor allem

fantastische Werke, die dem Publikum nicht oft

geboten werden. Hier heißt es: dabei sein!

Der Einlass zu sämtlichen

Veranstaltungen

erfolgt nach den jeweils

geltenden Regelungen

gemäß Niedersächsischer

Corona-Verordnung.

Die Karten gibt es bei

der Tourismus-Information

Artland, Markt 4,

Telefon 05431/907590,

über die Ticket-Hotline

0421/363636 oder online

auf www.nordwestticket.de.

Weitere Infos auf www.

quakenbrueckermusiktage.de.

66 | mq Ausgabe Frühjahr 2022


+

Das Artland-Magazin.

PRÄSENTIERT

Ein neues Buch

von Wolfgang

Osthus

Michael Michael Longerich Longerich liest am liest am

07. Mai 07. 2022 Mai 2022 um 20 um Uhr 20 im Uhr im

Bahnhofstraße 40, 49610 40, 49610 Quakenbrück

Eintrittskarten unter: unter:

www.tiny.cc/mariaeusebio

Wolfgang Osthus

STadt im Wandel

Quakenbrück 1971 - 2021

18,80 € [D] • 80 Seiten

160 Abbildungen und Karten

Softcover • 17 x 24 cm

Vor 50 Jahren zog Wolfgang Osthus mit seiner Familie nach Quakenbrück. In drei der vier Stadtteile haben sie gewohnt und haben

dort die Veränderungen in der Stadt miterlebt. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm die Anfangszeit, wenn er morgens auf

dem Weg aus der Neustadt mal wieder bei Bialek vor verschlossener Schranke stand und befürchten musste, zu spät zur Arbeit zu

kommen. Und noch heute erinnert er sich nach Umzug in die Altstadt an den frisch gerösteten Duft aus der Kaffeerösterei

Racer, wenn er bei der Bäckerei Adelmann morgens frische Brötchen holte.

Im MQ – Artland – Magazin 04 2020 /2021 hatte er schon seine Beobachtungen und Erinnerungen als „Neu-Quakenbrücker“

niedergeschrieben. Das Echo darauf war groß und erforderte Ergänzungen. Nach weiterer ausführlicher

Recherche hat er nun den Wandel in den letzten 50 Jahren – unterstützt mit einer Vielzahl alter Fotos – noch einmal

aufgeschrieben und zusammen mit Oelkers, dem Druckhaus im Artland in einem 80-seitigen Band mit dem Titel

„Stadt im Wandel – Quakenbrück 1971 – 2021“ veröffentlicht. Über 160 Fotos aus den letzten 50 Jahren belegen diesen Wandel

und regen zur Erinnerung und damit verbundenen Erlebnissen an. Man mag es nicht glauben, aber es sind über 200 Geschäfte,

Gaststätten und Handwerksbetriebe, die es in der Stadt nicht mehr gibt oder die den Besitzer gewechselt haben. Dabei sind vielleicht

jetzt auch einige Betriebe oder auch nur deren Namen vom Verfasser vergessen worden. Außerdem sind auch immer wieder in den

vielen Jahren Geschäfte oder Restaurants neu eröffnet worden, aber dann auch schnell wieder aus dem Stadtbild verschwunden.

Nicht vergessen sind aber die zwei noch bis 1971 arbeitenden Krankenhäuser in Quakenbrück: Einmal das katholische Borromäus-

Krankenhaus, das dem neuen Feuerwehrhaus weichen musste, und in der Neustadt das evangelische Krankenhaus Bethanien, da

wo heute das Christliche Krankenhaus mit zahlreichen Fachabteilungen und angeschlossenen Fachschulen steht. In der Stadt selbst

kümmerten sich über 30 Ärzte und Zahnärzte um das Wohl der Bürger. Sie sind alle nicht mehr tätig, zum Teil auch schon verstorben,

aber nicht vergessen.

In einem zweiten Teil des Buches wird dieser Wandel durch zahlreiche Fotos über die Veränderungen um den restaurierten Bahnhof,

den alten Bahnübergang mit Abriss des Lokschuppens und des Wasserturmes und den Bau des Tunnels aufgezeigt. Zusätzlich bieten

zum Abschluss Drohnen-Fotos der inzwischen acht neuen Kreisel interessante Einblicke aus der Vogelperspektive.

