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Ggbg Heft 01_2022_Ostern

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www.sankt-georgenberg.at

Mitteilungsblatt der Freunde von St. Georgenberg

Nr. 114 • Ostern 2022


ostergruss

Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude

und Frieden im Glauben, dass ihr immer reicher werdet

an Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes.

(Römer 15, 13)

Allen „Freunden von St. Georgenberg“ wünschen ein

gesegnetes Osterfest die Vorstandsmitglieder

Obmann Dr. Wolfgang Ingenhaeff-Berenkamp

Obmannstellvertreterin Sabine Schätzer

Administrator Abt Jeremias Schröder OSB

Bürgermeister Michael Huber

Wallfahrtspater Raphael Gebauer

Schrift- und Protokollführerin Alexandra Ingenhaeff-Berenkamp

Kassierin Herta Blaikner

Chronist P. Thomas Naupp OSB

– 3 –


ostern

Das Osterfest (lateinisch „pascha“) ist der höchste christliche Feiertag, an

dem in besonderer Weise der Auferstehung Jesu gedacht wird.

Die Herkunft des Wortes „Ostern“ ist

keineswegs eindeutig geklärt. Vermutet

wird, dass ein Zusam menhang zur

Himmelsrichtung „Osten“ besteht. Die

Bibel berichtet ja, dass das leere Grab

Jesu „früh am Morgen, als eben die

Sonne aufging“, entdeckt wurde. Im

frühen Christentum wurde die Morgenröte

daher zum Symbol der Auferstehung

und des Neuanfangs.

Einer anderen Theorie nach geht Ostern

auf die heidnische Frühlingsgöttin

„Eostrae“ zurück, der im Lateinischen

„Aurora“, die Göttin der Morgenröte,

entspricht. Sie gilt auch als Göttin

des zunehmenden Lichts, was für die

länger werdenden Tage im Frühling

durchaus passt.

Der im 8. Jahrhundert lebende angelsächsische

Benediktinerpater Beda Venerabilis

(672 oder 673 bis 735) berichtete,

dass der althochdeutsche Name

des Monats April, „Eostur-Monat“, auf

diese Göttin zurückgehe und erst später

seinen Bezug zum christlichen Osterfest

erhalten habe. Angesichts der

Nähe des Osterdatums zur Tag-und-

Nacht-Gleiche im Frühling scheint ein

heidnischer Ursprung des Fests nicht

unwahrscheinlich. Denn der Tag, von

dem an die Tage länger werden als die

Nächte und damit das Licht über die

Dunkelheit siegt, war für die Kelten

und Germanen ein wichtiges rituelles

Datum im Jahreskreis.

Für einen solchen Ursprung spricht

auch, dass viele christlichen Feste und

Bräuche heidnische Elemente aufnahmen

und umwidmeten. Ob die in

vielen Gegenden üblichen Osterfeuer

heidnischen Ursprungs sind, ist allerdings

unklar. Im christlichen Brauchtum

symbolisiert das Feuer den auferstandenen

Jesus als „Licht der Welt“.

Osterkerze

– 5 –


In der katholischen Kirche wird in der

Osternacht meist die Osterkerze an

einem kleinen Feuer vor der Kirche

entzündet. Dieses Licht wird dann an

alle Besucher und deren Kerzen weitergegeben.

Ob das eine Umwidmung

keltisch-germanischer Frühlingsfeuer

ist, muss unbeantwortet bleiben.

Weltweit feiern Christen zu Ostern die

Auferstehung Jesu von den Toten. Das

Fundament des christlichen Glaubens

macht das Osterfest daher zum wichtigsten

Hochfest der christlichen Kirchen.

Die Auferstehung und der Sieg

über den Tod spenden den Christen

Hoffnung auf das ewige Leben. So wird

Ostern auch als das Fest der Hoffnung

bezeichnet und verstanden.

Ostern hängt eng mit der Fastenzeit

und der Karwoche zusammen. Es sind

die Zeiten, in denen sich Jesus auf seinen

Tod vorbereitete. Heute dienen sie

im Christentum der Vorbereitung auf

Ostern.

Der Tag, an dem Jesus gekreuzigt wurde,

ist der Karfreitag. Ostern beginnt

mit der Auferstehung Jesu, also am

Ostersonntag. Die vier Evangelien des

neuen Testaments berichten, dass das

Grab Jesu am dritten Tage nach seiner

Kreuzigung leer war und Jesus seinen

Jüngern erschien. Der Ostersonntag

markiert nicht nur den Beginn des Osterfests,

sondern auch den Auftakt zur

50-tägigen österlichen Freudenzeit bis

Pfingsten.

Auch am Ostermontag, so berichten

die Evangelien, sei Jesus seinen noch

zweifelnden Jüngern erschienen. Als

sie ihn leibhaftig erkannten, verbreiteten

sie die Nachricht mit Freude.

Entschuldige dich nie, wenn du um eine Gefälligkeit gebeten wirst.

