22.06.2022 Aufrufe

Brennpunkt Gesundheit & Soziales

Das Infomagazin des Sozialmedizinischen Zentrums Oberwallis informiert über aktuelle Themen aus den Bereichen Soziales und Gesundheit und erscheint ab 2023 halbjährlich.

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Brennpunkt

Gesundheit & Soziales

Infomagazin des SMZO – Juni 2022

Seite 6

Berufsperspektive Spitex:

Ausbildung mit Betriebsanstellung

Seite 8

Mobbing in der Schule

Seite 11

2. Ehemaligenanlass

des SMZO

www.smzo.ch


Editorial

2

Editorial

Geschätzte Leserin,

geschätzter Leser,

Schon Vincent van Gogh hat gesagt, dass Wandlung genauso notwendig

sei wie die Erneuerung der Blätter im Frühling. Ganz im Zeichen

des Wandels stand vor zehn Jahren auch die Fusion der sieben Sozialmedizinischen

Zentren, aus der das heutige SMZO hervorgegangen

ist. Ein Projekt, das nach anfänglichem Widerstand rasch auf eine breit

abgestützte Zustimmung stiess. Wie gross die Einigkeit aller beteiligten

Akteure war, kann dem Protokoll der Gründungsversammlung vom

Herbst 2011 entnommen werden: nach kaum mehr als 75 Minuten war

der neue Verein unter Dach und Fach.

Seitdem ist viel Wasser den Rotten hinuntergeflossen – mögliche Befürchtungen

aber, dass es aufgrund der neu geschaffenen Strukturen

zu einer Kostenexplosion kommen könne, haben sich genauso wenig

bewahrheitet wie ein möglicher Zweifel daran, dass der neu geschaffene

«Koloss» träge und genauso schwer zu steuern sein werde wie

ein Riesentanker auf See.

Ganz im Gegenteil. Nicht zuletzt ist der Qualitätsanspruch des SMZO

auch nach zehn Jahren der Treiber für fortlaufende Innovation und

Optimierung. Und Garant dafür, dass die betroffene Oberwalliser

Bevölkerung in herausfordernden Lebenssituationen eine bestmögliche

Versorgung im Bereich Soziales und Pflege erhält, dank derer

sie in ihrem gewohnten Umfeld wohnen bleiben kann. So wurden beispielsweise

neue, attraktive Ausbildungsmodelle geschaffen. Dank

der Einführung des elektronischen Pflegedossiers Carefolio@Home

konnten die Prozesse bei der Spitex schlanker und Arbeitsplätze noch

zielführender ausgestaltet werden. Und mit einem ausgeklügelten

Weiterbildungsangebot wird die fortlaufende Kompetenzwahrung

und -entwicklung bei den Mitarbeitenden sichergestellt. Angebote

wie das Family Coaching & Beratung als niederschwelliger Ableger

der Sozialpädagogischen Familienbegleitung Oberwallis wurden geschaffen.

Und im selben Atemzug sei natürlich auch die Schulsozialarbeit

Oberwallis genannt. An das SMZO angehängt und zu 100 % von

den beteiligten Gemeinden finanziert, wurde sie ebenfalls vor zehn

Jahren in Brig-Glis, Visp und Naters ins Leben gerufen. Bereits jetzt

in 19 und ab September dann sogar in insgesamt 23 Oberwalliser Gemeinden

tätig, darf sie berechtigt als Erfolgsgeschichte bezeichnet

werden.

Inhaltsverzeichnis

Alles auf einen Blick

2 Editorial

3 10 Jahre SMZO

5 Staatsrat Franz Ruppen

5 Wichtige Neuerungen bei der IV

6 Berufsbilder bei der Spitex

8 SPOTnat

8 Schulsozialarbeit: Mobbing

beenden

9 Vier Gemeinden – ein Team

9 Family Coaching & Beratung

10 Wohnen im Alter im Fieschertal

10 Facts & Figures Spitex 2021

11 Unsere Lesetipps für Sie

11 Ein Wiedersehen im Zeichen

des Wandel(n)s

12 Veranstaltungstipps

Und genauso hoffen wir natürlich auch, dass dieses Magazin, von dem

Sie jetzt gerade die Erstausgabe in den Händen halten, zu einer Erfolgsgeschichte

wird. Es löst das bisherige SMZO Sendeformat «Brennpunkt

Gesundheit & Soziales» (mit 36 produzierten Sendungen) auf TV

Oberwallis ab. Das neue Magazin ist Teil des Informations- und Aufklärungsauftrages,

welcher für das SMZO im kantonalen Leistungsauftrag

verankert ist, und wir wünschen Ihnen fortan, ab 2023 halbjährlich,

eine unterhaltsame und vor allem informative Lektüre.

Michael Lochmatter-Bringhen

Präsident SMZO


Leitartikel

3

Im Herbst 2011 fielen die strategischen Grundsatzentscheide zur Gründung des SMZO

10 Jahre SMZO

Ziele mehrheitlich erreicht; die Herausforderungen

bleiben dieselben

Die Perspektiven im (ambulanten) Oberwalliser Pflegebereich

waren vor zehn Jahren wenig rosig. Auf Basis des damals vom

Kanton neu erteilten Leistungsauftrages, welcher neben einer

neuen Strategie auch neue, von den damals noch sieben Zentren

abzudeckende Dienstleistungen beinhaltete, wurde ein Anstieg

der Kosten um nicht weniger als 50 % binnen drei Jahren

befürchtet. Vor dem Hintergrund, dass die Kostenentwicklung

die öffentliche Hand bereits in der Vergangenheit immer mehr

belastet hatte – in der Zeit von 1991 bis 2011 hatten sich die

Ausgaben verzehnfacht, und in den letzten fünf Jahren vor der

Fusion musste eine markante Kostensteigerung von 50 % hingenommen

werden – erkannten die Oberwalliser Gemeinden,

dass es dringend eine gemeinsame Strategie braucht, mit der

man den zukünftigen Herausforderungen gemeinsam erfolgreich

begegnen könne. In der Folge wurden verschiedenste

Szenarien für Lösungsansätze durchgespielt. Allein, man kam

bei allen Varianten stets sehr schnell immer wieder zu derselben

Erkenntnis: so verzettelt wie bis anhin – mit sieben Sozialmedizinischen

Zentren (SMZ) unterschiedlichster Grösse –

wäre man zwangsläufig zum Scheitern verurteilt. Entweder,

weil man die kantonalen Leistungsvorgaben nicht würde erfüllen

können, oder weil die gegebenen Mitarbeiterstrukturen

trotz allfälliger zukünftiger Optimierungen dies nicht hergeben

würden. Nicht zuletzt, weil bereits damals schon bekannt

war, dass die demografische Entwicklung auch im Wallis über

kurz oder lang zu einem Fachkräftemangel führen wird.

