22.06.2022 Aufrufe

ocean7 4/2022

Wellenparadies. Von Porto im Norden bis Faro im Süden: Portugals beste Spots für Surfer. Südliche Kykladen. Sportlich segeln und kultiviert genießen im Herzen der Ägäis. Trendsport Board. SUPs, Kites, Wind- & Wingsurfer sowie E-Boards auf heimischen Wassern. Wellenreiten. Top-Surfer Johannes Abraham über die heimische und internationale Surfszene. Redaktionstest. Fachgeschäft statt Onlineshop: Ölzeug kaufen bei Maritimo auf dem Lande. Schwanger in der Südsee. So wurde Wolfgang Hausner Vater. 50 Jahre YCA. Interview mit Gottfried Rieser, dem neuen Commodore des Yacht Club Austria. 100 Jahre Werft Punat. Von der kleinen Schiffswerft bis zur Vorzeige-Marina der Adria. Oceanis 40.1. Die siebte Generation des französischen Bestsellers im Test. Jeanneau DB/43. Die neue Linie: Luxus-Daycruiser mit überzeugenden Weekender-Qualitäten. Schnell, leise, tückisch. Wie gefährlich sind Hydrofoils für Meerestiere?

Wellenparadies. Von Porto im Norden bis Faro im Süden: Portugals beste Spots für Surfer.
Südliche Kykladen. Sportlich segeln und kultiviert genießen im Herzen der Ägäis.
Trendsport Board. SUPs, Kites, Wind- & Wingsurfer sowie E-Boards auf heimischen Wassern.
Wellenreiten. Top-Surfer Johannes Abraham über die heimische und internationale Surfszene.
Redaktionstest. Fachgeschäft statt Onlineshop: Ölzeug kaufen bei Maritimo auf dem Lande.
Schwanger in der Südsee. So wurde Wolfgang Hausner Vater.
50 Jahre YCA. Interview mit Gottfried Rieser, dem neuen Commodore des Yacht Club Austria.
100 Jahre Werft Punat. Von der kleinen Schiffswerft bis zur Vorzeige-Marina der Adria.
Oceanis 40.1. Die siebte Generation des französischen Bestsellers im Test. Jeanneau DB/43.
Die neue Linie: Luxus-Daycruiser mit überzeugenden Weekender-Qualitäten.
Schnell, leise, tückisch. Wie gefährlich sind Hydrofoils für Meerestiere?

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YACHTING, REISEN UND MEER

4/2022 Juli/August

www.ocean7.at

SAIL &

SURF

Vor Jahren galten BOARDS an Bord noch

als exotisches Sperrgut, heute prägen

sie das Bild zahlreicher Fahrten- und

Charteryachten – aber auch heimischer

Seen und Flüsse.

IM TREND

Nur Foilen

ist schöner

Einfach abheben

mit Wing oder Kite.

JEANNEAU DB/43

Im Luxus

schwojen

Premiere für den

Premium-Daycruiser.

OCEANIS 40.1

Segeln im

Sauseschritt

Das Beste aus sechs

Generationen.

Mit News der österreichischen

Verbände YCA und MSVÖ


SETTING NEW STANDARDS WITH THE AXOPAR 22

The one and only Axopar 22 range has made history in today’s

boating industry by winning not one, not two, but all three

prestigious European boating awards in a streak: ‘Best of Boats

International 2021’, ‘European Powerboat of the Year 2022’,

‘Motor Boat Awards 2022’. A truly impressive achievement

that has only been accomplished once before in 2016 by the

stunning Axopar 28 range.

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outdoors from a totally new angle.

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THE INCREDIBLE 3 AWARD HAT-TRICK

Axopar

Axopar

AxoparBoats


Editorial

Happy Birthday!

Ist es wirklich schon 15 Jahre her, als das erste -Magazin erschien? So schnell

vergeht die Zeit! Mit ihr Schritt zu halten, das ist die große Herausforderung für die Zukunft.

FOTO: ESZTER KONDOR

TAHSIN ÖZEN

Journalist, Segler und

Liebhaber aller Reviere

und Yachten, Skipper,

Chefredakteur.

redaktion@ocean7.at

Ach, das schaffst du locker“,

versuchte mich Thomas

Dobernigg, der im Juni 2007

mit seinem Magazin

die österreichische Medien- und

Wassersportwelt bereichert hatte,

zu über zeugen.

Es war Spätsommer 2016 in Klagenfurt

am Wörthersee, ich war soeben

erst von einem Griechenland-

Törn zurück- und während dieses

Törns zu dem Entschluss gekommen,

nach vielen Jahren als leitender

Redakteur in diversen Wiener

Verlagen nicht mehr den Pingpong-Ball

zwischen Geschäftsführung

und Marketingleitung

zu spielen.

„Der Herausgeber lässt dir redaktionell

freie Bahn, du wirst nur

dem Leser verpflichtet sein, das

verspreche ich dir“, sagte Thomas

Dobernigg noch, ehe er wenige

Wochen später verstarb. Sein Versprechen

hat er gehalten. Wolfgang

Forobosko, Herausgeber und zugleich

Geschäftsführer der Satz- &

Druck-Team GmbH (in Klagenfurt,

wo

produziert und

gedruckt wird), lässt mir als Journalist

seitdem freie Hand am Ruder

von .

Und die Crew? Klein, aber oho!

Art-Direktorin Catharina Pichler

lässt aus Texten und Bildern wahre

Kunstwerke entstehen und Anzeigenleiter

Bernd Hofstätter sorgt

dafür, dass wir uns das auch in

jeder einzelnen Ausgabe leisten

können. Dass beide Kollegen mit

ihrem persönlichen

Engagement

weit über

ihre Agenden

hinaus zum

Erfolg von

beitragen, ist

von besonderem

Wert.

Web-Designer

und Administrator

Horst Juan hingegen

trägt Sorge dafür, dass

auch online eine

gute Figur macht. Kollege

Roland Regnemer hält die

Redaktion sportlich fit und

Wolfgang Gemünd weiß jede

noch so trockene Presseinformation

nicht nur leserfreundlich,

sondern auch ganz unserer

Blattlinie entsprechend

unterhaltsam zuzubereiten.

Dass die vielen Geschichten

auch unserer freien Autoren – darunter

Weltumsegler und Buchautoren

wie Alexandra Schöler-Haring,

Bobby Schenk oder Wolfgang

Hausner – auch möglichst fehlerfrei

zu Papier kommen, liegt in

den guten Augen unseres Lektors

Thomas Hazdra.

Was uns verbindet? Gegenseitige

Wertschätzung, inspirierende Gespräche,

Zukunftspläne, nicht selten

auch die eine oder andere Meinungsverschiedenheit.

Freud und

Leid also, wie in jeder Familie. Nur

haben wir keine Väter und Mütter.

Vom ersten bis zum jüngsten

ocean7 in 5-Jahres-Schritten.

Wir haben Sie, liebe Leserinnen

und Leser. Das macht uns stark

für die Zukunft – und das ist unser

schönstes Geburtstags geschenk.

Herzliche Grüße und einen schönen

Sommer wünschen Ihnen die

-Crew und das Satz-

& Druck-Team!

„ Jeder Einzelne ist ein Tropfen, gemeinsam sind wir ein Meer.“

Ryūnosuke Satoro, japanischer Autor

4/2022 3


YACHTING, REISEN UND MEER

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ein ganzes Jahr hinweg.

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www.ocean7.at


Cartoon

ILLUSTRATION: INGA BEITZ, WWW.INGABEITZ.JIMDO.COM

,,... deren Verdauung ist am ganzen Mikroplastik schuld ḷ ,,

4/2022 5


Inhalt 4/2022

SÜDLICHE KYKLADEN: Sportlich segeln und kultiviert

18genießen, wo Griechenlands Inselwelt besonders gut schmeckt.

FOTOS: MARKUS SILBERGASSER, SHUTTERSTOCK – STEPHAN ARTEMYEV, SW_PHOTO

58

GEFAHR FÜR WALE UND ANDERE TIERE? Wie bedrohlich sind die schnellen

und leisen Hydrofoils auf dem Wasser für Meeresbewohner?

24

WELLENPARADIES PORTUGAL. Wo der Atlantik fast das ganze Jahr über für die

schönsten Surf-Spots und höchsten Wellen der Welt sorgt.


Mit News der österreichischen

Verbände YCA und MSVÖ

FOTO: LUNAMARINA/SHUTTERSTOCK

Rubrik

8 SCHAUFENSTER

Den stärksten Jet Ski der Welt baut

eine niederösterreiche Manufaktur.

75 IMPRESSUM

Kolumnen

10 BOBBY SCHENK

Warum Schusswaffen an Bord nur

für Scherereien sorgen.

14 OCEAN WOMAN

Kompost statt Klo! Leben mit der

Trockentrenntoilette an Bord.

57 GOTTFRIED RIESER

Zuerst Großsegel oder Genua setzen?

Kommt auf die Bedingungen an!

82 SAILING POETRY

Treffen mit Admiral Nelson in den

Londoner St. Katherine Docks.

Reisen

18 GRIECHENLAND/

SÜDLICHE KYKLADEN

Die Tipps unseres Mittel meer-Experten

Markus Silbergasser für Törns im Herzen

der Ägais.

24 PORTUGAL

Von Porto im Norden bis Faro im

Süden: die besten Spots für Surfer.

40 TAHITI

Weltumsegler Wolfgang Hausner kennt

den besten, aber auch teuersten Ort für

hochschwangere Frauen in der Südsee.

Features

16 REDAKTIONSTEST

Fachgeschäft statt Onlineshop: Einkaufen

bei Maritimo auf dem Lande.

Österreichische Post AG | MZ 12Z039473 M | ocean7, Feschnigstraße 232, 9020 Klagenfurt

YACHTING, REISEN UND MEER

SAIL &

SURF

Vor Jahren galten BOARDS an Bord noch

als exotisches Sperrgut, heute prägen

sie das Bild zahlreicher Fahrten- und

Charteryachten – aber auch heimischer

Seen und Flüsse.

IM TREND

Nur Foilen

ist schöner

Einfach abheben

mit Wing oder Kite.

JEANNEAU DB/43

Im Luxus

schwojen

Premiere für den

Premium-Daycruiser.

OCEANIS 40.1

Segeln im

Sauseschritt

Das Beste aus sechs

Generationen.

4/2022 Juli/August € 5,90

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SUPs im Vormarsch, an Bord

und auf heimischen Wassern.

38 UMWELTTECHNIK

Der österreichische Hersteller Freylit

will die Weltmeere vom Öl befreien.

44 SEGLERINNEN

So schlug sich das Frauenteam beim

15. Gebirgssegler Cup in Kroatien.

48 50 JAHRE YACHT CLUB AUSTRIA

Interview mit Gottfried Rieser, dem

neuen Commodore des YCA.

54 100 JAHRE MARINA PUNAT

Von der kleinen Schiffswerft bis

zur Vorzeige-Marina der Adria.

58 SCHNELL, LEISE, TÜCKISCH

Wie gefährlich sind Hydrofoils

für Meerestiere?

Yachten

64 BENETEAU OCEANIS 40.1

Die siebte Generation des französischen

Bestsellers im Test.

70 JEANNEAU DB/43

Die neue Linie: Luxus- Daycruiser mit

überzeugenden Weekender-Qualitäten.

Sport

30 TRENDSPORT SURFEN

Von Brettern, die die Welt bedeuten:

SUPs, Kites, Wind- & Wingsurfer sowie

E-Boards auf heimischen Wassern.

36 WELLENREITEN

Top-Surfer Johannes Abraham über die

heimische und internationale Surfszene.

50 ALPE ADRIA SAILING WEEK

Die Regatta unter Freunden fand

Ende Mai in der Marina Punat statt.

Im Verband

76 MOTORBOOTSPORT UND SEEFAHRTS

VERBAND ÖSTERREICH

78 YACHT CLUB AUSTRIA

YACHT-POOL

YACHT-POOL

Versicherungen

j j

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Versicherungen

Jahre Jahre

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Innovator

& &

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Pionier

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der Allgefahrendeckung für

Yachteigner

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Charterskipper

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der Haftpflichtversicherung für

Charterskipp

Jahre da kann auch kommen auch k

was man man nicht will. nich

YACHT-POOL Deutschland Deutsc Tel.:

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info@yacht-pool.ch

www.yacht-pool.com


Schaufenster

Fast &

Furious

Text TAHSIN ÖZEN

Foto ARTHUR LEBLANC

Von null auf 320 in fünf Jahren: 2015

gegründet, präsentierte die österreichische

Manufaktur Belassi mit Sitz

in Leiben 2020 mit Burrasca das leistungsstärkste

Personal Watercraft der Welt.

Herzstück ist der 320 PS aufs Wasser bringende

Dreizylindermotor mit Turbolader,

der zur Gänze im Haus entwickelt wurde.

Gekoppelt an einen Jet-Antrieb, wird der

Burrasca seinem italienischen Namen „Sturm“

voll gerecht und ist fast so schnell, wie man

es auf Österreichs Autobahnen sein darf.

Die elegante Linienführung, gepaart mit

der starken Fahrperformance und den sportlichen

Proportionen, verleiht dem Burrasca

einen ausdrucksstarken und einzigartigen

Charakter. Cockpit und Chassis überzeugen

mit zahlreichen Carbonteilen, die maximale

Festigkeit mit geringem Gewicht vereinen.

Eine exzellente Ingenieursleistung ist der

Bootsrumpf: Dank der ausgeklügelten Hydrodynamik

sind mit dem Burrasca extreme

Kurvengeschwindigkeiten und eine sehr hohe

Beschleunigung möglich.

Dieser „Sportwagen fürs Wasser“ hat

na türlich seinen Preis, so ist die Basisversion

ab 52.560 Euro (inkl. 20 % USt.) zu haben.

Dafür bekommt man aber mit dem Burrasca

ein Masterpiece of Design made in Austria.

Das bestätigte der kürzlich gewonnene German

Brand Award in den beiden Kategorien

„Luxusmarke“ und „Newcomer Brand of

the Year“.

Im Entwicklungs zentrum in Leiben wird

übrigens auch schon an einem E-Antrieb getüftelt

mit dem Ziel, ein „Formel-E-Fahrzeug“

aufs Wasser zu bringen.

è www.belassi.com

8 3/2022 4/2022


In den Wind gesprochen

Waffen an Bord –

ein tödliches Problem

Richtig ist, dass ich vor Jahren ein (zurückhaltender) Befürworter von Schusswaffen an Bord von

Yachten gewesen bin. Meine Meinung damals war, dass eine Waffe in der Hand von bedächtigen

und verantwortungsbewussten Seglern nur von Nutzen sein und keinerlei Nachteile (außer den

Anschaffungskosten) haben könne.

BOBBY SCHENK

ist Weltumsegler,

Navigations-Experte

und Buchautor.

kolumne@ocean7.at

In den letzten Jahren hat sich

meine Einstellung zu Waffen auf

Langfahrt grundlegend geändert.

Warum ich nun Schusswaffen an

Bord nicht mehr befürworte – ja

sogar ablehne – liegt einfach daran,

dass sie praktisch nutzlos sind und

nur Scherereien nicht nur beim Einklarieren

machen.

Meine letzte Waffe habe ich in

Deutschland gekauft und wollte

diese dann auf meine Yacht in

Australien bringen. Bei der Ankunft

des Flugzeugs in Brisbane

erwartete mich schon der Zoll,

dem ich dann den Revolver übergeben

musste. Auf die Yacht bekommen

habe ich ihn exakt beim

Ablegen in Brisbane, als das Schiff

20 cm von der Pier entfernt war.

Also während des langen Aufenthalts

in Australien ein völlig nutzloser

Ausrüstungsgegenstand!

Beim nächsten Ziel, nämlich in

Papua-Neuguinea, wurde die Waffe

von den freundlichen Beamten

Schusswaffen, Signalpistolen

oder Harpunen: In manchen

Ländern sind alle drei Waffen,

die deklariert werden müssen.

FOTO: SUPACOM PE/SHUTTERSTOCK.COM

unter Zollverschluss genommen,

also in einen Schrank an Bord eingesperrt,

der vom Zoll versiegelt

wurde. Im nächsten Hafen, nämlich

in Malaysien, zehn Meilen von Singapur

entfernt, übergab ich die Waffe

Polizisten in einer Polizeizentrale

100 km landeinwärts, die diese unter

Verschluss nahmen. Zurück bekam

ich die Waffe fünf Jahre lang

nicht. Sie wurde mir nach Einschalten

der Botschaft erst in Deutschland

wieder ausgehändigt!

WEG WAR DIE WINCHESTER

Dass ich praktisch niemals in Besitz

dieser Waffe an Bord war, ist aber

nicht der einzige Grund, warum

ich jedem rate, die Finger von einer

Schusswaffe zu lassen. In den letzten

Jahrzehnten hat sich nämlich

die Situation für Langfahrtsegler

diesbezüglich komplett verändert.

In jedem Land, in dem heute

erfahrungsgemäß die Gefahr eines

Überfalls droht, kommen die Einwohner

vergleichsweise leicht an

gefährliche Waffen ran.

Ein Yachtie hat z. B. berichtet,

dass in Venezuela jeder Taxifahrer

eine Waffe für wenige Dollars verkauft.

In manchen Ländern kann

man davon ausgehen, dass jeder

Räuber sich entsprechend eingedeckt

hat, was dazu führt, dass bei

einem Überfall eben nicht nur der

Verlust von geldwerten Gütern oder

gar der Yacht droht, sondern auch

Lebensgefahr.

Hinzu kommt möglicher Ärger

mit den inzwischen sensibilisierten

Behörden, selbst wenn man die notwendigen

(deutschen) Papiere für

den Waffenbesitz vorweisen kann.

Wie soll denn der brave Immigration

Officer in manch exotischem

Land beurteilen, ob die vorgelegten

Papiere mit dem Europa-Emblem

oder dem Bundesadler echt sind

und keine plumpen Fälschungen

aus dem Tintenstrahldrucker?

Der Fall ist verbürgt: Ein seriöser

älterer amerikanischer Yachtie deklarierte

bei der Einreise in Indonesien

seine Winchester und legte die

offiziellen Dokumente dafür vor.

Der schüchterne indonesische Beamte,

früher Landarbeiter, konnte

mit den Papieren nichts anfangen

und beschlagnahmte vorsichtshalber

mal das Gewehr. Erst Wochen später,

nach einem 500-sm-Extra törn,

um die Waffe in der Hauptstadt abzuholen,

konnte der Amerikaner seine

Waffe wieder an Bord nehmen –

bis zum nächsten Einklarieren.

Eine Waffe, die nicht an Bord ist,

ist nutzlos und macht nur Ärger.

Deshalb mein Rat: Finger weg von

Schusswaffen – und Länder meiden,

wo mehr als die in jeder Gesellschaft

„üblichen“ Überfälle auf Yachten

geschehen sind. So ist man sogar

sicherer als mit einer (nutz losen)

Waffe an Bord.

Das Ganze hat für Segler, die eine

Weltumsegelung oder eine Langfahrt

planen, den Vorteil, dass es bei

den Vorbereitungen ein Problem

weniger zu lösen gilt. Dennoch höre

ich oft „… aber mein Gewehr hab

ich sicher versteckt …“. Für denjenigen

sind meine Worte in den Wind

gesprochen. Todsicher!


10 4/2022


PANORAMA

Tipps, Trends & Neuheiten

Foilendes Wassertaxi

Elans Ferrari

PERFORMANCE-CRUISER. Für

das neue Flaggschiff seiner Performance-Reihe

hat sich Elan

prominente Mithilfe an Bord

geholt: Das Styling der 47 Fuß

langen E6 stammt vom Turiner

Designstudio Pininfarina, das

einige der legendärsten Ferraris

gezeichnet hat. Der Rumpf

wurde wie gehabt von Humphreys

Yacht Design konstruiert,

das Material kommt vom

Verbundwerkstoff-Spezialisten

Gurit. Aktives Kimmdesign,

Design by Pininfarina: Elan E6.

Doppelruder und T-förmiger

Kiel versprechen erhöhte Sportlichkeit,

zudem lässt sich die

E6 für Renneinsätze noch werftseitig

durch einen längeren

Carbonmast und Gewichtsminimierungen

optimieren.

Bei aller Athletik präsentiert

sich das Interieur (Standard:

drei Doppelkabinen und zwei

Nasszellen) sehr komfortabel,

funktionell und dank Turiner

Hilfe vor allem elegant.

è www.elan-yachts.com

E-TRAGFLÄCHENBOOT. Auf

dem Salone Nautico Venezia

feierte Anfang Juni die P-8

Voyager von Candela

Welt premiere. Das Modell

basiert auf dem mit Hydrofoils

und Elektromotor ausgestatteten

Sportcruiser C-8

der schwedischen Werft, besitzt

aber im Heck eine Kabine,

die sechs Passagieren

Platz bietet – also eine Art

foilendes Taxi. Der Rumpf

ist aus Carbon, der Antrieb

erfolgt elektrisch, und recht

viel schlaue Elektronik sorgt

für sparsamen Vortrieb. Die

Reichweite bei 22 Knoten

beträgt rund 40 Meilen, da

gehen sich einige Runden

auf Österreichs Seen aus.

è www.boote-schmalzl.at

Missing Link zwischen Boot und Flugzeug.

boats2sail.com

WIR BRINGEN DAS MEER NACH WIEN

YACHT-AUSBILDUNGEN

IN WIEN

· Schnupperkurse auf Segel- & Motoryacht

· FB1, FB2 & FB3 Ausbildung und Prüfung

· Yachtsimulator

· Hafenmanövertraining

· Radar & elektronische Navigation

· Skipper- & Crewtrainings am Schiff

blue-2.at

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PANORAMA

Tipps, Trends & Neuheiten

5 Jahrzehnte Allroundmarin

JUBILÄUM. Seit 50 Jahren sorgt

Allroundmarin in Biedermannsdorf

bei Wien für Nachschub bei

Yacht- und Bootszubehör, Schlauchbooten,

Kajaks, Schiffselektronik,

Elektroaußenbordern und Ausrüstung

für Bootsangler. Gestartet

wurde 1972 mit dem Vertrieb von

Tauwerk und Leinen und einem

zwölf Seiten starken Katalog. Inzwischen

besitzt der Jubiläumskatalog

460(!) Seiten und beinhaltet fast

alles, was der Bootseigner braucht.

Besonders bekannt gemacht haben

die Marke „Allroundmarin“ die

Schlauchboote, die seit den frühen

1990er-Jahren nach den Vorgaben

aus Biedermannsdorf gefertigt

werden.

è www.allroundmarin.com

So rasant sind die ersten

50 Jahre vergangen!

FOTO: SYDA PRODUCTIONS/SHUTTERSTOCK.COM

Exklusiv aktiv in Kroatien

TRAINING. Mit „Private Training“

hat White Wake Sailing mit Sitz

in Wien ein ganz besonderes

Angebot im Ausbildungsportfolio.

Ob frischgebackener Skipper oder

Skipper mit Partnerin, ob mit

Freunden oder mit der ganzen

Familie: Wie man richtig segelt und

nebenbei auch noch viel Spaß hat,

kann man bei Buchung dieses Packages

ab Primošten erfahren. Das

Programm wird entsprechend den

Kunden wünschen gestaltet, die

Yacht steht (für max. 6 Personen)

exklusiv zur Verfügung.

è www.white-wake.com

Smartes Aqua-Planing

VERNETZT. Die für ihre halb- und

vollautomatischen Wasserentsalzungsanlagen

bekannte Firma HP

Watermakers hat mit Part-NET

1.0 ein smartes Programm zur

Verwaltung des gesamten Entsalzungssystems

einschließlich der

Druck-, Temperatur- und Salzgehaltseinstellungen

entwickelt.

Die Software ist zudem mit den

elektro nischen Systemen der Marken

Raymarine, Garmin, Furuno, Simrad,

B&G und Lowrance kompatibel.

è www.hpwatermaker.it

Wassermachen

leicht gemacht.

Quarantäne-versichert

Törn, aber nicht Geld weg.

ZUSATZVORSORGE. Die Reiserücktrittskosten-Versicherung

zahlt im

Normalfall den Charterausfall, wenn

z. B. der Skipper oder seine engsten

Angehörigen an Covid erkranken.

Ist man allerdings nur in Quarantäne,

ist das keine Erkrankung und

die Versicherung muss dafür nicht

zahlen. Schomacker bietet einen

Corona-Quarantäne-Zusatzschutz,

der den Fall abdeckt, dass am Abreisetag

ein Familienmitglied positiv

getestet wird und der Törn nicht

angetreten werden kann.

Auch versichert ist, wenn während

des Törns ein Crewmitglied an Corona

erkrankt und die gesamte Crew

am Urlaubsort unter Quarantäne

gesetzt wird.

è www.schomacker.de

12 4/2022


Wien · Tel. +43 1 710 92 22

Born in the USA

MARKENZUWACHS. Der Linzer Händler

und Importeur Boote Mayer hat

sich neben den Motorbooten von Jeanneau

zwei weitere Marken geangelt,

beides legendäre Namen aus den USA,

die wie Jeanneau inzwischen zur Beneteau

Group gehören.Wellcraft, ursprünglich

aus Florida und berühmt

geworden durch „Miami Vice“, baut

leistungsstarke Außenbordermodelle

von 20 bis 35 Fuß. Zweite Marke ist

Four Winns, die vor 60 Jahren in

Michi gan gegründet wurde und mit

ihren luxuriös gebauten Bow-Rider-

Modellen bekannt geworden ist.

è www.bootemayer.at

Neue Wellcraft 355 (links) und Four Winns H4.

Hightech-Hose

DECKSHORTS. Die Shorts Elite von Zhik

passt sich der Bewegung in jede Richtung

an und schützt die Haut vor Sonne, Wind

und Wasser. Die wasserfeste Performance-

Shorts ist aus 3-schichtigem, wasserfestem

4-Wege-Stretch gefertigt, der mit einer

XWR Fluorocarbon-freien (PFC-freien)

DWR-Beschichtung versehen ist, um

den Segler trocken zu halten. Weitere Features:

Abriebfester Aramid-Materialverbund

im Sitzbereich, Reißverschlusstasche

am Oberschenkel, verlängertes

Hosenbein vorne für mehr Sonnenschutz.

è www.zhik.com

abcfinance macht

meinen Traum vom

eigenen Boot wahr.

Institut für Marktorientierte Unternehmensführung

Kompetenz in Wissenschaft & Management

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während Ob der Einsteiger Dauer der oder Versicherung erfahrener ausgesetzt Yachteigner ist, wie –

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Grundberührung, Phase der Kollision Bootsregistrierung. u.v.m

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Übernachtungs- www.abcfinance.at und Rückreisekosten

Sollte Ihr Schiff wegen eines versicherten Ereignisses

während einer Reise nicht bewohnbar sein, werden die

notwendigen Übernachtungs- und Rückreisekosten bis

zu einer Höhe von 5.000 Euro erstattet.


Ocean Woman

Ich bin am Trennklo, Kapitän!

Das stille Örtchen an Bord bewegt oft die Gemüter, so auch das meines Skippers. „Das passt so nimmer“,

meinte er und installierte kurzerhand eine ökologische Trockentoilette auf unseren Wharram Katamaran.

Da saß ich nun auf „der Kiste“

und irgendwie erinnerte

mich das an meine Kindheit.

Damals in der steirischen Jagdhütte

meines Großvaters gab es kein WC.

Man musste das Plumpsklo aufsuchen.

Fein säuberlich zerschnittene

Seiten der Gemeinderundschau

dienten als Toilettenpapier.

Als Kind war das irgendwie unheimlich

und doch heimelig, mitten

im Wald in einem kleinen Verschlag

zu sitzen. Die Tür ließ ich

sicherheitshalber offen.

Als mein Skipper mit der Idee

einer Trenntoilette daherkam,

dachte ich, das wäre so ein vorübergehendes

Herumsinnen aufgrund

des kalten, grauen Novemberwetters

in Wien. Denn was

machen Segler, wenn sie nicht segeln?

Sie denken ans Segeln und

an ihr Segelboot und was alles

verbesserungswürdig sein könnte.

FOTO: WOLFGANG SLANEC

ALEXANDRA SCHÖLER

ist Weltumseglerin,

Sängerin, Regisseurin,

Buchautorin und seit

2010 Ocean Woman.

kolumne@ocean7.at

Die Trockentrenntoilette

ist eine ökologische

Alternative zu Wasserklosetts.

Infos:

è www.kildwick.com

Dann kam das Paket. Es roch

nach Sperrholz. Noch. Dachte ich

mir. Und wann bitte hatte ich das

O.K. gegeben zu einem Toilettenumbau?

Irgendwann zwischen zwei

Spritz Bianco nach einem herrlichen

Segeltag oder damals in dieser

Kaffeebar mit dem besten Cappuccino

des Friaul?!

