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florieren! - 50 Jahre florieren

Gegründet 1972 als „Blumen-Einzelhandel“, feiert „florieren!“ in diesem Jahr 50. Geburtstag. Wir danken unseren Abonnentinnen und Abonnenten ganz herzlich für ihre Treue! Vielen Dank auch für all die Glückwünsche und das Lob! Nun machen wir einfach voller Elan weiter. Der Rückblick auf die Geschichte der Zeitschrift ist ein Rückblick auf 50 Jahre Branchenentwicklung. „Gestalten mit Blumen“ ist der Kern des Berufs, aber es sind vielfältige Aufgaben und Herausforderungen dazugekommen. Wir schauen deshalb zwar zurück, vor allem aber nach vorne. Denn zur Aufgabe einer Fachzeitschrift gehört es, Wege in die Zukunft aufzuzeigen und zu beleuchten.

Gegründet 1972 als „Blumen-Einzelhandel“, feiert „florieren!“ in diesem Jahr 50. Geburtstag. Wir danken unseren Abonnentinnen und Abonnenten ganz herzlich für ihre Treue! Vielen Dank auch für all die Glückwünsche und das Lob! Nun machen wir einfach voller Elan weiter. Der Rückblick auf die Geschichte der Zeitschrift ist ein Rückblick auf 50 Jahre Branchenentwicklung. „Gestalten mit Blumen“ ist der Kern des Berufs, aber es sind vielfältige Aufgaben und Herausforderungen dazugekommen.
Wir schauen deshalb zwar zurück, vor allem aber nach vorne. Denn zur Aufgabe einer Fachzeitschrift gehört es, Wege in die Zukunft aufzuzeigen und zu beleuchten.

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Fachverband Deutscher Floristen:

„Herzliche Glückwünsche an florieren!.

Wir danken für fünf Jahrzehnte

Information, Inspiration und Motivation

unserer Branche und freuen

uns, heute und in der Zukunft

dieses fachkundige Magazin an der

Seite der Floristinnen und Floristen

zu wissen!“

Foto: Rüdiger Schulze

BLICK ZURÜCK UND NACH VORNE

50 Jahre florieren!

Gegründet 1972 als „Blumen-Einzelhandel“, feiert „florieren!“ in diesem Jahr

50. Geburtstag. Wir danken unseren Abonnentinnen und Abonnenten ganz

herzlich für ihre Treue! Vielen Dank auch für all die Glückwünsche und das

Lob! Nun machen wir einfach voller Elan weiter.

Der Rückblick auf die Geschichte der Zeitschrift ist ein Rückblick auf

50 Jahre Branchenentwicklung. „Gestalten mit Blumen“ ist der Kern des

Berufs, aber es sind vielfältige Aufgaben und Herausforderungen dazugekommen.

Wir schauen deshalb zwar zurück, vor allem aber nach vorne.

Denn zur Aufgabe einer Fachzeitschrift gehört es, Wege in die Zukunft

aufzuzeigen und zu beleuchten.

Diesen großartigen

Strauß gestaltete

Me lina Mayer bei ihrer

Meisterprüfung in

Stuttgart 2017.

Edith Strupf

Heike Damke-Holtz:

„Herzlichen Glückwunsch an ‚florieren!

– Inspiration und Marketing

für den grünen Fachhandel‘. 50 Jahre

Information – fachkompetent, einfühlsam,

menschlich, selbstbewusst,

kritisch, sachlich, vielfältig,

strukturiert, zeitgemäß, besonders,

international. Das Fachmagazin

hat mich mein Berufsleben lang

intensiv begleitet, noch heute freue

ich mich über jedes neue Heft im

Briefkasten. Vielen Dank dafür und

eine erfolgreiche Zukunft mit vielen

positiven Berichterstattungen!“

Gabriele Haufe:

„Der Verlag Eugen Ulmer hat sicherlich

gut überlegt, als er vor 50 Jahren

die Fachzeitschrift ‚Blumen-Einzelhandel‘

auf den Markt brachte. Die

Redaktion ist wie am ersten Tag mit

Herz und Verstand bei der Sache.

All die Erfahrungen, Eindrücke und

Nützlichkeiten, die besonderen

Momente, wenn Bild und Text einem

aus der Seele sprechen, bereichern

immer wieder aufs Neue. Begeisterungsfähigkeit

ist eine der Hauptursachen

für den Erfolg, meinte Dale

Carnegie. Ihre Begeisterung für

Floristen und für Floristik spürt man

und wir alle profitieren davon.

Vielen herzlichen Dank verbunden

mit den besten Wünschen!“

3 0x-2020 florieren!


50 Jahre florieren!

VON 1972 BIS 2022

Immer am Puls der Zeit

DAS ERSCHEINUNGSBILD

1972 Auf der Titelseite waren über

eine lange Zeit mal Blumen oder

Pflanzen, mal Floristik, aber auch

Einrichtungen oder Kunsthandwerk

abgebildet. Im Innenteil waren

wenig Fotos zu sehen und nur wenige

Seiten konnten in Farbe gedruckt

werden. Ab 1982 wurde der Farbanteil

dann aber erweitert.

Im Januar 1972 ist die erste Ausgabe von „florieren!“ erschienen, damals

unter dem Namen „Blumen-Einzelhandel“. „Wir wollen informieren und

Problemlösungen anbieten“, hieß es damals – so ist es bis heute geblieben.

Sehr schnell aber kam anspruchsvolle und inspirierende Floristik dazu.

In der Entwicklung der Zeitschrift spiegelt sich wider, dass der individuelle

und handwerkliche Aspekt zur Profilierung von Florist(inn)en immer

wichtiger geworden ist. Jetzt feiern wir 50. Geburtstag. Edith Strupf

1992 wurde ein neues Layout eingeführt

und der Name „Blumen-

Einzelhandel“ wurde um „Floristik

international“ ergänzt. Die Titelseite

wurde komplett farbig, insgesamt

wurde die Zeitschrift bunter,

bildreicher und übersichtlicher.

1972

1999 Nach weiteren sieben Jahren

wurde das Layout erneut modernisiert:

Ab Juli 1999 war das Magazin

komplett in Farbe.

2007 + 2017 Seit 2007 heißt die

Zeitschrift „florieren!“. Der Name

steht einerseits für Floristik, andererseits

für den wirtschaftlichen Erfolg

von Blumengeschäften. Die Bilder

wurden größer, das Layout insgesamt

großzügiger. Seither gibt es immer

wieder neue Serien und kleinere

Anpassungen, zuletzt wurden 2017

noch mal größere Veränderungen

eingeführt – immer mit dem Ziel,

die Zeitschrift noch lesefreundlicher

zu machen und Inhalte nicht nur

über Text, sondern über Bilder zu

vermitteln.

1972

Die Zeitschrift „Blumen-Einzelhandel“

wurde für Blumengeschäfte

und Einzelhandelsgärtnereien in

einer Zeit auf den Weg gebracht, in der

viele Gärtnereien begannen, ihre Produkte

selbst zu vermarkten. Entsprechend

rückten neue Fragen in den Vordergrund

– zum Sortiment, zur Einrichtung und Warenpräsentation,

zur Verkaufsförderung,

zur Gestaltung von zum Beispiel „modischen

Brautsträußen“, zu neuen Dienstleistungen.

Dazu kamen Betriebsberichte

unter dem Motto „So macht’s der Nachbar“,

Berichte über Veranstaltungen, Wettbewerbe

und Marktentwicklungen.

Die Vermarktungsthemen, die bei der

Gründung der Zeitschrift im Vordergrund

standen, wurden schnell um Gestaltung

und Blumenkunst erweitert – auf Wunsch

der Leser/-innen und weil sich abzeichnete,

dass sich Floristen mit individuellen

Gestaltungsideen profilieren können und

1992

müssen. Mit dem zunehmenden Angebot

von Bundware und 08/15-Sträußen im

Systemhandel hat der handwerkliche Aspekt

in den letzten Jahren sogar noch an

Bedeutung gewonnen.

Inspiration für den Alltag

Es ist faszinierend, wie Blumen auf immer

neue Art und Weise kombiniert, verarbeitet

und in Szene gesetzt werden können.

Weil von Werkstücken, die den Alltag prägen,

meist wenig Inspiration ausgeht, zeigen

wir vorwiegend ungewöhnliche und

fantasievolle Farb- und Werkstoffkombinationen

sowie Techniken. Zumindest

Teile davon fließen ganz unbewusst in den

Alltag ein – auch das zeigt sich beim

Durchblättern alter Ausgaben. Ob Wellness,

Cocooning, „wie gepflückt“, Bohemian,

Vintage oder der Trockenblumen-

Hype, alle Trends werden in der Floristik

1999

1972

1982

1992


Foto: Floristik Lorenz/Alea Horst

aufgegriffen und interpretiert. Wie in der

Mode lassen sich eben auch die Kunden

im Blumengeschäft von Trends und neuen

Ideen begeistern. Inzwischen bestimmen

die sozialen Medien zunehmend, was die

Kunden wünschen. Auch darauf müssen

Antworten gefunden werden.

Aufgeschlossen für Neues

An den betriebswirtschaftlichen Themen

über die Jahre ist ablesbar, wie gravierend

sich die Handelslandschaft und das Verbraucherverhalten,

aber auch die ganzen

Abläufe im Blumengeschäft verändert haben.

Im August 1976 zum Beispiel wurde

Blume 2000 und das Selbstbedienungsprinzip

vorgestellt. Bereits 1982 erschien

ein Beitrag über EDV im Blumengeschäft,

seit 1987 wird nach Gegenmitteln zur Billigkonkurrenz

im Lebensmitteleinzelhandel

gesucht, um verkaufsfördernde Ausstellungen

(im Advent) geht es seit 1982,

um Schaufenstergestaltung seit 1987.

