01.06.2022 Aufrufe

PETS SH01/2022

Das Leben mit Haustieren ist schön! Als Ratgeber begleitet PETS Haustierhalter aller Altersgruppen mit umfassenden Gesundheits und Ernährungsthemen, sowie Informationen und Tipps für den Umgang mit Hunden, Katzen, Kleintieren, Vögeln und Aquarienfischen im Alltag. Unsere Leser finden eine große Bandbreite an nützlichen Tipps und Hilfestellungen. Dabei steht das Wohlergehen der Haustiere immer im Mittelpunkt. Haustiere sind Freunde, Begleiter, Familienmitglieder. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit und zum Zusammenhalt der Gesellschaft und bieten Menschen Geborgenheit. Fröhliche, emotionale Bilder unterstreichen die positive Botschaft des Magazins: Das Leben mit Haustieren ist schön!

Das Leben mit Haustieren ist schön!
Als Ratgeber begleitet PETS Haustierhalter aller Altersgruppen mit umfassenden
Gesundheits und Ernährungsthemen, sowie Informationen und Tipps für den Umgang mit Hunden, Katzen, Kleintieren, Vögeln und Aquarienfischen im Alltag.
Unsere Leser finden eine große Bandbreite an nützlichen Tipps und Hilfestellungen. Dabei steht das Wohlergehen der Haustiere immer im Mittelpunkt. Haustiere sind Freunde, Begleiter, Familienmitglieder.
Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit und zum Zusammenhalt der
Gesellschaft und bieten Menschen Geborgenheit.
Fröhliche, emotionale Bilder unterstreichen die positive Botschaft des Magazins:
Das Leben mit Haustieren ist schön!

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PETS DEIN HAUSTIER RATGEBER - SONDERAUSGABE GESUNDHEIT NR. 01/2022

SONDERHEFT

PETS

DEIN HAUSTIER RATGEBER

JUCKREIZ

Ursachen & Linderung

ZAHNPFLEGE

So geht´s richtig

HAUSAPOTHEKE

Hilfreiche Tipps

SONDERHEFT

Gesundheit

ZECKEN

Was man wissen sollte

..

01

4 193482 103959

Nr. 01/2022: Deutschland 3,95 €

Österreich 4,60 € • Schweiz

5,60 CHF • Luxemburg 4,70 €


MÄRZ 03/2022

10

ausprobieren !

Lerntipps, mit

denen „Hausis“

nie langweilig

werden

Jetzt

ERNÄHRUNG

Was Fruchtund

Gemüsesäfte so

gesund macht

FAMILIENLEBEN

Stress-Situationen

im Alltag souverän

meistern

ENTWICKLUNG

Warum Zeit

zum Nichtstun beim

Großwerden hilft

WIE KINDERN

ABGEBEN

GESUNDHEIT

Keine Angst

vorm Zahnarzt !

LEICHTER FÄLLT

fc_0322.indb 1 10-02-2022 03:00:05 PM

...und ales

GRATIS – so

muß es sein!


Fotos: iStock; Text: Sandra Hoffmann

Fotos Titel: iStock - jackryan89

14

Sandra Hoffmann,

Chefredakteurin

Einfach

tierisch

04 ZECKEN

Was man wissen sollte

10 JUCKREIZ

Ursachen & Linderung

14 ERSTE HILFE

Im Notfall richtig verhalten

INHALT Willkommen bei PETS

Ob Hund, Katze, Nager oder Aquarienbewohner – jeder Tierhalter wünscht sich, dass

sein Tier lange gesund bleibt. Wir als Tierhalter können dazu beitragen, damit sich dieser

Wunsch erfüllt. Sei es durch die richtige Zahnpflege, dem Schutz vor Zecken(krankheiten)

oder dem rechtzeitigen Erkennen von Gefahren und Krankheitssymptomen. Nicht zuletzt

können Erste-Hilfe-Kenntnisse und eine gut ausgestattete

Hausapotheke mitunter Schlimmeres vermeiden. Viel Freude

mit unserem Gesundheitsspecial wünscht Sandra Hoffmann

28 SHOPPING

Produkte für Hunde

30 BLUTBILD VERSTEHEN

Einfach erklärt

Katze

34 OHRMILBEN

Erkennen & behandeln

36 NIERENERKRANKUNG

Häufige Diagnose:

Niereninsuffizienz

40 SHOPPING

Produkte für Katzen

Nager

42 HITZSCHLAG

Unterschätzte Gefahr

04

42

18 HAUSAPOTHEKE

Gut ausgestattet

20 BÜCHER

Tipps der Redaktion

22 MYKOTHERAPIE

Die Kraft der Pilze

Hund

24 ZAHNPFLEGE

Was sich wirklich eignet

Vogel

44 ERSTE HILFE

So helfen Sie im Notfall

Aquaristik

46 GESUNDE FISCHE

Tipps für eine optimale

Haltung

48 FISCHKRANKHEITEN

rechtzeitig erkennen

50 VORSCHAU/IMPRESSUM

24

PETS 3


PETS |Einfach tierisch

eine Passagierbrücke zum All-You-

Can-Eat-Buffet. Sie benötigen für

gewöhnlich nur 2–3 solcher Mahlzeiten

in ihrem Leben, eine pro Entwicklungsstadium

und die Weibchen

eine weitere vor der Eiablage.

Sie können ihr Körpergewicht beim

Schmaus um das 100- bis 200-fache

erhöhen. Die Männchen sterben

nach der Paarung.

RICHTIGE ENTFERNUNG

Ob Zeckenhaken, -karte oder -zange,

verwenden Sie für die kleinen

Blutsauger stets nur eigens dafür

vorgesehene Werkzeuge. Andernfalls

riskieren Sie nicht nur einen

verbleibenden Zeckenkopf, sondern

auch ein erhöhtes Infektionsrisiko.

Fühlt sich die Zecke bedrängt, kann

sie sich in ihren Wirt erbrechen und

so eventuell Krankheitserreger in

DER GEMEINE HOLZBOCK

kommt in Deutschland am

häufigsten vor

ZECKENHAKEN eignen sich im

Vergleich zu Zeckenzange & Co.

besonders für ungeübtere Hände

Zecken –

Kleine Blutsauger

Sie überleben eine Fahrt in der Waschmaschine, ein Camping

im Gefrierfach und können bis zu 20.000 Kinder bekommen.

Gefürchtet werden sie jedoch aufgrund ihrer möglichen blinden

Passagiere. Einmal am Haustier entdeckt, ist es klug,

sie möglichst zeitnah zu entfernen!

Z

ecken, so manch einer fragt

sich, was eigentlich ihr natürlicher

Nutzen ist. Fakt ist jedoch,

sie können gefährliche Krankheiten

übertragen und das keineswegs

nur in Bezug auf uns Menschen.

Insbesondere bodennah gebaute

Haustiere oder deren Vorliebe für

Erkundungen mit der Nase sind

für die kleinen Blutsauger wie

4 PETS


NIEMALS eine Zecke an ihrem vollgesogenen Körper greifen, sondern immer in ihrer Halsregion, nahe der

Hautoberfläche ihres Opfers. So wird verhindert, dass sie sich bedroht fühlt und mit ihrem Speichel abrupt

gefährliche Erreger in den Wirt erbricht

ihrem Speichel auf die Überholspur

befördern. Für ungeübtere Hände

empfehlen sich meist Zeckenhaken.

Schieben Sie den Haken einfach vorsichtig

zwischen Zeckenkopf und

-körper, ohne ihn dabei zu kippen.

Wichtig, der Griff sollte während

der gesamten Prozedur im 90°-Winkel

von der Haut Ihres Tieres

abstehen. In genau dieser Haltung

bewegen Sie ihn nun ganz langsam

senkrecht von Ihrem Tier weg. Der

kleine Blutsauger wird loslassen,

wenn auch nicht gern. Dies kann

mitunter einige Sekunden dauern.

Haben Sie alles richtig gemacht, halten

Sie anschließend eine unwillig

zappelnde Zecke im Haken.

KRANKHEITSÜBERTRÄGER

Sie lassen sich nicht ninjagleich von

Bäumen fallen, sondern lauern geduldig

auf Grashalmen und lassen

sich dann unbemerkt abstreifen,

sobald ein passend erscheinender

Wirt mit diesem in Kontakt kommt.

Sogar im Wasser sind sie mitunter

zu finden. Zwar begeben sie sich

keineswegs freiwillig dort hinein,

Zecken können nicht schwimmen,

doch dafür bis zu vier Wochen

unter Wasser überleben. Es braucht

nur einen einzigen Wirt in greifbarer

Nähe und das winzige Spinnentier

krabbelt still und heimlich los,

um eine möglichst gute Andockstelle

für sich zu finden. Besonders

beliebt sind dabei Achseln, Bauch,

Gesicht oder auch (je nach Tierart)

die Zehenzwischenräume. Besonders

tückisch: der Stich einer

Zecke ist komplett schmerzfrei und

in den allermeisten Fällen ist der

Stelle hinterher nicht anzusehen, ob

eine Infektion stattgefunden haben

könnte oder gar welche genau (oder

ob da je eine Zecke war). Wenn

überhaupt, bildet sich einige Tage

später manchmal ein etwa erbsengroßer

Knubbel, eine normale und

zugleich meist selbstlimitierende

Immunantwort. Ebenfalls ein gutes

Warnzeichen ist die sogenannte

Wanderröte, eine rote ringförmige

Hautverfärbung, die immer größer

wird und auf eine mögliche

Borreliose hindeuten kann. Jedoch

tritt sie nur in etwa der Hälfte aller

Fälle auf und ist besonders beim

Tier leicht zu übersehen. Die gute

Nachricht, Zecken selbst sind nicht

gefährlich, nicht jede trägt

AM AUGE bietet das lichte Fell

Zecken stets einen guten, wenn

auch sensiblen, Angriffspunkt

PETS 5


PETS |Einfach tierisch

FIEBER ist ein häufiges Begleitsymptom vieler von Zecken übertragbarer

Krankheiten, oft das erste ohne Blutcheck erkennbare Symptom

gefährliche Krankheitserreger in

sich und nicht jeder Erregerkontakt

führt auch zu einer Erkrankung.

Kommt es aber zur Infektion, hat

man es mit starken Gegnern zu tun.

NICHT NUR IM URLAUB

Während Borreliose und FSME fast

jedem ein Begriff sind, werden Anaplasmose,

Ehrlichiose oder auch

Babesiose gedanklich oft eher mit

Auslandsaufenthalten verknüpft.

Spätestens aber bei der Rickettsiose

tauchen dann meist die ersten

Fragezeichen auf. Die von Zecken

übertragbaren Infektionen zählen

zu den sogenannten Vektorerkrankungen

und kommen nahezu

überall vor. Das kleine Spinnentier,

die Zecke, ist dabei der Vektor. Ein

lebender Organismus, der ähnlich

einem Trojanischen Pferd Krankheitserreger

von einem Wirt zum

nächsten transportiert, wenn auch

gänzlich unabsichtlich. Dass manche

dieser Infektionskrankheiten

in südlicheren Regionen häufiger

anzutreffen sind, liegt in erster Linie

daran, dass Zecken es eher warm

bis feucht-warm mögen. Nicht alle

Arten fühlen sich auch im kühleren

Norden wohl, während Krankheitserreger

bevorzugt in feuchtwarmem

Klima residieren. Daher

nutzen sie auch so gern Lebendtaxis

wie beispielsweise Zecken.

SYMPTOME & DIAGNOSE

Die meisten Symptome der von Zecken

übertragbaren Erkrankungen

sind relativ unspezifisch, sie kommen

auch bei einer Vielzahl anderer

Erkrankungen vor. Zu den häufigsten

Merkmalen zählen jedoch

Fieber, Lahmheiten, Neurologisches,

auffällige Leberwerte oder auch eine

deutliche „Unruhe” im roten Blutbild.

Sind andere mögliche Ursachen

für die Beschwerden oder Blutwerte

bereits sicher ausgeschlossen

oder zeigen sich direkt mehrere der

Merkmale, die prinzipiell zu einer

Vektorerkrankung passen würden,

lohnt sich oft ein entsprechender

Blick in jene Richtung und sei es

nur, um diese Krankheiten sicher

ausschließen zu können. Der vielen

als Mittelmeerkrankheiten-Test

oder Reiseprofil bekannte Blutcheck

existiert in verschiedenen Ausführungen.

Jedes der Profile deckt eine

kleine Ländergruppe mit den dort

vorkommenden Erregern ab,

darunter gibt es auch eines mit

Deutschland.

ERREGERNACHWEISE in einer

Zecke per Laboranalyse ermöglichen

keine Diagnose für das

Wirtstier

6 PETS


Zeckenschutz

V

orsicht ist oft besser als Nachsicht,

besonders beim Thema

Zecken. Doch wie schützt man

sein Haustier denn nun am besten?

Von der Hardcore-Chemiebombe

über ätherische Öle bis hin zu

versteinertem Baumharz bietet der

Markt so einiges. Eines haben sie

alle jedoch gemeinsam, einen hundertprozentigen

oder garantierten

Schutz gibt es nicht. Jedes Mittel hat

seine Vor- und Nachteile. Insbesondere

Hunde haben zudem oft eine

andere Vorstellung von angenehmen

Düften für ihr Fell als wir Menschen.

SPOT-ONS sind einfach anzuwenden;

der Umwelt zuliebe sollte ein

Tier nicht damit baden gehen

TABLETTEN sind aufgrund ihrer

Nebenwirkungen nicht unumstritten

und wirken nicht repellierend

DIE RICHTIGE WAHL

Chemische Zeckenschutzmittel sind

oft recht zuverlässig, jedoch aufgrund

möglicher Nebeneffekte umstritten.

Daher greifen viele lieber auf natürliche

Mittel zurück, obwohl natürlich

keineswegs gleichbedeutend mit

harmlos ist. Tiere sind Individuen,

genau wie wir Menschen. Was für

den einen goldrichtig ist, kann für

andere bereits fatal sein. Ätherische

Öle sind für Katzen beispielsweise

gänzlich ungeeignet, mitunter

hochgiftig. Tabletten wiederum

wirken nicht repellierend, die Zecken

müssen erst zustechen, damit

das Gift wirken kann. Hier

sind Spot-Ons also klar

im Vorteil, jedoch

schaden die meisten

der Umwelt,

sobald das Tier

damit baden geht.

Bernstein eignet

sich ausschließlich

für kurzfellige Rassen und nicht jedes

Tier akzeptiert Kokosöl im Fell oder

verträgt Getreideprodukte wie Bierhefe.

