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Arabische Pferde IN THE FOCUS 1/2022 (Vol. 29) - public

Zeitschrift für Liebhaber und Züchter arabischer Pferde

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A

RABIAN

HORSES

Arabische

Pferde

1/2022 (VOL. 29) • 6,50 €

IN THE FOCUS

MANIFEST ZUM

ARABISCHEN PFERD

ARABERZUCHT

IN DER DDR

www.in-the-focus.com/magazine

www.in-the-focus.com

HENGSTKÖRUNG

DES ZSAA


Festival des

Arabischen Pferdes.

Festival des Arabischen Pferdes 16.-17. Juli 2022

mit Distanzritten des Asil-Clubs in Marbach

Samstag, 16. Juli

- Präsentation der Stuten und Fohlen (Eintritt frei)

- Schauprogramm „Das Arabische Pferd“

Karten über www.diginights.com

- VZAP-Stuten- und Fohlenprämierung,

Verbandshengsteschau (Eintritt frei)

Herzlich willkommen.

Sonntag, 17. Juli

- Praxisseminar mit Anja Beran, Thema:

„Natürliche Schiefe des Pferdes erkennen und verbessern“,

Karten über www.diginights.com

- Nationales Championat arabischer Pferderassen

(Eintritt frei)

Rahmenprogramm: Gestütsführungen, Führungen zu den Fohlen, Verkaufsausstellung | Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt.

Infos auf www.gestuet-marbach.de | Wir freuen uns auf Ihren Besuch!


Editorial

FLUCHT UND

VERTREIBUNG

Im Zuge meiner Recherchen zur Geschichte des Gestüts Achental in

diesem Heft, fiel mir auch wieder der Artikel von Eberhardt Schultz

in die Hände, in dem er über seine abenteuerliche Flucht während

des Zweiten Weltkriegs aus dem Wartheland (heute Polen) über

Dresden und Aussig nach Ansbach erzählt. Über 700 km hatten er

und der ihm anvertraute Araberhengst Towarzysz Pancerny zurückgelegt,

zahlreiche gefährliche Situationen hatten sie gemeinsam

gemeistert, bei denen ihnen die Granaten und Gewehrkugeln um

die Ohren flogen. Keiner hätte ohne den anderen überlebt.

Wir, die Nachkriegsgeneration, hat das ungeheure Glück, 77 Friedensjahre

in den Staaten der Europäischen Union seit 1945 und

damit die längste, ununterbrochen andauernde Friedensperiode

in Europa zu erleben. Doch diese Beschaulichkeit wird seit dem 24.

Februar durch die Kriegsbilder aus der Ukraine in ihren Grundfesten

erschüttert. Historisch betrachtet entstanden auf dem Territorium

der heutigen Ukraine einige der bedeutendsten Arabergestüte der

Geschichte: Ohne Slawuta, Antoniny, Jarczowce, Bialocerkiew oder

Sawran hätte es die polnische Araberzucht, wie wir sie kennen, nicht

gegeben. Ohne diese, keinen Towarzysz Pancerny, der einem deutschen

Soldaten die Flucht ermöglichte, und der als „Halef“ in die Geschichte

der deutschen Araberzucht einging.

Wie damals, sind wieder Menschen auf der Flucht. Was mich dabei

zutiefst beeindruckt ist, wieviele Ukrainer ihre Haustiere mitnehmen,

um sie nicht in der Ungewissheit der Kriegswirren zurückzulassen.

„Die Größe einer Nation und ihr moralischer Fortschritt kann

danach beurteilt werden, wie sie ihre Tiere behandelt" (Mahatma

Ghandi) – nicht nur in dieser Hinsicht zeigt sich derzeit die Größe

des ukrainischen Volkes. Aber die Verzweiflung ist groß – so haben

einige Pferdebsitzer ihre Pferde freigelassen, nachdem neben dem

Stall eine Bombe eingeschlagen war. Andere sind mit ihren Pferden

Richtung Rumänien geflohen – sie wurden bei einem Raketenangriff

getötet, wie Equiwent berichtet. Der berühmte Hengst und

Springpferdevererber Cornet Obolensky und sein Sohn Comme il

faut waren im Gestüt Zhashkov zuhause – nur 150 Kilometer von

Kiew entfernt. Es gelang, die beiden Pferde – und andere – nach

Polen zu bringen, wo sie von Helfern aus dem Westfälischen Pferdestammbuch

abgeholt und nach Deutschland gebracht wurden.

Wer die Pferde und Pferdehalter in der Ukraine unterstützen möchte,

kann dies über zwei Hilfsorganisationen tun, die "Ukrainian

Equestrian Federation Charity Foundation" und "Equiwent". Es werden

Hilfsgüter wie Heulage, Mischfutter und Späne benötigt, aber

auch wer hier eine Unterbringung für Pferde aus der Ukraine anbieten

kann, kann sich dort melden (siehe S. 41 für Kontaktdetails).

FLIGHT AND

EXPULSION

In the course of my research on the history of the Achental stud in this issue,

I came across the article by Eberhardt Schultz again, in which he told

the story about his adventurous escape from Wartheland (today Poland)

via Dresden and Aussig to Ansbach during the Second World War. He and

the Arabian stallion Towarzysz Pancerny, who was entrusted to him, had

covered more than 700 km, they had mastered numerous dangerous situations

together, in which grenades and bullets flew past them. Neither

would have survived without the other.

We, the post-war generation, are incredibly fortunate to have experienced

77 years of peace in the states of the European Union since 1945,

making it the longest uninterrupted period of peace in Europe. But since

February 24, this tranquillity has been shaken to its foundations by the

images of war in Ukraine. From a historical point of view, some of the

most important Arabian stud farms in history were established on the

territory of today's Ukraine: Without Slawuta, Antoniny, Jarczowce, Bialocerkiew

or Sawran, Polish Arabian breeding as we know it would not

have existed. Without this, there would have been no Towarzysz Pancerny,

who enabled a German soldier to escape and who went down in the

history of German Arabian breeding as “Halef”.

As in the past, people are fleeing again. What strikes me deeply is how

many Ukrainians take their pets with them so as not to leave them behind

in the turmoil of war. "The greatness of a nation and its moral progress

can be judged by the way it treats its animals" (Mahatma Ghandi)

- not only in this respect does the greatness of the Ukrainian people currently

show. But the despair is great - that's why some horse owners have

released their horses after a bomb went off next to their stable. Others

fled to Romania with their horses - and were killed in a rocket attack, as

Equiwent reports. Zhashkov Stud was home to the famous stallion and

sire of show jumpers, Cornet Obolensky and his son Comme il faut – situated

only 150 kilometers from Kyiv. It was possible to bring the two horses

- and others - to Poland, where they were picked up by helpers from the

Westphalian Horse Stud Book and taken to Germany.

Anyone who would like to support the horses and horse owners in the

Ukraine can do so through two aid organizations “Ukrainian Equestrian

Federation Charity Foundation” and “Equiwent”. Aid items such as

haylage, mixed feed and shavings are needed, but anyone who can offer

accommodation for horses from the Ukraine can also contact them (see

p. 41 for contacts).

Editorial

1/2022 - www.in-the-focus.com

Gudrun Waiditschka

Chefredakteurin / Chief Editor

3


Inhaltsverzeichnis

Inhalt

Araber-Hengstlinien aus genetischer Sicht 46

ARTIKEL

Eine Grundsatzerklärung aus der arabischen Welt -

Das Manifest zum Arabischen Pferd 6

Interview mit Yassir Ghanim -

Das Manifest kritisch hinterfragt 14

Die Anfänge der Araberzucht in Deutschland -

In Erinnerung an Gertraude Griesbach 20

Araberzucht in der DDR -

Hinter dem Eisernen Vorhang 28

ZSAA-Körung Alsfeld 2022 -

Gutes Prüfungslot zum Jubiläum 34

Genetische Spurensuche IV -

INHALTSVERZEICHNIS

Schauszene in Aufruhr -

Adieu, Paris? 54

ECAHO Annual High Point Horse Award 2021 -

Geldregen für den Sport 56

Von Kunst und Künstlern -

Emil Volkers 58

RUBRIKEN

News 39

Termine, Impressum 64-65

Vorschau 66

Das authentische arabische Pferd der Beduinen ist durch den Vollblutaraber,

wie ihn die WAHO definiert, in seiner Existenz bedroht.

Das zumindest ist die Ansicht, die die Gründer des

„Manifests zum Arabischen Pferd“ vertreten.

The authentic Arabian horse of the Bedouins is threatened in its

existence by the purebred Arabian, as defined by WAHO.

At least that is the view held by the founders of the

"Manifest on the Arabian Horse".

Fast 20 Jahre lang hat Gertraute Griesbach mit großem Engagement

die Geschicke eines der ersten und damals größten privaten

Arabergestüte Deutschlands geleitet.

For almost 20 years, Gertraute Griesbach led with great commitment

the fortunes of one of the first and at the time biggest

private Arabian horse studs in Germany.

Unser Titelbild

Fadeel El Tarek (El Farabi /

Al Gazyah EAO) *2016

Z. u. B.: Shaarawi Arabians,

Ägypten

Fadeel El Tarek (El Farabi /

Al Gazyah EAO) *2016

b. u. w.: Shaarawi Arabians,

Egypt

Foto: Gudrun Waiditschka

4

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2022


Content

ARTICLES

TABLE OF CONTENT

A Statement of Principles on the Arabian Horse -

The Arabian Horse Manifesto (I) 10

Interview with Yasser Ghanim -

The Manifesto critically questioned 17

The Beginnings of Arab horse breeding in Germany -

In Memory of Gertraude Griesbach 24

Arabian Horse breeding in the GDR -

Behind the Iron Curtain 32

Genetic Research IV -

Arabian Sire Lines from a Genetic View Point 51

Show Scene in Turmoils -

Adieu, Paris? 55

RUBRIKEN

Shows & Events 2022 64-65

Mast Head 65

Preview 66

In der relativ kurzen Zuchtgeschichte der DDR von 1947 bis 1990

leisteten die Staatsgestüte und der Zoo Rostock einen wesentlichen

Beitrag zum Fortbestand der Rasse und sorgten immer wieder für

neue Impulse durch Importe aus Polen.

In the relatively short breeding history of the German Democratic

Republic (GDR) from 1947 to 1990, the state studs and the Rostock

Zoo made a significant contribution to the continued existence of the

breed and gave new impetus through imports from Poland.

Table of Content

In unseren viertetn Beitrag über Genetik gehen wir genauer

auf die Y-chromosomalen Haplotypen der arabischen

Hengstlinien ein, und was sie uns erzählen können.

In our fourth part on genetics, we go into more detail on

Y-chromosomal haplotypes of Arabian sire lines

and what they can tell us.

Der ZSAA feiert dieses Jahr sein 30-jähriges Bestehen und wartete

mit einem wirklich guten Körungsjahrgang auf: Von 18 angetretenen

Hengsten wurde nur einer nicht gekört und sieben erhielten eine

Prämie!

1/2022 - www.in-the-focus.com

5


EINE GRUNDSATZERKLÄRUNG AUS DER ARABISCHEN WELT

DAS MANIFEST ZUM

ARABISCHEN PFERD (TEIL

(TEIL I)

Zucht

Das authentische arabische Pferd der Beduinen ist durch den Vollblutaraber, wie ihn die

WAHO definiert, in seiner Existenz bedroht. Das zumindest ist die Ansicht, die die Gründer

des „Manifests zum Arabischen Pferd“ vertreten. Die Gründe hierzu erläutert Yassir Ghanim,

einer der Gründer und aktiver Verfechter des „Manifests“. Obwohl sich diese Grundsatzerklärung

an die arabische Welt richtet, stellen wir das Manifest hier vor,

um ein tieferes Verständnis für das arabische Pferd als integraler Bestandteil

der arabischen Kultur zu vermitteln.

6

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/202!

Alle Fotos: Gudrun Waiditschka


Im vergangenen Jahr wurde eine neue internationale

Initiative unter dem Namen

„Das Manifest zum Arabischen Pferd“ („The

Arabian Horse Manifesto“) ins Leben gerufen.

Eine Gruppe von etwa 30 Gründungsmitgliedern

aus der arabischen Welt sowie aus dem

Westen hat ein Dokument formuliert, das ihre

Haltung zum arabischen Pferd erklärt. Das Ergebnis

wurde auf einer speziellen Website im

Internet und in einem PDF veröffentlicht (siehe

Kasten am Ende des Beitrags). Aber was ist

das Besondere an dieser Arbeit?

„Unsere Vision ist eine neue Ära des arabischen

Pferdes, basierend auf der Anerkennung

seiner ursprünglichen Qualitäten,

dem Verständnis und dem Studium seiner

Geschichte, der Achtung seiner kulturellen

Werte in diesem Zusammenhang und der

Nutzung moderner Wissenschaft bei der Gestaltung

der Zukunft der Rasse."

Das Manifest repräsentiert die gemeinsame

Vision der Gründerväter und das, was

ihrer Meinung nach die arabischen und

beduinischen Werte rund um die arabische

Rasse richtig darstellt, umrahmt von einem

modernen Ansatz, der Kultur und Wissenschaft

verbindet. Es versucht die kollektive

Weisheit der Gemeinschaft und die vielen

Erkenntnisse zu nutzen, die man aus mehr

als einem Jahrhundert moderner Züchtung

gezogen hat. Dieser Zeitraum umfasst ein

halbes Jahrhundert offizieller Stutbuchführung

sowie das Wirken internationaler Organisationen.

Die Entwicklung des Textes dauerte ein ganzes

Jahr und wurde unter den Gründern ausführlich

diskutiert und auf verschiedenen

Blogs, Social-Media-Kanälen und Kongressen

öffentlich diskutiert.

Die Initiative befasst sich mit den Herausforderungen

der Globalisierung und der Kommerzialisierung

des arabischen Pferdes. Sie

würdigt dennoch seinen globalen Wert und

seine interkulturelle Rolle. Die Initiative versucht

jedoch, die negativen Auswirkungen

zu benennen, die zu möglichen Veränderungen

weg von der ursprünglichen Identität

des arabischen Pferdes geführt haben. Eine

wichtige Säule dieser Arbeit ist es, die Authentizität

und ursprüngliche Identität der

Rasse als ein kulturelles Erbe zu bewahren,

das im Laufe der Geschichte durch die Traditionen

der Araber- und Beduinenstämme

Arabiens entstanden ist.

WESTLICHE VORHERRSCHAFT

Während des letzten Jahrhunderts hat die

westliche Welt in fast allen Facetten des

arabischen Pferdes die Initiative ergriffen.

Registrierung, Wettbewerbe, schriftliche Abhandlungen

und Forschung wurden hauptsächlich

im Westen produziert und definiert

und dann auf die arabische Welt ausgedehnt,

die zu einem Anhänger dieser neuen

und reimportierten Konzepte wurde. Diese

Schwerpunktverlagerung von Ost nach West

beinhaltete neben positiven Seiten und Folgen

auch negative Auswirkungen und Herausforderungen.

1/2022 - www.in-the-focus.com

Ein kurzer Realitätscheck zeigt eine Reihe von

Problemen, denen die Rasse gegenübersteht

und die derzeit ernsthafte Risiken darstellen.

Dazu gehören, unter anderem eine vage

Rassedefinition [Anm. d. Red.: die WAHO-Definition],

ein sinkendes Verhältnis von Asil-Arabern

zu anderen Araber-Populationen, sinkende

Registrierungszahlen, geschlossene

Stutbücher, der Verlust von Funktionalität

und athletischen Eigenschaften, morphologische

Veränderungen, Extremzucht und

nicht zuletzt eine reduzierte genetische Vielfalt

und Vitalität.

DIE DREI HAUPTKOMPONENTEN

Das Manifest markiert Problemfelder und

legt die Grundlagen für die Bewältigung dieser

Herausforderungen. Es besteht aus drei

Hauptbestandteilen: aus Werten, Prinzipien

und aus der Definition.

Der erste Abschnitt des Manifests stellt die

WERTE dar, die durch die Vorstellungen der

Gründungsmitglieder in Bezug auf diese Rasse

geprägt wurden und von denen angenommen

wird, dass sie die gemeinsamen Werte

der gesamten Gemeinschaft widerspiegeln.

Sie bilden die Grundlage für den Aufbau von

Vereinbarungen und einer gemeinsamen

Vision zwischen uns allen. Absteigend vom

Allgemeinen zum Speziellen werden die fünf

wichtigsten Eigenschaften angegeben:

1. Das arabische Pferd ist ein wertvolles kulturelles

Erbe der Menschheit.

2. Das arabische Pferd ist eine der ältesten

Pferderassen der Geschichte.

3. Das arabische Pferd genießt einige einzigartige

Qualitäten und Eigenschaften.

4. Die ursprüngliche Heimat des arabischen

Pferdes liegt in den Steppen Arabiens.

5. Das arabische Pferd ist das Produkt der

arabischen Beduinenkultur.

Der nächste Hauptbestandteil sind die PRIN-

ZIPIEN. Prinzipien sind praktikable Konzepte,

die die Steuerung aller Bemühungen

im Zusammenhang mit der Rasse - von der

Registrierung bis zum Handel und von Wettbewerben

bis zur Forschung - unterstützen.

Zwölf Prinzipien werden artikuliert und in

vier Kategorien eingeteilt:

Identitätsprinzipien: Dazu gehören drei

Grundsätze, die das Arabische Pferd mit seiner

wahren Identität - die aus der arabischen

Beduinenkultur stammt - in Verbindung bringen.

Diese Grundsätze präsentieren die Konzepte

von asil und atiq, die Schlüsselkonzepte

im kulturellen Rahmen sind. Einer der drei

Grundsätze ist die Kultur:

„Jede Definition der arabischen Rasse muss

den kulturellen Werten entsprechen, die

ihr von ihren ursprünglichen Hütern, den

arabischen Beduinenstämmen in Arabien,

zugeschrieben wurden. Die Identität eines

Pferdes als „Arabisches Pferd“ basiert auf

seiner Authentizität und Reinheit, Begriffe,

die beide in den arabischen Begriffen atiq

(in früherer Zeit verwendet) und asil (in neuerer

Zeit) enthalten sind."

Wissensprinzipien: Drei zusätzliche Grundsätze,

die die Basis für die Festlegung bilden,

7

ob ein Pferd ein „Araber“ ist, oder nicht. Information

und Recherche sind hierzu die wesentlichen

Mittel.

Qualitätsprinzipien: Zwei Grundsätze, die

die Herangehensweise und die hauptsächlichen

Gesichtspunkte für die Definition der

Rassemerkmale und die Erhaltung ihrer Vielfalt

und Reichhaltigkeit festlegen.

Erhaltungsprinzipien: Vier Grundsätze, die

einen integralen Ansatz zum Erhalt dieser

Pferde bieten. Dies wird durch die Anwendung

moderner Wissenschaft und durch den

Aufbau eines kompletten Systems für die gesicherte

Identität der Rasse und ihrer Merkmale

erreicht.

Die dritte Komponente ist die DEFINITION

(mit den entsprechenden Anmerkungen):

Die Definition des arabischen Pferdes stellte

in letzter Zeit eine Herausforderung dar,

denn es gibt derzeit keine allgemein anerkannte

Definition. Offizielle Definitionen

durch bestehende Stutbuchorganisationen

sind mehrdeutig und lassen keine eindeutigen

Erhaltungsmaßnahmen zu. Einige weitverbreitete

informelle Definitionen basieren

nur auf dem Phänotyp. Es gab Versuche in

verschiedenen Teilen der Welt, hauptsächlich

im Westen, Definitionen festzulegen, die

dem arabischen und beduinischen Konzept

nahe kommen. Die bekanntesten Beispiele

sind der Asil Club in Deutschland und Al

Khamsa und die Pyramid Society in den USA.

Diese Versuche waren teilweise erfolgreich,

um das arabische Pferd in seiner ursprünglichen

Form zu erhalten. Die Pferde, die den

Definitionen dieser drei Organisationen entsprechen,

die allgemein als „asil“ bezeichnet

werden, stellen eine sehr kleine Minderheit

dessen dar, was heute als Araber bezeichnet

wird.

ERHALTUNG IST ERFORDERLICH

In den arabischen Ländern werden die "Asilen"

aus Unwissenheit oder Gleichgültigkeit

ständig mit nicht-asilen Pferden verpaart.

Einige arabische Länder haben ihre Asil-Population

bereits verloren oder stehen kurz

davor, sie für immer zu verlieren, wobei nur

noch eine Handvoll Asil-Stuten übrig sind. In

einigen großen arabischen Ländern erreicht

der Anteil der Nicht-Asilen fast 60 %.

Die Wissenschaft hat eine ernst zu nehmende

Warnung ausgesprochen. Jüngste genetische

Studien, die auf den bereits verfügbaren

Kenntnissen über das Englische Vollblut basieren,

zeigten bis zu 62 % Englischen Vollblutblutanteil

bei einigen weitverbreiteten

registrierten Arabern, insbesondere bei denen

für den Rennsport (Flachrennen). In einer

kürzlich von 19 Forschern unter der Leitung

von Dr. Samantha Brooks von der Universität

in Florida durchgeführten Studie kommt sie

zu dem Schluss: „Wir können in der genetischen

Signatur sehen, dass die Kreuzung mit

Englischen Vollblütern mehrmals stattfand,

und bei einigen Pferden geschah dies über

mehrere Generationen hinweg.“ Das Phänomen,

so sagt sie, zeigt sich bei vielen, vielen

der registrierten sogenannten arabischen

Zucht


Zucht

Rennpferde. [Red.: siehe Arabische Pferde IN

THE FOCUS 1/2021, „Reinheit aus genetischer

Sicht“, Seite 29ff.]

DEFINITION FÜR ARABISCHE PFERDE

Es war entscheidend für das Manifest, eine

klare und prägnante Definition zu finden, die

jeden Zweifel darüber ausräumt, was ein Araber

ist. Mehrdeutigkeit ist ein Killer. Wenn die

(arabische) Kultur eine klare Definition liefert,

warum sollten wir dann weiterhin alle verwirren?

Wenn aber reinrassig nichts anderes als

ein Synonym für „im Zuchtbuch eingetragen“

bedeutet und Pferde mit nachgewiesenen

nicht-arabischen Vorfahren den gleichen

„reinrassigen“ Status erhalten wie solche mit

100 % Beduinen-Ursprung, dann stimmt definitiv

etwas nicht. [Red.: siehe Arabische Pferde

IN THE FOCUS 1/2021, „Was ist ein Vollblutaraber“,

Seite 23ff.]

Das Manifest definiert einen Araber wie folgt:

Das Arabische Pferd geht in allen seinen Vorfahren

auf die Atiq-Pferde des arabischen Volkes

zurück.

Araber sind per Definition asil. Damit ein

Pferd als asil angesehen werden kann, muss

seine Abstammung ausschließlich auf der

Zucht der arabischen Beduinenstämme in

seiner Heimat beruhen, das Pferd muss frei

von jeglicher Einkreuzung mit nicht-arabischen

Pferden sein - diese sind durch eindeutige

Anzeichen von Unreinheit (Hujna)

gekennzeichnet -, und einen anerkannten

Stammnamen (rasan) und Unterstamm (marbat)

gemäß den Beduinennormen tragen,

von denen ziemlich sicher angenommen

werden kann, dass sie korrekt sind.

Ein Pferd ist nur dann ein Araber, wenn es frei

von Hujna ist, und wenn es von bekannter akzeptabler

Herkunft ist.

Obwohl es große Ähnlichkeiten zwischen der

obigen Definition und denen von Al Khamsa

und dem Asil Club gibt, gibt es einen wesentlichen

Unterschied, der in dem Satz liegt:

„Araber sind per Definition asil.“ Im Gegensatz

zu anderen Definitionen ist der Asil-Araber

keine Untergruppe der arabischen Rasse.

Es gibt keinen „nicht-asilen Araber“. Dies wird

von der (arabischen) Kultur abgelehnt. Wenn

ein Pferd nicht asil ist, bedeutet dies, dass es

Halbaraber, Pseudo-Araber, Anglo-Araber,

Partbred-Araber usw. ist, was einfach mit

dem arabischen Begriff „hajin“ bezeichnet

wird. „Hajin“ ist das Gegenteil von „asil“. Das

moderne Konzept eines reinrassigen („purebred“),

nicht-asilen Arabers ist illusorisch und

destruktiv. Es ist offensichtlich, dass dieses

Konzept erheblichen Schaden angerichtet

hat, wobei vielen Menschen anscheinend der

Unterschied entgangen ist. Andere benutzten

die Verwirrung als Vorwand, um immer

größere Prozentsätze von nicht-arabischem

Blut in den Pedigrees der arabischen Pferde

zu tolerieren, eine Tatsache, die jetzt durch

moderne DNA-Tests bewiesen wurde.

WEITERE ERKLÄRUNGEN

Das Manifest hört nicht bei der Definition

auf. Es enthält zehn detaillierte begleitende

Kommentare [Anm. d. Red.: ähnlich einem

kommentierten Gesetzestext], die diese Definition

in eine umsetzbare Definition ver-

8

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2022


wandeln. Die Aufgabe, moderne Pferde in

jeder Linie bis zur Zucht der arabischen Beduinen

zurückzuverfolgen, ist nicht so einfach,

wie es sich anhört. Die Definition von

Heimatland, Rasan und Marbat, die Bedeutung

von Hujna, die Bedingungen von „asil“,

der Bewertungsansatz, die verschiedenen

Arten von Beweisen, die Gewissheitsrisiken,

die Aufrechterhaltung und der Widerruf des

Asil-Status und die Steuerung des gesamten

Prozesses werden in den „Definitions-Kommentaren“

erörtert. Einige davon werden

hier weiter erklärt:

3. Hujna

Hujna bedeutet ein eindeutiges Zeichen

der Einkreuzung mit nicht-arabischem

Blut. Anzeichen für „hujna“ können morphologisch,

genealogisch oder genetisch

sein.

4. Bedingungen für den Asil-Status

Um ein Pferd als asil zu bestätigen, gibt es

zwei Bedingungen:

A. Das Pferd muss direkte und/oder indirekte

kontextbezogene Beweise über

die arabische Beduinenherkunft all seiner

Vorfahren haben, von denen ziemlich

sicher angenommen werden kann,

dass sie stichhaltig sind.

Und:

B. Das Pferd muss frei von Hujna sein, was

bedeutet, dass es keinen eindeutigen

(nicht spekulativen) Beweis für Hujna

gibt.

Zusätzlich zu den oben genannten Hauptkomponenten

definiert und diskutiert das

Manifest einige wichtige Konzepte, die die

Zuchtphilosophie der Beduinen prägen.

„Asil“ und „atiq“ tauchen als die beiden wichtigsten

Konzepte im Manifest auf. Die Begriffe

haben unterschiedliche Konnotationen und

ergänzen sich bei der Definition der Rasse.

"REINRASSIG" UND "REINBLUT"

Das westliche Modell über Pferderassen umfasst

Konzepte und Terminologien wie reinrassig,

reinblütig, Kreuzungszucht, Landrasse

… usw. Die direkte Übersetzung der entsprechenden

Konzepte in die arabische Sprache

gab nicht immer die genaue Bedeutung wieder

und führte zu Verwirrung und falschen

Annahmen. Sprachliche Systeme sind stark

mit der Kultur verflochten und erfordern eine

sorgfältige Analyse der komplexen Anwendungen

und der subtilen Unterschiede zwischen

den entsprechenden Begriffen.

Der Begriff „asil“ wird im Manifest wie folgt

definiert: „Der Begriff in seiner allgemeinen

arabischen Verwendung bedeutet bekannte

und angesehene Ursprünge. Im Zusammenhang

mit dem arabischen Pferd ist der Begriff

gleichbedeutend mit Reinheit.“

Der Begriff „atiq“ ist definiert als: „Der Begriff

trägt mehrere sich überschneidende Bedeutungen.

Es ist gleichzeitig uralt, kostbar und

frei [von Fehlern]. Im Zusammenhang mit

dem arabischen Pferd umfasst es sowohl Authentizität

als auch Reinheit.“

Atiq ist ein älterer und umfassenderer Begriff

als asil. Obwohl jeder, der „atiq“ ist, auch „asil“

1/2022 - www.in-the-focus.com

ist, und jeder der „asil“ ist, angeblich auch

„atiq“ ist, hat „atiq“ mehr Konnotationen,

wenn es um authentische Qualitäten und

Eigenschaften geht. Daher ist anzunehmen,

dass einige asilen Pferde Mängel bei der Darstellung

von atiqen Eigenschaften aufweisen.

Moderne Araber haben eine unterschiedlich

starke Abnahme ihrer Atiq-Qualitäten erlebt,

selbst wenn sie asil blieben.

REINHEIT ALS KULTURBEGRIFF

Dann kommen wir zu dem kaum zu erfassenden

Problem der Reinheit. Im zweiten Grundsatz

führt das Manifest das Konzept der Reinheit

aus, indem es feststellt, dass Reinheit ein

kultureller Begriff ist. Reinheit stellt ein Ideal

dar, das die arabischen Beduinen immer bemüht

waren aufrechtzuerhalten. Reinheit ist

eng mit Authentizität verbunden, die in diesem

Zusammenhang die Eigenschaft ist, auf

alte, erhaltene, geschützte Beduinenquellen

zurückzuführen, von denen angenommen

wird, dass sie rein sind.

Im Gegensatz zum westlichen Konzept

des „Reinbluts“, das ein biologisches

Schwarz-Weiß-Attribut ist, wird Reinheit in

diesem Zusammenhang als das Ideal interpretiert,

für das die arabische Kultur alle Maßnahmen

ergriffen hat, um es zu bewahren,

und ständig Korrekturmaßnahmen anwendet,

um jeden möglichen kontaminierenden

Einfluss zu korrigieren und zu eliminieren.

Niemand kann behaupten, dass es eine biologische

Reinheit in jedem einzelnen Moment

der langen Geschichte der Rasse gegeben

hat. Die gesamte kulturelle Denkweise

wirkte jedoch als ständiger Filter gegen Unreinheit

und weigerte sich, irgendeinen Grad

von Hujna anzuerkennen. Die Verwendung

der Begriffe Reinheit und Reinblut zur Beschreibung

des arabischen Pferdes muss also

den historischen Kontext und den kulturellen

Prozess zur Aufrechterhaltung der Reinheit

anerkennen, anstatt anzunehmen, dass

es zu jedem Zeitpunkt in der Geschichte ein

genetisches Reservoir gab, das so rein wie

Gold ist. Dieses Verständnis lässt es nicht zu,

sich in der Neuzeit die Freiheit zu nehmen,

nicht-arabisches Blut oder „hujna“ zu tolerieren.

Die (arabische) Kultur wird dies auch

weiterhin ablehnen.

Jetzt kommt das westliche Konzept von reinrassig:

ein sehr technischer Begriff, der ziemlich

illusorisch und irreführend ist, wenn er in

einen anderen Kontext übersetzt wird. Reinrassig

ist nicht gleich reinblütig. Es hat weder

mit biologischer noch mit kultureller Reinheit

zu tun. Es bedeutet einfach eine geschlossene

Population nach Eintragung in ein bestimmtes

Zuchtbuch. Reinrassig ist also „rein“

unter den Gründungspferden des Zuchtbuchs,

obwohl die Gründungspferde selbst

unrein waren. Daher ist reinrassig niemals

eine Übersetzung oder ein Äquivalent von

asil oder atiq. Dies führte zu großer Verwirrung,

als sich die Araber mit dem WAHO-Label

„Purebred Arabian“ (Reinblut-Araber,

Vollblutaraber) befassten, das nichts anderes

bedeutete als registrierte Pferde, die einen

9

gewissen Grad an Verunreinigung (in der

Gründerpopulation des Stutbuchs) oder Hujna

aufweisen können.

Wir glauben, wenn diese sprachlichen Probleme

von Anfang an jedem klar gemacht

worden wären, würden die meisten Araberzüchter

es nicht akzeptieren, ihre „reinen“

Pferde mit der Mehrheit der sogenannten

„reinrassigen Araber“ (wie sie von vielen Stutbüchern

akzeptiert sind) zu kreuzen. Deshalb

sagen wir, Mehrdeutigkeit ist ein Killer.

JEDES VOLK SCHÄTZT SEINE PFERDE

Eine häufige Frage lautet: Was passiert mit all

den nicht asilen Pferden in den WAHO-Stutbüchern?

Wie wollt ihr sie nennen? Und was

sollen wir mit ihnen machen?

„Jedes Volk schätzt seine Pferde“ ist ein

Sprichwort der Beduinen. Wir verstehen, wie

wertvoll jede Gruppe von Pferden für ihre

Besitzer ist. Diese Pferde sollten weiterhin so

geschätzt werden, wie sie sind, und weiterhin

in verschiedenen Disziplinen eingesetzt werden.

Es gibt unzählige Pferderassen auf der

ganzen Welt, viele davon mit unterschiedlichem

Einfluss des arabischen Pferdes. Leider

können wir sie nicht Araber nennen, wie es

ihre Besitzer gerne tun würden. Wir nennen

sie so, wie sie in der arabischen Kultur heißen:

Hajin. In der arabischen Kultur und der

allgemeinen arabischen Wahrnehmung gibt

es bis heute keinen „nicht-asilen Araber“, wie

bereits erwähnt. Diese guten und wertvollen

Pferde Araber (ganz zu schweigen von reinrassige

Araber) zu nennen, setzt die Illusion

und Zweideutigkeit fort, die authentische

Araber überall tötet. Das können wir nicht

akzeptieren. Wir müssen die richtigen Namen

verwenden. Das nicht-asile Pferd ist ein

arabischer Abkömmling wie zum Beispiel die

Shagya-Pferde, aber kein (reiner) Araber.

Das Manifest ist nicht feindlich gegenüber

irgendwelchen Pferdegruppen oder -organisationen

eingestellt. Das Manifest ist eine

kulturell verwurzelte Initiative zur Erhaltung

einer universell geschätzten, in sich eigenständigen,

kulturell reichen Pferderasse, die

die älteste Pferderasse der Geschichte ist: das

arabische Pferd.

Lassen Sie mich zum Schluss sagen, was in

der Einleitung des Manifests steht:

„Das Manifest ist die kollektive Anstrengung

seiner Gründerväter. Alle haben ein tiefes Verständnis

für die kulturellen Aspekte der Rasse,

die sich entweder aus ihrer Identität als Araber

und/oder Beduine oder aus Respekt vor den

Werten der Beduinenpferdezucht ergeben.

Sie bauen diese Initiative aufrichtig auf den

früheren Bemühungen bestehender Organisationen

und unabhängiger Forscher auf.“

Yasser Ghanim

Das komplette Manifest kann auf folgender

Website in englischer und arabischer

Sprache eingesehen werden:

www.arabianhorsemanifesto.org

und steht dort auch als PDF zum Download

bereit.

Zucht


A STATEMENT OF PRINCIPLES ON THE ARABIAN HORSE

THE ARABIAN HORSE

MANIFESTO (PART I)

Zucht

10

The existence of the authentic

Arabian horse of the

Bedouins is threatened by

the purebred Arabian, as

defined by WAHO. At least

that is the view taken by

the founders of the Arabian

Horse Manifesto. The reasons

for this are explained

by Yasser Ghanim, one of the

founders and active advocate

of the "Manifesto". Although

this policy statement

is addressed to the Arab

world, we are presenting the

Manifesto here to provide a

deeper understanding of the

Arabian horse as an integral

part of the Arabian culture.

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2022

Alle Fotos: Gudrun Waiditschka


Last year, a new international initiative

was launched under the name "The

Arabian Horse Manifesto". A group of

some 30 founders from the Arab world, as

well as the West, articulated a document

that declares their stand toward the Arabian

horse. The output has been published on a

dedicated website on the Internet and in a

downloadable PDF version. So, what is special

about this work?

"Our vision is a new era of the Arabian horse

that is based on the acknowledgment of its

original qualities, understanding and learning

of its historical background, respect

of its cultural values and context, and the

adoption of modern science in drawing the

future of the breed."

The Manifesto represents the shared vision

of the founders and what they believe is correctly

representing the Arabic and Bedouin

values around the Arabian breed, framed in

a modern approach that combines culture

and science. It tries to utilize the collective

wisdom of the community and the many

lessons learned after more than a century of

modern breeding, including half a century

of official registration, as well as international

organizations.

The text took a complete year to develop

and was thoroughly discussed among the

founders, as well as being subject to public

review on different blogs, social media

channels, and conventions.

The initiative addresses the challenges of

globalization and the commercialization of

the Arabian horse. It acknowledges, nevertheless,

its global value and cross-cultural

role. However, it tries to isolate the negative

effects that led to any possible transformations

away from its original identity. An important

pillar of this work is to preserve the

breed’s authenticity and original identity as

a cultural product stemming from the extended

traditions of the Arabs and Bedouin

tribes of Arabia over history.

