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ProArte Magazin 2022/23

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Saison

2022/23

proarte.de

Artist in Residence

Jan Lisiecki

Mit kristallinem Klangsinn

Christian Thielemann

Orchester aus Amerika

Zu Gast in der Elbphilharmonie


Foto: Harald Walker | Stocksy

NDR KULTUR NEO

NEO CLASSICAL, WELTMUSIK,

JAZZ ODER ELECTRONICA

IM RADIO: SA + SO 22.00—24.00 UHR

ONLINE UNTER NDR.DE/NDRKULTURNEO

IN DER APP: NDR.DE/NDRKULTURAPP


Editorial ................................................... 4

Im Gespräch: Jan Lisiecki ..................... 6

A · Die Meisterpianisten ..................... 10

Beatrice Rana – Igor Levit

Daniil Trifonov – Seong-Jin Cho

Hélène Grimaud – Grigory Sokolov

Christian Thielemann im Porträt ..... 12

Kurz vorgestellt: Klaus Mäkelä ........ 15

B · Internationale Orchester ............. 16

Tschechische Philharmonie

London Philharmonic Orchestra

Sächsische Staatskapelle Dresden

London Symphony Orchestra

Wiener Philharmoniker

Orchestra dell’Accademia Nazionale

di Santa Cecilia

Orchestre de Paris

Mahler Chamber Orchestra

Pittsburgh Symphony Orchestra

The Philadelphia Orchestra

The Cleveland Orchestra.................... 18

Antonio Pappano & Orchestra

dell’Accademia Nazionale ................. 21

C · Internationale Solisten ................. 22

Anne-Sophie Mutter – Ray Chen

Jan Lisiecki – Joshua Bell

Martin Grubinger – Kian Soltani

Ray Chen: Botschafter der Klassik... 24

Ck · Internationale Solisten

kompakt ................................................... 27

Ray Chen – Håkan Hardenberger

Joshua Bell – Martin Grubinger

F1 · Faszination Klassik 1 .................... 34

Wiener Symphoniker

Bamberger Symphoniker

Bergen Philharmonic Orchestra

San Francisco Symphony

Kammerorchester Wien – Berlin

Klassik fasziniert ................................. 36

Kurz vorgestellt: Edward Gardner.... 39

F2 · Faszination Klassik 2.................... 40

Tonhalle Orchester Zürich

Orchestre National de France

Royal Philharmonic Orchestra

Wiener Symphoniker

Luzerner Sinfonieorchester

Missa solemnis ..................................... 42

Ein Wintermärchen .............................. 43

Così fan tutte ........................................ 44

Kurz vorgestellt: Beatrice Rana ....... 45

G · Talente entdecken ......................... 47

Geister Duo – Su Yeon Kim

Jonathan Fournel – Anton Gerzenberg

ProArte X ................................................ 48

Pascal Schumacher & ECHO Collective

Francesco Tristano

Johannes Motschmann Trio

Anna Meredith

ProArte M ............................................... 50

Elgar: The Dream of Gerontius

Weihnachten mit dem Tölzer Knabenchor

Dvořák: Stabat Mater

Lautten Compagney: Circleline

Rätsel .......................................................... 52

Kurz vorgestellt: Fatma Said ............. 28

D · Große Stimmen ............................... 29

Diana Damrau – Fatma Said

Rolando Villazón – Cecilia Bartoli

Bamberger Symphoniker ................... 30

Abonnements & Preise.....................................55

Service......................................................................54

Impressum..............................................................57

Konzertkalender.................................................. 58

von oben nach unten:

Jan Lisiecki © Christoph Köstlin

Igor Levit © Felix Broede

Christian Thielemann © Matthias Creutziger

Klaus Mäkelä © Marco Borggreve

Edward Gardner © Benjamin Ealovega

Anne-Sophie Mutter © Sebastian Madej

Ray Chen © Sebastian Madej

Fatma Said © Josef Fischnaller

von oben nach unten:

Andris Nelsons © Marco Borggreve

Beatrice Rana © Simon Fowler

Daniil Trifonov © Dario Acosta

Martha Argerich © Adriano Heitmann

Philippe Herreweghe © Sebastian Madej

Katharina Thalbach © Sebastian Madej

Pascal Schumacher © Fredrik Altinell

Su Yeon Kim © Agentur

Klassik für Hamburg 2022/23 3


Editorial

Sehr geehrte Damen und

Herren, liebe Konzertfreunde,

mit großer Vorfreude haben wir die Konzerte für die

Saison 2022/23 für Sie zusammengestellt, in der Hoffnung,

dass wir die neue Spielzeit ohne pandemiebedingte

Einschränkungen durchführen können. Eingetrübt

wurde die Freude in den letzten Wochen durch

die russische Invasion in der Ukraine, die uns erneut

schmerzhaft vor Augen geführt hat, wie trügerisch

vermeintliche Sicherheiten sind und wie fragil unser

freiheitlicher Lebensstil ist. Umso deutlicher wird uns

der Wert des klassischen Konzerts als Zufluchtsort und

die Funktion der Kultur als ein wichtiges Bindeglied

zwischen den Menschen bewusst. So blicken wir trotz

aller Sorgen mit Dankbarkeit zurück auf viele wunderbare

Konzertabende und Begegnungen mit Künstlerinnen

und Künstlern, die uns inmitten der Krise immer

wieder Freude und Zuversicht gespendet haben. Zu

den Künstlern, die in der vergangenen Saison an die

Elbe gekommen sind, um für Sie, unser geschätztes

Publikum zu spielen, gehört auch Jan Lisiecki. Es freut

uns daher besonders, den sympathischen Pianisten

in der Saison 2022/23 als Artist in Residence gleich

viermal bei ProArte präsentieren zu können!

In unseren Aboreihen „Faszination Klassik 1 und 2“

wird Jan Lisiecki mit den Wiener Symphonikern das

beliebte Klavierkonzert Nr. 21 KV 467 von Wolfgang

Amadeus Mozart sowie mit dem Royal Philharmonic

Orchestra das ebenso berühmte Grieg-Klavierkonzert

spielen. Im Zyklus „Internationale Solisten“ hat sich

Lisiecki die Kammerakademie Potsdam unter der Leitung

ihres Chefdirigenten Antonello Manacorda

ausgewählt, um gemeinsam das Klavierkonzert Nr. 1

von Ludwig van Beethoven zu interpretieren. Zum

krönenden Abschluss seiner Residenz wird Jan Lisiecki

im Großen Saal der Elbphilharmonie sein Chopin-Programm

mit den Etudes op. 10 sowie einer Auswahl aus

den Nocturnes wiederholen, mit dem er im vergangenen

Februar noch unter Corona-Bedingungen und trotz

des Wintersturms einen großen Erfolg in der Laeiszhalle

feiern konnte. Auch Jan Lisiecki bestätigt uns im

Interview, wie sehr er in den konzertfreien Monaten

des Lockdowns das Publikum und die Erfahrung, Musik

zu teilen, vermisst hat!

Was in den Pandemiezeiten nur selten zu hören war,

ist der große, satte Orchesterklang. Wir legen in der

Saison 2022/23 daher einen Fokus auf die epochalen

sinfonischen Werke, Ballettmusiken und Solistenkonzerte

des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts

und freuen uns, hierzu die Elite der internationalen

Spitzenorchester in der Elbphilharmonie begrüßen

zu dürfen: Den Reigen eröffnen mit dem Pittsburgh

Sym phony Orchestra, The Philadelphia Orchestra

sowie The Cleveland Orchestra gleich drei der amerikanischen

Top-Orchester, die in der Elbphilharmonie

4 Klassik für Hamburg 2022/23


© Sebastian Madej

© Sebastian Madej

ein Fest des Klangs feiern werden. Die traditionsreiche

Sächsische Staatskapelle Dresden wird mit ihrem

Chefdirigenten Christian Thielemann in drei Konzerte

mit Werken von Mendelssohn, Bruckner und Mahler

dokumentieren, was es mit dem vielbeschworenen

„deutschen Klang“ auf sich hat: Ist es die samtene

und voll klingende Streichergruppe, sind es die golden

leuchtenden Hörner, der auratisch verschmelzender

Holzbläserklang, die den Sound der Staatskapelle so

besonders machen? In der Hamburger Elbphilharmonie,

die Thielemann als „einen der besten Säle der

Welt“ schätzt, werden wir die Antworten hören!

Zu Unrecht etwas im Schatten ihrer prominenten

Orchestergeschwister stehen die Bamberger Symphoniker,

die in den vergangenen Jahren bereits mehrfach

mit ihrem Chefdirigenten Jakub Hrůša in der Elbphilharmonie

unter Beweis stellen konnten, welche

besonderen Qualitäten sie haben. An zwei Abenden

präsentieren die Bamberger Sinfonien von Brahms und

Dvořák, die sich freundschaftlich zugeneigt waren und

deren Werke untrennbar zur DNA des Orchesters

gehören. Die Geschichte des Orchesters, das

aus der böhmischen Heimat vertrieben nach

dem zweiten Weltkrieg in Bamberg ein neues

Zuhause fand, erhält durch die politischen

Ereignisse der letzten Wochen eine dramatische

Aktualität, erzählt sie doch von Flucht,

Vertreibung und dem Neubeginn in ener

„Neuen Welt“. Und über all die Jahre ist es

den Bambergern gelungen, sich ihre typische,

böhmische Klangkultur mit den dunkel timbrierten

Streichern und den fein disponierten

Holzbläsern zu bewahren. Auch die Spitzenorchester

aus London, Wien, Rom und Paris mit ihren charismatischen

Chefdirigenten gehören zu den regelmäßigen

Gästen im Traditionszyklus „Internatio nale Orchester“

und werden in der Saison 2022/23 mit hochkarätigen

Gastsolistinnen und Solisten wie Anne-Sophie Mutter,

Martha Argerich und Lang Lang in der Elbphilharmonie

zu hören sein.

Wir wünschen Ihnen eine spannende Saison voller

facettenreicher und inspirierender Konzerterlebnisse

in Elbphilharmonie, Laeiszhalle und Michel. Lasen Sie

sich von unseren Künstlerinnen und Künstlern entführen

auf musikalische Expeditionen durch vermeintlich

vertraute Gewässer und in unbekannte Klangwelten.

Ihr

Burkhard Glashoff

Klassik für Hamburg 2022/23 5


„Die meisten meiner

Träume sind auf sehr

natürliche Art wahr

geworden.“

Jan Lisiecki im Gespräch

mit Anna-Kristina Laue über Ziele, Chancen

und das richtige Gegengewicht

im Leben als Künstler

6 Klassik für Hamburg 2022/23


Jan Lisiecki © Sebastian Madej

Jan, Du hattest schon mit 15 Jahren Deinen internationalen

Durchbruch mit Deinem ersten Chopin-Album

und Deinem Vertrag bei der Deutschen Grammophon.

Jetzt bist Du mit Mitte 20 schon längst kein

Nachwuchs talent mehr, sondern gehörst zur ersten

Riege – ist das ein schwerer Übergang?

Ich hatte nie wirklich das Bedürfnis, da eine Wandlung

zu vollziehen – ich mache das, was ich von

Anfang an getan habe, nämlich auf dem mir höchstmöglichen

Niveau zu spielen und die Musik, die ich

liebe, mit dem Publikum zu teilen, während ich ständig

an den mir gegebenen Grundl agen arbeite, um

mein Spiel besser zu machen. Das ist eine lebenslange

Aufgabe für einen Musiker, einen Künstler:

Perfektion kann man nicht erreichen, also arbeitet

man kontinuierlich an dem, was man hat, und genau

das tue ich.

Du hast schon so viel in Deiner Karriere erreicht – was

sind Deine Ziele für die Zukunft?

Ich habe immer so sehr wie möglich im Hier und Jetzt

gelebt, dem heutigen Tag verschrieben und verpflichtet.

Ich bin mir natürlich der Zukunft bewusst, auch

der Vergangenheit, aber ich versuche, im gegenwärtigen

Moment alles zu geben, was ich kann, auch

wenn ich heute auf der Bühne vor Publikum spiele.

Ich denke, das ist die beste Art zu leben. Das Gleiche

gilt für Träume – die meisten meiner Träume sind auf

sehr natürliche, ungezwungene Weise wahr geworden.

Bevor ich den Traum träumen konnte, ist er schon

eingetreten. Gleichzeitig musste ich auch viele der

Chancen, die sich mir boten, mit beiden Händen

ergreifen und mich ihnen voll und ganz widmen, was

eine sehr schwierige Aufgabe ist. Manchmal muss

man unglaublich hart für sein eigenes Ziel arbeiten,

weil man der Einzige ist, der es verwirklichen kann.

Ein gutes Beispiel ist meine Live-Aufnahme aller fünf

Beet hoven-Konzerte mit der Academy of St Martin

in the Fields. Das war nicht geplant, vorhergesehen

oder gar erträumt. Ich bekam die Chance sehr kurzfristig,

und es war eine unglaubliche Herausforderung,

die ich in wenigen Wochen vorbereiten musste,

statt – was normal wäre – in Jahren.

Lesen Sie weiter auf Seite 8 →

Klassik für Hamburg 2022/23 7


meinem Leben ankündigen zu wollen, bin ich mir jetzt

ganz darüber im Klaren, dass ich beide Seiten meines

Lebens sehr schätze.

Und sind Deine Träume nach zwei Jahren Pandemie

noch die gleichen?

Die Pandemie hat wohl den meisten von uns vor Augen

geführt, was uns im Leben wichtig ist. Mir wurde erstmal

klar, dass ich sehr gerne auf der Bühne stehe. Was

für eine dämliche Antwort! Obwohl … wenn man hundert

Konzerte im Jahr spielt, ist man so in seine Arbeit

vertieft und ihr verschrieben, dass man sich kaum

die Zeit nimmt, einen Schritt zurückzutreten und zu

überlegen: Moment mal, ist das wirklich, was ich mag

und was ich mit meinem Leben anfangen möchte? Die

Pandemie und die damit einhergehenden Konzertabsagen

haben mich deutlich sehen lassen, dass ich das

Publikum vermisse und die Erfahrung, Musik zu teilen.

In diesem Sinne hat mich die Pandemie verändert.

Gleichzeitig wurde mir aber auch klar, dass ich viele

Dinge im Leben genieße, die nichts mit meinem derzeitigen

Lebensstil zu tun haben, damit, um die Welt

zu reisen und ein Konzert nach dem anderen zu geben.

Ich bin zum Beispiel sehr gerne Zuhause und gehe

mit meinem Vater campen; und genau das möchte

ich auch weiterhin tun. Ohne große Veränderungen in

Jan Lisiecki © Sebastian Madej

Du spielst sehr viel Chopin, es gibt die tolle Live-

Aufnahme mit allen fünf Beethoven-Konzerten, Du

spielst Grieg, Schumann, Rachmaninow,

Mendelssohn … Hast Du Lieblingskomponist:innen?

Ich bin wirklich sehr schlecht darin, Favoriten zu

be nennen. Das klingt nach einem Klischee, aber wenn

ich einen bestimmten Komponisten oder ein bestimmtes

Stück spiele, dann muss dieses Stück das sein, was

ich atme und lebe, und deshalb ist es in dem Moment

mein liebstes. Manchmal vermisst man ein bestimmtes

Stück. Wenn man zum Beispiel Beethovens drittes

Klavierkonzert eine Weile nicht mehr gespielt hat,

denkt man vielleicht: „Oh, ich würde gerne mal wieder

das Orchester in der Coda nach der Kadenz hören.“

Aber einen Lieblingskomponisten zu nennen ist für

mich unmöglich. Und bei 34 Orchester werken in meinem

Repertoire und weiteren, die ständig hinzukommen,

wird es wirklich nie langweilig. Man findet immer

wieder neue Lieblingsstücke.

Gibt es Komponist:innen, die, den Du niemals wagen

würdest im Konzert zu spielen? Oder die Du gerne mal

spielen würdest, es aber noch nie getan hast?

Es gibt sehr viele Werke, die ich noch nicht gespielt

habe und gerne spielen würde. Ich habe eher Freude

daran, mich mit Komponisten, ihrer Musik und Sprache

auseinanderzusetzen, die vielleicht noch nicht die meine

ist, um sie mir dann im Laufe von Wochen, Monaten

oder vielleicht sogar Jahren zu eigen zu machen. Das

jüngste Beispiel dafür ist Prokofjew, eine Musik, zu der

ich keine besondere Affinität oder Verbindung hatte,

bis ich anfing, sie zu spielen. Jetzt genieße ich sie

unglaublich. Es gibt wirklich keinen Komponisten, dem

ich bisher begegnet bin und von dem ich sagen würde,

dass ich ihn auf keinen Fall öffentlich spielen würde.

8 Klassik für Hamburg 2022/23


Vor nicht allzu langer Zeit hast Du mit dem Bariton

Matthias Goerne zusammen ein Album aufgenommen –

wird Kammermusik eine wichtigere Rolle in der Zukunft

spielen?

Kammermusik hat und wird immer eine wichtige Rolle

in meiner Zukunft, meiner Gegenwart und meiner

Vergangenheit spielen. Ich denke, die Grundlage jeg -

lichen Musizierens ist die Arbeit mit anderen – selbst

wenn man alleine spielt, arbeitet man mit dem Publi -

kum. Es geht immer darum, eine Beziehung aufzubauen.

