09.06.2022 Aufrufe

dPV Journal Ausgabe Nr. 23 Frühjahr / Sommer 2022

Das Magazin für JUPA, MSA-, PSP- und THS-Patienten der Deutschen Parkinson Vereinigung e.V.

Das Magazin für JUPA, MSA-, PSP- und THS-Patienten der Deutschen Parkinson Vereinigung e.V.

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Heft Nr. 23| Frühjahr / Sommer 2022

dPV JOURNAL

Zeitschrift für JUPA, MSA-, PSP- und THS-Patienten

JUPA – Südwestdeutsche Parkinsontage 2022

PSP – Urologische Störungen bei Progressiversupranukleärer Blickparese (PSP)

THS – Für wen ist die tiefe Hirnstimulation die richtige Therapie?

Außerdem in dieser Ausgabe:

Ein Beitrag zum Thema „ essentieller Tremor “


UNSER BEITRAG

ZUR VERBESSERUNG

DER GESUNDHEIT.

Forschung

Service

Entwicklung

Innovationen

Zambon – Partner in

der Parkinson-Therapie.

Zambon GmbH | Lietzenburger Str. 99 | 10707 Berlin | www.zambon.de


Editorial 1

Editorial Ausgabe Frühjahr / Sommer 2022

dPV JOURNAL

Liebe Leserin, lieber Leser,

Längst ist die Digitalisierung fester

Bestandteil unseres Lebensalltags.

Wir fahren selbstverständlich Auto

mit Unterstützung unseres Navigationsgerätes.

An der Supermarktkasse bezahlen

wir mit Karte oder sogar mit dem

Handy.

Wir mieten uns ein Fahrrad oder

einen E-Bike-Roller über unser

Smartphone.

Manchmal frage ich mich, wie

geht das alles, und was machen

die Menschen, die nicht über die

Voraussetzung für die genannten

Beispiele verfügen, die weder

im Besitz eines Smartphones sind

oder die auch kognitiv oder rein

motorisch nicht über die notwendigen

Fähigkeiten verfügen.

Laut des digital Index 21 sollen 86

Prozent aller Deutschen Online

sein, im Wesentlichen sollen sie

dazu ihr Smartphone benutzen.

Sollten diese Zahlen wirklich

stimmen, muss ich mich fragen,

wieso ich bei meinen Umfragen in

meiner Gruppe zu ganz anderen

Ergebnissen gekommen bin:

Von 20 Befragten der 70-80-Jährigen

gaben 8 an im Besitz eines

Smartphones zu sein. Der Rest

outete sich für ein älteres Handy.

Der technologische Wandel ist

im vollen Gange. Die Digitalisierung

begegnet uns überall und

hat unsere Art wie wir leben und

arbeiten stark verändert:

Videokonferenzen sind an der

Tagesordnung, WhatsApp-Gruppen

gründen sich, um die Kommunikation

aufrecht zu erhalten,

Soziale Medien, Facebook, Signal,

Telegramm oder TikTok werden

genutzt, um sich anderen mitzuteilen.

Es gehört zum persönlichen Fortschritt,

über möglichst viele Netzwerke

verfügen zu können.

Lebensmittel werden online

bestellt, Urlaub wird im Internet

gebucht.

Haben wir uns nicht auch schon

früh morgens mit den im Internet

gemeldeten Infektionszahlen der

Pandemie beschäftigt?

Es soll endlich auch vorwärts

gehen mit der Digitalisierung im

Gesundheitswesen. Für die erfolgreiche

Weiterentwicklung unserer

Gesundheitsversorgung ist das

Vorantreiben der Digitalisierung

die zentrale Voraussetzung, äußert

sich das Ministerium für Gesundheit.

Bewegt sich was?

Zwei Jahre Pandemie und jetzt

auch noch ein Krieg in Europa

lassen die Digitalisierung im Gesundheitswesen

nur sehr zögerlich

vorangehen: EPA – Elektronische

Patientenakte, E-Rezept, Telemedizin,

alles Begriffe, die wir aus den

Medien kennen, die jedoch im

Arzt-Patientenalltag kaum Anwendung

finden.

Telemedizin – Arzt und Patient

müssen die elektronische Voraussetzung

haben. Hinderlich ist auch

der Datenschutz, der immer wieder

neue Fehlerquellen aufdeckt,

die bereinigt werden müssen und

alles zum Stocken bringen. Hinderlich

ist auch die Bereitschaft der

Patienten, vor allem der älteren.

Sie betonen, dass für sie ein

vertrauensvolles Gegenüber, ein

Face to Face-Gespräch mit dem

Arzt, lebenswichtiger ist als alle

elektronische Technik.

Und irgendwie haben wir doch

alle den Eindruck, dass die Pandemie,

die übrigens noch nicht

zu Ende ist, wie manchmal angenommen

wird, sozusagen wie ein

Booster die Digitalisierung vorangetrieben

hat. Auch die Älteren

unter uns nehmen jetzt gerne an

Fortbildungen im Umgang mit

dem Smartphone oder Tablet teil.

Wir werden um die Digitalisierung

nicht herumkommen, wenn wir

uns nicht aus unserem sonst bunten

Leben verabschieden wollen.

Immerhin hält die Digitalisierung

auch Einzug in unser Parkinsonleben.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

zu diesem Thema und

informieren Sie sich auf unserer

Website:

www.parkinson-vereinigung.de

Herzliche Frühlingsgrüße

Ihre Magdalene Kaminski,

1. Vorsitzende


Wirkt Ihre orale

Parkinson-Therapie noch

zufriedenstellend?

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der Ergebnisse Ihres Fragebogens, wie

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Inhalt 3

Inhalt

Editorial ......................................................................................... 1

Impressum .................................................................................... 40

Machen Sie mit! ......................................................................... 40

JUPA

Südwestdeutsche Parkinsontage 2022 ....................................... 4

Neue JUPA Gruppe in Bochum .................................................. 5

MSA

Machen Sie mit! ......................................................................... 40

PSP

Urologische Störungen bei Progressiversupranukleärer

Blickparese (PSP) ............................................................... 6 - 8

THS

Neue Behandlungs-Strategie in der St. Barbara-Klinik Hamm .... 9

Für wen ist die tiefe Hirnstimulation die richtige Therapie? ... 10 - 11

Neue Webseite für Patienten ................................................. 12 - 13

L-Dopa

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Die Eigenschaften unseres

Naturproduktes :

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Ursprungs (Vicia Faba Pflanze) Ist auf 21,5mg/g an L-Dopa

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Tel.: 00 33 1 84 60 17 80

Weitere Themen

Die Fachklinik Ichenhausen ........................................................ 14

Die Passauer Wolf Fachklinik Bad Gögging .............................. 15

Digitale Unterstützungsmöglichketien bei Parkinson ................ 16

Die Neurologische Klinik Sorpesee ................................................ 17

Schwindel und Gleichgewichtsstörungen bei Parkinson ... 18 - 19

Paracelsus Elena Klinik – Neuer Kliniktrakt offi ziell eröffnet ..... 20

Parkinson und Arbeitswelt e. V. ................................................ 21

Aktuelles zur Levo-Dopa-Pumpentherapie ........................ 22 - 23

Einsatz und Sinnhaftigkeit der subkutanen

Apomorphin-Therapie ........................................................... 25 - 27

Praktische Tipps für das Leben mit dem Morbus Parkinson ... 29

Patiententag Parkinson in Essen 2022 ............................. 30 - 31

Kennenlern-Plattform für Menschen mit Parkinson ................ 32

Evidenz basierte Medizin, klinische Studien

und die reale Welt der Patientenversorgung ................ 34

Pilgern trotz Parkinson ............................................................. 35

Essentieller Tremor ................................................................ 36 - 37

Telemedizin: In unmittelbarer Ferne ..................................... 38

Reha bei THS

Wir bringen Sie wieder in Bewegung!

Vorteile einer THS-Einstellung während der Reha:

— Betreuung durch einen spezialisierten Neurochirurgen

mit THS-Erfahrung

— Einstellung mit Blick auf den Tages- und Nachtverlauf

— Interdisziplinäre Therapien z. B. DSI-Therapie

(Dynamische Symptomorientierte Individualtherapie)

— Vorbereitung auf den Alltag

SRH Gesundheitszentrum Dobel

Tel.: 07083 926-4444 | patientenservice.gns@srh.de

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4

JUPA - Südwestdeutsche Parkinsontage 2022

Südwestdeutsche Parkinsontage 2022

24. + 25. Juni 2022, jeweils 9.45 – 16.30 Uhr

Best Western Hotel, Kaiserslautern-Betzenberg

Parkinson - eine Diagnose, die

das Leben eines Patienten

komplett verändert. Wie gehen

die Betroffenen damit

um? Und wie können Verwandte,

Freunde und Partner damit

umgehen? Welche Veränderungen

können eintreten und welche Hilfe

gibt es? Die Südwestdeutschen Parkinsontage

geben Antworten auf viele

Fragen.

Nach nunmehr vier Jahren Unterbrechung

- davon zwei Jahre wegen der

Corona-Pandemie - freuen wir uns,

dass die Südwestdeutschen Parkinsontage

dieses Jahr stattfinden können.

Renommierte Parkinson-Spezialisten

informieren in 60 Workshops und Vorträgen

über Behandlung und Therapie

bei Morbus Parkinson und tragen

so zum Gelingen der Veranstaltung

bei. Die Besucher erfahren Neues zur

medikamentösen Behandlung und

Aktuelles zu „Aktivierenden Verfahren“.

An beiden Tagen bieten wir den

Besuchern die Möglichkeit, sich individuell

und ausführlich über besondere

Gesichtspunkte der Parkinson-Krankheit

an Informationsständen beraten

zu lassen. Wir danken allen Referenten

für ihre Teilnahme, den Partnern und

Sponsoren für ihre Unterstützung sowie

den engagierten Helfern außerhalb

und innerhalb der Selbsthilfe.

Die Parkinsontage sollen über die

Krankheit informieren. „Jedes Gespräch

unter Betroffenen und jede

Aufmerksamkeit für Parkinson ist wichtig“,

so Organisator Wilfried Scholl aus

Schneckenhausen. „Parkinson hat viele

Gesichter“, erklärt Scholl. Er weiß,

wovon er spricht − und er weiß aus eigener

Erfahrung, es trifft eben nicht nur

ältere Menschen. „Die gesellschaftliche

Akzeptanz ist verbesserungswürdig“,

nennt Scholl einen der Gründe

für sein unermüdliches Engagement.

„Öffentlichkeitsarbeit ist wichtig“, weiß

Wilfried Scholl, dPV-Landesbeauftragter

RLP und dPV-Bundesbeauftragter

für jungerkrankte Menschen „JuPa“ innerhalb

der Deutschen Parkinson Vereinigung

e.V.

Nicht nur bei Betroffenen und Angehörigen

besteht Informationsbedarf,

auch Ärzte und Therapeuten benötigen

weiteren Input über die Krankheit

Parkinson. Deswegen gilt es, ein möglichst

großes Netzwerk zu bilden. Dass

dies schon ein großes Stück weit gelungen

ist, zeigt die Qualität der Veranstaltung.

Vorgesehen sind Vorträge zu den Themen

(Auswahl):

• Behandlung des fortgeschrittenen

M. Parkinson (Prof. Sergiu Groppa)

• Progredienzangst von Menschen

mit Parkinson und ihren Angehörigen

(Dr. Ann-Kristin Folkerts)

• Selbstwahrnehmung bei Parkinson

(Prof. Dr. Carsten Eggers)

• Neurochirurgische Therapien bei

Bewegungsstörungen jenseits der

Tiefen Hirnstimulation

(Prof. Jens Volkmann)

• Fehlinterpretationen von Studien

durch systematisierte Medienmanipulation

kann zu fragwürdigen

Behandlungsvorgaben führen

(Prof. Thomas Müller)

• Stammzelltransplantation beim

Parkinson (Prof. Christian Winkler)

• Bildgebende Verfahren und andere

Diagnostik

(Prof. R. Hilker-Roggendorf)

• Der obere Gastrointestinaltrakt bei

der Parkinson-Krankheit

(Prof. T. Warnecke)

• Atypische Parkinson-Syndrome

(Prof. Johannes Wöhrle)

• Netzwerk Parkinson: Verbesserung

der Patientenversorgung

(Dr. W. Fogel)

• Früherkennung von Morbus Parkinson

(Dr. Eva Schäfer)

• Kognitive Störungen bei Morbus

Parkinson

(Prof. Matthias Maschke)

• Medical Cannabis bei Morbus

Parkinson (Dr. Thomas Vaterrodt)

Nähere Informationen unter:

www.parkinsontage.de


JUPA - Neue JUPA Gruppe in Bochum 5

JUPA-Gruppe jetzt auch in Bochum

Voller Tatendrang ist auch

die 1. Vorsitzende der dPV.

Nach langen Monaten des

telefonischen Kontakts zu

den Mitgliedern ihrer Gruppe

in Bochum geht es endlich wieder

los. Am 4. April treffen sich die Bochumer

wieder im Haus der Begegnung in

der Alsenstraße.

Die Freude ist groß, schließlich hat das

Coronavirus das Gruppenleben und

-erleben mächtig beeinflusst. Kein

Aprilscherz: Das erste Stammtischtreffen

der Regionalgruppe Bochum ist

für den 1. April anberaumt. Es richtet

sich an Junge Parkinson-Erkrankte und

Junggebliebene. Auf die Idee, für die

jüngeren Mitglieder der Gruppe ein zusätzliches

Treffen zu organisieren, kam

Kaminski im Corona-Lockdown. Hinsichtlich

des Jahresprogramms will die

Gruppenleiterin zunächst die ausgefallenen

Termine der Vorjahre nachholen.

Und so könnte im Jahresverlauf

der Weg der Bochumer noch in die

Neurologische Klinik Sorpesee führen.

Ebenfalls geplant war ein Vortrag zur

Digitalisierung im Gesundheitswesen.

Ursprünglich geplant war ein Besuch

des Reutlingers Peter Hornung. Der

Pysiotherapeut wollte seine GSA-Effekt-Therapie

vorstellen. Magdalene

Kaminski ist hoffnungsfroh, dass dies

ebenso nachgeholt werden kann wie

der Vortrag von Prof. Lars Tönges zum

Thema „Multimodale Komplextherapie.

Auch eine „Visite“ des Chefarzts

der Klinik für Neuologie, Stroke Unit und

Frührehabilitation des Klinikum Vest in

Recklinghausen steht noch aus. Prof.

Rüdiger Hilker-Roggendorf referiert

dann über bildgebende Verfahren im

Zusammenhang mit der Parkinson-Erkrankung.

Weitere Infos unter:

https://bochum.parkinsonvereinigung.de/start.html

Klinik für Neurologie,

Parkinson und

Bewegungsstörungen

Chefarzt Dr. med. Philipp Feige

Die Klinik für Neurologie behandelt das komplette Spektrum

neurologischer Erkrankungen.

Als zertifizierte Fachklinik für Parkinson und Bewegungsstörungen

empfängt sie ihre Patienten zur Erstdiagnostik, Neueinstellung, medikamentösen

Umstellung, Ein- und Umstellung einer Medikamentenpumpe

und zu umfassenden nichtmedikamentösen Therapien im Rahmen der

Parkinson-Komplexbehandlung.

Wir sind an 365 Tagen rund um die Uhr für Sie da.

Klinik Bosse Wittenberg, Hans-Lufft-Str. 5, 06886 Lutherstadt Wittenberg

Tel.: (03491) 476 0, Fax: (03491) 476 372 E-Mail: Klinik.Bosse@alexianer.de

Weiter Informationen finden Sie unter www.alexianer-sachsen-anhalt.de


6

PSP - Urologische Störungen bei Progressiversupranukleärer Blickparese (PSP)

Urologische Störungen bei Progressiver

supranukleärer Blickparese (PSP)

Funktionsstörungen der Harnblase,

wie Blasenschwäche oder

nächtliches Wasserlassen, treten

bei Patienten mit PSP häufig

auf. Sie sind sehr störend und

nehmen mit der Schwere der Erkrankung

zu.

Bei der PSP handelt es sich wie beim

idiopathischen Parkinson-Syndrom

(IPS) um eine neurogene (nervlich

bedingte) Blasenentleerungsstörung,

da die Funktion jener Nervenbahnen

gestört ist, die die Blasentätigkeit

kontrollieren. Typische Symptome

sind häufiger imperativer Harndrang,

Harninkontinenz (Blasenschwäche)

oder in besonderen Fällen auch Harnverhalt

(Unvermögen, spontan Wasser

zu lassen). In einer aktuellen Studie

wurden frühzeitig auftretende Störungen

im Bereich der Harnwege mit

einem schnelleren Fortschreiten der

Erkrankung in Verbindung gebracht

(Oliveira et al. 2018). Im Vergleich

zu Patienten mit Morbus Parkinson

(primäres oder idiopathisches Parkinson-Syndrom)

kommt es bei PSP-Patienten

häufiger zu Entleerungsstörungen

mit höherem Restharn nach der

Entleerung, ähnlich wie bei Patienten

mit Multisystematrophie (Kim et al.

2018).

Dabei werden 3 Arten von neurogenen

Blasenentleerungsstörungen

unterschieden:

• Überaktive Blase (Detrusor-Hyperreflexie):

anfallsartig auftretender

unwillkürlicher Harndrang, der

nur mit größter Mühe unterdrückt

werden kann, in Kombination mit

häufigen Blasenentleerungen

(≥ 8 pro 24 Stunden) mit geringeren

Harnmengen als normal

Folgen: häufiger Harndrang, Inkontinenz

und Einnässen.

• Unteraktive Blase (Detrusor-Hyporeflexie):

die Blase entleert kleine

Urinmengen und dies nur verzögert

Folgen: Nachträufeln und Verbleib

von Restharn in der Blase.

• Fehlende Zusammenarbeit

der Blasenmuskulatur (Detrusor-Sphinkter-Dyssynergie):

Das

Zusammenspiel von Blasenöffnungs-

und Blasenschließmuskel

ist gestört,

Folge: erhöhter Harndrang, verzögerte

und unvollständige Blasenentleerung

und Inkontinenz.

Infolge dieser Blasenentleerungsstörungen

treten Harnwegsinfekte, strukturelle

Veränderungen des Harntraktes

oder sogar Nierenschädigungen

auf. PSP-Patienten mit fortgeschrittenen

Blasenentleerungsstörungen sind

in ihrer Lebensqualität sehr eingeschränkt,

ebenso die pflegenden

Angehörigen.

Der Weg zur Diagnose

Aufgrund des Leidensdrucks ist eine

Blasenentleerungsstörung für Betroffene

selbst relativ einfach zu erkennen.

Da die verschiedenen Arten von

Blasenstörungen aber unterschiedlich

behandelt werden, ist eine genaue

Abklärung durch den Hausarzt bzw.

Urologen erforderlich.

Vor der Untersuchung beim Urologen

ist es von Vorteil, ein Miktionsprotokoll

zu führen und dies vorzulegen. Dabei

werden tagebuchartig Trinkmengen,

Harndrang, Harnentleerung und

unfreiwilliger Harnverlust genau dokumentiert

(siehe Abbildung 1).

Wie wird die Diagnose gestellt?

Zu den Standarduntersuchungen des

Urologen gehören die Untersuchung

des Urins auf Bakterien, das Überprüfen

der ausgeschiedenen Harnmenge

(Miktionsprotokoll), die Ultraschalluntersuchung

der Blase nach dem

Wasserlassen auf verbliebenen Urin

(Restharn) und die Messung des Harnvolumens

pro Zeit (Uroflow). Mit Hilfe

dieser Untersuchungen kann der Urologe

feststellen, ob es sich um eine

Entzündung handelt, eine zu schwache

Blase, die sich nicht richtig entleert,

oder um eine nervöse Reizblase.

In besonderen Fällen ist eine urodynamische

Untersuchung erforderlich.

Dabei wird die Speicherungs- und

Entleerungsfunktion der Harnblase gemessen.

Überlagerungen der PSP-bedingten

neurogenen Blasenentleerungsstörung

durch altersbedingte

Komorbiditäten, z.B. Symptome einer

Beckenbodenschwäche oder Blasensenkung

bei weiblichen Patienten

oder Prostata-bedingte Störungen

beim Mann, komplizieren das klinische

Bild.

Mögliche klinische Symptome bei PSP:

• häufiger Harndrang - Pollakisurie

• Entleerung von zu geringen Harnmengen

• zwingende Harnentleerung

(imperativer Harndrang)

• unwillkürliche Harnentleerung

(Inkontinenz)

• erschwertes Wasserlassen

(Druck erforderlich)

• unvollständige Blasenentleerung

(Restharn)

Therapie

Neurogene Blasenentleerungsstörungen

erfordern eine interdisziplinäre

Zusammenarbeit – der Therapieplan

wird daher meist in Zusammenarbeit

von Hausarzt, Neurologe und Urologe


PSP - Urologische Störungen bei Progressiversupranukleärer Blickparese (PSP) 7

erstellt. Ziel der Therapie ist eine Verbesserung

der Speicherfunktion der

Blase, ihre möglichst vollständige

Entleerung, die Normalisierung des

Harndrangs sowie die Vermeidung

von Komplikationen, wie wiederholte

Blasenentzündungen, Bildung von Nierensteinen

oder eine Schädigung der

Nierenfunktion.

Welche Therapie im Einzelfall sinnvoll

ist, muss ausreichend getestet werden

und ist von einer Vielzahl von Faktoren

abhängig, unter anderem von

der noch vorhandenen Funktion der

zentralnervösen Blasenzentren in Stirnhirn

und Hirnstamm. Ziel der Therapie

ist in jedem Fall den oberen Harntrakt

und die Niere vor einem Rückstau des

Harns zu schützen.

Entzündung der Blase

Liegt eine bakterielle Entzündung

der Harnblase vor, muss diese gezielt

medikamentös behandelt werden.

Leichte Infekte sprechen auf einfache

Hausmittel, wie Blasen- und Nieren-Tee

in Kombination mit z.B. Bärentraubenblätter-Präparaten,

gut an. Die Linderung

der Beschwerden tritt rasch

ein. Sollte dies nicht der Fall sein und

die Schmerzen beim Wasserlassen

eher zunehmen, ist in der Regel eine

antibiotische Behandlung durch den

Hausarzt/Urologen erforderlich.

Bei geringen Restharnmengen können

chronische Harnwegsinfekte die

Folge sein, aber auch anlagebedingt

neigen einige Patienten zu einer ständigen

Bakterienbesiedelung der Harnblase.

Hier stehen spezielle Behandlungsmöglichkeiten

zur Verfügung,

eine entsprechende Beratung sollte

durch den Urologen erfolgen.