Das Klo an Bord ist natürlich

immer Thema. Zu oft riecht man

es, bevor man es sieht. Nicht so bei

uns an Bord! Auf unserem Wharram-Katamaran

ist die Toilette in

einer abgeteilten Koje im Backbord-

Rumpf untergebracht. Man steigt

von oben ein und sitzt dann abgeschieden,

mit geöffnetem Deckel,

am stillen Ort. Über dir der blaue

Himmel oder ein Baldachin aus

glitzernden Sternen – je nachdem

wie die Verdauung es vorgibt!

Unser Pumpklo hielt sich gut –

rund um die Welt – abgesehen von

gelegentlichen Verstopfungen oder

Ventilen, die sich nicht öffnen ließen

nach einer langen Winterpause.

Außerdem wurde der Einbau

eines neuen Fäkalientanks zwingend

notwendig. Doch wohin

damit? Und dann immer dieses

Chemiezeugs, das im Meer landete.

Das passte alles nicht mehr, befand

der Skipper nach einigen Monaten

Recherche im Netz.

Die Trockentrenntoilette ist eine

ökologische Alternative zu Wasserklosetts.

Wasser wird gespart und

die Nährstoffe aus dem Essen werden

dank Kompostierung wieder

in den Naturkreislauf zurückgeführt.

Flüssige und feste Stoffe werden

in der Trockentrenntoilette

durch einen speziellen Einsatz

getrennt und in zwei Behältern

gesammelt. Es wird nicht gespült,

sondern Einstreu (z. B. Sägespäne)

über den Feststoff gestreut. Und da

Urin und Fäkalien nicht zusammenkommen,

stinkt es nicht so.

Für Segelboote ist diese Art der

Toilette noch eher ungewöhnlich,

aber in Wohnmobilen schon sehr

beliebt – auf YouTube finden sich

zahllose Beiträge von glücklich

kompostierenden Outdoor-Fans.

Ich beschloss, meinem Skipper

und dem neuen Klo eine Chance

zu geben. Vorerst einen Sommer

lang. Dann könnten wir immer

noch das übliche Klo einbauen.

AB IN DIE KISTE

Da saß ich nun. Ich hatte getrennt

mein Geschäft erledigt – was bei

Frauen etwas Übung bedarf. Männer

müssen natürlich sitzen– eh

klar! Es war etwas eigenartig, in

eine Kiste zu … ihr wisst schon!

„Ich kompostiere“, dachte ich mir.

Und das war ja einmal was Neues

für eine Großstadtpflanze.

Nach einigen Tagen war die Kiste

schon etwas voll. Das Draufsetzen

fiel mir schwer. Allein der Gedanke,

was unter mir war, bescherte

mir eine Verstopfung. Kurz darauf

war die Kiste leer. Der Skipper hatte

alles fein säuberlich entsorgt.

Kein Mist, sondern alles zurück in

den Kreislauf der Natur. Nachdem

noch eine Belüftung eingebaut

wurde, war alles gut. Das Resümee

nach einem Sommer? Kein Loch

im Rumpf, kein empfindliches Ventil,

keine Verstopfung (in jeder Hinsicht),

kein Fäkalientank-Gestank.

Einfach nur eine Kiste.

Und wenn die Sägespäne ausgehen?

Die gibt es zum Glück überall.

Die Segelzeitungen werden

natürlich gelesen und nicht zerschnitten.

Ich bin bereit für den

nächsten Sommer.


14 4/2022


FOTO: ANDRE KOEHN/ADOBE STOCK

Charter und Yachtverkauf –

seit 35 Jahren!

Kabinencharter vom Sieger

AUSGEZEICHNET. Die Charteragentur

Argos Yachtcharter ist

Preisträger der diesjährigen Service-

Qualitäts-Initiative „Deutschlands

Beste Online-Portale 2022“ des Deutschen

Instituts für Servicequalität

und des Fernsehsenders n-tv.

Untersucht wurde erstmals auch

im Bereich Yachtcharter die Qualität

in den Bereichen Angebot und

Leistung, Kundenservice

sowie

Internetauftritt.

Berücksichtigt

wurden Qualität

und Vielfalt

der Dienstleistung,

Kontaktmöglichkeiten,

Beratungskompetenz

und Freundlichkeit

sowie

Informationswert und Usability der

Webseite.

Apropos „Qualität und Vielfalt“: Auf

topausgestatteten Katamaranen rund

um den Globus bietet Argos viele neue

Kabinencharterreviere an – ideal für

Paare oder Singles, die sich in interessanter

Gemeinschaft mit bis zu zwölf

Gleichgesinnten von Skipper, Koch

und Steward an Bord verwöhnen lassen

möchten. Neu sind z. B. der Capri

Dream Premium Törn im Revier Neapel

an der Amalfiküste mit Heimathafen

Pozzuoli und die Route durch den

sardischen La-Maddalena-Archipel

mit Abstecher nach Bonifacio. Neue

Ferndestination sind ab Marsh Harbour

die Abaco-Inseln der Bahamas

mit Hopetown als Highlight. Noch

exotischer wird es während der neuen

Tuamotu Kabinen-Cruise in Polynesien.

Jedes Atoll mit seinen rosa Stränden

ist ein Paradies für Schnorchler.

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Segeln ist Quelle

der Energie, Kraft

und Lebensfreude!

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Spitzenklasse

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• barrierefreies Laufdeck

• einzigartige Cockpit-Sonnenliegen

Paddeln

auf See

CHARTER-EXTRA. Stand-Up-

Paddels oder Kajaks werden beim

Yachtcharter ein immer beliebteres

Extra – perfekt, um versteckte Strände

und einsame Buchten zu erreichen

und den Urlaub noch abwechslungsreicher

zu gestalten. Bucht man

bei GlobeSailor, kann man die gewünschte

Wassersportausrüstung

einfach zusätzlich anfragen und

austesten. Die Preise für SUPs und

Es muss nicht immer das Dingi sein!

Kajaks bewegen sich im Mittelmeerraum

zwischen 100 und 200 Euro

pro Woche, in manchem Charterpaket

sind sie sogar bereits kostenlos

enthalten.

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FOTO: DIGIHELION/SHUTTERSTOCK.COM

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Redaktionstest

Must have?

Neues Ölzeug,

Redaktions-

Test

frische Freilandeier

Man(n) trennt sich ungern von Klamotten, in die er über viele, viele Jahre

hineingewachsen ist. Doch als ich beim letzten regnerischen Törn wie eine

rostige Gießkanne in der Plicht stand, war klar: Ein neues Ölzeug muss her!

Nun ist Onlineshopping so gar nicht mein Ding – ich bevorzuge den Gang

ins Fachgeschäft, kompetente Beratung und die Möglichkeit, die Sachen

gleich anzuprobieren. Und wenn man dann schon einmal da ist …

Text TAHSIN ÖZEN | Fotos ESZTER KONDOR

Findest du Hosen, die

dir passen, nimm

gleich zwei“, hatte mir

mein Vater schon als Kind

eingetrichtert. Ich finde

nach kurzer Recherche

im Netz (dafür ist es

hervorragend geeignet)

den Weg

zu Maritimo in Bisamberg

bei Wien.

Während der

Anfahrt kommen jedoch

erste Zweifel auf:

„Hier in der Puszta Österreichs

soll tatsächlich ein Fachgeschäft

für Nautiker seine Zelte

aufgeschlagen haben? Da lachen ja

die Hühner!“

Die aber gackern nur, als ich vor

ihrem Freiland-Paradies die Stufen

des stattlichen Geschäfts erklimme.

„Sie haben ihr Ziel erreicht“,

krächzt es mit etwas Verspätung

aus dem Smartphone in meiner

Tasche. Hier gehen die Uhren

wohl etwas langsamer.

Und tatsächlich – als ich das Geschäft

betrete, werde ich weder von

Techno-Musik aufgescheucht noch

von einer Klimaanlage schockgefroren.

Für ein Geschäft auf dem

Lande sind erstaunlich viele Mitarbeiter

da, die ohne Hektik, plau-

FOTOS: TAHSIN ÖZEN (3)

Technische Beratung liegt Markus Schneider im Blut, um die Verkaufsleitung und die Hühner kümmert sich Partnerin Elisabeth Albert.


Fürs Shoppen bei Maritimo sollte man sich schon ein bisschen Zeit nehmen, stöbern könnte man auf 500 m 2 den ganzen Tag.

dernd und lachend eine offenbar

gerade erst eingetroffene Lieferung

in alle Richtungen der 500 m 2

großen Verkaufsfläche verteilen.

DIE MISCHUNG MACHT’S

„Diese Jacke besteht sogar zu 98 %

aus recycletem Kunststoff “, erklärt

Verkäuferin Alexandra. Ich bin ihr

dankbar für ihre Engelsgeduld,

habe ich ja dieses Produkt eines

norwegischen Herstellers (nach

einigen anderen) jetzt doch schon

zum dritten Mal anprobiert. Sitzt,

passt und hat Luft – gekauft!

Die dazu passende Hose will mir

aber so gar nicht passen. Ob ich ein

Marken-Junkie sei, fragt Alexandra

freundlich nach. Natürlich nicht,

aber die Qualität sollte schon stimmen,

es geht ja schließlich um die

nächsten zehn Jahre …

So klappt es mit der schwarzen

Hose eines deutschen Herstellers

auf Anhieb. Den Zuschlag erhält

sie aber erst, nachdem ich zwei

weitere farbige Beinkleider übergestreift

habe.

Es folgt ein Streifzug quer durchs

Geschäft, dessen Sortiment das

Herz eines jeden Yachties höher

schlagen lässt. In der Elektroabteilung

mache ich Halt vor einem

namhaften Inverter-Hersteller.

„Die haben echt tolle Lösungen

und die Batterie-Management-Systeme

sind top optimiert für das Zusammenspiel

von z. B. Solar-Paneel,

Landstrom, Lithiumbatterie, Starterbatterie,

Lichtmaschine usw. –

und alles steuerbar übers Smartphone!“,

schwärmt Markus

Schneider.

Die Begeisterung für Elektround

Schiffstechnik ist dem Geschäftsführer

ins Gesicht geschrieben,

und so bekomme ich als Laie

wertvollen Gratisunterricht in

Sachen Stromversorgung und

Netz sicherheit an Bord.

KASSABON UND

EIERSCHACHTEL

An der Kassa bestätigt sich meine

Meinung: Wer meint, dass online

gekauft billiger ist, irrt! Selbst wenn

„ Das Schöne ist, dass

Kunden aus nahezu jeder

Branche bei uns einkaufen.“

Markus Schneider, Geschäftsführer Maritimo

es ein paar Euro mehr wären –

ein direkter Ansprechpartner,

die professionelle Beratung und

das persönliche Service sind

jeden Cent wert.

Und dann noch das gewinnende

Lächeln von Verkaufsleiterin

Elisabeth … – ja klar,

gerne dürfen es auch noch zehn

Eier frisch von ihren Freilandhennen

sein!


Große Crew im Dienste der Kunden

Nur wenige Fahrminuten von Wien entfernt ist mit Maritimo ein erlesenes

Fachgeschäft für Yachtzubehör zu Hause. Das Portfolio ist breit gestreut – von

Niroschrauben und Schäkeln über Leinen und Fender bis

zur Bekleidung und Sicherheitsausrüstung u. v. m. reicht

die Produktpalette. Das Angebot umfasst zudem Schlauchboote,

Anhänger und Außenbordmotoren inklusive

Ersatzteile.

Acht Mitarbeiter stehen im Geschäft für individuelle Beratung

zur Verfügung, sämtliche Produkte (und mehr) können

aber auch im Onlineshop auf der Homepage eingesehen

und gekauft werden.

Wer lieber im neuen Maritimo-Katalog blättern will, kann

diesen per E-Mail gratis zu sich nach Hause bestellen.

Maritimo GmbH, Gewerbestraße 16, 2102 Bisamberg,

Tel. +43 (0) 2262 627 05, E-Mail: shop@maritimo.at

è www.maritimo.at

4/2022 17


Griechenland/Südliche Kykladen

Weißblaue

Geschichten

Wem beim Stichwort Griechenland zuallererst weiß gekalkte Gebäude vor indigoblauem Meer

einfallen, der hat mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit ein Foto der Kykladen vor dem inneren Auge.

Beim Segeln in einer der bekanntesten Inselgruppen der Ägäis trifft man aber nicht nur auf Bilder

wie aus dem Prospekt, sondern vor allem auf überraschende Vielfalt – von einsamen Traumbuchten

über stille Fischerdörfer bis hin zur Partyinsel.

Text und Fotos MARKUS SILBERGASSER, WWW.UNTERSEGELN.EU

18 4/2022

Santorin, ein Bild

von Griechenland.


Worüber man redet,

wenn man von den

Kykladen spricht?

Über spektakuläre

Meereslandschaften, Strände in

allen Farben und Formen, Zuckerwürfelarchitektur,

pittoreske Dörfer,

weiße Kirchen mit blauem

Gupf als Kuppel und natürlich

über Tempel, mythologische Orte

oder Paläste, die bis in die Antike

zurückreichen.

Über einen einzigen Kamm

scheren lässt sich der kreisförmige

Archipel, der das Zentrum der

Ägäis bildet, allerdings nicht. Obwohl

die Inseln doch recht nahe

beieinander liegen, besitzt jede

ihre ganz eigene Geschichte und

ihr eigenes Flair. Es gibt mehr als

200 kykladische Inseln, 33 davon

sind bewohnt, wir tun also gut

daran, uns für diesen Bericht auf

einen, nämlich den südlichen Teil

einzuschränken.

Wir beginnen im Westen in

Milos, hüpfen dann nur ca. 70 Seemeilen

lang Insel für Insel Richtung

Osten bis nach Amorgos, um

schließlich weiter südwärts nach

Anafi und Santorin zu segeln.

MILOS, DIE

ABWECHSLUNGSREICHE

Allein auf Milos kann man viele

Tage zum Entdecken einplanen.

Am besten erkundet man die Insel

ohnehin per Boot, denn zahlreiche

der schönen Buchten, Höhlen und

Strände sind nur per Seeweg erreichbar.

Die vulkanische Vergangenheit

der Kykladeninsel hat uns

eine schillernde Reihe von Stränden

und eine spektakuläre Aussicht

auf Klippen und Felsformationen

beschert, von denen viele die Farben

der darin enthaltenen Mineralvorkommen

aufgenommen haben.

Milos blieb bisher weitgehend

vom Massentourismus verschont,

gerade das macht auch den Reiz

4/2022 19


Südliche Kykladen

der Insel aus. Hier kurz einige

Highlights:

– Die bunten Fischerhäuser von

Klima (sehr fotogen, gerade

abends zum Sonnenuntergang

leuchten die Farben ganz besonders

schön).

– Das stille Fischerdorf Firopotamos

(ideal für einen Badestopp,

smaragdgrünes, glasklares Wasser,

gut haltender Sandgrund).

– Die Mondlandschaft von Sarakiniko

(bekannteste Sehenswürdigkeit

der Insel, liegt direkt

am Meer. An Tagen mit wenig

Wind aus Nord kann man vor

den bizarren weißen Felsformationen

ankern und außerhalb

der Saison oder früh am Morgen

auch mit dem Dingi anlanden).

– Der kleine, charmante Ort Apollonia

(geschützte Ankerbucht,

innen mit immer mehr Bojen

besetzt, außen frei zu ankern,

viele gute Tavernen).

– Die alte aufgelassene Schwefelmine

im Südosten (geisterhafte

Industrieruine, Ankerplatz vor

dem Sandstrand Thiorichia)

– Die Piratenbucht Kleftiko (beeindruckende

Klippen und Felsgrotten,

leider auch zu gut von

Tagesausflugsbooten besucht)

– Adamas, das Zentrum des touristischen

Lebens (idealer Ort,

um seine Bordvorräte wieder

aufzustocken).

– Plaka, der offizielle Hauptort

von Milos (enge Gassen mit Cafés,

Souvenirläden und Tavernen).

Traumhafte Ankerplätze

und tiefblaues Meer rund

um die Insel Poliegos.

Heute kommen immer mehr und

mehr betuchte Besucher auf die abgelegene

Insel mit schroffer Schönheit

und entspanntem Lebensrhythmus.

Ein schönes, langgezogenes

Eiland, das sich auch hervorragend

zum Wandern anbietet. Gerne ankern

wir dort an der Südwestküste,

am sandigen Ankergrund vor dem

Agkali Beach, mit mehreren Tavernen

in der Bucht.

Kleine Kykladen, nur

vier der rund 30 Inseln

sind bewohnt.

SIKINOS, DIE EINFACHE

Wer die Stille und das einfache und

ursprüngliche Griechenland sucht,

sollte einen Stopp auf Sikinos einplanen.

Im Südosten der gebirgigen

Insel vor dem kleinen Fährhafendorf

Alopronia kann man vor Anker

gehen und vom überschaubaren

Dorf aus mit dem Inselbus in

den Hauptort Sikinos hinauffahren.

Dort ist ein authentisches Kykladendorf

mit nur ganz wenigen

POLIEGOS, DIE BLAUE

Auf der sehr kargen, felsigen Insel

leben nur zwei Ziegenhirten. Besucht

wird Poliegos nur von Tagesausflügern

aus Milos und einigen

Seglern, die sich über traumhafte

Ankerplätze und ein tiefblaues

Meer freuen dürfen.

FOLEGANDROS, DIE BETUCHTE

Bis vor ein paar Jahren war Folegandros

noch ein gut gehüteter Geheimtipp

im Herzen der Kykladen.

20 4/2022


Makronissos

Andros

Kea

Yiaros

Tinos

Syros

Mykonos

Dragonissi

Kythnos

Rinia

Delos

Serifopoula

Myrtoisches Meer

Serifos

Sifnos

Antiparos

Paros

Naxos

Donousa

Kamares

Koufonissi

Felsenkloster Chozoviotissa

auf Amorgos.

Antimilos

Kimolos

Poliegos

Milos

Folegandros

Sikinos

Iraklia Schinoussa Amorgos

Ios

Tavernen zu entdecken, das bis

dato nur ganz wenig vom Tourismus

infiziert wurde.

IOS, DIE LAUTE

Die legendäre Partyinsel steuert

man gerne als sicheren und günstigen

Hafen an. Dort findet man

neben einem recht gut sortierten

Supermarkt auch eine Bäckerei,

mehrere Cafés und auch gute

Tavernen, sodass man gerne auch

einen Stopp, komplett ohne Party

machen zu wollen, einlegen kann.

Rund um die Insel gibt es auch

mehrere schöne Ankerbuchten; der

wohl schönste Sandstrand namens

Manganari befindet sich ganz im

Süden.

KLEINE KYKLADEN, DIE KARGEN

Von den rund 30 winzigen, eng

beieinander liegenden Eilanden

und Felsenriffen sind vier Inseln

ständig bewohnt – ideal für

Naturliebhaber und Individualreisende,

die noch das ursprüngliche

Griechenland suchen.

Man findet dort bestimmt seine

ganz persönliche Ankerbucht. Von

ganz abgelegen ohne jegliche Infrastruktur

bis zu Plätzen mit sanftem

Tourismus und echten griechischen

Tavernen, wo man noch in

der Küche in die verschiedenen

Töpfe schauen darf.

Santorini

Anafi

Kretisches Meer

Viel los in der

Piratenbucht Kleftiko.

Zu Besuch im

kunterbunten Klima.

Viele Hotspots auf

Milos gilt es auf dem

Seeweg zu entdecken.

Aufgelassene

Schwefelmine auf Milos.

Zu Besuch im Felsenkloster

Chozoviotissa.

Mondlandschaft

von Sarakiniko.

4/2022 21


Südliche Kykladen

Sicherer Hafen mit

guter Infrastruktur

auf Ios.

„ Es gibt mehr als 200 kykladische Inseln,

nur 33 davon sind ständig bewohnt.“

So schmeckt das

Meer auf Santorin.

Mobilität auf vier

Hufen in Santorin.

Santorin, Refugium

für Touristen.

AMORGOS MIT DEM KLOSTER

Das bekannte Felsenkloster Chozoviotissa

ist Grund genug, um in Amorgos

anzulegen. Am besten den Hafenort

Katapola ansteuern, wo man entweder

wie in Griechenland üblich direkt an

der Mole römisch-katholisch anlegen

kann oder vor dem Hafen in der Bucht

vor Anker geht.

ANAFI, DIE KLEINE SCHWESTER

SANTORINS

Die Insel Anafi liegt trotz der Nähe zu

Santorin fernab der ausgetretenen Besucherpfade

der Kykladen. Eine weitere

Insel mit noch wirklich sanftem Tourismus

und sehr hochwertiger Küche

hoch oben am Berg. Wer dieser Insel

einen Besuch abstatten möchte, ankert

am besten auf der Südseite östlich vom

Hafenort Agios Nikolao.

SANTORIN, DIE BERÜHMTE

Segler zieht diese Kultinsel eigentlich

weniger an, vermutlich mangels

brauchbarer Ankermöglichkeiten. Die

ausgelegten Bojen, die zu einem Stopp

animieren, sind leider alle privat und

dürfen nur von den Tagesausflugsbooten

benutzt werden – da helfen die

Skipper der vielen Touristenboote auch

gut zusammen und wehren vorbeikommende

und oft ein wenig hilflos

wirkende Skipper gekonnt ab.

Wenn man aber freundlich fragt und

versichert, nur kurz für einen Badestopp

festmachen zu wollen, bekommt

man oftmals auch die Erlaubnis dafür.

Gute und auch wirklich nutzbare Ankerplätze

gibt es nur im Süden der

Insel, beginnend vor dem Black Beach

über den White und Red Beach bis zur

Marina Vlichada.

Inzwischen kenne ich Santorin schon

sehr gut und mir persönlich gefällt der

im Norden liegende Ort Oia mit den in

den Berghang gebauten weiß getünchten

Häusern, Kirchen mit blauen Kuppeln

und herrlichem Blick auf die gesamte

Caldera am besten.


Segeln in den Kykladen

Jede Insel hat ihren eigenen Reiz, leider kann

man wegen Wind und Wetter oftmals nicht alle

geplanten und gewünschten Spots ansteuern –

Flexibilität ist beim Segeln in den Kykladen oft

gefragt. Das anspruchsvolle Revier würde ich nur

fortgeschrittenen Seglern empfehlen, da es nur

sehr wenige gut geschützte Häfen gibt, dafür

meist viel Wind.

Meltemi. Die südlichen Kykladen gelten über

die gesamte Segelsaison als sehr windsicher.

Typisch ist der gerade über die Sommermonate

sehr stark ausgeprägte Nordwind „Meltemi“, der

von Ende Juni bis Mitte September oft tage- und

auch nächtelang kontinuierlich mit sechs bis

neun Windstärken vorherrschend sein kann.

Allgemeine Tipps zum Segeln. Ein Drittel der

ver fügbaren Zeit mit dem Wind Richtung Süden

einplanen, die restlichen zwei Drittel der Zeit für

das Aufkreuzen gegen den Wind. Achtung: Das

Segeln gegen den Wind kann in der gesamten

Ägäis durch eine sehr kurze, aber steile Welle

sehr fordernd für die gesamte Crew und das

Schiff sein.

Chartermöglichkeiten. Auf den Inseln Paros

oder Mykonos gibt es klassische Bareboat-Charterangebote.

Mit etwas Glück vielleicht auch vereinzelte

Yachten in Santorin, Milos oder Syros,

dort aber in der Regel nur inklusive Skipper.

Bei einem mehrwöchigen Törn kann man die

beschriebenen Plätze auch gut von Lavrion,

Kos oder Rhodos aus ansteuern.

22 4/2022


Yacht mit

Liegeplatz

KOMBIANGEBOT. In Lignano Sabbiadoro

betreibt Euro Sail Yacht nicht nur die

Marina Punta Faro, sondern vertreibt

dort auch Segelyachten von Dufour, was

zu angenehmen Symbiosen führen kann.

Zum Beispiel: eine brandneue, sofort

verfügbare Dufour 470 GL mit drei Kabinen

und zwei Bädern, bei der im Preis

Dufour sucht Eigner.

(€ 485.500,– ohne MwSt.) ein Jahr Liegeplatz

und sechs Monate Liegeplatzservice

inkludiert sind.

è www.eurosailyacht.com

ÜBER

JAHRE

Zum Geburtstag das Beste

FLAGGSCHIFF. Zwanzig Jahre Absolute!

Zum Jubiläum beschenkt sich die Werft

aus Podenzano mit einem neuen Flaggschiff,

der Navetta 75, die mit 22,82 m

schon fast Superyacht-Größe erreicht.

Luxuriös ist das Ambiente mit den großen

Fenstern und hohen Räumen aber allemal.

Die Eignerkabine am Bug besitzt

einen eigenen Zugang, dazu kommen

noch zwei Doppelkabinen, eine Zweibettkabine

sowie eine Dreibettkabine für die

Crew. Flybridge und Cockpit sind mit

modu laren Möbeln ausgestattet. Zusätzlich

zu den beiden Steuerständen innen

und auf der Flybridge sind zwei weitere

Fahrkonsolen in strategischer Position

vorhanden. Motorisierung: zwei Volvo

Penta D13 mit jeweils 1.000 PS.

è www.baotic-yachting.com

Navetta 75 (22,82 m).

„ Besser ist es, sich vom Sturm in den ersten besten

Hafen werfen zu lassen, als in einer Meeresstille

mitten auf der See zu verschmachten.“

Gotthold Ephraim Lessing (1729–1781), deutscher Schriftsteller

Frischer Wind am Attersee

Sind Sie bereit

zum Inselhüpfen

auf den

Kykladen?

Hier informieren

Richard (l.) und

Bernhard sind AYSAIL.

NEUERÖFFNUNG. Seit April 2022

versprechen Bernhard Strauch und

Richard Hauck mit AYSAIL Yachtservice

am Standort in Seewalchen

Top-Service rund um Segel- und Motorboot.

Ziel der beiden ist es, dank

ihrer 25 Jahre Berufserfahrung und

eines dicht geknüpften Netzwerks

komplexe Themen und Herausforderungen

im Bereich Segel- und Wassersport

zeitnah und kosteneffektiv zu

lösen. Unterstützend an Bord ist auch

der österreichische Offshore-Segler

und Golden-Globe-Racer Michael

Guggenberger.

è www.aysail.com

www.argos-yachtcharter.de/s/o7-22

+49 (0) 611 - 66 05 1

mail@argos-yachtcharter.de

www.argos-yachtcharter.de


Portugal

Wellen-

Paradies

Portugal zählt über 830 Küstenkilometer, die direkt vom Atlantik bespielt werden,

teilweise mit bis zu 30 Meter hohen Wellen. Kein Wunder also, dass zahlreiche

Küstenabschnitte von der Algarve bis zu den entlegenen Stränden in der Region

Norte zum Mekka für Surfer jeglicher Passion avanciert sind.

Text TAHSIN ÖZEN

24 4/2022


FOTO: SW_FOTO/SHUTTERSTOCK.COM

Traumhafte Windverhältnisse

bei fast ganzjährig

milden Temperaturen und

die feinen Sandstrände

Portugals mit beeindruckenden

Wellen sind die Essenzen, die eine

nahezu magische Anziehungskraft

auf Surfer aus aller Welt bewirken.

Das beweisen nicht nur die internationalen

Wassersportbewerbe,

sondern auch die vielen professionellen

Surf-Camps, die an dieser

Ecke des Atlantiks ihre Zelte aufgeschlagen

haben. Offen sind diese

nicht nur für Profis, auch Anfänger

finden hier ideale Bedingungen,

um sich dem Ritt auf der Welle

zu stellen. Ob beim Surfen oder

Windsurfen, Body boarden oder

Kite surfen – hier geht man jedenfalls

durch die gute Schule.

SURFEN RUND UM LISSABON

So genießen nördlich der Hauptstadt

die Surf-Reviere des Fischerdörfchens

Ericeira einen ausgezeichneten

Ruf. Die Strände São

Lourenço, Pedra Branca, Cave,

Crazy Left, Coxos, Reef und Ribeira

d’Ilhas sind ideal für Einsteiger

und Fortgeschrittene, die hier im

ersten Weltsurfreservat Europas

ihre Grenzen ausloten können.

Windsurfer finden nicht nur,

aber besonders in den Sommermonaten

am Praia do Guincho

nahe Cascais ein wahrhaft königliches

Revier vor. Dieser Strand

diente übrigens auch als Kulisse

für den Film „James Bond 007 –

Im Geheimdienst Ihrer Majestät“.

BESCHAULICH IM NORDEN

Auf ganzjährig konstante Winde

und Wellen treffen Kite- und

4/2022 25


Portugal

„ 2013 brach Garret McNamara seinen

eigenen Rekord, als er eine 30 Meter

hohe Welle entlang der Küste von

Nazaré surfte.“

Die Region um Ericeira ist das

erste Weltsurfreservat Europas

und das zweite weltweit. Als

ihr Wächter thront eine Surfer-

Statue des Bildhauers José

Queiroz über dem Strand von

Ribeira d’Ilhas.

Sport-Event „Longboard

Pro“ in Espinho.

Wingsurfer an den etwas entlegeneren

(und daher weniger stark

von Touristen frequentierten)

Küsten in der Region Norte rund

um die Hafenstadt Matosinhos.

