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food TECHNOLOGIE 2/2022

Food Technologie, Magazin für Inhaltsstoffe, Herstellung und Verpackung ist die Fachpublikation für Führungskräfte im deutschsprachigen Raum, sowie einigen Ländern Osteuropas. In praxisorientierten Fachbeiträgen, Kurzartikeln und Meldungen berichten wir über Roh- und Zusatzstoffe, ihre Anwendungen und Märkte, Herstellungstechnologie, Verfahrenstechnik sowie Verpackungstechnologien und -material.

Food Technologie, Magazin für Inhaltsstoffe, Herstellung und Verpackung ist die Fachpublikation für Führungskräfte im deutschsprachigen Raum, sowie einigen Ländern Osteuropas. In praxisorientierten Fachbeiträgen, Kurzartikeln und Meldungen berichten wir über Roh- und Zusatzstoffe, ihre Anwendungen und Märkte, Herstellungstechnologie, Verfahrenstechnik sowie Verpackungstechnologien und -material.

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33. Jahrgang · ISSN 1616-2323 · ZKZ30360 · www.food-technologie.de

2022 APRIL

Magazin für Inhaltsstoffe, Herstellung und Verpackung

INGREDIENTS

Zuckerrohrfasern als

natürliche Ballaststoffkonzentrate

VERFAHRENSTECHNIK

Produktion von Gemüseund

Fleischspießen:

Bauraum reduzieren

und gleichzeitig

Effizienz steigern

MESSEN

Smarte Impulse für

eine digitale Zukunft:

Interview mit Prof.

Dr. Katharina Riehn,

Vorsitzende DLG-Fachzentrum

Lebensmittel

VERPACKUNG

Keinen Tropfen

verschwenden – ReWork

bei Schweizer Traditionsunternehmen

Emmi

2

TITELTHEMA

FÜR HÖCHSTE HYGIENE MUSS

ES DAS GELBE VOM EI SEIN

SEEPEX-Hygienepumpen sind für skandinavische Food-Gruppe eine saubere Sache


www.anugafoodtec.de

Internationale

Zuliefermesse für

die Lebensmittel-

und Getränkeindustrie

KÖLN, 26.–29.04.2022

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ALL IN ONE.

Food Processing | Food Packaging | Safety & Analytics | Intralogistics

Digitalisation | Automation | Environment & Energy | Science & Pioneering

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Messeplatz 1, 50679 Köln

Tel. +49 1806 578 866*

Fax +49 221 821 99-1020

anugafoodtec@visitor.koelnmesse.de

* (0,20 EUR/Anruf aus dem dt. Festnetz;

max. 0,60 EUR/Anruf aus dem Mobilfunknetz)

2 foodTECHNOLOGIE2022 APRIL


EDITORIAL

Ist nachhaltig tatsächlich

auch nachhaltig ?

Liebe Leserinnen und Leser,

Sebastian Martinek,

Objektleiter

Begriffe wie Nachhaltigkeit, Umwelt- und

Klimaschutz sind nun seit einigen Jahren im

Fokus vieler Bereiche. Aber wie nachhaltig

wird unsere Energieversorgung zukünftig sein

und wie sieht es aktuell bei der Lebensmittelindustrie

aus?

Betrachtet man beispielsweise Technologien

wie Windkraft, so stellt man fest, dass bereits

der Bau dieser Anlagen viel Energie benötigt.

Die Windkraft-Rotorblätter bestehen aus glasfaserverstärktem

Kunststoff (GFK), um das

Gewicht niedrig zu halten und den Wirkungsgrad

zu steigern. Wie sieht es aber nach einer

20-jährigen Betriebszeit aus: Riesige Mengen

an Sondermüll – schlecht recyclebar. Sollte

man bei all den neuen und alternativen Technologien

nicht gleichzeitig auch überlegen,

welche Möglichkeiten des Recyclings es gibt

und wie nachhaltig diese Möglichkeiten sind?

Ein weiteres Beispiel von ausufernder Abfallerzeugung

zeigt uns die Pandemie auf, angefangen

bei den Masken, weiter bei den

Schnelltests bis hin zu den ganzen Hygieneartikeln

im privaten und geschäftlichen Bereich.

Was geschieht mit den teilweise höchst

schwierig recyclebaren Materialien? Nicht

erst jetzt warnen Forscher wegen des zunehmenden

Plastikmülls in den Weltmeeren.

Die diesjärige Anuga FoodTec widmet sich

dem Thema Nachhaltigkeit bei den Verpackungen.

Da die Lebensmittel- und Getränkebranche

vermehrt auf nachwachsende

Rohstoffe, recycelbare Materialien setzt,

werden umweltschonende Verpackungslösungen

auf der Messe vorgestellt und gezeigt,

wie konventionelle Verpackungskonzepte

zunehmend auf andere Konzepte umgestellt

werden. Auch im Event- und Kongressprogramm

wird dieses wichtige und

zukunftsweisende Thema kompetent abgebildet.

Wie Packmittelhersteller und Verpackungsmaschinenbauer

den Wandel zu

Nachhaltigkeit gestalten und welche Herausforderungen

es dabei zu meistern gilt, wird

auch nach der Messe weiterhin die große

Aufgabe sein.

Es grüßt Sie herzlich

APRIL 2 · 2022 foodTECHNOLOGIE

3


INHALT

TITELTHEMA

Seite

AUTOMATISIERUNG

Für höchste Hygiene

muss es das Gelbe

vom Ei sein

Kulinarisch aufgespießt

Produktion von Gemüse- und Fleischspießen –

Bauraum reduzieren und gleichzeitig Effizienz steigern

HYGIENE/BETRIEBSSICHERHEIT

28 – 30

SEEPEX-Hygienepumpen sind für skandinavische

Food-Gruppe eine saubere Sache

Sauberkeit und Hygiene in der Lebensmittelindustrie

Wie Reinigungskonzepte Sicherheit schaffen

32 – 33

Frische Lebensmittel müssen stets wie aus dem Ei gepellt sein.

Strengste Hygienestandards genießen höchste Priorität und

sind eine Selbstverständlichkeit im industriellen Umgang mit

sensiblen Zutaten. Nur mit entsprechend verlässlicher Technik

für den Verarbeitungsprozess von frischen Eiern – bekanntlich

einem der heikelsten Produkte – kann die namhafte DAVA

Food-Gruppe aus Dänemark ihren international hohen Standard

halten. Dafür sorgen jetzt auch Pumpen von SEEPEX aus

dem nordrhein-westfälischen Bottrop…

6 – 7

FOOD LABOR

Qualitätskontrolle in der Lebensmittelindustrie

Automatisch gleichartige Kolonien erkennen und

Keimzahlbestimmung mit wenigen Klicks

MESSEN

Seite

34 – 35

Seite

INGREDIENTS

Zuckerrohrfaser Upcycling

SANACEL ® sugarcane – Zuckerrohrfasern als

natürliche Ballaststoffkonzentrate

Großartige Fleischprodukte ohne Kompromisse

Schnellere Entwicklung und Innovation von

pfl anzlichen Fleischerzeugnissen

Weizen auf den Grill?

Funktionale Weizen-Ingredients als Allrounder

für vegane Barbecue-Produkte

Bio-Qualität aus Sri Lanka

Hochwertige Fette – Natives Kokosöl und MCT-Öl

VERFAHRENSTECHNIK

PROZESSANLAGEN

Aufwendig und technologisch extrem anspruchsvoll

Seite

8 – 9

10 – 11

12 – 13

14 – 15

Seite

Herstellung von vegetarischen und veganen

16 – 17

Fleischalternativen mit Pulvermischern von amixon ®

Effektive Schüttgutautobahnen

Pneumatische Förderung in der Lebensmittelindustrie

18 – 19

Anuga Food Tec 2022: Smarte Impulse für eine digitale Zukunft

Interview mit Prof. Dr. Katharina Riehn

Prozesstechnik und Zutaten

IFFA 2022 – wie die Herstellung von Lebensmitteln aus

alternativen Proteinen gelingt

Fachmesse-Trio wegweisend im Trend der Zeit

PUMPS & VALVES mit SOLIDS & RECYCLING-TECHNIK

im Juni 2022 in Dortmund

LogiMAT Rahmenprogramm – Bewährte Qualität in neuem Format

LogiMAT 2022 von 31. Mai bis 02. Juni in Stuttgart

VERPACKUNG

KENNZEICHNUNG

Klimaneutrale Produktion

MRE Mehner & Rust – Etiketten mit modernster Drucktechnik

VERPACKUNGSMASCHINEN

Vollautomatische Verpackungsmaschine für klebrige Produkte

Kombinationswaage der neuen Generation –

auch für für Convenience-Lebensmittel

„Wir helfen unseren Kunden, die Perspektive zu weiten“

Interview mit Michael Graf, Schubert-Consulting

KARTONVERPACKUNG

36 – 38

48 – 49

53

54

Seite

55

56 – 57

58 – 59

KOMPONENTEN

Einfache Radar-Formel für bessere Prozesse

Mit dem Radarsensor VEGAPULS 6X in eine neue Füllstandära

20 – 21

Keinen Tropfen verschwenden

ReWork bei Schweizer Traditionsunternehmen Emmi

LOGISTIK

60 – 61

Die Lebensdauer von Dichtungen präzise Vorhersagen

Neue Lösungsansätze – effi ziente Integration des

Dichtungswechsels in den Wartungszyklus

22 – 23

Einkaufen mit Roboterhilfe

Moderne Automatisierungstechnik und Robotik

in der Lebensmittellogistik

62 – 63

Erschwinglich auch bei höheren Fördermengen

Neue Größen der Membrandosierpumpe Ecosmart –

niedrige Anschaffungskosten mit hoher Leistung

24 – 26

TRENDS & EMOTIONEN

Seite

Gerüstet für den Notfall – aber ohne Hamsterkäufe 65

4 foodTECHNOLOGIE2022 APRIL


APRIL 2 · 2022 foodTECHNOLOGIE


TITELTHEMA · SEEPEX

Für höchste Hygiene muss

es das Gelbe vom Ei sein

SEEPEX-Hygienepumpen sind für skandinavische Food-Gruppe eine saubere Sache

Frische Lebensmittel müssen stets wie aus dem Ei gepellt sein. Strengste Hygienestandards genießen höchste Priorität

und sind eine Selbstverständlichkeit im industriellen Umgang mit sensiblen Zutaten. Nur mit entsprechend verlässlicher

Technik für den Verarbeitungsprozess von frischen Eiern – bekanntlich einem der heikelsten Produkte – kann die

namhafte DAVA Food-Gruppe aus Dänemark ihren international hohen Standard halten. Dafür sorgen jetzt auch

Pumpen von SEEPEX aus dem nordrhein-westfälischen Bottrop.

Der weltweit tätige Spezialist im Bereich

der Pumpentechnologie mit seinen Exzenterschneckenpumpen,

Pumpensystemen

und digitalen Lösungen verfügt seit langem

über eine große Expertise auch im Bereich

der Lebensmittel- und Getränkeherstellung.

Die hygienische Sauberkeit in allen Prozessen

ist hier ein absolutes Muss, um die einwandfreie

und unbedenkliche Qualität der

Produkte zu gewährleisten. Daneben spielen

sowohl eine hohe Betriebssicherheit und

Zuverlässigkeit als auch die einfache, rückstandslose

Reinigung und schnelle Wartung

der Maschinen eine zentrale Rolle.

All diesen Ansprüchen begegnet man bei

SEEPEX erfolgreich mit Pumpen, die die

extremen Hygienevorschriften erfüllen und

darüber hinaus die schonende Produktförderung

einer Exzenterschneckenpumpe

mit der von SEEPEX gewohnten Wartungsfreundlichkeit

und Zuverlässigkeit vereinen.

Etliche Baureihen sind gemäß den amerikanischen

3A-Sanitary Standards oder den

europäischen Richtlinien hinsichtlich hygienegerechter

Konstruktion (EHEDG) zertifiziert.

„SEEPEX-Kunden können daher sicher

sein, mit den Lebensmittelpumpen hygienisch

und mikrobiologisch einwandfreie

Lebensmittel zu produzieren“, versichert

Norman Dicks, Team Leader Product Range

Development bei SEEPEX.

den Förderprozess eines der Eiprodukte (gemischtes

Eigelb und Eiweiß) die perfekte Lösung

zu finden: DAVA baute nämlich nicht

nur die Produktion aus, sondern wechselte

gleichzeitig zu größeren Behältern mit

einem Volumen von bis zu fünf Litern. Für

diesen erweiterten Förderprozess musste ein

Füllrohr an einer Pumpe installiert werden.

Dieses wird in einen Behälter abgesenkt, um

ihn von unten nach oben zu füllen. Sobald

er voll ist und der Durchfluss stoppt, muss

der Dosierprozess tropffrei sein, um die Außenseite

des Behälters nicht zu verunreinigen.

Das allerdings war der Fall bei den

Schlauchpumpen, die DAVA bis dahin genutzt

hatte, um die Eimischung in die Behälter

zu befördern. Ein weiteres Problem

bestand darin, dass diese Pumpen zur Reinigung

komplett demontiert werden müssen –

was zu aufwendigen Arbeiten und langen

Stillstandzeiten führte. Also sollte eine Pum-

pe her, die sich leicht in die Produktionslinie

integrieren lässt, eine CIP-Reinigung (Cleanin-Place)

und einen tropffreien Prozess ermöglicht

– selbst bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten.

SEEPEX konnte gewissermaßen

das „Ei des Kolumbus“ für diese besondere

Anforderung liefern.

Die Experten aus dem Ruhrgebiet integrierten

im DAVA Werk sechs neu entwickelte

BCFH 1-12 Exzenterschneckenpumpen

in die dortige Produktionslinie. Diese Pumpenbaureihe

bietet eine hohe Produktsicherheit,

dosiert präzise ohne Tropfenbildung und

ist besonders leicht zu reinigen und zu warten.

Sie erfüllt auch höchste hygienische Anforderungen,

da die Pumpen nach dem neuesten

Zertifizierungsverfahren EHEDG Typ EL

Class I zertifiziert sind. Durch die neu konstruierte

gelenkfreie SEEPEX Flexrod und die

CFD-optimierte Einlaufgeometrie wird eine

rückstandsfreie Reinigung mit CIP sicherge-

stellt. „Dank des geteilten Sauggehäuses und

Pumpe passt perfekt in die

Produktionslinie

Die DAVA Food-Gruppe

verarbeitet frische Eier am

Standort in Dänemerk.

Darauf können nun auch die Food-Profis von

DAVA vertrauen, die zur Erweiterung ihrer

Produktionsprozesse wohl eben das sprichwörtlich

„Gelbe vom Ei“ unter den Pumpen

suchten. Im Detail ging es darum, für

6 foodTECHNOLOGIE2022 APRIL


Bild: Adobe Stock/andriigorulko

SEEPEX · TITELTHEMA

Wo Hygiene von

essenzieller Bedeutung ist,

sichert die BCFH-Lebensmittelund

Hygienepumpe von SEEPEX

besonders hygienische Prozesse.

der Hygiene-Verschraubung zum Rotor konnten

mit dieser Pumpe auch die Wartungskosten

des Kunden nachhaltig reduziert und die

Wartungsarbeiten erheblich vereinfacht werden“,

berichtet Norman Dicks.

Skandinavischer Marktführer vertraut

auf bewährte Hygienetechnik

Die DAVA Food-Gruppe ist für einen großen

Teil der Handhabung von Eierzeugnissen in

den skandinavischen und baltischen Ländern

verantwortlich und exportiert in eine Vielzahl

von Ländern auf der ganzen Welt. Nach eigenen

Angaben versorgt der Produzent 28

Millionen Konsumenten. Zwei Milliarden

Eier durchlaufen jedes Jahr an Standorten in

Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland

und Estland die Produktion. Die Spezialisten

verarbeiten, verpacken und vertreiben frische

Eier und eine Vielzahl von gekochten

und pasteurisierten Eiprodukten. DAVA Foods

bietet mit Vollei, Eigelb und Eiweiß auch verschiedene

Flüssigei-Produkte und hat zudem

von der Mayonnaise bis zum vorgebackenen

Pfannkuchen eine große Bandbreite an eibasierten

Nahrungsmitteln im Portfolio. Das

Unternehmen – skandinavischer Marktführer

in der Kategorie Eier – verfügt über sechs Verpackungswerke

und vier Produktfabriken. Ziel

ist es immer, „ein Eiprodukt zu liefern, das allen

Hygieneansprüchen genügt und eine lange

Haltbarkeit ohne Verwendung von Zusatzstoffen

aufweist. Unabhängig davon, um welches

Produkt es sich handelt und wie es versandt

wird, Hygiene ist immer von höchster

Priorität“, heißt es bei dem Unternehmen.

Hohe Standards in Material

und Konstruktion

Dem kommt die SEEPEX Technologie entgegen.

Bei der Bewältigung solcher Herausforderungen

wie im aktuellen Beispiel von

DAVA Foods spielen effizienz- und qualitätsoptimierende

Technologien eine Schlüsselrolle.

Die bei DAVA eingesetzten Pumpen

aus der BCFH Reihe sind EHEDG zertifizierte

Lebensmittel- und Hygienepumpen

und sichern besonders hygienische Prozesse.

Das EHEDG Typ EL Class I Zertifikat –

über das diese SEEPEX Baureihe bereits seit

2018 verfügt – belegt optimale Reinigungsbzw.

Sterilisationsergebnisse. Möglich werden

sie durch die gelenkfreie Flexrod-Ausführung,

ein geteiltes Sauggehäuse mit CFDoptimierter

Geometrie sowie tangential positionierte

Spülanschlüsse. Dank minimaler

Pulsation und Scherwirkung eignet sich die

BCFH-Lebensmittel- und Hygienepumpe

besonders zur Förderung empfindlicher Lebensmittel.

Ihre Fördermenge beträgt 0,09–

60 m³/h bei einem Druck von ≤ 24 bar.

SEEPEX-Pumpen sind je nach Pumpenbaureihe

auch mit durch die FDA (U.S. Food

and Drug Administration) zugelassenen Bauteilen

gebaut und gemäß den 3-A Sanitary

Standards (USA) zertifiziert. Gleich mehrere

Baureihen haben die Bottroper Spezialisten

insbesondere für die Lebensmittel- und

Getränkeindustrie entwickelt. Diese Pumpen

zeichnen sich durch ihre besonders hohen

Materialstandards mit optimierten Einlassgeometrien,

den zertifizierten Bauteilen

und auf den jeweiligen Einsatzfall abgestimmten

Gleitringdichtungen aus, die für

eine hygienische Wellenabdichtung sorgen.

Die Pumpen gewährleisten eine schonende

Förderung, geringe Scherung und nahezu

pulsationsfreies Fördern von niedrig- bis

hochviskosen Produkten bei konstanten Fördermengen

und hoher Druckstabilität.

Unkomplizierte Wartung ohne

Spezialwerkzeuge

Die hochwertigen Oberflächen der Gehäusewände

und der rotierenden Innenteile garantieren

eine rückstandsfreie Reinigung. Für

optimale Ergebnisse sorgen Reinigungsprozesse

wie Clean-in-Place (CIP), Sterilization

in Place (SIP) oder Clean-out-of-Place (COP).

Als weiteren Vorteil sieht Norman Dicks

den geringen Platzbedarf der Pumpen

und die Tatsache, dass keine Spezialwerkzeuge

für die Wartung erforderlich sind –

das einfache Lösen der Flexrod von Rotor

und Antriebswelle reicht bei Produkten

der Baureihe BCFH und BCF aus. SEEPEX

Exzenterschneckenpumpen können in beliebiger

Lage montiert werden, um eine optimale

Integration in unterschiedlichste vorhandene

Anlagen zu gewährleisten. Die Drehrichtung

der Pumpen und damit der Förderfluss

sind je nach Bedarf umkehrbar. Denn kein Ei

gleicht ja bekanntlich dem anderen…

Weitere Informationen:

www.seepex.com

Bildquelle: Seepex

APRIL 2 · 2022 foodTECHNOLOGIE

7


INGREDIENTS

Zuckerrohrfaser Upcycling

SANACEL ® sugarcane – Zuckerrohrfasern als natürliche Ballaststoffkonzentrate

Mit knapp zwei Milliarden Tonnen pro Jahr ist Zuckerrohr die Nahrungspflanze mit der größten Erntemenge. Zuckerrohr

gehört zur Familie der Süßgräser und ist der wichtigste Lieferant von Zucker weltweit. Der Zucker wird aus dem

Saft der Zuckerrohrpflanze gewonnen, die sogenannte Bagasse bleibt zurück. Die CFF GmbH & Co. KG verarbeitet die

Bagasse zu Zuckerrohrfasern weiter und nutzt diese u.a. zur Ballaststoffanreicherung von Lebensmitteln. Ganz nach

dem allgegenwärtigen Upcycling Trend werden Reststoffe aufgewertet und weiterverarbeitet und in diesem Fall für

die Ballaststoffanreicherung von Lebensmittelanwendungen eingesetzt.

Heutzutage befinden sich die größten Anbaugebiete

für Zuckerrohr in den Tropen

und Subtropen. Die Prozesse zur Gewinnung

von Zucker wurden bereits im 19 Jhd. mechanisiert.

Aus dem geernteten Zuckerrohr wird

durch Pressextraktion oder Diffusion der zuckerhaltige

Saft gewonnen und dient der Kristallzuckerproduktion.

Als Nebenprodukt entsteht

Bagasse, ein nachwachsender Rohstoff.

Nach Entfernung des Lignin-Anteils entsteht

aus der Zuckerrohrbagasse ein Ballaststoff

basierend auf natürlichen Cellulosen (Anteil:

70 – 75 Prozent) und Hemicellulosen (Anteil:

20 – 25 Prozent) mit einem Ballaststoffanteil

von über 95 Prozent (AOAC Methode).

Die CFF GmbH & Co. KG hat den ernährungsphysiologischen

Nutzen dieses Produktes

bereits vor Jahren erkannt. Infolgedessen

hat die CFF Belgien N.V. für die hauseigenen

Zuckerrohrfasern eine Zulassung als neuartiges

Lebensmittel nach der EU-Verordnung

2015/2283 beantragt, da Zuckerrohrballaststoffe

vor dem 15. Mai 1997 nicht in nennenswertem

Umfang in der Europäischen

Union für den menschlichen Verzehr verwendet

wurden. Seit November 2010 sind

die Zuckerrohrfasern in der Kategorie Lebensmittel,

die aus Pflanzen oder Pflanzenteilen

bestehen, daraus isoliert oder erzeugt

wurden, als neuartiges Lebensmittel

(Novel Food) zugelassen.

In der Durchführungsverordnung für neuartige

Lebensmittel EU 2018/1023 wurden

spezifizierte Lebensmittelkategorien mit

Höchstgehalten für Zuckerrohrfaser festgelegt

(siehe Abb. 1).

SANACEL ® sugarcane ist als Zutat in Backwaren

bis 5 Prozent und in Brot bis 8 Prozent

zulässig. Mit dem Ballaststoffkonzentrat können

Backwaren einfach angereichert werden.

Durch die funktionellen Eigenschaften der

Zuckerrohrfaser sind weitere anwendungsspezifische

Vorteile bekannt, so kann die

SANACEL ® sugarcane auch zur Frischhaltung

eingesetzt werden. In einer Burger Brötchen-

Rezeptur wurde ein Teil des Mehles mit Zuckerrohrfaser

ausgetauscht (Siehe Abb. 2).

Im Anschluss erfolgten Messungen zur Krumenfestigkeit

mittels Texture-Analyzer nach

dem Auftauen der ausgebackenen Burger

Brötchen. Analysiert wurde direkt nach dem

Auftauen, nach zwei Stunden und nach

einem, drei und fünf Tagen.

Wie in Abb. 3 ersichtlich ist, wurden bei den

Burger Brötchen mit SANACEL ® sugarcane

weniger Kräfte benötigt. Die weichere Krume

spricht für eine verbesserte Frischhaltung

durch die Zuckerrohrfasern. Durch die Zugabe

des Ballaststoffes wurden die Backverluste reduziert,

welches einen positiven Effekt auf die

Ausbeute hat. Der Ballaststoffgehalt wurde

auf beachtliche 4 Prozent erhöht. Nährwertbezogene

Angaben, wie „ballaststoffangereichert“

oder „Ballaststoffquelle“ sind somit

möglich. Des Weiteren bringt der Zuckerrohrballaststoff

einen positiven Beitrag zum Nutri-

Score, und verbessert diesen von C auf B.

Mit SANACEL ® sugarcane werden Würzmittel

und Gewürze sowie geriebener Käse technologisch

und ernährungsphysiologisch aufgewer-

Zuckerrohrfaser Spezifizierte Lebensmittelkategorie Höchstgehalte

Brot 8 %

Backwaren 5 %

Fleischerzeugnisse 3 %

Würzmittel und Gewürze 3 %

Geriebener Käse 2 %

Lebensmittel für spezielle Diäten 5 %

Soßen 2 %

Getränke 5 %

Abb. 1: Höchstgehalte für Zuckerrohrfaser

Zutaten Standard (g) Variante VF* (g)

Weizenmehl Typ 550 1.331 1.282

Wasser 825 826

Speiseöl 70 70

Salz 29 29

Zucker 142 142

Trockenhefe 66 66

SANACEL ® * sugarcane SC 40 – 48

Gesamt 2.463 2.463

Abb. 2: Burger Brötchen-Rezeptur (VF* = Variante verbesserte Frischhaltung)

8 foodTECHNOLOGIE2022 APRIL


INGREDIENTS

Bild: Adobe Stock/Picture Partners

Zuckerrohr

gehört zur Familie

der Süßgräser und ist

der wichtigste Lieferant

von Zucker weltweit.

14. – 19. 5. 2022

Frankfurt am Main

Technology

for Meat and

Alternative

Proteins

Abb. 3: Analysierte Krumenhärte nach definierter Lagerdauer.

tet. In der Gewürzindustrie sind

sich Experten einig – der ätherische

Ölgehalt ist wertbestimmend

für die Qualität und Geschmack

eines Gewürzes. Verklumptes Paprika-,

Zwiebel- oder Knoblauchpulver

kommt allgegenwärtig in

der heimischen Küche vor. Die

genannten Gewürze sind hygroskopisch

und in der Lage, Feuchtigkeit

aus der Umgebungsluft zu

absorbieren, das zum Beispiel die

Haltbarkeit und organoleptischen

Eigenschaften negativ beeinflusst.

Somit sind diese Gewürze

nur noch schwer bis gar nicht

mehr verwendbar. Die CFF setzt

hier auf eine natürliche und innovative

Lösung, die SANACEL ®

sugarcane als Trägerstoff, Rieselhilfsmittel

und Antiklumpmittel.

SANACEL ® sugarcane ist unlöslich,

geruchs- und geschmacksneutral.

Des Weiteren ist es chemisch

inert und geht keine Wechselwirkungen

mit den Gewürzaromen

ein.

SANACEL ® sugarcane ist die optimale

Novel Food Lösung für die

Ballaststoffanreicherung von Lebensmitteln.

Da das Produkt aus

der Bagasse der Zuckerrohrpflanze

gewonnen wird, handelt es sich

um eine nachhaltige und ressourcenschonende

Lösung, die nach

der Aufwertung der Bagasse weiterverarbeitet

wird. Somit folgt es

dem Trend Stoffe aus der Lebensmittelproduktion

für weitere Anwendungen

aufzuwerten.

Seit 45 Jahren wird die CFF

GmbH & Co. KG aus dem Grünen

Herzen Deutschlands von der bemerkenswerten

Vielseitigkeit der

Anwendungen für Cellulosefasern

angetrieben. Die Unternehmensphilosophie

legt einen besonderen

Wert auf einen kompetenten

technischen Support Ihrer Kunden.

Dies verdeutlicht das stetig

wachsende Produktportfolio und

die vielseitigen Lösungen für individuelle

Kundenwünsche.

Autorin:

Jennifer Zamanifar, Dipl.- Troph.,

Teamleiter Lebensmittel,

Vertrieb International, CFF

Weitere Informationen:

www.cff.de

Bildquelle: CFF

APRIL 2 · 2022 foodTECHNOLOGIE

9


INGREDIENTS

Großartige Fleischprodukte

ohne Kompromisse

Schnellere Entwicklung und Innovation von pflanzlichen Fleischerzeugnissen

Aufgrund des anhaltenden Wachstums der alternativen Fleischindustrie und der Einführung neuer technischer Innovationen

kommen immer mehr pflanzliche Produkte auf den Markt, die Fleischliebhaber an den Tisch locken. Obwohl

dies zweifellos ein positiver Schritt in die richtige Richtung ist, um den weltweiten Fleischkonsum zu reduzieren und

die Nachhaltigkeit zu erhöhen, ist die Herstellung schmackhafter pflanzlicher Fleischersatzprodukte ein zeitaufwendiges

und schwieriges Unterfangen. Eine Person, die sich dieser Herausforderung persönlich gestellt hat ist, Daniel

Dikovsky, Leiter des Bereichs Innovation und Technologie bei Redefine Meat. In diesem Artikel erläutert er, warum

Forschung und Entwicklung aus seiner Sicht so wichtig sind, um diesen Prozess zu beschleunigen.

In den letzten Jahren ist das Bewusstsein

für die Auswirkungen unseres Essverhaltens

– aus gesundheitlicher und ökologischer

Sicht – zweifellos gestiegen. Neben der Zunahme

an Vegetariern und Veganer hat der

Flexitarismus Einzug gehalten – eine Esskultur,

die den gelegentlichen Fleischkonsum

zulässt. Ein entscheidender Faktor für diese

Entwicklung war das immer größere Angebot

an pflanzlichen Fleischersatzprodukten, die

eine größere Geschmacksvielfalt bieten. Es

steht außer Frage, dass große Fortschritte bei

der Entwicklung von Fleischalternativen gemacht

worden sind und dass der Aufwärtstrend

anhält. Fakt ist jedoch auch, dass ein

Verbrauchertyp dabei zu kurz gekommen ist,

nämlich der Fleischliebhaber.

Entwicklung von entscheidender Bedeutung,

um diesen Prozess und die Innovation in der

Produktentwicklung zu beschleunigen:

Fleischwissenschaft

Von Natur aus hat Fleisch eine hochkomplexe

Struktur. Daher muss man von der Produktion

bis zur Verarbeitung und Konservierung

verstehen, woraus Fleisch genau besteht, um

es präzise nachbilden zu können. Geschmack

ist eine Sache, allerdings ist die Reproduktion

der Muskelfasern einer Kuh, um die Struktur

eines saftigen Steaks nachzubilden, eine

Herausforderung, die Hersteller von Fleischersatzprodukten

seit Jahrzehnten umtreibt.

Pflanzliche Proteine und tierische Proteine

haben eine sehr unterschiedliche Wirkung,

vor allem in Bezug auf ihr Verhalten

beim Kochen, was die größten Schwierigkeiten

bei der Optimierung der Textur von

Fleischersatzprodukten bereitet. Erbsen-,

Weizen- und Sojaproteine sind die wichtigsten

pflanzlichen Inhaltsstoffe in der Industrie,

weil sie das fleischähnliche Kaugefühl

am besten imitieren. Bei ihrer strukturellen

Anordnung treten jedoch Probleme auf.

Herkömmliche Extrusionsverfahren, nach

denen pflanzliche Fleischersatzprodukte,

hauptsächlich pflanzliche Hackfleischprodukte,

in den letzten Jahrzehnten hergestellt

wurden, sind an diese Grenze gestoßen

und waren nicht in der Lage, die Muskelfa-

Daher müssen zwei wichtige Bereiche angegangen

werden, um Fleischliebhaber an den

Tisch zu locken: die Produktqualität und die

Produktvielfalt. In diese Bereiche muss unbedingt

investiert werden. Die Verbesserung

des Geschmacks, der Textur und des Esserlebnisses

ist an sich schon eine große Herausforderung.

Doch die Sortimentserweiterung

der alternativen Fleischindustrie wird

aus gutem Grund als heiliger Gral betrachtet.

Denn bislang sind in den Supermarktregalen

nur eine Handvoll pflanzlicher Hackfleischprodukte

zu finden. Zur Erreichung dieses

Ziels ist technische Innovation notwendig.

Redefine Meat bietet ausschließlich Produkte

aus pflanzlichen Zutaten an, welche frei von GVO,

Antibiotika, Cholesterin und tierischen

Inhaltsstoffen sind.

In Wahrheit wird es jedoch viele Jahre dauern,

um das Fleisch einer kompletten Kuh

technisch zu reproduzieren – eines Tiers,

dessen Muskulatur sich über Jahrhunderte

weiterentwickelt hat. Daher sind aus meiner

Sicht mehrere Bereiche in der Forschung und

10 foodTECHNOLOGIE2022 APRIL


INGREDIENTS

sern homogener Strukturen zu reproduzieren

und ihre Verhaltensänderung beim Kochvorgang

zu steuern.

Daher gab es viel Aufregung bei der Einführung

digitaler Technologien, die sich die

Fleischwissenschaft direkt bei der Produktion

zunutze machen. Durch die Sammlung von

Daten zu Parametern wie Zusammensetzung

und Verhalten von Tierfleisch ermöglichen

künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles

Lernen die Umsetzung dieser Daten in digitale

Produktionsverfahren, wie dem 3D-Druck.

Dabei werden die pflanzlichen Inhaltsstoffe

auf Voxel-Ebene präzise angeordnet, um

Muskelfaserstrukturen digital nachzubilden,

die sich nach dem Kochen und im Mund wie

Fleisch verhalten und anfühlen. Als solches

ist die mögliche Nutzung wissenschaftlicher

Kenntnisse über die Zusammensetzung von

Fleisch für die Produktentwicklung ein enormer

Vorteil, der uns bei der Nachbildung ganzer

Steaks zugutekommt, wie wir bei Redefine

Meat bereits feststellen können.