So einigte man sich in der interkommunalen Strategie auf

fünf wesentliche Ziele, welche mit einer Fusion verfolgt werden

sollten. Einerseits wollte man – analog den regionalen

Strukturen in einzelnen Regionen im Unterwallis – einen einzigen

starken Partner im Pflege-, Gesundheits- und Sozialbereich

im Oberwallis etablieren. Darüber hinaus sollten die

Führungsstrukturen optimiert werden. Hierzu zählten insbesondere

die Bereiche Finanzen und Controlling, Personalmanagement

aber auch IT Infrastruktur – allesamt Bereiche, die

von kleineren Ablegern der SMZ mit nur einer Handvoll Mitarbeitenden

nie hätten erbracht werden können. Darüber hinaus


Leitartikel

4

«Wir profitieren von

dem, was unsere

Entscheidungsträger

vor mehr als zehn

Jahren initiiert hatten.»

Willy Loretan, Geschäftsleiter SMZO

sollte ein neues, grosses Oberwalliser Sozialmedizinisches

Zentrum auch endlich das notwendige Gehör finden – sowohl

bei der Politik, bei der Walliser Vereinigung der Sozialmedizinischen

Zentren und natürlich auch als Gegengewicht zu den

Unterwalliser Zentren. Neben diesen elementaren Rahmenbedingungen

ging es aber natürlich auch um die Sicherstellung

einer einheitlichen Versorgungsqualität der Oberwalliser Bevölkerung

– vom Obergoms über die Seitentäler bis hinunter

nach Varen sollte jeder Bedürftige die qualitativ gleichwertige

Dienstleistung erhalten können. Zu guter Letzt galt ein Hauptaugenmerk

natürlich im Wissen der eingangs geschilderten

Kostenentwicklung auch den Finanzen. Es war offensichtlich,

dass in diesem Ressort, in dem Menschen mit Kompetenz

und Leidenschaft für Menschen in herausfordernden Situationen

arbeiten, damit Letztere so selbstbestimmt und eigenständig

wie möglich in den eigenen vier Wänden leben können,

in Zukunft wohl kaum mit niedrigeren Kosten gerechnet,

geschweige denn gearbeitet werden könnte. Aber man wollte

zumindest versuchen, dass man mit vereinten Kräften die

Kostensteigerung möglichst stark abflachen kann.

Heute, zehn Jahre nach der Fusion kann rückblickend festgehalten

werden, dass diese Ziele nicht zuletzt nur dank des Zusammenschlusses

mehrheitlich erreicht worden sind.

So ist heute dank Leistungsverträgen für alle Gemeinden sichergestellt,

dass die erbrachten Dienstleistungen von einheitlicher

Güte sind, und auch die Anforderungen des Kantons

konnten bis dato erfüllt und abgedeckt werden. Die

Anstellungsbedingungen für die Mitarbeitenden konnten

vereinheitlicht werden, und auch die Betreuung der Oberwalliser

Bevölkerung stellt sich heute als signifikant verbesserte

Dienstleistung dar. Für die Oberwalliser Gemeinden konnten

zudem spezifische Angebote geschaffen werden, wie beispielsweise

die Gewährleistung der Berufsbeistandschaft

für alle Gemeinden, die Ausweitung der Schulsozialarbeit auf

zahlreiche Oberwalliser Regionen oder auch der Ausbau von

Zusatzleistungen in der Spitex. Hierzu gehören insbesondere

der Betreuungs- und Entlastungsdienst, die Ansprechstelle für

betreuende Angehörige oder die Pflegeverrichtungen vor Ort

aber auch das Leisten von Sondereinsätzen wie zuletzt in der

COVID-19-Pandemie. In dieser Zeit unterstützte das SMZO

Hausarztpraxen bei der Durchführung von PCR Tests und gewährleistete,

dass im kantonalen Impfzentrum in Brig ausreichend

Personalressourcen vorhanden waren.

die Rolle des Pilot-SMZ, so zum Beispiel bei der Einführung

des elektronischen Pflegedossiers Carefolio@home. Und hinsichtlich

der Kostenentwicklung ist tatsächlich eingetreten,

was vor der Fusion als Ziel ausgegeben worden war. Eine Stabilisierung

der Ausgaben konnte erreicht werden – so war zwischen

2011 und 2021 nur noch ein vergleichsweise moderater

Anstieg von 6,5 % der Kosten zu verzeichnen.