Denn eine Viertelstunde, die du opferst im Dienst für andere, gehört

zu den gewinnreichsten und am besten verwendeten deines

Lebens. Fasse deshalb den Entschluss, keinem Menschen ohne Not eine

Bitte abzuschlagen.“

Abt Binofaz Wöhrmüller OSB

– 6 –


olbrot

Auch zu Ostern ein Genuss!

Zutaten

150 g schwarze Oliven, entkernt 300 g

Mehl, griffig

120 g Weizenbrotmehl

1 Esslöffel Meersalz, fein

1 Pkg. Trockengerm

1 Esslöffel Petersilie, gehackt

112 Kaffeelöffel Koriander, gemahlen

250 ml Wasser, lauwarm

Zubereitung

Mehl, Salz, Trockengerm und Gewürze

vermischen; mit Wasser zu einem

weichen Germteig abschlagen. Teig

zugedeckt 1 Stunde ras ten lassen, dann

geviertelte Olivenstücke unterkneten;

den Teig zu einem Laib formen.

Backblech mit Olivenöl bestreichen,

den Laib darauf setzen und weitere 45

Minuten gehen lassen. Brotoberfläche

mit einem Messer einritzen. Brotlaib

im vorgeheizten Backrohr bei 220 °C 35

Minuten backen.

Tipp: Das Olivenbrot schmeckt sehr

gut mit einem italienischen Olivenaufstrich,

Schafkäse, Butter oder einfach

nur beträufelt mit etwas Olivenöl.

(aus: Ager, Lass dich verführen I, 10.

Auflage, Berenkamp)

– 7 –


Am 20. November 2021 erreichte unseren

Obmann folgendes Schreiben:

„Lieber Herr Dr. Ingenhaeff-Berenkamp!

Unsere Begegnung auf dem St. Georgenberg

ist gerade erst sechs Wochen her, aber

jetzt gibt es doch schon Neuigkeiten von

gewisser Bedeutung. Ich darf Ihnen heute

mitteilen, dass ich am 28. Oktober 2021

vom Heiligen Stuhl zum Administrator der

Abtei St. Georgenberg ernannt worden bin.

Meine Aufgabe wird es sein, in den kommenden

Jahren zusammen mit der Benediktinerkongregation

von Sankt Ottilien

Abtprimas Jeremias leitet die Benediktinerkongregation

von St. Ottilien

ROM

hat entschieden"

Personelle Änderungen auf St. Georgenberg

die Zukunftsfähigkeit der hiesigen Klostergemeinschaft

zu sichern.

Als Administrator habe ich die Nachfolge

von Prior Administrator P. Raphael Gebauer

OSB angetreten und bin als Höherer

Oberer nunmehr der Letztverantwortliche

für die Belange des Felsenklosters. Da ich

weiterhin auch Abtpräses der Benediktinerkongregation

von Sankt Ottilien bin,

werde ich nur zeitweise auf dem Georgenberg

anwesend sein können.

P. Raphael Gebauer, der das Amt des Administrators

seit 2014 ausgefüllt hat, ist als

mein Stellvertreter weiterhin Hausoberer

und führt als Zellerar auch die wirtschaftlichen

Belange.

Mir ist bewusst, dass der St. Georgenberg

kirchlich, kulturell und in der Landschaft

eine große Bedeutung hat. Dieses Erbe ist

mir und uns allen eine Verpflichtung. Sie

und die Freunde von St. Georgenberg haben

bei deren Wahrnehmung in der Vergangenheit

Vieles mitgetragen. Ich hoffe, dass ich

auch in Zukunft auf Ihr Wohlwollen und

Ihre Unterstützung zählen darf.

Mit herzlichen Grüßen vom St. Geogenberg

Jeremias Schröder OSB, Abtpräses der Missionsbenediktiner

von St. Ottilien“

– 8 –


Der Vorstand der „Freunde von St. Georgenberg“

hat nach vorbereitenden

Gesprächen den neuen Hausoberen

von St. Georgenberg in den Vorstand

kooptiert und damit ein deutliches

Zeichen der Kooperationsbereitschaft

mit der neuen Klosterführung gesetzt.

Abt Jeremias darf im Folgenden kurz

vorgestellt werden.

Maximilian Schröder kam am 8. Dezember

1964 als Sohn eines Kaufmanns

und einer Drogistin in Mindelheim zur

Welt und wurde in Bad Wörishofen auf

den Namen Maximilian getauft.

1984 Nach dem neusprachlichen Abitur

[Matura] am Maristenkolleg in

Mindelheim trat er 1984 in die Erzabtei

St. Ottilien, das Stammhaus der

Missionsbenediktiner, ein, absolvierte

dort in der Folge das Noviziat und legte

1985 die Professgelübde ab.

Von 1985 bis 1990 studierte er in Rom

Philosophie und Theologie und von

1990 bis 1994 Geschichte in Oxford

und war neben dem Studium Spiritual

der Benediktinerinnen von Stanbrook.

1992 empfing er die Priesterweihe.

