Sachwert Magazin 03/2022
Die Zeit des letzten Edelmetalls ist jetzt! Osmium im Vergleich zu anderen Sachwerten 300-Milliarden-Markt Wein: Investment aus der Flasche? – Heiko-T. Taudien Investieren nach den Regeln des Koran – Michael Gassner Bitcoin und Aktienindizes geben Kaufsignale – Claus Vogt »Ein wertschätzender Umgang mit Kunden ist kostenfrei«: Per Selbstverständlichkeit zum »Wow-Effekt« Eine Blick in die Zukunft: NFTs im Finanzwesen und mehr – ein Buchauszug von Mike Hager So ticken Immobilienmakler wirklich: ein Profimakler packt aus – ein Buchauszug von Sebastian Fesser
Die Zeit des letzten Edelmetalls ist jetzt! Osmium im Vergleich zu anderen Sachwerten
300-Milliarden-Markt Wein: Investment aus der Flasche? – Heiko-T. Taudien
Investieren nach den Regeln des Koran – Michael Gassner
Bitcoin und Aktienindizes geben Kaufsignale – Claus Vogt
»Ein wertschätzender Umgang mit Kunden ist kostenfrei«: Per Selbstverständlichkeit zum »Wow-Effekt«
Eine Blick in die Zukunft: NFTs im Finanzwesen und mehr – ein Buchauszug von Mike Hager
So ticken Immobilienmakler wirklich: ein Profimakler packt aus – ein Buchauszug von Sebastian Fesser
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Nr. 03 l 2022 • www.sachwert-magazin.de
EDELMETALLE ROHSTOFFE IMMOBILIEN BETEILIGUNGEN RARITÄTEN WISSEN
EUR 3,90
Bilder: Depositphotos / EdZbarzhyvetsky, Osmium-Institut zur Inverkehrbringung und Zertifizierung von Osmium GmbH
Osmium
»DAS EDELMETALL DER SUPERLATIVE«
asdf
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Ingo Wolf
Direktor des deutschen
Osmium-Institutes
Mike Hager
NFTs – ein Blick
in die Zukunft
Michael Gassner
Investieren nach den
Regeln des Koran
Editorial
Julien Backhaus
Verleger
Bild: Daniela Schenk, Cover: FBV Verlag
Das seltenste Edelmetall
– und andere unbekannte Welten
Das nächste Heft
erscheint am
01. September 2022
Seit vielen Jahren berichtet das Sachwert
Magazin über das seltenste aller Edelmetalle.
Dennoch ist es den meisten Menschen
weiterhin gänzlich unbekannt. Osmium ist
äußerst schwer zu gewinnen. Es wird beim
Platinabbau gefördert. In 10.000 Tonnen
Platinerz sind nur rund 30 Gramm Osmium
enthalten. Das macht das Element so
unsagbar teuer und wertvoll. Gold sieht
dagegen ziemlich blass aus. Auch der Verbrauchscharakter
ist ein anderer. Gold wird
in vielen Industrien am laufenden Band verarbeitet.
Osmium hingegen kommt nur in
Spezialbereichen zum Einsatz – in der Medizintechnik
zum Beispiel. Die Schmuckindustrie
hat Osmium entdeckt für Kunden,
die etwas absolut seltenes haben möchten.
Wer Osmium am Arm trägt, hat eigentlich
das Äquivalent einer Eigentumswohnung
dabei. Aber auch als Wertanlage ist das
Element in Mode gekommen. Wie sehr genau,
haben wir Ingo Wolf vom deutschen
Osmium-Institut gefragt.
Wir haben immer auch auf Raritäten geschaut.
Dazu gehörte edler Wein. Welche
Chancen südafrikanische Tropfen dabei
bieten, beleuchtet der internationale
Weinexperte Heiko-T. Taudien. Michael
Gassner blickt auf eine dem Westen meist
unbekannte Welt – die Geldanlage nach
islamischen Standards. Denn der Koran
sieht strenge Regeln vor, wenn es um
das liebe Geld geht. Eine hingegen ganz
neue Methode, Werte zu schaffen, nennt
sich NFT-Investment. Digitale Werte in der
Blockchain werden zum Anlagetrend. Hier
lesen Sie vom Experten Mike Hager. Die
skurrile Welt der Immobilienmakler hingegen
beleuchtet Sebastian Fesser. Wie
Berater besser beim Kunden ankommen,
haben wir Thorsten Schwack und Esra Erdem
gefragt. Und Claus Vogt gibt wie üblich
einen klugen Ausblick auf die Märkte
von morgen.
Viel Vergnügen bei der Lektüre
Ihr Julien Backhaus
Verleger
Seit Juli 2021
im Handel!
SACHWERT MAGAZIN 3/2022
3
PI Vermögensbildungsfonds (WKN: A1J3AM): Professionelles
Value-Investing auch als Sparplan ab 25,- Euro im Monat
Der PI Vermögensbildungsfonds ist ein in Deutschland aufgelegter Fonds. Er investiert ausschließlich in klassische
Kapitalanlagen, Derivate werden gemieden. Der Fonds verfolgt damit einen wertorientierten Ansatz,
indem er in Aktien investiert, deren fairer Wert deutlich über dem aktuellen Kurs liegt. Damit investiert der
Fonds kaum in Modethemen und bietet seinen Kundinnen und Kunden eine solide Form der Kapitalanlage zur
Mehrung ihres Vermögens.
Der Fonds kann von deutschen Anlegern bei fast allen deutschen Bankhäusern gezeichnet werden. Zusätzlich
bieten diverse Banken den Fonds auch als Möglichkeit zur Einrichtung eines Sparplandepots – auch mit Vermögenswirksamen
Leistungen durch den Arbeitgeber – an.
Die Fonds-Strategie
Das Fondsmanagement hält Aktien aus zwei Gründen für die derzeit beste Anlageform. Erstens sind die Renditen
und Renditechancen wesentlich attraktiver als dies angesichts des Null- und Niedrigzins-Umfeldes derzeit
bei Anleihen oder Spar- und Festgeldkonten der Fall ist. Zweitens sind Aktien empirisch belegt auf lange
Sicht immer die beste Anlageform, da sie Sachwerte, also Produktivvermögen abbilden.
Aktionäre sind damit tatsächlich Eigentümer einer Aktiengesellschaft, die durch den Kauf von Aktien an den
Vermögenswerten des jeweiligen Unternehmens zu einem Bruchteil mitbeteiligt sind. Je nach Firma sind dies
keine virtuellen Werte, sondern Kunden sind beteiligt an echten Sachwerten, die diese Firma ausmachen, also
beispielsweise Fabrikhallen, Maschinen oder Patente.
Solange ein Unternehmen am Markt existiert und sein Geschäft betreibt, verfügen Aktienfonds damit stets
über reale Assets. Die Gewinne können sich also auch nicht durch die mit der Pandemie derzeit rasant ansteigende
Inflation in Luft auflösen, wie dies bei Anleihen oder Kontoguthaben im schlimmsten Fall passieren kann.
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* Die gemachten Renditeangaben sowie Angaben zu vergangenheitsbezogenen Daten sind
keine Gewähr und kein verlässlicher Indikator für künftige Entwicklungen.
In Kooperation mit:
Inhalt 03/2022
Titelstory
6 Die Zeit des letzten Edelmetalls ist jetzt!
Osmium im Vergleich zu anderen Sachwertanlagen
Sachwerte
10 300-Milliarden-Markt Wein:
Investment aus der Flasche?
Heiko-T. Taudien
Märkte
14 Investieren nach den Regeln des Koran
Michael Gassner
16 Bitcoin und Aktienindizes geben
Kaufsignale
Claus Vogt
Wissen
19 »Ein Wertschätzender Umgang mit
Kunden ist kostenfrei«
Per Selbstverständlichkeit zum »Wow-
Effekt«
»Das Edelmetall der
Superlative«
Krypto
20 Ein Blick in die Zukunft:
NFTs im Finanzwesen und mehr
Ein Buchauszug von Mike Hager
Immobilien
6
24 So ticken Immobilienmakler wirklich
– ein Profimakler packt aus
Ein Buchauszug von Sebastian Fesser
Bild: Osmium-Institut zur Inverkehrbringung und Zertifizierung von Osmium GmbH
Impressum
Sachwert Magazin ISSN 2197-1587
Redaktion
Zum Flugplatz 44, 27356 Rotenburg
Tel: (0 42 68) 9 53 04-91, Fax: 9 53 04-92
E-Mail: redaktion@sachwert-magazin.de
Chefredakteur (V.i.S.d.P.) Julien Backhaus
Redaktionsleitung: Johanna Schmidt
Redaktion: Anna Seifert, Martina Karaczko
Layout und Gestaltung: Jasmin Päper,
Judith Iben, Christina Meyer, Johanna Schmidt
E-Mail: magazine@backhausverlag.de
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Unternehmen der Backhaus Mediengruppe
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Geschäftsführer Julien D. Backhaus
Herausgeber, Verleger Julien D. Backhaus
E-Mail: info@backhausverlag.de
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Ole Jürgens Onlineservices
Dr. Ole Jürgens
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27356 Rotenburg
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Oskar-Schulze-Straße 12,
28832 Achim
Telefon: (04 21) 4 38 71-0
Telefax: (04 21) 4 38 71-33
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Neuer Höltigbaum 2
22143 Hamburg
www.press-impact.de
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Verbandsmitgliedshaften des Verlags:
Titelstory
Mehr als 1.500-fach seltener als
Gold und mehr als 30-fach
wertdichter.
OSMIUM
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SACHWERT MAGAZIN 3/2022
Titelstory
DIE ZEIT DES LETZTEN
EDELMETALLS IST JETZT!
