Schwachhauser I Magazin für Bremen I Ausgabe 84
Mit dieser Ausgabe kommt der Schwachhauser sehr österlich daher mit Kaufanregungen für Ostern, aber auch wieder mit den Modetrends für Frühling und Sommer 2022. Graffiti ist Kunst und hat einen Markt? Anja. E. Brinckmann beschreibt den weltgewandten Graffiti-Künstler Markus Genesius, der seine Sprühdose nicht mehr aus der Hand legt. Sie selbst hat in Basel eine Galerie eröffnet und zeigt in ihrer ersten Ausstellung die Bremer Künstlerin Csilla Kudor. Weitere Bremer Künstlerinnen und Künstler sollen folgen. Das Schwachhauser Team gratuliert ihr dazu ganz herzlich! Kennen Sie Christine Renken und Karoline Lentz vom Theater InteraktiWo? Schwachhauser Historie kommt durch die „Stöberlust“ der beiden in dies Magazin. Die Bremer Philharmoniker ziehen um und dies machte uns neugierig. Lesenswert die Plauderei zwischen unserer Redakteurin Karla Götz und dem Intendanten Christian Kötter- Lixfeld mit Fotos von Konstantin Zigmann.
Mit dieser Ausgabe kommt der Schwachhauser sehr österlich daher mit Kaufanregungen für Ostern, aber auch wieder mit den Modetrends für Frühling und Sommer 2022.
Graffiti ist Kunst und hat einen Markt? Anja. E. Brinckmann beschreibt den weltgewandten Graffiti-Künstler Markus Genesius, der seine Sprühdose nicht mehr aus der Hand legt. Sie selbst hat in Basel eine Galerie eröffnet und zeigt in ihrer ersten Ausstellung die Bremer Künstlerin Csilla Kudor. Weitere Bremer Künstlerinnen und Künstler sollen folgen. Das Schwachhauser Team gratuliert ihr dazu ganz herzlich!
Kennen Sie Christine Renken und Karoline Lentz vom Theater InteraktiWo? Schwachhauser Historie kommt durch die „Stöberlust“ der beiden in dies Magazin.
Die Bremer Philharmoniker ziehen um und dies machte uns neugierig. Lesenswert die Plauderei zwischen unserer Redakteurin Karla Götz und dem Intendanten Christian Kötter- Lixfeld mit Fotos von Konstantin Zigmann.
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Veranstaltungen<br />
Theater<br />
Ausstellungen<br />
Mode<br />
Trends 2022<br />
Kunst<br />
Markus Genesius<br />
Galerie<br />
Bremerinnen in Basel<br />
Plauderei<br />
Chr. Kötter-Lixfeld<br />
Shopping<br />
Schönes zu Ostern<br />
Spurensuche<br />
Verborgene<br />
Geschichten<br />
<strong>84</strong><br />
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Editorial<br />
Liebe Leserin, lieber Leser,<br />
wenn mich Radio <strong>Bremen</strong> anruft und nachfragt, ob ein<br />
Printmedium wie das <strong>Schwachhauser</strong> <strong>Magazin</strong> mit Papiermangel<br />
zu kämpfen hat, kann ich antworten: nein<br />
... aber! Denn es ist sehr wohl ein großes Problem aller<br />
Drucker und die Preise steigen enorm. Deshalb wird<br />
der <strong>Schwachhauser</strong> auch zusätzlich verkauft. Danke,<br />
dass Sie ihn gerne kaufen und auch abonnieren! Freuen<br />
Sie sich auf jede weitere <strong>Ausgabe</strong>!<br />
Mit dieser <strong>Ausgabe</strong> kommt der <strong>Schwachhauser</strong> sehr<br />
österlich daher mit Kaufanregungen <strong>für</strong> Ostern, aber<br />
auch wieder mit den Modetrends <strong>für</strong> Frühling und<br />
Sommer 2022.<br />
Graffiti ist Kunst und hat einen Markt? Anja. E. Brinckmann<br />
beschreibt den weltgewandten Graffiti-Künstler<br />
Markus Genesius, der seine Sprühdose nicht mehr aus<br />
der Hand legt. Sie selbst hat in Basel eine Galerie eröffnet<br />
und zeigt in ihrer ersten Ausstellung die Bremer<br />
Künstlerin Csilla Kudor. Weitere Bremer Künstlerinnen<br />
und Künstler sollen folgen. Das <strong>Schwachhauser</strong> Team<br />
gratuliert ihr dazu ganz herzlich!<br />
Kennen Sie Christine Renken und Karoline Lentz vom<br />
Theater InteraktiWo? <strong>Schwachhauser</strong> Historie kommt<br />
durch die „Stöberlust“ der beiden in dies <strong>Magazin</strong>.<br />
Die Bremer Philharmoniker ziehen um und dies machte<br />
uns neugierig. Lesenswert die Plauderei zwischen<br />
unserer Redakteurin Karla Götz und Christian Kötter-<br />
Lixfeld.<br />
Ich wünsche Ihnen ein schönes Osterfest, bleiben Sie<br />
gesund!<br />
Viel Freude beim Lesen!<br />
Online lesen<br />
mit dem QR-Code<br />
3
<strong>84</strong> Inhalt<br />
14<br />
KUNST<br />
Markus Genesius<br />
06<br />
PLAUDEREI<br />
Christian Kötter-Lixfeld<br />
26<br />
SPURENSUCHE<br />
Verborgene<br />
Geschichten:<br />
Böttcherstraße<br />
GALERIE<br />
24 Zwei Bremerinnen in Basel<br />
4
44<br />
SHOPPING<br />
Schönes zu Ostern<br />
Immobilienverkauf?<br />
Da<strong>für</strong> hab ich<br />
jemanden!<br />
30<br />
MODE<br />
Trends 2022<br />
52<br />
VERANSTALTUNGEN<br />
Theater<br />
Ausstellungen<br />
Veranstaltungen<br />
70<br />
UNTERHALTUNG<br />
Buchempfehlung<br />
Kreuzworträtsel<br />
Kolumne<br />
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5
Christian Kötter--<br />
Bremer Persönlichkeiten<br />
SERIE<br />
6<br />
Intendant der Bremer Philharmoniker Christian Kötter-Lixfeld im Gespräch mit der SCHWACHHAUSER Redakteurin Karla Götz im neuen Probe- und Konzertsaal
Christian Kötter-Lixfeld wurde 1967 in Witten/Ruhr<br />
geboren und wuchs in einer musikalischen Familie<br />
auf. Mit neun Jahren begann er Violoncello zu spielen.<br />
Neben einer Dozentur in der Erwachsenenbildung<br />
studierte er Rechtswissenschaften und schloss mit dem<br />
Zweiten Staatsexamen als Volljurist ab.<br />
Lixfeld<br />
Als Geschäftsführer und Intendant war er bei<br />
mehreren renommierten Orchestern beschäftigt.<br />
Im August 2002 übernahm Christian Kötter-Lixfeld<br />
die damals neu gegründete Bremer Philharmoniker<br />
GmbH zunächst als Orchesterdirektor. 2005 wurde<br />
er zum Intendanten des Orchesters ernannt. Christian<br />
Kötter-Lixfeld ist Dozent <strong>für</strong> Kulturmanagement an<br />
der Hochschule <strong>Bremen</strong>.<br />
„Wie sieht das Orchester der Zukunft aus?“<br />
Diese Plauderei ist ganz anders als sonst. Zwar fröhlich<br />
und informativ wie immer, aber kein Treffen im Büro<br />
oder Café. Stattdessen stehen zwei Stühle und ein Picknickkörbchen<br />
auf einer Treppe. Ringsum staubt’s, kreischt’s,<br />
poltert’s, hämmert‘s und klappert‘s. Christian Kötter-Lixfeld,<br />
Intendant der Bremer Philharmoniker, hört den Baustellenlärm<br />
mit sichtlichem Vergnügen, denn er weiß: Hier erklingen<br />
Sinfonien. Schon bald. Wir haben im künftigen Proben- und<br />
Aufführungsraum des Orchesters Platz genommen.<br />
Freund alter Industriekultur<br />
Woltmershausen, Hermann-Ritter-Straße: Das riesige<br />
Brinkmann-Areal lag im Dornröschenschlaf. Lux, Peer, Lord<br />
Extra und Schwarzer Krauser waren die klingenden Namen<br />
der Zigaretten, die aus der Bremer Produktionsstätte kamen.<br />
Damals, als Rauchen noch zum guten Ton gehörte. In Halle 1<br />
lagerten die Tabakblätter in Fässern. „Das Gebäude steht unter<br />
Denkmalschutz“, sagt der Intendant,<br />
der im Übrigen die Abläufe<br />
so schildern kann, als sei er damals<br />
dabei gewesen. „Ich bin ein<br />
Freund der alten Industriekultur“,<br />
gesteht der 54-Jährige. Hier entsteht<br />
die „wunderschöne Stätte“,<br />
wie Kötter-Lixfeld sich strahlend<br />
ausdrückt. „Wir freuen uns drauf.“<br />
Genug Platz<br />
Bevor wir uns über den heißen<br />
Kaffee hermachen, starten wir<br />
einen Rundgang. Sagenhaft,<br />
was die Halle 1 an ihrer Kopfseite<br />
auf drei Etagen so birgt. Deren<br />
anderes Ende, also das Pendant<br />
zum Orchestersaal, ist übrigens<br />
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7
Der gläserne Anbau wird auf dem Fundament der ehemaligen Rampe <strong>für</strong> Anlieferer errichtet<br />
und soll Caféteria und Begegnungsstätte zwischen Philharmonikern und Publikum werden.<br />
das Bremer Boulevardtheater. Die Baustelle: Immer<br />
wieder müssen wir zur Seite treten, um Arbeiter mit<br />
Zementtüten oder Geräten vorbeizulassen.<br />
Es wird auf Hochtouren gearbeitet.<br />
Wir passieren ein großzügiges Foyer<br />
mit Umgang im ersten Stock,<br />
Besprechungsraum, Büros <strong>für</strong><br />
Verwaltung, Öffentlichkeitsarbeit,<br />
Besucherservice, Buchhaltung.<br />
Schließlich das künftige Reich des<br />
Intendanten. „Meines ist nicht<br />
größer als das der anderen“,<br />
schmunzelt er. Hatten wir bei<br />
einer GmbH, deren Mitgesellschafter<br />
die Orchestermusiker<br />
sind, auch nicht anders erwartet.<br />
Teamgeist eben.<br />
Wir ahnen, wie lebendig die beiden<br />
großen Räume der Musikwerkstatt werden und werfen<br />
einen Blick auf die geplanten Stimmzimmer und<br />
Garderoben, auf die großzügigen Quadratmeter <strong>für</strong><br />
Notenarchiv, Orchesterlager und die Hinterbühne.<br />
„Jede Abteilung und Instrumentengruppe bekommt<br />
hier ihren eigenen Bereich“, erläutert der Hausherr<br />
angesichts eines langen Ganges mit vielen Türöffnungen.<br />
„Ganz vorne die Blechbläser, dann die Holzbläser,<br />
dann Celli und Bratschen, tiefe Streicher,<br />
hohe Streicher, zwei große Garderoben<br />
<strong>für</strong> Gäste“, sagt Kötter-Lixfeld beim<br />
Schnelldurchgang. Es ist, als höre<br />
man schon, wie die Künstler sich<br />
warmspielen. Rund 100 sind<br />
es bei großer Besetzung.<br />
Begegnungen und<br />
neue Formate<br />
Nicht genug der<br />
zahlreichen Räume,<br />
es gibt noch einen architektonischen<br />
Clou. Eine Art<br />
Veranda, ein gläserner Anbau,<br />
errichtet auf dem alten Fundament<br />
der Rampe <strong>für</strong> Anlieferer.<br />
Arbeitstitel: Caféteria. Im transparenten<br />
Licht soll eine Möglichkeit entstehen, dass Philharmoniker<br />
und Besucher plaudernd aufeinandertreffen.<br />
„Wir könnten uns hier auch kleine Konzerte oder<br />
eine Jazzsession vorstellen“, schwärmt Kötter-Lixfeld.<br />
Die Frage: „Wie sieht das Orchester der Zukunft<br />
aus?“, von ihm selbst rhetorisch gestellt, beantwortet<br />
8
Das großzügige Foyer hat einen Umgang im ersten Stock. Auf der Treppe: Barbara Klein,<br />
verantwortlich <strong>für</strong> Presse und Öffentlichkeitsarbeit der Philharmoniker, oben steht ihre Kollegin<br />
Melanie Tesch, Veranstaltungsmanagement und Social Media.<br />
der Gesprächspartner auch selbst. „Wir merken, dass tradierte Veranstaltungen<br />
nicht mehr ausreichen“, sagt er. Neue Formate werden<br />
hinzukommen, so seine Überzeugung. „Spartenübergreifend.“<br />
Der Orchestersaal gibt das ohne Weiteres her. „Wir können mit<br />
Kulissen arbeiten, Schauspieler, Tänzer hinzunehmen“, spielt der<br />
Intendant Zukunftsmusik und verweist auf das Zentrum <strong>für</strong> Kunst,<br />
das nächster Nachbar ist. So sollen überraschende Synergieeffekte<br />
entstehen, die in neuen Darstellungs- und Präsentationsformen<br />
münden. Außerdem weiß er von seinen Musikerinnen und Musikern,<br />
dass sie Individuelle Leidenschaften hegen und schätzt ihre Kreativität<br />
und Ideenvielfalt. Wer weiß, was an überraschenden Ideen<br />
an diesem ungewöhnlichen Ort entstehen und umgesetzt werden?<br />
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9
Corona habe auch einen positiven Effekt<br />
gehabt. Es habe plötzlich Raum<br />
gegeben, „alte Strukturen aufzubrechen<br />
und mal komplett neu zu denken“.<br />
Unbefangen herangehen<br />
Zurück zum Publikum. „Unkomplizierte<br />
Formen der Vermittlung“ schweben<br />
dem Intendanten vor, denn es sei „immer<br />
schwieriger an Menschen heranzukommen,<br />
die sich bislang nicht <strong>für</strong> klassische<br />
Musik begeistern“. Um diese Zielgruppe<br />
zu erreichen, bringen Vortragsreihen<br />
wenig. „Vielmehr müssen wir versuchen,<br />
durch sparten- und genreübergreifende<br />
Projekte Brücken zu bauen, die den<br />
neuen Zielgruppen einen unbefangenen<br />
Zugang zur Klassik bieten“. Zuhören und<br />
den vollen Orchesterklang einfach mal auf<br />
sich wirken lassen, und dann entscheiden,<br />
„spricht mich das an oder lässt es<br />
mich kalt?“ Neue Wege müssen sein, weil<br />
Kötter Lixfeld sich sicher ist, dass sich die<br />
Kulturlandschaft entscheidend verändern<br />
wird. „Be<strong>für</strong>chtungen wie ´Ich habe doch<br />
keine Ahnung von Klassik, also gehe<br />
ich nicht hin!´ wollen wir entgegentreten und Hemmschwellen<br />
abbauen“, so der Intendant.<br />
Hell und transparent<br />
Mittlerweile sind wir wieder im Orchestersaal angekommen.<br />
„Schuhkartonformat“ nennt Kötter-<br />
Lixfeld flapsig den Grundriss, der in seiner<br />
Breite der Glocke ähnele. „Sehr<br />
gute historische Säle haben<br />
Schuhkartonformat“, unterstreicht<br />
er und nennt als Beispiel den Wiener<br />
Musikverein. Im Woltmershauser<br />
Orchestersaal ist schon allerhand<br />
geschehen. Die Podeste <strong>für</strong> Zuhörerinnen<br />
und Zuhörer sind bereits terrassenförmig<br />
aufgebaut. An den Seiten<br />
hängen Gitterraster. Hierauf sollen Lamellen<br />
aus sandfarbenem Holz angebracht<br />
werden. „Wir wollen alles ganz hell und<br />
transparent gestalten, etwas nach skandinavischem<br />
Vorbild“, freut sich der Intendant. An<br />
der Decke hängen bereits die Platten, die den<br />
Schall lenken und schlucken. „Als ursprüngliche<br />
Lagerhalle <strong>für</strong> Tabakfässer ist die Halle überakustisch.“<br />
Spezialisten waren bereits am Werk. Die<br />
Akustiker haben modellhaft ausgerechnet, wie die<br />
Der eindrucksvolle Proben- und Aufführungssaal hat einen terrassierten Zuschauerraum.<br />
10
Der Schall wird von Deckenplatten gelenkt, um ein optimales Klangerlebnis zu erzielen. Foto: Justus Grosse Immobilienunternehmen<br />
Deckenelemente gehängt werden müssen, um eine<br />
optimale Klangwirkung zu erreichen. „Im Moment ist<br />
das alles reine Theorie“, relativiert der Gesprächspartner,<br />
doch die „Stunde der Wahrheit“ sei nicht mehr<br />
fern, denn schon bald wird hier die erste Orchesterprobe<br />
stattfinden.<br />
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Ein kompakter Alleskönner: der Ruark R3.<br />
Platz <strong>für</strong> 100 Musiker und 380 Zuhörer<br />
Platz ist jedenfalls genug. „Für Bruckner oder Mahler<br />
brauchen wir die große Besetzung. Um die 100 Orchestermitglieder<br />
finden hier Platz. Und zwar in einer<br />
1:1-Anordnung wie im Konzerthaus Glocke.“ Dazu<br />
passen 380 Zuhörerinnen und Zuhörer hinein. „In<br />
erster Linie wird es unser Probensaal, aber öffentliche<br />
Konzerte sind im Tabakquartier natürlich auch geplant.“<br />
Die Frage: Geben die Philharmoniker die Glocke<br />
auf? kann man sich auch gleich selbst beantworten.<br />
Der Art Deco-Bau hat immerhin 1400 Plätze und ist<br />
bei den Konzerten der Philharmoniker nicht selten<br />
ausverkauft. „Alles läuft so weiter wie bisher. Das<br />
hiesige Angebot im kleineren Format kommt on top“,<br />
sagt der Intendant.<br />
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Auch ein Terminwunder hat Christian Kötter-Lixfeld<br />
im Zusammenhang mit dem neuen Domizil erlebt.<br />
Erst vor drei Jahren erfuhr er von der Erschließung<br />
Erhältlich in Matt Grau und Walnuss<br />
11
Details aus Zeiten der Tabakfabrik sollen erhalten werden, um den Industriecharme zu zitieren.<br />
Kleines Bild: Gesamtansicht der Tabakfabrik. Foto: Justus Grosse Immobilienunternehmen<br />
12<br />
des Tabakquartiers. „Seitdem bin ich mit dem Geschäftsführer<br />
von Justus Grosse, Joachim Linnemann,<br />
und der Kulturstaatsrätin Carmen Emigholz in<br />
engem Gespräch.“ Dann ging es Schlag auf Schlag.<br />
Nach dreijähriger Planungs- und Umbauphase<br />
wird bereits in diesem September die<br />
offizielle Eröffnung sein. Das Tabakquartier<br />
sei von vornherein<br />
auf urbane Vielfalt angelegt.<br />
Wohnraum, Kultur, Gastronomie,<br />
Sport und Infrastruktur<br />
werden von Anfang<br />
an mitgeplant. „Und wir<br />
mittendrin!“ In einem ist<br />
sich der Intendant der Philharmoniker<br />
absolut sicher:<br />
„Es wird ein Meilenstein <strong>für</strong><br />
unser Orchester, den Stadtteil<br />
Woltmershausen und<br />
die Stadt <strong>Bremen</strong>.“ Im April<br />
will der Intendant das komplette<br />
Orchester zusammenrufen.<br />
Dann soll hier<br />
erstmals geprobt werden,<br />
eine „dicke“ Brucknersinfonie<br />
steht auf dem Programm.<br />
Eines unterstreicht Christian<br />
Kötter-Lixfeld am Ende der Baustellen-Plauderei: „Der<br />
Umzug passt gut zu unserem Jubiläum im Jahr 2025.<br />
Dann werden wir als ältestes bürgerliches Symphonieorchester<br />
Deutschlands 200 Jahre jung.<br />
Das Tabakquartier, wo Tradition<br />
und Moderne innovativ aufeinandertreffen,<br />
gibt uns den Impuls,<br />
neue Seiten <strong>für</strong> uns und <strong>für</strong><br />
das Publikum aufzuschlagen.“<br />
Text: Karla Götz<br />
Fotos: Konstantin Zigmann<br />
Christian Kötter-Lixfeld freut sich mit seinem Team auf<br />
die neuen Möglichkeiten im Tabakquartier.