1994 kehrte er als Sekretär des Erzabtes

von St. Ottilien in das Stammkloster

zurück und wirkte als 2. Novizenmeister,

Archivar sowie Schriftleiter der

Zeitschriften „Missionsblätter“ und

„Jahrbuch St. Ottilien“; außerdem beteiligte

er sich an der China-Arbeit des

Ordens.

Am 5. Oktober 2000 wählte ihn das

Kapitel von St. Ottilien zum Erzabt;

… und er trägt seit einem halben Jahr auch

Verantwortung für St. Georgenbergerkongregation

von St. Ottilien

die Abtsweihe empfing er am 28. Oktober

2000 in der Erzabtei St. Ottilien.

Als Lweitspruch wählte er „Respice

Stellam!“ („Schau auf den Stern!“).

Mit der Trennung des Amtes des Erzabtes

und des Abtpräses der Kongregation

wurde er am 15. Oktober 2012 für

acht Jahre zum ersten Abtpräses der

Kongregation gewählt (1.000 Mönche

in 56 Klöstern in 20 Ländern), mit besonderer

Verantwortung für Klostergründungen

in Indien, Uganda, Kuba

und China.

Im Oktober 2021 ernannte ihn der Heilige

Stuhl in Rom zum Administrator

der Abtei St. Georgenberg in Tirol.

– 9 –


Am Samstag, 25. Juni 2022, feiert der Verein

der „Freunde von St. Georgenberg“ den 35. Geburtstag.

35 jahre

"

Freunde von St. Georgenberg"

Der Vorstand steckt mitten drin in den

Vorbereitungen. Das Fest wird um 10

Uhr beginnen, um 15 Uhr zur Teilnahme

am Gottesdienst einladen und mit

der Vesper um 18 Uhr seinen Abschluss

finden.

Isabelle Knottner, Martin Locher &

David sowie der Kinderchor und die

Jugendband der Landesmusikschule

Schwaz werden musikalisch für beste

Töne sorgen. Auf Kinder warten eine

Märchenstunde, Gewinnspiele, Malund

Bastelmöglichkeiten, ein Schminktisch,

Luftballonfiguren, Zuckerwatte

Isabelle Knottner

Martin Locher

und dergleichen mehr. Abwechslung

und gute Unterhaltung gibt es auch für

Eltern und andere Erwachsene. Zum

Beispiel am Jausenstand oder im Wallfahrtsgasthaus,

in der Lindenkirche

oder beim Freialtar.

Kurzum: Merken Sie sich schon heute

den Samstag, 25. Juni 2022, vor.

Wir Freunde von St. Georgenberg feiern

mit Ihnen und mit Dir ein großes

Fest. Und die Vorstandsmitglieder der

„Freunde von St. Georgenberg“ freuen

sich, dass gerade Sie und Du daran

teilnehmen und auch solche, die (noch)

nicht Mitglieder sind.

– 10 –


www.sankt-georgenberg.at

#

www.sankt-georgenberg.at

– 11 –


JA,

… ich will Mitglied der

„Freunde von St. Georgenberg“ werden!

Der Jahresbeitrag beträgt € 15.-

Wenn keine

Marke zur Hand,

Postgebühr

beim Empfänger

einheben

Geworben von (Name des werbenden Vereinsmitglieds einsetzen!)

Vorname Nachname Titel

Straße

Nr.

Postleitzahl

Ort

An den

Vorstand der

Freunde von St. Georgenberg

E-Mail

Datum

Unterschrift

Telefon

– 12 –

c/o St. Georgenberg 181

A-6135 Stans

JA,

… ich will Mitglied der

„Freunde von St. Georgenberg“ werden!

Der Jahresbeitrag beträgt € 15.-

Wenn keine

Marke zur Hand,

Postgebühr

beim Empfänger

einheben

Geworben von (Name des werbenden Vereinsmitglieds einsetzen!)

Vorname Nachname Titel

Straße

Nr.

Postleitzahl

Ort

An den

Vorstand der

Freunde von St. Georgenberg

E-Mail

Datum

Unterschrift

Telefon

– 12 –

c/o St. Georgenberg 181

A-6135 Stans


Rückseite des Zahlscheins bitte nicht beschriften.

– 13 –


F r e u n d e v o n S t . G e o r g e n b e r g

A T 6 9 3 6 3 2 2 0 0 0 0 0 0 7 0 0 6 0

R Z T I A T 2 2 3 2 2

J a h r e s b e i t r a g 2 0 2 2 … …

S p e n d e

… …

F r e u n d e v o n S t . G e o r g e n b e r g

A T 6 9 3 6 3 2 2 0 0 0 0 0 0 7 0 0 6 0

R Z T I A T 2 2 3 2 2

J a h r e s b e i t r a g 2 0 2 2 … …

S p e n d e

… …

– 14 –


itte der kassierin

Wie (fast) immer …

… bittet die Kassierin alle Mitglieder freundlich um die Zahlung des

Mitgliedsbeitrags für das laufende Jahr. Der Zahlschein in der Mitte

des Hefts leistet Ihnen dazu gute Dienste. Der Beitrag beträgt weiterhin

15 Euro im Jahr. Ich danke Ihnen herzlich für Ihr Mittun.

Herta Blaickner

Kassierin

LASS DICH

VERFÜHREN

Die Reihe

Bettina Ager

Lass dich verführen, Bd. 1–5

Bd. 1: Kuchen, Schnitten, Torten u. a.,

978-3-85093-347-6, 9. Aufl.