Der strahlend weiße Sandstrand

Praia da Cabedelo gilt als Geheimtipp

unter Insidern, aber auch der

acht Kilometer lange und für seine

magischen Wellen sehr geschätzte

Dream Sea Surfcamp

im Nationalpark.

Mona Surfschule am

Praia da Guincho.

Strand von Espinho südlich von

Porto ist ein noch vergleichsweise

beschauliches Dorado.

Der bei moderaten Verhältnissen

sogar bei Schwimmern beliebte

Praia de Baía gilt als Austragungsort

für hochkarätige Sportveranstaltungen

mit viel Publikum. Wer

also zeigen will, was er kann, wird

hier ganz bestimmt glücklich.

Surfin’ Portugal

Internationale Sportevents 2022

19.–26. 7., Vilamoura: 420/470 Junior European

Championship (Segeln).

13.–28. 8., Vilamoura: ILCA Youth & U21 World

Championship (Segeln).

30. 8.–4. 9., Praia de Baia, Espinho: Women’s &

Men’s Junior Tour (Surfen).

3.–4. 9., Praia de Baía, Espinho: Longboard Pro

Espinho (Surfen).

1.–9. 10., Riberia d’Ilhas, Ericeira: EDP Vissia Pro

Ericeira und Women’s & Men’s Challenge (Surfen).

1. 11.–31. 3., Nazaré, Leiria: TUDOR Nazaré Tow

Surfing Challenge, Men’s Big Wave (Surfen).

15.–18. 12., Vilamoura: 5th Portugal Grand Prix,

Nacra 17, 49er/FX, IQFoil, ILCA (Segeln).

Camps & Schulen. Pure Surfcamps Portugal bieten

zahlreiche Ausbildungs- und Übernachtungsmöglichkeiten

an den schönsten Desti nationen Portugals an.

è www.puresurfcamps.com

SUPERTUBOS

Genau in der Mitte der Atlantikküste

Portugals treffen die höchsten

Wellen auf Land. Am Lagido-

Strand beispielsweise, oder am

Praia do Medão in Peniche, der

berüchtigt für seine Supertubos ist.

Röhrenwellen, die im Rahmen der

World Surf League Tour voll ausgekostet

werden.

Im Naturpark Sudoeste Alentejano e Costa Vicentina

ge legen. Unterbringung in einfachen Zelten oder komfortablen

Glamping-Tents.

è www.dreamseasurfcamp.com/portugal

Kurse für Änfänger und Fortgeschrittene, Unterbringung

in 2er- und 5er-Zimmer oder Appartements (max. 4 Per ­

sonen max.).

è www.mellowmove.com/surfcamp-portugal

Am Praia da Guincho ist die SB Kitesurfing School

beste Adresse für angehende Kitesurfer und Wingfoiler –

Surfer sind in der Mona Surf School gut aufgehoben.

è www.sbkiteboarding.com

è www.moanasurfschool.com

Surfunterricht wahlweise in Carcavelos, am Praia da

Guincho oder Praia Grande.

è www.surfcascais.com

FOTO: DREAMSURFCAMP (1), D. POULLENOT/WSL (1), SHUTTERSTOCK.COM – SERGIO GB (1), ANDREVIC 98 (1), WIRESTOCK CREATORS (1), AMAZING TRAVEL (1), PAWEL KAZMIERCZAK (1)

26 4/2022


9° 10‘ W

VIANA DO CASTELO

PRAIA DA CABEDELO

MATOSINHOS

PORTO

ESPINHO

Kite & Surf am Praia do Guincho.

PRAIA DO NORTE

NAZARÉ

LAGIDO

PENICHE

PRAIA DOS SUPERTUBOS

Portugal

Monsterwelle am Praia do Norte.

Mild im Sommer, wild im

Winter: Praia do Amado.

PRAIA DE SÃO LOURENÇO

PRAIA DE RIBEIRA D’ILHAS

PRAIA PEDRA BRANCA

PRAIA DO GUINCHO

ERICEIRA

LISSABON

38° 43’ N

Am Praia do Norte in Nazaré

verharren sogar die Besten der

Besten in Ehrfurcht, ehe sie sich

auf die bis zu 30 Meter hohen

Monsterwellen wagen.

2011 schaffte es der US-Amerikaner

Garret McNamara ins Guinness-Buch

der Rekorde, als er in

Praia do Norte auf einer 23,8 Meter

hohen Welle surfte. Zwei Jahre später

brach er seinen eigenen Rekord,

als er eine 30 Meter hohe Welle

entlang der Küste von Nazaré zähmen

konnte. Aber keine Sorge, es

gibt auch ruhigere Strandabschnitte

für Anfänger mit guten Surfschulen

und Camps in der Region.

EXPEDITION SÜD

Im Alentejo ist das Revier zwischen

Troia und Sines ein Toptipp für Individualisten.

Unberührte Buchten

mit feinen Sandstränden zu Füßen

steiler Felswände gibt es viele, z. B.

im Parque Natural do Sudoeste

Alentejano e Costa Vicentina.

An dem für seine starke Brandung

bekannten Strand Praia dos

Atlantik

PRAIA DOS

AIVADOS

TRÓIA

SINES

ZAMBUJEIRA

PARQUE NATURAL DO

SUDOESTE ALENTEJANO

E COSTA VICENTINA

ALJEZUR

PRAIA DA ARRIFANA

PRAIA DA CORDOAMA LAGOS

PRAIA DO AMADO

SAGRES

FARO

Werner Ober GmbH Werner & Werner Co Ober KG

GmbH Ober & GmbH Co KG& Co KG

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Portugal

Genussrevier Sagres.

Supertubo am Praia do Medão.

Das Surfer-Museum in der Festung St. Michael zeigt auch,

wie in Nazaré die größten Wellen der Welt entstehen.

„ Das auf einer Landzunge ruhende Sagres kann auf der einen Seite mit

ruhigem Wasser, auf der anderen mit dem offenen Ozean aufwarten.“

Aivados in Odemira erfreuen

sich Surfer aller Leistungsklassen.

Jedoch ist er nur mit dem Auto

über Schotterwege erreichbar.

Der Strand von Zambujeira im

Süden des Alentejo gilt als besonders

windgeschützt und ist ein einfach

schönes Revier für Genießer.

ALGARVE FÜR ALLE

Die Qual der Wahl hat man als

Surfer zwischen Aljezur an der

Westküste und Faro im Süden.

Das auf einer Landzunge ruhende

Sagres beispielsweise kann auf der

einen Seite mit ruhigem Wasser

und auf der anderen mit dem offenen

Ozean aufwarten.

Auch die Wahl der Jahreszeit

spielt eine bedeutende Rolle. So

finden an den Stränden von Beliche,

Tonel oder Praia do Amado in

Carrapateira Anfänger im Sommer

beste Bedingungen vor, während

Profis in der rauen See im Winter

auf Riesenwellen reiten. Weiter

südlich ist der Praia da Cordoama

ein ideales Einstiegsrevier.

Gut geschützt vor den kalten

Nordwinden sind Rookies an der

Praia da Arrifana. Der erhabene

Blick von der kahlen Burgruine

Ribat eröffnet dem Betrachter, mit

welcher Kraft und Schönheit der

Atlantik auf die Küsten Portugals

trifft.


Victor’s Portugal Malveira-Guincho

Top-Tipp für Individualisten. Rund 25 Kilometer westlich

von Lissabon betreibt die Victor’s Group unter der

Leitung von Geschäftsführerin Susanne Kleehaas, die an

der Costa do Sol ein zweites Zuhause gefunden hat, eine

luxuriöse Ferienanlage.

24 Villen für gehobene Ansprüche. Die 19 Gartenvillen

und fünf Poolvillen bieten ganzjährig Platz für bis acht

Personen in absoluter Privatsphäre, sind individuell nach

bestimmten Farben und Themen eingerichtet und verfügen

teils über einen Privatpool. Das in exklusiver Ruhelage

mitten im Grünen gelegene Ferienparadies ist nur ein paar

Minuten von den traumhaften Sandstränden wie der Praia

da Guincho entfernt. Die hauseigenen Garagen bieten zudem

ausreichend Platz für Surfer-Ausrüstung oder ähnliches

Wassersport-Equipment.

Sehenswert. Von diesem exklusiven Domizil aus lässt

sich die Westküste Portugals perfekt erkunden. So sind

die Hauptstadt Lissabon, der Nobelbadeort Estoril mit

seinen herrschaftlichen Villen und das UNESCO-Welterbe

Sintra mit seinem märchenhaften im maurischen und

manuelinischen Stil erbauten Nationalpalast nur wenige

Autominuten von den Villen entfernt.

è www.victors-portugal.com

FOTO: BARBARA HEINZ (1), PAUL MUKIAN (2), SHUTTERSTOCK.COM – THINAIR (1), JOYFULL (1), BENNY MARTY (1)

28 4/2022


Spinera SUP Light 9.1

Lieferumfang:

SUP Board

Kompakter Rucksack

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Fahrergewicht bis 80kg

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Törn, aber nicht Geld

weg.

Diese und viele weitere Artikel

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Trendsport

30 4/2022


Im Höhenflug

Die Bretter, die neuerdings die Wassersportwelt bedeuten, erobern selbst unsere alpinen Breiten.

Surfen, Foilen oder einfach nur Stand-Up-Paddeln sind heimisch geworden auf Österreichs Seen

und Flüssen, ja sogar mitten in der Stadt. Ein Streifzug.

Text ROLAND REGNEMER

Der Trend der letzten Jahre

zum Urlaub daheim sorgte

für Bewegung und gesunden

Innovationsdruck,

an bekannten Wassersport-Destinationen

wurde in Qualität und

Angebotspalette investiert und

zahlreiche neue Erlebnisse wurden

geschaffen. Das ist nicht zuletzt

den Entwicklungen der Board-

Industrie geschuldet, die sich in den

letzten Jahren laufend neu erfindet.

SUP-YOGA AM SEE

Wer es ruhiger angehen will, fährt

rund eine Stunde an den Ottensteiner

Stausee nordwestlich von

Wien. Bisher gab es hier einen

Bootsverleih neben Campingplatz

und Ferienwohnungen.

Seit Kurzem betreibt die ursprünglich

aus dem Burgenland

kommende Segelschule boats2sail

hier auch ein neu aufgestelltes

Wassersportzentrum mit modernen

Angeboten für Bootsfahrer

und Board-Enthusiasten.

Die Kulisse ist beeindruckend,

nicht umsonst ist von Fjorden und

Klippen die Rede, die es dort zu

entdecken gilt. Wer die Abgeschiedenheit

und Ruhe des Waldviertels

noch mehr verinnerlichen will,

bucht eine SUP-Yoga-Einheit auf

dem Wasser.

SKIPPERN AM SIMULATOR

Doch auch mitten in der Großstadt

tut sich einiges. Abseits der traditionellen

Segelschulen an der Alten

Donau gibt es in der Marina Wien

im Seefahrtszentrum neben der

theoretischen Ausbildung auch die

Möglichkeit, auf einem Yacht-Simulator

das erste Trockentraining zu

absolvieren. Nur wenige Schritte

weiter liegt eine umgebaute Dehler

Duetta 860 vor Anker. Hafenmanöver

sowie Crew- und Skippertrainingseinheiten

können „after work“

und per Anreise mit der U-Bahn

ohne stundenlange Autofahrt an

die Adria absolviert werden.

SURFEN AUF DEM FLUSS

Doch da geht noch mehr. Mittendrin,

also zwischen Alter Donau

und Donau, an der Neuen Donau,

wurde unterhalb der Reichsbrücke

ein Spot wiederentdeckt, der in den

Actionreiches

Wingfoilen auf

dem Traunsee,

entspanntes SUP’n

zum Yoga auf dem

Ottensteiner See.

FOTO: STEFAN SPIESSBERGER/PROFS (1), HEIUKI (2), KARL ALLEN LUGMAYER/SHUTTERSTOCK.COM (1)

4/2022 31


Sport und Spaß beim Surf

Opening auf dem Neusiedler See.

SUP-Training mit boats2sail

auf der Alten Donau in Wien.

Urbane Wassersport-Oase

„Vienna City Beach“.

1980er-Jahren schon für Aufmerksamkeit

sorgte: Am „Vienna City

Beach“ teilen sich Kite-Surfer,

Windsurfer und Wingsurfer den

schmalen Wasserstreifen.

Wer hin und wieder dort vorbeikommt,

sieht nicht nur richtig gute

Bord-Sportler, sondern mit Tom

Zajac, dem Olympia dritten von Rio

2016, regelmäßig auch einen Sport-

Promi. Er geht dort seiner neuen

Leidenschaft, dem Wing foilen,

nach. Womit wir nahtlos den

Übergang zum nächsten Kapitel

beschreiten.

ALLES, WAS FLÜGEL HAT

Die Surf-Branche bebt, nein fliegt.

Der Trend der letzten Jahre setzt

sich auch heuer fort. Bretter brauchen

Flügel unten dran, das zählt.

Was oben drauf ist, unterliegt dem

Zeitgeist. Und der zeigt aktuell

ganz klar in Richtung Wingsurfen.

„Vor zwei Jahren hat es noch so

ausgesehen, dass Windsurfen mit

Foils unsere Seen erobern wird. Das

hat sich mit dem ,Wing‘, also dem

Drachenflug-ähnlichen Segel, das

man ohne Mast in der Hand hält,

erledigt“, erklärt Chris Sammer,

Szene-Urgestein und Vertriebsleiter

bei Boards and More.

Es ist vor allem die Flexibilität

und der vergleichsweise einfache

Einstieg in das Wing-Surfen. Beim

traditionellen Surf Opening auf

dem Neusiedler See Anfang Mai

konnte jeder mit einem großen

SUP-Board und einem kleinen

Wing erste Meter übers Wasser

zurücklegen.

Das gesamte Equipment passt

übrigens problemlos in einen etwas

größeren Rucksack, das Foil wird

für die Reise in handliche Teile zerlegt,

das Board wird einfach auf

den Rucksack draufgeschnallt.

Das Foilen ist dann natürlich

koordinativ deutlich anspruchsvoller,

eröffnet aber völlig ungeahnte

Erlebnisse auf dem Wasser: „Selbst

Wellen auf dem Neusiedler See

bringen beim Vorwind genug Schub

FOTOS: ALEX LANG, BOATS2SAIL, KITE2FLY, LAKEVENTURE, VIENNA BEACH CLUB

32 4/2022


Lakeventure: Wing- und …

aufs Foil, dass man de facto ohne

Windkraft und Anstrengung über

das Wasser gleitet“, so Sammer.

Dazu benötigen erfahrene Wing-

Surfer viel weniger Platz als Windund

Kite-Surfer – mit und ohne

Foil unten dran.

Darum findet man auf der Neuen

Donau in Wien eine mittlerweile

eingeschworene Szene – einzelne

Wing-Surfer sind zudem auf

zahlreichen Ziegel- und sonstigen

Teichen zwischen Münchendorf

und dem Waldviertel zu sehen.

SPORT IM WELTFORMAT

Auch auf Profiebene hat sich einiges

getan. Seit letztem Jahr gibt es in

den Disziplinen Freestyle und Race

eine World Tour. Auf dem Traunsee

wird im Rahmen des „Lakeventure“

mit dem Wing um die Wette getrickst.

Das beflügelt das Geschäft,

während die Windsurf-Zahlen

abnehmen und die Kite-Zahlen

auf gutem Niveau stagnieren.

è www.boats2sail.com

è www.lakeventure.at

è www.kite2fly.com

Sporty SUPs by Ascherl

Kite-Surfen mit Kite2Fly bei

Podersdorf auf dem Neusiedler See.

Kite-Foilen auf dem Traunsee.

Das Vorarlberger Familienunternehmen blickt auf mehrere

Jahrzehnte Branchen-Erfahrung im Wassersport zurück.

Im boomenden Segment der SUPs setzt Ascherl auf zwei

Produktlinien der Marke Spinera. Sie unterscheiden sich

in Länge und Farbe und sind für unterschiedliche Gewichtsklassen

ausgelegt. Spinera Let’s Paddle 9’10 und Let’s

Paddle 10’4 sind perfekte Allrounder, Spinera Supventure

10’6 und 12’0 sind die sportliche Alternative (Doppelschichttechnologie

mit gepresster EVA-Platte im Diamantschliff).

Passendes Zubehör und Sicherheitsequipment sind ebenfalls

erhältlich.

è www.ascherl.at

SUP aus der Dose

Stand-Up-Paddling gilt als der perfekte

Einstieg in den Wassersport und hat auch

in punkto Action viel Luft nach oben. Kurz

gesagt: SUP’n bietet allen und fast überall

was.

Waren Menschen auf Brettern auf dem

Wasser in erster Linie an fernen Stränden

und in Hochglanz-Magazinen zu sehen,

so sind die stehenden Vertreter auf den

„Stand Up Paddle Boards“ mittlerweile

fast auf allen österreichischen Seen und

einigen Flüssen zu sehen.

„Der Trend der letzten Jahre setzt sich

ungebrochen fort. Vor allem die breit gestreute

Verfügbarkeit und der schnelle

Zugang zu einfach verfügbaren Leihgeräten

stehen aktuell im Mittelpunkt“,

erklärt Felix Hiebeler von Heiuki, einem

heimischen Start-up, das binnen weniger

Monate bereits knapp ein Dutzend

Verleihautomaten für SUPs und Kajaks in

Österreich platziert hat.

Der Vergleich mit Automaten für den Verkauf

von Handy-Ladekabeln oder Ähnlichem

hinkt, viel besser bieten sich da die

Bioladen-Selbstbedienungscontainer oder

die verschiedenen Leih-Scooter-Flotten in

den Städten an. „Wir machen Bewegung

in der Natur zu Zeiten und an Standorten

möglich, wo es ohne die Automatisierung

einfach nicht denkbar wäre. Die Container

sind mit Photovoltaik-Anlagen auf dem

Dach ausgestattet und somit völlig autark.

Unser Hauptaugenmerk bei der Konzeption

dieses landesweiten Projekts lag bei

einer möglichst einfachen und kundenfreundlichen

Bedienung – von der Buchung

über die Abholung bis zur Rückgabe“, sagt

Hiebeler. So gesehen eine gelungene Umsetzung

des „Sharing-Booms“ von der

Straße aufs Wasser. Der große Zuspruch

gleich vom Start weg zeigt, dass das junge

Team den Nerv der Zeit voll getroffen

haben dürfte.

è www.heiuki.com

4/2022 33


E-Boards

Wer vom Surfen oder Snowboarden kommt,

dem kommt die Elektromobilität gerade recht.

Also nicht die bereifte, auf Straßen surrend

daherkommende. Sondern jene, die es mit

ihren Jet-Antrieben knapp unter die Wasserlinie

geschafft hat und obendrauf ein sehr spezielles

Surfboard antreibt. Und genau so, wie im

Alphabet dem „E“ das „F“ folgt, ist auch der

E-Foiler eine logische Folge des Surfboards.

Text ROLAND REGNEMER

Fotos CEELMEDIA / THOMAS SEMELLIKER

E okay!

Ein paar Sekunden Flugzeit und der

Aufregung folgt das Glücksgefühl!

Hochspannung am

Baggersee: Nach einer

kurzen Einführung …

An einem heißen Frühsommertag

Ende Mai

hatten wir die Gelegenheit,

sowohl ein herkömmliches

E-Surfboard als auch

ein E-Foil-Board aus dem Hause

„Wake Up“ zu testen. Dahinter steht

mit Alex Neuriesser ein Mann, der

mit allen motorbetriebenen Gerätschaften

dieser Welt seit Jahrzehnten

vertraut ist.

Seine langjährige Leidenschaft

für den klassischen Motorsport

endete jedoch weder auf den

Rennstrecken dieser Welt noch

auf irgendwelchen Rallye pisten.

Er eroberte mit Jet-Skis, Motoryachten

und Flyboards auch die

Welt auf dem Wasser – für sich

selbst und für seine Kunden.

Mit den in Österreich erdachten

und geplanten Wake Up E-Surfboards

schlug Neuriesser in den

letzten Jahren ein weiteres Kapitel

auf. Nach intensivem Tüfteln und

Testen und Beschaffen von Komponenten

aus aller Welt wurden

zwei Board-Typen entwickelt, deren

gemeinsamer Nenner der Elektroantrieb

ist.

Als richtiges Wassersport-Fun-

Toy kommt das Wake Up High

Voltage Surfboard daher. Entwickelt

und vertrieben als alternatives Beiboot

mit höchstem Funfaktor für

Motor- und Segelyachten, hält das

heiße Gefährt, was es verspricht:

richtig Spaß auf dem Wasser binnen

weniger Minuten für jeden einigermaßen

geübten Brettartisten.

Auch für Einsteiger ist das erste

Erfolgserlebnis von Anfang an in

greifbarer Nähe, dazu muss nicht in

die weite Welt gejettet werden. „Wir

bieten Kurse auch wenige Kilometer

außerhalb von Wien an, etwa beim

IWWC, also dem Wasserskiclub in

Raasdorf “, so Alex Neuriesser.

NUR FLIEGEN WÄRE SCHÖNER

Genau dort versuchten wir uns

dann auch in der zweiten, weitaus

diffizileren Disziplin des Boardens.

Nach einer kurzen, intensiv-theoretischen

Einschulung und mit einem

Funkhelm ausgestattet ging es dann

ab aufs Foil-Board.

Die verbleibende Teststunde verflog

im wahrsten Sinne des Wortes.

Leider aber in erster Linie zeitlich,

denn die Sekunden auf dem Foil

des Boards waren überschaubar.

Jedoch mehr als ausreichend, um

das Suchtpotenzial, das dem Foilen

in all seinen Ausprägungen innewohnt,

zu wecken.

Dramatisch wirkende, aber alles

in allem ungefährliche Abläufe auf

einem hoppelnden bis fliegenden

Board gilt es noch zu optimieren

bis zur Erlangung der persönlichen

Flugtauglichkeit.


è www.e-surfboard.at

… folgt der Einstieg ins

E-Boarden mit dem „Düsenjet“.

Bis ins Detail durchdacht – mit oder

ohne Foils: die Boards von Wake Up.

34 4/2022


Ohrenschmeichler

MUSIK-TIPP. Haben wir schon

erwähnt, dass unsere Cartoonistin

Inga Beitz (bitte zurückblättern

auf Seite 5) mit dem Puppenspieler,

Bühnenbildner und Musiker Vassil

Svechtarov zusammen segelt und

lebt? Vassil hat jetzt eine feine Musik-CD

Solche & Solche herausgebracht,

15 Lieder auf Deutsch, ein

Plädoyer für

die Liebe und

das Verständnis

für das Anderssein

unserer

Mitmenschen. Erhältlich auf

www.etsy.com und digital streambar

auf allen gängigen Plattformen.

è www.sturetz.eu

Vassil Svechtarovs

Musik weckt Fernweh

und Meer.

FOTO: MASARIK/SHUTTERSTOCK.COM

Kleine, feine Extras

CHARTER-ZUCKERL. Welches Frauerl

oder Herrl hätte seinen Hund

nicht gerne auf der gecharterten

Ich darf mit!

Yacht? Die Mitnahme von Haustieren

ist nicht bei allen Charteragenturen

erlaubt, bei Trend Travel

Yachting ist das kein Problem.

Für € 150,– dürfen Hund oder Katze

mit auf die Yacht, allerdings muss das

Tier bei der Buchung angemeldet

werden. Um € 50,–/Woche kann

s ogar eine Badeleiter für Hunde

dazugemietet werden.

Ebenfalls auf der Extraliste: Ein

Stand-Up-Paddle um € 100,–/Woche

und eine Automatik-Schwimmweste

um € 15,–/Woche.

è www.trend-travel-yachting.com

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Johannes Abraham

Mit zehn Jahren warf

der heute 30-jährige

Johannes Abraham

wohl ein Auge zu viel

auf die um die Jahrtausendwende

populären Filme und DVDs rund

um alle Extremsportarten auf Wasser

und auf Schnee. Es dauerte

rund sechs weitere Jahre, ehe der

Ebreichsdorfer sein Erspartes in

einen Trip nach Fuerteventura investierte

und dort auf echte Wellen

traf. „Da war es um mich geschehen.

In meinem Kopf drehte sich

alles um den richtigen Swell und

die nächste Welle“, erinnert sich

Abraham.

Für die Ferienwochen der folgenden

Jahre wurde Portugal zu seiner

zweiten Heimat. „Dort kenne ich

wirklich fast jeden Spot die ganze

Küste entlang.“

WO DIE GUTEN SURFEN

Die letzten Jahre wurden jedoch

für den dreifachen Medaillengewinner

der Österreichischen Surfmeisterschaften

zu einem Prüfstein.

Die Pandemie sperrte ihn so wie

viele andere heimische Wellenreiter

im wahrsten Sinne des Wortes einfach

aus. An Reisen an die europäische

Atlantikküste oder in Richtung

Bali war nicht zu denken.

Als Ersatz musste das Skateboard

herhalten, da ist Abraham mittlerweile

Teamrider und verdient sich

als Skate-Profi seine Sporen. „Das

fehlt mir beim Surfen, die Unterstützung

einer großen Marke. Das

ist im Surf-Zirkus nicht nur eine

finanzielle Geschichte, sondern

öffnet auch Türen in kontinentale

und internationale Bewerbe“,

erklärt der Niederösterreicher.

Was das bedeutet, erfährt der

knapp 190 cm große Binnenländer

bei fast jedem Trip zu den Wellen:

„Grundsätzlich hat sich das Klischee

der bösen Locals, die Touristen

von ihren Spots vertreiben,

im Großen und Ganzen überlebt.

Anfänger schaffen es kaum dorthin,

wo die guten Einheimischen surfen.

Entsprechend locker ist da auch der

Umgang. Da ich recht lange Arme

habe, stark beim Anpaddeln der

36 4/2022


Es reicht diese erste und manchmal auch für lange Zeit einzige

Welle. Das Gefühl, wenn der erste „Drop“ gelingt und dich diese

unglaub liche Kraft auch kleinerer Wellen unmittelbar vor dem

Brechen mitnimmt. Dann ist es fast immer geschehen und die Saat

ist gesät. So erging es auch einem jungen Niederösterreicher, der

heute sein Leben den kleinen und etwas größeren Boards widmet.

Text ROLAND REGNEMER | Foto PHILIPP ZEPPELZAUER

Die

perfekte

Welle

Wellen bin und so früh die Welle

nehmen kann – auch die gute –

ernte ich schon immer wieder böse

Blicke.“

NICHT DAS LETZTE MAL

Umso mehr genießt er dann die

Österreichischen Meisterschaften

im „echten“ Wellenreiten. Also

nicht auf stehenden Wellen im Inland,

sondern irgendwo auf dem

Atlantik. Vor der Corona-bedingten

Pause (vor 2019) fanden diese

zuletzt statt. In Ericeira, Portugal,

nur 50 km nordwestlich von Lissabon.

Dort soll es auch heuer im

Herbst wieder zur Sache gehen.

Termin steht zwar noch keiner

fest, aber daran wird bei „Austrian

Surfing“, dem rot-weiß-roten

Wellenreitverband, noch getüftelt.

Johannes Abraham wird jedenfalls

vor Ort sein und um seine vierte

Medaille rippen und tricksen. „Es

ist einfach genial. Da wird einer

der geilsten Spots Europas für die

Meisterschaft gesperrt – die besten

Wellen nur für eine illustre Truppe

von österreichischen Surfern. Dazu

haben wir mittlerweile auch Profi-

Judges, die sonst Europa- und

Weltcup-Events beurteilen. Das

alles macht es zu einem einzigartigen

Erlebnis“, so Abraham.

Sportlich gesehen endet der

ganz große Traum aber nicht im

Wettkampf mit weiteren „landlocked“

Kollegen, sondern dort,

wo die Trauben bedeutend höher

hängen. 2019 streifte sich Johannes

Abraham erstmals ein Teilnehmer-

Shirt bei einem Worldtour-Qualifikationsevent

in Frankreich über.

„Es soll definitiv nicht das letzte

Mal gewesen sein“, ist sich der Niederösterreicher

sicher.


è www.austriansurfing.at

è Instagram: @johannes_abraham

Boards made in Austria

Viele große Ideen wurden in Garagen geboren, den Gründermythen folgend auch zahlreiche

Unternehmen. In Österreich kommen viele coole Boards auch aus einer Garage, genauer

gesagt aus einer ehemaligen Autowerkstätte in der Nähe von Tulln. Die Paulsen Surf Ga rage

fertigt dort Boards – die natürlich primär für das Surfen auf dem Meer gedacht sind. Mit

den Surf-Trends der letzten Jahre auf stehenden Wellen von Flüssen oder auf gänzlich

künstlichen Wellen wie z. B. der des City Wave in der Wiener SCS sowie zum Wake-Surfen

auf der Welle hinter einem Motorboot wuchs das Angebot an Boards in der Paulsen Surf

Ga rage kontinuierlich mit. Auch Johannes Abraham vertraut in der Welle auf die ganz besonderen

Boards der 2014 gegründeten Manufaktur.

è www.paulsensurfgarage.com

4/2022 37


Ocean Guard

Genial einfach!