Gleichwohl mag es verwundern, wenn die Herausforderungen,

denen sich das Sozialmedizinische Zentrum Oberwallis auch

aktuell und in naher Zukunft gegenübersieht, praktisch immer

noch dieselben sind. Was unter dem vorab Aufgezeigten aber

eben ganz und gar nicht heisst, dass in den vergangenen zehn

Jahren nicht erfolgreich gearbeitet wurde. Vielmehr ändern

sich die jeweiligen Rahmenbedingungen, die nicht nur für sich

allein Auswirkungen haben, sondern sich auch noch wechselseitig

beeinflussen und in der Folge das SMZO heutzutage vor

immer neue Aufgaben stellen. Als Beispiel sei an dieser Stelle

nur die demografische Entwicklung mit der Tendenz zur beschleunigten

Alterung insbesondere in den Rand- und Berggebieten

erwähnt – so geht die kantonale Langzeitpflegeplanung

für das Oberwallis aktuell von einem Anteil von 8,6 % der

über 80-Jährigen bis ins Jahr 2030 aus. Im Jahr 2010 lag dieser

Wert noch bei rund 4,4 % und somit bei der Hälfte. Nicht

nur, dass immer mehr Menschen im Alter immer länger zu

Hause wohnen bleiben und damit ein generell erhöhter Bedarf

an Pflegefachkräften erforderlich wird. Die Betreuung und

Versorgung in Rand- und Bergebieten impliziert unausweichlich

auch ein Vielfaches Mehr an längeren Wegzeiten, die sich

in der effektiven Arbeitszeiteffizienz niederschlagen: Je mehr

das Pflegepersonal fahren muss, umso weniger Menschen

können versorgt werden. D.h., dass SMZO benötigt deutlich

mehr Pflegekräfte, die auf dem Arbeitsmarkt ohnehin schon

mit zunehmenden Aufwand gesucht werden.

Aber den grundsätzlichen Erfolg der Fusion vor zehn Jahren

stellt heute niemand mehr in Frage. Mit dem Entscheid des

Kantons ist seit Juli 2021 sogar gesetzlich festgeschrieben,

dass es im Wallis nur noch fünf regionale Sozialmedizinische

Zentren, und darunter eines im Oberwallis geben darf.

Damit untermauert er den Staatsratsbeschluss vom 27. Oktober

2011 nachhaltig und erteilt in Anlehnung an den Artikel

im Walliser Boten vom 15. September 2011 «Grünes Licht für

SMZO» auch weiterhin grünes Licht für die Zukunft des SMZO.

Auch auf kantonaler Ebene ist nun eine bessere Interessenvertretung

sichergestellt. Das Oberwallis tritt geeint auf, übernimmt

Verantwortung und das eine oder andere Mal auch


Kurz gefragt, kurz gesagt …

5

Staatsrat Franz Ruppen

Herr Staatsrat Ruppen,

Sie waren 12 Jahre

als Gemeinderat verantwortlich

für das Soziale

in Ihrer Gemeinde

Naters. Heute sind Sie

als Staatsrat in Sitten

für das «Baudepartement»

verantwortlich.

Wie haben sie sich eingelebt?

Ich habe mich sehr

gut eingelebt. Die Zeit

vergeht schnell; ich

bin jetzt bereits mehr

als ein Jahr im Amt.

Meine Zeit in der Exekutive

und als Gemeindepräsident von Naters hat mir geholfen,

mich rasch in den neuen Aufgaben meines Departements

zurechtzufinden. Es gibt viel zu tun in meinem Departement:

Strassen und Öffentlicher Verkehr, Bau der Autobahn im Oberwallis,

Rhonekorrektur, Naturgefahren, Sanierung der belasteten

Standorte, Raumplanung, etc. Es ist ein spannendes, aber

arbeitsintensives Departement.

Wie haben Sie das Gesundheits- und Sozialwesen als Vorsteher

des Ressorts Gesundheit und Soziales in Naters sowie als

langjähriges Vorstandsmitglied SMZO wahrgenommen?

Manche Leute denken, das «Ressort Soziales» sei ein einfaches

Ressort und relativ leicht zu führen. Das Gegenteil ist

der Fall: es war ein intensives Ressort, vor allem auch von

der menschlichen Seite her betrachtet. Ich habe viele Einzelschicksale

gesehen, die mich betroffen gemacht haben. Ich

bin überzeugt, dass mein juristischer Hintergrund für mich ein

grosser Vorteil war, sowohl als Ressortvorsteher als auch als

Vorstandsmitglied des SMZO.

Ausgaben im Gesundheits- und vor allem im Sozialwesen werden

stets kritisch angesehen – «Braucht es das? Sollte nicht

Selbstverantwortung gelten? Ist nicht jeder seines eigenes

Glückes Schmied?»; was entgegnen Sie solchen Voten?

Natürlich gilt vorerst – auch im Sozialwesen – der Grundsatz

der Eigenverantwortung. Der Staat hilft subsidiär. Aber nicht

jeder ist privilegiert. Darum braucht es entsprechende Unterstützung.

Und eines ist auch klar: es braucht ein funktionierendes

Gesundheits- und Sozialwesen. Das hat gerade auch

die Corona-Pandemie gezeigt. Ich bin 2013 selbst an Krebs

erkrankt und habe damals Dienstleistungen der SPITEX in Anspruch

genommen. Bis heute bin ich dankbar dafür! Die Mitarbeitenden

haben einen tollen Job gemacht.

Was ist schwieriger: die Autobahn A9 fertigstellen oder in

einem Gemeinderat das oft unpopuläre Ressort Soziales vertreten?

Beides ist mit grossen Herausforderungen und auch mit Schwierigkeiten

verbunden und beides wird von aussen manchmal

nicht richtig wahrgenommen. Entscheide oder Entwicklungen

werden nicht immer direkt verstanden, weil Aussenstehenden

oft nicht alle Details bekannt sind. Aber der Bau der Autobahn

A9 im Oberwallis geht voran. Am 23. September 2022 können

wir die Nordröhre des Tunnels Visp eröffnen!

Die Schweizer Konferenz für Sozialhilfe SKOS geht als Auswirkung

der Corona-Pandemie von einer zeitlich verzögerten,

aber empfindlichen gesamtschweizerischen Steigerung der

Ausgaben in der Sozialhilfe aus. Wie beurteilen Sie dies?

Bis jetzt wurden die Sozialhilfeausgaben durch die Corona-Pandemie

kaum beeinflusst. Ob es zeitlich verzögert tatsächlich zu

einer solchen Corona-bedingten Steigerung in der Sozialhilfe

kommt, ist schwierig zu sagen. Wichtig ist eine positive wirtschaftliche

Entwicklung. Wenn die Wirtschaft floriert, werden Arbeitsplätze

geschaffen. Und eine gute Arbeitsmarktlage erleichtert

die berufliche Integration von Menschen in der Sozialhilfe.

