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Musikfestspiele Saar 2022

Das Programmheft der Musikfestpiele Saar, die in diesem Jahr unter dem Motto Orientations/Orientierungen stehen.

Das Programmheft der Musikfestpiele Saar, die in diesem Jahr unter dem Motto Orientations/Orientierungen stehen.

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22.5.–19.6.2022

ORIENTATIONS

ORIENTIERUNGEN


»Wer sich selbst und andre kennt,

wird auch hier erkennen:

Orient und Okzident

Sind nicht mehr zu trennen.

Sinnig zwischen beiden Welten

Sich zu wiegen, lass’ ich gelten;

Also zwischen Ost und Westen

Sich bewegen sei zum Besten!«

Aus: »West-östlicher Divan« von Johann Wolfgang von Goethe


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Musikfestspiele Saar 2022

»Orientations – Orientierungen«

Sehr verehrtes Publikum, liebe Festspielgäste,

als wir vor zwei Jahren begannen, das Thema für

das diesjährige Festival zu finden und unser Programm

zu entwickeln, war nicht abzusehen, wie

sehr die Gesellschaft der Stimme der Kultur und

der verbindenden Kraft der Musik bedürfen würde.

Wir blicken zurück auf zwei Jahre voller Entbehrungen

und Rückschläge; zwar waren alle Menschen

durch die Pandemie miteinander verbunden

wie fast nie zuvor, dennoch drohte die Gesellschaft

selten so zu entzweien.

Deshalb ist es notwendiger denn je, in dieser Zeit

kulturenverbindend musikalische Brücken zu bauen,

musikalisch einen Bogen zu spannen zwischen

Orient und Okzident. Wir möchten neue kulturelle

Orientierung geben und aufmerksam machen darauf,

dass die Bevölkerung weltweit seit jeher eine

Sache eint: das Grundbedürfnis nach Kultur.

»Orientations – Orientierungen« ist in diesem Jahr

der Leitgedanke unseres Programms. Das Wort

»orientieren« bedeutet laut Duden »die richtige

Richtung finden, sich zurechtfinden«, das französische

Verb »orienter« wird auch mit »richtig halten,

etwas ausrichten, auf etwas richten oder lenken«

übersetzt.

So wollen wir in dieser Festspielsaison den Blick

richten auf die Musik aller Kulturen und miteinander

in eine Richtung aufbrechen zu einem gemeinsamen

kulturellen Neustart.

Schon Johann Wolfgang von Goethe setzte sich

1819 mit Orient und Okzident auseinander und

sah – seiner Zeit weit voraus – dass sich beide Pole

gegenseitig bedingen, dass das eine ohne das andere

nicht denkbar ist.

Bernhard Leonardy

Eva Karolina Behr

Grußwort


Wer sich selbst und andre kennt,

wird auch hier erkennen:

Orient und Okzident

Sind nicht mehr zu trennen

Sinnig zwischen beiden Welten

Sich zu wiegen, lass’ ich gelten;

Also zwischen Ost und Westen

Sich bewegen sei zum Besten!

Aus »West-östlicher Divan«

Das diesjährige Programm nimmt den Begriff »Orientierungen«

als Leitfaden für all seine Konzerte

und lässt das Publikum – um es mit Goethes Worten

zu sagen – sinnig wiegen zwischen diesen beiden

Welten.

Mit Fazıl Say eröffnen wir die Festspielsaison mit

einem Künstler, der aus der klassischen Musiklandschaft

nicht mehr wegzudenken ist und sie seit

Jahrzehnten prägt. Say ist nicht nur einer der besten

Pianisten unserer Zeit, sondern auch ein Kosmopolit,

Denker und Neuerer. Als Komponist eint

er in seinen Werken klassische Musik mit Jazz und

Elementen der traditionellen türkischen Musik.

Die Musikfestspiele Saar haben in den letzten Jahren

vermehrt auch junge Nachwuchskünstler in

den Fokus gerückt. Mit der Barenboim-Said Akademie

Berlin ist eine der renommiertesten musikalischen

Ausbildungsstätten unseres Landes zu Gast.

Seit mehr als fünf Jahren setzte die Akademie

das pädagogisch um, was das West Eastern Divan

Orchestra einst bei seiner Gründung im Sinn hatte:

dass im gemeinsamen Musizieren, Denken und

Konzeptionieren junger Israelis und Palästinenser

ein Dialog zwischen den Kulturen des Nahen Ostens

entsteht.

Die universelle, grenzüberschreitende Wirkung von

Musik verschiedener Kulturen ist auch dem Geiger

Daniel Hope von Kindesbeinen an mehr als vertraut.

Sein Herzensprojekt »West-östlicher Divan«,

für das sich Hope mit Musikerkollegen aus Ost und

West zusammengetan hat, führt ausgehend von

Texten Goethes in die weite Ferne und von dort

wieder unmittelbar zurück in unser Innerstes.

Ein weiterer Höhepunkt der diesjährigen Musikfestspiele

ist das Engagement des Jerusalem-

Quartet, eines der gegenwärtig weltweit besten

und gefragtesten Streichquartette. Mit einem Programm

mit Werken von Beethoven und Erwin

Schullhoff, einem während des 2. Weltkrieges verfolgten

tschechischen Komponisten, ist das Quartett

in der Notkirche am 40er Grab zu hören, einer

der geschichtsträchtigsten Orte in Saarbrücken.

Mit dem Friedenskonzert, das die Musikfestspiele

kurzfristig ins Programm genommen haben, möchte

das Festival einen Beitrag leisten in einer Zeit,

in der der Dialog zwischen Ost und West schwierig

geworden ist. Mit der Russischen Kammerphilharmonie

St. Petersburg konnte ein Ensemble gewonnen

werden, das MusikerInnen aus der Ukraine

und Russland vereint.

»Christoph Prégardien [...] bewahrt einen klaren

und flexiblen Tenor, eine einwandfreie Diktion und

einen emotionalen Ausdruck, der zwischen Besinnlichkeit

und heißen Gefühls- und Freudenausbrüchen

oszilliert. Die Intensität ist einfach

überwältigend«, schrieb das Crescendo Magazin

im letzten Jahr. Prégardien ist zudem bekannt für

seine dramaturgisch klug konzipierten Programme.

Mit »Erinnerung« ist Prégardien und dem Pianisten

Stefan Litwin eine Programmkomposition gelungen,

die das Publikum auf eine Reise vom 19. Jahrhundert

bis in die Gegenwart mitnimmt.

