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FineTobacco[+] 02|2022

FREUDE AM LEBEN. SPASS AM GENUSS

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finetobacco

FREUDE AM LEBEN. SPASS AM GENUSS.

[+]

02 | Juni | Juli | August 2022 | 5,- €

»ADLON OBLIGE«

GRAND HOTEL UND MYTHOS

ZIGARRE

Die Toro – eine

Statement-Zigarre

PFEIFENTABAK

Die Suche nach den

»kleinen Königen«

SPIRITUOSEN

Gin – Klassiker

auf neuen Wegen


EDITORIAL

Wie die

ZEIT VERGEHT... und

niemals stillsteht.

Liebe Leserinnen und Leser,

als wir vor über fünfzehn Jahren das

damals neue FINE TOBACCO gründeten,

war die Welt noch eine andere. Die

Lust auf Zigarren, Tabak und Pfeife

nahm einen gewichtigen Raum in der

persönlichen Lebensgestaltung ein.

Vielerorts zelebrierten Zigarrenclubs

legendäre Abende, Smokers Nights

waren beliebte Events. Bedeutende

„Zigarren-Entertainer“ wie zum Beispiel

Steffen Rinn und Philipp Schuster

reisten durchs Land und begeisterten

die Connaisseure durch enormes

Wissen und unterhaltsame Präsentationen.

Um es vorweg zu nehmen: in

den vergangenen fünfzehn Jahren hat

sich zwar viel verändert, wir sind älter

geworden und die Zeit steht bekanntlich

nicht still, aber die Klasse der

Zigarreninterpreten wir Rinn, Schuster

und einige andere ist bis heute erlebbar

und das ist gut so. Wir erinnern

uns auch gerne an die großen Events

der Zigarrenindustrie, die mit viel

Aufwand auf hohem Niveau einluden

und stets für Aufmerksamkeit in den

Medien sorgten. Daran waren unzählige

Menschen mit Passion beteiligt,

meist hinter den Kulissen, aber auch

als selbstbewusste Protagonisten für

das „braune Gold“. Ich erinnere mich

noch gut an eine schöne Geschichte,

die ich über den „Zigarren-Flüsterer

Norbert Rossel“ aus dem Hause Davidoff

schreiben durfte. Norbert Rossel

war der Inbegriff für gehobenen

Zigarrengenuss ohne abzuheben. Eine

Inspiration für alle, die ihre Produkte

im Handel platzieren wollten und die

Nähe zum geneigten Publikum als

wichtiges Instrument erkannten. Und

Norbert Rossel ist auch heute noch

begeisterter Leser unseres Magazins,

was uns sehr freut.

Vieles hat sich in der Zwischenzeit

verändert. Höher, schneller, weiter

- aber es ist schön, dass die echten

Werte der Tabakfamilie erhalten

geblieben sind. So erfreuen wir uns

auch heute noch an den bewährten

Marken, den neuen Varianten und den

innovativen Weiterentwicklungen. Die

Absatzzahlen sind weitestgehend

stabil, wenn auch auf überschaubarem

Niveau. Aber Klasse ist aus

unserer Sicht besser als Masse, wenn

Qualität das höchste Gut darstellt.

Das FINE TOBACCO Team bedankt

sich bei allen, die der Branche Leben

geben und uns schöne Geschichten.

Das werden wir mit Wonne und Elan

auch weiterhin machen. Und weil die

Zeit nie stillsteht, ergänzen wir demnächst

unser Portfolio von gedruckten

Tabak-und Genuss-Geschichten auch

durch eine neue Internetseite. Sie

dürfen gespannt sein und auch etwas

schmunzeln, denn sie wird unter

www.bodos-finelife.de zu finden sein.

Irgendwie bin ich ja auch schon etwas

länger Teil dieser Tabakfamilie und

bekomme nun eine weitere Kommunikationsplattform.

Das freut mich,

aber ich würde das nie ohne mein

fantastisches Team schaffen und auch

nicht ohne unsere tollen Autorinnen

und Autoren. Und erst recht nicht ohne

Sie, liebe Leserinnen und Leser, denn

Sie sind unsere Motivation, unsere

Passion und unsere Zukunft.

In diesem Sinne wünsche ich viel

Lesevergnügen mit dieser neuen Ausgabe

von FINE TOBACCO – auf noch

viele gemeinsame Jahre.

Ihr

Bodo Meinsen

Verleger FINE TOBACCO

FineTobacco[+] 02·2022 3


INHALT

36-37

Kikis Reisenotizen

WO DER WOLF HEULT

58-61

Titelstory

ADLON OBLIGE

08-09

www.bodos-finelife.de

GEHT AN DEN START

10-16

Magazin

DAS KALEIDOSKOP

GUTEN GESCHMACKS

06- 07

CIigar Lounges

THE ART OF SMOKING

30-33

Rauchgeräte

CINDERELLA AUS DEM

MAISFELD

18-21

Serie

HECHO A MANO II

4

FineTobacco[+] 02·2022


IMPRESSUM

64-67

Pfeifentabak

KLEINE KÖNIGE

INHALT

FineTobacco[+ ] 02|22

HERAUSGEBER + VERLEGER

Bodo Meinsen

VERLAG

MMM Medien Marketing Meinsen

Inhaber: Bodo Meinsen

Chiemseering 11

D-85551 Kirchheim bei München

Tel.: +49(0)89-90 52 90 72

Fax: +49(0)89-90 52 90 73

Redaktion: Der Genussverlag

Heinz Putschies

Schurichstraße 19.

D-81247 München

Tel.: +49(0)89-74 26 01 24

Fax: +49(0)89-90 52 90 73

CHEFREDAKTEUR

Bodo Meinsen (V.i.S.d.P.)

meinsen@genussverlag.com

ART-DIRECTION

Heinz Putschies

putschies@genussverlag.com

MITARBEITER DIESER AUSGABE

Kiki Baron, Jens Meyer, Michael Peter,

Claudia Puszkar, Stephan Rack, Elmar Schalk,

Wolfgang Specht

38-49

Die Toro

EINE STATEMENT-ZIGARRE

54-57

Raucherportrait

KAPITÄN HADDOCK

BILDREDAKTION

Heinz Putschies

putschies@genussverlag.com

FOTOGRAFEN DIESER AUSGABE

Nina Bauer, Studio Jan Roeder,

Paul Spierenburg, Adobe Stock

Titelfoto:

Hotel Adlon

REDAKTIONSASSISTENZ

Petra Meinsen

ANZEIGENLEITUNG

Bodo Meinsen

VERTRIEB & ABONNEMENT-BESTELLSERVICE

MMM Medien Marketing Meinsen

Fax: +49 - (0)89 - 90 52 90 73

E-Mail: petra@medien-marketing-meinsen.de

DRUCK:

KASTNER AG das medienhaus

Schlosshof 2-6, D-85283 Wolnzach

24-29

Spirituosen

GIN – KLASSIKER

AUF NEUEN WEGEN

ABONNEMENT-JAHRESBEZUGSGEBÜHR:

20,00 Euro (4 Ausgaben)

Anzeigenpreisliste auf Anfrage.

Alle Rechte vorbehalten. FINE TOBACCO[+] und

alle darin enthaltenen Beiträge sind urheberrechtlich

geschützt.

Eine Verbreitung ist nur mit ausdrücklicher

Genehmigung des Verlages zulässig. Für

unverlangt eingesandtes Text- und Bildmaterial

wird keine Haftung übernommen.

FineTobacco[+] 02·2022 5


SMOKING•ROOMS

the art of

SMOKING

Gastfreundschaft, die von Herzen kommt. Vertrautheit, die durch

persönliche Zugewandtheit entsteht. Behaglichkeit als intuitives

Gefühl stimmiger Balance – konzentriert auf das Wesentliche –

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6

FineTobacco[+] 02·2022


Hotel Bareiss |

Baiersbronn-Mitteltal

Des einen Freud, des anderen Last

– das Hotel Bareiss hat aus der

Not eine Tugend gemacht und mit

der Smokers Lounge einen Raum

geschaffen, der Rauchern ihre

Passion gestattet und in stilvoller

Atmosphäre den reinen Genuss

verschafft. Für Nichtraucher ist die

Hotelbar seither komplett rauchfrei

und so haben unter dem Strich alle

gewonnen.

Der Gestaltung haben sich Hermann

und Hannes Bareiss höchst

persönlich angenommen; das

Ergebnis: english interior. Handgenähte

Ledersessel, Eichenparkett

und dunkelrote Wände, ein alter

Kamin, Bilder mit Sammlerformat

und Bücherregale mit bibliophilen

Ausgaben. Wer mag, erfüllt sich

zur Feier des Tages den einen oder

anderen Wunsch und wählt aus 40

Zigarrenformaten aus Kuba, Nicaragua

und der Dominikanischen

Republik, 25 Rums aus Jamaica,

Bermuda, Guayana u.a. sowie 65

Single Malts aus den Lowlands und

den Highlands, von der Isle of Skye,

Orkney, Islay, und, und, und.

FineTobacco[+] 02·2022 7


INTERNET

Entschleunigung oder digitale Eile?

www.bodos-finelife.de

geht an den Start.

Unser aller Leben ist deutlich schneller geworden. Das Internet ist zu

einem beinahe dominanten Begleiter mutiert und nicht wenige meinen,

ohne facebook, Instagram & Co. nicht leben zu können. Das Nutzungsverhalten

des gigantischen digitalen Angebots hat sich in den

Jahren verändert.

8

Anfangs

bestaunt und zaghaft

die ersten Schritte gemacht, ist

heute allein das Tempo maßgebend.

FineTobacco[+] 02·2022

Schneller, immer schneller! Tiefgang

eher nicht, die Oberflächlichkeit

obsiegt. Irgendwann erkannten

weniger seriöse Zeitgenossen, dass

man mit diesen rasanten Info-Kanälen

auch Meinung machen kann.


Schlimmstenfalls via Fake-News

sogar manipulieren kann. Inzwischen

werden also nicht nur die beeindruckende

Modernität, sondern

auch die lauernden Gefahren des

Internets und der Social Media Angebote

beherzt diskutiert.

FINE TOBACCO gilt seit über 15

Jahren als zuverlässiger Informant

für die Genuss-Community. Im gedruckten

Magazin findet man regelmäßig

Neues und Interessantes

aus den Genusswelten. Grafisch

hochwertig aufgemacht und mit viel

Liebe und Akribie verfasst. Tiefgang

und Qualität inklusive. Dieser Passion

werden wir uns auch weiterhin

widmen und diese Werte hochhalten.

Aber nun werden wir auch „Hybrid“.

Mit der neuen Internetseite

„bodos-finelife.de“ öffnen wir unsere

Qualitäts-Box und präsentieren

digital Feines und Gutes aus den

Bereichen Genuss, Reisen und Inspirationen.

Das Team hat sich lange

Gedanken gemacht, wie es aussehen

soll. Zum Schluss war man sich

einig, dass die digitale Herausforderung

durchaus mit unseren Ansprüchen

an einen guten Journalismus

und eine gefällige Optik vereinbar

ist. „Weniger ist mehr“ spielt dabei

eine wichtige Rolle. Überzeugen Sie

sich selbst.

Ab Montag, den 4. Juli 2022 können

Sie auf unserer neuen Website

die ersten Ergebnisse entdecken.

Danach werden wir regelmäßig

neue Beiträge und Informationen

liefern. Nicht in hektischer Eile, aber

stets aktuell und mit Bedacht ausgewählt.