Herzlichen Dank für das Gespräch Herr Staatsrat.

Gut zu wissen

Wichtige

Neuerungen

bei der IV

Am 1.1.2022 trat die Weiterentwicklung

der IV und somit auch das stufenlose

Rentensystem in Kraft

Das neue, stufenlose Rentensystem gilt für alle Neurentner ab

dem 1.1.2022. Bereits laufende Renten werden nach dem neuen

System berechnet, wenn sich bei einer Revision der Invaliditätsgrad

um mindestens fünf Prozentpunkte ändert. Die Renten von

unter dreissigjährigen Versicherten werden innerhalb von zehn

Jahren ins stufenlose System überführt. Für Versicherte über 55

Jahre wird der Besitzstand garantiert. Die Höhe des Anspruchs

auf eine Invalidenrente wird neu in prozentualen Anteilen an einer

ganzen Rente festgelegt und nicht mehr in Abstufungen von Viertelsrenten.

Wie bisher werden Renten ab einem Invaliditätsgrad

von 40 Prozent gewährt. Der Anspruch auf eine ganze Rente entsteht

ab einem Invaliditätsgrad von 70 Prozent. Bei einem Invaliditätsgrad

von 50 bis 69 Prozent entspricht der prozentuale Anteil

neu genau dem Invaliditätsgrad. Für die Invaliditätsgrade von 40

bis 49 Prozent liegt die Rente zwischen 25 und 47,5 Prozent.

www.soziale-sicherheit-chss.ch.


Perspektiven

6

Berufsbilder bei der Spitex

Diplomierte Pflegefachperson mit Herz und Leidenschaft

Es ist erst kurz nach sieben Uhr morgens, als Jenny Bovet

vom Spitexteam Leuk-Steg bereits bei ihrer ersten Kundin

eintrifft. Sie ist im dritten Ausbildungsjahr zur diplomierten

Pflegefachfrau HF und wird im Sommer mit ihrer Diplomarbeit

abschliessen. Dabei handelt es sich alles andere als

um eine konventionelle Ausbildung, denn die 32-jährige ist die

erste Auszubildende im Oberwallis, welche bei der Spitex das

Modell «Ausbildung mit Betriebsanstellung» absolviert haben

wird. Das heisst, das SMZO hat sich verpflichtet, sie nach Beendigung

der Ausbildung ab September für mindestens zwei

weitere Jahre bei der Spitex Oberwallis anzustellen.

Dass ihr das Helfen von Menschen Spass und Freude bereitet,

hat die gelernte Detailhandelskauffrau zum ersten Mal festgestellt,

als sie in Leukerbad noch im Detailhandel tätig war.

«Von der Rheumaklinik kamen immer wieder hilfsbedürftige

Patienten zu uns in den Sportgeschäft, für die ich mich dann

in meiner Freizeit engagiert habe», so Jenny Bovet. Ihr habe

die Möglichkeit, Menschen besser und mehr helfen zu können,

im klassischen Verkauf einfach gefehlt. Deswegen entschied

sie sich eines Tages dafür, unter anderem ein Schnupperpraktikum

in der Höhenklinik in Montana zu absolvieren.

Anschliessend ging alles recht schnell. Der Job im Detailhandel

wurde kurzerhand an den Nagel gehängt und die erste

Ausbildung zur Fachfrau Gesundheit FaGe in Angriff genommen.

Sie war von der zweijährigen Ausbildung so begeistert,

dass sie sich entschied, auch noch das Diplom oben drauf zu

setzen und bewarb sich vor drei Jahren mit einer Spontanbewerbung

beim SMZO. «Es hat auf Anhieb geklappt, und ich

habe diesen Schritt keine Sekunde lang bereut», sagt Jenny,

die in ihrer Freizeit eine passionierte Netzball-Spielerin ist und

zum Ausgleich zum Arbeitsalltag gerne auf ihrer Alpe in der

Natur Kraft tankt.

Neben ihrem Spitex-Rucksack braucht Jenny Bovet für ihre

Einsätze bei den Kunden lediglich noch ihr neues Arbeitsgerät,

das Tablet. Jeder Spitex Mitarbeitende verfügt über solch

ein Gerät mit integrierter Telefonfunktion, über welches unter

anderem die Einsatzpläne und Kundendaten abgerufen aber

auch die erfolgten Pflegeeinsätze erfasst werden können. Mit

der Einführung dieser Geräte wurde der gesamte organisatorische

Ablauf und administrative Aufwand weiter minimiert,

was wiederum der Pflegezeit am Kunden zu Gute kommt. So

hat sich die angehende diplomierte Pflegefachfrau HF heute

Morgen, bevor sie ihre Wohnung verliess, binnen weniger

Minuten über ihre heutigen Termine und das erforderliche

Material informieren können, ohne dafür extra noch am Spitex-Standort

vorbeifahren zu müssen. Neben diversen Verbandswechseln

stehen heute auch noch einige Kunden mit

Duschen und Haare waschen sowie Medikamente richten auf

dem Programm. Bei ihrer ersten Kundin handelt es sich um

eine rüstige Dame, die sich bereits vor geraumer Weile das

linke Schienbein verletzt hatte. Die offene Wunde heilt auch

aufgrund der schlechten Durchblutung nur sehr schwer ab

und verlangt eine regelmässige Wundversorgung.


7

Bei der Personaleinsatzplanung der Spitex wird versucht,

darauf zu achten, dass die Spitex Kunden nicht permanent

jemand Neues bei sich zu Hause begrüssen müssen. Jenny

Bovet und ihre Kundin kennen sich inzwischen also schon

recht gut, und während sie die Wunde reinigt und den neuen

Verband anlegt, wird sich über das ein oder andere aktuelle

Thema ausgetauscht. «Natürlich sind wir stets darauf bedacht,

unseren Kunden gegenüber die gebührende Distanz

zu wahren. Aber wenn man jemanden über eine längere Zeit

betreut, dann entsteht natürlich ein gewisses Vertrauensverhältnis,

und man tauscht sich auch mal über die Familie oder

so aus», so die Auszubildende.