Mit dem Babylon ORCHESTRA begehen die Festspiele

dieses Jahr ihr Finale. Das Ensemble steht

für ein einmaliges Projekt in der gegenwärtigen

Kulturlandschaft. Es verbindet europäische und

nahöstliche Musik mit dem Klang einer Big Band

und eines zeitgenössischen Orchesters. Ihr Ziel ist

es, den kulturellen Austausch zwischen Okzident

und Orient zu fördern und damit verschiedenen

musikalischen Traditionen einen Platz in einer neu-

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en und einzigartigen Klangwelt zu geben.

Neben diesen Höhepunkten werden weitere zahlreiche

Konzerte im Spannungsfeld zwischen Orient

und Okzident auf den Bühnen des Saarlandes zu

sehen sein.

Unser herzlicher Dank gilt an dieser Stelle Gerhard

Richter. Unsere Festspielthematik wurde entscheidend

inspiriert von den Fenstern Gerhard Richters

in der Benediktinerabtei zu Tholey (Saar), in denen

ein Betrachter ebenso orientalische Ornamente

wie christliche Symbole erspüren könnte.

Unserem Anliegen in unserer grafischen Ausarbeitung

des Festivals ein Motiv aus ebendiesen

Fenstern verwenden zu dürfen, wurde von Gerhard

Richter selbst entsprochen.

Mit herzlichstem Dank und großer Freude möchten

wir uns daher mit diesen Zeilen an einen der

bedeutendsten Künstler der Gegenwart wenden;

wir fühlen uns durch diese Kooperation besonders

ausgezeichnet und geehrt.

Durch diese entstandene Verbindung von Kunst

und Musik sind wir dem Ziel des diesjährigen Festivals,

viele unterschiedliche Menschen verschiedener

Kulturen in Musik vereint zusammenzubringen,

ein entscheidendes Stück nähergekommen.

Darüber hinaus möchten wir uns auch bei all denjenigen

bedanken, die an der Vorbereitung der

Musikfestspiele mit großem Engagement und Enthusiasmus

mitgearbeitet haben. Die Vorfreude all

unserer Künstler, die Unterstützung unserer Spender

und Sponsoren und nicht zuletzt der große Zuspruch

unseres Publikums haben uns die Hürden

der letzten zwei Jahre nehmen lassen und uns Motivation

zur Vorbereitung dieser Saison gegeben.

Wir und das Team der Musikfestspiele wünschen

Ihnen unvergessliche Momente bei den Konzerten

der Musikfestspiele 2022!

Ihr Bernhard Leonardy und Ihre Eva Karolina Behr

Grußwort


»Und nicht über und nicht unter

andern Völkern wolln wir sein […]«

Bertolt Brecht / Hanns Eisler


© Marco Borggreve

12 Konzerte


Fazıl Say

mit der Camerata Salzburg

So 22.5. 18.00 Uhr

Industriehalle Meiser | Schmelz | 40/30/20 €

Fazıl Say: »Yürüyen Köşk (Das verschobene Haus)«

Hommage à Atatürk für Klavier und Streichorchester op. 72c

Wolfgang Amadeus Mozart: Klavierkonzert Nr. 12 in A-Dur KV 414

Fazıl Say: Chamber Symphony op. 62

Wolfgang Amadeus Mozart: Sinfonie Nr. 29 in A-Dur KV 201

Fazıl Say gehört zu den größten Klassikstars der Gegenwart. Er ist bekannt für

seine ungewöhnlichen Programme und unkonventionellen Interpretationen.

Außerdem setzt er als Komponist eine Tradition fort, die über viele Jahre verschwunden

war: Er schreibt eigene Konzerte, so wie vor ihm Bach, Mozart,

Beethoven oder auch Rachmaninow, Mendelssohn oder Chopin. Mit seiner

Musik verbindet Say Klassik und Jazz mit türkischer Volksmusik.

Auf dem Programm steht unter anderem das von Say komponierte Stück

» Yürüyen Köşk (Das verschobene Haus). Hommage à Atatürk für Klavier und

Streichorchester op. 72c«. »Yürüyen Köşk« ist der Name einer Villa in Yalova,

ein historischer Ort, der eine bekannte Episode nachzeichnet: 1930 ließ der

Gründer der modernen Türkei, Mustafa Kemal Atatürk, das Haus um mehrere

Meter versetzen, um eine große Platane, die dort stand, zu retten. So ist das

Herrenhaus seit diesem Tag als »Walking Mansion« bekannt und wurde nach

seiner Restauration 2006 als Museum eröffnet.


© Deutscher Musikrat | Selina Pfrüner

Konzerte


Preisgekrönt!

Preisträgerkonzert

»Jugend musiziert«

Do 26.5. 11.00 Uhr

IHK Saarland Saarbrücken | Eintritt frei

»Jugend musiziert« ist eine der renommiertesten bundesweiten Maßnahmen

zur Findung und Förderung musikalischer Begabungen. Knapp eine Million

Kinder und Jugendliche haben in 59 Jahren seines Bestehens bei »Jugend

musiziert« mitgemacht. Für viele von ihnen war dies der erste Schritt in eine

erfolgreiche Musikkarriere. Nach einer Vorauswahl auf Regionalebene werden

die dortigen PreisträgerInnen zum Landeswettbewerb und danach ggf.

zum Bundeswettbewerb weitergeleitet. Auch im Saarland bereiten sich viele

junge MusikerInnen im Alter zwischen 7 und 25 Jahren jährlich auf diesen

Wettbewerb vor und viele von Ihnen kommen als Preisträger vom Bundeswettbewerb

zurück. Die Musikfestspiele Saar sind in diesem Jahr Ausrichter

des Preisträgerkonzertes IV bis VII und vergeben dort den Sonderpreis der

Musikfestspiele Saar.


