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food TECHNOLOGIE 2/2022

Food Technologie, Magazin für Inhaltsstoffe, Herstellung und Verpackung ist die Fachpublikation für Führungskräfte im deutschsprachigen Raum, sowie einigen Ländern Osteuropas. In praxisorientierten Fachbeiträgen, Kurzartikeln und Meldungen berichten wir über Roh- und Zusatzstoffe, ihre Anwendungen und Märkte, Herstellungstechnologie, Verfahrenstechnik sowie Verpackungstechnologien und -material.

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33. Jahrgang · ISSN 1616-2323 · ZKZ30360 · www.<strong>food</strong>-technologie.de<br />

2· <strong>2022</strong> APRIL<br />

Magazin für Inhaltsstoffe, Herstellung und Verpackung<br />

INGREDIENTS<br />

Zuckerrohrfasern als<br />

natürliche Ballaststoffkonzentrate<br />

VERFAHRENSTECHNIK<br />

Produktion von Gemüseund<br />

Fleischspießen:<br />

Bauraum reduzieren<br />

und gleichzeitig<br />

Effizienz steigern<br />

MESSEN<br />

Smarte Impulse für<br />

eine digitale Zukunft:<br />

Interview mit Prof.<br />

Dr. Katharina Riehn,<br />

Vorsitzende DLG-Fachzentrum<br />

Lebensmittel<br />

VERPACKUNG<br />

Keinen Tropfen<br />

verschwenden – ReWork<br />

bei Schweizer Traditionsunternehmen<br />

Emmi<br />

2<br />

TITELTHEMA<br />

FÜR HÖCHSTE HYGIENE MUSS<br />

ES DAS GELBE VOM EI SEIN<br />

SEEPEX-Hygienepumpen sind für skandinavische Food-Gruppe eine saubere Sache


www.anuga<strong>food</strong>tec.de<br />

Internationale<br />

Zuliefermesse für<br />

die Lebensmittel-<br />

und Getränkeindustrie<br />

KÖLN, 26.–29.04.<strong>2022</strong><br />

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2 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 2· <strong>2022</strong> APRIL


EDITORIAL<br />

Ist nachhaltig tatsächlich<br />

auch nachhaltig ?<br />

Liebe Leserinnen und Leser,<br />

Sebastian Martinek,<br />

Objektleiter<br />

Begriffe wie Nachhaltigkeit, Umwelt- und<br />

Klimaschutz sind nun seit einigen Jahren im<br />

Fokus vieler Bereiche. Aber wie nachhaltig<br />

wird unsere Energieversorgung zukünftig sein<br />

und wie sieht es aktuell bei der Lebensmittelindustrie<br />

aus?<br />

Betrachtet man beispielsweise Technologien<br />

wie Windkraft, so stellt man fest, dass bereits<br />

der Bau dieser Anlagen viel Energie benötigt.<br />

Die Windkraft-Rotorblätter bestehen aus glasfaserverstärktem<br />

Kunststoff (GFK), um das<br />

Gewicht niedrig zu halten und den Wirkungsgrad<br />

zu steigern. Wie sieht es aber nach einer<br />

20-jährigen Betriebszeit aus: Riesige Mengen<br />

an Sondermüll – schlecht recyclebar. Sollte<br />

man bei all den neuen und alternativen Technologien<br />

nicht gleichzeitig auch überlegen,<br />

welche Möglichkeiten des Recyclings es gibt<br />

und wie nachhaltig diese Möglichkeiten sind?<br />

Ein weiteres Beispiel von ausufernder Abfallerzeugung<br />

zeigt uns die Pandemie auf, angefangen<br />

bei den Masken, weiter bei den<br />

Schnelltests bis hin zu den ganzen Hygieneartikeln<br />

im privaten und geschäftlichen Bereich.<br />

Was geschieht mit den teilweise höchst<br />

schwierig recyclebaren Materialien? Nicht<br />

erst jetzt warnen Forscher wegen des zunehmenden<br />

Plastikmülls in den Weltmeeren.<br />

Die diesjärige Anuga FoodTec widmet sich<br />

dem Thema Nachhaltigkeit bei den Verpackungen.<br />

Da die Lebensmittel- und Getränkebranche<br />

vermehrt auf nachwachsende<br />

Rohstoffe, recycelbare Materialien setzt,<br />

werden umweltschonende Verpackungslösungen<br />

auf der Messe vorgestellt und gezeigt,<br />

wie konventionelle Verpackungskonzepte<br />

zunehmend auf andere Konzepte umgestellt<br />

werden. Auch im Event- und Kongressprogramm<br />

wird dieses wichtige und<br />

zukunftsweisende Thema kompetent abgebildet.<br />

Wie Packmittelhersteller und Verpackungsmaschinenbauer<br />

den Wandel zu<br />

Nachhaltigkeit gestalten und welche Herausforderungen<br />

es dabei zu meistern gilt, wird<br />

auch nach der Messe weiterhin die große<br />

Aufgabe sein.<br />

Es grüßt Sie herzlich<br />

APRIL 2 · <strong>2022</strong> <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong><br />

3


INHALT<br />

TITELTHEMA<br />

Seite<br />

AUTOMATISIERUNG<br />

Für höchste Hygiene<br />

muss es das Gelbe<br />

vom Ei sein<br />

Kulinarisch aufgespießt<br />

Produktion von Gemüse- und Fleischspießen –<br />

Bauraum reduzieren und gleichzeitig Effizienz steigern<br />

HYGIENE/BETRIEBSSICHERHEIT<br />

28 – 30<br />

SEEPEX-Hygienepumpen sind für skandinavische<br />

Food-Gruppe eine saubere Sache<br />

Sauberkeit und Hygiene in der Lebensmittelindustrie<br />

Wie Reinigungskonzepte Sicherheit schaffen<br />

32 – 33<br />

Frische Lebensmittel müssen stets wie aus dem Ei gepellt sein.<br />

Strengste Hygienestandards genießen höchste Priorität und<br />

sind eine Selbstverständlichkeit im industriellen Umgang mit<br />

sensiblen Zutaten. Nur mit entsprechend verlässlicher Technik<br />

für den Verarbeitungsprozess von frischen Eiern – bekanntlich<br />

einem der heikelsten Produkte – kann die namhafte DAVA<br />

Food-Gruppe aus Dänemark ihren international hohen Standard<br />

halten. Dafür sorgen jetzt auch Pumpen von SEEPEX aus<br />

dem nordrhein-westfälischen Bottrop…<br />

6 – 7<br />

FOOD LABOR<br />

Qualitätskontrolle in der Lebensmittelindustrie<br />

Automatisch gleichartige Kolonien erkennen und<br />

Keimzahlbestimmung mit wenigen Klicks<br />

MESSEN<br />

Seite<br />

34 – 35<br />

Seite<br />

INGREDIENTS<br />

Zuckerrohrfaser Upcycling<br />

SANACEL ® sugarcane – Zuckerrohrfasern als<br />

natürliche Ballaststoffkonzentrate<br />

Großartige Fleischprodukte ohne Kompromisse<br />

Schnellere Entwicklung und Innovation von<br />

pfl anzlichen Fleischerzeugnissen<br />

Weizen auf den Grill?<br />

Funktionale Weizen-Ingredients als Allrounder<br />

für vegane Barbecue-Produkte<br />

Bio-Qualität aus Sri Lanka<br />

Hochwertige Fette – Natives Kokosöl und MCT-Öl<br />

VERFAHRENSTECHNIK<br />

PROZESSANLAGEN<br />

Aufwendig und technologisch extrem anspruchsvoll<br />

Seite<br />

8 – 9<br />

10 – 11<br />

12 – 13<br />

14 – 15<br />

Seite<br />

Herstellung von vegetarischen und veganen<br />

16 – 17<br />

Fleischalternativen mit Pulvermischern von amixon ®<br />

Effektive Schüttgutautobahnen<br />

Pneumatische Förderung in der Lebensmittelindustrie<br />

18 – 19<br />

Anuga Food Tec <strong>2022</strong>: Smarte Impulse für eine digitale Zukunft<br />

Interview mit Prof. Dr. Katharina Riehn<br />

Prozesstechnik und Zutaten<br />

IFFA <strong>2022</strong> – wie die Herstellung von Lebensmitteln aus<br />

alternativen Proteinen gelingt<br />

Fachmesse-Trio wegweisend im Trend der Zeit<br />

PUMPS & VALVES mit SOLIDS & RECYCLING-TECHNIK<br />

im Juni <strong>2022</strong> in Dortmund<br />

LogiMAT Rahmenprogramm – Bewährte Qualität in neuem Format<br />

LogiMAT <strong>2022</strong> von 31. Mai bis 02. Juni in Stuttgart<br />

VERPACKUNG<br />

KENNZEICHNUNG<br />

Klimaneutrale Produktion<br />

MRE Mehner & Rust – Etiketten mit modernster Drucktechnik<br />

VERPACKUNGSMASCHINEN<br />

Vollautomatische Verpackungsmaschine für klebrige Produkte<br />

Kombinationswaage der neuen Generation –<br />

auch für für Convenience-Lebensmittel<br />

„Wir helfen unseren Kunden, die Perspektive zu weiten“<br />

Interview mit Michael Graf, Schubert-Consulting<br />

KARTONVERPACKUNG<br />

36 – 38<br />

48 – 49<br />

53<br />

54<br />

Seite<br />

55<br />

56 – 57<br />

58 – 59<br />

KOMPONENTEN<br />

Einfache Radar-Formel für bessere Prozesse<br />

Mit dem Radarsensor VEGAPULS 6X in eine neue Füllstandära<br />

20 – 21<br />

Keinen Tropfen verschwenden<br />

ReWork bei Schweizer Traditionsunternehmen Emmi<br />

LOGISTIK<br />

60 – 61<br />

Die Lebensdauer von Dichtungen präzise Vorhersagen<br />

Neue Lösungsansätze – effi ziente Integration des<br />

Dichtungswechsels in den Wartungszyklus<br />

22 – 23<br />

Einkaufen mit Roboterhilfe<br />

Moderne Automatisierungstechnik und Robotik<br />

in der Lebensmittellogistik<br />

62 – 63<br />

Erschwinglich auch bei höheren Fördermengen<br />

Neue Größen der Membrandosierpumpe Ecosmart –<br />

niedrige Anschaffungskosten mit hoher Leistung<br />

24 – 26<br />

TRENDS & EMOTIONEN<br />

Seite<br />

Gerüstet für den Notfall – aber ohne Hamsterkäufe 65<br />

4 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 2· <strong>2022</strong> APRIL


APRIL 2 · <strong>2022</strong> <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong>


TITELTHEMA · SEEPEX<br />

Für höchste Hygiene muss<br />

es das Gelbe vom Ei sein<br />

SEEPEX-Hygienepumpen sind für skandinavische Food-Gruppe eine saubere Sache<br />

Frische Lebensmittel müssen stets wie aus dem Ei gepellt sein. Strengste Hygienestandards genießen höchste Priorität<br />

und sind eine Selbstverständlichkeit im industriellen Umgang mit sensiblen Zutaten. Nur mit entsprechend verlässlicher<br />

Technik für den Verarbeitungsprozess von frischen Eiern – bekanntlich einem der heikelsten Produkte – kann die<br />

namhafte DAVA Food-Gruppe aus Dänemark ihren international hohen Standard halten. Dafür sorgen jetzt auch<br />

Pumpen von SEEPEX aus dem nordrhein-westfälischen Bottrop.<br />

Der weltweit tätige Spezialist im Bereich<br />

der Pumpentechnologie mit seinen Exzenterschneckenpumpen,<br />

Pumpensystemen<br />

und digitalen Lösungen verfügt seit langem<br />

über eine große Expertise auch im Bereich<br />

der Lebensmittel- und Getränkeherstellung.<br />

Die hygienische Sauberkeit in allen Prozessen<br />

ist hier ein absolutes Muss, um die einwandfreie<br />

und unbedenkliche Qualität der<br />

Produkte zu gewährleisten. Daneben spielen<br />

sowohl eine hohe Betriebssicherheit und<br />

Zuverlässigkeit als auch die einfache, rückstandslose<br />

Reinigung und schnelle Wartung<br />

der Maschinen eine zentrale Rolle.<br />

All diesen Ansprüchen begegnet man bei<br />

SEEPEX erfolgreich mit Pumpen, die die<br />

extremen Hygienevorschriften erfüllen und<br />

darüber hinaus die schonende Produktförderung<br />

einer Exzenterschneckenpumpe<br />

mit der von SEEPEX gewohnten Wartungsfreundlichkeit<br />

und Zuverlässigkeit vereinen.<br />

Etliche Baureihen sind gemäß den amerikanischen<br />

3A-Sanitary Standards oder den<br />

europäischen Richtlinien hinsichtlich hygienegerechter<br />

Konstruktion (EHEDG) zertifiziert.<br />

„SEEPEX-Kunden können daher sicher<br />

sein, mit den Lebensmittelpumpen hygienisch<br />

und mikrobiologisch einwandfreie<br />

Lebensmittel zu produzieren“, versichert<br />

Norman Dicks, Team Leader Product Range<br />

Development bei SEEPEX.<br />

den Förderprozess eines der Eiprodukte (gemischtes<br />

Eigelb und Eiweiß) die perfekte Lösung<br />

zu finden: DAVA baute nämlich nicht<br />

nur die Produktion aus, sondern wechselte<br />

gleichzeitig zu größeren Behältern mit<br />

einem Volumen von bis zu fünf Litern. Für<br />

diesen erweiterten Förderprozess musste ein<br />

Füllrohr an einer Pumpe installiert werden.<br />

Dieses wird in einen Behälter abgesenkt, um<br />

ihn von unten nach oben zu füllen. Sobald<br />

er voll ist und der Durchfluss stoppt, muss<br />

der Dosierprozess tropffrei sein, um die Außenseite<br />

des Behälters nicht zu verunreinigen.<br />

Das allerdings war der Fall bei den<br />

Schlauchpumpen, die DAVA bis dahin genutzt<br />

hatte, um die Eimischung in die Behälter<br />

zu befördern. Ein weiteres Problem<br />

bestand darin, dass diese Pumpen zur Reinigung<br />

komplett demontiert werden müssen –<br />

was zu aufwendigen Arbeiten und langen<br />

Stillstandzeiten führte. Also sollte eine Pum-<br />

pe her, die sich leicht in die Produktionslinie<br />

integrieren lässt, eine CIP-Reinigung (Cleanin-Place)<br />

und einen tropffreien Prozess ermöglicht<br />

– selbst bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten.<br />

SEEPEX konnte gewissermaßen<br />

das „Ei des Kolumbus“ für diese besondere<br />

Anforderung liefern.<br />

Die Experten aus dem Ruhrgebiet integrierten<br />

im DAVA Werk sechs neu entwickelte<br />

BCFH 1-12 Exzenterschneckenpumpen<br />

in die dortige Produktionslinie. Diese Pumpenbaureihe<br />

bietet eine hohe Produktsicherheit,<br />

dosiert präzise ohne Tropfenbildung und<br />

ist besonders leicht zu reinigen und zu warten.<br />

Sie erfüllt auch höchste hygienische Anforderungen,<br />

da die Pumpen nach dem neuesten<br />

Zertifizierungsverfahren EHEDG Typ EL<br />

Class I zertifiziert sind. Durch die neu konstruierte<br />

gelenkfreie SEEPEX Flexrod und die<br />

CFD-optimierte Einlaufgeometrie wird eine<br />

rückstandsfreie Reinigung mit CIP sicherge-<br />

stellt. „Dank des geteilten Sauggehäuses und<br />

Pumpe passt perfekt in die<br />

Produktionslinie<br />

Die DAVA Food-Gruppe<br />

verarbeitet frische Eier am<br />

Standort in Dänemerk.<br />

Darauf können nun auch die Food-Profis von<br />

DAVA vertrauen, die zur Erweiterung ihrer<br />

Produktionsprozesse wohl eben das sprichwörtlich<br />

„Gelbe vom Ei“ unter den Pumpen<br />

suchten. Im Detail ging es darum, für<br />

6 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 2· <strong>2022</strong> APRIL


Bild: Adobe Stock/andriigorulko<br />

SEEPEX · TITELTHEMA<br />

Wo Hygiene von<br />

essenzieller Bedeutung ist,<br />

sichert die BCFH-Lebensmittelund<br />

Hygienepumpe von SEEPEX<br />

besonders hygienische Prozesse.<br />

der Hygiene-Verschraubung zum Rotor konnten<br />

mit dieser Pumpe auch die Wartungskosten<br />

des Kunden nachhaltig reduziert und die<br />

Wartungsarbeiten erheblich vereinfacht werden“,<br />

berichtet Norman Dicks.<br />

Skandinavischer Marktführer vertraut<br />

auf bewährte Hygienetechnik<br />

Die DAVA Food-Gruppe ist für einen großen<br />

Teil der Handhabung von Eierzeugnissen in<br />

den skandinavischen und baltischen Ländern<br />

verantwortlich und exportiert in eine Vielzahl<br />

von Ländern auf der ganzen Welt. Nach eigenen<br />

Angaben versorgt der Produzent 28<br />

Millionen Konsumenten. Zwei Milliarden<br />

Eier durchlaufen jedes Jahr an Standorten in<br />

Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland<br />

und Estland die Produktion. Die Spezialisten<br />

verarbeiten, verpacken und vertreiben frische<br />

Eier und eine Vielzahl von gekochten<br />

und pasteurisierten Eiprodukten. DAVA Foods<br />

bietet mit Vollei, Eigelb und Eiweiß auch verschiedene<br />

Flüssigei-Produkte und hat zudem<br />

von der Mayonnaise bis zum vorgebackenen<br />

Pfannkuchen eine große Bandbreite an eibasierten<br />

Nahrungsmitteln im Portfolio. Das<br />

Unternehmen – skandinavischer Marktführer<br />

in der Kategorie Eier – verfügt über sechs Verpackungswerke<br />

und vier Produktfabriken. Ziel<br />

ist es immer, „ein Eiprodukt zu liefern, das allen<br />

Hygieneansprüchen genügt und eine lange<br />

Haltbarkeit ohne Verwendung von Zusatzstoffen<br />

aufweist. Unabhängig davon, um welches<br />

Produkt es sich handelt und wie es versandt<br />

wird, Hygiene ist immer von höchster<br />

Priorität“, heißt es bei dem Unternehmen.<br />

Hohe Standards in Material<br />

und Konstruktion<br />

Dem kommt die SEEPEX Technologie entgegen.<br />

Bei der Bewältigung solcher Herausforderungen<br />

wie im aktuellen Beispiel von<br />

DAVA Foods spielen effizienz- und qualitätsoptimierende<br />

Technologien eine Schlüsselrolle.<br />

Die bei DAVA eingesetzten Pumpen<br />

aus der BCFH Reihe sind EHEDG zertifizierte<br />

Lebensmittel- und Hygienepumpen<br />

und sichern besonders hygienische Prozesse.<br />

Das EHEDG Typ EL Class I Zertifikat –<br />

über das diese SEEPEX Baureihe bereits seit<br />

2018 verfügt – belegt optimale Reinigungsbzw.<br />

Sterilisationsergebnisse. Möglich werden<br />

sie durch die gelenkfreie Flexrod-Ausführung,<br />

ein geteiltes Sauggehäuse mit CFDoptimierter<br />

Geometrie sowie tangential positionierte<br />

Spülanschlüsse. Dank minimaler<br />

Pulsation und Scherwirkung eignet sich die<br />

BCFH-Lebensmittel- und Hygienepumpe<br />

besonders zur Förderung empfindlicher Lebensmittel.<br />

Ihre Fördermenge beträgt 0,09–<br />

60 m³/h bei einem Druck von ≤ 24 bar.<br />

SEEPEX-Pumpen sind je nach Pumpenbaureihe<br />

auch mit durch die FDA (U.S. Food<br />

and Drug Administration) zugelassenen Bauteilen<br />

gebaut und gemäß den 3-A Sanitary<br />

Standards (USA) zertifiziert. Gleich mehrere<br />

Baureihen haben die Bottroper Spezialisten<br />

insbesondere für die Lebensmittel- und<br />

Getränkeindustrie entwickelt. Diese Pumpen<br />

zeichnen sich durch ihre besonders hohen<br />

Materialstandards mit optimierten Einlassgeometrien,<br />

den zertifizierten Bauteilen<br />

und auf den jeweiligen Einsatzfall abgestimmten<br />

Gleitringdichtungen aus, die für<br />

eine hygienische Wellenabdichtung sorgen.<br />

Die Pumpen gewährleisten eine schonende<br />

Förderung, geringe Scherung und nahezu<br />

pulsationsfreies Fördern von niedrig- bis<br />

hochviskosen Produkten bei konstanten Fördermengen<br />

und hoher Druckstabilität.<br />

Unkomplizierte Wartung ohne<br />

Spezialwerkzeuge<br />

Die hochwertigen Oberflächen der Gehäusewände<br />

und der rotierenden Innenteile garantieren<br />

eine rückstandsfreie Reinigung. Für<br />

optimale Ergebnisse sorgen Reinigungsprozesse<br />

wie Clean-in-Place (CIP), Sterilization<br />

in Place (SIP) oder Clean-out-of-Place (COP).<br />

Als weiteren Vorteil sieht Norman Dicks<br />

den geringen Platzbedarf der Pumpen<br />

und die Tatsache, dass keine Spezialwerkzeuge<br />

für die Wartung erforderlich sind –<br />

das einfache Lösen der Flexrod von Rotor<br />

und Antriebswelle reicht bei Produkten<br />

der Baureihe BCFH und BCF aus. SEEPEX<br />

Exzenterschneckenpumpen können in beliebiger<br />

Lage montiert werden, um eine optimale<br />

Integration in unterschiedlichste vorhandene<br />

Anlagen zu gewährleisten. Die Drehrichtung<br />

der Pumpen und damit der Förderfluss<br />

sind je nach Bedarf umkehrbar. Denn kein Ei<br />

gleicht ja bekanntlich dem anderen…<br />

Weitere Informationen:<br />

www.seepex.com<br />

Bildquelle: Seepex<br />

APRIL 2 · <strong>2022</strong> <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong><br />

7


INGREDIENTS<br />

Zuckerrohrfaser Upcycling<br />

SANACEL ® sugarcane – Zuckerrohrfasern als natürliche Ballaststoffkonzentrate<br />

Mit knapp zwei Milliarden Tonnen pro Jahr ist Zuckerrohr die Nahrungspflanze mit der größten Erntemenge. Zuckerrohr<br />

gehört zur Familie der Süßgräser und ist der wichtigste Lieferant von Zucker weltweit. Der Zucker wird aus dem<br />

Saft der Zuckerrohrpflanze gewonnen, die sogenannte Bagasse bleibt zurück. Die CFF GmbH & Co. KG verarbeitet die<br />

Bagasse zu Zuckerrohrfasern weiter und nutzt diese u.a. zur Ballaststoffanreicherung von Lebensmitteln. Ganz nach<br />

dem allgegenwärtigen Upcycling Trend werden Reststoffe aufgewertet und weiterverarbeitet und in diesem Fall für<br />

die Ballaststoffanreicherung von Lebensmittelanwendungen eingesetzt.<br />

Heutzutage befinden sich die größten Anbaugebiete<br />

für Zuckerrohr in den Tropen<br />

und Subtropen. Die Prozesse zur Gewinnung<br />

von Zucker wurden bereits im 19 Jhd. mechanisiert.<br />

Aus dem geernteten Zuckerrohr wird<br />

durch Pressextraktion oder Diffusion der zuckerhaltige<br />

Saft gewonnen und dient der Kristallzuckerproduktion.<br />

Als Nebenprodukt entsteht<br />

Bagasse, ein nachwachsender Rohstoff.<br />

Nach Entfernung des Lignin-Anteils entsteht<br />

aus der Zuckerrohrbagasse ein Ballaststoff<br />

basierend auf natürlichen Cellulosen (Anteil:<br />

70 – 75 Prozent) und Hemicellulosen (Anteil:<br />

20 – 25 Prozent) mit einem Ballaststoffanteil<br />

von über 95 Prozent (AOAC Methode).<br />

Die CFF GmbH & Co. KG hat den ernährungsphysiologischen<br />

Nutzen dieses Produktes<br />

bereits vor Jahren erkannt. Infolgedessen<br />

hat die CFF Belgien N.V. für die hauseigenen<br />

Zuckerrohrfasern eine Zulassung als neuartiges<br />

Lebensmittel nach der EU-Verordnung<br />

2015/2283 beantragt, da Zuckerrohrballaststoffe<br />

vor dem 15. Mai 1997 nicht in nennenswertem<br />

Umfang in der Europäischen<br />

Union für den menschlichen Verzehr verwendet<br />

wurden. Seit November 2010 sind<br />

die Zuckerrohrfasern in der Kategorie Lebensmittel,<br />

die aus Pflanzen oder Pflanzenteilen<br />

bestehen, daraus isoliert oder erzeugt<br />

wurden, als neuartiges Lebensmittel<br />

(Novel Food) zugelassen.<br />

In der Durchführungsverordnung für neuartige<br />

Lebensmittel EU 2018/1023 wurden<br />

spezifizierte Lebensmittelkategorien mit<br />

Höchstgehalten für Zuckerrohrfaser festgelegt<br />

(siehe Abb. 1).<br />

SANACEL ® sugarcane ist als Zutat in Backwaren<br />

bis 5 Prozent und in Brot bis 8 Prozent<br />

zulässig. Mit dem Ballaststoffkonzentrat können<br />

Backwaren einfach angereichert werden.<br />

Durch die funktionellen Eigenschaften der<br />

Zuckerrohrfaser sind weitere anwendungsspezifische<br />

Vorteile bekannt, so kann die<br />

SANACEL ® sugarcane auch zur Frischhaltung<br />

eingesetzt werden. In einer Burger Brötchen-<br />

Rezeptur wurde ein Teil des Mehles mit Zuckerrohrfaser<br />

ausgetauscht (Siehe Abb. 2).<br />

Im Anschluss erfolgten Messungen zur Krumenfestigkeit<br />

mittels Texture-Analyzer nach<br />

dem Auftauen der ausgebackenen Burger<br />

Brötchen. Analysiert wurde direkt nach dem<br />

Auftauen, nach zwei Stunden und nach<br />

einem, drei und fünf Tagen.<br />

Wie in Abb. 3 ersichtlich ist, wurden bei den<br />

Burger Brötchen mit SANACEL ® sugarcane<br />

weniger Kräfte benötigt. Die weichere Krume<br />

spricht für eine verbesserte Frischhaltung<br />

durch die Zuckerrohrfasern. Durch die Zugabe<br />

des Ballaststoffes wurden die Backverluste reduziert,<br />

welches einen positiven Effekt auf die<br />

Ausbeute hat. Der Ballaststoffgehalt wurde<br />

auf beachtliche 4 Prozent erhöht. Nährwertbezogene<br />

Angaben, wie „ballaststoffangereichert“<br />

oder „Ballaststoffquelle“ sind somit<br />

möglich. Des Weiteren bringt der Zuckerrohrballaststoff<br />

einen positiven Beitrag zum Nutri-<br />

Score, und verbessert diesen von C auf B.<br />

Mit SANACEL ® sugarcane werden Würzmittel<br />

und Gewürze sowie geriebener Käse technologisch<br />

und ernährungsphysiologisch aufgewer-<br />

Zuckerrohrfaser Spezifizierte Lebensmittelkategorie Höchstgehalte<br />

Brot 8 %<br />

Backwaren 5 %<br />

Fleischerzeugnisse 3 %<br />

Würzmittel und Gewürze 3 %<br />

Geriebener Käse 2 %<br />

Lebensmittel für spezielle Diäten 5 %<br />

Soßen 2 %<br />

Getränke 5 %<br />

Abb. 1: Höchstgehalte für Zuckerrohrfaser<br />

Zutaten Standard (g) Variante VF* (g)<br />

Weizenmehl Typ 550 1.331 1.282<br />

Wasser 825 826<br />

Speiseöl 70 70<br />

Salz 29 29<br />

Zucker 142 142<br />

Trockenhefe 66 66<br />

SANACEL ® * sugarcane SC 40 – 48<br />

Gesamt 2.463 2.463<br />

Abb. 2: Burger Brötchen-Rezeptur (VF* = Variante verbesserte Frischhaltung)<br />

8 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 2· <strong>2022</strong> APRIL


INGREDIENTS<br />

Bild: Adobe Stock/Picture Partners<br />

Zuckerrohr<br />

gehört zur Familie<br />

der Süßgräser und ist<br />

der wichtigste Lieferant<br />

von Zucker weltweit.<br />

14. – 19. 5. <strong>2022</strong><br />

Frankfurt am Main<br />

Technology<br />

for Meat and<br />

Alternative<br />

Proteins<br />

Abb. 3: Analysierte Krumenhärte nach definierter Lagerdauer.<br />

tet. In der Gewürzindustrie sind<br />

sich Experten einig – der ätherische<br />

Ölgehalt ist wertbestimmend<br />

für die Qualität und Geschmack<br />

eines Gewürzes. Verklumptes Paprika-,<br />

Zwiebel- oder Knoblauchpulver<br />

kommt allgegenwärtig in<br />

der heimischen Küche vor. Die<br />

genannten Gewürze sind hygroskopisch<br />

und in der Lage, Feuchtigkeit<br />

aus der Umgebungsluft zu<br />

absorbieren, das zum Beispiel die<br />

Haltbarkeit und organoleptischen<br />

Eigenschaften negativ beeinflusst.<br />

Somit sind diese Gewürze<br />

nur noch schwer bis gar nicht<br />

mehr verwendbar. Die CFF setzt<br />

hier auf eine natürliche und innovative<br />

Lösung, die SANACEL ®<br />

sugarcane als Trägerstoff, Rieselhilfsmittel<br />

und Antiklumpmittel.<br />

SANACEL ® sugarcane ist unlöslich,<br />

geruchs- und geschmacksneutral.<br />

Des Weiteren ist es chemisch<br />

inert und geht keine Wechselwirkungen<br />

mit den Gewürzaromen<br />

ein.<br />

SANACEL ® sugarcane ist die optimale<br />

Novel Food Lösung für die<br />

Ballaststoffanreicherung von Lebensmitteln.<br />

Da das Produkt aus<br />

der Bagasse der Zuckerrohrpflanze<br />

gewonnen wird, handelt es sich<br />

um eine nachhaltige und ressourcenschonende<br />

Lösung, die nach<br />

der Aufwertung der Bagasse weiterverarbeitet<br />

wird. Somit folgt es<br />

dem Trend Stoffe aus der Lebensmittelproduktion<br />

für weitere Anwendungen<br />

aufzuwerten.<br />

Seit 45 Jahren wird die CFF<br />

GmbH & Co. KG aus dem Grünen<br />

Herzen Deutschlands von der bemerkenswerten<br />

Vielseitigkeit der<br />

Anwendungen für Cellulosefasern<br />

angetrieben. Die Unternehmensphilosophie<br />

legt einen besonderen<br />

Wert auf einen kompetenten<br />

technischen Support Ihrer Kunden.<br />

Dies verdeutlicht das stetig<br />

wachsende Produktportfolio und<br />

die vielseitigen Lösungen für individuelle<br />

Kundenwünsche.<br />

Autorin:<br />

Jennifer Zamanifar, Dipl.- Troph.,<br />

Teamleiter Lebensmittel,<br />

Vertrieb International, CFF<br />

Weitere Informationen:<br />

www.cff.de<br />

Bildquelle: CFF<br />

APRIL 2 · <strong>2022</strong> <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong><br />

9


INGREDIENTS<br />

Großartige Fleischprodukte<br />

ohne Kompromisse<br />

Schnellere Entwicklung und Innovation von pflanzlichen Fleischerzeugnissen<br />

Aufgrund des anhaltenden Wachstums der alternativen Fleischindustrie und der Einführung neuer technischer Innovationen<br />

kommen immer mehr pflanzliche Produkte auf den Markt, die Fleischliebhaber an den Tisch locken. Obwohl<br />

dies zweifellos ein positiver Schritt in die richtige Richtung ist, um den weltweiten Fleischkonsum zu reduzieren und<br />

die Nachhaltigkeit zu erhöhen, ist die Herstellung schmackhafter pflanzlicher Fleischersatzprodukte ein zeitaufwendiges<br />

und schwieriges Unterfangen. Eine Person, die sich dieser Herausforderung persönlich gestellt hat ist, Daniel<br />

Dikovsky, Leiter des Bereichs Innovation und Technologie bei Redefine Meat. In diesem Artikel erläutert er, warum<br />

Forschung und Entwicklung aus seiner Sicht so wichtig sind, um diesen Prozess zu beschleunigen.<br />

In den letzten Jahren ist das Bewusstsein<br />

für die Auswirkungen unseres Essverhaltens<br />

– aus gesundheitlicher und ökologischer<br />

Sicht – zweifellos gestiegen. Neben der Zunahme<br />

an Vegetariern und Veganer hat der<br />

Flexitarismus Einzug gehalten – eine Esskultur,<br />

die den gelegentlichen Fleischkonsum<br />

zulässt. Ein entscheidender Faktor für diese<br />

Entwicklung war das immer größere Angebot<br />

an pflanzlichen Fleischersatzprodukten, die<br />

eine größere Geschmacksvielfalt bieten. Es<br />

steht außer Frage, dass große Fortschritte bei<br />

der Entwicklung von Fleischalternativen gemacht<br />

worden sind und dass der Aufwärtstrend<br />

anhält. Fakt ist jedoch auch, dass ein<br />

Verbrauchertyp dabei zu kurz gekommen ist,<br />

nämlich der Fleischliebhaber.<br />

Entwicklung von entscheidender Bedeutung,<br />

um diesen Prozess und die Innovation in der<br />

Produktentwicklung zu beschleunigen:<br />

Fleischwissenschaft<br />

Von Natur aus hat Fleisch eine hochkomplexe<br />

Struktur. Daher muss man von der Produktion<br />

bis zur Verarbeitung und Konservierung<br />

verstehen, woraus Fleisch genau besteht, um<br />

es präzise nachbilden zu können. Geschmack<br />

ist eine Sache, allerdings ist die Reproduktion<br />

der Muskelfasern einer Kuh, um die Struktur<br />

eines saftigen Steaks nachzubilden, eine<br />

Herausforderung, die Hersteller von Fleischersatzprodukten<br />

seit Jahrzehnten umtreibt.<br />

Pflanzliche Proteine und tierische Proteine<br />

haben eine sehr unterschiedliche Wirkung,<br />

vor allem in Bezug auf ihr Verhalten<br />

beim Kochen, was die größten Schwierigkeiten<br />

bei der Optimierung der Textur von<br />

Fleischersatzprodukten bereitet. Erbsen-,<br />

Weizen- und Sojaproteine sind die wichtigsten<br />

pflanzlichen Inhaltsstoffe in der Industrie,<br />

weil sie das fleischähnliche Kaugefühl<br />

am besten imitieren. Bei ihrer strukturellen<br />

Anordnung treten jedoch Probleme auf.<br />

Herkömmliche Extrusionsverfahren, nach<br />

denen pflanzliche Fleischersatzprodukte,<br />

hauptsächlich pflanzliche Hackfleischprodukte,<br />

in den letzten Jahrzehnten hergestellt<br />

wurden, sind an diese Grenze gestoßen<br />

und waren nicht in der Lage, die Muskelfa-<br />

Daher müssen zwei wichtige Bereiche angegangen<br />

werden, um Fleischliebhaber an den<br />

Tisch zu locken: die Produktqualität und die<br />

Produktvielfalt. In diese Bereiche muss unbedingt<br />

investiert werden. Die Verbesserung<br />

des Geschmacks, der Textur und des Esserlebnisses<br />

ist an sich schon eine große Herausforderung.<br />

Doch die Sortimentserweiterung<br />

der alternativen Fleischindustrie wird<br />

aus gutem Grund als heiliger Gral betrachtet.<br />

Denn bislang sind in den Supermarktregalen<br />

nur eine Handvoll pflanzlicher Hackfleischprodukte<br />

zu finden. Zur Erreichung dieses<br />

Ziels ist technische Innovation notwendig.<br />

Redefine Meat bietet ausschließlich Produkte<br />

aus pflanzlichen Zutaten an, welche frei von GVO,<br />

Antibiotika, Cholesterin und tierischen<br />

Inhaltsstoffen sind.<br />

In Wahrheit wird es jedoch viele Jahre dauern,<br />

um das Fleisch einer kompletten Kuh<br />

technisch zu reproduzieren – eines Tiers,<br />

dessen Muskulatur sich über Jahrhunderte<br />

weiterentwickelt hat. Daher sind aus meiner<br />

Sicht mehrere Bereiche in der Forschung und<br />

10 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 2· <strong>2022</strong> APRIL