Sensorische Daten und Rolle

der Verbraucher

Sensorische Daten von Verbrauchern müssen

unbedingt in den gesamten Prozess zur Entwicklung

von Fleischersatzprodukten integriert

werden. Zum einen gilt es, die Meinung

der Verbraucher über neue Fleischprodukte

zu verstehen. Allerdings ist es eine große Herausforderung,

ihr Feedback bestmöglich in

neuen Iterationen des Produkts umzusetzen.

Wir nutzen beispielsweise eine digitale Bibliothek

von SQIs (Steak-Qualitätsindex), um

jede Iteration bzw. Nachbildung von Fleisch

nach Aussehen, Geschmack, Textur und genereller

Ähnlichkeit mit Fleisch zu bewerten.

Wenn wir schrittweise Änderungen, wie die

Erhöhung des Zähigkeitswerts oder des Fettanteils,

vornehmen, verfolgen wir, ob die Bewertung

bei sensorischen Untersuchungen

mit Verbrauchern (durch unsere sogenannten

Sensorikpanels) besser oder schlechter wird.

Schwierig ist allerdings, dass die Bewertung

des Geschmacks von Lebensmitteln eine

Grauzone sein kann, weil die Geschmacksvorlieben

von Mensch zu Mensch unterschiedlich

sind. Tatsächlich können verschiedene

Fleischstücke zu verschiedenen Meinungen

führen. Daher können digitale Technologien,

wie KI und maschinelles Lernen, dazu beitragen,

diese Schwierigkeiten durch die Anwendung

intelligenter Algorithmen zu umgehen,

um sensorische Daten zu mischen und die

beliebtesten SQIs bei der Produktentwicklung

in weitere Iterationen (Nachbildungen von

Fleisch) einfließen zu lassen. Ein optimierter

Prozess für das Feedback von Verbrauchern

und die Iteration von Produkten ist ein himmelweiter

Unterschied zu dem Versuch, das

Feedback von Verbrauchern nach den uralten

herkömmlichen Verfahren für die heutige

Fleischerzeugung zu implementieren. Grundsätzlich

wird diese Einbeziehung der Verbraucher

in die Erzeugung der von ihnen verzehrten

Fleischprodukte nicht nur die Produktqualität

verbessern, sondern auch den Prozess

zu ihrer Erzielung beschleunigen.

Pflanzliche Rohstoffe

Die Umwandlung pflanzlicher Rohstoffe in

schmackhafte, fleischähnliche Inhaltsstoffe

ist ein weiterer wichtiger Teil der Forschungsund

Entwicklungsarbeit, um die alternative

Fleischindustrie voranzubringen. Die Auswahl

der Inhaltsstoffe ist ein strenger Prozess,

bei dem festgelegte Parameter in puncto Qualität,

Verfügbarkeit, Skalierbarkeit und Nachhaltigkeit

unbedingt eingehalten werden müssen.

Wenn ein Inhaltsstoff eines dieser Kriterien

nicht erfüllt, kann sich das negativ auf die

Produktentwicklung auswirken. Einige Hersteller

verwenden Gluten, um die Textur von

Fleisch zu imitieren. Dadurch sind Verbraucher

mit einer Glutenunverträglichkeit von

vornherein ausgeschlossen. Andere wiederum

verwenden GVO (gentechnisch veränderte Organismen)

zur Geschmacksverbesserung, die

jedoch in großen Teilen der Welt verboten sind.

Branchenweit werden jeden Tag sinnvolle

Fortschritte auf Inhaltsstoffebene gemacht.

Doch eines ist klar: Das wird keinem Unternehmen

allein gelingen. Zur Unterstützung

einer größeren Vielfalt bei der Entwicklung

pflanzlicher Inhaltsstoffe und Erweiterung

des Produktsortiments, das heute in diesem

Sektor angeboten wird, müssen mehr Hersteller

von Rohstoffen kooperieren. Da die Industrie

in rasantem Tempo weiter wächst und immer

attraktiver wird, gehe ich fest davon aus,

dass weitere namhafte Akteure dem Aufruf

zur Zusammenarbeit folgen werden.

Was können wir in Zukunft erwarten?

Die Industrie wird sich zweifellos in eine positive

Richtung entwickeln. Große Fortschritte

werden nicht nur bei der Verbesserung des

Unter dem Namen „New Meat“ ist das pflanzenbasierte

Fleisch bereits in deutschen Spitzen-Restaurants verfügbar.

Geschmacks und der Textur von Produkten,

sondern auch bei der erheblichen Erweiterung

der Produktvielfalt gemacht. Das war

ein entscheidender Faktor auf dem schnell

wachsenden Flexitariermarkt und hat umweltbewussten

Fleischliebhabern eine Alternative

zu Fleisch ohne Geschmackseinbußen

geboten. Die rekordverdächtigen Investitionen

der Branche in den letzten Jahren

sind ein Beleg dafür.

Doch wenn uns der große Durchbruch bei

Fleischersatzprodukten und bei der Reduzierung

des weltweiten Fleischkonsums gelingen

soll, dann ist mehr Innovation entlang der gesamten

FuE-Wertschöpfungskette notwendig.

Im Hinblick auf die Optimierung von Inhaltsstoffen,

Geschmacksbildung, Erstellung und

Integration von Fleischdaten sowie Sensorik

bewirkt die Digitalisierung der Forschung und

Entwicklung bereits einen enormen Unterschied

gegenüber den analogen Verfahren zur

Herstellung von Fleischersatzprodukten, die

in den letzten Jahrzehnten gang und gäbe waren.

Das stellen wir aus erster Hand bei neuen

„ganzen“ Produkten fest, die erstmals auf den

Markt kommen. Doch wenn Unternehmen wie

uns ein echter Durchbruch in der Branche gelingen

soll, um einer der weltweit größten Hersteller

von Fleischersatzprodukten zu werden,

dann sind eine stärkere Zusammenarbeit im

Nahrungsmittel-Ökosystem und ein stärkerer

Einsatz von Technologie notwendig.

Autor:

Daniel Dikovsky, Leiter Innovation

und Technologie bei Redefine Meat

Weitere Informationen:

www.redefinemeat.com

Bildquelle: Redefine Meat

APRIL 2 · 2022 foodTECHNOLOGIE

11


INGREDIENTS

Weizen auf den Grill?

Funktionale Weizen-Ingredients als Allrounder für vegane Barbecue-Produkte

Die Deutschen und Grillen – das gehört einfach zusammen. Laut einer aktuellen Studie von Statista Consumer Market

Outlook wird der Absatz von Fleischalternativen in Deutschland weiter steigen, prognostiziert wird ein Umsatz von

480 Millionen Euro im Jahr 2022. Die Triebkraft sind Flexitarierinnen und Flexitarier, die ihren Speiseplan mit veganen

Produkten ergänzen. Um sie zu überzeugen, ist die Wahl der pflanzlichen Basis entscheidend, mit der ein authentisches

Mundgefühl und Geschmack steht oder fällt. Der Ingredients-Spezialist Loryma hat Kombinationsmöglichkeiten aus

Weizentexturaten und Bindekomponenten aus Weizen entwickelt, mit dem sich vegane Varianten von Grillklassikern wie

Steaks, Bratwürsten, Burgerpatties und Fischfilets realisieren lassen sowie Neukreationen und Abwandlungen.

Die Vorfreude auf den Grillsommer ist

groß: Im Familien- oder Bekanntenkreis

gemeinsam Leckereien zubereiten, essen

und zusammensitzen, das ist Quality Time.

Traditionell gibt es eine große Auswahl für

jede Vorliebe, wie das diversifizierte Angebot

einer typischen Grilltheke zeigt. Flexitarierinnen

und Flexitarier, die unter anderem

aus Rücksicht auf Tierwohl und Klima weniger

und dafür hochwertigeres Fleisch konsumieren

wollen, sind eine anspruchsvolle

Kundschaft, meint Norbert Klein, Leiter der

Produktentwicklung bei Loryma: „Grillen ist

mit einem positiven Lebensgefühl verbunden.

Verzicht auf Fleisch darf sich nicht wie

Verzicht auf Genuss anfühlen.“ Aus diesem

Grund haben er und sein Team am Standort

Zwingenberg in der Nähe von Frankfurt

vielfältige Anwendungskonzepte entwickelt,

mit denen die herausragende technologische

Funktionalität des Rohstoff Weizens

zum Tragen kommt und die Herstellern von

Fleischalternativen als Inspiration dienen

oder adaptiert werden können.

Raum für neue Ideen

Weizen bietet als Ausgangsstoff für Fleischalternativen

technische Vorzüge: Extrudiertes

Weizengluten bildet Fasern aus, die im Gegensatz

zu Soja- oder Erbsenprotein eine höhere

Elastizität aufweisen und daher die Haptik

und Textur von Fleisch ideal nachbilden.

Seit über 40 Jahren konzentriert sich Loryma

auf diesen Rohstoff, das Unternehmen ist als

klassischer Zulieferer für die Lebensmittelindustrie

aktiv, entwickelt im eigenen Technikum

aber auch ständig neue Anwendungskonzepte

anhand des umfangreichen Ingredients-Portfolios.

In puncto Geschmack, der

für Konsumentinnen und Konsumenten eine

Als wäre es aus Fleisch: Die Mischung

von Weizentexturaten in

verschiedenen Größen ähnelt

optisch und sensorisch

dem tierischen

Original sehr.

wichtige Rolle spielt, gibt es keine Einschränkungen.

Die Basis für „grillbare“ Fleischalternativen

bilden extrudierte Weizenproteine

und weizenbasierte Bindekomponenten,

die an sich geschmacks- und geruchsneutral

sind. Dadurch haben Herstellende die Chance,

ihr Produkt nach eigenen Vorstellungen zu

würzen oder zu aromatisieren. Klein: „Unsere

exemplarischen Applikationen zeigen Texturate

und Co. in Aktion und kurbeln im besten

Fall die Fantasie unserer Kundschaft an.

Aus einer veganen groben Bratwurst könnte

eine würzige Chipolata oder eine Merguez-

Wurst werden, unser pflanzlicher Frühstücksspeck

taugt als Ummantelung für die Veggie-

Variante von Berner Würstchen.“

Highlight: Texturate

Extrudierte Inhaltsstoffe haben sich im Verlauf

der letzten Jahre als ein Schlüsselelement bei

der Herstellung von Fleischersatzprodukten

herausgestellt. Extrusion beschreibt ein Verfahren,

bei dem ein Rohstoff, zum Beispiel in

Form von Getreidemehl, mit Hilfe von Hitze

und Druck von Förderschnecken geformt und

durch eine Düse gepresst wird. Das austretende

Extrudat wird dann auf die gewünschte

Länge gekappt. Das Ergebnis sind unvergleichliche

Produkteigenschaften, die durch

die Zusammensetzung und den Glutengehalt

beeinflusst werden können. Und für Fleischalternativen

besonders wichtig: rehydriert entwickelt

sich eine Faserstruktur, die dem von

Fleisch zu Verwechseln ähnlich ist.

Ob es um die Nachbildung von gewachsenem

Muskelfleisch oder gewolftem Hackfleisch

geht: Der große Vorteil des Extrusionsverfahren

ist die Flexibilität sowohl des Designs als auch

foodTECHNOLOGIE2022 APRIL


INGREDIENTS

der gewünschten Eigenschaften.

Lange, helle Streifen imitieren

beispielsweise eine Hühnerbrust,

die mariniert oder mittels eines

speziellen Coating-Systems mit

einer veganen „Hähnchenhaut“

versehen werden kann, die beim

Grillen sogar kross wird. Abgesehen

von ungefärbten Weizentexturaten

sind auch dunklere Versionen

erhältlich. Hellbraun, mit

natürlichem Malzextrakt gefärbt,

erinnert es an „gegartes Schweinefleisch“,

die mit Zuckerkulör

gefärbten Varianten an „gegartes

Rindfleisch“. Für andere vegane

Applikationen sind kleinere Extrudate

passender, extrudierte Granulate

beispielsweise eignen sich

für feine weiße oder grobe Bratwürste.

Als Trockenprodukt können

die Texturate ungekühlt transportiert,

einfach gelagert und individuell

rehydriert werden.

Die Bindung macht’s

Dank der individuellen Zugabe

von Wasser ergibt sich auch

für die Textur zusätzlicher Spielraum,

da der Grad der Hydration

die Bissfestigkeit bestimmt.

Für ein „Home-Style“ Burgerpatty

können nicht nur verschieden

Formen und Größen kombiniert

werden, sondern auch festere

mit weicheren. Eine authentische

Nachbildung der tierischen

Originalprodukte gelingt durch

das Zusammenspiel der Texturate

mit der passenden funktionellen

Mischung aus Weizengluten

und Stärken. Die Wahl des Bindesystems

hängt jeweils von den

Verarbeitungsprozessen und gewünschten

Produkteigenschaften

ab. Klein nennt ein Beispiel: „Wer

von einer vegetarischen Bratwurst

abbeißt, möchte das typische

,Knack‘ hören. Das ist ein Qualitätsmerkmal,

das auf die richtige

Bindung des Bräts und die Haftung

mit der Wursthülle zurückzuführen

ist“. Das typische Mundgefühl

entsteht dadurch, dass sich

die vegane Hülle und das pflanzliche

Brät optimal miteinander verbinden.

Die Bindung ist irreversibel,

sodass auch Verpackungsvorgänge

im Vakuum oder Hitze bei

der Zubereitung keinen negativen

Einfluss haben.

Tierwohl und Rücksicht auf die

Umwelt sind mögliche Motivationen,

warum Verbraucherinnen

und Verbraucher ihren Fleischkonsum

reduzieren. Aktuell noch

weniger verbreitet als Fleischalternativen

sind Fischalternativen,

die angesichts der überfischten

Meere an Bedeutung gewinnen.

Auch das stärker segmentierte

Fisch-Muskelfleisch kann mithilfe

einer speziell abgestimmten

Mischung aus Weizenproteinen

und -stärken imitiert werden.

Ausblick

Mit Sicht auf die wachsende Weltbevölkerung

spielen pflanzliche

Proteine zukünftig eine wichtige

Rolle. Unsere Ressourcen sind

begrenzt, und in diesem Bewusstsein

erfreuen sich nachhaltigere

Lebensmittel großer Beliebtheit.

Gerade Weizen als Rohstoff kann

mit seiner Multifunktionalität und

Regionalität punkten: Nahezu

99 Prozent eines jeden Korns

können durch die Herstellung

von Kuppelprodukten verwertet

werden und sorgen so für einen

ressourcenschonenden Umgang

mit der Umwelt. Loryma verarbeitet

ausschließlich EU-Weizen,

was sowohl Transportemissionen

als auch das Risiko von Lieferengpässen

minimiert. Der Einsatz

von Inhaltsstoffen auf Weizenbasis

ist ein weiterer Schritt,

in Richtung zukunftsorientierter

Endprodukte, die Konsumentinnen

und Konsumenten zu Wiederholungskäufen

an der Veggie-

Grilltheke anregen.

IFFA 2022:

Halle 12.1, Stand C64

Weitere Informationen:

www.loryma.de

Bildquelle: Loryma

APRIL 2 · 2022 foodTECHNOLOGIE

13


INGREDIENTS

Bio-Qualität aus Sri Lanka

Hochwertige Fette – Natives Kokosöl und MCT-Öl

Die Kokosnuss ist ein wahres Multitalent. Aus dem Blütennektar der Kokosnuss wird der kostbare Kokosblütenzucker

gewonnen. Kokoswasser ist ein Trendgetränk, das vor allem aus grünen und unreifen Kokosnüssen stammt. Aus dem

weißen Kokosfleisch werden zahlreiche Produkte wie Mehl, Chips und Milch hergestellt. Das fetthaltige Fruchtfleisch

dient auch als Basis für Kokosöl bzw. -fett. Das Import Promotion Desk (IPD) unterstützt Hersteller aus Sri Lanka, die

besonders hochwertige Kokosöle produzieren – Natives Kokosöl und MCT-Öl. Die Initiative zur Importförderung begleitet

die Produzenten auf den euro päischen Markt und vernetzt sie u.a. auf Fachmessen mit europäischen Händlern.

Ist die Kokosnuss geknackt, kommt das Innere

zum Vorschein. Es besteht bei reifen

Kokosnüssen vor allem aus Fruchtfleisch, nur

noch wenig Kokoswasser ist enthalten. Das

weiße Fruchtfleisch schmeckt süß und leicht

nussig. Es enthält einen Mix an Mineralien

wie Kalium, Natrium, Eisen und Magnesium,

reichlich Ballaststoffe und wenig Kohlenhydrate.

Hervorzuheben ist auch die große

Vitaminvielfalt des Fruchtfleischs, u.a. C, B1,

B2, B3, B4, B5, B6 und Vitamin E.

Zudem ist das Kokosfleisch fett- und kalorienreich:

Es weist einen Fettgehalt von

36,5 Gramm pro 100 Gramm auf. Vor allem

gesättigte Fettsäuren, aber mittelkettige

Triglyceride (MCT, Middle Chain Triglycerides)

sind enthalten. Diese Fettsäuren mittlerer

Kettenlänge, also von sechs bis zwölf

Kohlenstoffatomen, werden im Vergleich zu

den üblichen Nahrungsfetten mit langkettigen

Fettsäuren schneller gespalten und verdaut.

Sie können daher vom Körper schneller

in Energie umgewandelt werden.

Eine dieser mittelkettigen Fettsäuren ist

die Laurinsäure. Sie ist der Hauptbestandteil

von nativem Kokosöl. Sie soll eine antivirale

und antibakterielle Wirkung haben,

gegen Infektionen schützen und gut für die

Darmgesundheit sein.

Kaltgepresst: Natives Kokosöl

Aus dem fetthaltigen Kokosfleisch wird

das begehrte Kokosöl hergestellt. Besonders

hochwertig ist natives Kokosöl, so genanntes

„Virgin Coconut Oil“, das schonend

durch Kaltpressung gewonnen wird.

Zur Herstellung von nativem Kokosöl wird

das Fruchtfleisch aus der Nuss gelöst und

Handarbeit: Das Kokosfleisch wird vorsichtig aus

der Schale gelöst und gewaschen.

Durch Trocknung entsteht „Kopra“, aus der Kokosöl

gewonnen wird.

Bild: Adobe Stock/Agave Studio

zerkleinert. Vor der Pressung muss das frische,

wasserhaltige Fruchtfleisch getrocknet

werden. Die getrocknete Kokosnuss

nennt man „Kopra“. Sie wird dann in einer

Ölmühle kaltgepresst. Natives Kokosöl wird

weder gebleicht, gehärtet noch desodoriert.

14 foodTECHNOLOGIE2022 APRIL


INGREDIENTS

Das Herstellungsverfahren hat einen großen

Einfluss auf die Qualität und die Einsatzmöglichkeiten

von Kokosöl. Die IPD-Unternehmen

aus Sri Lanka bieten ausschließlich

natives Kokosöl an. Sie haben sich mit modernen

Anlagen, Analyseverfahren und Qualitätsmanagementsysteme

auf die schonende

Pressung spezialisiert und erfüllen die Vorgaben

nach ISO, FSSC oder sogar BRC. Zudem

ist ihr kaltgepresstes Kokosöl Bio-zertifiziert.

Kokosöl ändert seinen Aggregatzustand je

nach Temperatur schnell: Bei Temperaturen

unter 25 Grad ist Kokosöl fest und weiß, bei

Temperaturen darüber wird es klar und flüssig.

Kokosfett und -öl sind also nicht verschiedene

Produkte, sondern je nach Außentemperatur

Kokosöl in fester oder flüssiger Form.

Sorgfältige und langsame Pressung: Hochwertiges natives Kokosöl entsteht aus Kaltpressung.

Natives Kokosöl besitzt das typische nussige

und exotische Aroma der Kokosnuss. Es ist

aufgrund des hohen Anteils an gesättigten

Fettsäuren hitzestabil. Es eignet sich daher

gut zum Kochen, Backen und auch Braten

und Frittieren. Ein weiteres Einsatzgebiet ist

die Kosmetik: Kokosöl wird in Körperpflegeprodukten

verwendet.

Insel der Kokosnuss: Sri Lanka

Sri Lanka ist eines der Hauptanbaugebiete

der Kokospalmen und weltweit der viertgrößte

Exporteur von Kokosnüssen bzw. Kokosprodukten.

Einen Schwerpunkt bildet das so

genannte Kokosnuss-Dreieck zwischen den

Städten Kurunegala, Chilaw und Puthtalam

im Osten der Insel. Aber auch über diese Region

hinaus finden sich viele Kokosplantagen

im Inselstaat. Die Plantagen werden vor

allem von kleinen und familiengeführten Betrieben

bewirtschaftet.

Die Palmen werden zwischen 20 und 25 Metern

hoch, und die Nüsse wachsen in der

Baumkrone in Gruppen zusammen. Palmen-

Kletterer steigen regelmäßig auf die Palmen

hinauf, wählen reife Früchte aus und ernten

sie. Rund 70 Kokosnüsse werden so pro Palme

im Jahr geerntet. Auch wenn Kokosnüsse

ständig nachwachsen, liegt die Haupterntezeit

auf Sri Lanka zwischen April und September.

2021 hat die Regierung Sri Lankas beschlossen,

den Agrarsektor auf 100 Prozent Bio umzustellen.

Viele Kleinbauern achten auf ihren

Kokosplantagen auf einen nachhaltigen Anbau

und verzichten aufgrund des traditionellen

Anbaus von jeher auf Pestizide. Die singhalesischen

Hersteller im IPD-Programm arbeiten

meist mit Kleinbauern aus der Region

zusammen, die ökologisch anbauen. Ihre Kokosprodukte

führen das EU-Bio-Logo sowie

oft auch weitere Bio-Zertifizierungen.

Nachfrage nach Kokos

Das IPD unterstützt eine Vielzahl an Unternehmen

aus Sri Lanka bei der Vermarktung

ihrer Kokosprodukte, die sie aus den Nüssen

und insbesondere dem Fruchtfleisch

herstellen. Darunter ist z.B. auch das Unternehmen

Nisudha Food Products, das seit

über 20 Jahren ein breites Sortiment an Kokosprodukten

produziert. Besonders hervorzuheben

ist das Kokosöl, das Nisudha aus

Bio-zertifizierten Kokosnüssen erstellt und

auch erfolgreich exportiert. Denn die Nachfrage

nach hochwertigem nativen Kokosnussöl

ist gerade in Europa groß.

Extrahiert: MCT-Öl

Neben dem kaltgepressten Öl gibt es eine

weitere Besonderheit aus der Kokosnuss:

MCT-Öl. Dafür werden aus dem Kokosöl die

mittelkettigen Fettsäuren extrahiert. Reines

MCT-Öl kommt in der Natur nicht vor und

auch im Kokosfett findet sich eine Mischung

von Fettsäuren. Die MCT-Fette werden daher

durch Hydrolyse gewonnen.

Als mittelkettige Fettsäuren werden Capron-,

Capryl-, Caprin- und Laurinsäure bezeichnet.

Kokosöl hat einen hohen Anteil an

Laurinsäure – rund 50 Prozent. Kaum enthalten

ist die Capronsäure, sie besitzt negative

Geschmacks- und Geruchseigenschaften.

Als die beiden wertvollsten Fettsäuren

werden Capryl- und Caprinsäure mit acht

und zehn Kohlenstoffatomen bezeichnet, da

sie am schnellsten Energie liefern sollen.

Das Unternehmen Manchiee de Coco ist

seit 2019 im IPD-Programm und stellt neben

nativem Kokosöl und weiteren Kokosprodukten

auch das MCT-Öl auf Kokosbasis her.

Ausgangsstoff ist das kaltgepresste Kokosöl.

Bei der Produktion achtet das Unternehmen

auf einen hohen Anteil der wertvollen Caprylund

Caprinsäure aus natürlichem Kokosöl.

Sie sind im MCT-Öl von Manchiee de Coco

im Verhältnis von 60:40 enthalten.

MCT-Öl ist klar, wässrig sowie geruchs- und

geschmacksneutral. Es lässt sich sehr gut

mit anderen Flüssigkeiten mischen und eignet

sich als Öl in Saucen, im Salatdressing,

in Shakes und Smoothies. Zudem ist es die

zentrale Zutat des neuen Kultgetränks Bulletproof-Kaffee.

Gemeinsam mit Butter und

Kaffee entsteht ein energie- und koffeinreiches

Getränk. Es soll die Aufmerksamkeit

sowie die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit

erhöhen.

Autorin:

Annegret Winzer, Freie Journalistin

Weitere Informationen:

www.importpromotiondesk.de

Bildquelle: Nisudha Sri Lanka

APRIL 2 · 2022 foodTECHNOLOGIE

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VERFAHRENSTECHNIK · PROZESSANLAGEN

aufwendig und technologisch

extrem anspruchsvoll

Herstellung von vegetarischen und veganen Fleischalternativen mit Pulvermischern von amixon ®

Zweifelsohne zeichnet sich bei bestimmten Bevölkerungsgruppen ein Trend zu fleischarmer oder fleischloser Ernährung

ab, so wächst der Verzehr von Fleischersatzprodukten. Viele Verbraucher wollen aus verschiedenster Motivation

auf Fleisch verzichten und wählen Alternativen. Zum einen gibt es die Gruppe der Vegetarier, die auf Grundlage des

Tierwohls auf den Verzehr von Fleisch verzichten. Massentierhaltung wird aus ethischen Erwägungen abgelehnt. Andere

argumentieren, dass Fleisch und Wurst aus der Massentierhaltung als weniger gesund zu bewerten sei, nicht zuletzt

auch wegen prophylaktisch verabreichter Tiermedizin. Mit Blick auf die aktuelle Klimadiskussion gibt es einen immer

größer werdenden Anteil an Konsumenten, die sich vegetarisch oder sogar vegan ernähren möchten mit Verweis auf die

die rasant steigende Weltbevölkerung und die wachsenden Umweltbelastungen. Der individuelle CO 2

Fußabdruck soll

so klein wie möglich ausfallen. Die Massentierhaltung erzeugt einen nicht unerheblichen Anteil an den CO 2

– Emissionen.

Laut Umweltbundesamt würde sich durch eine vegetarische Ernährung die Klimabilanz in Deutschland pro Kopf

um ca. 600 kg CO 2

verbessern, was einer CO 2

Einsparung von 30 Prozent entspräche.

E

tablierte Fleischverarbeiter und auch

Startups verfolgen die Idee, Wurst,

Fleisch und Grillwaren aus pflanzlichen

Rohstoffen zu kreieren. Aber auch mancher

Global Player aus der Lebensmittelindustrie

setzt auf den Trend und pusht die hauseigenen

Entwicklungsabteilungen mit erheblichen

Finanzmitteln, um die perfekten

Fleischimitate zu entwickeln. In zunehmendem

Maße müssen vegetarische Würste den

Vergleich mit traditionell hergestellten Erzeugnissen

nicht scheuen.

Fleischersatzprodukte sind in der Regel

hochverarbeitete Lebensmittel, bei deren

Herstellung der Mischprozess der qualitätsbestimmende

Prozessschritt ist. Grundmischungen

für derartige Produkte bestehen

nicht selten aus mehr als 30 Komponenten

(trocken, halbfest und flüssig), deren physikalische

Eigenschaften stark differieren im

Hinblick auf Dichte, Partikelgröße, Rheologie

und Stabilität. Zum einen sind die zu erstellenden

Vormischungen reine Trockenstoffmischungen,

zum anderen weisen bei anderen

Produktgattungen bereits die Vormischungen

einen hohen Flüssigkeitsanteil auf, sodass

eine pastöse, breiartige Masse entsteht.

Um in Form, Konsistenz, Geschmack und

Mundgefühl einem fleischbasierten Schnitzel,

Steak oder Burger ähnlich zu sein, sind in Zukunft

noch erhebliche Anstrengungen nötig.

Der Kunde soll keine Eigenschaft der Fleischprodukte

bei den vegetarischen oder sogar veganen

Alternativen vermissen. So werden Textur

und sogar der Geruch dem vermeintlichen

„Original“ nachempfunden. Selbst die Zubereitung

auf dem Grill oder in der Pfanne soll so

authentisch wie möglich passieren. Sogar bei

den großen Fastfoodketten haben Veggieprodukte

ihren festen Platz im Sortiment.

Der Kontinuierlich-Mischer AMK

von amixon kann auch als

Präzisions-Chargenmischer

eingesetzt werden.

16 foodTECHNOLOGIE2022 APRIL


PROZESSANLAGEN · VERFAHRENSTECHNIK

Eingedenk stetig verlaufender

Abfüll- und Konfektionierungsprozesse

wird eine kontinuierliche

Massenaufbereitung

angestrebt, insbesondere

immer dann, wenn die Produkte

schlecht fließen, anhaftend

sind oder deren Kontakt mit

dem Luftsauerstoff so gering wie

möglich sein soll.

Kontinuierliche Aufbereitungsprozesse

sind aber umso schwieriger

je häufiger die Rezeptur geändert

wird und je mehr Einzelkomponenten

am Mischvorgang

beteiligt sind. Oftmals stellt sich

als Königsweg heraus, dass der

größte Teil der Feststoffkomponenten

chargenweise zu einer

Zwischenkomponente vorbereitet

wird, weil pulvrige Güter im

Gegensatz zu Flüssiggütern sehr

viel komplizierter automatisierbar

und dosierbar sind.

geringem Massenstrom gestartet

und schwingen sich automatisch

aufeinander ein. Der Füllgrad

des Mischers steigt kontinuierlich

an, wobei der Mischerantrieb

bei halber Füllmenge

startet. Der Einschwingvorgang

der Dosierorgane zueinander ist

abgeschlossen, nachdem der Mischer

etwa zur Hälfte befüllt ist.

Das Austragsorgan öffnet langsam,

nachdem der Füllgrad ca.

80 Prozent des Nutzinhaltes beträgt.

Der Füllgrad 80 Prozent

wird konstant gehalten. Die Dosierströme

werden unter stetigem

Abgleich gesteigert bis zum

maximalen Massenstrom. Am

Ende einer Produktionskampagne

lautet die Vorgehensweise

wie folgt: Alle Dosierorgane verzögern

sukzessiv den Massenstrom

und schalten dann gleichzeitig

aus und verschließen. Der

Mischer entleert sich kontinuierlich

bis zum letzten Rest. Rieselfähige

Güter fließen restlos aus.

Anuga FoodTec 2022:

Halle 10.1, Stand C010 C018

Weitere Informationen:

www.amixon.com

Bildquelle: amixon

amixon bietet hier ein modernes

Kontinuierlich-Mischsystem

an, das gleichermaßen auch als

Präzisions-Chargenmischer einsetzbar

ist. Es handelt sich um

ein konisch-zylindrisches Gefäß

in dem zentrisch gelagert ein

Helix-Mischwerkzeug rotiert. Der

Mischer ruht auf Wägezellen.

Unten am Austrag ist eine totraumfrei

arbeitende Verschlussarmatur

installiert. Diese wird

nach Maßgabe der Wägedaten

geöffnet oder verschlossen. So

wird der Füllgrad konstant gehalten.

Oberhalb des Mischers

sind gravimetrisch arbeitende

Pulverdosierer installiert.

Der Kontinuierlich-Mischer von

amixon zeichnet sich dadurch

aus, dass er von Beginn der

Kampagne bis zur Beendigung

der Kampagne nur „Gutprodukt“

erzeugt. Sowohl beim Start als

auch beim Beenden des Mischvorganges

fällt kein Ausschuss

an. Die Vorgehensweise ist nachstehend

im Detail beschrieben:

Die Austragsvorrichtung des Mischers

ist geschlossen. Alle gravimetrisch

arbeitenden Dosierorgane

werden gleichzeitig mit

APRIL 2 · 2022 foodTECHNOLOGIE

17


VERFAHRENSTECHNIK · PROZESSANLAGEN

Effektive Schüttgutautobahnen

Pneumatische Förderung in der Lebensmittelindustrie

Die mechanische Förderung von Schüttgütern hat sich bewährt, besitzt aber ihre Grenzen. Vor allem wenn Platz begrenzt

ist oder über längere Strecken Schüttgüter gefördert werden sollen, kommt man an einer pneumatischen Förderlösung

nicht vorbei. Neben den räumlichen Vorteilen bietet sie mehr Flexibilität bei der Rohrleitungsführung, geringeren Wartungsaufwand,

hohe Arbeitsproduktivität, volle Automatisierbarkeit, umwelt- und produktschonende Förderung und ermöglicht

die problemlose Förderung ohne Zwischenstationen sowohl in horizontaler als auch in vertikaler Richtung. Da es

sich bei der pneumatischen Förderung um ein geschlossenes System handelt, ist in der Regel auch ein staubfreier Betrieb

sichergestellt. Nachteilig gegenüber der mechanischen Förderung ist der vergleichsweise hohe Energiebedarf, abhängig

von der Art, wie pneumatisch gefördert wird. Man unterscheidet grundsätzlich, beginnend mit der energieintensivsten Methode,

die Flugförderung, Dichtstromförderung und Pfropfenförderung. Da auch der Einfluss der Materialeigenschaften

auf den Energieverbrauch nicht zu unterschätzen ist, gilt es zu klären, ob mit einer Pfropfenförderung nicht bereits zufriedenstellende

Ergebnisse erzielt werden oder ob man zu Dichtstrom- oder gar zur Flugförderung greifen muss. Desweiteren

kann das Material in den Förderleitungen entweder angesaugt oder durchgeblasen werden.

Jede pneumatische Anlage funktioniert nur

so gut wie die Planung, Konstruktion und

die verwendeten Komponenten es erlauben.