© Peter Adamik

16 Konzerte


»In Harmonie«

Kammermusik mit Studierenden der

Barenboim-Said Akademie Berlin

Sa 28.5. 19.00 Uhr

Pingusson Bau | Saarbrücken | 15 €

Paul Hindemith: Kleine Kammermusik für Bläserquintett op. 24 Nr. 2

Franz Danzi: Bläserquintett op. 56

Wolfgang Rihm: Fremde Szene III aus »Fremde Szenen I–III

Versuche für Klaviertrio – 1. Folge«

Felix Mendelssohn Bartholdy: Klaviertrio c-Moll op. 66

Mit Carla García Heredia | Flöte Meri Musaev | Oboe

Yazan Alsabbagh | Klarinette Gal Varon | Fagott Carlos Pinho | Horn

Bilal Alnemr | Violine İdil Pulat | Violoncello Itai Navon | Klavier

Im Jahr 1999 gründeten Daniel Barenboim und der amerikanisch-palästinensische

Kulturwissenschaftler Edward W. Said in Weimar das West-Eastern

Divan Orchestra. Im gemeinsamen Musizieren junger Israelis und Palästinenser

entstand ein Dialog zwischen den Kulturen des Nahen Ostens. Seit

nunmehr fünf Jahren setzt die Barenboim-Said Akademie in Berlin dieses erfolgreiche

Experiment in pädagogische Praxis um. Die staatlich anerkannte

Hochschule bietet einen Bachelor-Studiengang in Musik mit einem Schwerpunkt

in geistes- und musikwissenschaftlichen Themen für begabte junge

Menschen an. Die Studierenden lernen, einander zuzuhören und eigene Ideen

zu entwickeln. Ziel ist es, exzellente Musiker, neugierige und gebildete Menschen

auszubilden. Weltweit bekannte Künstlerinnen und Künstler bilden den

Lehrkörper der Akademie.


© Daniel Waldhecker

18 Konzerte


Daniel Hope und der

»West-östliche Divan«

So 29.5. 19.30 Uhr

Theater am Ring | Saarlouis | 40/30/20 €

Daniel Hope | Violine und Lesung

Gaurav Mazumdar | Sitar

Shahbaz Hussain Khan | Tambura

Sebastian Knauer | Klavier

Mit Werken von W. A. Mozart, Maurice Ravel, Béla Bartók, Gaurav Mazumdar,

Johannes Brahms u.a.

Die universelle, grenzüberschreitende Wirkung von Musik verschiedener Kulturen

ist dem Geiger Daniel Hope von Kindesbeinen an mehr als vertraut –

prägende Begegnungen hatte er etwa mit Yehudi Menuhin ebenso wie mit

Ravi Shankar. Von diesem Urglauben an die vermittelnde Rolle der Musik im

interkulturellen Dialog zeugt das Herzensprojekt »West-östlicher Divan«, für

das Hope sich mit Musikerkollegen aus Ost und West zusammengetan hat.

Das epochen-, genre-, künste- und kulturenumspannende Projekt führt ausgehend

von Texten Goethes in die weite Ferne und von dort wieder unmittelbar

zurück in unser Innerstes.


»Orient et Occident«

Musique militaire Grand-ducale

de Luxembourg

unter der Leitung von Bernhard Stopp

Fr 3.6. 19.00 Uhr

Big Eppel | Eppelborn | 15 €

Die »Musique Militaire Grand-ducale« wurde 1842 gegründet und ist eine der

wichtigsten Schlüsselfiguren in Bezug auf die musikalische Erbschaft Luxemburgs.

1815 wurde das Land Luxemburg vom Wiener Kongress zum Großherzogtum

erhoben und das Bedürfnis nach einer eigenen Armee tauchte erstmals auf.

Auf Grund politischer Hürden, entstanden erst 1842 zwei Infanteriebataillone

mit zwei Militärkapellen in Echternach und Diekirch. 1868 wurde das 2. Bataillon

aufgelöst und Luxemburg zählte ab diesem Moment nur noch eine Militärkapelle,

die sich heute aus 60 Berufsmusikern zusammensetzt. Zusätzlich

zu den offiziellen Anlässen des großherzoglichen Hofes, der Landesregierung

und der Armee des Großherzogtums, gibt die Militärkapelle Luxemburg ca. 50

Konzerte im In- und Ausland und nimmt an zahlreichen Aufnahmen für große

Musikverlage teil.

Für das Konzert im Rahmen der Musikfestspiele Saar konnte als Dirigent

Bernhard Stopp gewonnen werden. Als Stadtmusikdirektor in Villingen, Chefdirigent

des Landespolizeiorchesters Hessen sowie durch seine langjährige

Juroren- und Verbandstätigkeit hat er sich in der Blasorchesterszene einen

hervorragenden Ruf erworben, den er auch im Saarland als langjähriger Dirigent

der Bergkapelle Saar sowie des Orchestervereins Harmonie Ormesheim

regelmäßig unter Beweis stellt.

20 Konzerte


© Claude Piscitello


© privat

Konzerte


Orientalischer Markt in Burbach

Sa 4.6. 10.00 – 20.00 Uhr

Burbacher Marktplatz | Saarbrücken

Hauptkonzert um 18 Uhr mit dem »Rendan Ensemble«

Der orientalische Markt ist inzwischen schon zur Institution in Burbach geworden:

Alljährlich treffen sich rund 10.000 BesucherInnen nicht nur aus

Saarbrücken, sondern aus dem ganzen Saar-Lor-Lux-Raum in dem Saarbrücker

Stadtteil. Essen, Musik, Waren und Atmosphäre – all das erinnert die einen

an ihre Erfahrungen aus dem Urlaub und die anderen an die alte Heimat.

Mitten im Saarland eine solche Wohlfühlatmosphäre vorzufinden, das bewegt

offenbar viele und bestimmt ihre Vorfreude auf die Veranstaltung. Die Musikfestspiele

Saar sind in diesem Jahr mitverantwortlich für die Musik auf der

großen Bühne des Marktes.


© Olaf Mahlzahn

24 Konzerte


Kinderkonzert ab 6 Jahren

»Das magische Game –

eine Zauberflöte« nach der Oper von W. A. Mozart

mit der Taschenoper Lübeck

So 5.6. 12.00 + 16.00 Uhr

Weltkulturerbe Völklinger Hütte – Erzhalle | Völklingen | 15 €

Die Taschenoper Lübeck macht große Oper für kleine Menschen. Seit 2005

spielt die TOL in Theatern, auf renommierten Festivals – wie z.B. dem

Schleswig- Holstein Musik Festival, dem Rheingau Musik Festival – und in

Schulen und Kitas: auf hohem Niveau ganz nah dran!

Die TOL hat den renommierten »Rheingau Musikpreis« erhalten, wurde für

den »Junge Ohren Preis« nominiert, war zu Gast im »Kreativstudio« der

Berliner Philharmoniker und wurde u. a. vom »Hauptstadtkulturfonds« gefördert.

