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mensch joseph! | Magazin 01-2022

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joseph!

mensch

IHR GESUNDHEITSMAGAZIN FÜR DIE REGION

AUSGABE 1 | 2022

Herzensangelegenheit – Doris Kaiser ist

die neue Kuratorin des Josephs-Hospitals S. | 09

Familiensache:

Florian Brechtken,

stellvertretender

Leiter der

Intensivstation

S. I 18

Echte Verstärkung –

zwei Neuzugänge stellen sich vor S. | 04

Wir bauen an der Zukunft –

gebündelte medizinische Kompetenz

unter einem Dach S. | 06


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JOSEPHS-HOSPITAL WARENDORF

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Josephs-Hospital Warendorf | Am Krankenhaus 2 | 48231 Warendorf


INHALT

Peter Goerdeler und Michael von Helden

„Wir entwickeln uns kontinuierlich

weiter für Sie.“

04 I IM INTERVIEW

Matthias Bahl und

Dr. Peter Schürmann

05 I JHW ERKLÄRT

EPU und Katheterablation

Liebe Leserin,

lieber Leser,

Patienten bestmöglich zu versorgen:

Diesem Ziel ordnen die vielen engagierten

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

des Josephs-Hospitals alles unter.

Wir sind da für die Menschen in der

Region und stehen Ihnen als vertrauensvoller

Gesundheitspartner zur Seite.

Damit das so bleibt, versuchen wir

die Klinik ständig weiterzuentwickeln.

In der Titelgeschichte ab Seite 6

präsentieren wir Ihnen den aktuellen

Stand bei zwei wichtigen Bausteinen

für die Zukunft. Das Gesundheitszentrum

II und die Erweiterung des

Zentrums für Endoskopie und Kardiologie

vereinen vielfältige medizinische

Kompetenzen unter einem Dach – und

ermöglichen Ihnen kurze Wege und

optimale Behandlungsmöglichkeiten.

Jedes Jahr erleiden mehr als 35.000

Menschen in Deutschland schwere,

oft lebensbedrohliche Verletzungen.

Umso wichtiger ist es, die Patienten

schnell und umfassend zu versorgen.

Die Abteilung für Orthopädie, Handund

Unfallchirurgie unter der Leitung

von Chefarzt Dr. Timm Schlummer

wurde vor Kurzem erstmals als regionales

Traumazentrum zertifiziert.

Damit erfüllt die Abteilung nachweislich

die höchsten Qualitätsstandards

bei der Behandlung schwerverletzter

Patienten. Wenn es also im Notfall

auf jede Minute ankommt, ist man im

Josephs-Hospital perfekt aufgehoben

(S. 10).

Liebe Leserin, lieber Leser, zum

Schluss möchten wir uns im Namen

aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

bei einem außergewöhnlichen

Menschen bedanken: Rainer Budde

stand dem JHW siebeneinhalb Jahre

als Kurator vor. Mit seiner offenen,

zupackenden Art, seinem Engagement

und Know-how hat er die erfolgreiche

Entwicklung maßgeblich mitgeprägt

und ein echtes Wir-Gefühl zwischen

dem JHW und den Bürgern in der

Region geschaffen. Nun gibt Rainer

Budde sein Ehrenamt als Kurator auf

und wir wünschen ihm für die Zukunft

alles erdenklich Gute und viel Gesundheit!

Die Nachfolge von Rainer Budde

tritt seine bisherige Stellvertreterin

Doris Kaiser an, die wir im Interview

auf Seite 9 zu ihren Zielen befragt

haben. Wir wünschen Ihnen viel

Spaß beim Lesen!

Ihr Peter Goerdeler

Ihr Michael von Helden

06 I NEUE ANBAUTEN

· Das Gesundheitszentrum II

und das Zentrum für Endoskopie

und Kardiologie

· Die neue Kuratorin Doris Kaiser

im Gespräch

10 I JHW INTERN

· Regionales Traumazentrum

· Krebsberatung

· Endometriose richtig behandeln

12 I FIT-TIPP

Zeit für Wildkräuter!

13 I MENSCH, SAG MAL

„Wie mögen Sie Ihren

Spargel am liebsten?“

14 I AUSLÄNDISCHE

PFLEGEKRÄFTE

Thao Nguyen macht eine Ausbildung

zur examinierten Pflegefachkraft

16 I JOB-CHECK

Fünf Vorurteile über Pflegeberufe

18 I IM GESPRÄCH MIT ...

Florian Brechtken

Stellvertretender Stationsleiter

der Intensivstation

19 I SCHLUSSENDLICH

· Wortfuchs-Gesundheitsrätsel

· Impressum

02


03


mensch joseph! IM INTERVIEW

„Wir wollen die Patienten

bestmöglich versorgen!“

Frischer Wind: Seit Januar arbeiten

Matthias Bahl als Leiter der Gefäßchirurgie

und Dr. Peter Schürmann

als Leiter des neuen Departments

Geriatrie im JHW. Wir haben die

Neuzugänge zu ihren Aufgaben und

Zielen befragt.

Haben viel vor: Matthias Bahl (links), Leiter der Gefäßchirurgie,

und Dr. Peter Schürmann, Leiter des neuen Departments Geriatrie

Herr Bahl, Herr Dr. Schürmann, wie gefällt es Ihnen

an Ihrer neuen Wirkungsstätte?

Matthias Bahl (MB): Ausgesprochen gut! Ich habe

sowohl von der Region als auch vom JHW einen sehr

positiven Eindruck gewonnen. Die Klinik ist hervorragend

aufgestellt und verbindet hohe medizinische Qualität mit

einer familiären Atmosphäre.

Dr. Peter Schürmann (PS): Die Kolleginnen und Kollegen

haben mir den Einstieg wirklich leicht gemacht, weil sie

mich sehr herzlich aufgenommen haben. Besonders erfreulich

finde ich das positive Echo auf die Geriatrie – schließlich

handelt es sich um ein neu gegründetes Department.

Was genau macht die Geriatrie?

PS: Die Geriatrie richtet sich an Patienten über 70 Jahre,

die unter mindestens zwei alterstypischen Erkrankungen

wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, kognitiven Defiziten,

Gangstörungen oder Osteoporose leiden. Ziel dieser

interdisziplinären Altersmedizin ist die Erhaltung bzw.

Wiederherstellung der größtmöglichen Selbstständigkeit

im höheren Alter.

Und mit welchen Erkrankungen beschäftigt sich die

Gefäßchirurgie, Herr Bahl?

MB: Wir befassen uns mit der konservativen und operativen

Behandlung arterieller und venöser Durchblutungsstörungen.

