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Leseprobe Neo Rauch - Der Bestand

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<strong>Neo</strong><br />

<strong>Rauch</strong><br />

<strong>Der</strong><br />

<strong>Bestand</strong><br />

Druckgrafik seit 1988<br />

The<br />

Holdings<br />

Prints since 1988<br />

E. A. Seemann


<strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong><br />

<strong>Der</strong> <strong>Bestand</strong><br />

Druckgrafik seit 1988<br />

The Holdings<br />

Prints since 1988


<strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong><br />

<strong>Der</strong> <strong>Bestand</strong><br />

Druckgrafik seit 1988<br />

The Holdings<br />

Prints since 1988<br />

E. A. Seemann


Kerstin Wahala<br />

7 Das Jubiläum<br />

Kerstin Wahala<br />

9 The Anniversary<br />

Silvia Käther<br />

11 Zehn Jahre Grafikstiftung <strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong> –<br />

eine persönliche Betrachtung<br />

Silvia Käther<br />

15 Ten Years of the Graphics Foundation<br />

<strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong> – a Personal Reflection<br />

Druckgrafik seit 1988<br />

19 Prints since 1988<br />

Wolfgang Büscher und <strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong><br />

211 »Wenn sich Spiel mit Berufung paart,<br />

erleben wir den Mann in schönster Blüte«<br />

Wolfgang Büscher and <strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong><br />

217 »When play is paired with a calling,<br />

man is at his most beautiful«<br />

Doris Apell-Kölmel und <strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong><br />

223 Eintreten in den Werkstattdunst von damals.<br />

Grafiken und Plakate 1988 – 1993<br />

Brett Littman<br />

239 <strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong>: Archivierte Innenwelten<br />

Doris Apell-Kölmel and <strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong><br />

231 Entering the Haze of the Former Workshop.<br />

Prints and Exhibition Posters 1988 – 1993<br />

Brett Littman<br />

243 <strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong>: Archives of the Mind<br />

Autorinnen und<br />

Autoren 247 Authors<br />

Verzeichnis der<br />

Arbeiten 248 List of Works<br />

<strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong> – Vita<br />

Impressum<br />

257 <strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong> – Vita<br />

261 Imprint


Sonne im Blut – Die Reise 1989<br />

<strong>Der</strong> Flug – Die Reise 1989<br />

26 27


Mission 2005<br />

Überwindung 2005<br />

90 91


Guß 2015<br />

Rondo 2016<br />

162 163


Reinig 2021<br />

Kreisel 2021<br />

204 205


Eintreten in den<br />

Werkstattdunst von damals<br />

Grafiken und Plakate<br />

1988 – 1993<br />

Doris Apell-Kölmel und <strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong>,<br />

Gespräch in Leipzig, 12. Januar 2022<br />

An einem Nachmittag im Januar 2022 treffen<br />

sich Doris Apell-Kölmel und <strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong><br />

im Atelier des Künstlers, um über das frühe<br />

grafische Werk <strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong>s zu sprechen.<br />

Viele originale Ausstellungsplakate liegen<br />

gestapelt auf einem Tisch, diverse Grafiken<br />

sind lediglich als Reproduktion vorhanden,<br />

sollen für die Ausstellung in der Grafikstiftung<br />

<strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong> noch zusammengestellt<br />