Ausgabe Frühjahr 2022 mq | 67


68 | mq Ausgabe Frühjahr 2022


Jugend- und Familienfreizeiten auf

Korsika

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An- und Abreise, Verpflegung, Unterkunft in Zelten, Freizeitangebote wie

Standup-Paddeling, Surfen, Segeln, Bergwandern, Fahrradtouren, Ausflüge

Termine 2022 im Überblick:

N 30. Juni - 16. Juli

Freizeit für Jugendliche und Familien

(außerhalb der niedersächsischen Schulferien)

A 13. Juli - 30. Juli

Familienfreizeit

B 13. Juli - 30. Juli

Jugendfreizeit ab 13 Jahre

C 28. Juli - 12. August

Familienfreizeit

D 28. Juli - 12. August

Jugendfreizeit ab 14 Jahren

E 8. - 24. August

Jugendfreizeit ab 16 Jahren

H 20. August - 6. September

(Sport-) Freizeit in Zelten

(außerhalb der niedersächsischen Schulferien)

7 Freizeiten

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bis 6. Sept.

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Ausgabe Frühjahr 2022 mq | 69


Das Artland-Magazin.

KINO-TIPPS GENAUE ZEITEN AUF WWW.KINO-QUAKENBRUECK.DE

A B DONNERSTAG, 21. APRIL

THE LOST CITY

Loretta Sage (Sandra Bullock) ist eine

brillante Autorin, die zurückgezogen lebt

und sich Liebes- und Abenteuerromane

über exotische Orte ausdenkt. In den Geschichten

geht es um den gutaussehenden

Dash, der stets auf den Romancovern

abgedruckt ist und vom selbstverliebten

Modell Alan (Channing Tatum) verkörpert

wird. Auf einer Buch-Tournee mit Alan

wird Loretta entführt: Der exzentrische

Milliardär Fairfax (Daniel Radcliffe) steckt

dahinter und verlangt von der Autorin,

ihn zum Schatz der antiken verlorenen

Stadt aus einem ihrer Romane zu führen.

Alan reist zur Rettung von Loretta in den

Dschungel, wo er beweisen will, dass er

ein echter Held ist und mehr auf dem Kasten

hat als nur zu posen. Ein tropisches

Abenteuer nimmt seinen Lauf. Alan und

Loretta müssen ein Team werden, um die

Gefahren des Urwalds zu überleben und

den Schatz zu finden. Doch es würde

enorm helfen, wenn Alan dabei nicht

dermaßen unbeholfen wäre...

Ab Donnerstag 05. Mai

DOCTORSTRANGE: IN THE MULTIVER-

SE OF MADNESS

„Tom & Jerry“ von Regisseur Tim Story

entfacht eine der herzlichsten Feindschaften

der Filmgeschichte aufs Neue.

Jerry zieht darin in das vornehmste Hotel

New Yorks ein - und zwar ausgerechnet

einen Tag bevor dort die prächtigste

Hochzeit des Jahrhunderts stattfinden

soll. Der verzweifelten Hochzeitsplanerin

bleibt nichts anderes übrig, als Tom zu

engagieren, um den ungebetenen Gast

loszuwerden. Dem anschließenden Katzund-Maus-Spiel

droht ihre Karriere, die

Hochzeit und möglicherweise das Hotel

selbst zum Opfer zu fallen. Doch schon

bald taucht ein noch größeres Problem

auf: ein teuflisch ehrgeiziger Mitarbeiter,

der sich gegen alle drei verschwört. Tom

und Jerrys neues Abenteuer auf der großen

Leinwand ist eine atemberaubende

Mischung aus klassischem Animationsund

Realfilm. Die beliebten Charaktere

gehen darin völlig neue Wege und sind

gezwungen, das Undenkbare zu tun - sie

müssen ihre Feindschaft begraben und

zusammenarbeiten, um die missliche

Lage zu bereinigen.