Die beste Wahl ist also immer

die individuell passende!

BERNSTEIN soll

durch reibungsbedingte

statische Elektrizität

und Harzgeruch

Zecken abwehren

ANTIPARASITÄRE

HALSBÄNDER können

bei Bedarf jederzeit problemlos

wieder entfernt

werden

PETS 7


PETS |Einfach tierisch

DIE BRAUNE HUNDEZECKE ist

vor allem in Südeuropa anzutreffen

DIE AUWALDZECKE hat sich in

den letzten Jahren in Deutschland

stark ausgebreitet

VERSCHIEDENE ZECKENARTEN

Der Gemeine Holzbock (Ixodus

ricinus) fühlt sich nahezu überall

gleichermaßen wohl, nur nicht an

überwiegend trockenen Orten, denn

dort kann er trotz seiner Robustheit

nicht allzu lange überleben.

Er ist die am weitesten verbreitete

Zeckenart in Deutschland, kommt

dabei flächendeckend vor und ist

besonders einfach an seinem leuchtend

rotbraunen Rumpf, der sich

farblich klar vom schwarzen Kopf

und Rückenschild abhebt, zu erkennen.

Sobald er sich satt gefuttert

hat, gleicht aber auch er eher einer

gräulich grünen Erbse mit Adipositas.

Die Auwaldzecke (Dermacentor

reticulatis) mit ihrem auffallend hell

gemustertem Rückenschild wiederum

bevorzugt vor allem warme

Regionen mit waldnahen höheren

Wiesen oder ähnlicher Vegetation

und tritt überwiegend lokal begrenzt

(Hotspot) auf. Im Zuge des

Klimawandels erkundet sie jedoch

mittlerweile zunehmend auch

nördlichere Gefilde. Eine Besonderheit:

Im Gegensatz zum blinden

Holzbock verfügt die Auwaldzecke

über Augen und obwohl sie sich

naturgemäß vor allem an Wildschein,

Reh und Co. hält, zeigt sie

auch eine Vorliebe für Hunde. Sie ist

somit einer der Hauptüberträger der

„Hundemalaria“ (Barbesia canis),

doch auch Rickettsien gehören zu

ihrem Repertoire.

BESONDERE EXEMPLARE

Die Braune Hundezecke (Rhipicephalus

sanguineus) erinnert mit

ihrem einheitlichen mittleren Braunton

optisch ein wenig an Leinsamen

und man trifft sie für gewöhnlich

nur in südlicheren Habitaten an. Sie

stammt ursprünglich aus Nordafrika

und fühlt sich entsprechend,

ganz anders als der Gemeine Holzbock,

auch in trockeneren Gebieten

heimisch. Dadurch gelingt es ihr

sogar über längere Zeit in Häusern

und Wohnungen zu überleben. Im

Gegensatz zum Holzbock lauert sie

zudem nicht nur auf ihre Opfer, sie

geht auch jagen, lässt sich also nicht

als Lauerjäger von einem Grashalm,

Zweig oder Totholz unauffällig auf

den Wirt abstreifen. Sie ist bekannt

für die Übertragung von vor allem

Anaplasmose, Babesiose, Hepatozoonose,

Rickettsiose und Ehrlichiose,

bietet also ähnlich dem Holzbock

ein beeindruckend breites Spektrum

an heimlichen Passagieren, bevorzugt

aber grundsätzlich Hunde als

Wirt und gilt in Deutschland bislang

eher als Ausnahmeerscheinung.

Ein weiterer, wenn auch bisher extrem

seltener, Exot in Deutschland ist

die Hyalomma-Zecke (Hyalomma

marginatum). Ähnlich der Auwaldzecke

erobert auch sie zunehmend

neue Lebensräume und es gibt sogar

erste Hinweise darauf, dass sie

hierzulande möglicherweise auch

erfolgreich überwintern kann. Die

Hyalomma zählt zu den sogenannten

Riesenzecken, sie ist mit ihren

bis zu 6,6 mm Körperlänge (adultes

Weibchen) etwa doppelt so groß

wie der hier deutlich bekanntere

Gemeine Holzbock. Farblich ähnelt

sie der Braunen Hundezecke, hat

aber hell gesprenkelte Beine und

fällt vor allem durch ihre Körpergröße

auf. Ähnlich der Hundezecke

verfügt dieses tropische Spinnentier

über gute Augen und nutzt diese

auch gezielt für die aktive Jagd nach

einem geeigneten Wirt. Im Gegensatz

zum Holzbock lauert sie dafür

aber nicht geduldig auf einem Grashalm

oder vergleichbar niedriger

Vegetation, sondern verfolgt ihren

potenziellen Wirt ausdauernd und

vergleichsweise flink bis zu mehrere

hundert Meter.

Text: Annika Appel, Fotos: iStock

8 PETS


Beste

Freunde

sicher

geschützt

HanseMerkur

Tier-OP Versicherung

Als Ihre treuen Begleiter sollten Hund und

Katze genauso gut geschützt sein, wie Sie. Eine

OP beim Tierarzt kann allerdings sehr teuer

werden. Muss sie aber nicht. Denn die Tier-OP

Versicherungen der HanseMerkur zahlen bis

zu 100 Prozent der Kosten und leisten auch bei

rassespezifischen Erkrankungen. Leistungen die

zeigen: Hand in Hand ist HanseMerkur.

PETS 9


PETS |Einfach tierisch

Hunde und Katzen

können gleichermaßen von

Juckreiz betroffen sein.

STARKER JUCKREIZ

ist für die Tiere und

auch deren Besitzer

eine sehr belastende

Situation

Juckreiz

bei Hunden und Katzen

Juckende Haut ist eine der unangenehmsten Beschwerden bei unseren Fellnasen.

Jeder weiß, dass man Juckreiz auch mit der größten Willensstärke kaum ignorieren

kann. Das Verlangen nach Kratzen, Scheuern und Reiben

ist schier unstillbar und quälend.

Text: Vanessa Rössler, Fotos: iStock

MITTELS AUSSCHLUSSDIÄT

können unverträgliche Lebensmittel

identifiziert werden

10 PETS


J

uckreiz, auch Pruritus genannt,

ist eines der häufigsten Symptome,

die sich an/auf der Haut

abspielen. Pruritus ist eine eigenständige

Sinnesempfindung der

Haut und entsteht unabhängig

PARASITEN als mögliche Ursache

sollten als erstes abgeklärt werden

von der Schmerzempfindung. Die

oberflächlichen Nervenenden in der

Haut reagieren auf verschiedene

Botenstoffe aus der Haut oder dem

Blut und es entwickelt sich Juckreiz

in Form von reinem Jucken, stechendem

oder brennendem Jucken oder

schmerzendem Kribbeln. Die Juckempfindung

wird über die Nerven

des Rückenmarks zum Gehirn transportiert,

wo unmittelbar das Verlangen

nach Kratzen ausgelöst wird.

Durch das Kratzen oder Reiben der

betroffenen Hautstelle entstehen

Schmerzreize, die das Jucken für

kurze Zeit überdecken. Man kennt

das von Insektenstichen: Das Kratzen

verschafft zwar Linderung, die

FLOHBEFALL führt häufig zu

abrupt knabbernden Gesten, vor

allem im unteren Rückenbereich

jedoch nicht lange anhält. Durch das

Kratzen der Haut werden erneut Botenstoffe

freigesetzt, die wieder Juckreiz

hervorrufen. Damit wird der

Juckreiz für das betroffene Tier ein

wahrer Teufelskreis. Juckreiz ist aber

immer nur ein Symptom, welches

eine Ursache hat und diese muss

man finden, um dem Tier langfristig

helfen zu können. Die Ursachen

können akut sein, wie ein Insektenstich

oder auch chronisch, aufgrund

von Erkrankungen oder Allergien.

Die Juckreizschwelle der Haut wird

durch ständiges Kratzen immer

mehr herabgesetzt und es reichen

dann schon leichte mechanische und

chemische Reize sowie Stress, um

einen erneuten Kratzreflex auszulösen.

Bei regelmäßig auftretendem

starkem Juckreiz sollte die Ursache

schnellstmöglich abgeklärt werden,

da akuter Juckreiz sehr schnell

chronisch werden kann. Jeder Hund

und jede Katze kratzt sich mal oder

schleckt und knabbert am Fell. Das

gehört zur normalen Körperpflege

oder dient dazu, sozialen Stress abzureagieren.

Gelegentliches Kratzen

ist kein Anlass zur Sorge. Die Grenze

zwischen normalem Kratzen und

krankhaftem Kratzen ist fließend.

Juckreiz ist immer dann beachtenswert,

wenn das Tier ein verändertes

fast gezwungenes Verhalten zeigt

oder wenn bereits kratzbedingte

Verletzungen von Haut und Fell

auftreten. Bei Hunden und Katzen

äußert sich der Juckreiz durch Kratzen,

Belecken, Beknabbern, Reiben/

Rutschen oder Kopfschütteln.

HÄUFIGE URSACHEN

Parasiten wie Flöhe,

Zecken oder Milben

Allergien und Unverträglichkeiten,

z.B. Flohspeichelallergie,

Futtermittelallergie,

Pollenallergie

gestörte Darmflora

Insektenstiche

Infektionen mit Pilzen

und Bakterien

Ohrentzündungen

Ernährungsfehler, z.B.

Nährstoffmängel

hormonelle Dysfunktionen

Hotspots

Leishmaniose, Nieren-,

Leber- und Schilddrüsenerkrankungen

Störungen der Hautbarriere

durch Shampoos

oder Medikamente (z.B.

Spot Ons)

Stressabbau, Übersprungshandlungen

PETS 11


PETS |Einfach tierisch

man sich darüber im Klaren sein,

dass dies keine dauerhafte Lösung

ist. Zu den häufigsten Ursachen für

Juckreiz zählen Parasiten, Allergien,

stressbedingter Juckreiz und Hautinfektionen.

Man beginnt mit dem

Einfachsten: der Hautdiagnostik.

Dabei wird das Tier auf Parasiten,

Bakterien oder Pilze untersucht. Im

zweiten Schritt müssen Allergien

und Unverträglichkeiten als mögliche

Auslöser abgeklärt werden.

Um Umweltallergien und Allergien

auf Futter/Hausstaubmilben festzustellen,

kann man einen Allergietest

über das Blut machen. In Bezug auf

Futtermittel sollte man aber immer

eine Ausschlussdiät machen, um

Lebensmittel auszuschließen, die

STRESS kann Juckreiz auslösen

KATZEN LECKEN sich so lange über die juckenden Stellen,

bis die Bereiche völlig haarlos sind

PROBLEME DURCH JUCKREIZ

Wenn sich das Tier anhaltend kratzt

oder schleckt, kommt es mit der Zeit

zu Fellverlust und Schädigungen der

Haut. Dadurch, dass die Tiere die

juckenden Stellen mit Zähnen und

Krallen intensiv bearbeiten und die

Haut dabei verletzen, kommt es an

diesen Stellen früher oder später zu

haarlosen Bereichen (Fellverlust) und

Entzündungen. Diese erkennt man

z.B. durch Rötungen, Krusten, Kratzspuren,

Pusteln oder sogar offenen/

nässenden Wunden. Oft nutzen

dann Bakterien und/oder Hefepilze

die Schädigung der Haut aus und

infizieren sie. Eine solche sogenannte

Sekundärinfektion verstärkt den

Juckreiz und die Entzündung leider

noch weiter.

URSACHEN FINDEN

Es kann eine echte Herausforderung

sein, die Ursache für Juckreiz herauszufinden.

Die Vorgangsweise ist ein

langwieriges Ausschlussverfahren:

Vom Offensichtlichen zum weniger

Offensichtlichen, vom Wahrscheinlichen

zum weniger Wahrscheinlichen.

Da die Ursachenfindung nicht selten

eine längere Detektivarbeit ist, kann

es in der Zeit notwendig sein, die

Symptome zu lindern oder zu unterdrücken,

um dem Tier Linderung

zu verschaffen und den Kreislauf

zu durchbrechen. Allerdings sollte

12 PETS


EIN NICHT KORREKT passendes

Geschirr kann ebenfalls dazu führen,

dass Hunde sich kratzen

nicht vertragen werden. Ein weiterer

Ansatzpunkt ist der Ausschluss

von Erkrankungen. Hier sollte man

ein besonderes Augenmerk auf

Leishmaniose, Lebererkrankungen,

Schmerzen, Gastritis oder hormonelle

Erkrankungen legen. In diesem

Zuge sollte man auch die Darmflora

und den Zustand der Darmschleimhaut

gründlich untersuchen. Der

Darm ist nämlich eine wichtige

Schutzbarriere im Körper. Zu guter

Letzt muss man sich mit dem Thema

Stress beschäftigen. Gibt es Stress mit

anderen Tieren im Haushalt? Hat das

Tier Probleme mit dem Alleinsein?

Hat das Tier hormonellen Stress,

z.B. Läufigkeit? Wie gestresst ist

man selbst als Besitzer des Tieres?

In schweren Fällen kann es notwendig

sein, das Tier durch Halskrause

oder Body vom Kratzen abzuhalten,

damit es sich nicht weitere Schäden

zufügt.

LINDERUNG DER SYMPTOME

Bei chronischem Juckreiz basieren

die schulmedizinischen Strategien

auf einer Beeinflussung des Immunsystems.

Dabei kommen z.B. Kortison,

Apoquel oder Cytopoint zum

Einsatz. Diese Medikamente sorgen

effektiv dafür, dass der Juckreiz

aufhört, behandeln jedoch leider

die Ursache nicht. Leichten Juckreiz

kann man mit einfachen Hausmitteln

behandeln. Auflagen oder Pfotenbäder

mit Kamillentee beschleunigen

das Abklingen von Reizungen und

hemmen die Entstehung von Entzündungen.

Zudem wird der Hautstoffwechsel

angeregt, wodurch der

körpereigene Schutz gestärkt wird.

Apfelessig wirkt antiseptisch, richtet

sich gegen Pilze und Bakterien. Er

lindert den Juckreiz und hilft, den

pH-Wert der Haut ins Gleichgewicht

zu bringen. Wenn der Juckreiz sich

auf eine kleine Hautpartie begrenzt,

kann man den verdünnten Apfelessig

direkt auf die betroffene Stelle

tupfen. Kaltes Aloe Vera-Gel (aus

dem Kühlschrank) lindert den Juckreiz

und wirkt entzündungshemmend,

antimykotisch und antibakteriell.