Und wann immer ich mit Orchestern oder

Dirigen ten zusammenarbeite, ist der Ansatz sehr kammermusikalisch.

Ich habe während meiner gesamten

Lauf bahn als Pianist umfangreiche Erfahrungen mit

Kammermusik in verschiedenen Szenarien gesammelt,

nicht nur mit Matthias Goerne, sondern auch mit Truls

Mørk, zum Beispiel. Im Sommer spiele ich ein Duoprogramm

mit Julia Fischer.

Du bist ziemlich groß für einen Pianisten – wie

vermeidest Du einseitige Bewegungen, schaffst ein

Gegengewicht?

Ja, ich bin sehr groß, aber ich glaube, ich habe zum

idealen Zeitpunkt aufgehört zu wachsen, denn meine

Knie passen immer noch unter das Klavier! Nur ganz

knapp zwar, aber ich kann sie immer noch unterbringen.

Ich glaube übrigens nicht, dass die Körpergröße

viel mit der Haltung oder der Art des Spielens zu tun

hat, da muss jeder einfach seinen eigenen Weg finden.

Mein Gegengewicht ist, dass ich ein ziemlich aktives

Leben führe: Ich bin viel zu Fuß unterwegs, immer in

Bewegung, und wenn ich spiele, achte ich darauf,

immer eine gute Haltung einzunehmen.

Konzerte

im Großen Saal der Elbphilharmonie

20.11.2022

mit den Wiener Symphonikern – im Abo F1, S. 35

05.12.2022

mit der Kammerakademie Potsdam – im Abo C, S. 23

Wie erholst Du Dich auf Tournee zwischen den

Konzerten und kannst Du ohne Dein Instrument üben?

Ich gehe in Galerien, Museen, mache einen Spaziergang,

manchmal, wenn ich ein Auto gemietet habe,

fahre ich in die Umgebung, um mir etwas anzusehen.

Ich habe keine feste Routine, gehöre aber sicher nicht

zu den Künstlern, die zwischen Konzerten den ganzen

Tag im Hotelzimmer bleiben. Das bin einfach nicht ich,

ich liebe es, die Welt zu erkunden. Dabei sind es nicht

nur die offensichtlich „touristischen“ Ziele, die mich

interessieren. In Hamburg habe ich zum Beispiel den

Backsteinexpressionismus kennengelernt.

Und nein, ohne mein Instrument kann ich nicht

wirklich üben. Natürlich ist die Musik allgegenwärtig,

und manchmal wenn ich einschlafe oder es versuche,

schwirrt sie oft noch in meinem Kopf herum, und ich

„übe“ quasi bestimmte Elemente. Aber ich würde mich

nie im eigentlichen Sinne mit einer Partitur hin setzen

und ohne Klavier üben. Das ist einfach zu theoretisch

für mich. Ich kann die Dinge schnell auf fassen und

verarbeiten, wenn ich vor einem Klavier sitze. Ich muss

das nicht in einer Art virtuellem Denkraum tun.

Wahrscheinlich hast Du schon in jedem Konzertsaal auf

der Welt gespielt … was verbindest Du mit der Laeiszhalle

und der der Elbphilharmonie?

Ich liebe die Laeiszhalle in Hamburg, sie ist einer meiner

Lieblingssäle auf der ganzen Welt. Sie hat diese

Wärme, die man nur schwer in Worte fassen kann. Man

ist einfach vom Klang umgeben, sowohl auf als auch

abseits der Bühne, und das ist ein Gefühl, das ich sehr

schätze – das Gefühl, etwas Schönes zu schaffen, aber

gleichzeitig auch zu spüren, dass es da ist und man es

genießen kann. Natürlich ist die Elbphilharmonie spektakulär

und jeder liebt es, dort zu spielen, aber ich bin

auch sehr glücklich, dass ich weiterhin Klavierabende

in der Laeiszhalle geben kann, weil sie einen so besonderen

Platz in meinem Herzen hat. ←

26.01.2023

mit dem Royal Philharmonic Orchestra – im Abo F2, S. 42

21.06.2023

Klavierabend

Frédéric Chopin Etudes op. 10 · Nocturnes op. 9,

op. 15 Nr. 1 und 3, op. 27, op. 32 Nr. 2, op. 48, op. posth.

Sonderkonzert – Tickets ab 08.06.2022 auf proarte.de

Klassik für Hamburg 2022/23 9


Die Meisterpianisten

Eine ganze Welt auf 88 Tasten. Die besten Pianistinnen und Pianisten finden sich im Großen Saal der

Laeiszhalle ein, um das gesamte Spektrum der Klaviermusik zu erkunden.

Informationen zu allen Abonnements und Preisen finden Sie auf Seite 55 und auf proarte.de

In Kooperation mit

Elbphilharmonie Hamburg

Seong-Jin Cho © Sebastian Madej

10 Klassik für Hamburg 2022/23


Beatrice Rana © Simon Fowler

Freitag · 7. Oktober 2022 · 19.30 Uhr | Laeiszhalle, Großer Saal

Beatrice Rana Klavier

Frédéric Chopin Klaviersonate Nr. 2 b-Moll op. 35

Ludwig van Beethoven Klaviersonate Nr. 29 B-Dur op. 106 „Große Sonate für das Hammerklavier“

Shooting-Star am Pianistenhimmel: Beatrice Rana stellt mit Chopins berühmter Sonate „mit dem

Trauermarsch“ und Beethovens „Hammerklaviersonate“ zwei Schwergewichte des Klavierrepertoires

gegenüber.

EUR 49,– / 42,– / 37,– / 22,– / 17,– zzgl. VVK

Igor Levit © Felix Broede

Mittwoch · 7. Dezember 2022 · 19.30 Uhr | Laeiszhalle, Großer Saal

Igor Levit Klavier

Fred Hersch Variations on a Folk Song · Johannes Brahms/Ferrucio Busoni 6 Choralvorspiele BV B 50

Richard Wagner Vorspiel zu „Tristan und Isolde“ in der Transkription von Zoltán Kocsis

Franz Liszt Klaviersonate h-Moll S 178

Alles, was dieser Ausnahmepianist angeht, betreibt er mit größtem Ernst: Dafür stehen auch seine

intelligenten Programmzusammenstellungen – mit klarem Ziel und offenem Blick für Neues.

EUR 84,– / 69,– / 59,– / 39,– / 22,– zzgl. VVK

Daniil Trifonov © Dario Acosta

Dienstag · 17. Januar 2023 · 19.30 Uhr | Laeiszhalle, Großer Saal

Daniil Trifonov Klavier

Pjotr Iljitsch Tschaikowsky Kinderalbum op. 39 · Robert Schumann Fantasie für Klavier C-Dur op. 17

Wolfgang Amadeus Mozart Fantasie c-Moll für Klavier KV 475 · Maurice Ravel „Gaspard de la nuit“

Alexander Skrjabin Klaviersonate Nr. 5 Fis-Dur op. 53

Ein fantastischer Streifzug durch die Musikgeschichte: Daniil Trifonov nimmt uns mit auf eine Reise voller

Entdeckungen – spielerisch, fantasievoll und klangfarbenreich.

EUR 84,– / 69,– / 59,– / 39,– / 22,– zzgl. VVK

Seong-Jin Cho © Christoph Köstlin

Mittwoch · 8. Februar 2023 · 19.30 Uhr | Laeiszhalle, Großer Saal

Seong-Jin Cho Klavier

Georg Friedrich Händel Suite Nr. 5 E-Dur HWV 430, Suite Nr. 7 B-Dur HWV 440

Johannes Brahms Variationen über ein Thema von Händel op. 24

Robert Schumann Drei Fantasiestücke op. 111, Sinfonische Etüden op. 13

Der Poet unter den Pianisten: Nach seinem gefeierten Meisterpianisten-Debüt im Jahr 2019 überrascht

Seong-Jin Cho in dieser Saison erneut mit feinem Anschlag und raffinierten Werkkombinationen.

EUR 49,– / 42,– / 37,– / 22,– / 17,– zzgl. VVK

Hélène Grimaud © Mat Hennek

Sonntag · 19. März 2023 · 19.30 Uhr | Laeiszhalle, Großer Saal

Hélène Grimaud Klavier

Ludwig van Beethoven Klaviersonate Nr. 32 c-Moll op. 111

Franz Schubert Klaviersonate B-Dur op. posth. D 960

Endlich wieder in der Laeiszhalle: Wenn Hélène Grimaud sich der jeweils letzten Sonaten von Beethoven

und Schubert annimmt, ist ein Klavierabend von außergewöhnlicher Intensität garantiert.

EUR 84,– / 69,– / 59,– / 39,– / 22,– zzgl. VVK

Grigory Sokolov © Anna Flegontova

Freitag · 28. April 2023 · 19.30 Uhr | Laeiszhalle, Großer Saal

Grigory Sokolov Klavier

Das Programm wird zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.

Grigory Sokolovs Klavierspiel berauscht und begeistert: Das gedimmte Licht, die ungewisse Anzahl

der Zugaben und nicht zuletzt sein zurückhaltendes Auftreten, das die Musik vollkommen in den Mittelpunkt

stellt.

EUR 84,– / 69,– / 59,– / 39,– / 22,– zzgl. VVK

Klassik für Hamburg 2022/23 11


„ Ich möchte

mich neu

auf Fantasie

und Freiheit

besinnen.“

Christian Thielemann

und die Staatskapelle Dresden –

ein Porträt von Julia Spinola

12 Klassik für Hamburg 2022/23


Christian Thielemann © Sebastian Madej

„Dieses Orchester ist eine anspruchsvolle Braut, die

weiß, was sie will“, schwärmte Christian Thielemann

bei seinem Amtsantritt 2012 über die Sächsische

Staatskapelle Dresden, die Richard Wagner zärtlich

seine „Wunderharfe“ nannte. „Sie haben Mendelssohn‘sche

Leichtigkeit, Wagnerische Opulenz und

Strauss‘sche Brillanz. Sie wissen um die verschiedenen

Stile und wann sie was anbieten müssen.“

Tat sächlich scheint der traditionsreich gewachsene

Klang dieses Orchesters den ästhetischen Prinzipien

des bekennenden Ausdrucksmusikers Thielemann

in besonderer Weise entgegenzukommen: die durch

alle Register absolut homogene, selbst im leisesten

Piano noch samten und voll klingende Streichergruppe,

die golden leuchtenden Hörner, die auratisch

verschmelzenden Holzbläser. Und so erwecken sie

bis heute den Eindruck einer idealen künstlerischen

Symbiose: auf der einen Seite die traditionsreiche

Dresdner Kapelle mit ihrer illustren Chefdirigentenreihe

von Heinrich Schütz über Johann Adolf Hasse

und Carl Maria von Weber bis zu Richard Wagner;

auf der anderen Seite der Meister des deutschen

romantischen Repertoires Christian Thielemann, der

sich wie kein zweiter seiner Generation stets auf die

große, deutsche Kapellmeistertradition berufen hat.

Die Rede vom vielbeschworenen „deutschen Klang“

möchte Thielemann differenzieren. Denn der sei

durchaus nicht nur „dunkel und schwer“, wie es das

Klischee will, sondern gerade auch geprägt durch

ein raffiniertes Wechselspiel von Licht und Schatten.

„Es gibt verschiedene deutsche Stile, die alle ihren

spezifischen Klang fordern“, erklärt er im Interview.

„Denken Sie an Mendelssohn und denken Sie an

Brahms: Das sind zwei völlig unterschiedliche Paar

Schuhe. Der deutsche Klang ist also aufgefächert in

verschiedene Finger. Dennoch gibt es etwas Übergreifendes.

Sicherlich ist ‚der‘ deutsche Klang ein

etwas gedeckterer, dunklerer, als der französische

oder der italienische. Das bedeutet aber nicht, dass

er nicht durchsichtig wäre.“

Mit den üblichen Klischees kommt man bei Christian

Thielemann ohnehin nicht weiter. „Ich möchte mich

neu auf Fantasie und Freiheit besinnen“, bekannte er

2020 in seinem Buch Mein Weg zu Beethoven.

Lesen Sie weiter auf Seite 14 →

Klassik für Hamburg 2022/23 13


„Das sklavische Befolgen eines Notentextes“, urteilte

er, sei doch in Wahrheit bloß „die schlechte Ausrede

dafür, keine eigene Meinung zu haben“. Daraus jedoch

zu folgern, Thielemanns Interpretationen würden

einer „unreflektierten Überwältigungsästhetik“

hul digen, wie es ihm immer mal wieder angehängt

wurde, ist ein Irrtum. Gerade seine Wagner-, Brahmsund

Bruckner-Interpretationen verblüffen bei aller

elektrisierenden Intensität des Ausdrucks auch durch

die Fähigkeit, den Klang motivisch bis ins Feinste auf -

zufächern, farbenreich zu differenzieren und noch

in den dissonanzstarken polyphonen Steigerungen

transparent und durchhörbar zu modellieren. Sodann

beherrscht Thielemann, der seit seinem Sensations-

Debüt im Jahr 2000 bei den Bayreuther Festspielen

nachgerade als „Vertreter Wagners auf Erden“ gefeiert

wurde, viel mehr als nur die schweren deutschen

Schlachtrösser. Auch die französischen Impressionisten

oder Werke von Mendelssohn dirigiert er mit

kristallinem Klangsinn. In der Hamburger Elbphilharmonie,

die Thielemann als „einen der besten Säle der

Welt“ schätzt, wird das zu erleben sein.

Geboren wird Christian Thielemann 1959 in West-

Berlin und wächst im Berliner Viertel Schlachtensee

in einem musikliebenden bürgerlichen Elternhaus

auf. Als Kind lernt er Klavier, dann auch Geige, Bratsche

und Orgel. „Ich war regelrecht arbeitswütig und

übte immer bis sechs Uhr abends“, erinnerte sich

Thielemann in einem Interview des SZ Magazins.

„Das Schlusszeichen war, wenn die Kirchenglocken in

Schlachtensee läuteten. Es kam mir absurd vor, mit

dem Musizieren aufzuhören, nur weil draußen die

Sonne schien.“

© Sebastian Madej

Mit 17 wird er Assistent von Karajan, mit 19 Korrepetitor

an der Deutschen Oper Berlin, dann bald Kapellmeister

in Gelsenkirchen, Karlsruhe, Hannover

und Düsseldorf. 1988 kommt er als damals jüngster

Generalmusikdirektor an die Nürnberger Oper, wo

er einen Eklat auslöst, weil er seinen Einstand mit

Hans Pfitzners Palestrina gibt. Sein Eintreten für

den Antisemiten und Nazi-Sympathisanten Pfitzner

löst Gerüchte über seine politische Gesinnung aus.

Thielemann hält dagegen, er wähle seine Stücke

ausschließlich nach künstlerischen Kriterien. „Eine

Provokation haben andere Leute daraus gemacht“,

erklärt er rückblickend. „Ich hab’ den Pfitzner

aufgeführt, weil ich die Musik so toll fand.“ Seine

internationale Karriere ist bereits in vollem Gang,

als er 1997 an die Deutsche Oper Berlin berufen wird,

deren Orchester er durch seinen kompromisslosen

Perfek tionismus und seine penible Genauigkeit zu

ihrer Höchstleistung führt. 2004 tritt er überraschend

zurück, nachdem der Berliner Kultursenat seine

Forderung nach einer Erhöhung des Orchesteretats

abgelehnt hat. Von 2004 bis 2009 leitet Thielemann

die Münchner Philharmoniker, scheidet auch hier

frühzeitig aufgrund von Vertragsuneinigkeiten. In

Bayreuth wird Thielemann 2015 bis 2020 mit dem

Amt des „Musikdirektors“ geehrt. Sein Vertrag an der

Spitze der Dresdner Staatskapelle wird 2024 auslau -

fen. Positionen, Titel und Bezeichnungen seien aktuell

zweitrangig, kommentierte Thielemann seinen

Weggang aus Dresden. Das „Allerwichtigste“ sei,

„dass es mit den Orchestern, die man verlässt, nach

wie vor eine künstlerisch und menschlich wunderbare

Übereinstimmung gibt.“ ←

Konzerte

im Großen Saal der Elbphilharmonie

Sächsische Staatskapelle Dresden

Christian Thielemann Leitung

22.11.2022

mit Julia Fischer – im Abo B, S.16

23.11.2022

Anton Bruckner Sinfonie Nr. 5 B-Dur WAB 105

Sonderkonzert – Tickets ab 08.06.2022 auf proarte.de

15.06.2023

Gustav Mahler Sinfonie Nr. 3 d-Moll für großes Orchester,

Altsolo, Knabenchor und Frauenchor

Sonderkonzert – Tickets ab 08.06.2022 auf proarte.de

14 Klassik für Hamburg 2022/23


„Musik hat kein Alter“

Der Dirigent Klaus Mäkelä – kurz vorgestellt

von Ilona Schneider

Klaus Mäkelä © Marco Borggreve

Sechsundzwanzig Jahre jung ist Klaus Mäkelä. Ein Alter, in

dem normale Menschen allenfalls die ersten Karriereschritte

erfolgreich genommen haben, in dem die wenigsten

von sich behaupten können, bereits ganz oben angekommen

zu sein. Aber was ist schon normal an Klaus

Mäkelä? Nicht allein in Sachen Alter reibt man sich bei

dem smarten Finnen ungläubig die Augen. Spielt er doch

in der Oberliga der international führenden Dirigenten –

und das nicht erst seit gestern. Mäkeläs Karriere scheint

bisher im Zeitraffer verlaufen zu sein: Cello- und Dirigierstudium

in Helsinki, mit dreiundzwanzig Jahren Debüts

etwa beim Concertgebouworkest und beim London Philharmonic

Orchestra. Vom Fleck weg engagiert war er zu

dem Zeitpunkt bereits als Chefdirigent des Oslo Philharmonic

Orchestra. 2020 trat er sein Amt an, als ihn zeitgleich

das Orchestre de Paris mit Wirkung zur Saison

2021/22 zum Musikdirektor ernannte. Dass Mäkelä außerdem

bereits seit 2019 künstlerischer Leiter des finnischen

Turku Music Festival ist, gerät angesichts dieser gewaltigen

Sprünge auf der Karriereleiter beinahe zur Nebensache.