WESTERN SUPREMACY

During the last century, the Western world

took the initiative in almost every facet related

to the Arabian horse. Registration,

competitions, writing, and research were

mainly produced and defined in the West,

then extended to the Arab world, which

turned into a follower of the reshaped and

reimported concepts. This shift of the center

of gravity from the East to the West included

positive sides and outcomes as well as other

negative effects and challenges.

A quick reality check shows a number of

challenges the breed faces and which pose

serious risks at present. Challenges include,

but are not limited to, vague definitions,

declining asil ratios and populations, declining

registration rates, closed registries,

dwindling functional conformation and

athletic characteristics, morphological

transformations, extreme breeding, and

last but not least, reduced genetic diversity

and vitality.

1/2022 - www.in-the-focus.com

THE THREE MAIN COMPONENTS

The Manifesto raises flags and lays the foundations

for dealing with these challenges. It

consists of three main components: Values,

principles, and the definition.

The first section of the manifest provides

the VALUES that shape the founders’ ideas

about the breed and are believed to reflect

the shared values among the community

at large. They provide the basis for building

agreement and a common vision among all

of us. Five main values are stated from universality

to specialty:

1. The Arabian horse represents a valuable

cultural heritage for humanity.

2. The Arabian horse is one of the oldest

horse breeds in history.

3. The Arabian horse enjoys some unique

qualities and traits.

4. The Arabian horse's original homeland is

in the steppes of Arabia.

5. The Arabian horse is the product of the

Arab Bedouin culture.

The next main component is PRINCIPLES.

Principles are workable concepts that support

the governance of any efforts related

to the breed from registration to trade, and

from competitions to research. Twelve principles

are articulated and grouped under

four categories:

Identity Principles: this includes three

principles that relate the Arabian horse to

its true identity derived from the Arabic

Bedouin culture. It presents the concepts of

asil and atiq, which are key concepts in the

cultural framework.

One of the three principles is Culture:

"Any definition of the Arab breed must

comply with the cultural values ascribed

to it by its original custodians, the Arab

Bedouin tribes of Arabia. A horse’s identity

as an Arab is based on its authenticity

and purity, notions both encompassed

in the Arabic language concepts of atiq

in ancient times and asil in more recent

times."

Knowledge Principles: three additional

principles that provide the basis for establishing

horse credentials as "Arabian". Information

and research are the essential

means in this direction.

Quality Principles: two principles that set

the approach and main aspects for defining

the characteristics of the breed, and maintaining

its diversity and richness.

Conservation Principles: four principles

that provide an integral approach to preservation

through the utilization of modern

science and by building a complete system

for sustaining the breed’s authentic identity

and characteristics.

The third component is the DEFINITION

and definition notes.

Defining the Arabian horse has been a challenge

in recent times. No universally agreed

definition exists today. Official definitions by

current registries are ambiguous and do not

allow for clear preservation measures. Some

widespread informal definitions are based

11

on phenotype only. Attempts in different

parts of the world, mainly in the West, tried

to set definitions close to the Arabic and

Bedouin concept. The Asil Club in Germany

and Al Khamsa and the Pyramid Society in

the US are the most famous examples. These

attempts met partial success in preserving

the Arabian horse in its original form. The

horses that comply with the definitions of

these three organizations, widely known as

asil, represent a very small minority of what

is labeled today as Arabian.

PRESERVATION IS NEEDED

In Arab countries, the "asils" are being constantly

bred to non-asil horses out of ignorance

or indifference. Some Arab countries

have already lost their asil population or are

about to lose it for good, with only a handful

of asil mares remaining. For some big Arab

countries, the percentage of non-asil reaches

nearly 60%.

Science has raised a big flag. Recent genetic

studies based on the knowledge already

available of the Thoroughbred breed

showed up to 62% Thoroughbred blood in

some widely spread registered Arabians,

especially those of flat racing. In recent research

conducted by 19 researchers led by

Dr. Samantha Brooks from Florida University,

she concludes: “we can see in the genetic

signature that crossing with Thoroughbreds

happened multiple times, and in some horses,

it happened over multiple generations.”

The phenomenon is apparent in many,

many of the registered so-called Arabian

racehorses, as she says. [ed.: see Arabische

Pferde IN THE FOCUS 1/2021, "Purity from a

Genetic View Point", page 29ff.]

A DEFINITION FOR THE ARABIAN HORSE

It was critical to the mission of this initiative

to define a clear and concise definition that

clears any doubt about what an Arabian is.

Ambiguity is a killer. If culture provides clear

definitions, why should we continue confusing

everyone? When purebred means nothing

but a synonym to “recorded in a studbook”,

and horses with proven non-Arabian

ancestors are given the same “purebred”

status as those of 100% Bedouin origins,

then something is definitely wrong. [ed.:

see Arabische Pferde IN THE FOCUS 1/2021,

"What is a Purebred Arabian", page 23ff.]

The Manifesto defines an Arabian as:

The Arabian Horse traces through all its ancestors

to the atiq horses of the Arab people.

Arabians are asil by definition. For a horse

to be assumed asil: its pedigree must be

exclusively based on the breeding of the

Arab Bedouin tribes in its homeland, the

horse must be free of any crossbreeding to

non-Arabian horses represented by definite

evidence of impurity (hujna), and carry a

recognized strain name (rasan) and substrain

(marbat) as per the Bedouin norms

that can be reasonably assumed correct.

A horse is only Arabian if it is both, free of

hujna, and of known acceptable origin.

Zucht


Zucht

12

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2022


Although there are big similarities between

the above definition and those of Al Khamsa

and the Asil Club, there is one key difference,

which lies in the sentence: “Arabians

are by definition asil”. Contrary to what

the other definitions imply, the asil horse is

not a subset of the Arabian breed. There is

no such thing as a non-asil Arabian. This is

rejected by the culture. If a horse is non-asil

that means it is half-Arabian, pseudo-Arab,

Anglo-Arab, Arab derivative … etc., simply

denoted by the Arabic term hajin. The hajin

is the opposite of asil. The modern concept

of a purebred non-asil Arabian is illusive and

destructive. It is evident to have caused considerable

damage with many people apparently

missing the difference. Others used the

confusion as a pretext to tolerate bigger and

bigger percentages of non-Arabian blood

in the Arabian horse registries, a fact now

proven by modern DNA testing.

THE DEFINITION FURTHER EXPLAINED

The Manifesto does not stop at the definition

statement. It provides ten detailed definition

notes that turn this definition into an actionable

definition. The task of tracing modern

horses through every line to the breeding

of the Arab Bedouins is not as simple as

it reads. Definition of homeland, rasan and

marbat, the meaning of hujna, the conditions

of asil, assessment approach, types of

evidence, certainty risks, maintaining and

revoking the asil status, and the governance

of the whole process, are discussed in the

definition notes, some of which are further

explained here:

3. Hujna

Hujna means a definite sign of crossbreeding

to non-Arabian blood. Hujna

signs can be morphological, genealogical,

or genetic.

4. Asil Conditions

To authenticate a horse as asil, there are

two conditions:

A. The horse must have direct and/or indirect

contextual evidence about the

Arab Bedouin origin of all its ancestors

that can be reasonably assumed valid.

and

B. The horse must be free of hujna, meaning

the absence of any definite (unspeculative)

proof of hujna.

In addition to the above main components,

the manifesto defines and discusses some

important concepts that shape the Bedouin

breeding philosophy. The asil and atiq

emerge as the top two concepts in the Manifesto.

The terms have different connotations

and complement each other in defining the

main Arabic perception of the breed.

"PUREBRED" AND "PURE-BLOOD"

The Western paradigm about horse breeds

includes concepts and terminology like purebred,

pure-blood, part-bred, country-bred

…etc. The direct translation of the corresponding

Arabic concepts to these terms did

not always indicate the exact meaning and

1/2022 - www.in-the-focus.com

created confusion and wrong assumptions.

Lingual systems are strongly intertwined

with culture and need careful analysis of the

complex indications and the subtle differences

between the equivalent terms.

The term asil is defined by the Manifesto as

follows:

“The term in its general Arabic use means

of known and esteemed origins. Within

the context of the Arabian horse, the term is

equivalent to purity.”

The term atiq is defined as:

“The term carries multiple overlapping

meanings. It is ancient, precious, and free

[of flaws] all at the same time. Within the

context of the Arabian horse, it encompasses

both authenticity and purity.”

Atiq is an older and more composite term

than asil. Although every atiq is asil and

every asil is supposedly atiq, atiq has more

connotations when it comes to authentic

qualities and characteristics. Therefore, it

is possible to assume that some asil horses

have shortages in illustrating atiq characteristics.

Modern Arabians have witnessed

varying degrees of degradation in their atiq

quality, even when they remained asil.

13

PURITY AS A CULTURAL NOTION

Then comes the subtle issue of purity. In the

second principle, the Manifesto elaborates

on the concept of purity by stating that purity

is a cultural notion. It represents an ideal,

which the Arab Bedouins always strived to

maintain. Purity is closely related to authenticity,

which in this context, is the quality of

going back to ancient, preserved, protected

Bedouin sources that are assumed to be

pure.

Contrary to the Western concept of pureblood,

which is a black-and-white biological

attribute, purity in this context is interpreted

as the ideal that the Arabic culture

incurred every measure to preserve, and

constantly applied corrective measures to

rectify and eliminate any possible inbound

contamination. No one can assert biological

purity at every single moment of the breed’s

extended history. However, the whole cultural

paradigm worked as a constant filter

against impurity and refused to acknowledge

any degree of hujna. So using the terms

purity and pure-blood to describe the Arabian

horse needs to acknowledge the historical

context and cultural process of how purity

was maintained, rather than assuming a

gold pure genetic reservoir at every moment

of time. This understanding does not allow

for assuming any liberty in modern times to

tolerate non-Arabian blood or “hujna”. The

culture measures continue to apply in rejecting

this.

Now comes the Western concept of purebred:

a very technical term that is quite illusive

and misleading when translated to a

different context. Purebred is not equivalent

to pure-blood. It has nothing to do with neither

biological nor cultural purity. It simply

means a closed population after registration

in a certain studbook. So, purebred is

pure among the foundation horses of the

studbook, even though the foundation horses

themselves were impure. Therefore purebred

is never a translation nor an equivalent

of asil or atiq. This was a source of big confusion

when the Arabs dealt with the WAHO

label of “Purebred Arabian”, which meant

nothing but registered horses that can have

some degree of pre-registration impurity, or

hujna.

We believe that if these lingual issues were

made clear to everyone from the beginning,

most of the Arabian horse breeders would

not accept breeding their “pure” horses to

the majority of so-called “purebred Arabians”

accepted by many registries. That is

why we say ambiguity is a killer.

EVERY PEOPLE VALUE THEIR HORSES

A frequent question is asked: what happens

to all the non-asil horses in the WAHO registries.

What are you going to call them? And

what shall we do with them?

"Every people value their horses" is a

Bedouin proverb. We understand how valuable

any group of horses is to their owners.

These horses should continue to be cherished

for what they are, and continue to be

used in different equestrian venues. There

are countless valued horse breeds around

the world, many of them with different levels

of impact by the Arabian horse. Sadly, we

cannot call them Arabians as their owners

would wish to do. We call them what they

are called in the Arabic culture: hajin. In the

Arabic culture and the general Arabic perception

until the present time, there is no

such thing as a non-asil Arabian, as mentioned

before. Calling these good and valuable

horses Arabians (not to mention purebred

Arabian) continues the illusion and

ambiguity that is killing authentic Arabians

everywhere. We cannot accept this. We have

to use the correct names. The non-asil is an

Arabian derivative, not an Arabian, same as

the Shagya horses for example.

The Manifesto is not hostile to any horse

groups or organizations. The Manifesto is

a culturally-rooted initiative to preserve a

universally treasured, intrinsically distinct,

culturally rich, and one of the oldest horse

breeds in history: the Arabian horse.

In the end, let me state what the introduction

of the Manifesto says:

“The Manifesto is the collective effort of its

Founders. All have a deep understanding of

the breed’s cultural aspects, stemming either

from their identities as Arab and/or Bedouin,

or from respect for Bedouin horse-breeding

values. They sincerely build this initiative on

top of previous efforts by existing organizations

and independent researchers.”

Yasser Ghanim

The complete Manifesto can be accessed

at www.arabianhorsemanifesto.org and

can be downloaded as PDF

Zucht


INTERVIEW MIT YASSIR GHANIM

DAS MANIFEST ZUM ARABISCHEN PFERD (TEIL II)

KRITISCH HINTERFRAGT

Zucht

Die Erhaltung des authentischen Arabischen Pferdes der Beduinen als eigenständige

Population ist sicherlich notwendig – über den Weg dorthin kann man

sich trefflich streiten. Yasser Ghanim stand Rede und Antwort, warum das „Manifesto“

nötig ist, und beantwortet unter anderem die Frage, warum beispielsweise

Asil-Club und Al Khamsa nicht ausreichen.

ITF: Bitte lassen Sie mich vorweg anmerken,

dass ich sehr für die Erhaltung der letzten

„ursprünglichen“ autochthonen Populationen

arabischer Pferde bin, die gemeinhin

als „Wüstenaraber“ bezeichnet werden. Sie

haben aufgrund ihrer genetischen Vielfalt

definitiv einen hohen Wert, und sie sind ein

kulturelles Erbe. Was wir hier diskutieren,

ist, WIE dies erreicht werden kann. Was also

ist das Ziel des Manifests?

YG: Eigentlich geht es bei unserer Initiative

nicht nur um die autochthonen arabischen

Pferdepopulationen. Wir akzeptieren arabische

Pferde, egal wo sie gezüchtet wurden,

solange sie unserer klaren Definition entsprechen.

In Bezug auf das Manifest geht es darum,

die authentische Identität der Rasse zu bewahren,

so wie sie während ihrer langen

Geschichte bis in die Neuzeit war. Die [arabische]

Kultur ist dabei der entscheidende

Faktor. Wir sehen die Rasse sowohl als ökologisches

als auch als kulturelles Produkt.

Wir glauben, dass die Rasse in den letzten

Jahrzehnten einige große Veränderungen

in ihrer Identität und in ihren Eigenschaften

erfahren hat. Wir denken, dass die Rasse

weitgehend kommerzialisiert und ihrer

Grundwerte beraubt wurde. Das Manifest

diskutiert die eigentliche Bedeutung dessen,

was ein arabisches Pferd ist und wie wir es für

zukünftige Generationen erhalten können.

Der Interview-Partner und Autor Yassim Ghanim mit der Stute Farha Sa'faan (v. El Thay Moufid).

ITF: Wie unterscheidet sich Ihre Sicht auf

das arabische Pferd von der Sicht der

WAHO und von der aktuellen internationalen

Wahrnehmung der Rasse? Warum

unterscheidet sich das arabische Pferd,

wie Sie es sehen, von dem, was wir heute

haben?

YG: Das ist eine komplexe Frage. Es geht nicht

nur um die WAHO, da gibt es viele Facetten.

Erstens ist die WAHO-Definition ziemlich administrativ.

Sie erlaubte seinen anfangs meist

nicht-arabischen Mitgliedsländern, eigene

Definitionen [dessen, was ein arabisches

Pferd ist] zu besitzen. Diese Definitionen entsprachen

nicht immer den Definitionen und

Kriterien der arabischen und beduinischen

Kultur, wie z. B. dem Fehlen von ‚Hujna’ [Unreinheit],

was dazu führte, dass ein hoher

Prozentsatz von Pferden, die einheimische

europäische Vorfahren in ihren Stammbäumen

enthielten, trotzdem als „reinrassige

Araber“ [Vollblutaraber] bezeichnet wurden.

Zweitens hat die WAHO keinen Korrekturmechanismus,

um bekanntes nicht-arabisches

Blut zu eliminieren. Fremdblut, durch die Einkreuzung

von Englischen Vollblut (xx)-Linien,

kann heute mit den Mitteln der modernen

Wissenschaft nachgewiesen werden. Jüngste

genetische Studien zeigen bis zu 62 % xx-

14

Blut in vielen Rennlinien, was große Fragen

aufwirft, ob diese Pferde weiterhin „Araber“

genannt werden sollten. Drittens hat die moderne

Vorstellung eines arabischen Pferdes

die Bedeutung von Typ und Aussehen über

den Rest der Merkmale gestellt. Es entwickelte

sich ein völlig neues System, mit dem der

Phänotyp des arabischen Pferdes von seinen

funktionellen, mentalen und psychischen Eigenschaften,

die sich im Laufe der Geschichte

entwickelt haben, abgetrennt wurde. Dies

hat zu großen physischen und genetischen

Veränderungen in der Rasse geführt. Zusammenfassend

lässt sich sagen, dass die

Mainstream-Zuchtszene weltweit heute entweder

aus stark mit Fremdblut verkreuzten

Rennpferden oder aus stark dysfunktionalen

Showpferden besteht, zu denen sowohl asile

als auch nicht-asile Pferde gehören.

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2022


ITF: Sie versuchen also, den Asil-Araber mit

seinen ursprünglichen Wüstenqualitäten

zu erhalten, das kann ich verstehen. Aber

wollen Sie andeuten, dass die WAHO-Pferde,

die Ihrer Definition nicht entsprechen,

keine Araber sind?

YG: Zunächst muss ich sagen, dass wir keine

Gruppe von Pferden diskriminieren. Es gibt

unzählige Rassen, die unterschiedlich viel

arabisches Blut führen und für das, was sie

sind, großartige und brauchbare Pferde sind.

Wir sind gegen die bürokratische Mehrdeutigkeit,

gegen das bekannte und bewiesene

Fremdblut (Hujna), gegen den Verlust von

Eigenschaften und nicht zuletzt gegen das

Fehlen des kulturellen Rahmens. Wir machen

im Manifest eine sehr klare Aussage: Der

Asil-Araber ist keine Untergruppe dessen,

was die WAHO als „reinrassiger Araber“ definiert.

Es gibt aus zwei Hauptgründen keinen

„nicht-asilen Araber“:

1. Die arabische Kultur lehnt dies ab, und

2. Die zweideutigen modernen Definitionen,

die nicht-asil mit arabisch verwechseln, verursachten

überall unter den asilen Populationen,

einschließlich der arabischen Länder,

enorme Zerstörungen.

Im Libanon zum Beispiel bemühte man sich

in den 1980er Jahren, als das libanesische

Stutbuch gegründet wurde, 20 asile Stuten

zu retten, bevor sie aus Unwissenheit mit importierten

nicht-asilen französischen Linien

gekreuzt wurden, weil diese französischen

Linien von der WAHO als "reinrassige" Araber

akzeptiert wurden und niemand hat den Unterschied

verstanden. Ein wichtiges Land wie

der Libanon verlor seine Population von asilen

Pferden, weil sie dachten, alles sei "reinrassig".

Die Nicht-Asilen sind keine weitere

Kategorie der „reinrassigen Araber“, sie sind

arabische Derivate.

ITF: Aber wäre es nicht Ihre Pflicht – also die

Pflicht der Araber – gewesen, Züchter in ihren

arabischen Ländern zu informieren und

aufzuklären...?

YG: Damals verstand niemand den Unterschied.

Niemand verstand, was in einigen

französischen Linien oder in Crabbet Park

geschah. Niemand wusste, wer Skowronek

ist und wie die Dinge in Polen oder Russland

in den letzten zwei Jahrhunderten funktioniert

haben. Auch in Ägypten war Skowroneks

Sohn Registan zu einem bestimmten

Zeitpunkt willkommen.

ITF: Von welcher Zeit sprechen wir? Fälle

wie Skowronek wurden bereits in den

1950er Jahren diskutiert und öffentlich

bekannt gemacht. In seinem Buch „Der

Araber und sein Pferd“ schreibt Raswan:

„dass wir unter unseren registrierten Arabern

Partbred- und Vollblutaraber haben.

Niemand hat in der Vergangenheit versucht,

diese Wahrheit zu verbergen.“ Es war

also bekannt, dass es einige fehlerhafte

Stammbäume gibt. Trotzdem waren es die

arabischen Länder, die später der WAHO

beitreten wollten, sie wurden nicht dazu

1/2022 - www.in-the-focus.com

gezwungen. Warum haben die arabischen

Länder nicht schon vor dem Aufkommen

der WAHO einen eigenen Dachverband gegründet?

YG: Ich darf Ihnen sagen, ich hatte in den

letzten zehn Jahren zahlreiche Diskussionen

mit großen Züchtern in Ägypten, die nicht

verstanden haben, was das Problem mit

Skowronek ist, und seine nicht-arabischen

Vorfahren verleugneten.

Sie nahmen den

WAHO-Begriff „reinrassiger

Araber“ für bare

Münze und verstanden

nicht, dass dies

ein sehr technischer

Begriff ist, der nur bedeutet,

rein innerhalb

des Stutbuchs. Dank

jüngster Bemühungen

haben wir überzeugende

Beweise ins

Englische übersetzt,

dass Skowronek tatsächlich

einheimische polnische Stuten in

seinen Stammbaum hat. Als die WAHO gegründet

wurde, war dies unter den Arabern

nicht allgemein bekannt. Vergessen Sie

nicht, dass Ägypten das einzige arabische

Land war, das an der Gründung der WAHO

beteiligt war. Später folgten Jordanien, dann

die anderen arabischen Länder. Ein Land wie

Syrien brauchte zwanzig Jahre, um beizutreten.

ITF: Zu den „jüngsten Bemühungen“ bezüglich

Skowronek wäre zu sagen, dass

Raswan bereits 1955 (und in englischer

Sprache) schrieb: „Wenn wir den Stammbaum

von Skowronek über viele (viele!)

Generationen zurückverfolgen, weit zurück

durch das gesamte letzte Jahrhundert,

werden wir Vorfahren finden, die nicht nur

unbekannter Herkunft, sondern auch fremden

Blutes sind.“ Als WAHO gegründet wurde

(1972), war dieser „Stammbaumfehler“

also bereits auf dem Tisch.

Doch was ist Ihr Ziel mit dem Manifest?

Die Pferde, die jetzt (WAHO-akzeptierte)

Vollblutaraber“ sind, umzubenennen?

YG: Nein, wir werden das aufzeigen, worauf

wir uns konzentrieren, für diejenigen, denen

wichtig ist, was wir sagen. Wir werden

diejenigen aufklären, die denken, dass alles

„arabisch“ ist, und ihnen erklären, was man

aus der Sicht der arabischen Kultur als arabisch

bezeichnen würde. Wenn es ihnen

egal ist, auch gut, wir können niemanden

zwingen. Wir werden daran arbeiten, einen

Ort zu schaffen, an dem der wahre Araber

als authentischer, funktionaler Araber leben,

überleben und gedeihen kann. Das ist unser

Fokus.

ITF: Es wird also zukünftig zwei unterschiedliche

Definitionen des Wortes „Araber“

(-Pferd) geben, zum einen ist ein „Araber“

durch die WAHO definiert, als ein in einem

Vollblutaraber-Stutbuch eingetragenes

15

Pferd, die andere Definition von „Araber“

wird durch das Manifest definiert und wird

nur die „asilen“ Pferde einschließen. Glauben

Sie nicht, dass dies zu weiterer Verwirrung

führen wird? Warum nennen Sie Ihre

authentischen Pferde nicht „Asil-Araber“,

„Wüstenpferde“ oder „Beduinenpferde“?

Und überlassen den anderen den geografischen

Namen „arabisches Pferd“?

Warum nennen Sie Ihre authentischen

Pferde nicht „Asil-Araber“, „Wüstenpferde“

oder „Beduinenpferde“? Und überlassen

den anderen den geografischen

Namen „arabisches Pferd“?

YG: Weil das nie die Bedeutung war, wie sie

die Beduinen und Araber beabsichtigten.

Wenn wir das tun, werden die arabischen

Menschen in Syrien, Saudi-Arabien, den Vereinigten

Arabischen Emiraten usw. weiterhin

denken, dass die nicht-asilen französischen

Linien legitime Araber sind, und sie weiterhin

sie mit den asilen Linien kreuzen. Dasselbe

passiert in Ägypten mit den polnischen

Skowronek-Linien. Mehrdeutigkeit ist ein

Killer. Es tötet die asilen Pferde, während wir

hier sprechen. Wir benennen Dinge so wie

sie sind, und lassen die Menschen entscheiden.

ITF: Aber diese Mehrdeutigkeit wird doch

nicht dadurch beseitigt, dass zwei verschiedene

Definitionen für denselben Begriff

parallel nebeneinander bestehen. Und Sie

werden sich nicht vom Rest der Welt abschotten

können. Ich denke eher, es ist eine

Frage der Bildung: Wenn Sie Ihren Züchtern

sagen, dass die Kreuzung eines arabischen

x Beduinenpferdes kein Beduinenpferd

mehr ist, sollte das reichen!

YG: Die Begriffe „asil“ und „Beduine“ sind nur

eine sprachliche Möglichkeit, zu betonen,

dass etwas „arabisch“ ist. Es ist eine Doppelung.

In der arabischen Sprache, der arabischen

Kultur und in der arabischen öffentlichen

Wahrnehmung sind sie alle ein Kreis,

sie sind unzertrennlich. Die Araber dachten

offenbar nicht wie die Westler. Im Westen

sind Sie an das Konzept mehrerer Rassen

und Unterrassen gewöhnt.

Jedes Pferd, das nicht asil ist, benennen wir

als das was es ist: "hajin". Das Manifest erklärt

dies. Hajin ist ein arabisches Derivat. Jedes

„nicht-asile“ Pferd ist „Hajin“ – Skowronek ist

Hajin. Französische Rennlinien sind Hajin ...

usw.

Wir können nicht jeden zwingen, unsere

klaren Begriffe zu verwenden. Viele werden

diese Pferde weiterhin Araber nennen. Sollen

sie doch.

Zucht


Zucht

ITF: Darf ich Sie daran erinnern, dass Amer

ein sogenannter „Wüstenaraber“ aus Saudi-Arabien

war und dennoch Englisches

Vollblut in seinem Stammbaum hat (bewiesen

durch seinen Y-chromosomalen Haplotyp)?

Glauben Sie wirklich, dass dies an der

Mehrdeutigkeit des Begriffs „Araber“ lag?

Oder war es nicht eher ein (erfolgreicher)

Betrugsversuch, um schnellere Pferde für

die Rennbahn zu bekommen? Wie kann

man diese Art von Betrug in Zukunft verhindern?

YG: Bevor ich antworte, möchte ich Sie fragen:

Wird WAHO bereit sein, jedes Pferd aus

dem Stutbuch zu löschen, sollte moderne

Die Aufrechterhaltung der authentischen

Eigenschaften der Rasse erfordert

auch andere Arten von Wettbewerben.

Der Schauring und die Flachrennen sind

nicht der beste Weg, dies zu tun.

DNA beweisen, dass es nicht-arabisches Blut

oder Englisches Volllbut enthält? Ich stimme

Ihnen zu, wir hatten solche Fälle in den arabischen

Ländern seit Mitte des 20. Jahrhunderts.

„Partbred“-Rennpferde verursachten

eine große Verunreinigung der irakischen

und libanesischen Pferde und in geringerem

Maße in Syrien. Viele dieser Pferde fanden

ihren Weg in die Zuchtbücher. Hier brauchen

wir moderne Wissenschaft und müssen bereit

sein, ihre Ergebnisse zu akzeptieren. Moderne

Flachrennen gaben einigen Menschen

Anreize zum Betrug. Diese Rennen wurden

in erster Linie nicht für das arabische Pferd

entwickelt. Die ursprünglichen arabischen

Rennen waren früher über 5 Meilen lang.

Dies ist Teil der Manifesto-Philosophie, dass

die Aufrechterhaltung der authentischen

Eigenschaften der Rasse auch andere Arten

von Wettbewerben erfordert. Der Schauring

und die Flachrennen sind nicht der beste

Weg, dies zu tun. Die klare Definition ist nur

ein Teil unseres Ansatzes. Ein vollständiges

System für das Überleben und Gedeihen des

authentischen arabischen Pferdes, das Wettbewerbe,

Registrierung und auch wissenschaftliche

Forschung umfasst, ist erforderlich.

Die Übernahme moderner Wissenschaft

und die Bereitschaft, ihre Erkenntnisse zu

akzeptieren, sind ebenfalls erforderlich.

ITF: Was kann eine andere Definition für

das arabische Pferd im gegenwärtigen Zustand

erreichen?

YG: Aus unserer Sicht ist es eine Rückkehr zu

den kulturellen Wurzeln und der kulturellen

Legitimität. Ich glaube, es wird eine ganze

Reihe von Korrekturmaßnahmen auslösen,

eine Kettenreaktion in den arabischen Ländern!

Es hängt alles von den Maßnahmen ab,

die nach dem Manifest ergriffen werden; das

Manifest legt nur die Grundlagen dazu.

ITF: Ich würde die Idee sehr unterstützen,

dass die arabischen Länder aufhören, Geld

in Schauen und Rennen zu stecken, weil

dies der Rasse so viel Schaden zugefügt

hat. Aber was genau sollten Ihre Alternativen

sein?

YG: Es gab mehrere Versuche in den arabischen

Ländern, verschiedene Kategorien

von Flachrennen mit längeren Distanzen zu

starten. Es gibt immer noch einzelne Versuche.

Distanzsport wird in einigen arabischen

Ländern immer beliebter,

benötigt aber noch mehr

Regeln. Es stimmt, dass

die Araber auch einigen

Schaden angerichtet haben.

Manche taten es aus

Unwissenheit, manche

aus Angeberei und wieder

andere, weil sie blindlings

folgten. Wir haben eine

große Mission vor uns,

um dieses Bewusstsein zu

verbreiten und Dinge zu

verbessern. Aber nehmen

wir an, wir tun nichts – mit

dem aktuellen Trend werden wir in 50 Jahren

möglicherweise keine authentischen Araber

(die Reinheit und Funktionalität verbinden)

mehr haben! Die Flutwelle der Veränderung

ist riesig und schnell, wenn wir nicht sofort

handeln.

ITF: Sie hätten vor 20 Jahren anfangen sollen

... oder noch früher ...

YG: Da stimme ich Ihnen zu … Vor 20 Jahren

anzufangen hätte einen großen Unterschied

gemacht. In Ägypten zum Beispiel hätte es

Dutzende von Beduinenpferden gerettet und

den raketenschnellen Rückgang der Qualität

der Straight-Egyptian-Linien gestoppt.

ITF: Was ist der Unterschied in der Praxis,

also in Bezug auf die betroffenen Pferde,

zwischen den Manifesto-Pferden und den

Asil Club-Pferden?

YG: Das ist eine gute Frage. Beide haben viel

gemeinsam. Über die richtige Definition

sind sie sich grundsätzlich einig. Aber der

Asil Club ist nicht völlig unabhängig, weil

er indirekt sagt, dass die asilen Araber eine

Untergruppe der WAHO-Araber sind. Der Begriff

„Asil-Araber“ oder „Al-Khamsa-Araber“

begründet das Konzept einer Untergruppe,

die wir ablehnen.

ITF: Ist das der einzige Unterschied? Dass

diese Vereine sich an (WAHO)-registrierte

Pferde halten?

YG: Beide unterstützten auch nicht-registrierte

Pferde. Tatsächlich listet Al Khamsa

bereits nicht-registrierte Pferde auf, also ist

dies nicht das Problem. Denken Sie an die

bei der WAHO registrierten Syrer, denken

Sie an die in Ägypten, Bahrain und Saudi

Arabien, sie alle sind denselben Risiken ausgesetzt.

Der Asil Club hat in Europa viel geholfen,

Al Khamsa hat in den USA geholfen,

aber in den arabischen Ländern kennen die

Leute nur WAHO. Die internationalen Rennlinien

dringen in Syrien sowie in die Vereinigten

Arabischen Emirate und Saudi Arabien

ein. Die polnisch-Skowronek-Linien dringen

trotz der Bemühungen der Pyramid Society

sowohl in Ägypten als auch in Katar ein. Die

bahrainischen Linien sind isoliert und sind

zunehmend ingezüchtet. Wir brauchen einen

neuen Raum, basierend auf einem klaren

Konzept. Es gibt noch keinen globalen

Dachverband für den authentischen Araber,

und es gibt mit Sicherheit keine Organisation,

die von Arabern geführt wird. Ich darf

auch sagen, dass Al Khamsa und der Asil

Club bereits eingeladen wurden, diesem

neuen globalen Dach mit größerer Beteiligung

der Araber beizutreten. Wir haben bereits

Vorstandsmitglieder aus beiden Organisationen

unter den Manifesto-Gründern.

ITF: Ja, die internationalen Rennlinien

sind auch in Syrien, aber wegen des Geldes!

Diese Leute wollen gewinnen. Aber

es gibt auch Rennen für original syrische

Linien in Syrien – warum macht man diese

Preisgelder nicht einfach höher als die für

„WAHO-Araber“, um Anreize zu geben, mit

authentischen syrischen Linien zu züchten?

Außerdem gibt es Schauen nur für „Wüstenaraber“

in Saudi-Arabien und Syrien,

und es gibt überall Schauen für „Straight

Egyptian“ (sogar ECAHO-anerkannt). Der

Knackpunkt sind die Sponsoren. Vielleicht

sollte man bei den Sponsoren anfangen,

sie aufzuklären, nicht nur die Züchter…?

YG: Die Aufklärung der Öffentlichkeit ist für

uns ein vorrangiges Ziel, und diese Initiative

bietet dafür einen klaren Rahmen. Es ist

ein Fanfarenruf und eine solide Referenz. Es

hilft, einen Konsens zu erzielen und Ideen zu

korrigieren. Ohne sie bleiben alle Bildungsbemühungen

isoliert. Das Manifest ist nur

der Anfang. Wir gehen Schritt für Schritt vor.

Niemand kann vorhersehen, wie die arabische

und internationale Gemeinschaft darauf

reagieren wird, aber wir verfolgen den

einzigen praktikablen Ansatz, von dem wir

glauben, dass er helfen kann.

Ich füge hinzu, dass wir verstehen, dass uns

nicht alle Züchter in den arabischen Ländern

sofort folgen werden, einige werden sich widersetzen.

Einige Araber sowie Nicht-Araber

mögen Interessen gegen das haben, was wir

tun, aber andere werden uns gerne unterstützen.

Die arabischen Namen auf unserer

Gründerliste sind vielversprechend. Ich weiß

aus eigener Erfahrung, dass viel mehr noch

zuschauen und gerne mitmachen würden.

Sie werden mitmachen, wenn sie sehen, dass

sich vor Ort etwas vorwärts bewegt, und daran

arbeiten wir.

ITF: Vielen Dank für diese offenen Worte

und viel Glück!

(Das Interview führte Gudrun Waiditschka)

16

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2022


INTERVEIW WITH YASSER GHANIM

THE ARABIAN HORSE MANIFESTO (PART II)

CRITICALLY QUESTIONED

The preservation of the authentic Arabian horse of the Bedouins as an independent

population is certainly necessary - one can argue about how to reach this

goal. Yasser Ghanim answered questions about why the "Manifesto" is

necessary and, among other things, answers the question of why for example

the Asil Club and Al Khamsa are not enough.

Zucht

ITF: Please let me state beforehand, that I

am all in favour that you (the Arab people)

save what is left of the “original” autochthonous

Arabian horse populations, commonly

called “Desertbreds”. They definitely

have a genetic value due to their genetic

diversity, and they are a cultural heritage.

What we are discussing here, is HOW this

can be achieved. So, what is the aim of the

Manifesto?

YG: Actually, our initiative is not only about

the autochthonous Arabian horse populations.

We accept Arabians bred anywhere in

the world as long as they adhere to our clear

definition.

With regards to the Manifesto, it is about preserving

the breed’s authentic identity as it used

to be over its extended history up to modern

times. Culture is the key determinant in this

regard. We see the breed as both, an ecological

and cultural product. We think the breed

has undergone some big transformations in

its identity and characteristics over the past

decades. We think that the breed has been largely

commercialized and emptied of its core

values. The Manifesto discusses the very meaning

of what an Arabian horse is and how we

can keep it for the future generations.

ITF: How does your view of the Arabian horse

differ from that of the WAHO and the current

international perception of the breed?

Why do you think the Arabian horse, as you

see it, is different from what we have today?

YG: It is a complex question. It is not only

about WAHO, and it has multiple facets. First,

the WAHO definition of the breed is quite administrative.

It allowed its member countries

at the beginning, who were mostly non-Arab

countries, to set their own definitions. These

definitions did not always adhere to the

Arabic and Bedouin culture’s definitions and

criteria such as the absence of hujna, which

resulted in a high percentage of horses that

include local European ancestors in their pedigrees

to be labelled as “purebred Arabians”.