Seit 2011 wird sie als freies Theater vom Land Schleswig-Holstein

institutionell gefördert.

»Wir widmen uns der Kinderoper, weil wir von Oper begeistert sind und Kindern

diese Begeisterung mitteilen und sie daran teilhaben lassen wollen. Damit

es auch in Zukunft noch Zuschauer für Oper gibt, muss sie entstaubt und

mit zeitgemäßen Inhalten gefüllt werden«, so die TOL. Ob Bearbeitung bekannter

Opern oder Neukompositionen: immer beziehen sie ihre Zuschauer

in das Bühnengeschehen ein. Musiktheater berührt alle Sinne, wenn es die

Zuschauer mitnimmt und teilhaben lässt.

So wird die Drei-Stunden-Oper auf 70 Minuten komprimiert und ins Hier und

Jetzt katapultiert: vom öden Alltag in die märchenhafte Welt der königlichen

Damen mit gefährlichen Ungeheuern und magischen Tönen. Aus der Musikstunde

mit Klavierbegleitung driftet Tamino ab in seine virtuelle Welt, eine

Welt, in der er Pamina, die entführte Tochter der Königin der Nacht, finden

soll. Hier kann er Held sein, aber was passiert mit seinen Freunden?


Die Musikfestspiele Saar laden ein zu einer

Kulturreise mit vier Konzerten nach

Paris in Kooperation mit der Hochschule für Musik Saar

6. – 9. Juni 2022

Die Musikfestspiele Saar laden zu einer Reise nach Paris ein, in deren Mittelpunkt ein Konzert mit

den Gesangsklassen der Hochschule für Musik Saar im Mémorial des Martyrs de la Déportation steht.

Zusätzlich finden drei Orgelkonzerte statt mit Daniel Roth, Vincent Rigot und Bernhard Leonardy.

Georges-Henri Pingusson hat das Denkmal 1962 auf der Spitze der Île de la Cité errichtet, das an

die Menschen erinnert, die zwischen 1941 und 1944 von den Nazis deportiert wurden. Das Rahmenprogramm

unserer Reise: ein Orgelkonzert mit Bernhard Leonardy, drei weitere Orgelvorführungen,

ein Besuch im wiedereröffneten Musée de Cluny und der Sonderausstellung »Pionnières« im Musée

du Luxembourg.

Montag, 6. Juni Vormittags Fahrt mit dem TGV

nach Paris. Nach der Ankunft am Gare de L’Est

und einem Mittagessen in einer schönen Brasserie

lassen wir uns Zeit für eine kleine Stadtrundfahrt

durch Paris, die an unsrem Hotel endet, das sich

am Place de la République befindet. Nach einer angemessenen

Pause im Hotel erleben wir abends in

Saint Sulpice ein Privatkonzert. Maître Daniel Roth

wird für uns auf seiner Cavaillé-Coll-Orgel mit 5

Manualen und 100 Registern musizieren.

Dienstag, 7. Juni Métrofahrt ins Quartier Latin.

Wir besichtigen das »Musée de Cluny« mit seiner

exquisiten Sammlung mittelalterlicher Kunst, das

in diesem Frühjahr wiedereröffnet wird. Anschließend

fahren wir mit der Métro zurück ins 1. Arrondissement.

In der Barockkirche »Saint Roch«

wird uns der großartige Organist Vincent Rigot die

prächtige Cavaillé-Coll-Orgel vorstellen. Am späten

Nachmittag geht es zurück zur Île de la Cité:

Auf ihr stand der römische Kaiserpalast; hier residierten

bis ins Mittelalter die französischen Könige.

1163 wurde der Grundstein für Notre Dame gelegt,

die am 15. April 2019 von einem verheerenden

Brand heimgesucht wurde. Nach einem Bummel

durchs Quartier Latin erwartet uns im Mémorial

um 19.00 Uhr ein Konzert der Gesangsklassen der

Hochschule für Musik Saar unter der Leitung von

Prof. Neuner und Prof. Wörner.

Mittwoch, 8. Juni Vormittags ein kurzer Bummel

über die Champs-Elysées und durch die Rue

du Faubourg Saint Honoré. Unser Ziel: die Kirche

»Sainte Madeleine« mit ihrer markanten Säulenkolonnade

und dem Dreieckgiebel. Der 1764 begonnene

Bau wurde erst 1814 als Pfarrkirche

geweiht. Bernhard Leonardy wird uns die weltberühmte

Cavaillé-Coll-Orgel mit ihren horizontalen

Zungenstimmen vorstellen. Nachmittags auf Entdeckungstour

rund um das »Palais Royal« und die

»Galerie Vivienne«. Gemeinsames Abendessen in

einem guten Restaurant.

Donnerstag, 9. Juni Mit der Métro geht es wieder

ins Quartier Latin. Im » Musée du Luxembourg« besuchen

wir eine Ausstellung über Künstlerinnen zu

Beginn der 1920er Jahre, den sog. Années Folles.

Danach spazieren wir durch den hinreißend schönen

»Jardin du Luxembourg«. Unser letztes Ziel

ist »Saint-Etienne-du-Mont«, die im Schatten des

Panthéons liegt. Hinter der Renaissance fassade

verbirgt sich eine gotische Kirche mit wundervollem

Lettner und berühmter Orgel, die Cavaillé- Coll

überarbeitet hat. Abends Rückfahrt mit dem TGV

nach Saarbrücken.

