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VerbandsNachrichten 2 I 2022

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VerbandsNachrichten

02 | 2022

75 Jahre Steuerberater-

Verband Köln

Köln – Eine Bezirksstelle

des Düsseldorfer

Kollegialverbandes?

Wahlen zum Beirat

der WPK

Gespräch Präsident

Hagemeister mit WPK-

Beiratsvorsitzer

Dr. Ellerich

Steueraufkommen versus

Staatsverschuldung

seit 1950

Schere klafft seit 1970

immer weiter auseinander


VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Aus dem Verbandsleben

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VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Editorial

// Editorial

Präsident

StB/WP Dipl.-Kfm. Gero Hagemeister, Bonn

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

sehr geehrte Damen und Herren,

während uns aus dem Krieg in der Ukraine

weiterhin täglich neue Schreckensmeldungen

erreichen, wird in unseren Landen

bedauerlicherweise darüber gestritten, in

welchem Umfang wir helfen müssen. Es

sollte für uns alle klar sein, dass wir an der

Seite der völkerrechtswidrig angegriffenen

Ukrainer stehen und ihnen nach unseren

besten Kräften helfen, ihre und damit

auch unsere Freiheit zu verteidigen.

Wir haben demgegenüber hierzulande

das große Glück, uns mit Fragen des

beruflichen Alltags befassen zu dürfen. Zu

meiner Freude habe ich die Ehre, den Verband

in sein 75-jähriges Bestehen führen

zu dürfen. Unsere VerbandsNachrichten

stehen in diesem Jahr schwerpunktmäßig

unter diesem Jubiläum. Im Innenteil

finden Sie unter anderem einen Rückblick

auf die Anfangsjahre des Verbandes. Heute

kann man sich kaum mehr vorstellen, dass

man damals, wobei der Verband behilflich

war, Telefone und Schreibmaterial

beantragen musste. Das gehört gottlob

der Geschichte an.

Unseren Gruppenvertrag mit HDI jedoch,

den wir schon im Jahre 1962 – seinerzeit

mit dem Hause Gerling – abgeschlossen

haben, führen wir bis heute fort.

Seit seinem Bestehen legt der Verband

großen Wert auf ein aktives Verbandsleben.

Dieses haben wir in den vergangenen

Jahren unter anderem mit der Etablierung

einer After-Work-Party gestärkt, die vor

kurzem wieder stattfinden konnte und

großen Zulauf gefunden hat.

Unsere Arbeit in den Verbandsbezirken

und in den Arbeitskreisen wollen wir

ebenfalls weiter verstärken. Im Innenteil

unseres Magazins finden Sie einige ausführliche

Berichte, die Ihnen sicherlich Lust

machen werden, sich selbst einzubringen

oder einfach nur mitzumachen.

Einen großen Erfolg, über den wir Sie

im Einzelnen per E-Mail etc. informiert

haben, hat die Verbändegemeinschaft in

der Fristenfrage erreicht. Das Fristenthema

hat, wie sie insbesondere der Berichterstattung

über die Arbeit des DStV entnehmen

können, immer und immer wieder auf

der Agenda gestanden. Im Ergebnis darf

man gerade an dieser Stelle sagen: Die

Verbandsarbeit und damit auch Ihre Verbandmitgliedschaft

haben sich gelohnt!

Der Steuerberater-Verband Köln bietet

von jeher auch Angehörigen der Prüfenden

Berufe eine Heimat. Aktuell stehen

Wahlen zum Beirat der WPK an. Die Vielfältigkeit

unserer WP-Praxen muss unbedingt

erhalten bleiben. Daher empfehle

ich den Kolleginnen und Kollegen, an der

Wahl teilzunehmen und die „Dörschell“-

Liste (WP) bzw. Liste „Ingrid Menges“ (vBP)

zu wählen. Denn nur dies garantiert, dass

auch kleine und kleine mittelständische

WP-Praxen eine Stimme haben.

Unser diesjähriges Sommerfest findet mit

einem völlig neuen Konzept am 17. August

statt. Es würde mich freuen, möglichst

viele von Ihnen dort begrüßen zu können.

Bitte merken Sie sich diesen Termin ebenso

wie den 16. November vor; dann werden

wir unser 75-jähriges Bestehen ausgiebig

in würdigem Rahmen feiern.

Mit freundlichen, kollegialen Grüßen

StB/WP Gero Hagemeister

- Präsident -

3


VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Inhalt

// Inhalt

7

Editorial

Aus dem Verbandsleben

Wichtige Termine

26

26

Kompetente Ansprechpartner und kollegiale

Foren – die Arbeitskreise des Verbandes

Der Arbeitskreis „Gemeinnützigkeit und

Vereine“ stellt sich vor

8

10

11

12

13

75 Jahre Verband Köln: Rückblick auf die Anfangsjahre

75 Jahre Verband: Köln – Eine Bezirksstelle des

Düsseldorfer Kollegialverbandes?

Gruppenvertrag mit HDI seit 1962

Gehalts- und Praxiskostenumfrage 2022

Social Media Kanäle des Verbandes

27

28

Aktivitäten und geplante Termine der Bezirke

und Arbeitskreise

Aus der Arbeit von DStV und DStI

Vor Ort und vor den Bildschirmen – Deutscher

Steuerberatertag in Dresden geht hybrid

14

40 Jahre LAG Köln – Festschriftbeitrag des

Steuerberater-Verbandes Köln

14

Hybrid-Steuerberaterlehrgang der Akademie

wieder ausgebucht

9. – 11. Oktober 2022 | www.steuerberatertag.de

30

Bundesfinanzminister Lindner empfängt

DStV-Präsidenten Lüth

31

DStV-Präsident Lüth im Austausch mit dem

Staatssekretär im BMWK Sven Giegold

14

31

32

DStV-Präsident Lüth im Gespräch mit

Spitzenvertretern des Finanzausschusses des

Bundestags

Abgabefristen für Steuererklärungen: Weitreichende

Fristenentzerrung kommt

15

16

16

18

Arbeitgebersiegel 2022 und 2023 –

Rückblick und Ausblicke

Systembegutachtung geschafft!

Rügener Steuerfachtage

Pressearbeit im ersten Quartal 2022

32

33

33

34

Geplanter Hinweisgeberschutz: DStV warnt vor

Zwei-Klassen-Steuerberatung

Sitzung des Rechts- und Berufsrechtsausschusses

Die Zinsreform nimmt Gestalt an

Verfassungsmäßigkeit der Verlustabzugsbeschränkung

des § 8c KStG auf dem Prüfstand

21

21

Endlich wieder: After-Work-Party

im „ANNO 1858“

Bezirksvorständekonferenz

35

36

Finanzverwaltung für die Zukunft

Erweiterte Gewerbesteuerkürzung:

DStV nimmt Stellung zum BMF-Entwurf

22

Umfrage zu GmbH-Geschäftsführer-Gehältern

37

Der DStV stellt sich vor

23

Kanzleiportrait

39

DStV-News 06/2022

24

EDV-Arbeitskreis

39

Eingaben und Stellungnahmen

24

50. Aachener Stammtisch wird zum

eindrucksvollen Ausflug

40

Verbändeforum IT tagte in Berlin unter

neuem Vorsitz

4


VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Inhalt

42

44

Sonstige Berufsorganisationen

DATEV: Nachhaltiges Wachstum

Jobportal der Freien Berufe für geflüchtete

Ukrainerinnen und Ukrainer

57

58

E-Invoicing: DStV fordert Datensicherheit bei

Übermittlung von EU-Meldepflichten

Vorschläge der EU-Kommission zum

Missbrauch von Briefkastenfirmen und

zum Reverse-Charge-Verfahren

46

48

Aktuelles Steuer- und Beihilfenrecht

Gesamtsteueraufkommen versus

Staatsverschuldung in Deutschland seit 1950

Grundsteuer – der Countdown läuft

58

59

EU soll globale Maßstäbe bei der Nutzung

von künstlicher Intelligenz setzen

DORA stärkt Widerstandskraft von europäischen

Finanzunternehmen gegen IT-Risiken

48

49

Steuerliche Erleichterungen zur Unterstützung der

vom Krieg in der Ukraine Geschädigten

Startschuss: Portal für die Schlussabrechnung

der Coronahilfen freigeschaltet

60

Allgemeine Rechtsfragen

VBG-Gefahrtarif: Informationen zum

neuen Vorschussverfahren 2022

50

50

Überbrückungshilfe und Neustarthilfe bis Ende Juni

verlängert

StBVV: Einheitlicher Ansatz zur Abrechnung bei der

Grundsteuer vorgeschlagen

62

Sonstiges

Firmeninsolvenzen 2021 erneut gesunken –

Experten erwarten neue Welle infolge des

Ukrainekonfliktes

64

Finanzämter irren sich häufig –

Viele Niederlagen am höchsten Gericht

Aus der Finanzverwaltung

65

Behördenverzeichnisse

65

Neubau von Prozesssälen am Amtsgericht Bonn in

Siegburg geplant

51

Personalia

66

Jubilare (16.02.2022 – 15.05.2022)

67

Neue Mitglieder (16.02.2022 – 15.05.2022)

Prüfungswesen

51

Die WPK Beiratswahl geht uns alle an

Informatives

54

54

Europa

German Tax Advisers im Gespräch mit

EU-Abgeordneter Prof. Dr. Niebler (CSU)

EU-Kommission kündigt Sanktionierung

missbräuchlicher Steuerberatung an

68

68

68

Ausblick auf Heft 3 I 2022

Das ePortal – der virtuelle Zugriff auf Ihre

Fortbildung!

Filmtipp: Die Unbestechlichen (1987)

56

Überdosis Nachhaltigkeit – DStV besorgt über

KMU in der Wertschöpfungskette

5


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stimmt: an zehn Orten und an einem bestimmten Tag im Monat besteht die Möglichkeit, sich mit kurzen Anfahrtszeiten

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ortsunabhängige Nutzung des

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Verbandsbezirk.

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VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Aus dem Verbandsleben

Aus dem Verbandsleben

// Wichtige Termine

17. August 2022

Sommerfest

auf dem Gelände des Steuerberater-Verbandes

und seiner Akademie

09. – 11. Oktober 2022

Deutscher Steuerberatertag 2022

Die Tagung wird im Internationalen Congress Center

Dresden sowie hybrid online stattfinden.

www.steuerberatertag.de

19. Oktober 2022

Mitgliederversammlung 2022

im Schulungszentrum der Akademie für Steuer-

und Wirtschaftsrecht, Köln

16. November 2022

Jubiläumsveranstaltung „75 Jahre“

des Steuerberater-Verbandes e.V. Köln

in der Flora, Köln

Weitere Einzelheiten werden mit gesonderten Einladungen bekannt gegeben.

Bitte merken Sie sich die Termine bereits jetzt vor.

7


VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Aus dem Verbandsleben

// 75 Jahre Verband Köln: Rückblick auf die Anfangsjahre

Erste Verbandsgeschäftsstelle Sept. 1947 bis

Juni 1948, Kleiststr. 6, Köln-Ehrenfeld

Die Geschichte des Steuerberater-

Verbandes beginnt vor 75 Jahren.

Am 12. November 1947

gründeten 102 Kollegen im Kölner

Kolpinghaus in der Breite Straße den

Verband der Helfer in Steuersachen Köln

e.V. Die folgenden Jahre sind geprägt von

Aufbauarbeit unter schwierigsten Bedingungen.

Der Verband schafft es, den Mitgliedern

eine einigermaßen geordnete Berufsausübung

zu ermöglichen. Papier muss beschafft

werden, ebenso Telefone, Schreibmaschinen

und Heizmaterial.

Der Beruf entwickelt sich trotz anfänglich

anderer Bemühungen zweigleisig: Einerseits

die Steuerberater mit beruflicher

Selbstverwaltung, andererseits die Helfer

in Steuersachen, die an ein bestimmtes

Finanzamt gebunden sind.

Im Entwurf eines Gesetzes zur Neuordnung

der Finanzgerichtsbarkeit (BT-Drucks.

II/1716 vom 28.09.1955, cutt.ly/BT-Drucksache_II-1716)

geht es unter anderem um

die Frage, wer vor den Finanzgerichten vertretungsbefugt

sein sollte. Das Fachinstitut

der Steuerberater e.V. verfasst eine umfangreiche

Stellungnahme zur Neuformulierung

des § 55 FGO, wonach den Helfern

in Steuersachen (Steuerbevollmächtigten)

das Recht zur Vertretung versagt werden

soll. Der Verband der Helfer in Steuersachen

fordert alle Helfer in Steuersachen

im Bezirk der damaligen OFD Köln förmlich

auf, Mitglied zu werden. Fachlich wird

er schon damals von der „Arbeitsgemeinschaft

von Verbänden der Helfer in Steuersachen

im Bundesgebiet und Westberlin“

unterstützt. Diese führt 1957 den 1. Bundes-Kongress

der Helfer in Steuersachen

Deutschland im Esplanade in Berlin durch.

Die Teilnehmergebühr für die zweitägige

Gesamtveranstaltung beträgt 20 DM; Mitglieder

angeschlossener Verbände erhalten

50 % Nachlass. Zwei Vorträge befassen

sich mit den aktuellen berufsständischen

Fragen der Steuerbevollmächtigten (Helfer

in Steuersachen).

Es dauert noch drei weitere Legislaturperioden,

ehe für den gesamten Berufsstand

/ Zeitgeschichte

1947

12. November 1947

Gründung des Verbandes

der Helfer in Steuersachen

Köln e.V.

28.09.1955

Entwurf eines Gesetzes

zur Neuordnung der

Finanzgerichtsbarkeit

1961

29. Juni 1961

Erstes Steuerberatungsgesetz

wird verabschiedet.

1957

1. Bundes-Kongress der

Helfer in Steuersachen

Deutschland im

Esplanade in Berlin

Fußball-Weltmeisterschaft 1954

Bau der Berliner Mauer

8


VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Aus dem Verbandsleben

ein verbindliches Berufsrecht geschaffen

wird. Am 29. Juni 1961 wird das erste

Steuerberatungsgesetz verabschiedet.

Die Helfer in Steuersachen heißen jetzt

Steuerbevollmächtigte. Sie erhalten die

berufliche Selbstverwaltung. Die Steuerbevollmächtigtenkammern

werden gegründet.

Diese Kammergründung hat

weit reichende Konsequenzen für den

Verband.

Die Verbandsspitze wechselte zur Kammer.

Viele Kollegen sehen mit Schaffung

der beruflichen Selbstverwaltung das

Ziel der Verbandsarbeit erreicht und treten

aus. Warum noch Mitglied im Verband

bleiben, wo man doch jetzt endlich eine

Kammer hat? Unmittelbar nach Verabschiedung

des ersten Steuerberatungsgesetzes

beginnen aber die Auseinandersetzungen

um die Schaffung eines

Einheitsberufs von Steuerberatern und

Steuerbevollmächtigten. Der Verband

bekommt damit eine neue, wichtige Aufgabe.

Unter Federführung von Hubert

Möckershoff wird der Kölner Verband in

den kommenden Jahren zum Motor für

den Einheitsberuf von Steuerbevollmächtigten

und Steuerberatern. Erst 1972 ist

auch dieses Ziel erreicht. Das am 14. Juni

vom Bundestag verabschiedete zweite

Steuerberateränderungsgesetz schafft

die Grundlage für den Einheitsberuf. Das

Berufsbild ist künftig der Steuerberater.

Die Selbstverwaltungsorganisationen

der Steuerbevollmächtigten und Steuerberater

werden zum 01. Januar 1975 unter

der Bezeichnung Steuerberaterkammern

zusammengeführt. Der Berufsstand der

Steuerbevollmächtigten wird acht Jahre

später geschlossen.

1973 zählt der Verband nur noch 521 Mitglieder.

Unter dem Vorsitz von Joachim

Over werden neue Aktivitäten vor allem

im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit entwickelt.

Der Verband genießt dadurch

wachsende Beachtung. Die Mitgliedschaft

im Verband wird wieder attraktiv.

Die Mitgliederzahlen steigen langsam an.

Unter seinem Nachfolger, Karl Josef Bauer,

wird die Öffentlichkeitsarbeit weiter ausgebaut.

Aber auch die Fortbildung gewinnt immer

mehr an Bedeutung und wird zu einem

neuen Schwerpunkte der Verbandsarbeit.

Im Mai 1978 wird die Akademie für Steuer-

und Wirtschaftsrecht des Steuerberater-Verbandes

Köln GmbH errichtet. Eine

vorausschauende und richtungsweisende

Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt.

Denn die nächsten Jahre sind geprägt von

einer ausufernden Steuergesetzgebung.

Grundlegenden Steuerreformen folgen

regelmäßig kurzfristige Änderungen

in Form von Jahressteuergesetzen und

Steuerbereinigungsgesetzen. Parallel

zur Verkomplizierung des Steuerrechts

entwickelt sich eine unstete und häufig

nicht mehr kalkulierbare Rechtsprechung.

Darüber hinaus werden die Angehörigen

der steuerberatenden Berufe immer stärker

in Haftung genommen.

Diese Probleme halten bis zum heutigen

Tag an und verpflichten den Verband fortwährend

zur Unterstützung der Berufsangehörigen.


Geschäftsstelle

1964 - 1986,

Hohenzollernring

85 - 87

1972

14. Juni 1972

Bundestag verabschiedet

zweites Steuerberateränderungsgesetz

1976 - 1992

Karl Josef Bauer

1961

Hubert Möckershoff

1978

Gründung der Akademie für

Steuer- und Wirtschaftrecht

Olympia 1972 in München

9


VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Aus dem Verbandsleben

// 75 Jahre Verband: Köln – Eine Bezirksstelle des

Düsseldorfer Kollegialverbandes?

Die Zeit unmittelbar nach Ende

des 2. Weltkrieges war für den

Berufsstand sehr bewegend.

Zur Erinnerung: 1943 wurde die Reichssteuerberaterkammer

gegründet, der alle

Steuerberater angehörten, der aber auch

alle Helfer in Steuersachen „beigeschlossen“

waren.

Nach dem Zusammenbruch blieb die

Reichssteuerberaterkammer in der britischen

Besatzungszone bestehen. Es

gab aber widerstreitende Interessen:

einerseits wurde die Trennung der beiden

Berufsstände gefordert, andererseits

aber die einheitliche Organisation.

Die „Leitstelle“ für die Finanzverwaltung

in der britischen Besatzungszone war unentschieden

und fällte keine eindeutige

Entscheidung. Die im Oktober 1945 gegründete

„Steuerberaterkammer“ in Köln,

über die in der letzten Ausgabe berichtet

wurde, nahm sowohl Steuerberater als

auch Helfer in Steuersachen auf.

Ende 1946 konstituierte sich ein „Ausschuss

zur Bildung einer Organisation

der Helfer in Steuersachen“ im Oberfinanzbezirk

Köln. Diese Initiative wurde

seitens der bestehenden Steuerberaterkammer

insofern unterstützt, als man

den Geschäftsführer der Kammer dem

Ausschuss als „Schriftführer“ zur Verfügung

stellte.

Im November 1946 wurde der Kollegialverband

Düsseldorf gegründet, Vorsitzender

wurde Peter Kessel, ein sehr

dynamischer und charismatischer Verbandsvorsitzender.

Peter Kessel nahm

sofort Kontakt zum Kölner Gründungsausschuss

auf, bot Hilfe und Unterstützung

seitens des Düsseldorfer Verbandes

an, versuchte aber auch, den Kollegen

einen Zusammenschluss mit Düsseldorf

schmackhaft zu machen.

Für den 24. April 1947 wurde eine Versammlung

einberufen, bei der es um die

Gründung eines Verbandes gehen sollte.

Die Versammlung wurde aber verschoben,

weil die Leitung der Finanzleitstelle

sich zur Zukunft der beiden Berufsstände

„Steuerberater“ und „Helfer in Steuersachen“

nicht festlegen und eine Urabstimmung

durchführen wollte. Diese wurde

im Juli 1947 durchgeführt. Zwar sprach

sich eine knappe Mehrheit gegen eine Zusammenführung

der beiden Berufsstände

aus, das Ergebnis war für die britische

Leitstelle aber nicht ausreichend. So wurden

die Bemühungen um die Gründung

einer eigenen Organisation der Helfer

in Steuersachen fortgesetzt. Im August

1947 gab es den Versuch der Spitze der

noch existierenden Reichskammer diese

durch Amtsniederlegung aufzulösen; dies

misslang insofern, als die Leitstelle alle

Funktionsträger wieder per Anweisung in

ihre Ämter einsetzte.

Für den 09. September 1947 hatte der

Düsseldorfer Kollegialverband die Kölner

Kollegen zu einer Versammlung in

das Kolpinghaus mit dem Ziel eingeladen,

eine Beschlussfassung über das Zusammengehen

von Köln und Düsseldorf zu erreichen,

d.h. Köln sollte eine Bezirksstelle

von Düsseldorf werden.

Am 09. September fand vormittags im

Dienstzimmer des Regierungsrates Dr.

Göbel in der Oberfinanzdirektion Köln

eine Besprechung statt, an der neben den

Mitgliedern des Gründungsausschusses

auch die Herren Kessel und Fitzke als Abgesandte

des Düsseldorfer Kollegialverbandes

teilnahmen.

Dr. Göbel machte den Vertretern von Düsseldorf

von Anfang an klar, dass er einen

Düsseldorfer Verband in Köln nicht anerkennen

würde und forderte Peter Kessel

auf, auf die Sitzungsleitung der am

Nachmittag terminierten Versammlung

zu verzichten.

Hinweis: Die Anerkennung als Berufsorganisation

durch die zuständige Behörde

war Grundlage für die wirtschaftliche

Existenz des Berufsstandes. Anträge auf

Zuteilung von Papier, Schreibmaterial,

Schreib- und oder Rechenmaschinen,

Telefon, PKW etc. bedurften der Zustimmung

durch die zuständige Behörde.

Die Sitzung am 09. September nachmittags

wurde von Kollegen Karl Dammers,

Mitglied des Kölner Gründungsausschusses,

geleitet. Peter Kessel erstattete aber

einen umfassenden Rechenschaftsbericht

über die bisherigen Aktivitäten. Das Protokoll

verzeichnet danach eine „lebhafte

Debatte“, d.h. es ging hoch her. Zum

Schluss wies Kollege Dammers darauf hin,

dass ein Zusammenschluss mit Düsseldorf

nicht möglich ist und dass im Oktober ein

Kölner Verband gegründet werden würde.

Der Gründungstermin musste aber noch

einmal in den November verschoben werden,

da die Düsseldorfer Kollegen neue

Vorstellungen entwickelten; u.a. sollte

ein Hauptverband Düsseldorf gegründet

werden, dem ein Kölner Verband als

Unterverband angehören sollte.

Am 25. Oktober 1947

wurde schließlich zur

Gründungsversammlung

am 12. November 1947 des

Verbandes der Helfer in

Steuersachen in Köln

eingeladen. Am 12. November

wurde der Verband ohne

weitere Beteiligung von

Düsseldorf gegründet.


10


VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Aus dem Verbandsleben

// Gruppenvertrag mit HDI seit 1962

Bereits am 13.07.1962 trafen der

Verband der Steuerbevollmächtigten

Köln e.V. und der Gerling-

Konzern eine Übereinkunft zur

Zusammenarbeit. Im Mittelpunkt stand

die Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung

als wichtigste berufliche Absicherung

der Verbandsmitglieder. Der Gerling-Konzern,

Vorgängergesellschaft des

HDI, verpflichtete sich, den Mitgliedern des

heutigen Steuerberater-Verband e.V. Köln

eine Absicherung dieses beruflichen Risikos

zu bieten und diese „in Abstimmung mit

dem Verband als Interessenvertreter und

unter der Berücksichtigung der Bedürfnisse

der Versicherungsnehmer“ kontinuierlich

weiterzuentwickeln.

Diese Übereinkunft existiert auch heute

noch und wurde im Laufe der Jahre stetig

aktualisiert und um zusätzliche Versicherungslösungen

erweitert. Den Verbandsmitgliedern

steht inzwischen ein Produktportfolio

für den beruflichen, aber auch für

den gesamten privaten Bereich zur Verfügung.

Dadurch besteht die Möglichkeit, sich

zu besonderen Konditionen und Bedingungen

vollumfänglich bei den Versicherungsexperten

für Freie Berufe abzusichern.

Die Beratung zu den einzelnen Lösungen

für die Mitglieder stellt der HDI durch ein

spezialisiertes Team sicher, welches die besonderen

Anforderungen der Berufsgruppe

kennt und laufend zu Entwicklungen/

Veränderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen

weiterqualifiziert wird. Die

Wahl der passenden Vertragsgestaltung

in der Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung

ist dabei ebenso Inhalt der Beratungen

wie die Absicherung von Cyberrisiken

und die persönliche Vorsorge der

Berufsträger und deren Mitarbeiter und Familien.

Die Existenzsicherung aller Mitglieder

steht dabei im Vordergrund und neben

dem Risikotransfer auf die Versicherungsdeckung

gibt der HDI auch Unterstützung

bei der Optimierung der Kanzleiabläufe,

um mögliche Haftungsrisiken schon vor der

Entstehung zu vermeiden. Dafür sind die

Experten der Schadenabteilung regelmäßig

mit dem Risikomanagement-Seminar

im Weiterbildungsangebot der Akademie

für Steuerrecht vertreten. Die Teilnahme

am Programm „Fortbildungspass“ führt

dann für die Mitglieder unmittelbar zu

Prämienvorteilen im Rahmen der Berufshaftpflichtversicherung.

Mehr Informationen zu den Vorteilen der

Kooperation erhalten Sie von Ihrem Ansprechpartner

im Steuerberater-Verband

e.V. Köln, Götz Runge:

Ansprechpartner für unsere

Mitglieder

HDI Deutschland Vertrieb

Götz Runge

Gebietsleiter Köln Ost

Charles-de-Gaulle-Platz 1

50679 Köln

Tel. 0221 144 4733

Fax 0511 645 1150956

Mobil 0172 2555271

goetz.runge@hdi.de

11


VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Aus dem Verbandsleben

// Gehalts- und Praxiskostenumfrage 2022

Die diesjährige Gehalts- und

Praxiskostenumfrage ist angelaufen.