1/2022 - www.in-the-focus.com

The interview partner and author Yassim Ghanim with his Tahawi mare Bushra.

Second, the WAHO has no correction mechanism

to eliminate known non-Arabian blood.

Hujna introduced by crossbreeding to Thoroughbred

(TB) lines can now be proven via

the means of modern science. Recent genetic

studies show up to 62% TB blood in many registered

race lines, which raises big questions

on whether these horses should continue to

be called Arabians. Third, the modern view

of the Arabian horse has exaggerated the

importance of type and look over the rest of

the Arabian horse characteristics. A complete

new system developed around isolating the

Arabian horse phenotype from its functional,

mental, and psychological qualities that developed

over history causing big physical and

genetic transformations to the breed. In summary,

the mainstream breeding scene in the

world today is either of the highly contaminated

flat racing horses, or the highly dysfunctional

show horses which include both asil

and non-asil horses.

17

ITF: So you are trying to preserve the asil

horse with its original desert qualities, I can

understand that. But are you suggesting

that the WAHO horses that do not comply

with your definition are not Arabians?

YG: First, I must say that we are not discriminating

against any group of horses. There are

countless breeds that carry varying degrees of

Arabian blood and are great and useful horses

for what they are. We are against the bureaucratic

ambiguity, the known and proven

hujna, the loss of qualities, and last but not least

the absence of the cultural framework. We are

making one very clear proposition in the Manifesto:

The Asil (horse) is not a subset of what

WAHO defines as “purebred Arabian”. There is

no “non-asil Arabian” for two main reasons:

1. The Arabic culture rejects this, and

2. The ambiguous modern definitions that

confuse non-asil with Arabian caused huge

destruction to the asil populations everywhere

including the Arab countries.


Zucht

In Lebanon, for example, they strived to save

20 asil mares in the 1980s when the Lebanese

registry was founded before they get contaminated

by imported non-asil French lines

out of ignorance, because those lines were

accepted by WAHO as "purebred" Arabians

and nobody understood the difference. An

important country like Lebanon lost its population

of asil horses because they thought

everything is "purebred". The non-asil is not

just another category of “purebred Arabians”,

they are Arabian derivatives.

ITF: But would it not have been your (Arab

people) duty, to inform and educate breeders

in the Arab countries...?

Maintaining the breed’s authentic

qualities requires also different kinds

of competitions. The show rings

and flat races are not the best

way to do so.

YG: Nobody understood the difference at that

time. Nobody understood what happened in

some French lines or at Crabbet. Nobody knew

what Skowronek is and how did things work in

Poland or Russia over the past two centuries.

Even in Egypt Skowronek’s son Registan was

welcomed at a certain point of time.

ITF: What time are we talking about? Cases

like Skowronek were discussed and public

knowledge already in the 1950ies. In his

book “The Arab and his Horse” Raswan

writes: “that we have pure- and part-bred

Arabians among our registered Arabians.

Nobody tried to hide this truth in the past.”

So, it was known, there are some flawed

pedigrees. Nevertheless, it was the Arab

countries who later wanted to join WAHO,

they were not forced to do so. Why did the

Arab countries not found their own umbrella

organisation, even before the advent

of WAHO?

YG: Let me tell you, I had numerous discussions

over the past decade with big breeders

in Egypt who did not understand what the

problem with Skowronek is and were denying

its non-Arabian ancestors. They took

the WAHO term “purebred Arabian” at its

face value and did not comprehend that this

is a very technical term that only meant pure

in registry. Thanks to recent efforts, we have

compelling evidence translated to English

that Skowronek does indeed include local

Polish mares in its pedigree. This was not a

common knowledge among the Arabs when

the WAHO was established. Do not forget

that Egypt was the only Arab country that

participated in founding WAHO. Jordan followed

later, then the other Arab countries. It

took a country like Syria twenty years to join.

ITF: With regards to the “recent efforts”

regarding Skowronek: Raswan wrote already

in 1955 (and in English language):

“Tracing Skowroneks pedigree through

many (many!) generations, way back through

the whole of the last century, we

will find other ancestors, which are not

only of unknown origin, but of foreign

blood.” So, by the time WAHO was founded

(in 1972) this “pedigree flaw” was already

on the table.

However, what is your goal with the

Manifesto? To re-name what is now a

(WAHO-accepted) “purebred

Arabian”?

YG: No, we will name what

we focus on, for those

who care about what we

say. We will educate those

who think everything is

“Arabian” and explain to

them what would be called

Arabian from the Arabic

culture perspective. If

they do not care then fine

we cannot force anyone.

We will work on creating

a place for the true Arabian

to live, survive and prosper as an authentic

functional Arabian. This is our focus.

ITF: So there will be in the future two different

definitions of the word “Arabian”

(horse), one will be defined by WAHO as a

horse registered in a purebred Arabian studbook,

the other “Arabian” will be defined

by the Manifesto and include only the “asil”

populations. Don’t you think that this will

lead to further confusion? Why not call your

authentic horses “Asil-Arabians”, “Desertbreds”

or "Bedouins horses"? And leave the

other with the geographical name "Arabian

horse"?

YG: Because that was never the meaning intended

by the Bedouins and the Arabs. If we

do so, the Arabs in Syria, Saudi, UAE... etc. will

continue to think the non-asil French lines

are legitimate Arabians and continue breeding

them to the asil lines. The same happens

in Egypt with the Polish-Skowronek lines.

Ambiguity is a killer. It is killing the asil horses

as we speak. We name things with what they

are, and let people decide.

ITF: But ambiguity will not be eradicated

by having two different definitions for the

same term parallel to each other. And you

will not be able to close off yourself from

the rest of the world. I rather think, it is a

matter of education. If you tell your breeders

that the cross of an Arabian x Bedouin

horse is no longer a Bedouin horse, that

should do the trick!

YG: The terms “asil” and “Bedouin” are just

a lingual way to emphasize being “Arabian”.

They are redundant. In the Arabic language,

the Arabic culture, and in the Arabic public

perception they are all one circle, they are inseparable.

The Arabs apparently did not think

like the Westerners. In the West, you are used

to the concept of multiple breeds and sub

breeds.

Any horse that is not asil, we call it what it is:

"hajin". The Manifesto explains this. Hajin is

Arabian derivative. Any “non-asil” is “hajin”

- Skowronek is hajin. French racing lines are

hajin ... etc.

We can't force everyone to use our clear

terms. Many will continue to call these horses

Arabians. Let them do so.

ITF: May I remind you that Amer was a

so-called “desertbred” from Saudi Arabia,

and yet he has some TB blood in his pedigree

(proven by his Y-chromosomal haplotype)?

Do you really believe it was the ambiguity

of the term “Arabian” that caused this? Or

was it not more likely a (successful) attempt

of cheating to get faster horses for the racetrack?

How to prevent this type of cheating

in the future?

YG: Before I answer, let me ask you: will

WAHO be ready to delete any horse should

modern DNA prove it contains non-Arabian

or TB blood? I agree with you, we did have

cases like this in the Arab countries since the

middle of the 20th century. Part-bred racehorses

caused big contamination to the Iraqi

and Lebanese horses and to a lesser extent in

Syria. Many of these horses found their way

to the studbooks. This is where we need modern

science, and must be ready to accept its

outcomes. Modern flat races gave incentives

to some people to cheat. These races were

not designed for the Arabian horse in the

first place. The original Arab races used to

be above 5 miles. This is part of the Manifesto

philosophy, that maintaining the breed’s

authentic qualities requires also different

kinds of competitions. The show rings and

18

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2022


flat races are not the best way to do so. The

clear definition is only part of our approach.

A complete system for the authentic Arabian

horse to survive and flourish that includes

competitions, registration, and also scientific

research is needed. The adoption of modern

science and being ready to accept its findings

is also needed.

ITF: What can another definition for the

Arabian horse achieve in the present state?

YG: In our view, it is a return to the cultural

roots and cultural legitimacy. It will start a

whole series of corrective actions, a chain

reaction in the Arab countries I believe! It all

depends on the post Manifesto moves; the

Manifesto only lays the foundations for it.

ITF: I would very much support the idea that

the Arab countries stop pouring money into

showing and racing because it caused so

much destruction to the breed. But what

exactly should be your alternatives?

YG: There were several attempts in the Arab

countries to start different categories of flat

races with longer distances. They are still individual

attempts. Endurance is becoming

popular in some Arab countries yet it still

needs more regulation. I agree that the Arabs

caused some destruction, too. Some did

it out of ignorance, some out of showing off,

and some out of blind following. We have a

big mission ahead of us to spread awareness

and improve things. But let’s assume we do

nothing – considering the current curve, we

may end up with no authentic Arabian (purity

+ functionality) in 50 years from now! The

tide of transformation is huge and fast if we

do not take an immediate action.

ITF: You should have started 20 years ago...

or more...

YG: I agree … Starting 20 years ago would

have made a huge difference. For example,

in Egypt, it would have saved tens of Bedouin

horses, and would have stopped the rocket

speed decline in the qualities of the SE lines.

ITF: What is the difference in practice, i.e.

the horses concerned, between the Manifesto-horses

and the Asil Club horses?

YG: That is a good question. They both have

a lot in common.

They agree in principle

about the correct

definition. But,

the Asil Club is not

totally independent,

because they indirectly

say that the

asil Arabians are a

subset of the WAHO

"purebred" Arabians.

The term “Asil Arabian”,

or “Al Khamsa

Arabian”, establish

the concept of a subset

that we reject.

ITF: Is that the only difference? That they

stick to (WAHO)-registered horses?

YG: They both endorsed non-registered horses.

In fact, Al Khamsa lists non-registered

horses already, so this is not the issue. Think

about the WAHO-registered Syrians, think

about those in Egypt, Bahrain, and the Saudi

lines, they are all subject to the same risks.

The Asil Club helped a lot in Europe, Al Khamsa

helped in the US, but in the Arab countries,

people only know WAHO. The international

flat racing lines are invading Syria, as well as

UAE and Saudi. The Polish-Skowronek lines

are penetrating Egypt as well as Qatar despite

the efforts of the Pyramid Society. The

Bahraini lines are isolated and are becoming

increasingly inbred. We need a new space,

based on a clear concept. There is no global

umbrella for the authentic Arabian yet, and

there is no one led by the Arabs for sure. I

must also say that Al Khamsa and the Asil

Club are already invited to join a new global

umbrella with bigger Arabic role. We already

have board members from the two organizations

among the Manifesto founders.

Why not call your authentic horses

“Asil-Arabians”, “Desertbreds” or

"Bedouins horses"? And leave the other

with the geographical name

"Arabian horse"?

ITF: Yes, the international race lines invade

Syria, but it is because of the money! These

people want to win. But there are races

for original Syrian lines, too, in Syria – why

don’t you simply make their purse higher

than those for “WAHO-Arabians” to give

incentives to breed with authentic Syrian

lines? Also, there are shows for “Desertbreds

only” in Saudi Arabia and Syria, and

there are shows for “Straight Egyptians”

everywhere (even ECAHO-affiliated). The

crucial point is the sponsors. Maybe you

should start with the sponsors, to re-educate

them, not only the breeders…?

YG: Educating the public is a primary target

for us, and this initiative provides a clear reference

for this. It is a clarion call, and a solid

reference to spread the message. It helps

building consensus and correcting ideas.

Without it, any education efforts will remain

isolated and ill founded. The Manifesto is just

the beginning. We take it step by step. No one

can foresee how the Arabic and international

community will respond to this, but we are

following the only workable approach we believe

can help.

I add, that we understand that not all the Arabs

will immediately follow us, some will resist.

Some Arabs as well as non-Arabs might

have interests against what we do, but also

many others will happily support. The Arab

names on our list of founders are very promising.

I know out of first hand knowledge that

many more are watching and would like to

join. They will join when they see something

moving forward on the ground, and that is

what we are working on.

Zucht

1/2022 - www.in-the-focus.com

19

ITF: Thank you for these open words, and I

wish you good luck!

(The interview was conducted by Gudrun

Waiditschka)


DIE ANFÄNGE DER ARABER-ZÜCHT IN DEUTSCHLAND

Zucht-Geschichte

Fast 20 Jahre lang hat

Gertraute Griesbach mit

großem Engagement die

Geschicke eines der ersten

und damals größten privaten

Arabergestüte Deutschlands

geleitet. Das Gestüt

Achental bei Grassau bestand

von 1946 bis 1964 und

war ein Meilenstein in der

Araberzucht und Quell vieler

anderer Privatgestüte.

Wisznu (Witez II / Malaga) *1943 mit Frau

Griesbach im Sattel. - Wisznu with Mrs.

Griesbach in the saddle.

Ich traf Gertraude Griesbach 1991 in Coburg

zu einem Gespräch über ihr Leben und

ihre Vollblutaraber-Zucht. Die alte Dame,

sie war damals 90, war sichtlich bewegt,

dass sich jemand so jung wie ich (damals

30) für die alten Geschichten interessierte.

Am Ende gab sie mir zahlreiche Fotos und

eine Sammlung Erzählungen in Briefform,

eine Art Tagebuch, das ihre Tochter Irmelin

geschrieben hatte, und in dem sie die Begebenheiten

rund um die Pferde und das

Gestüt festhielt. Es sind über 100 „Briefe“,

zwischen 1943 und 1964 verfasst, mit deren

Hilfe die nachfolgende Geschichte der

Achentaler Zucht von Gertraude Griesbach

nachgezeichnet und veranschaulicht wurde.

Die Zitate entstammen diesen Briefen.

Gertraude

IN ERINNERUNG AN

Griesbach

20

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2022


Zucht-Geschichte

Ausritt mit Halef (Braun) und Jacaranda (Schimmel), in zweiter Reihe Isabell (Fuchs) und Roszka (Dunkelschimmel), und hinten Astrid (Schimmel)

und Kahbitha (Fuchs). - Hacking out with Halef (bay) and Jacaranda (grey), in second row Isabell (chestnut) and Roszka (dark grey) and

last Astrid (grey) and Khabitha (chestnut).

Die Geschichte des Gestüts Achental

bei Grassau begann eigentlich bereits

Anfang des 20. Jahrhunderts, als der

Besuch eines Vetters aus Beirut das Interesse

und die Liebe für das Arabische Pferd in

Gertraute Griesbach weckte. Er zeigte ihr Bilder

von seinen Arabem und erzählte ihr Geschichten

von traumhaft schönen, rassigen

Pferden. Sie verliebte sich in die edlen Tiere,

aber Rappen müßten es sein!

PFERDEKAUF IN MARBACH

Leider sollte es noch sehr lange dauern, bis

das erste Arabische Pferd in ihren Besitz kam.

Es war im Kriegsjahr I94l, als Gertraude Griesbach

die Araberstute Astrid für ihre Tochter

Irmelin kaufte. Leider hatte die Stute keine

Papiere, man wußte nur, daß ein Offizier sie

aus Polen mitgebracht hatte. Zusammen mit

einem alten Lipizzanerwallach wurde sie für

alle landwirtschaftlichen Arbeiten auf dem

Hof bei Grassau am Chiemsee herangezogen

und regelmäßig von der Tochter Irmelin geritten.

Wie groß war der Schreck, als die Stute

1943 vom Militär eingezogen wurde!

Im Dezember 1944 ging dann doch ein lang

gehegter Wunsch in Erfüllung: Oberlandstallmeister

Storz von Marbach hatte Gertraude

Griesbach und ihre Tochter Irmelin nach

Marbach eingeladen, die Araberstuten anzuschauen.

Der Bestand war durch den Krieg

stark dezimiert, aber Irmelin schreibt im Dezember

überglücklich: „Jede Nacht träume

ich von unserem Glück, dass wir in Marbach

zwei Stuten haben kaufen können! Was für

ein Zufall! Die herrliche Jacaranda (von dem

ägpytischen Hengst Jasir), die zwar schon alt

ist, aber noch so wunderbar in ihrer Erscheinung,

und die junge Adrette (von Ahmet a.d.

so bewährten Dinarsad); wie bedaure ich den

so netten Oberlandstallmeister Storz, der so

viel Unglück im Stall hat, seit Scharen von

Gestüten aus dem Osten, die alle flüchteten,

bei ihm einquartiert wurden, und die vielen

Seuchen eingeschleppt haben, an denen sogar

einige seiner Vollblutaraber eingingen.

Sicher hat er sich auch schwer von Jacaranda

getrennt, aber wenn sie in ihrem Alter –

schon seit Jahren – nicht mehr aufnimmt, hat

sie für Marbach ja auch keinen großen Wert

mehr. Meine Erfahrung mit dem Grassauer

Tierarzt will ich benutzen, um sie eventuell

doch noch trächtig zu bringen... In Marbach

ist nur noch Caesarea (geb. 1927), die Mutter

der Jacaranda, dazu deren Töchter Jena

und Isabella. Und die stabile Dinarsad (geb.

1936) mit ihrem Sohn Jason (v. Jasir) und ihre

von Ahmet stammenden Tochter Adria, die

mir sehr gut gefiel; sie ist aber nicht ganz so

schön wie „unsere“ Adrette (v. Ahmet). Ganz

wunderschön finde ich auch Jatta (a.d. Soldateska),

sie ist eigentlich die schönste von

allen. Jasir und Ahmet habe ich in je einer

Koppel auf der Weide gesehen. Jasir kann

als Vater seine Töchter ja nun nicht decken

und so sucht Herr Storz nach einem anderen

Vollblutaraber-Hengst. Meist nimmt er eben

Ahmet dazu. Ein sehr schöner Hengst ist auch

Jager, das brave Reittier von Storz’ Töchtern,

ein wirklich würdiger Sohn seines Vaters Ja-

1/2022 - www.in-the-focus.com

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Adrette (Ahmet / Dinarsad) *1944 [Araberrasse],

geboren in Marbach, und Kho-Rha

(Kuhaylan Zaid db / 2 Mersuch I) *1936 aus

Bábolna in ihrem neuen Zuhause im Gestüt

Achental beim Chiemsee. - Adrette [Arabian

breed], born in Marbach, and Kho-Rha from

Bábolna in their new home in the Achental

stud.


Halef (Enwer Bey / Kasztelanka) *1937 - links

während seines Deckeinsatzes in Marbach,

unten aus der Hand des Künstlers Prof.

Kühlbrandt. - Halef (Enwer Bey / Kasztelanka)

*1937 - left during his stud assignment in

Marbach, below from the hand of the artist

Prof. Kühlbrandt.

Zucht-Geschichte

sir.“ Im Februar 1945 verkündet Irmelin dann

stolz: „Jacaranda und Adrette sind wohlbehalten,

wenn auch nach langer kalter Reise,

in Brandstätt gelandet. Beide waren sehr

brav, sie haben das harte Rangieren gut überstanden

und auch einen Angriff in der Nacht

in München, wo die Einschläge der Bomben

ganz in der Nähe gewesen sein müssen. Aber

Gottseidank sind wir durch alle Gefahren gut

hindurchgekommen“.

SUCHE NACH DEN BÁBOLNAER PFERDEN

Nicht nur die Bevölkerung, auch die Staatsgestüte

litten unter den Kriegseinwirkungen,

so auch das ungarische Staatsgestüt

Bábolna, das in den Westen evakuiert werden

mußte. Die rund 400 Pferde wurden im

bayerischen Bergstetten einquartiert. Nach

amerikanischer Besetzung teilte der Befehlshaber

Major Owens die Pferde in drei

Kategorien ein: Die besten Pferde schickte

er nebst Kutschen- und Geschirren als

"Kriegsbeute" nach Amerika. Die zweite

Partie mit vielen edlen Vollblutaraber-Stuten

kam in die Serumanstalt nach Marburg,

wo sie der Herstellung von Tetanusserum

dienten. Die dritte Kategorie wurde versteigert

und von Bauem der Umgegend aufgekauft.

Irmelin Griesbach schrieb hierzu: „Es

war eine große Menge von Babolnaer Stuten

in Marburg, wo sie Tetanus-Serum herstellen

mußten (lt. amerikanischem Befehl). Diese

armen Geschöpfe, zum Tode verurteilt, wurden

nun erlöst, und zwar von der polnischen

Regierung, die für je eine VA-Stute zwei andere

Pferde nach Marburg lieferte und so ihren

VA-Bestand in Janow vergrößerte! Die Polen

haben sie alle als Babolnaer Pferde gekennzeichnet,

indem sie ihnen einen Namen mit

dem Anfangsbuchstaben 'B' gaben (wie z.B.

Bojkena, etc.).“

1946 - der Krieg war vorbei und es begann

der eigentliche Aufbau des Gestüts Achental.

Gertraute Griesbach hatte von den versprengten

Vollblutarabern aus Ungarn gehört

und wollte sie finden, um zu retten, was

noch zu retten war. Also gingen Mutter und

Tochter Griesbach jedem Hinweis nach, um

die Überreste des Gestütes Bábolna ausfindig

zu machen. An einem bitterkalten Februartag

machten sich die beiden mit ihrem Holzvergaserauto

auf die Suche. Obwohl sie oftmals

im Schnee steckenblieben, fuhren sie durch

halb Bayern auf der Suche nach arabischen

Pferden.

Glücklicherweise hatte Frau Griesbach die

Käuferliste von der Versteigerung in Bergstetten

erhalten, so daß

sie wenigstens einen

Anhaltspunkt hatten.

Doch kaum machten sie

den einen oder anderen

Besitzer ausfindig,

stellte sich heraus, daß

die Pferde mittlerweile

schon weiterverkauft

wurden. Die Bauem

konnten mit den sensiblen

Arabern meist

nicht umgehen und sie nicht zusammen mit

ihren Ochsen anspannen, so wurden die Pferde

von einem zum anderen verkauft, bis sie

letztendlich bei Zigeunern oder beim Metzger

landeten. Nach einer Woche vergeblicher

Suche mußten die Griesbachs schließlich unverrichteter

Dinge wieder nach Hause fahren.

Noch einmal wandte sich Frau Griesbach an

Herrn von Arentschildt in Bergstetten und

tatsächlich konnte er ihr die Adresse von einem

Metzger in der Nähe nennen, der zwei

Bábolna-Araber gekauft hatte. Diese waren

ihm viel zu temperamentvoll, so daß er ihnen

kaum Hafer gab, damit sie ihm am Wagen

nicht durchgingen. Trotzdem fuhr er mit

dem Gespann jede Woche nach München, an

einem Tag hin, am nächsten zurück – jeweils

100 Kilometer. Wenn das nicht für die Härte

und Ausdauer dieser Pferde sprach! Aber weil

sie ihm dennoch schon zweimal am Wagen

durchgegangen waren, verkaufte er sie ganz

gern - wenn auch viel zu teuer!

Noch während des Zweiten Weltkriegs kam

Jacaranda (Jasir / Caesarea) *1933 aus Marbach

nach Achental. - During the Second World War,

Jacaranda came to Achental from Marbach.

22

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2022


Kho-Rha (Kuhaylan Zaid db / 2 Mersuch I)

*1936 hinterlies dem Gestüt Achental vier

Stuten. - Kho-Rha left four mares for the

Achental Stud.

Es stellte sich heraus, daß es sich bei den Stuten

um eine Vollblutaraberin und eine “Araber-Rasse”-

(heute “Shagya-Araber”) Stute

handelte. Die Vollblutaraber-Stute war von

dem Original-Araber Kuhaylan Zaid und wurde

Kho-Rha getauft. Die Shagya-XXV-Stute

erhielt den Namen Shaykah. Und nicht nur,

daß sie jetzt zwei neue Pferde im Stall hatten,

auch die Araberstute Astrid kam unbeschadet

aus dem Krieg zurück.

HALEF KOMMT NACH ACHENTAL

Noch einmal, es war im Februar 1947, hatten

Griesbachs Glück und konnten zwei Stuten

ausfindig machen. Die Stuten stellten sich

als Kuhaylan Zaid- und Koheilan VIII-Töchter

heraus. Besonders die Kuhaylan Zaid-Tochter

Khabitha war ein bildschöner Fuchs mit langem,

edlem Hals und guter Oberlinie. Die Koheilan

VIII-Tochter, ebenfalls ein Fuchs, wurde

Khema getauft.

Frau Griesbach hatte in Cortendorf bei Coburg

eine Porzellanfabrik zu leiten, nachdem

ihr Mann bereits 1933 bei einem Unfall ums

Leben kam. Viel Zeit blieb nicht übrig, die sie

mit ihren drei kleinen Kindem und den Pferden

verbringen konnte. Zum Glück waren die

Pferde in Brandstätt bei Grassau am Chiemsee

gut untergebracht und auch die Kinder

zogen nach Oberbayern auf das Gestüt um.

Nun fehlte nur noch ein geeigneter Hengst

und die Vollblutaraberzucht konnte beginnen.

Und tatsächlich, die Glückssträhne sollte

nicht abreißen. Irmelin schreibt: „Ich kann es

noch nicht fassen: Der herrliche, edle, stabile

1/2022 - www.in-the-focus.com

Towarysz Pancerny ist hier und wird unsere

VA-Stuten alle decken und auch die anderen

Stuten! Wie gut, dass er braun ist, denn der

Haflinger-Züchter in Weilheim hat ihn uns

deshalb geliehen, weil er doch viele braune

Haflinger brachte, und das soll ja nicht sein,

da diese Rasse immer nur aus Füchsen besteht.

Er nannte ihn Halef. Er hatte ihn von

seinem Freund Fischer, dem Landstallmeister

in Ansbach, bekommen. In Polen hatte ihn

ein Wachtmeister, der den Rückzug seiner

Kompanie mitmachte, nachts geholt und sich

darauf geschwungen. Er hatte seine Kompanie

verloren und ritt nun aufs Geratewohl

mit diesem Hengst nach Westen. Immer nur

in der Nacht, denn die Russen waren schon

ziemlich nahe. Halef muß ein ausgezeichnetes,

zuverlässiges Reitpferd sein, sonst hätte

er die vielen, vielen Kilometer nicht ohne

Schaden gehen können. Zumal in der Nacht!

Halef wurde bei dem Landstallmeister Fischer

Stammstuten in Achental

Jacaranda Sch. 1935 Jasir / Caesarea Gestüt Weil

Jemen Sch. 1936 Jasir / Seerösle Gestüt Weil

Adrette (Hlb.) Sch. 1944 Ahmet / Dinarsad Gestüt Weil

Khabitha F. 1933 Kuhaylan Zaid / 204 Kemir Bábolna/HUN

Kho-Rha Sch. 1936 Kuhaylan Zaid / 2 Mersuch I Bábolna/HUN

Isabell F. 1937 Kuhaylan Zaid / 10 Koheilan IV Bábolna/HUN

Khema F. 1939 Koheilan VIII / 203 Ajeeb Bàbolna/HUN

Shaykah (ShA) Sch. 1940 Shagya XXV / 66 Siglavy Bagdady Bábolna/HUN

Comtesse Sch. 1941 Koheilan VIII / 215 Mersuch II-1 Bábolna/HUN

Rozka (Roszka) Sch. 1945 Kuhailan Ajouz I / 236 Kuhaylan Zaid Bábolna/HUN

Isonda Br. 1945 Trypolis / Iwonka III Hostau

Hengste im Einsatz in Achental

Halef Br. 1937 Enwer Bey / Kasztelanka Janów Podlaski/POL 43 Fohlen

Wisznu Br. 1943 Witez II / Malaga Mlynow-Olyka/POL 73 Fohlen

Kalif F. 1948 Halef / Khabitha Gestüt Achental 18 Fohlen

Borys R. 1956 Wielki Szlem / Bojkena Nowy Dwor/POL 12 Fohlen

Bibars R. 1957 Witraz / Bojkena Nowy Dwor/POL 10 Fohlen

Riad Br. 1962 Wisznu / Rualla Gestüt Achental 8 Fohlen

Karim F. 1959 Wisznu / Kaira Gestüt Achental 3 Fohlen

23

abgeliefert und dann dessen Freund in Weilheim

angeboten. Herr Schorg hat ihn also

1947 in Ansbach gekauft und dann seine fünf

Haflingerstuten damit gedeckt. Man hoffte,

dass es dabei Füchse geben sollte, aber Halefs

schöne braune Farbe hat sich bei den meisten

Fohlen durchgesetzt. Und nun haben wir das

Glück, ihn zu leihen!“ – „Ich reite ihn fast jeden

Tag und kann nur sagen, dass er einmalig

ist! Und so brav! Er scheint große Freude an

unseren Stuten zu haben, ist aber ohne Zögern

oder Schwierigkeiten an dem Laufplatz,

wo die Stuten sich tummelten, vorbei gegangen.

Er hat sich dabei stolz aufgerichtet und

die Beine höher gehoben, der eitle Kavalier!

Ich habe solche Freude an ihm!“

In der Folgezeit kamen noch die Marbacherin

Jemen (v. Jasir) und über die Herren von

Pettkö-Szandtner und von Arentschildt die

ungarischen Stuten Isabell (v. Kuhaylan Zaid)

und Rozka (v. Kuhaylan Ajouz) hinzu. Damit

war der VA-Bestand im Jahr 1946 auf acht

Stuten und einen Pachthengst angewachsen

- endlich konnte mit der Zucht ernsthaft begonnen

werden.

Im folgenden Jahr fiel der erste Fohlenjahrgang

des braunen Halefs. Die Fohlen waren

noch schöner und edler, als Griesbachs zu

hoffen wagten! Das schönste Fohlen war

zweifellos Kalif a. d. Khabitha, der sich schon

als Fohlen sehr edel und stabil mit ausgezeichneten

Gängen zeigte. Wieder wurde die

Stutenherde mit Halef belegt und das Glück

blieb dem Gestüt Achental treu. Jacaranda

gebar im folgenden Jahr ein entzückendes

Stutfohlen: Joschi. Es sollte Jacarandas letztes

Fohlen sein, doch entpuppte sich Joschi als

überragende Zuchtstute, die insgesamt 12

Fohlen brachte.

Gudrun Waiditschka

Fortsetzung folgt im nächsten Heft.

Der Beitrag erschien erstmals im Araber Journal

6/1991, und ist hier in einer ergänzten

Form wiedergegeben.

Zucht-Geschichte


THE BEGINNINGS OF ARABIAN HORSE BREEDING IN GERMANY

Breeding History

Gertraude

IN MEMORY OF

Griesbach

For almost 20 years,

Gertraute Griesbach led

the fortunes of one of the

first and at the time largest

private Arabian stud

farms in Germany with

great commitment. The

Achental stud near Grassau

existed from 1946 to

1964 and was a milestone

in Arabian breeding

and the source of many

other private studs.

I met Gertraude Griesbach in Coburg in

1991 to talk about her life and her breeding

of Arabian horses. The old lady, who

was 90 at the time, was visibly moved that

someone as young as I (30 at the time) was

interested in the old stories. In the end she

gave me numerous photos and a collection

of stories in the form of letters, a kind of

diary that her daughter Irmelin had written

and in which she recorded the events

surrounding the horses and the stud

farm. There are over 100 "letters" written

between 1943 and 1964, with the help of

which the subsequent history of Achental

stud of Gertraude Griesbach was traced

and illustrated. The quotes are from these

letters.

The history of the Achental stud farm near

Grassau began already at the beginning of

the 20th century when a visiting cousin from

Beirut aroused interest and love for the Arabian

horse in Gertraute Griesbach. He showed

her pictures of his Arabians and told her

stories of fantastically beautiful horses. She

fell in love with these noble animals, but it

had to be black horses!

HORSE PURCHASE IN MARBACH

Unfortunately, it was to be a long time before

the first Arabian horse came into her

possession. It was in the war year of 1941

when Gertraude Griesbach bought the Arabian

mare Astrid for her daughter Irmelin.

Unfortunately, the mare had no papers, all

that was known was that an officer had

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2022

24


Gertraude Griesbach rescued several of the

Babolna mares lost during the war and gave

them a new home on her stud farm. The Kuhaylan

Zaid daughter Khabitha (Kuhaylan Zaid db /

204 Kemir) *1933 was a beautiful chestnut with a

long, noble neck and a good topline. -

Gertraude Griesbach rettete mehrere der im

Krieg verlorenen Babolna-Stuten und gab

ihnen auf ihrem Gestüt ein neues Zuhause.

Die Kuhaylan Zaid-Tochter Khabitha war ein

wunderschöner Fuchs mit langem, edlem Hals

und guter Oberlinie.

brought her from Poland. Together with an

old Lipizzaner gelding, she was used for all

agricultural work on the farm near Grassau

at the Chiemsee and was regularly ridden by

daughter Irmelin. What a shock it was when

the mare was confiscated for military service

in 1943!

In December 1944, a long-cherished wish

came true: Stud Director Storz of Marbach

State Stud had invited Gertraude Griesbach

and her daughter Irmelin to come to

Marbach to look at the Arabian mares. The

stock was severely decimated by the war,

but Irmelin writes overjoyed in December:

"Every night I dream of our luck that we

were able to buy two mares in Marbach!

What a coincidence! The splendid Jacaranda

(by the Egyptian stallion Jasir), who is

old but still so wonderful in her appearance,

and the young Adrette (by Ahmet out of

the well-proven Dinarsad). How I feel sorry

for the very nice stud director Storz, who has

had so much misfortune in the stable since

so many stud farms from the East, who all

fled, were billeted with him, and brought in

the many diseases, from which even some of

his purebred Arabians died. It was certainly

difficult for him to part with Jacaranda, but

if she hasn't been pregnant for years due to

her age, then she's no longer of great value

to Marbach. I want to use my experience

with the Grassau veterinarian to get her

pregnant again... In Marbach, there is only

Caesarea (born 1927), the mother of Jacaranda,

as well as her daughters Jena and

Isabella. And there is also the solid Dinarsad

(born 1936) with her son Jason (by Jasir) and

her daughter Adria by Ahmet, who I really liked;

but she is not quite as beautiful as “our”

Adrette (by Ahmet). I also find Jatta (out of

Soldeska) really beautiful, she is actually the

most beautiful of them all. I saw Jasir and

Ahmet in a paddock each on the pasture. As

a sire, Jasir cannot be bred to his daughters

and so Mr. Storz is looking for another purebred

Arabian stallion. Most of the time he

uses Ahmet. Jager is also a very handsome

stallion, the well-behaved mount of Storz's

daughter, and a really worthy son of his

sire Jasir." In February 1945, Irmelin proudly

announced: "Jacaranda and Adrette have

safely arrived, even though they landed in

Brandstätt after a long, cold journey. Both

were very well behaved, they survived the

hard maneuvering well and also an attack

in the night in Munich, where the bomb impacts

must have been very close. But thank

God we got through all the dangers safely”.

SEARCH FOR THE BÁBOLNA HORSES

Not only the people but also the state

studs suffered from the effects of the war,

including the Hungarian state stud Bábolna,

which had to be evacuated to the

West. The approximately 400 horses were

brought to Bergstetten, Bavaria. After the

American occupation, the commander,

Major Owens, divided the horses into three

categories: He sent the best horses, along

with harnesses and carriages, to America

as "spoils of war". The second batch, with

many noble Arabian mares, came to the

serum facility in Marburg, where they were

used to produce tetanus serum. The third

category was auctioned off and bought up

by local farmers. Irmelin Griesbach wrote:

“There was a large number of Babolna mares

in Marburg, where they had to produce

tetanus serum (according to American orders).

These poor creatures, sentenced to

death, have now been redeemed by the

Polish government, which delivered two

other horses to Marburg for every Arabian

mare, thus increasing their purebred Ara-

Breeding History

1/2022 - www.in-the-focus.com

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The gentlemen von Pettkö-Szandtner and von Arentschildt

helped Gertraude Griesbach to locate

the Hungarian mares; here Isabell (Kuhaylan Zaid

db / 10 Koheilan IV) *1937. -

Die Herren von Pettkö-Szandtner und von

Arentschildt halfen Gertraude Griesbach bei

der Suche nach den ungarischen Stuten; hier

Isabell.


Khema (Koheilan VIII / 203 Ajeeb) *1939

was among the Bábolna mares saved from

the butcher. - Khema war eine der Bábolna-Stuten,

die vor dem Schlachter gerettet

wurden.

Breeding History

bian stock in Janow! The Poles identified

them all as Babolna horses by giving them

names beginning with the letter 'B' (such as

Bojkena, etc.).”

1946 - the war was over and the actual

development of the Achental stud began.

Gertraude Griesbach had heard about the

scattered Arabian mares from Hungary and

wanted to find them to save what could still

be saved. So mother and daughter Griesbach

followed every clue to locate the remains

of the Bábolna stud farm. On a bitterly

cold February day, the two of them set out

in their wood gas car to find them. Although

they often got stuck in the snow, they drove

through half of Bavaria in search of Arabian

horses.

