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stgeorg_7_20220622

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St.GEORG

DEUTSCHLANDS GROSSES PFERDEMAGAZIN

JULI 2022

Österreich 8,40 € Schweiz 12,00 sfr ·

Benelux 8,80 € Italien 9,90 € st-georg.de

Mitteilungen

des Deutschen

Reiter- und

Fahrer-

Verbandes

7,50 €

Luft & Leistung

Wie Pferde auch unter

dem Sattel richtig atmen

Wir sind

Föhrliebt!

Wenn Sie mal reif für

die Insel sind …

Springtipps von

Christian Ahlmann

Cavaletti-Parcours

für Amateure

Wegweisende

Frühjahrsklassiker

DM Balve, Derby

Hamburg,

Wiesbaden


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EDITORIAL

Wunderbare

Leichtigkeit

Es gab bei den Deutschen Meisterschaften in

Balve einen magischen Moment im Dressurviereck.

Die Sonne verabschiedete sich hinter

den bewaldeten Höhenzügen des Sauerlands,

nächtliche Frische machte sich breit. Vom

höher gelegenen Springstadion dröhnte das

Getöse des Schauabends herunter. Ich war

auf dem Weg zu meinem Auto, da sah ich eine

junge Dame, die ihr Pferd im Viereck ritt.

Dort, wo Stunden zuvor die ersten Medaillen

verteilt worden waren im Grand Prix Special.

Eine Trense, kein Sattel. Helm ja, selbstverständlich,

dazu Jeans und Sneaker. Ich

vermute, dass die beiden aus dem Reitverein

Balve stammten, den Gastgebern der Deutschen

Meisterschaften. Nun ist eine junge

Frau, die ihr Pferd abends abseits des Trubels

bewegt per se noch nichts Magisches. Aber

als ich das Paar beinahe schon überholt hatte,

trieb die Reiterin mit ihren weißen Sneakern

ein bisschen mehr und das Pferd fing zu

piaffieren an. Es senkte sich in der Kruppe,

tanzte ein bisschen, sicher in der diagonalen

Fußfolge, bei leichter, nahezu zarter Anlehnung.

Dann ging das Pferd Schritt, schnaubte

einmal zufrieden ab. Ein einfach schöner

Moment.

Natürlich war das, was dort zu sehen war,

keine prüfungsreife Piaffe. Keine Zuschauer,

keine geforderten Lektionen vorher und

nachher zu absolvieren, keine vorgeschriebene

Anzahl von Tritten … Aber was da war:

Eine wunderbare Harmonie zwischen Reiterin

und Pferd, zwischen Mensch und Tier.

Konzentriert und dennoch spielerisch leicht.

Momente dieser Leichtigkeit hätte man

sich in den Dressurprüfungen in Balve an

der einen oder anderen Stelle etwas mehr gewünscht.

Natürlich sind die Eckbedingungen

anders, von Aufregung bis Zuschauer. Aber

ein aufgewölbter Rücken, ein Pferd das vorne

groß (und leicht) wird und hinten trägt und

vertrauensvoll kooperiert, das sollte schon

die Grundvoraussetzung sein, wenn man

bei Deutschen Meisterschaften am Start ist.

Und das nicht, weil auch international die

dem Reitsport gegenüber kritischen Stimmen

nicht leiser werden. Sondern weil es

einfach dem Grundverständnis der Reitlehre

entspricht. Fehler können passieren, Spannungen

aufkommen, darum geht es nicht.

Aber Spitzennoten sollte es eben auch nur

für Spitzenritte geben. Und, ja, auch in einem

Es wird immer geritten wie gerichtet wird.

Spitzenritt wird es mal einen Wackler, eine

weniger gut ausgeführte Lektion geben. Oder

eine Unsicherheit. Aber das große Ganze, das

einen Spitzenritt ausmacht, das sollte sich

nicht allein aus der Addition von Lektionsnoten

ergeben, auch wenn immer beteuert

wird, dass diese Kriterien ja in die Noten

einfließen würden. Der Gesamteindruck –

Stichworte Miteinander, Harmonie, ruhiger

Sitz, keine Akrobatik im Sattel – sollte bei der

Betrachtung über allem stehen. „Dynamik“,

„Energie“ – alles schön, aber wenn diese vermeintlichen

Pluspunkte nur durch verdrehte

Hälse und sperrende Mäuler zu erreichen

sind, dann sind sie keine Pluspunkte, sondern

das Gegenteil.

In Dänemark, wo im August die Weltmeisterschaften

in Dressur, Springen,

Para-Dressur und Voltigieren stattfinden,

wurden bei den nationalen Meisterschaften

beim Vetcheck Pferde eingehender als üblich

untersucht. Maulwinkel und Sporenbereich

wurden genau betrachtet, mit der Folge, dass

mehrere Teilnehmer wieder nach Hause fahren

mussten.

Einen Generalverdacht auszusprechen ist

unfair und auch nicht gerechtfertigt. Aber

in einem Punkt bin ich mir sicher: Die junge

Dame an dem Abend im Balve hätte der

genauen Inspektion ihres Pferdes sicherlich

entspannt entgegenblicken können.

Herzlichst Ihr

Jan Tönjes,

Chefredakteur

jan.toenjes@st-georg.de

Foto: von Korff

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INHALT JULI 2022

42

Wir sind Föhrliebt! Wenn Sie mal

reif für die Insel sind …

50

Springtipps von

Christian Ahlmann

Cavaletti-Parcours für Amateure

Foto: Thomas Hellmann

Foto: toffi-images.de

12

Wegweisende Frühjahrsklassiker:

DM Balve, Derby Hamburg, Wiesbaden

Foto: von Korff

AKTUELLES

9 PFERDE & LEUTE

10 SPORT AKTUELL

Sieger des Monats, Pferd

des Monats, Lebenslauf

De Sjiem

30 MENSCH DES MONATS

Dr. Julia Schmidt, Unterstützerin

der Initiative

#EqualEquest

31 FUNDSTÜCKE

34 DIE HELGSTRAND-WELT

Dossier: Geschäftsfelder

von und neue Vorwürfe

gegen Andreas Helgstrand

36 RUND UMS PFERD

Artenvielfalt in Ställen,

Workshop mit Pferdeosteopath

Stefan

Stammer u. v. m.

38 NAMEN DES MONATS

u. a. Rebecca Gutman,

Jacques Toffi, Alwin

Schockemöhle

80 ZUCHT AKTUELL

u. a. Kurz-Veranlagungstest

Warendorf, Auktionen

SPORT

12 AUF DER SHOWBÜHNE IM

SAUERLAND

DM Dressur und Springen

in Balve

22 HAMBURGER FRAUEN-

POWER

Deutsches Spring- und

Dressur-Derby Hamburg

REPORTAGE

42 HERFÖHRRAGEND

Pferdeinsel Föhr

SPECIAL

50 SPRINGTRAINING

Á LA AHLMANN

Tipps für verschiedene

Springpferde-Typen

und Merksätze, die jeder

Springreiter kennen sollte

REITEN

72 TIEF DURCHATMEN!

Warum die Atmung die

Leistung beeinflusst und

wie das Pferd rhythmisch

atmet

RATGEBER

83 PFERDE & PRAXIS

84 FRAGEN & ANTWORTEN

Zuchtstute zur Verfügung

gestellt bekommen, Hufe

ohne Ausbildung bearbeiten,

Kosten Weidepflege

86 AUF DEM VORMARSCH?

Equine Piroplasmose und

Zeckenaufkommen 2022

92 RISIKOFAKTOREN FÜR

KOTWASSER

Aktuelle Studie widmet

sich den Ursachen fürs

Auftreten von Kotwasser

96 MEDIZIN-NEWS

Überlebenschancen bei

Kolik, wie schwer darf der

Reiter sein, Speicheltest

für Magengeschwüre

4

St.GEORG

7/2022


86

Equine Piroplasmose –

ist eine weitere Zecken-

Krankheit auf dem

Vormarsch?

St.GEORG

Jahr Media GmbH & Co KG

Jürgen-Töpfer-Str. 48

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Redaktion:

Tel.: 040/38 906-101

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E-Mail: redaktion@st-georg.de

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72

Luft & Leistung:

Wie Pferde auch

unter dem Sattel

richtig atmen

Foto: arnd.nl Foto: Adobe Stock

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Janina Kwiedor-Jacobsen

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st.georgmagazin

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Titelmotiv:

Dorothee Schneider und First

Romance siegten beim Grand

Prix Special in Wiesbaden.

Foto: Stefan Lafrentz

JEDEN MONAT

3 EDITORIAL

6 LESERBRIEFE

32 DER MOMENT

37 IMPRESSUM

82 XENOPHON

98 TIPPS & TRENDS

100 GEORGIE

112 VORSCHAU

114 FUSSNOTE

DRFV AKTUELL

61 DER JUGEND GEHÖRT

DIE ZUKUNFT

Nele Römer über Nachwuchsarbeit

62 KINDER AUF DIE PONYS

So gestalten Reitlehrer guten

Kinderunterricht

66 PREMIERE GERITTEN, TITEL

GEWONNEN

Westdeutsches Berufsreiterchampionat

68 DRFV- UND BBR-NEWS

U. a. Regionale Berufsreiterchampionate,

Workshops, Lehrgänge,

Ehrungen, offener Brief

Wir sagen

Danke!

Wir verlosen unter

allen langjährigen

Abonnenten (länger

als zwei Jahre) ein

besonderes Geschenk:

einen Bildband von

Jacques Toffi.

Gewinner im

Juli: Thomas I. aus

Celle. Herzlichen

Glückwunsch!

Mitteilungen des Deutschen

Reiter- und Fahrer Verbandes

In Teilen dieser Ausgabe finden

Sie eine Beilage von PMS direct

Performance.


LESERBRIEFE

BRIEF DES MONATS

Klassische Reiterei keine Konjunktur mehr

Hamburger Spring- und Dressur-Derby

Unser Springpony „Crazy London Girl“ zeigt

ihre sportlichen Qualitäten nicht nur über dem

Sprung, sondern auch beim Bodenturnen.

Mit reiterlichen Grüßen, Inga Seba-Eichert

Foto: privat

Nach zwei Jahren ohne Hamburger Spring- und Dressur-Derby habe ich mich sehr

gefreut, wieder schönes Reiten zu sehen. Leider waren allerdings die eigentlichen

„Springprofis“ nicht wirklich vorbildlich oder gar in ihrer Reiterei nett anzusehen.

Ausnahmen, wie zum Beispiel Sandra Auffarth oder die junge Elisa von Hacht, mal

ausgenommen. Noch befremdlicher als die unrittig und unwillig in die Wendung gezogenen

Pferde, die ohne Anlehnung oder mit an die Brust gezogenen Köpfen und

mit festgehaltenem Rücken durch den Parcours schossen, war nur noch das verwendete

Equipment: Jede Menge Reiter mit Schlaufzügeln, Dreiring-Gebissen und

Pelhams mit zwei Zügeln als Standard und kombiniert mit befremdlichen Befestigungsarten

am Reithalfter, deren Namen ich nicht kenne. Und Reiter, die mit Liquid

Titanium Masken mit Scheuklappen abreiten. Wenn hier das Pferd nur noch mittels

Material „gebändigt“ werden kann und die klassische Reiterei keine Konjunktur

mehr hat, dann möchte ich diesen Veranstaltungen nicht mehr beiwohnen und

ich verstehe einmal mehr, warum es Menschen gibt, die Reitsport als tierschutzwidrig

empfinden. Kommentar von Sabine S.

Beste, spannendste,

tollste,

interessanteste

Lektüre für

Philine (ein Jahr

alt). Macht

weiter so! C.Z.

Hinterfragen

Foto: privat

St.GEORG 6/22, S. 3, Editorial, „Haben wir die

Social License?“, über das Ansehen des Reitsports

in der Gesellschaft

Wir brauchen für den Reitsport nunmehr

die „Gesellschaftliche Erlaubnis“.

Eine Gesellschaft, die vollmundig Tierschutz

einfordert, auf der anderen Seite

aber völlig kritiklos das tägliche Quälen,

Schlachten und Schächten von Tieren

zulässt, da, wie man immer wieder

hört, der Mensch seine tägliche Portion

Fleisch essen muss.

Es ist in der Tat gut und wichtig, dass

wir unseren Sport hinterfragen und

uns überlegen, ob es notwendig ist, dass

„Sportler“ ihre Pferde über schwierigstes

Gelände jagen oder über Höher-Weiter-Schneller-Sprünge

hetzen oder die

Tiere bei +35 Grad Celsius hohe Dressur

gehen lassen. Wir sollten das reflektieren

und uns dafür einsetzen, dass wir

den Tieren hier helfen, aber von einer

zumeist nicht fachkundigen aber selbstgefälligen

Community oder „Gesellschaft“

eine Lizenz erhalten zu müssen,

ist schlichtweg lächerlich.

Kommentar von Monika Neck-Hauf

Noch bekannter geworden

St.GEORG 6/22, S. 34-43, Reportage, „Ein Herz für Tiere“,

zu Besuch bei Familie Heicke auf dem Gestüt Fohlenhof

Dass Prof. Heicke Spitzenpferde und Spitzenreiter*innen

fördert, ist nun durch Ihren schönen

und ausführlichen Bericht noch bekannter geworden.

Prof. Heicke unterstützt unsere Pferdegestütze

Psychotherapie in großzügiger Weise.

Noch vor wenigen Wochen freute er sich über

den positiven Verlauf der Studie (kroed.de/forschung/)

und schrieb: „Sie ist in unserer an Empathie

armen, stark technisch und kommerziell

orientierten Zeit m. E. ein wichtiger Beitrag zur

notwendigen Besinnung auf die leider weithin

unterschätzte Beziehung zwischen Mensch und

Tier.“ Auch an dieser Stelle: „Herzlichen Dank,

lieber Professor!!“

Kommentar von Birgit Heintz

Kappzaum bitte

Das Longier-Bild auf Seite 68 (6/22) verleidet

leider den ansonsten guten Gesamteindruck

des Specials. Longieren am Knotenhalfter geht

gar nicht! Ein Kappzaum wäre eine gute Wahl,

wenn man die Longe nicht ins Gebiss einschnallen

möchte. Fliegende Steigbügel und schlagende

Sattelblätter gehen schon einem an sich entspannten

Pferd auf die Nerven. Pferdefreundlich

wäre ein gut sitzender Longiergurt. Wenn mit

Sattel sein muss, dann bitte wenigstens Steigbügel

raus oder oben fest schnallen und mit einem

Gurt die Sattelblätter fest machen. Damit macht

man es gerade nervösen Pferden leichter, zur Losgelassenheit

zu finden.

Kommentar von Carmen Maurus

Wir verlosen dieses Mal

… unter allen Leser brief- Einsendern

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Schreiben

Sie uns!

Redaktion ST.GEORG,

Jürgen-Töpfer-Str. 48,

22763 Hamburg,

Fax: 040/38906-308

oder per E-Mail:

redaktion@st-georg.de

Leserbriefe geben die per sönliche

Meinung des Absenders, aber

nicht un bedingt die Meinung der

Redak tion wieder. Sie können

von der Redak tion gekürzt werden.

Foto: Ariat

6

St.GEORG

7/2022


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Deutsches Spring- und Dressur-Derby

Klein Flottbek 2022

Longines Global Champions Tour Grand Prix:

Christian Ahlmann siegte in Hamburg und qualifizierte

sich somit für den LGCT Super Grand Prix.

IDEE KAFFEE präsentiert 91. Deutsches Spring-Derby: Triumph für Cassandra

Orschel und Dacara E! Es gratulieren Hamburgs Innen- und Sportsenator Andy

Grote, Presentingsponsor Albert Darboven sowie Veranstalter Volker Wulff (v.l.).

Almased 62. Deutsches Dressur-Derby: Im

spannenden Pferdewechsel gewann Kathleen

Kröncke das Blaue Band in Klein Flottbek.

www.engarde.de | Fotos: Stefan Lafrentz, Thomas Hellmann, LonginesGlobalChampionsTour

Preis der „Deutsche Vermögensberatung AG –

DVAG“: Thorsten Klöpper und Christoph Geilfuss

(DVAG) gratulieren Marcus Ehning und Stargold

zum CSI5*-Sieg am Donnerstag.

Fundis Youngster Tour: Stefan Fundis (li.) gratuliert

dem Iren Jonathan Gordon und CBI Karhari

zum Etappensieg bei den 7-jährigen Nachwuchs-

Springpferden.

CG Elementum Championat von Hamburg:

Christoph Gröner, Vorstandsvorsitzender der CG

Elementum AG (r.), freut sich mit dem stolzen Sieger

Hans-Dieter Dreher auf Vestmalle Des Cotis.

Global Champions League: Die Routiniers

Marcus Ehning (GER) und John Whitaker

(GBR) holten den Sieg für Valkenwaard United

im GCL Team-Wettbewerb.

Preis der Deutschen Kreditbank AG: In der

2. Derby-Quali siegte Benjamin Wulschner

auf Bangkok Girl PP. Es gratuliert Stefan

Unterlandstättner, DKB-Vorstandsvorsitzender.

Preis des Helenenhofes, Fam. Schwiebert:

Glückwünsche für Emma Kanerva (FIN) und

Feldrose FRH von Rainer und Jessica Schwiebert

(m.) zum Sieg im Grand Prix Special.


Pferde & Leute

Nachrichten, Meldungen und Meinungen aus der Pferde-Welt

Foto: von Hardenberg

Bye, Bye, bester Bobby!

ANDERES WORT FÜR LEISTUNGSBEREITSCHAFT? Hale Bob OLD. Wir werden ihn vermissen, Ingrid Klimkes kleinen Flitzer, den

Doppel europameister, WM-Dritten, Olympia-Silbermedaillengewinner. Seine gespitzten Ohren und seinen unermüdlichen Eifer. In Pratoni

(s. S. 27) verletzte sich der inzwischen 18-jährige Oldenburger so schwer an der Sehne, dass klar ist, dass er nicht mehr in den

Sport zurück kehren wird. Mach‘s gut, Bobby! Hoffentlich galoppierst du bald mit genauso einem fröhlichen Gesicht über deine Weide!

7/2022 St.GEORG 9


SPORT AKTUELL

Notizen

Teamgeist und Horsemanship

– Carl Hesters En

Vogue fällt für die Dressur-

WM in Herning aus. Hesters

Teamkollege Gareth Hughes

bot ihm sein Zweitpferd

Woodstock an. Hester probierte,

ob er sich mit dem

Württem berger anfreunden

kann, entschied dann aber,

dass die Zeit nicht ausreicht,

um zusammenzuwachsen.

Apropos WM – die Qualifikation

haben nun zwei in

Deutschland ansässige Dressurreiterinnen

in der Tasche:

Isabel Freese (NOR) und Total

Hope haben in Hagen die

nötigen Punkte geholt, Simone

Pearce (AUS) und Gestüt

Bonhommes Fiderdance

waren in Olomouc und Onargo

bei ihren ersten gemeinsamen

Auftritten gut genug.

Ohne Knete, keine Fete

Weil Reiter ihre Preisgelder

nicht bekommen haben, hat

die FEI die Hubside Jumping

Serie in Grimaud und Valencia

auf Eis gelegt. Die Organisation

um Sedri Fegaier (FRA)

bemüht sich um Klärung.

Nicht lang

schnacken,

lieber

snacken!

Concordia

beim wohlverdienten

Happen

heiligen

Wiesbadener

Rasens in

der Siegerehrung.

Sport

Aktuelle Meldungen finden Sie auf st-georg.de

Concorde? Von gestern. Heute gibt‘s Concordia!

David W(w)ill immer schnell – und Concordia macht‘s möglich

ES MUSS merkwürdig sein, seinem ehemaligen

Spitzenpferd beim Siegen unter dem neuen

Reiter zuzuschauen. So geschehen beim

Wiesbadener Pfingstturnier, wo David Will

Zeuge wurde, wie Cian O‘Connor mit seinem

Team-Vizeeuropameister C Vier der Konkurrenz

in einem der Hauptspringen davon ritt.

Was macht der Will? Er macht es besser. Am

Sonntag im Großen Preis sattelte er die einstige

Württemberger Springpferdechampionesse

Concordia, Tochter seines Ex-Spitzenpferdes

Colorit. Als erstes Paar im Stechen

mussten Concordia und er die Konkurrenz

unter Druck setzen. Mission erfüllt. Am Ende

führte die zehnjährige DSP-Stute die Ehrenrunde

an. David Will sagt: „Sie ist ein ganz besonderes

Pferd bei uns im Stall, weil sie so gut

wie immer, wenn sie startet, auch vorne platziert

ist.“ Und O‘Connor und C Vier? Verpassten

das Stechen. Für Will war es der zweite

Große Preis in Folge, nachdem er zuvor mit

Primus in München siegreich gewesen war.

Sieger des Monats

Foto: RWHS/Peter Nixon

Foto: TomsPic

Foto: Simone Ferraro

Foto: FB/LGCT

Foto: LGCT

Foto: toffi-images.de

1GREGORY WATHELET (BEL)

Nevados S

v. Calvados Z

Rolex Grand Prix

Windsor (GBR)

125.000 Euro

2DENIS LYNCH (IRL)

Brooklyn Heights

v. Nabab de Reve

Rolex Grand Prix

Rom (ITA)

112.500 Euro

3MALIN BARYARD-

JOHNSSON (SWE)

Indiana v. Kashmir van

Schuttershof

Global Champions Tour

St. Tropez (FRA)

100.000 Euro

3CHRISTIAN AHLMANN

Dominator Z

v. Diamant de Semilly

Global Champions Tour

Hamburg

100.000 Euro

3DANIEL DEUSSER

Bingo Ste Hermelle

v. Number One D‘Iso

Global Champions Tour

Cannes (FRA)

100.000 Euro

10 7/2022

St.GEORG


Pferd des

Monats

Dritte in Aachen 2021,

2022 Zweite in Rom, Nationenpreissieger

– die

Erfolgskurve von Jana

Wargers und Limbridge

zeigt steil nach oben und

Bundestrainer Otto Becker

hat die beiden auf seiner

WM-Kandidatenliste.

Dabei war der Weg zum

Dreamteam etwas länger

für die beiden

Foto: Lafrentz

Jana Wargers und Limbridge – schon jetzt ein Dreamteam

und vielleicht auch bald ein Championatspaar.

Jana Wargers macht keinen Hehl

daraus: „Er ist schon sehr, sehr

verwöhnt!“, lacht sie. „Er“, das ist

ihr Star, der 13-jährige Holsteiner Limbridge

v. Limbus- Cambridge aus der

Zucht von Ralf Pawlowski. Die beiden

gelten spätestens seit ihrem sensationellen

zweiten Platz im Großen Preis von

Rom (hinter Denis Lynch auf Brooklyn

Heights) als Championatskandidaten.

Letztes Jahr waren sie bereits Dritte im

Preis von NRW beim CHIO Aachen, ein

Springen, das schwieriger war, als der

Große Preis am Sonntag, hieß es von Aktiven.

Zuvor hatten sie mit zwei Nullrunden

zum deutschen Sieg im EEF-Nationenpreis

von Budapest beigetragen

und dort auch noch den Großen Preis

gewonnen. Kaum ein Turnier, bei dem

die beiden nicht vorne dabei sind. Aber

bis dahin war es ein weiter Weg.

Christoph Kaufmann hatte den

Wallach von den ersten Springpferdeprüfungen

bis in den internationalen

Sport gebracht. Das Talent war offensichtlich.

Die Ashford Farm des Iren

Enda Carroll mit Sitz in Belgien erwarb

Limbridge im Jahr 2017 und verkaufte

ihn 2018 an Eve Jobs, Steve Jobs‘

Tochter, die ihn zunächst auch selbst

ritt. Doch die beiden wurden kein

Traumpaar. Limbridge kehrte zurück

auf die Ashford Farm. Enda Carroll

hatte eine Idee, wer die richtige Reiterin

für ihn sein könnte: Jana Wargers. Sie

ritt auch schon vorher für Carroll,

damals noch als Selbstständige in

Deutschland, ist aber inzwischen

zusammen mit ihrem Freund Michael

Cristofoletti auf der Ashford Farm

stationiert und konzentriert sich auf die

Carroll-Pferde. „Enda sagte zu mir: ,Das

ist ein richtig gutes Pferd! Wenn du ihn

auf deiner Seite hast, springt er alles!‘“

Woher das „wenn“ kommt, sollte Jana

„So ein Pferd

werde ich nie

wieder haben.“

Jana Wargers

bald erfahren. Das erste „Date“ mit

Limbridge war wohl eine ziemliche

Ernüchterung: „Im Stall legte er erst

mal die Ohren nach hinten und unter

dem Sattel ging er nicht am Zügel.“ So

begann die Zeit des Kennenlernens.

Jana Wargers schaffte es tatsächlich,

Limbridge für sich zu gewinnen – vor

allem mit einem breiten Verwöhnprogramm

und Kompromissen, aber wenn

es sein musste, in den entscheidenden

Augenblicken auch mit Konsequenz.

Inzwischen sind sie ein eingespieltes

Team. Dressur mag Limbridge nicht,

Gebisse auch nicht. Also wird er mit

Hackamore geritten. Wenn er aus dem

Parcours kommt, wartet schon seine

Belohnung auf ihn („er guckt immer

schon nach links“). In Sachen Stallhierarchie

ist er der ungekrönte König. „Er

ist mein erklärter Liebling. Und das

weiß er auch!“ Die Anfangsschwierigkeiten

sind längst vergessen. Heute ist

die Situation ganz anders: „Er macht es

mir absolut leicht.“ Und: „So ein Pferd

wie ihn hatte ich noch nie und werde ich

auch nie wieder haben.“ Wenn Jana

Wargers das sagt, will das etwas heißen.

Schließlich hat sie auch Martin Fuchs‘

Clooney den Weg zum Erfolg geebnet.

Einen Vergleich will sie aber nicht

anstellen. „Clooney war damals ja erst

sieben-, achtjährig. Das ist etwas ganz

anderes.“ Der Schimmel wurde dann

bekanntlich in die Schweiz verkauft, und

der Rest ist Springsportgeschichte. Das

wird mit Limbridge nicht passieren.

„Enda hat mir versprochen, dass wir

zusammenbleiben.“ Gut für Wargers,

gut für den deutschen Springsport!

Eingetragen ist der Wallach inzwischen

zu 50 Prozent auf ihren Namen. Er ist

also ein deutsches Pferd. Und dürfte

damit bei Olympia starten … Und bei

Weltmeisterschaften sowieso … DW

7/2022

St.GEORG

11


SPORT DM BALVE 2022

Auf der Showbühne

im Sauerland

Bei den Deutschen Meisterschaften in Balve konnten sich einige Reiter-/

Pferd-Kombinationen für einen Auftritt in Aachen empfehlen und damit für

größere Aufgaben, die in diesem Jahr, Stichwort WM, noch anstehen

Text: Jan Tönjes

Fotos: Ludwiga von Korff, Jacques Toffi


Foto: Max Mustermann

Überlegenes Paar:

Dorothee Schneider

und Showtime gewannen

mit persönlicher

Bestleistung den

Grand Prix und die

Special-Goldmedaille

mit fast vier Prozent

Vorsprung.

7/2022 St.GEORG 13


SPORT DM BALVE 2022

Deutsche Dressur-Meisterschaften

sind stets die erste Sichtung

für das anstehende Championat,

quasi ein Casting, wer Wochen

später über Teamgold jubeln kann. 2022 ist

das Aachen-Ticket, wonach die Mannschaft

für die Weltmeisterschaften in Herning

nominiert wird, kein Freifahrtschein zum

WM-Titel. Showtime, nach „leichter Verletzung“

und neun Monaten Wettkampfpause

noch im Aufbau, ist unbestritten die deutsche

Nummer eins. Seine beiden Runden

unter Dorothee Schneider waren Weltklasse,

feines Reiten, perfekte Harmonie. Die

Kür ersparte man dem Wallach, der Plan

bestand schon länger, wurde aber nicht publik

gemacht.

Grundsolide, und bis auf untypische, Fehler

in den fliegenden Galoppwechseln in der

Kür lieferten Frederic Wandres und Duke

of Britain FRH fehlerfreie Prüfungen. Der

Lohn: zwei Silbermedaillen. Gut wie nie

ging Franziskus unter Ingrid Klimke, Bronze

in der Kür. Isabell Werth und Quantaz

kamen in der Kür zum Zug nach Bronze im

Grand Prix Special. In Sachen Durchlässigkeit

sei die Kür die beste Prüfung gewesen,

sagte Werth mit ihrer 17. DM-Goldmedaille

um dem Hals. Nach zwei Patzern im Grand

Prix steigerte sich Benjamin Werndl mit

Famoso im Verlauf der Meisterschaften

deutlich, auch er kann auf einen WM-Start

hoffen.

Fazit im Viereck, wo auch die Altersklasse

U25 ihre Meister suchten: Es gab Jahre

mit mehr begeisternden Ritten und weniger

kontrovers diskutierten Richterurteilen.

3

1

1 | Nach Showtimes

Absage gewannen Isabell

Werth und Quantaz Gold

in der Kür, der Hengst

punktete vor allem in

Passagen (oben) und

Piaffen.

2 | Drei sichere, konzentrierte

Prüfungen, eine

ideenreiche Kür und

Bronze – so konnten sich

Franziskus und Ingrid

Klimke einen Platz in der

Nationenpreismannschaft

in Aachen sichern.

Tanz mit Franz! Es war

Ingrid Klimkes erste

Medaille bei den Deutschen

Meisterschaften

in der Dressur.

3 | Showtime war seit

den Olympischen Spielen

in Tokio nicht mehr

am Start. Nach zwei

überragenden Prüfungen

und dem Meister-

Titel im Grand Prix

Special verzichtete

Dorothee Schneider auf

den Kürstart, weil der

Wallach sich noch im

Aufbau befindet. Deswegen

wird „Showi“ in

Aachen auch nicht im

Nationenpreis gehen.

Das Ziel ist ganz klar:

Herning, die Weltmeisterschaften

im August.

2

DM DRESSUR GRAND PRIX SPECIAL

Dorothee Schneider

Showtime FRH

83,686

Frederic Wandres

Duke of Britain FRH

79,980

Isabell Werth

DSP Quantaz

78,216


„Was für ein

Wochenende,

phänomenal!“

Frederic Wandres, der zwei Silbermedaillen

gewinnen konnte

4

5

4 | Zweimal Silber gab es

für Frederic Wandres und

den lektionssicheren

Duke of Britain, die sich

auf dem direkten Weg

ins deutsche WM-Team

befinden.

5 | Schönes Reiten, das

nicht immer ausreichend

honoriert wurde, zeigte

Benjamin Werndl mit

Famoso. Beide müssen

sich in Aachen beweisen,

um ein WM-Ticket zu

erlangen.

6 | Gut drauf! DM-Chefin

Rosalie von Landsberg-

Velen scherzte mit Klaus

Roeser, dem für seine

Verdienste als Equipechef

und Vorsitzender

des Dressurkomitees das

Deutsche Reiterkreuz in

Silber verliehen wurde.

DM DRESSUR GRAND PRIX KÜR

Isabell Werth

DSP Quantaz

85,450

Frederic Wandres

Duke of Britain FRH

83,375

Ingrid Klimke

Franziskus

82,825

6

7/2022 St.GEORG 15


SPORT DM BALVE 2022

DM DRESSUR U25-GRAND PRIX

Alina Schrader

Paola

72,558

Helen Erbe

Carlos FRH

72,442

Paulina Holzknecht

Entertainer Win T

71,791

1

2

1 | Alina Schrader und

Paola gewannen die

Deutsche Meisterschaft

U25, in der Kürentscheidung

wurde die Studentin

der Immobilienwirtschaft

Zweite. Mit den

Anforderungen der Aufgabe

hatten einige im

Starterfeld doch noch

das ein oder andere

Problem.

2 | „Familienpferd“

Carlos, 2021 noch Silbermedaillengewinner

in

der Kür unter Hannah

Erbe, gewann unter

Hannahs Schwester

Helen Gold in der Kür

und Silber im Kurz-Grand

Prix. Die beiden sind

erst seit kurzem ein Paar

– aber was für eins!

3 | Noch ein Sieg:

Dorothee Schneider und

Dante‘s Hit, Finalist der

WM junger Dressurpferde

2019, sicherten sich den

Startplatz fürs Finale im

Nürnberger Burg-Pokal.

3

DM DRESSUR U25-KÜR

Helen Erbe

Carlos FRH

77,950

Alina Schrader

Paola

75,750

Selina Söder

Zaire-E

75,625


„Ich habe ein herausragendes

Pferd und da brauche ich Hilfe.“

Mario Stevens hatte im Vorfeld der DM mit Marco Kutscher trainiert.

Deutsche Meister!

Mario Stevens und der

erst neun Jahre alte

Wallach Starissa, der eine

der größten Zukunftshoffnungen

im deutschen

Springsport ist.

Über vier Runden muss sich beweisen,

wer Deutscher Meister im Parcours

werden will. Geliefert hat, schon

wieder, Starissa! Sein Reiter Mario

Stevens wurde zum zweiten Mal nach 2018

Deutscher Meister. Die Leistungskurve seines

Pferds konnte er selbst kaum fassen: „In Leipzig

in der Halle, in Hamburg auf Rasen, hier auf

Sand“ – immer war der Wallach mit dem irreführenden

Namen – das „a“ am Ende ist ein

Schreibfehler bei der Eintragung – sehr gut.

Sein Reiter sah bei sich selbst Verbesserungsbedarf.

In Leipzig hatte ihm Marcus Ehning, mit

dem gerade aus der Decksaison zurück in den

Sport gekommenen A la Carte Bronze, zu einem

anderen Gebiss geraten. Vor Hamburg und Balve

hatte Stevens mit Marco Kutscher, „für mich

einer der besten Reiter der Welt“, trainiert.

Kutscher unterstützte auch vor Ort. Das Saisonziel,

ein Startplatz in Aachen ist Stevens

sicher und zum Verkauf steht das Supertalent

nicht. „Das ist in der Familie mit meinen Eltern

abgesprochen“, so Stevens. „Ich fange gar nicht

mehr davon an, das gibt nur Ärger.“

Zweiter wurde Schockemöhle­ Jockey Philip

Rüping mit dem Holsteiner Casallco, den er seit

drei Jahren reitet. Wegen zwei Corona-Saisons

sei der elfjährige, viel beschäftigte Hengst noch

selten vor solch großem Publikum gegangen.

Feuertaufe im Stadion mit Bravour bestanden,

vier Kurse, kein Abwurf, nur ein Zeitfehler. In

Summe schlossen nur drei Pferde die Meisterschaften

mit einem Abwurf ab.Die Kurse von

Frank Rothenberger waren nach einladendem

Auftakt, 20 Nuller, zunehmend anspruchsvoller

geworden.

DM HERREN 2021

Mario Stevens

Starissa

0 Fehler

Philip Rüping

Casallco

1 Fehler

Marcus Ehning

A la Carte NRW

4 Fehler

7/2022 St.GEORG 17


SPORT DM BALVE 2022

1 | Casallco ist nicht

nur eine Sportskanone,

Silber bei der Deutschen

Meister schaft der

Springreiter unter

Philip Rüping, er ist auch

einer der Highpotentials

im Hengststall von Paul

Schockemöhle.

Parcourschef Frank Rothenberger

konnte zufrieden sein: Nur

die drei Medaillengewinnerinnen

bei den Springreiterinnen

blieben ohne Abwurf. Eine Stange

fiel im Stechen um Gold zwischen Tina

Deuerer und Katrin Eckermann. Die kamit

Cascadello Boy fehlerfrei und auch

etwas schneller als Deuerer ins Ziel –

Gold! „Den Meistertitel wollte ich unbedingt

einmal gewinnen“, sagte die

31-Jährige, die 2022 schon siegreich im

Global Champions Springen von Miami

war. Ihre Silbermedaille feierte Tina

Deuerer auch deswegen, weil sie den

Canstakko-Sohn Clueso, „ein Schätzchen“,

schon in A-Springpferdeprüfungen

geritten hat. Zwei Zeitfehler von

Calvino und Angelique Rüsen vereitelten

ein Dreierstechen. Der Wallach ging

in Hamburg unter Rüsens Chef Christian

Ahlmann. Der hatte ihr den Holsteiner,

den Rüsen maßgeblich ausgebildet

hat, kurzfristig ausgeliehen. Nicht ganz

nach vorne schafften es Million Dollar

und Sophie Hinners, fehlerfreie Achte

der ersten Wertung. Im letzten Springen

fielen gleich zwei Stangen, Platz zehn.

1

3

2

2 | „Wenn Otto mich in Sopot

gebraucht hätte, wäre ich

natürlich gefahren“, sagte

Marcus Ehning. Doch der

Ruf von Bundestrainer

Becker blieb für dieses

Wochenende aus. So konnte

Ehning nach Balve fahren

und mit A la Carte Bronze

gewinnen.

3 | Katrin Eckermann und

Cascadello Boy war der Sieg

bei den Springreiterinnen

nicht zu nehmen. Die Entscheidung

fiel im Stechen.

4 | Silber ging an Tina Deuerer

und Clueso, der schon

seit neun Jahren im Stall in

Bretten zuhause bei den

Deuerers ist.

5 | Sie hat ihn ausgebildet,

dann an „den Chef“, Christian

Ahlmann, abgegeben.

Der wiederum lieh Angelique

Rüsen den Holsteiner

Calvino fürs Wochenende

aus – Bronze in Balve!