Sie wird im Zweijahresrhythmus

durchgeführt.

Ihre Ergebnisse werden intensiv nachgefragt

beim Verband. Um eine möglichst

hohe statistische Aussagekraft zu

gewährleisten, bitten wir alle Mitglieder

um Teilnahme. Diesen Ausgaben der VN

liegt der Fragebogen noch einmal bei.

Bitte nutzen Sie diesen oder den Link des

am 13.05. versendeten Gehaltsumfragenewsletters.

Die Teilnehmer der Umfrage erhalten die

beiden Auswertungsbände kostenlos.

Insoweit wird es sich wie in den Vorjahren

um einen Tabellenband handeln mit

den durchschnittlichen Gehaltsangaben

zum einen für Steuerfachangestellte, die

nach Verbandsbezirken aufgeschlüsselt

werden, im ersten Berufsjahr sowie nach

fünf, zehn und zwanzig Berufsjahren.

Zum anderen enthält der Tabellenband

die durchschnittlichen Gehaltsangaben

für Steuerfachwirte, Bilanzbuchhalter

und angestellte Steuerberater sowie für

Hoch- und Fachhochschulabsolventen,

Freie Mitarbeiter, Auszubildende und

Sekretariat / Schreibkräfte. Außerdem

werden Tabellen z.B. zu freiwilligen sozialen

Leistungen, zum Urlaubsanspruch

etc. erstellt.

In einem Mehrjahresvergleich wird die

Entwicklung der wesentlichen durchschnittlichen

Gehälter über einen Zehnjahreszeitraum

dargestellt, wobei ein

weiteres Augenmerk der Gegenüberstellung

der Entwicklung der Gehälter zur

Inflation im Betrachtungszeitraum gilt.


/ Gewährte Sozial-/ Sonderleistungen 2009 - 2020

2009 2012 2014 2016 2018 2020 2022

Beteiligung 255 213 250 213 188 166

Aus- und

Fortbildungskosten

60,2% 74,5% 77,7% 77,9% 74,9% 82,5%

13. Monatsgehalt 71,2% 68,7% 69,1% 67,6% 68,2% 71,1%

Fahrtkostenerstattung/

Jobticket

53,3% 62,0% 57,5% 64,3% 64,6% 67,5%

Direktversicherung 42,3% 52,2% 48,8% 40,8% 51,6% 53,0%

Betriebliche

Altersversorgung

34,6% 33,5% 40,3% 43,7% 41,0% 50,6%

Vermögenswirksame

Leistungen

49,7% 54,2% 51,2% 47,4% 43,8% 48,8%

Urlaubsgeld 23,7% 25,5% 29,6% 28,6% 28,9% 36,7%

Für

2022

benötigen

wir IHRE

Mithilfe!

Gewinn- und

Umsatzbeteiligung

12,0% 12,2% 15,0% 12,7% 15,0% 15,7%

Firmenwagen 10,6% 5,2% 1,0% 6,6% 9,6% 9,0%

Zuschuss

Kindergartenbeitrag

13,4% 3,5% 2,4% 5,6% 11,6% 3,6%

Mehrfachnennungen möglich

12


VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Aus dem Verbandsleben

// Social Media Kanäle des Verbandes

Social Media werden immer wichtiger, und auch der Steuerberater-Verband Köln nutzt sie immer

mehr und mehr. Lesen Sie nachfolgend, warum wir das tun, wer unser Gesicht dahinter ist, und

was unsere Follower sagen.

/ Warum machen wir überhaupt Social Media?

/ Hier finden Sie uns

94 % der Deutschen nutzten

Anfang 2021 das Internet.

Ca. 79 % sind aktive

Social-Media-Nutzer. Pro Tag

verbringen deutsche Nutzer

im Schnitt rund eine Stunde

und 24 Minuten in Social

Media.

Der Blick in Social Media gehört mittlerweile,

genau wie der Blick in die Zeitung,

zu unserem (Medien-)Alltag. Die Mehrheit

checkt sofort nach dem Aufwachen die Social-Media-Apps

am Smartphone. Social

Media ist immer „Mobile first“. Auch der

Steuerberater-Verband Köln hat vor einiger

Zeit die Bedeutung von Social Media

erkannt und diese fest in das Unternehmen

integriert.

Macht euch euer eigenes Bild und besucht

uns doch mal auf Facebook und Instagram.

Wenn Euch der Content gefällt,

zeigt es mit einem Like. •

@StBVerbandKoeln

@steuerberater.verband.koeln

/ Was sagen unsere

Follower?

/ Wer ist das Gesicht hinter den Social Media Kanälen

des Steuerberater-Verbandes Köln?

TEAM-STECKBRIEF

Name, Vorname:

SARAH OSTROWSKI

Abteilung: Social Media

Tätig seit: 01. Juli 2015

An meiner Arbeit gefällt mir besonders gut:

Die schnelle und offene Kommunikation mit

unserer Community.

Hat eine Schwäche für: gutes Essen

Kann nicht ohne: Smartphone

Life is short so eat your dessert first

13


VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Aus dem Verbandsleben

// 40 Jahre LAG Köln – Festschriftbeitrag des

Steuerberater-Verbandes Köln

Die britische Militärregierung, die nach dem Zweiten

Weltkrieg in Ausführung des Kontrollratsgesetzes Nr.

21 vom 30.03.1946 zur Wiedererrichtung der Arbeitsgerichtsbarkeit

in ihrer Besatzungszone Landesarbeitsgerichte

errichtete, ließ Köln außen vor. Obwohl die Stadt eine bis

in die napoleonische Besatzungszeit zurückreichende arbeitsgerichtliche

Tradition aufweist, wurden LAGs nur in Düsseldorf und

Hamm gegründet. Diese aus Kölner Sicht schmerzliche Entscheidung

revidierte der Landtag Nordrhein-Westfalen 35 Jahre später

und gründete auch in Köln ein eigenständiges LAG.

Nettolohnoptimierung“. In Anbetracht der hohen Steuer- und Abgabenbelastung

in Deutschland sowie der Personalnöte in fast

allen Wirtschaftszweigen ist es für jeden Arbeitgeber und Arbeitnehmer

sinnvoll, sich mit diesen Möglichkeiten näher zu befassen.

Der Aufsatz befasst sich insbesondere mit der Rechtslage zu dem

in § 8 Abs. 4 EStG beschriebenen sog. Zusätzlichkeitserfordernis.

Sodann werden Beispiele mit und ohne Zusätzlichkeitsvoraussetzung

gegeben, die vor allem in § 3 EStG und im Übrigen in weiteren

Vorschriften gegeben sind.


Das Landesarbeitsgericht Köln feiert somit im Jahr 2022 sein

40-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass hat es eine Festschrift

mit dem Titel „Rechtsprechung für die Arbeits- und Wirtschaftsregion

Köln-Bonn-Aachen“ herausgegeben.

Der Steuerberater-Verband e.V. Köln hatte Gelegenheit, einen eigenen

Beitrag zu dieser rund 470 Seiten umfassenden Festschrift mit

insgesamt mehr als 30 Aufsätzen zu leisten.

Präsident Hagemeister und Geschäftsführer Dr. Bachem verfassten

einen 14-seitigen Beitrag zum Thema „Möglichkeiten der

// Hybrid-Steuerberaterlehrgang der Akademie wieder ausgebucht

Am Samstag, dem 07.05.2022,

ging es für 60 Teilnehmerinnen

und Teilnehmer los – ihr

Vorbereitungslehrgang auf

die Steuerberaterprüfung 2023/2024 begann.

Ein wichtiger Moment sowohl für

die Teilnehmer, als auch für die anwesenden

Vertreter der Akademie. Geschäftsführer

Dr. Dominik Scheuerer eröffnete

den ersten Lehrgangstag und stellte die

Mannschaft der Akademie vor, die sich in

den kommenden 1 ½ Jahren um die Teilnehmerinnen

und Teilnehmer kümmern

wird: Dipl.-Fw. Paul Lüer, Fachbereichsleiter

Steuerberaterlehrgang, Susanne Kahrweg,

Organisation, und Michelle Stehle,

die aktuell den eCampus des Lehrgangs

administriert.

Es war für alle Beteiligten wichtig, dass

dieser Lehrgang wieder in Präsenz starten

konnte. Ganz überwiegend waren die

Teilnehmer des Lehrgangs auch persönlich

erschienen und hatten so die Gelegenheit,

ihre neuen Kolleginnen und Kollegen und

das Schulungsgebäude persönlich kennen

zu lernen. Aber natürlich steht allen offen,

den Lehrgang jederzeit auch online zu besuchen;

wie schon die vorangegangenen

Lehrgänge ist er wieder hybrid aufgebaut,

so dass man tagesaktuell über die Teilnahme

entscheiden kann.

STEUERBERATERLEHRGANG

– Samstagslehrgang –

www.akademie-steuerberater.de

Steuerberaterlehrgang

Mai 2022

AUSGEBUCHT!

Bereits länger im Einsatz ist der moderne

eCampus, über den alle Materialien sowie

die prüfungsbegleitenden e-Trainings

abgerufen werden können, über alle bekannten

Geräte mit Internetanschluss,

natürlich auch über mobile Geräte.

Wir wünschen an dieser Stelle noch einmal

allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern

einen interessanten und gewinnbringenden

Lehrgangsbesuch und stehen jederzeit

gerne mit Rat und Tat zur Verfügung.

Sind Sie ebenfalls am Lehrgang der Akademie

interessiert? Dann schauen Sie

doch einfach als Gasthörer

vorbei oder informieren Sie

sich unter www.akademiesteuerberater.de.


14


VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Aus dem Verbandsleben

// Arbeitgebersiegel 2022 und 2023 – Rückblick und Ausblicke

Erfahrene Steuerberater und Steuerberaterinnen

sowie Steuerfachangestellte

und hervorragend

qualifizierter, motivierter Nachwuchs

werden händeringend gesucht. Die

Konsequenz: Wer heute neue Mitarbeiter

von sich überzeugen will, muss diese auf

ganzer Linie überzeugen.

Mit dem Qualitätssiegel „Exzellenter

Arbeitgeber“ haben Sie dafür die besten

Karten in der Hand – und die überzeugendsten

Argumente auf Ihrer Seite.

Denn mit diesem Siegel, das bereits seit

vier Jahren vergeben wird, machen Sie

deutlich, dass Sie Talenten und Experten

wahrhaft ausgezeichnete Arbeitsbedingungen

sowie Karrierechancen bieten. In

einem Umfeld, in dem die besten Köpfe

gerne arbeiten.

Nachdem der Wettbewerb zum Arbeitgebersiegel

2022 mit der Auswertung der

Onlinefragebögen abgeschlossen worden

war, konnten 32 von 35 teilnehmenden

Kanzleien im Januar ausgezeichnet

werden. Alle Gewinner dürfen stolz darauf

sein, sich als „Exzellente Arbeitgeber“

bezeichnen zu dürfen. Alle dürfen mit den

versendeten Onlinemarketingdateien auf

ihren Homepages sowie in ihren sozialen

Medien werben. Die Gewinner der Platinund

Diamantsiegel haben zudem Urkunden

und eine attraktive Trophäe erhalten.

Das für diese Siegelgewinner zugehörige

Arbeitgeberseminar zum Thema Recruiting

wird nach Redaktionsschluss der VN

s t a t t fi n d e n .

Nun steht noch eine förmliche Verleihung

des Siegels aus. Hier konnte coronabedingt

leider erst ein Termin für die

Zeit nach den Sommerferien bestimmt

werden. Die Verleihungsfeier 2022 ist

auf Dienstag, den 06.09.2022, ab 10 Uhr,

festgelegt worden. Hier werden zwei

hervorragende Referenten die aktuellen

Probleme des Arbeitsmarktes für Steuerberater

beleuchten und Ratschläge für die

Praxis geben. Von der (erneuten) Übergabe

der Trophäe durch Präsident Hagemeister

werden professionelle Fotos gefertigt,

die wiederum zu Werbezwecken verwendet

werden können. Danach sowie bei

einem Mittagsimbiss besteht die Möglichkeit

zum Erfahrungsaustauch unter den

Siegelträgern. Weitere Einzelheiten werden

rechtzeitig bekannt gegeben.

Ergänzend wird den Gewinnern des Platin-

und Diamantsiegels in diesem Jahr

erstmals auch auf dem Deutschen Steuerberatertag

in Dresden die Möglichkeit der

Siegelvergabe eröffnet. Am Sonntag, dem

09.10.2022, wird DStV-Präsident StB Torsten

Lüth den Siegelträgern gratulieren.

Auch insoweit werden erneut professionelle

Fotos gefertigt, die wiederum für

Werbezwecke verwendet werden können.

Weitere Einzelheiten dazu s.u. Seite 28.

Weitere Einzelheiten finden Sie im übrigen

unter www.exzellenterarbeitgeber.de. •

/ Arbeitgebersiegel 2023

Der Wettbewerb zur Verleihung

des Arbeitgebersiegels 2023

startet wieder am 01. Oktober.

Allen Mitgliedern wird per E-Mail

die Möglichkeit zur Teilnahme

gegeben.

Interessierte Kanzleien sollten

sich den Start des neuen

Wettbewerbs am 01.10.2022

bereits jetzt vormerken.

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VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Aus dem Verbandsleben

// Systembegutachtung

geschafft!

// Rügener Steuerfachtage

In diesem Jahr können unsere Rügener

Steuerfachtage in Präsenz stattfinden.

Sie finden vom 23.- 25. Juni

2022 wieder in Binz auf der schönen

Insel Rügen statt.

Der Steuerberater-Verband Köln lädt Sie wieder herzlich

ein, im an der Strandpromenade gelegenen Kurhaus

Binz praxisrelevante Vorträge von bekannten

Referenten zu den wichtigen Beratungsfeldern des

Jahres 2022 zu hören.

Ein begrenztes Zimmerkontingent im Travel Charme

Kurhaus Binz ist vorhanden. Eventuell notwendige

pandemische Sicherheitsmaßnahmen werden wir

konsequent einhalten.

Endlich wieder in Präsenz fand die diesjährige Auditierung von

Verband und Akademie seitens der DQS statt. Nachdem zwei Auditierungen

in den Vorjahren online durchgeführt werden mussten,

konnten wir den DQS-Auditor Tino Wolf nunmehr wieder in

unseren Räumlichkeiten begrüßen. Und diesmal ging es direkt um

das Ganze; es war kein Überprüfungsaudit vorgesehen, sondern

eine komplette Neubegutachtung der Managementsysteme von

Verband und Akademie.

Diese Begutachtung war sehr erfolgreich, dies schon einmal vorab.

Die Vorbereitung war allerdings auch sehr aufwendig, weil in die

Managementsysteme von Verband und Akademie alle digitalen

Neuerungen hinzugefügt werden mussten, die sich seit 2020 in

stetem Ausmaß ergeben haben. Denn mit dem Beginn der Pandemie

hatten Verband und Akademie bekanntermaßen schnell und

geräuschlos auf Onlinebetrieb umgestellt, und alle Dienstleistungen

– vor allen Dingen die Fortbildungen – digital angeboten. Mit

großem Erfolg, wie wir Ihnen bereits mehrfach berichten konnten.

Am Donnerstag, 23.06.2022, wird Dipl.-Fw. (FH) Nico

Schley, Rechtsanwalt und Steuerberater sowie Fachanwalt

für Steuerrecht, zu aktuellen Entwicklungen

und Gestaltungen rund um die Immobilie referieren.

Am Freitag, den 24.06.2022, trägt Prof. Dr. Bert Kaminski

zu aktuellen ertrag- und erbschaftsteuerlichen

Beratungsschwerpunkten bei der Unternehmensnachfolge

vor.

Am Samstag, dem 25.06.2022, referiert Steuerberater

Dipl.-Fw Hans-Georg Janzen zum Thema Umsatzsteuer

im digitalen Wandel.


Und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Verband und Akademie

waren wirklich froh, als der Auditor Wolf am Ende des zweiten

Tages verkündete, dass wir wieder hervorragend bestanden haben,

ohne jegliche Abweichungen und mit einem hohen Potential

und Kundenzufriedenheit. Darüber freuen wir uns sehr und

danken dem Auditor Wolf für das ertragreiche Audit und unserem

Auditor Dirk Lötsch für die – wie immer – professionelle und

effektive Vorbereitung und Begleitung.


cutt.ly/RuegenerSteuerfachtage

16


RÜGENER

STEUERFACHTAGE

2022

Die diesjährigen Rügener Steuerfachtage

finden vom 23. – 25. Juni 2022 in Binz auf der

schönen Insel Rügen statt.

Der Steuerberater-Verband Köln lädt Sie wieder

herzlich ein, im an der Strandpromenade gelegenen

Kurhaus Binz praxisrelevante Vorträge von

bekannten Referenten zu den wichtigen

Beratungsfeldern des Jahres 2022 zu hören.

Ein begrenztes Zimmerkontingent im Travel Charme

Kurhaus Binz ist vorhanden. Die voraussichtlich

notwendigen pandemischen Sicherheitsmaßnahmen

werden wir konsequent einhalten.

Alle weiteren Informationen finden Sie unter

www.stbverband-koeln.de/ruegen

DO

23.06.

FR

24.06.

SA

25.06.

Aktuelle Entwicklungen und

Gestaltungen rund um die Immobilie

Dipl.-Fw. StB RA FAStR Nico Schley

Aktuelle ertrag- und erbschaftsteuerliche

Beratungsschwerpunkte bei der

Unternehmensnachfolge

Prof. Dr. Bert Kaminski

Geeignet als Pflichtfortbildung für den

Fachberater (DStV) Unternehmensnachfolge

Umsatzsteuer im digitalen

Wandel

Dipl.-Fw StB Hans-Georg Janzen

Detaillierte Gliederungen auf www.stbverband-koeln.de/ruegen.

Dort ist auch eine Online-Anmeldung möglich. Bitte beachten Sie,

dass auch Einzeltage gebucht werden können.

Ihre Ansprechpartnerin für die Rügener Steuerfachtage ist

Susanne Kahrweg unter Tel.02203 993091 oder per E-Mail unter

kahrweg@stbverband-koeln.de. Wir freuen uns auf Sie!


VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Aus dem Verbandsleben

// Pressearbeit im ersten Quartal 2022

„Wieviel kostet die Hilfe bei der Steuererklärung“

wollte das Magazin des Kölner

Stadt-Anzeigers im März wissen und erhielt

selbstverständlich eine kompetente Auskunft.

Dr. Wilfried Bachem, Geschäftsführer

des Steuerberater-Verbandes Köln, stellte

klar, dass „die Honorare der Steuerberaterinnen

und -berater nach der Vergütungsverordnung

für Steuerberater berechnet

werden“ und gab einige zusätzliche Informationen.

Mitte März befragte Wirtschaftsredakteurin

Ulla Thiede vom General-Anzeiger

den Vizepräsidenten StB Egbert Dahley zu

dem Thema „Verzweifeltes Warten auf Corona-Hilfen.

Solo-Selbstständige in NRW

berichten, dass sie händeringend auf Auszahlungen

für Januar bis März angewiesen

sind.“ Er wies darauf hin, dass Solo-Selbstständige

die Möglichkeit haben, die Unterstützung

selbst zu beantragen. VP Dahley

bemerkte weiterhin, dass der Druck auf die

Unternehmen durch die Pandemie im Allgemeinen

nicht mehr so hoch sei.

Ende März veröffentlichte das Handelsblatt

sein alljährliches Ranking der Steuerberater

und Wirtschaftsprüfer, das immer auch ein

Stimmungsbild der Branche widerspiegelt:

„Hoffen auf mehr Klarheit. Die Coronakrise

erhöht die Arbeitslast von Steuerberatern

und Wirtschaftsprüfern massiv. Besonders

leiden sie darunter, dass verlässliche Regeln

für ihre Arbeit fehlen“. Unter diesem

Titel kommt auch Präsident Hagemeister zu

Wort: „Das Hauptproblem liegt darin, dass

wir Steuerberater sehr lange in einem unsicheren

und teilweise widersprüchlichen

Rahmen beraten mussten“. „Häufige Änderungen

der Vorgaben und Auslegungen

sowie fehlende verlässliche Regelungen

erschweren hier eine zügige und umfassende

Beratung unserer Mandanten bei der

Beantragung der Hilfen.“

Am 11. Mai fand schließlich die erste Telefonaktion

in diesem Jahr im Kölner Stadt-

Anzeiger statt. Die drei Vorstandsmitglieder

StB Dipl.-Vw. Gisela Eichler, StB Dipl.-Kfm.

Ralf Forné und StB Regina Kurscheid beantworteten

die Fragen der Leser rund um

Kurzarbeit, Home-Office, Versteuerung der

Renten u.a.


/ Presse

Öffentlichkeitsarbeit

Antonie Schweitzer, Köln

Bonner General-Anzeiger

StB Egbert Dahley

Verzweifeltes Warten auf

Corona-Hilfen

22.03.2022

Handelsblatt

Hoffen auf mehr Klarheit

23.03.2022

18


VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Aus dem Verbandsleben

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VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Aus dem Verbandsleben

Kölner-Stadt-Anzeiger

RA/FAStR Dr. Wilfried Bachem

Kein Geld verschenken

15.03.2022

20

Kölner-Stadt-Anzeiger

StB Dipl.-Vw. Gisela Eichler, StB Dipl.-Kfm. Ralf Forné, StB Regina Kurscheid

Weniger Steuern, mehr Gehalt

11.05.2022


VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Aus dem Verbandsleben

// Endlich wieder: After-Work-Party im „ANNO 1858“

Alle waren sie wieder da, Kolleginnen und Kollegen, Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter aus den Kanzleien und natürlich auch Vertreter des Verbandes.

Alle feierten gemeinsam eine wunderbare Sommerabend-After-Work-Party

im ehemaligen Höhnerstall, im „ANNO 1858“ am Kölner Heumarkt. Ein

DJ sorgte wieder für äußerst tanzbare Musik. Und es ging bis weit nach Mitternacht.

So soll es sein!

Wir freuen uns bereits auf die nächste After-Work-Party, über die

wir Sie rechtzeitig informieren werden; wahrscheinlich wird sie im

Oktober 2022 durchgeführt.

AFTER

WORK

PARTY

FÜR STEUERBERATER

Donnerstag, 19. Mai 2022

18.00 Uhr bis 24.00 Uhr

„ANNO 1858“ (ehem. Höhnerstall) Köln

stbverband-koeln.de

// Bezirksvorständekonferenz

Traditionell wird die Frühjahrssitzung

des Verbandsvorstandes

mit einer Konferenz der Bezirksvorstände

verbunden. Die

diesjährige Sitzung fand am 31.03.2022

statt.

Im Rahmen dieser Konferenz tauschen

sich die Bezirksvorstände und ihre Stellvertreter

zu den Aktivitäten in den Bezirken

aus, die stattgefunden haben und

künftig stattfinden sollen. Coronabedingt

war in der zurückliegenden Zeit eine Zurückhaltung

bei der Durchführung von

Präsenzveranstaltungen geboten.

Im Rahmen der Veranstaltungen, die

durchgeführt worden sind, war vor allem

die Onlineveranstaltung „Die Grundsteuer

in der praktischen Umsetzung“ von besonderem

Interesse. Darüber hinaus haben

die Themen Personalführung und Findung

von Auszubildenden besonderen Anklang

gefunden.

RA/StB Prof. Dr. Werner Görg, Köln, hielt

zu Beginn der Bezirksvorständekonferenz

ein einleitendes Referat zum Thema

„DEUTSCHLAND – EIN STARTUP-LAND ?“.

Das wertvollste, nicht börsennotierte

Startup-Unternehmen ist wohl der in

den USA gegründete Bezahldienstleister

Snipe, dessen Unternehmenswert anlässlich

der letzten Kapitalerhöhungsrunde

auf 95 Mrd. US-Dollar taxiert wurde. Der

börsennotierte Fahrdienstvermittler Uber

21


VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Aus dem Verbandsleben

erreichte einen Wert von 68 Mrd. Euro und

ist der teuerste börsennotierte Startup

der Welt. Das schwedische Unternehmen

Spotify kam immerhin auf eine Bewertung

von 8,5 Mrd. Euro. Im Gegensatz zur

EU und besonders zu Deutschland hat

sich Israel zur Startup-Nation schlechthin

entwickelt. So hat Israel 2018 4,3 % des

gesamten BIP für Forschung und Entwicklung

sowie der Förderung von Startups

aufgewendet und hat damit einen der

weltweit höchsten Etats für dieses Investitionsfeld.

Prof. Dr. Görg erläuterte ausführlich, warum

Deutschland keinen guten Ruf bei

Startups hat. Dies liegt vor allem an den

steuerlichen Rahmenbedingungen und

insoweit insbesondere an § 8 c und § 8 d

KStG. Deutschland ist ein Hochsteuerland.

Dies gilt für Ertragssteuern und

Substanzsteuern in gleicher Weise. Beim

Versuch, Steuervermeidungsgestaltungen

zu unterbinden, haben Gesetzgeber

und Finanzverwaltung ein Regelwerk geschaffen,

das für Startup-Unternehmen

unattraktiv ist. Prof. Dr. Görg hält sie,

übereinstimmend z.B. mit Deutschlands

Großinvestor Dietmar Hopp, ehemals SAP,

für erschreckend. Die mangelnde Attraktivität

resultiert aus einem steuerlichen

Kontext, der unverständlich, hochkomplex,

kompliziert und unerwartet ist. Die

Anwendung der einschlägigen Gesetze

und der dazu ergangenen Verwaltungserlasse

generiert keine Rechtssicherheit.

Dies lässt inländische und ausländische

Investoren nach alternativen Gründungsstandorten

Ausschau halten.


// Umfrage zu GmbH-Geschäftsführer-Gehältern

Einmal im Jahr führen DStV, Handelsblatt

und der LPV Verlag

unter der Marke BBE media eine

Umfrage zur Höhe von GmbH-Geschäftsführer-Gehältern

durch. Teilnehmer

erhalten einen kostenlosen Ergebnisbericht.