Immer mehr Beiträge widmeten sich der

Marketing-Aussage, dass der Köder dem

Fisch schmecken muss und nicht dem

Angler. Seither lässt uns die Frage, wie wir

unsere Zielgruppen am besten erreichen

können, nicht mehr los. Zur Warenpräsentation

und dem Erlebniseinkauf kam die

Präsenz im Internet dazu, zuletzt die

Chancen, die die sozialen Medien bieten.

Die Notwendigkeit von Websites wird in

florieren!“ seit mindestens 2004 thematisiert.

Immer mehr Blumengeschäfte richteten

eine eigene Website ein, doch erst

seit der Coronakrise gewinnen die digitalen

Aktivitäten an Schwung. Seither aber

geht es sehr schnell.

Diesen Schwung gilt es zu nutzen. In der

Krise ist die Wertschätzung für Blumen

und Pflanzen gestiegen, dazu kommt das

Bedürfnis nach echten Kontakten und Er-

2022

BRAUTSCHMUCK IM

WANDEL

Hochzeitsfloristik ist für viele Floristen

ein wichtiges Standbein – und

unterliegt ständig dem Wandel.

Bereits 2015 beteiligte sich Uta Lorenz

mit ihrem Team an einem Fotoshooting

unter dem Motto „Bohemian

Wedding“ – der Beitrag darüber ist im

März 2016 in „florieren!“ erschienen.

WEBSITE MIT ARCHIV UND

SOZIALE MEDIEN

Unser Magazin wurde längst um

di gitale Informationen erweitert.

Seit vielen Jahren informieren wir auf

unserer Website und über einen Newsletter

über Branchennachrichten.

Auf www.florieren-online.de haben

Abonnenten auch Zugriff auf alle Beiträge

vergangener Ausgaben. Auch

auf Facebook und Instagram sind wir

aktiv – mit 6.270 beziehungsweise

über 11.000 Followern. Mit tiefergreifenden

Informationen und Erklärungen

und Einschätzungen aber bleiben

unsere gedruckten Ausgaben das

Herzstück von „florieren!“.

2007

2002

2012

2017

2022

florieren! 04-2022

31


50 Jahre florieren! 3

1

2

4

Fotos: Meisterschule Hannover (1), Evelyn Grossmann (2), , Jens Gramberg-Madel (4)

3

Fotos: Katrin Klawitter (5), Peter J. Kierzkowski (3, 6, 7)

5

6 7

INTERNET, RECYCLING ...

1 Bereits in der Meisterprüfung 2011

der Justus-von-Liebig-Schule in

Hannover waren internettaugliche

Werkstücke gefordert.

2 Unter dem Motto „Wiederverwenden

statt Wegwerfen“ zeigte Sonja

Strehle in der Februar-Ausgabe 2008

Recycling-Ideen.

3 Bei Wettbewerben wie der Deutschen

Meisterschaft (DMF) zeigen

Floristen Fantasie und handwerkliches

Können. Die Werkstücke haben

nicht den Anspruch, alltagstauglich

zu sein, und doch lassen sich Ideen

übertragen. 2018 gewann Michael

Liebrich die DMF. 2020 musste der

Wettbewerb coronabedingt verschoben

werden – nun ist die Austragung

im August 2022 in Berlin geplant.

lebnissen. Und seit Langem haben Dienstleistungen

eine zentrale Bedeutung bei

der Profilierung. Aber auch hier ist Flexibilität

und ständiges Nachjustieren gefragt.

Im Bereich Bestattungskultur und

Grabpflege werden die Aufträge seit vielen

Jahren „kleiner“, für Hochzeits- und

Eventfloristik bedeutete die Coronapandemie

einen großen Einschnitt. Auch die

Zusammensetzung des Sortiments muss

immer wieder hinterfragt werden. Den

großen Vorteil eines ständig wechselnden

und lebendigen Angebots aber kann der

grünen Branche niemand nehmen.

In einer Welt, in der Fachgeschäfte aller

Branchen von Supermärkten, Discountern

und vom Online-Handel bedroht werden,

mussten aber auch viele Floristen ihre Geschäfte

schließen. Andererseits werden

auch immer wieder neue Geschäfte eröffnet

und Konzepte ausprobiert. Immer wieder

beweisen Floristen, wie wandlungsund

anpassungsfähig sie sind. Möglich ist

das durch Kreativität, Mut und Begeisterung

für Blumen und Gestaltung. Als

Florist/-in wird man vielleicht nicht reich,

aber der Beruf ist facettenreich – im Gegensatz

zu vielen Büroberufen, die weder

Abwechslung noch Freiräume erlauben.

Zuletzt wurden wieder mehr Ausbildungsverträge

abgeschlossen, aber für die Zukunft

der Branche bewegen sich die Zahlen

auf einem viel zu niedrigem Niveau.

Der Fachkräftemangel, den wir seit über

zehn Jahren regelmäßig thematisieren,

zwingt inzwischen Geschäfte, Aufträge

abzulehnen, die Öffnungszeiten zu reduzieren

oder ganz zu schließen. Dass auch

32 04-2022 florieren!


FLORISTIKSCHULE

TRAUER

BLUME & HANDWERK

RECYCLING

E-MOBILITÄT

INTERNET

HOCHZEIT

in anderen Branchen Fachkräftemangel

herrscht, ist ein schwacher Trost. Es gibt

verschiedene Ansätze, wie der Breuf attraktiver

werden kann, und aktuell wird

an einer neuen Ausbildungsverordnung

gearbeitet. Erfreulich ist auch das Interesse

von Quereinsteigern am Beruf. Das

Thema wird uns weiter beschäftigen.

Umweltthemen seit 1973

Das gilt auch für das Thema Umweltschutz,

das uns fast schon seit den Anfängen

„verfolgt“. Bereits 1973 forderte der

damalige Chefredakteur Gerd Heinrichs

eine Versuchsanstalt, die Materialien vergleichend

einsetzt und ihre Eigenschaften

neutral bewertet. Um „umweltfreundliche

Binderei“ ging es dann im April-Heft 1987,

um kompostierfreundliche Materialien in

der Trauerbinderei im September 1987,

um Recycling-Verpackungen aus Floristenhand

im November 1991.

Dann wurden ökologische Themen durch

andere Strömungen verdrängt, doch seit

nahezu 15 Jahren gehört „Natur“ zu den

Megatrends, immer häufiger tauchte das

Wort „nachhaltig“ in den Trendprognosen

auf. Inzwischen herrscht weitgehend Einigkeit,

dass die Anstrengungen zum Klimaschutz

verstärkt werden müssen. Daran

hat die Coronakrise nichts geändert.

Wie es „nach Corona“ weitergeht, ist ungewiss.

Die Wertschätzung für Blumen

und Pflanzen ist hoch, aber die Branche

steht vor vielen Herausforderungen, und

der Krieg in der Ukraine bringt neue Unsicherheiten.

Wir fühlen uns bei der Zusammensetzung

unserer Zeitschrift weiterhin

unseren bisherigen Zielen verpflichtet:

Wir wollen Gestaltungsvielfalt zeigen,

unabhängig informieren, aktuelle Themen

aufgreifen und beleuchten und den Erfahrungsaustauch

fördern.

Wir glauben an die Zukunft der Branche.

Es ist immer wieder beeindruckend, wie

Chancen ergriffen und neue Konzepte umgesetzt

werden – kreativ und sympathisch,

mit Flexibilität, persönlicher Handschrift

und mit viel Engagement. n

4 In der Floristikschule 2013 beleuchtete

Jens Gramberg-Madel den Megatrend

Natur. Die Floristikschule

erscheint seit 1986 mit wechselnden

Themen. Im ersten Jahr standen

Gestaltung, Schriftverkehr und Fachrechnen

auf dem Programm.

5 Für die Ausgabe 6/2013 organisierte

Fachjournalistin Katrin Klawitter eine

Testfahrt mit dem Elektrofahrzeug

„Mega E-Worker“. Sie begleitete Tom

Schnorr von „Milles Fleurs“ in Hannover

auf einer eintägigen Probefahrt.

6 Die Bestattungskultur verändert

sich, der Trend zu Urnenbestattungen

ist ungebrochen. In der Mai-Ausgabe

2010 zeigten wir Urnenschmuck der

Straubinger Meisterprüfung 2009.

7 Bereits seit 2011 sponsert Fleura-

Metz die Serie Blume & Handwerk,

in der erfolgreiche Nachwuchsfloristen

und ihre Arbeit vorgestellt werden.

Hier sehen Sie einen Strauß von Felix

Geiling-Rasmus aus dem Jahr 2012.

Danke für die Zusammenarbeit!

HERZLICHEN

GLÜCKWUNSCH

& DANKE!

50 Jahre florieren! – das bedeutet 50 Jahre aktuelle Themen,

kreative Ideen und praxisgerechte Lösungen aus

der Branche für die Branche. Darum sagen wir im Namen

unserer Mitgliedsbetriebe und Mitarbeiter*innen: Herzlichen

Glückwunsch und Danke für unzählige interessante,

kreative und geschätzte Beiträge, die uns und die Branche

seit einem halben Jahrhundert begleiten und bewegen.

Wir freuen uns schon jetzt auf die nächsten 50 gemeinsamen

Jahre!