Nach einer guten Dreiviertelstunde ist der erste Einsatz für die

angehende diplomierte Pflegefachfrau HF abgeschlossen.

Sie nimmt auf ihrem Tablet im elektronischen Pflegedossier

Carefolio@Home noch schnell die notwendigen Eintragungen

vor und meldet sich geschwind vorab bei ihrem nächsten Kunden

telefonisch an. Neben der Hilfe, die sie mit ihrem Fachwissen

betroffenen Menschen zukommen lassen kann, gefällt ihr

vor allem auch die Vielfalt und Abwechslung in ihrem Beruf.

«Ich bin sehr gerne unterwegs, und es gibt Einsatztage, da

fahre ich morgens bei Sonnenaufgang ins Lötschental, dann

bin ich tagsüber in Leukerbad und abends wieder unten im

Rhonetal. Mich reizt an dieser Arbeit ganz besonders, dass

ich bei den Kunden in verschiedene Welten eintauchen kann,

wo ich es mit vielen verschiedenen Wundarten zu tun habe,

die eine entsprechende Kompetenz und Produktkenntnis erfordern,

und wo ich eigenständig Entscheidungen treffen

muss», meint die angehende diplomierte Pflegefachfrau HF

noch mit einem Blick auf die Uhr. Und schon sitzt sie wieder

im Auto, damit der nächste Kunde nicht unnötig lange warten

muss.

Mehr Informationen

Scannen Sie den QR Code und schauen

Sie sich die Videodokumentation

über den Beruf der Dipl. Pflegefachperson

HF an.


Hinter dem Horizont

8

SPOTnat

Eine Studie gibt aufschlussreiche nationale Einblicke in

die Versorgungsqualität und deren Einflussfaktoren im

Schweizer Spitexbereich

SPOTnat steht für Spitex Koordination und Qualität. Hinter der

Abkürzung verbirgt sich nichts Geringeres als eine fünf Jahre

dauernde Feldstudie, deren nationale Ergebnisse ganz konkret

erlauben, Handlungsfelder und Ansatzpunkte auf verschiedenen

Ebenen zur Qualitätsverbesserung zu erkennen und abzuleiten.

Unter anderem von der Universität Basel ins Leben gerufen,

hatten das Walliser Gesundheitsdepartement und die Walliser

Vereinigung der Sozialmedizinischen Zentren sofort erkannt,

welche Chance sich für die fünf Walliser Sozialmedizinischen

Zentren durch deren gesamthafte Beteiligung ergibt. «Unter

der Federführung des Projektteams der Uni Basel wurden

unsere Erwartungen an diesen Benchmark um ein Vielfaches

übertroffen, und die hervorragenden Analysen stellen für uns

alle eine wahre Goldmine dar. Nicht nur, um unsere Zentren

und deren Dienstleistungen hinsichtlich der Qualität sondern

auch hinsichtlich der Mitarbeiter- sowie natürlich der Kundenzufriedenheit

essentiell steigern zu können», so eine sichtlich

zufriedene Valérie Vouillamoz, Generalsekretärin der Walliser

Vereinigung der Sozialmedizinischen Zentren.

So wurde im Rahmen eines ersten Workshops auf kantonaler

Ebene unter Anleitung des Projektteams ein vertiefter Einblick

in die Benchmarkergebnisse gegeben. Die Teilnehmer konnten

mit Handlungsempfehlungen unter anderem zu den Bereichen

interne und externe Kommunikation, die Koordination der Pflegeleistungen

sowie das Einbeziehen der Kunden und deren

Angehörige in den Pflege- und Betreuungsablauf wieder in ihr

jeweiliges Zentrum zurückkehren. Nun ist es an jeder Region,

die für sie relevanten Massnahmen zu definieren, zu priorisieren,

umzusetzen und deren Erfolg zu messen.

Aktuelles

Schulsozialarbeit: Mobbing beenden

Wo Menschen sich begegnen, kann es zu Missverständnissen,

Konflikten und Ausgrenzung kommen. Wird ein Kind systematisch,

über einen längeren Zeitraum und ohne ersichtlichen

Grund von einer Gruppe ausgegrenzt, handelt es sich

womöglich um Mobbing. Besteht der Verdacht, dass ein Kind

soziale Schwierigkeiten hat, gilt es genau hinzuschauen und

aktiv zu werden. Dann braucht es das Gespräch mit der Klassenlehrperson.

Ist es bloss ein Konflikt oder braucht das Kind

Hilfe von aussen?

Streiten ist gesund und wichtig. Wenn Kinder miteinander

Ärger bekommen, braucht es in der Regel keine Interventionen

seitens der Erwachsenen. Die Kinder müssen lernen, die

Steine allein aus dem Weg zu räumen. Werden jedoch Grenzen

überschritten, müssen Erwachsene eingreifen. Mobbing

ist ein komplexes gruppendynamisches Phänomen, bei dem

alle Kinder einer Gruppe oder Klasse beteiligt sind. Die Kinder

schaffen es sehr häufig nicht von allein, eine solche Situation

zu erkennen und einen Ausstieg zu finden. Dabei gibt es viele

gute Methoden, um Mobbingsituationen zu entschärfen und

schliesslich ganz aufzulösen.