Bei Betriebsprüfungen in GmbHs geht

es häufig um die Frage der steuerlichen

Angemessenheit der Jahresbezüge von

Gesellschafter-Geschäftsführern. Für

den Fremdvergleich sind oft zuverlässige,

anerkannte Vergleichswerte aus Gehaltsstruktur-Untersuchungen

– wie die

von BBE media – von entscheidender Relevanz.

Zunehmend greifen die Finanzverwaltung

und auch die Finanzgerichte bei

der Beurteilung der Angemessenheit auf

diese Ergebnisse zurück. Steuerberaterinnen

und Steuerberater sollten deshalb

immer über die aktuelle Entwicklung der

Jahresbezüge von GmbH-Spitzenkräften

informiert sein.

Dabei hilft die Teilnahme an der Umfrage

„GmbH-Geschäftsführer-Vergütungen“,

die der DStV, das Handelsblatt und der

LPV Verlag unter der Marke BBE media

jährlich durchführen. Die Studie liegt inzwischen

in über 20 Jahrgängen vor. Teilnehmer

bekommen nach Abschluss der

Umfrage für jeden ausgefüllten Fragebogen

einen kostenlosen Ergebnisbericht.

Die Teilnahme ist seit März online unter

www.bbe-umfrage.de möglich.


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VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Aus dem Verbandsleben

// Kanzleiportrait

Jörg Reimer Steuerberatungsgesellschaft mbH, Aachen

Von Antonie Schweitzer

Das Wohnzimmer von damals ist längst Geschichte

– doch die vertraute Atmosphäre ist geblieben.

Was 1999 bei Jörg Reimer zu Hause begann, ist zu

einer etablierten Kanzlei mit etwa 20 Beschäftigten

und eigenen Räumen herangewachsen. „Dabei war mir

von Beginn an eine wertschätzende Atmosphäre wichtig“,

betont Jörg Reimer, geschäftsführender Gesellschafter der

Jörg Reimer Steuerberatungsgesellschaft mbH mit Sitz in Aachen.

Das nachweislich familienorientierte und fürsorgliche

Miteinander war dem Steuerberater-Verband e.V. Köln nach

2021 auch in diesem Jahr das Siegel „Exzellenter Arbeitgeber“

wert. Ganz offenbar kein „One-Hit-Wonder“.

„Bei uns sind die Auszubildenden genauso wichtig wie die

erfahrenen Beraterinnen und Berater“, sagt Diplom-Betriebswirt

Reimer. Mit seinen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen

reist der Fachberater für Sanierung und Insolvenzverwaltung

jedes Jahr aufs Neue nach Sardinien und Mallorca, wo der

Zusammenhalt auf einer eigens gemieteten Finca sechs Tage

lang zum Selbstläufer wird. „Eigene Räume“: Das bedeutet in

der Aachener Kanzlei auch Frei-Räume für das gesamte Team.

„Die Kolleginnen und Kollegen schaffen sich ihren eigenen

Arbeitsbereich, damit jeder seine Stärken und Fähigkeiten

optimal einsetzen kann“, sagt Reimer.

Die modernen Kanzleiräume des Steuerberaters liegen im

historischen Stadtteil Burscheid, umgeben von zahlreichen

Grünanlagen und mit optimaler Verkehrsanbindung. Die

Kompetenz der Kanzlei liegt vor allem in der internationalen

Beratung von Unternehmen im Grenzgebiet zu den

Niederlanden, Belgien und Luxemburg. Die intensive Zusammenarbeit

wird durch Partnerschaften mit Steuerberatern,

Wirtschaftsprüfern und Rechtsanwälten in den jeweiligen

Ländern ergänzt. Zu den Schwerpunkten zählen außerdem

die Sanierungs- und Strategieberatung sowie die Insolvenzvermeidung

nationaler Unternehmen. Als Fachberater für

Sanierung und Insolvenzverwaltung (DStV e.V.), Vorsitzender

des Arbeitskreises „Restrukturierung und Unternehmensplanung“

des Steuerberater-Verband e.V. Köln und durch

langjährige intensive Zusammenarbeit mit Insolvenzverwaltern

sind die Berater bei Jörg Reimer für diesen Bereich

professionell aufgestellt.

Die nahezu 100-prozentige Digitalisierung der Kanzleiprozesse

zeichnet die DATEV seit 2019 und bis heute jährlich mit

dem Siegel „Digitale Kanzlei“ aus. Ergänzt wird die effiziente

Arbeitsweise durch die ISO-Zertifizierung 9001:2015 der

Deutschen Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen

GmbH und das bundesweite Qualitätssiegel des

Deutschen Steuerberaterverband e.V.

« Bei uns sind die Auszubildenden

genauso wichtig wie die erfahrenen

Beraterinnen und

Berater.»

StB Dipl.-Bw. und

Fachberater für

Sanierung und

Insolvenzverwaltung

Jörg Reimer

23


VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Aus dem Verbandsleben

// EDV-Arbeitskreis

// 50. Aachener

Stammtisch wird zum

eindrucksvollen Ausflug

Gewöhnlich findet der Steuerberater-

Stammtisch des Aachener Bezirkes in mittlerweile

gewordener Tradition regelmäßig

am 1. Dienstag jedes „Gewerbesteuerfälligkeits-Monats“

in einem Lokal der Städteregion Aachen

statt. Der Stammtisch ist seit seiner Gründung am

24.03.2009 im Restaurant „Brander Stier“ bis heute

eine attraktive und gern wahrgenommene Gelegenheit

zum geselligen Kollegenaustausch.

Der EDV-Arbeitskreis tagte am 26.03.2022. Das Thema

der Sitzung „Die praktische Anwendung der Grundsteuer-Software“

sorgte für einen außerordentlich

hohen Zuspruch. Mehr als 60 Teilnehmer nahmen am

AK EDV teil.

Zum 50. Stammtisch am 03.05.2022 hatte sich der

Bezirksvorstand etwas ganz Besonderes einfallen

lassen:

/ Eine Führung durch den Dachstuhl

des Aachener Doms

Da viele Steuerberaterkanzleien aktuell auf der Suche nach einer

für sie optimalen und praktikablen Softwarelösung zur Grundstücksbewertung

sind, wurde mehreren Firmen die Möglichkeit

gegeben, Ihre Lösung zu präsentieren.

Evelyn Öttinger präsentierte die Anwendung der SmartGrundsteuer

Software der Firma Taxy.io GmbH. Paul Liese stellte das

Produkt Opti.Tax der hsp Handels-Software-Partner GmbH vor,

– die Grundsteuer-Cloud gemäß Rahmenvertrag der Steuerberaterverbände

(vgl. VN 1 I 2022, S. 23). Martin Frankenreiter von der

Firma Steuersoft GmbH stellte das Produkt gsTAX.pro vor. Christian

Voss präsentierte die Anwendung GrundsteuerDigital der Firma

fino taxtech GmbH (DATEV).

Die Teilnehmer des Arbeitskreises nutzten die Gelegenheit zu

intensiven Gesprächen untereinander und mit den Referenten.


Während die übliche Führung im Aachener Dom erfolgte,

bestand für die 20 Aachener Kolleginnen und

Kollegen der exklusive Einblick in das Dachgewölbe

des UNESCO-Weltkulturerbes und bei schönstem Wetter

konnte Aachen aus luftiger Höhe überblickt werden.

Dombaumeister Helmuth Maintz erläuterte nicht nur

aus seinem Fachgebiet heraus, die architektonischen

und statischen Gegebenheiten. Dem Dombaumeister

gelang es, nachfühlend darzustellen, wie es wohl

vor rd. 1.200 Jahren war, als die Pfalzkapelle in ihrer

einzigartigen Bauweise errichtet wurde. Es gelang

ihm, einen interessanten und lebhaften Vortrag über

die Entwicklung des Aachener Doms zu präsentieren.

24


VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Aus dem Verbandsleben

Deutlich wurde, dass Karl der Große, der hier beigesetzt wurde,

nicht nur ein einmaliges Bauwerk hinterlassen hat. Er hat die

Region bis heute auch zukunftsweisend geprägt.

Nach dem Aufstieg über 160 Treppenstufen konnten sich die

Teilnehmer davon überzeugen, dass das Steuerrecht nicht das

einzige Konstrukt mit sehr vielen verschiedenen Verknüpfungen

ist. Um die Dachkonstruktion des Aachener Doms wind- und

wetterfest auszugestalten, sie über Jahre zu erhalten und zu

schützen, wurde eine Konzeption erarbeitet, die eindrucksvoll

und sehr sehenswert ist und wohl allen Teilnehmern in guter

Erinnerung bleiben wird.

Sichtlich begeistert zeigte sich der Bezirksvorsitzende Ralf Forné

über den Blick vom Aachener Dom, der sich weit über die Krefelder

Straße 210 (Sitz der Finanzverwaltung Aachen) hinweg

erstreckt.

Auf dem Boden der Tatsachen zurück, zeigten sich die Teilnehmer

des 50. Stammstisches in Aachen mit dem Dombaumeister Helmut

Maintz sichtlich erfreut über die mit vielen Details gespickte

Führung und die einzigargtige Gelegenheit, einen Blick hinter

die Kulissen des Weltkulturerbes zu bekommen.

Anschließend klang das 50. Zusammentreffen, bei dem die Erlebnisse

der Dombesichtigung und – wie gewohnt – berufsspezifische

Themen und steuerpolitische Sichtweisen in lockerer

Atmosphäre ausgetauscht wurden, am Marktplatz im Brauhaus

„Zum Goldenen Schwan“ mit einem gemeinsamen Essen und

dem Anstoßen auf den „Geburtstag“ aus.


Aus der luftigen Höhe des Aachener Doms bot sich eine Kulisse,

die wohl sonst nicht gewährt wird.

Die Gelegenheit zu haben, das Aachener Rathaus von dem gegenüberliegenden

Aachener Dom aus in Augenschein zu nehmen,

brachte Impressionen der ganz besonderen Art.

25


VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Aus dem Verbandsleben

// Kompetente Ansprechpartner und kollegiale Foren –

die Arbeitskreise des Verbandes

Dem Kölner Steuerberater-Verband

sind insgesamt sieben

Arbeitskreise angeschlossen,

die sich u.a. an bestehenden

DStV-Fachberatern orientieren, sonstige

Themen aus dem Berufsalltag aufgreifen

wie etwa EDV und Qualitätsmanagement,

oder sich mit konkreten Fachbereichen beschäftigen:

• Junge Steuerberater (AK JuSt)

• Prüfende Berufe

• Restrukturierung & Unternehmensplanung

• Qualitätsmanagement

• EDV

• Gemeinnützigkeit und Vereine

• Unternehmensnachfolge

Alle Arbeitskreise sind hochkarätige Fortbildungs-

und Diskussionsforen, die zum

Teil auch Pflichtfortbildungen für Fachberater

anbieten. Sie bieten allen Mitgliedern

des Verbandes die Möglichkeit, sich

über aktuelle Themen wie Gesetzesvorhaben,

Verwaltungsanweisungen und

Rechtsprechung auszutauschen und die

entsprechende Facharbeit des Verbandes

mit zu prägen.

Die Arbeitskreise halten außerdem Kontakt

zu wichtigen fachlichen Entwicklungen

und stellen diese in den Sitzungen

und Veranstaltungen der Arbeitskreise

zur Diskussion. Die gut besuchten und regelmäßigen

Sitzungen sind guter Beleg

für die Bedeutung der Arbeitskreise in der

Gesamtstruktur des Verbandes.

Einen Überblick über alle unsere Arbeitskreise

erhalten Sie mit der dieser Ausgabe

der VerbandsNachrichten beigefügten nagelneuen

Arbeitskreis-Broschüre, die wir

Ihnen sehr zur Lektüre empfehlen.

Sie haben Fragen, Anregungen oder

Themenwünsche? Oder wollen einfach

nur mitmachen? Sie sind herzlich

willkommen. Schreiben Sie uns einfach:

mitglieder@stbverband-koeln.de;

oder rufen Sie uns an: 02203 993097.


// Der Arbeitskreis „Gemeinnützigkeit und Vereine“ stellt sich vor

MIT VEREINTEN KRÄFTEN

FÜR DIE GUTE SACHE.

Das Kollegium für fachlichen Gedankenaustausch und

Wissenserweiterung zu allen steuerlichen Fragen rund um

die Vereinsarbeit und gemeinnützige Arbeit – unter Vorsitz

von VP WP/StB Dipl.-Kfm. Eike Ellerbeck.

Das Themenspektrum des Arbeitskreises

„Gemeinnützigkeit

und Vereine“ umfasst nicht nur

Fragestellungen der Gemeinnützigkeit,

sondern auch steuerliche Probleme

nicht gemeinnütziger Vereine sowie

gesellschaftsrechtliche Grundlagen, sofern

sie von steuerlicher Bedeutung sind.

Der Arbeitskreis führt jährlich zwei bis

drei Sitzungen durch, in denen jeweils

ein Schwerpunktthema aus den genannten

Themenbereichen behandelt wird.

Darüber hinaus werden Praxisfragen diskutiert,

die von den Mitgliedern an den

Arbeitskreis herangetragen werden.

Die wachsende Anzahl an Mitgliedern ist

zugleich ein Beleg für die zunehmende

Bedeutung von Fragen der Gemeinnützigkeit

in der Praxis und dem damit einhergehenden

Bedürfnis der Kolleginnen

und Kollegen zum fachlichen Austausch.

Letzteres hat der Steuerberater-Verband

Köln mit der Einrichtung des Arbeitskreises

„Gemeinnützigkeit und Vereine“ erfüllt.


Der Vorstand des Arbeitskreises

„Gemeinnützigkeit und

Vereine“ (AK GuV)

Vorsitzender:

StB/WP Dipl.-Kfm. Eike Ellerbeck, Köln

Stellvertretende Vorsitzende:

StBin Dipl.-Kffr. Ina Winner, Dortmund

StB Dipl.Kfm. Holger Patschke, Köln

VP WP/StB Dipl.-Kfm. Eike Ellerbeck

26


VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Aus dem Verbandsleben

// Aktivitäten und geplante Termine der Bezirke

und Arbeitskreise

/ Aktivitäten in den Bezirken und den Arbeitskreisen (16.02.2022 – 15.05.2022)

22 | 02 | 22

Düren-Jülich

Steuerberaterstammtisch

25 | 02 | 22

AK Gemeinnützigkeit und

Vereine

Selbstlosigkeit: Vergütung für

Vorstand, Mitglieder und

Gesellschafter, Arbeitnehmer

(Lohnsteuer und Sozialversicherung)

Diskussionsthema: Anforderungen

an die Satzung nach § 57 Abs. 3 AO

07 | 03 | 22

Bezirke des Verbandes

Die Grundsteuerreform in der

praktischen Umsetzung

14 | 03 | 22

AK Restrukturierung und

Unternehmensplanung

Pflichten des Steuerberaters zur

Prüfung der Fortführungsprognose

und Haftung bei falscher Prognose

bei erkannter Unternehmenskrise

nach SanInsFoG und der InsO

03 | 05 | 22

Aachen

Steuerberaterstammtisch

04 | 05 | 22

Bezirke des Verbandes

Social-Media

Techniker Krankenkasse

05 | 05 | 22

Bonn

Steuerberaterstammtisch

/ Geplante Aktivitäten in den Bezirken und den Arbeitskreisen

08 | 06 | 22

AK Restrukturierung und

Unternehmensplanung

Aktuelles Insolvenzrecht

08 | 06 | 22

Siegburg

Steuerberaterstammtisch

13 | 06 | 22

AK Unternehmensplanung

Unternehmensnachfolge richtig

gestalten / Gestaltungsmöglichkeiten

und Tücken unter Berücksichtigung

der aktuelle Rechtsprechung und

Gesetzesänderungen

02 | 08 | 22

Aachen

Steuerberaterstammtisch

07 | 09 | 22

AK Unternehmensplanung

Thema wird noch bekanntgegeben

12 | 09 | 22

AK Restrukturierung und

Unternehmensplanung

Thema wird noch bekanntgegeben

02 | 11 | 22

Aachen

Steuerberaterstammtisch

Änderungen vorbehalten!

Insoweit werden wie üblich gesonderte

Einladungen versendet oder sind bereits

versendet worden.

27


VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Aus der Arbeit von DStV und DStI

Aus der Arbeit von

DStV und DStI

// Vor Ort und vor den Bildschirmen – Deutscher Steuerberatertag

in Dresden geht hybrid

Nach einer besonderen Online-Konferenz im vergangenen Jahr wird die Jahreskonferenz des

Deutschen Steuerberaterverbands e.V. (DStV) in diesem Jahr das Beste aus beiden Welten vereinen:

Online-Angebote inklusive Livestreams und Online-Seminaren und endlich auch wieder eine Präsenzveranstaltung

vor Ort! Der 45. Deutsche Steuerberatertag findet vom 09. bis 11.10.2022 live

in und aus Dresden statt.

Was erwartet Sie vor Ort?

Zentrum der Konferenz wird das Internationale

Congress Center sein, direkt an der

Elbe und am Rande der Altstadt. Es erwartet

Sie das bekannte Format der Vorjahre –

ein Potpourri aus hochkarätigen Impulsen

aus Politik und Verwaltung, vertiefenden

Vorträgen zum Steuerrecht und kurzweiligen

Workshops und Referaten zu wesentlichen

Fragen des Kanzleimanagements

auf fünf parallelen Bühnen. Moderator

Marc Bator führt Sie durch den Tag und

freut sich nach dem virtuellen Treffen

2021 auf ein Kennenlernen vor Ort.

Dazwischen wird es viel Raum geben für

persönliche Begegnungen. Treffen Sie

alte Bekannte oder erweitern Sie Ihr Netzwerk

in der Networking Area, in der Fachausstellung

oder auf einer der Abendveranstaltungen.

Denn selbstverständlich kehrt auch das

beliebte Rahmenprogramm zurück: Golfturnier,

Stadtrundfahrt, Empfangsabend

am Sonntag sowie Galadinner und Party

am Montag – Sie sind herzlich eingeladen,

das Wiedersehen sportlich, ausgelassen

und/oder auf kulinarisch höchstem Niveau

zu feiern.

Was bietet das Online-Ticket?

Liveübertragung zweier Bühnen aus dem

Congress Center, Workshops und Vorträge

via Online-Meeting, Videos zum flexiblen

Abruf und voller Zugriff auf die Online-

Plattform – auch die Gäste, die nicht vor

Ort dabei sein können, kommen auf ihre

Kosten.

Treffpunkt aller Gäste, vor Ort und vor den

Bildschirmen, wird die aus dem Vorjahr

bekannte Konferenzplattform sein. Dort

erhalten Sie einen Überblick über alle Teilnehmer,

können sich per Chat und Videotelefonie

austauschen, die Livestreams

sehen und auch mit den ausstellenden

Unternehmen in Kontakt treten. Erwecken

Sie gemeinsam die virtuelle Welt

zum Leben!

Sonderkonditionen für Gewinner

des Arbeitgebersiegels

Erstmals wird es am Vortag der Fachtagung

eine Verleihung des Arbeitgebersiegels

an diejenigen Besucher des Deutschen

Steuerberatertages geben, die das

Platin- oder Diamantsiegel gewonnen haben.

Am Sonntag, 09.10.2022, findet eine

Verleihungsfeier von 16.30 bis ca. 18.00

Uhr statt. DStV-Präsident StB Torsten Lüth

wird den Siegelträgern gratulieren. Bei

dieser Gelegenheit werden professionelle

Fotos gefertigt, die wiederum (vgl. oben

Seite 15) für Werbezwecke verwendet

werden können. Zudem wird es einen exklusiven

Festvortrag geben. Die Teilnahme

an der Verleihung und am anschließenden

DStV-Empfang setzt die Buchung

eines Tickets für den Steuerberatertag

voraus; entweder die Tageskarte Montag

inkl. Stadtrundfahrt/Empfang oder das

Konferenz-Ticket (Sonntag bis Dienstag).

Den Siegelträgern wird zum Zwecke des

Kennenlernens der Konferenz ein Rabatt

von insgesamt 50 % gewährt.

Wo geht es zur Anmeldung?

Sichern Sie sich Ihr Ticket zu jeder Menge

Wissen und Austausch ab Juni unter

www.steuerberatertag.de. Bis zum

31.07.2022 zahlen Frühbucher 590 € zzgl.

USt (regulärer Preis: 690 € zzgl. USt). •

www.steuerberatertag.de

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45. Deutscher Steuerberatertag 2022

NEUE WEGE

9. – 11. Oktober 2022

Internationales Congress Center Dresden und online

SAVE

THE DATE

9. – 11. OKT

Fortbildung. Netzwerken. Blicke über

den Tellerrand. Hochkarätige und

hochaktuelle Vorträge und Workshops

aus den Bereichen Steuerrecht,

Kanzleimanagement und Digitalisierung.

Und wie immer runden eine

umfangreiche Fachausstellung und

unser exklusives Rahmenprogramm

die Veranstaltung ab.

Für all das steht der Deutsche Steuerberatertag.

Und das tut er auch in

diesem Jahr mit seiner Hybrid­Ausgabe!

Sie entscheiden also selbst, ob wir

uns vor Ort in Dresden oder vor dem

Bildschirm treffen.

Ausstellung und Fach programm

im Überblick

· Endlich zurück: zwei Tage

Fachausstellung in Dresden

· Alte und neue Partner

treffen: Angebote, neue Entwicklungen

und innovative Startups

online und vor Ort

· Große Auswahl: 5 parallele

Bühnen, 2 Livestreams und ein

zusätzliches Online­Angebot

· Verschiedene Formate:

Keynote, Podiumsdiskus sionen,

Fachvorträge, Workshops

· Und dazu: Empfang,

Gala dinner, Party – unser

Rahmenprogramm

Schwerpunkt wie immer:

Netzwerken

· Matchmaking: Finden Sie

genau die Kontakte, mit denen

Sie viel gemeinsam haben.

· Wiedersehen: Treffen Sie

Ihre Konferenzkontakte dieses

Jahr auch im virtuellen Raum

oder verabreden Sie sich

vor Ort.

· Chat-Roulette: Sie wollen

Ihr Netzwerk erweitern?

Lassen Sie sich überraschen!

· Interaktion: Wir freuen

uns auf Ihre Ideen und den

Austausch mit Ihnen.

Anmeldung ab Mitte Mai unter

www.steuerberatertag.de


VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Aus der Arbeit von DStV und DStI

// Bundesfinanzminister Lindner empfängt DStV-Präsidenten Lüth

« …Steuerberater sind

Lebenspartner mit

hoher wirtschaftlicher

Kompetenz »

Bundesfinanzminister MdB

Christian Lindner

MdB Christian Lindner (Bundesminister der

Finanzen), StB Torsten Lüth (DStV-Präsident)

Im Gespräch mit der Spitze des

BMF verdeutlichte DStV-Präsident

Lüth die drängendsten

Anliegen der kleinen und mittleren

Kanzleien. Bundesminister

Lindner würdigte die Bedeutung

des Berufsstands als

Lebenspartner mit hoher wirtschaftlicher

Kompetenz.

Trotz der gegenwärtigen Herausforderungen

nahmen sich Bundesfinanzminister

MdB Christian Lindner und Prof. Dr. Luise

Hölscher, Staatssekretärin im Bundesministerium

der Finanzen (BMF), viel Zeit

für die Belange der kleinen und mittleren

Kanzleien.

StB Torsten Lüth, Präsident des DStV, rief

zuvorderst den Fristendruck auf die Agenda.

An allen Ecken und Enden belasten Zusatzaufgaben

die Praxis: Die Anträge und

Schlussabrechnungen zu den Corona-Hilfen

sowie die Grundsteuer-Feststellungserklärungen

seien nur drei Beispiele – so

Lüth. Insofern warb er im Kontext des im

4. Corona-Steuerhilfegesetz geplanten

Fristenkonzepts u.a. für eine Verlängerung

der Steuererklärungsfristen 2021 bis

Ende August 2023. Lindner und Hölscher

zeigten großes Verständnis für die Dringlichkeit

der Anliegen.

Außerdem erörterten die Anwesenden

die Modernisierung der Betriebsprüfung

und die Zinsreform. Lüth betonte, dass

bei der nahenden Reform der Betriebsprüfung

keine Unterscheidung zwischen

kleinen und mittleren Unternehmen und

großen Unternehmen erfolgen dürfe. Bei

der Vollverzinsung seien ein niedrigerer

Zinssatz als der geplante und ein transparenter

Anpassungsautomatismus notwendig.

Lindner deutete an, dass die Zinshöhe

diskutabel sei.

Der DStV wurde zudem von RAin/StBin

Sylvia Mein (DStV Geschäftsführerin) und

Daniela Ebert, LL.M. (Referatsleiterin Steuerrecht)

vertreten.


Prof. Dr. Luise Hölscher (Staatssekretärin im BMF) und StB Torsten Lüth

(DStV-Präsident)

BMF und DStV im Gespräch

30


VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Aus der Arbeit von DStV und DStI

// DStV-Präsident Lüth im Austausch mit dem

Staatssekretär im BMWK Sven Giegold

Wir wollen den engen und

vertrauensvollen Austausch

auch mit der neuen

Hausleitung des Bundeswirtschaftsministeriums

in bewährter

Weise fortsetzen. Dies betonte der Präsident

des DStV, StB Torsten Lüth, anlässlich

eines Gesprächs mit Sven Giegold. Dieser

verantwortet als Staatssekretär im Bundesministerium

für Wirtschaft und Klimaschutz

(BMWK) unter anderem die Mittelstandspolitik

des Ministeriums.

Giegold versicherte dem Berufsstand seine

Wertschätzung und den ausdrücklichen

Dank des BMWK für den besonderen Einsatz

in Zeiten der Pandemie. Mit Blick darauf

betonte Lüth, dass vor allem die Antragsverfahren

bei den Corona-Wirtschaftshilfen

eine erhebliche zusätzliche Arbeitsbelastung

in den Kanzleien bedeuten. Denn

sie fielen ebenso wie die massenweisen

Kurzarbeitergeldanträge zusätzlich zu den

eigentlichen Aufgaben in den Kanzleien

an. Ebenso erschwere die Ballung diverser

Erklärungs- und Einreichungsfristen

den Kanzleialltag. Umso mehr müsse es

nun darauf ankommen, die anstehenden

Schlussabrechnungen zu den Coronahilfen

bürokratiearm und praxisgerecht zu gestalten.