Luckily Mrs. Griesbach had received the list

of buyers from the Bergstetten auction, so at

least they had a starting point. But as soon

as they found the one or the other owner, it

turned out that the horses had already been

sold on. The farmers mostly couldn't handle

the sensitive Arabians and couldn't harness

them together with their oxen, so the horses

were sold from one to the other until they finally

ended up with gypsies or the butcher.

After a week of searching in vain, the Griesbachs

finally had to return home without

having achieved anything.

Gertraude Griesbach contacted Detlev von

Arentschildt in Bergstetten again and he

was actually able to give her the address of a

butcher nearby who had bought two Bábolna

Arabians. These were much too temperamental

for him, so he hardly gave them oats

so that they wouldn't run away on the wagon.

Nevertheless, he drove to Munich with

the team every week, one day there and the

next back home – 100 kilometers each way.

If that didn't speak for the toughness and

endurance of these horses! But because they

had already run away with the carriage, he

was quite happy to sell them - albeit much

too expensive!

The mares turned out to be a purebred

Arabian and an “Arabian breed” (today

“Shagya Arabian”) mare. The purebred

Arabian mare was by the Original-Arabian

stallion Kuhaylan Zaid and was named

Kho-Rha. The Shagya XXV mare was

named Shaykah. And not only did the

Griesbachs now have two new horses in

the stable, but the Arabian mare Astrid

also came back from the war unscathed.

HALEF COMES TO ACHENTAL

Once again, it was February 1947, the Griesbachs

were lucky and were able to locate

two mares. The mares turned out to be

daughters by Kuhaylan Zaid and Koheilan

VIII. Especially the Kuhaylan Zaid daughter

Khabitha was a beautiful chestnut with

a long, noble neck and a good topline. The

Koheilan VIII daughter, also a chestnut, was

named Khema.

Mrs. Griesbach had to manage a porcelain

factory in Cortendorf near Coburg after her

husband died in an accident in 1933. There

wasn't much time left that she could spend

with her three small children and the horses.

Fortunately, the horses were well taken care

of at Brandstätt near Grassau at the Chiemsee

and the children also moved to the stud

farm in Upper Bavaria.

Now all that was missing was a suitable stallion

and breeding purebred Arabians could

begin. And indeed, the lucky streak should

not break. Irmelin writes: “I still can't believe

it: The wonderful, noble, solid Towarysz

Pancerny is here and will cover all our purebred

Arabian and also the other mares! It's

a good thing that he's brown, and so the

Haflinger breeder in Weilheim leased him to

us because he brought a lot of brown Haflingers,

and that shouldn't be the case, since

this breed only ever consists of chestnuts. He

called him Halef. He had received him from

his friend Fischer, the director of the stallion

depot in Ansbach. In Poland, a sergeant who

was with his company in retreat had fetched

him at night and just rode him. He had lost

his company and now rode west at random

with this stallion. They moved always only

at night because the Russians were pretty

close. Halef must be an excellent, reliable

riding horse, otherwise, he would not have

been able to go the many, many kilometers

unscathed. Especially at night! Halef was delivered

to director Fischer and then offered to

his friend in Weilheim. So Mr. Schorg bought

him in Ansbach in 1947 and then covered

his five Haflinger mares with him. It was

hoped there would be chestnuts, but Halef's

beautiful bay color has prevailed in most of

the foals. And now we are lucky enough to

lease him!” – “I ride him almost every day

and I can only say that he is unique! And so

good! He seems to be enjoying our mares

very much but passed the arena where the

mares were frolicking without hesitation or

difficulty. He proudly straightened up and

lifted his legs higher, the vain cavalier! I take

such pleasure in him!”

In the years that followed, the Marbach mare

Jemen (by Jasir) and, via the gentlemen von

Pettkö-Szandtner and von Arentschildt, the

Hungarian mares Isabell (by Kuhaylan Zaid)

and Rozka (by Kuhaylan Ajouz) were added.

By 1946, the purebred Arabian stock had

grown to eight mares and one leased stallion

- breeding could finally begin in earnest.

The following year saw the first crop of bay

Halef foals. The foals were even more beautiful

and noble than the Griesbachs dared to

hope! The most beautiful foal was undoubtedly

Kalif out of Khabitha, who was already

very noble and solid as a foal with excellent

gaits. Again, the herd of mares was covered

by Halef and luck stayed true to the Achental

Stud. Jacaranda gave birth to a delightful

filly the following year: Joschi. It was supposed

to be Jacaranda's last foal, but Joschi

turned out to be an outstanding broodmare,

who produced a total of 12 foals.

Gudrun Waiditschka

To be continued in the next issue.

The article first was published in Araber

Journal 6/1991 and is reproduced here in an

extented version.

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© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2022


Stutenlinie Elsissa (über Khema) (stark verkürtzter Ausschnitt)

Khema F. 1939 (Babolna) v. Koheilan VIII (I) a.d. 203 Ajeeb

Kaja 1949 (v. Halef) Z: Griesbach

Kajana 1956 (v. Kalif) Z: Griesbach, exp. DEN

Kamila 1965 (v. Jager) Z: Nyegaard / DEN

Kahira II 1977 (v. Kaisoon) Z: Patzek

Kasida III 1982 (v. Ibn Shaker I) Z: Patzek

Al Ju Kalahari 1993 (v. Tern) Z: Allemann

JH Karyma 2000 (v. Hakeel lbn Kaysoon) Z: Fix

Shima 1983 (v. El Shaklan) Z: Patzek

Shahiraah 1995 (v. Ansata El Salaam) Z: Heckenbücker

Sharlyn 1999 (v. FS Bengali) Z: Lemmer

Shalima Bint Sahjat 2000 (v. ZT Sahjat) Z: Lemmer

Sharahjah 2004 (v. Amethyst) Z: Lemmer

Bint Shakiraah 2002 (v. Amethyst) Z: Lemmer

Shadiva Sahibal Jalala 2007 (v. Amethyst) Z: Lemmer

LE Shiva 2009 (v. Amethyst) Z: Lemmer

Khuzama 1984 (v. Ibn Estopa) Z: Patzek

Mihara 1991 (v. Mahjad) Z: Patzek

VDM Farida 2003 (v. Ibn El Mokari) Z: von der Mühlen

VDM Habiba 2004 (v. Ibn El Mokari) Z: von der Mühlen

Marisi 1986 (v. Messaoud) Z: Patzek

Minoucha 1996 (v. Najib II) Z: Baelke

Manoar Rih Zara 2003 (v. Madallan-Madheen) Z: Nover

Manoar Shirin 2005 (v. GR Amaretto) Z: Nover

Masoumi El Bataa 2008 (v. Scharif El Bataa) Z: Stojkovic

Mussawih Bint Nizaar 1997 (v. Nizaar) Z: Baelke

Mijarah Bint Najib 2004 (v. Najib) Z: Dinges

Mia Chiara 1999 (v. Najib II) Z: Baelke

Manoar Shadara 2003 (v. Classic Shadwan) Z: Nover

Manoar Aziza 2006 (v. Shakaar Ibn Sanadiva) Z: Nover

Menahja 2000 (v. Najib II) Z: Baelke

Niva Aliha 2002 (v. Najib II) Z: Baelke

RP Majan 2003 (v. Najib II) Z: Baelke

8 Siglavy Bagdady VI 1968 (v. Sigl. Bagd. VI) Z: Nyegaard / DEN

Sabina 1977 (v. Emir Said) Z: Bartahus / DK

Verona 1981 (v. Bipoli) Z: Lindeloev / DK

Verczaska 1989 (v. Galas) Z: Ismer

Samira 2000 (v. Nil I) Z: Zinßmeister

Vesuvia 1994 (v. Napoli) Z: Ismer

Rubina 2001 (v. Shaolin) Z: Hellrigl

Indosha 2003 (v. Shaolin) Z: Hellrigl

Vicky 1981 (v. Spartacus) Z: Lindeloev / DK

Vichy 1990 (v. Edykt) Z: Ismer

Victorie 1995 (v. Madkour I) Z: Ismer

Bint Manjanah 2000 (v. Messaoud) Z: Großer

Viszla 2003 (v. Santhos) Z: Bär

Victoria 1994 (v. Madkour I) Z: Ismer

CW Vicky 2002 (v. Cugant) Z: Wilske

IS Victory 2006 (v. Madkours Impuls) Z: Ismer

Vitaya 1998 (v. Pamour) Z: Ismer

ES Virginia 2008 (v. Nogal) Z: Schröter

ES Nagal 2011 (v. Nogal) Z: Schröter

Nuri Valentina 2000 (v. Evidant) Z: Klüppel

Evita III 2001 (v. Evidant) Z: Klüppel

Maxim's Emely Nu 2006 (v. Ibn Bint Nurabi) Z: Hentschel

Karima 1976 (v. Sekrit) Z: Abich

Kalima 1983 (v. Dziskan) Z: Beeker

Kara V 1987 (v. KIar Ibn Ibn Galal) Z: Klages

Khema Bint Kamschatka 1997 (v. Kamschatka) Z: Rothländer

Kijarah Bint Mirage 2009 (v. Mirage) Z: Göbel-Weiß

Karima Bint Mirage 2013 (v. Mirage) Z: Göbel-Weiß

Maysha Bint Mashour 1994 (v. Mashour) Z: Paff-Lauff

Mashallah Bint Ibn Shahwa 2012 (v. Abdul) Z: Guggemos

Khema F. 1939 (Babolna) v. Koheilan VIII (I) a.d. 203 Ajeeb

Kenya 1954 (v. Wisznu) Z: Griesbach

Gazella I 1962 (v. Ghazal) Z: Hansen

Margazella 1970 (v. Marsuk) Z: Hansen

Shahloul Famarga 1978 (v. Farouk) Z: Hansen

Shahloul Nidschme 1983 (v. Machmut) Z: Mayer-Bäthge

Shahloul Khuzama 1992 (v. Shahil) Z: Jung

Shahloul Asali 2008 (v. MA Manaya's Pasha) Z: Lorenzoni-Jung

Shahloul Nabiha 1984 (v. Shahil) Z: Jung

Shahloul Tahira 1999 (v. Barq Al Asmar) Z: Gärtner

Shahloul Amidouh 2007 (v. Darian) Z: Maul

Shahloul Indirah 2005 (v. Barq Al Asmar) Z: Maul

Shahloul Biryani 2008 (v. Darian) Z: Maul

Maharani 1982 (v. Shabal) Z: Hansen

Manjana 1991 (v. R.T. Royal Naggaf) Z: Tiemann

Padishah II 1997 (v. Potomac) Z: Mahlstedt

SH Pashima 2001 (v. Om El Bendigo) Z: Hoffmann

Shams El Shaga 1980 (v. Shahal) Z: Hansen

Shanah Bint Sahmir 1990 (v. Sahmir) Z: Soujon

Shetana El Qahira 1994 (v. Jaban Al Amar) Z: Helms

Sabijah El Qahira 2001 (v. Orion II) Z: Helms

Scarlett RM 2006 (v. Attalah II) Z: Müller

Stella RM 2007 (v. Attalah II) Z: Müller

Shareefa El Qahira 2002 (v. Orion II) Z: Helms

Safiyyah El Qahira 2003 (v. Attalah II) Z: Helms

NA Tahia Bint Shaga 2001 (v. PA Noel) Z: Mahlke

Marsukenia 1967 (v. Marsuk) Z: Hansen

Nadia I 1976 (v. Nehros) Z: Abich

Dafinah 1994 (v. Daoud) Z: Dreves

Dashira 2000 (v. Domani) Z: Dreves

Makena 1969 (v. Marsuk) Z: Hansen

Shams El Samarkant 1974 (v. Sarwat) Z: Hansen

Shahwan Ibtsam 1979 (v. Ibrahim) Z: Niebelschütz-Gleinitz

Shahwan Ialal 1996 (v. El Jamaah) Z: Hamel-Stieghahn

Shahwan Nassina Al Haria 2001 (v. Asra Sahabi) Z: Koopmann

Sharifah Qiada Bint Nassina 2018 (v. Black Ethan) Z: Schmidt

Shubani Al Asari 2004 (v. El Kajahn) Z: Schäfer

Sharij Bint Shahin 2008 (v. Shahin Ibn Naskhi) Z: Schäfer

SA Shula Noir 2015 (v. Noir Khazar) Z: Schäfer

Shawanij Bint Shahin 2012 (v. Shahin Ibn Naskhi) Z: Schäfer

Sultani Bint Shahin 2013 (v. Shahin Ibn Naskhi) Z: Schäfer

Shakyra Al Asari 2006 (v. Shahin Ibn Naskhi) Z: Schäfer

Sharani Bint Shahin 2008 (v. Shahin Ibn Naskhi) Z: Schäfer

Shima Bint Shahin 2010 (v. Shahin Ibn Naskhi) Z: Schäfer

Hadyah al Sharaf bint Shahin 2011 (v. Shahin Ibn Naskhi) Z: Schäfer

Shams El Nazeema 1975 (v. Nizar) Z: Hansen

Shams El Inaza 1981 (v. Ibrahim) Z: Hansen

Ishada 1996 (v. Nimroz) Z: Hospowsky

Ileyla 2001 (v. Pasat) Z: Haman

Shams El Shanaza 1982 (v. Shahal) Z: Hansen

Amuna El Nil Bint Shanaza 1996 (v. Amal El Nil) Z: Gärtner

JG Mareesa Bint Amuna 2003 (v. Mulayh Ibn Mareesa) Z: Gärtner

Laila Nahara Bint Shanaza 2002 (v. Barq Al Asmar) Z: Gärtner

JG Mandy M Bint Shanaza 2004 (v. Messaoud) Z: Gärtner

JG Inshiraah Bint Shanaza 2005 (v. Barq Al Asmar) Z: Gärtner

Shams El Inez 1984 (v. Ibrahim) Z: Hansen

Indirah Bint Inez 1990 (v. Kauri) Z: Dieplinger

Indiana Bint Inez 1994 (v. Vympel) Z: Slobodjan

Anthalia 2003 (v. Anthal) Z: Slobodjan

Shams El Shadmar 1984 (v. Shahal) Z: Hansen

Nasharina 2000 (v. Tukum) Z: Kellner

JK Shadmars White Beauty 2004 (v. Tukum Two) Z: Kellner

Marsuka 1971 (v. Marsuk) Z: Hansen

Shams El Fatoumah 1978 (v. Farouk) Z: Saenger

Shem El Shalimar 1986 (v. Ibn Shaker) Z: Hagedorn

Sharani El Cara 1996 (v. Elart) Z: Ziegler

SZ Shalimar El Cara 2009 (v. QR Marc) Z: Ziegler

Breeding History

Indirah Bint Inez (Kauri / Shams El Inez) *1990 (Schimmel) und Tochter

Indiana Bint Inez (v. Vympel) *1994 (Braun)

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Dies ist ein stark verkürzter Ausschnitt aus der

Stutenlinie Elsissa über die Achentaler Stammstute

Khema. Es wurden nur Pferde berücksichtigt,

deren Linien bis in die Gegenwart reichen, d.h. die

weibliche Nachkommen haben, die im Jahr 2000

oder später geboren wurden.

Die gesamte Linie nach Khema beinhaltet (derzeit)

334 weibliche Nachkommen, aufgeführt

sind nur 130, wovon 66 nach 2000 geboren wurden.

Die gesamte Linie finden Sie auf www.in-thefocus.de/alte-linien/khema/


ARABERZUCHT IN DER DDR

HINTER DEM

EISERNEN VORHANG

Zucht

Raswan (Adonah / Roszka) *1960 hinterließ

22 Töchter und zwei Söhne, die in die Zucht

gingen. - Raswan left 22 daughters and two

sons who were used for breeding.

In der relativ kurzen Zuchtgeschichte der Deutschen Demokratischen Republik (DDR)

von 1947 bis 1990 leisteten die Staatsgestüte und der Zoo Rostock einen

wesentlichen Beitrag zum Fortbestand der Rasse und sorgten dafür, dass immer

wieder neue Impulse durch Importe aus Polen gegeben werden konnten.

Rund 250 arabische Pferde wurden in diesem Zeitraum im Stutbuch der DDR als

Zuchtpferde gelistet, die meisten der Pferde hatten polnische Wurzeln.

Alle Fotos: Archiv Schladitz

Die Araberzucht auf dem Gebiet der DDR begann

nach dem 2. Weltkrieg mit der Einfuhr

der Stute Suse (Ahmet / Seerösle). 1943 im

Haupt- und Landgestüt Marbach geboren,

gelangte sie 1947 zu Dr. Kurt Lehrmann in

Haldensleben. Ein Jahr später kam die Stute

Daheim, geboren 1941, nach Magdeburg zu

Prof. Dr. W. Lembcke. Suse wurde Jahre später

ihre Zugehörigkeit zu den Vollblutarabern

aufgrund ihres Vaters Ahmet, der die Nigra-Zscheiplitz

führte, aberkannt. Die genaue

Abstammung der Daheim konnte dagegen

nicht ermittelt werden. Allerdings trug sie

einen Radautzer Brand, so dass sie als Shagya-Araber

eingestuft wurde. Noch heute ist

diese Stutenfamilie aktiv.

DIE ANFÄNGE DER VA-ZUCHT

Die Vollblutaraberzucht begann mit dem

Import der Schimmelstute Roszka (Kohailan

Adjouz I / 236 Kuhailan Zaid). 1945 in Babolna

(Ungarn) geboren, stand sie zunächst im

Gestüt Achental bei Gertraude Griesbach.

Über ihre 1952 geborene Tochter Rualla (v.

Kalif) begründete sie einen umfangreichen

Familienzweig im Westen. Roszka kam 1954,

tragend von Wisznu bzw. mit Fohlen bei Fuß,

zu dem Arzt Dr. Kurt Lehrmann (1901 – 1959)

in Haldensleben. Lehrmann gilt als einer der

Pioniere der Araber-Zucht in der DDR. Hier

brachte sie fünf weitere Fohlen. Ihr Partner

war dabei immer der Vollblutaraberhengst

Adonah (a.d. Fasila). Dieser 1936 in Ujazd

(Polen) geborene Schimmel stammt vom

berühmten Fetysz, der auch in der Trakehnerpopulation

eine Linie begründete. Adonah

kam durch die Kriegswirren nach Deutschland

und war zunächst als Beschäler für das

Landgestüt Halle-Kreuz im Einsatz. 1950/51

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© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2022


Galka (Marabut / Orda) *1946 hat über ihre

drei Töchter Galopada, Grazyna und Gamosa

drei Familien begründet, die in der DDR weit

verbreitet waren. - Galka founded three families

through her three daughters Galopada,

Grazyna and Gamosa, which were widespread

in the GDR.

deckte er bei Berlin/Buch und kam dann aber

noch 1951 zu Dr. Lehrmann.

Nach dem Tod von Dr. Kurt Lehrmann übernahm

Werner Wieland aus Liebenwalde die

Stute Roszka mit ihrer Nachzucht. Adonah

ging in das Tierzuchtinstitut nach Dummerstorf

bei Rostock. Leider fohlte Roszka nur

noch einmal von dem Hengst Aladin [Araberrasse]

(Adonah / Suse) bevor sie 1961 einging

– es war dies das Stutfohlen Gazelle, natürlich

ebenfalls Araberrasse. Somit konnte lediglich

ihre Tochter Rawanah zum Erhalt der Stutenfamilie

im Osten beitragen. Allerdings erlangten

ihre drei Söhne Wesir (v. Wisznu) 1954,

Abdullah (v. Adonah) 1956 und Raswan (v.

Adonah) 1960 züchterische Bedeutung.

Wesir wurde vom Landgestüt Moritzburg

angekauft und als Veredler in der Schweren

Warmblutzucht eingesetzt. Sechs seiner Söhne

wurden gekört und fünf Töchter erhielten

die Staatsprämie. In der Vollblutaraberzucht

hat seine einzige Tochter Ghibli (a.d. Gamosa

(a.d. Galka)) für zahlreiche Nachkommen

gesorgt.

Die Vollbrüder Abdullah und Raswan haben

hingegen mehrere Töchter in der Vollblutaraberzucht

hinterlassen. Insbesondere die

ausdruckssstarke Fuchsstute Mekka (Raswan

/ Marakesch (a.d. Ghibli)) *1978 ist zu erwähnen.

In der Anpaarung mit dem Trakehnerhengst

Ephor brachte sie eine typstarke Tochter

für das Volksgut Kölsa. Heute ist Mekka

noch über die Hengste Machmuth Nur (v. El

Konto) *1994, der seine Rennleistungsprüfung

in Polen abgelegt hat, und MC Menach

(v. Cyklon) *1999 vertreten.

Abdullah hat als Muttervater im Turniersport

von sich reden gemacht. So konnte

der Hengst Ghadif (Galdos ben Mors / Gäa (v.

Abdullah)) *1987 in Springprüfungen gegen

Warmblutkonkurrenz bis Klasse M bestehen.

Raswan wurde fünfjährig an Brigitte Behrend,

Schwanebeck, verkauft – in die Zucht ging

er allerdings erst mit 17 Jahren, da er zuvor

als Reit- und Fahrpferd Einsatz fand. Er hinterließ

22 Töchter und zwei Söhne, die in die

Zucht gingen – letztere allerdings erst nach

der Wende. Raswan ging noch im hohen Alter

unter dem Sattel und verrichtete seine Pflichten

als Deckhengst, bis er mit 28 Jahren starb.

Als zweites Standbein der ostdeutschen

Vollblutaraberzucht kamen 1955 zunächst

Galka (Marabut / Orda) *1945, und etwas später

Armenia (Witraz / Amneris) *1947, beide

aus Janow Podlaski, in die DDR. Sie wurden

vom Tierzuchtinstitut Dummerstorf importiert

und sollten die Demonstration verschiedener

Pferderassen ergänzen. Ab 1959 stand

1/2022 - www.in-the-focus.com

hier mit Adonah auch ein Hengst mit polnischer

Blutführung zur Verfügung.

ZUCHT IM ZOO

Da sich Dummerstorf ab Ende der 1950er Jahre

nur noch der Forschung auf dem Gebiet der

Rinder- und Schweinezucht widmete, ging

1960 zunächst Galka und ein Jahr später auch

Armenia in den Rostocker Zoo. Hier wurde etwas

abseits der Zooanlage der Fohlenhof Biestow

aufgebaut. Dr. Sperlich, Kustus für Haustiere,

war der Ansprechpartner für alle Themen

rund um die Vollblutaraberzucht des Zoos.

1966 erfolgte der Import der 4-jährigen

El-Trypoli-Tochter Zygota (a.d. Znachorka)

aus dem polnischen Gestüt Michalow. Sie

brachte im Rostocker Zoo neun Fohlen. Sechs

Töchter stellten diese Stutenfamilie auf eine

solide Basis. Drei davon wurden nach mehrjährigem

Zuchteinsatz in Rostock an das Gestüt

Ismer in Westdeutschland verkauft.

Die letzte Stute, die 1967 in die DDR importiert

wurde, war die Sedziwoj-Tochter Cyneraria

(a.d. Cerozja) *1961. Leider hinterließ sie

lediglich den Hengst Cid ben Afas, der hier

nur kurz in der Zucht wirkte, bevor er 1981

nach Schweden ging.

Neben Adonah, der zum Zeitpunkt der Übersiedlung

in den Zoo Rostock schon 26 Jahre

alt war, kam 1964 Abu Afas (Bad Afas / Gahdar)

*1947 als Deckhengst nach Rostock. In

Nowy Dwor geboren, deckte er von 1955 bis

1963 in der Mecklenburger Warmblutzucht.

Hier hat er neben dem gekörten Sohn Azur

hervorragende Halbblüter für den Springsport

hinterlassen.

Abu Afas, ein Enkel des Original-Arabers Kuhailan

Afas, machte international vor allem

über seinen Sohn Comet von sich reden. Erwähnenswert

ist seine Tochter Sabellina in

Polen. Sie war in zwei Rennjahren 7-mal am

Start, gewann 5 Rennen, darunter das Derby

und das Oaks (Stutenderby). Von ihren 16

Nachkommen gewannen ebenfalls mehrere

Pferde das Derby und Oaks.

29

1972 kam aus dem Gestüt Janow Podlaski der

Hengst Mors (Aquinor / Morena) *1966 dazu.

Da sich in der Zwischenzeit der Stutenbestand

in der DDR erhöht hatte, wurde er stark

als Deckhengst genutzt.

Im Rahmen des Tiertausches zwischen den

Zoos folgte 1975 Kaidal II (Kaisoon / Dalila)

als Fohlen aus dem Duisburger Zoo. Er wurde

1978 gekört und gab seinen Nachkommen

durchgängig Trockenheit, Ausstrahlung und

sein wunderschönes großes Auge mit.

Für drei Jahre (1977-1979) deckte der polnisch

gezogene Hengst Polish Lancer (Gerwazy

/ Lafirynda) *1966 im Rostocker Zoo. Er

war von Patricia Lindsay in England gezogen

und hinterließ vier eingetragene Töchter.

Drei weitere Importhengste haben in der

Vollblutaraberzucht der DDR gewirkt: Aus Babolna

kam 1980 der ägyptische Fuchshengst

Ibn Galal-22 (Ibn Galal / 17 Hawa) *1975. Er

sollte vordergründig wegen seiner Fuchsfarbe

in der Haflingerzucht als Veredler eingesetzt

werden, brachte aber auch zahlreiche

Nachkommen in der Araberzucht.

1983 wurde der braune Hengst Puszczyk

(Aloes / Pliszka v. Gwarny), geboren 1979 in

Michalow, für zwei Jahre gepachtet. Er brachte

u.a. den gekörten Hengst Zyrius (a.d. Zylona)

1985.

Der letzte Hengstimport zu DDR-Zeiten war

1989. Das brandenburgische Haupt- und

Landgestüt stellte mit Patrol (Aloes / Parma)

*1985 einen Hengst auf, der auch in der

Warmblutzucht eingesetzt wurde.

Alle weiteren Vollblutaraber in der DDR gehen

auf die hier aufgeführten Importe zurück.

Somit sind es überwiegend polnische

Linien und Familien, auf deren Basis in der

DDR gezüchtet wurde. Während die Stute

Roszka und der Hengst Kaidal II neben anderen

auch teilweise polnische Vorfahren

aufweisen, war lediglich der Hengst Ibn Galal-22

als reiner Ägypter in der Population

vertreten.

Cordula Schladitz

Zucht


Breeding History

Adonah (Fetysz / Fasila v. Bakszysz) *1936

Welche Stationen Adonah während der

Kriegswirren genau durchlaufen hat, dazu

scheint es keine Informationen zu geben. Erst

für 1946 ist für ihn als Deckstation Bellingen

verzeichnet. 1947 bis 1948 deckte er in Schinne

(bei Stendal) und 1949 in Iden. Von dort ging

er nach Birkholz bis 1951 und stand dann von

1952 bis 1960 in Haldensleben, bis er dann

nach Dummerstorf und zum Schluss in den

Rostocker Zoo ging.

Außerhalb der Vollblutaraberzucht brachte

Adonah bei Dr. Lehrmann in der Anpaarung

mit der Araberstute Suse (v. Ahmet), die drei

Vollbrüder Achmet I (*1949), Achmet II (*1950)

und Achmet III (*1952). Alle drei Hengste

wurden für die Warmblutzucht gekört. Achmet

I deckte nur 2 Jahre und hinterließ 3 eingetragene

Töchter und 2 gekörte Hengste (Achat

und Amigo). Der Deckeinsatz von Achmet II

ging von 1954 bis 1965. Auch er konnte seine

Spuren in der Warmblutzucht hinterlassen. Auf

sein Konto gehen 15 eingetragene Töchter und

die beiden gekörten Hengste Amor und Amato.

Eine weitere Adonah-Tochter in der Trakehnerzucht

ist die 1953 geborene Vestalin a.d.

Veramona.

Der Schimmelhengst deckte von 1960 – 1961

in Dummerstorf. Für die Trakehnerzucht

brachte 1961 er den gekörten Hengst Adjudant

aus einer Albatros-Tochter und die Zuchtstute

Ademona a.d. Hugenottin v. Hugenotte. Zusammen

mit weiteren Trakehnerstuten wurde

sie 1964 in das volkseigene Gestüt Ganschow

umgesetzt. Für die Zucht konnten dort 5 ihrer

Töchter eingetragen und in den Bestand übernommen

werden.

DIE GRÜNDER-

DDR-

Mors (Aquinor / Morena) *1966 wurde 1971 aus Polen (Gestüt Michalow)

importiert. Bis zu seinem Ausscheiden 1989 war er im Zoo Rostock

stationiert und deckte ausschließlich in der Araberzucht.

Er brachte mehr als 20 Zuchtstuten und die gekörten Hengste Araff,

Galdos ben Mors, Gaibon ben Mors, Rzewuski, und Zytrus. Die beiden

zuletzt genannten wurden nur in der Reitponyzucht eingesetzt.

30

Abu Afas (Bad Afas / Gahdar) *1947 kam 1964 als Deckhengst nach

Rostock. Er wirkte von 1955 bis 1963 in der Mecklenburger Warmblutzucht.

Hier hat er neben dem gekörten Sohn Azur hervorragende

Halbblüter für den Springsport hinterlassen. Azur deckte von 1961 bis

1977 und hinterließ 67 eingetragene Töchter. Besonders hervorzuheben

ist die sportliche Leistungsveranlagung der Abu-Afas-Kinder, speziell

im Springsport. Erhebungen aus dem Jahre 1985 verweisen auf eine

Gewinnsumme von 63.125,00 Mark für seine Nachkommen.

Seine Töchter in der VA-Zucht zeichnen sich durch eine hohe Fruchtbarkeit

und Langlebigkeit aus. So gingen von ihm vier gekörte Söhne

und 10 Stuten (bei einer Gesamtpopulation von unter 30 Zuchtstuten!)

in die Zucht. Über seinen noch in Polen geborenen Sohn Comet bekam

die Linie auch internationale Bedeutung.

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2022


Kaidal II (Kaisoon / Dalila) *1975 deckte im Jahr 1988 eine begrenzte

Anzahl Warmblut- bzw. Trakehnerstuten, wobei von letzteren 3 Stutfohlen

fielen, die zur Fohlenschau alle mit einem ersten Preis prämiert

wurden. In der Vollblutaraberzucht der DDR hinterließ er rund 60

Nachkommen.

Abgesehen von seinem Einsatz in der Haflingerzucht, wo er jedoch keinen

gekörten Sohn hinterließ, hatte Ibn Galal-22 (Ibn Galal / 17 Hawa)

*1974 rund 14 Shagya-Araber-Nachkommen und 24 Vollblutarabernachkommen.

(unten) Patrol (Aloes / Parma) *1985 war in Neustadt/ Dosse aufgestellt

und deckte neben Vollblutarabern auch Warmblutstuten. Einige

seiner Nachkommen waren auch im Turniersport aktiv.

Breeding History

HENGSTE DER

ZUCHT

1983 wurde der braune Hengst Puszczyk (Aloes / Pliszka v. Gwarny)

*1979, geboren in Michalow iimportiert, Er deckte die zwei Jahre, die er

aus Polen gepachtet war, ausschließlich Vollblutaraber. Drei seiner Söhne

wurden noch gekört. Von diesen hatte Zyrius den größten Einfluss in

der Vollblutaraberzucht. Der Sohn Ghamal a.d. Gewollte v. Kaidal II ging

zuletzt im Reitbetrieb im Landgestüt Neustadt/Dosse.

Mit dem Einsatz des Hengstes Wesir (Wisznu / Roszka) *1954, tätig von

1959 bis 1978, war die Möglichkeit gegeben, die Linie ziemlich zeitig in

der DDR zu etablieren. Da der braune Hengst aber vorwiegend in der

Schweren Warmblutzucht als Veredler zum Einsatz kam, hinterließ er für

die Araberzucht nur 5 Stuten. Für die Schwere Warmblutzucht brachte

er 6 Deckhengste und 24 Zuchtstuten.

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BEHIND THE

ARABIAN HORSE BREEDING IN THE GDR

IRON CURTAIN

Zucht

Mekka IV (Raswan / Marakesch) *1978 has

still two active sons in breeding: Machmut

Nur and MC Menach. - Mekka IV hat noch

zwei aktive Söhne in der Zucht: Machmut

Nur und MC Menach.

In the relatively short breeding history of the German Democratic Republic from 1947 to

1990, the state studs and the Rostock Zoo made a significant contribution to the constant

existence of the breed and they initiated new impetus with imports from Poland. Around

250 Arabian horses were registered as breeding stock in the GDR Studbook during this period,

most of the horses had Polish roots.

Alle Fotos: Archiv Schladitz

Arabian breeding in the German Democratic

Republic (GDR) began after World War II with

the import of the mare Suse (Ahmet / Seerösle).

Born in Marbach in 1943, she came to

Dr. Kurt Lehrmann in Haldensleben. A year

later, the mare Daheim, born in 1941, came to

Magdeburg and into the ownership of Prof.

Dr. W Lembcke. Years later, Suse was stripped

of her status as a purebred Arabian because

of her sire Ahmet, who had Nigra-Zscheiplitz

in his pedigree. The exact lineage of Daheim

could not be determined. However, she had

a brand of the Romanian State Stud Radautz,

so she was classified as a Shagya-Arabian.

This mare family is still active today.

THE BEGINNINGS

Purebred Arabian breeding in the GDR began

with the import of the grey mare Roszka (Kohailan

Adjouz I / 236 Kuhailan Zaid). Born in

Babolna (Hungary) in 1945, she initially stood

at the Achental Stud with Gertraude Griesbach.

Through her daughter Rualla (by Kalif),

who was born in 1952, she founded an extensive

branch of the family in the west. Roszka

came to Dr. Kurt Lehrmann (1901 – 1959), a

practicing medical doctor in Haldensleben.

Lehrmann is considered one of the pioneers

of Arabian breeding in the GDR. Here she

had five more foals. Her partner always was

the purebred Arabian stallion Adonah (out

of Fasila). Born in Ujazd (Poland) in 1936,

this grey stallion descends from the famous

stallion Fetysz, who also established a line

in the Trakehner population. Adonah came

to Germany through the turmoil of war and

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© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2022


Armenia (Witraz / Amneris ) *1947 left only

one daughter at the Rostock Zoo - Arabella,

who continued the line with her daughters

Arabeske, Aranaika and Arabia. - Armenia

hinterließ im Rostocker Zoo nur eine Tochter

- Arabella, die mit ihren Töchtern Arabeske,

Aranaika und Arabia die Linie fortsetzte.

initially was standing at the Halle-Kreuz stallion

depot. In 1950/51 he was standing at stud

near Berlin/Buch and in 1951 he came to Dr.

Lehrmann.

After the death of Dr. Kurt Lehrmann, Werner

Wieland from Liebenwalde took over

the mare Roszka and her offspring. Adonah

went to the Animal Breeding Institute in

Dummerstorf near Rostock. Unfortunately,

Roszka only foaled once more by the stallion

Aladin [Araber breed] (Adonah / Suse) before

she died in 1961 - it was the filly Gazelle, of

course also an Araber breed. Thus, only her

daughter Rawanah could contribute to the

preservation of the mare family in the east.

However, her three sons Wesir (by Wisznu) in

1954, Abdullah (by Adonah) in 1956, and Raswan

(by Adonah) in 1960 gained importance

in breeding.

Wesir was bought by the State Stud Moritzburg

and used as a refiner in heavy warmblood

breeding. Six of his sons were licensed

and 5 daughters received the state premium.

His only purebred Arabian daughter Ghibli

(out of Gamosa (out of Galka)) has produced

numerous offspring in Arabian breeding.

The full brothers Abdullah and Raswan, on

the other hand, left several daughters in

Arabian horse breeding. In particular, the

expressive chestnut mare Mekka (Raswan /

Marakesch (out of Ghibli)) *1978 should be

mentioned. When mated with the Trakehner

stallion Ephor, she produced a daughter with

a strong type for the Volksgut Kölsa. Today

Mekka is still represented by the stallions

Machmuth Nur (by El Konto) *1994, who passed

his performance test in Poland in racing,

and MC Menach (by Cyklon) in 1999.

As the dam's sire, Abdullah has made a name

for himself in sport. In 1987, the stallion Ghadif

(Galdos ben Mors / Gäa (by Abdullah))

competed in show jumping tests against

warmbloods up to medium level.

Raswan was sold to Brigitte Behrend, Schwanebeck,

at the age of five – but he only started

breeding at the age of 17, as he had previously

been used as a riding and driving horse. He

left behind 22 daughters and two sons who

went into breeding – the latter, however, only

after reunification of East and West-Germany.

Raswan continued to be ridden and performed

his duties as a stallion until he died at

the age of 28.