Seine auf dem physikalischen Phänomen Adhäsion sowie dem spezifischen Gewicht basierenden

Filteranlagen sind in so gut wie jeder Tankstelle in Österreich verbaut. Nun will der Wiener

Franz Frey die Säuberung der Weltmeere angehen.

Text ROLAND REGNEMER | Fotos CEELMEDIA, FREYLIT

Das österreichische Familienunternehmen

Freylit, ein

„Hidden Champion“ in der

Umwelttechnologie-Branche, brachte

in den letzten Jahren seinem Vorzeigeprodukt

– einem Öl-Wasser-

Separator – das Schwimmen bei.

Bald sind es vier Jahrzehnte, die

Franz Frey im Zeichen des Umweltschutzes

die ganze Welt bereist

und mit seinen Ölfilteranlagen

auch beliefert. Doch dem umtriebigen

Techniker waren Tankstellen

und Waschanlagen zwischen Eisenstadt

und den Emiraten nicht mehr

genug. Auf Basis des seit Jahrzehnten

angesammelten technischen

Know-hows und angetrieben von

seinem Technik-Team wurden

zwei autonome schwimmende

Einheiten entwickelt, die Anfang

Mai in der Marina Wien erstmals

der Öffentlichkeit (mit Teilnehmern

aus ganz Europa) vorgestellt

wurden.

Wer kennt nicht den dezenten

Ölfilm rund um die Wassertankstellen

in den Marinas? Genau dort

sieht Georg Gamsjäger, verantwortlich

für Vertrieb und Marketing,

die ersten Einsatzgebiete für den

kleinen und wendigen „floaty“.

„Ich komme selbst aus dem Segelund

Yachtsport und kenne den Anblick

des oberflächlich verschmutzten

Wassers. Und genau hier wollen

wir einen Teil für die Umwelt und

das Wohlbefinden der Seglerinnen

im Hafen beisteuern“, so Gamsjäger.

WENN ES RICHTIG ÖLIG WIRD

Nicht immer und zumeist nicht im

Hafen geht es um ein paar Tropfen

oder Liter Öl, die ins Wasser gelangen.

Rund 80 % der weltweiten

Meeresverschmutzung durch Öl

entstehen durch den Betrieb von

Bohrinseln und den Schiffsverkehr.

Vor allem für Erstere ist der „Ocean

Guard“ gedacht. „Von diesem Produkt

werden Sie selten bis nie in den

Medien lesen“, so Franz Frey. Denn

dort, wo es zu massiven Verschmutzungen

kommt und diese vor Bekanntwerden

gereinigt werden können,

ist Werbung dafür leider tabu.

„Während bei üblichen Säuberungseinsätzen

der Großteil des

abtransportierten Ölteppichs

schlicht und einfach Wasser ist,

holen wir zu 99 % Öl heraus. So

spart man unzählige Transporte

vom Unglücksort zum nächsten

Hafen und einen aufwendigen Entsorgungsprozess.

Denn das von uns

aus dem Meer separierte Öl kommt

zurück in die Raffinerie und wird

wieder aufbereitet“, sagt Frey.

Die Vorführung im Hafen der

Marina Wien? So beeindruckend,

dass zumindest die europäische

Delegation ganz heftig die Werbetrommel

für den Ocean Guard

von Freylit rühren wird.

è www.freylit.com

FRANZ FREY –

ein Pionier der

Umwelttechnologie.

Klein, fein und für die Sauberkeit

in Marinas und Häfen …

38 4/2022

Bis zu 600 l Wasser pro Minute separiert der „Ocean Guard“

vom Öl und ist auch für Offshore-Einsätze geeignet.

…. eignet sich der „floaty“.


GREEN MILE

Tipps, Trends & Neuheiten

Nachhaltig sauber

Seifensackerl mit

nachhalti gem Inhalt.

UMWELTFREUNDLICHE PFLEGE.

Deutschlands älteste Seifenmanufaktur

Klar Seifen stellt seit 1840

hochwertige Seifenprodukte nach

alten und neuen Rezepturen und

Verfahren her. Die festen Seifen

und Shampoos des Traditionsunternehmen

sind ohne Silikone, Parabene,

Sulfate und Paraffine gefertigt,

vegan und durch ein besonderes

Walzverfahren extrem ergiebig.

Verpackt werden sie plastikfrei in

Pappe. Als feste Produkte sind sie

auslaufsicher und somit perfekt für

den Urlaub an Bord geeignet. Für

den Transport und die Aufbewahrung

eignen sich langlebige Seifensäckchen

sowie leichte und platzsparende

Seifen dosen aus Aluminium

oder Kork.

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Slow Fashion

ÖKO-KLEIDUNG. Auf die Herstellung

von hochwertiger und umweltfreundlicher

Segelbekleidung hat sich die

irische Firma OCEANR spezialisiert.

Produziert wird in Europa, wobei auf

Nachhaltigkeit (die Kunststoffe sind

z. B. recycelt) geachtet wird. Kunden

sind in erster Linie Luxusresorts und

Superyacht-Eigner, man kann die

Produkte aber auch im Onlineshop

erwerben. Fast Fashion ist dort nicht

zu finden, dafür aber garantiert das

Unternehmen, dass mit jedem gekauften

Produkt ein Kilogramm

Meeresmüll entfernt wird.

è www.oceanr.co

Jedes Kleidungsstück hat 1 kg Meeresmüll gesammelt.

Elektrische Eleganz

Elettrificato!

PREMIERE. Capoforte, die Schwestermarke

von Invictus (beide unter dem

Dach der süditalienischen Cantieri

Aschenez), hat das erste vollelektrische

Modell vorgestellt. Das Design der Capoforte

SQ240i stammt aus der begnadeten

Feder von Chris tian Grande, der

auf 7,38 Meter sehr platzoptimiert eine

Mittelkonsole, eine große Sonnenliege

im Heck sowie ein flexibles Sitz-Liege-

Modul mit Klapptisch im Bug untergebracht

hat. Ausgerüstet kann der

Elek troflitzer mit einem 50-kW-Innenbord-

oder einem 3,7-kW-Außenbordmotor.

Händler Bodenseenautic hat

die Ehre, das neue Modell exklusiv auf

dem Bodensee vorführen zu dürfen.

è www.invictus-boote.de

Leiser Luxus

ENERGIEAUTARKER CLUB. Zur

Erinnerung: Silent-Resorts ist ein

Projekt, bei dem nachhaltige, energieautarke,

exklusive Feriendörfer

an den schönsten Küsten der Welt

entstehen sollen. Herzstück sind die

solarbetriebenen Silent-Katamarane,

die gleichzeitig als schwimmende

Ferienhäuser und Energieversorger

dienen. Die erste Anlage wird jetzt

mit Baubeginn Juli auf Elizabeth

Island auf den Bahamas errichtet.

Der 36 ha große Club Ki’ama wird

16 Vier-Schlafzimmer-Residenzen

und acht Yachten umfassen, zusätzlich

zu acht Residenzen, die einen Anteil

an einer Silent-Yacht beinhalten.

è www.silent-resorts.com

Nachhaltige Bahamas.

4/2022 39


Französisch-Polynesien

40 4/2022

Vor Anker in Tahiti.


Tahiti, der

hektische

Traum

Sieben Windstärken gegenan, Vorrang für runde Bäuche, hunderte Dollar

für übertriebene Fürsorge: ein fordernder Trip von Moorea nach Tahiti

mit göttlichem „Happy End“.

Text und Fotos WOLFGANG HAUSNER

PAUL GAUGUIN, 1896

Der französische Post-Impressionist Paul Gauguin lebte

und malte viele Jahre auf Tahiti – im Bild das Gemälde

„Drei tahitische Frauen“ aus dem Jahr 1896. Der Künstler

starb 1903 und wurde auf Hiva Oa begraben.

FOTO: SHUTTERSTOCK.COM – MARTIN VALIGURSKY (1), NAPA (1), T. TERZIEV

Zwischen Brechern und Riff

pflügte Taboo III durch einen

Wall aus Wasser, der Doppelbug

verschwand für eine lange Sekunde,

tauchte wieder auf, schüttelte

das Salzwasser ab und verbiss sich

in die nächste Welle. Kurz danach

waren wir im tiefen blauen Wasser,

was nicht nur auf die Schiffsbewegung,

sondern auch auf meinen

Adrenalinhaushalt eine beruhigende

Wirkung hatte.

Gerti war unter Deck und hatte

sich die ganze Aufregung gespart.

Sie befand sich in den letzten Monaten

ihrer Schwangerschaft. Das

war auch der Grund, warum wir bei

sieben Windstärken gegenan von

Moorea nach Tahiti segelten. Es

stand eine Ultraschalluntersuchung

an und wir konnten es kaum erwarten,

die Abmessungen unseres kommenden

Kindes zu erfahren.

In den letzten Monaten hatten

wir Tahiti und Umgebung ganz

lieb gewonnen, trotz anfänglicher

Anpassungsschwierigkeiten. Irgendwie

erwartet man mehr von dieser

Me tropole der Südsee. Man braucht

Zeit, die Unpersönlichkeit und Hektik

zu durchdringen, Freunde kennenzulernen

und dem Platz auch

gute Seiten abzugewinnen. Tahiti

ist teuer, aber die Marquesas waren

noch teurer. Nicht, dass das ein

Trost ist, eher eine Art von Ansporn

zu bewusstem Einkaufen. Vorbei

war das wahllose Plündern der Regale,

wie wir es von Mittelamerika

gewohnt waren, dieses Verhalten

hätte sicherlich unangenehme

Folgen für die Bordkasse gehabt.

Wir ließen also französischen

Wein und Pastete links liegen,

konnten aber bei der Butter aus

Neuseeland nicht umhin. Die

brauchten wir fürs Stangenbrot,

das übrigens wie alle anderen

Grundnahrungsmittel sehr

preiswert war. „Man muss nur

gezielt einkaufen“, so Gertis

Philosophie, „so spart man

eine Menge Geld.“

In freudiger Erwartung

im Hafen von Papeete.

KASSA FÜR SCHWANGERE

Das galt umso mehr für den Euromarché

nahe dem Maeva Beach

Hotel, unserem häufig frequentierten

Ankerplatz auf Tahiti. Dieser

riesige Supermarkt hat eine eigene

Kasse für Schwangere, was Gerti toll

fand und ich früher als läppische

Finte abgetan hätte. Jetzt, als werdender

Vater, begann ich solche

Sachen in einem anderen Licht

zu sehen.

Die meiste Zeit

verbrachten wir

auf Moorea.

Nach anfänglichen

Erkundungsfahrten

rund um die

Polynesisch-göttliche

Inspiration in Papeete.

4/2022 41


Französisch-Polynesien

Opunohu Bay

Cook‘s Bay

Moorea

AFAREAITU

Traumhaft türkise Lagunen und exotische Berge auf Moorea.

„ Am Vaipeu-Riff war der Sandgrund

sichtbar, das Riff zum Schnorcheln

nahe und stets fächelte eine kühlende

Brise übers Deck.“

Insel kehrten wir immer wieder

zu unserem Lieblingsankerplatz

in der Opunohu-Bucht zurück.

Aber nicht drinnen, wo schon

um vier Uhr nachmittags aufgrund

der einengenden Berge die Sonne

weg und das Wasser durch den

Fluss getrübt war und obendrein

sich kein Lüftchen regte. Sondern

draußen am Vaipeu-Riff. Dort war

der Sandgrund sichtbar, das Riff

zum Schnorcheln nahe und stets

fächelte eine kühlende Brise übers

Deck. Gerti planschte glücklich

mit schwerelosem Bauch im

Wasser.

BAUCH HAT VORRANG

Zwischendurch heirateten wir auf

typisch polynesische Manier. Die

Zeremonie auf dem imposanten

Bürgermeisteramt dauerte nur wenige

Minuten, die Vorbereitungen

dazu aber Monate. Wir gerieten

in die Fänge der verschnörkelten

französischen Bürokratie und verstrickten

uns

hoffnungslos.

Trotz der bürokratischen

Schwierigkeiten

war Tahiti ein

geeigneter Platz, um ein Kind zu

bekommen.

Schwangere Frauen haben einfach

Vorrang. Selbst der reißendste

Verkehr kommt zum Halten, sobald

sich ein runder Bauch dem Straßenrand

nähert. Auf dem Markt

Mit Ananas und anderen frischen Früchten werden

Schwangere auf Tahitis Märkten beschenkt.

Tahiti authentisch: Traditionelle

polynesische Tanzvorstellung.

Tahiti für Touristen mit

größerem Geldbeutel.

42 4/2022


17° 32’ S

PAPEETE

149° 34’ W

Tahiti Nui

Südpazifik

Tahiti Iti

FOTOS: SHUTTERSTOCK.COM – MARTIN COUPEK (1), EQROY (1), JOSE GIL (1), MARIDAV (1)

wurde Gerti im Hinblick auf

ihren Zustand regelmäßig

mit Früchten beschenkt.

Auch die Behörden sahen

unsere wiederholten Ansuchen

um längeren Aufenthalt

in einem gnädigen Licht.

Gegen Ende der Schwangerschaft

verlegten wir uns

dauerhaft nach Tahiti, wo die

ärztliche Versorgung eindeutig

besser war. Wir waren gerade

von einer Untersuchung

im Spital von Papeete zurückgekommen,

als bei Gerti die

Wehen einsetzten. Nichts wie

zurück, das Mamao Hospital

war ja keine zehn Fahrminuten

entfernt.

POLYNESISCHE GÖTTIN

Neun qualvolle Stunden

später kam unsere Tochter

Vaitea auf die Welt, und

gleich zur Beobachtung auf

die Intensivstation. Ich wurde

freundlich, aber bestimmt

hinauskomplimentiert. Zwei

Tage danach wollten wir

nach Hause auf Taboo III,

stießen aber auf energischen

Widerstand. Obwohl Vaitea

pumperl gesund war, erwog

die Oberärztin der Kinderabteilung,

Vaitea mindestens

zehn bis vierzehn Tage zu

behalten. Wir fanden diese

Fürsorge wirklich rührend,

sie schlug sich aber mit umgerechnet

mehr als 650 Dollar

pro Tag auf die Bordkasse

nieder. Unter diesen Umständen

konnten wir von Glück

reden, schon nach sechs

Tagen dem Mamao Hospital

zu entkommen. Tahiti ist

eben teuer, aber dafür konnte

ich die saftige Rechnung mit

dem Erlös hier verkaufter

Muschel- und Schneckenschalen

bestreiten.

Viele davon hatte ich erst

seit Gertis Schwangerschaft

gesammelt. Der Gedanke

war daher naheliegend, unser

Kind nach einer Muschel

zu benennen, aber dann fanden

wir einen polynesischen

Vornamen doch passender.

Vaitea ist der Name einer

polynesischen Göttin und

bedeutet „klares Wasser“.

ZU DRITT GEN WEST

Unser neues Familienleben

an Bord der Taboo III fiel

bald in ungeregelte Bahnen,

natürlich drehte sich alles

um Vaitea. In der Nacht

erinnerte sie uns alle paar

Stunden, dass sie jetzt auch

unter uns war. Als ob wir das

je vergessen könnten!

Wenige Wochen nach der

Geburt segelten wir wieder,

rutschten bei Mondlicht in

unsere Opunohu-Bucht und

verbrachten einige Tage dort,

bevor wir glorreichen Drei

Kurs gen Westen setzten.

TAUSEND GRÜNDE,

EIN PARTNER


Gebirgssegler Cup

15. Gebirgssegler Cup in Kroatien – 135 Seemeilen voller

Adrenalin, Verausgabung und Glücksgefühle.

Text und Fotos ANDREA SIKORSKI

Spiel mit den

Schoten und Fallen. Wenn

Frauenhände sie bedienen,

wirkt das auf die Männerwelt

doch irgendwie exotisch.

Die männliche Psyche ist leicht

irritiert. Acht Frauen auf einer

Dufort 460 treten mit geblähten

Segeln am 15. Gebirgssegler Cup

gegen sie an. Kein einziger Mann

unter ihnen. Wehende Mähnen,

wohin man schaut: In Blond,

Schwarz und Rot, an der Großschot,

am Ruder, am Bug und am

Mast. Im Cockpit trimmen und

kurbeln die „Mädels“, nehmen die

Verfolgung auf, fahren ihre eigene

Taktik und setzen den Gennaker, als

ob sie Wäsche aufhängen würden.

Die österreichischen Freizeitkapitäne

stehen vor einer neuen

Herausforderung. Jahrmillionen

war es dem starken Geschlecht

vorbehalten zu jagen und zu erobern.

Mann gegen Mann, ein

Kampf unter derselben Spezies.

Der Stärkere gewann, brachte die

Beute heim und genoss das Privileg,

den Hüterinnen des Feuers

seine Manneskraft zur Verfügung

stellen zu dürfen. Verlierer kamen

nicht zum Zug, mussten sich weiter

stählen, um vielleicht im nächsten

„Matchrace“ zu punkten.

AMAZONEN AN DER ZIELLINIE

So brachte die Evolution den modernen

Netzwerk-Mann hervor, der

wie seit Urzeiten dem Lockruf des

Meeres folgt. Heute kämpft er kultiviert,

in feinem Crewdress und auf

rassigen Booten einzig und allein

der schnellsten Zeit wegen.

„Bestzeit“ ist die wertvollste

Trophäe im Hightech-Zeitalter! Ein

„erlegtes Mammut“ in der glo balen

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Perfekte Kulisse für den Gebirgssegler Cup: Regattawind

auf dem Meer, Schnee auf den Gipfeln des Velebit.

Steiermarktag. Dirndl und Lederhose

zum Auftakt der Regatta.

Erstes Etrappenziel: Milna auf der Insel

Fotografin und Autorin

Brač hat eine große Schiffsbautradition.

Andrea Sikorski am Gennaker.

Leinen

Welt, das Ehre und Frauenherzen

bringt.

Doch plötzlich kämpfen jene mit,

denen „Mann“ die Beute traditionellerweise

zu Füßen legte!

Wollen selbst gewinnen und manöv

rieren mit Weiblichkeit und

Sportlichkeit ihr Schiff durch

schnelle Wenden, navigieren

geschickt auf Kursen zwischen

der Inselwelt Kroatiens, machen

Plätze an den Bojen gut und gehen

im Mittelfeld über die Ziellinie.

Abends tragen die Amazonen aus

dem Abendland zwar keine mondförmigen

Schilde wie auf den griechischen

Vasen, sondern Lippenstift

und Wimperntusche, sind

weiblich, charmant, mitunter

fast schüchtern.

Welches männliche Hirn soll

sich hier noch auf die nächste Etappe

konzentrieren können? Sobald

Melanie, Alexandra, Birgit, Beate,

Amrei, Angelika, Helena, und

Andrea am Tisch Platz nehmen,

werden die Karten neu gemischt.

Sie entwaffnen buchstäblich die

Herren Skipper mit ihrem Lächeln

und fundierten Segelwissen.

15. Gebirgssegler Cup: 10.–14. 4. 2022

Austragungsort: Kroatische Adria. Wir segelten dort, wo bereits in

urgeschichtlichen Zeiten Buchten und Häfen der Adria wichtige Knotenpunkte

vieler Handelswegen waren. Fischer-, Handels- oder Piratenboote

mussten im Laufe der Geschichte turbulenten Zeiten standhalten

und Seefahrer und Waren sicher in die Häfen bringen. Die Tonnagen der

Schiffe wurden immer größer, ebenso ihre Segelflächen, sodass die

Einwohner mit ihren Schiffen im ganzen Mittelmeerraum und darüber

hinaus Handel betrieben. Ihre Werften brachten kaufmännischen und

sozialen Aufschwung. Im Grunde hat sich nicht viel geändert. Auch

heute bringt der Yacht- und Regatta-Tourismus in Kroatien Wohlstand

und Arbeitsplätze. Und wir segeln mit Schiffen, die für Freizeit-Skipper

und -Crews konstruiert werden.

135-Meilen-Regatta. Der 15. Gebirgssegler Cup startete in Primošten

in der Marina Kremik. Es wurden vier Etappen gesegelt. Von Primošten

nach Milna auf der Insel Brač, weiter nach Stari Grad auf der Insel Hvar,

danach auf die Insel Šolta, ins Küstenstädtchen Maslinica und zurück

an die Küste nach Rogoznica.

Gematcht haben sich 120 Segler und Seglerinnen aus allen Bundesländern

auf 20 Schiffen in 3 Klassen: Offene Klasse mit Beisegel, Offene

Klasse ohne Beisegel, One Design auf First 35.

Die gesegelte Strecke samt drei „Up-and-Down-Kursen“ ergab gute

135 Seemeilen voller Adrenalin, Verausgabung und Glücksgefühle. Den

schwachen Wind optimal einzufangen war eine ständige Herausforderung.

Am letzten Regattatag erfolgte der Start auf einem Vorwindkurs.

Auf der kurzen Startlinie matchten sich die Schiffe mit gesetztem Spi

oder Gennaker. Ein Boot hatte einen Fehlstart und bekam einen Einzelrückruf.

Die Gemini, eine First 35 unter Skipper Andreas Kammersberger,

segelte vom Start weg an der Spitze und war mit ihrem perfekten

Leichtwindtrimm nicht mehr einzuholen. Vier Frauenhände an Bord

trugen zu diesem Etappensieg bei, aber auch auf anderen Schiffen gab

es gemischte Crews. Weiblicher und männlicher Kampfgeist ergänzten

sich erfolgreich. Auch auf der Joker, eine J-109 Mod, Siegerschiff in

der offenen Klasse mit Beisegel, bedienten zwei Frauen Fallen und

Schoten. Die Abschlussfeier des 15. Gebirgs segler Cups fand im Rahmen

eines festlichen Galaabends im Congress Centrum in der Marina Frapa

statt.

Siegerehrung, alle Klassen. Einheitsklasse auf Taurus, First 35 –

Skipper: Wolfgang Babinsky. ORC mit Beisegel auf Joker, J-109 Mod. –

Skipper Christof Dittrich. ORC ohne Beisegel auf Vento Cadela,

DC 1200 – Skipper Christian Pronay.

Jeder Seglerin und jedem Segler überreichte Mike Hecker, Organisator

und YCA Crew-Commander Steiermark, einen kleinen Steinpokal für die

Leistung, das persönlich Beste gegeben zu haben. „Beim GSC sind alle,

die mitsegeln, Sieger“, so Mike Hecker. Alle Ergebnislisten unter

è www. yca.at

Aus dem Programm. Sonderpokal für den „Sailing Star“: Jedes Jahr

gibt es diesen „Spaßbewerb“, der für viel Gaudium, Gesprächsstoff und

ausgelassene Leichtigkeit zwischen den Wettfahrten sorgt. Geboten

wurden musikalische, tänzerische und sportliche Beiträge. Die kurzen

Show-Einlagen waren allesamt „bühnenreif“. Die Gemini mit ihrer

gemischten Crew gewann zum zweiten Mal den Pokal für die beste Darbietung.

Die Damenmannschaft brachte die „Flower-Power-Bewegung“

an Bord und tanzte in Glockenhosen und Blumenkränzen im Haar zur

Musik von „Hair“.

Darüber hinaus gab es Sonderpokale für die Regattafreunde aus Tirol,

ein Rahmenprogramm mit einem „Zock-Spiel“ um den Hauptpreis

(Nenngeld für den 16. GSC), eine Filmdokumentation mit den Regatta-

Highlights, gemeinsames Singen und viel Lob und Dank für Mike Hecker,

der mit perfekter Organisation, viel persönlichem Einsatz, großem kulinarischem

Verwöhn-Programm in den Häfen und stets guter Laune für

den Erfolg dieser großartigen Regatta sorgte.

Vorschau. 29. 9. 2022: Das Spiel mit den Leinen. In einer unterhaltsamen

Dia-Audiovision zeigt Andrea Sikorski Fotos und Videos vom

15. Gebirgssegler Cup und allem, was dazugehörte. Beginn des Clubabends

um 18 Uhr, Beginn des Vortrags um 19 Uhr. Alle sind herzlich

willkommen! Veranstaltungsort: Klammwirtin im Schweizerhof, Laufnitzdorf

21, 8130 Frohnleiten bei Graz.

23.–28. 10. 2022: 250 Meilen Törn: Anlässlich des 50-Jahre-Jubiläums

des Yacht Club Austria veranstaltet die YCA Crew Steiermark diese

Langfahrt, die auf zwei Etappen gesegelt wird. Bei Interesse melden!

Der Gebirgssegler Cup 2023 wird voraussichtlich von 23. bis 27. April

2023 übers Wasser gehen, Ausschreibung auf è www. yca.at

4/2022 45


Gebirgssegler Cup

Zweites Etappenziel: Stari Grad auf der Insel Hvar ist

die älteste Stadt Kroatiens (384. v. Chr.). Bild links:

Skipperin Melanie Swatosch hat das Kommando.

„Spätestens wenn ein Mädel zu seg

in den Physikstunden in der Schu

Was sagt man dazu? Zu unterschätzen

sind sie nicht! Obwohl

einige erst kürzlich den Regattasport

für sich entdeckt haben, geben

sie ihr Bestes und stehen „ihren

Mann“ an Winschen und Schoten.

Skipperin Melanie Swatosch,

gelernte Köchin, ehemalige Restaurant-Besitzerin

und Motorradfahrerin,

ist auf vollen Einsatz und

Geschwindigkeit getrimmt. Auch

die anderen mischen in unserer

Welt als Universitätsdozentin,

Spirituosen-Herstellerin, und in

diversen Bereichen der privaten

Wirtschaftswelt erfolgreich mit.

Und ich, deren Sehnsucht den

einsamen Flecken unseres Planeten

gilt, geselle mich als für den Gennaker

zuständige Fotografin zum

Frauenteam des 15. Gebirgssegler

Cups hinzu. Treffe hier auf die

österreichische Regattaszene statt

auf Haudegen und Abenteurer wie

in der Arktis und Antarktis. Lande

in einer mir völlig unbekannten

Welt der kultivierten Leichtigkeit

und perfekten Organisation.

War bei all meinen Abenteuern

Improvisation in schwierigen Lagen

gefragt und der Kurs von der Sorge

bestimmt, ohne Verlust an Material

und Menschen das Ziel zu erreichen,

geht es hier um den Luxus

der Schnelligkeit. Schicke Yachten

formieren sich ums Startschiff, gut

gelaunte Männer in edlen Crewdressen

„talken auf der Kante“ und

kämpfen um den Etappensieg.

Meine Position am Vorschiff

macht mir unglaublich viel Freude.

Es ist der Gennaker in dieser wind -

armen Regatta, der die Geschwindigkeit

ausmacht. Schnelles Shiften,

richtiges Fieren und Dichtholen der

bunten Blase bestimmt die Fahrt

über Grund.

Ich hatte schon immer eine Leidenschaft

für große Leichtwindsegel

und war auch auf meinen Langfahrten

ihre ergebene „Kammerzofe“.

Sie schmücken eine Yacht wie ein

buntes Sommerabendkleid eine

Frau. Man kann sie aber auch mit

der „Manneskraft in der Schöpfung“

vergleichen. Darf der Gennaker

oder Spinnaker sein Gefängnis

verlassen und in seiner ganzen

Pracht die Führung übernehmen,

bringt er viel Fahrt und Freude.

Wird er eingepackt, knittert er und

sammelt seine Kräfte für die nächste

Runde.

KRAFTWANDLER

Spätestens wenn ein Mädel zu segeln

beginnt, begreift es, dass man

in den Physikstunden in der Schule

etwas fürs Leben gelernt hat!

Dank der Mechanik kann sie

Jollen trotz zarter Hände ebenso

gut übers Wasser dirigieren wie die

Jungs auch. So gesehen „entmannte“

die Mechanik das starke Geschlecht.

Wir lehnen uns zwar voll

46 4/2022


Drittes Etappenziel: Maslinica (übersetzt „Kleine Olive“), auf der Insel Solta.

Die Marina liegt neben dem Schloss Martinis Marchi, heute ein Luxushotel.

eln beginnt, begreift es, dass man

le etwas fürs Leben gelernt hat!“

Vertrauen im Alltag in Arme wie

Baumstämme, doch um Segel zu

setzen bedienen wir uns jener

Kraftwandler, die einst Männer

erfanden: Blöcke, Rollen, Winschen

und Taljen folgen willig

der Physik.

Sportlich formuliert: Der (kürzeste)

Weg ist nicht das Ziel, sondern

die Kraft, die man spart.

Das Spiel mit den Leinen funktioniert

bei cleverer Taktik auch

mit bescheidener Frauen power.

Organisator Mike

Hecker in Aktion.

FRAUEN MIT FEUER

So gesehen lässt sich „Teamwork“

auch nach Sir Isaac Newton,

dem „Vater der Mechanik“,

definieren als die Einwirkung

aller Kräfte auf einen Körper,

die zu einer Änderung seines

Bewegungszustandes führen,

sich addieren und eine resultierende

Kraft ergeben. Fangen wir

den Wind mit vereinten Kräften

ein und wandeln ihn in Speed

um, gewinnen wir die Wettfahrt.