Hilfreiche Tipps für den Alltag:

1. Viel trinken

Wenn die Blase gut gespült wird, haben

die Bakterien weniger Zeit, sich in

der Blase zu vermehren - also trinken

Sie viel! Wenn Sie schon Beschwerden

haben, sollte eine Kanne Blasen- und

Nierentee oder Bärentraubenblätter-Tee

pro Tag dabei sein. Die Getränke

sollten nie eiskalt sein.

2. Urin ansäuern

Um das Bakterienwachstum in der

Blase zu vermindern, sollte bei chronischen

Entzündungen oder Neigung

zu Entzündungen der Urin angesäuert

werden. In einer sauren Umgebung

wird das Wachstum der Bakterien gehemmt.

Urologen empfehlen dafür

gern L-Methionin. Dieses Medikament

wird unter verschiedenen Handelsnamen

in den Apotheken zum Kauf

angeboten. Bei PSP ist dieses Präparat

jedoch eher ungünstig, da es sich

um eine Aminosäure (Grundbaustein

von Eiweiß) handelt. Wie wir wissen,

hemmt Eiweiß die Aufnahme von Dopamin-Präparaten

im Magen. Vitamin

C oder Cranberry in Saft oder Kapselform

eignen sich bei PSP deshalb eher.

3. Regelmäßiges Wasserlassen

Um sich zu vermehren, benötigen Bakterien

auch Zeit. Sofern Sie erste Beschwerden

beim Wasserlassen bemerken,

entleeren Sie ihre Blase tagsüber

aller 2 Stunden regelmäßig und noch

einmal vor dem Schlafengehen.

Weitere Behandlungsmöglichkeiten

Medikamentöse Therapie

Eine medikamentöse Therapie erfolgt

entsprechend der Art der Blasenentleerungsstörung.

Bei einer bei PSP-typischen

überaktiven Blase werden in

der Regel urologische Anticholinergika

eingesetzt. Sie dämpfen das unkontrollierte

Zusammenziehen der Blasenmuskulatur

und damit einhergehende

häufiges zwingendes Wasserlassen.

Welches Mittel genau in Frage kommt,

richtet sich nach den individuellen

motorischen und vor allem kognitiven

Krankheitssymptomen, den Begleiterkrankungen

und der Begleitmedikation.

Leider können fast alle urologischen

Blasenmittel (Anticholinergika) zu

Sehstörungen, Mundtrockenheit, Verstopfung,

Schwindel, Verwirrtheit und

Halluzinationen führen, insbesondere,

wenn bereits gravierendere Gedächtnisstörungen

vorhanden sind. Die Verträglichkeit

ist deshalb sehr individuell

und muss bei PSP-Patienten engmaschig

überwacht werden. Blasenentleerungsstörungen

mit Restharnbildung

werden meist mit Alphablockern

behandelt, die den Schließmuskel der

Blase entspannen. Um Urinproduktion

und/oder den Harndrang zu hemmen,

können spezielle Antidiuretika

verschrieben werden. Diese helfen

dabei, nachts durchzuschlafen und

nicht durch starken Harndrang aufzuwachen.

Allerdings gibt es zahlreiche

Kontraindikationen, die zu beachten

sind.

Bei männlichen PSP-Patienten spielt

neben der Harnblasenfunktion auch

die Größe der Vorsteherdrüse (Prostata)

eine entscheidende Rolle für das

Ausmaß der Beschwerden. Eine Vergrößerung

der Prostata – auch gutartig

– kann ebenfalls zu häufigem Wasserlassen

mit Dranginkontinenz führen.

Frauen leiden oft zusätzlich unter einer

Belastungsinkontinenz (Urinabgang

beim Husten oder Niesen) durch eine

Erschlaffung des Beckenbodens. Hier

sollte dann auch der Gynäkologe die

Therapie mitbestimmen. Beckenboden-

und Blasentraining sind jedoch in

jedem Fall hilfreich und können überall

in Eigenregie durchgeführt werden.

Heute ist es nicht nur möglich, mit Hilfe

eines Physiotherapeuten Blasentraining

zu erlernen, es gibt auch eine

APP: ratiopharm Blasentrainer. Sie

kann kostenlos heruntergeladen werden

(App Store oder Google Play) und

ist zudem mit einem Miktionstagebuch

ausgestattet.

Bilder zu Übungen im Bereich des Beckenbodens

findet man unter dem

Link

www.dieblase.de/wp-content/uploads/

2017/05/Beckenbodengymnastik.pdf

Harnableitung über einen Katheter

Falls sich die Harnblase nicht vollständig

entleert, sind die o.g. Medikamente

eher ungünstig, da sie zu einer

Zunahme der Restharnmenge führen

können. Auch Amantadin kann unter

bestimmten Umständen, z.B. bei einer

Prostatavergrößerung, bereits vorbestehenden

Restharn erhöhen oder im

schlimmsten Fall sogar einen akuten

Harnverhalt (Unfähigkeit, Wasser zu

lassen) auslösen – ein akuter Notfall! In

diesem Fall muss der PSP-Patient sofort

einen Arzt aufsuchen und die Blase

über einen Katheter entleeren lassen.

Ein Katheter ist ein kleiner, dünner

Schlauch, der über die Harnröhre in

Ihre Blase eingeführt wird, um den

Harn abzuleiten. Je nach Bedarf

kommt entweder ein Einmalkatheter

oder ein Dauerkatheter zum Einsatz.

Der Einmalkatheter wird in der

Therapie dann verwendet, wenn der

Patient in der Lage ist, sich selbst zu

katheterisieren. Mithilfe eines sterilen

Einmal- Katheters entleert der Patient

mehrmals am Tag die Blase. Aufgrund

der ausgeprägten Steifheit und der

feinmotorischen Störungen bei PSP ist

dies in der Regel nicht realisierbar. Bei

hohen Restharnmengen wird deshalb

bei PSP in der Regel ein Dauerkatheter

(DK) gelegt. Dies geschieht entweder

über die Harnröhre (geeignet für wenige

Tage, z.B. nach einer OP – genannt

transurethraler DK) oder durch

die Bauchdecke (für Dauertherapie

geeignet – genannt suprapubischer

DK oder Bauchdeckenkatheter). Der

transurethrale DK kann vom Hausarzt


8

PSP - Urologische Störungen bei Progressiversupranukleärer Blickparese (PSP)

oder Pfl egedienst gewechselt werden,

der suprapubische DK jedoch nur von

einem Urologen. Aufgrund der unterschiedlichen

Länge der Harnröhre gibt

es verschiedene Katheter für Männern

und Frauen. Aufgefangen wird der

Urin in einem Beutel, welcher an den

Katheter angeschlossen wird. Hier unterscheidet

man wiederum kleinere

Beutel für den Tag, welche unter der

Hose oder dem Rock verschwinden,

von Beuteln für die Nacht, welche ein

größeres Volumen aufweisen und am

Bett befestigt werden.

Hilfsmittel gegen Inkontinenz

Einfache Einlagen dienen als Schutz

im Alltag und kommen für leichtere

Formen der Inkontinenz in Frage.

Sie werden direkt in die Unterwäsche

oder in spezielle elastische Netzhöschen

eingelegt. Für größere Urinmengen

stehen Inkontinenz-Höschen (Windelhose)

in verschiedenen Größen zur

Verfügung. In der Nacht haben sich

zusätzliche Betteinlagen bewährt.

Eine elegante Lösung für Männer

sind Urinal-Kondome. Das Kondom

hat einen Anschluss für einen Ablaufschlauch

mit Auffangbeutel, wie bei

einem Blasenkatheter. Der Beutel kann

am Bein befestigt werden und ist nicht

sichtbar. Damit ist die soziale Teilhabe

im Alltag wieder stressfrei möglich. Für

die Nacht kommt ein Urinalkondom

nur dann in Frage, wenn der Patient

sich im Schlaf nur wenig bewegt. Bei

unruhigen Patienten löst sich das Kondom

leider oft.

Für Reisen mit dem Auto gibt es ebenfalls

praktische Hilfsmittel. Aufgrund der

Dranginkontinenz können PSP-Patienten

manchmal nicht bis zur nächsten

Autobahnraststätte warten. Folgende

Hilfsmittel werden angeboten:

• Wegwerf-Urinal für Männer

(TravelJohn)

• Wegwerf-Urinfl asche 1 l (Uribag)

• Wegwerf-Einweg-WC für Frauen

(Ladybag)

• Hilfsmittel, welches der Frau das

Wasserlassen im Stehen ermöglicht

(Urinella) (z.B. bei stark verschmutzen

Toiletten)

Invasive Verfahren

In schwierigen Fällen gibt es alternativ

auch invasive Behandlungsmöglichkeiten,

hier eine kleine Auswahl:

Botox in die Blase

Seit einigen Jahren ist das Nervengift

Botulinumtoxin Typ A zur Therapie der

Reizblase zugelassen. Sofern die in den

vorherigen Ausgaben besprochenen

Medikamente nicht wirken oder wegen

Nebenwirkungen nicht vertragen

werden, kann dieser Wirkstoff in die

Blasenmuskulatur gespritzt werden. In

der Regel hält die Wirkung etwa 3 bis 4

Monate an, dann muss der Eingriff wiederholt

werden. Die Behandlung wird

unter Lokalanästhesie vorgenommen

und dauert etwa 15 Minuten.

Elektrische Stimulation der Blase

Eine weitere Therapieoption bei Reizblase

überaktiver Blase ist die elektrische

Stimulation der Blasennerven,

„Sakrale Neurostimulation“ genannt.

Dabei wird ein Generator (elektrischer

„Schrittmacher“) über dem Kreuzbein

implantiert, den der Patient über eine

mobile Fernbedienung ansteuern und

damit das Wasserlassen steuern kann.

GERTRUDIS

Akut - Neurologie mit spezieller

Fachkompetenz für Parkinson!

Die zertifizierte Parkinson-Fachklinik ist in allen

Bereichen auf die spezifischen Bedürfnisse von

Parkinson-Patienten ausgerichtet.

Leistungsspektrum

KLINIK

Zusammenfassung

An sich gibt es ein breites Angebot an

Behandlungsmöglichkeiten für Inkontinenz

bei PSP, allerdings wird dies in

der Praxis aus diversen Gründen selten

ausgeschöpft und (zu) oft pauschal

auf Windeln zurückgegriffen. Obwohl,

wie bereits genannt, mehrere Medikamente

und auch invasive Verfahren

zur Verfügung stehen, kann die Symptomatik

oft nur gelindert, nicht gänzlich

beseitigt werden. Viele Patienten vertragen

die Blasenmedikamente nicht,

bekommen Halluzinationen und/oder

werden verwirrt, insbesondere Patienten,

die unter einer Demenz leiden.

Es kann zu einer Zunahme der in der

Regel bei PSP ebenfalls vorhandenen

Verstopfung kommen oder man darf

die Medikamente wegen eines Grünen

Stars (Glaukom) nicht einnehmen.

Letztendlich werden die meisten Patienten

auf die oben vorgestellten Hilfsmittel

zurückgreifen müssen. Es bleibt

zu hoffen, dass sich hier in den nächsten

Jahren neue therapeutischen

Möglichkeiten eröffnen.

Literatur:

Oliveira MCB, Ling H, Lees AJ, Holton JL, De Pablo-Fernandez

E, Warner TT. Association of autonomic symptoms

with disease progression and survival in progressive supranuclear

palsy. J Neurol Neurosurg Psychiatry. 2019

May;90(5):555-561. doi: 10.1136/jnnp-2018-319374.

Kim KJ, Jeong SJ, Kim JM. Neurogenic bladder in progressive

supranuclear palsy: A comparison with Parkinson‘s

disease and multiple system atrophy. Neurourol Urodyn.

2018 Jun;37(5):1724-1730. doi: 10.1002/nau.23496.

Dr. med. Ilona Csoti

Ärztliche Direktorin

FÄ f. Neurologie & Psychiatrie Master

of Science Geriatrie GERTRUDISKLINIK

BISKIRCHEN

Karl-Ferdinand-Broll-Str. 2-4

35638 Leun-Biskirchen

Fon: 06473. 30 50

E-Mail: ilona.csoti@parkinson.de

Web: www.parkinson.de

Adresse: Karl-Ferdinand-Broll-Str. 2-4, 35638 Leun-Biskirchen

Tel.: +49-6473-305-0 Internet: www.parkinson.de

Hohe Beobachtungs- und Behandlungsintensität im akutstationären Setting

Spezialisiertes und erfahrenes Ärzteteam (Neurologische Leitung mit spezieller Erfahrung in der Behandlung von

extrapyramidalen Bewegungsstörungen)

Medikamentöse Umstellung bzw. Feineinstellung, einschließlich Anpassung von elektronisch gesteuerten Pumpen-Systemen

(Duodopa/Apomorphin-Pumpe)

Indikationsstellung zur Parkinson-Chirurgie (tiefe Hirnstimulation) in enger Zusammenarbeit mit spezialisierten

neurochirurgischen Zentren und postoperative Nachbetreuung (Feineinstellung der Stimulationsparameter)

Parkinson-spezifische Physiotherapie einschließlich multimodaler Parkinson-Komplexbehandlung (Gangtraining, gezieltes

logopädisches Stimm-, Sprech- und Schlucktraining, Krankengymnastik, balneophysikalische Maßnahmen)

Umfassende Informationen für Patienten und Angehörige, einschließlich Sozialberatung


THS - Neue Behandlungs-Strategie in der St. Barbara-Klinik Hamm 9

Neue Behandlungs-Strategie für Parkinson Patienten

in der St. Barbara-Klinik Hamm GmbH

Bei vielen Patienten treten die

ersten Symptome zwischen

dem 50. und dem 60. Lebensjahr

auf. Deutschlandweit gibt

es ca. 300.000 Parkinsonpatienten.

Bei rund 10% der Betroffenen

beginnt die Krankheit vor dem 40. Lebensjahr.

Dr. Ralph Lehrke, Chefarzt der Klinik für

Stereotaktische Neurochirurgie an der

St. Barbara-Klinik Hamm-Heessen, gibt

einen Einblick zu den neuen Behandlungs-Strategien

für Parkinson-Patienten.

Dr. Ralph Lehrke / Bild: Sabrina Feige

Durch die Gabe von niedrig dosierten

Narkosemitteln konnten wir die Situation

zwar meist erträglich gestalten,

Rückenschmerzen wurden den Patienten

erleichtert, indem wir regelmäßig

speziell geschultes Personal unserer

Physiotherapie einsetzten. Dennoch

blieb die Prozedur als „Wacheingriff“

eine deutliche Belastung für unsere

Patienten.

Wie kommt es, dass Sie Ihr Vorgehen

geändert haben?

Dr. Lehrke: Wir haben uns die letzten

200 Operationen aus den Vorjahren

sorgfältig angesehen und mussten

feststellen, dass wir bei keinem Patienten

nach der Testung die Position der

Hirnelektroden noch einmal geändert

hatte. Damit war klar: Die Patienten

brauchen bei uns eigentlich keine Testung

ihrer Symptome, es ist eine unnötige

zusätzliche Belastung. Wir haben

daraufhin im Sommer 2021 das Operationsvorgehen

komplett geändert:

nahezu alle Patienten werden von uns

in Vollnarkose operiert.

Welche Auswirkungen hat das geänderte

Verfahren auf Ihre Patienten?

Dr. Lehrke: Diese Strategie hat uns

Recht gegeben: Patienten wachen

entspannt auf, gelegentlich verspüren

Sie einen geringen Wundschmerz

im Bereich unserer eingebrachten

Implantate (Elektroden/

Verbindungskabel, Neurostimulator).

Auch kann es schon einmal sein, dass

noch geringe Halsschmerzen bestehen.

Wann beginnen Sie dann mit der Programmierung

der Implantate?

Wir beginnen bereits in der Operationssituation

mit der ersten Programmierung,

so dass schon beim Aufwachen

der Benefi t der Tiefen Hirnstimulation

erlebt wird: Weniger Steifheit, der Tremor

ist unterdrückt. Außerdem geht

die Operation nun deutlich schneller,

das bedeutet weniger lange Gabe

von Narkosemitteln, kürzere Zeit ohne

Parkinsonmedikamente.

Des Weiteren haben wir nun aus einem

neurologischen Zentrum mit viel

Erfahrung in der Einstellung von Patienten

zur Tiefen Hirnstimulation eine

Neurologin gewinnen können, die sich

in bei allen Aufgaben, Fragen und Problemen

rund um die THS bestens auskennt.

Damit werden wir naher Zukunft

auch vor Ort in der Lage sein, unseren

Patienten adäquat zu helfen. Die bewährte

Zusammenarbeit mit den Zentren

aus der Umgebung wird darunter

nicht leiden, weiterhin werden die Patienten

dort auch bestens betreut.

Gibt es neue Strategien bei der Tiefen

Hirnstimulation?

Dr. Lehrke: Die Tiefe Hirnstimulation

wird bei uns nur noch in Ausnahmefällen

in örtlicher Betäubung operiert.

Wir mussten feststellen, dass die Operation

in örtlicher Betäubung für die

Patienten eine große Belastung darstellt.

So muss die lange Lagerung in

einer festen Position mit fi xiertem Kopf

über mehrere Stunden ausgehalten

werden, die Operation setzt voraus,

dass 12 Stunden vorher alle Parkinson

Medikamente abgesetzt werden. In

dieser Situation sind die schwer betroffenen

Patienten ohne die Gabe ihrer

Medikation völlig steif und nahezu unbeweglich.

St. Barbara-Klinik Hamm GmbH

Klinik für Stereotaktische Neurochirurgie

Am Heessener Wald 1 | 59073 Hamm

Tel. 02381 681-1520

www.barbaraklinik.de

stereotaxie@barbaraklinik.de

St. Barbara-Klinik in Hamm

Ihre Spezialisten für

Tiefe Hirnstimulation


10

THS - Für wen ist die tiefe Hirnstimulation die richtige Therapie?

Der Taktgeber fürs Gehirn – Für wen ist die

tiefe Hirnstimulation die richtige Therapie?

Seit nunmehr über 20 Jahren ist

die tiefe Hirnstimulation (THS)

ein fester Bestandteil der Therapie

von Menschen mit der

Parkinsonerkrankung. Während

dieses Verfahren ursprünglich

hauptsächlich für den fortgeschrittenen

Krankheitsverlauf angedacht

war, ist mittlerweile eine deutliche

Verbesserung der Lebensqualität von

Betroffenen auch in den früheren Stadien

nachgewiesen. Somit findet die

THS aufgrund vieler guter Erfahrungen

auch immer mehr Anwendung

bei jüngeren Patient*innen. Trotz zahlreicher

Vorteile des frühen Einsatzes

der THS, bestehen dennoch Risiken

der Operation zum einen, aber auch

langfristiger Nebenwirkungen der Stimulation

zum anderen. Daher ist eine

genaue Prüfung der Eignung eines/r

jeden Kandidat*in von entscheidender

Bedeutung. Im Folgenden wollen

wir die aus wissenschaftlichen Studien

gewonnene Erkenntnisse übersetzen

in praktische Überlegungen, welche

Parkinsonpatient*innen sich nach einer

THS verbessern und wer besser keine

Stimulation bekommen sollte.

Was ist die THS und wofür wird sie

angewendet?

Im Rahmen der THS werden kleine

Elektroden – in der Regel beidseitignach

sorgfältiger Planung der Elektrodenlage

mittels bildgebender Verfahren

von einem erfahrenen Team im

Rahmen einer Operation implantiert.

Mittels hochfrequenter Stromimpulse

können so krankhaft veränderte Aktivitätsmuster

in der Kommunikation von

Hirnarealen unterbrochen werden.

Läuft diese während angeschaltetem

Stimulator also wieder im richtigen

„Takt“, kommt es zu einer Besserung

von Bewegungsverlangsamung

(Bradykinese), Steifigkeit und Zittern.

Hierbei wird ein kleiner Impulsgeber

unter die Haut im Brustbereich eingesetzt,

vergleichbar mit einem Herzschrittmacher.

Im Verlauf der Parkinsonerkrankung

erleben die Betroffenen oftmals eine

nachlassende und/oder sehr schwankende

Wirkung der Medikation mit

Überbeweglichkeit, was für sie selbst

aber auch für die Angehörigen im

Alltag belastend seien kann. Gelegentlich

berichten Patient*innen aber

auch von anderen Nebenwirkungen

der medikamentösen Therapie wie

Impulskontrollstörungen, Halluzinationen

und Muskelkrämpfe. An dieser

Stelle gelingt es häufig durch die THS

positiv einzugreifen um Medikamente

und damit Nebenwirkungen zu reduzieren

und vordergründig die Schwankungen

der Beweglichkeit durch eine

kontinuierliche Therapie zu bremsen.

So lässt sich eine deutliche Verlängerung

der Zeiten mit guter Beweglichkeit

erzielen. Darüber hinaus zeigt die

THS eine sehr gute unterdrückende

Wirkung auf den Tremor, welcher

oft mit Tabletten alleine nicht ausreichend

beherrschbar ist. Wichtig ist

jedoch anzumerken, dass auch die THS

eine sog. symptomatische Therapie

darstellt, d.h. das Ziel ist stets die bestmögliche

Lebensqualität der Betroffenen,

wobei eine Verlangsamung oder

gar ein Aufhalten der Krankheit an sich

leider nicht möglich ist.

Für wen kommt die THS in Frage?

Als Grundvoraussetzung für die Wirksamkeit

der Therapie gilt die sichere

Diagnose einer Parkinsonerkrankung,

wohingegen sog. atypische Parkinsonsyndrome,

wie z.B. die Multisystematrophie

in der Regel nicht auf diese

invasive Therapieform ansprechen.

Eine genaue Charakterisierung und

klinische Untersuchung des Beschwerdebilds,

bildet daher die Grundlage

für die Entscheidung zur THS. Da die

Wirkung der THS zum größten Teil durch

das Ansprechen auf Levodopa vorhergesagt

werden kann, ist ein standardisierter

Levodopa-Test ein wichtiger

Bestandteil der sog. „Indikationsprüfung“

und eine Implantation kommt

nur im Falle eines guten Effektes auf

Steifigkeit und Bewegungsverlangsamung

in Frage. Die einzige Ausnahme

sind hierbei Patient*innen mit Zittern

(Tremor): Dieser verbessert sich nach

einer THS, auch wenn Levodopa im

formalen Test keine gute Wirkung zeigt.

Ein ebenfalls wichtiges Kriterium ist die

kognitive Leistung. So eignet sich die

Therapie nicht für Parkinsonpatient*innen

mit einer demenziellen Entwicklung,

da in diesem Falle eine Beschleunigung

des kognitiven Abbaus zu

befürchten wäre. Ebenso ist Vorsicht

geboten bei schweren psychischen

Erkrankungen wie einer hochgradigen

Depression, wahnhaften Störungen

oder Angsterkrankung, welche im

Falle eines Vorbestehens in seltenen

Fällen durch eine THS verschlechtert

werden können.