Landgard, Ihre vermarktende Erzeugergenossenschaft

im Gartenbau

www.landgard.de


50 Jahre florieren!

DEN LESERN VERPFLICHTET

Glaubwürdigkeit als

höchstes Gut

Zeitschriften und Zeitungen sind der Aktualität verpflichtet. Jede neue Ausgabe

lässt die letzte alt aussehen. Und während früher Zeitschriften noch

in Leinenbänden aufgebunden wurden und als Nachschlagewerke im Raum

standen, gibt es heute perfekte digitale Archive. Wenn eine Zeitschrift

50 Jahre alt wird, lohnt es sich dann, in die Vergangenheit zu blicken? Ein

Fachverleger meinte einmal, man solle bei Jubiläen nicht den Blick in den

Rückspiegel werfen, sondern nach vorne schauen. Dann allerdings vergibt

man die Chance, aus der Vergangenheit zu lernen. Matthias Ulmer

Foto: Verlag Eugen Ulmer/Barbara Sommer

Matthias Ulmer leitet als Geschäftsführer

und persönlich haftender

Gesellschafter in 5. Generation den

1868 gegründeten Verlag Eugen Ulmer

in Stuttgart. Über 150 Mitarbeiter produzieren

25 Zeitschriften und zahlreiche

digitale Medien. Im Verlag sind

etwa 1.600 Bücher rund um Gartenbau

und Landwirtschaft für Profis in

diesen Branchen sowie für Freunde

von Natur, Tieren, Gärten und Pflanzen

lieferbar (www.ulmer.de).

Wir werden in diesen Tagen des

Ukraine-Kriegs daran erinnert,

dass Europa sehr viel mehr ist,

als wir lange gesehen haben. Wir werden,

nimmt man zum Beispiel die Stadt Odessa,

an Geschichten erinnert, die vermuten

lassen, dass Odessa im Herzen Europas

liegt. Mit Isaak Babel und Joseph Roth

können wir uns erlesen, was uns jahrzehntelang

unbekannt geblieben ist. Das Wissen

um die Herkunft der Dinge lässt uns

erst die Gegenwart verstehen und die Zukunft

planbar machen. Das gilt für das

Volk und die Kultur der Ukraine genauso

wie für eine Fachzeitschrift.

Als „Blumen-Einzelhandel“ erstmals erschien,

war die Bundesrepublik in einem

großen Veränderungsprozess, den man

heute die „Ökologische Wende“ nennt. Es

klingt absurd, wenn man behauptet, dass

es dabei schon um die Digitalisierung

ging, ich halte das aber für wesentlich. Der

Club of Rome brachte 1972 sein Gutachten

„Die Grenzen des Wachstums“ heraus, das

zu einem Meilenstein der Ökologie wurde.

„Die Welt ist unübersichtlich

geworden, Informationen

zweifelhaft, Bilder trügerisch.“

Möglich wurde es durch die Entwicklung

von Datenbanken und die Vernetzung

weltweiter Wirtschafts- und Klimadaten.

Wissenschaftler lieferten Konjunktur-,

Bevölkerungs-, Bildungs-, Verkehrs- und

Klimaprognosen für die Politik – es muss

eine große Hoffnung gewesen sein, dass

sich Politik auf wissenschaftliche Expertise

gründen kann und nicht mehr auf

Ideologie und Lobbyismus.

Wenn alles über Daten ermittelt wird, hat

das aber auch Schattenseiten. Schon seit

der Industrialisierung kommt in Gegenbewegungen

die Befürchtung zum Ausdruck,

dass Kreativität und Werte verloren gehen.

Als Ergebnis des gesellschaftlichen Prozesses,

der die Menschlichkeit wieder in den

Mittelpunkt stellen will, ist es kein Wunder,

dass wir heute eine stark von ökologischen

Ideen geprägte Regierung haben.

Floristik zwischen Kunst,

Handwerk und Kommerz

Als Magda Storz und Gerd Heinrichs die

Zeitschrift Blumen-Einzelhandel 1971

konzipierten, erklomm die Floristik gerade

ein neues Level. Aus einer handwerklichen

Dienstleistung wurde Kunsthandwerk.

In den folgenden 50 Jahren hat die

Floristik viele Entwicklungen mitgemacht,

das Pendel zwischen Kunst, Handwerk

und Kommerz war ständig in Bewegung.

Die Chance, eine Brücke zwischen Natur

und Ich zu schlagen, im Binden schöpferisch

zu handeln und in der Dankbarkeit

des Kunden Bestätigung und Ausgleich zu

finden, das macht den Beruf trotz aller

Widrigkeiten für die nächste Generation

sicher wieder zu einem Trendberuf.

Die Digitalisierung führte nicht nur zum

Beherrschungs- und Controlling-Wahn, sie

brachte ihre eigene Gegenbewegung her-

34 04-2022 florieren!


BLUMENBÜRO HOLLAND

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JAHREN FLORIEREN!

Bilder von der Trendkollektion Frühling/Sommer 2022

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1

2

3

5

vor. Ziel war, die Medien zu demokratisieren

– heute kann jeder die Medien für

seine Botschaften nutzen. Die Welt ist

dadurch unübersichtlich geworden, Informationen

zweifelhaft, Bilder trügerisch.

Einer Nachricht kann man nicht mehr

einfach glauben, man muss sie hinterfragen.

Dadurch hat sich die Rolle der Medien

verändert. Ihre Glaubwürdigkeit ist ihr

höchstes Gut geworden. Als Leser muss

man vertrauen können. Medien müssen

beweisen, dass sie Werte haben, dass sie

an unserer Seite sind. Sie müssen unsere

Sprache sprechen, unsere Probleme kennen,

Orientierung bieten. Wenn ein Verlag

seine Seiten mit beliebigen Informationen

füllt, dann wird er schnell das Vertrauen

der Leser und der Anzeigenkunden verlieren.

Auch Anzeigenkunden wollen ihre

Botschaft dort sehen, wo Vertrauen durch

Werte und Lesernähe entsteht. All das

führt zu einer neuen Ernsthaftigkeit oder

Wahrhaftigkeit: im Handwerk der Floristen,

in der Beziehung zu den Kunden, in

der Berichterstattung und in der Verantwortung,

die wir alle für unser Tun und

unsere Umwelt haben.

„Verantwortung und Ehrlichkeit

bekommen den Vorzug.

Das macht mich optimistisch

für die nächste Zukunft.“

Es ist der gleiche Geist, der durch Krisen

wie den Krieg gegen die Ukraine erkennbar

wird. Die Menschen werden geeint

durch fundamentale Werte, die uns verbinden.

Durch den unbedingten Willen,

für eine bessere Welt einzustehen. Verantwortung

und Ehrlichkeit bekommen den

Vorzug. Das macht mich optimistisch für

die nächste Zukunft. So schwierig die Probleme

der Gegenwart sind, es ist eine Generation

angetreten, die die Dinge in die

Hand nehmen will, um eine bessere Welt

zu schaffen. Gab es für Journalisten und

Fachredakteure je eine bessere Zeit? Wir

haben viel zu tun, auch in der Floristik.

Wir freuen uns darauf, das mit unseren

Lesern und der Branche anzugehen. n

Blick in die Redaktion

Das florieren!-Team

Aus Anlass des Jubiläums wollen wir Ihnen unser Team vorstellen. Und

wir wollen uns ganz herzlich für die Glückwünsche bedanken, die uns zum

50. Geburtstag von „florieren!“ erreicht haben. Auch über das damit verbundene

Lob haben wir uns riesig gefreut.

7

Da wir wegen der

Corona-Pandemie

viel im Homeoffice

arbeiten und nie alle

gemeinsam im Verlag

sind – und Silvia Conrady

ihr Büro sowieso in Düsseldorf hat, war

ein Gruppenfoto nur in kleiner Besetzung

möglich (v.l.n.r.): Heidy Hetper, Edith

Strupf, Grit Landwehr und Michael Finkbeiner

– mit einem Geschenk des Kerzenherstellers

Cerabella aus Barcelona. Weil

erst Blumen einen Geburtstag perfekt

machen, werden die Kerzen für unsere

Juli-Ausgabe von Floristik Lorenz mit Blumen

kombiniert. Cerabella wurde übrigens

1862 gegründet, feiert also schon

seinen 160. Geburtstag.

1 Diplom-Designerin Silvia Conrady hat

das Layout von „florieren!“ 2007 konzipiert

und über die letzten 15 Jahre weiterentwickelt.

Sie sorgt immer wieder für

Wow-Effekte in unserem Magazin und

dafür, dass Fotos, die auf den ersten Blick

gar nicht zusammenpassen, zur Einheit

verschmelzen.

2 Heidy Hetper ist freiberuflich für

florieren!“ unterwegs. Sie besucht regelmäßig

Messen, beobachtet Trends und

ist immer auf der Suche nach ungewöhnlichen

Produkten, mit denen sich Blumengeschäfte

profilieren können.

4

3 + 4 Seit 1999 laufen alle Fäden in der

Redaktion bei Edith Strupf zusammen.

Unterstützt wird sie von Grit Landwehr

hauptsächlich in Sachen Facebook und

Instagram. Ohne unsere zum Teil langjährigen

Autor(inn)en allerdings wären

wir aufgeschmissen. Vielen Dank an alle,

die mit ihrem Fachwissen zur Aktualität,

Inspiration und Qualität beitragen!

5 + 8 Michael Finkbeiner hat als Bildbearbeitungsprofi

über viele Jahre maßgeblich

zur hohen optischen Qualität des

Magazins beigetragen – seit Ende 2021 ist

er in Rente, hilft aber hin und wieder noch

aus. Als seine Nachfolgerin ist Carolin

Scheu jetzt dafür zuständig, dass alle Beiträge

optimal bearbeitet und rechtzeitig

an die Druckerei übermittelt werden.