OSMIUM IM VERGLEICH ZU ANDEREN SACHWERTANLAGEN
Bilder: IMAGO / Westend61, Osmium-Institut zur Inverkehrbringung und Zertifizierung von Osmium GmbH
Osmium gilt als das seltenste
Edelmetall der Welt. Warum
aber rückt das letzte der acht
Edelmetalle im Periodensystem
gerade jetzt immer mehr
in den Fokus? Die Antwort liegt in seinen
besonderen Eigenschaften. Osmium birgt
tatsächlich große Chancen für alle, die
die Gunst der Stunde nutzen – auch und
selbst wenn Krisen und Kriege den Globus
erschüttern. Denn Osmium verbindet Mythos
und Zukunft, weiß Geschäftsführer
der Osmium-Institut GmbH Ingo Wolf.
Als wären die wirtschaftlichen Auswirkungen
der Corona-Pandemie und die Rekordinflation
nicht bereits genug, kam im
Februar mit der Ukraine-Krise ein weiterer
Unsicherheitsfaktor für die Märkte hinzu.
Als sicherer Hafen in Krisenzeiten bekannt
sind Edelmetalle – entsprechend fielen
auch die Reaktionen der Anleger auf den
Kriegsausbruch am 24. Februar aus. Edelmetallhändler
berichteten nach Beginn
des russischen Einmarsches in die Ukraine
von einem Nachfrageboom, mit der hohen
Nachfrage stieg der Goldpreis kurzzeitig
sprunghaft an. Doch sind die Klassiker
Gold und Silber nicht die einzigen
Optionen für Anleger auf der Suche nach
Sicherheit. Für jeden, der mit Osmium bisher
noch nicht in Kontakt gekommen ist,
wäre es an dieser Stelle eine Überlegung
wert, einen Vergleich zu ziehen.
DIE GESCHICHTE VON OSMIUM
KURZ UND KNAPP
Seit 2014 kann das in seiner Rohform giftige
Edelmetall kristallisiert werden. Durch
die Veränderung der Struktur verliert es
seine Giftigkeit und ist somit handelbar.
Zudem treten seine außergewöhnlichen
Eigenschaften erst in kristalliner Form
zutage. Osmium ist das dichteste aller
nicht radioaktiven Elemente und damit
das schwerste aller Metalle. Es weist die
höchste Abriebfestigkeit aller Elemente
auf und wird in Sachen Kompressionsmodul
von keinem anderen Element in
seiner unbearbeiteten Form übertroffen.
Das macht deutlich, warum Osmium
auch als das »Edelmetall der Superlative«
bekannt ist.
JEDES EDELMETALL IST FÄLSCHBAR
– AUSSER KRISTALLINES OSMIUM
Die Struktur von kristallinem Osmium
ist derartig filigran ausgebildet, dass sie
für absolute Unfälschbarkeit sorgt und
die Zuordnung eines Stückes dadurch
absolut macht. Die Einzigartigkeit jedes
Stückes machte es möglich, eine Datenbank
aufzubauen, in der jedes Stück mit
einem eigens generierten alphanumerischen
Code eingetragen werden kann.
Über diesen Code, den Osmium-Identification-Code
(OIC), kann der jeweilige
Eigentümer jederzeit von überall die eingetragenen
Daten seines Osmiums abrufen
sowie nachweisen, dass es sich um
sein Eigentum handelt. Hochauflösende
3D-Scans ermöglichen den direkten Vergleich
mit dem vorliegenden Stück. »Kein
anderes Edelmetall ist so fälschungssicher,
dass eine solche Datenbank überhaupt
infrage käme«, erklärt Ingo Wolf.
Es sei gerade deshalb das ideale Metall
für Staatsreserven.
DER VERGLEICH MIT GOLD
UND SILBER
Gold kann gefälscht werden, indem Wolfram
oder Kupfer mit Gold beschichtet
werden. Detektoren durchdringen das
Gold nicht. Also müsste der Barren aufgebrochen
oder angebohrt werden, um
die Originalität des einzelnen Barrens sicher
zu belegen. In der Regel sind Zertifikate
beigelegt, allerdings seien diese nur
durch die Verpackung physisch mit dem
Gold verbunden, könnten also leicht ausgetauscht
werden, gibt der Experte zu bedenken.
Dieses Vorgehen ist bei Osmium
nicht möglich, da die Kristallstruktur selbst
das »Zertifikat« ist. Silber hingegen wird
vermehrt mit Cadmium aus dem Batterierecycling
gemischt. Die Eigenschaften
sind fast gleich zu Silber in reiner Form.
Leitfähigkeit, Biegesteifigkeit und Haptik
bleiben fast erhalten. Allerdings ist Cadmium
stark krebserregend, was diese Art
der Fälschung so perfide macht. Bei
»KEIN ANDERES
EDELMETALL IST
SO FÄLSCHUNGS-
SICHER, DASS EINE
SOLCHE DATEN-
BANK ÜBERHAUPT
INFRAGE KÄME.«
SACHWERT MAGAZIN 3/2022
7
Titelstory
»OSMIUM IST TAT-
SÄCHLICH UM DAS
1.500-FACHE SELTE-
NER ALS GOLD.«
Ingo Wolf, Direktor des
deutschen Osmium-Institutes
Osmium ist eine Mischung mit anderen
Metallen nicht möglich, denn das würde
den Kristallisationsprozess stören.
»Osmium ist tatsächlich um das 1.500-Fache
seltener als Gold«, erläutert Wolf,
»und der Abbau von Osmium in großen
Tiefen gemeinsam mit Platin geht tendenziell
zurück, wenn die Elektromobilität
den Verbrennungsmotor verdrängen wird.
Wenn immer mehr Menschen in Osmium
investieren wollen und es zudem aufgrund
seiner außergewöhnlichen Schönheit immer
mehr in der Schmuckverarbeitung
und zur Veredelung von Technik eingesetzt
wird, dann kann man erahnen, was
mit dem Preis passieren wird. Auch jetzt
schon steigt er stetig. In dem Moment, in
dem es kein Rohosmium mehr geben wird
(ein Konstrukt, das von den Amerikanern
als ›Osmium Big Bang‹ bezeichnet wird),
kann alles passieren. Und dann profitieren
vor allem die, die schon früh die Chancen
von Osmium erkannt haben.«
DER VERGLEICH MIT DIAMANTEN
Häufig wird Osmium mit Diamanten verglichen.
Beide zeichnen sich durch ihr
Funkeln, ihre kristalline Struktur und ihre
hohe Stabilität aus, konkurrieren auf diesem
Gebiet geradezu miteinander. Doch
unterscheidet eines den Edelkristall und
das Edelmetall eindeutig: Diamanten können
seit einigen Jahren besonders günstig
und in höchster Qualität im Labor hergestellt
werden. Dies macht sie zwar erschwinglich,
aber als Anlagegut leider
auch weniger geeignet. Zum einen ist
der Diamant kein natürlicher, begrenzter
Rohstoff mehr und zum anderen erfüllen
die meisten Arten von Diamanten keinerlei
Anspruch auf Einzigartigkeit. Lediglich
bei Naturdiamanten – einzig und allein
durch ihre individuellen Unreinheiten ausgezeichnet
– handelt es sich um Unikate.
Nicht nur der Aspekt der Einzigartigkeit
macht Osmium zu einer ernst zu nehmenden
Diamantenalternative. Tatsächlich
8
SACHWERT MAGAZIN 3/2022
Titelstory
verhält es sich so, dass Osmium nun von
Goldschmieden und Schmuckproduzenten
vermehrt als Ersatz für den Diamantenteppich
eingesetzt wird. So zahlt der Käufer
nicht mehr für die Arbeitszeit, die der Einsatz
Hunderter mikroskopischer Diamanten
kostet, sondern für den Wert einer ganzen
Fläche aus kristallinem Osmium – dessen
Reflexionsvermögen sogar höher als das der
Diamanten ist. »Man möchte sein Geld in
das Material und nicht in die Arbeitszeit investieren«,
erklärt der Osmium-Experte.
Bilder: Osmium-Institut zur Inverkehrbringung und Zertifizierung von Osmium GmbH
DER KAUF UND WIEDERVERKAUF VON
OSMIUM
Die Zertifizierung jedes einzelnen Stückes
sowie die Inverkehrbringung liegen in der
Hand des deutschen Osmium-Instituts.
Partnerinstitute auf der gesamten Welt
entstehen und geben den Menschen die
Möglichkeit, sich in ihrer Muttersprache zu
informieren und lokal Osmium zu erwerben.
Wenn es um die Echtheit eines Stückes geht,
ist das Landes-Osmium-Institut direkt verantwortlich.
»Jedes Stück wird vollständig
mit einem eigens generierten alphanumerischen
Code, dem Osmium-Identification-
Code (OIC), in der Osmium-Weltdatenbank
dokumentiert, Übertragungen werden gespeichert
und alle Scans zum Stück liegen
im Original vor«, so der Geschäftsführer der
Osmium-Institut GmbH.
Ein zweiter Code, der Owner-Change-
Code (OCC), kommt beim Wiederverkauf
des Osmiums zum Tragen. Wird bei Verkauf
das Eigentum auf den neuen Eigentümer
übertragen, wird automatisch ein neuer
OCC generiert und der vorige Besitzer gibt
seine Rechte am jeweiligen Stück ab. Osmium
kann zum Beispiel an Privatpersonen
oder verarbeitende Betriebe wie Juweliere
verkauft werden. »Allerdings sollte man sich
darüber im Klaren sein, dass Osmium nicht
für den schnellen Wiederverkauf gedacht
ist«, gibt Wolf zu bedenken. Es sei eine
Langzeitsachwertanlage, was ihm in den
USA bereits den Spitznamen »next generation
metal« eingebracht habe. Es lohne sich,
kristallines Osmium für einige Jahre sicher zu
verwahren und erst dann zu verkaufen.