Hierzu biete der DStV gerne seine

Unterstützung an.


// DStV-Präsident Lüth im Gespräch mit Spitzenvertretern des

Finanzausschusses des Bundestags

StB Torsten Lüth (DStV-Präsident),

MdB Katharina Beck (Finanzpolitische

Sprecherin Bündnis 90/Die Grünen) und

Daniela Ebert LL.M. (DStV-Referatsleiterin

Steuerrecht)

Während die Phase der –

mittlerweile abgeschlossenen

– intensiven Erörterungen

im Finanzausschuss

des Bundestags über den Regierungsentwurf

des 4. Corona-Steuerhilfegesetzes

nahte, warb der DStV bereits im Vorwege

eindringlich um Nachjustierungen bei dem

darin enthaltenen Fristenkonzept.

Das von der Bundesregierung geplante

Fristenkonzept war ein Schritt in die richtige

Richtung zur Entlastung der coronabedingt

arg strapazierten kleinen und

mittleren Kanzleien. Dennoch berücksichtigten

die Maßnahmen nach Ansicht

des DStV die zusätzlichen Herausforderungen

durch die Grundsteuer-Feststellungserklärungen

und die Schlussabrechnungen

zu den Corona-Wirtschaftshilfen

nicht hinreichend. Durch das geplante

Abschmelzen hätte sich etwa die Bearbeitungszeit

für die Steuererklärungen

2021 im Vergleich zum regulären Turnus

von zwölf Monaten um zwei Monate auf

zehn Monate verkürzt. Dies hätte eine zusätzliche

Erhöhung des Zeitdrucks in den

Kanzleiabläufen bedeutet.

DStV-Präsident StB Torsten Lüth wandte

sich daher jüngst an den finanzpolitischen

Sprecher der SPD, MdB Michael

Schrodi, die finanzpolitische Sprecherin

von Bündnis 90/Die Grünen, MdB Katharina

Beck, und an den Vorsitzenden des

Finanzausschusses des Bundestags, MdB

Alois Rainer (CDU/CSU). Er berichtete von

der Praxislage und zeigte die knappen

Zeithorizonte sowie die Zusatzaufgaben

anhand eines aussagekräftigen Zeitstrahls

auf. Seine Bitte: Verlängerung

der Frist für die Steuererklärungen 2021

bis Ende August 2023 und danach eine

Abschmelzung um jeweils einen Monat.

Die Gesprächspartner zeigten viel Verständnis

für die Ausführungen. Sie deuteten

an, dass sie die Anliegen mit in die

Erörterungen des Finanzausschusses des

Bundestags zum Gesetzentwurf nehmen

würden. Die Fristenproblematik erledigte

sich nach Redaktionsschluss der VN erheblich

(s. nachfolgenden Artikel).


StB Torsten Lüth (DStV-Präsident) und

MdB Alois Rainer (CDU/CSU – Vorsitzender

Finanzausschuss des Bundestags)

31


VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Aus der Arbeit von DStV und DStI

// Abgabefristen für Steuererklärungen: Weitreichende

Fristenentzerrung kommt

bereits Ende letzten Jahres hervor: Eine Verlängerung der Fristen

werde kommen. Er stellte nicht zu viel in Aussicht. So sah bereits

der BMF-Gesetzentwurf erste gute Ansätze vor – wie die Fristverlängerung

für die Steuererklärungen 2020 bis Ende August 2022 und

die Rückführung der Verlängerung um jeweils zwei Monate pro

Veranlagungsjahr. Zudem gab der Bundesrat erfreuliche Signale: In

seiner Stellungnahme zum Regierungsentwurf forderte er u.a. eine

Fristverlängerung für die Steuererklärungen 2021 von beratenen

Steuerpflichtigen bis Ende August 2023. Im parlamentarischen

Verfahren solidarisierten sich auch die SPD und Bündnis 90/Die

Grünen mit den kleinen und mittleren Kanzleien.

Am Rande der Anhörung: MdB StB Markus Herbrand (finanzpolitischer

Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion) und RAin/StBin Sylvia Mein

(DStV-Geschäftsführerin)

Der DStV sensibilisierte seit letztem Herbst maßgebliche

politische Entscheidungsträger in zahlreichen

persönlichen Gesprächen beharrlich: Angesichts der

Corona-Wirtschaftshilfen und der herausfordernden

Umsetzung der Grundsteuerreform seien eine Fristverlängerung Veranlagungszeitraum

für die Abgabe der Steuererklärungen 2020 bis Ende August 2022

und ein langfristiges Fristenkonzept zwingend notwendig. Auch in

der Anhörung zum Vierten Corona-Steuerhilfegesetz legte er die

Nöte der kleinen und mittleren Kanzleien dar (vgl. DStV Stellungnahme

S 08/22). Nun ist ein erheblicher Erfolg gelungen.

Ein zunächst von der CDU/CSU-Fraktion eingebrachter Antrag zur

Entschärfung des Fristendrucks scheiterte zwar. Parallel hob MdB

StB Markus Herbrand, finanzpolitischer Sprecher der FDP, aber

Die Beschlussempfehlungen des Finanzausschusses zum Gesetzentwurf

greifen den Vorstoß des Bundesrats auf (vgl. BT-Drucks.

20/1906). Und nicht nur das: On top erweitern sie das Fristenkonzept

der Bundesregierung im Sinne der Anregungen des DStV! Das

schafft langfristige Planbarkeit und ist insbesondere für die kleinen

und mittleren Kanzleien ein sehr starkes Signal. Für beratene

Steuerpflichtige ergeben sich künftig folgende Fristen:

Abgabefrist für beratene Steuerpflichtige

2020 31.08.2022

2021 31.08.2023

2022 31.07.2024

2023 31.05.2025

2024 30.04.2026

Der DStV wurde in der Anhörung durch seine Geschäftsführerin

RAin/StBin Sylvia Mein vertreten.


// Geplanter Hinweisgeberschutz: DStV warnt vor

Zwei-Klassen-Steuerberatung

Der aktuelle Entwurf des Bundesministeriums

der Justiz (BMJ) zum Hinweisgeberschutz

will das Berufsgeheimnis schützen

und nimmt neben Ärzten auch Rechtsanwälte

aus dem Anwendungsbereich des

Gesetzes aus. Der DStV fordert in seiner Stellungnahme

R 03/22, auch Steuerberater

in diesen Kreis einzubeziehen. Ansonsten

drohe eine Zwei-Klassen-Steuerberatung.

Die Gründe liegen nach Ansicht des DStV

auf der Hand: Steuerberater haben berufsrechtlich

in Deutschland eine besondere

gesetzliche Stellung als Organ der

Steuerrechtspflege inne und stehen damit

gleichrangig und gleichberechtigt neben

den anderen Organen der Rechtspflege

wie z.B. den Rechtsanwälten. Eine Ungleichbehandlung

der Berufsgruppen im

Kontext des Hinweisgeberschutzes könne

daher bereits mit Blick auf den Gleichbehandlungsgrundsatz

nach Art. 3 GG nicht

gerechtfertigt erscheinen. Dies müsse

umso mehr gelten, da nach § 3 Nr. 1 StBerG

beide Berufsgruppen in gleicher Weise zur

unbeschränkten Hilfeleistung in Steuersachen

befugt sind. Der Schutz des Mandatsgeheimnisses

und die damit einhergehende

Verpflichtung zur Vertraulichkeit dürfe

im Ergebnis nicht allein von der Frage abhängen,

ob die Beratung zufälligerweise

durch einen Steuerberater oder durch einen

Rechtsanwalt erfolge. Bereits deshalb

sei eine Gleichstellung der Rechtsanwälte

und Steuerberater auch beim Hinweisgeberschutz

zwingend.


32


VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Aus der Arbeit von DStV und DStI

// Sitzung des Rechts- und Berufsrechtsausschusses

Mit seiner im vorherigen Artikel beschriebenen Stellungnahme

R 03/22 hat der DStV auf Beratungsergebnisse

seines Rechts- und Berufsrechtsausschusses

zurückgegriffen. Dieser hatte turnusmäßig im Frühjahr

getagt und sich dabei schwerpunktmäßig unter anderem mit

dem Entwurf des BMJ für ein Hinweisgeberschutzgesetz befasst.

Vertreter des Rechts- und Berufsrechtsausschusses, anlässlich der Sitzung

in Berlin am 26.04.2022

Darüber hinaus befasste er sich mit aktuellen Überlegungen zur

Modernisierung der Berufsordnung sowie Fragen zum richtigen

Verhalten in der Kanzlei bei Durchsuchungen und Beschlagnahmen.

Außerdem wurde die besondere Rolle der Berufsangehörigen

als Restrukturierungsbeauftragte nach dem Unternehmensstabilisierungs-

und -restrukturierungsgesetz (StaRUG) thematisiert.

Hier gelte es, die besondere Qualifikation der Fachberaterinnen

und Fachberater für Restrukturierung und Unternehmensplanung

(DStV e.V.) deutlich herauszustellen.

Weitere Informationen zum Fachberaterkonzept des

DStV sind abrufbar unter www.fachberaterdstv.de.


// Die Zinsreform nimmt Gestalt an

DStV-Steuerrechtsausschuss von links oben nach

rechts unten: RAin/StBin Sylvia Mein (DStV),

Daniela Ebert, LL.M. (DStV),

StB/RA Markus Deutsch (StBV Berlin-Brandenburg),

StBin Dipl.-Hdl. Vicky Johrden (DStV),

StB/RA Klaus-Peter Meyer

(StBV Niedersachsen Sachsen-Anhalt),

Dipl.-Volksw. Dr. Franziska Hoffmann (DStV),

StB Dipl.-Vw. Lothar Czeczatka (StBV Hessen),

StB/WP Dipl.-Ök. Hans-Joachim Kraatz

(StBV Sachsen),

StB/WP/RB Dipl.-Kfm. Dr. Peter Leidel (LSWB),

StB/vBP Prof. Dr. Hans Ott (StBV Köln),

StB/RB Manfred F. Klar (DStV-Vizepräsident)

Der Referentenentwurf für die

Zinsreform der Vollverzinsung

liegt auf dem Tisch. Der DStV

freut sich, dass einige Punkte,

die er jüngst mit Blick auf die Reform angeregt

hatte, im Entwurf enthalten sind.

Allerdings sieht er noch Nachbesserungsbedarf

und adressiert diesen in seiner Stellungnahme.

Insbesondere die Zinshöhe

scheint ihm nicht angemessen.

Bis Ende Juli 2022 ist der Gesetzgeber gefordert:

Die Verzinsung von Steuernachforderungen

und Steuererstattungen

muss für Verzinsungszeiträume ab 2019

neu geregelt werden. So die klare Anweisung

des BVerfG (1 BvR 2237/14). Nun

liegt der Referentenentwurf auf dem Tisch.

Erst jüngst hat der DStV in seiner Stellungnahme

S 02/22 Reformimpulse gegeben.

Auch der DStV-Steuerrechtsausschuss hat

in seiner Frühjahrssitzung die anstehende

Reform intensiv erörtert und für die Praxis

relevante Aspekte – wie die Notwendigkeit

von Beständigkeit – herausgestrichen.

Der nun vorliegende Referentenentwurf

enthält einige gute Vorschläge. Aber an

anderen entscheidenden Stellen sollte

der Entwurf aus Sicht des DStV noch nachgebessert

werden. In seiner DStV-Stellungnahme

S 03/22 führt er unter anderem

Nachfolgendes näher aus.

33


VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Aus der Arbeit von DStV und DStI

DStV lobt geplanten gesetzlichen

Zinslaufstopp bei freiwilligen

Vorauszahlungen

Der Gesetzentwurf sieht vor, die bislang

nur im Anwendungserlass vorgesehene

Regelung, wonach freiwillige Vorabzahlungen

den Zinslauf stoppen (zu § 233a,

Rn. 70.1 AEAO), gesetzlich zu manifestieren.

Der DStV befürwortet die gesetzliche

Klarstellung. Er hat diese bereits seit

längerem gefordert (vgl. zuletzt DStV-

Stellungnahme S 02/22). Insbesondere

dass die gesetzliche Regelung auch für

die Verzinsung der Gewerbesteuer gilt,

begrüßt er sehr.

DStV hält vorgeschlagenen Zinssatz

für zu hoch

Der Referentenentwurf sieht für Steuernachforderungen

und Steuererstattungen

ab 2019 eine Verzinsung in Höhe von

monatlich 0,15 % vor. Das heißt 1,8 %

jährlich. Der Zinssatz orientiert sich dabei

am Basiszinssatz (§ 247 BGB) mit einem

Zuschlag von rd. 2,7 % Punkten.

Der DStV unterstützt zwar die Anknüpfung

an den Basiszinssatz. Diese hatte er

angeregt. Er lehnt jedoch die Höhe des

Zuschlags ab. Das BVerfG hatte seinerzeit

darauf hingewiesen, dass in der derzeitigen

Phase, in der Banken verstärkt Negativzinsen

erheben, auch ein gänzlicher

Verzicht auf die Vollverzinsung vorstellbar

sei.

Um zumindest diesem Ergebnis nahe zu

kommen, sollte der Zuschlag zum Basiszinssatz

1 %-Punkt nicht übersteigen. Das

würde einen Zins von jährlich 0,12 % bedeuten.

Im besten Fall würde der Gesetzgeber

aus Sicht des DStV gänzlich auf den

Zuschlag verzichten.

Anpassung weiterer

Zinsvorschriften

Der DStV hält nicht nur die Neuregelung

der Vollverzinsung für geboten. Vielmehr

geht das Thema „Vollverzinsung“

mit einer Reihe weiterer steuerlicher

Zinsvorschriften einher, die ebenfalls genauer

unter die Lupe genommen werden

sollten.

Allen voran die weiteren abgaberechtlichen

Verzinsungstatbestände, wie

Stundungs-, Hinterziehungs-, und Aussetzungszinsen.

Aber auch die Säumniszuschläge,

die sich aus einem Zins- und

einem Druckmittelanteil zusammensetzen,

sollten auf den Prüfstand.


// Verfassungsmäßigkeit der Verlustabzugsbeschränkung

des § 8c KStG auf dem Prüfstand

Das BVerfG ist erneut zur Prüfung

der Verfassungsmäßigkeit

der körperschaftsteuerlichen

Verlustverrechnung

gefragt. Diesmal betrifft es den vollständigen

Verlustuntergang bei einer Anteilsübertragung

von über 50 %. Das BVerfG

bat u.a. den DStV um seine Einschätzung.

In seiner Stellungnahme S 04/22 zum

Vorlagebeschluss des FG Hamburg, 2 K

245/17, hat er die Norm des § 8c S. 2 KStG

in der Fassung des Unternehmensteuerreformgesetzes

2008 (im Folgenden: § 8c

S. 2 KStG a.F.) unter die Lupe genommen.

Der DStV kommt in seiner Stellungnahme

an das Bundesverfassungsgericht zu dem

Ergebnis, dass auch § 8c S. 2 KStG a.F. gegen

den allgemeinen Gleichheitssatz verstößt.

Verstoß gegen den

Gleichheitsgrundsatz des Art. 3 GG

Der DStV kommt zu dem Ergebnis, dass die

Regelung des § 8c S. 2 KStG a.F. gegen den

allgemeinen Gleichheitssatz des Art. 3

Abs. 1 GG verstößt. Kapitalgesellschaften

mit und ohne schädlichem Anteilseignerwechsel

werden ungleich behandelt und

das Trennungsprinzip wird durchbrochen.

Dem gegenüber stehen keine hinreichenden

Rechtfertigungsgründe.

Ziel der Missbrauchsbekämpfung

kein Rechtfertigungsgrund

Die Befugnis des Gesetzgebers zur Typisierung,

um Missbrauch zu bekämpfen,

ist aus Sicht des DStV kein sachgerechter

Grund für die Differenzierung. Unter die

Regelung zum Verlustabzug fallen nicht

ausschließlich typische Missbrauchsfälle

wie der „Mantelkauf“. Wie auch das

BVerfG in einer früheren Entscheidung

festgestellt hat (vgl. Beschl. v. 29.03.2017,

2 BvL 6/11), werden vielmehr viele Fälle

von Anteilsübertragungen ohne missbräuchliche

Gestaltung durch § 8c S. 2

KStG a.F. erfasst. Daher erachtet der DStV

die dem Gesetzgeber grundsätzlich zustehende

Berechtigung zur Typisierung als

überschritten.

Keine generalisierende Änderung

der wirtschaftlichen Identität

Grundsätzlich gilt im Steuerrecht, dass

das Steuersubjekt, das den Verlust erlitten

hat, den Verlustabzug nutzen darf.

Die wirtschaftliche Identität einer Kapitalgesellschaft

ist hier von Bedeutung.

Der DStV führt in seiner Stellungnahme S

04/22 aus, dass eine Änderung der wirtschaftlichen

Identität der Gesellschaft

nicht regelmäßig angenommen werden

kann, wenn ein Anteilseignerwechsel

stattfindet. Vielmehr prägen auch Unternehmensgegenstand

und Betriebsvermögen

die wirtschaftliche Identität. Auch

bei Wechsel des Mehrheitsanteilseigners

kann nicht generalisierend davon ausgegangen

werden, dass sich die wirtschaftliche

Identität der Gesellschaft ändert.

Daher sieht der DStV die Rechtsfolge des

vollständigen Verlustuntergangs bei einer

Anteilsübertragung von mehr als 50 % als

nicht gerechtfertigt.

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VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Aus der Arbeit von DStV und DStI

Kein Verstoß gegen Art. 14 GG

Ein Verstoß gegen die Eigentumsgarantie

nach Art. 14 GG kann nach Auffassung des

DStV hingegen nicht angenommen werden.

Zwar sind die Altgesellschafter vom

Untergang der Verlustvorträge betroffen,

da deren Beteiligung möglicherweise

an Wert verliert. Die Altgesellschafter

sind jedoch nicht Adressat der Regelung

des § 8c KStG a.F., sodass diese Vorschrift

nicht direkt in die Vermögenssphäre der

Gesellschafter eingreift. Vielmehr ist

aufgrund des Trennungsprinzips das Vermögen

der Kapitalgesellschaft gegenüber

dem Vermögen ihrer Gesellschafter

grundsätzlich selbständig.

Verfassungsmäßigkeit ab

01.01.2016

Der DStV spricht sich dafür aus, dass

die Regelung des § 8c KStG in den ab

01.01.2016 geltenden Fassungen noch

als mit dem Grundgesetz vereinbar angesehen

werden kann. Hintergrund ist

die Einführung des § 8d KStG zum fortführungsgebundenen

Verlustvortrag.

Durch die Möglichkeit der Verlustnutzung

bei Fortführung des Geschäftsbetriebs

wird die Regelung des § 8c KStG deutlich

entschärft.


// Finanzverwaltung für die Zukunft

« Für viele Bürger stellt

die Finanzverwaltung den

häufigsten Berührungspunkt

mit dem Staat dar. »

Lutz Lienenkämper

NRW Finanzminister

Spannende Paneldiskussionen in der

Berliner Landesvertretung von

Nordrhein-Westfalen

„Finanzverwaltung für die Zukunft – im

Spannungsfeld von Bürgernähe und föderalen

Strukturen“ so lautete das vielversprechende

Motto des Workshops des

nordrhein-westfälischen Ministeriums der

Finanzen in Kooperation mit dem österreichischen

Bundesministerium für Finanzen.

Auf dem Panel für den Berufsstand war

auch der DStV vertreten.

Für viele Bürger stellt die Finanzverwaltung

den häufigsten Berührungspunkt mit

dem Staat dar. So die einführende Feststellung

von Lutz Lienenkämper, Minister

der Finanzen des Landes Nordrhein-Westfalen.

Bereits der Titel der Veranstaltung

am 28.03.2022 verdeutlichte, dass eine

Reform der Finanzverwaltung unterschiedlichste

Anforderungen erfüllen muss.

Zunehmende Service-Orientierung

der Finanzverwaltung

Klar ist: Die Erwartung der Steuerpflichtigen

an die Servicequalität steigt. Das ist

kein rein deutsches Phänomen, sondern

zieht sich wie ein roter Faden auch durch

Reformmaßnahmen in der übrigen „DACH“-

Region und darüber hinaus – etwa in Luxemburg.

Dr. Angelika Schätz, Sektionschefin

im Bundesministerium der Finanzen

Österreich, bot im Rahmen des Workshops

hierzu einen spannenden Einblick in die

Modernisierung der Finanzverwaltung in

Österreich. Diese ist von einer zunehmenden

Zentralisation geprägt, welche dort

u.a. die Digitalisierung des Besteuerungsverfahrens

fördert.

Auch wenn Österreich gerne als Vorbild für

deutsche Modernisierungsprojekte dient,

so scheint in Deutschland eine föderale

Struktur der Finanzverwaltung auch künftig

unumgänglich. Thomas Eigenthaler,

Bundesvorsitzender der Deutschen Steuer-

Gewerkschaft, skizzierte in der Paneldiskussion

vielmehr das Ziel eines modernen

kooperativen Föderalismus. Als Hemmschuh

für eine moderne und leistungsfähige

Verwaltung identifizierte er jedoch die

aktuell vielen unbesetzten Stellen.

Digitale Schritte in die

Zukunft benötigt

Mit dem Problem des fehlenden Nachwuchses

ist die Verwaltung jedoch keineswegs

allein. RAin/StBin Sylvia Mein,

Geschäftsführerin des DStV, berichtete von

35


VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Aus der Arbeit von DStV und DStI

Personalnöten auch in vielen Steuerberatungskanzleien.

Dies sei misslich, da der

Berufsstand gleichermaßen in das Spannungsfeld

zwischen Steuerpflichtigen und

Finanzverwaltung eingebunden sei. Umso

wichtiger sei daher, dass die Digitalisierung

weiter vorangetrieben werde. Deutschland

sei zwar auf einem guten Weg. Viele

Digitalprojekte im Rahmen des ELSTER-

Besteuerungsverfahrens seien bereits angestoßen.

Jedoch stießen Betroffene im

Arbeitsalltag noch allzu oft auf digitale

Abbruchkanten: insbesondere im Bereich

der medienbruchfreien Kommunikation

zwischen Unternehmen, deren steuerlichen

Beratern und den Finanzbehörden.

Man denke nur an die Unternehmensteuerbescheide

zur Gewerbe-, Körperschaft- und

Umsatzsteuer, die anstelle von elektronisch

strukturierten Daten klassischerweise per

Papier ins Haus flatterten. Ebenso bestünden

Defizite bei der Betriebsprüfung. Noch

würden weit überwiegend Datenträger

wie USB-Sticks per Post an die Finanzverwaltung

übermittelt. Einzelne Bundesländer

böten inzwischen digitale Plattform-

Lösungen an – wie Hessen mit HessenDrive

oder Baden-Württemberg mit SteuerCloud

Ba-Wü. Solche Angebote müssten nun bundesweit

in die Fläche gehen.

RAin/StBin Sylvia Mein, DStV-Geschäftsführerin, während der Paneldiskussion

Starker Weiterentwicklungswillen Da im Zeitalter der Digitalisierung jeder

Dr. Rolf Möhlenbrock, Leiter der Steuerabteilung

im Bundesministerium der Fi-

können Steuerpflichtige nur darauf hof-

Stillstand einen Rückschritt bedeutet,

nanzen, erachtete gerade die föderale fen, dass der Wille zur digitalen Weiterentwicklung

ungebremst stark bleibt.

Struktur Deutschlands mit Blick auf weitere

Digitalisierungsvorhaben als Vorteil.

Sie sei ein Qualitätsgarant. Von den Erfahrungen

Einzelner, etwa im Rahmen von anstaltung nahm für den DStV auch Da-

An der informativen, gut besuchten Ver-

Pilotprojekten, könnten schließlich alle niela Ebert LL.M., Referatsleiterin Steuerrecht,

teil.

Bundesländer profitieren.


// Erweiterte Gewerbesteuerkürzung: DStV nimmt Stellung

zum BMF-Entwurf

In der Vergangenheit war die erweiterte

Gewerbesteuerkürzung für

grundstücksverwaltende Unternehmen

aufgrund des Ausschließlichkeitsgebots

schnell in Gefahr. Das Fondsstandortgesetz

brachte hierzu einige

Änderungen. Nun bringt das BMF erste

Hinweise zur Anwendung der Neuregelungen

auf den Weg.

In seiner Stellungnahme S 07/22 begrüßt

der DStV den Vorstoß des BMF, zügig ein

BMF-Schreiben zur Schaffung von Planungs-

und Rechtssicherheit auf den Weg

zu bringen. Zu einzelnen Ausführungen

sind jedoch weitere Konkretisierungen,

Klarstellungen und Ergänzungen wünschenswert.

Ein wesentlicher Aspekt hierbei

ist nachfolgender.

Coronabedingt abweichende Mietund

Pachtvereinbarungen stärken!

Miet- oder Pachtansprüche der Vorjahre,

die als uneinbringliche Forderungen

ausgebucht werden, sollen sich laut dem

BMF-Entwurf nicht auf die Höhe der Einnahmen

aus der Gebrauchsüberlassung

des Grundbesitzes im Erhebungszeitraum

der Ausbuchung auswirken.

Hierbei bleiben unberücksichtigt: Vermieter,

die bereits im Vorfeld coronabedingt

abweichende Vereinbarungen mit ihren

Mietern getroffen haben – z. B., dass der

Mieter ein Jahr lang nur die Betriebskosten

zahlen muss. Fraglich ist, ob Vermieter in

diesen Fällen die Begünstigung verlieren.

Nach Auffassung des DStV dürfte eine

solch strenge Auslegung gerade in Krisenzeiten

das falsche Signal sein. Er forderte

daher u.a., das BMF-Schreiben um krisenbedingt

durchaus übliche Fallkonstellationen,

wie coronabedingte Mietfreistellungen

etc., zu ergänzen.