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Viele wissen: Der einfachste Weg zum<br />
neuen Bad beginnt mit ELEMENTS.<br />
Mehr als nur Schwarz und Weiß:<br />
ELEMENTS bringt Farbe ins Bad<br />
Hier trifft sich das „Who is who“ der<br />
deutschen und internationalen Markenhersteller.<br />
Von der Designer-Wanne, frei<br />
im Raum stehend, bis zur Walk-in-Dusche<br />
im urbanen Loft-Style liefern sie jene Elemente,<br />
aus denen ELEMENTS dann den individuellen<br />
Traum vom Bad „komponiert“.<br />
Bei Deutschlands Verbrauchern kommt<br />
die Rundum-sorglos-Betreuung mit der<br />
persönlichen Note, die an mittlerweile<br />
260 Standorten miterlebt werden kann,<br />
bestens an. Auf dem einfachsten Weg zum<br />
neuen Bad ist zeitloses Weiß noch immer<br />
nachgefragt, an der Wand, bei der Keramik<br />
wie bei den Badmöbeln. Doch immer<br />
mehr bekennen Farbe – und setzen neue<br />
Akzente. Statt klassischem Chrom ziehen<br />
heute Schwarz oder Kupfer ein.<br />
Mattschwarz und gebürstetes Kupfer<br />
„Immer mehr Kunden finden den Kontrast<br />
zwischen den schwarzmatten Armaturen<br />
und der weißen Keramik sehr stylisch.<br />
Auch Oberflächen wie gebürstetes Kupfer<br />
sind bei Armaturen sehr beliebt“, sagt<br />
ELEMENTS-Expertin Rita Janssen. Dazu<br />
stoßen farbige Duschwannen, die an<br />
die Bodenfliesen angepasst werden, auf<br />
immer regeres Interesse. Funktion trifft<br />
auf Form – und Farbe: Das gilt <strong>für</strong> die modernen<br />
Heizkörper, die in Lindgrün und<br />
warmen Naturtönen ebenso strahlen wie<br />
im coolen Anthrazitgrau. Das Ende eines<br />
Klassikers? „Auf keinen Fall. Weiß bleibt<br />
und blüht sogar neu auf. Gefragt sind neuerdings<br />
Keramikoberflächen in Mattweiß,<br />
die auch in der Haptik höchst spannend<br />
sind.“ Grundsätzlich stelle man fest, so Rita<br />
Janssen, dass viele etwas haben möchten,<br />
das nicht dem Standard entspricht, was<br />
einfach mal „was anderes ist“.<br />
ELEMENTS-SHOW.DE<br />
13
Markus<br />
GENESIUS<br />
KUNST<br />
Look back, Spraypaint on canvas, 130cm x 130cm, 2017<br />
14
Markus Genesius -WOW123- ein Künstler, der den<br />
inneren Konflikt um seine künstlerischen Fähigkeiten<br />
und seinen Wirkungskreis längst ausgetragen hat und<br />
ihn wegweisend doch beständig in sich trägt.<br />
I am Markus Genesius. All I wanna do is paint!<br />
Das ist die Aussage, die der Künstler allem voranstellt.<br />
I wanna paint! Und das tut er dann auch. Ununterbrochen<br />
gestaltet er seit über 30 Jahren mal mehr, mal<br />
weniger gigantische Bilder, die in ihrer Formensprache<br />
und Farbgebung auf ganz unterschiedliche Weise<br />
beeindrucken. Er tut das mit einem <strong>für</strong> den zeitgenössischen<br />
Kunstmarkt immer noch besonderen Mittel.<br />
Markus Genesius ist nicht Maler, Zeichner oder etwa<br />
Bildhauer, sondern er ist Sprayer. Sein Werkzeug ist<br />
nicht der Pinsel oder der Stift, sondern die Sprühdose,<br />
und die hat er in all den Jahren praktisch nicht mehr<br />
aus der Hand gelegt.<br />
„Ich bin Markus Genesius. Alles, was ich will, is malen.“<br />
So steht es lässig auf seiner Homepage und lernt man<br />
ihn kennen, nimmt man ihm seine Lässigkeit gerne<br />
ab. Kein Wunder, der Künstler war einst einmal Hip<br />
Hopper und Breakdancer und nahm, 1974 in <strong>Bremen</strong><br />
geboren, in den 80ern mit gerade einmal 14 Jahren<br />
seine erste Spraydose in die Hand, um anzusetzen zu<br />
seinem ersten Graffito. Die Art von Kunst, die oft von<br />
Schriftzügen und Zeichen dominiert wird und überall<br />
im Außenraum der Städte zu finden ist. Die Art von<br />
Kunst, die Street-Art oder Urban-Art genannt wird<br />
und deren Graffiti-Szene in Deutschland damals noch<br />
in den Kinderschuhen steckte. Dem ersten Graffito<br />
von Markus Genesius sollten dennoch unzählige andere<br />
in vielfältigen Varianten folgen.<br />
Die Geschichte der Spraydose und der Graffiti-Kunst<br />
nahm im New York der 70er ihre Anfänge. Die Jahre<br />
1973-19<strong>84</strong> werden als das goldene Zeitalter des New<br />
Yorker Subway-Graffiti bezeichnet. Markus Genesius<br />
kennt sie alle, die sogenannten „Graffiti Kings“ aus der<br />
Szene dort. Namen wie BLADE, LEE und SEEN und<br />
Blek le Rat sind ihm vertraut. Letzterer, ein französischer<br />
Künstler, beeinflusste mit seinen Arbeiten viele<br />
making<br />
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15
Almost black, Spraypaint on canvas, 100 x 100cm, 2017<br />
andere, darunter den heute weltweit berühmten britischen<br />
Streetart-Künstler Banksy, der seinen bürgerlichen<br />
Namen nie verraten hat.<br />
Mitte der 80er fand die Bewegung ihren Weg dann<br />
nach Europa und breitete sich von Amsterdam, Paris<br />
und London über den gesamten Kontinent aus. In<br />
Deutschland hat Markus Genesius die Graffiti-Kunst<br />
seit ihren Anfängen mit gestaltet und sich in der Szene<br />
einen Namen gemacht.<br />
WOW123 lautet sein Tag, jenes Namenslogo, das<br />
ein jeder Sprayer damals wie heute nicht oft genug<br />
in den Straßen hinterlassen kann an den Graffitis auf<br />
Häuserzeilen, Mauern und anderem Untergrund. Die<br />
Städte sind voll davon und auch in <strong>Bremen</strong> allerorts zu<br />
finden. Längst nicht mehr als illegale Schmierereien<br />
verschrien, werden sie heutzutage legal und bewusst<br />
eingesetzt zur Verschönerung des urbanen Stadtbildes.<br />
Und im Gegensatz zu den 70ern und 80ern ist<br />
die U-Bahn in New York praktisch Graffiti-frei. Die<br />
Sprayer-Szene lebt, aber das meist dort, wo ihr öffentliche<br />
Plätze zur Verfügung gestellt werden, und<br />
die Graffiti-Kunst ist etabliert, sogar das Museum of<br />
Modern Art widmet ihr immer wieder Ausstellungen.<br />
Auch Markus Genesius ist längst zum legalen Sprayen<br />
übergegangen und hat sich die Kunst mit Atelier und<br />
Galeriebetrieb zum Beruf gemacht. Ein fast normales<br />
Künstlerdasein also, seine Visitenkarten hinterlässt<br />
er aber nicht nur auf den Leinwänden, sondern au-<br />
16
ßerdem in den Straßen der Städte. Der Weg dahin<br />
war keiner, den er sich einfach gemacht hätte, da war<br />
dieser starke innere Konflikt, den er beständig mit sich<br />
herum getragen hat.<br />
In den Anfängen war es selbstverständlich eine spannende<br />
Sache, das eigene Namenslogo möglichst<br />
prominent in den Straßen der Städte zu platzieren,<br />
auf Hauswänden, Brückenpfeilern, Tunnelmauern<br />
und auf Zugwaggons. Aber es war keine Grundlage<br />
<strong>für</strong> ein Leben mit Familie wie er es heute lebt. Neben<br />
seinen vielen Aktivitäten in der Graffiti-Szene absolvierte<br />
Markus Genesius eine Kaufmännische Ausbildung,<br />
besuchte die Fachoberschule <strong>für</strong> Gestaltung<br />
und dachte daran, an der Hochschule <strong>für</strong> Künste zu<br />
studieren. Doch1998, als er sich dort bewarb, waren<br />
die Professoren, die in der Kunst anleiteten, womöglich<br />
noch nicht bereit <strong>für</strong> einen Sprayer. Graffiti hatte<br />
den schlechten Ruf als Wandschmiererei, auch wenn<br />
der sich mehr und mehr veränderte. Spätestens seit<br />
Banksy mit seinen Spray-Kunstwerken ein Begriff<br />
wurde, waren die Grenzen zwischen Street Art, Urban<br />
Art und der klassischen Kunstszene stark aufgeweicht.<br />
Immer auf der Suche nach neuen Wegen hatte Markus<br />
Genesius im Jahr 2000 eine erste Ausstellung in<br />
der Pro Art Galerie im Neustädter Bahnhof in <strong>Bremen</strong>.<br />
Aber damit war er noch längst nicht angekommen.<br />
Sein innerer Konflikt hielt ihn weiter in Atem. „Sie<br />
haben sich <strong>für</strong> mich nicht richtig angefühlt diese Graffitos<br />
eines neben dem anderen auf den Leinwänden.<br />
Die Motive <strong>für</strong> künstlerische Werke in den Straßen<br />
sind einfach andere als die <strong>für</strong> solche auf Stoff. Was<br />
als Aktion statt findet, wenn ich einen Zugwaggon<br />
bespraye oder mich in den Straßen der Stadt tummele,<br />
ist schlecht auf Leinwand zu transformieren oder<br />
darauf zu konservieren. Außerdem verändern sich<br />
die Wände in den Straßen der Städte ständig und<br />
haben nicht Bestand wie die Gemälde auf Leinwand.<br />
Ich spürte damals, ich war einfach noch nicht so weit,<br />
dass es sich <strong>für</strong> mich richtig angefühlt hätte. Ich hatte<br />
mein Thema <strong>für</strong> die Arbeit in einem Atelier noch nicht<br />
gefunden“, erzählt der Künstler. Da steckte er nun<br />
also mittendrin in diesem inneren Konflikt, dem er bis<br />
heute einen Namen gibt, wenn er sein gerade erst<br />
erschienenes Buch, ein Bild oder eine Skulptur mit<br />
„Inner Conflict“ betitelt, weil der ihn noch heute auf die<br />
eine oder andere Art vorantreibt. Wenn auch längst<br />
nicht mehr in der Intensität wie damals, als es existenziell<br />
war ihn, aufzulösen und zwischen dem künstlerischen<br />
Schaffen in den Straßen und dem klassischen<br />
Kunstbetrieb, <strong>für</strong> den er die Straße ins Atelier holen<br />
musste, seinen Weg zu finden.<br />
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„Bremer Mülltonnenbox“<br />
17
Marseille2, Second layer, Relief, 175 x 80cm, 2019<br />
Portfolio 3, No Signal, Acrylicbox, wodden sculpture, 60cmx60cm, 2018<br />
„Was kann ich <strong>für</strong> mich als Thema finden, das eine<br />
Berechtigung auf der Leinwand hätte?“, war die Frage,<br />
die ihn jahrelang umtrieb und <strong>für</strong> die er dann an<br />
die zehn Jahre nach seiner ersten und einzigen Ausstellung<br />
eine Antwort fand. Er entdeckte etwas, das<br />
jüngere Generationen nicht mehr kennen, an das sich<br />
ältere jedoch sehr genau erinnern aus Zeiten, als es<br />
noch einige wenige Fernsehprogramme und Sendezeiten<br />
gab: das Testbild. Es ist eine Erinnerung an eine<br />
Zeit, in der der TV nicht rund um die Uhr eingeschaltet<br />
werden konnte, sondern die wenigen TV-Sender,<br />
die es damals gab, lange Sendepausen einlegten. Es<br />
geschah <strong>für</strong> gewöhnlich um die Vormittagszeit und<br />
nachts zu später Stunde. Für diese Auszeiten gab es<br />
ein immer gleiches Fernsehtestbild, welches dazu da<br />
war, den Empfang via Antenne in Zeiten vor Kabelund<br />
Satelliten-TV möglichst scharf einzustellen. Ein<br />
Bild, dessen Zentrum beherrscht ist von einem bunten<br />
18
M_04_2022_1.qxp_om 14.03.22 17:26 Seite 73<br />
Farbblock, umrundet von einem weißen Kreis, der<br />
Hintergrund schwarz mit einem Muster aus weißwandigen<br />
Karos. So oder ähnlich könnte man das Testbild<br />
beschreiben. So oder ähnlich fließt das Testbild seit<br />
seiner Entdeckung in die Bilder von Markus Genesius<br />
und auf seine seither zahllos entstandenen Leinwände.<br />
Weiß, Gelb, Türkis, Grün, Pink, Rot, Blau und<br />
Schwarz, die Farben darauf halten sich zurückhaltend<br />
im Hintergrund oder beherrschen deren gesamte Szene.<br />
Der Künstler hat das Testbild fest in seine künstlerische<br />
Arbeit integriert und sich in etlichen Varianten<br />
mit dessen Farben und den Formen beschäftigt. Ein<br />
allbekanntes Signal wird so von ihm aufgenommen,<br />
neu formiert, deformiert. Seiner Auseinandersetzung<br />
mit den Farben und der Formgebung des Testbildes<br />
sieht der Künstler keine Grenzen gesetzt und er hat<br />
darum noch viele Ideen. Es war also folgerichtig, Markus<br />
Genesius mietete sich ein Atelier und unternahm<br />
mit der Spraydose einen mutigen Neuanfang.<br />
Auch andere Künstler sind diesen Weg gegangen.<br />
Keith Harring (1958-1990) etwa, der als Untergrund-<br />
Zeichner legendär wurde und diese Karriere gegen die<br />
klassische Künstlerkarriere eintauschte, gilt heute als<br />
der Vertreter der Pop Art der 80er Jahre schlechthin.<br />
Markus Genesius profitiert von diesem sehr ertragreichen<br />
Symposium seiner beiden Arbeitsweisen:<br />
Der legalen künstlerischen Tätigkeit im Freien an den<br />
Hauswänden in Städten der ganzen Welt und der in<br />
seinem Atelier auf den Leinwänden. Und er sprayt<br />
nicht nur erfolgreich, sondern baut großformatige<br />
Skulpturen und Wandreliefs, experimentiert mit Glas<br />
und Holz und designt Teppiche. In <strong>Bremen</strong> hat er unzählige<br />
Gebäude mit seinen Kunstwerken versehen,<br />
war zum Kunstfrühling eingeladen und mit seinen<br />
Werken mehrmals in der Städtischen Galerie vertreten<br />
sowie im Hafenmuseum. Wer seine Kunst einmal<br />
entdeckt hat, vergisst sie nicht. Mit seiner Kunst ist er<br />
auch national wie international erfolgreich, das zeigt<br />
die umfangreiche Liste seiner Projekte und Ausstellungen<br />
nicht nur in Deutschland, sondern auch in<br />
Frankreich, Spanien, England, Belgien, Finnland, Marokko,<br />
Neuseeland und China.<br />
19
Stopover Heidelberg, Case, WOW123, Heidelberg, 2017<br />
HMPWERS, <strong>Bremen</strong>, Germany, 2020, Wow123<br />
Gerade erst ist er nach Frankreich gereist, um in Toulouse<br />
an der Urban Art Group Exhibition „Mr. Freeze“<br />
teilzunehmen. Bereits zum 5. Mal wurde er dorthin als<br />
einer von um die 70 anderen internationalen Sprayer-<br />
Künstlern eingeladen. Gemeinsam mit ihnen erarbeitete<br />
er eine gigantische Ausstellung, die noch bis zum<br />
8. Mai 2022 besucht werden kann.<br />
Markus Genesius wurde eine Wand von 6x10 Metern<br />
zugeteilt, die er mit zwei Künstler-Kollegen und<br />
etlichen Spraydosen zu bearbeiten hatte. Im Vorfeld<br />
wusste er nicht, um welche Künstlerkollegen es sich<br />
dabei handelte, doch das ist <strong>für</strong> ihn nie ein Problem.<br />
In der Szene ist man eingespielt und aufeinander eingestellt,<br />
die gemeinsame Arbeit wird hier anders als<br />
im klassisch zeitgenössischen Kunstbereich groß geschrieben<br />
und es klappt immer. Der Künstler sieht das<br />
als großen Vorteil seiner Graffiti Karriere.<br />
20
Markus Genesius, Foto: Axel Stock<br />
Für das Festival hat er im Vorfeld außerdem Bauteile<br />
aus Holz angefertigt sowie eine Blankobox mit einer<br />
Acryglashaube versehen und sie nach Frankreich geschickt.<br />
Es ist die Idee eines Holzreliefs, die er dort zu<br />
verwirklichen beabsichtigt.<br />
Shut up and pray! So benannte er sein letztes Relief,<br />
das er auf dem Festival Freeze 2018 gebaut hat. Damit<br />
entnahm der Künstler dem Wort seiner Passion,<br />
dem „spray“, ein „s“ und formulierte seine Passion um<br />
ins Gebet. Man könnte meinen, fast schon im Sinne<br />
eines „All I wann do is pray“. Dabei hatte er zu der<br />
großformatigen Arbeit zunächst kein Konzept, als er<br />
anreiste. Erst, als er in Toulouse an einer Ampel stand<br />
und sich einer Person in einem T-Shirt mit der Aufschrift<br />
PRAY gegenüber sah, machte es Klick und er<br />
hatte die Idee, die ihn zu seinem Kunstwerk antrieb,<br />
das andere jedoch durchaus auch anders verstanden.<br />
Das riesige Kreuz, eine vier mal acht Meter hohe<br />
Holzinstallation, die er anfertigte und dem er jenen<br />
Titel gab, stand <strong>für</strong> ihn als symbolischer Platzhalter<br />
und gerade nicht etwa als Huldigung des Christentums.<br />
Dass er damit auch schockierte, stört ihn nicht.<br />
Nicht selten ist es Graffiti-Künstlern ein Anliegen, auf<br />
Missstände aufmerksam zu machen und durchaus<br />
auch Gesellschaftskritik einzusetzen. Keith Haring<br />
oder Banksy haben immer wieder solche Statements<br />
gesetzt und international auf sich aufmerksam gemacht.<br />
Und gerade weil Markus Genesius sich als<br />
Weltenbummler versteht, der sich in jeder Kultur dieser<br />
Welt willkommen fühlt, ist es ihm ein Anliegen auf<br />
die Diversität von Religionen und deren Berechtigungen<br />
aufmerksam zu machen. Toleranz und Weltoffenheit<br />
gehören zu seinen Themen. Schließlich hat er<br />
in den letzten 30 Jahren im Zuge von Hip-Hop- oder<br />
Sprayer-Festivals, denen er Besuche abstatten durfte,<br />
44 Länder bereist. Das Netzwerk, das sich Markus<br />
Genesius so aufgebaut hat, ist riesig und es sind aber<br />
auch Freundschaften mit Menschen auf der gesamten<br />
Welt entstanden, wo<strong>für</strong> er sehr dankbar ist.<br />
21
Markus Genesius, Arbeit an La Mire bleue<br />
Seine Pariser Galerie hat ihm zudem zwei große<br />
Leinwände nach Toulouse schicken lassen, damit er<br />
sie mit seiner Kunst bestückt. Arbeitsreiche Tage in<br />
Toulouse also. Nichts, was er nicht gewohnt wäre. Um<br />
den Inhalt seiner künstlerischen Arbeit macht er sich<br />
trotzdem immer erst Gedanken, wenn er angekommen<br />
ist. Es gibt allenfalls ein Grundkonzept, das er zu<br />
modifizieren versteht, im Übrigen jedoch kein eines<br />
Konzept und keine Skizzen. 80% seines künstlerischen<br />
Schaffens entsteht spontan aus dem Moment<br />
heraus. Deshalb achtet er immer sehr genau darauf,<br />
22
WIR SAGEN<br />
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La Mire bleue, Marseille, France, 2019<br />
wie der auf ihn wirkt und verlässt sich vollkommen auf seine Reaktion<br />
auf die Umgebung. „Viel spannender ist es doch sich nicht festlegen<br />
zu müssen. So habe ich alle Freiheiten und verstehe es geradezu als<br />
Konzept, kein Konzept zu haben und auf das surrounding des urbanen<br />
Raumes und auf die kulturelle Begegnung eines oft fremden<br />
Landes vor Ort reagieren zu können.“<br />
Markus Genesis möchte den Überblick behalten und sich künstlerisch<br />
auf keinen Fall wiederholen. Spannend, was er gerade erst in Toulouse<br />
an Kunst geschaffen hat. Seine Auseinandersetzung mit der<br />
politischen Weltlage könnte mit hinein geflossen sein. Andererseits<br />
sieht er durchaus auch die anderen Baustellen auf unserer Welt, die<br />
seiner Meinung nach nicht zu vergessen sind.<br />
Egal wie, Markus Genesius trägt den Sprayer-Style in sich wie seinen<br />
Inner Conflict, der deutlich leiser geworden sein dürfte. Er kennt den<br />
deutschen Rapper Samy Deluxe, der sich von ihm eine 3-dimensionale<br />
Monster-Installation in die Küche bauen ließ und überhaupt<br />
das erste Mal in seinem Leben Kunst kaufte, weil Markus Genesius<br />