Bd. 2: Gugelhupf, Kastenkuchen, Blechkuchen u. a.

978-3-85093-251-6, 5. Aufl.

Bd. 5: Weihnachtsbäckerei.,

978-3-85093-341-4, 2. Aufl.

A/D € 19,90

Impressum

Medieninhaber, Herausgeber, Verleger, Redaktion: „Freunde von St. Georgenberg“, Vorstand, c/o

Benediktinerabtei St. Georgenberg, 6135 Stans, St. Georgenberg 181. Bildnachweis: Shutterstock

(2, 3, 4, 5, 6, 28); Stift Wilten (13); alle anderen: Archiv und Chronik „Freunde von St. Georgenberg“.

Verlags- und Aufgabe-Postamt: A-6060 Hall in Tirol; Aus Gründen der besseren Lesbarkeit

wird im Mitteilungsblatt der „Freunde von St. Georgenberg“ auf die Unterscheidung der männlichen

und weiblichen Schreibweise verzichtet. Sofern nicht ausdrücklich auf Frauen und Männer

Bezug genommen wird, sind beide Geschlechter gleichermaßen angesprochen, alle personenbezogenen

Bezeichnungen umfassen sowohl die weibliche als auch die männliche Form.

– 15 –


Zelebranten und Prediger

Freitag, 13. Mai 2022

P. Peter Rinderer, Diözesanjugendseelsorger

Gottesdienst mit Jugendchor

Montag, 13. Juni 2022

Abtpräses Johannes Perkmann OSB, Michaelbeuern

Pilgermesse mit Stanser Frauenzimmern

Mittwoch, 13. Juli 2022

Erzabt Wolfgang Öxler OSB, St. Ottilien

Pilgermesse mit Chorgemeinschaft Hippach

Samstag, 13. August 2022

Abtpräses Jeremias Schröder OSB, St. Georgenberg

Pilgermesse mit Sängerschola unter Dr. Karl Mark

Dienstag, 13. September 2022

Bischof Benno Elbs, Feldkirch

Pilgermesse mit Bürgermeisterkapelle

unter Dr. Karl Mark

Donnerstag, 13. Oktober 2022

Bischof Hermann Glettler, Innsbruck

Pilgermesse mit Schola Fiecht

– 16 –


Bitte um Frieden und Versöhnung

nachtwall-

2022 fahrten

19.30 Uhr Beichtgelegenheit

20.00 Uhr Rosenkranz

20.30 Pilgergottesdienst

– 17 –


– 18 –


Wie bekannt, sehen die „Freunde von St. Georgenberg“ die Unterstützung und

Förderung der Wallfahrt zum St. Georgenberg als ihre wichtigsten Aufgaben.

Daher soll in den nächsten Mitteilungsblättern die Wallfahrt zum Georgenberg

aus verschiedenen Blickwinkeln genauer betrachtet werden.

Thomas Naupp OSB

geschichte

der Georgenberger Wallfahrt | Teil 1

1. DER GRÜNDER

In der ältesten erhaltenen, um 1480

gedruckten Chronik, auch Heiltumsverzeichnis

genannt, wird Folgendes

berichtet.

„Zu dem ersten ist zuwissende, daß

herren gewesen sind zu Aibeling, die

geheyssen haben die herren vonn Aibeling.

Ihr geschlächte ist vor langen

zeitten unnd jaren abgestorben. Der

selb edlen herren einer, des nam Got

bekanndt ist, hat jm fürgenommen

Gott dem allmächtigen zedienen und

zefliehen die hochfart und gemeinschafft

dieser welt unnd jm ausserwölt

ein einigkeit in einen waldt und eine

höle gehawen in einen velß unverre von

diesem goczhauß, darin er lange zeit

gelegen und allen menschen unbekannt

gewesen und got fleißigklichen gedient

... und hubend also an zebawen auff disem

berge ein kleyne capell und czelle,

darin der selb edel herr von Aibeling

wonete und ließ die capell weihen in

der ere des heyligen ritters unnd martrer

sant Jörgen, der in seinem marckt

und pfarrkirch auch hauptherre und

patron war, darumb sich noch hewt,

bey tag die lewt auß dem Mark zuo Aibeling

diß goczhauß anheber heyssendt.