Sensible Handfertigkeit, Geschick

ohne rohe Kraft und

das innere Feuer zeichnen das

„Frauenschiff “ des 15. Gebirgssegler

Cups aus. Wir belegen

Platz vier in unserer Klasse und

sind überglücklich, als Frauenteam

an dieser wundervollen

Frühlingsregatta durch Kroatiens

Inselwelt teilgenommen

zu haben. Vielleicht stellen wir

2022 schon zwei Schiffe ?!

Showeinlagen („Sailingstars“) zwischen den Wettfahrten sorgen für heitere Stimmung

unter den Crews. Geboten wurden musikalische, tänzerische und sportliche Beiträge.

Frauen auf See

Frauen, die in der Segelwelt Großes geleistet haben.

Ellen MacArthur. Die Vendée Globe, das Non-Stopp-Einhand-Rennen

um die Welt, hätte die junge, außergewöhnliche Seglerin fast gewinnen

können, wenn nicht im Atlantik ihre Yacht Kingfisher einen knapp unter

der Wasseroberfläche schwimmenden Container gerammt hätte …

Buchtipp: Ellen MacArthur, Ich wollte das Unmögliche. Wie ich allein die

Welt umsegelte, ISBN 978-3-89029-222-9.

Isabelle Autissier. Sie ist Frankreichs härteste Sportlerin, 1991 gelang

ihr im Rahmen der 7. BOC Challenge einhand eine Weltumrundung. Die

Solo-Weltumseglerin gilt als Bruchpilotin. Wenn sie bei einer Regatta an

den Start geht, liegt sie meist sehr schnell an der Spitze und segelt den

männlichen Konkurrenten davon. Doch häufig ist Isabelle zu forsch – und

dann kracht es …

Naomi James. „Ich wollte an die Grenzen meiner Leistungsfähigkeit gelangen“,

sagte die Neuseeländerin und segelte 1979 einmal um die Welt.

In 272 Tagen legte sie 30.000 Seemeilen zurück. Die britische Königin

ernannte sie zum „Dame Commander of the British Empire“.

Buchtipp: Naomi James, Ich und der Ozean, ISBN 978-3-499-14963-4.

Laura Dekker hat sich nach mehr als 500 Tagen auf See ihren Traum

erfüllt. Die 16-jährige Holländerin ist der jüngste Mensch, der allein um

die Welt gesegelt ist.

Grace O’Malley war eine irische Piratin. Um ihr Leben und ihre Taten

als militärische Gegenspielerin zum British Empire gegenüber Irland zur

Zeit der englischen Königin Elizabeth I. ranken sich viele Legenden und

Erzählungen.

Buchtipp: Franjo Terhart, Ich, Grace O’Malley. Die abenteuerliche

Geschichte einer irischen Piratin, ISBN 978-3-940075-34-5.

Juliane Hempel ist die einzige selbstständige Yachtkonstrukteurin

Deutschlands. Die Vollblutseglerin zeichnet „alles, was schnell sein soll“.

è www.hempel-design.com

Im Whitbread Round the World Race 1989–1990 startet erstmals ein reines

Frauenteam. Tracy Edwards hatte mit ihrer Maiden, einer 25-Fuß-Slup,

eine kleinere Yacht als die männlichen Mitbewerber. Die amerikanischen

Girls haben 138 Tage gebraucht und belegten Platz zwölf.

Buchtipp: Dawn Riley, „Mit Power um die Welt: Die Frauencrew im

Whitbread-Rennen“, ISBN 978-3-76880957-3.

4/2022 47


Yacht Club Austria

Seit wann bist du Mitglied im Club?

Oh, das ist lange her, das war zu

einer Zeit, in der es ziemlich drunter

und drüber gegangen ist. Im

Segler-Freundeskreis wurde heftig

diskutiert, der Ruf des YCA war

etwas angeschlagen. Da hat mich

der Ehrgeiz gepackt, ich wollte

anpacken, um den Kahn wieder

flottzukriegen und ihn aus der

Legerwallsituation freizusegeln.

2005 hat mich Klaus Czap,

damals Crew-Commander in

Oberösterreich, mit dem Projekt

„Zukunftswerkstatt YCA OÖ“

beauftragt. Mit ein paar Gleichgesinnten

haben wir den Grundstein

für den Erfolgsweg des YCA

gelegt. Ein paar Ideen von damals

gehören heute zum Kern des YCA,

z. B. die Aus- und Weiterbildung,

die Club yachten, die Clubtörns –

um nur einige zu nennen.

2008 wurde ich in den Vorstand

gewählt, zuerst als Assistent, dann

als Schatzmeister, dann war ich bis

2013 Generalsekretär, um dann

2016 die Agenden des Ausbildungsleiters

zu übernehmen. Von

2010 bis 2014 war ich auch Commander

der Crew Oberösterreich.

Wie bist du zum Segeln gekommen?

Übers Bergsteigen, ich bin in Windischgarsten

geboren und aufgewachsen,

also mitten in den Bergen!

Dabei habe ich viele Parallelen bemerkt:

Die Beachtung von Wetter,

Gebiet, Schwierigkeitsgraden bis

hin zu Ausrüstung und Knoten

lässt sich fast 1:1 aufs Segeln übertragen.

Die Abwägung von objektiven

Gefahrensituationen mit den

subjektiven Gegebenheiten ist auch

beim Segeln eine permanente Herausforderung.

Ich segle nun seit über 35 Jahren,

anfangs in der Adria, später dann

habe ich über den Tellerrand geschaut

und bemerkt, dass es im

Norden auch tolle Segelreviere gibt.

Meine Grundausbildung habe ich

bei Klaus Czap gemacht, weitere

Ausbildungen habe ich mir in

2022 ist ein ganz besonderes Jahr für den Yacht Club

Austria. Zum einen wurde im Mai das 50-jährige Bestehen

des größten österreichischen Yachtvereins auf der Donau

in Linz gefeiert. Zum anderen hat mit Gottfried Rieser

ein neuer Commodore das Ruder im Club übernommen.

Wir waren mit an Bord der DFS Schönbrunn und haben

ihn zum Interview gebeten.

Text TAHSIN ÖZEN | Fotos UDO REICHMANN

Mast- und

Schotbruc

Cuxhaven, in der Deutschen Bucht

und in England organisiert.

Mittlerweile bin ich 66 und habe

so um die 20.000 Seemeilen auf

dem Buckel – diese Erfahrung

kann ich als Prüfer für die Befähigungsausweise

FB2 bis FB4 gut

weitergeben.

Was assoziierst du ganz persönlich mit

dem Yacht Club Austria?

Der YCA bietet nautisch interessierten

Menschen eine Plattform,

sich zu treffen, sich zu vernetzen,

sich zu entwickeln. Ich kenne kei-

nen anderen Segelclub, wo dies in

so einem Umfang möglich ist. Wir

sind auf den Meeren präsent, wir

sind auf den Binnenseen erfolgreich,

wir haben eine Clubyacht auf

der Donau, wir bieten Ausbildungen

an und unsere Weiterbildungen

sind einzigartig in Österreich.

Das alles hat sich bei unserer

50-Jahre-Feier auf der DFS Schönbrunn

gezeigt: Wir haben Fachvorträge

gehört, Menschen haben sich

getroffen und wir haben gefeiert.

Dieser Nachmittag war komprimiert

unser Yacht Club Austria.

48 4/2022


Christian Schifter

war 14 Jahre lang

Commodore des

Yacht Club Austria.

h!

In guten Händen

Christian Schifter leitete als Commodore von 2008 bis

April 2022 mit großartigen Erfolgen den Yacht Club

Austria, Mitglied ist er seit 1992, „damals hatten wir

unser erstes Schiff gekauft“, erinnert sich der passionierte

Segler, der auch viele Jahre als Geschäftsführer

die Geschicke von Pan taenius Österreich in Händen hielt.

„Wenn die Energie nachlässt, es grad gut läuft und gute

Leute da sind, ist es an der Zeit, in die zweite Reihe zu

wechseln. Vom Nur-Commodore-Sein und Nichtstun

halte ich nichts, die Verantwortung dafür nehme ich

zu ernst. So gar nichts tue ich ja auch nicht, bin noch

Vize-Crew-Commander in Wien und Schatzmeister in

der Crew Segelsport“, so der kürzlich auch zum Ehren-

Commodore ernannte Skipper. Und sein Nachfolger?

„Gottfried Rieser kenne ich seit 2008, er ist ein außergewöhnlich

engagierter Kollege mit vielen guten Ideen und

einer Menge Know-how – außerdem kann er sehr gut mit

Menschen umgehen und ist hervorragend vernetzt. Als

Ehrencommodore wünsche ich mir, dass sich die kreativen

Köpfe wie er hervortun und mit viel Liebe zu den

Mitgliedern und der nötigen „Strenge“ den YCA als größtes

Ausbildungszentrum Österreichs weiter ausbauen.“

Deine Pläne als neuer Commodore?

Meine Anliegen sind vor allem:

A) Gemeinschaft fördern – wir

sind ja alle Crewmitglieder auf

dem Schiff YCA. B) Verantwortung

übernehmen – mein Leitmotiv für

die kommenden Projekte und Aufgaben

lautet nach wie vor „Qualität

vor Quantität“! C) Vertrauen gewinnen

– ich möchte ein offenes

Miteinander im YCA fördern, darauf

freue ich mich besonders.

Unser Yacht Club hat ja mehr

als 2.500 Mitglieder, aufgeteilt auf

alle Bundesländer in Österreich,

wir haben eine Bilanzsumme eines

mittelständischen Betriebes – da

hängt schon viel dran.


Auf dem Festschiff DFS Schönbrunn … gab es spannende Vorträge, … gute Unterhaltung bei kühlen Getränken … und internationales Publikum.

4/2022 49


Pantaenius Alpe Adria Sailing Week

Punat, Alpe Adria

Sailing Week 2022

Race-Modus

Maximaler Speed nach Luv und Lee, taktisch perfekte Teamarbeit, optimaler Segel- und

Gewichtstrimm, rasante Manöver und Segelwechsel bestimmen den Platz an der Ziellinie.

Text und Fotos ANDREA SIKORSKI

50 4/2022


Die offene Klasse (Alpe

Adria Cup) mit ihren

eleganten Schiffen und

erfahrenen Regattacrews

trifft auf ebenbürtige Gegner. Otto

Sattmann ist mit seiner Desperado

schnell von Anfang an. Die Trinity+

ist crewtechnisch und elektronisch

im perfekten Race-Modus und holt

sich den Gesamtsieg mit Skipper

Peter Schicho, gefolgt von Joker

unter Gernot Wieser. Julian Kircher

als Profisegler belegt mit seiner

Aqua Nomis Platz 3.

RUSH HOUR

In der Einheitsklasse mit Gennaker

(32. Austria Cup) treffen Crews

mit teils viel Regattaerfahrung auf

Regattaeinsteiger und auf das blutjunge

Team unter Jakob Rupitz.

Den Sieg holt sich die Crew aus

Ober österreich unter Uwe Frosch.

Es wird auf der Elan 4 gesegelt,

alle sind vom Vercharterter gleich

„Race- präpariert“ und somit haben

alle gleiche Bedingungen.

Die 15. Kärnten Cruising Trophy

holt sich ebenfalls die Trinity+.

Ich segle als Berichterstatterin

in der Einheitsklasse, bin Teil einer

Männercrew und habe die Position

„Pitwoman“. Skipper Helmut Ratzer

ist ein erfahrener Regattasegler, die

drei Jungs, Max, Alex und Robert,

sind Newcomer, voll Euphorie und

Muskelkraft.

Regattasegeln in der Einheitsklasse

ist die ideale Möglichkeit,

persönliche Segelkenntnisse zu

verbessern. Welcome on Board!

An der Startlinie wird es eng.

10 Yachten der Einheitsklasse

gehen auf „Tuchfühlung“, kurven

hektisch um sie herum. Über Funk

zählt der Wettfahrtleiter den Countdown

herunter. Das Startsignal

ertönt. „Schoten dicht“, „Rauf auf

die Luvkante“, „Feintrimm an der

Genuaschot“, die Kommandos

überschlagen sich.

„Wende in 1-2-3!“ Blitzschnell

liegen wir auf dem anderen Bug.

Wir sind Crewtechnisch unterbesetzt.

Es fehlen einige Hände,

Navigationsfahrt Punat–

Kormati–Galun–Punat.

Helmut Ratzer, Kärntner Skipper in der Einheitsklasse.

um alle Positionen zu besetzen.

Die schweren Jungs übernehmen

den Gewichtstrimm auf der Luvoder

Leekante. Ich bleibe mit meinen

53 Kilo im Cockpit, trimme

die Genua und versuche, laut meinem

journalistischen Auftrag, die

Pantaenius Alpe Adria Sailing Week – die Bewerbe

Wettfahrtsleiter Otmar Petschnig.

vorbeirauschenden Motive fotografisch

einzufangen.

Vor der Luv-Boje ist „Rush

Hour“. Ich packe die Kamera weg.

Wir wenden in einer Lücke. Alex

ist schon am Vordeck. Er reißt

die Luke am Vorschiff auf. In der

15. Alpe Adria Cup. Fahrtenyachten nach ORC. Sechs

Crews treten gegeneinander an. Ihre eleganten Schiffe

sind auf Race-Modus getrimmt. Otto Sattmann, mit Desperado,

Grand Soleil 46.3, Josef Höller mit Aislinn,

Bavaria 39C, Daniel Kirchmeier mit Lady X, X35, Peter

Schicho mit Trinity+, Solaris 44, Julian Kircher mit

Aqua Nomis, XP 44, Gernot Wieser mit Joker, J-109.

32. Austria Cup. 10 Skipper mit ihren Crews matchen

sich in der Einheitsklasse Elan E4 mit Gennaker um den

begehrtesten Wanderpokal, gestiftet von Moni Eisl:

Karl Florian, Klaus Korosch, Clemens Riccabona, Alex

Dobrowolny, Helmut Ratzer, Jakob Rupitz (YCA Jugend),

Gerhard Hutsteiner, Uwe Frosch, Harald Pasterk, Herbert

Knunbauer.

Konstruktionsmerkmale der Elan E4: Länge 10,6 Meter,

Doppelruder, breiter Heckspiegel, Knickspantrumpf, einziehbarer

Kohlefaser-Bugspriet, ein verstellbares geteiltes

Achterstag.

15. Kärnten Cruising Trophy. Die Kärntner Kapitäne

Otto Sattmann, Klaus Korosch, Jakob Rupitz, Gernot

Wieser, Helmut Ratzer, Harald Pasterk, Peter Schicho,

Julian Kircher und Daniel Kirchmeier kämpfen um den

prächtigen Wanderpokal, der vom verstorbenen Helmut

Rauchenwald gestiftet wurde. Voraussetzung ist, dass

der Skipper und mindestens 50 Prozent der Crew in

Kärnten wohnhaft sind.

Wettfahrtleitung. Otmar Petschnig und Nena Marelic’

Iussich (souverän, humorvoll, umsichtig).

Alle Sieger. Die Ergebnislisten der 15. Alpe Adria Sailing

Week (22.–26. Mai 2022) sind online einzusehen unter

è www.aasw.at

4/2022 51


Pantaenius Alpe Adria Sailing Week

„ Die schweren Jungs übernehmen den Gewichtstrimm auf der

Luv- oder Leekante. Ich bleibe mit meinen 53 Kilo im Cockpit.“

Bugkabine liegt der Gennaker für

seinen Auftritt bereit. „Tack in

Position“, schreie ich ihm zu. Der

Skipper fällt ab. Alex und ich hieven

das „Raumschot-Tuch“ mit

vereinten Kräften rauf in den Mast.

Noch hat es die Form einer Schlange

hinter der Genua. Alex stürzt

sich mit der Geschmeidigkeit eines

Äffchens auf die Genua-Reffleine

am Vorschiff.

Das weiße Tuch muss weg, um

den Wind für den Gennaker freizugeben.

Robert im Cockpit vollendet

das Werk, und die große

Blase entfaltet sich.

Max ist jetzt ihr Dirigent. Noch

ist unser schwarzer „Fury“ zahm,

folgt Max’ Zügel artig. Robert hat

bereits das Großsegel gefiert, ich

Unterliek und Großfall entspannt.

In jeder Halse fliegt der Gennaker

brav an der Genua vorbei auf den

anderen Bug, Alex und Max ziehen

dabei aus Leibeskräften an der

Schot.

Es ist kurz Zeit, die Nikon auszupacken

und die offene Klasse mit

ihren bunten Tüchern zu fotografieren.

Wir segeln einen Dreieckskurs,

die nächste Boje im Visier.

Kurswechsel. Wir luven an. Auf

Raumschot-Kurs wird „Fury“ zum

wilden Hengst. Max rinnt beim

Trimmen der Schweiß übers Gesicht.

Er steht an Deck wie einst

Ben Hur im Streitwagen, stemmt

sich gegen die Windkräfte, während

ich ihn beim Dichtholen mit

der Kurbel unterstütze.

Unsere Elan legt sich zur Seite,

das Unterliek des Gennakers küsst

das Wasser, will immer wieder eintauchen.

Doch Max hat den Zügel

fest im Griff. Helmut am Luv-

Steuerrad behält wie der Jäger

am Hochstand das Geschehen im

Blick. Unsere Sky ist in ihrem

An Bord der Einheitsklasse.

Josef Höller mit seiner Aislinn, Bavaria 39C.

52 4/2022


Element, rauscht mit über acht

Knoten, weit über ihrer Rumpfgeschwindigkeit

durchs Wasser.

Die nächste Boje naht. „Fury“

muss schnell unter Deck. Robert

setzt die Genua. Ich gebe das Gennakerfall

frei. Alex stopft das wehende

Tuch in die Luke. „Unterliek,

Großfall dicht. Traveller anpassen,

Großschot dicht, Genua dicht! Wir

sind wieder auf der Kreuz. Zeit für

die nächste Fotosession …

HEITER BIS FORDERND

Resümee: Rund 22 Leinen sind

bei jeder Wettfahrt ständig zu

bedienen. Das ergibt bei 4 Crewmitgliedern

(ohne Steuermann)

5,4 Leinen pro Kopf!

Wir fahren 8 Wettfahrten in

4 Tagen, eine davon ist ein Navigationskurs

von 14,5 Seemeilen:

Punat–Insel Kormati–Insel

Galun–Punat.

Die tiefstehende Sonne taucht

die Felsen in goldenes Licht. Der

Wind ist stetig, Fahrtensegler-

Feeling kommt auf. An der Küste

spielt der Wind mit uns Verstecken.

Der Verklicker dreht sich wie ein

Karussell. Die Segel schlagen. Der

Gennaker fällt immer wieder zusammen.

Wir dümpeln vor uns hin. Der

Bug hüpft in der Kreuzsee. Das

Regattafeld ist weit verstreut. Am

Kurs dicht unter Land erwischt

man die eine oder andere Bö. Ab

dem Kap setzt der Abendwind ein,

schiebt uns von hinten mit stetigem

Atem über die Ziellinie …

„A mind that is stretched by new

experiences can never go back to

its old dimensions.“


15. Alpe Adria Sailing Week: 22.–26. 5. 2022

Austragungsort: Marina Punat. Zehn Jahre bevor der Yacht Club

Austria gegründet wurde, erfolgte der Startschuss für organisierte

Unterbringung in- und ausländischer Yachten in der Marina Punat auf

der Insel Krk. Der Amerikaner William Robert Nesher mit Wohnsitz

in Deutschland ließ 1964 für die Mitglieder des Adria Motorboot Club

Mannheim, die ihren Urlaub am Meer verbringen wollten, drei Boote

in der Werft Punat bauen. Bis heute ist die Zahl auf 1.300 Wasserund

Landliegeplätze gestiegen. Heute bietet die mehrfach ausgezeichnete

Firmengruppe Marina Punat jeden Komfort, den sich Yachtbesitzer

wünschen. Die Werft Punat feiert ihr 100-jähriges Bestehen –

mehr darüber auf den folgenden Seiten. Schon viele Jahre ist der

Yacht Club Punat gemeinsam mit der Crew Kärnten Veranstalter der

professionell organisierten Alpe Adria Sailing Week. Ganz im Sinne

von Fritz Abl leitet heuer Daniel Kirchmeier, der neue Crew-Commander

in Kärnten, die traditionsreiche Regatta.

Regatta unter Freunden. Während der Wettfahrttage ist das

Regattazelt in der Marina zentraler Treffpunkt. Am reichhaltigen Frühstücks-

und Abendbuffet werden Kalorien „gebunkert“, es wird fachgesimpelt,

genetzwerkt, Fotos werden präsentiert und die Führenden

in den einzelnen Bewerbe geehrt. Unter dem Motto „Regatta unter

Freunden“ wetteifern ambitionierte Segler auf dem Wasser und erweitern

ihre segelsportlichen Erfahrungen. 16 Schiffe matchen sich in

8 Wett fahrten, einer Mischung aus Up/Down, Dreieck und Navigation.

Die Einheitsklasse Elan E4 mit Gennaker segelt um den Austria Cup.

Die Siegerehrung der einzelnen Klassen während des finalen Galadinners

braucht ihre Zeit, werden doch jeder Crew Medaillen umgehängt,

drei Wanderpokale, Pokale für die ersten drei der Gesamtwertung

und das Blaue Band für das schnellste Fahrtenschiff überreicht.

Siegerehrung: Überreichung der prächtigen Wanderpokale .

Abendbuffet im Regattazelt.

Daniel Kirchmeier mit Lady X, X35.

Otto Sattmann mit Desperado, Grand Soleil 46.

Einheitsklasse Elan E4 mit Gennaker.

4/2022 53


Bootsbau

Die Schiffswerft Punat feiert 100 Jahre Erfolgsgeschichte. Sonstwo würde ein

vergleichbares Jubiläum vielleicht unbemerkt verstreichen, aber in Punat ist

dieser Jahrestag mit dem Wohlstand der gesamten Inselgemeinde verbunden.

Denn dank der Bootswerft Punat und später der Marina Punat ist dieser Ort

auf der Insel Krk vom Schicksal zahlreicher Inseldörfer verschont geblieben

und konnte sich zu einem modernen Wassersportzentrum entwickeln.

We are Family

NIKOLA ZORIC ’

erhielt 1922 die Genehmigung,

das Handwerk

des Bootsbauers in

Punat auszuüben.

Die Anfänge waren ziemlich

bescheiden. Anfang des

20. Jahrhunderts spielte

der Bootsbau auf der Insel

Krk eine untergeordnete Rolle. Wer

ein Boot brauchte, bestellte es in

den unweit gelegenen Werften von

Rijeka und Mali Lošinj.

1907 gab es in Punat gerade einmal

zwei Bootsrampen für Reparaturen

an kleineren Booten. Auf

einer dieser Stellflächen baute der

junge Bootsbauer Nikola Zorić

1920 ein kleines Boot für einen

privaten Auftraggeber. Ermutigt

durch den Erfolg seiner Arbeit,

erwirkte er am 22. Juni 1922 eine

Genehmigung, die ihm erlaubte,

das Handwerk eines Bootsbauers

auszuüben, d. h. neue Boote und

kleine Lastkähne mit einer Maximallänge

von 8 m und einer maximalen

Tragfähigkeit von 5 t zu

bauen. Damit war der Grundstein

Lastschiff Primorje (1940).

sowohl für die künftige Werft als

auch für etliche Betriebe und Unternehmensbereiche

gelegt, die heute

zur Marina Punat Gruppe gehören.

Von den rund 60 Werften, die

sich damals an der östlichen Adria

befanden, lagen zwei größere in den

Krker Orten Baška und Klimno. Da

man Anfang des 20. Jahrhunderts

ausschließlich Boote aus Holz baute,

waren auch die Berufe mit dem

Holzbootsbau verbunden. Der

Bootsbauer, auf seine Weise Ar chitekt

und Bauingenieur in einer

Person, kümmerte sich um die

Planzeichnungen und die Konstruktionsweise

der Boote und trug die

Verantwortung für den gesamten

Bauprozess, vom Bug bis zum Heck.

Zimmermänner schnitten Holz

für das Skelett des Bootes und Planken

für die Verkleidung. Schmiede

fertigten Eisennägel, die für die

Befestigung und Verbindung der

Holzbohlen benötigt wurden. Kalfaterer

dichteten die Nahtstellen

54 4/2022


Die ersten gebauten Freizeitboote (1964); der erste Holzsteg der Marina (1968); KK 166, eines der ersten großen Schiffe (1968); der Rumpf der Yacht Jadranka

für Tito wurde ebenfalls in Punat gefertigt (1976).

zwischen den Holzplanken mit

Hanffasern und Dichtstoffen ab.

Segeltuchmacher nähten und reparierten

die Segel.

Zwischen den beiden Weltkriegen

wurden erstmals Dieselmotoren

eingebaut und die Stahlbauweise

gewann an Bedeutung – ab Mitte

der 1960er-Jahre auch die Verwendung

von glasfaserverstärktem

Kunststoff. Die Zahl elektrischer

Geräte nahm zu, Ende des 20. Jahrhunderts

auch die von elektronischen

Bauteilen, sodass die heutigen

Berufe rund um den Bootsbau ein

ganz anderes Profil haben als früher.

Mechaniker, Maschinentechniker,

Maschinenschlosser, Schweißer,

Elektriker, Anstreicher, Verfahrensmechaniker

und Elektronikspezialisten

sind die gefragten Berufe im

modernen Bootsbau. Von den traditionellen

ist nur noch der des Segelmachers

so populär wie früher.

Als die Werft nach dem Zweiten

Weltkrieg vom sozialistischen Staat

Jugoslawien konfisziert wurde, wanderte

Nikola Zorić, Gründer und

Eigentümer der Firma, nach Italien

aus. In den folgenden 45 Jahren lag

die Unternehmensführung in den

Händen von Arbeiterräten und anderen

Verwaltungsorganen. Anfang

der 1990er-Jahre wurden die Firmenanteile

im Rahmen eines Privatisierungsprozesses

an die Mitarbeiter

verkauft, die bis heute als

Mehrheitseigentümer der Werft ein

Mitwirkungsrecht haben.

Die Bootswerft Punat beschäftigt

in erster Linie Bewohner der Insel

Krk. Ebenso wie der Firmengründer

Nikola Zorić, der seinen ersten

Lehrlingen das nötige Know-how

für den Bootsbau beibrachte, fungiert

auch die heutige Punater Werft

als Ausbildungsbetrieb. Dazu gehören

vor allem Schulungen in zeitgemäßen,

für den Bootsbau benötigten

Berufen.

RUHM, RUIN, RENAISSANCE

Die ersten in Punat gebauten Boote

waren kleinere Holzboote und Fischerboote.

Schon bald wurde die

Bootsbauanlage jedoch erweitert

und es entstand eine richtige Werft,

in der immer größere Boote und

auch Schiffe mit Motorantrieb hergestellt

wurden.

So startete man 1940 mit dem Bau

des Lastschiffs Primorje, das mit

einer Länge von 35 m das größte

jemals in Punat gebaute Schiff ist.

Als nach dem Zweiten Weltkrieg

Stahl als Material im Schiffsbau an

Bedeutung gewann, richtete man

in Punat den Fokus verstärkt auf

Überholungsarbeiten sowie auf

den Bau von Fischer- und Freizeitbooten.

Hier sind vor allem die drei mit

Motorantrieb versehenen Holzboote

ABC zu erwähnen – genauer

gesagt Athen, Belgrad und Cairo –,

die 1964 für einen deutschen Auftraggeber

gebaut wurden und

nach dessen Wunsch dauerhaft

an der Adria bleiben sollten. Die

Ausbau der seit 1964 bestehenden Liegeplätze

zur werfteigenen Marina Punat.

„ Die Existenz der Werft

Punat sichert den Lebensunterhalt

von rund 1.300

Beschäftigten.“

Dragutin Žic, Mitglied der Versammlung der Marina Punat

Gruppe, war auch in der Werft langjähriger technischer Direktor.

Erste Regatta (1985) des Segelvereins Punat, der 1951

mit Unterstützung der Werft Punat gegründet wurde.

4/2022 55


Bootsbau

Bootswerft richtete also einen Überwinterungsplatz

für diese Boote ein.

Rasch waren diese in Punat angebotenen

Überwinterungsmöglichkeiten

für Freizeitboote sehr gefragt

und so gilt das Jahr 1964 als Startjahr

für den Bootstourismus und

als Gründungsjahr der Marina

Punat – der ersten Marina an der

ostadriatischen Küste.

Der Bau zweier Luxusyachten, die

1967 vom Stapel liefen, mündete für

die Werft beinahe in einem Desaster.

Denn entgegen den Bauplänen,

die eine Länge von 26,9 m vorsahen,

betrug die tatsächliche Länge nach

dem Bau 28,1 m, und auch die Ausstattung

war am Ende erheblich

aufwendiger als vorgesehen: mehr

Motoren, Klimaanlage, Mahagoni

statt Eiche usw. Die Kostensteigerung

hätte die Werft beinahe in den

Bankrott geführt, aber die Arbeiter

verzichteten auf einen Teil ihres

Lohnes, leisteten zusätzliche Arbeiten

und schafften es auf diese Weise,

die Krisenzeit zu überbrücken und

den Fortbestand ihres Unternehmens

zu sichern. Für die hochwertige

bauliche Qualität dieser Yachten

spricht die Tatsache, dass beide bis

heute uneingeschränkt fahrtüchtig

sind und unter den Namen Montego

und Gentleman Jack auf See fahren.