Ein von der DPV gefördertes

Forschungsprojekt konnte sehr gut die

Zufriedenheit von Patienten*innen mit

der THS herausarbeiten: Patient*innen,

die sich realistisch eine Verbesserung

in den „Aktivitäten des täglichen

Lebens“, wie z.B. Anziehen, Zähne

putzen, Essen, Einkaufen usw. oder

auch weniger Medikamente wünschten,

waren sehr häufig mit dem Ergebnis

der THS sehr zufrieden. Nicht zufrieden

dagegen waren Patient*innen,

die sich von der OP eine Verbesserung

ihrer Partnerschaft wünschten,

„gesünder“ oder schlauer werden

wollten, aber auch auf Besserung

von Symptomen wie Gehstörungen

oder undeutliche Sprache hofften,

welche leider nur selten verbessern

lassen. Zudem wurde auch deutlich,

dass Patient*innen, die vor einer OP

auch nur leichtgradig apathisch oder

depressiv waren, oftmals auch wenn

die Beweglichkeit nach der OP sich

erheblich besserte, sehr unzufrieden

mit dem Ergebnis waren.

Während ein hohes Lebensalter für

sich selbst kein absolutes Ausschlusskriterium

darstellt, ist jedoch insbesondere

bei einem Alter über 70 Jahren

eine besonders strenge Überprüfung

der Kriterien angebracht. Besonders

junge Menschen unter 65 scheinen

am besten auf die Therapie anzusprechen.

Operationen jenseits des

80 Lebensjahres werden lediglich in

Ausnahmefällen durchgeführt.

Es besteht allgemein eine Tendenz

zu Überstimulation, manchen Patienten

kann man auf einfache Weise

helfen, indem man eine zu hohe

Stimulationsstärke auf das Optimale

zurückgeführt. Ein Patient berichtete

mir nach Reduktion von zu hohen

Stromstärken, dass er jetzt seit 2 Jahren

zum ersten Mal wieder eine Flasche


THS - Für wen ist die tiefe Hirnstimulation die richtige Therapie? 11

THS im Alltag: Erfahrungen am Universitätsklinikum

Marburg

Ob eine THS für unsere Patient*innen

in Frage kommt, untersuchen wir

an unserem Zentrum in der Regel im

Rahmen eines stationären Aufenthaltes

-der sog. „Indikationsprüfung“- auf

der PANAMA (Parkinson Netzwerk Allianz

Marburg, unser Parkinsonversorgungsnetzwerk)

-Spezialstation. Neben

dem Prüfen der o.g. Kriterien, wird

zudem eine ausführliche Bildgebung

des Gehirns durchgeführt. Anhand der

MRT können das Kollegium der Neurologie

und Neurochirurgie zusammen

abschätzen, ob ein erhöhtes Risiko für

eine Hirnblutung vorliegt: Je mehr das

Gehirn atrophiert (geschrumpft) ist,

desto höher ist leider die Gefahr ein

Blutgefäß zu verletzen.

Die Fälle werden anschließend

monatlich in einer interdisziplinären

THS-Fallkonferenz mit allen beteiligten

Fachdisziplinen ausführlich vorgestellt

und diskutiert. Wichtig ist immer

die Kernfrage: Überwiegen für diesen

Patient/diese Patientin und seine/ihre

speziellen Bedürfnisse, Lebenssituation,

Ängste und Wünsche die Vorteile

oder sind die Risiken zu hoch. Um der

Vielzahl der zu berücksichtigten Kriterien

genüge zu tun, sind an diesem

Prozess neben der Klinik für Neurologie

auch die Spezialist*innen der Kliniken

für Neurochirurgie, Psychiatrie und

Neuroradiologie beteiligt. Im Falle der

gemeinsamen Entscheidung zur THS

erfolgt dann ein weiterer stationärer

Aufenthalt in der Klinik für Neurochirurgie,

im Rahmen dessen die Operation

stattfi ndet. Die OP wird in der Regel

teilweise im Wachzustand durchgeführt,

um die Wirkung und Nebenwirkung

optimal beurteilen zu können, in

begründeten Fällen ist jedoch auch

eine OP in Vollnarkose möglich. Direkt

im Anschluss erfolgt das schrittweise

Anstellen des Stimulators.

Nach einer Anschlussheilbehandlung

kommt es in der 3-Monatskontrolle

dann zum ausführlichen Testen

einzelner Elektrodenkontakte und

verschiedener Stimulationssettings,

um möglichst genau Wirkung- und

Nebenwirkung zu beurteilen. Letztere

umfassen in erster Linie Sensibilitätsstörungen,

Muskelverkrampfungen vor

allem am Gesicht, Sprechstörungen

und Doppelbilder. Zur genauen Beurteilung

der Stimulationswirkung wird

diese Testung im medikamentenfreien

Zustand („OFF-Zustand“) durchgeführt.

Darüber hinaus wird auch die

medikamentöse Einstellung optimiert

und der/die Patient*in wird von unserem

erfahrenen ärztlichen und pfl egerischen

Personal in der Bedienung des

Stimulators geschult.

Weitere Nachsorge mit möglicher

Optimierung der Stimulation fi nden

strukturiert nach einem festen Konzept

nach 6 Monaten ambulant und nach

12 Monaten stationär und anschließend

jährlich statt. Hierbei wird nicht

nur der THS- und medikamentöse

Therapieerfolg kontrolliert, sondern

das Gerät auch regelmäßig technisch

überprüft. Bei Problemen ist eine

kurzfristigere Vorstellung oder in seltenen

Fällen die Vorstellung als Notfall

jedoch selbstverständlich möglich.

Zusammenfassend ist die THS eine

effektive symptomatische Therapie

der Parkinsonerkrankung, um Betroffenen

ein großes Stück an Lebensqualität

zurück zu geben. Da diese

jedoch nicht für jeden in Frage kommt

und langfristig auch Nebenwirkungen

auftreten können, ist eine strukturierte

und gründliche Selektion der

Patient*innen sowie eine umfassende

Nachsorge an einem spezialisierten

Zentrum für den Therapieerfolg essenziell.

Kenan Steidel, Marko Gjorgjevski,

Christopher Nimsky,

Lars Timmermann, David Pedrosa


12

THS - Neue Webseite für Patienten

Neue Website für Patienten mit Morbus Parkinson

informiert über Tiefe Hirnstimulation (THS)

Sprechen Sie gut auf die Behandlung mit Levodopa an, können aber Ihre Symptome nicht mehr ausschließlich

durch die Einnahme von Medikamenten kontrollieren? Dann kommt für Sie eventuell eine THS-Operation in Frage.

Was ist Tiefe Hirnstimulation?

Tiefe Hirnstimulation (THS) ist eine Behandlung, mit der sich

einige Symptome deutlich verbessern lassen. Bei der THS wird

ein kleines medizinisches Gerät in den Körper implantiert und

dessen zugehörige Elektroden in bestimmte Gehirnbereiche

geführt, was die Stimulation genau dieser Areale ermöglicht.

THS ist kein Heilmittel, aber die gezielte Stimulation kann dazu

beitragen, viele der Begleiterscheinungen von M. Parkinson zu

lindern. Auch die Anzahl und Dosierung der eingenommenen

Medikamente kann so verringert werden, so dass in Folge einige

der medikamentenbedingten Nebenwirkungen wie motorische

Fluktuationen und unwillkürliche Bewegungen abnehmen.

Wie sicher ist die Tiefe Hirnstimulation?

Jeder Eingriff ist mit einem Risiko verbunden, aber die THS

ist keine neue Therapie. In mehr als 25 Jahren mit klinischen

Studien und Patientenerfahrungen wurden die Sicherheit und

Wirksamkeit bei der Behandlung von Parkinson mit THS getestet.

Hunderttausende Patienten wie Sie erleben bereits die Vorteile.

Wirkt die Therapie sofort?

Tiefe Hirnstimulation kann das tägliche Leben verbessern.

Das geschieht jedoch nicht über Nacht. Es kann einige Monate

dauern, bis das Gerät perfekt an die individuellen Bedürfnisse

jedes Einzelnen angepasst ist.

Was bietet die neue Website?

Die neue Website hält für Patienten mit M. Parkinson nützliche

Informationen über die Therapieoption Tiefe Hirnstimulation

bereit. Sie soll Hilfestellung bieten bei der Entscheidung, ob

diese Behandlungsmöglichkeit für Sie in Betracht kommt.

Auf der Website findenSie zudem Erfahrungsberichte von

Patienten mit THS und deren Angehörigen. Außerdem hält die

Seite eine praktische Suchfunktion bereit, mit deren Hilfe Sie das

nächste THS-Zentrum finden können, sowie Informationen zur

Kontaktaufnahme.

Sicher. Effektiv. Reversibel. 1

Erfahren Sie auf der neuen Website,

ob Sie ein geeigneter Kandidat für die

Tiefe Hirnstimulation sind:

www.tiefehirnstimulation-info.de

NM-1130802-AA

1. Limousin P et al. Nature Reviews Neurology 15, 234-242. 2019.

ACHTUNG: Aufgrund gesetzlicher Vorschriften dürfen diese Produkte ausschließlich an einen Arzt oder auf dessen Anordnung verkauft werden. Indikationen, Kontraindikationen, Warnhinweise

und Gebrauchsanweisungen sind der Produktkennzeichnung des jeweiligen Produktes zu entnehmen. Die abgebildeten Produkte werden ausschließlich zu INFORMATIONSZWECKEN gezeigt

und sind in bestimmten Ländern möglicherweise nicht zugelassen oder dürfen nicht verkauft werden. Dieses Material ist nicht zur Verwendung in Frankreich vorgesehen.


TIEFE

HIRNSTIMULATION BEI

BEWEGUNGSSTÖRUNGEN

Eine Behandlungsoption – 96%

der Patienten würde sich wieder

operieren lassen! 1

www.tiefehirnstimulation-info.de

1. Knoop et al. Bridging the gap in patient education for DBS surgery for Parkinson’s disease. Parkinson’s Disease. 2017. 2017: 1-6.

Alle Marken- und Urheberrechte gebühren den entsprechenden Rechteinhabern. VORSICHT: Diese Produkte dürfen nur durch oder im Auftrag eines Arztes erworben werden.

Indikationen, Kontraindikationen, Warnungen und Anleitungen zur Benutzung sind der dem Produkt beigegebenen Gebrauchsanweisung zu entnehmen. Informationen nur

für die Verwendung in Ländern mit gültigen Produktregistrierungen bei den zuständigen Gesundheitsbehörden. Nicht für die Verteilung in Frankreich bestimmt.

NM-1187002-AA Gedruckt in Deutschland von medicalvision.


14

Die Fachklinik Ichenhausen

Ausgezeichnete Parkinson-Behandlung

Fachklinik Ichenhausen seit 1997 anerkannte Parkinson-Fachklinik

Die m&i-Fachklinik Ichenhausen gehört

seit über 25 Jahren zu den wenigen

zertifizierten Parkinson-Fachkliniken

der Deutschen Parkinson

Vereinigung. „Unsere Erfahrung zeigt,

dass Parkinson-Patient:innen sehr von

individualisierter Therapie profitieren.

Deshalb setzen wir auf langfristige und

persönliche Betreuung, die auch die

Lebensumstände, die persönlichen

Ziele und den Verlauf der Erkrankung

berücksichtigt“, erklärt Dr. Joachim

Durner, Chefarzt der Abteilung Neurologie.

„Die Parkinson-Krankheit ist eine

Erkrankung des zentralen Nervensystems.

Lange Zeit wurden bei Morbus

Parkinson nur die typisch motorischen

Symptome mit Bewegungsverlangsamung,

Muskelsteifigkeit und Zittern als

das klassische Bild gesehen. Seit vielen

Jahren weiß man jedoch, dass insbesondere

auch die nicht-motorischen

Symptome (Schlafstörungen, Kreislaufstörungen,

Inkontinenzprobleme sowie

Depression und kognitive Einschränkungen)

wesentlich den Verlauf der

Krankheit bestimmen und beeinflussen.

Oft gehen gerade diese Symptome

viele Jahre den klassischen motorischen

Symptomen voraus, sodass

Patient:innen häufig erst über „Umwege“

bei anderen Spezialist:innen zu einer:einem

neurologischen Facharzt:in

kommen und somit viel Zeit verloren

geht“, so Dr. Durner weiter.

Therapie in der m&i-Fachklinik

Ichenhausen – alles aus einer Hand

Die Therapie setzt sich aus mehreren

Bausteinen zusammen. Der wichtigste

ist der Einsatz von Medikamenten.

Damit lässt sich die Krankheit oft über

Jahre gut kontrollieren. Mit der Zeit

kann die Wirkung bestimmter Anti-Parkinsonmittel

allerdings abnehmen.

Deshalb ist in gewissen Zeitabständen

eine Anpassung der Medikamente

notwendig. Die medikamentöse Behandlung

zielt darauf ab, die Botenstoffe

im Gehirn wieder in ihr Gleichgewicht

zu bringen. Die medikamentöse

Einstellung ist anspruchsvoll, weil die

Symptome und Medikamentennebenwirkungen

sehr unterschiedlich

ausgeprägt sein können, ebenso wie

das Ansprechen auf die Medikamente.

Bei komplexen Krankheitsverläufen

muss sorgfältig die Indikation für eine

Apomorphin- oder Duodopa-Pumpe

bzw. für eine Tiefenhirnstimulation diskutiert

werden.

Neben der medikamentösen Behandlung

ist auch eine gute physiotherapeutische

Betreuung wichtig, um

möglichst lange die Beweglichkeit zu

erhalten. Aber auch Entspannungsübungen

können sich positiv auf das

Zittern auswirken. Logopädische Maßnahmen

helfen, wenn das Sprechund

Schluckvermögen beeinträchtigt

ist. Eine Ergotherapie hilft, möglichst

lange selbstständig den Alltag bewältigen

oder Hobbys ausführen zu können.

Bei Bedarf wird auch der Einsatz

von Hilfsmitteln trainiert und das häusliche

Umfeld an die Bedürfnisse der:des

Parkinson-Kranken angepasst. Ein:e

Therapeut:in kann Betroffene und Angehörige

bei der psychischen Bewältigung

der Erkrankung

unterstützen.

Eine ebenso wichtige

Rolle spielt

die Ernährung bei

Parkinson-Patient:innen.

Wichtig

ist, dass sie ausreichend

viele Kalorien

zu sich nehmen

und sich ausgewogen

ernähren.

„In der Fachklinik

Ichenhausen arbeiten

Ärzt:innen,

Therapeut:innen

und Pflegekräfte

Hand in Hand. Sie

sind im regelmäßigen

Austausch

über jede:n einzelne:n Patient:in. Somit

gewährleisten wir eine optimale

Therapie bzw. Behandlung“, sagt Dr.

Joachim Durner.

Grünes Licht mit rotem Schein

Patient:innen zur Behandlung von Morbus

Parkinson können direkt über den

Haus- oder Facharzt:in mit akut-stationärem

Einweisungsschein (Rot) nach §

39 SGB V (Krankenhausbehandlung) in

die m&i-Fachklinik Ichenhausen eingewiesen

werden.

Mehr Informationen finden Sie unter

www.fachklinik-ichenhausen.de


Die Passauer Wolf Fachklinik Bad Gögging ist Parkinson-Spezialklinik 15

Die Passauer Wolf Fachklinik Bad Gögging ist

Parkinson-Spezialklinik

In der Passauer Wolf Fachklinik Bad

Gögging ist man auf die akutstationäre

und rehabilitative Behandlung

von Morbus Parkinson spezialisiert.

Das Neurologische Zentrum für Bewegungsstörungen

im Passauer Wolf Bad

Gögging ist seit Februar 2022 von der

Deutschen Parkinson Vereinigung e.V.

als Parkinson-Spezialklinik zertifiziert.

Das Therapiekonzept vereint bewährte

und neue Behandlungsmethoden.

Multimodale Behandlungskonzepte

Das Team unter der Leitung von Priv.-

Doz. Dr. med. Tobias Wächter setzt

auf wissenschaftlich fundierte Behandlungsverfahren.

Die multimodale

Komplexbehandlung ermöglicht es,

medikamentös-therapeutische mit

nicht-medikamentösen Behandlungskonzepten

zu kombinieren. Auf typische

Symptome reagiert man hier mit

einer Kombination aus effektiven Therapieverfahren,

wie der Physiotherapie

und physikalischen Maßnahmen, der

Ergotherapie, der Sprachtherapie, der

Neuropsychologie u. v. m. »Auch die

Optimierung von Hirnstimulatoren nehmen

wir vor«, so Chefarzt Dr. Wächter.

Ein moderner Gangroboter steigert

die Chancen Betroffener, die Gehfähigkeit

wiederzuerlangen oder zu

verbessern. Zudem haben sich Entspannungsverfahren,

z. B. Taiji und der

Schäfflertanz, im Therapiealltag etabliert.

Um nach dem Aufenthalt effektive

Methoden anbieten zu können,

beteiligt sich der Passauer Wolf an

wissenschaftlichen Projekten. Mit dem

Fraunhofer-Institut in Berlin wurde ein

Computerprogramm für das Training

zu Hause entwickelt, mit dem die Patienten

Bewegungselemente aus der

LSVT-BIG-Therapie® - selbständig, aber

kontrolliert – durchführen können.

Wohl und sicher fühlen in

komfortablem Ambiente

Die interdisziplinäre Komfortstation

in der Passauer Wolf Fachklinik wird

gehobenen Ansprüchen gerecht.

Hervorragender Service, komfortable

Ausstattung, umfassende Betreuung,

ein Komfort-Restaurant und die

Lounge mit Exklusivzutritt machen den

Aufenthalt im Passauer Wolf Privat-Bereich

zu etwas Besonderem. Durch

das Aufgreifen von »Healing Architecture«-Ideen,

z. B. mit einem lichtdurchfluteten

Atrium oder bepflanzten Wänden,

hat man sich die Kraft der Natur

ins Haus geholt. Eine konsequent behindertengerechte

Ausführung und

Aspekte des demenzsensiblen Designs

hat man ebenso berücksichtigt. Für einen

höchstmöglichen Infektionsschutz

wurden spezielle Abläufe und ein effektives

Hygienekonzept etabliert.

Priv.-Doz. Dr. med. Tobias Wächter

Chefarzt Neurologie

Passauer Wolf Bad Gögging

Zugang zur

Parkinson-Komplexbehandlung

Für die Aufnahme zur Akutbehandlung

im Neurologischen Zentrum für Bewegungsstörungen

ist eine Krankenhauseinweisung

des Haus- oder Facharztes

für gesetzlich Versicherte Voraussetzung.

Privatversicherten empfehlen

wir, wie bei jeder akutstationären Aufnahme,

die Kostenübernahme im Vorfeld

mit der Krankenkasse zu klären.

NEUROLOGISCHE AKUTBEHANDLUNG

NEUROLOGISCHE REHABILITATION

Komplexbehandlung und Rehabilitation bei Morbus Parkinson

Das Neurologische Zentrum für Bewegungsstörungen im Passauer Wolf Bad Gögging ist zertifizierte

Spezialklinik der Deutschen Parkinson Vereinigung. Die Parkinson-Komplexbehandlung

ermöglicht in der Akutphase durch unterschiedliche Behandlungskonzepte eine effektive und

speziell auf die Beschwerden abgestimmte Therapie. Direkt im Anschluss kann eine rehabilitative

Weiterbehandlung erfolgen. Unsere Ärzte, Therapeuten und Pflegekräfte verfügen

über spezielle Zusatzausbildungen und Qualifikationen. Voraussetzung für die Inanspruchnahme

für gesetzlich Versicherte ist die Krankenhauseinweisung des Haus- oder Facharztes.

Mehr erfahren Sie online und im persönlichen Gespräch. Wir beraten Sie gerne.

GERIATRIE

ORTHOPÄDIE

HNO-PHONIATRIE

BAD GÖGGING

passauerwolf.de


FOCUS–GESUNDHEIT

08 | 2019

16

Digitale Unterstützungsmöglichketien bei Parkinson

Digitale Unterstützungsmöglichkeiten bei Parkinson

Digitale Unterstützungsmöglichkeiten

werden sich - soweit nicht bereits

geschehen - auch im medizinischen

Versorgungsbereich zunehmend etablieren.

Hierzu zählen neben mobilen

Apps mit Unterstützung bei Medikamenteneinnahme

und Dokumentation

von Symptomen auch andere digitale

Optionen zur Information über die

Erkrankungen oder zum gezielten Training.

All diese Aspekte machen die digitalen

Unterstützungen besonders für

Menschen mit Parkinson interessant.

Unterstützt wird diese Entwicklung

durch das 2019 verabschiedete Digitale

Versorgungsgesetz, das in den

nächsten Jahren große Auswirkungen

auf den Versorgungsalltag auch von

Parkinson-Betroffenen haben wird: es

bietet die Möglichkeit, das sich Betroffene

entsprechend zugelassene

Gesundheits-Apps wie Arzneimittel

auf Kassenkosten verschreiben lassen

können. Bislang haben 30 Apps zur

Unterstützung so verschiedener Erkrankungen

wie Diabetes mellitus, Tinnitus

und chronischen Schmerzen den

Zulassungsprozess erfolgreich durchlaufen

und können damit offiziell als

„Digitale Gesundheitsanwendungen“

(DiGA) bezeichnet werden. Für die

Parkinson-Erkrankung ist zwar bislang

keine App als DiGA zugelassen, trotzdem

sind bereits jetzt einige Apps verfügbar,

die Erleichterungen des Alltags

oder Unterstützungen bei häuslichen

Trainingsprogrammen für Menschen

mit Parkinson bieten können.

Die kostenfreie MoveApp – Mobil

mit Parkinson verbindet Informationen

über die Parkinson-Erkrankung

mit Übungsvideos zur Verbesserung

der Beweglichkeit, einem digitalen

Medikamentenplan mit Erinnerungsfunktion

und zahlreichen Hilfsmitteln

wie einem Metronom, einem dynamischen

Sprechbrett und einem Bewegungsprotokoll.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche

Apps, die sich mit einzelnen Aspekten

der Erkrankung beschäftigen, z.B.

Medikamenten-Apps zur Erinnerung

an die regelmäßige Einnahme oder

zur Prüfung von Wechselwirkungen

zwischen den eingenommenen Präparaten

sowie Trainings-Apps zum

gezielten Üben einer klaren und deutlichen

Aussprache.

In diesen Bereich fällt auch die

CuraSwing App, die ein Training zur

Verbesserung des Armschwungs bietet.

Beim Gehen erhalten die Betroffenen

über einen Kopfhörer ein direktes

Musik-Feedback über die Ausprägung

des Armschwungs. Mit zunehmendem

Armschwung wird die Musik intensiver

und gibt dadurch eine aussagekräftige

und direkte Rückkopplung über

den Trainingserfolg. Feedback und

musikalische Stimulation steigern die

Motivation und können zu einer Verbesserung

des Gangbildes führen. Bisher

ist die kostenfreie Curaswing-App

nur für das Betriebssystem iOS (Apple-Geräte)

verfügbar.