36


VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Aus der Arbeit von DStV und DStI

// Der DStV stellt sich vor

/ Teil 6: Das Referat Recht und Berufsrecht – Praxistauglichkeit der

beruflichen Rahmenbedingungen im Fokus

Fokus 1: Wachsende Aufgaben in

Zeiten von Corona bewältigen

Fokus 2: Vertretungsbefugnisse

des Berufsstands klarstellen

RA Dipl.-Verw. (FH) Christian Michel,

Referatsleiter Recht und Berufsrecht des DStV

Das Berufsrecht bildet die zweite

wichtige Säule innerhalb der

Europa- und Berufsrechtsabteilung

des Deutschen Steuerberaterverbandes

e. V.. Geleitet wird das

Referat Recht und Berufsrecht von Christian

Michel. Als Rechtsanwalt behält er die aktuellen

Entwicklungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen

und ihre Auswirkungen

auf die Arbeit der steuerberatenden und

prüfenden Berufe im Blick. Für den nötigen

Input aus der Praxis sorgt nicht nur

der enge Austausch mit den zuständigen

Präsidiumsmitgliedern. Fachlich unterstützt

wird die Arbeit zudem durch den Rechtsund

Berufsrechtsausschuss. Auch die Koordinierung

der Arbeit des Verbändeforums IT

und des Arbeitsstabs Versicherungsfragen

fällt in den Aufgabenbereich des Referats.

Organisatorisch unterstützt wird die Referatsarbeit

durch Gabriela Jahnke. Sie ist

zuverlässige Ansprechpartnerin, wenn es

um die Koordinierung von Gesprächsterminen

und Sitzungen oder andere Anfragen

geht.

Das breite Aufgabenspektrum der Referatsarbeit

lässt sich anhand einiger Beispiele

aus der jüngeren Zeit gut verdeutlichen.

Die besondere Stellung des Berufsstands

als Organ der Steuerrechtspflege ist bekanntermaßen

berufsrechtlich verankert.

Die damit verbundene besondere Verantwortung

wurde mit dem Beginn der Coronakrise

schlagartig in den öffentlichen

Fokus gerückt. Der Berufsstand hat sich

dieser Herausforderung gestellt und die

Beantragung der staatlichen Coronahilfen

für die betroffenen Unternehmen als

sogenannter Prüfender Dritter übernommen,

und zwar zusätzlich zu den regulären

Aufgaben. Hier war die Einbindung

des DStV in die Austauschrunden mit dem

Bundeswirtschaftsministerium (BMWi),

dem Bundesfinanzministerium (BMF)

und Ländervertretern von essenzieller Bedeutung.

Im Tandem, bestehend aus DStV-

Präsident Torsten Lüth und Referatsleiter

Christian Michel, konnte der DStV den

fachlichen Input aus der Kanzleipraxis und

auf der rechtlichen Seite sicherstellen.

Doch die Herausforderungen halten weiterhin

an. Ungeachtet der Entwicklung der

Coronalage in diesem Winter wird die

Abwicklung der massenweisen Schlussabrechnungen

bei den Coronahilfen für

den Berufsstand noch einmal eine große

Kraftanstrengung bedeuten. Hier muss

es darum gehen, das Verfahren für die

anstehenden Schlussabrechnungen so

auszugestalten, dass sie effizient und in

einem praxisgerechten Verfahren durch

die Kanzleien abgewickelt werden können,

und zwar sowohl IT-technisch als

auch organisatorisch. Hier steht der DStV

in einem engen Austausch mit dem BMWi,

um seine Forderungen und Erwartungen

zielgerichtet in die Diskussionen mit Bund

und Ländern einzubringen.

Zusätzlich zu den Coronahilfen haben die

Kanzleien während der Pandemie massenweise

Anträge auf Kurzarbeitergeld

(KUG) für die betroffenen Unternehmen

gestellt. Hier hat sich gezeigt, wo in der

Praxis der Schuh nach wie vor drückt. Die

Vertretungsbefugnisse dürfen sich nicht

nur auf die KUG-Anträge beschränken. Alle

sozialversicherungsrechtlich relevanten

Daten aus der Lohn- und Gehaltsbuchführung

liegen in den Kanzleien. Deshalb

müssen die Berufsangehörigen bei

Unklarheiten oder im Streitfall auch gerichtlich

und außergerichtlich tätig werden

dürfen. Für den Bereich der Coronahilfen

konnte der DStV erreichen, dass die

Vertretungsbefugnisse des Berufsstands

im verwaltungsgerichtlichen Verfahren

gesetzlich geregelt wurden. Dies war ein

wichtiger Schritt im Interesse der betroffenen

Unternehmen und für die praktische

Arbeit in den Kanzleien. Eine solche

gesetzliche Klarstellung steht mit Blick

auf das KUG allerdings bislang noch aus.

Gleiches gilt für das Statusfeststellungsverfahren.

Die hierzu ergangene Rechtsprechung

bildet die Anforderungen der

Praxis in keiner Weise zutreffend ab. Die

Mandantenunternehmen erwarten auch

hier zu Recht eine Betreuung aus einer

Hand.

Eine Klarstellung zu den Vertretungsbefugnissen

im Bereich des Sozialversicherungsrechts

ist überfällig. Dafür wird

sich die Verbändegemeinaschaft mit aller

Kraft einsetzen.

Fokus 3: Modernisierung der

Berufsausbildung voranbringen

Ein weiteres Arbeitsfeld des Referats

Recht und Berufsrecht bildet der Bereich

der beruflichen Bildung. Hier setzr sich der

DStV bereits seit vielen Jahren für eine För-

37


VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Aus der Arbeit von DStV und DStI

derung des Berufsnachwuchses ein. Er

ist sicher, nur so dem Fachkräftemangel

etwas entgegensetzen zu können. Das

beginnt bereits bei den Ausbildungsberufen.

Die Attraktivität einer dualen Berufsausbildung

erfordert zeitgemäße und

praxisgerechte Rahmenbedingungen. Gemeinsam

mit der Bundessteuerberaterkammer

(BStBK) hat sich der DStV daher

die Modernisierung der Ausbildung für

Steuerfachangestellte zum Ziel gesetzt.

Dies ist umso dringender, da die derzeitige

Ausbildungsverordnung noch aus dem

Jahr 1996 stammt.

Die Neuordnung ist ein komplexes Unterfangen:

Zusammen mit DStV-Vizepräsident

Christian Böke ist Referatsleiter

Christian Michel daher als Sachverständiger

auf Bundesebene eingebunden, um

unter der Federführung des Bundesinstituts

für Berufsbildung (BIBB) gemeinsam

mit den Sozialpartnern und den zuständigen

Fachministerien sowie Schulvertretern

der Länder eine praxisgerechte

Neuordnung der Berufsausbildung auf

den Weg zu bringen.

Fokus 4: Interprofessionelle

Zusammenarbeit stärken

Seit jeher setzt sich der DStV für ein zeitgemäßes

Berufsrecht ein. Nur so kann

es dem Berufsstand gelingen, auch in

Zukunft am Markt handlungs- und wettbewerbsfähig

zu sein. Ein gutes Beispiel

bilden die jüngsten Anpassungen zu den

Berufsausübungsgesellschaften im Berufsrecht

der Steuerberater und Rechtsanwälte.

Sie sind ein wichtiger Schritt, um

die interprofessionelle Zusammenarbeit

insbesondere zwischen den steuer- und

rechtsberatenden sowie den prüfenden

Berufen weiter zu stärken. Hier hatte

sich das Berufsrechtsreferat im Rahmen

des Gesetzgebungsverfahrens aktiv eingebracht.

Die Anpassungen sollen zum

01. August 2022 in Kraft treten. Weitere

Hilfestellungen zur Umsetzung der neuen

Regelungen in der Praxis werden durch

Fachbeiträge etwa in der Steuerberatung

und weitere Arbeitshilfen rechtzeitig zur

Verfügung gestellt.

Wie geht es weiter?

Die Herausforderungen im Berufsrecht

werden für die Berufsangehörigen in

der Praxis nicht kleiner. Im Gegenteil: Sie

wachsen zunehmend. Das Berufsrecht wird

heute längst nicht mehr allein durch das

Steuerberatungsgesetz abgebildet. Hinzu

kommen weitere rechtliche Anforderungen

in anderen Gesetzen und Verordnungen

etwa im Bereich des Datenschutzes,

der Geldwäschebekämpfung oder dem Insolvenzrecht.

Der Gesetzgeber ist mit den

Jahren nicht müde geworden, den Katalog

an Regelungen, die auch die steuerberatenden

und prüfenden Berufe betreffen,

immer mehr auszuweiten. Vordringliches

Ziel der Arbeit des Referats Recht und Berufsrecht

wird es daher auch künftig sein,

die immer komplexeren Gesetzentwürfe

und Initiativen auf ihre Umsetzbarkeit und

Praxistauglichkeit zu überprüfen und sich

frühzeitig in die Verfahren fachlich einzubringen,

um den Interessen des Berufsstands

gegenüber Politik und Verwaltung

wirksam Gehör zu verschaffen.


38


VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Aus der Arbeit von DStV und DStI

// DStV-News 06/2022

DStV-Präsident Lüth im Gespräch mit Bundesfinanzminister

Lindner und maßgeblichen MdB des Finanzausschusses

zur Fristenballung - DStV-Positionen zum

Steuerentlastungsgesetz 2022, zur Verfassungsmäßigkeit

des § 8c S. 2 KStG a.F., zur Abrechnung bei der Grundsteuer

und zu Vorschlägen der EU-Kommission: Erfahren Sie dazu und zu

weiteren Themen jetzt mehr in der neuen Ausgabe.

Die DStV-News 05/2022 geben Ihnen einen gebündelten Überblick

über monatliche Highlights des Engagements des DStV. Der DStV

bietet sie auch als Beihefter in „Die Steuerberatung“, über StBdirekt

und Twitter an. Bleiben Sie stets auf dem aktuellen Stand mit den

DStV-News!


// Eingaben und Stellungnahmen

Der DStV hat im Berichtszeitraum die nachfolgenden Stellungnahmen verfasst. Auf der Homepage

des DStV (www.dstv.de) sowie unter StBdirekt können Sie im vollen Wortlaut nachgelesen werden:

13.05.2022

Stellungnahme S 09/22: Gesetzentwurf

der Bundesregierung eines

Zweiten Gesetzes zur Änderung der

Abgabenordnung und des Einführungsgesetzes

zur Abgabenordnung

12.05.2022

Stellungnahme R 03/22: Referentenentwurf

eines Gesetzes für einen

besseren Schutz hinweisgebender

Personen sowie zur Umsetzung der

Richtlinie zum Schutz von Personen,

die Verstöße gegen das Unionsrecht

melden

06.05.2022

Stellungnahme S 08/22: Gesetzentwurf

eines Vierten Corona-Steuerhilfegesetzes

20.04.2022

Stellungnahme S 07/22: Entwurf

gleichlautender Erlasse zu Anwendungsfragen

des § 9 Nr. 1 S. 3 GewStG

in der Fassung des Fondsstandortgesetzes

(FoStoG)

20.04.2022

Stellungnahme S 06/22: Gesetzentwurf

der Koalitionsfraktionen „Entwurf eines

Steuerentlastungsgesetzes 2022

20.04.2022

Stellungnahme E 05/22: Modernisierung

des digitalen Gesellschaftsrechts

07.04.2022

Stellungnahme E 04/22: Vorschlag

der EU-Kommission zur Verlängerung

des Anwendungszeitraums der Umkehrung

der Steuerschuldnerschaft:

Reverse-Charge-Verfahren

06.04.2022

Stellungnahme E 03/22: Vorschlag der

EU-Kommission für eine Richtlinie zur

Festlegung von Vorschriften zur Verhinderung

der missbräuchlichen Nutzung

von Briefkastenfirmen

06.04.2022

Stellungnahme S 05/22: Regierungsentwurf

eines Steuerentlastungsgesetzes

2022

29.03.2022

Stellungnahme S 04/22: Verfassungsmäßigkeit

des § 8c S. 2 KStG (in der

Fassung des Unternehmensteuerreformgesetzes

2008 vom 14.08.2007)

16.03.2022

Stellungnahme R 02/22: Entwurf

einer Vierten Verordnung zur Änderung

der Steuerberatervergütungsverordnung

(StBVV); Az. IV A 4 - S

1910/22/10041:003

06.03.2022

Stellungnahme R 01/22: Unternehmensstabilisierungs-

und -restrukturierungsgesetz

(StaRUG); Checkliste für

Restrukturierungspläne

cutt.ly/StBdirekt

39


VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Aus der Arbeit von DStV und DStI

// Verbändeforum IT tagte in Berlin unter neuem Vorsitz

Neuer Vorsitzender des Verbändeforums IT:

StB/WP Axel Klomp, Mönchengladbach

Zu seiner turnusmäßigen Frühjahrssitzung

kam das Verbändeforum IT

des DStV in diesem Jahr in Berlin

zusammen. Einen Schwerpunkt

der Beratungen bildeten unter anderem

die Chancen und Herausforderungen der

Digitalisierung für den Berufsstand. Zum

neuen Vorsitzenden des Verbändeforums

IT wurde StB/WP Axel Klomp aus Mönchengladbach

gewählt.

Axel Klomp ist seit dem Jahr 2014 als Mitglied

des Steuerberaterverbandes Düsseldorf

e.V. im Verbändeforum IT aktiv, zuletzt

als dessen stellvertretender Vorsitzender.

Als neuer Vorsitzender tritt er die Nachfolge

von StBin Frauke Kaps-Offeney aus

Hameln an, die aus dem Verbändeforum

IT ausschied. Zur neuen stellvertretenden

Vorsitzenden wurde StBin Daniela Ebert aus

Hamburg gewählt.

Jeder DStV-Mitgliedsverband hat die Möglichkeit,

durch einen Vertreter oder eine

Vertreterin an der Arbeit des Verbändeforums

IT mitzuwirken und Anregungen aus

dem Mitgliederkreis zu IT-Themen in das

Gremium zu tragen. So standen auf der

jüngsten Sitzung etwa Fragen zum Schutz

vor kriminellen Cyberangriffen sowie zur

praxisgerechten Ausgestaltung des künftigen

Schlussabrechnungsverfahrens zu den

Coronahilfen auf der Tagesordnung.

Zu aktuellen Themen rund um Fragen der

Digitalisierung informiert das Verbändeforum

IT regelmäßig unter anderem durch

seine Newsletter unter StBdirekt.


Das DStV-Verbändeforum IT anlässlich seiner Frühjahrssitzung in Berlin

40


Praxisrelevant und brandaktuell: § 1 UmwStG

von Richter am FG Dr. Philipp Maetz

Darum geht es:

■ „Widmann/Mayer aktuell“ von Notar Dr. Oliver

Vossius: u.a. BFH v. 9.6.2021, I R 52/17: Keine

Sperre für § 42 AO bei § 21 UmwStG

■ § 197 UmwG von Notar Professor Dr. Dieter Mayer,

u.a. mit MoPeG und sog. Mobilitätsrichtlinie

■ § 1 UmwStG von Richter am FG Dr. Philipp Maetz:

u.a. mit KöMoG-Änderungen und BMF zu § 1a KStG

■ § 7 UmwStG von Richter am FG Dr. Ruben Martini:

u.a. mit KöMoG-Bezügen und BMF zu § 1a KStG

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VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Sonstige Berufsorganisationen

Sonstige

Berufsorganisationen

// DATEV: Nachhaltiges Wachstum

Von Antonie Schweitzer

einem Wachstum von 63,2 Millionen €, also

5,5 % im Verhältnis zum Vorjahr mit 1.156,3

Millionen €.

„Angesichts der furchtbaren Nachrichten,

die uns seit nunmehr drei Wochen erreichen,

fällt es mir schwer, nüchtern über

Zahlen und Ergebnisse zu sprechen“, mit

diesen Worten eröffnete der DATEV-Vorstandsvorsitzende

Dr. Robert Mayr am

17.03.2022 die Online-Pressekonferenz

zu den vorläufigen Zahlen des Geschäftsjahres

2022. Dieser Jahresabschluss steht

noch unter dem Vorbehalt der Prüfung

durch den Genossenschaftsprüfer und wird

der Vertreterversammlung am 24.06.2022

zur Feststellung vorgelegt. Auch Finanzvorstand

Diana Windmeißer äußerte ihre

Fassungslosigkeit über den Ausbruch des

Krieges, verbunden mit der Hoffnung auf

eine baldige Friedenslösung.

„Ende 2021 hatten

über 808.000

Unternehmen

zusammen etwa

2,3 Milliarden

Belege digital in unserer

DATEV-Cloud gespeichert“.

Damit liegt es, wie Diana Windmeißer präzisierte,

über dem Wachstum der bundesdeutschen

Wirtschaft (BIP), das im letzten

Jahr 2,7 % betrug. Noch stärker entwickelte

sich der IT-Markt mit 6,3 % plus. Nach

Angaben der CFO handelt es sich bei DATEV

um ein nachhaltiges und gesundes Wachstum,

das seit 2017 in jedem Jahr zwischen

5,1 und 6,4 % Plus betrug. Deshalb war

2021 bei der Genossenschaft kein Nachholeffekt

notwendig.

Wachstumstreiber und

Umsatzbringer

Getragen wurde der Umsatzanstieg von

„der Gesamtbreite des Geschäfts“: Wachstumstreiber

war wiederum das Rechnungswesen

mit einem Plus von 6,9 %,

also 26,8 Millionen €. Darauf folgt das IT-

Management mit einem Plus von 9,1 Millionen

€. Die Produktgruppe „IT und Druck

für Nicht-Mitglieder“, damit sind Logistik

Der Genossenschaft gehe es gut, verkündete

der CEO: „Ende 2021 hatten über

808.000 Unternehmen zusammen etwa

2,3 Milliarden Belege digital in unserer

DATEV-Cloud gespeichert“. Das Geschäftsjahr

wurde mit einem Umsatz von 1,22

Milliarden € abgeschlossen, das entspricht

42


VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Sonstige Berufsorganisationen

Das Corona-Barometer

Mit Sorge blickte Dr. Mayr auf den Berufsstand,

der bereits infolge der Pandemie einer

erheblichen Mehrbelastung ausgesetzt

war. Seit Ausbruch des Krieges müsse man

nun – infolge stockender Lieferketten sowie

steigender Rohstoff- und Energiepreise –

erneut mit einem erhöhten Beratungsbedarf

von Seiten der Mandanten rechnen.

Immerhin zeigt das Corona-Barometer,

dass dieser Einsatz positiv wirkt: Die letzte

Befragung vom 04. bis 08.02.2022 ergab,

dass – wie im Vorjahr – zwei Prozent

der Unternehmen einem Insolvenzrisiko

ausgesetzt waren. Ohne staatliche Unterstützung

wäre es ein Fünftel gewesen.

Dass die Hilfeleistungen so wirksam sein

konnten, wertete der DATEV-CEO als ein

Verdienst des steuerberatenden Berufsstandes,

der im Auftrag des Gesetzgebers

eine zentrale Rolle bei deren Beantragung

und Prüfung übernommen hatte.

und Servicedienstleistungen für öffentliche

Arbeitgeber, Versicherungen und andere

Unternehmen gemeint, konnte durch zahlreiche

neue Aufträge um 6,1 Millionen €

zulegen. An vierter Stelle steht schließlich

die Personalwirtschaft, deren Umsätze um

5,7 Millionen € gewachsen sind.

Als „Top-Umsatzbringer in absoluten Zahlen“

präsentierte Diana Windmeißer das

Rechnungswesen mit 413,0 Millionen €

und die Personalwirtschaft mit 269,5

Millionen €. An dritter Stelle folgte das

Kanzleimanagement mit 99,5 Millionen €.

Dazu gehört zum Beispiel DATEV DMS, die

Lösung für das digitale Dokumentenmanagement.

Sie ermöglicht es, alle Dokumente

zentral und sicher an einem Ort abzulegen

– und immer und überall darauf

zuzugreifen.

Das Betriebsergebnis lag 2021 bei 77,5

Millionen €, das sind 5,9 Millionen € mehr

als im Vorjahr. An die Mitglieder soll eine

genossenschaftliche Rückvergütung von

5,0 % des rückvergütungsfähigen Umsatzes

ausgeschüttet werden, insgesamt

also 48,9 Millionen € netto (im Vorjahr

waren es 47,1 Millionen €).

dass die Anzahl der Kunden im vergangenen

Jahr um 66.000 auf über 471.000 anstieg.

Gemeint sind damit aktive Mitglieder,

deren Mandantinnen und Mandanten,

die mit der DATEV in einem direkten Vertragsverhältnis

stehen, sowie sonstige

Nicht-Mitglieder.

Die Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

stieg 2021 um 226 auf insgesamt

8.351, für die im vergangenen Sommer

eine neue Betriebsvereinbarung für mobiles

Arbeiten eingeführt wurde. Dies soll

immer dann möglich sein, wenn es die

Tätigkeit erlaubt. „Ich nehme mit einiger

Überraschung, ja sogar einem Stück weit

Schrecken, Berichte von Unternehmen

wahr, die ihre Mitarbeiter wieder komplett

in die Büros zurückholen – als wäre

nichts gewesen“, bemerkte Dr. Mayr. Es

könne beispielsweise für kollaborative,

kreative und kommunikative Aufgaben

sinnvoll sein, sich immer wieder mal physisch

an einem Ort zu treffen. „Aber wir

haben doch in den letzten zwei Jahren erlebt,

wie gut viele Aufgaben auch jenseits

der Standortgrenzen erledigt werden

können. Das Rad können wir doch nicht

wieder zurückdrehen wollen!“

Die Voraussetzungen zur Beantragung

dieser Überbrückungshilfen sind allerdings,

wie 66 % der Kanzleien im Februar

beklagten, nicht eindeutig definiert. Selbst

nach eineinhalb Jahren ist die Abwicklung

von Hilfsanträgen nur für 22 % der Kanzleien

zur Routine geworden; und nur 27 %

der Kanzleien vermelden geringe oder

keine Auswirkungen auf die Qualität ihrer

Leistung. Die grundsätzliche Leistungsfähigkeit

liege allerdings – nach dem Tief in

der ersten Lockdown- und Home-Office-

Phase – weiterhin auf einem stabilen und

guten Niveau von 83 bis 91 %.

« Wir haben in den letzten

zwei Jahren erlebt, wie gut

viele Aufgaben auch jenseits

der Standortgrenzen erledigt

werden können. Das Rad

können wir doch nicht wieder

zurückdrehen wollen! »

Dr. Robert Mayr

Als Bestätigung einer nachhaltigen Strategie

wertete Finanzvorstand Windmeißer,

Das Betriebsergebnis lag 2021

bei 77,5 Millionen €,

das sind 5,9 Millionen €

mehr als im Vorjahr.

Eine weitere zusätzliche Belastung entstehe

durch die Reform der Grundsteuer: „Von

den 35 Millionen Grundstücken, die neu

bewertet werden müssen, sind allein 10

Millionen Grundstücke und Land- und

forstwirtschaftliche Betriebe bei Mandanten

von DATEV-Mitgliedern.“ Die Lösung

GrundsteuerDigital des DATEV-Part-

43


VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Sonstige Berufsorganisationen

« Von den 35 Millionen

Grundstücken, die neu

bewertet werden müssen,

sind allein 10 Millionen

Grundstücke und Land- und

forstwirtschaftliche Betriebe

bei Mandanten von DATEV-

Mitgliedern. »

ners fino taxtech steht seit Anfang April

allen DATEV-Mitgliedern zur Verfügung.

Integriert in die DATEV-Lösungen, unterstützt

sie die Kanzleien bei der Erfassung

und Übermittlung der notwendigen erklärungsrelevanten

Daten. Vehement

forderte Dr. Mayr bei der Pressekonferenz

im März eine Fristverlängerung für die Abgabe

der Unterlagen.

„Gerade in dieser herausfordernden Situation ist deutlich geworden, dass die

Digitalisierung in Kanzleien und Unternehmen ein entscheidender Faktor für den

Geschäftserfolg ist“, bemerkte Dr. Robert Mayr. „Nicht nur, weil sie es ermöglicht,

schnell auf sich verändernde Rahmenbedingungen zu reagieren. Sondern weil

sie für reibungslose betriebswirtschaftliche Abläufe sorgt. Wir tun mit unseren

Lösungen und Dienstleistungen alles dafür, um unsere Mitglieder und Kunden

auf diesem Weg dauerhaft zu unterstützen.“ •

// Jobportal der Freien Berufe für geflüchtete

Ukrainerinnen und Ukrainer

Unter www.freieberufe-jobportal.de

finden geflüchteten

Menschen aus der Ukraine

Stellen, Ausbildungs- und

Praktikumsplätze in den Freien Berufen.

Über ein neues Jobportal bieten der

Bundesverband Freier Berufe e.V. (BFB)

und seine Mitglieder aktuelle Stellen,

Ausbildungs- und Praktikumsplätze für

geflüchtete Ukrainerinnen und Ukrainer

an. Die Freien Berufe wollen damit zur

beruflichen und sozialen Integration der

Geflüchteten beitragen.

Unter www.freieberufe-jobportal.de informiert

das Jobportal exklusiv über freie

Stellen in den Freien Berufen. In den ersten

Tagen wurden bereits mehrere Hundert

offene Stellenangebote von zahlreichen

Freiberuflern in Deutschland online

gestellt. Alle Angebote werden vor der

Veröffentlichung individuell geprüft und

größtenteils ins Englische und Ukrainische

übersetzt. Das Portal steht auch Menschen

aus Deutschland offen, die sich für eine

Stelle, eine Ausbildung oder ein Praktikum

interessieren. •

44


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VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Aktuelles Steuer- und Beihilfenrecht

// Gesamtsteueraufkommen versus Staatsverschuldung

in Deutschland seit 1950

2000

1900

1800

1700

1600

1500

1400

1300

1200

1100

1000

900

800

700

600

500

In Heft 1-2022, Seite 52, haben wir das Istaufkommen

aus der Grundsteuer B der Entwicklung des

Hebesatzes seit 1991 gegenübergestellt. Diese

Grafiken sprechen im Wesentlichen für sich. Daran

anknüpfend stellen wir nachfolgend das Gesamtsteueraufkommen

in Deutschland seit 1950

der Staatsverschuldung seit 1950 in zwei Grafiken

gegenüber. Dies spiegelt zugleich ein wesentliches

Stück Verbandsgeschichte bzw. Geschichte des Berufsstandes

wider.