Vorraussichtlich im Mai

DOWNTON ABBEY 2: EINE NEUE ÄRA

Auf Downton Abbey brechen im Jahr

1928 turbulente Zeiten an: Um die Familienkasse

aufzubessern, hat Lady

Mary (Michelle Dockery) das Anwesen

für einen Hollywood-Filmdreh zur Verfügung

gestellt. Als Stummfilm-Star Myrna

Dalgleish (Laura Haddock), die nun ihren

ersten Tonfilm drehen soll, mit einer

riesigen Schar von Filmleuten anreist,

steht Downton sofort Kopf. Kein Wunder,

dass sich der Earl of Grantham (Hugh

Bonneville), seine Frau Cora (Elizabeth

McGovern), der Rest der Crawley-Familie

und auch das Dienstpersonal nach Erholung

sehnen – und die bekommen sie

auch, als ihnen die Gräfinwitwe Lady Violet

(Maggie Smith) eine überraschende

Neuigkeit enthüllt. Von einem früheren

Verehrer hat sie eine Villa in Südfrankreich

geerbt. Während die Crawleys noch

rätseln, wie tief genau das Verhältnis zwischen

Lady Violet und dem mysteriösen

Mann wohl gegangen sein mag, packen

sie auch schon ihre Koffer: Die Familie

reist an die sonnige Côte d’Azur, um die

Erbschaft in Augenschein zu nehmen.

Ab Mittwoch, 25. Juni

TOP GUN 2: MAVERICK

Im Leben des einstigen Flieger-Ass Maverick

(Tom Cruise) ist es im Laufe der

Jahre deutlich ruhiger geworden. Aufregende

Missionen, wie er sie in jungen

Jahren fliegen durfte, gehören längst

der Vergangenheit an. Als Fluglehrer ist

es heute vielmehr seine Aufgabe, der

nachkommenden Generation an Piloten

und Pilotinnen zu zeigen, worauf es im

Cockpit ankommt. Er genießt es, sein Wissen

weitergeben zu können. Gleichzeitig

ist ihm jedoch mehr als bewusst, dass

sein Beruf zunehmend vom Aussterben

bedroht ist. Denn auch wenn er nach wie

vor an seiner Leidenschaft festhält, muss

auch Maverick langsam erkennen, dass

die menschliche Komponente im Flugverkehr

eine immer kleinere Rolle spielt.

Flugdrohnen übernehmen nun jene

gefährlichen Missionen, die er und seine

Kollegen einst selbst flogen. Unerwartet

muss er eines Tages dann aber doch noch

einmal ins Cockpit steigen. Ein besonders

heikler Auftrag erfordert seine langjährige

Erfahrung und seine ausgefeilten

Instinkte.

A B DONNERSTAG, 09. JUNI

JURASSIC WORLD 3: EIN NEUES

ZEITALTER

Vier Jahre sind vergangen, seit die Insel

Isla Nublar zerstört wurde. Die Welt hat

sich innerhalb dieses Zeitraums stark verändert

und ein neues Zusammenleben

zwischen Mensch und Dinosaurier geschaffen.

Es ist ein Miteinander als auch

ein Gegeneinander, in dem das Recht des

Stärkeren zweifellos an der Spitze der

natürlichen Ordnung steht. Das empfindliche

Gefüge kann sich jedoch nur bedingt

als zukunftsweisendes Modell behaupten,

denn noch immer machen einige

Dinosaurier Jagd auf Menschen. Owen

Grady (Chris Pratt) und Claire Dearing

(Bryce Dallas Howard) müssen sich gegen

die Urzeitechsen behaupten.

Die beste Zeit

für bestes Sehen

Entspannt sehen, erleben und genießen.

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Goldstraße 25 – 27

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• Kranken- und Behindertenfahrten auch für rollstuhlgebundene

Menschen mit Begleitung bis hinter die Haustüre

• Begleitservice bei Arztbesuchen

• Flughafentransfer und Kurierdienste

Abrechnung

über die

Krankenkassen!

70 | mq Ausgabe Frühjahr 2022


KINOWELT

Wir stehen in den Startlöchern! Falls eine Öffnung nicht möglich ist,

verschieben sich die Veröffentlichungen bis zur nächsten Lockerung.

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Ab Donnerstag, 16. Juni

LIGHTYEAR

„Toy Story“-Prequel, in dem wir erfahren,

warum eine Buzz-Lightyear-Actionfigur

überhaupt geschaffen wird. Im Mittelpunkt

steht der Pilot Buzz (gesprochen

von Chris Evans), der eines Tages zum

Weltraumhelden wird...