authentisch ist und überzeugt. Das, wie auch seine lässige Sprache,<br />
dürfte auch die jüngere kunstinteressierte Generation beeindrucken,<br />
die längst nicht mehr mit dem Testbild aufgewachsen ist.<br />
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Text: Anja E. Brinckmann<br />
23
ERÖFFNUNG<br />
Blick in die großzügigen Räume mit Werken der Bremer Künstlerin Csilla Kudor<br />
Zwei Bremerinnen in Basel<br />
Csilla Kudor in der Galerie von Anja E. Brinckmann<br />
Eleganter Eingang zur neuen Galerie<br />
In Basel gibt es in dem hübschen Neubad-Quartier<br />
um den Neuweiler Platz herum seit Mitte Februar eine<br />
Kunst-Galerie <strong>für</strong> zeitgenössische Kunst. Anja Edith<br />
Brinckmann, langjährige Kolumnistin des <strong>Schwachhauser</strong><br />
<strong>Magazin</strong>s und Verfasserin etlicher Beiträge zur<br />
Kunstszene <strong>Bremen</strong>s, hat sie dort eröffnet.<br />
Seit über zwei Jahren lebt Anja Edith Brinckmann mit<br />
ihrer Familie in der Schweiz und hat sich kurzfristig, aus<br />
einer recht spontanen Eingebung heraus, entschlossen,<br />
die schönen Galerieräume an der mit Geschäften und<br />
Cafés belebten Neuweilerstrasse anzumieten. Künst-<br />
lerinnen und Künstlern aus Deutschland, Holland, der<br />
Schweiz und anderen europäischen Ländern soll hier<br />
ein Ausstellungsraum <strong>für</strong> ihre Kunst zur Verfügung<br />
stehen.<br />
Die erste Vernissage, die ich nicht verpassen wollte,<br />
fand am 18.02.2022 statt mit den Bildern der im<br />
<strong>Schwachhauser</strong> <strong>Magazin</strong> mehrfach vorgestellten<br />
Künstlerin Csilla Kudor, die da<strong>für</strong> eigens mit dem Auto<br />
aus <strong>Bremen</strong> in die Schweiz angereist ist. Und ich war<br />
spontan mit von der Partie, denn wegen des Orkans<br />
Ylenia war mein Zug komplett ausgefallen, mein Zugticket<br />
also hinfällig geworden. Nach einer kurzweiligen<br />
Autofahrt erreichten wir Basel am frühen Abend und<br />
<strong>für</strong> die frisch gebackene Galeristin begann unter Einsatz<br />
einer „Nachtschicht“ die Hängung der Bilder, die wir mit<br />
gebracht hatten.<br />
Am nächsten Tag war die Vernissage der Ausstellung,<br />
die bis 30. März zu sehen sein wird. Ausgestellt sind<br />
zum einen Bilder aus dem sogenannten Verpackungszyklus<br />
der Künstlerin, in dem sie weltbekannte Stars in<br />
goldene Einkaufstüten, Chipstüten oder papierne Kaffeebeutel<br />
verpackt. Das Sexsymbol des 20. Jahrhunderts<br />
Marilyn Monroe etwa strahlt aus einer glänzend<br />
roten Tüte des Auktionshauses Christies und wird so<br />
24
von Csilla Kudor, in einem eigens <strong>für</strong> die Ausstellung<br />
gemalten Bild, zu Ware gemacht. Und wie Anja Edith<br />
Brinckmann eindrucksvoll in ihrer Rede zur Kunst am<br />
Abend der Vernissage mit vielen Gästen und Csilla<br />
Kudor schilderte, sind dabei die kunstvoll gemalten Verpackungen<br />
die eigentlichen Protagonisten der Gemälde.<br />
Wie so oft bedient sich die Künstlerin ganz bewusst der<br />
Technik des Trompe-l’oeil und lässt mit dem Mittel der<br />
illusionistischen Malerei, die mittels perspektivischer<br />
Darstellung Dreidimensionalität vortäuscht, Grenzen<br />
verschwimmen zwischen der Darstellung des Verpackungsmaterials<br />
und des daraus entpackten Menschen.<br />
Grenzen verschwimmen auch in den außerdem ausgestellten<br />
„Winterbildern“, in denen Csilla Kudor Menschen<br />
von heute darstellt, die sich gemeinsam mit<br />
Menschen und Ausrüstungen aus längst vergangenen<br />
Tagen im Schnee in den Alpen vergnügen. Und sie verschwimmen<br />
weiterhin in den Ansichten des vor zwei<br />
Jahren verstorbenen Wildlife-Fotografen Peter Beard,<br />
dem die Künstlerin mit ihren Bildern eine eindringliche<br />
Hommage zukommen lässt.<br />
Die Ausstellung der Arbeiten von Csilla Kudor stellt lediglich<br />
ein Schnappschuss aus dem vielfältigen Oeuvre<br />
der Künstlerin dar, aber sie macht wieder einmal neugierig<br />
auf ihr beeindruckendes Schaffen. Und sie macht<br />
neugierig auf weitere Ausstellungen in der Galerie Basel<br />
von Anja Edith Brinckmann.<br />
Die Stadt im Dreiländereck Frankreich, Deutschland,<br />
Schweiz ist von <strong>Bremen</strong> zwar kein Katzensprung, aber<br />
mit dem Flieger oder auch dem ICE in wenigen Stunden<br />
angenehm zu erreichen ( es gibt einen direkten EC,<br />
von <strong>Bremen</strong> nach Basel). Und der Besuch der Stadt<br />
Basel lohnt sich nicht nur wegen der nächsten Ausstellungen<br />
von Anne Katrin Wille aus Hamburg oder der<br />
von Sabine Wewer aus <strong>Bremen</strong> und anderen in der gerade<br />
neu eröffneten Galerie im Neubad-Quartier, sondern<br />
wegen des überhaupt herausragend vielfältigen<br />
Kunstangebotes und vieler anderer Sehenswürdigkeiten.<br />
Es ist ein Genuss am Rheinufer zu schlendern, mit<br />
dem Leu, der am Seil hängenden Fähre überzusetzen,<br />
in der Altstadt die vielen Brunnen zu entdecken und<br />
sehr gut essen zu gehen, zum Beispiel im Cheval Blanc<br />
( 3 Sterne ) oder im Hotel Krafft (sternverdächtig) mit<br />
Blick auf den Fluss oder in vielen anderen einladenden<br />
Lokalitäten. Keiner Wunder fühlt sich Anja Edith Brinckmann<br />
wohl dort in der Schweiz, aber dem <strong>Schwachhauser</strong><br />
bleibt sie auch in Zukunft als Kolumnistin und<br />
Redakteurin erhalten, denn <strong>für</strong> mein <strong>Magazin</strong> kann<br />
man schließlich von überall her tätig sein.<br />
Text: Susanne Lolk, Fotos: Ben Louis Brinckmann<br />
Durchgang zu weiteren Räumen der Galerie<br />
AB 8. APRIL 2022<br />
BREMEN BLG-Forum<br />
WWW.MYSTERY-BANKSY.COM<br />
Die erste Ausstellung: Arbeiten von Csilla Kudor<br />
25
HISTORIE<br />
AUF DEN SPUREN DER<br />
„BÖTTCHERSTRASSE“<br />
IN SCHWACHHAUSEN?!<br />
Dass <strong>Bremen</strong> über viele Sehenswürdigkeiten im Bereich der Innenstadt verfügt ist bekannt.<br />
Ebenfalls lohnt sich aber auch der Besuch in den Stadtteilen. Natürlich auch in Schwachhausen.<br />
Oftmals verbirgt sich da Geschichte(n), die man so nie geahnt hätte. Wo soll man denn so etwas<br />
finden und, vor allen Dingen, wie findet man da etwas heraus? Lassen Sie uns eine solche „Suche“<br />
mal gemeinsam unternehmen. Wenn man in seinem Stadtteil unterwegs ist, dann sieht man etwas,<br />
findet das ungewöhnlich, möchte etwas darüber herausfinden, und dann bleibt der Vorsatz,<br />
aus was <strong>für</strong> Gründen auch immer, auf der Strecke.<br />
Begeben wir uns mal in den ehemaligen „Dorf-Mittelpunkt“<br />
von Schwachhausen. Dieser befindet sich an<br />
der Kreuzung <strong>Schwachhauser</strong> Heerstraße/ <strong>Schwachhauser</strong><br />
Ring/ Kirchbachstraße. Nehmen wir mal an,<br />
unser Ziel ist ELEKTRO KRIETE. Gehen wir von der<br />
SPARKASSE weiter die Kirchbachstraße längs, dann<br />
kommt man an der Dietrich-Schäfer-Straße vorbei.<br />
Dahinter verbirgt sich ein ganz spannendes Kapitel aus<br />
der maritimen Geschichte <strong>Bremen</strong>s. Es geht um den<br />
Norddeutschen Lloyd, das Passagierschiff BREMEN<br />
und noch vieles mehr. Bleiben wir aber doch erst mal<br />
bei „unserer“ Spurensuche.<br />
Etwas weiter hinter der Mommsenstraße verändert<br />
sich die Bebauung. Hinter den Garagen steht da, erhöht<br />
und etwas zurück gelegen, ein grünes Haus. Inmitten<br />
zeitgenössischer Architektur mutet es an wie aus einer<br />
anderen Zeit. Stellen wir unseren Wunsch, ELEKTRO<br />
KRIETE aufzusuchen, einen Moment beiseite und gucken<br />
uns das Haus mal genauer an. Auch wenn man<br />
nicht so richtig nah dran kommt. Die dazugehörige<br />
Hausnummer ist zu ermitteln: Es ist die 213 A. Geht<br />
man an den Garagen vorbei, etwas weiter in den Weg<br />
hinein, findet man einen besonderen Hinweis (siehe<br />
Foto 1). Auf einem Stein steht... zugegeben, schwer<br />
lesbar: Architekten Runge & Scotland Bauausführung.<br />
26
Nun aber nix wie an die Arbeit.<br />
Nehmen wir zuerst die Spur des Hauses auf. Wahrscheinlich steht das<br />
Haus unter Denkmalschutz? Ein Blick in die Datenbank auf der Seite www.<br />
denkmalpflege.bremen.de bestätigt unsere Annahme. So wird nun aus<br />
dem Objekt unserer Neugier das Haus Runge. Erbaut wurde es 1928 <strong>für</strong><br />
den gleichnamigen Architekten. Sein Vorname ist Alfred. In den 1990er<br />
Jahren wurde es unter Denkmalschutz gestellt. Es folgen nun weitere Hinweise<br />
auf sein umfangreiches Werk. Übrigens haben in der Gegend um<br />
Schwachhausen mehrere Architekten mit dem Namen Runge ihre Spuren<br />
hinterlassen. Um Eduard und Gustav Runge geht es aber hier nicht, sondern<br />
um Alfred Runge, der zusammen mit Eduard Scotland auch am Bau<br />
der Böttcherstraße beteiligt war.<br />
Nicht so bekannt ist, dass<br />
sein Name in derselbigen<br />
Straße auch auf einem<br />
Stein steht. Überlegen Sie<br />
schon, wo, an welcher<br />
Stelle der zu finden ist?<br />
Vorbeigegangen ist da jeder<br />
von uns schon x-Mal.<br />
Betritt man die Böttcherstraße<br />
vom Marktplatz<br />
her, dann wählt man oft<br />
den Weg in der Mitte der Straße. Beim nächsten Besuch der Böttcherstraße<br />
gehen Sie rechts an den Schaufenstern der Läden vorbei. Wenn Sie<br />
auf Höhe des Durchgangs zum Handwerkerhof sind, drehen Sie sich nach<br />
links um. Schauen Sie an die Säule, dann wird man „fündig“.<br />
Jetzt sollte es doch ein Leichtes sein, etwas über den Herrn Runge herauszufinden,<br />
oder?! Lediglich die Worte „Runge“, „Architekt“, „<strong>Bremen</strong>“ in den<br />
Internet-Browser eingetippt, und schon die ersten Ergebnisse bringen uns<br />
weiter.<br />
„Unser“ Runge ist also der Alfred. Er ist Jahrgang 1881 und kommt aus<br />
Osnabrück. In weiteren Quellen findet man, dass er dort von der Pike auf<br />
das Maurerhandwerk erlernt hat. Zwecks des Studiums zieht er nach <strong>Bremen</strong>.<br />
Damals hieß das noch Technikum und nicht wie heute Hochschule<br />
<strong>Bremen</strong>. Während dieser Zeit lernt er Eduard Scotland kennen. Bereits<br />
ein Jahr nach ihrem Abschluss machen sich die Beiden selbstständig. Etwas<br />
ernüchtert kommt<br />
man zu dem Schluss,<br />
dass sich die Angaben<br />
zu seiner Person schon<br />
fast erschöpft haben.<br />
Mit etwas Hartnäckigkeit<br />
kann man aber noch<br />
etwas Spannendes herausfinden.<br />
Bis heute gibt<br />
es „Runges“, auf denen<br />
man sitzen kann. Dabei<br />
handelt es sich um Bänke.<br />
Überall sind diese<br />
zu finden. Nicht nur in<br />
der Bremer Innenstadt,<br />
im Bürgerpark, sondern<br />
auch in Schwachhausen.<br />
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Sogar die Bänke auf dem Riensberger Friedhof sind von der Firma Runge<br />
aus Osnabrück. Zusammen mit seinem Bruder Rudolf Runge hat Alfred die<br />
Firma 1908 gegründet. Drei Jahre später trennte man sich in „beiderseitigem<br />
Einvernehmen“. Sein Bruder wird das Unternehmen sehr erfolgreich<br />
weiterführen. Unter dem Namen Runge GmbH & Co. KG gibt es die Firma<br />
noch heute. Sie ist immer noch in Familienbesitz. Ein Besuch unter www.<br />
runge-bank.de lohnt sich. Mehrfach sind die „Stadtmöbel“ ausgezeichnet<br />
worden, und vor allen Dingen, ist die Familie ihrem „Gründungsstandort“<br />
treu geblieben. Die Produkte werden sogar europaweit vertrieben.<br />
Kann man noch mehr über die Person Alfred Runge oder seine „Spuren“<br />
in Schwachhausen rauskriegen?<br />
Schauen wir dazu in „seinen“ Wikipedia-Eintrag. Unter der Rubrik „Literatur“<br />
gibt es einen Hinweis auf das „Große <strong>Bremen</strong> Lexikon“ von Herbert<br />
Schwarzwälder sowie ein zweites Buch. Die Autorin ist Jutta Michels, und<br />
der etwas sperrige Titel „Spurensuche. Nach einer wahren Geschichte:<br />
„Der Mord an Alfred Runge“, 2015. Recherchiert man zunächst im Internet<br />
weiter, dann ist Frau Michels, ohne es zu ahnen, Alfred Runges Spuren<br />
sehr nahe gekommen. Das geschah zum ersten Mal, als sie mit ihrer Tochter<br />
von Verden nach Ahausen zieht. Ein älteres Ehepaar erzählt ihr die<br />
Geschichte von einem mysteriösen Mord aus dem Jahr 1946. Die Opfer<br />
waren ein Herr Alfred Runge und seine Haushälterin. Das sollte <strong>für</strong> Jutta<br />
Michels der Startschuss zu einer hochspannenden Spurensuche sein.<br />
Zu Tage traten Hinweise auf die Jagdhütte des Herrn Runge, und sie fand<br />
ebenfalls heraus, dass das Haus, in dem sie heute lebt, sehr viel mit Alfred<br />
Runge und seiner Familie zu tun hat. Er hat dieses selbst entworfen und<br />
ist da<strong>für</strong> sogar im Rahmen einer Messe ausgezeichnet worden. Zeitlich<br />
befinden wir uns in den 1940er Jahren, als er sich entscheidet, das Haus<br />
an seinem Standort abbauen zu lassen, um es quer durch Deutschland<br />
nach Ahausen bringen zu lassen. Sinn und Zweck der Aktion war, dass er<br />
seinen Schwestern ein sicheres zu Hause geben wollte. Beide waren froh,<br />
auf dem Land, fern der Bombenabwürfe zur Ruhe kommen zu können.<br />
Wie wir in Erfahrung bringen konnten, war eine davon die Mutter von Otto<br />
Suhr. Er war der spätere Bürgermeister von Berlin.<br />
Je tiefer wir im Rahmen unserer Recherche in den „Fall Runge“ eintauchten,<br />
desto mehr reifte in uns der Plan, mit Jutta Michels in Kontakt zu treten.<br />
Das war einfacher als gedacht. In einem Artikel aus der Kreiszeitung<br />
freut sie sich immer, wenn Menschen Interesse an ihrer Arbeit haben.<br />
Natürlich haben wir in Vorbereitung auf den Besuch bei ihr das Buch gelesen.<br />
Dabei stießen wir sogar auf ein „Detail“ am Haus Runge in der Kirchbachstraße.<br />
Unliebsamer Besuch konnte gerne vorbei kommen, letztlich<br />
aber vielleicht nicht reinkommen, denn die Außentreppe konnte von innen<br />
hochgezogen werden.<br />
Richtig spannend ist natürlich der „Mordfall Runge“. Eine weitere Spur nach<br />
Schwachhausen hat sich dabei auch aufgetan. Das zweite Mordopfer, seine<br />
Haushälterin, war Frau Buchholtz. Diese hat zwei Kinder hinterlassen.<br />
Aufgezogen wurden die Beiden von einer Schwester der Mutter. Wie man<br />
über das Online-Archiv des Weser Kurier herausfinden kann, wohnte diese<br />
in der Orleansstraße 9.<br />
Ehe wir unsere „Spurensuche nach der Böttcherstraße in Schwachhausen“<br />
wieder aufnehmen, sei noch erwähnt, dass auch Ludwig Roselius, der<br />
28
Erfinder des entkoffeinierten Kaffees und Erbauer der<br />
Böttcherstraße, öfter in Alfred Runges Jagdhütte zu<br />
Gast war. Mit dabei war immer seine Sekretärin Barbara<br />
Götte. An dieser Stelle könnten wir jetzt weitere spannende<br />
„Spuren“ der Familie Roselius in Schwachhausen<br />
verfolgen. Wie so oft wäre auch hier als Ausgangspunkt<br />
der Riensberger Friedhof zu nennen.<br />
Rufen wir uns zur „Disziplin“ und kehren zu Herrn Runge<br />
zurück. Seine Grabstelle sucht man auf dem Riensberger<br />
Friedhof allerdings vergeblich. Fündig wird man<br />
auf dem Friedhof in Ahausen. Ohne aus dem Buch<br />
zuviel zu verraten, gibt es da eine „Spur nach Schwachhausen“,<br />
die bis heute nicht geklärt ist. Bei „Aufräumarbeiten“<br />
in der Jagdhütte von Herrn Runge ist eine alte<br />
Bleiverglasung aufgetaucht. Diese trägt die Aufschrift:<br />
„Dieses Haus wurde erbaut A.D. 1914/1915 von Runge<br />
& Scotland, Architekten <strong>Bremen</strong>, Bauherr Oberinspektor<br />
Wilhelm Schmölder“. Nach unseren Recherchen handelt<br />
es sich dabei um das Haus in der Orleansstraße 36.<br />
Sollte Sie die Ahauser Zeit von Alfred Runge weiter<br />
interessieren, dann sei Ihnen das Buch sehr empfohlen.<br />
Unweit des „Grünen Hauses“, an der <strong>Schwachhauser</strong><br />
Heerstraße 207, bei der BUCHHANDLUNG MELCHERS<br />
wird man Ihnen sehr gerne das Buch besorgen.<br />
Kehren wir zu unserem Ausgangspunkt zurück. Natürlich<br />
haben die Herren Runge und Scotland nicht alleine<br />
an der Böttcherstraße gebaut. Nicht unerwähnt lassen<br />
darf man den Namen Bernhard Hoetger. Übrigens<br />
kann man davon ausgehen, dass die Vorarbeiten <strong>für</strong> die<br />
Böttcherstraße hier im „grünen Haus“ in Schwachhausen<br />
stattgefunden haben. Weitere Häuser, die auf das<br />
Konto der Beiden gehen, findet man gar nicht weit weg<br />
vom „grünen Haus“ am <strong>Schwachhauser</strong> Ring. Besonders<br />
hervorzuheben sind die Hausnummern 2 bis 18.<br />
Kommen wir nun zum Ende unserer kleinen Spurensuche<br />
in Schwachhausen. Irgendwie ist das schon<br />
sehr beeindruckend, was man auf diesem kurzen Spaziergang<br />
alles entdecken kann. Sicherlich bleibt eine<br />
Frage zum Schluss noch offen: Wie kommt man denn<br />
überhaupt dazu, mal nach so etwas zu „gucken“? Angestoßen<br />
dazu hat uns eine Dame, die sich zu ihrem<br />
runden Geburtstag einen besonderen Stadtrundgang<br />
durch Schwachhausen <strong>für</strong> ihre Gäste gewünscht hat.<br />
Das ist so gut angenommen worden, dass wir da<br />
gleich weitergemacht haben. Inzwischen haben wir<br />
drei Rundgänge ausgearbeitet. Diese bieten wir in loser<br />
Reihenfolge immer mal wieder an.<br />
Weitere Informationen zu „uns“ und den weiteren<br />
Terminen gibt es auf den Seiten theater-interaktiwo.de<br />
oder hanseatisches-medienbüro.de.<br />
Behalten Sie<br />
das letzte Wort –<br />
aber nicht <strong>für</strong> sich.<br />
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29
MODE<br />
TRENDS<br />
’22<br />
30<br />
Guter Glamour auch ruhig tagsüber, Foto: Ron Lach und Murat Esibatir
Auf einen ausgelassenen Abend im Club hoffen nicht<br />
nur wir, sondern auch die Modebranche – kein Wunder,<br />
dass sommerliches Disco-Feeling in so manche<br />
Sommerkollektion Einzug hält.<br />
Gewöhnlich behalten sich die Designer*innen Pailletten,<br />
Glitzer und Metallic-Look <strong>für</strong> die Year-End-<br />
Collections vor, also die Tage um Weihnachten und<br />
Silvester – aber beim letzten Jahreswechsel erwies<br />
sich das Verbraucherinteresse pandemiebedingt als<br />
recht gering. Zum Ausgleich erobert dieser Look nun<br />
die Sommersaison: Bevorzugt im All Over Look, also<br />
von Kopf bis Fuß im gleichen Material und ähnlichen<br />