Recherchiert und lektoriert.

Man muss ja nicht gleich zugunsten

einer vermeintlichen Pflicht

zur Geschwindigkeit die wertvollen

Elemente verantwortungsvoller Arbeit

opfern. Wir würden uns auf jeden

Fall sehr freuen, wenn Sie www.

bodos-finelife.de demnächst besuchen

und bei Gefallen gerne weiterempfehlen.

Und selbstverständlich

dürfen Sie weiterhin beste Reportagen,

Genuss-Highligths und opulente

Geschichten rund um Zigarre,

Pfeife, Spirituosen, Reisen und Wissen

im gedruckten FINE TOBACCO[+]

genießen. Wir wünschen „hybrides

Lesevergnügen“ !

Brandy as

never seen

before

Jetzt

NEU

Ein

Meisterwerk

gereift im 16-stufigen

Criaderas- und Solera-

System aus dem Hause

Osborne

Reidemeister & Ulrichs GmbH

www.brandy1866.com/de

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MAGAZIN

K@L€IdO∫KØP

Genussvolles für unsere Leser:

Neue Cigarren, Tabak und Hochprozentiges.

Einzigartige Black Band Limited Edition 2022

Davidoff Cigars bringt 2022 eine

Limited Edition auf den Markt, die

das Beste der länderspezifischen

Tabake seiner Black Band Collection

Linien Escurio, Nicaragua und

Yamasá vereint. Neben der Limited

Edition lanciert die Marke einen

innovativen Aschenbecher mit

Schubfach, der zu allen Zigarren

der Davidoff Black Band Linien

passt.

Mit seiner Black Band Collection

richtet sich Davidoff an Aficionados,

die auf der Suche nach neuen Geschmackserlebnissen

sind. Die Elemente

der Natur, die das Klima, die

Böden und somit die Tabakpflanzen

nachhaltig beeinflussen, sind aus

den Zigarren mit dem schwarzen

Ring deutlich herauszuschmecken.

Die Regenfälle der brasilianischen

Bahia-Region sorgen für

den salzig-süssen und würzigen

Geschmack der Davidoff Escurio,

wohingegen die vulkanischen Böden

in Nicaragua die feurige, bittersüsse

Intensität der Davidoff Nicaragua

erzeugen. Der eisenreiche

Roterdeboden im dominikanischen

Yamasá-Tal beeinflusst die erdige,

reichhaltige Komplexität im Davidoff

Yamasá Blend.

Dort wo Wasser, Feuer und Erde

aufeinandertreffen, findet die Davidoff

Limited Edition 2022 Gran

Toro Zigarre ihren Ursprung. Die

Davidoff Master Blender haben

sich von den länderspezifischen

Tabaksorten der beliebten Black

Band Collection inspirieren lassen

und sie zu einem neuen Blend zusammengeführt.

Entstanden ist

eine vielfältige Gran Toro Zigarre,

welche die Süsse der Davidoff Escurio,

die Intensität der Davidoff

Nicaragua und die Komplexität der

Davidoff Yamasá in sich vereint.

Für abenteuerlustige Aficionados

bedeutet die neue Limited Edition

ein Eldorado an Geschmackseindrücken

und Aromen, das seinesgleichen

sucht.

oettingerdavidoff.com

10

FineTobacco[+] 02·2022


VAUEN Tradition N°2

Was bei Zigarren die „Limitadas“

sind, ist bei VAUEN die

limitierte Pfeifentabak-Serie

„Tradition“. Nach dem erfolgreichen

Start in 2021 mit

dem TRADITION N°1 gibt es

jetzt für Sammler und echte

Genießer einen N°2 in einer

neuen, außergewöhnlichen

100g Schmuckdose. Das nostalgische

Dosendesign zeigt

ein weiteres beliebtes Werbegesicht

von VAUEN aus den

1920er Jahren.

Die einzigartige und sehr natürliche

Mischung besteht

wieder überwiegend

aus verschiedenen Virginia-Sorten.

Rote und Goldene Virginias, die

mit zwei weiteren Virginias Ready

Rubbed harmonisch komponiert

werden. Zur exquisiten Vollendung

werden Cube Cuts und Curly Cuts

für ein besonderes Schnittbild und

einen exzellenten Abbrand hinzugefügt.

Ein Hauch von Dark Fired

und Perique verleiht dem N°2 seinen

außergewöhnlichen Charakter.

Ihr Gaumen wird mit reifen Fruchtnoten

und einem dichten und würzigen

Aroma mit komplexer Süße

verwöhnt. Sichern Sie sich diese

Besonderheit, denn Dose und Tabak

sind limitiert. Ab 21.06. im Handel

für 29 €.

www.vauen.de

Single Malt mit Finish im Mizunara Eichenfass

Die Glendalough Distillery ist

bekannt für ihre ausgezeichneten

Whiskeys, doch mit dem

neuen Single Malt hat man

neue Wege beschritten. Ein irischer

Single Malt, 7 Jahre lang

gereift, trifft auf japanische

Eiche.

Die unermüdliche Suche

nach der geschmackvollsten

Eiche der Welt führte Glendalough

von den Wäldern der

irischen Wicklow Mountains

zu denen im vulkanischen

Norden Japans, auf der Insel

Hokkaido. Dort fand sie Mizunara,

die begehrteste Eiche der

Whiskey-Welt. Irischen Single

Malt mit Japanischer Eiche zu

vermählen, war im wahrsten

Sinne des Wortes ein Wagnis.

Mizunara Eiche ist schwer

zu beschaffen, kostet mehr als

das Zehnfache eines durchschnittlichen

Fasses und ist

fast unmöglich zu Küfern.

Diese besonderen Bäume wachsen

oft verdreht und müssen doppelt

so alt werden, bevor sie gefällt

werden können.

Das Mizunara Holz verleiht dem

Whiskey einzigartige exotische

Aromen. Der Single Malt ist lebendig,

doch mit einer harmonischen

Tiefe. Er zeichnet sich durch einen

außergewöhnlichen Abgang mit

getoasteter Eiche und orientalischen

Gewürzen aus.

Kaum gelauncht, schon ausgezeichnet:

Bei der im April 2022

durchgeführten renommierten San

Francisco World Spirits Competition

(SFWSC) wurde der frisch

eingeführte Whiskey im Mizunara-Fass

mit der Double Goldmedaille

ausgezeichnet – dies ist

selten, da dann alle Jurymitglieder

eine eingereichte Spirituose mit

Gold bewerten müssen.

Glendalough 7 Year Old Single Malt Mizunara

Oak Finish, 46 vol%, 0,7 Liter. UVP 79,00 €

FineTobacco[+] 02·2022 11


MAGAZIN

VILLIGER setzt die CORRIDA-Erfolgsgeschichte fort

Ein weiteres Mal lässt VILLIGER

die Stiere los und lanciert auch in

diesem Jahr einen limitierten COR-

RIDA Sampler. Vier Cigarren im beachtlichen

Toro+ Format warten auf

ihren großen Auftritt.

CORRIDA zeigt sich seit ihrer Einführung

2017 als facettenreiche

Cigarrenmarke. Zunächst noch als

Zweigestirn in gelb und rot (Dominikanische

Republik und Honduras)

betraten 2018 zwei weitere Stiere

die Arena: Mit der grünen und der

blauen Serie (Brasilien und Nicaragua)

wurde das Länderquartett

abgerundet und die Markenfamilie

war vollkommen. Alle vier Länder in

diesem Sampler bieten einen umfassenden

Einblick in die CORRIDA

Serie. Ob Einsteiger, Entdecker oder

langjähriger Genießer, dieser Mix

hält für jeden Aficionado die passende

Cigarre bereit.

Der Stärke nach beginnend bietet

sich als Einstieg der dominikanische

Stier an. Ausgewogen und

vollaromatisch unterstreichen feine

Röstaromen seinen Geschmack.

Dominikanische Tabake werden

vielmals wegen ihrer Milde und Bekömmlichkeit

in leichten Cigarren

Vier Länder – vier Geschmäcker

verarbeitet. Matías Maragoto (ABAM)

ist seit Jahren enger Vertrauter von

VILLIGER und Produzent ihrer Cigarren

aus der Dominikanischen Republik.

In seiner Fabrikation entstehen

unter anderem die Marken Bock,

VILLIGER 1492, VILLIGER 1888, Dominico

und viele weitere.

Alle Serien sind in den Formaten

Robusto+ (Ringmaß 52) und Toro+

(Ringmaß 56) auch außerhalb des

Samplers bei Ihrem Fachhändler

erhältlich.

www.villigercigars.com

CORRIDA Toro Sampler:

4 außergewöhnliche Cigarren aus 4 Ländern

zu einem KVP von 33,60 €

Neue Rum-Kreation CANEROCK

Mit Fachwissen und

Leidenschaft tüftelten

die Macher von Plantation-Rum

mehr als

3 Jahre an der perfekten

Rezeptur für diese

gewürzte Spirituo¬se.

Mehr als 90

verschiedene

Rezepte wurden

ausprobiert,

um das eine

perfekte zu

finden. Wichtig

war es den

Spezialisten,

eine authentische

Spirituose

zu entwickeln, die traditionell

herge¬stellt wird und das Terroir

seines Ursprungslan¬des Jamaika

voll widerspiegelt.

Canerock ist eine Rum-Spirituose

mit 25 Gramm Zucker/Liter, die mit

sorgfältig ausgewählten natürlichen

Gewürzen angereichert wird. Für

eine reiche, süße und volle Textur

werden Vanilleschoten aus Madagaskar,

delikater Ingwer aus Jamaica

und Kokosnussfleisch eingesetzt.

Die Rums für diesen außergewöhnlichen

Blend reiften bis zu

3 Jahre, ein kleiner Anteil lagerte

sogar 5 bis 10 Jahre. Es kamen

amerikanische Eichenholz-Fässer

zum Einsatz. 10 bis 15 % dieser

Spezialität erhielten ein Finish in

Sherry PX-Fässern.

Man darf sich beim Canerock auf

Kraft und Komplexität freuen. Im

Geschmack gibt sich dieses Highlight

angenehm karamellig süß und vanillig,

ergänzt durch würzige Einflüsse.

Auch die Flasche ist besonders

und fokussiert das prägnante

Holz-Relief der Schildkröte. Dieses

standhafte Tier verbindet eine

ruhige Kraft mit einem gemächlichen

Tempo. Getreu diesen Werten

steht die Marke Canerock dafür, sich

Zeit zum Genießen zu nehmen. Das

finden wir wunderbar.

Canerock 40,0 vol%, 0,7 Ltr. UVP 35,80 €

12

FineTobacco[+] 02·2022


Die 5th Avenue Products Trading-GmbH,

übernimmt zum 1. August

2022 den Vertrieb der Cigarren

der Marke „VegaFina“ in Deutschland.

Inhaber der Marke ist Tabacalera,

Madrid, die auch an Habanos S.A., der

cubanischen Exportgesellschaft für

Cigarren beteiligt ist.

VegaFina ist eine der renommiertesten

und anerkanntesten Premiumcigarren

und weltweit die

meistverkaufte nicht-cubanische Premiumcigarrenmarke

(mit Ausnahme

des US-amerikanischen Marktes). Sie

wird in mehr als 50 Ländern angeboten.

VegaFina-Cigarren stehen für ausgezeichnete

Qualität, Exzellenz und ein

perfektes Preis-Leistungsverhältnis.