SO LAUFEN SACHINVESTMENTS
IN OSMIUM AB
Für die meisten Sachanleger machen dem
Experten zufolge Barren Sinn. Es gibt rechteckige
Barren und die sogenannten Disks,
welche in der Osmium-Welt die größtmöglichen
Barren darstellen. Es handelt sich dabei
um kreisförmige, flache Scheiben, aus
»JEDES STÜCK WIRD VOLLSTÄNDIG MIT
EINEM EIGENS GENERIERTEN ALPHANU-
MERISCHEN CODE, DEM OSMIUM-IDEN-
TIFICATION-CODE (OIC), IN DER OSMIUM-
WELTDATENBANK DOKUMENTIERT [...].«
denen alle möglichen Formen hergestellt
werden können. Diese Barren und Disks gibt
es in unterschiedlichen Größen und können
kostenfrei im Osmium-Institut miteinander
getauscht werden, was den Wiederverkauf
erleichtert.
Sachanleger kaufen Osmium in kristallinen
Barren zwischen 1.000 und 50.000 Euro,
berichtet das Osmium-Institut. Barrenboxen,
Diskboxen und Investmentboxen würden jedoch
eher in Beträgen von 100.000 Euro bis
zu einer Million in Einzelkäufen erworben.
Dabei sei das Vertrauen in die kontrollierenden
Osmium-Institute so hoch, dass auch
online gekauft wird. 1.000 international ansässige
Händler bilden das Osmiumgeschäft
regional ab.
Die Osmium-Preise sind in wenigen Jahren
um mehrere Hundert Prozent gestiegen –
und das, obwohl Osmium noch auf einem
kleinen Markt verkauft wird. Der recht
verlässliche Preisanstieg liege Angaben
des Osmium-Instituts zufolge vor allem an
den hohen Kosten für Hochreinigung und
Kristallisation sowie an der sogenannten
»Ernterate«. Denn nicht alles kristallisierte
Osmium könne direkt verwendet werden.
Viel Material müsse mehrfach durch den
Prozess laufen, um die extrem hohen Anforderungen
an die gewünschte Qualität
zu erfüllen. Für Uhren oder Schmuck müsse
der Kristall frei von Löchern, durchgehend
eben und ohne Spikes ausgebildet sein.
Osmium wird noch nicht an einer Börse gehandelt.
Die Preise werden berechnet und
dann auf den Preisseiten im Netz ausgewiesen.
Ingo Wolf ist jedoch zuversichtlich,
dass in der Zukunft auch eine Art von Notierung
möglich sein werde, die auf Basis
von Angebot und Nachfrage Preise erzeugen
würde.
SACHWERT MAGAZIN 3/2022
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Sachwerte
300-MILLIARDEN-
MARKT WEIN:
INVESTMENT
AUS DER FLASCHE?
In den vergangenen Jahren hat Südafrika
seinen Ruf als eine der interessantesten
Weinregionen der Welt gefestigt.
Die Weine von bekannten und alteingesessenen
Erzeugern wie Kanonkop
und Klein Constantia, aber auch junge
Betriebe, die jeweils nur wenige Fässer
produzieren, werden von britischen Verkostern
in Superlativen beschrieben. In
»Vinous«, einem von dem bekannten
Weinkritiker Antonio Galloni herausgegebenen
Online-Weinmagazin, werden einzelne
Qualitäten mit Spitzenweinen aus
dem Burgund und Bordeaux verglichen.
Und Tim Atkin, ein weiterer renommierter
Kritiker, gibt der Cuvée 2015 Paul
Sauer von Kanonkop die Bestnote von
DAS AUKTIONSHAUS
STRAUSS & CO VER-
STEIGERTE IM JULI
2020 EINE VERTIKALE
ÜBER DREI JAHRZEHN-
TE VON KANONKOPS
PAUL SAUER FÜR
EINEN REKORDPREIS
VON 30.811 EURO.
100 Punkten. Die bedeutendsten Winzer
des Landes, wie unter anderem Eben
Sadie, Andrea Mullineux und Matt Day
haben mittlerweile internationales Format.
Aus Sicht des Autors sind neben den
zuvor aufgeführten, mittlerweile etablierten
Winzern auch noch weitere »Hidden
Champions« wie Alheit, Creation, David &
Nadia, Thelema, Kershaw und Keermont
– ohne Anspruch auf Vollständigkeit – zu
nennen.
Nicht nur die Bewerter sind sich einig, auch
die Auktionäre haben das Potenzial der
südafrikanischen Weine bereits erkannt.
Kanonkop Paul Sauer führt gemäß Roland
Peens, dem Geschäftsführer des Online-
Weinhändlers Wine Cellar in Kapstadt, die
Liste der »investitionswürdigen« südafrikanischen
Weine der letzten 20 Jahre an,
die bei einer der verschiedenen Strauss &
Co Fine Wine Auctions beziehungsweise
bei der Cape Fine & Rare Wine Auction
(CFRW) in Stellenbosch verkauft wurden.
Das Auktionshaus Strauss & Co versteigerte
im Juli 2020 eine Vertikale über drei
Jahrzehnte von Kanonkops Paul Sauer für
einen Rekordpreis von 30.811 Euro.
Im Zuge dieser Entwicklungen stellt sich
die Frage, ob die südafrikanischen Weine
für interessierte Käufer bereits einen Investmentcharakter
besitzen.
Geraint Carter vom renommierten Londoner
Weinhändler BI ist beeindruckt von der
10
SACHWERT MAGAZIN 3/2022
Sachwerte
Bilder: Kanonkop Wine Estate, Depositphotos / lspencer, Dirk Heurich
»PRODUKTIONSMENGE IST DER FAKTOR, DER
ZUR SAMMELBARKEIT FÜHRT – UND DAS IST
DAS SCHWACHE GLIED IN SÜDAFRIKA, WAS DIE
GESCHICHTE VON WIRKLICH SAMMELWÜRDIGEN
WEINEN ANGEHT.«
hervorragenden Qualität der Weine sowie
den großen Talenten der jungen Winzer-
Garde, sieht jedoch aktuell noch zu wenig
Reputation und Marktperformance für
sein Investmentportfolio. »Wir würden
viele der südafrikanischen Spitzenweine
als sehr sammelbar, aber nicht als sehr
investierbar bezeichnen«, merkt er an.
Somit ist zwischen sammelbaren und investierbaren
Weinen zu unterscheiden. Es
gibt eine wachsende Zahl von Erzeugern,
die man sammeln kann, aber das bedeutet
nicht, dass sie eine attraktive Investition
sind. Was kann der Leser respektive
Sammler aus diesen ersten Informationen
folgern?
Bisher sind die Strukturen im Markt für
südafrikanische Weine noch nicht mit den
etablierten Märkten vergleichbar. Die individuelle
Auswahl von Weinen, die über
den emotionalen Sammlerstatus hinausgeht,
ist aus der Ferne für den Endverbraucher
noch nicht möglich. Das wird
mit der nachfolgenden Aussage von Peens
unterstrichen: »Es gibt noch nicht genug
Blue-Chip-Weine und jene, die es gibt,
haben ein anderes Problem: die Menge.«
»Zu viele große südafrikanische Weine
sind binnen weniger Tage ausverkauft, es
bleiben keine Weine auf dem Markt verfügbar,
sodass es nichts in der Pipeline
gibt«, erklärt ein Berater der CW Wine
GmbH & Co. KG. »Produktionsmenge ist
der Faktor, der zur Sammelbarkeit führt
– und das ist das schwache Glied in Südafrika,
was die Geschichte von wirklich
sammelwürdigen Weinen angeht. Es wird
einfach nicht regelmäßig und ausreichend
davon hergestellt.«
»Die Lösung besteht darin, dass die Erzeuger
ihr Inventar selbst in die Hand
nehmen und Wein zurückhalten«, heißt
es bei Vilafonté, einem Premiumerzeuger
aus Stellenbosch. Man werde zukünftig
20 Prozent eines Jahrgangs zurückhalten,
um später Tranchen von gereiften Weinen
auf den Sekundärmarkt bringen zu können.
Interessanterweise wird der Vin de
Constance, der beste und erfolgreichste
Süßwein aus Südafrika, jetzt über den
Place de Bordeaux vertrieben und kann
so die weltweiten Netzwerke der Bordeaux-Weinhändler
für den Vertrieb dieses
Weines nutzen.
Ein weiterer südafrikanischer Winzer im
Weißweinbereich, der aktuell nicht genannt
werden möchte, will seinen Sauvignon
Blanc auf das Niveau der Loire-Weine
heben: »Wir können nicht glauben,
dass es außer Sancerre und Pouilly-Fumé
niemanden auf der Welt gibt, der wirklich
Wert auf reinen Sauvignon Blanc
legt. Wir gehen so weit wie möglich,
um mit großen Sancerre-Erzeugern wie
Dagueneau mithalten zu können.« Er
ist zuversichtlich, dass seine Sauvignon
Blancs – von denen die besten bereits
einen internationalen Ruf genießen – einen
hohen Sammlerwert haben werden.
Was investierbare Weine betrifft, so gibt
es seiner Meinung nach aktuell nur zwei,
die ein ernsthaftes Investitionspotenzial
aufweisen: Vin de Constance und Paul
Sauer. Er warnt auch vor jenen Erzeugern,
die versuchen, Sammlerstücke zu
schaffen, indem sie einfach ein hohes
Preisschild für den Wein definieren und
ihn als südafrikanische Ikone bezeichnen.