INGREDIENTS<br />

sern homogener Strukturen zu reproduzieren<br />

und ihre Verhaltensänderung beim Kochvorgang<br />

zu steuern.<br />

Daher gab es viel Aufregung bei der Einführung<br />

digitaler Technologien, die sich die<br />

Fleischwissenschaft direkt bei der Produktion<br />

zunutze machen. Durch die Sammlung von<br />

Daten zu Parametern wie Zusammensetzung<br />

und Verhalten von Tierfleisch ermöglichen<br />

künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles<br />

Lernen die Umsetzung dieser Daten in digitale<br />

Produktionsverfahren, wie dem 3D-Druck.<br />

Dabei werden die pflanzlichen Inhaltsstoffe<br />

auf Voxel-Ebene präzise angeordnet, um<br />

Muskelfaserstrukturen digital nachzubilden,<br />

die sich nach dem Kochen und im Mund wie<br />

Fleisch verhalten und anfühlen. Als solches<br />

ist die mögliche Nutzung wissenschaftlicher<br />

Kenntnisse über die Zusammensetzung von<br />

Fleisch für die Produktentwicklung ein enormer<br />

Vorteil, der uns bei der Nachbildung ganzer<br />

Steaks zugutekommt, wie wir bei Redefine<br />

Meat bereits feststellen können.<br />

Sensorische Daten und Rolle<br />

der Verbraucher<br />

Sensorische Daten von Verbrauchern müssen<br />

unbedingt in den gesamten Prozess zur Entwicklung<br />

von Fleischersatzprodukten integriert<br />

werden. Zum einen gilt es, die Meinung<br />

der Verbraucher über neue Fleischprodukte<br />

zu verstehen. Allerdings ist es eine große Herausforderung,<br />

ihr Feedback bestmöglich in<br />

neuen Iterationen des Produkts umzusetzen.<br />

Wir nutzen beispielsweise eine digitale Bibliothek<br />

von SQIs (Steak-Qualitätsindex), um<br />

jede Iteration bzw. Nachbildung von Fleisch<br />

nach Aussehen, Geschmack, Textur und genereller<br />

Ähnlichkeit mit Fleisch zu bewerten.<br />

Wenn wir schrittweise Änderungen, wie die<br />

Erhöhung des Zähigkeitswerts oder des Fettanteils,<br />

vornehmen, verfolgen wir, ob die Bewertung<br />

bei sensorischen Untersuchungen<br />

mit Verbrauchern (durch unsere sogenannten<br />

Sensorikpanels) besser oder schlechter wird.<br />

Schwierig ist allerdings, dass die Bewertung<br />

des Geschmacks von Lebensmitteln eine<br />

Grauzone sein kann, weil die Geschmacksvorlieben<br />

von Mensch zu Mensch unterschiedlich<br />

sind. Tatsächlich können verschiedene<br />

Fleischstücke zu verschiedenen Meinungen<br />

führen. Daher können digitale Technologien,<br />

wie KI und maschinelles Lernen, dazu beitragen,<br />

diese Schwierigkeiten durch die Anwendung<br />

intelligenter Algorithmen zu umgehen,<br />

um sensorische Daten zu mischen und die<br />

beliebtesten SQIs bei der Produktentwicklung<br />

in weitere Iterationen (Nachbildungen von<br />

Fleisch) einfließen zu lassen. Ein optimierter<br />

Prozess für das Feedback von Verbrauchern<br />

und die Iteration von Produkten ist ein himmelweiter<br />

Unterschied zu dem Versuch, das<br />

Feedback von Verbrauchern nach den uralten<br />

herkömmlichen Verfahren für die heutige<br />

Fleischerzeugung zu implementieren. Grundsätzlich<br />

wird diese Einbeziehung der Verbraucher<br />

in die Erzeugung der von ihnen verzehrten<br />

Fleischprodukte nicht nur die Produktqualität<br />

verbessern, sondern auch den Prozess<br />

zu ihrer Erzielung beschleunigen.<br />

Pflanzliche Rohstoffe<br />

Die Umwandlung pflanzlicher Rohstoffe in<br />

schmackhafte, fleischähnliche Inhaltsstoffe<br />

ist ein weiterer wichtiger Teil der Forschungsund<br />

Entwicklungsarbeit, um die alternative<br />

Fleischindustrie voranzubringen. Die Auswahl<br />

der Inhaltsstoffe ist ein strenger Prozess,<br />

bei dem festgelegte Parameter in puncto Qualität,<br />

Verfügbarkeit, Skalierbarkeit und Nachhaltigkeit<br />

unbedingt eingehalten werden müssen.<br />

Wenn ein Inhaltsstoff eines dieser Kriterien<br />

nicht erfüllt, kann sich das negativ auf die<br />

Produktentwicklung auswirken. Einige Hersteller<br />

verwenden Gluten, um die Textur von<br />

Fleisch zu imitieren. Dadurch sind Verbraucher<br />

mit einer Glutenunverträglichkeit von<br />

vornherein ausgeschlossen. Andere wiederum<br />

verwenden GVO (gentechnisch veränderte Organismen)<br />

zur Geschmacksverbesserung, die<br />

jedoch in großen Teilen der Welt verboten sind.<br />

Branchenweit werden jeden Tag sinnvolle<br />

Fortschritte auf Inhaltsstoffebene gemacht.<br />

Doch eines ist klar: Das wird keinem Unternehmen<br />

allein gelingen. Zur Unterstützung<br />

einer größeren Vielfalt bei der Entwicklung<br />

pflanzlicher Inhaltsstoffe und Erweiterung<br />

des Produktsortiments, das heute in diesem<br />

Sektor angeboten wird, müssen mehr Hersteller<br />

von Rohstoffen kooperieren. Da die Industrie<br />

in rasantem Tempo weiter wächst und immer<br />

attraktiver wird, gehe ich fest davon aus,<br />

dass weitere namhafte Akteure dem Aufruf<br />

zur Zusammenarbeit folgen werden.<br />

Was können wir in Zukunft erwarten?<br />

Die Industrie wird sich zweifellos in eine positive<br />

Richtung entwickeln. Große Fortschritte<br />

werden nicht nur bei der Verbesserung des<br />

Unter dem Namen „New Meat“ ist das pflanzenbasierte<br />

Fleisch bereits in deutschen Spitzen-Restaurants verfügbar.<br />

Geschmacks und der Textur von Produkten,<br />

sondern auch bei der erheblichen Erweiterung<br />

der Produktvielfalt gemacht. Das war<br />

ein entscheidender Faktor auf dem schnell<br />

wachsenden Flexitariermarkt und hat umweltbewussten<br />

Fleischliebhabern eine Alternative<br />

zu Fleisch ohne Geschmackseinbußen<br />

geboten. Die rekordverdächtigen Investitionen<br />

der Branche in den letzten Jahren<br />

sind ein Beleg dafür.<br />

Doch wenn uns der große Durchbruch bei<br />

Fleischersatzprodukten und bei der Reduzierung<br />

des weltweiten Fleischkonsums gelingen<br />

soll, dann ist mehr Innovation entlang der gesamten<br />

FuE-Wertschöpfungskette notwendig.<br />

Im Hinblick auf die Optimierung von Inhaltsstoffen,<br />

Geschmacksbildung, Erstellung und<br />

Integration von Fleischdaten sowie Sensorik<br />

bewirkt die Digitalisierung der Forschung und<br />

Entwicklung bereits einen enormen Unterschied<br />

gegenüber den analogen Verfahren zur<br />

Herstellung von Fleischersatzprodukten, die<br />

in den letzten Jahrzehnten gang und gäbe waren.<br />

Das stellen wir aus erster Hand bei neuen<br />

„ganzen“ Produkten fest, die erstmals auf den<br />

Markt kommen. Doch wenn Unternehmen wie<br />

uns ein echter Durchbruch in der Branche gelingen<br />

soll, um einer der weltweit größten Hersteller<br />

von Fleischersatzprodukten zu werden,<br />

dann sind eine stärkere Zusammenarbeit im<br />

Nahrungsmittel-Ökosystem und ein stärkerer<br />

Einsatz von Technologie notwendig.<br />

Autor:<br />

Daniel Dikovsky, Leiter Innovation<br />

und Technologie bei Redefine Meat<br />

Weitere Informationen:<br />

www.redefinemeat.com<br />

Bildquelle: Redefine Meat<br />

APRIL 2 · <strong>2022</strong> <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong><br />

11


INGREDIENTS<br />

Weizen auf den Grill?<br />

Funktionale Weizen-Ingredients als Allrounder für vegane Barbecue-Produkte<br />

Die Deutschen und Grillen – das gehört einfach zusammen. Laut einer aktuellen Studie von Statista Consumer Market<br />

Outlook wird der Absatz von Fleischalternativen in Deutschland weiter steigen, prognostiziert wird ein Umsatz von<br />

480 Millionen Euro im Jahr <strong>2022</strong>. Die Triebkraft sind Flexitarierinnen und Flexitarier, die ihren Speiseplan mit veganen<br />

Produkten ergänzen. Um sie zu überzeugen, ist die Wahl der pflanzlichen Basis entscheidend, mit der ein authentisches<br />

Mundgefühl und Geschmack steht oder fällt. Der Ingredients-Spezialist Loryma hat Kombinationsmöglichkeiten aus<br />

Weizentexturaten und Bindekomponenten aus Weizen entwickelt, mit dem sich vegane Varianten von Grillklassikern wie<br />

Steaks, Bratwürsten, Burgerpatties und Fischfilets realisieren lassen sowie Neukreationen und Abwandlungen.<br />

Die Vorfreude auf den Grillsommer ist<br />

groß: Im Familien- oder Bekanntenkreis<br />

gemeinsam Leckereien zubereiten, essen<br />

und zusammensitzen, das ist Quality Time.<br />

Traditionell gibt es eine große Auswahl für<br />

jede Vorliebe, wie das diversifizierte Angebot<br />

einer typischen Grilltheke zeigt. Flexitarierinnen<br />

und Flexitarier, die unter anderem<br />

aus Rücksicht auf Tierwohl und Klima weniger<br />

und dafür hochwertigeres Fleisch konsumieren<br />

wollen, sind eine anspruchsvolle<br />

Kundschaft, meint Norbert Klein, Leiter der<br />

Produktentwicklung bei Loryma: „Grillen ist<br />

mit einem positiven Lebensgefühl verbunden.<br />

Verzicht auf Fleisch darf sich nicht wie<br />

Verzicht auf Genuss anfühlen.“ Aus diesem<br />

Grund haben er und sein Team am Standort<br />

Zwingenberg in der Nähe von Frankfurt<br />

vielfältige Anwendungskonzepte entwickelt,<br />

mit denen die herausragende technologische<br />

Funktionalität des Rohstoff Weizens<br />

zum Tragen kommt und die Herstellern von<br />

Fleischalternativen als Inspiration dienen<br />

oder adaptiert werden können.<br />

Raum für neue Ideen<br />

Weizen bietet als Ausgangsstoff für Fleischalternativen<br />

technische Vorzüge: Extrudiertes<br />

Weizengluten bildet Fasern aus, die im Gegensatz<br />

zu Soja- oder Erbsenprotein eine höhere<br />

Elastizität aufweisen und daher die Haptik<br />

und Textur von Fleisch ideal nachbilden.<br />

Seit über 40 Jahren konzentriert sich Loryma<br />

auf diesen Rohstoff, das Unternehmen ist als<br />

klassischer Zulieferer für die Lebensmittelindustrie<br />

aktiv, entwickelt im eigenen Technikum<br />

aber auch ständig neue Anwendungskonzepte<br />

anhand des umfangreichen Ingredients-Portfolios.<br />

In puncto Geschmack, der<br />

für Konsumentinnen und Konsumenten eine<br />

Als wäre es aus Fleisch: Die Mischung<br />

von Weizentexturaten in<br />

verschiedenen Größen ähnelt<br />

optisch und sensorisch<br />

dem tierischen<br />

Original sehr.<br />

wichtige Rolle spielt, gibt es keine Einschränkungen.<br />

Die Basis für „grillbare“ Fleischalternativen<br />

bilden extrudierte Weizenproteine<br />

und weizenbasierte Bindekomponenten,<br />

die an sich geschmacks- und geruchsneutral<br />

sind. Dadurch haben Herstellende die Chance,<br />

ihr Produkt nach eigenen Vorstellungen zu<br />

würzen oder zu aromatisieren. Klein: „Unsere<br />

exemplarischen Applikationen zeigen Texturate<br />

und Co. in Aktion und kurbeln im besten<br />

Fall die Fantasie unserer Kundschaft an.<br />

Aus einer veganen groben Bratwurst könnte<br />

eine würzige Chipolata oder eine Merguez-<br />

Wurst werden, unser pflanzlicher Frühstücksspeck<br />

taugt als Ummantelung für die Veggie-<br />

Variante von Berner Würstchen.“<br />

Highlight: Texturate<br />

Extrudierte Inhaltsstoffe haben sich im Verlauf<br />

der letzten Jahre als ein Schlüsselelement bei<br />

der Herstellung von Fleischersatzprodukten<br />

herausgestellt. Extrusion beschreibt ein Verfahren,<br />

bei dem ein Rohstoff, zum Beispiel in<br />

Form von Getreidemehl, mit Hilfe von Hitze<br />

und Druck von Förderschnecken geformt und<br />

durch eine Düse gepresst wird. Das austretende<br />

Extrudat wird dann auf die gewünschte<br />

Länge gekappt. Das Ergebnis sind unvergleichliche<br />

Produkteigenschaften, die durch<br />

die Zusammensetzung und den Glutengehalt<br />

beeinflusst werden können. Und für Fleischalternativen<br />

besonders wichtig: rehydriert entwickelt<br />

sich eine Faserstruktur, die dem von<br />

Fleisch zu Verwechseln ähnlich ist.<br />

Ob es um die Nachbildung von gewachsenem<br />

Muskelfleisch oder gewolftem Hackfleisch<br />

geht: Der große Vorteil des Extrusionsverfahren<br />

ist die Flexibilität sowohl des Designs als auch<br />

<strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 2· <strong>2022</strong> APRIL


INGREDIENTS<br />

der gewünschten Eigenschaften.<br />

Lange, helle Streifen imitieren<br />

beispielsweise eine Hühnerbrust,<br />

die mariniert oder mittels eines<br />

speziellen Coating-Systems mit<br />

einer veganen „Hähnchenhaut“<br />

versehen werden kann, die beim<br />

Grillen sogar kross wird. Abgesehen<br />

von ungefärbten Weizentexturaten<br />

sind auch dunklere Versionen<br />

erhältlich. Hellbraun, mit<br />

natürlichem Malzextrakt gefärbt,<br />

erinnert es an „gegartes Schweinefleisch“,<br />

die mit Zuckerkulör<br />

gefärbten Varianten an „gegartes<br />

Rindfleisch“. Für andere vegane<br />

Applikationen sind kleinere Extrudate<br />

passender, extrudierte Granulate<br />

beispielsweise eignen sich<br />

für feine weiße oder grobe Bratwürste.<br />

Als Trockenprodukt können<br />

die Texturate ungekühlt transportiert,<br />

einfach gelagert und individuell<br />

rehydriert werden.<br />

Die Bindung macht’s<br />

Dank der individuellen Zugabe<br />

von Wasser ergibt sich auch<br />

für die Textur zusätzlicher Spielraum,<br />

da der Grad der Hydration<br />

die Bissfestigkeit bestimmt.<br />

Für ein „Home-Style“ Burgerpatty<br />

können nicht nur verschieden<br />

Formen und Größen kombiniert<br />

werden, sondern auch festere<br />

mit weicheren. Eine authentische<br />

Nachbildung der tierischen<br />

Originalprodukte gelingt durch<br />

das Zusammenspiel der Texturate<br />

mit der passenden funktionellen<br />

Mischung aus Weizengluten<br />

und Stärken. Die Wahl des Bindesystems<br />

hängt jeweils von den<br />

Verarbeitungsprozessen und gewünschten<br />

Produkteigenschaften<br />

ab. Klein nennt ein Beispiel: „Wer<br />

von einer vegetarischen Bratwurst<br />

abbeißt, möchte das typische<br />

,Knack‘ hören. Das ist ein Qualitätsmerkmal,<br />

das auf die richtige<br />

Bindung des Bräts und die Haftung<br />

mit der Wursthülle zurückzuführen<br />

ist“. Das typische Mundgefühl<br />

entsteht dadurch, dass sich<br />

die vegane Hülle und das pflanzliche<br />

Brät optimal miteinander verbinden.<br />

Die Bindung ist irreversibel,<br />

sodass auch Verpackungsvorgänge<br />

im Vakuum oder Hitze bei<br />

der Zubereitung keinen negativen<br />

Einfluss haben.<br />

Tierwohl und Rücksicht auf die<br />

Umwelt sind mögliche Motivationen,<br />

warum Verbraucherinnen<br />

und Verbraucher ihren Fleischkonsum<br />

reduzieren. Aktuell noch<br />

weniger verbreitet als Fleischalternativen<br />

sind Fischalternativen,<br />

die angesichts der überfischten<br />

Meere an Bedeutung gewinnen.<br />

Auch das stärker segmentierte<br />

Fisch-Muskelfleisch kann mithilfe<br />

einer speziell abgestimmten<br />

Mischung aus Weizenproteinen<br />

und -stärken imitiert werden.<br />

Ausblick<br />

Mit Sicht auf die wachsende Weltbevölkerung<br />

spielen pflanzliche<br />

Proteine zukünftig eine wichtige<br />

Rolle. Unsere Ressourcen sind<br />

begrenzt, und in diesem Bewusstsein<br />

erfreuen sich nachhaltigere<br />

Lebensmittel großer Beliebtheit.<br />

Gerade Weizen als Rohstoff kann<br />

mit seiner Multifunktionalität und<br />

Regionalität punkten: Nahezu<br />

99 Prozent eines jeden Korns<br />

können durch die Herstellung<br />

von Kuppelprodukten verwertet<br />

werden und sorgen so für einen<br />

ressourcenschonenden Umgang<br />

mit der Umwelt. Loryma verarbeitet<br />

ausschließlich EU-Weizen,<br />

was sowohl Transportemissionen<br />

als auch das Risiko von Lieferengpässen<br />

minimiert. Der Einsatz<br />

von Inhaltsstoffen auf Weizenbasis<br />

ist ein weiterer Schritt,<br />

in Richtung zukunftsorientierter<br />

Endprodukte, die Konsumentinnen<br />

und Konsumenten zu Wiederholungskäufen<br />

an der Veggie-<br />

Grilltheke anregen.<br />

IFFA <strong>2022</strong>:<br />

Halle 12.1, Stand C64<br />

Weitere Informationen:<br />

www.loryma.de<br />

Bildquelle: Loryma<br />

APRIL 2 · <strong>2022</strong> <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong><br />

13


INGREDIENTS<br />

Bio-Qualität aus Sri Lanka<br />

Hochwertige Fette – Natives Kokosöl und MCT-Öl<br />

Die Kokosnuss ist ein wahres Multitalent. Aus dem Blütennektar der Kokosnuss wird der kostbare Kokosblütenzucker<br />

gewonnen. Kokoswasser ist ein Trendgetränk, das vor allem aus grünen und unreifen Kokosnüssen stammt. Aus dem<br />

weißen Kokosfleisch werden zahlreiche Produkte wie Mehl, Chips und Milch hergestellt. Das fetthaltige Fruchtfleisch<br />

dient auch als Basis für Kokosöl bzw. -fett. Das Import Promotion Desk (IPD) unterstützt Hersteller aus Sri Lanka, die<br />

besonders hochwertige Kokosöle produzieren – Natives Kokosöl und MCT-Öl. Die Initiative zur Importförderung begleitet<br />

die Produzenten auf den euro päischen Markt und vernetzt sie u.a. auf Fachmessen mit europäischen Händlern.<br />

Ist die Kokosnuss geknackt, kommt das Innere<br />

zum Vorschein. Es besteht bei reifen<br />

Kokosnüssen vor allem aus Fruchtfleisch, nur<br />

noch wenig Kokoswasser ist enthalten. Das<br />

weiße Fruchtfleisch schmeckt süß und leicht<br />

nussig. Es enthält einen Mix an Mineralien<br />

wie Kalium, Natrium, Eisen und Magnesium,<br />

reichlich Ballaststoffe und wenig Kohlenhydrate.<br />

Hervorzuheben ist auch die große<br />

Vitaminvielfalt des Fruchtfleischs, u.a. C, B1,<br />

B2, B3, B4, B5, B6 und Vitamin E.<br />

Zudem ist das Kokosfleisch fett- und kalorienreich:<br />

Es weist einen Fettgehalt von<br />

36,5 Gramm pro 100 Gramm auf. Vor allem<br />

gesättigte Fettsäuren, aber mittelkettige<br />

Triglyceride (MCT, Middle Chain Triglycerides)<br />

sind enthalten. Diese Fettsäuren mittlerer<br />

Kettenlänge, also von sechs bis zwölf<br />

Kohlenstoffatomen, werden im Vergleich zu<br />

den üblichen Nahrungsfetten mit langkettigen<br />

Fettsäuren schneller gespalten und verdaut.<br />

Sie können daher vom Körper schneller<br />

in Energie umgewandelt werden.<br />

Eine dieser mittelkettigen Fettsäuren ist<br />

die Laurinsäure. Sie ist der Hauptbestandteil<br />

von nativem Kokosöl. Sie soll eine antivirale<br />

und antibakterielle Wirkung haben,<br />

gegen Infektionen schützen und gut für die<br />

Darmgesundheit sein.<br />

Kaltgepresst: Natives Kokosöl<br />

Aus dem fetthaltigen Kokosfleisch wird<br />

das begehrte Kokosöl hergestellt. Besonders<br />

hochwertig ist natives Kokosöl, so genanntes<br />

„Virgin Coconut Oil“, das schonend<br />

durch Kaltpressung gewonnen wird.<br />

Zur Herstellung von nativem Kokosöl wird<br />

das Fruchtfleisch aus der Nuss gelöst und<br />

Handarbeit: Das Kokosfleisch wird vorsichtig aus<br />

der Schale gelöst und gewaschen.<br />

Durch Trocknung entsteht „Kopra“, aus der Kokosöl<br />

gewonnen wird.<br />

Bild: Adobe Stock/Agave Studio<br />

zerkleinert. Vor der Pressung muss das frische,<br />

wasserhaltige Fruchtfleisch getrocknet<br />

werden. Die getrocknete Kokosnuss<br />

nennt man „Kopra“. Sie wird dann in einer<br />

Ölmühle kaltgepresst. Natives Kokosöl wird<br />

weder gebleicht, gehärtet noch desodoriert.<br />

14 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 2· <strong>2022</strong> APRIL


INGREDIENTS<br />

Das Herstellungsverfahren hat einen großen<br />

Einfluss auf die Qualität und die Einsatzmöglichkeiten<br />

von Kokosöl. Die IPD-Unternehmen<br />

aus Sri Lanka bieten ausschließlich<br />

natives Kokosöl an. Sie haben sich mit modernen<br />

Anlagen, Analyseverfahren und Qualitätsmanagementsysteme<br />

auf die schonende<br />

Pressung spezialisiert und erfüllen die Vorgaben<br />

nach ISO, FSSC oder sogar BRC. Zudem<br />

ist ihr kaltgepresstes Kokosöl Bio-zertifiziert.<br />

Kokosöl ändert seinen Aggregatzustand je<br />

nach Temperatur schnell: Bei Temperaturen<br />

unter 25 Grad ist Kokosöl fest und weiß, bei<br />

Temperaturen darüber wird es klar und flüssig.<br />

Kokosfett und -öl sind also nicht verschiedene<br />

Produkte, sondern je nach Außentemperatur<br />

Kokosöl in fester oder flüssiger Form.<br />

Sorgfältige und langsame Pressung: Hochwertiges natives Kokosöl entsteht aus Kaltpressung.<br />

Natives Kokosöl besitzt das typische nussige<br />

und exotische Aroma der Kokosnuss. Es ist<br />

aufgrund des hohen Anteils an gesättigten<br />

Fettsäuren hitzestabil. Es eignet sich daher<br />

gut zum Kochen, Backen und auch Braten<br />

und Frittieren. Ein weiteres Einsatzgebiet ist<br />

die Kosmetik: Kokosöl wird in Körperpflegeprodukten<br />

verwendet.<br />

Insel der Kokosnuss: Sri Lanka<br />

Sri Lanka ist eines der Hauptanbaugebiete<br />

der Kokospalmen und weltweit der viertgrößte<br />

Exporteur von Kokosnüssen bzw. Kokosprodukten.<br />

Einen Schwerpunkt bildet das so<br />

genannte Kokosnuss-Dreieck zwischen den<br />

Städten Kurunegala, Chilaw und Puthtalam<br />

im Osten der Insel. Aber auch über diese Region<br />

hinaus finden sich viele Kokosplantagen<br />

im Inselstaat. Die Plantagen werden vor<br />

allem von kleinen und familiengeführten Betrieben<br />

bewirtschaftet.<br />

Die Palmen werden zwischen 20 und 25 Metern<br />

hoch, und die Nüsse wachsen in der<br />

Baumkrone in Gruppen zusammen. Palmen-<br />

Kletterer steigen regelmäßig auf die Palmen<br />

hinauf, wählen reife Früchte aus und ernten<br />

sie. Rund 70 Kokosnüsse werden so pro Palme<br />

im Jahr geerntet. Auch wenn Kokosnüsse<br />

ständig nachwachsen, liegt die Haupterntezeit<br />

auf Sri Lanka zwischen April und September.<br />

2021 hat die Regierung Sri Lankas beschlossen,<br />

den Agrarsektor auf 100 Prozent Bio umzustellen.<br />

Viele Kleinbauern achten auf ihren<br />

Kokosplantagen auf einen nachhaltigen Anbau<br />

und verzichten aufgrund des traditionellen<br />

Anbaus von jeher auf Pestizide. Die singhalesischen<br />

Hersteller im IPD-Programm arbeiten<br />

meist mit Kleinbauern aus der Region<br />

zusammen, die ökologisch anbauen. Ihre Kokosprodukte<br />

führen das EU-Bio-Logo sowie<br />

oft auch weitere Bio-Zertifizierungen.<br />

Nachfrage nach Kokos<br />

Das IPD unterstützt eine Vielzahl an Unternehmen<br />

aus Sri Lanka bei der Vermarktung<br />

ihrer Kokosprodukte, die sie aus den Nüssen<br />

und insbesondere dem Fruchtfleisch<br />

herstellen. Darunter ist z.B. auch das Unternehmen<br />

Nisudha Food Products, das seit<br />

über 20 Jahren ein breites Sortiment an Kokosprodukten<br />

produziert. Besonders hervorzuheben<br />

ist das Kokosöl, das Nisudha aus<br />

Bio-zertifizierten Kokosnüssen erstellt und<br />

auch erfolgreich exportiert. Denn die Nachfrage<br />

nach hochwertigem nativen Kokosnussöl<br />

ist gerade in Europa groß.<br />

Extrahiert: MCT-Öl<br />

Neben dem kaltgepressten Öl gibt es eine<br />

weitere Besonderheit aus der Kokosnuss:<br />

MCT-Öl. Dafür werden aus dem Kokosöl die<br />

mittelkettigen Fettsäuren extrahiert. Reines<br />

MCT-Öl kommt in der Natur nicht vor und<br />

auch im Kokosfett findet sich eine Mischung<br />

von Fettsäuren. Die MCT-Fette werden daher<br />

durch Hydrolyse gewonnen.<br />

Als mittelkettige Fettsäuren werden Capron-,<br />

Capryl-, Caprin- und Laurinsäure bezeichnet.<br />

Kokosöl hat einen hohen Anteil an<br />

Laurinsäure – rund 50 Prozent. Kaum enthalten<br />

ist die Capronsäure, sie besitzt negative<br />

Geschmacks- und Geruchseigenschaften.<br />

Als die beiden wertvollsten Fettsäuren<br />

werden Capryl- und Caprinsäure mit acht<br />

und zehn Kohlenstoffatomen bezeichnet, da<br />

sie am schnellsten Energie liefern sollen.<br />

Das Unternehmen Manchiee de Coco ist<br />

seit 2019 im IPD-Programm und stellt neben<br />

nativem Kokosöl und weiteren Kokosprodukten<br />

auch das MCT-Öl auf Kokosbasis her.<br />

Ausgangsstoff ist das kaltgepresste Kokosöl.<br />

Bei der Produktion achtet das Unternehmen<br />

auf einen hohen Anteil der wertvollen Caprylund<br />

Caprinsäure aus natürlichem Kokosöl.<br />

Sie sind im MCT-Öl von Manchiee de Coco<br />

im Verhältnis von 60:40 enthalten.<br />

MCT-Öl ist klar, wässrig sowie geruchs- und<br />

geschmacksneutral. Es lässt sich sehr gut<br />

mit anderen Flüssigkeiten mischen und eignet<br />

sich als Öl in Saucen, im Salatdressing,<br />

in Shakes und Smoothies. Zudem ist es die<br />

zentrale Zutat des neuen Kultgetränks Bulletproof-Kaffee.<br />

Gemeinsam mit Butter und<br />

Kaffee entsteht ein energie- und koffeinreiches<br />

Getränk. Es soll die Aufmerksamkeit<br />

sowie die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit<br />

erhöhen.<br />

Autorin:<br />

Annegret Winzer, Freie Journalistin<br />

Weitere Informationen:<br />

www.importpromotiondesk.de<br />

Bildquelle: Nisudha Sri Lanka<br />

APRIL 2 · <strong>2022</strong> <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong><br />

15


VERFAHRENSTECHNIK · PROZESSANLAGEN<br />

aufwendig und technologisch<br />

extrem anspruchsvoll<br />

Herstellung von vegetarischen und veganen Fleischalternativen mit Pulvermischern von amixon ®<br />

Zweifelsohne zeichnet sich bei bestimmten Bevölkerungsgruppen ein Trend zu fleischarmer oder fleischloser Ernährung<br />

ab, so wächst der Verzehr von Fleischersatzprodukten. Viele Verbraucher wollen aus verschiedenster Motivation<br />

auf Fleisch verzichten und wählen Alternativen. Zum einen gibt es die Gruppe der Vegetarier, die auf Grundlage des<br />

Tierwohls auf den Verzehr von Fleisch verzichten. Massentierhaltung wird aus ethischen Erwägungen abgelehnt. Andere<br />

argumentieren, dass Fleisch und Wurst aus der Massentierhaltung als weniger gesund zu bewerten sei, nicht zuletzt<br />

auch wegen prophylaktisch verabreichter Tiermedizin. Mit Blick auf die aktuelle Klimadiskussion gibt es einen immer<br />

größer werdenden Anteil an Konsumenten, die sich vegetarisch oder sogar vegan ernähren möchten mit Verweis auf die<br />

die rasant steigende Weltbevölkerung und die wachsenden Umweltbelastungen. Der individuelle CO 2<br />

Fußabdruck soll<br />

so klein wie möglich ausfallen. Die Massentierhaltung erzeugt einen nicht unerheblichen Anteil an den CO 2<br />

– Emissionen.<br />

Laut Umweltbundesamt würde sich durch eine vegetarische Ernährung die Klimabilanz in Deutschland pro Kopf<br />

um ca. 600 kg CO 2<br />

verbessern, was einer CO 2<br />

Einsparung von 30 Prozent entspräche.<br />

E<br />

tablierte Fleischverarbeiter und auch<br />

Startups verfolgen die Idee, Wurst,<br />

Fleisch und Grillwaren aus pflanzlichen<br />

Rohstoffen zu kreieren. Aber auch mancher<br />

Global Player aus der Lebensmittelindustrie<br />

setzt auf den Trend und pusht die hauseigenen<br />

Entwicklungsabteilungen mit erheblichen<br />

Finanzmitteln, um die perfekten<br />

Fleischimitate zu entwickeln. In zunehmendem<br />

Maße müssen vegetarische Würste den<br />

Vergleich mit traditionell hergestellten Erzeugnissen<br />

nicht scheuen.<br />

Fleischersatzprodukte sind in der Regel<br />

hochverarbeitete Lebensmittel, bei deren<br />

Herstellung der Mischprozess der qualitätsbestimmende<br />

Prozessschritt ist. Grundmischungen<br />

für derartige Produkte bestehen<br />

nicht selten aus mehr als 30 Komponenten<br />

(trocken, halbfest und flüssig), deren physikalische<br />

Eigenschaften stark differieren im<br />

Hinblick auf Dichte, Partikelgröße, Rheologie<br />

und Stabilität. Zum einen sind die zu erstellenden<br />

Vormischungen reine Trockenstoffmischungen,<br />

zum anderen weisen bei anderen<br />

Produktgattungen bereits die Vormischungen<br />

einen hohen Flüssigkeitsanteil auf, sodass<br />

eine pastöse, breiartige Masse entsteht.<br />

Um in Form, Konsistenz, Geschmack und<br />

Mundgefühl einem fleischbasierten Schnitzel,<br />

Steak oder Burger ähnlich zu sein, sind in Zukunft<br />

noch erhebliche Anstrengungen nötig.<br />

Der Kunde soll keine Eigenschaft der Fleischprodukte<br />

bei den vegetarischen oder sogar veganen<br />

Alternativen vermissen. So werden Textur<br />

und sogar der Geruch dem vermeintlichen<br />

„Original“ nachempfunden. Selbst die Zubereitung<br />

auf dem Grill oder in der Pfanne soll so<br />

authentisch wie möglich passieren. Sogar bei<br />

den großen Fast<strong>food</strong>ketten haben Veggieprodukte<br />

ihren festen Platz im Sortiment.<br />

Der Kontinuierlich-Mischer AMK<br />

von amixon kann auch als<br />

Präzisions-Chargenmischer<br />

eingesetzt werden.<br />

16 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 2· <strong>2022</strong> APRIL


PROZESSANLAGEN · VERFAHRENSTECHNIK<br />

Eingedenk stetig verlaufender<br />

Abfüll- und Konfektionierungsprozesse<br />

wird eine kontinuierliche<br />

Massenaufbereitung<br />

angestrebt, insbesondere<br />

immer dann, wenn die Produkte<br />

schlecht fließen, anhaftend<br />

sind oder deren Kontakt mit<br />

dem Luftsauerstoff so gering wie<br />

möglich sein soll.<br />

Kontinuierliche Aufbereitungsprozesse<br />

sind aber umso schwieriger<br />

je häufiger die Rezeptur geändert<br />

wird und je mehr Einzelkomponenten<br />

am Mischvorgang<br />

beteiligt sind. Oftmals stellt sich<br />

als Königsweg heraus, dass der<br />

größte Teil der Feststoffkomponenten<br />

chargenweise zu einer<br />

Zwischenkomponente vorbereitet<br />

wird, weil pulvrige Güter im<br />

Gegensatz zu Flüssiggütern sehr<br />

viel komplizierter automatisierbar<br />

und dosierbar sind.<br />

geringem Massenstrom gestartet<br />

und schwingen sich automatisch<br />

aufeinander ein. Der Füllgrad<br />

des Mischers steigt kontinuierlich<br />

an, wobei der Mischerantrieb<br />

bei halber Füllmenge<br />

startet. Der Einschwingvorgang<br />

der Dosierorgane zueinander ist<br />

abgeschlossen, nachdem der Mischer<br />

etwa zur Hälfte befüllt ist.<br />

Das Austragsorgan öffnet langsam,<br />

nachdem der Füllgrad ca.<br />

80 Prozent des Nutzinhaltes beträgt.<br />

Der Füllgrad 80 Prozent<br />

wird konstant gehalten. Die Dosierströme<br />

werden unter stetigem<br />

Abgleich gesteigert bis zum<br />

maximalen Massenstrom. Am<br />

Ende einer Produktionskampagne<br />

lautet die Vorgehensweise<br />

wie folgt: Alle Dosierorgane verzögern<br />

sukzessiv den Massenstrom<br />

und schalten dann gleichzeitig<br />

aus und verschließen. Der<br />

Mischer entleert sich kontinuierlich<br />

bis zum letzten Rest. Rieselfähige<br />

Güter fließen restlos aus.<br />

Anuga FoodTec <strong>2022</strong>:<br />

Halle 10.1, Stand C010 C018<br />

Weitere Informationen:<br />

www.amixon.com<br />

Bildquelle: amixon<br />

amixon bietet hier ein modernes<br />

Kontinuierlich-Mischsystem<br />

an, das gleichermaßen auch als<br />

Präzisions-Chargenmischer einsetzbar<br />

ist. Es handelt sich um<br />

ein konisch-zylindrisches Gefäß<br />

in dem zentrisch gelagert ein<br />

Helix-Mischwerkzeug rotiert. Der<br />

Mischer ruht auf Wägezellen.<br />

Unten am Austrag ist eine totraumfrei<br />

arbeitende Verschlussarmatur<br />

installiert. Diese wird<br />

nach Maßgabe der Wägedaten<br />

geöffnet oder verschlossen. So<br />

wird der Füllgrad konstant gehalten.<br />

Oberhalb des Mischers<br />

sind gravimetrisch arbeitende<br />

Pulverdosierer installiert.<br />

Der Kontinuierlich-Mischer von<br />

amixon zeichnet sich dadurch<br />

aus, dass er von Beginn der<br />

Kampagne bis zur Beendigung<br />

der Kampagne nur „Gutprodukt“<br />

erzeugt. Sowohl beim Start als<br />

auch beim Beenden des Mischvorganges<br />

fällt kein Ausschuss<br />

an. Die Vorgehensweise ist nachstehend<br />

im Detail beschrieben:<br />

Die Austragsvorrichtung des Mischers<br />

ist geschlossen. Alle gravimetrisch<br />

arbeitenden Dosierorgane<br />

werden gleichzeitig mit<br />

APRIL 2 · <strong>2022</strong> <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong><br />

17


VERFAHRENSTECHNIK · PROZESSANLAGEN<br />

Effektive Schüttgutautobahnen<br />

Pneumatische Förderung in der Lebensmittelindustrie<br />

Die mechanische Förderung von Schüttgütern hat sich bewährt, besitzt aber ihre Grenzen. Vor allem wenn Platz begrenzt<br />

ist oder über längere Strecken Schüttgüter gefördert werden sollen, kommt man an einer pneumatischen Förderlösung<br />

nicht vorbei. Neben den räumlichen Vorteilen bietet sie mehr Flexibilität bei der Rohrleitungsführung, geringeren Wartungsaufwand,<br />

hohe Arbeitsproduktivität, volle Automatisierbarkeit, umwelt- und produktschonende Förderung und ermöglicht<br />

die problemlose Förderung ohne Zwischenstationen sowohl in horizontaler als auch in vertikaler Richtung. Da es<br />

sich bei der pneumatischen Förderung um ein geschlossenes System handelt, ist in der Regel auch ein staubfreier Betrieb<br />

sichergestellt. Nachteilig gegenüber der mechanischen Förderung ist der vergleichsweise hohe Energiebedarf, abhängig<br />

von der Art, wie pneumatisch gefördert wird. Man unterscheidet grundsätzlich, beginnend mit der energieintensivsten Methode,<br />

die Flugförderung, Dichtstromförderung und Pfropfenförderung. Da auch der Einfluss der Materialeigenschaften<br />

auf den Energieverbrauch nicht zu unterschätzen ist, gilt es zu klären, ob mit einer Pfropfenförderung nicht bereits zufriedenstellende<br />

Ergebnisse erzielt werden oder ob man zu Dichtstrom- oder gar zur Flugförderung greifen muss. Desweiteren<br />

kann das Material in den Förderleitungen entweder angesaugt oder durchgeblasen werden.<br />

Jede pneumatische Anlage funktioniert nur<br />

so gut wie die Planung, Konstruktion und<br />

die verwendeten Komponenten es erlauben.<br />

Wesentliche Bestandteile sind das Fördergebläse,<br />

die Förderleitungen, Rohrweichen und<br />

Einschleusorgane. Wenn es um das Einschleusen<br />

von Material in ein pneumatisches System<br />

mit Flugförderung geht, haben sich Zellenradschleusen<br />

bewährt, aber auch Schneckenpumpen,<br />

Sendegefäße und Injektoren haben<br />

ihre Daseinsberechtigung. Zelllenradschleusen<br />

zeichnen sich durch eine hohe Robustheit<br />

aus und besitzen ggü. Schneckenpumpen den<br />

Vorteil des geringeren Energieverbrauchs. In<br />

den verschiedenen Ausstattungsvarianten eignen<br />

sie sich sowohl für staubende, anbackende<br />

und abrasives Fördergut, wobei man bei<br />

letzterem auch gerne zu Injektoren greift, bei<br />

denen das einzuschleusende Material in einen<br />

Schuh fällt und von dort weitertransportiert<br />

wird. Welche Ausführung der Zellenradschleuse<br />

nun die richtige ist, gilt es über die Untersuchung<br />

der zu transportierenden Schüttgüter<br />

herauszufinden. Folgende Checkliste gibt einen<br />

ersten Überblick, welche Einflussgrößen<br />

bei der Auswahl zu beachten sind:<br />

• I. Temperaturbereich: Heiße Schüttgüter<br />

können sensible Teile wie Dichtungen,<br />

Lager oder Motor beschädigen. Viton-Dichtungen,<br />

außenliegende Lager und ein Kettentrieb<br />

für den Rotor schützen die Zellenradschleuse<br />

vor höheren Temperaturen.<br />

• II. Abrasivität: Je abrasiver ein Produkt,<br />

desto widerstandsfähiger müssen<br />

die Oberfläche der Zellenradschleuse<br />

gestaltet sein. Während es bei einigen<br />

Produkten ausreichend ist, die<br />

Schleuse langsamer laufen zu lassen,<br />

verlangen hochabrasive Schüttgüter<br />

nach einer verchromten Oberfläche<br />

oder einer Wolframkarbidbeschichtung.<br />

• III. Korngröße: Bei größeren Körnungen<br />

schützen ein heruntergeregelter Rotor,<br />

Granulateinsätze oder Schleißleisten<br />

das Gehäuse vor Beschädigungen.<br />

• IV. Anbacken: Viele Produkte, vor allem<br />

in der Lebensmittelproduktion, sind stark<br />

anbackend und sorgen dafür, dass sich<br />

die Taschen zusetzen und sich das<br />

Taschenvolumen sukzessive reduziert.<br />

Durch den Einsatz von Keilen in Taschenecken<br />

und/oder geeignete Beschichtungslösungen<br />

aus Teflon oder PU wird das<br />

Zusetzen der Taschen reduziert.<br />

• V. Fließfähigkeit: Schwer fließende<br />

Schüttgüter benötigen i.d.R. größere<br />

Zellenradschleusen, um gut ausgetragen<br />

bzw. dosiert werden zu können.<br />

In vielen Fällen kann aber auch<br />

eine reduzierte Geschwindigkeit den<br />

Prozeß verbessern.<br />

• VI. Explosionsgefahr: Viele bei der<br />

Förderung von Schüttgütern entstehende<br />

Stäube steigern die Explosionsgefahr.<br />

Achten Sie deshalb bei der Auslegung<br />

der Zellenradschleuse darauf, dass sie,<br />

wie auch alle anderen Anlagenkomponenten<br />

in der ATEX-Zone, eine entsprechende<br />

Zertifizierung besitzen.<br />

Ist das Material über die Zellenradschleuse im<br />

System eingeschleust, muss es schließlich in<br />

die richtigen Bahnen zum jeweiligen Bestimmungsort<br />

gelenkt werden. Das können Empfangsbehälter<br />

wie Silos oder Befüllstationen<br />

oder Anlagenteile für die Weiterverarbeitung<br />

wie Mischsysteme sein. Rohrweichen sind dabei<br />

ein unerlässliches Hilfsmittel, wenn die<br />

Anzahl an Rohrleitungen so gering wie möglich<br />

gehalten oder aus produktionstechnischen<br />

Gründen abwechselnd verschiedene Rohrleitungen<br />

bedient werden sollen. Das ist z.B. der<br />

Fall, wenn relativ kontinuierlich in Empfangsbehälter<br />

gefördert und bei Erreichung eines<br />

definierten Füllstands ein Behälterwechsel<br />

notwendig wird. Aber auch für Wartungen und<br />

Probeentnahmen ist es sinnvoll, den Produktfluss<br />

temporär umzuleiten. Da die Anforderungen<br />

an die Rohrweiche je nach Art des Fördergutes,<br />

Förderleitungsdurchmesser, Druckbedarf,<br />

Antriebsart usw. sehr unterschiedlich<br />

sein können, bietet der Spezialist für Schüttguthandling<br />

WAM GmbH vier Grundvarianten<br />

an, die um Ausstattungsoptionen erweitert<br />

werden können. Wie bei den Zellenradschleusen<br />

sollte man genau überlegen, welche Anforderungen<br />

die Rohrweiche erfüllen soll, um<br />

unnötig teure Lösungen zu vermeiden. Die Kriterien<br />

der Checkliste für Zellenradschleusen<br />

kann dabei auch für die Auswahl der richtigen<br />

Rohrweiche herangezogen werden.<br />

Für Anwendungen mit nicht-abrasiven Produkten<br />

hat WAM die VAS entwickelt – eine<br />

kompakte, preisgünstige Rohrweiche für<br />

Bild: Adobe Stock/EmotionPhoto<br />

18 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 2· <strong>2022</strong> APRIL