Ab Donnerstaqg, 30. Juni

MINIONS 2

Mit 12 Jahren ist Gru (Stimme im Original:

Steve Carell) noch weit davon entfernt,

der Superschurke zu sein, als den ihn die

Welt später kennen wird. In einem beschaulichen

Vorort der 70er Jahre träumt

er davon, seine Mitmenschen in Angst

und Schrecken zu versetzen und vor allem

seine großen Vorbilder zu beeindrucken:

die Vicious 6, eine von allen gefürchtete

Gruppe von Superbösewichten. Tatsächlich

schafft es Gru, ein Vorstellungsgespräch

bei seinen Idolen zu ergattern, um

neues Mitglied der Truppe zu werden –

doch die Vicious 6 lachen den schüchternen

Knirps nur aus. Um ihnen zu beweisen,

was wirklich in ihm steckt, stiehlt er

ihnen ein mächtiges Artefakt – und steht

fortan ganz oben auf der Abschussliste

der Vicious 6. Zum Glück hat Gru seine

kleinen, gelben Minions, die ihm dabei

helfen, vor seinen neuen Gegnern zu

fliehen und gleichzeitig seinen Status als

aufsteigender Stern am Superschurken-

Himmel auszubauen.

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Ausgabe Frühjahr 2022 mq | 71


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72 | mq Ausgabe Frühjahr 2022


BUCHVORSTELLUNG

Neuerscheinung!

Kriminalroman

von Wolfgang Bergfeld

„Doppelgrab“ – so lautet der Titel des Kriminalromans von Wolfgang

Bergfeld, der im April 2022 erschienen ist. Bisher hatte er sich nur mit kleinen Gedichten

und Kurzgeschichten befasst. Dann wuchs in ihm das Verlangen, ein etwas

größeres Projekt in Angriff zu nehmen. Er hätte nicht erwartet, was da auf ihn zukam:

schreiben, überprüfen, verbessern, Probe lesen lassen, umändern und das einige Male!

Dann ruhte das Manuskript fast ein Jahr auf seinem Schreibtisch. Irgendwann kramte

er es wieder hervor und überarbeitete es von vorne bis hinten.

So ergeht es nun einmal einem Hobbyschreiber, dem nicht, wie den Profischriftstellern,

der Stoff nur so aus der Feder fließt. Einige seiner guten Bekannten, die er als

Lektoren missbrauchte (bei diesen möchte er sich an dieser Stelle recht herzlich bedanken),

bestärkten ihn in dem Vorhaben, den Roman in Druck gehen zu lassen.

Wolfgang Bergfeld

Nimm dir Zeit zum Lesen!

Buchhandlung

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E-Mail: info@buecher-thoben.de

Tel.: 0 54 31 / 34 86 + 65 50

Fax: 0 54 31 / 35 84

Wolfgang Bergfeld

zum Inhalt:

Der Krimi spielt, wie kann es anders sein,

in einer kleinen Stadt im nördlichen Landkreis

Osnabrück. Und die Handlung spielt

sich im Tischler- und Bestatter-Milieu ab.

Warum?

Damit kenne ich mich aus! In den fünfzig

Jahren meiner Handwerkertätigkeit habe

ich natürlich sehr viele Menschen mit

den unterschiedlichsten Charakteren

kennengelernt. Diese Erfahrungen flossen

selbstverständlich in das Buch mit ein. Jede

Ähnlichkeit mit noch lebenden Personen

wäre allerdings rein zufällig. Bei bereits

Verstorbenen bin ich mir nicht so sicher.

Die Handlung!

Kriminal-

roman

Nach Ablauf der gesetzlichen Ruhezeit

wird ein Grab auf dem Friedhof der Stadt

neu belegt. Beim Ausheben der Grube

stellt der Friedhofsgärtner fest, dass vor

dreißig Jahren zwei Menschen in einem

Sarg bestattet wurden. Einer davon ist

einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen.

Eine sehr schwere Aufgabe für den

ermittelnden Kriminalkommissar...

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Ausgabe Frühjahr 2022 mq | 73


Musicland Party kehrt zurück Das lange Warten hat ein Ende.

Wir laden ein zur überregional beliebten Musicland Party am 21. Mai 2022 im schönen Theatersaal der Compagnia Buffo in Restrup.