Wesentliche Bestandteile sind das Fördergebläse,

die Förderleitungen, Rohrweichen und

Einschleusorgane. Wenn es um das Einschleusen

von Material in ein pneumatisches System

mit Flugförderung geht, haben sich Zellenradschleusen

bewährt, aber auch Schneckenpumpen,

Sendegefäße und Injektoren haben

ihre Daseinsberechtigung. Zelllenradschleusen

zeichnen sich durch eine hohe Robustheit

aus und besitzen ggü. Schneckenpumpen den

Vorteil des geringeren Energieverbrauchs. In

den verschiedenen Ausstattungsvarianten eignen

sie sich sowohl für staubende, anbackende

und abrasives Fördergut, wobei man bei

letzterem auch gerne zu Injektoren greift, bei

denen das einzuschleusende Material in einen

Schuh fällt und von dort weitertransportiert

wird. Welche Ausführung der Zellenradschleuse

nun die richtige ist, gilt es über die Untersuchung

der zu transportierenden Schüttgüter

herauszufinden. Folgende Checkliste gibt einen

ersten Überblick, welche Einflussgrößen

bei der Auswahl zu beachten sind:

• I. Temperaturbereich: Heiße Schüttgüter

können sensible Teile wie Dichtungen,

Lager oder Motor beschädigen. Viton-Dichtungen,

außenliegende Lager und ein Kettentrieb

für den Rotor schützen die Zellenradschleuse

vor höheren Temperaturen.

• II. Abrasivität: Je abrasiver ein Produkt,

desto widerstandsfähiger müssen

die Oberfläche der Zellenradschleuse

gestaltet sein. Während es bei einigen

Produkten ausreichend ist, die

Schleuse langsamer laufen zu lassen,

verlangen hochabrasive Schüttgüter

nach einer verchromten Oberfläche

oder einer Wolframkarbidbeschichtung.

• III. Korngröße: Bei größeren Körnungen

schützen ein heruntergeregelter Rotor,

Granulateinsätze oder Schleißleisten

das Gehäuse vor Beschädigungen.

• IV. Anbacken: Viele Produkte, vor allem

in der Lebensmittelproduktion, sind stark

anbackend und sorgen dafür, dass sich

die Taschen zusetzen und sich das

Taschenvolumen sukzessive reduziert.

Durch den Einsatz von Keilen in Taschenecken

und/oder geeignete Beschichtungslösungen

aus Teflon oder PU wird das

Zusetzen der Taschen reduziert.

• V. Fließfähigkeit: Schwer fließende

Schüttgüter benötigen i.d.R. größere

Zellenradschleusen, um gut ausgetragen

bzw. dosiert werden zu können.

In vielen Fällen kann aber auch

eine reduzierte Geschwindigkeit den

Prozeß verbessern.

• VI. Explosionsgefahr: Viele bei der

Förderung von Schüttgütern entstehende

Stäube steigern die Explosionsgefahr.

Achten Sie deshalb bei der Auslegung

der Zellenradschleuse darauf, dass sie,

wie auch alle anderen Anlagenkomponenten

in der ATEX-Zone, eine entsprechende

Zertifizierung besitzen.

Ist das Material über die Zellenradschleuse im

System eingeschleust, muss es schließlich in

die richtigen Bahnen zum jeweiligen Bestimmungsort

gelenkt werden. Das können Empfangsbehälter

wie Silos oder Befüllstationen

oder Anlagenteile für die Weiterverarbeitung

wie Mischsysteme sein. Rohrweichen sind dabei

ein unerlässliches Hilfsmittel, wenn die

Anzahl an Rohrleitungen so gering wie möglich

gehalten oder aus produktionstechnischen

Gründen abwechselnd verschiedene Rohrleitungen

bedient werden sollen. Das ist z.B. der

Fall, wenn relativ kontinuierlich in Empfangsbehälter

gefördert und bei Erreichung eines

definierten Füllstands ein Behälterwechsel

notwendig wird. Aber auch für Wartungen und

Probeentnahmen ist es sinnvoll, den Produktfluss

temporär umzuleiten. Da die Anforderungen

an die Rohrweiche je nach Art des Fördergutes,

Förderleitungsdurchmesser, Druckbedarf,

Antriebsart usw. sehr unterschiedlich

sein können, bietet der Spezialist für Schüttguthandling

WAM GmbH vier Grundvarianten

an, die um Ausstattungsoptionen erweitert

werden können. Wie bei den Zellenradschleusen

sollte man genau überlegen, welche Anforderungen

die Rohrweiche erfüllen soll, um

unnötig teure Lösungen zu vermeiden. Die Kriterien

der Checkliste für Zellenradschleusen

kann dabei auch für die Auswahl der richtigen

Rohrweiche herangezogen werden.

Für Anwendungen mit nicht-abrasiven Produkten

hat WAM die VAS entwickelt – eine

kompakte, preisgünstige Rohrweiche für

Bild: Adobe Stock/EmotionPhoto

18 foodTECHNOLOGIE2022 APRIL


Drücke von -0,5 bis 1 bar und Rohrleitungsdurchmesser

von 50 bis 200mm. Mit ihrem

Ausfallwinkel von 30° wird sie vor allem

in Mühlen und bei der Verarbeitung

von Mehlen eingesetzt.

In Anlagen mit Druckförderung und höheren

Drücken kommen zum Fördern von staubenden

Pulvern, Pellets oder Granulaten die VAB

oder VAD zum Einsatz. Ihre leichten, aber dennoch

robusten Gehäuse aus einer Aluminiumgusslegierung

besitzen glatte Innenflächen

und keine Toträume, womit sie auch für Lebensmittelanwendungen

geeignet sind. Die nickelbeschichteten

Ausführungen sind beständiger

gegen Korrosion und ermöglichen das

Fördern von leicht abrasiven Produkten. Während

die VAD in drei Größen (50, 80, 100mm)

erhältlich ist, gibt es die VAB für sieben Rohrdurchmesser

von 50 bis 200mm. Durch die

Verfügbarkeit sowohl für die hauseigenen

Torex-Flansche als auch DIN-Flansche bringt

die VAB optimale Einbaumöglichkeiten für

bestehende Anlagen mit. Als Antrieb stehen

elektrische, pneumatische und manuelle Antriebe

zur Verfügung, bei der VAB können

jeweils zwei unterschiedlich leistungsstarke

elektrische und pneumatische Varianten

verwendet werden. Vor allem Verarbeiter von

Kunst- und Baustoffen, Chemikalien, Mineralien,

Lebens- und Futtermittel erhalten mit

VAB und VAD eine einfache, wartungsarme

und kompakte Lösung für den Dauereinsatz.

Kernstück der

VAB Rohrweiche

ist eine schwenkbare

Klappe.

VAR Rohrweichen bestehen aus einem Gehäuse mit Deckel

aus Aluminiumguss und einer drehbaren Innentrommel, die

je nach Wahl eine der beiden Auslaufleitungen verschließt.

Die Oberklasse der Rohrweichen bildet die

VAR, eine Trommelrohrweiche mit drehbarer

Innentrommel, die je nach Positionierung

eine der beiden Auslaufleitungen verschließt.

Die Drehung der Innentrommel erfolgt mittels

eines elektropneumatischen Antriebs. Einsetzbar

ist die Weiche sowohl bei Druck- als

auch Saugförderung und Betriebsinnendrücken

von bis zu 3,5 bzw -0,5 bar. Die sichere

Abdichtung nach innen wird durch aufblasbare

Dichtungen gewährleistet. Dabei stellt

die Umlenksteuerung eine reibungslose Abfolge

der Trommelrotation und das Aufblasen

der Dichtungen sicher. Sie erkennt die unterschiedlichen

Betriebsphasen und signalisiert

eventuelle Fehlfunktionen. Da sie neben

einer Wolframkarbidbeschichtung auch in einer

Edelstahlversion erhältlich ist, kann sie

auch bei hochabrasiven und korrosiven Produkten

wie Glasmehl oder Quarzsand eingesetzt

werden und besitzt somit Einsatzmöglichkeiten

in jedweder Industrie.

Alle Rohrweichen sind für Betriebstemperaturen

von -20 bis +80°C ausgelegt und in

einer ATEX-Ausführung erhältlich. Um die

Standzeiten von Rohrweichen nicht unnötig

zu reduzieren, muss der Produktfluss

vor dem Umschalten auf eine andere Leitung

unterbrochen werden. Damit vermeidet

man, dass Material in das Innere der

Mechanik eindringt und diese beschädigt.

Verschleissarme Rohrbögen aus Polyurethan

oder Quetschventile an Rohrkupplungen

z.B. zum Absperren von Einblasleitungen

runden bei WAM das Angebot an Komponenten

für eine pneumatische Anlage ab.

Die Vielzahl an hilfreichen Komponenten und

Ausstattungsvarianten erlauben den Einsatz

der pneumatischen Förderung in vielen Bereichen,

in denen die mechanische Förderung

an ihre Grenzen stößt. Mit den nahezu

unbegrenzten Möglichkeiten bei der Rohrleitungsführung

bietet sie Anlagenplanern maximale

Flexibilität um effektive Schüttgutförderung

zu erreichen.

Anuga FoodTec 2022:

Halle 10.1, Stand G051

Weitere Informationen:

www.wamgroup.de

Bildquelle: WAM Group


VERFAHRENSTECHNIK · KOMPONENTEN

EINFACHE RADAR-FORMEL

FÜR BESSERE PROZESSE

Mit dem Radarsensor VEGAPULS 6X in eine neue Füllstandära

Wie optimiert man einen Füllstandsensor, der schon alles hat: Beste Fokussierung, höchste Genauigkeit, einfache

Bedienung, universelle Kommunikation? Was beinahe wie eine rhetorische Frage klingt, führte bei VEGA dazu, dass

weit mehr als nur ein noch besserer Sensor entstanden ist. Beim neuen VEGAPULS 6X zählt nicht der Sensor, sondern

das, was sich in jedem konkreten Anwendungsfall maximal erreichen lässt: Einfach bessere Prozesse.

Klassischerweise beginnt die Suche nach

einem geeigneten Radarsensensor mit

der Frage, welche Frequenz den konkreten

Einsatzfall wohl am besten abdecken könnte.

26 GHz, 80 GHz? Oder womöglich doch besser

6 GHz? Es folgen Überlegungen zu Medieneigenschaften,

die die Messung beeinflussen

könnten, anschließend zu den Besonderheiten

vor Ort an der Messstelle. Dann wiederum

geben womöglich Temperaturbereiche

oder aggressive Medien Anlass zum Grübeln.

Reicht dafür ein Standard-Prozessanschluss

aus oder sind besondere Materialien für

höchste Anforderungen die bessere Wahl –

schon, weil man damit im Zweifelsfall auf

der sicheren Seite ist? Und worauf sollte zusätzlich

chtet werden, wenn der Sensor große

Füllhöhen messen soll oder etwa ganzjährig

Wind und Wetter ausgesetzt sein wird?

Mit dem

VEGAPULS 6X

hat VEGA die

klassische

Gerätewahl

umgekrempelt:

Es gibt nur noch

einen Radarsensor –

aber passend für

alle Anwendungen.

Solche und unzählige weitere Fragen machen

eines deutlich: Wer die Wahl hat, hat die Qual.

Kunden müssen aus einer Vielzahl von Radarsensoren

wählen. Weil außerdem die Anwendungsbereiche

an Vielschichtigkeit zunehmen

und die Prozesse komplexer werden, ist

bei der großen Zahl der Angebote ein guter

Marktüberblick gefordert. Es braucht das entsprechende

Know-how und viel Erfahrung, um

eine zuverlässige Messung zu erhalten und

kostspielige Fehlinvestitionen zu vermeiden.

Neue Gewissheit „Einer für alle“

War die Gerätewahl bislang aufwendig und

oft mit Rückfragen verbunden, so krempelt

VEGA diesen Vorgang mit ihrem neuen VEGA-

PULS 6X von Grund auf um. „Letztlich zählt

nicht der Sensor, sondern was die Anwender

damit in ihren individuellen Anwendungen

erreichen können“, sagt Florian Burgert, der

als einer der verantwortlichen Produktmanager

die Entwicklung von Beginn an eng mitbegleitet

hat. „Die Gewissheit, mit ihrer Sensorwahl

nicht nur schneller zum Ziel zu kommen,

sondern auch sicher zu gehen, die beste

Füllstandlösung einzusetzen, macht im

Alltagsgeschäft den Unterschied.“ Mit dem

VEGAPULS 6X gibt es bei VEGA nur noch einen

Sensor für alle Anwendungen. Hürden,

wie die richtige Frequenz oder der DK-Wert

des Mediums, stehen bei der Auswahl nicht

mehr im Weg, denn die Auswahl der passenden

Sensorspezifikation ist deutlich einfacher

geworden. Der neue Konfigurator fragt nach

der Art der Anwendung und ermittelt auf kürzestem

Weg die benötigte Sensorausführung.

Der gesamte Vorgang besteht nur noch aus

wenigen Klicks. Dabei bleibt selbstverständlich

das persönliche Gespräch eine gute Alternative

zum Konfigurator. Das Ergebnis ist

in jedem Fall eine zuvor nicht gekannte Einfachheit

für Anwender und eine Messlösung,

die unabhängig von den unzähligen Medien,

Prozessbedingungen oder Behälterformen

und -einbauten perfekte Ergebnisse liefert.

Über 1 Million Geräte im weltweiten Einsatz

Vor mehr als 30 Jahren begann die Radar-

Erfolgsgeschichte des heutigen Weltmarktführers

für Radar-Füllstandmesstechnik. Sie

reicht über Meilensteine, wie das weltweit

erste Zweileiter-Radar-Gerät und den ersten

80 GHz-Radarsensor für Flüssigkeiten am

Markt. In der Summe hat VEGA inzwischen

weit über 1 Million Messgeräte weltweit im

Einsatz – in Branchen wie Chemie, Energie,

Lebensmittel, Öl und Gas und vielen mehr.

Mit jeder Generation konnte das Unternehmen

neue Maßstäbe setzen und neue Features

für Radarsensoren entwickeln, die die

Produkte noch zuverlässiger, genauer, robuster

oder flexibler machten. Und immer stand

die hohe Sensorqualität im Mittelpunkt.

Vierstufig und rundum abgesichert

Auch der VEGAPULS 6X wartet mit entscheidenden

technischen Neuerungen auf: Er ist

mit einem umfassenden Sicherheitskonzept

ausgestattet. Seine funktionale Sicherheit

ist gewährleistet, indem er die Anforderungen

des korrespondierenden Integrity Level

erfüllt. Der zertifizierte Sensor weist außergewöhnliche

SIL-Kennzahlen auf und bietet die

notwendige Betriebssicherheit, um Risiken in

sicherheitsgerichteten Anwendungen zu minimieren.

Ein weiterer Fokus liegt auf der immer

bedeutender werdenden „Cybersecurity“.

Hier erfüllt der VEGAPULS 6X konform nach

IEC 62443 die strengsten Anforderungen an

sichere Kommunikation und auch Zugangs-

20 foodTECHNOLOGIE2022 APRIL


kontrolle. Er gewährleistet damit

ganzheitliche Sicherheit des Prozesses

bis in das Leitsystem.

Wichtiger dritter Punkt seiner umfassenden

Sicherheitsausstattung

ist ein System zur Selbstdiagnose.

Es erkennt lückenlos, ob die

sichere Funktion des Sensors beeinträchtigt

wurde und leistet einen

wesentlichen Beitrag zur höheren

Verfügbarkeit und Leistungsfähigkeit

des Sensors.

Zentral über diesen wichtigen

Eigenschaften steht ein neuer

Radar-Chip – in zweiter Generation

von VEGA. Weil am Markt kein

Chip verfügbar war, der alle Anforderungen

erfüllt hätte, machte

man sich an die Arbeit, diesen

selbst von Grund auf zu designen.

„Das Ergebnis fasst

ziemlich komplett unsere Radarerfahrung

aus drei Jahrzehnten

zusammen“, lobt VEGA-Produktmanager

Jürgen Skowaisa das Ergebnis.

„In diesem Umfang und

seiner Funktionalität ist der Chip

weltweit eine Besonderheit.“ Es

zeichnen ihn sein geringer Energieverbrauch,

seine hohe Empfindlichkeit,

die skalierbare Architektur

und universelle Einsetzbarkeit

aus. Ganz ohne zusätzliches

Kabel lassen sich das Antennensystem

und der Chip direkt miteinander

verbinden.

Anders neu – Innovation

der Werte

Neben den technischen Highlights

setzte sich das VEGA-Radarteam

von Beginn an mit Fragen

auseinander, die weit über

die Produktgestaltung hinausgingen:

Wie wirkt sich die Technik

langfristig auf die Menschen

aus, die sie anwenden? Wie kann

deren Arbeit vereinfacht werden?

Welche zukünftigen Ziele der Industrie

lassen sich damit umsetzen

oder neu verwirklichen?

Mit dieser neuen Herangehensweise

entstanden die Impulse,

die den VEGAPULS 6X anders

Ganz gleich, ob Flüssigkeit oder Schüttgut, Hochtemperatur, Druck, Staub oder extremer Lärm:

Der VEGAPULS 6X liefert unter allen Prozessbedingen perfekte Messwerte.

machen. Mit Blick auf die Menschen

und die Prozessbedingungen

ihrer Anwendungen sind andere

Schwerpunkte in den Fokus

gerückt. Dazu gehören Herausforderungen

bei der Nutzung,

wie der Druck, immer effizienter

sein zu müssen, komplizierte

Bedienverfahren oder Zeitdruck

allgemein.

Jetzt von der Anwendung

her denken

Die eigentliche Aufgabe von Füllstandsensoren

ist es, Anwendern

eine Hilfe zu sein und ihnen das

Überwachen ihrer industriellen

Prozesse zu erleichtern. Oft machen

sie Prozesse zwar kontrollierbarer

und effizienter, doch

hinter ihrer prinzipiell einfachen

Bedienbarkeit bleibt eine

Komplexität bei der Auswahl,

die die Nutzung erschwert. Die

Konsequenz, die VEGA mit dem

VEGAPULS 6X daraus gezogen

hat, fasst Produktmanager Jürgen

Skowaisa mit zwei Worten

zusammen: „Maximal vereinfachen.“

Er vergleicht: „Gab es

bislang viele Sensoren für eine

Anwendung, so gibt es mit dem

VEGAPULS 6X heute stattdessen

einen Sensor für alle Anwendungen.“

Schon die Inbetriebnahme

sei mit wenigen Klicks

oder Rahmendaten auf das Minimum

reduziert worden. „Mit

den Einstellungen ab Werk können

unsere Kunden sogar einen

bis ins Detail eingestellten Sensor

bestellen, der nur noch montiert

und angeschlossen werden

muss. Einfacher geht es nicht“,

sagt Skowaisa.

Radar für Menschen gemacht

Mit dem VEGAPULS 6X hat VEGA

ihre Radarmesstechnik durch vier

wichtige Innovationen komplettiert:

Mehr Sicherheit und Selbstdiagnose,

neue Radar-Chiptechnologie,

neue Anwendungsmöglichkeiten

und einfachere Bedienung.

„Darüber hinaus“, betont

Jürgen Skowaisa, „hat die Technik

heute insgesamt einen so hohen

Stand erreicht, dass nicht

die sichere Funktion der Knackpunkt

ist, sondern eigentlich nur

noch die falsche Sensorwahl ein

Risiko darstellen kann.“ Durch

die neue Herangehensweise des

VEGAPULS 6X, biete VEGA in

den allermeisten Fällen verlässlich

immer die richtige Sensorausführung

für die jeweilige Anwendung,

während für den Rest

an Spezialanwendungen weiterhin

die erfahrenen Anwendungstechniker

zur Verfügung stünden.

„Über die Technik, Frequenz oder

Ausführung braucht sich der Anwender

also in Zukunft keine Gedanken

mehr machen – die Messung

funktioniert einfach.“

Anuga FoodTec 2022:

Halle 7.1, Stand C031

Weitere Informationen:

www.vega.com/radar

Bildquelle: VEGA

OPTIMAL

A LL E S. LÄ U FT.

ANUGA FOODTEC

Halle 7.1 – Stand F038

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made in Germany

www.addinol.de


VERFAHRENSTECHNIK · KOMPONENTEN

Die Lebensdauer von Dichtungen

präzise vorhersagen

Neue Lösungsansätze – effiziente Integration des Dichtungswechsels in den Wartungszyklus

Die Leckage einer Dichtung kann in der Lebensmittel- und Getränkeproduktion zum Ausfall einer Maschine und im schlimmsten

Fall zum Stillstand der ganzen Anlage führen. Wie lassen sich solche ungeplanten Stillstände durch Dichtungsausfälle

vermeiden? Eine Antwort liefern präzise Lebensdauervorhersagen von Freudenberg Sealing Technologies (FST).

redictive Maintenance“ ist ein wichtiges

Stichwort, wenn es um Anla-

„P

gen der Lebensmittel- und Getränkeproduktion

geht. Der geplante, in den Wartungs zyklus

der Anlage integrierte Dichtungswechsel vermeidet

Leckagen und Dichtungsausfälle.

Und das spart viel Geld, denn jede Minute,

die eine Anlage mit hohem Nutzungsgrad wie

zum Beispiel eine Getränkeabfüllanlage stillsteht,

kostet Unsummen. Doch auch aus Sicherheitsgründen

ist der rechtzeitige Austausch

von Dichtungen zwingend notwendig:

So dürfen beispielsweise keine CIP-/SIP-

Medien durch schadhafte Dichtungen in den

Produktionszyklus gelangen. All das lässt sich

durch einen vorausschauenden Austausch

der Dichtung vermeiden.

Doch wie kann man vorhersagen, wie lange

eine Dichtung hält? Welchen Einfluss haben

unterschiedliche Betriebsparameter auf die

Lebensdauer? Dies lässt sich durch die Qualifizierung

der Dichtung unter realen Einsatzbedingungen

beantworten. Dichtungen sollen

– je nach Anwendung – viele Jahre zuverlässig

im Einsatz sein. Ein Zeitraum, der

Echtzeittests für die Lebensdauerprüfung

ausschließt. Der Weinheimer Dichtungshersteller

FST liefert hier gleich zwei innovative

Lösungsansätze: Zum einen präzise Langzeitprognosen,

die die voraussichtliche Lebensdauer

einer Dichtung verlässlich vorhersagen,

zum anderen intelligente Dichtungen, die ihr

nahendes Versagen aktiv selbst erkennen.

Messmethode für präzisere Vorhersagen

Die Lebensdauervorhersage mittels präziser

Langzeitprognosen basiert auf zwei Säulen.

Die eine ist die Materialcharakterisierung

anhand neuartiger Messmethoden. FST bietet

mit seinen neuen Messmethoden als einziger

Dichtungshersteller einen durchgängigen,

validierten Prozess für die Materialcharakterisierung

anhand von Probenkörpern.

In Lagerungstests werden die Änderung der

mechanischen und chemischen Eigenschaften

einer Dichtung über einen definierten

Zeitraum hinweg verfolgt. Eigens dafür entwickelte

Prüfkonzepte minimieren die sonst

bei Alterungstests häufigen Extrapolationsfehler.

Diese entstehen dadurch, dass die

künstliche Beschleunigung des Alterungsprozesses

durch erhöhte Temperaturen erzielt

wird. Die Untersuchungen mit verschiedenen

hohen Temperaturen dienen zur Abschätzung

der Beschleunigungsfaktoren.

Kleine Fehler in den Hochtemperaturdaten

führen jedoch zu großen Fehlern in der

Extrapolation. Das wiederum führt zu einer

ungenauen Einschätzung der wahrscheinlichen

Lebensdauer. Die neuen Messmethoden

machen es möglich, das Alterungsverhalten

auch bei niedrigeren einsatznahen

Temperaturen zu bestimmen und damit

Extrapolationsfehler zu minimieren.

Virtuelle Bauteilsimulation senkt

Entwicklungskosten

Simulation der Alterung von O-Ringen unterschiedlicher Schnurstärke: Die Simulation liefert Aussagen über den lokalen

Alterungszustand und dichtungsrelevante Größen wie die bleibende Verformung nach Entlastung.

Die zweite Säule ist ein mathematisches Modell,

das wichtige Alterungseffekte wie Relaxation

und bleibende Dehnungen nach

Entlastung realistisch abbilden und in Finite

Elemente Simulationen integrieren kann.

Anhand der beschleunigten Lagerungstests

werden zuerst die freien Parameter des Modells

für einen Werkstoff bestimmt. In der Simulation

können dann beliebige Dichtungsgeometrien

unter verschiedenen Einsatzbedingungen

mit unterschiedlichen Temperaturprofilen

virtuell getestet werden. Sie gibt

zum Beispiel Aufschluss darüber, ob ein

O-Ring nach einer definierten Anwendungsdauer

noch ausreichend Kontaktdruck auf-

22 foodTECHNOLOGIE2022 APRIL


ingt, um die Drücke im jeweiligen

Einsatz sicher abzudichten.

Die Simulationen liefern somit

eine wichtige Entscheidungsgrundlage

für optimierte Material-

und Designlösungen, wenn

es gilt, die optimale Dichtung

für die jeweilige Anwendung zu

entwickeln. Je realitätsnäher Daten

wie Temperaturen, Einsatzbedingungen

und Prozessdrücke

hier sind, desto präziser ist

letztendlich auch die Prognose

für die Lebensdauer.

Freudenberg’s intelligente Dichtung

als wichtiger Bestandteil der

„Predictive Maintenance“

„Mit Hilfe unseres Freudenberg-

Alterungsmodells sind wir in der

Lage das Alterungsverhalten für

beliebige Dichtungsgeometrien

vorherzusagen. Dafür berechnen

wir die lokal ablaufenden chemischen

Reaktionen und deren

Wirkung auf das mechanische

Verhalten der Dichtung. Vereinfacht

gesagt, haben wir unserem

Berechnungsprogramm

das Material- und Alterungsverhalten

von Elastomeren mit auf

den Weg gegeben“, erläutert Dr.

Christoph Naumann, Scientific

Expert bei Freudenberg Technology

Innovation (FTI), der zentralen

Entwicklungseinheit des

Freudenberg Konzerns. Das Modell

liefert durch die virtuelle

Bauteilesimulation wichtige Informationen

für die reale Bauteilauslegung

und dies spart

Zeit – ein großer Vorteil gerade

bei der Entwicklung kundenspezifischer

Dichtungslösungen.

Dichtungsdesigns können am

Computer variiert werden und

Bauteile lassen sich sekundenschnell

virtuell ein-, aus- und

umbauen. Dadurch sind Prüfungen

und Analysen umsetzbar,

die am realen Bauteil gar nicht

möglich sind.

Um Kunden eine genaue Lebensdauervorhersage

für Dichtungssysteme

und kundenspezifische

Dichtungslösungen in Zukunft

noch schneller zur Verfügung

stellen zu können, arbeitet

FST an dem Aufbau einer Datenbank,

die die Ergebnisse aller bisherigen

Materialtests zusammenfasst.

Diese Datensammlung kann

zukünftig die Dauer der Lebensdauerprognose

für Dichtungssysteme

mit bereits getesteten Materialien

deutlich reduzieren, da die

in der Regel drei Monate dauernden

Materialtests entfallen können.

Somit kann direkt mit der

Simulation begonnen werden.

„Mit dem neuen Alterungsmodell

zur präzisen Lebensdauervorhersage

bieten wir Kunden auf

Wusch einen zusätzlichen wichtigen

Service“, erklärt Rainer

Kreiselmaier, Technical Director

Global Process Industry bei

Freudenberg Sealing Technologies.

„Es profitieren vor allem

Anwendungen, bei denen ein

Dichtungsaustausch nicht ohne

weiteres möglich ist oder ein

Dichtungsversagen zu Gesundheitsgefahren

führt.“

Dichtung meldet:

Austausch notwendig!

In bestimmten Anwendungen ist

es besonders wichtig die Lebensdauer

der eingesetzten Dichtungen

exakt zu bestimmen, um

ganz sicher ausschließen zu

können, dass sie im Prozess versagen.

So muss beispielsweise

bei Getränkeabfüllanlagen ausgeschlossen

sein, dass durch

Dichtungsversagen aggressive

CIP-/SIP-Medien austreten. Dies

kann man zwar mit Leckagemessungen

erreichen, die ein Nachlassen

der Dichtfunktion signalisieren,

sobald Prozessmedien

austreten; die Folge sind hierbei

jedoch ungeplante Anlagenstillstände

für Wartungs- beziehungsweise

Austauscharbeiten.

Für solch sensible Anwendungen

hat FST eine smarte aktive

Lösung entwickelt: Intelligente

Dichtungen, die den Materialverschleiß

in Echtzeit messen und

aus den Ergebnissen eine sehr

genaue Abschätzung der Restlebensdauer

ableiten. Eine in das

Dichtungssystem integrierte Sensorik

ermittelt den Materialabtrag

und gibt ihn durch elektrische

Signale an die gewünschte

Anbindung weiter. Auf diese Weise

können die Anlagenbetreiber

ein potenzielles Dichtungsversagen

rechtzeitig vorhersehen und

den prophylaktischen Dichtungsaustausch

in den regulären Wartungszyklus

integrieren, um teure

zusätzliche Stillstandzeiten zu

vermeiden.

Die beiden Lösungen zur Lebensdauervorhersage

von Dichtungen

sind Ergebnis des breit gefächerten

Know-hows in der Forschung

und Entwicklung, der Marktkenntnisse

sowie der Praxiserfahrungen

und dem Fertigungs-Know-how

von Freudenberg.

MIT TROCKENDAMPF

UND UVC-LICHT

GEGEN KEIME !

Autor:

Rainer Kreiselmaier (Technical

Director Global Process Industry bei

Freudenberg Sealing Technologies)

Anuga FoodTec 2022:

Halle 5.1, Stand D078

Weitere Informationen:

www.fst.com

Bildquelle: FST

Anuga

Foodtec

Halle 5.2

IFFA Halle 9.1

Kostenlose Live-Vorführung: 08337.7400-21 • www.beam.de

APRIL 2 · 2022 foodTECHNOLOGIE

23


VERFAHRENSTECHNIK · KOMPONENTEN

Erschwinglich auch

bei höheren Fördermengen

Neue Größen der Membrandosierpumpe Ecosmart – niedrige Anschaffungskosten mit hoher Leistung

In vielen Einsatzbereichen, wie auch in der Lebensmittelindustrie, werden Pumpen benötigt, die zuverlässig arbeiten,

eine hohe Leistung erbringen, aber auch gleichzeitig durch niedrige Anschaffungskosten überzeugen. Mit der Ecosmart-

Membrandosierpumpe bietet die deutsche LEWA GmbH seit vielen Jahren ein preiswertes und zudem sicheres Modell

an, mit dem Förderströme bis 300 l/h bewältigt werden können. Für den Einsatz in Anwendungen mit höheren Fördermengen

erweitert der Pumpenexperte aus Leonberg nun seine Produktpalette um zwei neue Größen: Die Ecosmart

wird zukünftig neben der Ausführung LCA auch in den leistungsstärkeren Varianten LCC und LCD verfügbar sein. Während

das Modell LCC bis 1000 l/h fördern kann, konzipierte LEWA die LCD für einen Förderstrom von bis zu 2000 l/h.

Der maximal zulässige Betriebsdruck beträgt für beide Modelle 50 bar bzw. 600 lbs. Durch einen stringenten Einsatz

ähnlicher Bauteile innerhalb der Ecosmart-Reihe werden dabei die Produktionskosten und damit auch der Endpreis

niedrig gehalten. Gleichzeitig kann durch die Fokussierung auf alle wesentlichen Konstruktionsmerkmale wie das

Druckbegrenzungsventil oder die bewährte Sandwichmembran mit Membranüberwachung ein hohes Sicherheitsniveau

garantiert werden. Die Variante LCC ist seit Ende 2021 verfügbar, das Modell LCD kommt Mitte 2022.

Neben den bewährten Membrandosierpumpen

der Ecoflow-Reihe bietet

LEWA seit einigen Jahren auch die günstigere

Ecosmart-Pumpe an. Dies liegt vor allem

darin begründet, dass in zahlreichen

Prozessen zwar ein zuverlässiges Aggregat

verlangt wird, aber gleichzeitig relativ niedrige

Förderdrücke im unteren zweistelligen

Bereich weniger komplexe Pumpentechnik

erfordern. Mit der Ecosmart LCA war bisher

jedoch nur eine Fördermenge von bis zu

300 l/h in der Ausführung als Einfach-Pumpe

möglich. Um die Ecosmart nun auch für

Anwendungen mit höherem Fördervolumen

Die Ecosmart wird neben der Ausführung LCA auch in den

leistungsstärkeren Varianten LCC und LCD verfügbar

sein. Während das Modell LCC

bis 1000 l/h fördern kann,

konzipierte LEWA die LCD für

einen Förderstrom von

bis zu 2000 l/h.

anbieten zu können, begannen die Ingenieure

bei LEWA 2019 mit der Entwicklung

von zwei weiteren, größeren Pumpenvarianten.

Ziel war es, die Ecosmart mit dem bewährten

Sicherheitsniveau und den qualitativ

hochwertigen LEWA-Komponenten auf

größere Anwendungen hin zu skalieren, ohne

dabei die für diese Pumpenreihe typischen,

niedrigen Anschaffungskosten signifikant

zu erhöhen. Dies sollte vor allem durch ein

konsequentes Baukastenprinzip innerhalb

der Pumpenserie sowie einen strikten Fokus

auf die wesentlichen Funktionen und Eigenschaften

erreicht werden. Unabhängig davon

forderte das Lastenheft jedoch auch die bei

LEWA übliche Eignung für uneingeschränkten

Dauerbetrieb über viele Jahre. Die Möglichkeiten

zur Einbindung der Pumpen in

automatisierte Anlagen über Analog-Führungssignale

oder Bussysteme sind ebenso

eine Selbstverständlichkeit.

Anpassung von Kolbendurchmesser und

Hub ermöglichen 2000 l pro Stunde

Zuerst mussten hierfür die Anforderungen

an die Förderleistung konstruktiv umgesetzt

werden. Zu diesem Zweck wurden bei der

kleineren Variante LCC größere Kolbendurchmesser

gewählt, sodass anstelle von 300 l

bis zu 1000 l pro Stunde gefördert werden

können. Bei der leistungsstärkeren Ausführung

LCD entschied man sich zusätzlich für

eine Verlängerung des Hubs, sodass eine maximale

Fördermenge von insgesamt 2000 l

pro Stunde ermöglicht werden konnte. Beide

Pumpentypen können gegen einen maximalen

Betriebsdruck von 50 bar arbeiten.

