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BAUREPORT – das Magazin | Henrich | Ausgabe 01-2022

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01| 22

53721 Siegburg · Konrad-Adenauer-Allee 100 · Telefon 02241 121-0 · www.henrich-baustoffzentrum.de

WISSEN FÜR UNTERNEHMER

A wie Azubi Special

Von Motivation bis Nebentätigkeiten

Der Unternehmensturm ®

Betriebsführung im Handwerk

Zukunft für den Bau

Heute für die Welt von morgen bauen

wir sind

die bauprofis !


LUISA BUCK

Klempner-Spengler-Gesellin

Bad Liebenzell

ROCK ON, VARIO ® !

Das Komplettsystem. Seit 1997.

Für eine besser gedämmte Welt:

isover.de/vario

rock-on-vario.com


Will

kom

men

Von der Bildhauerwerkstatt

zu einem führenden

Baustoffzentrum in der

Rhein-Mosel-Region

Im Jahr 1863 kam der junge Steinmetz

Reinhard Henrich nach Siegburg, um

eine Bildhauerwerkstatt zu eröffnen.

Schon vor der Jahrhundertwende wurde

dem Steinmetzbetrieb eine Baustoffhandlung

angegliedert. 150 Jahre

nach der Gründung hat sich das Unternehmen

zu einem Baustoffzentrum

mit 11 Standorten unterschiedlicher

Schwerpunkte mit über 400 Mitarbeitern

entwickelt.

AACHEN

GEROLSTEIN

BITBURG

KASTELLAUN

MAINZ-KASTEL

DÜSSELDORF

BERGISCH

KÖLN GLADBACH

MUCH

SIEGBURG

SIERSHAHN

,,

Wir wollen uns mit unseren umfassenden

Ausstellungen sowie einer qualifizierten Beratung

bewusst von den Baumärkten in unserem Einzugsbereich

abheben.

Uli Britten,

Standortleiter Bitburg

Die Henrich-Philosophie

Henrich ist seit mehr als 150 Jahren ein Familienunternehmen.

Loyalität zum Kunden, umfassende Fachkompetenz, hohe Produktqualität

zu fairen Preisen und Liefertreue sind traditionelle

Stärken von Henrich. Seit den 90er-Jahren ist das führende Baustoffzentrum

mit inzwischen 11 Standorten in den Händen der

Unternehmer-Familie Fink-Stauf. Sie konzentriert sich dabei auf

die Rhein-Mosel-Region und führt diese Philosophie nahtlos in

die Zukunft fort.


Jeden Sonntag

Schauoffen von 13:30 16:30 Uhr

Henrich Standort

Garten- und Landschaftsbauausstellung

Auf einer Fläche von 400 m² können sich

Privatkunden durch zahlreiche Musterbeispiele

an Beton- und Natursteinpflastern,

Gartenmauern, großformatigen Beton- und

Keramikterrassenplatten sowie Terrassendielen

aus Holz und WPC-Material

inspirieren lassen. Auch Garten- und Landschaftsbauer

können die Ausstellung als

spannendes Anschauungsobjekt für ihre

Kunden nutzen.

in Bitburg

Das Henrich Baustoffzentrum

Bitburg punktet durch sein

breites Angebot und deckt

sowohl den Hoch- und Tiefbau

als auch den Garten- und Landschaftsbau

ab.

Henrich Bitburg bietet seinen Profiund

Privatkunden eine weitläufige und

kreative Ausstellung, angefangen von

Bodenbelägen, Fliesen, Bad bis hin zu

Bauelementen wie Türen, Fenster und

Tore. Im Außenbereich finden Henrich

Kunden eine große Ausstellungsfläche,

die von der Trockenbaumauer über unterschiedlichste

Pflasteroberflächen bis

zur Gartenbeleuchtung reicht. Auch ein

umfangreiches Sortiment an leistungsstarken

Werkzeugen, Kleineisenwaren

und vieles mehr wartet auf die Kunden.

Auf 150 m² bietet Henrich Bitburg alles

an Maschinen und Zubehören, was das

Heim- und Handwerkerherz begehrt.

Die professionelle Farbmischanlage

sorgt sowohl bei Malern und Hausmeistern,

aber auch anspruchsvollen

Privatkunden und Bauherren für

Begeisterung. Jede mögliche Farbund

Lackkombination für Innen- und

Außenwandfarben kann hier zusammengemischt

werden, natürlich nur mit

hochwertiger Farbe der Meffert AG.

Eingebettet ist das umfassende Angebot

in ein einzigartiges Ambiente, das nicht

nur durch Professionalität hervorsticht,

sondern in dem sich die Kunden einfach

wohlfühlen. Komplettiert wird der Service

von Henrich Bitburg durch die Top-

Beratung hochqualifizierter Mitarbeiter.


Ausgabe 01| 22

INHALT

EDITORIAL

TOP-THEMA

04

08

12

BRANCHE AKTUELL

22

24

26

32

34

36

38

Zukunft für den Bau

Heute für die Welt

von morgen bauen

Von innovativer Software

bis Nano im Bau

Zukunft Technologie

Wann neue Arbeitsmethoden

funktionieren

BIM, Lean & Co.

Der Unternehmensturm

®

Betriebsführung

im Handwerk

Aufräumen für

mehr Effizienz

Büroorganisation in

Handwerksbetrieben

Was muss ein Bau-

Tablet leisten?

Technik im Alltag

UNTERNEHMEN

Den Nachwuchs

im Fokus

Generation Z

5 Motivatoren der

Generation Z

Azubi 4.0

Auf gute

Zusammenarbeit

Geeignete Azubis finden

Ein guter Start

Neue Azubis motivieren

14

18

28

30

SPECIAL: Generation Z Azubis

40

42

44

Bessere Luft

bessere Leistung

Im grünen Bereich

Barrierefrei bauen

als Chance

Zukunft Demografie

Marketing für Handwerker

mit Strategie

Öffentlichkeitsarbeit

im Handwerk

Zum richtigen Umgang

mit „Nachverhandlern“

Souverän überzeugen

Dürfen die das?

Nebentätigkeiten

von Azubis

Mit Vertrauen beim

Kunden punkten

Zukunftsbotschafter Azubi

Bock auf

Handwerk!

Die Baufluencer

Liebe Leserin, lieber Leser,

es ist wieder Zeit für den BAUREPORT

Wissen für Unternehmer und eine neue

Ausgabe, vollgepackt mit Themen, die

die Branche bewegen! Schön, dass Sie

auch dieses Mal dabei sind und informiert

bleiben möchten.

Wir alle wissen doch: Schon heute muss

an morgen gedacht werden. Damit Ihr

Unternehmen auch in Zukunft erfolgreich

ist, stellen wir Ihnen in dieser Ausgabe

verschiedene Strategien vor, mit denen

Sie für die Herausforderungen der

nächsten Jahre gewappnet sind und

konkurrenzfähig bleiben. Von innovativer

Software über neue Arbeitsmethoden bis

hin zur nachhaltigen Öffentlichkeitsarbeit

finden Sie auf den folgenden Seiten viele

hilfreiche Tipps und Ansätze. Und weil

die Auszubildenden unsere Zukunft sind,

enthält das Magazin dieses Mal ein umfangreiches

Azubi-Special zur Generation

Z. Erfahren Sie mehr über die Werte

und Wünsche Ihrer jungen Mitarbeiter

und nutzen Sie die Erkenntnisse gezielt

zur Mitarbeiterbindung. Gehen Sie mutig

voran. Wir unterstützen Sie dabei.

Ihr regionaler Baustoffhandel,

Partner des Handwerks

Auch als Podcast: Markierte Artikel

können Sie im Podcast anhören.

Mehr dazu auf der Rückseite des

BAUREPORTs!

BAUREPORT I 4


TOP-THEMA

© stock.adobe.com/Artinun

4 I BAUREPORT TOP-THEMA I ZUKUNFT FÜR DEN BAU


Wir sind auf dem Weg in eine

neue Wohn- und Arbeitswelt.

Demografischer Wandel, Urbanisierung,

Digitalisierung und

Klimaschutz sind die Schlagworte

unserer Zeit. Gleichzeitig

sind sie Parameter, die

auf die Baukultur wirken. Wie

kann die Zukunft des Wohnens

aussehen?

Wohnen bedeutet längst mehr

als ein Dach über dem Kopf. Die

gesellschaftlichen und globalen

Entwicklungen wirken sich unmittelbar

auf Lebensstil und Bedürfnisse

des Wohnens aus, was wiederum

die Baubranche fordert. Es geht

um Lebensqualität. Um Nachhaltigkeit.

Um Flexibilität, Effizienz

und Erholung. Auch die soziale

Mischung der neue Wert der

Gemeinschaft beschreibt Herausforderungen,

für deren Umgang

kreative, vielfältige und nachhaltige

Lösungen gefragt sind. Der Wandel

ist facettenreich und komplex. Gleiches

gilt für Lösungsansätze und

Konzepte. Bei aller Individualität

der damit verbundenen Gewerke,

Planer und Bauherren, die unterschiedliche

Bereiche unterschiedlich

gestaltet, gibt es Trends, auf

die sich die Baubranche einstellt.

Heute für die Welt von morgen bauen

Zukunft

für den Bau

BAUREPORT I 5


Ein Blick in die Zukunft?

Die wichtigsten Trends

Verdichtung und Aufstockung

Zuzug, doch auch zunehmende Single-Haushalte

und Überalterung der Gesellschaft sorgen in

den Zentren für einen konstant angespannten

Wohnungsmarkt. Die „grüne Wiese“ am Stadtrand

ist längst nicht (mehr) die Lösung. Potenzial liegt

stattdessen in der Nachverdichtung und Aufstockung:

Brachflächen lassen sich er- und Baulücken

schließen, wenn gängige Denk- und Baumuster

überdacht werden. Nachverdichtung findet zudem

immer häufiger in die Höhe statt, indem

bestehende Gebäude aufgestockt, mit Dachgärten

oder nachhaltigen Energiesystemen gestaltet oder

als Gemeinschaftsflächen aufgewertet werden.

Generell wird wieder stärker in die Höhe gebaut,

wobei die Nachverdichtung heute achtsamer

vorgeht. Das Ziel: gleichzeitig auch Kultur- und

Erholungsflächen zu garantieren.

Downsizing und Multifunktionalität

Platzmangel, Kostendruck sowie der zunehmende

Wunsch nach mehr Achtsamkeit im Alltag

entwickelt den Markt der Mini-Eigenheime und

Mikroapartements. Gerade letztere bieten, wertig

ausgestattet, Singles, Studenten, Young Professionals

und Pendlern eine attraktive Möglichkeit,

Wohnkomfort mit den Vorteilen einer zentralen

Lage sowie flexiblen Arbeitsmodellen zu verbinden.

Minihäuser, nicht nur als mobile Tiny-Houses

konzipiert, werden dem zunehmenden Ruf nach

Ressourcenschonung und einer effizienten

Energienutzung, aber auch dem Traum vom Eigenheim

gerecht. Gleichzeitig ist die häufig modulare

Bauweise platzsparend und kommt aufgrund der

geringen und einfachen Installationen auch für

Flächen infrage, die eine konventionelle Bauweise

ausschließen.

Energieeffizienz und Klimapositivität

Der Fördermittel-Stopp für die energieeffiziente

Sanierung von Gebäuden war ein Paukenschlag,

mittlerweile hat die Bundesregierung für die BEG

wieder Fördermittel für 2022 zu Verfügung gestellt.

In Zeiten von Klimawandel und Rohstoffverknappung

steigt die Notwendigkeit nach energieeffizienten

Gebäuden, die erneuerbare Energien nutzen,

rasant. Passiv- und Niedrigenergiehäuser geben

den Standard in der klimaschützenden Bauplanung

längst vor. Eine neue Entwicklung: Plusenergie-

und Aktivhäuser. Sprich Gebäude, die zum

Mini-Kraftwerk werden, indem Solarsysteme und

Wärmepumpen den eigenen Energiebedarf emissionsfrei

decken und überschüssige Energie in

Batterien speichern, zum Beispiel, um das E-Auto

zu laden oder das Nachbarhaus mitzuversorgen.

Beim Downsizing spielt außerdem das konzeptionelle

Wohnen das Conceptual Living eine wichtige

Rolle. Denn wo Raum kleiner wird, muss er

multifunktionaler werden. Das Handwerk antwortet

mit modularen, flexibel einsetzbaren Möbelsystemen,

die individuell anpassbar sind.

Nachhaltigkeit und Wohngesundheit

Umweltschonende und recycelbare Baustoffe,

Cradle-to-Cradle sowie neue Bauweisen sind

weitere Spielfelder des nachhaltigen Bauens, die

Forschung und Entwicklung in Bewegung halten.

Internationale Unternehmen arbeiten mit Hochdruck

an Alternativen zu Stahl und Beton z. B. durch

den Einsatz natürlicher, nachwachsender Rohstoffe

wie Erde und Pflanzenabfälle. Gleiches gilt für die

Inneneinrichtung: Schnelllebigkeit wird durch Wertigkeit

ersetzt, wiederverwertbare Kreislaufl ösungen

stehen dabei ebenso im Fokus wie Schadstofffreiheit

und faire Produktionsbedingungen.

© Grafiken: FULLHAUS GmbH

6 I BAUREPORT TOP-THEMA I ZUKUNFT FÜR DEN BAU


Digitalisierung und Technologisierung

Smart-Home-Technologien unterstützen dabei,

Energie und Ressourcen einzusparen und den

Wohnkomfort zu steigern, indem Raumtemperatur

und Luftqualität gemessen, Heizungen und

Jalousien automatisiert gesteuert und der Energieverbrauch

detailliert dokumentiert werden. Smarte

Geräte- und Gebäudesteuerung schenkt zudem

mehr Freiheit: Im Angesicht der demografischen

Entwicklung ist es wichtig, dass Menschen möglichst

lange selbstständig in den eigenen vier

Wänden leben können. Lösungen wie automatische

Herdabschaltungen oder Meldesysteme bei Stürzen

verbessern das Sicherheitsgefühl und die Sicherheit

von Bewohnern.

Co-Living und Co-Working

Wohnen und Arbeiten unter einem Dach zeichnet

sich seit Jahren als ein Trend ab, der aktuell an

Fahrt aufnimmt. Das stellt die Gestaltung von

Wohnräumen vor die Herausforderung, einerseits

einen Ort zu ermöglichen, an dem konzentriert und

produktiv gearbeitet werden kann. Andererseits aber

auch einen Ort, der Rückzug und Entspannung,

sprich die klare Trennung zwischen Arbeit und Freizeit,

gewährleistet. Schallabsorbierende Akustik-Paneele

können hierbei ebenso unterstützen wie multifunktionale

Möbel und smarte Technik. Speziell der

letzte Punkt zahlt auf einen weiteren Trend ein, den

die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

bei dem Projekt Stadt.Land.Chancen modelliert:

Demnach ent wickelt sich das Zuhause zum flexiblen

Raum für alles, von der Arbeit über Alltag bis hin zu

Austausch, Sport und Kultur, indem der reale Lebensraum

in die digitale und virtuelle Welt verlängert wird.