Vertriebswechsel

5th Avenue übernimmt den Vertrieb der VegaFina-Cigarren

Bei 5th Avenue ist man über diese

Sortimentserweiterung sehr erfreut:

„Wir ergänzen damit unser Cigarrenportfolio

wieder und sprechen ein

noch breiteres Spektrum an Cigarrenliebhabern

an... “, meint Geschäftsführer

Heinrich Villiger.

www.5thAvenue.de

Limitierte 18-jährige Abfüllung

Tamdhu Speyside Single Malt Scotch Whisky

Mit der Enthüllung des Tamdhu

18 Year Old startet die schottische

Whisky-Destillerie in ihr Jubiläumsjahr,

denn in diesem Jahr feiert die

Destillerie ihr 125-jähriges Bestehen.

Die Ergänzung der Tamdhu

Whisky-Range, die ausschließlich in

Sherryfässern reift, markiert einen

besonderen Moment für Tamdhu.

Seit die Destillerie von dem schottischen

Familienunternehmen Ian

MacLeod im Jahr 2012 übernommen

wurde bestand das Bestreben, einen

18-jährigen Whisky hervorzubringen

– und nun ist er als limitierte Exklusivität

auch auf dem deutschen Markt

erhältlich. Die 1200 Flaschen sind ab

sofort im Fachhandel, im gehobenen

Einzelhandel und bei Online-Händlern

für eine UVP von 175 Euro (0,7l)

erhältlich.

Bei 46,8 % Alkoholgehalt abgefüllt

und nicht kältefiltriert, bietet

die Neuheit am Gaumen Äpfel neben

Trockenfrüchten und süßen Gewürzen.

Ein langanhaltender und

lohnender Abgang bringt gewürztes

Apfelkompott und einen unverkennbaren

Hauch von Sherry hervor.

Tamdhu Speyside Single Malt Scotch Whisky –

18 Years, 46,8vol%, 0,7 Ltr, UVP 175,00 €

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MAGAZIN

Der neue Inbegriff von Luxus in der

Brandy-Kategorie

Ein Brandy, wie ihn die Welt noch

nicht gesehen hat: So selbstbewusst

lautet die Aussage des Solera Gran

Reserva Brandy 1866 aus dem Hause

Osborne und verspricht ein Produkt

der Extraklasse. Er überzeugt mit einem

unvergleichlichen Geschmack,

den er seinem handwerklich einzigartigen

und jahrhundertalten Herstellungsverfahren

in einem 16-stufigen

Criaderas- und Solera-System

verdankt – eine beispiellose Zahl in

der Welt der Spirituosen. Die erste

Solera des ursprünglichen Schöpfers

dieses mythischen Brandys datiert

auf das namensgebende Jahr 1866

zurück. Osborne hat es in seiner Rolle

als Bewahrer des Erbes der Weine

und Brände aus Jerez verstanden, die

Essenz des Brandy de Jerez zu konservieren

und in dem Brandy 1866 zu

bewahren.

Ein Brandy, ein Meisterwerk

1866 ist das an goldenen Bernstein

erinnernde Ergebnis der Destil-

Brandy 1866

lation ausgewählter Weine aus der

Airén-Traube in traditionellen kupfernen

Alquitaras – Destillierapparate

arabischen Ursprungs. Die anschließende

Reifung der Destillate in

sehr alten Sherryfässern, in denen

zuvor die besten Finos-Sherrys von

Osborne gelagert wurden, birgt die

eigentliche Besonderheit dieses Super-Premium-Brandys:

Das Destillat

durchläuft ein traditionelles 16-stufiges

Criaderas- und Solera-System.

Seinen Namen hat das Verfahren von

der Bezeichnung der untersten Fassreihe

(spanisch solera „die Unterlage“),

die darüber gestapelten Reihen

nennt man criaderas – in diesem Verfahren

vermischen sich die Destillate

von „oben nach unten“ und erhalten

den besonderen Brandy-Geschmack.

Über dieses besondere Verfahren

erhält der Brandy seine große aromatische

Intensität mit leichten Noten

von Vanille und Nüssen. Am Gaumen

überzeugt der 1866 dann als kräftiger

Brandy - bei 40,0 vol% - mit viel Länge

und Noten von Eiche und getrockneten

Früchten.

Im aktuellen Sommer ist der neue

Brandy hervorragend ‚On the Rocks‘

zu genießen.

Übrigens ist auch die Jury des International

Wine and Spirit Competition

(ISWC) ist von dem Brandy 1866

überzeugt und verlieh ihm jüngst eine

der begehrten Gold Medaille sowie

Sondermedaille im Rahmen der Grape

Brandy Trophy 2022.

Habanos S.A. zur Preisanpassung 2022

14

Wie jedes Jahr um diese Zeit hat

die Habanos, S.A. die Verkaufspreise

für das Vertriebsnetz für ihr

FineTobacco[+] 02·2022

gesamtes Portfolio aktualisiert. Für

2022 wurden sie unter Berücksichtigung

der aktuellen anspruchsvollen

Aspekte, die alle Sektoren einschließlich

des Luxus- und Premium-Zigarrenmarktes

betreffen, und

einer neuen Strategie der globalen

Homogenisierung im höchsten Segment

der Preispyramide festgelegt.

Die unbestrittene weltweite

Führungsposition von Cohiba, die

Stärkung ihrer Positionierung durch

neue, noch exklusivere Projekte und

das Ungleichgewicht zwischen dem

Angebot (das durch die einzigartigen

Eigenschaften der Marke begrenzt

ist) und der unaufhaltsamen Nachfrage

nach ihren Vitolas machen die

Nummer eins von Habanos nicht nur

zur exklusivsten Premium-Zigarrenmarke

der Welt, sondern auch

zu einer der exklusivsten Marken in

allen Luxusbereichen. Die Habanos,

S.A. hat beschlossen, diese Positionierung

zu verstärken und die

Cohiba-Preise auf globaler Ebene

einheitlich festzulegen, wobei der

UPE für Hongkong als Referenz

dient.

Diese Entscheidung gilt auch für

die Marke Trinidad, die ihre Position

in der Elite der Habanos-Marken

festigt, indem sie die Boutique-Marke

von Habanos schlechthin wird.

Andere Vitolas und Linien von

herausragender Bedeutung in Marken

wie Montecristo, Partagás oder

Romeo y Julieta erhöhen ebenfalls

die Preise einiger ihrer exklusivsten

Artikel, ähnlich wie Cohiba und

Trinidad, und definieren den Begriff

Luxus im Premium-Zigarrensektor

neu.

www.5thAvenue.de


Bem-vindos

ao Brasil!

Parcero Brasil: eine facettenreiche

Freundschaft

Freundschaft geht über

Grenzen hinaus, Freundschaft

verbindet. Und so gesellt sich

zur handgerollten Parcero

Dominicano Zigarre die Parcero

Brasil dazu. Die Komposition aus

brasilianischen und dominikanischen

Tabaken bringt „vida brasileira“

lebendig und abwechslungsreich

an den Gaumen. Die

Parcero Brasil wird – wie die

Parcero Dominicano – bei Arnold

André Dominicana mit Liebe und

Leidenschaft von Hand gerollt.

Zuckerhut, Samba, Bossa Nova

– das ist Brasilien, aber Brasilien

ist auch so viel mehr. Die

Parcero Brasil fängt die Aromen,

Gerüche und Geschmäcker des

südamerikanischen Landes ein

und das in gleich drei Formaten.

Die Tabakmelange ist die

Gleiche, sie entfaltet sich in

jedem Format auf ganz unterschiedliche

Weise und beschert

zahlreiche genussvolle Überraschungsmomente.Unkompliziert,

süß, mild, würzig, nussig

– das ist die Parcero Brasil

Robusto, das kürzeste Format

im Freundeskreis. Bei jedem Zug

scheint die Sonne aus dieser

brasilianischen Zigarre, die auch

unter Einsteigern sofort Freunde

findet.

www.parcero-cigar.de

ONLINE-SHOP WWW.BIRKENHOF-BRENNEREI.DE

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feine Spirituosen

holzfassgereift

Nistertal · F 02661 982040 · info@birkenhof-brennerei.de


MAGAZIN

ine

Als geschätzter Begleiter zum Espresso

am Morgen oder als genussvoller

Abschluss eines üppigen Abendessens:

Die Toscano steht gestern wie

heute für italienische Genusskultur.

Jetzt überrascht die Manifatture Sigaro

Toscano S. p. A. aus Lucca mit drei

neuen MASTER AGED-Serien – handgerollte

Longfiller Zigarren, die das

„Prinzip Toscano“ neu definieren und

damit die Tür zu bisher unbekannten

Geschmackswelten ganz weit öffnet.

Seit mehr als einem Jahr liegen die

kleinen, tiefbraunen Schätze fein säuberlich

aufgereiht in dafür eigens entwickelten

Reifekellern. Täglich kontrollieren

erfahrene Master Blender – die

Affinatore - bei Toscano Temperatur

und Feuchtigkeit, beobachten penibel

jeden einzelnen Reifefortschritt.

Dann ist es endlich soweit: Die Toscano

MASTER AGED Zigarren verlassen

ihr umpflegtes Habitat, bekommen

stylische Banderolen um den Bauch,

werden in hochwertige Holzkisten zu

je 30 Stück verpackt, und machen sich

auf den finalen Weg zu Menschen, die

außergewöhnlichen Rauchgenuss als

Teil der eigenen Genusswelt definieren

Die Toscano MASTER AGED Zigarren

Die perfekte Komposition aus Zeit, Geduld und Hingabe

und ihren Humidor um eine echte Premium-Zigarre

bereichern wollen.

Eine Gemeinsamkeit jedoch verbindet

die neuen Zigarren der MASTER

AGED-Generation mit den klassischen

Toscanos: Sie alle verdanken ihre Aromenkomplexität

dem Dark fired Kentucky-Tabak,

vom dem immer noch rund

60 Prozent aus Italien stammen, und

dem speziellen Verarbeitungs- und

Veredelungprozess, der ausschlaggebend

ist für die hohe Qualität des End-

produktes und jede Toscano so unverwechselbar

macht. Aber es gibt auch

Unterschiede. Und die haben sehr viel

mit Geduld und einem enormen Wissen

um die spezifischen Eigenschaften

dieses Premium-Tabaks zu tun:

Aus der Idee eines Master Blenders bei

Toscano heraus entstanden, bekommt

das Naturprodukt Tabak bei der MAS-

TER AGED-Serie extra viel Zeit, um den

optimalen Geschmack zu entwickeln.

www.alles-andre.de

A. H. Riise Signature Kollektion.

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Nichts ist so verbindlich wie

die Unterschrift auf einem Stück

Papier. Aus diesem Grund trägt

der neue Premium Blend aus

FineTobacco[+] 02·2022

dem Hause A. H. Riise den Namen

„Signature“. A.H. Riise Signature ist

ein Unikat. Es ist eine einzigartige

Mischung mit all den Aromen, die A.

H. Riise auszeichnen, und mehr. Die

Süße, die milde Schärfe, der samtige

Geschmack und die Aromen.

Eine einzigartige Luxusmischung,

die nur aus den feinsten Fässern

hergestellt wird und somit würdig

ist, die großen Momente des Lebens

zu feiern

Wenn der Masterblender eine

A.H. Riise Abfüllung komponiert,

verwendet er Rum aus einer

Vielzahl von Fässern unterschiedlichen

Alters und unterschiedlicher

Herkunft. Allerdings werden nicht

alle Fässer bis auf den letzten Tropfen

geleert. Oft bleiben ein kleiner

Rest und somit eine kleine Menge

großartiger Rum im Fass. Dies sind

die erstklassigen Fässer, die A.H.