»Man muss sich einen Ruf aufbauen.«
Mittlerweile gibt es einen wachsenden
Sekundärmarkt für südafrikanische Weine.
Die Online-Handelsplattform Liv-ex
meldet einen Anstieg von 15 Prozent der
Handelsaktivitäten und der Markt für Live-
Auktionen entwickelt sich entsprechend.
Der Autor
Heiko - T. Taudien ist CEO der CW Wine Group,
Autor und Verkoster, unter anderem im deutschen
Verkostungsteam des auflagenstärksten
Weinmagazins im deutschsprachigen Raum.
SACHWERT MAGAZIN 3/2022
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Sachwerte
Südafrika kann ein spannendes Feld für
Sammler und potenzielle Investoren sein,
die ihr Portfolio diversifizieren oder Lücken
in ihrem Weinkeller füllen wollen,
ohne ein zu großes Risiko einzugehen,
aber auch ohne die Chance – analog zu
der Preisentwicklung etablierter Weinregionen
–, an einer überproportionalen
Wertsteigerung zu partizipieren. Klarer
Vorteil ist aktuell die Kapitalbindung: Der
Paul Sauer von Kanonkop aus einem guten
Jahrgang kostet beispielsweise rund
50 Euro pro Flasche.
Investitionswürdige Weine werden als
solche definiert, die den Markenwert, die
Qualität und die Alterungsfähigkeit besitzen,
welche zu Preissteigerungen führen.
Auf dieser Grundlage wurden von »Top
Wine SA« folgende ausgewählte südafrikanische
Top-Weine aufgeführt:
• Alheit Cartology
• Alheit Magnetic North Makstok
• Kanonkop Paul Sauer
• Klein Constantia Vin de Constance
• Mullineux Strohwein
• Mullineux Syrah
• Mvemve Raats de Compostella
• Porseleinberg Syrah
• Sadie Columella
• Sadie Old Vines Series
• Sadie Palladius
Wie bereits zuvor erwähnt, gibt es neben
dieser Auflistung noch weitere »Hidden
Champions« beziehungsweise besondere
Einzellagen. Nach der letzten Verkostungsreise
im Herbst 2021 sind exemplarisch
Creation Art Series, David & Nadia
Single Vineyards, Thelema, Boekenhoutskloof
Syrah, Kershaw Deconstructed Lake
District Cartref SH22 Syrah und Keermont
Single Vineyards ohne Anspruch auf Vollständigkeit
zu nennen.
Um das Bild für den Investor beziehungsweise
Sammler abzurunden, ist ein Blick
auf die realen Marktzahlen hilfreich. Die
Vereinigung südafrikanischer Winzer, Wines
of South Africa, schätzte den internationalen
Weinmarkt im Jahr 2020 auf
300 Milliarden Dollar, wovon 8 Milliarden
Dollar auf Sammlerweine entfallen. Leider
produziert Südafrika auch nach wie vor
die preisgünstigsten Weine bei einem Volumen
von 4 Prozent des Weltmarktes.
»Der sekundäre Markt für feine Weine ist
noch sehr klein«, so Peens. »Aggregiert
man die Cape Winemakers Guild Auction,
die Cape Fine & Rare Wine Auction und
die Strauss & Co Fine Wine Auctions, die
Wine Cellar Brokerage Plattform und die
Jahrgangsveröffentlichungen der Produzenten,
ergibt sich ein Sekundärmarkt von
insgesamt 30 Millionen Rand.«
Peens betont, dass einer der wichtigsten
Faktoren für die Wertsteigerung auf
dem Sekundärmarkt der Markenwert ist.
»Während Qualität an erster Stelle steht,
hängt der wahrgenommene Kundenwert
von hohen Bewertungen und Wettbewerbserfolgen
sowie einem klaren und
konsistenten Marketing ab.«
Südafrika produziert Weine mit Charakter
und Langlebigkeit mit authentischen Terroirs.
Darunter findet man bereits Sammlerstücke.
Südafrika hat definitiv das Potenzial,
in den Fokus von Investoren und
Sammlern hineinzuwachsen.
INVESTITIONSWÜRDIGE
WEINE WERDEN ALS
SOLCHE DEFINIERT,
DIE DEN MARKENWERT,
DIE QUALITÄT UND DIE
ALTERUNGSFÄHIGKEIT
BESITZEN, WELCHE ZU
PREISSTEIGERUNGEN
FÜHREN.
Bilder: Creation Wines / Louis Fourie
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SACHWERT MAGAZIN 3/2022
SACHWERT MAGAZIN 3/2022
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Märkte
INVESTIEREN
NACH DEN REGELN
DES KORAN
BUCHAUTOR MICHAEL GASSNER ÜBER DIE
BESONDERHEITEN DES ISLAMISCHEN FINANZWESENS
Das islamische Finanzwesen
wurde im 20. Jahrhundert neu
aufgesetzt, nachdem es zunächst
mit dem Niedergang
des osmanischen Reiches verschwand.
Was die wenigsten wissen: An
diesem Wiederaufbau hat Deutschland
und sein Sparkassenwesen einen zentralen
Anteil, denn Letzteres war die Inspiration
von Ahmad El Naggar, der in Köln studierte
und in den späten 1960er das Mit
Ghamr Finanzinstitut in Ägypten aufbaute.
Der Grundgedanke war, die Bauern in
der ländlichen Region zu fördern und dies
durch Beteiligungen statt durch Darlehen
umzusetzen. Mitte der 1970er gründeten
Kaufleute in Dubai wie Saleh Lootah die
erste kommerzielle islamische Bank, die
Dubai Islamic Bank, um den Händlern eine
islamkonforme Finanzierung zu ermöglichen.
Von diesen Anfängen aus haben
islamische Banken einen Marktanteil von
bis zu 50 Prozent wieder erreichen können.
ISLAMISCHES BANKWESEN: DIESE
ASPEKTE GILT ES ZU BEACHTEN
Das Thema Zinsverbot ist mittlerweile
weitgehend aus den Köpfen der Menschen
in den Industrieländern verschwunden.
In der muslimischen Welt ist es nie
vergessen worden, weil auch die Aussagen
im Koran deutlich härter formuliert
sind. Letztlich ist das Zinsverbot eine besondere
regulatorische Maßnahme. Sie
dient dazu, das Exponentialwachstum
von Schulden abzuflachen. Zinsen können
nicht Zinsen hervorbringen, was genauso
auch im Bürgerlichen Gesetzbuch
(§ 248 BGB) zu finden ist. Zulässig ist aber
Der Autor
Michael Gassner lebt in Genf und ist hauptberuflich
tätig als Head of Islamic Finance einer
Schweizer Privatbank sowie Mitglied des
Scharia Boards der Bosna Bank International.
die Miete und der Abzahlungskauf, dessen
Preis dann feststeht und nicht mehr
erhöht werden kann. Beides sind Sachmittelkredite,
was darlegt, dass Schulden nur
durch die Realwirtschaft und die dahinterliegenden
Sachwerte entstehen sollen. In
vielen Überlieferungen werden Schulden
generell als gefährlich eingestuft, einschließlich
der zuvor genannten erlaubten
Sachmittelkredite.
In der Anfangszeit des Islam wurden
sechs Warengelder genutzt: Gold, Silber,
Weizen, Gerste, Salz und Datteln. Das
Einlagegeschäft war bekannt, es wurde
jedoch nicht gleichzeitig als Zahlungssystem
genutzt wie heute, wenn die Banken
mit jeder verzinsten Kreditaufnahme die
Geldschöpfung buchhälterisch abwickeln.
Dass jede Geldschöpfung automatisch exponenziell
wachsende Schulden auf Zinsbasis
erfordert, bleibt ein Kritikpunkt muslimischer
Volkswirte. Eine Unterlegung mit
Sachwerten wäre aus dieser Sicht geboten.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die verpflichtende
Sozialabgabe, Zakat, die wie
jede Steuer eine Lenkungsfunktion hat.
Geld, ausstehende Kredite und Handels-
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Märkte
ZINSEN KÖNNEN NICHT ZINSEN HERVORBRINGEN,
WAS GENAUSO AUCH IM BÜRGERLICHEN GESETZ-
BUCH (§ 248 BGB) ZU FINDEN IST.
Bild: Depositphotos / silver_wings, Yaqub Gassner
güter werden so mit 2,5 Prozent Abgabe
pro Jahr belegt. Investierte Vermögenswerte
wie Produktionsanlagen oder Mietimmobilien
sind nach den meisten Gelehrten
nicht betroffen. So liegt also nahe,
produktiv in Unternehmen zu investieren
oder in Immobilien – beides bis heute die
bevorzugten Investitionen in der muslimischen
Welt. Ein traditionelles Portfolio von
60 Prozent Aktien und 40 Prozent Anleihen
ist selten. Zumeist wird in das eigene
Unternehmen und in Immobilien investiert
und erst dann in andere Assets. Die historische
Rendite soll laut der Studie von
Dimson dazu dienen, den Zakat zu verringern.
Und selbst wenn es eine Alternative
zu Geldmarkt und Staatsanleihen gäbe
– sie wären für den Privatinvestor nicht
attraktiv. Sogenannte islamische Anleihen
und Geldmärkte wurden mit Warengeschäften
nachgebildet, werden aber meist
von institutionellen Anlegern genutzt, die
auf Basis von internationaler Bankenregulierung
darin investieren müssen. Auch
wird die Islamkonformität kritisiert – sie
ähneln mehr Umgehungsgeschäften.