Drücke von -0,5 bis 1 bar und Rohrleitungsdurchmesser<br />

von 50 bis 200mm. Mit ihrem<br />

Ausfallwinkel von 30° wird sie vor allem<br />

in Mühlen und bei der Verarbeitung<br />

von Mehlen eingesetzt.<br />

In Anlagen mit Druckförderung und höheren<br />

Drücken kommen zum Fördern von staubenden<br />

Pulvern, Pellets oder Granulaten die VAB<br />

oder VAD zum Einsatz. Ihre leichten, aber dennoch<br />

robusten Gehäuse aus einer Aluminiumgusslegierung<br />

besitzen glatte Innenflächen<br />

und keine Toträume, womit sie auch für Lebensmittelanwendungen<br />

geeignet sind. Die nickelbeschichteten<br />

Ausführungen sind beständiger<br />

gegen Korrosion und ermöglichen das<br />

Fördern von leicht abrasiven Produkten. Während<br />

die VAD in drei Größen (50, 80, 100mm)<br />

erhältlich ist, gibt es die VAB für sieben Rohrdurchmesser<br />

von 50 bis 200mm. Durch die<br />

Verfügbarkeit sowohl für die hauseigenen<br />

Torex-Flansche als auch DIN-Flansche bringt<br />

die VAB optimale Einbaumöglichkeiten für<br />

bestehende Anlagen mit. Als Antrieb stehen<br />

elektrische, pneumatische und manuelle Antriebe<br />

zur Verfügung, bei der VAB können<br />

jeweils zwei unterschiedlich leistungsstarke<br />

elektrische und pneumatische Varianten<br />

verwendet werden. Vor allem Verarbeiter von<br />

Kunst- und Baustoffen, Chemikalien, Mineralien,<br />

Lebens- und Futtermittel erhalten mit<br />

VAB und VAD eine einfache, wartungsarme<br />

und kompakte Lösung für den Dauereinsatz.<br />

Kernstück der<br />

VAB Rohrweiche<br />

ist eine schwenkbare<br />

Klappe.<br />

VAR Rohrweichen bestehen aus einem Gehäuse mit Deckel<br />

aus Aluminiumguss und einer drehbaren Innentrommel, die<br />

je nach Wahl eine der beiden Auslaufleitungen verschließt.<br />

Die Oberklasse der Rohrweichen bildet die<br />

VAR, eine Trommelrohrweiche mit drehbarer<br />

Innentrommel, die je nach Positionierung<br />

eine der beiden Auslaufleitungen verschließt.<br />

Die Drehung der Innentrommel erfolgt mittels<br />

eines elektropneumatischen Antriebs. Einsetzbar<br />

ist die Weiche sowohl bei Druck- als<br />

auch Saugförderung und Betriebsinnendrücken<br />

von bis zu 3,5 bzw -0,5 bar. Die sichere<br />

Abdichtung nach innen wird durch aufblasbare<br />

Dichtungen gewährleistet. Dabei stellt<br />

die Umlenksteuerung eine reibungslose Abfolge<br />

der Trommelrotation und das Aufblasen<br />

der Dichtungen sicher. Sie erkennt die unterschiedlichen<br />

Betriebsphasen und signalisiert<br />

eventuelle Fehlfunktionen. Da sie neben<br />

einer Wolframkarbidbeschichtung auch in einer<br />

Edelstahlversion erhältlich ist, kann sie<br />

auch bei hochabrasiven und korrosiven Produkten<br />

wie Glasmehl oder Quarzsand eingesetzt<br />

werden und besitzt somit Einsatzmöglichkeiten<br />

in jedweder Industrie.<br />

Alle Rohrweichen sind für Betriebstemperaturen<br />

von -20 bis +80°C ausgelegt und in<br />

einer ATEX-Ausführung erhältlich. Um die<br />

Standzeiten von Rohrweichen nicht unnötig<br />

zu reduzieren, muss der Produktfluss<br />

vor dem Umschalten auf eine andere Leitung<br />

unterbrochen werden. Damit vermeidet<br />

man, dass Material in das Innere der<br />

Mechanik eindringt und diese beschädigt.<br />

Verschleissarme Rohrbögen aus Polyurethan<br />

oder Quetschventile an Rohrkupplungen<br />

z.B. zum Absperren von Einblasleitungen<br />

runden bei WAM das Angebot an Komponenten<br />

für eine pneumatische Anlage ab.<br />

Die Vielzahl an hilfreichen Komponenten und<br />

Ausstattungsvarianten erlauben den Einsatz<br />

der pneumatischen Förderung in vielen Bereichen,<br />

in denen die mechanische Förderung<br />

an ihre Grenzen stößt. Mit den nahezu<br />

unbegrenzten Möglichkeiten bei der Rohrleitungsführung<br />

bietet sie Anlagenplanern maximale<br />

Flexibilität um effektive Schüttgutförderung<br />

zu erreichen.<br />

Anuga FoodTec <strong>2022</strong>:<br />

Halle 10.1, Stand G051<br />

Weitere Informationen:<br />

www.wamgroup.de<br />

Bildquelle: WAM Group


VERFAHRENSTECHNIK · KOMPONENTEN<br />

EINFACHE RADAR-FORMEL<br />

FÜR BESSERE PROZESSE<br />

Mit dem Radarsensor VEGAPULS 6X in eine neue Füllstandära<br />

Wie optimiert man einen Füllstandsensor, der schon alles hat: Beste Fokussierung, höchste Genauigkeit, einfache<br />

Bedienung, universelle Kommunikation? Was beinahe wie eine rhetorische Frage klingt, führte bei VEGA dazu, dass<br />

weit mehr als nur ein noch besserer Sensor entstanden ist. Beim neuen VEGAPULS 6X zählt nicht der Sensor, sondern<br />

das, was sich in jedem konkreten Anwendungsfall maximal erreichen lässt: Einfach bessere Prozesse.<br />

Klassischerweise beginnt die Suche nach<br />

einem geeigneten Radarsensensor mit<br />

der Frage, welche Frequenz den konkreten<br />

Einsatzfall wohl am besten abdecken könnte.<br />

26 GHz, 80 GHz? Oder womöglich doch besser<br />

6 GHz? Es folgen Überlegungen zu Medieneigenschaften,<br />

die die Messung beeinflussen<br />

könnten, anschließend zu den Besonderheiten<br />

vor Ort an der Messstelle. Dann wiederum<br />

geben womöglich Temperaturbereiche<br />

oder aggressive Medien Anlass zum Grübeln.<br />

Reicht dafür ein Standard-Prozessanschluss<br />

aus oder sind besondere Materialien für<br />

höchste Anforderungen die bessere Wahl –<br />

schon, weil man damit im Zweifelsfall auf<br />

der sicheren Seite ist? Und worauf sollte zusätzlich<br />

chtet werden, wenn der Sensor große<br />

Füllhöhen messen soll oder etwa ganzjährig<br />

Wind und Wetter ausgesetzt sein wird?<br />

Mit dem<br />

VEGAPULS 6X<br />

hat VEGA die<br />

klassische<br />

Gerätewahl<br />

umgekrempelt:<br />

Es gibt nur noch<br />

einen Radarsensor –<br />

aber passend für<br />

alle Anwendungen.<br />

Solche und unzählige weitere Fragen machen<br />

eines deutlich: Wer die Wahl hat, hat die Qual.<br />

Kunden müssen aus einer Vielzahl von Radarsensoren<br />

wählen. Weil außerdem die Anwendungsbereiche<br />

an Vielschichtigkeit zunehmen<br />

und die Prozesse komplexer werden, ist<br />

bei der großen Zahl der Angebote ein guter<br />

Marktüberblick gefordert. Es braucht das entsprechende<br />

Know-how und viel Erfahrung, um<br />

eine zuverlässige Messung zu erhalten und<br />

kostspielige Fehlinvestitionen zu vermeiden.<br />

Neue Gewissheit „Einer für alle“<br />

War die Gerätewahl bislang aufwendig und<br />

oft mit Rückfragen verbunden, so krempelt<br />

VEGA diesen Vorgang mit ihrem neuen VEGA-<br />

PULS 6X von Grund auf um. „Letztlich zählt<br />

nicht der Sensor, sondern was die Anwender<br />

damit in ihren individuellen Anwendungen<br />

erreichen können“, sagt Florian Burgert, der<br />

als einer der verantwortlichen Produktmanager<br />

die Entwicklung von Beginn an eng mitbegleitet<br />

hat. „Die Gewissheit, mit ihrer Sensorwahl<br />

nicht nur schneller zum Ziel zu kommen,<br />

sondern auch sicher zu gehen, die beste<br />

Füllstandlösung einzusetzen, macht im<br />

Alltagsgeschäft den Unterschied.“ Mit dem<br />

VEGAPULS 6X gibt es bei VEGA nur noch einen<br />

Sensor für alle Anwendungen. Hürden,<br />

wie die richtige Frequenz oder der DK-Wert<br />

des Mediums, stehen bei der Auswahl nicht<br />

mehr im Weg, denn die Auswahl der passenden<br />

Sensorspezifikation ist deutlich einfacher<br />

geworden. Der neue Konfigurator fragt nach<br />

der Art der Anwendung und ermittelt auf kürzestem<br />

Weg die benötigte Sensorausführung.<br />

Der gesamte Vorgang besteht nur noch aus<br />

wenigen Klicks. Dabei bleibt selbstverständlich<br />

das persönliche Gespräch eine gute Alternative<br />

zum Konfigurator. Das Ergebnis ist<br />

in jedem Fall eine zuvor nicht gekannte Einfachheit<br />

für Anwender und eine Messlösung,<br />

die unabhängig von den unzähligen Medien,<br />

Prozessbedingungen oder Behälterformen<br />

und -einbauten perfekte Ergebnisse liefert.<br />

Über 1 Million Geräte im weltweiten Einsatz<br />

Vor mehr als 30 Jahren begann die Radar-<br />

Erfolgsgeschichte des heutigen Weltmarktführers<br />

für Radar-Füllstandmesstechnik. Sie<br />

reicht über Meilensteine, wie das weltweit<br />

erste Zweileiter-Radar-Gerät und den ersten<br />

80 GHz-Radarsensor für Flüssigkeiten am<br />

Markt. In der Summe hat VEGA inzwischen<br />

weit über 1 Million Messgeräte weltweit im<br />

Einsatz – in Branchen wie Chemie, Energie,<br />

Lebensmittel, Öl und Gas und vielen mehr.<br />

Mit jeder Generation konnte das Unternehmen<br />

neue Maßstäbe setzen und neue Features<br />

für Radarsensoren entwickeln, die die<br />

Produkte noch zuverlässiger, genauer, robuster<br />

oder flexibler machten. Und immer stand<br />

die hohe Sensorqualität im Mittelpunkt.<br />

Vierstufig und rundum abgesichert<br />

Auch der VEGAPULS 6X wartet mit entscheidenden<br />

technischen Neuerungen auf: Er ist<br />

mit einem umfassenden Sicherheitskonzept<br />

ausgestattet. Seine funktionale Sicherheit<br />

ist gewährleistet, indem er die Anforderungen<br />

des korrespondierenden Integrity Level<br />

erfüllt. Der zertifizierte Sensor weist außergewöhnliche<br />

SIL-Kennzahlen auf und bietet die<br />

notwendige Betriebssicherheit, um Risiken in<br />

sicherheitsgerichteten Anwendungen zu minimieren.<br />

Ein weiterer Fokus liegt auf der immer<br />

bedeutender werdenden „Cybersecurity“.<br />

Hier erfüllt der VEGAPULS 6X konform nach<br />

IEC 62443 die strengsten Anforderungen an<br />

sichere Kommunikation und auch Zugangs-<br />

20 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 2· <strong>2022</strong> APRIL


kontrolle. Er gewährleistet damit<br />

ganzheitliche Sicherheit des Prozesses<br />

bis in das Leitsystem.<br />

Wichtiger dritter Punkt seiner umfassenden<br />

Sicherheitsausstattung<br />

ist ein System zur Selbstdiagnose.<br />

Es erkennt lückenlos, ob die<br />

sichere Funktion des Sensors beeinträchtigt<br />

wurde und leistet einen<br />

wesentlichen Beitrag zur höheren<br />

Verfügbarkeit und Leistungsfähigkeit<br />

des Sensors.<br />

Zentral über diesen wichtigen<br />

Eigenschaften steht ein neuer<br />

Radar-Chip – in zweiter Generation<br />

von VEGA. Weil am Markt kein<br />

Chip verfügbar war, der alle Anforderungen<br />

erfüllt hätte, machte<br />

man sich an die Arbeit, diesen<br />

selbst von Grund auf zu designen.<br />

„Das Ergebnis fasst<br />

ziemlich komplett unsere Radarerfahrung<br />

aus drei Jahrzehnten<br />

zusammen“, lobt VEGA-Produktmanager<br />

Jürgen Skowaisa das Ergebnis.<br />

„In diesem Umfang und<br />

seiner Funktionalität ist der Chip<br />

weltweit eine Besonderheit.“ Es<br />

zeichnen ihn sein geringer Energieverbrauch,<br />

seine hohe Empfindlichkeit,<br />

die skalierbare Architektur<br />

und universelle Einsetzbarkeit<br />

aus. Ganz ohne zusätzliches<br />

Kabel lassen sich das Antennensystem<br />

und der Chip direkt miteinander<br />

verbinden.<br />

Anders neu – Innovation<br />

der Werte<br />

Neben den technischen Highlights<br />

setzte sich das VEGA-Radarteam<br />

von Beginn an mit Fragen<br />

auseinander, die weit über<br />

die Produktgestaltung hinausgingen:<br />

Wie wirkt sich die Technik<br />

langfristig auf die Menschen<br />

aus, die sie anwenden? Wie kann<br />

deren Arbeit vereinfacht werden?<br />

Welche zukünftigen Ziele der Industrie<br />

lassen sich damit umsetzen<br />

oder neu verwirklichen?<br />

Mit dieser neuen Herangehensweise<br />

entstanden die Impulse,<br />

die den VEGAPULS 6X anders<br />

Ganz gleich, ob Flüssigkeit oder Schüttgut, Hochtemperatur, Druck, Staub oder extremer Lärm:<br />

Der VEGAPULS 6X liefert unter allen Prozessbedingen perfekte Messwerte.<br />

machen. Mit Blick auf die Menschen<br />

und die Prozessbedingungen<br />

ihrer Anwendungen sind andere<br />

Schwerpunkte in den Fokus<br />

gerückt. Dazu gehören Herausforderungen<br />

bei der Nutzung,<br />

wie der Druck, immer effizienter<br />

sein zu müssen, komplizierte<br />

Bedienverfahren oder Zeitdruck<br />

allgemein.<br />

Jetzt von der Anwendung<br />

her denken<br />

Die eigentliche Aufgabe von Füllstandsensoren<br />

ist es, Anwendern<br />

eine Hilfe zu sein und ihnen das<br />

Überwachen ihrer industriellen<br />

Prozesse zu erleichtern. Oft machen<br />

sie Prozesse zwar kontrollierbarer<br />

und effizienter, doch<br />

hinter ihrer prinzipiell einfachen<br />

Bedienbarkeit bleibt eine<br />

Komplexität bei der Auswahl,<br />

die die Nutzung erschwert. Die<br />

Konsequenz, die VEGA mit dem<br />

VEGAPULS 6X daraus gezogen<br />

hat, fasst Produktmanager Jürgen<br />

Skowaisa mit zwei Worten<br />

zusammen: „Maximal vereinfachen.“<br />

Er vergleicht: „Gab es<br />

bislang viele Sensoren für eine<br />

Anwendung, so gibt es mit dem<br />

VEGAPULS 6X heute stattdessen<br />

einen Sensor für alle Anwendungen.“<br />

Schon die Inbetriebnahme<br />

sei mit wenigen Klicks<br />

oder Rahmendaten auf das Minimum<br />

reduziert worden. „Mit<br />

den Einstellungen ab Werk können<br />

unsere Kunden sogar einen<br />

bis ins Detail eingestellten Sensor<br />

bestellen, der nur noch montiert<br />

und angeschlossen werden<br />

muss. Einfacher geht es nicht“,<br />

sagt Skowaisa.<br />

Radar für Menschen gemacht<br />

Mit dem VEGAPULS 6X hat VEGA<br />

ihre Radarmesstechnik durch vier<br />

wichtige Innovationen komplettiert:<br />

Mehr Sicherheit und Selbstdiagnose,<br />

neue Radar-Chiptechnologie,<br />

neue Anwendungsmöglichkeiten<br />

und einfachere Bedienung.<br />

„Darüber hinaus“, betont<br />

Jürgen Skowaisa, „hat die Technik<br />

heute insgesamt einen so hohen<br />

Stand erreicht, dass nicht<br />

die sichere Funktion der Knackpunkt<br />

ist, sondern eigentlich nur<br />

noch die falsche Sensorwahl ein<br />

Risiko darstellen kann.“ Durch<br />

die neue Herangehensweise des<br />

VEGAPULS 6X, biete VEGA in<br />

den allermeisten Fällen verlässlich<br />

immer die richtige Sensorausführung<br />

für die jeweilige Anwendung,<br />

während für den Rest<br />

an Spezialanwendungen weiterhin<br />

die erfahrenen Anwendungstechniker<br />

zur Verfügung stünden.<br />

„Über die Technik, Frequenz oder<br />

Ausführung braucht sich der Anwender<br />

also in Zukunft keine Gedanken<br />

mehr machen – die Messung<br />

funktioniert einfach.“<br />

Anuga FoodTec <strong>2022</strong>:<br />

Halle 7.1, Stand C031<br />

Weitere Informationen:<br />

www.vega.com/radar<br />

Bildquelle: VEGA<br />

OPTIMAL<br />

A LL E S. LÄ U FT.<br />

ANUGA FOODTEC<br />

Halle 7.1 – Stand F038<br />

HOCHLEISTUNGS-<br />

SCHMIERSTOFFE<br />

made in Germany<br />

www.addinol.de


VERFAHRENSTECHNIK · KOMPONENTEN<br />

Die Lebensdauer von Dichtungen<br />

präzise vorhersagen<br />

Neue Lösungsansätze – effiziente Integration des Dichtungswechsels in den Wartungszyklus<br />

Die Leckage einer Dichtung kann in der Lebensmittel- und Getränkeproduktion zum Ausfall einer Maschine und im schlimmsten<br />

Fall zum Stillstand der ganzen Anlage führen. Wie lassen sich solche ungeplanten Stillstände durch Dichtungsausfälle<br />

vermeiden? Eine Antwort liefern präzise Lebensdauervorhersagen von Freudenberg Sealing Technologies (FST).<br />

redictive Maintenance“ ist ein wichtiges<br />

Stichwort, wenn es um Anla-<br />

„P<br />

gen der Lebensmittel- und Getränkeproduktion<br />

geht. Der geplante, in den Wartungs zyklus<br />

der Anlage integrierte Dichtungswechsel vermeidet<br />

Leckagen und Dichtungsausfälle.<br />

Und das spart viel Geld, denn jede Minute,<br />

die eine Anlage mit hohem Nutzungsgrad wie<br />

zum Beispiel eine Getränkeabfüllanlage stillsteht,<br />

kostet Unsummen. Doch auch aus Sicherheitsgründen<br />

ist der rechtzeitige Austausch<br />

von Dichtungen zwingend notwendig:<br />

So dürfen beispielsweise keine CIP-/SIP-<br />

Medien durch schadhafte Dichtungen in den<br />

Produktionszyklus gelangen. All das lässt sich<br />

durch einen vorausschauenden Austausch<br />

der Dichtung vermeiden.<br />

Doch wie kann man vorhersagen, wie lange<br />

eine Dichtung hält? Welchen Einfluss haben<br />

unterschiedliche Betriebsparameter auf die<br />

Lebensdauer? Dies lässt sich durch die Qualifizierung<br />

der Dichtung unter realen Einsatzbedingungen<br />

beantworten. Dichtungen sollen<br />

– je nach Anwendung – viele Jahre zuverlässig<br />

im Einsatz sein. Ein Zeitraum, der<br />

Echtzeittests für die Lebensdauerprüfung<br />

ausschließt. Der Weinheimer Dichtungshersteller<br />

FST liefert hier gleich zwei innovative<br />

Lösungsansätze: Zum einen präzise Langzeitprognosen,<br />

die die voraussichtliche Lebensdauer<br />

einer Dichtung verlässlich vorhersagen,<br />

zum anderen intelligente Dichtungen, die ihr<br />

nahendes Versagen aktiv selbst erkennen.<br />

Messmethode für präzisere Vorhersagen<br />

Die Lebensdauervorhersage mittels präziser<br />

Langzeitprognosen basiert auf zwei Säulen.<br />

Die eine ist die Materialcharakterisierung<br />

anhand neuartiger Messmethoden. FST bietet<br />

mit seinen neuen Messmethoden als einziger<br />

Dichtungshersteller einen durchgängigen,<br />

validierten Prozess für die Materialcharakterisierung<br />

anhand von Probenkörpern.<br />

In Lagerungstests werden die Änderung der<br />

mechanischen und chemischen Eigenschaften<br />

einer Dichtung über einen definierten<br />

Zeitraum hinweg verfolgt. Eigens dafür entwickelte<br />

Prüfkonzepte minimieren die sonst<br />

bei Alterungstests häufigen Extrapolationsfehler.<br />

Diese entstehen dadurch, dass die<br />

künstliche Beschleunigung des Alterungsprozesses<br />

durch erhöhte Temperaturen erzielt<br />

wird. Die Untersuchungen mit verschiedenen<br />

hohen Temperaturen dienen zur Abschätzung<br />

der Beschleunigungsfaktoren.<br />

Kleine Fehler in den Hochtemperaturdaten<br />

führen jedoch zu großen Fehlern in der<br />

Extrapolation. Das wiederum führt zu einer<br />

ungenauen Einschätzung der wahrscheinlichen<br />

Lebensdauer. Die neuen Messmethoden<br />

machen es möglich, das Alterungsverhalten<br />

auch bei niedrigeren einsatznahen<br />

Temperaturen zu bestimmen und damit<br />

Extrapolationsfehler zu minimieren.<br />

Virtuelle Bauteilsimulation senkt<br />

Entwicklungskosten<br />

Simulation der Alterung von O-Ringen unterschiedlicher Schnurstärke: Die Simulation liefert Aussagen über den lokalen<br />

Alterungszustand und dichtungsrelevante Größen wie die bleibende Verformung nach Entlastung.<br />

Die zweite Säule ist ein mathematisches Modell,<br />

das wichtige Alterungseffekte wie Relaxation<br />

und bleibende Dehnungen nach<br />

Entlastung realistisch abbilden und in Finite<br />

Elemente Simulationen integrieren kann.<br />

Anhand der beschleunigten Lagerungstests<br />

werden zuerst die freien Parameter des Modells<br />

für einen Werkstoff bestimmt. In der Simulation<br />

können dann beliebige Dichtungsgeometrien<br />

unter verschiedenen Einsatzbedingungen<br />

mit unterschiedlichen Temperaturprofilen<br />

virtuell getestet werden. Sie gibt<br />

zum Beispiel Aufschluss darüber, ob ein<br />

O-Ring nach einer definierten Anwendungsdauer<br />

noch ausreichend Kontaktdruck auf-<br />

22 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 2· <strong>2022</strong> APRIL


ingt, um die Drücke im jeweiligen<br />

Einsatz sicher abzudichten.<br />

Die Simulationen liefern somit<br />

eine wichtige Entscheidungsgrundlage<br />

für optimierte Material-<br />

und Designlösungen, wenn<br />

es gilt, die optimale Dichtung<br />

für die jeweilige Anwendung zu<br />

entwickeln. Je realitätsnäher Daten<br />

wie Temperaturen, Einsatzbedingungen<br />

und Prozessdrücke<br />

hier sind, desto präziser ist<br />

letztendlich auch die Prognose<br />

für die Lebensdauer.<br />

Freudenberg’s intelligente Dichtung<br />

als wichtiger Bestandteil der<br />

„Predictive Maintenance“<br />

„Mit Hilfe unseres Freudenberg-<br />

Alterungsmodells sind wir in der<br />

Lage das Alterungsverhalten für<br />

beliebige Dichtungsgeometrien<br />

vorherzusagen. Dafür berechnen<br />

wir die lokal ablaufenden chemischen<br />

Reaktionen und deren<br />

Wirkung auf das mechanische<br />

Verhalten der Dichtung. Vereinfacht<br />

gesagt, haben wir unserem<br />

Berechnungsprogramm<br />

das Material- und Alterungsverhalten<br />

von Elastomeren mit auf<br />

den Weg gegeben“, erläutert Dr.<br />

Christoph Naumann, Scientific<br />

Expert bei Freudenberg Technology<br />

Innovation (FTI), der zentralen<br />

Entwicklungseinheit des<br />

Freudenberg Konzerns. Das Modell<br />

liefert durch die virtuelle<br />

Bauteilesimulation wichtige Informationen<br />

für die reale Bauteilauslegung<br />

und dies spart<br />

Zeit – ein großer Vorteil gerade<br />

bei der Entwicklung kundenspezifischer<br />

Dichtungslösungen.<br />

Dichtungsdesigns können am<br />

Computer variiert werden und<br />

Bauteile lassen sich sekundenschnell<br />

virtuell ein-, aus- und<br />

umbauen. Dadurch sind Prüfungen<br />

und Analysen umsetzbar,<br />

die am realen Bauteil gar nicht<br />

möglich sind.<br />

Um Kunden eine genaue Lebensdauervorhersage<br />

für Dichtungssysteme<br />

und kundenspezifische<br />

Dichtungslösungen in Zukunft<br />

noch schneller zur Verfügung<br />

stellen zu können, arbeitet<br />

FST an dem Aufbau einer Datenbank,<br />

die die Ergebnisse aller bisherigen<br />

Materialtests zusammenfasst.<br />

Diese Datensammlung kann<br />

zukünftig die Dauer der Lebensdauerprognose<br />

für Dichtungssysteme<br />

mit bereits getesteten Materialien<br />

deutlich reduzieren, da die<br />

in der Regel drei Monate dauernden<br />

Materialtests entfallen können.<br />

Somit kann direkt mit der<br />

Simulation begonnen werden.<br />

„Mit dem neuen Alterungsmodell<br />

zur präzisen Lebensdauervorhersage<br />

bieten wir Kunden auf<br />

Wusch einen zusätzlichen wichtigen<br />

Service“, erklärt Rainer<br />

Kreiselmaier, Technical Director<br />

Global Process Industry bei<br />

Freudenberg Sealing Technologies.<br />

„Es profitieren vor allem<br />

Anwendungen, bei denen ein<br />

Dichtungsaustausch nicht ohne<br />

weiteres möglich ist oder ein<br />

Dichtungsversagen zu Gesundheitsgefahren<br />

führt.“<br />

Dichtung meldet:<br />

Austausch notwendig!<br />

In bestimmten Anwendungen ist<br />

es besonders wichtig die Lebensdauer<br />

der eingesetzten Dichtungen<br />

exakt zu bestimmen, um<br />

ganz sicher ausschließen zu<br />

können, dass sie im Prozess versagen.<br />

So muss beispielsweise<br />

bei Getränkeabfüllanlagen ausgeschlossen<br />

sein, dass durch<br />

Dichtungsversagen aggressive<br />

CIP-/SIP-Medien austreten. Dies<br />

kann man zwar mit Leckagemessungen<br />

erreichen, die ein Nachlassen<br />

der Dichtfunktion signalisieren,<br />

sobald Prozessmedien<br />

austreten; die Folge sind hierbei<br />

jedoch ungeplante Anlagenstillstände<br />

für Wartungs- beziehungsweise<br />

Austauscharbeiten.<br />

Für solch sensible Anwendungen<br />

hat FST eine smarte aktive<br />

Lösung entwickelt: Intelligente<br />

Dichtungen, die den Materialverschleiß<br />

in Echtzeit messen und<br />

aus den Ergebnissen eine sehr<br />

genaue Abschätzung der Restlebensdauer<br />

ableiten. Eine in das<br />

Dichtungssystem integrierte Sensorik<br />

ermittelt den Materialabtrag<br />

und gibt ihn durch elektrische<br />

Signale an die gewünschte<br />

Anbindung weiter. Auf diese Weise<br />

können die Anlagenbetreiber<br />

ein potenzielles Dichtungsversagen<br />

rechtzeitig vorhersehen und<br />

den prophylaktischen Dichtungsaustausch<br />

in den regulären Wartungszyklus<br />

integrieren, um teure<br />

zusätzliche Stillstandzeiten zu<br />

vermeiden.<br />

Die beiden Lösungen zur Lebensdauervorhersage<br />

von Dichtungen<br />

sind Ergebnis des breit gefächerten<br />

Know-hows in der Forschung<br />

und Entwicklung, der Marktkenntnisse<br />

sowie der Praxiserfahrungen<br />

und dem Fertigungs-Know-how<br />

von Freudenberg.<br />

MIT TROCKENDAMPF<br />

UND UVC-LICHT<br />

GEGEN KEIME !<br />

Autor:<br />

Rainer Kreiselmaier (Technical<br />

Director Global Process Industry bei<br />

Freudenberg Sealing Technologies)<br />

Anuga FoodTec <strong>2022</strong>:<br />

Halle 5.1, Stand D078<br />

Weitere Informationen:<br />

www.fst.com<br />

Bildquelle: FST<br />

Anuga<br />

Foodtec<br />

Halle 5.2<br />

IFFA Halle 9.1<br />

Kostenlose Live-Vorführung: 08337.7400-21 • www.beam.de<br />

APRIL 2 · <strong>2022</strong> <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong><br />

23


VERFAHRENSTECHNIK · KOMPONENTEN<br />

Erschwinglich auch<br />

bei höheren Fördermengen<br />

Neue Größen der Membrandosierpumpe Ecosmart – niedrige Anschaffungskosten mit hoher Leistung<br />

In vielen Einsatzbereichen, wie auch in der Lebensmittelindustrie, werden Pumpen benötigt, die zuverlässig arbeiten,<br />

eine hohe Leistung erbringen, aber auch gleichzeitig durch niedrige Anschaffungskosten überzeugen. Mit der Ecosmart-<br />

Membrandosierpumpe bietet die deutsche LEWA GmbH seit vielen Jahren ein preiswertes und zudem sicheres Modell<br />

an, mit dem Förderströme bis 300 l/h bewältigt werden können. Für den Einsatz in Anwendungen mit höheren Fördermengen<br />

erweitert der Pumpenexperte aus Leonberg nun seine Produktpalette um zwei neue Größen: Die Ecosmart<br />

wird zukünftig neben der Ausführung LCA auch in den leistungsstärkeren Varianten LCC und LCD verfügbar sein. Während<br />

das Modell LCC bis 1000 l/h fördern kann, konzipierte LEWA die LCD für einen Förderstrom von bis zu 2000 l/h.<br />

Der maximal zulässige Betriebsdruck beträgt für beide Modelle 50 bar bzw. 600 lbs. Durch einen stringenten Einsatz<br />

ähnlicher Bauteile innerhalb der Ecosmart-Reihe werden dabei die Produktionskosten und damit auch der Endpreis<br />

niedrig gehalten. Gleichzeitig kann durch die Fokussierung auf alle wesentlichen Konstruktionsmerkmale wie das<br />

Druckbegrenzungsventil oder die bewährte Sandwichmembran mit Membranüberwachung ein hohes Sicherheitsniveau<br />

garantiert werden. Die Variante LCC ist seit Ende 2021 verfügbar, das Modell LCD kommt Mitte <strong>2022</strong>.<br />

Neben den bewährten Membrandosierpumpen<br />

der Ecoflow-Reihe bietet<br />

LEWA seit einigen Jahren auch die günstigere<br />

Ecosmart-Pumpe an. Dies liegt vor allem<br />

darin begründet, dass in zahlreichen<br />

Prozessen zwar ein zuverlässiges Aggregat<br />

verlangt wird, aber gleichzeitig relativ niedrige<br />

Förderdrücke im unteren zweistelligen<br />

Bereich weniger komplexe Pumpentechnik<br />

erfordern. Mit der Ecosmart LCA war bisher<br />

jedoch nur eine Fördermenge von bis zu<br />

300 l/h in der Ausführung als Einfach-Pumpe<br />

möglich. Um die Ecosmart nun auch für<br />

Anwendungen mit höherem Fördervolumen<br />

Die Ecosmart wird neben der Ausführung LCA auch in den<br />

leistungsstärkeren Varianten LCC und LCD verfügbar<br />

sein. Während das Modell LCC<br />

bis 1000 l/h fördern kann,<br />

konzipierte LEWA die LCD für<br />

einen Förderstrom von<br />

bis zu 2000 l/h.<br />

anbieten zu können, begannen die Ingenieure<br />

bei LEWA 2019 mit der Entwicklung<br />

von zwei weiteren, größeren Pumpenvarianten.<br />

Ziel war es, die Ecosmart mit dem bewährten<br />

Sicherheitsniveau und den qualitativ<br />

hochwertigen LEWA-Komponenten auf<br />

größere Anwendungen hin zu skalieren, ohne<br />

dabei die für diese Pumpenreihe typischen,<br />

niedrigen Anschaffungskosten signifikant<br />

zu erhöhen. Dies sollte vor allem durch ein<br />

konsequentes Baukastenprinzip innerhalb<br />

der Pumpenserie sowie einen strikten Fokus<br />

auf die wesentlichen Funktionen und Eigenschaften<br />

erreicht werden. Unabhängig davon<br />

forderte das Lastenheft jedoch auch die bei<br />

LEWA übliche Eignung für uneingeschränkten<br />

Dauerbetrieb über viele Jahre. Die Möglichkeiten<br />

zur Einbindung der Pumpen in<br />

automatisierte Anlagen über Analog-Führungssignale<br />

oder Bussysteme sind ebenso<br />

eine Selbstverständlichkeit.<br />

Anpassung von Kolbendurchmesser und<br />

Hub ermöglichen 2000 l pro Stunde<br />

Zuerst mussten hierfür die Anforderungen<br />

an die Förderleistung konstruktiv umgesetzt<br />

werden. Zu diesem Zweck wurden bei der<br />

kleineren Variante LCC größere Kolbendurchmesser<br />

gewählt, sodass anstelle von 300 l<br />

bis zu 1000 l pro Stunde gefördert werden<br />

können. Bei der leistungsstärkeren Ausführung<br />

LCD entschied man sich zusätzlich für<br />

eine Verlängerung des Hubs, sodass eine maximale<br />

Fördermenge von insgesamt 2000 l<br />

pro Stunde ermöglicht werden konnte. Beide<br />

Pumpentypen können gegen einen maximalen<br />

Betriebsdruck von 50 bar arbeiten.<br />

Wie bei allen hydraulisch angelenkten Membrandosierpumpen<br />

werden die maximalen<br />

Drücke mit den kleineren Kolbendurchmessern<br />

erreicht. Ebenso wichtig wie die Leistung<br />

der Pumpe war außerdem die für LEWA typische<br />

Betriebssicherheit, wie sie von anderen<br />

Pumpenreihen bekannt ist. Hierzu wurden<br />

einzelne, wesentliche Merkmale wie die in-<br />

24 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 2· <strong>2022</strong> APRIL


INGREDIENTS<br />

LEWA ecosmart LCC<br />

in kompakter<br />

Vertikalausführung<br />

tegrierte Druckbegrenzung oder<br />

die Sandwichmembran von den<br />

Ecoflow-Modellen übernommen.<br />

Durch das individuell einstellbare<br />

Druckbegrenzungsventil wird<br />

sichergestellt, dass bei plötzlichem<br />

Überdruck in der Pumpe<br />

keine Schäden an der Membran<br />

oder dem Pumpentriebwerk verursacht<br />

werden. Das Diaphragm<br />

Protection System DPS – dessen<br />

wesentlicher Bestandteil eine<br />

Rückholfeder für die Membran<br />

ist – sorgt zusätzlich dafür, dass<br />

die PTFE-Sandwichmembran<br />

stets an der richtigen Stelle arbeitet<br />

und beim Anfahren nicht<br />

überdehnt oder beschädigt werden<br />

kann. Die Pumpe ist damit<br />

gegen jede Art von Fehlbedienung<br />

oder ungünstige Betriebsbedingungen<br />

geschützt. Die<br />

standardmäßige Membranüberwachung<br />

kontrolliert schließlich<br />

den Zustand der Membran<br />

und warnt den Anlagenfahrer<br />

sofort, wenn eine Beschädigung<br />

vorliegt. Dadurch werden<br />

Querkontaminationen zwischen<br />

Pumpe und Rohrleitungssystem<br />

sicher vermieden und die<br />

Betriebssicherheit ist gerade in<br />

sensiblen Bereichen mit toxischen<br />

Fluiden stets gewährleistet.<br />

Die Membranüberwachung<br />

kommt allerdings nur selten zum<br />

Einsatz, denn LEWA-Membranen<br />

dieser Baureihe erreichen –<br />

auch unter Volllast und Dauerbetrieb<br />

– in der Regel Standzeiten<br />

von mehreren Jahren.<br />

Ein wesentlicher Punkt war, die<br />

Produktionskosten in einem<br />

ähnlichen Rahmen wie bei der<br />

kleinen Variante LCA zu halten,<br />

um dadurch attraktive Marktpreise<br />

für Anwendungen mit<br />

weniger anspruchsvollen Anforderungen<br />

und geringerem Betriebsdruck<br />

zu schaffen. Hierfür<br />

sollten beim Design der beiden<br />

neuen Pumpengrößen möglichst<br />

gleiche oder zumindest ähnliche<br />

Bauteile integriert werden,<br />

um keine hohen Fertigungskosten<br />

zu verursachen. So konnten<br />

die LEWA-Ingenieure die schon<br />

oft praktizierte Gleichteilestrategie<br />

erfolgreich umsetzen. Von<br />

diesem intelligenten Baukastenprinzip<br />

profitieren auch die Anwender<br />

der Pumpen, denn viele<br />

Verschleißteile können quer<br />

über die Pumpentypen verwendet<br />

werden. Die Ersatzteilhaltung<br />

wird dadurch erheblich<br />

vereinfacht. Gleichzeitig ermöglicht<br />

das Baukastenprinzip auch<br />

individuelle Anpassungen für<br />

den jeweiligen Einsatzzweck. So<br />

können etwa die Hubfrequenzen<br />

oder Kolbendurchmesser einzeln<br />

gewählt werden. Grundlage<br />

ist hierbei der Pumpenkopf<br />

M900, der bereits bei der LCA-<br />

Variante und auch im Ecoflow-<br />

Programm zum Einsatz kommt.<br />

Gute Integrierbarkeit für<br />

Anlagenbauer<br />

Durch die Flexibilität der Pumpe<br />

ergeben sich außerdem Vorteile<br />

für den Anlagenbau: So kann<br />

die Ecosmart-Pumpe entweder<br />

vertikal oder horizontal ausgerichtet<br />

werden, was die Integrierbarkeit<br />

des Aggregats in Anlagen<br />

mit kleiner Aufstellfläche<br />

erleichtert. Zudem ist auch bei<br />

den neuen LCC- und LCD-Modellen<br />

der Pumpenkopf im rechten<br />

Winkel zur Kolbenachse ausgerichtet,<br />

sodass ein besonders<br />

kompaktes Format entsteht. Bei<br />

vielen Pumpen liegt der Pumpenkopf<br />

auf einer Achse mit<br />

dem Kolben, wodurch sich oftmals<br />

sperrige Abmessungen der<br />

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APRIL 2 · <strong>2022</strong> <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong><br />