Dazu zählen beispielsweise die periphere arterielle

Verschlusskrankheit (pAVK, Anm. d. Red.), Venenthrombosen

und Krampfadern. Dabei decken wir ein breites Behandlungsspektrum

ab – von der Infusionstherapie über

schonende minimalinvasive Verfahren wie Stent-Implantationen

bis hin zur Bypass-Operation.

Was dürfen wir in Zukunft erwarten? Welche Ziele

stecken Sie sich?

MB: Ich möchte meinen Teil dazu beitragen, den Bereich

der Gefäßchirurgie weiter zu stärken und zu einer eigenständigen

Abteilung auszubauen. Wir sind bereits auf

einem guten Weg, den Patienten künftig das komplette

gefäßchirurgische Behandlungsspektrum anzubieten.

PS: Unser Ziel ist es, die Geriatrie fest in der Region zu

etablieren und eine hohe medizinische Versorgungsqualität

älterer Patienten zu gewährleisten. Ein wichtiger

Schritt ist dabei auch die Zertifizierung als Alterstraumazentrum,

die wir noch in diesem Jahr erhalten wollen.

Matthias Bahl

arbeitet als Leiter der Gefäßchirurgie.

Der 57-jährige Facharzt für Chirurgie,

Gefäßchirurgie, Phlebologie und endovaskuläre

Chirurgie ist seit 1993 gefäßchirurgisch

tätig. Zuletzt leitete er unter

anderem elf Jahre lang die gefäßchirurgische

Abteilung im St. Elisabeth

Hospital Iserlohn.

Dr. Peter Schürmann

ist seit Januar Leiter des neu gegründeten

Departments Geriatrie. Zuvor war

er acht Jahre – davon drei als Oberarzt –

in der Geriatrie am Evangelischen

Krankenhaus Johannisstift Münster. Der

39-Jährige ist Facharzt für Innere Medizin

mit der Zusatzqualifikation Geriatrie.


mensch joseph! JHW ERKLÄRT

SERIE:

FACH-

BEGRIFFE

ERKLÄRT

ELEKTROPHYSIOLOGISCHE

UNTERSUCHUNG (EPU)

UND KATHETER-

ABLATION

Tock, tock, tock – etwa 70-mal schlägt unser

Herz in der Minute, um alle Organe, Muskeln

und Zellen mit Blut zu versorgen. Manchmal

aber gerät der wichtigste Muskel des Körpers

aus dem Takt. Die Elektrophysiologische Untersuchung

(EPU) ermöglicht es, Herzrhythmusstörungen

genau zu beurteilen und zu lokalisieren.

In vielen Fällen kann die Herzrhythmusstörung

anschließend mithilfe einer Katheterablation

(Verödung) beseitigt werden.

Die EPU ist eine spezielle Herzkatheter-Untersuchung,

die elektrische Ströme aus dem Innern des Herzens aufzeichnet.

In der Regel schlägt die Stunde der EPU, wenn

ein vorhergehendes Elektrokardiogramm (EKG) oder Symptome

wie Herzrasen auf Herzrhythmusstörungen hinweisen.

Für die Untersuchung selbst legt der Kardiologe

einen Zugang über eine Leisten- oder Schlüsselbeinvene.

Anschließend schiebt er bis zu sechs Elektrodenkatheter

bis ins Herz vor, damit er die elektrischen Signale aufzeichnen

kann. Diese Messungen ermöglichen in vielen

Fällen eine genaue Diagnose der vorliegenden Herzrhythmusstörungen.

In manchen Fällen setzt der Kardiologe

mithilfe der Katheter zusätzliche elektrische Reize, um

versteckte Störungen erkennbar zu machen. Die Untersuchung

erfolgt in Teil- oder Vollnarkose. Eine EPU dient

oft als Vorbereitung auf eine sogenannte Katheterablation.

Was ist eine Katheterablation?

EPU und Katheterablation erfolgen in einem Eingriff. Bei

einigen Herzrhythmusstörungen wie supraventrikulären

Tachykardien ist eine Heilung durch eine einmalige

Ablationsbehandlung möglich. Bei der Katheterablation

von Vorhofflimmern kommen je nach Stadium der

Erkrankung mehrere Ablationen infrage. Bei der Ablation

gibt die Katheterspitze Hitze oder Kälte ab, mit

der krankhafte Leitungsbahnen und Erregungsherde

verödet werden. Die zwei bis drei Millimeter kleine

Verödung bleibt folgenlos und beeinträchtigt die Herzfunktion

in keiner Weise.

Ihr Kontakt:

Kardiologie,

Rhythmologie &

Angiologie

Tel.: 02581 20-1451

kar@jhwaf.de

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05


WIR BAUEN

AN DER

ZUKUNFT!

Modern, leistungsstark, patientennah: Das Josephs-Hospital ist der

Gesundheitsversorger Nummer eins in der Region – und setzt seinen

Wachstumskurs weiter fort. Wir stellen Ihnen zwei aktuelle

Bauprojekte vor, die beide nur einem Ziel dienen: Sie medizinisch

bestmöglich zu versorgen.


mensch joseph! NEUE ANBAUTEN

Auf dem Gelände des Josephs-Hospitals geht es

hoch her. Es wird geschweißt und gehämmert.

Bohrmaschinen und schwere Maschinen dröhnen.

Ein großer Kran kreist über den Köpfen der

Bauarbeiter und bringt weitere Materialien. Es sind

Bilder, die aufmerksamen Beobachtern bekannt

vorkommen. Kaum zwei Jahre ist es her, als der

Einzug in den Neubau erfolgte. 30 Millionen Euro

hatte die Klinik in die Hand genommen – für Medizintechnik,

eine neue zentrale Notaufnahme und

Intensivstation sowie hochwertig ausgestattete

Pflege- und Komfortstationen. Der Neubau war ein

großer Schritt zu einer der modernsten Kliniken in

der Region, aber noch lange nicht das Ende des

Weges. Aktuell herrscht auf gleich zwei Baustellen

rege Betriebsamkeit. Schon wieder wird gegraben,

gehämmert und gebohrt. Das Gesundheitszentrum II

sowie die Erweiterung des Zentrums für Endoskopie

und Kardiologie sollen im Josephs-Hospital

optimale Voraussetzungen für die Zukunft – und die

medizinische Versorgung der Patienten schaffen.

Das Gesundheitszentrum II

Der Beton wurde gegossen, das Fundament steht:

Der Bau des Gesundheitszentrums II soll das ambulante

Versorgungsangebot weiter stärken. Der erste

Spatenstich für die Großbaustelle auf der Rückseite

der Klinik erfolgte im Oktober 2021. Der aktuelle

Zeitplan sieht vor, das Gesundheitszentrum II 2024

zu eröffnen.

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07


mensch joseph! NEUE ANBAUTEN

„Wir wollen die Patienten ganzheitlich versorgen und die

medizinische Kompetenz an einem Standort bündeln“,

erklärt Vorstandsvorsitzender Peter Goerdeler.