Riise verwendet, um den perfekten

Signature Blend zu kreieren.

Jede Edition von A.H. Riise Signature

wird in sehr kleinen Batches

hergestellt und ergibt weniger als

2000 Flaschen pro Charge. Auf

jeder Flasche sind die Batch- und

die Flaschennummer angegeben.

Die Anzahl der Flaschen variiert je

Abfüllung. Das hängt ganz davon ab,

wie viel Premium-Rum noch aus den

Fässern extrahiert werden konnte.

Im Geschmack ist diese Rumspirituose

unwahrscheinlich samtig –

sehr fruchtig mit einem Nachklang

mit leichten Minznoten.

A. H. Riise Signature 43,9 vol%, 0,7Ltr.

UVP 149,99 €


Sauerländer Edelbrand GmbH

In der Günne 22 | 59602 Rüthen-Kallenhardt | Telefon: +49 (0) 2902 57151

info@sauerlaender-edelbrennerei.de | www.sauerlaender-edelbrennerei.de


SERIE•HECHO A MANO

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FineTobacco[+] 02·2022

oben: Alejandro Robaina: Einer der legendärsten Vegueros, berühmt

für seinen guten Tabak, rauchte Zigarren bis an sein Lebensende.

Mitte: Die Insel Kuba; die besten Tabakanbaugebiete sind grün

eingezeichnet und befinden sich im Westen der Insel

unten: Eine herrliche Landschaft, aber eben nur Landschaft, keine

aufregende Umgebung.

rechte Seite: María Luisa Álvarez, eine unter Kennern geschätzte

Veguera; es sind nicht nur Männer im Tabakgeschäft.


Von Händen gefertigt – Das Entstehen einer Zigarre | Teil 2

Auf in den Westen

zu den Vegueros!

Wir verdanken es vielen fleißigen Menschen, ihrer Leidenschaft, ihrer Liebe zum

Tabak und ihrer Hände Arbeit, dass es Zigarren gibt. Wir schauen uns diese

Hände und die vielen Arbeitsschritte, die getan werden müssen, genauer an.

Heute sind es die Hände der Tabakbauern, der Vegueros.

Text: Claudia Puszkar

Mit dem winzig kleinen

Tabaksamen

haben wir begonnen.

Nun schauen wir weiter, wie aus diesem

eine köstliche Zigarre entstehen kann.

Der Tabaksamen wird in Kuba von den

Tabakforschungsinstituten an die Vegas

ausgeliefert. Und so begeben auch wir uns

auf die Plantagen Kubas zu den Vegueros.

Die besten Vegas liegen im Westen der

Insel, einige andere, weniger bessere, sind

auf der gesamten Insel verteilt. Wie man

auf der Karte sehen kann, handelt es sich

jeweils um ganz begrenzte Landstriche.

Viele fragen, woher man denn wisse oder

wer es denn festlege, wo sich die besten

Plantagen befinden.

Über Jahrhunderte hinweg wurde auf

der Insel Tabak angebaut. Schon die Ureinwohner

taten dies, lange bevor die Spanier

kamen. Und wie beim Wein, denn dort ist

es schlussendlich genauso, hat sich über

all die Zeit herausgestellt, dass der Tabak

aus einer bestimmten Region einfach anders

oder besser schmeckt als der aus

einer anderen. Denn der Boden und das

Mikroklima spielen eine entscheidende

Rolle. Und so gibt es heute, ähnlich wie

Top-Weinbaugebiete, eben auch Top-Tabakanbaugebiete,

Vegas de Primera genannt.

Dort auf den Plantagen, den Tabakpflanzungen,

den Vegas, machen sich, und

zwar nicht im sprichwörtlichen, sondern

im echten Sinne, all die fleißigen Menschen

Tag für Tag die Finger schmutzig.

Ich bewundere diese Menschen, die

Vegueros, die ihr ganzes Leben dem Anbau

von Tabak widmen. Vielleicht können

sie nichts anderes tun, weil sie nichts anderes

gelernt haben. Vielleicht wollen sie

aber auch gar nichts anderes tun, weil sie

es mit Hingabe tun. Wie immer im Leben

ist wohl von allem etwas dabei.

Man könnte nun meinen, dies wären

nur Männer, doch dem ist nicht so. Es sind

auch sehr viele Frauen auf den Vegas beschäftigt,

denn wie wir noch sehen werden,

gibt es einige Tätigkeiten, die viel Fingerspitzen-

und Feingefühl erfordern.

Grundsätzlich sind die Arbeiten eines

Veguero aber meist mühevolle, körperlich

anstrengende Tätigkeiten mit unzähligen

Wiederholungen unter nicht gerade optimalen

Bedingungen. Denn in der Karibik

ist es immer heiß und mit einer Luftfeuchtigkeit

um die 90% schwitzt man schon,

wenn man sich noch gar nicht bewegt. Die

Tabakanbauzeit liegt zwar größtenteils im

Winter, aber warm ist es in der Regel trotzdem,

wenn auch nicht ganz so heiß wie im

Sommer.

Fest steht, dass die Menschen, die im

Tabakanbau arbeiten, kein beneidenswertes

Leben führen. Sie werden damit

auf jeden Fall nicht reich. Obwohl die

Vegas, die Plantagen, in Kuba auch heute

noch zu 90% in Privatbesitz sind, müssen

bestimmte Mengen Tabak zu einem bestimmten

Preis abgeliefert werden.

Berühmt wird man als Veguero auch

nicht. Es gibt einige wenige, die über die

Grenzen ihrer Plantage hinaus bekannt

geworden sind, wie der legendäre Alejandro

Robaina, seine Farm in Pinar del Rio

und seine Familie. Aber das ist die Ausnahme.

Alle anderen schuften ihr ganzes

Leben lang und werden wenig oder gar

nicht wahrgenommen. Für die heute junge

Generation, die öffentlichkeitswirksam

lebt und gern zeigt, was sie gerade treibt,

sicher unvorstellbar. Deshalb fehlt natürlich

auch in Kuba der Nachwuchs auf den

Feldern und wir müssen froh sein, dass es

Menschen gibt, die bereit sind, so zu leben

und zu arbeiten.

Die Plantagen befinden sich weitab

vom Treiben Havannas oder einer anderen

großen Stadt. Sie liegen wirklich „in der

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SERIE•HECHO A MANO

oben links:

Pancho Cuba, auch er einer der bekannteren

Vegueros. Immer ein wenig schüchtern, kennt er

sich mit Tabak in jeder Form aus.

Pampa“. Die Menschen leben ein ganz einfaches

ländliches Leben in einem spärlich

besiedelten Gebiet. Besuche von „außerhalb“

sind selten.

Doch diese Abgeschiedenheit muss

nicht dazu führen, dass sie sich gar

nicht für die Welt da draußen interessieren.

Im Gegenteil, sie freuen sich sehr

über ein wenig Abwechslung und danken

diese auch.

Was das ist, muss ich vielleicht

erläutern. Die FDJ, die „Freie Deutsche

Jugend“, war (nach der „Pionier-Organisation“

für die Kleineren)

die staatliche Jugendorganisation

der DDR. Zur Gemeinschaftsbildung

trugen alle ein blaues Hemd mit einem

Abzeichen, das Symbol einer

aufgehenden Sonne, auf dem Ärmel.

Die sozialistische DDR pflegte zum

Um die Arbeit der Vegueros wertzuschätzen,

hat man eine Habanosmarke nach ihnen benannt:

die Vegueros.

Dazu fällt mir eine herzige Geschichte

ein. Während des „Festivals del Habano“

steht für die Gäste ein Plantagenbesuch

in Pinar del Rio fest auf dem Programm.

Als ich 2010 dort war, besuchte unsere

Gruppe, bestehend nur aus Deutschen,

die Farm von Pancho Cuba, auch er einer

der etwas bekannteren Vegueros. Und er

trug, als wir kamen, ein FDJ-Hemd.

sozialistischen Kuba sehr gute Kontakte

und ein DDR-Besucher hatte

Pancho Cuba dieses Hemd vor vielen,

mittlerweile mehr als 20 Jahren anlässlich

eines Besuches mitgebracht

und geschenkt.

Pancho Cuba hatte also, weil er wusste,

dass Deutsche kamen, dieses Hemd angezogen

und hoffte, seinen Gästen damit

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Inserat 5thAvenue SKUs 2021 124x273 mm finetobacco 29.01.21

eine Freude zu machen. Leider waren in

der Gruppe nur wenige, die dieses Hemd

erkannten.

Ich habe diese seine Geste trotzdem

als ein Zeichen der Aufmerksamkeit und

HInwendung zu seinen Gäste wahrgenommen

und zu schätzen gewusst. Immer ein

wenig schüchtern und vielleicht nur ein

einfacher Bauer, zeigte er auf die Art sein

gutes Herz und seinen offenen Geist.

GENUSSVOLLE

VIELFALT FÜR

HABANOS-

LIEBHABER

Und diesen stellt er auch unter Beweis,

wenn es um seine Pflanzen geht.

Auf die Frage nämlich, woher er wisse,

wann er welche Blätter ernten müsse,

antwortete er: „Am Abend vorher sagen

mir das meine Pflanzen.“ Von seiner

und der Arbeit der Vegueros erfahren

Sie mehr Details in der nächsten

Folge.

www.5thavenue.de


FINE PAIRINGS

OPEN AIR

GENIESSEN

BULLHEAD WHISKY SINGLE MALT FAN EDITION

Das bekannte Wacken Open Air 2022 findet erstmals nach 2019 wieder statt

und ist bereits ausverkauft. Wer keine Karte mehr bekommen hat, kann sich mit

dem diesjährigen offiziellen Whisky für die Wacken Fan Gemeinde einen wunderbaren

Tropfen ordern und am ersten Wochenende im August zeitlich parallel

zum W:O:A ein eigenes Event zelebrieren.

Nur besondere Fässer wurden hierzu von Hans-Gerhard Fink

und seinem Team aus dem Lager geholt. Vor 8 Jahren befüllt

aus einem Destillat aus Gerstenmalz – auf Basis von Gerste

aus dem eigenen Anbau. Entstanden ist eine 8 Jahre gereifte

Triple Cask Abfüllung – gelagert im American Oak

Fass, Portwein- und Weinfass.

Die Finch-Whiskydestillerie von der Schwäbischen

Alb genießt das Vertrauen der beiden Wackengründer

etwas Besonderes ins Glas zu bringen. Dieses Vertrauen

wurde mit einem gelungenen Whisky mehr als

gerechtfertigt.

Online verfügbar über finch-whisky.com

DAVIDOFF NICARAGUA ROBUSTO

Die traditionelle Nicaragua Robusto verzaubert Aficionados

mit ihrem Nicaragua Rosada-Deckblatt.

Diese hervorragende Zigarre beginnt mit Noten

von weissem Pfeffer und einer gewissen Würze,

bevor ihre sahnigen und süsseren Noten Sie auf

eine Reise durch die Gipfel und Täler Nicaraguas

begleiten.

Davidoff Nicaragua hebt sowohl die bitteren

als auch die süssen Geschmacksnuancen

hervor. Die Zigarre entfaltet intensive

Aromen, die typisch für nicaraguanische

Zigarren sind, kombiniert mit der perfekten

Ausführung und Balance einer

Davidoff-Zigarre.