25


VERFAHRENSTECHNIK · KOMPONENTEN<br />

LEWA ecosmart LCD in Horizontalausführung<br />

LEWA ecosmart LCC3 auf dem Teststand<br />

Pumpe ergeben. Durch die 90°-Ausrichtung<br />

wird das bei den neuen Modellen vermieden.<br />

Erzielt wird dieser Vorteil durch das extrem<br />

kompakte und völlig neu entwickelte, kostengünstige<br />

Membranantriebsgehäuse.<br />

Um die für LEWA typische Langlebigkeit der<br />

Pumpe sicherzustellen, werden auch bei den<br />

Ausführungen LCC und LCD ausschließlich<br />

hochwertige und robuste Materialien eingesetzt.<br />

Toxische und abrasive Stoffe zehren<br />

an der Substanz der Pumpe und so kann im<br />

fluidberührten Bereich auf eine Vielzahl von<br />

Werkstoffen variabel zurückgegriffen werden,<br />

die auch bei den Hochdruckvarianten<br />

der Ecoflow-Baureihe erfolgreich eingesetzt<br />

werden. Im Getriebebereich kommen unter<br />

Nutzung der Gleichteilestrategie ebenfalls<br />

viele hochwertige Teile der Ecoflow-Baureihe<br />

zum Einsatz. Im Ergebnis wird dadurch<br />

eine – in dieser Pumpenklasse ungewöhnliche<br />

– Robustheit und Langlebigkeit erreicht.<br />

Außerdem wurde bei diesen Varianten<br />

der Ecosmart-Pumpe ein einheitliches<br />

Ölbad realisiert, das sowohl für die Schmierung<br />

des Triebwerks als auch für die Hydraulik<br />

des Pumpenkopfs zuständig ist. Dadurch<br />

entfällt die aufwändigere Schmierung<br />

über zwei getrennte Ölbäder und es ergibt<br />

sich ein einfacherer Aufbau, der nicht<br />

nur die Bedienung erleichtert, sondern<br />

auch Wartungsarbeiten reduziert. Nicht zuletzt<br />

entsprechen die neuen Varianten LCC<br />

und LCD, wie auch schon die LCA, der USamerikanischen<br />

Dosierpumpen-API-Industrienorm<br />

675, sodass sie für zahlreiche anspruchsvolle<br />

Prozesse in unterschiedlichsten<br />

Industrien eingesetzt werden können.<br />

Verwendung in der chemischen Industrie<br />

So werden beispielsweise bei der Dosierung<br />

von Lösungsmitteln in der chemischen Industrie<br />

Pumpen benötigt, die einerseits<br />

höchsten Spezifikationsanforderungen entsprechen<br />

und andererseits trotzdem preisgünstig<br />

sind. Hier ist die Ecosmart-Pumpe<br />

mit der höheren Leistungsfähigkeit in der<br />

Lage, genau diese Anforderungen zu erfüllen,<br />

da sie exakt auf Anwendungen im niedrigeren<br />

Druckbereich bis 50 bar (600 lbs)<br />

zugeschnitten wurde. Auch für die industrielle<br />

Wasseraufbereitung, wie zum Beispiel<br />

in der Meerwasserentsalzung oder bei industriellen<br />

Kühlkreisläufen sind die größeren<br />

Ausführungen der Ecosmart-Pumpe geeignet.<br />

Hier zählt vor allem Kompaktheit und<br />

kostengünstige Ausführung, was die gesamte<br />

LEWA Ecosmart-Reihe durch ihr innovatives<br />

Konstruktionsprinzip erfüllt.<br />

Bevor die neuen Pumpenvarianten für Kunden<br />

verfügbar sind, werden noch einige umfangreiche<br />

Tests durchgeführt. Dadurch wird<br />

sichergestellt, dass die Aggregate auch die<br />

hohen unternehmensinternen Anforderungen<br />

an Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit<br />

in der Betriebspraxis erfüllen. Dazu gehören<br />

einerseits Dauerbelastungstests bis<br />

zu mehreren zehntausend Stunden und andererseits<br />

auch Überbelastungstests. Bei<br />

Letzteren wird die Pumpe im Dauerbetrieb<br />

mit bis zu 20 Prozent über dem maximalen<br />

Druck gefahren, um ihre Robustheit weiter<br />

zu validieren. In Wärmeschränken werden<br />

spezielle Tests durchgeführt, um nachzuweisen,<br />

dass die Pumpen auch unter extremen<br />

LEWA ecosmart LCC im Wärmeschrank<br />

Umgebungsbedingungen einwandfrei funktionieren.<br />

Nach erfolgreichem Abschluss aller<br />

Tests und letzter Anpassungen ist die Ecosmart-Ausführung<br />

LCC nun auf dem Markt,<br />

das Modell LCD folgt Mitte <strong>2022</strong>.<br />

Autor:<br />

Thomas Bökenbrink,<br />

Lead Product Manager Pumps, LEWA GmbH<br />

Weitere Informationen:<br />

www.lewa.de<br />

Bildquelle: Lewa<br />

26 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 2· <strong>2022</strong> APRIL


Kulinarisch aufgespießt<br />

Produktion von Gemüse- und Fleischspießen – Bauraum reduzieren und gleichzeitig Effizienz steigern<br />

Grillspieße erfreuen sich nicht nur in der Sommerzeit großer Beliebtheit. Um unterschiedliche Bedürfnisse zu decken,<br />

hat die Firma Busch & Busch GmbH eine Maschine für eine effiziente und hygienische Produktion von Gemüse- und<br />

Fleischspießen entwickelt. Für reibungslose Abläufe sorgt dabei Antriebstechnik von SEW-EURODRIVE.<br />

Grillspieße sind eine feine Sache und<br />

schmecken wunderbar. Man kann sie<br />

selbst herstellen oder man spart sich die Zeit in<br />

der Küche und kauft sie einfach fertig mariniert.<br />

Dass sie in einer breiten Auswahl im Handel<br />

zur Verfügung stehen, dafür sorgt das Maschinenbauunternehmen<br />

Busch & Busch GmbH.<br />

Der Spezialist aus Delbrück bei Paderborn<br />

entwickelt Sonderlösungen für die Förder- und<br />

Dosiertechnik sowie für die Weiterverarbeitung<br />

von Produkten in der Lebensmittelindustrie.<br />

Die neue Spießmaschine V-SPM-6 wurde in<br />

enger Zusammenarbeit mit dem Steuerungsbauer<br />

Granitza Automation GmbH und SEW-<br />

EURODRIVE im Hygienic Design realisiert<br />

und kann je nach Ausführung bis zu 6.000<br />

Spieße pro Stunde herstellen.<br />

Schalen eines Förderbands eingelegt, das in<br />

der Betriebsart „Modulo-Positionierung“ taktet.<br />

In dieser Betriebsart wird bei Rotationsbewegungen<br />

die Positionierachse auf einen Zahlenkreis<br />

von 0 bis 360° abgebildet. Mit der<br />

Modulo-Funktion wird auch eine nicht ganzzahlige<br />

Anzahl an Inkrementen berücksichtigt<br />

und gewährleistet, dass immer die exakte<br />

Spießposition angefahren wird. Mit der<br />

Modulo- Funktion wird die nicht ganzzahlige<br />

Die Spießmaschine V-SPM-6 sorgt für<br />

eine effiziente Spießproduktion.<br />

Die Ausbringungsmenge bei der 6-fachen<br />

Maschine beläuft sich auf 6000 Spieße pro Stunde.<br />

(Bild: Busch & Busch)<br />

Spieß für Spieß<br />

Bei der Produktion von Fleisch- oder Gemüsespießen<br />

kommt es maßgeblich auf Präzision,<br />

Flexibilität und Kompaktheit an. Das beginnt<br />

schon beim Bestücken der Maschine.<br />

Die Fleisch- oder Gemüsestücke werden in die<br />

28 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 2· <strong>2022</strong> APRIL


Über ein Schalenförderband werden die Gemüse- oder Fleischstücke zugeführt. Der Förderbandantrieb taktet die<br />

Produktschalen per Modulo-Positionierung präzise in die Spießposition. Die Holzspieße werden auf einem zweiten,<br />

parallel verlaufenden Band gefördert. (Bild: Busch & Busch)<br />

Anzahl an Inkrementen berücksichtigt und<br />

gewährleistet das wiederholgenau die exakte<br />

Spießposition angefahren wird.<br />

Durch den unkomplizierten Austausch der<br />

Schalen kann man die Größe und Form vom<br />

Produkt beeinflussen. Je nach gewünschter<br />

Taktzeit ergibt sich die Anzahl der erforderlichen<br />

Mitarbeiter zum Einlegen. Daher lässt<br />

sich die Bandlänge bei Auslegung der Anlage<br />

flexibel nach Kundenwunsch gestalten.<br />

wird per Referenzfahrt gegen den hinteren<br />

Festanschlag gefunden. Das fertige Produkt<br />

kann anschließend – je nach Kundenwunsch –<br />

durch eine Rutsche oder Förderband abtransportiert<br />

werden.<br />

Zur Reinigung des Schalenbandes ist über<br />

Tippbetrieb ein Vor- bzw. Rückwärtsfördern<br />

im Dauerlauf durch Tastendruck möglich.<br />

Bei erneutem Einschalten des Modulo-Betriebs<br />

wird die nächste Position angefahren.<br />

Über das Schalenförderband werden nun die<br />

Gemüse- oder Fleischstücke der Maschine<br />

zugeführt. Der Förderbandantrieb taktet diese<br />

präzise in die Spießposition. Die Holzspieße<br />

werden auf einem zweiten, parallel verlaufenden<br />

Band gefördert. Im nächsten Schritt<br />

wird die Andruckeinheit heruntergefahren,<br />

fixiert so das Produkt gezielt in der Schale<br />

und sorgt gleichzeitig für die Führung der<br />

Spießdorne und der Holzspieße. Jetzt werden<br />

die Edelstahldorne vor- und wieder zurückgefahren.<br />

Anschließend hebt sich die Andruckeinheit<br />

zurück in die Grundstellung –<br />

ein neuer Takt beginnt. Die Taktzeit kann an<br />

einem Touchpanel flexibel eingestellt werden.<br />

Die Antriebe der Andruckeinheit und der<br />

Spießdorne werden in der Betriebsart „Buspositionierung“<br />

gesteuert. Die Nullposition<br />

Die Taktzeit kann an einem Touchpanel eingestellt werden.<br />

(Bild: Busch & Busch)<br />

Alles aus einer Hand: Dreifach einfach<br />

Mit Antriebstechnik von SEW-EURODRIVE<br />

hat sich die Firma Busch & Busch GmbH<br />

für ein platzsparendes und aufeinander abgestimmtes<br />

Komplettpaket bestehend aus<br />

Getriebemotor, Einkabellösung und Umrichter<br />

entschieden. In der gesamten Spießmaschine<br />

kommen drei synchrone Servomotoren<br />

des Typs CM3C63S in Kombination mit<br />

einem Kegelradgetriebe KH19 oder Schneckengetriebe<br />

SH37 zum Einsatz. Alle Getrie-


VERFAHRENSTECHNIK · AUTOMATISIERUNG<br />

Der kompakte Allrounder Movitrac advanced<br />

Drei Servomotoren des Typs CM3C63S mit Einkabeltechnologie betreiben die Spießmaschine V-SPM-6. (Bild: SEW)<br />

Der Standard-Umrichter Movitrac advanced ist Teil des<br />

Automatisierungsbaukastens Movi-C. Er kann sowohl<br />

synchrone und asynchrone Drehstrommotoren ohne/mit<br />

Geber regeln und überwachen, aber auch Asynchronmotoren<br />

mit LSPM-Technologie oder synchrone und asynchrone<br />

Linearmotoren. Dabei hat Umrichter einen weiten<br />

Leistungsbereich von 0,25 kW bis 315 kW und eine<br />

Überlastfähigkeit von 150 Prozent. Eine integrierte Kommunikationsschnittstelle<br />

ermöglicht eine Anbindung an<br />

gängige Steuerungssysteme. Hierüber kann der Movitrac<br />

advanced wahlweise über PROFINET, EtherNet/IPTM,<br />

EtherCAT/SBusPLUS, Modus TCP, EtherCAT CiA402 oder<br />

POWERLINK CiA402 angebunden werden. Auch die funktionale<br />

Sicherheit kann bei diesem Umrichter konfiguriert<br />

werden – von der integrierten Sicherheitsfunktion<br />

STO bis zu höherwertigen Sicherheitsfunktionen sowie<br />

sicherer Kommunikation. Movitrac advanced eignet<br />

sich für Förder- und Bewegungsapplikationen in<br />

zahlreichen Branchen.<br />

bemotoren sind mit Oberflächenschutz OS4<br />

ausgeführt und so auf den hygienischen Einsatz<br />

in der lebensmittelproduzierenden Maschine<br />

abgestimmt.<br />

Alexander Busch, Geschäftsführer, Busch &<br />

Busch GmbH: „Ein zentraler Punkt ist die<br />

Möglichkeit zur einfachen Reinigung der<br />

Materialien, Oberflächen und konstruktiven<br />

Elementen. Denn Verschmutzungen aller Art<br />

dürfen sich nicht festsetzen oder dauerhaft<br />

verbleiben, sondern müssen leicht entfernbar<br />

sein. Die Getriebemotoren von SEW mit<br />

der Einkabellösung tragen dazu bei“.<br />

Geregelt werden die Getriebemotoren mit dem<br />

neuen Schaltschrankumrichter Movitrac advanced<br />

aus dem Automatisierungsbaukasten<br />

Movi-C. Für die Verbindung von Motor und<br />

Umrichter kommt ein Hybridkabel zum Einsatz,<br />

das gleichermaßen für die Leistungsversorgung<br />

und die Geberrückmeldung verwendet<br />

wird. Ein separates Geberkabel wird damit<br />

eingespart. Die Datenübermittlung der<br />

Thorsten Granitza,<br />

Geschäftsführer Granitza<br />

Automation GmbH<br />

Gebersignale erfolgt über eine koaxiale Datenleitung,<br />

die auch für die Übertragung der<br />

Daten aus dem elektronischen Typenschild<br />

der SEW-Getriebemotoren verwendet wird.<br />

Eine manuelle Erstellung der Antriebskomponenten<br />

in der Engineering-Software ist somit<br />

nicht notwendig, da Motor und Getriebe erkannt<br />

und im Inbetriebnahme-Assistent angezeigt<br />

werden. Für eine vollständige Inbetriebnahme<br />

des Antriebsstrangs müssen anschließend<br />

lediglich die applikationsspezifischen<br />

Parameter wie Vorgelege oder Anwendereinheiten<br />

angegeben werden.<br />

„Einfache IBN und Auto-IBN, Verkürzung der<br />

IBN-Zeit! Die Ansteuerung der Umrichter erfolgt<br />

von der übergeordneten Anlagensteuerung<br />

via Profinet über das Softwarepaket Movikit<br />

Positioning Drive mit standartisierter<br />

Prozessdatenschnittstelle für die gewünschten<br />

Positionieranwendungen. So hat man in<br />

kürzester Zeit die Antriebe mit voller Funktionalität<br />

in Bewegung“ so Thorsten Granitza.<br />

MOVITRAC advanced –<br />

kompakt und zuverlässig<br />

Mit der Weiterentwicklung der Maschine<br />

war auch der Wunsch an SEW-EURODRIVE<br />

zur Reduzierung der Schaltschrankgröße<br />

ein wichtiges Thema, um die Maschine<br />

möglichst kompakt auszuführen. Beim<br />

neuen Schaltschrankumrichter MOVITRAC<br />

advanced aus dem Automatisierungsbaukasten<br />

MOVI-C wurden alle Funktionsbaugruppen<br />

integriert, was den Bauraum erheblich<br />

reduziert. So war es möglich, drei Umrichter<br />

einschließlich Steuerung, Netzteil und<br />

Sicherheitsschaltgerät in einem Schrank<br />

mit den Abmessungen 600 x 600 x 210 mm<br />

zu verbauen.<br />

Autorin:<br />

Andrea Balser, Referentin Fachpresse<br />

bei SEW-EURODRIVE in Bruchsal<br />

Anuga FoodTec <strong>2022</strong>:<br />

Halle 7.1, Stand B029<br />

Weitere Informationen:<br />

www.sew-eurodrive.de<br />

30 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 2· <strong>2022</strong> APRIL


Die weltweit führende<br />

INGREDIENTS<br />

Plattform der Intralogistik<br />

geprüft<br />

Digital Data Chain<br />

Zur Umsetzung von Industrie 4.0 ist Zusammenarbeit gefragt<br />

soll die Umsetzung von Industrie 4.0<br />

keine Vision bleiben, sondern erfolgreich<br />

Realität werden, ist Zusammenarbeit<br />

entlang der gesamten Wertschöpfungskette<br />

mehr gefragt denn je. Zusammenarbeit<br />

zwischen verschiedenen Unternehmen, zwischen<br />

Abteilungen, Mitarbeitern, aber auch<br />

zwischen Maschinen und Technologien. Im<br />

Rahmen der fortschreitenden Digitalisierung<br />

gewinnen Informationen und Daten<br />

sowie die Schnittstellen bei deren Bereitstellung<br />

und Abruf zwischen Hersteller und<br />

Kunde, Dienstleister und Anlagenbetreiber<br />

zunehmend an Bedeutung. Nur wer hier<br />

die entscheidenden Weichen richtig stellt,<br />

geht erfolgreich die nächsten Schritte auf<br />

dem Weg zur „Digital Factory“.<br />

Digital Data Chain – Was ist das?<br />

Digital Data Chain, die digitale Datenkette,<br />

verbindet drei Technologien. In Kombination<br />

verwendet sorgen sie für eine eindeutige Objektidentifizierung,<br />

einen reibungslosen Informationsaustausch<br />

und eine nachhaltige,<br />

digitale Dokumentation. Die Technologien<br />

im Einzelnen sind:<br />

I. Automatische Identifikation von<br />

physischen Objekten<br />

(DIN SPEC 91406 | IEC CD 61406)<br />

Die schnelle und eindeutige Identifikation<br />

von Anlagenkomponenten ist wesentliche<br />

Voraussetzung, um den Zugriff auf zugehörige<br />

Informationen und Daten automatisierbar<br />

zu gestalten. In der DIN SPEC 91406 ist<br />

die Technologie für die automatische Identifikation<br />

von physischen Objekten festgelegt.<br />

II. Digitale Herstellerinformationen<br />

(VDI 2770)<br />

Die VDI-Richtlinie 2770 definiert, in welcher<br />

Form die Herstellerinformationen vorliegen<br />

müssen, damit die Dokumente zwischen<br />

Herstellern, Anlagenbetreibern und<br />

externen Dienstleistern einfach digital übergeben<br />

und automatisiert weiterverarbeitet<br />

werden können.<br />

III. Digitale Informationsaustauschplattformen<br />

(IEP – Information Exchange Platform)<br />

Über cloudbasierte Informationsaustauschplattformen<br />

können benötigte Informationen<br />

zu identifizierten Objekten von allen<br />

beteiligten Unternehmen zur Verfügung gestellt<br />

und abgerufen werden. Ob es sich um<br />

technische Spezifikationen, Montageanleitungen,<br />

Wartungspläne oder Ersatzteillisten<br />

handelt – alles ist an einer zentralen Stelle<br />

dauerhaft verfügbar.<br />

Digital Data Chain – und REMBE?<br />

101010<br />

011010100100010100<br />

Im DDCC, dem Digital Data Chain Consor-<br />

1010011010100010100110101101<br />

tium, arbeiten Anlagenbetreiber, Service<br />

00010100101001110101011010100110101<br />

Provider und Hersteller von Maschinen und 0011101010010100110101011010100110101001<br />

Komponenten für die Prozessindustrie zusammen.<br />

Auch REMBE ® GmbH Safety 1011010100110101001000101001010010101010001010<br />

+<br />

0001010010100110101000101001101011010001010<br />

101001110101011010100110101001110101001010011<br />

Control ist dabei. Gemeinsam werden 011010001010010100110110101101010011010100111010<br />

hier<br />

Standards für die automatische Identifizie-<br />

0011010101101010011010100100010100101001100100010<br />

01101000101001010011101010110101001101010011101010<br />

rung von Objekten und dem reibungslosen<br />

010101101010010101001000101001010011010100101010011<br />

Austausch von Objektinformationen 010100101001101100010100110101101000101001010011101<br />

erarbeitet.<br />

Es gilt das Ziel, Betriebsabläufe 0001010011101010010100110101010101001101011010001010<br />

und<br />

Prozesse höher zu automatisierten 0101011010100110101001110101001010011010101101010011<br />

und effi-<br />

01001010011010100010100110110100010100101001110101011<br />

zienter zu gestalten, so dass zukünftig alle<br />

10011101010010100110101011010100101010010001010010100<br />

Beteiligten im hohen Maß von 10011010110100010100101001110101011010100110101001110<br />

den neuen<br />

Standards profitieren werden.<br />

10101011010100110101001000101001010011010100101010011<br />

01001010011010100010100110101101000101001010011101010<br />

10100111010100101001101010101010011010110100010100101<br />

0110101001101010011101010010100110101011010100110101<br />

Digital Data Chain – Wo gibt’s<br />

0101001101010001010011011010001010010100111010101101<br />

weitere Infos?<br />

10010001010010100110101000101001101011010001010010<br />

1011010100110101001110101001010011010101101010011<br />

001010010100110101000101001101011010001010010100<br />

Umfangreiches Informationsmaterial in Form 011010100110101001110101001010011010101101010011<br />

von Videos, Texten und weiterführenden Links<br />

0100010100101001010101000101001101011010001010<br />

zu dem Digital Data Chain Consortium und den<br />

00110110101101010011010100111010100101001101<br />

011010100110101001000101001010011001000101<br />

genannten Technologien findet sich auf fol-<br />

00110101101000101001010011101010110101<br />

gender Homepage: www.digitaldatachain.com<br />

0011010100111010100101000101001<br />

Hier sind auch Online-Tools verfügbar, mit<br />

010011011000101001101<br />

WIEDER ZEIT FÜR BUSINESS<br />

denen die Konformität einer ID zur DIN SPEC<br />

91406 sowie die Konformität einer Dokumentation<br />

zur Richtlinie VDI 2770 geprüft<br />

MIT SICHERHEIT VOR ORT<br />

werden können.<br />

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Intralogistik-Lösungen und<br />

Prozessmanagement<br />

31. Mai – 2. Juni <strong>2022</strong><br />

Messe Stuttgart<br />

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VERFAHRENSTECHNIK · HYGIENE/BETRIEBSSICHERHEIT<br />

Sauberkeit und Hygiene<br />

in der Lebensmittelindustrie<br />

Wie Reinigungskonzepte Sicherheit schaffen<br />

Überall dort, wo Lebensmittel im Spiel sind, gelten strengste Richtlinien und Standards. Um sie zu erfüllen und<br />

gleichzeitig effizient und reibungslos zu arbeiten, ist ein perfektes Zusammenspiel von Reinigungsmethoden, -geräten<br />

und -mitteln sowie passendem Zubehör unerlässlich. Zudem gilt es, auch für Detail-Probleme wie zeitaufwändige, manuelle<br />

Eingriffe bei der Etikettierung von Produkten eine kluge Lösung zu finden. Um all dies zu bewerkstelligen, lohnt<br />

es sich, auf Erfahrung und Kompetenz namhafter Hersteller zurückzugreifen.<br />

U<br />

m einer Keimbildung keine Chance zu<br />

geben, sind in der Lebensmittelindustrie<br />

Lösungen gefragt, die Mikroorganismen<br />

die Lebensgrundlage entziehen. Ob es um<br />

die Produktion von Fertiggereichten geht<br />

oder um eine Großmetzgerei – die Abläufe<br />

und Techniken sind überall ähnlich. In einem<br />

fleischverarbeitenden Betrieb umfasst<br />

die Drei-Schritt-Methode für die tägliche<br />

Endreinigung eine Grobreinigung der kompletten<br />

Produktionsanlage. Handwarmes<br />

Wasser mit Fettlöser sowie Besen und Schieber<br />

beseitigen Fleischreste mechanisch. Bei<br />

der darauf folgenden Feinreinigung werden<br />

Hygiene-Hochdruckreiniger eingesetzt,<br />

die 50 bis 60 °C heißes Wasser mit Reinigungsmitteln,<br />

die Blut, Eiweiß und Fett lösen<br />

können, zu einem Schaum vermischen.<br />

Er wird mit einer Schaumlanze auf die zu<br />

reinigenden Bereiche aufgetragen und nach<br />

einer gewissen Einwirkzeit mit heißem Wasser<br />

abgespült. Den dritten Schritt bildet der<br />

sachgemäße Einsatz von Desinfektionsmitteln.<br />

Schlüssel zur Durchführung derart aufwändiger<br />

Reinigungsprozesse ist in vielen<br />

fleischverarbeitenden Betrieben eine stationäre,<br />

HACCP-konforme Hochdruckanlage<br />

mit mehreren Entnahmestellen. Damit besteht<br />

die Möglichkeit, dass mehrere Hochdrucklanzen<br />

gleichzeitig aktiv sind und die<br />

Arbeiten sehr schnell zu erledigen sind.<br />

An schlecht zugänglichen Stellen, beispielsweise<br />

Fugen zwischen Fliesen, stellen<br />

Dampfreiniger und -sauger durch ihre hohe<br />

Reinigungstemperatur eine wirkungsvolle<br />

und zeitsparende Lösung dar, um eine angemessene<br />

Hygiene sicherzustellen und Keime<br />

oder Viren zu bekämpfen. Der Dampf tritt in<br />

sehr feinen Tropfen, und, je nach Gerätetyp,<br />

mit einer Temperatur von rund 100 °C<br />

und einem Druck von bis zu 8 bar aus<br />

der Düse aus. Modelle mit automatischer<br />

Selbstreinigung verhindern nach der Arbeit<br />

eine Keimbildung im Gerät.<br />

Bei der Feinreinigung in fleischverarbeitenden Betrieben<br />

werden Hygiene-Hochdruckreiniger und Schaumlanzen<br />

eingesetzt, um mit heißem Wasser und Reinigungsmittel<br />

Blut, Eiweiße und Fette zu lösen.<br />

Beispiel Mehl-Verarbeitung –<br />

den Staub im Griff<br />

In der Arbeit mit Mehl oder anderen Pulvern<br />

wie beispielsweise Kakao in der Getränkeherstellung<br />

besteht die Hauptherausforderung<br />

in feinsten Staubpartikeln. Sie verbreiten<br />

sich überall, sorgen für Explosionsgefahr<br />

setzen sich auf Bauteilen von Maschinen<br />

ab und verringern deren Lebensdauer.<br />

Abhilfe schaffen stationäre, ATEX-konforme<br />

Absauganlagen. Sie dürfen nach ATEX-<br />

Produktrichtline 2014/34/EU in Bereichen<br />

eingesetzt werden, in denen Explosionsgefahr<br />

besteht. In Großbäckereien beispielweise<br />

saugen sie den Mehlstaub während der<br />

Teigproduktion sofort ein. Für die Zwischenreinigung<br />

der Öfen sind Bäcker-Sauger mit<br />

speziellen Saugschläuchen und Backofendüsen<br />

verfügbar. Sie sind bis zu 200 °C hitzebeständig<br />

und erlauben es, dass im heißen<br />

Ofen zwischen einzelnen Backvorgängen<br />

Rückstände herausgeschabt und abgesaugt<br />

werden können. Die Sauger sind<br />

zudem darauf ausgelegt, das Risiko für eine<br />

Mehl explosion zu minimieren.<br />

Um Fließbänder und Produktionsmaschinen<br />

von festsitzendem Schmutz zu befreien,<br />

kann bei einer Grundreinigung mit Trockeneis<br />

gearbeitet werden. Trockeneisstrahlgeräte<br />

beschleunigen bis zu 3 Millimeter große<br />

Trockeneispellets mit Druckluft je nach<br />

Modell auf über 150 m/s. Der Schmutz gefriert<br />

durch eine Kälte von -79 °C und bekommt<br />

Risse, so dass er sich mühelos beseitigen<br />

lässt. Zudem gelangt das Trockeneis<br />

ohne Demontage von Bauteilen selbst<br />

in kleinste Winkel, und nach der Reinigung<br />

bleiben keinerlei Rückstände. Oberflächen<br />

und empfindliche Maschinenbauteile werden<br />

auf diese Weise schnell, gründlich und<br />

ohne Beschädigungen gereinigt.<br />

Wenn Klugheit im Detail<br />

steckt – Reinigungstechnik kann<br />

mehr als reinigen<br />

Um Herausforderungen zu lösen ist es oftmals<br />

hilfreich, um die Ecke zu denken. So<br />

ist beispielsweise eine Lösung für den Etikettierprozess<br />

in der Getränkeherstellung entstanden,<br />

die unnötigen Zeitaufwand einspart<br />

und die Arbeitssicherheit erhöht. Der Hintergrund:<br />

Lose Etiketten oder Band-Überreste<br />

geraten in die Maschinen und behin-<br />

32 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 2· <strong>2022</strong> APRIL


In der Arbeit mit Mehl oder anderen Pulvern besteht die Hauptherausforderung<br />

in feinsten Staubpartikeln, welche unter anderem für Explosionsgefahr<br />

sorgen und die Lebensdauer von Maschinen verringern.<br />

Bäcker-Sauger mit speziellen Saugschläuchen und Backofendüsen<br />

eignen sich zur Zwischenreinigung von Öfen und sind zudem darauf<br />

ausgelegt, das Risiko für eine Mehlexplosion zu minimieren.<br />

dern während des laufenden Betriebs<br />

den Prozess. Sie werden<br />

häufig manuell entfernt, was einen<br />

längeren Stillstand bedeutet<br />

und hohe Verletzungsgefahr für<br />

die Belegschaft birgt. Um dieses<br />

Problem zu lösen, lässt sich eine<br />

Absaugung in Kombination mit<br />

einer passenden Absaugdüse<br />

einsetzen. Abgetrennte Etiketten<br />

werden somit automatisch<br />

abgesaugt und in einem Eimer<br />

gesammelt. Die Produktivität erhöht<br />

sich, da Probleme mit losen<br />

Etiketten nicht mehr auftreten<br />

und somit keinen manuellen<br />

Eingriff mehr erfordern.<br />

Auf ähnliche Weise bringt der<br />

Einsatz von Absauganlagen auch<br />

in der Verpackung von Lebensmitteln,<br />

beispielsweise Stileis,<br />

Vorteile. Denn Verpackungen,<br />

die von der Anlage versehentlich<br />

nicht befüllt werden, sorgen<br />

oftmals für einen Produktionsstopp.<br />

Nach der Fehlermeldung<br />

muss die überflüssige Verpackung<br />

mühsam aus der Anlage<br />

entfernt werden, um die Produktion<br />

wieder hochzufahren. Wird<br />

eine Absauganlage eingesetzt,<br />

werden nicht befüllte Verpackungen<br />

automatisch abgesaugt und<br />

aus dem Produktionsablauf entfernt.<br />

Je nach Absauglösung und<br />

Größe der Produktionsanlage,<br />

rechnet sich die Investition durch<br />

eine höhere Produktionsrate und<br />

reduzierte Maschinenstillstände<br />

binnen gut eines Jahres.<br />

Auch beim Lagern<br />

und im Transport –<br />

Die Sauberkeit von<br />

Behältern im Blick.<br />

Ob Mehl-Silo, Milch-Tank oder<br />

Transportfahrzeug: Der EFTCO-<br />

Standard (SQAS) ist seit Mitte<br />

2015 auch für die Reinigung mobiler<br />

Tanks, Container und Silos<br />

in der Lebensmittelindustrie bindend.<br />

Steigende Sicherheits- und<br />

Qualitätsansprüche machen einen<br />

Nachweis für eine durchgehende<br />

Reinigungskette von der<br />

Fertigung über die Lagerung bis<br />

zum Transport erforderlich. Um<br />

eine optimale Reinigung zu ermöglichen,<br />

ist der zur Anforderung<br />

passende Mix aus Mechanik,<br />

Temperatur, Reinigungsmittel<br />

und Zeit entscheidend. Grundlegend<br />

dafür ist die Kenntnis des<br />

Behältertyps und der eingefüllten<br />

Produkte. Da häufig Heißwasser<br />

oder Dampf eingesetzt werden<br />

muss, sind möglicherweise<br />

Lösungen vorteilhaft, die über<br />

Abwasserwärmerückgewinnung<br />

das Frischwasser effizient erhitzen<br />

und damit Kosten sparen.<br />

Abläufe verfeinern,<br />

Ressourcen sparen –<br />

Reinigungskonzepte als<br />

integraler Prozessbestandteil<br />

Die dargestellten Herausforderungen<br />

und Lösungen zeigen,<br />

dass die Ziele sich zwar ähneln,<br />

das erforderliche Zusammenspiel<br />

von Reinigungstechniken, -methoden<br />

und -mitteln aber stark variiert.<br />

Um die Qualität von im Betrieb<br />

hergestellten Lebensmitteln<br />

und Getränken auf hohem Niveau<br />

zu halten und die Reinigung reibungslos<br />

in die Fertigungsabläufe<br />

zu integrieren, braucht es ein<br />

auf die jeweiligen Bedürfnisse<br />

zugeschnittenes Konzept. In der<br />

Zusammenarbeit mit Herstellern<br />

sollte darauf geachtet werden,<br />

dass Know-how über alle Reinigungstechniken<br />

hinweg vorhanden<br />

ist, möglichst alle notwendigen<br />

Produkte aus einer Hand zur<br />

Verfügung stehen und die Bereitschaft<br />

besteht, individuelle Konzepte<br />

punktgenau zu entwickeln.<br />

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Qualitätskontrolle in der<br />

Lebensmittelindustrie<br />

Automatisch gleichartige Kolonien erkennen und Keimzahlbestimmung mit wenigen Klicks<br />

Regelmäßige Keimzahlbestimmungen gehören zu den Routineaufgaben zahlreicher Labors in der Lebensmittelindustrie, um<br />

Kontaminationen der Produkte mit Bakterien, Viren, Hefen oder Schimmelpilzen während der Herstellung auszuschließen.<br />

Hierfür werden Petrischalen mit entsprechenden Proben ausgewertet, um die Anzahl der gewachsenen Kolonien festzustellen.<br />

Während bei der klassischen Bestimmung mit manuellen Zählern jede Kolonie einzeln markiert werden muss, können<br />

automatische Geräte zahlreiche Petrischalen gleichen Typs zügig auswerten. Jedoch ist dafür eine zeitintensive Programmierung<br />

und Vorbereitung notwendig, die sich bei einer überschaubaren Probenanzahl von wenigen Petrischalen am Tag kaum<br />

lohnt. Abhilfe schafft hier der seit Juni 2021 erhältliche ColonyStar automatic von Funke-Gerber. Das handliche Gerät, das<br />

mit einer Kamera und einem kabellosen, abnehmbaren Tablet ausgestattet ist, erlaubt die schnelle und einfache Auswertung<br />

von Petrischalen. Besonders hilfreich ist dabei der einzigartige Assistenzmodus: Nach dem Antippen einer Kolonie per<br />

Touchscreen werden automatisch weitere Kolonien desselben Typs erfasst, markiert und gezählt. Die Auswahl kann dabei<br />

jederzeit korrigiert werden. So behält der Laborant die volle Kontrolle und spart gleichzeitig viel Zeit.<br />

Im Rahmen des Hygienemanagements und<br />

der Qualitätskontrolle gilt die Gesamtkeimzahl<br />

als eine der wichtigsten Kennzahlen.<br />

Sie gibt an, wie viele Mikroorganismen<br />

sich in einer Probe befinden. Denn je nach<br />

Keimtyp dürfen gewisse Richtwerte nicht<br />

überschritten werden, um den Verbraucher<br />

vor Krankheiten wie einer Lebensmittelvergiftung<br />

zu bewahren. Deshalb werden routinemäßig<br />

Proben auf Petrischalen kultiviert,<br />

um die Keimkonzentration nach einer gewissen<br />

Zeit mittels Koloniezählung bestimmen<br />

zu können. Jedoch machen insbesondere<br />

veraltete Geräte, bei denen mit Lichttisch<br />

und Lupe jede Kolonie einzeln betrachtet<br />

werden muss, diese Aufgabe schnell zur<br />

zeitraubenden Tortur. „So eine Petrischale<br />

hat, wenn mit einer richtigen Verdünnung gearbeitet<br />

wird, zwischen 150 und 200 Kolonien“,<br />

erklärt Dipl.-Ing. Konrad Schäfer, geschäftsführender<br />

Gesellschafter der Funke-<br />

Dr. N. Gerber Labortechnik GmbH. „Bei einer<br />

manuellen Zählung muss die Fachkraft<br />

hoch konzentriert bleiben und jede Kolonie<br />

einzeln markieren. So wird die Routinearbeit<br />

schnell zur zeitraubenden Anstrengung.“ Zudem<br />

lässt sich die Markierung bei den bisherigen<br />

Verfahren mit Koloniezählern nicht<br />

rückgängig machen, wodurch Doppelzählungen<br />

wahrscheinlicher werden. Zuverlässiger<br />

sind automatische Geräte, die jedoch in der<br />

Regel für große Chargen ausgelegt sind und<br />

einen gewissen Aufwand mit sich bringen.<br />

„Aufgrund ihrer Komplexität bedeuten solche<br />

Systeme einerseits eine große finanzielle<br />

Investitionshürde. Andererseits sind für<br />

ihre Programmierung zeitintensive Vorbereitungen<br />

notwendig, da für den automatischen<br />

Betrieb Parameter wie Koloniedurchmesser<br />

oder maximaler und minimaler Kontrast festzulegen<br />

sind“, erläutert Schäfer.<br />

Der ColonyStar automatic von Funke-Gerber<br />

hingegen wurde so entwickelt, dass das Gerät<br />

die manuelle Bestimmung durch einen<br />

halbautomatischen Zähl-Modus stark beschleunigt.<br />

So sind für die Markierung von<br />

beispielsweise 200 Kolonien lediglich 4 bis<br />

15 Aktionen notwendig, der Anwender behält<br />

dabei aber stets die volle Kontrolle und<br />

muss sich anders als bei vollautomatischen<br />

Lösungen nicht allein auf das Gerät verlassen.<br />

Neben diesem Assistenzmodus kann<br />

das System dennoch auf ausgewählte Kolonien<br />

trainiert werden, wodurch vordefinierte<br />

Proben auch komplett automatisch gezählt<br />

werden können.<br />

Assistenzmodus erlaubt schnelle<br />

und zuverlässige Zählung<br />

Der intelligente, intuitive ColonyStar automatic<br />

bietet dem Laborpersonal große Sicherheit. Es ist<br />

für alle Petrischalen bis zu einem maximalen Durchmesser<br />

von 9,5 cm geeignet und kann in sämtlichen<br />

mikrobiologischen Laboren wie beispielsweise der<br />

Food- Industrie, aber auch in der Medizin, Forschung,<br />

Veterinärmedizin oder in Behörden der öffentlichen<br />

Verwaltung wie Umweltämtern eingesetzt werden.<br />

Das Gerät ist für den Laboralltag optimiert<br />

und besteht aus einer Basis sowie einem abnehmbaren<br />

Tablet. Im Gerät sind die Kamera,<br />

die Belichtungseinheit und die Probenaufnahme<br />

untergebracht. Mit dem Tablet<br />

und der darauf installierten Bestimmungssoftware<br />

erfolgen Markierung und Auswertung<br />

der Probe. Die hochauflösende Kamera<br />

erstellt nach Betätigung des „Start“-Buttons<br />

ein Bild der Petrischale und sendet dies kabellos<br />

über WLAN an das Tablet. Einzelne<br />

Kolonien können mit dem Finger oder einem<br />

Stift via Antippen (Touch) markiert werden.<br />

Im Assistenzmodus werden nun automatisch<br />

weitere Kolonien desselben Typs erfasst,<br />

markiert und gezählt. „Kolonien sind<br />

dann gleichartig, wenn sie in Farbe, Kont-<br />

34 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 2· <strong>2022</strong> APRIL