Neun Arztpraxen mit 200 bis 350 Quadratmetern Nutzfläche,

zwei Intensivpflegestationen sowie eine Reha-Einrichtung

soll das dreigeschossige Gebäude beherbergen. Ein

ambulantes OP-Zentrum soll zudem die OP-Säle im JHW

entlasten und weitere Kapazitäten schaffen. „Das Gesundheitszentrum

II bildet die perfekte Ergänzung zu unserem

umfassenden Leistungsspektrum“, ist Peter Goerdeler

überzeugt. Für ein Alleinstellungsmerkmal in der Region

werde die bildgebende Diagnostik nach modernen Standards

sorgen. So ist es den Verantwortlichen gelungen, mit

dem MVZ Prof. Dr. Uhlenbrock und Partner einen führenden

Anbieter für Radiologie, Strahlentherapie und Nuklearmedizin

als Mieter zu gewinnen. Das Investitionsvolumen

für das Gesundheitszentrum II liegt bei insgesamt etwa

26 Millionen Euro. Möglich gemacht wird das Projekt unter

anderem durch die langfristige Zusammenarbeit mit

Investoren. Die finanziellen Risiken für das JHW halten sich

also in Grenzen. Die Vorteile für die Patienten wiederum

liegen auf der Hand: Sie können ein umfangreiches Gesundheitsangebot

nutzen und sparen sich Zeit und Wege.

„Das ist eine starke Investition für die Klinik, die Stadt und

die Region“, sagt Peter Goerdeler.

Fakten-Check: das

Gesundheitszentrum II

Baukosten: ca. 26 Millionen Euro (die

Finanzierung erfolgt über die Partnerschaft

mit verschiedenen Investoren)

Stockwerke: 3

Nutzfläche: 7.100 qm

Baubeginn: Oktober 2021

Bauende: 2024

Hier gibt’s was zu sehen!

Sie möchten wissen, wie es mit dem

Bau des Gesundheitszentrums II

vorangeht? Dann

werfen Sie doch

einen Blick auf

unseren Youtube-

Kanal!

Das Zentrum für Endoskopie und Kardiologie

Der Außenputz ist aufgetragen, das Dach gedeckt, nun geht es an den

Innenausbau. Sechs Millionen Euro investiert das JHW in die Erweiterung

des Zentrums für Endoskopie und Kardiologie – mit dem Ziel,

die kardiologische Versorgung der Bürgerinnen und Bürger weiter zu

verbessern. Die Erweiterung ist gleichbedeutend mit einer verbesserten

Aufteilung: Waren die Räume für Ultraschall- und Endoskopie-Untersuchungen

bis dato auf zwei Ebenen verteilt, führt der Anbau die beiden

Bereiche künftig zusammen.

„Wir optimieren damit die Vorbereitungs- und Untersuchungsprozesse

sowie die Überwachung der Patienten nach einer Untersuchung“, erklärt

Peter Goerdeler. Apropos Untersuchung: Das sprichwörtliche Herzstück

bildet das zweite Herzkatheterlabor, das für die Kardiologie den Aufbruch

in eine neue Ära markiert. Es ermöglicht dem Team um Chefarzt

Dr. Jürgen Biermann neben der bereits etablierten Notfallversorgung

zum Beispiel akuter Herzinfarkte auch die Durchführung Elektrophysiologischer

Untersuchungen (EPU). Dieses spezielle Verfahren schafft

ideale Voraussetzungen für eine hochwertige medizinische Versorgung

herzkranker Patienten. Die EPU kann Herzrhythmusstörungen genauestens

diagnostizieren. Auch eine sogenannte Ablation zur sofortigen

Behandlung wird im neuen Labor möglich sein (mehr zur EPU und Ablation

lesen Sie auf S. 5). „Mit der Erweiterung optimieren und sichern

wir die kardiologische und internistische Versorgung der Menschen in

der Region“, sagt Peter Goerdeler. Schließlich soll der Anbau schon im

Herbst 2022 fertiggestellt sein. Und es wird sicher nicht das letzte Mal

gewesen sein, dass im und am JHW an der Zukunft gebaut wird …

Fakten-Check: der Anbau des Zentrums

für Endoskopie und Kardiologie

Baukosten: ca. sechs Millionen Euro

Stockwerke: 1

Zusätzliche Nutzfläche: 400 qm

Baubeginn: September 2021

Bauende: Herbst 2022


mensch joseph! INTERVIEW

„Es ist immer

alles im Fluss!“

Wie heißt es noch gleich? Man soll aufhören,

wenn es am schönsten ist. Am 1. März hat

Rainer Budde sein Ehrenamt als Kurator des

Josephs-Hospitals aufgegeben. Die Nachfolge

tritt seine bisherige Stellvertreterin an: Doris

Kaiser. Wir haben die neue Kuratorin zu ihren

Zielen befragt.

Frau Kaiser, siebeneinhalb Jahre haben Sie

zusammen mit Rainer Budde die Geschicke

des JHW geleitet. Wie haben Sie ihn in dieser

Zeit kennengelernt?

Doris Kaiser: Als einen außergewöhnlichen Menschen

mit einer sympathischen, offenen und ehrlichen Art.

Herr Budde hat maßgeblich zur bemerkenswerten

Entwicklung der Klinik beigetragen. Ich möchte mich

bei ihm ausdrücklich für die erfolgreiche und vertrauensvolle

Zusammenarbeit bedanken und wünsche ihm

für die Zukunft alles Gute!

Sie haben die positive Entwicklung der

Klinik angesprochen. Was waren die

größten Meilensteine der letzten Jahre?

Wir haben das Leistungsspektrum kontinuierlich weiterentwickelt,

indem wir zusätzliche Fachbereiche geschaffen

und neue Ärzte hinzugewonnen haben. Dank der

Stroke Unit können wir Schlaganfall-Patienten schnell und

umfassend behandeln. Ein weiterer bedeutender Schritt

war der Neubau, der eine optimale Patientenversorgung

gewährleistet. Jede weitere Entwicklung hat dazu geführt,

dass die Menschen sich wieder mit „ihrem“ JHW

identifizieren. Dieses echte Wir-Gefühl bestärkt mich

darin, den Kontakt zu den Mitarbeitern und Patienten

weiterhin zu suchen und zu pflegen.

Was ging Ihnen durch den Kopf, als der Kuratoriumsvorsitz

an Sie herangetragen wurde?

