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Leseprobe Neo Rauch - Der Bestand

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Neo

Rauch

Der

Bestand

Druckgrafik seit 1988

The

Holdings

Prints since 1988

E. A. Seemann


Neo Rauch

Der Bestand

Druckgrafik seit 1988

The Holdings

Prints since 1988


Neo Rauch

Der Bestand

Druckgrafik seit 1988

The Holdings

Prints since 1988

E. A. Seemann


Kerstin Wahala

7 Das Jubiläum

Kerstin Wahala

9 The Anniversary

Silvia Käther

11 Zehn Jahre Grafikstiftung Neo Rauch

eine persönliche Betrachtung

Silvia Käther

15 Ten Years of the Graphics Foundation

Neo Rauch – a Personal Reflection

Druckgrafik seit 1988

19 Prints since 1988

Wolfgang Büscher und Neo Rauch

211 »Wenn sich Spiel mit Berufung paart,

erleben wir den Mann in schönster Blüte«

Wolfgang Büscher and Neo Rauch

217 »When play is paired with a calling,

man is at his most beautiful«

Doris Apell-Kölmel und Neo Rauch

223 Eintreten in den Werkstattdunst von damals.

Grafiken und Plakate 1988 – 1993

Brett Littman

239 Neo Rauch: Archivierte Innenwelten

Doris Apell-Kölmel and Neo Rauch

231 Entering the Haze of the Former Workshop.

Prints and Exhibition Posters 1988 – 1993

Brett Littman

243 Neo Rauch: Archives of the Mind

Autorinnen und

Autoren 247 Authors

Verzeichnis der

Arbeiten 248 List of Works

Neo Rauch – Vita

Impressum

257 Neo Rauch – Vita

261 Imprint


Sonne im Blut – Die Reise 1989

Der Flug – Die Reise 1989

26 27


Mission 2005

Überwindung 2005

90 91


Guß 2015

Rondo 2016

162 163


Reinig 2021

Kreisel 2021

204 205


Eintreten in den

Werkstattdunst von damals

Grafiken und Plakate

1988 – 1993

Doris Apell-Kölmel und Neo Rauch,

Gespräch in Leipzig, 12. Januar 2022

An einem Nachmittag im Januar 2022 treffen

sich Doris Apell-Kölmel und Neo Rauch

im Atelier des Künstlers, um über das frühe

grafische Werk Neo Rauchs zu sprechen.

Viele originale Ausstellungsplakate liegen

gestapelt auf einem Tisch, diverse Grafiken

sind lediglich als Reproduktion vorhanden,

sollen für die Ausstellung in der Grafikstiftung

Neo Rauch noch zusammengestellt

und fotografiert werden.

Lass uns beginnen mit deinen ersten

Ausstellungen. Aus dieser Zeit sind auch

einige von dir angefertigte Ausstellungsplakate

erhalten. 1988 konntest du in

Westberlin ausstellen: Arbeiten aus vier

Kunsthochschulen – Warschau, Wien, Berlin

und Leipzig. Durftest du rüberfahren

über die Grenze?

Ja. In meiner Eigenschaft als Meisterschüler

bekam ich die Ausnahmeregelung, dass ich

hinfahren konnte, um die Aus stellung mit

aufzubauen. Das war im Bahnhof Westend.

Hast du auch die Eröffnung miterlebt?

Wir mussten eigentlich streng genommen

jeden Abend wieder zurück. Haben aber

darauf gepfiffen und sind einfach dort

geblieben. Haben bei Freunden gewohnt.

Und ja, diese Dreistigkeit erscheint mir

rück blickend riskanter, als es uns damals

schien.

Eine deiner ersten Grafiken von 1988 ist

die Lithografie Fische (→ S. 21). Du maltest

auch ein Ölbild mit gleichem Titel.

Das ist sehr blau. Ich habe es vor meinem

inneren Auge.

Es sieht nach einem Selbstbild aus.

Ja, im Gegenlicht. Von Fischen umschwärmt,

von fallenden Fischen. Die Lithografie

habe ich anschließend angefertigt, nach

dem Bild. Seinerzeit war ich so etwas

lose aufgehängt zwischen den Kollegen

Markus Lüpertz und Max Beckmann. Das

waren die Orientierungspunkte, an denen

ich mich festzuklammern versuchte, um

meine individuelle Position irgendwann

erlangen zu können. Das war mein Gitterbettchen.

Du maltest auch in Öl Probleme der Zeitmessung.

Und dazu kam dann der Siebdruck

(→ S. 23).

Das war überhaupt mein erster Siebdruck.

Dem merkt man noch die Vorsicht und die

Unsicherheit im Umgang mit der mir gänzlich

unvertrauten Technik an. Das ist ein

einziges, wenig couragiertes Getaste und

es ist so ein Blatt geworden, das weit hinter

der Qualität des Gemäldes zurückbleibt.

Ich wusste einfach noch nicht, wie ich mit

der Technik umgehen soll.

223


Hast du in den frühen Jahren selber gedruckt?

Es gehörte ja zur künstlerischen und handwerklichen

Ausbildung am Hause (der HGB),

dass man das alles selber kann. Aber ich

habe es bei Zeiten in kompetente Hände

übergeben, weil ich einfach nicht meine

Zuständigkeit auf dem Felde sah. Ich habe

es gemerkt, dass ich da ein Stümper bin.

Der Siebdruck wurde hergestellt in einer

Druckerei.

Hartmut Tauer in Markkleeberg-Auenhain,

der Drucker, mit dem wir damals viel zusammengearbeitet

haben. Der hat auch dieses

Ausstellungsplakat vom Thomaskirchhof

gemacht.

1989 hattest du auch deine erste Solo-

Ausstellung in der Galerie am Thomaskirchhof

Leipzig. Da hast du einen zweifarbigen

Siebdruck als Plakat gestaltet (→ S. 29).