Die Statistik betr. das Steueraufkommen unterscheidet

nicht nach Steuerarten (ESt, USt etc.) und

Steuergläubiger (Bund, Länder, Gemeinden). Es

handelt sich also um das Gesamtsteueraufkommen

in Deutschland aus allen Steuerarten.

Dieses Gesamtsteueraufkommen lag 1950, kurz

nach Gründung des Verbandes, noch bei lediglich

10,5 Milliarden Euro (ca. 20,5 Mrd. DM). Von 1965

bis 1970 stieg es von 53,9 auf 78,8 Mrd. Euro. In den

zwanzig Jahren von 1950 bis 1970 ist es also um

das 7,5fache gestiegen. Gegenüber 1950 war das

Gesamtaufkommen also um das Siebenfache gestiegen.

Bis 1980 stieg es noch einmal um 137 %

auf 186,6 Mrd. Euro.

In den 80er Jahren stieg das Gesamtsteueraufkommen

auf 281 Mrd. Euro (1990), also um rund 50 %.

Die 90er Jahre brachten einen Zuwachs bis zum Jahr

2000 auf 467,3 Mrd. Euro (66 %). In den nächsten

zehn Jahren bis 2010 stieg das Aufkommen nur auf

530,6 Mrd. Euro (13,5 %). In den nächsten elf Jahren

von 2010 bis 2021 ist es auf 833,2 Mrd. Euro wieder

stark gestiegen, nämlich um knapp 57 %. Das Jahr

2020 lassen wir hier unberücksichtigt, da der Rückgang

einmalig war und der Anstieg bis 2021 sich im

normalen Rahmen bewegte.

Betrachtet man die Gesamtverschuldung aller öffentlichen

Haushalte, so stehen für 1950 9,574 Mrd.

Euro zu Buche. 1970 waren es 64,210 Mrd. Euro, was

einen Zuwachs um das 6,7fache bedeutet. In den

70er Jahren stieg sie bis 1980 auf 238,879 Mrd. Euro,

was einem Zuwachs um 174,669 Mrd. Euro, also

das 3,7fache entspricht. Der Bund hatte bis 1969

keine Schulden. Das änderte sich nach der Machtübernahme

durch die sozial-liberale Koalition am

28.09.1969.

In den 80er Jahren fand bis 1990 „nur“ etwas mehr

als eine Verdoppelung um 299,455 Mrd. Euro auf

538,334 Mrd. Euro statt, das 2,25fache des Betrages

von 1980. Weiter geht es in den 90er Jahren mit einem

Zuwachs von 672,645 Mrd. Euro auf 1.210,919

Mrd. oder 1,2 Billionen Euro. Das ist ein Zuwachs

wiederum um das 2,25fache.

Von 2000 bis 2010 sehen wir einen Anstieg

auf 2,011 Bio. Euro auf „nur“ das 1,66fache.

In den letzten zehn Jahren erfolgte ein

verhältnismäßig sehr geringer Zuwachs

von 161,211 Mrd. Euro

auf 2,172 Bio. Euro.

400

300

200

100

1950

1955

1960

1965

1970

1975

1980

1981

1982

1983

1984

1985

1986

1987

1988

1989

1990

1991

1992

1993

1994

1995

1996

19

46


VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Aktuelles Steuer- und Beihilfenrecht

Ein Vergleich des Gesamtsteueraufkommen

in Deutschland versus der Staatsverschuldung

in Deutschland von 1950 bis 2020 /

2021 zeigt, dass sich das Steueraufkommen

um das 79fache (von 10,5 auf 833,2

Mrd. Euro) und die Gesamtverschuldung

auf das 227fache (von 9,574 Mrd. Euro auf

2.172,888 Mrd. Euro) gestiegen ist.

Gesamtsteueraufkommen in Mrd. Euro

Ausgewiesene Gesamtstaatsverschuldung

in Mrd. Euro

Man darf sicherlich Folgendes festhalten:

Die ständig steigenden Steueraufkommen

hätten theoretisch den Einnahmenhunger

des Staates stillen können. Mitnichten! Die

Staatsschulden sind nicht verringert worden.

Das Gegenteil war der Fall. Und nicht nur das.

Sie sind auch im Verhältnis zu den Einnahmen

um ein Vielfaches stärker gestiegen.

Durch die Verschuldung des Staates ist zwar

zu einem gewissen Teil auch Substanz geschaffen

worden. Diese unterliegt jedoch

dem Verbrauch und der Abnutzung. Die Gesamtverschuldung

weist nur die offizielle,

in den staatlichen Haushalten gemäß den

öffentlich-rechtlichen Haushaltsregeln erfasste

Verschuldung aus. Demgegenüber

wird die implizite Staatsschuld nicht offen

ausgewiesen. Sie wird insbesondere von der

Stiftung Marktwirtschaft und insoweit durch

die Gutachten von Prof. Dr. Raffelhüschen berechnet.

(Quellen: statista.de und BMF)

Demnach ist davon auszugehen, dass, vergleichbar einem Eisberg, der

zu zwei Dritteln nicht sichtbar ist, nämlich unter der Wasseroberfläche

liegt, die gesamte Staatsverschuldung einschließlich der impliziten

97

1998

1999

2000

2001

2002

2003

2004

gegenwärtig bei rund 15 Billionen Euro liegt.

2005

2006

2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013

2014

2015

2016

2017

2018

2019

2020

47


VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Aktuelles Steuer- und Beihilfenrecht

Aktuelles Steuer- und

Beihilfenrecht

// Grundsteuer – der Countdown läuft

Ab 01.07.2022 will die Finanzverwaltung es ermöglichen,

die Feststellungerklärungen nach den Erfordernissen

der Grundsteuerreform zu übermitteln. Um

das für alle Mandanten zu erledigen, stehen Steuerberaterinnen

und Steuerberatern nach gegenwärtigem Stand

dann lediglich vier Monate zur Verfügung. Deshalb sollten die

Vorbereitungen auf diese heiße Phase in den Kanzleien erledigt

sein oder schnellstmöglich angegangen werden.

Nicht zuletzt müssen Kanzleien auch eine Auswahl treffen, mit

welcher der am Markt verfügbaren Softwarelösungen die Erfassung

und Deklaration abgewickelt werden soll. Der EDV-Arbeitskreis

präsentierte in seiner Sitzung vom 26.04.2022 mehrere

Lösungen unterschiedlicher Anbieter (s. o. Seite 24). Die Steuerberaterverbände

haben einen Rahmenvertrag mit Vorzugskonditionen

für die Software Opti.Tax der hsp Handesl Software GmbH

abgeschlossen. Insoweit darf auf VN 1-2022, Seite 23, verwiesen

Zu den wichtigsten Schritten zählt dabei zu ermitteln, für welche

Mandate die Kanzlei Grundsteuerdeklarationen übernehmen

soll. Sofern nicht bereits geschehen, empfiehlt es sich,

mit Mandanten, die über Grundeigentum verfügen, möglichst

umgehend Kontakt aufzunehmen. Ebenso ist auch die unterschiedliche

Rechtslage in einzelnen Bundesländern zu beachten,

insbesondere wenn sich das Grundeigentum der Mandantinnen

und Mandanten nicht ausschließlich auf ein Land beschränkt.

werden. •

Weitere Informationen sowie die

Konditionen unter:

www.hsp-software.de/

grundsteuer-software/

Eine organisatorisch wichtige Entscheidung in der Kanzlei ist, ob

sich alle Mitarbeiter mit der Grundsteuer befassen sollen, oder

ob es sinnvoll ist, dafür eigens Kanzleiexperten fortzubilden und

mit den entsprechenden Aufgaben zu betrauen.

// Steuerliche Erleichterungen zur Unterstützung der vom Krieg

in der Ukraine Geschädigten

Der Krieg in der Ukraine erschüttert

die Welt zutiefst.

Demgegenüber steht eine

Welle der Hilfsbereitschaft

und Solidarität, die Bürgerinnen und

Bürger sowie Unternehmen den Betroffenen

in und aus der Ukraine entgegenbringen.

Das Bundesfinanzministerium

möchte dieses Engagement anerkennen

und stellt viele steuerliche Erleichterungen

und Vereinfachungen für die Helfer

im Zeitraum bis 31.12.2022 in Aussicht.

Nachfolgend einige ausgewählte Maßnahmen.

Spendennachweis

Spenden zur Unterstützung der vom Krieg

in der Ukraine Geschädigten können

steuerlich geltend gemacht werden. Als

Zahlungsnachweis genügt hierfür der Bareinzahlungsbeleg

auf ein dafür eingerichtetes

inländisches Sonderkonto oder die

Buchungsbestätigung eines Kreditinstituts,

beispielsweise der Kontoauszug. Wichtig:

Die Nachweise müssen aufbewahrt und

dem Finanzamt auf Nachfrage vorgelegt

werden.

Sponsoring

Unternehmer können ihre Aufwendungen

zur Unterstützung von durch den

Ukraine-Krieg Betroffenen als Betriebsausgaben

ansetzen. Voraussetzung für

das Sponsoring ist, dass der Unternehmer

wirtschaftliche Vorteile für sein Unternehmen

erstrebt. Dies wird beispielsweise

dadurch erreicht, wenn der Sponsor

öffentlichkeitswirksam auf seine Leistung

aufmerksam macht.

48


VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Aktuelles Steuer- und Beihilfenrecht

Arbeitslohnspende

Arbeitnehmer können – zugunsten einer

Zahlung des Arbeitgebers auf das Spendenkonto

einer Hilfsorganisation – auf

einen Teil ihres Arbeitslohns verzichten.

Auf diesen Teil des Lohns fällt dann keine

Lohnsteuer an. Daher erscheint der gespendete

Arbeitslohn auch später nicht in

der Lohnsteuerbescheinigung. Voraussetzung

hierfür ist, dass der Arbeitgeber die

Verwendungsauflage erfüllt, die Spende

dokumentiert und den Vorgang entsprechend

im Lohnkonto aufzeichnet. Dieser

gespendete, steuerfreie Arbeitslohn darf

nicht mehr in der Einkommensteuererklärung

als Spende angegeben werden.

Umsatzsteuer-Erleichterungen bei

unentgeltlicher Bereitstellung

Viele Unternehmen stellen in Form einer

Sachspende unentgeltlich Gegenstände

oder Personal für humanitäre Zwecke

z.B. an Hilfsorganisationen oder Einrichtungen

für geflüchtete Menschen bereit.

Die gute Nachricht ist: Diese sog. unentgeltlichen

Wertabgaben unterliegen in

diesem besonderen Fall nicht der Umsatzsteuer,

der Vorsteuerabzug ist aber

weiterhin möglich. Vorausgesetzt wird,

dass die unterstützte Einrichtung einen

unverzichtbaren Einsatz zur Bewältigung

der Auswirkungen bei den vom Ukraine-

Krieg Geschädigten leistet.

Ebenfalls entfällt die Besteuerung einer

unentgeltlichen Wertabgabe, wenn private

Unternehmen Unterkünfte, wie z.B.

Hotelzimmer oder Ferienwohnungen, unentgeltlich

an aus der Ukraine geflüchtete

Menschen überlassen. Eine Korrektur der

Vorsteuer ist nicht erforderlich.

Steuerbefreiung für Schenkungen

Soweit es sich bei den Zuwendungen für

vom Krieg in der Ukraine Geschädigte um

Schenkungen handelt, kommt eine Befreiung

von der Schenkungsteuer in Betracht.

Hiervon kann man u.a. profitieren

bei einer Zuwendung an gemeinnützige

Körperschaften wie Religionsgemeinschaften

sowie bei weiteren Zuwendungen,

die ausschließlich kirchlichen,

gemeinnützigen oder mildtätigen Zwecken

gewidmet sind. Voraussetzung ist in

letzterem Fall, dass die Verwendung zu

diesem Zweck gesichert ist. •

// Startschuss: Portal für die Schlussabrechnung

der Coronahilfen freigeschaltet

Die Prüfung der Schlussabrechnungen erfolgt durch die Bewilligungsstellen

der Länder. Sie stellen für jedes abgerechnete Programm

in einem eigenständigen Schlussbescheid fest, ob ggf.

Nachzahlungen an die Antragstellenden erfolgen oder zu viel

gezahlte Hilfen zurückgezahlt werden müssen. Hintergrund der

Schlussabrechnung ist, dass die Coronahilfen in der Regel auf Basis

von Prognosezahlen bewilligt worden sind. Deshalb müssen alle

Betroffenen nach Vorliegen der Ist-Zahlen nochmals abschließend

abrechnen. Dies bietet zugleich die Möglichkeit, fehlerhafte Angaben

bei der ursprünglichen Antragstellung nachträglich zu korrigieren.

Erfolgt keine Schlussabrechnung, sind die Förderleistungen

in voller Höhe zurückzuzahlen.

Das Portal für die Schlussabrechnung der Coronahilfen

ist freigeschaltet worden. Die Schlussabrechnungen

sind ebenso wie die eingereichten Anträge auf Coronahilfen

über einen prüfenden Dritten einzureichen

und paketweise angelegt. Gestartet wird mit der Schlussabrechnung

für die Überbrückungshilfen I bis III sowie den Novemberund

Dezemberhilfen. In einem weiteren Paket sind zu einem

späteren Zeitpunkt dann auch die Überbrückungshilfen III Plus

und IV abzurechnen.

Die Einreichung der Schlussabrechnungen für das Paket 1 muss

bis zum 31.12.2022 erfolgen. Die Verbändegemeinschaft und insoweit

auf Bundesebene der DStV haben sich angesichts der extremen

Arbeitsbelastung in den Kanzleien dafür eingesetzt, diese

Frist angemessen zu verlängern. •

Weitere Informationen sowie ein FAQ-Katalog zur

Schlussabrechnung sind über das bekannte Portal

www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de abrufbar.

49


VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Aktuelles Steuer- und Beihilfenrecht

// Überbrückungshilfe und Neustarthilfe bis Ende Juni verlängert

Die Antragsvoraussetzungen bleiben unverändert. Für die

Überbrückungshilfe IV ist weiterhin ein coronabedingter Umsatzrückgang

von 30 % im Vergleich zum Referenzzeitraum 2019

erforderlich. Die förderfähigen Fixkosten sowie der maximale

Fördersatz von 90 % dieser Kosten bei einem Umsatzrückgang

von über 70 % bleiben ebenfalls bestehen. Mit der Neustarthilfe

2022 sollen Soloselbständige auch für den verlängerten Förderzeitraum

bis zu 1.500 € pro Monat erhalten können.

Die Antragstellung ist nach einer entsprechenden Anpassung

über das bekannte Portal www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de

möglich. Sie muss für die Überbrückungshilfe IV in

gewohnter Weise über Berufsangehörige als sogenannte Prüfende

Dritte erfolgen. Sie können auch für die Neustarthilfe 2022

die Antragstellung übernehmen.

Die Überbrückungshilfe IV und die Neustarthilfe 2022 sind bis Ende

Juni 2022 verlängert worden. Damit soll den betroffenen Unternehmen

und Selbstständigen die notwendige Planungssicherheit

gegeben werden.

Der FAQ-Katalog zur Überbrückungshilfe IV sowie der FAQ-Katalog

zur Neustarthilfe 2022 sollen mit Blick auf die Verlängerung

ebenfalls aktualisiert werden. •

// StBVV: Einheitlicher Ansatz zur Abrechnung bei

der Grundsteuer vorgeschlagen

Das BMF hat einen Regelungsvorschlag

für die Abrechnung

der Feststellungserklärungen

zur neuen Grundsteuer vorgelegt.

In der Steuerberatervergütungsverordnung

(StBVV) soll es künftig eine

einheitliche Rechtsgrundlage geben, die

unabhängig vom konkreten Ländermodell

anwendbar sein soll. Der DStV begrüßt

diesen Vorschlag.

Der Entwurf des BMF einer Vierten Verordnung

zur Änderung der StBVV sieht vor,

mit einem neuen § 24 Abs. 1 Nr. 11a StBVV

eine spezielle Abrechnungsnorm für die

Erstellung von Feststellungserklärungen

der Grundstückswerte im Zusammenhang

mit dem ab dem Jahr 2025 anzuwendenden

Grundsteuerrecht zu schaffen. Für

alle Bundesländer, in denen nach dem

Bewertungsgesetz oder den jeweiligen

Landesgesetzen ein Grundsteuerwert

festgestellt wird, soll als Gegenstandswert

der Grundsteuerwert, mindestens

jedoch ein Betrag von 25.000 €, zugrunde

gelegt werden. Für Länder, in denen abweichend

vom Bundesmodell auf Grundlage

der dortigen Grundsteuergesetze

kein entsprechender Grundsteuerwert

vorliegt, soll künftig ein entsprechender

fiktiver Grundsteuerwert für die Berechnung

der Gebühr ermittelt und zugrunde

gelegt werden. Dazu soll der Grundsteuermessbetrag

durch die jeweils geltende

Grundsteuermesszahl nach § 15 Abs. 1

Nr. 2 Buchst. a) Grundsteuergesetz (GrStG)

dividiert werden.

Der DStV hat sich angesichts des engen

Zeitrahmens für die Einreichung der Erklärungen

in seiner Stellungnahme R

02/22 gegenüber dem BMF für eine zeitnahe

Umsetzung der vorgeschlagenen

Anpassung in der StBVV ausgesprochen. •

50


VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Prüfungswesen

Prüfungswesen

// Die WPK Beiratswahl geht uns alle an

Gespräch mit WP StB Dr. Marian Ellerich, Duisburg, Vorsitzer des Beirates der Wirtschaftsprüferkammer

(WPK). Der Beirat wird von den Mitgliedern der WPK gewählt und ist mit 57 Mitgliedern

das Parlament der Berufsangehörigen. Aus seiner Mitte wählt der Beirat die Mitglieder des Vorstandes,

den Präsidenten und zwei Vizepräsidenten. Der Beirat ist somit das wichtigste Gremium

der beruflichen Selbstverwaltung der Wirtschaftsprüfer und vereidigten Buchprüfer.

Dr. Marian Ellerich, Vorsitzer des Beirats der WPK, und Präsident WP StB Gero Hagemeister

Gero Hagemeister: In wenigen Tagen werden

die Wahlunterlagen zur diesjährigen

Beiratswahl an alle Mitglieder der Wirtschaftsprüferkammer

verschickt. Warum

ist aus Ihrer Sicht die Wahl für alle Wirtschaftsprüfer

und vereidigten Buchprüfer

von Bedeutung?

« Die fortschreitende Regulierung unseres Berufsstandes

strahlt auch auf Nicht-Prüfungsleistungen aus. Daher ist es

unerlässlich, dass wir mit einem starken Votum

unsere berechtigten Interessen aktiv vertreten können. »

Dr. Marian Ellerich: Die berufliche Selbstverwaltung

hat sich nach meiner festen

Überzeugung seit Jahrzehnten bewährt. Als

Vertreter eines Freien Berufes kommt uns

somit die Regelung unserer beruflichen Belange

selbstständig zu. Die fortschreitende

Regulierung unseres Berufsstandes strahlt

dabei auch auf Nicht-Prüfungsleistungen

aus. Daher ist es unerlässlich, dass wir mit

einem starken Votum unsere berechtigten

Interessen aktiv vertreten können. Insbesondere

auch für kleine und mittlere Praxen

ist es erforderlich, mit der Wirtschaftsprüferkammer

einen praxisnahen und

verlässlichen Partner des Berufsstandes

zu haben. Die WPK Beiratswahl geht uns

alle an.

Gero Hagemeister: Gerade in Zeiten der

Abwicklung der Coronahilfen hat sich gezeigt,

dass Steuerberater und Wirtschaftsprüfer

mit ihrer Qualifikation und breiten

Erfahrung ganz wesentlich zum Funktionieren

der Abwicklung der Hilfsmaßnahmen

beigetragen haben; sie sind faktisch

systemrelevant. Gerade mittelständische

Mandanten erwarten eine umfassende Betreuung;

Prüfung und Beratung aus einer

Hand müssen grundsätzlich weiter möglich

sein.

Dr. Marian Ellerich: Das sehe ich auch so.

Unabhängigkeit und Vertrauen sind Säulen

unserer Berufsausübung. Insbesondere bei

mittelständischen und eigentümergeführten

Unternehmen bzw. Personengesell-

51


VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Prüfungswesen

« Den Reiz dieser Arbeit

müssen wir gerade beim

Berufsnachwuchs stärker

deutlich machen. Denn nur

so können wir im „Kampf

um die Talente“ für unseren

Berufsstand bestehen. »

schaften bringt die Betreuung aus einer

Hand einen relevanten Mehrwert. Sofern

das Selbstprüfungsverbot hier nicht tangiert

wird, muss eine ganzheitliche Betreuung

gerade mittelständischer Unternehmen

weiter möglich sein. Unsere

Unabhängigkeit wird dadurch nicht gefährdet.

Gero Hagemeister: Für die Gewinnung unseres

Berufsnachwuchses scheint mir dies

auch von zentraler Bedeutung. Die wachsenden

fachlichen Herausforderungen und

die Vielseitigkeit machen ja gerade den

Reiz unserer Tätigkeit aus. Eine zeitgemäße

Prüfung ist eine anspruchsvolle Arbeit und

gerade kein stupides „Häkchen machen“.

Dr. Marian Ellerich: Die fachlichen Herausforderungen

nehmen tatsächlich zu

und garantieren dabei aber auch hervorragende

persönliche Entwicklungschancen

und eine hohe Zukunftsfähigkeit. Die

prüferische Auseinandersetzung mit den

Geschäftsprozessen sowie den damit verbundenen

Chancen und Risiken unserer

Mandanten ist hier besonders reizvoll.

Durch die fortschreitende Digitalisierung

wirtschaftlicher Prozesse und die gleichzeitige

Nutzung digitaler Verfahren bei

der Prüfung sind wir Wirtschaftsprüfer absolut

auf der Höhe der Zeit. Gesellschaftliche

Entwicklungen sowie globale Herausforderungen

spielen hier auch eine Rolle.

Das Thema Nachhaltigkeit rückt dabei immer

mehr in den Fokus und erweitert unseren

prüferischen Blickwinkel, genauso

wie die hierfür notwendigen prüferischen

Ansätze. Den Reiz dieser Arbeit müssen

wir gerade beim Berufsnachwuchs stärker

deutlich machen. Denn nur so können

Präsident Hagemeister und WPK-Beiratsvorsitzer Dr. Ellerich

wir im „Kampf um die Talente“ für unseren

Berufsstand bestehen. Hierbei geht es

nicht nur um die notwendige Mitarbeitergewinnung,

sondern letztlich auch um die

Sicherung der Praxisnachfolge.

Gero Hagemeister: Im Rahmen des risikoorientierten

Prüfungsansatzes muss sich

die Angemessenheit der Anforderungen

dann aber auch niederschlagen.

Dr. Marian Ellerich: Die Sicherung einer

hohen Qualität unserer Prüfungsleistungen

ist für die Akzeptanz unseres Berufsstandes

unverzichtbar. Die Kammer muss

im Rahmen ihres gesetzlichen Auftrags

transparent, praxisnah und vor allem angemessen

vorgehen. Das heißt konkret,

dass auch die Berufsaufsicht und die

Qualitätskontrolle mit Augenmaß ausgestaltet

sein müssen. In

diesem Zusammenhang

muss auch die Vielfalt

unseres Berufsstandes

erhalten bleiben. Kleine

und mittlere Prüfungspraxen

sind in unserer

ausdifferenzierten und

vernetzten Wirtschaft genauso

unverzichtbar wie

international ausgerichtete

und global agierende

Prüfungsgesellschaften.

Die letzten Jahrzehnte

zeigen, dass ein gesunder

Mix der Qualität und

« Mit einer starken

und einheitlichen

Stimme können wir

dann in Berlin,

Brüssel und

gegenüber allen

Standardsettern

unseren berechtigten

Anliegen das

notwendige Gehör

verschaffen. »

der Leistungsfähigkeit nachhaltig dient.

Kleinteilige Regulierungen sind dabei weder

erforderlich noch hilfreich.

Gero Hagemeister: Die Erfahrung zeigt,

dass wir für unsere berechtigten Interessen

nur geschlossen Gehör finden können.

Dr. Marian Ellerich: Im Außenauftritt

müssen wir unbedingt einheitlich auftreten.

Die Vielfältigkeit unserer WP-Praxen,

die wir unbedingt langfristig erhalten

und stärken wollen, steht zu einem

abgestimmten und wahrnehmbaren

Außenauftritt nicht im Widerspruch – im

Gegenteil. Wir müssen auf einen breiten

und konstruktiven Erfahrungsaustausch

setzen und unsere daraus abgeleiteten

Positionen mit in die Kommunikation mit

Politik und Verwaltung nehmen. Mit einer

starken und einheitlichen

Stimme können wir dann

in Berlin, Brüssel und

gegenüber allen Standardsettern

unseren berechtigten

Anliegen das

notwendige Gehör verschaffen.

Daher ist es für die weitere

Entwicklung unseres

Berufsstandes erforderlich,

dass die WPK bei den

Beiratswahlen durch eine

überzeugende Beteiligung

gestärkt wird. •

52


VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Europa

Europa

// German Tax Advisers im Gespräch mit EU-Abgeordneter

Prof. Dr. Niebler (CSU)

DStV-Präsident StB Torsten Lüth

tauschte sich für die German

Tax Advisers mit der EU-Abgeordneten

RA Prof. Dr. Angelika

Niebler (CSU) über den Stand der Gesetzgebung

der Nachhaltigkeitsberichterstattung

aus.

Das Gesetzgebungsverfahren zur EU-

Richtlinie über Nachhaltigkeitsberichterstattung

von Unternehmen befindet sich

auf der Zielgeraden. Beim Video-Call der

German Tax Advisers mit der EU-Abgeordneten

RA Prof. Dr. Angelika Niebler machte

DStV-Präsident StB Torsten Lüth deshalb

deutlich, dass die neuen Regelungen nicht

nur für die prüfenden Berufe gelten, sondern

auch Steuerberater in hohem Maße

betreffen werden. Zudem zeigte sich Lüth

besorgt über die künftigen Belastungen

von Unternehmen, insbesondere von KMU

in der Wertschöpfungskette.