Ich habe es als eine große Wertschätzung und Anerkennung

meiner Arbeit empfunden. Das Amt ist eine

Herzensangelegenheit für mich, die mit einer großen

Verantwortung und Verpflichtung einhergeht. Die einstimmige

Wahl der Kuratoriumsmitglieder hat mich zusätzlich

Doris Kaiser ist die neue Kuratoriumsvorsitzende

des Josephs-Hospitals.

bestärkt. Ich freue mich und bin mir sicher, wir führen die

fruchtbare Zusammenarbeit fort – es gibt schließlich noch

viel zu tun!

Welche Ziele nehmen Sie für die Zukunft

in den Blick?

Wir werden die medizinische Kompetenz weiter stärken –

zum Beispiel durch den Bau des Gesundheitszentrums II

und die Erweiterung des Zentrums für Kardiologie und Endoskopie.

Es geht darum, klare und realistische Visionen

zu entwickeln und das JHW als wichtigen Gesundheitspartner

im Städtedreieck Münster-Osnabrück-Bielefeld zu

etablieren. Es ist immer alles im Fluss!

Gibt es schon einen neuen Stellvertreter?

Wir haben noch nicht entschieden, wer stellvertretender

Kuratoriumsvorsitzender wird, befinden uns aber in aussichtsreichen

Gesprächen. Sicher ist: Es wird eine Person

aus dem Kreis Warendorf, mit einer starken Verbundenheit

zur Region. Darauf können sich die Bürgerinnen und

Bürger verlassen!

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mensch joseph! JHW INTERN

Wir sind regionales

Traumazentrum!

Beratung für

Krebskranke

und Angehörige

Zuhause, auf der Arbeit, im Straßenverkehr oder beim Sport: 8,5 Millionen

Menschen verunglücken Jahr für Jahr in Deutschland. Oft kommt es dabei zu

schweren Verletzungen, die eine schnelle und kompetente Erstversorgung

erfordern. Das Josephs-Hospital wurde nun erstmals und als einzige Klinik im

Kreis als regionales Traumazentrum zertifiziert. Das heißt, auch Patienten mit

schwersten Verletzungen können jetzt optimal vor Ort versorgt werden. Gerade

in Notfällen, wenn es auf jede Minute ankommt, kann diese Zeitersparnis

lebensrettend sein.

„Wir sind das Unfallkrankenhaus des Kreises“ , freut sich Vorstandsvorsitzender

Peter Goerdeler. Das regionale Traumazentrum erfüllt damit die strengen

Qualitätskriterien der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), einem

unabhängigen Netzwerk, das dem interdisziplinären Ärzte- und Pflegeteam

Kommt jeden zweiten Montag ins JHW:

Krebsberaterin Silke Hamann

Notfallversorgung Hand in Hand: Bei einer Schockraum-Simulation hat das Team aus

Rettungsdienst und Zentraler Notaufnahme eindrucksvoll gezeigt, wie eine optimale

Versorgung von Schwerstverletzten abläuft.

höchste Prozess- und Behandlungsqualität bescheinigte. Kommen schwerverletzte

Patienten mit dem Rettungsdienst in der Klinik an, stehen verschiedene

Fachabteilungen wie die Unfallchirurgie, Viszeralchirurgie, Anästhesie und Radiologie

im Schockraum bereit, um eine zeitnahe und umfassende Versorgung

sicherzustellen. Diese enge Zusammenarbeit erfahrener Kräfte ist entscheidend,

weil sie die Weichen für den weiteren Behandlungserfolg stellt. „Die

Zertifizierung ist für die Klinik, den Rettungsdienst und die Menschen in der

Region ein Meilenstein“, sagt Dr. Timm Schlummer, Chefarzt der Abteilung für

Orthopädie, Hand- und Unfallchirurgie.

Die Diagnose Krebs kann Erkrankte und Angehörige

in schwere Krisen stürzen. Gefühle der

Angst und Überforderung treten an die Stelle

von Vertrauen und Unsicherheit. In diesen Zeiten

hilft es, professionelle Unterstützung zu

Rate zu ziehen. Krebsberaterin Silke Hamann

kommt jeden zweiten Montagvormittag ins

JHW, um krebskranke Patienten, Angehörige

und Freunde kostenlos und vertraulich zu

beraten. Die Diplom-Sozialpädagogin arbeitet

für die Krebsberatungsstelle des Tumor-Netzwerks

im Münsterland und begleitet die

Betroffenen bei der Verarbeitung der Erkrankung.

Ganz gleich, ob Einzelgespräche, Paargespräche

oder Entspannungsübungen: Silke

Hamann gibt Erkrankten, Familie und Freunden

in allen Phasen Hilfestellungen, um das

seelische Gleichgewicht wiederzufinden. Weil

nur etwa 30 Prozent aller Ratsuchenden

männlich sind, ist die Krebsberatungsstelle

zudem Teil des „WAG-ES!“-Projektes. Ziel

des Konzepts ist es, Männern mögliche Zweifel

zu nehmen und Wege in die ambulante Krebsberatung

aufzuzeigen. Mehr Informationen

dazu gibt es unter gutgegenkopfkino.de.

Die Sprechzeiten der Krebsberaterin Silke

Hamann sind alle zwei Wochen, immer montagvormittags.

Bei Interesse können Sie gern unter

der Telefonnummer 0251/62562010 einen Termin

vereinbaren.


mensch joseph! JHW INTERN

ENDOMETRIOSE

ERKENNEN UND ZIELGERICHTET BEHANDELN!

Starke Schmerzen während der Periode, beim Geschlechtsverkehr

oder Wasserlassen, ein unerfüllter Kinderwunsch: Etwa

zehn bis 15 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter leiden

unter der Unterleibserkrankung Endometriose. Im zertifizierten

Endometriosezentrum des JHW sind Betroffene richtig aufgehoben.

„Bei Endometriose handelt es sich um eine hormonell

getriggerte Erkrankung, die zu Absiedlungen und Begleitentzündungen

an Eierstöcken, Darm und Bauchfell

führt“ , sagt Anabel Frye. Oft aber bleibt die Erkrankung

lange Zeit unentdeckt. Viele Frauen suchen erst ärztlichen

Rat, wenn die Schmerzen kaum noch auszuhalten

sind oder sie keine Erklärung finden, warum sie auf

natürlichem Weg nicht schwanger werden. „Die Diagnose

setzt eine ausführliche Anamnese voraus“, erklärt

die Oberärztin in der Gynäkologie und Koordinatorin

des Endometriosezentrums. Eine Ultraschalluntersuchung

kann den Verdacht bestätigen. Für Klarheit sorgt

häufig auch eine diagnostische Bauchspiegelung, bei

der erkannte Herde oft entfernt werden können.