und fotografiert werden.<br />

Lass uns beginnen mit deinen ersten<br />

Ausstellungen. Aus dieser Zeit sind auch<br />

einige von dir angefertigte Ausstellungsplakate<br />

erhalten. 1988 konntest du in<br />

Westberlin ausstellen: Arbeiten aus vier<br />

Kunsthochschulen – Warschau, Wien, Berlin<br />

und Leipzig. Durftest du rüberfahren<br />

über die Grenze?<br />

Ja. In meiner Eigenschaft als Meisterschüler<br />

bekam ich die Ausnahmeregelung, dass ich<br />

hinfahren konnte, um die Aus stellung mit<br />

aufzubauen. Das war im Bahnhof Westend.<br />

Hast du auch die Eröffnung miterlebt?<br />

Wir mussten eigentlich streng genommen<br />

jeden Abend wieder zurück. Haben aber<br />

darauf gepfiffen und sind einfach dort<br />

geblieben. Haben bei Freunden gewohnt.<br />

Und ja, diese Dreistigkeit erscheint mir<br />

rück blickend riskanter, als es uns damals<br />

schien.<br />

Eine deiner ersten Grafiken von 1988 ist<br />

die Lithografie Fische (→ S. 21). Du maltest<br />

auch ein Ölbild mit gleichem Titel.<br />

Das ist sehr blau. Ich habe es vor meinem<br />

inneren Auge.<br />

Es sieht nach einem Selbstbild aus.<br />

Ja, im Gegenlicht. Von Fischen umschwärmt,<br />

von fallenden Fischen. Die Lithografie<br />

habe ich anschließend angefertigt, nach<br />

dem Bild. Seinerzeit war ich so etwas<br />

lose aufgehängt zwischen den Kollegen<br />

Markus Lüpertz und Max Beckmann. Das<br />

waren die Orientierungspunkte, an denen<br />

ich mich festzuklammern versuchte, um<br />

meine individuelle Position irgendwann<br />

erlangen zu können. Das war mein Gitterbettchen.<br />

Du maltest auch in Öl Probleme der Zeitmessung.<br />

Und dazu kam dann der Siebdruck<br />

(→ S. 23).<br />

Das war überhaupt mein erster Siebdruck.<br />

Dem merkt man noch die Vorsicht und die<br />

Unsicherheit im Umgang mit der mir gänzlich<br />

unvertrauten Technik an. Das ist ein<br />

einziges, wenig couragiertes Getaste und<br />

es ist so ein Blatt geworden, das weit hinter<br />

der Qualität des Gemäldes zurückbleibt.<br />

Ich wusste einfach noch nicht, wie ich mit<br />

der Technik umgehen soll.<br />

223


Hast du in den frühen Jahren selber gedruckt?<br />

Es gehörte ja zur künstlerischen und handwerklichen<br />

Ausbildung am Hause (der HGB),<br />

dass man das alles selber kann. Aber ich<br />

habe es bei Zeiten in kompetente Hände<br />

übergeben, weil ich einfach nicht meine<br />

Zuständigkeit auf dem Felde sah. Ich habe<br />

es gemerkt, dass ich da ein Stümper bin.<br />

<strong>Der</strong> Siebdruck wurde hergestellt in einer<br />

Druckerei.<br />

Hartmut Tauer in Markkleeberg-Auenhain,<br />

der Drucker, mit dem wir damals viel zusammengearbeitet<br />

haben. <strong>Der</strong> hat auch dieses<br />

Ausstellungsplakat vom Thomaskirchhof<br />

gemacht.<br />

1989 hattest du auch deine erste Solo-<br />

Ausstellung in der Galerie am Thomaskirchhof<br />

Leipzig. Da hast du einen zweifarbigen<br />

Siebdruck als Plakat gestaltet (→ S. 29).<br />

Ach das Plakat der Galerie am Thomaskirchhof<br />

– ist schön gesprenkelt und mit Reißzweckenlöchern<br />

versehen. Das hat gedient.<br />

Das hing an meiner Ateliertür. Es gibt da<br />

einen umgestürzten Tisch und einen, der<br />

in einer Art Reuse befangen ist. Er ist auch<br />

von Fischen umschwärmt.<br />

Den finden wir auch hier bei Probleme der<br />

Zeitmessung – das Gefangensein als Thema.<br />

Ja, und der Fisch als Symbol einer gewissen<br />

Triebhaftigkeit und des Unbewussten. Hat<br />

bei mir seinerzeit eine große Rolle gespielt<br />

und zieht sich eigentlich als Motiv durch mein<br />

ganzes Schaffen.<br />

Was war die Galerie am Thomaskirchhof für<br />

eine Institution?<br />

Das war eine Galerie des staatlichen Kunsthandels.<br />

Es gab ja eigentlich nur staatlich<br />

organisierte Galerien, die dem Staat gegenüber<br />

auch Rechenschaft und abrechnungspflichtig/-schuldig<br />

waren. Das wurde betrieben<br />

von einem Herrn Schneider, der hatte<br />

meine Diplomausstellung gesehen und kam<br />

bei Zeiten auf mich zu mit der Offerte, dass<br />

ich bei ihm ausstellen könne. Damit verband<br />

sich dann noch das für mich sehr lukrative<br />

Angebot, dass er mir monatlich ein Bild<br />

für 1.000 Mark der DDR abkaufen würde.<br />

Darauf ging ich natürlich ohne zu zögern ein,<br />

denn das war eine horrende Summe. Davon<br />

konnte man noch jede Menge zur Seite legen,<br />

es war praktisch ein Teil des Grundstocks<br />

meines Vermögens.<br />

Wie hatte Herr Schneider das finanziert?<br />

Durch den Verkauf der Bilder. Es gab eine<br />

Käuferschicht, die heute gar nicht mehr<br />

existiert. Das waren Leute, die einiges an<br />

DDR-Geld auf der hohen Kante hatten,<br />

aber dafür keine adäquaten Waren fanden.<br />

Es gab ja nichts, wonach man sich recken<br />

konnte und auf den Trabant wartete man<br />

12 Jahre. Da hat man in der Zwischenzeit<br />

Sorge gehabt, sein Geld irgendwo sinnstiftend<br />

auszu geben.<br />

Viele Leute haben auch gerne Kunst<br />

gesammelt.<br />

Es gab natürlich auch Laufkundschaft und<br />

die keinesfalls zu unterschätzende Schicht der<br />

Westkäufer, die alljährlich zu den Messen<br />

in größerer Zahl die wenigen Galerien<br />

flutete. Wichtig waren in der Stadt, außer<br />

der Galerie am Thomaskirchhof, noch die<br />

Galerie am Sachsenplatz und die Galerie Süd<br />

in der Karl-Liebknecht-Straße, auf die sich<br />

dann das Interesse der Sammlerschaft und<br />

der Kollegenschaft konzentrierte. Und natürlich<br />

Judy Lybke, der praktisch als U-Boot<br />

Kapitän unterwegs war, der die strikten<br />

Wahrnehmungshorizonte der staat lichen<br />

Observanz unterlief.<br />

Wie muss man sich dein Atelier damals vorstellen?<br />

Das war eine Wohnung. Stuckdecken artig<br />

ausgeformt, Gründerzeitgebäude. 30 Quadratmeter,<br />

das war sehr viel. (lacht)<br />

Hast du da auch gewohnt?<br />

Nein, das war unser Atelier. Wir haben das zu<br />

dritt, also zwei Kollegen und ich, okkupiert.<br />

Das war damals so, dass den Absolventen<br />

der Kunstinstitute vom Staat ein Atelier zugesichert<br />

werden sollte. Es war ja alles organisiert.<br />

Die Zahl der Absolventen war<br />

geregelt, sie sollte so gering wie möglich sein,<br />

weil man braucht ja nicht so viele Künstler.<br />

Alles war nach Bedarf bemessen: in jedem<br />

Landesteil, in jedem Bezirk, sollte eine<br />

gewisse Anzahl von Künstlern angesiedelt<br />

werden. In Leipzig war Platzmangel, alle<br />

wollten ja in Leipzig bleiben, und das machte<br />

auch den Verteilern und Verwaltern Probleme.<br />

Aber wir kannten jemanden, der beim<br />

Rat der Stadt arbeitete, in der Abteilung<br />

Kultur. <strong>Der</strong> hat gesagt: Sucht euch was, brecht<br />

irgendwo ein, wo ihr das Gefühl habt, es ist<br />

vakant. Wir legalisieren das im Nachhinein.<br />

Sowas ist in einer Diktatur natürlich eher<br />

möglich, heute nicht vorstellbar. Man konnte<br />

auch nach Gutsherrenart Kulanz walten<br />

lassen. Wir haben profitiert von dieser Laxheit,<br />

die in bestimmten Bereichen systemimmanent<br />