Ach das Plakat der Galerie am Thomaskirchhof

– ist schön gesprenkelt und mit Reißzweckenlöchern

versehen. Das hat gedient.

Das hing an meiner Ateliertür. Es gibt da

einen umgestürzten Tisch und einen, der

in einer Art Reuse befangen ist. Er ist auch

von Fischen umschwärmt.

Den finden wir auch hier bei Probleme der

Zeitmessung – das Gefangensein als Thema.

Ja, und der Fisch als Symbol einer gewissen

Triebhaftigkeit und des Unbewussten. Hat

bei mir seinerzeit eine große Rolle gespielt

und zieht sich eigentlich als Motiv durch mein

ganzes Schaffen.

Was war die Galerie am Thomaskirchhof für

eine Institution?

Das war eine Galerie des staatlichen Kunsthandels.

Es gab ja eigentlich nur staatlich

organisierte Galerien, die dem Staat gegenüber

auch Rechenschaft und abrechnungspflichtig/-schuldig

waren. Das wurde betrieben

von einem Herrn Schneider, der hatte

meine Diplomausstellung gesehen und kam

bei Zeiten auf mich zu mit der Offerte, dass

ich bei ihm ausstellen könne. Damit verband

sich dann noch das für mich sehr lukrative

Angebot, dass er mir monatlich ein Bild

für 1.000 Mark der DDR abkaufen würde.

Darauf ging ich natürlich ohne zu zögern ein,

denn das war eine horrende Summe. Davon

konnte man noch jede Menge zur Seite legen,

es war praktisch ein Teil des Grundstocks

meines Vermögens.

Wie hatte Herr Schneider das finanziert?

Durch den Verkauf der Bilder. Es gab eine

Käuferschicht, die heute gar nicht mehr

existiert. Das waren Leute, die einiges an

DDR-Geld auf der hohen Kante hatten,

aber dafür keine adäquaten Waren fanden.

Es gab ja nichts, wonach man sich recken

konnte und auf den Trabant wartete man

12 Jahre. Da hat man in der Zwischenzeit

Sorge gehabt, sein Geld irgendwo sinnstiftend

auszu geben.

Viele Leute haben auch gerne Kunst

gesammelt.

Es gab natürlich auch Laufkundschaft und

die keinesfalls zu unterschätzende Schicht der

Westkäufer, die alljährlich zu den Messen

in größerer Zahl die wenigen Galerien

flutete. Wichtig waren in der Stadt, außer

der Galerie am Thomaskirchhof, noch die

Galerie am Sachsenplatz und die Galerie Süd

in der Karl-Liebknecht-Straße, auf die sich

dann das Interesse der Sammlerschaft und

der Kollegenschaft konzentrierte. Und natürlich

Judy Lybke, der praktisch als U-Boot

Kapitän unterwegs war, der die strikten

Wahrnehmungshorizonte der staat lichen

Observanz unterlief.

Wie muss man sich dein Atelier damals vorstellen?

Das war eine Wohnung. Stuckdecken artig

ausgeformt, Gründerzeitgebäude. 30 Quadratmeter,

das war sehr viel. (lacht)

Hast du da auch gewohnt?

Nein, das war unser Atelier. Wir haben das zu

dritt, also zwei Kollegen und ich, okkupiert.

Das war damals so, dass den Absolventen

der Kunstinstitute vom Staat ein Atelier zugesichert

werden sollte. Es war ja alles organisiert.

Die Zahl der Absolventen war

geregelt, sie sollte so gering wie möglich sein,

weil man braucht ja nicht so viele Künstler.

Alles war nach Bedarf bemessen: in jedem

Landesteil, in jedem Bezirk, sollte eine

gewisse Anzahl von Künstlern angesiedelt

werden. In Leipzig war Platzmangel, alle

wollten ja in Leipzig bleiben, und das machte

auch den Verteilern und Verwaltern Probleme.

Aber wir kannten jemanden, der beim

Rat der Stadt arbeitete, in der Abteilung

Kultur. Der hat gesagt: Sucht euch was, brecht

irgendwo ein, wo ihr das Gefühl habt, es ist

vakant. Wir legalisieren das im Nachhinein.

Sowas ist in einer Diktatur natürlich eher

möglich, heute nicht vorstellbar. Man konnte

auch nach Gutsherrenart Kulanz walten

lassen. Wir haben profitiert von dieser Laxheit,

die in bestimmten Bereichen systemimmanent

war, und sind dann immer durch

die Straßen geschnürt und haben unseren

Blick an den Fassaden hochwandern lassen.

Wenn wir irgendwo einen Leerstand sahen,

sind wir da hinein und haben uns die Räume

angeschaut. In dem Falle hatten wir großes

Glück, weil sogar der Schlüssel eines Kollegen

passte.

Also ihr seid mit verschiedenen Schlüsseln da

hin und habt probiert, ob man rein kommen

kann?

Ja, dann haben wir den Kollegen beim Rat der

Stadt angerufen, haben ihm gesagt, wir

haben da was und es eignet sich für uns drei.

Dann kam auch eine ordentliche Zuweisung

und die Legalisierung für die Wohnung

vom Rat der Stadt. Alles lief wie angekündigt.

Die Wohnung bröckelte vor sich hin. Es

gab ja schon Leerstand, aber das waren

über wiegend Buden, die auch im stolzesten

Gründerzeitviertel einfach dem Verfall

preisgegeben wurden.

Es gibt noch drei Siebdrucke von ’89! Beginnen

wir mit Fluglahm (→ S. 25). Es ist ein

typisches Motiv von dir, ein fluglahmer Käfer.

Halb Käfer, halb Mensch. Ja, mit einem

gebrochenen Flügel. Dann haben wir noch

den Der Flug (→ S. 27) und Sonne im Blut

(→ S. 26). Das sind Reminiszenzen an meinen

Aufenthalt in Kuba, der 1988 stattfand.