Zertifiziertes Endometriosezentrum

„Endometrioseherde sind der Gebärmutterschleimhautähnliche

Zellen, die sowohl oberflächlich das Bauchfell

betreffen als auch tief in das umliegende Gewebe infiltrieren

und somit starke Schmerzen auslösen können“

, erklärt Anabel Frye. Umso wichtiger sind eine

zielgerichtete Diagnose und Therapie, wie es sie im

Josephs-Hospital gibt. Als zertifiziertes klinisches

Endometriosezentrum erfüllt das eingespielte Team

nachweislich die höchsten Ansprüche in der Qualität der

Operationen, internen Organisationsstruktur und Sicherheit

der Patientinnen. Hervorgehoben haben die

externen Prüfer die interdisziplinäre Zusammenarbeit

mit verschiedenen Fachrichtungen wie der Urologie,

Chirurgie, Radiologie, Schmerztherapie und Physiotherapie.

„Dieser ganzheitliche Ansatz ermöglicht eine

individuell zugeschnittene Diagnostik und Behandlung“,

sagt die Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe.

Operationen erfolgen grundsätzlich minimalinvasiv, also

mit kleinen Schnitten und ohne große Narben. In einigen

Fällen ist auch eine medikamentöse Behandlung

möglich oder notwendig.

Individuelle Patientenbetreuung

Besondere Aufmerksamkeit schenkt das Endometriosezentrum

der psychischen Belastung der Betroffenen.

Anabel Frye führt die Sprechstunden hauptsächlich

selbst durch und nimmt sich viel Zeit für die Frauen.

„Wir pflegen eine intensive Beziehung zu den Patientinnen,

weil wir ihre Sorgen und Nöte verstehen und sie

individuell in den Blick nehmen.“ Zu diesem individuellen

Therapieansatz zählt auch die enge Zusammenarbeit

mit niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen,

die eine umfassende Nachsorge sicherstellen. „Endometriose

ist zwar derzeit noch nicht heilbar – wir können

die Beschwerden und Symptome aber langfristig

deutlich reduzieren“, versichert die Oberärztin.

Ihr Kontakt:

Gynäkologie

Tel.: 02581 20 1501

Fax: 02581 20 1502

gyn@jhwaf.de

Anabel Frye,

Oberärztin in der

Gynäkologie und

Koordinatorin des

Endometriosezentrums

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mensch joseph! FIT-TIPP

Frühlingszeit ist

Wildkräuterzeit!

Wilde Rauke? Pimpinelle? Bärlauch? Wildkräuter landen oft auf dem Komposthaufen,

dabei stecken sie in Wahrheit voller Superfood-Power. Wir stellen

Ihnen drei wertvolle Vitamin- und Energiespender vor, die einen Platz auf

Ihrem Esstisch verdienen – und einen gesunden Frühling einläuten.

Pimpinelle: der kleine Wiesenknopf

Die beinahe in Vergessenheit geratene Pimpinelle –

auch kleiner Wiesenknopf genannt – verleiht Gerichten

den Frische-Kick. Ihre jungen Blätter und zarten

Triebspitzen verfeinern diverse Soßen, Eierspeisen

oder auch Suppen. Aufgrund ihres hohen Gehalts an

Vitamin C, Gerbstoffen und ätherischen Ölen kann

die Pimpinelle gegen Entzündungen im Mundraum,

Sodbrennen, Durchfall und Husten helfen.

Wilde Rauke alias Rucola

Hinter der wilden Rauke versteckt sich eine Pflanze,

die wir fast alle kennen: Rucola. Ihre Blätter kommen

vor allem für Salate auf den Teller, denn frisch haben

sie einen nussig-intensiven Geschmack. Der gesunde

Frühlingsbote punktet als Quelle für Eisen, Kalzium

und Kalium, Vitamin C und A. Senföle sorgen für den

leicht scharfen Geschmack und unterstützen die entzündungshemmende

und antibakterielle Wirkung.

Bärlauch bzw. Hexenknofel

Zu den bekanntesten heimischen Pflanzen zählt der

Bärlauch. Besonders im Frühjahr erlebt er seine Blütezeit

und rundet Pestos, Aufstriche, Soßen und Salate

perfekt mit seiner aromatischen Knoblauchnote ab.

Etwa 75 mg Vitamin C pro 50 Gramm sowie reichlich

Eisen und Magnesium machen frischen Bärlauch zum

Immunbooster, der zudem die Hautgesundheit fördert

und den Blutdruck senkt.

Rezept

Bärlauch-Rucola-Salat

Zutaten:

• 100 g Bärlauch

• 150 g Rucola

• 1 Möhre

• 1 Bund Radieschen

• Zwiebel(n)

• 100 g Käse (Hartkäse

oder Bergkäse)

• 4 EL Sesam

• 150 ml saure Sahne

• 100 ml Milch

• 1 Zitrone (Saft)

• Salz und Pfeffer

• Paprikapulver,

rosenscharf

Zubereitung:

Saure Sahne und Milch mit dem Saft der Zitrone vermengen

und mit Pfeffer, Salz sowie Paprikapulver abrunden. Bärlauch

und Rucola waschen und in mundgerechte Stücke rupfen. Die

Möhre schälen und grob raspeln. Die Radieschen waschen und

in dünne Scheiben schneiden, die Zwiebel in feine Ringe hacken.

Den Käse würfeln und zusammen mit dem Dressing auf dem

Salat anrichten. Sesamsamen in einer Pfanne leicht anrösten

und den Salat verfeinern.


mensch joseph! MENSCH, SAG MAL

„Ich esse Spargel gerne klassisch, zusammen

mit Schnitzel und einer leckeren Sauce Hollandaise.

Auch Bratkartoffeln und eine Scheibe Schinken

dürfen meiner Meinung nach nicht fehlen. Das

schmeckt einfach herrlich!“

Peer Schürmann, Hamm

„Ehrlich gesagt mag ich Spargel nicht

so gerne, weil mir die Konsistenz nicht

gefällt. Wenn ich doch nicht umhinkomme,

Spargel zu essen, esse ich

ihn am liebsten mit einem schönen

Schnitzel oder Kochschinken.“

Phil Büscher, Warendorf

Endlich wieder Spargelzeit!

Sehnsüchtig warten Feinschmecker

auf das königliche Gemüse. Wie aber schmeckt

das edle Gewächs am besten? Mit Kartoffeln und

Schinken? Mit Sauce Hollandaise?

„Bei uns kommt Spargel in allen möglichen

Variationen auf den Tisch: mit Schnitzel, Sauce

Hollandaise, Pellkartoffeln, Knoblauch, Kräutern,

aber auch als Spargelcremesuppe. Besonders

lecker schmeckt mir Spargel zu gegrilltem

Heilbutt oder Wels aus dem Backofen.“

Margareta Röttger, Warendorf

„WIE MÖGEN SIE

IHREN SPARGEL AM

LIEBSTEN?“

Wir haben

nachgefragt.