Für die Zielgruppe der beruflich Pflegenden

hat sich eine neu etablierte

E-Learning-Plattform die Vermittlung

von fundiertem Wissen und Weitergabe

praktischer Erfahrungen für eine

gute pflegerische Versorgung der Betroffenen

zum Ziel gesetzt. Orts- und

zeitunabhängig können Pflegekräfte

sich über die „Online Pflegeschule –

Parkinson“ (www.online-pflegeschule.de)

ein breites Wissen zum Thema

Parkinson aneignen. Die Wissensvermittlung

erfolgt über Podcasts, Videos

und Textmaterialien. Kern der Weiterbildung

sind 27 Podcasts, in welchen

Experten aus dem pflegerischen, therapeutischen

und ärztlichen Bereich

die Grundlagen zu allen pflegerisch relevanten

Themen der Parkinson-Krankheit

vermitteln.

Abschließend bieten sich im digitalen

Raum eine Vielzahl von Möglichkeiten

für Betroffene und Angehörige, das

eigene Wissen über die Erkrankung,

die Behandlung und Pflege zu erweitern.

Ein Beispiel hierfür ist das Projekt

„Pflege in Familien fördern – PfiFf“ der

AOK. In insgesamt 13 kurzen Erklär-Videos

sind Pflegesituationen bei der

Pflege und Betreuung von Betroffenen

dargestellt und themenbezogen zur

Anleitung und zum Umgang mit Herausforderungen

im Pflegealltag hinterlegt

- https://aok-pfiff.de/pflegefilme/

pflege-bei-parkinson.

Prof. Dr. Ebersbach

TOP

NATIONALES

KRANKENHAUS

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PARKINSON

PARKINSON PARKINSON

DEUTSCHLANDS

GRÖSSTER

DEUTSCHLANDS

KRANKENHAUS-

GRÖSSTER VERGLEICH

KRANKENHAUS-

VERGLEICH

DEUTSCHLANDS

RENOMMIERTE

ÄRZTELISTE

Die Parkinson-Klinik, unter Leitung von Chefarzt Professor Dr. med.

Georg Ebersbach, ist ein modernes Zentrum zur Diagnostik und Therapie

des Parkinson-Syndroms. Die Klinik liegt 30 km südlich von Berlin

und verfügt über diagnostische und therapeutische Spezialeinrichtungen

(wie z. B. Computertomografie, Tremoranalyse, Schluckanalyse). Unsere

Klinik bietet ausschließlich Ein- und Zweibettzimmer mit eigener Nasszelle

(Dusche, Waschbecken, WC), Telefon und Kabel-TV.

Besondere Schwerpunkte der Klinik sind:

- Einstellung der medikamentösen Parkinson-Therapie

- Moderne physikalische, krankengymnastische und psychosoziale Therapie

- Beratung und Behandlung bei tiefer Hirnstimulation

- Diagnostik und Therapie bei atypischen Parkinson-Syndromen

Neurologisches Fachkrankenhaus

für Bewegungsstörungen/Parkinson

Straße nach Fichtenwalde 16

14547 Beelitz-Heilstätten

Telefon: 033204 / 22781

Telefax: 033204 / 22782

E-Mail: libuda@kliniken-beelitz.de

Ausführliche Infos zu Parkinson und unseren Therapieangeboten finden Sie online unter: www.parkinson-beelitz.de


Die Neurologische Klinik Sorpesee 17

Neurologische Klinik Sorpesee:

Zertifizierte Parkinson-Spezialklinik im Sauerland

Musiktherapie:

Musik als Therapie

und Entspannung

Musik hat positive Auswirkungen auf das Körpergefühl.

Ein gezielter Einsatz von Klängen führt zu tiefer Harmonie

und Entspannung. Aus diesem Grund wird Musik im

Rahmen der Musiktherapie erfolgreich zur Förderung

und Wiederherstellung der geistigen und körperlichen

Gesundheit genutzt.

Bedarf unterschiedliche Therapien eingesetzt und miteinander

verbunden. Alle Therapien zielen darauf ab, dass Betroffen

die alltägliche Routine gut meistern können und dadurch

wieder mehr Lebensqualität gewinnen. Wichtig dabei ist,

dass der Patient gefordert und nicht überfordert wird.

Bei vielen Parkinson-Patienten sorgt die Musik für eine

optimistische Grundhaltung, die sich im Kampf gegen ihre

Erkrankung zu einer starken Kraft entwickeln kann. Neben

Entspannung und innerer Ruhe können viele Betroffene

durch die Musiktherapie ihren täglichen Stress besser bewältigen

und zu sich selbst finden. Gefühle können eng mit

den Klängen verbunden und ausgedrückt werden.

Unter Leitung einer ausgebildeten Musik- und Klangtherapeutin

setzt auch die Neurologische Klinik Sorpesee

die Musiktherapie bereits seit einigen Jahren erfolgreich

ein. Dabei lässt sich die Therapie vielfältig gestalten und

ganz an den individuellen Bedürfnissen des Patienten

ausrichten. Zu den zahlreichen Therapieansätzen zählen

zum Beispiel die Klangdusche, der Klangstuhl oder Instrumentenbau.

Klänge und Vibrationen lösen körperliche

als auch emotionale Spannungen und fördern die innere

Ruhe. Gleichzeitig werden bei der Musiktherapie aber auch

Dynamik, Rhythmusgefühl und Koordinationsfähigkeit der

Patienten gefördert.

UNSER THERAPIEANGEBOT

Physiotherapie/

Physikalische Therapie

Ergotherapie

Logotherapie

Sporttherapie

Tanztherapie

Psychologische Beratung

Arbeitsplatztraining

Aber nicht nur die Musiktherapie spielt in der zertifizierten

Parkinson-Spezialklinik am Sorpesee eine große Rolle. Im

Rahmen der Parkinson-Komplexbehandlung werden je nach

Telefon 02935 807-0

www.klinik-sorpesee.de


18

Schwindel und Gleichgewichtsstörungen bei Parkinson

Schwindel und Gleichgewichtsstörungen bei Parkinson

Schwindel, Gangunsicherheit und

Gleichgewichtsstörungen sind bei

Parkinsonpatienten häufig und treten

während des gesamten Krankheitsverlaufs

auf. Nicht selten gehört Schwindel

zu den ersten Beschwerden, noch

bevor eine Parkinson-Erkrankung festgestellt

wurde. Es gibt eine Reihe von

Ursachen, warum Parkinsonpatienten

unter derartigen Symptomen leiden

können. Die meisten lassen sich gut

behandeln, wenn sie einmal sicher

eingeordnet worden sind.

Schwindel gehört zu den häufigsten

Symptomen in der Medizin, schon deshalb,

weil ganz verschiedene Dinge

damit beschrieben werden. Patienten

geben Schwindel an, wenn sich

alles dreht wie im Karussell, wenn es

schwankt wie auf einem Schiff, wenn

sie unsicher beim Gehen sind, aber

auch bei Angst hinzufallen, einem allgemein

benebelten Gefühl oder innerer

Unruhe. Schwindel im engeren

Sinne beschreibt den Eindruck von Bewegung,

die nicht der tatsächlichen

Bewegung entspricht, sondern einer

gestörten Wahrnehmung der Umgebung.

Solche überraschenden Bewegungswahrnehmungen

treten auch

auf, wenn das Gleichgewicht gestört

ist. Die Abbildung zeigt, was im Körper

alles funktionieren muss, damit das

Gleichgewicht normal gehalten werden

kann.

Welche typischen Situationen gibt es

bei Parkinsonpatienten, die zu Schwindel

und Gleichgewichtsstörungen

führen? Und wie können solche Störungen

prinzipiell behandelt werden?

Diesen beiden Fragen gehen wir im

Folgenden nach.

Schwindel bei Aufstehen aus dem

Sitzen: Blutdruckregulation

Viele Parkinson-Betroffene haben einen

niedrigen Blutdruck – oder stark

wechselnde Blutdruckwerte. Gründe

dafür sind die Veränderung der Steuerung

des Blutdrucks durch die Erkrankung,

aber auch die Medikamente

und ein relativer Flüssigkeitsmangel.

Wenn also der Schwindel immer kurz

nach dem Aufstehen besonders deutlich

ist, sollte der Blutdruck im Tagesverlauf

kontrolliert werden (evtl. 24-Stunden-Messung).

Manchmal müssen

die Medikamente angepasst werden.

Darüber hinaus ist ausreichende Flüssigkeitszufuhr

wichtig, auch wenn das

von manchen Patienten in der zweiten

Tageshälfte vernachlässigt wird,

um nachts nicht aufstehen zu müssen.

Abbildung:

Die wichtigsten Bereiche, die für das Gleichgewicht

gebraucht werden. Im Gehirn können

Angst und Konzentrationsstörungen das

Gleichgewicht beeinträchtigen. Außerdem

wird dort festgestellt, ob Körper und Umgebung

wirklich senkrecht sind. Wichtig

für das Gleichgewicht sind auch eine gute

Sehkraft, normale Augenbewegungen und

eine ausreichende Funktion der eigentlichen

Gleichgewichtsorgane im Innenohr.

Um sicher zu stehen und zu gehen, erhält

das Gehirn Rückmeldungen von den

Nerven an Armen und Beinen, aus den

Gelenken und Muskeln. Schließlich muss

der Körper insgesamt leistungsfähig genug

sein, also Knochenapparat, Herz und

Kreislauf müssen gut funktionieren, um im

Gleichgewicht zu bleiben.


Schwindel und Gleichgewichtssörungen bei Parkinson 19

Schwindel beim Umdrehen im Bett,

beim Bücken und beim Nach-oben-

Schauen: Lagerungsschwindel

Der sogenannte gutartige Lagerungsschwindel

ist die häufigste Ursache

von Schwindel aus dem Gleichgewichtssystem.

Er tritt auch bei

Parkinson-Betroffenen sehr häufig auf,

insbesondere wenn Mobilität und Beweglichkeit

eingeschränkt sind. Die

typischen Beschwerden sind kurze und

heftige Drehschwindelattacken beim

Umdrehen im Bett oder beim Bücken,

um die Schuhe zuzubinden, oder beim

Nach-oben-Schauen, um eine Tasse

aus dem Schrank zu nehmen. Morgens

sind die Beschwerden häufig am

schlimmsten. Sie kommen dadurch

zustande, dass kleine Steinchen frei in

den Innenohrkanälen herumschwimmen.

Die Behandlung ist sehr einfach

und erfolgreich mit bestimmten Bewegungsmanövern

möglich, die aber

genau zu der betroffenen Stelle passen

müssen. Unbehandelt kann der

Lagerungsschwindel zu erheblicher

Beeinträchtigung führen.

Schwindel beim Gehen, aber nicht in

Ruhe: Polyneuropathie und Vestibulopathie

Wenn die Sinnessysteme nicht gut

funktionieren, führt dies zu Gleichgewichtsstörungen,

die sich vor allem

beim Stehen und Gehen auswirken.

Häufig besteht – auch bei Parkinson –

eine Polyneuropathie, also eine Funktionsstörung

der Nerven in Armen und

Beinen. Typische Beschwerden sind

dann Taubheitsgefühl, Kribbeln oder

Schmerzen an den Fußsohlen, den Unterschenkeln

und später auch an den

Fingerspitzen. Für das Gleichgewicht

bedeutet das, dass insbesondere im

Dunkeln, in der Dämmerung und auf

unebenem Boden das Gehen sehr

unsicher wird. Ähnliche Beschwerden

treten auf, wenn die Gleichgewichtsorgane

im Innenohr nicht mehr zu 100

Prozent arbeiten.

Es ist allgemein bekannt, dass das Hören

im Laufe des Lebens schlechter

wird. Für das Gleichgewichtsorgan gilt

das ebenso, wobei schwerer zu erkennen

ist, wo die Probleme herrühren. Bei

Gleichgewichtsproblemen beim Gehen

würde der Arzt also immer kontrollieren,

ob eine der beschriebenen Störungen

vorliegt und wo sie herkommt.

Neben der Behandlung der Ursache

ist das Training des Gleichgewichts in

diesen Fällen besonders wichtig, denn

die Anteile, die funktionieren, können

verlorene Anteile teilweise ersetzen.

Fallneigung nach hinten und wiederholte

Stürze: Vertikalenwahrnehmung

und Mittelhirn

Ganz typisch bei der „Progressiven supranukleären

Blickparese“ (PSP), einer

atypischen Parkinsonform, aber auch

beim „normalen“ Parkinson ein Problem:

Es kann immer wieder zu Stürzen

kommen, die dann wegen der starken

Unsicherheit, aber auch bei zusätzlicher

Angst, den Bewegungsradius

deutlich einschränken. Parkinson ist

eine Erkrankung, die vom Gehirn ausgeht

und dort auch die Zentren für

Wahrnehmung des Senkrechten betrifft.

Wichtige Nervenzellen für diese

Funktion liegen im sogenannten Mittelhirn,

einem Teil des Hirnstamms im

hinteren Gehirn. Das Mittelhirn ist oft

von der Erkrankung betroffen. Viele

Parkinsonpatienten haben entsprechend

Probleme, sich senkrecht zu

halten, und gehen nach vorn oder zur

Seite geneigt. Stürze treten ebenfalls

oft auf, wenn der Körper in Rücklage

gerät und die Balance nicht wieder

hergestellt werden kann. Es ist wichtig,

dieses Problem zu erkennen und mit

speziellem Gleichgewichtstraining die

Fähigkeit, aufrecht zu bleiben, zu verbessern.

Die Beispiele zeigen, wie unterschiedlich

Ursachen für Schwindel, Gleichgewichtsstörungen

und Gangunsicherheit

bei Parkinson sein können. Um die

Situation zu verbessern, ist es in einem

ersten Schritt notwendig, die genaue

Diagnose zu stellen. Auf Grundlage

der Diagnose kann dann die gezielte

Behandlung erfolgen. Neben der

Medikamenten- oder/und Verhaltensanpassung

(Flüssigkeitsaufnahme,

Bewegung) ist in vielen Fällen aktives

Stand- und Gangtraining zur Verbesserung

des Gleichgewichts erforderlich.

Dies kann mit Anleitung zu Hause oder

ambulant mit Physiotherapie erfolgen.

Wenn sich die Ursache nicht feststellen

lässt oder das Gleichgewicht so

schlecht ist, dass eine große Sturzgefahr

besteht, lohnt sich die Vorstellung

in einem der spezialisierten Zentren

(www.schoen-klinik.de/behandlung).

In jedem Fall lohnt es sich bei Schwindel,

der das tägliche Leben unangenehm

beeinflusst, die Ursache zu

suchen und zu behandeln. Der Satz

„Damit müssen Sie leben“ stimmt nur

selten.

Prof. Dr. med. Klaus Jahn

Chefarzt Neurologie

Schön Klinik Bad Aibling

Kolbermoorer Str. 72,

83043 Bad Aibling

Phone: +49 8061 903-1503

Fax: +49 8061 903-91503

E-Mail:

aib-neuroakut@schoen-klinik.de


20

Paracelsus Elena Klinik – Neuer Kliniktrakt offiziell eröffnet

Paracelsus Elena Klinik

– Neuer Kliniktrakt offiziell eröffnet

Kassel, 17.02.2022 Der Erweiterungsbau

der Paracelsus Elena Klinik ist am

gestrigen Mittwoch, 16. Februar, offiziell

eröffnet worden. Vertreter der Paracelsus

Geschäftsleitung, der Stadt

Kassel und des Landes Hessen und

rund 130 Weggefährten, Patientenvertreter,

Vertreter der Kostenträger und

Fachkollegen nahmen an der Veranstaltung

teil, die pandemiebedingt online

stattfand.

Während der Veranstaltung hob Hessens

Gesundheitsminister Kai Klose in

seiner Videobotschaft die Bedeutung

der Parkinson-Fachklinik für die Krankenhauslandschaft

Hessens hervor.

„Heute können wir den Fokus einmal

weg von der Corona-Pandemie auf

einen anderen Aspekt der Krankenversorgung

lenken. Die Elena-Klinik ist

eine echte Bereicherung für die hessische

Krankenhauslandschaft, umso

mehr freut es mich, dass wir heute die

offizielle Eröffnung des Neubaus begehen

können“. Auch Kassels Oberbürgermeister

Christian Geselle würdigte

die herausragende Bedeutung der

Elena-Klinik für die Region und die Gesundheitsversorgung

der hier lebenden

Menschen. Er übermittelte seinen

herzlichen Dank auch im Namen der

Stadtgesellschaft, dass „diese besondere

Klinik im Herzen unserer Stadt“

Kassel zu einem bedeutenden Standort

für die Behandlung von Parkinson

und Bewegungsstörungen hierzulande

macht.

Chefärztin Prof. Dr. med. Claudia

Trenkwalder, die die Klinik seit rund 18

Jahren führt und gemeinsam mit ihrer

ärztlichen Kollegin Prof. Dr. med. Brit

Mollenhauer die Klinik zu einem international

renommierten Forschungszentrum

ausgebaut hat, betonte in ihrer

Rede, wieviel Potential nun für eine

individuelle und hochwertige Patientenversorgung

vorhanden sei. Auch

die Bedingungen für die zahlreichen

Forschungsaktivitäten der Klinik seien

nun deutlich verbessert. Die Erweiterung

des Schlaflabors steht unmittelbar

bevor, ein neuropsychiatrischer

Bereich ist ebenso im Aufbau wie der

Fachbereich einer spezifischen Altersmedizin.

„Dieser Neubau ist für unsere

Patienten und Angehörigen. Und

auch für unsere Mitarbeiter. Denn bei

uns steht der Mensch im Mittelpunkt“,

so die langjährige ärztliche Chefin der

Klinik.

Prof. Brit Mollenhauer schließlich machte

in ihrem Redebeitrag noch einmal

deutlich, was das Ziel der zahlreichen

Studien- und Forschungsaktivitäten

an der Elena-Klinik ist, nämlich irgendwann

Parkinson heilen zu können. Mit

der langjährigen DENOPA-Studie und

der „Gesund-altern-Studie“ nannte sie

in diesem Zusammenhang zwei Studien,

die sich vor allen Dingen der Früherkennung

von Parkinson widmen.

Gefördert von Land und Stadt

Mit 8,8 Millionen Euro hat sich das Land

Hessen am Neubautrakt der Klinik beteiligt

– nach zehn Jahren Planungsund

Bauzeit ist der viergeschossige

Erweiterungsbau nun offiziell in Betrieb.

Mit einem Investitionsvolumen von 24.7

Millionen € ist ein moderner viergeschossiger

Kliniktrakt entstanden, der

sich nahtlos in das bisherige denkmalgeschützte

Klinikensemble einfügt. Der

großzügig gestaltete Kliniktrakt bietet

Platz für insgesamt 59 Patienten. Damit

stockt Deutschlands älteste Fachklinik

für Parkinson-Erkrankte ihre Bettenkapazitäten

auf 140 Betten auf.

Seit Beginn des neuen Jahres kommen

die Patienten der Elena-Klinik

und ihre Angehörigen in den Genuss

einer modernen Klinikarchitektur, die

die besonderen Bedürfnisse und Erfordernisse

bei der Behandlung von

Parkinsonpatienten in den Mittelpunkt

stellt. Lichtdurchflutete Räume, eine

hochwertige Ausstattung, großzügig

geschnittene Patientenzimmer und

Untersuchungsräume, durchgehende

Barrierefreiheit, breite Flure für Gehübungen

sowie ein erweitertes diagnostisches

Untersuchungsspektrum im

Haus sind weitere Merkmale einer modernen

Patientenbetreuung. Knapp

drei Jahre Bauzeit und eine Planungsphase

von 10 Jahren liegen hinter den

Verantwortlichen bei Paracelsus.

Bei der Innenraumgestaltung hat man

viel Wert auf wohnliche Gestaltung

gelegt. Großzügig dimensionierte

Fensterfronten, eine ansprechende

Farbgebung, eine an Hotelstandards

orientierte Ausstattung und Möblierung

tragen dazu bei. Auch Aufenthaltsräume

für Angehörige wurden

geschaffen, denn „manchmal ist es

aus medizinischen Gründen erforderlich,

dass der Partner, den stationären

Aufenthalt begleitet“, erklärt Prof.

Trenkwalder.

Insgesamt 42 Doppel- und Einzelzimmer

mit zusammen 59 Betten umfasst

der Neubau. Ein Wahlleistungsbereich

befindet sich ebenfalls im Neubau.

Hinzu kommen ein Multifunktionssaal,

zahlreiche Räumlichkeiten für Untersuchungen,

Therapien und Aufenthalt

und ein großzügig angelegter Bewegungsparcours

im Außenbereich.

Staffelstabübergabe an

Prof. Brit Mollenhauer

Die Eröffnung des Neubaus stellt einen

Meilenstein in der Entwicklung der Klinik

dar und auch in der Klinikleitung

gibt es bedeutsame Veränderungen:

Zum ersten März wird die langjährige

Chefärztin Prof. Dr. med. Claudia

Trenkwalder die ärztliche Leitung an

Prof. Dr. med. Brit Mollenhauer übergeben.

„Unsere Patienten bestmöglich

zu behandeln, Therapiekonzepte

zur Verfügung zu stellen, die aktuelle

Erkenntnisse der Forschung umsetzen,

das betrachte ich als wunderbare Aufgabe.

Wer mich kennt, weiß, dass ich

die Forschungsaktivitäten weiterhin

sehr in den Mittelpunkt stellen werde.

Wir alle hier empfinden Verantwortung

dafür, die Parkinsonerkrankung besser

zu verstehen. Und wir werden unsere

Erkenntnisse von Kassel aus in die Welt

tragen“, erklärte die künftige neue

Chefärztin der Paracelsus Elena Klinik

und bedankte sich herzlich bei Prof.

Trenkwalder, der Geschäftsleitung und

dem Paracelsus Gesellschafter, der

Porterhouse Group für das Vertrauen.

In den nächsten Wochen und Monaten

wird nun der bisherige Klinikbau,

dessen Kerngebäude aus dem

Jahre 1911 stammt, energetisch und

technisch saniert – der Ausbau der

Elena-Klinik zu einer der modernsten

Fachkliniken Deutschlands schreitet

also weiter voran.

Patientenzimmer im Wahlleistungsbereich;

Bildnachweis: Valentin Pellio


Parkinson und Arbeitswelt 21

Vereinsauflösung und neuer Funktionsbereich der dPV mit

dem Themenbereich „Parkinson und Arbeitswelt“

Nach Gründung des Vereins Parkinson

und Arbeitswelt e.V Ende 2019, der

sich zum Ziel gemacht hat, Betroffene,

die noch im Berufsleben stehen, nach

dem Erhalt ihrer Diagnose mit Rat und

Tat zur Seite zu stehen, wird sich 2022

auflösen.