Im Kunsthandel tauchen manchmal frühe

Arbeiten in Öl von dir auf, z. B. Nacht in

Havanna, eine Barsituation.

Oh Gott. Wir haben ja auch rund um die Uhr

getrunken. Ein Herrenausflug, im Grunde

genommen. Das war ja keine private Reise,

sondern eine vom Kultur ministerium organisierte.

Es gab einen Professor Dr. Gerhard

Haupt, der gute Kontakte nach Lateinamerika

hatte und dort auch hinreisen durfte. Er war

Ost-Berliner und zuständig für die Organisation

dieser Reise. Fünf junge Künstler aus

der DDR stellen in Havanna aus, mit fünf

jungen Künstlern aus Havanna. Es verstand

sich natürlich damals von selbst, dass es sich

nur um Künstler handelte.

Man hat nur Männer reisen lassen?

Ich weiß gar nicht, welche Auswahl kriterien

er da veranschlagt hat. Er hat die Gruppe

zusammengestellt – unterschied liche Jahrgänge.

Aus Berlin gab es einen Kollegen, aus

Dresden und Leipzig. Aus Berlin gehörte

zum Beispiel der Maler und Galerist Gerd

Sonntag mit dazu. Es war schon ein schöner

Ausflug. Auf Kosten des Kulturministeriums.

Kommen wir wieder zurück zu unseren

Siebdrucken von 1989: Dieser Gestus der

224 Doris Apell-Kölmel und Neo Rauch

225


Neo Rauch:

Archivierte Innenwelten

Brett Littman

2008 machte mich der Künstler Paolo Canavari mit dem Istituto Centrale

per la Grafica (ICG) bekannt, das seinen Sitz neben dem Trevi-Brunnen

in Rom hat. Das ICG ist ein historisches Archiv mit 24.000 Druckstöcken

und -platten aus der Zeit von 1500 bis heute, von italienischen Meistern

wie Raimondi, Ghisi, Vasi, Piranesi, Morandi und Dorazio. Möchte man

die Sammlung sehen, führt ein kleiner Aufzug für nur zwei Personen nach

unten in einen geschützten Bereich. Eine mit einem doppelten Schloss

gesicherte Tresortür, die mit skelettartigen Schlüsseln geöffnet wird, führt

schließlich in eine Folge von Räumen voller Archivmappen, Schauwänden

und Archivkästen in zahllosen Regalen.

Drucker und Druckwerkstätten waren mir aus meiner Zeit als einer

der Direktoren der New Yorker Werkstatt Dieu Donné bereits bekannt,

in der auf Non-Profit-Basis Papier von Hand hergestellt wird, und ich hatte

auch schon die Gelegenheit gehabt, mir von Anfang bis Ende anzusehen,

wie Künstler und Meisterdrucker Druckgrafik schaffen. So hatte es für mich

etwas Magisches, als ich die originalen Druckplatten und -stöcke dieser

beeindruckenden Künstler aus Messing, Kupfer, Zink, Stahl, Holz und

Stein in den Händen hielt. Doch jenseits dieses nur momenthaften taktilen

Erlebnisses hatte sich ein anderer, tiefergehender Gedanke in meinem

Kopf festgesetzt – und zwar die Frage, ob diese Matrizen als Zeichnungen

betrachtet werden können oder nicht.

Diese Frage führte dazu, dass ich das ICG in den folgenden drei

Jahren für einige weitere Recherchen aufsuchte. 2011 schließlich, hatte ich

die Kuratoren und den Direktor des Drawing Center, New York, davon

überzeugt, mir zu erlauben, 100 Metallplatten – die weder von Zeichnungen

noch von Druckgrafik begleitet wurden – für die Ausstellung Drawing and

its Double nach New York zu holen. Die Idee, die der Ausstellung zugrunde

lag, könnte man gut mit einem Giovanni Battista Piranesi zugeschriebenen

Zitat zusammenfassen, der dem französischen Maler und Kupferstecher

Hubert Robert den eigenen künstlerischen Arbeitsprozess mit den folgenden

239


Worten beschrieb: »Die Zeichnung, gebe ich zu, befindet sich nicht auf

meinem Blatt Papier, doch in meinem Kopf ist sie vollständig und anhand der

Druckplatte werden Sie sie sehen.«

Auch nach Drawing and its Double interessierte ich mich für die

Gemeinsamkeiten und die Überschneidungen von Druckgrafik und Zeichnung

in ihrer Herstellung, weshalb ich begeistert war, dass man mich im

vergangenen Jahr, 2021, bat, aus der Perspektive der Zeichnung über Neo

Rauchs Druckgrafik zu schreiben. 2016, am Anfang der Arbeit an einer

großen Schau seiner Zeichnungen für das Drawing Center in New York

( Aus dem Boden/From the Floor), konnte ich zu Forschungszwecken die

Grafikstiftung Neo Rauch (GNR) in Aschersleben besuchen. Der Künstler

hat dieses Museum, das alle Druckgrafiken und Auflagenwerke Neo Rauchs

aufbewahrt, 2012 mitbegründet. Es erhielt den Grundstock seiner Sammlung

vom Künstler selbst, der sich dauerhaft verpflichtete, dem Bestand jeweils

ein Exemplar seiner neuen Druckgrafiken und Auflagen arbeiten hinzuzufügen.

Heute umfasst die Sammlung mehr als 100 Arbeiten von Neo Rauch,

die frühesten Drucke aus dem Jahr 1988, der aktuellste von 2022. Das

Museum ist öffentlich, veranstaltet jedes Jahr eine Wechsel ausstellung,

und die vollständige Sammlung ist Forschern und Akademikern zugänglich.

Da das Museum in seiner Heimatstadt untergebracht ist, wo Neo Rauch

die prägenden Jahre seiner Kindheit verlebte – seine Großeltern zogen

ihn dort auf, nachdem seine Eltern 1960 bei einem Zugunglück ums Leben

gekommen waren –, zieht es viele Rauch-Begeisterte nach Aschersleben.