„Salzkartoffeln und Kochschinken

gehören für uns auf jeden Fall dazu! Wir

erhitzen aber auch gern etwas Olivenöl,

bevor wir den Spargel zusammen mit

Rührei in die Pfanne geben und leicht

anbraten. Das ist echt lecker!“

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Paula und Charlotte, Warendorf


mensch joseph! AUSLÄNDISCHE PFLEGEKRÄFTE

AUS DER

WELT

nach Warendorf

„Ich lebe in einer WG in Warendorf“, erzählt Thao Nguyen in fast akzentfreiem Deutsch.

Die Betonung der Wörter sei anders als in ihrer Heimatsprache, sie lerne aber Tag für Tag

dazu. Thao ist Auszubildende zur examinierten Pflegefachkraft – und vor einem Jahr aus

Vietnam nach Deutschland gekommen.

Die Integrationsbeauftrage Daniela Wefering (Mitte) und die ausländischen Pflege-Azubis Thah Truong,

Carine Freeman, Thao Nguyen und Duong Nguyen (v.l.)


mensch joseph! AUSLÄNDISCHE PFLEGEKRÄFTE

Einmal in der Woche

bekommen die angehenden

Pflegekräfte

Deutschunterricht von

Jochen Munsberg.

Der Fachkräftemangel in der Pflege ist allgegenwärtig

und macht auch vor dem Josephs-Hospital

nicht halt. Um dem Personalnotstand entgegenzuwirken,

setzt die Klinik auf drei Säulen: die

langfristige Bindung und Ausbildung eigener

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Akquise

neuer – auch ausländischer – Kräfte. Thao

Nguyen ist 22 Jahre alt und lebt in der wohl

internationalsten WG Warendorfs: Die acht

Bewohnerinnen und Bewohner kommen aus

Vietnam, Pakistan und Togo und haben alle ein

Ziel: als examinierte Pflegefachkraft im JHW zu

arbeiten. Thao hat ihre Ausbildung am 1. Oktober

2021 begonnen, etwa ein halbes Jahr, nachdem

sie in Deutschland ankam. Dazwischen lagen unter

anderem 400 Unterrichtsstunden und ein

erfolgreich bestandenes Sprachzertifikat der

Stufe B2. Bevor ausländische Pflegefachkräfte

eine Ausbildung beginnen dürfen, müssen sie

nämlich sprachliche Grundvoraussetzungen

erfüllen. Das ist aber nicht alles. Auch erforderliche

Fachkenntnisse müssen im Zuge einer

mündlichen und sprachlichen Prüfung nachgewiesen

werden.

Gut angekommen in der neuen Heimat

Thao hat alle Prüfungen erfolgreich gemeistert.

Inzwischen steckt die 22-Jährige mitten in der

Ausbildung zur examinierten Pflegefachkraft.

Sie lernt, die individuelle Situation des Patienten

einzuschätzen und zu planen. Die Schritte

des Pflegeprozesses orientieren sich dabei an

den Problemen, Fähigkeiten und Ressourcen

des Pflegebedürftigen. Dazu zählen die Pflegeanamnese,

die Körperpflege wie Waschen,

Duschen und Toilettengänge und das Wechseln

von Verbänden, Wundversorgung, das Messen

von Blutdruck, Körpertemperatur, Puls und Atmung

sowie die Dokumentation der Arbeitsabläufe.

„Ich bin ein sehr fürsorglicher Mensch

und freue mich, anderen helfen zu können.

Deswegen habe ich mich für einen Beruf in

der Pflege entschieden“, erzählt Thao. Den theoretischen

und praktischen Unterricht bekommt

sie an der Zentralen Akademie für Berufe im

Gesundheitswesen in Gütersloh, die praktische

Ausbildung absolviert sie im JHW. „Es gefällt

mir hier. Die Klinik und die Stadt sind schön familiär,

sodass ich mich gut eingewöhnen kann.

Auch die Menschen sind nett und für einen da,

wenn man Hilfe braucht.“

Integration durch

individuelle Betreuung

Ein fremdes Land, neue Lebensumstände, die

vielen bürokratischen Hürden: Die Herausforderungen

für die internationalen Nachwuchskräfte

sind nicht gerade klein. Das weiß auch Daniela

Wefering. Die Integrationsbeauftragte versucht,

den Neuankömmlingen den Start so leicht wie

möglich zu machen. „Wir setzen auf eine engmaschige

Betreuung, um die ausländischen

Pflegefachkräfte fachlich und persönlich zu integrieren“,

sagt sie. Zusammen mit engagierten

Kolleginnen und Kollegen hilft sie den jungen

Menschen, die kleinen und großen Probleme

des Alltags aus dem Weg zu räumen. „Die

Motivation und Lernbereitschaft der Auszubildenden

ist enorm hoch“, freut sich Daniela Wefering.

Im Herbst bekommen die ausländischen

Pflegefachkräfte zusätzliche Verstärkung aus

Kolumbien und den Philippinen. „Die positiven

Erfahrungen bestärken uns als buntes Krankenhaus“,

freut sich die Integrationsbeauftragte.

Ziel ist es, die Neuzugänge in naher Zukunft

schon als vollwertige Pflegefachkräfte auf den

Stationen einzusetzen.

Thao hat weiterhin einmal in der Woche

Deutschunterricht, immer mittwochs, immer

zwei Stunden. Heute stehen typische Redewendungen

auf dem Plan. „Viele Köche verderben

den Brei“, sprechen die Schüler dem

Lehrer nach und lachen.

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mensch joseph! JOB-CHECK

WAHR ODER FALSCH?

FÜNF KLISCHEES

ÜBER PFLEGEBERUFE

Insbesondere zu den Hochzeiten der

Corona-Pandemie stand die Pflege im

Fokus der Öffentlichkeit. Leider aber

gehen immer noch viele Vorstellungen

über das Berufsbild an der Realität

vorbei. Für die Reihe „Job-Check“

überprüfen wir fünf gängige Vorurteile

auf ihren Wahrheitsgehalt.


mensch joseph! JOB-CHECK

SERIE:

JOB-CHECK

1. Vorurteil: Pflegekräfte verdienen schlecht

Das Klischee, in der Pflege werde nicht gut bezahlt, ist

hartnäckig. Dabei ist das Gegenteil der Fall. „Eine Ausbildung

in der Pflege zählt zu den bestbezahlten in Deutschland“,

sagt Sigrid Krause, Pflegedirektorin im JHW. Auszubildende

bekommen im ersten Jahr etwa 1.190 Euro

monatlich. In tarifgebundenen Kliniken wie dem JHW

liegt das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung bei 2.932

Euro brutto im Monat – ohne die allgemeine Pflegezulage,

Schicht- und Wochenenddienste, die das Gehalt weiter

steigen lassen. „Außerdem erhöht sich der Verdienst

mit der Anzahl der Berufsjahre sowie möglichen Fach- und

Weiterbildungen.“ Darüber hinaus haben Pflegekräfte Anspruch

auf 30 Tage Urlaub und einen Ausgleich für Schichtund

Wochenendarbeit.

