Ihr gutes Recht - BFW Bad Pyrmont & BFW Weser-Ems

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1-2008

2. Chance

Rückkehr in den Beruf

nach Krankheit oder Unfall

EIN FREUNDLICHER SERVICE VON:

Leben

Lernen

Arbeiten

Ihr gutes Recht

Tipps von Anna Planken

vom ARD-Ratgeber Recht Seite 4

Den Mut nicht verloren

Andrea Bronold gab nicht auf Seite 5


Arbeitsunfähigkeit

Zurück im

alten Betrieb

Maßgeschneiderte Qualifi zierung ermöglichte

Volker Schewe neuen Job beim alten Arbeitgeber

Er war mitten bei der Arbeit: Volker Schewe installierte auf der A 20 elektronische

Staumelder, als der polnische LKW verunglückte. Zusammen mit seinem Kollegen

wollte der heute 35-Jährige erste Hilfe leisten und den Unfallort sichern – doch

ein zu schnell kommender PKW bemerkte die Unfallstelle zu spät, versuchte nach

rechts auszuweichen und erfasste die beiden hilfsbereiten Straßenbautechniker.

Beide waren schwer verletzt, das „Aus“ im Betrieb schien sicher. Doch die Unfallkasse

hielt eine Lösung bereit: Eine Qualifizierung im BFW.

F ür Volker Schewe (im Bild rechts) begann

eine lange Zeit mit Krankenhausaufenthalten,

Anschlussheilbehandlungen – und am

Ende die Gewissheit, nie wieder im erlernten

Beruf tätig werden zu können, weil sein Bein

nach dem Unfall steif blieb. Es war eine schwere

Zeit für den damals 31-Jährigen. Halt fand er

bei seinen Eltern und bei den ehemaligen Kollegen

im Betrieb. Auch wenn unklar war, wie

Der Weg in die berufl iche Reha

Arbeitslos/

von Arbeitslosigkeit

bedroht

Antrag stellen auf

Rehabilitation

(Leistungen zur Teilhabe

am Arbeitsleben)

Rückkehr

in den

Arbeitsmarkt

Berufl iche Reha

z.B. im BFW

es weitergehen würde – eines war sicher: Rente

zu beziehen und zu Hause herumzusitzen

kam für Volker Schewe nicht in Frage.

Auch im Betrieb fehlte er – Volker Schewe

war ein guter Mitarbeiter gewesen und so

entwickelte sein Chef Norbert Kammeyer

(im Bild rechts), Inhaber der Firma Elektroanlagenbau

Kammeyer GmbH, eine Idee: Da der

Bundesagentur

für Arbeit

Berufsgenossenschaft

Rentenversicherung

SGB-II Stellen

(z. B. ARGEn)

Antrag bewilligt

langjährige Lagerleiter in Kürze in den Ruhestand

gehen würde, brauchte sein Betrieb

einen fachlich versierten Nachfolger – ideal

für Volker Schewe, fand sein Chef. Schließlich

hatte Schewe jahrelang die Bauteile im

Straßenbau montiert, ihm fehlte lediglich

die Qualifi kation für die erforderlichen Bürotätigkeiten.

Der Unternehmer setzte sich

kurzentschlossen mit dem zuständigen Mitarbeiter

der Unfallkasse in Verbindung und

dieser wiederum mit der Integrationsberaterin

aus dem BFW in Stralsund. Damit war

der Startschuss für Volker Schewes neue Perspektive

gefallen: Die BFW-Expertin machte

sich direkt vor Ort ein Bild vom künftigen

Arbeitsplatz und klärte zusammen mit dem

früheren Lagerleiter und mit Chef Kammeyer

die fachliche Qualifi kation, die Volker Schewe

erwerben musste. Anschließend entwickelte

das BFW einen maßgeschneiderten Qualifi -

zierungs- und Entwicklungsplan: Einige Monate

würde Volker Schewe kaufmännisches

Grundlagenwissen im BFW erwerben und

in der dortigen Übungsfi rma praktische Bürotätigkeiten

erlernen. Für den Abgleich mit

den Anforderungen in seinem Betrieb absolvierte

Volker Schewe ein 4-tägiges Kurzpraktikum

im Lager – seinem neuen Arbeitsplatz.

Besonders vorteilhaft für ihn: Er konnte dort

mit der gleichen Software arbeiten wie im

BFW. Und damit er auch im Lager mobil unterwegs

sein konnte, wurde bei der Unfallkasse

ein speziell umgerüsteter Gabelstapler

beantragt.