Nach der grandiosen Jubiläumsveranstaltung im Mai 2019 mit dem Lichtkünstler Peter Petersen aus Flensburg nun die Fortsetzung:

Das wird ein Fest! Mit original Lightshow aus den 1970er Jahren, Musik aus den alternativen Diskotheken der Siebzigerjahre,

illuminiertem Biergarten, kühlem Bier und coolen Cocktails.

Notiert Euch den Termin. Beginn: 21:00 Uhr. Wir freuen uns auf Euer Kommen!

Samstag, 21. Mai | 21 00 Eintritt: 5,- | Theatersaal Restrup

Open-Air-Theateraufführung

„Eine Odyssee“ frei nach Homer

mit Willi Lieverscheidt

„Wir wollen ein Theater machen,das aus einem kindlichen Vergnügen entspringt“–

so beschreibt COMPAGNIA BUFFO ihre Theaterphilosophie, und auch die Open-Air

Produktion „Eine Odyssee“ läßt diesen Geist des Vergnügens lebendig werden.

Angelegt an Homer`s Odyssee erzählt Willi Lieverscheidt in seinem Open-Air-Soloprogramm

in leicht daherkommenden Szenenabfolgen die abenteuerlichen

Irrfahrten des „Helden“. Und diese Irrfahrten sind eine wunderbare Wundertüte

mit einer grandiosen Fülle von aberwitzigen Facetten, so könnte man Lieverscheidts

Spiel beschreiben. Lieverscheidt bleibt beim Komödiantischen, wenn er im

Schattenspiel mit Hilfe des Stummfilms in Gesang und Pantomime das Epos eines

Heldenlebens als die banale Normalität des „sich-durch-den-Tag-Schlagens“ entzaubert.

Und wie in vielen großen Stoffen offenbart sich das Traurige erst nachdem

die Gaudi verklungen ist: Das Herz ist so frei für die Tragödie hinter dem Lächeln,

und das ist typisch für das „Fahrende Theater.” Ein Theater, wie man es in der Form,

Nähe und Ursprünglichkeit in heutigen Zeiten nicht mehr oft zu sehen bekommt.

Dauer ca. eine Stunde. Vor, im, auf dem Bus und drumherum!

Samstag

OPENAIR-ARENA

21. 5.

21:00 Uhr

· Restrup 10

Restrup

49626 Bippen

www.kulturverein-lift.de

Platzreservierung unter 0171-4756584

74 | mq Ausgabe Frühjahr 2022


Fr,

8.4.

20 Uhr

Kabarett

Philipp Scharrenberg:

„Realität für Quereinsteiger“

In diesem kleinen Persönlichkeitscrash-Kurs der VHS (Vers-Humor-Schmiede) legt der

preisgekrönte Kabarettist und Bühnendichter Philipp Scharrenberg die Scheuklappen ab,

um hinter den scho(e)nenden Schleier zu schauen. Mit quirliger Kreativität und sprachverspielt

beweist er als Realitätstrainer, wie komisch und erfrischend es sein kann, den

nackten Tatsachen ins Auge zu blicken, bis sie erröten. Dafür reimt, rappt, singt, liest und

erzählt er, bis sich Tacheles und Klartext „Na, dann gute Nacht“ sagen. Ein bissig-heiterer

Realitycheck für alle, die sich an ihrem Weltbild sattgesehen haben! Übrigens, kennen Sie

Schrödingers Katze? Die, die in einer Box sitzt und von der man nicht weiß, ob sie tot ist

oder lebendig – bis man hineinschaut? So ist das auch mit Kleinkunstprogrammen: Man

weiß nie, wie sie sind, bis man drin war. Schrödingers Kabarett. Also bis bald. Miau.

Eintritt: VVK 20 € / AK 22 € / erm. 18 €

Stefan Waghubinger:

„Ich sag´s jetzt nur zu Ihnen...“

Ein Stammgast in der Theaterwerkstatt und bekannt aus u.a. „Alfons und Gäste (SWR)“,

„Die Anstalt (ZDF)“, „Mitternachtsspitzen (WDR)“, „Puffpaffs Happy Hour (ARD)“,

„Schlachthof (BR)“, „Prix Pantheon (WDR)“, u.v.m..