Mäkelä ist kein Künstler des großen Marketinggetöses.

Mit außermusikalischen Aktionen muss er schon gar

nicht auf sich aufmerksam machen. Auch die Unterzeichnung

seines Exklusivvertrags bei Decca Classics wirkte

fast wie selbstverständlich, obwohl sie einer Sensation

gleichkam: Seit 40 Jahren und nach Riccardo Chailly hatte

das Traditionslabel keinen Dirigenten mehr unter Vertrag

genommen. Was sind die Geheimzutaten im Erfolgsrezept

von Klaus Mäkelä? Es sind Authentizität und eine starke

künstlerische Überzeugungskraft, die weder große Worte

noch exzentrische Gesten braucht. Mäkelä ist ein absoluter

Teamplayer. Er sei nicht da, um eine Aufführung zu

dominieren, sagt er in aller Bescheidenheit, sondern um

ein Orchester zum gemeinschaftlich erarbeiteten Ziel zu

bringen. Dazu brauche es vor allem Präsenz und Offenheit.

Was es sicher nicht braucht, sind Eitelkeit und

Showeffekt. Davon kann man Mäkelä zweifelsohne freisprechen.

Und viele Lebensjahre braucht es auch nicht,

wie er selbst beweist. Denn, so die Überzeugung des

sympathischen Pultstars: „Musik hat kein Alter.“ ←

Konzert 18.03.2023 – mit dem Orchestre de Paris – im Abo B, S. 17

Klassik für Hamburg 2022/23 15


Internationale Orchester

120 Musiker:innen auf der Bühne, ein Atem, ein Bogenstrich, ein Klang. Bei den „Internationalen Orchestern“

ist das keine Seltenheit, sondern die Regel. Wer die besten Klangkörper der Welt in der Elbphilharmonie

erleben möchte, ist in diesem Traditionszyklus genau richtig. Auf dem Programm stehen die großen Werke

der sinfonischen Literatur mit regelmäßigen Ausflügen zu spannenden Solokonzerten.

Sir Simon Rattle © Peter Hundert Christian Thielmann © Matthias Creutziger

Anne-Sophie Mutter © Sebastian Madej Semyon Bychkov © Chris Christodoulou

Sonntag · 23. Oktober 2022 · 20 Uhr | Elbphilharmonie, Großer Saal

Tschechische Philharmonie

Semyon Bychkov Leitung · Víkingur Ólafsson Klavier

Robert Schumann Klavierkonzert a-Moll op. 54

Dmitri Schostakowitsch Sinfonie Nr. 11 g-Moll op. 103 „Das Jahr 1905“

Krasse Klangkontraste: Schostakowitschs hochdramatische 11. Sinfonie neben

Schumanns einzigem Klavierkonzert, das unter den begnadeten Fingern von Víkingur

Ólafsson seinen ganzen werkumfassenden Spannungsbogen entfaltet.

EUR 151,– / 131,– / 111,– / 81,– / 28,– zzgl. VVK

Mittwoch · 16. November 2022 · 20 Uhr | Elbphilharmonie, Großer Saal

London Philharmonic Orchestra

Edward Gardner Leitung · Anne-Sophie Mutter Violine · Pablo Ferrández Violoncello

Felix Mendelssohn Bartholdy „Das Märchen von der schönen Melusine“

Konzertouvertüre op. 32

Johannes Brahms Konzert für Violine, Violoncello und Orchester a-Moll op. 102

Antonín Dvořák Sinfonie Nr. 7 d-Moll op. 70

Es kommt einem musikalischen Gipfeltreffen gleich, wenn sich das London

Philharmonic Orchestra, Anne-Sophie Mutter und Pablo Ferrández unter der Leitung

von Edward Gardner auf der Bühne der Elbphilharmonie treffen.

EUR 204,– / 174,– / 144,– / 104,– / 30,– zzgl. VVK

Dienstag · 22. November 2022 · 20 Uhr | Elbphilharmonie, Großer Saal

Sächsische Staatskapelle Dresden

Christian Thielemann Leitung · Julia Fischer Violine

Felix Mendelssohn Bartholdy „Die Hebriden“ Konzertouvertüre op. 26

Violinkonzert e-Moll op. 64 · Sinfonie Nr. 5 D-Dur/d-Moll op. 107 „Reformationssinfonie“

Mendelssohn mal drei: die Sächsische Staatskapelle Dresden taucht mit ihrem

renommierten Chefdirigenten ganz tief ein in den Klangkosmos des hochbegabten

Romantikers.

EUR 204,– / 174,– / 144,– / 104,– / 30,– zzgl. VVK

Dienstag · 6. Dezember 2022 · 20 Uhr | Elbphilharmonie, Großer Saal

London Symphony Orchestra

Sir Simon Rattle Leitung

Jean Sibelius „Die Okeaniden“ Sinfonische Dichtung op. 73

„Tapiola“ Sinfonische Dichtung op. 112

Sergej Rachmaninow Sinfonie Nr. 3 a-Moll op. 44

Zum Glück wieder zu Gast: Unser ehemaliges Orchestra in Residence gibt sich die Ehre

und reist mit Sir Simon Rattle aus London an. Höchste Klangkunst garantiert!

EUR 204,– / 174,– / 144,– / 104,– / 30,– zzgl. VVK

16 Klassik für Hamburg 2022/23


Informationen zu allen Abonnements und Preisen finden Sie auf Seite 55 und auf proarte.de

In Kooperation mit Elbphilharmonie Hamburg

Janine Jansen © Marco Borggreve Andris Nelsons © Marco Borggreve

Lang Lang © Sebastian Madej Martha Argerich © Adriano Heitmann

Samstag · 21. Januar 2023 · 20 Uhr | Elbphilharmonie, Großer Saal

Wiener Philharmoniker

Andris Nelsons Leitung

Gustav Mahler Sinfonie Nr. 7 e-Moll

Bei den Internationalen Orchestern dürfen sie nicht fehlen: die Wiener Philharmoniker

mit dem lettischen Spitzendirigenten Andris Nelsons am Pult.

EUR 204,– / 174,– / 144,– / 104,– / 30,– zzgl. VVK

Dienstag · 31. Januar 2023 · 20 Uhr | Elbphilharmonie, Großer Saal

Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia

Sir Antonio Pappano Leitung · Martha Argerich Klavier

Sergej Prokofjew Sinfonie Nr. 1 D-Dur op. 25 „Symphonie classique“

Maurice Ravel Klavierkonzert G-Dur · Jean Sibelius Sinfonie Nr. 5 Es-Dur op. 82

Italiens Vorzeigeorchester mit dem klangvollen Namen gastiert in dieser Saison mit

der Grande Dame des Klaviers bei ProArte. Auf dem Programm steht natürlich eines

ihrer Paradestücke!

EUR 151,– / 131,– / 111,– / 81,– / 28,– zzgl. VVK

Samstag · 18. März 2023 · 20 Uhr | Elbphilharmonie, Großer Saal

Orchestre de Paris

Klaus Mäkelä Leitung · Janine Jansen Violine

Jean Sibelius Violinkonzert d-Moll op. 47

Hector Berlioz Symphonie fantastique op. 14

Bienvenue à Hambourg: Das Orchestre de Paris stellt seinen blutjungen finnischen

Chefdirigenten vor – und bietet mit Berlioz’ Symphonie fantastique alle Möglichkeiten,

am Pult zu glänzen.

EUR 128,– / 108,– / 88,– / 68,– / 26,– zzgl. VVK

Mittwoch · 7. Juni 2023 · 20 Uhr | Elbphilharmonie, Großer Saal

Mahler Chamber Orchestra

Andris Nelsons Leitung · Lang Lang Klavier

Ludwig van Beethoven „Coriolan“ Ouvertüre c-Moll op. 62

Klavierkonzert Nr. 3 c-Moll op. 37, Sinfonie Nr. 5 c-Moll op. 67

Dramatik vom Feinsten: Dreimal Beethoven in der Schicksalstonart c-Moll trifft auf

Lang Lang sowie das Mahler Chamber Orchestra und damit auf die bestmöglichen

Interpreten.

EUR 204,– / 174,– / 144,– / 104,– / 30,– zzgl. VVK

Klassik für Hamburg 2022/23 17


Mittwoch · 24. August 2022 · 20 Uhr | Elbphilharmonie, Großer Saal

Pittsburgh Symphony Orchestra

Manfred Honeck Leitung · Hélène Grimaud Klavier

György Ligeti „Lontano“ für großes Orchester

Maurice Ravel Klavierkonzert G-Dur · Gustav Mahler Sinfonie Nr. 1 D-Dur

EUR 151,– / 131,– / 111,– / 81,– / 28,– zzgl. VVK – Tickets ab 21.04.2022 auf proarte.de

weiteres Konzert im Rahmen des Elbphilharmonie Sommers:

25.08.2022 – mit Gautier Capuçon – Tickets auf elbphilharmonie.de

Montag · 29. August 2022 · 20 Uhr | Elbphilharmonie, Großer Saal

The Philadelphia Orchestra

Yannick Nézet-Séguin Leitung · Lisa Batiashvili Violine

Karol Szymanowski Violinkonzert Nr. 1 op. 35

Ernest Chausson Poème für Violine und Orchester Es-Dur op. 25

Ludwig van Beethoven Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 55 „Eroica“

EUR 151,– / 131,– / 111,– / 81,– / 28,– zzgl. VVK – Tickets ab 21.04.2022 auf proarte.de

weiteres Konzert im Rahmen des Elbphilharmonie Sommers:

30.08.2022 – mit Angel Blue – Tickets auf elbphilharmonie.de

Mittwoch · 31. August 2022 · 20 Uhr | Elbphilharmonie, Großer Saal

The Cleveland Orchestra

Franz Welser-Möst Leitung

Alban Berg 3 Stücke aus der Lyrischen Suite für Streichorchester

Anton Bruckner Sinfonie Nr. 9 d-Moll WAB 109

EUR 151,– / 131,– / 111,– / 81,– / 28,– zzgl. VVK – Tickets ab 21.04.2022 auf proarte.de

weiteres Konzert im Rahmen des Elbphilharmonie Sommers:

01.09.2022 – Tickets auf elbphilharmonie.de

18 Klassik für Hamburg 2022/23


Höher, schneller,

weiter

Hoher Besuch aus der neuen Welt: Gleich drei

amerikanische Spitzenorchester geben sich

im August die Ehre und feiern in der

Elbphilharmonie ein Fest des Klangs.

Lesen Sie weiter auf Seite 20 →

Klassik für Hamburg 2022/23 19


W

as hat es mit diesem Amerika auf

sich – dieser sagenhaften Neuen Welt,

die das Alte Europa in so mancher

Hinsicht überholt hat und seinem Motto „bigger

is better“ immer wieder so erfolgreich hul digt?

So erfolgreich, dass man oft das Gefühl hat,

als wäre an Peter Bichsels Kindergeschichte

Amerika gibt es nicht doch etwas dran: In ihr

wird vom Hofnarr Colombin erzählt, der sich

über Wochen im Wald versteckt, um anschließend

am spanischen Hof mit seiner Entdeckung

eines faszinierenden neuen Landes anzugeben.

Als der misstrauische spanische König aber den

erfahrenen See fahrer Amerigo Vespucci losschickt,

um die Geschichte zu überprüfen, kehrt

dieser ebenfalls erst nach Wochen zurück und

bestätigt Colombins Lüge … Von nun an erzählen

alle, die nach Amerika reisen die gleichen

Geschichten: von atemberaubenden Wolkenkratzern,

Cowboys, von New York und San

Francisco. Doch der Zweifel bleibt – vielleicht

verstecken sich alle immer nur im Wald?

hohen Budgets der Orchester aus New York,

Boston, Chicago, Philadelphia und Cleveland

orientierte, spielen diese Klangkörper immer

noch in der ersten Liga der internationalen

Orchester. In punkto Budget wurden sie

inzwischen vom Hollywoodnahen Los Angeles

Philharmonic überholt und im Hinblick auf ihre

Bedeutung um einige weitere Orchester ergänzt

– darunter zweifelsohne auch das Pitts burgh

Symphony Orchestra, das in diesem Elbphilharmonie

Sommer neben The Philadelphia

Orches tra und The Cleveland Orchestra ein Fest

des großen Klangs feiern wird.

Yannick Nézet-Séguin © Todd Rosenberg

Lisa Batiashvili © Sammy Hart / DG

Manfred Honeck © George Lange

Die Großartigkeit dieses Landes der Extreme

hat etwas Märchenhaftes an sich: Die Flüsse

sind länger, die Schluchten tiefer, die Entfernungen

weiter, die Reichen reicher und die

Armen ärmer. Und selbst auf einem so traditionsreichen

Gebiet wie der klassischen Musik

scheint Amerika immer wieder eigene Superlative

aufzustellen: Auch ohne nennenswerte

öffentliche Fördergelder gibt es in den USA, vor

allem im Osten des Landes, eine enorme Dichte

an Spitzenorchestern. Und obwohl die alte

Kategorisierung der „Big Five“ längst überholt

ist, da sie sich in den 1950er Jahren an den

Franz Welser-Möst © Roger Mastroianni

Und mag Amerika vielleicht wirklich nur eine

Idee sein, die wie in Peter Bichsels Geschichte

über die Jahrhunderte immer schöner, größer

und besser wurde, so sind die Musikerinnen

und Musiker, die in diesem Jahr über den Atlantik

zu uns nach Hamburg kommen, doch ganz

real. Und sie bringen ihren präzisen Bläser klang,

ihre Perfektion sowie ihre Liebe zur Spätromantik

mit: Auf Mahlers 1. Sinfonie vom Pittsburgh

Symphony Orchestra und Bruckners 9. mit The

Cleveland Orchestra können Sie sich wahrhaft

freuen – zumal deren österreichische Chefdirigenten

Manfred Honeck und Franz Welser-Möst

immer den traditionellen Klang der alten

Heimat im Ohr haben, wenn sie am Pult ihrer

amerikanischen Luxusklangkörper stehen.

Yannick Nézet-Séguin aus Montréal gewährt

mit The Philadelphia Orches tra eine neue Sicht

auf Beethovens „Eroica“, nicht ohne ebenfalls

einen Hauch Spätromantik durch die Elbphilharmonie

wehen zu lassen: mit Werken von

Szymanowksi und Chausson. ←

20 Klassik für Hamburg 2022/23


„Wer an ein italienisches Orchester denkt, hat sofort

‚Oper‘ im Kopf […] aber wir sind ein sinfonisches Orchester.“,

erläutert Sir Antonio Pappano die Besonderheit

seines berühmten Klangkörpers aus Rom. „Trotzdem ist

natürlich in der DNA des Orchesters diese opernleidenschaftliche

Mischung vorhanden […] – eine singende

Qualität, aber auch ein sehr dramatischer Aspekt; eine

ehrliche Leidenschaft, Musik zu machen, sehr farbig und

sinnlich – italienisch, wenn wir so wollen…“, ergänzt er

lachend im Interview als Artist in Residence der Essener

Philharmonie und beschreibt dabei so gut wie niemand

sonst, die Besonderheit seines Orchestra dell’Accademia

Nazionale di Santa Cecilia. Seit 2005 leitet der britische

Dirigent mit italienischen Wurzeln, der seine Jugend und

wichtige musikalische Prägung in den USA erlebte, das

römische Orchester. Dank ihm spielt es heute wieder in

der absoluten Spitzenklasse der internationalen Sinfonieorchester.

Zwar gilt der Oper seine erste Liebe, als

Korrepetitor begann Antonio Pappano seine Karriere und

als Music Director des Royal Opera House leitet er seit

2002 eines der bedeutendsten Opernhäuser der Welt.

Doch die Auseinandersetzung mit dem sinfonischen

Repertoire fordert ihn immer wieder heraus: „Wenn man

[…] eine Sinfonie von Brahms, Schumann oder Mahler

vor sich hat, dann ist es, als ob man in den Spiegel

schaut. Was weiß ich wirklich? Was muss ich einbringen?