Das Gel kann man sehr gut auf

den Pfoten oder anderen weniger

behaarten Körperstellen verwenden.

Ringelblume in Salbenform fördert

die Wundheilung und soll lokal auch

entzündungshemmend wirken.

OHRMILBEN als Auslöser von

Juckreiz können relativ leicht

festgestellt werden

PETS 13


PETS |Einfach tierisch

NACH DER ERST-

VERSORGUNG

sollte das Tier

einem Tierarzt vorgestellt

werden

Erste Hilfe

für Hund & Katze

Die Schokoladentafel auf dem Tisch vergessen, die Herdplatte kurz aus dem Auge gelassen:

Alltägliche Situationen, die schnell zu ernsthaften Notfällen bei Hunden und

Katzen führen können. Erfahren Sie hier, wie Sie sich im Notfall richtig verhalten.

14 PETS


E

rste Hilfe bedeutet Erstversorgung

durch lebensrettende

Sofortmaßnahmen, bis professionelle

Hilfe eintrifft oder erreichbar

ist. Der Tierarzt oder eine Tierklinik

sind immer die erste Wahl bei Notfällen,

aber es kann hilfreich sein, die

Erstversorgung selbst durchzuführen

oder eine Situation richtig einschätzen

zu können. Auch wenn es nach

der Erstversorgung dem Tier besser

zu gehen scheint, sollte stets ein Tierarzt

aufgesucht werden.

Der wichtigste Punkt ist: Ruhe

bewahren. Nur so kann dem Tier

adäquat geholfen werden. Sind Sie

unruhig, wird sich dies auf das Tier

übertragen. Verletzte Hunde und

Katzen können unter Schmerzen

auch die Bezugsperson verletzen.

Schützen Sie sich und legen Sie dem

Hund einen Maulkorb an oder verwenden

Sie eine Maulschlinge. Bei

Katzen kann eine zweite Person zum

Fixieren hilfreich sein.

HITZSCHLAG

Sporthunde oder besonders junge

und alte Tiere haben ein erhöhtes

Risiko, einen Hitzschlag zu erleiden.

Die meisten Hunde erleiden jedoch

einen Hitzschlag, weil diese bei

heißen Temperaturen im Auto gelassen

werden. Die Symptome eines

Hitzschlages sind erhöhte Körpertemperatur,

schnelle flache Atmung

und beschleunigter Puls. Auch blasse

Schleimhäute, Erbrechen, Krämpfe,

Erschöpfungssymptome bis hin zur

Bewusstlosigkeit sind typisch. Hier

ist schnelles Handeln wichtig. Der

Hund oder die Katze sollte umgehend

an einen kühleren Ort gebracht

werden. Bieten Sie dem Tier Wasser

an, aber achten Sie darauf, dass Ihr

Tier langsam trinkt. Das Wasser darf

nicht eiskalt sein. Zur weiteren Abkühlung

kann das Tier auf ein feuchtes

Tuch gelegt werden. Auf keinen

Fall ein feuchtes Tuch über das Tier

legen, da es zu Wärmestau kommen

kann. Mit feuchten Tüchern können

auch Hals, Pfoten und Oberschenkelinnenseite

gekühlt werden. Niemals

Wasser direkt über das Tier gießen!

VERGIFTUNGEN

Von Haushaltsreinigern über Pflanzendünger

oder Schneckenkorn

verursachen auch Pflanzen und

EINE MAULSCHLINGE dient dem

Selbstschutz des Ersthelfers

VITALFUNKTIONEN

Die Vitalfunktionen geben eine erste Übersicht

über den Zustand des Tieres. Hierzu

gehören neben Bewusstsein, Atmung, Körpertemperatur

und Puls auch der Kreislaufzustand.

Da die Vitalwerte u.a. abhängig von

Rasse, Größe, Alter und Gewicht des Tieres

sind, ist es hilfreich, vorab die Normalwerte

des eigenen Tieres zu bestimmen. Hierfür

werden die Vitalwerte im Ruhezustand des

Tieres gemessen. Die Normalwerte der Körpertemperatur

für Hunde liegen zwischen

37,5–39,0 °C, bei Katzen bei 38,0–39,3 °C.

Der Puls wird an der Innenseite der Oberschenkel

gemessen. Für 15 Sekunden sollte

der Herzschlag gezählt und dann mit dem

Faktor vier multipliziert werden. Bei Hunden

liegt der Wert bei etwa 80–120, bei Katzen

etwa 140–200 Herzschlägen pro Minute. Der

Kreislaufzustand wird hauptsächlich über

die Mundschleimhaut bestimmt. Hierzu wird

leicht mit einem Finger auf das Zahnfleisch

gedrückt, was zu einer weißen Färbung führt.

Wird der Druck aufgehoben, sollte das Zahnfleisch

binnen 2 Sekunden wieder rosa werden.

Gesunde Tiere weisen eine rosa Färbung

der Maulschleimhaut auf.

PETS 15


PETS |Einfach tierisch

Lebensmittel wie Schokolade, Rosinen,

Bittermandeln und Zwiebeln

schwere Vergiftungen. Je schneller

nach einer Aufnahme eines Giftes

reagiert wird, desto besser sind die

Überlebens- und Heilungschancen.

Wurde beobachtet, dass das Tier

etwas verschluckt hat, sollte sofort

mit Aktivkohle behandelt werden.

Schreiben Sie auf, was Ihr Tier aufgenommen

hat. Diese Info braucht Ihr

Tierarzt, um weitere Behandlungen

durchzuführen. Vorbeugen ist die

beste Variante. Entfernen Sie giftige

Pflanzen aus dem Wirkungsbereich

Ihres Tieres. Haushaltsreiniger etc.

sollten stets gut verwahrt werden.

VERBRENNUNGEN

Die Katze springt auf den Herd; der

Freigänger flüchtet unter ein Auto

und bleibt am heißen Auspuffrohr

hängen. Das sind Situationen, die

für Vierbeiner unangenehme Folgen

haben können. Hunde und Katzen

haben eine wesentlich dünnere Haut

als der Mensch. Daher neigen sie

schon bei niedrigeren Temperaturen

zu Verbrennungen. Bei akuten

Verbrennungen sollte die Stelle

sofort mit fließendem kaltem Wasser

gekühlt werden, alternativ sind

Kühlpacks möglich. Diese unbedingt

in ein Handtuch einschlagen, um

einer Kaltverbrennung vorzubeugen.

Verzichten Sie auf Brandsalben oder

Pulver. Die verbrannte Stelle sollte locker

mit einer sterilen Wundauflage

abgedeckt werden, um Lecken und

Beißen zu verhindern.

BEWUSSTLOSIGKEIT

Sollte ein Tier das Bewusstsein verlieren,

ist die stabile Seitenlage genauso

hilfreich wie in der Humanmedizin.

Durch die Positionierung kann Blut

oder Erbrochenes abfließen und hält

die Atemwege frei. Man lagert das

Tier am besten auf der rechten Seite,

um ggf. schnell eine Reanimation

durchführen zu können. Bei Verletzungen

sollte das Tier jedoch auf die

gesunde Seite gelegt werden. Ausnahme:

Hat Ihr Tier durch einen Autounfall

Verletzungen im Brustkorb,

sollte das Tier auf der verletzten Seite

gelagert werden. Der Kopf sollte den

tiefsten Punkt bilden und muss überstreckt

werden. Öffnen Sie das Maul

und ziehen Sie die Zunge heraus. Die

Vorder- und Hinterbeine sollten möglichst

weit voneinander entfernt liegen,

dadurch wird das Tier gestreckt,

was die Atmung erleichtert. Das Tier

sollte vor Auskühlung geschützt werden,

indem es zum Beispiel mit einer

Rettungsdecke bedeckt wird. Bei

schweren Kreislaufstörungen, z.B.

durch Blutverlust oder Hitzschlag,

kann eine Schocklagerung notwendig

sein. Diese unterscheidet sich nur

geringfügig von der stabilen Seitenlage.

Der hintere Körperbereich wird

zusätzlich durch Decken, Jacken oder

Ähnlichem hochgelagert. Dies unterstützt

die Blutversorgung im Gehirn.

WUNDE VERSORGEN

Verletzungen der Haut sind schnell

zugezogen, ob durch einen Revierkampf

unter Katzen, einen Sturz,

der Schürfwunden verursacht oder

Pfähl-Verletzungen durch einen

Stock. In den meisten Fällen verursacht

es starke Schmerzen und kann

daher zu Abwehrreaktionen mit

Beißen oder Kratzen führen. Schützen

Sie sich durch die Verwendung

einer Maulschlinge. Machen Sie dann

eine Bestandsaufnahme. Wie schwer

Text: Sabrina Brune, Fotos: iStock

16 PETS


ist die Verletzung? Sind weitere

Körperregionen betroffen? Bei akuten

Verletzungen kann es zu einem

Schockzustand kommen. Behalten

Sie die Vitalwerte im Auge. Bei Freigänger-Katzen

ist die Wunde evtl.

schon etwas älter, ist sie geeitert oder

entzündet? In jedem Fall sollte die

Wunde mit klarem Wasser gespült

werden. Bei starken Blutungen muss

die Blutung durch einen Druckverband

gestoppt werden. Ist ein Fremdkörper

in der Wunde, darf dieser

nicht entfernt werden. Muss eine

Pfote bandagiert werden, sollte jede

Zehe mit Watte oder Mull gepolstert

werden. Die Zehen sind sehr druckempfindlich

und durch das Anlegen

eines Verbands kann es sonst zu

Druckschmerz oder Abschürfungen

kommen. Vermuten Sie einen Bruch,

stellen Sie das betroffene Körperteil

ruhig, vermeiden Sie das Schienen

eines Beines, dies verursacht oft nur

unnötige Schmerzen.

AUGENVERLETZUNG

Augen sind ein sehr sensibles Thema.

Unbedachtes Handeln kann bleibende

Schäden verursachen. In jedem

Fall sollte das Tier davon abgehalten

werden, sich das verletzte Auge zu

kratzen oder zu scheuern. Hier kann

ein Halstrichter hilfreich sein. Steckt

etwas im Auge, darf dies auf keinen

Fall entfernt werden. Verbinden Sie

das Auge locker mit einer sterilen

Wundauflage, auch das gesunde

Auge sollte mitverbunden werden. Ist

das gesunde Auge nicht verbunden,

wird Ihr Tier das Auge bewegen, dies

führt dazu, dass auch das verletzte

Auge bewegt wird. Bei Verätzungen

durch Haushaltsreiniger o. Ä. sollte

das Auge sofort mit klarem Wasser

mindestens für 10–15 Minuten gespült

werden. Verwenden Sie keine Teeaufgüsse

für das Auge. Häufig wird bei

Augenreizungen oder Entzündungen

Kamillentee empfohlen, durch die

Schwebeteilchen im Tee wird die empfindliche

Hornhaut im Auge jedoch

weiter gereizt und geschädigt.

REANIMATION

Gibt Ihr Tier nach einem Unfall, starken

Blutungen, Ertrinken oder Stromschlag

keine Lebenszeichen mehr von

sich, muss sofort mit der Reanimation

begonnen werden. Kontrollieren

Sie die Atemwege, Fremdkörper aus

Maul- und Rachenbereich müssen

entfernt werden. Starke Blutungen

sollten von einer zweiten Person

gestoppt werden. Positionieren Sie

das Tier auf seine rechte Seite und

legen Sie, bei kleineren Tieren zwei

Finger bis Handfläche, bei größeren

Tieren zwei Hände auf den Brustkorb

und geben 10–15 Druckstöße auf den

Brustkorb ab. Danach zwei Atemstöße

von Mund zu Nase. Hierbei ist es

wichtig, dass Sie den Kopf des Tieres

überstrecken und den Fang geschlossen

halten. Sollte weiterhin kein Puls

spürbar sein, muss diese Maßnahme

wiederholt werden. Ist Puls tastbar

und tritt das selbstständige Atmen

ein, sollte das Tier umgehend versorgt

werden. Bei Bewusstlosigkeit

das Tier in die stabile Seitenlage

bringen, Wunden versorgen und

weiterhin Atmung und Puls überwachen.

Das Tier gehört umgehend in

tierärztliche Behandlung.


PETS |Hund & Katze

EINIGE UTENSILIEN

sollten in keiner Hausapotheke

fehlen

Hausapotheke

für Hunde & Katzen

Kleine Wunde, Bienenstich, Zeckenbiss oder Durchfall: Das gehört in eine

gut ausgestattete Hausapotheke für Hunde und Katzen, um bei kleineren

Unfällen und Unwohlsein sofort helfen zu können.

Text: Karina Schatz, Fotos: iStock

Welchem Tierhalter ist es

noch nicht passiert, dass

der vierbeinige Freund

genau am Wochenende Durchfall

bekommt oder näheren Kontakt mit

EIN MAULKORB schützt Besitzer,

wenn ihre Hunde, z.B. aufgrund

von Schmerzen, um sich beißen

einer Biene hat. Auch kleine Verstauchungen

oder Blutungen lassen

sich durch wenige Mittel in der

Hausapotheke selbst behandeln.

DIE KLASSIKER

In eine gut ausgestattete Hausapotheke

gehören Mullbinden, Kompressen,

Klebeband, Handschuhe,

Verbandsschere und eine Pinzette.

18 PETS


Empfehlenswert ist eine Spritze,

bei der man den sich verjüngenden

Plastikaufsatz abschneidet. So lässt

sich nach einem Bienenstich das

Gift aus der Stichstelle ziehen. Eine

Zeckenzange bzw. -karte gehört

ebenfalls zur Standardausstattung.

Wichtig sind des Weiteren ein

Desinfektionsmittel sowie ein Fieberthermometer.

Kohletabletten mit

Huminsäure dienen als Durchfallbremser.

Ohrreiniger und Augentropfen

kann man beim Routinebesuch

in der Tierarztpraxis erwerben

und hat diese dann für den Notfall

ebenfalls parat.

KRÄUTERTEE & CO.

Getrocknete Kräuter sollten in

keiner Hausapotheke fehlen. Eine

gezielte Auswahl ist auch für

Katzen nutzbar. Kräuter kann man

wunderbar über einen längeren

Zeitraum lagern, sie können sehr

platzsparend verpackt werden und

inklusive der ganzen Hausapotheke

mit in den Urlaub fahren. Hier eignet

sich zum Beispiel Kamillentee

bei akuten Magenbeschwerden oder

Fencheltee, wenn der Darm rumort.