Farben – oder in identischem Farbton bei kontrastierendem<br />
Material. Damit das Ganze auch in der prallen<br />
Sonne gut aussieht, wird es mit derben Materialien wie<br />
Jeans und Leder kombiniert.<br />
Perlen und Strass-Details zieren transparente Netz-<br />
Oberteile und Kleider aus „Metal Mesh“. Doch nicht nur<br />
das: Sie erobern sogar den ganzen Körper – als Zahnschmuck,<br />
Kristall-Augen-Makeup und Nageldesign.<br />
Die Szene hat diesen Look „After Dark Glamour“ getauft.<br />
Es sind stark verzierte Looks, die bewusst overdressed<br />
wirken und an sexy Roboter erinnern.<br />
YEAR 2 KILO IS BACK<br />
Der Y2K-Style – schon in der Wintersaison 21/22 omnipräsent<br />
– setzt sich im Sommer noch stärker durch.<br />
Die Abkürzung steht <strong>für</strong> „Year 2 Kilo“ (2 Kilo = 2.000),<br />
also das Jahr 2000 und stammt eigentlich aus der<br />
Computerbranche, wo sie <strong>für</strong> Probleme beim Jahrtausendwechsel<br />
steht. In ähnlichem Zusammenhang<br />
spricht man auch von der „Generation Y“ – den „Millennials“,<br />
die vom Anfang der 1980er bis zum Ende der<br />
1990er geboren wurden.<br />
Der Y2K-Trend bringt den 2000er-Jahre Girly-Look<br />
zurück. Dazu gehören bauchfreie „Going Out Tops“;<br />
auch das schon fast legendäre Butterfly-Top ist wieder<br />
da! Die Alternative: Neckholder-Tops oder knallfarbige<br />
Minikleider.<br />
Darüber trägt frau Oversize-Jeansjacken, die sich zum<br />
Allover Denim Look ergänzen lassen – insbesondere<br />
mit Hüftjeans, Balloon Jeans oder extremen Baggy-<br />
Hosen. Angesagt sind auch Schlagjeans mit Schlitzen,<br />
exzentrische Latzhosen mit Blumenprints oder Batik-<br />
Optik (erinnert an 1990er-Techno-Vibes!) und ultrakurze<br />
Miniröcke im 60er Jahre-Stil.<br />
Verlässlich schöne und besondere<br />
Kindermode aus dem kaenguru in <strong>Bremen</strong><br />
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(Theater <strong>Bremen</strong>)<br />
Ein Hauch von New York weht bei<br />
Immer dabei: Grobgliedrige Halsketten im XXL-Format<br />
oder – ganz im Kontrast dazu – eng am Hals anliegende<br />
Y2K-Choker, Glitzergürtel und Mini-Bags im<br />
Bowling-Stil in Neonfarben.<br />
31
32<br />
Fazit: Zuerst als „kurzes Vergnügen“ vorhergesagt, wird<br />
uns der bauchfreie Girly-Look bald mehr denn je ins<br />
Auge springen. Wer´s nicht mag, dem bleibt nur das<br />
Motto „Augen zu und durch“.<br />
Auch sicher geglaubte „No Gos“ werden durch den<br />
Y2K-Style wieder salonfähig: Wer den Slip aus der<br />
Hüftjeans rutschen lässt, begeht keinen Mode-Fauxpas,<br />
sondern erweist sich vielmehr als Trendsetter.<br />
Selbst das Traditionshaus CHANEL setzt auf diesen<br />
Look – wenn auch in einer Edelvariante: Hier blitzt ein<br />
Bouclé-Slip nicht über einer Jeans hervor, sondern<br />
über einem Rock aus dem Chanel-typischen Material<br />
Bouclé. Bleibt nur zu hoffen, dass darüber nicht<br />
auch noch ein bekanntes Tattoo erscheint, das mit<br />
dem Buchstaben „A“ beginnt und mit „Geweih“ aufhört<br />
…<br />
DISCO-FEELING UND JEDE MENGE COME-<br />
BACKS<br />
Kein Zweifel: Corona hat auch die Modewelt verändert.<br />
Plötzlich rückte der „gemütliche“ Look<br />
in den Vordergrund – man blieb ja daheim im<br />
Homeoffice. Und wenn im Online-Meeting nur<br />
der Oberkörper zu sehen ist, reicht unten rum ja<br />
eine Jogginghose, <strong>für</strong> Chefs und Kollegen völlig<br />
unsichtbar.<br />
Doch die Modebranche liebt das Spiel mit<br />
Sehnsüchten und ständiger Veränderung. Hier<br />
wird besonders viel gefeiert – daher weiß man<br />
genau, wie sehr die Szene und das junge Publikum<br />
mit den Hufen scharrt. Entsprechend<br />
zelebriert man Partystimmung und Feierlaune,<br />
zumindest beim Trendlook „Disco-<br />
Feeling“. Der zerrt die Glamour-Styles aus<br />
schummrigen Clubs ans Tageslicht. Und<br />
falls die Clubs doch noch geschlossen bleiben,<br />
sagt sich die Trägerin einfach „Worauf<br />
warten?“ und zeigt Glitzer und Pailletten<br />
„satt“, auch wenn diese dann nur im grellen<br />
Neonlicht der Supermärkte funkeln.<br />
Der Disco-Look ist nur eins von vielen<br />
Mode-Comebacks – böse Zungen behaupten<br />
sogar, dass seit der Erfindung<br />
des Minirocks durch Mary Quant letztlich<br />
nicht Neues dazugekommen ist …<br />
Und so kommt ein weiteres „Comeback“<br />
in Form der weiten (und eigentlich<br />
zeitlosen) Bermudas daher. Sie<br />
werden lässig im Girly-Look getragen<br />
oder „korrekter“ mit Blazer <strong>für</strong>s<br />
Lang aber mit gewagten ‚CUT OUTS, Foto: Снежана von Pexels OVERSIZE Kleid gelbgrün CATNOIR, gesehen bei: MARIANI DISCO-FEELING, Foto: koolshooters von Pexels
Büro. Entweder umspielen sie das Knie oder<br />
enden kurz darüber. Bermudas sind ein echter<br />
Sommertrend. Ob aus Leinen oder Baumwolle<br />
– Hauptsache, es sind extra weite Shorts. Kombiniert<br />
werden die Shorts mit Derby Schuhen,<br />
pastellfarbenen Sneaker oder klobigen Chunky<br />
Loafer mit dicker Plateausohle. Man kann gespannt<br />
sein, ob es dieser Trend in einer wärmeren<br />
Variante in die Wintersaison schafft.<br />
Ansonsten kommen im Hochsommer wieder Split<br />
Toe Sandals, besser bekannt als Flip-Flops, zum<br />
Einsatz. Diesmal aber mit gepolsterter dicker Sohle,<br />
damit sie lässiger und edler wirken. Die lässige<br />
Hemdbluse und der Oversized-Blazer, sowohl in<br />
klassischen, aber auch knalligen Farben und Mustern,<br />
geben der Shorts das aktuelle Update.<br />
Überhaupt bleibt es beim Blazer oversized – das sorgt<br />
<strong>für</strong> eine gewisse Lässigkeit. Dazu kommt – noch ein<br />
Comeback! – der taillierte „Power Blazer“ in Sanduhr-<br />
Silhouette mit starken Schultern und extremer Taille.<br />
Das erinnert an den „New Look“ von Christian Dior und<br />
die 1980er-Stil-Ikone Grace Jones, wird aber mit weiten<br />
Hosen lässiger kombiniert, denn: „Comfort is the<br />
key.“<br />
LASST CROPS UND FRANSEN FLATTERN<br />
Wer Akzente setzen will, zeigt kunstvolle Schnürungen<br />
an bauchfreien Tops und Blusen, auch „Crop Tops“ genannt.<br />
Die Bänder werden mehrfach um Bauch oder<br />
Schulter gebunden. Lange, filigrane Bänder an Hosen<br />
sind eine weitere Option. Es wird gewickelt, was das<br />
Zeug hält, wenn´s denn hält ... Wem das nicht gelingt,<br />
der freut sich über den extralangen Fransen-Look: einfach<br />
die Schnürungen lose hängen lassen und so tun,<br />
als ob das Ergebnis so gewollt ist.<br />
Das kann zwar gut aussehen – ob als Fransen-Hippie<br />
oder edel Ton-in-Ton –, doch man bewegt sich<br />
stilistisch im gefährlichen Grenzbereich. Natürlich hat<br />
auch dieser Style eine eigene Bezeichnung: nicht einfach<br />
„Fransen“, sondern „The Car Wash Frings“ Look<br />
oder „Strappy Details“ (Anglizismen überall). Vorsichtige<br />
Naturen, die es lieber ruhig angehen, beginnen<br />
am besten mit einer Fransentasche und arbeiten sich<br />
dann Stück <strong>für</strong> Stück an gefranste Jacken, Blusen oder<br />
Hosen heran. Tipp: Auf weitere auffällige Accessoires<br />
sollte besser verzichtet werden.<br />
MAXI, CUT OUTS UND KONTRASTE<br />
Maximale Längen gibt es übrigens nicht nur bei Fransen,<br />
sondern auch gemusterten Kleidern oder Röcken:<br />
Die bilden die Gegenbewegung zum Minirock à la Y2K<br />
Lars Besecke<br />
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33
BALLOON JEANS, gesehen bei na-kd.com, Foto: Levis<br />
– bodenlang geschnitten, mit Cut-Outs, Schlitzen und<br />
der Figur schmeichelnden Drapierungen. Cut Outs sind<br />
bei figurbetonten Kleidern weiter stark im Kommen,<br />
vor allem an Schultern, Rücken, Dekolleté oder Taille.<br />
Falsch gesetzt, können sie jedoch den gesamten Look<br />
ruinieren und Schlimmes ahnen lassen...<br />
Ansonsten herrscht bei Kleidern ein Kontrastprogramm:<br />
Dem hochgeschlossenen Midi-Kleid mit Rolloder<br />
Stehkragen, die keine tiefen Einblicke erlauben,<br />
steht das ultrakurze Mini-Blusen-Kleid gegenüber.<br />
Einzige Gemeinsamkeit: je hochgeknöpfter und viktorianischer,<br />
desto besser. Auf der anderen Seite stillen<br />
Hoodie-Kleider aus Sweat-Ware und leichte Hemdblusenkleider<br />
aus Baumwolle das Bedürfnis nach Gemütlichkeit.<br />
Für mehr Kontrast sorgt auch der Einsatz von Mustern<br />
bei Kleidern, Hemdblusen und Schuhen. Polka Dots<br />
und Karos in allen erdenklichen Größen und Varianten<br />
stechen dabei heraus – auch als zeitloser Klassiker in<br />
der Kombination von Schwarz und Weiß. Ansonsten<br />
geht der Trend in Richtung „wild“ – ob Psychedelic<br />
Print, Hahnentritt, Zig-Zag-Wellen oder Zebra – das<br />
alles am besten zusammen als Mustermix im Print Mix<br />
oder Patchwork. Für diesen Trend spricht höchstens,<br />
dass er uns womöglich aus einer gewissen Lethargie<br />
befreit – ich hoffe, dass er nur eine kurze Episode<br />
bleibt und be<strong>für</strong>chte ansonsten Schlimmes <strong>für</strong> unsere<br />
Augen.<br />
Wen Muster, Punkte und Karos nerven, der greift zu<br />
Kleidern aus veganem Kunstleder oder Glanzlack –<br />
in Midi-Länge oder im auffälligeren 80er-Look als<br />
Mini-Kleid mit Ballonärmeln,<br />
Schulterpolstern und Raffungen<br />
getragen. Aber Achtung: Veganes<br />
Leder (auch schlicht „Vinyl“<br />
genannt) hat eine schlechte Umweltbilanz.<br />
Weil Gegensätze sich anziehen,<br />
werden Maxi-Röcke und -Kleider<br />
mit Cropped Blazern kombiniert.<br />
Diese besonders kurzen Blazer eignen<br />
sich <strong>für</strong> den Street Style-Look<br />
und lassen sich prima über lange<br />
Kleider und zu allen möglichen<br />
Hosen tragen. Ganz vorne liegt,<br />
wer einen Cropped Blazer mit einer<br />
hochtaillierten Paperbag-Shorts aus<br />
Kunstleder und einem Bralette kombiniert.<br />
Die lederne Bikerjacke zum Kleid hingegen<br />
– letzthin als lässiger Stilbruch<br />
beliebt und geschätzt – haben sich<br />
viele übergesehen, so dass man wohl<br />
langsam darauf verzichten sollte.<br />
34
BALLOON-JEANS EROBERN DEN LAUFSTEG<br />
Die Balloon-Jeans ist ein echter Blickfang: Sie zeichnet<br />
sich aus durch eine hohe schmale Taille, ein besonders<br />
weites, ballonartiges Hosenbein und einen schmalen<br />
Schaft. An kalten Tagen ist sie mit einem Grobstrickpullover<br />
im Oversized Design kombinierbar – damit<br />
die Silhouette nicht ganz verschwindet, steckt man ihn<br />
vorne am Bund ganz lässig ein.<br />
Zwar ist diese Jeansform gewöhnungsbedürftig, doch<br />
gilt sie in der Modebranche als Zukunft, die zudem<br />
wirklich jeder und jedem stehen soll – indem sie das<br />
Bein optisch streckt und die Taille besonders schmal<br />
wirken lässt. Wir sind gespannt – jedenfalls zeigte sogar<br />
Virginie Viard von CHANEL neulich eine Balloon-<br />
Jeans mit Raffung am Knöchel zum langen Bouclémantel<br />
mit schwarzweißen Pumps. Zweifellos handelt<br />
es sich dabei um eine besonders edle Variante…<br />
Der Untergang der oft unvorteilhaften und kneifenden<br />
Skinny Jeans kündigt sich eindeutig an: Enge Passformen<br />
bei Hosen und Jacken sind mehr oder weniger<br />
passé, kastige Schnitte im Unisex-Design gewinnen die<br />
Oberhand. Kein Wunder, ist doch seit Pandemie-Ausbruch<br />
die Beliebtheit von weiten Schnitten enorm gestiegen.<br />
Der Trend bei Jeans lautet jedenfalls: Loose & Low.<br />
Kombinieren Sie das mit<br />
einem bauchfreien Top<br />
mit Schnürungen, ein<br />
wenig Fransen und darüber<br />
einem Bikini-Oberteil;<br />
als Sahnehäubchen<br />
garniert mit einer Jeansjacke<br />
im XXL-Format,<br />
und Sie steigen ruckzuck<br />
in den Modehimmel auf.<br />
Andererseits wird dieser<br />
Auftritt in unseren verhalten-<br />
norddeutschen Gefilden<br />
wohl erst einmal Stirnrunzeln hervorrufen. Vielleicht<br />
versuchen ahnungslose Klatschtanten sogar, Sie<br />
durch Mitleidsbezeugungen zu desavouieren – egal:<br />
In Erinnerung bleiben Sie garantiert! Und wenn Sie zu<br />
Ihrem Auftritt stehen, wahrscheinlich als Streetstyle-<br />
Queen (oder King). Es sind eben die ungewöhnlichen<br />
Kreationen und Kombinationen, die Sie auf Instagram<br />
und TikTok in ungeahnten Höhen bringen, die Follower-Zahlen<br />
ins Unermessliche steigern lassen, auf<br />
dass ein Werbevertrag nicht mehr in weiter Ferne liegt<br />
.... entdecke die Möglichkeiten! Auch hier gilt nun mal:<br />
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no Risk, no Fun, Jeans und Bikini, Foto: Pexels<br />
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35
Ansonsten ergänzen Sie Ihre Übergangsgarderobe<br />
am besten mit „Chunky Strick“ oder<br />
„Crochet Trend“, den neuen Namen <strong>für</strong> Grobstrick,<br />
wobei „Crochet“ das englische Wort <strong>für</strong><br />
Häkeln ist. Frühlingshaft bunte Farben und<br />
ausgefallene Muster machen so ein Strickteil<br />
zum „Statement“. Dabei gilt das Motto „je größer<br />
die Masche, umso stylisher das Teil“, wobei<br />
der Häkel-Look zu allem passt – ob Top,<br />
Shorts oder Kleid. Sie können häkeln? Super!<br />
Denn je selbstgemachter es aussieht, desto<br />
besser.<br />
Kombiniert werden die fransigen, geschlitzten,<br />
gebundenen und gehäkelten Teile mit Combat<br />
Boots: Stiefel mit derber Sohle und auffälligen<br />
Schnürungen. Für einen eleganteren Look<br />
kombinieren Sie die geschlitzte Hose oder das<br />
Cut-Out-Kleid mit High Heels. Der Oversized<br />
oder auch „Dad Blazer“ im XXL-Design runden<br />
die Sache ab. Wer meint, dass beim lockeren<br />
Hosenanzug die Weiblichkeit verloren geht,<br />
sorgt mit Schmuck und einem Gürtel an der<br />
richtigen Stelle <strong>für</strong> Abhilfe.<br />
Pantone Trendfarben <strong>für</strong> den Sommer: FRAGIL SPROUT und VERY PERY, Foto: Rulo Davila von<br />
Pexels<br />
BIKINI MIT MESH UND VÖLLIG<br />
UPSIDE-DOWN<br />
Wer denkt, dass Cut Outs, Fransen, Girly-Look,<br />
Bermudas und Power Blazer die einzigen Comebacks<br />
sind, hat sich getäuscht: Denn auch an der<br />
Bikini-Front taucht ein Relikt – diesmal aus den<br />
1980ern – wieder auf. Bikini-Oberteile haben ein<br />
gewisse Alltagstauglichkeit erreicht, bei der man<br />
nicht weiß, ob man sich darüber freuen kann. Als<br />
aktuelles Upgrade wird ein Bikini-Oberteil im Triangel-Stil<br />
mit einem Power- oder Oversized Blazer<br />
und einer weiten Hose kombiniert, die etwas<br />
höher und taillierter geschnitten ist. Tragen lässt<br />
sich das Bikini-Oberteil – oder auch Bralette – gut<br />
über netzartigem „Mesh“-Material: einem hauchdünnen,<br />
mikroperforierten Gewebe, dass leicht<br />
durchsichtig wirkt. Ein simples T-Shirt tut es aber<br />
auch.<br />
36<br />
Wer es skurriler mag und an der Style Front vorn<br />
mitmischen will, trägt den Bikini einfach verkehrt<br />
herum: upside down. Auf die verwunderten Reaktionen,<br />
ob „man“ das denn jetzt so trägt, antwortet<br />
man einfach selbstbewusst mit „Ja“. Influencer<br />
und Mode-Blogger haben schon bewiesen, was<br />
das bringt: ein besonders pralles Dekolleté und jede<br />
Menge Gesprächsstoff. Analog sind die Google-<br />
Suchanfragen zum „Upside Down Bikini“ enorm<br />
angestiegen …<br />
Auch in diesem Jahr angesagt: Flip Flops<br />
Foto: Rodnae-Productions von Pexels
Bevor es so richtig losgeht mit dem Sommer, ist der<br />
Frühling mit sogenannter Übergangsmode zu überbrücken<br />
– ein Begriff, der beim männlichen Geschlecht<br />
oft mit „Umstandsmode“ verwechselt wird und dann<br />
<strong>für</strong> Irritationen sorgen kann ... Der Klassiker da<strong>für</strong> ist<br />
und bleibt der Trenchcoat –aber nicht mehr nur klassisch<br />
beige, sondern auch in bunten Farben. Wer die<br />
klassische Wirkung weiter brechen möchte, kommt<br />
wohl um den Hosentrend „Balloon-Jeans“ nicht herum.<br />
Vielleicht nicht <strong>für</strong> jeden das ideale Kleidungsstück<br />
– aber Who cares?<br />
VON VERY PERI BIS FRAGILE SPROUT:<br />
DIE FARBEN DES SOMMERS<br />
Das US-amerikanische Pantone Color Institute setzt<br />
mit seinen Farbtönen die globalen Trends <strong>für</strong> Mode,<br />
Kosmetik, Design und Architektur. Es präsentiert seine<br />
jährlichen Farbtrends im „FASHION COLOR TREND<br />
REPORT“. Für den Sommer 2022 sind 17 Farben besonders<br />
angesagt.<br />
Es wird bunt und schrill – typisch Sommer –, aber es<br />
gibt auch pudrige und gedeckte Töne. Die Knallfarben<br />
werden jedoch auch mit psychologischen Bedürfnissen<br />
begründet: Im wirtschaftlichen „Hochsommer“ der<br />
boomenden 1990er wählten sich die Deutschen eher<br />
gedeckte Töne. Jetzt, wo mit globaler Erwärmung,<br />
Pandemie und dem Ukraine-Krieg eine Krise die andere<br />
jagt, erweist sich das Bedürfnis nach Lebensbejahung<br />
und Farbe als umso größer.<br />
Auffällige Farben sollen unser Bedürfnis nach Geborgenheit,<br />
Klarheit und Sicherheit zum Ausdruck bringen.<br />
Sie stehen – jedenfalls laut Pantone – <strong>für</strong> Optimismus,<br />
ein befreiendes Gefühl und unser Verlangen nach<br />
Spontanität, Aufschwung und Freude. Entsprechend<br />
wird auch das typisch sommerliche Color Blocking begrifflich<br />
zum „Dopamine Dressing“ überhöht: Ähnlich<br />
wie das Glückshormon Dopamin sollen Knallfarben die<br />
Stimmung heben und dem Winterblues den Garaus<br />
machen. Vielleicht gibt schon der bloße Anblick der Farben<br />
der körpereigenen Dopaminproduktion einen Kick.<br />
Auf jeden Fall sind Gute-Laune-Booster in schwierigen<br />
Zeiten nicht das Schlechteste und bestärken unsere<br />
Hoffnung, es wird irgendwann alles wieder gut.<br />
Aktions-<br />
ANGEBOT<br />
Bei Glück denke ich an Gelb, vielleicht weil mir die Sonne<br />
fehlt und das lange Grau doch ein wenig aufs Gemüt<br />
geschlagen ist. Bei Pantone heißt es jedoch „Popcorn“<br />
oder „Daffodil“: Popcorn wirkt buttrig und gedeckt,<br />
Daffodil strahlt kräftig-hell, fröhlich und vermittelt ein<br />
wohliges Gefühl.<br />
37
Sommerliche Töne FAIR GREEN und BASIL, frische wie aus dem Kräutergarten, gesehen bei Laden 37 in Borgfeld<br />
Das dramatische Rot „Poinciana“ wird Kopf bis Fuß<br />
eingesetzt. Die Farbe Lila kommt als „Dahlia“ (auffällig<br />