Dann war es soweit: Vier Jahre nach dem Unfall

kehrte Volker Schewe in seinen Betrieb

zurück. Insgesamt neun Monate davon dauerte

die intensive Vorbereitung auf seinen

neuen Arbeitsplatz im Lager, die inhaltlich

immer wieder mit dem Betrieb abgestimmt

wurde. „Es hat sich gelohnt“, sagt Volker

Schewe – und das fi ndet auch sein Chef.


Chance zum

Neustart genutzt!

Nach psychischen Problemen

wieder selbstbewusst im Beruf

Katja Hellmeier strahlt, wenn sie über ihre Arbeit bei der Arbeiterwohlfahrt (AWO)

in Detmold spricht. Es ist das Tätigkeitsfeld, das sie täglich aufs Neue herausfordert.

Das war nicht immer so: Psychische Probleme hatten ihr früher im Beruf zu schaffen

gemacht – erst eine berufl iche Reha half ihr weiter.

Mit Elan war Katja Hellmeier in ihr Berufsleben

gestartet: Nach Beendigung der Schule

hatte sie eine Ausbildung zur Erzieherin in

einem Jugendheim begonnen, die sie jedoch

bald abbrach: Der fehlende Altersunterschied

zu den Jugendlichen erschwerte

die Ausbildung nicht unerheblich. Die junge

Frau nahm einen zweiten Anlauf und wollte

Mediengestalterin werden – doch auch diese

Ausbildung musste sie abbrechen: Psychische

Probleme machten ihr zu schaffen,

die Stabilität für eine Ausbildung war noch

nicht gegeben. Nun hangelte Hellmeier

sich von einem Aushilfsjob zum nächsten.

Bei ihrem letzten Arbeitgeber kam es zu

betriebsbedingten Kündigungen. Und die

junge Frau traf es als eine der ersten. Ohne

Ausbildung und nur wenige Jahre auf ihrem

Arbeitsplatz als „Mädchen für alles in der

Verwaltung“ stand sie nun auf der Straße.

Diese wenigen Jahre waren es allerdings

auch, welche ihr zuvor für die Zulassung zu

einer Umschulung und damit auf dem Weg

zum berufl ichen Erfolg fehlten.

Glück im Unglück

Bei der Arbeitsagentur hatte sie dann Glück

in ihrem Unglück. Sie traf eine verständnisvolle

Vermittlerin, die sich ihrer Probleme

annahm und ihr vorschlug, eine Maßnahme

zur berufl ichen Rehabilitation zu absolvieren.

Und das Amtsgutachten bestätigte:

Berufl iche Reha sei ein „Muss“ für die junge

Frau aus Ostwestfalen. Eigentlich wollte

Katja Hellmeier Industriekauffrau werden,

doch im Rehavorbereitungstraining fi ng sie

Feuer für einen anderen Beruf: Kauffrau im

Gesundheitswesen. Sie war so engagiert

bei der Sache, dass die Psychologen im BFW

der Agentur für Arbeit mitteilten, dass eine

Ausbildung in diesem Beruf möglich sei.

Und so begann Hellmeier diese Ausbildung

schließlich im BFW in Bad Pyrmont.

Zeit zum Lernen

und für Kontakte

„Für mich war es ein Glück, dass ich nicht

mobil war, und deshalb im Internat des

BFWs untergebracht war“, sagt sie. „Ich

hatte hier nicht nur viel Zeit zum Lernen,

sondern konnte auch neue Kontakte knüpfen!“

Ihr Ehrgeiz, endlich eine Ausbildung zu

Ende zu führen, motivierte sie in ganz besonderer

Weise. Ob sie eine weitere Chance

erhalten würde, wollte sie gar nicht erst

ausprobieren.

Dann kam das erste Praktikum. Die AWO in

Detmold nahm bis dahin keine Praktikantinnen

auf, aber Katja Hellmeier hatte auch

hier Glück. Der Leiter der Einrichtung war

schnell begeistert von ihrem Wissen, konnte

ihr allerdings keinen festen Job anbieten.

Aber sie machte sich unentbehrlich, ging am

Wochenende zur AWO und unterstütze den

Pfl egedienstleiter bei der Abrechnung und

der Verwaltung. Auch das zweite Praktikum

absolvierte sie bei der AWO. Und dieses Mal

dann mit einer Zusage, denn man hatte extra

für sie eine halbe Stelle geschaffen – ihr

Engagement hatte sich ausgezahlt. Aus der

halben Stelle wurde schließlich noch eine

erweiterte Stelle, in der Katja Hellmeier

2.Chance

heute selbstbewusst ihre Frau steht: „Die

Zeit im BFW war die beste Zeit meines Lebens“,

lacht sie, „nur die Arbeit hier toppt

das alles noch!“ Katja Hellmeier hat ihre

Chance genutzt.