Sy geend auch noch hewt bey tag alle

jar auff das goczhauß mit jrem kreucz

und fonen mit gar grosser andacht an

den nächsten sunntag nach den achtenden

tag vnseres herren fronleichnams

und ist die selb kirchfartt durch jren bischofe

und auch päbste zu ewigen zeyten

bestätet zu beschehen und gebend

alda jr opffer wie das aufgeseczt ist.. .“

Der Verfasser dieses Berichts über die

Gründung von St. Georgenberg war

Kaspar II. Augsburger (Abt 1469–1491);

er weist den Gründer von St. Georgenberg

als Angehörigen eines adeligen

Geschlechts von Aibling/Bayern

aus, wenn er auch dessen Namen nicht

(mehr) zu kennen scheint.

– 19 –


Georgenberger Chronik oder Heiltumbuch

Die gedruckte Chronik ist an mehreren

Stellen unzuverlässig in der Datierung,

wie wir noch sehen werden. Die Barockzeit

(Schmid) und die Wallfahrtsliteratur

des 19. Jahrhunderts taten noch

das übrige hinzu, um aus dem Gründer

eine „legendenhafte Figur“ zu machen.

Es mutet eigenartig an, wenn man erst

aus einem Nekrolog des 15. bzw. 16.

Jahrhunderts den Namen des Gründers

erfährt und auf einer Abschrift des 17.

Jahrhunderts (AF, Lade 116) von einer

Inschrift einer inzwischen offenbar

verschollenen Grabplatte nicht nur den

Namen Rathold liest, sondern auch,

dass dieser angeblich mit Eberhard,

dem ersten Abt von St. Georgenberg, in

einem Grab (unterhalb der Georgskirche,

vor dem Presbyterium) beigesetzt

wurde. Barocke Zutat ist auch, diesen

Rathold zu den Gräbern der Apostelfürsten

nach Rom und zum Grabe

des hl. Jakobus d. Ä. nach Santiago di

Compostela pilgern zu lassen, von wo

er – zum Priester geweiht und mit einem

Gnadenbild ausgestattet – nach

St. Georgenberg zurückgekehrt sei, wo

er vorher als frommer Einsiedler in einer

Felsenhöhle gelebt haben soll. Als

„Presbyter“ (Priester) wird Rathold

allerdings bereits im Nachtrag des genannten

Nekrologs (um 1540) bezeichnet.

Legende ist, wenn er in manchen Büchern

als „Seliger“ angegeben und sein

Todestag mit dem 24. Dezember festgesetzt

ist (spätere Eintragung im ältesten

Nekrolog!). Die historische Forschung

nach dem Zweiten Weltkrieg

datiert Rathold ins 10. Jahrhundert und

setzt ihn mit dem Gaugrafen Rapoto

III. (gest. 954) aus dem Geschlecht

der Rapotonen gleich. Die Annahme,

Rathold sei Einsiedler gewesen und

habe auf St. Georgenberg eine Eremiten-Genossenschaft

ins Leben gerufen,

ist ebensowenig zu beweisen wie die

plausibel klingende Hypothese, ihn als

einen aus einem von den Ungarnstürmen

bedrängten bayerischen Kloster

entflohenen Kleriker zu sehen, der in

der Abgeschiedenheit des Stallentals

mit weiteren „Leidengenossen“ seine

Zuflucht suchte. In der schon oben zi-


In dieser Höhle soll Rathold, der Gründer von St. Georgenberg, gelebt haben.

tierten Chronik von ca. 1480 heißt es

jedenfalls: „Darnach seind vil herren und

edelleut hinauff kommen unnd jr yeder auff

dem velß ein hawß gebawet unnd habent

die selben hewser der herren namen behalten,

die sy gebawt habent hincz auff den

hewttigen tag, als Slitrer, Freuntspergär,

Sebnär etc. und habend also Gott gedienet

vil lange zeyt und jare.“

2. „SANCTUS LOCUS“ UND

DIE WALLFAHRTSMOTIVE

Die urkundliche Lage erlaubt den

Schluss, Ratholds Leben und Wirken

ins 10. Jahrhundert zu datieren. Es

klingt aber eher unwahrscheinlich, dass

er damals von seiner angeblichen Wallfahrt

nach Rom und Santiago di Compostela

ein Marienbildnis mitgebracht

habe. Es stand bei den Adeligen der

damaligen Zeit wohl die Georgs-Verehrung

im Vordergrund. Georg (und

Michael) waren seit der Spätantike Reiter-,

Ritter- und Offizierspatrone.

Wie schon erwähnt, kann sich der Verfasser

der Chronik von 1480 an vieles

nicht (mehr) erinnern. Und er irrt sicher

in der Annahme, dass jenes Muttergottesbild,

das Rathold nach Georgenberg

gebracht habe, „heute“ (also

1480) noch verehrt würde. Damals

konnten die Pilger schon über ein halbes

Jahrhundert vor jenem Gnadenbild

beten, das sich jetzt dort befindet (entstanden

um 1420). Wenn nun um die

Jahrtausendwende bereits ein (ständi-

– 21 –


Abb. Pieta in der Wallfahrtskirche

ger) Priester an diesem „heiligen Ort“

(sanctus locus) die hl. Messe feierte,

dann setzt dies wohl den Besuch durch

fromme Pilger (aus der nächsten Umgebung)

voraus.