6 Christina Heinkel ist Ansprechpartnerin

für alle Fragen rund um das Anzeigenmanagement

im Magazin und auf www.

florieren-online.de

7Kirsten Unshelm übernimmt als Assistentin

viele Büroaufgaben und das

Korrekturles en, was bedeutet, dass sie

nicht nur Rechtschreibfehler ausmerzt,

sondern nachhakt, wenn etwas unverständlich

oder merkwürdig

klingt. Sie

ist unter anderem

Ansprechpartnerin

für

unsere Terminmeldungen.

8

6

Fotos: Julia Wildförster (1), Claudia von Freyberg (Teambild), privat (6), Sarah Janzen (7, 8)


seit über 125 Jahren Partner der Grünen Branche

Ernst Strecker GmbH &Co. KG

@strecker1895

Floristen- &Dekorationsbedarf

Brunnenfeldstrasse 45-47 •71272 Renningen

Fon +49 7159 922-0 •Fax +49 7159 922-992

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50 Jahre florieren!

GESTERN UND HEUTE

Frohe Ostern!

Auch traditionelle Feste unterliegen dem Wandel, aber bei Dekorationen für das Osterfest im Familienkreis denkt

man ganz selbstverständlich an den Osterhasen, das Osternest und die Suche nach Ostereiern. Und natürlich

gehören Frühlingsblüher dazu, und hier und da noch ein österliches Accessoire. Wie unterschiedlich der Frühling und

Ostern in der Floristik aufgegriffen werden können, zeigen wir hier anhand von Werkstücken, die in „florieren!“-Ausgaben

der Jahre 2004 bis 2019 erschienen sind. In unserem Archiv auf www.florieren-online.de finden Sie auch dieses

Mal alle Beiträge zum Nachlesen, aus denen die Fotos stammen. Edith Strupf

Foto: Thorsten Meiner

1 2

1 In „florieren!“ Nr. 3/2004 stellte Kathrein Kuhnert „Nestideen zum Osterfest“ vor,

die bei einem Treffen der Dresdner Werkabendgruppe entstanden sind. Beim „Nest“

von Simone Bisold bilden Korkenzieher-Hasel einen spielerischen Rahmen für pastellfarbene

Blüten. Sie können den Beitrag mit dem Webcode flo6187 nachlesen.

2 In „florieren!“ Nr. 4/2019 präsentierte Steffen Teuscher zeitgemäße Straußformen

(Webcode flo6188), die zuvor bei seinem Seminar auf dem Blumengroßmarkt Nordbayern

entstanden sind, darunter dieser langstielige Strauß mit Tulpen. Der Floristmeister

stellt fest, dass der rasanten Entwicklung in der Technik und der Digitalisierung

die Sehnsucht nach unberührter Natürlichkeit gegenübersteht und erinnert an

die ursprünglichen Werte des Straußes. Dazu gehört die Bindestelle, die viel mehr ist

als eine technische Notwendigkeit – sie steht für handwerkliches Können.

Foto: BGN/Fotografie Mauer


3 In Themen denken und floristisch

arbeiten, das erleichtert ein

klares Bild in der Warenpräsen -

ta tion. Ostern zum Beispiel könnte

unter das Motto „Ei und Federn“

gestellt werden („florieren!“ Nr.

3/2007, Webcode flo6190). Mit

diesem floralen Ei aus Gräsern

erinnern wir daran, dass wir

florieren!“ 2007 in Kooperation

mit Bloom’s neu konzipiert haben.

Wie das oft bei Kooperationen

ist, haben wir später wieder einen

eigenen Weg eingeschlagen.

3

Foto: Bloom’s

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50 Jahre florieren!

Foto: Ulrich Stelzer

4

5

Foto: Peter J. Kierzkowski


Foto: Know How Bildungszentrum für Gestaltung

6

4 Frühlings- und Osterfloristik von

Ulrich Stelzer haben wir unter anderem

in „florieren!“ Nr. 2/2015 vorgestellt

(Webcode flo6191). „Im Frühling

werden die Farben kräftiger, das Grün

intensiver und Duft verzaubert die

Luft“, freut sich der Floristmeister.

5 Stefan Göttle, der Vizemeister der

Floristen 2012, gestaltete in unserer

Serie „Blume & Handwerk“ für „florieren!“

Nr. 4/2014 Frühlingsfloristik

(Webcode flo6192). Bei diesem Werkstück

unterstreichen Blüten in Weiß,

Gelb, Orange und hellem Grün die

frisch e, frühlingshafte Wirkung des

Mooses. Die Blumen sind nicht

gesteckt, sondern in einer Glasschale

arrangiert.

6 „Das Hasenfest ist eine kurze

neckisch e Sache“, schrieb Nicole von

Boletzky in „florieren! Nr. 3/2004

(Webcode flo6186). Ihre Empfehlung

für die Osterfloristik: Formen, die

formal unbeschwert wirken nach dem

Motto „Wir sollten uns diesen Spaß

nicht nehmen lassen“.


50 Jahre florieren!

AUS ERFAHRUNG LERNEN?

Blick in die Zukunft

Aus Anlass des „florieren!“-Jubiläums haben wir Autorinnen und Autoren

sowie Branchenkenner um einen Blick in die Zukunft gebeten, und zwar

unter Berücksichtigung der Vergangenheit, denn aus Erfahrungen kann man

ja bekanntlich lernen. Die Antworten sind unterschiedlich und doch wird

klar: Die Themen Nachhaltigkeit, Saisonalität und Regionalität sowie der

Fachkräftemangel werden uns in der nächsten Zukunft beschäftigen. Und

weil die Zukunft unberechenbar bleibt, ist es wichtig, mit Flexibilität auf

veränderte Bedingungen zu reagieren.

Foto: Steffi Rost

Der Berater Rupert Fey, beyond-flora,

Bargfeld-Stegen, regt unter dem Motto

„Impulse“ seit Januar 2022 in jeder

Ausgabe von „florieren!“ dazu an, den

eigenen Weg zu hinterfragen und weiterzuentwickeln.

Die eigene Vision hat Zukunft

„Die Zukunft wird unendlich vielfältig

und bunt“, sagt Rupert Fey und fährt

fort: „Und sie ist schon unter uns.

Kaum sichtbar, oft als kleiner Sprössling

oder in einer extremen Variante.“

Seine Empfehlung: „Wer eine gute

Zukunft will, muss seine Version aktiv

gestalten und anstreben.“

Eine der beliebtesten Dauerbrenner-

Fragen für Berater lautet: Wie sieht

die Zukunft aus? Es gibt viele Möglichkeiten,

völlig falsch zu liegen. Warum tun wir

uns so schwer, die Zukunft vorherzusagen?

Wegen der vielfätigen äußeren Umstände

und Faktoren? Sicher auch. Sicher

aber auch, weil wir selbst häufig keine

Idee haben, wie denn die Zukunft aussehen

kann. Eine „gute Zukunft“ selbst gestalten,

das klappt viel besser als viele

meinen, ist aber häufig harte Arbeit. Wenn

die eigene Vision von Zukunft zumindest

den großen Megatrends nicht zuwiderläuft,

ist vieles möglich. Ein (eher schon

alter) Megatrend ist beispielsweise „Nachhaltigkeit“

in allen Facetten.

Was schon da ist? Bio-Gartenbaubetriebe,

Initiativen, die ohne Pflanzenschutz und

mit erneuerbaren Energien produzieren,

zum Beispiel die Zero-Initiative der Plus-

Plants-Gruppe. Oder die Slowflower-Bewegung,

der eine Floristik mit Blumen aus

der Region und ohne Steckschaum vorschwebt.

Da ist die Zukunft. Fraglich ist

das Tempo, in dem die Kunden den Wandel

annehmen, und wann solche Konzepte

den Massenmarkt erreichen. Das passiert

übrigens fast immer mit Abstrichen. Weil

es nur dann konsumiger und mengentauglich

wird. Eine Zuspitzung der Klimadiskussion

und der Energiebeschaffung kann

und wird hier stark beschleunigen.

Was kann nun die etablierte Branche tun?

Für viele regionale Gärtner kam der Trend

15 bis 20 Jahre zu spät. Sie sind im Muss

zur rationellen Produktion (leider) untergegangen.

Für die anderen kommen gute

Zeiten, wenn die Regionalität gut bespielt

wird und die Betriebskosten gut balanciert

sind. Für Floristik und Einzelhandel wird

die Kunst der Ausrichtung auf die neuen

Zielgruppen der Knackpunkt.

Was bedeutet das für Produkte und Saisonalität?

Sicher ein Zurück zu der Logik,

dass es eben nicht jedes Produkt „jahrrund“

gibt. Was eine große Chance ist. Die

Produkte Spargel und Erdbeeren zum Beispiel

wären sicher nicht so beliebt, wenn

sie immer verfügbar wären. Überhaupt

wird die „eigene Ernte“ in jeder Hinsicht

gewinnen.

Nachhaltigkeit kommt, das Tempo ist unsicher,

aber das Ziel sicher. Und damit

wären wir wieder am Anfang. Also die

eigene Vision der Zukunft entwickeln und

umsetzen. Das hat definitiv Zukunft! n

42 04-2022 florieren!


Chancen ergreifen und

individuell nutzen

Wie wird sie aussehen, die Zukunft

der Floristen? Werden sich die klassischen

Fachgeschäfte am Markt

behaupten können? „Diese Fragen lassen

sich spontan nicht beantworten“,

so Heike Damke-Holtz. Außer Frage

stehe allerdings, dass sich die Welt im

Wandel befinde und sich dadurch faszinierende

Chancen bieten.

Die Pandemie war für Floristen eine

Herausforderung. Schnellstmöglich

mussten neue Wege gefunden und beschritten

werden. Erfolgreich und mit großem

öffentlichem Interesse haben sich die

Floristen behauptet und sind überwiegend

positiv durch die schwierigen Zeiten

gekommen. Innovation, Kraft und Unternehmergeist

sind vorhanden – dieser

Schwung lässt sich in der Zukunft nutzen.