Die Schulsozialarbeit unterstützt derzeit im Auftrag von 19 Gemeinden

(ab September 2022 Erweiterung auf insgesamt 23

Gemeinden) in rund 30 Oberwalliser Schulhäusern bei Bedarf

Schüler sowie deren Eltern und Lehrpersonen bei diesem und

vielen weiteren Themen. Kontaktaufnahme und Informationen:

www.schulsozialarbeit-oberwallis.ch


SMZO vor Ort

9

Vier Gemeinden – ein Team

1983 gegründet, stellen heute 12 Mitarbeitende

im Saastal nicht nur die Pflegeleistungen sicher

Vom Alters- und Pflegeheim Saas-Grund aus, stellt Regula Zurbriggen,

welche im Sommer auf die nach 39 Jahren im aktiven

Spitexdienst ausscheidende Adelheid Charvet folgt, und ein

Team von zehn Mitarbeitenden sowie eine HF Schülerin die

Pflege von rund bis zu 40 Kunden in allen vier Gemeinden des

Saastals sicher. Sie übernehmen vorwiegend die Beratung, Behandlungs-

und Grundpflege sowie Leistungen im Bereich Hauswirtschaft

und Betreuung. In der Zusammenarbeit mit Partnern

wie den Ärzten, der Apotheke, der Physiotherapie und weitern

externen Diensten wie dem Mobilen Palliative Dienst, der Stoma

Beratung oder der Diabetes Beratung, begleiten die Spitex Angestellten

die Kunden und deren Angehörige in herausfordernden

Situationen in ihrem Krankheits- und Genesungsprozess.

Neben diesem Grundangebot werden aber auch immer wieder

Gesundheitsprojekte für die im Saastal ansässige Bevölkerung

initiiert, z. B: zu aktuellen Themen wie «Demenz der lange Abschied»,

«Demenz – was nun?», Validation oder «Die Patientenverfügung».

Aktuelles

Family Coaching & Beratung

Schnell. Einfach. Kompetent.

Ob Stress in der Schule, Probleme im Umgang mit den heranwachsenden

Kindern, die Trennung der Eltern oder andere

belastende Faktoren. Die Einflüsse, welche das harmonische

Familienleben aus der Bahn werfen können, sind vielfältig. Und

nicht selten schaffen es die Beteiligten nicht mehr aus eigener

Kraft aus der Negativspirale wieder herauszukommen. Hier

setzt Family Coaching & Beratung mit seinem niederschwelligen

Angebot für Eltern an, welche von sich aus Unterstützung

suchen. Die Teamleiterin Sabine Fux weiss, worauf es

ankommt. «Es geht darum schnell und unkompliziert zu handeln»,

so die Sozialpädagogin und fährt fort «das heisst, wir

beantworten Anfragen binnen 24 Stunden. Und die Erfahrung

hat gezeigt, dass in der Regel schon ein bis fünf Sitzungen reichen,

um einen anderen Zugang und Lösungen für die herausfordernden

Situationen zu finden.» Die Sitzungen können – je

nach Wunsch – im Büro oder bei der Familie daheim – stattfinden.

Ausserdem erfolgt keine Aktenführung, und die Betroffenen

definieren selber die Themen, den Umfang und die Ziele.

www.familyberatung.ch

Mehr Informationen

Erfahren Sie im Beitrag mehr über das

von offiziellen Partnerinstitutionen

im Wallis anerkannte Angebot Family

Coaching & Beratung.


Feldstecher

Zahlenspiegel 10

Wohnen im Alter

im Fieschertal

Selbstbestimmt leben –

für mehr Lebensqualität

Facts & Figures

Spitex 2021

165 000

Klientenbesuche &

-konsultationen

Zu Hause wohnen bis ins hohe Lebensalter oder bis zum Lebensende

ist der Wunsch der meisten Menschen. Nicht immer

sind ältere Wohnungen und Häuser jedoch so gebaut oder eingerichtet,

dass der Verbleib auch bei zunehmendem Alter und

allfälliger Pflege- und Betreuungsbedürftigkeit möglich ist. Der

Schritt vom Wohnen zu Hause ins Alters- und Pflegeheim ist

derart gross, dass dieser meist erst im Notfall vollzogen wird.

Zunehmend besteht deshalb der Bedarf nach einem innovativen

Zwischenschritt. «Wohnen mit Service» ist eine Form

des betreuten Wohnens, die für ältere Menschen in den vergangenen

Jahren immer bedeutender geworden ist. Der Boom

des betreuten Wohnens hat aber auch einen gesellschaftspolitischen

Ursprung: Wie 2021 die Studie «Gute Betreuung im

Alter – Kosten und Finanzierung» von Pro Senectute Schweiz

aufzeigte, werden immer mehr Menschen älter und brauchen

damit länger Betreuungsleistungen. Zudem können ältere

Menschen nicht immer auf die Betreuung durch Angehörige

zurückgreifen. Dies führt zum Beispiel zu einer Zunahme von

Einsamkeit im Alter, die sich stark auf die psychische und physische

Gesundheit auswirkt. Betreute Wohnformen sind darum

auch ethisch notwendig.

Die Wohngenossenschaft Fieschertal Rissla hat die Zeichen

der Zeit erkannt und mit ihrem Angebot «Wohnen mit Service»

eine barrierefreie Wohnform geschaffen, die es ermöglicht,

sowohl das Leben selbstbestimmt zu gestalten, als auch zur

rechten Zeit über nötige Hilfsangebote verfügen zu können.

So können die Bewohnerinnen und Bewohner in der eigenen

Wohnung leben, je nach Bedarf aber auch begleitende Serviceangebote

oder Pflegeleistungen nutzen.

Die beiden Neubauten der Wohngenossenschaft im Fieschertal

wurden mit ihren insgesamt 11 Wohnungen (sechs 2,5 und

fünf 3,5 Zimmer Wohnungen) unter Berücksichtigung des LEA

Labels erbaut. LEA steht für «Living Every Age» (= Leben in

jedem Alter) und beruht auf bestehenden Normen, Planungsrichtlinien

und Merkblättern für eine altersgerechte Wohnraumgestaltung.