FOOD LABOR<br />

Einzelne Kolonien können mit dem Finger oder einem Stift via Antippen (Touch) markiert werden. Im Assistenzmodus<br />

werden nun automatisch weitere Kolonien desselben Typs erfasst, markiert und gezählt.<br />

rast, Größe und Form ähnlich der vom Bediener<br />

gekennzeichneten Auswahl sind“, erläutert<br />

Schäfer. Dies wird durch einen speziellen<br />

Algorithmus in Kombination mit dem<br />

hochauflösenden Kamerabild ermöglicht.<br />

So „assistiert“ das Gerät der Fachkraft, wodurch<br />

die Routinezählung erleichtert wird.<br />

Dabei kann die Markierung einer Kolonie,<br />

die beispielsweise nicht eindeutig definierbar<br />

oder erkennbar ist, jederzeit aufgehoben<br />

oder korrigiert werden, bevor die finale Zählung<br />

als Bilddatei gespeichert wird.<br />

Darüber hinaus ermöglicht das Gerät einen<br />

vollautomatischen Zählbetrieb. Dabei ist<br />

das System mit einer Lernfunktion auf verschiedene<br />

Bakterienarten und Agar-Sorten<br />

trainierbar. Dafür kann man beispielsweise<br />

10 bis 15 Petrischalaen mit ein und derselben<br />

Spezies auf dem gleichen Agar auswerten<br />

und nach Abschluss der Anlernphase<br />

als Profil – etwa Salmonellen oder Hefe –<br />

speichern. Später können dann gleichartige<br />

Kolonien, die mit diesem übereinstimmen,<br />

vollautomatisch ausgewertet werden:<br />

Die Petrischale wird dafür in den Scanner<br />

gestellt und nach Betätigen des „Start“-<br />

Buttons erhält der Nutzer die entsprechende<br />

Anzahl Kolonien. Anders als bei reinen<br />

Vollautomatik-Geräten ist hierbei kein<br />

umfänglicher Fragenkatalog abzuarbeiten,<br />

da das Gerät während der Zählung automatisch<br />

trainiert wird.<br />

Handlicher Aufbau erleichtert<br />

den Laboralltag<br />

Das intelligente, intuitive System bietet dem<br />

Laborpersonal große Sicherheit. Es ist für alle<br />

Petrischalen bis zu einem maximalen Durchmesser<br />

von 9,5 cm geeignet und kann in<br />

sämtlichen mikrobiologischen Laboren wie<br />

beispielsweise der Food-Industrie, aber auch<br />

in der Medizin, Forschung, Veterinärmedizin<br />

oder in Behörden der öffentlichen Verwaltung<br />

wie Umweltämtern eingesetzt werden. „Die<br />

Wiederholbarkeit liegt mit 97 Prozent sehr<br />

hoch, wenn der Anwender die entsprechende<br />

Kolonie auf dem Touch-Screen einmal richtig<br />

identifiziert und das Profil im Computer<br />

korrekt hinterlegt hat. Das ist für mikrobiologische<br />

Verhältnisse ein sehr guter Wert“,<br />

so Schäfer. Die einfache Bedienung wiederum<br />

macht die Routineaufgabe auch unter ergonomischen<br />

Gesichtspunkten angenehmer,<br />

denn die Auswertung kann via abnehmbarem<br />

Tablet selbst im Stehen erfolgen. Eine<br />

optionale Zoomfunktion erleichtert die Auswahl<br />

bei sehr kleinen oder wenig eindeutigen<br />

Kulturen. Zudem ist das Gerät preisoptimiert,<br />

da auf unnötige Peripherieprogramme<br />

verzichtet wird und die Software mit dem<br />

handelsüblichen Endgerät uneingeschränkt<br />

arbeiten kann. „Aktuell stehen wir noch am<br />

Anfang mit unserem ColonyStar und weitere<br />

Optimierungen, beispielsweise in Bezug<br />

auf die Einbindung in bestehende Laboranlagen,<br />

sind denkbar. In naher Zukunft wird<br />

ein erstes Upgrade die Möglichkeit bieten,<br />

die Messergebnisse inklusive der Bilddateien<br />

in tabellarischer Form via USB-Kabel als<br />

PDF auf andere Geräte portieren zu können“,<br />

gibt Schäfer einen Ausblick auf die Zukunft.<br />

Erstes positives Feedback hat das Unternehmen<br />

bereits von ausgewählten Partnern erhalten,<br />

die den ColonyStar aktuell in ihrem<br />

Arbeitsalltag testen.<br />

Weitere Informationen:<br />

www.funke-gerber.de<br />

Bildquelle: Funke Gerber<br />

APRIL 2 · <strong>2022</strong> <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong><br />

35


MESSEN · ANUGA FOODTEC <strong>2022</strong><br />

Smarte Impulse für eine<br />

digitale Zukunft<br />

Interview mit Prof. Dr. Katharina Riehn, Vorsitzende DLG-Fachzentrum Lebensmittel<br />

Die Leitmesse Anuga FoodTec <strong>2022</strong> bietet messebegleitend ein breit gefächertes Fachprogramm zu aktuellen Themen<br />

der Lebensmitteltechnologie. Prof. Dr. Katharina Riehn, Vorsitzende des Fachzentrums Lebensmittel der DLG<br />

(Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft), gibt im Interview mit Ian Healey aus der Food Technologie Redaktion einen<br />

Überblick, was die Messebesucher vom 26. bis 29. April <strong>2022</strong> in Köln erwartet.<br />

FT: Frau Prof. Dr. Riehn, was macht für<br />

Sie die Stärke der Anuga FoodTec aus?<br />

Prof. Dr. Katharina Riehn: Angesichts der<br />

vielfältigen Herausforderungen, denen sich<br />

die Lebensmittelwirtschaft international gegenüber<br />

sieht, wird es immer wichtiger, die<br />

weltweit verfügbaren technischen und technologischen<br />

Möglichkeiten sowie die verfügbaren<br />

Kräfte in Forschung und Entwicklung<br />

im Blick zu haben. Eine wesentliche Stärke<br />

der Anuga FoodTec ist deshalb ganz klar ihre<br />

branchenübergreifende Konzeption, die nahezu<br />

die gesamte Lebensmittel- und Getränkeproduktion<br />

abdeckt und eine prozessorientierte<br />

Perspektive ermöglicht. Dieses Alleinstellungsmerkmal<br />

der Leitmesse spiegelt<br />

sich auch deutlich im umfangreichen Fachprogramm<br />

und in Form der beteiligten Partner<br />

wider. Vielfältige Lösungsansätze für die<br />

einzelnen Branchen, branchenübergreifender<br />

Technologietransfer, ein internationales<br />

Fachprogramm sowie die globale Vernetzung<br />

mit den verschiedensten Fachleuten der internationalen<br />

Lebensmittelwirtschaft sind<br />

gute Gründe für einen Besuch der diesjährigen<br />

Anuga FoodTec!<br />

FT: Wie lautet das<br />

diesjährige Leitthema<br />

der Anuga FoodTec?<br />

Prof. Dr. Katharina Riehn:<br />

Mit ihrem Leitthema „Smart<br />

Solution – Higher Flexibility“<br />

benennt die Anuga Food-<br />

Tec <strong>2022</strong> wichtige Handlungsfelder,<br />

mit denen sich<br />

Unternehmen heute auseinandersetzen<br />

müssen, um im<br />

digitalen Zeitalter wettbewerbsfähig<br />

zu bleiben und<br />

Prof. Dr. Katharina Riehn<br />

sich bestmöglich zu positionieren. Prozesse<br />

in Entwicklung, Produktion und Logistik<br />

müssen zunehmend dynamisch reagieren,<br />

um ein Höchstmaß an Wandelbarkeit zu erreichen.<br />

Zentral gesteuerte Prozesse stoßen<br />

zunehmend an ihre Grenzen. Gefragt sind<br />

smarte Lösungen. Die hohe Komplexität im<br />

heutigen Maschinen- und Anlagenbau erfordert<br />

innovative und vernetzte Automatisierungssysteme<br />

auf Basis flexibler Produktionstechnologien.<br />

Diese gilt es systematisch<br />

in Neu- sowie Bestandsanlagen zu integrieren<br />

und so die Vorteile der Digitalisierung<br />

optimal zu nutzen.<br />

FT: Wie wird das komplexe<br />

Leitthema auf der Messe abgebildet?<br />

Auf welche Highlights können sich<br />

Messebesucher freuen?<br />

Prof. Dr. Katharina Riehn: Um das Leitthema<br />

„Smart Solutions – Higher Flexibility“ während<br />

der Messe durchgehend zu beleuchten,<br />

haben wir bei der Konzeption der Veranstaltungsformate<br />

drei Aspekte berücksichtigt:<br />

es wird eine hochkarätig besetzte Eröffnungskonferenz<br />

zur Thematik geben, an der<br />

auch Bundesernährungsminister<br />

Cem Özdemir teilnehmen<br />

wird. International anerkannte<br />

Experten werden<br />

hier die relevanten Facetten<br />

der Materie beleuchten.<br />

Zudem wird das umfangreiche<br />

Fachprogramm der Anuga<br />

FoodTec das Thema<br />

branchenspezifisch in vielen<br />

Sessions aufgreifen. Messebesucher<br />

erhalten zudem<br />

die Möglichkeit, während<br />

geführter Messerundgänge,<br />

den „Guided Tours“, einen<br />

kompakten und zugleich informativen Überblick<br />

über Neuerungen im Bereich der fortschreitenden<br />

Digitalisierung und ihrer Chancen<br />

zu erhalten.<br />

FT: Welche Themen bespielen<br />

Sie im Fachprogramm über das<br />

Leitthema hinaus?<br />

Prof. Dr. Katharina Riehn: Neben den zahlreichen<br />

persönlichen Gesprächen mit Ausstellern<br />

bietet das umfangreiche Fachprogramm<br />

den Messebesuchern wieder vielfältige Impulse.<br />

Wir beleuchten neben dem Leitthema<br />

eine Vielzahl aktueller Themen der Lebensmitteltechnologie<br />

und verknüpfen neueste<br />

wissenschaftliche Erkenntnisse mit der unternehmerischen<br />

Praxis. Bei rund 200 Vorträgen<br />

verteilt auf ca. 90 Stunden ist bestimmt<br />

für jeden das Passende dabei! „Intelligente<br />

Verpackung“, „Sicherheit bei Schüttgütern“,<br />

„Smarte Lösungen für die Qualitätserkennung“,<br />

„Künstliche Intelligenz – Science<br />

Fiction oder Gamechanger“, „Bestandsmaschinen<br />

in Industrie 4.0 integrieren“, „Kosten-<br />

und ressourceneffiziente Produktion<br />

pflanzlicher Proteine im industriellen Maßstab“<br />

oder „Hygiene und Listerien“ sind nur<br />

einige Themen, die auf der Anuga FoodTec<br />

von Branchenexperten beleuchtet werden.<br />

Einen Überblick über alle Sessions bietet die<br />

Website der Anuga FoodTec.<br />

FT: Welche aktuellen Trends sind<br />

außerdem in der Lebensmittelindustrie<br />

zu beobachten?<br />

Prof. Dr. Katharina Riehn: Nachhaltigkeit<br />

auf ökonomischer sowie ökologischer Ebene<br />

bestimmt als globaler Trend derzeit zusammen<br />

mit der digitalen Transformation maß-<br />

36 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 2· <strong>2022</strong> APRIL


ANUGA FOODTEC <strong>2022</strong> · MESSEN<br />

geblich und themenübergreifend die Innovationen<br />

der Lebensmitteltechnologie. Auch<br />

erfordern neue Formen der Lebensmittelproduktion<br />

neue Technologien. Ich denke etwa<br />

an Verpackungsreduktion, Food-Upcycling,<br />

alternative Proteinquellen oder künstliches<br />

Fleisch. Schonende Haltbarmachungsverfahren<br />

mit der PEF-Induktion oder Hochdruckbehandlung<br />

rücken ebenfalls immer<br />

mehr in den Fokus.<br />

FT: Mit welchen Herausforderungen<br />

wird die Lebensmittel- und Getränkeindustrie<br />

in den nächsten Jahren<br />

konfrontiert werden?<br />

Prof. Dr. Katharina Riehn: Der nachhaltige<br />

Umgang mit natürlichen Ressourcen, die<br />

Emissionsreduktion und die Klimaneutra-<br />

lität sind die zentralen Herausforderungen<br />

der Lebensmittel- und Getränkeindustrie.<br />

Ziel muss es sein, nachhaltige Technologien<br />

zu wählen, die Effizienz deutlich zu steigern<br />

und die Wertschöpfung der daraus hergestellten<br />

Produkte zu optimieren. Die Anuga<br />

FoodTec bietet hier viel Inspiration!<br />

FT: Welche innovativen<br />

Verfahren etablieren sich<br />

gegenwärtig in der Lebensmittel-<br />

und Getränkeindustrie?<br />

Prof. Dr. Katharina Riehn: Mithilfe mo-<br />

derner Technologien, wie etwa intelligenter<br />

Sensoren, gelingt es, Fehler im Produktionsablauf<br />

besser und schneller zu erkennen.<br />

So lassen sich die Funktionen der<br />

Anlagen in Echtzeit überwachen und kontrollieren.<br />

Maschinenstillstände werden ziert, die Verlässlichkeit der ontime-delivery<br />

redusteigt<br />

und die Produktivität verbessert sich.<br />

Wegweisende technologische Entwicklungen<br />

zeichnen wir alle drei Jahre mit dem International<br />

FoodTec Award (IFTA) aus. Auf der<br />

Anuga FoodTec präsentieren die Gold-Preisträger<br />

im Rahmen der „Winner Talks“ am<br />

26. April ihre Innovationen und Visionen.<br />

Ich kann dazu nur Jeden herzlich einladen!<br />

Innovative Verfahren und Anlagen sowie Beispiele<br />

von IFTA-Gewinnern sind solche,…<br />

• die eine hohe Flexibilität für<br />

Kundenwünsche und Rezepturänderungen<br />

aufweisen (z.B. All-in-one<br />

Form- und Schneidesystem FS 525,<br />

Albert Handtmann Maschinenfabrik<br />

GmbH & Co. KG)<br />

• die effizient für die Einsparung<br />

von Energie und Rohstoffen sorgen<br />

(z.B. IDEAL Whey Separation,<br />

GEA Westfalia Separator Group GmbH)<br />

• die die Qualität und die Sicherheit der<br />

Produkte verbessern (z.B. EGS: Entwicklung<br />

eines neuartigen Systems zum<br />

Evakuieren, Begasen und Verschließen<br />

von Babymilchpulver-Behältnissen<br />

OPTIMA consumer GmbH)<br />

• oder die Mitarbeiter bei der Herstellung<br />

unterstützen bzw. schützen (z.B. Selbstlernendes<br />

Assistenzsystem für Bediener<br />

von Maschinen, Peerox GmbH, Finger<br />

Protection System (FPS), MADO GmbH)<br />

FT: Welche Rolle spielt bisher<br />

die Robotik und Automation<br />

in der Lebensmittel- und<br />

Getränkeindustrie?<br />

Prof. Dr. Katharina Riehn: 85.000 Roboter<br />

haben seit 2016 Einzug in die Konsumgüterindustrie<br />

gehalten. Davon finden 54.000<br />

in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie<br />

Anwendung: Heute kann fast jede Stufe<br />

der Lebensmittelverpackung durch Automatisierung<br />

verbessert werden. So rationalisieren<br />

und optimieren beispielsweise<br />

bildgestützte Roboterarme, fahrerlose<br />

Transportfahrzeuge, Delta-Roboter und fortschrittliche<br />

Kontrollsysteme Prozesse, um<br />

strenge Lebensmittelsicherheits- und Qualitätsstandards<br />

zu gewährleisten. Die Integration<br />

automatisierter Geräte in kritische<br />

Produktionsbereiche verbessert Qualität,<br />

Effizienz, Ergonomie und Hygiene. Für 38<br />

von 46 befragten Unternehmen dient Robotik<br />

vor allem der Arbeitserleichterung, um<br />

Mitarbeitende von schweren oder monotonen<br />

Tätigkeiten zu entlasten, hat unser aktueller<br />

DLG-Trendmonitor Robotik ergeben.<br />

APRIL 2 · <strong>2022</strong> <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong><br />

37


MESSEN · ANUGA FOODTEC <strong>2022</strong><br />

FT: Wie lassen sich mit smarten<br />

Lösungen Prozesse und Herstellungsverfahren<br />

in der Lebensmittelproduktion<br />

optimieren?<br />

Prof. Dr. Katharina Riehn: Smarte Lösungen<br />

können die Qualität und Produktsicherheit<br />

von Lebensmitteln verbessern und gleichzeitig<br />

die Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit<br />

der Produktionsprozesse erhöhen. Ebenso<br />

werden Transparenz und Rückverfolgbarkeit<br />

in der Wertschöpfungskette für Verbraucher<br />

und Verbraucherinnen verbessert – und dadurch<br />

Vertrauen geschaffen. Vernetzte Produktionssysteme<br />

und -anlagen laufen in vielen<br />

Bereichen schon autark. Mit dem Einsatz<br />

von Künstlicher Intelligenz kann die Lebensmittelproduktion<br />

effizienter, flexibler, günstiger<br />

und sicherer gestaltet werden. Das Internet<br />

of Things (IoT) hilft auch bei der exakten<br />

Produktionsüberwachung. Neben dem<br />

aktuellen Produktionsprozess werden einzelne<br />

Faktoren mit verschiedenen Sensoren<br />

erfasst und sorgen für sichere Lebensmittel<br />

entlang der gesamten Lieferkette –<br />

vom Beginn der Produktion bis hin zur sicheren<br />

Auslieferung an den Handel. Daten<br />

geben Auskünfte über den Ist-Zustand eines<br />

Produktes und es kann immer sofort gehandelt<br />

werden, um Prozesse in der Produktion<br />

in Echtzeit zu optimieren. Durch RFID-<br />

Chips und GPS-Systeme kann der gesamte<br />

Lager- und Versandkurs überwacht werden,<br />

was hinsichtlich der Vertriebsketten mehr<br />

Transparenz schafft.<br />

FT: Vielen Dank für das Gespräch.<br />

Weitere Informationen:<br />

www.anuga<strong>food</strong>tec.de<br />

www.dlg.org<br />

Bildquelle: Koelnmesse<br />

Schmierstoffe für die Lebensmittelindustrie<br />

ADDINOL präsentiert seine FoodProof Reihe auf der Anuga FoodTec <strong>2022</strong><br />

In Industrieanlagen gelten die eingesetzten<br />

Schmierstoffe längst als Konstruktionselement.<br />

Schließlich übernehmen sie neben<br />

der reinen Schmierung wesentliche Funktionen<br />

wie den Schutz vor Reibung, Verschleiß<br />

und Korrosion und die zuverlässige Wärmeabfuhr<br />

und sichern so die optimale Funktion der<br />

Komponenten und damit der gesamten Anlage.<br />

Langlebigkeit und Effizienz im Einsatz<br />

sind ebenso gefragt.<br />

In Aggregaten der Lebensmittelindustrie,<br />

egal ob Hydraulik, Ketten, Getriebe, Verdichter<br />

oder Lager, müssen diese Aufgaben<br />

unter anspruchsvollen Bedingungen erfüllt<br />

werden. Häufig herrschen extreme Temperaturen,<br />

Dauerbelastungen und aggressive<br />

Umgebungseinflüsse wie Feuchtigkeit oder<br />

Staub. Zusätzlich müssen die Schmierstoffe<br />

strengsten Hygieneanforderungen genügen,<br />

geschmacks- und geruchsneutral sein<br />

und über diverse Registrierungen bzw. Zertifizierungen<br />

verfügen.<br />

Die ADDINOL FoodProof Produktreihe wurde<br />

gezielt für diese Anforderungen entwickelt.<br />

Mit diesen Hochleistungs-Schmierstoffen<br />

bietet man mit seinem Sortiment<br />

für jede Anwendung in Anlagen der Lebensmittel-,<br />

Getränke- und Futtermittelproduktion<br />

das passende Produkt, registriert gemäß<br />

NSF H1 sowie koscher und halal zertifiziert.<br />

Vervollständigt wird das Angebot durch eine<br />

Reihe leistungsfähiger Schmierfette und<br />

praktischer Serviceprodukte mit den entsprechenden<br />

Zertifikaten.<br />

Die Produktionsstätte von ADDINOL in Leuna<br />

ist zudem gemäß DIN EN ISO 21469 zertifiziert.<br />

Das stellt sicher, dass die vorgeschriebenen<br />

Norm- und Hygieneanforderungen<br />

während des gesamten Produktionsprozesses<br />

eingehalten und eine Kontamination<br />

mit Fremdstoffen, Fremdkörpern sowie konventionellen<br />

Schmierstoffen ausgeschlossen<br />

werden kann.<br />

Auf der ANUGA FoodTec präsentiert man das<br />

komplette Sortiment und steht für Fragen<br />

rund um die Anwendung und Zertifizierung<br />

zur Verfügung. Neben den Hochleistungs-<br />

Schmierstoffen im Gepäck: das umfangreiche<br />

Serviceangebot des Unternehmens von<br />

der Produktauswahl über die Beratung und<br />

Betreuung bis hin zum Analysenservice.<br />

Anuga FoodTec <strong>2022</strong>:<br />

Halle 7.1, Stand F038<br />

Weitere Informationen:<br />

www.addinol.de<br />

Die FoodProof Reihe von ADDINOL<br />

Bildquelle: ADDINOL<br />

38 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 2· <strong>2022</strong> APRIL


INGREDIENTS<br />

Wir bringen Farbe ins Spiel!<br />

Kompakte kapazitive Grenzschalter mit 360°-Statusanzeige<br />

256 Farben<br />

individuell wählbar:<br />

Messvorgang läuft<br />

Sensor schaltet<br />

Störung im Prozess<br />

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Bauform<br />

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Hygiene-<br />

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Absolut<br />

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Bedienung per<br />

Smartphone<br />

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Anuga FoodTec<br />

Halle 7.1, Stand C31<br />

www.vega.com/vegapoint<br />

APRIL 2 · <strong>2022</strong> <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong><br />

39


MESSEN · ANUGA FOODTEC <strong>2022</strong><br />

Flexibler Hordentrockner<br />

Harter päsentiert Trocknungslösungen auf der Anuga FoodTec <strong>2022</strong><br />

Den Alleskönner unter den Trocknern präsentiert<br />

Trocknungsanlagenbauer Harter<br />

auf der Anuga FoodTec. Dieser multifunktionale<br />

Hordentrockner eignet sich ideal für<br />

kleinere hochwertige Mengen verschiedenster<br />

Lebens- und Futtermittel. Der H01 verfügt<br />

über einen Hordenwagen, der mit Blechen<br />

und Hordenwannen in verschiedenen<br />

Größen und Ausführungen bestückt werden<br />

kann. Somit können Produkte einlagig oder<br />

in Schütthöhen bis 175 mm getrocknet werden.<br />

Mit nur wenigen Handgriffen erfolgt der<br />

Umbau des Hordenwagens, so dass dieser für<br />

den jeweiligen Einsatz bereit ist. Basis der<br />

Kondensationstrocknung auf Wärmepumpenbasis<br />

ist extrem trockene Luft in Kombination<br />

mit der richtigen Luftführung, um<br />

die Produkte homogen und sicher zu trocknen.<br />

Die Trocknung findet, je nach Anwendung,<br />

in einem Temperaturbereich von 20° –<br />

90° C statt. Dadurch werden die Lebensmittel<br />

schonend getrocknet. Da das System<br />

lufttechnisch geschlossen ist, ist die Trocknung<br />

klimaunabhängig. Dies wirkt sich positiv<br />

auf Aroma, Inhalts- und Geschmacksstoffe<br />

sowie Optik der jeweiligen Produkte aus.<br />

Bei Harter konzipiert man nach wie vor Sonderanlagen,<br />

die je nach Produkt und Prozess<br />

als Chargentrockner oder auch als kontinuierliche<br />

Lösungen realisiert werden. Diese<br />

Trocknung mit Wärmepumpe wurde 2017<br />

als förderfähige Zukunftstechnologie eingestuft.<br />

Somit erhalten Kunden staatliche Fördergelder<br />

als zusätzlichen Bonus.<br />

Anuga FoodTec <strong>2022</strong>:<br />

Halle 10.1, Stand A010<br />

Weitere Informationen:<br />

www.harter-gmbh.de<br />

Bildquelle: Harter<br />

Vakuumlösungen AUS EINER HAND<br />

Busch Vacuum Solutions auf der Anuga FoodTec <strong>2022</strong><br />

Busch Vacuum Solutions präsentiert seine<br />

energieeffizienten Vakuumlösungen<br />

auf der kommenden Anuga FoodTec. Die<br />

Messe ist ein wichtiger Branchentreff für die<br />

neuesten Innovationen und technologischen<br />

Visionen rund um die Lebensmittelproduktion.<br />

Auch die Vakuumexperten von Busch<br />

stellen ihre zukunftsweisenden Lösungen<br />

vor, die in sämtlichen Produktionsschritten<br />

der Lebensmittelproduktion, -lagerung oder<br />

dem Transport von Lebensmitteln und Getränken<br />

eingesetzt werden können.<br />

Jede Anwendung in der Lebensmittelindustrie<br />

ist individuell und benötigt eine perfekt<br />

abgestimmte Vakuumlösung. Bei der Lebensmittelkühlung,<br />

der Vakuumtrocknung oder der<br />

pneumatischen Förderung von Lebensmitteln<br />

werden unterschiedliche Anforderungen an<br />

die Vakuumversorgung gestellt. Je nach Einsatzgebiet<br />

können besonders wartungsarme<br />

Technologien, Vakuumerzeuger mit geringen<br />

Betriebskosten oder möglichst energieeffiziente<br />

Lösungen eingesetzt werden. Eine Zentralisierung<br />

der Vakuumversorgung ermöglicht<br />

zusätzliche Einsparpotentiale in der Lebensmittelindustrie,<br />

da die hohen Energiekosten<br />

für die Kühlung von Lebensmitteln gesenkt<br />

werden können. Das Umsteigen auf neue Vakuumtechnologien<br />

kann sich durch eine Förderung<br />

erst recht lohnen. Denn die Umrüstung<br />

wird vom Bundesamt für Wirtschaft und<br />

Ausfuhrkontrolle bezuschusst. Dies gilt auch<br />

für energieeffiziente Vakuumerzeuger von<br />

Busch. Die Vakuumexperten informieren die<br />

Besucher am Messestand über das Förderungspotential<br />

ihrer Vakuumlösungen und zeigen<br />

somit weitere Sparpotentiale auf.<br />

Mit der COBRA NX 0950 A PLUS zeigt Busch<br />

seine neue zukunftsweisende Schrauben-Vakuumpumpe,<br />

die in vielen Anwendungen der<br />

Lebensmittel- und Getränkeindustrie eingesetzt<br />

werden kann. Dabei handelt es sich um<br />

eine trockene Vakuumpumpe, die druckgeregelt<br />

oder mit konstanter Drehzahl äußerst<br />

energieeffizient arbeitet. Die PLUS Technologie<br />

kombiniert die Erfahrung von Busch mit<br />

innovativen Funktionen für Industrie 4.0. Als<br />

vollständig vernetzte Vakuumpumpe erweitert<br />

die COBRA PLUS die bewährte Schrauben-Vakuumtechnologie<br />

um Steuerungs-, Zustandsüberwachungs-<br />

und Kommunikationsmöglichkeiten.<br />

Alle wichtigen Parameter lassen sich<br />

anpassen und überwachen, wodurch die Vakuumpumpe<br />

für individuelle Prozesse optimal<br />

eingestellt und eingesetzt werden kann.<br />

Anuga FoodTec <strong>2022</strong>:<br />

Halle 8.1, Stand C080 D081<br />

Weitere Informationen:<br />

www.buschvacuum.com<br />

Bildquelle: BUSCH<br />

40 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 2· <strong>2022</strong> APRIL


ANUGA FOODTEC <strong>2022</strong> · MESSEN<br />

Flexible Dosiersysteme<br />

im Hygienic Design<br />

Brabender auf der Anuga FoodTec <strong>2022</strong><br />

B<br />

rabender Technologie, einer<br />

der führenden Hersteller<br />

von gravimetrischen Dosiergeräten<br />

mit digitaler Wägetechnik<br />

sowie Austragsvorrichtungen für<br />

Schüttgüter und Flüssigkeiten<br />

zeigt auf der diesjährigen Anuga<br />

FoodTec sein Portfolio an Dosiersystemen<br />

für jeden Rohstoff in<br />

der Lebensmittelindustrie.<br />

Anuga FoodTec <strong>2022</strong>:<br />

Halle 10.1, Stand B021<br />

Weitere Informationen:<br />

www.brabender-technologie.com<br />

Bildquelle: Brabender<br />

Der Schüttgutdosierer<br />

FlexWall ® Plus eignet sich<br />

im Hygienic Design für<br />

Anwendungen in der<br />

Lebensmittel- und<br />

Tiernahrungsindustrie.<br />

Integration konsequent<br />

weitergedacht<br />

NORD DRIVESYSTEMS auf der Anuga FoodTec <strong>2022</strong><br />

IE5+ Synchronmotoren in zwei<br />

Baugrößen sind im glatten Motordesign<br />

ideal für Washdown-Anwendungen in der<br />

Lebensmittelbranche geeignet.<br />

Im April <strong>2022</strong> stellt NORD<br />

DRIVESYSTEMS auf der diesjährigen<br />

Anuga FoodTec aus. Mit<br />

dem IE5+ Synchronmotor setzt<br />

das Unternehmen dort neue<br />

Maßstäbe in Bezug auf die Energieeffizienz<br />

von Antriebssystemen<br />

in Lebensmittelindustrie<br />

und Intralogistik. Der effiziente<br />

IE5+ Motor wurde nun sowohl in<br />

ein einstufiges Stirnradgetriebe<br />

integriert – was den Systemwirkungsgrad<br />

erneut optimiert – als<br />

auch in der nächsten Baugröße<br />

auf den Markt gebracht.<br />

Anuga FoodTec <strong>2022</strong>:<br />

Halle 7.1, Stand A030<br />

Weitere Informationen:<br />

www.nord.com<br />

Bildquelle: NORD DRIVESYSTEMS<br />

Auf ganzer Linie<br />

profitieren.<br />

Besuchen Sie uns<br />

auf der Anuga Food Tec, Köln<br />

26. bis 29. April <strong>2022</strong><br />

Halle 8.1, Stand C010<br />

Besuchen Sie uns<br />

auf der IFFA, Frankfurt a. M.<br />

14. bis 19. Mai <strong>2022</strong><br />

Halle 11.1, Stand B11<br />

Maximale Ausbeute.<br />

Minimales Give-away.<br />

Perfekte Hygiene.<br />

Portionieren, slicen und verpacken Sie Wurst, Schinken und Käse effizient<br />

und prozesssicher. Gesteuert über die zentrale MULTIVAC Line Control<br />

und mit digitaler Unterstützung der MULTIVAC Smart Services.<br />

Unser Engineering-Know-how eröffnet Ihnen über die ganze Prozesskette<br />

hinweg weitere Einsparpotenziale: z. B. beim Zuführen, Beladen,<br />

Kennzeichnen, Prüfen und Kartonieren. Mit nur einem Ansprechpartner<br />

für Beratung, Projektierung, Wartung, Service und Schulung.<br />

Nähere Informationen unter www.multivac.com<br />

APRIL 2 · <strong>2022</strong> <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong><br />

41


MESSEN · ANUGA FOODTEC <strong>2022</strong><br />

Leistung, Flexibilität und Hygienic Design<br />

Daxner auf der Anuga FoodTec <strong>2022</strong><br />

axner realisiert weltweit Hightech-Anlagenlösungen<br />

für das Handling von Pul-<br />

D<br />

vern und Granulaten und zeigt sein Knowhow<br />

auf der kommenden Anuga FoodTec.<br />

Für die Qualitäts- und Hygienestandards im<br />

Food-Bereich entwickelte man die agilen und<br />

flexiblen Container Handling Systeme DCS.<br />

Die Rohstoffe werden während dem gesamten<br />

Herstellungsprozess voll automatisiert und<br />

zugleich schonend in einem geschlossenen<br />

Containersystem transportiert – wahlweise in<br />

Verbindung mit lasergesteuerten, fahrerlosen<br />

Transportfahrzeugen (FTS) oder einer Kombination<br />

mit einem Regalbediengerät, Kettenbahnen<br />

und Shuttlesystemen.<br />

Daxner Dosiersiebmaschine DM 30 EC<br />

Ein individuell zugeschnittenes Anlagenkonzept<br />

gewährt eine vollständige Transparenz<br />

des Materialflusses, sodass das Risiko einer<br />

Kreuzkontamination des Endproduktes absolut<br />

minimiert werden kann. Zugleich sind<br />

hohe Durchsatzleistungen möglich. Produkt-<br />

und Chargenwechsel können jederzeit<br />

mit minimalem Aufwand durchgeführt werden,<br />

um so der enormen Vielfalt an Rohstoffen<br />

und Rezepturen in vielen Produktionen gerecht<br />

zu werden. CIP- oder COP-Reinigungssysteme<br />

(Nassreinigung) der Daxner Container<br />

Systeme minimieren die Reinigungsdauer sowie<br />

den Reinigungsaufwand und maximieren<br />

somit die Anlagenverfügbarkeit.<br />

Mit der neu entwickelten DM 30 EC stellt<br />

Daxner eine All-in-one Wirbelstromsiebmaschine<br />

mit Dosiereinheit im Hygienic Design<br />

für einfachste Reinigbarkeit vor. Eine integrierte<br />

Dosiereinheit fördert und dosiert, das<br />

Rohprodukt in das Innere der Maschine, wo<br />

gleichzeitig in der Siebeinheit, das Feingut<br />

vom Grobgut getrennt wird. Mittels einer ergonomischen<br />

Auszugsvorrichtung kann die<br />

Sieb- und Dosiereinheit ohne Kraftaufwand<br />

zur Kontrolle und Reinigung herausgezogen<br />

und geschwenkt werden.<br />

Anuga FoodTec <strong>2022</strong>:<br />

Halle 10.1, Stand D061 D069<br />

Weitere Informationen:<br />

www.daxner.com<br />

Bildquelle: Daxner<br />

smarte Sensorlösungen<br />

Baumer auf der Anuga FoodTec <strong>2022</strong><br />

Hitzerobuste Prozesssensoren für CIP Anwendungen,<br />

perfektes Timing für den<br />

Containerwechsel in der Lagerhaltung, smartes<br />

Engineering von der Verarbeitung bis zur<br />

Verpackung – der Sensorspezialist Baumer<br />

präsentiert auf der Anuga FoodTec in Köln<br />

clevere Lösungen für die Lebensmittel- und<br />

Getränkeindustrie.<br />

Analysesensor<br />

PAD20 von<br />

Baumer<br />

Prozessmedium und vermeidet so das Trockenlaufen<br />

von Pumpen und Anlagenausfälle.<br />

Zugleich können die Container vollständig<br />

entleert werden. Das steigert die Anlageneffektivität<br />

und reduziert den Produktverlust,<br />

bei höchster Prozesssicherheit und Qualität.<br />

Dort zeigt Baumer unter anderem eine Weltneuheit<br />

– einen Sensor der dank seines innovativen<br />

Messprinzips Ressourcen einspart,<br />

Lebensmittelsicherheit erhöht und Produktionsausfälle<br />

verhindert. Der PAD20 meldet<br />

zuverlässig den Leerstand bei mobilen Transportcontainern<br />

und damit den perfekten Zeitpunkt<br />

für den Containerwechsel, etwa in der<br />

Joghurt-Produktion. Das Prinzip ist einfach,<br />

die Technik dahinter smart – der Sensor erkennt<br />

selbst kleinste Luft- und Gasblasen im<br />

Anuga FoodTec <strong>2022</strong>:<br />

Halle 7.1, Stand A038 B039<br />

Weitere Informationen:<br />

www.baumer.com<br />

Bildquelle: Baumer<br />

42 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 2· <strong>2022</strong> APRIL


INGREDIENTS<br />

APRIL 2 · <strong>2022</strong> <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong><br />