18

St.GEORG

7/2022


4

DM DAMEN 2021

Katrin Eckermann

Cascadello Boy

0 Fehler, 36.18 Sekunden (Stechen)

Tina Deuerer

Clueso

4 Fehler, 36.22 Sekunden (Stechen)

Angelique Rüsen

Calvino

2 Fehler (Umlauf)

Große Klasse im Einsatz.

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5

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SPORT AKTUELL

Notizen

Auftritt der nächsten Generation

beim Dressur-Nationenpreis

in Compiègne (FRA).

Sieger waren die Schweden,

ein GER-Team war nicht am

Start. Spannend war der Auftritt

der Engländer. Charlotte

Frys Glamourdale ließ im

Grand Prix mit 79,435 Prozent

Isabell Werth und Quantaz

hinter sich (76,870) und

gewann dann den Special

(76,638). Quantaz siegte in

der Kür (85,875). Außerdem

gab Charlotte Dujardins

Neuer, der neunjährige Imhotep,

in der 3*-Tour sein internationales

Debüt – Rang

vier im Grand Prix (72,804),

Zweiter im Special (76,064).

Verdiente Rente –

Thibaut Valette und Qing du

Briot waren DAS französische

Dreamteam im Busch,

geadelt mit olympischem

Mannschaftsgold 2016. Mit 18

Jahren geht der Qing in Rente

– vornehm im Cadre Noir,

wo sein Reiter der Chef ist.

Königliches Spektakel –

es steht zu vermuten, dass

Königin Elizabeth II. wenige

Termine so gerne wahrnimmt,

wie die Royal Windsor

Horse Show. Dieses Jahr

konnte sie Gregory Wathelet

und Nevados S zum Sieg im

Großen Preis vor Max Kühner

auf Elektric Blue P gratulieren.

Gregory Wathelet und

Nevados in Windsor

1

Mandy-Power, Lieblingsroman & Düses Abschied

ENDLICH WIEDER PFINGSTTURNIER!

Seit ihrem Olympiasieg war Julia Krajewskis

Amande de B‘Neville keine Vielseitigkeit

mehr gegangen. Der Wiesbadener Schlosspark

war der passende Rahmen für die Rückkehr

von Prinzessin Mandy auf die sportliche

Bühne. Beim CCI4*-S Wiesbaden demonstrierte

sie mit einem Start-Ziel-Sieg, dass sie

nichts verlernt hat.

Nichts ver-, aber viel gelernt (vor allem,

sich zu benehmen) hat Dorothee Schneiders

First Romance. „Romans“ Siege in Grand

2

Prix und Special mit 73,239 bzw. 74,936 Prozent

waren verdienter Lohn für Schneiders

gute Ausbildung, die sich durch die Vorstellungen

zog.

Die Kür-Tour vorm Wiesbadener Schloss

ging an Kristy Oatley mit Olympia- und WM-

Pferd Du Soleil. Spontan beschloss die „Hamburger

Australierin“, den inzwischen 18-jährigen

„Düse“ mit diesen beiden Siegen aus

dem Sport zu verabschieden. Da wurde

aus dem Henkell Trocken-Preis ein Henkell

Feucht-Preis, als die Tränen flossen.

3

Fotos: TomsPic

1 | So marschiert ein Sieger!

First Romance mit Dorothee

Schneider.

2 | So gut wie eh und je war

Julia Krajewskis Amande de

B‘Neville bei ihrem ersten

Auftritt seit Gold in Tokio.

3 | Und ich düse, düse,

düse, düse im Sauseschritt

und nehm die Kristy mit –

siegreicher Abschied für

Australiens Olympiapferd

Du Soleil („Düse“).

Nationenpreisfieber

Foto: RWHS

SOPOT/BRATISLAVA/ST. GALLEN usw. – die Springreiter hatten Natio nenpreis-Stress mit

den Serien EEF (European Equestrian Federation) und FEI (Federation Equestre Internationale)

sowie den Traditionsturnieren, die keine Lust auf FEI-Sponsor Longines, wohl aber auf Nationenpreis

haben. Deutschland war zuletzt in Sopot erfolgreich. Helden der Stunde waren bei

ihrem Nationenpreis-Comeback nach Babypause Janne Friederike Meyer-Zimmermann und

Messi van‘t Ruytershof sowie André Thieme auf Chakaria – doppelnull. Philipp Weishaupt und

Coby hatten je vier Fehler, Christian Kukuk/Mumbai einen Abwurf. In Bratislava (EEF) machten

Sophie Hinners und Million Dollar den Sieg im Stechen gegen Irland klar. Erste FEI-Station war

zuvor St. Gallen gewesen. Ergebnis Deutschland: Rang vier. Sieger wurden – erstmals nach 26

Jahren – die Schweizer mit Frontmann Martin Fuchs und Leone Jei als Doppelnuller.

20 7/2022

St.GEORG


Lebenslauf

Jeroen Dubbeldams Olympiasieger, Namensgeber und König

seines Stalls De Sjiem hat das Zepter abgegeben. Im Alter von

33 Jahren verstarb „der Schimmel“

Jeroen Dubbeldam

(NED) und De Sjiem

im Jahr 2001.

1999

Bei der Europameisterschaft in Hickstead (GBR)

gewinnen Jeroen Dubbeldam und De Sjiem

Bronze mit der Mannschaft und rangieren in der

Einzelwertung an 20. Stelle.

2001

Auf dem Zenit seiner Karriere folgt noch ein weiterer

bedeutsamer Sieg, nämlich im Großen Preis von

Aachen. Ein Jahr später vertritt das Paar das Team

Oranje bei der WM in Jerez de la Frontera (ESP).

Jeroen Dubbeldam und De Sjiem im Großen

Preis von Aachen 2001.

2005

Feierlich wird De Sjiem aus dem Sport verabschiedet.

Fortan genießt er seine Rente bei Jeroen Dubbeldam

in Weerselo (NED) in seinem „Stal De Sjiem“.

Foto: arnd.nl

Foto: toffi-images.de

1989

Bei Züchter W. J. Boerkamp kommt ein

Hengstfohlen v. Aram aus einer Wahtamin

xx-Mutter zur Welt. Seinen Namen,

übersetzt einfach „der Schimmel“, soll er

eher als Bezeichnung bekommen haben,

weil er im Stall anfangs wenig auffällig war.

1998

Im Alter von neun Jahren steht für De

Sjiem das erste Championat mit seinem

ständigen Reiter Jeroen Dubbeldam an.

Sie bestreiten die Weltmeisterschaften in

Rom (ITA) und werden Sechste mit dem

Team.

2000

Die ganz große Stunde schlägt: Im

australischen Sydney macht De Sjiem

Jeroen Dubbeldam zum Einzelolympiasieger,

das Team landet auf Platz fünf.

Foto: toffi-images.de

Ein Titel für die Ewigkeit: De Sjiem und

Dubbeldam auf dem Weg zu Gold bei

Olympia in Sydney (AUS) im Jahr 2000.

2022

Am 21. Mai schläft De Sjiem für immer

ein. Jeroen Dubbeldam findet emotionale

Worte zum Abschied: „Du hast mich besser

gemacht, als Reiter und als Mensch.

(...) Danke, dass Du mich gelehrt hast,

danke für alles.“ Ruhe in Frieden, De Sjiem!

Tabanus sudeticus Zeller, 1842

Wenn Pferd und Reiter*innen in Wettkampf und Training

durch Lästlinge irritiert werden, ist das mehr als

ärgerlich. Denn vor allem auf Turnieren kommt es eben

genau auf diesen einen Moment an. Auch das Training

ist viel effektiver, wenn sich Pferd und Reiter*in sicher

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UNGEBETENEN GÄSTEN...

Ehre, wem Ehre gebührt. Feierlicher Abschied von

De Sjiem aus dem Sport im Jahr 2005.

Foto: toffi-images.de

De Sjiem in der Zeit als Rentner

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HAMBURGER

FRAUEN-

POWER

Cassandra Orschel und Dacara E:

Richtigen Absprungspunkt am

Wall erwischt (unteres Drittel),

aber die Planke dahinter fiel trotzdem

und verhinderte den 160.

Nullfehlerritt in der über

100-jährigen Derby-Geschichte.


DERBY 2022 HAMBURG

Foto: Toffi

Nach 47 Jahren gewann erstmals wieder eine Frau

das Deutsche Spring-Derby in Hamburg – und dann

noch eine Tochter der Stadt: Cassandra Orschel.

Ein ähnliches Phänomen gab es im Dressur-Derby.

Dass dazu Hamburger Schietwetter herrschte, hat

niemanden gestört. Im Gegenteil, Klein Flottbek tobte

7/2022 St.GEORG 23


DERBY 2022 HAMBURG

Foto: Lafrentz

Geleitschutz für die Damen Cassandra Orschel und Dacara E, eingerahmt von Hamburgs Sportsenator

Andy Grote (der dafür extra Reitunterricht bei Janne Friederike Meyer-Zimmermann genommen hatte) und Turnierchef Volker Wulff (re.).

Das letzte Mal, dass eine Frau das Deutsche Spring-Derby gewonnen hat, war 1975 (Caroline Bradley auf New Yorker). Cassandra Orschel

war Deutsche Meisterin im Ponysattel und ritt für Deutschland Europameisterschaften, startet aber inzwischen für Polen, die Heimat

ihrer Mutter. In Hamburg ist sie groß geworden, inzwischen lebt und arbeitet sie bei Kiel. Ihre Stute Dacara E v. Cancara erwarb sie jung

auf einer Holsteiner Auktion. Die Stute hatte viel Talent, galt aber als schwierig. „Mir war es egal. Ich habe gedacht, irgendwas wirste

schon draus zaubern.“ Eene Meene Mei, meine Dakara einmal eine Derby- Siegerin sei. Hex Hex!

Stilpreis

Vielseitigkeitsolympiasiegerin

und Ex-Weltmeisterin

Sandra Auffarth war

mit ihrer La Vista hoch gehandelte

Favoritin. Wieder

erreichten sie das Stechen.

Doch es hatte nicht sollen

sein: zwei Abwürfe, Rang

vier hinter Orschel, Frederic

Tillmann auf Comanche

und André Thieme mit

Contadur. Zum Trost gab

es den Stilpreis für Sandra

Auffarth.

24

St.GEORG

7/2022


„Reite

Rhythmus!“

Achaz von Buchwaldts Rat an die Derby-Siegerin

Stickability nennen es die Briten,

wenn sich ein Reiter auch in brenzligen Situationen

im Sattel hält – so wie hier André Thieme und

Contadur, die Drittplatzierten des Derbys. Ihr Intimfeind

ist der Buschoxer. Das wusste Thieme

schon vorher. Und prompt versuchte Contadur,

auf das frische Grün aufzufußen. Musste er zuvor

im Parcours bei den irischen Wällen ja schließlich

auch. Das hat gerumpelt. Aber Thieme blieb im

Sattel und hatte alles rechtzeitig wieder sortiert

für die Eisenbahnschranken.

Foto: Toffi

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an Sicherheit.

Ob beim Springen im Parcours oder beim

Reiten im Gelände – mit unserem innovativen

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Foto: Toffi


DERBY 2022 HAMBURG

Foto: von Korff

Lange hatte Christian

Ahlmanns Ausnahmehengst

Dominator Z pausieren müssen,

war als Deckhengst auch immer

stark gefordert. Doch beim Global

Champions Tour-Grand Prix

in Hamburg setzte er sich im

Stechen durch. Ahlmann: „Dies

ist der erste wirklich große Sieg.

Dominator ist eines dieser ganz

besonderen Pferde, die man

braucht, um oben mitzuspielen.“

WM? „Ich sehe das von Turnier

zu Turnier, muss mich mit vielen

guten Runden erst wieder

reinarbeiten. Aber ich bin überzeugt,

dass wir das könnten.“

Foto: von Korff

Eine Klasse

für sich war die Hamburger

Studentin Alina Schrader im

U25-Derby. Mit ihrer Stute Paola

zählt sie ja zu Deutschlands

U25- Elite, die im Piaff-Förderpreis

an den Start gehen darf

(s. S. 12). Dort wird Grand Prix

geritten, in Hamburg ist es Prix

St. Georges-Niveau. Alina stellte

Nachwuchspferd Flavio vor und

setzte sich gegen Vivien Koecher

mit Reine Freude und Lilli Richter

auf Darino Dackelblick durch.

Foto: Toffi

André Thieme

machte keinen Hehl daraus, dass

sein Fokus in Hamburg auf dem

Derby und nicht auf der Global

Champions Tour lag. Aber Europameisterin

Chakaria war in

Bestform, also nahm er sie mit –

und fuhr mit einem zweiten

Platz im Global Champions Tour

Grand Prix wieder heim (gleichauf

mit dem Iren Michael Pender/

Calais). Eines ist Thieme wichtig

klarzustellen: Er liebt dieses

Pferd WIE seine Frau. Aber als

der NDR daraus machte, er liebe

sie MEHR als seine Frau, intervenierte

er.

„Dominator ist eines

dieser besonderen Pferde, die man

braucht, will man oben mitspielen!“

Christian Ahlmann


Schützt zuverlässig

vor allen Stechmücken,

Bremsen, Fliegen und Zecken

Exil-Hamburgerin Kathleen Kröncke, die

nun in England lebt, war fürs Derby angereist und schaffte

das, was vorher noch keiner Frau gelungen war: sich im Finale

mit Pferdewechsel gegen zwei Herren durchzusetzen, Frederic

Wandres und Hendrik Lochthowe. Das Pferd von letzterem,

Bricco Barone (Foto mit Kröncke), war Pferdesieger. Kathleen

musste später mit der Meute die Schauschleppe reiten. Hatte

sie ihrem Vater Dolf Keller versprochen, wenn sie gewinnt. „Damit

hatte ich ja nicht ansatzweise gerechnet!“

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Foto: Toffi

Foto: von Korff

Beste Reiterin, bestes Pony – Viktoria von

Braunmühl, eine Schülerin der Deutsche Bank-Reitsport-

Akademistin Anna-Christina Abbelen, gelang mit dem 16-jährigen

Routinier NK Cyrill ein Durchmarsch im Pony-Derby. Sie

gewannen die Quali, im Finale wurde Cyrill bestes Pony und

Viktoria erzielte auch auf den Ponys der Konkurrenz Bestergebnisse.

Zweite wurde Sophie Luisa Duen mit Cosmopolitan,

Dritte Coralie Zumbansen mit Amicelli.

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SPORT AKTUELL

Notizen

Schweizer Triumph,

deutsches Desaster – so

muss man den Nationenpreis

beim WM-Gastgeber in

Pratoni del Vivaro (ITA) zusammenfassen.

Die Schweizer,

trainiert von Andrew Nicholson,

siegten und stellten

mit Robin Godel auf Grandeur

de Lully außerdem den

Einzelsieger. Die deutsche

Mannschaft platzte, nach der

Verletzung von Ingrid Klimkes

Hale Bob im Cross (s. S. 9)

und Anna Siemers Sturz mit

Avondale. Nur Sophie Leube

und J‘Adore Moi blieben in

der Wertung (20.). Lichtblick:

Klimkes Siena Just Do It auf

Rang zwei.

Quali geschafft! Ingrid

Klimkes Siena Just Do It v.

Semper Fi übezeugte auch

in Baborowko: Rang fünf im

CCI4*-L – WM-Qualifikation

gesichert. Das gilt auch für

Nadja Minder und Toblerone,

die Schweizer Sieger, die

ihren ersten internationalen

Sieg überhaupt feierten.

Mär aus München

PFERD INTERNATIONAL Seit 2016 sind

Therese Nilshagen und Dante Weltino immer

vorne dabei, für ganz vorne hat es allerdings

schon seit einem Jahr nicht mehr gereicht für

den 15-jährigen Danone-Sohn. In München

war es nun so weit: Sieg im CDI5*-Grand Prix

(75,261) vor Benjamin Werndl und Daily Mirror

(74,261) und im Special (75,979). Werndl hatte

sich für die Kür-Tour entschieden, doch hier

lief es nicht nach Wunsch, Platz vier mit nur

71,370 Prozent. Werndl berichtete, wegen des

starken Regenfalls habe der Abreiteplatz so

unter Wasser gestanden, dass er lieber auf die

Vorbereitung verzichtet hat, statt eine Verletzung

seines 18-jährigen Westfalen zu riskieren.

Keine Probleme mit den Bedingungen hatte

Dorothee Schneiders Faustus. Er gewann die

Kür mit 77,9 Prozent. In der Drei-Sterne-Tour

gab Isabell Werths Emilio (16) sein Comeback

Fünf-Sterne-Sieger

in München: Dante

Weltino und Therese

Nilshagen.

nach einem Jahr Turnierabstinenz mit einem

Sieg im Grand Prix (75,109) und Platz zwei

im Special (74,0). Besser war hier nur Werths

Schülerin Victoria Max-Theurer mit Topas. Die

beiden hatten ein Sternstündchen und holten

mit 74,213 Prozent, ihren ersten internationalen

Special-Sieg.

Auch für den Nachwuchs war in München

etwas dabei. Andrina Suter qualifizierte mit

Del Curto nun auch ihren zweiten Nürnberger

Burg-Pokal Kandidaten für das Finale in

Frankfurt, nachdem sie in Mannheim bereits

mit Briatore das Ticket löste.

„Star von Morgen“ darf sich nicht erst seit

München Dorothee Schneiders Lordswood

Dancing Diamond nennen. Aber nun demonstriert

der elfjährige Ex-Weltmeister der

jungen Dressurpferde das auch auf Drei-

Sterne-Niveau, in München mit 75,842 Prozent.

Fotos: Schreiner

Ingrid Klimkes sportliche Hoffnung:

Siena Just Do It.

Hannover top – so das Fazit

der Goldenen Schärpe der

Ponyreiter 2022 nach Gold

und Bronze. In der Einzelwertung

triumphierte mit Mette

Demmler auf Caruso noch

eine Hannoveranerin. die

andere Abteilung ging an

Ingrid Klimkes jüngste

Tochter Philippa Busacker

auf Mustang.

Foto: FEI

Fünf Meister, ein Abschied

MÜNCHEN war auch Gastgeber der DM der

Para-Dressurreiter. Im Grade I siegten Martina

Benzinger und Nautika konkurrenzlos, im Grade

II wurden Heidemarie Dresing mit La Boum

Meisterin. Im Grade III triumphierte Steffen

Zeibig auf einem neuen Pferd, dem Trakehner

Patamon. Ein neues Gesicht hatte auch in

Grade IV die Nase vorn: Anna-Lena Niehues

mit Quimbaya. In Grade V war kein Vorbeikommen

an den Bronzegewinnern aus Tokio,

Regine Mispelkamp und Highlander Delight‘s.

Emotional war die DM für Steffen Zeibig, denn

er hat in München seine Erfolgsstute Feel

Good (18) verabschiedet – drei EMs, zwei WMs

und zwei Paralympics gehen auf ihr Konto.

Fünfmal Bronze, zweimal Silber – die internationale

Bilanz von Steffen Zeibigs Feel Good.

Foto: Caremans

28 7/2022

St.GEORG


Die Besten 2022

WARENDORF Der Preis der

Besten 2022 ist entschieden.

Bei den Dressur-Children

siegte Martha Raupach mit

Francis Drake. Bei den Ponys

setzte sich Julie Schmitz-

Heinen auf Carleo Go durch,

bei den Junioren Allegra

Schmitz-Morkramer auf Libertad.

Im U21-Lager triumphierten

Lucie-Anouk Baumgürtel

und Hugo. Carlotta

Merschformann schoss den

Vogel im Parcours ab: Sieg

bei den Children mit Conny

und bei den Ponys mit Black

Pearl. Die weiteren Titel gingen

an Naomi Himmelreich/

Vino (Junioren) und Sönke

Fallenberg/Vescovino (Junge

Reiter). Im Busch holten

Linn Marie Schlütter und

Rathcline Dream den Sieg

bei den Ponys. Mathies Rüder

und Papas Erfolgspferd

Colani Sunrise siegten im

U18- und Linus Weiß mit Astrello

im U21-Lager.

Foto: Lafrentz

Moment mal!

Krankgeschrumpft

US-Sieg in Redefin

Chloe Reid

(USA) und

Souper Shuttle

siegten vor

dem Redefiner

Portal.

REDEFIN Chloe Reid (USA) und ihre Stakkato-Tochter Souper

Shuttle waren raketenschnell im Achter-Stechen des

Großen Preis von Redefin und holten sich den Sieg vor

Eiken Sato (JPN) auf Chacanno JRA und Janne Friederike

Meyer-Zimmermann mit Chesmu KJ. Sieger im Championat

waren Felix Haßmann und Cayenne WZ.

Aufgewertet wurden dieses Jahr die Dressurprüfungen,

die erstmals international ausgeschrieben waren. In der

Special-Tour war der Sponsor selbst das Maß der Dinge.

Reiner Schwiebert und sein Holsteiner Hengst Catoo gewannen

Grand Prix (69,733) und Special (72,293). Dass zwei

Holsteiner die wichtigsten Dressurprüfungen eines Turniers

gewinnen, hat man auch nicht so häufig. Aber so war es in

Redefin, denn in der Kür-Tour setzte sich mit Juliane Brunkhorsts

Aperol ein weiterer Holsteiner in beiden Prüfungen

durch (71,196 bzw. 78,095). Mit ihrem Escolar-Sohn Elitist

stellten Brunkhorst zudem auch den Sieger in der Nürnberger

Burg-Pokal Qualifikation (75,975).

Jeden

Dienstag

auf

St-GEORG.de

TURNIER 2022 geht so: Sechs Pferde

in einer Springpferdeprüfung, acht im

Großen Preis, statt 1000 Nennungen nur

knapp 300. Viele Turniere vor allem im

Mittelbau haben Mühe, genügend Reiter

anzulocken, damit sich der Aufwand

lohnt. Einige Turniere wurden bereits

mangels Beteiligung abgesagt. Für diese

Entwicklung gibt es mehrere Gründe.

Die Pandemie ist einer davon. Zum einen

hat sie die Zahl der Turnierlizenzen in den

letzten beiden Jahren um rund 20 Prozent

dezimiert, von mehr als 80.000 im Jahr

2019 vor Corona auf 64.000 im vergangenen

Jahr. FN-Generalsekretär Soenke Lauterbach

rechnet damit, dass die Zahl der

Turnierreiter wieder ansteigen wird, wenn

Corona wirklich vorbei ist. Nach der Pandemie-bedingten

Zwangspause wollen

viele Veranstalter jetzt mit Macht neu starten.

„Es gibt halt ein gewisses Überangebot

zur Zeit“, sagt Falk Schlömer, Inhaber

der FS Event Agentur, die die technische

Seite vieler Turniere betreut. Nicht alle

Turniere sind gleichermaßen betroffen.

Moderne Anlagen mit perfekten Bedingungen

sind nach wie vor gefragt. Alte Rasenplätze,

die bei Regen tief werden – da

will keiner mehr hin. Die Entwicklung lässt

sich nicht zurückdrehen. Aber vielleicht

ist weniger mehr. „Es muss ja nicht jedes

ländliche Turnier ein S*-Springen oder ein

M** ausschreiben“, sagt Lauterbach. „Viel

sinnvoller wäre es, mehr A- und L-Prüfungen

auszuschreiben, mehr Prüfungen

für Amateure.“ Also die Basis stärken,

anstatt den Stars hinterherzurennen,

denen schon genug geboten wird.

Das klingt nach neuer Bescheidenheit.

Und wird uns die in diesen

Tagen nicht allerorten gepredigt?

Gabriele Pochhammer

Foto: Bugtrup Foto: Hellmann

Diese Decke gibt es zu gewinnen!

Gewinnspiel

DECKE ZU GEWINNEN! Die

Siegerdecke wurde von Bucas

für Horses&Dreams meets Canada

kreiert und mit passenden

Logos versehen. Die Horses&Dreams

meets Canada

Siegerdecke ist nicht nur durch

ihr Design ein Hingucker, sondern

auch eine optimale Abschwitzdecke

vor allem in der

wärmeren Saison. Die Siegerdecke

weist das Bucas typische

einlagige „Stay-Dry“ Innenfutter

auf, welche die Feuchtigkeit

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nach außen transportiert.

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SPORT AKTUELL

Mensch

des

Monats

Mehr Chancengerechtigkeit

im Reitsport – das

fordert Janne Friederike

Meyer-Zimmermann,

unterstützt von der Medizinerin

Dr. Julia Schmidt.

Die Initiative #Equal

Equest soll darauf aufmerksam

machen

Foto: Toffi

Janne Friederike Meyer-Zimmermann war nach der Geburt

ihres Sohnes schnell wieder wettkampfbereit.

Der Reitsport ist die einzige Sportart,

bei der Frauen und Männer

bis auf olympisches Niveau

gegeneinander antreten. Also ein

Vorbild für Gleichberechtigung? Nicht

ganz. Aktuell haben schwangere

Reiterinnen im Spitzensport die

Möglichkeit, zwischen sechs und zwölf

Monate vom Turniersport abwesend zu

sein – wobei 50 Prozent der Weltranglistenpunkte

verloren gehen, von denen

Starterlaubnisse für internationale

Turniere abhängen. Die Dauer muss

vorab festgelegt werden, die sechs

Monate können nicht flexibel verkürzt

werden. Das hat Janne-Friederike

Meyer-Zimmermann zu spüren

bekommen. Nach ihrer schwangerschaftsbedingten

Reitpause startete sie

etwa acht Wochen nach der Geburt

frühzeitig wieder auf einem internationalen

Turnier in Spanien und verlor

Foto: privat

ZUR PERSON

Dr. Julia Schmidt

ihre kompletten Weltranglistenpunkte.

Damit rutschte sie von Platz 107 auf 270

der Weltrangliste. Hätte sie die vereinbarte

Pause eingehalten, läge sie auf

Platz 177. Nach geltendem Reglement

können Springreiterinnen also nicht

individuell entscheiden, wann sie

wieder professionell in den Sattel

steigen, ohne benachteiligt zu werden.

Dasselbe gilt auch in der Dressur und im

Fahren. Hinzu kommt, dass es weder

für die Para-Dressur, das Voltigieren,

Distanzreiten oder die Vielseitigkeit

bisher Regelungen zu einer Schwangerschaftspause

gibt – bei Abwesenheit

gehen alle Weltranglistenpunkte

verloren. Den Reiterinnen droht

außerdem ein möglicher Verlust von

Sponsoren(-geldern) oder zur Verfügung

gestellten Pferden. Viele Reiterinnen

entscheiden sich aus dieser Situation

heraus unter Druck dafür, die

Fachärztin für Orthopädie, Unfallchirurgie und

Sportmedizin am Universitätsklinikum Eppendorf

(UKE), Spezialsprechstunde für Pferdesportler,

Ärztin des Landesverbandes.

equalequest.com, Instagram: ridersdoc_jule

Schwangerschaft nicht zu melden, so

lange wie möglich vor der Geburt zu

reiten und danach möglichst schnell

wieder in den Sattel zu steigen. Aufgrund

dieser Problematik beschloss

Janne Friederike Meyer-Zimmermann,

die Initiative #EqualEquest ins Leben

zu rufen, ermutigt und fachlich unterstützt

von Dr. Julia Schmidt. Der

Wunsch: Das internationale Regelwerk

sollte diskutiert und zeitgemäßer gestaltet

werden. Der Vorschlag: Schwangeren

Reiterinnen sollte eine zeitlich begrenzte

aber flexible Pause von vier bis zwölf

Monaten ermöglicht werden. Weiter

könnten den Sportlerinnen Wildcards

für internationale Starts zur Verfügung

gestellt werden. Der Zeitpunkt des

ersten Turnierstarts sollte der FEI

frühzeitig bekannt gegeben werden.

Diese neue Regelung sollte für alle

Nationen und Disziplinen gelten. „Wir

wollen die Geburt nicht bagatellisieren!“,

betont Dr. Julia Schmidt. „Aber

sie ist etwas ganz individuelles und der

Wiedereinstieg in den Sport hängt von

so vielen Faktoren ab, u. a. wie Schwangerschaft,

Geburt und Rückbildung

verlaufen und wie die allgemeine

Fitness der Reiterin ist. Aus sportmedizinischer

Sicht gibt es keinen Grund,

pauschale Sperrfristen zu verordnen.

Die Frau sollte maßgeblich mitbestimmen

können, wann sie ihren Sport

wieder ausübt.“ Laura Becker

30

St.GEORG

7/2022


Fundstücke

Langer Besuch oder kräftezehrender Auftritt auf dem

Turnier? Wir hätten da ein paar Helferlein ...

Mitfiebern zu Pferde

An der Vielseitigkeitsstrecke in Aachen oder

Luhmühlen ausharren mit Pferd? Das geht,

und dafür muss man auch keine Vier- oder

Fünf Sterne-Prüfung genannt haben. Dem

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Stanley wollte das mal demonstrieren. Ob das so gut war?

Foto: TomsPic

32

St.GEORG

7/2022


7/2022 St.GEORG 33


DOSSIER

Unternehmer

Andreas Helgstrand

Global Equestrian Group (GEG)

gegründet 2021, Partnerschaft zwischen

Helgstrand Dressage, Ludger Beerbaum

Stables und der Investmentgruppe Waterland

Private Equity. Geschäftsführer: Ludger

Beerbaum. Kauf des Palm Beach International

Equestrian Centers in Wellington (USA).

Das PBIEC um CEO Mark Bellissimo investiert

laut GEG in selbige. Die hat damit nun drei

Turnierplätze: in Dänemark (Equitour Aalborg),

Deutschland (Riesenbeck International)

sowie den USA (PBIEC). 2022 schließt sich

Patrik Kittel (SWE) der GEG an.

Weitere Unternehmen (Auszüge)

AH Aviation, Riding Arena Robots, Wama

Consult; gehörig zu GEG: Helgstrand Global

Properties, Helgstrand Jewellery, Equestrian

Ventures, Equestrian Events Holding

Bengtsson & Helgstrand GmbH

gegründet 2018, Partnerschaft

Helgstrand Dressage mit Springreiter

Rolf-Göran Bengtsson (SWE),

Handel mit Springpferden.

Helgstrand Dressage DEN

Start in die Selbstständigkeit 2009, Anlage in

Dänemark für ca. 500 Pferde. 2020 kommt erst

der Brite Emile Faurie, später ersetzt durch

seinen Landsmann Richard Davison, hinzu, um

den Handel in Großbritannien voran zu treiben.

Übernahme der Bekleidungsmarke Kingsland.

Helgstrand Dressage GER

Gegründet 2018, 2020 Erwerb des

Gestüts Famos in Syke, quasi die

Deutschlandzentrale, Leitung dort:

Dr. Ulf Möller und seine Frau Eva.

Helgstrand Dressage USA

Florida, gegründet 2017, seit 2022

unter der Leitung von Lars Petersen,

der früher auf Gestüt Blue

Hors tätig war.

Helgstrand Academy

gegründet 2017, eine neue Anlage,

in der rund 100 Pferde Platz

finden mit Reithalle, Außenplätzen,

angeschlossener Tierklinik.

Austragungsort internationaler

Reitturniere und der Dänischen

Meisterschaften Dressur.

Foto: von Korff

Die Helgstrand-Welt

Wer sich mit Dressursport und -zucht beschäftigt, kommt um den Namen Andreas Helgstrand

nicht mehr herum. In letzter Zeit gab es erneut negative Schlagzeilen

über den dänischen Pferdehändler und Unternehmer. Der Vorwurf: Betrug

Spätestens mit Beginn seiner

Tätigkeit als Bereiter bei

Blue Hors machte Andreas

Helgstrand in der Pferdewelt

auf sich aufmerksam. Blue

Hors Cavan hieß sein erstes Championatspferd,

noch bekannter war die

Schimmelstute Blue Hors Matiné. Im

Alter von erst neun Jahren qualifizierte

sich Helgstrand mit der Silvermoon-

Tochter für die Weltreiterspiele in

Aachen 2006. Dort gab es Silber in der

Grand Prix Kür, später Bilder von einer

blauen Zunge der Stute. 2008 trennten

sich dann die Wege von Gestüt Blue

Hors und Helgstrand, er baute sein

eigenes Geschäft auf, Helgstrand Dressage.

Reiterlich, vor allem aber auch was

seinen Handel mit den Pferden anbelangt,

sorgte Helgstrand seitdem immer

wieder für Schlagzeilen. Ein Rückblick.

Mutmaßlich unterschlagene Gelder

beim Verkauf von Uno Donna Unique

2013, unschöne Fernsehbilder mit

Akeem Foldager 2014 und Stamina

2015 auf Abreiteplätzen internationaler

Turniere: Mediale Aufschreie um seine

Person sind Andreas Helgstrand schon

seit längerem bekannt. Doch andere

große Namen im Reitsport-Geschäft

machten dennoch weiter Deals mit

Helgstrand (s. Übersicht oben). Keine

Unternehmens gründung, aber doch

eine Partnerschaft besteht seit 2018

auch zwischen Helgstrand und Paul

Schockemöhle. Die beiden Pferdehändler

schlossen ihre Hengststationen

zusammen und investieren seitdem

gemeinsam in Dressurpferde. Ebenfalls

vier Jahre ist es her, dass der niederländische

Finanzinvestor Waterland

Partner von Helgstrand wurde. Im

gleichen Jahr wurde bekannt, dass

Helgstrand Dressage 2015 eine Rekord-

Geldstrafe bezahlen musste, weil dort

eine Mit arbeiterin illegal beschäftigt

worden war. Es handelte sich um eine

der höchsten Geldbußen aufgrund

illegaler Beschäftigung von Ausländern

zwischen 2014 und 2016 in Dänemark.

2021 geriet Helgstrand in Konflikt mit

dem Dänischen Warmblutzuchtverband

(DWB) bei dem Versuch, eine Sonderbehandlung

für 14 dreijährige Hengste zu

erwirken, die er beim DWB registrieren

lassen wollte. Der Präsident des DWB,

Jan Pedersen, erklärte daraufhin in

einem öffentlichen Statement, dass es

keine Ausnahmegenehmigung geben

werde.

34 St.GEORG

7/2022


HELGSTRANDS

TOP 5 DER TEUERSTEN

HENGSTAUKTIONS-EINKÄUFE

Vivino v. Vivaldi

2.010.000 Euro

Preisspitze der Hannoveraner Körung

2018, 2021 verkauft an den spanischen

Grand Prix-Reiter Alejandro Asencio

Mendez

Dynamic Dream v. Dream Boy

1.900.000 Euro

Westfalens Preisspitze 2019, Kör sieger,

Prämienhengst in Dänemark,viele

teure Fohlen, er selbst sportuntauglich

nach Deckunfall

Revolution v. Rocky Lee

1.200.000 Euro

Hannoveraner Prämienhengst 2018,

HLP-Sieger und Siegerhengst der

dänischen Körung, Weltmeister der

Fünfjährigen, Vize-Weltmeister der

Sechsjährigen, 2021 achtjährig als

Elitehengst vom DWB ausgezeichnet

Neue Betrugsvorwürfe

Ende Mai machte nun die dänische

Newsseite „Nordjyske“ bekannt, dass

Helgstrand in mehreren Fällen Mitbesitzern

der Pferde, die er verkauft hat,

u. a. niedrigere Verkaufspreise angegeben

haben soll, als tatsächlich gezahlt

wurden. Auf Nachfrage von St.GEORG

gab Helgstrand ein Statement zu der

Sache ab: „Wir übernehmen bei diesen

Geschäften (…) eine große Verantwortung

für unsere Partner, und in einem

dieser konkreten Fälle war die Garantie

nach einem einjährigen Verkaufsprozess

und einem abgeschlossenen

Verkauf von großer Bedeutung, da wir

das Pferd zurücknehmen mussten. (…)

In den konkreten Fällen standen wir

in engem Dialog mit unseren Partnern,

um die Unstimmigkeiten zu lösen. Auch

wenn wir uns sehr bemühen, unseren

Partnern entgegenzukommen, gibt

es leider Fälle, in denen wir nicht alle

zufrieden stellen können.“ Aufmerksam

auf die Fälle wurde auch Grand Prix-

Reiter Daniel Bachmann Andersen, der

den Wallach Gaston von Helgstrand zur

Hälfte gekauft hat. Er warf nochmals einen

Blick auf den Kaufvertrag. Und rief

daraufhin den Züchter und Mitbesitzer

Helgstrands teuerster Hengsteinkauf: Vivino

Vogue v. Vitalis

940.000 Euro

Reservesieger der Westfalen-Körung 2021,

teuerster Hengst in den Verkaufsstatistiken

der deutschen Zuchtverbände, wurde zuletzt

aus der Decksaison genommen wegen

mangelnder Samenqualität.

Lord Europe v. Lord Leatherdale

800.000 Euro

2019 Prämienhengst beim Hannoveraner

Hengst markt und Körung in Dänemark,

stationiert bei Paul Schockemöhle, dort in

Ausbildung unter Isabel Freese (NOR)

des besagten Pferdes, Jan Pedersen, den

DWB-Vorsitzenden an. Der bestätigte:

„Es gibt eine Diskrepanz zwischen dem

Handel, den Andreas Helgstrand mit

Daniel Bachmann eingegangen ist, und

dem, der mir von Helgstrand mitgeteilt

wurde.“ Er habe mit Helgstrand sofort

„alle Unklarheiten ausräumen lassen“.

Der Fall Gaston ist für den Mandatsträger

Pedersen also abgeschlossen. Andere

Fälle sind nun aber bei dänischen Gerichten

anhängig.

Gloria Lucie Alter, Laura Becker

Foto: Beelitz

JUBILÄUMSGEWINNSPIEL

mitmachen & gewinnen

Helgstrand mit einem

seiner zwei aktuellen Grand

Prix-Pferde: Jovian

ZUR PERSON

Andreas

Helgstrand

Jahrgang 1977, Sohn des dänischen

Dressurreiters und

Präsidenten der dänischen

Federation, Ulf Helgstrand

(der 2021 für das Amt des

FEI-Präsidenten kandidierte)

und nun damit liebäugelt,

in die Politik zu gehen.