dynamisch) und „Orchid Bloom“ (soft und naturverbunden)<br />
daher. Natürlich darf Rosa nicht fehlen: als<br />
heiteres „Potpourri“ oder als zartes, pudriges „Gossamer<br />
Pink“. Die Steigerung ist der Farbtrend „Shocking<br />
Pink“ – ein Knaller in den Tönen „Innuendo“ und „Bubblegum“.<br />
Hellblau erscheint als „Spun Sugar“ (luftiges Pastellblau)<br />
und als „Glacier Lake“, ein kühles Mittelblau.<br />
Dunkelblau – stets einfach zu kombinieren und weniger<br />
hart als Schwarz – kommt in den Tönen „Skydiver“<br />
und „Super Sonic“. Es eignet sich als Farbtupfer oder<br />
<strong>für</strong> den Einsatz von Kopf bis Fuß.<br />
Der Türkiston „Cascade“ wird von Pantone mit einem<br />
„reinigenden Gewässer“ assoziiert. Seine Kombination<br />
mit Beige, Weiß oder Creme sorgt im Hochsommer <strong>für</strong><br />
Frische und Aufmerksamkeit. Das dunklere Petrol, nun<br />
als „Harbour Blue“ bezeichnet, setzt als Kombination<br />
dazu Akzente. Die kräftige Mischfarbe aus Blau und<br />
Grün soll laut Pantone die „Sehnsucht nach einem sicheren<br />
Ort“ widerspiegeln. Was die Farb-Poeten des<br />
Unternehmens zu dieser Aussage veranlasst, bleibt ihr<br />
Geheimnis.<br />
Vielleicht bleibt man doch eher bei sommerlichen Tönen<br />
wie dem hellgrünen „Fair Green“ oder „Basil“ –<br />
einem gedeckten Basilikum-Ton wie frisch aus dem<br />
Kräutergarten, der mit pragmatischen Klassikern wie<br />
38
dem hellen Beige „Perfectly Pale“ oder dem dunkleren<br />
„Humus“ kombiniert werden kann. Das hellere, dezente<br />
„Perfectly Pale“-Beige hingegen soll an Tage am<br />
Strand erinnern. Auch <strong>für</strong> unsere innere Ruhe wird gesorgt<br />
– „White Alyssum“ und (absurderweise) „Snow<br />
White“ sei Dank.<br />
Das kräftige Gelbgrün „Fragile Sprout“ ist der wohl ungewöhnlichste<br />
Farbton der Sommersaison. Als weiterer<br />
Trend soll „Coral Rose“ (Koralle) <strong>für</strong> Energie und<br />
Aufschwung sorgen. Ob sich auch das kräftig-ockerige<br />
Orangebraun („Sudan Brown“) – eher ein Herbstton –<br />
durchsetzt, bleibt abzuwarten.<br />
Der absolute Farbstar des Sommers ist jedoch das fröhliche<br />
und lebhafte „Very Peri“, ein Flieder- oder Veilchen-ähnlicher,<br />
dynamisch-warmer Farbton, gemischt<br />
aus Blautönen mit einem Spritzer Lila und violett-rötlichem<br />
Unterton. Er wirkt im ersten Moment etwas kühl,<br />
erinnert aber auf den zweiten Blick an frische Beeren,<br />
soll Mut machen und Lust auf Neues bringen. Pantone<br />
dichtet der Farbe sogar eine energetisierende, hellwach<br />
machende Wirkung an, die angeblich Mut und Selbstbewusstsein<br />
erfordert, um sie zu tragen. Auf jeden Fall<br />
bringt sie eine aufregende Frische in die Saison.<br />
Neue Farben und Formen auch bei den Sonnenbrillen<br />
Gesehen bei Kunk am Altenwall 1-3<br />
Und das ist noch nicht alles: Very Peri soll (quasi nebenbei)<br />
auch noch den „globalen Zeitgeist während<br />
der Pandemie“ und „die Verschmelzung des physischen<br />
mit dem digitalen Leben“ verdeutlichen. So oder<br />
so: Lady Gaga trug sie schon letzten November auf der<br />
Premiere zu ihrem Film „House of Gucci“ – auffällig<br />
und dramatisch, wie ihre Rolle als prominente Männer-<br />
Mörderin.<br />
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Osnabrück /Hannover: A1 /Abfahrt Hemelingen<br />
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39
MANS<br />
It‘s a<br />
world<br />
Im Fokus – auch bei Männern ist die neue Sommerfarbe zu finden, Fotos: Anzug: the-lazy-artist-gallery, Kamera: Ron Lach, beide Pexels<br />
MÄNNER: OVERSIZE STATT COUCH POTATO<br />
Apropos Männer: Lassen sie uns auch mal über Männermode<br />
sprechen! Auch die ist natürlich stets eine Reaktion<br />
auf die aktuelle Gegenwart: Nach langen Monaten<br />
in Jogginghose und Hoodie vor dem Homeoffice-<br />
PC und auf dem Sofa ist nun Schluss. Der Hoodie wird<br />
getauscht gegen ein Langarm-Hemd im Oversized<br />
Look und eine weit konfektionierte Hose. Der modischbequeme<br />
Oversize Look also bleibt, aber der (nach)lässige<br />
Couch Potato-Look verschwindet.<br />
So bleibt es gemütlich, wirkt aber doch etwas förmlicher.<br />
Hosen und Blazer sitzen locker. Auch bei den<br />
Männern halten Cut Outs Einzug, zieren aber vor allem<br />
Strickpullover oder T-Shirts: Die Männermode traut<br />
sich was.<br />
Anzüge mit Sneaker treten ein wenig in den Hintergrund,<br />
aber der Anzug bleibt – nur mit geänderten<br />
Proportionen: lockere Hose und Blazer mit Gürtel –<br />
Altbekanntes in neuer Form. Das Schneiderhandwerk<br />
greift die neuen lässigen Formen auf.<br />
40
Komfort zählt: Der Anzug wird weichgezeichnet und<br />
kommt mit ultra-weichen Stoffen. „Technicolor-Anzüge“<br />
erscheinen in den überraschenden „Candy Store“-<br />
Farben Pink, Hellblau, Gelb oder dem schon genannten<br />
„Very Peri“. Bei den diesjährigen SAG-Awards konnte<br />
man bereits Jared Leto in einem glänzenden hellblauen<br />
Technicolor-Anzug von Gucci bewundern.<br />
Wer kein Anzug-Liebhaber ist, wird vielleicht mit dem<br />
Utility Trend froh: dem Comeback der Workwear. Utility<br />
steht <strong>für</strong> „nützlich“ und „funktional“, inspiriert von<br />
Arbeitskleidung. Es gibt Jacken und Westen mit vielen<br />
geräumigen Taschen, Overalls und Arbeitsanzüge. Die<br />
multifunktionalen Kleidungsstücke sorgen <strong>für</strong> maximale<br />
Bewegungsfreiheit.<br />
Aber auch „Tie & Dye“ ist ein Sommertrend: Färbetechniken,<br />
die unzählige Schattierungen erzeugen-<br />
Stoffe, wie von der Sonne ausgeblichen und verblasst.<br />
Das macht auch vor Strickwaren und Bermuda Shorts<br />
keinen Halt. Denn die feiern auch bei den Männern ein<br />
Comeback.<br />
Ostergrüße<br />
vom Wall!<br />
Die mittellangen Bermudas werden entweder mit<br />
Dad‘s Blazer oder mit zugeknöpften Polos und groben<br />
V-Neck-Strickjacken im „Chunky Knit“ kombiniert.<br />
Die Männerwelt zeigt sich in Strickjacken, Pullundern<br />
und Pullovern, die aus den Kleiderschränken der Väter<br />
und Großväter stammen könnten. Strickjacken werden<br />
gerne in der Mitte zugeknöpft und präsentieren sich in<br />
Überlänge sowie den Farben „Very Peri“, Flieder oder<br />
Ocker.<br />
Handgefertigte Filzartikel aus Nepal.<br />
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Pullover wie aus den Kleiderschränken der Großväter<br />
Foto: Wallace Chuck von Pexels<br />
Pullover und Hemden dagegen gibt es im „All Over<br />
Print“, also kariert oder geblümt in bunten Farben. Um<br />
das dies alltagstauglicher zu gestalten, empfehlen sich<br />
eine schlichte, extraweite Hose und Loafer mit derber<br />
Sohle im „Chunky Style“, natürlich unbedingt bar-<br />
Das Badetuch „Pauli“ mit Kapuze von Feiler ist seit über<br />
50 Jahren ein Klassiker <strong>für</strong> die Babypflege. Die Chenillebordüre<br />
mit „Pauli“ dem Marienkäfer sowie das Tuch ist<br />
aus 100% Baumwolle gefertigt. Damit können Sie Ihr<br />
Baby nach dem Bad kuschelig einwickeln. Außerdem<br />
erhältlich Waschhandschuh, Handtuch, Badetuch und<br />
Lätzchen in verschiedenen Farben. Sowie unser umfangreiches<br />
Angebot an individuellen Wohlfühl-Bettdecken,<br />
die wir nach Bedarf <strong>für</strong> den Kunden anfertigen.<br />
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41
Lars Besecke Weißes Hemd geht immer, Foto: Johanser Martinez Voll 80er : weißes T-Shirt, white whased Jeans, Foto: Ryan Holloway<br />
fuß getragen. Zur Not geht auch ein weißer Sneaker,<br />
aber mal ehrlich: In denen läuft ja jeder rum. Wer es<br />
krachen lassen will, setzt auf Sneaker in angesagter<br />
Trendfarbe zur weiten Hose. Denn auch an den Füßen<br />
ist alles, was bunt ist, Trend.<br />
Ansonsten ist die Männersandale zwar von jeher<br />
ein heikles Thema, aber dieses Jahr von der weiten<br />
und überlangen Hose nicht mehr wegzudenken.<br />
Die Sandale ist nicht nur bequem, sondern mittlerweile<br />
auch von den großen Modelabels „abgesegnet“<br />
– und diesmal sogar – au weia! – tatsächlich<br />
mit Socke.<br />
Zur gerade und weit geschnittenen Hose in<br />
Überlänge kommt also der Pullunder, mit oder<br />
ohne Hemd. Solo getragen, kommt er in kräftigen<br />
Grün- und Blautönen, oft mit knalligem Pink<br />
gemischt.<br />
Diese Kombination wird durch eine farbige<br />
College-Jacke mit großem Logo-Emblem oder<br />
eine Bomberjacke aus dünnem Stoff zum absoluten<br />
Trend.<br />
Pullunder eignen sich aber auch <strong>für</strong> den<br />
„Preppy Style“: Taillierte Blazer mit Karomuster,<br />
dazu passende Bermuda Shorts mit<br />
Kniestrümpfen – dazu Polohemden, gestreifte<br />
Rugby Shirts oder ein weißes Hemd.<br />
Dieser School Boy-Look ist nicht so brav,<br />
wie man im ersten Moment denken könnte:<br />
Derbe Combat Boots oder Schnürstiefel mit<br />
Plateausohle verleihen ihm mehr Härte.<br />
Damit zeigt sich dieser College-Look von<br />
seiner eher erwachsenen Seite. Auch die<br />
Bermuda Shorts lassen sich mit einer bürotauglichen<br />
langen Hose tauschen.<br />
Wer einen schlichteren Look bevorzugt,<br />
sollte den monochromen Auftritt<br />
in Schwarz oder – etwas mutiger – in<br />
der Trendfarbe „Very Peri“ wählen und<br />
mit Cut Outs, Oversize-Hemd, weiter<br />
Seidenhose und Sandalen spannende<br />
Akzente setzen.<br />
Um dem Auftritt die Krone aufzusetzen,<br />
empfiehlt sich der Bucket Hat:<br />
ein kultiger ehemaliger Fischerhut. Er<br />
entstand um 1900 in Irland, wurde<br />
von Farmern und Fischern getragen<br />
und avancierte in den 1960ern<br />
zum Modeaccessoire. Nun ersetzt<br />
er das inflationäre Base Cap. Muti-<br />
42
gere Typen tragen ihn<br />
in Knallfarbe oder mit<br />
angesagtem Logo Print.<br />
Wer sich noch nicht so<br />
sicher ist, kann erstmal<br />
mit Schwarz oder Weiß<br />
anfangen.<br />
Laden 37<br />
Mode ...<br />
Fließende Gendergrenzen, Foto: Ron Lach, Pexels.com<br />
FLIESSENDE GENDER-<br />
GRENZEN<br />
Wo einige Feuilletonisten<br />
die Einteilung der Geschlechter<br />
als Gestrig bezeichnen,<br />
verwundert es<br />
kaum, dass in der Männermode<br />
auch die „Genderless<br />
Fashion“ auf dem Vormarsch<br />
ist.<br />
Das zeigt sich auch in der Farbauswahl: Schwarz, Weiß und Blau bleiben<br />
zwar die meistverkauften Töne, doch die Grenzen zwischen Männer- und<br />
Frauenmode verschwimmen und man befreit sich von traditionellen Codes.<br />
Das verhilft der Trendfarbe „Very Peri“ – einem frischen fliederfarbenen<br />
Blau – auch bei den Männern zum Siegeszug. Auch Rosa kommt in<br />
sämtlichen Schattierungen bei Hemden, Hosen, Schuhen und Anzügen<br />
vor.<br />
Es wird experimentiert: Der Trend „Completely Genderless Sport“ verbindet<br />
Mode mit Sport und soll dem Mann durch einen geschlechtslosen<br />
Kleidungsstil ein Gefühl von Freiheit geben. Nur logisch, dass auch Handtaschen<br />
nicht mehr den Frauen vorbehalten sind. Früher ein klarer Outsider,<br />
ist sie jetzt zu einem modischen Männer-Accessoire geworden. Als<br />
auffällige Taschen in Knallfarben vervollständigen sie jetzt den Look. Zur<br />
Not sollten trendbewusste Männer ruhig in der Frauenabteilung stöbern,<br />
da dort einfach mehr Auswahl herrscht.<br />
Auch das Disco Feeling zeigt sich in der Herrenmode: Neben sportlicher<br />
Lässigkeit oder klassischer Eleganz kommen jetzt auch Glitzersteine, Samt<br />
und Seide in den Alltag. Dass das Ganze etwas „drüber“ wirkt, ist Absicht.<br />
Zu den verrücktesten Styles zählen Metallic-Pants und Anzüge mit Pailletten.<br />
Wer nicht in Feierlaune ist, bleibt halt bei Jeans: Der „Double Denim Look“<br />
beschreibt das Komplettoutfit mit Oversize Denim-Jacke oder -Trenchcoat.<br />
Es ist wie in den 1980ern: Alles aus Denim, zusammen mit Acid<br />
Wash Style, weißem T-Shirt und Boots.<br />
Eines jedoch ändert sich in der Männermode nie und gehört in jeden Kleiderschrank.<br />
Tom Ford, der berühmte Designer, liefert da<strong>für</strong> das passendste<br />
Zitat: „Was wirklich einen guten Look ausmacht und in der Männermode<br />
unverzichtbar ist, ist ein knackiges weißes Hemd“.<br />
Ihr, Lars Besecke von LARS WOMEN aus dem Ostertor<br />
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Schönes zu Ostern. Gönnen Sie sich etwas Neues zum Frühjahr. Mit diesen<br />
wunderbaren Kaufanregungen möchten wir Sie daran erinnern, dass wir<br />
viele schöne Geschäfte in <strong>Bremen</strong> haben, die darauf warten von Ihnen entdeckt<br />
und vor allem besucht zu werden, persönlich oder im Internet.<br />
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Der Ziegenvelour Mantel ist auch super als Kleid zu<br />
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49
IMMOBILIEN<br />
Die eigene Immobilie ist nach wie vor eine sichere Kapitalanlage.<br />
Das eigene Zuhause –<br />
leichter als gedacht<br />
5 Expertentipps aus der <strong>Schwachhauser</strong> Heerstraße<br />
Viele gute Gründe sprechen <strong>für</strong> eine eigene Immobilie. Sie ist<br />
die einzige Altersvorsorge, die man sofort genießen kann. Sie<br />
schützt vor Mieterhöhungen und Eigenbedarfskündigungen.<br />
Außerdem schaffen die eigenen vier Wände langfristiges<br />
Vermögen – und das inflationssicher.<br />
In <strong>Bremen</strong> möchten deshalb viele Menschen, die<br />
noch zur Miete wohnen, etwas Eigenes. Gedanken<br />
ums Wohnen machen sich aber auch diejenigen,<br />
die bereits ein Haus oder eine Eigentumswohnung<br />
besitzen. Hier stehen Modernisierungsmaßnahmen<br />
an. Für alle haben die Expert*innen der Sparkasse<br />
<strong>Bremen</strong> der Stadtteilfiliale in der <strong>Schwachhauser</strong><br />
Heerstraße fünf Tipps parat.<br />
Tipp 1: Die Lage<br />
Eine identische Immobilie ist unterschiedlich viel<br />
wert, je nachdem wo sie steht. Da machen wenige<br />
Kilometer schon einen riesigen Preisunterschied.<br />
Fragen Sie sich also nicht nur, wo Sie am liebsten<br />
wohnen möchten. Überlegen Sie, wie weit der Weg<br />
zur Arbeit höchstens sein darf, ob sie den öffentlichen<br />
Nahverkehr in der Nähe benötigen und welche<br />
50
Wegstrecken auf die jüngeren Familienmitglieder<br />
zukommen können. Bestimmt sind in diesem Umkreis<br />
Orte dabei, die Sie noch nicht auf dem Zettel<br />
hatten. Über die Infrastruktur der Bremer Stadtteile<br />
informiert das Portal www.spot-bremen.de.<br />
Tipp 2: Der finanzielle Rahmen<br />
Welche Summen sind noch zu stemmen und wo ist<br />
wirklich Schluss? Das ist ohne Hilfe gar nicht einfach<br />
zu beantworten. In einem persönlichen Gespräch mit<br />
Berater*innen der Sparkasse <strong>Bremen</strong> erfahren Sie<br />
strukturiert und schnell, welche Finanzierungshöhe<br />
möglich ist und erhalten da<strong>für</strong> eine verbindliche Finanzierungsbestätigung<br />
– den „Heimvorteil“. Diese<br />
Bestätigung kann ein Türöffner sein. Im wahrsten<br />
Sinne des Wortes. In einem Verkaufsgespräch bekunden<br />
Sie echtes Interesse und weisen die finanziellen<br />
Mittel nach.<br />
Angebot schließlich am besten zu Ihnen passt. Dadurch<br />
werden immer die besten Konditionen und<br />
Bedingungen <strong>für</strong> jeden individuellen Fall zusammengestellt.<br />
Zu erreichen ist die Baufinanzierungsberatung<br />
der Sparkasse <strong>Bremen</strong> werktags von 8 bis 20<br />
Uhr über die Telefonnummer 0421 179-0.<br />
Tipp 5: Die schnelle Umsetzung<br />
Wenn Sie sich <strong>für</strong> die eigenen vier Wände interessieren,<br />
dann gehen Sie zügig an die Umsetzung. Die<br />
Beschäftigung mit allen Dingen, die zum Immobilienerwerb<br />
gehören, benötigt Zeit. Hektik wäre dabei<br />
kein guter Ratgeber. Auch bei der Immobiliensuche<br />
sollten Sie Ruhe bewahren. Geben Sie sich ein bis<br />
zwei Jahre. Wenn Sie das richtige Objekt <strong>für</strong> sich<br />
entdeckt haben, sind Sie mit Ihrer guten Vorbereitung<br />
in der besten Ausgangsposition.<br />
Wer es lieber elektronisch mag, der benutzt einfach<br />
die Baufi-App der Sparkasse <strong>Bremen</strong>. Hier kann jeder<br />
– auch Kund*innen anderer Banken – innerhalb von<br />
wenigen Minuten sehen, ob die Finanzierung möglich<br />
ist. Als Sofortauskunft gibt es dann ein digitales<br />
Baufi-Zertifikat in der App. Notwendig ist lediglich ein<br />
Girokonto mit Onlinebanking-Zugang. Ein weiterer<br />
Vorteil: Es gibt weder Papierkram, noch Anrufe.<br />
Tipp 3: Das Modernisieren<br />
Entweder direkt nach dem Erwerb oder im Laufe der<br />
Zeit stehen sie an: die kostenintensiven Modernisierungsmaßnahmen.<br />
Von der Heizung bis hin zum<br />
Dach möchte das Eigenheim instandgehalten werden.<br />
Auch Energie einsparen und auf alternative Energiequellen<br />
wechseln rechnen sich über die Jahre.<br />
Und auch ganz wichtig: Viele Modernisierungsmaßnahmen<br />
tragen dazu bei, dass Sie Ihre neue Immobilie<br />
zu Ihrem persönlichen Zuhause umgestalten. Die<br />
Expert*innen der Sparkasse zeigen Ihnen auf, welche<br />
Investitionskosten auf Sie zukommen. Mit einem<br />
Bausparvertrag oder einem Modernisierungskredit<br />
sind Sie in jedem Fall auf der sicheren Seite.<br />
Tipp 4: Der richtige Kredit<br />
Die Sparkasse <strong>Bremen</strong> bietet keine Baufinanzierungen<br />
von der Stange an. Stattdessen nehmen sich die<br />
Expert*innen Zeit und schauen gemeinsam mit den<br />
Interessenten, wie die Finanzierung zusammengesetzt<br />
werden kann. An den Konditionen wird es nicht<br />
scheitern: Als Finanzvermittler bietet die Sparkasse<br />
<strong>Bremen</strong> sogar ein Darlehen anderer Institute an –<br />
derzeit sind aktuelle Konditionen von 180 Banken<br />
verfügbar. In der Beratung entscheiden allein die<br />
Kunden*innen, was Ihnen wichtig ist und welches<br />
Die Filiale an der <strong>Schwachhauser</strong> Heerstraße<br />
Das eigene Zuhause auf SPOT<br />
Die Plattform www.spot-bremen.de informiert<br />
nicht nur rund ums Wohnen in den Bremer<br />
Stadtteilen. Gut recherchierte Artikel im<br />
Bereich „Mein Zuhause“ bieten Orientierung<br />
<strong>für</strong> Immobilienbesitzer und solche, die es<br />
werden möchten. Hier gibt es noch mehr<br />