In 1955, Galka (Marabut / Orda), born in 1945,

and a little later Armenia (Witraz / Amneris),

born in 1947, both from Janow Podlaski,

came to the GDR as the second mainstay of

1/2022 - www.in-the-focus.com

East German purebred Arabian breeding.

They were imported by the Animal Breeding

Institute in Dummerstorf and were intended

to complement the demonstration of various

horse breeds. From 1959, Adonah, the stallion

previously owned by Dr. Lehrmann, was

also available at this institution.

BREEDING IN THE ZOO

By the end of the 1950s, Dummerstorf only

devoted itself to research in the field of cattle

and pig breeding. Therefore, Galka first went

to the Rostock Zoo in 1960 and a year later Armenia

followed. The Fohlenhof Biestow was

built here a little away from the zoo. Dr. Sperlich,

the curator for domestic animals, was the

contact person for all topics relating to the

zoo's purebred Arabian breeding program.

In 1966, the 4-year-old El Trypoli-daughter

Zygota (out of Znachorka) was imported from

the Polish stud farm Michalow. She brought

nine foals for the Rostock Zoo. Six daughters

put this mare family on a solid footing. After

several years of breeding in Rostock, three

of them were sold to the Ismer Stud in West

Germany.

The last mare imported into the GDR in 1967

was the Sedziwoj-daughter Cyneraria (out of

Cerozja) in 1961. Unfortunately, she only left

behind the stallion Cid ben Afas, who was

only briefly used for breeding before going

to Sweden in 1981.

In addition to Adonah, who was already 26

years old when he moved to Rostock Zoo,

Abu Afas (Bad Afas / Gahdar) *1947 came

to Rostock as a breeding stallion. Born in

Nowy Dwor, he covered from 1955 to 1963

in the Mecklenburg warmblood breed. Here,

alongside his licensed son Azur, he left outstanding

half-bloods for show jumping.

Abu Afas, a grandson of the desert-bred Kuhailan

Afas, made a name for himself internationally,

primarily through his son Comet.

Worth mentioning is his daughter Sabellina

in Poland. She competed 7 times in two years

of racing, winning five races including the

33

Derby and the Oaks. Of her 16 offspring, several

horses also won the Derby and Oaks.

In 1972 the stallion Mors (Aquinor / Morena)

*1966 came from Janow Podlaski. Since the

number of mares in the GDR had increased

in the meantime, he was heavily used as a

stallion.

As part of the animal exchange between

zoos, Kaidal II (Kaisoon / Dalila) followed in

1975 as a foal from the Duisburg Zoo. He was

licensed in 1978 and consistently gave his

offspring dryness, charisma, and his beautiful

big eyes.

For three years (1977 - 1979) the Polish-bred

stallion Polish Lancer (Gerwazy / Lafirynda)

*1966 stood at stud in Rostock Zoo. He was

bred by Patricia Lindsay in England and left

behind four registered daughters. Today, his

blood can still be found in the Lewitzer breed.

Three other imported stallions were involved

in Arabian breeding in the GDR: The Egyptian

chestnut stallion Ibn Galal-22 (Ibn Galal / 17

Hawa) *1975 came from Babolna in 1980. He

was primarily intended to be used as a refiner

in Haflinger breeding because of his chestnut

color, but he also produced numerous

offspring in Arabian breeding.

In 1983 the bay stallion Puszczyk (Aloes /

Pliszka by Gwarny) born in Michalow in 1979,

was leased for two years. Among others, he

produced the licensed stallion Zyrius (out of

Zylona) in 1985.

The last stallion import during GDR times

was in 1989. The Brandenburg main and state

stud offered Patrol (Aloes / Parma) *1985 for

breeding, which was also used in warmblood

breeding.

All other purebred Arabians in the GDR can

be traced back to the imports listed here.

Thus, it is predominantly Polish lines and families

that were used as a basis for breeding

in the GDR. While the mare Roszka and the

stallion Kaidal II, have both Polish ancestors

(among others), only the stallion Ibn Galal-22

was a Straight Egyptian.

Cordula Schladitz

Zucht


ZSAA KÖRUNG ALSFELD 2022

GUTES PRÜFUNGSLOT

ZUM

JUBILÄUM

Zucht

Boston (Towaresh / Baby Bee) *2012 -

Prämienhengst und bester Vollblutaraber

des Prüfungslots 2022.

Alle Fotos: G. Waiditschka

Der ZSAA feiert dieses Jahr sein 30-jähriges Bestehen und wartete mit einem wirklich

guten Körungsjahrgang auf: Von 18 angetretenen Hengsten wurde nur einer nicht

gekört und sieben erhielten eine Prämie!

Das diesjährige Körungslot war von guter Qualität und es waren

einige sehr interessante Pferde darunter. So stellten sich vier

Vollblutaraber der Körung, die alle vier gekört wurden. Des Weiteren

ein Anglo-Araber und ein Englisches Vollblut – letzterer wurde

nicht gekört. Unter den Deutschen Edelblütern waren fünf in „Sonderlackierung“,

zwei hatten einen Vollblutaraber als Vater, zwei einen

Anglo-Araber. Der Rest verteilte sich auf Pferde mit Warmblutabstammungen.

„Dass bis auf einen Hengst alle gekört wurden, war nicht dem

Jubiläum geschuldet“, meinte der ZSAA-Präsident Ahmed Al Samarraie

schmunzelnd, „sondern der Tatsache, dass wir die Hengste vorher gemustert

und eine entsprechende Empfehlung ausgesprochen haben.

Nur den Englischen Vollblüter hatten wir vorher nicht gesehen.“

VOLLBLUTARABER

Boston (Towaresh / Baby Bee) *2012, Z. und B.: ZG Baumann & Kehl

Ein „stolzer Typ” mit großer Aufmachung, er wirkt jedoch etwas weich

und rund und es fehlt ihm ein bißchen an Textur. Trotzdem ist er ein

„Herr“ und ein Beschälertyp. Die Körkommmission attestierte ihm

gute Gebäudepoints, einen schön geschwungenen Hals mit gutem

Ansatz, in der Schulter- und Rückenpartie ist er gut, das Querbein

(Oberarm) ist sehr schön gelagert. Abstriche mußte man im Fundament

machen, das zwar im Standbild gerade Achsen zeigt, in der

Bewegung aber leichte Abweichungen. Der Schritt geht durch den

gesamten Körper, ähnlich ist es auch im Trab, dieser ist taktsicher,

dabei immer bergauf, schwungvoll und mit schwingendem Rücken.

Der Galopp erfolgt in schöner Selbsthaltung, eine bergauf angelegte

Bewegung, wobei das Hinterbein unter den Schwerpunkt tritt. Im

Springen zeigte er sich schnell am Absprung mit einer schnellen Vorderbeinreaktion,

es fehlte aber der letzte „drive“ nach vorne.

Maße: 156 / 166 / 190 / 19,5 cm

NuStar Kossack (Kunar T / Nustice Kossack) *2013, Z: The Kossack

Stud / NL, B: Verena Altenberger / AT.

Der Hengst ist bereits in Österreich gekört, hat in Stadl Paura seine HLP

abgelegt und war somit nur zur Anerkennung da. Er hat ein schönes

Gesicht und einen guten Geschlechtstyp, einen gut angesetzten Hals,

gute Schulter, im Mittelstück etwas lang, die Kruppe etwas kurz. Das

Fundament ist korrekt mit genügend ausgeprägten Gelenken, in der

Fesselung etwas kurz, im Sprunggelenk etwas offen und locker, aber

in der Bewegung ansprechend. Der Schritt gut im Takt, aber es fehlte

etwas das „Schreiten“ über den Rücken. Der Trab ist durchaus schwungvoll

mit viel Raumgriff, auch wenn er etwas nach hinten heraustritt.

Auch der Galopp ist mit genügend Raumgriff ausgestattet. Am Sprung

zeigte er sich willig, anfangs ein bißchen auf der Flucht, hat sich dann

aber im Rücken gut losgelassen.

Maße: 155,5 / 166 / 188 / 19 cm

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El Payam (Kunar T / Prisha) *2015, Z. u. B: Sabine Hallmann

Ein Hengst mit sehr viel Ausdruck, mit einer tollen Aufmachung und

wie er sich präsentiert – so soll ein Hengst aussehen! Auch der Körper,

der Hals, die Points Schulter, Kruppenform und Oberlinie haben

überzeugt. Das Fundament mit seinen flachen Hufen und breiten

Fesseln ist das größte Problem an diesem Hengst. Die Hufform kann

etwas durch Haltung und entsprechende Korrekturen verbessert

werden. Der Schritt ist ein klarer Viertakt, er ist sehr taktsicher, wobei

der Raumgriff nicht befriedigt, er ist zu kurz. Der Trab ist genügend

im Antritt und Untertritt, er ist vorne aus der Schulter heraus gebunden,

aber zeigte im Freilauf eine Schwebephase, was mit ziemlich gut

bewertet wurde. Im Galopp gefällt die aktive Hinterhand, insgesamt

hätte man sich etwas mehr Raumgriff und Aufrichtung, mehr Bergaufgaloppade

gewünscht. Im Springen zeigte er viel Eifer, sehr viel

„drive“ nach vorne und gute Bascule.

Maße: 157 / 167 / 191 / 21 cm

DF Kiyan (DF Siraj / DF Karimah) *2019, Z: Achim Dirnhofer, B: Tahani

Ibrahim

Ein Hengst mit noch sehr jugendlichem Ausdruck, er ist auch erst

3-jährig und noch nicht ausgewachsen. Im Seitenbild sehr harmonisch,

insgesamt mit viel Ausdruck und „typecht“. Das Gebäude verfügt

über einige sehr schöne Points: der Hals, die Schulterlage, ein

sehr gut markierter Widerrist, eine sehr schöne Oberlinie und Kruppenlänge.

Das Fundament ist kurz gefesselt und etwas zehenweit.

Der Schritt läßt zu wünschen übrig, im Trab hat er gewonnen mit

einem aktiven Hinterbein. Die Galoppade ist sehr ergonomisch und

ausbalanciert, wenn er in der Acht über die Diagonale wechselt. Am

Sprung zeigte er sich willig.

Maße: 148 / 156 / 170 / 19 cm

ANGLO-ARABER

Noupier x (Duke of Hearts xx / Nouvelle x AA) *2018, Z: Sabine von

Ahlefeld, B: Stephanie Herken-Wendt

Ein Hengst mit hervorragendem Interieur, ein toller Typ und sehr schön

in der Gesamterscheinung. Am Gebäude fällt der optimal angesetzten

Hals auf, sehr schön bemuskelt, eine große Schulter und ein markanter

Widerrist. Im Fundament mußte ein Abstrich gemacht werden, wegen

einer Fehlstellung vorne rechts. Der Schritt ist fleißig, mit genügend

Übertritt und geht durch den Körper. Der Trab ist absolut gleichmäßig

im Takt, dabei genügend schwungvoll, vielleicht in der Schwebephase

nicht optimal. Die Galoppade zeigt eine sehr schöne Bergauf-Tendenz,

auf der Acht zeigte er sich sehr gut ausbalanciert und immer im Gleichgewicht.

Er springt mit ansprechender Manier und mit Übersicht.

Maße: 163 / 172 / 188 / 20 cm

DEUTSCHES EDELBLUT

Luxury Falkenhorst Z (Letter of Marque / Mandelblüte) *2018, Z:

Gwendolin Gregorio, B: Sven Bornschein

Der Hengst ist ein Braun-Isabelle (oder Buckskin) in Frame Overo. Er

steht im Sporttyp, wirkt aber noch etwas jugendlich, in der Bemuskelung

ist er bereits fertig, aber insgesamt im Geschlechtstyp ist noch Luft

nach oben. Im Gebäude zeigt er eine recht ansprechende Oberlinie, im

Rechteck stehend, mit guten Points in Schulter und Nierenpartie, die

sehr deutlich ausgeprägt sind. Das Fundament ist sehr trocken, fast

beispielshaft trocken, jede Sehne ist sichbar, das hat sehr gut gefallen,

trotz einer etwas zu weichen Fesselung. Der Schritt ist gelassen, schreitend,

im Takt und auch mit genügend Schulterfreiheit. Im Trab zeigt

er deutlichen Raumgriff und eine Schwebephase, im Galopp zeigte er

eine gute natürliche Balance, als er auf der Acht bei jedem Wechsel sauber

umgesprungen ist. Der Raumgriff ließe sich noch verbessern. Im

Springen war er hochkonzentriert, mit guter Übersicht und Bascule. Er

springt sehr rationell, d.h. er hat sich nicht übersprungen.

Maße: 157,5 / 168 / 185 / 20 cm

Boston (Towaresh / Baby Bee) *2012 B: ZG Baumann u. Kehl

NuStar Kossack (Kunar T / Nustice Kossack) *2013, B: V. Altenberger

El Payam (Kunar T / Prisha) *2015, B: S. Hallmann

Zucht

Magic Wizard R (Milky Way GF / Wolkenhexe) *2019, Z. u. B.: David

und Svenja Rockstroh

Ein Hengst, der sich nicht nur durch seine Farbe, sondern durch sein

ganzes Erscheinungsbild auszeichnet. Sein Rassetyp, sein Gesicht,

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DF Kiyan (DF Siraj / DF Karimah) *2019, B: T. Ibrahim


Zucht

Luxury Falkenhorst Z (Letter of M. xx / Mandelblüte GF) *2018, B: S. Bornschein

Magic Wizard R (Milky Way GF / Wolkenhexe C) *2019, B: D. u. S. Rockstroh

Chin Chip (Phin Phin / Water Lily) *2011, B: A.-K. Knapp

waren eine "8" wert. Wenn man das Gebäude in seine Teile zerlegt,

sieht man eine schöne Oberlinie, eine etwas lange Nierenpartie, er

ist nicht ganz geschlossen, aber hat eine sehr gute Kruppenlage und

eine fast ideale Halsung mit entsprechender Bemuskelung. Das Fundament

ist glasklar und ausdrucksstark an den Gelenken, gute Textur,

absolut korrekt. Der Schritt geht durch den Körper und das Pferd

kommt zum Schreiten. Der Trab hat eine deutliche Schwebephase

und ist sehr, sehr elastisch. Der Galopp ist rationell, aber er könnte etwas

mehr bergauf sein, hat jedoch genügend Rahmen und Raumgriff.

Im Springen war er erst etwas ängstlich, aber er schaffte es, sich durch

den Körper zu bewegen und zügig zu taxieren.

Maße: 161 / 170 / 178 / 20,5 cm

Mysterious Prince R (Milky Way GF / Hakni) *2019, Z. u. B.: David

und Svenja Rockstroh

Ein Hengst, der im Seitenbild sehr harmonisch wirkt, sehr geschlossen,

wobei er 3-jährig noch voll in der Entwicklung ist, aber bereits

viel Ausdruck besitzt. Im Gebäude fällt sein sehr gut angesetzter Hals

auf, sowie die gute Oberlinie mit einem deutlich markierten Widerrist.

Sehr ansprechend ist die Lage der Schulter, insbesondere der lange

Oberarm, was sich auch auf alle Grundgangarten auswirkt. Das Fundament

ist weitgehend korrekt, nur hinten geht er minimal breit. Der

Schritt geht durch den Körper, aber mit einer Tendenz, dass er nicht

ganz im Takt ist. Im Trab zeigt er eine ansprechende Mechanik und

schwingt über den Rücken, der Galopp ist rationell, fleißig, aber mit

etwas wenig Raumgriff. Im Springen zeigt er ein ganz schnelles Vorderbein,

insgesamt eine gute Manier.

Maße: 161 / 170 / 180 / 20 cm

Chin Chip (Phin Phin (Belg. WB) / Water Lily (AES Rpf.)) *2011, Z:

Kevin Bacon / NL, B: Ann-Katrin Knapp

Ein Hengst, der mütterlicherseits auf Australian Stockhorses, eine

Arbeitspferderasse, zurückgeht. Er ist im Rasse- und Geschlechtstyp

ziemlich gut. Im Gebäude fällt der breit angesetzte, kräftige Hals

auf, bei einer guten Schulter. Das Fundament ist gut. Im Schritt tritt

er hinten links etwas kürzer, der Trab ist elastisch und geht über den

Rücken, der Galopp ist fördernd. Am Sprung zeigt er eine gute Vorderbeintechnik

und Vermögen.

Maße: 163 / 173 / 195 / 21,5 cm

Ghost of Winnetou RW (Ghost of Manitu RW / Sendy (Slow.WB))

*2019, Z. u. B.: ZG Riegger & Weiss

Der Hengst wurde zur Anerkennung vorgestellt und ist bereits beim

VZAP gekört und prämiert. Er stellt ein sehr kalibriges, ausdrucksstarkes

Modell dar, grundsolide gebaut mit viel Geschlechtstyp. Er ist

bestens bemuskelt, mit sehr guten Partien, besonders die Schulter,

Oberlinie und Widerrist – alles sehr harmonisch. Das Fundament ist

trocken und korrekt mit großen ausgeprägten Gelenken. Der Schritt

zeitweise etwas spannig, neigt daher fast zu einem passartigen Gang.

Der Trab ist schwungvoll und dynamisch, ebenso der Galopp, aber

auch hier ist die Spannung feststellbar. Auch am Sprung ist er etwas

spannig und macht über dem Sprung nicht ganz auf.

Maße: 162 / 174 / 193 / 22 cm

Podarok (Pagur ox / Pandora (Trak.)) *2019, Z. u. B.: Jana Scheffel

Ein Hengst mit großem Auge, viel Charme, rassetypisch und ausdrucksstark.

Er verfügt über eine sehr schöne Halsung, die von der

Bemuskelung her die ideale Reitpferdehalsung darstellt. Weiter hat

er einen markanten Widerrist, eine gute gelagerte Schulterpartie

und gut geformte Oberlinie. Die Stellung und Fesselung ist sehr

korrekt, vielleicht im Vorderbein etwas geschnürt. Der Schritt hat

durchaus Qualität, ist schreitend, raumgreifend mit großem Übertritt,

genügend aus der Schulter heraus kommend. Im Trab ist er

ausgesprochen taktsicher, auch auf dem Hartplatz, mit einer super

Mechanik, elastisch, losgelassen, mit guter Rückentätigkeit und

Raumgriff. Dasselbe gilt auch für den Galopp, wo eine Bergauf-Bewegung

erkennbar ist. Im Springen zeigte er Taxiervermögen und

wurde von Sprung zu Sprung besser.

Ghost of Winnetou (Ghost of Manitu / Sendy) *2019, B: ZG Riegger & Weiss Maße: 162 / 172 / 185 / 22 cm

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ZSAA-Hengstkörung, Alsfeld, 26.-27. März 2022

Vollblutaraber

Hengst geboren Farbe Vater / Mutter (v. Mutter-Vater) Punkte Urteil

BOSTON 2012 Schimmel Towaresh / Baby Bee (v. Drug)

Typ 8 Gebäude 8 Fundament 7 Schritt 9 Trab 9 Galopp 8 Springen 8

NUSTAR KOSSACK 2013 Braun Kunar T / Nustice Kossack (v. WH Justice)

Typ 8 Gebäude 7 Fundament 7 Schritt 6 Trab 7 Galopp 7 Springen 7

EL PAYAM 2015 Braun Kunar T / Prisha (v. El Dimor)

Typ 8 Gebäude 8 Fundament 8 Schritt 6 Trab 6 Galopp 7 Springen 7

DF KIYAN 2019 Fuchs DF Siraj / DF Karimah (v. Simeon Sadik)

Typ 8 Gebäude 8 Fundament 6 Schritt 6 Trab 7 Galopp 7 Springen 7

Anglo-Araber / Englisches Vollblut

NOUPIER AA 2018 Braun Duke of Hearts xx / Nouvelle AA (v. Troupier)

Typ 9 Gebäude 9 Fundament 7 Schritt 8 Trab 7 Galopp 8 Springen 8

8,16 gekört

7,00 gekört

7,00 gekört

7,00 gekört

8,00 gekört

Zucht

TILANO xx 2018 Fuchs Russian Tango / Traummacht (v. Monsun) nicht gekört

Deutsches Edelblut-Pferd

PODAROK 2019 Braun Pagur ox / Pandora (Trak.) (v. Lichtblick)

Typ 8 Gebäude 8 Fundament 8 Schritt 8 Trab 9 Galopp 9 Springen 8

TABALUGA 2018 Fuchs

Tabajan ox / Duke's Noble Girl (Old.) (v. Duke

of Hearts xx)

Typ 8 Gebäude 8 Fundament 8 Schritt 8 Trab 9 Galopp 8 Springen 8

MAGIC WIZARD R 2019 Isabell

Wilky Way GF / Wokenhexe C (Old.) v.

Wolkentanz

Typ 8 Gebäude 8 Fundament 9 Schritt 8 Trab 8 Galopp 7 Springen 9

8,30 gekört

8,16 gekört

8,16 gekört

REMEMBER 2019 Braun L'Elu de Dun AA / Ruby IV (Trak.) (v. Arrak)

Typ 9 Gebäude 9 Fundament 8 Schritt 7 Trab 9 Galopp 8 Springen 7

LUXURY FALKENHORST Z 2018 Braun-Isabell

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Letter of Marque xx / Mandelblüte GF (v. RFF

The Alchemist)

Typ 7 Gebäude 8 Fundament 8 Schritt 8 Trab 8 Galopp 8 Springen 9

MYSTERIOUS PRINCE R 2019 Perlino Milky Way GF / Hakni (v. Rädihäza Martaloc)

Typ 8 Gebäude 8 Fundament 7 Schritt 7 Trab 8 Galopp 7 Springen 8

GHOST OF WINNETOU RW 2019 Isabell Ghost of Manitu RW / Sendy (v. Shan Shayne)

Typ 8 Gebäude 8 Fundament 8 Schritt 6 Trab 8 Galopp 8 Springen 7

MAURITIUS 2018 Sch.'Braun Titulus (Trak.) / Mafalda (Trak.) (v. Sixtus)

Typ 7 Gebäude 7 Fundament 7 Schritt 8 Trab 8 Galopp 7 Springen 9

CALLE BLOMQUIST B 2018 Braun Catoki (Holst.) / Luna B (Westf.) (v. Lucio Silla xx)

Typ 6 Gebäude 7 Fundament 7 Schritt 7 Trab 8 Galopp 8 Springen 9

BON VIVANT 2019 D'Br., k.Sch.w.

Bonaparte N AA / Exclusivs Dreamcatcher

(Trak.) (v. Exclusiv)

Typ 7 Gebäude 7 Fundament 7 Schritt 8 Trab 8 Galopp 7 Springen 7

CASMIR 2019 Braun

Contendro I (Holst.) / Rebell yell (Bay) (v.

Heraldik xx)

Typ 6 Gebäude 6 Fundament 7 Schritt 7 Trab 8 Galopp 7 Springen 9

CHIN CHIP 2011 Isabell Phin Phin / Water Lilly (v. Sovereign Prince)

Typ 7 Gebäude 7 Fundament 8 Schritt 6 Trab 7 Galopp 7 Springen 7

8,16 gekört

8,00 gekört

7,66 gekört

7,66 gekört

7,66 gekört

7,40 gekört

7,20 gekört

7,20 gekört

7,00 gekört


Shagya-Araber

Zucht

Podarok (Pagur ox / Pandora (Trak.)) *2019

Tabaluga (Tabajan ox / Duke’s Noble Girl (Old.)) *2018

Noupier x (Duke of Hearts xx / Nouvelle x AA) *2018

Remember (L’Elu de Dun AA / Ruby IV (Trak.)) *2019

Tabaluga (Tabajan ox / Duke’s Noble Girl (Old.)) *2018, Z. u. B.:

Christa Südhaus

Ein sehr typvoller, deutlich arabisch geprägter Hengst mit schönem

Typ. Er ist für sein Alter gut entwickelt, steht im Quadratformat und

zeigt sich mit gutem Halsansatz und schöner Oberlinie. In der Korrektheit

gab es nichts auszusetzen, er hat eine sehr gerade Beinführung.

Im Schritt zeigte er einen guten Übertritt und war gut im Takt.

Im Trab hat er begeistert durch seine schwungvollen, sehr elastischen

Bewegungen, mit sehr guter Schulterfreiheit und deutlicher Schwebephase.

Im Galopp zeigte er einen deutlichen Dreitakt mit Raumgriff

und war gut ausbalanciert. Im Springen war er willig mit schneller Reaktion.

Maße: 157 / 164 / 185 / 21 cm

Remember (L’Elu de Dun AA / Ruby IV (Trak.)) *2019, Z. u. B. : Maria

Lehnhardt

Ein Hengst, der altersgemäß entwickelt ist, korrekte und harmonische

Erscheinung im Seitenbild, mit einer sehr schönen Oberlinie und einer

gut gelagerten, mächtigen Schulter. Minimale Abstriche mußten

im Fundament gemacht werden, auffallend war eine gute, elastische

Fesselung. Im Schritt ist er sehr taktsicher, mit genügend Übertritt,

man könnte sich den Schritt noch etwas freier aus der Schulter kommend

wünschen. Der Trab ist sehr gut, aktiv und schwungvoll, und

macht viel Boden gut. Im Galopp ist eine Bergauf-Bewegung gut erkennbar,

mit guter Selbsthaltung. Er springt mit viel Übersicht.

Maße: 163,5 / 174 / 197 / 22 cm

Mauritius (Titulus (Trak.) / Mafalda (Trak.)) *2018, Z. u. B.: Marion

Diepenkofen

Der Hengst geht zweifach über Sixtus und Habicht auf den Shagya-Araber

Lapis zurück. Ein Hengst mit einem markanten Gesicht und

Hengstausdruck, im mittleren Rahmen stehend. Das Fundament trocken,

hinten etwas zehenweit. Der Schritt ist raumgreifend, der Trab

energisch, schwungvoll und im Takt, im Galopp ebenfalls schwungvoll.

Im Freispringen hat er gut taxiert und springt mit Balance.

Maße: 163 / 172 / 190 / 21,5 cm

Bon Vivant (Bonaparte N AA / Exclusivs Dreamcatcher (Trak.))

*2019, Z: Vanessa Bölting, B: Birgit Reuter

Ein noch sehr fohlenhaft wirkender Hengst mit nicht einmal drei

Jahren, daher noch wenig Hengstausdruck, aber er ist ein cooler

Charakter. Insgesamt von der Bemuskelung altersgemäß noch nicht

ausgereift, mit guter Sattellage. Das Fundament zeichnet sich durch

gute Gelenke, breite Hufe und planes Auffußen aus. Der Schritt geht

durch den Körper, im Trab ist er federleicht, im Galopp etwas wenig

Aufrichtung. Im Freispringen hat er naturgemäß noch keine Routine,

aber durchaus Vermögen.

Maße: 161,5 / 171 / 182 / 21 cm

Casmir (Contendro I (Holst.) / Rebell yell (Bay)) *2019, Z: Claudia

Brinkmann, B: Hubert Hermesmeyer

Ein noch voll in der Entwicklung stehender Hengst, noch etwas schmal

in der Brust, wenig Halsmuskulatur, der Widerrist reicht weit in den

Rücken, die Kruppe ist abgeschlagen. Das Fundament ist so weit

gut gewinkelt, vorne etwas verstellt. Der Schritt ist taktrein, der Trab

schwungvoll und elastisch, der Galopp dynamisch. Am Sprung elastisch

und mit guter Reaktion.

Maße: 168 / 178 / 190 / 22 cm

Calle Blomquist B (Catoki (Holst.) / Luna B (Westf.)) *2018, Z: Vanessa

Bölting, B: Hubert Hermesmeyer

Ein Hengst, der im Rasse- und Geschlechtstyp etwas enttäuscht, eine

herbe Schönheit, im Reitpferdemodell stehend. Das Gebäude ist blutgeprägt,

die Schulter etwas steil. Das Fundament im Stand korrekt,

im Schritt hinten etwas breit. Der Trab mit einer deutlichen Schwebephase

und über den Rücken gehend, das Gleiche gilt auch für den

Galopp. Am Sprung zeigt er sich sehr gut, mit Übersicht.

Maße: 169 / 177 / 194 / 22 cm

Gudrun Waiditschka

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2022

38


Im Jahr 2021 wurden 180 Fohlen (aller arabischen

Rassen) beim ZSAA registriert. Davon

konnten 60 Fohlen mit einer 1*-Prämie, 39

Fohlen mit einer 2*-Prämie und 17 Fohlen mit

einer 3*-Prämie äusgezeichnet werden, das

3***-Fohlen Rasse Geschl. Vater Mutter Züchter

AS Klawis Najma ox H. AS Khalil AS Kalirah v. Matun al Naraah Dr. Christine Felton

K Aminah ox St. NK Hamza Aladiah v. Ansata Al Salaam Sabine Klee

Nayati ox H. Nasir Farida C v. Sagrand Hans-Peter Ebener

Tyrion al samarra ShA H. Olymp Tigris al samarra v. Komet Nayla Al Samarraie

Daliha ShA St. Daru Dalicah v. D´Artagnan Jörn-Helge Möller

2**-Fohlen Rasse Geschl. Vater Mutter Züchter

KA Orisha ox St. AJM Shirass KA Oriona Katharina Antersberger

Sappralott ox H. AJM Shirass SB Rogara Sebastian Berschl

Gani Bene ox St. Ganimed Nota Bene Hans-Peter Ebener

Hadshara Naim ox H. Marib GW Nana Anja Froh

Parysz ox H. Pagur Prasage Kossack Sabine Hoischen

K Haroun ox H. NK Hamza Ghaydaa Sabine Klee

Wasim ibn Machmut ox H Machmuth Nur Walyca bint Wioska Nicole Michel

Muranas Nemesis ox H. Muranas Jassehr Nirwana Jamaal Michaela Weidner

Luzifer ox H. Mefisto Lisea Jana Weingart

Grace Kelly AB ox St. Al Ilaf Thamin Gameela Angelika Bruckner

Djendellina ox (LZ) St. Djendelman Paraclet T Peter Baumann

Witezza ox (LZ) St. Derbisz Chorsheed Frank Mechelhoff

Tigra al Samarra ShA St. Kosmos al Samarra Tessa al Samarra Gestüt Samarrastud

Jalamid il Lail ShA St. Lenkoran El Sahra Juba il Lail ox Anette Mayer

1*-Fohlen Rasse Geschl. Vater Mutter Züchter

Emira ox St. Wadis Esiria Matthias Blum

Ganinova ox St. Ganimed Pieonova Hans-Peter Ebener

Naim ibn Lamandro ox H. Lamandro Norisha bint Narew Nicole Frühwacht

RG Aragon ox H. RG Amistoso WW Djoumanah Tanja Gamerdinger

Medea vom Zentbacherhof ox St. GF Mashuk Artemis Anna Gugunava

Eleya NH ox St. CH Lagos ibn Assad-4 BA Electra Nele Heemsoth

Muna Amirah ox St. GF Mashuk MK Majidah Petra Hutterer

Shai Albi Farin ox H. PA Shai Najim AM Palea Yvonne Kanstinger

Muck ox H. Musab Bel Mejolie Karl Killer

C'est la vie ox St. Mefisto CH Caprice Stefanie Kolpin

Casim ox H. Salix Celina BS Theresa Kunze

JM Aimee ox St. JM Saoud JM Marah Jutta Mauch

Raja Indira Estelle ox St. Amurath Cheenook Nahani Silver Estelle Familie Röhr

Zer Nailah AS ox St. Kunar T Zer Naizah AS ZG Scheele u. Intemann

Buchenhofs Stina ox St. Nizar V.S. Sahira VIII Nadine Schnell

Shahin ibn el Najim ox H. PA Shai Najim Sariya CK Manuela Schwarz-Veil

GS Soraya bint Faatinah ox St. Ibn Layalia GS Faatinah Natasha Sommer

GS Kahil ibn Mounir ox H. Mounir Noir Sheerara Natasha Sommer

Muranas Nahlah ox St. Shadi al Khalediah Muranas Nasirah Michaela Weidner

Phizaro ox (LZ) H. Bayard V.S. Bornerhofs Phara Sandrina Karl

Viva La Diva ox (LZ) St. Vis di Callura Bahiega Tanja Köngeter

Sirius ShA H. Balou Gaga Lady A Ingrid Früchtenicht

Halley ShA St. Bashir Hasna Ingrid Früchtenicht

Othello ShA H. O'Bajan Facer/Sultan Eina Maike Hagen

Gala Sadik A ShA St. GF Nuri ox Galifa A Sabine Körber

Banjo ShA H. Javino/Jussuf-311 ShA Beauty ZG Schriml u. Hienz

Agnetha ShA St. Diamant Ashley Doris Wehner

Bolero ShA H. Javino/Jussuf-311 ShA Bashra Doris Wehner

N.N. ShA St. Mefisto ox Nastia Carin Weiß

Allegro (geb. 2020) ShA H. Javino/Jussuf-311 ShA Ashley Elsa Törell

Aufgeführt sind hier nur die Vollblutaraber- und Shagya-Araber-Fohlen. Für die Rassen Deutsches Edelpferd und die Partbred-Rassen siehe www.zsaa.org

1/2022 - www.in-the-focus.com

STERNE-FOHLEN 2021 DES ZSAA

sind rund 72,5 % und damit eine deutliche

Steigerung zum Vorjahr (60 %).

Insgesamt wurden knapp 100 neue Stuten in

den Verband aufgenommen und es konnten

34 Stuten eine Verbandsprämie erhalten (d.

39

h. Eintragungsnote 7,5 und besser), darunter

waren zehn Vollblutaraber- und zwei Shagya-

Araber-Stuten.

Insgesamt wurden 2021 19 Hengste gekört,

darunter nur 3 VA und kein Shagya-Araber.

Zucht News


STALLRUNDGANG IM GESTÜT SAX ARABIANS

News

Nach einer Corona-bedingten, etwas

längeren Winterpause hatten Reinhard

und Monika Sax am 5. März zum

Stallrundgang in ihrem Gestüt Sax Arabians

in Altfraunhofen eingeladen. Diese „Rundgänge“

wurden während der Corona-Jahre

zu einem Treffpunkt für Kunden, Araberliebhaber

und Interessenten, die neugierig auf

die jüngste Nachzucht der neu eingesetzten

Hengste sind. Gezeigt wurden nicht nur

verkäufliche Pferde, auch „Zucht-Highlights“

wurden im Hof vom langjährigen Trainer Simon

Kelly an der Hand vorgestellt und informativ

von Monika Sax kommentiert.

So kommt es, dass die Rappstute Aziza Aarmaani

(a.d. Monira Bint Amir) dieses Jahr bereits

3-jährig ist und 2022 erstmals zur Zucht

eingesetzt wird. Ihre 2-jährige Vollschwester

Aamona wurde ebenfalls vorgestellt, wie

auch die drei im Jahr 2021 geborenen Rapphengste

Aarnico (a. d. Rappstute Marnica),

Monroe (a.d. Monira Bint Amir, ebenfalls Rappe)

und Maxiaan (a. d. Rappstute Marni).

Von Lamandros Nachkommen zählen die

Stuten Princess Maha (a. d. Princess Marenga)

sowie Ihre Vollschwester Princess

Marga zu den Favoriten, wie auch die letzte

Al-Amrya-Tochter, die 3-jährige Alandra und

– wie immer - die Fuchsstute Psayara Bint Lamandro.

Der 1-jähirge Emilio Bint Lamandro

aus der German-National-Champion-Stute

Elisha Bint Marshan zeigte sich stolz den Besuchern,

wie auch der 4-jährige Hengst Essandro

(Lamandro / Espannja Al Justice), der

die Präsentation an diesem Tag beendete.

Alle Besucher wurden in den Stutenstall zu

Kaffee und Kuchen eingeladen, alle zeigten

sich gegenseitig freudig und voller Begeisterung

Handy-Fotos von ihren Pferden und es

fanden an den Tischen endlich wieder einmal

Gespräche über die Pferde und die Entwicklungen

in der Zucht und im Schaugeschehen

statt.

Aufgrund von Corona hatte das Gestüt Sax

zwei Jahre lang nicht an Vollblutaraberschauen

teilgenommen, daher wird es jeden Liebhaber

und Interessenten der Sax’schen Zucht

Großes Interesse fiel auf die Nachzucht von LF

Aarmaan Vittorio, bei dem Reinhard und Monika

Sax unter den ersten Züchtern waren, die

den Hengst 2-jährig bereits eingesetzt hatten.

Emilio Ibn Lamandro *2021 Essandro *2018

HENGSTPRÄSENTATION IM GESTÜT RHÖN

freuen, dass dieses Jahr wieder einige Nachkommen

auf den Schauen in Wels, Prag und

Aachen zu sehen sein werden – so zumindest

der Plan!