Medaillengewinner bei

Olympischen Spielen und

Weltmeisterschaften. Mehrfach

Weltmeister der jungen

Dressurpferde. Nach seiner

Ausbildung und Tätigkeit als

Bereiter, zuletzt als Chefbereiter

des Gestüts Blue Hors

(2002 bis 2008), machte er

sich selbstständig.

Mittlerweile Expansion nach

Deutschland, Großbritannien

und in die USA und Partnerschaften

mit mehreren

Unternehmen. 2014 Unternehmer

des Jahres in Nordjütland.

Zwei Söhne, von

denen Alexander bereits im

Nachwuchs-Dressursport

Fuß gefasst hat.

Foto: von Korff

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PFERDE & LEUTE

Notizen

Influenzaausbruch

Mehr als 140 Mustangs sind

nach einem großen Influenza-Ausbruch

in Colorado

(USA) gestorben. Die Situation

wird weiterhin genau beobachtet.

Der Ausbruch begann

am 23. April. Zwischen

Juli und August 2021 wurden

die Mustangs von der West

Douglas Herd Area nach

Fremont Country, Colorado,

überführt. Während dieser

Zeit entwickelten mehrere

Pferde Symptome. Ein Lauffeuer,

das kurz vor dem Zusammentreiben

der Pferde

ausbrach, könnte eine Rolle

bei der hohen Todesrate

spielen.

Arbeit mit jungen Hengsten an

der Hofreitschule Wien

Junge Talente in Wien

Die Spanische Hofreitschule

präsentiert vom 4. Juli bis

6. August das neue Sommerprogramm

„Arbeit mit den

jungen Hengsten“. Zu sehen

ist das gezielte Training

der Grundgangarten Schritt,

Trab und Galopp. Das ganze

Programm kann man genießen

im kaiserlichen Ambiente

der barocken Winterreitschule,

mit Live-Kommentar

untermalt von klassischer

Wiener Musik. Das gesamte

Programm und Tickets:

srs.at/ticketsveranstaltungen

Foto: srs.at/Kerschbaum

AZUBI-WORKSHOP

Stammer in action

DIE ANGEHENDEN PFERDEWIRTE vom

Berufskolleg Humboldtstraße in Köln hatten

Ende Mai in Windhagen den Pferdeosteopathen

Stefan Stammer zu Gast. Dem passionierten

Referenten gelang es, tiefe Einblicke

in die anatomischen und biomechanischen

Zusammenhänge der Bewegungslehre des

Pferdes zu geben. Stammer konnte anhand

einprägsamer Beispiele verdeutlichen, warum

die häufig unterschätzte Vorhand des

Pferdes im Bewegungsablauf und im sportlichen

Training eine mehr als tragende Rolle

übernimmt. Dass im Hinblick auf Training

und Erarbeitung gesunder Bewegungsabläufe

der Stabilisation des Körpers im

Gegensatz zu Lockerung und Mobilisierung

mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden

sollte, zählte sicherlich zu den wichtigsten

GRÜNER STALL

Stefan Stammer gab den angehenden

Pferde wirten Einblicke in die Osteopathie.

Artenvielfalt in Ställen

Zum Tag der Artenvielfalt am 22. Mai hat

die Deutsche Reiterliche Vereinigung ( FN)

eine Zählaktion auf Reitanlagen initiiert, um

aufzuzeigen, wie viele Arten, auch seltene

und gefährdete, in Ställen, Scheunen und

auf Weiden leben. Mehr als 100 Vereine und

Betriebe deutschlandweit haben über eine

Online-Befragung die Vielfalt von Tier- und

Pflanzenarten auf ihren Reitanlagen dokumentiert.

Gezählt wurden fast 140 verschiedene

Arten, darunter Vögel, Insekten, Säugetiere

und Amphibien wie zum Beispiel

Schwalben, Singvögel, Eulen und Käuze,

Erkenntnissen des Seminars. Faszinierende

und für den ein oder anderen überraschend

logische Einblicke in anatomische Strukturen

von Bewegungsmöglichkeiten und

-zusammenhängen beim Pferd gehörten

ebenso dazu, wie die praktische Analyse

von Schon- und Fehlhaltungen. Dass Steifheit

auch gut sein kann und das „allseits

beliebte Mobilisieren von Gelenken“ (O-

Ton Stefan Stammer) oft nicht der heilbringende

Lösungsweg ist, wurde im Verlauf

der Veranstaltung mehr als deutlich. Dieser

teilweise neue aber durch die einleuchtenden

Ausführungen des Referenten absolut

nachvollziehbare Denkansatz führte zu

vielen Fragen, angeregten Gesprächen und

Diskussionen seitens der Teilnehmer.

berufskolleg-humboldtstr.de

Bienen, Schmetterlinge, Käfer, Mäuse, Igel

oder Kaninchen. Vereinzelt wurden auch

seltene und teils gefährdete Exemplare wie

Kiebitz, Stieglitz, Wiedehopf, Storch, Rebhuhn,

Feldhase und Haselmaus gesichtet.

„Das zeigt, dass die extensiv bewirtschafteten

Flächen und die Lebensräume rund

um die Pferde wichtig für viele Arten sind“,

sagte Thomas Ungruhe, Leiter der FN-Abteilung

Vereine, Umwelt, Breitensport und Betriebe.

Um die Artenvielfalt auf der eigenen

Anlage sichtbar zu machen, gibt es im FN-

Shop Themenschilder. gruenerstall.de

Foto: Enzinger

36

St.GEORG

7/2022


St. Georg erscheint monatlich in der

JAHR MEDIA GmbH & CO. KG

Jürgen-Töpfer-Straße 48, 22763 Hamburg

GWP-PREISVERLEIHUNG

Prämierte Arbeiten

Die Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft um

das Pferd (GWP) hat wieder die besten Universitäts-

Abschlussarbeiten (online) prämiert. Siegerarbeit in

der Kategorie „Dissertationen“ wurde das Thema „Der

Einfluss sportlicher Nutzung auf die Kopf- und Maulgesundheit

bei Reitpferden: Bestandsaufnahme und

Auswertung pathologischer Befunde des Kopfes und

der Gebisslage sowie Entwicklung eines Prototyps eines

Bewerbungsbogens für den Turniertierarzt“ von

Dr. Martin Swoboda von der Tierärztlichen Hochschule

Hannover. Der Autor entwickelte mit dieser Arbeit

ein komplettes System zur umfassenden Kontrolle des

Pferdemauls im Turniersport.

Ein aktuelles züchterisches Thema bearbeitete Marja-

Liisa Solterbeck aus Kiel mit ihrer siegreichen Masterarbeit

„Untersuchungen zur wettbewerbsorientierten

Integration linearer Exterieur- und Leistungsmerkmale

in das Zuchtprogramm des Holsteiner Verbandes“ an

der Georg-August-Universität Göttingen.

In der Kategorie „Bachelorarbeiten“ wurde das Thema

„Krisenmanagement für Pferdebetriebe– eine Handlungsempfehlung“

von Laura Tröger als beste Arbeit ausgezeichnet.

Geschrieben wurde die Arbeit an der Hochschule

für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen.

Die Autorin liefert mit ihrer Arbeit einen wertvollen Leitfaden

für Betriebe, um negative und existenzgefährdende

Auswirkungen von Krisen zu verhindern.

Alle Preisträger: pferd-forschung.de

Belgiens Superstar

Foto: Belga Photo Maeterlinck

IMPRESSUM

Geschäftsführung

Alexandra Jahr

Herausgeberin

Gabriele Pochhammer

Chefredakteur Jan Tönjes

Redaktion Gloria Alter, Laura Becker,

Alexandra Jahr, Gabriele Pochhammer,

Kerstin Wackermann, Dominique

Wehrmann

Mitarbeiter dieser Ausgabe

Dr. Tanja Becker, Arnd Bronkhorst, Sabine

Brose, Ulrike Beelitz, Janne Bugtrup, Georg

W. Fink, Pauline von Hardenberg, Karsten

Huck, Helle K. Kleven, Ludwiga von Korff,

Dieter Kröhnert, Stefan Lafrentz, Otfried

Lengwenat, Kerstin Niemann, Julia Rau,

Petra Schlemm-Poellein, Barbara Schnell,

Hubertus Schmidt, Maximilian Schreiner,

Christiane Slawik, Frank Sorge, Jacques

Toffi, Christian Weiss, Dr. Annette Wyrwoll

Art-Director Heico Forster

Director Content Michael Werner

Grafik

Dirk Bartos (CvD-Grafik),

Dirk Kleinschmidt

Lithographie

Henrik Teudt (Ltg.),

Katja Mucke-Koopmann

Produktionsmanagement

Hauke Rieffel (Ltg.),

Ilja Badekow, Sybille Hagen,

Andreas Meyer

Internet www.st-georg.de

Vertrieb

Einzelverkauf

DMV Der Medienvertrieb GmbH & Co. KG

Meßberg 1, 20086 Hamburg

www.dermedienvertrieb.de

Abonnement

DPV Deutscher Pressevertrieb GmbH

Postfach 57 04 02, 22773 Hamburg

www.dpv.de

Verkaufspreis Einzelheft 7,50 €

Abonnentenpreis: 12 Hefte,

Inland: 90,00 € inkl. Versandgebühr,

Österreich: 100,80 €, Schweiz: 144,00 SFr,

übriges europäisches Ausland Landweg:

115,20 €, Luftweg: 157,20 €,

außereuropäisches Ausland: 182,40 €.

Bestellung von Einzelheften:

Nur gegen Bank- oder Kreditkartenabbuchung,

(Gesamtpreis: Anzahl

der Hefte mal Heftpreis von 7,50 €

zuzüglich Versandkosten) beim

St.GEORG-Aboservice oder

E-Mail: abo@st-georg.de,

Internet: www.st-georg.de

Druck NEEF+STUMME GmbH,

Schillerstr. 2, 29378 Wittingen

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Senior Key Account Manager

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Nr. 65 vom 1. Januar 2022

Director Marketing

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Werner Schlötcke, Sina Schunk,

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St.Georg ist das offizielle Organ des

Deutschen Reiter- und Fahrer-Verbandes

(DRFV). Geschäftsstelle: Münsterweg 57,

48231 Warendorf

Für persönliche Mitglieder der Deutschen

Reiterlichen Vereinigung (FN) gilt

der ermäßigte Bezugspreis von 75,00 €.

Für Mitglieder des DRFV ist der Bezug im

Mitgliedsbeitrag enthalten. Die Mitglieder

des Xenophon e.V. erhalten St.GEORG

im Rahmen ihrer Mitgliedschaft.

Die Auslieferung in Österreich erfolgt

durch die Firma Morawa & Co., Presse

Großvertrieb, Wollzeile 11, A-1011 Wien,

Telefon: Österreich 0222 51562,

Fax: 0222 5125778

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werden.

DIE

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IN DER BELGISCHEN STADT Dendermonde

gibt es alle zehn Jahre einen Umzug mit einem besonderen

Gast: das Holzpferd „Ros Bayard“, Symbol

einer ritterlichen Geschichte. Zur Zeit Karls des

Großen soll Ros Bayard seinen Herrn und drei Brüder

gerettet haben. Auf dem Rücken des legendären

Pferdes dürfen bei dem Umzug laut Charta vier

Brüder sitzen, die zwischen sieben und 21 Jahre alt

sein, in Dendermonde geboren sein und ununterbrochen

dort gelebt haben müssen.

22.06

ISSN 0944-5854

Leserservice: 040 - 389 06-880

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GERMANY, Tel: 040 38906-880

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PFERDE & LEUTE

Namen des Monats

Was war los? Wer hat was gesagt? St.GEORG weiß es ...

Mamma mia!

Eine wie keine: Rebecca

Gutman, hier mit Millioneneinkauf

Confess Color.

Eine gute Frau

ES WAR EIN SCHOCK. Zuerst gab es ein Gerücht, dass Rebecca Gutman, die Chefin des Gestüts

Bonhomme, lebensbedrohlich erkrankt sei. Dann wurde aus dem Gerücht Gewissheit.

Und dann starb diese aparte, lebenslustige Frau mit dem großen Herz für Pferde mit nur 54

Jahren. Sie hinterlässt eine riesengroße Lücke – in ihrer Familie, bei ihren Mitarbeitern, bei allen,

die sie kannten. Vor allem aber auch in der Pferdewelt. Wenn ein Junghengst großes Glück

hatte, wurde er bei seiner Körung dem Gestüt Bonhomme zugeschlagen. Denn egal, wie teuer

sie waren, hier durften sie alle Pferd sein. Nein, falsch, es muss heißen: Hier dürfen sie alle

Pferd sein. Denn das Gestüt Bonhomme wird in Rebecca Gutmans Sinne weitergeführt – auch

ohne Lena Waldmann, die langjährige Erfolgsreiterin der Bonhomme-Hengste. Schon bevor

jemand ahnen konnte, was das Leben für die Bonhomme-Familie bereithielt, hatte sie sich bei

ihrem Freund Felix Haßmann selbstständig gemacht. Ihre Nachfolgerin ist Simone Pearce, ehemals

Gestüt Sprehe. Sie hat sich mit Fiderdance für die Weltmeisterschaft qualifiziert (s. S. 10) –

und lässt damit einen Traum Rebecca Gutmans wahr werden.

Foto: Toffi

ROSAROT ist die Welt gerade

bei Dressurolympiasiegerin

Kristina Bröring-Sprehe. Am 20.

Mai hat sie nach ihrer ersten

Tochter Mila (2) ein weiteres

kleines Mädchen zur Welt gebracht,

das auf den Namen Ella

getauft wurde.

Himmelblau ist die Babyausstattung

hingegen bei der dänischen

Championatsspringreiterin

Zascha Nygaard Andreasen

und Maximilian Lill. Ihr kleiner

Sohn heißt Louke. Alles Gute

den neuen Familienmitgliedern!

Maximilian Lill, Zascha Nygaard

Andreasen und Baby Louke

Das doppelte

Nintendochen

Foto: Instagram

Unser Jubiläums-Jacques

FOTOTERMINE mit Jacques Toffi brauchen ihre Zeit.

Jacques fotografiert nicht, er kreiert Motive. Und was

für welche! Wer beim CHIO Aachen Richtung Meldestelle

geht, findet eine ganze Wand mit Portraits bekannter

Reiter, die er alle vor der Linse ins beste Licht gerückt

und für die Ewigkeit festgehalten hat. Apropos ewig –

das Hamburger Spring-Derby feierte ja gerade 100. Geburtstag.

40 Jahre davon hat Jacques die Triumphe und

Tragödien am Wall im Bild festgehalten. Kurz zuvor feierte

er seinen 70. Geburtstag. Lieber Jacques, wir gratulieren

dir von Herzen! Du bist der Beste!

Zwei Requisiten, ohne die gar nichts

geht: Canon und Zigarillo.

Foto: Gutersohn

WER WÜNSCHT sich nicht,

das Lieblingspferd würde ewig

leben? Die US-Grand Prix Reiterin

Charlotte Jorst hat‘s möglich

gemacht, indem sie ihren

Star Nintendo geklont hat. Das

Ergebnis ist von der Blesse bis

zum Schweif eine gelungene

Kopie.

Fotos: FB/Lafrentz

38

St.GEORG

7/2022


Glückspilz

Foto: Archiv St.GEORG

Die Legende

ER HABE „die Ausstrahlung

eines gut gepflegten Grabmals“

sollen Kollegen über

Englands Star-Jockey Lester

Piggott gesagt haben. Der

Mann lächelte nämlich selten

bis nie. Musste er auch

nicht. Hauptsache, er ritt.

Denn das konnte er wie kein

Zweiter. 4493 Siege sprechen

für sich. Fast 50 Jahre lang

war er der Beste der Besten.

Nun starb er mit 86 Jahren.

Foto: Sorge

Alwin Schockemöhle und Warwick Rex,

Einzelolympiasieger 1976 in Montreal.

Fit for Mom!

Die Super-Mamas:

Fit For Fun v. For Pleasure

(oben) und Cristy v.

Canturo mit Nachwuchs.

WAS GIBT ES SCHÖNERES als eine glückliche Mutterstute

mit gesundem Fohlen auf der Weide? Richtig:

zwei glückliche Mamas mit Nachwuchs! Wir freuen uns

über den Anblick der 18-jährigen Top-Springstute Fit For

Fun (Luciana Diniz) mit ihrem Fohlen von Eldorado vd

Zeshoek bei Fuß und über das Mutterglück in Borken, wo

Marcus Ehnings Cristy ein bildschönes Stutfohlen von

Cornado zur Welt gebracht hat!

Fotos: Instagram

Alwin Schockemöhle 85

AM SELBEN TAG, an dem in Hamburg Cassandra

Orschel zur Derby- Königin gekrönt

wurde, feierte in Mühlen einer 85. Geburtstag,

der das blaue Band dreimal gewann: Alwin

Schockemöhle, Olympiasieger, Europameister,

Deutscher Meister und noch viel mehr im

Springsattel. Nachdem er dem Springsport

adé gesagt hatte, widmete er sich der Traberzucht

– nicht minder erfolgreich. Der von

ihm gezogene Abano AS gewann den Prix

d‘Amerique, in der Welt des Trabrennsports

quasi ein Olympiasieg. Alles Gute, AS!

Daniel Bachmann Andersen

(DEN) hatte die Weltmeisterschaft

im August in Herning

schon abgeschrieben, nachdem

sein EM-Pferd Marshall-

Bell seinen Stall in Richtung

Österreich zu Familie Ahorner

verlassen hatte (s. S. 32).

Der Don Romantic-Sohn

soll U25-Pferd für Tochter

Nicola werden. Doch dann

beschlossen Marshalls neue

Besitzer, dass Bachmann Andersen

den Wallach bis zur

WM noch weiterreiten darf.

Foto: Instagram

Fotos: Toffi

Er fehlt!

NOCH EINE TODESNACHRICHT, die Pferde-

Deutschland erschüttert hat: Thomas „Tom“ Vogel,

Pionier auf dem Gebiet der Lehrfilme für Pferdeleute,

Gründer von pferdia tv – heute wehorse

– hatte sein Lebenswerk gerade erst in die Hände

seiner Tochter und seines Schwiegersohns gegeben

und wollte nun zusammen mit seiner nicht

minder rührigen Frau Inge den heimischen Hof

in Völkersen, Niedersachsen, genießen. Er kam

vom Spaziergang mit seinem Enkel zurück, sagte

zu seiner Frau, es ginge ihm nicht gut. Als sie kurz

darauf nach ihm schaute, war er bereits tot. Mit

seiner Arbeit hat er der Pferdewelt einen wahrhaft

riesigen Schatz an Wissen hinterlassen.

Der Mann hinter einem unermesslichen

Wissensschatz: Thomas „Tom“ Vogel.

Foto: Schnell

Pechvögel

Semmieke Rothenberger (22)

und Greta Busacker (19) gehören

zu den besten Nachwuchsreitern

der Welt, die

eine im Viereck, die andere

im Busch. Beide erhielten

schon den „FEI Rising Star

Award“ und kommen aus

berühmten Pferdedynastien.

Und beide müssen nun pausieren.

Semmieke hat sich an

der Achillessehne verletzt.

Greta erlitt eine – zum Glück

unproblematische! – Wirbelfraktur

bei einem Trainingssturz.

Gute Besserung!

7/2022 St.GEORG 39


St.GEORG

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REPORTAGE PFERDEINSEL FÖHR

HerFöhr

Bunte Mischung am Strand: Viele

Rassen sind auf Föhr beheimatet,

alle haben Spaß an der „Waterkant“.

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St.GEORG

7/2022


agend!

Wer bei Seewind aufblüht und Pferde mag, sollte Föhr kennenlernen.

Auf der Insel in der Nordsee stehen 850 Pferde auf 82 Quadratkilometern.

Ein Tag zwischen Dörfern, die auf „-um“ enden und Pferdeleuten

Text: Jan Tönjes

Fotos: Thomas Hellmann

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REPORTAGE PFERDEINSEL FÖHR

„Vor den Holsteinern war Föhr ein

Hauptzuchtgebiet der Schleswiger“

Ocke Riewerts, Holsteiner Züchter des Jahres, erinnert sich an Erzählungen seines Vaters

2

1

1 | Typisch für Föhr: „Sprechende

Grabsteine“ erzählen die Lebensgeschichte

des Verstorbenen.

2 | Nieblum – Postkartenidylle.

3 | May Britt Siegmund hat sich

auf ihrem Recovery Hof ganz der

Pferdegesundheit verschrieben.

4 | Sein London gewann Badminton:

Ocke Riewerts mit einer Tante

des Team-Olympiasiegers 2021.


3

4

Ocke Riewerts steht auf

der Weide zwischen seinen

Pferden. Braune Stuten,

braune Fohlen, wenig

weiß, Holsteiner eben. Der

Wind geht durch sein Haar. Wohltuender

Wind, der den Pferden eine weitgehend

insektenfreie Zeit auf der Weide

beschert. Ocke Riewerts ist einer von

vielen Pferdeleuten auf der Insel Föhr.

Aktuell ist er der Mann, der in der Gemeinde

Nieblum, dem Vorzeigeörtchen

der Nordseeinsel mit der großen roten

Klinkerkirche St. Johannis – „dem

Friesendom“, wie Riewerts schmunzelnd

sagt – nach dem Rechten schaut.

Der gelernte Tischler ist ein Universalgenie,

kann alles, macht alles. Heute hat

er sich um die Strandkorbvermietung

gekümmert. Dann hat er sich auf sein

Fahrrad gesetzt und ist nach Hause gefahren,

nach Alkersum bei Nieblum.

Gibt’s auch Kleinbonum?

Der Asterix-Kenner fragt sich unverhohlen,

ob auf der Landkarte von Föhr

auch Babaorum, Aquarium oder Laudanum

zu finden sind. Denn viele Orte enden

hier auf „-um“. Keiner ist so schön

wie Nieblum. Kopfsteinpflaster, reetgedeckte

Häuser, die vom Wohlstand ihrer

Erbauer zeugen, zumeist Kapitänen auf

Walfangschiffen im 18. Jahrhundert.

Alte Bäume, ein kleiner Weiher.

Ocke Riewerts, schon der Name verrät

den Insulaner, streichelt einer hellbraunen

Schönheit, Imme v. Livello,

den kräftigem, ideal angesetzten Hals.

Ihre wüchsige Diarado-Tochter fordert

von der anderen Seite die Aufmerksamkeit

ihres Züchters. Imme ist die

Halbschwester der Mutter von London,

dem Pferd, das Ocke Riewerts berühmt

gemacht hat. Unter Laura Collett gewann

der Braune Mannschaftsgold in

der Vielseitigkeit bei den Olympischen

Spielen 2021, im April siegten die beiden

in Badminton. Den CCI5*-L von

Pau hat der Landos-Sohn, der über Peter

Thomsen den Weg in den Stall der

Britin gefunden hat, auch schon gewonnen,

2020. Vor 13 Jahren ist London

hier in Alkersum zur Welt gekommen.

Riewerts‘ Vater hatte in den 1970er-Jahren

die Sacramento Song xx-Tochter

Legenda aus dem Stamm 3200 erworben,

Londons Urgroßmutter. Dass der

Stamm noch immer auf Föhr beheimatet

ist, ist Riewerts jüngerem Sohn zu

verdanken. Der wollte zwar die Pferdezucht

nicht fortführen, das macht sein

älterer Bruder, aber als die Stute verkauft

werden sollte, legte er sein Veto

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REPORTAGE PFERDEINSEL FÖHR

1

ein. Zum Glück, denn Londons Mutter

verstarb relativ früh. Der Stamm wäre

weg gewesen.

Züchter des Jahres

Diesem Stamm verdankt Ocke Riewerts

seinen Ruhm. „Bei anderen tröpfelt es

ja mit den Ehrungen, bei mir rieselt es

gerade“, bringt er es auf den Punkt. Holsteiner

Züchter des Jahres ist er und

auch „Züchter des Jahres“ im Bereich

Vielseitigkeit der World Breeding Federation

for Sport Horses (WBFSH). Für

die Ehrung hat er die Insel verlassen, ist

nach Mannheim gereist.

Pferde, beileibe nicht nur Holsteiner,

gibt es wie – Achtung, Kalauer! – Sand

am Meer auf Föhr. Früher war die Insel

die wichtigste Zuchtstätte des Schleswiger

Kaltbluts. „Einen ganzen Tag

Hengstfohlen, am anderen Stutfohlen“,

erinnert sich Ocke Riewerts an die Registrierungen,

die damals in Nieblum

stattfanden. Wenn die Insulaner dem

Meer Land abgetrotzt haben, indem sie

einen neuen Deich bauten, waren es die

genügsamen Schleswiger, die durch die

schweren Böden der Marsch stapften,

Karren voller Aushub zum Deichbau

zogen. Dann kamen die Trecker. Heute

gibt es keine Schleswiger Züchter mehr

auf Föhr. Dafür viele andere Pferde.

Im Warmblutbereich sind es vor allem

Holsteiner. Der Holsteiner Verband

hatte lange Zeit immer einen Hengst auf

Föhr stationiert. Landos, Londons Vater,

zum Beispiel. Aber auch Legenden wie

Carthago und Cassini I haben hier in

der guten Nordseeluft ihre Rente genossen.

Bei Peter Diedrichsen, der auch das

internationale Springpferd Chilli Willy

gezüchtet hat, war die Station lange beheimatet.

Ocke Riewerts hat eine Stute,

die in diesem Jahr ein Caretino-Fohlen

bei Fuß führt. Caretino? Baujahr 1983?

Der Casall-Vater? Ja, Tiefgefriersperma

macht’s möglich. Das sei zwar qualitativ

nicht mehr so gut, hatte es geheißen.

Aber auf Föhr war die Stute bei der ersten

Besamung tragend.

1 | Vom Grevelinghof kann man

über die Dünen direkt an den

Strand gelangen.

2 | Olaf Rörden vom Holsteiner

Pferdeclub Föhr.

3 | Super-Mama: Diese Stute hat

ein verwaistes Fohlen adoptiert.

4 | Rinder auf dem Hof am Sylvert.

5 | St. Johannis in Nieblum wird

auch der „Friesendom“ genannt.

4

2

3

5

46

St.GEORG

7/2022


Schon

immer

das

Beste

Am vergangenen Wochenende war

„Fohlenkieken“. Die Holsteiner Züchter

fahren von Hof zu Hof und schauen

nach den Fohlen des Jahrgangs. Das ist

guter Brauch und stärkt auch die Gemeinschaft.

„Wenn Sie bei mir anrufen

und ein Fohlen kaufen wollen, hole ich

Sie in Wyk an der Fähre ab“, sagt Ocke

Riewerts, „und wenn Ihnen mein Fohlen

nicht gefällt, dann fahren wir rum,

bis Sie etwas gefunden haben. Sie sollen

Föhr nicht ohne Fohlen verlassen. Auf

dem Festland ist das anders, da fährt

man ja nicht mal zum Nachbarn.“

Gemeinschaft ist wichtig auf der

Insel, Zusammenhalt im rauen Klima

in der Sturmzeit immer schon eine

Föhr

Föhr ist die bevölkerungsreichste der

nordfriesischen Inseln und liegt südlich

von Sylt. Auf der 82 Quadratkilometer

großen Insel wohnen gut 8000

Menschen. Wyk ist die einzige Stadt,

hier legen auch die Fähren von Dagebüll

kommend an. Die Überfahrt

dauert eine knappe Stunde. Dagebüll

liegt gut zwei Autostunden nördlich

von Hamburg.

Wer mit seinem Pferd Urlaub auf

Föhr machen möchte, sollte rechtzeitig

buchen. Das gilt generell auch für

die Fähre, wenn man sein Auto mit

auf die Insel nehmen möchte.

NÜTZLICHE ADRESSEN:

Allgemeine Infos: foehr.de

Fährfahrten online buchen:

fahre.de

Reitunterricht, Strandritte (mit eigenem

Pferd): greveling-hof.de

Holsteiner Pferdeclub Föhr:

pferdefoehr.de

Isländerzucht und -verkauf:

islandpferde-vom-nieblumerfeld.de

Kur für Pferde: horsesupport.de

Selbstverständlichkeit. „Bei unserer

letzten Versammlung der Föhrer Züchter

waren mehr als 50 Leute, bei der

Versammlung des Zuchtbezirks ,auswärtige

Mitglieder‘ waren es nicht mal

die Hälfte“, sagt Olaf Rörden aus dem

Vorstand des „Holsteiner Pferdeclub

Föhr“ nicht ohne Stolz. Auf der 82 Quadratkilometer

großen Insel, Teil des

Zuchtbezirks Nordfriesland, folgten

also mehr Züchter der Einladung als im

mitgliederstärksten Zuchtbezirk des

Holsteiner Verbandes.

Rörden ist Tierzüchter durch und

durch. Weit mehr als 100 Rinder stehen

auf dem Hof am Sylvert in Witsum.

Schwarz-weiße Promis sind hier zur

Welt gekommen, etwa einer der besten

Bullen Deutschlands, der im Jahr

65.000 Besamungen zu verzeichnen

hatte. Was in der Pferdezucht langsam

aufgebaut wird, Zucht über genomische

Selektion, ist für Rörden Alltag im

Kuhstall. „Die Anpaarung macht eigentlich

schon fast der Computer“, so der

Landwirt. Alle Tiere sind typisiert, ihre

züchterisch relevanten Merkmale sind

beschrieben, schon nach der Geburt

steht aufgrund des Genprofils fest, wohin

die Reise führt. „Erbkrankheiten“,

so der passionierte Züchter, „lassen sich

schnell wieder wegzüchten.“ Gesundheit

sei ja auch bei Pferden wichtig, sagt

Rörden und hofft, dass die Erfahrungen

aus anderen Zuchten auch endlich bei

Pferden genutzt werden. „Die Kliniken

wissen doch, welches Pferd beispielsweise

Chips hatte, diese Daten müssten

Berücksichtigung finden.“

Rörden setzt auf Leistung, sein

Pferdebestand ist ein Who’s who prominenter

Gene: Vertreterinnen berühmter

Holsteiner Stämme (318 D 2, 5421, 104

A) angepaart mit Top-Vätern, Cornet

Obolensky, Diarado, Diamant de Semilly,

Clarimo … Auch eine Vollschwester

des Hengstes Million Dollar steht auf

dem Hof am Sylvert. Und die Schwester

von Contendro, dem Vater von Michael

Jungs Chipmunk.

7/2022 St.GEORG 47

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2

1

Reiten am Strand

Von Witsum bis zu Natalie Severins

Grevelinghof sind es kaum zehn Auto-

Minuten. Natalie betreibt eine Reitschule,

ihre Mutter züchtet Pferde,

Schecken. Bunt ist die Zusammensetzung

der Rassen auf dem Grevelinghof

unweit des Südstrandes von Föhr. An

den Strand geht es mit einem mächtigen

Freiberger, einem Tinker, einem Warmblut

aus der Pferdeklappe, der Reporter

bekommt einen Holsteiner. Natalie sitzt

im Westernsattel.

Was der Festlandbewohner am Strand

schnell merkt: Man achte auf die Gezeiten!

Wenn die Ebbe das Watt freigelegt

hat, ist es eine herrlich große Fläche

mit festem Boden, der zum Galoppieren

einlädt. Bei Flut hingegen äugen selbst

einheimische Pferde skeptisch an der

Wassserkante auf jede Welle, die ihnen

an die Hufe schwappt, und sei sie noch

so harmlos. Amrum scheint von hier

aus zum Greifen nah und auch der Wald

von weißen Windrädern auf dem nordfriesischen

Festland ist schemenhaft zu

erkennen.

Früher ist die Betreiberin des Grevelinghofs

bis Klasse L im Turniersport

unterwegs gewesen. Jedes Turnier eine

Reise, bei der Unterkunft für Pferd und

Reiter zu organisieren war. Die Pferdewirtin

Schwerpunkt Haltung und

Service ist Trainerin C und B im Westernreiten

(FN). Reitunterricht wird

aber „klassisch“, sprich nicht im Westernsattel

erteilt. Der Familienbetrieb

wird seit 2004 von Natalie Severin geleitet.

Natalie Severin weiß, was es heißt,

einen Pferdebetrieb auf Föhr zu haben.

Sie kennt die schönen Seiten, beispielsweise

wenn man bei Ebbe über das

weite Watt bis an die Fahrrinne heranreiten

kann. Sie schätzt die gute Luft für

ihre Pferde und bietet auch Kuren für

husten geplagte Pferde an.

3

Sie kennt aber auch das Gefühl, einen

Koliker im Stall zu haben und keine Klinik

erreichen zu können, weil nachts

keine Fähren fahren. Immerhin gibt

es mehrere Tierärzte auf Föhr. Ein

deutlicher Vorteil gegenüber dem benachbarten

Amrum. Stuten von dort

werden in der Decksaison nach Föhr gebracht,

um tierärztlich betreut werden

zu können.

Auf dem Grevelinghof gibt es alles aus

einer Hand. Das Raufutter wird selbst

angebaut, Stroh kommt von der Insel,

die Pferde stehen im Herdenverband auf

den Weiden, deren blühenden Gräser

sich im Rhythmus des Windes wiegen.

Täglich werden die Weiden abgeäppelt.

Hinter den Stallungen neben der

Reithalle bieten viele Paddocks Frischluft,

gutes Heu und einen Leckstein

– Pferde herz, was willst du mehr?

Richtig Durchatmen!

Gute Luft satt – einer der Vorteile für

Pferde auf Föhr. Das Nordseeklima tut

gestressten Bronchien gut. Und mit gestressten

Bronchien kennt sich May Britt

Siegmund aus. Schon früh hat sie sich in

den Dienst der Tiere gestellt, zunächst

als „Feuerwehrfrau“, die einsprang, wo

Not am Mann war. Bald schon fokussierte

sie sich auf die Unterstützung von

Pferdebesitzern, deren chronisch kranken

Pferde zeitintensiv versorgt werden

müssen. „Horse Support“ war geboren.

Mittlerweile ist May Britt Siegmund

1 | In der Marsch in Wrixum haben im

Sommer die Isländer das Sagen.

2 | An gewissen Strandabschnitten ist

das Reiten erlaubt.

3 | Vier Tage alt ist das Isländer Stutfohlen

in Nieblum.

auf Föhr zuhause. Sie verleiht Inhalatoren,

damit Menschen ihren Pferden

im eigenen Stall helfen können. Sie bietet

aber auch die Möglichkeit an, die

Pferde auf Föhr unterzubringen. Dort

erhalten sie im „Recovery Stall“ den

Rundum- Service für Asthmatiker. Bedampftes

Heu wird in den Boxen, die mit

Waldboden eingestreut sind, angeboten.

Die Pferde haben eine „Terrasse“, an

die sich ein Gemeinschaftsauslauf anschließt

mit unterschiedlichen Freizeitangeboten,

vom Holzknabbern bis zum

Scheuer- und Kratzbalken. Gefüttert

wird genauso individuell wie notwendige

Medikamente verabreicht und mit Kräutermischungen

oder Tees das Wohlbefinden

des Pferdes unterstützt wird.

Isis vor der Haustür

May Britt Siegmunds Stalltrakt liegt

in Alkersum unweit von Nieblum.

Fährt man etwas weiter nordöstlich

ins Landes innere, kommt man in die

Marsch. Plattes Land, grüne Flächen.

Die sind aber reichlich kurz gefressen:

Erst vor kurzem haben die Wildgänse

ihr Winterquartier verlassen. Sie schätzen

die Insel und deren Weiden. Wenn

sie sich verabschieden, hinterlassen

sie kurz gefressene Flächen, die jeden

Mähroboter neidisch machen. Nicht jeder

auf der Insel sieht die großen Vögel

gern, für die große Teile im Norden als

Schutz- (und damit auch Beobachungs-)

Gebiete ausgewiesen sind.

48

St.GEORG

7/2022


REPORTAGE PFERDEINSEL FÖHR

Die Marschweiden sind das Sommerdomizil

von Marion Rethwischs kleiner

Isländerzucht. Ursprünglich stammt

Rethwisch von Amrum, nach Föhr kam

sie wegen des Gymnasiums und blieb

der Liebe wegen. Neben ihrer Familie

hat sie noch eine Herzensangelegenheit:

Isländer! Anfangs nur als Reiterin ist

sie mittlerweile auch in die Zucht eingestiegen.

In den Wintermonaten steht ihre Herde

auf einem Areal am Ortseingang von

Nieblum quasi vor der eigenen Haustür.

Hier kommen auch die Fohlen zur Welt.

Gerade haben zwei Stuten gefohlt. Eine

Mausfalbenstute führt einen kleinen

kecken schwarzen Hengst, der wenige

Tage alt im Pass über die Weide flitzt.

Noch frecher ist eine kleine Fuchsstute,

die Fotograf Thomas Hellmann nicht

nur neugierig beäugt, als er sich mit ihr

auf Augenhöhe begeben hat, sondern

kurzerhand zum Spielen motivieren

möchte.

In der Marsch grast der Rest der

Herde. Die Areale sind abgesteckt, kilometerlange

weiße Litzen teilen die

Weideflächen auf. U-förmig sind die

Weiden angelegt, um zum Saufen zu gelangen,

müssen die Pferde sich so immer

etwas bewegen.

Auf einer extra Weide steht gemeinsam

mit einem Jährling der Fuchs, der

in Marion Rethwisch die Liebe zum

Isländer entfacht hat. 35 Jahre ist der

Wallach mittlerweile alt und dürfte damit

sicherlich eines der ältesten Pferde

auf Föhr sein. Wobei man ihm sein Alter

nicht ansieht, Seeluft scheint zu konservieren.