Wie bei allen hydraulisch angelenkten Membrandosierpumpen

werden die maximalen

Drücke mit den kleineren Kolbendurchmessern

erreicht. Ebenso wichtig wie die Leistung

der Pumpe war außerdem die für LEWA typische

Betriebssicherheit, wie sie von anderen

Pumpenreihen bekannt ist. Hierzu wurden

einzelne, wesentliche Merkmale wie die in-

24 foodTECHNOLOGIE2022 APRIL


INGREDIENTS

LEWA ecosmart LCC

in kompakter

Vertikalausführung

tegrierte Druckbegrenzung oder

die Sandwichmembran von den

Ecoflow-Modellen übernommen.

Durch das individuell einstellbare

Druckbegrenzungsventil wird

sichergestellt, dass bei plötzlichem

Überdruck in der Pumpe

keine Schäden an der Membran

oder dem Pumpentriebwerk verursacht

werden. Das Diaphragm

Protection System DPS – dessen

wesentlicher Bestandteil eine

Rückholfeder für die Membran

ist – sorgt zusätzlich dafür, dass

die PTFE-Sandwichmembran

stets an der richtigen Stelle arbeitet

und beim Anfahren nicht

überdehnt oder beschädigt werden

kann. Die Pumpe ist damit

gegen jede Art von Fehlbedienung

oder ungünstige Betriebsbedingungen

geschützt. Die

standardmäßige Membranüberwachung

kontrolliert schließlich

den Zustand der Membran

und warnt den Anlagenfahrer

sofort, wenn eine Beschädigung

vorliegt. Dadurch werden

Querkontaminationen zwischen

Pumpe und Rohrleitungssystem

sicher vermieden und die

Betriebssicherheit ist gerade in

sensiblen Bereichen mit toxischen

Fluiden stets gewährleistet.

Die Membranüberwachung

kommt allerdings nur selten zum

Einsatz, denn LEWA-Membranen

dieser Baureihe erreichen –

auch unter Volllast und Dauerbetrieb

– in der Regel Standzeiten

von mehreren Jahren.

Ein wesentlicher Punkt war, die

Produktionskosten in einem

ähnlichen Rahmen wie bei der

kleinen Variante LCA zu halten,

um dadurch attraktive Marktpreise

für Anwendungen mit

weniger anspruchsvollen Anforderungen

und geringerem Betriebsdruck

zu schaffen. Hierfür

sollten beim Design der beiden

neuen Pumpengrößen möglichst

gleiche oder zumindest ähnliche

Bauteile integriert werden,

um keine hohen Fertigungskosten

zu verursachen. So konnten

die LEWA-Ingenieure die schon

oft praktizierte Gleichteilestrategie

erfolgreich umsetzen. Von

diesem intelligenten Baukastenprinzip

profitieren auch die Anwender

der Pumpen, denn viele

Verschleißteile können quer

über die Pumpentypen verwendet

werden. Die Ersatzteilhaltung

wird dadurch erheblich

vereinfacht. Gleichzeitig ermöglicht

das Baukastenprinzip auch

individuelle Anpassungen für

den jeweiligen Einsatzzweck. So

können etwa die Hubfrequenzen

oder Kolbendurchmesser einzeln

gewählt werden. Grundlage

ist hierbei der Pumpenkopf

M900, der bereits bei der LCA-

Variante und auch im Ecoflow-

Programm zum Einsatz kommt.

Gute Integrierbarkeit für

Anlagenbauer

Durch die Flexibilität der Pumpe

ergeben sich außerdem Vorteile

für den Anlagenbau: So kann

die Ecosmart-Pumpe entweder

vertikal oder horizontal ausgerichtet

werden, was die Integrierbarkeit

des Aggregats in Anlagen

mit kleiner Aufstellfläche

erleichtert. Zudem ist auch bei

den neuen LCC- und LCD-Modellen

der Pumpenkopf im rechten

Winkel zur Kolbenachse ausgerichtet,

sodass ein besonders

kompaktes Format entsteht. Bei

vielen Pumpen liegt der Pumpenkopf

auf einer Achse mit

dem Kolben, wodurch sich oftmals

sperrige Abmessungen der

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APRIL 2 · 2022 foodTECHNOLOGIE

25


VERFAHRENSTECHNIK · KOMPONENTEN

LEWA ecosmart LCD in Horizontalausführung

LEWA ecosmart LCC3 auf dem Teststand

Pumpe ergeben. Durch die 90°-Ausrichtung

wird das bei den neuen Modellen vermieden.

Erzielt wird dieser Vorteil durch das extrem

kompakte und völlig neu entwickelte, kostengünstige

Membranantriebsgehäuse.

Um die für LEWA typische Langlebigkeit der

Pumpe sicherzustellen, werden auch bei den

Ausführungen LCC und LCD ausschließlich

hochwertige und robuste Materialien eingesetzt.

Toxische und abrasive Stoffe zehren

an der Substanz der Pumpe und so kann im

fluidberührten Bereich auf eine Vielzahl von

Werkstoffen variabel zurückgegriffen werden,

die auch bei den Hochdruckvarianten

der Ecoflow-Baureihe erfolgreich eingesetzt

werden. Im Getriebebereich kommen unter

Nutzung der Gleichteilestrategie ebenfalls

viele hochwertige Teile der Ecoflow-Baureihe

zum Einsatz. Im Ergebnis wird dadurch

eine – in dieser Pumpenklasse ungewöhnliche

– Robustheit und Langlebigkeit erreicht.

Außerdem wurde bei diesen Varianten

der Ecosmart-Pumpe ein einheitliches

Ölbad realisiert, das sowohl für die Schmierung

des Triebwerks als auch für die Hydraulik

des Pumpenkopfs zuständig ist. Dadurch

entfällt die aufwändigere Schmierung

über zwei getrennte Ölbäder und es ergibt

sich ein einfacherer Aufbau, der nicht

nur die Bedienung erleichtert, sondern

auch Wartungsarbeiten reduziert. Nicht zuletzt

entsprechen die neuen Varianten LCC

und LCD, wie auch schon die LCA, der USamerikanischen

Dosierpumpen-API-Industrienorm

675, sodass sie für zahlreiche anspruchsvolle

Prozesse in unterschiedlichsten

Industrien eingesetzt werden können.

Verwendung in der chemischen Industrie

So werden beispielsweise bei der Dosierung

von Lösungsmitteln in der chemischen Industrie

Pumpen benötigt, die einerseits

höchsten Spezifikationsanforderungen entsprechen

und andererseits trotzdem preisgünstig

sind. Hier ist die Ecosmart-Pumpe

mit der höheren Leistungsfähigkeit in der

Lage, genau diese Anforderungen zu erfüllen,

da sie exakt auf Anwendungen im niedrigeren

Druckbereich bis 50 bar (600 lbs)

zugeschnitten wurde. Auch für die industrielle

Wasseraufbereitung, wie zum Beispiel

in der Meerwasserentsalzung oder bei industriellen

Kühlkreisläufen sind die größeren

Ausführungen der Ecosmart-Pumpe geeignet.

Hier zählt vor allem Kompaktheit und

kostengünstige Ausführung, was die gesamte

LEWA Ecosmart-Reihe durch ihr innovatives

Konstruktionsprinzip erfüllt.

Bevor die neuen Pumpenvarianten für Kunden

verfügbar sind, werden noch einige umfangreiche

Tests durchgeführt. Dadurch wird

sichergestellt, dass die Aggregate auch die

hohen unternehmensinternen Anforderungen

an Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit

in der Betriebspraxis erfüllen. Dazu gehören

einerseits Dauerbelastungstests bis

zu mehreren zehntausend Stunden und andererseits

auch Überbelastungstests. Bei

Letzteren wird die Pumpe im Dauerbetrieb

mit bis zu 20 Prozent über dem maximalen

Druck gefahren, um ihre Robustheit weiter

zu validieren. In Wärmeschränken werden

spezielle Tests durchgeführt, um nachzuweisen,

dass die Pumpen auch unter extremen

LEWA ecosmart LCC im Wärmeschrank

Umgebungsbedingungen einwandfrei funktionieren.

Nach erfolgreichem Abschluss aller

Tests und letzter Anpassungen ist die Ecosmart-Ausführung

LCC nun auf dem Markt,

das Modell LCD folgt Mitte 2022.

Autor:

Thomas Bökenbrink,

Lead Product Manager Pumps, LEWA GmbH

Weitere Informationen:

www.lewa.de

Bildquelle: Lewa

26 foodTECHNOLOGIE2022 APRIL


Kulinarisch aufgespießt

Produktion von Gemüse- und Fleischspießen – Bauraum reduzieren und gleichzeitig Effizienz steigern

Grillspieße erfreuen sich nicht nur in der Sommerzeit großer Beliebtheit. Um unterschiedliche Bedürfnisse zu decken,

hat die Firma Busch & Busch GmbH eine Maschine für eine effiziente und hygienische Produktion von Gemüse- und

Fleischspießen entwickelt. Für reibungslose Abläufe sorgt dabei Antriebstechnik von SEW-EURODRIVE.

Grillspieße sind eine feine Sache und

schmecken wunderbar. Man kann sie

selbst herstellen oder man spart sich die Zeit in

der Küche und kauft sie einfach fertig mariniert.

Dass sie in einer breiten Auswahl im Handel

zur Verfügung stehen, dafür sorgt das Maschinenbauunternehmen

Busch & Busch GmbH.

Der Spezialist aus Delbrück bei Paderborn

entwickelt Sonderlösungen für die Förder- und

Dosiertechnik sowie für die Weiterverarbeitung

von Produkten in der Lebensmittelindustrie.

Die neue Spießmaschine V-SPM-6 wurde in

enger Zusammenarbeit mit dem Steuerungsbauer

Granitza Automation GmbH und SEW-

EURODRIVE im Hygienic Design realisiert

und kann je nach Ausführung bis zu 6.000

Spieße pro Stunde herstellen.

Schalen eines Förderbands eingelegt, das in

der Betriebsart „Modulo-Positionierung“ taktet.

In dieser Betriebsart wird bei Rotationsbewegungen

die Positionierachse auf einen Zahlenkreis

von 0 bis 360° abgebildet. Mit der

Modulo-Funktion wird auch eine nicht ganzzahlige

Anzahl an Inkrementen berücksichtigt

und gewährleistet, dass immer die exakte

Spießposition angefahren wird. Mit der

Modulo- Funktion wird die nicht ganzzahlige

Die Spießmaschine V-SPM-6 sorgt für

eine effiziente Spießproduktion.

Die Ausbringungsmenge bei der 6-fachen

Maschine beläuft sich auf 6000 Spieße pro Stunde.

(Bild: Busch & Busch)

Spieß für Spieß

Bei der Produktion von Fleisch- oder Gemüsespießen

kommt es maßgeblich auf Präzision,

Flexibilität und Kompaktheit an. Das beginnt

schon beim Bestücken der Maschine.

Die Fleisch- oder Gemüsestücke werden in die

28 foodTECHNOLOGIE2022 APRIL


Über ein Schalenförderband werden die Gemüse- oder Fleischstücke zugeführt. Der Förderbandantrieb taktet die

Produktschalen per Modulo-Positionierung präzise in die Spießposition. Die Holzspieße werden auf einem zweiten,

parallel verlaufenden Band gefördert. (Bild: Busch & Busch)

Anzahl an Inkrementen berücksichtigt und

gewährleistet das wiederholgenau die exakte

Spießposition angefahren wird.

Durch den unkomplizierten Austausch der

Schalen kann man die Größe und Form vom

Produkt beeinflussen. Je nach gewünschter

Taktzeit ergibt sich die Anzahl der erforderlichen

Mitarbeiter zum Einlegen. Daher lässt

sich die Bandlänge bei Auslegung der Anlage

flexibel nach Kundenwunsch gestalten.

wird per Referenzfahrt gegen den hinteren

Festanschlag gefunden. Das fertige Produkt

kann anschließend – je nach Kundenwunsch –

durch eine Rutsche oder Förderband abtransportiert

werden.

Zur Reinigung des Schalenbandes ist über

Tippbetrieb ein Vor- bzw. Rückwärtsfördern

im Dauerlauf durch Tastendruck möglich.

Bei erneutem Einschalten des Modulo-Betriebs

wird die nächste Position angefahren.

Über das Schalenförderband werden nun die

Gemüse- oder Fleischstücke der Maschine

zugeführt. Der Förderbandantrieb taktet diese

präzise in die Spießposition. Die Holzspieße

werden auf einem zweiten, parallel verlaufenden

Band gefördert. Im nächsten Schritt

wird die Andruckeinheit heruntergefahren,

fixiert so das Produkt gezielt in der Schale

und sorgt gleichzeitig für die Führung der

Spießdorne und der Holzspieße. Jetzt werden

die Edelstahldorne vor- und wieder zurückgefahren.

Anschließend hebt sich die Andruckeinheit

zurück in die Grundstellung –

ein neuer Takt beginnt. Die Taktzeit kann an

einem Touchpanel flexibel eingestellt werden.

Die Antriebe der Andruckeinheit und der

Spießdorne werden in der Betriebsart „Buspositionierung“

gesteuert. Die Nullposition

Die Taktzeit kann an einem Touchpanel eingestellt werden.

(Bild: Busch & Busch)

Alles aus einer Hand: Dreifach einfach

Mit Antriebstechnik von SEW-EURODRIVE

hat sich die Firma Busch & Busch GmbH

für ein platzsparendes und aufeinander abgestimmtes

Komplettpaket bestehend aus

Getriebemotor, Einkabellösung und Umrichter

entschieden. In der gesamten Spießmaschine

kommen drei synchrone Servomotoren

des Typs CM3C63S in Kombination mit

einem Kegelradgetriebe KH19 oder Schneckengetriebe

SH37 zum Einsatz. Alle Getrie-


VERFAHRENSTECHNIK · AUTOMATISIERUNG

Der kompakte Allrounder Movitrac advanced

Drei Servomotoren des Typs CM3C63S mit Einkabeltechnologie betreiben die Spießmaschine V-SPM-6. (Bild: SEW)

Der Standard-Umrichter Movitrac advanced ist Teil des

Automatisierungsbaukastens Movi-C. Er kann sowohl

synchrone und asynchrone Drehstrommotoren ohne/mit

Geber regeln und überwachen, aber auch Asynchronmotoren

mit LSPM-Technologie oder synchrone und asynchrone

Linearmotoren. Dabei hat Umrichter einen weiten

Leistungsbereich von 0,25 kW bis 315 kW und eine

Überlastfähigkeit von 150 Prozent. Eine integrierte Kommunikationsschnittstelle

ermöglicht eine Anbindung an

gängige Steuerungssysteme. Hierüber kann der Movitrac

advanced wahlweise über PROFINET, EtherNet/IPTM,

EtherCAT/SBusPLUS, Modus TCP, EtherCAT CiA402 oder

POWERLINK CiA402 angebunden werden. Auch die funktionale

Sicherheit kann bei diesem Umrichter konfiguriert

werden – von der integrierten Sicherheitsfunktion

STO bis zu höherwertigen Sicherheitsfunktionen sowie

sicherer Kommunikation. Movitrac advanced eignet

sich für Förder- und Bewegungsapplikationen in

zahlreichen Branchen.

bemotoren sind mit Oberflächenschutz OS4

ausgeführt und so auf den hygienischen Einsatz

in der lebensmittelproduzierenden Maschine

abgestimmt.

Alexander Busch, Geschäftsführer, Busch &

Busch GmbH: „Ein zentraler Punkt ist die

Möglichkeit zur einfachen Reinigung der

Materialien, Oberflächen und konstruktiven

Elementen. Denn Verschmutzungen aller Art

dürfen sich nicht festsetzen oder dauerhaft

verbleiben, sondern müssen leicht entfernbar

sein. Die Getriebemotoren von SEW mit

der Einkabellösung tragen dazu bei“.

Geregelt werden die Getriebemotoren mit dem

neuen Schaltschrankumrichter Movitrac advanced

aus dem Automatisierungsbaukasten

Movi-C. Für die Verbindung von Motor und

Umrichter kommt ein Hybridkabel zum Einsatz,

das gleichermaßen für die Leistungsversorgung

und die Geberrückmeldung verwendet

wird. Ein separates Geberkabel wird damit

eingespart. Die Datenübermittlung der

Thorsten Granitza,

Geschäftsführer Granitza

Automation GmbH

Gebersignale erfolgt über eine koaxiale Datenleitung,

die auch für die Übertragung der

Daten aus dem elektronischen Typenschild

der SEW-Getriebemotoren verwendet wird.

Eine manuelle Erstellung der Antriebskomponenten

in der Engineering-Software ist somit

nicht notwendig, da Motor und Getriebe erkannt

und im Inbetriebnahme-Assistent angezeigt

werden. Für eine vollständige Inbetriebnahme

des Antriebsstrangs müssen anschließend

lediglich die applikationsspezifischen

Parameter wie Vorgelege oder Anwendereinheiten

angegeben werden.

„Einfache IBN und Auto-IBN, Verkürzung der

IBN-Zeit! Die Ansteuerung der Umrichter erfolgt

von der übergeordneten Anlagensteuerung

via Profinet über das Softwarepaket Movikit

Positioning Drive mit standartisierter

Prozessdatenschnittstelle für die gewünschten

Positionieranwendungen. So hat man in

kürzester Zeit die Antriebe mit voller Funktionalität

in Bewegung“ so Thorsten Granitza.

MOVITRAC advanced –

kompakt und zuverlässig

Mit der Weiterentwicklung der Maschine

war auch der Wunsch an SEW-EURODRIVE

zur Reduzierung der Schaltschrankgröße

ein wichtiges Thema, um die Maschine

möglichst kompakt auszuführen. Beim

neuen Schaltschrankumrichter MOVITRAC

advanced aus dem Automatisierungsbaukasten

MOVI-C wurden alle Funktionsbaugruppen

integriert, was den Bauraum erheblich

reduziert. So war es möglich, drei Umrichter

einschließlich Steuerung, Netzteil und

Sicherheitsschaltgerät in einem Schrank

mit den Abmessungen 600 x 600 x 210 mm

zu verbauen.

Autorin:

Andrea Balser, Referentin Fachpresse

bei SEW-EURODRIVE in Bruchsal

Anuga FoodTec 2022:

Halle 7.1, Stand B029

Weitere Informationen:

www.sew-eurodrive.de

30 foodTECHNOLOGIE2022 APRIL


Die weltweit führende

INGREDIENTS

Plattform der Intralogistik

geprüft

Digital Data Chain

Zur Umsetzung von Industrie 4.0 ist Zusammenarbeit gefragt

soll die Umsetzung von Industrie 4.0

keine Vision bleiben, sondern erfolgreich

Realität werden, ist Zusammenarbeit

entlang der gesamten Wertschöpfungskette

mehr gefragt denn je. Zusammenarbeit

zwischen verschiedenen Unternehmen, zwischen

Abteilungen, Mitarbeitern, aber auch

zwischen Maschinen und Technologien. Im

Rahmen der fortschreitenden Digitalisierung

gewinnen Informationen und Daten

sowie die Schnittstellen bei deren Bereitstellung

und Abruf zwischen Hersteller und

Kunde, Dienstleister und Anlagenbetreiber

zunehmend an Bedeutung. Nur wer hier

die entscheidenden Weichen richtig stellt,

geht erfolgreich die nächsten Schritte auf

dem Weg zur „Digital Factory“.

Digital Data Chain – Was ist das?

Digital Data Chain, die digitale Datenkette,

verbindet drei Technologien. In Kombination

verwendet sorgen sie für eine eindeutige Objektidentifizierung,

einen reibungslosen Informationsaustausch

und eine nachhaltige,

digitale Dokumentation. Die Technologien

im Einzelnen sind:

I. Automatische Identifikation von

physischen Objekten

(DIN SPEC 91406 | IEC CD 61406)

Die schnelle und eindeutige Identifikation

von Anlagenkomponenten ist wesentliche

Voraussetzung, um den Zugriff auf zugehörige

Informationen und Daten automatisierbar

zu gestalten. In der DIN SPEC 91406 ist

die Technologie für die automatische Identifikation

von physischen Objekten festgelegt.

II. Digitale Herstellerinformationen

(VDI 2770)

Die VDI-Richtlinie 2770 definiert, in welcher

Form die Herstellerinformationen vorliegen

müssen, damit die Dokumente zwischen

Herstellern, Anlagenbetreibern und

externen Dienstleistern einfach digital übergeben

und automatisiert weiterverarbeitet

werden können.

III. Digitale Informationsaustauschplattformen

(IEP – Information Exchange Platform)

Über cloudbasierte Informationsaustauschplattformen

können benötigte Informationen

zu identifizierten Objekten von allen

beteiligten Unternehmen zur Verfügung gestellt

und abgerufen werden. Ob es sich um

technische Spezifikationen, Montageanleitungen,

Wartungspläne oder Ersatzteillisten

handelt – alles ist an einer zentralen Stelle

dauerhaft verfügbar.

Digital Data Chain – und REMBE?

101010

011010100100010100

Im DDCC, dem Digital Data Chain Consor-

1010011010100010100110101101

tium, arbeiten Anlagenbetreiber, Service

00010100101001110101011010100110101

Provider und Hersteller von Maschinen und 0011101010010100110101011010100110101001

Komponenten für die Prozessindustrie zusammen.

Auch REMBE ® GmbH Safety 1011010100110101001000101001010010101010001010

+

0001010010100110101000101001101011010001010

101001110101011010100110101001110101001010011

Control ist dabei. Gemeinsam werden 011010001010010100110110101101010011010100111010

hier

Standards für die automatische Identifizie-

0011010101101010011010100100010100101001100100010

01101000101001010011101010110101001101010011101010

rung von Objekten und dem reibungslosen

010101101010010101001000101001010011010100101010011

Austausch von Objektinformationen 010100101001101100010100110101101000101001010011101

erarbeitet.

Es gilt das Ziel, Betriebsabläufe 0001010011101010010100110101010101001101011010001010

und

Prozesse höher zu automatisierten 0101011010100110101001110101001010011010101101010011

und effi-

01001010011010100010100110110100010100101001110101011

zienter zu gestalten, so dass zukünftig alle

10011101010010100110101011010100101010010001010010100

Beteiligten im hohen Maß von 10011010110100010100101001110101011010100110101001110

den neuen

Standards profitieren werden.

10101011010100110101001000101001010011010100101010011

01001010011010100010100110101101000101001010011101010

10100111010100101001101010101010011010110100010100101

0110101001101010011101010010100110101011010100110101

Digital Data Chain – Wo gibt’s

0101001101010001010011011010001010010100111010101101

weitere Infos?

10010001010010100110101000101001101011010001010010

1011010100110101001110101001010011010101101010011

001010010100110101000101001101011010001010010100

Umfangreiches Informationsmaterial in Form 011010100110101001110101001010011010101101010011

von Videos, Texten und weiterführenden Links

0100010100101001010101000101001101011010001010

zu dem Digital Data Chain Consortium und den

00110110101101010011010100111010100101001101

011010100110101001000101001010011001000101

genannten Technologien findet sich auf fol-

00110101101000101001010011101010110101

gender Homepage: www.digitaldatachain.com

0011010100111010100101000101001

Hier sind auch Online-Tools verfügbar, mit

010011011000101001101

WIEDER ZEIT FÜR BUSINESS

denen die Konformität einer ID zur DIN SPEC

91406 sowie die Konformität einer Dokumentation

zur Richtlinie VDI 2770 geprüft

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VERFAHRENSTECHNIK · HYGIENE/BETRIEBSSICHERHEIT

Sauberkeit und Hygiene

in der Lebensmittelindustrie

Wie Reinigungskonzepte Sicherheit schaffen

Überall dort, wo Lebensmittel im Spiel sind, gelten strengste Richtlinien und Standards. Um sie zu erfüllen und

gleichzeitig effizient und reibungslos zu arbeiten, ist ein perfektes Zusammenspiel von Reinigungsmethoden, -geräten

und -mitteln sowie passendem Zubehör unerlässlich. Zudem gilt es, auch für Detail-Probleme wie zeitaufwändige, manuelle

Eingriffe bei der Etikettierung von Produkten eine kluge Lösung zu finden. Um all dies zu bewerkstelligen, lohnt

es sich, auf Erfahrung und Kompetenz namhafter Hersteller zurückzugreifen.

U

m einer Keimbildung keine Chance zu

geben, sind in der Lebensmittelindustrie

Lösungen gefragt, die Mikroorganismen

die Lebensgrundlage entziehen. Ob es um

die Produktion von Fertiggereichten geht

oder um eine Großmetzgerei – die Abläufe

und Techniken sind überall ähnlich. In einem

fleischverarbeitenden Betrieb umfasst

die Drei-Schritt-Methode für die tägliche

Endreinigung eine Grobreinigung der kompletten

Produktionsanlage. Handwarmes

Wasser mit Fettlöser sowie Besen und Schieber

beseitigen Fleischreste mechanisch. Bei

der darauf folgenden Feinreinigung werden

Hygiene-Hochdruckreiniger eingesetzt,

die 50 bis 60 °C heißes Wasser mit Reinigungsmitteln,

die Blut, Eiweiß und Fett lösen

können, zu einem Schaum vermischen.

Er wird mit einer Schaumlanze auf die zu

reinigenden Bereiche aufgetragen und nach

einer gewissen Einwirkzeit mit heißem Wasser

abgespült. Den dritten Schritt bildet der

sachgemäße Einsatz von Desinfektionsmitteln.

Schlüssel zur Durchführung derart aufwändiger

Reinigungsprozesse ist in vielen

fleischverarbeitenden Betrieben eine stationäre,

HACCP-konforme Hochdruckanlage

mit mehreren Entnahmestellen. Damit besteht

die Möglichkeit, dass mehrere Hochdrucklanzen

gleichzeitig aktiv sind und die

Arbeiten sehr schnell zu erledigen sind.

An schlecht zugänglichen Stellen, beispielsweise

Fugen zwischen Fliesen, stellen

Dampfreiniger und -sauger durch ihre hohe

Reinigungstemperatur eine wirkungsvolle

und zeitsparende Lösung dar, um eine angemessene

Hygiene sicherzustellen und Keime

oder Viren zu bekämpfen. Der Dampf tritt in

sehr feinen Tropfen, und, je nach Gerätetyp,

mit einer Temperatur von rund 100 °C

und einem Druck von bis zu 8 bar aus

der Düse aus. Modelle mit automatischer

Selbstreinigung verhindern nach der Arbeit

eine Keimbildung im Gerät.

Bei der Feinreinigung in fleischverarbeitenden Betrieben

werden Hygiene-Hochdruckreiniger und Schaumlanzen

eingesetzt, um mit heißem Wasser und Reinigungsmittel

Blut, Eiweiße und Fette zu lösen.

Beispiel Mehl-Verarbeitung –

den Staub im Griff

In der Arbeit mit Mehl oder anderen Pulvern

wie beispielsweise Kakao in der Getränkeherstellung

besteht die Hauptherausforderung

in feinsten Staubpartikeln. Sie verbreiten

sich überall, sorgen für Explosionsgefahr

setzen sich auf Bauteilen von Maschinen

ab und verringern deren Lebensdauer.

Abhilfe schaffen stationäre, ATEX-konforme

Absauganlagen. Sie dürfen nach ATEX-

Produktrichtline 2014/34/EU in Bereichen

eingesetzt werden, in denen Explosionsgefahr

besteht. In Großbäckereien beispielweise

saugen sie den Mehlstaub während der

Teigproduktion sofort ein. Für die Zwischenreinigung

der Öfen sind Bäcker-Sauger mit

speziellen Saugschläuchen und Backofendüsen

verfügbar. Sie sind bis zu 200 °C hitzebeständig

und erlauben es, dass im heißen

Ofen zwischen einzelnen Backvorgängen

Rückstände herausgeschabt und abgesaugt

werden können. Die Sauger sind

zudem darauf ausgelegt, das Risiko für eine

Mehl explosion zu minimieren.

Um Fließbänder und Produktionsmaschinen

von festsitzendem Schmutz zu befreien,

kann bei einer Grundreinigung mit Trockeneis

gearbeitet werden. Trockeneisstrahlgeräte

beschleunigen bis zu 3 Millimeter große

Trockeneispellets mit Druckluft je nach

Modell auf über 150 m/s. Der Schmutz gefriert

durch eine Kälte von -79 °C und bekommt

Risse, so dass er sich mühelos beseitigen

lässt. Zudem gelangt das Trockeneis

ohne Demontage von Bauteilen selbst

in kleinste Winkel, und nach der Reinigung

bleiben keinerlei Rückstände. Oberflächen

und empfindliche Maschinenbauteile werden

auf diese Weise schnell, gründlich und

ohne Beschädigungen gereinigt.

Wenn Klugheit im Detail

steckt – Reinigungstechnik kann

mehr als reinigen

Um Herausforderungen zu lösen ist es oftmals

hilfreich, um die Ecke zu denken. So

ist beispielsweise eine Lösung für den Etikettierprozess

in der Getränkeherstellung entstanden,

die unnötigen Zeitaufwand einspart

und die Arbeitssicherheit erhöht. Der Hintergrund:

Lose Etiketten oder Band-Überreste

geraten in die Maschinen und behin-

32 foodTECHNOLOGIE2022 APRIL


In der Arbeit mit Mehl oder anderen Pulvern besteht die Hauptherausforderung

in feinsten Staubpartikeln, welche unter anderem für Explosionsgefahr

sorgen und die Lebensdauer von Maschinen verringern.

Bäcker-Sauger mit speziellen Saugschläuchen und Backofendüsen

eignen sich zur Zwischenreinigung von Öfen und sind zudem darauf

ausgelegt, das Risiko für eine Mehlexplosion zu minimieren.

dern während des laufenden Betriebs

den Prozess. Sie werden

häufig manuell entfernt, was einen

längeren Stillstand bedeutet

und hohe Verletzungsgefahr für

die Belegschaft birgt. Um dieses

Problem zu lösen, lässt sich eine

Absaugung in Kombination mit

einer passenden Absaugdüse

einsetzen. Abgetrennte Etiketten

werden somit automatisch

abgesaugt und in einem Eimer

gesammelt. Die Produktivität erhöht

sich, da Probleme mit losen

Etiketten nicht mehr auftreten

und somit keinen manuellen

Eingriff mehr erfordern.

Auf ähnliche Weise bringt der

Einsatz von Absauganlagen auch

in der Verpackung von Lebensmitteln,

beispielsweise Stileis,

Vorteile. Denn Verpackungen,

die von der Anlage versehentlich

nicht befüllt werden, sorgen

oftmals für einen Produktionsstopp.

Nach der Fehlermeldung

muss die überflüssige Verpackung

mühsam aus der Anlage

entfernt werden, um die Produktion

wieder hochzufahren. Wird

eine Absauganlage eingesetzt,

werden nicht befüllte Verpackungen

automatisch abgesaugt und

aus dem Produktionsablauf entfernt.

Je nach Absauglösung und

Größe der Produktionsanlage,

rechnet sich die Investition durch

eine höhere Produktionsrate und

reduzierte Maschinenstillstände

binnen gut eines Jahres.

Auch beim Lagern

und im Transport –

Die Sauberkeit von

Behältern im Blick.

Ob Mehl-Silo, Milch-Tank oder

Transportfahrzeug: Der EFTCO-

Standard (SQAS) ist seit Mitte

2015 auch für die Reinigung mobiler

Tanks, Container und Silos

in der Lebensmittelindustrie bindend.

Steigende Sicherheits- und

Qualitätsansprüche machen einen

Nachweis für eine durchgehende

Reinigungskette von der

Fertigung über die Lagerung bis

zum Transport erforderlich. Um

eine optimale Reinigung zu ermöglichen,

ist der zur Anforderung

passende Mix aus Mechanik,

Temperatur, Reinigungsmittel

und Zeit entscheidend. Grundlegend

dafür ist die Kenntnis des

Behältertyps und der eingefüllten

Produkte. Da häufig Heißwasser

oder Dampf eingesetzt werden

muss, sind möglicherweise

Lösungen vorteilhaft, die über

Abwasserwärmerückgewinnung

das Frischwasser effizient erhitzen

und damit Kosten sparen.

Abläufe verfeinern,

Ressourcen sparen –

Reinigungskonzepte als

integraler Prozessbestandteil

Die dargestellten Herausforderungen

und Lösungen zeigen,

dass die Ziele sich zwar ähneln,

das erforderliche Zusammenspiel

von Reinigungstechniken, -methoden

und -mitteln aber stark variiert.

Um die Qualität von im Betrieb

hergestellten Lebensmitteln

und Getränken auf hohem Niveau

zu halten und die Reinigung reibungslos

in die Fertigungsabläufe

zu integrieren, braucht es ein

auf die jeweiligen Bedürfnisse

zugeschnittenes Konzept. In der

Zusammenarbeit mit Herstellern

sollte darauf geachtet werden,

dass Know-how über alle Reinigungstechniken

hinweg vorhanden

ist, möglichst alle notwendigen

Produkte aus einer Hand zur

Verfügung stehen und die Bereitschaft

besteht, individuelle Konzepte

punktgenau zu entwickeln.

Anuga FoodTec 2022:

Halle 5.2, Stand C090

Weitere Informationen:

www.kaercher.com

Bildquelle: Kärcher

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FOOD LABOR

Qualitätskontrolle in der

Lebensmittelindustrie

Automatisch gleichartige Kolonien erkennen und Keimzahlbestimmung mit wenigen Klicks

Regelmäßige Keimzahlbestimmungen gehören zu den Routineaufgaben zahlreicher Labors in der Lebensmittelindustrie, um

Kontaminationen der Produkte mit Bakterien, Viren, Hefen oder Schimmelpilzen während der Herstellung auszuschließen.