Zu Beginn trifft aromatische Würze

auf unterschwellige Holz- und Karamellnoten.

Diese werden bald von

ausgewogenen Aromen von Kaffee

und Schokolade und solchen von

Creme abgelöst. Gegen Ende der

Zigarre runden subtile Noten von

Leder, frischem Gewürz und Pfeffer

das Genusserlebnis ab.

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Der Sommer ist da – und er bietet uns die Möglichkeit unsere

Genussmomente auch „Open Air“ zu genießen. Ob auf der Terrasse,

am See oder Strand... Der Sommer hat unendliche und hervorragende

Genuss-Locations, unsere Lieblings-Pärchen unter freiem

Himmel zu zelebrieren. Ihrer Phantasie sind keine

Grenzen gesetzt.

CARLOS ANDRÉ AIRBORNE ROBUSTO

Die CARLOS ANDRÉ Airborne vereint höchste Tabakkompetenz

und glühende Leidenschaft für Zigarren in

einer ebenso eleganten wie charakterstarken Longfiller-Komposition.

Sie ist dem faszinierenden Moment

des Abhebens gewidmet. „Airborne“ bezeichnet in der

Fliegerei den Moment, in dem man den Boden verlässt,

in dem man abhebt. Bei der CARLOS ANDRÉ

Airborne steht er aber auch besonders für die

Leichtigkeit, die sich nach dem Abheben einstellt –

für Entschleunigung, für den Moment, in dem man

loslässt, den Alltag hinter sich lässt und sich

seinen Träumen und Visionen hingeben kann.

Mit der CARLOS ANDRÉ Airborne sollen

dynamische, junge und jung-gebliebene

Aficionados begeistert werden, die offen sind

für Neues. Es werden Individualisten angesprochen,

die nicht nach Mainstream-

Produkten Ausschau halten, sondern

selbstsicher genug sind, neue Horizonte

anzusteuern. Qualität, Geschmack und

Aroma haben oberste Priorität.

MARITIVO – DER APERITIF AUS DER HAMBURGER HAFENCITY

Der warme Sommer bietet uns Rauchern die vielen schönen

und langen Tage zum Rauchgenuss. Als passendes

Sommergetränk bietet sich ein bitter-süßer Drink zur

Zigarre an:

Mit dem Geschmack von Grapefruit, Mandarinen und

Curacaoschalen, dazu Akzente von Rhabarber, Enzianwurzel,

Thymian und weiteren Botanicals ist der Maritivo

etwas ganz Besonderes!

Ob auf Eis, als Spritz, mit Tonic oder vielleicht mit einem

Cremant Rosé – dieser neue Aperitif bietet gerade im

Sommer einen sonnig-leichten Drink für die schönen

Momente des Lebens.

Die besondere kraftvolle Farbe entsteht durch Pflanzenauszüge

von Süßkartoffeln und schwarzen Karotten

und selbstverständlich werden nur natürliche Zutaten

verwendet.

Maritivo.com

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SPIRITUOSEN

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GIN – KLASSIKER

AUF NEUEN WEGEN

Wohl kaum eine Spirituose hat eine derartig bewegte Geschichte wie

Gin: ursprünglich eine Medizin, zwischenzeitlich ein Armeleute-

Getränk, später ein Favorit der Society und schließlich ein Mode-

Drink, von dem heutzutage fast täglich neue Marken und Sorten auf

den Markt kommen.

Text: Stephan Rack und Michael Peter

Die Basis von Gin ist ein

klares Destillat aus

Getreide. Die Idee vergorene

Getreidemaische zu hochprozentigem

Alkohol zu destillieren ist alt.

Da allerdings damals das Verständnis

über die chemischen und physikalischen

Vorgänge bei der Destillation beschränkt

war, hatten die Vorläufer von

Gin, Whisky, Vodka und Doppelkorn ein

Problem: den schlechten Geschmack.

So verfiel man auf den Gedanken den

klaren Brand zu aromatisieren, vor allem

mit der als Gewürz und Arznei bekannten

und leicht erhältlichen Wacholderbeere.

Aus den Niederlanden des 16. Jahrhundert

stammen erste Belege dafür,

dass Wacholderschnaps, der als „Genever“

bezeichnet wurde, nicht nur

als Arznei, sondern auch als Gesellschaftsgetränk

weit verbreitet war.

Nach England kam das Getränk Ende

des 17. Jahrhunderts, wo es unter der

Bezeichnung „Gin“ besonders in der

Unterschicht der großen Städte populär

wurde. Der niedrige Preis für Getreide-Spirituosen

in Verbindung mit

den sozialen Umwälzungen zu Beginn

der Industrialisierung führten zu Auswüchsen,

die als „Gin Craze“ bekannt

wurden. Verschiedene Gesetze, die „Gin

Acts“, regulierten schließlich Besteuerung

und Verkauf von Gin und dämmten

die schlimmsten Auswüchse ein.

Ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts

verstand man immer mehr

die Prozesse der Destillation, verbesserte

die Apparaturen und konnte

dadurch bessere Brände herstellen,

was Gin geschmacklich interessanter

machte. Die Destillateure experimentierten

außerdem mit Aromen zusätzlich

zum Wacholder, besonders mit

den Schalen von Zitrusfrüchten wie

Zitronen, Orangen oder Bergamotte,

aber auch Gewürzen wie Ingwer, Koriander,

Zimt, Piment, Kardamom und

Sternanis bis hin zu Seetang. Diese Zusatzaromen

- über 200 davon werden

genutzt - werden auch als „Botanicals“

bezeichnet.

Gin wurde zunehmend zu einem

Getränk der englischen Oberschicht.

Im 19. Jahrhundert umspannte das

britische Empire die Welt und in vielen

wärmeren Gegenden hatten die

Soldaten, Kaufleute und Beamten mit

Malaria zu kämpfen. Das einzig wirksame

Mittel gegen Malaria war damals

das sehr bittere Chinin, das mit Wasser

zu einem „Tonikum“ – englisch Tonic –

verarbeitet wurde und das sich mit Gin

besser trinken ließ: der Vorläufer des

wohl beliebtesten Longdrinks der Welt,

Gin Tonic, war entstanden.

Im Zuge der Entwicklung der Cocktail

Kultur ab der 2. Hälfte des 19.

Jahrhunderts entdeckte man schnell

die Eignung von Gin für die Herstellung

von Cocktails. Der bekannte Martini

Cocktail besteht aus einer Mischung

von Gin und Wermut. Gin-Fizz, Collins

und Negroni sind weitere bekannte auf

Gin basierende klassische Cocktails.

Ende des 20. Jahrhunderts erlebte

Gin eine Renaissance in der Barund

Clubszene, meist als Longdrink

oder Cocktail und im 21. Jahrhundert

begannen in ganz Europa junge und

innovative Unternehmer mit der Herstellung

von Gin. Einige der interessantesten

Produkte wollen wir Ihnen heute

vorstellen.

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SPIRITUOSEN

Glendalough Gin

Die Geschichte der irischen Brennereien

war über die Jahrhunderte

immer wieder von Herausforderungen

geprägt und 2012 gab es nur noch 4

aktive Destillerien in Irland. Probleme

beinhalten aber auch Chancen, die

Dinge anders und besser zu machen.

Inzwischen erfreuen sich Destillate aus

Irland wieder einer hohen Wertschätzung

und verzeichnen steigende Absatzzahlen.

Die von uns bereits früher vorgestellten

Glendalough Whiskeys sind ein

wunderbares Beispiel für den neuen

Trend: eine Gruppe von Freunden aus

Dublin und der südlich gelegenen Region

Wicklow gründeten eine Destillerie,

mit dem Ziel die Kunst des handwerklichen

Destillierens wiederzubeleben.

Neben den spannenden Whiskeys

bieten die kreativen Iren auch besondere

Gins, die durch ihre Rezepturen und

Herstellungsprozesse einzigartig sind.

Für die Herstellung der Gins werden

Kräuter und Früchte aus den Bergen

rund um die Destillerie gesammelt. Wie

immer hängt der Erfolg an den handelnden

Menschen. Bei Glendalough

beschäftigt man die Vollzeit-Sammlerin

Geraldine Kavanagh, die mit ihrem Korb

nur so viel in der Natur sammelt, dass

Kräuter und Früchte ausreichend nachwachsen

können – das ist eine wunderbare

gelebte Nachhaltigkeit.

Die gefundenen Zutaten werden

von Geraldine jeden Tag frisch in die

Destillerie geliefert. Dort findet eine

schonende Extraktion der Aromen und

schließlich eine sorgfältige und langsame

Destillation zum Gin statt.

Dem Wild Botanical Gin werden die

Aromen 25 verschiedener Botanicals

zugegeben, unter anderem Kräuter

wie Orriswurzel und Schafgarbe. Im

Geschmack zunächst kühl und mild –

entdeckt man später frische Noten von

Gräsern und Herbstfrüchten.

Darüber hinaus bieten die Macher

aus Glendalough einen weiteren außergewöhnlichen

Gin. Zuerst fällt der Rose

Gin durch die außergewöhnliche Farbe

auf. Zusätzlich bietet er eine äußerst interessante

Geschichte: Der Master-Distiller

Ciaran Rooney kreierte diesen Gin

ursprünglich, um auf der Hochzeit seines

Bruders ihre verstorbene Mutter

Rose Rooney zu ehren. So wurde die

erste Charge des Gins aus den Rosen

von Rose Rooneys Garten hergestellt.

Der Rosen-Gin kam so gut an, dass

man im Team entschied, ihn dauerhaft

im Portfolio der Destillerie aufzunehmen.

Handgepflückte duftende Heritage

Rosen, Damaszener Rosen sowie Wildrosen

aus den nahen Wicklow Mountains

bilden heute gemeinsam mit frischen

wilden Kräutern und Früchten

der Umgebung diesen natürlich rosafarbenen

Gin.

Im Geschmack entdeckt man weiche

Noten von Wacholder und frischer Rose,

dann eine wunderbare Kombination

aus sanften, süßen Gewürzen und mildem

Rosenwasser mit ein wenig Citrus.

Dieser traumhafte Eindruck mündet in

einem langen Finish von Rosenblättern

und einer angenehmen Süße.

Unsere Empfehlung:

Glendalough Wild Botanical 41 vol%

0,7 Ltr., UVP € 29,50

Glendalough Rose Gin 37,5 vol%

0,7 Ltr., UVP € 29,50

La Citadelle – Gin aus dem

Herzen Cognacs

Frankreich ist bekannt als Land

der vielen Genüsse: Champagner, Cognac,

Armagnac, Calvados, Pastis, Weine

und manches mehr verbindet man mit

Frankreich. Gin aber eher nicht.

Das könnte sich bald ändern. Ausgerechnet

in der Region Cognac befasst

sich der umtriebige Chef des Maison

Ferrand, Alexandre Gabriel, seit 1996

mit der Herstellung bemerkenswerter

Gins. Warum aber sollte man ausgerechnet

dort, wo hochwertige Cognacs

entstehen auch noch Gin produzieren?

Die Cognac Regeln sehen vor, dass

nur zwischen September und März

destilliert werden darf. Den Rest des

Jahres liegen die Anlagen still und die

Destillateure arbeiten in den Weinbergen.