Allmählich senkt sich die Sonne, die

Fähre um 18.40 Uhr wartet im Hafen

von Wyk. Auf dem Weg ein letztes

Mal durch Nieblum, wo sich die ersten

Touristen in den Cafés ein Stück Kuchen

gegönnt haben und die Sonne den

„Friesendom“ in warmes Licht taucht.

Die friesische Karibik trumpft noch

einmal richtig auf zum Abschied. Auf

Wiedersehen? Ja, ganz sicher!

Autor

Jan Tönjes

war erst einmal zuvor auf

Föhr, zu Silvester in einem

kalten Winter. Hatte damals

das „Rummelpott-Laufen“,

eine Art Silvester-Halloween

(mit Schnäpsen für

Erwachsene), ihn durchaus

fasziniert, war es diesmal

die schlichte Schönheit der

nordfriesischen Insel.

VITAMIN B

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Spitzenleistungen abrufen zu können, benötigen

die Tiere eine ausreichende Versorgung

mit wertvollen Vitaminen und Vitalstoffen.

Sonst kommt es bei der hohen körperlichen

und mentalen Belastung schnell zu Problemen

wie Leistungsschwäche, Nervosität oder Hautveränderungen.

Eine zentrale Rolle spielt dabei

Vitamin B – auch bekannt als Sportlervitamin.

Da die verschiedenen B-Vitamine jedoch

nicht lange im Körper gespeichert werden, ist

eine regelmäßige Zufuhr über das Futter unerlässlich. Viele Pferdebesitzer verwenden dabei

herkömmliche Präparate, die allerdings nicht auf die besonderen Bedürfnisse von Sportpferden

abgestimmt sind. Sie enthalten zwar ausreichende Mengen an wichtigen Vitalstoffen, liegen

aber häufig in einer Form vor, die der Organismus nicht ideal verarbeiten kann. Experten

sprechen in diesem Zusammenhang von mangelnder Bioverfügbarkeit.

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SPECIAL SPRINGEN

Springtraining

54 TROCKENÜBUNGEN

Man kann es nicht oft genug wiederholen:

Dressur ist der Schlüssel

56 ORGANISIERE DICH!

In jeder Trainingseinheit sollte man sich

einen Plan machen – und ihn verfolgen

58 MAL GRÖSSER, MAL KLEINER

Verschiedene Pferde, verschiedene

Probleme – wie Christian Ahlmann sie löst

60 MERKSÄTZE À LA AHLMANN

10 Dinge, die sich jeder Springreiter hinter

die Ohren schreiben sollte

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St.GEORG

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à la Ahlmann

Die Medaillengewinner der Deutschen Amateur-Meisterschaften

haben mit Profi Christian Ahlmann trainiert. Wir waren dabei

und haben gelernt: Wer hoch hinaus will, fängt mit zehn Zentimetern an,

und Kreativität ist für Springreiter eine Tugend

Text: Dominique Wehrmann

Fotos: Jacques Toffi

„Die Amateurreiterei ist die

Basis unseres Sports”, betont

Christian Ahlmann. Seine

Erfahrungen weiterzugeben,

ist ihm eine Herzenssache.

7/2022 St.GEORG 51


SPECIAL SPRINGEN

Trockenübungen

Die Grundlagen für alles, was man später im Parcours braucht, werden im

Dressurtraining gelegt – mit und ohne Stangen und Cavaletti

Nadine Legros, Janusz Kuhn und

Maren Stute – das waren (in

dieser Reihenfolge) die Gold-,

Silber- und Bronzemedaillengewinner

im Parcours bei den Laub Immobiliengruppe

Deutsche Amateur Meisterschaften

in Dressur und Springen 2021.

Ihr Ehrenpreis war eine Einladung vom

Sponsor zu einem Lehrgang bei Christian

Ahlmann. Das war auch für den eine

Premiere, auf die er sich sehr gefreut

hat, wie er sagt. Zwei Tage, drei Trainingseinheiten,

bei den meisten Reitern

mit je zwei Pferden – das war eine intensive

Zeit, die allen Beteiligten Spaß gemacht

und vor allem viel gebracht hat.

Ahlmanns Kritik war unerbittlich, aber

konstruktiv. Und wenn es erforderlich

war, setzte er sich auch selbst in den Sattel,

um zu demonstrieren, wie es geht –

wofür er beeindruckenderweise nicht

einmal eine Minute benötigte.

Die Pferde der Teilnehmer waren sehr

unterschiedlich, dementsprechend divers

die Tipps, die Christian Ahlmann

den Paaren für die weitere Arbeit mitgab.

In diesem Special stellen wir die

Pferde kurz vor und schildern, wie ihre

Reiter sie künftig arbeiten sollen.

Team DAM-Lehrgang: Janusz

Kuhn, Nadine Legros, Christian

Ahlmann, Malte Laub und

Maren Stute (v. li.)

52

St.GEORG

7/2022


Links | Janusz Kuhn,

eigentlich Hufschmied,

ist Spezialist

für „Problempferde“,

wie die

Landfein-Tochter

Lecker Mädche.

Rechts | Auch Maren

Stutes Letizia führt

Landadel-Blut, bei

ihr auf der Mutterseite.

Herausragend

bei der Lord Pezi-

Tochter: ihr Ehrgeiz.

Die Hektikerin

Tipps für die Arbeit: tief sitzen, mehr Bein, weniger Hand

Die Stute neigt dazu, über die innere Schulter zu laufen, daher

Wendungen betont rund, gestellt und vor allem gebogen reiten

Tipps im Parcours: Nicht versuchen, Kopfschlagen zu

unterbinden, indem man langsam reitet, stattdessen

versuchen, gleichmäßigen Rhythmus zu halten

Mehr Tempo im Parcours, das kann sie leichter durchhalten

Nicht immer im Parcours üben, stattdessen über kleine

Cavaletti, die das Pferd nicht belasten. „Je konsequenter du

Linienführung, Tempo und Rhythmus so übst, desto länger

kannst du das später im Parcours halten.“

Die Überehrgeizige

Generell: Konsequenter sein! Nicht so viel durchgehen

lassen, man muss sich auch auf Kompromisse einlassen, aber

gewisse Regeln müssen sein.

In diesem Fall: Bein ran! Die Stute muss den Schenkel

akzeptieren. Letztlich hilft ihr das auch im Parcours, wenn sie

mehr Führung hat.

Vertrauensbildung geht nicht von heute auf morgen. Ge -

fordert sind Geduld und Konsequenz im täglichen Training!

Die Stute neigt dazu, sich schief zu machen und zu

verdrehen, darum in der Arbeit immer wieder an der

Geraderichtung arbeiten.

7/2022 St.GEORG 53


SPECIAL SPRINGEN

Organisiere dich!

Wer ein Ziel hat, muss sich einen Plan machen, wie er es erreichen kann.

Gilt auch fürs Reiten – und zwar jeden Tag aufs Neue. Wenn reiten, dann richtig!

Das beginnt mit Kleinigkeiten, in denen man nicht schlampig sein darf

Leander ist ein Pferd

mit viel Qualität. Malte

Laub neigt dazu,

ihn zu sehr unterstützen

zu wollen. Das

Ziel muss vor allem

ein runderer Galopp

werden.

VORSCHLAG FÜR EINEN TRAININGSPARCOURS

Abstände:

8A/B: 10–11m/

2 Galoppsprünge

3–4: 24,5–25,5m/ 6 GS

6-7: 21–22 m / 5 GS

8B

3

2

6

8A

5

1

Startpunkt

ganzer

Parcours

Ein Übungsparcours für unerfahrenere Reiter und/oder Pferde, den man mit Stangen und Cavaletti

aufbauen kann. Dann kann man die Linienführung variieren und die Hindernisse von beiden Seiten

anreiten (doppelte Pfeilspitzen), z. B. indem man Sprung 1 und 4 kombiniert (gestrichelte Linie).

Baut man Sprung 5 parallel zur langen Seite kann man ihn z. B. mit 3 und 4 kombinieren – von beiden

Händen, nach rechts und nach links abwendend. Oder man kombiniert 2 und 5.

4

7

Galopp optimieren

Alles aus der Ruhe heraus anreiten,

dem Pferd die Zeit geben, den

Galoppsprung zu Ende zu bringen

und den Sprung in Ruhe abzuwickeln,

auf Vermögen und Qualität des

Pferdes vertrauen.

Grundsätzlich muss Malte an

Anlehnung und Rhythmus arbeiten.

Die Cavaletti soll er so gleichmäßig

wie es eben geht überwinden, ohne

dabei an den Sprung zu denken.

Höhe, Distanz, was auch immer die

Aufgabe ist – relaxter einwirken! Das

Pferd nicht mit dem Sporen, nur

zwischen Schenkel und (kurzem!)

Zügel einrahmen.

Immer wieder fordert Ahlmann

Malte Laub auf, die Zügel nachzufassen.

„Wenn die Zügel zu lang sind, ist

der Weg zu lang und man muss viel

mehr Aufwand betreiben, um sich

verständlich zu machen.“

Tägliche Arbeit: kleine Sprünge,

Galoppstangen auf den Boden und

sich selbst Aufgaben stellen, bestimmte

Wege zu reiten – und die

dann auch einhalten!

Guten Rhythmus finden und den

halten, immer wieder.

Darauf konzentrieren, immer

leichten Kontakt zum Maul zu halten,

egal, ob man mal zu dicht oder zu

weit um Sprung kommt. Daraus kann

das Pferd dann auch einen besseren

Sprung machen und man kann selbst

eine bessere Distanz entwickeln.

Konzentration und Aufmerksamkeit

des Reiters selbst bei kleinsten

Sprüngen, denn je besser das hier

klappt, desto unproblematischer ist

es bei hohen Sprüngen.

54

St.GEORG

7/2022


2

1

1 | Der Arpeggio-

Sohn Atze hatte internationale

Erfolge, als

er zu Malte Laub kam.

Er ist aber auch sehr

sensibel und leicht zu

verunsichern.

2 | Christian Ahlmann

steigt selbst in den

Sattel und demonstriert,

wie Malte Laub

die Zügel führen soll,

um den Rappen optimal

zu unterstützen.

3 | Und siehe da – mit

verkürzten Zügeln,

engerer Führung und

geregelterem Ablauf

klappt es auch mit

dem Springen wieder

tadellos.

3

Unsicheres

Talent

Atze neigt dazu, sich

hinter dem Gebiss zu

verkriechen. Darunter

leidet die beständige

Anlehnung. Die Lösung:

Malte soll die Hände

höher halten und enger

führen, um das Genick

seines Pferdes oben und

den Wallach vor seinen

treibenden Hilfen zu

behalten. Das gilt es, an

kleinen Hindernissen zu

üben. Das Ziel muss sein,

so wenig Aufwand wie

möglich zu betreiben,

damit Malte im Sattel

nicht hektisch wird und

den sensiblen Wallach

dadurch verunsichert.

7/2022 St.GEORG 55


SPECIAL SPRINGEN

Mal kleiner, mal größer …

Ein von Haus aus eher steifes Pferd, das rittiger und geschmeidiger werden muss,

ein kleiner Springflummi, dessen Galoppsprung an Raumgriff gewinnen könnte –

auch dafür hat Christian Ahlmann die passenden Tipps

Groß & steif

Achten über Cavaletti

reiten. Übergänge,

Paraden, Rückwärtsrichten,

das Pferd immer

beschäftigen.

Im Parcours soll das

Pferd lernen, zu warten.

Dafür muss der Reiter sich

groß machen und es um

den inneren Schenkel

biegen. Immer wieder

aufrichten und nicht auf

die Vorhand kommen

lassen.

Im Training die Hinder ­

nisse dicht anreiten, um

das Pferd auf diese Weise

geschlossen zu halten.

Mit der Connor-Tochter Chilli-Fly hat die

Deutsche Meisterin Nadine Legros ein top

Nachwuchspferd unter dem Sattel.

56

St.GEORG

7/2022


Galopp vergrößern

Nadine soll versuchen, den Galoppsprung zu

vergrößern, indem sie „auf groß“ an Stangen und

Caveletti herankommt, so dass Cassilia sich im

Sprung strecken muss. Dabei guten Vorwärtsrhythmus

mit Zug zur Hand halten.

Damit die Übung so gut gelingt wie bei Nadine

und Cassilia, ist ein gutes Distanzgefühl gefragt.

Aber da man ja mit Stangen am Boden übt, ist es

überhaupt kein Problem, wenn es nicht sofort

gelingt. Im Gegenteil: Das Auge des Reiters und

das Rhythmusgefühl werden dadurch geschult.

1

2

VORSCHLAG FÜR EINEN TRAININGSPARCOURS

Abstände:

3–4: 24,5–25,5 m/

6 Galoppsprünge

6–7: 21–22 m / 5 GS

9A–9B: 10–11 m/ 2 GS

3

9B

6

2

9A

Parcoursaufbau für Fortgeschrittene (auch hier: Cavaletti reichen) mit schneller aufeinander folgenden

Aufgaben. Für mehr Gleichgewicht, Balance und Kontrolle könnte man isoliert z. B. die Sprünge

1 und 7 reiten (rote Linie): aus der Ecke um Sprung 5 herum auf 7 zu, in die Ecke über 7 und aus der

Ecke über 1 (oder umgekehrt) mit evtl. 2 oder 6 im Anschluss (gestrichelte Linie).

5

4

7

8

1

Startpunkt

ganzer

Parcours

1 | Dürfen wir vorstellen?

Die beiden

Deutschen Amateur-

Meister 2021: Nadine

Legros und Cassilia.

Hier hatte Christian

Ahlmann wenig auszusetzen.

Es gab quasi

nur Lob.

2 | Nur eines könnte

noch besser bzw. größer

werden: der Galoppsprung

der Contagio-Tochter.

Auch

hier helfen „Trockenübungen“,

die zudem

das Distanzgefühl der

Reiterin schulen.


SPECIAL SPRINGEN

Merksätze

à la Ahlmann

Manchmal braucht es nicht viele

Worte – 10 Sätze von Christian

Ahlmann, die man sich hinter die

Ohren schreiben sollte. Oder an

die Reithallenwand

1

Wenn

2

Balance

3

Stell

4

Mit

5

Üben,

6

Wenn

7

Gebiss

8

Unsicherheit

9

Schwierigkeit,

10

die Pferde weglaufen – Zirkel anlegen, Volte

reiten, nicht ins Ziehen kommen und bloß nicht

immer geradeaus reiten.

finden: Nicht immer bis an die Bande, den

Zaun oder andere Begrenzungen heranreiten.

dir selbst Aufgaben, nicht immer den einfachen

Weg wählen: Dein Pferd will nach rechts?

Dann reite links herum!

Er will langsamer? Dann reite schneller!

Er will schneller? Dann reite langsamer!

Stangen und Cavaletti üben, schon über dem

Sprung zu wenden in die neue Richtung und im richtigen

Galopp zu landen.

auch mal Distanzen zu reiten, die für das

Pferd nicht unbedingt erkennbar sind. Zum Beispiel

eine gerade Linie mit einem versetzt stehenden Hindernis,

das optisch erstmal zum Vorbeilaufen einlädt.

Distanz aus dem Vorwärts heraus entwickeln, das

Pferd im Rhythmus gleichmäßig vor sich haben.

auf einmal nichts mehr geht, liegt es

meistens daran, dass beim kleinen Einmaleins

etwas nicht stimmt. Immer wieder: Grundtempo

und Rhythmus.

zu wechseln ist immer die letzte Option.

Eventuell, wenn Pferde mit der Zunge spielen sollten.

im Parcours? Zügel kurz, Bein dran

und zusehen, dass man die Ideallinie nicht verlässt.

die richtige Distanz zu finden –

das passiert allen! Organisiert bleiben! Stimmen

Tempo, Rhythmus und Balance, hilft das Pferd sich.

Häufiger Fehler: Auf langen Wegen lassen Reiter

ihre Pferde laufen und überfallen sie dann, wenn

ein Sprung in Sicht kommt. Richtig: Immer das

Pferd zwischen den Hilfen eingerahmt halten.

Wahrscheinlich ist nicht mal Fliegen

schöner als Springen auf Dominator Z …

58

St.GEORG

7/2022


VITA

Christian Ahlmann

Geboren 1974. Zunächst als Fußballer aktiv, mit elf angefangen

zu reiten, ein Jahr später erster S-Sieg, mit 14 Goldenes

Reitabzeichen. Erfolge unter anderem: Doppeleuropameister

2003, olympisches Mannschaftsbronze 2004 (beides mit

Cöster), Weltcup-Sieger 2011, Mannschaftssilber EM 2015,

Teambronze Olympia 2016 (alles mit Taloubet Z), Mannschaftssilber

EM 2019 (mit Clintrexo Z). Lebensmittelpunkt

zusammen mit Partnerin Judy-Ann Melchior und den Kindern

Leon und Ella ist der elterliche Hof in Marl.


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Vorteil. Seine Haftung ist ausgeschlossen,

wenn er sorgfältig gehandelt hat oder der

Schaden unvermeidbar war.

Aber Achtung: Der Tierhüter haftet aus

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muss beweisen, keinen Fehler begangen

zu haben. Gelingt sein Entlastungsbeweis

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werden – nicht, haftet er. Aus diesem

Grund ist Pensionsställen dringend zu

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60

St.GEORG

7/2022


DRFVAktuell

Mitteilungen des Deutschen Reiter- und Fahrer-Verbandes

Foto: Jahncke

Inhalt Juli

61 DER JUGEND GEHÖRT

DIE ZUKUNFT

Mehr Turnierprüfungen für

Kinder fordert Nele Römer

62 KINDER AUF DIE PONYS

Teil 2 der BBR Serie „Richtig

unterrichten“: Kinder

Für Kinder und

Jugendliche

braucht es die

passenden Turnierprüfungen.

DAS IST MIR WICHTIG

Der Jugend gehört

die Zukunft

Auch die Kleinsten sollten auf Turnieren miteinbezogen werden, betont

CDV-Vorsitzende Nele Römer. Sie hat ein paar Ideen, wie

Es braucht mitunter Jahre, um so gut

reiten zu können, dass man auch auf

einem Turnier sein ganzes Können

zeigen kann. Da schadet es nicht, wenn

man schon von Kindesbeinen an mit

der besonderen Turnieratmosphäre

vertraut ist – im Gegenteil. Deshalb ist

es wichtig, dass Turnierveranstalter

auch den Nachwuchs im Auge haben.

Einen Wasserdurchritt, einen Hügel

und ein paar kleine feste Sprünge –

mehr braucht es nicht, und das hat

eigentlich jeder Vielseitigkeitsveranstalter

zur Hand. Während die „Großen“

am Morgen Dressur reiten, könnte

ein kleiner Teil der Gelände strecke

für die „Kleinen“ freigegeben werden.

Und wenn man dann noch an einen

kindgerechten Ablauf denkt, sind nicht

nur die Kleinsten ganz einfach für das

„Buschreiten“ zu begeistern, sondern

auch deren Eltern und Großeltern.

Wer schon einmal bei einem Geländeführzügel-Wettbewerb

die Kinder hat

durchs Wasser traben sehen, dem muss

man die „Faszination Buschreiten“

nicht groß erklären. Und jeder, der als

Kind einmal den Mut hatte, mit kurzen

Bügeln über eine Wiese zu galoppieren,

einen Abhang hinunter zu reiten

oder ein festes Hindernis zu springen,

dessen Herz ist – behaupte ich – lebenslang

an die Vielseitigkeit verloren. Die

„Kleinen“ von heute sind die „Großen“

von morgen! Gute Ideen und finanzielle

Unterstützung für die Ausschreibung

und den Ablauf von Vielseitigkeitsprüfungen

für Kinder gibt’s beim CDV.

Nele Römer

Vorsitzende des Club Deutscher

Vielseitigkeitsreiter

66 PREMIERE GERITTEN,

TITEL GEWONNEN

Sieger des westdeutschen

Berufsreiterchampionats

67 BBR NEWS

Foto: privat

Spiel, Spaß und Lernen mit Kindern

Pferdewirtin des Monats,

Interview, Ehrung, Termine

Dr. Astrid von Velsen-Zerweck

wurde geehrt

69 DRFV NEWS

Gesundheitssport, Junghundeschau,

offener Brief

DRFV Thema

Berufsreiter Thema

Foto: Kathmann

7/2022 St.GEORG 61


BERUFSREITER AKTUELL

Kinder auf die Ponys

SERIE

RICHTIG

UNTERRICHTEN

TEIL 2

KINDER

Fotos: Kathmann

1

Wir wollen unseren Reitsport

erhalten – dafür müssen wir

den Nachwuchs fördern. Mit

einem Plan, kindgerecht und

den Altersstufen entsprechend.

Kinder zu unterrichten macht

so viel Freude!

Pferde und Ponys machen

unser Leben reicher und

wir sollten alles dafür tun,

dass wir unseren Beruf und

unseren Sport auch in Zukunft

ausüben können. Deshalb sollte

unser aller Credo lauten: Kinder auf

die Ponys – aber auf die richtige Art

und Weise! Denn es gibt in Deutschland

viel zu wenige Reitschulen und

zu wenige, die fundierten und nachhaltigen

Kinderunterricht anbieten.

Für eine Kinderreitschule braucht es

ein vernünftiges (Finanz)Konzept,

mit dem es möglich ist, die Pferde und

Ponys bestmöglich zu halten und die

Kinder fachlich kompetent zu unterrichten

und sie zu respektvollen

(tierschützenden) Reiterinnen und

Reitern zu machen. Gute Kinderreitschulen

sind nach wie vor eine Marktlücke!

Diplompädagogin Roswitha Schreiber-Jetzinger

betreibt eine eigene

Kinderreitschule in Österreich und arbeitet

eng mit der Pferdewirtin und Bewegungstrainerin

Lisa Kreitel vom Hof

Eschenhorst in Niedersachsen zusammen.

Sie formuliert drei Grundsätze,

die es beim Unterrichten von Kindern

62

St.GEORG

7/2022


zu beachten gilt. 1. Der Unterricht sollte

ponygerecht sein. Das bedeutet, die

Kinder sollen lernen dürfen, die Sprache

der Ponys zu sprechen. Geübt wird

dabei auch auf Holzpferden, um von

vornherein Fehler und Missverständnisse

zu vermeiden. Die Kinder sollen

das Pony als Lebewesen wahrnehmen

und auch Grenzen setzen können, sich

dabei aber immer tiergerecht verhalten.

„Bei uns gilt beispielsweise der

Grundsatz: Hände weg vom Ponykopf“,

berichtet Rosi Schreiber-Jetzinger. „Die

Kinder wissen, dass sie die Ponys nicht

unentwegt am Kopf anfassen sollen, um

ihnen ihren eigenen Bereich zu lassen.“

2. Der Unterricht sollte kindgerecht

sein. Man sollte also nur Dinge verlangen,

zu denen Kinder geistig und

körperlich in der Lage sind. Dann hat

das Kind die Möglichkeit, die Welt der

Ponys kennenzulernen. „Reiten ist die

Kommunikation zweier Lebewesen –

auf beide muss Rücksicht genommen

werden“, bringt es die Ausbilderin auf

den Punkt. Der dritte wichtige Grundsatz

ist: Die Sicherheit für Kind und

Pony (Unfallverhütung und Tierschutz)

muss zu jeder Zeit gewährleistet sein.

Von hinten an das Pony oder Pferd

heranzugehen, ist beispielsweise ein

absolutes No Go, Sandalen gehören

nicht in den Stall und bei Rosi Schreiber-Jetzinger

besteht Helm pflicht –

auch beim Putzen. „Der Kinderkopf ist

beim Putzen auf Höhe des Ponykopfes.

Es geht so schnell, dass das Pony eine

Fliege verscheuchen will oder ähnliches…“

Außerdem ist der Ausbilderin

wichtig, dass die Kinder mit den Tieren

respektvoll umgehen. „Vieles machen

die Kinder ja unwissent lich falsch,

wenn sie in den Sattel plumpsen, am

Zügel ziehen oder ähnliches. Meine

Aufgabe als Reitlehrerin ist es, den Kindern

beizubringen, wie die Ponys ihr

Verhalten und ihr Handeln empfinden

und welche Möglichkeiten sie haben,

sich auszudrücken. Pferde geben keinen

Schmerzlaut von sich. Ich habe Respekt

vor den Kindern und vor den Ponys – so

verhalte ich mich auch und wenn ich es

schaffe, dass zwischen dem Kind und

dem Pony die Kommunikation beginnt

zu funktionieren, habe ich einen guten

Job gemacht.“

Mit drei Jahren kann‘s losgehen

Kinder zu unterrichten ist nach Erfahrung

von Rosi Schreiber-Jetzinger ab

etwa drei Jahren möglich – wenn die

Kinder Anweisungen befolgen können.

„In diesem Alter ist das ein Kennenlernen

der Lebenswelt Pferd. Mit der

Schulreife sind die Kinder dann in der

Lage, auf das Pony oder Pferd einzuwirken,

meist so zwischen sechs und

sieben Jahren. Dann gehe ich also über

vom ,auf dem Pferd sitzen‘ hin zum

wirklichen Reiten.“

Um Kinder kindgerecht zu unterrichten,

ist es wichtig, sich klarzumachen,

in welcher Ausgangssituation sie sich

befinden: Kinder haben eine kurze

Konzentrationsfähigkeit, wenig Kraft,

einen hohen Bewegungsdrang und eine

hohe Beweglichkeit. Sie sind neugierig,

haben Spaß am Erforschen, können

Phantasiewelten erleben und sie wollen

ihre Grenzen erfahren, ohne sich dabei

zu gefährden. Kinder lernen viel durch

beobachten, durch Spiele, wiederkehrende

Rituale, soziale Interaktion und

kurze Konzentrationsspannen.

Wichtig ist vor allem: Kinder sind

keine kleinen Erwachsenen! Sie sind

Heranwachsende, die verschiedene

Entwicklungs- und Wachstumsphasen

durchleben, denen man sich als Ausbilderin

oder Ausbilder anpassen muss.

Stichwort Konzentration und Geduld:

Für eine Vierjährige ist ein Jahr ein

Viertel ihres Lebens, zwei Minuten fühlen

sich für sie an wie eine halbe Stunde.

Auch die körperliche Entwicklung

gilt es unbedingt zu berücksichtigen:

„Bis zum zwölften Lebensjahr sind erst

die Propriorezeptoren der Füße und

Hände ausgebildet, das bedeutet Kinder

haben erst ab zwölf ein Gefühl für

die Bewegung ihrer Hände und Füße.

Deshalb kontrollieren jüngere Kinder

mit den Augen, was die Hände und

Beine machen“, erklärt Rosi Schreiber-

Jetzinger und plädiert: „Lasst sie

schauen!“

Was aktuell eine große Rolle spielt,

sind die Nachwirkungen der Corona-

Lockdowns. „Wir merken, dass den Kindern

nach den Lockdowns koordinative

Fähigkeiten fehlen. Sie haben sich über

Monate zu wenig bewegt, es hat kein

Sportunterricht stattgefunden und alle

Vereinsaktivitäten sind ausgefallen.

Und was auch schon vorher ein Problem

war: Kinder können keine Purzelbäume

mehr – dabei ist der Purzelbaum eine

der wichtigsten Sturzpräventionen. Ich

übe mit meinen Kindern regelmäßig in

der Reithalle Purzelbäume.“

3

2

1 | Marktlücke: Gute Reitschulen

für Kinder sind nach wie vor rar.

2 | Die Kinder sollen nicht nur im

Sattel sitzen, sondern eine Verbindung

zum Pony/Pferd aufbauen.

3 | Fundierter Reitunterricht

beinhaltet auch theoretische

Grundlagen.

7/2022 St.GEORG 63


BERUFSREITER AKTUELL

1 | Bälle werfen: Kinder lernen

spielerisch am besten, ihre koordinativen

Fähigkeiten zu verbessern.

2 | Ein Lernziel: Nicht nur vom Sattel

aus das Pferd führen können,

sondern auch am Boden.

3 | Gleichgewichtsübungen im

leichten Sitz im Sattel …

4 | … und in der Fahne auf Wackelpads

am Boden.

5 | Spaß, Abwechslung, Balance:

Auch die Kleinsten können schon

ins Gelände (geführt werden).

2

3

1

„Kinder sind keine

kleinen Erwachsenen!“

Roswitha Schreiber-Jetzinger

Fotos: Kathmann

Koordinative Fähigkeiten

Reitunterricht ist mittlerweile nicht

mehr nur das Unterrichten von Fertigkeiten

wie dem unabhängigen Sitz,

Treiben, Stellen, Biegen und halben

Paraden. Reitunterricht ist das Erleben

von Ponys und Pferden, die eine natürliche

Umgebung bieten, in der Kinder

ihre Umwelt erkunden können. Sie

können sich in verschiedenen Rollen

ausprobieren und haben die Chance,

mit anderen Lebewesen (Pferd) und

anderen Personen (Mitreitende,

Reitlehrer) zu interagieren und lernen

Grenzen und Möglichkeiten kennen.

Außerdem gibt Reitunterricht den Anreiz,

seine koordinativen Fähigkeiten

zu verbessern und zu trainieren. Dabei

fängt das Reiten nicht erst im Sattel an,

sondern sobald das Kind die Reitanlage

betritt. „Ich möchte die Kinder im Umgang

mit den Ponys und Pferden, in der

Pflege, am Boden und im Sattel schulen“,

erklärt Rosi Schreiber-Jetzinger.

„Das alles umfasst für mich den Begriff

,Reitunterricht‘. Und abgesehen davon,

dass das Kind das Pferd so kennen- und

verstehen lernt, kann ich durch eine

gezielte Vorbereitung auch das Tier

schützen. So leben wir Tierschutz.“

Um das Reiten zu erlernen, brauchen

4

Kinder Grundlagen (Fähigkeiten).

Dazu zählen Kondition/Ausdauer

sowie Kraft/Schnelligkeit und vor

allem koordinative Fähigkeiten, also

räumliche Orientierung, Unterscheidungsfähigkeit,

Gleichgewicht, Rhythmusgefühl

und Reaktionsfähigkeit.

Bei der Reaktionsfähigkeit geht

es um das Timing und angemessene

reaktive Bewegung, die für das Reiten

wichtig sind, weil Pferde Fluchttiere

sind und im Zweifel sehr schnell reagieren.

Auch Kinder müssen in Gefahrensituationen

angemessen reagieren

können und im Dialog mit dem Pferd

bleiben. Geübt werden kann die Reaktionsfähigkeit

durch Spiele wie die

Reise nach Jerusalem, „Emergency get

down“ (egal wo, alle steigen auf Signal

ab), das Spiel „Zimmer, Küche, Kabinett“

auch bekannt unter „Ochs am

Berg“ (ein Sprecher sagt einen Spruch

auf, während sich die anderen Kinder

hinter seinem Rücken auf ihn zubewegen,

so lange bis er sich umdreht) oder

die Kinder müssen auf ein bestimmtes

Signal, eine Aufgabe erfüllen (Kinder

reagieren besser auf akustische als auf

optische Signale!).

Rhythmus ist die Fähigkeit, seine

Bewegungen einer vorgegebenen Taktung

anpassen zu können und auch in

dynamischen Bewegungen beibehalten

zu können. Im Sattel ist man dann in

der Lage, den Takt des Pferdes zu spüren,

in der Bewegung mitzugehen und

korrekt einzuwirken. Im Unterricht

mit Kindern gibt es viele Möglichkeiten,

das Rhythmusgefühl zu festigen.

Beispielsweise mit Klatschen, Singen,

Wechsel der Sitzarten (Leichttraben,

Aussitzen, zweimal sitzen – einmal

aufstehen), unterschiedlichen Bodenstangen,

Zählen von Schritten, Tritten

und Sprüngen, im Gleichschritt mit

dem Pferd laufen, ein Kind klatscht –

das zweite Kind trabt leicht, klopfen:

einmal Bein mit der linken Hand, zweimal

Brust mit der rechten Hand (plus

einmal Kopf für Fortgeschrittene),

64

St.GEORG

7/2022


vier Cavaletti auf dem Zirkel und

Zählen der Schritte oder Zählen des

Leichttrabens, Ball in die Luft werfen

bei jedem Galoppsprung. Die Liste

ließe sich noch lange weiterführen…

„Grundsätzlich müssen meine Kinder

Schritt, Trab und Galopp am Boden

imitieren können“, berichtet Rosi

Schreiber-Jetzinger. „Denn wie soll das

Kind auf dem Pony galoppieren, wenn

es das nicht auf dem Boden kann?“ Hat

ein Kind ein größeres Defizit in einer

Übung, wird diese öfter wiederholt.

Rosi Schreiber-Jetzinger macht mitunter

Taktübungen in unterschiedlichen

Varianten eine ganze Einheit lang und

trainiert damit auch die anderen koordinativen

Fähigkeiten.

Gleichgewicht ist der erste Punkt in

der Ausbildungsskala des Reiters. Ohne

Gleichgewicht kann er keinen weiteren

Punkt der Ausbildungsskala erreichen.

Um Gleichgewicht zu erlangen,

benötigt es ein Training des vestibulären

Systems, das sich im Innenohr

befindet und mit dem Augen interagiert

und des propriozeptiven Systems. Diese

Propriozeptoren senden Signale über

die Lage der Gliedmaßen zueinander

und zum Raum an das Gehirn. Beide

Systeme werden durch Lageveränderung

des Körpers im Raum trainiert,

wie zum Beispiel: Schaukeln, Rollen,

Purzelbaum, Veränderung der Oberkörperposition

(Hand zur Zehe, auf

dem Pferdehals, -rücken legen, …),

Kopf schütteln, Nicken, Abklopfen

und Abstreichen mit Händen, Bällen,

Schwämmen, Bewegen der Gelenke,

Kontrasterfahrungen und unterschiedliche

Körperhaltungen (Königin,

alte Frau, Katze, Kuh,…), Spiegeln

(Bewegung anderer nachmachen),

ohne Sattel reiten, verkehrt herum auf

dem Pony sitzen, im Damensitz auf

dem Pferd sitzen, die Augen schließen,

Balancieren.

Damit ein Kind mit seinem Pony die

Aufgaben im Reitunterricht erfüllen

kann, braucht es räumliche Orientierungsfähigkeit.

Es muss dem Pony sagen

können, wohin es gehen soll – dabei

muss ein Umdenken stattfinden vom

Zwei- auf den Vierbeiner, das Kind muss

verstehen, dass das Pferd länger ist und

anders wendet als es selbst. Nur so kann

Online-Seminar: Kinderunterricht

In einem zweiteiligen Online-Seminar mit Roswitha Schreiber-Jetzinger am 10. und

24. Oktober geht es um das Thema „Spielerischer Kinderunterricht zur Förderung

der koordinativen Fähigkeiten“. Im Fokus dabei stehen theoretische Grundlagen

und das gemeinsame Erarbeiten von Spielen für den Kinderunterricht.

Weitere Infos und Anmeldung: berufsreiter.com

Online-Stammtisch: Reitschule gründen

Alles Wichtige rund um die Gründung einer Ponyreitschule – darum geht es bei

dem regelmäßigen Online-Stammtischtermin der Deutschen Reiterlichen Vereinigung

(FN). Die Stammtische finden immer montags zwischen 19.30 und 21.00 Uhr

statt und sind für alle Interessierten offen. Der erste Online-Stammtisch startet am

Montag, 27. Juni. Die Reihe wird dann jeweils am vierten Montag eines Monats fortgesetzt.

Einstiegsthema: „Reitstundengestaltung“: Preise, Altersklassenaufteilung,

Dauer, Personaleinsatz sowie inhaltliche Gestaltung. Die Teilnahme ist kostenfrei,

Anmeldungen per E-Mail an: aschalueck@fn-dokr.de.

5

es Hufschlagfiguren korrekt reiten und

Hindernissen bzw. anderen Reitern

rechtzeitig ausweichen. Um Kindern

eine bessere Orientierung zu geben,

kann man sie Wege selbst gehen lassen,

Wege und Aufgaben selbst planen,

bauen und ausprobieren lassen, Wege

mit Aufgaben oder Zielen markieren,

Hilfsmittel (z. B. Pylonen) einsetzen.

Wenn man Kinder verschiedene

Ponys/Pferde auf unterschiedlichen

Böden reiten lässt, mit verschiedenen

Materialien arbeitet und die

Steigbügel länge variiert, verbessert

sich außerdem die Differenzierungsfähigkeit

– also die Fähigkeit zu

unterscheiden.

Scheitern erlaubt

Wichtig ist immer, die Kinder zu

beobachten. „Wenn Kinder auf ihre

Lippe beißen, Grimassen schneiden,

verkrampfen, mit ihrer Zunge spielen

oder mit der Zunge dieselben Bewegungen

machen wie mit ihren Armen

oder Beinen, sind das Anzeichen dafür,

dass der Körper überfordert ist. Man

spricht dann vom Startle Reflex. Dann

muss ich die gestellte Aufgabe leichter

machen“, betont Rosi Schreiber-Jetzinger.

Was aber nicht bedeutet, dass man

Kindern alles abnehmen muss. Selbst

scheitern hilft, sagt die Expertin. Wenn

man Kindern immer die Steine aus dem

Weg räumt, dann entwickeln sie keine

Muskeln, sagt Hippolini © Begründerin

Jeannette Wilke. Die Kinder können

auch aus Erfahrungen lernen, bei

denen sie etwas nicht auf Anhieb geschafft

haben.

„Kinder sind mit so viel Neugier dabei

und jeden Tag aufs Neue wissbegierig.