HINWEIS: Alle Konzerte sind auch für Nicht-Kulturreisenteilnehmende

zugänglich. In diesem Fall wird

um Anmeldung bis zum 3. Juni gebeten. Eintritt frei

26 Konzerte


© privat

Hinfahrt

Montag, 6. Juni 2022

10.30 Uhr Halle im Hbf Saarbrücken

Zug: ICE 9556: 11.01 Uhr – 12.54 Uhr

Rückfahrt

Donnerstag, 9. Juni 2022

20.57 Uhr Ankunft Saarbrücken Hbf

Zug: ICE 9557: 19.04 Uhr – 20.57 Uhr

Hotel

Crowne Plaza Hotel ****

10, Place de la République

F – 75011 Paris

Métro: République

Tel.: 00.33 | 1.43.14.43.50

www.crowneplaza.com

Reiseleitung

Karl Meiser

Tel.: 0049 | 170.533.433.0

Leistungen

Bahnreise, 4 Reisetage

Bahnfahrt 2. Klasse in einem durchgehenden

ICE/TGV, 3 Übernachtungen in einem guten

4****- Hotel im Zentrum, Frühstücksbuffet, ein

Mittag- und ein Abendessen, alle Rundfahrten,

Führungen und Eintrittsgelder lt. Programm,

kunsthistorische Reise leitung

Reisepreis

990 € pro Person im Doppelzimmer

290 € Einzelzimmeraufschlag

Informationen und Anmeldung

KÖNIG & MEISER Kulturreisen

Am Rebenberg 11

66271 Kleinblittersdorf

Tel.: 0681 | 389.470

www.km-kulturreisen.de


Ladinische Gesänge mit Chen Reiss

und Bernhard Leonardy | Orgel

Fr 10.6. 19.00 Uhr

Benediktinerabtei St. Mauritius | Tholey | 20 €

Die israelische Sopranistin Chen Reiss verzaubert das Publikum »mit einer

der vollkommensten Strauss-Stimmen, die man sich erträumen kann« (Classical

Source), »einer Stimme voll silbrigem Glanz und Klarheit« (Bachtrack),

»einem makellos entstehenden und verführerischen Klang gepaart mit großartigem

musikalischen Können« (Opera News, USA). Sie wurde als Ensemblemitglied

der Bayerischen Staatsoper bekannt und ist seit einigen Jahren

Residenzkünstlerin an der Wiener Staatsoper. Zahlreiche Engagements führten

sie an das Royal Opera House Covent Garden, das Théâtre des Champs-

Élysées, das Teatro alla Scala, die Semperoper Dresden, die Deutsche Oper

Berlin und die Staatsoper Hamburg. Zu ihren jüngsten Höhepunkten zählen

Rollen in »Le nozze di figaro« von Wolfgang Amadeus Mozart, im »Rosenkavalier«

von Richard Strauss sowie im »Freischütz« von Carl Maria von Weber. Darüber

hinaus konzertierte Chen Reiss unter anderem mit den Münchner Philharmonikern,

dem Los Angeles Philharmonic und dem Israel Philharmonic.

Sie gastiert regelmäßig bei renommierten Ensembles und Institutionen wie

den BBC Proms, den Salzburger Festspielen sowie der Berliner Staatskapelle

und dem Gewandhaus Leipzig.

28 Konzerte


© Marc Mitchell


»Durch Wissen kommt der Mensch

zur Menschlichkeit;

Fehlt Wissen ihm, gleicht er dem

Thiere nur.

Thorheit ist Handeln in Unwissenheit,

Und Thorheit findet nie der Wahrheit

Spur.« Hafis


»Il Floridante –

oder eine heimliche Heldin«

Nach der Oper von G. F. Händel

mit dem Ensemble für Alte Musik »Cembaless«

und Florian Wintels | Poetry Slam

© Theresa Pewall

32 Konzerte


Sa 11.6. 19.00 Uhr

Versöhnungskirche | Völklingen | 20 €

»Cembaless« macht seinem Namen alle Ehre und brilliert mit der für die

Alte Musik seltenen Besetzung ohne Cembalo. Experimentierfreudig, leidenschaftlich

und feinfühlig gestaltet das Ensemble seine Arrangements und

findet in seiner Konzert- und Raumgestaltung stets neue Wege. Cembaless

nimmt das Publikum mit in eine eigene Klangwelt, die sowohl feurige, mitreißende

und lebensfrohe Rhythmen, als auch intime Stimmungen vereint.

Ihre Erfolge zeigen, dass der Funke überspringt, wie z. B. der Publikumspreis

des Biagio-Marini-Wettbewerbs 2015, der Publikumspreis bei »ZAMUS Spielwiese«

2016 und der Publikums- und Förderpreis Alte Musik des Saarländischen

Rundfunks und der Akademie für Alte Musik im Saarland 2017. 2020

wird das Ensemble in das von »Creative Europe Programme of the European

Union« unterstützte Weiterbildungsprogramm »Eeemerging+« (Emerging

european ensembles) aufgenommen. Im Januar 2021 erschien das Debut-

Album »Passacaglia della Vita« bei Naxos Deutschland. Es folgten drei Nominierungen

des Opus Klassik 2021 in den Kategorien »Klassik ohne Grenzen«,

»Ensemble/ Orchester des Jahres«, »Nachwuchskünstler des Jahres – Gesang«.

Frisch, kreativ und farbenreich musiziert »Cembaless« das Arrangement der

Oper »Il Floridante« von Georg Friedrich Händel. Die außergewöhnliche Besetzung

zeigt sich nicht nur in der Instrumentierung, sondern auch in der Herausforderung,

alle Gesangspartien mit einer Sängerin zu bestreiten. Witz- und

wortgewandt erzählt Poetry Slammer Florian Wintels eine freie Interpretation

des Librettos und führt das Publikum durch die Höhen und Tiefen, die die Protagonisten

der Oper zu durchleben haben. Dabei nimmt er zunehmend Bezug

auf die drei zentralen Themen der Inszenierung: »Glaube, Courage und Gerechtigkeit«.

Im interaktiven Austausch mit dem Publikum geht das Ensemble den Kernfragen

nach: »Fördern Glaube bzw. Überzeugungen couragiertes Handeln?

Führt Courage zu Gerechtigkeit? Stärkt Gerechtigkeit den Glauben?« Zunehmend

werden die Entscheidungen des Publikums schwerwiegender für das

Voranschreiten des Geschehens, bis hin zur Beteiligung in einer Art Schöffengericht.

Es gilt, das rechte Strafmaß für den Bösewicht zu ermitteln und den

neuen König / die neue Königin zu bestimmen.


© Felix Broede

Konzerte


Jerusalem Quartet

So 12.6. 19.00 Uhr

Notkirche am 40er Grab | Saarbrücken | 25 €

Ludwig van Beethoven: Streichquartett Nr. 6 B-Dur op. 18 »La Malinconia«

Erwin Schulhoff: Fünf Stücke für Streichquartett

Ludwig van Beethoven: Streichquartett Nr. 16 F-Dur op. 135

»Leidenschaft, Präzision, Wärme, eine Gold-Mischung: Das sind die Markenzeichen

dieses exzellenten israelischen Streichquartetts.« So die Einschätzung

der New York Times über das Jerusalem Quartet. 1996 als junges,

dynamisches Ensemble angetreten, haben die israelischen Musiker einen

Reifeprozess durchlaufen, der ihnen jetzt erlaubt, auf ein breites Repertoire

und eine entsprechende klangliche Tiefe zurückzugreifen, ohne dabei auf ihre

Energie und ihre Neugier auf Neues zu verzichten, die sie stets antreibt.