Hier versuchen sie in der »Landschaft seiner Vorfahren« und in den Motiven

seiner Druckgrafik die fehlenden Verbindungen zu seinen geheimnisvollen

Gemälden aufzuspüren. Ich denke, dass diese Suche nach einer Art geografischem

Schlüssel, der den Code zu Neo Rauchs Werken knackt, zum

Scheitern verurteilt ist. Das Problem ist, dass alle seine Arbeiten von seinem

eigenen Ursprung handeln und auch wieder nicht. Wie er sagt, »denn alles,

was bisher vorliegt an grafischen Blättern, ist einfach aus meiner Lebenssituation

in Leipzig heraus entstanden und nimmt in keinem einzigen Fall

bewusst Bezug auf den Ort meiner Kindheit und Jugend. Zugleich weiß

ich aber, dass diese Region, die sich vom Harzvorland über Aschersleben bis

nach Leipzig erstreckt, der Motivlieferant schlechthin ist für alles, was ich

tue […]. Dieser Landstrich ist es einfach, der mich mit allen Dingen versorgt,

die man auf meinen Bildern wiederfindet. Und es sind vielleicht ja nicht

so sehr die Dinge, es sind vielleicht eher Momente, Zustände, die sich kaum

präzise benennen lassen. Es sind ganz bestimmte Formabwicklungen,

die in der Landschaft angelegt sind, in Horizontlinien, in architektonischen

Eigenheiten. In Lichtverhältnissen.«¹

Was ist also die beste Herangehensweise, um die Druckgrafik von Neo

Rauch zu verstehen, und was ist deren Beziehung zu seinen Zeichnungen,

wenn es eine solche überhaupt gibt? Meine Erfahrung mit Neo Rauchs

Zeichnungen war, dass es mir nicht durch eine Semiotik oder Psychologie

von Symbolen und Formen, sondern vielmehr durch die Entwicklung

meiner eigenen, persönlichen Klassifizierung unterschiedlicher Verwandtschaften

und Ausführungsweisen – die ich fragmentarische Zeichnungen,

Charakterstudien, Szenarien und vollendete Zeichnungen nenne – gelang,

Ordnungsprinzipien und die Bedeutung dieses Mediums innerhalb seines

Œuvres zu erkennen. Ich würde sagen, dass das Zeichnen für Neo Rauch

eine freie, stress- und risikoarme Tätigkeit ist. Häufig bleiben Zeichnungen

auf dem Boden seines Ateliers zurück und werden dann eingesammelt

und ohne einen besonderen Plan weggeräumt, wenn das Atelier nach der

Vollendung und dem Abtransport einer Serie von Gemälden gereinigt wird.

Es handelt sich nicht um Vorbereitungszeichnungen für Gemälde oder

Druckgrafik. Neo Rauch verkauft seine Zeichnungen nur selten und sie

sind auch nicht Teil der Sammlung des Museums, weshalb sie kaum einem

kommerziellen oder archivalischen Druck unterliegen. Doch sind sie

insofern von großer Bedeutung für Neo Rauch, als sie das Treibgut seiner

Gedanken einfangen und Dinge erstmals in eine brauchbare, physische

Form bringen, sodass später vielleicht Fragmente von Architek turen,

elektrischer Anlagen, Charakteren und Situationen in seiner Malerei wiederverwendet

werden können.

Neo Rauch ist allerdings der Ansicht, dass das Schaffen von Druckgrafik

mit mehr Unsicherheiten einhergeht als das Zeichnen und mit wesentlich

mehr als das Malen. Die Leinwand ist für ihn ein »Spielplatz«, wo er die

völlige Kontrolle über das Medium, die Größe der malerischen Geste und das

bedingungslose Verständnis vom gemalten Bild als einzig artigem Objekt

verspürt. Druckgrafik erfordert dagegen andere manuelle Fertigkeiten und

anderes technisches Wissen, und ihr Maßstab ist viel kleiner. Auch verstärken

der mit der Druckgrafik verbundene Gedanke ihrer Reproduzierbarkeit

und die Tatsache, dass sie für Propagandazwecke und Plakate genutzt wurde,

für Neo Rauch die Last der persönlichen Verantwortung, Bilder zu schaffen,

die es wert sind, in einer Auflage von 35 Exemplaren zu erscheinen. Nun

steht er unter dem Zeitdruck, jedes Jahr Druckgrafik zu schaffen, um die

Sammlung des Museums zu erweitern, weshalb der Prozess ihrer Entstehung

gedanklich auch ein wenig Zeit planung, -einteilung und praktische Umsetzung

einschließt, was Künstler meist verabscheuen.

Ein wichtiger Punkt ist hierbei jedoch, dass Neo Rauch, seinem Ärger

über die Hemmung seiner Kreativität und seinen Ängsten und Befürchtungen

durch das Schaffen von Druckgrafik zum Trotz, das Medium

als wertvolles Ausdrucksmittel ansieht, das er neben der Zeichnung und

als Kontrapunkt zu seinen Gemälden weiterentwickeln kann. Ich bin der

Meinung, dass seine Druckgrafik auf ähnliche Weise agiert wie seine

240 Brett Littman Neo Rauch: Archivierte Innenwelten

241


Auflage – Edition 35 + 10 e.a.

+ 4 Werkstatt – Workshop

NG 336

Lithographisches Atelier

Leipzig

Der Turm

Gemeinschaftswerk mit

Cooperation with Rosa Loy

Zweifarbige Tusche- und

Kreidelithografie – Two-color

ink and chalk lithograph

Bütten Hahnemühle Alt Worms

36 × 27 cm Blatt – Sheet

31 × 23 cm Motiv – Image

Auflage – Edition 35 + 15 e.a.