Die Digitalisierung macht zudem Konzepte wie

Serviced-Apartements und Co-Living alltagsfähig.

Es geht dabei ebenso um temporäre Arbeitsplätze,

die flexibel stunden- oder tageweise angemietet

werden, wie um modern eingerichtete Wohnungen

und WG-Formen inklusive Reinigung und Highspeed-Internet,

in denen ebenfalls temporär oder

projektbasiert zusammengelebt und gearbeitet wird.

Ob digitaler Nomade, Gründer oder Freelancer der

Bedarf an Zusammenhalt und Austausch ist enorm

und gerade in der Pandemie noch einmal gestiegen.

Fazit: Im Wandel ist die Zukunft zu Hause

Wie sich Arbeits- und Wohnformen sowie die damit

verbundenen Standards in diesem Jahrhundert

entwickeln werden, wissen wir nicht. Was wir wissen:

Sämtliche gesellschaftlichen Veränderungen

nehmen an Dynamik zu. Bauliche Strukturen,

die den wachsenden Anforderungen an unseren

modernen Alltag, an Flexibilität, Gemeinschaft und

Wandlungsfähigkeit ökologisch wie ökonomisch gerecht

werden, sind alternativlos. Wie das aussehen

kann, zeigen die wichtigsten Trends schon heute:

eine flexible, wohngesunde und smarte Architektur,

die ebenso Rücksicht auf Ressourcen nimmt wie

auf eine barrierefreie Gestaltung. Eine Architektur,

die eine Antwort auf immer knapper werdenden

Wohnraum findet und zugleich weniger gesundheitsschädlich

ist. Die Kultur- und Erholungsflächen

etabliert und kooperatives Arbeiten möglich macht.

Die integral geplant und realisiert wird.

Vorausschauende KI-Anwendungen, Robotik am

Bau, modulares Fertigen und Bauen sowie smarte

Lieferketten beschreiben nur einige der Möglichkeiten,

die laut einer Studie von BauInfoConsult bis

2030 zur gelebten Baupraxis gehören. Am Ende

geht es beim Wandel vor allem darum, neue Wege

für das Planen, Bauen und Betreiben von Bauwerken

zu beschreiten.

» Reinhören

Der Podcast

zum Artikel

Reinhören in den

BAUREPORT

Podcast Folge

#12 „Heute für

die Welt von

morgen bauen“

bei Spotify,

und Apple.

BAUREPORT I 7


Zukunft Technologie

Von innovativer

Software bis

Nano im Bau

Die Digitalisierung der Baubranche

schreitet voran. Sie beschleunigt Prozesse,

macht sie sicherer und transparenter.

Gleichzeitig steigern technische Innovationen

die Wettbewerbsfähigkeit und

zahlen dank Effizienzsteigerung auch

auf Kundenwünsche ein.

Zahlreiche

praktische

Software-

Angebote sind

am Markt

verfügbar und

steigern die

Effizienz.

Neue Anforderungen an Nachhaltigkeit, Raumklima,

Energieeffizienz und Sicherheitsaspekte sind entscheidende

Treiber in der Entwicklung innovativer

Lösungen. Ein dynamischer Prozess, den das

kontinuierliche Wachstum des urbanen Raums,

moderne Kommunikationsoptionen und die Förderung

von Wohn- und Lebensqualität zusätzlich

anfeuern. Längst sind zahlreiche Softwarelösungen

im Einsatz ein verbindliches, einheitliches Datenaustauschformat

gibt es jedoch noch nicht. An entsprechenden

Entwicklungen arbeiten Institutionen

wie die Fraunhofer-Allianz Bau mit Hochdruck.

Software zur Simulation des Raumklimas, mit deren

Hilfe Feuchte- und Temperaturverhältnisse so analysiert

werden, dass Energieverbrauch und Kosten

wirksam gesenkt und das Behaglichkeitsempfinden

gestützt werden. Ebenfalls immer stärker verbreitet

sind softwaregestützte Bauwerksinformationsmodelle

(BIM) die abhängig von ihrer Programmierung

Gesamtlebenszyklen eines Bauwerks abbilden und

allen Beteiligten Änderungen an Plänen sowie Ausstattungskomponenten

transparent aufzeigen.

Die wichtigsten Trends im Fokus

Simulation trifft Wirklichkeit

Schon heute ist es kaum mehr möglich, Gebäude

ohne professionelle Software zu planen, zu bauen

und zu betreiben. Bereits etabliert ist beispielsweise

BIM, Bausoftware, Robotik, Virtual Reality, Blockchain,

künstliche Intelligenz (KI) oder 3D-Druck

es gibt zahlreiche technische Entwicklungen, die

die Baubranche heute und in naher Zukunft prägen.

Wir nehmen sechs dieser Trends unter die Lupe.

8 I BAUREPORT TOP-THEMA I ZUKUNFT FÜR DEN BAU


ROBOTIK

Vorteile

• Schnellere, genauere Prozesse,

effizientere Abläufe

• Geringeres Verletzungsrisiko (keine

Ermüdung bei wiederholenden Aktionen)

• Geringere Personalkosten

Status und Potenzial

• 2020 haben Bauunternehmen weltweit

rund 1,4 Milliarden US-Dollar in Robotik

investiert.

DROHNEN

Vorteile

• Einfache Inspektionen des

Baugeschehens

• Nachvollziehbare Visualisierung und

Überwachung des Baufortschritts

• Unkomplizierte Vermessung von

Baustellen

Status und Potenzial

• Laut Schätzungen haben ca. 20 % der

Bauunternehmen Drohnen im Einsatz,

Tendenz steigend.

3D-DRUCK

Vorteile

• Schnelle Errichtung von Gebäuden/

Gebäudeteilen

• Weniger Materialverbrauch (weniger

Abfall, weniger Kosten)

• Ausgefallene, flexible Designlösungen

Status und Potenzial

• Mit ersten nachhaltigen, skalierbaren

Lösungen für die 3D-Modellierung

können ganze Wohnhäuser zeiteffizient

und optimal ausgerichtet werden.

• Vielen Unternehmen scheint der Einsatz

der Technologie auf der Baustelle

zu umständlich. Wahrscheinlicher wird

die Technologie in der Vorfertigung von

Gebäudeteilen zum Einsatz kommen.

© Grafiken: FULLHAUS GmbH

KI

Vorteile

• Probleme werden rascher identifiziert

(eine trainierte KI durchforstet tausende

Bilder innerhalb von Sekunden und

identifiziert so z. B. dunkle Flecken auf

Wänden, die auf einen Schaden hindeuten

können).

• KI dient als Unterstützung oder Grundlage

für andere digitale Lösungen am

Bau: Der Einsatz autonomer Maschinen

setzt Software zur Steuerung

voraus. Damit selbstfahrende Bulldozer

keine Gefahr darstellen, muss die

Software störungsfrei funktionieren

und Muster richtig erkennen. „Machine

Learning“ schafft hier Abhilfe.

Status und Potenzial

• Die Entwicklung von KI-Lösungen

macht große Fortschritte, immer mehr

Anbieter drängen ins Bauwesen, da

auch hier mit immer größeren Datenmengen

gearbeitet wird.

BIM

Vorteile

• Reduzierung von Materialkosten,

Zeitaufwand, Fehlerquoten

• Einfachere Visualisierung von Projekten

• Flexibilität bei Prozessen

• Nutzbarkeit über den gesamten

Gebäudelebenszyklus hinweg

Status und Potenzial

• BIM-Einsatz bei Baufirmen/Unternehmen

steigt (Status Verbreitung:

DACH-Region 10 15 %, USA 72 %, in

GB müssen seit 2016 alle staatlich

finanzierten Bauprojekte BIM-Level

2 implementieren, in FR sieht die

Regierung seit 2017 den Einsatz von

BIM für eine halbe Million Haushalte

im Wohnungssektor vor, in ES ist BIM

seit 2019 in Infrastrukturprojekten

obligatorisch, DE hat den Einsatz seit

2020 in allen Infrastrukturprojekten

implementiert.)

BAUSOFTWARE

Vorteile

• Sichere, verknüpfte und an einem

Ort gebündelte Dokumentation (Baudokumentation,

Mängelmanagement,

Bestandsaufnahmen etc.)

• Transparenter, effizienter und sicherer

Datenaustausch/Informationsübermittlung

in Echtzeit

• Diverse Möglichkeiten zur Datenauswertung

(Trends, Probleme und

Muster auf einen Blick erkennbar)

• Vereinfachtes Berichtswesen

Status und Potenzial

• Software bildet einen wichtigen

Baustein für die Digitalisierung

der Baubranche

• Umfragen bestätigen signifikante

Zeitersparnis, was Prozesse auf der

Baustelle und im Büro betrifft.

BAUREPORT I 9


Kleine Struktur große Wirkung

Eine gänzlich andere Form technischer Innovation

für die Bauwirtschaft ist die Nanotechnologie. Ein

Sektor, der von der (bau-)stofflichen Produktentwicklung

ausgehend wichtige Impulse etwa in den

Bereichen Energieeffizienz, Raumklima, Wohnkomfort

und Infrastruktur setzt. Was nach Science-Fiction

klingt, wird in der Baubranche längst erfolgreich

eingesetzt, um mechanische, energetische, hygienische

sowie ästhetische Eigenschaften bestehender

Baumaterialien zu verbessern oder ganz neue

Materialien und Funktionalitäten zu ermöglichen.

Gerade die vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten

prognostizieren dieser Entwicklung enormes Marktpotenzial.

Nanotechnologie liefert zahlreiche Impulse

in vielen Bereiche. Das Potenzial ist groß,

Langzeiterfahrungen fehlen jedoch noch.

Beispiele für den Einsatz von Nanotechnologie:

• Sauber und antimikrobiell: Im Fassaden-, Dachund

Fensterbau ist Nanotechnologie in der Praxis

sehr erfolgreich, die biozide Wirkung unterbindet

das Wachstum von Schimmelpilzen, Algen und

Bakterien. Auf Beschichtungen aufgebracht wirken

diese selbstreinigend.

• Kratz- und UV-beständig: Mit Nanoteilchen (z. B.

Zinkoxid-, Eisenoxid-, Siliziumdioxid- oder Silber-

Nanopartikel) versetzte Holzlacke dienen dem

UV-Schutz, machen Flächen kratzfest und können

das Bakterienwachstum verhindern.

• Reflexionsarm und entspiegelt: Nanoporöse

Schichten entspiegeln Glasoberflächen; speziell

für die solare Energiegewinnung ist das ein wichtiger

Effekt zur Effizienzsteigerung, immerhin gehen

durch Reflexion bis zu 4 % an Energie verloren.

• Dauerhaft und korrosionsbeständig: Mit Zugabe

von Nanopartikeln wird die Feinstruktur von Beton

optimiert, was diesen widerstandsfähiger macht

und einen leichteren, effizienteren Wandaufbau

verspricht. An Nanobeton wird noch geforscht,

ultrahochfester Beton (UHPC) gilt als Vorgänger.

Nanoprodukte praxisnah

kennenlernen

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)

hat das „Nanorama Bau“, Teil des Nano-Portals „Sicheres

Arbeiten mit Nanomaterialien“, ins Leben gerufen. Eine

Online-Anwendung, bei welcher sich Nutzer auf einer

virtuellen Baustelle bewegen und so auf niederschwellige

Weise Informationen zu Nanoprodukten, zu möglichen

Expositionen und nötigen Schutzmaßnahmen erhalten.

• Geruchs- und schadstofffrei: Nanoporöse Materialien

sorgen für eine bessere Raumluft, in Gipsund

Holzspanplatten eingebrachte Zeolithe etwa

können unangenehme Gerüche und Schadstoffe

reduzieren oder sogar abbauen.

Die Nanotechnologie bietet für den Bausektor

ein spannendes Betätigungsfeld mit Zukunft, die

möglichen Gefahren für Mensch und Umwelt bei

Tätigkeiten mit Nanomaterialien werden allerdings

zum Teil noch erforscht hier fehlt es an Langzeiterfahrung.

Erste Untersuchungen zeigen, dass

die bei Stäuben üblichen Schutzmaßnahmen auch

gegenüber Nanomaterialien wirksam sind.

© Grafik: FULLHAUS GmbH, Fotografie: stock.adobe.com/Siarhei

10 I BAUREPORT

TOP-THEMA I ZUKUNFT FÜR DEN BAU


Nachhaltig und

sicher bauen mit:

Bald bekommen

weitere ARDEX Produkte

das nachhaltige Label !

ardex.de/ecobuild

ARDEX A 828 COMFORT Ultra-Leichtspachtel

• Sehr hohe Ergiebigkeit

• Ohne Grundierung auf Latex und Dispersionsfarben

• Gute Nachbearbeitung ohne Schleifen

• Längere Verarbeitungszeit

• Nullauszug möglich

• Sehr gut schleifbar

• EMICODE ® EC1 PLUS und

Qualitätsstufe 4 nach DGNB

Drei Kriterien beachten wir bei der Vergabe des Labels:

1. Umwelt und

Ressourcen

2. Technische

Performance

3. Wohn-

Gesundheit

Nachhaltig bauen heißt auch

Umwelt und Ressourcen zu

schonen, zum Beispiel durch:

Kurze Lieferketten

Natürliche Rohstoffe

Verantwortungsvoll gewonnene

Rohstoffe

Schnell und gut verarbeitet. Hochwertige

Bauprodukte für nachhaltig

gute Ergebnisse bei:

Ergiebigkeit

Sicherheit

Komfort

Diese Bauprodukte zeichnen

sich unter anderem aus durch:

EMICODE ® EC1 PLUS

und blauer Engel

DGNB Qualitätsstufe 4

Geringe Produkt-Emissionen

BAUREPORT I 11


BIM, Lean & Co.

Wann neue

Arbeitsmetho

Kaum ein Wirtschaftszweig erlebt einen solch anhaltenden

Boom wie die Baubranche. Gleichzeitig gilt sie als die Branche

mit der geringsten Produktivität und Innovationskraft. Dabei ist

Innovation im Bau durchaus Realität vielerorts steigern BIM,

Lean Management und Agile Methoden die Effizienz nachweislich.

Vorausgesetzt, die Basis stimmt.

Die Profitabilität von Planungsbüros und Bauakteuren wird durch die Frage

bestimmt, inwiefern sie die Nachfrage heute und in Zukunft schnell, sicher und

gewinnbringend bedienen können. Prozessoptimierung durch BIM und Lean

Management gilt dabei als Patentrezept, weil sie ein digital gestütztes, schlankes

Planen und Bauen unterstützt. Speziell Generalunternehmen schöpfen die

Innovationskraft der fortlaufenden Prozessoptimierung schon heute aus, da ein

Großteil der Wertschöpfung beim Planen und Bauen in einer Hand liegen. Das

Ergebnis ist ein weitgehend kontrollier- und flexibel optimierbarer Bauprozess.