Was fühle ich?“ Und auch von seinem Orchester erwartet

Sir Antonio Pappano den Mut, sich zu hinterfragen, sich

zu verändern: Mit jedem neuen Repertoire-Baustein

wächst das Ensemble über sich hinaus. Standen anfangs

oft Respighi oder Verdi auf dem Programm des Orchestra

dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia, gehört es

heute auch zu den gefeierten Interpreten von Sinfonien

Mahlers, Bruckners oder Sibelius. „Ich glaube, man muss

als Musiker ein Chamäleon sein.“, findet Pappano. Er

selbst nutzt als Kraftquelle und Inspiration die Auseinandersetzung

mit seinem eigenen Instrument – denn nur

am Klavier spürt er die Essenz des Musizierens und die

Herausforderung, die es bedeutet, einen Klang zu erzeugen.

„Das ist mein Motor, mein wahres Selbst, das mich

mit meinen Musiker:innen verbindet.“ ←

Konzerte

im Großen Saal der Elbphilharmonie

Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia

Sir Antonio Pappano Leitung

31.01.2023

mit Martha Argerich – im Abo B, S. 17

01.02.2023

Arnold Schönberg Kammersinfonie Nr. 1 op. 9 E-Dur

für 15 Soloinstrumente

Anton Bruckner Sinfonie Nr. 7 E-Dur WAB 107

Sonderkonzert – Tickets ab 08.06.2022 auf proarte.de

Zu Gast aus Rom

Sir Antonio Pappano

und das Orchestra dell’Accademia

Nazionale di Santa Cecilia

Sir Antonio Pappano © Sebastian Madej

Klassik für Hamburg 2022/23 21


Internationale Solisten

Ob Meisterpianistin, Geigenstar oder Klarinettenvirtose – bei den „Internationalen Solisten“ stehen nur

die Besten ihres Fachs auf der Bühne und gestalten mit befreundeten Musiker:innen einen ganzen Abend.

Informationen zu allen Abonnements und Preisen finden Sie auf Seite 55 und auf proarte.de

In Kooperation mit

Elbphilharmonie Hamburg

Martin Grubinger © Reinhard Winkler

22 Klassik für Hamburg 2022/23


Anne-Sophie Mutter © Sebastian Madej

Mittwoch · 12. Oktober 2022 · 20 Uhr | Elbphilharmonie, Großer Saal

Anne-Sophie Mutter Violine

Ye-Eun Choi Violine · Vladimir Babeshko Viola · Daniel Müller-Schott Violoncello

Wolfgang Amadeus Mozart Streichquartett Nr. 4 C-Dur KV 157 · Streichquartett Nr. 2 D-Dur KV 155/134a

Joseph Haydn Streichquartett Es-Dur op. 20 Nr. 1 Hob. III:31

Ludwig van Beethoven Streichquartett Nr. 2 G-Dur op. 18 Nr. 2

Mit drei herausragenden Nachwuchsstars aus ihrer Talentschmiede vollzieht Anne-Sophie Mutter einen

entscheidenden Teil der Geschichte des Streichquartetts nach.

EUR 151,– / 131,– / 111,– / 81,– / 28,– zzgl. VVK

Ray Chen © Sebastian Madej

Dienstag · 25. Oktober 2022 · 20 Uhr | Elbphilharmonie, Großer Saal

Ray Chen Violine

The Knights

Colin Jacobsen Kreutzings · Ludwig van Beethoven Violinsonate Nr. 9 A-Dur op. 47 „Kreutzer-Sonate“

Leoš Janáček Streichquartett Nr. 1 „Kreutzer Sonate“ · Anna Clyne Shorthand

The Kreutzer Project: Beethovens berühmte Sonate trifft auf Janáčeks gleichnamiges Streichquartett, raffi -

niert verbunden durch eine Neukomposition von Colin Jacobsen und das elegante Geigenspiel von Ray Chen.

EUR 87,– / 77,– / 62,– / 47,– / 22,– zzgl. VVK

Jan Lisiecki © Sebastian Madej

Montag · 5. Dezember 2022 · 20 Uhr | Elbphilharmonie, Großer Saal

Jan Lisiecki Klavier

Kammerakademie Potsdam · Antonello Manacorda Leitung

Franz Schubert Sinfonie Nr. 3 D-Dur D 200 · Sinfonie Nr. 7 h-Moll D 759 „Unvollendete“

Ludwig van Beethoven Klavierkonzert Nr. 1 C-Dur op. 15

Jan Lisieckis Live-Einspielung der Beethoven-Klavierkonzerte wurde 2019 zu einem Überraschungserfolg.

Klar, dass wir unseren Artist in Residence auch einmal mit einem der fünf Meisterwerke erleben möchten!

EUR 87,– / 77,– / 62,– / 47,– / 22,– zzgl. VVK

Joshua Bell © Phillip Knott

Montag · 9. Januar 2023 · 20 Uhr | Elbphilharmonie, Großer Saal

Joshua Bell Violine & Leitung

Academy of St Martin in the Fields

Giuseppe Tartini Violinsonate g-Moll „Teufelstriller“ in der Fassung für Violine und Orchester

Niccolò Paganini Violinkonzert Nr. 1 D-Dur op. 6 · Robert Schumann Sinfonie Nr. 2 C-Dur op. 61

Teuflisch schwierig und genial: das gilt für die beiden Solostücke dieses Konzerts zweifellos. Für Joshua

Bell und die Academy, deren Music Director er seit vielen Jahren ist, die beste Möglichkeit, zu brillieren.

EUR 128,– / 108,– / 88,– / 68,– / 26,– zzgl. VVK

Martin Grubinger © Simon Pauly

Dienstag · 14. März 2023 · 20 Uhr | Elbphilharmonie, Großer Saal

Martin Grubinger Percussion

and Friends

Maki Ishii Thirteen Drums/Dyu-Ha · Charles Ives The Unanswered Question · Kalevi Aho Siedi

Steve Reich Quartet · Peter Eötvös Speaking Drums und weitere Werke für Percussion-Ensemble

Großes Finale: Zum angekündigten Abschluss seiner grandiosen Karriere fährt Multiperkussionist Martin

Grubinger noch einmal alles auf, was das Schlagzeugrepertoire zu bieten hat.

EUR 87,– / 77,– / 62,– / 47,– / 22,– zzgl. VVK

Kian Soltani © Nikolaj Lund

Samstag · 1. April 2023 · 20 Uhr | Elbphilharmonie, Großer Saal

Kian Soltani Violoncello

Amsterdam Sinfonietta · Candida Thompson Leitung

Carl Philipp Emanuel Bach Sinfonie G-Dur Wq 173 · Joseph Haydn Violoncellokonzert Nr. 2 D-Dur

op. 101 Hob. VIIb:2 · Adagio cantabile aus der Sinfonie Nr. 13 D-Dur Hob. I:13

Felix Mendelssohn Bartholdy Streichquartett Nr. 6 f-Moll op. 80 sowie Werke von Franz Schubert

Lieder ohne Worte: Wenn Kian Soltani mit seinem Cello Melodien von Haydn, Mendelssohn und Schubert

anstimmt, bekommt Singen eine ganz neue Dimension – Gänsehautmomente garantiert!

EUR 87,– / 77,– / 62,– / 47,– / 22,– zzgl. VVK

Klassik für Hamburg 2022/23 23


Mit Anfang 30 hat Ray Chen bereits eine beachtliche

Karriere vorzuweisen. Sein erstes öffentliches

Konzert gab er mit acht Jahren in Queensland,

sein Studium in Philadelphia begann er mit gerade

einmal 15 Jahren und die ersten Preise beim Yehudi

Menuhin (2008) und Reine Elisabeth (2009) Wettbewerb

gewann der australisch-taiwanesische Geiger mit Anfang

20. Seitdem spielt er als gefragter Solist vor ausverkauften

Sälen auf der ganzen Welt – und seit seinem ProArte-

Debüt 2014 regelmäßig auch bei uns.

„Ich bin ein Kommunikator.“

Aber was unterscheidet Ray Chen von den vielen anderen

jungen Geiger:innen, die über brillante Technik, bestechende

Virtuosität und feinstes Gespür für die Musik

verfügen? „Wissen Sie, ehrlicherweise bin ich eigentlich

einfach nur ich selbst“, sagte er unlängst in einem Interview.

Das trifft zu – und zwar auf allen Kanälen. Denn wie

kaum ein anderer Solist seiner Generation hat Ray Chen

schon sehr früh damit begonnen, alle ihm zur Verfügung

stehenden Kommunikationskanäle intensiv zu nutzen.

Für ihn beschränkt sich das Musikerdasein nämlich nicht

auf das, was auf der Konzertbühne passiert. „Ich glaube,

es gibt auch andere Dinge, die heute in der Verantwortung

des Künstlers liegen. Musiker sollten heute Botschafter

ihrer Sache sein, auch abseits der Bühne. Ich

definiere dieses Botschafter-Dasein über das Kommunizieren

mit den großartigen Social-Media-Plattformen wie

Facebook, Twitter, Instagram und YouTube.“

Und wenn man sieht, wie viele tausend Menschen den

Kanälen von Ray Chen folgen und über diese mit ihm –

und der klassischen Musik – in Kontakt kommen, wird

deutlich: Der Geiger nimmt seine Botschafterrolle sehr

ernst. Mit klarer Vision, aber auch einer ordentlichen

Portion Humor gelingt es Ray Chen, Menschen anzusprechen,

die mit der Klassik (noch) nicht vertraut sind, ihr

vielleicht sogar skeptisch gegenüberstehen. Ihnen zeigt

er die unbeschwerte oder gar lustig Seite dieses Genres

und führt sie spielerisch und unterhaltsam immer näher

an die Musik heran. Er macht deutlich, dass die Klassik

Ray Chen –

Botschafter

der Klassik

von Fenja Fieweger

sehr viel mehr ist, als eine aussterbende Kulturform und

dass gerade sie von den Möglichkeiten der digitalen

Vernetzung profitieren kann – schien es doch lange Zeit

so, als würde die digitale Entwicklung voranschreiten

und die klassische Musik im Analogen verharren. Doch

Ray Chen arbeitet dagegen: Kurzerhand richtete er beispielsweise

den Kanal „raychenviolin“ bei Discord ein.

Discord – ursprünglich entwickelt, um die Kommunikation

zwischen Videospielenden zu erleichtern – ermöglicht

nun die virtuelle Vernetzung von Geiger:innen aus

der ganzen Welt. Sie können sich gegenseitig beim Üben

zuhören und so Inspiration und wertvolles Feedback

sammeln. Vor allem in Zeiten von Kontaktbeschränkungen

sind es Möglichkeiten der Vernetzung und des Austauschs

wie diese, die für die Nachwuchsmusiker:innen

essenziell geworden sind.

Lesen Sie weiter auf Seite 26 →

24 Klassik für Hamburg 2022/23


Klassik für Hamburg 2022/23 25

Ray Chen © Sebastian Madej


In der ProArte-Saison 2022/23 wird Ray Chen einen

Abend mit befreundeten Kammermusikern aus Berlin

im Kleinen Saal der Elbphilharmonie gestalten sowie

mit dem New Yorker Kammerorchester The Knights bei

uns zu Gast sein. Sie bringen ein ungewöhnlich dicht

gewobenes Programm mit in die Elbphilharmonie ‒ The

Kreutzer Project: Beethoven komponiert eine Sonate

und widmet sie einem berühmten Geiger, der sie niemals

spielen wird. Tolstoi schreibt eine Novelle über einen

„Ich spiele Musik,

weil ich meine Emotionen

ausdrücken muss.“

Durch diesen hochkommunikativen Ansatz gelingt es Ray

Chen, das scheinbar angestaubte Image der Klassik –

„es entspricht eher dem strengen Frack mit schwarzer

Fliege“ – aufzupolieren. Und das macht er nicht nur im

Internet, sondern auch offline, live auf der Bühne. „Ich

möchte, dass die Menschen in den Konzertsaal kommen

und denken: Wow, das war richtig cool, es war aufregend,

vielleicht gehe ich noch mal dahin!“ Damit es richtig

„cool“ wird, ist Ray auch auf der Bühne ganz er selbst.

Alle seine Emotionen legt er in den Klang, von dem die

Huffington Post einmal schrieb: „Zum Sterben. Er hatte

diesen geschmeidigen Ton, der emotionale Tiefe höchster

Intimität mit sich bringt.“ In seinen Interpretationen

findet sich immer etwas Neues, etwas „Unerhörtes“.

Denn Ray interpretiert die Stücke nicht nur mit großem

Respekt für die Intention des Komponisten – vielmehr

sieht er sich als Emulgator, der die Ideen des Tonmalers

mit seinen eigenen Emotionen verbindet. Er macht das

Werk zu einem Teil seiner selbst – und das hört man.

Ray Chen © Sebastian Madej

Konzerte

im Großen Saal der Elbphilharmonie

25.10.2022

The Kreutzer Project mit The Knights – im Abo C, S. 23

26.10.2022

The Kreutzer Project mit The Knights – im Abo Ck, S. 27

08.05.2023

im Kleinen Saal der Elbphilharmonie

Ray Chen & Made in Berlin

Noah Bendix-Balgley Violine · Amihai Grosz Viola

Stephan Koncz Violoncello

Hugo Wolf Italienische Serenade G-Dur

Wolfgang Amadeus Mozart Adagio und Fuge c-Moll KV 546

für Streicher

Eugène Ysaÿe Sonate für 2 Violinen op. posth. a-Moll

Jean Françaix Streichtrio

Maurice Ravel Streichquartett F-Dur op. 35

Sonderkonzert – Tickets ab 08.06.2022 auf proarte.de

Mann, der seine Ehefrau ermordet, weil sie den Klavierpart

in Beethovens „Kreutzer-Sonate“ zu leidenschaftlich

interpretiert. Janáček komponiert ein aufwühlendes

Streichquartett, das von Tolstois Novelle inspiriert ist.

Und Colin Jacobsen schreibt eine Ouvertüre zu diesem

Programm, in dem sich alle Fäden kreuzen und in der

Person des französischen Violinvirtuosen Rodolphe

Kreutzer ihren Ankerpunkt finden. In beiden Konzerten

beweist Ray Chen einmal mehr, dass er ebenso mühelos

als Solist brillieren kann, wie er sich als ausgezeichneter

Kammermusiker in das demokratische Konzept des

Ensembles einfügt. ←

26 Klassik für Hamburg 2022/23


Internationale Solisten kompakt

In vier Konzerten präsentiert ProArte berühmte Instrumental solist:innen, die einen Abend mit ihren

Lieblingswerken und -Ensembles gestalten.

Informationen zu allen Abonnements und Preisen finden Sie auf Seite 55 und auf proarte.de

Martin Grubinger © Simon Pauly Joshua Bell © Shervin Lainez

Håkan Hardenberger © Marco Borggreve

Ray Chen © Sebastian Madej

Mittwoch · 26. Oktober 2022 · 20 Uhr | Elbphilharmonie, Großer Saal

Ray Chen Violine

The Knights

Colin Jacobsen Kreutzings

Ludwig van Beethoven Violinsonate Nr. 9 A-Dur op. 47 „Kreutzer-Sonate“

Leoš Janáček Streichquartett Nr. 1 „Kreutzer Sonate“ · Anna Clyne Shorthand

The Kreutzer Project: Beethovens berühmte Sonate trifft auf Janáčeks gleichnamiges

Streichquartett, raffi niert verbunden durch eine Neukomposition von Colin Jacobsen und

das elegante Geigenspiel von Ray Chen.

EUR 87,– / 77,– / 62,– / 47,– / 22,– zzgl. VVK

Montag · 12. Dezember 2022 · 20 Uhr | Elbphilharmonie, Großer Saal

Håkan Hardenberger Trompete

Amsterdam Sinfonetta · Tomo Keller Leitung · Johanna Wallroth Sopran

Georg Philipp Telemann Trompetenkonzert D-Dur

Johann Sebastian Bach „Jauchzet Gott in allen Landen“ Kantate BWV 51

Bernhard Krol „Magnificat-Variationen“ für Piccolo-Trompete sowie weitere festliche

Werke von Ludwig van Beethoven, Georg Friedrich Händel, Bill Evans u.a.

Mit einer perfekten Mischung aus seinem hochvirtuosen Kernrepertoire und intimen

Kompositionen haben Håkan Hardenberger und die Amsterdam Sinfonietta ein außergewöhnlich

feines Adventsprogramm zusammengestellt.

EUR 87,– / 77,– / 62,– / 47,– / 22,– zzgl. VVK

Dienstag · 10. Januar 2023 · 20 Uhr | Elbphilharmonie, Großer Saal

Joshua Bell Violine & Leitung

Academy of St Martin in the Fields

Giuseppe Tartini Violinsonate g-Moll „Teufelstriller“ in der Fassung für Violine

und Orchester · Niccolò Paganini Violinkonzert Nr. 1 D-Dur op. 6

Robert Schumann Sinfonie Nr. 2 C-Dur op. 61

Teuflisch schwierig und genial: das gilt für die beiden Solostücke dieses Konzerts

zweifellos. Für Joshua Bell und die Academy, deren Music Director er seit vielen Jahren

ist, die beste Möglichkeit zu brillieren.

EUR 128,– / 108,– / 88,– / 68,– / 26,– zzgl. VVK

Montag · 13. März 2023 · 20 Uhr | Elbphilharmonie, Großer Saal

Martin Grubinger Percussion

and Friends

Maki Ishii Thirteen Drums/Dyu-Ha · Charles Ives The Unanswered Question

Kalevi Aho Siedi · Steve Reich Quartet · Peter Eötvös Speaking Drums und weitere Werke

für Percussion-Ensemble

Großes Finale: Zum angekündigten Abschluss seiner grandiosen Karriere fährt Multiperkussionist

Martin Grubinger noch einmal alles auf, was das Schlagzeugrepertoire zu

bieten hat.