Wir dürfen also den Beginn der Wallfahrten

nach St. Georgenberg um das

Jahr 1000 ansetzen. Und dafür macht

Bachmann drei Gründe verantwortlich:

1. Die Bildung eines religiösen Mittelpunkts

in der von Rathold gegründeten

Einsiedelei (?);

2. das religiöse Bedürfnis der Zeit, das

sich in den Schenkungen der Ministerialen

zeigte, und

3. die Begünstigung St. Georgenbergs

durch die Brixner Bischöfe.

Die Veranlassung zu den organisierten

Kreuzgängen und Wallfahrten aus den

Pfarreien Nordtirols und von Bad Aibling/Bayern

nach St. Georgenberg mag

die Verwendung Bischof Hartmanns

von Brixen beim Erzbischof von Salzburg

und beim Bischof von Chiemsee

gewesen sein. Was aber war das wirkliche

Wallfahrtsmotiv zu dieser Zeit,

wenn wir das angebliche Marienbild

Ratholds in den Bereich der Legende

stellen?

Bischof Reginbert von Brixen soll dem

Kloster anlässlich seiner Erhebung zur

Benediktinerabtei eine Muttergottes

mit Kind spendiert haben. In der Chronik

von 1480 wird sie beschrieben mit

– 22 –


„eine tafel gancz verguldet, darin stet

unser lieben Frauen pilde und Jhesum,

das kindlein an jrem arme, darumo zering

umb diß löblich und wirdig heyltum

gefasset und begriffen ist.“

Angeblich hat es sich hier um ein Reliquiar,

in dem in der Mitte ein Marienbild

hineinkomponiert war, gehandelt

(?); ringsherum waren die Reliquien

von 30 Heiligen angebracht. Die Chronik

datiert die Abteierhebung ins Jahr

1095. Nachdem aber Reginbert St. Georgenberg

zur Abtei erhoben hatte, irrt

auch darin die Chronik. Reginbert kam

erst 1125 auf den Brixner Bischofsstuhl,

also konnte die Erhebung nicht vor

1125 erfolgt sein. Ob das von Reginbert

spendierte, oben bezeichnete Marienbild

nun an die Stelle des angeblich

von Rathold mitgebrachten getreten

ist oder ob es nicht überhaupt das erste

war, lässt sich nicht mehr klären.

Interessant ist unter Umständen der

Hinweis, dass unter dem Abt Sigebot

(1204–1207) die inzwischen für den

Wallfahrerstrom zu klein gewordene,

vergrößerte bzw. neu errichtete Kirche

von Bischof Konrad von Brixen am 17.

Oktober 1204 zu Ehren des hl. Georg

und des Apostels Jakobus d. Ä. eingeweiht

wurde.

[Abb. Heinrich IV Urkunde] Einem

weiteren Rückdatierungsfehler der

Chronik von 1480 dürfte es zuzuschreiben

sein, dass St. Georgenberg bereits

von Heinrich IV. das Haupt und eine

Rippe des hl. Romedius sowie eine

wertvoll verzierte Armröhre des hl.

Georg geschenkt bekommen haben

soll. Nachdem die heutige Forschung

sagt, Romedius wäre um das Jahr 1000

gestorben, tut man sich schwer, das

hinzunehmen. Tatsache jedoch ist,

dass Bischof Johannes Hinderbach von

Trient 1470 zahlreiche Skeletteile des

hl. Romedius übersandte. Und Georg

von Stockach machte am 19. November

1476 den Georgenbergern einen

silbernen Arm zum Geschenk; derselbe

enthielt eine Röhre von einem Arm des

hl. Märtyrers Georg.

In der Regierungszeit des Abtes Wernher

(1212–1242) wird zum erstenmal in

einer geschichtlich gesicherten Quelle

eine „Kapelle der Mutter Maria“ genannt.

Wir dürften es hier bereits mit

der Kirche „U. L. Fr. unter der Linde“

zu tun haben. Das Lindenkirchlein

– wie man es im Volksmund nennt –

weist auch noch Spuren romanischen

Baustils auf. Es dürfte ebenfalls unter

Abt Sigebot erbaut worden sein.

Die zweifache Wallfahrt (hl. Georg und

hl. Jakobus d. Ä. in der Stiftskirche;

die Muttergottes in der Lindenkirche)

war nun gegeben. Wo man das Bild der

»seligen Jungfrau« (eine Kopie jenes in

Rom aufbewahrten Bildes, das der Legende

nach der Evangelist Lukas verfertigt

haben soll) aufstellte, das 1470 Abt

Augsburger vom Salzburger Erzbischof

erhalten hatte, ist nicht mehr auszumachen.

Die verheerenden Schäden des ersten

– 23 –


Hl. Jakobus, Patron der Pilger

Hl. Georg

Brands von 1284 waren noch nicht behoben,

Abt Rupert von Thaur (1292–1316)

hatte noch mit Bausorgen zu kämpfen,

da erfuhr im Jahre 1310 die Wallfahrt

einen großen Auftrieb durch die Begebenheit

mit dem Hl. Blut. Ein Priester

zweifelte bei der hl. Kommunion an

der „Echtheit“ des Blutes Christi, da begann

dieses im Messkelch aufzuschäumen.