Im Laufe der letzten 2 Jahre haben wir

festgestellt, dass das Thema Parkinson

und Arbeitswelt an Aufmerksamkeit

gewonnen hat und diese Zielgruppe

unbedingt Hilfe und Unterstützung benötigt.

Interessierte haben darüber hinaus

Beratungsbedarf in Themenfeldern, in

denen wir weniger aktiv werden wollten.

Auch haben uns viele Betroffene

erst um Hilfe und Unterstützung gebeten,

als das Kind sprichwörtlich schon

in den Brunnen gefallen war, so dass

wir nur bedingt Hilfestellung leisten

konnten.

Demzufolge haben unsere bisherigen

Erfahrungen gezeigt, dass die Nachfrage

nach PuA-Beratung und -Unterstützung

nicht im Verhältnis zu den

Aufwendungen stehen, die die Existenz

eines Vereins rechtfertigt.

Nach reiflicher Überlegung und intensivem

Austausch mit dem Kooperationspartner

dPV – Deutsche Parkinson

Vereinigung Bundesverband e.V. waren

wir uns einig, den Verein aufzulösen,

aber dennoch den so wichtigen

Bereich „Parkinson und Arbeitswelt“

weiter am Leben zu erhalten. Von der

dPV wurde ein Funktionsbereich und

eine Stelle zur „Bundes-Beauftragten

Parkinson und Arbeitswelt“ vorgeschlagen

und angeboten, um spezifische,

sowie sonstige ergänzende und

relevanten Beratungs- und Betreuungsleistungen

in einer großen Organisation

anzubieten. Für diesen Posten

wurde ich, Rike Sonnenschein, 1. Vorsitzende

des Vereins PuA e.V. vorgeschlagen.

Der Bundesvorstand hat auf

seiner Sitzung am 14./15.02.2022 mich

zur dPV Bundesbeauftragten für Parkinson

und Arbeitswelt ernannt.

Ich bedanke mich für das Vertrauen

und freue mich auf die künftige intensive

Zusammenarbeit zum wechselseitigen

Nutzen gerade jüngerer Parkinson-Patienten.

Welches Ziel habe ich mir als Bundesbeauftragte

gesteckt?

Die Vision…für alle an MP Erkrankten,

die noch im Berufsleben stehen, soll

eine bundesweite Anlaufstelle (Zentrale)

ins Leben gerufen werden!

Was bedeutet das … eine Anlaufstelle

(Zentrale)?

Es wird eine Anlaufstelle geben, die

für alle Fragen, Ängste und Unsicherheiten,

die für Betroffene, die noch im

Arbeitsleben stehen, eingerichtet, die

dann alles Weitere zur Hilfestellung der

Problematik koordiniert.

• SCHLUSS mit dem Suchen nach

geeigneten Ansprechpartnern

• SCHLUSS mit den negativen Berichten,

die nur noch mehr Unsicherheit

in dein Leben bringen

• SCHLUSS mit dem aufwändigen

und lästigen Suchen im Netz

Die ersten Schritte und Bemühungen

um das Amt mit Leben zu füllen, sind

bereits im Gange. Es gilt ein geeignetes

Team, das mit Ehrgeiz, Enthusiasmus,

Wissen und Freude an die Arbeit

geht, zu gründen.

Hierfür wurde der Grundstein bereits

gelegt und ein Team zusammengestellt,

dass mit allen wichtigen Akteuren,

wie z. B. Arbeitsämter, Versorgungsämter,

Neurologen, Kliniken usw.

zusammenarbeiten wird.

Weitere Wege die ebenfalls zum Ziel

führen sind z.B. mehr Aufmerksamkeit

in der Öffentlichkeit!

So wurde mit Blick auf den Weltparkinsontag

am 11.04.22 ein Filmbeitrag

vom SR3 gedreht um auf unsere Situation

in der Arbeitswelt aufmerksam zu

machen und am 09.04.2022 im „Wir im

Saarland“ ausgestrahlt.

Link Filmbeitrag:

https://www.sr-mediathek.de/

index.php?seite=7&id=114687

Weitere Informationen folgen in den

nächsten Ausgaben.

Wir halten Sie auf dem Laufenden!


22

Aktuelles zur Levo-Dopa-Pumpentherapie

Aktuelles zur Levo-Dopa-Pumpentherapie

Die mit dem idiopathischen Parkinson-Syndrom

(IPS) einhergehende

Bewegungsverlangsamung und Muskelsteifigkeit

kann zu Beginn der Erkrankung

in der Regel sehr gut durch

eine Levo-Dopa-Gabe in Tablettenform

verbessert werden. Im Rahmen

des Fortschreitens der Erkrankung entwickelt

sich jedoch eine Veränderung

des Wirkungsprofils von Levo-Dopa in

Form eines Auftretens von Phasen mit

Unter- bzw. Überbewegungen nach

Medikamenteneinnahme, den sogenannten

motorischen Wirkfluktuationen

(Abb. 1). Diese weisen zu Beginn

zumeist einen regelhaften Charakter

auf, das heißt sie sind für den Betroffenen

vorhersagbar, können aber zu

einem späteren Zeitpunkt auch von einer

nicht-regelhaften und somit nicht

mehr vorhersagbaren Ausprägung

sein.

Einhergehend mit den zunehmenden

motorischen Wirkfluktuationen, beklagen

die Betroffenen eine deutlich

negativere Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität.

In diesem Stadium der Parkinson-Erkrankung

kann der Einsatz einer intestinalen

Levo-Dopa-Pumpentherapie

für Betroffene und deren Angehörige

äußerst hilfreich sein, da hierdurch

eine deutliche Optimierung der Beweglichkeit

durch die Reduktion der

motorischen Wirkfluktuationen erlangt,

und somit eine Verbesserung der Lebensqualität

erzielt werden kann.

Bei diesem Therapieverfahren wird

mittels einer tragbaren Pumpe kontinuierlich

Levo-Dopa als Gel über ein

Sondensystem direkt in den Dünndarm

verabreicht, sodass sich ein konstanter

Levo-Dopa-Spiegel, und somit eine

gleichmäßigere Beweglichkeit einstellt

(Abb. 2).

Ein weiterer Vorteil der Levo-Dopa-Pumpenbehandlung

ist, dass damit

die regelmäßige Einnahme von

L-Dopa in Tablettenform entfällt.

Mittlerweile stehen mit dem L-Dopa-Carbidopa-Intestinalgel-Therapie

(Duodopa®) und L-Dopa-Carbidopa-Entacapon-Intestinalgel-Therapie

(Lecigon®) zwei verschiedene Medikamenten-Pumpen-Systeme

zur Verfügung

(Tab. 1 und Abb. 3).


Aktuelles zur Levo-Dopa-Pumpentherapie 23

Zur Einleitung beider Therapien ist die

Anlage eines Sondensystems in den

Dünndarm (sog. Jet-PEG) erforderlich.

Dieser Eingriff erfolgt unter einer Kurznarkose

durch erfahrene Gastroenterologen.

In der Regel wird dieser

Eingriff von den Betroffenen gut toleriert

und ist nur sehr selten mit Komplikationen

verbunden (z. B. Blutungen,

Infektionen, allergische Reaktion auf

das Narkotikum). Nach Anlage der

Levo-Dopa-Pumpe können im Langzeitverlauf

andere, insbesondere technische

Komplikationen, wie beispielsweise

eine Verlegung/Verstopfung

des Sondenschlauchs oder ein Defekt

der Pumpe, auftreten, die dann einer

entsprechenden Maßnahme bedürfen.

Vereinzelt treten zudem Polyneuropathien

oder oberfl ächliche Entzündungen

der Einstichstelle auf.

Nach Anlage des Pumpensystems erfolgt

eine ausführliche Schulung der

Betroffenen und deren Angehöriger.

Besonderer Wert wird dabei auf die

grundlegende technische Handhabung

der Pumpe sowie die hygienische

Versorgung der Einstichstille gelegt.

Sollte ein Pfl egedienst vorhanden

sein, wird dieser ebenfalls ausführlich

informiert.

Die Nachsorge beider Medikamenten-Pumpen

erfordert eine regelmäßige

Kontrolle und neurologische Anbindung.

Zudem bieten die Hersteller

der Pumpensysteme eine 24-stündige

Hotline für Notfälle an.

Ob Sie für eine intestinale L-Dopa-Therapie

(Abb. 4) geeignet sind, kann im

Rahmen eines stationären Aufenthalts

abgeklärt werden. Es besteht auch die

Möglichkeit zur vorübergehenden Testung

beider Medikamenten-Pumpen

über eine nasale Sonde für wenige

Tage.

Zusammenfassend ist die intestinale

Levo-Dopa-Pumpentherapie eine gut

verträgliche, sehr wirksame Behandlungsoption

bei Parkinson-Patienten,

die unter motorischen Wirkfl uktuationen

leiden. Es stehen zudem mit der

L-Dopa-Carbidopa-Entacapon-Intestinalgel-Therapie

(Lecigon®) und

L-Dopa-Carbidopa-Intestinalgel-Therapie

(Duodopa®) zwei verschiedene

Medikamenten-Pumpen-Systeme zur

Verfügung. Für die jeweilige Eignung

einer der Systeme, die Indikationsstellung

sowie die Therapieeinleitung und

–überwachung bedarf es eines spezialisierten,

neurologischen Zentrums,

das zudem über die Möglichkeit einer

engen gastroenterologischen Kooperation

verfügt.

Prof. Dr. med. Martin Südmeyer

Chefarzt

Facharzt für Neurologie

Ärztliches Qualitätsmanagement

Medizinische Begutachtung

DGKN-Ausbilder für EMG, EP und EEG

Kontakt

Ernst von Bergmann Klinikum Potsdam

Klinik für Neurologie

Charlottenstraße 72

14467 Potsdam

Telefon: 0331 241-37102

Email: jbistri@klinikumevb.de

Dr. med. Ali Amouzandeh

Oberarzt

DGKN-Ausbilder für EP

Facharzt für Neurologie

Quellen:

Fachinformation Duodopa® 20mg/ml + 5mg/ml (Abbvie)

Fachinformation Lecigon® 20 mg/ml + 5 mg/ml + 20 mg/

ml Gel (Stadapharm)

Smith Medical CADD-Legacy-1400-Pumpe

Benutzerhandbuch

CRONO LECIG Benutzerhandbuch


Neue Pumpentherapie für ein

selbstbestimmtes Leben

Rund 400.000 Menschen in Deutschland sind von der Parkinson-Erkrankung betroffen. Für

Patienten in jedem Krankheitsstadium sind mittlerweile Formen der Behandlung vorhanden,

die die Selbstständigkeit und Flexibilität im Alltag erhalten, Symptome lindern und so das allgemeine

Wohlbefinden unterstützen können.

Was, wenn die Tabletten nicht mehr reichen?

Vor allem in den ersten Jahren der Parkinson-Erkrankung

ist eine Behandlung durch die Einnahme

von oralen Medikamenten unkompliziert. Ziel ist es

dabei den zunehmenden Mangel des Botenstoffs

Dopamin im Gehirn auszugleichen.

Mit fortschreitender Erkrankung können jedoch

zunehmend Wirkungsschwankungen auftreten.

Trotz genauer und pünktlicher Einnahme der Medikamente

wird die Kontrolle der Symptome zunehmend

schwieriger. Folge: Phasen unwillkürlicher

Überbeweglichkeiten wechseln sich mit Phasen

ausgeprägter Unbeweglichkeiten ab.

Diese Schwankungen treten in Erscheinung, wenn

die Medikamente nicht mehr richtig vom Körper

umgesetzt werden können um den Dopaminmangel

im Gehirn auszugleichen. Die Wirkung der

Medikamente nimmt dann bereits vor dem nächsten

Einnahmezeitpunkt ab. Zusätzlich treten mit

fortschreitender Krankheit zunehmend Probleme

beim Schlucken und im Verdauungssystem auf.

Neben einer geringeren Wirkung kommt es so zusätzlich

zu einer verspäteten Wirkstoffaufnahme.

Sobald keine befriedigende Kontrolle der Symptome

mehr durch eine optimierte orale Medikation

möglich ist, bietet sich der Wechsel zu einer nichtoralen

Therapie an.

Gerätegestützte Therapien zur besseren Symptomkontrolle

Dank gerätegestützter Therapien kann man auch

bei fortgeschrittenem Parkinson Wirkungsschwankungen

gut kontrollieren. Mögliche Behandlungsoptionen

stellen die Pumpentherapien dar. Bei diesen

wird je nach Wirkstoff das Medikament direkt

in den Dünndarm abgegeben oder unter die Haut

verabreicht. Problematiken einer veränderten Magen-Tätigkeit

oder Schluckstörungen können so

umgangen werden. Infolge einer besseren Wirkstoffaufnahme

können Wirkungsschwankungen

reduziert und so nachweislich die Lebensqualität

Betroffener verbessert werden.

Die kontinuierliche Pumpentherapie

In Deutschland steht seit Februar 2021 eine moderne

Therapieoption zur Verfügung. Es handelt

sich dabei um eine spezielle Gelformulierung, bestehend

aus einer Kombination aus drei etablierten

Parkinson-Wirkstoffen. Mittels einer Pumpe

wird das Gel gleichmäßig direkt in den Dünndarm

abgegeben. Diese Gleichmäßigkeit erhöht die

Chance auf einen anhaltenden Behandlungseffekt.

Die Pumpe selbst ist klein, leicht und leise und kann

in verschiedenen Tragemöglichkeiten außen am

Körper getragen werden.

Weitere Informationen

rund um Parkinson, die

Therapie sowie praktische

Tipps für den Alltag, Beruf

und die Freizeit finden

Patienten und Angehörige

auf der Webseite

parkinson.stada

STADAPHARM GmbH • Stadastr. 2–18 • 61118 Bad Vilbel • info@stadapharm.de • Telefon: 06101-603-0


Einsatz und Sinnhaftigkeit der subkutanen Apomorphin-Therapie 25

Einsatz und Sinnhaftigkeit der subkutanen Apomorphin-Therapie

mittels Pen nach Bedarf oder kontinuierlich

über eine Pumpe bei Parkinson- Patienten

Einleitung

Eine maßgeschneiderte Therapie gehört

nach wie vor zu den häufigsten

und gleichzeitig größten Herausforderungen

bei Parkinson – Patienten im

Verlauf ihrer Erkrankung, da trotz optimierter

pharmakologischer Therapieansätze

oft motorische (wie plötzliches

Auftreten von schlechter Beweglichkeit

oder von Überbewegungen) und

nicht motorische Komplikationen (wie

Schmerzen, Stimmungsschwankungen

oder Obstipation) auftreten (2,3).

Eine sehr gute Option kann in dieser

Situation zur raschen und effektiven

Linderung von nicht selten auch unvorhersehbaren,

schlechten, sogenannten

„OFF“ - Phasen der Einsatz

von Apomorphin sein, dem einzigen

Medikament, das nachweislich eine

vergleichbar starke Wirksamkeit wie

der „Goldstandard“ Levodopa (1,12)

mit allerdings rascherem Wirkeintritt,

aber kürzerer Wirkdauer zeigt.

Historie

In unserer Zeit ist Apomorphin als Behandlungsmöglichkeit

bei fortgeschrittenem

idiopathischen Parkinson–Syndrom

(= primäres Parkinson–Syndrom,

Parkinson–Krankheit oder Morbus Parkinson)

bekannt, aber schon vor Hunderten

von Jahren wurden sogenannte

„Aporhine“, einschließlich dem

Apomorphin, von den Mayas und

den alten Ägypter aus den Wurzeln

von Seerosen isoliert und höchstwahrscheinlich

zum induzierten Erbrechen

bei Reinigungsritualen und als Aphrodisiakum

eingesetzt.

Die „offizielle“ Entdeckung des Apomorphin

datiert aus dem Jahr 1868 (4).

Aufgrund der Brechreiz erregenden

Wirkung in hoher Dosis und ohne antiemetischen

Schutz wurde das Apomorphin

zunächst bei Mensch und Tier

v.a. zur Entfernung von Fremdkörpern

aus der Speiseröhre oder bei der Behandlung

von Vergiftungen eingesetzt.

Allerdings wurde es im klinischen

Alltag aufgrund seiner beruhigenden

Wirkung auch bei einer Vielzahl von

psychiatrischen Erkrankungen wie

Manie, Angst, Demenz und vor allem

alkoholbedingten Störungen (6) oder

auch kommerziell als potenzsteigerndes

Mittel zur Behandlung von Erektionsstörungen

verwendet (7).

Der französische Arzt Weil E. setzte das

Apomorphin schließlich 1884 als Erster

in der Therapie bei Parkinson – allerdings

in sehr geringen Dosen - ein. Der

Durchbruch gelang schließlich 1979,

als durch den Einsatz des Medikamentes

Domperidon, einem sogenannten

Dopamin-Antagonisten, der nicht ins

Gehirn gelangt, die initial bei Therapiebeginn

auftretende Übelkeit beseitigt

werden konnte. So konnten endlich

höhere Apomorphin-Dosen realisiert

und eine hoch signifikante Wirksamkeit

der intermittierenden Injektionen und

der kontinuierlichen Infusion via Pumpe

in das Unterhaufettgewebe (subkutan)

auf z.B. Steifigkeit und Zittern

gezeigt werden.

Besonderheiten der Wirkung von

Apomorphin

Apomorphin gilt als Dopaminagonist

(Dopamin nachahmendes Medikament),

wie z.B. auch Pramipexol, Ropinirol,

Piribedil oder das Rotigotin–Pflaster.

Dennoch zeigt es einige deutliche

und in der klinischen Praxis relevante

Unterschiede zu den genannten Dopaminagonisten,

da die Wirkungsweise

des Apomorphin eher der von

Dopamin bzw. seinem Vorläufer Levodopa

ähnelt. Apomorphin kann aber

nicht in Tablettenform eingenommen

werden, da es in der Leber sofort abgebaut

wird, sodass es zumeist über

subkutane Injektion via Pen oder als

kontinuierliche Infusion über eine kleine,

tragbare, individuell programmierbare

Pumpe verabreicht wird.

Die klinische Wirkung bei Parkinson–

Patienten tritt in der Regel schon 7–10

Minuten nach der subkutanen Injektion

ein und hält ca. 45–60 Minuten an

(9), was die herausragende Bedeutung

als schnelles „Rettungsmedikament“

zur raschen Beseitigung von

„OFF“-Phasen erklärt. Durch die subkutane

Verabreichung entfaltet sich

die Wirkung unabhängig von der Magenfülle

– und Funktion, was ebenfalls

für die sichere und reproduzierbare

Wirksamkeit einen großen Vorteil darstellt.

Im Gegensatz dazu können bei

der oralen Levodopa-Einnahme sehr

wohl Probleme im Zusammenhang mit

der Magen-Darm-Verabreichung bei

bekannter, beeinträchtigter Magenentleerung

oder bei gleichzeitigem

Verzehr von v.a. eiweißhaltiger Nahrung

mit konsekutiv schwächerer oder

sogar fehlender Levodopa-Wirkung

auftreten.

Verträglichkeit

Apomorphin gilt bei korrektem Einsatz

als gut verträglich. Die unerwünschten

Ereignisse reichen von leichter bis mäßiger

Intensität, dabei ist das Auftreten

von Nebenwirkungen bei der kontinuierlichen

Gabe über die Pumpe etwas

häufiger als bei Patienten, die nur den

Pen bei Bedarf als „Notfallmedikament“

einsetzen (16).

Haut- und subkutane Nebenwirkungen

wie Knötchen, Blutergüsse und

sehr selten Nekrosen oder Abszesse

an Injektions- oder Infusionsstellen sind

die häufigsten unerwünschten Ereignisse

und oft auch nur von kosmetischer

Natur. Das Risiko der Knötchenbildung

kann durch eine gründliche

und sachgerechte Hauthygiene, die

Verwendung neuer Nadeln für jede

Injektion, den regelmäßigen Wechsel

der Injektionsorte sowie lokalisierte

Massagen oder sogar den Einsatz von

Ultraschalltherapie deutlich verringert

werden.

Darüber hinaus sind Übelkeit und

Schläfrigkeit sowie eine mögliche Reduktion

des Blutdruckes (Hypotonie)

mit Schwindel und sehr selten Synkopen

(17,18) zu nennen. Die Übelkeit

tritt in der Regel nur zu Beginn der Therapie

auf und kann durch die parallele

Gabe von z.B. Domperidon (nach

vorheriger EKG-Kontrolle) meist gut

beherrscht werden.

Andere Nebenwirkungen wie Halluzinationen

oder wohl auch Impulskontrollstörungen

(wie Kauf-, Spiel- oder

Esssucht), die bei den oralen Dopaminagonisten

häufig auftreten können,

werden unter Apomorphin seltener

beobachtet (11).

Sehr selten kann es zu Blutbildveränderungen

kommen. Wie oft deshalb

wirklich Blutbildkontrollen durchgeführt

werden sollten, ist umstritten.

Intermittierende,

bedarfsorientierte Apomorphin

– Injektionen über den Pen

Trotz ausgeklügelter Pharmakotherapie

und hochfrequenter Levodopa-


26

Einsatz und Sinnhaftigkeit der subkutanen Apomorphin-Therapie

Einnahme - im Extremfall sogar alle 2-3

Stunden/Tag – kann es schon nach

einigen Krankheitsjahren zu erheblichen

Fluktuationen und zu wiederkehrenden,

nicht immer voraussagbaren

„OFF“ – Phasen mit schlechter Beweglichkeit

und auch psychischer Beeinträchtigung

mit konsekutiv enormer

Beeinträchtigung der Autonomie und

Lebensqualität kommen.

Der gezielte Einsatz von Apomorphin–

Injektionen kann in solchen Situationen

hochsignifikant die Anzahl dieser

„Off“–Phasen und damit verbundene

Symptome wie Steifigkeit, Zittern, muskuläre

Verkrampfungen am Morgen

oder auch Schmerzen verringern (5, 8,

10, 11, 13, 12).

Um besser gewappnet zu sein gegen

plötzliche „OFF“–Phasen, kann der

Pen durchaus auch schon in früheren

bis mittleren Krankheitsstadien - insbesondere

auch für jüngere, noch sehr

aktive Patienten mit alltagsrelevanten

Fluktuationen - eine zusätzliche Sicherheit

und Unabhängigkeit im Alltag bedeuten.

Die Injektion von Apomorphin ist heute

über Pen einfach und bedarfsgerecht

von den Patienten selbständig oder

durch dessen Betreuer durchführbar.