Wie kaum ein anderes Ensemble bewahrt das Jerusalem Quartet die lebendige

Tradition des Streichquartetts. Mit seinem warmen, vollen, beinahe

menschlichen Klang und der Ausgewogenheit zwischen hohen und tiefen

Stimmen hat das Ensemble seine innere Mitte gefunden. Das erlaubt es ihm,

die Feinheiten im klassischen Repertoire herauszuarbeiten und sich gleichermaßen

in sich gefestigt wie offen neuen Gattungen und Epochen zu widmen

– und immer weiter nach vollkommener klanglicher Perfektion zu streben.

Für das Konzert in der Notkirche Saarbrücken hat das Jerusalem Quartet

neben zwei Streichquartetten von Beethoven auch die »Fünf Stücke für

Streichquartett« von Erwin Schulhoff im Programm, ein Komponist, der dank

Gidon Kremer seit Längerem eine Renaissance erlebt. Schulhoff war als Jude,

Kommunist und entarteter Komponist gleichermaßen verfolgt und zählte mit

seinen Kollegen Hans Krása, Gideon Klein und Pavel Haas zu der Generation

tschechischer Komponisten, die in den Konzentrationslagern des Dritten Reiches

umkamen.

Die »Fünf Stücke für Streichquartett« entstanden lange vor dieser Zeit und

sind dem französischen Komponisten Darius Milhaud gewidmet: mit fünf kurzen,

prägnanten Sätzen in suitenhafter Reihung, einer Parodie auf den Wiener

Walzer und einer im Allegro verhinderten Serenade erklingt die Komposition

– 1926 entstanden – als »freche« Musik am Puls der Zeit.


Mi 15.6. 19.00 Uhr

Halle 80 – Hermann-Neuberger-Sportschule | Saarbrücken | 25/20 €

Liudmila Lokaichuk | Sopran

Christian Henneberg | Bariton

Johannes Brahms: »Ein Deutsches Requiem« op. 45

Reinhold Glière: Konzert für Koloratursopran und Orchester op. 82,

Andante und Allegro

Der Dialog zwischen Ost und West erfährt momentan eine alles vereinnahmende

Präsenz im Weltgeschehen. Die Musikfestspiele Saar möchten hier

ihren Beitrag leisten durch ein Friedenskonzert, das beide Pole musikalisch

miteinander verbindet.

Erst 35 Jahre war Johannes Brahms alt, als 1869 sein »Deutsches Requiem«

uraufgeführt wird. Das Werk machte ihn zu einem der berühmtesten Komponisten

seiner Zeit. Er sagte über das Chorwerk später: »Ich habe nun Trost

gefunden.« Auch für Clara Schumann, die Johannes Brahms sehr nahe stand,

hatte das Werk eine besondere Bedeutung: »Johannes hat mir einige prachtvolle

Sätze aus einem deutschen Requiem von sich vorgespielt, es ist voll zarter

und wieder kühner Gedanken. […] Es ist ein ganz gewaltiges Stück, ergreift

den ganzen Menschen in einer Weise wie wenig Anderes. Der tiefe Ernst, vereint

mit allem Zauber der Poesie, wirkt wunderbar, erschütternd und besänftigend.«

Diese Leitmotivik des Trostes wird im Konzert ergänzt durch ein Werk des ukrainischen

Komponisten Reinhold Glière. Das 1943 geschriebene »Konzert für

Koloratursopran und Orchester« setzt die menschliche Stimme bewusst nur

in Vokalisen, also textlosen Gesang, zum einen als Reaktion auf die Zeit, aber

auch als Gedanke der verbindenden Kraft von Musik.

Für dieses brückenbauende sowie Trost spendende Programm konnte mit der

Russischen Kammerphilharmonie St. Petersburg, die ihren Sitz in Frankfurt

hat und MusikerInnen aus der Ukraine und Russland vereint, ein Weltklasseorchester

gewonnen werden, das ursprünglich von Absolventen des St. Petersburger

»Rimski-Korsakow«-Staatskonservatoriums gegründet wurde. Das

Orchester gastiert regelmäßig in den wichtigsten europäischen Konzerthäusern

und bei zahlreichen renommierten internationalen Festivals.

Das Vokalensemble ’83 – Saarbrücken, von seinem Leiter Bernhard Leonardy

1983 gegründet, hat sich im Südwesten Deutschlands durch Rundfunk-,

Fernseh- und CD-Aufnahmen einen Namen gemacht. Über die Aufführung

der klassischen geistlichen und weltlichen Chorliteratur hinaus hat sich das

Vokalensemble ’83 – Saarbrücken darauf spezialisiert, selten oder noch nie

aufgeführte Werke einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

36 Konzerte


Friedenskonzert

mit dem Vokalensemble ’83,

dem Festivalchor der Musikfestspiele Saar und der

Russischen Kammerphilharmonie St. Petersburg

unter der Leitung von Bernhard Leonardy

© Ivica Müller


© Jean-Baptiste Millot

38 Konzerte


»Erinnerung«

Liederabend

mit Christoph Prégardien

Do 16.6. 19.00 Uhr

Festsaal Saarbrücker Schloss | Saarbrücken | 20 €

Christoph Prégardien | Tenor

Stefan Litwin | Klavier

Lieder von Franz Schubert, Gustav Mahler, Hugo Wolf, Charles Ives,

Hanns Eisler u. a.