Tipps rund um die eigene Immobilie oder den<br />
Immobilienkauf. Auch die Modernisierung<br />
kommt nicht zu kurz: Smart Home oder<br />
Heizen mit erneuerbaren Energien sind nur<br />
zwei Beispiele <strong>für</strong> aktuelle Themen. Sehr<br />
komfortabel ist die Immobiliensuche in „Mein<br />
Zuhause“. Sie checkt automatisch viele große<br />
Immobiliendatenbanken auf Ihre Kriterien<br />
hin. So müssen Sie nicht jedes Portal einzeln<br />
durchstöbern, sondern erhalten schnell und<br />
komfortabel alle Suchergebnisse auf einen<br />
Blick.<br />
51
Mass <strong>für</strong> Mass, Foto: Marianne Menke<br />
Shakespeare-Premiere im April 2022<br />
bremer shakespeare company<br />
Premiere<br />
MASS FÜR MASS<br />
Von William Shakespeare. Nach der Übersetzung von Chris Alexander.<br />
R: Stefan Otteni. B: Heike Neugebauer. K: Rike Schimitschek. M: Thomas Krizsan.<br />
Mus.Ltg.: Ekkehard Lampe-Steinhage. Mit: Simon Elias, Tim Lee, Peter Lüchinger,<br />
Michael Meyer, Sofie Miller, Petra-Janina Schultz, Kathrin Steinweg.<br />
Die Moral in Shakespeares (fiktivem) Wien ist völlig verlottert: Prostituierte, Zuhälter und allerlei freches Gesindel<br />
scheinen die Macht an sich gerissen zu haben. Die Präsidentin, deren anscheinend zu laxe Regierung Mitschuld<br />
daran trägt, sieht endlich Handlungsbedarf: Sie will sich undercover ihre Stadt „von unten“ besehen und setzt<br />
den Hardliner Angelo als Interims-Regenten ein. Der beginnt unverzüglich mit dem „Aufräumen“ und verurteilt<br />
Claudio wegen unehelicher Unzucht zum Tode. Doch als Isabella, Claudios Schwester und Klosternovizin, bei<br />
ihm um Gnade <strong>für</strong> ihren Bruder bittet, bröckeln seine hohen Prinzipien: er missbraucht seine Macht und will als<br />
Gegenleistung <strong>für</strong> Claudios Begnadigung Sex von ihr erpressen. Isabella leistet eisernen Widerstand – lieber<br />
überlässt sie Claudio seinem Todesurteil, als sich <strong>für</strong> so einen schmutzigen „Deal“ herzugeben.<br />
bremer shakespeare company<br />
Theater am Leibnizplatz<br />
Schulstr. 26<br />
28199 <strong>Bremen</strong><br />
Tickets<br />
Vorverkauf: Stadtbibliothek am Wall<br />
Di-Fr 15-18 Uhr, Sa 12-16 Uhr<br />
T 0421 500 333 | Mo-Fr 15-18 Uhr<br />
Spielplan<br />
und Online-Kartenverkauf<br />
shakespeare-company.com<br />
52
Was ist der Ausweg? Den Betrüger selbst betrügen? Im Verborgenen schmiedet die Präsidentin einen Plan,<br />
Angelo an seinem eigenen dunklen Punkt zu packen – Geldgier, Geilheit, ein Beischlafbetrug und ein Schauprozess<br />
rücken die Dinge am Ende im Sinne einer Komödie wieder gerade. Doch die Frage bleibt: welche Berechtigung<br />
haben die Herrschenden, wenn ihre Moral genauso schlecht ist, wie die des einfachen Volkes? Wie<br />
geht der Herrscher mit dem Volk um? Soll er es erziehen, gängeln, oder bestrafen, um das Gemeinwohl durchzusetzen?<br />
Allen Spielarten dürften wir in 2 Jahren Pandemie schon selbst begegnet sein…<br />
In Stefan Ottenis Inszenierung (»King Charles III« und »Angela I.«) ist Wiens Herzog eine Präsidentin, denn wer<br />
wissen will, ob Frauen die besseren Herrscher sind, muss zu Shakespeare zurück, hat er doch die Frau erlebt,<br />
die die am längsten amtierende Staatslenkerin in Europa war: Elizabeth I.<br />
TERMINE: öffentliche Probe: Mi 6.4., Eintritt frei. Premiere: Sa 16.4. Vorstellungen: So 17.4., Do 21.4., Fr 6.5.,<br />
Fr 27.5., Fr 10.6. um 19.30 Uhr im Theater am Leibnizplatz. Am Mi 6.7. um 20.00 Uhr bei »Shakespeare im<br />
Park« im Bürgerpark, Melcherswiese.<br />
HEUTE WIE GESTERN? – ZEITREISEN<br />
Szenische Lesungen »Aus den Akten auf die Bühne«. Kooperation mit der Uni <strong>Bremen</strong>.<br />
„KEINE ZUFLUCHT: NIRGENDS. AN LAND UND AUF DEM MEER.“<br />
Die Konferenz von Evian und die Fahrt der MS St. Louis.<br />
Auf der Konferenz von Evian im Juli 1938 konnten sich die Vertreter von 32 Staaten nicht über die<br />
Aufnahme von 500 000 deutschen Staatsbürger*innen jüdischen Glaubens einigen. Die MS St. Louis<br />
mit 937 Flüchtlingen legt 1939 in Richtung Havanna ab, doch weder dort, noch in den USA erhält<br />
sie Landeerlaubnis. Zurück in Europa werden die Flüchtlinge auf Großbritannien, Frankreich, Belgien<br />
und die Niederlande verteilt. Viele von ihnen kamen in den Vernichtungslagern ums Leben.<br />
TERMIN: Do 12.5. um 19.30 Uhr im Theater am Leibnizplatz<br />
EINE STADT IM KRIEG: BREMEN 1914-1918<br />
„Plötzlich, wie über Nacht, ist das Gespenst eines Völkerkrieges zwischen<br />
den großen europäischen Nationen aufgetaucht.“<br />
„Ein Weltkrieg. Weiß man, was das bedeutet?“ fragt am 28. Juli 1914 die Bremer Bürgerzeitung<br />
und erklärt nüchtern und präzise: „Gegen einen modernen Weltkrieg sehen alle früheren Kriege wie<br />
harmlose Streitereien aus. Nicht nur wegen der ungeheuer viel größeren Soldatenmassen und der<br />
Vervollkommnung der Mordwerkzeuge, sondern vor allem wegen der Wirkung des Krieges auf das<br />
Leben der Gesellschaft.“ Fünf Tage später, am 1. August 1914, ruft Kaiser Wilhelm II die allgemeine<br />
Mobilmachung aus.<br />
Die Lesung lädt die Zuschauer zu einer Zeitreise ein, beleuchtet Orte, Personen, Ereignisse und Entwicklungen<br />
und bringt sie mit überlieferten Dokumenten zum Sprechen.<br />
TERMIN: Di 24.5. um 19.30 Uhr im Theater am Leibnizplatz<br />
53
Foto: Jörg Landsberg<br />
SPIELPLAN<br />
Jenůfa<br />
Oper aus dem mährischen Bauernleben in drei Akten von Leoš Janáček<br />
In tschechischer Sprache mit deutschem Übertext<br />
Premiere: Sa, 9.04., 19:30 Uhr, Theater am Goetheplatz<br />
April: Sa, 16.04., Mi, 20.04. und Fr, 22.04., 19:30 Uhr, Theater am Goetheplatz<br />
„am ende dieser endlichkeit bleibt nichts mehr zu verlieren.“ (Barbara Köhler) — Jenůfa ist schwanger. Kindsvater<br />
Števa entscheidet sich jedoch gegen sie. Aus Angst vor gesellschaftlicher Ächtung wird Jenůfa ihr Kind<br />
daher in der Abgeschiedenheit zur Welt bringen. Nur ihre Stiefmutter, die Küsterin des Dorfes, steht ihr bei,<br />
sorgt sich aber um Jenůfas Ruf. Sie trifft eine folgenschwere Entscheidung: Heimlich ertränkt die Küsterin das<br />
Neugeborene im schneidend kalten Fluss. Zwischen dörflicher Enge und atemberaubender Ohnmacht brechen<br />
sich die expressiven Orchesterklänge von Leoš Janáčeks dritter und erfolgreichster Oper Bahn, die feinsinnig<br />
und urteilsfrei menschliche Extremzustände offenlegt. Regisseur Armin Petras und Generalmusikdirektor Yoel<br />
Gamzou widmen sich – nach dem Erfolg von Schostakowitschs „Lady Macbeth von Mzensk“ – erneut den Abgründen<br />
einer schonungslosen Gesellschaft, die Frauen zu hilflosen Taten anstiftet und dann verurteilt.<br />
Regie: Armin Petras<br />
Musikalische Leitung: Yoel Gamzou<br />
Theater <strong>Bremen</strong><br />
Goetheplatz 1-3<br />
28203 <strong>Bremen</strong><br />
T 0421 3653 0<br />
Kartenverkauf<br />
Kartenbüro Theater <strong>Bremen</strong><br />
Goetheplatz 1-3<br />
T 0421 3653333<br />
Geschäftszeiten:<br />
Mo-Fr 13-18 Uhr, Sa 11-14 Uhr<br />
Spielplan und Kartenverkauf<br />
theaterbremen.de<br />
Über die Vorstellung im<br />
Spielplan erreichen Sie das<br />
online Buchungsportal.<br />
54
Szenenbilder aus „Die Dreigroschenoper“<br />
Fotos: Jörg Landsberg<br />
Die Dreigroschenoper<br />
von Bertolt Brecht und Kurt Weill<br />
April: Mi, 13.04., Fr, 29.04., Sa, 30.04., 19:00 Uhr, Theater am Goetheplatz<br />
Mai: Sa, 7.05., Sa, 21.05., Fr, 27.05., 19:00 Uhr, Theater am Goetheplatz<br />
„Wenn man einen Sumpf austrocknen will, darf man nicht die Frösche fragen.“ (Friedrich Merz) — Wenn Räuber<br />
tot in den Gassen liegen, der Haifisch seine Zähne zeigt, die Liebe über die Vernunft und das Kapital über die<br />
Moral triumphiert, und wenn zu alledem noch der Mond über Soho glänzt, dann sind wir in der „Dreigroschenoper“<br />
von Bertolt Brecht und Kurt Weill. Ein Jahrhundertcoup, mit dem der junge Brecht quasi über Nacht<br />
weltberühmt wurde. Schon in Zeiten seiner Entstehung Kassenschlager und Kapitalismuskritik in einem. Und<br />
heute? Brechts Vergleiche von Kleinkriminellen und Großkapitalisten kursieren in jedem Führungskräfteseminar<br />
<strong>für</strong> hochbezahlte BankmanagerInnen und sorgen <strong>für</strong> Champagnerlaune. Auch davon lebt der Mensch… Nach<br />
Tom Waits’ „Woyzeck“-Musical widmen sich der Regis-seur Klaus Schuma¬cher und sein Musikalischer Leiter<br />
Tobias Vethake den legendären Songs von Kurt Weill – inspiriert von Jazz, Tango, Blues und Jahrmarktsmusik.<br />
Regie: Klaus Schumacher<br />
Musikalische Leitung: Tobias Vethake<br />
Vögel<br />
von Wajdi Mouawad, Deutsch von Uli Menke<br />
April: Mi, 27.04., 19:30 Uhr, Theater am Goetheplatz<br />
Mai: So, 29.05., 18:00 Uhr, Theater am Goetheplatz<br />
New York. Zwei Menschen begegnen sich in einer Bibliothek. Eine unwahrscheinliche Begegnung, eine sofort<br />
entfachte Liebe, wie vorherbestimmt, so scheint es. Fesselnd und mitreißend in ihrer magischen Intensität. Für<br />
Wahida, eine amerikanische Islamwissenschaftlerin, und Eitan, einen deutschen Genforscher, beginnt eine unbeschwerte,<br />
freie und glückliche Zukunft. Welche Rolle spielt schon die Herkunft heute? Doch Eitans jüdische<br />
Familie lehnt seine arabischstämmige Freundin radikal ab. Unerklärlich, die Reaktion seiner Eltern, findet Eitan<br />
und macht sich mit Wahida auf, dem Verschwiegenen nachzuspüren. In Israel entdecken sie das Familiengeheimnis<br />
und werden mit der schwerwiegenden Frage nach der eigenen Identität und Zugehörigkeit konfrontiert.<br />
Ihre Liebe steht nun nicht mehr allein in der Welt, stellt sich plötzlich dar als eine Größe zwischen Familie, Geschichte,<br />
Politik und der Frage, wie viel Wahrheit sein muss und ob Wahrheit gleichzeitig Wahrhaftigkeit ist.<br />
Regie: Alize Zandwijk<br />
55
Foto: Kristin Päckert<br />
SPIELPLAN<br />
FOXFINDER<br />
Dystopischer Thriller von Dawn King<br />
Do, 07.04., 19:30 Uhr, Kleines Haus<br />
Sa, 16.04., 19:30 Uhr, Kleines Haus<br />
Sa, 23.04., 19:30 Uhr, Kleines Haus<br />
weitere Termine unter www.stadttheaterbremerhaven.de<br />
Judith und Samuel Covey haben alles, was sie sich gewünscht haben. Ein Kind, einen hübschen kleinen Bauernhof<br />
in einer guten Nachbarschaft und ordentliche Ernte-Erträge. Aber seit kurzem sind sie vom Pech verfolgt. Erst<br />
hat eine Überschwemmung ihnen die Ernte verhagelt, dann hat eine rätselhafte Blattfäule den Neuanfang verhindert,<br />
und als ihr vierjähriger Sohn Daniel stirbt, verliert Samuel den Glauben an die Zukunft. Und als wäre das<br />
alles nicht genug, meldet sich ein staatlicher Kontrolleur, einer der ge<strong>für</strong>chteten «Foxfinder», um zu überprüfen,<br />
ob der Hof von Füchsen befallen ist. Von seinem Bericht wird abhängen, wie das Leben der Coveys weitergeht.<br />
Während Samuel in seiner Verzweiflung immer versessener auf Fuchsjagd geht, obwohl seit Ewigkeiten kein<br />
Fuchs mehr gesehen wurde, schmiedet Judith mit ihrer Nachbarin Sarah Fluchtpläne.<br />
Regie: Wolf Widder<br />
Stadttheater Bremerhaven<br />
Theodor-Heuss-Platz<br />
27568 Bremerhaven<br />
Öffnungszeiten Theaterkasse<br />
Di-Fr 12-18 Uhr, Sa 10-13 Uhr<br />
T 0471 49001<br />
Spielplan<br />
und Online-Kartenverkauf<br />
stadttheaterbremerhaven.de<br />
56
OCEANE<br />
Oper von Detlev Glanert<br />
Sa, 23.04., 19:30 Uhr, Großes Haus (Premiere)<br />
Fr, 29.04., 19:30 Uhr, Großes Haus<br />
Sa, 07.05., 19:30 Uhr, Großes Haus<br />
weitere Termine unter www.stadttheaterbremerhaven.de<br />
Ein «Sommerstück <strong>für</strong> Musik in zwei Akten» untertiteln Detlev Glanert und sein Librettist Hans-Ulrich Treichel<br />
ihr 2019 an der Deutschen Oper Berlin uraufgeführtes Werk, das klanglich mit Kontrasten zwischen Meeresrauschen,<br />
beschwingter Tanzkappelle und sanglich-virtuoser Ekstase spielt. Es steht in der Tradition der «Fremden<br />
Frau vom Meer», die im 19. Jahrhundert Kompositionen, Malereien und Novellen gleichsam inspiriert, darunter<br />
Theodor Fontanes Fragment Oceane von Parceval. Hier aber ohne Fantastisches und Märchenhaftes, sondern<br />
als radikal gesellschaftliches Psychogramm einer Frau, die krampfhaft versucht, Teil zu sein. Aber scheitert.<br />
Oceane wurde u. a. 2021 mit dem International Opera Award als Beste Uraufführung ausgezeichnet und wird am<br />
Stadttheater Bremerhaven weltweit zum zweiten Mal aufgeführt.<br />
Musikalische Leitung: Marc Niemann<br />
#<br />
7. SINFONIEKONZERT «RÉFLEXIONS»<br />
Lera Auerbach: Dreams and Whispers of Poseidon<br />
Heiner Schmitz: Réflexions<br />
Sergei Rachmaninow: Klavierkonzert Nr. 2 c-Moll op. 18<br />
Mo, 09.05., 20:00 Uhr, Großes Haus<br />
Di, 10.05., 19:30 Uhr, Großes Haus<br />
Mi, 11.05., 19:45 Uhr, Stadeum (Stade)<br />
Die Förderung des «Neustart-Kultur»-Programms der Bundesregierung ermöglicht die Uraufführung von Réflexions<br />
des mit dem WDR-Jazzpreis 2019 ausgezeichneten Saxophonisten Heiner Schmitz, der mit sehr persönlicher<br />
Tonsprache Verbindungen schafft zwischen Bremerhavens maritimen Bezügen, impressionistischen Klangwelten,<br />
wie in Debussys La mer und dem zeitgenössischen Jazz. Er wird die improvisierten Soloparts gemeinsam<br />
mit dem renommierten Jazz-Trompeter Ingolf Burkhardt gestalten. Am Pult steht Anna Skryleva, seit 2019 Generalmusikdirektorin<br />
am Theater Magdeburg.<br />
Musikalische Leitung: Anna Skryleva<br />
#<br />
TAIKO (UA)<br />
Tanzabend von Sergei Vanaev in Kooperation mit der japanischen Taiko-Gruppe Masa-Daiko <strong>Bremen</strong><br />
Sa, 21.05., 19:30 Uhr, Großes Haus (Premiere)<br />
Do, 26.05., 19:30 Uhr, Großes Haus<br />
Fr, 10.06., 19:30 Uhr, Großes Haus<br />
weitere Termine unter www.stadttheaterbremerhaven.de<br />
Taiko ist pure japanische Trommellust. Schon in den alten Sagen Japans tanzten und trommelten die Götter um<br />
die Wette. Mit dem typischen Don-Doko-Don-Beat eroberten die Taiko-Ensembles in den letzten Jahrzehnten<br />
die restliche Welt. Ihr kraftvoller Sound, verbunden mit der choreografisch anmutenden Darbietung, ist reine<br />
energetische Lebensfreude und ein Genuss <strong>für</strong> Auge und Ohr. Das war auch der Anlass <strong>für</strong> Sergei Vanaev, über<br />
eine Kooperation seiner Ballettcompagnie mit der Taiko-Gruppe Masa-Daiko <strong>Bremen</strong> nachzudenken. Sie zählt zu<br />
den besten japanischen Trommelgruppen Europas und beherrscht ein reichhaltiges Repertoire an traditionellen<br />
japanischen Musiknummern. Gemeinsam werden die Künstler*innen ein Stück erarbeiten, das Rhythmus und<br />
Choreografie in einem wahren Trommelfeuerwerk vereint: kraftvoll, sinnlich, mitreißend.<br />
Choreografie: Sergei Vanaev // in Kooperation mit Masa-Daiko <strong>Bremen</strong><br />
57
Horst Antes.Radierungen<br />
AUSSTELLUNG<br />
Horst Antes, Porträt (florentinisch), 1977<br />
5-farbige Strichätzung (Schwarz, Coelin,<br />
Rot, Grün, Blau), 24,3 x 19,7 cm<br />
© VG Bild-Kunst, Bonn 2022<br />
Foto: Martin Liebetruth<br />
Die Kunsthalle <strong>Bremen</strong> präsentiert eine umfassende Auswahl an Graphiken von<br />
Horst Antes. Antes ist einer der erfolgreichsten deutschen Künstler der Nachkriegsmoderne.<br />
Das Spektrum der präsentierten Werke reicht von seinen bekannten<br />
„Kopffüßlern“ in subtilen und linearen Farbradierungen bis zu den flächigen<br />
Variationen über Häuser und Zeitraumbilder der letzten Jahre. So umfassen<br />
die präsentierten Werke sein Schaffen von den 1960er-Jahren bis heute.<br />
58
Wer war<br />
Milli?<br />
Eine Intervention von<br />
Natasha A. Kelly<br />
Horst Antes, Für George Wittenborn. 13.05.1905 – 15.10.1974, 1969<br />
Vibrograv, mit Farbkreiden und Aquarellfarben überarbeitet, 24,5 x 14 cm<br />
© VG Bild-Kunst, Bonn 2022<br />
Die kometenhafte Karriere des jungen Horst Antes<br />
(*1936 in Heppenheim) ist ein legendäres Kapitel der<br />
deutschen Nachkriegsmoderne. Während die Abstraktion<br />
in der westlichen Kunstwelt Konsens war,<br />
ergriff Horst Antes die malerischen Mittel des Abstrakten,<br />
um jene wandelbare Figur zu verdichten, die die<br />
Kunstkritik bis heute mit dem Etikett „Kopffüßler“ versieht.<br />
Diese Kunstfigur machte Antes in den 1960er-<br />
Jahren berühmt.<br />
Er erhielt zahlreiche Kunstpreise und Stipendien und<br />
wurde zum prominentesten Vertreter der Neuen Figuration.<br />
Antes war in internationalen Ausstellungen<br />
vertreten und gewann ein begeistertes Publikum, das<br />
bis heute sein konsequent weiterentwickeltes Werk<br />
verfolgt. Dazu trägt auch ein nunmehr sechs Jahrzehnte<br />
umfassendes druckgraphisches Schaffen bei.<br />
Die Ausstellung in der Kunsthalle <strong>Bremen</strong> richtet den<br />
Fokus speziell auf die Radierungen. Im Alten und<br />
Neuen Studiensaal des Kupferstichkabinettes lassen<br />
80 ausgewählte Blätter die künstlerische Entwicklung<br />
von Horst Antes in all ihren Kontinuitäten und Brüchen<br />
verfolgen.<br />
Ernst Ludwig Kirchner, Schlafende Milli, 1911<br />
Öl auf Leinwand, 64 x 92 cm<br />
Kunsthalle <strong>Bremen</strong> – Der Kunstverein in <strong>Bremen</strong><br />
Ab dem 27. April 2022 präsentiert die Kunsthalle <strong>Bremen</strong><br />
in der Sammlungsausstellung „Remix“ eine Installation<br />
von Natasha A. Kelly. Die Wissenschaftlerin,<br />
Autorin, Aktivistin und Künstlerin setzte sich in bereits<br />
mehreren Projekten mit dem Schwarzen Modell Milli<br />
auseinander, das aus zahlreichen Werken der Brücke-<br />
Künstler bekannt ist.<br />
Kellys Ausgangspunkt dabei ist das Gemälde „Schlafende<br />
Milli“ (1911) von Ernst Ludwig Kirchner, das sich<br />
in der Sammlung der Kunsthalle befindet. In ihrer in<br />
die Sammlungsausstellung der Kunsthalle eingebetteten<br />
Intervention kommentiert Kelly Darstellungen von<br />
Milli und weiteren Modellen, die Kirchner regelmäßig<br />
porträtiert hat. In ihrer Recherchearbeit analysiert Kelly<br />
jene Klischees, in denen Schwarze Frauen objektiviert,<br />
exotisiert und erotisiert werden, und erzählt zugleich<br />
deutsche Geschichte aus einer Schwarzen feministischen<br />
Perspektive.<br />
TERMIN<br />
Horst Antes.<br />
Radierungen<br />