Eibischwurzeltee kann eine gute

Unterstützung bei Schnupfen, Husten

und Heiserkeit sein. Kalt, über

Nacht angesetzt, ohne Aufkochen,

bildet die Eibischwurzel Schleimstoffe,

welche den Magen schützen

können. Ist man auf freier Flur

unterwegs, sollte man Pflanzen wie

den Wegerich kennen. Diese kleinen

Gewächse werden als „Pflaster der

Natur“ bezeichnen. Die Blätter lassen

sich etwas zusammendrücken,

sodass Saft austritt. In dieser Weise

legt man sie auf kleinere Verletzungen

direkt an Ort und Stelle.

HILFREICHE REZEPTE

Auch eine kleine Rezeptsammlung

hat ihren Platz in der Hausapotheke.

So kann man schnell einen

Haferschleim kochen oder auch einen

Leinsamenschleim über Nacht

ansetzen. Wer hier eine dritte, sehr

stärkende Alternative sucht, sollte

sich das Rezept von Congee hinterlegen.

Diese Reisschleimsuppe

kommt aus der traditionellen chinesischen

Medizin und kann Hunden

wunderbar als Kraftspender

während der Genesung helfen.

WAS NOCH WICHTIG IST

Empfehlenswert ist eine Notfallkarte

mit den Telefonnummern des

Haustierarztes und der nächsten

Klinik, sodass man im Fall der Fälle

GRUNDAUSSTATTUNG: digitales

Fieberthermometer, Kompressen,

Verbandsschere und Pinzette

nicht lange suchen muss (gilt auch

für den Urlaub). Neigt ein Tier zu

allergischen Reaktionen, sollte man

vorher mit dem Haustierarzt abklären,

was für den eigenen Vierbeiner

das beste Vorgehen ist. Kleinere

Stellen auf der Haut lassen sich mit

etwas verdünntem, naturtrüben

Apfelessig kühlen.

PRÄPARATE MIT HUMINSÄUREN

helfen Hunden und Katzen bei Verdauungsstörungen,

z.B. Durchfall

PETS 19


PETS |Bücher

Bücher

für Tierfreunde

ERSTE HILFE FÜR

PAPAGEIEN, SITTICHE

UND ANDERE VÖGEL

Ann Castro, Die Vogelschule,

232 Seiten, 29,95 €

MYKOTHERAPIE FÜR TIERE

Vitalpilze: Heilkraft, Wirkung

und Anwendung, Wanda May

Pulfer, Thieme, 61,99 €

GRÜNE HAUSAPOTHEKE

FÜR HUNDE

Kompakt-Ratgeber, Dr. med.

vet. Dorina Lux, 158 Seiten,

Mankau Verlag, 12,00 €

Text: Sandra Hoffmann, Fotos: Verlage

KANINCHEN-APOTHEKE

Gesunde Kaninchen dank

Heilpflanzen, Ursula Glauser,

168 S., Oertel u. Spörer, 19,95 €

HEILENDE KRÄUTER

FÜR TIERE

Cäcilia Brendieck-Worm,

Haupt Verlag, 29,90 €

DER TIERISCHE

BEGLEITER

kostenfreier, praktischer

Leitfaden mit spannenden

Informationen zu wichtigen

Themen rund um Ihren

Vierbeiner, über PETA

DAS HUNDEZAHNBUCH

Probleme erkennen, richtig

vorbeugen, Schmerzen

vermeiden, Markus Eickhoff,

128 S., Enke Verlag, 19,99 €

VERGIFTUNGEN

BEI HUND UND KATZE

Ein tierärztlicher Ratgeber,

Gisa & Olof Löwe, 208 Seiten,

Kynos Verlag, 19,95 €

NOTFALLBUCH

FÜR DEN HUND

Kleiner Leitfaden zur

Ersten Hilfe, Heinz Grundel,

Pasquale Piturru, 64 Seiten,

Kynos Verlag, 6,95 €

20 PETS


Coole Kids

smart im netz

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Mirjam Jansen,

Nadine Nentwig,

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PETS 21


PETS |Einfach tierisch

Die Kraft der Pilze

Mykotherapie

Champignon, Schopftintling und Shiitake sind als Speisepilze wohlbekannt,

dass sie aber, genau wie elf weitere Pilze, zu den Vitalpilzen zählen und auch

therapeutisch eingesetzt werden, wissen viele nicht.

V

italpilze werden in der traditionellen

chinesischen Medizin

seit vielen Jahrtausenden eingesetzt

und auch bei uns hält diese

Therapieform mehr und mehr Einzug.

Schon Ötzi trug vor etwa 5.300

Jahren Birkenporlinge bei sich, denen

man eine antibakterielle sowie

entzündungshemmende Wirkung

zuschreibt. Auch die Klostermedizin

beschäftigte sich mit der Wirkung

von Pilzen, Hildegard von Bingen

schrieb in ihrem Buch „Physika“

über die Anwendung des Lärchenporlings

bei Magenbeschwerden

sowie Husten und Hironymus Bock

in seinem Kräuterbuch über die lindernde

Wirkung des Judasohres bei

Augenentzündungen. Mittlerweile

konnten viele der überlieferten Wirkungen

auch in wissenschaftlichen

Studien bestätigt werden.

WEDER TIER NOCH PFLANZE

Bevor man Pilzen 1969 ihr eigenes

Reich zuteilte, ordnete man sie den

Pflanzen zu. Allerdings betreiben sie

keine Photosynthese, sondern zersetzen

entweder totes organisches

Material oder gehen eine Symbiose

mit einer lebenden Pflanze ein. Laut

Biologen stehen Pilze dem Tierreich

sogar näher als dem der Pflanzen,

da ihre Zellwände Chitin beinhalten,

welches man zum Beispiel von den

Panzern der Krebstiere kennt. Pilze

machen 25 % der Biomasse auf der

Erde aus, wobei der größte Teil unter

der Erde wächst. Zu sehen sind

nur die Fruchtkörper. Das Wurzelgeflecht,

Myzel genannt, bildet den

eigentlichen Pilzkörper und kann

unterirdisch gigantische Ausmaße

annehmen. Ein Hallimasch im US-

Staat Oregon bildete in geschätzten

2.400 Jahren ein Myzel, welches

sich über neun Quadratkilometer

erstreckt und ihn zum größten Lebewesen

der Welt macht. Aber was

macht Vitalpilze so wertvoll bei der

Behandlung diverser Erkrankungen?

Welche Stoffe beinhalten Fruchtkörper

und Myzel und welche Wirkung

haben sie?

REISHI, der glänzende Lackporling,

wird auch „Pilz der Unsterblichkeit“

genannt

Text: Kerstin Rottmüller, Fotos: iStock

22 PETS


KAPSELN, gefüllt mit Pilzpulver,

Extrakt oder einer Kombination aus

beidem, kommen zur Anwendung

WERTVOLLE INHALTSSTOFFE

Vitalpilze enthalten neben essenziellen

Aminosäuren, Ballaststoffen,

Vitaminen, Mineralstoffen und

Spurenelementen auch zahlreiche

pharmakologisch interessante Stoffe

wie Polysaccharide, Triterpene, Eritadenine

und Lektine, welche unter

anderem antioxidativ, antiviral, antibakteriell,

antimykotisch, antitumoral

sowie blutverdünnend, Blutzucker

und Blutfettwerte regulierend,

schmerzhemmend, hormon- und

immunmodulierend wirken können.

Zudem ist eine Verbesserung der

Sauerstoffsättigung des Blutes möglich,

ebenso ein schützender und

stärkender Effekt auf innere Organe

wie Herz, Milz, Magen, Darm, Nieren

und Leber.

AURICULARIA,

das Judasohr, gilt als einer

der ältesten Speisepilze

EINSATZMÖGLICHKEITEN

Der Reishi, der nahezu weltweit verbreitet

ist und laut Überlieferungen

seit rund 4.000 Jahren in Asien als

Naturheilmittel Anwendung findet,

wird in der Mykotherapie zur Stärkung

des Immunsystems und der

Leber sowie zur Stoffwechselanregung

eingesetzt. Er kann die körperliche

Konstitution fördern, die Zellen

schützen und zeigt eine positive

Wirkung auf das Herz-Kreislauf-

System. Aber auch bei Allergien,

Haut- und Fellproblemen sowie Erkrankungen

des Bewegungsapparates

kann er gute Dienste leisten. Der

Igelstachelbart, Hericium erinaceus,

gilt als der wichtigste Pilz für den

Magen und die Verdauung. Zum

Einsatz kann er bei Verdauungsstörungen,

Magen- und Darminfektionen,

Analdrüsenproblemen, Hautund

Fellproblemen sowie aufgrund

der enthaltenen Nervenwachstumsfaktoren

auch bei traumabedingten

Nervenschäden, Spondylose oder

Cauda equina kommen. Als größter

Immunmodulator gilt der Mandelpilz,

Agaricus Blazei Murill, der oft

auch nur ABM genannt wird. Dieser

weltweit geschätzte Speisepilz, der

den Beinamen „Sonnenpilz“ trägt,

kann bei Krebs, Hepatosen, Autoimmunerkrankungen,

Herzschwäche,

Bauchspeicheldrüsenerkrankungen

sowie Immunschwäche zur Anwendung

kommen. Zur Verbesserung

der Fließeigenschaften des Blutes,

also zur Blutverdünnung und

Thromboseverhinderung, setzt die

Mykotherapie auf das Judasohr, Auricularia

polytricha, welches zudem

als wichtigster Pilz für das Auge gilt,

aber auch bei Lähmungen, Krämpfen

und Bindegewebsgeschwülsten

Linderung bringen kann. Da sich

die Einsatzgebiete der einzelnen

Pilze teilweise überschneiden und

vor Beginn der Gabe immer eine

detaillierte Anamnese stehen sollte,

empfiehlt es sich, Kontakt mit einem

Mykotherapeuten aufzunehmen, der

dann einen individuellen Behandlungsplan

mit einem oder mehreren

Vitalpilzen in Form von Pilzpulver,

-extrakt oder einer Kombination aus

beidem erstellt und bei Bedarf auch

anpasst.

PETS 23


PETS |Hund

D

er erwachsene Hund verfügt

über 42 Zähne, die er täglich

im Gebrauch hat. Das Hundegebiss

ist Ausdruck seiner Mimik,

mit den Zähnen ergreift er seine

Beute, er kaut damit sein Futter

– auch wenn die meisten Hunde

Schlinger sind – und er kann sich

mit den Zähnen Ungeziefer aus

dem Fell knabbern.

DIE FÜTTERUNG

Hunde, die nach dem Beutetierprinzip

(B.A.R.F.) ernährt werden,

erhalten üblicherweise in ihrer Ration

rohe fleischige Knochen. Hier

eignen sich besonders Entenhälse

und z.B. Lammrippen sehr gut.

Durch das Kauen wird der Speichel-

ZAHNCREMES gibt es auch mit

Hühner- und Rindfleischgeschmack

Zahnpflege beim Hund

Tipps gegen Plaque

Zahnbürsten, Ultraschallgeräte, Dentalspielzeuge Kauwurzeln und -Snacks –

der Markt ist voll mit Dingen, die der Zahnpflege des Hundes dienen sollen.

Doch was eignet sich wirklich zur Zahnpflege zu Hause?

fluss angeregt und der Hund pflegt

durch das kontinuierliche Kauen

direkt seine Zähne. Auch kleinere

Hunde können rohe fleischige Knochen

zu sich nehmen, hier eignen

sich Hühnerhälse sehr gut. Auch gewolfte

Knochen bringen durchaus

noch einen Reinigungseffekt mit

sich. Ungeeignet sind indes harte

Rinderknochen. Nassfutter aus der

Dose hat einen hohen Feuchtigkeitsgehalt

und bleibt deswegen nicht

lange an den Zähnen kleben, weil

der Hund das Futter wegschleckt.

Trockenfutter hingegen kann mit

seiner minderfeuchten Konsistenz

oftmals an den Zähnen haften bleiben

und so mittelfristig Karies verursachen,

wenn keine zusätzliche

Zahnhygiene betrieben wird.

ULTRASCHALLZAHNBÜRSTEN

Seit mehreren Jahren gibt es Ultraschallzahnbürsten

für Hunde auf

dem Markt, welche Zahnstein und

Plaque entfernen können. Ultraschall

wirkt bis zu einer gewissen

Tiefe im Zahnfleisch und entfernt

mit einer unterschiedlichen Anwendungsdauer

harten Zahnstein, weiche

Beläge und Verfärbungen. Mit

dieser Art von Zahnbürste lässt sich

eine schonende Reinigung durchführen.

Lediglich ein Draufhalten

des Bürstenkopfes ist ausreichend,

da man mit ihr keine kreisenden

Bewegungen durchführen muss.

Durch die moderne Ultraschalltechnologie

werden Bakterien zerstört.

Text: Natascha Nicolaysen, Fotos: iStock

24 PETS


DENTALSPIELZEUGE regen den Speichelfluss an und sorgen durch reibende

Bewegungen am Zahnapparat für eine Reinigung der Zähne

Einige Ultraschallzahnbürsten sind

sogar vibrationslos und für Mensch

und Tier nicht hörbar. Auch viele

Tierärzte sind von dem effektiven

Wirkprinzip einer solchen Zahnbürste

begeistert.

HANDINSTRUMENTE

Hier eignen sich Rosenholzstäbchen

und auch der Scaler. Mit den Rosenholzstäbchen,

welche eine weiche

Spitze im Vergleich zum Scaler

haben, lässt sich der Zahnstein vorsichtig

mit einer Hebelbewegung

entfernen. Für den Scaler, welcher

aus rostfreiem Edelstahl besteht,

benötigt man schon etwas mehr

Erfahrung und Fingerspitzengefühl,

da dieses Instrument sehr scharf

ist. Verletzungen am Zahnfleisch

können schnell passieren und daher

sollte der Umgang mit dem Scaler

besser dem Tierarzt oder Tierdentalhygenikern

vorbehalten sein. Bei

beiden Instrumenten muss man ein

klein wenig Druck ausüben, aber

mit ein wenig Übung lässt sich auch

zu Hause sehr gut mit dem weicheren

Rosenholzstäbchen arbeiten.

ZAHNCREMES

Der hiesige Markt bietet eine Fülle

an Zahncremes, welche speziell für

Tiere zugelassen sind. Produkte aus

dem Humanbereich sind für Hunde

nicht geeignet, da sie oftmals

Menthol oder andere ätherische

Öle enthalten, welche von manchen

Tieren nicht vertragen werden. Gut

geeignet zum Zähneputzen ist auch

reines Kokosöl. Dieses mögen viele

Hunde sehr gerne. Durch seine

leichte und weiche Konsistenz

FINGERZAHNBÜRSTEN wer den einfach auf den Zei ge fin ger gesteckt.