GUT DURCH DIE INFLATION
– DANK INVESTITIONEN NACH
ISLAMISCHER LEHRE?
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass
ein islamisch investiertes Vermögen von
hoher Inflation wenig betroffen ist, weil
in Geldwerte kaum investiert wird. Einzig
die Notreserve wird teilweise in Gelwerten
hinterlegt und hier macht es Sinn, einen
Teil dieser Reserve in Gold und/oder Silber
zu halten – traditionell wurde ein Jahresvorrat
an Getreide vorgeschlagen. Aufgrund
der Bedenken der zinsbasierten
Geldschöpfung wird tendenziell ungern
Geld bei Banken gehalten.
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Märkte
BITCOIN UND AKTIENINDIZES
GEBEN VERKAUFSSIGNALE
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SACHWERT MAGAZIN 3/2022
Märkte
Bilder: IMAGO / ZUMA Wire, wirtschaft tv
Die aktuelle Entwicklung an
den Aktienmärkten ähnelt
sehr dem Beginn der schweren
Aktienbaisse von 2000 bis
2003. Damals halbierte sich
der S&P 500, der DAX fiel um 73 Prozent
und der NASDAQ 100 sogar um 83
Prozent.
Die großen Parallelen zum damaligen Geschehen
haben allerdings nicht erst jetzt
begonnen. Sie waren schon auf dem
Weg nach oben sehr deutlich, worauf
ich in meinem Börsenbrief Krisensicher
Investiren immer wieder hingewiesen
habe. So stieg die fundamentale Überbewertung
im laufenden Zyklus sogar noch
höher als im Jahr 2000, und die spekulativen
Exzesse stellten in nahezu allen Bereichen
ebenfalls neue Rekorde auf.
WICHTIGE INDIZES BESTÄTIGEN DIE
AKTIENBAISSE
Darüber hinaus wurde der S&P 500 damals
wie heute von relativ wenigen
hochkapitalisierten und stark überbewerteten
Börsenlieblingen dominiert und
nach oben getrieben. Am Höhepunkt
des aktuellen Zyklus kamen nur 10 Werte
auf eine Gewichtung im S&P 500 von 27
Prozent. Entsprechend groß ist natürlich
der Einfluss ihres Kursverlaufs auf den
des Index.
Die Charts der meisten dieser schwergewichtigen
Börsenlieblinge zeigen inzwischen
mächtige Topformationen, aus
denen die Kurse mit teilweise sehr großer
Dynamik nach unten ausgebrochen sind.
Damit signalisieren sie den Beginn einer
Baisse.Genau das gilt jetzt auch für wichtige
Indizes wie den S&P 500, den DAX
oder den NASDAQ 100. Sie alle haben
große Topformationen mit klaren Baissesignalen
beendet. Beispielhaft sehen
Sie das auf dem folgenden Chart des
NASDAQ 100.
FINANZMARKTGESCHICHTE ALS IHR
WEGWEISER
Die folgende Lagebeurteilung habe ich in
meiner im Dezember 2021 erschienenen
Krisensicher Investieren Themenschwerpunkt-Ausgabe
»Historische Baissen und
Börsencrashs« geschrieben: »Die Kombination
aus dieser extremen fundamentalen
Überbewertung, der geldpolitischen
Wende der Fed und einer wahren Flut
markttechnischer Warnzeichen ist ein
starker Hinweis auf das baldige Ende der
Spekulationsblase und den Beginn einer
starken Baisse.«
DIE GROSSEN PARALLE-
LEN ZUM DAMALIGEN
GESCHEHEN HABEN
ALLERDINGS NICHT
ERST JETZT BEGONNEN.
SIE WAREN SCHON AUF
DEM WEG NACH OBEN
SEHR DEUTLICH, WO-
RAUF ICH IN MEINEM
BÖRSENBRIEF KRISEN-
SICHER INVESTIEREN
IMMER WIEDER HINGE-
WIESEN HABE.
Diese Baisse hat inzwischen begonnen.
Um Ihnen eine klare Vorstellung davon zu
geben, wie der Verlauf dieser vermutlich
sehr schweren Baisse aussehen könnte,
habe ich Ihnen in der genannten Themenschwerpunkt-Ausgabe
die Charts einiger
früherer Bärenmärkte zusammengestellt.
Diese Kursverläufe sollten Sie kennen, da
sie Ihnen in der aktuellen Baisse als hilfreiche
Wegweiser dienen können.
Der Autor
Claus Vogt ist Finanzanalyst und Autor des
Börsenbriefs »Krisensicher investieren«. Seinen
Gold-Preisbänder-Indikator nutzt er vor
allem für Prognosen im Edelmetallsektor.
SACHWERT MAGAZIN 3/2022 17
17
Märkte
Quelle: stockcharts.com; krisensicherinvestieren.com
Der NASDAQ 100 ist aus einer großen Topformation nach unten ausgebrochen. Damit bestätigt die Charttechnik
den Beginn einer Baisse, die aufgrund der hohen fundamentalen Bewertung sehr viel Platz nach unten hat.
BITCOIN BEENDET RIESIGE
TOPFORMATIONEN
Bitcoin und den gesamten Bereich der
Kryptowährungen habe ich stets als die
extreme spekulative Spitze dieses Spekulationszyklus
bezeichnet. In unserem sehr
informativen Buch »Bitcoin & Co. - Finte
oder Neugestaltung des Geldsystems?
AUCH AKTIENBAISSEN BIETEN
CHANCEN
Lassen Sie sich von diesen klaren Baissesignalen
nicht entmutigen. Allerdings
sollten Sie sie ernst nehmen, und den
Sirenengesängen der immer bullishen Finanzindustrie
nicht erliegen. Stattdessen
sollten Sie sich auf ähnlich heftige Kursrückgänge
wie in den Jahren 2000 bis
2003 vorbereiten. Schließlich bieten Ihnen
auch Aktienbaissen große Chancen, die
Sie sich als flexible Börsianer nicht entgehen
lassen sollten.
Mit unserem Börsenbrief Krisensicher Investieren
unterstützen Roland Leuschel
und ich Sie gerne dabei.
DER BITCOIN WIRD
IN DER BEDEU-
TUNGSLOSIGKEIT
VERSCHWINDEN.
Was Sie über Geld, Gold und Kryptowährungen
wissen sollten« haben Roland
Leuschel und ich alle Fakten zusammengetragen,
die Sie in Bezug auf Kryptowährungen
gerade in der jetzigen Situation
unbedingt kennen sollten.
Nun hat der Bitcoin in den vergangenen
12 Monaten eine riesige Topformation gebildet,
deren Untergrenze bei rund 30.000
Dollar verläuft. Das Kursziel, das sich aus
dieser Topformation ergibt, passt nebenbei
bemerkt zu einem weiteren Ergebnis
unserer oben genannten Analyse: Der Bitcoin
wird in der Bedeutungslosigkeit verschwinden.
Bild: IMAGO / Westlight
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Wissen
»EIN WERTSCHÄTZENDER
UMGANG MIT KUNDEN IST
KOSTENFREI«
PER SELBSTVERSTÄNDLICHKEIT ZUM »WOW-EFFEKT«
Bild: Jascha van den Berg
Wann haben Sie als Kunde
das letzte Mal Begeisterung
verspürt?«
Wenn die Strategieberater
Thorsten Schwack
und Esra Erdem diese Frage ihren Seminar-
und Coachingteilnehmern stellen,
wissen sie: Hier wird kaum jemand auf
die technischen Finessen eines Unternehmens
zu sprechen kommen und auch
produktbezogene Antworten werden
eher die Ausnahme sein – was zählt, ist
Zwischenmenschliches: Eine kundenorientierte
Beratung, ein engagierter Verkäufer
sowie Zuverlässigkeit und Wertschätzung
bleiben branchenübergreifend in guter
Erinnerung. Eigentlich Selbstverständlichkeiten,
doch wie hoch ihr Stellenwert
wirklich ist, wird vielen Unternehmen erst
bewusst, wenn diese Faktoren fehlen und
die Erfolge ausbleiben.
Am Beispiel der Finanzdienstleistung wird
deutlich, welche Auswirkungen ein Mangel
an Kundenorientierung für eine Branche
haben kann. Mittlerweile stamme
etwa ein Viertel seiner Mandanten aus
dieser Branche, meint Schwack. Als Gründer
und Geschäftsführer der STRATAVIS
GmbH, eines Hamburger Weiterbildungsinstituts
mit Fokus auf Dialogmarketing
und Strategie- und Projektconsulting,
weiß er, dass gerade im Finanzbetrieb gilt:
Wer verkaufen möchte, muss nicht nur
durch sein Produkt, sondern auch emotional
überzeugen. In der Theorie eine
einfache Zielsetzung, zumal »ein bewusst
freundlicher und wertschätzender Umgang
mit Kunden ja im Grunde kostenfrei«
sei und auch zudem keine weiteren
Ressourcen erfordere, findet auch Esra
Erdem, die selbst ihre beruflichen Wurzeln
im Vertrieb hat und bei STRATAVIS für den
Bereich Training & Consulting zuständig
ist. »Kunden wollen das optimale Produkt
für sich und nicht das optimale Produkt
für den Berater«, fasst sie die Bedürfnisse
der Käufer zusammen – und beobachtet
gleichzeitig, dass dies noch nicht alle in der
Finanzdienstleistung verinnerlicht haben.