2. Vorurteil: Die Pflege bietet

keine beruflichen Perspektiven

Karriere machen? Kontinuierlich weiterentwickeln?

In der Pflege ist beides möglich. „Es gibt kaum eine

Branche mit so vielen Chancen zur persönlichen und

beruflichen Weiterentwicklung“, sagen die beiden Praxisanleiter

Anke Hünding und Björn Zahl. Die Weiterund

Fortbildungsangebote ermöglichen Pflegekräften

attraktive Spezialisierungen und vielfältige Perspektiven.

Wer möchte, kann beispielsweise einen Weg zur

Stationsleitung, Praxisanleitung oder Intensivfachkraft

einschlagen – oder einen der diversen Studiengänge

anschließen. „Wir haben das Budget für interne Weiterbildungen

in den letzten Jahren deutlich erhöht und

schauen gemeinsam, wie wir persönliche Stärken fördern

können“, erklärt Sigrid Krause. Ein weiterer Pluspunkt:

Pflegekräfte werden überall gesucht – und bewegen

sich in einem krisensicheren Arbeitsumfeld.

3. Vorurteil: Die Belastung ist

so hoch wie nirgendwo sonst

Klar ist: Die Arbeit in der Pflege ist erfüllend, aber auch

körperlich und psychisch belastend. Hinzu kommt die

besondere Verantwortung im Umgang mit den Patienten

und Angehörigen. „Dank verschiedener Maßnahmen

sorgen wir aber für Entlastung“, sagt Sigrid Krause. Ein

zentraler Baustein ist die Schaffung zahlreicher neuer

Berufsgruppen. So helfen beispielsweise Stationssekretärinnen

den Pflegenden bei administrativen Aufgaben.

Mitarbeiter im Hol- und Bringdienst wiederum begleiten

die Patienten zu verschiedenen Untersuchungen und Versorgungsassistenten

bestellen und sortieren notwendige

Arznei- und Hilfsmittel. „Diese Maßnahmen haben die Situation

entspannt und sorgen dafür, dass die Pflegekräfte

wieder mehr Zeit finden für die Patienten.“

4. Vorurteil: In der Pflege muss

man ständig einspringen

Dienst ist Dienst – und frei ist frei: So lautet das Ziel des

mehrstufigen Konzepts im JHW. Führen zum Beispiel

Erkrankungen zu Personalausfällen, versucht man diese

mithilfe einer intelligenten Dienstplangestaltung und eines

speziell eingerichteten Springerpools auszugleichen

und auf mehreren Schultern zu verteilen. „Es geht darum,

einen verlässlichen Dienstplan zu schaffen, sodass Mitarbeiter

mit einem freien Tag nicht kurzfristig einspringen

müssen“, sagt die Pflegedirektorin. Flexible Arbeitszeitmodelle

ermöglichen zudem die Rücksichtnahme auf

die individuellen Lebensumstände der Mitarbeiter, damit

diese Privat- und Berufsleben optimal miteinander

verbinden können.

5. Vorurteil: Pflegen kann doch jeder

„Es ist der einzige Beruf, bei dem man Menschenleben

von der Geburt an bis zum Tod begleitet“, sagt Björn Zahl.

Die verantwortungsvollen und abwechslungsreichen

Aufgaben umfassen eine hohe pflegerische und medizinische

Kompetenz, aber auch enorm viel Empathie und

Einfühlungsvermögen. „Pflegende haben oft den engsten

Draht zu den Patienten und Angehörigen“, erklärt Anke

Hünding. Hinzu kommen unter anderem eine ausführliche

Anamnese, die Organisation des Pflegeprozesses sowie

die Sicherung der Qualität der Pflege. „Es ist längst überholt,

die Pflege auf reine Hilfstätigkeiten zu reduzieren.

Es ist ein anspruchsvolles Berufsfeld, das enorm viele

Fähigkeiten und tiefes Fachwissen voraussetzt“, meinen

die beiden Praxisanleiter.

Pflegedirektorin Sigrid Krause (Mitte) und die beiden

Praxisanleiter Björn Zahl und Anke Hünding

Ihr Kontakt:

Pflegedirektion

Tel.: 02581 20-1050

Fax: 02581 20-1052

Mail: s.krause@jhwaf.de

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mensch joseph! IM GESPRÄCH MIT ...

IM GESPRÄCH MIT ...

Ein Brechtken, zwei Brechtkens, drei Brechtkens:

Florian Brechtken arbeitet seit 2015 im Josephs-

Hospital – und setzt damit eine Familientradition

fort. Wir haben mit dem stellvertretenden Stationsleiter

der Intensivstation über Heimatverbundenheit

und eine besondere Arbeitsatmosphäre gesprochen.

Florian Brechtken

Herr Brechtken, Sie sind nicht der einzige Brechtken

im JHW: Ihr Vater Heiner ist stellvertretender

Pflegedirektor, Ihre Mutter Elisabeth arbeitet in

der Personalabteilung. Hand aufs Herz: Wie oft

wird in Ihrer Familie die Arbeit zum Thema?

❱ Florian Brechtken: Nicht so oft, wie Sie vielleicht denken

(lacht). Klar, der kurze Dienstweg hat Vorteile, wenn man

die eine oder andere Frage hat. Wir bekommen es aber

gut hin, Privates und Berufliches voneinander zu trennen.

Und es heißt ja auch, man soll die Arbeit nicht mit nach

Hause nehmen, oder? (lacht)

Sie kennen die Klinik seit Kindesbeinen.

War es immer Ihr Ziel, hier zu arbeiten?

❱ Ja, das kann man so sagen. Meine Eltern arbeiten seit

vielen Jahren im Josephs-Hospital, sodass mir die Klinik

schon immer sehr vertraut war. Außerdem lebe ich

in Warendorf und finde es schön, meiner Heimat etwas

zurückzugeben, indem ich mich um schwerstkranke Patienten

kümmere.

Was macht das JHW in Ihren Augen so einzigartig?

❱ Ganz klar die familiäre Atmosphäre – auch wenn das

in meinem Fall doppeldeutig ist (lacht). Es herrscht eine

starke persönliche Nähe zu den Patienten. Zudem sind

viele Kolleginnen und Kollegen im Laufe der Zeit zu echten

Freunden geworden.

Sie sind ausgebildeter Anästhesie- und Intensivpfleger

– und stecken mitten in der Weiterbildung

zur Stationsleitung. Was macht für Sie den Reiz

der Intensivpflege aus?