+ 4 Werkstatt – Workshop

NG 337

Lithographisches Atelier

Leipzig

Frost

Dreifarbige Tuschelithografie

Three-color ink lithograph

Bütten Hahnemühle Alt Worms

75 × 58 cm Blatt – Sheet

71 × 54 cm Motiv – Image

Auflage – Edition 35 + 12 e.a.

+ 4 Werkstatt – Workshop

+ 1 Probedruck – Test print

NG 338

Lithographisches Atelier

Leipzig

Beflügelung

Neujahrsblatt

New Year’s print

Einfarbige Tuschelithografie

Monochrome ink lithograph

Bütten Hahnemühle Alt Worms

16,5 × 23,5 cm Blatt – Sheet

14,5 × 21 cm Motiv – Image

Auflage – Edition 200

NG 339

Lithographisches Atelier

Leipzig

2020

→ Seite – Page 193

Der Hergang

Vierfarbige Tuschelithografie

Four-color ink lithograph

Bütten Hahnemühle Alt Worms

77 × 56 cm Blatt – Sheet

70 × 51 cm Motiv – Image

Auflage – Edition 35 + 10 e.a.

+ 4 Werkstatt – Workshop

NG 340

Lithographisches Atelier

Leipzig

Diebe

Zweifarbige Tusche- und

Kreidelithografie – Two-color

ink and chalk lithograph

Bütten Hahnemühle Alt Worms

45 × 33 cm Blatt – Sheet

41,5 × 29 cm Motiv – Image

Auflage – Edition 35 + 15 e.a.

+ 4 Werkstatt – Workshop

NG 341

Lithographisches Atelier

Leipzig

Hocker

Vierfarbige Tuschelithografie

Four-color ink lithograph

Bütten Hahnemühle Alt Worms

44,6 × 35 cm Blatt – Sheet

37 × 27,5 cm Motiv – Image

Auflage – Edition 35 + 10 e.a.

+ 4 Werkstatt – Workshop

NG 343

Lithographisches Atelier

Leipzig

Orden

Gemeinschaftswerk mit

Cooperation with Rosa Loy

Einfarbige Tusche- und Kreidelithografie

– Monochrome ink

and chalk lithograph

Bütten Hahnemühle Alt Worms

25 × 19,5 cm Blatt – Sheet

22,5 × 17 cm Motiv – Image

Auflage – Edition 40 + 20 e.a.

+ 4 Werkstatt – Workshop

NG 344

Lithographisches Atelier

Leipzig

2021

→ Seite – Page 199

Kreisel

Vierfarbige Tuschelithografie

Four-color ink lithograph

Bütten Hahnemühle Alt Worms

41 × 50 cm Blatt – Sheet

34 × 43 cm Motiv – Image

Auflage – Edition 35 + 10 e.a.

+ 4 Werkstatt – Workshop

NG 345

Lithographisches Atelier

Leipzig

Reinig

Sechsfarbige Tuschelithografie

Six-color ink lithograph

Bütten Hahnemühle Alt Worms

76,5 × 59 cm Blatt – Sheet

71,5 × 54 cm Motiv – Image

Auflage – Edition 35 + 10 e.a.

+ 4 Werkstatt – Workshop

NG 346

Lithographisches Atelier

Leipzig

Pumper

Fünffarbige Tuschelithografie

Five-color ink lithograph

Bütten Hahnemühle Alt Worms

36,5 × 27 cm Blatt – Sheet

30,5 × 22,5 cm Motiv – Image

Auflage – Edition 35 + 10 e.a.

+ 4 Werkstatt – Workshop

NG 347

Lithographisches Atelier

Leipzig

Aufwärts

Fünffarbige Kreide- und

Tuschelithografie – Five-color

ink and chalk lithograph

Bütten Hahnemühle Alt Worms

75 × 58 cm Blatt – Sheet

68 × 52 cm Motiv – Image

Auflage – Edition 35 + 10 e.a.

+ 4 Werkstatt – Workshop

NG 348

Lithographisches Atelier

Leipzig

Gabe

Dreifarbige Tuschelithografie

Three-color ink lithograph

Bütten Hahnemühle Alt Worms

38 × 49 cm Blatt – Sheet

31 × 41 cm Motiv – Image

Auflage – Edition 35 + 10 e.a.