Berufl iche Reha:

Individuelle Angebote

für den Weg zurück in Arbeit

Jeder Mensch ist anders – jeder Weg in

Krankheit und Arbeitslosigkeit auch.

Das Sozialgesetzbuch IX bennent in

§ 35 ausdrücklich Berufsförderungswerke

als spezielle Reha-Einrichtungen.

Die 28 Deutschen Berufsförderungswerke

halten eine Vielzahl

verschiedener Angebote vor, um

Betroffenen neue Perspektiven für

die Rückkehr in das Arbeitsleben zu

ermöglichen:

Vollausbildungen

mit IHK-/HWK-Abschluss

Anpassungsqualifizierungen

in Kurzzeitform

Wohnortnahe

Integrationsmaßnahmen

Bewerbertrainings

Mehr Informationen auf Seite 6

3


Tipps von Anna Planken

Viele Menschen verlieren in Folge einer

langwierigen Erkrankung oft den Arbeitsplatz.

Welche Möglichkeiten hat der

Gesetzgeber geschaffen, damit Betroffene

eine neue Chance im Arbeitsleben

bekommen?

Anna Planken: Für kranke bzw. von Behinderung

bedrohte Menschen hat der Gesetzgeber

Hilfen vorgesehen, damit sie ihren

Arbeitsplatz erst gar nicht verlieren bzw.

schnell einen neuen fi nden. Dieser Rechtsanspruch

fi ndet sich im Sozialgesetzbuch

(SGB) IX, § 33: Danach sind für Betroffene

Hilfen zur Erhaltung oder Erlangung eines

Arbeitsplatzes einschließlich Beratung und

Vermittlung vorgesehen, eine Berufsvorbereitung

einschließlich einer erforderlichen

Grundausbildung, eine berufl iche Anpassung

und Weiterbildung oder eine berufliche

Ausbildung.

Wie erhalten Betroffene diese Leistungen

zur Rückkehr ins Arbeitsleben?

Anna Planken: Sie müssen einen Antrag auf

„Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben

im Sinne des SGB IX“ stellen. Das können

sie bei der Bundesagentur für Arbeit, den

Trägern der Rentenversicherung, der gesetzlichen

Unfallversicherung oder bei der öffentlichen

Sozialhilfe und Jugendhilfe tun.

Wer unsicher ist, wo er seinen Antrag stellen

soll, kann sich bei den Agenturen für Arbeit

oder den Rentenversicherungsträgern beraten

lassen.

Es gibt eine große Zahl von gesundheitlich

eingeschränkten ALG II-Empfängern.

Können diese auch in den Jobcentern der

ARGE einen Antrag stellen?

Anna Planken: Ja. Auch die ARGEn sind

Leistungsträger für Maßnahmen zur berufl

ichen Reha, so legt es das SGB II, § 16

Ihr gutes

Recht!

Arbeitslosigkeit und Krankheit sind schwere Schicksalsschläge. Doch der Gesetzgeber

hat rechtliche Möglichkeiten geschaffen, damit Menschen nach einer Erkrankung

oder einen Unfall wieder zurück in den Arbeitsmarkt fi nden. Anna Planken,

Moderatorin des ARD Ratgeber Recht, beantwortet häufi g gestellte Fragen:

fest. In den meisten Fällen erstellt dann die

Bundesagentur für Arbeit einen Eingliederungsplan

mit konkreten Maßnahmen. Sie

unterrichtet dann wiederum die ARGEn und

die gewähren dann Leistungen wie z. B. die

Förderung der Teilhabe am Arbeitsleben.

Das heißt: Auch Hartz-IV-Empfänger können

einen solchen Antrag stellen.

Was ist bei der Antragstellung

zu beachten?

Anna Planken: Der Antrag wird bei einem

Rehabilitationsträger gestellt. Der prüft, ob

die Voraussetzungen für eine Förderung

gegeben sind. Voraussetzung ist, dass eine

Behinderung besteht, eintritt oder droht, die

mindestens 6 Monate andauern wird, oder

wegen der Behinderung besondere Hilfen

für Beruf und Ausbildung notwendig sind.