Trotzdem gilt die Baubranche weiterhin als wenig innovativ und effizient. Warum

ist das so? Und wie kann Effizienzsteigerung funktionieren?

12 I BAUREPORT

TOP-THEMA I ZUKUNFT FÜR DEN BAU


den funktionieren

© stock.adobe.com/SergeyBitos

Der Schlüssel zur Potenzialentfaltung

Bis dato gelingt es wenigen Unternehmen, trotz

Projektgeschäft eigene digitale Standards entlang

der gesamten Wertschöpfungskette zu entwickeln

und zu etablieren. Ein Blick auf die Unternehmen,

die heute schon erfolgreich mit eigenen Standards

arbeiten, hilft, den Hintergrund zu verstehen.

Im Baugeschäft entsteht Innovation generell langsamer,

da jede technische Neuerung zunächst in

das Gesamtgefüge integriert werden muss. Vielmehr

agieren innovative Unternehmen als lernende

Organisation. Sie haben neue Standards seit Jahrzehnten

und über die diversen Phasen der Digitalisierung

hinweg von der ersten Datenbanknutzung

über CAD-Systeme bis hin zu Cloud und BIM

Schritt für Schritt etabliert und weiterentwickelt.

Maßgeblich waren (und sind) dabei die Aspekte

Datengenerierung und Datenübermittlung. Durch

die daraus resultierenden Neuerungen in der Bauabwicklung

können ganz neue Geschäftsmodelle

entstehen. Diese jedoch führen nur dann zu mehr

Effizienz, Produktivität und damit verbunden mehr

Profit, wenn es gelingt, sie mehrwertbringend beim

Kunden zu platzieren und die damit verbundenen

Potenziale gezielt durch Standardisierung, Automatisierung

und Digitalisierung auszuschöpfen.

Partnerschaftliche Zusammenarbeit

ist Trumpf

Methoden wie Building Information Modeling (BIM)

und Lean Construction basieren auf dem hocheffektiven

Grundgedanken der Vernetzung, um so

Schnittstellenverluste in der Zusammenarbeit aller

Gewerbe zu minimieren. Die wiederum erfordert

neben etablierten Prozessen im Projektgeschäft vor

allem eine bauphasen- und gewerkeübergreifende

Zusammenarbeit. Genau diese partnerschaftliche

Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette

legt die Basis für erfolgreiche Prozesse, auf die BIM

und Co. dann aufsetzen. Nicht umgekehrt.

Erst das Zusammenspiel verschiedener

Prozessoptimierungen führt zum Erfolg.

Im Widerspruch dazu steht eine in Deutschland

tendenziell zum Gegeneinander-Arbeiten und Absichern

motivierte Vertragskultur. Klar im Vorteil

beim Einsatz neuer Arbeitsmethoden sind daher

jene Akteure, die bereits praktikable Lösungen zur

partnerschaftlichen Zusammenarbeit zumindest

in Grundzügen einsetzen. Dann sind Agile, Lean

Construction und BIM wertvolle Instrumente, um

diese Prozesse weiterzuentwickeln. Sie sind jedoch

kein Allheilmittel, um das Effizienzpotenzial im Bau

zu heben. Auch, weil die Steigerung der (betrieblichen)

Produktivität letztlich immer ein komplexes

Zusammenspiel unterschiedlicher Einflussgrößen

ist. Maßnahmen zur Prozessoptimierung sind dabei

mittlerweile elementar. Ebenso relevant ist die stetige

technische Weiterbildung von Mitarbeitern und

der Know-how-Transfer zwischen einzelnen Gewerken

und Unternehmen. Auch Unternehmensziele,

Marktposition und die Investitionsbereitschaft in

moderne Kommunikations- sowie Informationstechnologien

spielen eine wichtige Rolle. Greifen alle

Aspekte ineinander, können neue Arbeitsmethoden

in einer lernenden Organisation funktionieren und

im Zusammenspiel mit bewährten Prozessen den

Weg frei machen für die notwendige Veränderung.

BAUREPORT I 13


Im grünen Bereich

Bessere Luft

bessere Leistung

Menschen verbringen im Schnitt bis zu

90 Prozent ihrer Lebenszeit in geschlossenen

Räumen. Einen angenehmen Ort zu

schaffen, an dem sie gesund leben und

komfortabel arbeiten können, ist keine

Selbstverständlichkeit. Hier leistet die

Innenraumqualität einen großen Beitrag.

Auf dem Vormarsch: die funktionale Innenraumbegrünung.

Emissionsfreie Baustoffe, eine störungsfreie Akustik

und Klimatisierungstechnologien, die eine optimale

Aufenthaltsqualität mit minimalem Energie- und

Ressourcenverbrauch vereinen, nehmen zunehmend

Raum beim Neubau sowie der Modernisierung

ein. Das Wechselspiel aus Raumklima und

Behaglichkeit, das letztlich auch die Bedingungen

am Arbeitsplatz optimiert, nimmt neben Planern,

Architekten, Vermietern und Bauherren auch Arbeitgeber

in die Verantwortung. Zum Beispiel, wenn es

um die Luftqualität geht.

Zu viel dicke Luft

Die umgangssprachlich dicke Luft stört Konzentration

und Motivation von Mitarbeitern nachhaltig,

auch gesundheitliche Folgen wie Müdigkeit, Kopfschmerzen,

Haut- und Atemwegsreizungen sind

eine Folge zu hoher CO 2

-Konzentration im Blut.

Aus diesem Grund ist die Luftqualität am Arbeitsplatz

über die Arbeitsstättenverordnung geregelt:

Demnach muss in umschlossenen Arbeitsräumen

eine „gesundheitlich zuträgliche Atemluft in ausreichender

Menge vorhanden sein“. Der offizielle

Arbeitsplatzgrenzwert für den Kohlendioxidgehalt

etwa liegt bei 5.000 ppm, wobei eine Arbeitsgruppe

des Umweltbundesamtes bereits Werte

zwischen 1.000 und 2.000 ppm als kritisch bzw.

„auffällig“, alles darüber als „inakzeptabel“ klassifiziert.

Mit der zitierten „gesundheitlich zuträglichen

Atemluft“ und einem guten Raumklima haben

Arbeitgeber immer wieder zu kämpfen. Wie kann es

dennoch gelingen, die Behaglichkeit und damit einhergehend

die Leistungsfähigkeit und Gesundheit

von Menschen in Innenräumen zu sichern? Hier

setzt die biotechnische Gebäudeklimatisierung an,

im weitesten Sinn auch als Innenraumbegrünung

bekannt.

Grüne Räume gutes Klima

Grüne Fassaden und Dächer haben sich längst als

natürliche Klimaanlage und Luftverbesserer etabliert.

Die funktionale, meist vertikale Innenraumbegrünung

hingegen ist vor allem als gestalterisches

Element beliebt. Dabei löst sie erwiesenermaßen

auch viele technische Probleme auf umweltfreundliche

Art, die aus der in Deutschland etablierten

14 I BAUREPORT

TOP-THEMA I ZUKUNFT FÜR DEN BAU


kompakten, energieoptimierten und hoch wärmedämmenden

Bauweise folgen.

Gerade die Kombination neuester Gebäudetechnik

und natürlicher Elemente wie der durchdachten

Begrünung von Büros und Arbeitsplätzen kann

eine angenehme und kosteneffiziente Lösung zur

Regulierung des Raumklimas darstellen. Immerhin

haben Wasser und Pflanzen eine professionelle

Auswahl und Anordnung vorausgesetzt spürbare

wie messbare Auswirkungen auf die Innenraumqualität.

Pflanzsysteme und ihre Vorteile

• Natürliche Regulierung von Raumtemperatur und

Luftfeuchtigkeit

• Steigerung der Luftqualität und Lufthygiene durch

Reduzierung von Schadstoffen

• Reduzierung von Schall und Verbesserung der

Raumakustik

• Optimierung der Energieeffizienz und Senkung

der Energiekosten

• Verbesserung von Wohlbefinden und Gesundheit

• Fähigkeit zur Selbstregulation

In Abgrenzung zu konventionellen Gebäuden

bieten vertikale Begrünungssysteme als integraler

Bestandteil der Gebäudeklimatisierung spannende

Optionen, um dezentral Probleme mit der relativen

Luftfeuchte ein Kernproblem energetisch hocheffizienter

Gebäude zu lösen.

Bei der Umsetzung wird unter Berücksichtigung

der Gebäudeparameter wie Standort, Art der Belüftungstechnik

und Raumnutzung zunächst ermittelt,

welcher Flächenanteil vertikaler Pflanzwände, freistehender

Hecken oder mobiler Pflanzenelemente

die relative Luftfeuchte um das angestrebte Ziel

erhöht. Damit die ganzheitliche Wirkung einer funktionalen

Begrünung von Anfang an zielführend geplant

werden kann, sollten Architekten, Fachplaner

für Gebäudebegrünung und Klimatechniker Hand

in Hand arbeiten. Gemeinsam legen sie relevante

Eckwerte fest und prüfen das energetische Potenzial,

das mit einer Begrünung aufgefangen werden

kann. Energiespitzen können so abgedeckt und

die Klimatechnik entsprechend energiesparender

dimensioniert werden.

Welche Möglichkeiten der vertikalen

Begrünung gibt es?

Ob mit Moos gestaltete Wände und Bilder im

Flur, hängende Gärten in der Kantine oder mobile

Paneele im Konferenzraum grüne Wände mit

automatischer Bewässerung sind praktisch,

facettenreich und effektiv. Besonders häufig

sind Pflanzen wie Farn, Efeutute, Grünlilie oder

Philodendron im Einsatz. Die von den Blättern

abgegebene Feuchtigkeit verbessert die Raumluft,

was speziell während der Heizperiode von Vorteil

ist. Zudem reichern Pflanzen die Luft mit Sauerstoff

an und filtern Schadstoffe und Feinstaub heraus. In

der Regel werden vorkultivierte Paneele vor Ort an

Definition Raumklima

Unter dem Begriff Raumklima werden alle einflussnehmenden

Faktoren auf Gesundheit und Wohlbefinden

zusammengefasst. Konkret: Sobald sich ein

Mensch in Innenräumen bewegt, ist er Klimafaktoren

wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftzirkulation und

Wärmestrahlung ausgesetzt. Zudem wirken Akustik

und Beleuchtung unmittelbar auf das persönliche

Wohlbefinden. Zu laute, zu warme oder zu kalte

Räume tragen ebenso zu Unzufriedenheit und

Leistungsabfall bei wie zu trockene oder zu feuchte

Räume. Abgesehen davon wirken auch die Zahl der

Benutzer, ihr Aktivitätsgrad sowie das Außenklima

selbst auf die Umgebung ein. Beispiel Großraumbüro:

Atmungsbedingt steigt die CO 2

-Konzentration im

Tagesverlauf, der Sauerstoffgehalt sinkt und mit ihm

Konzentrations- und Leistungsfähigkeit.

© stock.adobe.com/masummerbreak

BAUREPORT I 15


Profilen eingehängt und montiert. Bewässerung und Düngung lassen sich über

eingelegte Tropfschläuche vollautomatisch oder alternativ webbasiert steuern.

Je nach Tageslichteinfall kann ein zusätzliches künstliches Beleuchtungssystem

notwendig sein.

Innenraumbegrünung auch in Holzgebäuden

Grünpflanzen finden zunehmend als vertikale Innenraumbegrünung in Büround

Verwaltungsgebäuden ihren Platz. Mit Blick auf Objekte, die in Holzoder

Holz-Hybridbauweise realisiert wurden, beschäftigt sich eine aktuelle

Masterarbeit der TH Köln mit den Einflüssen einer großflächigen vertikalen

Innenraumbegrünung auf die Raumluftqualität in einem Holzgebäude sowie

auf die Holzfeuchte angrenzender Bauteile. Das Ergebnis: „Es sind keinerlei

negative Effekte auf angrenzende Holzbauteile durch temporär erhöhte relative

Luftfeuchtigkeit zu erwarten.“ Vielmehr, so die Studienergebnisse, kann die

vertikale Innenraumbegrünung durch die Erhöhung der relativen Luftfeuchte

im Raum das Risiko von Knackgeräuschen und Rissbildung im Holz sogar

verringern. Voraussetzung ist eine funktionsfähige Abdichtung der hinterlüfteten

Konstruktion in Richtung der tragenden Wand, um Hinterläufigkeit zu verhindern

und die tragenden Wandbauteile aus Holz vor unzuträglicher Feuchte zu

schützen. Kurzum: die vertikale Innenraumbegrünung bietet für den zeitgemäßen

Bau attraktive, nachhaltige Möglichkeiten zudem haben Pflanzen eine

beruhigende Wirkung und beeinflussen nicht nur das Raumklima, sondern auch

das Arbeitsklima positiv.

Substrat

Pflanzen

Schematische Darstellung der

Wirkungsweise einer funktionalen,

vertikalen Begrünung

H 2 O

H 2 O

Licht

Temperatur

Luftfeuchte im Raum

Luftbewegung / Luftwechsel

© Hintergrund: stock.adobe.com/masummerbreak, Grafik: FULLHAUS GmbH

16 I BAUREPORT

TOP-THEMA I ZUKUNFT FÜR DEN BAU


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BAUREPORT I 17


© stock.adobe.com/Allan

Zukunft Demografie

Barrierefrei bauen

als Chance

Die Bevölkerung in Deutschland wird

immer älter, das hat Auswirkungen: Es

fehlen rund 2,5 Millionen altersgerecht

ausgebaute Wohnungen. Damit wird barrierefreies

Bauen zur vielseitigen Chance,

die sich in den Auftragsbüchern der

Bauakteure zunehmend widerspiegelt.

Nicht nur mit Blick auf die alternde Gesellschaft.

Wurden die Themen demografischer Wandel und

Barrierefreiheit in der vergangenen Dekade noch

als tendenziell abstraktes Phänomen betrachtet,

haben sie beim Bauen, Planen und Sanieren

mittlerweile einen festen Platz auf der Agenda.

Immerhin, so die Ergebnisse der Jahresanalyse

2020/2021 von BauInfoConsult, gehen Bauprofis

davon aus, dass ihr Portfolio bis 2025 mit 34 Prozent

zu mehr als einem Drittel durch barrierefreie

Projekte bestimmt sein wird.

Barrierefreiheit ist in der Branche keine Randerscheinung

mehr. Auch, weil sie weit über Konzepte

für Menschen mit Einschränkungen hinausgeht

und zunehmend mit Begriffen wie Wohnkomfort

und Wohngesundheit verknüpft ist. Vor diesem

Hintergrund nehmen sogenannte demografiefeste

Produkte in der Architektur immer mehr Raum ein.