+ 4 Werkstatt – Workshop

NG 349

Lithographisches Atelier

Leipzig

Neujahrsblatt

New Year’s print

Einfarbige Tuschelithografie

Monochrome ink lithograph

Bütten Hahnemühle Alt Worms

23,5 × 16,8 cm Blatt – Sheet

21,9 × 15,2 cm Motiv – Image

Auflage – Edition 200

NG 350

Lithographisches Atelier

Leipzig

2022

→ Seite – Page 207

Heimwärts

Fünffarbige Tuschelithografie

Five-color ink lithograph

Bütten Hahnemühle Alt Worms

34 × 39 cm Blatt – Sheet

27,2 × 34,5 cm Motiv – Image

Auflage – Edition 35

NG 351

Lithographisches Atelier

Leipzig

Ziegelei

Fünffarbige Tuschelithografie

Five-color ink lithograph

Bütten Hahnemühle Alt Worms

48,8 × 37 cm Blatt – Sheet

43 × 31,2 cm Motiv – Image

Auflage – Edition 35

NG 352

Lithographisches Atelier

Leipzig

Die große Bühne

Sechsfarbige Tuschelithografie

Six-color ink lithograph

Bütten Hahnemühle Alt Worms

73 × 55 cm Blatt – Sheet

67,5 × 50 cm Motiv – Image

Auflage – Edition 35

NG 353

Lithographisches Atelier

Leipzig

Neo Rauch

1960

geboren – born in Leipzig

1981 – 86

Studium der Malerei an der Hochschule für Grafik und Buchkunst

(HGB) Leipzig bei Professor Arno Rink – studied painting at the

HGB Leipzig with Professor Arno Rink

1986 – 90

Meisterschüler an der HGB Leipzig – Master student at HGB Leipzig

1993 – 98

Assistent an der HGB Leipzig – Assistant at HGB Leipzig

2005 – 09

Professur für Malerei/Grafik an der HGB Leipzig – Professor for

Painting/Graphics at HGB Leipzig

2009 – 14

Honorarprofessor an der HGB Leipzig – Honorary Professor at

HGB Leipzig

arbeitet in Leipzig – works in Leipzig

Einzelausstellungen

Auswahl

Solo exhibitions

Selection

2022

NEO RAUCH Der Bestand Druckgrafik seit 1988, Grafikstiftung

Neo Rauch, Aschersleben

2021

The Signpost, David Zwirner, New York

FLOWERS on the BORDER, Neo Rauch & Rosa Loy, SPACE K, Seoul

Das Wehr, Landesmuseum Schloss Heidecksburg, Rudolstadt

Der Beifang, Gutshaus Steglitz, Berlin

2020

NEO RAUCH DAS FORTWÄHRENDE – Papierarbeiten 1989 – 1995,

Grafikstiftung Neo Rauch, Aschersleben

NEO RAUCH – Werke aus der Sammlung Hildebrand, G2 Kunsthalle,

Leipzig

Handlauf, Galerie EIGEN + ART, Leipzig

2019

Neo Rauch: dipinti 2008 al 2019 / Neo Rauch: paintings 2008 to 2019,

Uffizi of Palazzo Pitti, Florenz – Florence

Soli Deo Gloria, Schafstall Bisdorf, gemeinsam mit – together with

Rosa Loy

La Torre, Fondazione Copolla, Vicenza, gemeinsam mit – together

with Rosa Loy

Propaganda, David Zwirner, Hongkong

Aus dem Boden – From the Floor, Drawing Center, New York

2018

Dromos. Malerei 1993 – 2017, Museum de Fundatie, Zwolle

Rosa Loy Neo Rauch – Die Strickerin, Grafikstiftung

Neo Rauch, Aschersleben

Aus dem Boden – From the Floor, Des Moines Art Center, Des Moines

Lohengrin, Neo Rauch & Rosa Loy, Villa Schöningen, Potsdam

2017

Arno Rink Neo Rauch, Grafikstiftung Neo Rauch, Aschersleben

2016

RONDO, David Zwirner, London

Die Versenkung, Galerie EIGEN + ART, Berlin

Hanno Rauch & Neo Rauch Vater und Sohn, Grafikstiftung

Neo Rauch, Aschersleben

2015

Im Schlaf der Welt: Neo Rauch auf Bötzow, Bötzow Berlin

Perlmutt, Neo Rauch & Rosa Loy, Kunstverein Freunde Aktueller

Kunst e.V., Zwickau

Neo Rauch, David-Hansemann-Haus Droege Group, Düsseldorf

Begegnung: Karl Blossfeldt & Neo Rauch,

Grafikstiftung Neo Rauch, Aschersleben

2014

At the Well, David Zwirner, New York

Neo Rauch Das grafische Werk – Dritter Teil, Grafikstiftung

Neo Rauch, Aschersleben

2013

Gespenster, Galerie EIGEN + ART, Leipzig

Neo Rauch. The Obsession of the Demiurge – Ausgewählte Werke

1993 – 2012, BOZAR – Palaix des Beaux-Arts, Brüssel – Brussels

Neo Rauch Das grafische Werk – Zweiter Teil, Grafikstiftung

Neo Rauch, Aschersleben

256 257


2012

Neo Rauch. Abwägung, Rosa Loy. Gravitation, Kunstsammlungen

Chemnitz

Neo Rauch Das grafische Werk – Erster Teil, Eröffnung der

Ausstellungsräume der Grafikstiftung Neo Rauch, Aschersleben

2011

Hinter den Gärten, Neo Rauch & Rosa Loy, Museum Essl,

Klosterneuburg

Neo Rauch, Museum Frieder Burda, Baden-Baden

Begleiter – Mythos Realismus, Nationalgalerie Zachęta,

Warschau – Warsaw

Heilstätten, David Zwirner, New York

2010

Begleiter, Museum der bildenden Künste Leipzig; Pinakothek der

Moderne, München – Munich

2009

Schilfland, Galerie EIGEN + ART, Berlin

Paintings and Paper Works, Deutsche Botschaft London

2008

David Zwirner, New York

2007

para, Metropolitan Museum of Art, New York;

Max Ernst Museum, Brühl

Neue Rollen, Rudolphinum, Prag – Prague

2006

Der Zeitraum, Galerie EIGEN + ART, Leipzig

Neue Rollen. Bilder 1993 bis heute, Kunstmuseum Wolfsburg

Musée d’Art Contemporain de Montreal

2005

Works 1994 – 2002. The Leipziger Volkszeitung Collection,

Honolulu Academy of Arts

CAC Malaga. Centro de Arte Contemporáneo de Málaga

Renegaten, David Zwirner, New York

2004

Arbeiten auf Papier 2003 – 2004, Albertina, Wien – Vienna

2003

Currents, The Saint Louis Art Museum

2002

Bonnefantenmuseum, Maastricht

Galerie EIGEN + ART, Berlin

David Zwirner, New York

2001

Neo Rauch. Zeichnungen und Gemälde aus der Sammlung Deutsche

Bank, Deutsche Guggenheim, Berlin; Mannheimer Kunstverein;

Neues Museum Weserburg Bremen; International Culture Centre

Krakow; Städtische Galerie Delmenhorst; The Douglas Hyde

Gallery, Dublin

2000

Galerie EIGEN + ART, Leipzig

Randgebiet, Galerie für Zeitgenössische Kunst, Leipzig; Haus der

Kunst, München – Munich; Kunsthalle Zürich

David Zwirner, New York

1999

Galerie EIGEN + ART, Berlin

1998

Galerie der Stadt Backnang

1997

Museum der bildenden Künste Leipzig (Verleihung des Kunstpreises

der – Award of the Art Prize of Leipziger Volkszeitung 1997)