16. März bis 19. Juni 2022<br />
Kunsthalle <strong>Bremen</strong><br />
Am Wall 207 | 28195 <strong>Bremen</strong><br />
kunsthalle-bremen.de<br />
TERMIN<br />
Wer war Milli?<br />
Eine Intervention von Natasha A. Kelly<br />
27. April 2022 bis 30. April 2023<br />
Kunsthalle <strong>Bremen</strong><br />
Am Wall 207 | 28195 <strong>Bremen</strong><br />
kunsthalle-bremen.de<br />
59
AUSSTELLUNG<br />
Heinz-Günter Prager,<br />
Blick in die Ausstellung,<br />
VG Bild-Kunst, Bonn 2022<br />
Prager.<br />
Skulpturen<br />
Heinz-Günter Prager stellt die grundsätzliche Frage,<br />
was Bildhauerei ist und wie sie wirkt. Dabei stehen<br />
zwei Begriffe im Zentrum: Körper und Maß. Die Ausstellung<br />
zeigt Hauptwerke aus allen Phasen seines<br />
Werks. Skulptur steht immer in Bezug zur Betrachterin.<br />
Man nähert sich ihr, umrundet sie und entfernt sich<br />
wieder. Nur so wird der räumliche Zusammenhang<br />
spürbar.<br />
Durch seine moderne Verbindung von Körper, Maß<br />
und Werk wurde Prager zu einer Schlüsselfigur der<br />
deutschen Bildhauerei. Die Leihgaben aus den großen<br />
deutschen Sammlungen dokumentieren das. Pragers<br />
Kunst ist eine Einladung, die Formbeziehung innerhalb<br />
seiner Skulpturen und ihre Maße im Verhältnis zum<br />
eigenen Körper zu erleben und zu analysieren.<br />
60<br />
Mitte: Heinz-Günter Prager,<br />
Blick in die Ausstellung,<br />
VG Bild-Kunst, Bonn 2022<br />
Unten: Heinz-Günter Prager,<br />
Terra V 1/00, 2000, Terracotta, Stahl;<br />
Terra VII 2/01, 2001, Terracotta, Stahl,<br />
VG Bild-Kunst, Bonn 2022<br />
TERMINE<br />
Heinz-Günter Prager. Skulpturen<br />
27. Februar bis 29. Mai 2022<br />
Frieder Nake: Zeichen. Setzen.<br />
27. Februar bis 29. Mai 2022<br />
Gerhard-Marcks-Haus<br />
Am Wall 208, 28195 <strong>Bremen</strong><br />
marcks.de
Rainer Mordmüller, Blick in die Ausstellung, 2022<br />
Den Schwerpunkt der Ausstellung bildet Mordmüllers<br />
langjährige Auseinandersetzung mit der Skulptur.<br />
Als erste eigene skulpturale Artefakte entstanden<br />
1963 verschiedene Marionetten. 19<strong>84</strong>/85 modellierte<br />
Mordmüller erstmals eine Gruppe von Plastiken, seit<br />
2019 kam eine zweite Reihe hinzu. Alle sind über ein<br />
frei zu biegendes Drahtgerüst locker aus Wachs modelliert<br />
und anschließend als Unikate in Bronze gegossen.<br />
In ihrem leichten, raumgreifenden und bewegten<br />
Gestus nehmen sie Charakteristika von Mordmüllers<br />
Malerei auf. Mordmüller lebt und arbeitet in <strong>Bremen</strong><br />
und Paris.<br />
TERMIN<br />
Rainer Mordmüller<br />
Der Maler und die Skulptur<br />
27. Februar bis 29. Mai 2022<br />
Gerhard-Marcks-Haus<br />
Am Wall 208, 28195 <strong>Bremen</strong><br />
marcks.de<br />
Rainer Mordmüller, Neigung, 2021, Bronze<br />
Der Maler und die Skulptur<br />
Rainer Mordmüller<br />
Save the date: 11. Juni bis 17. Juli 2022<br />
Meisterschüler*innen der Hochschule<br />
<strong>für</strong> Künste in <strong>Bremen</strong> (hfk)<br />
Die Ausstellungen der Meisterschüler*innen der<br />
Hochschule <strong>für</strong> Künste geben einen facettenreichen<br />
Einblick in die Qualität und Vielfalt der aktuellen Kunstproduktion<br />
<strong>Bremen</strong>s. Präsentiert werden ausnahmslos<br />
neue Werke. Vertreten ist die gesamte Breite der<br />
Gegenwartskunst von Malerei, Keramik und Plastik bis<br />
hin zu ortsbezogenen Interventionen, Klangarbeiten<br />
sowie Raum- und Videoinstallationen. Ein besonderer<br />
Höhepunkt ist die an die Ausstellung gekoppelte Verleihung<br />
des Karin Hollweg Preises. Mit 15.000 Euro<br />
dotiert gehört er zu den wichtigsten Kunstförderpreisen<br />
an deutschen Kunsthochschulen.<br />
Aria Farajnezhad,<br />
Elizaveta Kovalenko<br />
Nala Tessloff<br />
Stéphane Krust<br />
Martin Reichmann<br />
Yohan Koo (offizieller Name: Donghyeon Koo)<br />
Francisco Vaz<br />
Jiwoo Park<br />
Christian Fonseca Rosales<br />
Konstanze Spät<br />
61
AUSSTELLUNG<br />
Do You<br />
Love Me<br />
Now?<br />
Liz Craft, „Heart Lockets“, 2022, Installationsansicht, Liz Craft, „Do You Love Me Now?“, Kunsthalle Bremerhaven, 2022<br />
Liz Craft<br />
Liz Craft gehört zu einer Generation gegenständlicher<br />
Bildhauer*innen, die im LA der beginnenden 2000er<br />
Jahre eine anspielungsreiche, humorvolle, surreale<br />
und feministisch durchzogene Sprache entwickelt<br />
haben. In der Populär- und Gegenkultur Kaliforniens<br />
verankert weisen ihre Arbeiten oftmals psychedelische<br />
Aspekte auf und überschreiten die Grenze des<br />
Exzentrischen, Abjekten und Provokativen.<br />
Für ihre Arbeiten bedient sich Craft unterschiedlicher<br />
Materialien – von gefundenen Objekten über<br />
Pappmaché bis hin zu Gips und Keramik. Die Motive<br />
findet sie in ihrem Alltag, ihrer Umgebung, ihren Erinnerungen,<br />
Fantasien und Träumen. Entsprechend<br />
sind Crafts Arbeiten von einer großen Direktheit gekennzeichnet,<br />
die jedoch durch Verschränkungen und<br />
Überlagerungen der Sujets und Bezüge sowie deren<br />
Wendung ins Groteske und Über-Reale verkompliziert<br />
wird. Denn mit dem Zusammenfügen von (gewöhnlich)<br />
Nicht-Zusammengehörigem lagert sich „Bedeutung“<br />
Schicht <strong>für</strong> Schicht übereinander und torpediert<br />
sich. Visuell wird jedoch sehr wohl „Sinn“ erzeugt.<br />
Crafts Arbeiten lassen sich folglich nicht still stellen,<br />
sondern weisen in einer spiralförmigen Bewegung<br />
62
TERMIN<br />
Liz Kraft<br />
Do You Love Me Now?<br />
30. Januar bis 17. April 2022<br />
Kunsthalle und Kunstmuseum<br />
Bremerhaven<br />
Karlsburg 1/4 I 27568 Bremerhaven<br />
kunstverein-bremerhaven.de<br />
über sich hinaus. Sie changieren zwischen alltäglicher<br />
Banalität und fantastischen Szenarien. In ihnen mutiert<br />
das Reale zum Nichtrealen, erwächst das Abwegige<br />
aus dem Alltäglichen. Sie sind vertraut und absurd zugleich.<br />
Wobei sie eine Art Humor aufweisen, den man<br />
als schnell oder direkt bezeichnen könnte.<br />
Bild oben: Liz Craft, „Pink Grout“, 2017 Installationsansicht, Liz Craft,<br />
„Do You Love Me Now?“, Kunsthalle Bremerhaven, 2022<br />
Diese Verkomplizierung ist es, die die Arbeiten von Liz<br />
Craft so interessant macht. Und die auch ihren Unterschied<br />
markiert zu dem in aktuellen zeitgenössischen<br />
künstlerischen Praktiken weit verbreiteten Rückgriff<br />
auf das Surreale oder Magische. Denn das Nichtreale<br />
wird bei Craft durch seine Verankerung im Alltäglichen<br />
immer wieder „eingefangen“, sozusagen „geerdet“.<br />
Wie andersherum das Banale durch das Fantastische<br />
überschritten wird.<br />
Die künstlerische Strategie des Collagierens, von der<br />
Crafts Arbeiten durchzogen sind, ist zugleich auch die,<br />
auf der die Arrangements ihrer Ausstellungen beruhen.<br />
Es sind nonlineare und assoziative Erzählungen<br />
im Raum, die durch das Zusammenführen und Aufeinandertreffen<br />
einzelner Werke entstehen und dabei<br />
auf die multidimensionale Qualität des Lebens ebenso<br />
verweisen wie sie etablierte Ordnungen, Normen und<br />
Moralismen zu konterkarieren suchen.<br />
Liz Craft, „Hungry Hippo“, 2015, Installationsansicht, Liz Craft, „Do You<br />
Love Me Now?“, Kunsthalle Bremerhaven, 2022.<br />
Mit der Ausstellung von Liz Craft zeigt die Kunsthalle<br />
Bremerhaven die erste Einzelpräsentation der Künstlerin<br />
seit 15 Jahren in Deutschland.<br />
Martina Ritscher<br />
Goldschmiedemeisterin<br />
Auf dem Alrusch 15 I 27751 Delmenhorst I 0171 9501055<br />
www.martina-ritscher.com<br />
63
wohnen 3<br />
bezahlbar. besser. bauen.<br />
AUSSTELLUNG<br />
Beispielhafte Wohngebäude in der Ausstellung, Fotos: Franziska von den Driesch<br />
Architektonische Lösungen<br />
und künstlerische Interventionen<br />
Die Lage auf dem Wohnungsmarkt in Deutschland<br />
ist angespannt – besonders in Großstädten können<br />
sich viele Menschen die Mieten kaum noch leisten. Es<br />
fehlen günstige Wohnungen, der Anteil der Miete an<br />
den monatlichen Kosten steigt. Auch in <strong>Bremen</strong> muss<br />
ein Drittel der Haushalte 40 % des Einkommens <strong>für</strong><br />
Miete aufwenden.<br />
Grund genug <strong>für</strong> das Hafenmuseum in der Überseestadt,<br />
dieses aktuelle Thema in einer Sonderausstellung<br />
aufzugreifen: Wie lässt sich bezahlbarer<br />
Wohnraum schaffen? Welchen Beitrag können architektonische<br />
und stadtplanerische Innovationen leisten?<br />
Und wie blicken Künstlerinnen und Künstler auf diese<br />
Fragen?<br />
Die Sonderausstellung „wohnen 3 “ zeigt Ideen <strong>für</strong> bezahlbaren,<br />
guten Wohnraum und stellt Beispiele <strong>für</strong><br />
gemeinschaftliche Planungen und Nutzungen vor,<br />
64
<strong>für</strong> flexible Grundrisse und bauliche Erweiterungen.<br />
Künstlerische Positionen zum Thema vertiefen die Frage<br />
nach den Bedürfnissen und Werten eines „guten<br />
Wohnens“.<br />
Vorgestellt werden 15 internationale Wohngebäude,<br />
darunter mit dem „Bremer Punkt“ und dem „Blauhaus“<br />
sowie „Im Engenmoor 14“ auch Bauten aus<br />
<strong>Bremen</strong> und Bremerhaven. Untersucht wird jeweils<br />
die architektonische und stadtplanerische Qualität im<br />
Verhältnis zu den Baukosten. Dabei wird deutlich, dass<br />
„gutes Wohnen“ nicht nur möglich ist, sondern bereits<br />
Musterräume der Berliner Künstlerin Folke Köbberling aus Materialproben<br />
eines Architekturbüros<br />
Reinthalerstraße 17A . D-28213 <strong>Bremen</strong><br />
Telefon 0421-223 56 70 . Telefax 0421-223 56 71<br />
info@bremer-hanse-immobilien.de<br />
www.bremer-hanse-immobilien.de<br />
Beiträge, die sich mit grundlegenden Fragen des Wohnens<br />
auseinandersetzen. Ausstellungsbegleitend gibt<br />
es ein Veranstaltungsprogramm mit Führungen, Vorträgen<br />
und Schulklassenprojekten.<br />
Die Ausstellung ist eine Zusammenarbeit des Bremer<br />
Zentrums <strong>für</strong> Baukultur, des Mariann Steegmann Instituts.<br />
Kunst & Gender und des Hafenmuseums Speicher<br />
XI.<br />
TERMIN<br />
wohnen 3 bezahlbar. besser. bauen.<br />
Architektonische Lösungen und künstlerische<br />
Interventionen<br />
Bis 03. Juli 2022<br />
Hafenmuseum Speicher XI<br />
Am Speicher XI 1 I 28217 <strong>Bremen</strong><br />
hafenmuseum-bremen.de<br />
www.koene.de<br />
Rolladen • Markisen<br />
Insektenschutz<br />
Haustüren · Fenster<br />
Garagen-Rolltore<br />
Meister-<br />
Betrieb seit<br />
1985!<br />
Abfallmaterial wie lehmhaltiger Erdaushub<br />
erfolgreich umgesetzt wird. Bezahlbarkeit und die Verwendung<br />
hochwertiger Materialien, eine gelungene<br />
Gestaltung und gute Infrastruktur schließen einander<br />
keineswegs aus. Zentrales Ausstellungselement sind<br />
neben den architektonischen Beispielen künstlerische<br />
Ausstellung:<br />
Montags<br />
bis freitags<br />
9 – 13 und<br />
14 – 18 Uhr<br />
Ausstellung: Montags bis freitags 9 – 13 und 14 – 18 Uhr<br />
Findorffstr. 40 – 42 · 28215 <strong>Bremen</strong> · 37 18 37<br />
65
AUSSTELLUNG<br />
Foto: Martin Luther<br />
VON HIER NACH DORT<br />
Unterwegs mit Kompass und Navi!<br />
Navigieren <strong>für</strong> Kinder und Jugendliche<br />
Wie benutzt man eigentlich einen Kompass? Was<br />
ist ein Sextant? Wie orientiert man sich zur See und<br />
auf dem Land? Antworten auf diese und viele andere<br />
Fragen beantwortet die Sonderausstellung „Von hier<br />
nach dort – Unterwegs mit Kompass und Navi!“, die<br />
sich an Kinder und Jugendliche ab acht Jahren und<br />
ihre Familien wendet.<br />
Unter dem Motto „Mitmachen!“ können die Besucher<br />
und Besucherinnen an sechs Stationen Orientierungshilfen<br />
und Navigationstechniken ausprobieren. Zu<br />
den Aufgaben gehört zum Beispiel, ein Schiff mit Hilfe<br />
des Polarsterns auf Kurs zu bringen oder mit einem<br />
Sextanten den Standort zu bestimmen. Wer einmal<br />
eine Landkarte richtig einnorden möchte, findet hier<br />
Gelegenheit dazu. Natürlich können die Kinder in der<br />
Ausstellung auch selbst Karten zeichnen und eigene<br />
Wegbeschreibungen erfinden. Dass man seinen Weg<br />
nicht nur sehen, sondern auch hören und fühlen kann,<br />
erfahren sie, wenn sie mit ihren Sinnen durch eine<br />
Labyrinth-Karte zum Ziel finden. Und sie hören viele<br />
Geschichten rund um das Thema Navigation: über das<br />
geheimnisvolle Bermuda-Dreieck, verschwundene<br />
Inseln und einsame Leuchttürme, aber auch über Handelsrouten<br />
der Hanse quer durch ganz Europa.<br />
Den Weg durch die Ausstellung begleitet ein Expertenteam,<br />
das die verschiedenen Nutzungen der<br />
Navigation widerspiegelt. Dazu gehören ein mittelalterlicher<br />
Steuermann, eine Astronautin, ein Storch, eine<br />
Weltumseglerin und einige mehr. Sie alle besitzen besondere<br />
Navigationsfähigkeiten und helfen dabei, Aufgaben<br />
in der Ausstellung zu lösen. Sie geben nützliche<br />
und lustige Tipps zu Orientierung und Navigation im<br />
Alltag. Wer wissen möchte, wie man sich selbst einen<br />
Kompass baut, der sollte am besten den Storch fragen.<br />
vonhiernachdort.online<br />
TERMIN<br />
VON HIER NACH DORT<br />
Unterwegs mit Kompass und Navi!<br />
13. März bis 25. September 2022<br />
<strong>Schwachhauser</strong> Heerstr. 240<br />
28213 <strong>Bremen</strong><br />
T 0421 699 600 – 0<br />
focke-museum.de<br />
66
„<strong>Bremen</strong> spricht“<br />
Eine Ausstellung zur Mehrsprachigkeit <strong>Bremen</strong>s<br />
Fotos: Martin Luther<br />
Mehr als 7500 Sprachen werden auf der Welt gesprochen,<br />
manche von nur einigen hundert Menschen,<br />
andere von vielen Millionen. Und in <strong>Bremen</strong>?<br />
Ganz genau lässt sich die Frage nicht beantworten,<br />
aber mehr als 80 sind es schon.<br />
Auf mehreren soziolinguistischen Karten, die erstmals<br />
in dieser Form in Deutschland erarbeitet wurden, wird<br />
die vielfältige Sprachlandschaft der Stadt sichtbar<br />
gemacht. In welchen Stadtvierteln leben die meisten<br />
mehrsprachig aufwachsenden Kinder? Wo ist die<br />
Sprachvielfalt am größten? Darüber geben die Karten,<br />
die mit Daten der Senatorin <strong>für</strong> Bildung erstellt wurden,<br />
Auskunft. Neben den nicht-deutschen Sprachen<br />
sind auch das Niederdeutsche und die deutsche Gebärdensprache<br />
verzeichnet.<br />
schaulich zu machen, wurden mehr als 30 Interviews<br />
geführt. In Audioaufnahmen und Kurzfilmen kommen<br />
diese Menschen zu Wort und sprechen über die Bedeutung<br />
von Sprache in ihrem Leben.<br />
Kultur ï Historie ï Geschichten<br />
Shopping · Geschenke · Tipps<br />
<strong>für</strong> <strong>Bremen</strong> und umzu<br />
Die Ausstellung behandelt aber nicht nur die vielen<br />
Sprachen unserer Stadt; sie ist selbst ein vielstimmiges<br />
Gespräch zwischen den verschiedensten, an ihrer<br />
Entstehung beteiligten Akteuren und Akteurinnen.<br />
Um die Komplexität eines so abstrakten Themas an-<br />
TERMIN<br />
„<strong>Bremen</strong> spricht“<br />
Ausstellung zur Mehrsprachigkeit <strong>Bremen</strong>s<br />
05. März bis 29. Mai 2022<br />
<strong>Schwachhauser</strong> Heerstr. 240<br />
28213 <strong>Bremen</strong><br />
T 0421 699 600 – 0<br />
focke-museum.de<br />
6 vollgepackte <strong>Ausgabe</strong>n<br />
im Jahr, jetzt im Abo direkt nach<br />
Hause <strong>für</strong> nur 36,00 € inkl. Porto<br />
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info@schwachhauser.de<br />
Verlag Susanne Lolk<br />
<strong>Schwachhauser</strong> Heerstr. 47<br />
28211 <strong>Bremen</strong><br />
67
Foto: juergen-bauer.com<br />
VERANSTALTUNG<br />
Eine Matinée mit Barbara Vinken<br />
Die vielgefragte Modejournalistin kommt nach <strong>Bremen</strong>.<br />
Holger Mertins von KONTRAST Männermode<br />
hat Barbara Vinken zusammen mit dem Theater<br />
<strong>Bremen</strong> <strong>für</strong> den 29. Mai 2022 um 11 Uhr zu in einer<br />
Matinée im Foyer des Theaters eingeladen. Dazu<br />
sind auch Sie liebe Leserin, lieber Leser herzlich eingeladen!<br />
Vinkens Bücher, Essays, Kolumnen, ihre Beiträge<br />
und Interviews im Rundfunk und ihre regelmäßigen<br />
Auftritte in literarischen TV-Sendungen haben sie<br />
längst landauf, landab populär gemacht. Für ihre extraordinären<br />
Expertisen nicht nur als Modejournalistin,<br />
sondern auch als Literaturwissenschaftlerin wird sie<br />
hochgeschätzt und gerne <strong>für</strong> ihre unterhaltsamen und<br />
intelligenten Referate engagiert. In diesen Monaten<br />
bis zum Sommer ist sie als Fellow des IFK, dem Internationales<br />
Forschungszentrum Kulturwissenschaften<br />
Wien, eingeladen. In ihrem akademischen Hauptberuf<br />
lehrt sie seit 2004 als Professorin <strong>für</strong> Allgemeine Literaturwissenschaft<br />
und Romanische Philologie an der<br />
Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU).<br />
Für die Matinée im Mai hat sie sich als Thema EROTIK<br />
DER OPER ausgesucht. Sie wird sich mit der Geschich-<br />
te der gegenseitigen Beeinflussung von Mode und<br />
dem Theater, insbesondere der Oper, auseinandersetzen.<br />
Und der Erotik, mit der die Oper sich gerne<br />
schmückt, attraktiven Hosenrollen, queeren Verführungsversuchen<br />
auf offener Bühne (Cherubino im<br />
Figaro oder Octavian bei Richard Strauss) bis hin zu<br />
den Seduktionen in der Oper der Salome. Aber es wird<br />
auch darum gehen, was die Mode sich aus den Phantasien<br />
der Kostümbildnerei auf der Bühne zunutze<br />
gemacht hat oder noch macht und ebenso vice versa<br />
(z.B. Das Triadische Ballett von Oskar Schlemmer oder<br />
David Hockneys Zauberflöte).<br />
Moderiert wird die Matinée von Karla Wagner, passionierte<br />
Liebhaberin von Mode, dem Theater, der Oper<br />
und der Texte von Barbara Vinken. Karten im Webshop<br />
des Theater <strong>Bremen</strong>.<br />
TERMIN<br />
Eine Matinée mit Barbara Vinken<br />
29. Mai 2022<br />
Theater <strong>Bremen</strong><br />
Goetheplatz 1-3 I 28203 <strong>Bremen</strong><br />
T 0421-3653 0<br />
theaterbremen.de<br />
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68
Frühlingsgefühle mit Azaleen<br />
Ein Farbenrausch aus Rot- und Rosatönen<br />