Das Heiltumverzeichnis berichtet

u. a., dass ein Teil des Blutes aufbehalten

wurde. Diese „Hl.-Blut-Reliquie“

wird heute noch in der Blutmonstranz

(1719) von den Pilgern verehrt. Freilich

ist bei allen Blut-Christi-Wundern einige

Zurückhaltung angebracht, denn

Christi Blut kann nicht mehr vergossen

werden. Würde bei solchen Wundern

tatsächlich echtes Blut nachgewiesen,

so könnte es als solches nur auf das Blut

Christi verweisen, dieses aber niemals

sein. Auch im Fall eines echten Wundercharakters

– wie dies nach den eingehenden

Untersuchungen des gelehrten

Abtes Augsburger angenommen

wird – kann dem Hl. Blut keine eigentliche

Anbetung zuteil, sondern nur ein

relativer Kult geleistet werden. Berechtigt

ist die Verehrung solchen Wunderblutes

nur dann, soweit die Verehrung

dem gilt, auf den es verweist: auf Christus.

Für die schlechte materielle Situation

war die Wallfahrt zum Hl. Blut, das nun

als drittes Wallfahrtsmotiv dazugekommen

war, sicher ein Aufschwung.

3. WALLFAHRTSAUFRUFE UND

ABLASSVERLEIHUNGEN

Wie weiter oben aufgezeigt, haben wir

nicht ausgeschlossen, dass St. Georgenberg

nicht schon um die Jahrtausendwende

von frommen Pilgern aus der

näheren Umgebung aufgesucht worden

– 24 –


wäre. Die Festlegung der regelmäßigen

Kreuzgänge nach St. Georgenberg erfolgte

wohl erst unter der Regierung

des Bischofs Hartmann, der 1141 den

Georgenbergern die Pfarreien Vomp-

Schwaz und „Emaus“ (= Achental) einverleibte

(inkorporierte). Er wandte

sich an den Erzbischof von Salzburg

und an den Bischof von Chiemsee, um

von ihnen die Bestätigung der schon

seit langem gehaltenen Bittgänge zu erhalten.

Die frühesten Zeugnisse, worin

Bischöfe die Pfarrer ihrer Diözesen auffordern,

gemäß der früheren Gewohnheit

Georgenberg mit Prozessionen

und Almosen aufzusuchen, sind zwei

undatierte Urkunden einerseits aus der

Regierungszeit des Erzbischofs Eberhard

II. (1200–1246) von Salzburg und

andererseits aus der des Bischofs Ruger

von Chiemsee (1215–1233). Im 13. und

14. Jahrhundert scheinen überhaupt die

Salzburger und Chiemseer Oberhirten

öfter als die Brixner Bischöfe ihre

Pfarrherrn zu Kreuzgängen und Wallfahrten

nach St. Georgenberg animiert

zu haben.

Erstmals aus einer Urkunde von 1255

des Erzbischofs Philipp von Salzburg

erfahren wir die Namen der Salzburger

Bistums-Pfarreien, aus denen die Wallfahrer

kamen. Da waren Kirchdorf,

Kitzbühel, Kundl und Zell a. Z. zum

jährlichen Besuch des Klosters und zum

Almosenspenden vorgesehen. Bischof

Bruno von Brixen ermahnt 1279 die

Matreier, Stubaier, Axamer, Patscher,

Ampasser, Thaurer, Milser, Fügener

und Münsterer, die alte Gewohnheit,

St. Georgenberg mit Almosen zu beschenken,

nicht abkommen zu lassen.

Den Wohltätern des Klosters verlieh er

einen besonderen Ablass.

Wahrscheinlich werden die Pfarren

Vomp (mit den Filialen Schwaz, St.

Margarethen, Stans und Terfens) und

Kolsass (mit den Zukirchen Pill, Weer,

Weerberg, Wattens und Volders), das

1265 dem Kloster inkorporiert worden

war, deshalb nicht eigens erwähnt, weil

sie ja als klostereigene Pfarren diesem

direkt unterstanden.

Mit dem Besuch der Kirche zum hl.

Georg (Wallfahrtskirche) auf St. Georgenberg

war für die Wallfahrer die Gewinnung

von Ablässen verbunden. Die

jeweiligen Äbte bemühten sich in erhöhtem

Maß um die Verleihung derselben;

denn je mehr solche zu gewinnen

waren, um so größer wurde die Zahl der

Pilger. Die vielen mittelalterlichen Ablassurkunden

nehmen meist direkt auf

die Bedürftigkeit des Klosters Bezug.

Besonders in Zeiten großer wirtschaftlicher

Not – eine solche trat vor allem

nach den großen Bränden (1284, 1448,

1637 und 1705) auf – können wir eine

höhere Anzahl von Ablassverleihungen

feststellen, die mit ziemlicher Sicherheit

von den Äbten selber angeregt

worden waren.