Tatsächlich fällt der Finanzvertrieb immer
wieder durch sein negatives Image auf:
Bereits 2016 zeigte der sogenannte Edelmann
Trust Barometer, dass nur 32 Prozent
der Deutschen Finanzdienstleistern
vertrauen. Zudem stand der Finanzvertrieb
unlängst durch ein Interview wieder im
Fokus der Kritik: In dem im Oktober 2021
in der »Frankfurter Rundschau« veröffentlichten
Text ging es um einen BWL-Professor,
der seine Studenten vor unseriösen
Anbietern aus der Finanzbranche warnte.
ECHTE BEGEISTERUNG AUSLÖSEN:
NEUE DENK- UND HANDLUNGS-
MUSTER OFT NOTWENDIG
Damit die Umsätze ihrer Mandanten wieder
steigen, heißt es für die Experten des
Hamburger Weiterbildungsinstituts also
im ersten Schritt, das Vertrauen der Kunden
in ihre Mandanten zurückzugewinnen.
Doch das Team strebt nach mehr:
»Das Ergebnis ›zufriedener Kunde‹ reicht
uns noch nicht«, stellt Schwack klar. »Um
Nachhaltigkeit zu erzielen, setzen wir
uns intensiv mit Inspiration und Begeisterungsfaktoren
auseinander, denn nur über
Begeisterung können unsere Mandanten
bei ihren Kunden einen positiven Wow-Effekt
auslösen und festigen.«
Der Weg zu diesem »Wow« sei für die Unternehmen
oft hart, meinen die Strategieentwickler,
denn er setze üblicherweise ein
Umdenken auf mehreren Ebenen voraus:
Um den »Wow-Effekt« zu erreichen, sei
üblicherweise eine konkrete Auseinandersetzung
mit eingespielten Routinen und
eine Hinwendung zu neuen Denk- und
Handlungsmustern erforderlich, meint
Schwack. »Training on the Job« könne
zwar in diesem Zusammenhang ein wichtiges
Schlagwort sein, seiner Ansicht nach
werde langfristiger Erfolg allerdings oft nur
durch eine »mehrstufige Begleitung« erzielt.
Davon entmutigen lassen sollten sich
Unternehmen jedoch nicht, meint er und
schließt mit einem Vergleich: »Im Grunde
ist es wie im Profifußball. Eine gute Mannschaft,
die eine Saison schlecht spielt,
würde auch nicht auf die Idee kommen,
weniger zu trainieren oder die eigene fehlerhafte
Spieltaktik zu ignorieren. Im Gegenteil
– das Training würde intensiviert,
Methoden analysiert sowie korrigiert und
das Mindset jedes Spielers würde im positivsten
Sinne wieder aktiviert werden.«
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Krypto
EIN BLICK IN DIE ZUKUNFT:
NFTS IM FINANZWESEN UND MEHR
Auszug aus dem Buch »Reich mit NFTs« von Mike Hager
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SACHWERT MAGAZIN 3/2022
Krypto
Bilder: Depositphotos / Golden Sikorka / ventura69
Wo könnte bei dieser interessanten
Technologie
die Reise hingehen? Im
Folgenden möchte ich
dich auf einen kurzen
Ausflug in die Zukunft mitnehmen und einige
realistische und teilweise schon reale
Szenarien aufzeigen. Quo vadis, NFT? Wohin
gemma denn?
EINES DER BE-
KANNTESTEN
PROTOKOLLE HAT
MOMENTAN EIN-
LAGEN IN HÖHE
VON 28 MILLIAR-
DEN US-DOLLAR
UND LÄUFT SCHON
SEHR LANGE,
OHNE GEHACKT
WORDEN ZU SEIN.
Einer der wichtigsten Bereiche im gesamten
Krypto-Umfeld ist DeFi, das sind dezentralisierte
Finanzdienstleistungen. Herkömmliche
Finanzdienstleistungen kennst
du zur Genüge. So kannst du beispielsweise
dein Erspartes auf ein Bankkonto legen.
Dieses Geld nimmt die Bank und bietet es
einem anderen Bankkunden an, der sich
Geld leihen möchte. Wenn der nun dieses
Angebot annimmt, indem er beispielsweise
sein Konto überzieht, zahlt er dafür
beträchtliche Zinsen. Als kleines Dankeschön
bittet deine Bank dich heutzutage
freundlicherweise, Strafzinsen auf eine
höhere Einlage zu bezahlen. Sympathisch
werden diese dann als »Verwahrentgelt«
oder wahlweise auch »Negativzins« bezeichnet.
Wohlgemerkt dafür, dass sie mit
deinem Geld eine ihrer Finanzdienstleistungen
anbieten kann. Ich kann die Bank
aber schon verstehen. So ein Finanzhaus
hat Mitarbeiter, Firmengebäude, einen
Serverraum, eine Kantine, also viele Kosten.
Hier kommen die dezentralisierten
Finanzdienstleister ins Spiel. Die haben all
das nicht. Hier setzen ein paar Menschen
mit Hilfe eines Smart Contracts ein Protokoll
auf der Blockchain auf, und wenn
das fertig programmiert ist, dann läuft das
Protokoll. Unermüdlich, Tag und Nacht,
ohne Firmengebäude, ohne Kantine, mit
nur noch sehr wenigen Mitarbeitern und
ohne Serverraum. Dadurch, dass alles dezentral
ist und ganz viele Rechner weltweit
an der Blockchain rechnen, ist diese
»Last« auf viele helfende (Computer-)
Hände verteilt und obendrein wird auch
noch die Sicherheit erhöht. Eine Hotline,
wenn du dein Password vergessen hast,
gibt es da allerdings auch nicht.
Welche Finanzdienstleistungen bietet so
ein DeFi-Protokoll an? Irgendwann mit Sicherheit
alle, die auch eine Bank anbietet,
aber auch aktuell schon sehr viele. Dazu
zählen zum Beispiel Darlehen. Der wohl
gängigste Anwendungsfall ist der Besitzer
von Kryptowährungen, der Geld in Form
von FIAT34, also Euro oder Dollar braucht.
Nehmen wir an, jemand hat 10 Ether und
will die auf keinen Fall verkaufen, weil er
denkt, dass der Kurs weiter steigen wird.
Braucht er nun dringend Geld, kann er
diese 10 Ether als Pfand in einem DeFi-Protokoll
hinterlegen. Dieses gibt ihm dafür
Geld, meistens einen Stablecoin. Das ist
eine Kryptowährung, bei der eine Einheit
immer 1 Dollar entspricht. Das Protokoll
hat eine 30-prozentige Verleihungsgrenze
im Smart Contract hinterlegt, sodass sich
derjenige, der die 10 Ether einlegt, dafür
3 Ether zu einem bestimmten Zinssatz leihen
kann. Diese 3 Ether bekommt er in
Form eines Stablecoins, den er auf einer
Exchange (Börse) in Euro wechselt, die
er dann auf sein Bankkonto überweist.
Währenddessen werden die Zinsen hierfür
von der Einlage abgebucht. Wenn er
nach einem Jahr die 3 Ether zurückbringt
und dem Protokoll zurückzahlt, bekommt
er seine 10 Ether zurück. Auf der anderen
Seite gibt es Menschen, die dem DeFi-
Protokoll das Geld zur Verfügung stellen,
das dem Darlehensnehmer ausgehändigt
EINER DER WICH-
TIGSTEN BEREICHE
IM GESAMTEN
KRYPTO-UMFELD
IST DEFI, DAS SIND
DEZENTRALISIERTE
FINANZDIENST-
LEISTUNGEN.
wird. Diese Anleger bekommen für ihre
Einlage Zinsen. Ja, sie bekommen Zinsen
und müssen sich nicht wie bei der Bank
mit Peanuts zufriedengeben oder sogar
Strafzinsen zahlen. Zinssätze um die 10
Prozent sind im DeFi-Bereich keine Seltenheit.
In der DeFi-Welt gibt es sehr viele Möglichkeiten,
mit den verschiedensten Protokollen
sehr hohe Zinsen zu erwirtschaften.
Die Renditen können hier in die Hunderte
oder gar Tausende Prozent gehen. Es gibt
zum Beispiel das Staking. Man hinterlegt
dabei Coins in einem Protokoll als Pfand,
um das Netzwerk abzusichern. So wird es
bei Ethereum 2.0 mit dem Prinzip »Proof
of Stake« der Fall sein, sobald das eingeführt
ist. Darüber hinaus gibt es auch
noch Liquidity Mining. Dort stellt man
einer DEX (dezentral organisierten Kryptobörse)
Liquidität in Form von zwei Kryptowährungen,
also einem Währungspaar,
zur Verfügung. So kann dort Währungshandel
betrieben werden. Eine DEX ist
also ein Kryptowährungs-Tauschprotokoll,
das automatisiert auf der Blockchain läuft,
ohne Personal- oder sonstige Kosten,
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Krypto
AUCH IN DER AR-
BEITSWELT DER
ZUKUNFT WERDEN
MIT BLOCKCHAIN-
TECHNOLOGIE
VÖLLIG NEUE SZE-
NARIEN DENKBAR.
wie herkömmliche Finanzdienstleister sie
haben. Beim Liquidity Mining gibt es allerdings
das Risiko des »impermanent loss«,
auf das ich hier aufgrund der Komplexität
nicht näher eingehe. Es gibt unzählige You-
Tube-Videos dazu, die das gut erklären.
Du siehst also, von risikolos sind wir bei
DeFi-Anlagen meilenweit entfernt! Wer
sich aber gut auskennt, kann Protokolle suchen,
mit denen er mit vergleichsweise (!)
geringem Risiko Geld erwirtschaften kann.