Mit den vorhandenen traditionellen

Copper Stills und dem Knowhow der

Destillateure lässt sich in den Sommermonaten

allerdings auch noch etwas

Anderes anfangen, nämlich Getreidebrände

herstellen und diese zu Gin weiterverarbeiten.

Basis von La Citadelle ist ein dreifach

gebranntes Weizendestillat, dem

in einem 4. Destillationsschritt das

Mazerat der Wacholderbeeren und

der 18 übrigen Botanicals zugesetzt

werden. Die Mazeration, also das Einlegen

und Herauslösen

der Aromastoffe

aus den Früchten und

Pflanzen, erfolgt nach

einem Verfahren, auf

das man im Maison

Ferrand sehr stolz

ist und sich das

sogar hat patentieren

lassen: die

„Progressive Infusion“,

bei dem

jedes Botanical

so lange in Alkohol

unterschiedlicher

Stärke

eingelegt wird,

bis sich das Aroma

optimal entwickelt

hat und

in den Alkohol

abgegeben wurde.

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FineTobacco[+] 02·2022


Das Resultat ist ein klassischer Gin

mit deutlicher Wacholdernote in Kombination

mit Citrus. Am Gaumen ist La

Citadelle weich und ausgewogen. Eine

leichte, angenehme Schärfe ist besonders

im Abgang spürbar und der Verwendung

des exotischen Kubeben- und

Sichuan-Pfeffers geschuldet.

Aus den kleinen Anfängen hat sich

mittlerweile eine große Destillerie entwickelt:

Ende 2021 wurde auf dem

Gelände des Château Bonbonnet eine

Destillerie eröffnet, in der künftig mit

8 klassischen Schwanenhals-Pot-Stills

ausschließlich Gin produziert wird. Bei

unserem Besuch im Januar 2022 konnten

wir nicht nur die Destillerie, sondern

auch die Orangerie bewundern, in der

künftig die Citrusfrüchte für La Citadelle

wachsen sollen. Vor dem Château

wachsen 2500 eigene Wacholderbäume,

von denen künftig der wichtigste

Aromaträger stammen wird.

Auch wenn La Citadelle nicht mehr

ein kleines exotisches Produkt ist, sieht es

ganz so aus, als ob das Maison Ferrand

das hohe Qualitätsniveau halten wird und

den Anspruch eines „Gin Artisanal“, also

eines handwerklichen Qualitätsproduktes,

auch künftig einlösen kann.

Experimentier- und innovationsfreudig

ist und bleibt man auf Château

Bonbonnet: neben dem klassischen La

Citadelle gibt es weitere Varianten mit

eher fruchtigen Noten oder solche, die

im Fass ausgebaut wurden.

Sehr ungewöhnlich ist der „Citadelle

No Mistake Old Tom Gin“. Gesüßter

Gin, der „Old Tom“, wird heute selten

hergestellt. Bei Citadelle wird der Old

Tom mit geröstetem, leicht karamellisiertem

Zucker gesüßt und zusätzlich

6 Monate im Fass ausgebaut. Das Resultat

ist nun keineswegs ein Likör, der

Zucker wirkt vielmehr wie ein zusätzlicher

Geschmacksträger der Botanicals.

Der Wacholder bleibt eher dezent, dafür

treten die Citrusaromen auf eine ungewöhnliche

bitter-süße Art und Weise

hervor - eine Exploration in lange vernachlässigter

Regionen des Gin-Geschmacks.

Unsere Empfehlung:

Gin La Citadelle, 44 vol%

0,7 Ltr., UVP € 25,85

Citadelle Old Tom, 46 vol%

0,5 Ltr., UVP € 32,50

HerGINg

Ungewöhnliche Wege in Punkto Geschmack

und Aromen beschritt man

auch in Kallenhardt nahe Warstein. Dort

findet man die Sauerländer Edelbrennerei,

die sich seit dem Jahr 2000 stetig

entwickelt und mittlerweile ein breites

Angebot spannender Spirituosen bietet.

Hinter allem steckt der Genuss- und

Geschäftsmann Ulrich Wolfkühler, der

mit seiner Familie und der befreundeten

Familie Mülheim entschied, eine eigene

Brennerei aufzubauen.

FineTobacco[+] 02·2022 27


SPIRITUOSEN

Das Ziel war klar formuliert: Echte

Naturprodukte, ohne jegliche Zusätze

in reiner Handarbeit zu kreieren. Mit

Erhalt des „Verschlussbrennrechts“ im

Jahr 2000, konnte das Abenteuer der

Sauerländer Edelbrand GmbH beginnen.

Im breiten Sortiment der Sauerländer

sind wir auf der Messe ProWein auf

einen besonderen Gin gestoßen, den wir

eigentlich bei einer Brennerei an der

Küste erwartet hätten: HerGINg ist der

Name und vermittelt den Bezug zum

Geschmacksgeber Hering!

Die Idee entstand in Zusammenarbeit

mit dem bekannten Koch Johann

Lafer. Im ersten Schritt werden 250 kg

von Hand ausgenommene Heringe unter

Zusatz von Wasser, Wein und Pökelsalz in

ein 250 Liter Virgin-Oak Fass eingelegt.

Dort darf der eingelegte Hering in dem

Aufguss 6 Monate lang sein Aroma an das

Eichenfass abgeben. Im nächsten Schritt

werden die Fässer entleert und mit einem

Gin der Sauerländer Edelbrennerei – einem

London Dry Gin - belegt.

Das finale Produkt ist dann der goldfarbene

HerGINg: in der Nase ein mildes

Wacholderaroma und dann kommt

tatsächlich eine Seebriese mit Seetang.

Im Geschmack eine angenehme

Süße, gefolgt von einer leichte Salznote

– aber auch Wacholderaroma – überraschend

ungewöhnlich.

Das bunte Etikett der Flasche

wurde übrigens vom Künstler Otmar

Alt geschaffen, der seit den Anfängen

der Brennerei die künstlerische Linie

vorgibt und gleichzeitig ein Freund

vom Rezeptgeber Johann Lafer ist.

Somit eine in Gin verewigte Freundschaft.

Unsere Empfehlung:

HerGINg 40 vol%, 0,5 Ltr. UVP € 49,90

Gustus – Gin wie die Römer

Die Birkenhof-Brennerei und ihre

Spitzenprodukte haben wir ja schon

mehrfach vorgestellt, auch ihren Gentle

66, ein sanfter und milder Gin mit vornehm

zurückhaltenden Wacholdernoten,

der zusätzlich im Grand Manier Fass ausgebaut

wurde.

Während viele Gins auf florale und

fruchtige Noten setzen und den Wacholder

eher geschmacklich

im Hintergrund halten,

ging Birkenhof mit Gustus

einen anderen Weg

und stellte den Wacholder

wieder in den Vordergrund.

Gustus entstand

in Zusammenarbeit

mit

dem Hotel Heinz

und der Frage, wie

wohl die Römer

Gin gemacht hätten.

Angesichts der

Nähe zum Limes,

der alten Grenze

zwischen dem römischen

Reich und den germanischen

Stammesgebieten, ist diese Frage nahe

liegend.

Gustus ist ein erdiger und kerniger

Gin mit kräftigen Wacholdergeschmack,

der ergänzt wird durch grüne und süßliche

Noten von Dill und Minze. Abgerundet

wird das Ganze durch fruchtig-herbe Noten

der Grapefruit, deren enge Verwandte,

die Pampelmuse, wohl schon den Römern

bekannt war.

Gustus ist ein kräftiger Gin, den man

sich gut zu einem opulenten Mahl als

Aperitif oder Digestif vorstellen kann und

der - passend zu Geschmack und Geschichte

- in einem klassischen Tonkrug

verkauft wird (45 vol%, 0,5 Ltr., € 36.50)

28

FineTobacco[+] 02·2022


WELCOME!

Trüffel im Gin-Glas

Auf außergewöhnliche Erlebnisse

außerhalb der normalen Geschmackspfade

lädt uns auch der Truffle Gin aus

dem Hause Marx ein, den wir schon an

anderer Stelle besprochen haben. Die

Grundlage ist ein exzellenter Dry Gin, in

dem die Trüffel mazeriert werden. Ein

feiner Trüffelgeschmack gepaart mit

dezentem Wacholder entfaltet sich am

Gaumen - ein wahrlich außergewöhnlicher

Genuss. (40 vol%, 0,5 Ltr. € 69,00)

Gin und Un-Gin des Lebens –

Was ist eigentlich Gin in der EU?

Wacholder darf sich eine Spirituose

nennen, die mindestens 30

vol.% Alkohol aus landwirtschaftlichen

Produkten aufweist und mit

Wacholder aromatisiert wurde.

Weitere Aromastoffe sind zulässig,

der Wacholdergeschmack muss

aber „wahrnehmbar“ sein.

Als Gin darf eine Spirituose mit

mindestens 37,5 % vol. bezeichnet

werden. Ansonsten gelten die Regeln

für Wacholder-Spirituosen.

Für Destillierten Gin muss

zusätzlich als Ausgangsstoff reiner

Alkohol mit mindestens 96%

vol. verwendet werden, der mit

Wacholder und anderen natürlichen

Aromen erneut destilliert

wird. Weitere Aromen dürfen hinzugefügt

werden.

London Gin ist ein destillierter

Gin, bei dem die Aromen ausschließlich

im Zuge der Destillation

hinzugefügt wurden.

Die Bezeichnung „Dry“ darf für

jeden Gin verwendet werden, dem

weniger als 0,1 Gramm Zucker

pro Liter zugesetzt wurde. Gin mit

Zuckerzusatz wird traditionell als

„Old Tom“ bezeichnet.

Rechtzeitig zum Beginn der Sommerzeit

können wir die Neuentwicklung

„Samana Flair“ aus der dominikanischen

Manufaktur „Tabacos Don

Esteban“ vorstellen und einführen.

Den beiden professionellen Blend-Makern,

Vater Oskar und Sohn Adrian

Nausch, ist eine „Robusto“ gelungen,

die im Rauchgenuß eine große

Harmonie wiedergibt, edelcremig,

Deckblatt: US-Connecticut

Umblatt: Dom. Rep.

Filler: Dom. Rep.

Packung:

8 Robustos

KVP: 7,20 € / Stück

Don Stefano

Zigarren – Zigarillos

100 % TOBACCO in PERFECTION

info@donstefano.com

typisch für eine beste Longfillercigarre

aus der Dom. Rep. mit dem sehr ansprechenden

US-Connecticut-Deckblatt.

Die farbenfrohe Gestaltung der Packung

beeindruckt im gleichen Maße und spiegelt

die Atmosphäre der schönsten Halbinsel

„Samana“ der Dom. Rep. wider.


RAUCH•GERÄTE

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FineTobacco[+] 02·2022


CINDERELLA

aus dem Maisfeld

Sie ist das meistunterschätzte Rauchgerät in der Genusswelt: Die Maiskolbenpfeife hat in

Europa noch nicht einmal ein Image. Doch sobald man sie raucht, verwandelt sich die

Unscheinbare aus den Vereinigten Staaten flugs in eine Prinzessin. Dazu braucht es weder

eine Fee noch einen Kürbis, nur ganz wenig Mäuse. Sobald der Tabak glimmt, entfaltet sich

der Zauber als purer Rauchgenuss. Was macht die Corn Cob Pipe so besonders?

Text: Elmar Schalk Fotos: Nina Bauer

Mark Twains „Huckleberry

Finn“ hatte eine,

der Comic-Seemann

„Popeye“ ebenso und General MacArthur

besaß gleich mehrere: Maiskolbenpfeifen.