❱ Die hohe Verantwortung und der enge Kontakt zu den

Patienten und Angehörigen. Wir bewegen uns in einem

anspruchsvollen Aufgabenfeld, das menschliches Einfühlungsvermögen

genauso erfordert wie technisches

Know-how. Auch das vertrauensvolle Miteinander mit den

Ärztinnen und Ärzten macht mir viel Spaß.

Wie dürfen wir uns den Arbeitsalltag als

stellvertretende Stationsleitung vorstellen?

❱ Als abwechslungsreich und vielfältig! Zu meinen

Aufgaben gehören unter anderem die Organisation und

Dokumentation, die Erstellung der Dienstpläne sowie die

Personalführung und -entwicklung. Das wichtigste Ziel

ist es, die Patienten bestmöglich zu versorgen – und

reibungslose Abläufe und ein positives Arbeitsumfeld

bilden dafür wichtige Voraussetzungen.

Ihre Heimatverbundenheit spiegelt sich sicher auch

in Ihrem Privatleben wider, oder?

❱ Auf jeden Fall! Familie und Freunde spielen eine wichtige

Rolle in meinem Leben. Zum Glück wohnt der Großteil

meines Bekanntenkreises auch in dieser Ecke. Darüber

hinaus engagiere ich mich in der Freiwilligen Feuerwehr

der Stadt Warendorf. Ich fühle mich hier einfach wohl!


WORTFUCHS

Stellen Sie Ihr Allgemeinwissen auf die Probe, finden Sie das

gesuchte Wort und schicken Sie uns die Lösung unter dem

Kennwort „Wortfuchs“ per E-Mail an menschjoseph@jhwaf.de

oder postalisch an das Josephs-Hospital, Am Krankenhaus 2,

48231 Warendorf (Namen und Anschrift nicht vergessen!).

Einfach Lösung einsenden und eine von fünf 10er-Karten Erwachsene

für das Freibad Warendorf gewinnen. Einsendeschluss ist der

15. Juli 2022.

LÖSUNGSWORT der letzten Ausgabe: LYSETHERAPIE

Die drei Gewinner eines 50-Euro-Gutscheins für das Modehaus

Ebbers heißen K. Grube aus Versmold, P. Rößmann aus Sassenberg

und A. Gerlach aus Warendorf.

mensch joseph! SCHLUSSENDLICH

Breuelweg, 48231 Warendorf

LÖSUNG EINSENDEN

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ERWACHSENE FÜR DAS

FREIBAD WARENDORF

GEWINNEN!

Leibeigener

einen

Heilurlaub

machen

Kfz-Z.

Landkreis

Rostock

Vorliebe;

Schwäche

(franz.)

König

von

Sparta

Arzt

(ugs.)

seitliche

Teile der

Bauchwand

Anhänglichkeit,

Loyalität

Polster-,

Ruhemöbel

altrömische

Monatstage

11

Schlechtwetterzone

keltischer

Priester

Kanton

der

Schweiz

16

nagender

Kummer

Gesichtsfarbe

Heilpflanze,

Flachs

rollen,

kullern

üben,

einstudieren

Teil des

Verdauungstraktes

Schluss

Kind e.

Mehrlingsgeburt

Sekret

absonderndes

Organ

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17

13

15 Handlung

6

Holzblasinstrument

weltweites

Computernetzwerk

schlangenförmiger

Fisch

vorderer

Halsteil

geöffnet,

offen

(ugs.)

Fanggerät

Spaßmacher

eines

Fürsten

Muse der

Liebes-

5 Elen

dichtung

12

fettende

Heilanwendung

17

ganz,

vollständig

Gebetsschlusswort

Körperteil

1

Stadt in

Nordholland

Regenbogenhaut

des

Auges

Sumpf-,

Kranich-

3

vogel

hirsch

8

nordamerik.

Wapiti-

nordischer

Hirsch,

chirurgischer

Wundverschluss

Rocksängerin:

... Turner

Körperglied

griechischer

Buchstabe

Katzenschrei

Stille;

Erholung

Fibel,

Schmuckspange

eine der

Musen

heilender

Pflanzenaufguss

Gnadenmittel,

heilige

Gliederreißen

Universum

Vorname

der Taylor

(Kurz-

7 (engl.)

2 form)

4

den

Mund

betref-

14 fend

9

Wahl-,

Leitspruch

sauber,

unbeschmutzt

instrumentales

Musikstück

Kunstflugfigur

Aristokratie

10

Fissur,

Schrunde

Teilnahmeberechtigt sind alle Personen ab 18 Jahren. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, die Gewinnerin oder der Gewinner werden

schriftlich oder telefonisch benachrichtigt. Alle persönlichen Daten werden von uns nur für die Durchführung des Gewinnspiels erhoben.

Teilnehmende erklären sich einverstanden, dass ihr Name im Gewinnfall in der mensch joseph! veröffentlicht wird.

römischer

Sonnengott

chemisches

Zeichen

für Titan

echt;

ehrlich

Geliebte

des Zeus

fast,

beinahe

IMPRESSUM

Herausgeber:

Josephs-Hospital Warendorf

Am Krankenhaus 2

48231 Warendorf

Telefon: 02581 20-0

Telefax: 02581 20-1003

info@jhwaf.de

www.jhwaf.de

Verantwortlich für den Inhalt:

Tobias Christof Dierker

Marketing & Kommunikation

Konzept, Redaktion und Design:

KIRCHNER Kommunikation

und Marketing GmbH

www.kirchner-kum.de

Bildnachweise:

Manuela Mertens (S. 10)

Tobias Christof Dierker (S. 3)

Kai Senf (S. 1, 3, 4, 6-9, 11, 13,

14-15, 16-17, 18, 20)

Krebsberatungsstelle (S. 10)

iStockphoto (S. 12)

freepik (S. 2, 5)

In unseren Texten

verwenden wir häufig

die männliche Form – für

einen besseren Lesefluss.

Wir meinen natürlich

immer alle Menschen

des weiblichen, männlichen

oder nicht binären

Geschlechts.

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Ihre Meinung zählt!

Wie fanden Sie unsere aktuelle Ausgabe?

Wir sind dankbar für Kritik, Lob

und Anregungen – schreiben Sie uns

einfach eine E-Mail an

menschjoseph@jhwaf.de

Wir freuen uns, Sie schon bald wieder

mit spannenden Gesundheitsthemen

aus dem Josephs-Hospital Warendorf

informieren zu dürfen: Die nächste

Ausgabe erscheint im August 2022.

Kontakt: Josephs-Hospital Warendorf

Am Krankenhaus 2 · 48231 Warendorf · Tel.: 02581 20-0 · Fax: 02581 20-1003

E-Mail: info@jhwaf.de · www.jhwaf.de · www.mehrwerden.net

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