Durch einen federgestützten Mechanismus

ist die Anwendung ohne

Kraftaufwand möglich. Durch eine

neue Apomorphin-Formulierung ist der

(D-mine) Pen nun geöffnet bis zu 15

Tage haltbar.

Bei Therapiebeginn ist aber trotz der

letztlich einfachen Handhabung zur

Steigerung der Sicherheit (wann soll

der Pen genau eingesetzt werden?),

zur Erhöhung der Therapietreue und

zur Vorbeugung unerwünschter Ereignisse

ein Injektionstraining für Patient

und Angehörige oder Pflegekräfte

und eine Aufklärung über Wirkdauer

und Eintritt möglichst auch der begleitenden

Medikamente dringend zu

empfehlen.

Vor dem routinemäßigen Einsatz im

Alltag und vor der Schulung des Patienten

muss die individuell wirksame

Apomorphin-Dosis (2-6mg) - zumeist

unter vorübergehendem Domperidon–Schutz

zur Vorbeugung von Übelkeit

- gemeinsam mit einem in dieser

Therapie erfahrenen Arzt erfolgen.

Idealerweise sollte dies stationär in einer

auf Parkinson spezialisierten Klinik

und mit Unterstützung eines Apomorphin-Applikationsspezialisten

durchgeführt

werden.

In Einzelfällen kann auch ambulant

mit Hilfe eines Apomorphin-Applikationsspezialisten

(Pflegeservice) in Kooperation

mit dem niedergelassenen

Neurologen die notwendige, individuell

unterschiedliche Dosis ermittelt

werden, um eine sichere Wirkung zu

erreichen und etwaige unerwünschte

Ereignisse zu minimieren, da sowohl

Wirksamkeit, als auch Nebenwirkungen

dosisabhängig sind.

Laut Studien und auch aus eigener,

jahrelanger klinischer Erfahrung reichen

Dosen < 2 mg meist nicht aus

und bei Dosen > 6mg kommt es in der

Regel zu keiner weiteren motorischen

Verbesserung mehr, aber die Häufigkeit

der Nebenwirkungen steigt (15).

Die individuell ermittelte Injektionsdosis

bleibt in der Folge erfreulicherweise

meist über die Zeit konstant (19).

Kontinuierliche Apomorphin – Infusion

über die Pumpe (CSAI)

Benötigt ein Patient mehr als 4-6 Injektionen/Tag,

leidet er an äußerst schweren

Fluktuationen oder kann er sich

aufgrund einer zu rasch einsetzenden

„OFF“ – Phase (Eintritt manchmal innerhalb

von Sekunden bis wenigen Minuten)

den Pen teils sogar nicht mehr

selbst injizieren, sollte der Einsatz einer

tragbaren, kleinen Infusionspumpe zur

dauerhaften (kontinuierlichen) Verabreichung

von Apomorphin („continuos

subcutaneous apomorphine infusion“

= CSAI) mit der Möglichkeit, bei Bedarf

einen „Rettungsbolus“ - vergleichbar

dem Einsatz des Pen - freizusetzen,

zum Einsatz kommen.

Eine ausführliche Aufklärung über diese

Option und die damit verbundenen

positiven (u.a. weniger „Off“ – Phasen,

weniger Begleitmedikamente, Möglichkeit

der selbständigen Applikation

eines Bolus durch kurzen Knopfdruck)

wie potentiell auch negativen Veränderungen

(wie die Notwendigkeit des

Tragens einer Mini-Pumpe oder die

Gefahr von Bildung subkutaner Hautknötchen)

ist vor der Therapieumstellung

unabdingbar und sollte trotz der

damit verbundenen objektiven Vorteile

nie gegen den Wunsch des Patienten

erfolgen.

Die Apomorphin-Pumpe kann auch

eine gute Alternative zur chirurgischen

Therapie oder zur enteralen Levodopa

– Infusion darstellen (20)

Die Dauer der Infusion beträgt in der

Regel 12- 16 Stunden (z.B. von 07.00

Uhr bis 22.00 Uhr). In Ausnahmefällen

kann auch eine Verabreichung

über 24 Stunden mit verschiedenen

Flussraten oder sogar bei im Vordergrund

stehender Bewegungsunfähigkeit

nur in der Nacht zum Einsatz

kommen. Generell gilt aber, je höher

die Apomorphin–Dosis gewählt werden

muss und je länger die Infusion

läuft, desto größer ist die Gefahr von

Nebenwirkungen (v.a. auf der Haut).


Einsatz und Sinnhaftigkeit der subkutanen Apomorphin-Therapie 27

Während der Dosisfi ndung und Erarbeitung

an den Tagesbedarf angepasster

Flussraten wird die Einnahme

von Domperidon 10mg (oder Trimethobenzamid

in Ländern, in denen

Domperidon nicht verfügbar ist) 3 x

tgl. schon 1 Tag vor Beginn der Therapie

bis mindestens 7 Tage unter Therapie

dringend empfohlen, um Übelkeit

zu verhindern (20). Der Start erfolgt in

der Regel mit einer Apomorphin – Flussrate

von 1mg/h, die Aufdosierung in

Tagesschritten von 0,5 – 1,0mg/h. Eine

Dosis > 7mg sollte nur in ausgewählten

Einzelfällen und nach kritischer Abwägung

überschritten werden. Parallel

sollen schrittweise einige bis dato eingenommene

Parkinson-Medikamente

ausgeschlichen und abgesetzt sowie

das Levodopa in der punktuellen Dosis

reduziert werden. Eine „reine“ Apomorphin

– Pumpentherapie ohne jegliches

Levodopa ist in der Regel aber

nicht realisierbar und auch nicht zwingend

gewollt.

Die Einstellung auf die Apomorphin –

Pumpe sollte immer in spezialisierten

Klinken im stationären Setting erfolgen.

Ein stationärer Aufenthalt von 10-15 Tagen

sollte hier in der Regel ausreichen,

um die Weichen für eine erfolgreiche

Therapie zu stellen.

Bei absehbarem Mehrwert und persistierendem

Wunsch des Patienten

nach dieser intensivierten Therapie,

sollte natürlich noch während der stationären

Behandlung zur Steigerung

der Sicherheit von Patient und Angehörigen

bzw. der Pfl egekraft im Umgang

mit der Pumpe, zur Erhöhung der

Therapietreue und Vorbeugung unerwünschter

Ereignisse eine ausführliche

und wiederholte Schulung für Patient,

Angehörige oder Pfl egekräfte dringend

erfolgen und ein persönlicher

Kontakt zu einer Pfl egekraft eines spezialisierten

Apomorphin-Patientenservice

für die weitere ambulante Unterstützung

Zuhause hergestellt werden.

Korrespondenzadresse

Dr. med. univ. Michael Messner

Schön Klinik München- Schwabing

Parzivalplatz 4, 80804 München

Tel. 089/36087132, Fax 089/36087242

MMessner@schoen-klinik.de

Telefonsprechstunde

zur subkutanen

Apomorphin-

Therapie

von

Herrn Dr. Messner

Rufnummer:

0174 173 96 79

jeden letzten

Donnerstag im Monat

jeweils von 17.00 bis 18.00 Uhr

oder per e-Mail an:

dr.messner@parkinson-mail.de

Literatur

1. Kempster PA, Frankel JP, Stern GM, Lees AJ. Comparison

of motor response to apomorphine and levodopa in

Parkinson’s disease. J Neurol Neurosurg Psychiatry. 1990

2. Poewe WH, Lees AJ, Stern GM. Low-dose L-dopa therapy

in Parkinson’s disease: a 6-year follow-up study. Neurology.

1986

3. Sweet RD, McDowell FH. Five years’ treatment of Parkinson’s

disease with levodopa. Therapeutic results and

survival of 100 patients. Ann Intern Med. 1975

4. Matthiessen A, Wright CRA. Researches into the Chemical

constitution of the opium bases. Part I. on the action

of hydrochloric acid on morphia. Proc R Soc Lond. 1868;

5. Stibe CMH, Kempster PA, Lees AJ, Stern GM. Subcutaneous

apomorphine in Parkinsonian on-off oscillations.

Lancet. 1988

6. Lemere F. Aversion treatment of alcoholism: some reminiscences.

Addiction. 1987

7.. Mulhall JP. Sublingual apomorphine for the treatment

of erectile dysfunction. Expert Opin Investig Drugs. 2002

8. Stibe C, Lees A, Stern G. Subcutaneous Infusion of apomorphine

and lisuride in the treatment of parkinsonian onoff

fl uctuations. Lancet. 1987

9. LeWitt PA. Subcutaneously administered apomorphine:

pharmacokinetics and metabolism. Neurology. 2004

10. Isaacson S, Lew M, Ondo W, Hubble J, Clinch T, Pagan

F. Apomorphine subcutaneous injection for the management

of morning akinesia in Parkinson’s disease. Mov Disord

Clin Pract. 2016

11. Katzenschlager R, Poewe W, Rascol O, Trenkwalder C,

Deuschl G, Chaudhuri KR, et al. Apomorphine subcutaneous

infusion in patients with Parkinson’s disease with

persistent motor fl uctuations (TOLEDO): a multicentre,

double-blind, randomised, placebo-controlled trial. Lancet

Neurol. 2018

12. Merello M, Pikielny R, Cammarota A, Leiguarda R.

Comparison of subcutaneous apomorphine versus dispersible

madopar latency and effect duration in Parkinson´s

disease patients. Clin Neuropharmacol. 2006

13. Dewey RB, Maraganore D, Ahlskog JE, Matsumoto J.

A double-blind, placebo-controlled study of intranasal

apomorphine spray as a rescue agent for off-states in Parkinson’s

disease. Mov Disord. 1998

14. Lees A. Dopamine agonists in Parkinson’s disease: a

look at apomorphine. Fundam Clin Pharmacol. 1993

15. Canadian Agency for Drugs. Clinical Review Report:

Apomorphine (Movapo): (Paladin Labs Inc.): Indication:

The acute, intermittent treatment of hypomobility “off”

episodes (“end-of-dose wearing off” and unpredictable

“on/off” episodes) in patients with advanced Parkinson’s

disease. CADTH Common Drug Reviews. 2018.

16. Deleu D, Hanssens Y, Northway MG. Subcutaneous

apomorphine: an evidence-based review of its use in Parkinson’s

disease. Drugs Aging. 2004

17. Loewe R, Püspök-Schwarz M, Petzelbauer P. Apomorphin-pigmentierung.

Der Hautarzt. 2003

18.. Acland KM, Churchyard A, Fletcher CL, Turner K, Lees

A, Dowd PM. Panniculitis in association with apomorphine

infusion. Br J Dermatol. 1998

19. Bhidayasiri R, Chaudhuri KR, LeWitt P, Martin A, Boonpang

K, van Laar T. Effective delivery of apomorphine in

the management of Parkinson disease. Clin Neuropharmacol.

2015

20. Trenkwalder C, Chaudhuri KR, García Ruiz PJ, LeWitt P,

Katzenschlager R, Sixel-Döring F, et al. Expert Consensus

Group report on the use of apomorphine in the treatment

of Parkinson’s disease—clinical practice recommendations.

Park Relat Disord. 2015


Praktische Tipps für das Leben mit dem Morbus Parkinson 29

Praktische Tipps für das Leben mit dem

Morbus Parkinson

In den letzten Jahren werden zunehmend

häufig wissenschaftliche Erkenntnisse

in den Medien verbreitet,

die angeblich kurzfristig einen Durchbruch

in der Parkinsontherapie bringen

sollen. Tatsächlich gab es in den

letzten Jahren keinen wesentlichen

Fortschritt in der Behandlung des Morbus

Parkinson und schon gar nicht die

mehrfach angekündigte Heilung. Eine

Ausnahme bildet lediglich die Verbesserung

der Tiefen Hirnstimulation durch

Einführung direktionale Elektroden. Ich

frage mich, wie viel Frustration bei Patienten

es auslöst, wenn eine weitere

große Hoffnung der Medizin zerplatzt

und von wie viel sinnvollen Maßnahmen

Patienten in der Hoffnung auf ein

Wunder abgehalten werden.

Andererseits stelle ich mit zunehmender

Berufserfahrung fest, dass es oft

recht unscheinbare und einfache

Maßnahmen sind, die die Qualität des

Lebens durchgreifend verbessern können.

Eine Auswahl davon möchte ich

im folgenden beschreiben.

Medikamente vereinfachen

mehr als 4 Einnahmen sind schwer mit

den Mahlzeiten zu vereinbaren und

beeinträchtigen die täglichen Aktivitäten.

Es sollten lang wirksame Medikamente

zum Einsatz kommen. Zur

Vermeidung von Impulskontrollstörungen

müssen sogenannte „Agonisten“

unter Einbezug der Beobachtung der

Angehörigen vorsichtig eindosiert werden.

Bei geeigneten Patienten sollte

die Möglichkeit und der Wunsch nach

Tiefer Hirnstimulation oder Pumpentherapie

geklärt werden.

Kräfte einteilen

viele werden es schon selbst beobachtet

haben: bei starker körperlicher

Beanspruchung in der 1. Hälfte des

Tages, kann am Abend nichts mehr

unternommen werden. Wenn also

abendliche Aktivität geplant ist, sollte

man sich den ersten Teil des Tages zurückhalten.

Viele Patienten berichten

sogar dass eine gewisse Konditionsschwäche

am Tag nach einer anstrengenden

Tätigkeit anhält. Dieses

Haushalten mit den eigenen Kräften ist

auch wichtig, um nicht vom gemeinsamen

Leben mit anderen Menschen,

dass sich typischerweise am Abend

abspielt, ausgeschlossen zu sein. Also

nicht den Garten umgraben, wenn

ein Theaterbesuch geplant ist!

Sich selbst im Video aufnehmen

es ist sehr hilfreich für die Selbsteinschätzung,

gelegentlich einmal eine

Videoaufnahme von sich selbst anzusehen;

viele Patienten sind vom

Ausmaß ihrer Überbewegungen oder

der Unverständlichkeit ihrer Sprache

überrascht. Dies kann bei der Steuerung

der Therapie sehr unterstützend

wirken, hilft aber auch den Angehörigen.

Nehmen Sie diese Aufnahme zu

ihrem behandelnden Arzt mit, damit

sie ihm zum Beispiel zeigen können,

wie es ihnen am Nachmittag und

Abend geht, wenn sie nicht in der Praxis

sind. So kann der Arzt sehen, ob sie

unter Tremor, Überbewegungen oder

iInnere Unruhe leiden, was jeweils völlig

andere Therapien erfordert. Bei der

heutigen Verfügbarkeit von Arztterminen

müssen Sie unter Umständen im

Fall einer falschen Einschätzung Wochen

oder Monate auf eine Korrektur

warten.

Angehörige zum Arzt mitnehmen

viele Symptome der Parkinsonerkrankung

fallen Ihnen vielleicht selbst nicht

auf. Dazu können zum Beispiel übersteigerte

Aktivität, das gefürchtete Impulskontrollproblem,

aber auch Apathie

und Rückzug gehören. Bei diesen

Symptomen kann eine Fremdbeurteilung

wirklich helfen und Sie vor schlimmen

Folgen bewahren.

„Home Freezing“

Ich habe diesen Begriff für ein eigentümliches

Phänomen geprägt: viele

Patienten berichten, dass sie außerhalb

des eigenen Hauses ganz gut

laufen und zum Beispiel problemlos

einkaufen gehen können. Sobald sie

aber zu Hause sind, müssen sie sich

überall abstützen und haben das Gefühl

zu fallen. Angehörige berichten,

dass bestimmte Teile der Wohnung

und Möbel schon Spuren des häufigen

Abstützen zeigen.

Eine mögliche Erklärung ist, dass das

Abstützen Freezing und Festinationen,

also die kleinen Trippelschritte und

das Einfrieren, überhaupt erst provozieren.

Versuchen Sie doch einmal

durch ihre Wohnung zu laufen, ohne

sich abzustützen, wenn es nicht nötig

ist, am besten immer in der Mitte eines

Ganges oder des Zimmers. Gehen Sie

auch auf eine Sitzgelegenheit zu, ohne

bereits bei über 1 m Abstand den Arm

auszustrecken. Patienten berichten

mir, dass die Umgewöhnung sehr langwierig

aber möglich ist, geben Sie also

nicht beim ersten Mal auf!

Dr. Donatus Cyron

Dr. Cyron hat eine neurochirurgische

Praxis in Karlsruhe (www.Neuro-Cyron.

de) und arbeitet in der neurologischen

Rehaklinik Dobel (SRH Gesundheitszentren

Nordschwarzwald).

An beiden Orten beschäftigt er sich

vornehmlich mit der Einstellung von

THSPatienten.

Praktische Tipps für das Leben mit Parkinson

erinnern mich an mein eigenes

Leben mit der Krankheit, allerdings als

Angehörige.

Vier Ohren hören mehr als zwei Ohren.

Das sagt und weiß der Volksmund.

Dies stimmt besonders für den Arztbesuch

und ist aus meiner Sicht von allergrößter

Wichtigkeit, nicht nur für den

Betroffenen, sondern auch für den behandelnden

Arzt.

Und die Ängste vor dem Hinstürzen!

Ich wünsche diesen hilfreichen, praktischen

Tipps nicht nur viele Leser und

Leserinnen, sondern dass diese Tipps

für alle Betroffenenund ihre Angehörigen

eine Erleichterung im Parkinsonalltag

werden.

Magdalene Kaminski


30

Patiententag Parkinson in Essen 2022

Patiententag Parkinson in Essen 2022

Wir sind noch auf der Suche nach dem

uns vorgeschlagenen Parkhaus in der

Virchowstraße in Essen. Gar nicht so

einfach, wenn das Navi vergisst, uns

die gesperrte Straße zu melden.

Aber jetzt, das muss es sein. Aussteigen

und nachfragen, denn eine Menschentraube,

eine lange Menschenschlange,

bildet sich vor dem großen

Gebäude, dem Deichmannauditorium,

das zum Klinikum der Universität

Essen gehört.

Es folgt eine sehr genaue Überprüfung

der Hygieneregeln/ 2-G-Plus, sind

auch alle Interessierten mindestens

zweimal geimpft, haben alle ihren tagesaktuellen

negativen Test dabei sowie

ihren Personalausweis?

Es herrscht FFP2- Maskenpflicht während

der gesamten Tagesveranstaltung,

auch im geschlossenen Raum.

Endlich eine Präsenzveranstaltung am

Samstag, den 14.05., keine Ausrede in

die digitale Welt.

Prof. Klebe, leitender Oberarzt und Leiter

der Spezialambulanz für Parkinson

und andere Bewegungsstörungen,

betont die erhaltene Sondergenehmigung.

Die deutsche Parkinson Vereinigung

e.V. hatte zusammen mit der Klinik für

Neurologie der Universitätsmedizin Essen

zum zweiten Patiententag Parkinson

eingeladen.

Der erste Patiententag Parkinson fand

schon 2018 statt.

Prof. Dr. S.Klebe und seine Referenten

boten mit ihren Vorträgen ausführliche

Einblicke in verschiedene Aspekte zu

Sichtweisen und Entwicklungen der

Parkinsonerkrankung.

Prof. Dr. R. Dodel vom Geriatriezentrum

Haus Berge in Essen, bezog einige

Teilnehmer in seine Überprüfungen mit

ein, als es um das Thema Parkinson

und Gedächtnis ging. Zudem informierte

Prof. Dodel über verschiedene

demenzielle Syndrome des fortgeschrittenen

Alters.

Der dritte Patiententag Parkinson ist für

das Jahr 2023 geplant.

Die Vorsitzende hat die Gelegenheit

genutzt, Gespräche mit Mitgliedern

verschiedenster Regionalgruppen aufzunehmen.

Alle äußerten den Wunsch nach Normalität,

alle äußerten den Wunsch

nach Sicherheit.

Denn auch wenn die Infektionszahlen

stark gesunken sind. Vorbei ist die Pandemie

noch nicht.

Zusätzlich fürchten vor allem die Älteren

sich vor möglichen Auswirkungen

des Ukrainekrieges und auch der Inflation.

Von Magdalene Kaminski


Patiententag Parkinson in Essen 2022 31

Klinik für Neurologie

Prof. Dr. med. Martin Südmeyer

Chefarzt der Klinik für Neurologie

Vorsitzender des Berufsverbands

Deutscher Neurologen (BDN),

Vorstandsvorsitzender der

Prof. Dr. Klaus Thiemann Stiftung

zur Förderung der Parkinsonforschung

Wir sind auf die Behandlung von Patienten mit

Morbus Parkinson und anderen Bewegungsstörungen

spezialisiert. Unser Anspruch ist,

unseren Patientinnen und Patienten sowie ihren

Angehörigen eine weitgehend normale Lebensführung

mit hoher Lebensqualität zu ermöglichen.

Für Ihre bestmögliche Behandlung setzen

wir unsere große Expertise ein und sind

stolz, Ihnen in unserer Klinik sämtliche diagnostische

Möglichkeiten anbieten zu können.

Klinik für Neurologie am

Klinikum Ernst von Bergmann

Charlottenstraße 72· 14469 Potsdam

Tel.: 0331. 241 - 3 7102 · E-Mail:

martin.suedmeyer@klinikumevb.de

Seit 2018 als TOP-Klinik für Parkinson

und als TOP-Parkinson-Mediziner mit dem

renommierten Focus-Siegel ausgezeichnet.


dPV_154_Herbst V2.qxp_dPV 18.01.21 13:30 Seite 2

32

Kennenlern-Plattform für Menschen mit Parkinson

© PV productions / Shutterstock.com

M I T - P A R K I N S O N . D E

Kennenlernen & helfen

MITMACHEN &

REGISTRIEREN

www.mit-parkinson.de

+

mit-parkinson.de

Menschen zusammenbringen – so lautet

das Ziel einer neuen, kostenlosen

und digitalen Plattform, auf der sich Betroffene,

Angehörige und Parkinson-Interessierte

in einem geschützten Raum

ohne Vorbehalte über alle Themen

rund um die Krankheit untereinander

austauschen können. Gerade in Zeiten

des Social Distancing und vor dem Hintergrund

der Corona-Pandemie mit eingeschränkten

Kontaktmöglichkeiten

bietet das Internetportal unter der

Adresse www.mit-parkinson.de die

Möglichkeit, in Kontakt zu bleiben. Entwickelt

wurde die Kennenlern-Plattform

von der dPV und der Agentur

Cocomore mit Unterstützung der Techniker

Krankenkasse (TK). Die Kontaktaufnahme

erfolgt zunächst anonym. In

späteren Kennenlernphasen können

sich Teilnehmer dann auch privat und

mit Klarnamen austauschen. Inhaltlich

betreut die dPV die Plattform und beantwortet

auch die Nutzeranfragen. Die

Plattform www.mit-parkinson.de steht

ab sofort zur Verfügung. n

Sicherheit Privatsphäre Vernetzung

mit-parkinson.de ist nicht öffentlich.