Dieser Liederabend von Christoph Prégardien und Stefan Litwin ist eine Ausnahme

unter den Liedkonzerten. Die beiden präsentieren keine Abfolge von

Einzelnummern, sondern haben ein Programm konzipiert, in dem alle Lieder

zu einer Komposition verwoben sind. Rund um den Komponisten Hanns Eisler

– den Schönberg-Schüler, den Unterstützer der Berliner Arbeiterbewegung,

den US-Exilanten und späteren Verfechter der Gebrauchsmusik – ist ein Liederabend

entstanden, der die verschiedenen Ausdrucksformen der Gattung

»Lied« durchschreitet. In Rückblenden werden Eislers politische Lieder verschnitten

mit Liedkompositionen des 19. Jahrhunderts: Beginnend in der

Welt des Volkstons, der fernen Erinnerung an die vergangene Zeit, folgt der

Schritt zur romantischen Naturmotivik: die Natur als Sehnsuchtsort, als Ort

des Ursprünglichen und des göttlich-paradiesischen Ur-Zustandes. Der Weg

des Erinnerns führt die beiden Künstler schließlich in die Wirren des Krieges,

in eine Welt von Zerstörung, Verlust, Fremde – und Hoffnung. Mit der Kinderhymne

»Armut sparet nicht noch Mühe« zeichnet Eisler für nachfolgende Generationen

den Weg in »ein andres gutes Land«.


Estonian Philharmonic Chamber Choir

unter der Leitung von Tõnu Kaljuste

Sa 18.6. 19.00 Uhr

Schlosskirche | Blieskastel | 20 €

Der Estnische Philharmonische Kammerchor ist das bekannteste Klassikensemble aus Estland. Er wurde

im Jahre 1981 von Tõnu Kaljuste gegründet, der den Chor zunächst bis 2001 leitete und seit 2021

erneut künstlerischer Leiter und Chefdirigent ist. Das Repertoire des Chores reicht von gregorianischen

Chorälen über den Spätbarock bis hin zur Musik des 21. Jahrhunderts. Einen besonderen Platz nimmt

dabei das Schaffen estnischer Komponisten wie Arvo Pärt, Veljo Tormis, Tõnu Kõrvits und Helena Tulve

ein.

Der Chor hat mit bekannten Dirigenten und namhaften Orchestern weltweit zusammengearbeitet und

gastierte bei großen Festivals und Konzertorten wie dem Schleswig-Holstein Musik Festival, dem Festival

Aix-en-Provence und in der Carnegie Hall.

Seine umfangreiche Diskographie enthält zahlreiche, von Kritikern gelobte Aufnahmen für ECM Records,

Ondine Records, BIS Records und Carus mit Werken von Arvo Pärt, Franz Liszt und Alfred Schnittke.

Zweimal wurde der EPCC mit dem Grammy Award für die »Beste Choreinspielung« ausgezeichnet und

gewann weitere Preise wie den »Diapason d’Or«, »Preis der Deutschen Schallplattenkritik«, »Danish Music

Award« und »Choc de L’Année Classica 2014«.

40 Konzerte


© Tõnu Tormis


42 Konzerte

© Andréas Lang


Babylon ORCHESTRA Berlin

So 19.6. 19.00 Uhr

Halle 44 | Hermann-Neuberger-Sportschule | Saarbrücken | 20 €

Babylon Orchestra heißt das Wunderwerk der Weltmusik. Berliner Kurier

Das Babylon Orchestra wurde 2016 gegründet und versteht sich als urbanes

Berliner Fusion Ensemble, das europäische und nahöstliche Musik mit dem

Klang einer Big Band und eines zeitgenössischen Orchesters verbindet. Ein

Ziel ist es, den kulturellen Austausch zwischen Okzident und Orient zu fördern

und damit verschiedenen musikalischen Traditionen einen Platz in einer neuen

und einzigartigen Klangwelt zu geben. Dies gelingt durch die Verbindung

und Gegenüberstellung von klassischen und traditionellen Instrumenten, wie

zum Beispiel Oud und Gitarre, Ney und Flöte, Kamanche und Geige und anderen

spannenden Kombinationen.

Das Babylon Orchestra bringt Menschen mit ihren Geschichten, Liedern, Instrumenten

und Rhythmen zusammen, in der Hoffnung, kreative Impulse für

neue Musikwerke zu geben.

Im Sommer 2020 erschien das Debüt-Album »Babylon ORCHESTRA« mit

außergewöhnlichen Solisten und Instrumenten, mit dem das Ensemble im

selben Jahr den »Preis der deutschen Schallplattenkritik« gewann. 2021

spielte das Babylon Orchestra erstmals mit dem Rundfunksinfonieorchester

Berlin und den Dortmunder Philharmonikern und nahm eine EP auf. 2022 debütiert

das Orchester beim Musikfest Bremen und in der Schweiz mit dem

Symphonie orchester Biel Solothurn.


»Ich betone […], dass weder der

Begriff des Orients noch der des

Westens irgendeine ontologische

Stabilität hat; beide bestehen aus

menschlicher Anstrengung, teils aus

Affirmation, teils aus Identifikation

des Anderen.« Edward W. Said


Tickets

TELEFONISCH BEI PROTICKET

0231·917 22 90

VOR ORT

Büro der Musikfestspiele Saar

Bismarckstr. 10 | 66111 Saarbrücken

Mo + Mi 9.00–13.00 Uhr

Fr 9.00–12.00 Uhr

nur gegen Barzahlung

An allen Proticket-Vorverkaufsstellen

ONLINE

www.proticket.de/mf-saar

www.musikfestspielesaar.de

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15 % Mitglieder unseres Fördervereins

50 % Kinder, Jugendliche, Studenten, Auszubildende, Rollstuhlfahrer,

Schwerbehinderte, Begleitperson Schwerstbehinderte

70 % Sozialkarte

100 % Kinder unter 6 Jahren

SCHULKLASSEN wenden sich bitte zwecks Sonderermäßigungen per Mail

oder telefonisch an uns.

ROLLSTUHLFAHRER

Bei Veranstaltungen mit freier Platzwahl wenden Sie sich zur Ticketbuchung

bitte per Mail oder telefonisch an unser Büro. Bei Fragen zum barrierefreien

Zugang zu den Spielstätten melden Sie sich ebenfalls bei uns.

TICKETRÜCKNAHME

Erworbene Tickets sind von Umtausch und Rückgabe ausgeschlossen. Sofern

Tickets wegen einer Veranstaltungsabsage zurückgenommen werden, erfolgt

dies nur bis zu vier Wochen nach dem Veranstaltungstermin.

46 Service


ZUSÄTZLICHE HINWEISE

Bei Umbesetzung oder Programmänderung werden die Tickets weder umgetauscht

noch zurückgenommen. Restkarten werden ab 45 Minuten vor Veranstaltungsbeginn

an der Abendkasse verkauft.