Zu den erwähnenswerten in

Punat gebauten Schiffen gehört

s icherlich auch die 34,4 m lange

Luxusyacht Jadranka, deren Rumpf

in der Punater Werft entstand. Ihr

Eigner war der damals wohl weltweit

bekannteste Lebemann, der

jugoslawische Präsident Josip Broz

Tito. Die endgültige Fertigstellung

und die Ausstattungsarbeiten der

Yacht wurden von der Werft Kraljevica

ausgeführt.

Zu den bedeutendsten Unternehmungen

gehört aber sicher die

Vertiefung des Eingangskanals der

Bucht Puntarska Draga. Nachdem

der erste, 1913 unternommene Versuch

gescheitert war, machte man

sich erst 2010 erneut an diese Aufgabe.

Mithilfe des Baggerschiffs

Medusa, das in der Werft für diesen

Einsatz funktionsgerecht adaptiert

worden war, gelang eine probeweise

Vertiefung bei Buka, bereits dieser

kleine Eingriff sorgte für einen erhöhten

Zufluss von Meereswasser,

verbesserte also den Wasseraustausch

zwischen Bucht und Meer.

„ Jede Familie hier ist in

irgendeiner Weise mit der

Werft oder der Marina

verbunden.“

Damir Žic, Kapitän der Marina Punat.

Arbeitsschiff zur Instandhaltung und Erweiterung der Stege.

SPORTLICH, JUNG, MODERN

1985 fand in Punat erstmals eine

Regatta statt, der Segelverein war

bereits 1951 gegründet worden.

Die Werft fungierte von Anfang

an als Förderer, viele Kinder der

Werftfachkräfte sind aktive Vereinsmitglieder.

Als vor rund zehn Jahren ein

Großteil der Beschäftigten gleichzeitig

in Pension ging, übernahm

eine neue Generation das Ruder.

Dieser Wechsel auf Management-

Ebene ging mit einer Umorganisation

der betrieblichen Einheiten zu

einer zeitgemäßen Unternehmensgruppe

einher.

Derzeit liegt der Altersdurchschnitt

der Beschäftigten bei

ca. 45 Jahren. Sie verfügen über

das erforderliche Know-how zur

Instandsetzung moderner Boote,

beherrschen aber auch traditionelle

Fertigkeiten wie z. B. das Flechten

von Leinen.


Der bestehende Travel-

Lift (100 t) bekommt

demnächst einen

großen Bruder (500 t).

Familienfoto: Das Kernteam der Marina Punat Gruppe.

Schiffswerft Punat

Heute machen Instandsetzungen sowie Umbauten und Nachrüstungsarbeiten an Schiffen

bis 50 m Länge und 600 t Verdrängung den Großteil der Werftarbeiten aus. Fähren und

Schiffe der staatlichen Personenschifffahrts-Gesellschaft Jadrolinija und der Reederei

Rapska Plovidba, Patrouillenboote des Innenministeriums und Touristenschiffe lokaler

Unternehmen sind in der Werft ebenso zu sehen wie Freizeitboote aus der Marina Punat.

è www.marina-punat.hr

56 4/2022


Wissen und Meer

Segel setzen, aber wie?

Ist eh logisch, oder? Warum braucht es da eine Kolumne? Warum lang und breit über

Selbstverständlichkeiten reden? Und wieder steht eine kleine Begebenheit aus meiner

Erfahrungskiste am Beginn dieses Beitrages:

Wir machen uns in der

Marina bereit für das

Kommando „Leinen los“.

Wir freuen uns auf einen schönen

Segeltag, das Ziel ist fixiert, das

Schiff und die Crew sind klar. Der

Wind steht frisch mit guten 25 Knoten

in den Hafen herein, aber was

soll’s, wir sind ja gut drauf und unser

Skipper hat uns voll motiviert.

Das Ablege-Manöver ist gut gelungen

und wir fahren unter Maschine

beim Torfeuer vorbei in die

offene See. Und ab da geht’s richtig

los: Aus den 25 Knoten im Hafen

sind jetzt auf einmal 28 bis 30 Knoten

geworden, die See baut sich auf,

unser Boot macht Bocksprünge,

die Drehzahl des Motors muss

drastisch erhöht werden, damit wir

die Fahrt im Schiff halten können.

Es wird laut an Bord, der Skipper

schreit gegen den Wind „Klar zum

Großsegel setzen!“. Unser Steuermann

dreht das Boot in den Wind,

ein Crew-Mitglied turnt vor zum

Mast, um das Fall zu bedienen. Das

Wasser kommt schubweise über

Deck, wir im Cockpit bekommen

eine Dusche nach der anderen ab.

Das Boot ist schwer im Wind zu

halten, die Wellenberge drehen das

Boot immer wieder aus dem Wind.

Die Großschot muss jetzt gefiert

werden, damit wir das Segel hoch

bekommen. Jetzt schägt der Großbaum

wie wild hin und her, und ab

nun wird es richtig gefährlich. Das

Boot schlägt immer wieder quer,

aber Stück für Stück bringen wir

das Großsegel in das dritte Reff.

Endlich geschafft, der Rudergänger

fällt ab, es kommt etwas Ruhe ins

Boot, die Maschine wird abgestellt,

weil wir trotz des kleinen Großsegels

doch große Krängung haben.

Jetzt lässt der Skipper die Genua

FOTO: PHUKETIAN.S/SHUTTERSTOCK.COM

mit dem dritten Reff setzen und

wir haben es geschafft. Jetzt wissen

wir, warum Segeln auch als Sportart

definiert wird …

ES GEHT AUCH ANDERS

Im Cockpit diskutieren wir das

Manöver und überlegen, ob es

nicht andere Möglichkeiten gegeben

hätte, und tatsächlich: Wir

kommen auf eine andere Variante,

die ich seither praktiziere und die

wesentlich komfortabler funktioniert:

1. Ich beginne nicht mit dem

Großsegel, sondern mit der

Genua oder der Fock. Diese

Segel kann ich bei jeder Windrichtung

setzen, ich muss nicht

in den Wind fahren. Also richte

ich mich danach, wie das Boot

am ruhigsten fährt, die Wellen

müssen nicht direkt angefahren

werden.

2. Die Genua ist auch vom Cockpit

aus zu bedienen, die Reffleine

ist achtern zu belegen,

auch das schafft Sicherheit.

3. Sobald die Genua gesetzt ist,

kommt Stabilität ins Boot, wir

nehmen gute Fahrt auf, auch

wenn das Boot nun etwas leegierig

wird. Diese Ruhe nutzen

wir nun, um das Grosssegel

zu setzen.

4. Dazu müssen wir hart an den

Wind gehen, also so hoch wie

möglich, dass gerade noch gesegelt

werden kann.

5. Nun fieren wir die Großschot,

der Baum geht nach Lee und

wir bringen das Großsegel mit

dem Fall hoch. Haben wir die

gewünschte Segelfläche, dann

nehmen wir die Grossschot

dicht und alles ist gut, wir können

auf Kurs gehen.

VOR- UND NACHTEILE?

Der große Vorteil dieser Variante

besteht darin, dass ich unmittelbar

nach Setzen der Genua Fahrt im

Schiff habe und dadurch die Kontrolle

ohne viel Aufhebens hergestellt

habe.

Der Nachteil bei dem Manöver

kann auftauchen, wenn der Rudergänger

zu hoch an den Wind geht,

denn dann fängt die Genua zu

schlagen an, und das ist nicht

lustig. Also heißt es aufpassen,

dass man keine Ohrfeige mit dem

Schothorn bekommt.

Wie immer gilt: Es gibt kein

Richtig oder Falsch, aber es ist

wert, es einmal auszuprobieren.

GOTTFRIED

TITZL RIESER

ist Commodore des

Yacht Club Austria.

Er ist passionierter

Fahrtensegler und hat

insgesamt so um die

20.000 Seemeilen in

seinen Logbüchern

dokumentiert.

Sein Motto: „Die See ist

der beste Lehrmeister!“

kolumne@ocean7.at

Zuerst die Genua und dann das

Großsegel? Bei rauer See ok.!

4/2022 57


Balanceakt bei

Höchsttempo. Das

Team Neuseeland bei

voller Fahrt auf seinem

Racing-Katamaran beim

America’s Cup 2013.

Hydrofoils –

FOTOS: CHRISTOPHER HALLORAN/SHUTTERSTOCK.COM (2)

schnell, leise,


Schneller als der Wind. Vor San Francisco konkurrieren

die Teams der USA und Neuseelands um den America’s

Cup 2013. Wehe dem Meeresbewohner, der auf diesem

Kurs unterwegs ist.

Dass Hydrofoils Wasserfahrzeugen im wahrsten Sinn des Wortes Flügel verleihen,

ist unbestritten. Sie machen auch keinen zusätzlichen Lärm und haben den positiven

Effekt, dass sie durch verminderten Wasserwiderstand bei motorbetriebenen

Booten Treibstoff sparen. Schnell, energieeffizient und leise sind also durchaus

positive Merkmale dieser spektakulären Technik. Aber tödlich? Für wen und wieso?

Dieser Artikel versucht, darauf Antworten zu geben.

Text REINHARD KIKINGER

tödlich

Bei der TV-Übertragung

des America’s Cup faszinierten

mich die spektakulären

Bilder der

Renn yachten. Die unglaublichen

Geschwindigkeiten waren im Bild

eingeblendet, die Foils schnitten

wie Schwerter durch das Wasser.

Bei der Betrachtung dieser eindrucksvollen

Bilder drängte sich

mir als Biologe die Frage auf, was

denn diese rasend schnellen Foils

für Meerestiere bedeuten, deren

Lebensraum auf diese Weise durchschnitten

wird. Meines Wissens

gibt es dazu bis jetzt keine wissenschaftlich

gesicherten Ergebnisse,

meine Überlegungen sind also rein

theoretischer Natur.

4/2022 59


Buckelwal, Megaptera novaeangliae. Buckelwale sind bevorzugt in Küstengewässern nahe der Oberfläche unterwegs.

Der Name geht auf den Buckel zurück, den diese Wale beim Abtauchen durch die Beugung ihres Rückens machen.

Schwerelos im

Wasser schwebend,

oft in vertikaler

Position, legen Pottwale

oberflächennahe

Rast pausen

zwischen ihren

Tauchgängen ein.

Pottwal, Physeter macrocephalus. Auch diese sehr tief

tauchenden Wale verbringen viel Zeit nahe der Oberfläche.

Die ausgeatmete

Luft der Wale wird

Blas genannt. An

ihrem schräg nach

links vorne gerichteten

Blas sind

Pottwale eindeutig

zu erkennen.

PRIMÄRPRODUKTION UND

KONSUMENTEN

Die lichtdurchflutete Oberflächenschicht

der Ozeane ist jener Bereich,

in dem durch Photosynthese

des pflanzlichen Planktons, des

Phytoplanktons, Biomasse aufgebaut

wird. Dieses Nahrungsangebot

des Epipelagials wird von der

sehr diversen Gemeinschaft tierischer

Konsumenten innerhalb der

Nahrungsnetze genützt.

An der Basis der Konsumenten

steht das filtrierende Zooplankton,

das seinerseits von winzigen

Fischen bis hin zu Bartenwalen

verspeist wird. Phyto- und Zooplankton

werden durch die Foils

kaum beeinträchtigt sein. Nur sehr

zarte Formen werden durch Druckunterschiede

und Verwirbelungen

zerstört werden. Größeren Meerestieren

können die Foils aber durchaus

gefährlich werden.

GRÜNDE FÜR OBERFLÄCHEN-

NAHEN AUFENTHALT

Neben der Nahrungssuche kommen

Meeressäuger und Meeresschildkröten

vor allem zum Atmen,

Aufwärmen, Ruhen und zur Reproduktion

regelmäßig an die Oberfläche.

Der Aufenthalt dort ist für

diese Tiere kein Hobby wie für uns

der Wassersport, sondern lebensnotwendiger

Zwang.

Die Dauer dieser Oberflächenaufenthalte

variiert stark. Eigene

Beobachtungen haben mir gezeigt,

dass durch Motorenlärm oder

Auch dem größten Raubtier unseres Planeten wird die

Verschmutzung der Meere zunehmend zum Verhängnis.

Im Magen toter Pottwale finden sich immer wieder große

Mengen an Plastikmüll.

durch Taucher gestresste Meeresschildkröten

ihren Aufstieg zum

Luftholen so lange wie möglich hinauszögern,

dann rasch aufsteigen,

kurz Luft holen, und schnell wieder

abtauchen. Droht dagegen keine

Gefahr, dann erfolgt dieser gesamte

60 4/2022


FOTOS: SCOTTISH MARINE ANIMAL STRANDING SCHEME (SMASS) (1), SHUTTERSTOCK.COM – STEPHAN ARTEMYEV (1), WILLYAM BRADBERRY (1), WILDESTANIMAL (1) VINCENT POMMEYROL (1), ZAFERKIZILKAYA (1)

Ablauf entspannter, an der Oberfläche

wird mehrfach Luft geholt.

Wenn keine Störungen vorhanden

sind, dann treiben diese großen

Schildkröten minutenlang

bewegungslos an der Oberfläche,

um die Sonneneinstrahlung zu

genießen und sich aufzuwärmen.

OFFSHORE

Wale zählen zu den potenziellen

Opfern von Kollisionen mit Schiffen.

Auf großen Tankern, Container-

und Kreuzfahrtschiffen werden

solche Zusammenstöße kaum

zu merken sein, für die Wale kann

es jedoch letal enden. Ein Beispiel

dafür ist in

4/2011, in

„Schneewittchen – die Geschichte

eines Pottwals“ beschrieben, wo

ein Pottwal-Skelett, dessen Schädel

angebrochen war, als Ausstellungsobjekt

präpariert wurde.

Der Lärm von Motorbooten mag

als Alarmsignal dienen und oft

zum rechtzeitigen Abtauchen führen,

die lautlosen und sehr schnellen

Hydrofoils schlagen aber völlig

Mittelmeer-Mönchsrobbe, Monachus monachus. Im Mittelmeer sind

das Ägäische und das Ionische Meer das Kerngebiet ihrer Verbreitung.

Überfischung, Küstenverbauungen und touristische Aktivitäten gefährden

den Bestand dieser geschützten und scheuen Robbenart.

„ Der Aufenthalt an der Oberfläche ist für

Meerestiere kein Hobby wie für uns der

Wassersport, sondern lebensnotwendig.“

überraschend zu. Dazu kommt,

dass Wale nahe der Oberfläche

auch lange Ruhepausen einlegen

und nicht unbedingt fluchtbereit

sind. Von Pottwalen ist bekannt,

dass sie über sieben Prozent ihres

Tages in vertikaler Position driftend

verbringen, oft direkt unter

der Oberfläche und so mehrmals

pro Tag 10–15-minütige Schlafpausen

einlegen.

Geruht wird auf diese Weise oft

in Gruppen von mehreren Tieren.

Der hypothetische Fall, dass eine

foilende Rennyacht in solch eine

Gruppe kracht, hätte für beide

Seiten fatale Folgen.

KÜSTENGEWÄSSER

Sie sind Brutrevier, Kinderstube

und Lebensraum für viele Meerestiere.

Dazu zählen auch Meeressäuger

wie Robben und Kleinwale

sowie Meeresschildkröten. Sie alle

müssen zum Luftholen an die

Oberfläche und können durch

Bootsverkehr und Wassersport

massiv gestört werden. Foilende

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Mondfisch, Mola mola. Er ist einer der schwersten Knochenfische

und kann ein Gewicht von über zwei Tonnen erreichen. Begegnungen

mit Tauchern sind selten, da er bevorzugt die Hochsee bewohnt.

Nomen est omen. Mola bedeutet lateinisch „Mühlstein“, der wissenschaftliche Name des Mondfisches

bezieht sich auf seine sonderbare Körperform. Diese Fische treiben gerne in Seitenlage

an der Oberfläche. Das mag als Sonnenbad dem Aufwärmen nach Tauchgängen dienen oder eine

Einladung an Putzerfische und Seevögel sein, sich dem Verzehr von Ektoparasiten zu widmen.

Sportgeräte bringen durch ihr Tempo

einen zusätzlichen Risikofaktor

ins Spiel. An diese lautlos heranrasenden

Unterwasser Guillotinen

hat die Evolution keine Verhaltensanpassungen

entwickelt.

Ähnlich wie Glasflächen und

Windräder für Vögel, künstliche

Lichtquellen für Nachtinsekten und

irreführende Beleuchtungen für

nächtliche Migrationen, kamen

Hydrofoils in der Evolution bis jetzt

nicht vor. Das Problem: Viele Küstenabschnitte

sind ideal für touristische

Entwicklung mit all ihren

Wassersportnutzungen, aber auch

angestammte und wichtige Brutund

Niststrände für Meeresvögel

und Meeresschildkröten.

Hier einen vertretbaren Ausgleich

zwischen ökonomischen

Interessen und ökologischen

Notwendigkeiten zu finden ist

bekannterweise schwierig.

CITIUS, ALTIUS, FORTIUS

Der Wahlspruch „Schneller, höher,

weiter“ hat im Spitzensport seine

Berechtigung und entspricht wohl

auch dem menschlichen Naturell.

Im Alltag und in unserer Freizeitgestaltung

ist jedoch zu hinterfragen,

ob nicht neue Qualitäten wie

Umweltverträglichkeit und Artenschutz

wichtiger sein werden.

Hydrofoils zur Steigerung der

Geschwindigkeit von Wasserfahrzeugen

aller Art werden für sich

allein nicht zum Aussterben mariner

Arten führen.

Aber sie sind ein weiterer Teil der

kumulativen Wirkung von Lärmund

Lichtverschmutzung, von

Plastikmüll, Erwärmung, Überfischung,

Gifteintrag, Überdüngung,

Sauerstoffdefiziten, Küstenverbauungen

und anderen Stressoren, die

marine Ökosysteme und deren

Lebensgemeinschaften bedrohen.

Foilendes Surfboard. Rasante und natürlich auch laute Freizeitaktivitäten in

Küstengewässern stören die Meeresbewohner dieser Regionen, zum Beispiel

Meeresschildkröten. Sie sind als Reptilien zum regelmäßigen Luftholen an der

Oberfläche gezwungen, auch zur Eiablage müssen die Weibchen an Land gehen.

Wie bei allen Hypes um neue

Entwicklungen und Trends wäre

es wichtig, auch für Hydrofoils

eine ganzheitliche Folgenabschätzung

zu bedenken.

„ Jeder Taucher kennt den Stress, wenn während des Auftauchens näherkommender

Motorenlärm immer lauter wird. Meeresschildkröten geht es genauso.“

Hektisch wird aufgetaucht, kurz Luft geholt und rasch wieder abgetaucht. Hydrofoils nähern sich schnell und lautlos und sind daher noch schwieriger zu antizipieren.

FOTOS: REINHARD KIKINGER (3), SHUTTERSTOCK.COM – MARTIN VOELLER (1), ANDREA IZZOTTI (1), BARMALINI (1)

62 4/2022


SEGELYACHTEN

Tipps, Trends & Neuheiten

Sportliches Sperrholz

FLAGGSCHIFF. Die französische

Werft RM Yachts hat mit der RM

1380 ein neues Flaggschiff angekündigt.

Der Rumpf der sportlichen

Langfahrtyacht wird wie bei den

kleineren Schwestermodellen aus

Sperrholz und Epoxy gefertigt, mit

einem Deck aus GFK. Erhältlich ist

der Cruiser mit zwei, drei oder vier

Kabinen, Doppelruder und Doppeloder

Hubkiel. Vier Stück sind schon

verkauft, Baunr. 1 soll Ende dieses

Sommers ausgeliefert werden.

è www.rm-yachts.com Fast Ocean Sailing: RM 1380.

Wer Kat, der hat

Erste Station der Sunreef Eco 80: Dubai.

MODELLFLUT. Der polnische Katamaran-Spezialist

Sunreef hat gleich

zwei Modelle seines neuen 80-Füßers

vom Stapel gelassen. Mitte März feierte

die Sunreef Eco 80 auf der Dubai

International Boat Show Weltpremiere.

Auf der Ökoversion finden sich

164 m² Solarzellen, die bis zu 32 kWp

erzeugen, zudem dient ein Hydrogenerator

der Stromgewinnung.

Konventionell mit Dieselmotoren

wurde die 80 Sunreef Power mit dem

Namen „Manta“ präsentiert, die über

fünf Kabinen verfügt – darunter auch

eine gemütliche Kinderkabine mit

Etagenbetten. Noch in Planung ist die

doppelt so große 50M Sunreef Explorer,

die für besonders lange Fahrten

ausgelegt sein wird.

è www.sunreef-yachts.com

Neue Nr. 1

FLAGGSCHIFF. Im September

wird Dehler auf dem Yachting

Festival in Cannes mit der 46

SQ sein neues Aushängeschild

vorstellen. Besonders viel getan

hat sich unter Deck: Größere

Fenster sorgen für mehr Tageslicht,

helle Farben für ein angenehmes

Wohngefühl.

Sehr pfiffig ist die Backbord-

Sitzbank, die sich elektrisch an

den großen Salontisch heranfahren

lässt. Geblieben ist das

Raumlayout mit der Eignerkabine

vorne, zwei Kabinen

achtern und zwei Bädern. An

Deck wird ein optionaler Cockpitbügel

mit inte grierter Sprayhood

angeboten. Ebenfalls auf

Wunsch kann die 46 SQ mittels

Competition-Kiel und -Ruder,

höherem Carbon-Mast, High-

Per formance-Segeln und elektrischen

Race-Winschen aufgetunt

werden.

è www.hanseyachtsvertrieb.de

SQ steht für Speed und Quality.

www.white-wake.com

RYA YACHTMASTER

OFFSHORE IN KROATIEN

29. Oktober – 5. November 2022

Es muss nicht unbedingt England sein!

Man kann die begehrte Yachtmaster-Ausbildung der Royal

Yachting Assiciation inkl. Prüfung auch im Mittelmeer

absolvieren! Bist du bereit? Dann begleite uns für eine

Woche auf See ab Primošten zur Vorbereitung mit

anschließender Prüfung zum RYA Yachtmaster Offshore!

www.white-wake.com/yachtmaster-offshore

Julius-Berger-Gasse 20

1170 Wien

+43 664 88360842

www.white-wake.com


Beneteau Oceanis 40.1

Mit allen

Wassern

gewaschen

Die neue Oceanis 40.1 von

Designer Marc Lombard

ersetzt das vom Studio

Finot-Conq entworfene

Vorgängermodell. Schon beim

Näherkommen am Dock zeigt

das Boot das ganze Know-how

von Beneteau, wenn es um die

Opti mierung geht, die Ansprüche

der Segler in Sachen Ergonomie

und Decksausrüstung zu erfüllen.

Wir gingen also mit hoher Erwartung

an Bord, ein ideales Segelschiff

für Ferien auf dem Wasser zu erleben.

Unsere Erwartungen, was die

Segelleistung betraf, wurden bei

weitem übertroffen – aber dazu

später.

Die Yacht ist in Vollglasfaserlaminat

in Polyesterharz gebaut. Der tulpenförmige

Rumpf zeigt markant

abgesetzte Kimmkanten, die sich

über das vordere Drittel bis zum

Steven ziehen und so für ein maximales

Potenzial bei Geschwindigkeit

und Steifigkeit sorgen. Als

Zusatzfunktion bieten sie ab dem

64 4/2022


Jetzt in der siebenten Generation,

ist die neue Oceanis 40.1 wohl das

repräsentativste Modell der französischen

Werft. Mit einer Größe, die

genau die richtige Balance für denjenigen

Segler ist, der ein Boot sucht,

das groß genug ist, um komfortabel

und leistungsstark zu sein, aber

auch kompakt genug, um es leicht

mit einer kleinen Crew zu segeln.

Und mit einem absolut perfekten

Preis-Leistungs-Verhältnis.

Text GIULIANO LUZZATTO

Aus dem Italienischen von STEFAN DETJEN

Fotos ROBIN CHRISTOL, NICOLAS

CLARIS, WERFT

ersten laufenden Meter Schiffslänge

zu beiden Seiten um jeweils 30 bis

40 Zentimeter mehr Innenraum.

Da diese Verbreiterung nur über

der Wasserlinie stattfindet, bleibt

der Rumpf im Wasser schmal und

daher die Segelleistung hoch. Mittlerweile

ist die neue Oceanis 40.1

die dritte aus der Reihe, welche über

einen solchen „Tulpenrumpf “ verfügt.

Weniger benetzte Oberfläche

resultiert in einer besseren Performance,

insbesondere bei wenig

Wind.

Die Oceanis 40.1 ist auch aus

ästhetischer Sicht ausgesprochen

schön, der Rumpf in perfekter

Harmonie mit dem Deckshaus,

das den eleganten Stil des bekannten

italienischen Studios Nauta

Yachts Design unterstreicht. Das

renommierte Studio zeichnete für

das allgemeine Layout des Bootes

sowie für das Design des Decks und

der Innenräume verantwortlich.

Die klaren Linien sehen keinen

Targabügel vor, wie er heute bei

4/2022 65


Beneteau Oceanis 40.1

Cruising-Modellen in Mode ist.

Daher wird der Großsegel-Traveller

durch einen Hahnepot ersetzt. Das

sieht auf den ersten Blick wie eine

sparsame Lösung für eine 12-Meter-

Yacht aus, aber beim Test auf dem

Wasser erweist sich das als durchdachte

und angemessene Wahl.

Die Yacht hat die CE A-Zertifizierung

fürs Offshore-Segeln mit einer

Besatzung von bis zu zehn Personen,

beim Küstensegeln zwölf Personen.

Die Gesamtlänge einschließlich

des eleganten Bugspriets, an

dem der Gennaker befestigt wird

und die als Halter und Schutz für

den Anker dient, beträgt 12,87 m,

während der Rumpf genau 11,99 m

misst, bei einer maximalen Breite

von 4,18 m und einem Gewicht von

knapp 8 Tonnen.

Das Cockpit ist sehr geräumig,

mit rund zwei Metern Sitzfläche,

dank der zurückgesetzten Position

des Doppelruderstands. In der Mitte

befindet sich ein großer Tisch

(mit integrierter Rettungsinsel) mit

Deckeln und Handlauf, der den

Gästen an Bord nützlichen Halt

bietet. In der zentralen Struktur des

Tisches ein Kühler für Getränke

und eine Steckdose für Licht, ideal

für das abendliche Essen im Freien,

wenn man vor Anker liegt.

Zum Bug hin ist der Durchgang

dank der weit außenstehenden

Wanten bequem. Die Schiene des

Selbstwendefocks liegt vor dem

Mast, während die bündigen Oberlichter

keine Stolperfallen darstellen

und das Sonnen an Deck bequemer

machen.

Die Oceanis 40.1 wird in einer

Vielzahl von Konfigurationen angeboten,

sowohl in Bezug auf Mast

und Kiel sowie Segelplan als auch

in Bezug auf die Innenausstattung,

um den Bedürfnissen aller gerecht

zu werden, von Paaren über Familien

mit Kindern bis hin zum Einsatz

für Charterfirmen.

Die Standardversion bietet drei

Kabinen und ein Badezimmer, während

der Segelplan Rollgroßsegel

und Selbstwendefock ohne Überlappung

vorsieht. Die von uns getestete

Konfiguration unterschied sich

dadurch, dass sie einen überhohen

Mast mit einem halb durchgelatteten

Groß hatte, während der Kiel

mit einem Tiefgang von 2,17 m

Standard war.

GROSS, GRÖSSER,

GROSSZÜGIG

Der Zugang unter Deck ist ohne

Akrobatik möglich, der Niedergang

ist breit und die Abstiegsleiter ist

bequem. Der erste Eindruck ist der

von viel Platz und Helligkeit, dank

der großen Fenster am Deckshaus

und an den Wänden zusammen mit

der Innenausstattung aus gebleichtem

Eichenholz mit Alpi-Aufhellung.

Laut Werft sind die Räume

denen einer 45-Fuß-Yacht ebenbürtig.

Wir mussten kein Maßband

nehmen, um die Maße zu vergleichen

– wir hatten sowohl innen als

auch außen das Gefühl, auf einem

weit größeren Boot zu sein.

Wohldimensioniert auch die Essecke.

Links der Tisch, der ausziehbar

ist, um ein zusätzliches Bett für

Segelspaß garantiert,

ganz besonders mit

dem Code 0, der als

Furlingsegel zum

Einsatz kommt.

zwei Personen zu schaffen, mit

C-förmigen Sofas, und rechts die

Küche, deren „offene“ C-Architektur

sehr gelungen wirkt.