EUR 87,– / 77,– / 62,– / 47,– / 22,– zzgl. VVK

In Kooperation mit Elbphilharmonie Hamburg

Klassik für Hamburg 2022/23 27


Fatma Said © Josef Fischnaller/Warner Classics

„Musik

ist Frieden“

Die Sopranistin

Fatma Said – kurz vorgestellt

von Diane Ackermann

Die Musik sei nicht irgendwann in ihr Leben gekommen

– sie sei immer dagewesen, verrät die Sängerin Fatma

Said. Doch der sympathischen Ägypterin war die Profession

des Gesangs keineswegs vorgezeichnet: Als Teenager

stand sie am Beginn einer vielversprechenden Tenniskarriere.

Von ihrem Chorleiter ermutigt, ihr unüberhörbares

Talent zu nutzen, begann Said mit 18 Jahren allerdings ihr

Studium an der Musikhochschule Hanns Eisler in Berlin.

Schon wenige Jahre später machte ihre Laufbahn einen

Quantensprung, als Fatma Said ins Opernstudio der Mailänder

Scala aufgenommen wurde und erste Bühnenerfahrungen

in einem der prestigeträchtigsten Opernhäuser der Welt

sammeln konnte. Seither erhält die junge Sängerin Anfragen

aus der ersten Orchesterriege sowie Einladungen auf international

bedeutende Musikpodien.

Diesen so rasanten Aufstieg meistert Fatma Said, indem sie

aufmerksam mit ihrem wandelbaren Instrument umgeht –

auch begleitet von Lehrenden, die ihrer warmen, glühenden

Stimme den Raum gaben, natürlich zu wachsen. Wer sie im

Gespräch erlebt, bekommt einen Begriff davon, wie viel

Augenmaß dies der Künstlerin abverlangt: Die junge Frau,

die sich mühelos in fünf Sprachen bewegt, sprüht vor Begeis -

terung für aktuelle Opernrollen und zukünftige Traumpartien,

aber auch für Kammermusik und Liedrepertoire. Aus ihrer

Passion für Pop macht Said ebenso kein Geheimnis – schließlich

sind auch Beyoncé und Britney Spears arrivier te

Künstlerinnen und eine Inspiration für Generationen junger

Menschen. Der Fokus der Sopranistin liegt dennoch auf

„klassischer“ Kunstmusik. Damit widmet sich Said einem

europäisch geprägten Kanon, der ihre ägyptische Heimat

über gut zwei Jahrhunderte nur fantasievoll aus der Ferne

betrachtete. Fatma Saids 2020 veröffentlichtes Album El Nour

brachte diese musikalischen Welten in Dialog. Die Musik sei

ein ohne hin grenzenloser Bereich, wo Musiker:innen aller

Nationali täten aus der ganzen Welt zusammenarbeiten, so

die Künst lerin: „Musik hat keine Nationalität, keine Religion,

keine Hautfarbe, sie ist für alle perfekt geeignet“, erklärt

sie. „Musik ist Frieden. Wir können miteinander Frieden

schaffen.“←

Konzerte

im Großen Saal der Elbphilharmonie

07.03.2023 – mit Il Giardino Armonico – im Abo D, S. 29

22./25./26.12.2022

Ein Wintermärchen mit Daniel Hope – Sonderkonzerte, S. 43

28 Klassik für Hamburg 2022/23


Große Stimmen

Mit den besten Sängerinnen und Sängern, die sich jedes Jahr in diesem Abo-Zyklus versammeln, verwandelt

sich die Elbphilharmonie mal in ein Opernhaus, mal in eine gemütliche Musizierstube.

Informationen zu allen Abonnements und Preisen finden Sie auf Seite 55 und auf proarte.de

Cecilia Bartoli © Christian Schuller Rolando Villazón © Dario Acosta

Fatma Said © Josef Fischnaller

Diana Damrau © Jürgen Frank

Samstag · 17. Dezember 2022 · 20 Uhr | Elbphilharmonie, Großer Saal

Diana Damrau Sopran

NDR Radiophilharmonie · Matthias Höfs Trompete

Weihnachtskonzert mit ausgewählten Arien von Johann Sebastian Bach,

Georg Friedrich Händel und Wolfgang Amadeus Mozart bis hin zu den schönsten

deutschen Weihnachtsliedern

Einstimmung auf die Feiertage: mit Diana Damrau und ihrem glockenhellen Sopran,

kongenial begleitet vom Hamburger Solotrompeter Matthias Höfs und der NDR

Radiophilharmonie.

EUR 128,– / 108,– / 88,– / 68,– / 26,– zzgl. VVK

Dienstag · 7. März 2023 · 20 Uhr | Elbphilharmonie, Großer Saal

Fatma Said Sopran

Il Giardino Armonico · Giovanni Antonini Leitung

Arien, Kantaten und Instrumentalwerke von Antonio Vivaldi, Joseph Haydn,

Claudio Monteverdi und Pietro Locatelli

Ihre Stimme ist ein reines Wunder: Fatma Said ist der neue Stern am Opernhimmel, mit

Il Giardino Armonica an ihrer Seite erkundet sie die Klänge des Barocks.

EUR 87,– / 77,– / 62,– / 47,– / 22,– zzgl. VVK

Mittwoch · 24. Mai 2023 · 20 Uhr | Elbphilharmonie, Großer Saal

Rolando Villazón Tenor

Xavier de Maistre Harfe

Lieder und Canzonen von Carlos Guastavino, Antonio Estevez, Yvette Souviron u.a.

Reise in südamerikanische Gefilde: Startenor Rolando Villazón entführt in ferne

musikalisch Welten voller Temperament, Feingefühl und großer Emotionen.

EUR 102,– / 87,– / 72,– / 52,– / 24,– zzgl. VVK

Dienstag · 6. Juni 2023 · 20 Uhr | Elbphilharmonie, Großer Saal

Cecilia Bartoli Mezzosopran

Les Musiciens du Prince-Monaco · Gianluca Capuano Leitung

Farinelli and his time

Er war einer der legendären Stars seiner Zeit, sie ist ein absoluter Star unserer Zeit. Bei

den großen Stimmen darf Cecilia Bartoli mit ihrer beeindruckenden Bühnenpräsenz

nicht fehlen!

EUR 204,– / 174,– / 144,– / 104,– / 30,– zzgl. VVK

In Kooperation mit Elbphilharmonie Hamburg

Klassik für Hamburg 2022/23 29


Eine

sinfonische Reise

mit den

Bamberger

Symphonikern

von Alexander Moore

30 Klassik für Hamburg 2022/23


Fernweh zu haben, ist nichts Schlimmes – im Gegenteil,

die Reiselust sorgt für frischen Wind, neue Gedanken

und am Ende für die Freude auf das Heimkommen. Und

man muss auch nicht immer physisch einen Ortswechsel

vollziehen, manchmal sind Reisen auch ein inneres Erleben

und Nachempfinden – ganz ähnlich wie in der Musik.

Während die einen verträumt mit dem Finger über die

Landkarte fahren und neue Pläne schmieden, unternimmt

Jakub Hrůša in einigen seiner persönlichen Partituren eine

„sinfonische Reise“ – ein gedankliches Aufsuchen von Orten,

an denen Johannes Brahms und Antonín Dvořák ihre

Spuren hinterlassen haben. Beiden Komponisten fühlt

sich der Chefdirigent der Bamberger Symphoniker zutiefst

verbunden.

Die Freundschaft zwischen Johannes Brahms und Antonín

Dvořák zählt zu den ausnehmend schönen Musikgeschichten,

in denen Wertschätzung und Respekt zum guten Ton

zählten. Diese Komponistenfreundschaft zu porträtieren,

war für Jakub Hrůša und die Bamberger Symphoniker

eine der Inspirationen, Sinfonien von Brahms und Dvořák

gemeinsam neu einzuspielen – ein Projekt, für das sie

bereits viel Lob ernten konnten und das mehrere wichtige

Elemente der erfolgreichen Arbeit zusammenführte: Die

sinfonischen Werke eines böhmischen und eines deutschen

Komponisten zeichnen die Geschichte des Orchesters

sehr schön nach. Die Wurzeln der Bamberger Symphoniker

liegen im Orchestergraben des Prager Ständetheaters,

in dem Mozart seinen Don Giovanni uraufführte.

Das Theater und seine nachfolgenden Institutionen bestanden

bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs, die Vertreibung

verstreute die Musiker in viele Richtungen – die meisten

zog es nach Westen. Die erste Stadt auf dem Weg ohne

Bombenschäden war Bamberg, ein neues Zuhause war

ge funden. Die „Bamberger Tonkünstler“, wie sie sich zuerst

nannten, wurden schon bald die Bamberger Sympho niker.

Lesen Sie weiter auf Seite 32 →

Bamberger Symphoniker © Sebastian Madej

Klassik für Hamburg 2022/23 31


Johannes Brahms in Meiningen die Uraufführung seiner

vierten und letzten Sinfonie. Vom Bahnhof in Meiningen

wäre es für Jakub Hrůša nur ein kurzer Spaziergang durch

den kleinen Englischen Garten zum Staatstheater, vormals

Herzogliches Hoftheater …

Aus der böhmischen Heimat mitgebracht hatten sie

ihre typische Klangkultur, die auch heute noch liebevoll

gepflegt wird: Dunkel timbrierte Streicher durchdringen

Harmonien bis ins letzte Detail und folgen den melodischen

Linien, darüber heben sich fein disponierte Bläser

filigran ab – ein unaufdringliches und dabei überzeugendes

großes Ganzes.

Auf Jakub Hrůšas Gedankenreise sind die Partituren von

Brahms und Dvořák ständige Begleiter und natürlich mehr

als die gedruckte Wiedergabe der Orchesterwerke. Über

Jahre hinweg notierte er hierin seine Gedanken zu diesen

Wunderwerken; kein Wunder also, dass sie auf der Fahrt

als Lektüre und musikalische Reiseführer gleichzeitig

dienen. Die Reise beginnt in Meiningen, eine gemütliche

Zugfahrt nördlich von Bamberg gelegen. Das ehemalige

fränkische Königsgut galt zu Lebzeiten von Johannes

Brahms als Brennpunkt der europäischen Orchesterkultur.

Den guten Ruf hatte die Meininger Hofkapelle Hans von

Bülow zu verdanken, der ab 1880 für Spitzenleistungen

sorgte und sich um die Zusammenarbeit mit namhaften

Dirigenten bemühte. Am 25. Oktober 1885 dirigierte

Jakub Hrůša © Petra Klackova

… Die Sinfonie, wie sie Johannes Brahms verstand,

ist ein Kernstück der deutschen Musiktradition. Mit

Mozart, Haydn und Beethoven hat alles begonnen.

Da wurden die Grundsätze definiert und auch gleich

weiterentwickelt. Und einige Jahrzehnte später dirigierte

hier Brahms seine letzte Sinfonie, im letzten Satz

eine tiefe Verbeugung vor der Tradition mit der monumentalen

Passacaglia. Aber bei aller Logik und Strenge

wusste auch Brahms, dass wir bei der Aufführung

im Konzert die Musik einfach fließen lassen sollen. Die

Balance zwischen diesen Dingen, das ist die große

Herausforderung.

Am Ende der Etappe in Meiningen vielleicht ein kurzer

Besuch in einem nahegelegenen Hotel? Die Bamberger

Symphoniker haben auf ihrer Einspielung die Vierte von

Brahms mit Dvořáks Neunter gepaart. Beide stehen in

e-Moll, kommen aber aus verschiedenen Welten – im Fall

von Dvořák „Aus der neuen Welt“. Mit einem Manhattan,

dem amerikanischsten aller Cocktails, in der Hand vertieft

sich Jakub Hrůša in die Partitur dieser Sinfonie, die als

Geburt der eigenständigen amerikanischen Orchestermusik

gefeiert wurde …

Konzerte

im Großen Saal der Elbphilharmonie

Bamberger Symphoniker

Jakub Hrůša Leitung

16.01.2023 – im Abo F1, S. 35

Johannes Brahms Sinfonie Nr. 3 F-Dur op. 90

Miloslav Kabeláč „Mysterium der Zeit“ Passacaglia für großes

Orchester op. 31

Antonín Dvořák Sinfonie Nr. 8 G-Dur op. 88

17.01.2023

Antonin Dvořák Sinfonie Nr. 9 e-Moll op. 95

„Aus der Neuen Welt“

György Ligeti Poème symphonique für 100 Metronome

Johannes Brahms Sinfonie Nr. 4 e-Moll op. 98

Sonderkonzert – Tickets ab 08.06.2022 auf proarte.de

32 Klassik für Hamburg 2022/23


© akg images

Brief von

Johannes Brahms

an Antonín Dvořák,

Oktober 1879

Jakub Hrůšas Blick schweift weiter, die Strecke führt in

wohlvertraute Gefilde – nach Prag. Mit Blick auf die tschechische

Heimat greift der Chefdirigent fast instinktiv auch

zu einem seiner eigenen sinfonischen Ursprünge zurück

und nimmt die Sinfonie aus Dvořáks Feder in die Hand,

die er als allererste Partitur überhaupt einstudierte: die

Achte. Sie war bei ihrer Uraufführung ein Geschenk an die

Böhmen, eine Versöhnung nach der als düster geltenden

Siebten. Noch Jahre bevor er die Einladung nach Amerika

erhielt, dirigierte Dvořák seine achte Sinfonie erstmals

am 2. Februar 1890 im Tschechischen Nationaltheater. Es

wurde ein sinfonisches Heimspiel vom Allerfeinsten, die

Böhminnen und Böhmen jubelten – sie erkannten sich

in dieser Musik wieder, und ebenso wichtig war, dass die

Sinfonie auch andernorts gut aufgenommen wurde.

… Sie war für Dvořák ein Wendepunkt in seiner

Ent wicklung. Nicht nur für ihn selbst als Komponist,

sondern auch in seiner Beziehung zu seinem Freund

Brahms. Erstmals machte er aus Überzeugung etwas

ganz anders, als Brahms es je getan hätte – das

wusste er schon beim Komponieren. Es ging ihm aber

nicht um eine Abkehr, sondern um das Folgen seiner

inneren Stimme.

Der freundliche Umgang zwischen

Brahms und Dvořák war ein herzlicher

Ausdruck freundschaftlicher Zuneigung,

das lässt sich immer wieder aus

Briefen der beiden aneinander und

an ihre Freunde und Verleger herauslesen.

Wiede rum ein paar Jahre vor

der Uraufführung von Dvořáks Achter

in Prag empfing er in der böhmischen

Hauptstadt den Freund Johannes

Brahms bei einem Besuch. Der hatte

seine soeben fertiggestellte dritte

Sinfonie dabei, die Uraufführung war

für das Ende des Jahres 1883 in Wien

ge plant. Und Dvořák war neugierig,

wollte unbedingt etwas aus dem

neuen Opus des verehrten Freundes

hören. „Welch ein Gemüt und Seele

in dem Manne steckt! … Auf meine

Bitte, etwas aus seiner neuen Symphonie zu hören, war

er sofort bereit und spielte mir den ersten und letzten

Satz derselben. Ich sage und übertreibe nicht, dass dieses

Werk seine beiden ersten Symphonien überragt; wenn

auch nicht vielleicht an Größe und mächtiger Konzeption,

so aber gewiss an – Schönheit!“, schrieb Dvořák später.

Mit der Strecke von Meiningen nach Prag ist Jakub Hrůša

zu Hause angekommen – oder besser: an einem der zahlreichen

Orte, an denen er lebt. Im Grunde sind Punkte auf

der Landkarte ja nur der fruchtbare Boden, auf dem alles

gedeiht. Die Bamberger Symphoniker und ihr Chefdirigent

konnten bereits einiges aussäen – noch schöner ist die

Ernte dieser ersten gemeinsamen Jahre: Die mehrteilige

CD-Reihe mit Sinfonien von Brahms und Dvořák ist nur

einer von vielen Meilensteinen, für Mahlers Vierte gab es

den Preis der deutschen Schallplattenkritik und für die

weltweit erste Einspielung aller Fassungen von Bruckners

Vierter wurde der International Classical Music Award

verliehen. Diese jüngsten Erfolge nehmen die Bamberger

Symphoniker gerne mit ins Gepäck, wenn sie eine ihrer

vielen Tourneen antreten. Jeder neue Ort ist am Ende

irgendwo auch ein Heimkommen – denn die Musik ist

überall zuhause. ←

Klassik für Hamburg 2022/23 33


Faszination Klassik 1

Meilensteine des klassischen Repertoires und spannende Solokonzerte bilden den Programmkern

des Abo-Zyklus „Faszination Klassik“.