Der Antragsteller selbst hat eine Mitwirkungspfl

icht, d. h. er muss Termine wahrnehmen

und die erforderlichen Angaben

zu seiner Person, Gesundheit sowie seinem

berufl ichen Werdegang machen. Außerdem

muss er eine Einwilligungserklärung zur

Entbindung der Schweigepfl icht der behandelnden

Ärzte vorlegen sowie seine Sozialversicherungsnachweise.

Was passiert, wenn der Antrag auf

berufl iche Reha abgelehnt wird?

Anna Planken: Dann kann der Betroffene

innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen

– entweder schriftlich oder persönlich

bei der Widerspruchsstelle, wo sein

Widerspruch dann niedergeschrieben wird.

Grundsätzlich kann jeder, der mit seinem

Bescheid nicht einverstanden ist, egal ob er

bewilligt ist, oder nicht, Widerspruch einlegen.

Dann wird der Antrag nochmal geprüft

und der Betroffene erhält einen schriftlichen

Widerspruchsbescheid. Gegen diesen kann

er gegebenenfalls beim Sozialgericht Klage

einreichen.

Ist eine Kündigung im Krankheitsfall

zwangsläufi g – oder gibt es Möglichkeiten

der Eingliederung?

Anna Planken: Dass jemandem gekündigt

wird, weil er krank wird, ist nicht die Regel:

Zwar kann eine Krankheit Auslöser für eine

personenbedingte Kündigung sein, aber die

ist sozial nur dann gerechtfertigt, wenn die

Entwicklungsprognose negativ ist und die

krankheitsbedingte Beeinträchtigung dem

Betrieb nicht länger zugemutet werden

kann. Wenn dem Kranken gekündigt wird,

dann müssen alle Überbrückungsmöglichkeiten

und alle Möglichkeiten auf eine

andere Beschäftigung im Betrieb ausgeschlossen

sein. Außerdem sind Arbeitgeber,

nach SGB IX § 84, zum betrieblichen Eingliederungsmanagement

verpfl ichtet. Das

heißt: Wenn der Mitarbeiter länger als sechs

Wochen oder wiederholt krank ist, muss der

Arbeitgeber gemeinsam mit dem Personal-

oder Betriebsrat und mit Zustimmung und

Beteiligung des Betroffenen versuchen, die

Ursachen der Erkrankungen zu beseitigen

oder den Arbeitnehmer entsprechend seinen

gesundheitlichen Einschränkungen

einzusetzen.

Anna Planken

Zur Person:

Anna Planken ist Journalistin beim

Westdeutschen Rundfunk und moderiert

seit 2007 u. a. die Sendungen „ARD

Ratgeber Recht“, das Wirtschaftsmagazin

„Markt“ und die „Aktuelle Stunde“.


Gut gelaufen!

Ein Lichtblick

im Tief

Reha-Kurzmaßnahme brachte neuen Job

Ursprünglich hatte die heute 45-Jährige eine

Ausbildung zur Schuh- und Lederstepperin

begonnen, doch der Konkurs ihrer Ausbildungsfi

rma machte den Abschluss unmöglich.

Für die Heilbronnerin kein Problem: Sie

fand stets einen Job, zuletzt in einer Kantine.

Nie hatte ihr körperliche Arbeit etwas ausgemacht,

bis die Beschwerden in der linken

Schulter kamen. Wollte Maria Klebig ohne

Den Mut

nicht verloren

Eine berufl iche Reha brachte Andrea Bronold

wieder zurück ins Arbeitsleben

Sie war Anfang 30, als das Unglück geschah: Bei einem Brand erlitt Andrea Bronold schwere

Verbrennungen. Monatelange Klinikaufenthalte folgten. Dass die Münchnerin danach die

Kraft fand, noch einmal berufl ich durchzustarten, verdankt sie dem Berufsförderungswerk.

Die Flammen hatten Gesicht, Arme und

Hände von Andrea Bronold erfasst, 21 % der

Körperoberfl äche wurden dabei verbrannt.

Sieben Wochen lag sie im künstlichen Koma,

danach folgten viele Korrekturoperationen.