Sie können mit und ohne Zahncreme angewendet werden

PETS 25


PETS |Hund

DIE ART DER ERNÄHRUNG

kann Einfluss darauf nehmen, wie

schnell sich Zahnbeläge bilden

lässt es sich sehr gut mit einem Fingerling

auf den Zähnen verteilen.

Um die Akzeptanz der Zahncremes

für Hunde zu verbessern, ist bei

manchen Produkten Hühnerfleischoder

auch Rindfleischgeschmack

beigefügt, welches Hunde sehr

gerne mögen.

FINGERLINGE, SPRAY UND FLOCKEN

Die Fingerlinge sind wunderbar

klein, handlich und es gibt sie in

verschiedenen Ausführungen.

Manche Produkte enthalten sogar

Silberionen, welche die bösen Bakterien

im Maul des Hundes beiseiteschaffen

können. Das Silber wirkt

antibakteriell und ist unschädlich

für Ihren Hund. Die Anwendung im

Hundemaul ist einfach, leicht und

schnell durchzuführen. Extra entwickeltes

Dentalspray für Hunde ermöglicht

eine kinderleichte Anwendung.

Ein bis zwei Sprühstöße nach

jeder Mahlzeit ins Maul gesprüht

und das Produkt entfaltet direkt

seine Wirkung und sorgt so dafür,

dass weniger Futterreste an den

Zähnen haften bleiben. Auch können

Zahnputzflocken eine Möglichkeit

sein, Zahnfleischentzündungen

und anderen Zahnerkrankungen

sowie Maulgeruch vorzubeugen.

Diese werden für gewöhnlich direkt

auf das Futter des Hundes gestreut

oder im Anschluss an die Fütterung

gegeben.

DENTALSPIELZEUGE, KAUWURZELN

UND SONSTIGE KAUARTIKEL

Groß, klein, bunt, unifarben, mit

und ohne Noppen: Es gibt nichts,

was es nicht gibt bei Dentalspielzeugen.

Der Hund kommt durch das

Kauen seinem natürlichen Bedürfnis

nach, gleichzeitig entspannt es

ihn, regt den Speichelfluss an und

sorgt durch reibende Bewegungen

am Zahnapparat dafür, dass Zahnfleisch

und Zähne gepflegt werden.

Ebenso wird die Kiefermuskulatur

gestärkt. Es eignen sich besonders

spezielle Zahnpflegebälle, Sticks,

Kauringe und Gummiknochen.

Achten Sie hier auf BPA-freie Materialien.

BPA-frei bedeutet, dass diese

Produkte ungiftig für Ihr Tier sind.

Die Kauwurzel, welche aus unbehandeltem

Wurzelholz besteht, ist

formstabil und ungiftig. Ebenso enthält

die Kauwurzel keine Kalorien.

Es gibt sie in verschiedenen Größen,

so dass kleine und große Hunde

gleichermaßen daran Freude haben

zu knabbern. Bei Kauartikeln, welche

zum Verzehr vorgesehen sind,

sollte man darauf achten, dass sie

keinen Zucker enthalten. Dieser ist

KAUSNACKS zur Zahnpflege sollten

möglichst naturbelassen sein

26 PETS


ZÄHNEPUTZEN gehört nicht zu

den Lieblingsbeschäftigungen

von Hunden

bekanntlich schädlich für die Zähne.

Naturbelassene Snacks ohne Zusatzstoffe

wie Aromen, Geschmacksverstärker

oder Glasuren sind zu bevorzugen.

Empfehlenswert sind hier

beispielsweise getrocknete Kauartikel,

wie Ochsenziemer, Pferdemägen

und Putenhälse. Alle Produkte

kann man in Tierfachgeschäften und

auch im Internet erwerben.

FAZIT

Im Großen und Ganzen kann man

durchaus auch zu Hause die Maulhygiene

seines Hundes übernehmen.

Der Vorteil der Zahnpflege

zu Hause ist eine stressfreie und

gewohnte Umgebung, welche

sich gerade für ältere, kranke oder

ängstliche Hunde bestens eignet.

Weiterhin ist es von Vorteil, wenn

der Hund nicht in eine Narkose versetzt

werden muss, um die Zähne

zu reinigen, wie es beim Tierarzt der

Fall ist. Achten Sie bei Ihrem Vierbeiner

auf mögliche Anzeichen, wie

Maulgeruch, rote Ränder am Zahnfleischrand

und Zahnstein. All dies

können Anzeichen für eine Erkrankung

sein. Schlechte Zähne wirken

sich auf die Gesundheit aus und

können Karies, Herzprobleme und

andere Erkrankungen der inneren

Organe verursachen. Bei lockeren

und eitrigen Zähnen, Zahnausfall

oder wenn der Hund plötzlich

nichts mehr fressen mag, kann es

sein, dass er Zahnschmerzen hat.

Lassen Sie in diesem Fall Ihren

Hund unbedingt von einem Tierarzt

untersuchen, auch kann er Ihnen

nützliche Tipps für die Zahnpflege

für daheim mitgeben. Übrigens gibt

es in Deutschland auch ausgebildete

Tierdentalhygieniker, welche beim

Hund eine kosmetische Zahnreinigung

durchführen können.

MITTELS ULTRASCHALL kann

hartnäckiger Zahnstein entfernt

werden

PETS 27


PETS |Produkte

Neuheiten & Besonderes

für Hunde(freunde)

1 2 3

Fotos: Hersteller

4

5

6

7

1 PocDoc® PET CON-

NECT Erste-Hilfe-Set,

smartes Erste-Hilfe-System

für Hunde und Katzen inkl.

Tiernotruf und Telemedizin,

38,50 €, über fellby.de 2 Joveg

Hunde-Pflege-Seife „Sensitiv“,

Naturseife frei von jeglichen Zusätzen,

9,75 €, über lindgrow.de

3 Ohr-Reiniger, milde, effektive

Reinigung, mit Mikrosilber,

Zink und Lavendel, 16,50 €, von

lila-loves-it.com 4 SonnenMoor

Pfotensamt Kräuterbalsam,

Naturprodukt mit reichhaltigen

Ölen und wirkungsvollen Kräu-

tern in Arzneibuchqualität, 14,70 €,

über paul-paulina.com

5 Professionelle Krallenzange,

mit Edelstahl-Präzisionsklinge und

ergonomisch geformtem Griff aus

rutschfestem Gummi, verschiedene

Größen, ab 12,97 €, von petpael.de

6 Zahn-Fingerling, antibakteriell

dank Silberionen-Technologie,

passend für alle Fingergrößen,

8,50 €, von lila-loves-it.com

7 Zahn- und Massagebürste zum

Aufsetzen auf den Finger, 6 cm,

2er-Set, 1,99 €, von trixie.de

28 PETS


8 Neemöl für Hunde, natürliche

Stärkung für Haut und Fell, Neemöl

in Spitzenqualität, Flöhen, Zecken,

Mücken: Neemöl schreckt lästige

Blutsauger ab, das Öl nur äußerlich

und niemals pur verwenden, am

besten mit einem Basisöl vermischen,

z.B. im Verhältnis 1:10, 200 ml, 6,90 €,

von krauterie.de 9 Imker-Balsam, mit

Sheabutter, Bienenwachs, Honig und

Propolis, hauchdünn auftragen und

einziehen lassen, der schützende Film

fördert und beschleunigt die Regeneration

der geschädigten Hautstellen,

10,00 €, von pernaturam.de 10 LEVIA-

THAN Hundeseife „Sensitiv“, handgesiedete

Naturseife mit Heilmoor,

Honig, Propolis, Bienenwachs und

ätherischen Ölen, 100 g, 13,35 €, über

naturfutterlaedchen.eu

8

9

10

PETS 29


PETS |Hund

Blutbild verstehen

Einfach erklärt

Welcher Halter wünscht sich nicht, das Blutbild seines vierbeinigen Freundes

zu verstehen, um sich mit dem Tierarzt gezielter austauschen zu können.

Dieser Artikel bietet Ihnen einen Einblick in das Mysterium Blut und dessen,

was es uns an Ergebnissen liefert.

J

eder Tierhalter war sicher schon

einmal in der Situation, dass der

geliebte Vierbeiner Krankheitssymptome

zeigt und der Tierarzt für

eine Diagnosestellung ein Blutbild

veranlasst hat. Welche Einflussfaktoren

beachtet werden müssen

und was Ihnen das Blutbild Ihres

Tieres verraten kann, erfahren Sie

in diesem Artikel. Blutbilder sind

keine Bücher mit sieben Siegeln und

so können auch Tierhalter durchaus

Werte zuordnen. Das ermöglicht

eine bessere, einfachere und

auch gezieltere Kommunikation

mit Tierarzt, Tierheilpraktiker oder

auch Ernährungsberater (gerade bei

speziellen Diäten).

KLEINES, GROSSES UND

DIFFERENTIALBLUTBILD

In diesen Abschnitten der Blutdiagnostik

finden wir die verschiedenen

Blutzellen. Manchmal finden Sie auf

30 PETS


VORBEREITUNG: Mittels eines

Stauschlauchs wird die Vene im

Vorderbein gestaut

Ihren Befunden auch die Unterteilung

in rotes oder weißes Blutbild.

Das rote Blutbild besteht aus den

Erythrozyten, den roten Blutkörperchen,

und den Thrombozyten,

den Blutplättchen. Hier werden vor

allem Anämien oder Gerinnungsstörungen

sichtbar. Der Hämatokrit

zeigt den Anteil an roten Blutkörperchen,

das Hämoglobin den roten

Blutfarbstoff. Die Retikulozyten

sind Vorstufen der roten Blutkörperchen.

Das weiße Blutbild ist etwas

umfangreicher und stellt die Leukozyten

(weißen Blutkörperchen) dar.

Diese teilen sich auf in Monozyten,

Lymphozyten und Granulozyten.

Bei den Granulozyten unterscheidet

man noch Neutrophile, Basophile

und Eosinophile. Letztere können

z.B. nach Infektionen, bei Parasitenbefall

oder bei Allergien erhöht sein.

ORGANWERTE

Bei den Organwerten bzw. auch

klinische Chemie genannt, handelt es

sich um Standardwerte, welche einzelne

Organbeschwerden aufdecken

sollen, so dass man hier nochmal in

detailliertere Diagnostik gehen kann

(siehe nächster Abschnitt). Meist

finden Sie hier folgende Werte zusammengefasst:

Albumin, Bilirubin,

ALT, AST, GGT (gamma GT) und

GLDH für die Leber. Der Niere werden

Werte wie SDMA, Kreatinin und

Harnstoff zugeordnet. Der SDMA ist

ein relativ neuer Wert, welcher einen

Früherkennungswert von Nierenerkrankungen

darstellt. Dieser lässt

sich aber auch durch verschiedene

Entzündungen im Körper oder

Schilddrüsenprobleme beeinflussen.

Auch die Bauchspeicheldrüse wird

mit den allgemeinen Werten Amylase,

Lipase und in speziellen Fällen

der DGGR Lipase dargestellt. Des

Weiteren gehören die Elektrolyte

Natrium, Kalium, deren Quotient

(dieser ist nicht immer enthalten),

Magnesium, Chlorid und Phosphat

zu der klinischen Chemie. Halter,

deren Tiere noch nicht ausgewachsen

sind, müssen hier beachten, dass

Phosphat aufgrund des Wachstums

erhöht dargestellt wird und nicht

krankhaft ist. Der Eiweiß- und

BLUTENTNAHME: Es kann

notwendig sein, verschiedene

Röhrchen zu füllen

BEEINFLUSSUNG VON ERGEBNISSEN

Bei vielen Werten, wie Leber, Niere und Bauchspeicheldrüse,

müssen Hunde 12 Stunden nüchtern sein. Ein aktiver Verdauungsvorgang

erhöht die Werte. Stress und körperliche

Anstrengung vor der Blutentnahme beeinträchtigen Werte

wie die Erythrozyten und Leukozyten. Auf manchen Blutbefunden

finden Sie einen Hämolyseindex oder Lipämieindex.

Beides verfälscht spezielle Werte. Eine Lipämie liegt vor,

wenn im Blut zu viele Fette enthalten sind. Eine Hämolyse

(Auflösung der roten Blutkörperchen) kommt auch bei nüchternen

Blutbildern vor, hier war meist die Blutabnahme langwierig

oder das Serum wurde nicht ausreichend zentrifugiert.

Hier werden auch Werte wie Leberwerte, Bilirubin, Kreatinin,

Phosphat und Kalium nach oben verschoben und verfälscht.

PETS 31


PETS |Hund

Blutuntersuchungen

helfen, Problemen

auf die Spur zu

kommen.

Nährstoffdefizite auf. Dazu nutzt

man besser eine Rationskontrolle

der Fütterung.

ANFORDERUNGSSCHEIN: Hierauf wird angekreuzt,

welche Werte das Labor bestimmen soll

MITTELMEERPROFILE

Durch Tierschutzhunde und Urlaube

im Süden sind die Mittelmeerprofile

mittlerweile sehr bekannt.

Hier werden aber nicht nur Krankheiten

aus dem Mittelmeerraum

abgedeckt, sondern auch einige

Krankheiten, welche in unseren

Breitengraden durch Zecken übertragen

werden können. Je nach

Labor haben diese Profile unterschiedliche

Inhalte. Gängig in einem

Mittelmeerprofil sind Leishmaniose,

Hepatozoonose, Rickettsiose,

Text: Karina Schatz, Fotos: Verlage, Tasso e.V., iStock

Kohlenhydratstoffwechsel ist zum

Teil auch in diesen Profilen aufgeführt.

Zu den Eiweißen gehören Globulin

und Albumin (wenn dies nicht

unter der Leber gelistet ist), sowie

Gesamteiweiße. Zum Kohlenhydratstoffwechsel

gehören Glukose und

Fruktosamine. Häufig findet man

auch noch T4 und oder TSH bei der

Übersicht der Organwerte, dies sind

Werte der Schilddrüse. Schilddrüsenwerte

müssen immer altersgerecht

interpretiert werden. Je jünger das

Tier, desto höher sollte der T4 im Blut

sein. Grundsätzlich gilt für alle Blutwerte

dieses Abschnittes: Sie müssen

im nüchternen Zustand (12 Stunden

Nahrungskarenz) bestimmt werden.