Hierfür werden Petrischalen mit entsprechenden Proben ausgewertet, um die Anzahl der gewachsenen Kolonien festzustellen.

Während bei der klassischen Bestimmung mit manuellen Zählern jede Kolonie einzeln markiert werden muss, können

automatische Geräte zahlreiche Petrischalen gleichen Typs zügig auswerten. Jedoch ist dafür eine zeitintensive Programmierung

und Vorbereitung notwendig, die sich bei einer überschaubaren Probenanzahl von wenigen Petrischalen am Tag kaum

lohnt. Abhilfe schafft hier der seit Juni 2021 erhältliche ColonyStar automatic von Funke-Gerber. Das handliche Gerät, das

mit einer Kamera und einem kabellosen, abnehmbaren Tablet ausgestattet ist, erlaubt die schnelle und einfache Auswertung

von Petrischalen. Besonders hilfreich ist dabei der einzigartige Assistenzmodus: Nach dem Antippen einer Kolonie per

Touchscreen werden automatisch weitere Kolonien desselben Typs erfasst, markiert und gezählt. Die Auswahl kann dabei

jederzeit korrigiert werden. So behält der Laborant die volle Kontrolle und spart gleichzeitig viel Zeit.

Im Rahmen des Hygienemanagements und

der Qualitätskontrolle gilt die Gesamtkeimzahl

als eine der wichtigsten Kennzahlen.

Sie gibt an, wie viele Mikroorganismen

sich in einer Probe befinden. Denn je nach

Keimtyp dürfen gewisse Richtwerte nicht

überschritten werden, um den Verbraucher

vor Krankheiten wie einer Lebensmittelvergiftung

zu bewahren. Deshalb werden routinemäßig

Proben auf Petrischalen kultiviert,

um die Keimkonzentration nach einer gewissen

Zeit mittels Koloniezählung bestimmen

zu können. Jedoch machen insbesondere

veraltete Geräte, bei denen mit Lichttisch

und Lupe jede Kolonie einzeln betrachtet

werden muss, diese Aufgabe schnell zur

zeitraubenden Tortur. „So eine Petrischale

hat, wenn mit einer richtigen Verdünnung gearbeitet

wird, zwischen 150 und 200 Kolonien“,

erklärt Dipl.-Ing. Konrad Schäfer, geschäftsführender

Gesellschafter der Funke-

Dr. N. Gerber Labortechnik GmbH. „Bei einer

manuellen Zählung muss die Fachkraft

hoch konzentriert bleiben und jede Kolonie

einzeln markieren. So wird die Routinearbeit

schnell zur zeitraubenden Anstrengung.“ Zudem

lässt sich die Markierung bei den bisherigen

Verfahren mit Koloniezählern nicht

rückgängig machen, wodurch Doppelzählungen

wahrscheinlicher werden. Zuverlässiger

sind automatische Geräte, die jedoch in der

Regel für große Chargen ausgelegt sind und

einen gewissen Aufwand mit sich bringen.

„Aufgrund ihrer Komplexität bedeuten solche

Systeme einerseits eine große finanzielle

Investitionshürde. Andererseits sind für

ihre Programmierung zeitintensive Vorbereitungen

notwendig, da für den automatischen

Betrieb Parameter wie Koloniedurchmesser

oder maximaler und minimaler Kontrast festzulegen

sind“, erläutert Schäfer.

Der ColonyStar automatic von Funke-Gerber

hingegen wurde so entwickelt, dass das Gerät

die manuelle Bestimmung durch einen

halbautomatischen Zähl-Modus stark beschleunigt.

So sind für die Markierung von

beispielsweise 200 Kolonien lediglich 4 bis

15 Aktionen notwendig, der Anwender behält

dabei aber stets die volle Kontrolle und

muss sich anders als bei vollautomatischen

Lösungen nicht allein auf das Gerät verlassen.

Neben diesem Assistenzmodus kann

das System dennoch auf ausgewählte Kolonien

trainiert werden, wodurch vordefinierte

Proben auch komplett automatisch gezählt

werden können.

Assistenzmodus erlaubt schnelle

und zuverlässige Zählung

Der intelligente, intuitive ColonyStar automatic

bietet dem Laborpersonal große Sicherheit. Es ist

für alle Petrischalen bis zu einem maximalen Durchmesser

von 9,5 cm geeignet und kann in sämtlichen

mikrobiologischen Laboren wie beispielsweise der

Food- Industrie, aber auch in der Medizin, Forschung,

Veterinärmedizin oder in Behörden der öffentlichen

Verwaltung wie Umweltämtern eingesetzt werden.

Das Gerät ist für den Laboralltag optimiert

und besteht aus einer Basis sowie einem abnehmbaren

Tablet. Im Gerät sind die Kamera,

die Belichtungseinheit und die Probenaufnahme

untergebracht. Mit dem Tablet

und der darauf installierten Bestimmungssoftware

erfolgen Markierung und Auswertung

der Probe. Die hochauflösende Kamera

erstellt nach Betätigung des „Start“-Buttons

ein Bild der Petrischale und sendet dies kabellos

über WLAN an das Tablet. Einzelne

Kolonien können mit dem Finger oder einem

Stift via Antippen (Touch) markiert werden.

Im Assistenzmodus werden nun automatisch

weitere Kolonien desselben Typs erfasst,

markiert und gezählt. „Kolonien sind

dann gleichartig, wenn sie in Farbe, Kont-

34 foodTECHNOLOGIE2022 APRIL


FOOD LABOR

Einzelne Kolonien können mit dem Finger oder einem Stift via Antippen (Touch) markiert werden. Im Assistenzmodus

werden nun automatisch weitere Kolonien desselben Typs erfasst, markiert und gezählt.

rast, Größe und Form ähnlich der vom Bediener

gekennzeichneten Auswahl sind“, erläutert

Schäfer. Dies wird durch einen speziellen

Algorithmus in Kombination mit dem

hochauflösenden Kamerabild ermöglicht.

So „assistiert“ das Gerät der Fachkraft, wodurch

die Routinezählung erleichtert wird.

Dabei kann die Markierung einer Kolonie,

die beispielsweise nicht eindeutig definierbar

oder erkennbar ist, jederzeit aufgehoben

oder korrigiert werden, bevor die finale Zählung

als Bilddatei gespeichert wird.

Darüber hinaus ermöglicht das Gerät einen

vollautomatischen Zählbetrieb. Dabei ist

das System mit einer Lernfunktion auf verschiedene

Bakterienarten und Agar-Sorten

trainierbar. Dafür kann man beispielsweise

10 bis 15 Petrischalaen mit ein und derselben

Spezies auf dem gleichen Agar auswerten

und nach Abschluss der Anlernphase

als Profil – etwa Salmonellen oder Hefe –

speichern. Später können dann gleichartige

Kolonien, die mit diesem übereinstimmen,

vollautomatisch ausgewertet werden:

Die Petrischale wird dafür in den Scanner

gestellt und nach Betätigen des „Start“-

Buttons erhält der Nutzer die entsprechende

Anzahl Kolonien. Anders als bei reinen

Vollautomatik-Geräten ist hierbei kein

umfänglicher Fragenkatalog abzuarbeiten,

da das Gerät während der Zählung automatisch

trainiert wird.

Handlicher Aufbau erleichtert

den Laboralltag

Das intelligente, intuitive System bietet dem

Laborpersonal große Sicherheit. Es ist für alle

Petrischalen bis zu einem maximalen Durchmesser

von 9,5 cm geeignet und kann in

sämtlichen mikrobiologischen Laboren wie

beispielsweise der Food-Industrie, aber auch

in der Medizin, Forschung, Veterinärmedizin

oder in Behörden der öffentlichen Verwaltung

wie Umweltämtern eingesetzt werden. „Die

Wiederholbarkeit liegt mit 97 Prozent sehr

hoch, wenn der Anwender die entsprechende

Kolonie auf dem Touch-Screen einmal richtig

identifiziert und das Profil im Computer

korrekt hinterlegt hat. Das ist für mikrobiologische

Verhältnisse ein sehr guter Wert“,

so Schäfer. Die einfache Bedienung wiederum

macht die Routineaufgabe auch unter ergonomischen

Gesichtspunkten angenehmer,

denn die Auswertung kann via abnehmbarem

Tablet selbst im Stehen erfolgen. Eine

optionale Zoomfunktion erleichtert die Auswahl

bei sehr kleinen oder wenig eindeutigen

Kulturen. Zudem ist das Gerät preisoptimiert,

da auf unnötige Peripherieprogramme

verzichtet wird und die Software mit dem

handelsüblichen Endgerät uneingeschränkt

arbeiten kann. „Aktuell stehen wir noch am

Anfang mit unserem ColonyStar und weitere

Optimierungen, beispielsweise in Bezug

auf die Einbindung in bestehende Laboranlagen,

sind denkbar. In naher Zukunft wird

ein erstes Upgrade die Möglichkeit bieten,

die Messergebnisse inklusive der Bilddateien

in tabellarischer Form via USB-Kabel als

PDF auf andere Geräte portieren zu können“,

gibt Schäfer einen Ausblick auf die Zukunft.

Erstes positives Feedback hat das Unternehmen

bereits von ausgewählten Partnern erhalten,

die den ColonyStar aktuell in ihrem

Arbeitsalltag testen.

Weitere Informationen:

www.funke-gerber.de

Bildquelle: Funke Gerber

APRIL 2 · 2022 foodTECHNOLOGIE

35


MESSEN · ANUGA FOODTEC 2022

Smarte Impulse für eine

digitale Zukunft

Interview mit Prof. Dr. Katharina Riehn, Vorsitzende DLG-Fachzentrum Lebensmittel

Die Leitmesse Anuga FoodTec 2022 bietet messebegleitend ein breit gefächertes Fachprogramm zu aktuellen Themen

der Lebensmitteltechnologie. Prof. Dr. Katharina Riehn, Vorsitzende des Fachzentrums Lebensmittel der DLG

(Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft), gibt im Interview mit Ian Healey aus der Food Technologie Redaktion einen

Überblick, was die Messebesucher vom 26. bis 29. April 2022 in Köln erwartet.

FT: Frau Prof. Dr. Riehn, was macht für

Sie die Stärke der Anuga FoodTec aus?

Prof. Dr. Katharina Riehn: Angesichts der

vielfältigen Herausforderungen, denen sich

die Lebensmittelwirtschaft international gegenüber

sieht, wird es immer wichtiger, die

weltweit verfügbaren technischen und technologischen

Möglichkeiten sowie die verfügbaren

Kräfte in Forschung und Entwicklung

im Blick zu haben. Eine wesentliche Stärke

der Anuga FoodTec ist deshalb ganz klar ihre

branchenübergreifende Konzeption, die nahezu

die gesamte Lebensmittel- und Getränkeproduktion

abdeckt und eine prozessorientierte

Perspektive ermöglicht. Dieses Alleinstellungsmerkmal

der Leitmesse spiegelt

sich auch deutlich im umfangreichen Fachprogramm

und in Form der beteiligten Partner

wider. Vielfältige Lösungsansätze für die

einzelnen Branchen, branchenübergreifender

Technologietransfer, ein internationales

Fachprogramm sowie die globale Vernetzung

mit den verschiedensten Fachleuten der internationalen

Lebensmittelwirtschaft sind

gute Gründe für einen Besuch der diesjährigen

Anuga FoodTec!

FT: Wie lautet das

diesjährige Leitthema

der Anuga FoodTec?

Prof. Dr. Katharina Riehn:

Mit ihrem Leitthema „Smart

Solution – Higher Flexibility“

benennt die Anuga Food-

Tec 2022 wichtige Handlungsfelder,

mit denen sich

Unternehmen heute auseinandersetzen

müssen, um im

digitalen Zeitalter wettbewerbsfähig

zu bleiben und

Prof. Dr. Katharina Riehn

sich bestmöglich zu positionieren. Prozesse

in Entwicklung, Produktion und Logistik

müssen zunehmend dynamisch reagieren,

um ein Höchstmaß an Wandelbarkeit zu erreichen.

Zentral gesteuerte Prozesse stoßen

zunehmend an ihre Grenzen. Gefragt sind

smarte Lösungen. Die hohe Komplexität im

heutigen Maschinen- und Anlagenbau erfordert

innovative und vernetzte Automatisierungssysteme

auf Basis flexibler Produktionstechnologien.

Diese gilt es systematisch

in Neu- sowie Bestandsanlagen zu integrieren

und so die Vorteile der Digitalisierung

optimal zu nutzen.

FT: Wie wird das komplexe

Leitthema auf der Messe abgebildet?

Auf welche Highlights können sich

Messebesucher freuen?

Prof. Dr. Katharina Riehn: Um das Leitthema

„Smart Solutions – Higher Flexibility“ während

der Messe durchgehend zu beleuchten,

haben wir bei der Konzeption der Veranstaltungsformate

drei Aspekte berücksichtigt:

es wird eine hochkarätig besetzte Eröffnungskonferenz

zur Thematik geben, an der

auch Bundesernährungsminister

Cem Özdemir teilnehmen

wird. International anerkannte

Experten werden

hier die relevanten Facetten

der Materie beleuchten.

Zudem wird das umfangreiche

Fachprogramm der Anuga

FoodTec das Thema

branchenspezifisch in vielen

Sessions aufgreifen. Messebesucher

erhalten zudem

die Möglichkeit, während

geführter Messerundgänge,

den „Guided Tours“, einen

kompakten und zugleich informativen Überblick

über Neuerungen im Bereich der fortschreitenden

Digitalisierung und ihrer Chancen

zu erhalten.

FT: Welche Themen bespielen

Sie im Fachprogramm über das

Leitthema hinaus?

Prof. Dr. Katharina Riehn: Neben den zahlreichen

persönlichen Gesprächen mit Ausstellern

bietet das umfangreiche Fachprogramm

den Messebesuchern wieder vielfältige Impulse.

Wir beleuchten neben dem Leitthema

eine Vielzahl aktueller Themen der Lebensmitteltechnologie

und verknüpfen neueste

wissenschaftliche Erkenntnisse mit der unternehmerischen

Praxis. Bei rund 200 Vorträgen

verteilt auf ca. 90 Stunden ist bestimmt

für jeden das Passende dabei! „Intelligente

Verpackung“, „Sicherheit bei Schüttgütern“,

„Smarte Lösungen für die Qualitätserkennung“,

„Künstliche Intelligenz – Science

Fiction oder Gamechanger“, „Bestandsmaschinen

in Industrie 4.0 integrieren“, „Kosten-

und ressourceneffiziente Produktion

pflanzlicher Proteine im industriellen Maßstab“

oder „Hygiene und Listerien“ sind nur

einige Themen, die auf der Anuga FoodTec

von Branchenexperten beleuchtet werden.

Einen Überblick über alle Sessions bietet die

Website der Anuga FoodTec.

FT: Welche aktuellen Trends sind

außerdem in der Lebensmittelindustrie

zu beobachten?

Prof. Dr. Katharina Riehn: Nachhaltigkeit

auf ökonomischer sowie ökologischer Ebene

bestimmt als globaler Trend derzeit zusammen

mit der digitalen Transformation maß-

36 foodTECHNOLOGIE2022 APRIL


ANUGA FOODTEC 2022 · MESSEN

geblich und themenübergreifend die Innovationen

der Lebensmitteltechnologie. Auch

erfordern neue Formen der Lebensmittelproduktion

neue Technologien. Ich denke etwa

an Verpackungsreduktion, Food-Upcycling,

alternative Proteinquellen oder künstliches

Fleisch. Schonende Haltbarmachungsverfahren

mit der PEF-Induktion oder Hochdruckbehandlung

rücken ebenfalls immer

mehr in den Fokus.

FT: Mit welchen Herausforderungen

wird die Lebensmittel- und Getränkeindustrie

in den nächsten Jahren

konfrontiert werden?

Prof. Dr. Katharina Riehn: Der nachhaltige

Umgang mit natürlichen Ressourcen, die

Emissionsreduktion und die Klimaneutra-

lität sind die zentralen Herausforderungen

der Lebensmittel- und Getränkeindustrie.

Ziel muss es sein, nachhaltige Technologien

zu wählen, die Effizienz deutlich zu steigern

und die Wertschöpfung der daraus hergestellten

Produkte zu optimieren. Die Anuga

FoodTec bietet hier viel Inspiration!

FT: Welche innovativen

Verfahren etablieren sich

gegenwärtig in der Lebensmittel-

und Getränkeindustrie?

Prof. Dr. Katharina Riehn: Mithilfe mo-

derner Technologien, wie etwa intelligenter

Sensoren, gelingt es, Fehler im Produktionsablauf

besser und schneller zu erkennen.

So lassen sich die Funktionen der

Anlagen in Echtzeit überwachen und kontrollieren.

Maschinenstillstände werden ziert, die Verlässlichkeit der ontime-delivery

redusteigt

und die Produktivität verbessert sich.

Wegweisende technologische Entwicklungen

zeichnen wir alle drei Jahre mit dem International

FoodTec Award (IFTA) aus. Auf der

Anuga FoodTec präsentieren die Gold-Preisträger

im Rahmen der „Winner Talks“ am

26. April ihre Innovationen und Visionen.

Ich kann dazu nur Jeden herzlich einladen!

Innovative Verfahren und Anlagen sowie Beispiele

von IFTA-Gewinnern sind solche,…

• die eine hohe Flexibilität für

Kundenwünsche und Rezepturänderungen

aufweisen (z.B. All-in-one

Form- und Schneidesystem FS 525,

Albert Handtmann Maschinenfabrik

GmbH & Co. KG)

• die effizient für die Einsparung

von Energie und Rohstoffen sorgen

(z.B. IDEAL Whey Separation,

GEA Westfalia Separator Group GmbH)

• die die Qualität und die Sicherheit der

Produkte verbessern (z.B. EGS: Entwicklung

eines neuartigen Systems zum

Evakuieren, Begasen und Verschließen

von Babymilchpulver-Behältnissen

OPTIMA consumer GmbH)

• oder die Mitarbeiter bei der Herstellung

unterstützen bzw. schützen (z.B. Selbstlernendes

Assistenzsystem für Bediener

von Maschinen, Peerox GmbH, Finger

Protection System (FPS), MADO GmbH)

FT: Welche Rolle spielt bisher

die Robotik und Automation

in der Lebensmittel- und

Getränkeindustrie?

Prof. Dr. Katharina Riehn: 85.000 Roboter

haben seit 2016 Einzug in die Konsumgüterindustrie

gehalten. Davon finden 54.000

in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie

Anwendung: Heute kann fast jede Stufe

der Lebensmittelverpackung durch Automatisierung

verbessert werden. So rationalisieren

und optimieren beispielsweise

bildgestützte Roboterarme, fahrerlose

Transportfahrzeuge, Delta-Roboter und fortschrittliche

Kontrollsysteme Prozesse, um

strenge Lebensmittelsicherheits- und Qualitätsstandards

zu gewährleisten. Die Integration

automatisierter Geräte in kritische

Produktionsbereiche verbessert Qualität,

Effizienz, Ergonomie und Hygiene. Für 38

von 46 befragten Unternehmen dient Robotik

vor allem der Arbeitserleichterung, um

Mitarbeitende von schweren oder monotonen

Tätigkeiten zu entlasten, hat unser aktueller

DLG-Trendmonitor Robotik ergeben.

APRIL 2 · 2022 foodTECHNOLOGIE

37


MESSEN · ANUGA FOODTEC 2022

FT: Wie lassen sich mit smarten

Lösungen Prozesse und Herstellungsverfahren

in der Lebensmittelproduktion

optimieren?

Prof. Dr. Katharina Riehn: Smarte Lösungen

können die Qualität und Produktsicherheit

von Lebensmitteln verbessern und gleichzeitig

die Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit

der Produktionsprozesse erhöhen. Ebenso

werden Transparenz und Rückverfolgbarkeit

in der Wertschöpfungskette für Verbraucher

und Verbraucherinnen verbessert – und dadurch

Vertrauen geschaffen. Vernetzte Produktionssysteme

und -anlagen laufen in vielen

Bereichen schon autark. Mit dem Einsatz

von Künstlicher Intelligenz kann die Lebensmittelproduktion

effizienter, flexibler, günstiger

und sicherer gestaltet werden. Das Internet

of Things (IoT) hilft auch bei der exakten

Produktionsüberwachung. Neben dem

aktuellen Produktionsprozess werden einzelne

Faktoren mit verschiedenen Sensoren

erfasst und sorgen für sichere Lebensmittel

entlang der gesamten Lieferkette –

vom Beginn der Produktion bis hin zur sicheren

Auslieferung an den Handel. Daten

geben Auskünfte über den Ist-Zustand eines

Produktes und es kann immer sofort gehandelt

werden, um Prozesse in der Produktion

in Echtzeit zu optimieren. Durch RFID-

Chips und GPS-Systeme kann der gesamte

Lager- und Versandkurs überwacht werden,

was hinsichtlich der Vertriebsketten mehr

Transparenz schafft.

FT: Vielen Dank für das Gespräch.

Weitere Informationen:

www.anugafoodtec.de

www.dlg.org

Bildquelle: Koelnmesse

Schmierstoffe für die Lebensmittelindustrie

ADDINOL präsentiert seine FoodProof Reihe auf der Anuga FoodTec 2022

In Industrieanlagen gelten die eingesetzten

Schmierstoffe längst als Konstruktionselement.

Schließlich übernehmen sie neben

der reinen Schmierung wesentliche Funktionen

wie den Schutz vor Reibung, Verschleiß

und Korrosion und die zuverlässige Wärmeabfuhr

und sichern so die optimale Funktion der

Komponenten und damit der gesamten Anlage.

Langlebigkeit und Effizienz im Einsatz

sind ebenso gefragt.

In Aggregaten der Lebensmittelindustrie,

egal ob Hydraulik, Ketten, Getriebe, Verdichter

oder Lager, müssen diese Aufgaben

unter anspruchsvollen Bedingungen erfüllt

werden. Häufig herrschen extreme Temperaturen,

Dauerbelastungen und aggressive

Umgebungseinflüsse wie Feuchtigkeit oder

Staub. Zusätzlich müssen die Schmierstoffe

strengsten Hygieneanforderungen genügen,

geschmacks- und geruchsneutral sein

und über diverse Registrierungen bzw. Zertifizierungen

verfügen.

Die ADDINOL FoodProof Produktreihe wurde

gezielt für diese Anforderungen entwickelt.

Mit diesen Hochleistungs-Schmierstoffen

bietet man mit seinem Sortiment

für jede Anwendung in Anlagen der Lebensmittel-,

Getränke- und Futtermittelproduktion

das passende Produkt, registriert gemäß

NSF H1 sowie koscher und halal zertifiziert.

Vervollständigt wird das Angebot durch eine

Reihe leistungsfähiger Schmierfette und

praktischer Serviceprodukte mit den entsprechenden

Zertifikaten.

Die Produktionsstätte von ADDINOL in Leuna

ist zudem gemäß DIN EN ISO 21469 zertifiziert.

Das stellt sicher, dass die vorgeschriebenen

Norm- und Hygieneanforderungen

während des gesamten Produktionsprozesses

eingehalten und eine Kontamination

mit Fremdstoffen, Fremdkörpern sowie konventionellen

Schmierstoffen ausgeschlossen

werden kann.

Auf der ANUGA FoodTec präsentiert man das

komplette Sortiment und steht für Fragen

rund um die Anwendung und Zertifizierung

zur Verfügung. Neben den Hochleistungs-

Schmierstoffen im Gepäck: das umfangreiche

Serviceangebot des Unternehmens von

der Produktauswahl über die Beratung und

Betreuung bis hin zum Analysenservice.

Anuga FoodTec 2022:

Halle 7.1, Stand F038

Weitere Informationen:

www.addinol.de

Die FoodProof Reihe von ADDINOL

Bildquelle: ADDINOL

38 foodTECHNOLOGIE2022 APRIL


INGREDIENTS

Wir bringen Farbe ins Spiel!

Kompakte kapazitive Grenzschalter mit 360°-Statusanzeige

256 Farben

individuell wählbar:

Messvorgang läuft

Sensor schaltet

Störung im Prozess

Kompakte

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15 cm

Hygiene-

Adaptersystem

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Anuga FoodTec

Halle 7.1, Stand C31

www.vega.com/vegapoint

APRIL 2 · 2022 foodTECHNOLOGIE

39


MESSEN · ANUGA FOODTEC 2022

Flexibler Hordentrockner

Harter päsentiert Trocknungslösungen auf der Anuga FoodTec 2022

Den Alleskönner unter den Trocknern präsentiert

Trocknungsanlagenbauer Harter

auf der Anuga FoodTec. Dieser multifunktionale

Hordentrockner eignet sich ideal für

kleinere hochwertige Mengen verschiedenster

Lebens- und Futtermittel. Der H01 verfügt

über einen Hordenwagen, der mit Blechen

und Hordenwannen in verschiedenen

Größen und Ausführungen bestückt werden

kann. Somit können Produkte einlagig oder

in Schütthöhen bis 175 mm getrocknet werden.

Mit nur wenigen Handgriffen erfolgt der

Umbau des Hordenwagens, so dass dieser für

den jeweiligen Einsatz bereit ist. Basis der

Kondensationstrocknung auf Wärmepumpenbasis

ist extrem trockene Luft in Kombination

mit der richtigen Luftführung, um

die Produkte homogen und sicher zu trocknen.

Die Trocknung findet, je nach Anwendung,

in einem Temperaturbereich von 20° –

90° C statt. Dadurch werden die Lebensmittel

schonend getrocknet. Da das System

lufttechnisch geschlossen ist, ist die Trocknung

klimaunabhängig. Dies wirkt sich positiv

auf Aroma, Inhalts- und Geschmacksstoffe

sowie Optik der jeweiligen Produkte aus.

Bei Harter konzipiert man nach wie vor Sonderanlagen,

die je nach Produkt und Prozess

als Chargentrockner oder auch als kontinuierliche

Lösungen realisiert werden. Diese

Trocknung mit Wärmepumpe wurde 2017

als förderfähige Zukunftstechnologie eingestuft.

Somit erhalten Kunden staatliche Fördergelder

als zusätzlichen Bonus.

Anuga FoodTec 2022:

Halle 10.1, Stand A010

Weitere Informationen:

www.harter-gmbh.de

Bildquelle: Harter

Vakuumlösungen AUS EINER HAND

Busch Vacuum Solutions auf der Anuga FoodTec 2022

Busch Vacuum Solutions präsentiert seine

energieeffizienten Vakuumlösungen

auf der kommenden Anuga FoodTec. Die

Messe ist ein wichtiger Branchentreff für die

neuesten Innovationen und technologischen

Visionen rund um die Lebensmittelproduktion.

Auch die Vakuumexperten von Busch

stellen ihre zukunftsweisenden Lösungen

vor, die in sämtlichen Produktionsschritten

der Lebensmittelproduktion, -lagerung oder

dem Transport von Lebensmitteln und Getränken

eingesetzt werden können.

Jede Anwendung in der Lebensmittelindustrie

ist individuell und benötigt eine perfekt

abgestimmte Vakuumlösung. Bei der Lebensmittelkühlung,

der Vakuumtrocknung oder der

pneumatischen Förderung von Lebensmitteln

werden unterschiedliche Anforderungen an

die Vakuumversorgung gestellt. Je nach Einsatzgebiet

können besonders wartungsarme

Technologien, Vakuumerzeuger mit geringen

Betriebskosten oder möglichst energieeffiziente

Lösungen eingesetzt werden. Eine Zentralisierung

der Vakuumversorgung ermöglicht

zusätzliche Einsparpotentiale in der Lebensmittelindustrie,

da die hohen Energiekosten

für die Kühlung von Lebensmitteln gesenkt

werden können. Das Umsteigen auf neue Vakuumtechnologien

kann sich durch eine Förderung

erst recht lohnen. Denn die Umrüstung

wird vom Bundesamt für Wirtschaft und

Ausfuhrkontrolle bezuschusst. Dies gilt auch

für energieeffiziente Vakuumerzeuger von

Busch. Die Vakuumexperten informieren die

Besucher am Messestand über das Förderungspotential

ihrer Vakuumlösungen und zeigen

somit weitere Sparpotentiale auf.

Mit der COBRA NX 0950 A PLUS zeigt Busch

seine neue zukunftsweisende Schrauben-Vakuumpumpe,

die in vielen Anwendungen der

Lebensmittel- und Getränkeindustrie eingesetzt

werden kann. Dabei handelt es sich um

eine trockene Vakuumpumpe, die druckgeregelt

oder mit konstanter Drehzahl äußerst

energieeffizient arbeitet. Die PLUS Technologie

kombiniert die Erfahrung von Busch mit

innovativen Funktionen für Industrie 4.0. Als

vollständig vernetzte Vakuumpumpe erweitert

die COBRA PLUS die bewährte Schrauben-Vakuumtechnologie

um Steuerungs-, Zustandsüberwachungs-

und Kommunikationsmöglichkeiten.

Alle wichtigen Parameter lassen sich

anpassen und überwachen, wodurch die Vakuumpumpe

für individuelle Prozesse optimal

eingestellt und eingesetzt werden kann.

Anuga FoodTec 2022:

Halle 8.1, Stand C080 D081

Weitere Informationen:

www.buschvacuum.com

Bildquelle: BUSCH

40 foodTECHNOLOGIE2022 APRIL


ANUGA FOODTEC 2022 · MESSEN

Flexible Dosiersysteme

im Hygienic Design

Brabender auf der Anuga FoodTec 2022

B

rabender Technologie, einer

der führenden Hersteller

von gravimetrischen Dosiergeräten

mit digitaler Wägetechnik

sowie Austragsvorrichtungen für

Schüttgüter und Flüssigkeiten

zeigt auf der diesjährigen Anuga

FoodTec sein Portfolio an Dosiersystemen

für jeden Rohstoff in

der Lebensmittelindustrie.

Anuga FoodTec 2022:

Halle 10.1, Stand B021

Weitere Informationen:

www.brabender-technologie.com

Bildquelle: Brabender

Der Schüttgutdosierer

FlexWall ® Plus eignet sich

im Hygienic Design für

Anwendungen in der

Lebensmittel- und

Tiernahrungsindustrie.

Integration konsequent

weitergedacht

NORD DRIVESYSTEMS auf der Anuga FoodTec 2022

IE5+ Synchronmotoren in zwei

Baugrößen sind im glatten Motordesign

ideal für Washdown-Anwendungen in der

Lebensmittelbranche geeignet.

Im April 2022 stellt NORD

DRIVESYSTEMS auf der diesjährigen

Anuga FoodTec aus. Mit

dem IE5+ Synchronmotor setzt

das Unternehmen dort neue

Maßstäbe in Bezug auf die Energieeffizienz

von Antriebssystemen

in Lebensmittelindustrie

und Intralogistik. Der effiziente

IE5+ Motor wurde nun sowohl in

ein einstufiges Stirnradgetriebe

integriert – was den Systemwirkungsgrad

erneut optimiert – als

auch in der nächsten Baugröße

auf den Markt gebracht.

Anuga FoodTec 2022:

Halle 7.1, Stand A030

Weitere Informationen:

www.nord.com

Bildquelle: NORD DRIVESYSTEMS

Auf ganzer Linie

profitieren.

Besuchen Sie uns

auf der Anuga Food Tec, Köln

26. bis 29. April 2022

Halle 8.1, Stand C010

Besuchen Sie uns

auf der IFFA, Frankfurt a. M.

14. bis 19. Mai 2022

Halle 11.1, Stand B11

Maximale Ausbeute.

Minimales Give-away.

Perfekte Hygiene.

Portionieren, slicen und verpacken Sie Wurst, Schinken und Käse effizient

und prozesssicher. Gesteuert über die zentrale MULTIVAC Line Control

und mit digitaler Unterstützung der MULTIVAC Smart Services.

Unser Engineering-Know-how eröffnet Ihnen über die ganze Prozesskette

hinweg weitere Einsparpotenziale: z. B. beim Zuführen, Beladen,

Kennzeichnen, Prüfen und Kartonieren. Mit nur einem Ansprechpartner

für Beratung, Projektierung, Wartung, Service und Schulung.

Nähere Informationen unter www.multivac.com

APRIL 2 · 2022 foodTECHNOLOGIE

41


MESSEN · ANUGA FOODTEC 2022

Leistung, Flexibilität und Hygienic Design

Daxner auf der Anuga FoodTec 2022

axner realisiert weltweit Hightech-Anlagenlösungen

für das Handling von Pul-

D

vern und Granulaten und zeigt sein Knowhow

auf der kommenden Anuga FoodTec.

Für die Qualitäts- und Hygienestandards im

Food-Bereich entwickelte man die agilen und

flexiblen Container Handling Systeme DCS.

Die Rohstoffe werden während dem gesamten

Herstellungsprozess voll automatisiert und

zugleich schonend in einem geschlossenen

Containersystem transportiert – wahlweise in

Verbindung mit lasergesteuerten, fahrerlosen

Transportfahrzeugen (FTS) oder einer Kombination

mit einem Regalbediengerät, Kettenbahnen

und Shuttlesystemen.

Daxner Dosiersiebmaschine DM 30 EC

Ein individuell zugeschnittenes Anlagenkonzept

gewährt eine vollständige Transparenz

des Materialflusses, sodass das Risiko einer

Kreuzkontamination des Endproduktes absolut

minimiert werden kann. Zugleich sind

hohe Durchsatzleistungen möglich. Produkt-

und Chargenwechsel können jederzeit

mit minimalem Aufwand durchgeführt werden,

um so der enormen Vielfalt an Rohstoffen

und Rezepturen in vielen Produktionen gerecht

zu werden. CIP- oder COP-Reinigungssysteme

(Nassreinigung) der Daxner Container

Systeme minimieren die Reinigungsdauer sowie

den Reinigungsaufwand und maximieren

somit die Anlagenverfügbarkeit.