Fotos: privat

Am 20. März luden Familie Wehner und

Jonathan Marquardt zu einer Hengstpräsentation

im Gestüt Rhön, Mittelkalbach,

ein. Neben den gestütseigenen

Reitausbildung steht. Der Hengst verdiente sich

bereits diverse Titel: Er wurde 2020 mit Gold

ausgezeichnet, war "Bester Eintragungshengst

2020" und 2021 sogar "Bester Körhengst".

A Magic Man of Kossack *2017 winnen aufwarten.

NuStar Kossack *2013

Hengsten waren auch einige, die hier auf

Deckstation stehen, zu sehen.

Den Auftakt machte A Magic Man of Kossack

(S.M.A. Magic One / Abakana Kossack) *2017

aus dem Vogelsberg Araber-Gestüt, der hier zur

Die Shagya-Araber wurden durch Javino (Jelzin

(Jussuf-911) / Alien) *2013 und Diamant

(Puschkin R aus der Diema II) *2003 vertreten.

Der in Dressur, Springen und Gelände erfolgreiche

Diamant war seinerzeit auch Körungssieger

beim ZSAA, während Javino Körungssieger

des ÖAZV in Österreich wurde, seine

HLP legte er beim ZSAA mit Höchstnoten ab.

Neben diesen Hengsten wurden auch drei

Anglo-Araber Ismael AA *2011

NuStar Kossack (Kunar T / Nustice Kossack)

*2013 war der nächste im Bunde der

Vollblutaraber. Er steht im Gestüt Rhön auf

Deckstation und zur reiterlichen Weiterbildung.

Der Hengst ist im Besitz von Epulari

Arabians in Österreich und kann mit einer guten

HLP in Stadl Paura sowie Championatsge-

gestütseigene Anglo-Araber gezeigt, sowie

das Deutsche Edelblut Davidoffs da Vinci und

der Schecke Nor Cal Sierras Kir Royal. Insgesamt

eine wirklich beeindruckende Hengstpalette!

-gw-

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2022

40

Fotos: Sonja Bock


Millionen Menschen sind auf der Flucht vor

der russischen Invasion und dem Krieg in

der Ukraine. Um die Hilfsangebote für Menschen

und Pferde vor Ort zu koordinieren,

hat die Ukrainische Reiterliche Vereinigung

(UEF) eine Stiftung gegründet und ein Logistikzentrum

in Polen eingerichtet. Für die

Versorgung der ukrainischen Pferde wird

momentan um drei Arten von Hilfe gebeten:

• Heulage in kleinen Paketen mit einem Gewicht

von bis zu 20 kg

• Mischfutter für Pferde (Müsli/Pferdefutter)

in Säcken mit einem Gewicht von bis zu 20

kg

• Späneballen bis zu 20 kg

In gute Hände

abzugeben:

SPENDEN FÜR DIE PFERDE IN DER UKRAINE

Alle Lieferungen müssen über die UEF-Stiftung

„Help Ukraine Horses“ koordiniert und

über das Logistikzentrum in Polen abgewickelt

werden. Zollverfahren sind dabei einzuhalten.

Auf folgenden Wegen kann Kontakt

zur Stiftung aufgenommen werden:

Vor dem Versand von Hilfsgütern an das

Logistikzentrum ist die Stiftung über folgenden

Link zu benachrichtigen: helpukrainehorses.eu/en/bring-supplies-en/

Dort ist auch die Adresse des Logistikzentrums

zu finden.

Wer in Europa Hilfe bei der Unterbringung

und Evakuierung von Pferden anbieten

möchte, kann dafür dieses Formular ausfül-

NAPOLEONS RUSSLANDFELDZUG VON 1812

Napoleons Russlandfeldzug endete nach anfänglichen Erfolgen in

einer der größten militärischen Katastrophen der Geschichte.

Der Künstler und Schlachtenmaler Albrecht Adam stellt hier Napoleon

im Moment seines größten Scheiterns dar, vor der brennenden

Stadt Moskau. Er schrieb dazu: „Daß wir das Grab von Napoleons

Herrlichkeit vor uns sehen und Moskau bald als Aschenhaufen verlassen

müßten, daran dachte Niemand.“

Wenn man nun "Russland" mit "Ukraine", "Moskau" mit "Kiew" und

"Napoleon" mit "Putin" ersetzt, so sind auch nach rund 200 Jahren

die Ähnlichkeiten frappierend ...

Albrecht Adam: "Voyage pittoresque"

22 September 1812 - Napoleon im brennenden Moskau

len: helpukrainehorses.eu/en/offer-help-en/

Alle Personen, die sich derzeit in der Ukraine

aufhalten und Hilfe benötigen, sollten sich

unter folgendem Link direkt an die Stiftung

wenden: helpukrainehorses.eu/uk/ask-forhelp-uk/

Auch die internationale Hilfsorganisation

Equiwent/Schmiede ohne Grenzen hilft vor

Ort in der Ukraine Tieren in Not: www.equiwent.org/ukraine

Wer den Menschen in der Ukraine helfen

möchte, kann zum Beispiel an das Aktionsbündnis

Katastrophenhilfe spenden: www.

aktionsbuendnis-katastrophenhilfe.de/

FN

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Sportliche News Araber

Vollblutaraber aus dem Hauptgestüt!

z.B. WM Namas ox

Hengstfohlen *2021

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v. DF Malik Jamil ox

Familie der Nadja

Ansprechpartner:

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Shagya-Araber

Zucht News

NEUE REGELUNG FÜR SHAGYA-ARABER

IN DER ANGLO-ARABER-ZUCHT

Anläßlich der Mitgliederversammlung des

Internationalen Anglo-Araber-Verbandes

(Confédération Internationale de l’Anglo-Arabe,

C.I.A.A.) im November 2021 hielt

der ISG-Präsident Ahmed Al Samarraie einen

Vortrag zur Geschichte und Genetik

des Shagya-Arabers. Hintergrund war, dass

bislang der C.I.A.A. den Shagya-Araber rechnerisch

nur als 50%-igen Araber einstufte.

Wer ihn höher angesetzt haben wollte, mußte

diesen höheren Prozentsatz rechnerisch

nachweisen. Auf einer per Videokonferenz

abgehaltenen außerordentlichen MGV im

Dezember 2021 wurde dann beschlossen,

den Shagya-Araber mit (mindestens) 90 %

Araberanteil festzulegen. Damit werden alle

Anpaarungen aus Anglo-Araber und Shagya-Araber

automatisch in die Sektion 2 des

Stutbuchs eingeordnet und es wird kein

rechnerischer Nachweis mehr benötigt.

Außerdem wurde an derselben Video-MGV

der ZSAA einstimmig als Vollmitglied der

C.I.A.A. aufgenommen. Dazu war eine Satzungsänderung

nötig, da bislang jedes Land

nur mit einem Stutbuch / Verband vertreten

sein konnte. Außerdem wurde Ahmed Al

Samarraie in die Stutbuchkommission des

C.I.A.A. aufgenommen.

-gw-

WAHO-KONFERENZ IN

JORDANIEN GEPLANT

Gute Nachrichten von der WAHO – die

WAHO-Konferenz 2022 soll nach heutigem

Stand vom 8. bis 14. Oktober 2022 stattfinden,

mit der Möglichkeit anschließender

„Post-Conference-Tours“. Alles steht und fällt

natürlich mit der Coronapandemie und den

gegebenenfalls bestehenden Reisebeschränkungen.

Am 23. und 24. April findet auf der Reitanlage

des Schwarzwälder Reitervereins

in Freudenstadt ein Dressurlehrgang

mit Susanne Hoyler statt. Angeboten

wird Einzelunterricht 2 x 30 min. von Kl. E

bis S.

Susanne Hoyler ist selbst mehrfache Europameisterin

mit Haifi El Sorrento in Dressur und

Classic Pleasure. Reitern von arabischen Pferden

wird die Möglichkeit gegeben, sich als

erste anzumelden. Email zur Kontaktaufnahme:

hoyler@psk-nsw.de

Bereits Ende 2021 fand

in Weil der Stadt (Baden-Württemberg)

auf

der großzügigen Reitanlage

des Güthlerhofs

ein Dressurlehrgang

mit Susanne Hoyler

statt. Hierzu waren

auch gerittene Vollblutaraber

eingeladen.

Sehr erfreulich war die

Resonanz: Von insgesamt

sechs Teilnehmern

war die Hälfte

Vollblutaraber.

Insgesamt 3 Pferde

aus dem Gestüt

Al Naarah von Mona

DRESSURLEHRGANG MIT SUSANNE HOYLER

Schnaufer nahmen

teil. Hier war zum einen Karima El Naarah

(Madheen El Shah / Kahr El Naarah), eine

sehr erfolgreiche 13-jährige Zuchtstute,

dabei. Sie zeigte sich auch unter dem Sattel

sehr willig und ihre Reiterin profitierte

von den Tipps zur Gymnastizierung der

Stute. Des Weiteren die wunderschöne

braune Stute Hamees El Naarah, die mit

ihrer sehr einfühlsamen Reiterin sehr eifrig

mitarbeitete. Dritter im Bunde war der

6-jährige Wallach Kahlid El Naarah von Ikhnaton

und aus der oben erwähnten Karima

El Naarah. Die Basisarbeit zur Duchlässigkeit

und Beweglichkeit steht immer an erster

Stelle und wertvolle Anregungen für die

Winterarbeit wurden vermittelt. Alle Pferde

zeigten sich sehr engagiert und machten

dem arabischen Reitpferd alle Ehre.

Alle Beteiligten waren sich einig, dass weitere

Veranstaltungen wie im Oktober 2020 in

Ströhen sowie im August 2021 in Heilbronn

stattfinden sollten.

Dort wurden neben

Schauklassen auch

4 Reitklassen ausgeschrieben

und

sehr gut frequentiert:

Hunter Pleasure,

Classic Pleasure,

Karimah El Naarah mit Madlen Porschke beim

letzte Kurs. Bei Bedarf können diese regelmäßig

stattfinden.

Die eigentliche Konferenz für die Delegierten,

WAHO-Mitglieder und Gäste ist für den

11. und 12. Oktober geplant. Der touristische

Teil (Pre- & Post-Conference Tours) wird die

zahlreichen historischen und kulturellen Stätten

in Jordanien umfassen, aber auch Privatgestüte.

Die „Royal Stables“ mit einer privaten

Züchterparade stehen am 13. Oktober auf

dem Programm.

Western Pleasure

und Ranch Riding.

Es fiel auf, dass es

ein tolles Gemeinschaftsprojekt

der Die längeren Touren nach der Konferenz sind

Schau- und Reitszene

geeignet für eine genauere Erkundung von

war, bei dem sehr Jordaniens wundervollem Erbe. Es ist damit

viel Rücksicht auf einander

die Möglichkeit gegeben, länger an Orten

genommen wie Petra und dem Toten Meer zu verweilen.

Auch Besuche in der Wüste von Wadi Rum

und dem Ferienort Aqaba am Roten Meer

sind geplant. Besuche bei einigen weniger

bekannten, aber faszinierenden Naturschutzgebieten

und Naturschutzprojekten sollen

ebenfalls ins Programm aufgenommen werden,

beispielsweise das Al Ma’wa Reserve for

Nature & Wildlife. Eventuell gibt es auch die

Möglichkeit von Wüstenritten mit Kamelen

oder Pferden und eine Übernachtung in einem

Zeltlager in der Wüste.

Nähere Informationen gibt es unter:

www.waho.org/waho-conference-news

42

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2022

wurde.

Ein Appell an Veranstalter:

Bitte gerne

solche Events für beide Lager in Deutschland

ausschreiben und kommunizieren, damit

auch das gerittene arabische Sportpferd

mehr gefördert und gesehen wird.

Zur Vorbereitung solcher Events ist Susanne

Hoyler gerne bereit, weitere Lehrgänge,

die gerne auch öfters und an verschiedenen

Standorten angeboten werden könnten, abzuhalten.

Edith Lipp


ARABISCHES WOCHENENDE IN MARBACH

DER ÖAZV WIRD 50!

Araberliebhaber können sich bereits

jetzt auf das Festival des Arabischen

Pferdes Mitte Juli freuen. Vom 15. bis

17. Juli findet neben der Präsentation des

Marbacher Fohlenjahrgangs 2022 auch ein

Schauprogramm in der großen Reithalle

statt, sowie die VZAP-Körung, Verbandshengstschau,

Stuten- und Fohlenprämierung.

Bei genügend Nennungen kann auch

ein nationales Championat für die arabischen

Rassegruppen Shagya-Araber, Partbred-Araber

und Araber stattfinden. Außerdem besteht

die Möglichkeit, bereits gekörte oder

eingetragene Hengste einem breiten Publikum

vorzustellen. Dies soll gerade den in den

letzten beiden Jahren unter Ausschluss der

Öffentlichkeit zur Körung bzw. Eintragung

vorgestellten Hengste zugutekommen.

Wissbegierige Pferdebesitzer und -freunde

können bei einem Seminar mit Anja Beran ihr

Wissen erweitern. Eine vielfältige Ausstellung

auf dem Vorplatz der großen Reithalle rundet

das Programm ab. Infos auf www.gestuet-marbach.de

und auf www.VZAP.org

Der Österreichische

Araber-Zuchtverband

(ÖAZV)

feiert dieses

Jahr sein 50-jähriges

Bestehen.

Zu diesem Anlass

lädt der

ÖAZV unter seinem

Präsidenten

Franz Hoppenberger

am Wochenende vom 1. bis 3.

Juli 2022 ins Pferdezentrum Stadl Paura zu

einer Jubiläumsschau ein. Im Zuge dessen

wird auch die alljährliche Hengstanerkennung

sowie die Stutbuchaufnahme und

das Fohlenchampionat stattfinden.

Der ÖAZV ist in Österreich für die Rassen

Shagya-Araber, Österreichischer Partbred-

Araber und Anglo-Araber zu ständig,

Zuchtleiter ist Dr. Peter Zechner.

Genaue Infos und die Ausschreibung können

zu gegebener Zeit auf der Website

des ÖAZV gefunden werden: www.araber-zuchtverband.com

-gw-

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Sportliche News Araber

Fotos: © M.Groger, K.Unger

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und leistungsgeprüften Zuchtstute,

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43

Gestüt Am

A

30

r

t

ura

Jahre

ath


DIE NEUEN HENGSTE DES VZAP

News

A Magic Man of Kossack FA Dajan Junimond Jussuf-507

VZAP Hengsteintragung 2021

Goldene Schleife

Hengst geb. Rasse Vater Mutter Züchter Besitzer

RD Harenaado 2016 ox Hariry Al Shaqab DM Endless Roma Popplewell / CA European Breeders Trust

Akram OS 2018 ox Ajman Moniscione Arcadya OS Gestüt Osterhof Gestüt Osterhof

Pueblo 2017 ox Ascot DD Perla Janow Podlaski / PL Frank Dill

MS Aladdin 2016 ox EKS Alihandro GHS Rihanna Günther & Heike Scherle Günther & Heike Scherle

Santorini 2009 ox Vervaldee Lady Madonna Heather Brown, GB Dr. Nils Ismer

Silberne Schleife

Nazareth ibn Shamekh 2019 ox Shamekh Aldanat RA Nalia Kerstin Thomas Kerstin Thomas

Exagon OS 2019 ox Cyclon OS Strastya OS Gestüt Osterhof Gestüt Osterhof

SA Sandro 2018 ox ESP Haife DE F MS La Isla Bonita Jürgen Schaufler Jürgen Schaufler

NK Hani 2018 ox NK Nabhan NK Habiba Hans-Joachim Nagel Gerd Mihalik

Vol Gas Kossack 2017 ox Marwan I Vydumka The Kossack Stud / NL C. u. B. Hartmann

Nasheed Al Amal Hoor 2010 ox Hafez Al Ahd Hoor Aneedah Hoor Al Oyoun / EG H.u.L. Gestüt Marbach

Abu Sabi 2001 ox Zaid ben Raswan Abaisha Brigitte Jedzini Brigitte Jedzini

Al Habib 2007 ox Mahadin Mahmeya Gerhard Huber / AT Anika Hohmann

Hafid 1999 ox Berak Helaah Brigitte Jedzini Brigitte Jedzini

Weiße Schleife

LLA Rayan 2019 ox GR Mahal ES Raya Bint Farau D. u. S. Lidschreiber D. u. S. Lidschreiber

Highborns Pushkin 2019 ox GF Mashuk Patritzia S Alexandra Balz Alexandra Balz

SK Dashan 2019 ox MK Diabolo SK Malisah Susanne Kruse Susanne Kruse

MAI Shahen 2018 ox DG Maksus DG Schaza bint Marwteyn Andrej Mertin Melanie Vogler

F Saamih 2017 ox Al Lahab F Siraja Hansjürgen Friedmann Sabine Brockamp

Tag Al Ola Hoor 2016 ox Shaer Al Nil Hoor Kawkab al Sharq Hoor Hoor Al Oyoun / EG H. u. L. Gestüt Marbach

Sultan v.d. Rengersmühle2014 ox Shahin Ibn Naskhi Shabah II Christin Völkel Nicole Reischel

Azabat Al Batra 2014 ox Ali Nour Al Dahab Z Azizi Johari Petra u. Nigel Nutt Petra u. Nigel Nutt

Black Warrior CA 2014 ox Blackwind Jafar CL Sensuelle F. u. B. Cargile / USA Sarah Geier

Kasanova 2001 ox Wahhabit Kaslana Brigitte Jedzini Brigitte Jedzini

Nacho 2019 ox Eurogant BS Najah Al Khaled Michal Zurawski / PL Martin Kullmann

Miro MA 2018 ox Maserati A Bel Samina Heinz Mader Karl-Heinz Begon

Gekörte Hengste

Bester Körhengst

Prämienhengs

2017 ox S.M.A. Magic One Abakana Kossack The Kossack Stud / NL Harald Frey

A Magic Man of Kossack

Prämienhengst

FA Dajan

2015 ox Kanz Al Bidayer FA Dafina Hans-Dieter Ahlers Hans-Dieter Ahlers

Körhengst *)

Prämienhengst 2012 ox Amer Bouge Athbah Stud / GB Rolf Gagel

Mislaf Athbah

Rubin GW 2015 ox Smaragd GW Rachel GW Gisela Wegener Gisela Wegener

Prämienhengst

Junimond Jussuf-507 2015 ShA Jussuf-911 H Bernina M.u.S. Hamedinger / AT E. u. I. Seehrich

(Jupiter)

Gazal Zephyr 2019 ShA 1963 Gazal III- Sasanka Clará Dyková / CZ A. u. M. Branceisz

Zugelassen für das Deutsche Edelblut

Prämienhengst

Ghost of Winnetou RW

2019 DEbltPGhost of Manitu (DSP) Sendy (SVK.Wb) ZG Riegger u. Weiss ZG Riegger u. Weiss

Camar Qazim Rouge 2019 Trak. Le Rouge (Trak.) Camar Qalifa ox C. Knaack-Lindemann C. Knaack-Lindemann

Körhengst ')

Hopeful Affair

2014 DEbltPSweet Affair (Trak.) Hetti (Trak.) Nicole Engelhard Nicole Engelhard

*) wenn eine bestandene HLP nachgewiesen wird

Alle Fotos: Gudrun Waiditschka

44

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2022


Die FEI hat ihre Tabelle der suspendierten

Reiter und Pferde am 23.

März aktualisiert: Zu diesem Zeitpunkt

hatten 80 % (32 von 40) aller derzeit

suspendierten Personen einen Bezug zum

Distanzreiten, 20 der 32 kommen aus Gr.-

VII-Ländern.

Unter den Suspendierten ist auch die deutsche

Athletin, Trainerin, OK-Mitglied, FEI 3*

Official Veterinarian und FEI 3* Endurance

Veterinary Treating Official Ursula Klingbeil.

Sie hatte im Januar 2022 das Pferd

Badr Al Taj (KSA) im Al Ula CEI 2*-Ritt (leihweise)

geritten, welches wegen Lahmheit

eliminiert und positiv auf Dexamethason,

Phenylbutazon und Oxyphenbutazon (kontrollierte

Arzneimittelsubstanzen) getestet

wurde. Es war der dritte gescheiterte Versuch

des Pferdes, einen CEI 2*-Ritt zu beenden,

nachdem er zuvor nur einen CEI 1* bei

einer durchschnittlichen Rundengeschwindigkeit

von 28 km/h absolviert hatte.

1/2022 - www.in-the-focus.com

SUSPENDIERTE REITER IM DISTANZSPORT

Der Verband der Vollblutaraberzüchter

Österreich (VVÖ) hatte 2021 einen

"Handtrail-Cup" ausgelotet. An drei

Turnieren konnten dazu Punkte gesammelt

werden und insgesamt haben 18 Paare teilgenommen.

Die Gewinner sind:

1. Susanne Schuh mit GFH Sukari (TA Markoni

/ Baikals Shangrila) *2017

2. Manuela Wenig mit Hag Nejada (BS Black

Lover / SW Nabial Bint Sheitan) *2018

Trotz anfänglich anderslautender Bekanntmachungen

findet das beliebte

ANC-Turnnier nun doch vom 23.-25.

September in der Aachener Soers statt!

Zugelassen sind alle Vollblutaraber, die in

eigenen Abteilungen starten werden, sowie

Pferde aller Rassen ab 50% arabischem

Blutanteil (ox, Sha, AA, A). Pferde der Rasse

Dt. Edelblutpferd / Arabisch Partbred Spezial,

die ein Papier des VZAP besitzen oder an

dessen Zuchtprogramm teilnehmen, dürfen

weiterhin ab 12,5% ox-Blutanteil an den

Start.

Freundlicherweise konnte Familie Paltra wieder

für das Sponsoring des gleichnamigen

Championats gewonnen werden. -gw-

HANDTRAIL CUP SIEGER 2021

ANC TURNIER 2022

Auch die zweifache Weltmeisterin Valery

Kanavy aus den USA befindet sich unter

den suspendierten Personen, als Besitzerin

und Trainerin des Pferdes Fine Cut Gold, geritten

von dem 19-jährigen Alex Shampoe,

der ebenfalls suspendiert ist. Angeblich

wurde das Pferd mit einer nicht FEI-konformen

Creme behandelt. Valery Kanavy

errang 1994 und 1998 Gold in der Einzelwertung

mit Piraz und High Winds Jedy.

Clean Endurance / -gw-

3. Barbara Grundwald-Ratzenböck mit Etzel

(Etat / Evita) *2009.

Für den ersten Platz gibt es 2 Nächte im Romantik

Hotel Turm in Völs am Schlern, zur

Verfügung gestellt von Stephan Pramstrahler.

Es ist eines der besten Hotels, mehrfach

prämiert und ausgezeichnet. Vom ersten bis

zum dritten Platz gibt es Gilet-Jacken mit Beschriftung,

gestiftet von Mario Matt Arabians.

Mario Matt züchtet international erfolgreiche

Schaupferde, die inzwischen auch Ihre Qualitäten

unter dem Sattel beweisen konnten.

Die Prüfung richtet sich in erster Linie an

Jungpferde, die auf diese Weise an den Turniersport

herangeführt werden können.

Voraussichtliche Termine für 2022 sind: 7. - 8.

Mai in Oberhofen, 30. - 31. Juli in Stadl Paura -

Araber Sommerfestival und 1. - 4. September

in Wiener Neustadt - Europa-Championat der

Sportaraber. Der Hauptpreis sind wieder zwei

Nächte im Romantikhotel Turm. -gw-

45

NEUES REGLEMENT FÜR

SPORTPFERDEPLAKETTEN

Alljährlich vergibt der Araberzuchtverband

(VZAP) für jede sportliche Disziplin

eine „Sportpferdeplakette“ in

Gold, Silber und Bronze. Die genauen Modalitäten

werden immer wieder überarbeitet,

so auch Ende 2020, der Entwurf wurde dann

vom Vorstand und von der Mitgliederversammlung

2021 abgesegnet und ist nun für

das Jahr 2021 gültig. Grund für die jüngste

Überarbeitung war, dass man die Anforderungen

etwas senken wollte, und zwar ausgehend

von den potentiellen Möglichkeiten

der Vertreter der verschiedenen Rassen. Bislang

war es beispielsweise so, dass man für

eine Goldplakette sowohl in der Dressur als

auch in der Disziplin Springen 400 Ranglistenpunkte

erreichen mußte. Die Ranglistenpunkte

basieren auf einem ausgeklügelten

System der FN und werden in deren Datenbank

errechnet und dargestellt. In diese

Ranglistenpunkte gehen das Niveau (Kl. E,

A, L, M, S) und die Platzierung (1., 2., 3.,...)

ein, auch Auslandsstarts werden berücksichtigt,

sofern das Turnier von der ausländischen

FN anerkannt ist und der Reiter bei

der deutschen FN die Anerkennung seiner

ausländischen Ergebnisse beantragt. Nun

ist das System logischerweise auf das deutsche

Sportpferd ausgerichtet, d.h. man setzt

den Schwierigkeitsgrad einer S-Dressur mit

einem S-Springen gleich. Das funktioniert

aber nicht für unsere Araber, denn selbst

wenn wir davon ausgehen, dass die besten

Vertreter des Vollblutarabers eine S-Dressur

gehen können – man denke an Period, Exquisite’s

Fantasy, Haifi El Sorrento – so gibt

es wohl keinen Vollblutaraber in den letzten

50 Jahren, der ein S-Springen erfolgreich

absolviert hat. Also muß man die Anforderungen

an das potentielle Leistungsvermögen

der Pferde anpassen, nicht umgekehrt,

und dieses liegt im Springen maximal bei M

(z.B. Al Ashar, GG Midnight Silver).

Daher müssen nun Vollblutaraber in der

Dressur minimum 350 RLP für Gold, 160 RLP

für Silber und 80 RLP für Bronze erreiten, im

Springen liegen die Anforderungen bei 100

RLP (Gold), 50 RLP (Silber) und 30 RLP (Bronze).

Für andere arabische Rassengruppen

liegen die Anforderungen nach wie vor bei

400 / 250 / 100 RLP. Auch für den Westernreitsport

wurde eine Ranglistenwertung erarbeitet,

die analog der Dressur gewertet wird.

Im Distanzsport müssen für eine Goldene

Plakette mindestens 343 km Jahreskilometerleistung

erbracht werden, darunter mindestens

ein Ritt über 120 km als Eintagesritt.

Für Silber ist eine Jahreskilometerleistung

von mindestens 244 km erforderlich, darunter

mindestens ein LDR als Eintagesritt. Für

Bronze muß die Jahreskilometerleistung bei

mindestens 183 km liegen, darunter mindestens

ein MDR (für alle gilt: Keine Einführungsritte).

-gw-

News


GENETISCHE SPURENSUCHE (IV)

ARABER-HENGSTLINIEN

AUS GENETISCHER SICHT

Zucht

In unseren vorherigen Artikeln dieser Serie haben wir uns mit dem Ursprung unserer modernen

Rassen beschäftigt, uns bestimmte Merkmale angesehen und die verschiedenen

Y-chromosomalen Haplotypen. In diesem vierten Teil gehen wir genauer

auf die arabischen Hengstlinien ein.

WAS SIND HENGSTLINIEN?

In den letzten 200 bis 300 Jahren, seit die

Pferdezucht systematischer betrieben und

Anpaarungen in einem Zuchtbuch oder

Register eingetragen wurden, wurde eine

große Anzahl von Hengsten zur Zucht herangezogen,

aber nur ein Bruchteil dieser

Hengste konnte eine Hengstlinie gründen,

die bis heute existiert. Die Hengste, denen

das gelang, waren in der Regel genetisch

starke Vererber, die ihre Eigenschaften mit

großer Sicherheit weitergaben, daher häufig

eingesetzt wurden und deren Nachkommen

dann entsprechend selektiert werden

konnten. Eine Hengstlinie kann daher nur

über mehrere Generationen entstehen und

nicht von vornherein als solche „etabliert“

werden. Hengstlinien können als Instrument

zur Typenkonsolidierung, zum Management

von Inzucht und Linienzucht und zur Überwachung

der genetischen Vielfalt verwendet

werden.

Dasselbe gilt natürlich auch für die Araberzucht.

Hier wurden im 19. Jahrhundert

Hunderte, wenn nicht Tausende von Araberhengsten

aus den arabischen Ländern

nach Europa importiert. Viele von ihnen

wurden für die Zucht verwendet, aber nur

ein Bruchteil von ihnen konnte eine Hengstlinie

aufbauen, die bis heute existiert. Diese

Linie wird meist (im Nachhinein) nach dem

einst importierten „Wüstenpferd“ benannt.

Diese Pferde könnten vor +/- 200 Jahren (z.

B. Bairaktar db, imp. 1817) oder vor +/- 40

Jahren (Amer db, geboren 1986) importiert

worden sein. Während die Vorfahren

und Abstammung dieser Wüstenpferde nur

mündlich übermittelt wurden, wurde die

Abstammung ihrer Nachkommen nach dem

Import normalerweise sorgfältig in Zuchtbüchern

registriert. Die männlichen Nachkommen

eines solchen Wüstenhengstes

führten die Hengstlinie in die Zukunft und

daher gehen alle Mitglieder einer Hengstlinie

in ihrer väterlichen Linie auf ein einziges

Stammpferd zurück, das aus einem arabischen

Herkunftsland importiert wurde. Solche

Gründerhengste findet man daher ganz

am „Anfang“ des Pedigrees in der obersten

Linie. Heutzutage kann das 20 und mehr Generationen

zurückliegen.

Bei manchen dieser Gründerpferde ist die

Dokumentation ihrer „persönlichen Daten“

besser als bei anderen, was auch davon

abhing, welche Bedeutung der Importeur

oder der spätere Besitzer diesen Daten beigemessen

hatte. So sind für einige Pferde

alle relevanten Daten verfügbar, die sie als

„Wüstenaraber“ identifizieren, d. h. Geburtsjahr,

Stamm und Unterstamm (d. h. „marbat“

und „rasan“, zum Beispiel Saklawi Djedran)

und Züchter (z. B. der Name des Beduinenstammes).

Für andere Pferde hingegen liegen

diese Informationen nicht vor, möglicherweise,

weil sie von ihren Besitzern oder

Importeuren als irrelevant angesehen worden

waren oder im Zeitraum von bis zu 200

Jahren verloren gegangen und somit (nicht

mehr) verfügbar sind. Dies bedeutet jedoch

nicht automatisch, dass das fragliche Pferd

keinen Stamm und Unterstamm hatte oder

nicht von einem der Beduinenstämme gezüchtet

wurde – es bedeutet nur, dass diese

Informationen die Zeit nicht überdauert

haben. Bei begründeten Anhaltspunkten, z.

B. anhand der Einfuhrgeschichte und Angaben,

wo das Pferd gekaufte wurde, etc. gilt

das Pferd dennoch als „Wüstenaraber“ – frei

nach dem Motto: „Im Zweifel für den Angeklagten.“

GENETISCHE BEWEISE

Im Januar 2022 wurde ein neuer wissenschaftlicher

Artikel von Dr. Wallner und

etwa 25 weiteren internationalen Wissenschaftlern

und Experten über „Einsichten

mittels des Y-Chromosoms in die Zuchtgeschichte

und Hengstlinien-Genealogie bei

Arabischen Pferden“ (1) veröffentlicht, das

sich ausführlich mit arabischen Hengstli-

TABELLE 1 (RECHTS) - HENGSTLINIEN UND IHRE HAPLOTYPEN

Spalte 1: Enthält Name des Gründungsvaters, Araber-Stamm ('rasan'

und 'marbat'), Beduinenstamm oder Züchter (Land).

Spalte 4: Die Anzahl der beprobten Pferde ist in Klammern angegeben.

Abkürzungen: Trakehner (Trak), Shagya-Araber (ShA), Fredriksborger

(FH), Knabstrupper (Ks), Warmblut (Wb), Lewitzer (Le), Lipizzaner (Lip),

Kladruber (Kl), Partbred-Araber (PA), Pintabian (Pi).

Spalte 5: Inkongruenz zwischen Stutbuch-Dokumentation der Hengstlinie

und dem Haplotyp. "Subline-HT" = Unterlinie des Haplotyps, "privat

HT" = ein Haplotyp, der nur hier vorkommt, "wrong paternity" = falsche

Vaterschaftszuordnung.

TABLE 1 (RIGHT) - SIRE LINES AND THEIR HAPLOTYPES

Column 1: Contains name of founding father, Arab tribe ('rasan' and

'marbat'), Bedouin tribe or breeder (country).

Column 4: The number of horses sampled is given in brackets. Abbreviations:

Trakehner (Trak), Shagya Arabian (ShA), Fredriksborger (FH),

Knabstrupper (Ks), Warmblood (Wb), Lewitzer (Le), Lipizzaner (Lip),

Kladruber (Kl), Partbred Arabian (PA) , Pintabian (Pi).

Column 5: Incongruence between the stud book documentation of the

stallion line and the haplotype. "Subline-HT" = subline of the haplotype,

"privat HT" = a haplotype that only occurs here, "wrong paternity" =

incorrect paternity assignment.

46

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2022


Gründerhengst

Foundation Sire

Koheilan Adjuze db

Sbaa Anazeh

Mahmoud Mirza db

Mukhalladiyah

Asad (Iraq)

Old Jellabi Speckled

(Bahrain)

Zarif db

Muniqi

Shammar Bedouin

Zobeyni db

Seglawi Jedran Ibn Sbeini

F‘daan

Ilderim db

Saqlawi Jidran

Saklawi I db

Saklawi Jidran Ibn Sudan

El Deree db

Saqlawi Shaifi

Baqqara (Syria/Iraq)

importiert

Imported

1885 Hungary

Die Linie ist im Datensatz repräsentiert via

Line represented in dataset via

Piolun, 1934, Poland

Jaszmak, 1928, Poland

Rassen (n)

Breed (n)

Trak (8)

ShA (3)

Y-Haplotype

Ao-aA1a*

Ao-aA1a*

ca. 1855 India,

1866 Great Britain, Jussuf I, 1962, Shagya Arabian ShA (2) Ao-aA1a*

1866 Hungary

Bahrain

Foundation horse

Dhahmaan Alawwal, 1938, Bahrain (3) Ao-aA1a*

1840 Germany

Rex II 372, 1941, Fredriksborg Horse

Hermolin, 1937, Knabstrupper

Egyptian

Foundation horse

Aquinor, 1951, Poland

1900 Poland Maharadscha, 1957, Trakehner

Egyptian

Foundation horse

Egyptian

Foundation horse

Siglavy db ‚Schwarzenberg‘

Saklawi

1814 Austria

Ibrahim db

Saklawi Faliti

Banu Sakhr

Siglavy Bagdady db

Saklawi

Ruala

Dahoman db

Dahman

Djelas Anazeh

Jamil El Kebir db

Saklawi Jidran

F‘daan

FH (4)

Ks (2)

Ao-aA1a*

Ao-aA1a*

Mahruss II, 1893, Egypt (1) Ao-aA1a*

Doktryner, 1950, Poland

Ansata Ibn Halima, 1958, Egypt

Aswan, 1958, Egypt

Galal, 1959, Egypt

Habdan Enzahi, 1952, Egypt

Morafic, 1952, Egypt

(3)

Trak, Wb (3)

Le (2)

ShA (7)

ShA (5)

(1)

(2)

ShA (17)

Ao-aA1a*

Ao-aA1a4

Ta-b

Ao-aA1a1

Ao-aA1a1

Ao-aA1a1

Ao-aA1a1

Ao-aA1a1

Akhtal, 1968, Egypt (2) Ao-aA1a1

Siglavy Monterosa, 1907, Lipizzaner

Siglavy Capriola III, 1940, Lipizzaner

21 Siglavy II, 1909, Shagya Arabian

1907 Poland Negatiw, 1945, Russia

Ferseyn, 1937, USA

Lip (8)

Lip (4)

ShA,Trak (3)

(7)

PA, Pi (3)

Ao-aA1a2

Ao-aA1a2a

Ao-aA1b

Ao-aA1a3

Ao-aA1a3

1902 Hungary Siglavy Bagdady VI, 1949, Babolna ShA, PA (3) Ao-aA1a5

1852 Hungary Dahoman XVI, 1904, Shagya Arabian ShA (1) Ao-aA3

Egyptian

Foundation horse

Anter, 1946, Egypt (1) Ao-aD2

Bemerkungen

Remarks

subline-HT

wrong paternity

subline-HT

private HT

Zucht

Krzyzyk db 1876 Poland Enwer Bey, 1923, Poland (2) Ao-aD2

Mirage db

Seglavi Jedran Dalia

Sbaa (Iraq)

Kuhailan Haifi db

Koheilan Haifi

Ruala

Hadban db

Hadban Inzihi

S’baa

Gazlan db

Kuhaylan Tamri

Would Ali Anazeh (Iraq)

O’Bajan db

Ma‘anaqi Sbaili

S’baa Anazeh

Shagya db

Beni Saher

Mersuch db

Hamdani Semri

Hazaim Pasha (Iraq)

Bairactar db

Saklawi Jidran

(Syria)

Dahman Amir db

Dahman Amir

S. Abdulhamid II (Turkey)

Seanderich db

Saklawi Jidran

Shammar

Kuhailan Afas db

Koheilan Afas

(Bahrain)

Latif db

Hamdani Semri

Anazeh Fedan

1/2022 - www.in-the-focus.com

1923 Great Britain Bey Shah, 1976, USA (3) Ao-aD2

1931 Poland

Bask, 1956, Poland

Celebes, 1949, Poland

Wielki Szlem, 1938, Poland

47

PA (4)

(4)

WB (1)

Ao-aD2

Ao-aD2

Ao-aD2

1897 Hungary Habdan XI, 1954, Shagya Arabian ShA (1) Ao-aD2

1852 Lipizza Gazal VII, 1944, Shagya Arabian ShA (6) Ta*

1885 Hungary

1836 Hungary

O‘Bajan VII-4 530, 1936, Shagya Arabian

O‘Bajan X, 1929, Shagya Arabian

Shagya IV, 1875, Shagya Arabian

Shagya VII, 1877, Shagya Arabian

Shagya XI, 1886, Shagya Arabian

ShA (2)

ShA (2)

ShA (3)

ShA (2)

ShA (3)

Ta*

Ta*

Ta-s

Ta-s

Ta-s

1902 Hungary Mersuch IV, 1936, Shagya Arabian ShA (1) Ta-b

1817 Germany

Arax, 1952, Poland

Gwarny, 1952, Poland

(3)

(3)

Ta-b

Ta-bA

1902 Poland Saludo, 1954, Spain PA (2) Ta-b

1908 Spain Tabal, 1952, Spain (1) T2*

1931 Poland Comet, 1953, Poland (2) Tb-oB1*

1909 France Baroud II, 1927, France

Kann, 1927, France

(4)

(1)

Tb-oB1*

Tb-oB1*

subline-HT


Abb. 1:

Y-Haplotypen in arabischen Hengstlinien.