war, und sind dann immer durch<br />

die Straßen geschnürt und haben unseren<br />

Blick an den Fassaden hochwandern lassen.<br />

Wenn wir irgendwo einen Leerstand sahen,<br />

sind wir da hinein und haben uns die Räume<br />

angeschaut. In dem Falle hatten wir großes<br />

Glück, weil sogar der Schlüssel eines Kollegen<br />

passte.<br />

Also ihr seid mit verschiedenen Schlüsseln da<br />

hin und habt probiert, ob man rein kommen<br />

kann?<br />

Ja, dann haben wir den Kollegen beim Rat der<br />

Stadt angerufen, haben ihm gesagt, wir<br />

haben da was und es eignet sich für uns drei.<br />

Dann kam auch eine ordentliche Zuweisung<br />

und die Legalisierung für die Wohnung<br />

vom Rat der Stadt. Alles lief wie angekündigt.<br />

Die Wohnung bröckelte vor sich hin. Es<br />

gab ja schon Leerstand, aber das waren<br />

über wiegend Buden, die auch im stolzesten<br />

Gründerzeitviertel einfach dem Verfall<br />

preisgegeben wurden.<br />

Es gibt noch drei Siebdrucke von ’89! Beginnen<br />

wir mit Fluglahm (→ S. 25). Es ist ein<br />

typisches Motiv von dir, ein fluglahmer Käfer.<br />

Halb Käfer, halb Mensch. Ja, mit einem<br />

gebrochenen Flügel. Dann haben wir noch<br />

den <strong>Der</strong> Flug (→ S. 27) und Sonne im Blut<br />

(→ S. 26). Das sind Reminiszenzen an meinen<br />

Aufenthalt in Kuba, der 1988 stattfand.<br />

Im Kunsthandel tauchen manchmal frühe<br />

Arbeiten in Öl von dir auf, z. B. Nacht in<br />

Havanna, eine Barsituation.<br />

Oh Gott. Wir haben ja auch rund um die Uhr<br />

getrunken. Ein Herrenausflug, im Grunde<br />

genommen. Das war ja keine private Reise,<br />

sondern eine vom Kultur ministerium organisierte.<br />

Es gab einen Professor Dr. Gerhard<br />

Haupt, der gute Kontakte nach Lateinamerika<br />

hatte und dort auch hinreisen durfte. Er war<br />

Ost-Berliner und zuständig für die Organisation<br />

dieser Reise. Fünf junge Künstler aus<br />

der DDR stellen in Havanna aus, mit fünf<br />

jungen Künstlern aus Havanna. Es verstand<br />

sich natürlich damals von selbst, dass es sich<br />

nur um Künstler handelte.<br />

Man hat nur Männer reisen lassen?<br />

Ich weiß gar nicht, welche Auswahl kriterien<br />

er da veranschlagt hat. Er hat die Gruppe<br />

zusammengestellt – unterschied liche Jahrgänge.<br />

Aus Berlin gab es einen Kollegen, aus<br />

Dresden und Leipzig. Aus Berlin gehörte<br />

zum Beispiel der Maler und Galerist Gerd<br />

Sonntag mit dazu. Es war schon ein schöner<br />

Ausflug. Auf Kosten des Kulturministeriums.<br />

Kommen wir wieder zurück zu unseren<br />

Siebdrucken von 1989: Dieser Gestus der<br />

224 Doris Apell-Kölmel und <strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong><br />

225


<strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong>:<br />

Archivierte Innenwelten<br />

Brett Littman<br />

2008 machte mich der Künstler Paolo Canavari mit dem Istituto Centrale<br />

per la Grafica (ICG) bekannt, das seinen Sitz neben dem Trevi-Brunnen<br />

in Rom hat. Das ICG ist ein historisches Archiv mit 24.000 Druckstöcken<br />

und -platten aus der Zeit von 1500 bis heute, von italienischen Meistern<br />

wie Raimondi, Ghisi, Vasi, Piranesi, Morandi und Dorazio. Möchte man<br />

die Sammlung sehen, führt ein kleiner Aufzug für nur zwei Personen nach<br />

unten in einen geschützten Bereich. Eine mit einem doppelten Schloss<br />

gesicherte Tresortür, die mit skelettartigen Schlüsseln geöffnet wird, führt<br />

schließlich in eine Folge von Räumen voller Archivmappen, Schauwänden<br />

und Archivkästen in zahllosen Regalen.<br />

Drucker und Druckwerkstätten waren mir aus meiner Zeit als einer<br />

der Direktoren der New Yorker Werkstatt Dieu Donné bereits bekannt,<br />

in der auf Non-Profit-Basis Papier von Hand hergestellt wird, und ich hatte<br />

auch schon die Gelegenheit gehabt, mir von Anfang bis Ende anzusehen,<br />

wie Künstler und Meisterdrucker Druckgrafik schaffen. So hatte es für mich<br />

etwas Magisches, als ich die originalen Druckplatten und -stöcke dieser<br />

beeindruckenden Künstler aus Messing, Kupfer, Zink, Stahl, Holz und<br />

Stein in den Händen hielt. Doch jenseits dieses nur momenthaften taktilen<br />

Erlebnisses hatte sich ein anderer, tiefergehender Gedanke in meinem<br />

Kopf festgesetzt – und zwar die Frage, ob diese Matrizen als Zeichnungen<br />

betrachtet werden können oder nicht.<br />

Diese Frage führte dazu, dass ich das ICG in den folgenden drei<br />

Jahren für einige weitere Recherchen aufsuchte. 2011 schließlich, hatte ich<br />

die Kuratoren und den Direktor des Drawing Center, New York, davon<br />

überzeugt, mir zu erlauben, 100 Metallplatten – die weder von Zeichnungen<br />

noch von Druckgrafik begleitet wurden – für die Ausstellung Drawing and<br />

its Double nach New York zu holen. Die Idee, die der Ausstellung zugrunde<br />

lag, könnte man gut mit einem Giovanni Battista Piranesi zugeschriebenen<br />

Zitat zusammenfassen, der dem französischen Maler und Kupferstecher<br />

Hubert Robert den eigenen künstlerischen Arbeitsprozess mit den folgenden<br />

239


Worten beschrieb: »Die Zeichnung, gebe ich zu, befindet sich nicht auf<br />

meinem Blatt Papier, doch in meinem Kopf ist sie vollständig und anhand der<br />

Druckplatte werden Sie sie sehen.«<br />

Auch nach Drawing and its Double interessierte ich mich für die<br />

Gemeinsamkeiten und die Überschneidungen von Druckgrafik und Zeichnung<br />

in ihrer Herstellung, weshalb ich begeistert war, dass man mich im<br />

vergangenen Jahr, 2021, bat, aus der Perspektive der Zeichnung über <strong>Neo</strong><br />

<strong>Rauch</strong>s Druckgrafik zu schreiben. 2016, am Anfang der Arbeit an einer<br />

großen Schau seiner Zeichnungen für das Drawing Center in New York<br />

( Aus dem Boden/From the Floor), konnte ich zu Forschungszwecken die<br />

Grafikstiftung <strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong> (GNR) in Aschersleben besuchen. <strong>Der</strong> Künstler<br />

hat dieses Museum, das alle Druckgrafiken und Auflagenwerke <strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong>s<br />

aufbewahrt, 2012 mitbegründet. Es erhielt den Grundstock seiner Sammlung<br />

vom Künstler selbst, der sich dauerhaft verpflichtete, dem <strong>Bestand</strong> jeweils<br />

ein Exemplar seiner neuen Druckgrafiken und Auflagen arbeiten hinzuzufügen.<br />

Heute umfasst die Sammlung mehr als 100 Arbeiten von <strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong>,<br />

die frühesten Drucke aus dem Jahr 1988, der aktuellste von 2022. Das<br />

Museum ist öffentlich, veranstaltet jedes Jahr eine Wechsel ausstellung,<br />

und die vollständige Sammlung ist Forschern und Akademikern zugänglich.<br />

Da das Museum in seiner Heimatstadt untergebracht ist, wo <strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong><br />

die prägenden Jahre seiner Kindheit verlebte – seine Großeltern zogen<br />

ihn dort auf, nachdem seine Eltern 1960 bei einem Zugunglück ums Leben<br />

gekommen waren –, zieht es viele <strong>Rauch</strong>-Begeisterte nach Aschersleben.<br />