ZUSÄTZLICHE PROFILE

Finden sich in den Standardorganwerten

bzw. der klinischen Chemie

Auffälligkeiten, gibt es erweiterbare

Profile für eine differenziertere

Diagnostik. Gängig ist hier zum

Beispiel ein Gastroprofil, wenn

Verdauungsbeschwerden vorliegen.

Diese beinhalten dann canine

Pankreaslipasen, Folsäure, Vitamin

B12 und den TLI. Damit kann eine

Bauchspeicheldrüsenentzündung

abgeklärt werden. Auch für die

Schilddrüse gibt es ein umfangreiches

Profil mit den Werten TSH,

T4, fT4, T3, fT3, TG-AK, T3-AK,

T4-AK. Auf Barfprofile kann man

verzichten, denn diese decken keine

IM LABOR werden die einzelnen

Blutproben untersucht und die Befunde

anschließend übermittelt

32 PETS


IM GESPRÄCH mit dem Tierarzt

werden die Befunde und das anschließende

Vorgehen besprochen

Babesiose, Ehrlichiose, Anaplasmose

und Borreliose. Die letzten vier

werden von verschiedenen Zeckenarten

auch in Deutschland übertragen.

Toxoplasmose wird in diesem

Zusammenhang auch häufig mit

untersucht.

ALLERGIEDIAGNOSTIK

Hier lohnt es sich für Hundehalter

etwas Hintergrundwissen zu haben.

Allergieprofile bzw. Allergietests im

Blutbild werden häufig gemacht.

Bei Umweltallergien wie Pollen,

Pilze, Flohkontakt etc. bekommt

man hier auch sehr aussagekräftige

Ergebnisse. Anders sieht es bei den

Nahrungsmitteln und Nahrungsbestandteilen

aus. Die Allergieprofile

weisen zwei verschiedene Immunglobuline

nach. Einmal enthalten

sie das IgE, welches für eine Sofortreaktion

steht und das IgG, welches

für eine Spätreaktion steht. Diese

Spätreaktionen können auch mehrere

Wochen zeitversetzt auftreten.

Nahrungsmittelunverträglichkeiten,

welche keine Immunreaktion hervorrufen,

fallen in diesen Tests nicht

auf. Das ist auch der Grund, warum

bei dem Verdacht einer Allergie oder

Unverträglichkeit aufs Futter eine

Ausschlussdiät immer der beste Weg

ist. Hier füttert man über ein Zeitfenster

von acht bis zwölf Wochen

nur eine tierische und eine pflanzliche

Komponente, welche der Hund

noch nicht kennt.

FAZIT

Blutbilder können ganz breitgefächert

und vielfältig Informationen

liefern, welche den aktuellen

Gesundheitszustand der Vierbeiner

gut einschätzen lassen. Voraussetzung

ist hierfür, dass möglichst viele

Störfaktoren ausgeklammert werden.

Besprechen Sie am besten mit

Ihrem Tierarzt vorher, was untersucht

werden soll und was dafür zu

beachten ist, zum Beispiel Nüchternheit.

Ist der Befund erstellt, ist es für

die Zukunft sinnvoll, diesen auch

zu Hause in der Akte des Haustieres

– ausgedruckt oder digital als

pdf-Datei – aufzubewahren. Schon

häufig hat es sich im Nachhinein als

sinnvoll herausgestellt, auf alte Befunde

zurückgreifen zu können. Die

hier genannten Grundkenntnisse

sorgen sicherlich dafür, dass Sie zukünftig

auffällige Ergebnisse leichter

verstehen und auch mit Ihrem Tierarzt

diese gemeinsam besprechen

können. Bei älteren Tieren kann man

mittels frühzeitiger Blutkontrolle

(bei Nierenproblemen in Kombination

mit Urinkontrolle) auch das ein

oder andere Altersleiden frühzeitig

erkennen, unterstützen und somit

eventuell für einen langsameren

Krankheitsverlauf sorgen.

PETS 33


PETS |Katze

OHRENTROPFEN

sind unbeliebt,

aber wirksam

Ohrmilben

bei Katzen

Ohrmilben verursachen die sogenannte Ohrräude – eine weit verbreitete

Erkrankung. Sie gehört zu den häufigsten Ursachen von Ohrentzündungen

und sollte umgehend medizinisch behandelt werden.

HEFTIGER JUCKREIZ plagt eine

Katze mit Ohrmilben

I

hre Katze kratzt sich ständig

am Ohr? Dann könnte sie unter

Ohrmilben leiden. Die winzigen

Mitbewohner unserer Katzen nisten

sich in der Ohrmuschel und im Gehörgang

ein. Dort verursachen sie

unerträglichen Juckreiz und Entzündungen.

Wie Sie einen Befall erkennen

und er richtig behandelt wird,

erklären wir Ihnen in diesem Artikel.

WAS SIND OHRMILBEN?

Ohrmilben sind einen halben Millimeter

große Ektoparasiten, die sich

in der feuchten, warmen und dunklen

Umgebung des Ohres wohlfühlen.

Ihr Speichel verursacht Entzündungen

im Ohr, wodurch Bakterien

und Pilze leichtes Spiel haben. Bei

einem längeren Befall kann es zu eit-

Text: Nadine Fischer, Fotos: iStock

34 PETS


WINZIG KLEIN sind die lästigen Parasiten,

hier im Mikroskop zu sehen

ÜBERTRAGUNG

rigen Entzündungen

kommen,

die das Trommelfell

durchbrechen

und sich sogar

auf das Innenohr und

bis in das Gehirn ausbreiten

können. Manchmal ist nur ein Ohr

betroffen, meistens jedoch beide.

Ohrmilben sind sehr ansteckend,

andere Tierarten oder den Menschen

befallen sie allerdings selten.

Freigänger haben ein höheres Risiko

an Ohrräude zu erkranken, aber

auch Hauskatzen können sich durch

Einschleppen der Milben mit zum

Beispiel Straßenschuhen anstecken.

OHRMILBEN ERKENNEN

Katzen mit Ohrmilben haben meist

einen stark ausgeprägten Juckreiz,

sie kratzen und reiben ihre Ohren.

Auch schütteln sie ihren Kopf häufig

oder neigen ihn zu einer Seite.

In den Ohren kann ein dunkler,

krümeliger Belag vorhanden sein,

ähnlich wie Kaffeesatz. Die Haut im

Ohr selbst ist gerötet. Häufig ist ein

unangenehmer Geruch zu vernehmen.

Vermehrtes Miauen, Ängstlichkeit,

aber auch Aggressivität sind

möglich. Manche Katzen zeigen ihre

Not durch Unsauberkeit, sogenanntes

„Protestpinkeln“. Auch Unruhe

kann ein Anzeichen sein.

WIE WIRD BEHANDELT?

Es gibt spezielle Ohrentropfen oder

-salben, die ins Ohr gegeben und

von außen durch Kneten der Ohrmuschel

einmassiert werden. Die

Katze schüttelt sich anschließend,

um die Ohrentropfen samt Milben

aus den Ohren zu bekommen.

Danach wischt man die Ohrmuschel

mit einem weichen Tuch trocken.

Es dürfen nur für Katzen geeignete

Präparate verwendet werden.

Gesunde, erwachsene

Katzen können sogenannte

stille Überträger

der Ohrmilben sein,

ohne selbst Symptome

zu zeigen. Deswegen ist

es wichtig, dass alle im

Haushalt lebenden Katzen

behandelt werden. Ihre

Hände sollten Sie nach

Kontakt mit Ihrer Katze

immer waschen, um eine

Verbreitung der Milben

und ihren Eiern zu vermeiden.

Reinigen Sie alle

Gegenstände und Plätze,

an denen sich die Katze

aufhält, gründlich.

Waschen Sie alle

Decken, Kissen

und Körbchen.

EIN VERDACHT auf Milbenbefall

sollte immer medizinisch abgeklärt

werden

Milben gehören

zu den Spinnentieren

PETS 35


PETS |Katze

Niereninsuffizienz

bei der Katze

Chronische Niereninsuffizienz ist eine bei Katzen leider sehr häufig auftretende

Erkrankung. Sie gehört zu den häufigsten Todesursachen bei älteren Tieren,

denn die Erkrankung wird oft viel zu spät festgestellt.

Wie beim Menschen erfüllen

die Nieren der Katze wichtige

Aufgaben. Sie filtern das

Blut und bereiten die Ausscheidung

von Schadstoffen und Stoffwechselprodukten

über den Urin vor. Neben

der Entgiftung werden in den Nieren

wichtige Hormone produziert, der

Blutdruck reguliert und das Säure

Basen-Gleichgewicht gesteuert.

GESUNDE NIEREN

Die Nieren bestehen aus sehr kleinen

Einheiten, den sogenannten Nephronen,

die bedeckt sind mit noch

kleineren Filtrationsknötchen, den

Glomeruli. Diese filtern das zirkulierende

Blut und entfernen Flüssigkeit

und Gift- und Stoffwechselprodukte

aus dem Blutkreislauf und es bildet

sich der Primärharn. Damit der Körper

nicht zu viel Flüssigkeit verliert,

entziehen die Nieren diesem Primärharn

viel Wasser und wertvolle Elektrolyte.

Die dabei übriggebliebene

Flüssigkeit und die darin enthaltenen

Schadstoffe werden dann als Urin

ausgeschieden. Die Nieren bewahren

den Körper davor, dass sich Giftstoffe

im Körper ansammeln.

KRANKE NIEREN

Die chronische Niereninsuffizienz

verläuft über einen längeren Zeitraum

und verteilt sich auf insgesamt

vier Krankheitsstadien. Die Zahl der

gesunden Nephrone in den Nieren

nimmt durch die Erkrankung langsam

ab. Am Anfang kompensieren

die verbleibenden Nierenkörperchen

diesen Ausfall, steigern ihre Leistung

und übernehmen die Funktionen

der abgestorbenen Nephrone. Diese

Höchstleistung kann aber nicht so

lange erbracht werden und wenn

die Nephrone überlastet werden,

passiert es, dass einerseits wertvolle

Moleküle wie Proteine ausgeschieden

werden oder Abfallstoffe nicht

mehr ausreichend gefiltert werden

können. Zudem wird zu viel Wasser

KATZEN zum Trinken animieren:

Fließende Wasserquellen, wie der

Wasserhahn, sind oft begehrter

36 PETS


REGELMÄSSIGE CHECK-UPS machen für Katzen ab dem 5.–7.

Lebensjahr Sinn, um so früh wie möglich Veränderungen zu erkennen

ausgeschieden und das Tier leidet

unter Austrocknung. Dies wird zu

einem Teufelskreis für die Katze.

Diese Funktionseinschränkung ist oft

ein schleichender Prozess und fällt

meist erst auf, wenn das Tier Symptome

zeigt. Dann sind schon über

75% des Nierengewebes abgestorben

und dieses regeneriert sich auch

nicht mehr. Das chronische Nierenversagen

ist leider nicht heilbar und

die Funktion der Nieren lässt immer

mehr nach. Für den Körper schädliche

Substanzen können nicht mehr

ausgeschieden werden und reichern

sich immer mehr im Körper an.

URSACHEN NIERENINSUFFIZIENZ

Es gibt nicht die eine Ursache für

diese schwere Erkrankung, aber gerade

bei Katzen als Wüstentiere steht

ihr Trinkverhalten oft im Verdacht

dieser Erkrankung zuträglich zu sein.

Katzen trinken von Natur aus sehr

wenig, da ihr Stoffwechsel im Normalfall

ausreichend Flüssigkeit über

das Futter aufnimmt. Chronische

Niereninsuffizienz ist aber auch eine

Alterserscheinung bei Katzen und

daher ist es notwendig, die Gesundheit

der Katze ab einem gewissen

Alter regelmäßig kontrollieren zu

lassen.

WIE WIRD DIE DIAGNOSE GESTELLT?

Wichtig ist es, die Erkrankung so früh

wie möglich zu erkennen! Je eher

eine Niereninsuffizienz erkannt wird,

umso besser sind die Behandlungsmöglichkeiten.

Im Zuge von Vorsorgeuntersuchungen

kann man die

ÜBER DAS BLUT können wichtige

Parameter für die Nierengesundheit

abgelesen werden

Katze ab dem 5.–7. Lebensjahr jährlich

durchchecken und die Organfunktionen

kontrollieren lassen. Die

drei Säulen in der Nierendiagnostik

sind die Blut-, die Urin- und die

Ultraschalluntersuchung. Im Zuge

eines geriatrischen Blutbildes werden

auch die Nierenwerte im Blut angeschaut.

Für die Untersuchung sollte

die Katze unbedingt 10–12 Stunden

nüchtern sein. Sind „harnpflichtige“

Substanzen wie Harnstoff oder Kreatinin

im Blutbild erhöht, kann das auf

eine eingeschränkte Nierenfunktion

hinweisen. Symmetrisches Dimethylarginin

(SDMA) ist ein neuer

Parameter der Nierenfrühdiagnostik

und ein Marker für die glomeruläre

Filtrationsrate. Über eine Untersuchung

des Urins kann man Aussagen

über die Filtrationskraft der Niere

treffen. Das spezifische Gewicht des

Harns ändert sich schon bei einer

eingeschränkten Nierenfunktion von

50–70%. Oft findet man bei einer Einschränkung

der Filtrationsleis-

PETS 37


PETS |Katze

INFUSIONEN dienen dazu, der Katze Flüssigkeit und Elektrolyte

zuzuführen

tung auch Proteine im Urin. Mittels

Röntgenaufnahmen und Ultraschall

kann man sich den Zustand der Nieren

genauer anschauen und erkennt

Veränderungen des Organs. Lässt

man solche Kontroll-Untersuchungen

nicht durchführen, bemerkt man die

Krankheit leider erst, wenn die Katze

bereits Symptome zeigt und die Niereninsuffizienz

fortgeschritten ist.

LEBEN MIT NIERENINSUFFIZIENZ

Bei der Diagnose chronische Niereninsuffizienz

ist das oberste Gebot das

noch funktionierende Nierengewebe

so lange wie möglich zu erhalten.