Manöver, Galerie EIGEN + ART, Leipzig

1995

Städtisches Museum Aschersleben

Marineschule, Overbeck-Gesellschaft Lübeck

Galerie EIGEN + ART, Leipzig

Dresdner Bank, Leipzig

1994

Projektgalerie, Kunstverein Elsterpark e.V., Leipzig

1993

Strahlungen, Galerie EIGEN + ART, Leipzig

Galerie VOXX, Chemnitz

Galerie Alvensleben, München – Munich

Im Kabinett Galerie, Berlin

Dresdner Bank Frankfurt am Main

1991

Galerie Schwind, Frankfurt am Main

1989

Galerie am Thomaskirchhof, Leipzig

Gruppenausstellungen

Auswahl

Group exhibitions

Selection

2022

COMPETERE: An Exhibition of Artist Couples, Bo Bartlett Center,

Georgia

Bilderkosmos Leipzig. 1905 – 2022, Museum der bildenden Künste,

Leipzig

2021

VORDER MITTEL HINTERGRUND Hartwig Ebersbach Stefan

Guggisberg Neo Rauch, Grafikstiftung Neo Rauch, Aschersleben

2018

The World on Paper, Deutsche Bank Collection, Palais Populaire,

Berlin

2015

Leipzig 2015. Sammlung Hildebrand, G2 Kunsthalle, Leipzig

2014

Andreas Gursky, Neo Rauch, Jeff Wall, Kestnergesellschaft, Hannover

Neupräsentation der Sammlung 20 Jahre Kunstmuseum Bonn, Bonn,

2011

Sweethearts: Artists Couples, Pippy Houldsworth Gallery, London

Hommage à Klaus Werner, Galerie für Zeitgenössische Kunst, Leipzig

2005

25 Jahre Sammlung Deutsche Bank, Deutsche Guggenheim, Berlin

2004

Aus deutscher Sicht. Meisterwerke aus der Sammlung Deutsche Bank,

Staatliches Puschkin-Museum für bildende Künste, Moskau

2001

Plateau of Mankind. La Biennale di Venezia – Venice

2000

Contemporary Art from Germany, National Gallery of Modern Art,

Mumbai; Birla Academy of Art & Culture, Kalkutta – Calcutta

After the Wall, Hamburger Bahnhof, BerlinSalon, The Delfina

Studio Trust, London

Malkunst. Pittura d’oggi a Berlino, Fondazione Mudima,

Mailand – Milan

Bildwechsel, Staatliches Museum Zwickau und Kunstsammlung

Gera-Orangerie

1996

Contemporary Art at Deutsche Bank, London

1995

Echoes, Goethe House, New York

1992

Leipziger Sezession, Krochhochhaus, Leipzig

1991

Das Gewitter, Galerie am Kraftwerk, Leipzig

Der Harz, Art Cologne, Köln – Cologne

1988

X. Kunstausstellung der DDR, Dresden

Malbund, Galerie Baumschulenweg, Berlin (Ost)

Ludwig-Institut Oberhausen, Oberhausen

1986

Junge Künstler im Bezirk Leipzig, Staatliches Lindenau-Museum

Altenburg, Altenburg

Arbeiten in öffentlichen Sammlungen

Artwork in public collections

Bundessammlung zeitgenössischer Kunst, Bonn

Carnegie Museum of Art, Pittsburgh

Collection of the Denver Art Museum

Collection of The Museum of Modern Art, New York / The Judith

Rothschild Foundation Contemporary Drawings Collection

Friedrich Christian Flick Collection, Zürich/Berlin

Galerie für Zeitgenössische Kunst, Leipzig

Kunsthalle zu Kiel

Kunstmuseum Wolfsburg

Kunstsammlung Deutscher Bundestag

Kunst in der Sachsenbank/Sammlung

Kunstsammlungen Chemnitz

Lindenau-Museum Altenburg

Ludwig Forum für Internationale Kunst, Aachen

Museum der bildenden Künste Leipzig

Museum of Contemporary Art, Los Angeles

MoMA, New York City

Sammlung der Landesbank Hessen – Thüringen

Sammlung Deutsche Bank

Solomon R. Guggenheim Museum, New York

The Rubell Family Collection

UBS Art Collection

Stedeljik Museum, Amsterdam

Kunsthalle Hamburg

G2 Kunsthalle Leipzig/Sammlung Hildebrand

Kunst am Bau

Artwork for buildings

2007

Gestaltung der Fenster der Elisabethkapelle im Naumburger Dom,

Naumburg – Creation of the windows of the Elisabeth Chapel in

the Naumburg Cathedral, Naumburg

1999

Beitrag zur Gestaltung des Bundestagsgebäudes »Paul-Löbe-Haus«,

Berlin – Contribution to the design of the »Paul-Löbe-Haus«

Bundestag building, Berlin

258

259


Die Publikation erscheint anlässlich der Ausstellung

The catalog is published on the occasion of the exhibition

NEO RAUCH

Der Bestand – The Holdings

Druckgrafik seit 1988 – Prints since 1988

Grafikstiftung Neo Rauch

1. Juni 2022 – 28. April 2024

June 1, 2022 – April 28, 2024

Foto – Photo

Uwe Walter, Berlin

Martin Url, Frankfurt am Main (Mappe Festung Blocksberg)

Bildbearbeitung – Image processing

Josefine Tischer, Berlin

Papier – Paper

Munken Pure

Gesetzt aus – Typeface

Alpina (Grilli Type)

Druck und Bindung – Print and binding

DZA Druckerei zu Altenburg GmbH

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:

Die deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation

in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische

Angaben sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.