Der „offene“ Teil des C wird vom

doppelt zu öffnenden Kühlschrank

eingenommen, der gleichzeitig als

Arbeits fläche rechts vom Herd

dient, während sich links davon

eine weitere Arbeitsfläche mit einer

Luke für den Zugang zum Mülleimer

befindet – ein sehr funktionelles

Detail. Die Doppelspüle ist

quer eingebaut.

Die Eignerkabine im Bug mit

Inselbett ist sehr geräumig, allerdings

auf Kosten des Badezimmers,

das in dieser Version das einzige ist,

in der Mitte des Bootes mit separater

Duschkabine. In den verschiedenen

Konfigurationen gibt es ein Badezimmer

in der Eignerkabine und es

besteht auch die Möglichkeit, eine

zusätzliche Kabine mit Etagenbetten

66 4/2022


„ Sobald der Winddruck

ansteigt, legt sich die Yacht

auf ihre Chines, was gute

Kursstabilität wie bei einer

weit größeren Yacht bietet.“

Funktionalität und Ästhetik aus der Hand von Marc Lombard und aus dem italienischen Hause Nauta Design.

im Bug zu erhalten, was natürlich

Platz in der Eignerkabine kostet.

Im Heck zeigte unsere Version

die klassische Doppelkabinen-Konfiguration,

alternativ kann man

auch eine Einzelkabine plus Stauraum

wählen. Wir haben das Vorhandensein

eines Kartentisches

sehr geschätzt, der links neben dem

Niedergang mit achterlichem Blick

positioniert ist und einen schnellen

Dialog z. B. zwischen der Person am

Funkgerät und der am Steuer ermöglichen

kann.

LEISTUNGSSCHAU

Unser Test fand in Südfrankreich

statt, mit einer thermischen Brise,

die sich schnell von anfänglichen

6 bis 7 Knoten auf 11 bis zu 13 Knoten

bei leicht kabbeliger See steigerte.

Obwohl die Position der Rudergänger

nach hinten verlegt wurde,

um Platz im Cockpit zu schaffen,

ist die Ergonomie am Steuerstand

hervorragend.

Die Steuermannssitze lassen sich

nach achtern hochklappen. Von

der Sitzfläche her kleiner dimensioniert,

sind sie immer noch mehr

als genug, um das Boot unter Maschine

bequem zu steuern – jedoch

erlauben die kleineren Abmessungen

mehr Platz hinter dem Rad.

Auch auf der Kante zu sitzen fühlt

sich bequem an. Am Steuerstand

stehend, schätzten wir die verstellbaren

Bodenplatten zum Ausgleich

der Krängung.

Die Arbeitswinschen für Fallen

und Strecker sind beiderseits des

Niedergangs angeordnet. Dennoch

kann man die Großschot (German

Mainsheet System) nach achtern legen

und zumindest im Trimm das

Boot komplett von hinten fahren.

Den Großsegel-Traveller vermisst

man nicht, es braucht durchaus keinen

Überrollbügel, alles in allem ergibt

das den Vorteil einer größeren

Einfachheit beim Handling.

Was uns, wie bereits erwähnt,

erstaunte, war das Segelverhalten.

Abgesehen von der Leistung, die

für eine Fahrtenyacht ausgesprochen

gut war, gefiel uns das Steuerfeeling.

Wenn die Yacht räumlich

wie ein 45-Füßer erscheint, so steuert

sich die Oceanis 40.1 am Wind

wie eine 32er, unerwartet reaktionsschnell

und handlich bei den Wenden.

Sobald der Winddruck ansteigt,

legt sich die Yacht auf ihre Chines,

was ein ausgezeichnetes Sicherheitsgefühl

ergibt und vor allem gute

Kursstabilität wie bei einer weit

größeren Yacht bietet – Beneteau

hat die perfekte Balance gefunden.

Ein Teil ist sicherlich auf die Konfiguration

der Testyacht zurückzuführen,

die mit höherem Mast

und einem halb durchgelatteten

Groß segel ausgestattet ist.

Vor dem Wind segelten wir bei

11 Knoten Wind zwischen 6 und

7 Knoten, bei einem scheinbaren

Winkel von 35°. Am meisten Spaß

hatten wir mit dem Code 0, der als

Furlingsegel zum Einsatz kommt.

So ein Mehrzwecksegel sollte Teil

jeder Cruising-Garderobe sein.

Bei aufkommenden 12/13 Knoten

Wind erreichten wir 8,5 SOG

bei 70° scheinbarem Wind, die auf

Der tulpenförmige

Rumpf mit markant

abgesetzten Kimmkanten,

die sich über

das vordere Drittel

bis zum Steven ziehen.

4/2022 67


Beneteau Oceanis 40.1

Viel Platz in der

Eignerkabine im

Bug mit Inselbett.

Nasszelle mit

Duschecke.

Der Tisch ist absenkbar

und lässt sich in ein

Doppelbett verwandeln.

Bequemer Niedergang,

vollwertiger Navitisch

auf Backbord.

„ Die Standardversion verfügt über

drei Kabinen und ein Badezimmer.“

7,5 bei 80° und 7 Knoten bei 90°

scheinbarem Wind sanken. Ab 100°

ist es ratsam, den Gennaker auf dem

„Rüssel“ zu hissen, bei 120° mit 13

Knoten glitt die 40.1 mit 7,5 Knoten

durchs Wasser.

Zum Halsen braucht man mindestens

zwei Crewmitglieder und muss

darauf achten, das Manöver schnell

anzugehen und das Segel richtig auswehen

zu lassen, bevor man es wieder

auf der neuen Seite belegt. Die Performance

der Oceanis 40.1 ist bereits mit

dem Normalrigg beeindruckend. Wie

muss dann erst eine Oceanis 40.1 mit

First Line, Laminatsegeln und Performance-Kiel

abgehen?

Nachdem wir die Segel geborgen

hatten und unter Motor zurückfuhren,

öffneten wir die Heckplattform, die

über eine weitere, bequeme Stufe erreichbar

ist. Die Abmessungen sind

fast wie ein Privatstrand am Wasser,

auf jeden Fall eine sehr bequeme Plattform,

um nach dem Baden zurück an

Bord zu kommen oder um auf das

Beiboot umzusteigen. Eine elektrische

Motorisierung ist als Option anstelle

des Seilzuges erhältlich.

Der Motor, ein 45-PS-Yanmar mit

Wellenantreib und festem Propeller

(optional mit einziehbaren Blättern),

ermöglicht eine Geschwindigkeit von

5 Knoten bei 1.800 U/min, 6 Knoten

bei 2.200 und fast 8 Knoten bei Vollgas

bei 3.200 U/min. Aber bei diesen

Segeleigenschaften wird man wohl

stets den Windantrieb bevorzugen.

Beneteau Oceanis 40.1

Länge ü. a.

Rumpflänge

Breite

Verdrängung

Treibstoff

Frischwasser

Motorleistung

12,87 m

11,99 m

4,18 m

7.985 kg

195 l

235 l

45 CV

Rollgroß 34,70 m²

Selbstwendefock 26,90 m²

CE-Zertifizierung

Architekt

Design

A10/B10/C12

Marc Lombard

Nauta Design

Preis netto ab Werft ab € 207.900,–

Master Yachting GmbH, Diesterweggasse 16/5, 1140 Wien,

Tel. +43 1 81 444

è www.masteryachting.com

68 4/2022


Die Stiegen biegen

MOTORYACHTEN

Tipps, Trends & Neuheiten

EDELDESIGN. Die junge

italienische Werft Nerea will

voraussichtlich im September

auf dem Cannes Yachting Festival

mit der NY40 ihr zweites

Modell präsentieren.

Geplant sind eine offene und

eine T-Top-Version, als Motorisierung

stehen ein Z-Antrieb

oder Außenbordmotoren zur

Verfügung. Innovativer Blickfang

an Deck ist eine multifunktionale

Heckplattform,

die neben einem großen festen

Teil drei verstellbare Stufen besitzt,

die nach oben oder unten

bewegt werden können.

Die Innenausstattung kann

individuell gestaltet werden:

Im Bug kann zwischen einem

Doppelbett und einer Dinette

mit C-förmigem Sofa und im

Heck zwischen einem Doppelbett

und zwei Einzelbetten

gewählt werden.

è www.nereayacht.com

Zu haben mit Z- oder

Außenborder-Antrieb.

Etera (l.) und Forza.

28 Meter, 60 Knoten!

PROJEKT. Mit Centouno Navi hat

eine neue italienische Marke das

Licht der Welt erblickt, die Superyachten

mit einer Schaufel Extraschmalz

bauen möchte. Zum Beispiel

die Centouno Forza: 28 Meter,

3 x 2.000 PS, 60 Knoten.

Oder die Centouno Etera: 39 Meter,

4 x 2.600 PS, 58 Knoten. Erreicht

werden sollen die extremen Geschwindigkeiten

mittels Jet-Antrieb.

Der dafür notwendige leichte und

steife Rumpf wird aus Kohle- und

Glasfaser in einem Hybrid-Sandwich

mit Vinylesterharz und einem

PVC-Schaumkern gefertigt.

Bislang gibt es nur Konzepte,

über Baubeginn oder Preise ist

noch nichts bekannt.

è www.centounonavi.it

Little Italy

AUSSENBORDER-FAMILIE. Mit

der Verve 42 hat Azimut eine kompaktere

Version seines Weekenders

Verve 47 vorgestellt. Die 2020 eingeführte

Verve-Reihe zielt auf den

US-Markt und vereint leistungsstarke

amerikanische Außenborder mit

der Eleganz italienischer Kabinenkreuzer.

Der Erfolg gibt der Nobelwerft

recht: 66 Einheiten der großen

Verve sind schon verkauft worden

und das kleinere Modell hat auch

schon 33 Käufer gefunden. Im

Außen bereich der Verve 42 finden

eine Miniküche, eine Sitzecke und

achtern ein markantes Schanzkleid

Platz, das sich zu einer Badeplattform

ausklappen lässt. Unter Deck

bieten ein Essbereich, der sich in

ein Doppelbett umwandeln lässt,

und eine Doppelkabine mit Bad vier

Gästen die Möglichkeit, an Bord zu

übernachten. Motorisierung: drei

Mercury-Außenbordmotoren mit

400 PS oder 450 PS.

è www.azimutyachts.de

Mit zwei Flügeln und

drei Außenbordern

zum Erfolg.

4/2022 69


Eine Sch

Jeanneau DB/43

70 4/2022


FOTO: JEROME KELAGOPIAN

Mit der DB/43 steigt Jeanneau in das Segment

der luxuriösen Daycruiser ein. Das neue

Modell ist eleganter, knackiger und sportlicher

als das bisherige Motorbootangebot der

Franzosen. Besitzt aber, wie wir bei den

Testfahrten in Cannes feststellen konnten,

so viele praktische Talente, dass man damit

auch gerne ins Wochenende fährt.

Text BERND HOFSTÄTTER

Fotos JÉROME KELAGOPIAN, JEAN-BAPTISTE

D’ENQUIN, NICOLAS CLARIS, BERND

HOFSTÄTTER

nitte Luxus

4/2022 71


Jeanneau DB/43

Geplant war, die Weltpremiere

der DB/43 Ende

Jänner auf der Bootsmesse

in Düsseldorf zu feiern, die

aber Corona-bedingt abgesagt werden

musste, was allerdings in diesem

Fall eine glückliche Fügung war.

So konnten Journalisten und erste

Kunden das neue Modell erstmals

Anfang April im Vieux Port von

Cannes betreten – ein wesentlich

würdigeres Ambiente als eine

Messehalle.

Die DB/43 ist nämlich das erste

Modell einer Baureihe, mit der

Jeanneau den Markt der Luxus-Daycruiser

erobern möchte. DB steht

dabei für „Day Boat“ und erinnert

an die gleichnamige Reihe aus den

1980er-Jahren. Dass mit dem 43 Fuß

langen DB das mittlere Modell der

neuen Serie zuerst vorgestellt wurde,

ist kein Zufall, wollte man sich doch

schon in der Größe von Jeanneaus

Leader- und NC-Reihe abheben, die

weniger Luxus und mehr Familientauglichkeit

bieten. Die DB-Serie

steht hingegen für mehr Eleganz,

mehr Sport und mehr Wohlstand,

kurz: mehr Party, weniger Klassik.

WACHSENDER BEACHCLUB

Wir entern die DB/43 über die

große Badeplattform, die optional

auch hydraulisch absenkbar mit bis

zu 150 kg Traglast zu bestellen ist.

Als besondere Eyecatcher zeigen

sich die beiden elektrisch absenkbaren

Seitenwände, die das Heck

auf über fünf Meter verbreitern und

dem Cockpit immens viel zusätzlichen

Raum geben – Beachclub ist

hier tatsächlich einmal die passende

Vokabel.

Dominiert wird der Heckbereich

von einer großen Sonnenliege, die

mit umgeklappter Lehne auch als

Sitzbank für den Esstisch für bis

zu acht Personen dient. Sehr praktisch

– wie auch die zweite Sitzbank

des Tisches, die so Richtung Heck

verschoben werden kann, dass aus

der Außenpantry ein Küchenblock

mit Gasherd, Grillplatte und Spüle

entsteht, um den man im geschlossenen

Zustand herumstehen und

an seinem Aperitif nippen kann.

Eine sehr gute Lösung ist, dass beim

Küchenblock sämtliche Bedienelemente

und Laden Richtung Steuerstand

platziert sind, somit können

Koch oder Köchin mit den Passagieren

bei Tisch kommunizieren

und haben trotzdem vollen Zugriff.

TOLLER STEUERSTAND

Weiter Richtung Bug stehen wir

schon im sehr luftigen Steuerstand

mit einer großen Frontscheibe, aber

seitlich wenig Verkleidung, ideal für

heiße Sommertage. Zwei große Raymarine-Displays

zeigen alle relevanten

Daten, deren es auf See bedarf.

Keine unnötigen Schalter stören,

alles wirkt sehr aufgeräumt, Gashebel

und Joystick sind in optimaler

Griffweite. Die beiden bequemen

Sitze geben auch optimalen Seitenhalt

und sind sauber verarbeitet. Ein

weiterer Sitz in Fahrtrichtung auf

der Backbordseite ist neben dem

Niedergang platziert. Das Steuerrad

ist aber das eigentliche Highlight,

besser gesagt die elektrische Lenkung,

bei der sich der Widerstand

am Display einstellen lässt, also

leichtgängig für die Hafenmanöver

und etwas träger für die flotteren

Fahrten.

Über die beiden seitlichen Gangbords

kommen wir zum Bug dieses

Ohne ausklappbare Seitenterrassen

traut sich heute

fast kein Luxusmotorboot

an die Öffentlichkeit. Der

Beachclub und das Cockpit

mit der Außenpantry sind

sehr geräumig und ebenso

variabel.

FOTOS: JÉROME KELAGOPIAN (2), JEAN-BAPTISTE D’ENQUIN (4), BERND HOFSTÄTTER (1)

72 4/2022


Sehr offener Decksplan mit breiten

und sicheren Gangbords zum Bug.

„ Bei der DB-Reihe verwenden wir all die luxuriösen

Details, mit denen die Zielgruppe aus den Autos,

Hotels und Flugzeugen, die sie benutzen, vertraut ist.

Sie gibt sozusagen das Gefühl, zu Hause anzukommen.“

Martin Meyer, Projektleiter Jeanneau

Premium-Dayboats. Dort erwartet

uns eine große Liegefläche für drei

Personen. Die Rückenlehnen können

auch hochgeklappt werden,

zudem ist der Ankerkasten als

Sitzbank gestaltet, was diese dritte

Social Area an Bord sehr kommunikativ

und angenehm macht.

GEMÜTLICHES AMBIENTE

UNTER DECK

Unter Deck spiegelt sich der Eindruck

aus Cockpit und Steuerstand

wider. Im Niedergang backbordseitig

befindet sich ein Breakfast

Point, also keine voll ausgestattete

Küche, sondern alles Notwendige,

um ein Frühstück oder Snacks untertags

zuzubereiten.

Es kann zwischen zwei Kabinen

gewählt werden, wobei hier die

Entscheidung wirklich schwerfällt.

Die großzügige Bugkabine für zwei

Personen, mit viel seitlichem Lichteinfall

und einem mittig platzierten

erhöhten Doppelbett, oder die unter

dem Steuerstand liegende Koje

mit einem großen Doppelbett und

einer Couch mit viel Stauraum. Die

etwas geringere Stehhöhe nimmt

man gerne in Kauf, da ein tolles

Platzangebot vorhanden ist.

Optional sind auch zwei Waschräume

möglich. Hervorzuheben

sind die edlen Materialien – Leder,

hochwertige Stoffbezüge, hochflorige

Teppiche – sowie die stimmungsvolle

indirekte Beleuchtung.

SCHÖNWETTERBOOT

AUCH FÜR RAUE SEE

Zurück an Deck starten wir die

beiden Volvo Penta D6-Motoren

mit jeweils 380 PS Leistung und

verlassen den schützenden Hafen

in Richtung nautische Wirklichkeit

mit einem halben Meter Welle und

saftigen Windböen. Die DB/43

meistert diese Hürden der Natur

Jeanneau DB/43 IB

Designer/Architekt

Länge ü. a.

Rumpflänge

Breite

Tiefgang

Camillo Garroni/Michael Peters

13,03 m

11,15 m

3,82 m

0,94 m

Kabinen/Kojen 2/5

Motorisierung Testboot IB (Innenborder)

Höchstgeschwindigkeit IB bei Volllast

Passagiere/CE-Kategorie

2x Volvo D6 380 Joystick

34 Knoten

max. 12/B (küstenferne Gewässer)

Preis netto ab Werft ab € 548.900,–

Außenborder mit 3x Mercury Verado 350 und JPO ab € 567.600,–

Händler: Boote Mayer e.U., Jeanneau, Four Winns und Wellcraft Powerboat Exklusivimporteur

für Österreich; Prinz-Eugen-Str. 35-37, 4020 Linz, Tel. +43 664 / 340 97 86.

è www.bootemayer.at

4/2022 73


Jeanneau DB/43

Die mittschiffs gelegene Kabine

glänzt auch mit einer Couch.

5-Sterne-Ambiente

auch in der

Nasszelle.

Eine Schnitte von einem Rumpf, pfeilförmig

und messerscharf in Szene gesetzt.

Ready to race:

Ausfahrt zur Testfahrt.

„Die Jeanneau-DNA in der DB/43 ist die Einheit von

Erfahrung, Liebe zum Detail und Funktionalität,

positioniert im Premium Day Boat-Segment.“

aber mit Bravour und gleitet sänftengleich

durch die Wellen. Schnell

gefahrene Kurven machen richtig

Spaß, wobei das Boot immer einen

sicheren Eindruck am Steuerstand

hinterlässt.

Der Kurvenradius beträgt rund

2,5 Bootslängen und aus dem Kreisel

heraus durch die eigene Welle

schneidet die DB/43 sanft und kontrolliert

durch, selbst wie in unserem

Fall bei nicht ganz ruhiger See.

Rasche Richtungswechsel werden

auch dank der elektrischen Lenkung

akkurat umgesetzt und heben den

Spaßfaktor merklich an. Alternativ

zum Volvo Penta Motor wird es

auch eine Outboard-Variante geben,

mit bis zu 3 x 350 PS starken Motoren,

die allerdings auf der Badeplattform

nicht mehr viel Platz

lassen.

DAS DAYBOAT ALS

WEEKENDER

Jeanneau präsentiert mit der DB/43

ein erstklassiges Dayboat, das vom

Raumangebot selbst einige Weekender

in den Schatten stellen kann.

Im Werbetext heißt es: „More than

you expect“ – und das trifft es

ziemlich gut. Ansprechendes

Design, durchdachte Detaillösungen

und hochwertige Ver arbeitung

bieten ein attraktives Paket, was

auch von der bisherigen Nachfrage

von Händlerseite bestätigt wird.

Die exklusive Ausstattung schlägt

sich freilich auch preislich nieder,

hier hebt sich die DB/43 von

ähnlich großen Familienbooten

deutlich ab.

Von den Verkaufszahlen interessanter

wird es aber dann mit der

nächsten DB-Variante, die höchstwahrscheinlich

um einiges kleiner

und daher auch im Preis entgegenkommender

ausfallen wird.

FOTOS: JÉROME KELAGOPIAN (1), NICOLAS CLARIS (2), BERND HOFSTÄTTER (1)

74 4/2022


Immer über Wasser

PANORAMA

Tipps, Trends & Neuheiten

Die Bootswerft Meyer in Aggsbach an der Donau baut seit

160 Jahren Boote. Früher aus Holz und Moos, heute aus GFK

und Aluminium. Und einer der größten Sportboothändler

und Servicestützpunkte ist man auch geworden.

JUBILÄUM. Als Christopher Meyers

Ururgroß vater 1862 in der Nähe von

Aggsbach seine Schiffsbaufirma gründete,

wurden die großen Frachtschiffe

an der Donau von bis zu 60 Pferden

die Treppelwege entlang stromaufwärts

gezogen. Schiffsbauer gab es

damals an den großen Flüssen, wie

es heute Tankstellen an der Wiener

Triester Straße gibt. Eher mehr sogar,

allein im Raum Aggsbach gab es drei

Schopper, so nannte man die Schiffsbaumeister

an der Donau, weil deren

Haupttätigkeit im „Schoppen“ (oder

Stopfen) von Moos in die Ritzen der

hölzernen Bootsplanken bestand.

Mit Moos und Holz arbeitet

Christopher Meyer heute nicht mehr,

und statt mit vielen Pferden hat er es

heute mit noch mehr Pferdestärken

zu tun. Die Donauschifffahrt hat sich

in den letzten 160 Jahren radikal verändert,

und wer sich als Schiffsbauer

über Wasser halten wollte, musste sich

immer wieder neuen Techniken und

Trends anpassen. Das ist nicht vielen

gelungen, den Meyers aber über fünf

Generationen schon – Christopher ist

heute einer der wenigen Schiffsbaumeister

am großen Strom. Den letzten

großen Wandel erlebte das Unternehmen

vor rund 30 Jahren, als man sich

vermehrt der Sportboote annahm.

Seitdem dominieren die großen Winterlagerhallen

mit Platz für 130 Boote

und die große Krananlage das Betriebsgelände.

Heute ist die Werft an

der Donau ein etablierter Servicestützpunkt

für Bootsmotoren der

Hersteller Mercury/MerCruiser,

Yamaha, Volvo Penta und Suzuki

sowie ein Händler für namhafte

Bootsmarken wie Quicksilver,

Yamarin, Yamarin Cross, Buster,

Flipper, Bella und Aquador.

EINSATZFAHRZEUG

MEYER A-BOOT

Ein wichtiger Geschäftszweig ist aber

immer noch der Bootsbau. Neben

Holzzillen, die wieder vermehrt angefragt

werden, gehören Arbeitsboote

zum Programm. Sollten Sie irgendwann

in die Verlegenheit kommen,

auf der Donau in Seenot zu geraten,

wird Sie wohl ein Boot der Firma

Meyer retten. Viele Feuerwehren

an der Donau haben das „Meyer

A-Boot“ in der Flotte. A wie Arbeit.

Hergestellt werden diese Boote nicht

mehr aus Holz, sondern aus GFK

oder Aluminium. Ausflugsboote in

der Seegrotte, Vermessungsboote für

die Donau oder die Einsatzboote der

Betriebsfeuerwehr der VOEST: Die

Einsatzgebiete der Meyerschen Arbeitsboote

sind schier endlos. Sie werden

in 4- bis 5-monatiger Handarbeit

nach Kundenwunsch hergestellt, jedes

Fahrzeug ist also ein Unikat.

è www.bootswerft-meyer.at

Von Holz- über GFKbis

zu Aluminiumbooten:

Schiffsbauer

Christopher und Vater

Hermann Meyer bringen

in Aggsbach alles unter

Dach und Fach.

IMPRESSUM

HERAUSGEBER UND EIGENTÜMER: Satz- und Druck-Team

GmbH, Feschnig straße 232, 9020 Klagenfurt, Tel. +43 463/461 90 25,

www.ocean7.at, redaktion@ocean7.at, office@ocean7.at, Firmenbuchnummer

105347 y, Landes gericht Klagenfurt, UID ATU

25773801 · ANWENDBARE VORSCHRIFT: Österreichische Ge -

werbeordnung, Medien gesetz (www.ris.bka.gv.at) · MEDIEN-

RECHTSINHABER: Satz- und Druck-Team GmbH · Geschäfts -

führung: Wolfgang Forobosko · CHEF REDAKTION: Tahsin Özen,

1180 Wien, redaktion@ocean7.at · ART-DIREKTION: Catharina

Pichler · GRAFISCHES KONZEPT: Thomas Frik, www.viertelbogen.

at · BLATTLINIE: ocean7 ist das Lifestyle-Magazin für Fahrten- und

Blauwassersegler, Motoryachtfahrer und alle Wassersport-Fans. Die

Redaktion berichtet in Zusammenarbeit mit namhaften Autoren aus

dem gesamten deutschsprachigen Raum nicht nur über die neuesten

Yachten und schönsten Reviere weltweit, sondern widmet sich mit

besonderem Engagement auch den Themen Charter, Equipment,

Lifestyle, Genuss, Reisen, Umwelt und Meer. ocean7 erscheint

zweimonatlich als Print- Magazin und ist auch als E-Paper erhältlich.

Die laufende Bericht erstattung inkl. Marketingaktivitäten erfolgt

weiters auch über die Homepage www.ocean7.at sowie über Social

Media · MIT ARBEITER DIESER AUSGABE: Inga Beitz, Nicolas

Claris, Robin Christol, Jean-Baptiste D‘Enquin, Mag. Wolfgang

Gemünd, Wolfgang Hausner, Bernd Hofstätter, Jérôme Kelagopian,

Dr. Reinhard Kikinger, Mag. Eszter Kondor, Gottfried Titzl Rieser,

Dr. Bobby Schenk, Alexandra Schöler- Haring, Arthur Leblanc,

Giuliano Luzzatto/Stefan Detjen, Roland Regnemer, Dr. Udo Reichmann,

Thomas Semelliker, Andrea Sikorski, Markus Silbergasser,

Dr. Alfred Zellinger, Philipp Zeppelzauer · PRODUK TION UND

DRUCK: Satz- und Druck-Team GmbH · ANZEIGEN: Bernd Hofstätter

+43 664 / 552 09 32, b.hof staetter@ ocean7.at · EINZELVER-

KAUFSPREIS: Österreich € 5,90 · ABO-PREISE: Bezugs preis Inland

für sechs Ausgaben: € 35,– · ABO- BE STELLUNG: abo@ ocean7.

at, www.ocean7.at · VERTRIEB: Presse Großvertrieb Austria Trunk

GmbH, St. Leonharder Straße 10, 5081 Anif/Salzburg · Diese Zeitschrift

und alle in ihr enthaltenen Bei träge und Abbildungen sind

urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außer halb der engen

Grenzen des Urheberrechtsgesetzes bedarf der Zustimmung des Herausgebers.

Die Ver wendung von Zitaten aus Berichten für Anzeigen

ist möglich. Durch Annahme eines Manuskripts erwirbt der Herausgeber

das ausschließliche Recht zur Veröffent lichung. Für unverlangt

eingesandte Manuskripte und Fotos wird keine Haftung übernommen.

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Bei Nicht belieferung ohne Heraus geber-Ver schul -

den oder wegen Störungen des Arbeits friedens bestehen keine Ansprüche

gegenüber dem Herausgeber.

Verantwortlich für die Mitteilungen des YCA: Yacht Club Austria,

Generalsekretariat, 4020 Linz, Lederer gasse 88, www.yca.at ·

Verantwortlich für die Mitteilungen des MSVÖ: Motor -

bootsport und Seefahrts Verband Österreich, Forchheimergasse

34/118, 1230 Wien, www.msvoe.at

JURY

4/2022 75


M

V

S

Ö

MOTORBOOTSPORT UND SEEFAHRTS VERBAND ÖSTERREICH

News Juli/August 2022

Wasserski & Motorboot Club Wien.

Festlich an der Donau

Der ARBÖ Wasserski und Motorboot Club Wien und der ÖAMTC Motorboot-Club Vindobona,

beide langjährige Mitgliedsvereine des MSVÖ, feierten im Mai ihr 60-jähriges Jubiläum auf den

beiden clubeigenen Hafengländen.

Text C. M. VOGT, BINNENREFERENT MSVÖ | Fotos WMCW, MC VINDOBONA

Schon legendär sind die alljährlich

von WMCW und

MC Vindobona ausgerichteten

Hafenfeste, zu denen immer

zahlreiche Bootsfreunde aus allen

Vereinen und Marinas gerne eingeladen

sind. Auf dem diesjährigen

Fest nützte der Binnen referent des

MSVÖ die Gelegenheit, vor zahlreichen

Ehrengästen und Mitgliedern

feierlich Ehrenprä sident Hans

Steinbach und Präsident Bernhard

Rezac vom WMCW sowie Ehrenpräsident

Manfred Hasicka und

Präsident Peter Kutzka vom MC

Vin dobona mit einer Urkunde und

Auszeichnung in Silber zu ehren.