Eine Anpassung der Fütterung hilft,

die Nieren zu entlasten, indem die

Bildung von Stoffwechselendprodukten

minimiert wird. Dabei ist

aber zu beachten, bei der Anpassung

der Fütterung auf das Stadium der

Erkrankung einzugehen. Durch eine

angepasste Ernährung können sich

die Nierenwerte der Katze etwas

verbessern und auch längerfristig

stabilisieren. Je nach Symptomatik

gilt es die Katze bestmöglich zu

unterstützen, damit die Übelkeit und

das Unwohlsein nicht zu schlimm

werden. Das ist einerseits wichtig für

das Tier, aber auch für den Verlauf der

Krankheit, da das Tier nicht zu lange

fasten sollte, da dadurch noch mehr

Giftstoffe entstehen. Es ist wichtig, die

nierenkranke Katze gut zu beobachten,

die Blutwerte engmaschig zu

kontrollieren und auf Veränderungen

zu reagieren, damit in allen Phasen

der Erkrankung die passenden therapeutischen

und diätetischen Maßnahmen

getroffen werden können. So ist

das Tier immer optimal versorgt, um

die Lebensqualität gut zu erhalten.

TRINKEN Katzen mehr als sonst,

sollten Besitzer hellhörig werden

Text: Vanessa Rössler, Fotos: iStock

TYPISCHE SYMPTOME

Leider können die Symptome einer

chronischen Niereninsuffizienz sehr

unterschiedlich sein und natürlich

auch andere Ursachen haben. Die

typischen Anzeichen für eine Nierenschwäche

sind z.B. starker Durst

und auffälliges Trinken, vermehrter

Harnabsatz und/oder Unsauberkeit,

Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit bis

hin zur Futterverweigerung, Übelkeit

und Erbrechen, glanzloses, struppig

wirkendes Fell.

VERMEHRTER HARNABSATZ

kann ein Zeichen für eine eingeschränkte

Nierenfunktion sein

38 PETS


ADVERTORIAL

STUBENTIGER JAMMERN NICHT

- für Katzenhalter oft

ein Problem

Alle Tierhalter wünschen sich

ein langes, gesundes Katzenleben

für ihre Schützlinge.

Doch Katzen machen es Besitzern

oft schwer, Krankheiten rechtzeitig

zu erkennen.

Tierarzt Dr. med. vet. Andreas Seide

aus Bremen erklärt, welche Erkrankungen

sich hinter bestimmten

Symptomen verbergen können und

gibt Ernährungstipps, wie Sie die

Gesundheit Ihres geliebten Haustiers

dauerhaft unterstützen können.

Die Katze wirkt im Wachzustand

müder als sonst und zeigt weniger

Aktivität. Sie schläft deutlich mehr.

Außerdem trinkt sie sehr viel und

sucht das Katzenklo häufiger auf.

Dr. Seide: „Dies können Symptome

einer Nierenerkrankung

sein. Gerade bei

älteren Katzen,

ab etwa acht

Jahren, kommen

Einschränkungen

der

Funktionsfähigkeiten

der Nieren

häufig

vor. Jede

dritte

ältere

Katze ist

betroffen.

Treten die beschriebenen Symptome

über mehrere Tage hinweg auf,

sollte man zum Tierarzt gehen. Die

Abklärung potenziell behandelbarer

Ursachen erfolgt durch eine Blutund

Harnuntersuchung. Auch eine

regelmäßige Blutdruckkontrolle ist

sinnvoll. Eine gute Entscheidung ist

es auch, die Ernährung anzupassen.

Die eiweiß- und phosphatreduzierten

Nierenschonkostprodukte Kattovit

Niere/Renal helfen den Katzen

dabei, trotz veränderter Organsituation

weiter ein artgerechtes Leben zu

führen.“

Die Katze sucht das Katzenklo häufiger

auf und das Urinieren scheint

schwieriger zu sein als sonst. Im

Urin zeigen sich Spuren von Blut.

Dr. Seide: „Dies kann auf eine Erkrankung

der unteren Harnwege,

insbesondere auf Harnsteine/-kristalle

(z.B. Struvit, Oxalat) hinweisen.

Ältere Tiere sind davon häufiger

betroffen, aber auch jüngere Katzen

mit Übergewicht, insbesondere

Wohnungskatzen, leiden manchmal

darunter. Allerdings lässt sich bei

mehr als der Hälfte der betroffenen

Katzen keine spezifische Ursache ermitteln.

Die Behandlung durch einen

Tierarzt lässt sich auch hier durch

spezielle Ernährung unterstützen.

Zu nennen sind insbesondere die

magnesium-reduzierten Produkte

von Kattovit Urinary. Eines davon,

der Kattovit Urinary-Drink, fördert

speziell den Flüssigkeitsumsatz des

Tieres, besonders wichtig bei Blasenund

Harnwegserkrankungen.“

Für Vorsorge und Heilunterstützung

weiterer Katzenkrankheiten eignen

sich auch Kattovit-Produkte der

Reihen „Gastro“, „Aufbaukur“ und

„Sensitive“ (im Fachhandel erhältlich,

siehe auch www.kattovit.com).

BEISPIELE AUS DEM KATTOVIT-

SORTIMENT:

KATTOVIT DRINK NIERE/

RENAL, schmackhafter

Drink für Katzen,

animiert zum Trinken

KATTOVIT FELINE

URINARY-DRINK,

zur Verringerung von

Struvitsteinrezidiven

KATTOVIT

NIERE/RENAL

POUCHES, diätetisches

Nassfutter

für Katzen

bei chronischer Niereninsuffizienz

Fotos: iStock, Hersteller

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit Mediaplanet Verlag Deutschland GmbH entstanden und ist erstmals in der Kampagne „Tierwohl“ am 27.12.2021 erschienen.


1

5

PETS |Produkte

Neuheiten & Besonderes

für Katzen(freunde)

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natürliche Fellpflege, stabile Bodenplatte, langlebige

Borsten, 36 x 33 cm, 17,99 €, von trixie.de

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& regulierbare Pumpe, spülmaschinengeeignet,

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Fotos: Hersteller

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6

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mit Aloe Vera, 100 Stück, 11,99 €, von aniforte.de 8 Pflegebürste

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PETS 41


PETS |Nager

Hitzschlag

bei Kaninchen

Kaninchen lieben es, im Sommer draußen auf einer Wiese zu sein.

Wie Sie die hitzeempfindlichen Langohren vor einem Hitzschlag schützen und im

Notfall handeln können, lesen Sie hier.

BEOBACHTEN Sie Ihre

Kaninchen bei warmen

Temperaturen

OPTIMALERWEISE

können Kaninchen selbst

entscheiden, ob sie in

den Schatten oder die

Sonne möchten

42 PETS


Text: Nadine Fischer, Fotos: Hersteller

K

aninchen sind nicht in der Lage

zu schwitzen. Sie müssen ihre

Körpertemperatur über die Atmung

regulieren, indem sie Wärme

abatmen. Deshalb sind Kaninchen

als ursprüngliche Höhlenbewohner

sehr empfindlich gegenüber Wärme.

Anhaltende Temperaturen zwischen

25 und 28 Grad Celsius führen, besonders

bei mangelnder Luftzirkulation,

zu massivem Wärmestress bis

hin zum Kreislaufkollaps. Deshalb

ist es wichtig, im Sommer für ausreichend

Schattenplätze, Abkühlung

und frische Luft zu sorgen.

HITZSCHLAG VERMEIDEN

Im Sommer kann ein Kaninchenstall

in der prallen Sonne zum Backofen

werden. Auch Transportboxen heizen

in der Sonne schnell auf. Überhitzte

Wohnungen oder Südbalkone

können ebenfalls zum Problem

werden. Achten Sie darauf, ein Freigehege

immer in den Schatten zu

stellen. Dabei unbedingt beachten,

dass die Sonne wandert! Sorgen Sie

für ausreichend Versteckmöglichkeiten

und nicht zu kleine Käfige oder

Ställe. Fliesen oder Steinplatten bieten

eine Möglichkeit zum Kühlen,

ebenso wie angefeuchtete Erde oder

Sand. Sorgen Sie für eine gute Belüftung

ohne Zugluft und ausreichend

frisches Wasser. Frischfutter, sofern

die Kaninchen es gewohnt sind,

darf in den frühen Morgenstunden

und am Abend gereicht werden. In

Wohnungen dunkeln Sie die Fenster

mit Jalousien, Rollläden oder einer

Rettungsdecke mit der goldenen

Seite nach innen ab. Lüften Sie früh

morgens oder spät abends, wenn es

etwas kühler ist. Auf Ventilatoren

sollten Sie verzichten.

ERSTE HILFE

Einen Hitzschlag erkennt man an

einer flachen, verstärkten Seitenatmung

(pumpende Bauchbewegungen).

Die Nasenflügel werden dabei

schnell bewegt. Das Tier kann dabei

speicheln. Es ist zuerst unruhig,

später bewegt es sich nicht mehr,

kauert in einer Ecke oder liegt ausgestreckt

in Seitenlage. Die Schleimhäute

sind blass. Bringen Sie das

Kaninchen in den Schatten oder in

einen kühlen Raum und bewahren

Sie Ruhe. Sorgen Sie für frische Luft

und bieten Sie dem Tier zimmertemperiertes

Wasser an. Legen Sie

ein feuchtes Handtuch über den

Körper oder kühlen Sie die Pfoten

mit etwas Wasser. Zu starke Temperaturschwankungen

sind jedoch zu

vermeiden, sie können einen Kreislaufzusammenbruch

verursachen.

Kaninchen, die überhitzen oder

bereits einen Hitzschlag erlitten

haben, sind immer ein medizinischer

Notfall! Das Kaninchen muss

sofort zu einem Tierarzt oder in eine

Tierklinik gebracht werden. Melden

Sie sich, bevor Sie losfahren, in der

Praxis telefonisch an, damit man

dort vorbereitet ist und keine Wartezeiten

entstehen. Legen Sie während

der Fahrt ein feuchtes Handtuch in

die Transportbox.

FRISCHFUTTER ist eine willkommene

Abkühlung

WASSER zum Erfrischen und Abkühlen sollte immer zur Verfügung stehen

PETS 43


PETS |Vögel

D

ie Adresse und Telefonnummer

eines vogelkundigen Tierarztes

und der nächstgelegenen

Tierklinik sollte ein Vogelbesitzer

immer parat haben, genauso wie

eine geeignete Transportbox und ein

Quarantänekäfig schnell erreichbar

sein sollte. Egal, welcher Notfall eintritt,

Ruhe bewahren ist immer das

Wichtigste in dieser Situation. Die

erste Maßnahme ist in allen Fällen

den Vogel behutsam und ohne viel

Stress einzufangen und in einem gesonderten

Käfig zu separieren. Hier

sollte er es warm haben, dunkel und

EIN SCHNABELRISS ist ein

absoluter Notfall und erfordert

schnelles Handeln

Erste Hilfe-Maßnahmen

für Vögel

In einem Moment ist unser gefiederter Freund noch sehr vergnügt, gerät er

plötzlich in eine Notfallsituation – Unfälle und Erkrankungen kommen immer

unverhofft. Wichtig ist zu wissen, wie man schnell zu handeln hat.

vor allem braucht er dringend Ruhe.

Stellen Sie ihm immer etwas Wasser

mit etwas Traubenzucker oder Honig

(1 Teelöffel auf 500 ml Wasser)

zur Verfügung. Vermeiden Sie laute

Geräusche, Zugluft und Erschütterungen

des Käfigs. Beobachten Sie

Ihren gefiederten Freund genau.

BLUTUNGEN

Blutungen sind bei Vögeln immer

Notfälle und dürfen nicht unterschätzt

werden, denn die kleinen

Körper können schnell verbluten.

Bei Wunden muss sofort die Blutung

gestillt werden, dafür gibt

es Gelatineschwämmchen oder

blutstillende Watte, die als Druckverband

auf die Wunde gedrückt

werden. Für Krallen- und Schnabelverletzungen

sind spezielle

blutstillende Stifte und Pulver im

Handel; hier hilft zur Not auch ein

Stück weiche Seife oder Kerzenwachs

zur Blutstillung als Erstversorgung.

Als leichtes Schmerzmittel

VIEL FLÜSSIGKEIT

brauchen erkrankte

Vögel, angereichert

mit Honig oder Traubenzucker

oder als Tee

44 PETS


Text: Nadine Fischer, Fotos: Hersteller

SEPARATER KÄFIG: erkrankte

oder verunfallte Vögel müssen

schnellstmöglich in Quarantäne

bis zur Ankunft beim Tierarzt eignet

sich Traumeel. Gegen einen Schock

leisten alkoholfreie Rescue-Tropfen

gute Hilfe. Ist die Blutung gestoppt,

können Sie das Tier für die weitere

Versorgung zum Tierarzt bringen.

FLUGUNFALL

Bei einem Aufprall aus dem Flug

sollte der Vogel ebenfalls sofort in

einem Käfig separiert und ruhig

gehalten werden. Bewegen Sie den

Vogel nicht, sondern lassen Sie den

Tierarzt zu sich nach Hause kommen.

Geben Sie kein Körnerfutter,

da er sich verschlucken könnte,

reichen Sie nur Wasser und wenig

Weichfutter. Zeigt der Vogel Zittern,

eine unnatürliche Kopfschiefhaltung

oder fällt um, legen Sie ihn behutsam

in eine mit weichen Tüchern

gepolsterte Schachtel auf die rechte

Körperseite und verschließen sie

diese mit einem mit vielen Luftlöchern

versehenen Deckel. Der Vogel

braucht es warm, ruhig und dunkel.

Legen Sie jedoch kein Tuch auf die

Schachtel damit der Vogel genug

Luft bekommt. Vermeiden Sie unbedingt

jede Bewegung der Schachtel.

KRANKHEITEN

Bei Verdauungsproblemen oder

Erkältungen hilft ein Rotlichtstrahler.

Richten Sie diesen mit ca. 50–60

cm Abstand auf eine Käfighälfte,

so dass der Vogel die Möglichkeit

hat, der Wärme auszuweichen. Bestrahlen

Sie die Käfighälfte dreimal

täglich für 10–15 Minuten. Im Käfig

sollte es nicht mehr als 35 °C warm

werden. Die Temperatur können Sie

mittels Handprobe kontrollieren.

Damit der Temperaturunterschied

nicht zu groß wird, lassen Sie den

Abstand zwischen Lampe und Käfig

langsam immer großer werden und

decken den Käfig anschließend mit

einem Handtuch noch etwas ab.

Reichen Sie abgekühlten, verdünnten

Kamillentee, wenn der Vogel

diesen trinken mag. Bei Atemwegserkrankungen

sind im Wechsel mit

Rotlicht Dampfbäder sehr effektiv.

Überbrühen Sie eine Handvoll

ROTLICHT darf nicht bei

Lähmungserscheinungen oder

Schock angewandt werden

Kamillenblüten mit kochendem

Wasser in einer Schüssel und stellen

Sie diese einen Meter vor den Käfig.