Im Gegenteil: Die Nutzer der

neuen Online-Plattform bewegen

sich in einem geschützten Raum.

Um die Nutzergruppe homogen zu

halten und einen themenzentrierten

Austausch von Betroffenen,

Angehörigen und interessierten

Menschen zu ermöglichen, sind

alle Mitglieder der dPV teilnahmeberechtigt.

Interessierte Nichtmitglieder

unserer Selbsthilfegruppe

werden nach der Registrierung von

der dPV authentifiziert und vollständig

freigeschaltet. n

mit-parkinson.de ist die ideale

Plattform, um Menschen kennenzulernen:

Parkinson-Erkrankte, Angehörige

oder Interessierte finden auf

digitalem Wege zueinander. Und

das Beste daran: Sie behalten nicht

nur die volle Kontrolle über Ihre

Daten, sondern entscheiden ganz

alleine, was andere Mitglieder über

Sie erfahren dürfen. Insgesamt drei

verschiedene Vertraulichkeitsstufen

schützen Ihre Privatsphäre und bieten

Ihnen die Möglichkeit, in jedem

Einzelfall über die Nähe zu einem

Mitglied zu entscheiden. n

mit-parkinson.de bietet Ihnen ungeahnte

Möglichkeiten: Die digitale

Plattform ermöglicht Ihnen

über das Kennenlernen hinaus die

Möglichkeit, sich über Therapien,

Behandlungsmöglichkeiten, Medikamente,

Jobs oder Hobbys auszutauschen.

Bilden Sie Ihr eigenes

Parkinson-Netzwerk und lassen Sie

andere Betroffene an Ihren persönlichen

Erfahrungen teilhaben.

Gleichzeitig profitieren Sie von den

Informationen anderer Menschen

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Erkrankung.

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Leben mit Zukunft | Nr. 154 – 3/2020 | 2


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34

Evidenz basierte Medizin, klinische Studien und die reale Welt der Patientenversorgung

Evidenz basierte Medizin, klinische Studien und die

reale Welt der Patientenversorgung

Die idiopathische Parkinsonkrankheit

ist eine chronische, individuell verlaufende,

neuropsychiatrische Krankheitsentität.

Verschiedene, nicht gut

charakterisierte Subtypen gibt es.

Die Behandlung der sich gegenseitig

in Intensität und Ausprägung beeinflussenden

motorischen und nicht motorischen

Symptome hat das Ziel, Lebensqualität

von Patienten zu verbessern.

Neurologen führen eine individuell auf

den Patienten zugeschnittene Therapie

durch. Ein enger Kontakt und eine

enge Beziehung zum Patienten selbst

und dessen Umfeld sind dafür essentiell.

Weltweit gibt es zur Parkinsontherapie

Leitlinien. Sie werden von hoch angesehenen

Autoren verfasst und in bedeutenden,

wissenschaftlichen Zeitungen

publiziert. In Deutschland umfasst

diese Leitlinie zur Parkinsontherapie

272 Seiten. Sie wird zunehmend justitiabel.

Das heißt, wenn man als Arzt

nicht analog der Leitlinie therapiert,

hat man das Risiko, dafür haftbar gemacht

zu werden. Die 2005 vom Bundesverfassungsgericht

festgeschriebene,

ärztliche Therapiefreiheit wurde

und wird so kontinuierlich ausgehöhlt.

Insbesondere bei der medikamentösen

Therapie werden Leitlinien, z.B.

durch kassenärztliche Vereinigungen,

dem Bundesinstitut für Arzneimittel und

Medizinprodukte und Ärztekammern,

als Argumentationshilfe eingesetzt.

So riskieren niedergelassene Neurologen,

wenn sie beispielsweise Domperidon

(Motilium®) oder Midodrin

(Gutron®) länger bzw. auch in höherer

Dosis zur Milderung von bestimmten

Symptomen als Folge einer

dopaminergen Subsitutionstherapie

verordnen einen Arzneimittelregress.

Niedergelassene Neurologen werden

in bestimmten Regionen indirekt gezwungen,

im erheblichen Ausmaß nur

noch Generika zu verordnen.

Die Verfügbarkeit der Wirksubstanz

im Blut kann sich bei Generika bis zu

45 % vom Originalpräparat unterscheiden.

Apothekern ist es erlaubt,

einfach hier Originalpräparate gegen

Generika oder Generika untereinander

auszutauschen. Der verordnende

Neurologe weiß im Endeffekt so nicht,

welche Wirkstoffzubereitung der Patient

bekommt. Einem gut und stabil

eingestellten Parkinsonpatienten kann

es deswegen auf einmal schlechter

gehen. Auch haben Parkinsonmedikamente

ein „Label“, d.h. nur bei Auftreten

bestimmter Symptome oder nur

in Kombination mit bestimmten anderen

Medikamenten, dürfen sie verordnet

werden.

Ein Beispiel ist hier Safinamide (Xadago®),

was nur in Kombination mit

Levodopa rezeptiert werden soll. Ein

anderes Beispiel ist Clozapin, welches

eines der besten Medikamente gegen

Tremor ist, aber eigentlich nur zur

Psychosenbehandlung verschrieben

werden darf. Grund ist neben vielen

anderen, das Fehlen von „hochwertigen

Evidenz basierte Studien“ mit bestimmten

Kriterien, wie z.B. Vergleich

der Wirkung zu Placebo (Scheinmedikament).

Solche „Evidenz generierenden“

Studien werden mit strengen

Ein- und Ausschlusskriterien meist mit

sorgfältig ausgewählten Patienten

durchgeführt. Unter diesen eigentlichen

„experimentellen Laborbedingungen“

wird die postulierte Wirkung

eines Medikamentes untersucht.

Ein Nachteil ist, dass Patienten mit bestimmten

Begleiterkrankungen nicht

teilnehmen dürfen. Grob verallgemeinert,

die Bedingungen der täglichen

Patientenversorgung liegen nicht

vor. Diese Studien legen aber überwiegend

die entscheidende Basis für

„Leitlinien“. Diese so genannten Evidenz-basierten,

standardisierten Behandlungsempfehlungen

haben so

nur einen begrenzten Wert in der täglichen

Praxis.

Dort ist Realität, dass behandelnde

Ärzte und ihre mehr und mehr gut informierten,

somit mündigen Patienten

eine individuelle Risiko-Nutzenbewertung

der eingesetzten Therapien als

Voraussetzung für eine „personalisierte“,

d.h. den Bedürfnissen des Patienten

angepasste Therapie durchführen

Nicht „Leitlinien“ und „Label“ entscheiden

über den therapeutischen

Wert und Akzeptanz einer Therapie.

Die reale Welt braucht auch nur sehr

begrenzt „Evidenz generierende“

Studienergebnisse, wenn etablierte

Substanzen, wie Levodopa/carbidopa,

Amantadin oder Apomorphin untersucht

werden. Jede Therapie oder

auch Innovation ist dann wertvoll,

wenn sie in der realen Welt akzeptiert

wird, gut wirkt und demzufolge häufig

eingesetzt wird. Behandlungserfolg ist

zum Beispiel, wenn Kombination von

Safinamide mit einem Dopaminagonisten

oder Safinamide in Monotherapie

hilft. Wenn Kombination von

Levodopa/Carbidopa mit Opicapon

bei einem Patienten ohne motorische

Komplikationen gut wirkt, weil dies ein

einfaches Behandlungsschema ist und

der Patient dann regelmäßig seine

Tabletten einnimmt, dann ist das von

Vorteil.

Karl Marx hat einmal gesagt „Religion

ist Opium für das Volk“. Man kann dies

auch umformulieren in „Bürokratie und

Regeln sind Opium für Innovation und

gute Behandlung“.

In Zukunft muss ein Zurückdrängen der

bürokratischen Standardisierung der

Behandlung von Parkinsonpatienten

wieder erfolgen, denn „Jeder Parkinsonpatient

ist anders“. Der Einfluss von

Institutionen mit keinem oder wenig direkten

Patientenkontakt auf Behandlung

und Forschung muss wieder verringert

werden.

Wir Ärzte brauchen wieder unsere

Therapiehoheit für eine personalisierte

Medizin und Zeit für den Patienten. David

Sacket, der Pate der „Evidenz basierten

Medizin“ hatte 1986 schon die

Integration von individueller klinischer

Erfahrung mit den besten zur Verfügung

stehenden Nachweisen aus der

systematischen (klinisch epidemiologischen)

Forschung gefordert. Davon

hat sich die heutige Evidenz basierte

Medizin weit entfernt.

Kontakt:

Professor Dr. Thomas Müller

Klinik für Neurologie

St Joseph Krankenhaus

Berlin Weissensee

Gartenstr. 1 , 13088 Berlin

Tel: ++49-30-92790-223

Fax: ++49-30-92509-703

e-mail: th.mueller@alexianer.de;

thomas.mueller@ruhr-uni-bochum.de

Weiterführende Literatur

Müller T. What are the main considerations when

prescribing pharmacotherapy for Parkinson‘s

disease? Expert Opin Pharmacother. 2022 Feb

25:1-6. doi: 10.1080/14656566.2022.2045275. Epub

ahead of print. PMID: 35212594.


Pilgern trotz Parkinson 35

Pilgern trotz Parkinson – Ein Pilgerbericht

Im April 2017 im Alter von 62 Jahren erhielt

ich die Diagnose Morbus Parkinson.

Das traf mich völlig unvorbereitet.

Ich tat mich schwer, diese Krankheit

anzunehmen.

Die Diagnose hat mich zunächst deprimiert.

Warum gerade ich? Ich war

nicht mehr in der Lage, mich zu motivieren,

lag nur noch auf der Couch.

Nach einem Viertel Jahr konnte ich

keine 500 Meter mehr gehen und

musste stehen bleiben, weil ich keine

Luft bekam. Erst die Reha in der „Klinik

am Haussee“ in Feldberg hat mich

wieder auf die Beine gebracht. Das

hier Erreichte wollte ich nicht wieder

verlieren. Da fi el mir ein, dass ich schon

immer mal auf den Jakobsweg gehen

wollte.

Wann, wenn nicht jetzt?

Also habe ich das Training dafür in Angriff

genommen. Als ich spontan eine

Strecke von 17 Kilometer zurückgelegt

hatte, war ich überglücklich. Im April

2019 diente mir der Baltisch- Mitteldeutsche

Weg von Rostock nach Bad

Wilsnack als Test. Wer das schafft, der

kann auch die Probleme des Alltags

lösen. Zwar hatte ich mich öfter verlaufen,

hatte Blasen an den Füßen, aber

nach acht Tagen bin ich glücklich in

Bad Wilsnack angekommen und durfte

in der „Wunderblutkirche St. Nikolai“

die Pilgerglocke läuten. Im September

2019 ging ich dann den Portugiesischen

Küstenweg von Porto nach

Santiago de Compostela. Nach drei

Wochen Strapazen konnte ich meine

Bestätigungsurkunde, die „Compostela“,

in den Händen halten.

Ich war stolz, auch das geschafft zu

haben und fühlte mich nun stärker als

zuvor. Man darf sich von der Krankheit

nicht beherrschen lassen und soll sich

über das freuen, was man noch kann.

Ich habe viele hilfsbereite Menschen

getroffen, zu denen ich auch heute

noch Kontakt habe. Man hat für mich

gebetet und ich bin dankbar für die

Hilfe, die ich empfangen habe.

Man muss in Bewegung bleiben, locker

sein und gelassener, darf nicht

verkrampfen. Bewegung tut mir gut.

Parkinson macht mir keine Angst mehr.

Inzwischen habe ich im September

2020 den Jakobsweg von Lissabon

nach Porto und im September 2021

den Portugiesischen Zentralweg von

Porto nach Santiago de Compostela

gemeistert. Insgesamt waren das

634 Kilometer. Mein ganz besonderer

Dank gilt meinem Mann Roland, der

mich dazu ermutigt hat und es mir ermöglicht,

die Wanderungen durchzuführen.

Nun denke ich über zukünftige

Pläne nach. Als Nächstes vielleicht

den Camino Frances? Mal sehen.

Mein Motto lautet jetzt:

„Fürchte dich nicht, langsam zu gehen.

Fürchte dich nur, stehen zu bleiben.“

Antje Grimm

Multimodale Parkinson-Komplexbehandlung

Das Zentrum für Parkinsontherapie

des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses

Berlin-Weißensee verfügt über modernste

Untersuchungsverfahren. Die neurologische

Standarddiagnostik wird durch

krankheitsspezifische Diagnoseverfahren

erweitert.

Die multimodale Parkinson-Komplexbehandlung

besteht aus medizinischen

und aktivierenden Therapieansätze wie

der spezifischen Bewegungstherapie

BIG©, dem Einsatz von Smovey© und

der Nutzung der Optical Laser Freezing-

Ganganalyse.

Prof. Dr. med. Thomas Müller ist in der Focus-Ärzteliste 2021

unter den Top-Ärzten Parkinson gelistet.

ZENTRUM

FÜR PARKINSONTHERAPIE

Klinik für Neurologie

Alexianer St. Joseph-Krankenhaus

Berlin-Weißensee

Prof. Dr. med. Thomas Müller

Gartenstr. 1

13088 Berlin

Chefarztsekretariat

Stephanie Rotter

Telefon: 030 92790-301

Fax: 030 92790-703

E-Mail:

s.rotter@alexianer.de

Alexianer St. Joseph-Krankenhaus Berlin-Weißensee, Gartenstraße 1, 13088 Berlin

Tel. 030 92790-0, Fax 030 92790-700, st.joseph-weissensee@alexianer.de, www.alexianer-berlin-weissensee.de


36

Essentieller Tremor

Essentieller Tremor

Allgemeines

Der Essentielle Tremor (ET) ist definiert

als ein seit mindestens 3 Jahren bestehendes

Zittern der Hände mit oder

ohne Beteiligung weiterer Körperregionen

wie dem Kopf, der Stimme oder

der Beine. Das Zittern tritt typischerweise

vornehmlich in Aktion auf, also

beim Festhalten von Gegenständen

(z.B. Tablett, Schlüssel) oder Ausführen

von Ziel-Bewegungen mit der Hand

(z.B. Löffel zum Mund führen, Schreiben

etc.). Typischerweise nimmt das

Zittern unter psychischer Belastung

vorübergehend zu. Bei einem Teil der

Patienten führt der Konsum von Alkohol

zu einer deutlichen Besserung der

Symptomatik.

Der ET ist die häufigste Bewegungsstörung

mit einer Gesamtprävalenz von

0,9% und zunehmender Häufigkeit im

Alter (Prävalenz von 4,6 % bei über

65-Jährigen). Männer und Frauen sind

etwa gleich häufig betroffen. Normalerweise

nimmt das Zittern nur langsam

über viele Jahre zu. Es gibt jedoch

auch Formen, die deutlich schneller

verlaufen, insbesondere wenn das Zittern

erst im höheren Lebensalter auftritt.

Bei der Mehrzahl der Patienten wird

die Erkrankung familiär in autosomal-dominanter

Weise vererbt. Dennoch

bleibt mit Ausnahme einiger assoziierter

Risikogene die Ursache des

ET in der Mehrzahl der Patienten unklar

und entsprechend fehlen bislang

auch kausale Therapieansätze. Nach

zahlreichen vergeblichen Versuchen,

eine einheitliche Genetik, Pathologie

oder Biochemie zu finden, wird der ET

heute nicht mehr als eigenständige Erkrankung

im eigentlichen Sinne gesehen,

sondern vielmehr als ein Syndrom,

dem verschiedene Ursachen zugrunde

liegen können.

Pathologische Studien konnten bei ET

Patienten diskrete Veränderungen im

Kleinhirn nachweisen, hierzu zählt vor

allem ein moderater Verlust an sogenannten

Purkinjezellen.

Der Essentielle Tremor kann alleine

durch die körperliche Untersuchung

eines Neurologen diagnostiziert werden.

Unterstützend sollte die Untersuchung

einiger Laborwerte im Blut

erfolgen, um andere Ursachen für Zittern

auszuschließen und zudem kann

Abbildung zum MRT-gesteuerten fokussierten Ultraschall. Bild: Firma Insightec

eine Untersuchung des Zitterns mittels

Elektromyographie und Akzelerometern

(polygraphische Tremoranalyse)

erfolgen.

Behandlung des Essentiellen Tremors

Nur ca. 27% der ET-Patienten suchen

aufgrund ihrer Beschwerden einen

Arzt auf. Die Gründe hierfür sind vor

allem eine milde ausgeprägte Symptomatik

ohne wesentliche Progredienz

und dass der Tremor häufig gar

nicht als Krankheit wahrgenommen

wird. Die Indikation zur Therapie sollte

bei jedem Patienten individuell anhand

der subjektiv empfundenen Tremor-bedingten

Lebenseinschränkung

erfolgen. Dabei ist der subjektive Leidensdruck

interindividuell verschieden

und korreliert nicht unbedingt mit der

messbaren Tremor-Amplitude. Insbesondere

die psychosozialen Aspekte

der Erkrankung bedingen häufig eine

stärkere Einschränkung der Lebensqualität

als die direkte motorische Behinderung.

Der Halte- und Zieltremor der Hände

sind meistens die Zielsymptome

in der medikamentösen Therapie. In

den meisten Fällen kann mit der medikamentösen

Therapie zwar eine

Tremor-Reduktion, jedoch kein vollständiges

Sistieren erzielt werden. Insgesamt

spricht nur etwa die Hälfte der

ET-Patienten auf die medikamentöse

Behandlung an. Die Gründe hierfür liegen

wahrscheinlich in der Heterogenität

der Erkrankung.

Medikamentöse Therapie des

Essentiellen Tremors

Es gibt im Wesentlichen drei verschiedene

Medikamente, die zur Behandlung

des ET empfohlen werden. Propranolol

war das erste Medikament,

welches in der Behandlung des ET zum

Einsatz kam und ist weiterhin das Mittel

der Wahl vor allem in der Behandlung

jüngerer Patienten die unter 65 Jahre

alt sind und keine Herzerkrankungen

haben. Gerade bei jüngeren und wenig

betroffenen Patienten genügen

häufig schon niedrige Dosierungen für

eine ausreichende Tremorkontrolle.

Zur Vermeidung von Nebenwirkungen

sollte ein vorsichtiges, schrittweises

Aufdosieren erfolgen. Die wichtigsten

Kontraindikationen sind das Vorliegen

eines Diabetes mellitus oder Asthma

bronchiale. Als wichtige Nebenwirkungen

sind Bradykardien und Hypotonien

bis hin zu Synkopen, sowie Erektionsstörungen

zu nennen.

Als weitere Substanz zur Behandlung

des ET steht Primidon zur Verfügung

und kommt vor allem in der Behandlung

von älteren Patienten (>65 Jahre)

zum Einsatz. Auch dieses Medikament

sollte vorsichtig, schrittweise eindosiert

werden, da es gerade in der Eindosierungsphase

zum Auftreten von

Übelkeit, Schwindel und allgemeinem

Unwohlsein kommen kann. Bei der

Mehrzahl der Patienten lassen diese

Nebenwirkungen jedoch nach wenigen

Tagen nach.


Essentieller Tremor 37

Die dritte zur Behandlung des ET empfohlene

Substanz ist Topiramat. Auch

hier sollte unbedingt eine vorsichtige

Eindosierung erfolgen. Nebenwirkungen

umfassen u.a. Müdigkeit, Schwindel,

Missempfinungen, ungewollte

Gewichtsabnahme und Konzentrations-

und Gedächtnisstörungen.

Wenn durch die medikamentöse Therapie

keine ausreichende Verbesserung

der Lebensqualität erzielt werden

kann, können invasive Therapieverfahren

angewendet werden. Hierfür

stehen die Tiefe Hirnstimulation (THS)

und der MRT-gesteuerte fokussierte

Ultraschall (MRgFUS) zur Verfügung.

Bei der THS werden zwei Elektroden in

einem definierten Zielgebiet (beim Tremor

im ventrointermediären Thalamus,

VIM) platziert und über Kabel an einen

Schrittmacher angeschlossen, der

meist unterhalb des Schlüsselbeines

implantiert wird. Über die Elektroden

werden Stromimpulse abgegeben,

die das Tremornetzwerk unterbrechen

und sehr effektiv das Zittern auf beiden

Körperseiten unterdrücken. Das

Verfahren wurde 1987 erstmalig angewendet,

weltweit wurden mehr als

150.000 Patientinnen und Patienten

auf diese Weise behandelt. Langzeitergebnisse

zeigen auch nach mehr

als 10 Jahren einen guten Effekt der

THS auf den Tremor. Die wichtigsten

Risiken umfassen eine Blutung (meist

punktförmig an der Elektrodenspitze

lokalisiert; Risiko: ca. 1-2%), Infektionen

und Materialprobleme.

Neben der THS wird der MRgFUS zur

Behandlung des medikamentös nicht

ausreichend unterdrückbaren Tremors

angewendet. Mit diesem neuartigen

Therapieverfahren werden Ultraschallwellen

aus 1.024 einzelnen, kleinen

Ultraschallquellen unter Sichtkontrolle

im Magnetresonanztomografen (MRT)

auf den VIM fokussiert, hier gebündelt

und in Wärme umgewandelt.

Dadurch kommt es zur Verödung der

Nervenzellen, wodurch ebenfalls das

Tremornetzwerk unterbrochen wird.

Eine Eröffnung der Schädeldecke, wie

bei der THS, ist hierfür nicht notwendig.

Aktuell wird der MRgFUS routinemäßig

nur einseitig angewendet, so dass der

Tremor auch nur auf einer Körperseite

reduziert wird. Der Effekt auf den Armtremor

ist vergleichbar mit der THS (ca.

80-90%ige Tremorreduktion). Weltweit

wurden mit diesem Verfahren mehr als

4000 Patientinnen und Patienten behandelt.

Langzeitdaten über 5 Jahre

zeigen einen anhaltenden Therapieeffekt.

In Studien wird derzeitig die beidseitige

Anwendung untersucht.

Wichtige Risiken umfassen eine Gangstörung,

eine Taubheit, eine verwaschene

Sprache und sehr selten eine

einseitige Schwäche. Insgesamt sind

die Nebenwirkungen mild und in den

Monaten nach der MRgFUS-Behandlung

rückläufig.

Die Auswahl der optimalen Therapie

sollte für jede Patientin und jeden Patienten

auf individueller Basis unter

Einbeziehung eines multidisziplinären

Teams erfolgen.