Ein wichtiger Baustein wird die Ausbildung

sein, nur damit lässt sich das Alleinstellungsmerkmal

der Floristen aufrechterhalten.

Die Ausbildungsinhalte lassen

sich durch nichts kompensieren. Zwar

sind Teile der Verordnung veraltet, aber

daran wird gearbeitet. An dieser Stelle ein

Appell an alle Ausbilder/-innen: Integrieren

Sie die Ausbildung als festen Bestandteil

in die betrieblichen Abläufe! Sie bildet

einen Mehrwert und sichert langfristig die

Vollständigkeit fachkompetenter Teams.

Die Projektgruppe und der Ausbildungsausschuss

des FDF-Bundesverbands sind

aktiv dabei, das Berufsbild der Floristen

neu zu ordnen. Handlungskompetenz,

Umweltschutz, Nachhaltigkeit, Digitalisierung,

soziale Verantwortung, Serviceorientierung

und ökonomische Themen

bilden dabei wichtige Schwerpunkte. Ziel

ist, Bewährtes mit Neuem zu verknüpfen

und zukunftstauglich zu gestalten.

Die Perspektiven zeitgemäß tätiger Floristen

sind vielfältig. Auch in Zukunft wird

das gut geführte Fachgeschäft eine wichtige

Rolle einnehmen. Kunden mögen die

Atmosphäre in Blumengeschäften, sie lieben

es, Pflanzen wahrzunehmen und ihren

Duft zu atmen. Gleichzeitig aber werden

Geschäftsauftritte neu interpretiert:

zielgruppenorientiert und spezialisiert

und in Verbindung mit Social Media. Informationen

und Bestellungen laufen zunehmend

auch über das Internet.

Weitere Chancen bieten das wachsende

Umweltbewusstsein der Kunden und die

Fragen nach Nachhaltigkeit und sozialer

Verantwortung. Diese Themen sind uns

Floristen Herzensangelegenheiten, wir

können sie mit Leichtigkeit bedienen. Indem

wir Einkaufsquellen und Produkte

überdenken, regionale und saisonale Angebote

nutzen, Anbaumethoden, Transportwege

und Verpackungseigenschaften

prüfen. Und indem wir Gewohnheiten

hinterfragen: Wie lassen sich betriebliche

Ressourcen besser nutzen? Wie Arbeitsabläufe

effektiver und umweltschonender

gestalten und zugleich das Zeitmanagement

optimieren? Das bietet neben den

positiven Effekten für Umwelt, Natur und

Teamzufriedenheit auch enorme betriebswirtschaftliche

Vorteile.

Foto: Jörg Klampäckel

Heike Damke-Holtz bietet Seminare

für Floristen und innerbetriebliche

Schulungen an. Sie ist Fachbuchautorin

und engagiert sich für die Ausbildung.

Im Ausbildungsausschuss

des FDF arbeitet sie an der neuen

Ausbildungsv erordnung mit.

Der Wunsch nach Natürlichkeit, Saisonalität

und Regionalität wird noch

an Bedeutung gewinnen. „Die Arbeitsweise

von Nicolaus Peters geht genau

in diese Richtung“, sagt Heike Damke-

Holtz. Sein Strauß ist ohne Grün mit

Ocimum gebunden. „Den baue ich

beetweise an, um im Winter und Frühling

einen perfekten Gerüstbildner zu

haben“, erklärt der Floristmeister.

„Alle Floralien sind entsprechend ihrer

natürlichen Wuchsform eingesetzt“,

freut sich Heike Damke-Holtz. „Jedes

Pflanzenteil kann sich frei entfalten.

Spannung entsteht durch Kontraste

in Bewegungen, Farben und Texturen.

Hinzu kommt die hohe Wertigkeit der

Werkstücke durch die sichtbar handwerklich

gute Arbeit.“

Floristik-Unternehmen, die auch in Zukunft

funktionieren wollen, brauchen klar

definierte Ziele und Konzepte, eine aussagekräftige

Präsenz am Standort und im

Internet, kompetente, motivierte Teams,

zielgruppenorientierte Produkt- und Serviceangebote

und soziale Verantwortungsbereiche.

Das gilt für klassische Fachgeschäfte,

Filialen, Freelancer und Systemfloristen

gleichermaßen.

n c

Foto: Nicolaus Peters

florieren! 04-2022

43


50 Jahre florieren!

Foto: Blumenhaus Wein

Franz-Josef Wein führt mit seiner

Schwester und seinem Neffen das

Blumenhaus Wein in Saarlouis und ist

Leiter der Meisterschule an der Akademie

für Naturgestaltung in Zwettl.

Die Wertschätzung steigt

„Tradition ist nicht die Anbetung der

Asche, sondern die Weitergabe des

Feuers“, zitiert Franz-Josef Wein den

französischen Historiker und Politiker

Jean Jaurès (1859-1914). Er blickt optimistisch

in die Zukunft, aber räumt

ein: „Noch nie war es so schwierig,

eine Prognose für den ganzen Berufsstand

abzugeben wie gerade jetzt.“

Der Blick in die Zukunft gleicht einem

Blick in die Kristallkugel. Alleine in

den letzten zehn Jahren, speziell den letzten

zwei Jahren, ist alles dermaßen in

Bewegung geraten, dass eine einheitliche

Entwicklung für mich nicht zu erkennen

ist. Sicher erscheint mir nur, dass einfach

alles möglich ist. Vieles davon finde ich

persönlich wünschens- und erstrebenswert,

anderes halte ich für unsinnig oder

sogar höchst gefährlich. Dass sich die verschiedenen

Strömungen sogar widersprechen,

lässt erkennen, wie schizophren die

Situation ist. Das betrifft sowohl die Gesellschaft

als auch unsere Branche.

Es gibt ein klares Bekenntnis zur Natur,

die Bedeutung von ökologischen und

nachhaltigen Aspekten wächst. Es gibt

aber auch die gegenteilige Entwicklung.

Ein eindeutiges Abwenden von der Natur

zeigt sich in Gestaltungen voller Künstlichkeit

und dem Wunsch, Floralien zu verändern,

bevor man sie verarbeitet. Dazu

gehört das leidige Thema Färben.

Manche Floristen streben beim Gestalten

nach noch mehr Inhalt und drücken das

bemerkenswert aus. Dabei steht die individuelle

Entwicklung des Einzelnen im

Vordergrund, wodurch Diversität entsteht,

die fundiert ist. Andere folgen jeder Strömung,

die allgemein formuliert ist und

divers wirkt, aber Einheitsbrei ist. Die Beeinflussung

durch die sozialen Medien

zeigt das auf eindrückliche Weise. Hochkarätigem

Handwerk als Grundlage der

floralen Gestaltung steht katastrophaler

Pfusch gegenüber. Gekonnt ungekünstelt

wirkende Gestaltungen markieren den

einen Pol, Dilettantismus mit schrecklichen

Auswüchsen den anderen.

Bei so vielen Variablen ist der Blick in die

Zukunft mehr als ungewiss, aber wir bewegen

uns, wie so viele, am Scheideweg.

Wenn ich einen Zukunftswunsch an die

Branche richten darf, ist es der Wunsch

nach noch mehr Wahrhaftigkeit beim Gestalten,

größte Rücksichtnahme gegenüber

der Natur, Gestaltung auf der Grundlage

von solidem Handwerk, das Fördern

von Individualität bei den Gestalterinnen

und Gestaltern und natürlich Mut, die Zukunft

zu bestehen. Ich bin grundsätzlich

ein eher optimistischer Mensch und ich

sehe den Wert unserer Arbeit steigen. Das

Bewusstsein dafür wird bei unseren Kunden

wachsen, wir müssen wagen, manchmal

die Grenzen überschreiten, dabei uns

selbst treu bleiben. Das ist jedes Mitglied

der Branche der gesamten Branche schuldig.

Geben wir das Feuer weiter an die

Zukunft und lassen wir alles weg, was

dieses Feuer nicht nährt.

n

Fachkräftemangel als größte

Herausforderung

Gabriele Haufe blickt auf den strukturellen

Wandel, der immer wieder zu

Anpassungen und einer neuen Orientierung

zwingt. Weil die Chancen,

die sich bieten, hohe Fachkompetenz

erfordern, hängt die Zukunft der

Branche eng mit dem Thema Ausund

Weiterbildung zusammen.

Beerdigungen mit 15 Kränzen, Sarg-

Innenschmuck und einem Bukett, das

direkt auf dem Sarg gefertigt wird. Hochzeiten

mit 200 Gästen und Vorbereitungen

für Muttertag bis morgens um vier. Blumen

gab’s nur beim Floristen oder in der

Endverkaufsgärtnerei. Diese und weitere

klassische Geschäftsfelder der Floristen

sind seit vielen Jahren im strukturellen

Wandel. Heute gibt es Baumbestattung

statt Reihengrab und Elopement statt

Hochzeit in der Turnhalle.

War ein Florist früher Allrounder, muss er

heute das Unternehmensprofil deutlich

schärfen. Das Abwägen möglicher Spezialisierungen,

der Ausbau von Kernkompetenzen,

Kooperationen oder Allianzen

können zudem zu Verknüpfungen und

Mehrwert für alle Beteiligten führen. Neue

Möglichkeiten eröffnen sich auch durch

die Digitalisierung, Online-Angebote sowie

das veränderte Verbraucherverhalten.

Verbraucher heute schätzen hohe Beratungs-

und Dienstleistungskompetenz,

aber auch eigene Online-Angebote.