Informationen zu allen Abonnements und Preisen finden Sie auf Seite 55 und auf proarte.de

In Kooperation mit

Elbphilharmonie Hamburg

Yuja Wang © Sebastian Madej

34 Klassik für Hamburg 2022/23


Jan Lisiecki © Sebastian Madej

Sonntag · 20. November 2022 · 20 Uhr | Elbphilharmonie, Großer Saal

Wiener Symphoniker

Andrés Orozco-Estrada Leitung · Jan Lisiecki Klavier

Wolfgang Amadeus Mozart Klavierkonzert Nr. 21 C-Dur KV 467

Gustav Mahler Sinfonie Nr. 5 cis-Moll

Klangfülle, Leidenschaft und starke Kontraste – bei den Wiener Symphonikern und ihrem

Chefdirigenten Andrés Orozco-Estrada weiß man ein Meisterwerk wie Mahlers 5. Sinfonie in

den besten Händen.

EUR 128,– / 108,– / 88,– / 68,– / 26,– zzgl. VVK

Rudolf Buchbinder © Marco Borggreve Yuja Wang © Norbert Kniat Edward Gardner © Sebastian Madej Jakub Hrůša © Petra Klackova

Montag · 16. Januar 2023 · 20 Uhr | Elbphilharmonie, Großer Saal

Bamberger Symphoniker

Jakub Hrůša Leitung

Johannes Brahms Sinfonie Nr. 3 F-Dur op. 90

Miloslav Kabeláč „Mysterium der Zeit“ Passacaglia für großes Orchester op. 31

Antonín Dvořák Sinfonie Nr. 8 G-Dur op. 88

Sinfonische Freundschaft: Johannes Brahms und Antonín Dvořák inspirierten sich gegen -

seitig – und bieten den Bamberger Symphonikern die beste Gelegenheit, dieser sprudelnden

Inspirationsquelle in den Konzertsaal zu folgen.

EUR 128,– / 108,– / 88,– / 68,– / 26,– zzgl. VVK

Dienstag · 14. Februar 2023 · 20 Uhr | Elbphilharmonie, Großer Saal

Bergen Philharmonic Orchestra

Edward Gardner Leitung · Augustin Hadelich Violine

Maurice Ravel „La Valse“ Poème choréographique

Jean Sibelius Violinkonzert d-Moll op. 47

Igor Strawinsky „Petruschka“ (Fassung von 1947)

Tanzen ausdrücklich erlaubt – zumindest in Gedanken, wenn Strawinskys farbenprächtiges

Jahrmarktballett „Petruschka“ und Ravels „La Valse“ auf dem Programmzettel stehen.

EUR 102,– / 87,– / 72,– / 52,– / 24,– zzgl. VVK

Donnerstag · 16. März 2023 · 20 Uhr | Elbphilharmonie, Großer Saal

San Francisco Symphony

Esa-Pekka Salonen Leitung · Yuja Wang Klavier

Sergej Rachmaninow Klavierkonzert Nr. 3 d-Moll op. 30

Béla Bartók Konzert für Orchester Sz 116

Mehr Klangrausch geht nicht: Rachmaninows 3. Klavierkonzert ist Romantik pur, Bartóks

Konzert für Orchester Expressionismus pur – für Solistin und Orchester virtuose

Herausforderung und Paradestücke zugleich.

EUR 151,– / 131,– / 111,– / 81,– / 28,– zzgl. VVK

Sonntag · 4. Juni 2023 · 20 Uhr | Elbphilharmonie, Großer Saal

Kammerorchester Wien – Berlin

Rainer Honeck Leitung · Rudolf Buchbinder Klavier

Felix Mendelssohn Bartholdy Streichersinfonie Nr. 10 h-Moll

Frédéric Chopin Klavierkonzert Nr. 1 e-Moll op. 11

Antonín Dvořák Serenade für Streichorchester E-Dur op. 22

Ein Gespür für Romantik ist gefordert, wenn Chopin auf dem Programm steht – für Rudolf

Buchbinder, den Grandseigneur des Klaviers, eine Selbstverständlichkeit.

EUR 102,– / 87,– / 72,– / 52,– / 24,– zzgl. VVK

Klassik für Hamburg 2022/23 35


Sergej

Rachmaninow:

Klavierkonzert

Nr. 3

Klassiker

der

Klassik

Kurz vorgestellt von Fenja Fieweger

und Anna-Kristina Laue:

Acht Repertoireklassiker, die in der

aktuellen Saison dafür sorgen, dass

unsere Reihe „Faszination Klassik“

ihren Namen auch verdient.

„Rach 3“ wird es in Kennerkreisen

nur genannt – das

klingt schroff, ein bisschen

furchteinflößend und irgendwie

nach Überschallgeschwindigkeit. Assoziationen, die

nicht umsonst geweckt werden, denn Sergej Rachmaninows

3. Klavierkonzert ist eigentlich eine ständige Überforderung:

Es ist extrem virtuos und wohl tatsächlich das Klavierkonzert

mit den meisten Tönen pro Zeit, es ist überaus leidenschaftlich

und zwischendurch so schön, dass es nur knapp

an der Kitschgrenze vorbeischlittert. Doch der russische

Komponist entwickelte es auf geniale Weise, lässt Orchesterund

Solostimme so raffiniert ineinandergreifen und sich

quasi improvisatorisch entfalten, dass die 45 Minuten des

Werks wie im Fluge vergehen. Apropos Flug: Die Uraufführung

in New York musste der Komponist 1909 übrigens

bewältigen, nachdem er die gesamte Atlantiküberfahrt auf

dem Schiff nur mit einer stummen Partitur üben konnte...

Gustav Mahler:

Sinfonie Nr. 5

„Meine 5. Sinfonie ist ein

verfluchtes Werk. Niemand

kapiert sie.“, notierte Mahler

frustriert nach der Uraufführung

in Hamburg 1905.

Dass sie heute zu seinen

beliebtesten und auch

berühmtesten Werken zählt – nicht zuletzt durch den symbolträchtigen

Einsatz des „Adagiettos“ in Viscontis Verfilmung

von Tod in Venedig –, hätte er sich vermutlich nie mals

träumen lassen. Dabei hat sie wirklich alles zu bieten,

was man sich in einer großen Sinfonie wünscht: Klangfülle,

Leidenschaft und starke Kontraste. Von allen Orchestermusiker:innen

wird höchste Virtuosität in jeder einzelnen

Stimme verlangt – nicht nur von der ersten Trompete, die

die Sinfonie mit einer Schicksalsfanfare eröffnen darf: halb

Militärmarsch, halb Abgesang. Alles bleibt zweideutig.

36 Klassik für Hamburg 2022/23


Maurice Ravel:

La Valse

Walzerselig? Wohl eher „walzersüchtig“ mit dramatischen

Folgen: Ravels ursprünglich als Auftragswerk für die in Paris

ansässige Tanzkompagnie „Ballets Russes“ entstandene

Komposition war als Hommage an den Wiener Walzer

geplant, geriet dann aber unter dem Eindruck des Ersten

Weltkriegs zu einem doppelbödigen Tanzporträt. In den

impressionistischen Tanztaumel mischen sich Marschmotive

und Kanonenschläge, die zunächst selige Drehbewegung

entwickelt sich zu einem Wirbel, aus dem es kein Entrinnen

mehr gibt. Am Ende bleibt nur die völlige Eskalation – im

Klangfarbenrausch à la Ravel. Ein Sterben in Schönheit.

Antonín Dvořák:

Sinfonie Nr. 8

„Ein von meinen anderen Symphonien

verschiedenes Werk

zu schreiben, mit individuellen,

in neuer Weise ausgearbeiteten

Gedanken“ war die

Intention Antonín Dvořáks,

als er sich an die Komposition

seiner achten Sinfonie setzte. Und wahrlich: diese Sinfonie

ist anders. Sie ist lyrisch, gelöst, beinahe fröhlich – und sie

ist eine Vorbotin der Sinfonie „Aus der neuen Welt“, die

Dvořák nur kurze Zeit später komponieren wird. Volltönend,

romantisch, mitreißend, zum Schwelgen einladend ist die

Achte ein viersätziges Meisterwerk, bei dessen Komposition

Dvořák sich von der tschechischen Landschaft rund um

seinen Landsitz inspirieren ließ.

Johannes

Brahms:

Die Sinfonien

Die Sinfonie nach Beethoven

– für Brahms ein geradezu

unmögliches Unterfangen.

Die Gattung neu zu erfinden,

das war sein großes Ziel.

Damit setzte er sich selbst so sehr unter Druck, dass er seine

erste Sinfonie erst im Alter von 43 Jahren zur Uraufführung

bringen konnte. Doch dann war der Sinfonien-Knoten geplatzt:

Innerhalb eines Jahres stellt Brahms seine zweite

Sinfonie fertig. „Die zweite Symphonie scheint wie die Sonne

erwärmend auf Kenner und Laien, sie gehört allen, die sich

nach guter Musik sehnen.“ Welch hohes Lob aus der Feder

des beinahe gefürchteten Wiener Musikkritikers Eduard

Hanslick! Und auch die Sinfonie Nr. 3 findet Bewunderung:

„Welch ein Werk, welche Poesie, die harmonischste Stimmung

durch das Ganze, alle Sätze wie aus einem Gusse, ein Herzschlag,

jeder Satz ein Juwel!“ schreibt eine verzückte Clara

Schumann in einem ihrer vielen Briefe an Brahms. Obwohl

die beiden eine innige Freundschaft verbindet, äußert sich

Clara zu einigen Kompositionen Brahms’ auch kritisch – wie

beispielsweise gegenüber seiner vierten und letzten Sinfonie.

Und auch Eduard Hanslick war beim ersten Hören alles

andere als begeistert. Bei der Wiener Erstaufführung dichteten

die Orchestermusiker auf die ersten Takte gar den Text:

„Es fiel ihm wieder mal nichts ein.“ Nur Joseph Joachim lobte

den „geradezu packenden Zug des Ganzen, die Dichtigkeit

der Erfindung, das wunderbar verschlungene Wachstum der

Motive“ sowie den „Reichtum und die Schönheit einzelner

Stellen“ und erkannte vor vielen anderen das Potenzial und

die Einzigartigkeit dieser Sinfonie, deren Beliebtheit bis

heute ungebrochen ist.

Alle Brahms’schen Sinfonien gehören zu den Werken, die

man einmal im Konzertsaal gehört haben muss! Nachdem in

der vergangenen Saison bereits die erste Sinfonie bei uns

auf dem Programm stand, folgen in dieser Saison nun die

Sinfonien Nr. 2, 3 und 4.

Klassik für Hamburg 2022/23 37


Edvard Grieg:

Klavierkonzert

Es beginnt mit einem Paukenwirbel

und dem unmittelbaren

Einsatz des Klaviers, das

sich waghalsig in die Tiefe

stürzt und die Zuhörer:innen

direkt in den Strudel zieht.

Edvard Griegs Klavierkonzert

ist eines der beliebtesten seiner Gattung. Inspiriert von

Schumanns Klavierkonzert emanzipiert Grieg sich von traditionellen

Formen, verbindet norwegische Volksmusik mit

Kunstmusik (oder, wie er selbst einmal sagte, „Schwarzbrot“

mit „Austern und Kaviar“) und findet Mittel und Wege, norwegische

Landschaften vor dem inneren Auge entstehen zu

lassen. Der nordisch-tänzerische Tonfall berührt, die klangvollen

Melodien reißen mit und der hochvirtuose Klavierpart

verlangt vom Solisten absolute Präzision.

Jean Sibelius:

Violinkonzert

Es ist das einzige Solokonzert

aus der Feder dieses

Komponisten. Es ist anders

als alle anderen vorher. Und

obwohl es bei der Uraufführung

verhalten aufgenommen

wurde, ist es

heute eines der meistgespielten: das Violinkonzert von Jean

Sibelius. Der Finne komponierte es in einer Zeit des Umbruchs.

Dem Trubel und den Verführungen der Großstadt

entflohen, zog Sibelius sich in seine Villa auf dem Land

zurück, verbot sich (zumindest für eine Weile) Alkohol und

Exzess, sinnierte, resümierte. Sein nicht in Erfüllung gegangener

Traum, ein großer Violinvirtuose zu werden, scheint in

diesem Konzert musikalisch verarbeitet. Es ist hochvirtuos,

verlangt von Solist:in und Orchester Höchstleistungen und

lädt zu einem Wechselbad der Gefühle ein. Gleichzeitig gibt

die Vorliebe Sibelius’ für die tiefen Register Gelegenheit, sich

dem großen sinfonischen Klang hinzugeben.

Ludwig van Beethoven:

Klavierkonzert Nr. 4

Beethoven der Dramatische?

Der Wütende? Der

Geniale? Es ist wohl vor

allem eine Fähigkeit, die

ihn zu einem der größten

Komponisten macht: Die

Kunst, immer wieder aufs

Neue zu überraschen.

Beethoven ist an Originalität

kaum zu überbieten

– sein 4. Klavierkonzert zum Beispiel verzaubert mit einem

außergewöhnlichen Einstieg, den das Klavier ganz allein,

ganz zart in den Raum stellen darf. Daraus entwickelt sich

ein feinsinniger Dialog, in dem Orchester und Soloinstrument

absolut auf Augenhöhe agieren. Eine virtuose

Solistenshow sieht anders aus. Die Dramatik des zweiten

Satzes ließ manche ein geheimes Programm vermuten:

Diente hier der Orpheus-Mythos als Inspirationsquelle?

Vielleicht. Vielleicht ist es aber auch einfach nur eines

der schönsten und originellsten Klavierkonzerte, das ein

so kreativer Geist wie Beethoven sich einfallen lassen

konnte.

Die Konzerte zu den

beschriebenen Werken finden Sie

auf den Seiten 35 und 41.

38 Klassik für Hamburg 2022/23


„The Shape of Music“

Der Dirigent Edward Gardner – kurz vorgestellt

von Anna-Kristina Laue

Edward Gardner © Sebastian Madej

Die dramatische Form, die Architektur eines musikalischen

Werks hat mich schon immer fasziniert“, verrät

Edward Gardner seine Inspiration. Bereits als 6-Jähriger

saß er auf der Chorempore in der Kathedrale seiner

Heimatstadt Gloucester, ließ sich vom Lichteinfall durch die

gotischen Buntglasfenster verzaubern und vom Gesang der

Chorknaben in den Bann ziehen. Kein Wunder, dass er schon

bald selbst dem Gloucester Cathedral Choir beitrat, daneben

Klavier, Klarinette und Orgel lernte sowie später während

des Musikstudiums in Cambridge und an der Royal Academy

of Music im King’s College Choir weitersang. Als Assistent

beim Hallé Orchestra in Manchester und bei den Salzburger

Festspielen nahm seine Karriere ihren Lauf. Der Gesang

spielte dabei immer eine wichtige Rolle und stand mit

Sicherheit auch Pate bei der Ausprägung seines eleganten

Dirigierstils: Acht Jahre lang war Edward Gardner Musikdirektor

der English National Opera und wurde dafür mehrfach

ausgezeichnet. Und auf seine äußerst fruchtbare Zeit als

Chefdirigent des Bergen Philharmonic Orchestra folgt 2024

das Engagement als Musikdirektor der Oper in Oslo. Norwegen

bleibt er also treu. Aber auch nach London kehrt er immer

wieder zurück: Erst 2021 wurde der sympathische Brite

vom London Philharmonic Orchestra zum neuen Chef gekürt.

„Die Brillanz, Leidenschaft und Virtuosität der Musiker:innen

versetzen mich jedes Mal in Erstaunen.“, sagt er über sein

Orchester, das gerade in den Monaten der Pandemie durch

spannende digitale Formate und einen bewundernswert

kreativen Umgang mit der Krise beeindruckte. „Ed“ Gardner

setzt durch seine unprätentiöse Art und seinen partnerschaftlichen

Umgang mit den Musi ker:innen entscheidende

Akzente: „Gastdirigent zu sein macht Spaß, aber echte Inspiration

in der Beziehung zwischen Dirigent und Orchester

entsteht, wenn man tagein, tagaus miteinander arbeitet,

viele Konzerte gemeinsam erlebt hat, denn dann beginnt

man, einander wirklich zu vertrauen.“ ←

Konzerte

im Großen Saal der Elbphilharmonie

16.11.2022

mit dem London Philharmonic Orchestra – im Abo B, S. 16

17.11.2022

London Philharmonic Orchestra

Edward Gardner Leitung · Christian Tetzlaff Violine

Felix Mendelssohn Bartholdy Ouvertüre zu

„Ein Sommernachtstraum“ op. 21

Pjotr Iljitsch Tschaikowsky Violinkonzert D-Dur op. 35

Béla Bartók Konzert für Orchester Sz 116

Sonderkonzert – Tickets ab 08.06.2022 auf proarte.de

14.02.2023

mit dem Bergen Philharmonic Orchestra – im Abo F1, S. 35

Klassik für Hamburg 2022/23 39


Faszination Klassik 2

Meilensteine des klassischen Repertoires und spannende Solokonzerte bilden den Programmkern

des Abo-Zyklus „Faszination Klassik“.

Informationen zu allen Abonnements und Preisen finden Sie auf Seite 55 und auf proarte.de

In Kooperation mit

Elbphilharmonie Hamburg

Andreas Ottensamer © Sebastian Madej

40 Klassik für Hamburg 2022/23


Michael Sanderling © Patrick Hürlimann Andres Orozco-Estrada © Werner Kmetitsch Vasily Petrenko © Svetlana Tarlova Daniil Trifonov © Dario Acosta

Fazıl Say © Sebastian Madej

Samstag · 12. November 2022 · 20 Uhr | Elbphilharmonie, Großer Saal

Tonhalle Orchester Zürich

Paavo Järvi Leitung · Fazıl Say Klavier

Arvo Pärt Fratres

Wolfgang Amadeus Mozart Klavierkonzert Nr. 23 A-Dur KV 488

Anton Bruckner Sinfonie Nr. 3 d-Moll

Elegischer Klangteppich, pianistische Eleganz und großer sinfonischer Sound – dieses

Programm offenbart den gesamten Reichtum der orchestralen Möglichkeiten!