„Irgendwann stellte sich die Frage, wie es weitergehen

sollte“, berichtet Andrea Bronold. Ihr

Ansprechpartner in der medizinischen Reha

gab ihr den Rat, eine berufl iche Rehabilitation

in einem Berufsförderungswerk (BFW) zu

absolvieren. Denn dass sie nicht mehr in ihren

IT-Beruf zurück konnte, stand für Andrea

Bronold fest: „Vier Finger meiner linken Hand

und ein Finger meiner rechten Hand waren

versteift, damit war es schwierig geworden,

mit den Händen zu arbeiten.“ Ihr Reha-Berater

empfahl ihr die Ausbildung zur Kauffrau

im Gesundheitswesen – genau der richtige

Zuletzt konnte Maria Klebig die Teller nicht mehr über den

Thekenrand in der Kantine heben – eine Entzündung in der

linken Schulter machte diese Hebebewegung unmöglich. Nur

zu bald zeichnete sich für die Mutter von sechs Kindern ab,

dass sie ihre Arbeit nicht mehr ausüben konnte. Was folgte,

war Arbeitslosigkeit und die Frage, wie es weitergehen sollte.

Schmerzen leben, musste sie ihre Tätigkeit

aufgeben. Zuletzt blieb ihr nur die Kündigung.

„Die Arbeitslosigkeit war eine harte Zeit für

mich“, sagt sie. „Mein ganzes Leben habe ich

gearbeitet, nun stand ich vor dem Nichts!“

Auch eine medizinische Reha änderte nichts.

Wie sollte es nun weitergehen? In der Kantine

durfte sie nicht mehr weiterarbeiten, sonst

hätte sie ihre Rentenansprüche verloren. Aber

Beruf, wie Andrea Bronold bei der praktischen

Arbeitserprobung im BFW feststellte:

„Vorher wusste ich nicht, ob ich mich den Blicken

der anderen stellen konnte“, berichtet

sie. Mit Erfolg schloss sie zwei Jahre später

die Ausbildung ab – und hatte bereits einen

Arbeitsvertrag in der Tasche: „Die neue Stelle

ergab sich aus meinem Praktikum“, lacht die

heute 38-Jährige. Und das absolvierte sie im

Zentrum für Schwerbrandverletzte, der Klinik,

in der sie selbst Patientin war. Hier macht

sie Betroffenen Mut, nicht aufzugeben. Aus

diesem Grund engagiert sie sich auch bei

Cicatrix – einer Selbsthilfeorganisation für

Menschen mit Verbrennungen und Narben.

„Ich kann das BFW nur empfehlen“, sagt sie

dankbar, „es hat mir auf meinem Weg zurück

in Arbeit und Leben geholfen!“

2.Chance

auf dem Arbeitsmarkt hatte sie als Ungelernte

keine Chance. „Es schien nur noch Hartz IV zu

bleiben“, befürchtete sie. Einen Lichtblick in

dieses Tief brachte ihre zuständige Reha-Beraterin:

„Es gibt mit RehaStep eine neue Kurzzeitmaßnahme

des Berufsförderungswerks

Heidelberg, bei der es in zwei Schritten in den

Job geht“, so erklärte ihr die DRV-Beraterin.

Noch heute ist Maria Klebig dankbar: „Es war

mein Glück, dass ich dorthin kam“, sagt sie. In

dieser Kurzzeitmaßnahme bereitete sie sich

auf den Computerführerschein vor, lernte Bewerbungen

zu schreiben und sich selbst zu

vermarkten. Vor allem fand sie wieder zu neuem

Selbstbewusstsein: „Ich habe dort gelernt,

zu zeigen, was ich kann“, erzählt Maria Klebig.

Mit neu gestärktem Selbstbewusstsein bewarb

sie sich wieder – in ihrem Traumberuf

als Haushälterin in einem Familienhaushalt.

Hier ist sie inzwischen fest angestellt. „Wenn

RehaStep nicht gewesen wäre, wäre ich heute

nicht da, wo ich bin“, lacht sie zufrieden.

Trotz Krankheit oder Unfall

zum neuen Traumjob

Es gibt viele Arten von gesundheitlichen

Einschränkungen – die Ursachen dafür

sind so verschieden wie die BFW-Teilnehmer

selbst. Zu den häufi gsten Erkrankungen

und Behinderungen gehören:

Allergien

Atemwegserkrankungen

Diabetes

Hauterkrankungen

Herz-Kreislauferkrankungen

Muskel-/Skeletterkrankungen

Orthopädische Leiden

Psychische Erkrankungen

Seh- und Hörbehinderungen

Unfallfolgen

Im BFW steht den Teilnehmern ein eigenes

Reha-Team zur Seite, bestehend aus

einem Ausbilder, Arzt, Psychologen und

Sozialpädagogen. Diese ganzheitliche

Betreuung ist ein wichtiger Garant für

die erfolgreiche Rückkehr in Arbeit.