Ebenso wächst die Nachfrage nach nachhaltig

produzierten, regionalen und sozialverträglich

verarbeiteten Blumen und

Pflanzen sowie hochwertiger handwerklicher

Floristik stetig. Die Sehnsucht nach

Natur und heiler Welt hat Einzug in den

Blumenladen gehalten.

Durch den demografischen Wandel und

Imageprobleme hat nicht nur die grüne

Branche heutzutage mit dem Mangel an

nachkommenden Fachkräften zu kämp-

Gabriele Haufe verweist auf Dale Carnegie

(1888-1955), der Begeisterungsfähigkeit

als eine Hauptursache für

Erfolg sah. Die Fachlehrerin ist überzeugt

davon, dass sich diese Aussage

aus der Vergangenheit auf die

Zukunft übertragen lässt.

fen. Drei Berufsschulklassen in einem

Lehrjahr sind längst Geschichte. Nicht nur

Schulen sterben, sondern auch Betriebe

können ihren Ladenbetrieb mangels Mitarbeiter

nicht mehr aufrechterhalten. Dabei

sind hohe fachliche Kompetenz durch

eine fundierte Aus- und Weiterbildung

Foto: Edith Strupf

44 04-2022 florieren!


Foto: Rieke Viertel

doch die wichtigsten Faktoren, um sich

abzugrenzen und zu positionieren, um

den Beruf in die Zukunft zu tragen.

Daher stellt der Fachkräftemangel aus

meiner Sicht die größte Herausforderung

dar. Aus diesem Grund wollen Recruiting-

Strategien, die Unternehmenskultur, die

Attraktivität der Arbeitsplätze, die Benefits

und Besonderheiten heute gut überlegt

und sinnreich kommuniziert sein. n

Steffen Teuscher führt zusammen mit

seiner Frau Diana Stretz-Teuscher seit

August 2016 das Geschäft „Blattgold

Landau“, inzwischen an einem neuen

Standort mit mehr Verkaufsfläche.

Plötzlich ein zeitgemäßes Bild

„In Zeiten, die nach Entwicklung und

Veränderung rufen, sollten wir den

Blick nach vorne richten, ohne dabei

jedoch unsere Historie zu vergessen“,

sagt Steffen Teuscher. Er blickt zurück

auf seine Jahre als Fachlicher Leiter

der Meisterschule Straubing, denn

darin liegt auch ein wichtiger Grundstein

seiner Sicht auf die Zukunft.

Gemeinsam mit einem Team motivierter

Lehrkräfte durfte ich an der Floristmeisterschule

in Straubing junge, ambitionierte

Kolleg(inn)en auf ihrem beruflichen

Weg begleiten. Ich war im direkten

Austausch mit Menschen, die in ihre Zukunft

investierten und daran glaubten,

dass es einen guten Weg dorthin gibt. Das

war eine wundervolle Aufgabe!

Nach den zurückliegenden Jahren in der

Coronapandemie, glaube ich (und viele

andere) sogar noch viel stärker an die Zukunft.

In dieser Zeit ist unglaublich viel

passiert, was die Wahrnehmung unseres

Berufs gestärkt hat. Denken wir nur an

unsere verstärkte Online-Präsenz! Junge

Kolleginnen und Kollegen gehen vorbildlich

mit dem Medium um und sprechen

darüber neue Zielgruppen an. Die Schaufenster

der Geschäfte, der Bindetisch der

Werkstätten oder inspirierende Gespräche

gehen ins Netz und erreichen mehrere

tausend Menschen. Auch die Vernetzung

zwischen Floristen, Stylisten, Bloggern

und Fotografen funktioniert bestens. Jahrelang

hatten wir nach Wegen gesucht,

plötzlich hat unser Beruf ein zeitgemäßes

Bild. Wir können den Kollegen dankbar

sein, dass sie sich die Zeit dafür freischaufeln,

denn letztendlich können wir alle

davon profitieren. Und noch viel besser:

Wir alle können mitmachen.

Aber bitte mit Überlegung und Bedacht,

denn nicht jeder Post, nicht jede Story bewirken

Gutes. Bilder und Videos vom Einkauf

auf dem Großmarkt, bei Bedarfshändlern,

von der Einkaufstour durch

Holland oder von Messen beobachte ich

skeptisch. Denn dadurch informieren wir

Verbraucher über unsere Bezugsquellen.

Hier ist Vorsicht geboten! Der sinnvolle

Auftritt im Netz erfordert Zeit und Überlegungen.

Eine weitere positive und lange vernachlässigte

Entwicklung ist der Zusammenhalt,

der über Social-Media-Kanäle entsteht.

Betriebe verlinken und erwähnen

sich gegenseitig und generieren somit

Zielgruppen. Gleichzeitig findet ein Austausch

untereinander statt. Und wenn es

nur ein Like ist – er führt die Branche auf

neuen Wegen zusammen und gibt ein gutes

Zukunftsgefühl.

n

Lebendige Gestaltung

als Kulturgut

Wenn man nicht im „Das wird immer

schon so gemacht“ verharren oder

ohne viel eigene Meinung allen Aktualitäten

folgen will, braucht man ein

eigenes Standing, so Ursula Wegener,

denn in unserer Berufswelt ändern

sich Ansichten, Formen, Farben und

Materialien rasch.

Gestalterische Aufregungen früherer

Jahre muten heute zu Unrecht ein

wenig überholt an, denn die Themen dieser

Auseinandersetzungen wurden nicht

nur ziemlich kontrovers diskutiert, sondern

sie brachten vor allem wichtige Anstöße

für Veränderungen. Und heute?

Aufregungen? Nein. Auseinandersetzungen?

Nein. Auf einen Trendzug möchte

man schon aufspringen, ihn vielleicht beeinflussen,

gar anführen? Gleichwie, alles

was ihn hervorruft und unterstützt, findet

Beachtung. Wir Floristen leben von Ver-

florieren! 04-2022

45


50 Jahre florieren!

Foto: M. Laukemann

kauf, und Beachtung ist dafür essenziell.

Dabei werden Gedanken zu Umwelt und

Natur wichtiger und allgemeiner Konsens.

Das kommt uns entgegen, denn wir haben

den großen Vorteil, mit natürlichen und

attraktiven Ausgangswerkstoffen umzugehen.

Der Empfindung, dass Blumen und

Pflanzen schön sind, verschließt sich nahezu

niemand. Wie wir sie wahrnehmen,

das ist persönlich und individuell. Infolgedessen

muss auch nicht über jedes Trendstöckchen

gesprungen werden. Die digitale

Bilderfülle darf nicht darüber hinwegtäuschen,

dass es durchaus auf eigenen

Einfalls- und Ideenreichtum ankommt.

Ursula Wegener regt immer wieder

dazu an, die vielseitigen Jahreszeiten

floristisch einzufangen. Und zu neuen

Betrachtungsweisen. Sie ist Stammautorin

von „florieren!“ und leitet die

FDF-Meisterschule in Gelsenkirchen.

Natürlich gibt es überall Veränderungen.

Manche Blumen werden kaum noch angebaut,

weil sie aus der Mode sind, Themen

wirken altbacken ... und plötzlich sind sie

wieder „must have“ der Saison. Auch manche

Gestaltungsansichten erweisen sich

im Nachhinein nicht so schlüssig, wie man

sie mal erfahren und verinnerlicht hat.

Man merkt, dass es viel inspirierender ist,

sie zu hinterfragen und sich anderen Wegen

zuzuwenden. Der Reiz des Lebendigen

liegt im sich Hin- und Abwenden.

Zudem führen gesellschaftliche und wirtschaftliche

Entwicklungen zu vielfachen

Fragen: Hat Natur eine Werteskala? Ist

nur die vollendete Blume schön oder muss

man den Wachstumsprozess inklusive Vergänglichkeit

betrachten? Muss in der Gestaltung

eine etablierte Ordnung eingehalten

werden?

Antworten sollten sich nicht nur aus wirtschaftlicher,

sondern genauso aus kreativer

Sicht ergeben. Das Wichtigste dabei ist

eine zweckfreie Sicht auf Natur, Blumen

und Wachstumsprozesse. Kreativität muss

Raum finden, ohne zuerst an Wirtschaftlichkeit

zu denken, denn sie sorgt für Vitalität,

neue Betrachtungsweisen und

Entfaltung. Es geht um lebendige Gestaltung

als Kulturgut inmitten der gesellschaftlichen

Entwicklung.

Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Up- und

Recycling sind je nach Gewichtung große

Herausforderungen und dennoch widerspruchbehaftet.

Wenn der Natur nichts

entnommen wird, schädigt man sie auch

nicht. Wenn die Pflanze, hochgepuscht,

nur kurz ansehnlich bleibt, schmeißt man

sie weg. Die Fragen nach dem Respekt vor

natürlichen Ressourcen, nach der Akzeptanz

für von weit her importierten Blumen

und Pflanzen könnten bedeutsam werden

– eventuell ist ein Blumencargo eines Tages

um die halbe Welt nicht mehr möglich.

Mit seinem Einkauf kann man regionale

und saisonale Blumen und Pflanzen berücksichtigen

und somit auch dem heimischen

Gartenbau den Rücken stärken.

Vielleicht ist mancher Kunde offen nicht

nur für gut gelungene Werkstücke, sondern

für das Atmosphärische des Mittwinters,

des beginnenden Sommers, für den

Zauber der ersten Maiglöckchen …

Auch dem „Gewöhnlichen“, dem Unscheinbar-Einfachen

kann man interessante

Aspekte entlocken und eine strahlende

Bühne bereiten. Man kann sich Kreisläufe

genauer ansehen und daraus folgend die

ästhetische Seite von Wachstumsprozessen

gestalterisch umsetzen. Hieraus kann

sich mit mehr saisonalen Blumen, ökologisch

akzeptablen Hilfsmitteln, auch ungewohnten

Farben, Texturen und einem

Blick auf Dauerhaftigkeit das Angebot

bereichern. Arbeiten erweitern sich zu

Displays und für Innenraumgestaltung.