Vorstand – Board of directors

Kerstin Wahala (Vorsitzende – Chairwoman),

Thomas Leimbach, Hans-Michael Strube

Kuratorium – Committee

Rudij Bergmann, Ernst Karl vom Böckel, Dr. Hedda im

Brahm-Droege, Nina Wieland, Gerd Harry Lybke,

Neo Rauch, Mike Schubert, Dr. Jeannette Stoschek,

Andreas Michelmann

Ehrenmitglied des Kuratoriums – Honorary member

of the committee

Dr. Peter Krüger

Leitung – Management

Silvia Käther

Mitarbeiterinnen – Staff

Ann-Sophie Parker, Christiane Wisniewski

Herausgeber – Editor

Grafikstiftung Neo Rauch

Bestehornpark

Wilhelmstraße 21 – 23

06449 Aschersleben

Recherche und Datenerfassung – Research and data collection

Sylvia Seufert, Büro Loy & Rauch;

Silvia Käther, Ann-Sophie Parker, Grafikstiftung Neo Rauch

Projektmanagement – Project management

Valerie Ender

Lektorat Deutsch – Copy editing German

Valerie Ender

Übersetzung – Translation

Erik Lloyd Dorset (Deutsch-Englisch),

Uta Hasekamp (Englisch-Deutsch)

Korrektorat Englisch – Copy editing English

Erik Lloyd Dorset

Gestaltung und Satz – Design and typeset

Andrej Loll, BüroTotal

German National Library bibliographical information:

The German National Library lists this publication in the German

National Bibliography; detailed bibliographic data is available

online at http://dnb.dnb.de.

Alle Rechte, insbesondere das Recht auf Vervielfältigung und

Verbreitung sowie Übersetzung sind vorbehalten. Kein Teil dieses

Werkes darf in irgendeiner Form ohne schriftliche Genehmigung

der Rechteinhaber reproduziert oder unter Verwendung elektronischer

Systeme verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

All rights reserved. No part of this publication may be reproduced,

translated, stored in a retrieval system or transmitted in any form

or by any means, electronic, mechanical, photocopying, recording

or otherwise, without the prior permission of the holder of rights.

© 2022 E. A. Seemann Verlag in der E. A. Seemann Henschel

GmbH & Co. KG, Leipzig, der Herausgeber, die Autorinnen

und Autoren

© 2022 E. A. Seemann Verlag within E. A. Seemann Henschel

GmbH & Co. KG, Leipzig, the editor, the authors

www.seemann-verlag.de

© 2022 für die Werke von – for the works by Neo Rauch:

Neo Rauch, VG Bild-Kunst, Bonn

Courtesy

Galerie EIGEN + ART, Leipzig /Berlin

David Zwirner

ISBN 978-3-86502-479-4

Umschlagabbildung – Cover illustration

Der Hergang 2020, NG 340 → Seite – Page 197

Neo Rauchs Dank gilt – Neo Rauch would like to thank:

Doris Apell-Kölmel, Rudij Bergmann, Vivien Blume, Wolfgang

Büscher, Otto Felber, Hannah-C. Grabner, Elke Hannemann,

Friedhelm Hütte, Hedda im Brahm-Droege, Peter Krüger,

Silvia Käther, Thomas Leimbach, Brett Littman, Andrej Loll,

Rosa Loy, Gerd Harry Lybke, Sylvia Meinel, Andreas Michelmann,

Ann-Sophie Parker, Friedrich-Wilhelm von Rauch, Tobias

Reinicke, Stephan Rosentreter, Mike Schubert, Sylvia Seufert,

Andrea Stengel, Jeannette Stoschek, Hans-Michael Strube,

Hartmut Tauer, Ernst Karl vom Böckel, Kerstin Wahala, Uwe

Walter, Nina Wieland, Christiane Wisniewski


Als wichtigster Protagonist der Neuen Leipziger Schule und einer der bekanntesten

zeitgenössischen Maler schuf Neo Rauch (*1960) auch ein umfangreiches druck grafisches

Werk.

Zum zehnjährigen Jubiläum der Grafikstiftung Neo Rauch Aschersleben erscheint

nun das Werkverzeichnis seiner Druckgrafik. In 155 Abbildungen präsentiert der Katalog

das gesamte druckgrafische Œuvre, das erstmals die Arbeiten ab 1988 mit einbezieht.

Von den expressiven, farblich zurückhaltenden Lithografien aus den 1980er Jahren,

über die Ausstellungsplakate im Siebdruck aus den 1990ern, bis hin zu den farb starken

Kreide-Tuschelithografien ab 2000: Die Arbeiten zeugen von großer künstlerischer Finesse,

virtuosem Handwerk und Varia tionsreichtum in Technik und Ausführung. Dabei ist

die Grafik kaum Vorentwurf oder Nachahmung des Gemalten, sondern steht eigen ständig

für sich.

Großformatige Abbildungen lassen in Rauchs surreale Bildwelten eintauchen und

offenbaren das breite Spektrum seines Œuvres. Der Band versammelt darüber hinaus

Interviews und Textbeiträge von engen Weggefährten und Begleitern.

As the most important protagonist of the New Leipzig School and one of the best-known

contemporary painters, Neo Rauch (*1960) also created an extensive body of graphic

works.

Marking the tenth anniversary of the Graphics Foundation Neo Rauch in Aschersleben,

the catalog raisonné of his prints is now being published. In 155 illustrations, the catalog

presents the entire graphic œuvre, which for the first time includes the works from 1988

onward. Be it the expressive colorfully restrained lithographs of the 1980s, the silkscreen

exhibition posters of the 1990s, or the colorful chalk-and-ink lithographs from 2000

onward, the works are evidence of great artistic finesse, virtuoso craftsmanship, and a

wealth of variation in technique and execution. Yet the graphic work is hardly a preliminary

draft or imitation of the painting but is independent in its own right.

Large-format illustrations allow readers to immerse themselves in Rauch’s surreal

pictorial worlds, revealing the broad spectrum of his œuvre. The volume also contains interviews

and texts by close companions and associates.

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