Mitten aus dem Leben, manchmal böse, aber immer irrsinnig komisch, zynisch und

zugleich warmherzig. Das sind Attribute, die man mit diesem österreichischen Kabarettisten

verbindet. Er selbst sagt von sich nur, er betreibt österreichisches Nörgeln

mit deutscher Gründlichkeit. In seinem vierten Soloprogramm läuft er gegen Türen,

begegnet Plüschelefanten, antiken Göttern und sich selbst beim Monopoly. Wieder

einmal entstehen Geschichten mit verblüffenden Wendungen, tieftraurig und zum

Brüllen komisch. Zynisch und warmherzig, banal und zugleich erstaunlich geistreich. Eine

Erklärung zu den wirklich wichtigen Dingen, warum es so viel davon gibt und warum wir

so wenig davon haben.

Eintritt: VVK 20 € / AK 22 € / erm. 18 €

Fr,

22.4.

20 Uhr

Kabarett

Poetry-Slam

Fr,

6.5.

20 Uhr

David Kebekus

„überragend“

Dinge, die David überragend findet, sind speziell bis manchmal sehr heikel. Aber präsentiert

aus einer Perspektive, aus der man dann doch drüber lachen muss. Überraschend anders

zeigt David in seinem zweiten Programm, wie interessante Comedy funktionieren kann.

Über große Theorien bis zu den kleinen Kämpfen des Alltags. Mit seiner angenehm ruhigen

Art präsentiert er unaufgeregt auch gern heftige Aussagen. Hierbei gelingt es ihm immer,

eine Verbindung zur Gesellschaft und aktuell diskutierten Problemen herzustellen. Handgemachtes

Material, auf Open Mics erarbeitet, ausgefeilt und mit Selbstironie und Herzblut

befüllt. Die reinste Form der Unterhaltung. Ein Mikro und viele persönliche Geschichten.

Lassen Sie sich erst berieseln und denken Sie dann zu Hause doch noch einmal drüber nach.

Eintritt: VVK 20 €/ AK 22 € / erm. 18 €

Slammer Filet

Poetry Slam vom Besten aus Bremen

Eine Bühne, ein Mikrofon, ein wortgewandter Moderator und fünf handverlesene

Sprachakrobaten – mehr braucht es nicht für einen Poetry Slam. Unter diesem Begriff

verbirgt sich bekanntlich die wohl populärste Form des Dichterwettstreits der Moderne.

Ein Poetry Slam ist rasant, dynamisch, interaktiv und abwechslungsreich. Da trifft der

Lyriker auf die Kurzgeschichtenerzählerin, die Dadaistin auf den Comedian – und das

Publikum ist die völlig subjektive Jury.

Das ‚Slammer Filet‘, der größte Poetry Slam-Veranstalter in Bremen und Umgebung

erneut in Quakenbrück!Poetry Slam vom Besten! Eine Schlacht der Dichter – Gesang,

Requisiten und Hilfsmittel sind verboten.

Eintritt: VVK 20 €/ AK 22 € / erm. 18 €

Fr,

13.5.

20 Uhr

A c h t u n g !

Kein Einlass nach Beginn

der Veranstaltung!

Poetry-Slam

Ausgabe Frühjahr 2021 mq | 75


Stadtpark-Openair

Foto: Burgmannskapelle Quakenbrück

VERANSTALTUNGEN IM ARTLAND

Alle Termine ohne

Gewähr!

Quelle: www.artland.de

04 APRIL

05 MAI

06 JUNI

Gartenschau

„Quakenbrück Natürlich“

mit verkaufsoffenem Sonntag

Sa, 02.04.2022 - So, 03.04.2022

Veranstaltungsort:

Marktplatz Quakenbrück

Veranstalter: Stadt Quakenbrück

„3. Meisterschaft

der Vereine und Clubs“

Sa, 02.04.2022, 14:00 Uhr

Veranstaltungsort: Schützenhalle

Hengelage, Quakenbrück

Veranstalter: Schützenverein

Hengelage-Brokstreek e. V.

Konzert „Frühlingserwachen“

Gwylim Simcock und Stuttgarter

Kammerorchester

Fr, 08.04.2022

Veranstaltungsort: Artland Gymnasium

Quakenbrück

Veranstalter: TourismusMarketing

Artland GmbH

Philipp Scharrenberg:

„Realität für Quereinsteiger“

Fr, 08.04.2022, 20:00 Uhr

Veranstaltungsort:

Theaterwerkstatt, Quakenbrück

Veranstalter:

Theaterwerkstatt Quakenbrück e. V.