Je nach Gegebenheit und Profil entwickeln

sich unterschiedliche Styles, Konzepte,

„Blumenplätze“: eine ambitionierte

Blumenkultur mit viel Handwerk. Sie

kann reduziert sein, warm, kühl, üppigdekorativ,

ganz einfach, ein wenig dekadent,

ländlich. Die Inhalte und Stile werden

variiert, wechseln und verbinden sich

mit interessanten Einrichtungskomponenten.


n

Fachwissen zur Bewältigung

von Herausforderungen

„Na klar, wir sind dank der neuen

Medien auf große bunte Bilder und

den Informationskonsum von kleinen,

verdaulichen Texthäppchen geprägt“,

so Fachjournalistin Katrin Klawitter,

aber Fachzeitschriften mit wirklich

„handfestem“ Wissen sind durch neue

Medien nur in Teilen zu ersetzen.

Wie oft haben wir alle schnell, praktisch

und häufig recht kritiklos nebenbei

konsumiert? Aber spätestens seit

der Coronakrise und dem aktuell schrecklichen

Kriegsgeschehen in der Ukraine

schauen wir wieder bewusst und genauer

hin, suchen seriöses, vertiefendes Wissen,

Hintergründe, Meinungshilfen. Das ist in

der Floristik und im Gartenbau nicht anders.

Irgendwann dürstet es uns nach neuem,

fundiertem und inspirierendem Fachwissen.

Das ist in Zeiten von qualitäts- und

umweltbewussten Kunden ein wesentliches

Gut und Profilierungsmerkmal. Deshalb

sind sie auch so wichtig für die Branche:

unsere Fachzeitschriften.

„Fachzeitschriften sind schwer ersetzbar“,

sagt Katrin Klawitter.

Wir alle blicken in eine Zukunft voller Herausforderungen

– das ist spannend, aber

ohne Fundament nicht nachhaltig und

erfolgreich zu bewerkstelligen. Deshalb

mein Appell und Wunsch, den ich der „florieren!“

mit einem dicken Glückwunsch

zum Geburtstag sende – und damit gleichzeitig

allen unseren Fachmedien: dass

unsere Fachzeitschriftenwelt in einer blühenden

Zukunft weiter wertgeschätzt,

unterstützt, erhalten und intensiv und in

Ruhe gelesen wird. Manchmal braucht

man eben eine digitale Auszeit. n

Foto: privat

46 04-2022 florieren!


Menschen vertrauen

auf Menschen

Erwin Germann wird nicht müde,

da rauf hinzuweisen, wie wichtig das

Image „attraktiver Arbeitgeber“ für

Unternehmen ist. Auch bei seinem

Blick in die Zukunft beleuchtet er

sein Kernthema „Personal“ oder neudeutsch

„Human Resources“.

Vor 50 Jahren mussten wir um Ausbildungsplätze

kämpfen. Aufnahmeprüfungen

in den Trendberufen waren Standard,

und die Arbeitgeber und Ausbildungsbetriebe

konnten sich die Besten

aussuchen. Im Gegensatz dazu leiden wir

heute unter Fachkräftemangel. Die Arbeitnehmer

sind heute der bestimmende

Faktor. Wichtig für mich als nachhaltiger

Personalentwickler sind immer die Menschen,

ihre Einstellungen zur Arbeit und

die Art und Weise, sich für die Belange der

Betriebe einzusetzen.

Auch das Engagement von Mitarbeitern

und Führungskräften hat sich enorm verändert.

Die aktuellen Ergebnisse der Gal-

lup-Studie sprechen eine deutliche Sprache:

Nur noch 17 % der Arbeitnehmer

haben eine emotionale Bindung zu ihrem

Unternehmen.

Um die Herausforderungen der Zukunft

meistern zu können, brauchen wir heute

Persönlichkeiten mit anderen Fähigkeiten.

Die Transformation beginnt in den Köpfen

der Entscheider und Entscheiderinnen,

die neue Entwicklungen und Formen von

Arbeit zulassen.

Unabhängig von allen fortschrittlichen

Entwicklungen bin ich überzeugt, dass

Menschen auch in 100 Jahren noch Anlässe

feiern werden. Dafür benötigen sie

die funktionierenden Strukturen des Blumenfachhandels.

Sicherlich wird es dann

Menschen geben, die diese Entscheidungen

gemeinsam mit Avataren abstimmen

werden, doch die meisten Menschen werden

auf Menschen vertrauen, die mit

Verstand und Herz an ihrer Seite stehen

und genau wissen, worauf es ankommt.

Das kann in dieser Form kein Konfigurator

erfüllen.

n c

Erwin Germann ist Experte für Vermarktung

und Personalentwicklung

und Inhaber von „Germann Vertrieb

und Personal“ in Nürnberg.

FLORIEREN-ONLINE.DE

Den Beitrag „Hausaufgaben für den

Fachhandel“ von Erwin Germann in

florieren!“ Nr. 9/2018 können Sie

mit dem Webcode flo6193 nachlesen,

den Beitrag „Was macht Erfolg

aus?“ von Andreas Zitzmann in der

gleichen Ausgabe mit dem Webcode

flo 6146.

Foto: Germann Vertrieb & Personal


50 Jahre florieren!

Foto: BGI

Flexibilität als Erfolgsbasis

Nach Einschätzung des Verbands

des Deutschen Blumen- Groß- und

Importhandels (BGI) ist ein mehr

ganzheitlicher Blick auf die Branche

und die gesellschaftliche Entwicklung

für die zukünftige Positionierung

und den Erfolg der Unternehmen

unabdingbar.

Verbraucher zeigten in der Coronakrise

großes Interesse an Blumen und

Pflanzen, aber Blumengeschäfte konnten

weniger als der System- und Onlinehandel

profitieren. Fachhändler, die sich durch

aktive Kundenkommunikation über alle

zur Verfügung stehenden Kanäle sowie

Flexibilität in der Selbstorganisation auszeichneten,

haben die Krise jedoch gut

gemeistert.

Auch der Blumen- und Pflanzengroßhandel

hat sich flexibel auf die Bedürfnisse

seiner Kunden eingestellt, Organisationsstrukturen

angepasst, Lieferantenbeziehungen

genutzt und Lieferketten aufrechterhalten.

Perspektivisch ist davon auszugehen,

dass Produktsourcing – auch aus

regionalem Anbau – und eine angemessene

Preisfindung in den nächsten Jahren

eine wichtige Rolle spielen.

Der Handel stellt sich den veränderten

Konsumentenwünschen nach mehr Nachhaltigkeit,

mehr Naturnähe, mehr regionalen

und vor allem sozial verantwortlich

angebauten, unbelasteten Produkten. Da

die Pandemie neue Kundengruppen erschlossen

hat, wird sich der Trend zu pflegeleichten

Pflanzen und Convenience-

Angeboten verstärken. Entsprechende

Konzepte mit passendem Zubehör werden

an Bedeutung gewinnen. Torf- und

Im Herbst 2021 verabschiedete die

BGI-Mitgliederversammlung den

Wechsel vom Präsidialsystem zu

einem Vorstandsteam an der Spitze

des Verbandes. Eine strukturelle Neuaufstellung,

die den breitgefächerten

Anforderungen an eine moderne

Verbandsführung gerecht wird.

Plastik reduktion sowie Transparenz in der

Kette werden zur Selbstverständlichkeit.

Darüber hinaus sind Personal- und Fachkräftemangel,

Logistikkosten und das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz

Treiber

für Veränderungen.

Aktuell in der Diskussion ist darüber hinaus

eine Neupositionierung im Verhältnis

zwischen Groß- und Einzelhandel, bei der

Kooperationsmöglichkeiten im Fokus stehen.

Vertrauen, Partnerschaft und Verbindlichkeit

sind dabei die Schlüsselbegriffe.

Einzelhändler wünschen sich, dass

der Großhandel stärker an den Verbraucher

denkt und entsprechende Konzepte

anbietet. Großhändler wünschen sich den

direkten Zugang zu Verbraucherwünschen

aus der Praxis. Insbesondere in einer

Phase, in der der Ausbau von Onlineshops

an Fahrt gewinnt, sind Digitalisierung

und Datensammlung die Basis für

Marktprognosen.

Der Blick auf die Anforderungen an die

Marktteilnehmer hat sich durch die Pandemie

geschärft. Es sieht so aus, als wäre

die Schlüsselfunktion, die die grüne Branche

in einem stärkeren Fokus auf Naturnähe,

CO 2 - und Wasserbilanzen einnehmen

kann, in den Köpfen der Verbraucher

und der meisten Branchenprotagonisten

angekommen.

n

Auf Trends bestens vorbereitet

Strecker, Großhandel für Floristenund

Dekorationsbedarf, Renningen,

ist seit über 125 Jahren Partner der

grünen Branche. Armin und Bernd

Strecker sehen ihr Unternehmen für

die Zukunft gerüstet und sind überzeugt,

dass die Nachfrage nach Blumenschmuck

weiter hoch sein wird.

Das Thema Nachhaltigkeit ist in der

Mitte unserer Gesellschaft angekommen

und wichtiger denn je. Die grüne

Branche legt daher einen besonderen Fokus

auf dieses Thema. Die Nachfrage nach

kompostierbaren Bändern, ökologischen

Papieren und anderen fairen Produkten

wächst rasant. Auf diese Nachfrage sind

wir gut vorbereitet, da uns verantwortliches

Handeln wichtig ist.