In ihrer schlichten Konstruktion

ist die Corn Cob Pipe eine der

Urformen des Tabakgenusses. Vor gut

150 Jahren bescherte diese Pfeife einem

holländischen Einwanderer sein

eigenes Cinderella-Märchen, das sich

in die lange Liste der Tellerwäscherkarrieren

einreiht: Mitte des 19. Jahrhunderts

emigrierte Hendrik Tibbe in

die USA, nachdem er in seiner Heimat

Enschede bei einem Brand fast alles

verloren hatte. In der Kleinstadt Washington/

Missouri, fand er ein neues

Zuhause und als Möbeltischler seinen

Broterwerb. Während im Märchen eine

gute Fee den Handlungsverlauf positiv

beeinflusst, war es bei „Henry“ Tibbe

ein Farmer, der den Stein ins Rollen

brachte. Ob Tibbe mit seiner Drehbank

einen Maiskolben in einen Pfeifenkopf

transformieren könne, wollte der Landwirt

wissen. Für den Schreiner war es

ein Leichtes und so begann 1869 die

Erfolgsstory der heutigen „Missouri

Meerschaum Company“. 1907 gab

sich die Pfeifenmanufaktur „H. Tibbe &

Son“ diesen ungewöhnlichen Namen,

um damit zu werben, dass ihre Maiskolbenpfeifen

ebenso federleicht und

angenehm zu rauchen seien wie die

exklusiven Verwandten aus Magnesiumsilikat.

Und man wollte sich von den

Mitbewerbern absetzen, die sich inzwischen

im Franklin County niedergelassen

hatten. Denn Washington/ Missouri

hatte sich bald zum Zentrum der Corn

Cob-Industrie entwickelt – 1925 gab es

im Bezirk rund ein Dutzend Hersteller

von Maiskolbenpfeifen, etwa „Hirschl &

Bendheim“ oder „Buescher Industries“.

Heute sind sie alle verschwunden. Die

„Missouri Meerschaum Company“ aber

blieb.

Gechillt & tiefenentspannt

Nach dem Zweiten Weltkrieg eroberten

viele Genussmittel aus den

USA den europäischen Markt: Vor allem

Zigaretten, Kaugummi, Cola und Whiskey

verkörperten das neue, moderne

Lebensgefühl. Andere schafften nicht

den Sprung über den großen Teich,

etwa der (großblätterige) Kautabak

und die Maiskolbenpfeife. Sie verkörperten

schon in den 1950ern das „alte

Amerika“ – statt „schnell & dynamisch“

sind sie „gechillt & tiefenentspannt“.

Selbst in den beiden Jahrzehnten danach,

als Pfeiferauchen total angesagt

war, klemmten schicke Bruyèrepfeifen

zwischen den Zahnreihen, aber keine

Corn Cob Pipes. Vielleicht wollte man

– nach Jahren des Mangels und der

Improvisation – nicht mit einer Pfeife

gesehen werden, die aussieht wie

selbstgemacht?

Back to the roots

Rund 70 km westlich von der rastlosen

Metropole St. Louis liegt Washington

am gemächlich dahinströmenden

Missouri River. Es ist ein schmuckes

Städtchen. Mit seinen historischen

Holz- und Backsteinhäusern (samt

kurzgeschnittenen Rasen und alten

Bäumen), mit seinen Läden, Restaurants

und Cafés lockt der Ort zahlreiche

Touristen an. Geschichte wird hier

zelebriert, Jahreszahlen werden groß

geschrieben. Wer an der West Front

Street entlangschlendert, die dem

Flussverlauf folgt, steht irgendwann vor

dem dreistöckigen Firmengebäude der

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RAUCH•GERÄTE

„Missouri Meerschaum Company“. Unübersehbar

prangt der Schriftzug an

der pittoresken Backsteinfassade, von

den hohen Fenstern blättert weiße

Farbe ab und ein Schild verweist auf

den rückseitigen Shop samt Museum.

Doch die Ruhe täuscht. Im Inneren

produzieren rund drei Dutzend Mitarbeiter

5000 Pfeifen täglich in Handarbeit.

Der Soundtrack der betagten Maschinen,

an denen gesägt, gebohrt und

geschliffen wird, füllt mehrere Etagen.

Überall stehen große Holzkisten voller

Maiskolbenstücke in verschiedenen

Stadien der Bearbeitung. Es sind spezielle

Sorten, die hier verarbeitet werden

– mit großem Durchmesser und

einem härteren Kern. Je nach Ausführung

bleiben manche Pfeifenköpfe so

faserig wie ein abgenagter Kolben. Andere

erhalten eine glättende Gipspaste,

die der Firmengründer anno 1878

patentieren ließ und ihr den klangvollen

Namen „Plaster of Paris“ gab.

Mittlerweile existiert eine große Palette

an unterschiedlichen Größen und

Formen: Von der handlichen Shagpipe

„Miniature“ in naturbelassener Optik,

bis zur stattlichen „MacArthur Classic

Polished Bent“. Allen gemein ist ein

einfacher Holz- oder Bambusholm,

meist mit schlichtem Acrylmundstück

und teilweise mit 6 mm Filterbohrung.

Rustikale Reize

Die Optik einer Maiskolbenpfeife ist

unverwechselbar. Man kann sie drehen

und wenden wie man will: Ihr Äußeres

hat nichts mit der Eleganz und

der offensichtlichen Wertigkeit einer

Bruyèrepfeife gemein. Die Corn Cob

Pipe ist schlichtweg rustikal. Punkt.

Von ihren europäischen Verwandten

aus dem Wurzelholz der Erica arborea

unterscheidet sie sich so grundlegend

wie ein Willys Jeep der 1950er von

einem aktuellen G-Klasse Mercedes.

Also mehr Lagerfeuer als Opernball.

Doch man sollte sich davor hüten, die

simple Ausführung zu belächeln. Der

US-Jeep ist ebenfalls flink im Gelände

unterwegs, kann auch ohne Diagnosegerät

repariert werden und ein

Kratzer im Lack ist keine Katastrophe.

Genauso ist die Maiskolbenpfeife eine

Begleiterin, mit der man durch Dick

und Dünn gehen kann. Dass sie nur einen

Bruchteil eines Einsteigermodells

aus Bruyère kostet, ist nur eine von

vielen Vorzügen. Wenn ihre Oberfläche

mal Schaden nimmt oder sie gar

verloren geht, dann lässt sich das (finanziell)

gut verkraften. Deshalb eignet

sie sich ebenso als Geschenk. Ein

Anfänger/ eine Anfängerin muss auch

nicht tief in die Tasche greifen, wenn

er/ sie das Pfeiferauchen einfach mal

ausprobieren will. Da ist die Corn Cob

Pipe so liebenswürdig-unverbindlich

wie ein Rheinländer. Und was das Einrauchen

betrifft: das gibt es bei ihr

nicht. Der amerikanische Handkamin

ist sofort einsatzfähig. Seine Härte

erhält der entkernte Kolben während

seiner zweijährigen Lagerzeit, in der

er sich auch zum Leichtgewicht entwickelt.

Kritiker werfen dem Naturprodukt

gerne eine geringe Haltbarkeit

vor. Wenn die Pfeife aber pfleglich

behandelt wird, zwischen den Füllungen

auch mal trocknen darf und nicht

in China produziert wurde, kann von

einer Lebenserwartung von bis zu

zwei Jahren ausgegangen werden.

Das berichten jedenfalls ihre Anhänger.

Sie hat aber noch ein weiteres As

im Ärmel.

Das As im Ärmel

Wenn man die Corn Cob ohne großes

Tamtam gestopft hat und das

erste Mal entflammt, wird man ein

leichtes Cornflakes-Aroma registrieren.

Manche assoziieren es auch mit

Pop Corn. Schließlich war der Pfeifenkopf

mal ein Maiskolben. Nach ein

paar Durchgängen hat sich der Geschmack

aber verflüchtigt und nun

kann die unscheinbare Amerikanerin

zeigen, was sie drauf hat: Ihr Rauch

ist so kühl und trocken wie bei einer

Meerschaumpfeife. Kein Holzaroma

stört den Genuss – der Tabak zeigt

sich so wie er ist. Weil der Kolben der

Gattung „Zea mays“ im trockenen Zustand

sehr saugfähig ist, können auch

unterschiedliche Tabake in der selben

Corn Cob geraucht werden, ohne dass

sie sich in die Quere kommen. Ausgerechnet

der amerikanische Autor

und schmerzbefreite Dauerraucher

Mark Twain hatte immer „einen armen

Schlucker“ dafür bezahlt, dass

er seine neue Maiskolbenpfeife mindestens

zwei Wochen lang intensiv

einrauchte. Danach wechselte er das

Mundstück aus und entflammte den

kleinen Kamin so oft bis er auseinanderfiel.

Twain mag ein eigenwilliger

Kopf gewesen sein, auf seine uramerikanischen

Pfeifen ließ er aber nichts

kommen: Als ihn 1890 der britische

Schriftstellerkollege Rudyard Kipling

besuchte und irgendwann tadelte,

weil er edlen türkischen Tabak in eine

schlichte Corn Cob stopfte, antwortete

Mark Twain augenzwinkernd: „Ich

verstehe, was Sie meinen. Aber das

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schadet dem Tabak nicht.“ Und nach

einer kurzen Pause konstatierte er

knapp: „Dies, mein Herr, ist keine Corn

Cob Pipe. Es ist eine Missouri Meerschaum.“

Die Leidenschaft wächst weiter

Inzwischen hat die Manufaktur aus

Washington ihr Portfolio erweitert.

Seit kurzem gehört die „Old Dominion

Pipe Company“ zum Unternehmen.

Anders als es der Name vermuten

lässt, wurde diese Firma erst 2013 von

den Brüdern Bob und Bill Savage an

der Ostküste von Virginia gegründet.

Ursprünglich aus der Idee entstanden,

eine alte Maissorte der amerikanischen

Ureinwohner wiederzubeleben,

stellten sie aus den Kolben bald Pfeifenköpfe

her, die sie mit einem Bambusholm

kombinierten. Die Nachfrage

war irgendwann jedoch so groß, dass

sie ihr Rohmaterial ab 2016 von den

Herstellern in Missouri bezogen. Was

ursprünglich als Nebenerwerb geplant

war, wuchs den Savage-Brüdern aber

zunehmend über den Kopf. So war der

Verkauf ihrer Marke an die „Missouri

Meerschaum Company“ schließlich

die logische Schlussfolgerung. Im

Märchen Cinderella hält der Feenzauber

bekanntlich nur bis Mitternacht,

bei den Machern der Corn Cob Pipes

sind es mittlerweile über 150 Jahre.

Heute werden Tibbes Rauchgeräte in

70 verschiedene Länder exportiert.

Nicht nur die USA schwören auf die

rauchenden Maiskolben, auch in Asien,

Südamerika und Australien finden

sich immer mehr Anhänger; in

Europa ist nach wie vor Skandinavien

der größte Absatzmarkt. Ob auch

Deutschland für diese ursprüngliche,

unverfälschte und unprätentiöse Art

des Tabakgenießens in Zukunft offen

ist, wird sich zeigen.


SPIRITUOSEN

Birkenhof – Mindestens

EINE Reise wert!

Es gibt Reiseführer, die ganz besondere Ziele mit dem Prädikat „ist

eine Reise wert“ versehen. Als ein solches Ziel können wir Genießern

einen Besuch in der Birkenhof-Brennerei in Nistertal/Westerwald

empfehlen, über deren Produkte wir schon mehrfach in Fine Tobacco

berichtet haben.