RA Prof. Dr. Niebler MdEP zeigte größtes

Verständnis für das Anliegen der German

Tax Advisers. Die EU-Abgeordnete meinte,

dass Nachhaltigkeit für Unternehmen ein

wichtiges Ziel sein müsse. Dennoch sei sie

mit dem bisherigen Verhandlungsstand

alles andere als zufrieden. Nachhaltigkeit

müsse auf unbürokratischere Weise

erreicht werden. •

DStV-Präsident StB Torsten Lüth

(oben Mitte) im Gespräch mit

RA Prof. Dr. Angelika Niebler MdEP

(oben rechts), Mitarbeiterin

Olga Passamera sowie

RA Michael Schick (BStBK) und

Marc Lemanczyk aus dem

Brüsseler Büro der German Tax

Advisers.

// EU-Kommission kündigt Sanktionierung missbräuchlicher

Steuerberatung an

Im Herbst will die EU-Kommission

einen Legislativvorschlag zur Sanktionierung

missbräuchlicher Steuerberatung

der steuerberatenden Berufe

veröffentlichen. Dies kündigte sie während

einer Anhörung im EU-Parlament an.

Eine solche EU-Initiative könnte einen Eingriff

in das Berufsrecht darstellen und die

Mandantenberatung erschweren.

Als Pandora Papers wird das größte Leak

über Steueroasen bezeichnet, die das Internationale

Netzwerk investigativer Journalisten

(ICIJ) im vergangenen Jahr publik

gemacht hat. Im Nachgang zu den Enthüllungen

fand im Unterausschuss für Steuerangelegenheiten

(FISC) des EU-Parlaments

eine Anhörung statt. Die EU-Abgeordneten

befragten dabei Experten darüber,

wie die steuerberatenden Berufe künftig

reguliert werden könnten, damit ein gerechtes

Steuersystem entstünde. Im Verlauf

dieser Befragungen kündigte die EU-Kommission

an, gegen missbräuchliche Steuerberatung

vorgehen zu wollen. Dabei wolle

sie die „faulen Äpfel“ der Branche ins Visier

nehmen. Zwar plane sie nicht, den Berufsstand

allgemein zu regulieren. Sie wolle

54


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06 | 2022

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VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Europa

aber allgemeine Standards zur Sanktionierung

missbräuchlicher Steuerberatung

einführen. Laut der EU-Kommission soll

dabei definiert werden, welche Beratung

zukünftig zulässig ist, und welche nicht.

Werden die Grenzen zulässiger Beratung

überschritten, sollen nach dem Willen der

EU-Behörde Sanktionen gegen die Verursacher

verhängt werden.

Ein solcher Vorschlag der EU-Kommission

könnte sowohl in das Berufsrecht der beratenden

als auch der prüfenden Berufe

eingreifen und dürfte ein weiterer Schritt

hin zur Europäisierung des Berufstands

bedeuten.

Aus Sicht des DStV müsste im Falle eines

solchen Regelungsvorschlags insbesondere

geklärt werden, in welchen Fällen

eine missbräuchliche Steuergestaltung

vorliegt. Ansonsten drohen erhebliche

Rechtsunsicherheit und eine unzumutbare

Gratwanderung im Spannungsfeld

zwischen den Pflichten gegenüber Mandanten

und Steuer-Compliance.

Insbesondere wäre der mutmaßliche,

aber nicht kodifizierte Wille des Gesetzgebers,

wie etwa in Großbritannien diskutiert,

kein ausreichendes Kriterium,

um die Zulässigkeit von Steuerberatung

festzulegen. Die Zulässigkeit muss sich

nach der festen Überzeugung des DStV

an den bestehenden Steuergesetzen

ausrichten. Die Einführung weitergehender,

auf ethischen Werten basierten

Compliance-Regeln mag in der Theorie

verlockend klingen. In der Praxis dürften

sie sich aber als schwer umsetzbar

erweisen.

Andererseits könnte ein solider, praxistauglicher

und verhältnismäßiger

Vorschlag die Chance bieten, die bestehenden

großen Unterschiede bei der

Regulierung des Berufstands in den Mitgliedstaaten

abzubauen und dessen Ansehen

in der öffentlichen Wahrnehmung

zu verbessern. Schließlich regulieren zu

viele Mitgliedstaaten den Beruf derzeit

in nicht ausreichendem Maße. Dies führt

nicht allein zu einem Wettbewerb um die

niedrigste Vergütung, sondern drängt

auch Berufskollegen dazu, die Grenzen

zulässiger Beratung zu überschreiten.

Gleichzeitig würde ein solcher Vorschlag

nach Ansicht des DStV die bisherige Deregulierungsstrategie

der EU-Kommission

generell in Frage stellen.

Die EU-Kommission kündigte im weiteren

Verlauf der Anhörung an, dass sie den Interessenvertretern

vom 12.05.2022 bis

zum 20.07.2022 die Möglichkeit einräumen

wolle, sich im Rahmen einer öffentlichen

Konsultation zum Thema einzubringen.

Die öffentliche Konsultation eröffnet

das Gesetzgebungsverfahren. Bei Redaktionsschluss

der VN war die Konsultation

noch nicht veröffentlicht. Der Vorschlag

dürfte sich also mindestens verzögern. •

// Überdosis Nachhaltigkeit – DStV besorgt über KMU

in der Wertschöpfungskette

Der Vorschlag der EU-Kommission

zu Nachhaltigkeitspflichten

von Unternehmen versucht

künftige Belastungen von KMU

zu vermeiden. Dennoch befürchtet der

DStV, dass sich KMU in den Wertschöpfungsketten

großer Unternehmen auf einen erhöhten

Verwaltungsaufwand und zusätzliche

finanzielle Belastungen einstellen

müssen.

Nach dem Lieferkettengesetz und der

derzeit verhandelten EU-Richtlinie zur

Nachhaltigkeitsberichterstattung hat die

EU-Kommission mit der EU-Richtlinie zu

Nachhaltigkeitspflichten für Unternehmen

einen weiteren Pflichtenkatalog für

die Unternehmen auf den Gesetzgebungsweg

gebracht.

Dabei geht der Anwendungsbereich des

Vorschlags der EU-Kommission noch über

den Ansatz des Lieferkettengesetzes hinaus.

Neben Unternehmen mit mindestens

500 Mitarbeitern und einem Nettoumsatz

von 150 Millionen € sollen auch Kapitalgesellschaften

in ressourcenintensiven

Sektoren ab 250 Mitarbeitern und einem

weltweiten Nettoumsatz von 40 Millionen

Euro verpflichtet werden. Zudem soll die

Wertschöpfung nicht auf die Lieferkette

beschränkt werden, sondern die gesamte

Wertschöpfung vor- und nachgelagerter

Geschäftsbeziehungen umfassen.

Dabei sieht der DStV durchaus positive

Aspekte des Vorschlags, insbesondere das

Vorhaben, KMU grundsätzlich vom Anwendungsbereich

auszunehmen. Bereits im

vergangenen Jahr hatte der DStV während

der Konsultation der EU-Kommission diese

Forderung aufgestellt, weil der Aufwand

für KMU, die vorgeschlagenen Nachhaltigkeitspflichten

zu erfüllen, unverhältnismäßig

hoch wären.

Dennoch sieht der DStV im Vorschlag wesentliche

Nachteile für KMU, die als Teil der

Wertschöpfungskette zur Erfüllung der

Verpflichtungen von Großunternehmen

beitragen müssten. Nachdem KMU in der

Wertschöpfungskette teilweise bereits

56


VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Europa

durch den Vorschlag zur nachhaltigen Berichterstattung

in die Pflicht genommen

werden, droht durch die Umsetzung der

Richtlinie eine doppelte Belastung. Es

steht deshalb zu befürchten, dass einige

KMU Großkunden verlieren werden, weil

sie die Auflagen beider Gesetzesinitiativen

nicht mehr werden erfüllen können.

Zwar stellt die EU-Kommission ein vages

Maßnahmepaket zur Unterstützung von

KMU in Aussicht. Der DStV sieht darin aber

keinen Ersatz für verhältnismäßige, einfache

und formalisierte Standards für KMU,

um ihrer Sorgfaltspflicht in zumutbarer

Weise nachzukommen.

In jedem Fall sieht der DStV in der Gesetzesinitiative

eine Herausforderung für Unternehmen

und für den Berufstand, weil der

Beratungsbedarf im Bereich Nachhaltigkeit

weiter zunehmen wird. •

// E-Invoicing: DStV fordert Datensicherheit bei Übermittlung

von EU-Meldepflichten

Der DStV reichte bei der EU-Kommission

seine Stellungnahme

zur geplanten EU-Gesetzgebung

zum E-Invoicing und zu

gemeinsamen digitalen EU-Meldepflichten

ein. Dabei will der DStV einen schlanken

Rechtsrahmen, eine stufenweise

Einführung und Datensicherheit bei der

Übermittlung sensibler Mandantendaten.

In Deutschland verharrt die Umsetzung

der elektronischen Rechnungstellung

weiterhin in der Planungsphase. Andere

Mitgliedstaaten sind insoweit viel weiter.

Mehr und mehr erwächst in Europa ein

bunter Flickenteppich verschiedener digitaler

Meldepflichten.

Insbesondere für grenzüberschreitend

tätige Unternehmen stellt die Zunahme

dieser unterschiedlichen digitalen Meldepflichten

in den Mitgliedstaaten zunehmend

eine Belastung dar. Noch in diesem

Jahr will die EU-Kommission deshalb eine

gesetzliche Regelung für gemeinsame

digitale Meldepflichten beim E-Invoicing

vorschlagen.

Eine solche Harmonisierung könnte einen

Beitrag zur Bekämpfung von Mehrwertsteuerbetrug

in der EU und Effizienzgewinne

für die Wirtschaft erhöhen. Zudem

dürfte der Vorschlag den Druck auf die

deutsche Regierung erhöhen, den bisherigen

E-Invoicing Plänen zeitnah Taten

folgen zu lassen.

In seiner Stellungnahme unterstützt der

DStV das Vorhaben der EU-Kommission.

Gleichzeitig warnt er davor, dass eine

Überregulierung schnell zu einer Zwangsjacke

für die nationalen E-Invoicing-Systeme

mutieren könnte. Allzu detaillierte

Bestimmungen könnten zudem die technische

Entwicklung hemmen.

Der DStV spricht sich für Mindeststandards

bei digitalen EU-Meldepflichten und gegen

Tendenzen aus, E-Invoicing-Systeme

in den Mitgliedstaaten zu vereinheitlichen.

Vielmehr sollte den Mitgliedstaaten

die Entscheidung unbenommen bleiben,

welche Art von System sie verwenden.

Zudem empfiehlt der DStV eine stufenweise

Einführung digitaler EU-Meldepflichten,

um die Finanzbehörden, Mandanten und

den Berufstand bei der Einführung nicht zu

überlasten. Aus diesem Grund sollten verbindliche

EU-Meldepflichten zunächst auf

grenzüberschreitende Umsätze beschränkt

werden.

Nach Ansicht des DStV muss der EU-Gesetzgeber

bei der grenzüberschreitenden

Übermittlung von digitalen EU-Meldedaten

vor allem ein hohes Maß an Datensicherheit

und Datensparsamkeit gewährleisten.

Deshalb sollten ausschließlich

diejenigen Daten der Umsatzsteuermeldung

übermittelt werden, die zur Bekämpfung

des Mehrwertsteuerbetrugs

unbedingt erforderlich sind. •

Die DStV-Stellungnahme

finden Sie auf

www.dstv.de/europa.

57


VerbandsNachrichten 2 I 2022 /// Europa

// Vorschläge der EU-Kommission zum Missbrauch von

Briefkastenfirmen und zum Reverse-Charge-Verfahren

Die EU-Kommission hat Vorschläge

zu neuen Regelungen

zur Verhinderung des Missbrauchs

von Briefkastenfirmen,

zur Verlängerung der Frist für das

sog. Reverse-Charge-Verfahren und für

ein einheitliches Zugangsportal von Unternehmensinformationen

veröffentlicht.

Unter dem Gesichtspunkt des „better law

making“ der EU konnten Interessenvertreter

zeitnah Rückmeldungen zu Legislativvorschlägen

der EU-Kommission einreichen.

Fristgerecht hat der DStV deshalb

zu den nachfolgend aufgeführten EU-Initiativen

Stellung bezogen.

In Bezug auf den Richtlinienvorschlag zur

Verhinderung der missbräuchlichen Nutzung

von Briefkastenfirmen [2021/0434

(CNS)] fordert der DStV eine Entlastung des

Berufsstands durch eine Beschränkung

des Anwendungsbereichs. Zudem bedauert

der DStV, dass vor Veröffentlichung des

Richtlinienvorschlags keine Bewertung

der bereits umgesetzten Gesetzgebung

erfolgte. Dies hätte zu einem besseren

Gleichgewicht zwischen dem Ziel der

Bekämpfung missbräuchlicher Steuervermeidung

und Steuerflucht einerseits

und einer unbürokratischen und unternehmensfreundlichen

Gesetzgebung

andererseits beitragen können.

In seiner Stellungnahme zum Richtlinienvorschlag

bezüglich der Verlängerung der

Umkehrung der Steuerschuldnerschaft

bis zum 31.12.2025 [2022/0027 (CNS)]

empfiehlt der DStV aufgrund der guten

Erfahrungen mit dem Reverse-Charge-

Verfahren eine unbefristete Verlängerung

zu verabschieden. Zudem soll eine

Erweiterung der Umkehrung der Steuerschuldnerschaft

auf andere Bereiche die

effektive Bekämpfung von Mehrwertsteuerbetrug

ermöglichen und zusätzliches

Wirtschaftswachstum durch den

Abbau von Hindernissen im EU-Binnenmarkt

schaffen.

Schließlich setzt sich der DStV in seiner

Stellungnahme zur geplanten Einrichtung

eines zentralen europäischen Zugangsportals

für Unternehmensinformationen

[COM(2021)723] dafür ein,

den Berufsstand als Bevollmächtigten

zu benennen. •

// EU soll globale Maßstäbe bei der Nutzung von

künstlicher Intelligenz setzen

Nach anderthalb Jahren hat der

Sonderausschuss für künstliche

Intelligenz des EU-Parlaments

(AIDA) seine Arbeit

abgeschlossen. Der DStV begrüßt, einen

auf den Menschen ausgerichteten und

vertrauenswürdigen Ansatz für die Nutzung

von künstlicher Intelligenz in Europa

zu fördern.

Im September 2020 wurde der Sonderausschuss

für künstliche Intelligenz (KI)

des EU-Parlaments (AIDA) eingesetzt.

Laut Mandat hat der Ausschuss mehrere

Aufgaben zu erfüllen. Dazu zählt herauszufinden,

wie sich die Nutzung von KI auf

verschiedene Bereiche der europäischen

Wirtschaft auswirkt. Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt

liegt auf der Analyse der

KI-Strategien von Drittländern und der

Erstellung eines Fahrplans zur Nutzung

von KI-Anwendungen in der EU. Im Abschlussbericht

des Ausschusses geben die

Abgeordneten nun diesbezügliche politische

Empfehlungen für das Jahr 2030 ab.

Unter anderem sprechen die Abgeordneten

sich dafür aus, die öffentliche Debatte

über den Einsatz von KI stärker auf

das beachtliche Potenzial der Technologie

zur Unterstützung der Menschen und

der Wirtschaft zu fokussieren. Außerdem

fordern die Abgeordneten in ihrem Bericht

die EU-Kommission dazu auf, eigene

globale Standards zur Nutzung von KI zu

setzen, um die eigene „digitale Wettbewerbsfähigkeit“

zu wahren.

Sollten die Standards zur Nutzung von KI

in Zukunft dagegen außerhalb Europas

gesetzt werden, so droht die EU, nach Ansicht

der Mitglieder des Ausschusses, im

globalen Wettlauf um die technologische

Führungsrolle weiter ins Hintertreffen zu

geraten.

Der rumänische Ausschussvorsitzende

Dragos Tudorache (Renew) während der

Sitzung des Ausschusses für künstliche Intelligenz

im digitalen Zeitalter (AIDA)

im EU-Parlament.

Der rumänische Ausschussvorsitzende

Dragos Tudorache der liberalen Fraktion

(Renew) betonte, wie wichtig es sei, einem

auf den Menschen ausgerichteten

58


VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Europa

Ansatz bei der Nutzung von KI zu folgen.

Die Regeln zur Nutzung von KI sollten zudem

im Einklang mit europäischen Werten

wie Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und

dem Schutz von Grundrechten stehen.

// DORA stärkt Widerstandskraft von

europäischen Finanzunternehmen

gegen IT-Risiken

chend zu berücksichtigen. •

Schließlich weisen die Abgeordneten in

ihrem Bericht darauf hin, dass durch die Mit dem Digital Operational

Resilience Act (European Supervisory Authorities)

der Verordnung betroffen. Die ESA

Nutzung von KI komplexe ethische und

rechtliche Fragen aufgeworfen werden.

(DORA) möchte die EU- soll in Zukunft die Möglichkeit haben,

Die automatisierte Datenverarbeitung

Kommission Finanzunternehmen

Unternehmen aufzufordern, Verträge

ermögliche es autoritären Staaten etwa,

die Freiheit ihrer Bürger und Bürgerinnen

weiter einzuschränken und „social scoring“

zu betreiben. Diese Praktiken stellten eine

Gefahr für Bürgerrechte dar. Auch die Tatsache,

dass große Plattformbetreiber immer

mehr Daten über ihre Nutzer sammeln, sei

kritisch zu sehen und gehe zulasten des

Datenschutzes.

und IT-Dienstleister

widerstandsfähiger gegen IT-Risiken

machen. Noch ist nicht abzusehen, ob

die beratenden und prüfenden Berufe

unter den Anwendungsbereich der

Verordnung fallen werden. Der DStV

spricht sich vorsorglich dafür aus, Abschlussprüfer

nicht als Finanzentitäten

einzustufen.

mit IT-Dienstleistern zu kündigen,

falls diese die Mindestanforderungen

nicht erfüllen.

Momentan ist noch nicht abzusehen,

ob die beratenden und prüfenden

Berufe unter den Anwendungsbereich

von DORA fallen werden. Im Bericht

des Europäischen Parlaments zu

DORA werden Abschlussprüfer als „Finanzentitäten“

Für die Angehörigen der beratenden und

prüfenden Berufe muss beim Einsatz von

KI-Systemen erkennbar sein, auf welcher

Datenbasis das verwendete KI-System seine

Entscheidungen trifft. Dies ist unabdingbar,

damit Steuerberater und Wirtschaftsprüfer

ihrer Sorgfaltspflicht nachkommen

können. Zudem sollte die finale Entscheidung

über die Bewertung eines Sachverhalts

beim Menschen verbleiben. KI kann

den Berufsstand in seiner täglichen Arbeit

unterstützen. Sie kann aber keinesfalls das

Fachwissen der beratenden und prüfenden

Berufsmitglieder ersetzen. Der DStV

begrüßt, einen auf den Menschen ausgerichteten

und vertrauenswürdigen Ansatz

für die Nutzung von Künstlicher Intelligenz

Durch die fortschreitende Digitalisierung

verändern sich viele Branchen rasant,

darunter auch der Finanzsektor.

Damit Finanzunternehmen weiterhin

Dienstleistungen für ihre Kunden erbringen

können, sind sie verstärkt auf

die Unterstützung von IT-Anbietern angewiesen.

Die EU-Kommission beobachtet

diese steigende Abhängigkeit

genau, da sie den Finanzsektor als Teil

der kritischen Infrastruktur betrachtet.

Deshalb möchte sie den Finanzsektor

und deren IT-Anbieter dazu verpflichten,

eine ganze Reihe von Maßnahmen

umzusetzen, um sich besser

gegen Cyberangriffe zu schützen.

eingestuft und fallen

somit unter den Anwendungsbereich

der Verordnung. Im Entwurf des Ministerrates

werden Abschlussprüfer

nicht erwähnt.

Beide EU-Gesetzgebungsorgane

weisen darauf hin, dass bei der Umsetzung

der Maßnahmen die Verhältnismäßigkeit

für kleine und mittelständische

Kanzleien gewahrt

werden müsse. Daher dürften diese,

soweit sie vom Anwendungsbereich

erfasst werden, wesentliche Erleichterungen

bei der Erfüllung ihrer Verpflichtungen

erhalten.

in Europa zu fördern.

Der Bericht des deutschen Berichterstatters

Axel Voss (CDU) wurde mit 25 zu 2 Stimmen,

bei 6 Enthaltungen, im Sonderausschuss

AIDA angenommen. Im Mai soll im Plenum

über den Bericht abgestimmt werden. Der

Bericht soll die EU-Kommission dazu auffordern,

die Position des EU-Parlaments zu

KI bei zukünftigen EU-Initiativen entspre-

Der „Digital Operational Resilience

Act“ (DORA) soll Finanzunternehmen

dazu verpflichten, eine eigene

IT-Sicherheitsinfrastruktur zu entwickeln.

Im Zuge dessen werden etwa

die Einführung eines Reaktions- und

Wiederherstellungsplans bei Cyberangriffen

verpflichtend. Außerdem

sollen laut Vorschlag der EU-Kommission

IT-Sicherheitssysteme regelmäßigen

Belastungschecks unterzogen

werden. Neben Finanzunternehmen

sind auch deren IT-Dienstleister von

Seit Dezember 2021 wird im Trilog

über den „Digital Operational Resilience

Act“ (DORA) verhandelt. Mit

einem Ende der interinstitutionellen

Verhandlungen ist nicht vor Ende des

Jahres zu rechnen. Der DStV spricht

sich daher dafür aus, dass Abschlussprüfer

nicht als Finanzentitäten eingestuft

werden und somit nicht unter

den Anwendungsbereich von DORA

fallen. •

59


VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Allgemeine Rechtsfragen

Allgemeine Rechtsfragen

// VBG-Gefahrtarif: Informationen zum

neuen Vorschussverfahren 2022

Die Verwaltungsberufsgenossenschaft

(VBG) weist ihre Mitgliedsunternehmen

aus gegebenem

Anlass nochmals auf

die Fälligkeit des aktuellen Beitragsvorschusses

zum 15.05.2022 hin. Nach dem

neuen Vorschussverfahren sind Zahlungen

für Mitglieder mit einer Beitragssumme ab

5.000 € seit diesem Jahr auf vier Abschlagszahlungen

verteilt. Die Abschläge werden

jeweils zum 15. der Monate Februar, Mai,

August und November eines Beitragsjahres

fällig. Berücksichtigt werden die Abschläge

sodann bei der Erstellung des endgültigen

Beitragsbescheids im nächsten Jahr. Das

Verfahren ersetzt die zuvor praktizierte

rückwirkende Erhebung des Beitrags in

einer Summe. Allein für Unternehmen mit

einer Beitragssumme unter 5.000 € erhebt

die VBG den Beitrag auch weiterhin

in einer Summe. Dieser wird ebenfalls zum

15. Mai eines Jahres fällig.

Das neue Vorschussverfahren gilt seit dem

01.01.2022. Weitere Informationen sind

auf der Webseite der VBG abrufbar. •

cutt.ly/VBG-Gefahrtarif

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VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Sonstiges

// Firmeninsolvenzen 2021 erneut gesunken – Experten

erwarten neue Welle infolge des Ukrainekonfliktes

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Die Zahl der Firmeninsolvenzen ist in Deutschland 2021

erneut gesunken. Insgesamt meldeten im vergangenen

Jahr 13.991 Unternehmen eine Insolvenz an. Damit verringerten

sich die Firmenpleiten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum

um 11,8 % (2020: 15.865 Firmeninsolvenzen).

Durch den mittlerweile zwölften Rückgang in Serie sind

die Firmeninsolvenzen 2021 auf einen neuen Tiefstand

seit Einführung der aktuellen Insolvenzordnung im Jahr

1999 gesunken. Im Vergleich zum bisherigen Insolvenzhöchstjahr

2003, in dem es in Deutschland noch 39.320

Firmenpleiten gab, haben sich die Insolvenzfälle 2021

knapp um zwei Drittel verringert (minus 64,4 %).

Die durch Firmeninsolvenzen verursachte Schadenssumme

ist im Jahr 2021 trotz der sinkenden Fallzahlen angestiegen.

Die Insolvenzschäden summierten sich im letzten Jahr auf

insgesamt 48,3 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr

ist dies ein Anstieg um 9,5 % (2020: 44,1 Milliarden Euro).

Im Durchschnitt entstehen somit Forderungsausfälle von

knapp 3,45 Millionen Euro pro Insolvenz. Verantwortlich

für diesen sprunghaften Anstieg sind mehrere Zusammenbrüche

von wirtschaftlich bedeutenden Unternehmen.

Die höchste Insolvenzdichte gab es 2021 mit 110 Insolvenzen

je 10.000 Unternehmen in Bremen. Der Bundesdurchschnitt

lag bei 46 Pleiten je 10.000 Firmen. Über

diesem Wert rangieren neben Bremen auch Berlin (82

Insolvenzen je 10.000 Unternehmen), Nordrhein-Westfalen

(65), das Saarland und Hamburg (je 57), Sachsen-

Anhalt (49) und Hessen (47). Die wenigsten Firmenpleiten

gab es im Jahr 2021 in Brandenburg und Thüringen mit 31

Insolvenzen je 10.000 Unternehmen. Aber auch in Bayern

(32) mussten vergleichsweise wenig Firmen eine Insolvenz

anmelden. Die Firmeninsolvenzen sind 2021 in allen

Bundesländern gesunken. Allen voran in Brandenburg

(minus 24,4 %), Sachsen-Anhalt (minus 19 %) und Rheinland-Pfalz

(minus 18,2 %).

Das Jahr 2021 stand hinsichtlich der Insolvenzen weiterhin

unter dem Einfluss von Sonderregelungen. Denn die

bereits Anfang März 2020 bis Ende 2020 ausgesetzte Insolvenzantragspflicht

für überschuldete Unternehmen

infolge der Corona-Pandemie galt bis Ende April 2021

weiterhin für Unternehmen, bei denen die Auszahlung

der seit 01.11.2020 vorgesehenen staatlichen Hilfeleistungen

noch nicht erledigt war. Darüber hinaus gab es

Ausnahmen für Firmen, die im Sommer 2021 Schäden

durch Starkregen oder Überflutungen erlitten hatten.