EUR 128,– / 108,– / 88,– / 68,– / 26,– zzgl. VVK

Dienstag · 29. November 2022 · 20 Uhr | Elbphilharmonie, Großer Saal

Orchestre National de France

Cristian Măcelaru Leitung · Daniil Trifonov Klavier

Maurice Ravel „Ma mère l’oye“ Suite für Orchester

Alexander Skrjabin Klavierkonzert fis-Moll op. 20

César Franck Sinfonie d-Moll

In allen Farben des Klangs: In punkto raffinierter Klanggestaltung stehen César Franck und

Maurice Ravel dem Synästheten Alexander Skrjabin in nichts nach. Ohren auf für exquisite

Harmonien und perlende Klangkaskaden!

EUR 128,– / 108,– / 88,– / 68,– / 26,– zzgl. VVK

Donnerstag · 26. Januar 2023 · 20 Uhr | Elbphilharmonie, Großer Saal

Royal Philharmonic Orchestra

Vasily Petrenko Leitung · Jan Lisiecki Klavier

Ralph Vaughan Williams „The Wasps“ Ouvertüre zu Aristophanes’ Komödie

Edvard Grieg Klavierkonzert a-Moll op. 16

Sergej Prokofjew Sinfonie Nr. 5 B-Dur op. 100

Sternstunden: Griegs höchst kunstvolles Klavierkonzert mit norwegisch-folkloristischer

Note und Prokofjews überaus beliebte 5. Sinfonie.

EUR 128,– / 108,– / 88,– / 68,– / 26,– zzgl. VVK

Mittwoch · 1. März 2023 · 20 Uhr | Elbphilharmonie, Großer Saal

Wiener Symphoniker

Andrés Orozco-Estrada Leitung · Beatrice Rana Klavier

Ludwig van Beethoven „Egmont“ Ouvertüre op. 84 · Klavierkonzert Nr. 4 G-Dur op. 58

Johannes Brahms Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 73

Brahms und Beethoven sind wie Brot und Butter im Repertoire der Wiener Symphoniker.

Und Andrés Orozco-Estrada und Beatrice Rana? Die sorgen für die entscheidende Prise Salz im

Programm!

EUR 128,– / 108,– / 88,– / 68,– / 26,– zzgl. VVK

Montag · 17. April 2023 · 20 Uhr | Elbphilharmonie, Großer Saal

Luzerner Sinfonieorchester

Michael Sanderling Leitung · Andreas Ottensamer Klarinette

Andrea Lorenzo Scartazzini Neues Werk

Johannes Brahms Klarinettensonate f-Moll op. 120 Nr. 1 in der Fassung für Orchester

von Luciano Berio · Sinfonie Nr. 4 e-Moll op. 98

Brückenbauer – ausgehend von einer Neukomposition über eine Transkription schlagen

Andreas Ottensamer und das Luzerner Sinfonieorchester einen Bogen von der Gegenwart in

die Vergangenheit zu Johannes Brahms.

EUR 102,– / 87,– / 72,– / 52,– / 24,– zzgl. VVK

Klassik für Hamburg 2022/23 41


Missa solemnis

Dienstag · 13. Dezember 2022 · 20 Uhr | Elbphilharmonie, Großer Saal

Orchestre des Champs-Elysées · Collegium Vocale Gent

Philippe Herreweghe Leitung

Ludwig van Beethoven Missa solemnis D-Dur op. 123

Nach zwei Pandemiejahren, in denen die Kunst der kleinen Form das Mittel der Wahl war,

wird es endlich einmal wieder Zeit aus dem Vollen zu schöpfen: großer Klang, großer Chor,

große Kunst! Da kommt die einzigartige Missa solemnis, mit der Ludwig van Beethoven

Musik geschichte schrieb, gerade recht. Denn die technischen wie physischen Anforderungen

an Orchester und Chor (die hohen Stimmen!) sowie den Dirigenten, der sowohl im Chor- als

auch im Orchesterfach versiert sein muss, sind immens. Philippe Herreweghe und sein

Collegium Vocale Gent sind gemeinsam mit dem renommierten Orchestre des Champs-

Elysées einige der wenigen, bei denen die Erfüllung dieser Ansprüche außer Frage steht.

EUR 128,– / 108,– / 88,– / 68,– / 26,– zzgl. VVK – Tickets ab 08.06.2022 auf proarte.de

Philippe Herreweghe © Sebastian Madej

© Sebastian Madej

42 Klassik für Hamburg 2022/23


Ein Wintermärchen

22., 25. und 26. Dezember 2022 · 20 Uhr | Elbphilharmonie, Großer Saal

Daniel Hope Violine · Fatma Said Sopran

Lucienne Renaudin Vary Trompete · Katharina Thalbach Rezitation

Belgrade Chamber Orchestra · Daniel Geiss Leitung

Geschichten und Lieder zur Weihnachtszeit

Seit Eröffnung der Elbphilharmonie vor fünf Jahren ist es zur liebgewonnenen Tradition

geworden, dass ProArte rund um die Weihnachtsfeiertage mit einem besonderen „Wintermärchen“

in das stimmungsvoll ausgeleuchtete Konzerthaus einlädt. In diesem Jahr sorgt

der charismatische Geiger, Moderator und Ensembleleiter Daniel Hope für ein abwechslungsreiches

Programm. Ihm zur Seite stehen befreundete Musikerinnen und Musiker und

die einzigartige Katharina Thalbach, die mit ihrer unverwechselbaren Stimme immer wieder

auch einen humorvoll-kritischen Blick auf das Fest der Liebe wirft.

EUR 87,– / 77,– / 62,– / 47,– / 22,– zzgl. VVK – Tickets ab 08.06.2022 auf proarte.de

Daniel Hope © Daniel Waldhecke

Katharina Thalbach © Sebastian Madej

Fatma Said © Josef Fischnaller

© Sebastian Madej

Klassik für Hamburg 2022/23 43


Così fan tutte

Montag · 27. März 2023 · 20 Uhr | Elbphilharmonie, Großer Saal

Kammerorchester Basel · Basler Madrigalisten

Giovanni Antonini Leitung

Julia Lezhneva Fiordiligi · Sandrine Piau Despina · Emőke Baráth Dorabella

Giovanni Sala Ferrando · Tommaso Barea Guglielmo

Konstantin Wolff Don Alfonso

Wolfgang Amadeus Mozart „Così fan tutte“‚ KV 588

Es ist nicht das erste Mal, dass Giovanni Antonini als charismatischer und

historisch informierter Kopf von Il Giardino Armonico mit dem Basler Kammerorchester,

dessen erster Gastdirigent er ist, gemeinsame Sache macht

und große Oper auf die Bühne der Elbphilharmonie bringt. Dabei meint

„groß“ nicht pompös, sondern bis ins kleinste Detail musikalisch ausgearbeitet.

Das Großartige ergibt sich aus der unglaublichen Transparenz,

die er jeder Partitur abzuverlangen vermag. Ein bestens besetztes Gesangsensemble

steht ihm 2023 auch in Mozarts Così fan tutte zur Seite. Unter

anderem mit Julia Lezhneva in der Rolle der Fiordiligi, „die natürlich ideal für

den großen Ambitus und die quecksilbrige Beweglichkeit ihrer Stimme ist“

(Rondo). So machen es alle? Wohl kaum!

EUR 151,– / 131,– / 111,– / 81,– / 28,– zzgl. VVK – Tickets ab 08.06.2022 auf proarte.de

Giovanni Antonioni © Marco Borggreve

44 Klassik für Hamburg 2022/23


Einer Sphinx gleich ruht sie über dem Klavier und lässt

ihre zarten Hände bereits heute mit der technischen

Brillanz eines Urgesteins über die Tasten fliegen. Nach

ihrem fulminanten ProArte-Debüt an der Seite des London

Symphony Orchestra im Februar 2022 steht außer Frage:

Diese Ausnahmekünstlerin darf auch in der Saison 2022/23

nicht fehlen.

Der Ruf, der Beatrice Rana vorauseilt, kommt nicht von ungefähr:

Im apulischen Copertino geboren, wuchs sie als Tochter

klavierspielender Eltern auf. Die Musik wurde ihr quasi in die

Wiege gelegt. Seitdem steht sie im Bann der schwarz-weißen

Tasten: „Wenn man mit etwas geboren wird, das einem im Blut

liegt, ist es sehr schwierig, sich davon fernzuhalten, und ich

könnte mir keinen Tag ohne das Klavier vorstellen.“ Kaum

ver wunderlich also, dass sie bereits im Alter von neun Jahren

mit Bachs berühmtem f-Moll-Konzert debütierte und mit 16

ihr Klavierdiplom am Konservatorium Nino Rota in Monopoli

absolvierte, wo sie zudem auch Komposition bei Marco della

Sciucca studierte.

Die Erfolge ließen nicht lange auf sich warten: 2011 gewann

sie den Ersten Preis des Concours musical international de

Montréal, 2013 Silber sowie den Publikumspreis des renommierten

Van-Cliburn-Wettbewerbs. Spätestens, als während

ihres leidenschaftlichen Auftritts in der finalen Runde eine

Ohne jeden Zweifel

Die Pianistin Beatrice Rana – kurz

vorgestellt von Finn Samira Präffcke-Schips

Klaviersaite riss, war klar: Diese Frau ist nicht mehr zu stoppen.

„Nach dem Erfolg beim Cliburn-Wettbewerb war alles

irgendwie verrückt, mein Leben hat sich komplett verändert.“

Seitdem reißt sich eine ganze Riege internationaler Dirigent:innen,

renommierter Orchester und namhafter Labels

darum, mit ihr zusammen zu arbeiten.

Konzerte

07.10.2022 – Klavierabend – im Abo A, S. 11

01.03.2023 – mit den Wiener Symphonikern – im Abo F2, S. 41

Doch was ist ihr Geheimnis? Ist es ihr Vorbild Martha Argerich,

deren Temperament und anmutige Impulsivität sich im Spiel

der italienischen Pianistin wiederfinden lässt? Oder ist es

der Einfluss Glenn Goulds, dessen Bach-Aufnahme sie im

Alter von neun Jahren als eine Offenbarung erlebte und die

ihre eigene hochgelobte Einspielung der Goldberg-Variationen

wesentlich prägte? Vielleicht liegt die Antwort in der

Selbstverständlichkeit, mit der Beatrice Rana das Klavier als

ihren Lebens inhalt, als ihre Berufung begreift.

Außer Frage steht, dass die junge Pianistin schon jetzt einen

festen Platz in der Riege herausragender Klaviertalente

unserer Zeit einnimmt. Dabei hat sie gerade erst angefangen.

Wir dürfen also noch Großes erwarten. ←

Klassik für Hamburg 2022/23 45


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auf und können es wie in einem Studio bearbeiten. Der steinway spirio | r steht bei uns zum

Entdecken für Sie bereit.

46 Klassik für Hamburg 2022/23

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tel.: 040 85 39 13 00

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Talente entdecken

Im Abo G konzertieren an vier Abenden hochbegabte Preisträger:innen von renommierten Klavierwettbewerben

innerhalb des Steinway Prizewinner Concerts Network im Kleinen Saal der Elbphilharmonie.

Informationen zu allen Abonnements und Preisen finden Sie auf Seite 55 und auf proarte.de

Anton Gerzenberg © Andrej Grilc Jonathan Fournel © Agentur

Su Yeon Kim © Agentur

Gesister Duo © Lyodoh Kaneko

Sonntag · 6. November 2022 · 19.30 Uhr | Elbphilharmonie, Kleiner Saal

Geister Duo

David Salmon Klavier · Manuel Vieillard Klavier

1. Preis, Internationaler Musikwettbewerb der ARD 2021

Johannes Brahms Sonate für zwei Klaviere zu vier Händen f-Moll op. 34b

Maurice Ravel „Daphnis et Chloé“ 2. Suite · Introduction et Allegro

„La Valse“ Poème choréographique

EUR 25,– / 20,– / 15,– / 10,– zzgl. VVK

Sonntag · 15. Januar 2023 · 19.30 Uhr | Elbphilharmonie, Kleiner Saal

Su Yeon Kim Klavier

1. Preis, Concours musical international de Montréal 2021

Wolfgang Amadeus Mozart Klaviersonate D-Dur KV 311/284c

Adagio für Klavier h-Moll KV 540

César Franck Prélude, Chorale et Fugue FWV 21

Frédéric Chopin Nocturnes op. 48 · Klaviersonate Nr. 3 h-Moll op. 58

EUR 25,– / 20,– / 15,– / 10,– zzgl. VVK

Montag · 6. März 2023 · 19.30 Uhr | Elbphilharmonie, Kleiner Saal

Jonathan Fournel Klavier

1. Preis, Concours Reine Elisabeth 2021

Wolfgang Amadeus Mozart Klaviersonate c-Moll KV 457

César Franck Prélude, Fugue et Variation op. 18

Karol Szymanowski Variationen b-Moll op. 3

Johannes Brahms Klaviersonate Nr. 1 C-Dur op. 1

EUR 25,– / 20,– / 15,– / 10,– zzgl. VVK

Freitag · 2. Juni 2023 · 19.30 Uhr | Elbphilharmonie, Kleiner Saal

Anton Gerzenberg Klavier

1. Preis, Concours Géza Anda 2021

György Ligeti Études

Claude Debussy Estampes

Maurice Ravel Miroirs

EUR 25,– / 20,– / 15,– / 10,– zzgl. VVK

Klassik für Hamburg 2022/23 47


48 Klassik für Hamburg 2022/23

Francesco Tristano © Marie Staggat


ProArte X

X steht für das Unbekannte, für spannende Grenzüberschreitungen und Begegnungen: Bei ProArte X trifft

Klassik auf Elektronik, Pop auf Avantgarde, Experiment auf Schönklang.

Informationen zu allen Abonnements und Preisen finden Sie auf Seite 55 und auf proarte.de

Anna Meredith © Gem Harris Johannes Motschmann Trio © Xxxxx

Francesco Tristano © xxxxxxx

Pascal Schumacher © Fredrik Altinell

Dienstag · 1. November 2022 · 19.30 Uhr | Elbphilharmonie, Kleiner Saal

Pascal Schumacher & ECHO Collective

LUNA

So wie der Tag sanft in die Nacht übergeht, lässt der Vibraphonist Pascal Schumacher

in LUNA seine sphärische Musik in ein Klangschattenreich hinüberwandern, dabei

bekommt er jede Menge elektronische und analoge Verstärkung, zum Beispiel von den

Streichern des ECHO Collective.

EUR 50,– / 40,– / 30,– / 15,– zzgl. VVK

Mittwoch · 15. Februar 2023 · 19.30 Uhr | Elbphilharmonie, Kleiner Saal

Francesco Tristano Klavier & Electronics

On Early Music

Der renommierte Pianist und Komponist kehrt zu seiner ersten Liebe zurück: Musik

aus der Zeit der Renaissance und des Barocks. Zu Gehör kommen eigene Werke sowie

Tristanos groovende Interpretationen von Girolamo Frescobaldi, Orlando Gibbons und

anderen Komponisten der Zeit.

EUR 50,– / 40,– / 30,– / 15,– zzgl. VVK

Donnerstag · 2. März 2023 · 19.30 Uhr | Elbphilharmonie, Kleiner Saal

Johannes Motschmann Trio

Electric Fields

Johannes Motschmann Klavier & Synthesizers

Boris Bolles Violine & Synthesizers · David Panzl Multi-Percussion

Mit einem riesigen Arsenal von analogen Synthesizern, E-Pianos und einem

komplexen Multipercussion-Setup reist das Johannes Motschmann Trio zwischen den

musikalischen Welten: vom Club in den Konzertsaal.

EUR 50,– / 40,– / 30,– / 15,– zzgl. VVK

Freitag · 16. Juni 2023 · 19.30 Uhr | Elbphilharmonie, Kleiner Saal

Anna Meredith

Anna Meredith Gesang/Electronics/Klarinette/Percussion · Jack Ross Gitarre/Gesang

Sam Wilson Schlagzeug/Percussion/Gesang · Tom Kelly Tuba/Gesang

Maddie Cutter Violoncello/Gesang

Als absoluter Lichtblick im Grenzgebiet zwischen Klassik und Elektronik wird die

unkonventionelle britische Musikerin gefeiert.

EUR 50,– / 40,– / 30,– / 15,– zzgl. VVK

präsentiert von:

Klassik für Hamburg 2022/23 49


50 Klassik für Hamburg 2022/23

© Sebastian Madej


ProArte M – Das Michel-Abo

An vier Abenden in Hamburgs Hauptkirche St. Michaelis präsentieren wir Ihnen in Kooperation mit

Michel Musik ein abwechslungreiches musikalisches Spektrum.