5


Service

Hier fi nden Sie

Ansprechpartner im BFW Weser-Ems

BFW Weser-Ems

Apfelallee 1

27777 Bookholzberg

Tel.: 04223 720

Fax: 04223 72-105

info@bfw-weser-ems.de

Allgemeine Ansprechpartnerin Anmeldung und Information

Margret Schulten, Tel.: 04223 72-203

Fachbereich Gesundheits- und soziale Berufe

Rolf Lipphardt, Tel.: 04223 72-327

Fachbereich kaufmännische Berufe

Jürgen Scheele, Tel.: 04223 72-334

Fachbereich Metall- und Elektroberufe

Marit Menninga, Tel.: 04223 72-361

Infotage 2008

2. September 2008 7. Oktober 2008

4. November 2008 2. Dezember 2008

Stiftung des Landes Niedersachsen

für berufl iche Rehabilitation

Berufsförderungswerke

Bad Pyrmont und Weser-Ems

Norbert Raasch, Geschäftsführer

Tel.: 05281 601-101, Tel.: 04223 72-110

Perdita Engeler, Ausbildung/Integration

Tel.: 05281 601-300, Tel.: 04223 72-300

Günter Blase, Fachdienst

Tel.: 05281 601-103, Tel.: 04223 72-103

Die Stiftung des Landes Niedersachsen für

berufl iche Rehabilitation mit ihren Berufsförderungswerken

Bad Pyrmont und Weser-Ems dient

der Teilhabe am Arbeitsleben, insbesondere von

behinderten Menschen im Sinne der Sozialgesetzgebung.

Hilfe & Beratung

Orientierung und Qualifi zierung

Die Berufsförderungswerke bieten ein umfangreiches

Angebot an Orientierungsmaßnahmen,

Vorbereitungslehrgängen, Qualifi zierungen und

Umschulungen an.

Integration und Vermittlung

Die Integration und Vermittlung der Teilnehmer

wird durch die Ausbilder und Integrationsbeauftragten

besonders intensiv durchgeführt. Bundesweite

Kontakte werden für die Vermittlung in

Arbeit genutzt.

Unterstützung als besonderes Extra

Neben der Ausbildung bieten die Berufsförderungswerke

ihren Teilnehmern fachkompetente Hilfe

im Sozialdienst, Psychologischen Dienst und im

Ärztlichen Dienst. Die Teilnehmer werden während

ihrer Ausbildung soweit unterstützt und gefördert,

dass der Umschulungsgrund bei einer erneuten

Arbeitsaufnahme kaum mehr ins Gewicht fällt.

Ansprechpartner im BFW Bad Pyrmont

BFW Bad Pyrmont

Winzenbergstraße 43

31812 Bad Pyrmont

Tel.: 05281 6010

Fax 05281 601-106

info@bfw-badpyrmont.de

Allgemeine Ansprechpartnerin Anmeldung und Information

Edda Schönfeld, Tel.: 05281 601-141

Fachbereich Kaufmännisch-verwaltende Berufe

Peter Glüsen, Tel.: 05281 601-242

Fachbereich Berufe der Druck- & Medienindustrie und Handwerk

Olaf Gorniak, Tel.: 05281 601-252

Fachbereich Berufe im Gesundheitswesen

Ralf Gröger, Tel.: 05281 601-250

Infotage 2008

4. September 2008 9. Oktober 2008

6. November 2008 4. Dezember 2008

Unser Angebot:

Berufsfi ndung / Arbeitserprobung

Vorbereitung

Ausbildung / Umschulung

- Kaufmännische Berufe

- Berufe des Gesundheits- und Sozialwesens

- IT-Berufe / Technische Zeichner

- Elektro- und Metallberufe

- Handwerkliche Berufe

- Druck- und Medienberufe

Nachsorge / Vermittlung

Auskunfts- und Beratungsstellen fi nden Sie in

jeder größeren Stadt. Ansprechpartner sind u. a.

die Deutsche Rentenversicherung, die Agenturen

für Arbeit und ARGEn/JobCenter, ggfs.

Ihre Krankenkasse.

Aktuelle Adressen erhalten Sie unter

www.deutsche-rentenversicherung.de

unter Beratungsstellensuche.


Service

Arbeitslos –

was tun?

Tipps und Strategien für Menschen ohne Job

Jedes Schicksal ist anders. Das gilt auch bei Arbeitslosigkeit: Jeder erlebt sie auf seine

eigene oft schockierende, frustrierende und mitunter alles in Frage stellende Art und

Weise. In jedem Fall bedeutet Arbeitslosigkeit einen tiefen Einschnitt. Einige Impulse,

die weiterhelfen.