Telefon: 05431 2644, www.theaterwerkstatt-quakenbrueck.de

Stadtmeisterschaften

im Hallenbosseln

Sa, 09.04.2022

Veranstaltungsort: Artland-Sporthalle

Jahnstraße, 49610 Quakenbrück

Veranstalter: Freundeskreis

Körperbehinderter Quakenbrück e. V.

Artland Dragons -

Phoenix Hagen

Sa, 09.04.2022, 19:30 Uhr

Tickets, aktueller Spielplan

und weitere Infos unter

www.artland-dragons.de

Ort: Artland Arena, Jahnstraße 19,

49610 Quakenbrück

Kabarettabend mit Hans Gerzlich

Mi, 13.04.2022, 20:00 Uhr

Veranstaltungsort:

Theaterwerkstatt, Quakenbrück

Veranstalter:

Theaterwerkstatt Quakenbrück e. V.

Telefon: 05431 2644, www.theaterwerkstatt-quakenbrueck.de

21. Ökumenische Filmtage:

„Nomadland“

Mi, 20.04.2022, 19:45 Uhr

Veranstaltungsort: Schauburg

Filmtheater, Schiphorst 4, Quakenbrück

Veranstalter: Arbeitskreis Christlicher

Kirchen im Artland

Stefan Waghubinger:

„Ich sag‘s jetzt nur zu Ihnen ...“

Fr, 22.04.2022, 20:00 Uhr

Veranstaltungsort:

Theaterwerkstatt, Quakenbrück

Veranstalter:

Theaterwerkstatt Quakenbrück e. V.

Telefon: 05431 2644, www.theaterwerkstatt-quakenbrueck.de

#DeineAusbildungSuchtDich! -

Familienabend

Di, 26.04.2022, 18:00 - 20:00 Uhr

Veranstaltungsort:

cdVet Naturprodukte GmbH

Industriestr. 9-11, 49584 Fürstenau

Veranstalter: ILEK-Region Nördliches

Osnabrücker Land und MaßArbeit

#DeineAusbildungSuchtDich! -

Ausbildungsmesse

Mi, 27.04.2022, 08:30 - 14:00 Uhr

Veranstaltungsort:

cdVet Naturprodukte GmbH

Industriestr. 9-11, 49584 Fürstenau

Veranstalter: ILEK-Region Nördliches

Osnabrücker Land und MaßArbeit

David Kebekus

„überragend“

Fr, 06.05.2022, 20:00 Uhr

Veranstaltungsort:

Theaterwerkstatt, Quakenbrück

Veranstalter:

Theaterwerkstatt Quakenbrück e. V.

Telefon: 05431 2644, www.theaterwerkstatt-quakenbrueck.de

Muttertagskonzert der

Burgmannskapelle Quakenbrück

So, 08.05.2022, 14:00 - 17:00 Uhr

Veranstaltungsort:

Marktplatz Quakenbrück

Markt 1, 49610 Quakenbrück

Veranstalter: Burgmannskapelle

Quakenbrück e. V.

Maimarkt in Quakenbrück

Fr, 13.05.2022

Veranstaltungsort: Marktplatz

und Neuer Markt Quakenbrück

Veranstalter: Stadt Quakenbrück

Markt 1, 49610 Quakenbrück

Slammer-Filet -

Poetry Slam Wettbewerb

Fr, 13.05.2022, 20:00 Uhr

Veranstaltungsort:

Theaterwerkstatt, Quakenbrück

Veranstalter:

Theaterwerkstatt Quakenbrück e. V.