AUSSTELLUNG<br />
Zur Blüte der Azaleen zeigt sich nicht nur der Japanische<br />
Garten in seinem schönsten Kleid, sondern auch<br />
das frisch <strong>für</strong> die Frühlingsblüher umgebaute Mendehaus.<br />
Von der spinnenblütigen Sorte `Kinku Saku‘<br />
bis zum zweifarbigen ‚Sachsenstern‘ lässt sich hier<br />
bis zum 1. Mai 2022 die ganze Vielfalt der Azaleen<br />
bestaunen.<br />
Die „Farbenpracht der Azaleen“ beeindruckt mit erstaunlichen<br />
Blütenformen und -mustern. Klein und<br />
zerbrechlich wirkt die Sorte `Kirin‘, während `Kolibri‘<br />
durch einen nahezu violetten Farbklecks (unter Experten<br />
„Blotch“ genannt) in der sonst weißen Blüte ins<br />
Auge fällt. Die Knospen von `Kinku Saku‘ ähneln Spinnenbeinen,<br />
bei `Rococo‘ sind die Blütenblätter raffiniert<br />
gekräuselt. Die ganze Vielfalt der von weiß über rosa<br />
bis kräftig rot blühenden Azaleen präsentiert sich dieses<br />
Jahr im frisch umgebauten Mendehaus, wo auch<br />
jene Sorten gezeigt werden, die den Rest des Jahres<br />
hinter den Kulissen gepflegt werden. Für gelbe und<br />
blaue Farbakzente sorgen verschiedene Frühlingsblüher,<br />
darunter Tulpen, Narzissen und Hyazinthen.<br />
Sehr eindrucksvoll gibt sich der Frühling übrigens<br />
auch im Japanischen Garten der botanika: Dieser als<br />
klassischer Zen-Garten angelegte Bereich mit einem<br />
großen Kiesbeet in der Mitte scheint aus seiner Meditation<br />
zu erwachen und verwandelt sich in ein Meer<br />
aus bonbonfarbenen Blüten. Hier wetteifern Kamelien<br />
und indische Azaleen darum, welche das schönste<br />
Blütenkleid tragen. Zu letztgenannten zählt übrigens<br />
auch Rhododendron `Concinnnum’, eine Sorte, die<br />
bereits im Jahr 1<strong>84</strong>9 entstand und damit zu den ältesten<br />
Sorten der Bremer Azaleensammlung zählt.<br />
TERMIN<br />
Sonderausstellung<br />
„Farbenpracht der Azaleen“<br />
19. März bis 01. Mai 2022<br />
botanika<br />
Deliusweg 40 I 28359 <strong>Bremen</strong><br />
T. 0421 / 42 70 66 65<br />
botanika-bremen.de<br />
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69
BUCHEMPFEHLUNG<br />
Das Mädchen mit<br />
dem Drachen<br />
Eine Buchempfehlung von Gretel Sattler<br />
Foto: Vraj Shah, Pexels<br />
Lalita spielt am Strand und sieht Lena, die zu weit<br />
hinausgeschwommen ist und es scheinbar nicht<br />
wieder zurück ans Ufer schafft. Lalita holt Hilfe und<br />
rettet Lena so das Leben. Lena, eine junge Lehrerin<br />
aus Frankreich, ist nach Indien gekommen, um ihren<br />
Schmerz und ihre Trauer nach dem gewaltsamen Tod<br />
ihres Mannes zu vergessen. Nach dem geglückten<br />
Rettungsversuch möchte Lena sich bei Lalita bedanken<br />
und merkt dabei, dass diese weder lesen noch<br />
schreiben kann. Die Eltern weigern sich, Lalita in die<br />
Schule zu schicken, denn sie brauchen sie als Arbeitskraft.<br />
So beschließt Lena, Lalita Privatunterricht zu geben,<br />
aber das genügt ihr nicht. Sie fasst den Plan eine<br />
ganze Schule <strong>für</strong> alle Kinder des Ortes zu errichten.<br />
Colobani erzählt ihrer Leserschaft so ganz „nebenbei“<br />
von der indischen Kultur und Gesellschaft. Von den „Unberührbaren“,<br />
die am Rande der Gesellschaft leben, von<br />
Frauen-Selbstverteidigungsgruppen, die sich gegründet<br />
haben, um sich vor (Massen)-Vergewaltigung zu schützen.<br />
Von Mädchen, die früh verheiratet werden. Von all<br />
diesen Schicksalen erzählt das Buch, aber trotzdem ist<br />
es ein optimistisches Buch, denn die Schule, die Lena<br />
allen Widrigkeiten zum Trotz gründete, entwickelt sich.<br />
Und nicht nur Lalita findet so ihren Weg.<br />
Unbedingte Leseempfehlung!<br />
Die Autorin Laetitia Colombani wurde bei uns mit<br />
Ihrem Romandebüt „Der Zopf“ bekannt, der von drei<br />
Frauen auf drei verschiedenen Kontinenten handelt.<br />
Lalita, eine junge Frau aus Indien ist in diesem Roman<br />
„das Mädchen mit dem Drachen“.<br />
Laetitia Colombani<br />
Das Mädchen mit<br />
dem Drachen<br />
Fischer Verlag<br />
22,00 €<br />
Buchhandlung Sattler<br />
<strong>Schwachhauser</strong> Heerstr. 13 I 28203 <strong>Bremen</strong><br />
T 0421 72228 I buchhandlungsattler.de<br />
70
„25 Jahre!? Das kommt mir gar<br />
nicht so lange vor“, war Anfang<br />
des Jahres häufig die Reaktion<br />
der Kunden und Kundinnen auf die Jubiläumsankündigung<br />
der Buchhandlung Sattler. Tja, wie die Zeit<br />
vergeht, wenn Träume wahr werden! Im Frühjahr 1997<br />
verwirklichte Gretel Sattler ihren persönlichen Traum<br />
von der eigenen Buchhandlung.<br />
Durch ihre eigene Leselust und die jahrzehntelange<br />
Berufserfahrung besitzt Gretel Sattler ein untrügliches<br />
Gespür da<strong>für</strong>, was ihre großen und kleinen Kunden<br />
lesen wollen und das Leitmotiv <strong>für</strong> ihre Buchhandlung<br />
ergab sich von ganz alleine: bei uns<br />
sollen die Kunden alles zum Thema<br />
Bücher, Lesen und Geschichten<br />
finden können. Und was<br />
nicht sofort vorhanden ist, wird<br />
Gretel Sattler und ihre Buchhandlung<br />
Foto: Fabian Sattler<br />
mit Sicherheit schnell besorgt.<br />
So gab es von Anfang<br />
an eine homepage, die heute<br />
im online-shop (buchhandlungsattler.de) integriert<br />
ist. Es werden E-Book-Reader und E-Books verkauft<br />
und Lesetipps auf Facebook und Instagram gepostet.<br />
Auf nur 40 qm Verkaufsfläche werden die Bücher fast<br />
alle frontal präsentiert, eine kleine feine Auswahl, die<br />
ständig aktualisiert wird, oft mit kleinen Kommentaren<br />
auf Klebezettelchen von Sattler oder ihrer Mitarbeiterin<br />
Monika Porsch versehen. Nicht nur zahlreiche Stammkunden<br />
aus der Nachbarschaft, sondern auch (Schul)-<br />
Bilbiotheken, Institutionen in „<strong>Bremen</strong> und umzu“<br />
schätzen und nutzen gern die professionellen<br />
Blitzlieferungen über Nacht von allen Büchern,<br />
natürlich auch Schul- und Fachbüchern.<br />
Und von Anfang an gab immer wieder Begegnungen<br />
mit Autor*Innen und ihren Werken auf<br />
inzwischen hunderten(!) Veranstaltungen: Lesungen<br />
an unterschiedlichasten Orten, Schulklassen<br />
besuchten die Buchhandlung, Kinder schrieben<br />
Geschichten, „Abendbrot“ in der Buchhandlung<br />
oder Poetry-Slam im benachbarten Café.<br />
Da wegen Corona ein großes Fest 2022 bis jetzt nicht<br />
möglich war, feiert die Buchhandlung das ganze Jahr<br />
über! Glückskekse und Rätsel gab es schon, jetzt wird<br />
mit 400 Schülern der Welttag des Buches gefeiert und<br />
im Sommer gibt es auf jedem Fall noch eine Lesung.<br />
Die Lust und Neugierde auf neue Geschichten bleiben<br />
unbegrenzt!<br />
Frühlingserblühen<br />
Läuten Sie den Frühling ein: Mit<br />
den Mini-Vasen im 5er-Set von<br />
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Wir freuen uns auf Ihren Besuch!<br />
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Ortsamt Schwachhausen/Vahr<br />
Wilhelm-Leuschner-Str. 27 A, Block D, 28329 <strong>Bremen</strong><br />
(Straßenbahn Linie 1 Haltestelle Wilhelm-Leuschner-Str.)<br />
T 0421 361-3063 oder -3064 oder -18039<br />
office@oaschwachhausen.bremen.de<br />
ORTSAMTSLEITER: Ralf Möller<br />
ÖFFNUNGSZEITEN:<br />
Mo-Do von 09:00 – 15:00 Uhr, Fr. von 09:00 - 13:30 Uhr<br />
nur nach vorheriger Terminvereinbarung unter Tel. 361-3063<br />
Hinweis: Im Ortsamt gibt es bereits seit 2002 KEINE Meldestelle mehr!<br />
Für Pass-,Ausweis-, Meldeangelegenheiten u. ä. wenden Sie sich bitte an das Bürger-<br />
ServiceCenter, Stresemannstr. 48, oder an das BürgerServiceCenter Mitte, Pelzerstr. 40<br />
MITGLIEDER DES BEIRATES SCHWACHHAUSEN:<br />
Beiratssprecherin: Gudrun Eickelberg, GRÜNE<br />
Stellv. Beiratssprecher: Christian Carstens, SPD<br />
Aslan, Songül, SPD<br />
Benz, Miriam, CDU<br />
Dumas, Hela, CDU<br />
Dr. Christine Börner (CDU)<br />
Augis, Evelyne, GRÜNE<br />
Golinski, York, GRÜNE<br />
Herms, Sandor Herms, Die PARTEI<br />
Dr. Helling, Vera, GRÜNE<br />
Land, Klaus-Peter, GRÜNE<br />
Linnertz, Jörn, CDU<br />
Middendorf, Kay, CDU<br />
Schmidt, Gabriele, DIE LINKE<br />
Schmidt, Maria, FDP<br />
Dr. Schober, Wolfgang, DIE LINKE<br />
Dr. Volkmann, Hans-Peter, CDU<br />
Frau Wiebke Feuerhake (GRÜNE) und Frau Anna Faethe (SPD) haben ihre Mandate<br />
niedergelegt, Nachfolger: innen sind noch nicht benannt worden.<br />
Die nächsten öffentlichen Sitzungen des Beirats Schwachhausen finden am Donnerstag,<br />
28. April 2022 und am Donnerstag 19. Mai 2022 (Beginn jeweils um 19:30 Uhr),<br />
statt. Ob als Videokonferenz oder Präsenzsitzung wird auf der Internetseite des Ortsamtes:<br />
ortsamtschwachhausenvahr.bremen.de bekanntgegeben.<br />
Impressum <strong>84</strong><br />
Herausgeberin und Chefredakteurin<br />
Verlag Susanne Lolk I T 0421 25 75 747<br />
<strong>Schwachhauser</strong> Heerstraße 47<br />
28211 <strong>Bremen</strong><br />
Online<br />
schwachhauser.de/ausgaben/<br />
facebook.com/schwachhauser.de/<br />
instagram.com/schwachhauser/<br />
Redaktionelle Mitarbeiter<br />
Lars Besecke<br />
Anja Edith Brinckmann<br />
Karla Götz<br />
Karoline Lentz<br />
Christine Renken<br />
Guenter G. Rodewald<br />
Layout /Art Direction<br />
Konstantin Zigmann<br />
PR- und Anzeigenberatung<br />
Susanne Lolk I T 0421 2575747<br />
lolk@schwachhauser.de<br />
Erscheinungsweise<br />
Zweimonatlich<br />
<strong>Ausgabe</strong> 85<br />
Juni/Juli 2022<br />
Anzeigenschluss: 20. Mai 2022<br />
Erhältlich und zu lesen<br />
Erhältlich im Zeitschriftenhandel, bei<br />
Anzeigenkunden und zu Lesen an über<br />
2000 Auslegestellen in Arztpraxen, bei<br />
Friseuren, in der Gastronomie und in<br />
Vereinen und Institutionen.<br />
Vertrieb<br />
Lesezirkel Leserkreis Daheim,<br />
Haferwende 29/a1, 28357 <strong>Bremen</strong><br />
Titelbild<br />
Eier umhäkelt von Made in Veddel<br />
Sibilla Pavenstedt<br />
72
Vorsilbe:<br />
naturnah,<br />
-belassen<br />
Nagetier<br />
freier<br />
Platz in<br />
Möbeln<br />
zuvor,<br />
zunächst<br />
27<br />
span.:<br />
Rotwein<br />
(Kurzw.)<br />
Warenverzeichnis<br />
21<br />
8<br />
Witwe b.<br />
W. Busch<br />
Lautgeben<br />
d. Hundes<br />
beurkundender<br />
Jurist<br />
ungesetzlich<br />
Feingefühl<br />
Kopfbedeckung<br />
29<br />
23<br />
kurze<br />
Hose<br />
(engl.)<br />
Handdruckgerät<br />
Raumtonverfahren<br />
(Kurzw.)<br />
Teilzahlungsbetrag<br />
Überbleibsel<br />
(Mz.)<br />
Rolle<br />
zum Aufwickeln<br />
Rinde;<br />
Borke<br />
7<br />
11<br />
europ.<br />
Staat<br />
(Landessprache)<br />
falscher<br />
Weg (in<br />
die ...<br />
gehen)<br />
28<br />
aus gebranntem<br />
Ton<br />
Leim<br />
s. geben<br />
lassen<br />
und mitnehmen<br />
Unbeweglichkeit<br />
Paarungszeit<br />
(Vögel)<br />
Turnerteam<br />
15<br />
Künstlerwerkstatt<br />
einnehmen<br />
25<br />
Festkleid,<br />
Hoftracht<br />
an<br />
jenem<br />
Ort<br />
17<br />
31<br />
poetisch:<br />
Frühling<br />
Gemahlin<br />
Lohengrins<br />
altrömisches<br />
Obergewand<br />
Possenreißer;<br />
Tor<br />
nur, ausschließlich,<br />
speziell<br />
Flächenmaß<br />
Fitnesssportart<br />
(2 Wörter)<br />
Währung<br />
in den<br />
USA<br />
Geschmacksrichtung<br />
e. Speise<br />
Abk.:<br />
trad. chinesische<br />
Medizin<br />
arab.<br />
Märchenfigur<br />
(... Baba)<br />
18<br />
flüssigkeit<br />
Reinigungsgerät<br />
Körper-<br />
Gesellschaftszimmer<br />
13<br />
architekton.<br />
Moderichtung<br />
Sammelbuch<br />
9<br />
Abc-Buch<br />
Ichmensch<br />
Heilpflanze<br />
5<br />
3<br />
Liebelei<br />
14<br />
2<br />
dt.<br />
Stadt<br />
am<br />
Rhein<br />
4<br />
Sinnesorgane<br />
Zwangslage,<br />
Klemme<br />
Gemisch<br />
Heilkunde<br />
Zeitraum<br />
von 10<br />
Jahren<br />
1<br />
16<br />
kurz <strong>für</strong><br />
CD oder<br />
DVD<br />
großer<br />
Fluss in<br />
Ägypten<br />
griech.<br />
Vorsilbe:<br />
innen<br />
22<br />
6<br />
Eroberung,<br />
Besetzung<br />
Erdaufschüttung<br />
bläuliches<br />
Autolicht<br />
Honigwein<br />
kränklich<br />
Arbeitsniederlegung<br />
rückwärtig,<br />
am Ende<br />
wolkenlos<br />
spanische<br />
Anrede:<br />
Frau<br />
Beinspreizübung<br />
erstklassig<br />
Lebewesen<br />
20<br />
Medikament<br />
zum<br />
Einreiben<br />
24<br />
Schluss<br />
30<br />
26<br />
Verbindungslinie<br />
19<br />
sehr<br />
kleines<br />
Teilchen<br />
10<br />
glänzendes<br />
Gewebe<br />
12<br />
Kurzform<br />
von<br />
Kenneth<br />
®<br />
svd1719-0222<br />
1<br />
2<br />
3<br />
4<br />
5<br />
6<br />
7<br />
8<br />
9<br />
10 11 12<br />
13 14 15 16<br />
17 18 19<br />
20 21 22 23<br />
24 25 26 27<br />
28 29 30 31<br />
Gabriele Schmidt · Wernerstr. 38 · 28203 <strong>Bremen</strong> · Tel. (0421) 747 20<br />
73
Foto: Sora Shimazaki, Pexels<br />
FEINGESPONNENES<br />
BITTE LÄCHELN<br />
von Anja E. Brinckmann<br />
Es ist die Wirkung eines herzlichen Lächelns nicht zu<br />
unterschätzen. Gerade heutzutage, wo Gesichter in<br />
der Öffentlichkeit unter Masken oftmals eingefroren wirken.<br />
Also Augen heiter aufreißen und die Brauen dabei so<br />
munter in die Höhe zwängen, dass ein Lächeln auch unter<br />
der ungeliebten Vermummung ohne Wahrnehmung der<br />
Mundhaltung zu erahnen ist! Ein Lächeln bleibt ein Lächeln<br />
und Optimismus ist angesagt. Warum auch nicht!<br />
Ein von Zuversicht geprägtes Leben ist ein allemal angenehmeres<br />
als das, welches Pessimisten zu leben pflegen.<br />
Da macht sich Freundlichkeit breit statt Trostlosigkeit.<br />
Kürzlich stieg ich bei einer Hotelübernachtung im Spabereich<br />
aus der Kälte der Winterlandschaft in die Wärme eines<br />
Solebeckens im Freien. Anheimelnder Nebel lag über<br />
dem blau anmutenden Wasser, aus einer Düse wurde es<br />
munter in Bewegung gehalten und plätscherte lautstark vor<br />
sich hin. Ein glatzköpfiger Mann und eine dunkelhaarige<br />
Frau hat- ten sich auf einer Gitterunterlage eingerichtet,<br />
nurmehr ihre Köpfe ragten aus dem Becken. Der Mann<br />
öffnete schläfrig ein Auge nach mir und schloss es sogleich<br />
wieder. Die Frau dagegen unterzog mich unter gerunzelten<br />
Augenbrauen ei- ner eingehenden Überprüfung. Ich war<br />
ohne Frage ein Ein- dringling oder vielmehr eine Eindringling<br />
in ihrer gerade noch behaglich trauten Zweisamkeit.<br />
Gleiches tat ich dann selbst im nächsten Moment, als ein<br />
junger Mann an das Becken trat. Die Frau und ich, an meine<br />
Anwesenheit hatte sie sich inzwischen gewöhnt, unterzogen<br />
ihn nun gemein- sam einer argwöhnischen Begutachtung.<br />
Er war der Ein- dringling geworden und störte<br />
unsere Dreisamkeit, schloss sich dann aber sofort unserem<br />
Beäugen an, als ein weiteres Paar auf der Bildfläche erschien.<br />
Von Freundlichkeit oder einem Lächeln bei allen<br />
Anwesenden keine Spur.<br />
Am nächsten Tag, als ich das Solebad aufsuchte, war die<br />
dunkelhaarige Frau allein darin und hatte sich erneut auf<br />
der Gitterunterlage an den Düsen und deren Einschaltknopf<br />
platziert. Dieses Mal nickten wir uns kurz ausdruckslos<br />
zu, dann richtete ich mich mit einigem Abstand neben<br />
ihr ein und versank entspannt in das Gurgeln und Blubbern<br />
des warmen Wassers – bis es erstarb. Ich sah zu der<br />
Frau hinüber, die Frau sah zu mir. Gleichzeitig hatte sie,<br />
während sie mit einer Hand auf den Düsenknopf deutete,<br />
die Frage im Blick. Ich nickte. Und plötzlich schenkte sie<br />
mir ein strahlendes Lächeln, in dem ich alles entdeckte, was<br />
uns Menschen doch immer wieder auf wundersame Weise<br />
miteinander zu verbinden vermag: Wärme, Milde, Vertrauen,<br />
Offenheit, Sympathie und aber auch eine Portion Witz<br />
über das Verschworene unserer Situation. Dann setzte sie<br />
die Düsen wieder in Gang und wir versanken jede <strong>für</strong> sich<br />
zurück in die Entspannung. Dies mir geschenkte Lächeln<br />
aber versetzte mich in eine derartige Hochstimmung, dass<br />
ich beseelt war von einem alles erfüllenden Gefühl von Zuversicht.<br />
Make Love, not war! Schon in der Zeit des Flower Power<br />
der 60er Jahre legte eine von Optimismus getragene Einstellung<br />
den Grundstein <strong>für</strong> eine neue Weltoffenheit und<br />
Toleranz. Damals wie heute verlangte die Jugend nach einer<br />
besseren, schöneren, gerechteren und saubereren Welt.<br />
Sie kleidete sich in bunte Gewänder, ließ ihre Haare wachsen,<br />
lief barfuß, demonstrierte gegen Krieg und liebte sich<br />
in einer bis dahin nicht gekannten Ungezwungenheit. Dass<br />
die Hippie-Bewegung in San Francisco ins Leben gerufen<br />
worden sei, wird inzwischen übrigens kritisch betrachtet.<br />
Deren Wiege soll vielmehr die Schweizer Stadt Basel sein.<br />
Dort im Hotel Krafft hat Hermann Hesse den in jener Zeit<br />
glorifizierten Roman „Der Steppenwolf“ geschrieben. Und<br />
es war der Basler Chemiker Albert Hofmann, der dort in<br />
den 40ern erstmalig LSD herstellte, das der Bewegung als<br />
eifrig genutztes Mittel zur Bewusstseinserweiterung diente.<br />
Letztlich dürften beide weltoffenen Städte zur Vermitt-<br />
lung der Flower Power-Botschaft beigetragen haben.<br />
Und mittendrin trat hier<strong>für</strong> außerdem ein kleines<br />
Stück Stoff in Erscheinung, das die Kleiderschränke<br />
selbstbewusster emanzipierter Frauen eroberte: der Minirock.<br />
Der ist jetzt, 60 Jahre später, zurück gekehrt<br />
und laut der neuen Kollek- tionen namhafter Designerinnen<br />
und Designer wie Coco Chanel, Miuccia Prada<br />
oder Pucci in diesen Sommer aufs Neue angesagt.<br />
Wer sich allerdings super wohl fühlt in der Maxi-Mode der<br />
letzten Saison mit Oversize-Jacketts und bauchnabelhohen<br />
Bundhosen, muss nicht zwangsläufig dieser Mikro-Mode<br />
von Minirock gepaart mit bauchfreien Tops hinterher jagen.<br />
Wichtiger ist doch, dass eines jeden Menschen Botschaft<br />
Früchte trägt. Wer bei sich selbst angekommen ist,<br />
zeigt die nicht mit der Kleidung, sondern im Gesicht. Maske<br />
hin oder her, Augen können unwahrscheinlich strahlen<br />
und dann sieht es jeder: Es geht doch nichts über ein Lächeln,<br />
das von Herzen kommt.<br />
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