So ermahnte beispielsweise Bischof

Bruno von Brixen am 3. August 1284

die Gläubigen seiner Diözese, Beiträge

– 25 –


zur Wiedererbauung des abgebrannten

Stifts nach Georgenberg zu bringen.

Ablassspender waren in erster Linie

die Bischöfe von Brixen, Chiemsee und

die Erzbischöfe von Salzburg, weiters

Bischöfe verschiedener Bistümer, die

gelegentlich ihrer Durchreise oder ihres

Aufenthalts in deutschen Landen einen

Ablassbrief ausstellten, weil sie dafür

entweder von den Brixner Oberhirten

oder von den Georgenberger Prälaten

angegangen worden waren. Auf diese

Weise verliehen – um beim Jahr 1284 zu

bleiben – die zur Einweihung der Stamser

Stiftskirche versammelten Bischöfe,

wie der von Regensburg und Augsburg,

aber eben auch vier aus italienischen

Diözesen, jeweils Ablässe.

Papst Sixtus IV.

Die häufige Neuerrichtung von Altären

und Kapellen, die – sofern sie nicht

spendiert worden waren – dem Bergkloster

große Unkosten verursachten,

boten den Wallfahrern Gelegenheit,

diese fromm aufzusuchen und eine

weitere Möglichkeit, einen Ablass zu

gewinnen. So verlieh Bischof Dietrich

von Lavant 1323 der Nikolauskapelle

am Tag ihrer Weihe (18. August) einen

Ablass. Von den Brixner Bischöfen sind

weitere Ablassurkunden aus den Jahren

1317, 1327, 1431, 1475, 1490, 1492, 1506,

1511, 1570 und von denen von Chiemsee

aus den Jahren 1267, 1318,1329, 1334,

1377, 1386, 1418 und 1470 erhalten. Die

Churer Bischöfe erteilten 1279 und 1341

in gleicher Weise Ablässe wie die Freisinger

(1457 und 1479) und die Trienter

1470.

Von den Päpsten erwies sich Sixtus IV.

als dem Felsenkloster am meisten zugetan,

nicht zuletzt deshalb, weil der

Humanistenabt Kaspar II. Augsburger

im Auftrag Erzherzog Sigmunds 1479

zu diesem nach Rom reisen musste und

ihn (den Papst) so persönlich kennenlernte.

In einer am 8. März des besagten

Jahres ausgefertigten Bulle kommt der

Papst der Bitte des Herzogs nach, allen

gläubigen Wallfahrern, die am Sonntag

Laetare und am Fest des Apostels Jakobus

d. Ä. die Kirche auf St. Georgenberg

besuchen und die vorgeschriebenen Bedingungen

erfüllen, einen vollkommenen

Ablass zu verleihen.

In der Anpreisung der vielen Abläs-

– 26 –


se dürfen wir nicht nur die materielle

Komponente sehen; die Menschen hatten

damals eine andere Mentalität, die

sich in der Glaubenspraxis zeigte. Soweit

uns die in unserem Archiv erhaltenen

Ablassbriefe Aufschluss geben, war

in St. Georgenberg zur Gewinnung eines

solchen niemals ein Almosen allein

hinreichend; immer war die aufrichtige

Bußgesinnung erforderlich, die im Fall

St. Georgenberg schon allein durch die

mühsame Wanderung zum abgelegenen

Heiligtum gegeben war.

Die Gläubigen spürten, dass der Ablass

kein Ersatz für Beichte mit Lossprechung

ist. Er half lediglich, zeitliche

Strafen vor Gott hier oder im Jenseits

abzukürzen für Sünden, von denen der

Büßende bereits losgesprochen worden

war. Häufiger opferten die Wallfahrer

und wandten durch fürbittende Gebete

Ablässe jenen zu, die nach kirchlicher

Lehre im Fegfeuer sind. Deutlich bringt

das eine Ablassverleihung vom 22. Dezember

1633 des Papstes Urban VIII. für

die Lindenkirche zum Ausdruck; darin

wird nämlich ausgesagt, dass, wenn ein

Priester des Klosters auf dem Altar der

seligen Jungfrau am Allerseelentag oder

in der Oktav oder am Montag in jeder

Woche die hl. Messe liest, dadurch eine

Seele im Jenseits an dem Gnadenschatz

der Kirche teilnimmt und so durch die

Verdienste Jesu Christi und der seligen

Jungfrau von den Strafen des Fegfeuers

befreit wird.

(wird fortgesetzt)

gottesdienste

st. georgenberg

Sonn- und Feiertage

Gottesdienste um 10.30 und 15.00 Uhr

Montag bis Samstag

Gottesdienst um 15.00 Uhr

– 27 –


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(wenn unzustellbar, bitte zurück an den Absender. Danke!)

ABSENDER

Freunde von St. Georgenberg

c/o St. Georgenberg 181

6135 Stans

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