Es macht einfach unheimlich Freude,

sie zu unterrichten. Uns Erwachsenen

ist irgendwann die Kreativität verloren

gegangen. Kinder haben das – das macht

die Arbeit mit ihnen so schön.“


Laura Becker

Lesen Sie in Teil 3 in der

nächsten Ausgabe: Unterricht für

die Basis und Fortgeschrittene

Die Expertin

Roswitha Schreiber-

Jetzinger

Jahrgang 1968, Diplompädagogin,

Reitlehrerin, Centered Riding© Ausbilderin

Stufe 3, EM-Bewegungs trainerin, Bewegungspädagogin

der Franklin©-Methode, Neuro-Rider©

Trainerin, Hippolini© Lehrkraft, betreibt eine Kinderreitschule

in Bierbaum (Österreich).

Foto: privat

7/2022 St.GEORG 65


BERUFSREITER AKTUELL

WESTDEUTSCHES BERUFSREITERCHAMPIONAT

Premiere geritten,

Titel gewonnen

Franziska Borgmann heißt die

neue westdeutsche Berufsreiterchampionesse.

Auf dem Vechtehof

in Haftenkamp setzte sich die

33-jährige Pferdewirtschaftsmeisterin

auf der neunjährigen selbstgezogenen

und -ausgebildeten bayerischen Stute

Sternengold v. Damon Jerome gegen

die Konkurrenz durch. In den beiden

Qualifikationen, Prüfungen der Klasse

S* und S**, belegten die beiden Platz

zwei und drei. Das Finale mit Pferdewechsel

wurde erstmals in einem

neuen Modus ausgetragen: Das eigene

Pferd wurde nur noch abgeritten,

in der Prüfung wurden lediglich die

beiden Fremdpferde vorgestellt, nicht

wie bisher, das eigene Pferd auch. Die

Vorbereitungszeit mit dem Fremdpferd

betrug maximal fünf Minuten. Für das

Franziska Borgmann war zum ersten Mal beim Berufsreiterchampionat am Start

– und hat gewonnen. Marie Sybel holte Silber vor Philipp Ruwe.

Foto: BBR

Endergebnis zählten die beiden Qualifikationen

und die beiden Punktsummen

aus dem Finale.

Franziska Borgmann gelang es am

besten, die zwei Fremdpferde vorzustellen.

Das waren Philipp Ruwes

Scolari’s Sixpack und Marie Sybels

Bente L – letztere wurde als bestes

Finalpferd ausgezeichnet.

„Die Pferde müssen hier an drei

Tagen gehen, da ist der neue Modus auf

jeden Fall sehr fair. Das lief super!“, so

das Fazit der Siegerin. Für die 33-jährige

Pferdewirtschaftsmeisterin, die

bei Rudolf Zeilinger gelernt hat und in

Georgsmarienhütte selbstständig ist,

war es der erste Start in einem Berufsreiterchampionat.

Und auch ihre Stute

absolvierte erstmals eine Prüfung auf

Inter I-Niveau.

Pferdewirtschaftsmeisterin Marie

Sybel, die ihre Lehre auf Gestüt Bonhomme

absolviert hat und mittlerweile

selbstständig in Essen arbeitet und bei

Johannes Augustin trainiert, gewann

Silber. In den beiden Qualifikationen

wurde sie mit der elfjährigen hannoverschen

Bonifatius-Tochter Bente L

Vierte und Zweite.

Philipp Ruwe hatte sich auf dem

zwölfjährigen Hannoveraner Wallach

Scolari‘s Sixpack v. Scolari qualifiziert

(Platz fünf und sechs) und gewann wie

schon 2021 Bronze. Der 35-Jährige hat

bei Bernhard Fischer in Wallenhorst

und auf der Hengststation Böckmann

gelernt, hat Station bei Johannes

Westen darp und Jürgen Koschel

gemacht und war Auktionsreiter beim

Hannoveraner Verband. Seit 2018 ist

er mit seinem Zucht- und Ausbildungsbetrieb

selbstständig auf der Anlage

seiner Schwiegereltern Rövekamp in

Balkum zwischen Bramsche und Ankum.

„Das war ein spannendes Finale

mit zwei neuen Gesichtern“, berichtete

BBR-Geschäftsführerin Carolin Lux.

Laura Becker

66

St.GEORG

7/2022


INTERVIEW

Pferdewirtin

des Monats

Europasiegerin

Es gibt einen Zusammenschluss von

staatlichen Reitschulen in Europa,

um reiterliche Ausbildung zu fördern

und eine Plattform für internationale

Kontakte zu bieten – das

Equestrian Educational Network

(EEN). Regelmäßig finden internationale

EEN-Wettkämpfe statt, also

Berufswettbewerbe auf EU-Ebene.

Genau solch einen Wettkampf gab

es unlängst im niederländischen

Barneveld – und die angehende Pferdewirtin

Maria Schulte Spechtel, die

am DOKR in Warendorf unter den

Fittichen von Markus Scharmann

lernt, war dabei. Geritten wurde

Dressur und Springen in mehreren

Runden, im Finale ist eine L**-

Dressur und ein Stilspringen auf

M-Niveau gefordert, und es muss

auf Englisch unterrichtet werden.

Die Pferde werden gestellt, in jeder

Runde wird ein anderes geritten.

Für Maria Schulte Spechtel war

es der erste internationale Start.

Sie erzählt: „Das Unterrichten auf

Englisch war schon eine Herausforderung,

aber alles in allem waren die

Tage in Barneveld eine richtig tolle

Erfahrung – die würde ich nicht

missen wollen. Es war echt cool.“ Die

Auszubildende fuhr nicht nur mit

einer Menge Erfahrungen wieder

Maria Schulte Spechtel

Foto: privat

nach Hause, sondern auch mit dem

Sieg in der Einzelwertung.

Pferde begleiten Maria Schulte

Spechtel schon ihr Leben lang. Ihre

Familie züchtet Pferde in Nordrhein-Westfalen.

Die erste Reitstunde

gab es dennoch erst mit ungefähr

elf Jahren. „Meine Mutter wollte,

dass ich mit Spaß an die Sache gehe

und mich selbst dafür entscheide

zu reiten.“ Sie blieb dabei, ritt auf

selbstgezogenen Pferden und bildete

diese mit Unterstützung ihrer Eltern

weiter aus. 2016, 2017 und 2018

nahm sie am westfälischen Nachwuchschampionat

in Dressur und

Springen teil und wurde in den Landeskader

Westfalen berufen. 2019

startete sie mit ihrem selbstgezogenen

Westfalen Clooney wie George

beim Bundesnachwuchschampionat.

Auf eine Initiativbewerbung

hin konnte sie im August 2020 ihre

Ausbildung beginnen. In wenigen

Wochen ist ihre Abschlussprüfung.

Danach möchte sie sich weiterbilden,

um dann in zwei Jahren die

Pferdewirtschaftsmeisterprüfung

anvisieren zu können. „Ich möchte

die Zeit jetzt nutzen, um zu schauen,

wie andere arbeiten. Später möchte

ich dann gerne wieder zurück nach

Hause.“

Laura Becker

Foto: Toffi

BBR-Ehrenpräsident

Burkhard Jung

Reitlehre ist

Immaterielles

Kulturerbe NRW

Herr Jung, Sie waren die treibende

Kraft, als es darum ging, dass die klassische

deutsche Reitlehre als Immaterielles

Kulturerbe NRW anerkannt

werden soll, was jetzt auch geklappt

hat. Wie entstand die Idee?

Ich habe abends im Fernsehen eine

Sendung über Immaterielle Kulturerbe

gesehen. Da wurde die Falknerei

vorgestellt – also eine Betätigung, bei

der es auch um das Zusammenspiel

zwischen Mensch und Tier geht. Da

wusste ich gleich, dass wir das auch

für die Reiterei brauchen und dass es

hilfreich sein könnte.

Hilfreich inwiefern?

Es geht darum, dass wir Werte erhalten,

die sich über Jahrhunderte bewährt

haben, und sie in die Zukunft transportieren.

Werte, die uns zeigen, wie wir

uns richtig mit dem Pferd beschäftigen

und auf die richtige Art und Weise

umgehen. Besonders bei jungen Menschen

stärkt und fördert der Umgang

mit Pferden positive Charaktereigenschaften.

Sie lernen, Verantwortung

zu übernehmen und sich in das Tier

hineinzudenken, um mit ihm gemeinsam

den richtigen Weg zu beschreiben.

Welche Bedeutung hätte es, wenn

die klassische deutsche Reitlehre

nicht nur auf Landesebene als Kulturerbe

gilt, sondern auch auf Bundesebene

ausgezeichnet wird?

Das wollen wir gerne erreichen. Das

würde bedeuten, dass die klassische

deutsche Reitlehre nicht mehr in Frage

zu stellen ist, wenn es um das Miteinander

von Reiter und Pferd und um

das Gymnastizieren der Pferde geht.

Denn letztendlich ist gutes Reiten

der beste Tierschutz.

Das Interview führte Laura Becker

7/2022 St.GEORG 67


SÜDDEUTSCHES UND HESSISCHES BERUFSREITERCHAMPIONAT

Champions im Süden

Foto: Matthaes

Ann-Kathrin Lachemann

Spannende Dressurprüfungen auf hohem Niveau

inklusive Finale mit Pferdewechsel – das

erwartet die Teilnehmerinnen und Teilnehmer

sowie die Zuschauer beim süddeutschen

Berufsreiterchampionat beim Dressurfestival

Marbach vom 11. bis 14. August. Nach den

beiden Qualifikationen, einer Prix St. Georges-

Prüfung S* sowie einer Intermédiaire I-Prüfung

Klasse S**, steht fest, welche drei Teilnehmerinnen

und Teilnehmer im Finale in einer

Dressurprüfung Klasse S** mit Pferdewechsel

gegeneinander antreten. Letztes Jahr konnten

wir Ann-Kathrin Lachemann als jüngste

süddeutsche Berufsreiterchampionesse aller

Zeiten küren. Wer bekommt die begehrte

Schärpe dieses Jahr? Für alle Interessierten

gibt es vorab eine tolle Trainingsmöglichkeit:

Am Mittwoch vor dem Turnier wird Reitmeister

Karl-Heinz Streng für die teilnehmenden

Reiterinnen und Reitern einen kostenfreien

Lehrgang geben (Pferdewirtinnen und Pferdewirte

sowie Pferdewirtschaftsmeisterinnen

und -meister, die das Turnier nicht genannt

haben, werden zweitrangig berücksichtigt und

zahlen 50 Euro).

Auch in Hessen gibt es ein regionales Berufsreiterchampionat:

vom 29. bis 31. Juli in Neu

Anspach. 2021 war es Pferdewirtschaftsmeister

Heinrich Damian Brähler, der sich den Titel

sicherte.

Weitere Infos, Lehrgangsanmeldung und

Ausschreibungen: berufsreiter.com

Termine 13. Juli Berufsreiterrentnerstammtisch in Leonberg +++ 29.-31.7. Hessisches Berufsreiterchampionat Dressur in Neu-Anspach

BERUFSREITER

Treffen zum Stammtisch

Die Delegierten der Bundesvereinigung der Berufsreiter haben

auf vielfachen Wunsch einen Berufsreiterrentnerstammtisch für

Interessierte ins Leben gerufen. Am 13. Juli ab 11 Uhr soll es im

Reitzentrum Leonberg die Möglichkeit geben, sich unter erfahrenen

Kolleginnen und Kollegen

auszutauschen, Geschichten

zu erzählen und beisammen

zu sein.

Die Teilnahme bis zum 7. Juli

anmelden per E-Mail an

Foto: Adobe Stock

ruopp-fam@web.de oder

telefonisch unter

0175 / 2414621

Foto: Adobe Stock

SONDERZULASSUNG

Seiteneinsteiger

willkommen

Es gibt viele, die schon lange im Pferdewirt-Beruf arbeiten, ohne

eine geregelte Ausbildung absolviert zu haben und damit keinen

Berufsabschluss haben. Für diese Personengruppe hat der Gesetzgeber

im Berufsbildungsgesetz (BBiG) die Möglichkeit vorgesehen

als Seiteneinsteiger (Sonderzulassung nach BBiG § 45.2) zu einer

Abschlussprüfung (in allen Fachrichtungen möglich) zugelassen

zu werden. Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger haben

die Möglichkeit, schon vor der Abschlussprüfung BBR-Mitglied zu

werden – und natürlich auch nach der Prüfung zu bleiben!

Weitere Infos: berufsreiter.com

68

St.GEORG

7/2022


WIR GRATULIEREN

85 Jahre

Julius Busch, Norderstedt (14.7.)

80 Jahre

Roswitha Volmer, Essen (29.7.)

75 Jahre

Hubert Jöhren, Rhede (17.7.)

70 Jahre

Martin Richenhagen, USA, Duluth (1.7.)

Ingrid Pinnecke-Arenz, Alfter (2.7.)

Johannes Lieberg, Peine (4.7.)

Marliese Janßen, Neuenkirchen (9.7.)

Hans-Joachim Keuter, Diepholz-Aschen (21.7.)

Gabriele Hügel, Sundern (25.7.)

Egbert von Schultzendorff,

Bad Fallingbostel (28.7.)

65 Jahre

Martina Voigt-Hopmann, Celle/Boye (1.7.)

Eberhard Fiss, Leichlingen (8.7.)

Sybille Winter, Maasholm (15.7.)

Hans-Jürgen Niemeyer, Bremen (21.7.)

Maria Emmerling-Koslowsky,

Großkarolinenfeld (23.7.)

60 Jahre

Katharina Lemmer, Berlin (3.7.)

Sigrid Popig, Brilon (8.7.)

Thomas Sagkob, Surwold (9.7.)

Margret Leitgen, Traunstein (10.7.)

Thomas Dietrich, Baden-Baden (14.7.)

Hans Jörn Ottens, Loxstedt (22.7.)

Kirsten Greshake, Greven (27.7.)

WIR TRAUERN UM

Heinrich Freiherr von Senden, Steimbke-

Lichtenhorst (*28.2.1937, +4.5.2022)

Sie wollen

Mitglied werden?

Der Deutsche Reiter- und Fahrer-

Verband ist ein Zusammenschluss

aktiver Reiter und Freunde

des Reit sports in ingesamt acht

Fachgruppen, wobei die Bundesvereinigung

der Berufsreiter

die größte Fachgruppe ist. Nutzen

Sie die Vorteile der Mitgliedschaft,

profitieren Sie von tollen

Fortbildungs angeboten

und Seminaren!

Mehr Informationen unter

drfv.de und

berufsreiter.com

EHRUNG

Dr. Astrid v. Velsen-Zerweck ausgezeichnet

Dr. Astrid v. Velsen-

Zerweck

FACHTAGUNG GESUNDHEITSSPORT

Erst sehen, dann tun

Fortbildung der

Fachgruppe

Gesundheitssport

in Herford

Foto: von Korff

Im Rahmen der Marbacher Vielseitigkeit wurde Dr. Astrid

von Velsen-Zerweck überrascht. Der Landoberstallmeisterin

des Haupt- und Landgestüts Marbach wurde für

ihre außerordentliche Unterstützung der (angehenden)

Berufsreiterinnen und Berufsreiter die Ehrennadel der

Bundesvereinigung der Berufsreiter (BBR) verliehen. BBR-

Geschäftsführerin Carolin Lux und der baden-württembergische

Delegierte Ulrich Ruopp übernahmen die Ehrung.

„Dank deiner außerordentlichen Unterstützung für den Beruf

Pferdewirt hast du im Land maßgeblich dazu beigetragen,

dass sich die Berufsausbildung entwickeln kann und

hier hervorragende Ausbildungsbedingungen geschaffen

und weiterentwickelt. Wir freuen uns und danken dir, dass

du den Berufsstand stärkst und klassische Reitausbildung

lebst“, so Carolin Lux in ihrer Laudatio.

Unter dem Motto „Vom Sehen zum Tun“

drehte sich bei der Fortbildung der

Fachgruppe Gesundheitssport Mitte Mai

in Herford alles um die Gesunderhaltung

von Reiter und Pferd. Das Referententeam

Rolf Petruschke (Berufsreitlehrer), Dr. Catja

Winter (Psychiaterin) und Natalie Kühn

(Sportwissenschaftlerin) spannten den Bogen

von den neurophysiologischen Grundlagen

von Bewegung bis hin zur Reitlehre

und beleuchteten die gesundheitlichen

Wechsel wirkungen zwischen Pferd und

Reiter. Im Praxisteil wurden mithilfe von

Ganganalysen bei Mensch und Tier verschiedene

Aspekte des Bewegungssehens

weiter vertieft. Die Sportpsychologin und

ehemalige Leistungssportlerin Carolina

Chon referierte darüber, wie man die Resilienz

seiner Schüler stärken kann.

Am zweiten Tag der Fortbildung widmete

sich alles dem Thema „Tun“. In verschiedenen

Workshops konnten die Teilnehmerinnen

und Teilnehmer unter der Anleitung

von Susi Brand verschiedene Übungen mit

und ohne Pferd einbringen und erproben,

wie sie deutliche Verbesserungen im

Sitz der Reiter und Gangbild der Pferde

erzielen und damit zur Gesunderhaltung

von Mensch und Tier beitragen können.

Ausbilder im Gesundheitssport haben sich

im Bereich Prävention weitergebildet und

setzen gezielt Übungen auf dem Pferd und

auf dem Boden ein, um Bewegungsqualität

zu verbessern und so Reitern mehr Souveränität

im Sattel und nicht zuletzt auch im

Alltag zu ermöglichen. Wie sehr die Pferde

von der Verbesserung der Bewegungen

des Reiters profitieren ist bei dieser Art des

Trainings eine „Nebenwirkung“, die immer

wieder für Aha-Effekte sorgt und sich auch

in dieser Fortbildung wieder sehr eindrücklich

gezeigt hat. Welche positiven gesundheitlichen

Effekte Pferde (besonders nach

der Corona-Pandemie) in der Basisarbeit

und vor allen Dingen bei Kindern haben

können, möchte die Fachgruppe in einer

weiteren Fortbildung zum Thema machen.


Martina Hermann

Foto: privat

7/2022 St.GEORG 69


DEUTSCHER REITER- UND FAHRER- VERBAND

Jan Wernke,

Vorsitzen der

der Fachgruppe

Springen

FACHGRUPPE SPRINGEN: STATEMENT ZUM PFERDESPORT IN DEN MEDIEN

„Wir wollen eine falsche

Berichterstattung nicht

länger dulden!“

Jan Wernke, Vorsitzender

der Fachgruppe Springen,

hat in einem offenen Brief

die aktuelle Darstellung des

Pferdesports in den Medien

kritisiert. Darin heißt es: „Die zuletzt

in den Medien erfolgten Berichterstattungen

zum Thema Reitsport

enthielten fast ausnahmslos den Tenor,

dass der Reitsport als solches ein

tierschutzwidriges Verhalten darstellt

und dass Hilfsmittel ausschließlich

zur Bestrafung verwendet würden

statt zur Verbesserung der Kommunikation.

Dazu wurden fachlich falsche

Behauptungen und Informationen in

hetzerischer Weise veröffentlicht und

versucht, diese noch zusätzlich durch

(ebenfalls fachlich falsche) Kommentare

unqualifizierter Personen zu

untermauern. (…) Wir als Aktive im

Reitsport möchten uns hiermit dafür

aussprechen, dass wir zum einen eine

solche mediale Berichterstattung

nicht länger dulden wollen, solange

sie auf fachlich falschen Aussagen

und Behauptungen basiert. Zum anderen

möchten wir klarstellen, dass

wir uns sowohl beim Ausüben unseres

Sports als auch beim Ausbilden

unserer Pferde an die von unserer

Deutschen Reiterlichen Vereinigung

festgelegten Richtlinien halten. Sämtliche

Regeln und Richtlinien sind auf

das Wohl des Pferdes als Reitpferd

ausgelegt und tierschutzkonform.

Dessen Wohl und Gesunderhaltung

steht im Mittelpunkt unseres Interesses!

Außerdem sei angemerkt: Ein

Pferd, das sich nicht wohlfühlt und

nicht gesund ist, kann auch keine

Leistung bringen. Wir würden also

nicht nur den Pferden, sondern auch

uns selbst schaden, wenn wir nicht das

Pferdewohl in den absoluten Mittelpunkt

stellen würden. Deshalb möchten

wir dringend daraufhin arbeiten,

dass durch eventuelles Fehlverhalten

einzelner Personen nicht der gesamte

Sport in solch negativer Art und Weise

dargestellt wird. Wir haben uns lange

sehr ruhig und abwartend verhalten,

aber wir denken, dass es jetzt an der

Zeit sein muss, diesbezüglich aktiver

zu agieren. (…) Wir tun alles, was uns

möglich ist, für unsere Sportpartner

– von der bestmöglichen Einstallung

über optimale Fütterung, tierärztliche

erstklassige Versorgung und individuelle

Physiotherapie bis zu Bewegungs-

und Wellness-Konzepten. Wir

tun alles nicht nur, weil sie unsere

Sportpartner sind, sondern weil Pferde

unsere Lebenspartner im wahrsten

Sinne sind: Um die gestaltet sich unser

Leben, nach ihnen richtet sich unser

Alltag, sie stehen im Mittelpunkt. Weil

Pferde unsere Passion sind.“

Jan Wernke mit

Nashville in der

Aachener Soers

Foto: sportfotos-lafrentz.de

70

St.GEORG

7/2022


Foto: Beelitz

FACHGRUPPE DRESSUR

Turniervorbereitung

Am 4. und 5. August gibt es wieder die Möglichkeit, sich auf einem Lehrgang

bei Sabine und Wolfgang Egbers sowie Sebastian Heinze (verschobener Termin

von Juni) auf dem Vechtehof in Haftenkamp im Rahmen der Lehrgangsserie

„Gut vorbereitet fürs Turnier“ für das anschließende Turnier am 6. und

7. August zu trainieren. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Lehrgangs

sind als Einzelstarter zu dem Turnier vom Veranstalter eingeladen. Kosten: 200

Euro + 40 Euro Box (Fachgruppenmitglieder: 100 Euro + 40 Euro Box, werden

vorrangig berücksichtigt). Voraussetzung für die Teilnahme: LK 1 bis 3. Weitere

Infos und Anmeldung per E-Mail an: wolfgang@vechtehof-egbers.de.

(Anmeldeschluss ist der 21. Juli.)

DEUTSCHE SCHLEPPJAGDVEREINIGUNG

Junghundeschau seit 50 Jahren

in Schwarzenstein

Turniervorbereitung

mit Sebastian Heinze

Seit 1972 richtet der Rheinisch-Westfälische Schleppjagdverein die Junghundeschau

der deutschen Meutehalter aus. Vor 50 Jahren wurden die

Meutehunde auf Einladung der Deutschen Schleppjagdvereinigung zum

ersten Mal am Haus Schwarzenstein in Hünxe-Drevenack vorgestellt. Traditionell

am ersten Samstag im Juli, in diesem Jahr somit am 2. des Monats, wird

das Jubiläum groß gefeiert.

Ab Freitagnachmittag stellen die Meutehalter aus ganz Deutschland die

Hounds beim Tierarzt vor, der Fehlstellungen beim Gebiss und den Geschlechtsteilen

ausschließen muss. Am Samstag steht die „Materialprüfung“

an. Internationale Richter bewerten Gebäude und Benehmen der Hounds im

Ring. Am Nachmittag werden die Champions der Foxhounds und Beagles

gekürt. Die Vorstellung der Meutehunde im Rahmen der Junghundeschau ist

die erste Voraussetzung für die Eintragung beim Jagdgebrauchshundeverband

(JGHV). Die Bewährung in der Praxis muss im Rahmen der Betriebssicherheitsprüfung

unter Beweis gestellt werden.

DEUTSCHE SCHLEPPJAGDVEREINIGUNG

„Mr. Stange“

jetzt Ehrenmitglied

beim RWS

Mit 23 der jüngste Reitlehrer Deutschlands, mehr als

800 Jagden im ersten Feld geritten und als „Mister

Stange“ um die Sicherheit im Jagdsports bemüht gewesen

und weithin bekannt geworden: Jetzt wurde Dirk

Schneider zum Ehrenmitglied des Rheinisch-Westfälischen

Schleppjagdvereins (RWS) ernannt. Im Anschluss

an den traditionellen Geländeritt am Haus Schwarzenstein,

wo Dirk Schneider seit Jahren als Sportwart und

Parcourschef tätig ist, ehrte ihn der RWS-Vorsitzende

Ulrich Hocker mit dieser Auszeichnung.

Schon 1964 nach der Bereiterlehre pachtete

Schneider den Broichhof am Rodderberg, der unter

seiner Ägide zu einem Zentrum des Turniersports und

besonders des Springens und der Vielseitigkeit wurde.

Schneider selbst ist bis zur Klasse S im Springen

erfolgreich gewesen. Sein Sohn Karl, der inzwischen

den Betrieb übernommen hat, ist ihm da nachgefolgt.

Daneben pflegt die ganze Familie Schneider die Leidenschaft

für das Jagdreiten. Dirk Schneider ist mehr

als 800 Mal im springenden Feld hinter den Hounds

des Rheinisch-Westfälischen Schleppjagdvereins unterwegs

gewesen. Sein Sohn führt stets das erste Feld

bei den Jagden am Rodderberg, die ein Highlight im

RWS-Kalender sind. Die Enkeltöchter Matilda und Teresa

Leowald sind Jugendmitglieder des RWS. Trainingslager

vor Olympischen Spielen fanden am Rodderberg

statt und sogar Deutsche und Europameisterschaften.

Hier kreuzen sich die Fäden mit der Jagdreiterei. Die

Familien von Friedrich Wolfgang Tegethoff und Ulrich

Hocker, beide seit langem im RWS engagiert, traten

hier als Sponsoren auf.

Dirk Schneiders Verdienst ist die mit Nachdruck

verfolgte Einführung der Vorlegestange bei Jagdhindernissen,

die den Pferden das Taxieren und Basculieren

in hohem Tempo erleichtert. Die Zahl gefährlicher

Stürze ist damit gravierend zurückgegangen – und Dirk

Schneider hatte seinen Spitznamen als Mister Stange.


Petra Schlemm

Dirk Schneider (links) wurde von Präsident Ulrich Hocker

zum Ehrenmitglied des RWS ernannt.

Foto: Luthardt

7/2022 St.GEORG 71


REITEN ATMUNG

Tief

durchatmen!

Manchmal kommt ein Pferd unter dem Sattel nicht richtig zum Durchatmen,

es hält in Lektionen oder auf dem Weg zum Sprung die Luft an.

Woran liegt das? Was hat das für Auswirkungen?

Noch viel wichtiger: Was kann man dagegen tun?

Wenn man in den Sattel

steigt, ist das Ziel, das

Pferd so zu trainieren,

dass es durchlässig die

geforderten Aufgaben absolvieren kann.

Manchmal ist es aber angespannt, es

stockt in den Bewegungen, verhält sich

im Außengalopp, springt die fliegenden

Galoppwechsel nicht in gewohnter

Qualität oder ist nach kurzer Zeit nicht

mehr konzentriert. Der Grund dafür

kann an der Atmung des Pferdes liegen,

es hält in den Lektionen die Luft an oder

atmet im Training nicht richtig durch.

Ursachen dafür gibt es einige. Gesundheitliche

Probleme können die Atmung

des Pferdes beeinträchtigen. Beim Equinen

Asthma beispielsweise sind die

Atemwege aufgrund von Reaktionen auf

Allergene und Krankheitserreger entzündlich

verändert. Nicht rechtzeitig

behandelt kommt es zu einer dauerhaften

Veränderung des Lungengewebes

und teilweise erheblichen Leistungseinbußen.

Auch ein zu eng verschnallter

Gurt kann dafür sorgen, dass das Pferd

die Luft anhält. Die Atemmuskulatur

wird durch den straffen Gurt eingeengt

und kann infolgedessen nicht ideal arbeiten.

Genauso kann es daran liegen,

dass das Pferd nicht optimal geritten

wird, so dass es sich unter dem Sattel

nicht losgelassen bewegen kann.

Um auf eine Lösung zu kommen,

sollte man sich zunächst die Funktionsweise

der Atmung vor Augen führen.

Das passiert bei einem Atemzug

Anatomisch besonders ist bei Pferden

zum einen der Umstand, dass sie einzig

durch die Nase atmen können. Grund

dafür ist das lange Gaumensegel, das

den Weg der Luft durch das Maul verhindert.

Zum anderen sorgt der anatomische

Aufbau der Nüstern selbst dafür,

dass die Atmung bei erhöhter Belastung

erschwert wird. Verstärkt sich die Atmung,

wird das Weichteilgewebe durch

das Fehlen von Knochen oder Knorpel

eingesogen und verengt damit den Weg

der Luft (s. Kasten „Nose Stripes“, S. 75).

Zu vergleichen ist dies mit einem Strohhalm,

der beim Saugen immer enger

wird. Insgesamt liegen deshalb 50 Prozent

des Widerstandes beim Einatmen

an den Nüstern. Beim Ausatmen ist es

umgekehrt: Hier liegen 55 Prozent des

Widerstandes in den Lungen. Bei stärkerer

Belastung verdoppelt sich der Widerstand,

weshalb die Atemmuskulatur

zusätzlich beansprucht wird. In starken

Arbeitsphasen kann sie allein bis zu

zehn bis 15 Prozent der Pumpleistung

des Herzens benötigen.

Insgesamt atmen Pferde zwischen

acht und 16 mal in der Minute ein und

aus. Dabei bewegen sie pro Atemzug

in Ruhe etwa vier bis sechs Liter Luft –

dieses Volumen kann sich bei Belastung

auf bis zu 15 bis 20 Liter pro Atemzug

steigern, auch die Atemfrequenz kann

entsprechend steigen. Generell gilt: Je

kleiner das Pferd, desto öfter atmet es

ein und aus (bedingt durch das geringere

Lungenvolumen).

Während des Einatmens strömt die

Luft über die Bronchien in die Lungenbläschen,

dort gelangt der Sauerstoff

ins Blut und das Kohlenstoffdioxid

wird zurückgegeben. Dieses wird dann

beim Ausatmen abgeatmet. Ist die

Atmung des Pferdes allerdings beeinträchtigt,

hat das häufig einen höheren

Energieverbrauch und mangelnde

72

St.GEORG

7/2022


Foto: arnd.nl

Pferde können nur

durch die Nase atmen.


REITEN ATMUNG

Die Atmung bestimmt,

wie viel Sauerstoff in

das Pferd gelangt und wie

leistungsfähig es ist.

Foto: Toffi


Sauer stoffversorgung zur Folge. Je

höher die Belastung, desto mehr Sauerstoff

wird benötigt. Fehlt dieser, kann

das zu einer Übersäuerung der Muskeln,

Leistungsabfall und im schlimmsten

Fall zu Schäden am Bewegungsapparat

führen. Denn mit der Atmung

hängen eine ganze Reihe von Prozessen

im Pferd eng zusammen. Sowohl

die generelle Leistungsfähigkeit, als

auch das Herz-Kreislaufsystem, Lunge,

Wasser- und Elektrolythaushalt, Thermoregulation

und Energiestoffwechsel

sind mit der Atmung gekoppelt. Auch

der Bewegungsapparat wird beeinflusst.

Deshalb ist das Aufwärmen so wichtig:

Wird das Pferd ausreichend warm

geritten, werden Kreislauf und Milz

aktiviert und infolgedessen genügend

rote Blutkörperchen durch die Milz

freigegeben. Dadurch kann bei höherer

Belastung entsprechend mehr Sauerstoff

gebunden werden. Ist dies nicht der

Fall, fehlt benötigter Sauerstoff in der

Belastung, die Atmung verstärkt sich,

um diesen Sauerstoffmangel auszugleichen.

Die Pferde sind schneller aus der

Puste und müde. Zusätzlich lockern

die Pferde während der Lösungsphase

ihre Muskulatur, was wiederum das

Atmen erleichtert (siehe unten). Häufig

mit einem losgelassenen Pferd assoziiert

ist das Schnauben. Aber: Nicht jedes

Schnauben ist gleich. Ein tiefes Durchatmen,

bei dem alle Muskeln einmal

kurz nacheinander entspannen, kann

lockernd wirken. Das Pferd lässt dann

im wahrsten Sinne des Wortes los. Gegenteilig

wirkt es jedoch, wenn Pferde

nervös anfangen, häufig kurz hintereinander

zu schnauben. In diesem Fall

ist das Schnauben ein Indikator für Anspannung.

Ein Wert, der Aufschluss über die

Sauerstoffversorgung gibt, ist der Laktatwert.

Ist er bei Belastung im Blut

deutlich erhöht, weist dies auf eine zu

geringe Sauerstoffaufnahme hin. Ebenfalls

interessant ist eine Blutgasanalyse.

Bei der Untersuchung arteriellen (also

mit Sauerstoff angereicherten) Blutes

kann überprüft werden, ob a) genügend

Sauerstoff aufgenommen und b)

das entstandene Kohlenstoffdioxid

vollständig wieder abgeatmet werden

kann. Ist dies nicht der Fall, bedeutet

das häufig Probleme mit der Atmung.

Die Atemmuskulatur des Pferdes lässt

sich übrigens nicht trainieren. Studien

konnten nachweisen, dass sich die

Atemkapazität bei untersuchten Pferden

mit sportlicher Belastung auch über

sechs Monate hinweg nicht veränderte.

Atmung und Bewegung

Das Zwerchfell spielt bei der Atmung

eine große Rolle, bei Pferden wie bei

Menschen. Da Menschen jedoch aufrecht

gehen und Pferde Vierfüßler sind,

ist die Funktionsweise jeweils deutlich

anders. Wir Menschen nutzen das

Zwerchfell für die Bauchatmung, die

mit dem Alter eine zunehmend große

Rolle spielt. Das Zwerchfell spannt

sich zwischen Brust- und Bauchhöhle

auf und ist nach oben gewölbt wie eine

Kuppel. Atmen wir über den Bauch ein,

spannen wir das Zwerchfell an, die Kuppel

wird flacher, sinkt also gewissermaßen

ein und der Brustraum samt den daran

anhaftenden Lungenflügeln dehnt

sich nach unten aus. Dadurch wird der

Platz für die Baucheingeweide geringer.

Sie werden nach unten verlagert – was

nicht weiter problematisch ist, weil die

Schwerkraft die Eingeweide ohnehin

nach unten zieht.

Foto: toffi-images.de

Toffi

Die Vierbeiner-Problematik

Genau hier unterscheidet sich das System

von Mensch und Pferd erheblich,

denn beim Pferd müssen die Eingeweide

nach hinten verschoben werden, damit

die Lunge Platz hat, um sich auszudehnen.

Dabei hilft das Zwerchfell.

Problem: In der Stützbeinphase drücken

die Eingeweide durch die Schwerkraft

wieder nach vorne-unten. Das ist

insbesondere im Galopp relevant. Gegen

250 Kilogramm Eingeweidegewicht

kann das Pferd nicht anatmen. Darum

ist der Atemrhythmus im Galopp vorgegeben:

ausatmen in der Stützbeinphase,

einatmen in der Schwebephase. Denn

in der Schwebephase bewegt sich die

Vorhand wieder aufwärts und die Eingeweide

rutschen nach hinten. Je mehr

Bergauftendenz der Galopp hat, je weiter

das Pferd unterspringt und je größer

der Raumgriff ist, desto tiefer kann

das Pferd einatmen. Aber was ist dann

Nasenpflaster

erleichtern das

Atmen, hier bei

Can Ya Makan

unter Shane Breen.

Nose Stripes: Nasenpflaster für mehr Luft

EIN HILFSMITTEL, das beim Durchatmen unterstützend wirken kann, sind die sogenannten

Nose Stripes, häufig bei Spring- und Vielseitigkeitspferden im Einsatz. Das

sind Klebestreifen, die um die Nüstern herum aufgeklebt werden. Sie sorgen dafür,

dass das Weichteilgewebe der Nüstern bei stärkerer Belastung während des Einatmens

nicht zu stark eingesogen wird – die Atemwege bleiben freier und die Atmung

wird erleichtert. Auch die leistungsinduzierte Lungenblutung ließ sich in Studien zwischen

22 und 79 Prozent reduzieren. Im Einsatz sehen konnte man die Nose Stripes

zum Beispiel auf dem Hamburger Spring-Derby. Der Ire Shane Breen war gleich mit

mehreren Pferden unterwegs, die die auffälligen Klebestreifen auf der Nase trugen.

Derbypferd Can Ya Makan v. Canturo habe von Zeit zu Zeit etwas Probleme mit Asthma,

weshalb ihn die Stripes auf dem Turnier bei der Atmung unterstützen sollen, so

Breen. Er nutzt die Klebestreifen nur auf dem Turnier und merke deutlich, wie sich die

Atemwege öffnen und die Pferde mehr Sauerstoff zur Verfügung haben.

7/2022 St.GEORG 75


REITEN ATMUNG

Atemrhythmus im Galopp:

einatmen wenn‘s bergauf

geht, ausatmen wenn die

Vorhand wieder aufkommt.

Das Zwerchfell (grün) spielt

eine entscheidende Rolle.

Zwerchfell

Lunge

Zwerchfellkuppel

Foto: Lafrentz

im Renngalopp, mag man sich fragen.

Denn der ist ja raumgreifend, hat aber

keine Bergauftendenz. Physiotherapeut

Stefan Stammer erklärt: „Hier wird das

Zwerchfell durch den Ziehharmonikaeffekt

der Bewegung unterstützt, bei der

das Pferd sich einerseits extrem zusammenzieht,

andererseits aber auch extrem

streckt.“ Was dazu führt, dass Pferde

auch hier nur in einem bestimmten

Rhythmus atmen können.