43


MESSEN · ANUGA FOODTEC <strong>2022</strong><br />

Neue digitale VerpackungLösungen<br />

Schubert auf der Anuga FoodTec <strong>2022</strong><br />

die Digitalisierung eröffnet Unternehmen<br />

in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie<br />

neue Chancen für die Vernetzung ihrer<br />

Prozesse. Auf der Anuga FoodTec zeigen<br />

Aussteller, wie die digitale Transformation erfolgreich<br />

umgesetzt werden kann – darunter<br />

auch Schubert. In Halle 7.1 zeigt der Verpackungsmaschinenhersteller<br />

seine Lösungen<br />

für die digitale Transformation. Vor Ort wird<br />

ein lightline Cartonpacker Reibekäse-Tüten in<br />

Kartons verpacken. In der Maschine werden<br />

die Kartons aufgerichtet und mit den Beuteln<br />

befüllt. Dank der zwei Zuschnitt-Magazine ist<br />

es möglich, die Beutel in zwei verschiedene<br />

Arten von Kartons zu verpacken. Ein GS.Gate<br />

ermöglicht einen sicheren Zugriff auf die Maschinen-<br />

und Produktionsdaten.<br />

Digitale Daten als Basis für neuen Service<br />

Auf der Messe stellt Schubert seine neuen digitalen<br />

CARE-Leistungen vor, durch die Verpackungsprozesse<br />

optimiert werden können,<br />

um Ressourcen und Kosten zu sparen.<br />

Unterstützung beim Umstieg<br />

auf umweltschonende Verpackungen<br />

Auch über das Thema Nachhaltigkeit informiert<br />

Schubert auf der Anuga FoodTech. Die<br />

Besucher erfahren zum Beispiel, wie mit Unterstützung<br />

durch die Experten von Schubert-<br />

Consulting die Umstellung auf umweltschonende<br />

Verpackungslösungen so gelingt, dass<br />

sich Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit<br />

miteinander vereinbaren lassen. Auch Fragen<br />

zur hauseigenen Verpackungsentwicklung beantwortet<br />

das Team gerne.<br />

Premiere: Neuer 3D-Drucker wird<br />

erstmals Publikum vorgestellt<br />

In Köln präsentiert Schubert Additive Solutions<br />

zudem eine Neuentwicklung. Über die<br />

virtuelle Web-Plattform der Schubert-Tochter<br />

können Hersteller bereits Kunststoffteile<br />

in der eigenen Produktion mittels 3D-<br />

Druck produzieren. Jetzt hat Schubert Additive<br />

Solutions dafür einen qualitativ hochwertigen<br />

3D-Drucker entwickelt, der über LTE<br />

PARTBOX: Neuer 3D-Drucker für Format- und Ersatzteile<br />

mit der Plattform verbunden ist und für optimale<br />

Druckergebnisse sorgt. „Die PARTBOX<br />

ermöglicht es dem Nutzer, benötigte Teile<br />

direkt an Ort und Stelle anzufertigen“, sagt<br />

Marcus Schindler, Bereichsleiter Supply<br />

Chain Management bei der Gerhard Schubert<br />

GmbH und Geschäftsführer von Schubert<br />

Additive Solutions.<br />

Anuga FoodTec <strong>2022</strong>:<br />

Halle 7.1, Stand C071<br />

Weitere Informationen:<br />

www.schubert.group<br />

Bildquelle: Schubert<br />

Proven Excellence<br />

Netzsch auf der Anuga FoodTec <strong>2022</strong><br />

S<br />

peziell für Anwendungen im Lebensmittelbereich<br />

zeigt NETZSCH sein breites<br />

Portfolio an Hygienepumpen auf der ANUGA<br />

FoodTec, von der mobilen NEMO ® Getränkepumpe,<br />

über die Behälterentleerung, bis<br />

hin zur komplett schmierölfreien TORNADO ®<br />

T.Sano ® Drehkolbenpumpe und der neuen<br />

NOTOS ® 2NSH Hygiene-Zweispindelpumpe.<br />

Anuga FoodTec <strong>2022</strong>:<br />

Halle 4.1, Stand D088 C089<br />

Weitere Informationen:<br />

www.netzsch.com<br />

Bildquelle: NETZSCH<br />

44 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 2· <strong>2022</strong> APRIL


ANUGA FOODTEC <strong>2022</strong> · MESSEN<br />

Leistung, Flexibilität und Zuverlässigkeit<br />

MULTIVAC Traysealer T 305 – Produkteinführung auf der Anuga FoodTec<br />

Mit dem kompakten, vollautomatischen<br />

T 305 stellt<br />

MULTIVAC einen neuen Traysealer<br />

vor, der sich durch seine<br />

Leistungsstärke, eine hohe<br />

Packungsqualität und Flexibilität<br />

beim Verpacken auszeichnet.<br />

Der flexible Allrounder baut auf<br />

dem Erfolg des bewährten Traysealers<br />

T 300 auf und ist für<br />

das Verpacken von kleinen und<br />

mittleren Chargen und schnelle<br />

Produktwechsel im Lebensmittelbereich<br />

konzipiert. Das<br />

neue Modell wird auf der Anuga<br />

FoodTec <strong>2022</strong> erstmals der<br />

Öffentlichkeit vorgestellt.<br />

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten<br />

Der neue Traysealer wurde für die<br />

Herstellung von attraktiven MAPund<br />

Vakuum-Skinverpackungen<br />

in kleinen bis mittleren Chargen<br />

entwickelt und lässt sich für unterschiedlichste<br />

Anwendungen<br />

optimal einsetzen: Ganz gleich,<br />

ob es sich um Ready Meals, Convenience<br />

Food und Snacks oder<br />

Fleisch, Wurstwaren, Käse, Fisch<br />

und Meeresfrüchte, Obst oder<br />

Gemüse handelt. Hinsichtlich<br />

der Packungsform sowie der Materialien<br />

sind dem T 305 dabei<br />

kaum Grenzen gesetzt. Denn er<br />

kann eine breite Vielfalt an Trays<br />

mit einer maximalen Formatbreite<br />

von 420 x 300 mm aus Papier<br />

bzw. Karton, Kunststoff, Aluminium<br />

und geschäumten Materialien<br />

sowie unterschiedliche Oberfolien<br />

verarbeiten. Dabei können<br />

auch nachhaltige Packstoffe wie<br />

Monomaterialien oder MULTIVAC<br />

PaperBoard eingesetzt werden.<br />

Zuverlässigkeit,<br />

Wirtschaftlichkeit und<br />

Energieeffizienz<br />

Mit den energieeffizienten Antriebssystemen<br />

und dem auf<br />

Langlebigkeit ausgelegten Design<br />

ist der neue Traysealer auf<br />

Nachhaltigkeit ausgerichtet. Bei<br />

seiner Entwicklung wurde zudem<br />

besonderer Wert auf gute<br />

Reinigbarkeit, Benutzerfreundlichkeit<br />

und vor allem Sicherheit<br />

gelegt: Der T 305 ist über seine<br />

IPC03-Steuerung mit Touchscreen<br />

besonders leicht und einfach<br />

zu bedienen und sein kompletter<br />

Einlegebereich lässt sich<br />

dank Reinigungsklappen komplett<br />

durchspülen. Notwendige<br />

Rezept- und Formatwechsel lassen<br />

sich in kürzester Zeit und<br />

mit maximaler Prozesssicherheit<br />

durchführen.<br />

Zudem kommen Anwender im<br />

hektischen Alltag nicht mit heißen<br />

Werkzeugsets in Berührung.<br />

Traysealer T 305<br />

von MULTIVAC<br />

Und dank des Werkzeugwechselwagen<br />

DT 305 können Formatwechsel<br />

schnell, komfortabel<br />

und sicher durchgeführt werden.<br />

Nicht zuletzt ist der neue T 305<br />

bereits für die Nutzung der verschiedenen<br />

Smart Services von<br />

MULTIVAC optimal vorbereitet.<br />

Messeexponat: kompakte<br />

und hochflexible<br />

Portionierlinie<br />

Auf den Messen wird der T 305<br />

als Teil einer hochflexiblen Portionierlinie<br />

für SB-Packungen<br />

zu sehen sein. Ein Portionierer<br />

des Typs GMS 400 schneidet<br />

Steaks und legt sie geschindelt<br />

auf ein Transportband. Parallel<br />

zu diesem Transportband<br />

werden Trays entstapelt und auf<br />

einem zweiten Band abgelegt.<br />

Vor dem Traysealer T 305 treffen<br />

beide Transportbänder aufeinander<br />

und die Portionen gleiten<br />

in die Trays. Dieser einspurige<br />

Produktfluss von befüllten<br />

Trays wird von einem Linienverteiler<br />

auf zwei Spuren aufgeteilt,<br />

da der Traysealer zweispurig ausgelegt<br />

ist. In der Verpackungsmaschine<br />

werden die Trays mit<br />

Schutzatmosphäre verpackt.<br />

Wasser behandeln<br />

Nachhaltig • effizient • zuverlässig<br />

•Wasser wiederverwenden<br />

•Abwasser behandeln<br />

•Betriebskosten<br />

optimieren<br />

•Anlagenbetrieb<br />

digitalisieren<br />

Anuga FoodTec <strong>2022</strong>:<br />

Halle 8.1, Stand C010 F028<br />

Weitere Informationen:<br />

www.multivac.com<br />

Bildquelle: MULTIVAC<br />

Wir<br />

sind dabei:<br />

Anuga FoodTec<br />

in Köln<br />

26.-29.04.<strong>2022</strong><br />

Stand B010-B018<br />

Halle 10.1<br />

EnviroChemie GmbH<br />

In den Leppsteinswiesen 9<br />

64380 Rossdorf<br />

www.envirochemie.com<br />

Standorte International:<br />

Benelux · Bulgarien · Großbritannien<br />

· Irland · Marokko<br />

Mittlerer Osten · Österreich<br />

Polen · Rumänien · Russland<br />

Schweiz · Schweden<br />

APRIL 2 · <strong>2022</strong> <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong><br />

45


MESSEN · ANUGA FOODTEC <strong>2022</strong><br />

Anlagen- und Verpackungslösungen der Zukunft<br />

KHS auf der Anuga FoodTec <strong>2022</strong><br />

Die KHS Gruppe präsentiert auf der Messe<br />

Anuga FoodTec ihr gesamtes Portfolio<br />

an moderner Abfülltechnik und umweltschonenden<br />

Verpackungslösungen. Mit der effizienten<br />

Blocklösung InnoPET BloFill ACF-L<br />

zeigt der Systemanbieter die Zukunft der<br />

aseptischen Abfüllung.<br />

stellen hohe Anforderungen an heutige Maschinen<br />

und Anlagen“, sagt Dr. Johannes T.<br />

Grobe, Geschäftsführer Sales und Service der<br />

KHS Gruppe. „Unsere intelligenten Lösungen,<br />

die wir auf der diesjährigen Anuga FoodTec<br />

präsentieren, werden diesen Bedürfnissen in<br />

jeder Hinsicht gerecht.“<br />

Ein weiterer Fokus liegt auf neuen Standardschnittstellen<br />

für die Kommunikation zwischen<br />

KHS-Maschinen und den IT-Systemen<br />

der Kunden. Zudem widmet man sich<br />

mit seinen ganzheitlichen Verpackungssystemen<br />

kontinuierlich der Ressourcenschonung<br />

und dem Umweltschutz. „Effiziente und wirtschaftliche<br />

Abfüll- und Verpackungsprozesse<br />

Anuga FoodTec <strong>2022</strong>:<br />

Halle 5.1, Stand B051 C058<br />

Weitere Informationen:<br />

www.khs.com<br />

Bildquelle: KHS<br />

InnoPET BloFill ACF-L<br />

Neue Standards bei Hygiene und SauberkeiT<br />

Transportverpackungen von WERIT auf der Anuga FoodTec <strong>2022</strong><br />

In diesem Jahr präsentiert sich die WERIT<br />

Gruppe im April auf der Anuga FoodTec in<br />

Köln als Partner des Mittelstandes mit Fokus<br />

auf der Lebensmittelindustrie, der Logistik<br />

sowie kundenspezifischen Lösungen.<br />

NUTRiline Food Family: Für Lebensmittel<br />

und sensible Flüssigkeiten.<br />

Das Befördern verschiedenster Güter stellt<br />

unterschiedliche Anforderungen an eine geeignete<br />

Verpackung. Durch jahrelange Erfahrung<br />

beim Thema Transportverpackung<br />

kennt man bei WERIT die Besonderheiten der<br />

Lebensmittelindustrie und weiß um die umfangreichen<br />

Sicherheitsrichtlinien, je nach<br />

Füllmedium.<br />

Mehrwegtransportverpackungen, Hygienepaletten<br />

oder IBC sind ideale Industrieverpackungen<br />

und tragen zu reibungslosen logistischen<br />

Abläufen bei. So lassen sich unter<br />

anderem Kleinstverpackungen durch<br />

die praktischen Helfer schnell, einfach und<br />

ohne Schäden an ihr Ziel transportieren und<br />

große Lasten werden durch starke Kunststoffpaletten<br />

ein Leichtes. Selbst bei intensivem<br />

Einsatz und hoher Belastung bleiben<br />

die Ladungsträger aus HDPE formstabil sowie<br />

splitterfrei und bieten ein hohes Maß an<br />

Sicherheit für diese logistischen Abläufe.<br />

Anuga FoodTec <strong>2022</strong>:<br />

Halle 7.1, Stand A081<br />

Weitere Informationen:<br />

www.werit.eu<br />

Bildquelle: WERIT<br />

46 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 2· <strong>2022</strong> APRIL


NEWS/EVENTS<br />

July 10–13, <strong>2022</strong><br />

McCormick Place | Chicago, IL<br />

Reconnect Learn Innovate<br />

Registration is Now Open!<br />

Stay connected with the latest<br />

IFT FIRST updates at iftevent.org


MESSEN · IFFA <strong>2022</strong><br />

Prozesstechnik und Zutaten<br />

IFFA <strong>2022</strong> – wie die Herstellung von Lebensmitteln aus alternativen Proteinen gelingt<br />

Ob aus Pflanzen, Insekten oder kultiviertem Fleisch – Fleischalternativen nehmen in ihrer Bedeutung zu. Alternative<br />

Proteine sind daher eines der Topthemen der diesjährigen Fachmesse IFFA <strong>2022</strong> vom 14. bis 19. Mai in Frankfurt am<br />

Main. Mindestens 200 der rund 900 Aussteller präsentieren Produkte für diesen Bereich.<br />

Der Markt für pflanzenbasierte Fleischalternativen<br />

verzeichnet hohe Wachstumsraten.<br />

In einer kürzlich veröffentlichten<br />

Studie geht das Good Food Institute davon<br />

aus, dass der Absatz von pflanzlichem<br />

Fleisch im Jahr 2030 etwa 6 Prozent des<br />

weltweiten Fleischmarkts ausmachen wird [1] .<br />

Bei der Herstellung der Produkte kommen<br />

neben Soja oder Reis weitere Rohstoffe wie<br />

Lupinen, Erbsen, Weizen, Sonnenblumen,<br />

Hanf oder auch Algen zum Einsatz. Die Erforschung<br />

immer neuer Proteinquellen läuft<br />

zusätzlich auf Hochtouren. Beim Verbraucher<br />

spielen einerseits der gesundheitliche Mehrwert<br />

sowie die Ähnlichkeit mit Fleisch in Bezug<br />

auf Mundgefühl, Geschmack und Aussehen<br />

eine wichtige Rolle. Laut einer Analyse<br />

der Boston Consulting Group [2] könnten pflanzenbasierte<br />

Proteine mit ihren tierischen Vorbildern<br />

etwa 2023 gleichziehen, was Preis,<br />

Geschmack und Textur angeht.<br />

Auf der IFFA präsentieren sich eine Reihe an<br />

Herstellern, die den Rohstoff – Proteinmehle<br />

oder Proteintexturate – für die Weiterverarbeitung<br />

zu Fleischalternativen anbieten. Zu den<br />

Ingredients- und Casings-Herstellern für pflanzenbasierte<br />

Produkte zählen unter anderem<br />

ADM, Biospringer, Euroduna Food Ingredients,<br />

Givaudan, Hydrosol/Planteneers, Loryma,<br />

Soy Austria oder Viscofan. „Ein leckerer Geschmack<br />

ist für die Verbraucher das wichtigste<br />

Kriterium beim Kauf pflanzlicher Produkte.<br />

Bei der Entwicklung neuer Produkte ist es<br />

wichtig, einen ganzheitlichen Ansatz zu verfolgen:<br />

Zutaten, Technologie, Markttrends<br />

und kulinarische Einflüsse sind wichtige Faktoren,<br />

die es zu berücksichtigen gilt“, weiß<br />

Lucas Huber, Marketing Manager Plant Attitude<br />

Europe, Taste & Wellbeing bei Givaudan.<br />

„Unsere Expertise in Bezug auf Geschmack,<br />

Textur, Farben, Proteine und Ingredienzien ermöglicht<br />

es uns, gemeinsam mit unseren Kunden<br />

besondere Produkte zu kreieren und die<br />

Produktentwicklung zu beschleunigen.“ Für<br />

Norbert Klein, Leiter Forschung und Entwicklung<br />

bei Loryma ist Textur das Schlüsselwort,<br />

Innovative Zutaten für die Produktion von schmackhaften Fleischalternativen.<br />

damit pflanzliche Alternativen ankommen.<br />

„Für perfekte Endprodukte bieten wir vielfältige<br />

innovative Extrudate, Bindungs- und Stabilisierungssysteme<br />

sowie Panaden und Coatings.<br />

Besonderes Augenmerk liegt auf einer<br />

kurzen Zutatenliste und attraktiven Nährwerten<br />

– funktionelle Ingredients aus Weizen können<br />

hier punkten und gleichzeitig technologische<br />

Vorteile bieten.“ Um Zeit und Kosten bei<br />

Produktinnovationen zu reduzieren, spielen<br />

digitale Konfiguratoren, die es Herstellern erlauben<br />

ihr Wunschprodukt innerhalb von kürzester<br />

Zeit zusammenzustellen, eine wichtige<br />

Rolle. „Die Digitalisierung schreitet auch im<br />

B2B-Bereich mit großen Schritten voran“, erläutert<br />

Dr. Dorotea Pein, Leiterin des Produktmanagements<br />

bei Planteneers. „Insofern erschien<br />

es uns nur logisch, ein Instrument anzubieten,<br />

das unseren Kun den die digitale<br />

Produktentwicklung enorm erleichtert.“<br />

Verarbeitungstechnologien – dem<br />

Fleisch verblüffend ähnlich<br />

Um eine fleischähnliche Textur zu erhalten,<br />

werden häufig Extrusionsverfahren angewendet.<br />

Je nach Verfahren können trockene<br />

Granulate entstehen, die zu hackfleischartigen<br />

Produkten weiterverarbeitet werden oder<br />

durch Nassextrusion faserige Proteinstrukturen<br />

für beispielsweise vegetarische Schnitzel.<br />

Wichtige Anbieter auf der IFFA <strong>2022</strong> sind hier<br />

unter anderem Bühler oder Coperion. Die Bedeutung<br />

der Extrusion für die Produktion von<br />

Fleischalternativen fasst Stefan Gebhardt, General<br />

Manager Sales and Strategy, Business<br />

Unit Food & Pharma bei Coperion zusammen:<br />

„Mit der Extrusionstechnologie wird allen Anwendern,<br />

z.B. Start-ups sowie größeren Herstellern<br />

von Fleischalternativen, die passende<br />

Kerntechnologie an die Hand gegeben,<br />

um der steigenden Marktnachfrage nachzukommen<br />

und weitere Produktentwicklungen<br />

in diesem Bereich voranzutreiben. Die Flexibilität<br />

des Doppelschneckenextruders ermöglicht<br />

die Produktion von TVP (Trockentexturate)<br />

und HMMA (Nasstexturierung) sowie zahlreicher<br />

weiterer Extrudate auf einer Maschine.<br />

Zudem ist mit unseren Technologien die Verwendung<br />

auch von neuen Proteinalternativen<br />

wie Hanfprotein und Mikroalgen möglich.“<br />

Die Weiterverarbeitung zum Patty, zum Schnitzel<br />

oder der Wurst erfolgt über klassische Lebensmittelverarbeitungsmaschinen<br />

wie Kutter,<br />

Wölfe, Füller oder Formmaschinen, die<br />

auch bei der Fleischverarbeitung zum Einsatz<br />

48 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 2· <strong>2022</strong> APRIL


IFFA <strong>2022</strong> · MESSEN<br />

kommen. Zahlreiche Technologieanbieter der<br />

IFFA bieten daher neben ihren Produktionslinien<br />

für die Fleischverarbeitung auch solche<br />

für die Herstellung von Fleischalternativen<br />

an und stehen Messebesuchern für jegliche<br />

Fragen rund um das Thema Verarbeitung<br />

von alternativen Proteinen zur Verfügung.<br />

Dazu gehören beispielsweise Albert Handtmann<br />

Maschinenfabrik, Gea Food Solutions,<br />

Marel, Marlen International, Maschinenfabrik<br />

Seydelmann, Metalquimia, Middleby, Provisur<br />

oder Vemag Maschinenbau. „Bei pflanzlichen<br />

Erzeugnissen geht es in erster Linie darum,<br />

den Verbrauchern alternative Möglichkeiten<br />

zu bieten. Um die Entscheidung so einfach<br />

wie möglich zu gestalten, spielen Form<br />

und Optik eine entscheidende Rolle, die Alternativen<br />

einordnen zu können. Neben den<br />

klassischen Anwendungen wie Burger Patties,<br />

Hack oder Würstchen bieten wir Raum<br />

für kreative Ideen, neue Formen und individuelle<br />

Lösungen“, weiß Jens Thörnich, Product<br />

Manager Plant Based Protein bei Vemag Maschinenbau.<br />

„Vom halbautomatischen Abfüllen<br />

bis hin zu hoch automatisierten Prozessen<br />

präsentieren wir ein breites Sortiment zur Herstellung<br />

verschiedener Anwendungen mit alternativen<br />

Proteinquellen.“<br />

Kultiviertes Fleisch und Insektenproteine<br />

Kultiviertes Fleisch bringt ganz neue Akteure<br />

an den Start. Start-ups in der Biotechnologie<br />

aus der ganzen Welt arbeiten am Fleisch<br />

der Zukunft aus dem Labor. Das Prinzip ist<br />

überall das gleiche: Einem Tier werden über<br />

Biopsie Stammzellen entnommen und zwar<br />

um Fleisch nachzubilden sowohl aus dem<br />

Muskel- als auch aus dem Fettgewebe. Die<br />

Zellen werden anschließend in großen Bioreaktoren<br />

vermehrt und die Zellmassen können<br />

dann beispielsweise zu Patties geformt<br />

werden. Durch den Einsatz von 3D-Druckern<br />

oder essbaren Trägerstoffen entstehen Clean-<br />

Meat-Produkte mit Struktur. Um die Akzeptanz<br />

zu erhöhen und den Preis zu senken,<br />

forschen die Unternehmen an pflanzlichen<br />

Nährlösungen, die das bisher notwendige tierische<br />

Serum ersetzen. Was noch getan werden<br />

muss, bevor kultiviertes Fleisch in größerem<br />

Maße verfügbar sein wird, fasst Stephanie<br />

Jaczniakowska-McGirr, International Head of<br />

Food Industry & Retail bei ProVeg International<br />

zusammen: „Obwohl kultiviertes Fleisch<br />

vielversprechende Möglichkeiten aufweist,<br />

sehen wir drei dringende Herausforderungen:<br />

Um einige technische Hürden zu bewältigen,<br />

ist mehr öffentlich finanzierte Forschung mit<br />

offenem Zugang erforderlich. Der Rechtsrahmen<br />

muss weiter ausgebaut werden, um ein<br />

günstiges Umfeld für Erzeuger und Verbraucher<br />

zu schaffen. Außerdem ist eine breitere<br />

Information nötig, um den Weg für eine faire<br />

und objektive Aufnahme von kultiviertem<br />

Fleisch in der Gesellschaft zu ebnen.“<br />

Auch insektenbasierte Lebensmittel haben<br />

das Potenzial, einen wesentli chen Beitrag zur<br />

Proteinversorgung der Zukunft zu leisten. Das<br />

Fraunhofer Institut für Verfahrenstechnik und<br />

Verpackung legt auf der IFFA auf dem Stand<br />

des VDMA Fachverbands Nahrungsmittelmaschinen<br />

und Verpackungsmaschinen innerhalb<br />

der gesamten Wertschöpfungskette<br />

für Alternative Proteine einen besonderen<br />

Schwerpunkt auf automatisierte Insektenaufzucht<br />

und -verarbeitung. Max Hesse, Gruppenleiter<br />

Maschinen- und Verfahrensentwicklung<br />

des Fraunhofer IVV, führt aus: „Die Zucht und<br />

Verarbeitung von Insekten findet in Asien nach<br />

wir vor zum Großteil durch den Einsatz manueller<br />

Arbeitskraft statt. Um wettbewerbsfähig<br />

zu sein, muss die in Europa und Deutschland<br />

aktuell sehr von KMUs und Startups geprägte<br />

Branche einen hohen Automatisierungsgrad<br />

erreichen. Wir vom Fraunhofer IVV forschen<br />

daher unter anderem an Themen rund um<br />

eine automatisierte, industrielle Aufzucht, um<br />

Insektenproteine großflächig verfügbar zu machen.<br />

Als lebende Organismen mit verschiedenen<br />

Größen/Formen sowie Vitalitätsparametern<br />

stellen Insekten große Herausforderungen<br />

an die Automatisierung. Mit Hilfe von Sensorik<br />

und KI-basierter Analysesoftware wollen wir<br />

beispielsweise Insekten mit bestimmten Eigenschaften<br />

(z.B. Fett-/Chitingehalt) sortieren<br />

und für die gezielte Verwendung in sekundären<br />

bzw. gewinnbringenden Stoffströme freischalten.“<br />

Die Weiterverarbeitung des Insektenproteins<br />

erfolgt dann wie bei pflanzenbasierten<br />

Proteinen über Extrusionsverfahren und Verarbeitungsmaschinen.<br />

Die IFFA <strong>2022</strong> wird zum Hub für Diskussionen<br />

rund um alternative Proteine. Ein attraktives<br />

Rahmenprogramm bietet mit zahlreichen Vorträgen<br />

weiterführende Informationen.<br />

Literaturquellen:<br />

[1] https://gfi.org/resource/<br />

anticipating-plant-based-meat-productionrequirements-2030/<br />

[2] https://www.bcg.com/de-de/publications/2021/<br />

the-benefits-of-plant-based-meats<br />

Weitere Informationen:<br />

www.iffa.de<br />

Bildquelle: Messe Frankfurt<br />

STERILISATION, PASTEURISATION, RÖSTEN, COATEN, TROCKNEN, VORRATSSCHUTZ<br />

FOOD PROCESSING <strong>TECHNOLOGIE</strong>S<br />

• Validierte 5-log Reduktion<br />

• Anwendbar für Bio-Lebensmittel<br />

• Kontinuierlicher Prozess<br />

• Verarbeitung innerhalb von Minuten<br />

• Eine Maschine für alle Prozesse<br />

• Strom als Energiequelle - keine Verbrennung von Gas<br />

GEWÜRZE, KRÄUTER, NÜSSE, SAATEN & VIELES MEHR!<br />

www.kreyenborg.com<br />

<strong>food</strong>@kreyenborg.com<br />

APRIL 2 · <strong>2022</strong> <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong><br />

49


MESSEN · IFFA <strong>2022</strong><br />

Zahlreiche Messeneuheiten<br />

VEMAG auf der IFFA <strong>2022</strong><br />

M<br />

it zahlreichen Neuheiten zu den Themen<br />

Automatisierung, Digitalisierung<br />

und mit flexiblen Lösungen z. B. für<br />

die Würstchenproduktion präsentiert sich<br />

die VEMAG Maschinenbau GmbH, Verden/<br />

Aller, auf der IFFA <strong>2022</strong>. Das Unternehmen<br />

zeigt vom 14. bis zum 19. Mai in Frankfurt<br />

am Main auf dem über 1.600 Quadratmeter<br />

großen Messestand spezielle Lösungen für<br />

die Industrie.<br />

Vakuumfüllmaschine XP1 für die Schinkenproduktion<br />

Messebesucher können sich über leistungsstarke<br />

Vakuumfüllmaschinen der XP-Serie<br />

direkt auf dem Messestand informieren.<br />

So zeigt das Maschinenbauunternehmen<br />

u.a. die XP1 und die XP2 in verschiedenen<br />

Ausführungen. Die Vakuumfüllmaschine<br />

XP1 eignet sich speziell zur Herstellung von<br />

qualitativ hochwertigen Kochschinken. Verschleißfreie<br />

Förderkurven bieten bei der<br />

Maschine genug Platz, um ganze Muskelstücke<br />

produktschonend zu transportieren<br />

bei gleichzeitig sehr hoher Ausstoßleistung.<br />

Die ausgestellte Vakuumfüllmaschine XP2<br />

ist der weltweit leistungsstärkste Vakuumfüller<br />

und kann durch den kraftvollen Förderkurvenantrieb<br />

unterschiedliche Produkte<br />

wie z. B. Salami oder andere feste Massen<br />

schonend verarbeiten. Beide Vakuumfüllmaschinen<br />

sind einfach zu bedienen und<br />

zu reinigen. Die optimale Produktzuführung<br />

gewährleistet der VEMAG-Duo-Drive. Auch<br />

der schnelle Ausbau oder Austausch der<br />

Förderkurven ist möglich.<br />

IFFA <strong>2022</strong>:<br />

Halle 8.0, Stand B04<br />

Weitere Informationen:<br />

www.vemag.de<br />

Bildquelle: VEMAG<br />

Die Anlagen der Serie SEALPAC Amax beweisen maximale Flexibilität<br />

und produzieren unterschiedlichste Verpackungen, darunter besonders<br />

innovative Lösungen, die für mehr Ressourcenschonung<br />

stehen.<br />

„Go sustainable“<br />

IFFA <strong>2022</strong>: Traysealer und Thermoformer für nachhaltige Verpackungskonzepte von SEALPAC<br />

A<br />

ls eine der ersten Leitmessen öffnet<br />

die IFFA <strong>2022</strong>, weltgrößtes Event rund<br />

um Fleisch und alternative Proteine, vom<br />

14. bis 19. Mai <strong>2022</strong> wieder ihre Tore. Die<br />

SEALPAC GmbH hat die pandemiebedingte<br />

Pause optimal zur Weiterentwicklung ihrer<br />

SEALPAC Traysealer und Thermoformer<br />

sowie moderner Verpackungslösungen genutzt.<br />

Das Oldenburger Unternehmen präsentiert<br />

unter dem Motto „Go sustainable“<br />

eine ganze Bandbreite innovativer Technologien<br />

und Konzepte zur Lebensmittelverpackung,<br />

welche die zeitgemäßen Vorgaben<br />

für mehr Nachhaltigkeit bei den nationalen<br />

und internationalen Retail-Unternehmen<br />

aufgreifen.<br />

IFFA <strong>2022</strong>:<br />

Halle 11.0, Stand D11<br />

Weitere Informationen:<br />

www.sealpac.de<br />

Bildquelle: SEALPAC<br />

50 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 2· <strong>2022</strong> APRIL


International Magazine June 2020 ISSN 2628-5851<br />

Ingredients: Hydrocolloids in Pet Food, Acacia Gum's Versatility, Antioxidants<br />

Processing: Optical Sorting, Gentle Cooling, Removing Risks in Food Safety<br />

Packaging: Pouches and Printing, Sustainability, Choosing the Right Bags<br />

Marketing: Ask the Vet, Company News, Updates From the Fairs<br />

International Magazine April 2020 ISSN 2628-5851<br />

Ingredients Indispensable Fatty Acids, Dietary Fiber for Pets, Yeast<br />

Processing HPP Technology, Extruding Fish Feed, Encapsulation<br />

Packaging Canning, Recyclable Bags, Cartons<br />

Marketing<br />

The Vet's Corner, News from Fairs and Firms<br />

IFFA <strong>2022</strong> · MESSEN<br />

Partner für verarbeitetes Fleisch<br />

Ishida auf der IFFA <strong>2022</strong><br />

Ishida liefert der Lebensmittelindustrie<br />

maßgeschneiderte<br />

Verpackungslösungen für Fleisch,<br />

Geflügel und alternative Proteine.<br />

Auf der IFFA demonstriert das<br />

Unternehmen sein Repertoire von<br />

einzelnen Maschinen bis zu kompletten<br />

Linien. Mehrere Neuentwicklungen<br />

feiern Premiere.<br />

Neuer Traysealer für mittlere<br />

und hohe Volumen<br />

Viel Leistung auf wenig Fläche<br />

bietet der Traysealer QX-900-Flex<br />

für Produktionslinien mit mittlerem<br />

und hohem Volumen. Die<br />

neue Maschine erreicht bei der<br />

Schalenversiegelung eine Leistung<br />

von bis zu 15 Takten pro Minute,<br />

was einem Ausstoß von 105<br />

Verpackungen entspricht. Verarbeitet<br />

werden Verpackungen unterschiedlichster<br />

Formate mit und<br />

ohne Schutzgas sowie eine Vielzahl<br />

von Materialien wie recycelter<br />

oder recycelbarer Karton, Monokunststoff<br />

und die neuesten<br />

Varianten von Skinpack und Skin<br />

on Board. Die Anwender profitieren<br />

von Schalen mit verlängerter<br />

Haltbarkeit und minimalem Einsatz<br />

von Verpackungsmaterialien.<br />

Fremdkörperkontrolle<br />

mit Röntgen<br />

Das Röntgenprüfsystem IX-G2-F<br />

löst anspruchsvolle Aufgaben der<br />

Fremdkörperkontrolle. Mit Einsatz<br />

der Dual-Energy-Technik und<br />

Der neue Traysealer<br />

QX-900-Flex<br />

neu entwickelter Liniensensoren<br />

wird eine sehr hohe Detektionsleistung<br />

erreicht. Sogar schwer<br />

erkennbare Fremdkörper mit geringer<br />

Dichte wie beispielsweise<br />

Knochen in Geflügelfleisch lassen<br />

sich zuverlässig aufspüren.<br />

IX-G2-F ist prädestiniert für dicke<br />

Geflügelprodukte mit hoher Dichte<br />

wie Hähnchenfilets oder Hähnchenbrüste,<br />

welche in der Verpackung<br />

überlappen oder ungleichmäßige<br />

Oberflächen aufweisen.<br />

Kleine Stückzahlen und<br />

feste Zielgewichte<br />

Vollautomatisch zwei oder drei<br />

unterschiedlich große und geformte<br />

Frischproduktstücke in<br />

Schalen mit festen Zielgewichten<br />

abfüllen? Der Ishida Robot-<br />

Grader setzt diese anspruchsvolle<br />

Verpackungsaufgabe in die Tat<br />

um. Dazu kombiniert die Maschine<br />

Wiegetechnologie mit einem<br />

Pick-and-Place-System. Herangeführte<br />

Produktstücke werden<br />

einzeln verwiegt und nach ihrer<br />

Form, Position und Ausrichtung<br />

gescannt. Anschließend leistet<br />

eine Sortiersoftware die Auswahl<br />

der Produkte zur Kombination.<br />

Bis zu 150 Schalen pro Minute<br />

verpackt der RobotGrader –<br />

das sind 10 Mal mehr als bei manueller<br />

Verarbeitung. Gleichzeitig<br />

sinkt der Produktverlust auf<br />

unter 1 Prozent. Je nach Ausführung<br />

lassen sich gleichzeitig<br />

bis zu vier Schalenarten und bis<br />

zu drei Zielgewichte verarbeiten.<br />

Mehrkopfwaagen für<br />

verschiedene Anforderungen<br />

Stark haftende und empfindliche<br />

Fleisch- und Geflügelprodukte<br />

verarbeitet die Mehrkopfwaage<br />

CCW-R2-106 mit einer Leistung<br />

von bis zu 30 Wiegungen pro Minute.<br />

Die lineare Waage mit sechs<br />

Köpfen ist darüber hinaus eine<br />

sehr wirtschaftliche Lösung zur<br />

Automatisierung kleinerer Produktionschargen.<br />

Im Vergleich zur<br />

manuellen Verarbeitung werden<br />

deutliche Effizienzsteigerungen<br />

erreicht. Abstreifer an den Kunststoffschalen<br />

und die geriffelten Innenwände<br />

verhindern Produktanhaftungen.<br />

Das Resultat ist eine<br />

hervorragende Genauigkeit und<br />

ein Produktverlust unter 1 Prozent<br />

des Verpackungsgewichts.<br />

2/20<br />

1/20<br />

Die Hochleistungs-Mehrkopfwaage<br />

CCW-RV-214 mit Spiralförderern<br />

ermöglicht die vollautomatische<br />

Verarbeitung stark haftender<br />

Frischprodukte. Anstelle von Radialrinnen<br />

nutzt die Waage um die<br />

eigene Achse rotierende Schrauben<br />

für eine kraftvolle, kontrollierte<br />

und vollautomatische Beschickung<br />

der Schalen. Bei minimalem<br />

Produktverlust lassen sich<br />

Geschwindigkeiten von bis zu 55<br />

Wiegungen pro Minute erreichen.<br />

IFFA <strong>2022</strong>:<br />

Halle 11.0, Stand C11<br />

Weitere Informationen:<br />

www.ishidaeurope.com<br />

Bildquelle: Ishida<br />

Technology & Marketing<br />

Abonniere jetzt...<br />

Die Zeitschrift pet<strong>food</strong> pro ist<br />

ein englisch-sprachiges Magazin<br />

welches aus der Überzeugung<br />

heraus entwickelt worden<br />

ist, das hohe Qualitätsniveau<br />

der Tierernährung sorgfältig<br />

abzubilden.<br />

Die Beiträge entstammen<br />

der Feder hochkarätiger<br />

Autoren und der engagierten<br />

Verlagsredaktion<br />

www.harnisch.com<br />

APRIL 2 · <strong>2022</strong> <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong><br />

51


MESSEN · IFFA <strong>2022</strong><br />

Einfach, pflanzlich<br />

und lecker<br />

GoodMills Innovation auf der IFFA <strong>2022</strong><br />

Der einfache Weg zur pflanzlichen<br />

Fleischalternative:<br />

Im Rahmen der IFFA präsentiert<br />

GoodMills Innovation die<br />

neue Range an VITATEX ® Pflanzentexturaten.<br />

Mit ihnen lassen<br />

sich verschiedene Fleisch-Konzepte<br />

authentisch nachbilden.<br />

Und auch in puncto Verarbeitung<br />

ist VITATEX ® nah am Original:<br />

zur Herstellung von pflanzlichem<br />

Hackfleisch, Patties,<br />

Nuggets oder Schnitzel können<br />

dieselben Maschinen genutzt<br />

werden wie bei der klassischen<br />

Fleischverarbeitung.<br />

IFFA <strong>2022</strong>:<br />

Halle 12.1, Stand C24<br />

Weitere Informationen:<br />

www.goodmillsinnovation.com<br />

Bildquelle: GoodMills Innovation<br />

Digitalisierung,<br />

Nachhaltigkeit und<br />

Anwendungsexzellenz<br />

GEA auf der IFFA <strong>2022</strong><br />

Als weltweit tätiges Unternehmen<br />

in der Lebensmittelindustrie<br />

wird man bei GEA<br />

auf der IFFA <strong>2022</strong> seine Innovationen<br />

in den Bereichen Herstellung,<br />

Tiefkühlung und Verpackung<br />

vorstellen.<br />

Vorteile in den Bereichen Nachhaltigkeit,<br />

Digitalisierung, Produktqualität<br />

und Produktivität<br />

stehen dabei im Mittelpunkt des<br />

Messeauftritts. Neuartige und<br />

innovative Anwendungsmöglichkeiten<br />

in den Sparten Fleischoder<br />

Fleischwaren sowie Geflügelprodukten,<br />

oder pflanzliche<br />

Lebensmittel werden ebenfalls<br />

ein zentrales Thema sein.<br />

IFFA <strong>2022</strong>:<br />

Halle 8.0, Stand G20<br />

Weitere Informationen:<br />

www.gea.com<br />

Bildquelle: GEA<br />

GEA CutMaster<br />

Integrierte Verarbeitungs- und<br />

Verpackungslösungen<br />

MULTIVAC auf der IFFA <strong>2022</strong><br />

Mit seinem breiten Portfolio an Verarbeitungs-<br />

und Verpackungslösungen präsentiert<br />

sich MULTIVAC auf der diesjährigen<br />

IFFA in Frankfurt. Im Fokus stehen dabei integrierte<br />

Linien, die das wirtschaftliche und<br />

nachhaltige Verarbeiten und Verpacken von<br />

Fleisch und alternativen Proteinen ermöglichen.<br />

Weitere Messeschwerpunkte bilden die<br />

Präsentation der digitalen Produkte sowie der<br />

Serviceangebote im Bereich Packungsberatung<br />

und Post Sales Services.<br />

IFFA <strong>2022</strong>:<br />

Halle 11.1, Stand B11 D11<br />

Freigelände F11, Stand A01<br />

Weitere Informationen:<br />

www.multivac.com<br />

Bildquelle: MULTIVAC<br />

52 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 2· <strong>2022</strong> APRIL