In Hinsicht auf die beiden abgebildeten Grafiken ist zum

einen zu beachten, dass die gesetzlichen Pflichten für Unternehmen,

einen Insolvenzantrag zu stellen, zeitweise

herab- oder ausgesetzt worden sind. Zum anderen sind

mit Inkrafttreten der Insolvenzordnung zum 01.01.1999

das Verbraucherinsolvenzverfahren und damit die Möglichkeit

der Restschuldbefreiung eingeführt worden, worauf

der sprunghafte Anstieg der Privatinsolvenzen zurückzuführen

ist. In diesem Bereich ist der starke Abschwung in

2020 verbunden mit dem starken Anstieg in 2021 darauf

zurückzuführen, dass seit 2021 die Möglichkeit der Restschuldbefreiung

binnen drei statt zuvor sechs Jahren genutzt

werden kann, was zu einem Abwartenseffekt in 2020

(vgl. schon VN 1 I 2022, S. 62) geführt hat.

Der VID mahnt beim Umgang mit weiteren Beihilfen an,

nur gezielte und vorsichtig dimensionierte Hilfsmaßnahmen

einzusetzen. Es zeichnet sich ab, dass Restrukturierung

und Insolvenz künftig eine besondere Rolle

bei der Transformation zukommen wird. Angesichts der

bevorstehenden Transformationsprozesse, die Wirtschaft

und Gesellschaft bewältigen müssen, muss man hinterfragen,

ob die Rettung von insolventen Unternehmen um

jeden Preis noch zukunftsfähig ist. Durch die Zahlung von

Hilfsgeldern nach dem Gießkannenprinzip bleiben

dringend benötigte Fachkräfte in Unternehmen

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VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Sonstiges

Anzahl der Gesamtinsolvenzen (privat und unternehmerisch)

Anzahl der Unternehmensinsolvenzen

gebunden, die kein zukunftsfähiges Geschäftsmodell

mehr haben. Die Auswirkungen sich verändernder

Märkte und steigender Kosten können

nicht dauerhaft durch staatliche Eingriffe aufgefangen

werden.

Notwendige Strukturveränderungen dürften nicht

durch staatliche Eingriffe hinausgezögert werden.

Der sogenannte Gravenbrucher Kreis sprach sich

dagegen aus, die Insolvenzantragspflicht erneut

auszusetzen. Die Gruppe von Experten, die viele

große Insolvenzverfahren leiten, plädiert dafür,

in Reaktion auf die aktuelle Krise Fristen für die

Finanzplanung von Firmen zu verkürzen. Nach

geltendem Recht müssen Führungskräfte einen

Insolvenzantrag stellen, wenn sie nicht in der

Lage sind, eine positive Fortführungsprognose

für ihr Unternehmen für die nächsten zwölf Monate

darzulegen. Nach Ansicht des Gravenbrucher

Kreises sollte diese Planungsfrist in der aktuellen

Krisensituation auf sechs Monate halbiert werden.

(Quellen: www.crif.de, www.vid.de, statista.de

und Statistisches Bundesamt) •

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VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Aus der Finanzverwaltung

Sonstiges

// Finanzämter irren sich häufig – Viele Niederlagen am höchsten Gericht

Nach zweijähriger pandemiebedingter

Pause führte der BFH wieder seine

jährliche Pressekonferenz durch,

– diesmal erstmals in einem Onlineformat.

Zugleich wurde der Jahresbericht

2021 auf der Webseite des Gerichts

(www.bundesfinanzhof.de) veröffentlicht.

Der Präsident des BFH gab im Rahmen

der Pressekonferenz einen Rückblick

auf das vergangene Jahr, das erneut im

Zeichen der Coronapandemie und ihren

Folgen für den Rechtsschutz im Steuerrecht;

stand. Im Anschluss folgte ein Ausblick

auf die im Jahr 2022 zu erwartenden

Entscheidungen des Gerichts.

Die Geschäftslage des BFH hat sich im

vergangenen Jahr nicht wesentlich verändert.

Die elf Senate des BFH haben im

Berichtsjahr 2021 insgesamt 1.836 Verfahren

erledigt. Die Zahl der eingegangenen

Fälle belief sich auf 2.022. Dadurch

hat sich der Bestand an unerledigten

Verfahren zum Jahresende 2021 leicht

erhöht. Er liegt mit 1.789 aber noch deutlich

unter der Marke von 2.000 Verfahren.

Hervorzuheben ist die unverändert hohe

Erfolgsquote zugunsten der Steuerpflichtigen.

Sie lag in den Revisionsverfahren,

in denen die eigentlichen Sachfragen des

Steuerrechts entschieden werden, bei

49 % und damit auf einem im langjährigen

Vergleich außergewöhnlich hohen

Niveau (44 % im Jahr 2020). Dagegen ist

bei den Nichtzulassungsbeschwerden

die Erfolgsquote auf 14% – nach 19 % in

2020 – gefallen. Bezogen auf alle Verfahren

wurden 20 % der Fälle zugunsten der

Steuerpflichtigen entschieden; im Vorjahr

lag die Quote bei 23 %.

« Bezogen auf alle

Verfahren wurden 20 %

der Fälle zugunsten

der Steuerpflichtigen

entschieden, im Vorjahr

lag die Quote bei 23 %. »

Längere Verfahren wegen

Personalproblemen

Der BFH hatte im vergangenen Jahr mit

großen Personalproblemen zu kämpfen,

da sowohl die Stellen von Präsident und

Vizepräsident als auch von fünf Vorsitzenden

der elf BFH-Senate zeitweise nicht besetzt

waren. Die übrigen Richter und ihre

Senate brauchten dementsprechend für

ihre Entscheidungen auch etwas länger:

Die durchschnittliche Verfahrensdauer in

Revisionsfällen stieg von 20 auf 22 Monate.

Derzeit sind noch zwei Vorsitzendenstellen

vakant. Ursache der Personalprobleme

sind verspätete Entscheidungen in Berlin,

auch wenn der BFH dieses Thema in seinem

Jahresbericht nicht ansprach. Bundesrichter

werden vom Richterwahlausschuss

gewählt, für die Auswahlverfahren der

Senatsvorsitzenden ist das Bundesjustizministerium

zuständig.

Die durchschnittliche Verfahrensdauer

sämtlicher Verfahren beim BFH lag in 2021

zum zweiten Mal in Folge bei neun Monaten

und damit unter dem langjährigen

Durchschnitt der Verfahrensdauer. Diese

Zahl umfasst alle Arten von Verfahren,

mithin auch Nichtzulassungsbeschwerden

und Prozesskostenhilfeanträge. Bei

den Revisionsverfahren liegt die durchschnittliche

Verfahrensdauer im Berichtsjahr

bei 22 Monaten. Die Bearbeitung der

Nichtzulassungsbeschwerden dauerte

durchschnittlich sieben Monate.

Auch im Berichtsjahr 2021 haben die Senate

ihr Augenmerk auf die Bearbeitung

älterer Verfahren gelegt. So sind nur noch

154 der zum Jahresende offenen Verfahren

[8,6 %) vor 2020 beim BFH eingegangen.


VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Personalia

Aus der Finanzverwaltung

// Behördenverzeichnisse

Folgende Finanzämter haben neue Telefonverzeichnisse/Geschäftsverteilungspläne herausgegeben,

die mit beigefügtem Revers oder per E-Mail unentgeltlich bei der Geschäftsstelle angefordert

werden können:

Finanzamt Aachen-Stadt Geschäftsverteilung, Stand: 02.03.2022

Finanzamt für Steuerstrafsachen und Steuerfahndung Bonn Geschäftsverteilung, Stand: 01.04.2022

Finanzamt Bonn-Innenstadt Telefonverzeichnis, Stand: 11.05.2022

Finanzamt Düren Geschäftsverteilung, Stand: 01.05.2022

Finanzamt Euskirchen Geschäftsverteilung, Stand: 01.03.2022

Finanzamt Gummersbach Geschäftsverteilung, Stand: 02.05.2022

Finanzamt für Groß- und Konzern-BP Köln Geschäftsverteilung, Stand: 27.04.2022

Finanzamt Köln-Altstadt Geschäftsverteilung, Stand: 01.03.2022

Finanzamt Köln-Nord Schnellübersicht, Stand: 30.03.2022

Finanzamt Köln-West Geschäftsverteilung, Stand: 29.04.2022

Finanzamt Sankt Augustin Geschäftsverteilung, Stand: 01.03.2022

Finanzamt Wipperfürth Geschäftsverteilung, Stand: 02.05.2022

Im Übrigen können die Geschäftsverteilungspläne der Finanzämter auch über die

Internetseiten der Finanzverwaltung abgerufen werden.

www.finanzamt-nrw.de

// Neubau von Prozesssälen am Amtsgericht Bonn

in Siegburg geplant

Ein Haus extra für die Abrechnung

mit der europaweiten Steuer-

Manipulation

Die Dimension des Abgrundes ist schier

unfassbar. 1.350 Beschuldigte und vielleicht

auch noch mehr müssen sich im

Rahmen des Cum-Ex-Finanzskandals

verantworten. Es geht um viele Milliarden

von Euro, die offenbar skrupellose

Banker und deren Berater, Steuerberater

und Anwälte, trickreich den europäischen

Steuerzahlern entzogen haben.

Auf deutscher Ebene wurde die gesamte

Massenabrechnung mit der Steuer-Mafia

praktischerweise auf das Landgericht

Bonn übertragen, weil in der Bundesstadt

die bundesrepublikanische Finanzaufsicht

ihren Sitz hat. Bis zu 15 (fünfzehn!)

Jahre veranschlagt LG-Präsident

Stefan Weismann für die Verfahrenskette.

Zehn (!) komplette zusätzliche Strafkammern

sollen dazu gebildet werden.

Personal braucht Platz

Und das braucht nicht nur Personal, sondern

auch Platz. Der ist in Bonn für das

Mammutunternehmen nicht darstellbar;

deshalb muss Nachbar Siegburg helfen.

Dazu sind nunmehr die Weichen gestellt.

Auf dem Gelände des Amtsgerichts Siegburg

errichtet das Land Nordrhein-Westfalen,

vertreten durch das Ministerium der

Justiz, eigens einen Neubau. Formeller

Auftraggeber ist der Präsident des Oberlandesgerichts

Köln. Das Raum-Programm

sieht drei Säle vor, – zwei à 220, einen à 300

Quadratmeter. Das Vergabeverfahren soll

bis August abgeschlossen sein, der Einzug

im März 2024 erfolgen. Danach kann im

Hauptgebäude nebenan die überfällige

Sanierung beginnen. •

65


VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Personalia

Personalia

Jubilare (16.02.2022 – 15.05.2022)

50-jährige

Verbandszugehörigkeit

23.02.1972

Helmut Kratz

Steuerberater, Meckenheim

06.03.1972

Werner Baldsiefen

Steuerberater vBP,

Wipperfürth

01.05.1972

Jürgen Sbrzesny

Steuerberater,

Wesseling-Urfeld

04.05.1972

Ellen Schmidt

Steuerberaterin, Waldbröl

40-jährige

Verbandszugehörigkeit

07.03.1982

Dipl.-Fw. Helmut Müller

Steuerberater vBP,

Bergheim

35-jährige

Verbandszugehörigkeit

24.03.1987

Dipl.-Kfm. Helmut Henke

Steuerberater vBP, Köln

05.05.1987

Dipl.-Kffr.

Dagmar Schlechtriem

Steuerberaterin,

Hennef/Sieg

06.05.1987

Dipl.-Bw.

P. Alexander Groeger

Steuerberater, Aachen

06.05.1987

Dipl.-Ök. Georg Lücke

Steuerberater, Köln

12.05.1987

Dipl.-Bw.

Heinrich W. Engelen

Steuerberater, Nörvenich

13.05.1987

Dipl.-Kffr.

Marion Broel-Remer

Steuerberaterin, Pulheim

30-jährige

Verbandszugehörigkeit

29.04.1992

Waltraud Janknecht

Steuerberaterin, Linnich-Tetz

05.05.1992

Dipl.-Fw. Wolfgang Frigger

Steuerberater, Düren

06.05.1992

Dipl.-Kffr. Andrea Wilden

Steuerberaterin, Aachen

09.05.1992

Dipl.-Fw. Kurt Schallehn

Steuerberater, Brühl

25-jährige

Verbandszugehörigkeit

19.02.1997

Dipl.-Bw. Michael Engels

Steuerberater, Niederkassel

19.02.1997

Dipl.-Bw. Klaus Grommes

Steuerberater, Niederkassel

24.02.1997

Dipl.-Kfm. Wolfgang Krohne

Steuerberater WP,

Leverkusen

08.04.1997

Dipl.-Fw.

Hermann Josef Busch

Steuerberater,

Geilenkirchen

12.04.1997

Dipl.-Kfm.

Gerd Birkenhagen

Steuerberater, Kerpen

12.04.1997

Franz-Josef Müller

Steuerberater RA, Alsdorf

12.04.1997

Dipl.-Kfm. Günter Schmitz

Steuerberater, Düsseldorf

16.04.1997

Ute Horst

Steuerberaterin,

Düren-Mariaweiler

16.04.1997

Jochen Naudet

Steuerberater, Stolberg

20.04.1997

Dipl.-Kffr. Monika Volkmer

Steuerberaterin, Aachen

16.02.1987

Dipl.-Vw.

Peter Baedorf-Burkmann

Steuerberater, Bonn

16.02.1987

Gerd Fröschner

Steuerberater, Bonn

17.02.1987

Dieter Wilhelm

Steuerberater, Bergisch

Gladbach

18.02.1987

Christel Hilger

Steuerberaterin, Köln

24.02.1992

Rolf Krechel

Steuerberater, Köln

07.03.1992

Harald Pohl

Steuerberater, Köln

14.03.1992

Helmut Weiden

Steuerberater, Pulheim

18.03.1992

Rita Joas

Steuerberaterin, Bonn

31.03.1992

Hans-Günter Wegerhoff

Steuerberater,

Wermelskirchen

24.02.1997

Dipl.-Fw. Klaus-Dieter Schenk

Steuerberater, Euskirchen

19.03.1997

Dipl.-Kfm. Markus Thie

Steuerberater, Köln

21.03.1997

Hartmut Göddecke

Rechtsanwalt FAStR, Siegburg

27.03.1997

Martina Heinze

Steuerberaterin, Würselen

03.04.1997

Dr. Marcel Sauren

Steuerberater RA vBP, Aachen

22.04.1997

Dipl.-Kfm. Ingo Hassert

Steuerberater, Düren

22.04.1997

Dipl.-Kfm. Jochen Pelzer

Steuerberater WP, Düren

26.04.1997

Dipl.-Kfm. Dieter Volk

Steuerberater, Erftstadt

30.04.1997

Stephanie Goßen

Steuerberaterin,

Meckenheim

02.05.1997

Rainer Müller

Steuerberater, Bonn

66


VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Personalia

03.05.1997

Dipl.-Bw. Achim Rechner

Steuerberater,

Rheinbreitbach

06.05.1997

Dipl.-Fw. Sabine Gohr-Thelen

Steuerberaterin, Alsdorf

06.05.1997

Dipl.-Kfm. Thomas Lütjen

Steuerberater, Bonn

06.05.1997

Dipl.-Kfm. Ulrich Wilms

Steuerberater,

Mönchengladbach

07.05.1997

Dipl.-Bw. Thomas Wallasch

Steuerberater, Solingen

09.05.1997

Christiane Bittner

Steuerberaterin, Euskirchen

09.05.1997

Ellen Haas

Steuerberaterin, Alsdorf

12.05.1997

Dipl.-Kffr.

Gabriele Merzenich-

Schumacher

Steuerberaterin, Euskirchen

13.05.1997

Dipl.-Fw. Hans-Werner

Blumberg

Steuerberater, Kürten

13.05.1997

Anja Grigutsch

Steuerberaterin, Solingen

13.05.1997

Dipl.-Kffr. Sigrid Jöbsch

Steuerberaterin, Bonn

14.05.1997

Dipl.-Bw. Stefan Kappe

Steuerberater, Köln

15.05.1997

Dipl.-Fw. Ursula Bordihn

Steuerberaterin, Düren

15.05.1997

Dipl.-Fw. Frank Mengers

Steuerberater, Leichlingen

15.05.1997

Norbert Zerlett

Steuerberater, Bornheim

// Neue Mitglieder (16.02.2022 – 15.05.2022)

Bezirk Aachen

StBin Dipl.-Kffr.

Birgit Alvarez-Juarez

Steuerberaterin

StB Mathias Brucksch

Aachen

StB M.Sc. B.Sc.

Dr. Christoph Hintzen

Stolberg

StB Dipl.-Kfm. Marcel Moeres

Aachen

StBin Nadine Rebmann

Aachen

StBin Carina Steffens

Aachen

StB Marvin Wagner

Herzogenrath

Bezirk Bonn

StB David Dedich

Bonn

StB Leonard Köhler

Bonn

StBin B.A. Jennifer Lülsdorf

Wachtberg

StBin Susanne Schumacher

Grafschaft

StB Katharina Steudter

Ebernhahn

Bezirk Euskirchen-

Schleiden

StB Eike Schleert

Zülpich

Bezirk Köln

StBin Nicole Anastassiou

Köln

StBin B.A. Carina Bauhaus

Köln

StB vBP Dipl.-Oec.

Heinrich Brinkforth

Bottrop

RA Jan-Niklas Buttermann

Köln

Steuerberater

Gabriele Hupperich

Köln

StB M.Sc. Philipp Lothmann

Köln

StB Sebastian Patzwaldt

Köln

StBin WPin Dipl.-Kffr.

Birgit Seidel

Köln

StB Martin Wölky

Köln

Bezirk Oberberg

StB Siegfried Geese

Marienheide

Bezirk Rhein.-Berg.-Kreis

StB Erik Koslowski

Bergisch Gladbach

StBin Dipl.-Kffr.

Sabrina Langenkamp

Bergisch Gladbach

StB Dipl.-Kfm. Jan Sievert

Rösrath

Bezirk Rhein-Erft-Kreis

StBin Melina Doerendahl

Frechen

StBin Dipl.-Kffr.

Justyna Michajlenko

Steuerberaterin

StBin Carola Rottland

Kerpen

Bezirk Selfkant

StBin Dipl.-Kffr. Stefanie Neske

Geilenkirchen

Bezirk Siegburg

StBin Denis Gaisbauer

Ruppichteroth

StB B.Sc. Sabrina Knoll

Hennef

RA Georg Pelzer

Siegburg

StBin Christina Schubert

Niederkassel

StB WP M.A. B.Sc.

Patrick Schütz

Bad Honnef

StB Dipl.-Kfm. Frank Stoffer

Königswinter

67


VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Informatives

/ Ausblick auf Heft 3 I 2022

Freuen Sie sich bereits jetzt auf unser

Verbandsmagazin Heft 3 I 2022:

Vorgesehen ist insbesondere ein gemeinsames

Interview mit Präsident Hagemeister und

seinen beiden Vorgängern, Ehrenpräsident

Harald Elster und Ehrenpräsident Helmut

Schmitz.

Darüber hinaus werden wir sicherlich

ausführlich mit vielen Fotos über

unser Sommerfest berichten.

/ Kanzleiportraits

Unter der Rubrik „Kanzleiportraits“ stellen wir

Ihnen Kanzleien vor, die im letzten Jahr mit dem

„Arbeitgebersiegel“ ausgezeichnet wurden.

Ihre Bewerbungen können Sie gerne an

mitglieder@stbverband-koeln.de senden!

// Das ePortal – der virtuelle

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// Filmtipp: Die Unbestechlichen (1987)

Von Antonie Schweitzer

Unglaublich, aber wahr: Der im

Chicago der 30er Jahre berüchtigte

und für seine brutalen Vollstreckungsmethoden

gegenüber

Gegnern und Verrätern gefürchtete Gangsterboss

Al Capone, im Film glaubhaft dargestellt

von Robert de Niro, wird 1931 wegen

Steuerhinterziehung zu elf Jahren Gefängnis

und einer Geldbuße von 60.000 Dollar

verurteilt. In Zeiten der Prohibition war

es in der durch und durch korrupten Stadt

auch dem aufrechten Polizisten Eliot Ness,

im Film verkörpert von Kevin Costner, mit

seiner handverlesenen Truppe nicht gelungen,

den Kopf des skrupellosen Syndikats

seiner Verbrechen zu überführen: Mord,

Prostitution, Alkohol- und Drogenhandel.

Eliot Ness, der von Straßenpolizist Jim

Malone (Sean Connery), dem zielsicheren

George Stone (Andy Garcia) und dem

Buchhalter Oscar Wallace (Charles Martin

Smith) unterstützt wird, muss daher zu

ungewöhnlichen Mitteln greifen: Da es

ihm unmöglich ist, Zeugen für Capones

Gewaltverbrechen in den Gerichtssaal zu

bekommen, besteht seine einzige Chance

darin, die verschleierten Einnahmen des

Angeklagten aufzudecken.

Mit der Festnahme von Al Capones Buchhalter,

der anschließend unter Zeugenschutz

gestellt wird, sichern sich die Polizisten

Capones Hauptbuch, das vor Gericht zu

der Verurteilung führt. Übrigens war auch

Capone selbst nach seiner Hochzeit im

Jahre 1918, die der Geburt seines einzigen

Kindes folgte, kurzfristig als Buchhalter in

einem Bauunternehmen in Baltimore tätig.

Wer hätte das gedacht?


68


VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Aus dem Verbandsleben

SEMINAR- UND VERANSTALTUNGSÜBERSICHT 07 | 22 – 09 | 22

GANZTAGSSEMINARE

jeweils von 09.30 Uhr bis 16.45 Uhr im Schulungszentrum der Akademie in Köln Porz-Gremberghoven

Datum Thema Dozent/en

14.09.2022 Optimale GmbH-Beratung 2022/2023 – Chancen erkennen und

Risiken eliminieren

StB Dipl.-Fw. Posdziech

26.09.2022 Familienstiftung und Stiftungsrechtsreform* StB RA Dr. Oppel

28.09.2022 Familiengesellschaften als Gestaltungsinstrument für den Mittelstand* RA FAStR Dr. Wollweber

29.09.2022 Minenfeld Kapitalkonten StB Dipl.-Fw. Mayer

* Das Seminar ist zum Nachweis der Pflichtfortbildung für Fachberater Unternehmensnachfolge (DStV e.V.) geeignet.

LIVE-WEBNARE

Datum Thema Dozent/en

23.08.2022 Immobilienbesteuerung 2022 (09:30 Uhr - 16:45 Uhr) StB Dipl.-Fw. Mayer

29.08.2022 Umsatzsteuer und Zoll (14:00 Uhr - 17:30 Uhr) VorsRiFG a.D. Müller

30.08.2022 Unternehmensnachfolge / Teil 1 (09:30 Uhr - 13:00 Uhr) RA FAStR Dr. Stenert

01.09.2022 Unternehmensnachfolge / Teil 2 (09:30 Uhr - 12:30 Uhr) RA FAStR Dr. Stenert

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69


VerbandsNachrichten 2 I 2022 // Aus dem Verbandsleben

// Impressum

/ Anlagen und Beilagen

Die Literaturhinweise sind diesen VerbandsNachrichten als Anlage beigefügt. Wir empfehlen ihre Beachtung. Wir weisen darauf hin,

dass sämtliche Werke, die in den Literaturhinweisen beschrieben werden, in unserer Verbandsbibliothek zur Verfügung stehen und

von den Mitgliedern unseres Verbandes eingesehen werden können.

Bitte wenden Sie sich an die Geschäftsstelle, Tel. 02203-993090.

Anlagen:

• Anforderungsrevers

• Literaturhinweise

• Anforderungsrevers BeraterDepesche

• Gehalts- und Praxiskostenumfrage 2022

• Broschüre der Arbeitskreise

• Einladung zum Deutschen Steuerberatertag 2022

Beilagen:

• Fragebogen BBE GmbH-Geschäftsführer-Vergütungen 2022

Wir bitten um Beachtung.

/ Impressum

VerbandsNachrichten des Steuerberater-Verbandes e.V. Köln - Verband der steuerberatenden und wirtschaftsprüfenden Berufe -

Steuerberater-Verband e.V. Köln - Verband der steuerberatenden und wirtschaftsprüfenden Berufe -

Von-der-Wettern-Str. 17, 51149 Köln · Telefon: 02203-993090 · Telefax: 02203-993099

E-Mail: geschaeftsstelle@stbverband-koeln.de · www.stbverband-koeln.de

Chefredakteur:

Redaktion:

Redaktionsschluss:

Anzeigen:

Bildnachweis:

Dr. Wilfried Bachem

Manfred Hofstede, Dr. Dominik Scheuerer

15.05.2022

Zurzeit ist die Anzeigenpreisliste vom 01. März 2019 gültig. Sie kann beim Herausgeber angefordert und auf

der Homepage des Verbandes eingesehen werden.

S. 4, 7 (oben rechts), 16 (oben), 26, 27 © Dominik Ketz / S. 7 (unten links), 31 (oben), 33, 39, 40 (unten), 54 © DStV /

S. 11 (unten) HDI/ Thomas Bach / S. 30 © BMF; Leon Kuegeler/photothek.de / S. 31 (unten) Büro MdB Rainer /

S. 32 Büro © MdB Herbrand / S. 35, 36 © Landesvertretung NRW, Michael Setzpfand / S. 37 © PicturePeople /

S. 40 (oben) © Axel Klomp / S. 44 © BFB / S. 58 © Union 2022 Alain Rolland / © istockphoto.de / © stock.adobe.com

Alle Angaben ohne Gewähr.

Weibliche/männliche Schreibweise: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird in der Regel grundsätzlich die männliche Schreibweise

verwendet. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass dies auch die weibliche Schreibweise impliziert.

Namentlich gekennzeichnete Beiträge anderer Autoren brauchen nicht mit der Auffassung des Verbandes übereinzustimmen.

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