Hier versuchen sie in der »Landschaft seiner Vorfahren« und in den Motiven<br />

seiner Druckgrafik die fehlenden Verbindungen zu seinen geheimnisvollen<br />

Gemälden aufzuspüren. Ich denke, dass diese Suche nach einer Art geografischem<br />

Schlüssel, der den Code zu <strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong>s Werken knackt, zum<br />

Scheitern verurteilt ist. Das Problem ist, dass alle seine Arbeiten von seinem<br />

eigenen Ursprung handeln und auch wieder nicht. Wie er sagt, »denn alles,<br />

was bisher vorliegt an grafischen Blättern, ist einfach aus meiner Lebenssituation<br />

in Leipzig heraus entstanden und nimmt in keinem einzigen Fall<br />

bewusst Bezug auf den Ort meiner Kindheit und Jugend. Zugleich weiß<br />

ich aber, dass diese Region, die sich vom Harzvorland über Aschersleben bis<br />

nach Leipzig erstreckt, der Motivlieferant schlechthin ist für alles, was ich<br />

tue […]. Dieser Landstrich ist es einfach, der mich mit allen Dingen versorgt,<br />

die man auf meinen Bildern wiederfindet. Und es sind vielleicht ja nicht<br />

so sehr die Dinge, es sind vielleicht eher Momente, Zustände, die sich kaum<br />

präzise benennen lassen. Es sind ganz bestimmte Formabwicklungen,<br />

die in der Landschaft angelegt sind, in Horizontlinien, in architektonischen<br />

Eigenheiten. In Lichtverhältnissen.«¹<br />

Was ist also die beste Herangehensweise, um die Druckgrafik von <strong>Neo</strong><br />

<strong>Rauch</strong> zu verstehen, und was ist deren Beziehung zu seinen Zeichnungen,<br />

wenn es eine solche überhaupt gibt? Meine Erfahrung mit <strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong>s<br />

Zeichnungen war, dass es mir nicht durch eine Semiotik oder Psychologie<br />

von Symbolen und Formen, sondern vielmehr durch die Entwicklung<br />

meiner eigenen, persönlichen Klassifizierung unterschiedlicher Verwandtschaften<br />

und Ausführungsweisen – die ich fragmentarische Zeichnungen,<br />

Charakterstudien, Szenarien und vollendete Zeichnungen nenne – gelang,<br />

Ordnungsprinzipien und die Bedeutung dieses Mediums innerhalb seines<br />

Œuvres zu erkennen. Ich würde sagen, dass das Zeichnen für <strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong><br />

eine freie, stress- und risikoarme Tätigkeit ist. Häufig bleiben Zeichnungen<br />

auf dem Boden seines Ateliers zurück und werden dann eingesammelt<br />

und ohne einen besonderen Plan weggeräumt, wenn das Atelier nach der<br />

Vollendung und dem Abtransport einer Serie von Gemälden gereinigt wird.<br />

Es handelt sich nicht um Vorbereitungszeichnungen für Gemälde oder<br />

Druckgrafik. <strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong> verkauft seine Zeichnungen nur selten und sie<br />

sind auch nicht Teil der Sammlung des Museums, weshalb sie kaum einem<br />

kommerziellen oder archivalischen Druck unterliegen. Doch sind sie<br />

insofern von großer Bedeutung für <strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong>, als sie das Treibgut seiner<br />

Gedanken einfangen und Dinge erstmals in eine brauchbare, physische<br />

Form bringen, sodass später vielleicht Fragmente von Architek turen,<br />

elektrischer Anlagen, Charakteren und Situationen in seiner Malerei wiederverwendet<br />

werden können.<br />

<strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong> ist allerdings der Ansicht, dass das Schaffen von Druckgrafik<br />

mit mehr Unsicherheiten einhergeht als das Zeichnen und mit wesentlich<br />

mehr als das Malen. Die Leinwand ist für ihn ein »Spielplatz«, wo er die<br />

völlige Kontrolle über das Medium, die Größe der malerischen Geste und das<br />

bedingungslose Verständnis vom gemalten Bild als einzig artigem Objekt<br />

verspürt. Druckgrafik erfordert dagegen andere manuelle Fertigkeiten und<br />

anderes technisches Wissen, und ihr Maßstab ist viel kleiner. Auch verstärken<br />

der mit der Druckgrafik verbundene Gedanke ihrer Reproduzierbarkeit<br />

und die Tatsache, dass sie für Propagandazwecke und Plakate genutzt wurde,<br />

für <strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong> die Last der persönlichen Verantwortung, Bilder zu schaffen,<br />

die es wert sind, in einer Auflage von 35 Exemplaren zu erscheinen. Nun<br />

steht er unter dem Zeitdruck, jedes Jahr Druckgrafik zu schaffen, um die<br />

Sammlung des Museums zu erweitern, weshalb der Prozess ihrer Entstehung<br />

gedanklich auch ein wenig Zeit planung, -einteilung und praktische Umsetzung<br />

einschließt, was Künstler meist verabscheuen.<br />

Ein wichtiger Punkt ist hierbei jedoch, dass <strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong>, seinem Ärger<br />