Der eigentliche Wert von Arbeit zeigt sich

oft erst, wenn sie verloren wurde: Denn neben

den fi nanziellen Aspekten vermittelt

ein fester Arbeitsplatz auch Wertschätzung

und Selbstbewusstsein. Man ist mittendrin

im Geschehen, aktiv beteiligt an fachlichen

und organisatorischen Abläufen und Diskussionen.

Man steht – wie alle anderen

– im morgendlichen Stau und kauft zwischen

18 und 20 Uhr ein. Und dann, nach

der Kündigung, ist da plötzlich viel Zeit und

Raum für Gedanken und Grübeleien. Unangenehme

Behördenbesuche warten und

häufi g kommt man in Erklärungsnöte gegenüber

Nachbarn und Freunden. Je nach

Charakter sind vielleicht auch ein paar Tage

Genuss darunter: einmal ausschlafen, Dinge

ordnen, Kontakte vertiefen. Aber die innere

Unruhe bleibt.

Stärken erkennen

Die Stellensuche wird viel Zeit in Anspruch

nehmen: Sie werden Anzeigen studieren,

Kontakte knüpfen, Bewerbungsunterlagen

erstellen, sich bewerben ...Bevor Sie

aber in einen unermüdlichen Aktivismus

verfallen, versuchen Sie einmal zu

Papier zu bringen, was Ihre Stärken und

Begabungen sind. Und was Sie gerne tun

möchten. Prüfen Sie dabei nicht nur Ihre

Ausbildungen, sondern auch persönliche

Faktoren wie Ihr Einfühlungsvermögen,

Ihre Kontaktfreudigkeit oder Ihr logisches

Denken. Überlegen Sie – oder lassen Sie

sich beraten – welche Berufe und Berufsfelder

damit für Sie überhaupt in Frage

kommen. Beziehungsweise, welche Fortbildungen

oder Umschulungen dafür nötig

wären. Vielleicht kommen Sie auch zu

der Entscheidung, sich selbstständig machen

zu wollen und eine eigene Firma zu

gründen. Auch Zeitarbeit, befristete oder

Teilzeit-Arbeitsverhältnisse sollten Sie wenigstens

als Möglichkeit bedenken.

Gezielte Investitionen

Wenn nötig und möglich, können auch gezielte

Investitionen die Aussichten auf eine

Stelle erhöhen: Zum Beispiel für solide Bewerbungsunterlagen

oder einen Intensiv-

Sprachkurs. Natürlich ist es schwer, in seine

berufliche Zukunft finanziell investieren

zu müssen, wenn die verfügbaren Mittel

sowieso knapp werden und sorgsam verwendet

werden müssen. Doch erfahrungsgemäß

verschlechtern sich die Aussichten,

eine Stelle zu finden, mit zunehmender

Dauer der Arbeitslosigkeit. Möglicherweise

erhalten Sie hier Unterstützung. Fragen

Sie Ihren Berater bei der Agentur für Arbeit

danach.

Weiterbildung

Ein Beruf erfordert lebenslanges Lernen. Das

können am Arbeitsmarkt nachgefragte Angebote

sein, Seminare nach eigenem Interesse,

Literatur, ein neues Computerprogramm oder

die Begleitung durch einen Mentor. Experten

schätzen, dass heutzutage junge Berufseinsteiger

Zeit ihres Arbeitslebens wenigstens in

fünf ausbildungsfremden Berufen tätig sein

werden. Vielleicht haben Sie Lust und die Freiheit,

sich zusätzliches „arbeitsplatzfremdes“

Fachwissen anzueignen, sich sozusagen ein

zweites Standbein aufzubauen.

Wohnortwechsel

Je nach Lebenssituation und Alter muss bei

langfristiger Arbeitslosigkeit auch ein Wohnortwechsel

in Betracht gezogen werden. Dabei

ist natürlich ein 25-Jähriger, der noch zu

Hause wohnt, in einer anderen Lage als der

53-jährige Familienvater, der sein Haus fast

abbezahlt hat.

2.Chance

Ehrenamtliches Engagement

Nicht außer Acht zu lassen ist auch das ehrenamtliche

Engagement – zum Beispiel bei

städtischen Freiwilligenagenturen, christlichen

Werken oder Gemeinden. Mitarbeit,

egal ob haupt- oder ehrenamtlich, hat immer

mit Vertrauen zu tun. Und über ehrenamtliche

Mitarbeit kann Vertrauen wachsen und

schließlich sogar in einer Anstellung münden.