Im Trab ist das flexibler. Allerdings

gilt grundsätzlich auch hier: ausatmen

in der Stützbeinphase, einatmen in der

Schwebephase. Im Schritt unterscheidet

sich das Atemschema hingegen nicht

signifikant von der Atmung in Ruhe.

Mit einer Ausnahme: Es fällt dem Pferd

deutlich leichter, wenn es über den Rücken

an den Zügel herangeritten wird.

Das hängt mit der Biomechanik in der

Bewegung zusammen, die beim korrekt

ausgebildeten Reitpferd mit der Atmung

synchronisiert wird.

Entlarvende Probleme

Durch die Positionierung des Zwerchfells

ist die Atmung unmittelbar an das

Gerittensein des Pferdes gekoppelt. Es

setzt nämlich am Brustbein an und

spannt sich dann auf bis zur Lendenwirbelsäule.

Das Zwerchfell verbindet das

vordere und das hintere Bewegungszentrum

des Pferdes miteinander. Dementsprechend

geht es bei der Synchronisierung

von Atmung und Bewegung

darum, das Pferd so zu reiten, dass das

Zwerchfell sich ausdehnen und wieder

zusammenziehen kann. Dann ist

eine ungehinderte Atmung unter dem

Sattel möglich. In der Praxis bedeutet

das: Wenn das Pferd sich in der Kruppe

senkt und das Becken nach hinten kippt,

muss sich das vordere Bewegungszentrum,

also der Brustkorb, anheben,

damit die Spannung, unter der das

Zwerchfell steht (das ja eine muskuläre

Struktur ist), erhalten bleibt, aber nicht

zu groß wird. Von außen betrachtet, bewegt

das Pferd sich im Gleichgewicht.

Wenn das gegeben ist und die Musku-

76

St.GEORG

7/2022


latur sich regelmäßig an- und abspannt,

das Pferd also losgelassen ist, kann es

frei und rhythmisch unter dem Reiter

atmen. Das kann man hören.

Dreht sich das Becken jedoch beispielsweise

nach hinten, ohne dass sich

das vordere Bewegungszentrum anhebt,

oder zieht der Reiter dem Pferd

den Kopf auf die Brust bzw. zwischen

die Beine, ohne dass es sich nach vorne

strecken kann, ist die Spannung auf

dem Zwerchfell zu groß und das Pferd

kann nicht mehr durchatmen. Wenn

das Pferd sich nicht senkt, die Vorhand

jedoch mit der Hand nach oben gezogen

wird und das Pferd quasi ein Hohlkreuz

macht, ist die Spannung auf dem

Zwerchfell zu gering. Das Pferd muss

die Bauchmuskulatur zur Hilfe nehmen,

um atmen zu können. Stefan Stammer:

„Diese Pferde erkennt man an ihrem sogenannten

Heubauch.“

In beiden Fällen wird das Pferd

Probleme bekommen, wenn es sich anstrengen

muss. Ein Springpferd hat

nicht mehr genügend Sauerstoff, um

Hindernisse zu überwinden. Ein Dressurpferd

wird Fehler in Lektionen

Foto: Wijts

Fallbeispiel: Atemprobleme

DR. JULIA ENGELS, Fachtierärztin für Innere Medizin der Pferde, hatte die

neunjährige bayerische Stute Lilly in Behandlung, die mit ihrer Besitzerin

M**-Springen gegangen ist und auf einmal im Parcours verweigerte, zu Hause

und auf Turnieren, ohne offensichtliche Symptomatik. Alle klinischen Untersuchungen,

eine arterielle Blutgasanalyse und die Bronchoskopie waren

unauffällig. Lediglich nach einer Belastungsuntersuchung fiel auf, dass die

Atemfrequenz der Stute sehr lange brauchte, um in den Normalbereich zu

kommen. Die zytologische Untersuchung

einer tiefen Lungenspülprobe

(BAL) brachte schließlich

den Befund: geringgradiges

Equines Asthma. Die Stute wurde

auf Späne umgestellt, ihr Heu

wird bewässert und sie wurde

mit dem EquiHaler® behandelt.

Nach wenigen Wochen war die

Stute wieder voll leistungsbereit

und im Parcours gab es keine

Probleme mehr.

pferde-internistik.de

Dr. Julia Engels,

Fachtierärztin für Pferde.


REITEN ATMUNG

Gute Ideen für bessere Atmung

BEI PFERDEN mit Atemproblemen oder -krankheiten wie Equinem Asthma sind

kreative Lösungen gefragt. Die Gewinner der EquiHaler® Trophy haben uns ihre Ideen

vorgestellt, die ihren Pferden zu mehr Gesundheit verholfen haben.

Fall 1: Staubfrei

fressen und wohnen

Didi ist 20 Jahre alt und hat Equines Asthma.

Im Winter 21/22 wurde ihm die Luft in

seinem alten Stall buchstäblich zu dicke.

Dort war das Fenster zwar immer offen,

aber Tiefboxen und der Staub der Stallgasse

machten Didi zum Dauerhuster,

trotz Haltung auf Spänen und feuchtem

Heu. Ein neuer Stall wurde gefunden. Die

Box ist nach vorne hin offen, davor Wattboden-Paddocks.

Didi steht auf Spänen,

eventuell feuchte Stellen werden mit einem

Gemisch aus Muschelkalk mit ätherischen

Ölen trockengelegt. Er wird mit

nahezu staubfreiem Kraftfutter und eingeweichten

Luzernecobs gefüttert. Als

Raufutter bekommt er siliertes, fruktanarmes

Gras, das im langen Halm 1,5 Tage

nach dem Mähen luftdicht verpackt wird.

Das staubfreie Futter mit ca. 60 Prozent

Trockensubstanz verträgt Didi hervorragend.

Neben täglichem Training, möglichst

draußen, sowie Massagen und Lockerung

der Zwischenrippenmuskulatur

geht er so oft wie möglich auf Paddock

oder Weide und hustet kaum noch.

Weg mit Wänden: Didi hat nur

ein Dach über dem Kopf.

Fall 2: Schutz vor

staubigem Wind

Foto: privat

Bessere Luft durch Baumaßnahmen wie zum

Beispiel Windnetze über dem Heuboden.

Foto: privat

Die 22 Jahre alte Stute Porsche genießt

ihre Rente auf einem landwirtschaftlichen

Betrieb. Wobei – Genuss? Naja. Trotz des

Standortes in Küstennähe in Cuxhaven

und vermehrtem Weidegang verschlechterte

sich die Atemwegsproblematik der

Vollblutstute zusehends. Die Ursache laut

Tierarzt: das ehemals über dem Box befindliche

Lager für Heu und die damit einhergehende

Staubbelastung für die Stute,

die nachts im Stall steht. Zudem bekamen

die Einsteller gleich nebenan in den Boxen

Stroh und Heu trocken gefüttert. Zunächst

war die „massive Verschlechterung

der Atmung“, so die Besitzerin, nur durch

Behandlungen mit dem EquiHaler sowie

Kortison zu verbessern. Es musste also

eine andere Boxensituation her: „Dafür

wurde eine Verlängerung des Daches des

Pferdestalls zu zwei Seiten halb hoch eingefasst

und darüber mit Windschutznetzen

geschützt.“ Bingo! Porsche sei nahezu

beschwerdefrei, auch ohne Inhalieren

und Medikamente (Stand März 2022).

Fall 3:

Dampf und Nebel

Im Dezember 2019 begannen die Atemwege

der siebenjährigen Trakehner Stute

Dasha Probleme zu bereiten. Erst ein Hüsteln,

dann ein waschechter Infekt mit Fieber

und Atemnot. Medikamente halfen,

doch der Husten blieb. In dem Offenstall

husteten auch noch zwei weitere Pferde

trotz wiederholter Gabe teurer Medikamente.

Dashas Besitzerin schritt zur Tat:

„Erstmal fing ich an, für alle das Heu mit

einem selbstgebauten Bedampfer zu bedampfen.

Einstreu im Stall wurden Matten

und Späne.“ Dazu kam der Kauf eines Soleverneblers

und der Bau einer Solekammer.

Fortan wurden die Pferde dort zweibis

dreimal pro Woche benebelt.

Darüber wurde am Baustein Training

gefeilt, nach Ansicht der Teilnehmerin essenziell

für die Genesung: „Wir haben meine

beiden Pferde langsam aufbauend so

trainiert, dass sie gut sieben bis zehn Minuten

galoppieren können, in verschiedenen

Tempi. Das haben wir, wenn möglich,

zweimal die Woche gemacht. Danach haben

wir die Pferde grasen lassen und der

Schnodder lief gut raus.“ Bei einer erneuten

Bronchoskopie im Frühjahr 2022 habe

der Tierarzt dann den langersehnten Daumen

nach oben gezeigt. Dennoch bleibe

die Angst, dass der Husten wiederkommt.

In verminderter Form behalte die Teilnehmerin

daher alle Maßnahmen bei. Dasha

ist aktuell fit (Stand März 2022)!

Nicht nur die Haltung, auch das Training

wurde bei Stute Dasha „hustenoptimiert“.

Foto: privat

78

St.GEORG

7/2022


machen. Man sieht das häufig zum Beispiel

in Serienwechseln. Eine Zeitlang

kann das Pferd die Luft anhalten. Aber

die fliegenden Galoppwechsel werden

immer hektischer und flacher und

schließlich passieren Fehler. Das kann

natürlich auch andere Gründe haben.

Aber nur ein Pferd, das im Galopp

rhythmisch ein- und ausatmet, wird in

der Lage sein, eine Diagonale lang fliegende

Wechsel ohne Fehler zu springen.

Foto: Brose/Sorge

Lungenblutung:

Häufiger als man denkt

Luciana Diniz: Mentaler Fokus dank

gezielter Atemübungen.

KANN EIN PFERD bei sportlicher

Belastung nicht richtig durchatmen,

kann dies mitunter fatale Folgen haben.

Ein Phänomen, das auftreten

kann, ist das sogenannte EIPH (exercise

induced pulmonal haemorrage):

leistungsinduzierte Lungenblutung.

Sie entsteht, wenn kleinere Gefäße in

der Lunge platzen. Bei vermehrter Belastung

steigen sowohl die Atemfrequenz

als auch der Puls und Blutdruck

signifikant an. Dieser Druck trifft in den Lungenbläschen beim Gasaustausch

aufeinander. Für die dünne Membran der Lungenbläschen eine

Zerreißprobe: Ihre Wandstärke beträgt nur rund ein Hundertstel eines

menschlichen Haares. Wird der Druck dann zu hoch, entstehen die leistungsinduzierten

Blutungen. Dabei muss nicht unbedingt Blut aus den

Nüstern des Pferdes laufen. Im Gegenteil: Nur rund fünf Prozent der betroffenen

Pferde zeigen tatsächlich Blut an der Nase. Viele Fälle bleiben

demnach unbemerkt, es kann aber jedes Pferd treffen. Besonders häufig

tritt das Lungenbluten bei Rennpferden auf. Stefan Stammer hat dazu

eine Theorie. Er meint, das Lungenbluten werde dadurch verursacht, dass

Rennpferde sich extrem strecken, wenn sie in voller Pace galoppieren. Dadurch

wird die Lunge überdehnt, das Gewebe reißt und beginnt zu bluten.

„Atme mit deinem Pferd!“

Olympiaspringreiterin Luciana Diniz

sagt, die richtige Atmung von Pferd und

Reiter sei essenziell für den Erfolg im

Sattel. Sie selbst nutzt das kontrollierte

Atmen, um ihre Nervosität auf Turnieren

in den Griff zu bekommen. Und

sie verbindet sich über die Atmung mit

ihren Pferden. Dafür lässt sie das Pferd

entspannt stehen oder auch Schritt gehen,

Hauptsache, es kommt zur Ruhe.

Dann atmet sie tief ein und wieder aus

und stellt sich vor, wie die Luft durch sie

und ihr Pferd auf- und wieder absteigt.

So lernen die Pferde ihrer Erfahrung

nach, sich der Atmung des Menschen

anzupassen. Luciana sagt: „Die Pferde

spüren, ob man tief Luft holt oder

flach atmet und sie machen es nach.“

Wenn man also nach einer Galoppreprise

selbst tief ausatmet, sollte das Pferd

auch ausatmen. Wenn Luciana es mit

ihren Pferden vormacht, klingt es fast

wie ein Seufzen. Wenn das funktioniert,

kann man das Thema Atmung im Parcours

angehen. Schon beim Abgehen

sucht sich Luciana Diniz drei bis vier

„Atempunkte“ aus, bei denen sie tief Luft

holt und wieder ausatmet. Das muss

man üben, denn es hilft dabei, bis zum

Ende des Parcours konzentriert und fokussiert

zu bleiben. „Ich hatte oft einen

Fehler am letzten Hindernis“, sagt Luciana

Diniz. „Die Atemtechnik hat mir

dabei geholfen, bis zum Ende des Kurses

aufmerksam zu bleiben.“ Das kann

und sollte man jeden Tag zuhause üben.

Solche „Atempunkte“ im Parcours kann

man sich zum Beispiel vor besonders

schwierigen Linien suchen, etwa einer

Kombination. Diniz: „Mein Pferd spürt

meine Aufmerksamkeit, aber auch dass

ich relaxt bin. Dann können wir beide

zusammen die dreifache Kombination

(als Beispiel) bestmöglich springen.“

Ein Tipp noch von der Olympiareiterin:

Beim Abreiten auf Turnieren

springt sie immer so wenig wie möglich,

je nachdem wie sicher das Pferd sich anfühlt.

Wenn es etwas unsicher ist, lieber

einen Sprung mehr. Doch zur optimalen

Vorbereitung auf einen Parcours

gehört es für sie auch, das Pferd auf dem

Abreiteplatz (so die Gegebenheiten es

zulassen) auch mal eine etwas längere

Strecke schnell galoppieren zu lassen,

damit Atmung und Herzfrequenz auf

das Tempo vorbereitet sind, das im Parcours

zu reiten ist. Dann kann das Pferd

körperlich „hochfahren“, behält aber

dank der gezielten Atemübungen seinen

mentalen Fokus.


Gloria Alter, Laura Becker,

Hannah Scherf, Dominique Wehrmann

Foto: Toffi

Foto: Reich

Foto: Toffi

UNSERE EXPERTEN

Stefan Stammer

Pferdeosteopath, Physiotherapeut

und Sportlehrer. Seine Erkenntnisse

zur Biomechanik des Pferdes hat er

in seinem Buch „Das Pferd in positiver

Spannung“ (FNverlag) niedergeschrieben.

equi-kinetics.de

Luciana Diniz

Die für Portugal startende Springreiterin

war dreimal bei Olympia, zweimal

bei der WM und sechsmal bei

einer EM am Start und hat 2015 die

Global Champions Tour gewonnen.

luciana-diniz.com

7/2022 St.GEORG 79


ZUCHT AKTUELL

Notizen

AG Deutsches Sportpferd

ist der neue Name der Arbeitsgemeinschaft

der Süddeutschen

Pferdezuchtverbände

(AGS). „Süddeutsch“

war der inzwischen größte

deutsche Pferdezuchtverband

ja schon lange nicht

mehr nur. Darum wird auch

die Süddeutsche Vermarktungs

GmbH demnächst umbenannt

in DSP Deutsches

Sportpferd GmbH.

Der Hannoveraner Verband

hat einen neuen Aufsichtsratsvorsitzenden:

Henning Schmidt aus Barnstedt.

Vorgängerin Ernestine

Zwingmann hatte ihr Amt

wegen „fehlender ehrlicher

Zusammenarbeit“ vorzeitig

niedergelegt. Dennoch wurde

Präsident Dr. Hinni Lührs-

Behnke „mit 95-prozentiger

Zustimmung“ bestätigt,

ebenso wie Hendrik Hüsker,

Carsten Leipold und Matthias

Klatt (trotz Compliance-

Untersuchungen). Für Harald

Thelker wurde Helmut Bäßmann

neu berufen.

Das neue Präsidium des

Hannoveraner Verbandes

Auch die Oldenburger

haben einen neuen Vorstand.

Marco Pundsack ersetzt

den bisherigen Stellvertreter

Bodo Willms. Neu

hinzugekommen ist Wilfried

Fleming. Dr. Wolfgang Schulze-Schleppinghoff

wurde als

Verbandspräsident bestätigt.

Außerdem dabei: Silvia Breher

und Wilhelm Strohm.

Foto: Hannoveraner Verband

Foto: Hartwig

Zucht

Aktuelle Meldungen finden Sie auf St-GEORG.de

Quirino Black und Red Viper top

HLP Beim zweitägigen Kurz-Veranlagungstest

in Warendorf war der KWPN-Hengst Red

Viper v. Romanov der Reesink Pferde GmbH

mit einer 8,8 insgesamt bester Dressurhengst.

Der großrahmige Dreijährige war in

den Niederlanden nicht gekört worden, wohl

aber vom Oldenburger Verband.

Mit dabei war auch der westfälische Siegerhengst

Extra Gold v. Escolar. Der Weihegold-

Enkel sah unter seinem Reiter Martin Pfeiffer

aus wie der Favorit. Mit Fremdreiterin Jana

Auktionen

DSP 48.000 Euro kostete die

fünfjährige Ferrani v. Finest

(Z.: ZG Riß), DSP-Championesse

der vierjährigen Vielseitigkeitspferde

2021, als

teuerste Kandidatin der DSP-

Eventers in Marbach. 13 Pferde

kosteten im Mittel 21.154 Euro.

DSP Best Boy v. Belantis II

(Z.: Lutz Freimann) war mit

20.000 Euro Best Buy bei der

DSP-Onlinefohlenauktion

Ende Mai. 22 Fohlen kosteten

im Durchschnitt 9.368 Euro.

HOLSTEINER Zehn Holsteiner

Fohlen kamen für durchschnittlich

15.100 Euro bei der

Hamburger Spring-Derby

Auktion unter den Hammer.

Den Höchstpreis von 23.000

Euro gab es dreimal – für Cas

Hope v. Casall (Z.: Reimer

Calitino v. Crack,

eines von drei

23.000 Euro-

Fohlen beim

Hamburger Derby.

Quirino Black

v. Quitoll vom

Landgestüt

Moritzburg

war bester

vierjähriger

Springer in

Warendorf.

Freund fühlte er sich aber offenbar unwohl

und zeigte sich so widersetzlich, dass die Prüfungskommission

die Vorstellung abbrach.

Bei den Springhengsten dominierte der

vierjährige DSPler Quirino Black v. Quitoll

vom Landgestüt Moritzburg mit einer Endnote

von 8,54. Bester Dreijähriger (Freispringen

und dressurmäßiges Reiten) war der OS-

Hengst Chengdu v. Chacoon Blue, den das

Haupt- und Landgestüt Marbach geschickt

hatte. Seine Wertnote: 8,36.

Detlef Hennings, Verbleib:

Elmgestüt Drei Eichen), United

Derby v. United Way (Z.:

Bettina Friemel, Verbleib:

Thomas Kleis) und Calitino

v. Crack (Z.: Prof. Dr. Hartwig

Schmidt, keine Angabe zum

Verbleib).

Foto: Bugtrup

80

St.GEORG

7/2022


13.– 15. Mai | Landgestüt Redefin

Die US-Amazone Chloe Reid gewinnt

mit ihrer Hannoveranerstute (USA)

Souper Shuttle den Großen Preis

der Deutschen Kreditbank AG beim

Pferdefestival Redefin 2022.

Fehlerfrei in einer Top-Zeit: Tim Rieskamp-Goedeking

(GER) & Coldplay gelang der Sieg Preis der Jaguar

Land Rover Deutschland GmbH und zugleich dem

Finale der Mittleren Tour.

Elitist hat mit seiner Ausbilderin Juliane Brunkhorst

die Qualifikation zum NÜRNBERGER BURG-POKAL in

Redefin gewonnen. Glückwünsche gab es von Norman

und Manja und Femfert, Generalagenten der NÜRN-

BERGER Versicherung, sowie Richter Wolfgang Schierloh,

Veranstalterin Anna Surholt & Lilly Kasselmann.

Über den Sieg im Championat des Landes Mecklenburg-Vorpommern

„Land zum Leben“ freut sich Felix

Haßmann (GER) mit Cayenne WZ. Es gratulieren

Minister für Landwirtschaft & Umwelt Dr. Till Backhaus

(2. v. r.) und Peter Kranz, Leiter Landesmarketing MV

(r.), sowie die Veranstalter Ullrich Kasselmann, Paul

Schockemöhle und Francois Kasselmann (v. l.).

Mit Coldplay konnte Tim Rieskamp-Goedeking (GER) den

Preis der Reitsportmarke Covalliero für sich entscheiden.

Juliane Brunkhorst und Aperol waren siegreich in der

Grand Prix Kür präsentiert von FUNDIS Reitsport.

Rainer Schwiebert (GER) belegte mit seinem Hengst

Helenenhof‘s Catoo den ersten Platz im Grand Prix

Special, dem Preis des Helenenhofs.

© Horses and Dreams Entertainment GmbH | Fotos: Stefan Lafrentz, Thomas Hellmann


XENOPHON AKTUELL

„Richtig reiten reicht“

Xenophon setzt sich ein für den Erhalt der klassischen Reitkultur

Der Verein XENOPHON hat sich

benannt nach dem altgriechischen

Philosophen, Feldherren und

Schriftsteller Xenophon, dem

Autor der ältesten schriftlichen

Reitlehre: „Über die Reitkunst“.

XENOPHON e.V. setzt sich nachdrücklich

für den Erhalt der

klassischen Reitkunst ein – zum

Wohle der Pferde und zur Freude

ihrer Reiter. Weitere Infos:

xenophon-klassisch.org

Blut am Maul – passiert mal? Kaum, wenn die Anlehnung wirklich nur das Gewicht des Zügels ist.

Foto: Toffi

Kann der Pferdesport sich selbst retten?

EIN GROSSER TEIL der Öffentlichkeit,

die nichts mit Pferden zu tun hat, findet

inzwischen, Pferde zu reiten ist Tierquälerei.

Man muss leider sagen, es gibt

zu viele Beispiele, die das unterstreichen.

Man denke nur an die Bilder der

letzten Olympischen Spiele – und damit

meinen wir nicht nur die offensichtlich

schlimmen wie Jet Set, Kilkenny und

Saint Boy. Wir meinen damit auch das

neue Reglement im Springsport (nur

drei Reiter pro Mannschaft), gegen das

ein Großteil der Reiter Sturm gelaufen

ist, aber seitens der FEI kein Gehör

fand. Es ist nicht pferdefreundlich. Aber

die FEI hält daran fest. Nun hat sie eine

Kommission eingesetzt, die die Rahmenbedingungen

abstecken soll, die der

Pferdesport erfüllen muss, damit er seine

„Social License“ behält bzw. sie zurückbekommt.

Klingt erstmal gut. Zumal

die Hälfte der zehnköpfigen Gruppe

Gelehrte und Wissenschaftler außerhalb

des Dunstkreises der FEI sind.

Aber Reitervertreter aus dem Kreis der

Aktiven? Fehlanzeige. Doch vielleicht

sind die auch nicht geeignet, zu Reformen

beizutragen. Ob die FEI das kann,

bleibt abzuwarten.

Indes hat die französische Nationalversammlung

unter Umgehung der FEI

46 Vorschläge erarbeitet, mithilfe derer

Paris 2024 die „Games of Equine Welfare“

werden sollen, also die Spiele der

Pferdefreundlichkeit. Dass man die Vorschläge

durchsetzen will, ohne die FEI

einzubeziehen, ist bezeichnend. Offenbar

traut man dem Verband nicht zu, rigoros

zu agieren. Kann man verstehen.

Ausbildung, Training bedeutet, Grenzen

zu verschieben. Das Wie ist eine

Grauzone. Am Ende ist jeder Reiter/

Trainer selbst verantwortlich, im Sinne

des Pferdes zu handeln. Doch viele

Akteure scheinen nicht bereit zu sein,

sich infrage zu stellen. Zum Beispiel

beim Hamburger Spring-Derby. Da wird

ein Pferd mit scharfem Gebiss stilistisch

fragwürdig über den Parcours der

Qualifikation geritten, kommt mit blutendem

Maul ins Ziel, und als man das

beschreibt, wird man bezichtigt, man

mache den Sport kaputt. Den Überbringer

der schlechten Botschaft zu köpfen,

hat noch nie geholfen. Andere Szene:

Tribüne Weltcup-Etappe Neumünster.

Es kommt eine Frage von Zuschauern,

die sich berufsmäßig mit Pferden beschäftigen,

ob Chefredakteur Jan Tönjes

komme. Auf die Bejahung dann: „Na,

dann hoffen wir mal, dass keiner blutet.“

Damit man nichts Böses über den Reitsport

schreiben „kann“, oder wie? Das

Problem ist doch, dass man sich überhaupt

Gedanken darüber machen muss!

Derartiges zu verschweigen, verschafft

uns nicht die Lizenz zum Reiten. Die

gibt es nur, wenn endlich alle Beteiligten

anfangen würden, ihre Verantwortung

gegenüber dem Tier ernst zu nehmen

und entsprechend zu handeln. Und zwar

nicht nur für den schönen Schein.

Lehrgangstermine und aktuelle Neuigkeiten von Xenophon finden Sie unter

xenophon-klassisch.org

82

St.GEORG

7/2022


Pferde & Praxis

Beratung, Tipps und Lösungen von unserem Experten-Team

Foto: toffi-images.de

RATGEBER

86

Nicht ohne

Zeckenschutz!

Zecken übertragen viele Krankheiten,

darunter auch die Equine

Piroplasmose. Welche Probleme

diese bereitet, wie häufig sie bei

uns auftritt und welche Pferde

man besonders schützen sollte

84 FRAGEN UND ANTWORTEN

Zuchtstute zur Verfügung gestellt bekommen,

wer bezahlt Weidepflege und darf man Hufe

„fremder“ Pferde ohne Ausbildung bearbeiten?

92 RATGEBER

Aktuelle Studie: Das sind mögliche Ursachen

für das Auftreten von Kotwasser

96 MEDIZIN-NEWS

u.a. Überlebenschancen bei Koliken,

Speicheltest für Magengeschwüre

98 TIPPS & TRENDS

Neuheiten für Pferd und Reiter


RATGEBER

Fragen & Antworten

Unser Expertenteam weiß Rat

in (fast) allen Lebenslagen.

Dressur

Hubertus Schmidt

Reitmeister, Vize-Europameister,

Mannschafts -Olympiasieger und

Deutscher Meister der Dressur -

reiter, weiß Rat in Sachen Dressur.

Springen

Karsten Huck

Olympia- Dritter 1988,

Reitmeister und erfolgreicher

Springtrainer; Kursangebote

unter karstenhuck.de

Probleme rund ums Pferd

Christine Meyer zu Hartum

Aktive Züchterin

und Reitwartin, beantwortet

alle Fragen zur Haltung und

Grundausbildung.

Haltung & Stallbau

Georg W. Fink

Fachmann auf den Gebieten

Reitanlagen und Stallbau.

Er baute zahlreiche Anlagen

im In- und Ausland.

Medizin

Dr. Annette Wyrwoll

Fachtierärztin für Pferde, Pferdewirtschaftsmeisterin,

Züchterin;

belegte u. a. bei den Olympischen

Spielen 2000 Platz 19 im Busch.

Physiotherapie

Helle Kleven

Ausgebildete Physiotherapeutin

für Pferde und Menschen, gibt

Ratschläge bei Knochen- , Gelenkund

Muskelproblemen.

Hufe & Beschlag

Dieter Kröhnert

Hufschmiedemeister, betreute

mehr fach die deutschen Champio n-

ats pferde. Er kümmert sich um

Ihre Huf - und Beschlagsprobleme.

Fütterung

Otfried Lengwenat

Dipl. Ing. agr. und Ausbilder an

berufsbildenden Schulen,

Fachautor, gilt als erste Adresse

in Sachen Fütterung.

Recht

Christian Weiß

Rechtsanwalt und Partner der

Kanzlei Wellensiek, unter

anderem Herausgeber eines

Buches zum Pferderecht.

Schreiben Sie uns!

Schreiben Sie (und bitte Telefon-Nr. dazu und maximal

eine halbe DIN-A4 Seite) an: Redaktion ST.GEORG,

Jürgen-Töpfer-Str. 48, 22763 Hamburg, Fax: 040/38906-308

oder E-Mail: redaktion@st-georg.de

Geliehene bzw. gepachtete Zuchtstute – wer kommt für Kosten auf, z.B. für den Tierarzt?

FRAGE DES MONATS

Stute zur Verfügung

gestellt bekommen

FRIEDERIKE DÜRING FRAGT: Uns wurde

eine sechsjährige Ponystute zur Verfügung

angeboten, die später in der

Zucht eingesetzt werden soll. Worauf

müssen wir bei einem Vertrag im Allgemeinen

und insbesondere in Bezug

auf den späteren Einsatz in der Zucht

achten (z. B. Stute wird nicht tragend)?

Muss solch ein Vertrag von einem

Rechtsanwalt aufgesetzt und notariell

beglaubigt worden sein?

CHRISTIAN WEISS ANTWORTET:

Ein von Ihnen angedachter Vertrag

muss weder vom Anwalt noch von einem

Notar aufgesetzt sein, um wirksam

zu sein und vor Gericht Bestand zu haben.

Sie können einen solchen Vertrag,

der rechtlich vermutlich irgendwo zwischen

Leih- und Pachtvertrag einzuordnen

sein dürfte, selbst aufsetzen. Sollten

Sie sich (gegebenenfalls gemeinsam mit

demjenigen, der die Stute zur Verfügung

stellt) selbst an die Vertragsgestaltung

setzen wollen, finden sich hilfreiche

Informationen im Internet (z. B. www.

pferd-aktuell.de/pferdezucht/stuten)

Inhaltlich sollten Sie folgende Punkte

beachten:

Vertragslaufzeit bzw. Beendigungsmöglichkeit

insbesondere bei dem von

Ihnen genannten Eintreten einer evtl.

Unfruchtbarkeit

(Veränderbarer) Aufenthaltsort von

Stute und Fohlen nebst Entscheidungsberechtigung

Eigentum am Fohlen

(Regelmäßige) Fixierung des Status

Quo zunächst der Stute, später auch des

Fohlens. Durch wen/auf wessen Kosten?

Lebend- und sonstige Versicherungen

für beide

Kostentragung (insbesondere für

unvorhersehbare Eventualitäten wie

zum Beispiel eine (Kolik-) Operation)

sowie Entscheidungsbefugnis auch in

derartigen Fällen

Und vieles mehr, bis hin zu ggf.

steuerlichen Punkten insbesondere die

Zucht betreffend.

Foto: Grebler

84

St.GEORG

7/2022


Kosten für Weidepflege

ODDNY IVERSEN FRAGT: Mein Pferd

steht auf einer Reitsportanlage mit Paddockbox-Vollpension,

Einzelkoppel zusätzlich

zum Einstellpreis 600 Euro

Koppelmiete pro Jahr. In der jährlichen

Rechnung steht ausdrücklich Miete. Instandhaltung

bei Box und Koppel sehe

ich beim Stallbetreiber. Die Koppel

wurde gemulcht, wofür ich 40 Euro extra

zahlen sollte. Aus meiner Sicht (da

Mietsache) liegt die Koppelpflege beim

Betreiber, ist das korrekt? Andere Einsteller

zahlen immer wieder Reparaturen

oder den Austausch von z. B. verrosteten

Futtertrögen bzw. das Mulchen,

darauf beruft sich der Betreiber.

CHRISTIAN WEISS ANTWORTET:

Sie fragen nach einem „Klassiker“ im

Pferdebereich: der Einordnung entsprechender

Versorgungsverträge. In

der Rechtsprechung ist das „niedrigste“

Leistungsangebot eines Reitstalls, bestehend

aus dem zur Verfügung stellen

einer Pferdebox, also nur das reine

Unterstellen des Pferdes, eindeutig als

Mietvertrag qualifiziert.

So hat zum Beispiel das Amtsgericht Essen

einen vergleichbaren reinen „Weide-

Vertrag“, also nur die reine Unterstellung

RECHTS-URTEIL

des Pferdes auf der Weide, ausdrücklich

als einen Mietvertrag qualifiziert.

Wie bei einem (Wohnungs-) Mietvertrag

auch, ist der Mietgegenstand

von dem Vermieter im vertragsgemäßen

Zustand zu halten. Ob es nun – ausnahmsweise

– eine Neben-/Treuepflicht

Ihrerseits sein kann, für das Mulchen

(teilweise) mit aufzukommen, würde ich

nach Ihren Angaben nicht bejahen. Das

wäre im Zweifel aber auch von dem Vereinbarten

bzw. dem Vertrag und dessen

Auslegung im Konkreten abhängig.

Ehrlich gesagt würde ich bei dem Betrag

von 40 Euro – im Einzelfall und

kulanterweise, worauf Sie hinweisen

sollten (!) – entgegenkommend sein;

sofern Ihr Pferd dafür eine schönere

Weide genießen kann.

Pferdepension im Außenbereich

Ein Umweltschutzverband hatte gegen die Baugenehmigung einer Pferdepension

im Außenbereich geklagt – in diesem Bereich darf eigentlich

nicht gebaut werden, nur für nachhaltig landwirtschaftliche Tätigkeiten.

Die Bauherrin, die die Baugenehmigung schon erhalten hatte, plante

aber einen Reitstall für 40 Pferde mit Longierhalle, Bewegungshalle etc.

Die Umweltschützer sahen das als gewerblichen Reiterhof an. Das Verwaltungsgericht

Minden prüfte im Eilverfahren (9 L 760/21) den Vorgang

und sah die Baugenehmigung als fragwürdig an. Unter anderem sei das

Betriebs konzept der Bauherrin wenig überzeugend und widersprüchlich.

Zudem sei geplant, dass viele Boxen von Pferden von Familienmitgliedern

genutzt würden. Ein Landwirt würde so nicht kalkulieren, das sei nicht rentabel.

Aus diesem Grund sei hier wohl viel eher von privater Liebhaberei

auszugehen und nicht von einem landwirtschaftlichen Betrieb, für den ein

Bauvorhaben im Grünland zulässig wäre.

QUELLE:

Wer muss für die Kosten des Mulchens aufkommen?

Stallbesitzer oder Pferdehalter?

OnlineUrteile.de – Wir machen Urteile verständlich!

Foto: HIM

Hufe privat

ausschneiden

ANONYM FRAGT: Ich habe mir

anhand qualifizierter Literatur

und Praktika bei verschiedenen

Hufschmieden die Fertigkeiten

für die Hufpflege selbst angeeignet

– allerdings ohne offizielle

Prüfung. Ich pflege die Hufe

meiner acht Pferde seit fünf

Jahren selbst und mein Tierarzt

bestätigt mir regelmäßig, dass

die Hufpflege hochwertig ist.

Eine Freundin von mir hat mich

nun gefragt, ob ich auch ihr

Warmblut ausschneiden könnte.

Wie kann ich mich rechtlich

absichern, falls doch etwas

beim Ausschneiden schief gehen

sollte?

CHRISTIAN WEISS ANTWORTET:

Offen gestanden kann ich Ihnen

von Ihrem Vorhaben, an Pferden

Dritter und insbesondere

gegen Entgelt „Hand anzulegen“,

nur abraten.

In Deutschland gibt es unterschiedliche

Qualifikationen der

Hufbearbeitungs-Berufe mit

entsprechenden Abschlüssen.

Hufe zu bearbeiten ohne entsprechende

Voraussetzungen

kann im schlimmsten Falle gar

Tierschutzrelevanz haben.

Zudem habe ich Zweifel, dass

eine empfehlenswerte Berufshaftpflichtversicherung

Ihr Vorhaben

versichert. Denn sowohl

die Hufpflege- als auch die Huftechnik-

beziehungsweise gar

Hufschmiede-Tätigkeit setzen

entsprechende Ausbildung und

bestandene Prüfung voraus.

Ohne entsprechende Qualifikation

die Hufe fremder Pferde zu bearbeiten,

kann riskant sein.

Foto: slawik.com

7/2022 St.GEORG 85


RATGEBER EQUINE PIROPLASMOSE

Auf dem

Vormarsch?

Von Zecken übertragene Krankheiten breiten sich in Europa weiter aus, darunter

auch die Equine Piroplasmose. Wir haben nachgefragt, ob auch Deutschland betroffen ist,

welche Folgen diese Krankheit hat und wie man eine Ansteckung vermeidet

Schildzecken übertragen die Erreger, die die Equine Piroplasmose auslösen.

Foto: Adobe Stock

86

St.GEORG

7/2022


In einer jüngst veröffentlichten Studie

sorgen sich Parasitologen um

die Ausbreitung einer Krankheit,

die Zecken auf Pferde übertragen

und die in Europa auf dem Vormarsch

ist: die Equine Piroplasmose. Prof. Christina

Strube, Direktorin des Instituts für

Parasitologie der Tierärztlichen Hochschule

Hannover, hat an dieser Studie

mitgearbeitet. Für unsere Pferde in

Deutschland gibt sie erstmal Entwarnung,

die Krankheit ist noch nicht endemisch,

also „heimisch“ geworden: „Die

Ausbreitung der Equinen Piroplasmose

betrifft Deutschland derzeit nicht, bei

uns ist diese Erkrankung eine Importparasitose.“

Heißt: Pferde, die aus endemischen

Gebieten (der Erreger kommt dort

recht häufig vor) zu uns importiert werden

oder sich dort zwecks Urlaubs oder

Turniers aufgehalten haben, können infiziert

sein und die Erreger der Piroplasmose

in sich tragen. So geschehen auch

bei einem Pferd nach Turnierteilnahme

in der Slowakei, über dessen Fall Dr.