über die Hemmung seiner Kreativität und seinen Ängsten und Befürchtungen<br />

durch das Schaffen von Druckgrafik zum Trotz, das Medium<br />

als wertvolles Ausdrucksmittel ansieht, das er neben der Zeichnung und<br />

als Kontrapunkt zu seinen Gemälden weiterentwickeln kann. Ich bin der<br />

Meinung, dass seine Druckgrafik auf ähnliche Weise agiert wie seine<br />

240 Brett Littman <strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong>: Archivierte Innenwelten<br />

241


Auflage – Edition 35 + 10 e.a.<br />

+ 4 Werkstatt – Workshop<br />

NG 336<br />

Lithographisches Atelier<br />

Leipzig<br />

<strong>Der</strong> Turm<br />

Gemeinschaftswerk mit<br />

Cooperation with Rosa Loy<br />

Zweifarbige Tusche- und<br />

Kreidelithografie – Two-color<br />

ink and chalk lithograph<br />

Bütten Hahnemühle Alt Worms<br />

36 × 27 cm Blatt – Sheet<br />

31 × 23 cm Motiv – Image<br />

Auflage – Edition 35 + 15 e.a.<br />

+ 4 Werkstatt – Workshop<br />

NG 337<br />

Lithographisches Atelier<br />

Leipzig<br />

Frost<br />

Dreifarbige Tuschelithografie<br />

Three-color ink lithograph<br />

Bütten Hahnemühle Alt Worms<br />

75 × 58 cm Blatt – Sheet<br />

71 × 54 cm Motiv – Image<br />

Auflage – Edition 35 + 12 e.a.<br />

+ 4 Werkstatt – Workshop<br />

+ 1 Probedruck – Test print<br />

NG 338<br />

Lithographisches Atelier<br />

Leipzig<br />

Beflügelung<br />

Neujahrsblatt<br />

New Year’s print<br />

Einfarbige Tuschelithografie<br />

Monochrome ink lithograph<br />

Bütten Hahnemühle Alt Worms<br />

16,5 × 23,5 cm Blatt – Sheet<br />

14,5 × 21 cm Motiv – Image<br />

Auflage – Edition 200<br />

NG 339<br />

Lithographisches Atelier<br />

Leipzig<br />

2020<br />

→ Seite – Page 193<br />

<strong>Der</strong> Hergang<br />

Vierfarbige Tuschelithografie<br />

Four-color ink lithograph<br />

Bütten Hahnemühle Alt Worms<br />

77 × 56 cm Blatt – Sheet<br />

70 × 51 cm Motiv – Image<br />

Auflage – Edition 35 + 10 e.a.<br />

+ 4 Werkstatt – Workshop<br />

NG 340<br />

Lithographisches Atelier<br />

Leipzig<br />

Diebe<br />

Zweifarbige Tusche- und<br />

Kreidelithografie – Two-color<br />

ink and chalk lithograph<br />

Bütten Hahnemühle Alt Worms<br />

45 × 33 cm Blatt – Sheet<br />

41,5 × 29 cm Motiv – Image<br />

Auflage – Edition 35 + 15 e.a.<br />

+ 4 Werkstatt – Workshop<br />

NG 341<br />

Lithographisches Atelier<br />

Leipzig<br />

Hocker<br />

Vierfarbige Tuschelithografie<br />

Four-color ink lithograph<br />

Bütten Hahnemühle Alt Worms<br />

44,6 × 35 cm Blatt – Sheet<br />

37 × 27,5 cm Motiv – Image<br />

Auflage – Edition 35 + 10 e.a.<br />

+ 4 Werkstatt – Workshop<br />

NG 343<br />

Lithographisches Atelier<br />

Leipzig<br />

Orden<br />

Gemeinschaftswerk mit<br />

Cooperation with Rosa Loy<br />

Einfarbige Tusche- und Kreidelithografie<br />

– Monochrome ink<br />

and chalk lithograph<br />

Bütten Hahnemühle Alt Worms<br />

25 × 19,5 cm Blatt – Sheet<br />

22,5 × 17 cm Motiv – Image<br />

Auflage – Edition 40 + 20 e.a.<br />

+ 4 Werkstatt – Workshop<br />

NG 344<br />

Lithographisches Atelier<br />

Leipzig<br />

2021<br />

→ Seite – Page 199<br />

Kreisel<br />

Vierfarbige Tuschelithografie<br />

Four-color ink lithograph<br />

Bütten Hahnemühle Alt Worms<br />

41 × 50 cm Blatt – Sheet<br />

34 × 43 cm Motiv – Image<br />

Auflage – Edition 35 + 10 e.a.<br />

+ 4 Werkstatt – Workshop<br />

NG 345<br />

Lithographisches Atelier<br />

Leipzig<br />

Reinig<br />

Sechsfarbige Tuschelithografie<br />

Six-color ink lithograph<br />

Bütten Hahnemühle Alt Worms<br />

76,5 × 59 cm Blatt – Sheet<br />

71,5 × 54 cm Motiv – Image<br />

Auflage – Edition 35 + 10 e.a.<br />

+ 4 Werkstatt – Workshop<br />

NG 346<br />

Lithographisches Atelier<br />

Leipzig<br />

Pumper<br />

Fünffarbige Tuschelithografie<br />

Five-color ink lithograph<br />

Bütten Hahnemühle Alt Worms<br />

36,5 × 27 cm Blatt – Sheet<br />

30,5 × 22,5 cm Motiv – Image<br />

Auflage – Edition 35 + 10 e.a.<br />

+ 4 Werkstatt – Workshop<br />

NG 347<br />

Lithographisches Atelier<br />

Leipzig<br />

Aufwärts<br />

Fünffarbige Kreide- und<br />

Tuschelithografie – Five-color<br />

ink and chalk lithograph<br />

Bütten Hahnemühle Alt Worms<br />

75 × 58 cm Blatt – Sheet<br />

68 × 52 cm Motiv – Image<br />

Auflage – Edition 35 + 10 e.a.<br />

+ 4 Werkstatt – Workshop<br />

NG 348<br />

Lithographisches Atelier<br />

Leipzig<br />

Gabe<br />

Dreifarbige Tuschelithografie<br />

Three-color ink lithograph<br />

Bütten Hahnemühle Alt Worms<br />

38 × 49 cm Blatt – Sheet<br />

31 × 41 cm Motiv – Image<br />

Auflage – Edition 35 + 10 e.a.<br />

+ 4 Werkstatt – Workshop<br />

NG 349<br />

Lithographisches Atelier<br />

Leipzig<br />

Neujahrsblatt<br />

New Year’s print<br />

Einfarbige Tuschelithografie<br />

Monochrome ink lithograph<br />

Bütten Hahnemühle Alt Worms<br />

23,5 × 16,8 cm Blatt – Sheet<br />

21,9 × 15,2 cm Motiv – Image<br />

Auflage – Edition 200<br />

NG 350<br />

Lithographisches Atelier<br />

Leipzig<br />

2022<br />

→ Seite – Page 207<br />

Heimwärts<br />

Fünffarbige Tuschelithografie<br />

Five-color ink lithograph<br />

Bütten Hahnemühle Alt Worms<br />

34 × 39 cm Blatt – Sheet<br />

27,2 × 34,5 cm Motiv – Image<br />

Auflage – Edition 35<br />

NG 351<br />

Lithographisches Atelier<br />

Leipzig<br />

Ziegelei<br />

Fünffarbige Tuschelithografie<br />

Five-color ink lithograph<br />

Bütten Hahnemühle Alt Worms<br />

48,8 × 37 cm Blatt – Sheet<br />

43 × 31,2 cm Motiv – Image<br />

Auflage – Edition 35<br />

NG 352<br />

Lithographisches Atelier<br />

Leipzig<br />

Die große Bühne<br />

Sechsfarbige Tuschelithografie<br />

Six-color ink lithograph<br />

Bütten Hahnemühle Alt Worms<br />

73 × 55 cm Blatt – Sheet<br />

67,5 × 50 cm Motiv – Image<br />

Auflage – Edition 35<br />

NG 353<br />

Lithographisches Atelier<br />

Leipzig<br />

<strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong><br />

1960<br />

geboren – born in Leipzig<br />

1981 – 86<br />

Studium der Malerei an der Hochschule für Grafik und Buchkunst<br />

(HGB) Leipzig bei Professor Arno Rink – studied painting at the<br />

HGB Leipzig with Professor Arno Rink<br />

1986 – 90<br />

Meisterschüler an der HGB Leipzig – Master student at HGB Leipzig<br />

1993 – 98<br />

Assistent an der HGB Leipzig – Assistant at HGB Leipzig<br />

2005 – 09<br />

Professur für Malerei/Grafik an der HGB Leipzig – Professor for<br />

Painting/Graphics at HGB Leipzig<br />

2009 – 14<br />

Honorarprofessor an der HGB Leipzig – Honorary Professor at<br />

HGB Leipzig<br />

arbeitet in Leipzig – works in Leipzig<br />

Einzelausstellungen<br />

Auswahl<br />

Solo exhibitions<br />

Selection<br />

2022<br />

NEO RAUCH <strong>Der</strong> <strong>Bestand</strong> Druckgrafik seit 1988, Grafikstiftung<br />

<strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong>, Aschersleben<br />

2021<br />

The Signpost, David Zwirner, New York<br />

FLOWERS on the BORDER, <strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong> & Rosa Loy, SPACE K, Seoul<br />

Das Wehr, Landesmuseum Schloss Heidecksburg, Rudolstadt<br />

<strong>Der</strong> Beifang, Gutshaus Steglitz, Berlin<br />

2020<br />

NEO RAUCH DAS FORTWÄHRENDE – Papierarbeiten 1989 – 1995,<br />

Grafikstiftung <strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong>, Aschersleben<br />

NEO RAUCH – Werke aus der Sammlung Hildebrand, G2 Kunsthalle,<br />

Leipzig<br />

Handlauf, Galerie EIGEN + ART, Leipzig<br />

2019<br />

<strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong>: dipinti 2008 al 2019 / <strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong>: paintings 2008 to 2019,<br />

Uffizi of Palazzo Pitti, Florenz – Florence<br />

Soli Deo Gloria, Schafstall Bisdorf, gemeinsam mit – together with<br />

Rosa Loy<br />

La Torre, Fondazione Copolla, Vicenza, gemeinsam mit – together<br />

with Rosa Loy<br />

Propaganda, David Zwirner, Hongkong<br />

Aus dem Boden – From the Floor, Drawing Center, New York<br />

2018<br />

Dromos. Malerei 1993 – 2017, Museum de Fundatie, Zwolle<br />

Rosa Loy <strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong> – Die Strickerin, Grafikstiftung<br />

<strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong>, Aschersleben<br />

Aus dem Boden – From the Floor, Des Moines Art Center, Des Moines<br />

Lohengrin, <strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong> & Rosa Loy, Villa Schöningen, Potsdam<br />

2017<br />

Arno Rink <strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong>, Grafikstiftung <strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong>, Aschersleben<br />

2016<br />

RONDO, David Zwirner, London<br />

Die Versenkung, Galerie EIGEN + ART, Berlin<br />

Hanno <strong>Rauch</strong> & <strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong> Vater und Sohn, Grafikstiftung<br />

<strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong>, Aschersleben<br />

2015<br />

Im Schlaf der Welt: <strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong> auf Bötzow, Bötzow Berlin<br />

Perlmutt, <strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong> & Rosa Loy, Kunstverein Freunde Aktueller<br />

Kunst e.V., Zwickau<br />

<strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong>, David-Hansemann-Haus Droege Group, Düsseldorf<br />

Begegnung: Karl Blossfeldt & <strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong>,<br />

Grafikstiftung <strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong>, Aschersleben<br />

2014<br />

At the Well, David Zwirner, New York<br />

<strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong> Das grafische Werk – Dritter Teil, Grafikstiftung<br />

<strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong>, Aschersleben<br />

2013<br />

Gespenster, Galerie EIGEN + ART, Leipzig<br />

<strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong>. The Obsession of the Demiurge – Ausgewählte Werke<br />

1993 – 2012, BOZAR – Palaix des Beaux-Arts, Brüssel – Brussels<br />

<strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong> Das grafische Werk – Zweiter Teil, Grafikstiftung<br />

<strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong>, Aschersleben<br />

256 257


2012<br />

<strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong>. Abwägung, Rosa Loy. Gravitation, Kunstsammlungen<br />

Chemnitz<br />

<strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong> Das grafische Werk – Erster Teil, Eröffnung der<br />

Ausstellungsräume der Grafikstiftung <strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong>, Aschersleben<br />

2011<br />

Hinter den Gärten, <strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong> & Rosa Loy, Museum Essl,<br />

Klosterneuburg<br />

<strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong>, Museum Frieder Burda, Baden-Baden<br />

Begleiter – Mythos Realismus, Nationalgalerie Zachęta,<br />

Warschau – Warsaw<br />

Heilstätten, David Zwirner, New York<br />

2010<br />

Begleiter, Museum der bildenden Künste Leipzig; Pinakothek der<br />

Moderne, München – Munich<br />

2009<br />

Schilfland, Galerie EIGEN + ART, Berlin<br />

Paintings and Paper Works, Deutsche Botschaft London<br />

2008<br />

David Zwirner, New York<br />

2007<br />

para, Metropolitan Museum of Art, New York;<br />

Max Ernst Museum, Brühl<br />

Neue Rollen, Rudolphinum, Prag – Prague<br />

2006<br />

<strong>Der</strong> Zeitraum, Galerie EIGEN + ART, Leipzig<br />

Neue Rollen. Bilder 1993 bis heute, Kunstmuseum Wolfsburg<br />

Musée d’Art Contemporain de Montreal<br />

2005<br />

Works 1994 – 2002. The Leipziger Volkszeitung Collection,<br />

Honolulu Academy of Arts<br />

CAC Malaga. Centro de Arte Contemporáneo de Málaga<br />

Renegaten, David Zwirner, New York<br />

2004<br />

Arbeiten auf Papier 2003 – 2004, Albertina, Wien – Vienna<br />

2003<br />

Currents, The Saint Louis Art Museum<br />

2002<br />

Bonnefantenmuseum, Maastricht<br />

Galerie EIGEN + ART, Berlin<br />

David Zwirner, New York<br />

2001<br />

<strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong>. Zeichnungen und Gemälde aus der Sammlung Deutsche<br />