Insgesamt reagiert unser trendsicheres

Einkaufsteam sehr früh auf Trends, wie

zum Beispiel die steigende Nachfrage nach

Trockenblumen. 2017 waren wir deutschlandweit

einer der ersten Großhändler mit

einem solch breiten Trockensortiment.

Allgemein sehen wir, dass fast alles einmal

wieder kommen wird. Da wir seit über 125

Jahren als zuverlässiger Partner der

Florist(inn)en agieren, sind wir auch auf

kommende Trends bestens vorbereitet.

Dazu gehört auch, dass sich der Verkauf

Armin und Bernd Strecker sind stolz,

ein Teil der Branche zu sein.

Foto: Strecker

48 04-2022 florieren!


Foto: Bloom’s

unseres Sortiments immer mehr in die

digitale Welt verlagert. Kund(inn)en lassen

sich in den sozialen Medien inspirieren

und haben ihre Wunschartikel ein paar

Mausklicks später im digitalen Warenkorb.

Der Bereich wird stetig ausgebaut,

modernisiert und an die Wünsche der

Kund(inn)en angepasst.

Wir glauben zwar, dass die Zahl der Blumenfachgeschäfte

weiter abnimmt, aber

das wird sich als Chance für verbleibende

Florist(inn)en erweisen, denn die Nachfrage

nach handwerklicher Kompetenz

und Floristik für verschiedene Anlässe

wird weiter sehr hoch sein. Verbraucher

sind nach wie vor daran interessiert,

Hochzeiten, Jubiläen und Co. mit hochwertigen

Werkstücken zu dekorieren. Blumensträuße

sind für viele das Geschenk

schlechthin. Die grüne Branche wird sich

weiter wandeln und verändern und wir

sind stolz, ein Teil davon zu sein. n

Konzentration auf das

Wesentliche

Floristen haben viele Möglichkeiten,

sich zu profilieren, doch dafür sind

Fachkräfte nötig. Ausbildung hat deshalb

für Bloomways-Geschäftsführer

Martin Stein und Martin Emde vom

Landgard Deko & Floristikbedarf strategische

Bedeutung.

Ein Erfolgsgeheimnis heute und in Zukunft

ist sicherlich die Konzentration

auf das Wesentliche: die Beschaffung von

hochwertigen Waren, die mit handwerklichem

Geschick und Kreativität verarbeitet

und dann parallel stationär und

online angeboten werden, begleitet durch

flankierende Serviceleistungen wie einen

Lieferdienst. Der Einsatz von Konzeptthemen

zur Verkaufsförderung trägt zusätzlich

zu einer Aufwertung der Produkte bei.

Zusammen mit einer fundierten Beratung

und einer ansprechenden Ladengestaltung

mit Wohlfühlatmosphäre für die

Kunden entstehen so wichtige Alleinstellungsmerkmale.

Für all dies braucht es jedoch Fachkräfte,

die aktuell in der grünen Branche rar sind.

Daher hat die Ausbildung von Mitarbeitenden

und Fachkräften eine strategische

Bedeutung für die Zukunft der Branche.

Ein möglicher Weg für die Zukunft kann

daher der Zukauf von Halb- und Fertigwaren

insbesondere im Preiseinstiegssegment

sein. So gewinnt der Fachhandel Zeit

Martin Stein (rechts) ist Bloomwaysund

Freiraum für hochwertige Kreationen

Geschäftsführer, Martin Emde (links)

– und wir vorsorgen ihn natürlich gerne leitet den Bereich Deko & Floristikbedarf

beim mit allem, was er dafür benötigt. n c

Landgard-Fachhandel.

Zur Verkaufsförderung

bietet

Landgard Konzeptthemen

inklusive

Werbematerial an

– für Ostern zum

Beispiel „Hermann

Hase“, für Muttertag

„Super Mom“.

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florieren! 04-2022


50 Jahre florieren!

Foto: FDF

Klaus Götz ist seit September 2021

Präsident des FDF Bundesverbands.

Die Stärke der Branche ist die

Individualität der Floristen

Eine Strategie für den garantierten

Erfolg gibt es nicht, stellt der Fachverband

Deutscher Floristen (FDF) fest.

Aber die Bandbreite bei Angebot, Ausrichtung

und Dienstleistung ermöglicht

passgenaue Konzepte ganz nach

den Stärken und Vorlieben der Unternehmerpersönlichkeiten.

Ein Blick in die Zukunft unserer Branche

kommt dem Blick in die berühmte

Glaskugel gleich. Auch beim FDF wären

wir froh, wenn wir unseren Mitgliedern

einen Schlüssel zum sicheren Erfolg anbieten

könnten. So einfach ist es jedoch

nicht! Wir unterstützen und begleiten

FDF-Floristen auf ihrem Weg, aber es gibt

keine Strategie, die den Erfolg garantiert.

Man kann jedoch für die Gegenwart und

die Zukunft bekräftigen: Die Stärke unserer

Branche liegt in ihrer Beweglichkeit,

Individualität und Kreativität. Hinzu kommen

Gestaltungskompetenz, Qualität des

Angebots, Trends, Interieur, hochwertige

Accessoires und floraler Bedarf sowie das

Spektrum der floralen Dienstleistungen.

Unsere Fachgeschäfte zeichnet eine phänomenale

Bandbreite aus – bei Angebot,

Ausrichtung und Dienstleistung.

Floristik-Unternehmer/-innen müssen

sich entscheiden, ob sie ihren Schwerpunkt

auf das klassische Blumenfachgeschäft

legen, sich als Event-Florist spezialisieren

oder als Auftragsflorist ohne Laden

arbeiten. Mit diesen individuellen

Spezialisierungen unterscheiden sich

Florist(inn)en eindeutig von den Angeboten

des Systemhandels und werden vom

Kunden geschätzt. Darüber hinaus spielen

ein kundenorientiertes Marketing – schon

jetzt mehr und mehr über die sozialen

Netzwerke – sowie solide betriebswirtschaftliche

Kalkulationen und ein gutes

Einkaufsmanagement grundlegende Rollen

für den Erfolg. In diesem Konzert der

Möglichkeiten muss jeder Florist seine

Position finden – abhängig von Standort,

Kundenstruktur, Kaufkraft und den eigenen

Möglichkeiten. Es gibt allerdings eine

Faustregel, die für alle gilt: Nur das, was

ich aus meiner persönlichen Überzeugung

heraus leiste, praktiziere und anbiete,

wird von Erfolg gekrönt sein. n

Heidy Hetper ist für „florieren!“ immer

auf der Suche nach Produkten, die zu

Blumen und Pflanzen – oder den Vorlieben

der Inhaber – passen.

Der eigene Stil prägt

das Sortiment

Heidy Hetper freut sich, dass es keine

Trendvorschriften mehr gibt. Jeder

kann wählen, ob und welche Trends

er wie umsetzen will. Das ist nicht

immer einfach, eröffnet aber Chancen

für individuelle Konzepte.

Die letzten zwei Jahre haben unsere

Branche, unseren Alltag und unsere

Familien gebeutelt – kein Zweifel. Aber

beim Blick auf die letzten 50 Jahre habe

ich das Gefühl, dass sich doch vieles ganz

wunderbar entwickelt hat. Die Einrichtungstrends

sind vielfältiger und individueller,

vieles ist ungezwungener und spontaner.

Vorbei sind die Zeiten, in denen

alle Sträuße „für eine Dame“ rote Rosen

enthalten mussten. Luftige Sträuße, Blumenstrauß-Abos

und die Freude, sich

selbst zwischendurch ein paar Blüten zu

kaufen, sind gang und gäbe.

Beim Blick auf meine redaktionelle Arbeit

freue ich mich auch über mehr Diversität

Foto: privat

FRAGE AN DEN

VERLEGER

2021 ist die Gartenbau-Zeitschrift

DEGA im Verlag Eugen

Ulmer im 75. Jahrgang

erschienen. Im Interview

zum Jubiläum wurde Matthias

Ulmer gefragt, welchen

Betriebstyp er vor sich sieht,

wenn er ein Unternehmen in

der grünen Branche starten

würde. Darauf Matthias

Ulmer: „Ich sehe eine Staudengärtnerei

mit Floristikabteilung,

kleinem Gartencenter,

Kaffeebetrieb, Veranstaltungsprogramm

und

Obstgärten zum Selberpflücken.

Und natürlich würden

die Mitarbeiter viel bei ihren

Kunden sein, um sie bei Gartengestaltung

und Bepflanzungsplanung

zu unterstützen.

Und zwischen Obstgarten

und Kaffee ist eine

Bücher- und Leseecke zum

Verweilen und Träumen.“

bei den Trends. Keiner „muss“ heute Frösche

oder Eulen ordern, sondern der eigene

Stil prägt das Sortiment. Die Mischung

ist individuell und wird erst durch die

Inszenierung glaubwürdig. Alles, was sich

als Concept-Store bezeichnet, ist ja irgendwie

auch das, was viele Floristinnen und

Floristen seit vielen Jahren leidenschaftlich

gerne und gut machen: Verkaufen was

gefällt. Hochwertige Kerzen und Vasen,

Grußkarten und Servietten werden zusammen

mit Blumen und Zimmerpflanzen

präsentiert, und wenn Kochbücher oder

Modeschmuck im Programm sind, bietet

das Raum für Gespräche und Umsatz.

Auch auf den Messen tummeln sich immer

mehr Kreative und kleine Labels mit neuen

Ideen und mutigen Konzepten. Dass

wir heute kritischer als vor 50 Jahren auf

die Herkunft unserer Waren, auf Materialien

und Herstellungsmethoden schauen,

ist dabei sicherlich das Wichtigste überhaupt.

Es gilt weiterhin mit dem, was wir

„gut“ finden, kreativ umzugehen. n

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