Bianca Schwarz aktuell in einer medizinischen

Publikation („Der Pferdespiegel“)

berichtet. Sollte man also hierzulande

konsequenter auf diese Krankheit

testen, damit sich nicht immer mehr

Die Krankheit gelangt meist über importierte Pferde zu uns nach Deutschland

Pferde anstecken? „Definitiv!“, meint

die Internistin für Pferde. „In Deutschland

gibt es zwar immer wieder sporadische

Fälle im Sinne von sog. autochthonen

Infektionen (Die Pferde haben sich

in Deutschland mit der Krankheit angesteckt,

Anm. d. Red.), jedoch besteht eine

Häufung bei Importpferden aus Gebieten

wie Frankreich, Spanien und Portugal

aber auch Russland und Ungarn. Von

diesen Pferden können die Erreger auf

Zecken übergehen. Diese Zecken stellen

dann eine Ansteckungsquelle für andere

Pferde dar. Es gibt derzeit keine Importuntersuchung

auf Piroplasmose aus

endemischen Gebieten oder Gebieten,

die vermehrt von Piroplasmose betroffen

sind! Viele Pferdebesitzer, die sich

Pferde aus endemischen Gebieten kaufen,

wissen nichts über die Erkrankung.

Ebenso verhält es sich häufig mit Besitzern,

deren Pferde vermehrt durch Europa

(oder auch die Welt) und damit auch

Gebieten mit höherer Ansteckungsgefahr

transportiert werden oder sich sogar

teilweise länger dort aufhalten.“

Zecken übertragen die Krankheit

Die Equine Piroplasmose wird durch

zwei Blutparasiten ausgelöst: Theileria

equi und Babesia caballi – eine Infektion

mit Theileria equi verläuft oft

Foto: slawik.com

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RATGEBER EQUINE PIROPLASMOSE

schwerer als eine Infektion mit Babesia

caballi. Beide Erreger schädigen ähnlich

wie Malaria die roten Blutkörperchen.

Allerdings gelangen sie nicht über Mücken

ins Pferd, sondern werden über infizierte

Schildzecken, Spritzen oder via

Bluttransfusion übertragen. „Für eine

Endemisierung bei uns sind einerseits

infizierte, unbehandelt bleibende Pferde

und andererseits Vektorzecken in genügend

hoher Dichte gefährlich“, erklärt

Dr. Bianca Schwarz. „Eine Ausbreitung

der Erkrankung erfolgt jedoch manchmal

auch durch eine Übertragung mittels

Bluttransfusion. Auch die intrauterine

Infektion ist bei Theileria equi

beschrieben, weshalb auch bei der Zucht

mit chronisch infizierten Stuten Vorsicht

geboten ist.“ Intrauterin bedeutet,

dass sich der Embryo bereits in der Gebärmutter

mit den Erregern infiziert.

Die Hyalomma-Zecke – auch als tropische

Riesenzecke bekannt, da sie bis

zu zwei Zentimeter groß werden kann

– wird von Zugvögeln eingeschleppt.

Sie kann sich im Ursprungsland mit

den Erregern der Equinen Piroplasmose

infiziert haben und bei uns ein Pferd

anstecken. Unter entsprechenden klimatischen

Bedingungen und mit ausreichenden

(Zwischen-)Wirten kann diese

Zeckenart in Deutschland überwintern

(s. nächste Seite). Auch die Zeckenart

Dermacentor reticulatus, die ebenfalls

die Erreger der Equinen Piroplasmose

überträgt und unter dem Namen Auwaldzecke

bekannter ist, scheint sich

auszubreiten. In Mitteleuropa bleibt

sie auch im Winter aktiv, wenn es einige

wärmere Tage gibt. Wissenschaftler

gehen davon aus, dass die ganzjährige

Aktivität dieser Zeckenart ausschlaggebend

für das Auftreten einiger Fälle

der Equinen Piroplasmose in Deutschland

ist. Sind denn viele Pferde hierzulande

betroffen? „Man geht bei Deutschland

von einer niedrigen Seroprävalenz

von unter zehn Prozent aus“, erklärt Dr.

Bianca Schwarz. Seroprävalenz bedeutet,

dass im Blut der Pferde Hinweise auf

eine akute oder durchgemachte Infektion

zu finden sind.

Vielfältige Symptome

Bei einer Infektion befallen die Erreger

der Piroplasmose die roten Blutkörperchen,

die für den Sauerstoff-Transport

im Körper verantwortlich sind, und zerstören

diese. Es kommt zu einer sogenannten

hämolytischen Anämie, also

einem erhöhten Zerfall roter Blutkörperchen.

In der Folge steht den Zellen

und Organen nicht mehr genug Sauer-

Manchmal ist die Krankheit recht unscheinbar – das Pferd wirkt

höchstens etwas matter und weniger leistungsbereit.

Foto: slawik.com

88

St.GEORG

7/2022


Endlich

Ruhe

Foto: Adobe Stock

Die Erreger zerstören die roten Blutkörperchen, die für den

Sauerstoff transport im Blut verantwortlich sind.

stoff zur Verfügung. Das Pferd wirkt

bei einem milden Verlauf matt und abgeschlagen,

im akuten Stadium sind

hohes, immer wiederkehrendes Fieber

und blasse oder gelblich verfärbte

Schleimhäute häufig ein Anzeichen

für eine Piroplasmose. Bei der Zerstörung

der roten Blutkörperchen fällt ein

gelbes Abbauprodukt an, das Bilirubin,

das zur Gelbsucht führt. Tierärzte berichten

von Fällen, in denen die Pferde

Quaddeln oder Ödeme hatten. Auch

Gewichtsverlust und Probleme mit dem

Fellwechsel wurden beobachtet. In

schweren Fällen färbt sich der Urin dunkelrot.

Dies entsteht ebenfalls durch die

Zerstörung der roten Blutkörperchen.

Piroplasmose

So lässt sich eine Ausbreitung und

Ansteckung vermeiden

Zeckenbefall vorbeugen und so

das Übertragungsrisiko minimieren

Identifikation chronisch infizierter

Pferde, d.h. auch von Pferden ohne

klinische Symptome (diese stellen

das Reservoir der Erkrankung dar)

und möglichst verhindern, dass

diese Pferde die Erreger weiter auf

Zecken (und damit Pferde) übertragen

Sich darüber bewusst sein, dass in

bestimmten Gebieten Europas und

der Welt ein erhöhtes Risiko besteht

und bei der Reise des Pferdes

in diese Gebiete prophylaktische

Maßnahmen ergreifen (Anti-Zeckenmittel,

vor Import cELISA-Test

auf die Erreger)

Bei trächtigen Stuten können Theileria

equi zudem zum Verfohlen führen.

Eine Infektion kann aber auch unauffällig

bleiben. Manchmal treten überhaupt

keine Symptome auf. Das macht

die Diagnose der Krankheit und deren

Eindämmung nicht immer einfach.

„Chronisch infizierte Pferde zeigen häufig

keine Symptome oder nur sehr unspezifische

Symptome wie Leistungsschwäche.

Man weiß jedoch auch, dass

chronisch infizierte Pferde im Blut häufig

mehr weiße Blutzellen (Leukozyten)

als normal haben. Chronisch infizierte

Tiere können jederzeit, z. B. durch

Stress, eine Reaktivierung der Infektion

erleben“, weiß Dr. Bianca Schwarz.

Bei Importpferden und Auslandsreisen:

ins Bewusstsein rücken

Die Tierärztin hat zusammen mit Kollegen

einen Artikel in einem Tierarztmagazin

verfasst mit dem Titel „Die equine

Piroplasmose im deutsch sprachigen

Raum – eine unterdiagnostizierte

Krankheit?“ Warum wird diese Krankheit

bei uns nur so selten erkannt? „Zum

einen wird sie mit großer Wahrscheinlichkeit

selten diagnostiziert, weil nicht

auf die Erkrankung untersucht wird.

Zum anderen ist sie vielen Pferdebesitzern

nicht bekannt, auch Besitzern nicht,

die Pferde aus endemischen Gebieten

bzw. aus Gebieten mit deutlich höherer

Seroprävalenz importieren. Die Erkrankung

wird häufig nicht berücksichtigt,

weil sie bei uns derzeit (noch) nicht endemisch

ist.“ Dr. Bianca Schwarz hofft, dass

sich gerade die Besitzer von Pferden aus

dem Ausland bzw. von Pferden, die oft im

Ausland unterwegs sind, bewusst sind

über diese Krankheit und wie sie sich deren

Ausbreitung durch entsprechende

Untersuchungen vermeiden lässt.

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RATGEBER EQUINE PIROPLASMOSE

Hyalomma wird bis zu zwei Zentimeter groß.

2022 – ein Zeckenjahr?

INFIZIERTE SCHILDZECKEN übertragen

die Equine Piroplasmose. Heimisch bei

uns sind bereits verschiedenste Schildzeckenarten,

immer häufiger sind zudem

die Auwaldzecken anzutreffen, und auch

die Tropenzecke wurde ein paar Mal gefunden.

Diese Zeckenart unterscheidet

sich deutlich von anderen Arten: Sie wird

fast bis zu zwei Zentimeter groß und kann

sich so schnell wie eine Spinne bewegen.

Sie sieht ihre Opfer schon von weitem

und verfolgt sie mehrere hundert

Meter weit. Hyalomma gilt als Überträger

des Krim-Kongo-Fiebers und einer

Variante des tropischen Zecken-Fleckfiebers

– Erkrankungen, die ausschließlich

den Menschen betreffen –, sie kann aber

auch die Equine Piroplasmose übertragen.

An Zugvögel angehaftet gelangt sie

nach Deutschland. An der Universität Hohenheim

hatte man drei Jahre lang dazu

aufgerufen, auffällig große und schnelle

Zecken einzusenden, um herauszufinden,

wie oft die „Tropenzecke“ Hyalomma bei

uns zu finden ist. 2019 und 2020 wurden

191 Hyalomma-Exemplare eingeschickt,

2021 waren es nur zehn. Wird sich diese

Art weiter bei uns ausbreiten oder nicht?

„Man kann bei Hyalommazecken nicht

von einer Ausbreitung sprechen, da diese

Zeckenarten in Deutschland kein Vorkommen

haben, sondern lediglich jedes

Jahr erneut eingeschleppt werden“, erklärt

Dr. Alexander Lindau, Parasitologe

an der Universität Hohenheim. „Die Entwicklung

dieser Zecken ist besonders von

der Temperatur abhängig. Außerdem sind

Foto: Adobe Stock

sie auf längere sehr trockene Perioden

angewiesen. Daher kann man davon ausgehen,

dass in den kommenden Jahren

sehr wahrscheinlich häufiger Hyalommazecken

in Deutschland gefunden werden.

Was genau für diesen Sommer/Herbst

zu erwarten ist, kann ich jedoch nicht sagen.“

Bei dem Forschungsprojekt der Universität

Hohenheim wurde sehr oft die

Auwaldzecke eingeschickt, die ebenfalls

viel größer ist als anderen bei uns heimischen

Schildzeckenarten. „Die Auwaldzecke

ist in Deutschland heimisch und hat

sich in den letzten Jahren deutlich weiter

verbreitet. Grundsätzlich ist eine weitere

Verbreitung, besonders in der nördlichen

Hälfte Deutschlands durchaus zu erwarten“,

so Dr. Lindau.

Und wie sieht es allgemein in diesem

Jahr mit dem Zeckenaufkommen aus?

„Grundsätzlich ist, zumindest im süddeutschen

Raum, die Zeckenaktivität sehr

hoch. Dies liegt wahrscheinlich an dem

recht milden Winter und dem zumindest

hier ausgebliebenen starken Temperatureinbrüchen.

Daher gehe ich zumindest in

dieser Region von einem hohen Zeckenaufkommen

aus“, erklärt der Experte.

„Wie sich dies beispielsweise in Norddeutschland

darstellt, kann ich nicht sagen.

Ich würde jedoch eine sehr ähnliche

Situation annehmen. Diese Aussage bezieht

sich jedoch auf den gemeinen Holzbock,

Ixodes ricinus. Diese Zeckenart ist

kein Überträger der von Ihnen angesprochenen

Krankheitserreger.“

Der Winter war recht mild, viele Pferdebesitzer

befürchten, dass dieses Jahr sehr

viele Zecken unterwegs sein werden. Von

welchen Bedingungen hängt es ab, ob es

ein Zeckenjahr wird? „Ob es in einem Jahr

viele Zecken ,gibt‘, ist von verschiedenen

Faktoren abhängig. Einerseits spielt der

vorherige Winter eine entscheidende Rolle.

Hierbei sind besonders längere, plötzlich

einsetzende Kälteperioden schädlich

für das Überleben der Zecken. Dieser

Effekt wird nochmal verstärkt, wenn es

keine geschlossene Schneedecke gibt,

da diese einen isolierenden Effekt auf

den Bereich darunter hätte. Außerdem

spielt natürlich auch das Vorjahr eine Rolle.

Das Nahrungsangebot für die Nagetiere

ist besonders entscheidend für die

Frage, wie viele davon den Winter überleben.

Hier haben besonders Mastjahre

einen sehr starken Einfluss.“ Mast ist ein

Begriff aus der Forstwirtschaft und steht

für die Früchte der Buchen, Eichen, Kastanien

etc. Die Mastjahre sind ein regelmäßig

wiederkehrendes Phänomen, bei

dem ein Baum besonders viele Früchte

trägt. Je nach Baumart wiederholen sich

die Mastjahre in unterschiedlichen Abständen.

„Des Weiteren ist das Klima im

eigentlichen Jahr wichtig. Ist es zu kalt, so

sind die Zecken zwar vorhanden, aber nur

wenig aktiv. Das gleiche gilt, wenn es sehr

trocken ist. Grundsätzlich werden Jahre

nur dann als Zeckenjahre wahrgenommen,

wenn es auch zu häufigen Kontakten

zwischen Mensch und Zecke kommt.

Dies ist aber nicht unbedingt von der Anzahl

vorhandener Zecken abhängig, sondern

auch von dem menschlichen Verhalten.

Nur wer Zeit in der Natur verbringt,

kann auch Zecken bemerken.“

Die Auwaldzecke erkennt man an ihrer

auffälligen Musterung.

Foto: Adobe Stock

90

St.GEORG

7/2022


Mittels Bluttest können die Erreger nachgewiesen werden.

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Foto: galoppfoto.de

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Je nach Zustand des Pferdes und

Krank heitsstadium gibt es unterschiedliche

Möglichkeiten, die Krankheit zu

diagnostizieren. Im akuten Stadium

sind die Erreger in einem Blutausstrich

unter dem Mikroskop zu erkennen.

Hierfür muss das Blut aber speziell auf

diese Erreger im Labor untersucht werden.

Bei einem „normalen“ Bluttest wird

dies nicht geprüft. Auch ein PCR-Test

liefert Hinweise auf die Erreger und

zeigt an, ob es sich um Babesia caballi

und Theileria equi handelt. „Eine weitere,

jedoch indirekte Möglichkeit, die

Erreger nachzuweisen, ist die Antikörperbestimmung,

d. h. man weist im Blut

Antikörper gegen die Erreger nach und

weiß dann, dass das Pferd auch die Erreger

im Blut hat, da es sich bei Babesia

caballi und Theileria equi um sog. chronische

Infektionen handelt, d. h. die Erreger

bleiben im Pferd und werden nur

sehr selten vom Immunsystem komplett

beseitigt, wobei dies bei Babesia caballi

häufiger passiert als bei Theileria equi.

Diese Untersuchungsmethode empfiehlt

sich bei chronisch infizierten Pferden.

Bei manchen Pferden müssen auch

Tests kombiniert werden, um eine Diagnose

stellen zu können“, erläutert Dr.

Bianca Schwarz.

Erreger abtöten

„Die akute Piroplasmose ist behandelbar,

zum einen symptomatisch, zum anderen

mit Medikamenten, welche die Babesien

und Theilerien zurückdrängen und abtöten.

Hierfür gibt es unterschiedliche Behandlungsprotokolle.

Für Deutschland

wird derzeit auch für chronisch infizierte

Pferde empfohlen, möglichst eine Erregerelimination

anzustreben“, erklärt

Dr. Bianca Schwarz. So soll sichergestellt

werden, dass sich die Erreger hierzulande

nicht weiter ausbreiten können.

In anderen Ländern, in denen die beiden

Erreger Babesia caballi und Theileria

equi endemisch sind, wird keine vollständige

Elimination angestrebt. Man

geht davon aus, dass eine geringe Anzahl

der Erreger die Immunantwort anregt

und Pferde auf diese Weise besser vor

einer Infektion geschützt sind.

Allgemein gilt: Um Pferde vor der

Equinen Piroplasmose zu schützen, sollten

sie mit einem zeckenabwehrenden

Mittel behandelt und regelmäßig auf Zecken

untersucht werden – vor allem bei

Reisen in endemische Gebiete ist das besonders

wichtig. Ein Test bei der Rückkehr

bzw. beim Import eines Pferdes

bringt Gewissheit und mehr Sicherheit.

Expertin

Dr. Bianca Schwarz

Europäische Spezialistin für

Innere Medizin des Pferdes,

hat kürzlich eine medizinische

Publikation zur Equinen

Piroplasmose verfasst.

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In einer aktuellen Studie wurde untersucht, wie

Raufutter und Kotwasser zusammenhängen.

Foto: Adobe Stock

Risikofaktoren für

Kotwasser

Stress, schlechte Futterqualität, Heulage – es gibt viele Faktoren, die im Verdacht stehen,

beim Pferd Kotwasser auszulösen. Eine aktuelle Studie widmet sich den möglichen Ursachen

und nimmt vor allem die Rolle des Raufutters genauer unter die Lupe

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St.GEORG

7/2022


RATGEBER KOTWASSER

Kotwasser klebt an

den Hinter beinen

und reizt die Haut.

Foto: galoppfoto.de

Tipps gegen

Kotwasser

Prüfen, welches Raufutter das

Pferd bekommt: Heulage? Dann

lieber auf Heu umsteigen. Bekommt

es Heu? Dann die Qualität prüfen.

„Auch wenn ich in meiner Studie

keinen Einfluss der Qualität auf Kotwasser

erkennen konnte, so ist eine

gute Raufutterqualität das A und O

für einen gesunden Darmtrakt“, rät

Frederike Wolbers.

Stress lindern! Beobachten, ob

das Pferd mit anderen Herdenmitgliedern

nicht klarkommt oder zum Beispiel

auf Turnieren gestresst ist und

dann an Kotwasser leidet.

Tritt Kotwasser nach zu hohem

Graskonsum auf? Dann Gras nur in Maßen

fressen lassen und Heu zufüttern.

Sandaufnahme vermeiden! Dem

Pferd ein angepasstes Mineralfutter

anbieten, damit es keinen Sand vom

Boden aus aufnimmt. Auch Heu und

anderes Raufutter auf dem Paddock

nicht vom Boden aus füttern.

Es ist ein wahrlich unschöner

Anblick, den einige Pferdebesitzer

schon selber erlebt

haben: Die Hinterbeine des

Pferdes sind braun verfärbt und von

oben bis unten mit Kotwasser verklebt.

Wenn das Pferd äppelt, scheidet es Kot

von normaler Konsistenz und zusätzlich

noch freie Flüssigkeit aus, die die Beine

hinabrinnt – nicht zu verwechseln mit

Durchfall, bei dem keine geformten

Pferdeäppel, sondern breiartiger oder

dünnflüssiger Kot abgesetzt wird. Kotwasser

ist nicht nur ein unschöner Anblick,

die Haut des Pferdes wird an den

betroffenen Stellen stark gereizt. Täglich

muss sie vorsichtig gereinigt werden,

um Entzündungen zu vermeiden.

Durch die gestörte Verdauung kann

sich das Pferd unter Umständen auch

unwohl fühlen. Seine Leistungsbereitschaft

kann sinken und eventuell ist es

auch noch ein wenig aufgegast – anfälliger

für Koliken sollen von Kotwasser

betroffene Pferde Studien zufolge aber

nicht sein.

Stress, Krankheiten des Verdauungsapparates

(von den Zähnen bis hin zum

Darm), schlechte Futterqualität, falsches

Fütterungsmanagement, Parasiten

oder Allergien gelten als mögliche

Ursache für Kotwasser. „Allerdings gibt

es nur wenige veröffentlichte Untersuchungen

über Kotwasser und die damit

verbundenen Risikofaktoren. Insbesondere

der Einfluss des Futters auf die

Ausprägung von Kotwasser ist bisher

nicht vollständig erforscht“, erklärt Frederike

Wolbers, die aus diesem Grund

ihre Masterarbeit über dieses Thema

geschrieben hat. Für ihre Studie hatte

die ehemalige Studentin der Universität

Bonn eine Onlineumfrage durchgeführt,

in der verschiedene Aspekte wie

Auftreten des Kotwassers, Daten zum

Pferd, Haltungsform, Fütterung und

Entwurmungsmanagement abgefragt

wurden. Von 122 Teilnehmern (69 davon

hatten Pferde, die an Kotwasser litten)

konnte Frederike Wolbers die Antworten

auswerten. Zusätzlich wurden

auch Kot- und Futterproben untersucht,

die die Teilnehmer eingeschickt hatten.

Dieses ungewöhnliche Studiendesign

wurde gewählt, um trotz der Auflagen in

Corona­ Zeiten eine experimentelle Arbeit

zu ermöglichen, so Wolbers.

Heulage als Ursache

Heulage steht immer wieder im Verdacht,

Verdauungsprobleme und auch

Kotwasser auszulösen. Unterschiedliche

Studien kommen dabei zu verschiedensten

Ergebnissen. Auch Koryphäen

auf dem Gebiet der Pferdeernährung waren

sich hier lange nicht einig, wie Frederike

Wolbers bei der Recherche für ihre

Masterarbeit feststellte. „Fasst man die

Ergebnisse bisheriger Studien zusammen,

geht man mittlerweile davon aus,

dass die Wahl von Heulage als Raufutter

durchaus ein bedeutender Risikofaktor

für Kotwasser ist“, resümiert Frederike

Wolbers. In ihrer Studie konnte sie

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bei Kotwasser

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Stress führt ebenfalls zu Kotwasser.

Beobachten Sie Ihr

Pferd, ob es z.B. in der Herde

unter Stress steht.

Foto: slawik.com

ebenfalls einen deutlichen Zusammenhang

zwischen Heulage und Kotwasser

beobachten (siehe Grafik rechte Seite).

„Allerdings kann man nicht annehmen,

dass Heulage als alleiniger Grund für

das Auftreten von Kotwasser fungiert,

da Kotwasser auch bei der Fütterung

von Pferden mit Heu auftritt. Bei dem

Problem Kotwasser gibt es nicht den

einen Auslöser, vielmehr sind es viele

Faktoren, die dazu beitragen, wie etwa

auch Stress. Ist ein Pferd gestresst und

kommt dann noch Heulage dazu, kann

das der Tropfen sein, der das Fass zum

Überlaufen bringt.“

Warum Heulage zu dieser Problematik

führen kann, ist noch nicht eindeutig

geklärt. Im Raum stehen zwei Theorien:

Zum einen kann dieses Raufutter

weniger Wasser binden. Zum anderen

fällt beim Silierprozess „Nicht-Protein-

Stickstoff“ (NPN) an, der letztendlich

dazu führt, dass die Wasseraufnahme

im Dickdarm negativ beeinflusst wird.

Was bisher nicht bestätigt werden konnte

ist hingegen die Annahme, dass Heulage

durch eine Verschiebung der Darmflora

zu Kotwasser führt.

Bis zu 100 Liter Wasser

Flüssigkeit gelangt über aufgenommenes

Wasser, Nahrung, Speichel, Magenund

Bauchspeicheldrüsensäfte in den

Verdauungstrakt. In den vorderen Teil

des Verdauungstraktes fließen so täglich

bis zu 100 Liter Flüssigkeit.

Etwa die Hälfte des Wassers wird im

Dünndarm absorbiert, also vom Körper

aufgenommen, der Rest fließt weiter

in den Dickdarm. Dort wird nochmals

Wasser aufgenommen, etwa 70 bis 90

Prozent. Der Rest wird vermischt mit

den unverdaulichen Futterstoffen ausgeschieden.

Gibt es Probleme bei diesen

Vorgängen, zum Beispiel weil die

„Bei dem Problem

Kotwasser gibt

es nicht den einen

Auslöser, vielmehr

sind es viele

Faktoren, die

dazu beitragen“

Frederike Wolbers

Der Zeitpunkt des Mähens bestimmt,

was im Heu steckt.

Wasseraufnahme des Darms gestört ist,

wird zu viel Wasser als Durchfall oder

wie bei Kotwasser das Wasser gesondert

zum Kot ausgeschieden.

Offenstall- und Boxenhaltung

Artgerechte Haltung und Wohlbefinden

– hinsichtlich dieses Aspekts wurden

verschiedene Haltungssysteme schon

vielfach unter die Lupe genommen. Ob

und wie sich diese aber auf Kotwasser

auswirken, wurde noch nicht untersucht.

In ihrer Masterarbeit hat Frederike

Wolbers auch diesen Aspekt abgefragt

und kann keinen Zusammenhang

zwischen Haltungsart und Kotwasser

erkennen. Auffällig ist allerdings, dass

alle Pferde, die verstärkt im Sommer an

Kotwasser leiden, im Offenstall standen.

Stress, der als Auslöser gilt, könnte

eine Erklärung dafür sein. In einer früheren

Studie zu Kotwasser zeigte sich,

dass rangniedrigere Pferde häufiger an

Kotwasser leiden als ihre dominanteren

Kollegen. Da dies aber vor allem im Winter

ein Problem ist, wenn die Ausweichmöglichkeiten

begrenzt sind und sich

die Tiere um einen Futterplatz scharen,

scheint diese Ursache bei der Studie von

Frederike Wolbers eher unwahrscheinlich.

Die Pferde hatten es vor allem im

Sommer. In einer anderen Studie konnte

ein Zusammenhang zwischen Kotwasser

und ganztägiger Weidehaltung festgestellt

werden. Liegt es also am vielen

Gras? „Grobstängeliges Heu, Grünfutter

und strukturarme Rationen können

den Wassergehalt im Kot durch eine raschere

Passage des Darms, eine höhere

Wasserbindung oder einer Reizung der

Darmpassage ansteigen lassen. Die verstärkte

Fütterung von Futtermitteln

mit hohem Lignin-Gehalt kann den

Wassergehalt im Kot dagegen absenken.

Eine Fütterung mit Heu führt zu einem

erhöhten Gehalt an gebundenem Wasser

im Darm im Gegensatz zu einer Fütterung

mit Konzentratfutter“, fasst Frederike

Wolbers zusammen. Denn während

die Offenstall-Pferde der Studie im

Sommer Kotwasser hatten, bekamen die

Boxenpferde Probleme mit Kotwasser

nur im Winter. Auffällig häufig waren

die Tiere betroffen, deren Raufutter im

Winter auf Heulage umgestellt wurde.

Bei Boxenpferden könnte noch ein weiterer

Risikofaktor für Kotwasser hinzukommen:

das verminderte Bewegungsangebot

durch fehlenden Paddock- und

Weidegang. Bewegung regt den Stoffaustausch

im Darm an und reduziert

Stress. Viel Stehen, wie es bei manchen

Boxenpferden im Winter üblich ist, verursacht

hingegen Stress.

Foto: galoppfoto.de

94

St.GEORG

7/2022


RATGEBER KOTWASSER

Pferde, die Heulage zum Fressen bekamen,

litten häufiger an Kotwasser, vor allem wenn sie

im Winter auf Heulage umgestellt wurden.

Quelle: Frederike Wolbers

ANTEIL DER PFERDE

KOTWASSER

HEU

HEULAGE

KEIN

KOTWASSER

Sandaufnahme

Nimmt ein Pferd größere Mengen Sand

auf, kann sich dieser im Dickdarm ablagern

und die Funktion der Darmschleimhaut

beeinträchtigen. Kolik,

Durchfall aber auch Kotwasser können

die Folge sein. Ein Mineralstoffmangel,

das Fressen von Heu vom Boden,

zu kurzes Gras oder zu wenig Raufutter

sind häufig die Ursachen dafür, dass

Pferde Sand aufnehmen oder sogar bewusst

fressen.

Die eingesandten Kotproben der Studienpferde

überprüfte Frederike Wolbers

mittels Sedimentationstest auf den

Sandgehalt. Die Pferde, die an Kotwasser

litten, hatten aber keinen höheren

Sandgehalt im Kot als ihre gesunden

Kollegen.

Foto: slawik.com

Hygiene des Raufutters

Dank der eingesandten Raufutterproben

konnte Frederike Wolbers auch

dessen Hygiene beurteilen lassen. Verdorbene

und verunreinigte Futtermittel

führen zu Verdauungsproblemen. In

der Studie waren aber alle eingesandten

Proben mit gut bis befriedigend zu

bewerten, sodass kein Zusammenhang

zum Auftreten von Kotwasser hergestellt

werden konnte. „Bereits in früheren

Studien wurde die Vermutung aufgestellt,

dass schimmeliges Raufutter

nicht ursächlich für die Ausprägung von

Kotwasser ist, da sich nur 14,3 Prozent

der Besitzer von Pferden mit Kotwasser

über eine schlechte Raufutterqualität

beschwerten“, weiß Frederike Wolbers,

die bei ihrer Studie dennoch nicht gänzlich

ausschließen möchte, dass Futterhygiene

eine Rolle spielt. „Die Futterproben,

die wir untersucht haben, haben

die Pferdebesitzer selber genommen.

Sie haben zwar genaue Anweisungen bekommen,

aber wir können nicht sicherstellen,

dass sie wirklich verschiedenste

Schichten und Stellen eines Heuballens

entnommen haben.“

Schnittzeitpunkt des Futters

Was im Heu an Energie und Rohfaser

steckt, wird maßgeblich vom Schnittzeitpunkt

des Grases bestimmt. Der

erste Schnitt erfolgt im Frühsommer,

meist am Anfang bis zur Mitte der Blüte.

Je später Gras geschnitten, desto mehr

Rohfaser, weniger Eiweiß und Aminosäuren

und weniger Energie enthält

das daraus gewonnene Heu. Der zweite

Schnitt findet etwa sieben Wochen nach

dem ersten Schnitt statt.

Bisherige Studien legen den Verdacht

nahe, dass der zweite Schnitt Kotwasser

begünstigt und bei Heu vom ersten

Schnitt weniger Symptome auftreten.

Frederike Wolbers könnte sich vorstellen,

dass es vor allem das Vegetationsstadium

des Grases zum Zeitpunkt des

Schnittes ist, das eine Rolle beim Kotwasser

spielt. „Bei Pferden wird beim

ersten Schnitt die frühe Gräserblüte als

optimaler Schnittzeitpunkt angesehen.

Beim zweiten oder späteren Schnitt werden

diese späteren Vegetationsstadien

oftmals nicht mehr erreicht“, erklärt sie.

„Da bei Heu das Vegetationsstadium der

Gräser ausschlaggebend für den Futterwert

ist, liegt die Vermutung nahe, dass

nicht die Anzahl der Schnitte, sondern

das Vegetationsstadium der Gräser und

die damit einhergehenden Unterschiede

in der nutritiven Zusammensetzung

im Zusammenhang zur Ausprägung mit

dem Kotwasser stehen.“

Parasiten

Würmer beeinträchtigen die Verdauung.

Ein Befall mit ihnen äußert sich oftmals

auch in Durchfall. Allerdings zeigen

mehrere aktuelle Studien, dass Würmer

nicht zu Kotwasser führen. Betroffene

Tiere hatten keinen hohen Parasitenbefall

und waren regelmäßig entwurmt

worden. Auch in der Studie von Wolbers

konnte keine Verbindung zwischen Entwurmung

und Kotwasser hergestellt

werden.

Zur Person

Frederike Wolbers

schrieb ihre Masterarbeit im Studiengang

Tierwissenschaften an

der Friedrich-Wilhelms-Universität

Bonn zu dem Thema: Ist das

Auftreten von Kotwasser bei Pferden abhängig

von der Raufutterqualität? Die Arbeit wurde

betreut von PD Dr. Julia Steinhoff-Wagner und

Dr. Simone Schmid.

mit

...gesund und munter ins Frühjahr!!!

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Wilms PinusFauna runden unser natüliches Sortiment ab.

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RATGEBER PFERDE & PRAXIS

Kolik: Bessere

Überlebenschancen

Dänische Tierärzte werteten aus, wie viele Pferde eine Kolik überleben.

Erneut standen die Überlebenschance

n nach einer Kolik im Fokus

einer wissenschaftlichen

Studie, diesmal durchgeführt an der Universitäts-Großtierklinik

Kopenhagen

in Dänemark. In diesem Fall untersuchten

die Forscher aber nicht nur, wie gut

sich Pferde nach einer Kolik-OP erholen,

sondern auch, wie sich ihr Gesundheitszustand

entwickelt, wenn die Kolik nur

mit Medikamenten behandelt wird. Von

1397 Pferden wurden die Behandlungen

ausgewertet, 1077 hatten eine medikamentöse

Therapie erhalten. Die Auswertung

zeigte, dass diese Pferde eine

Überlebens chance von knapp 90 Prozent

hatten, bei den Operationen betrug sie

etwa 60 Prozent. Dass die medikamentösen

Behandlungen höhere Überlebenschancen

erzielten als die chirurgischen,

liegt primär daran, dass die eher „einfachen“

Koliken mit Medikamenten behandelt

werden können, während die

kritischen Fälle operiert werden müssen.

Da die Wissenschaftler diese Daten

mit einer früheren Studie der Großtierklinik

von vor zehn Jahren verglichen,

konnten sie eine deutlich höhere Überlebenschance

bei den OPs verzeichnen.

Damals erholten sich nur 42 Prozent

der Pferde. Als Gründe für die positive

Entwicklung nennen die Ärzte, dass sie

mittlerweile bessere Diagnosen stellen

können, die zu schnelleren Entscheidungen

über eine Operation führen und dass

sich die chi rurgischen Fähigkeiten verbessert

haben. Zudem haben Chirurgen

mittlerweile auch eine positivere Einstellung

zu Darmresektionen. Bei den

medikamentösen Behandlungen hat sich

die Überlebenschance seit der letzten

Studie um zwei Prozent verbessert.

Foto: Kathmann

Zu schwer

fürs Pferd?

„Wie viel Gewicht darf aufs

Pferd?“ heißt eine neue Broschüre

des Schweizerischen

Verbands für Pferdesport, in

der Reiter Empfehlungen und

Tipps zum Reiter gewicht erhalten.

Als Faustregel gelten

15 Prozent des Körpergewichts

des Pferdes, doch das alleine ist

nicht ausschlaggebend. Auch

korrekte Ausrüstung, reiterliche

Fitness und Fähigkeiten,

Exterieur des Pferdes, dessen

Ausbildungsstand und dessen

Einsatz gebiet bzw. die damit

einhergehende Belastung müssen

berücksichtigt werden. Um

die eigenen reiterlichen Stärken

und Schwächen besser einschätzen

zu können, bietet die

Broschüre eine Zehn-Punkte-

Skala, in der für acht verschiedene

Bereiche Punkte eingetragen

werden müssen.

Falls es dort ein paar Defizite

gibt, hat der Verband auch

schon vorgesorgt: Parallel zur

Broschüre gibt es das Fitnessprogramm

„Fit4myhorse“, das

spezifische Übungen für Reiter

bietet. So sollen fehlende Fitness

oder Gleichgewichtsprobleme,

mit denen Pferde auch bei

leichten Reitern massiv in ihrem

Bewegungsablauf gestört

werden, verbessert werden.

Weitere Infos und Download

der Broschüre: fnch.ch

In der Bewegung gestört? Reitergewicht,

-fitness und Koordination

spielen unter anderem eine Rolle.

Foto: Adobe Stock

96

St.GEORG

7/2022


Foto: galoppfoto.de

Plötzlichem Herztod auf der Spur

Australische Forscher haben untersucht,

warum Rennpferde am plötzlichen Herztod,

also einer tödlichen Herzrhythmusstörung

sterben. Von früheren Studien

wussten die Wissenschaftler bereits, dass

etwa drei Viertel der Todesfälle im Rennsport

auf schwere Muskel-Skelett-Verletzungen

zurückzuführen sind, während

das andere Viertel zum plötzlichen Sporttod

gezählt wird – wovon wiederum die

In Australien wurde die Ursache für den plötzlichen

Herztod untersucht.

Hälfte auf den plötzlichen Herztod zurückzuführen

ist.

Insgesamt wurden 57 Pferde mit plötzlichem

Herztod und 188 Kontrollpferde

mit anderen tödlichen Verletzungen für

die Analyse ausgewählt. Alle waren Vollblüter

mit einem Durchschnittsalter von

4,2 Jahren. Die Forscher fanden heraus,

dass drei Viertel der Pferde während des

Trainings am plötzlichen Herztod starben

und nicht während des Rennens – die

Intensität der Anstrengung ist also nicht

entscheidend. Betroffen waren zudem

eher jüngere Pferde – das Durchschnittsalter

betrug 3,6 Jahre –, die weniger Rennen

gelaufen waren.

Bei der Obduktion zeigte sich, dass von

57 Pferden, bei denen plötzlicher Herztod

eindeutig diagnostizert werden konnte,

26 keine weiteren inneren Verletzungen

hatten, acht hatten Lungenschäden wie

Blutungen oder Ödeme. Bei sechs Pferden

wurden Herzprobleme wie Herzmuskelerkrankungen,

-entzündungen oder -verdickung

diagnostiziert.