Bank, Deutsche Guggenheim, Berlin; Mannheimer Kunstverein;<br />

Neues Museum Weserburg Bremen; International Culture Centre<br />

Krakow; Städtische Galerie Delmenhorst; The Douglas Hyde<br />

Gallery, Dublin<br />

2000<br />

Galerie EIGEN + ART, Leipzig<br />

Randgebiet, Galerie für Zeitgenössische Kunst, Leipzig; Haus der<br />

Kunst, München – Munich; Kunsthalle Zürich<br />

David Zwirner, New York<br />

1999<br />

Galerie EIGEN + ART, Berlin<br />

1998<br />

Galerie der Stadt Backnang<br />

1997<br />

Museum der bildenden Künste Leipzig (Verleihung des Kunstpreises<br />

der – Award of the Art Prize of Leipziger Volkszeitung 1997)<br />

Manöver, Galerie EIGEN + ART, Leipzig<br />

1995<br />

Städtisches Museum Aschersleben<br />

Marineschule, Overbeck-Gesellschaft Lübeck<br />

Galerie EIGEN + ART, Leipzig<br />

Dresdner Bank, Leipzig<br />

1994<br />

Projektgalerie, Kunstverein Elsterpark e.V., Leipzig<br />

1993<br />

Strahlungen, Galerie EIGEN + ART, Leipzig<br />

Galerie VOXX, Chemnitz<br />

Galerie Alvensleben, München – Munich<br />

Im Kabinett Galerie, Berlin<br />

Dresdner Bank Frankfurt am Main<br />

1991<br />

Galerie Schwind, Frankfurt am Main<br />

1989<br />

Galerie am Thomaskirchhof, Leipzig<br />

Gruppenausstellungen<br />

Auswahl<br />

Group exhibitions<br />

Selection<br />

2022<br />

COMPETERE: An Exhibition of Artist Couples, Bo Bartlett Center,<br />

Georgia<br />

Bilderkosmos Leipzig. 1905 – 2022, Museum der bildenden Künste,<br />

Leipzig<br />

2021<br />

VORDER MITTEL HINTERGRUND Hartwig Ebersbach Stefan<br />

Guggisberg <strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong>, Grafikstiftung <strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong>, Aschersleben<br />

2018<br />

The World on Paper, Deutsche Bank Collection, Palais Populaire,<br />

Berlin<br />

2015<br />

Leipzig 2015. Sammlung Hildebrand, G2 Kunsthalle, Leipzig<br />

2014<br />

Andreas Gursky, <strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong>, Jeff Wall, Kestnergesellschaft, Hannover<br />

Neupräsentation der Sammlung 20 Jahre Kunstmuseum Bonn, Bonn,<br />

2011<br />

Sweethearts: Artists Couples, Pippy Houldsworth Gallery, London<br />

Hommage à Klaus Werner, Galerie für Zeitgenössische Kunst, Leipzig<br />

2005<br />

25 Jahre Sammlung Deutsche Bank, Deutsche Guggenheim, Berlin<br />

2004<br />

Aus deutscher Sicht. Meisterwerke aus der Sammlung Deutsche Bank,<br />

Staatliches Puschkin-Museum für bildende Künste, Moskau<br />

2001<br />

Plateau of Mankind. La Biennale di Venezia – Venice<br />

2000<br />

Contemporary Art from Germany, National Gallery of Modern Art,<br />

Mumbai; Birla Academy of Art & Culture, Kalkutta – Calcutta<br />

After the Wall, Hamburger Bahnhof, BerlinSalon, The Delfina<br />

Studio Trust, London<br />

Malkunst. Pittura d’oggi a Berlino, Fondazione Mudima,<br />

Mailand – Milan<br />

Bildwechsel, Staatliches Museum Zwickau und Kunstsammlung<br />

Gera-Orangerie<br />

1996<br />

Contemporary Art at Deutsche Bank, London<br />

1995<br />

Echoes, Goethe House, New York<br />

1992<br />

Leipziger Sezession, Krochhochhaus, Leipzig<br />

1991<br />

Das Gewitter, Galerie am Kraftwerk, Leipzig<br />

<strong>Der</strong> Harz, Art Cologne, Köln – Cologne<br />

1988<br />

X. Kunstausstellung der DDR, Dresden<br />

Malbund, Galerie Baumschulenweg, Berlin (Ost)<br />

Ludwig-Institut Oberhausen, Oberhausen<br />

1986<br />

Junge Künstler im Bezirk Leipzig, Staatliches Lindenau-Museum<br />

Altenburg, Altenburg<br />

Arbeiten in öffentlichen Sammlungen<br />

Artwork in public collections<br />

Bundessammlung zeitgenössischer Kunst, Bonn<br />

Carnegie Museum of Art, Pittsburgh<br />

Collection of the Denver Art Museum<br />

Collection of The Museum of Modern Art, New York / The Judith<br />

Rothschild Foundation Contemporary Drawings Collection<br />

Friedrich Christian Flick Collection, Zürich/Berlin<br />

Galerie für Zeitgenössische Kunst, Leipzig<br />

Kunsthalle zu Kiel<br />

Kunstmuseum Wolfsburg<br />

Kunstsammlung Deutscher Bundestag<br />

Kunst in der Sachsenbank/Sammlung<br />

Kunstsammlungen Chemnitz<br />

Lindenau-Museum Altenburg<br />

Ludwig Forum für Internationale Kunst, Aachen<br />

Museum der bildenden Künste Leipzig<br />

Museum of Contemporary Art, Los Angeles<br />

MoMA, New York City<br />

Sammlung der Landesbank Hessen – Thüringen<br />

Sammlung Deutsche Bank<br />

Solomon R. Guggenheim Museum, New York<br />

The Rubell Family Collection<br />

UBS Art Collection<br />

Stedeljik Museum, Amsterdam<br />

Kunsthalle Hamburg<br />

G2 Kunsthalle Leipzig/Sammlung Hildebrand<br />

Kunst am Bau<br />

Artwork for buildings<br />

2007<br />

Gestaltung der Fenster der Elisabethkapelle im Naumburger Dom,<br />

Naumburg – Creation of the windows of the Elisabeth Chapel in<br />

the Naumburg Cathedral, Naumburg<br />

1999<br />

Beitrag zur Gestaltung des Bundestagsgebäudes »Paul-Löbe-Haus«,<br />

Berlin – Contribution to the design of the »Paul-Löbe-Haus«<br />

Bundestag building, Berlin<br />

258<br />

259


Die Publikation erscheint anlässlich der Ausstellung<br />

The catalog is published on the occasion of the exhibition<br />

NEO RAUCH<br />

<strong>Der</strong> <strong>Bestand</strong> – The Holdings<br />

Druckgrafik seit 1988 – Prints since 1988<br />

Grafikstiftung <strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong><br />

1. Juni 2022 – 28. April 2024<br />

June 1, 2022 – April 28, 2024<br />

Foto – Photo<br />

Uwe Walter, Berlin<br />

Martin Url, Frankfurt am Main (Mappe Festung Blocksberg)<br />

Bildbearbeitung – Image processing<br />

Josefine Tischer, Berlin<br />

Papier – Paper<br />

Munken Pure<br />

Gesetzt aus – Typeface<br />

Alpina (Grilli Type)<br />

Druck und Bindung – Print and binding<br />

DZA Druckerei zu Altenburg GmbH<br />

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:<br />

Die deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation<br />

in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische<br />

Angaben sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.<br />

Vorstand – Board of directors<br />

Kerstin Wahala (Vorsitzende – Chairwoman),<br />

Thomas Leimbach, Hans-Michael Strube<br />

Kuratorium – Committee<br />

Rudij Bergmann, Ernst Karl vom Böckel, Dr. Hedda im<br />

Brahm-Droege, Nina Wieland, Gerd Harry Lybke,<br />

<strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong>, Mike Schubert, Dr. Jeannette Stoschek,<br />