Mit der neu entwickelten DM 30 EC stellt

Daxner eine All-in-one Wirbelstromsiebmaschine

mit Dosiereinheit im Hygienic Design

für einfachste Reinigbarkeit vor. Eine integrierte

Dosiereinheit fördert und dosiert, das

Rohprodukt in das Innere der Maschine, wo

gleichzeitig in der Siebeinheit, das Feingut

vom Grobgut getrennt wird. Mittels einer ergonomischen

Auszugsvorrichtung kann die

Sieb- und Dosiereinheit ohne Kraftaufwand

zur Kontrolle und Reinigung herausgezogen

und geschwenkt werden.

Anuga FoodTec 2022:

Halle 10.1, Stand D061 D069

Weitere Informationen:

www.daxner.com

Bildquelle: Daxner

smarte Sensorlösungen

Baumer auf der Anuga FoodTec 2022

Hitzerobuste Prozesssensoren für CIP Anwendungen,

perfektes Timing für den

Containerwechsel in der Lagerhaltung, smartes

Engineering von der Verarbeitung bis zur

Verpackung – der Sensorspezialist Baumer

präsentiert auf der Anuga FoodTec in Köln

clevere Lösungen für die Lebensmittel- und

Getränkeindustrie.

Analysesensor

PAD20 von

Baumer

Prozessmedium und vermeidet so das Trockenlaufen

von Pumpen und Anlagenausfälle.

Zugleich können die Container vollständig

entleert werden. Das steigert die Anlageneffektivität

und reduziert den Produktverlust,

bei höchster Prozesssicherheit und Qualität.

Dort zeigt Baumer unter anderem eine Weltneuheit

– einen Sensor der dank seines innovativen

Messprinzips Ressourcen einspart,

Lebensmittelsicherheit erhöht und Produktionsausfälle

verhindert. Der PAD20 meldet

zuverlässig den Leerstand bei mobilen Transportcontainern

und damit den perfekten Zeitpunkt

für den Containerwechsel, etwa in der

Joghurt-Produktion. Das Prinzip ist einfach,

die Technik dahinter smart – der Sensor erkennt

selbst kleinste Luft- und Gasblasen im

Anuga FoodTec 2022:

Halle 7.1, Stand A038 B039

Weitere Informationen:

www.baumer.com

Bildquelle: Baumer

42 foodTECHNOLOGIE2022 APRIL


INGREDIENTS

APRIL 2 · 2022 foodTECHNOLOGIE

43


MESSEN · ANUGA FOODTEC 2022

Neue digitale VerpackungLösungen

Schubert auf der Anuga FoodTec 2022

die Digitalisierung eröffnet Unternehmen

in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie

neue Chancen für die Vernetzung ihrer

Prozesse. Auf der Anuga FoodTec zeigen

Aussteller, wie die digitale Transformation erfolgreich

umgesetzt werden kann – darunter

auch Schubert. In Halle 7.1 zeigt der Verpackungsmaschinenhersteller

seine Lösungen

für die digitale Transformation. Vor Ort wird

ein lightline Cartonpacker Reibekäse-Tüten in

Kartons verpacken. In der Maschine werden

die Kartons aufgerichtet und mit den Beuteln

befüllt. Dank der zwei Zuschnitt-Magazine ist

es möglich, die Beutel in zwei verschiedene

Arten von Kartons zu verpacken. Ein GS.Gate

ermöglicht einen sicheren Zugriff auf die Maschinen-

und Produktionsdaten.

Digitale Daten als Basis für neuen Service

Auf der Messe stellt Schubert seine neuen digitalen

CARE-Leistungen vor, durch die Verpackungsprozesse

optimiert werden können,

um Ressourcen und Kosten zu sparen.

Unterstützung beim Umstieg

auf umweltschonende Verpackungen

Auch über das Thema Nachhaltigkeit informiert

Schubert auf der Anuga FoodTech. Die

Besucher erfahren zum Beispiel, wie mit Unterstützung

durch die Experten von Schubert-

Consulting die Umstellung auf umweltschonende

Verpackungslösungen so gelingt, dass

sich Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit

miteinander vereinbaren lassen. Auch Fragen

zur hauseigenen Verpackungsentwicklung beantwortet

das Team gerne.

Premiere: Neuer 3D-Drucker wird

erstmals Publikum vorgestellt

In Köln präsentiert Schubert Additive Solutions

zudem eine Neuentwicklung. Über die

virtuelle Web-Plattform der Schubert-Tochter

können Hersteller bereits Kunststoffteile

in der eigenen Produktion mittels 3D-

Druck produzieren. Jetzt hat Schubert Additive

Solutions dafür einen qualitativ hochwertigen

3D-Drucker entwickelt, der über LTE

PARTBOX: Neuer 3D-Drucker für Format- und Ersatzteile

mit der Plattform verbunden ist und für optimale

Druckergebnisse sorgt. „Die PARTBOX

ermöglicht es dem Nutzer, benötigte Teile

direkt an Ort und Stelle anzufertigen“, sagt

Marcus Schindler, Bereichsleiter Supply

Chain Management bei der Gerhard Schubert

GmbH und Geschäftsführer von Schubert

Additive Solutions.

Anuga FoodTec 2022:

Halle 7.1, Stand C071

Weitere Informationen:

www.schubert.group

Bildquelle: Schubert

Proven Excellence

Netzsch auf der Anuga FoodTec 2022

S

peziell für Anwendungen im Lebensmittelbereich

zeigt NETZSCH sein breites

Portfolio an Hygienepumpen auf der ANUGA

FoodTec, von der mobilen NEMO ® Getränkepumpe,

über die Behälterentleerung, bis

hin zur komplett schmierölfreien TORNADO ®

T.Sano ® Drehkolbenpumpe und der neuen

NOTOS ® 2NSH Hygiene-Zweispindelpumpe.

Anuga FoodTec 2022:

Halle 4.1, Stand D088 C089

Weitere Informationen:

www.netzsch.com

Bildquelle: NETZSCH

44 foodTECHNOLOGIE2022 APRIL


ANUGA FOODTEC 2022 · MESSEN

Leistung, Flexibilität und Zuverlässigkeit

MULTIVAC Traysealer T 305 – Produkteinführung auf der Anuga FoodTec

Mit dem kompakten, vollautomatischen

T 305 stellt

MULTIVAC einen neuen Traysealer

vor, der sich durch seine

Leistungsstärke, eine hohe

Packungsqualität und Flexibilität

beim Verpacken auszeichnet.

Der flexible Allrounder baut auf

dem Erfolg des bewährten Traysealers

T 300 auf und ist für

das Verpacken von kleinen und

mittleren Chargen und schnelle

Produktwechsel im Lebensmittelbereich

konzipiert. Das

neue Modell wird auf der Anuga

FoodTec 2022 erstmals der

Öffentlichkeit vorgestellt.

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten

Der neue Traysealer wurde für die

Herstellung von attraktiven MAPund

Vakuum-Skinverpackungen

in kleinen bis mittleren Chargen

entwickelt und lässt sich für unterschiedlichste

Anwendungen

optimal einsetzen: Ganz gleich,

ob es sich um Ready Meals, Convenience

Food und Snacks oder

Fleisch, Wurstwaren, Käse, Fisch

und Meeresfrüchte, Obst oder

Gemüse handelt. Hinsichtlich

der Packungsform sowie der Materialien

sind dem T 305 dabei

kaum Grenzen gesetzt. Denn er

kann eine breite Vielfalt an Trays

mit einer maximalen Formatbreite

von 420 x 300 mm aus Papier

bzw. Karton, Kunststoff, Aluminium

und geschäumten Materialien

sowie unterschiedliche Oberfolien

verarbeiten. Dabei können

auch nachhaltige Packstoffe wie

Monomaterialien oder MULTIVAC

PaperBoard eingesetzt werden.

Zuverlässigkeit,

Wirtschaftlichkeit und

Energieeffizienz

Mit den energieeffizienten Antriebssystemen

und dem auf

Langlebigkeit ausgelegten Design

ist der neue Traysealer auf

Nachhaltigkeit ausgerichtet. Bei

seiner Entwicklung wurde zudem

besonderer Wert auf gute

Reinigbarkeit, Benutzerfreundlichkeit

und vor allem Sicherheit

gelegt: Der T 305 ist über seine

IPC03-Steuerung mit Touchscreen

besonders leicht und einfach

zu bedienen und sein kompletter

Einlegebereich lässt sich

dank Reinigungsklappen komplett

durchspülen. Notwendige

Rezept- und Formatwechsel lassen

sich in kürzester Zeit und

mit maximaler Prozesssicherheit

durchführen.

Zudem kommen Anwender im

hektischen Alltag nicht mit heißen

Werkzeugsets in Berührung.

Traysealer T 305

von MULTIVAC

Und dank des Werkzeugwechselwagen

DT 305 können Formatwechsel

schnell, komfortabel

und sicher durchgeführt werden.

Nicht zuletzt ist der neue T 305

bereits für die Nutzung der verschiedenen

Smart Services von

MULTIVAC optimal vorbereitet.

Messeexponat: kompakte

und hochflexible

Portionierlinie

Auf den Messen wird der T 305

als Teil einer hochflexiblen Portionierlinie

für SB-Packungen

zu sehen sein. Ein Portionierer

des Typs GMS 400 schneidet

Steaks und legt sie geschindelt

auf ein Transportband. Parallel

zu diesem Transportband

werden Trays entstapelt und auf

einem zweiten Band abgelegt.

Vor dem Traysealer T 305 treffen

beide Transportbänder aufeinander

und die Portionen gleiten

in die Trays. Dieser einspurige

Produktfluss von befüllten

Trays wird von einem Linienverteiler

auf zwei Spuren aufgeteilt,

da der Traysealer zweispurig ausgelegt

ist. In der Verpackungsmaschine

werden die Trays mit

Schutzatmosphäre verpackt.

Wasser behandeln

Nachhaltig • effizient • zuverlässig

•Wasser wiederverwenden

•Abwasser behandeln

•Betriebskosten

optimieren

•Anlagenbetrieb

digitalisieren

Anuga FoodTec 2022:

Halle 8.1, Stand C010 F028

Weitere Informationen:

www.multivac.com

Bildquelle: MULTIVAC

Wir

sind dabei:

Anuga FoodTec

in Köln

26.-29.04.2022

Stand B010-B018

Halle 10.1

EnviroChemie GmbH

In den Leppsteinswiesen 9

64380 Rossdorf

www.envirochemie.com

Standorte International:

Benelux · Bulgarien · Großbritannien

· Irland · Marokko

Mittlerer Osten · Österreich

Polen · Rumänien · Russland

Schweiz · Schweden

APRIL 2 · 2022 foodTECHNOLOGIE

45


MESSEN · ANUGA FOODTEC 2022

Anlagen- und Verpackungslösungen der Zukunft

KHS auf der Anuga FoodTec 2022

Die KHS Gruppe präsentiert auf der Messe

Anuga FoodTec ihr gesamtes Portfolio

an moderner Abfülltechnik und umweltschonenden

Verpackungslösungen. Mit der effizienten

Blocklösung InnoPET BloFill ACF-L

zeigt der Systemanbieter die Zukunft der

aseptischen Abfüllung.

stellen hohe Anforderungen an heutige Maschinen

und Anlagen“, sagt Dr. Johannes T.

Grobe, Geschäftsführer Sales und Service der

KHS Gruppe. „Unsere intelligenten Lösungen,

die wir auf der diesjährigen Anuga FoodTec

präsentieren, werden diesen Bedürfnissen in

jeder Hinsicht gerecht.“

Ein weiterer Fokus liegt auf neuen Standardschnittstellen

für die Kommunikation zwischen

KHS-Maschinen und den IT-Systemen

der Kunden. Zudem widmet man sich

mit seinen ganzheitlichen Verpackungssystemen

kontinuierlich der Ressourcenschonung

und dem Umweltschutz. „Effiziente und wirtschaftliche

Abfüll- und Verpackungsprozesse

Anuga FoodTec 2022:

Halle 5.1, Stand B051 C058

Weitere Informationen:

www.khs.com

Bildquelle: KHS

InnoPET BloFill ACF-L

Neue Standards bei Hygiene und SauberkeiT

Transportverpackungen von WERIT auf der Anuga FoodTec 2022

In diesem Jahr präsentiert sich die WERIT

Gruppe im April auf der Anuga FoodTec in

Köln als Partner des Mittelstandes mit Fokus

auf der Lebensmittelindustrie, der Logistik

sowie kundenspezifischen Lösungen.

NUTRiline Food Family: Für Lebensmittel

und sensible Flüssigkeiten.

Das Befördern verschiedenster Güter stellt

unterschiedliche Anforderungen an eine geeignete

Verpackung. Durch jahrelange Erfahrung

beim Thema Transportverpackung

kennt man bei WERIT die Besonderheiten der

Lebensmittelindustrie und weiß um die umfangreichen

Sicherheitsrichtlinien, je nach

Füllmedium.

Mehrwegtransportverpackungen, Hygienepaletten

oder IBC sind ideale Industrieverpackungen

und tragen zu reibungslosen logistischen

Abläufen bei. So lassen sich unter

anderem Kleinstverpackungen durch

die praktischen Helfer schnell, einfach und

ohne Schäden an ihr Ziel transportieren und

große Lasten werden durch starke Kunststoffpaletten

ein Leichtes. Selbst bei intensivem

Einsatz und hoher Belastung bleiben

die Ladungsträger aus HDPE formstabil sowie

splitterfrei und bieten ein hohes Maß an

Sicherheit für diese logistischen Abläufe.

Anuga FoodTec 2022:

Halle 7.1, Stand A081

Weitere Informationen:

www.werit.eu

Bildquelle: WERIT

46 foodTECHNOLOGIE2022 APRIL


NEWS/EVENTS

July 10–13, 2022

McCormick Place | Chicago, IL

Reconnect Learn Innovate

Registration is Now Open!

Stay connected with the latest

IFT FIRST updates at iftevent.org


MESSEN · IFFA 2022

Prozesstechnik und Zutaten

IFFA 2022 – wie die Herstellung von Lebensmitteln aus alternativen Proteinen gelingt

Ob aus Pflanzen, Insekten oder kultiviertem Fleisch – Fleischalternativen nehmen in ihrer Bedeutung zu. Alternative

Proteine sind daher eines der Topthemen der diesjährigen Fachmesse IFFA 2022 vom 14. bis 19. Mai in Frankfurt am

Main. Mindestens 200 der rund 900 Aussteller präsentieren Produkte für diesen Bereich.

Der Markt für pflanzenbasierte Fleischalternativen

verzeichnet hohe Wachstumsraten.

In einer kürzlich veröffentlichten

Studie geht das Good Food Institute davon

aus, dass der Absatz von pflanzlichem

Fleisch im Jahr 2030 etwa 6 Prozent des

weltweiten Fleischmarkts ausmachen wird [1] .

Bei der Herstellung der Produkte kommen

neben Soja oder Reis weitere Rohstoffe wie

Lupinen, Erbsen, Weizen, Sonnenblumen,

Hanf oder auch Algen zum Einsatz. Die Erforschung

immer neuer Proteinquellen läuft

zusätzlich auf Hochtouren. Beim Verbraucher

spielen einerseits der gesundheitliche Mehrwert

sowie die Ähnlichkeit mit Fleisch in Bezug

auf Mundgefühl, Geschmack und Aussehen

eine wichtige Rolle. Laut einer Analyse

der Boston Consulting Group [2] könnten pflanzenbasierte

Proteine mit ihren tierischen Vorbildern

etwa 2023 gleichziehen, was Preis,

Geschmack und Textur angeht.

Auf der IFFA präsentieren sich eine Reihe an

Herstellern, die den Rohstoff – Proteinmehle

oder Proteintexturate – für die Weiterverarbeitung

zu Fleischalternativen anbieten. Zu den

Ingredients- und Casings-Herstellern für pflanzenbasierte

Produkte zählen unter anderem

ADM, Biospringer, Euroduna Food Ingredients,

Givaudan, Hydrosol/Planteneers, Loryma,

Soy Austria oder Viscofan. „Ein leckerer Geschmack

ist für die Verbraucher das wichtigste

Kriterium beim Kauf pflanzlicher Produkte.

Bei der Entwicklung neuer Produkte ist es

wichtig, einen ganzheitlichen Ansatz zu verfolgen:

Zutaten, Technologie, Markttrends

und kulinarische Einflüsse sind wichtige Faktoren,

die es zu berücksichtigen gilt“, weiß

Lucas Huber, Marketing Manager Plant Attitude

Europe, Taste & Wellbeing bei Givaudan.

„Unsere Expertise in Bezug auf Geschmack,

Textur, Farben, Proteine und Ingredienzien ermöglicht

es uns, gemeinsam mit unseren Kunden

besondere Produkte zu kreieren und die

Produktentwicklung zu beschleunigen.“ Für

Norbert Klein, Leiter Forschung und Entwicklung

bei Loryma ist Textur das Schlüsselwort,

Innovative Zutaten für die Produktion von schmackhaften Fleischalternativen.

damit pflanzliche Alternativen ankommen.

„Für perfekte Endprodukte bieten wir vielfältige

innovative Extrudate, Bindungs- und Stabilisierungssysteme

sowie Panaden und Coatings.

Besonderes Augenmerk liegt auf einer

kurzen Zutatenliste und attraktiven Nährwerten

– funktionelle Ingredients aus Weizen können

hier punkten und gleichzeitig technologische

Vorteile bieten.“ Um Zeit und Kosten bei

Produktinnovationen zu reduzieren, spielen

digitale Konfiguratoren, die es Herstellern erlauben

ihr Wunschprodukt innerhalb von kürzester

Zeit zusammenzustellen, eine wichtige

Rolle. „Die Digitalisierung schreitet auch im

B2B-Bereich mit großen Schritten voran“, erläutert

Dr. Dorotea Pein, Leiterin des Produktmanagements

bei Planteneers. „Insofern erschien

es uns nur logisch, ein Instrument anzubieten,

das unseren Kun den die digitale

Produktentwicklung enorm erleichtert.“

Verarbeitungstechnologien – dem

Fleisch verblüffend ähnlich

Um eine fleischähnliche Textur zu erhalten,

werden häufig Extrusionsverfahren angewendet.

Je nach Verfahren können trockene

Granulate entstehen, die zu hackfleischartigen

Produkten weiterverarbeitet werden oder

durch Nassextrusion faserige Proteinstrukturen

für beispielsweise vegetarische Schnitzel.

Wichtige Anbieter auf der IFFA 2022 sind hier

unter anderem Bühler oder Coperion. Die Bedeutung

der Extrusion für die Produktion von

Fleischalternativen fasst Stefan Gebhardt, General

Manager Sales and Strategy, Business

Unit Food & Pharma bei Coperion zusammen:

„Mit der Extrusionstechnologie wird allen Anwendern,

z.B. Start-ups sowie größeren Herstellern

von Fleischalternativen, die passende

Kerntechnologie an die Hand gegeben,

um der steigenden Marktnachfrage nachzukommen

und weitere Produktentwicklungen

in diesem Bereich voranzutreiben. Die Flexibilität

des Doppelschneckenextruders ermöglicht

die Produktion von TVP (Trockentexturate)

und HMMA (Nasstexturierung) sowie zahlreicher

weiterer Extrudate auf einer Maschine.

Zudem ist mit unseren Technologien die Verwendung

auch von neuen Proteinalternativen

wie Hanfprotein und Mikroalgen möglich.“

Die Weiterverarbeitung zum Patty, zum Schnitzel

oder der Wurst erfolgt über klassische Lebensmittelverarbeitungsmaschinen

wie Kutter,

Wölfe, Füller oder Formmaschinen, die

auch bei der Fleischverarbeitung zum Einsatz

48 foodTECHNOLOGIE2022 APRIL


IFFA 2022 · MESSEN

kommen. Zahlreiche Technologieanbieter der

IFFA bieten daher neben ihren Produktionslinien

für die Fleischverarbeitung auch solche

für die Herstellung von Fleischalternativen

an und stehen Messebesuchern für jegliche

Fragen rund um das Thema Verarbeitung

von alternativen Proteinen zur Verfügung.

Dazu gehören beispielsweise Albert Handtmann

Maschinenfabrik, Gea Food Solutions,

Marel, Marlen International, Maschinenfabrik

Seydelmann, Metalquimia, Middleby, Provisur

oder Vemag Maschinenbau. „Bei pflanzlichen

Erzeugnissen geht es in erster Linie darum,

den Verbrauchern alternative Möglichkeiten

zu bieten. Um die Entscheidung so einfach

wie möglich zu gestalten, spielen Form

und Optik eine entscheidende Rolle, die Alternativen

einordnen zu können. Neben den

klassischen Anwendungen wie Burger Patties,

Hack oder Würstchen bieten wir Raum

für kreative Ideen, neue Formen und individuelle

Lösungen“, weiß Jens Thörnich, Product

Manager Plant Based Protein bei Vemag Maschinenbau.

„Vom halbautomatischen Abfüllen

bis hin zu hoch automatisierten Prozessen

präsentieren wir ein breites Sortiment zur Herstellung

verschiedener Anwendungen mit alternativen

Proteinquellen.“

Kultiviertes Fleisch und Insektenproteine

Kultiviertes Fleisch bringt ganz neue Akteure

an den Start. Start-ups in der Biotechnologie

aus der ganzen Welt arbeiten am Fleisch

der Zukunft aus dem Labor. Das Prinzip ist

überall das gleiche: Einem Tier werden über

Biopsie Stammzellen entnommen und zwar

um Fleisch nachzubilden sowohl aus dem

Muskel- als auch aus dem Fettgewebe. Die

Zellen werden anschließend in großen Bioreaktoren

vermehrt und die Zellmassen können

dann beispielsweise zu Patties geformt

werden. Durch den Einsatz von 3D-Druckern

oder essbaren Trägerstoffen entstehen Clean-

Meat-Produkte mit Struktur. Um die Akzeptanz

zu erhöhen und den Preis zu senken,

forschen die Unternehmen an pflanzlichen

Nährlösungen, die das bisher notwendige tierische

Serum ersetzen. Was noch getan werden

muss, bevor kultiviertes Fleisch in größerem

Maße verfügbar sein wird, fasst Stephanie

Jaczniakowska-McGirr, International Head of

Food Industry & Retail bei ProVeg International

zusammen: „Obwohl kultiviertes Fleisch

vielversprechende Möglichkeiten aufweist,

sehen wir drei dringende Herausforderungen:

Um einige technische Hürden zu bewältigen,

ist mehr öffentlich finanzierte Forschung mit

offenem Zugang erforderlich. Der Rechtsrahmen

muss weiter ausgebaut werden, um ein

günstiges Umfeld für Erzeuger und Verbraucher

zu schaffen. Außerdem ist eine breitere

Information nötig, um den Weg für eine faire

und objektive Aufnahme von kultiviertem

Fleisch in der Gesellschaft zu ebnen.“

Auch insektenbasierte Lebensmittel haben

das Potenzial, einen wesentli chen Beitrag zur

Proteinversorgung der Zukunft zu leisten. Das

Fraunhofer Institut für Verfahrenstechnik und

Verpackung legt auf der IFFA auf dem Stand

des VDMA Fachverbands Nahrungsmittelmaschinen

und Verpackungsmaschinen innerhalb

der gesamten Wertschöpfungskette

für Alternative Proteine einen besonderen

Schwerpunkt auf automatisierte Insektenaufzucht

und -verarbeitung. Max Hesse, Gruppenleiter

Maschinen- und Verfahrensentwicklung

des Fraunhofer IVV, führt aus: „Die Zucht und

Verarbeitung von Insekten findet in Asien nach

wir vor zum Großteil durch den Einsatz manueller

Arbeitskraft statt. Um wettbewerbsfähig

zu sein, muss die in Europa und Deutschland

aktuell sehr von KMUs und Startups geprägte

Branche einen hohen Automatisierungsgrad

erreichen. Wir vom Fraunhofer IVV forschen

daher unter anderem an Themen rund um

eine automatisierte, industrielle Aufzucht, um

Insektenproteine großflächig verfügbar zu machen.

Als lebende Organismen mit verschiedenen

Größen/Formen sowie Vitalitätsparametern

stellen Insekten große Herausforderungen

an die Automatisierung. Mit Hilfe von Sensorik

und KI-basierter Analysesoftware wollen wir

beispielsweise Insekten mit bestimmten Eigenschaften

(z.B. Fett-/Chitingehalt) sortieren

und für die gezielte Verwendung in sekundären

bzw. gewinnbringenden Stoffströme freischalten.“

Die Weiterverarbeitung des Insektenproteins

erfolgt dann wie bei pflanzenbasierten

Proteinen über Extrusionsverfahren und Verarbeitungsmaschinen.

Die IFFA 2022 wird zum Hub für Diskussionen

rund um alternative Proteine. Ein attraktives

Rahmenprogramm bietet mit zahlreichen Vorträgen

weiterführende Informationen.

Literaturquellen:

[1] https://gfi.org/resource/

anticipating-plant-based-meat-productionrequirements-2030/

[2] https://www.bcg.com/de-de/publications/2021/

the-benefits-of-plant-based-meats

Weitere Informationen:

www.iffa.de

Bildquelle: Messe Frankfurt

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• Validierte 5-log Reduktion

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APRIL 2 · 2022 foodTECHNOLOGIE

49


MESSEN · IFFA 2022

Zahlreiche Messeneuheiten

VEMAG auf der IFFA 2022

M

it zahlreichen Neuheiten zu den Themen

Automatisierung, Digitalisierung

und mit flexiblen Lösungen z. B. für

die Würstchenproduktion präsentiert sich

die VEMAG Maschinenbau GmbH, Verden/

Aller, auf der IFFA 2022. Das Unternehmen

zeigt vom 14. bis zum 19. Mai in Frankfurt

am Main auf dem über 1.600 Quadratmeter

großen Messestand spezielle Lösungen für

die Industrie.

Vakuumfüllmaschine XP1 für die Schinkenproduktion

Messebesucher können sich über leistungsstarke

Vakuumfüllmaschinen der XP-Serie

direkt auf dem Messestand informieren.

So zeigt das Maschinenbauunternehmen

u.a. die XP1 und die XP2 in verschiedenen

Ausführungen. Die Vakuumfüllmaschine

XP1 eignet sich speziell zur Herstellung von

qualitativ hochwertigen Kochschinken. Verschleißfreie

Förderkurven bieten bei der

Maschine genug Platz, um ganze Muskelstücke

produktschonend zu transportieren

bei gleichzeitig sehr hoher Ausstoßleistung.

Die ausgestellte Vakuumfüllmaschine XP2

ist der weltweit leistungsstärkste Vakuumfüller

und kann durch den kraftvollen Förderkurvenantrieb

unterschiedliche Produkte

wie z. B. Salami oder andere feste Massen

schonend verarbeiten. Beide Vakuumfüllmaschinen

sind einfach zu bedienen und

zu reinigen. Die optimale Produktzuführung

gewährleistet der VEMAG-Duo-Drive. Auch

der schnelle Ausbau oder Austausch der

Förderkurven ist möglich.

IFFA 2022:

Halle 8.0, Stand B04

Weitere Informationen:

www.vemag.de

Bildquelle: VEMAG

Die Anlagen der Serie SEALPAC Amax beweisen maximale Flexibilität

und produzieren unterschiedlichste Verpackungen, darunter besonders

innovative Lösungen, die für mehr Ressourcenschonung

stehen.

„Go sustainable“

IFFA 2022: Traysealer und Thermoformer für nachhaltige Verpackungskonzepte von SEALPAC

A

ls eine der ersten Leitmessen öffnet

die IFFA 2022, weltgrößtes Event rund

um Fleisch und alternative Proteine, vom

14. bis 19. Mai 2022 wieder ihre Tore. Die

SEALPAC GmbH hat die pandemiebedingte

Pause optimal zur Weiterentwicklung ihrer

SEALPAC Traysealer und Thermoformer

sowie moderner Verpackungslösungen genutzt.

Das Oldenburger Unternehmen präsentiert

unter dem Motto „Go sustainable“

eine ganze Bandbreite innovativer Technologien

und Konzepte zur Lebensmittelverpackung,

welche die zeitgemäßen Vorgaben

für mehr Nachhaltigkeit bei den nationalen

und internationalen Retail-Unternehmen

aufgreifen.

IFFA 2022:

Halle 11.0, Stand D11

Weitere Informationen:

www.sealpac.de

Bildquelle: SEALPAC

50 foodTECHNOLOGIE2022 APRIL


International Magazine June 2020 ISSN 2628-5851

Ingredients: Hydrocolloids in Pet Food, Acacia Gum's Versatility, Antioxidants

Processing: Optical Sorting, Gentle Cooling, Removing Risks in Food Safety

Packaging: Pouches and Printing, Sustainability, Choosing the Right Bags

Marketing: Ask the Vet, Company News, Updates From the Fairs

International Magazine April 2020 ISSN 2628-5851

Ingredients Indispensable Fatty Acids, Dietary Fiber for Pets, Yeast

Processing HPP Technology, Extruding Fish Feed, Encapsulation

Packaging Canning, Recyclable Bags, Cartons

Marketing

The Vet's Corner, News from Fairs and Firms

IFFA 2022 · MESSEN

Partner für verarbeitetes Fleisch

Ishida auf der IFFA 2022

Ishida liefert der Lebensmittelindustrie

maßgeschneiderte

Verpackungslösungen für Fleisch,

Geflügel und alternative Proteine.

Auf der IFFA demonstriert das

Unternehmen sein Repertoire von

einzelnen Maschinen bis zu kompletten

Linien. Mehrere Neuentwicklungen

feiern Premiere.

Neuer Traysealer für mittlere

und hohe Volumen

Viel Leistung auf wenig Fläche

bietet der Traysealer QX-900-Flex

für Produktionslinien mit mittlerem

und hohem Volumen. Die

neue Maschine erreicht bei der

Schalenversiegelung eine Leistung

von bis zu 15 Takten pro Minute,

was einem Ausstoß von 105

Verpackungen entspricht. Verarbeitet

werden Verpackungen unterschiedlichster

Formate mit und

ohne Schutzgas sowie eine Vielzahl

von Materialien wie recycelter

oder recycelbarer Karton, Monokunststoff

und die neuesten

Varianten von Skinpack und Skin

on Board. Die Anwender profitieren

von Schalen mit verlängerter

Haltbarkeit und minimalem Einsatz

von Verpackungsmaterialien.

Fremdkörperkontrolle

mit Röntgen

Das Röntgenprüfsystem IX-G2-F

löst anspruchsvolle Aufgaben der

Fremdkörperkontrolle. Mit Einsatz

der Dual-Energy-Technik und

Der neue Traysealer

QX-900-Flex

neu entwickelter Liniensensoren

wird eine sehr hohe Detektionsleistung

erreicht. Sogar schwer

erkennbare Fremdkörper mit geringer

Dichte wie beispielsweise

Knochen in Geflügelfleisch lassen

sich zuverlässig aufspüren.

IX-G2-F ist prädestiniert für dicke

Geflügelprodukte mit hoher Dichte

wie Hähnchenfilets oder Hähnchenbrüste,

welche in der Verpackung

überlappen oder ungleichmäßige

Oberflächen aufweisen.

Kleine Stückzahlen und

feste Zielgewichte

Vollautomatisch zwei oder drei

unterschiedlich große und geformte

Frischproduktstücke in

Schalen mit festen Zielgewichten

abfüllen? Der Ishida Robot-

Grader setzt diese anspruchsvolle

Verpackungsaufgabe in die Tat

um. Dazu kombiniert die Maschine

Wiegetechnologie mit einem

Pick-and-Place-System. Herangeführte

Produktstücke werden

einzeln verwiegt und nach ihrer

Form, Position und Ausrichtung

gescannt. Anschließend leistet

eine Sortiersoftware die Auswahl

der Produkte zur Kombination.

Bis zu 150 Schalen pro Minute

verpackt der RobotGrader –

das sind 10 Mal mehr als bei manueller

Verarbeitung. Gleichzeitig

sinkt der Produktverlust auf

unter 1 Prozent. Je nach Ausführung

lassen sich gleichzeitig

bis zu vier Schalenarten und bis

zu drei Zielgewichte verarbeiten.

Mehrkopfwaagen für

verschiedene Anforderungen

Stark haftende und empfindliche

Fleisch- und Geflügelprodukte

verarbeitet die Mehrkopfwaage

CCW-R2-106 mit einer Leistung

von bis zu 30 Wiegungen pro Minute.

Die lineare Waage mit sechs

Köpfen ist darüber hinaus eine

sehr wirtschaftliche Lösung zur

Automatisierung kleinerer Produktionschargen.

Im Vergleich zur

manuellen Verarbeitung werden

deutliche Effizienzsteigerungen

erreicht. Abstreifer an den Kunststoffschalen

und die geriffelten Innenwände

verhindern Produktanhaftungen.

Das Resultat ist eine

hervorragende Genauigkeit und

ein Produktverlust unter 1 Prozent

des Verpackungsgewichts.

2/20

1/20

Die Hochleistungs-Mehrkopfwaage

CCW-RV-214 mit Spiralförderern

ermöglicht die vollautomatische

Verarbeitung stark haftender

Frischprodukte. Anstelle von Radialrinnen

nutzt die Waage um die

eigene Achse rotierende Schrauben

für eine kraftvolle, kontrollierte

und vollautomatische Beschickung

der Schalen. Bei minimalem

Produktverlust lassen sich

Geschwindigkeiten von bis zu 55

Wiegungen pro Minute erreichen.

IFFA 2022:

Halle 11.0, Stand C11

Weitere Informationen:

www.ishidaeurope.com

Bildquelle: Ishida

Technology & Marketing

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Die Zeitschrift petfood pro ist

ein englisch-sprachiges Magazin

welches aus der Überzeugung

heraus entwickelt worden

ist, das hohe Qualitätsniveau

der Tierernährung sorgfältig

abzubilden.