Telefon: 05431 2644, www.theaterwerkstatt-quakenbrueck.de

Kammermusik: David Orlowsky

und Clara-Haskil-Trio

So, 15.05.2022, 18:00 Uhr

Veranstaltungsort:

Artland Gymnasium Quakenbrück

Veranstalter: TourismusMarketing

Artland GmbH

21. Ökumenische Filmtage:

„Das schweigende Klassenzimmer“

Mi, 18.05.2022, 19:45 Uhr

Veranstaltungsort: Schauburg

Filmtheater, Schiphorst 4, Quakenbrück

Veranstalter: Arbeitskreis Christlicher

Kirchen im Artland

Der Gewässer- und Naturlehrpfad

Quakenbrück

Sa, 21.05.2022, 14:00 - 16:30 Uhr

Sa, 21.05.2022, 14:00 - 16:30 Uhr

Veranstaltungsort:Marktplatz Quakenbrück

Markt 1, 49610 Quakenbrück

Veranstalter:

Heimatverein Quakenbrück e. V.

Dinklager Hagen 48, 49610 Quakenbrück

Schnatgang Schützenverein

Hengelage-Brokstreek e. V.

Do, 26.05.2022, 09:00 Uhr

Veranstaltungsort: Schützenhalle

Hengelage, Quakenbrück

Veranstalter: Schützenverein Hengelage-

Brokstreek e. V.

Brückentour entlang der innerstädtischen

Quakenbrücker Hase

Sa, 28.05.2022, 15:00 - 16:30 Uhr

Bei seiner Quakenbrücker „Brückentour“

lässt Wolfgang Osthus die Teilnehmer

diesen Fluss im Hase-Binnendelta mit

seinen mehr als 40 innerstädtischen

Brücken (neu) entdecken. Die Teilnehmer

folgen dem Lauf der Hase durch die Stadt

Quakenbrück, überqueren einige der zahlreichen

Brücken und erfahren viel Interessantes

über die verschiedenen Hase-Arme,

ihre Namen und ihre Geschichte.

Veranstaltungsort:

Artland Gymnasium Quakenbrück

Veranstalter:

Tourismus-Information Artland

11. Sambanale

Sa, 11.06.2022 - So, 12.06.2022

Veranstaltungsort:

Schützenplatz Badbergen

Veranstalter: Carsten Mohring

Schützenfest Hengelage-Brokstreek

Sa, 11.06.2022 - Mo, 13.06.2022

Veranstaltungsort: Schützenhalle

Hengelage, Quakenbrück

Veranstalter: Schützenverein Hengelage-

Brokstreek e. V.

21. Ökumenische Filmtage:

„Gegen den Strom“

Mi, 15.06.2022, 19:45 Uhr

Veranstaltungsort: Schauburg

Filmtheater, Schiphorst 4, Quakenbrück

Veranstalter: Arbeitskreis Christlicher

Kirchen im Artland

Vokalkonzert

mit dem Calmus-Ensemble

So, 19.06.2022, 19:30 Uhr

Veranstaltungsort: St. Marienkirche

Markt 3, 49610 Quakenbrück

Veranstalter: Quakenbrücker Musiktage

Markt 1, 49610 Quakenbrück

Führung an der Sohlengleite

am Schützenhof in Quakenbrück

Sa, 25.06.2022, 14:00 - 15:30 Uhr

Veranstaltungsort:

Sohlengleite am Schützenhof

Schützenhof, 49610 Quakenbrück

Veranstalter:TourismusMarketing

Artland GmbH

76 | mq Ausgabe Frühjahr 2022


Gewinnspiel:

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Ausgabe Frühjahr 2022 mq | 77


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MITTWOCH, 15.06., 19.45 UHR

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MITTWOCH, 15.06., 19.45 UHR

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Oelkers, Druckhaus im Artland GmbH

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Oelkers, Druckhaus im Artland GmbH

REDAKTION

Hans-Wilhelm Oelkers (V.i.S.d.P.),

Ruth Keck, Alexandra Lüders, Detlef

Bülow, Heiko Bockstiegel, Bernd Middendorf,

A. Henemann, Beate Deeken

und Daniel de Oliveira Prudèncio, sowie

Vereine, Firmen, Personen, Gruppen und

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Texte und Fotos zur Verfügung stellen.

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Das MQ+ erscheint in einer Auflage von

10.000 Stück im Artland und punktuell in den

angrenzenden Ortschaften.

Es gelten die Anzeigenpreise gem. Mediadaten

MQ+, Stand Mai 2013.


VR-Bank eG Osnabrücker Nordland

Mode

für Sie & Ihn!

Freuen Sie sich auf die neue

Frühjahrskollektion!

Damen | Herren | Wäsche | Sport- und Jagdbekleidung | Berufsbekleidung

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