Vereinfachtes Netzwerk der „Crown Haplogroup“,

basierend auf 118 Varianten. Die

Genotypisierungsergebnisse von 145

Hengsten sind in blauen Kreisen dargestellt.

Linienbegründer sind für jeden HT angegeben,

solche, die nur in Rassen außerhalb

des Vollblutarabers aktiv sind, sind hellblau

markiert. Die Gründer des englischen Vollbluts

sind mit roten Kreuzen angegeben.

Zucht

Y-Haplotypes in Arabian stallion lines.

Simplified network of the "Crown Haplo-group”

based on 118 variants. Genotyping results from

145 stallions are shown in blue circles. Lineage

founders are given for each Haplotype, those

that are only active in breeds outside of the

purebred Arabian are marked in light blue.

Thoroughbred founders are indicated with red

crosses.

nien befasst. Die Technik der feinskalierten

Y-chromosmalen Haplotypen-Analyse wurde

angewendet und es war möglich, verschiedene

Haplotypen zu identifizieren, z. B.

Ao-aA, Ao-aD, Ta und Tb-oB1, die als „typisch

arabisch“ gelten können (siehe auch unseren

vorherigen Artikel „Reinheit aus genetischer

Sicht“ (2)). Da das Y-Chromosom ausschließlich

vom Vater an den Sohn weitergegeben

wird, bietet diese Technik eine Möglichkeit,

in die Geschichte der männlichen Linie zurückzublicken.

Indem wir heute lebende Tiere

testen, erhalten wir einen Einblick in ihren

genetischen Ursprung und können sogar die

Richtigkeit von Stutbuch-Aufzeichnungen

viele Generationen zurück überprüfen.

Der Artikel zeigt an mehreren unterschiedlichen

Beispielen, dass die oben genannte

Herangehensweise „im Zweifel für den Angeklagten“

sich genetisch als richtig erwiesen

hat. Nehmen wir zum Beispiel Ilderim db

(siehe Tabelle 1): Er wurde in Konstantinopel

(heutiges Istanbul, Türkei) von Colonel Trippenbach

für Slawuta gekauft, sein Züchter ist

unbekannt, sein Geburtsjahr wurde auf 1896

geschätzt und sein Stamm wird als Saklawi

Djedran angegeben (oder Saqlawi Jidran). Er

erfüllt also nur zwei der oben genannten Kriterien,

aber sein Y-chromosomaler Haplotyp

ist „Ao-aA1a“, was die Annahme stützt, dass

er tatsächlich ein „Wüstenaraber“ war. Gleich

vorweg: Es ist kein Reinheitsbeweis, da die

Analyse nur auf die Vaterlinie abzielt. Weder

seine Mutterlinie noch der Rest seiner Vorfahren

sind wissenschaftlich überprüft. Aber es

ist ein weiteres Puzzleteil.

Ein weiteres Beispiel ist der Hengst Krzyzyk

db: Er wurde 1876 von Graf Dzieduszycki von

Sever Pasha in Konstantinopel (Türkei) gekauft.

Sever Pasha war – trotz seines Namens

– ein polnischer Emigrant namens Wladislaw

Koscielski, der General in der türkischen Armee

wurde und den Titel Sefer/Safer Pasha

erwarb, er war also kein Orientale. Wir kennen

weder Krzyzyks Stamm und Unterstamm

noch seinen Züchter oder sein Geburtsjahr.

Sein Haplotyp ist jedoch „Ao-aD2“, was wiederum

seine Herkunft aus der Wüste bestätigt.

Dann gibt es eine Gruppe von Hengsten, die

zum „Ta-Haplotyp“ gehören. Wie bereits in

unserem dritten Teil dieser Serie (2) erwähnt,

hat dies zu Fehlinterpretationen durch einige

Araberliebhaber geführt, die dachten, dass

nur Haplogruppen, die mit „A“ beginnen,

„Araber“ seien, und die Nachkommen dieser

Ta-Pferde wurden allzuschnell als "unrein"

oder als "Partbred-Araber" gebrandmarkt. Dr.

Barbara Wallner erklärt jedoch: „Der Ta-Zweig

entwickelte sich sehr früh nach der Bildung

der Crown-Haplogruppe. Wenn wir also den

Ursprung der Crown-Haplogruppe auf etwa

500 n. Chr. datieren, dann fand die Abzweigung

von Ta um 800 n. Chr. statt. Es gibt allen

Grund anzunehmen, dass Ta ein typischer

‚arabischer Haplotyp‘ ist, zumal er in unseren

Untersuchungen nur bei arabischen Pferden

gefunden wurde, nicht bei englischen Vollblütern

oder Turkmenen.“ (Siehe Abb.1: Y-Haplotypen

in arabischen Hengstlinie)

Es gibt noch einen weiteren Haplotyp, der

genauer betrachtet werden muss: „Tb-oB1“.

Dieser Haplotyp wurde in abendländischen

Hengstlinien (also solche, die in Europa, den

USA usw. gepflegt wurden) und autochthonen

syrischen Linien sowie in Achal-Teken,

Turkmenen und englischen Vollblütern

gefunden. Das gibt nun Raum für Interpretationen

(zitiert aus dem Artikel): „Die

Subhaplogruppe Tb-oB1*, die in zwei abendländischen

Linien gefunden wurde, wurde in

allen Vergleichsdatensätzen nachgewiesen.

Das prominente Vorkommen von Tb-oB1*,

das sowohl in weltweit aktiven arabischen

Abstammungs-Zertifikat von Kuhailan Afas

db, gekauft in Bahrain.

IN DER ARABERZUCHT BE-

NENNEN WIR HENGST- UND

STUTENLINIEN NORMALER-

WEISE NACH DEM „WÜSTEN-

PFERD“, DAS EINST AUS ARA-

BIEN IMPORTIERT WURDE.

Übersetzung des Abstammungs-Zertifikats

von Kuhailan Afas db.

48

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2022


Abb. 2: Y-chromosomale Haplotypen in weltweit aktiven arabischen Hengstlinien, Arabern

aus dem Nahen Osten und anderen Rassen. Haplogruppen (fett) und Haplotypverteilung in

den Rassen oder Rassegruppen Englisches Vollblut (rot markiert), Araber (blau) und Achal Teke/

Turkoman (gelb). Die Tb-oB1*-Subhaplogruppe wurde bei Englischen Vollblütern, Achal Teke/

Turkomanen und bei einer kleinen Untergruppe von Arabern entdeckt, aber die Herkunft von

Pferden, die diese Haplogruppe tragen, bleibt ungelöst.

Y-chromosomal haplotypes in worldwide active Arabian stallion lines, Middle Eastern Arabians

and other breeds. Haplogroups (bold) and haplotype distribution in the breeds or breed

groups of English Thoroughbred (highlighted in red), Arabian (blue) and Akhal Teke/Turkoman

(yellow). The Tb-oB1* subhaplogroup has been identified in Thoroughbreds, Akhal Teke/Turcomans

and a small subgroup of Arabians, but the ancestry of horses carrying this haplogroup

remains unresolved.

Hengstlinien als auch in nahöstlichen arabischen

Linien aus Syrien bis hin zu Achal-Teken,

Turkmenen und Vollblütern gefunden wurde,

nährt Überlegungen zu den Szenarien,

die zu dieser weiten Verbreitung geführt haben

könnten. Zusammen mit den anderen

arabischen Haplotypen (Ao-aA, Ao-aD und

Ta) könnte Tb-oB1* typisch für autochthone

arabische Pferde aus dem Nejd-Hochland

gewesen sein. Selektion und genetische Drift

könnten zu unterschiedlichen Haplotyphäufigkeiten

zwischen verschiedenen Stämmen

und Gebieten geführt haben. In diesem

Szenario könnte Tb-oB1* während der Wanderungen

der Beduinen von der arabischen

Hochebene verbreitet worden sein. Alternativ

könnte Tb-oB1* auch turkmenischen

Ursprungs sein. Der Einfluss turkmenischer

Pferde auf arabische Pferde, obwohl aus Sicht

der Araberzüchter eher unerwünscht, kann

während des Osmanischen Reiches (vom

15. bis zum Beginn des 20. Jahrhundert),

durch die Verwendung von Einheiten, die

hauptsächlich mit Hengsten beritten waren,

passiert sein. Eine solche Beimischung mag

auch schon früher, zur Zeit der Kreuzzüge,

stattgefunden haben, als türkische Soldaten

mit ihren Pferden nach Syrien kamen. Nissen

wies in diesem Zusammenhang auf eine

Kombination aus Jilfan-Stuten und turkmenischen

Hengsten hin, aus der sich möglicherweise

der Muniqi-Typ entwickelt hat. Eine

Vermischung mit turkmenischen Pferden

wurde auch von Carl Raswan für Araber vom

Muniqi-Typ postuliert. In Anbetracht der weiten

Verbreitung von Tb-oB1* ist das unwahrscheinlichste,

wenngleich dennoch mögliche

Szenario, dass Byerley Turk-Blutlinien kürzlich

in die Araber- und andere Blutlinien im Nahen

Osten eingeführt wurden. Nach derzeitigem

Kenntnisstand können wir weder ein

Szenario noch eine Kombination mehrerer

Szenarien bestätigen oder verwerfen.“ (Siehe

Abb. 2: Y-chromosomale Haplotypen in weltweit

aktiven arabischen Hengstlinien …)

Interessant ist es in diesem Zusammenhang,

einen Blick auf die Individuen zu werfen die

einen Tb-oB1*-Haplotyp haben, und die am

Anfang ihrer Hengstlinie stehen: Kuhailan

Afas db und Latif db. Während die Linie von

Latif über seine Enkel Kann und Baroud II

(beide 1927 in Frankreich geboren) bereits

unter dem Verdacht einer englischen Vollblutbeimischung

stand, traf dies auf die Linie

von Kuhailan Afas db, der 1931 von Bogdan

Zientarski nach Polen importiert wurde, sicherlich

nicht zu, denn er hat einen von Hamad

bin Isa al Khalifa, dem Herrscher von

Bahrain, zertifizierter Stammbaum und gilt

als „asil“.

FORENSISCHE FRAGE 1 - DOKTRYNER

Wie bereits erwähnt, ermöglicht es diese

Technik auch, Fehler – oder zumindest „Fragezeichen“

– in Stutbuchaufzeichnungen zu

entdecken, die viele Generationen zurück-

Tabelle 2: Potentielle Väter für Doktryner - Table 2: Potential sires for Doktryner

Beschäler in Klemensow 1949

Sires at Klemensow in 1949

Hengstlinie

sire line

Haplotypen

haplotypes

Fohlenjahrg.

foal crops

Miecznik 1931

(Fetysz / Koalicja)

Ilderim db

Ao-aA1a* or

Z.: / br.: Janow Podlaski

Ta-b

1940-54

Grand 1944

(Kuhailan Abu Urkub / Sagar) Kuhailan Zaid db 1923 Ao-aA3 51+59-61

Z.: / br.: Gumniska

Amurath Sahib 1932

(Amurath II / Sahiba)

Bairactar db 1813 Ta-b 1938-53

Z.: / br.: Breniow

Wielki Szlem 1938

(Ofir / Elegantka)

Z.: / br.: Janow Podlaski

Kuhailan Haifi db 1923 Ao-aD2 1942-60

Werset 1938

(Lowelas / Oda)

Züchter Janow Podlaski

Koheilan Adjuze db

1876

Ao-aA1a* 1953

Zucht

Miecznik (Fetysz / Koalicja) *1931 Doktryner - sein Vater ist lt. Stutbuch Miecznik, Amurath Sahib (35 Amurath II / Sahiba) *1932

die Genanalyse legt Amurath Sahib nahe.

1/2022 - www.in-the-focus.com

49


Zucht

liegen. Zwei sollen hier im Detail erläutern

werden. Der erste Fall betrifft den Hengst

Doktryner bzw. seinen Sohn Gerwazy. Doktryners

Abstammung wird offiziell als „von

Miecznik aus der Blaga“ angegeben, und

Pferde nach Doktryner – über seinen Sohn

Gerwazy – gehören zum Haplotyp „Ta-b“.

Aber der Datensatz dieser Untersuchungen

enthielt auch Proben von Nachkommen eines

anderen Miecznik-Sohns, nämlich von

Aquinor, und dessen Nachkommen gehören

zum Haplotyp „Ao-aA1a*“, also deutlich anders!

Auch ein weiterer Stamm über Fetysz

(der Vater von Miecznik) in der Trakehnerzucht

zeigte „Ao-aA1a4“. Die Vaterlinie von

Fetysz über Miecznik nach Aquinor ist also

identisch mit der Vaterlinie von Fetysz in der

Trakehnerzucht, aber anders als die Linie

über Miecznik nach Gerwazy. Eine unkorrekte

Zuordnung des Vaters von Doktryner

oder Gerwazy ist die wahrscheinlichste Erklärung.

Der nächste Schritt war es, ein Blick auf

Doktryners Herkunft zu werfen: Er wurde

1950 in Klemensow, Polen, geboren. Unter

der Annahme, dass Miecznik nicht sein biologischer

Vater ist, wurden die Hengste, die

1949, im Deckjahr von Doktryners Mutter

Blaga, in Klemensow verfügbaren waren,

angeschaut. Die Hengste sind in Tabelle 2

(vorige Seite) vorgestellt.

Die Liste der Hengste zeigt, dass es nur einen

Hengst mit dem Haplotyp „Ta-b“ gab,

nämlich Amurath Sahib.

Um zu überprüfen, wann es zu einer falschen

Vaterschaftszuweisung kam, wurde

das Gleiche für den 1955 im Gestüt Michalow

geborenen Gerwazy (Doktryner / Gwara)

gemacht. Die Hengste, die 1954 (Jahr

der Bedeckung von Gwara) aktiv waren,

sind in Tabelle 3 (oben) benannt.

Obwohl der Haplotyp von Rozmaryn unbekannt

ist, kann er als Vater des Schimmels

Gerwazy ausgeschlossen werden, da

Rozmaryn Fuchs und Gwara braun ist, was

keine Schimmel-Nachkommen zur Folge

haben kann. Daher liefern die Haplotypen

(in Kombination mit der Farbgenetik) einen

Hinweis darauf, dass Amurath Sahib, der

zum Zeitpunkt der Bedeckung auf dem Gestüt

Klemensow aktiv war, der biologische

Vater von Doktryner war. Und wenn man

Tabelle 3: Potentielle Väter für Gerwazy - Table 2: Potential sires for Gerwazy

Beschäler in Michalow 1953

Sires at Michalow in 1953

Hengstlinie

Sire Line

Haplotypen

haplotypes

Fohlenjahr

foal crops

Doktryner 1950

(Miecznik - Blaga)

Ilderim db ??

1953-57

Züchter Klemensow

(Polen)

Rozmaryn 1935

(Almanzor - Dziewanna)

Abu Argub II 1883 unknown 1953-58

Züchter Janow Podlaski

Como 1949

(Witraż - Bona)

Züchter Albigowa

Kuhailan Haifi db 1923 Ao-aD2 1954-55

sich die Fotos von Doktryner und Amurath

Sahib ansieht, wird dies noch wahrscheinlicher.

FORENSISCHE FRAGE 2 - SIGLAVY

Ein anderes „Fragezeichen“ betrifft die „Siglavy“-Linien

verschiedener Rassen. Stutbuch-Aufzeichnungen

legten bislang nahe,

dass Siglavy db ‚Schwarzenberg‘, Schimmel,

geb. 1810, der Begründer der Siglavy-Linie

bei den Shagya-Arabern, Lipizzanern und

Trakehnern war, während Siglavy IV db,

braun, geb. 1819, nur in der Shagya-Araber-Zucht

aktiv war, seine Linie jedoch bereits

im 19. Jahrhundert erloschen ist (3).

Dr. Wallner und ihr Team entdeckten jedoch

zwei unterschiedliche arabische Haplotypen

bei Pferden, die laut Stutbuch auf den

importierten arabischen Hengst Siglavy

'Schwarzenberg', 1810, zurückgehen (Zitat):

„Die Linien der Lipizzaner und Kladruber

(nach Siglavy Slavina III, 1893) trugen 'AoaA1a2'

und den Unterlinien-Haplotyp 'AoaA1a2a',

wohingegen Shagya-Araber und

Trakehner (nach 21 Siglavy II-2, 1909) in einem

anderen Haplotyp 'Ao-aA1b' gruppiert

wurden. Beide Haplotypen wurden in keiner

anderen Linie als den Siglavys nachgewiesen.

Daher deuten die Ergebnisse darauf hin,

dass die Siglavy-Vaterlinien bei Lipizzanern

und Shagya-Arabern von väterlich nicht verwandten

Pferden gegründet wurden.“

Eine Verwechslung könnte entstanden sein,

weil zeitgleich in den Gestüten der Habsburger

Monarchie ein zweiter Siglavy-Stamm,

begründet durch den Araberhengst Siglavy

IV db, 1819 (imp. 1825), parallel (von 1825

bis 1868) zum Siglavy-Stamm nach Siglavy

db 'Schwarzenberg', 1810, aktiv war. Aufgrund

der traditionellen Namensgebung in

diesen Gestüten wurden die männlichen

Nachkommen beider Vererberlinien gleich

benannt (mit unterschiedlichen römischen

Nummern).

Interessant ist, dass diese unterschiedlichen

Vaterlinien bei Lipizzanern und Shagya-Arabern

auch die in unserem Artikel über die

Siglavys (2) aufgezeigte Diskrepanz und die

Beschreibung des Gemäldes von Albrecht

Adam erklären, das einen braunen Siglavy

als Gründerhengst der Lipizzanerrasse bennent,

der dann Siglavy IV sein müßte.

Mit diesen Arbeiten wurde erstmals die

Technik der feinskalierten Y-chromosmalen

Haplotypanalyse bei Arabern angewendet

und die Ergebnisse – insbesondere im historischen

Kontext – sind überzeugend. Mit

dieser Technik wurde ein mächtiges Werkzeug

entwickelt, das Auskunft über Herkunft,

Reinheit, Genealogie, Verbreitung

und Einfluss von Araberhengsten und ihren

Hengstlinien gibt.

Gudrun Waiditschka

Sources:

(1) Remer, V.; Bozlak, E.; Felkel, S.; Radovic,

L.; Rigler, D.; Grilz-Seger, G.; Stefaniuk-Szmukier,

M.; Bugno-Poniewierska, M.;

Brooks, S.; Miller, D.C.; et al.: “Y-Chromosomal

Insights into Breeding History and Sire

Line Genealogies of Arabian Horses”. Genes

2022, 13, 229. https:// doi.org/10.3390/genes13020229

(2) Waiditschka, G.: “Purity form a genetic

view point”, AP 1/2021, p. 29ff

(3) Furrer, B.: “The two Siglavys with world

influence”, AP 1/2019, p. 54ff.

DIE LIPIZZANER- UND KLAD-

RUBER-LINIEN HABEN IM VER-

GLEICH ZU DEN SHAGYAS UND

TRAKEHNERN EINEN ANDEREN

HAPLOTYP UND DAHER VER-

SCHIEDENE STAMMVÄTER.

"Der große Siglavy", Begründer des Lipizzanerstammes,

könnte der braune Siglavy IV sein.

50

Der Lipizzaner-Hengst Siglavy Alea *1867, ein

Urenkel des Siglavy IV 1819 oder Siglavy 1810?

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2022


GENETIC RESEARCH (IV)

ARABIAN SIRE LINES

FROM A GENETIC VIEW POINT

In our previous articles of this series we looked at the origin of our modern breeds and

discovered the „Crown Haplogroup“ from which the Arabian, Barb / Iberian and Turkoman

breeds evolved. In part two, we looked at certain characteristics, such as the “speed gene”,

and in the third part at the various Y-chromosomal haplotypes of the Arabian breed and

their interpretation. In this fourth part, we look into the Arabian sire lines in more detail.

WHAT ARE SIRE LINES?

Over the last 200 to 300 years, since horse

breeding became more systematically and

matings were registered in a studbook or

register, a great number of stallions were

used for breeding, but only a fraction of these

stallions were able to establish a sire line

that still exists today. Those who succeeded

in doing so were usually genetically strong sires

that passed on their traits with certainty,

they therefore were used frequently and their

offspring could then be selected accordingly.

Therefore, a sire line can only emerge over

several generations, and cannot be "established"

as such from the outset. However, they

can be used as a tool to consolidate types, to

manage inbreeding or linebreeding and to

keep an eye on genetic diversity.

It is the same in Arabian horse breeding,

where hundreds, if not thousands, of Arabian

stallions have been imported into Europe

from the Arab countries. Most of them were

used for breeding, but again only a fraction

of them were able to establish a sire line up

until today. This line is usually named (in retrospect)

after the “desertbred” horse, which

once was imported. This can be as long

ago as +/- 200 years (e.g. Bairaktar db, imp.

1817), or as recent as +/- 40 years (Amer db,

born 1986). While their ancestors and lineage

before importation were only transmitted

orally, the lineage of their descendants was

usually carefully registered in studbooks. The

male offspring of such a desertbred stallion

carried the sire line into the future and therefore,

all members of a sire line trace back

in their paternal line to a single foundation

horse, imported from a country of origin. You

find such foundation stallions at the very

“beginning” of the pedigree in the top line.

Nowadays, that can be 20 and more generations

back.

For some of these foundation horses the

documentation of their “personal data” is

better than for others, which also depended

on the importance given to such data

by the importer or later owner. So, for some

horses, all relevant data is available, i.e. year

of birth, strain and substrain (i.e., “marbat”

and “rasan”, for example Saklawi Djedran),

and breeder (e.g. the name of the Bedouin

tribe), to classify them as “desertbred Arabians”.

For others, however, this information

may have been regarded as irrelevant or may

have gone lost over a period of time of up to

200 years and hence, the information is (no

longer) available. However, this does not automatically

mean that the horse in question

did not have a strain and substrain in the first

place, or was not bred by one of the Bedouin

tribes – it just means that this information

has not stood the test of time. If there is

reasonable evidence based, for example, on

the story of importation, the area where the

horse was purchased, ect., the horse is nevertheless

regarded as “desertbred Arabian”

– freely according to the motto: “In doubt for

the accused”.

GENETIC EVIDENCE

In January 2022 a new research paper was

released by Dr. Wallner and some 25 other

international scientists and experts about

“Y-Chromosomal Insights into Breeding History

and Sire Line Genealogies of Arabian

Horses” (1) which deals with Arabian sire lines

in more detail. The technique of fine-scaled

Y-chromosmal haplotype analysis was applied

and it was possible to identify some haplotypes,

e.g. Ao-aA, Ao-aD, Ta and Tb-oB1,

as “typically Arabian” (see also our previous

article “Purity from a genetic view point” (2)).

As the Y-chromosome is exclusively passed

on from father to son, this technique offers a

Breeding

IN ARABIAN HORSE BREEDING,

WE USUALLY NAME SIRE AND

DAM LINES AFTER THE “DESERT-

BRED” HORSE, WHICH ONCE

WAS IMPORTED FROM AN ARAB

COUNTRY.

Zarif db imp. 1840 Bairaktar db imp. 1817

1/2022 - www.in-the-focus.com

51


Breeding

way to look back into history along the male

line. By testing animals alive today, we get a

glimpse of their genetic origin, and are even

able to check the correctness of studbook records

many generations back.

The article shows with several different examples,

that the above-mentioned approach

“in doubt for the accused” was proven right

by genetics. Take Ilderim db, for example (see

table 1): He was purchased in Constantinopel

(today’s Istanbul, Turkey) by Colonel Trippenbach

for Slawuta, his breeder is unknown, his

year of birth was estimated at 1896 and his

strain is given as Saklawi Djedran (or Saqlawi

Jidran). So, he fulfils only two of the above-mentioned

criteria, but his Y-chromosomal

haplotype is “Ao-aA1a”, which supports

the assumption that he was indeed a “desertbred

Arabian”. Let’s get it straight: It is no proof

of purity, because the analysis only targets

the sire line. Neither his dam line is scientifically

verified nor the rest of his ancestors. But

it is one more piece of the puzzle.

Another example is the stallion Krzyzyk db:

He was purchased in 1876 by Count Dzieduszycki

from Sever Pasha in Constantinopel

(Turkey). Sever Pasha was – despite his name

– a Polish emigrant named Wladislaw Koscielski,

who became a general in the Turkish

army, and acquired the title of Sefer/Safer

Pasha, so he was not an Oriental. We don’t

know Krzyzyk’s strain and substrain, or his

breeder or year of birth. However, his haplotype

is “Ao-aD2”, which again supports his

desertbred origin.

Then there is a group of stallions that belong

to the “Ta haplotype”. As mentioned already

in our third part of this series (2), this has

led to misinterpretations by some Arabian

horse lovers, who thought that only haplogroups

starting with “A” are “Arabian”, and

the offspring of these Ta-horses were all too

quickly branded as "impure" or as "Partbred

Arabs". However, Dr. Barbara Wallner explains:

“The Ta branch developed very early after the

formation of the Crown haplogroup. So, if we

date the origin of the crown haplogroup to

around 500 AD, then the branching off from

Ta took place around 800 AD. There is every

reason to assume that Ta is a typical ‘Arabian

haplotype’, especially since it was only found

in Arabian horses in our investigations, not in

FORENSIC QUESTION 1

English Thoroughbreds or Turkmens." (see Figure

X. MSY HTs in Arabian sire lines).

There is yet another haplotype that needs

a closer look: “Tb-oB1”. This haplotype was

found in occidental Arabian lines (sire lines

that have been maintained in Europe, US,

etc.) and autochthonous Syrian lines, as

well as in Akhal Tekes, Turkmans and English

Thoroughbreds. Now, that gives room

for interpretation (quoted from the article):

“The subhaplogroup Tb-oB1*, which was

found in two occidental lines, was detected

in all comparison datasets. The prominent

occurrence of Tb-oB1*, ranging from globally

active [Arabian] lines and Middle Eastern

Arabian lines from Syria, to Akhal Tekes, Turkomans,

and Thoroughbreds fuels reflection

about the scenarios that could have led to

this widespread distribution. Together with

the other Arabian haplotypes (Ao-aA, Ao-aD,

and Ta), Tb-oB1* could have been typical of

autochthonous Arabian horses from the Nejd

highlands. Selection and genetic drift could

have led to haplotype frequency differences

among different strains and areas. In this

scenario, Tb-oB1* may have been distributed

from the Arabian plateau during the migrations

of the Bedouins. Alternatively, Tb-oB1*

could also be of Turkoman origin. The influence

of Turkoman horses on Arabian horses,

albeit rather undesirable from the standpoint

of Arabian horse breeders, may have occurred

during the Ottoman Empire (from the

15th to the beginning of the 20th century)

and the Wahhabi Wars (during the beginning

of the 19th century), through the use of units

mounted mainly with stallions. Such admixture

may also have happened earlier, at the

time of the Crusades, when Turkish soldiers

came to Syria together with their horses. In

this context, Nissen pointed to a combination

of Jilfan mares and Turkoman stallions, from

which the Muniqi type might have developed.

Admixture with Turkoman horses was also

postulated for Muniqi-type Arabians by Carl

Raswan. Considering the wide distribution

of Tb-oB1*, the least likely, albeit possible,

scenario is that Byerley Turk bloodlines were

recently introduced into the Arabian and

other horse bloodlines in the Middle East.

With the current state of knowledge, we cannot

confirm or reject one or a combination of

several scenarios.” (See Figure X. MSY Haplotypes

in globally active Arabian lines…)

In this context, it is interesting to look at the

individuals that stand at the beginning of

the occidental Arabian sire lines carrying TboB1*:

Kuhailan Afas db and Latif db. While

the line of Latif through his grandsons Kann

and Baroud II (both born 1927 in France) has

been under the suspicion of English Thoroughbred

admixture, the stallion Kuhailan Afas

db, imported 1931 by Bogdan Zientarski to

Poland is certainly not, as he has a pedigree

certified by Hamad bin Isa al Khalifa, Ruler of

Bahrain.

IF THERE IS REASONABLE EVI-

DENCE BASED ON THE STORY

OF IMPORTATION, OF WHERE

THE HORSE WAS PURCHASED,

ECT., THE HORSE IS REGARDED

AS “DESERTBRED ARABIAN”.

52

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2022


FORENSIC QUESTION 2

FORENSIC QUESTION 1 - DOKTRYNER

As mentioned before, this technique also

allows us to detect errors – or at least “questionmarks”

– in studbook records many generations

back, two of which we will explain

in detail. The first one concerns the stallions

Doktryner or his son Gerwazy. Doktryners

parentage officially is given as “by Miecznik

out of Blaga”, and horses after Doktryner

– through his son Gerwazy – belong to the

haplotype “Ta-b”. But the dataset also included

samples of descendants of another

Miecznik-son Aquinor, and they belong to

the haplotype “Ao-aA1a*”, i.e. distinctively

different! Also, another line through Fetysz

(the sire of Miecznik) in Trakehner breeding

showed “Ao-aA1a4”. So, the sire line of Fetysz

through Miecznik to Aquinor is identical

with the sire line of Fetysz in Trakehner

breeding, but different to the line through

Miecznik to Gerwazy. A recent inaccurate

paternity assignment of either Doktryner or

Gerwazy is the most probable explanation.

The next step was to look at Doktryners provenance:

He was born in 1950 at Klemensow,

Poland. Assuming that Miecznik is not

his true sire, it was looked at the stallions

that were available in 1949 in Klemensow,

the year of covering Doktryners dam Blaga.

These were:

The list of stallions shows, that there was

only one stallion at stud with the haplotype

“Ta-b”, which is Amurath Sahib.

To double-check when the wrong paternity

assignment occurred, the same was done for

Gerwazy (Doktryner / Gwara) born in 1955 at

Michalow Stud. The stallions active in 1954

(year of covering Gwara) were:

Although the haplotype of Rozmaryn is

unknown, he can be excluded as sire of the

grey Gerwazy, because Rozmaryn is chestnut

and Gwara bay, which cannot result in a

grey offspring. Therefore the haplotypes (in

combination with colour genetics) provide

an indication that Amurath Sahib, active at

Klemensow Stud at the time of covering, was

the biological father of Doktryner. And actually

looking at photographs of Doktryner and

Amurath Sahib makes this even more probable.

FORENSIC QUESTION 2 - SIGLAVY

A different “questionmark” in the pedigrees

concerns the “Siglavys” of various breeds.

So far, pedigree records suggest that Siglavy

db ‘Schwarzenberg’, grey, born 1810, was the

founder of the sire lines in Shagya-Arabians,

Lipizzans as well as Trakehners, while Siglavy

IV db, bay, born 1819, was only active in Shagya-Arabian

breeding, but his line became

extinct already in the 19th century (3).

However, Dr. Wallner and her team detected

two distinct Arabian haplotypes in horses

tracing back to the imported Arabian stallion

Siglavy ‘Schwarzenberg’, 1810 (quote): “The

Lipizzaner and Kladruber lines (after Siglavy

Slavina III, 1893) carried ’Ao-aA1a2’ and the

subline-haplotype ’Ao-aA1a2a’, whereas Shagya

Arabians and Trakehner (after 21 Siglavy

II-2, 1909) grouped distantly into haplotype

’Ao-aA1b‘. Both haplotypes were not detected

in any lines other than the Siglavys. Hence,

the findings indicate that the Siglavy sire

lines in Lipizzaner and Shagya Arabians were

founded by paternally unrelated horses.”

Confusion may have arisen because a second

Siglavy line, founded by the Arabian stallion

Siglavy IV db, 1819 (imp. 1825), was active

in parallel (from 1825 to 1868) to the Siglavy

line after Siglavy db ‘Schwarzenberg’, 1810

in the studs of the Habsburg Monarchy, and

due to the naming system in these studs, the

same name (with differing Roman numbers)

was given to the male offspring of both sire

lines.

It is interesting to note that these different

sire lines in Lipizzaner and Shagya Arabians

also explain the discrepancy pointed out in

our article about the Siglavys (2) and the description

of the painting by Albrecht Adam,

who shows a bay Siglavy as founder stallion

of the Lipizzan breed, which then should be

Siglavy IV.

For the first time, the technique of fine-scaled

Y-chromosmal haplotype analysis was

applied in Arabians, and the findings – especially

when put into historical context – are

convincing. With this technique, a powerful

tool has been developed that provides information

about the origin, purity, genealogies,

distribution and influence of Arabian stallions

and their sire lines.

Gudrun Waiditschka

Sources:

(1) Remer, V.; Bozlak, E.; Felkel, S.; Radovic,

L.; Rigler, D.; Grilz-Seger, G.; Stefaniuk-Szmukier,

M.; Bugno-Poniewierska, M.;

Brooks, S.; Miller, D.C.; et al.: “Y-Chromosomal

Insights into Breeding History and Sire

Line Genealogies of Arabian Horses”. Genes

2022, 13, 229. https:// doi.org/10.3390/genes13020229

(2) Waiditschka, G.: “Purity form a genetic

view point”, AP 1/2021, p. 29ff

(3) Furrer, B.: “The two Siglavys with world

influence”, AP 1/2019, p. 54ff.

Breeding

THE LIPIZZANER AND KLAD-

RUBER SIRE LINES HAVE A

DIFFERENT HAPLOTYPE AND

THEREFORE DIFFERENT FOUND-

ERS COMPARED TO THE SHAG-

YAS AND TRAKEHNERS.

Pedigree von Kuhailan Afas db im arabischen

Original

1/2022 - www.in-the-focus.com

53

Übersetzung des Pedigrees von Kuhailan

Afas db.


Schauen

Denkanstösse

Die Nachricht schlug im Lager der

Schau-Liebhaber ein wie eine Bombe:

Während des Katara International

Arabian Horse Festival (KIAHF) in Doha, Qatar,

wurde ein Vertrag unterzeichnet, dass

das Welt-Championat 2023 und 2025 in Qatar

abgehalten werden soll. Fünf Stunden

später kam die Reaktion der ECAHO, dass

diese weder gefragt noch informiert worden

wäre und sie dieses Thema erst auf der

nächsten Sitzung diskutieren müsse.

Aber schauen wir uns an, was das Regelwerk

der ECAHO überhaupt hergibt. Dazu

heißt es in den Regeln zur Anerkennung von

Schauen (Rules for Affiliation): „Innerhalb

der ECAHO-Vollmitgliedsländer werden nur

sechs Titelschauen genehmigt, und nur die

Show Commission (EAHSC) kann über eine

neue Bewerbung aus einem Mitgliedsland

entscheiden. Die Anzahl der Titel-Schauen

bleibt begrenzt auf drei in Europa und

drei in Ländern außerhalb Europas, um den

Wert dieser Veranstaltungen zu erhalten.