WMCW WASSERSKI &

MOTORBOOT CLUB WIEN

Mit etwa 300 Mitgliedern, rund

80 Wasserliegeplätzen, 170 Landliegeplätzen

und seiner Steganlage

in Korneuburg sowie einem Stand-

BERNHARD REZAC

Präsident Wasserski

und Motorboot Club

Wien

ort in der Kuchelau stellt der

WMCW einen zentralen Anlaufpunkt

für den Wiener und den

niederösterreichischen Bootssport

dar.

è www.wmcw.at

ÖAMTC MOTORBOOT-CLUB

VINDOBONA

Ebenfalls mit rund 300 Mitgliedern

und zusammen über 110

Wasserliegeplätzen in Korneu-

C. M. Vogt (MSVÖ) und Manfred Hasicka (r.),

Ehrenpräsident Motorboot-Club Vindobona.

Hans Steinbach, Ehrenpräsident Wasserski &

Motorboot Club Wien, und C. M. Vogt (r.).

76 4/2022


Motorboot-Club Vindobona.

Traumrevier

KROATIEN

PETER KUTZKA

Präsident Motorboot-

Club Vindobona

burg, Fischamend und dem

Naturhafen Wien bietet der

MC Vindobona ausreichend

Möglichkeiten für einen optimalen

Liegeplatz.

è mc-vindobona.at

FREUNDLICH G’WACHSEN

Im Laufe der Jahre sind der

WMCW und der MC Vindobona

zu den mitgliederstärksten

Clubs im Raum Wien und

dem östlichen Niederösterreich

herangewachsen. Erfreulich

ist zudem das gastfreundschaftliche

Verhältnis der

Vereine zu den umliegenden

Motorbootclubs wie dem

MSC Danubia.

Ich möchte diesen sehr

engagierten Motorbootsvereinen

für ihre Verdienste um

den Bootssport im Namen des

MSVÖ herzlich danken und

ihnen für die nächsten Jahrzehnte

weiterhin alles Gute

wünschen.

KROATIEN NORD, 160 Seiten,

komplett vierfarbig, 29,95 €

ISBN 978-3-96706-047-8

Nachrichten für die Schifffahrt der OSB

ARBEITEN (HÄNGEGERÜST)

Stein-Mautern Strassenbrücke –

Strom-km 2003.5 – bis 25. November

2022: Eingeschränkte Durchfahrtshöhe

von 2,25 m an der Donaubrücke Stein-

Mautern. Finden diese Arbeiten in

den Feldern 1, 2, 4 statt, werden diese

Joche während den Arbeitszeiten mit

Schifffahrtszeichen gesperrt.

Bei Arbeiten im empfohlenen Durchfahrtsjoch

(Feld 3) werden diese von

der Schifffahrtsaufsicht überwacht

und der Schiffsverkehr wird vor Ort

geregelt. Die Schifffahrt ist grundsätzlich

nicht behindert, es kann zu

kurzen Verzögerungen kommen.

KIESVERLADUNG

Wien – Strom-km 1914.0 bis 1920.4 –

Beschränkung bis 31. Dezember 2022:

Sog und Wellenschlag vermeiden.

Kiesverladung im Bereich Strom-km

1920.162 bis Strom-km 1920.400,

linker Fahrbahnrand. Verklappt

wird im Bereich Strom-km 1914.000

bis Strom-km 1920.000 über die

gesamte Strom breite. Arbeitsgeräte

und -bereich sind entsprechend der

WVO mit Schifffahrtszeichen (Tagund

Nachtbezeichnung) gekennzeichnet.

Ergänzende Infos: UKW-Kanal 10

bei MS Krems oder MS Linz.

KROATIEN SÜD, 168 Seiten,

komplett vierfarbig, 29,95 €

ISBN 978-3-96706-051-5

Gleich bestellen:

www.millemari.de


YACHT CLUB AUSTRIA

News Juli/August 2022

YCA-AKTUELL

Gottfried Rieser:

der neue YCA-

Commodore

Der Yacht Club Austria stellt sich neu auf: In der 50. General -

versammlung am 7. Mai wurde ein neuer Vorstand gewählt.

Text JOSEF WAGNER, YCA MARKETING | Foto UDO REICHMANN

Der bisherige Commodore

Christian Schifter hat sein

Amt nach 14 Jahren zurückgelegt.

Seine Verdienste um den Verein

sind untrennbar mit der steilen

Entwicklung nach oben verbunden:

Er löste einen Innovationsschub im

Bereich Verwaltung und Organisation

aus, er stellte das Generalsekretariat

auf völlig neue Beine und er

sanierte die Finanzsituation, sodass

der YCA heute besser denn je aufgestellt

ist. Aufgrund seiner Verdienste

wurde er zum Ehren-Commodore

ernannt – wir gratulieren herzlichst!

Als sein Nachfolger hat die Generalversammlung

Gottfried „Titzl“

Rieser zum Commodore bestellt.

Vielen Mitgliedern ist er bekannt,

war er doch davor schon in einigen

führenden Funktionen im YCA tätig:

Viele Jahre als Generalsekretär,

Crew-Commander der Crew Oberösterreich

und die letzten sechs Jahre

war er für das Ausbildungswesen

in Österreich verantwortlich.

Der YCA hat so eine stolze Geschichte,

hat so großartige Mitglieder

mit so vielen zukunftsträchtigen Ideen,

es gilt dieses riesige Potenzial zu

nutzen und auszubauen. Mit „Titzl“

Rieser, wie ihn seine Freunde nennen,

haben wir einen Garanten für

die Durchsetzung von Inspirationen

sowie für die Bewältigung zukünftiger

Herausforderungen im Yacht

Club Austria.

Dazu zählen bekanntlich: Gemeinschaften

fördern und forcieren, Vertrauen

für ein offenes Miteinander

gewinnen, Verantwortung für kommerzielle

Entscheidungen sichern

sowie last but not least: „Qualität

geht vor Quantität“.

Auch wenn es heißt „Allen recht

getan ist eine Kunst, die niemand

kann!“, wünschen dir, lieber „Titzl“,

alle Mitglieder des YCA besten Erfolg

und viel Glück beim Umsetzen

deiner nautischen Visionen und zukünftigen

Ziele!

Der neue Commodore steht allen

Mitgliedern für Gespräche, für Anregungen

und für Ideen gerne zur

Verfügung, einfach per E-Mail an

è gottfried.rieser@yca.at

Gottfried „Titzl“

Rieser übernimmt

das YCA-Steuer.

YCA-Services und -Vorteilspartner

Wir bauen laufend unser Netzwerk zu

starken Partnern aus. Damit können wir

unseren YCA-Mitgliedern attraktivste

Konditionen in vielen Bereichen anbieten,

siehe unsere Service-/Vorteilspartner

auf è www.yca.at

Marinas: Sondertarif für Tages- bzw.

Jahres-Liegeplätze. Italien: Marina Certosa

(Venedig), Marina Aprilia Marittima

(Lignano*). Kroa tien: Marina Vrsar, Marina

Funtana, Marina Punat, Marina Frapa

* In Kooperation mit der Agenzia Adrianautica und Agenzia Immobiliare-Nautica & Yachting San Marco.

in Rogoznica und Dubrovnik. Spanien:

Marine Project Iberia (Barcelona).

Charter: Müller Yachtcharter, Pitter

Yachtcharter, My SeaTime Yachtcharter

d.o.o. (Kroa tien), Ionian Charter (Griechenland),

four seasons yachting GmbH

(Deutschland).

Service: MEC-Energietechnik, SeaHelp,

Seemannsladen.at, Thomas Pernsteiner,

Schiffs-Sachverständiger, ocean7-Magazin,

Marina-Buchungsplattform seasy.at

Versicherung: Pantaenius.

YCA-Stützpunkte: Alle Marinas wie links

angeführt + Ionian Charter.

Interessierten Sponsoren und Partnern

bieten wir gerne attraktivste Kooperationsformen

und Möglichkeiten für eine

erfolgreiche Zusammenarbeit. Wir freuen

uns auf Ihre Anfragen und Vorschläge:

è marketing@yca.at

78 4/2022


YCA-AKTUELL

Christian Schifter wird Ehren-Commodore

Text GOTTFRIED RIESER | Foto UDO REICHMANN

Christian Schifter übernahm

das Steuer des YCA in einer

besonders stürmischen

Zeit – der YCA befand sich in einer

kritischen Legerwall-Situation,

sowohl finanziell als auch organisatorisch.

Mit seiner ruhigen und sachlichen

Vorgangsweise hat er den

YCA wieder in ruhige Gewässer

geführt, sodass der YCA die notwendigen

„Bootsreparaturen“ gut

abarbeiten konnte: Das Büro wurde

völlig neu strukturiert, die inhaltlichen

Aufgaben wurden überprüft,

entrümpelt und mit dem ÖSV

wurde ein neues, konstruktives

Verhältnis geschaffen.

In Bezug auf Informationstransfer

mit unseren Mitgliedern ist

Christian Schifter ein legendärer

Coup gelungen: Wir konnten das

Fachmagazin ocean7 für unsere

Clubseiten gewinnen – ein unschätzbares

Privileg für den YCA.

Der Erfolg gibt ihm recht: Der

Mitgliederstand konnte 2022 im

50. Jubiläumsjahr auf über 2.500

gesteigert werden – mehr Bestätigung

braucht es wohl nicht, um

die Richtigkeit des eingeschlagenen

Weges zu beweisen.

Mit der Ernennung zum Ehren-

Commodore bedankt sich der

Yacht Club Austria ausdrücklich

für die großartigen Leistungen und

für das tolle Engagement zum

Wohle der YCA-Mitglieder!

Wir wünschen ihm und seiner

Familie Glück und Gesundheit

und immer eine Handbreit Wasser

unterm Kiel!

Ernennung zum Ehren-

Commodore mit Gottfried

Rieser, Christian

Schifter und Thomas

Hickersberger (v. l.).

YCA-Events und -Veranstaltungen

YCA-JUBILÄUM

YCA Crew Salzburg

auf dem Mondsee

Text GABRIELE MONZ | Foto ATELIER KOPFSACHE

Am 9. Juli laden wir anlässlich

der 50 Jahre YCA

Jubiläumsfeierlichkeiten

unsere Mitglieder zu einer etwas

außergewöhnlichen Schiffsfahrt

mit der Herzog Odilo auf

dem Mondsee ein. Inkludiert

sind Prosecco-Empfang und

Mondseeschifffahrt Familie Hemetsberger.

Catering an Bord sowie der

Bustransfer von Salzburg zum

Mondsee und retour.

Wir freuen uns schon jetzt

auf ein gemütliches und geselliges

Beisammensein in einem

traumhaften Ambiente auf dem

Wasser!

2. Juli Attersee Weyregg Attersee Cup mit YCA

9. Juli Biograd/HR Crew OÖ Langstrecken-Törn 400 sm, 8 Tage

9. Juli Mondsee 50 Jahre YCA Crew Salzburg

15. Juli Solent/GBR Gezeiten-Stromrevier, Segeln Sp., 8 Tage

16. Juli Kroatien Competent Crew, Theorie und Praxis, 8 Tage

23. Juli Attersee Weyregg Attersee Cup mit YCA

25. Juli Attersee Nußdorf Bfa Binnen Einstieg zum Segeln, 5 Tage

30. Juli Kroatien Jugendtörn Crew OÖ Termin A, 8 Tage

13. August Kroatien Jugendtörn Crew OÖ Termin B, 8 Tage

20. August Attersee Weyregg Attersee Cup mit YCA

20. August Isle of Skye Schottland & Hebriden, 8 Tage

27. August Punat/HR Crew Stmk Langstrecken-Törn 400 sm, 8 Tage

10. September Südbretagne/FRA Spezial: Tidenrevier Segeln, 10 Tage

10. September Breitenbrunn NS Regattatraining inkl. Nachtsegeln Teil 2, 2 Tage

16. September Online Basis Segel Kurs + Praxis auf Boot, 2 Tage

23. September Innsbruck BFA-Theorie-Ausbildung, 2 Tage

24. September Ansfelden Sem.-Hotel „Elektrik an Bord” mit Oliver Hrazdera

25. September Kanaren Tidenmeilen Langstrecke, 15 Tage

1. Oktober Biograd AAC Alpe Adria Challenge 2022, 8 Tage

15. Oktober Ansfelden Sem.-Hotel „Kommunikation an Bord” mit G. Truttenberger

22. Oktober Rogoznica 50 Jahre YCA Langstrecken-Törn, 8 Tage

Allfällige Änderungen vorbehalten.

Clubabende

Sämtliche YCA-Clubabende (online oder real), Aus- und Weiterbildungs-

Möglichkeiten tagesaktuell abrufbar unter è www.yca.at/vereinonline

Crew Kärnten: Clubabende 14-tägig, siehe è www.yca-crew-ktn.at

Gäste und Freunde zu unseren YCA-Clubabenden herzlich willkommen!

4/2022 79


YACHT CLUB AUSTRIA

News Juli/August 2022

YCA-AUSBILDUNG

Helden der

Donauschifffahrt

Hubert von Goisern hatte im Millenniumsjahr die Idee, mit dem Schiff die Donau entlang bis zum

Delta zu fahren, Musik mit lokal bekannten Künstlern zu machen und Land und Leute entlang dieser

historischen Wasserstraße kennenzulernen. Zwei Freunde wurden auf das Projekt aufmerksam und

setzten dieses Vorhaben während der Pandemie um. Einer, der nach über 45 Berufsjahren bereits

in Pension gegangen ist, und der andere am Sprung dorthin waren sich einig: jetzt oder nie!

Text FRITZ SCHMUTZHART UND JOSEF FRISCHMUTH | Fotos YCA-ARCHIV

Unser Ziel war das Erlangen

des Schiffsführerpatents

20 Meter Binnen, welches

zum Befahren von Internationalen

Wasserstraßen befähigt. Die beste

Ausbildung führte zum Yacht Club

Austria, Crew Oberösterreich, mit

seiner Motoryacht Esperanza und

einem hoch motivierten Trainerstab

mit Kompetenzzentrum.

Im Mai 2021 ist es so weit, wir

stehen im Winterhafen zur ersten

Ausfahrt bereit. Trainer Rolf lässt

uns gleich ans Steuer. Wir sind ja

erfahrene Segler, so denken wir …

Unterbrochen von bereits gebuchten

Urlauben wird in den

Schleusenfahrt.

Clubyacht Esperanza

in Linz an der Donau.

kommenden Monaten fleißig trainiert;

das Pensum umfasst 40 Ausfahrten

zu je etwa zwei Stunden an

40 unterschiedlichen Tagen und

führt bei Donaufahrten mit laufendem

Wiederholen von Anlegemanövern,

Traversieren und Lavieren

zu wachsender Sicherheit.

Besonders eindrucksvoll sind

längere Ausfahrten nach Wilhering,

in die 1,8 km lange Wasserstraße

der Traun oder zur

Schleusenfahrt nach Mauthausen,

wo uns die Größe und Mächtigkeit

des Donaustroms mehr und

mehr bewusst wird und sich der

Wunsch, dieses Patent endlich in

Anlieger Mauthausen.

Wolfgang Hurch und Patrick Kindsthaler

beim „Dummy Over Board“-Manöver.

Händen zu halten, noch deutlich

verstärkt.

Doch zuvor gilt es noch eine

Prüfung im Verkehrsministerium,

der obersten Schifffahrtsbehörde,

zu bestehen. Das YCA Kompetenzzentrum

in Linz bereitete uns

in einigen Wochenend-Theoriekursen

professionell und engagiert

vor. Im Oktober endlich waren die

40 Praxistage auf der Esperanza

geschafft und wir buchten uns für

den ersten möglichen Prüfungstermin

im Dezember 2021 ein.

Doch aus Delta wurde Omikron,

und unser Termin schmolz

im Lockdown davon. Mitte Jänner

2022 wurde ein Ersatztermin

gefunden, der dann auch tatsächlich

hielt.

Die körperliche und nervliche

Anspannung und Aufregung über

diesen Prüfungsmarathon war

doch spürbar und umso größer

war die Erleichterung, als wir

nach 227 Tagen vom SFA-Kapitän

die Worte zu hören bekamen:

„Ich gratuliere zur bestandenen

Prüfung!“

Im Rückblick war es ein Traum,

der Wirklichkeit wurde und den

wir allen Umständen zum Trotz

mit Unterstützung des YCA

erfolgreich meistern konnten!

Interesse am 20-m-Schiffspatent?

Infos und Anmeldungen:

è paul.schuerz@yca-ooe.at

80 4/2022


YCA-JUGEND

YCA-Jugendtörn 2022

Auch heuer finden wieder unsere beliebten Jugendtörns statt. Aufgrund der großen

Nachfrage wurden heuer zwei Termine organisiert. Das bedeutet die doppelte

Ladung an Action, Spaß und Segeln in Kroatien!

Text und Foto PHILIPP ECKERSTORFER, AUSBILDUNGSLEITUNG JUGEND

YACHT CLUB AUSTRIA

GENERALSEKRETARIAT

Estermannstraße 6, 4020 Linz

+43(0)732 781086, office@yca.at

www.yca.at

COMMODORE

Gottfried „Titzl“ Rieser

+43(0)664 3706027

gottfried.rieser@yca.at

Neues Jahr, neue Leute, neue Erfahrungen

– aber das Motto bleibt

gleich: Du bist zwischen 18 und

30 Jahre alt, YCA-Mitglied, möchtest

deine Segelerfahrungen erweitern und

eine Woche unter Gleichaltrigen auf dem

Meer verbringen? Dann ist dieser Törn

genau das Richtige für dich! Es erwartet

dich eine tolle Mischung aus Segeltraining

und Entspannung. Die anteiligen

Charterkosten betragen 100 Euro pro

Person (150 Euro für Personen von 27

bis 30 Jahren) plus Bordkassa (An- und

Abreise, Verpflegung, Liegegebühren

u. ä.) in der Höhe von ca. 250–300 Euro.

Die Termine: 30. 7.–6. 8. oder 13. 8.–20. 8.

2022. Wo genau, sagen wir dir bei der

Anmeldung, am besten gleich direkt

beim Ausbildungsleiter:

è philipp.eckerstorfer@yca-ooe.at

Jugendtörn 2019 in Biograd, Kroatien mit Theresa,

Julia, Philipp, Maximilian, Eva und Magdalena

CREW WIEN, NÖ, BURGENLAND

Crew-Commander

Günther Holzinger

+43(0)664 2108020

guenther.holzinger@yca.at

CREW SALZBURG

Crew-Commander

Hubert Kraft

+43(0)664 9645011

hubert.kraft@yca.at

CREW OBERÖSTERREICH

Crew-Commander,

Generalsekretär

Thomas Hickersberger

+43(0)676 3067224

thomas.hickersberger@yca.at

YCA-REGATTA

YCA goes Segel-Bundesliga

Text GOTTFRIED RIESER | Foto ??????

CREW TIROL UND VORARLBERG

Crew-Commander

Johannes Lindig

+43(0)660 5208136

j.lindig@tsn.at

Träume nicht dein Leben, sondern

lebe deine Träume – wer es nicht

probiert, wird es nie erfahren ...“,

so oder so ähnlich ist die Idee entstanden,

der YCA könnte doch seine Kompetenz

auch auf der Regatta-Bahn beweisen

und an der Segel-Bundesliga

teilnehmen. Das Format besteht aus

Fleet-Races auf kurzen Kursen in Ufernähe

auf Österreichs Binnenseen und ist

sehr publikumswirksam. Der Wechsel

der Teams findet auf dem Wasser statt.

Im Jahr 2022 wird auf baugleichen J70

gesegelt.

Ein Liga-Wochenende besteht aus

drei Tagen von Freitag bis Sonntag.

Die segelsportliche Durchführung der

einzelnen Events, d. h. Wettfahrtleitung

im Regattagebiet, erfolgt durch die Ausrichterclubs

in Zusammenarbeit mit der

Segelbundesliga. Interesse? Schreib uns:

è gottfried.rieser@yca.at

FOTO: STUDIO46.AT

CREW KÄRNTEN

Crew-Commander

Daniel Kirchmeier

+43(0)664 2131805

daniel.kirchmeier@yca.at

www.yca-crew-ktn.at

CREW STEIERMARK

Crew-Commander

Mike Hecker

+43(0)676 6086035

mike.hecker@yca.at

AUSBILDUNG

YCA-Ausbildungsleiter

Gerald Truttenberger

+43(0)664 2253313

gerald.truttenberger@yca.at

Crewbörsen: Mitsegler zu unseren

nächsten Regatten und Törns gesucht!

Falls es einmal heißt: „Ausgebucht“ oder „Anmeldefrist verstrichen“: Wir haben immer ein offenes Ohr

für „Last Minute“-Anfragen, da es immer wieder unvorhergesehene Ausfälle von Teilnehmern gibt!

NAUTISCHES

KOMPETENZ-ZENTRUM

Wolfgang Hurch

+43(0)732 781086

wolfgang.hurch@yca.at

4/2022 81


Sailing Poetry

London Sailing und

der Admiral in den

St. Katherine Docks

Wir segeln wieder durch

London; in der stilvollen

Marina St. Katherine Docks

inmitten der City treffen wir

auf einen Admiral, reden mit

ihm über seine Segelmanöver

vor Trafalgar – und wir

erfinden einen Plot.

Mit einer Wayfarer Jolle des

Shadwell Segelclubs segeln

wir auf der Themse, Kurs

Tower Bridge; steuerbords, knapp

vor der Bridge, sieht man einen

Wald von Segelmasten zwischen

Häusern – die Yachtmarina St. Katherine

Docks. Vor den beträchtlichen

Tiden auf der Themse, die hier

neun Meter erreichen können, ist

sie durch Schleusen geschützt, nur

fünf Minuten von der City. Kenne

Banker, die ihre Yachten hier liegen

haben und darauf schlafen, wenn

sie bis spät in die Nacht in der nahen

City gearbeitet haben und nicht

hinausfahren wollen zu ihren Häusern

in Highgate oder Westminster.

Die Marina hat eine lange Geschichte,

erst als Handelshafen,

dann, als die Handelsschiffe zu groß

wurden, als Yachthafen. Wer sie auf

eigenem Kiel anlaufen will, kann

hier buchen: è www.skdocks.co.uk/marina

Man macht vor dem Schleusentor

an Bojen fest und wartet auf die

Glocke des Yachtclubs, die das

Schleusen ankündigt. Der „Yacht

Master“ der Royal Yachting Association,

im Lehrplan: Anlegen an Bojen

im Strom, wäre hier von Nutzen.

ALFRED ZELLINGER

ist Schriftsteller und

erlernte das Segeln in

der O-Jolle des Vaters

auf dem Traunsee. Dort

segelt er heute einen

30er-Schärenkreuzer,

auf dem Meer eine

46er Grand Soleil.

kolumne@ocean7.at

sion Napoleons und die Vormacht

Englands auf den Meeren gesichert,

antworte ich. Ach, wir waren bloß

die besseren Segler, sagt er; wir

stellten die Spanier und Franzosen

südlich von Cadiz; waren ihnen

aber zahlenmäßig unterlegen. Sie

liefen in südlicher Richtung vor

dem Wind; wir steuerten im rechten

Winkel auf sie zu, ich ließ das

Signal „Engage the enemy closely“

geben, befahl also den Nahkampf

Schiff gegen Schiff.

Die traditionelle Taktik war,

dass Flotten sich in geschlossenen

Kiellinien bekämpften. Stattdessen

teilte ich meine Schiffe in zwei Geschwader,

die mit 90 Grad auf die

französisch-spanische Linie treffen

und sie durchschneiden sollten.

So würde ich eine zahlenmäßige

Überlegenheit besitzen, denn die

vorausfahrenden Schiffe des Gegners

würden Zeit brauchen, zu

wenden und in den Kampf einzugreifen.

Was man später den „Nelson

Touch“ nennen sollte, gelang: Wir

vernichteten den Gegner. Pech war

nur, dass ich dabei von der Kugel

eines französischen Schützen getroffen

wurde. Lady Hamilton soll

sehr getrauert haben, sage ich.

DER PLOT

Nehme anderntags Platz auf einem

wuchtigen Steinquader, der als Sitzbank

dient, vor einer der Piers der

Marina, dahinter das Dickens Inn,

von dem Klaviermusik herüber

klingt. Und hier, nicht weit von der

Banker-City, fällt mir der Plot ein

zu einem Buch, das man vielleicht

mein Alterswerk nennen wird:

„Endspiel an der Pier Vier“.

Der Steinquader dient fünf alten

Herren als Bank; täglich treffen sie

hier einander, trinken Wein und

reden über Gott und die Welt, diskutieren

die Lage in Stadt und Land,

treffen ihre Ex-Frauen, ihre gut geratenen

oder missratenen Kinder,

memorieren die Geschichten des

Tages und die Geschichten ihres

Lebens …


In der nächsten Ausgabe, meine

Damen und Herren, schreibe ich –

hoffentlich von etwas Weisheit des

Alters diktiert – über den Kreislauf

des Lebens und den Kreislauf des

Segelns.

NELSON

Später in der Marina, bei einem Bier

auf der Terrasse des Dickens Inn,

stoßen wir auf einen Marineur in

Admiralsuniform, um das rechte

Auge Narben, ein Arm fehlt ihm.

„Admiral Nelson, I presume?“

spreche ich die geflügelten Worte.

Man kennt mich also noch, sagt er.

Mit Ihrem Sieg vor Trafalgar haben

Sie Ihr Land bewahrt vor der Inva-

St. Katherine Docks.

82 4/2022


BÜCHERSCHAPP

Tipps, Trends & Neuheiten

Portugal zum Ausklappen

BILDBAND. Das Buch zu unserer

Portugal-Story ab Seite 26!

Die Bildbandreihe Das Buch

des Kunth Verlags präsentiert die

schönsten Seiten der jeweiligen

Destination in üppig aufgemachter

Weise. Highlights sind die spekta -

kulären Ansichten dank ausklapp -

barer Panoramaseiten. Im Portu -

gal-Band werden u. a. die großen

Städte und beschaulichen Dörfer,

die zerklüfteten Felskaps und die

wellensportlichen Sandstrände des

Landes vorgestellt.

Portugal. Das

Buch – Highlights

eines faszinierenden

Landes. 2. Auflage,

Kunth Verlag,

368 Seiten, € 34,95.

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Die Crew bei

Laune halten

RATGEBER. Sechs Jahre als Entertainment-Manager

auf einem Kreuzfahrtschiff

haben Thorsten Jost gelehrt, wie

man mit Gästen und Mitarbeitern umgeht.

Seine Lektionen über Motivation

und Teamarbeit

an Bord hat Jost

in einem autobiografischen

Ratgeber für

Führungskräfte,

die den Wassersport

lieben, unterhaltsam

aufbereitet.

Einblicke

in den Crew-

Alltag inklusive.

Thorsten Jost: Alle

in einem Boot. Was Führungskräfte

von Seefahrern lernen können.

Remote Verlag, 108 Seiten, € 19,99.

è www.remote-verlag.de

Baba Büro

AUSSTEIGER. Viele träumen davon,

der Berliner Journalist Jens

Brambusch hat es verwirklicht:

Nach einem Burnout kündigt er

seinen Job, verkauft seine Wohnung

und zieht auf ein 30 Jahre altes

Segelboot in der Türkei: die Dilly-

Dally. Anfang Oktober 2018 sitzt

er im Flieger, in der Hand ein One-

Way-Ticket in sein neues Leben.

In dem daraus entstandenen Buch

„Tausche Büro gegen Boot“ schildert

Brambusch in amüsanten wie

nachdenklichen Anekdoten seinen

Alltag an Bord,

berichtet von

Missgeschicken

und herrlichen

Momenten und

gibt Einblicke in

das Bootsleben.

Jens Brambusch: Tausche Büro

gegen Boot. DuMont Reiseverlag,

288 Seiten, € 18,50.

è www.dumontreise.de

verlost unter allen Teilnehmern

3 Exemplare des Buchs.

Einfach eine E-Mail mit Betreff-

Zeile „Brambusch“ an gewinnen@

ocean7.at senden und mit etwas

Glück gewinnen! Einsendeschluss

ist der 24. Juli 2022, die Gewinner

werden per E-Mail verständigt.

Mit Ihrer Teilnahme erklären

Sie sich einverstanden, den

-Newsletter (jederzeit

kündbar) per E-Mail zu erhalten.

Ihre Daten werden nicht an Dritte

weitergegeben. Keine Bar ablöse.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Kartographische Schätze

SEEKARTEN. Einer der größten

Fachhändler für antike Karten aller

Art ist Barry Lawrence

Ruderman Antique Maps. Die

Archive des Unternehmens bergen

auch historische Seekarten, die nun

in einem Bildband, der im Oktober

erscheint, zusammengefasst wurden.

Nicht nur ein großartiger Überblick

über die Geschichte der Seekarten,

sondern auch ein Augenschmaus,

denn was den alten Karten mitunter

an geografischer Genauigkeit abgeht,

machen sie mit ihrem Aufwand wieder

wett.

Katherine Parker,

Barry Ruderman:

Historische Seekarten.

White Star

Verlag, 208 Seiten,

€ 41,10.

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