18 I BAUREPORT TOP-THEMA I ZUKUNFT FÜR DEN BAU


Demografiefeste Produkte wie etwa ein Aufzug, der direkt

beim Neubau eingeplant wird, sparen langfristig Geld.

» Reinhören

Der Podcast

zum Artikel

Dahinter steckt der Wunsch, dass Gebäude mit

ihren Bauelementen von jungen und alten Menschen

gleichermaßen komfortabel und nachhaltig genutzt

werden können. Gerade junge Familien setzen

immer öfter auf eine zukunftsfähige und großzügige

Grundrissplanung, denn wer beim Hausbau oder

einer Sanierung von Anfang an die Barrierefreiheit

berücksichtigt, kann langfristig Kosten sparen.

Ist barrierefreies Bauen zu teuer?

Das barrierefreie Bauen und Modernisieren ist

staatlich gewünscht und wird entsprechend gefördert,

dennoch liegt die Nachfrage nach passenden

Lösungen noch immer hinter dem Bedarf zurück.

Neben anderen sind die Kosten ein Argument:

Viele Eigentümer sind nicht bereit, umfassend in

eine barrierefreie Gestaltung zu investieren, Mieter

wiederum sind in der Regel auf die Mitwirkung des

Eigentümers angewiesen. Die Kosten spielen auch

bei der Mehrheit der in der Jahresanalyse befragten

Architekten, Bauunternehmer, Maler, Trockenbauer

und SHK-Installateure eine wichtige Rolle. Nach ihrem

individuellen Projektvolumen mit barrierefreien

Maßnahmen befragt, scheint das Mehrkostenloch,

das entsprechende Maßnahmen in das Budget der

Bauherren reißen, abschreckend.

Kann barrierefreies Bauen

kostenneutral sein?

Dass die Mehrkosten für barrierefreies Bauen in

der Praxis überschaubar sind, demonstriert auch

die bfb-Trendstudie „Potenziale und Chancen des

barrierefreien, demografiefesten Bauens“. Nur etwa

10 Prozent der Befragten vertraten demnach die

Meinung, dass Barrierefreiheit bis zu 25 Prozent

Mehrkosten verursacht, während über 55 Prozent

auf Erfahrung bauen und den Wert mit maximal 5

Prozent angaben. Bei einem Viertel der Umfrageteilnehmer

zeigt die Praxis, dass barrierefreies

Bauen bei vorausschauender Planung sogar nahezu

kostenneutral sein kann.

Zu teuer oder nicht diese Frage hat natürlich viele

Dimensionen und lässt sich sicher nicht pauschal

beantworten. Vielmehr kommt es auf den jeweiligen

Wissensstand und die individuellen Möglichkeiten

an. Für Baubeteiligte heißt das, dass Richtung

Auftraggeber Aufklärungsarbeit und Lösungen gefragt

sind. Die Notwendigkeit für den barrierefreien

Bau ist schließlich offenkundig, der Wunsch nach

einem selbstbestimmten wie komfortablen Leben

allgegenwärtig.

Reinhören in den

BAUREPORT

Podcast Folge

#13 „Barrierefrei

bauen als

Chance“ bei

Spotify und

Apple.

» Exklusiv

im Podcast

Im Interview

sprechen wir mit

Herrn Hampp

über barrierefreies

Bauen

und wie es mit

seinem Unternehmen

umgesetzt

wird.

Gleichzeitig drängen neugefasste technische

Regeln und Standards auf eine rasche Umsetzung,

zahlreiche Fördermaßnahmen für das barrierefreie

Bauen und Modernisieren sollen Hürden abbauen.

Mit der neuen technischen Regel DIN 18040-2

„Barrierefreies Bauen Planungsgrundlagen Teil

2: Wohnungen“ liegen zeitgemäße und sachgerechte

Planungsgrundlagen vor, die nicht nur im Interesse

der Menschen mit Behinderung, sondern auch

vor dem Hintergrund des demografischen Wandels

im Wohnungsbau Berücksichtigung finden müssen.

Hier haben erste Modellvorhaben bewiesen, dass

Wohnungen, die entsprechend der Vorgängernorm

DIN 18025-2 barrierefrei ausgeführt sind, bei intelligenter

Grundrissgestaltung keinen zusätzlichen

Flächenbedarf und keine größeren Mehrkosten

verursachen.

Gesetze und Verordnungen

Die DIN 18040 ist in Deutschland die Grundnorm für das

barrierefreie Bauen und Planen. Einen Überblick über

Landesbauordnungen, Richtlinien, Verordnungen und

weitere DIN-Normen gibt beispielsweise unter

https://nullbarriere.de/gesetze.htm.

Mit der im August 2021 veröffentlichten DIN EN 17210

„Barrierefreiheit und Nutzbarkeit der gebauten Umgebung

Funktionale Anforderungen“ wurde erstmals auch eine

europäische Norm für das barrierefreie Bauen formuliert.

BAUREPORT I 19


Erfahrungswerte zu Mehrkosten beim barrierefreien Bauen

Mehrkosten bis zu 25 %

Kostenneutral

Nur knapp 10 % der Befragten geben

an, dass Barrierefreiheit bis zu 25 %

Mehrkosten verursacht.

9,5 %

25 %

Bei einem Viertel der Befragten

zeigt die Erfahrung, dass

barrierefreies Bauen bei vorausschauender

Planung nahezu

kostenneutral sein kann.

34,5 %

Mehr kosten bis zu 10 %

Über 34 % geben an, dass

Mehrkosten von bis zu 10 %

anfallen.

31 %

Mehr kosten bis zu 5 %

Bei 31 % der Befragten liegen

die Mehrkosten erfahrungsgemäß

bei maximal 5 %.

Die Praxis zeigt: Die Mehrkosten für das barrierefreie Bauen sind überschaubar und halten sich im Rahmen. Es ist jedoch noch viel

Aufklärungsarbeit nötig, da die Investitionsbereitschaft der Auftraggebern nicht besonders groß ist. Quelle: bfb-barrierefrei-bauen.de, 2019

Mehrkosten

für barrierefreies

Bauen

halten sich laut

Umfragen im

Rahmen.

Demografiefestes Bauen ist gewünscht

Der demografische Wandel treibt das Thema

Wohnqualität und Gesundheitszufriedenheit voran.

Schließlich verändert er die herkömmlichen Anforderungen

an Funktion und Form des Wohnens,

wobei die Wohngesundheit Leitmotiv bleibt. Dabei

spielen körperliche Einschränkungen nur eine

Nebenrolle. Vielmehr geht es um maximale Lebensqualität

und um ein komfortables Lebensumfeld.

Sogenannte „Universal-Wohnungen“ beispielsweise

können von allen Menschen selbstbestimmt, bequem

und vor allem flexibel genutzt werden. Und

weil sie bauliche Mindestanforderungen erfüllen

und Immobilien dank entsprechender Ausstattung

zukunftsfähig machen, lassen sie sich selbst nach

langer Nutzung noch wertbringend verkaufen

oder vermieten. Ein zusätzliches Argument pro

Barrierefreiheit, das Bauherren vermehrt anbringen.

Entsprechende Produkte im Universal-Design

unterstützen diese Bauweise. Auch neue Wohnformen

und intelligente Smart-Home-Technologien

unterstützen den Wunsch nach einem unabhängigen,

selbstbestimmten Leben bis ins hohe Alter.

Daneben bieten neue Wohnformen und smarte

Senioreneinrichtungen Alternativen zu klassischen

Alten- und Pflegeheimen und schaffen einen nahtlosen

Übergang zwischen unabhängigem und betreutem

Wohnen. Architekten und Designer rücken

bei der Planung von Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen

heute viel deutlicher das körperliche und

psychische Wohlbefinden in den Fokus. In diesem

Zusammenhang haben vorausschauende Raumkonzepte,

ästhetische und bauliche Details sowie

smarte Technik eine wichtige Funktion.

Fazit

Demografischer Wandel, Barrierefreiheit und

Inklusion sind Trends, die wie Energieeffizienz,

Nachhaltigkeit und Wohngesundheit jede Menge

Herausforderungen an die gebaute Umwelt stellen.

Umbau, Nachrüstung oder Neubau bedarfsgerechte

Barrierefreiheit ist vielschichtig und komplex,

was sich nicht zuletzt in unterschiedlichen Regelwerken

und Förderprogrammen niederschlägt. Wer

sich jedoch dem Thema öffnet und Chancen nicht

nur bei der älteren Zielgruppe sucht, schöpft einen

klaren Wettbewerbsvorteil für sich aus.

20 I BAUREPORT TOP-THEMA I ZUKUNFT FÜR DEN BAU


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BRANCHE AKTUELL

Betriebsführung im Handwerk

Der Unternehmensturm

®

Erfolg voran! Diesen Kurs scheinen einige

wenige Unternehmen im Handwerk gepachtet

zu haben. Alles, was sie in Angriff

nehmen, läuft perfekt. Zu verdanken

ist dies jedoch nicht nur purem Glück.

Dahinter steht stattdessen eine Managementstrategie,

die alles berücksichtigt,

was für eine erfolgreiche Betriebsführung

notwendig ist.

Klaus Steinseifer, Bankkaufmann, Malermeister

und Handwerksunternehmercoach, hat dafür einen

eigenen Begriff geprägt: Unternehmensturm ® .

Stockwerk für Stockwerk listet dieser von unten

nach oben auf, was alles für den Aufbau und die

Führung eines erfolgreichen Betriebs notwendig ist.

Fundament: unternehmerische Kompetenz

© Photo by Tim Woodson on Unsplash

Das Fundament des Unternehmens stellt die Betriebsleitung

dar. Nur wenn die Personen, die dem

Unternehmen vorstehen, unternehmerisch kompetent

sind, hat deren Unternehmen überhaupt Aussicht

auf Erfolg. Wichtig ist neben fachlichen Fähigkeiten

insbesondere die persönliche Kompetenz

Der LESEtipp:

Detaillierte Erklärungen zur richtigen Betriebsführung finden Sie

in der Buchreihe “Unternehmen Handwerk“ von Klaus Steinseifer.

www.steinseifer.com

22 I BAUREPORT

BRANCHE AKTUELL


,,

des Chefs oder der Chefin. Wie treten er oder sie

auf? Wie werden sie wahrgenommen? Wer oder

was motiviert sie? Wie steht es mit der Fähigkeit

zur Selbstkritik? Aber auch: Besitzen sie Analysekompetenz

und wie gut ist ihre Finanzplanung?

Die Antworten auf derartige Fragen bestimmen

ebenso die unternehmerische Kompetenz eines

Firmeninhabers oder -leiters wie dessen Fähigkeit,

die Trends der Zukunft zu erkennen und sein

Unternehmen danach auszurichten. Darüber hinaus

kennzeichnet sich eine erfolgreiche Führungskraft

durch Selbstmanagement, Ordnungskompetenz

und Ideenmanagement sowie durch Planungs- und

Organisations- sowie Führungskompetenz aus. Erst

wer alle diese Fragen positiv beantwortet hat, hat

ein unternehmerisches Fundament aufgebaut, das

stabil genug ist für den Erfolg.

Level 2 und 3: Privatleben

und Fremdkapital

Wir sehen meist nur die Schwächen eines

Mitarbeiters, nicht, was er alles kann.

Level 5 und 6: Mitarbeiter

und deren Motivation

Ohne Mitarbeiter geht es nicht. Darum nimmt das

Thema Mitarbeiterkompetenz die fünfte Stufe des

Unternehmensturms ® ein. Um sie kennenzulernen,

gilt es, die Stärken und Schwächen des eigenen

Teams aufzulisten, zu bewerten und sich Strategien

zur Optimierung zu überlegen. Dabei sollte man

den Blick für das Positive nie verlieren.

Steinseifer zählt Level sechs auf: die Mitarbeitermotivation.

Dazu zählen nicht nur die Weihnachtsfeier,

auch finanzielle Benefits wie eine Jahresgewinnbeteiligung

für alle sind essenziell.

Klaus Steinseifer,

Handwerksunternehmercoach

Die nächste Grundlage für den unternehmerischen

Erfolg eines Betriebs ist das Privatleben des Chefs

oder der Chefin. „Ein erfolgreicher Unternehmer

braucht die Unterstützung durch den Partner, die

Partnerin bzw. die Familie. Gibt es hier Konflikte,

wirkt sich das auch auf den Betrieb aus“, ist Steinseifer

überzeugt. Erst auf Level drei des Unternehmensturms

® folgt die Kapitalausstattung. „Um

sie sollte sich der Unternehmer insbesondere dann

kümmern, wenn es dem Betrieb gut geht. Dann sollte

er sich Fremdkapital beschaffen für den Ausbau

nicht dann, wenn es dem Betrieb schlecht geht.“

Level 4: Zeit- und Zielplanung

Die vierte Ebene nehmen die Punkte Zeit- und Zielplanung

ein. Sie stehen in engem Zusammenhang

mit den persönlichen Eigenschaften und Wünschen

des Chefs oder der Chefin. Und sie erfordern nicht

nur intensive Überlegungen. Steinseifer ist auch

überzeugt davon, dass sie zuvor schriftlich festgehalten

werden müssen. Nur dann hätten sie Aussicht

auf Erfolg. „Wer sie nicht aufschreibt, merkt

sich seine Ziele nicht“, fährt er fort und ergänzt:

„Ziele dürfen niemals in Stein gemeißelt sein. Sie

dürfen sich verändern.“

Level 7: Controlling

Das Thema Controlling ist auf der siebten Etage angesiedelt,

worunter Coach Steinseifer das Führen

und Lenken des Unternehmens in die richtige

Richtung versteht. Denn: „Level eins bis sieben

betreffen die internen Unternehmenswerte. Diese

müssen stimmen, sonst bleibt das Unternehmen

nur eines von vielen. Und das schönste Logo und

die beste Marketingmaßnahme sind umsonst.“

Die oberen Stockwerke

Punkte wie ein schlüssiges Unternehmenslogo

als sichtbarer und das Firmenimage als spürbarer

Unternehmensauftritt belegen die oberen Level des

Unternehmensturms ® . Getoppt werden sie von den

Themen Werbung und Akquise, die laut Steinseifer

unbedingt auf einer Zielgruppenanalyse basieren

und moderne Werbemaßnahmen beinhalten sollten.

Sind diese Level abgedeckt und alle damit zusammenhängenden

Punkte zur richtigen Betriebsführung

im Handwerk geklärt, „dann klappt es auch

mit dem Kunden“. Und der unternehmerische Erfolg

ist garantiert.

» Reinhören

Der Podcast

zum Artikel

Reinhören in den

BAUREPORT

Podcast Folge

#14 „Betriebsführung

im Handwerk“

bei Spotify,

und Apple.