PUMPS & VALVES, SOLIDS & RECYCLING-TECHNIK <strong>2022</strong> · MESSEN<br />

Fachmesse-Trio – wegweisend<br />

im Trend der Zeit<br />

PUMPS & VALVES mit SOLIDS & RECYCLING-TECHNIK im Juni <strong>2022</strong> in Dortmund<br />

Am 22. und 23. Juni <strong>2022</strong> treffen sich Vertreter der industriellen Armaturen-, Pumpen-, Schüttgut- und Recycling-<br />

Technik wieder live vor Ort in Dortmund. Mit Themenschwerpunkten wie der Prozessautomation und der Nachhaltigkeit<br />

in der Produktion zeigt sich das Fachmesse-Trio PUMPS & VALVES, SOLIDS und RECYCLING-TECHNIK erneut wegweisend<br />

für die Branchen. Bereits rund 450 fest gebuchte Aussteller erwarten das Fachpublikum im Sommer.<br />

N<br />

ach coronabedingter Pause laden<br />

die Fachmessen PUMPS & VALVES,<br />

SOLIDS und RECYCLING-TECHNIK am<br />

22. und 23. Juni nun endlich wieder zum<br />

persönlichen Austausch in Dortmund ein.<br />

Schon rund 450 Aussteller sind für den Sommer-Termin<br />

fest gebucht und versprechen<br />

Impulse zu zahlreichen Themen, die gegenwärtig<br />

die Branchen bewegen. „Mit den diesjährigen<br />

Schwerpunkten wie der Prozessautomation<br />

und der nachhaltigen Produktion<br />

treffen wir den Nerv der Zeit“, weiß Sandrina<br />

Schempp, Head of Processing Cluster des<br />

Messeveranstalters Easyfairs Deutschland<br />

GmbH. Doch Fachbesucher finden nicht nur<br />

Informationen zu diesen beiden Top-Themen,<br />

sondern auch Anregungen und Lösungen<br />

zum Brand- und Explosionsschutz, der<br />

digitalen Prozessoptimierung und vielen weiteren<br />

aktuellen Fragestellungen der Sparten.<br />

Lösungen für steigende<br />

Anforderungen an die Branchen<br />

Täglich zeigt sich der Wandel der Zeit in<br />

den Medien. Unternehmen leiden unter<br />

Fachkräftemangel, Rohstoffe werden knapp<br />

und teuer, Lieferketten sind zunehmend unsicher<br />

und der Bedarf an nachhaltigen Lösungen<br />

für Industrie und Produktion steigt.<br />

Wo bisher einzelne Prozesse automatisiert<br />

sind, sollen zukünftig komplette Prozessketten<br />

vernetzt und agil den sich ändernden<br />

Anforderungen angepasst werden.<br />

Entscheider suchen nach Mitteln und Wegen,<br />

Prozesse weiter zu optimieren und ihre<br />

Fertigung nicht nur nachhaltig, sondern<br />

auch für zukünftige Generationen klimaneutral<br />

aufzustellen.<br />

Drei Messen, umfassend und<br />

themenübergreifend<br />

Der für Juni fest eingeplante Branchentreff<br />

verbindet daher erstmals alle relevanten Industriebereiche<br />

rund um Handhabung, Verarbeitung<br />

und Recycling von industriellen<br />

Schüttgütern, Flüssigstoffen und Gasen.<br />

Mit dem neuen Fachmesse-Trio reagiert<br />

der Veranstalter Easyfairs auf den aktuellen<br />

Bedarf der Branchen und bietet Besuchern<br />

wie Ausstellern die Möglichkeit, sich themenübergreifend<br />

auszutauschen. Dies bestätigt<br />

auch Peter Eckhoff, Marketingleiter<br />

bei EBRO ARMATUREN Gebr. Bröer GmbH:<br />

„Wir sind bereits seit 2014 Aussteller auf<br />

der SOLIDS Dortmund und nach wie vor begeistert<br />

von der Qualität der Fachbesucher<br />

und den Resultaten im Nachgang. Die erstmalige<br />

Kombination der beiden Fachmessen<br />

SOLIDS und PUMPS & VALVES begrüßen<br />

wir sehr. Wir erreichen damit an einem<br />

Standort ein noch breiteres Spektrum an potenziellen<br />

Kunden. Diese Synergie ist für<br />

uns ein enormer Mehrwert. Wir freuen uns<br />

schon sehr, dass sich am 22. und 23. Juni in<br />

Dortmund die Branche endlich wieder persönlich<br />

treffen kann!“<br />

Vortragsprogramm<br />

Starke Partner und Aussteller aus verschiedenen<br />

Industriezweigen bereichern dabei<br />

das Informationsangebot. So finden Besucher<br />

unter anderem Antworten auf Fragen<br />

zu Themen wie der „Digitalisierung“ bei<br />

den Experten des Mittelstand-Digital Zentrums<br />

Ruhr-OWL oder zu „Condition Monitoring“<br />

bei Pumpe DE. Darüber hinaus erhalten<br />

Teilnehmer am Gemeinschaftsstand des<br />

WFZruhr e.V. wertvolle Anregungen für den<br />

Weg zur konsequenten Kreislaufwirtschaft.<br />

Wer also auf der Suche nach Lösungen für<br />

aktuelle und zukünftige Aufgaben ist, darf<br />

sich den Juni-Termin der PUMPS & VALVES,<br />

SOLIDS und RECYCLING-TECHNIK schon<br />

heute fest im Kalender notieren.<br />

Weitere Informationen:<br />

www.fachmessen-dortmund.de<br />

Kostenfreies Ticket sichern:<br />

Code 2523<br />

Bildquelle: Easyfairs Deutschland GmbH<br />

APRIL 2 · <strong>2022</strong> <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong><br />

53


MESSEN · LOGIMAT <strong>2022</strong><br />

LogiMAT Rahmenprogramm –<br />

Bewährte Qualität in neuem Format<br />

LogiMAT <strong>2022</strong> von 31. Mai bis 02. Juni in Stuttgart<br />

Mit einem attraktiven Rahmenprogramm aus hochkarätig besetzten Fachforen, Live-Events auf der Außenfläche sowie<br />

bis zu 120 digital präsentierten Ausstellervorträgen bietet die LogiMAT <strong>2022</strong> ein vollumfängliches Informationsangebot<br />

über das aktuelle Themenspektrum zukunftsfähiger Intralogistik.<br />

B<br />

ewährte Tradition – und dennoch ist in<br />

diesem Jahr vieles neu: Das anspruchsvolle<br />

Rahmenprogramm mit praxisorientierten<br />

Einblicken und einem Informationsangebot<br />

auf Kongressniveau zählt zu den wesentlichen<br />

Erfolgsfaktoren der Marke LogiMAT. Auch die<br />

erste LogiMAT seit knapp zweieinhalb Jahren<br />

wird das fortführen. Um diesem hohen Anspruch<br />

gerecht zu werden und dabei die Hygieneanforderungen<br />

zu erfüllen, hat der Messeveranstalter,<br />

die EUROEXPO Messe- und Kongress-GmbH,<br />

München, einige Neuerungen<br />

eingeführt. So wurden die Forenflächen des<br />

Rahmenprogramms, die bislang in den Hallen<br />

eingerichtet waren, in diesem Jahr in der neuen<br />

LogiMAT-Arena im Atrium Eingang Ost auf<br />

einer Bühne konzentriert. Nach der offiziellen<br />

Messereröffnung und der Preisverleihung<br />

„Bestes Produkt“ am ersten Messetag vertiefen<br />

dort an den drei Veranstaltungstagen mehr<br />

als 60 ausgewiesene Experten aus Wirtschaft,<br />

Wissenschaft und Fachmedien in 14 Vortragsreihen<br />

die aktuellen Themen der Intralogistik.<br />

Das Spektrum reicht von der zukunftsfähigen<br />

Ausrichtung der Intralogistik durch Open-<br />

Source-Anwendungen und Künstlicher Intelligenz<br />

(KI) über die Vermittlung von Optionen<br />

zur Prozessoptimierung bei Kommissionierung<br />

und Auftragsabwicklung sowie von Entscheidungskriterien<br />

für die Systemauswahl<br />

von Fahrerlosen Transportsystemen (FTS), Automatisierungs-<br />

und Warehouse Management<br />

Systemen bis hin zu Brandschutzkonzepten<br />

für Logistikimmobilien. „Mit der Konzentration<br />

der Fachforen im Atrium im Eingang Ost<br />

können wir die Durchführung der bewährten<br />

Vortragsreihen unter Berücksichtigung eines<br />

verantwortungsvollen Sicherheitsabstandes<br />

gewährleisten“, erklärt LogiMAT-Messeleiter<br />

Michael Ruchty von der EUROEXPO. „Bis zu<br />

150 Fachbesucher können dort an jeder Veranstaltung<br />

teilnehmen und wertvolle Informationen<br />

zur zukunftsfähigen Ausrichtung ihrer<br />

Intralogistik, zur Optimierung ihrer Lieferkette<br />

sowie zu Effizienzsteigerungen und Senkung<br />

von Logistikkosten sammeln.“<br />

Mit der erstmaligen Aktivierung von Freiflächen<br />

im Außengelände zwischen den Hallen<br />

werden dort während der LogiMAT <strong>2022</strong> namhafte<br />

Stapler-Hersteller einige ihrer neuen Intralogistiklösungen<br />

in Live-Cases vorstellen.<br />

120 Ausstellervorträge stimmen<br />

digital auf die LogiMAT ein<br />

Ergänzend zur Präsenzmesse richtet der<br />

Messeveranstalter auf der Internetplattform<br />

LogiMAT.digital das neue Format „Forum<br />

Innovationen.digital“ aus. Dort sind vom<br />

26. April bis 25. Mai kurzweilige, informative,<br />

25-minütige Ausstellervorträge zu verfolgen.<br />

Darin stellen bis zu 120 Unternehmen<br />

vorab ihre Messeneuheiten, Produkte, Lösungen<br />

und Services vor. Zudem werden wissenswerte<br />

Information zu zahlreichen praxisbewährten<br />

Optimierungsoptionen in der Intralogistik<br />

vermittelt. So können Besucher der Internetplattform<br />

nach dem Kickoff bereits ab<br />

26. April erfahren, wie sie Sanktionslisten<br />

online prüfen und gesetzliche Vorgaben erfüllen;<br />

wie sie mit Analysen und Klassifizierungen<br />

eine Bestandsoptimierung und eine<br />

20-prozentige Steigerung der Umschlagshäufigkeit<br />

erzielen; wie intelligente Software<br />

die Lkw-Tourenplanung vereinfacht und verbessert<br />

oder welche Vorteile datengestütztes<br />

Flottenmanagement bietet. Das weitere Themenspektrum<br />

bietet eine Vielzahl probater Lösungen<br />

für aktuelle Fragestellungen und Herausforderungen<br />

oder zeigt bewährte Best-<br />

Practice-Projekte auf. Das reicht von aktivem<br />

Risikomanagement für stabile Supply Chains<br />

und automatisiertem Yard Management über<br />

die Einbindung von Vision Picking oder zuverlässigen<br />

Sortiertechniken in der Lagerlogistik<br />

bis zu praxiserprobten KI-Anwendungen<br />

für die Produktion und intelligenten Realisierungsschritten<br />

der digitalen Transformation.<br />

„Mit diesem Mix aus 14 hochgradig besetzten<br />

Fachforen und bis zu 120 digital präsentierten<br />

Ausstellervorträgen bietet die LogiMAT<br />

den Fachbesuchern einen deutlichen Mehrwert<br />

für zukunftsfähige Investitionsentscheidungen<br />

in der Intralogistik“, resümiert Peter<br />

Kazander, Geschäftsführer der EUROEXPO.<br />

„Dieses neue und breit gefächerte Informationsangebot<br />

steht unseren internationalen Teilnehmern<br />

auf LogiMAT.digital nach kostenfreier<br />

Registrierung, zur Sendezeit und anschließend<br />

in der Mediathek, zur Verfügung“.<br />

Weitere Informationen:<br />

www.logimat-messe.de<br />

Bildquelle: EUROEXPO Messe- und Kongress-GmbH<br />

54 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 2· <strong>2022</strong> APRIL


KENNZEICHNUNG · VERPACKUNG<br />

Klimaneutrale Produktion<br />

MRE Mehner & Rust – Etiketten mit modernster Drucktechnik<br />

Seit etwa 20 Jahren stellt das mittelständische<br />

Unternehmen MRE Mehner &<br />

Rust Etiketten GmbH in Lichtentanne bei<br />

Zwickau Etiketten für verschiedene Einsatzbereiche<br />

her – unter anderem auch für die<br />

Lebensmittelbranche. Oft findet die Etikettierung<br />

von Lebensmitteln unter schwierigen<br />

Bedingungen statt, zum Beispiel in feuchter<br />

und kalter Umgebung oder auf fettigem<br />

Untergrund. Das Unternehmen aus Sachsen<br />

produziert Lebensmittel-Etiketten, die diesen<br />

Ansprüchen gerecht werden – und das<br />

sogar fast klimaneutral.<br />

Druckdaten und die<br />

daraus resultierenden<br />

Druckplatten fertigt<br />

man bei MRE selbst.<br />

Fertigung von Kartonetiketten auf der P5 von Mark Andy. Alle 8 Farbwerke und das sogenannte Wendekreuz (rechtes Bild) sind<br />

in Betrieb. Die Etiketten bekommen einen mehrfarbigen Rückseiten- und Vorderseitendruck. Durch eine beidseitige Lackierung<br />

entsteht auch ein Schutz vor Umgebungsfeuchtigkeit.<br />

2002 beschlossen Klaus-Dieter Rust und<br />

Heiko Mehner, eine eigene Etikettendruckerei<br />

zu gründen. Dies begann mit der Anschaffung<br />

von zwei Konfektionier- und Stanzmaschinen.<br />

Zunächst wurden nur Blankoetiketten produziert.<br />

Um jedoch auch bedruckte Etiketten anbieten<br />

zu können, wurde außerdem eine gebrauchte<br />

Druckmaschine erworben. Im Laufe<br />

der Zeit kamen weitere Druckmaschinen<br />

hinzu. 2019 wurde der bestehende Maschinenpark<br />

durch eine moderne Flexo-Druckmaschine<br />

P5 vom Hersteller Mark Andy mit acht<br />

Farbwerken, drei Stanzwerken, einer Kaltpräge-<br />

und Laminiervorrichtung sowie LED-<br />

Trocknung ersetzt. Dank innovativer Technik<br />

kann diese Maschine nun das Druckvolumen<br />

der drei alten Maschinen alleine bewältigen.<br />

2021 wurde zusätzlich eine weitere Maschine<br />

E5 aus dem Hause Mark Andy mit fünf Druckund<br />

zwei Stanzwerken sowie der energiesparenden<br />

LED-Trocknungstechnik angeschafft.<br />

Mit Hilfe dieser modernen Technik wird nun<br />

die Hälfte der benötigten Energie eingespart.<br />

Durch UV-LED Trocknung entfällt zudem die<br />

Produktion von klimaschädlichem Ozon, wie<br />

es bei den alten Druckmaschinen der Fall war.<br />

Trotz gestiegener Produktionsmengen konnten<br />

die CO 2<br />

-Emissionen mit den neuen Maschinen<br />

innerhalb der letzten fünf Jahre von<br />

70 Tonnen auf 34 Tonnen reduziert werden.<br />

Mit diesen neuen Druckmaschinen kann die<br />

Etikettendruckerei aus Sachsen ihren Kunden<br />

aus den unterschiedlichsten Branchen<br />

außerdem technisch anspruchsvolle Etiketten<br />

anbieten. So ist es mit den drei Stanzwerken<br />

der P5 zum Beispiel möglich, Labels<br />

zu bedrucken, von oben und unten zu<br />

stanzen und zugleich auch noch eine Ausstanzung<br />

im Etikett vorzunehmen. Durch<br />

Aufspalten des Materials kann außerdem<br />

eine Leimneutralisation vorgenommen werden,<br />

gleichzeitig das Material bedruckt und<br />

Träger und Obermaterial anschließend wieder<br />

zusammengeführt werden.<br />

Um vollständig CO 2<br />

-neutral zu werden,<br />

bleibt es jedoch nicht allein bei den technischen<br />

Neuanschaffungen. Seit <strong>2022</strong> produziert<br />

die MRE Mehner & Rust Etiketten<br />

GmbH nur noch mit Öko-Strom. Im Frühjahr<br />

<strong>2022</strong> wird eine Photovoltaikanlage auf dem<br />

Dach der Produktionshalle installiert und der<br />

vorhandene Fuhrpark mit Hybridfahrzeugen<br />

nach und nach auf vollelektrische Autos umgestellt.<br />

Zusätzlich beteiligt sich das Unternehmen<br />

an einem Recyclingprogramm eines<br />

seiner Hauptpapierlieferanten, indem es anfallenden<br />

Abfallverschnitt an diesen zur Aufbereitung<br />

und Herstellung von neuem Silikonträgermaterial<br />

zurückgibt. Ein weiterer<br />

Schritt des Abfallrecyclings erfolgt im Laufe<br />

dieses Jahres. Die Abfälle, die beim Entgittern<br />

der Etiketten entstehen, werden dann<br />

an einen Recyclingbetrieb gesendet, der aus<br />

diesen Abfällen WPC-Produkte fertigt. Mit<br />

all diesen und weiteren Maßnahmen wird es<br />

der MRE GmbH in den kommenden Jahren<br />

gelingen, eine gesamt klimaneutrale Produktion<br />

seiner Etiketten zu erreichen.<br />

Weitere Informationen:<br />

www.mre-etiketten.de<br />

Bildquelle: MRE Mehner & Rust Etiketten GmbH<br />

APRIL 2 · <strong>2022</strong> <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong><br />

55


VERPACKUNG · VERPACKUNGSMASCHINEN<br />

vollautomatische Verpackungsmaschine<br />

für klebrige Produkte<br />

Kombinationswaage der neuen Generation – auch für für Convenience-Lebensmittel<br />

Cabinplant lanciert eine neue Generation von Wiege- und Verpackungsmaschinen für die Lebensmittelindustrie. Die<br />

vollautomatische MHW SF Extreme ermöglicht es erstmals, klebrige Produkte, die unter anderem auf einem boomenden<br />

Convenience-Markt nicht mehr wegzudenken sind, zu wiegen und zu verpacken.<br />

Das Unternehmen Cabinplant in Haarby<br />

auf Fünen, Dänemark, ist Spezialist<br />

für die Entwicklung von Verarbeitungssystemen<br />

für die Lebensmittelindustrie, welche<br />

man inzwischen in alle Welt exportiert.<br />

Mit seiner neuen, vollautomatischen Wiegeund<br />

Verpackungsmaschine sprengt der Hersteller<br />

indes die Grenzen des bisher Möglichen,<br />

wenn es um das Wiegen, Dosieren und<br />

das Verpacken klebriger Produkte geht, die<br />

in einem wachsenden Markt eine entscheidende<br />

Rolle spielen.<br />

Fertiggerichte „ready-to-eat“ erfreuen sich<br />

zunehmender Beliebtheit. Ihr Marktanteil<br />

liegt inzwischen bei 500 Milliarden USD und<br />

wird laut Prognosen in den nächsten Jahren<br />

um jährlich drei Prozent wachsen. Dies ist<br />

ein Trend, der durch die Covid-19-Pandemie<br />

noch verstärkt worden ist. Während der Pandemie<br />

ist sich die Lebensmittelindustrie zudem<br />

der Anfälligkeit ihrer Produktion in zunehmendem<br />

Maße bewusst geworden. Das<br />

gilt vor allem für besonders arbeitskraftintensive<br />

Produktions- und Verpackungslinien.<br />

Durch die neue Wiege- und Verpackungsmaschine<br />

wird ein höherer Grad der Automatisierung<br />

erreicht, wodurch das Risiko von<br />

Produktionsausfällen beträchtlich reduziert<br />

werden kann.<br />

Klebrige Produkte als Hürde<br />

Eine zunehmende Automatisierung ist bislang<br />

wegen der weit verbreiteten Verwendung<br />

klebriger Zutaten in Convenience-Lebensmitteln<br />

gebremst worden, da die vollautomatischen<br />

Verpackungslinien diese schlicht nicht<br />

verarbeiten konnten. Während frische Produkte<br />

wie Hühnchen und Fisch keine Probleme<br />

bereiten, konnten klebrige Produkte<br />

beim Abfüllen in die Verpackungen nicht<br />

durch die Waage fallen. Das neue Patent von<br />

Cabinplant löst dieses Problem.<br />

Patent ermöglicht Vollautomatisierung<br />

In der neuen Multihead-Weigher SF Extreme-<br />

Anlage ist die Kombinationswaage von<br />

Cabinplant mit sogenannten Schneckendosierern,<br />

neuartigen Abstreifern/Wiegeschalen<br />

sowie einer völlig neuen Montagelösung<br />

versehen. Ausgewählte Teilportionen werden<br />

gewogen und in eine Metallwanne gefüllt.<br />

Diese wiederum ist mit speziellen Schabern<br />

ausgestattet, die effektiv dafür sorgen,<br />

dass der gesamte Inhalt in eine Kassette<br />

dosiert werden kann. Von dort aus wird die<br />

Verpackung auf dem Produktionsband mit<br />

dem Inhalt befüllt.<br />

Somit ermöglicht es die revolutionäre Technologie<br />

der neuen Wiegemaschine, eine vollautomatische<br />

Dosierung und Verpackung<br />

von Fertiggerichten mit klebrigen Bestandteilen<br />

wie Gemüsewürfel, Zwiebelringen,<br />

Reis, Nudeln, Thunfischscheiben, Mayonnaise,<br />

Joghurt usw. vorzunehmen – Prozesse,<br />

die zuvor manuell oder teilweise manuell<br />

erfolgen mussten. „Es ist ein technologischer<br />

Durchbruch, der die Grenzen dessen<br />

sprengt, was bislang mit Verpackungslinien<br />

und Mehrkopfwaagen möglich gewesen ist.<br />

Künftig kann die Produktion vieler Fertiggerichte<br />

vollautomatisiert werden“, so Henning<br />

Ingemann Hansen, Director of Research and<br />

Development, Cabinplant A/S.<br />

Dank des einzigartigen Designs von Abstreifern/Wiegeschalen<br />

der neuen Kombinationswaage von Cabinplant bleiben die Zutaten nicht kleben und verstopfen auch nicht.<br />

Das Endprodukt können Fertiggerichte sein,<br />

die in Plastikschalen, Standbeuteln etc.<br />

verpackt werden. Die Kassetten sind aus-<br />

56 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 2· <strong>2022</strong> APRIL


INGREDIENTS<br />

Die neue Mehrkopfwiege- und Verpackungsmaschine<br />

von Cabinplant automatisiert das Wiegen und Verpacken von<br />

verzehrfertigen Mahlzeiten mit klebrigen Zutaten wie geschnittenem Gemüse,<br />

Zwiebelringen, Nudeln, Thunfisch, Mayonnaise und ähnlichem.<br />

tauschbar, was die Reinigungsund<br />

Wechselzeit auf lediglich<br />

5 bis 10 Minuten beschränkt.<br />

Damit sind die Herausforderungen<br />

mit Blick auf häufig wechselnde<br />

Rezepturen und Verpackungsgrößen<br />

gelöst – zumal der<br />

Einzelhandel in so hohem Maße<br />

wie nie zuvor eine größere Vielfalt<br />

sowie häufigere und kleinere<br />

Lieferungen nachfragt.<br />

Hohe Präzision – weniger<br />

Give-away<br />

Dank der innovativen Technologie<br />

wird ein übermäßiges Giveaway,<br />

wie es oft bei manuellen<br />

Fülllinien der Fall ist, vermieden.<br />

Die Präzision der Anlage<br />

ist ausgesprochen hoch und erfüllt<br />

über das vorgeschriebene<br />

Maß hinaus die strenge europäische<br />

E-Norm, der zufolge maximal<br />

2,5 Prozent der Verpackung<br />

untergewichtig sein dürfen.<br />

Schwachstellen in der<br />

Produktion behoben<br />

Cabinplant hat das System in<br />

Zusammenarbeit mit einem großen<br />

europäischen Hühnerproduzenten<br />

entwickelt, der umfassend<br />

in die Herstellung von Fertiggerichten<br />

investiert. Die Erfahrungen<br />

dort haben gezeigt,<br />

dass die Zahl der Operateure<br />

an der Produktionslinie um 8<br />

bis 9 Personen reduziert werden<br />

konnte. Dies entspricht 60<br />

bis 70 Prozent, was wiederum<br />

die Produktivität erhöht und die<br />

Anfälligkeit der Produktion deutlich<br />

mindert.<br />

„Unsere vollautomatische MHW<br />

SF Extreme-Wiegetechnik für<br />

klebrige Produkte hat auf der<br />

Roadmap der Lebensmittelhersteller<br />

eine große Hürde genommen.<br />

Dort sind stetige Produktivitätsverbesserungen<br />

und neue<br />

Lösungen erforderlich, um die<br />

Wettbewerbsfähigkeit mit Blick<br />

auf den Einzelhandel zu steigern.<br />

Daher haben wir hohe Erwartungen<br />

an die neue Lösung – vor allem,<br />

was den Export angeht“, verrät<br />

Michael Falck Schmidt, Vertriebsleiter<br />

bei Cabinplant A/S.<br />

Weitere Informationen:<br />

www.cabinplant.com<br />

Bildquelle: Cabinplant<br />

DORTMUND<br />

18 - 19 Mai <strong>2022</strong><br />

Messe Dortmund<br />

HAMBURG<br />

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Parallel zur:<br />

APRIL 2 · <strong>2022</strong> <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong><br />

57


VERPACKUNG · VERPACKUNGSMASCHINEN<br />

„Wir helfen unseren Kunden,<br />

die Perspektive zu weiten“<br />

Interview mit Michael Graf, Schubert-Consulting<br />

Schubert-Consulting ist ein Geschäftsbereich der Schubert Packaging Systems – hervorgegangen aus der Gerhard<br />

Schubert GmbH. Auf Basis dieser jahrzehntelangen Expertise im Verpackungsbereich beraten Michael Graf, Director<br />

Consulting, und sein Team Kunden zu allen Prozessen rund um das Verpacken von Produkten. Im Mittelpunkt der Kundenbetreuung<br />

steht die übergreifende, vollständig herstellerunabhängige Analyse und Optimierung ganzer Prozessketten,<br />

für mehr Effizienz, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit. Die Redaktion der Food Technologie sprach mit Michael<br />

Graf anlässlich des 10-jährigen Jubiläums im Jahr 2021 darüber, wie Schubert-Consulting die Kunden bei den aktuellen<br />

und zukünftigen Marktanforderungen unterstützt.<br />

FT: Woran arbeiten Sie gerade<br />

bei Schubert-Consulting?<br />

Michael Graf: Was uns aktuell viel beschäftigt,<br />

ist das sogenannte Connecting – also<br />

das Zusammenbringen verschiedener Beteiligter<br />

im gesamten Verpackungsprozess. Das<br />

beginnt schon bei den unterschiedlichen<br />

Abteilungen unserer Kunden und reicht bis<br />

zu externen Partnern. Wenn ein beauftragter<br />

Architekt eine moderne Werkshalle auf<br />

der grünen Wiese entwirft, sollte er von vorneherein<br />

über die Kubikmeter der Maschinen,<br />

das geplante Layout und das benötigte<br />

Personal Bescheid wissen. Sonst kann<br />

es passieren, dass die Maschinen der Halle<br />

angepasst werden müssen und die Produktionsabläufe<br />

nicht mehr optimal umgesetzt<br />

werden können. Unser Team von<br />

Schubert-Consulting hilft, die Beteiligten<br />

beim Start eines Projekts an einen Tisch zu<br />

holen und eine gemeinsame Lösung zu finden,<br />

welche den eigentlichen Verpackungsprozess<br />

so effizient wie möglich macht.<br />

Absolut im Trend ist außerdem das Thema<br />

Verpackungsentwicklung. Gerade hier ist<br />

Connecting unbedingt notwendig, denn Verpackungen<br />

müssen heute zahlreiche Anforderungen<br />

erfüllen, die weit über den Produktschutz<br />

und den Transport hinausgehen. Man<br />

denke nur einmal an die Recyclingfähigkeit,<br />

ein besseres Marketing am Point of Sale oder<br />

an Markttrends wie die Individualisierung von<br />

Produkten und den E-Commerce. In der Zusammenarbeit<br />

mit allen Partnern können wir<br />

durch die Entwicklung neuer Verpackungen<br />

einen wirtschaftlichen Mehrwert generieren,<br />

der über die gesamte Prozesskette entsteht,<br />

bis hin zum Konsumenten.<br />

FT: In welcher Phase wenden sich<br />

denn Kunden an Sie und warum?<br />

Michael Graf: Meistens unterstützen wir,<br />

wenn Hersteller einen neuen Verpackungsprozess<br />

planen, aber die Umsetzung schwierig<br />

wird – wenn sie in einem Projekt feststecken,<br />

das nicht richtig vorankommt. Das sind oft<br />

Ideen und Ziele, die über eine einzelne Verpackungsmaschine<br />

als Lösung hinausreichen,<br />

weil die vor- und nachgelagerten Prozesse die<br />

Produktion stark beeinflussen. In solch einem<br />

Fall ist es wichtig, die gesamte Lieferund<br />

Produktionskette unter die Lupe zu nehmen,<br />

um die Engpässe herauszufinden und<br />

abzustellen. Daher haben wir uns auf die strategische<br />

Planung von Prozessen und Unternehmenszielen<br />

spezialisiert, insbesondere für<br />

die Branchen der schnelllebigen Konsumgüter<br />

und im Bereich Pharma. Dabei sind unsere<br />

Kunden sehr international: Unsere Leistungen<br />

bieten wir vom deutschsprachigen Raum über<br />

Europa bis nach Nordamerika an.<br />

FT: Sie waren von Anfang an dabei. Wie ist<br />

Schubert-Consulting damals entstanden?<br />

Michael Graf: Vor der Gründung im Jahr<br />

2011 habe ich bereits Erfahrungen als Senior<br />

Project Manager gesammelt, unter ande-<br />

Prozessflüsse simulieren, um Planungssicherheit zu gewinnen.<br />

58 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 2· <strong>2022</strong> APRIL


VERPACKUNGSMASCHINEN · VERPACKUNG<br />

rem in der Pharmabranche. Eine<br />

meiner Aufgaben war es, Validierungen<br />

für die komplexen Verpackungsprozesse<br />

pharmazeutischer<br />

Produkte anzufertigen.<br />

Dabei hatte ich die Gelegenheit,<br />

mich ausführlich mit dem Thema<br />

Qualitätssicherung vertraut zu<br />

machen. Gleichzeitig entwickelte<br />

sich bei Schubert Packaging Michael Graf<br />

Systems ein neues Geschäftsfeld,<br />

damals noch unter dem Namen<br />

„Engineering Consulting“. Seitdem haben<br />

Peter Gabriel und ich den Bereich nach<br />

und nach aufgebaut. 2016 erfolgte dann die<br />

Umfirmierung in Schubert-Consulting.<br />

Unsere ersten Projekte entstanden aus dem<br />

Kundenwunsch, die Investition und Realisierung<br />

einer neuen Verpackungsmaschine<br />

über den Projektablauf auch als Dienstleister<br />

zu begleiten. Die Kundenbegleitung<br />

ist nach wie vor eine unserer zentralen<br />

Säulen im Consulting. Von Anfang an<br />

war es aber auch mein Ziel, das Know-how<br />

aus anderen Industrien in die Branchen, die<br />

Schubert bedient, zu transformieren. Ich erinnere<br />

mich an die Anfänge bei Consulting,<br />

wo wir die sehr schnellen Verpackungsmaschinen<br />

für Süßwaren mit einem entsprechenden<br />

Qualitätsmanagement für unsere<br />

Kunden effizienter machen konnten. Denn<br />

den Ausschuss im gesamten Verpackungsprozess<br />

zu verringern ist und bleibt ein wichtiger<br />

Punkt bis heute. Und hier haben wir<br />

nicht nur die Roboter in der Verpackungsmaschine<br />

im Sinn, sondern auch Vorprozesse<br />

wie Backöfen, in denen das zu verpackende<br />

Produkt hergestellt wird.<br />

FT: Wie hat sich Ihr Angebot über<br />

die Jahre weiterentwickelt?<br />

Michael Graf: Das nächste Thema neben der<br />

Qualitätssicherung war der Bereich Logistik,<br />

unter anderem mit Funktionen zu Track and<br />

Trace. Das ist heute aktueller denn je, wo<br />

Verbraucher gerne wissen möchten, von welchem<br />

Hof ihre Milch auf dem Frühstückstisch<br />

stammt. So haben sich die Leistungsbereiche<br />

der Schubert-Consulting von Projekten<br />

in bestehenden Anlagen und Hallen<br />

über Simulationen bis zu Neuplanungen<br />

auf der grünen Wiese erweitert. Wichtigstes<br />

Arbeitsmittel für uns ist ein ganzheitlicher<br />

Blick auf die Verpackungsprozesse sowie<br />

die Linienintegration, das Customising und<br />

die Kundenberatung zu Automatisierung,<br />

Digitalisierung und Nachhaltigkeit.<br />

Für jedes Projekt stellen wir<br />

ein neues Team zusammen, das<br />

nicht nur aus einem oder mehreren<br />

unserer Mitarbeiter besteht,<br />

sondern je nach Bedarf auch die<br />

Zusammenarbeit mit Universitäten,<br />

Zulieferern, Verbänden<br />

wie dem VDMA (Verband Deutscher<br />

Maschinen- und Anlagenbau<br />

e.V.) und anderen Institutionen<br />

einschließt. Dabei arbeiten<br />

wir in der Schubert-Gruppe strategisch über<br />

mehrere Geschäftseinheiten zusammen.<br />

Ganz zentral für Schubert-Consulting ist<br />

aber unsere generelle Unabhängigkeit von<br />

den anderen Schubert-Unternehmen. Wir<br />

legen größten Wert auf eine herstellerunabhängige<br />

Beratung! Das heißt, wer unsere<br />

Dienstleistungen in Anspruch nimmt, bekommt<br />

immer eine Wahlmöglichkeit aus<br />

mehreren verschiedenen Prozesslösungen.<br />

Warum wir den Namen Schubert in Schubert-Consulting<br />

dennoch mit einem gewissen<br />

Stolz tragen, ist die aus jahrzehntelanger<br />

Erfahrung resultierende Verpackungskompetenz,<br />

die wir vorweisen können.<br />

FT: Was sind Ihre Erfahrungen mit<br />

Consulting und was sagen Ihre Kunden?<br />

Michael Graf: Viele Kunden stehen unter hohem<br />

Wettbewerbs- und Zeitdruck. Darüber<br />

hinaus haben nur wenige eine entsprechend<br />

umfassende Expertise im Haus, um neue<br />

Verpackungsprozesse zu etablieren oder bestehende<br />

zu verbessern. Daher ist das Feedback,<br />

das wir bekommen, durchweg positiv –<br />

wir lösen Probleme, bringen die Produktionen<br />

zum Laufen und machen sie dazu noch<br />

wirtschaftlicher. Ein Aspekt ist auch, Lösungen<br />

zu finden, die für den Kunden weit<br />

in die Zukunft reichen. Deshalb versuchen<br />

wir immer zu klären, wie und wohin sich ein<br />

Kunde entwickeln möchte. Daraus entstehen<br />

manchmal skalierbare Projekte, die über<br />

Jahre nach und nach umgesetzt werden.<br />

Das geht alles nur in vertrauensvoller Zusammenarbeit.<br />

Deshalb ist der persönliche<br />

Kontakt, das intensive Vorgespräch und der<br />

Aufbau einer Partnerschaft die unbedingte<br />

Voraussetzung für ein erfolgreiches Projekt.<br />

Und mit den Kunden sprechen heißt für uns<br />

vor allem: die Kunden verstehen. Zuhören,<br />

immer wieder anders fragen und noch weiterdenken,<br />

die Perspektive wechseln bis hin<br />

zu den Kunden unserer Kunden. Wer zum<br />

Beispiel ein Medikament schon umständlich<br />

auspacken muss und mit der Verpackung<br />

kämpft, der ist weniger gewillt, es tatsächlich<br />

auch regelmäßig zu nehmen. So gesehen<br />

hat sich unser Motto von „Kunden begleiten“<br />

über die Zeit zu „Kunden verstehen“<br />

gewandelt.<br />

FT: Wie bringen Sie Schubert-Consulting<br />

in die Zukunft, insbesondere beim<br />

Megathema Nachhaltigkeit?<br />

Michael Graf: Daran arbeiten wir schon seit<br />

geraumer Zeit und haben uns als Leitidee<br />

das „Rethink“ aus den 5R zur Nachhaltigkeit<br />

herausgezogen. Altbekanntes neu zu denken<br />

ist genau das, was wir für die Transformation<br />

in eine nachhaltigere Welt brauchen und<br />

es entspricht dem Kern von Schubert-Consulting<br />

zu 100 Prozent. Wir erweitern also<br />

noch einmal unseren Blick und betrachten<br />

den Prozess praktisch von A bis Z –<br />

vom Rohprodukt zum Endkonsument und<br />

der Wiederverwertung. Dem zugrunde liegt<br />

der Ansatz, Prozesse so stabil zu halten,<br />

dass in der gesamten Kette keinerlei Ausschuss<br />

entsteht. Denn Nachhaltigkeit entsteht<br />

zu einem großen Teil aus Effizienz.<br />

Aus diesem größeren Blickwinkel folgt, dass<br />

wir auch in andere Nischen, Start-ups und<br />

Industrien gehen möchten. Wir möchten Pionierarbeit<br />

leisten, eine Denkfabrik der Zukunft<br />

schaffen, unter anderem mit Allianzen<br />

und Experten aus verschiedensten Bereichen<br />

und Institutionen wie dem Fraunhofer<br />

Institut, Forschungsgruppen, Herstellern<br />

usw. Damit möchten wir die Visionen unserer<br />

Kunden zu einem nachhaltigen Erfolg<br />

führen. Ich freue mich, wenn unsere<br />

Kunden mit Begeisterung an ihre neuen<br />

Projekte gehen, weil daraus viel mehr entsteht,<br />

als sie anfangs für möglich gehalten<br />

haben. Ein Premium-Mehrwert, ein Anstoß<br />

für weitere Entwicklungen, den wir ihnen<br />

geben können, und ein finanzieller Erfolg<br />

für beide Seiten – das ist mein Ziel und<br />

das macht den Spaß am Consulting aus.<br />

FT: Vielen Dank für das Gespräch.<br />

Weitere Informationen:<br />

www.schubert.group<br />

Bildquelle: Gerhard Schubert GmbH<br />

APRIL 2 · <strong>2022</strong> <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong><br />

59


VERPACKUNG · KARTONVERPACKUNG<br />

Keinen Tropfen verschwenden<br />

ReWork bei Schweizer Traditionsunternehmen Emmi<br />

Emmi ist mit einem Umsatz von rund 3,7 Mrd. Schweizer Franken die größte Milchverarbeiterin der Schweiz. Seit<br />

jeher ist man sich bei Emmi der damit einhergehenden Verantwortung für Mitarbeitende, Gesellschaft und Umwelt<br />

bewusst und handelt entsprechend nachhaltig. Eine Erfolgsgeschichte ist der ReWork-Prozess am Standort Suhr.<br />

Mithilfe einer WEIMA PUEHLER G.300 ReWork Entwässerungspresse werden über- bzw. unterfüllte Milchkartons<br />

vollautomatisch geöffnet und entleert, um die wiedergewonnene Milch in den Produktionsprozess zurückzuführen.<br />