Die Beiträge entstammen

der Feder hochkarätiger

Autoren und der engagierten

Verlagsredaktion

www.harnisch.com

APRIL 2 · 2022 foodTECHNOLOGIE

51


MESSEN · IFFA 2022

Einfach, pflanzlich

und lecker

GoodMills Innovation auf der IFFA 2022

Der einfache Weg zur pflanzlichen

Fleischalternative:

Im Rahmen der IFFA präsentiert

GoodMills Innovation die

neue Range an VITATEX ® Pflanzentexturaten.

Mit ihnen lassen

sich verschiedene Fleisch-Konzepte

authentisch nachbilden.

Und auch in puncto Verarbeitung

ist VITATEX ® nah am Original:

zur Herstellung von pflanzlichem

Hackfleisch, Patties,

Nuggets oder Schnitzel können

dieselben Maschinen genutzt

werden wie bei der klassischen

Fleischverarbeitung.

IFFA 2022:

Halle 12.1, Stand C24

Weitere Informationen:

www.goodmillsinnovation.com

Bildquelle: GoodMills Innovation

Digitalisierung,

Nachhaltigkeit und

Anwendungsexzellenz

GEA auf der IFFA 2022

Als weltweit tätiges Unternehmen

in der Lebensmittelindustrie

wird man bei GEA

auf der IFFA 2022 seine Innovationen

in den Bereichen Herstellung,

Tiefkühlung und Verpackung

vorstellen.

Vorteile in den Bereichen Nachhaltigkeit,

Digitalisierung, Produktqualität

und Produktivität

stehen dabei im Mittelpunkt des

Messeauftritts. Neuartige und

innovative Anwendungsmöglichkeiten

in den Sparten Fleischoder

Fleischwaren sowie Geflügelprodukten,

oder pflanzliche

Lebensmittel werden ebenfalls

ein zentrales Thema sein.

IFFA 2022:

Halle 8.0, Stand G20

Weitere Informationen:

www.gea.com

Bildquelle: GEA

GEA CutMaster

Integrierte Verarbeitungs- und

Verpackungslösungen

MULTIVAC auf der IFFA 2022

Mit seinem breiten Portfolio an Verarbeitungs-

und Verpackungslösungen präsentiert

sich MULTIVAC auf der diesjährigen

IFFA in Frankfurt. Im Fokus stehen dabei integrierte

Linien, die das wirtschaftliche und

nachhaltige Verarbeiten und Verpacken von

Fleisch und alternativen Proteinen ermöglichen.

Weitere Messeschwerpunkte bilden die

Präsentation der digitalen Produkte sowie der

Serviceangebote im Bereich Packungsberatung

und Post Sales Services.

IFFA 2022:

Halle 11.1, Stand B11 D11

Freigelände F11, Stand A01

Weitere Informationen:

www.multivac.com

Bildquelle: MULTIVAC

52 foodTECHNOLOGIE2022 APRIL


PUMPS & VALVES, SOLIDS & RECYCLING-TECHNIK 2022 · MESSEN

Fachmesse-Trio – wegweisend

im Trend der Zeit

PUMPS & VALVES mit SOLIDS & RECYCLING-TECHNIK im Juni 2022 in Dortmund

Am 22. und 23. Juni 2022 treffen sich Vertreter der industriellen Armaturen-, Pumpen-, Schüttgut- und Recycling-

Technik wieder live vor Ort in Dortmund. Mit Themenschwerpunkten wie der Prozessautomation und der Nachhaltigkeit

in der Produktion zeigt sich das Fachmesse-Trio PUMPS & VALVES, SOLIDS und RECYCLING-TECHNIK erneut wegweisend

für die Branchen. Bereits rund 450 fest gebuchte Aussteller erwarten das Fachpublikum im Sommer.

N

ach coronabedingter Pause laden

die Fachmessen PUMPS & VALVES,

SOLIDS und RECYCLING-TECHNIK am

22. und 23. Juni nun endlich wieder zum

persönlichen Austausch in Dortmund ein.

Schon rund 450 Aussteller sind für den Sommer-Termin

fest gebucht und versprechen

Impulse zu zahlreichen Themen, die gegenwärtig

die Branchen bewegen. „Mit den diesjährigen

Schwerpunkten wie der Prozessautomation

und der nachhaltigen Produktion

treffen wir den Nerv der Zeit“, weiß Sandrina

Schempp, Head of Processing Cluster des

Messeveranstalters Easyfairs Deutschland

GmbH. Doch Fachbesucher finden nicht nur

Informationen zu diesen beiden Top-Themen,

sondern auch Anregungen und Lösungen

zum Brand- und Explosionsschutz, der

digitalen Prozessoptimierung und vielen weiteren

aktuellen Fragestellungen der Sparten.

Lösungen für steigende

Anforderungen an die Branchen

Täglich zeigt sich der Wandel der Zeit in

den Medien. Unternehmen leiden unter

Fachkräftemangel, Rohstoffe werden knapp

und teuer, Lieferketten sind zunehmend unsicher

und der Bedarf an nachhaltigen Lösungen

für Industrie und Produktion steigt.

Wo bisher einzelne Prozesse automatisiert

sind, sollen zukünftig komplette Prozessketten

vernetzt und agil den sich ändernden

Anforderungen angepasst werden.

Entscheider suchen nach Mitteln und Wegen,

Prozesse weiter zu optimieren und ihre

Fertigung nicht nur nachhaltig, sondern

auch für zukünftige Generationen klimaneutral

aufzustellen.

Drei Messen, umfassend und

themenübergreifend

Der für Juni fest eingeplante Branchentreff

verbindet daher erstmals alle relevanten Industriebereiche

rund um Handhabung, Verarbeitung

und Recycling von industriellen

Schüttgütern, Flüssigstoffen und Gasen.

Mit dem neuen Fachmesse-Trio reagiert

der Veranstalter Easyfairs auf den aktuellen

Bedarf der Branchen und bietet Besuchern

wie Ausstellern die Möglichkeit, sich themenübergreifend

auszutauschen. Dies bestätigt

auch Peter Eckhoff, Marketingleiter

bei EBRO ARMATUREN Gebr. Bröer GmbH:

„Wir sind bereits seit 2014 Aussteller auf

der SOLIDS Dortmund und nach wie vor begeistert

von der Qualität der Fachbesucher

und den Resultaten im Nachgang. Die erstmalige

Kombination der beiden Fachmessen

SOLIDS und PUMPS & VALVES begrüßen

wir sehr. Wir erreichen damit an einem

Standort ein noch breiteres Spektrum an potenziellen

Kunden. Diese Synergie ist für

uns ein enormer Mehrwert. Wir freuen uns

schon sehr, dass sich am 22. und 23. Juni in

Dortmund die Branche endlich wieder persönlich

treffen kann!“

Vortragsprogramm

Starke Partner und Aussteller aus verschiedenen

Industriezweigen bereichern dabei

das Informationsangebot. So finden Besucher

unter anderem Antworten auf Fragen

zu Themen wie der „Digitalisierung“ bei

den Experten des Mittelstand-Digital Zentrums

Ruhr-OWL oder zu „Condition Monitoring“

bei Pumpe DE. Darüber hinaus erhalten

Teilnehmer am Gemeinschaftsstand des

WFZruhr e.V. wertvolle Anregungen für den

Weg zur konsequenten Kreislaufwirtschaft.

Wer also auf der Suche nach Lösungen für

aktuelle und zukünftige Aufgaben ist, darf

sich den Juni-Termin der PUMPS & VALVES,

SOLIDS und RECYCLING-TECHNIK schon

heute fest im Kalender notieren.

Weitere Informationen:

www.fachmessen-dortmund.de

Kostenfreies Ticket sichern:

Code 2523

Bildquelle: Easyfairs Deutschland GmbH

APRIL 2 · 2022 foodTECHNOLOGIE

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MESSEN · LOGIMAT 2022

LogiMAT Rahmenprogramm –

Bewährte Qualität in neuem Format

LogiMAT 2022 von 31. Mai bis 02. Juni in Stuttgart

Mit einem attraktiven Rahmenprogramm aus hochkarätig besetzten Fachforen, Live-Events auf der Außenfläche sowie

bis zu 120 digital präsentierten Ausstellervorträgen bietet die LogiMAT 2022 ein vollumfängliches Informationsangebot

über das aktuelle Themenspektrum zukunftsfähiger Intralogistik.

B

ewährte Tradition – und dennoch ist in

diesem Jahr vieles neu: Das anspruchsvolle

Rahmenprogramm mit praxisorientierten

Einblicken und einem Informationsangebot

auf Kongressniveau zählt zu den wesentlichen

Erfolgsfaktoren der Marke LogiMAT. Auch die

erste LogiMAT seit knapp zweieinhalb Jahren

wird das fortführen. Um diesem hohen Anspruch

gerecht zu werden und dabei die Hygieneanforderungen

zu erfüllen, hat der Messeveranstalter,

die EUROEXPO Messe- und Kongress-GmbH,

München, einige Neuerungen

eingeführt. So wurden die Forenflächen des

Rahmenprogramms, die bislang in den Hallen

eingerichtet waren, in diesem Jahr in der neuen

LogiMAT-Arena im Atrium Eingang Ost auf

einer Bühne konzentriert. Nach der offiziellen

Messereröffnung und der Preisverleihung

„Bestes Produkt“ am ersten Messetag vertiefen

dort an den drei Veranstaltungstagen mehr

als 60 ausgewiesene Experten aus Wirtschaft,

Wissenschaft und Fachmedien in 14 Vortragsreihen

die aktuellen Themen der Intralogistik.

Das Spektrum reicht von der zukunftsfähigen

Ausrichtung der Intralogistik durch Open-

Source-Anwendungen und Künstlicher Intelligenz

(KI) über die Vermittlung von Optionen

zur Prozessoptimierung bei Kommissionierung

und Auftragsabwicklung sowie von Entscheidungskriterien

für die Systemauswahl

von Fahrerlosen Transportsystemen (FTS), Automatisierungs-

und Warehouse Management

Systemen bis hin zu Brandschutzkonzepten

für Logistikimmobilien. „Mit der Konzentration

der Fachforen im Atrium im Eingang Ost

können wir die Durchführung der bewährten

Vortragsreihen unter Berücksichtigung eines

verantwortungsvollen Sicherheitsabstandes

gewährleisten“, erklärt LogiMAT-Messeleiter

Michael Ruchty von der EUROEXPO. „Bis zu

150 Fachbesucher können dort an jeder Veranstaltung

teilnehmen und wertvolle Informationen

zur zukunftsfähigen Ausrichtung ihrer

Intralogistik, zur Optimierung ihrer Lieferkette

sowie zu Effizienzsteigerungen und Senkung

von Logistikkosten sammeln.“

Mit der erstmaligen Aktivierung von Freiflächen

im Außengelände zwischen den Hallen

werden dort während der LogiMAT 2022 namhafte

Stapler-Hersteller einige ihrer neuen Intralogistiklösungen

in Live-Cases vorstellen.

120 Ausstellervorträge stimmen

digital auf die LogiMAT ein

Ergänzend zur Präsenzmesse richtet der

Messeveranstalter auf der Internetplattform

LogiMAT.digital das neue Format „Forum

Innovationen.digital“ aus. Dort sind vom

26. April bis 25. Mai kurzweilige, informative,

25-minütige Ausstellervorträge zu verfolgen.

Darin stellen bis zu 120 Unternehmen

vorab ihre Messeneuheiten, Produkte, Lösungen

und Services vor. Zudem werden wissenswerte

Information zu zahlreichen praxisbewährten

Optimierungsoptionen in der Intralogistik

vermittelt. So können Besucher der Internetplattform

nach dem Kickoff bereits ab

26. April erfahren, wie sie Sanktionslisten

online prüfen und gesetzliche Vorgaben erfüllen;

wie sie mit Analysen und Klassifizierungen

eine Bestandsoptimierung und eine

20-prozentige Steigerung der Umschlagshäufigkeit

erzielen; wie intelligente Software

die Lkw-Tourenplanung vereinfacht und verbessert

oder welche Vorteile datengestütztes

Flottenmanagement bietet. Das weitere Themenspektrum

bietet eine Vielzahl probater Lösungen

für aktuelle Fragestellungen und Herausforderungen

oder zeigt bewährte Best-

Practice-Projekte auf. Das reicht von aktivem

Risikomanagement für stabile Supply Chains

und automatisiertem Yard Management über

die Einbindung von Vision Picking oder zuverlässigen

Sortiertechniken in der Lagerlogistik

bis zu praxiserprobten KI-Anwendungen

für die Produktion und intelligenten Realisierungsschritten

der digitalen Transformation.

„Mit diesem Mix aus 14 hochgradig besetzten

Fachforen und bis zu 120 digital präsentierten

Ausstellervorträgen bietet die LogiMAT

den Fachbesuchern einen deutlichen Mehrwert

für zukunftsfähige Investitionsentscheidungen

in der Intralogistik“, resümiert Peter

Kazander, Geschäftsführer der EUROEXPO.

„Dieses neue und breit gefächerte Informationsangebot

steht unseren internationalen Teilnehmern

auf LogiMAT.digital nach kostenfreier

Registrierung, zur Sendezeit und anschließend

in der Mediathek, zur Verfügung“.

Weitere Informationen:

www.logimat-messe.de

Bildquelle: EUROEXPO Messe- und Kongress-GmbH

54 foodTECHNOLOGIE2022 APRIL


KENNZEICHNUNG · VERPACKUNG

Klimaneutrale Produktion

MRE Mehner & Rust – Etiketten mit modernster Drucktechnik

Seit etwa 20 Jahren stellt das mittelständische

Unternehmen MRE Mehner &

Rust Etiketten GmbH in Lichtentanne bei

Zwickau Etiketten für verschiedene Einsatzbereiche

her – unter anderem auch für die

Lebensmittelbranche. Oft findet die Etikettierung

von Lebensmitteln unter schwierigen

Bedingungen statt, zum Beispiel in feuchter

und kalter Umgebung oder auf fettigem

Untergrund. Das Unternehmen aus Sachsen

produziert Lebensmittel-Etiketten, die diesen

Ansprüchen gerecht werden – und das

sogar fast klimaneutral.

Druckdaten und die

daraus resultierenden

Druckplatten fertigt

man bei MRE selbst.

Fertigung von Kartonetiketten auf der P5 von Mark Andy. Alle 8 Farbwerke und das sogenannte Wendekreuz (rechtes Bild) sind

in Betrieb. Die Etiketten bekommen einen mehrfarbigen Rückseiten- und Vorderseitendruck. Durch eine beidseitige Lackierung

entsteht auch ein Schutz vor Umgebungsfeuchtigkeit.

2002 beschlossen Klaus-Dieter Rust und

Heiko Mehner, eine eigene Etikettendruckerei

zu gründen. Dies begann mit der Anschaffung

von zwei Konfektionier- und Stanzmaschinen.

Zunächst wurden nur Blankoetiketten produziert.

Um jedoch auch bedruckte Etiketten anbieten

zu können, wurde außerdem eine gebrauchte

Druckmaschine erworben. Im Laufe

der Zeit kamen weitere Druckmaschinen

hinzu. 2019 wurde der bestehende Maschinenpark

durch eine moderne Flexo-Druckmaschine

P5 vom Hersteller Mark Andy mit acht

Farbwerken, drei Stanzwerken, einer Kaltpräge-

und Laminiervorrichtung sowie LED-

Trocknung ersetzt. Dank innovativer Technik

kann diese Maschine nun das Druckvolumen

der drei alten Maschinen alleine bewältigen.

2021 wurde zusätzlich eine weitere Maschine

E5 aus dem Hause Mark Andy mit fünf Druckund

zwei Stanzwerken sowie der energiesparenden

LED-Trocknungstechnik angeschafft.

Mit Hilfe dieser modernen Technik wird nun

die Hälfte der benötigten Energie eingespart.

Durch UV-LED Trocknung entfällt zudem die

Produktion von klimaschädlichem Ozon, wie

es bei den alten Druckmaschinen der Fall war.

Trotz gestiegener Produktionsmengen konnten

die CO 2

-Emissionen mit den neuen Maschinen

innerhalb der letzten fünf Jahre von

70 Tonnen auf 34 Tonnen reduziert werden.

Mit diesen neuen Druckmaschinen kann die

Etikettendruckerei aus Sachsen ihren Kunden

aus den unterschiedlichsten Branchen

außerdem technisch anspruchsvolle Etiketten

anbieten. So ist es mit den drei Stanzwerken

der P5 zum Beispiel möglich, Labels

zu bedrucken, von oben und unten zu

stanzen und zugleich auch noch eine Ausstanzung

im Etikett vorzunehmen. Durch

Aufspalten des Materials kann außerdem

eine Leimneutralisation vorgenommen werden,

gleichzeitig das Material bedruckt und

Träger und Obermaterial anschließend wieder

zusammengeführt werden.

Um vollständig CO 2

-neutral zu werden,

bleibt es jedoch nicht allein bei den technischen

Neuanschaffungen. Seit 2022 produziert

die MRE Mehner & Rust Etiketten

GmbH nur noch mit Öko-Strom. Im Frühjahr

2022 wird eine Photovoltaikanlage auf dem

Dach der Produktionshalle installiert und der

vorhandene Fuhrpark mit Hybridfahrzeugen

nach und nach auf vollelektrische Autos umgestellt.

Zusätzlich beteiligt sich das Unternehmen

an einem Recyclingprogramm eines

seiner Hauptpapierlieferanten, indem es anfallenden

Abfallverschnitt an diesen zur Aufbereitung

und Herstellung von neuem Silikonträgermaterial

zurückgibt. Ein weiterer

Schritt des Abfallrecyclings erfolgt im Laufe

dieses Jahres. Die Abfälle, die beim Entgittern

der Etiketten entstehen, werden dann

an einen Recyclingbetrieb gesendet, der aus

diesen Abfällen WPC-Produkte fertigt. Mit

all diesen und weiteren Maßnahmen wird es

der MRE GmbH in den kommenden Jahren

gelingen, eine gesamt klimaneutrale Produktion

seiner Etiketten zu erreichen.

Weitere Informationen:

www.mre-etiketten.de

Bildquelle: MRE Mehner & Rust Etiketten GmbH

APRIL 2 · 2022 foodTECHNOLOGIE

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VERPACKUNG · VERPACKUNGSMASCHINEN

vollautomatische Verpackungsmaschine

für klebrige Produkte

Kombinationswaage der neuen Generation – auch für für Convenience-Lebensmittel

Cabinplant lanciert eine neue Generation von Wiege- und Verpackungsmaschinen für die Lebensmittelindustrie. Die

vollautomatische MHW SF Extreme ermöglicht es erstmals, klebrige Produkte, die unter anderem auf einem boomenden

Convenience-Markt nicht mehr wegzudenken sind, zu wiegen und zu verpacken.

Das Unternehmen Cabinplant in Haarby

auf Fünen, Dänemark, ist Spezialist

für die Entwicklung von Verarbeitungssystemen

für die Lebensmittelindustrie, welche

man inzwischen in alle Welt exportiert.

Mit seiner neuen, vollautomatischen Wiegeund

Verpackungsmaschine sprengt der Hersteller

indes die Grenzen des bisher Möglichen,

wenn es um das Wiegen, Dosieren und

das Verpacken klebriger Produkte geht, die

in einem wachsenden Markt eine entscheidende

Rolle spielen.

Fertiggerichte „ready-to-eat“ erfreuen sich

zunehmender Beliebtheit. Ihr Marktanteil

liegt inzwischen bei 500 Milliarden USD und

wird laut Prognosen in den nächsten Jahren

um jährlich drei Prozent wachsen. Dies ist

ein Trend, der durch die Covid-19-Pandemie

noch verstärkt worden ist. Während der Pandemie

ist sich die Lebensmittelindustrie zudem

der Anfälligkeit ihrer Produktion in zunehmendem

Maße bewusst geworden. Das

gilt vor allem für besonders arbeitskraftintensive

Produktions- und Verpackungslinien.

Durch die neue Wiege- und Verpackungsmaschine

wird ein höherer Grad der Automatisierung

erreicht, wodurch das Risiko von

Produktionsausfällen beträchtlich reduziert

werden kann.

Klebrige Produkte als Hürde

Eine zunehmende Automatisierung ist bislang

wegen der weit verbreiteten Verwendung

klebriger Zutaten in Convenience-Lebensmitteln

gebremst worden, da die vollautomatischen

Verpackungslinien diese schlicht nicht

verarbeiten konnten. Während frische Produkte

wie Hühnchen und Fisch keine Probleme

bereiten, konnten klebrige Produkte

beim Abfüllen in die Verpackungen nicht

durch die Waage fallen. Das neue Patent von

Cabinplant löst dieses Problem.

Patent ermöglicht Vollautomatisierung

In der neuen Multihead-Weigher SF Extreme-

Anlage ist die Kombinationswaage von

Cabinplant mit sogenannten Schneckendosierern,

neuartigen Abstreifern/Wiegeschalen

sowie einer völlig neuen Montagelösung

versehen. Ausgewählte Teilportionen werden

gewogen und in eine Metallwanne gefüllt.

Diese wiederum ist mit speziellen Schabern

ausgestattet, die effektiv dafür sorgen,

dass der gesamte Inhalt in eine Kassette

dosiert werden kann. Von dort aus wird die

Verpackung auf dem Produktionsband mit

dem Inhalt befüllt.

Somit ermöglicht es die revolutionäre Technologie

der neuen Wiegemaschine, eine vollautomatische

Dosierung und Verpackung

von Fertiggerichten mit klebrigen Bestandteilen

wie Gemüsewürfel, Zwiebelringen,

Reis, Nudeln, Thunfischscheiben, Mayonnaise,

Joghurt usw. vorzunehmen – Prozesse,

die zuvor manuell oder teilweise manuell

erfolgen mussten. „Es ist ein technologischer

Durchbruch, der die Grenzen dessen

sprengt, was bislang mit Verpackungslinien

und Mehrkopfwaagen möglich gewesen ist.

Künftig kann die Produktion vieler Fertiggerichte

vollautomatisiert werden“, so Henning

Ingemann Hansen, Director of Research and

Development, Cabinplant A/S.

Dank des einzigartigen Designs von Abstreifern/Wiegeschalen

der neuen Kombinationswaage von Cabinplant bleiben die Zutaten nicht kleben und verstopfen auch nicht.

Das Endprodukt können Fertiggerichte sein,

die in Plastikschalen, Standbeuteln etc.

verpackt werden. Die Kassetten sind aus-

56 foodTECHNOLOGIE2022 APRIL


INGREDIENTS

Die neue Mehrkopfwiege- und Verpackungsmaschine

von Cabinplant automatisiert das Wiegen und Verpacken von

verzehrfertigen Mahlzeiten mit klebrigen Zutaten wie geschnittenem Gemüse,

Zwiebelringen, Nudeln, Thunfisch, Mayonnaise und ähnlichem.

tauschbar, was die Reinigungsund

Wechselzeit auf lediglich

5 bis 10 Minuten beschränkt.

Damit sind die Herausforderungen

mit Blick auf häufig wechselnde

Rezepturen und Verpackungsgrößen

gelöst – zumal der

Einzelhandel in so hohem Maße

wie nie zuvor eine größere Vielfalt

sowie häufigere und kleinere

Lieferungen nachfragt.

Hohe Präzision – weniger

Give-away

Dank der innovativen Technologie

wird ein übermäßiges Giveaway,

wie es oft bei manuellen

Fülllinien der Fall ist, vermieden.

Die Präzision der Anlage

ist ausgesprochen hoch und erfüllt

über das vorgeschriebene

Maß hinaus die strenge europäische

E-Norm, der zufolge maximal

2,5 Prozent der Verpackung

untergewichtig sein dürfen.

Schwachstellen in der

Produktion behoben

Cabinplant hat das System in

Zusammenarbeit mit einem großen

europäischen Hühnerproduzenten

entwickelt, der umfassend

in die Herstellung von Fertiggerichten

investiert. Die Erfahrungen

dort haben gezeigt,

dass die Zahl der Operateure

an der Produktionslinie um 8

bis 9 Personen reduziert werden

konnte. Dies entspricht 60

bis 70 Prozent, was wiederum

die Produktivität erhöht und die

Anfälligkeit der Produktion deutlich

mindert.

„Unsere vollautomatische MHW

SF Extreme-Wiegetechnik für

klebrige Produkte hat auf der

Roadmap der Lebensmittelhersteller

eine große Hürde genommen.

Dort sind stetige Produktivitätsverbesserungen

und neue

Lösungen erforderlich, um die

Wettbewerbsfähigkeit mit Blick

auf den Einzelhandel zu steigern.

Daher haben wir hohe Erwartungen

an die neue Lösung – vor allem,

was den Export angeht“, verrät

Michael Falck Schmidt, Vertriebsleiter

bei Cabinplant A/S.

Weitere Informationen:

www.cabinplant.com

Bildquelle: Cabinplant

DORTMUND

18 - 19 Mai 2022

Messe Dortmund

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22 - 23 Juni 2022

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www.empack-dortmund.de

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APRIL 2 · 2022 foodTECHNOLOGIE

57


VERPACKUNG · VERPACKUNGSMASCHINEN

„Wir helfen unseren Kunden,

die Perspektive zu weiten“

Interview mit Michael Graf, Schubert-Consulting

Schubert-Consulting ist ein Geschäftsbereich der Schubert Packaging Systems – hervorgegangen aus der Gerhard

Schubert GmbH. Auf Basis dieser jahrzehntelangen Expertise im Verpackungsbereich beraten Michael Graf, Director

Consulting, und sein Team Kunden zu allen Prozessen rund um das Verpacken von Produkten. Im Mittelpunkt der Kundenbetreuung

steht die übergreifende, vollständig herstellerunabhängige Analyse und Optimierung ganzer Prozessketten,

für mehr Effizienz, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit. Die Redaktion der Food Technologie sprach mit Michael

Graf anlässlich des 10-jährigen Jubiläums im Jahr 2021 darüber, wie Schubert-Consulting die Kunden bei den aktuellen

und zukünftigen Marktanforderungen unterstützt.

FT: Woran arbeiten Sie gerade

bei Schubert-Consulting?

Michael Graf: Was uns aktuell viel beschäftigt,

ist das sogenannte Connecting – also

das Zusammenbringen verschiedener Beteiligter

im gesamten Verpackungsprozess. Das

beginnt schon bei den unterschiedlichen

Abteilungen unserer Kunden und reicht bis

zu externen Partnern. Wenn ein beauftragter

Architekt eine moderne Werkshalle auf

der grünen Wiese entwirft, sollte er von vorneherein

über die Kubikmeter der Maschinen,

das geplante Layout und das benötigte

Personal Bescheid wissen. Sonst kann

es passieren, dass die Maschinen der Halle

angepasst werden müssen und die Produktionsabläufe

nicht mehr optimal umgesetzt

werden können. Unser Team von

Schubert-Consulting hilft, die Beteiligten

beim Start eines Projekts an einen Tisch zu

holen und eine gemeinsame Lösung zu finden,

welche den eigentlichen Verpackungsprozess

so effizient wie möglich macht.

Absolut im Trend ist außerdem das Thema

Verpackungsentwicklung. Gerade hier ist

Connecting unbedingt notwendig, denn Verpackungen

müssen heute zahlreiche Anforderungen

erfüllen, die weit über den Produktschutz

und den Transport hinausgehen. Man

denke nur einmal an die Recyclingfähigkeit,

ein besseres Marketing am Point of Sale oder

an Markttrends wie die Individualisierung von

Produkten und den E-Commerce. In der Zusammenarbeit

mit allen Partnern können wir

durch die Entwicklung neuer Verpackungen

einen wirtschaftlichen Mehrwert generieren,

der über die gesamte Prozesskette entsteht,

bis hin zum Konsumenten.

FT: In welcher Phase wenden sich

denn Kunden an Sie und warum?

Michael Graf: Meistens unterstützen wir,

wenn Hersteller einen neuen Verpackungsprozess

planen, aber die Umsetzung schwierig

wird – wenn sie in einem Projekt feststecken,

das nicht richtig vorankommt. Das sind oft

Ideen und Ziele, die über eine einzelne Verpackungsmaschine

als Lösung hinausreichen,

weil die vor- und nachgelagerten Prozesse die

Produktion stark beeinflussen. In solch einem

Fall ist es wichtig, die gesamte Lieferund

Produktionskette unter die Lupe zu nehmen,

um die Engpässe herauszufinden und

abzustellen. Daher haben wir uns auf die strategische

Planung von Prozessen und Unternehmenszielen

spezialisiert, insbesondere für

die Branchen der schnelllebigen Konsumgüter

und im Bereich Pharma. Dabei sind unsere

Kunden sehr international: Unsere Leistungen

bieten wir vom deutschsprachigen Raum über

Europa bis nach Nordamerika an.

FT: Sie waren von Anfang an dabei. Wie ist

Schubert-Consulting damals entstanden?

Michael Graf: Vor der Gründung im Jahr

2011 habe ich bereits Erfahrungen als Senior

Project Manager gesammelt, unter ande-

Prozessflüsse simulieren, um Planungssicherheit zu gewinnen.

58 foodTECHNOLOGIE2022 APRIL


VERPACKUNGSMASCHINEN · VERPACKUNG

rem in der Pharmabranche. Eine

meiner Aufgaben war es, Validierungen

für die komplexen Verpackungsprozesse

pharmazeutischer

Produkte anzufertigen.

Dabei hatte ich die Gelegenheit,

mich ausführlich mit dem Thema

Qualitätssicherung vertraut zu

machen. Gleichzeitig entwickelte

sich bei Schubert Packaging Michael Graf

Systems ein neues Geschäftsfeld,

damals noch unter dem Namen

„Engineering Consulting“. Seitdem haben

Peter Gabriel und ich den Bereich nach

und nach aufgebaut. 2016 erfolgte dann die

Umfirmierung in Schubert-Consulting.

Unsere ersten Projekte entstanden aus dem

Kundenwunsch, die Investition und Realisierung

einer neuen Verpackungsmaschine

über den Projektablauf auch als Dienstleister

zu begleiten. Die Kundenbegleitung

ist nach wie vor eine unserer zentralen

Säulen im Consulting. Von Anfang an

war es aber auch mein Ziel, das Know-how

aus anderen Industrien in die Branchen, die

Schubert bedient, zu transformieren. Ich erinnere

mich an die Anfänge bei Consulting,

wo wir die sehr schnellen Verpackungsmaschinen

für Süßwaren mit einem entsprechenden

Qualitätsmanagement für unsere

Kunden effizienter machen konnten. Denn

den Ausschuss im gesamten Verpackungsprozess

zu verringern ist und bleibt ein wichtiger

Punkt bis heute. Und hier haben wir

nicht nur die Roboter in der Verpackungsmaschine

im Sinn, sondern auch Vorprozesse

wie Backöfen, in denen das zu verpackende

Produkt hergestellt wird.

FT: Wie hat sich Ihr Angebot über

die Jahre weiterentwickelt?

Michael Graf: Das nächste Thema neben der

Qualitätssicherung war der Bereich Logistik,

unter anderem mit Funktionen zu Track and

Trace. Das ist heute aktueller denn je, wo

Verbraucher gerne wissen möchten, von welchem

Hof ihre Milch auf dem Frühstückstisch

stammt. So haben sich die Leistungsbereiche

der Schubert-Consulting von Projekten

in bestehenden Anlagen und Hallen

über Simulationen bis zu Neuplanungen

auf der grünen Wiese erweitert. Wichtigstes

Arbeitsmittel für uns ist ein ganzheitlicher

Blick auf die Verpackungsprozesse sowie

die Linienintegration, das Customising und

die Kundenberatung zu Automatisierung,

Digitalisierung und Nachhaltigkeit.

Für jedes Projekt stellen wir

ein neues Team zusammen, das

nicht nur aus einem oder mehreren

unserer Mitarbeiter besteht,

sondern je nach Bedarf auch die

Zusammenarbeit mit Universitäten,

Zulieferern, Verbänden

wie dem VDMA (Verband Deutscher

Maschinen- und Anlagenbau

e.V.) und anderen Institutionen

einschließt. Dabei arbeiten

wir in der Schubert-Gruppe strategisch über

mehrere Geschäftseinheiten zusammen.

Ganz zentral für Schubert-Consulting ist

aber unsere generelle Unabhängigkeit von

den anderen Schubert-Unternehmen. Wir

legen größten Wert auf eine herstellerunabhängige

Beratung! Das heißt, wer unsere

Dienstleistungen in Anspruch nimmt, bekommt

immer eine Wahlmöglichkeit aus

mehreren verschiedenen Prozesslösungen.

Warum wir den Namen Schubert in Schubert-Consulting

dennoch mit einem gewissen

Stolz tragen, ist die aus jahrzehntelanger

Erfahrung resultierende Verpackungskompetenz,

die wir vorweisen können.

FT: Was sind Ihre Erfahrungen mit

Consulting und was sagen Ihre Kunden?

Michael Graf: Viele Kunden stehen unter hohem

Wettbewerbs- und Zeitdruck. Darüber

hinaus haben nur wenige eine entsprechend

umfassende Expertise im Haus, um neue

Verpackungsprozesse zu etablieren oder bestehende

zu verbessern. Daher ist das Feedback,

das wir bekommen, durchweg positiv –

wir lösen Probleme, bringen die Produktionen

zum Laufen und machen sie dazu noch

wirtschaftlicher. Ein Aspekt ist auch, Lösungen

zu finden, die für den Kunden weit

in die Zukunft reichen. Deshalb versuchen

wir immer zu klären, wie und wohin sich ein

Kunde entwickeln möchte. Daraus entstehen

manchmal skalierbare Projekte, die über

Jahre nach und nach umgesetzt werden.

Das geht alles nur in vertrauensvoller Zusammenarbeit.

Deshalb ist der persönliche

Kontakt, das intensive Vorgespräch und der

Aufbau einer Partnerschaft die unbedingte

Voraussetzung für ein erfolgreiches Projekt.