» Exklusiv

im Podcast

Im Interview

erzählt Handwerksunternehmercoach

Klaus

Steinseifer mehr

über den Unternehmensturm

®

BAUREPORT I 23


Büroorganisation in Handwerksbetrieben

Aufräumen für

mehr Effizienz

,,

Wie der Schreibtisch, so der Betrieb:

Ein gut organisiertes Büro erleichtert

nicht nur den Arbeitsalltag, auch der gesamte

Betrieb profitiert von einer klaren

Büro- und Arbeitsstruktur und lässt sich

auf dieser Basis effizienter und stressfreier

führen.

„Jedes Ding an seinem Ort“: Scheinbar triviale

Lebensweisheiten ernst zu nehmen, schenkt im

beruflichen Alltag Zeit und Geld.

Mit einer funktionierenden Büroorganisation lassen

sich bis zu 6.000 Euro pro Arbeitsplatz einsparen.

Ina Grombach,

Office-Coach

Entsprechend gehört dieser Satz zu den Tipps, die

die Expertin Teilnehmern ihrer Kurse über Büroorganisation

im Handwerksbetrieb gerne mitgibt.

„Die Grundlage des Erfolgs legt jeder Unternehmer

allerdings schon früher, indem er die einzelnen

Verantwortungsbereiche genau zuordnet“, ist Grombach

überzeugt. Wer ist für welchen Bereich zuständig?

Für die Akquise, die Arbeitsvorbereitung,

die Auftragsabwicklung sowie die Abrechnung?

Diese Fragen gilt es im Hinblick auf klare Bürostrukturen

zu klären.

Entscheidungen treffen

Als Hilfsmittel für die Umsetzung der Bürotätigkeit

greifen viele Handwerksbetriebe inzwischen selbstverständlich

zu verschiedenen Softwarelösungen.

24 I BAUREPORT BRANCHE AKTUELL


Weitere

Infos zum

Thema Büroorganisation

► www.grombachoffice-coaching.de

In der Regel nutzen sie mehrere Systeme parallel,

von der Auftrags- und Projektsoftware über Dokumentenmanagementsysteme

bis zum E-Mail-Programm.

Auch in diesem Punkt müssen im Sinne

des Erfolgs Entscheidungen getroffen werden: Da

etwa Termine sowohl in der Auftragssoftware als

auch in Outlook verwaltet werden können, ist es

wichtig festzulegen, welche Informationen in welchem

System abgelegt werden. Nur so lassen sich

Doppelungen eliminieren und Fehler sowie Zeitverlust

vermeiden. Das erfordert auch, festgelegte

Regelungen durchgängig einzuhalten.

Ordnungssysteme definieren

Alle zu einem Auftrag gehörenden Dokumente sollten

zudem möglichst gemeinsam abgelegt werden.

Wenn die per Post gesandte Anfrage eines Kunden

auf dem Schreibtisch der Büroassistenz liegt und

ein weiteres Dokument im Auftragsmanagementsystem

abgelegt wurde, entsteht Chaos. „Besser ist

es, Dokumente einzuscannen und zusammen mit

allen Mails und Unterlagen, die den jeweiligen Auftrag

betreffen, an einem zentralen Ort abzulegen“,

rät Grombach.

Kenntnisse auffrischen und damit arbeiten

Terminkalender mit Angaben zu Projektnummer,

Kundennamen und Anschrift. Auch die Festlegung

von Speicherorten und Dokumentennamen sowie

die einheitliche Anlage der Kundendaten im Auftragsverwaltungsprogramm

ist wichtig. Dies spart

Suchzeit und stellt sicher, dass Aufträge den richtigen

Kunden zugeordnet werden.

Mobile Datenverfügbarkeit gewährleisten

Wenn im Büro hinterlegte Daten mobil verfügbar

sind, können Kollegen im Außendienst Fragen anhand

vorhandener Unterlagen oder Pläne schneller

klären und Änderungen von unterwegs übernehmen.

Daten, die bei Kunden eingegeben werden,

sind zeitgleich im Büro verfügbar. Hierfür bietet der

Markt verschiedene Cloudlösungen an, z. B. Apps

für die Auftrags- und Terminverwaltung oder MS

Office 365.

Teambesprechungen pflegen

Trotz aller Vorteile der Digitalisierung gilt für eine

funktionierende Büroorganisation: Der persönliche

Kontakt darf nicht vernachlässigt werden. Regelmäßige

Auftragsbesprechungen z. B. morgens sorgen

dafür, dass jeder auf dem aktuellen Stand ist.

© Ina Grombach

Voraussetzung für die richtige Dokumentenordnung

ist auch, dass der Bearbeiter die jeweiligen Softwarelösungen

beherrscht. So kann er z. B. den

Posteingang so strukturieren, dass ankommende

Mails richtig sortiert, bearbeitet oder weitergeleitet

werden. „Programme wie Outlook sind fast selbsterklärend,

daher nutzen viele Anwender oft nur

Grundfunktionen des Programms“, weiß der Office-

Coach. Doch erst wenn die Programme individualisiert

und für den eigenen Gebrauch eingerichtet

seien, ließen sich die Vorteile umfänglich nutzen.

Einheitliche Regeln für die Datenpflege

umsetzen

Im Sinne einer optimalen Lösung sind einheitliche

Organisationsregeln und inhaltliche Vorgaben zur

Dateneingabe hilfreich: Beispiel ist die einheitliche

Eintragung von Terminen in gemeinsam genutzte

Zeitmanagement einführen

Um 13 Uhr auf der Baustelle, 14 Uhr kommt der

neue Auftraggeber und das Angebot muss auch

noch raus: Um sich im Alltag zwischen verschiedenen

Terminen nicht selbst zu verlieren, ist Zeitmanagement

für einen funktionierenden Büroalltag

unerlässlich. Für den Umgang mit E-Mails gilt daher:

„Legen Sie Zeiten fest, in denen Sie ihre Mails

abrufen. Und halten Sie sie ein“, schlägt Grombach

vor. Ein Wochenplan, der festgelegte Zeitfenster für

Außendiensttermine, Telefonate und störungsfreie

Arbeitsstunden beinhaltet, bringt Ruhe in den Alltag.

Und wenn im Büro, im Betrieb und auch im Baustellenfahrzeug

noch Ordnung herrscht nach dem

Prinzip „Jedes Ding an seinem Ort“, dann ist das

Fundament für eine funktionierende Büroorganisation

bereits gelegt.

BAUREPORT I 25


Technik im Alltag

Was muss ein Bau-

Tablet leisten?

Ein Tablet kann

eine sinnvolle

Erleichterung

im Arbeits alltag

sein. Auf die

passende

Leistung kommt

es an.

Dokumentation, Aufmaß, Kommunikation,

Bautagebuch: Tablets unterstützen das

digitale Baumanagement sie sind leistungsstark,

portabel und mit gewerkspezifischer

Software besonders komfortabel.

Doch worauf kommt es beim Kauf an?

Das passende Baustellen-Tablet orientiert sich an

den individuellen Ansprüchen, die sich aus Vorlieben

und Einsatzbereich ergeben. Wer das Tablet

hauptsächlich im Büro zur schnellen Dokumentation

und Organisation nutzt, ist mit einem Gerät inklusive

Schutzfolie, Schutzhülle und Stift gut beraten.

Sogenannte Semi- oder Full-Rugged-Tablets hingegen

sind für raue Umgebungen wie Werkstätten

sowie den Außenbereich konzipiert. Die robusten

dafür teureren Outdoor- und Industrie-Tablets

stecken nicht nur Staub und Wasser, sondern auch

Stürze weg. Losgelöst vom gewünschten Modell

gibt es jedoch generelle technische Mindestanforderungen,

die das reibungslose mobile Arbeiten

unterstützen.

Der Tablet-Leistungscheck

• Bildschirmgröße: Die Wahl der Displaygröße ist

abhängig vom Einsatzzweck: 10-Zoll-Geräte haben

sich als handlicher Kompromiss etabliert, sie

bilden auch Internetseiten komfortabel ab. Höhere

Auflösungen sind vor allem als Notebook-Ersatz

im Büro gefragt, hier sind 13-Zoll-Tablets durchaus

üblich.

• Arbeits- und Gerätespeicher: Je größer der

Arbeitsspeicher, desto besser laufen auch umfangreiche

Apps und Programme gleichzeitig.

Profis kommen mit einem 3 4 GB Arbeitsspeicher

gut zurecht. Der Gerätespeicher wiederum sichert

alle Dateien wie Bilder, Pläne oder Fotos lokal.

Wer nicht mit einer Cloud arbeitet, sollte auf ausreichend

Kapazität achten, 32 GB sind das Minimum.

Tipp: Einige Tablets lassen eine zusätzliche

microSD-Speicherkarte zu.

• Akkulaufzeit: Damit das Gerät auf der Baustelle

nicht den Dienst versagt, sollte es eine Akkulaufzeit

von mindestens 8 Stunden mitbringen. Wie

lange der Akku tatsächlich hält, hängt jedoch von

der Nutzung ab. Hilfreich: den Akkuverbrauch von

Apps in den Geräteeinstellungen optimieren.

• Nativer Stift und Touch-Pen: Ein nativer Stift ist

der zum Tablet passende Original-Stift mit ihm

lassen sich Skizzen oder Signaturen exakt ausführen.

Alternativ gibt es Tablets mit Touch-Pens

Stifte, die den Fingerdruck imitieren, als Stift

jedoch weniger geeignet sind.

• LTE SIM-Karte: Für das reibungslose Arbeiten

auch mit Bau-Apps sollte das Tablet mit einer

SIM-Karte ausgestattet sein. Achtung: Zwar sind

alle Tablets WLAN-fähig, aber nicht jedes Gerät

besitzt einen Slot für eine LTE SIM-Karte.

Fördermöglichkeiten

Digitale Geräte für gewerbliche Zwecke

können förderfähig sein ein Blick auf

die Förderportale des jeweiligen Bundeslandes

lohnt sich immer! Zum Beispiel

hier: www.digitaljetzt-portal.de

26 I BAUREPORT BRANCHE AKTUELL


Ihr Fachhändler berät

Sie gerne über das

Wellhöfer Programm

Bodentreppen

FlachdachAusstiege

Kniestocktüren

Deckentüren

Raumspartreppen


Öffentlichkeitsarbeit im Handwerk

Marketing für

Handwerker

mit Strategie

Öffentlichkeitsarbeit wird in vielen Handwerksbetrieben

eher stiefmütterlich behandelt:

eine einzelne Anzeige, eine singuläre

Pressemeldung. Mehr nicht. Wer

jedoch nachhaltigen Eindruck machen

will, lernt schnell: Ohne Marketingstrategie

geht es nicht.

Kleine und mittelständische Handwerksbetriebe

sind in der Regel schon mit dem Alltagsgeschäft

ausgelastet. Für zusätzliche Marketingmaßnahmen

fehlt vermeintlich die Zeit und es mangelt am Budget.

Dabei muss gezieltes Marketing weder kosten-

Die Öffentlichkeitsarbeit im Handwerk erfordert

fundierte Vorbereitung und kontinuierliche Pflege.

noch arbeitsintensiv sein. Der Erfolg kommt stattdessen

mit einer klaren und vor allem langfristigen

Strategie. Diese beinhaltet nicht nur ein konkretes

Marketingziel, das auf der genauen Kenntnis der

eigenen Stärken und der zum Unternehmen passenden

Zielgruppe erarbeitet wurde, sondern auch

ein festes Jahresbudget für Marketingzwecke. Und

sie mündet in die Bereitschaft und Fähigkeit, alle

Online-Kanäle kontinuierlich zu nutzen und diesbezügliche

Leistungen von A wie erster Anruf über

K wie eine professionelle Kontaktbearbeitung bis

zu T wie einem Treuebonus optimal zu erfüllen.

Von der eigenen Stärke …

Rund 12.000 Zimmereien, 79.000 Fliesen- und

Platten- sowie Mosaikleger und 38.000 Tischler

hat Statista* im vergangenen Jahr in Deutschland

gemeldet. Um bei so viel Konkurrenz aufzufallen,

muss sich ein Handwerksunternehmer im Sinne

einer optimalen Marketingstrategie zunächst selbst

klarmachen, was sein Betrieb besonders gut kann

und wo die Alleinstellungsmerkmale liegen. Nur mit

diesem fundierten Wissen kann er potenzielle

Kunden davon überzeugen, dass sein Betrieb auch

die erste Wahl für das eigene Anliegen ist.

… zur richtigen Zielgruppe

Die Antwort auf die Frage nach dem sogenannten

USP (Unique Selling Point) definiert nicht nur das

eigene Angebot, sie legt auch das Image fest,

das die Gesellschaft von nun an nach außen hin

repräsentiert. Ein Dachdecker, der sich auf denkmalgeschützte

Einzelbauvorhaben von Endkunden

spezialisiert hat, spricht eine andere Zielgruppe an

als der Mitbewerber, der ausschließlich Neubauten

für Projektentwickler erstellt. Um den jeweiligen

Kunden gezielt anzusprechen, ist daher auch eine

genaue Analyse der eigenen Zielgruppe erforderlich.

*Statista ist ein Online-Portal für Statistik mit Daten von Markt- und Meinungs forschungsinstitutionen sowie aus Wirtschaft und amtlicher Statistik. Es zählt zu den

erfolgreichsten Statistikdatenbanken der Welt.

28 I BAUREPORT BRANCHE AKTUELL


© FULLHAUS GmbH, Zahnrad: colourbox.de/Aleksandrs Bondars

… mit dem passenden Marketingansatz

Unterschiedliche Zielgruppen erfordern entsprechend

unterschiedliche Marketingansätze, die mal

mehr, mal weniger Aufklärung beinhalten. Auch

hier gilt es im Vorfeld zu klären, ob bereits ein

Marketingplan vorhanden ist. Wenn ja, wie sieht er

aus? Welche Kanäle waren darin abgedeckt und

wie erfolgreich war er? Derlei Fragen müssen für

die künftige Strategie zunächst beantwortet und auf

dieser Basis eine neue Lösung erarbeitet werden.

Fester Etat für feste Ziele

Auch wenn ein Kleinbetrieb für die eigenen Marketingmaßnahmen

keine eigens dafür abbestellte

Abteilung benötigt und keine sechsstelligen Beträge

ausgeben muss, so braucht es doch einen festen

Etat. Dieser sollte, grob geschätzt, bei zwei bis drei

Prozent des geplanten Jahresumsatzes liegen. Wer

den Marketingetat genau fixiert und dabei sowohl

dauerhafte als auch Sondermaßnahmen einplant,

verhindert nebenbei auch, dass das Budget für nicht

nachhaltige Einzelmaßnahmen vergeudet wird.

Der perfekte Mix für den Erfolg

Wo suchen Sie selbst nach einem Handwerker?

Mittlerweile werden die meisten Menschen auf

diese Frage vermutlich mit „online“ antworten.