Das Ergebnis ist ein effizienter Ressourcenkreislauf.<br />

Weltweit wird mehr als ein Drittel aller<br />

hergestellten Lebensmittel verschwendet.<br />

Grund genug für Emmi, sich fortan<br />

als offizielle Waste Warrior Brand noch<br />

stärker gegen Food Waste zu positionieren.<br />

Als Teil dieser von Too Good To Go Schweiz<br />

initiierten Vereinigung kämpft Emmi für eine<br />

stärkere Sensibilisierung von Konsumentinnen<br />

und Konsumenten und gegen die Verschwendung.<br />

Dass Emmi mit bestem Beispiel<br />

vorangeht, beweisen die Maßnahmen<br />

in den eigenen Betrieben.<br />

Hier kommt der sogenannte ReWork-Prozess<br />

als Lösung ins Spiel. Im Fokus stehen die<br />

Vermeidung und Nutzung von qualitativ einwandfreiem<br />

Ausschuss. Um dies zu gewährleisten,<br />

müssen Inhalt und Verpackung maschinell,<br />

garantiert ohne Kontamination, getrennt<br />

werden. Nur so kann die zurückgewonnene<br />

Milch wieder abgefüllt und der<br />

Getränkekarton recycelt werden.<br />

Emmi setzt seit zwei Jahrzehnten<br />

auf PUEHLER Technik<br />

über eine CIP-Reinigung und entsprechen<br />

den strengen Hygienic Design Vorgaben. Neben<br />

der hohen Durchsatzleistung braucht<br />

die Anlage von WEIMA übrigens deutlich weniger<br />

Platz als andere Anbieter – ein klarer<br />

Vorteil für uns.“<br />

Die Produktivität der WEIMA PUEHLER<br />

G.300 ReWork spiegelt sich auch faktisch in<br />

Zahlen wider: In einem Havariefall entleert<br />

und verpresst die Maschine über 3.000 Liter<br />

Flüssigkeit pro Stunde (bei 1-Liter Kartons).<br />

Pro Woche wird die Presse für den Durchsatz<br />

ReWork löst das Ausschussdilemma<br />

Moderne Anlagen für die Milchverarbeitung<br />

müssen maximal effizient für einen wirtschaftlichen<br />

Betrieb ausgelegt sein. Wie bei<br />

jeder Art von Herstellung kommt es jedoch<br />

vor, dass fehlerhafte Ware produziert wird.<br />

Dies bezieht sich bei wenig verarbeiteten Basisprodukten<br />

wie Trinkmilch oder Rahm vornehmlich<br />

auf Dinge wie über- oder unter-<br />

füllte Gebinde bzw. undichte Verpackungen.<br />

Entleerte und verpresste<br />

Milchkartons bei Emmi<br />

Am größten Emmi Standort der Schweiz, in<br />

Ostermundigen, ist man bereits seit über<br />

20 Jahren mit PUEHLER Entwässerungsund<br />

Verdichtungstechnik vertraut. Dank der<br />

erfolgreichen Zusammenarbeit setzt Emmi<br />

auch in einem weiteren großen Standort auf<br />

WEIMA als Partner für ihre neue ReWork-Anlage<br />

samt PUEHLER Presse als Herzstück:<br />

Und zwar in Suhr, wo vor allem Trinkmilch,<br />

Rahm und Butter hergestellt werden.Der<br />

stellvertretende Standortleiter Hans-Peter<br />

Steuri merkt dazu an: „Wir verarbeiten pro<br />

Jahr etwa 190 Millionen Liter Milch und ca.<br />

60 Millionen Liter Rahm. Vor dem Einsatz<br />

der PUEHLER Presse mussten wir jede volle<br />

Ausschussverpackung händisch aufschlagen.<br />

Das war alles andere als produktiv. Mit<br />

WEIMA haben wir endlich den richtigen<br />

Partner für unsere Aufgabe gefunden.“<br />

Maschinenaustrag der PUEHLER Maschine mit Presslingen<br />

Hohe Durchsätze, Hygienic Design<br />

und kompakter Footprint<br />

Welche hohen Anforderungen die neue Re-<br />

Work-Presse erfüllt, beschreibt Steuri treffend:<br />

„Als Lebensmittelhersteller ist Hygiene<br />

das A und O. WEIMA Maschinen lassen<br />

sich bedienerfreundlich warten, verfügen<br />

Hebe-Kipp-Vorrichtung zum Befüllen der Milchkartons


KARTONVERPACKUNG · VERPACKUNG<br />

PUEHLER G.300 ReWork Entwässerungspresse von WEIMA<br />

WEIMA PUEHLER G.300 ReWork Presse mit Hydraulik und Schaltschrank (rechts)<br />

von ca. 15.000 Einheiten genutzt. In der Regel<br />

fällt der meiste Ausschuss (ca. 90 Prozent)<br />

prozessbedingt beim Stoppen bzw.<br />

Neustarten (An- und Ausfahren) des Abfüllbetriebs<br />

an. Im Normalbetrieb verarbeitet die<br />

Presse innerhalb von vier Stunden den Ausschuss<br />

der vergangenen 24 Stunden.<br />

Automatisierter Entwässerungsbetrieb<br />

Die Milch fließt durch ein Rundlochsieb<br />

zunächst in die sich unter dem Presskanal<br />

befindliche Auffangwanne, ehe sie in<br />

große Edelstahltanks abgepumpt wird. Mit<br />

dem nächsten Presshub werden die entleerten<br />

Verpackungen, nun zu handlich runden<br />

Presslingen mit 300 mm Durchmesser<br />

geformt, über ein Austragsrohr abtransportiert.<br />

Die Restfeuchte der Milchtüten ist<br />

durch die Kompaktierung nur noch minimal.<br />

Der Inhalt wurde von der Verpackung sauber<br />

getrennt. Beide Stoffströme sind einwandfrei<br />

weiterverarbeitbar. Im Falle der<br />

Verpackung bedeutet das: Recycling – bei<br />

Emmi zu 100 Prozent.<br />

Bis zu 20 verschiedene Mitarbeitende bedienen<br />

im Laufe der Woche die ReWork-Anlage.<br />

Um die Abläufe weiter zu automatisieren, geschieht<br />

die Beschickung über eine kompakte<br />

Hebe-Kippvorrichtung. Sie ist, ebenso wie<br />

der gesamte Maschinenkörper und das Austragsförderband,<br />

aus Edelstahl gefertigt. Die<br />

in Kunststoffboxen gesammelten Milchtüten<br />

gelangen so in den großen Aufgabetrichter<br />

der WEIMA PUEHLER G.300 ReWork. In regelmäßigen<br />

Hubabständen werden die Milchtüten<br />

dann im Presskanal mittels Pressschieber<br />

horizontal gegen die sich für den Vorgang<br />

absenkende Pressplatte gedrückt. Hierdurch<br />

wird die Verpackung entwässert und gleichzeitig<br />

verdichtet. Der Vorteil: die Maschine<br />

ist flexibel einsetzbar. Eine Umrüstung für<br />

verschiedene Verpackungsgrößen oder -arten<br />

ist nicht notwendig.<br />

Partnerschaft auf Augenhöhe<br />

Sobald der Produktionsausschuss der letzten<br />

Schicht abgearbeitet ist, folgt die vollautomatische<br />

Reinigung, kurz CIP (Cleaning<br />

in Place). Hans-Peter Steuri zieht auch in puncto<br />

Wartung ein positives Fazit: „Die WEIMA<br />

PUEHLER G.300 ReWork ist sehr gut zugänglich<br />

und übersichtlich aufgebaut. Das erleichtert<br />

uns die Wartungsarbeit und Reinigung.<br />

Wir fühlen uns von WEIMA als Partner sehr gut<br />

betreut und kompetent beraten. Die Termintreue<br />

ist vorbildlich. Da können wir uns wirklich<br />

immer drauf verlassen.“<br />

Die ReWork-Anlage von Emmi zahlt sich aus.<br />

Sie ist nicht nur wirtschaftlich und effizient,<br />

sondern vor allem auch nachhaltig im Umgang<br />

mit Ressourcen. So unterstützt die WEIMA<br />

PUEHLER G.300 ReWork die Schweizer<br />

Milchverarbeiterin aktiv bei ihren ambitionierten<br />

Umweltzielen – weg von einer linearen<br />

Wirtschaft, hin zur Kreislaufwirtschaft.<br />

Nach Angaben von Emmi konnte die Abfallmenge<br />

im Vergleich zum Jahr 2017 bereits<br />

um zehn Prozent reduziert werden.<br />

Entleerte Milchtüten im Austragskanal<br />

Presslingaustrag in Recyclingcontainer<br />

Anuga FoodTec <strong>2022</strong>:<br />

Halle 8.1, Stand A080<br />

Weitere Informationen:<br />

www.weima.com<br />

Bildquelle: WEIMA<br />

APRIL 2 · <strong>2022</strong> <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong><br />

61


VERPACKUNG · LOGISTIK<br />

Einkaufen mit Roboterhilfe<br />

Moderne Automatisierungstechnik und Robotik in der Lebensmittellogistik<br />

Immer schneller und immer frischer – die Lieferung von Lebensmitteln ist schon lange nicht mehr auf Pizza und Pasta<br />

beschränkt und die Erwartungen der Kunden sind hoch. Um die steigende Nachfrage zu bewältigen, braucht es<br />

eine neue Art von Logistikimmobilien und eine neue Arbeitsweise mit Automatisierung. Auch klassische Supermärkte<br />

können mit moderner Technik in ihren Lagern mehr Effizienz erreichen und Kosten sparen.<br />

Insbesondere frische Ware und Tiefkühlprodukte<br />

stellen für die Logistik von<br />

Supermärkten eine besondere Herausforderung<br />

dar. Sie müssen deutlich sorgsamer behandelt<br />

werden als beispielsweise Textilien<br />

oder Bücher. Online-Supermärkte stehen zudem<br />

unter enormem Konkurrenzdruck. Denn<br />

die Bedürfnisse der Konsumenten sind hoch:<br />

Die Lieferung der frischen und hochqualitativen<br />

Waren soll schnell erfolgen und am liebsten<br />

rund um die Uhr verfügbar sein. Darum<br />

ist es wichtig, entlang der Lieferkette mögliche<br />

Zeitfresser zu eliminieren. Erreichbar<br />

wird dies zum Beispiel durch Automatisierungen<br />

in Logistikzentren.<br />

Das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und<br />

Logistik gibt den Anteil vollautomatisierter<br />

Lager in Deutschland mit aktuell neun Prozent,<br />

teilautomatisierte Lager mit 49 Prozent<br />

und manuelle Lager mit 42 Prozent an, wobei<br />

der Trend klar zu mehr Automatisierung<br />

geht. Bis 2024 planen weltweit 16 Prozent<br />

der Industrieunternehmen ihre Fertigung vollständig<br />

zu automatisieren. Ziel eines automatisierten<br />

Lagers ist die Steigerung der Wirtschaftlichkeit<br />

der Lagerhaltung durch einen<br />

erhöhten Lagerumschlag, weniger Lagerbestände,<br />

bessere Auslastung und verkürzte<br />

Lieferzeiten durch schnellere Auslagerung.<br />

Neben Produktivitätssteigerungen ermöglicht<br />

Automatisierung die weitere Expansion<br />

von Logistikimmobilien in städtische Lagen,<br />

Die Automatisierungsgrade<br />

in den Logistikimmobilien<br />

werden in den<br />

nächsten Jahren deutlich zunehmen.<br />

(Bild: P3 Logistic Parks)<br />

in denen Arbeitskosten hoch und Fachkräfte<br />

rar sind. Beispielsweise setzen die Mieter von<br />

P3 Logistic Parks diese Strategie in Großstädten<br />

wie Berlin, Hamburg oder Frankfurt ein.<br />

Vor allem automatisierte Mikrodistributionszentren<br />

in Garagen oder Kaufhäusern können<br />

die Entfernung zum Verbraucher drastisch reduzieren.<br />

Das ist besonders für den Lebensmittelhandel<br />

von großer Bedeutung.<br />

Optimale Voraussetzungen für automatisierte<br />

Logistikimmobilien sind Prozesswiederholungen,<br />

hohes Volumen und lange Planungssicherheiten,<br />

etwa hinsichtlich Losgrößen,<br />

Durchsatz und Gebinde. Das gilt typischerweise<br />

für die Bereiche Automobil, Engineering,<br />

Handel und auch Lebensmittel. Grundsätzlich<br />

müssen sich Unternehmen die Frage<br />

stellen, ob und in welchem Ausmaß Automatisierungen<br />

für ihre Bedürfnisse sinnvoll<br />

sind. Die Grenzen zwischen manuellen, teilautomatisierten<br />

und automatisierten Logistikzentren<br />

sind schließlich fließend. Für<br />

manche Branchen ist eine weitreichende Automatisierung<br />

nicht oder noch nicht förderlich.<br />

Hier bleiben Gabelstapler, Ameisen und<br />

Sackkarren nach wie vor das Mittel der Wahl.<br />

Das erste Verteilzentrum mit Robotertechnologie<br />

in Deutschland nahm Amazon im<br />

Jahr 2017 in Winsen an der Luhe in Betrieb.<br />

Jedes Produkt am Standort ist mobil und<br />

kommt zu den Kommissionierern, die vorher<br />

zur Ware gehen mussten. Fahrerlose Transportfahrzeuge<br />

(FTF) orientieren sich selbstständig<br />

im Fulfillment Center und transportieren<br />

Material und Behälter innerhalb eines<br />

definierten Wegenetzes. Die Orientierung erfolgt<br />

über QR-Codes am Boden, ein Algorithmus<br />

verhindert Zusammenstöße mit Hindernissen<br />

und berechnet die kürzeste Strecke<br />

zwischen den Regalen und Mitarbeitern. Die<br />

FTF agieren autonom, wiegen knapp 150 Kilogramm<br />

und können Regale mit einem Gewicht<br />

von bis zu 340 Kilogramm heben.<br />

Potentiale der Automatisierung<br />

auf der Straße<br />

Die Lagerlogistik lässt sich umfassender automatisieren<br />

als die Transportlogistik. Trotzdem<br />

bieten Tourenplanung und Steuerung<br />

der Lieferverkehre immense Chancen für die<br />

Automatisierung. Der Hype um die autonomen<br />

Pkw ist etwas abgeflacht, stattdessen<br />

könnte die Selbstfahrtechnik im Verlauf dieses<br />

Jahrzehnts den Straßengüterverkehr revolutionieren.<br />

Das Kosten-Nutzen-Verhältnis<br />

ist für Nutzfahrzeuge günstiger als für Privatwagen.<br />

Denn während beim Pkw die Autonomie<br />

eher eine Frage der Bequemlichkeit ist,<br />

geht es bei Lkws in erster Linie um Kostensenkung.<br />

Fährt ein Truck ohne Fahrer, vermeidet<br />

die Spedition nicht nur einen großen Posten<br />

in der Betriebsrechnung, sondern auch viele<br />

Komplexitäten. Menschliche Berufskraftfahrer<br />

müssen sich nach einem strengen Regelwerk<br />

richten, was Lenkzeiten und Pausen angeht.<br />

Dagegen muss sich der robotisierte Lkw<br />

nicht ausruhen und fährt pausenlos ohne Leistungsverlust.<br />

Das könnte für die Effizienz von<br />

Kühlketten und die besondere Frische von Lebensmitteln<br />

eine Steigerung bedeuten. Außerdem<br />

sind Lkw-Fahrer in Deutschland schwierig<br />

zu finden. Die Internationale Straßentransportunion<br />

(IRU) rechnet für 2027 in Deutschland<br />

mit einer Lücke von 185.000 Fahrern.<br />

62 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 2· <strong>2022</strong> APRIL


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Schweden erteilte dem Einride T-Pod 2019 die erste<br />

Zulassung für einen fahrerlosen Lkw auf öffentlichen<br />

Straßen (Bild: Einride)<br />

Kilometer-Radius vom Logistikzentrum zu<br />

den Konsumenten. Noch weiter geht die Zusammenarbeit<br />

zwischen Ford und dem Entwickler<br />

Agility Robotics. Aus der Kooperation<br />

ist der humanoide Roboter „Digit“ entstanden,<br />

der zweibeinig Treppen hinaufläuft und<br />

Pakete in den fingerlosen Händen trägt.<br />

GREEN EFFICIENT <strong>TECHNOLOGIE</strong>S<br />

Autonome Transporter und Lkw könnten dann<br />

menschliche Fahrer durch Logistikzentren<br />

und Häfen navigieren, so wie fahrerlose Transportsysteme<br />

bereits heute selbstständig durch<br />

die Regalreihen in den Lagern steuern. Neben<br />

der rein technischen Umsetzung des autonomen<br />

Lieferverkehrs rückt die Frage nach der<br />

Einbindung der Fahrzeuge in die Logistikprozesse<br />

zunehmend in den Mittelpunkt. Einen<br />

entsprechenden Ansatz testet die Deutsche<br />

Bahn am Terminal Ulm. Lkw-Fahrer übergeben<br />

dort ihre Fahrzeuge am Tor an das autonome<br />

Steuerungssystem der Anlage, die Fahrzeuge<br />

navigieren anschließend ohne menschliches<br />

Zutun durch das Terminal.<br />

Wer bringt in Zukunft unser Essen?<br />

Die Lieferung auf der letzten Meile bis zum<br />

Zielort ist für die Logistik mit besonders hohen<br />

Kosten verbunden, Angebote wie Same<br />

Day Delivery oder Zustellung innerhalb von<br />

15 Minuten bei Lebensmittelhändlern erhöhen<br />

den finanziellen Druck zusätzlich. Auch<br />

hier liegt die Lösung langfristig in der Automatisierung,<br />

vor allem mittels Transportrobotern<br />

und Lieferdrohnen. Straßenroboter des<br />

Unternehmens Starship Technologies sind<br />

bereits in über 100 Städten in Betrieb, vor<br />

allem in den Vereinigten Staaten und Großbritannien.<br />

Die Roboter sehen aus wie kleine<br />

Kühlboxen mit sechs Rädern und befördern<br />

Lebensmittel innerhalb eines Sechs-<br />

Selbst der Himmel rückt im Wettbewerb um<br />

die automatisierten Warenlieferungen stärker<br />

in den Fokus, weil Luftstraßen fast geradlinig<br />

und relativ verkehrsarm zu den Zielorten verlaufen.<br />

Im Jahr 2013 gab Amazon als erstes<br />

Unternehmen Planungen für den Einsatz von<br />

Lieferdrohnen bekannt. Zugegeben kommt<br />

das aber für Lebensmittel in der Regel nicht<br />

in Frage. Andere Unternehmen sehen Potenzial<br />

für eine drohnenbasierte Logistik, so zogen<br />

Unternehmen wie Google und DHL mit<br />

eigenen Lösungen nach. Das wesentliche<br />

Hindernis bei der Einführung der fliegenden<br />

Transportmittel sind Regelungen zur Flugsicherheit.<br />

Google erhielt jedoch 2019 von<br />

der US-Flugsicherheitsbehörde die Genehmigung<br />

für den Betrieb der firmeneigenen<br />

Lieferdrohnenflotte, Amazon erhielt die Zulassung<br />

ein Jahr später. Da noch nicht in allen<br />

Einsatzbereichen sämtliche technische,<br />

logistische und rechtliche Rahmenbedingungen<br />

geklärt sind, eignen sich Transportdrohnen<br />

und Lieferroboter zunächst vor allem für<br />

Spezialanwendungen, wie Notfallversorgungen<br />

oder abgelegene<br />

HOHE FLEXIBILITÄT.<br />

ROBUSTES DESIGN.<br />

Zielorte.<br />

MAXIMUM SAFETY.<br />

HIGH FLEXIBILITY.<br />

ROBUST DESIGN.<br />

MAXIMALE SICHERHEIT.<br />

Im Lebensmittelhandel mit verderblichen<br />

Produkten sind Prozesse, die Zeit sparen,<br />

lohnend. Es geht um jede Minute, wenn Kunden<br />

Obst und Gemüse oder frisches Fleisch<br />

kaufen. Vielleicht sind es in Zukunft gerade<br />

deshalb immer öfter Roboter, die uns mit<br />

unserem Essen versorgen. Allerdings wird es<br />

nicht so sein, dass wir sie zu Gesicht bekommen.<br />

Sehen werden wir in erster Linie die<br />

Rider der Online-Supermärkte, die die fertig<br />

gepackten Einkäufe von ihren mechanischen<br />

Kollegen übernehmen und dann auf den letzten<br />

Metern zum Konsumenten bringen.<br />

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Straßenroboter von Starship Technologies sind bereits in über<br />

100 Städten in Betrieb. (Bîld: Starship Technologies)<br />

Autor:<br />

Sönke Kewitz, Geschäftsführer,<br />

P3 Logistic Parks Deutschland<br />

Weitere Informationen:<br />

www.p3parks.com<br />

Literatur: Quellen beim Verfasser<br />

Themenbereiche H 2<br />

, Synthetische<br />

Kraftstoffe, Wasser, Solar &<br />

Photovoltaik, Windkraft, Bioenergie,<br />

Geothermie, Batterietechnologie,<br />

Systemintegration und weitere<br />

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NEWS/EVENTS<br />

Weighing Know-how wird greifbar<br />

Minebea Intec mit Website Relaunch: www.minebea-intec.com<br />

Mit dem Relaunch der Website stellt<br />

Minebea Intec den User in den Mittelpunkt<br />

des Geschehens: Verbesserte Usability,<br />

intuitive Navigation und moderne Features<br />

sorgen dafür, dass Interessenten den<br />

direkten Weg zur idealen Lösung finden.<br />

Die neue Website stellt damit eine wichtige<br />

Säule dar, die auch das digitale Portfolio<br />

des führenden Anbieters für Wäge- und<br />

Inspektionslösungen ideal repräsentiert.<br />

Die neue Website ist ein Symbol für die Weiterentwicklung<br />

des digitalen Angebots von<br />

Minebea Intec. Mit einer klaren Nutzerführung<br />

und smarten Features sorgt die Internetpräsenz<br />

dafür, dass mit wenigen Klicks das<br />

gesamte Portfolio aus Wäge-, Inspektions-,<br />

Service- und Softwarelösungen erschlossen<br />

werden kann. Nutzer erhalten nicht nur die<br />

Möglichkeit, Informationen abzurufen, sondern<br />

können über Online-Kalkulatoren relevante<br />

Kostenfaktoren wie den Return-on-Investment<br />

oder Einsparpotentiale selbst berechnen.<br />

Besonders interessant für Websitebesucher<br />

dürfte der smarte Produktfinder<br />

sein, der ein exzellentes Beispiel für die intuitive<br />

User-Experience der neuen Seite ist.<br />

Anuga FoodTec <strong>2022</strong>:<br />

Halle 5.2, Stand B068 C069<br />

Der Produktfinder:<br />

Mit drei Klicks zur passenden Lösung:<br />

www.minebea-intec.com/de/#product-finder<br />

Weitere Informationen:<br />

www.minebea-intec.com<br />

Bildquelle: Minebea Intec<br />

Kalender <strong>2022</strong>, April – Juni<br />

APRIL<br />

Anuga FoodTec <strong>2022</strong> – Messe, www.anuga<strong>food</strong>tec.de Köln, DE 26. – 29. April<br />

Verkehrsfähigkeit von Bioprodukten, www.akademie-fresenius.de Dortmund, DE 27.04. April<br />

MAI<br />

IFFA <strong>2022</strong> – Messe, https://iffa.messefrankfurt.com Frankfurt a. M., DE 14. – 19. Mai<br />

EMPACK <strong>2022</strong> – Messe, www.empack-dortmund.de Dortmund, DE 18. – 19. Mai<br />

IFAT <strong>2022</strong> – Messe, www.ifat.de München, DE 30. Mai – 03. Juni<br />

LogiMAT <strong>2022</strong> – Messe, www.logimat-messe.de Stuttgart, DE 31. Mai – 02. Juni<br />

JUNI<br />

Konformitätsarbeit für Lebensmittelverpackungen – Praxistage mit Workshop, www.akademie-fresenius.de Dortmund, DE 09. – 10. Juni<br />

SOLIDS <strong>2022</strong> – Messe, www.solids-dortmund.de Dortmund, DE 22. – 23. Juni<br />

PUMPS&VALVES <strong>2022</strong> – Messe, www.pumpsvalves-dortmund.de Dortmund, DE 22. – 23. Juni<br />

64 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 2· <strong>2022</strong> APRIL


TRENDS & EMOTIONEN<br />

gerüstet für den Notfall –<br />

aber ohne Hamsterkäufe<br />

allo, Entschuldigung, das ist mein<br />

„H Wagen“, rief die junge Frau lautstark<br />

durch den Supermarkt zur Kasse, wo gerade<br />

ein anderer Kunde seine Waren auf das Laufband<br />

legen wollte. Eilig zog sie einen zweiten<br />

Einkaufswagen hinter sich her und begann<br />

dann vor dem verdutzten Mann ihre Waren<br />

auszupacken. Beide Wagen waren brechend<br />

voll: Berge von Mehltüten, Nudelpackungen,<br />

Toilettenpapier, Gemüse- und Obstkonserven,<br />

etliche Gläser Instantkaffee, zahlreiche Packungen<br />

Kindernahrung, Mineralwasser, Bier<br />

und vieles, vieles mehr.<br />

„Finden Sie das nicht unsolidarisch gegenüber<br />

uns allen, einen derartigen Hamsterkauf<br />

vorzunehmen?“ fragte der Mann höflich,<br />

aber bestimmt. „Was ich einkaufe, hat Sie gar<br />

nicht zu interessieren“, entgegnete die Kundin<br />

schnippisch, „ich kümmere mich um meine<br />

Familie und muss nicht auch noch an Sie und<br />

andere denken.“ Mit stoischer Ruhe und ausdruckslosem<br />

Gesicht zog die Kassiererin die<br />

Waren über das Display der Kasse, während<br />

die Schlange der Wartenden bei dem nicht enden<br />

wollenden Piepsen an der Produktregistrierung<br />

länger und länger wurde. „Eine Unverschämtheit<br />

ist das, was Sie da machen!“ rief<br />

eine aufgebrachte Kundin aus der Reihe, „wie<br />

kann man so egoistisch handeln!“ Die Frau<br />

mit den beiden Einkaufswagen blickte wortlos<br />

auf ihre prall gefüllten Behälter, zahlte mit<br />

Karte und wuchtete die Einkaufswagen mühsam<br />

aus dem Geschäft.<br />

Hamsterkäufe – so kritisch die meisten Bürgerinnen<br />

und Bürger ihnen gegenüberstehen –<br />

sind plötzlich wieder an der Tagesordnung.<br />

Zunächst war die Corona-Pandemie der treibende<br />

Auslöser, nun sind es der russische<br />

Überfall auf die Ukraine und die Angst, dass<br />

sich der Konflikt auf andere Länder, auch auf<br />

Deutschland, ausweiten könnte. So weit wird<br />

es gewiss nicht kommen. Die Nato, das westliche<br />

Verteidigungsbündnis, hat in letzter Zeit<br />

eindrucksvoll Kraft gegenüber jeglicher Bedrohung<br />

durch Russland demonstriert. Aber<br />

Auswirkungen auf das Leben in den westlichen<br />

Regionen hat der Krieg Russlands in der<br />

Ukraine schon. Denn beide Länder sind die<br />

wichtigsten Exportnationen für Getreide und<br />

Sonnenblumenöl, heiß begehrt in unseren<br />

Regionen. Und weil die Hamsterkäufe wieder<br />

enorm in die Höhe geschnellt sind, stehen<br />

die Regale in den Supermärkten für Mehl<br />

und Speiseöl wieder leer. In Köln hat sogar<br />

das Restaurant der Brauerei Gaffel Kölsch angekündigt,<br />

den Gästen nun nicht mehr die so<br />

beliebte Kombination Schnitzel/Pommes anbieten<br />

zu können, weil es kein Öl mehr für die<br />

Zubereitung der Kartoffelchips gibt.<br />

Um so wichtiger ist es in dieser schwierigen<br />

Zeit zu überdenken, was man an Vorräten im<br />

Hause haben sollte, wenn es mal zu einer Notlage<br />

kommen könnte, im Fall von Hochwasser<br />

zum Beispiel, Waldbränden, Stürmen, Stromausfall<br />

oder Quarantäne. Die Bilder, die uns<br />

gegenwärtig aus der Ukraine erreichen, verunsichern<br />

viele Menschen und werfen die Frage<br />

auf, ob man privat für einen Ernstfall gerüstet<br />

ist. Ganz unabhängig vom aktuellen Zeitgeschehen<br />

ist es für jeden Bürger sinnvoll, einen<br />

Nahrungsmittelvorrat und genügend Trinkwasser<br />

zu lagern. Dafür hat die Bundesregierung<br />

ein Programm erarbeitet, das die Versorgung<br />

zu Hause für zehn Tage sichern soll.<br />

Die Checkliste kann natürlich nur als Anhaltspunkt<br />

dienen, denn beim Anlegen eines Notfallvorrats<br />

sind immer auch die persönlichen<br />

Vorlieben in einer Familie sowie eventuelle Besonderheiten<br />

bei der Ernährung wie Allergien<br />

oder Unverträglichkeiten zu berücksichtigen.<br />

Was sollten Bürgerinnen und Bürger in den<br />

Einkaufswagen packen, wenn sie sich einen<br />

Notvorrat für zu Hause anlegen möchten? Bei<br />

dieser Frage empfiehlt es sich, die allgemeinen<br />

Richtlinien des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz<br />

und Katastrophenhilfe zu beachten.<br />

Im Notvorrat sollten solche Lebensmittel<br />

sein, die ausreichend Kalorien und Nährstoffe<br />

enthalten. Im Idealfall sind das Produkte,<br />

aus denen auf einfache Weise abwechslungsreiche<br />

Gerichte gezaubert werden können. Auf<br />

gekühlte oder tiefgekühlte Artikel sollte verzichtet<br />

werden, da die Stromversorgung in einer<br />

Ausnahmesituation wahrscheinlich unterbrochen<br />

ist und damit auch die Kühlung nicht<br />

mehr funktioniert. Nach Berechnungen der<br />

Behörde benötigt eine vierköpfige Familie für<br />

zehn Tage 80 Liter Wasser, 14 Kilo Kartoffeln,<br />

Nudeln oder ähnliche Erzeugnisse, 16 Kilo Gemüse<br />

und Hülsenfrüchte in Dosen, zehn Kilo<br />

Dosenobst, um die zehn Liter H-Milch, sechs<br />

Kilo Fleisch, Ei in Form von Volleipulver wegen<br />

der längeren Haltbarkeit sowie 1,5 Liter<br />

Öl oder vergleichbare Produkte. Hinzu kommen<br />

Babynahrung in Gläsern und Pulverform,<br />

wenn kleine Kinder Teil der Familie sind. Auf<br />

eines weist das Bundesamt besonders hin: Für<br />

die Bevorratung bloß nicht sinnlos und zu große<br />

Mengen einkaufen! Das berüchtigte Hamstern<br />

hat schon zu Beginn der Corona-Pandemie<br />

unnötige Engpässe verursacht und die Versorgung<br />

der gesamten Gesellschaft erschwert.<br />

Auch Agrarkonzerne appellieren an die Verbraucher,<br />

von Panikkäufen abzusehen. Die<br />

Versorgung der Bevölkerung sei für lange Zeit<br />

gesichert, heißt es.<br />

Autor:<br />

Bert Pflüger, Fachjournalist<br />

Bild: Adobe Stock/Drazen<br />

APRIL 2 · <strong>2022</strong> <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong><br />

65


BEZUGSQUELLEN<br />

Armaturen<br />

Funkenlöschanlagen<br />

Maschinen- und Anlagenbau<br />

www.arta.com<br />

www.grecon.com<br />

www.emde.de<br />

Etikettieren / Kennzeichnen<br />

Fördern / Dosieren / Storage<br />

Maßgeschneiderte, modulare Anlagentechnik im<br />

Skid-System, Prozessanlagen und Edelstahltanks<br />

Bluhm Systeme GmbH<br />

Maarweg 33 · 53619 Rheinbreitbach<br />

Tel.: +49 (0)2224-7708-0<br />

www.simar-int.com<br />

Herstellung I Montage I Lieferung, Pasteurisierungsanlagen,<br />

Verdampfer, Förderanlagen<br />

Firmenname: B&P Engineering Sp. z o.o. Sp. K.,<br />

Land: Polen<br />

www.engineering-bp.com/de<br />

www.bluhmsysteme.com<br />

Lohnproduktion<br />

www.engineering-bp.com/de<br />

Messtechnik / Prozessautomatisierung<br />

Geschäftsbereich Contract Manufacturing<br />

Tel: + 49 (0) 7967/152-202 · contractmanufacturing@jrs.de<br />

www.domino-deutschland.de<br />

www.jrs-cm.de<br />

Lösemittelextraktion in der Mikrowelle<br />

Endress+Hauser (Deutschland) GmbH+Co. KG<br />

Colmarer Str. 6<br />

79576 Weil am Rhein<br />

www.de.endress.com<br />

Nahrungsmittel-Extrusion<br />

Schaaf Technologie GmbH<br />

Otto-Hahn Straße 36<br />

D-65520 Bad Camberg<br />

Tel.: 06434-9172-0<br />

E-mail: info@schaafgmbh.com<br />

www.logopak.de<br />

www.cem.de<br />

www.<strong>food</strong>extrusion.de<br />

66 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 2· <strong>2022</strong> APRIL


BEZUGSQUELLEN<br />

Schmierstoffe / Instandhaltung<br />

Schüttguthandling<br />

Verpackungsmaschinen<br />

Schüttguthandling · Rohstoffhandling<br />

Pneumatische Fördersysteme<br />

Siebmaschinen<br />

AZO GmbH + Co. KG<br />

Rosenberger Str. 28<br />

D-74706 Osterburken<br />

Werbeartikel<br />

www.gerhard-schubert.de<br />

Tel. 06291/92-0 · Fax 06291/92-9500<br />

E-Mail: azo-solids@azo.com<br />

www.bremer-leguil.de<br />

www.azo.com<br />

www.werbeartikel-wirken.gww.de<br />

IMPRESSUM<br />

Verlag:<br />

Dr. Harnisch Verlagsgesellschaft mbH<br />

Eschenstraße 25,<br />

90441 Nürnberg, Germany<br />

Telefon: +49 (0) 911-2018-0<br />

Telefax: +49 (0) 911-2018-100<br />

ftm@harnisch.com<br />

www.harnisch.com<br />

Geschäftsleitung:<br />

Dr. Claus-Jörg Harnisch<br />

Benno Keller<br />

Objektleitung:<br />

Sebastian Martinek<br />

Redaktion:<br />

Sebastian Martinek<br />

Ian Healey<br />

Bert Pfl üger<br />

Dr. Günter Arndt<br />

Technische Leitung:<br />

Armin König<br />

Abonnement:<br />

Marta Bletek-Gonzalez<br />

Erscheinungsweise:<br />

5x jährlich:<br />

März, Mai, Juli, September, November<br />

Jahr/Jahrgang:<br />

33. Jahrgang <strong>2022</strong><br />

Druck:<br />

Schleunungdruck GmbH<br />

Eltertstraße 27, 97828 Marktheidenfeld<br />

Mediaberatung:<br />

Benno Keller<br />

Tel.: +49 (0) 911 2018 200<br />

keller@harnisch.com<br />

Martin Fettig<br />

(Bereich: Prozesstechnik, Verpackung)<br />

Tel.: +49 (0) 721 145080 44<br />

martin.fettig@harnisch.com<br />

Thomas Mlynarik<br />

(Bereich: Getränketechnik)<br />

Tel.: +49 (0) 911 2018 165<br />

Mobil: +49 (0) 151 54 818181<br />

mlynarik@harnisch.com<br />

Carola Weise<br />

(Bereich: Ingredients)<br />

Tel.: +49 (0)151 701 642 85<br />

weise.harnisch@web.de<br />

International:<br />

Gabriele Fahlbusch<br />

Tel.: +49 (0) 911 2018 275<br />

fahlbusch@harnisch.com<br />

Frankreich:<br />

Edouard Costemend<br />

Tel.: +33 (0) 6 86 646 285<br />

edouard.costemend@free.fr<br />

USA:<br />

Bill Kaprelian<br />

Tel.: +1 (0) 574 292 1925<br />

kaprep@harnisch.com<br />

Bezugspreis:<br />

Im Jahresabonnement<br />

Inland: Euro 64,– zzgl. MwSt. (Porto inkl.)<br />

Ausland: Euro 69,– (Porto inkl.)<br />

Euro 87,– (Porto inkl./Luftpost)<br />

Food Technologie<br />

ISSN 1616-2323<br />

ZKZ30360<br />

Die in diesem Magazin enthaltenen Beiträge<br />

einschließlich der Abbildungen unterliegen<br />

dem Urheberrecht. Eine Verwendung ohne<br />

Zustimmung des Verlages ist nicht zulässig.<br />

Dies gilt für jede erdenkliche Form der Vervielfältigung.<br />

Sonder- und Nachdrucke können gerne auf<br />

Anfrage bestellt werden. Artikel, die namentlich<br />

gekennzeichnet oder durch ein Kürzel<br />

einem Autor zuzuordnen sind, geben nicht<br />

unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.<br />

Unverlangt eingesandte Manuskripte können<br />

nicht zurückgeschickt werden. Wird ein<br />

Manuskript von der Redaktion angenommen,<br />

gehen Verlags- und Urheberrecht wie<br />

sämtliche Rechte zur Veröffentlichung und<br />

Verbreitung auf den Verlag über. Die Redaktion<br />

übernimmt bezüglich in diesen Beiträgen<br />

dargelegter Sach verhalte keine Haftung.<br />

www.<strong>food</strong>-technologie.de<br />

Bankverbindung:<br />

HypoVereinsbank AG, Nürnberg<br />

IBAN: DE45 76020070 0000614718<br />

Swift-Code: HYVEDEMM460<br />

APRIL 2 · <strong>2022</strong> <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong><br />

67


Synthetische<br />

Hochleistungsschmierstoffe<br />

für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie<br />

Verlängerte Ölwechselintervalle, vielseitige Einsatzmöglichkeiten, Sortenvereinfachung und eine<br />

optimierte Leistung, sind nur einige Vorteile der modernsten synthetischen Schmierstoffe von<br />

LUBRIPLATE, die selbstverständlich alle NSF H1-registriert sind.<br />

SFGO Ultra Serie:<br />

synthetische Hochleistungs-Schmierstoffe<br />

• 100% synthetische Schmierstoffe.<br />

• Extrem vielseitig einsetzbar, empfohlen für Druckluftkompressoren,<br />

Hydrauliksysteme, Getriebe, Lager, Pumpen und Ketten.<br />

• Verfügbar in 14 unterschiedlichen ISO-VG-Klassen.<br />

SynXtreme FG Serie:<br />

synthetische Hochleistungs-Schmierfette<br />

• Modernste synthetische Calcium-Sulfonat-Komplexseifen-Fette.<br />

• Universell einsetzbar für unzählige Anwendungen.<br />

• Extrem stabil bei Anwendung unter hohen Drücken.<br />

SSO-FG 100 und SSO-FG 150<br />

• Diese hochwertigen, vollsynthetischen Schmierstoffe wurden speziell<br />

zur Verwendung in Dosenverschließmaschinen und für ähnliche<br />

Applikationen entwickelt.<br />

Lubriplate® Lubricants<br />

Authorized Master Distributor Europe:<br />

Finke Mineralölwerk GmbH<br />

Rudolf-Diesel-Straße 1 / 27374 Visselhövede Deutschland<br />

www.lubriplate.de / E-mail: info@lubriplate.de / Tel: +49 (0) 4262 79 95 23<br />

Registriert ISO 9001<br />

und ISO 50001<br />

68 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 2· <strong>2022</strong> APRIL

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