Die Neue Hochschule Heft 3/2022
Zeitschrift des hlb Hochschullehrerbund e.V. - Themenschwerpunkt: Wir leben, was wir lehren
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32 HOCHSCHULPOLITIK<br />
DNH 3 | <strong>2022</strong><br />
die Arbeiten an der öffentlichen <strong>Hochschule</strong><br />
oder Forschungseinrichtung zur<br />
Verfügung. Dafür muss das Projekt von<br />
Beginn an gemeinsam von Wirtschaft<br />
und Wissenschaft geplant werden und<br />
die Wirtschaftsseite eigene Ressourcen<br />
einbringen, z. B. auch Personal oder<br />
Material.<br />
Anträge auf Förderung können<br />
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler<br />
beim Niedersächsischen<br />
Ministerium für Wissenschaft und<br />
Kultur stellen. Eine Frist dafür gibt es<br />
nicht. Das Geld wird nach dem Windhundprinzip<br />
vergeben. Dabei ist neben<br />
der Geschwindigkeit selbstverständlich<br />
auch die Qualität der Anträge entscheidend<br />
– denn nur, wer die unabhängige<br />
Jury überzeugt, hat Chancen auf<br />
eine bis zu zweijährige Förderung.<br />
<strong>Die</strong> Jury kommt bis zu dreimal im Jahr<br />
zusammen, um über die eingereichten<br />
Anträge zu entscheiden. Der Fokus der<br />
Ausschreibung liegt auf wissenschaftlich-technischen<br />
Forschungsvorhaben,<br />
die vorwettbewerblich und transferorientiert<br />
sein müssen.<br />
Weitere Informationen:<br />
https://www.mwk.niedersachsen.de/210494.html<br />
MWK Niedersachsen<br />
Hochschullehre nach Corona<br />
Zukunftskonzepte in Sicht?<br />
Nach der pandemiebedingten Umstellung<br />
auf einen digitalen Hochschulbetrieb<br />
ist auch in Zukunft mit Veränderungen<br />
in Studium und Lehre zu<br />
rechnen. Nicht nur die im Krisenmodus<br />
erprobten Lehr- und Prüfungsformate<br />
sollen vielerorts beibehalten bzw.<br />
weiterentwickelt werden, sondern auch<br />
mit weiteren <strong>Neue</strong>rungen im Bereich<br />
der Infrastruktur, Räumlichkeiten,<br />
Supportangeboten ist zu rechnen. <strong>Die</strong>s<br />
zeigen die Ergebnisse einer Befragung<br />
von Hochschulleitungen, die das HIS-Institut<br />
für <strong>Hochschule</strong>ntwicklung e. V.<br />
(HIS-HE) im September 2021 für das<br />
Hochschulforum Digitalisierung durchgeführt<br />
hat. An der Befragung haben<br />
sich 126 <strong>Hochschule</strong>n beteiligt, was 30<br />
Prozent aller vom Statistischen Bundesamt<br />
geführten deutschen <strong>Hochschule</strong>n<br />
entspricht.<br />
Besonders deutlich wird die Veränderungsdynamik<br />
an der Einschätzung<br />
der befragten Hochschulleitungen, dass<br />
der künftige Anteil an Präsenzlehre<br />
im Durchschnitt von ehemals rund 85<br />
Prozent auf knapp 60 Prozent zurückgehen<br />
wird. Neben reinen Online-Formaten<br />
wird vielerorts auf die Kombination<br />
von digitaler und Präsenzlehre<br />
gesetzt, die 45 Prozent der <strong>Hochschule</strong>n<br />
schon vor der Pandemie angestoßen<br />
hatten und ein ebenso großer<br />
Anteil im Zuge der Pandemie erproben<br />
konnte. <strong>Die</strong>ser Trend zur sogenannten<br />
„hybriden Lehre“ bedeutet, dass neben<br />
didaktisch-methodischen Formaten<br />
auch Supportangebote für Lehrende<br />
und Studierende sowie die räumliche<br />
und technische Infrastruktur jenseits<br />
der pandemiebedingten Ausnahmesituation<br />
weiterzuentwickeln sind.<br />
Wie sich die bereits eingeleiteten<br />
und noch ausstehenden Veränderungen<br />
in übergeordnete Zukunftskonzepte<br />
integrieren lassen, scheint an<br />
vielen <strong>Hochschule</strong>n noch nicht ganz<br />
greifbar zu sein. Allerdings hat sich<br />
die strategische Auseinandersetzung<br />
mit der Digitalisierung schon im Zuge<br />
der Krisenbewältigung intensiviert und<br />
soll in Zukunft noch deutlich ausgeweitet<br />
werden. So bleibt zu erwarten, dass<br />
Fragen nach dem Stellenwert digital<br />
gestützter Lehre und dem Mehrwert<br />
der Digitalisierung für die Hochschulbildung<br />
nach der pandemiebedingten<br />
Ausnahmesituation in den Mittelpunkt<br />
rücken.<br />
<strong>Die</strong> Studie wurde vom HIS-Institut<br />
für <strong>Hochschule</strong>ntwicklung (HIS-HE) im<br />
Auftrag des Hochschulforums Digitalisierung<br />
(HFD), vertreten durch das CHE<br />
Centrum für <strong>Hochschule</strong>ntwicklung,<br />
durchgeführt. Sie steht zum kostenlosen<br />
Download und zur weiteren Nutzung<br />
unter der Lizenz CC BY-SA 4.0 zur<br />
Verfügung.<br />
Zur Publikation:<br />
HIS-HE<br />
https://hochschulforumdigitalisierung.de/sites/default/fi<br />
les/<br />
dateien/HFD_AP_63_Zukunftskonzepte_in_Sicht_Corona_<br />
HIS-HE.pdf