Autoren:

Dr. med. Jos S. Becktepe

Oberarzt

Klinik für Neurologie,

Universitätsklinikum Schleswig-Holstein,

Campus Kiel

Arnold-Heller Str. 3

24105 Kiel

Mail:

ambulanz.neurologie.kiel@uksh.de

Dr. med. Steffen Paschen

Oberarzt

Klinik für Neurologie,

Universitätsklinikum Schleswig-Holstein,

Campus Kiel

Arnold-Heller Str. 3

24105 Kiel

Mail:

ambulanz.neurologie.kiel@uksh.de

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38

Telemedizin: In unmittelbarer Ferne

Telemedizin: In unmittelbarer Ferne

Direkter Einfluss auf Therapie sorgt für bessere Versorgungsmöglichkeiten

Telemedizin ermöglicht es Patienten,

mit Ärzten auch außerhalb von Praxisund

Klinikräumen zu kommunizieren,

bei Bedarf neue Behandlungseinstellungen

zu erhalten oder per App Informationen

und Unterstützung von Experten

zu bekommen. Die Angebote

der Telemedizin werden immer vielfältiger

und eröffnen auch Patienten mit

Parkinson ganz neue Möglichkeiten.

In den vergangenen Jahren wurden

bei der Behandlung von neurologischen

Erkrankungen wie der Parkinson-Krankheit

wesentliche Fortschritte

erzielt, vor allem hinsichtlich einer verbesserten

Symptomkontrolle. Neben

einer gut abgestimmten Medikamententherapie

in Form von Tabletten

kommen auch Geräte-assistierte Therapien

wie die Tiefe Hirnstimulation regelhaft

zum Einsatz. „Beispielsweise erfordert

die medikamentöse Einstellung

eine enge Zusammenarbeit von Patient

und behandelndem Arzt. So müssen

Medikamente oftmals zeitlich präzise

in den persönlichen Tagesablauf

der Patienten integriert werden. Auch

die Dosierung und Zusammensetzung

der Präparate muss gut abgewogen

werden, um eine gute Wirksamkeit

und Verträglichkeit zu erzielen. Hierfür

ist eine enge Kommunikation von Patient

und Arzt entscheidend“, erklärt

Prof. Dr. Daniel Weiß, Oberarzt und Leiter

der Ambulanz für fortgeschrittenes

Parkinsonsyndrom, Tremor und Tiefe

Hirnstimulation im Universitätsklinikum

Tübingen. Intensivere Therapieanpassungen

geschehen bislang zumeist

bei einem stationären Klinikaufenthalt

oder mittels wiederholter ambulanter

Therapieanpassungen. Letztere sind

vor allem bei weiteren Anfahrtswegen

für die Patienten aber nicht einfach

zu realisieren. Zudem unterscheidet

sich die Alltagsaktivität im häuslichen

Umfeld von jener im Kliniksetting oftmals

sehr deutlich. Oder in anderen

Worten: Eine Therapieeinstellung kann

in der Klinik einen guten Effekt zeigen,

muss zunächst aber einmal im Alltag

erprobt werden. Dabei zeigen sich

manchmal Abweichungen im Therapieergebnis.

Digitale Lösung

Telemedizin vereinfacht damit nicht

nur den Zugang zu Ärzten mit Expertise

in der Parkinsonkrankheit und der

Tiefen Hirnstimulation. Sie ermöglicht

auch, die Alltagserfahrungen des Patienten

noch direkter in die Therapieplanung

einzubeziehen und sich in den

Therapieeinstellungen noch näher

am Alltag der Patienten zu bewegen.

„Entsprechende Erfahrungen haben

wir bereits in den letzten Jahren mit

Video-Sprechstunden gesammelt, die

es uns ermöglichen, Therapien zu begleiten,

ohne dass sich Patienten immer

den körperlichen Anstrengungen

einer Klinikanfahrt aussetzen müssen“,

so Prof. Dr. Daniel Weiß. „Vor allem für

Betroffene in fortgeschrittenen Krankheitsphasen

und deren Angehörige

sind längere Anreisezeiten oftmals belastend.“

Telemedizinische Lösungen

bieten auch die Chance, im besten

Fall mit einem Patienten in Verbindung

zu bleiben, wenn nötig auch mit Unterstützung

der Angehörigen. Während

bisherige telemedizinische Sprechstunden

auf eine Video- und Tonübertragung

begrenzt waren, ermöglichen

aktuelle technische Erweiterungen

nun auch eine direkte Therapieanpassung

des Hirnschrittmachers während

einer entsprechenden Sprechstunde.

Stets optimal versorgt

Vor allem Menschen mit Parkinson, die

ihre Symptome durch die Tiefe Hirnstimulation

behandeln, können heutzutage

von digitalen Lösungen innovativer

Medizintechnik profitieren. Denn

mit NeuroSphere Virtual Clinic hat

Abbott jetzt eine Technologie auf den

Markt gebracht, die es Patient und

Arzt ermöglicht, direkt über eine Online-Verbindung

in Kontakt zu treten.

„Bisher mussten Patienten teils weite

Wege zurücklegen, um einen Experten

für Tiefe Hirnstimulation zu sprechen“,

betont Prof. Weiß. „Während ein persönlicher

Kontakt zu Beginn einer Tiefen

Hirnstimulation unerlässlich ist, sind

telemedizinische Sprechstunden in der

langjährigen Nachsorge der Tiefen

Hirnstimulation ein wertvoller Baustein

ergänzend zur Behandlung in Präsenz.“

Die „virtuelle Klinik“ ermöglicht

es Patienten jetzt, ortsunabhängig und

in Echtzeit mit Ärzten in Ton und Video

zu kommunizieren und dabei Stimulationsanpassungen

über eine Cloudund

Bluetooth-basierte Technologie

durchzuführen. Gleichzeitig ist es den

Experten möglich, Therapieanpassungen

in regelmäßigen Abständen zu

kontrollieren und bei Bedarf weiter zu

optimieren. Sollte ein Patient einmal

unerwartet eine rasche Verschlechterung

seiner Symptome erfahren, sind

Prof. Dr. Daniel Weiß

ein schneller Zugang sowie eine Geräteprüfung

telemedizinisch möglich.

Selbst auf einer längeren Urlaubsreise

werden Patienten in Zukunft mit ihrem

Arzt des Vertrauens online in Kontakt

treten können.

Safety first

Um die Sicherheit von telemedizinischer

Beratung und Therapieanpassung

zu gewährleisten, bestehen umfangreiche

Sicherheitsvorkehrungen

in der Zuordnung von Patienten und

Ärzten. Dadurch ist auch festgesetzt,

dass Patienten nur von ihrem Arzt

nach ausdrücklicher Autorisierung

Therapieanpassungen erfahren und

niemals unbemerkt durch Dritte. Diese

Sicherheitsaspekte wurden auch im

Rahmen des Zulassungsprozesses von

NeuroSphere Virtual Clinic als Medizinprodukt

überprüft. „Zusammengenommen

eröffnet die Telemedizin Patienten

und Ärzten ein noch flexibleres

und auf die gegenseitigen Bedürfnisse

abgestimmtes Nachsorge-Konzept,

sodass zumindest ein sinnvoller Teil

der Nachsorge-Visiten in Zukunft auch

telemedizinisch durchgeführt werden

kann. Selbstverständlich ist, dass telemedizinische

Visiten freiwillig bleiben

und die Nachsorgeangebote der Klinik

vor Ort und in Präsenz fortbestehen“,

fasst Prof. Weiß zusammen.


NEUROSPHERE

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IHRE GESUNDHEIT.

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Beeinträchtigt Ihre aktuelle Therapie der

Parkinson Erkrankung oder die Symptome

des essentiellen Tremors Ihr Leben?

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Risikoinformationen: Die Parkinson-Krankheit und der essentielle Tremor sind nicht heilbar, aber

ihre Symptome lassen sich behandeln. Dabei stellen Medikamente die erste Behandlungsoption dar.

Außerdem stehen chirurgische Eingriffe als Behandlung zur Verfügung. Wichtig ist, dass Sie mit

Ihrem Arzt besprechen, welche Therapie für Sie geeignet ist und welche Risiken und Nebenwirkungen

damit verbunden sind, z. B. die Verminderung des Muskelspiels oder bleibende neurologische

Beeinträchtigungen. Wie jede Operation oder Therapie birgt auch die DBS-Therapie Risiken und

Komplikationen in sich. Der Verlust der Koordination ist eine mögliche Nebenwirkung der THS-Therapie.

Patienten sollten bei der Teilnahme an Aktivitäten, die Koordination erfordern, einschließlich solcher,

die vor der Therapie durchgeführt wurden (z. B. Schwimmen), angemessene Vorsicht walten lassen.

Patienten sollten auch beim Baden angemessene Vorsicht walten lassen. Eine neu aufgetretene oder

verstärkte Depression, die von vorübergehender oder anhaltender Dauer sein kann, ist ein Risiko,

das im Zusammenhang mit der THS-Therapie gemeldet wurde. Suizidgedanken, Suizidversuche

und Suizide wurden ebenfalls gemeldet. Die meisten Begleiterscheinungen einer DBS-Operation

sind vorübergehender Art und klingen im Laufe der Zeit von selbst ab. Bei manchen Patienten treten

jedoch dauerhafte Symptome auf, ähnlich wie nach einem Schlaganfall, einschließlich Schwäche,

Taubheitsgefühl, Sehstörungen oder undeutlichem Sprechen. Bei unzumutbaren Nebenwirkungen

oder wenn Sie mit der Therapie nicht zufrieden sind, kann das DBS-System abgeschaltet oder

chirurgisch wieder entfernt werden. Zu den Risiken eines chirurgischen Eingriffs am Gehirn zählen

schwerwiegende Komplikationen wie Koma, Blutungen im Gehirn, Lähmungen, epileptische Anfälle

und Infektionen. Einige dieser Komplikationen können tödlich sein.

Abbott

One St. Jude Medical Dr., St. Paul, MN 55117 USA, Tel: 1 651 756 2000

Neuromodulation.Abbott

Hinweis: Bitte machen Sie sich vor Gebrauch dieser Produkte

unbedingt mit der Gebrauchsanweisung und den darin enthaltenen

Indikationen, Kontraindikationen, Warnhinweisen, Vorsichtsmaßnahmen,

potenziellen unerwünschten Ereignissen und

Hinweisen zum Gebrauch vertraut. Das System ist zum Gebrauch mit

Elektroden und den zugehörigen Verlängerungen bestimmt, die mit

dem System kompatibel sind.

Indikationen: Ein- oder beidseitige Stimulation des Thalamus, des

internen Pallidums (GPi) oder des subthalamischen Nukleus (STN)

bei Parkinson-Patienten im Alter von mindestens 7 Jahren, die auf

Levodopa ansprechen, sowie ein- oder beidseitige Stimulation des

Nucleus ventralis intermedius (VIM) des Thalamus zur Behandlung

von funktionseinschränkendem Tremor und ein- oder beidseitige

Stimulation des internen Pallidums (GPi) oder des subthalamischen

Nukleus (STN) zur Behandlung therapierefraktärer chronischer

Dystonien, einschließlich primärer und sekundärer Dystonien.

Kontraindikationen: Patienten, die das System nicht bedienen können

oder bei denen die Teststimulation die Symptome nicht effektiv

kontrolliert. Diathermie und Magnetresonanztomographie

(Kernspintomographie) sind bei Trägern eines Systems zur tiefen

Hirnstimulation kontraindiziert.

Warnhinweise/Vorsichtsmaßnahmen: Wiederauftreten der Symptome

nach abruptem Abbruch der Stimulation (Rebound-Phänomen),

Stimulation mit zu hoher oder zu niedriger Frequenz, Gefahr

von Depression und Suizid, implantierte Herzschrittmachersysteme

oder andere aktive implantierbare Geräte, Magnetresonanztomographie

(MRT), elektromagnetische Interferenz (EMI), Nähe von elektrochirurgischen

Geräten und Hochleistungs-Ultraschall- und Lithotripsiegeräten,

Ultraschallabtastsystemen, externen Defibrillatoren und Bestrahlungsanlagen,

therapeutischen Magneten, Radiofrequenzquellen, explosiven oder

entflammbaren Gasen, Diebstahl- und Metalldetektoren, Aktivitäten, die

ein Überstrecken oder Überdehnen erfordern, Bedienung von Maschinen

und Geräten, Schwangerschaft sowie Gehäuseschäden. Der Verlust der

Koordination ist eine mögliche Nebenwirkung der THS-Therapie, daher

lassen Sie bei Aktivitäten, die Koordination erfordern, (z. B. Schwimmen)

und beim Baden angemessene Vorsicht walten. Bei Patienten mit

hohem Operationsrisiko, mehreren Erkrankungen oder aktiven

Allgemeininfektionen darf das Produkt nicht implantiert werden.

Nebenwirkungen: Verlust des therapeutischen Nutzens oder

vermindertes therapeutisches Ansprechen, Schmerzen bei der

Stimulation, anhaltende Schmerzen im Bereich der implantierten

Komponenten (z. B. entlang der Elektrodenverlängerung im Nacken),

Verschlechterung der motorischen Beeinträchtigung, Lähmung,

Dystonie, sensorische Störung oder Beeinträchtigung, Sprech- oder

Sprachbeeinträchtigung sowie kognitive Beeinträchtigung. Zu den

Risiken eines Eingriffs gehören intrakranielle Blutungen, Schlaganfall,

Lähmung und Tod. Zu den weiteren möglichen Komplikationen

gehören Krampfanfälle und Infektionen. Ausführliche Informationen

sind der Gebrauchsanweisung zu entnehmen.

kennzeichnet eine Marke der Abbott Unternehmensgruppe.

© 2022 Abbott. Alle Rechte vorbehalten.

61570 MAT-2201699 v1.0

Dieses Dokument ist für Zielgruppen in der EMEA-Region zugelassen.


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Machen Sie mit! / Impressum

Machen Sie mit!

Junge Parkinson-Patienten, MSA, PSP & THS

im „dPV Journal

Liebe Leserinnen und Leser, liebe

Jungerkrankte-Patienten, liebe

Angehörige,

das „dPV Journal“ behandelt in

seinem „gelben Abschnitt“ Themen,

die sich speziell mit der Lebenssituation

von jungen Patienten und ihren Angehörigen

beschäftigen. Deren Gedanken,

Sorgen und Nöte unterscheiden

sich doch häufi g von denen der Patienten,

die erst in fortgeschrittenem

Alter an Parkinson erkrankt sind.

Liebe Leserinnen und Leser, liebe

MSA-Patienten, liebe Angehörige,

das „dPV Journal“ behandelt in

seinem „grünen Abschnitt“ Themen,

die sich speziell mit dem Krankheitsbild

Multisystematrophie beschäftigen.

Die Gedanken, Sorgen und Nöte von

MSA-Patienten und ihren Angehörigen

unterscheiden sich deutlich von

denen der Patienten, die am idiopathischen

Parkinson-Syndrom (IPS) erkrankt

sind.

Liebe Leserinnen und Leser,

liebe PSP-Patienten,

liebe Angehörige,

das „dPV Journal“ behandelt

in seinem „roten Abschnitt“ Themen,

die sich speziell mit dem Krankheitsbild

progressive supranukleäre Blickparese

beschäftigen. Die Gedanken, Sorgen

und Nöte von PSP-Patienten und ihren

Angehörigen unterscheiden sich

deutlich von denen der Patienten, die

am idiopathischen Parkinson-Syndrom

(IPS) erkrankt sind.

Liebe Leserinnen und Leser, l

iebe THS-Patienten,

liebe Angehörige,

das „dPV Journal“ behandelt in

seinem „blauen Abschnitt“ Themen,

die sich speziell mit der Tiefen Hirnstimulation

beschäftigen. Die Gedanken,

Sorgen und Nöte von THS-Patienten

und ihren Angehörigen unterscheiden

sich doch häufi g von denen der Patienten,

die medikamentös therapiert

werden.

Zentraler Beitrag

Unter der Rubrik „Zentraler Beitrag“

wird in jeder Ausgabe ein Schwerpunktthema

möglichst umfassend

behandelt. Welcher Themenkomplex,

der direkt oder indirekt die progressive

supranukleäre Blickparese betrifft, soll

Ihrer Meinung nach ausführlich dargestellt

werden? Schlagen Sie uns ein

Schwerpunktthema vor, wir werden es

in einer der nächsten Ausgaben aufgreifen.

Antworten auf Ihre Fragen

Stellen Sie uns konkrete Fragen, die

durch Ihren täglichen Umgang mit

der Erkrankung aufgeworfen wurden.

Unsere Experten werden sie unter der

Rubrik „Antworten auf Ihre Fragen“

beantworten.

Info

Schreiben Sie Ihre persönlichen Erlebnisse

bei Ihrem Umgang mit der Erkrankung

auf. Was waren schwierige Augenblicke,

was hat Ihnen das Leben

leichter gemacht? Lassen Sie andere

Betroffene von Ihren Erfahrungen profi

tieren!

Machen Sie mit und schreiben Sie uns

(Betreff „dPV Journal“)

Per Post:

Deutsche Parkinson Vereinigung e.V.

Moselstraße 31

41464 Neuss

Per Fax:

(0 21 31) 4 54 45

Per E-Mail:

bundesverband@parkinson-mail.de

Ausgabe

Nr. 23 Frühjahr / Sommer 2022

Alle Rechte vorbehalten

Impressum

Herausgeber & Redaktion

Deutsche Parkinson Vereinigung e.V.

Bundesverband

Moselstraße 31

41464 Neuss

Telefon: (0 21 31) 4 10 16 /17

Telefax: (0 21 31) 4 54 45

E-Mail: bundesverband@parkinson-mail.de

www.parkinson-vereinigung.de

Verlag, Gestaltung, Druck &

Anzeigen

HVF VERLAG & DRUCK

Inh. Dennis Frank

Josephinenstr. 50

44807 Bochum

Tel. 0234 / 287-8888-5

Fax 0234 / 287-8888-7

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Internet: www.hvf-verlag.de | www.hvf-druck.de

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Informationen und Anzeigen übernehmen.


Rufen

Sie uns an

und informieren

Sie sich über

unser Angebot.

IN DEUTSCHLANDS

NORDEN UND SÜDEN:

› Zertifizierte

Parkinson-Spezialklinik

Schön Klinik Neustadt

T +49 4561 54-457400

› Zertifizierte

Parkinson-Spezialklinik

Schön Klinik München Schwabing

T +49 89 36087-124

› Schön Klinik

Bad Aibling Harthausen

T +49 8061 903-1020

www.schoen-klinik.de/

parkinson-behandlung

Am Leben teilhaben – auch mit Parkinson

Selbst aktiv und beweglich bleiben –

das ist bei einer Erkrankung wie

Morbus Parkinson das A & O. Ein

individuelles Behandlungskonzept

hilft außerdem dabei, Lebensqua lität

zu erhalten oder wieder zu gewinnen.

Unsere erfahrenen Parkinson-Experten

setzen auf innovative Therapieformen

sowie einen individuellen Mix aus medikamentöser,

therapeutischer und pflegerischer

Behandlung. Das Ziel unserer

Spezialisten ist dabei immer, das für Sie

optimale Ergebnis mit einer möglichst

dauerhaften hohen Lebensqualität zu

erreichen.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

für Sie

„Da die Parkinson-Symptome vielfältig

und individuell sind, ist das persönliche

Behandlungspaket umso wichtiger für

die Betroffenen“, erklärt Prof. Klaus Jahn,

Chefarzt des Fachzentrums Neurologie

der Schön Klinik Bad Aibling Harthausen.

So leiden zum Beispiel viele Patienten an

Rücken- und Gelenk beschwerden, ausgelöst

durch die typischen Symptome der

Parkinson- Erkrankung: Versteifung der

Muskeln, verlangsamte und verkleinerte

Bewegungen, Gleichgewichtsstörungen

oder Zittern. „Diese orthopädischen Probleme

nehmen im Zeitverlauf deutlich zu

und können zu irreversiblen Gelenk- oder

Rückenschädigungen führen“, erklärt Dr.

Uwe Jahnke, Chefarzt der zertifizierten

Parkinson-Spezialklinik der Schön Klinik

Neustadt. Deshalb arbeiten neurologische,

orthopädische und wirbelsäulenchirurgische

Experten hier eng zusammen.

Wenn Sie also Prob leme am Bewegungsapparat

haben, können die Spezialisten

in Neustadt an der Ostsee und in Bad

Aibling Sie frühzeitig bestmöglich versorgen

– ob konservativ oder operativ.

Innovative Therapieformen – physisch,

digital, elektronisch

Die Behandlungsmethoden und deren

Erfolge haben sich in den letzten Jahren

deutlich weiterentwickelt: von Spielekonsolen

über Apps, Pumpen therapie

und tiefe Hirnstimulation bis hin zu

Bewegungstherapien, die nicht zum

Standard-Paket eines Krankenhauses

gehören (Tanzen, Tai-Chi, Yoga). Die

Parkinson-Experten der Schön Klinik

sind an derartigen Entwicklungen maßgeblich

beteiligt und treiben sie aktiv

voran. Spielekonsolen wie Kinect Xbox

oder Wii werden bereits als Standard

eingesetzt. Untersuchungen zeigen, dass

Parkinson-Patienten ihr Gleichgewicht

bei Spielen auf diesen Konsolen, wie Skislalom

oder Tennis, spürbar verbessern

konnten. „Auch Apps zum Gangtraining

testen wir. Zudem ist die Pumpentherapie

für sehr viele unserer Patienten eine

große Erleichterung für ihren Alltag“,

so Prof. Andrés Ceballos-Baumann,

Chefarzt der zertifizierten Parkinson-

Spezialklinik Schön Klinik München

Schwabing.

Nicht zuletzt gehört die tiefe Hirnstimulation

mit zu den fortschrittlichsten und

für bestimmte Patientengruppen sehr

effektiven Behandlungsmethoden.

„Die tiefe Hirnstimulation wird sich

weiter verbreiten. Möglicherweise so,

wie das der Herzschrittmacher seit den

70ern getan hat“, so die Einschätzung

von Prof. Ceballos-Baumann.

Die Parkinson-Experten der

Schön Klinik – von Nord bis Süd

Dr. Uwe Jahnke

Chefarzt Parkinson-

Fachklinik

Schön Klinik Neustadt

(direkt an der Ostsee)

Prof. Andrés

Ceballos-Baumann

Chefarzt Parkinson-

Fachklinik

Schön Klinik

München Schwabing

Prof. Klaus Jahn

Chefarzt Fachzentrum

Neurologie

Schön Klinik

Bad Aibling Harthausen


Moderne

Parkinsontherapie

in bester Lage

Im Herzen des Sauerlands liegt die Neurologische Klinik

Sorpe see. Mit Blick auf den malerischen Sorpe see leistet hier

ein inter disziplinäres Team multimodale Komplex behandlung

von Parkinsonerkrankungen auf höchstem Niveau.

Nach dPV-Richtlinien zertifizierte Parkinson-Fachklinik

Stationäre Behandlung in wohltuender Umgebung

Hochqualifizierte Parkinson-Experten

Individuell abgestimmte Therapieangebote

Telefon 02935 807-0

www.klinik-sorpesee.de

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