Und mit den Kunden sprechen heißt für uns

vor allem: die Kunden verstehen. Zuhören,

immer wieder anders fragen und noch weiterdenken,

die Perspektive wechseln bis hin

zu den Kunden unserer Kunden. Wer zum

Beispiel ein Medikament schon umständlich

auspacken muss und mit der Verpackung

kämpft, der ist weniger gewillt, es tatsächlich

auch regelmäßig zu nehmen. So gesehen

hat sich unser Motto von „Kunden begleiten“

über die Zeit zu „Kunden verstehen“

gewandelt.

FT: Wie bringen Sie Schubert-Consulting

in die Zukunft, insbesondere beim

Megathema Nachhaltigkeit?

Michael Graf: Daran arbeiten wir schon seit

geraumer Zeit und haben uns als Leitidee

das „Rethink“ aus den 5R zur Nachhaltigkeit

herausgezogen. Altbekanntes neu zu denken

ist genau das, was wir für die Transformation

in eine nachhaltigere Welt brauchen und

es entspricht dem Kern von Schubert-Consulting

zu 100 Prozent. Wir erweitern also

noch einmal unseren Blick und betrachten

den Prozess praktisch von A bis Z –

vom Rohprodukt zum Endkonsument und

der Wiederverwertung. Dem zugrunde liegt

der Ansatz, Prozesse so stabil zu halten,

dass in der gesamten Kette keinerlei Ausschuss

entsteht. Denn Nachhaltigkeit entsteht

zu einem großen Teil aus Effizienz.

Aus diesem größeren Blickwinkel folgt, dass

wir auch in andere Nischen, Start-ups und

Industrien gehen möchten. Wir möchten Pionierarbeit

leisten, eine Denkfabrik der Zukunft

schaffen, unter anderem mit Allianzen

und Experten aus verschiedensten Bereichen

und Institutionen wie dem Fraunhofer

Institut, Forschungsgruppen, Herstellern

usw. Damit möchten wir die Visionen unserer

Kunden zu einem nachhaltigen Erfolg

führen. Ich freue mich, wenn unsere

Kunden mit Begeisterung an ihre neuen

Projekte gehen, weil daraus viel mehr entsteht,

als sie anfangs für möglich gehalten

haben. Ein Premium-Mehrwert, ein Anstoß

für weitere Entwicklungen, den wir ihnen

geben können, und ein finanzieller Erfolg

für beide Seiten – das ist mein Ziel und

das macht den Spaß am Consulting aus.

FT: Vielen Dank für das Gespräch.

Weitere Informationen:

www.schubert.group

Bildquelle: Gerhard Schubert GmbH

APRIL 2 · 2022 foodTECHNOLOGIE

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VERPACKUNG · KARTONVERPACKUNG

Keinen Tropfen verschwenden

ReWork bei Schweizer Traditionsunternehmen Emmi

Emmi ist mit einem Umsatz von rund 3,7 Mrd. Schweizer Franken die größte Milchverarbeiterin der Schweiz. Seit

jeher ist man sich bei Emmi der damit einhergehenden Verantwortung für Mitarbeitende, Gesellschaft und Umwelt

bewusst und handelt entsprechend nachhaltig. Eine Erfolgsgeschichte ist der ReWork-Prozess am Standort Suhr.

Mithilfe einer WEIMA PUEHLER G.300 ReWork Entwässerungspresse werden über- bzw. unterfüllte Milchkartons

vollautomatisch geöffnet und entleert, um die wiedergewonnene Milch in den Produktionsprozess zurückzuführen.

Das Ergebnis ist ein effizienter Ressourcenkreislauf.

Weltweit wird mehr als ein Drittel aller

hergestellten Lebensmittel verschwendet.

Grund genug für Emmi, sich fortan

als offizielle Waste Warrior Brand noch

stärker gegen Food Waste zu positionieren.

Als Teil dieser von Too Good To Go Schweiz

initiierten Vereinigung kämpft Emmi für eine

stärkere Sensibilisierung von Konsumentinnen

und Konsumenten und gegen die Verschwendung.

Dass Emmi mit bestem Beispiel

vorangeht, beweisen die Maßnahmen

in den eigenen Betrieben.

Hier kommt der sogenannte ReWork-Prozess

als Lösung ins Spiel. Im Fokus stehen die

Vermeidung und Nutzung von qualitativ einwandfreiem

Ausschuss. Um dies zu gewährleisten,

müssen Inhalt und Verpackung maschinell,

garantiert ohne Kontamination, getrennt

werden. Nur so kann die zurückgewonnene

Milch wieder abgefüllt und der

Getränkekarton recycelt werden.

Emmi setzt seit zwei Jahrzehnten

auf PUEHLER Technik

über eine CIP-Reinigung und entsprechen

den strengen Hygienic Design Vorgaben. Neben

der hohen Durchsatzleistung braucht

die Anlage von WEIMA übrigens deutlich weniger

Platz als andere Anbieter – ein klarer

Vorteil für uns.“

Die Produktivität der WEIMA PUEHLER

G.300 ReWork spiegelt sich auch faktisch in

Zahlen wider: In einem Havariefall entleert

und verpresst die Maschine über 3.000 Liter

Flüssigkeit pro Stunde (bei 1-Liter Kartons).

Pro Woche wird die Presse für den Durchsatz

ReWork löst das Ausschussdilemma

Moderne Anlagen für die Milchverarbeitung

müssen maximal effizient für einen wirtschaftlichen

Betrieb ausgelegt sein. Wie bei

jeder Art von Herstellung kommt es jedoch

vor, dass fehlerhafte Ware produziert wird.

Dies bezieht sich bei wenig verarbeiteten Basisprodukten

wie Trinkmilch oder Rahm vornehmlich

auf Dinge wie über- oder unter-

füllte Gebinde bzw. undichte Verpackungen.

Entleerte und verpresste

Milchkartons bei Emmi

Am größten Emmi Standort der Schweiz, in

Ostermundigen, ist man bereits seit über

20 Jahren mit PUEHLER Entwässerungsund

Verdichtungstechnik vertraut. Dank der

erfolgreichen Zusammenarbeit setzt Emmi

auch in einem weiteren großen Standort auf

WEIMA als Partner für ihre neue ReWork-Anlage

samt PUEHLER Presse als Herzstück:

Und zwar in Suhr, wo vor allem Trinkmilch,

Rahm und Butter hergestellt werden.Der

stellvertretende Standortleiter Hans-Peter

Steuri merkt dazu an: „Wir verarbeiten pro

Jahr etwa 190 Millionen Liter Milch und ca.

60 Millionen Liter Rahm. Vor dem Einsatz

der PUEHLER Presse mussten wir jede volle

Ausschussverpackung händisch aufschlagen.

Das war alles andere als produktiv. Mit

WEIMA haben wir endlich den richtigen

Partner für unsere Aufgabe gefunden.“

Maschinenaustrag der PUEHLER Maschine mit Presslingen

Hohe Durchsätze, Hygienic Design

und kompakter Footprint

Welche hohen Anforderungen die neue Re-

Work-Presse erfüllt, beschreibt Steuri treffend:

„Als Lebensmittelhersteller ist Hygiene

das A und O. WEIMA Maschinen lassen

sich bedienerfreundlich warten, verfügen

Hebe-Kipp-Vorrichtung zum Befüllen der Milchkartons


KARTONVERPACKUNG · VERPACKUNG

PUEHLER G.300 ReWork Entwässerungspresse von WEIMA

WEIMA PUEHLER G.300 ReWork Presse mit Hydraulik und Schaltschrank (rechts)

von ca. 15.000 Einheiten genutzt. In der Regel

fällt der meiste Ausschuss (ca. 90 Prozent)

prozessbedingt beim Stoppen bzw.

Neustarten (An- und Ausfahren) des Abfüllbetriebs

an. Im Normalbetrieb verarbeitet die

Presse innerhalb von vier Stunden den Ausschuss

der vergangenen 24 Stunden.

Automatisierter Entwässerungsbetrieb

Die Milch fließt durch ein Rundlochsieb

zunächst in die sich unter dem Presskanal

befindliche Auffangwanne, ehe sie in

große Edelstahltanks abgepumpt wird. Mit

dem nächsten Presshub werden die entleerten

Verpackungen, nun zu handlich runden

Presslingen mit 300 mm Durchmesser

geformt, über ein Austragsrohr abtransportiert.

Die Restfeuchte der Milchtüten ist

durch die Kompaktierung nur noch minimal.

Der Inhalt wurde von der Verpackung sauber

getrennt. Beide Stoffströme sind einwandfrei

weiterverarbeitbar. Im Falle der

Verpackung bedeutet das: Recycling – bei

Emmi zu 100 Prozent.

Bis zu 20 verschiedene Mitarbeitende bedienen

im Laufe der Woche die ReWork-Anlage.

Um die Abläufe weiter zu automatisieren, geschieht

die Beschickung über eine kompakte

Hebe-Kippvorrichtung. Sie ist, ebenso wie

der gesamte Maschinenkörper und das Austragsförderband,

aus Edelstahl gefertigt. Die

in Kunststoffboxen gesammelten Milchtüten

gelangen so in den großen Aufgabetrichter

der WEIMA PUEHLER G.300 ReWork. In regelmäßigen

Hubabständen werden die Milchtüten

dann im Presskanal mittels Pressschieber

horizontal gegen die sich für den Vorgang

absenkende Pressplatte gedrückt. Hierdurch

wird die Verpackung entwässert und gleichzeitig

verdichtet. Der Vorteil: die Maschine

ist flexibel einsetzbar. Eine Umrüstung für

verschiedene Verpackungsgrößen oder -arten

ist nicht notwendig.

Partnerschaft auf Augenhöhe

Sobald der Produktionsausschuss der letzten

Schicht abgearbeitet ist, folgt die vollautomatische

Reinigung, kurz CIP (Cleaning

in Place). Hans-Peter Steuri zieht auch in puncto

Wartung ein positives Fazit: „Die WEIMA

PUEHLER G.300 ReWork ist sehr gut zugänglich

und übersichtlich aufgebaut. Das erleichtert

uns die Wartungsarbeit und Reinigung.

Wir fühlen uns von WEIMA als Partner sehr gut

betreut und kompetent beraten. Die Termintreue

ist vorbildlich. Da können wir uns wirklich

immer drauf verlassen.“

Die ReWork-Anlage von Emmi zahlt sich aus.

Sie ist nicht nur wirtschaftlich und effizient,

sondern vor allem auch nachhaltig im Umgang

mit Ressourcen. So unterstützt die WEIMA

PUEHLER G.300 ReWork die Schweizer

Milchverarbeiterin aktiv bei ihren ambitionierten

Umweltzielen – weg von einer linearen

Wirtschaft, hin zur Kreislaufwirtschaft.

Nach Angaben von Emmi konnte die Abfallmenge

im Vergleich zum Jahr 2017 bereits

um zehn Prozent reduziert werden.

Entleerte Milchtüten im Austragskanal

Presslingaustrag in Recyclingcontainer

Anuga FoodTec 2022:

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APRIL 2 · 2022 foodTECHNOLOGIE

61


VERPACKUNG · LOGISTIK

Einkaufen mit Roboterhilfe

Moderne Automatisierungstechnik und Robotik in der Lebensmittellogistik

Immer schneller und immer frischer – die Lieferung von Lebensmitteln ist schon lange nicht mehr auf Pizza und Pasta

beschränkt und die Erwartungen der Kunden sind hoch. Um die steigende Nachfrage zu bewältigen, braucht es

eine neue Art von Logistikimmobilien und eine neue Arbeitsweise mit Automatisierung. Auch klassische Supermärkte

können mit moderner Technik in ihren Lagern mehr Effizienz erreichen und Kosten sparen.

Insbesondere frische Ware und Tiefkühlprodukte

stellen für die Logistik von

Supermärkten eine besondere Herausforderung

dar. Sie müssen deutlich sorgsamer behandelt

werden als beispielsweise Textilien

oder Bücher. Online-Supermärkte stehen zudem

unter enormem Konkurrenzdruck. Denn

die Bedürfnisse der Konsumenten sind hoch:

Die Lieferung der frischen und hochqualitativen

Waren soll schnell erfolgen und am liebsten

rund um die Uhr verfügbar sein. Darum

ist es wichtig, entlang der Lieferkette mögliche

Zeitfresser zu eliminieren. Erreichbar

wird dies zum Beispiel durch Automatisierungen

in Logistikzentren.

Das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und

Logistik gibt den Anteil vollautomatisierter

Lager in Deutschland mit aktuell neun Prozent,

teilautomatisierte Lager mit 49 Prozent

und manuelle Lager mit 42 Prozent an, wobei

der Trend klar zu mehr Automatisierung

geht. Bis 2024 planen weltweit 16 Prozent

der Industrieunternehmen ihre Fertigung vollständig

zu automatisieren. Ziel eines automatisierten

Lagers ist die Steigerung der Wirtschaftlichkeit

der Lagerhaltung durch einen

erhöhten Lagerumschlag, weniger Lagerbestände,

bessere Auslastung und verkürzte

Lieferzeiten durch schnellere Auslagerung.

Neben Produktivitätssteigerungen ermöglicht

Automatisierung die weitere Expansion

von Logistikimmobilien in städtische Lagen,

Die Automatisierungsgrade

in den Logistikimmobilien

werden in den

nächsten Jahren deutlich zunehmen.

(Bild: P3 Logistic Parks)

in denen Arbeitskosten hoch und Fachkräfte

rar sind. Beispielsweise setzen die Mieter von

P3 Logistic Parks diese Strategie in Großstädten

wie Berlin, Hamburg oder Frankfurt ein.

Vor allem automatisierte Mikrodistributionszentren

in Garagen oder Kaufhäusern können

die Entfernung zum Verbraucher drastisch reduzieren.

Das ist besonders für den Lebensmittelhandel

von großer Bedeutung.

Optimale Voraussetzungen für automatisierte

Logistikimmobilien sind Prozesswiederholungen,

hohes Volumen und lange Planungssicherheiten,

etwa hinsichtlich Losgrößen,

Durchsatz und Gebinde. Das gilt typischerweise

für die Bereiche Automobil, Engineering,

Handel und auch Lebensmittel. Grundsätzlich

müssen sich Unternehmen die Frage

stellen, ob und in welchem Ausmaß Automatisierungen

für ihre Bedürfnisse sinnvoll

sind. Die Grenzen zwischen manuellen, teilautomatisierten

und automatisierten Logistikzentren

sind schließlich fließend. Für

manche Branchen ist eine weitreichende Automatisierung

nicht oder noch nicht förderlich.

Hier bleiben Gabelstapler, Ameisen und

Sackkarren nach wie vor das Mittel der Wahl.

Das erste Verteilzentrum mit Robotertechnologie

in Deutschland nahm Amazon im

Jahr 2017 in Winsen an der Luhe in Betrieb.

Jedes Produkt am Standort ist mobil und

kommt zu den Kommissionierern, die vorher

zur Ware gehen mussten. Fahrerlose Transportfahrzeuge

(FTF) orientieren sich selbstständig

im Fulfillment Center und transportieren

Material und Behälter innerhalb eines

definierten Wegenetzes. Die Orientierung erfolgt

über QR-Codes am Boden, ein Algorithmus

verhindert Zusammenstöße mit Hindernissen

und berechnet die kürzeste Strecke

zwischen den Regalen und Mitarbeitern. Die

FTF agieren autonom, wiegen knapp 150 Kilogramm

und können Regale mit einem Gewicht

von bis zu 340 Kilogramm heben.

Potentiale der Automatisierung

auf der Straße

Die Lagerlogistik lässt sich umfassender automatisieren

als die Transportlogistik. Trotzdem

bieten Tourenplanung und Steuerung

der Lieferverkehre immense Chancen für die

Automatisierung. Der Hype um die autonomen

Pkw ist etwas abgeflacht, stattdessen

könnte die Selbstfahrtechnik im Verlauf dieses

Jahrzehnts den Straßengüterverkehr revolutionieren.

Das Kosten-Nutzen-Verhältnis

ist für Nutzfahrzeuge günstiger als für Privatwagen.

Denn während beim Pkw die Autonomie

eher eine Frage der Bequemlichkeit ist,

geht es bei Lkws in erster Linie um Kostensenkung.

Fährt ein Truck ohne Fahrer, vermeidet

die Spedition nicht nur einen großen Posten

in der Betriebsrechnung, sondern auch viele

Komplexitäten. Menschliche Berufskraftfahrer

müssen sich nach einem strengen Regelwerk

richten, was Lenkzeiten und Pausen angeht.

Dagegen muss sich der robotisierte Lkw

nicht ausruhen und fährt pausenlos ohne Leistungsverlust.

Das könnte für die Effizienz von

Kühlketten und die besondere Frische von Lebensmitteln

eine Steigerung bedeuten. Außerdem

sind Lkw-Fahrer in Deutschland schwierig

zu finden. Die Internationale Straßentransportunion

(IRU) rechnet für 2027 in Deutschland

mit einer Lücke von 185.000 Fahrern.

62 foodTECHNOLOGIE2022 APRIL


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Schweden erteilte dem Einride T-Pod 2019 die erste

Zulassung für einen fahrerlosen Lkw auf öffentlichen

Straßen (Bild: Einride)

Kilometer-Radius vom Logistikzentrum zu

den Konsumenten. Noch weiter geht die Zusammenarbeit

zwischen Ford und dem Entwickler

Agility Robotics. Aus der Kooperation

ist der humanoide Roboter „Digit“ entstanden,

der zweibeinig Treppen hinaufläuft und

Pakete in den fingerlosen Händen trägt.

GREEN EFFICIENT TECHNOLOGIES

Autonome Transporter und Lkw könnten dann

menschliche Fahrer durch Logistikzentren

und Häfen navigieren, so wie fahrerlose Transportsysteme

bereits heute selbstständig durch

die Regalreihen in den Lagern steuern. Neben

der rein technischen Umsetzung des autonomen

Lieferverkehrs rückt die Frage nach der

Einbindung der Fahrzeuge in die Logistikprozesse

zunehmend in den Mittelpunkt. Einen

entsprechenden Ansatz testet die Deutsche

Bahn am Terminal Ulm. Lkw-Fahrer übergeben

dort ihre Fahrzeuge am Tor an das autonome

Steuerungssystem der Anlage, die Fahrzeuge

navigieren anschließend ohne menschliches

Zutun durch das Terminal.

Wer bringt in Zukunft unser Essen?

Die Lieferung auf der letzten Meile bis zum

Zielort ist für die Logistik mit besonders hohen

Kosten verbunden, Angebote wie Same

Day Delivery oder Zustellung innerhalb von

15 Minuten bei Lebensmittelhändlern erhöhen

den finanziellen Druck zusätzlich. Auch

hier liegt die Lösung langfristig in der Automatisierung,

vor allem mittels Transportrobotern

und Lieferdrohnen. Straßenroboter des

Unternehmens Starship Technologies sind

bereits in über 100 Städten in Betrieb, vor

allem in den Vereinigten Staaten und Großbritannien.

Die Roboter sehen aus wie kleine

Kühlboxen mit sechs Rädern und befördern

Lebensmittel innerhalb eines Sechs-

Selbst der Himmel rückt im Wettbewerb um

die automatisierten Warenlieferungen stärker

in den Fokus, weil Luftstraßen fast geradlinig

und relativ verkehrsarm zu den Zielorten verlaufen.

Im Jahr 2013 gab Amazon als erstes

Unternehmen Planungen für den Einsatz von

Lieferdrohnen bekannt. Zugegeben kommt

das aber für Lebensmittel in der Regel nicht

in Frage. Andere Unternehmen sehen Potenzial

für eine drohnenbasierte Logistik, so zogen

Unternehmen wie Google und DHL mit

eigenen Lösungen nach. Das wesentliche

Hindernis bei der Einführung der fliegenden

Transportmittel sind Regelungen zur Flugsicherheit.

Google erhielt jedoch 2019 von

der US-Flugsicherheitsbehörde die Genehmigung

für den Betrieb der firmeneigenen

Lieferdrohnenflotte, Amazon erhielt die Zulassung

ein Jahr später. Da noch nicht in allen

Einsatzbereichen sämtliche technische,

logistische und rechtliche Rahmenbedingungen

geklärt sind, eignen sich Transportdrohnen

und Lieferroboter zunächst vor allem für

Spezialanwendungen, wie Notfallversorgungen

oder abgelegene

HOHE FLEXIBILITÄT.

ROBUSTES DESIGN.

Zielorte.

MAXIMUM SAFETY.

HIGH FLEXIBILITY.

ROBUST DESIGN.

MAXIMALE SICHERHEIT.

Im Lebensmittelhandel mit verderblichen

Produkten sind Prozesse, die Zeit sparen,

lohnend. Es geht um jede Minute, wenn Kunden

Obst und Gemüse oder frisches Fleisch

kaufen. Vielleicht sind es in Zukunft gerade

deshalb immer öfter Roboter, die uns mit

unserem Essen versorgen. Allerdings wird es

nicht so sein, dass wir sie zu Gesicht bekommen.

Sehen werden wir in erster Linie die

Rider der Online-Supermärkte, die die fertig

gepackten Einkäufe von ihren mechanischen

Kollegen übernehmen und dann auf den letzten

Metern zum Konsumenten bringen.

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SCT AutoAdjust

Hygienisch fördern

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Produktionsprozess

Straßenroboter von Starship Technologies sind bereits in über

100 Städten in Betrieb. (Bîld: Starship Technologies)

Autor:

Sönke Kewitz, Geschäftsführer,

P3 Logistic Parks Deutschland

Weitere Informationen:

www.p3parks.com

Literatur: Quellen beim Verfasser

Themenbereiche H 2

, Synthetische

Kraftstoffe, Wasser, Solar &

Photovoltaik, Windkraft, Bioenergie,

Geothermie, Batterietechnologie,

Systemintegration und weitere

Alternativmöglichkeiten

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NEWS/EVENTS

Weighing Know-how wird greifbar

Minebea Intec mit Website Relaunch: www.minebea-intec.com

Mit dem Relaunch der Website stellt

Minebea Intec den User in den Mittelpunkt

des Geschehens: Verbesserte Usability,

intuitive Navigation und moderne Features

sorgen dafür, dass Interessenten den

direkten Weg zur idealen Lösung finden.

Die neue Website stellt damit eine wichtige

Säule dar, die auch das digitale Portfolio

des führenden Anbieters für Wäge- und

Inspektionslösungen ideal repräsentiert.

Die neue Website ist ein Symbol für die Weiterentwicklung

des digitalen Angebots von

Minebea Intec. Mit einer klaren Nutzerführung

und smarten Features sorgt die Internetpräsenz

dafür, dass mit wenigen Klicks das

gesamte Portfolio aus Wäge-, Inspektions-,

Service- und Softwarelösungen erschlossen

werden kann. Nutzer erhalten nicht nur die

Möglichkeit, Informationen abzurufen, sondern

können über Online-Kalkulatoren relevante

Kostenfaktoren wie den Return-on-Investment

oder Einsparpotentiale selbst berechnen.

Besonders interessant für Websitebesucher

dürfte der smarte Produktfinder

sein, der ein exzellentes Beispiel für die intuitive

User-Experience der neuen Seite ist.

Anuga FoodTec 2022:

Halle 5.2, Stand B068 C069

Der Produktfinder:

Mit drei Klicks zur passenden Lösung:

www.minebea-intec.com/de/#product-finder

Weitere Informationen:

www.minebea-intec.com

Bildquelle: Minebea Intec

Kalender 2022, April – Juni

APRIL

Anuga FoodTec 2022 – Messe, www.anugafoodtec.de Köln, DE 26. – 29. April

Verkehrsfähigkeit von Bioprodukten, www.akademie-fresenius.de Dortmund, DE 27.04. April

MAI

IFFA 2022 – Messe, https://iffa.messefrankfurt.com Frankfurt a. M., DE 14. – 19. Mai

EMPACK 2022 – Messe, www.empack-dortmund.de Dortmund, DE 18. – 19. Mai

IFAT 2022 – Messe, www.ifat.de München, DE 30. Mai – 03. Juni

LogiMAT 2022 – Messe, www.logimat-messe.de Stuttgart, DE 31. Mai – 02. Juni

JUNI

Konformitätsarbeit für Lebensmittelverpackungen – Praxistage mit Workshop, www.akademie-fresenius.de Dortmund, DE 09. – 10. Juni

SOLIDS 2022 – Messe, www.solids-dortmund.de Dortmund, DE 22. – 23. Juni

PUMPS&VALVES 2022 – Messe, www.pumpsvalves-dortmund.de Dortmund, DE 22. – 23. Juni

64 foodTECHNOLOGIE2022 APRIL


TRENDS & EMOTIONEN

gerüstet für den Notfall –

aber ohne Hamsterkäufe

allo, Entschuldigung, das ist mein

„H Wagen“, rief die junge Frau lautstark

durch den Supermarkt zur Kasse, wo gerade

ein anderer Kunde seine Waren auf das Laufband

legen wollte. Eilig zog sie einen zweiten

Einkaufswagen hinter sich her und begann

dann vor dem verdutzten Mann ihre Waren

auszupacken. Beide Wagen waren brechend

voll: Berge von Mehltüten, Nudelpackungen,

Toilettenpapier, Gemüse- und Obstkonserven,

etliche Gläser Instantkaffee, zahlreiche Packungen

Kindernahrung, Mineralwasser, Bier

und vieles, vieles mehr.

„Finden Sie das nicht unsolidarisch gegenüber

uns allen, einen derartigen Hamsterkauf

vorzunehmen?“ fragte der Mann höflich,

aber bestimmt. „Was ich einkaufe, hat Sie gar

nicht zu interessieren“, entgegnete die Kundin

schnippisch, „ich kümmere mich um meine

Familie und muss nicht auch noch an Sie und

andere denken.“ Mit stoischer Ruhe und ausdruckslosem

Gesicht zog die Kassiererin die

Waren über das Display der Kasse, während

die Schlange der Wartenden bei dem nicht enden

wollenden Piepsen an der Produktregistrierung

länger und länger wurde. „Eine Unverschämtheit

ist das, was Sie da machen!“ rief

eine aufgebrachte Kundin aus der Reihe, „wie

kann man so egoistisch handeln!“ Die Frau

mit den beiden Einkaufswagen blickte wortlos

auf ihre prall gefüllten Behälter, zahlte mit

Karte und wuchtete die Einkaufswagen mühsam

aus dem Geschäft.

Hamsterkäufe – so kritisch die meisten Bürgerinnen

und Bürger ihnen gegenüberstehen –

sind plötzlich wieder an der Tagesordnung.

Zunächst war die Corona-Pandemie der treibende

Auslöser, nun sind es der russische

Überfall auf die Ukraine und die Angst, dass

sich der Konflikt auf andere Länder, auch auf

Deutschland, ausweiten könnte. So weit wird

es gewiss nicht kommen. Die Nato, das westliche

Verteidigungsbündnis, hat in letzter Zeit

eindrucksvoll Kraft gegenüber jeglicher Bedrohung

durch Russland demonstriert. Aber

Auswirkungen auf das Leben in den westlichen

Regionen hat der Krieg Russlands in der

Ukraine schon. Denn beide Länder sind die

wichtigsten Exportnationen für Getreide und

Sonnenblumenöl, heiß begehrt in unseren

Regionen. Und weil die Hamsterkäufe wieder

enorm in die Höhe geschnellt sind, stehen

die Regale in den Supermärkten für Mehl

und Speiseöl wieder leer. In Köln hat sogar

das Restaurant der Brauerei Gaffel Kölsch angekündigt,

den Gästen nun nicht mehr die so

beliebte Kombination Schnitzel/Pommes anbieten

zu können, weil es kein Öl mehr für die

Zubereitung der Kartoffelchips gibt.

Um so wichtiger ist es in dieser schwierigen

Zeit zu überdenken, was man an Vorräten im

Hause haben sollte, wenn es mal zu einer Notlage

kommen könnte, im Fall von Hochwasser

zum Beispiel, Waldbränden, Stürmen, Stromausfall

oder Quarantäne. Die Bilder, die uns

gegenwärtig aus der Ukraine erreichen, verunsichern

viele Menschen und werfen die Frage

auf, ob man privat für einen Ernstfall gerüstet

ist. Ganz unabhängig vom aktuellen Zeitgeschehen

ist es für jeden Bürger sinnvoll, einen

Nahrungsmittelvorrat und genügend Trinkwasser

zu lagern. Dafür hat die Bundesregierung

ein Programm erarbeitet, das die Versorgung

zu Hause für zehn Tage sichern soll.

Die Checkliste kann natürlich nur als Anhaltspunkt

dienen, denn beim Anlegen eines Notfallvorrats

sind immer auch die persönlichen

Vorlieben in einer Familie sowie eventuelle Besonderheiten

bei der Ernährung wie Allergien

oder Unverträglichkeiten zu berücksichtigen.

Was sollten Bürgerinnen und Bürger in den

Einkaufswagen packen, wenn sie sich einen

Notvorrat für zu Hause anlegen möchten? Bei

dieser Frage empfiehlt es sich, die allgemeinen

Richtlinien des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz

und Katastrophenhilfe zu beachten.

Im Notvorrat sollten solche Lebensmittel

sein, die ausreichend Kalorien und Nährstoffe

enthalten. Im Idealfall sind das Produkte,

aus denen auf einfache Weise abwechslungsreiche

Gerichte gezaubert werden können. Auf

gekühlte oder tiefgekühlte Artikel sollte verzichtet

werden, da die Stromversorgung in einer

Ausnahmesituation wahrscheinlich unterbrochen

ist und damit auch die Kühlung nicht

mehr funktioniert. Nach Berechnungen der

Behörde benötigt eine vierköpfige Familie für

zehn Tage 80 Liter Wasser, 14 Kilo Kartoffeln,

Nudeln oder ähnliche Erzeugnisse, 16 Kilo Gemüse

und Hülsenfrüchte in Dosen, zehn Kilo

Dosenobst, um die zehn Liter H-Milch, sechs

Kilo Fleisch, Ei in Form von Volleipulver wegen

der längeren Haltbarkeit sowie 1,5 Liter

Öl oder vergleichbare Produkte. Hinzu kommen

Babynahrung in Gläsern und Pulverform,

wenn kleine Kinder Teil der Familie sind. Auf

eines weist das Bundesamt besonders hin: Für

die Bevorratung bloß nicht sinnlos und zu große

Mengen einkaufen! Das berüchtigte Hamstern

hat schon zu Beginn der Corona-Pandemie

unnötige Engpässe verursacht und die Versorgung

der gesamten Gesellschaft erschwert.

Auch Agrarkonzerne appellieren an die Verbraucher,

von Panikkäufen abzusehen. Die

Versorgung der Bevölkerung sei für lange Zeit

gesichert, heißt es.

Autor:

Bert Pflüger, Fachjournalist

Bild: Adobe Stock/Drazen

APRIL 2 · 2022 foodTECHNOLOGIE

65


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66 foodTECHNOLOGIE2022 APRIL


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Geschäftsleitung:

Dr. Claus-Jörg Harnisch

Benno Keller

Objektleitung:

Sebastian Martinek

Redaktion:

Sebastian Martinek

Ian Healey

Bert Pfl üger

Dr. Günter Arndt

Technische Leitung:

Armin König

Abonnement:

Marta Bletek-Gonzalez

Erscheinungsweise:

5x jährlich:

März, Mai, Juli, September, November

Jahr/Jahrgang:

33. Jahrgang 2022

Druck:

Schleunungdruck GmbH

Eltertstraße 27, 97828 Marktheidenfeld

Mediaberatung:

Benno Keller

Tel.: +49 (0) 911 2018 200

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Martin Fettig

(Bereich: Prozesstechnik, Verpackung)

Tel.: +49 (0) 721 145080 44

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Thomas Mlynarik

(Bereich: Getränketechnik)

Tel.: +49 (0) 911 2018 165

Mobil: +49 (0) 151 54 818181

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(Bereich: Ingredients)

Tel.: +49 (0)151 701 642 85

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International:

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Tel.: +49 (0) 911 2018 275

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Frankreich:

Edouard Costemend

Tel.: +33 (0) 6 86 646 285

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USA:

Bill Kaprelian

Tel.: +1 (0) 574 292 1925

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Bezugspreis:

Im Jahresabonnement

Inland: Euro 64,– zzgl. MwSt. (Porto inkl.)

Ausland: Euro 69,– (Porto inkl.)

Euro 87,– (Porto inkl./Luftpost)

Food Technologie

ISSN 1616-2323

ZKZ30360

Die in diesem Magazin enthaltenen Beiträge

einschließlich der Abbildungen unterliegen

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APRIL 2 · 2022 foodTECHNOLOGIE

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Synthetische

Hochleistungsschmierstoffe

für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie

Verlängerte Ölwechselintervalle, vielseitige Einsatzmöglichkeiten, Sortenvereinfachung und eine

optimierte Leistung, sind nur einige Vorteile der modernsten synthetischen Schmierstoffe von

LUBRIPLATE, die selbstverständlich alle NSF H1-registriert sind.

SFGO Ultra Serie:

synthetische Hochleistungs-Schmierstoffe

• 100% synthetische Schmierstoffe.

• Extrem vielseitig einsetzbar, empfohlen für Druckluftkompressoren,

Hydrauliksysteme, Getriebe, Lager, Pumpen und Ketten.

• Verfügbar in 14 unterschiedlichen ISO-VG-Klassen.

SynXtreme FG Serie:

synthetische Hochleistungs-Schmierfette

• Modernste synthetische Calcium-Sulfonat-Komplexseifen-Fette.

• Universell einsetzbar für unzählige Anwendungen.

• Extrem stabil bei Anwendung unter hohen Drücken.

SSO-FG 100 und SSO-FG 150

• Diese hochwertigen, vollsynthetischen Schmierstoffe wurden speziell

zur Verwendung in Dosenverschließmaschinen und für ähnliche

Applikationen entwickelt.

Lubriplate® Lubricants

Authorized Master Distributor Europe:

Finke Mineralölwerk GmbH

Rudolf-Diesel-Straße 1 / 27374 Visselhövede Deutschland

www.lubriplate.de / E-mail: info@lubriplate.de / Tel: +49 (0) 4262 79 95 23

Registriert ISO 9001

und ISO 50001

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