Eines der bekanntesten Protokolle hat momentan
Einlagen in Höhe von 28 Milliarden
US-Dollar und läuft schon sehr lange, ohne
gehackt worden zu sein. Weil sich eine solche
Beute für Hacker wirklich lohnen würde,
kannst du davon ausgehen, dass das
Protokoll täglich mehrfach Hackerattacken
ausgesetzt ist. Jeder Tag, den dieses Protokoll
ungehackt weiterläuft, erhöht also die
Wahrscheinlichkeit, dass es »sicher« ist.
Warum erkläre ich dir so ausführlich, was
DeFi ist? Ganz einfach, weil DeFi und
NFTs schon zu verschmelzen beginnen
und in Zukunft noch viel stärker miteinander
interagieren werden. Das liegt
auf der Hand, denn beides findet auf der
Blockchain statt und kann dadurch sehr
gut miteinander kommunizieren und interagieren.
Stell dir zum Beispiel vor, der
Typ mit den 10 Ether, der Geld braucht,
besitzt statt 10 Ether einen CryptoPunk.
Stell dir weiter vor, es gäbe ein Protokoll,
in dem er den CryptoPunk hinterlegen
und beleihen könnte, um so Euro zu bekommen.
Auch das gibt es schon, und
es wird in Zukunft noch viel weiter verbreitet
sein, in jeder nur denkbaren Ausprägung.
Wenn du das Prinzip eines NFTs erst einmal
verstanden hast und weißt, dass jeder
NFT ein Smart Contract ist, dann werden
dir wahrscheinlich noch sehr viele andere
Anwendungsmöglichkeiten einfallen. So
wäre es denkbar, dass wir vor dem nächsten
Flug in den Urlaub nicht mehr panisch
unsere Reisepässe suchen müssen, weil sie
längst als NFT in unserer digitalen »Bürgerwallet«
hinterlegt sind. Gut, wahrscheinlich
suchen wir dann stattdessen fieberhaft das
Passwort zu dieser Wallet, aber das ist ein
anderes Thema. Auch im Versicherungsbereich
wird sehr viel möglich sein. Es ist zum
Beispiel ohne Weiteres denkbar, dass eine
Unwetterversicherung in ihrem Smart Contract
eine Verbindung zu einem amtlichen
Wetterinstitut hinterlegt hat. Wenn dieses
Institut nun bestätigt, dass laut deren Aufzeichnungen
tatsächlich 169 Liter Wasser
pro Quadratmeter im Dorf des Versicherungsnehmers
niedergegangen sind, dann
wird die Versicherungssumme automatisiert
in die Wallet ausgezahlt. Doch um realistisch
zu bleiben: Wahrscheinlich werden Versicherungen
eher Systeme finden, wie du die
Prämien mit deiner Wallet sehr schnell und
in Echtzeit zu bezahlen hast. Die Auszahlungen
wiederum werden sie womöglich noch
sehr lange manuell vornehmen. Bearbeitungszeit
sechs bis acht Wochen. Minimum.
Auch in der Arbeitswelt der Zukunft werden
mit Blockchain- Technologie völlig neue
»Reich mit NFTs«
von Mike Hager
192 Seiten
Erschienen: Februar 2022
Finanzbuch Verlag
ISBN: 978-3-95972-578-1
Szenarien denkbar. So ist vorstellbar,
dass künftig Arbeit minuten- und sekundengenau
abgerechnet und der Lohn
genauso exakt, noch während des Arbeitsvorgangs
sekündlich in die Wallet
des Arbeitnehmers ausgezahlt wird. Natürlich
nicht, ohne parallel dazu in Echtzeit
auch gleich die anfallenden Steuern
und Sozialversicherungsbeiträge abzubuchen.
Wobei, bevor unser Staat allerdings
die Blockchain entdeckt, muss
wahrscheinlich noch der eine oder andere
Antrag hierfür auf der Schreibmaschine
getippt werden. Auch könnten
Incentives als NFTs ausgegeben werden,
zum Beispiel Extraurlaub für besondere
Leistungen, Warengutscheine oder Eintrittskarten
für das nächste Fußballspiel.
Und das ohne lange Diskussionen im
Mitarbeitergespräch, ganz automatisch,
sobald bestimmte Projektziele erreicht
wurden.
Die NFTs sind also erst am Anfang. Sie
werden früher oder später alle beschäftigen:
Unternehmer und Arbeitnehmer,
Bürokraten und Kunstschaffende, Verkäufer
und Kunden, Bürger und Regierende,
Karnevalesen und Fastnachtsanhänger
– ja, sogar Bayern und Preußen!
Bilder: Depositphotos / peshkova, Cover: FinanzBuch Verlag
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Dieser Hund hat
einen Beruf
Benno ist ein Therapiehund
Wenn Benno zur Tür ins Krankenzimmer hereinkommt, vergisst der zehnjährige
Jakob für eine ganze Weile, dass er Knochenkrebs hat. Benno weiß, wie das
geht. Denn er wurde über Jahre darin ausgebildet, Menschen in schwierigen
Lebenssituationen beizustehen.
Ihre Spende verändert Leben.
www.backhaus-stiftung.de
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Immobilien
So ticken Immobilienmakler
wirklich
EIN PROFIMAKLER PACKT AUS
Auszug aus dem Buch »Statt Schampus und Cabrio« von Sebastian Fesser
Immobilienmakler genießen leider
(zum Teil aber auch berechtigterweise)
keinen guten Ruf in der Bevölkerung.
Auffällig ist auch, dass in einigen
Filmen immer wieder der Makler
als Spekulant mit einem extrem teuren
Auto dargestellt wird. In einigen Fällen
weiß man gleich von Beginn an, wer der
Bösewicht ist – der Immobilienmakler!
Gero von Wilpert geht im »Sachwörterbuch
der Literatur (Stuttgart, 1970)«
sogar noch ein Stück weiter: »[Klischees
sind] vorgeprägte Wendungen, abgegriffene
und durch allzu häufigen Gebrauch
verschlissene Bilder, Ausdrucksweisen,
Rede- und Denkschemata, die
ohne individuelle Überzeugung einfach
unbedacht übernommen werden.«
Gerade der letzte Absatz schildert das
Dilemma, in dem Immobilienmakler,
meist unverdient, stecken. Denn nach
einhergehender Meinung verdienen
Makler allein fürs Türaufschließen viel
Geld, haben wenig Ahnung von der Materie,
trinken den ganzen Tag nur Champagner
und tragen viel Anzug, aber wenig
Charakter.
Das klischeehafte Bild vom Makler in
der Öffentlichkeit
Der Duden beschreibt »Klischee« wie
folgt: »Substantiv, Neutrum – 1. Druckstock;
2a. unschöpferische Nachbildung;
Abklatsch; 2b. eingefahrene, überkommene
Vorstellung«.
DIESE »LETZTE-PREIS-FRAGE« IST UNABHÄNGIG
VON JEDWEDER HERKUNFT UND ORIENTIERUNG
MITTLERWEILE EIN SYNONYM FÜR FEILSCHEN.
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SACHWERT MAGAZIN 3/2022
Immobilien
DENN NACH EINHER-
GEHENDER MEINUNG
VERDIENEN MAKLER
ALLEIN FÜRS TÜRAUF-
SCHLIESSEN VIEL GELD,
HABEN WENIG AHNUNG
VON DER MATERIE,
TRINKEN DEN GANZEN
TAG NUR CHAMPAGNER
UND TRAGEN VIEL
ANZUG, ABER WENIG
CHARAKTER.
Bilder: Depositphotos / motortion / Goodluz, Cover: ImmobilienFachVerlag
In einem Film waren kürzlich zwei abgebrannte
Typen zu sehen, die sich überlegt
haben, »da mal was mit Immobilien
zu machen«. Anzug gekauft, Leute
übern Tisch gezogen, dicke Autos, Zigarre,
Champagner … das ganze Repertoire.
Aber ist das wirklich so? Der Alltag
ist da viel langweiliger.
Wer wirklich im Fokus steht, ist nämlich
der Verkäufer. Er ist (neben der Datenbank)
das wichtigste Gut des Maklers,
hat dieser doch eventuell das Objekt
der Begierde in seiner Hand. Knapp 43
Prozent aller deutschen Immobilien sind
laut Erhebung der Zeitschrift Immobilienmanager
(Ausgabe 6. März 2019 –
»Das sind die größten Immobilieneigentümer
in Deutschland) in privater Hand,
also im Streubesitz. Das ist die klassische
eigengenutzte oder vermietete Immobilie,
sei es eine Eigentumswohnung oder
ein Haus. Und damit sind genau diese
43 Prozent aller deutschen Immobilien
auch potentiell für Makler als Verkaufsobjekt
zu betrachten. Der Rest aller Immobilien
wird von privaten Unternehmen,
Wohnungsbaugesellschaften oder
der »öffentlichen Hand« gehalten. Es
gilt also, den privaten Verkäufer an sich
zu binden.
Die gerne gestellte Frage: »Was ist
letzte Preis?«
Im Zuge eines Verkaufsauftrages sollte
ein Makler eine ältere Küche verschenken.
Eigentlich keine schlechte Küche,
vielleicht zehn Jahre alt. Sie sollte nur
schnell weggehen, weshalb sie auf einem
großen Kleinanzeigenportal privat
und kostenfrei inseriert.
In der Anzeige stand klipp und klar, um was
es geht: Neben mehreren Fotos lautete er
Text: »Verschenke diese Küche mit allem,
was auf den Fotos zu sehen ist. Sie kann
am Montag, den soundsovielten an der
Adresse Musterstraße 1 abgeholt werden.