Eine neue Titelschau wird nur als Ersatz für

eine andere Titelschau genehmigt, die aus

irgendeinem Grund nicht mehr existiert.“

In Europa zählen zu den Titel-Schauen das

Welt-Championat, Europa-Championat und

der All Nations Cup. In den arabischen Ländern

zählt dazu das Middle East Championship

(in Jordanien), das Prince Sultan Bin

Abdulaziz International Arabian Horse Festival

(PSAIAHF; in Saudi Arabien) und das

Katara International Arabian Horse Festival

(KIAHF; in Qatar).

Genau auf diese Regeln bezog sich dann

auch die ECAHO, als sie nach 10 Tagen ein

zweite Erklärung veröffentlichte: Auch diese

Schau müsse sich an die Regeln zur Anerkennung

von Schauen halten, das bedeutet,

dass die Frage eigentlich erst im Herbst

2022 ansteht, wenn die Schau-Organisatoren

ihre Veranstaltungen bei der ECAHO

beantragen müssen. Was aber, wenn die

ECAHO den Antrag aus Qatar ablehnt? Und

wer sagt, dass der Veranstalter die Schau

bei der ECAHO überhaupt anmelden will?

Er kann genauso gut eine „wilde“ Schau

machen. Dann könnte ECAHO diese auf

die schwarze Liste setzen, was bedeutet,

dass ECAHO-Offizielle (also Richter, DCs,

Ringstewards etc.) nicht daran teilnehmen

dürfen. Aber schließlich gibt es ja auch

noch Richter aus USA, Brazilien, Australien,

Süd-Afrika ... Die Eskalationsspirale ließe

sich sicherlich noch weiter drehen - letztendlich

aber hängt es davon ab, wie wichtig

es den arabischen Ländern ist, diese Schau

in ihre Reihen zu bekommen. Denn über

eines sollten wir uns im Klaren sein: Sie haben

mit ihrem Geld auch die Macht, denn

was wäre, wenn sie europäische Schauen

künftig weder sponsorn, noch Pferde dahin

entsenden? Und egal wie man es dreht oder

wendet, der Damm ist gebrochen. Bis vor

Kurzem war es noch undenkbar, dass das

Welt-Championat Europa verlassen könnte!

Heute überlegt man sich Schadensbegrenzungsmaßnahmen

...

Das Welt-Championat soll 2023 und 2025 nach Qatar gehen.

Ist dies ein Dammbruch, der zum Ausverkauf der

Nun muß man ehrlicherweise sagen, dass

das letztjährige Welt-Championat (2021) an

Attraktivität verloren hatte, denn es fand

ohne den Rahmen des Salon du Chevals

statt und hatte dadurch mit einem beachtlichen

Zuschauerschwund zu kämpfen. Dieser

war schon das Jahr zuvor bemerkbar, als

die Schau am Wochenende vor der eigentlichen

Messe-Eröffnung stattfand, dabei sind

es gerade die Zuschauer, die die Stimmung

ausmachen. Und auch wer sich die letztjährigen

Hengstklassen ansah, dem kamen die

Tränen! Ganze fünf Hengste waren angetreten

– aufgeteilt in zwei Klassen! – , außerdem

Equator, der sich seinen Platin-Titel abgeholt

hat (für den er aber nur „anwesend“

sein muß). Damit läßt sich in der Tat „kein

Staat“ mehr machen. Klar, es war ein Corona-Jahr,

und durch die wenigen Schauen,

die das Jahr über stattfanden, waren auch

weniger Pferde im Training. Aber trotzdem

– nach 40 Jahren „Paris World Championships“

ist der Glanz offensichtlich verblasst.

Und noch ein weiterer Punkt kommt neben

den Zuschauern hinzu: Die Pferde bzw. ihre

Besitzer. Und diese kommen seit etlichen

Jahren (geschätzt) zu 80 % aus dem arabischen

Raum – was also liegt da näher, als

die Schau in die arabischen Länder zu verlegen?

Am besten auch noch den All Nations

Cup, denn dann müssen die armen Tiere

nicht ständig hin und her geflogen werden.

Das erspart den Pferden Stress und Magengeschwüre,

ist damit auf jeden Fall ein

Beitrag zum Tierschutz und vielleicht sogar

auch einer zum Umweltschutz!

Diese Überlegung ist im Übrigen nicht

neu! Bereits in Ausgabe 4/2019, in meinem

Bericht über das Welt-Championat – also

noch vor Corona und sozusagen noch im

„Normalzustand“ – schrieb ich: „Bislang waren

die Zuschauermassen und die dadurch

entstandene Stimmung ein dickes Plus für

die Austragung dieser High-End-(Titel-)

Schauen in Europa. Wenn dieser 'Standortvorteil'wegfällt,

die Schauen zu reinen

Insider-Veranstaltungen werden, die kaum

noch Zuschauer haben, unterscheiden sie

sich nicht von den Schauen im Mittleren

Osten. Und dort spekuliert man schon lange

darauf, das Welt-Championat oder den

All Nations Cup ausrichten zu können.“

Außerdem gibt es da auch noch einen finanziellen

Aspekt: Der Organisator der

54

SCHAUSZENE IN AUFRUHR

ADIEU,

europäischen Titelschauen führen wird?

Katara-Schau, der nun als künftiger Ausrichter

des Welt-Championats gehandelt

wird, bietet auf seiner (jetzigen) Schau

Preisgelder, und zwar nicht zu knapp: Das

Senioren-Goldchampionat ist mit rund

250.000 € dotiert, und selbst ein 6. Platz

in der Jährlingsklasse bringt noch 2.500 €

ein. Es ist anzunehmen, dass das Preisgeld

für das Welt-Championat diese Dotierung

noch toppen wird. Die ECAHO erhält 3 %

des Preisgeldes als Abgabe, woraus sie den

Breeders-Fund und die Sportförderung finanziert,

was auch den europäischen Züchtern

zugutekommt, beispielsweise beim

Nationalen Championat oder den High-

Point-Awards. Also auch in dieser Hinsicht

wäre eine Verlegung der „High-End-Schauen“

nach Middle East nur von Vorteil, denn

damit wird der Geldtopf der ECAHO gefüllt!

Und seien wir doch ehrlich: Wieviele Europäer

nehmen noch an diesen High-End-

Schauen teil? Man kann sie an zwei Händen

abzählen. Wenn der Veranstalter dann ein

Qualifikationssystem auf europäischem

Boden einführen würde, womit die besten

Pferde ein Ticket zum Welt-Championat

gewinnen könnten - ähnlich wie es im

Rennsport bereits gehandhabt wird - dann

hätten die schau-affinen Europäer wenigstens

auch etwas davon!

Die High-End-Schauszene hat das Bild

des arabischen Pferde in der Öffentlichkeit

stark geprägt - und nicht zu

seinem Vorteil. In einem Wegfall der

High-End-Schauen auf europäischem

Boden sehe ich daher durchaus eine

Chance, dass sich das Bild des Arabers

in der Öffentlichkeit wieder

verbessern könnte und dass sich

die europäischen Züchter wieder

auf ihre alten Qualitäten zurückbesinnen,

nämlich funktionale,

athletische UND hübsche

Pferde zu züchten. Vor diesem

Hintergrund: Meinen

Segen zum „Verkauf“ des

Welt-Championats – und

sei es auch nur peu à

peu – nach Qatar haben

sie! Und träumen

darf man ja

wohl …

Gudrun

Waiditschka

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2022


SHOW SCENE IN TURMOILS

PARIS?

The World Championship is supposed to go to Qatar in 2023

and 2025. Is this a dam breach that will lead to the

sell-out of European Title Shows?

The news hit the show lover camp like

a bomb: During the Katara International

Arabian Horse Festival (KIAHF)

in Doha, Qatar, a contract was signed that

the 2023 and 2025 World Championships

will be held in Qatar. Five hours later, ECA-

HO responded that they had neither been

asked nor informed and that they would

have to discuss this issue at their next meeting.

But let's take a look at what ECAHO's rules

provide. The Rules for Affiliation state:

“Only six Title shows shall be approved

within ECAHO Full Member Countries and

only the EAHSC can decide upon a new

application from a Member Country. The

number of Title shows shall remain limited:

three in Europe, three in countries outside

Europe, in order to maintain the value of

these events. A new Title show shall only be

approved in replacement of another Title

show which ceases to exist for any reason.”

In Europe, title shows include the World

Championship, European Championship,

and All Nations Cup. In the Arab world,

these include the Middle East Championship

(in Jordan), the Prince Sultan Bin Abdulaziz

International Arabian Horse Festival

(PSAIAHF; in Saudi Arabia), and the

Katara International Arabian Horse

Festival (KIAHF; in Qatar).

It was precisely these rules that ECAHO

referred to when it published a second

statement 10 days later: This show

must also comply with the Rules for

Affiliation of Shows, which means

that the question will not arise

until autumn 2022 when the

show organizers have to apply

to ECAHO for their events. But

what if ECAHO rejects the application

from Qatar? And

who says that the organizer

even wants to register the

show with ECAHO? He

might as well put on a

"wild" show. Then EC-

AHO may blacklist

the show, which

means that EC-

AHO officials

(i.e. judges,

DCs, ring

s t e w -

1/2022 - www.in-the-focus.com

ards, etc.) are not allowed to attend. But after

all, there are also judges from the USA,

Brazil, Australia, South Africa... The spiral

of escalation could certainly be turned

even further - but ultimately it depends on

how important it is for the Arab countries

to have this show in the Arab world. Because

we should be clear about one thing:

They have the power with the money, and

we should think of what would happen if

they neither sponsor European shows nor

sent horses there in the future? And no matter

how you twist or turn it, the dam has

broken. Until recently it was unthinkable

that the World Championship could leave

Europe! Today we are considering damage

control measures...

Now, one has to honestly say that last year's

World Championship (2021) had lost some

of its attractiveness, because it took place

without the Salon du Cheval, and as a result

had to contend with a considerable drop

in spectators. This was already noticeable

the year before, when the show took place

on the weekend before the actual opening

of the "Salon", although it is precisely the

spectators who create the atmosphere. And

anyone who looked at last year's stallion

classes had tears in their eyes! A total of

five stallions competed – divided into two

classes! –, as well as Equator, who picked

up his platinum title (for which he only has

to be “present”). This show was no longer a

figurehead of the show circuit. Of course,

it was a Corona year, and due to the few

shows that took place throughout the year,

there were fewer horses in training. But still

- after 40 years of "Paris World Championships"

the shine has faded.

And there is another point besides the spectators:

the horses and their owners. For several

years (estimated) 80% of these have

come from the Arab world – so what could

be more obvious than moving the show to

the Arab countries? And best would be, the

All Nations Cup goes with it, because then

the poor animals don't have to be flown

back and forth all the time. This saves the

horses stress and stomach ulcers, so it is a

contribution to animal welfare and maybe

even to environmental protection!

Incidentally, this idea is not a new one! Already

in our issue 4/2019, in my report on

the World Championship - i.e. before Corona

55

and still in the "normal state", so to speak -

I commented on the lack of spectators: "So

far, the crowds of spectators and the resulting

atmosphere have been a big plus for

hosting this high-end (title-) shows in Europe.

If this "location advantage" disappears

and the shows become pure insider events

that hardly have any spectators, they will no

longer differ from the shows in the Middle

East. And there, they have been speculating

for a long time about being able to host the

World Championship or the All Nations Cup.”

There is also a financial aspect: The Katara

Show, whose organiser is now being considered

to be the future organizer of the World

Championships, offers prize money at its

(current) show, and no small sum: The senior

gold championship is around 250,000 € and

even a 6th place in the yearling class brings

in 2,500 €. It can be assumed that the prize

money for the world championship will top

this endowment. ECAHO receives 3% of the

prize money as a levy, from which it finances

the Breeders Fund and sports promotion,

which also benefits European breeders, for

example at the National Championships or

the High Point Awards. So in this respect, too,

moving the "high-end shows" to the Middle

East would only be an advantage, because

that would fill the ECAHO's money pot!

And let's be honest: How many Europeans

still take part in these high-end shows? You

can count them on two hands. But if the

organizer would introduce a qualification

system on European soil, with which the

best horses could win a ticket to the World

Championships - similar to what is already

done in racing - then the show-loving Europeans

would at least have something out of

it, too!

The high-end show scene has strongly

shaped the public image of the Arabian

horse - and not to its advantage. In the absence

of high-end shows on European soil,

I, therefore, see a chance that the public

image of the Arabian could improve again

and that European breeders return to their

old qualities, namely to breed functional,

athletic, AND beautiful horses. Against this

background: They have my blessing for the

“sale” of the world championship – even if it

is only little by little – to Qatar! And dreams

are hopefully allowed...

Gudrun Waiditschka

Shows Denkanstösse


ECAHO ANNUAL HIGH POINT HORSE AWARD 2021

GELDREGEN FÜR DEN

Auch 2021 hat die ECAHO rund 10.000 € für die

High-Point-Awards im Sport ausgegeben!

SPORT

Sport

Die ECAHO hat bereits vor einigen Jahren

ein “High-Point”-System für die

Sportpferde eingeführt, und zahlt jedes

Jahr rund 10.000 € an die Reiter aus – je nachdem

wie erfolgreich sie im vorangegangenen

Jahr waren. Gewertet werden Resultate an

ECAHO-Sportprüfungen in drei unterschiedlichen

Schwierigkeitsstufen: Novice (Anfänger),

Advanced (Fortgeschrittene) und Master

(Meister). Man kann auch für mehrere „Levels“

und in verschiedenen Disziplinen teilnehmen

– da können ganz nette Summen zusammenkommen.

So hat zum Beispiel Erasmos unter

Daniela Enter über 2000 € in der zurückliegenden

Turniersaison „verdient“.

Gewertet werden nur ECAHO-angemeldete

Turniere bzw. Klassen, aber davon gibt es immer

mehr. Kernstück ist natürlich das Europa-Championat

in Wiener Neustadt – hier gibt

es zahlreiche Startmöglichkeiten und mit dem

„Master-Level“ auch die höchsten Gelder.

Dieses Jahr konnten Reiter aus fünf Nationen

(Österreich, Niederlande, Deutschland, Dänemark

und Polen) von diesem Geldregen profitieren

- wer also erfolgreich reitet, kann sich

seinen Auslandsstart z. B. am Europa-Championat,

zumindest teilweise finanzieren. -gw-

AHPH 2021 - Novice Winners

Disziplin / Discipline Pferd / Horse Land Reiter / Rider €

Classic Pleasure TOUCH OF GOLD (MCA Magnum Gold / SA Donna Karan) *2010 AUT Sabrina Heiligenbrunner 70

Western Pleasure

GFH ENIYA (Baikal / Enaam) *2016 AUT Reinhard Hochreiter 150

GH SHINEY PEPPERLENA (TA Markoni / Shiney Muscalena) *2017 AUT Gerhard Hairas 150

Hunter Pleasure MASHEER IBN MARSHAN (Marshan / Lamera) *2012 AUT Lisa Woisetschläger 40

Reining BAHIM K.S.I. (G Basgier / Sharifa K.S.I.) *2005 NED Carine de Waart 10

Ranch Riding GH SHINEY PEPPERLENA (TA Markoni / Shiney Muscalena) *2017 AUT Gerhard Hairas 50

Dressur / Dressage MASHEER IBN MARSHAN (Marshan / Lamera) *2012 AUT Lisa Woisetschläger 180

Trail DIEGO EL BRI (CH El Brillo / Scala El Jamaal) *2005 AUT Daniela Bergmoser 40

AHPH 2021 - Advanced Winners

Disziplin / Discipline Pferd / Horse Land Reiter / Rider €

Trail LOGGIA (Alert / Laranda) *2011 AUT Susanne Schuh 480

Reining

GH SHANNA (Baikal / Eysha Bint Muscateal) *2009 AUT Franz Elias 60

ASHRAF AL SHAMS (Ajman Moniscione / Esstonia) *2010 NED Canisia Romani 60

Ranch Riding EMARIL (WH Justice / Edelmira) *2016 AUT Claudia Kohlhammer 260

Western Pleasure GFH ENIYA (Baikal / Enaam) *2016 AUT Reinhard Hochreiter 340

Hunter Pleasure EMARIL (WH Justice / Edelmira) *2016 AUT Claudia Kohlhammer 280

Trad. Arabian Riding ELGORIUSZ (Medalion / Elgora) *2017 POL Oliwia Kowal 100

Classic Pleasure ELGORIUSZ (Medalion / Elgora) *2017 POL Oliwia Kowal 180

Dressur / Dressage ERASMOS (Ainhoa St. Faust / Estylia) *2011 AUT Daniela Entner 260

Springen / Jumping WEBISTA (Perseusz / Werbera) *2015 POL Karolina Hernik-Jasik 160

AHPH 2021 - Master Winners

Disziplin / Discipline Pferd / Horse Land Reiter / Rider €

Trail LOGGIA (Alert / Laranda) *2011 AUT Susanne Schuh 840

Reining

CH SILVERLIGHT (Azjaa / Silver Riole) *2004 GER Verena Böckle 360

ZAHIMS NAVII (Zid Ibn El Zahim / India) *2010 GER Martin Pauli 360

Ranch Riding CH SILVERLIGHT (Azjaa / Silver Riole) *2004 GER Verena Böckle 540

Trad. Arabian Riding ELGORIUSZ (Medalion / Elgora) *2017 POL Oliwia Kowal 330

Ladies Sidesaddle LILIAN (Chalef Ibn Madour / Elerna) *2002 AUT Sarah Gollowitzer 180

Western Pleasure LOGGIA (Alert / Laranda) *2011 AUT Susanne Schuh 750

Hunter Pleasure

MOSRI AL DAHAB (Dahab / Mosila) *2004 GER Emma Dorn 840

ERASMOS (Ainhoa St. Faust / Estylia) *2011 AUT Daniela Entner 840

Classic Pleasure FA MOONSHADOW (Marajj / GF Kavadis) *2011 DEN Helena Jodie Byrne 1020

Dressur / Dressage ERASMOS (Ainhoa St. Faust / Estylia) *2011 AUT Daniela Entner 960

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2022

56


Novice Advanced Master

TOUCH OF GOLD unter Sabrina Heiligenbrunner

LOGGIA unter Susanne Schuh

CH SILVERLIGHT unter Verena Böckle

Sport

GFH ENIYA unter Reinhard Hochreiter

GH SHANNA unter Franz Elias

ZAHIMS NAVII unter Martin Pauli

GH SHINEY PEPPERLENA unter Gerhard Hairas

ASHRAF AL SHAMS unter Canisia Romani

MOSRI AL DAHAB unter Emma Dorn

MASHEER IBN MARSHAN unter L. Woisetschläger

EMARIL unter Claudia Kohlhammer

ERASMUS unter Danniela Entner

Alle Fotos: Gudrun Waiditschka

DIEGO EL BRI unter Daniela Bergmoser

ELGORIUSZ unter Oliwia Kowal

1/2022 - www.in-the-focus.com

57

FA MOONSHADOW unter Helena Jodie Byrne


Von Kunst und Künstlern

Volkers

EMIL

VON KUNST UND KÜNSTLERN

Emil Ferdinand Heinrich Volkers (1831-

1905) war ein deutscher Pferde- und Genremaler

der Münchner und Düsseldorfer Schule.

Sein Vater Nikolaus Volkers war Lehrer,

unter anderem auch für Kunst. Emil Volkers

heiratete 1866 Marie Meinardus, mit der er

vier Söhne hatte, zwei davon (Karl und Fritz)

wurden wie ihr Vater Pferdemaler, während

Max Landschafts- und Figurenmaler wurde.

Emil Volkers interessierte sich bereits früh

für Pferde. Geboren und aufgewachsen in

Birkenfeld, waren die zahlreichen Pferde der

Posthalterei gegenüber seinem Geburtshaus

für ihn ideale Studienobjekte. 1842 zog er

mit seiner Familie nach Oldenburg, wo er

Zeichenunterricht bei seiner Tante erhielt, die

Portraitmalerin und Zeichenlehrerin war. Später

machte er eine Lehre als Porzellanmaler in

Dresden, aber das war nicht, was er wollte. Es

folgte ein Besuch der Kunstakademie unter

den Historienmalern Rietschel und Schnorr

von Carolsfeld. Erst als er 1852/53 nach München

in die „Adamei“, das Künstleratelier der

Familie Albrecht Adam, wechselte, kam er

seinem späteren Haupttätigkeitsfeld, der

Pferdemalerei, näher. Es war bemerkenswert

in dieser Zeit, dass Volkers wirklich Pferdemaler,

kein Schlachtenmaler war. Er war einer der

ersten, der den Pferden ihren persönlichen

individuellen Charakter ließ, wenngleich er

sich natürlich immer im Konflikt zwischen

der Realität und dem Wunsch des Auftrag-

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© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2022


Art and Artists

gebers befand. Und Aufträge hatter er genügend!

Sie führten ihn nach Mecklenburg,

Württemberg und Schleswig-Holstein. So

schuf er 1856 die Lithografien für den Band

„Die Pferdezucht Württembergs – Abbildungen

ausgezeichneter Zuchtpferde aus den le, er malte Pferde in Trakehnen, Graditz und

Hengste des Hannoverschen Gestüts in Cel-

Privat-Gestüten S. Maj. des Königs und dem Beberbeck - kurzum, er war einer der gefragtesten

Pferdemaler seiner Zeit.

Königlichen Land-Gestüte“, die die im Gestüt

gezogenen Pferde Amurath 1829 und Kereja

IV 1846 sowie die beiden Original-Araber Kunstverein bei. Er beschickte zahlreiche

1857 zog er nach Düsseldorf und trat dem

Koheil Aguse und Zarif darstellen. Im Auftrag Ausstellungen in Düsseldorf, Bremen, Hannover,

Mainz und Württemberg. Durch die

des Königs von Hannover portraitierte er 46

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Gunst des Fürsten Karl Anton von Hohenzollern-Sigmaringen,

der aufgrund einer

Volksabstimmung ab 1866 Fürst von Rumänien

wurde, konnte er 1867 und 1874 längere

Studienaufenthalte in Rumänien und

Ungarn unternehmen. Hier entstanden eher

Genrebilder, die Pferdemärkte, Zigeuner und

Szenen des Dorfalltags mit ethnografischem

Wert darstellten.

1869 brachte er das Werk „Abbildungen vorzüglicher

Pferde-Rassen“, bestehend aus 34

Lithografien von Pferden unterschiedlicher


Von Kunst und Künstlern

EMILVolkers

Auf den vorangegangenen Seiten "Araber"

und "Ägypter", hier "Berber" - alle aus dem

Werk „Abbildungen vorzüglicher

Pferde-Rassen“ von 1869

Rassen heraus. Den dazugehörigen Textband

steuerten G. Schwarzenecker und G. Zipperlen

1880 bei. Das Werk war offensichtlich

stark nachgefragt und erschien in mehreren

Auflagen. Kein Wunder, es gab in realistischen

Abbildungen einen Eindruck von der Pferdezucht

in ganz Europa. Die Abbildungen zeigten

neben einem Araber, Ägypter und Berber

– den Orientalischen Rassen – auch deren

Abkömmlinge in Europa, wie eine Babolnaer

Stute, Radautzer (beides würde man heute

als „Shagya-Araber“ bezeichnen), Lipizzaner

und Gidran. Daneben die Landrassen in Russland,

Siebenbürgen und Ungarn, aber natürlich

auch die Edelrassen in Mitteleuropa,

wie Trakehner, Ostpreuße, Mecklenburger,

Hannoveraner, die englischen Rassen Cleveland,

Suffolk, Clydesdale und viele andere.

Es wurde damit zu einem bebilderten Standardwerk

seiner Zeit. Dieser Erfolg mag auch

dazu beigetragen haben, dass Volkers 1890

anläßlich der Ersten Allgemeinen Pferdeausstellung

eine Goldmedaille verliehen bekam.

Eine besondere Ehrung erfuhr der Maler am

60

Oldenburger Hof, wo er durch Großherzog

Friedrich August gefördert und letztlich zum

Professor ernannt wurde.

Insbesondere aus der Zeit nach 1890 sind

unzählige Pferdeportraits von ihm überliefert

bzw. wurden auf Auktionen veräußert. Sie

zeigen typische Pferde des damaligen Bürgertums

und Adels: edle Pferde, oftmals vom

Englischen Vollblut, mitunter auch orientalisch

beeinflußt.

Der „Pferdemaler“ Emil Volkers starb 1905

und gilt als der Künstler, der wohl die meisten

Pferdeportraits geschaffen hat.

Gudrun Waiditschka

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2022


AMURATH, Schimmelhengst,

15 Faust 2 Zoll hoch, geb. *1829 aus der

original-arabischen Stute Saady, von dem

Originalaraber Bairactar, war von 1834-

36 Reitpferd Sr. Majestät des Königs, von

1836-1856 Hauptbeschäler in dem königl.

Privatgestüte.

Art and Artists

KOHEIL [Aguse], Forellenschimmel,

Stute, 15 Faust hoch, 18 Jahre alt, wurde

1852 von dem ersten Stallmeister, Freiherr

v. Hügel, in der Nähe von Kairo von

einem Pascha gekauft; sie machte die Reise

hochtragend und hat gegenwärtig [1857] 5

lebende Fohlen im Gestüte; sie zeichnet sich

durch hohen Adel und große Schnelligkeit

besonders aus.

(unten) KEREJA, Grauschimmel, Stute,15 Faust 3 Zoll hoch, 10 Jahre alt,

in dem königl. Privatgestüte gezogen aus der Thama von Amurath.

(oben) ZARIF, Silberschimmel, Hengst, 20 Jahre alt, 15 Faust 2 Zoll hoch;

wurde von dem Fürsten Pückler als vierjähriges Fohlen in der Wüste

selbst gekauft. Er wurde 1852 von Sr. Majestät gekauft und

deckt seither in dem königl. Privatgestüte.

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Von Kunst und Künstlern

EMILVolkers

Aquarell, beschriftet mit "Osman Pascha, arab.

Hengst, Circus Carré" (datiert 1899).

Der deutsche Zirkusdirektor Oscar Carré erbaute

in Amsterdam ein Theatergebäude, das

Circus Carré, um auch während der Wintermonate

Vorstellungen geben zu können. Am 3.

Dezember 1887 fand die erste Vorstellung des

Zirkus statt.

Ein weiteres Zirkuspferd, bereitgemacht für den

Auftritt (1887).

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2022

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Emil Volkers hat insbesondere in den 1890er Jahren unzählige Pferde

portraitiert, alles edle, hoch im Blut stehende Pferde. Vor allem bei den

Schimmeln ist der arabische Einfluß unverkennbar. Der Maler starb

1905 und gilt als der Künstler, der wohl die meisten Pferdeportraits

geschaffen hat.

Araberhengst Bravo aus Slawuta, Circus Renz (datiert 1873)

Art and Artists

Arabisches Pferd, datiert 1889.

Auf der Rückseite bezeichnet als: "Effendi v. Amourat... u. v. Mousa, gez.

in Wurtemberg" (datiert 1858)

Dabei handelt es sich um den Hengst Effendi 1843 (Amurath I 1829 /

Musa II), gezogen im Gestüt Weil, der zwischen 1854 und 1859 an den

Grafen Ernst Schimmelmann in Ahrensburg (in Holstein) verkauft

wurde. Im Hintergrund ist die Schloßkirche von Ahrensburg zu erkennen.

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TERMINE 2022 / SHOWS & EVENTS 2022

Für den Fall, dass es noch zu Einschränkungen oder Ausfällen durch die Corona-Virus-Pandemie kommt, informieren Sie

sich bitte direkt beim Organisator, ob eine Veranstaltung stattfindet oder nicht. Die entsprechenden Hinweise in unserem

Terminkalender sind nicht tagesaktuell!

In the event that there are still restrictions or cancellations due to the corona virus pandemic,

please contact the organizer directly to find out whether an event is taking place or not.

The corresponding information in our calendar is not up-to-date!

23. April 2022 VZAP Mitgliederversammlung D-36251 Bad Hersfeld www.vzap.org

Sport Termine

24. Apr. 2022

CCAHS Turnier - Pferdesportanlage

Barmatt

CH-8320 Fehraltorf

www.crystal-challenge.ch

1. Mai 2022 Gestütsschau im Gestüt Ismer D-49419 Ströhen www.ismer-stud.com

7. Mai 2022

Araber-Stammtisch auf dem

Forellenhof

D-79224 Umkirch Forellenhof_Fath@t-online.de

14. Mai 2022 Araber-Stammtisch bei EM Arabians D-84435 Lengdorf / Kopfburg elkewilfart@gmail.com

26.-27. Mai 2022

European, National & International

B-Show, Riding Classes

A-4600 Wels www.ecaho.org

29. Mai 2022

CCAHS Turnier - Pferdesportanlage

Barmatt

CH-8320 Fehraltorf

www.crystal-challenge.ch

10.-12. Juni 2022 Arabische Pferde in Westfalen D-32791 Lage-Hörste www.arab-horses.org

25.-26. Juni 2022 Dressurturnier in Seefeld D-23843 Bad Oldesloe www.reitanlage-seefeld.de

1.-3. Juli 2022 50 Jahre ÖAZV - Jubiläumsschau A-4651 Stadl Paura www.araber-zuchtverband.com

2. Juli 2022 Tag der Offenen Tür auf Gestüt Sax D-84169 Altfraunhofen www.sax-arabians.de

9.-10. Juli 2022 Intern. Tage des Arabischen Pferdes D-49419 Ströhen www.ismer-stud.com

15.-17. Juli 2022 Arabisches Wochenende des VZAP D-72532 Gomadingen-Marbach www.vzap.org

21.-24. Juli 2022

DM Distanzreiter

(Junioren & Senioren)

D-49419 Ströhen www.vdd-aktuell.de

24. Juli 2022 Prämienschau VZAP D-91746 Weidenbach www.vzap.org

29.-31. Juli 2022 12. Araber-Sommerfestival A-4651 Stadl Paura www.araberfestival.at

30. Juli 2022 Prämienschau VZAP D-23843 Bad Oldesloe www.vzap.org

30.-31. Juli 2022 DM Distanzfahrer D-06869 Coswig www.vdd-aktuell.de

6.-7. Aug. 2022

Arabian Futurity Europe

Arabian Futurity Riding Cup

D-74629 Langenbrettach www.ecaho.org

12.-14. Aug. 2022 ISG Delegiertenkonferenz CH-Bern www.shagya-isg.com

20.-21. Aug. 2022 SLP und Fohlenchampionat ZSAA D-23715 Bosau www.zsaa.org

27. Aug. 2022 CCAHS Turnier - KRVZ Reithalle CH-4665 Oftringen www.crystal-challenge.ch

27.-28. Aug. 2022 VDD-Championat für Junge Pferde D-26434 Wangerland www.vdd-aktuell.de

1.- 4. Sept. 2022

ECAHO European Championships,

Newcomer, Masters und Austrian

National Championships

A-2700 Wiener Neustadt www.friends-of-arabian-sporthorses.at

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© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2022


TERMINE 2022 / SHOWS & EVENTS 2022

Für den Fall, dass es noch zu Einschränkungen oder Ausfällen durch die Corona-Virus-Pandemie kommt, informieren Sie

sich bitte direkt beim Organisator, ob eine Veranstaltung stattfindet oder nicht. Die entsprechenden Hinweise in unserem

Terminkalender sind nicht tagesaktuell!

In the event that there are still restrictions or cancellations due to the corona virus pandemic,

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4. Sept. 2022 Araberrennen UAE President Cup D-76473 Baden-Baden / Iffezheim www.zsaa.org

4. Sept. 2022 VZAP Prämienschau Kauber Platte D-56349 Kaub www.vzap.org

10. Sept. 2022 VZAP Prämienschau Coswig D-06869 Coswig www.vzap.org

11. Sept. 2022 SLP - Zuchtstuten und Wallache D-36148 Mittelkalbach www.zsaa.org

23.-25. Sept. 2022

ZSAA - Hengstleistungsprüfung

Luhmühlen

D-21376 Salzhausen www.zsaa.org

Impressum

23.-25. Sept. 2022 ANC Turnier D-52070 Aachen www.vzap.org

23.-25. Sept. 2022

7.-9. Okt. 2022

German Nationals &

All Nations Cup

VZAP - Hengstleistungsrpüfung

Mertingen

D-52070 Aachen www.vzap.org

D-86690 Mertingen www.vzap.org

8.-14. Okt. 2022 WAHO-Konferenz in Jordanien JOR-Amman www.waho.org

8. Okt. 2022 CCAHS Turnier - RPZ Lindenhof CH-4564 Obergerlafingen www.crystal-challenge.ch

15. Okt. 2022 VZAP Prämienschau Kalbach D-36148 Mittelkalbach www.vzap.org

29.-30. Okt. 2022 Europa-Championat Azelhof, Lier / BE www.ecaho.org

9.-11. Dez. 2022 Welt-Championat Paris / FR www.ecaho.org

IMPRESSUM - MAST HEAD

Redaktion / Editor:

Gudrun Waiditschka (v.i.S.d.P.)

Entenstrasse 20

D-73765 Neuhausen a.d.F.

ph: 0049 (0)7158 - 67141

e-mail: arabische-pferde@in-the-focus.com

Verlag & Vertrieb / Publisher & Distribution:

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vierteljährlich (4 Ausgaben im Jahr) /

quarterly ( four times per year)

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Zu beziehen über unseren Online-Shop /

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Übersetzungen / Translations:

Gudrun Waiditschka

Mitarbeiter dieser Ausgabe /

Contributors to this issue:

Yassir Ghanem, Cordula Schladitz

Fotografen / Photographers:

Archiv C. Schladitz, Archiv G. Waiditschka,

Sonja Bock

Die mit Namen des Autors gekennzeichneten

Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung

der Redaktion wieder.

Eingesandte Beiträge unterliegen der redaktionellen

Bearbeitung; Text- und Fotobeiträge

müssen frei von Rechten Dritter sein. Für

unverlangt eingesandte Beiträge und Fotos

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Alle Rechte vorbehalten, auch die des auszugsweisen

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Erfüllungsort und Gerichtsstand ist Stuttgart.

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Vorschau - Preview

VORSCHAU - PREVIEW

Ausgabe 2/2022 - erhältlich Ende Juni 2022

Issue 2/2022 - available at the end of June 2022

Die PFERD Wels mit integrierter Araberschau ist wieder Auftakt

der diesjährigen Schausaison. Dieses Jahr auch mit Reitklassen,

so dass wir uns sowohl in Wels als auch in Lage Hörste (Westfalen)

auf eine vielseitige Präsentation des Arabischen Pferdes

freuen dürfen.

The PFERD Wels Fair with integrated Arabian show is the start of

this year's show season. This year, the event will also include riding

classes, so we can look forward to a varied presentation

of the Arabian horse.

Einmal Araber, immer Araber!

Diesen Ausspruch bekommt man immer wieder zu hören, denn

der Charakter des arabischen Pferdes ist einmalig. Wir stellen

in den nächsten Ausgaben Besitzer vor, die eigentlich etwas

anderes gesucht, aber dann doch ihr Glück gefunden haben

- manchmal auch, weil sie dem Pferd zuliebe ihre Ansprüche

geändert haben.

Das Gestüt Ismer gehört zu den ältesten Arabergestüten in

Deutschland. Seine Anfänge liegen in den 1960er Jahren mit

Pferden aus der Zucht von Gertraude Griesbach. Im nächsten

Heft finden Sie in unserer Reihe zu den alt-deutschen Linien

den zweiten Teil zur Zucht von Gertraude Griesbach und die

Fortführung einiger Linien im Gestüt Ismer.

The Ismer Stud is one of the oldest Arab studs in Germany. It all

started in the 1960s with horses bred by Gertraude Griesbach. In

the next issue you will find the second part of our series about the

old German lines on the breeding of Gertraude Griesbach and

the continuation of some lines in the Ismer Stud.

Das Welt-Championat feierte letztes Jahr sein 40-jähriges Bestehen.

Wir zeigen, wie sehr sich die Zucht in dieser Zeit verändert hat.

The world championship celebrated its 40th anniversary last year. We

show how much breeding has changed during this time.

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© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2022


Stutbuchaufnahme,

Hengstanerkennung

& Fohlenchampionat

ÖAZV

Jubiläumsschau

Jahreshauptversammlung

ÖAZV

& Züchterabend

JUBILÄUMSSCHAU 1. 3. Juli 2022

Pferdezentrum Stadl-Paura, Stallamtsweg 1, 4651 Stadl-Paura

INFOS UND ANMELDUNG:

+43(0)650/4112101 • office@araber-zuchtverband.com • www.araber-zuchtverband.com

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