Genau deshalb sollte der Schwerpunkt der eigenen

Marketinginitiativen ebenfalls auf Online-Maßnahmen

liegen. Die Basis hierfür stellt die eigene

Homepage dar. Diese muss gut gestaltet sein, stets

aktuell gehalten werden und leicht auffindbare Themenblöcke

mit den Stärken und Besonderheiten

des eigenen Betriebs auflisten. Dabei sollte sie gezielt

auf den jeweiligen Kundennutzen verweisen.

Gelegentliche Online-Kampagnen und Google Ads

verstärken die Sichtbarkeit. Aktuelle Referenzen

und Projektbeispiele zeigen dem Interessenten,

welche Leistung er erwarten darf und wie zufrieden

andere Kunden waren. Soziale Netzwerke wie

Facebook, Instagram oder Pinterest ergänzen den

Online-Auftritt und bieten sich für die direkte

Kommunikation mit dem Kunden an.

Von der Einzelmaßnahme zum Erfolg

Kostenlose Unternehmensprofile

auf Google My Business erleichtern

das Auffinden

1

des eigenen Unternehmens,

Kontaktformulare auf der Webseite

vereinfachen die Bearbeitung von Kundenanfragen

die so schnell wie möglich beantwortet

werden sollten. Eine ordentlich geführte

Kundendatenbank erleichtert den Kontakt und

bietet sich als Basis für die individuelle Kundenpflege

an.

Sind dort etwa Geburtstage hinterlegt, können

Glückwunsch-E-Mails automatisch verschickt

werden. Nach Fertigstellung des Projekts freut

sich der Auftraggeber über eine Rückfrage nach

der Zufriedenheit. Jahrelange Kunden genießen

gern die Benefits einer Treueaktion bzw. eines

Treue bonus. Newsletter bringen das

eigene Unternehmen kontinuierlich

in Erinnerung. Werbeplakate auf

der Baustelle und Logos an

der Fahrzeugflotte machen

Passanten auch außerhalb

der virtuellen Welt auf den

eigenen Betrieb aufmerksam.

Und ein durchgängiges

Corporate Design von der

Visitenkarte bis zum Logo an

der Arbeitsbekleidung sorgt

für einen gelungenen Auftritt

ab dem ersten

Kontakt und

rundet das

Marketingkonzept

nochmals

ab.

1

BAUREPORT I 29


Souverän überzeugen: Zum richtigen Umgang mit

„Nachverhandlern“

Erst die Preisverhandlung, danach die

Auftragserteilung, dann die Arbeit: So

arbeitet das Handwerk im Normalfall.

Mancher Kunde beginnt allerdings

erneut mit der Nachverhandlung des

Preises, wenn ein Teil der Fliesen schon

gelegt ist, der halbe Raum gestrichen

oder die erste Wand schon errichtet

wurde. Mit Vorwürfen wegen angeblich

schlechter Qualität oder durch den

Vergleich mit einem vermeintlich günstigeren

Wettbewerber versucht er, den

Preis nachträglich zu drücken.

Wer nun genervt reagiert, unfreundliche Antworten

gibt, auf Entscheidungen von Kollegen und

Chefs oder die ungünstigen Einkaufsbedingungen

verweist, findet sich schnell in einem langen

Gespräch wieder, bei dem der Kunde immer

stärker auf eine Kostenreduzierung drängt.

Bleiben Sie souverän!

Viel besser ist es, in einem solchen Fall souverän

zu reagieren und sich von Angriffen oder Vergleichen

nicht provozieren zu lassen. Der Gesprächston

und die Aussagen dem fordernden Kunden

gegenüber sollten dabei immer freundlich bleiben.

€€€

Wer sich seinem eigenen Betrieb gegenüber

zudem loyal verhält und die firmeninterne

Preis politik nicht in Frage stellt, wird schnell

feststellen, dass er dadurch selbst ebenfalls an

Stärke und Überzeugungskraft gewinnt und so

den Kunden leichter beruhigen kann. Statt sich

mit dem Kunden auf eine Diskussion einzulassen

und ihm vage Zusagen zu einer Nachverhandlung

oder Preisreduzierung zu geben, ist es

ratsam, im Gespräch die Qualität des eigenen

Unternehmens nochmals hervorzuheben. Auch

die Wertigkeit der versprochenen Leistungen

kann hier erneut angesprochen werden.

Doch auch für denjenigen, der sich einer Diskussion

nicht gewachsen fühlt und sprachlich

weniger gewandt ist, gibt es eine Lösung. Statt

selbst zu argumentieren, könnte der vom Kunden

angesprochene Handwerker einfach einen Rückruf

durch einen zuständigen Kollegen offerieren.

Damit führt er die Debatte friedlich zu Ende und

sein Gegenüber fühlt sich in seinem Anliegen

gehört. Streit wurde vermieden, das „Gesicht

gewahrt“ und die Möglichkeit zu einem weiteren

Gespräch mit der passenden Person wurde

offengehalten.

So reagieren Sie richtig

• Bleiben Sie souverän und zeigen Sie sich als Profi

• Stellen Sie die Qualität Ihres Unternehmens und Ihrer

Leistungen heraus

• Gehen Sie auf keine Angriffe ein und übernehmen Sie

nicht die Opferrolle

• Verweisen Sie auf einen fachkundigen Kollegen im Betrieb

Darüber hinaus hat der souverän reagierende

Handwerker auf diese Weise die aktuelle Situation

entschärft und kann nun seine Tätigkeit zu

Ende bringen, während der Kunde sich wieder

beruhigt und im Optimalfall von ganz alleine

feststellt, dass seine schon einmal getroffene Auftragsentscheidung

doch die richtige war.

© colourbox.de/Ludmila

30 I BAUREPORT

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UNTERNEHMEN

Generation Z

Den Nachwuchs

im Fokus

Unternehmen beschäftigen heute Mitarbeiter

aus bis zu vier Generationen. Doch

kaum eine wirft so viele Fragen auf wie

die Generation Z. Eine Altersgruppe, die

immer mehr auf den Arbeitsmarkt drängt

und eigene Werte und Wünsche mitbringt.

auch die Kommunikation, die hauptsächlich online

abläuft und bestimmt, wie Kontakte angebahnt und

Informationen beschafft werden. Selbst Stellenangebote

und Bewerbungen wickeln sie am liebsten

über digitale Medien ab, über die sie auch selbst

am effektivsten zu erreichen sind.

» Reinhören

Der Podcast

zum Artikel

Reinhören in den

BAUREPORT

Podcast Folge

#15 „Den Nachwuchs

im Fokus“

bei Spotify und

Apple.

» Exklusiv

im Podcast

Im Interview

erklärt Generationenforscher

Rüdiger Maas,

worauf Ausbilder

im Umgang mit

der Generation Z

achten sollten

und wie die neuen

Azubis ticken.

Gen Z, Generation Greta, Generation Zero, Digital

Natives 2.0 oder Generation Azubi: Die zwischen

1995 und 2010 Geborenen haben viele Label, doch

wie ticken sie wirklich? Um diese Altersgruppe

optimal zu integrieren und zu entwickeln, müssen

Arbeitgeber und Ausbildungsverantwortliche sie zunächst

einmal verstehen und abgrenzen.

Wer ist die Gen Z?

Der genaue Beginn der Generation Z ist nicht klar

definiert. Auch wenn die meisten Quellen ihn mit

1995/96 ansetzen, startet eine Unterklassifizierung

mit dem Jahr 2000. In dieser Gruppe werden auch

die meisten neuen Azubis und Berufseinsteiger

zu finden sein. Die Angehörigen der Generation

Z speziell die ab 2000 Geborenen sind die

ultimativen Digital Natives; im Unterschied zur Vorgängergeneration

Y, die erst im frühen Jugendalter

digital sozialisiert wurde, ist diese Generation mit

dem Smartphone aufgewachsen. Ein Umstand, der

Werte, Wünsche und Verhalten massiv prägt.

Werte, Wünsche und Erwartungen

Jede Generation ist das Produkt ihrer Zeit. Die

Gen Z wurde in eine digitale Welt hineingeboren,

die ohne WLAN und technische Devices nicht

denkbar ist. Sie bewegt sich wie keine andere

Personengruppe im Netz, das Smartphone ist

vollständig in ihre Lebenswelt integriert. Das prägt

Kurzum: Die Generation Z ist keine Verlängerung

der Generation Babyboomer, X und Y, sondern

eine in sich eigenständige Generation mit einem

spezifischen Wertesystem. Während beispielsweise

die Generation Y (1980 bis 1999 Geborene) gerne

viel und lange in einem identitätsstiftenden Umfeld

arbeitet, Beruf und Freizeit mischt und durchaus

eine gewisse berufliche Wechselbereitschaft

zeigt, haben für die Generation Z Harmonie und

Sicherheit am Arbeitsplatz oberste Priorität. Geld

und beruflicher Status sind dabei weniger wichtig

als beispielsweise ein unbefristeter Arbeitsvertrag,

klare Strukturen, ein gutes Betriebsklima sowie die

Möglichkeit zur Selbstverwirklichung.

Die wichtigsten

Werte für die Gen Z

• Gesundheit

• Freiheit

• Individualität

• Freundschaft

• Familie

• Gerechtigkeit

• Diversität und Multikulturalität

32 I BAUREPORT UNTERNEHMEN


Und weil diese Generation wie keine andere zuvor

Arbeit und Freizeit strikt trennt, vielmehr Freiheit

im Leben schätzt, will sie innerhalb eines sicheren

Rahmens möglichst flexibel arbeiten können.

Wie sich die Nachwuchs-

Generationen unterscheiden

Gleichzeitig erwarten die jungen Menschen, von

Vorgesetzten und Kollegen ernst genommen und

eingebunden zu werden. Ausbilder sollten auf regelmäßiges

Feedback und maximalen Respekt achten,

denn Mitglieder der Gen Z sind schnell verunsichert

und suchen nach Bestätigung. Den Optimismus der

Vorgängergeneration lässt die Generation Z hinter

sich und blickt eher realistisch in die Zukunft.

Fazit: die Generation Z in der Arbeitswelt

Der Arbeitsmarkt wird sich in den nächsten Jahren

massiv wandeln. Der Großteil der sogenannten

Babyboomer steht vor der Rente, neben den Millenials

bestimmt die Generation Z das Arbeitsleben

mehr und mehr, wobei die Arbeit selbst bei dieser

Generation nicht mehr an erster Stelle steht. Umso

wichtiger wird es für Unternehmen, in puncto Mitarbeiterführung

und Recruiting umzudenken und

sich speziell um die Gen Z auf neuen Wegen zu

bemühen. Einmal mehr in Anbetracht der Tatsache,

dass die Geburtenrate in den betreffenden Jahrgängen

relativ gering ist und sich der Fachkräftemangel

entsprechend verschärfen wird.

Generation Y (Millenials)

• Flexible Arbeitszeiten und -orte

• Work-Life-Blending

• Leistungsorientiert

• Identifikation mit dem Unternehmen

• Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber

• Teamplayer/Networker

Generation Z

• Sicheren Arbeitsplatz

• Work-Life-Separation

• Sinnsuche in der Arbeit

• Job und Persönlichkeit müssen harmonieren

• Geringe Loyalität gegenüber Arbeitgeber

• Anspruch an modernen Arbeitsplatz

Anders gesagt müssen Unternehmen die besten

Arbeitgeber sein, die sie jemals waren, und das im

doppelten Sinn: Immerhin bringt die Generation Z

ein starkes Markenbewusstsein mit, statt Renommee

ist die Arbeitgebermarke bei der Wahl des

Ausbildungsbetriebs das gewichtigere Argument.

Online-Rankings, Bewertungen und Präsenz im

Internet geben dabei Orientierung.

Auf dem Weg zu neuen Wegen hilft es, die Unternehmensstruktur

zu demokratisieren, ein stabiles,

lukratives, offenes und angenehmes Arbeitsumfeld

zu etablieren, die Trennung von Arbeit und Freizeit

zu ermöglichen und Arbeit so zu organisieren, dass

Arbeitszeiten geregelt und Überstunden niemals

die Regel sind. Alles Aspekte, die auf die Motivation

des Nachwuchses abzielen.

► Mehr zu den Motivatoren der Azubis 4.0

sowie zielführendes Recruiting lesen Sie

auf den folgenden Seiten.

© stock.adobe.com/vinayak

BAUREPORT I 33


Azubi 4.0

5 Motivatoren der

Generation Z

Junge Auszubildende ticken anders als alteingesessene

Mitarbeiter. Sie zu motivieren

ist nicht immer leicht, ein klassischer

Faktor wie Geld ist für die Generation Z weniger

relevant. Darauf sollten Ausbildungsbetriebe

eingestellt sein.

Jugendforscher und Coaches sind sich einig: Wer

die Gen Z ausbilden will, muss umdenken. Eine

Generation, die es nicht nur gewohnt ist, gleichberechtigt

behandelt zu werden und überall mitreden

zu dürfen, sondern auch eine Generation,

die rund um die Uhr „digital“ tickt, Feedback gibt

und sucht, digitale Informationen mühelos verarbeitet,

vernetzt denken und schnell reagieren

kann. Gleichzeitig definiert sich ihre Zufriedenheit

nur marginal über den beruflichen Erfolg, vielmehr

über persönliche Werte, Wertschätzung und

Selbstbestimmung. Daraus lassen sich starke

Motivatoren ableiten, an denen sich Ausbilder

orientieren können.

Vertrauen baut auf Gegenseitigkeit

Geregelte Arbeitszeiten, eine transparente

Kommunikation und Eigenverantwortung setzen

Vertrauen voraus und stärken es zugleich. Eine

Win-win-Situation, die im Idealfall ein festes Band

zwischen Ausbildungsbetrieb und Azubi knüpft.

Zeigt sich statt Motivation jedoch Demotivation,

besteht Handlungsbedarf. Denn: Je unmotivierter

ein Azubi über die Zeit ist, desto höher ist das

Risiko eines Ausbildungsabbruchs. Durch gutes

Beobachten und regelmäßige Gespräche kann

hier frühzeitig reagiert werden. Kurzum: Aufmerksamkeit

ist gefragt. Und die wiederum ist nur ein

anderes Wort für Motivation.

Flexibilität auf allen Ebenen bieten, vom

spontanen Urlaubstag bis hin zur ge-

1. wünschten Teilhabe an Besprechungen.

Das schließt das Verständnis für die Notwendigkeit

von Erholungsphasen und Freizeit ein.

2. die digitale Unternehmenspräsenz und

Digitale Technologie zur Vernetzung und

Zusammenarbeit sind so essenziell wie

zeitgemäßes Marketing. Hier gerne auch die Kompetenzen

der Azubis anerkennen und abfragen.

Ein Social-Media-Verbot im Unternehmen ist ein

No-Go, Regeln geben Orientierung.

3.

Die Kommunikationskultur setzt auf

flache Hierarchien, schnelles und regelmäßiges

Feedback sowie die Beteiligung von

Azubis an Entscheidungsprozessen. Auch Kritik,

Ideen und Meinungen sollten aktiv eingefordert,

Über- und Unterforderung so frühzeitig erkannt und

Abwechslung geboten werden.