Ehrenamtliches Engagement schafft zudem

Kontakte und man ist anderen eine sinnvolle

Hilfe.

Kontakte pfl egen

Wie Arbeitslosigkeit erlebt wird, hängt

wesentlich von der Unterstützung durch

Freunde und Bekannte ab. Pfl egen Sie Ihre

Beziehungen: Familie, Freunde, Nachbarn,

Bekannte, Gemeinde, Kollegen, Geschäftspartner

und zufällige Bekanntschaften.

Seien Sie dabei nicht nur vorteilsuchend,

sondern auch vorteilgebend. Auch Selbsthilfegruppen

für Arbeitslose können eine gute

Unterstützung geben.

Situationen klären

Oft dringen mit einer bestehenden Arbeitslosigkeit

grundlegende Lebensfragen an die

Oberfl äche. Fragen nach dem Selbstwert, nach

Lebensentwürfen, nach Perspektiven. Aber auch

verdrängte Probleme, nicht bewältigte Situationen,

unglückliche menschliche Beziehungen

verlangen geradezu nach Klärung. Nutzen Sie

die Zeit, die Sie nun haben, zu Gesprächen, vielleicht

auch einmal mit einem Seelsorger.

Werte erkennen

Defi nieren Sie Ihren Wert nicht (und schon

gar nicht ausschließlich) über den Besitz

eines Arbeitsplatzes. Bestimmen und überprüfen

Sie daher in regelmäßigen Abständen

Ihre Lebensziele.

7


Denken hält fi t

Mitmachen

und gewinnen

Haar-

Trockner

2

Rundes

Spielgerät

Abk.

Bahnhof

Teil des

Skeletts

2.Chance

2.Chance

Engl. Auto

Tierhöhle

Musik.

Intervall

2.Chance Bestätigung Wegfahren

2.Chance

Röm. Sieben

Beispiel

Fisch

Jugendverband

DDR

Gedichtteil

1

Schluss

Ugs. für

schnell

2.Chance

Lösungswort: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10

8

Legespiel

Gaunerin

10

6

Kfz.

Schweden

Plattenaufl

eger

Abk.

Chlor

Dienstmädchen

Kircheninstrument

engl. Hauptprozessor

engl.

Adelstitel

Teil des

Hafens

In großer

Eile Schnellzug Epoche

Haarpfl egemittel

Abk.

Washington

Blauer

Farbton

Abk.

erste Hilfe

Kfz.

München

Vene

Gebändigt

Kfz. Kroatien

Chem. Zeichen

Gold

Abfühlende

Person

Kleine

Nagetiere

Toby Terrier

z z z z z z z

Abk. Zentral-

Kommitee

Literarische

Gattung

Tagesende

Chines.

Volksgruppe

Vulkan-

Vertiefung

Röm. Zehn

Gerät zum

Braten

Bulle

Ugs.

Gefängnis

3

Meister Petz

Winkelzüge

7

9

Bilbl.

Priester

Abk. MansfelderBergwerksbahn

Clique

2.Chance

Engl. Luft 2.Chance Abk. Nord Abk. British

Airways

z z z z z z z

Kfz. Fulda

irgendwer

4

Kfz.

Norwegen

Kfz. Indien

Raumnot

2.

Malerbedarf Chance

Chem. Iod

Gattin des

Ixion

Teil des

Auges

5

2.

Chance

! !

!

Welcher Begriff griff wird in

unserem Rätsel ätsel gesucht?

Die Buchstaben en 1-10 verraten Ihnen,

welcher Begriff ff in unserem Rätsel

versteckt ist. Bitte senden Sie das

Lösungswort mit dem Stichwort

„Rätsel“ bis zum um 31.12.2008

an unten stehende hende Adresse ein.

Unter allen Einsendern nsendern verlosen

wir 4 x 100 Euro. uro.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

sgeschlossen.

Redaktion:

Werner Berndt, Kerstin Breshler,

Dr. Maria Heinelt, Ellen Krüger,

Mario Kress, Marian Künzel,

Christa Mischke, Herbert Reitinger,

Peter Maria Schäfer, Thorsten

Schenk, Michael Steuer, Clemens

Tillmann, Astrid Jaehn (v.i.S.d.P.)

TNP . Agentur für Kommunikation

Redaktion „2.Chance“

Stichwort: Rätsel

Telefon: 0203 800 79 0

Fax: 0203 800 79 99

Vinckeweg 15

47119 Duisburg

2-chance@tnp-gmbh.de

Seit wann wecken sich

schlafende Hunde selbst?

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