Andreas Michelmann<br />

Ehrenmitglied des Kuratoriums – Honorary member<br />

of the committee<br />

Dr. Peter Krüger<br />

Leitung – Management<br />

Silvia Käther<br />

Mitarbeiterinnen – Staff<br />

Ann-Sophie Parker, Christiane Wisniewski<br />

Herausgeber – Editor<br />

Grafikstiftung <strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong><br />

Bestehornpark<br />

Wilhelmstraße 21 – 23<br />

06449 Aschersleben<br />

Recherche und Datenerfassung – Research and data collection<br />

Sylvia Seufert, Büro Loy & <strong>Rauch</strong>;<br />

Silvia Käther, Ann-Sophie Parker, Grafikstiftung <strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong><br />

Projektmanagement – Project management<br />

Valerie Ender<br />

Lektorat Deutsch – Copy editing German<br />

Valerie Ender<br />

Übersetzung – Translation<br />

Erik Lloyd Dorset (Deutsch-Englisch),<br />

Uta Hasekamp (Englisch-Deutsch)<br />

Korrektorat Englisch – Copy editing English<br />

Erik Lloyd Dorset<br />

Gestaltung und Satz – Design and typeset<br />

Andrej Loll, BüroTotal<br />

German National Library bibliographical information:<br />

The German National Library lists this publication in the German<br />

National Bibliography; detailed bibliographic data is available<br />

online at http://dnb.dnb.de.<br />

Alle Rechte, insbesondere das Recht auf Vervielfältigung und<br />

Verbreitung sowie Übersetzung sind vorbehalten. Kein Teil dieses<br />

Werkes darf in irgendeiner Form ohne schriftliche Genehmigung<br />

der Rechteinhaber reproduziert oder unter Verwendung elektronischer<br />

Systeme verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.<br />

All rights reserved. No part of this publication may be reproduced,<br />

translated, stored in a retrieval system or transmitted in any form<br />

or by any means, electronic, mechanical, photocopying, recording<br />

or otherwise, without the prior permission of the holder of rights.<br />

© 2022 E. A. Seemann Verlag in der E. A. Seemann Henschel<br />

GmbH & Co. KG, Leipzig, der Herausgeber, die Autorinnen<br />

und Autoren<br />

© 2022 E. A. Seemann Verlag within E. A. Seemann Henschel<br />

GmbH & Co. KG, Leipzig, the editor, the authors<br />

www.seemann-verlag.de<br />

© 2022 für die Werke von – for the works by <strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong>:<br />

<strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong>, VG Bild-Kunst, Bonn<br />

Courtesy<br />

Galerie EIGEN + ART, Leipzig /Berlin<br />

David Zwirner<br />

ISBN 978-3-86502-479-4<br />

Umschlagabbildung – Cover illustration<br />

<strong>Der</strong> Hergang 2020, NG 340 → Seite – Page 197<br />

<strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong>s Dank gilt – <strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong> would like to thank:<br />

Doris Apell-Kölmel, Rudij Bergmann, Vivien Blume, Wolfgang<br />

Büscher, Otto Felber, Hannah-C. Grabner, Elke Hannemann,<br />

Friedhelm Hütte, Hedda im Brahm-Droege, Peter Krüger,<br />

Silvia Käther, Thomas Leimbach, Brett Littman, Andrej Loll,<br />

Rosa Loy, Gerd Harry Lybke, Sylvia Meinel, Andreas Michelmann,<br />

Ann-Sophie Parker, Friedrich-Wilhelm von <strong>Rauch</strong>, Tobias<br />

Reinicke, Stephan Rosentreter, Mike Schubert, Sylvia Seufert,<br />

Andrea Stengel, Jeannette Stoschek, Hans-Michael Strube,<br />

Hartmut Tauer, Ernst Karl vom Böckel, Kerstin Wahala, Uwe<br />

Walter, Nina Wieland, Christiane Wisniewski


Als wichtigster Protagonist der Neuen Leipziger Schule und einer der bekanntesten<br />

zeitgenössischen Maler schuf <strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong> (*1960) auch ein umfangreiches druck grafisches<br />

Werk.<br />

Zum zehnjährigen Jubiläum der Grafikstiftung <strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong> Aschersleben erscheint<br />

nun das Werkverzeichnis seiner Druckgrafik. In 155 Abbildungen präsentiert der Katalog<br />

das gesamte druckgrafische Œuvre, das erstmals die Arbeiten ab 1988 mit einbezieht.<br />

Von den expressiven, farblich zurückhaltenden Lithografien aus den 1980er Jahren,<br />

über die Ausstellungsplakate im Siebdruck aus den 1990ern, bis hin zu den farb starken<br />

Kreide-Tuschelithografien ab 2000: Die Arbeiten zeugen von großer künstlerischer Finesse,<br />

virtuosem Handwerk und Varia tionsreichtum in Technik und Ausführung. Dabei ist<br />

die Grafik kaum Vorentwurf oder Nachahmung des Gemalten, sondern steht eigen ständig<br />

für sich.<br />

Großformatige Abbildungen lassen in <strong>Rauch</strong>s surreale Bildwelten eintauchen und<br />

offenbaren das breite Spektrum seines Œuvres. <strong>Der</strong> Band versammelt darüber hinaus<br />

Interviews und Textbeiträge von engen Weggefährten und Begleitern.<br />

As the most important protagonist of the New Leipzig School and one of the best-known<br />

contemporary painters, <strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong> (*1960) also created an extensive body of graphic<br />

works.<br />

Marking the tenth anniversary of the Graphics Foundation <strong>Neo</strong> <strong>Rauch</strong> in Aschersleben,<br />

the catalog raisonné of his prints is now being published. In 155 illustrations, the catalog<br />

presents the entire graphic œuvre, which for the first time includes the works from 1988<br />

onward. Be it the expressive colorfully restrained lithographs of the 1980s, the silkscreen<br />

exhibition posters of the 1990s, or the colorful chalk-and-ink lithographs from 2000<br />

onward, the works are evidence of great artistic finesse, virtuoso craftsmanship, and a<br />

wealth of variation in technique and execution. Yet the graphic work is hardly a preliminary<br />

draft or imitation of the painting but is independent in its own right.<br />

Large-format illustrations allow readers to immerse themselves in <strong>Rauch</strong>’s surreal<br />

pictorial worlds, revealing the broad spectrum of his œuvre. The volume also contains interviews<br />

and texts by close companions and associates.

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