Magengeschwüre: Speicheltest

Magengeschwüre kommen bei vielen

Pferden vor und werden durch unterschiedlichste

Faktoren wie etwa Stress

ausgelöst. Da die Symptome nicht immer

eindeutig sind und von Gewichtsverlust

über Flehmen bis zu verminderter

Leistungsfähigkeit reichen, lassen sich

Magen geschwüre nur eindeutig über eine

Magenspiegelung diagnostizieren. Dieses

Verfahren hat den Vorteil, dass der Tierarzt

die Position des Geschwürs erkennen

kann – bei der Therapie spielt das nämlich

eine entscheidende Rolle. Tierärzte

unterscheiden hier zwischen Geschwüren

im oberen, drüsenfreien Bereich

der Magenschleimhaut (ESGD = Equine

Squamos Gastric Disease) und solchen

im unteren, drüsenreichen Teil (EGGD =

Equine Glandular Gastric Disease).

Aber eine Magenspiegelung ist aufwändig,

teuer und belastend fürs Pferd. Ein internationales

Forscherteam hat aktuell einen

Speicheltest entwickelt und erprobt,

mit dem sich Magengeschwüre aufdecken

lassen. Zwölf Pferde mit Magengeschwüren

und zehn gesunde Pferde hatten an

der Studie teilgenommen. Das Fazit der

Wissenschaftler: Bestimmte Proteine im

Speichel weisen nicht nur auf ein Magengeschwür

hin, die Proteine unterscheiden

sich auch so, dass Ärzte Rückschlüsse

ziehen können, ob es sich um EGGD oder

ESGD handelt. Bisher war es nur ein

Pilot projekt, aber weitere Untersuchungen

sollen folgen, damit in Zukunft diese

Speichelproteine als Biomarker für die

Diagnose und Kontrolle der Krankheit

genutzt werden können.

Flehmen ist eines

der vielen Symptome

bei Magengeschwüren.

Foto: slawik.com

Notizen

Sport Horse Welfare

Foundation

Das Wohlergehen von Sportpferden

steht im Fokus der

neu gegründeten Sport

Horse Welfare Foundation.

Mehr als 150 Pferdesportler

und -wissenschaftler arbeiten

mit Kooperationspartnern

wie der FN und der

Europäischen Reiterlichen

Vereinigung (EEF) an dem

Projekt, um einen wissenschaftlich

fundierten, ethischen

Leitfaden für die

Ausbildung und das Wohlergehen

von Sportpferden

festzulegen – in erster Linie

zum Schutz der Pferde, aber

auch zum Schutz und der

Verbesserung des Rufs des

Pferdesports.

Fohlen gezielt helfen

Das Bakterium Rhodococcus

equi, welches als Hauptursache

für schwere Lungenentzündungen

bei Fohlen

gilt, wird zunehmend zum

Problem. Amerikanische Forscher

vermerken eine rasche

Ausbreitung der Bakterien,

die zu hohen Tierarztkosten,

aber auch zum Tod des Fohlens

führen können. Schnelles

Handeln ist von entscheidender

Bedeutung, sodass

Tierärzte meist sofort spezielle

Antibiotika verabreichen

(Makrolid und Rifampin).

Das Problem: In den letzten

15 Jahren zeigte sich in

den USA, dass immer mehr

Rhodococcus equi resistent

gegen diese Wirkstoffe sind.

Forscher der University of

Georgia haben nun einen

PCR-Test entwickelt, mit dem

sowohl das Bakterium Rhodococcus

equi sicher nachgewiesen

werden kann, als

auch dessen Resistenzen ermittelt

werden können. So

können Fohlen schnell und

gezielt behandelt werden.

7/2022 St.GEORG 97


PFERDE & PRAXIS

Tipps & Trends

Spendenaktion

Die Reitsportmarke Equestrian Stockholm

möchte sich mit der gemeinnützigen Organisation

„We Ride Together“ stark machen

gegen sexuellen Missbrauch im Jugendsport.

Im Zuge dessen werden nun fünf Prozent

des Gewinns, den Equestrian Stockholm

mit den neuen Kollektionen Wild Rose

und Stone Blue macht, gespendet.

Die Dressurschabracke Wild Rose kostet

z. B. 85 Euro. equestrianstockholm.de

Spa für den Hänger

Wissen durch Testen

Nicht nur bei Antibiotika ist es gefährlich, wenn Bakterien im Körper aufgrund

von zu häufigen Therapien dagegen resistent werden. Ebenso verhält es sich mit

Wurmkuren bei Pferden. Sie enthalten Nervengifte, die in geringem Maße auch

auf das Tier wirken. Somit kann „blindes“ Entwurmen laut Vetevo zur Bildung von

Resistenzen beitragen. Der laut Vetevo bestenfalls quartalsweise durchgeführte

Wurmtest soll anzeigen, ob ein Befall vorliegt und dann auch die Wurmart ermitteln.

So soll die richtige Wurmkur gewählt und ganz gezielt eingesetzt werden

können. Zu haben ist der Wurmtest ab 24,75 Euro pro Quartal bei einer Bestellung

im Jahresabonnement für den Basic Wurmtest. vetevo.de

Das Pferd ist herausgeputzt,

die Stiefel stehen bereit, ja

sogar das „Reiterauto“ wurde

mal wieder gründlich ausgesaugt

und aufgeräumt: auf

zum Turnier! Aber irgendwas

war da noch … der Anhänger!

Der verdient es auch, von

außen zu glänzen. Dabei hilft

der Polycleaner von Saltisept.

Er reinigt neben allen Oberflächen

auch hartnäckige

Verschmutzungen. Die 1 Liter-

Flasche kostet 24,95 Euro.

saltisept.de

Gelenk-Gummi(s)

Knarrt es im Gebälk? Damit die Gelenke richtig funktionieren können, braucht es

genügend Gelenkschmiere, die sogenannte Synovia. Ist diese nicht viskos genug

oder fehlt gänzlich, können als Folge Überlastungen, Verletzungen und später

auch Arthritis, Knorpeldegenerationen und Arthrose auftreten. Geloren HA fördert

eine intakte Synovia. Die Würfel enthalten u. a. Hyaluronsäure und Kollagen, verzichten

auf den Zusatz von Zucker und können wie Leckerlies gefüttert werden.

Ein Eimer mit 90 Würfeln kostet 64,90 Euro. geloren-hyaluron-shop.de

98

St.GEORG

7/2022


Koch-Karotten gegen

Kotwasser

Leopard im Sattel

Nein, Ihr geliebter Vierbeiner wird nicht angefallen von

eingewanderten Raubtieren. Stattdessen bringt die

Reitmodenmarke LIAAMO mit einem Reithosengrip in

Leo-Muster ein neues, „tierisches gutes“ Design auf den

Markt. Die Reithose Florence FLC ist noch dazu atmungsaktiv

und besteht aus hochwertigen Materialien, die

Schmutz abweisen sollen. Applikationen an den Fronttaschen

machen Lust auf den Sommer. Erhältlich in den

Größen 34 bis 42 und den Farben weiß, navy und grau

zum Preis von 179 Euro.

liaamo-equestrian.com

Kotwasser ist ein Problem, das viele verschiedene

Ursachen haben kann und daher schwer zu

therapieren ist (s. S. 92). Helfen können sollen

jedoch gekochte Karotten! Dabei werden laut

Olewo nützliche Moleküle freigesetzt, die das

Kotwasser lindern. Bei Olewo sind die Karotten

bereits schonend gedämpft, ehe sie getrocknet

werden. Dadurch sollen alle wichtigen Nährstoffe

erhalten bleiben. Die Karottenflakes kosten im

3 Kilogramm-Sack 15 Euro. olewo.de

Gesund macht glücklich!

Gesunde Ernährung kann auch Spaß machen, das machen

Pferde uns Menschen doch immer wieder vor. Jedoch gibt

es auch für Pferde Futtermittel, die vor Zucker und schlechten

Inhaltsstoffen nur so strotzen. Nicht so die neuen

ATCOM CARElinis Leckerlies in der Geschmacksrichtung

Leinsamen und Karotten. Grundlage der Leckerlies ist eine

wohltuende Kombination aus Leinsamen, Karotten, Luzerne

und Rote Bete. Die CARElinis sind getreidefrei sowie frei von

anderen künstlichen Zusatzstoffen und kosten im ein Kilogramm-Beutel

6,90 Euro. atcomhorse.de

Come fly with(out) me,

let‘s fly, let‘s fly away ...

Wenn es sich die Insekten nach Ankunft auf der

Pferdehaut nochmal anders überlegen und das

Weite suchen, könnte das Tam Tam Vet von leovet

zu verdanken sein! Das Mittel mit den Wirkstoffen

Geraniumöl und Eukalyptus-Citriodoraöl leistet

effektive Abwehr gegen unliebsame Flugobjekte.

Erhältlich als 500 Milliliter-Sprühflasche (21,75

Euro) oder als Intensiv-Gel mit Schwamm im 500

Gramm-Eimer (19,75 Euro). leovet.de

Zwei in eins

Wer sich einmal damit beschäftigt hat, weiß,

dass die guten Eigenschaften von Tierfellen

nur direkt auf dem Pferderücken zum Tragen

kommen. Deshalb hat L´Evoine das Fell

direkt unter der Schabracke angebracht,

in diesem Fall Alpaka-Vlies! Und das Beste?

Kein Tier wird dafür getötet, sondern lediglich

zweimal im Jahr geschoren. Nachhaltigkeit:

1+! Die Dressurschabracke in kornblumenblau

kostet 195 Euro. levoine.com

Insekten-Stop-Schild

Auch für empfindlichste Hauttypen wie Ekzemer

geeignet ist der RP1 Insekten-Stop

Sensitiv von Stiefel, denn der Insektenschutz

enthält keinen Alkohol. Der Wirkstoff

Saltidin® im RP1 ist

praktisch geruchslos und

sehr gut hautverträglich.

Daher kann es der Reiter

problemlos auch bei sich

selbst anwenden. Preis:

17,90 Euro für 500 Milliliter

in der Sprühflasche, auch

als Gel erhältlich zum gezielten

Auftragen am Kopf

und weiteren sensiblen

Körperpartien.

stiefel.store

Sehr zum Wohle!

Bestehen bei der Verdauung des Pferdes

Probleme wie Kotwasser, kann der Darmwohltrank

von Freshfield‘s Unterstützung

leisten, den Stoffwechsel wieder zu regulieren.

Möglich machen

das die natürlichen

Wirkstoffe aus u.a. Blutwurz,

Heidelbeerblättern,

Gänsefingerkraut

und Beifuß, grünem

Tee, Salbei, Karotte und

Honigkraut. Sie sollen

die Darmflora effektiv

stabilisieren. Die 1 Liter-

Flasche mit praktischer

Dosierhilfe kostet 17,99

Euro. equiva.com

7/2022 St.GEORG 99


Hufgetrappel mitten in

der Innenstadt? Selten ist

das eine Hochzeitskutsche.

Viel häufiger hat es einen

anderen Grund: Die Polizeireiter

sind wieder mit ihren

Pferden unterwegs! Wie

die Polizisten leisten auch

Polizeipferde einen Beitrag

für die Sicherheit im

Zusammenleben von uns

Menschen. Die Wirkung

von Polizeipferden auf

Menschen ist dabei ganz

erstaunlich – auch dann,

wenn diese Menschen

vorrangig gar nichts mit

Pferden zu tun haben und

sie auch nicht unbedingt

verstehen! Wir haben

die Polizeireiterstaffel

Hamburg begleitet und

spannende Einblicke in die

Arbeit der vierbeinigen

Helfer bekommen. Mehr

darüber lest ihr hier!

Eure Gloria

Wenn es brenzlig wird,

sind sie da

Polizeipferde wirken deeskalierend und mit ihnen können

Polizisten große Menschenmengen überblicken. Damit

sind sie ein wichtiger Pfeiler für die Arbeit der Polizei

E

in sonniger Montagnachmittag,

der

Wind rauscht durch

die Bäume am Hamburger

Volkspark, die Sonne

scheint. Doch die Stimmung

ist angespannt. Der HSV

spielt ein wichtiges Fußballspiel

gegen den Verein

Hertha BSC. Für die Hamburger

Fans geht es darum,

ob ihr Verein von der 2.

wieder den Sprung zurück

in die 1. Bundesliga schafft!

Das bedeutet Arbeit für

Dörte Thies. Sie ist Polizeihauptkommissarin,

aber

auf einem ganz besonderen

Gebiet. Sie leitet die Polizeireiterstaffel

in Hamburg.

Die zehn vierbeinigen und

elf zweibeinigen Kollegen

von Dörte Thies werden vor

allem bei Großveranstaltungen

wie Fußballspielen oder

Demonstrationen gerufen.

Bei dem Fußballspiel HSV

gegen Hertha BSC geht es

vor allem um eins: „Wir wollen

vermeiden, dass Fans

der Mannschaften aufeinander

treffen“, erklärt Dörte

Thies. Denn im Fußball

Die Polizeireiterstaffel

vor ihrem

Einsatzgebiet, dem

Volksparkstadion.

Die „Einsatztrense“

wird erst als Halfter

benutzt und dann

umfunktioniert.

mögen sich die Kontrahenten

nicht sehr gerne! Und

das ist eigentlich noch nett

ausgedrückt.

Wenn die Fans voller

Emotionen sind, kann es zu

Handgreiflichkeiten zwischen

den Lagern kommen.

An diesem Montag geht es

jedoch um richtig was, weiß

Dörte Thies: „Man ist heute

anders angespannt als

sonst, denn Hertha und der

HSV sind absolute Feinde.“

Umso wichtiger ist es, dass

sie sich auf ihre vierbeinigen

Kollegen verlassen

kann.


Fotos: St.GEORG

„Störer“ simulieren den

Einsatz, die Polizeipferde

drängen sie zurück.

Arbeitskleidung: Schienbeinschoner,

Körperschutz, Sicherheitsschuhe!

Wenn es nicht auf Streife oder in den

Einsatz geht, werden die Polizeipferde

zu Hause fit gehalten.

Vom Leichten

zum Schwierigen

Und das kann sie, denn ihre

Polizeipferde sind super

im Training. Sie haben

viel Ausdauer und eine gut

ausgeprägte Muskulatur.

Denn neben ihren Reitern,

die auch schwere Sicherheitskleidung

tragen, hängt

noch weiteres Equipment

am Sattel. „Ein Sicherheitshelm,

falls es mal eskaliert,

ein Schlagstock, eine Gerte,

und vorne Schreibmaterial

und ein großes Pfefferspray.

An Ausrüstung kommen so

nochmal 20 bis 25 Kilogramm

hinzu“, betont Dörte

Thies. Um all das tragen zu

können, steht für die Polizeipferde

Zuhause regelmäßig

Dressurarbeit auf dem

Plan. So bilden die Pferde

Muskeln, die sie für die Einsätze

brauchen – denn die

dauern bis zu fünf Stunden!

Polizeipferd zu sein, ist

nicht für jedes Pferd etwas.

Das zeigen die hünenhaften

Beamten auf vier Hufen in

Hamburg in ihren Einsätzen

eindrucksvoll. Deshalb

werden sie von Dörte Thies

genau unter die Lupe genommen,

wenn sie auf der

Suche nach einem neuen

Pferd für ihre Truppe ist:

„Unsere Pferde sind allesamt

Wallache, bestenfalls über

1,70 Meter groß und vor allem

gesund.“ Auch geritten

müssen die Pferde sein. Die

weitere Ausbildung zum

Polizeipferd dauert dann bis

zu zwei Jahre.

Nur die Routine und

regelmäßige Übungen zu

Hause gewährleisten, dass

die Pferde sich in trubeligen

Einsätzen wohlfühlen. „Die

Pferde sollen immer gewinnen“,

so Dörte Thies, sie sollen

immer mit einem guten

Gefühl wieder nach Hause

fahren. Deshalb setzt das

Training sehr darauf, das

Selbstbewusstsein der Pferde

zu stärken. „Im Training,

wie auch bei den Einsätzen

später, beginnen wir immer

mit etwas Leichtem, ehe wir

schwierigere Aufgaben an

die Pferde stellen“, erklärt

die Polizeihauptkommissarin.

Nach dem Lösen und

Gymnastizieren der Pferde

folgt an einem Übungstag

die Simulation eines Einsatzes.

Mehrere Freiwillige

treten als „Störer“ auf und

testen die Grenzen der Pferde.

Mit laut klappernden

Dosen, wehenden Fahnen

gehen die sie jubelnd auf

die Pferde zu, bis Dörte

Thies das Zeichen gibt, dass

die Reiter ihre Pferde losmarschieren

lassen sollen.

Daraufhin drehen sich die

Störer um und gehen von

den Pferden weg, lassen

sich also „treiben“. „So

werden die Pferde selbstbewusster

und bekommen

mehr Selbstvertrauen“, erklärt

Dörte Thies.

Der Einsatz

Vor dem HSV-Spiel warten

acht Pferde auf ihren

Einsatz. Dörte Thies ist

über ein Funkgerät mit

ihren Kollegen von der

Polizei verbunden. Sobald

die Reiterstaffel gebraucht

wird, bekommt sie über

ihren „Knopf im Ohr“ Bescheid.

Schnell wird in die

„Einsatztrense“ das Gebiss

eingeschnallt, und dann

wird aufgestiegen.

Meist muss die Polizeireiterstaffel

zwei Fan-Gruppen

voneinander

trennen. Dazu

bilden die Pferde

eine Mauer

und drängen

eine Seite zurück.

„Wir werden dann

auch schon mal

mit Steinen beworfen“,

erzählt Dörte Thies. Seltener

versuchen die Fans, die

Pferde zu treffen. „Trotzdem

ist es für die Pferde

schlecht, denn die Steine

fallen herunter und vielleicht

auf oder direkt neben

sie.“ Meist jedoch wirken

die großen Tiere deeskalierend,

Fans oder Demonstranten

verhalten sich weniger

stürmisch, weiß Dörte

Thies aus Erfahrung. Zum

Glück kommt es an diesem

Montag zu keinerlei gefährlichen

Situationen. Der HSV

verliert das Spiel und steigt

nicht in die Bundesliga auf.

Gelassen gehen die Pferde

zurück auf die Anhänger

und genießen tags darauf

ihren wohlverdienten freien

Tag auf der Weide.

Gloria Lucie Alter

Früher musste man

noch das Bronzene Reitabzeichen

(heute RA5) haben, um sich (als bereits

ausgebildeter Polizist!) bei Dörte Thies

bewerben zu können. Das wurde geändert.

Sie guckt nun eher darauf, wie

sicher die Polizisten auf dem Pferd

sitzen.

Dörte Thies

St.GEORG


Foto: Oliver Borchert

PICKNICK IM LANDGESTÜT

REDEFIN

Einen erlebnisreichen Tag in einer ganz

besonderen Kulisse könnt ihr am 2. Juli

in Mecklenburg-Vorpommern verbringen.

Dort veranstaltet das Landgestüt

Redefin ein tolles Programm für Groß

und Klein! Los geht es mittags mit einem

gemütlichen Picknick im Park. Von

13 bis 15 Uhr könnt ihr dann auf Ponys steigen und das Geschehen vom

Ponyrücken aus erleben! Ab 15 Uhr gibt es außerdem eine Pferdeshow

zu bestaunen. Das Abendprogramm besteht aus einem Sinfoniekonzert

in der Reithalle. Sicher einen Besuch wert! landgestuet-redefin.de

DIE NEBEL VON WALHALLA

Alessa ist wie verzaubert, als sie zum ersten

Mal auf Courage trifft. Alessas Cousine

Nell findet in dem Rennpferd Blitz ihre

perfekte Ergänzung. Kein Wunder, eröffnet

ihnen schon bald die Besitzerin des Hofs:

Die Mädchen wurden von den uralten

Walküre-Pferden auserwählt. Und erleben

gemeinsam mit Freundin Feeja schon bald

die ersten Gefahren

aus der Unterwelt …

WAS DIE SK ALA DER AUSBILDUNG IST?

Band 1, Die Nebel

von Walhalla, Barbara

Schinko, Coppenrath

Verlag, 239 Seiten, ab

10 Jahren, ISBN 978-3-

649-64164-3

Foto: coppenrath.de

Die Piaffe ist eine Lektion in

höchster Versammlung.

Foto: toffi-images.de

In der klassischen Ausbildung eines Pferdes soll

sich jeder Reiter an der Skala der Ausbildung

orientieren. Sie besteht aus sechs Punkten,

die sich gegenseitig beeinflussen. Es folgt

also nicht Schritt auf Schritt, sondern häufig

entwickelt sich das Reitpferd während seiner

Ausbildung in mehreren Bereichen gleichzeitig

weiter. Dennoch gibt es eine Basis, die aus zwei

Punkten der Skala der Ausbildung besteht:

Das sind der Takt und die Losgelassenheit. Sie

sollen in der „Gewöhnungsphase“ entwickelt

werden, also wenn das Pferd noch ganz am Anfang

seiner Ausbildung steht! Mit zunehmender

Durchlässigkeit arbeiten Ausbilder dann

mit dem Pferd an der Anlehnung bis hin zum

Schwung, der Geraderichtung und schließlich

der Versammlung. Ziel ist ein gesundes,

gehorsames und motiviertes Pferd. Lest in den

nächsten Ausgaben von Georgie mehr über die

Punkte der Skala der Ausbildung!

Foto: toffi-images.de

Was bin ich?

Ich kann schmal, breit oder unregelmäßig

sein und bilde eine Linie von der Stirn bis zum

Pferde maul. So sieht jedes Pferd einzigartig aus!

DER GEWINN: Mit dem Bense & Eicke

StarFinish in der Unicorn Edition stylst

du deinem Pferd im Nu Mähne und

Schweif und machst diese leicht

kämmbar. Das Spray gibt einen tollen

Glanz und wirkt über mehrere Tage

staub- und schmutzabweisend. Mit

den leckeren Himbeer happies in der

Unicorn Edition kannst du dein Pferd

belohnen und die PinkPearl ist die

perfekte Alltagshilfe im Stall!

bense-eicke.de

Fotos: bense-eicke.de

Schreibt das Lösungswort auf eine

Post karte und schickt diese an:

Jahr Media,

Re da k tion St.GEORG,

Stichwort: GEORGIE-Rätsel,

Jürgen-Töpfer-Straße 48,

22763 Hamburg

Oder noch besser: Malt oder

fotografiert die Lösung. Eure Bilder

könnt ihr entweder per Post an die

obige Adresse schicken oder per

E-Mail an: georgie@st-georg.de

EINSENDE SCHLUSS:

20. Juli 2022

Das Lösungswort aus

Georgie 05/2022: FLIEGENMASKE.

Das Leckerlie-Paket von Stassek

gewinnen C. Mewis, A. Kalisz und

T. Dudszus, der USG-Helm geht an

A. Marx. Herzlichen Glückwunsch!

LÖSUNG:


Habt ihr einen tollen Ausritt gemacht? Oder

zeichnet ihr gerne euer Lieblingspony? Vielleicht

hattet ihr auch einen ganz besonderen Moment

mit eurem Pferd erlebt, den ihr Georgie zeigen

wollt? Dann nehmt doch an unserem Foto-Wettbewerb

mit USG teil!

Wir suchen

jeden

Monat euer

schönstes

Pferdebild!

Training oder Turnier?

Alles ist möglich mit den

bequemen und schicken

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aus glattem Synthetik-Material und sind ganz einfach zu

reinigen. Durch den Einsatz von Lack sind sie außerdem ein

echter Hingucker! Damit seid ihr bestens gewappnet für den

nächsten Ritt auf dem Rücken eures Lieblings. Erhältlich in

den Größen XXS bis XXL. usg-reitsport.de

Anna Kalisz hat uns

das Lösungswort

kreativ gebastelt.

Klasse!

Foto: USG

Name: Carlotta Merschformann (14)

Disziplin: Springen

Reiterliche Laufbahn: „Als ich noch ganz klein war,

durfte ich schon vorne bei meiner Mutter mit auf dem

Pferd sitzen. Dann habe ich auf einem Pony meines

Onkels reiten gelernt und meine ersten Führzügelwettbewerbe

geritten. Das Pony Cool Dance WE war mein

Lehrmeister im Springen und hat mir alles super beigebracht:

dass ich dran sitzen muss, aber auch dass er mir

Sicherheit gibt. 2019 bekam ich dann Black Pearl – ein

echter Glückstreffer! Und 2020 war mir langweilig, als

Corona losging. Da habe ich meinen Vater gefragt, ob ich

noch etwas helfen kann. Und so kam ich zu Conny, die

mein Vater selbst ausgebildet hat. Sie darf ich seit 2021

auf Turnieren reiten.“

Lieblingspferd: „Es sind beides meine Lieblinge. Conny,

weil wir beide den gleichen Charakter haben: Wir sind

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Leslie Merschformann.“

Vorbild: „Mein Vater ist schon ein sehr großes Vorbild

für mich, weil er das mit seinen jungen Pferden so ruhig

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Hobbys: „Wenig, weil Reiten schon sehr viel Zeit einnimmt

bei uns. Aber manchmal mache ich mir einen

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Stell dir vor, es ist Turnier

und keiner geht hin

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Veranstalter haben inzwischen Mühe, genügend Nennungen zu

bekommen, damit sich der Aufwand lohnt. Events müssen abgesagt

werden. Die Corona-Zwangspause könnte ein Grund sein,

dass die Turnierbegeisterung nachgelassen hat. Aber vielleicht ist

es auch die deutsche Bürokratie? Oder Aufwand und Kosten? Die

Ansprüche der Reiter wachsen, das Prüfungsangebot passt nicht

immer. Wohin entwickelt sich der Turniersport? Was muss geschehen?

Danish Power Girl

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REPORTAGE Sie ist Dänemarks Vorzeigereiterin im Dressurviereck:

Cathrine Dufour – auf Juniorenpferd Cassidy kam sie in die

Weltspitze und mit Bohemian (oder Vamos Amigos) ist sie jetzt

eine Aspirantin auf den Weltmeisteritel. Cathrine macht ihr Ding!

Heiratsantrag auf der Stallgasse, schwitzen im Fitnessstudio

und mit ihrer Frau einen eigenen Ausbildungsstall nördlich von

Kopenhagen betreiben – wir wollten mehr über die 30-Jährige

und ihr Leben erfahren und haben sie besucht.


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Fahrer-

Verbandes

06.01.22 17:06

Mi teilungen

des Deutschen

Reiter- und

Fahrer-

Verbandes

Weltmeisterschaft

2022

Foto: toffi-images.de

Mit Rhythmus

zum Erfolg

REITEN Gerade zu Beginn der

Springkarriere ist eins ganz

besonders wichtig: einen

guten Rhythmus im Parcours zu

haben. Daran arbeitete Isabell

Marie Sandmann als Gewinnerin

des Pikeur Talents Clubs mit

Trainerin Meredith Michaels-

Beerbaum intensiv. Lesen Sie

Tipps zur reiterlichen Einwirkung

beim Aufwärmen eines

Springpferdes und im Parcours.

SPORT Anfang August blickt

die Reitsportwelt aufs dänische

Herning, Austragungsort der Weltmeisterschaften

in Dressur und

Springen, der Paras und Voltigierer.

Unsere große Extra-WM-Beilage

bietet alles auf einen Blick: Zeitpläne,

Reglements, Reiterinnen

und Reiter, Teams und Favoriten,

Insider-Tipps sowie Hintergründe.

Foto: tofi-images.de

Außerdem

MEDIZIN Wenn am Sprunggelenkshöcker

durch zu

wenig Einstreu oder nach

einem Anschlagen in der

Box ein wenig Fell oder

sogar Haut fehlt, sieht das

meistens nicht so schlimm

aus. Schließlich ist die Stelle

meist winzig klein und blutet

nicht einmal. Eine Fehleinschätzung

mit teilweise

verheerenden Folgen!

Ein Tierarzt klärt auf, wie

Pferdebesitzer bei Wunden

am Sprunggelenkshöcker

richtig handeln und so ihr

Pferd vor schweren Entzündungen,

Geschwüren,

Fieber und Lahmheit bewahren.

Denn bei manchen

Pferden ufert das Geschwür

dermaßen aus, dass ein Einschläfern

im Raum steht.

Foto: privat

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St.GEORG 2/2022 Special: Darm und Immunsystem ◆ Reiten: Fliegende Galoppwechsel ◆ Reportage: Besuch beim CHI Genf ◆ Ratgeber: Stallhygiene im Winter

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Der Trick mit

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Wichtige Basislektionen für

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Wie lösen wir das

Wolfsproblem?

Ponys und Fohlen müssen

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Fünf Tipps von Reitmeister

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So bleibt Ihr Pferd auch im

Winter im Sta l gesund

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FUSSNOTE

Familienausflug

Geschichten von Don Hitmeyer und Co.

Neue Nachbarn sind schön. Ich habe einen neuen,

gefühlt sind es aber eher zehn. Nun passt natürlich

in die Box nur ein Pferd. Aber dieses Pferd,

„Klosi“, hat eine große Anzahl von, nennen wir

es mal, Betreuenden. Sprich, wenn jemand zu

Klosi kommt, dann sind es nicht die schlurfenden Schritte

eines Reitmenschen, die sein Kommen ankündigen. Nein, es

kommt gleich die gesamte Reitmenschheit. Irgendwo muss

Klosi eine Klausel in seinem Vertrag unterschrieben haben,

die besagt, dass er die Box nicht verlässt, wenn nicht mindestens

fünf Menschen vor selbiger stehen und auf ihn einreden.

Wie heißt das? „Und die Chöre sing’n für dich“. Da kann ich

nur sagen: „Ooooh, oh, oh, oh, oh, oh, ohoooooo“.

Diejenigen, die ihn da besuchen,

würden jeden Meinungsforscher

in Verzückung

geraten lassen. Ein

Spiegel der Gesellschaft.

Groß und klein, dick und

dünn, alt und jung. Und: laut!

Richtig laut! Jörg Schönenborn

– übernehmen Sie. Stellen

Sie die Sonntagsfrage.

Sofort. Unverzüglich! Fragen

Sie: Wenn morgen Reitunterricht

wäre, mit wie viel

Menschen würden Sie dann

den Stall fluten?“ Antwort:

„Die Anhänger von Klosi

würden mit mehr als einer

Zwei-Drittel-Mehrheit sagen,

mindestens sieben, besser

zweistellig.“ Und der Reitstalltrend?

„Hier muss man

zwischen Beteiligten, indirekt

Beteiligten und nicht

Beteiligten unterscheiden.

Die Beteiligten, hier konkret

Klosi, sprechen sich mit runden

100 Prozent für Begleitung

zwischen sieben und 15 Personen aus. Bei allen anderen

sieht das Bild deutlich anders aus. 36 Prozent sagen, sie täten

so, als würden sie Heu kauen. 14 Prozent geben zu, es schon

einmal mit Schnappen versucht zu haben. Und der hohe Prozentsatz

von 73 Prozent aller nicht Beteiligten gibt zu, einen

gezielten Tritt schon in Erwägung gezogen zu haben.“

Ich komme nicht umhin festzustellen: Ich bin Mr. 73 Prozent.

Ich bin Vegetarier, aber wenn drei der „lieben Kleinen“

– so flötet ihre Mutter stets im schrillen Sopran – lärmend in

den Stall rennen, werde ich zum Flexitarier. „Mamaaaaa, die

Kim Cheyenne hat Scheiße gesagt.“ „Nee habe ich gar nicht,

aber die Jasmin Genoveva hat mich geschubst.“ Darauf die

Mamaaaaa: „Henry Eusebius, kannst du bitte darauf achten,

dass deine Schwestern sich benehmen? Henry? Henryyyy?“

Wenn Henryyyy dann zu seiner Mamaaaaa kommt und heult,

dass die Katze, die er am Schwanz gepackt hatte, ihn im Gesicht

gekratzt hat, denke ich dass ich ja vielleicht mal Kim

Cheyenne beißen sollte. Einfach, um mal ein Exempel zu

statuieren. Ein Gedanke, den ich deshalb sofort wieder verwerfe,

weil der ja immerhin schon dreistimmige Chorgesang

– „Mamaaaa“, „Henryyyy“, „heul, schluchz, flenn“ jäh übertönt

wird. „Mamaaaaa, ich muss mal Pipiiiii!“ Das ist entweder

Ben Berthold oder Jean Jerôme Jakob. Sie sind Zwillinge.

Einer von beiden verspürt also ein dringendes Bedürfnis.

„Dann geh doch bitte zum Klo, Schatzi“, trällert Mama in einem

Solopart. Der Chor geht in ein einstimmiges, stetig lauter

werdendes „Benny ist ein Pisser, Benny ist ein Pisser“ über.

Aus dem Held in Bedrängnis bricht es heraus: „Das schaffe

ich nicht meeeehr!“ Tja und

dann bricht es aus ihm auch

unten herum heraus. Der

Chor verstummt kurz. Dann

Fortissimo: „Iiiiiiiiiih!“

Der spitze Schrei ruft Jean

Jerôme Jakob auf den Plan.

In die Atempause zwischen

„Iiiiiiiih“ und „Benny, du Ferkel!“,

platziert er ein: „Ich

hab Hunger!“ Darauf Mamaaaaa:

„Geh zu Papa, der

hat noch einen Müsliriegel.“

Das dreifache J guckt unwirsch.

„Müsli …“ und mitten

im „i“ dann – welch dramaturgische

Meisterleistung! –

guckt er auf die Pfütze rund

um die Beine seines Gleichgeborenen.

Das verhaltene

Müsli-i verwandelt sich blitzartig

in ein Brüll-i, das sich

gewaschen hat. „Iiiiiiiiiiiiih“.

Mamaaaa, verzweifelt,

bricht als tragische Heldin

in Tränen aus. Der Chor

stimmt ein. Das dreifache J

ist mittlerweile verstummt. Ich gebe ihm einen motivierenden

Anstupser mit der Nase. Jean Jerôme Jakob kippt nach

vorne, schlägt sich die Knie auf und übertönt nun den Iiiiiiiih-Chor.

„Das Pferd ist böse, das Pferd wollte mich umbringen.“

Dann guckt er auf seine blutigen Knie. Pause. Luftholen.

Finale: „Mamaaaaaaaa“. Die reagiert nicht weniger laut:

„Karl Geeeeeooooooorg! Komm häääär, schnäähääääll!“ Auftritt

Karl Georg, der einzige ohne Tränen im Auge. „Und? Wo

ist die Spinne?“ Der Chor daraufhin im Wut-Stakkato. „Nein.

Dort. Der da. Ein Untier. Eine Bestie. Ein Killer.“ Ich schaue

interessiert in die Stallgasse. Erst dann realisiere ich, dass sie

wohl mich meinen. Zu viel der Ehre. Die Familie macht sich

davon. Zurück bleibt ein feuchter Fleck auf der Stallgasse und

ein Heu kauender Klosi. „Warum eigentlich Klosi?“ „Vollständig

heiße ich Close your ears and think of England.“

114

St.GEORG

7/2022


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und

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2022

Dressurreiterin Dorothee Schneider auf Erfolgskurs

– Vier Siege, davon der Sieg in der

Grand Prix Kür CDI5* heute, dem Preis der

Fundis Reitsport GmbH – eine erfolgreiche

Bilanz für das Wochenende in Riem (Foto:

Hubert Fischer)

Andrina Suter hat am Sonntag mit Del

Suter in der Finalprüfung zum NÜRNBERGER

BURG-POKAL den Sieg geholt.

(Foto: Hubert Fischer)

Auf 5*-Niveau tanzten der Vierbeiner

Dante Weltino OLD durch die Gut Wettlkam

Dressurarena und bot mit seiner

Schwedischen Reiterin Therese Nilshagen

einen fantastischen Ritt nach dem anderen.

(Foto: Hubert Fischer)

Isabell Werth mit Emilio durften wir auch

wieder in München Riem begrüßen. Hier

als Gewinnerpaar des CDI3* Grand Prix

am Donnerstag.

(Foto: Hubert Fischer)

David Will – Sieger des Großen Preises von

Bayern präsentiert von Hirmer Hospitality –

Preis des Bayerischen Staatsministeriums für

Landwirtschaft, Ernährung und Forsten und

somit gleichzeitig Sieger der 2. Etappe der

BEMER Riders Tour. (Foto: Buerstätte)

Der Bayer Michael Viehweg gewinnt das

CSI2*, Preis der tfm Wohnbau GmbH &

Co. KG am Donnerstag mit Cartal

Nachwuchsreiter Lucas Wenz mit Jegonda

gewinnen das Abschlussspringen der

Pferd International München, CSI1* Preis

von CWD Deutschland

Welcome Abend – Die Moderatorinnen

Sonja Zietlow (links) und Nina Eichinger

(rechts) mit Gastgeber Jürgen Blum.

(Foto: Michael Tinnefeldt)

Claus Luber gehört mit seinen Haflingern

schon fast zum Inventar. Er ist Publikumgsliebling

mit seinen blonden Südtirolern im

Showprogramm. (Foto: Petra Hapke)

Speed Trail bei den Workern – spannend für

Publikum, Pferd und Reiter – Diana Wader

mit dem Lusitano Encantador da Caniceir.

(Foto: Petra aok)

Donnerstags entwickelt sich die Olympia-

Reithalle in einen Stimmungsmagneten.

Dank der Voltigierer, die ordentlich einheizen,

hier das Team Allgäu Illertal I.

(Foto: klickvolti)

Deutsche Meisterschaft Para-Dressur präsentiert

von der MEGGLE Gruppe – die Bayerin

Julia Porzelt ging in Grade II mit ihrem

Pferd Bruno an den Start.

(Foto: Buerstätte)

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