4. und belohnt werden, wenngleich der

Wertschätzung ist ein hohes Gut, herausragende

Leistung sollte immer anerkannt

Generation Z monetäre Aspekte weniger bedeuten

als die aktive Einbindung in wichtige Projekte sowie

die Übertragung von Verantwortung.

5. Unsicherheiten einer global vernetzten

Sicherheit und Transparenz sind entscheidend

für eine Generation, die mit den

Welt groß geworden ist. Werte, für die ein Ausbildungsbetrieb

einstehen und damit einhergehende

Perspektiven kommunizieren sollte ein unbefristeter

Vertrag nach der Ausbildung, Abwechslung und

Selbstbestimmung im Berufsalltag inklusive.

© FULLHAUS GmbH

34 I BAUREPORT UNTERNEHMEN


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Geeignete Azubis finden

Auf gute

Zusammenarbeit

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Junge Menschen auszubilden ist eine große

Aufgabe und fordert von ausbildenden

Unternehmen viel Engagement. Umso

wichtiger ist es, geeignete Bewerber für

eine Ausbildungsstelle herauszufiltern,

die den Arbeitsanforderungen gewachsen

sind und in das Team passen. Das ist

nicht einfach wichtig ist aber, den Bewerbern

schon von Anfang an auf Augenhöhe

zu begegnen.

Gute Vorbereitung beginnt bereits mit der Stellenausschreibung:

Genauso wichtig wie die Erläuterung

des Ausbildungsberufs ist es, zu kommunizieren,

was von den Bewerbern erwartet wird und

worauf das ausbildende Unternehmen besonders

großen Wert legt. Auf diesem Wege können sich

Interessierte bereits vor dem Abschicken ihrer

Bewerbungsunterlagen im besten Fall selbst die

richtigen Fragen stellen.

Auf das Bewerbungsgespräch sollten sich

beide Seiten gut vorbereiten.

Sind geeignete Kandidaten gefunden, geht es

an die Planung der Vorstellungsgespräche. Vorschläge,

welche Fragen unbedingt gestellt werden

sollten, gibt es viele. Klassiker wie beispielsweise

„Warum haben Sie sich ausgerechnet bei uns

beworben?“ dürfen nicht fehlen. Dennoch kann

es sich lohnen, eingetretene Pfade zu verlassen

und auch grundsätzliche Fragen individueller zu

formulieren. Fragen zum Unternehmen und der

Branche zeigen, wie intensiv sich die Bewerber mit

dem Markt beschäftigt haben. Dabei sollte aber

darauf geachtet werden, die jungen Bewerber nicht

zu verschrecken, sondern ihnen auf Augenhöhe zu

begegnen und ihnen zu zeigen, dass ihre Meinung

bereits jetzt von Interesse ist und sie diese einbringen

dürfen.

Wichtig ist zudem, dass die Bewerber viele Informationen

über den ausbildenden Betrieb erhalten.

Besonders nachhaltig können diese von Azubis

aus den höheren Lehrjahren vermittelt werden.

Hier sind die Hemmungen, offen zu sprechen, mit

Sicherheit geringer, als es im Gespräch mit dem

zukünftigen Vorgesetzten der Fall wäre.

Um den neuen Azubis einen guten Start in die

Ausbildung zu bereiten, teilt man ihnen am besten

schon vorab grundsätzliche Informationen zum

Arbeitbeginn und der Berufskleidung mit. Das gibt

bereits zu Beginn ein sicheres Gefühl.

36 I BAUREPORT UNTERNEHMEN


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Neue Azubis motivieren

Ein guter Start

Sind die richtigen Azubis gefunden und

die Ausbildungsverträge unterschrieben,

sollte es direkt darum gehen, die zukünftigen

Kollegen in das Unternehmen einzubinden

und bereits vor dem Ausbildungsstart

miteinander in Kontakt zu bleiben.

Eine Mappe, in der die wichtigsten Punkte zusammengefasst

sind, hilft für den ersten Einstieg.

In dieser Zeit können Azubis aus den höheren

Lehrjahren eine gute Unterstützung sein, indem sie

die „Neuzugänge“ aktiv einbinden und beispielsweise

vorab einen Teamnachmittag in entspannter

Atmosphäre verbringen. So wissen die angehenden

Azubis gleich, was auf sie zukommt und können

entspannt dem ersten Arbeitstag entgegensehen.

Werden die neuen Kollegen von Beginn an

eingebunden, fühlen sie sich wertgeschätzt.

Wenn junge Menschen eine Ausbildung starten,

sind sie in der Regel hochmotiviert. Dieser Flow

muss unbedingt genutzt werden, um langfristig

das gesamt Potenzial der Azubis ausschöpfen zu

können. Der erste Arbeitstag der neuen Azubis

sollte deshalb gut vorbereitet und strukturiert sein.

Nichts ist schlimmer als das Szenario, dass sich

niemand für einen zuständig fühlt und man überhaupt

keine Ahnung hat, was man vor Ort eigentlich

nun tun soll. Auch die Wertschätzung darf nicht

vernachlässigt werden: Chef und Ausbilder sollten

sich zumindest einen Moment Zeit nehmen, um die

neuen Mitarbeiter persönlich zu begrüßen. Diejenigen,

die im unmittelbaren Umfeld arbeiten, selbstverständlich

auch. Ist der Einstieg gut gelungen

und die Auszubildenden fühlen sich willkommen,

ist der Grundstein einer erfolgreichen Zusammenarbeit

gelegt und die Zeichen stehen gut, dass aus

den „Neuzugängen“ zeitnah geschätzte Mitarbeiter

werden.

© stock.adobe.com/Panumas

38 I BAUREPORT UNTERNEHMEN


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Nebentätigkeiten von Azubis

Dürfen die das?

Eines ist klar: Mit einem Azubigehalt kann man keine großen

Sprünge machen. Deshalb ist es allzu verständlich, wenn Auszubildende

sich ihr Einkommen mithilfe von Nebenjobs etwas

aufbessern möchten.

Sicher kann das jeder Arbeitgeber nachvollziehen. Dennoch stellt sich natürlich

die Frage, ob der Nebenjob die Arbeitskraft im eigenen Unternehmen schmälert.

Besonders unangenehm kann es für die weitere Zusammenarbeit werden,

wenn sich die Auszubildenden Nebentätigkeiten in der jeweiligen Branche im

schlimmsten Fall bei der Konkurrenz suchen.

Grundsätzlich dürfen Auszubildende eine Nebentätigkeit ausüben, sofern es

nicht anders im Ausbildungsvertrag festgehalten ist. Voraussetzung ist, dass die

Lernpflicht nicht in Mitleidenschaft gezogen wird, sich die Azubis also nicht mit

vermindertem Einsatz ihren Aufgaben widmen. Generell gibt es keine Verpflichtung,

den Arbeitgeber um Einverständnis zu bitten. Die Azubis müssen jedoch

über ihre geplanten Nebentätigkeiten informieren, sofern diese die Interessen

des Arbeitgebers berühren.

Die Interessen des Unternehmens im Blick

In der Praxis heißt das, dass beispielsweise ein Dachdecker-Azubi ohne

schlechtes Gewissen in seiner Freizeit kellnern oder Hundetrainings anbieten

kann. Nutzt er allerdings seine arbeitsfreie Zeit dazu, um die Konkurrenz zu

unterstützen, kann es schwierig werden. Das wettbewerbsrechtliche Verhalten

von Azubis ist im Berufsbildungsgesetz nur teilweise geregelt. Daraus ergibt

sich, dass die allgemeinen, wettbewerblichen Grundsätze verbindlich sind,

durch die den Azubis jegliche Tätigkeiten untersagt sind, die zulasten der ausbildenden

Unternehmen gehen könnten. Auch Azubis dürfen die Wirtschaftlichkeit

eines Unternehmens nicht gefährden.

Der Blick auf die Vorgaben ist das eine, der auf das Miteinander das andere.

Wer heute junge Menschen ausbildet, tut dies in der Regel, um sie langfristig

an das Unternehmen zu binden schließlich sind Fachkräfte rar gesät. Eine

unabdingbare Basis für eine langjährige Zusammenarbeit ist Vertrauen und

deshalb sollte offen über solche Dinge gesprochen werden. Arbeitgeber können

die Initiative zum Gespräch ergreifen, wenn sie den Eindruck haben, dass die

Auszubildenden Nebentätigkeiten anstreben oder darauf angewiesen sind.

Lösungsmöglichkeiten, mit denen beide Seiten zufrieden sind, lassen sich mit

großer Sicherheit finden.

© stock.adobe.com/YURII MASLAK

40 I BAUREPORT UNTERNEHMEN


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Beratung und Service inklusive. Darauf können Sie bauen!

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Zukunftsbotschafter Azubi

Mit Vertrauen

beim Kunden

punkten

Mitarbeiter sind die wichtigsten Botschafter

eines Betriebes. Sie stehen im

direkten Kundenkontakt und tragen das

Leitbild der Firma nach außen. Das gilt

auch für Azubis, die neu ins Berufsleben

starten. Wer es schafft, den Nachwuchs

gut zu integrieren, entwickelt verlässliche

Mitarbeiter, die auch loyale Unternehmensbotschafter

sind.

So gelingt die Azubi-Integration

• Erklären Sie Ihren Azubis die Abläufe und Unternehmensprozesse

und bitten Sie sie um Verbesserungsvorschläge

• Vermitteln Sie die Kommunikationskultur im Umgang mit

Kollegen, Vorgesetzten, Kunden wird gesiezt, geduzt, wie

meldet man sich am Telefon, wie stellt man sich vor etc.

• Stellen Sie hochwertige Arbeitskleidung und -materialien bereit

• Setzen Sie klare Grenzen im Umgang mit Firmeninterna

• Kommunizieren Sie Social Media Guidelines, z. B. dürfen

keine Beiträge im Namen des Betriebes verfasst werden

• Erläutern Sie die Regeln zur privaten Mediennutzung

• Lernen Sie Ihre Azubis, deren Motivation und Interessen

kennen regelmäßiger Austausch optimiert die interne

Kommunikation und das Gemeinschaftsgefühl

Handwerksbetriebe stehen im ständigen Wettbewerb

um Aufträge und Arbeitskräfte. Um auch in

Zukunft aus der Masse herauszustechen, brauchen

sie so qualifizierte wie motivierte Fachleute. Nur

wer sich in seiner Ausbildung gerne engagiert, wird

sich langfristig an ein Unternehmen binden. Das

haben die meisten Betriebe erkannt nicht grundlos

finden sich bei Google heute fast sechs Millionen

Suchergebnisse zu den Themen „Gewinnung

von Nachwuchskräften“ und „Mitarbeiterbindung“.

Unter dem markanten Titel „Employer Branding“

steht die Arbeitgebermarke längst ganz oben auf

der Prioritätenliste. Dabei gibt es auch jenseits von

Recruiting-Programmen und Co. eine fundamentale

Basis, die Nachwuchs und Kunden gleichermaßen

begeistert: Wertschätzung.

Gelebte Wertschätzung

Wie ein Betrieb mit seinen Azubis umgeht, sagt viel

aus über die Firmenkultur, die Zusammenarbeit

und die Wertschätzung von Mitarbeitern. Gerade

Letztere stärkt die Lernfreude und den Stolz, ein

bereichernder Teil des Ganzen zu sein. Oft sind es

Details, die zur Aufwertung beitragen und Kunden

positiv im Gedächtnis bleiben.

So ist es ein wichtiges Zeichen, Auszubildende

gegenüber Kunden gleichwertig zu behandeln.

Vorgesetzte und Kollegen können Vertrauen beim

42 I BAUREPORT UNTERNEHMEN


© stock.adobe.com/Anselm

Kunden aufbauen, indem sie sie als wichtiges

Teammitglied etablieren: „Frau Schneider, das ist

Andreas Ott, er ist im zweiten Lehrjahr und wird

uns heute tatkräftig unterstützen“. Das Ergebnis:

Der Azubi fühlt sich wertgeschätzt und wird alles

geben, der Vorstellung gerecht zu werden. Der

Kunde wiederum tritt ihm vertrauensvoll entgegen.

Verstärkt wird diese Maßnahme durch vermeintliche

Kleinigkeiten wie eine eigene Visitenkarte, mit

der sich Nachwuchshandwerker aktiv beim Kunden

vorstellen können. Ein weiteres Detail, das demonstriert:

Wir stehen hinter unseren Mitarbeitern und

achten sie als kompetent.

Beim Kunden punkten

Eine positive Wahrnehmung beim Kunden erzielen

Unternehmen auch, wenn sie ihre Auszubildenden

unter Berücksichtigung ihres Wissensstandes in

alle Auftragsphasen vor Ort miteinbeziehen. Das

gilt für erste selbstständige Arbeiten wie das sorgfältige

Abdecken der Laufwege, aber auch für die

Besprechung relevanter Informationen zum Auftrag

sowie des Ablaufs einzelner Leistungen. Auch hier

sollten sie dabei sein, um sich früh in Transparenz

zu üben und ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie

Kunden reagieren. Einmal mehr gilt das für die

Abnahmebesprechung. Hier können Azubis eingebunden

werden, indem sie eine Checkliste oder das

Abnahmeprotokoll mitführen dürfen. Der Azubi lernt,

was es heißt, Kundenwünsche zu erfüllen, aber

eben auch mit etwaigen Reklamationssituationen

konstruktiv umzugehen.

Mit Feedback umgehen

Nach getaner Arbeit ist die ideale Zeit für unmittelbares

Feedback. Das betrifft konkret die Leistung

des Azubis was hat er gut gemacht, wo darf er

sich verbessern doch auch die Besprechung

der Arbeit und der Kundenrückmeldung generell

vermittelt, wie Kundenzufriedenheit und Loyalität

funktionieren. Hier haben Vorgesetzte wie auf allen

Ebenen permanente Vorbildfunktion, Kunden-

Bashing ist tabu! Die Art und Weise, wie über

Aufträge und Situationen, untereinander sowie

übereinander, gesprochen wird, ist eine Frage der

Haltung, die Auszubildende übernehmen.

Fazit: nichts ist selbstverständlich

In einem gut geführten Betrieb ist jeder Vorbild und

jeder ein Lernender. Vertrauen und Zugehörigkeit

entstehen durch eine gezielte Integration in den

Betrieb und eine Kultur, die es jedem erlaubt, sich

mit Anregungen und Rückfragen einzubringen.

Dennoch: Viele Azubis kennen sich mit den Gepflogenheiten

im Geschäftsalltag anfänglich kaum

aus. Transparenz und klare Regeln geben daher

zusätzlich Sicherheit.

Wird der

Azubi von Anfang

an vor Ort

in die Arbeit

eingebunden,

sendet das

an alle Seiten

ein positives

Signal.

BAUREPORT I 43


Die Baufluencer

Bock auf

Handwerk!