Informationen zu allen Abonnements und Preisen finden Sie auf Seite 55 und auf proarte.de

lautten compagney © lautten compagney © Michael Zapf

Tölzer Knabenchor © Klaus Fleckenstein

Jörg Endebrock © Michael Zapf

Samstag · 22. Oktober 2022 · 18 Uhr | Hauptkirche St. Michaelis

The Dream of Gerontius

Marie Seidler Alt · Brenden Gunnell Tenor · Thomas Laske Bass

Chor & Orchester St. Michaelis

Jörg Endebrock Leitung

Edward Elgar „The Dream of Gerontius“ op. 38

Spannungsreiches Oratorium: Weniger an den geistlichen Werken seiner Zeitgenossen

als an den Opern Richard Wagner orientierte sich Elgar in seinem dramatischen „Traum

des Gerontius“.

EUR 49,– / 45,– / 40,– / 30,– / 20,– / 15,– / 10,– zzgl. VVK

Donnerstag · 15. Dezember 2022 · 19.30 Uhr | Hauptkirche St. Michaelis

Weihnachten mit dem Tölzer Knabenchor

Michael Hofstetter Künstlerische Leitung

Alpenländische Weihnacht

Mit den schönsten Weihnachtsliedern aus der Alpenregion lässt der Tölzer Knabenchor

adventliche Vorfreude im Michel einkehren – Schnee vor der Tür, Kerzenschein im Saal,

Wärme im Herzen.

EUR 49,– / 45,– / 40,– / 30,– / 20,– / 15,– / 10,– zzgl. VVK

Freitag · 7. April 2023 · 18 Uhr | Hauptkirche St. Michaelis

Stabat Mater

Chor & Orchester St. Michaelis

Jörg Endebrock Leitung

Antonín Dvořák Stabat Mater op. 58

Aus tiefstem Schmerz: Dvořáks Stabat mater ist eines der ergreifensten Werke der

geistlichen Musik, seine Entstehung in einer Phase größter persönlicher Trauer klingt

aus jeder Note.

EUR 49,– / 45,– / 40,– / 30,– / 20,– / 15,– / 10,– zzgl. VVK

Freitag · 9. Juni 2023 · 19.30 Uhr | Hauptkirche St. Michaelis

Lautten Compagney: Circleline

Wolfgang Katschner Leitung

Guillaume Dufay meets Philip Glass

Die Lautten Compagney ist bekannt dafür, Alte und Neue Musik auf faszinierende

Art zu verbinden: Hier trifft der progressive Renaissance-Komponist Dufay auf den

Minimal-Music-Pionier Glass.

EUR 49,– / 45,– / 40,– / 30,– / 20,– / 15,– / 10,– zzgl. VVK

Klassik für Hamburg 2022/23 51


Gewinnen Sie spielend

zwei Eintrittskarten

Machen Sie mit bei unserem Kreuzworträtsel und prüfen Sie

Ihr Musikwissen. Mit der richtigen Lösung können Sie

zwei Eintritts karten für das Konzert mit

dem London Philharmonic Orchestra am 17.11.2022

in der Elbphilharmonie gewinnen*.

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12

13 14 15 16

12

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14 8

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3

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51 52 53

1

6 13

Lösung

1 2 3 4 5 6 7 8

9 10 11 12 13 14 15 16

* Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Mit der Teilnahme akzeptieren Sie die

Gewinnspiel-AGB der Konzertdirektion

Dr. Rudolf Goette (proarte.de).

52 Klassik für Hamburg 2022/23


Waagerecht

1. Komponist der Ballette „Cinderella“

und „Romeo und Julia“

9. Schlagzeuger stellen ihn mit einer Windmaschine dar,

gerne in der barocken Oper.

13. Umgibt die meisten Künstler:innen

14. Vorname des Komponisten Galuppi

17. Sollte man als internationaler Künstler gerne machen.

18. Vorname des Hamburger Musikers Delay

19. Finnland in der Muttersprache von Klaus Mäkelä

21. Lied von Hannes Wader, das auf Bachs

„O Haupt voll Blut und Wunden basiert“

24. Wenn Musiker nicht im Tempo sind, … sie oft hinterher

25. Heimatland der Oper (Abk.)

26. Ensemble von Teodor Currentzis: Music...

28. Vorname des Komponisten Bruckner

31. Vorname des Singer-Songwriters Waits

32. Konkurrenz-Opernunternehmen zu

Händels Royal Academy of Music: Opera of the …

35. weibliche Hauptrolle in Haydns „Schöpfung“

36. Ausbildungsstätte für Studierende

40. So verkaufen sich Elbphilharmonie-Tickets.

44. Dreieinigkeit Gottes (lat.)

45. Hamburger Komponist: Detlev … (*1960)

47. ital.: Englisch

51. Stilrichtung der Rockmusik

52. Gedichtzeile

53. So hoffen wir, dass Sie unsere Konzerte finden!

Senkrecht

1. liegt auf dem Dirigentenpult

2. frz.: Straße

3. japan. Falttechnik

4. damit transportiert man sein Streichinstrument

5. klingen mit und erzeugen die Klangfarbe

6. Er kommt zu allen Konzerten seiner Lieblings musiker:innen.

7. Initialen unseres Artist in Residence

8. Heimatstadt der niederländischen Band „The Cats“

9. mus.: Spielvariante

10. Initialen der japan. Komponistin Abe

11. von „braccia“ hat die Bratsche ihren Namen …

was ist die dt. Bedeutung?

12. Gegenteil von Ja

15. Initialen des Dirigenten Nikisch

16. Jazzstandard: „On the … Side of the Street“

18. Beruf, den Robert Schumann eigentlich hätte ergreifen sollen.

20. Ensemble von 8 Musiker:innen

22. Gegenteil von tonal

23. Alte-Musik-Ensemble aus Brügge (Abk.)

24. niederländischer Dirigent: Bernard … (†2021)

27. Heimatland von Janine Jansen (Abk.)

29. Abk.: Originalversion

30. Originaltitel von Sartres „Der Ekel“: „La …“

33. dt. Rundfunkanstalt (Abk.)

34. Vorname des chin. Komponisten Dun

37. Online-Musikmagazin

38. Vorname der Komponistin ter Schiphorst (*1956 in HH)

39. Intitialen des Popsängers Iglesias

40. Stimmlage

42. span.: Sankt

43. ital.: Drei

45. Generalprobe (Abk.)

46. Blechblasinstrument (Abk.)

48. Initialen des Dirigenten Leonhardt

49. Schönberg und Korngold sind in dieser kalifornischen Stadt

gestorben (Abk.)

50. Heimatland von Pablo Ferrández (Abk.)

Senden Sie das Lösungswort mit

Ihrer Anschrift bis zum 30.09.2022 per Mail an

media@goette.de oder per Postkarte an:

Konzertdirektion Dr. Rudolf Goette GmbH

Alsterterrasse 10, 20354 Hamburg

Klassik für Hamburg 2022/23 53


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Großer Burstah 18–32 | Mo.– Fr. 9–18 Uhr, Sa. 10–16 Uhr

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(Mo–Fr 10–16 Uhr).

A · Die Meisterpianisten (6 Konzerte)

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Preisgruppe 1 488,25 € 390,00 €

Preisgruppe 2 405,00 € 330,00 €

Preisgruppe 3 348,75 € 270,00 €

Preisgruppe 4 225,00 € 180,00 €

B · Internationale Orchester (8 Konzerte)

Gesamtpreis

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Gesamtpreis

im Abo

Preisgruppe 1 1.631,25 € 1.350,00 €

Preisgruppe 2 1.395,00 € 1.100,00 €

Preisgruppe 3 1.158,75 € 900,00 €

Preisgruppe 4 843,75 € 650,00 €

C · Internationale Solisten (6 Konzerte)

Gesamtpreis

inkl. Gebühren

Gesamtpreis

im Abo

Preisgruppe 1 705,38 € 570,00 €

Preisgruppe 2 615,38 € 490,00 €

Preisgruppe 3 502,88 € 400,00 €

Preisgruppe 4 379,13 € 300,00 €

Ck · Intern. Solisten kompakt (4 Konzerte)

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Preisgruppe 2 381,38 € 300,00 €

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Preisgruppe 4 235,13 € 180,00 €

D · Große Stimmen (4 Konzerte)

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Bleiben Sie flexibel! Innerhalb der Saison können Sie bis zu

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F1 · Faszination Klassik 1 (5 Konzerte)

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Preisgruppe 3 477,00 € 380,00 €

Preisgruppe 4 364,50 € 290,00 €

G · Talente entdecken (4 Konzerte)

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Preisgruppe 1 110,00 € 90,00 €

Preisgruppe 2 88,00 € 70,00 €

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Preisgruppe 4 44,00 € 35,00 €

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Preisgruppe 1 220,00 € 175,00 €

Preisgruppe 2 176,00 € 145,00 €

Preisgruppe 3 132,00 € 110,00 €

Preisgruppe 4 66,00 € 55,00 €

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Preisgruppe 1 215,60 € 170,00 €

Preisgruppe 2 198,00 € 155,00 €

Preisgruppe 3 176,00 € 135,00 €

Preisgruppe 4 132,00 € 105,00 €

Preisgruppe 5 88,00 € 70,00 €

Klassik für Hamburg 2022/23 55


Service

Einzelkarten-Bestellung

Der Vorverkauf für die gesamte ProArte-Saison startet

am 8. Juni 2022. Das aktuelle Angebot finden Sie online auf

proarte.de und unter der Telefonnummer: 040/35 35 55.

Außerdem erhalten Sie unsere Karten auch:

• in der Konzertkasse der Elbphilharmonie,

täglich von 11.00–20.00 Uhr, feiertags geschlossen

• in der Konzertkasse im Brahms Kontor gegenüber

der Laeiszhalle, Johannes-Brahms-Platz 1, 20355 Hamburg,

Mo–Fr 11.00–18.00 Uhr, Sa 11.00–16.00 Uhr,

So und feiertags geschlossen

• an allen bekannten Vorverkaufsstellen

Kartenrückerstattung

Änderungen von Programmen, Besetzungen und Terminen

bleiben grundsätzlich vorbehalten und berechtigen weder

zur Rückgabe der Eintrittskarte noch zur Herabsetzung des

Kaufpreises. Rückgabe und Umtausch von bezahlten Karten

sind nicht möglich. Einlass verspäteter Besucher:innen kann

nur in den Pausen erfolgen.

Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB)

Unsere allgemeinen Geschäftsbedingungen können Sie in

Gänze auf unserer Website proarte.de einsehen.

Abendkasse

Die Abendkasse in der Elbphilharmonie öffnet 90 Minuten

vor Konzertbeginn, die Abendkasse in der Laeiszhalle

60 Minuten vorher.

Ermäßigungen

Ermäßigungen gelten nur für Einzelkarten und sind ausschließlich

telefonisch unter 040/35 35 55 buchbar. Menschen

mit Behinderung ab 50% Beeinträchtigung sowie deren

Begleitperson (bei eingetragenem Merkzeichen „B“) erhalten

eine Ermäßigung in Höhe von 15% auf den Netto-

Kartenpreis.

Anfahrt und Parkplätze

Am einfachsten gelangen Sie mit öffentlichen Ver kehrsmitteln

zu unseren Konzerten. Ihre Eintrittskarte gilt als

HVV-Kombi-Ticket am Veranstaltungstag ab vier Stunden

vor Konzertbeginn und von 0 Uhr bis 6 Uhr des Folge tages

für die Hin-und Rückfahrt zum Veranstaltungsort.

Bei Kon zerten in der Laeiszhalle bietet das Parkhaus Gänsemarkt

(Welckerstraße) einen Abend-Pauschaltarif von 6 Euro

an. Um den Konzerttarif nutzen zu können, lassen Sie bitte

das Park ticket in der Laeiszhalle (Garderobe) codieren. In

der Elbphilharmonie befindet sich im Kaispeicher A ein Park -

haus mit ca. 500 Stellplätzen. Zu Fuß erreichbar sind weitere

Parkhäuser in der HafenCity.

56 Klassik für Hamburg 2022/23


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Adressen der Spielstätten

Laeiszhalle

Johannes-Brahms-Platz, 20355 Hamburg

U2 Messehallen / U2 Gänsemarkt /

U1 Stephansplatz

Bus 3 / X35 / 112 / 607 / 688 Johannes-

Brahms-Platz

Elbphilharmonie

Platz der Deutschen Einheit, 20457 Hamburg

U3 Landungsbrücken / U4 Überseequartier

Bus 111 Am Kaiserkai (Elbphilharmonie)

HVV-Fähre 72 Anleger Elbphilharmonie

@proartehamburg

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Hauptkirche St. Michaelis

Englische Planke 1, 20459 Hamburg

S1 / S2 / S3 Stadthausbrücke / U3 Baumwall/

U3 Rödingsmarkt

Bus 6 / 37 / 601 / 609 Michaeliskirche

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Konzertdirektion Dr. Rudolf Goette GmbH

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Geschäftsführung: Pascal Funke · Burkhard Glashoff

Prokurist: Florian Platt

Leitung Finanzen: Sebastian Madej

Produktionsmanagement:

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Künstlerisches Betriebsbüro:

Leonie Klar · Sarah Schubert · Tabea Küppers (Assistenz)

Kommunikation:

Anna-Kristina Laue (Leitung) · Fenja Fieweger

Silvia Funke · Finn Samira Präffcke-Schips

Ticketing & Vertrieb:

Fabian Heßel (Leitung) · Heiko Friccius

Hendrik Krack · Ylva Neumann · Gerd Rosenkranz

Claudia Scheffler-Oelrich

Amtsgericht Hamburg · HRB Nr.: 39720

USt-Id Nr. DE811551037

Impressum

Stand: 31. März 2022

Herausgeber: Konzertdirektion Dr. Rudolf Goette GmbH

Redaktion und Text, sofern nicht anders

gekenn zeichnet: Anna-Kristina Laue · Fenja Fieweger

Titelfoto: Jan Lisiecki©Sebastian Madej

Gestaltung: gestaltanstalt.de

Druck: Madsack Medienagentur

Anzeigenverkauf: Antje Sievert

office@kultur-anzeigen.com

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nicht beabsichtigt, aber vorbehalten.

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Klassik für Hamburg 2022/23 57


Konzerte auf einen Blick

August

24.08 Pittsburgh Symphony Orchestra 18

29.08. The Philadelphia Orchestra 18

31.08. The Cleveland Orchestra 18

Oktober

07.10. A Beatrice Rana 11

12.10. C Anne-Sophie Mutter 23

22.10. M Elgar: The Dream of Gerontius 51

23.10. B Tschechische Philharmonie 16

25.10. C Ray Chen 23

26.10. Ck Ray Chen 27

November

01.11. X Pascal Schumacher & ECHO Collective 49

06.11. G Geister Duo 47

12.11. F2 Tonhalle Orchester Zürich 41

16.11. B London Philharmonic Orchestra 16

17.11. London Philharmonic Orchestra 39

20.11. F1 Wiener Symphoniker 35

22.11. B Sächsische Staatskapelle Dresden 16

23.11. Sächsische Staatskapelle Dresden 14

29.11. F2 Orchestre National de France 41

Dezember

05.12. C Jan Lisiecki 23

06.12. B London Symphony Orchestra 16

07.12. A Igor Levit 11

12.12. Ck Håkan Hardenberger 27

13.12. Beethoven: Missa solemnis 42

15.12. M Weihnachten mit dem Tölzer Knabenchor 51

17.12. D Diana Damrau 29

22.12. Ein Wintermärchen 43

25.12. Ein Wintermärchen 43

26.12. Ein Wintermärchen 43

Januar

09.01. C Joshua Bell 23

10.01. Ck Joshua Bell 27

15.01. G Su Yeon Kim 47

16.01. F1 Bamberger Symphoniker 35

17.01. Bamberger Symphoniker 32

17.01. A Daniil Trifonov 11

21.01. B Wiener Philharmoniker 17

26.01. F2 Royal Philharmonic Orchestra 41

31.01. B Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia 17

Februar

01.02. Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia 21

08.02. A Seong-Jin Cho 11

14.02. F1 Bergen Philharmonic Orchestra 35

15.02. X Francesco Tristano 49

März

01.03. F2 Wiener Symphoniker 41

02.03. X Johannes Motschmann Trio 49

06.03. G Jonathan Fournel 47

07.03. D Fatma Said 29

13.03. Ck Martin Grubinger & Friends 27

14.03. C Martin Grubinger & Friends 23

16.03. F1 San Francisco Symphony 35

18.03. B Orchestre de Paris 17

19.03. A Hélène Grimaud 11

27.03. Mozart: Così fan tutte 44

April

01.04. C Kian Soltani 23

07.04. M Dvořák: Stabat Mater 51

17.04. F2 Luzerner Sinfonieorchester 41

28.04. A Grigory Sokolov 11

Mai

08.05. Ray Chen & Made in Berlin 26

24.05. D Rolando Villazón 29

Juni

02.06. G Anton Gerzenberg 47

04.06. F1 Kammerorchester Wien-Berlin 35

06.06. D Cecilia Bartoli 29

07.06. B Mahler Chamber Orchestra 17

09.06. M Lautten Compagney 51

15.06. Sächsische Staatskapelle Dresden 14

16.06. X Anna Meredith 49

21.06. Jan Lisiecki 9

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58 Klassik für Hamburg 2022/23


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