Der Vogel darf hierbei nicht in die

Nähe der Schüssel kommen, es besteht

Verbrennungsgefahr! Decken

Sie den Käfig und die Schüssel mit

ERSTE-HILFE-KURSE für Vögel

bereiten perfekt auf mögliche

Notfälle vor

einem großen Tuch oder einer Decke

ab, lassen Sie aber genügend Luftlöcher,

damit der Dampf abziehen

kann und es nicht zu warm wird.

Lassen Sie den gefiederten Patienten

auf diese Weise ein- bis zweimal

täglich für zehn Minuten inhalieren.

Halten Sie in Ihrer Notfallapotheke

neben den oben genannten Mitteln

auch immer eine Pipette zum

Einflößen von Flüssigkeiten und

Medikamenten sowie Kropfkanülen

und passende Einwegspritzen zur

eventuellen Zwangsfütterung bereit.

Besprechen Sie mit Ihrem Tierarzt,

welche Mittel er empfehlen kann.

Eventuell kann er ihnen passende

Präparate mitgeben.

PETS 45


PETS |Aquaristik

LIEBER HÄUFIGER

kleine Mengen füttern

als zu viel. Ein Fastentag

schadet nie

D

rei Faktoren sind wichtig, damit

Aquarienbewohner lange

leben und vital und gesund

bleiben: die richtigen Wasserwerte,

die richtige Unterbringung und die

richtige Ernährung. Wenn man diese

drei Faktoren bei der Haltung von

Aquarienbewohnern berücksichtigt,

werden es einem die gesparten Nerven

und die gesunden Tiere danken.

DIE WASSERWERTE

Der wichtigste Punkt bei der Haltung

von Zierfischen und anderen

Aquarienbewohnern sind die Wasserwerte.

Schon vor der Anschaffung

eines Aquariums kann man

beim örtlichen Wasserversorger in

Text: Daniel Brückner, Fotos: iStock

DER PH-WERT wird mit Tröpfchentest

genau ermittelt und ist

ein wichtiger Wert im Aquarium

Gesunde Fische

Optimale Haltung

Ein Aquarium ist nicht nur Dekoration, sondern – noch viel wichtiger – ein

Lebensraum. Um lange Freude an den dort gepflegten Tieren zu haben, gibt es

einige grundlegende Dinge zu beachten.

46 PETS


DER SKALAR wird viel größer als

es am Anfang den Eindruck macht.

Er braucht große Aquarien

Erfahrung bringen, welche Wasserwerte

das Leitungswasser hat.

Aquarienbewohner sollten immer

in Wasserwerten gehalten werden,

die dem natürlichen Biotop in etwa

entsprechen. Allgemein ist die Rede

von Weichwasserfischen, Hartwasserfischen,

Brackwasserfischen und

Meerwasserfischen. Letztere stellen

noch einmal ganz eigene Ansprüche.

Nehmen wir als Beispiele zwei der

beliebtesten Aquarienbewohner: Der

rote Neon (P.axelrodi) ist ein Weichwasserfisch

und der Black Molly

(P.sphenops) ist ein Hart- bis Brackwasserfisch.

Beide können nicht

dauerhaft gesund in einem Becken

gepflegt werden, da sie völlig unterschiedliche

Wasserwerte benötigen.

Man sollte sich immer im Vorfeld

über die benötigten Wasserwerte der

Fischarten erkundigen und gegebenenfalls

die Werte anpassen.

DAS AQUARIUM

Bei der Unterbringung unserer

Aquarienbewohner könnten die

Ansprüche kaum unterschiedlicher

sein. Es gibt sehr schwimmfreudige

Bewohner, die lange Becken mit viel

Strömung bevorzugen und wiederum

Bewohner, denen es am besten

gefällt, wenn fast keine Strömung im

Aquarium ist. Fische aus tropischen

Regionen bevorzugen Wassertemperaturen

von 24–28° C. Fischarten

aus z.B. Gebirgsbächen bevorzugen

kühleres, sauerstoffreiches Wasser

bei 15–22° C. Auch mögen nicht

alle Bewohner zu starke Beleuchtung,

wie sie heute in sogenannten

Aquascapes üblich ist. Hier sollte

vor dem Kauf genau recherchiert

werden, welche Bedürfnisse die zukünftigen

Bewohner haben, damit

es nicht zu Unstimmigkeiten in der

Haltung kommt. Nehmen wir auch

hier wieder zwei populäre Beispiele:

den Skalar (P.scalare), der sehr hohe

Aquarien mit wenig Strömung benötigt

und dem Pracht-Flossensauger

(S.lineolata), der lange Aquarien

mit sehr viel Strömung bei kühlen

Temperaturen bevorzugt.

DIE ERNÄHRUNG

Der letzte, sehr wichtige, Punkt

ist die Ernährung. Falsche und zu

einseitige Ernährung sorgt für Erkrankungen.

Die meisten gehaltenen

Zierfische sind Allesfresser (Omnivoren)

mit Hang zu eiweißreicher

Nahrung. Dann gibt es reine Fleischfresser

(Carnivoren), Pflanzenfresser

(Herbivoren) oder Spezialisten wie

Aufwuchsfresser (Limnivoren), reine

Fischfresser (Picivoren), Insektenfresser

(Insectivora) und Holzfresser

(Xylophagen). Gehen wir auf zwei

Beispiele ein: Der braune Antennenwels

(A.sp) ist hauptsächlich ein Allesfresser,

der zwingend Holzanteil

in der Nahrung für seine Verdauung

benötigt. Rennschnecken (N.natalensis)

können nur in Aquarien gehalten

werden, die sich mindestens

sechs Monate in Betrieb befinden,

da sie sich ausschließlich von sog.

Aufwuchs (Keine Algen! Das ist ein

Unterschied!) ernähren, der sich erst

bilden muss. Wer sich ausreichend

informiert und auf die Bedürfnisse

seiner Bewohner eingeht, wird so gut

wie nie Probleme mit kranken oder

gestressten Tieren haben. Hauptgrund

für kranke Aquarienbewohner

ist Stress, der aus der Missachtung

dieser drei Punkte resultiert.

SCHON BEIM KAUF sollte darauf

geachtet werden, dass alle Fische

im Verkaufsbecken gesund sind


PETS |Aquaristik

GESUNDE FISCHE

schnappen sofort nach

Futter, sobald sie welches

angeboten bekommen

Fischkrankheiten

rechtzeitig erkennen

Wer seine Fische täglich bewusst beobachtet, wird Veränderungen schnell feststellen können. Erkrankungen

können sich im Aussehen, aber auch im Verhalten der Fische zeigen. Im Folgenden

erfahren Sie, woran sie typische Fischkrankheiten erkennen.

A

Aquarienfreunde erkennen

schnell, wenn mit ihren

schwimmenden Lieblingen

etwas nicht stimmt. Wenn Fische bei

der Fütterung nicht sofort nach dem

angebotenen Futter schnappen, ist

erste Skepsis geboten. Zeigen die

Fische dazu noch unkoordinierte

Bewegungen, sind die Flossen

ausgefranst oder es befinden sich

rötliche Beläge auf der Körperoberfläche,

besteht Handlungsbedarf.

GESUNDE FISCHE

Zum natürlichen Verhalten gehört,

dass Fische ein scheues Verhalten

zeigen, sobald man sich ihnen

nähert. Gesunde Fische schwimmen

zielstrebig und gut orientiert.

Die Schuppen sind glatt, anliegend

und glänzend mit einer kräftigen

Farbgebung. Die Flossen sind

vollständig und weisen keinerlei

Verletzungen auf. Die Fische sind

weder abgemagert, noch haben sie

einen dicken Bauch. Der Kopf wirkt

im Verhältnis zum Körper nicht zu

GLÄNZENDE SCHUPPEN und

eine kräftige arttypische Färbung

zeugen von Gesundheit

Fotos: iStock; Text: Sandra Hoffmann

48 PETS


groß. Die Augen sind klar, gleich

groß und treten nicht hervor. Auf

dem Körper sind keine untypischen

Verfärbungen oder eine übermäßige

Schleimbildung zu erkennen.

BAUCHWASSERSUCHT

Wenn Fische plötzlich „Figurprobleme“

bekommen, das heißt in

der Körpermitte zulegen, liegt das

leider nicht zwangsläufig am guten

Futter. Bei der Bauchwassersucht

kommt es zu einer Ansammlung

von Flüssigkeit im Bauchraum. Die

Krankheit kann jede Fischart befallen.

Viele Aquarianer haben bereits

Erfahrung damit gemacht, denn die

Erkrankung ist leider recht geläufig.

Neben dem aufgeblähten Bauch

können hervortretende Augen

(Exophthalmus, umgangssprachlich

auch Glotzaugen genannt), abstehende

Schuppen, Fressunlust, Apathie

und zum Teil unkontrollierte,

schaukelartige Schwimmbewegungen

auf. Betroffene Fische halten

sich zumeist am Boden oder an der

Wasseroberfläche auf. Die Bauchwassersucht

gilt als Infektionskrankheit,

wobei die Erreger – Bakterien

oder Viren – bisher noch nicht

genau identifiziert werden konnten.

Vermutlich spielen Bakterien eine

Rolle, die normalerweise harmlos

sind, für immungeschwächte Fische

jedoch zum Verhängnis werden

können. Eine Behandlung ist nur

im Anfangsstadium möglich. Ist

der Bauch bereits ballonartig aufgebläht,

kommt meist jede Hilfe zu

spät. Erkrankte Fische sollten aufgrund

der Ansteckungsgefahr aus

dem Becken entfernt werden

FLOSSENFÄULE

Wenn an den Flossen der Fische

plötzlich weiße Bereiche sichtbar

werden, kann es sich dabei um die

Flossenfäule handeln. Die hellen

Stellen fransen zunehmend aus und

werden löchrig. Die Erkrankung beginnt

an der Flossenspitze und breitet

sich in Richtung Flossenansatz

hin aus. Der Flossenansatz kann rot

und entzündet sein. Bei der Flossenfäule

handelt es sich um eine

bakterielle Entzündung, die sehr

schmerzhaft ist. Guppys, Kampf-,

Diskus- und Goldfische sind häufiger

betroffen. Entsprechend fallen

auch die Schwimmbewegungen als

untypisch aus. Meist stellt sich eine

Fressunlust ein und die Fische halten

sich apathisch am Bodengrund

auf und reiben sie sich zuweilen

an Gegenständen im Aquarium.

Die Erkrankung ist nicht von Fisch

zu Fisch übertragbar. Dennoch

sollten betroffene Fische separiert

werden, um sie zu schützen und

besser behandeln zu können. Liegt

ein akuter Verlauf vor, schreitet die

Entzündung so rasch voran, dass

die Fische innerhalb weniger Tage

versterben.

Auch PILZINFEKTIONEN kommen

bei Aquarienfischen vor

GESUNDE FISCHE zeigen ein

koordiniertes, lebhaftes Schwimmverhalten

FISCHTUBERKULOSE

Die Erkrankung ist weit verbreitet

und betrifft sowohl Süß- als auch

Salzwasserfische. Betroffen sind vor

allem Salmler, Skalare und Guppys.

Bei der Fischtuberkulose handelt es

sich um eine bakterielle Infektionskrankheit,

deren Symptome recht

unspezifisch sind. Eingeschränkte

Futteraufnahme, aufgetriebener

Bauch, Farbverlust, hervortretende

Augen und ein verändertes Verhalten

können bei vielen Erkrankungen

auftreten, was eine Diagnose schwierig

bis unmöglich macht. Verursacht

wird die Fischtuberkulose durch diverse

Mykobakterien, die über neue

Fische eingeschleppt werden oder

sich bereits im Aquarium befinden.

Die alleinige Präsenz der Bakterien

löst keine Tuberkulose aus. Erst

durch begünstigende Faktoren wie

Stress, Überbesatz oder schlechte

hygienische Haltungsbedingungen

führen zum Ausbruch der Erkrankung.

Fast immer verläuft die Erkrankung

tödlich, weshalb Vorbeugung

hier das A und O sind.

PETS 49


Futterarten im Vergleich

VORSCHAU Trocken-, Nassund

Rohfutter

das Sonderheft Ernährung

erscheint am 20.07.2022

Artgerechte Nahrung

für Kaninchen

& Meerschweinchen

IMPRESSUM

PETS erscheint 2x im Jahr bei IDS Information

Display Services GmbH, Klostergut Fremersberg,

76530 Baden-Baden

Geschäftsführer: Peter Wolf

Verlagsleiter: Marko Petersen,

petersen@ids-deutschland.de

READYTOSHOW – Die Medienagentur

Jürgen Stollberg

Fotos: iStock

Chefredakteurin (verantwortlich im Sinne des

Presserechts): Sandra Hoffmann

Lektorat: Sandra Hoffmann

Grafik: Larissa Gerhardt

Herstellung: Andy Dreyer

Repro: Larissa Gerhardt

Nahrungsergänzung

Welche ist

sinnvoll?

Knochenfütterung:

ja oder nein?

PETS wird vermarktet von der Ad Alliance GmbH

Manager Direct Sales Print + Crossmedia: Elke

Miersen, elke.miersen@ad-alliance.de

Vertrieb Einzelverkauf: IPS Pressevertrieb GmbH,

Postfach 1211, 53334 Meckenheim

Distribution: IDS Deutschland, Klostergut

Fremersberg, 76530 Baden-Baden

Druck: Neef + Stumme, Wittingen,

Printed in Germany

Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher

Genehmigung des Verlages. Für unverlangt

eingesandte Manuskripte, Fotos und Illustrationen

keine Gewähr. Einsender von Zuschriften erklären

sich mit der redaktionellen Bearbeitung einverstanden.

Veröffentlichte Beiträge geben nicht unbedingt

die Meinung der Redaktion wieder.

PETS wird auf chlorfreiem Papier gedruckt und

komplett ohne Tierbestandteile produziert.

IDS ist die Servicegesellschaft in Deutschland für

Informationen im Gesundheitswesen.

IDS distribuiert jährlich mehr als 30 Mio. Zeitschriften

und Verbraucherinformationen über die

Ärzteschaft und deren Praxen.

www.ids-deutschland.de

50 PETS


VEGETARISCH FIT

GRATIS E-PAPER!

Im Internet: vegetarischfit.de

oder noch bequemer:

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„vegetarisch fi t“ erscheint bei Grüner Verlag Green Media GmbH Verlagsgesellschaft, Klostergut Fremersberg, 76530 Baden-Baden. Amtsgericht Mannheim, HRB 737656


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