Sie wird nicht reserviert, bitte einfach vorbeikommen
(Werkzeug nicht vergessen!)
und abholen. Solange diese Anzeige noch
sichtbar ist, ist die Küche noch verfügbar.«
Sie können sich sicherlich vorstellen, wie
die ersten Anfragen lauteten:
• »Noch da?!«
• »Kann ich Sonntag kommen?«
• »Können Sie reservieren?«
• »Können Sie mir die Küche bringen, hab
leider kein Auto?«
• »Können Sie mir die Elektrogeräte
ausbauen, die würde ich dann Freitag
abholen«
• Und was nicht fehlen durfte, war natürlich
der Klassiker schlechthin: »Was ist
letzte Preis?«
Diese »Letzte-Preis-Frage« ist unabhängig
von jedweder Herkunft und Orientierung
»Statt Schampus und Cabrio«
von Sebastian Fesser
120 Seiten
Erschienen: März 2022
ImmobilienFachVerlag
ISBN: 978-3-9819046-8-0
mittlerweile ein Synonym für Feilschen.
Bei einigen Interessenten muss man Angst
haben, dass sie einen Schlaganfall bekommen,
wenn sie nicht in irgendeiner Form
den Preis drücken können, wirklich völlig
egal, wie hoch dieser ist. Natürlich ist es
verständlich, dass jeder einen möglichst
geringen Preis für sein Traumobjekt zahlen
möchte. Der eine, damit sich die Immobilie
als Kapitalanlage besser rechnet, der
andere, um eine geringere monatliche Belastung
für das eigene Häuschen zu haben.
Die Art und Weise allerdings, in der diese
Preisverhandlungen vonstattengehen, sind
aber zuweilen subtil.
Fazit
Ja, der Beruf des Immobilienmaklers ist abwechslungsreich
und spannend. Er birgt
mehr Überraschungen in sich, als mancher
so glauben mag. Vergessen darf man auch
nicht, dass ein Makler, will er seinen Beruf
qualifiziert ausüben, über ein breites Fachwissen
hinsichtlich Bauphysik und Recht
verfügen muss. Zudem braucht er die Eigenschaften
eines Mediators, um zwischen
den Parteien vermitteln zu können.
SACHWERT MAGAZIN 3/2022
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INFLATIONSSCHUTZ
UND VERMÖGENSAUFBAU
MIT NACHHALTIGEM OBST- & GEMÜSEANBAU
Der Fokus des Fonds »Agri Terra Citrus Basket I« liegt auf Erträgen aus dem
Anbau von Obst und Gemüse. Diese Asset-Klasse bietet neben hohen regelmäßigen
Erträgen perfekten Schutz vor Inflation und ist weitestgehend krisenresistent.
Denn bekanntlich gilt: Gegessen und getrunken wird immer!
Seit über 25 Jahren sind die Brüder
Carsten und Michael Pfau
nun schon in Paraguay investiert
und seit nunmehr fast 10 Jahren
bieten sie über die Agri Terra
Gruppe ihr Knowhow als Anbieter von
Agrarinvestments auch auf dem europäischen
Markt an. Vielen ist daher Agri
Terra bereits als Anbieter beispielsweise
des »Rinder‐Direktinvestments« und der
»OrangenRENTE®«, einem Direktinvestment
in Orangenplantagen, aus der Vergangenheit
bekannt.
Nun konnte in die Tat umgesetzt werden,
was von bestehenden Kunden und Interessenten
immer wieder angeregt und angefragt
wurde:
Ein komplett reguliertes Angebot für ein
breites Anlegerpublikum ist in diesen Tagen
in den Vertrieb gestartet. Mit dem
Publikums‐AIF »Agri Terra Citrus Basket I«
setzt die Agri Terra auf eine durchdachte
Diversifizierung im Obst‐ und Gemüsesegment
und baut dabei auf den eigenen
Stärken und bereits erzielten Erfolgen auf.
Der Agri Terra Citrus Basket I bietet Anlegern
die Möglichkeit, sich im Rahmen eines
Publikums-AIF am Freilandanbau, also
der Anpflanzung und Bewirtschaftung
von Orangen und sonstiger Zitrusfrüchte,
dem Gewächshausanbau anderer Obstund
Gemüsesorten wie z. B. Erdbeeren
sowie einer in Planung befindlichen Fabrik
für Orangensaftkonzentrat zu beteiligen.
Für die Aktivitäten wird in Paraguay
fruchtbares Agrarland erworben – Anbau
und Ernte erfolgen durch mehrere paraguayische
Zielgesellschaften des Agri Terra
Citrus Basket I. Die ertragsstarke Anlagestrategie
basiert auf den laufenden Einnahmen
aus dem Verkauf der geernteten
Erzeugnisse während der Bewirtschaftungsphase
sowie aus Einnahmen nach
der Fruchtziehungsphase, beispielsweise
durch Holzverkauf ausgedienter Baumbestände,
Verwertung von Gewächshausteilen
oder Veräußerung der werthaltigen
Agrarflächen.
Die Wahl des Investitionsstandorts ist dabei
bewusst außerhalb Europas gewählt.
Im Unterschied zu anderen Regionen
verfügt Südamerika über ausreichende
Süßwasservorkommen und Potenzial für
eine ökologische Erweiterung der Anbauflächen.
Die klimatischen Bedingungen
führen dazu, dass für manche landwirtschaftlichen
Produkte mehrere Ernten pro
Jahr möglich sind. Für Agrarinvestitionen
bietet Paraguay besondere Standortvortei-
Bilder: Depositphotos / ccaetano, Agri Terra Vertriebs GmbH, Carsten Pfau
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SACHWERT MAGAZIN 3/2022
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DER AGRI TERRA CITRUS BASKET I AUF EINEN BLICK:
– geschlossener Publikums-AIF nach KAGB
– geplante Laufzeit: 19 Jahre
– geplante Ausschüttungen: jährlich
– prognostizierter Gesamtmittelrückfluss: 349,53 Prozent
– prognostizierte IRR-Rendite: 13,63 Prozent
– Mindestbeteiligung: 10.000 US-Dollar zzgl. 5 Prozent Agio
– Investitionsvolumen: 35.000.000 US-Dollar zzgl. Erhöhungsoption
– Finanzierung: ausschließlich Eigenkapital
– Initialkosten: max. 7,74 Prozent der Kommanditeinlage
le. Dazu zählen ein attraktives Lohnniveau
und Steuersystem sowie niedrige Energiekosten.
Herr Carsten Pfau über die Standortvorteile
von Paraguay:
»Paraguay hat zunächst vor allem eins:
komparative Kostenvorteile. In den Segmenten
der Landwirtschaft, in denen wir
aktiv sind, ist Paraguay auf der Kostenseite
kaum zu schlagen. Auf der anderen Seite
treffen wir auf Preise, die sich aus einem
weltweiten Gefüge heraus ergeben. Da
entsteht viel Raum für recht hohe Gewinnmargen.
Klimatisch ist das Land geradezu
ideal für das, was wir tun, und die
geographische Lage im Herzen Südamerikas
ist ebenfalls ein strategischer Vorteil.
Wenn wir diese idealen Voraussetzungen
nun mit einer ordentlichen unternehmerischen
Struktur kombinieren und mit ausreichend
finanzieller Liquidität unterlegen,
sind wir zwangsläufig auf der Siegerseite.
Unsere Unternehmensgruppe ist vor Ort
bereits zu einer recht beachtlichen Größe
herangewachsen. Wir sind ein wichtiger
und beliebter Arbeitgeber, haben über
ein Jahrzehnt hinweg eine sehr gesunde
Struktur und Hierarchie herausgearbeitet
und die Mechanismen funktionieren recht
gut. Man setzt sich als Anleger mit uns
also sozusagen in ein gemachtes Nest.«
Weder die Anbauflächen noch die relevanten
Märkte sind mit Europa oder der EU
korreliert. Vielmehr befinden sich die Absatzmärkte
der angebauten Obst‐ und Gemüsesorten
vornehmlich in Paraguay. Das
wirtschaftlich stark wachsende Paraguay
importiert derzeit über 70 Prozent des
Verbrauchs an Obst und Gemüse aus den
Nachbarländern. Dabei sind die Transportkosten
der Importe höher als deren Produktionskosten.
Die beschränkte Produktion
des Landes ist oftmals bereits lange
im Voraus ausverkauft. Laufend entstehen
neue Supermärkte, die Obst und Gemüse
für ihr Angebot benötigen, und auch die
Nachfrage seitens Saft- und Limonadenherstellern
nimmt stetig zu. Die steigende
Nachfrage hat dazu geführt, dass bereits
Abnahmegarantien des Großhandels für
die bisher von der Agri Terra Gruppe in
Paraguay angebauten Produkte vorliegen.
Parallel zur wachsenden Nachfrage in
Paraguay ist ein zunehmendes Interesse in
Asien, insbesondere in Taiwan, Hongkong
und Singapur, an paraguayischen Agrarprodukten
zu beobachten, sodass die Zahl
der Absatzmärkte zukünftig noch deutlich
größer werden könnte.
KURZUM:
Die Investitionsmöglichkeit in den Agri
Terra Citrus Basket I vereint den tendenziell
statischen Landerwerb mit der dynamischen
Einnahmenkomponente eines
Agrarbetriebs einschließlich der nachgelagerten
Weiterverarbeitungsmöglichkeit
der landwirtschaftlichen Erzeugnisse. Damit
bietet der Fonds eine unternehmerische
Beteiligung in Reinform an einem
krisenresistenten, inflationsschützenden
Investment mit zweistelligen, jährlichen
Renditechancen.
rechts: Carsten Pfau,
Komplementär und geschäftsführender Gesellschafter
der Agri Terra KG, Geschäftsführer (CEO)
der Agri Terra Gruppe
unten: Plantagenhochburg
Nueva Italia in Paraguay
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