Reservierte Tickets können bis 30 Minuten vor Veranstaltungsbeginn abgeholt

werden. Bei Nichtabholung werden Sie dem freien Verkauf zugeführt. Ein

verspäteter Einlass ist nur nach der Konzertpause möglich. Wir bitten Sie, sich

in diesem Fall an unser Personal vor Ort zu wenden und nicht selbstständig

den Saal zu betreten.

Der Konzertbesucher erklärt sich im Rahmen eines Konzertmitschnittes mit

der evtl. Abbildung seiner Person einverstanden. Bild-, Video- oder Tonmitschnitte

sind grundsätzlich nicht gestattet.


Vorverkaufsstellen

Bücherhütte Beatrice Schmitt

An der Kirche 3 | 66687 Wadern

06871·921150 | buecherhuette@online.de

Klein Buch+Papier GmbH

Bahnhofstr. 13 | 66606 St. Wendel

06851·939430 | 0151·11106900

email@klein-papier.de

Fa. Ludwig Hau Nachfolgerin Brigitte May

Rathausstraße 24 | 66450 Bexbach

06826·91400 | buchhandlung-hau@t-online.de

Kreis-Anzeiger Reisebüro GmbH

Talstraße 36 | 66424 Homburg

06841·60274-75-0 | kareisen@aol.com

Wochenspiegel Homburg

Verlagsbüro Homburg (Filiale)

Talstrasse 40 | 66424 Homburg

06841·92470

info.homburg@wochenspiegelonline.de

Buchhandlung Friedrich Inh. Grossohaus Saar

Rickertstr. 2 | 66386 St. Ingbert

06894·2207 | info@friedrich-buchhandlung.de

Tui Travel Star Lorenz

Saarbruecker Str. – im EKC | 66359 Bous

06834·922525 | info@reisebuero-lorenz.de

Schreibwaren Zapp

Kirchstr. 14 | 66292 Riegelsberg

06806·12400 | cludt@t-online.de

Vogelgesang Audio Video

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06893·6553 | info@vogelgesang-av.de

Saarl. Wochenblatt Verlagsgesellschaft mbH

Gutenbergstr. 11–23 | 66111 Saarbrücken

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Spielstätten

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OTTO Shop Doris Hertel

Kardinal-Wendel-Straße 27 | 66440 Blieskastel

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Abtei St. Mauritius

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Big Eppel

Europaplatz 4 | 66571 Eppelborn

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Hermann-Neuberger-Sportschule 4|

66123 Saarbrücken

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Mémorial des Martyrs de la Déportation

Square de l’Ile-de-France,

7 Quai de l’Archevêché | 75004 Paris

Notkirche am 40er Grab Saarbrücken

Spichererbergstraße 81 | 66119 Saarbrücken

Pingusson Bau Saarbrücken

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Schlosskirche Blieskastel

Schlossbergstraße 47 | 66440 Blieskastel

Theater am Ring

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Weltkulturerbe Völklinger Hütte | Erzhalle

Rathausstraße 75–79 | 66333 Völklingen


Lieben Sie Klassik? Wir auch.

Und weil wir damit nicht alleine sind, gibt es den Förder verein der Musikfestspiele

Saar. Mit mehr als 900 Förderern sorgt er dafür, dass klassische Musik

auch in Zukunft einen hohen Stellenwert in der Kulturlandschaft des Saarlandes

einnimmt. Werden Sie Mitglied der Förderfamilie und kommen Sie in den

Genuss exklusiver Vorteile.

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Der Förderverein

Als Mitglied des Fördervereins werden Sie Teil des Netzwerkes der Förderung

klassischer Musik in der Region. Als Dankeschön für Ihr Engagement warten

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· Preisermäßigung von 15 % bei allen Festivalkonzerten

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>Einfach den Aufnahmeantrag ausfüllen und per Post oder Email senden an:

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50 Service


Aufnahmeantrag

Hiermit beantrage ich meinen/unseren Beitritt zum Förderverein Musikfestspiele Saar e.V.

O Einzelmitgliedschaft (50,00 €)

O Paarmitgliedschaft (75,00 €)

O Firmenmitgliedschaft € (mind. 250,00 €)

O Zusätzlich überweise ich jährlich eine Spende in Höhe von €

O Junior-Mitgliedschaft beitragsfrei bis Ende des 26. Lebensjahres

Geburtsdatum

O Kulturbotschafter der Musikfestspiele (500,00 €)

Name und Vorname

bei Paarmitgliedschaft: Name und Vorname des Partners

bei Firmenmitgliedschaft: Name der Firma

Geburtsdatum (freiwillige Angabe)

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Ort und Datum

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Team

Bernhard Leonardy Intendant und künstlerischer Geschäftsführer

Eva Karolina Behr Künstlerische Projektleitung | Dramaturgie |

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Marie Bross Projektmitarbeit | Veranstaltungsorganisation | Social Media

Karoline Metzger Projektmitarbeit | Dramaturgieassistenz

Anne Ernzerhof Ticketing

Christina Reger-Stumpf Verwaltung

Kathrin Schrenk, Noah Kibrom Praktikum

Impressum

HERAUSGEBER

REDAKTION

MITARBEIT

Internationale Musikfestspiele Saar gGmbH

Bismarckstraße 10 | 66111 Saarbrücken

Eva Karolina Behr

Karoline Metzger

BILDNACHWEISE Titelbild © Gerhard Richter 2022 (07022022)

Bernhard Leonardy © Musikfestspiele Saar

Eva Karolina Behr © Musikfestspiele Saar

Fazıl Say © Marco Borggreve

Jugend musiziert © Deutscher Musikrat | Selina Pfrüner

Studierende der Barenboim-Said Akademie Berlin © Peter Adamik

Daniel Hope © Daniel Waldhecker

Musique militaire Grand-ducale de Luxembourg © Claude Piscitello

Orientalisches Muster © privat

Taschenoper Lübeck © Olaf Mahlzahn

Paris © privat

Chen Reiss © Marc Mitchell

Cembaless © Theresa Pewall

Jerusalem Quartet © Felix Broede

Vokalensemble ’83 und Festivalchor © Ivica Müller

Christoph Prégardien © Jean-Baptiste Millot

EPCC © Tõnu Tormis

Babylon Orchestra © Andréas Lang

GESTALTUNG

DRUCK

Ilka Fugmann

Repa Druck | Ensheim

52 Service


Wir danken


© Gerhard Richter 2022 (07022022) Gestaltung: Ilka Fugmann

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