© Photo by Jonas Leupe on Unsplash

» Reinhören

Der Podcast

zum Artikel

Reinhören in den

BAUREPORT

Podcast Folge

#16 „Baufluencer

Bock auf Handwerk“

bei Spotify

und Apple.

In puncto Lifestyle und Mode sind Influencer

nicht mehr wegzudenken. Doch auch

die Akteure der Baubranche haben längst

nahezu alle Social- Media- Kanäle für sich

entdeckt: Die sogenannten Baufluencer

sind klar auf dem Vormarsch. Dies bringt

vor allem die Folge mit sich, dass sich

insbesondere die Kommunikationswege

zwischen Industrie und ausführenden

Gewerken erheblich verändert haben.

Kommunikation ist keine Einbahnstraße

mehr, in der Kunden Informationen überwiegend

direkt durch Redaktionen oder

Unternehmen erhalten. In der Netzwerk-

Kommunikation tauschen sich Kunden untereinander

aus und geben auch entsprechendes

Feedback an Redaktionen sowie

Unternehmen zurück. Das ist spannend

und vor allem ziemlich lebendig.

Durch ihre Präsenz in sozialen Medien, beispielsweise

Instagram, YouTube, Facebook oder TikTok,

erzielen die sogenannten Baufluencer mittlerweile

wirklich beachtliche Reichweiten. Ihr Ziel ist es in

der Regel, ihr Handwerk bekannter zu machen,

Einblicke in den Arbeitsalltag zu gewähren sowie

sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen und auszutauschen.

Und genau das tun sie als Hobbyblogger,

Teilgewerbliche oder Profis. Ihr Schlüssel zum

Erfolg? Authentizität und Unterhaltsamkeit!

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44 I BAUREPORT UNTERNEHMEN


Stauraumsysteme:

Mehr Platz in Haus und Garten

● Gerätehäuser mit Pult- oder Satteldach in den Ausführungen

Classic und Modern sowie Kaminholzregale

● einfache und schnelle Montage durch maximalen Vorfertigungsgrad

● individuelle Gestaltungen in 9 Standardfarben, Golden Oak Dekor

oder RAL nach Wahl


Ein Vollprofi

Selim Fritz aus Troisdorf ist so ein Baufluencer.

Der 32-Jährige ist Gründer der Firma „Fritz Bedachungen“

und YouTube-Creator. Er und sein

Team drehen unter dem Künstlernamen DACH

PRO Videos rund um den Arbeitsalltag des Dachdeckers,

die sich auf YouTube 79.700 Abonnenten,

auf Instagram 26.000 Follower, auf Facebook über

7.300 Fans und auf TikTok 183.000 Follower ansehen.

Wie kam es dazu? Als Selim Fritz 2013 sein

Unternehmen gründete, vermisste er ansprechende

Anleitungen, Tipps und auch Inspirationen für

seinen Arbeitsalltag. Genau das stellt er nun ins

Netz und zeigt darüber hinaus, dass der Beruf des

Dachdeckers ziemlich attraktiv ist.

© stock.adobe.com/karepa

Erfolgreich ist DACH PRO, weil die Beiträge

authentisch und unterhaltsam sind. Es wird nicht

mit allzu viel Ernst an die Themen herangegangen,

was seine Zielgruppe zu schätzen weiß. Diese ist

übrigens ziemlich breit aufgestellt: vom noch beruflich

desorientierten Schüler über gestandene Handwerker

bis hin zu Bauherren, die nach Inspiration

suchen.

© Smartphone: stock.adobe.com/warmworld, Instagram: @dachpro

46 I BAUREPORT UNTERNEHMEN


NEU

Gartenbau war noch

nie so einfach

Alles was Sie für frostsichere, hochfeste und dauerhafte Fundamente brauchen,

ist hier fertig im Sack:

ALL IN = Einfach Wasser dazugeben und das Material inklusive Papiersack mischen.

Ideen mit Zukunft.


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Kleiner geht’s auch

Spannende und absolut glaubwürdige Einblicke in

den Arbeitsalltag eines Bauunternehmens bietet die

Bauunternehmung Baumgärtner aus Bretzenheim

(bauunternehmung_baumgaertner) auf Instagram.

Und das ziemlich erfolgreich: 10.300 Follower

wollen wissen, was es für Neuigkeiten beim Team

Baumgärtner gibt. Inhaltlich wird hier häufig schon

recht tief ins Detail gegangen und die Baufortschritte

werden nach und nach mit den Followern geteilt.

Dabei zeigt der Account auch, ob und wenn ja,

welche Probleme es gab und wie diese gelöst

wurden.

Julia Hartmann ist ebenfalls eine Baufluencerin, die

weiß, wie man die richtige Zielgruppe anspricht: Als

Maurerin zeigt sie auf Instagram (maurerin_julia)

ihre aktuellen Projekte, die sie gemeinsam mit dem

Team der Hartmann Bau GmbH aus Neustadt am

Rübenberge umsetzt. Schritt für Schritt werden die

Follower mitgenommen, wertvolle Tipps und Tricks

,,

inklusive.

© Smartphone: stock.adobe.com/warmworld, Instagram: @maurerin_ julia

Ich möchte auf meinem Kanal zeigen, wie

abwechslungsreich das Maurer-Handwerk

sein kann.

Julia Hartmann,

Baufluencerin

48 I BAUREPORT UNTERNEHMEN


Nachhaltige Energieversorgung

ohne Verzicht auf Tageslicht

Mit den neuen VELUX Eindeckrahmen erreichen Sie eine

nahtlose Einheit zwischen den VELUX Dachfenstern und

Indach-Photovoltaik-Modulen. Das einheitliche System bietet

Ihnen, neben ästhetischem Design und einfacher Installation,

eine dauerhafte Wetter- und Regenbeständigkeit.

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Die Motivation

Gründe dafür, warum viel Zeit in die sozialen Netzwerke

investiert wird, gibt es viele. Ganz oben auf

der Liste stehen mit Sicherheit der Spaßfaktor und

Zeitvertreib. Zudem kann man sich auf den Plattformen

hervorragend selbst darstellen. Darüber

hinaus eignen sich die verschiedenen Kanäle

jedoch auch als Unternehmens-PR, um Aufträge

zu generieren. Eine besonders wichtige Funktion

der Baufluencer ist jedoch das Werben um Mitarbeitende

und Auszubildende. Schließlich hält sich

der Fachkräftemangel in jedem Gewerk hartnäckig

und wird den verschiedenen Gewerken leider auch

perspektivisch erhalten bleiben. Baufluencer sind

in der Lage, potenzielle Kollegen auf Augenhöhe

anzusprechen und sie für die eigene Firma oder zumindest

für das jeweilige Gewerk zu begeistern.

Das große Ganze

Die Motivation der Baufluencer für ihr Tun ist

sicherlich höchst unterschiedlich. Was aber auf

allen Profilen auffällt, unabhängig davon, wie viele

Menschen ihnen folgen, ist: Das Handwerk ist eine

eingeschweißte Community, die zusammenhält und

sich gegenseitig motiviert. Gewerkeübergreifend

selbstverständlich. Und es gibt auch bereits zahlreiche

soziale Projekte, die engagierte Baufluencer

gemeinsam unterstützen. Dabei nutzen sie ihre

Kanäle, um darüber zu berichten und ihre Follower

für die Themen zu sensibilisieren, die ihnen am

Herzen liegen. Insgesamt haben sich die Baufluencer

auf die Fahne geschrieben, dem Handwerk

ein positives Image zu verschaffen und mit Stolz zu

zeigen, was sie drauf haben. Und das gelingt ihnen

ziemlich gut.

© Tablet: colourbox.de/Oleksandr Herzen: colourbox.de/#287431

© Photo by Mikita Yo on Unsplash

Ohne Frage lässt sich als Baufluencer auch Geld

verdienen. Viele Firmen haben die Baufluencer

längst für sich entdeckt: Das Influencer-Marketing

ist mittlerweile in vielen Unternehmen eine feste

Position in der Marketingstrategie. Schließlich ist es

mithilfe eines Baufluencers besonders gut möglich,

neue Produkte vorzustellen. Die Follower sind genau

die gewünschte Zielgruppe und sie vertrauen

seinem Urteil. Baufluencer sind also die perfekten

Testimonials.

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Herausgeber: EUROBAUSTOFF Handelsgesellschaft mbH & Co. KG | Auf dem Hohenstein 2 | 61231 Bad Nauheim |

Tel. +49 6032 805-0 | Fax +49 6032 805-265 | kontakt@eurobaustoff.de | www.eurobaustoff.com

Redaktion: Yvonne Egberink, Köln | Maren Meyerling, Sprockhövel | Christine Ryll, München

Grafische Umsetzung & Lektorat FULLHAUS GmbH | Maxhüttenstraße 12 | 93055 Regensburg | www.fullhaus.de

5 I BAUREPORT UNTERNEHMEN


AusstellungDigital

Das Beste

aus zwei Welten

Die Auswahl des passenden Bodens oder der richtigen

Wandfarbe gestaltet sich oftmals schwieriger

als gedacht. Sich anhand eines Farbfächers oder

von Produktmustern deren Gesamtwirkung im

Raum vorzustellen ist nahezu unmöglich. Mit uns

erleben Sie keine bösen Überraschungen!

In unserer AusstellungDigital können Sie jede verfügbare

Farbe und jeden Bodenbelag miteinander

kombinieren und vergleichen und sich so vom

Gesamtbild überzeugen. Entweder anhand eines

fertigen Raumbildes oder Ihres eigenen Fotos, das

Sie über unseren Bodenplaner hochgeladen haben.

Das Besondere an unserer AusstellungDigital?

Hier verbindet sich das beste aus zwei Welten: Sie

profitieren weiterhin vom haptischen Erleben der

Produktbeispiele vor Ort, erweitert durch die unendlichen

Möglichkeiten der Digitalisierung.

Haptisches Erleben trifft auf

digitale Erweiterung für pure

Inspiration und neue Raumideen.

Im Oktober 2019 startete Henrich in den „Verkauf

der Zukunft“. Diese vierte Ausstellungsdimension

ermöglicht es Ihnen, Ihren Traum von der perfekten

Innenraumgestaltung zu verwirklichen unsere

geschulten Verkäufer haben noch mehr Möglichkeiten,

Ihnen alle Variationen und Kombinationen

mittels Tablets und QR-Codes vor Augen zu führen

und bestens zu beraten.

Unsere AusstellungDigital finden Sie an fünf

Henrich-Standorten: Siegburg, Siershahn, Bitburg,

Gerolstein und Kastellaun. Kommen Sie vorbei und

erleben Sie die Zukunft der Beratung!


it’s my life: Das Konzept

Gesundheit bedeutet

Wohlbefinden

Seminare und

Workshops

Gesundheitsmanagement und persönliches

Coaching sind mittlerweile in der

Arbeitswelt angekommen, in der Baubranche

ist diese Art der Weiterbildung jedoch

noch eher die Ausnahme. Nicht so beim

Henrich Baustoffzentrum!

Coaching

Gesundheitsmanagement

Karriere bei Henrich

Dein Job. Dein Leben. Deine Zukunft … Deine Stelle mit Perspektive!

Auch 2022 suchen wir bei Henrich neue Kollegen und

Auszubildende in den verschiedensten Bereichen. Je nach Standort

haben wir Stellen als Fachberater, Lageristen, Sachbearbeiter und

Vertriebsmitarbeiter ausgeschrieben. Darüber hinaus bilden wir jedes

Jahr angehende Groß- und Außenhandelskaufleute, Informatikkaufleute,

Fachkräfte für Lagerlogistik und Fachlageristen aus.

Auch Quereinsteiger, beispielsweise aus Handwerksberufen, sind

Teil unseres Teams und willkommen! Unsere freien Stellen finden

Sie unter: henrich-baustoffzentrum.de/jobs.

„Sich selbst beschenken und bereichern“, das ist

das große Ziel der unterschiedlichen Seminare und

Workshops auch außerhalb von Unternehmensthemen

auf die alle Henrich-Mitarbeiter Anspruch

haben. Die Bandbreite ist groß: Von guter und

gesunder Führung über Life Balance bis hin zu Ernährungscoaching

und Zeitmanagement. Einfach

alles, was Mitarbeiter und Führungskräfte im Arbeitsumfeld,

aber eben auch im privaten Bereich bewegt.

Wir motivieren Menschen, die

richtige Balance zu finden.

Die körperliche und psychische Gesundheit der Mitarbeiter

steht bei Henrich ganz oben. Die It’s-my-life-Gesundheitsangebote

zielen daher auf ein ganzheitliches

und umfassendes Programm ab. Vom

Praktikanten bis zur Führungsebene profitieren alle

von den unterschiedlichen Coaching-Angeboten.

Probleme und Anliegen jeder Art können mit der

vielseitigen Auswahl abgedeckt werden. Begleitung,

die einfach guttut!

Beim Henrich Baustoffzentrum erhält jeder die

Förderung und Unterstützung, die er sich wünscht.

Finden auch Sie die richtige Balance und bewerben

Sie sich bei uns! Wir sehen in jedem unserer

Mitarbeiter den Menschen dahinter und möchten

diesen ganz individuell und gezielt unterstützen.

Wir freuen uns auf jede Bewerbung!


Alles nur Fassade?

Draußen wie drinnen eine Wucht:

Rigips® Glasroc®X

rigips.de/glasrocx

BAUREPORT I 8


www.henrich-baustoffzentrum.de

Hier gibt’s was auf die Ohren

BAUREPORT

der Podcast

Mehr Hintergrundwissen.

Mehr Inhalt.

Mehr Persönlichkeit.

Für alle, die den Baureport auch

während der Arbeit, beim Fahren oder

mit geschlossenen Augen genießen

wollen. Erscheint in regelmäßigen

Abständen nach Ausgaben geordnet.

Jetzt hier reinhören:

Apple Podcasts

Spotify

Haupthaus

Konrad-Adenauer-Allee 100

53721 Siegburg

Telefon 02241 121-0

Standorte

Höherweg 238

40231 Düsseldorf

Telefon 0211 996106-0

Poll-Vingster-Str. 130

51105 Köln

Telefon 0221 98381-0

Britanniahütte 4

51469 Bergisch Gladbach

Telefon 02202 29405-0

Auf der Hüls 195

52068 Aachen

Telefon 0241 608493-0

Alte Poststraße 54

53804 Much

Telefon 02245 9199-0

Vulkanring 12

54568 Gerolstein

Telefon 06591 9538-0

Dieselstraße 15

54634 Bitburg

Telefon 06561 9577-0

Ludwig-Wolker-Str. 20

55252 Mainz -Kastel

Telefon 06134 25743-0

Opelstraße 3

56288 Kastellaun

Telefon 06762 910-0

Bunzlauer Straße 4

56427 Siershahn

Telefon 02623 6088-0

Gleich

alles

richtig

machen.

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