Zur altersgerechten Wohnraumgestaltung

gehört nicht nur ein stufenloser Zugang zu allen Räumen in

Wohnung und Gebäude, sondern eine Vielzahl von Details, die

erst dann wirklich zum Tragen kommen, wenn die körperlichen

Einschränkungen zunehmen. www.rissla.ch

236 600

erbrachte

Pflegeleistungen

627 300

gefahrene Kilometer

(ca. 16 Erdumrundungen)

1800

Spitex-Kunden

betreut

45 000

Mahlzeiten verteilt

durch 135 Helfer

4900

Mütter- & Väterberatungen


Originalarbeit

Präv Gesundheitsf

https://doi.org/10.1007/s11553-021-00930-0

Eingegangen: 2. September 2021

Angenommen: 21. Dezember 2021

© Der/die Autor(en) 2022

„Standing ovation“ – seit der

COVID-19-Pandemie wird Pflegenden

applaudiert, um ihnen

Wertschätzung entgegenzubringen.

Vor der Pandemie jedoch war in Verbindung

mit der Pflege eher von

geringer Entlohnung und schlechten

Arbeitsbedingungen die Rede.

Besonders in Bezug auf den Fachkräftemangel

stellt ein gutes Image des

Pflegeberufes aber einen zentralen

Faktor dar.

Hintergrund und Fragestellung

Über die Jahre hat sich das Image von

Pflegefachpersonen zwar modernisiert

[19], global wird den Pflegefachpersonen

aber immer noch ein stereotypisches

und geringschätziges Image zugeschrieben

[6, 11]. In einer Schweizer Studie

wurde aufgezeigt, dass Pflegefachpersonen

Stereotypen, welche anhand von

Klischees vorliegen, verinnerlicht haben

und teils selbst anwenden, um jemandem

ihren Beruf zu erläutern [16]. Die

Art und Weise, wie sich Pflegende selbst

sehen, wird laut Fletcher (2007; [4]) als

Selbstimage bezeichnet. Ein negatives

Selbstimage fördert und stärkt die Bildung

eines schlechten Images in der

Gesellschaft [11].

Ein schlechtes oder stereotypisches

Selbstimage stellt für den Pflegeberuf ein

großes Problem dar. Um dem drohenden

Personalmangel entgegenzuwirken, ist

Auftraggeber

BernUniversityofAppliedSciences

2 Bern University of Applied Sciences, Bern, Schweiz

ein gutes Image für die Pflege unabdingbar.

Das Ziel der Studie war, Daten zum

gegenwärtigen Selbstimage wie auch einerEinschätzungzumöffentlichenImage

von diplomierten Pflegefachpersonen in

der Schweiz zu generieren. Zudem sollten

institutionsspezifische Unterschiede

betrachtetwerden.ZusammenhangsanalysenzwischensoziodemografischenAn-

gaben der Teilnehmenden (Ausbildung,

Arbeitspensum, Berufserfahrung, Alter

und Geschlecht) und deren Eigenwahrnehmung

des Images vervollständigten

die Untersuchung.

Methode

Um das Forschungsvorhaben zu realisieren,

wurden eine quantitative multizentrische

Querschnittsstudie und ein qualitatives

Design gewählt.

Eingeschlossen wurden Pflegefachpersonen,

die mindestens 18 Jahre alt

waren. Die Studienteilnehmenden mussten

über ein Pflegediplom verfügen und

in einer Oberwalliser Gesundheitsinstitution

arbeiten. Sie mussten über

genügend Deutschkenntnisse verfügen,

um die Umfrage verstehen und ausfüllen

zu können.

Die quantitative Erhebung erfolgte

über einen Umfragelink, den alle diplomierten

Pflegefachpersonen im Oberwallis

erhielten. Es wurde die Umfragesoftware

SoSci Survey (SoSci Survey

GmbH, Deutschland) genutzt. Neben

der Erhebung von soziodemografischen

Daten wurde das Image mit der Porter

Nursing Image Scale (PNIS) erhoben,

welche in englischer Sprache vorlag und

inAnlehnungandieRichtlinienvonWild

et al. [20] übersetzt wurde (. Abb. 1).

Die Teilnehmenden wurden angewiesen,

die Skala in Bezug auf ihr Selbstimage

und darauf zu bewerten, wie sich die

Öffentlichkeit Pflegefachpersonen vorstellt.

Anhand der siebenstufigen Likert-

Skala werden Aussagen zu 30 bipolaren

Adjektivpaaren gemacht. Diese werden

in drei Faktoren (interpersonelle Macht,

zwischenmenschliche Beziehungen, intrapersonelle

Fähigkeiten) eingeteilt. Die

englische Skala gilt als reliabel und valide

[15]. Bei der deutschen PNIS zeigte sich

beim Faktor 3 (intrapersonelle Fähigkeiten)

eine fragwürdige Reliabilität (Selbstimage

Cronbachs α = 0,550; öffentliches

Image Cronbachs α = 0,584). Die interne

Konsistenz bei beiden Skalen für die

restlichen Faktoren ist akzeptabel bis

exzellent (Cronbachs α = 0,788–0,904).

Die statistischen Analysen erfolgten

mittels Statistical Package for Social

Sciences (SPSS, IBM, Stanford, CA,

USA). Anhand deskriptiver Statistik

wurden das Selbstimage, die Vorstellung

des gesellschaftlichen Images sowie soziodemografische

Aspekte beschrieben.

Unterschiede sowie Zusammenhänge

wurden deskriptiv und schließend ergründet.

Für die Datenanalyse wurde

ein Konfidenzniveau von 95% gewählt.

P-Werte (p) < 0,05 galten als signifikant.

Zur Untersuchung, ob eine Diskrepanz

zwischen Selbst- und gesellschaftlichem

Image vorliegt, wurden Mittelwertsvergleiche

durchgeführt. Der nichtpara-

Prävention und Gesundheitsförderung

Lesenswert

Rückspiegel

11

Unsere

Lesetipps für Sie

Prof. Dr. Lothaer Seiwert und

Silvia Sperling

Die Intervallwoche – arbeitest

du noch oder lebst du schon?

Der Ansatz von Bestsellerautor Lothar Seiwert und der

Wirtschaftsjournalistin Silvia Sperling ist ebenso visionär

wie umsetzbar: Wer radikal auf den eigenen Biorhythmus

umstellt, ist gesünder, arbeitet produktiver, lebt länger

und ist glücklicher.

ISBN: 978-3-426-67598-4

Annette Kast-Zahn

Jedes Kind kann Regeln lernen

Ständiges Theater an der Supermarktkasse, Ärger auf

dem Spielplatz und jeden Morgen Trödelei beim Anziehen?

Der GU Ratgeber Jedes Kind kann Regeln lernen

räumt endlich auf mit den nervenzerreissenden Machtkämpfen

zwischen Eltern und Kind.

Ein Wiedersehen

im Zeichen des

Wandel(n)s

Zufriedene Teilnehmer am

2. Ehemaligenanlass des SMZO

Evelyn Julier-Abgottspon 1,2 · Sarah Brunner-Pfaffen1,2 · Christian Eissler 1

1 Spitalzentrum Oberwallis/Sozialmedizinisches Zentrum Oberwallis, Brig, Schweiz

Selbstimage und öffentliches

Image des Pflegeberufs: eine

quantitative und qualitative

Querschnittsstudie

ISBN: 978-3-8338-3616-9

Evelyn Julier-Abgottspon, MScN //

Sarah Brunner-Pfaffen, MScN // Christian Eissler

Selbstimage und öffentliches

Image des Pflegeberufs:

eine quantitative und qualitative

Querschnittsstudie

Die quantitative und qualitative Querschnittsstudie zeigt

auf, dass es in der Lehre und in der Praxis neue Strategien

braucht, damit sowohl das Selbstimage als auch das öffentliche

Image der Pflegeberufe gestärkt und verbessert

werden kann.

Download-Link: https://rdcu.be/cI4Ea

Nach der Erstauflage im Jahr 2019 und der durch die Pandemie

bedingten Zwangspause konnte das SMZO seine ehemaligen

Mitarbeitenden Ende Mai im World Nature Forum in

Naters zum 2. Ehemaligenanlass willkommen heissen. Dem

offiziellen Programm ging mit drei geführten Wanderungen in

den Regionen Salgesch, Visp und Natischerberg ein Aktivangebot

voraus, welches rege genutzt wurde.

Guter Dinge fanden sich die Teilnehmenden am späteren

Nachmittag im WNF in Naters wieder ein, wo das 10jährige

Jubiläum des SMZO im Rahmen eines Podiumsgespräches

unter dem Titel «Abusitz» von rro-Moderatorin Monja Burgener

geleitet wurde. Paul Burgener, von 2014 bis 2021 Präsident

des SMZO, Hausarzt Dr. René Blumenthal, langjähriges Vorstandsmitglied

beim SMZO, Matthias Eggel, während über

einem Jahrzehnt Ressortverantwortlicher «Alter, Gesundheit

und Soziales» in der Stadtgemeinde Brig-Glis und letzter Präsident

des SMRZ Brig – östlich Raron – Goms und Helena

Mooser Theler, Gesundheitspolitikerin im Grossen Rat, langjährige

Gemeinderätin Visp und damalige Präsidentin des

SMRZ Visp, warfen einen, mitunter amüsant-unterhaltsamen

Rückblick auf die vergangenen zehn Jahre, bevor der Abend

für alle Anwesenden mit einem Stehbuffet-Empfang gesellig

ausklang.


12

Veranstaltungstipps

03. September 2022

Nationaler Spitextag

Am Nationalen Spitextag sensibilisieren

alle Schweizer Spitexorganisationen die

Bevölkerung in diesem Jahr zum Thema

«Die Spitex – modern und systemrelevant».

Informationen zur Aktion der Spitex

Oberwallis ab Sommer unter:

www.smzo.ch

21. September bis 21. Dezember 2022

Welt-Alzheimertag,

Eine lebenswerte Stadt

für Alle

Der Welt-Alzheimer Tag ist der Auftakt

zu einem dreimonatigen Programm

mit verschiedensten Aktionen und Veranstaltungen

rund um das Thema Demenz.

Organisiert von der Gemeinde

Visp «Eine einladende Stadt für Alle»

und Alzheimer Valais Wallis. Alle Infos

zum Programm ab Sommer auf:

www.alzheimer-schweiz.ch/wallis

17. Oktober 2022

Internationaler Tag zur

Beseitigung der Armut

Die Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe

SKOS bezeichnet «Armut als relatives

Phänomen die Unterversorgung

in wichtigen Lebensbereichen wie Wohnen,

Ernährung, Gesundheit, Bildung, Arbeit

und sozialen Kontakten.» Alljährlich

wird auch im Oberwallis am Aktionstag

auf das Thema aufmerksam gemacht.

Nähere Infos ab Herbst auf:

www.smzo.ch

10. November 2022

Zukunftstag

Der Zukunftstag will – wie sein Name

sagt – die Zukunft gestalten. Mädchen

und Jungen wechseln die Seiten; dadurch

lernen sie untypische Arbeitsfelder

und Lebensbereiche kennen und

machen Erfahrungen fürs Leben. Der

Nationale Zukunftstag fördert damit

frühzeitig die Gleichstellung von Frau

und Mann bei der Berufswahl und bei

der Lebensplanung.

www.zukunftstag.ch

20. November 2022

Internationaler Tag

der Kinderrechte

Der Tag wird in über 145 Staaten der

Welt begangen, um auf die besonderen

Bedürfnisse der Kinder und speziell auf

die Kinderrechte aufmerksam zu machen.

Die Schulsozialarbeit Oberwallis

wird in mehreren Oberwalliser Schulhäusern

Aktivitäten durchführen und

die Kinder auf kreative Art und Weise an

verschiedene Kinderrechte heranführen,

welche in der UNO-Kinderrechtskonvention

enthalten sind.

www.schulsozialarbeit-oberwallis.ch

Impressum

Sozialmedizinisches Zentrum Oberwallis

Nordstrasse 30 | 3900 Brig

Gestaltung: pomino.ch

Druck: Valmedia

Brig, Juni 2022

Der Einfachheit halber wurde für Kunden

und Klienten überall der männliche Begriff

verwendet. Die weibliche Form ist aber

überall mit gemeint und eingeschlossen.

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