Anders als in den nicht weit

entfernten Tälern von Rhein

und Mosel mit ihrem milden Klima gedeiht

auf den Höhen des Westerwaldes

kein Wein. Dafür gibt es aber Getreide,

saubere Luft und reines Wasser – die

Grundlage für Getreidebrände, den

deutschen „Korn“. Wer jetzt verwundert

die Stirn runzelt sollte sich daran erinnern,

dass Getreidebrände nicht nur die

Grundlage für Korn, sondern auch für

Spirituosen wie Whisky oder Gin bilden

– es kommt also auch hier nicht nur darauf

an wie etwas gemacht wird, sondern

auch was daraus gemacht wird.

Seit 1848 werden im Birkenhof

Spirituosen produziert und mittlerweile

ist die 7. und 8. Generation in

dem Familienunternehmen am Werk.

Es ist schon etwas Besonderes, dass

ein Unternehmen über eine so lange

Zeit im Besitz einer Familie bleibt,

und in dieser langen Zeit hat sich bei

der Eigentümerfamilie Klöckner eine

Menge Know-How im Umgang mit

Destillaten angesammelt. Doch Tradition

und Wissen allein reichen nicht

aus, um im Wettbewerb um die Konsumenten

über so viele Jahrzehnte zu

bestehen.

Während viele deutsche Brennereien

und Spirituosenhersteller ihr Heil in

der Massenproduktion suchten und die

Chancen der neuen Trends übersahen,

nahmen die Klöckners mit „Eigensinn

und viel Kreativität“ die Herausforderungen

an und kreierten gestützt auf ihr

Wissen um die Kunst des Destillierens

neue Produktlinien. Der Enthusiasmus

und die Leidenschaft, mit der ans Werk

gegangen wird, ist auch für den Besucher

spürbar. Man kann eine ungewöhnliche

und spannende Verbindung von

traditionellem Handwerk und innovativem

Unternehmertum erfahren. Für die

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ADVERTORIAL

Produkte hat der Birkenhof schon in der

Vergangenheit zahlreiche Preise erhalten

und wurde Anfang 2022 auf der Craft

Spirit Berlin als eine der „World’s Best

Craft Distilleries“ und auf der Frankfurt

International Trophy als „Beste Destillerie

Deutschlands ausgezeichnet.

Interessierte Besucher erhalten bei

einem Besuch im Birkenhof schnell eine

Übersicht über die Herstellung sehr unterschiedlicher

Brände: Whisky, Gin, Rum,

Obstbrände, Aperitifs, Liköre und traditionelle

Spezialitäten: all das wird im Birkenhof

hergestellt. Wer nun neugierig ist, wie

diese Produkte hergestellt werden, kann

bei einer Führung eine Menge lernen.

Welche Unterschiede gibt es zwischen

der Destillation von Edelbränden

aus Obst und Getreidebränden? Wie werden

Getreidebrände zu Whisky weiterverarbeitet?

Was unterscheidet einen Gin

von einem Wacholderschnaps? Welche

Rolle spielen alte Portwein-, Sherry- und

Bourbonfässer für die Herstellung von

Whisky und Rum? Was kommt heraus,

wenn man Korn im Fass reifen lässt?

Gerade die Vielfalt der Produkte

und die Innovationsfreude der Familie

Klöckner ermöglicht einen selten umfassenden

Einblick in die Welt der Spirituosen,

den Sie bei der etwa 2 Stunden

dauernden Führung „Faszination Brennerei“

erhalten können. Diese findet regelmäßig

am Freitag und Samstag oder

nach Vereinbarung statt.

Wer es nun eilig hat und noch für

sich etwas Leckeres oder für seine

Lieben ein Geschenk sucht, kann danach

den Verkaufsshop besuchen und

sich unter den vielfältigen Angeboten

etwas Passendes aussuchen, etwa

das Gin Tasting Set mit verschiedenen

Tonics oder das Probierpaket der verschiedenen

Whiskys „Fading Hill“. Ein

Vergleich mit dem nach Whisky Art im

Fass ausgebauten Vintage-Korn „LUK“

ist für Kenner auf der Suche nach neuen

Geschmackslinien eine interessante

Option. Natürlich können Sie auch eine

Selektion von Obst- und Edelbränden

und Likören erwerben, oder Sie wenden

sich traditionellen Westerwälder Spezialitäten

wie Kümmel und Korn zu.

Wenn Sie mehr Zeit haben – und wir

empfehlen Ihnen dringend diese mitzubringen

– können Sie noch an einem

„Genussabend“ teilnehmen. Hierbei verkosten

Sie in 3 Stunden verschiedene

Brände zusammen mit unterschiedlichen

Schokoladen, Käsesorten, Schinken

und Pasteten in einem Pairing und

gewinnen dabei viele neue und ungewöhnliche

Geschmacks- und Geruchseindrücke.

Der Birkenhof kooperiert

mit mehreren lokalen und regionalen

Chocolatiers, Konditoreien, Käsereien

und Fleischereien, so dass Sie einen

ausgesprochen anregenden Abend für

die Sinne verbringen können, wie wir

aus eigener Erfahrung wissen.

Lust auf ein Whisky- oder Gin-Tasting?

Auch das können Sie im Birkenhof

bekommen und dabei Ihren Geschmacks-

und Geruchssinn trainieren.

Beim Whisky-Tasting können Sie die

Fading Hill Whiskys aus verschiedenen

Jahrgängen und Special Releases probieren

und so direkt den Einfluss der

unterschiedlichen Fasstypen und der

Dauer der Lagerung auf den Geschmack

kennen lernen. Beim Gin-Tasting lernen

Sie die unterschiedlichen Botanicals

kennen, beschreiben den Geschmack

verschiedener Gins und lernen etwas

über das geschmackliche Zusammenspiel

von Gins und Tonics.

Wenn Sie noch tiefer in die Arbeit

der Destillateure und Blender einsteigen

wollen, können Sie einen Kurs über

Whisky Blending oder Gin Blending belegen

und sich dabei Ihre ganz persönliche

Mischung zusammenstellen. Wenn

Sie an den Grundlagen interessiert sind,

bietet sich für Sie ein Destillateur-Kurs

an, in dem Sie aus Maische oder Bierwürze

ein Destillat herstellen und zu

einem Liqueur weiter verarbeiten.

Da sich Alkohol und Auto fahren bekanntlich

nicht vertragen, ist nach ausführlichem

Tasting eine Übernachtung

angebracht. Fußläufig sind in 10 bis 15

Minuten mehrere gemütliche Unterkünfte

zu erreichen, die sich auch für

einen längeren Aufenthalt verbunden

mit Wander- bzw. Radtouren eignen.

Weitere gute Unterkünfte gibt es im 10

Taximinuten entfernten Bad Marienberg

und Hachenburg.

Wie gesagt, der Birkenhof ist einen

Besuch wert, durchaus auch einen längeren

und vielleicht bleibt es ja nicht bei

dem einen.

Weitere Informationen zu Terminen, Anmeldung

und Preisen finden Sie unter

www.birkenhof-brennerei.de/

das-erlebnis

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KIKIS•REISENOTIZEN

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WO DER WOLF HEULT

Los Angeles hat mich von Anfang an begeistert. Weil dieses schier unendliche Meer überwiegend

flach wabernder Stadtlandschaften mit einer Vielfältigkeit aufwartet, wie sie auf

europäischem Boden keinen Vergleich findet. Für Besucher wie mich, die ich in Metropolen

gern auf Entdeckungstour gehe oder fahre, und Viertel, die ständig in Medien durchgekaut

werden, erstmal links liegen lasse, ist L.A. immer wieder für Überraschungen gut. Wobei ich

Los Angeles County meine, welches mit immerhin 110 Kilometer Küste aufwartet. Zum viel

beschriebenen Venice Beach gehören davon ganze viereinhalb, zu Santa Monica ein Kilometer

mehr. Im Rahmen meiner Recherche über die schönsten Strände der Welt hatte ich vor

vielen Jahren die Beaches südlich des internationalen Flughafens entdeckt. Ein Traum, denn

mal sind die puderweichen weißen Sandgefilde menschenleer, mal reihen sich kunterbunten

Häuschen an die Dünen. Das heiter-relaxte Flair von Hermosa Beach entsprach zudem

meiner Vorstellung vom South California Beach Life.

Das Großartige in diesem

Städtekonglomerat ist, dass

man sich dank des baulichen

Schachbrettmusters

im Prinzip nicht verzetteln kann. Jedenfalls,

wenn man sein Ziel weiß und dieses

ganz gemütlich auf den ewig langen

Boulevards ansteuert. Ich liebe die Boulevards

im Gegensatz zu den verstopften

Freeways. Weil ich nämlich bei Meilen

Tempo 25 und von Ampel zu Ampel

stets die Vielfältigkeit von Los Angeles

vor Augen habe. Denn alle paar

hundert Meter ändern sich Panorama

und Atmosphäre vor der Windschutzscheibe.

Die Dauer einer Autofahrt ist

allerdings unberechenbar, und zwar im

wahrsten Sinne des Wortes. Man unterschätzt

sie in der Regel. Speziell als

Newcomer. So wie ich an jenem heißen

Novembermorgen 1983. Ich war bei

Freunden in Beverly Hills abgestiegen

und verspürte Lust auf einen kurzen

Sprung ins Meer. Laut Karte direkt

über den Wilshire Boulevard erreichbar,

schien es nur ein Katzensprung bis

zum Pazifik zu sein. Nach eineinhalb

Stunden war ich immer noch nicht vor

Ort. Dafür hatte mich vor einer der Ampel

Jack Lemmon aus seinem Cabrio

angelächelt. Glücksgefühle brodelten,

denn der Hollywood Star war mir nicht

zuletzt durch „Manche mögen’s heiß“

ans Herz gewachsen. Kurz vor dem

Ziel bauschte sich plötzlich eine Nebelwand

auf und die kühle Luft am Strand

sorgte für Gänsehaut. Kalt erwischt,

wie man so schön sagt, denn der Pazifikstrom

im südlichen Kalifornien lässt

das Meer nicht wärmer werden als die

Nordsee sommers vor Sylt. Deswegen

turnten die Surfer in Neopren Anzügen

über die perfekten Wellen. Ich hätte

besser die Beach Boys Lyrics von „Surfing

City“ studieren sollen. Darin taucht

unter anderem der Wetsuit auf. Aus

dem kurzen Sprung wurde jedenfalls

ein langer Vormittag. Zumal ich mir

auf dem Rückweg einen Bummel über

den damals schon berühmten Rodeo

besuchen Sie auch

LOGBUCH – DER PODCAST

Aufzeichnungen einer

Reisejournalistin

@logbuch_podcast

Jeden Sonntag eine neue Folge bei

Spotifiy, Apple Podcast und Deezer.

Drive, links ab vom Wilshire Boulevard,

nicht verkneifen konnte. Luxus-Shopper

schliefen noch und „Pretty Woman“

samt Filmkulissen-Stalker waren erst

ein paar Jahre später unterwegs.

Beim letzten Besuch folgte ich einer

Einladung von Birgitt Wolff und Harold

Faltermeyer. Komponist Harold „bastelte“,

wie die SZ im Feuilleton unlängst

schrieb, am Soundtrack von „Top Gun:

Von Kiki Baron Fotos: Paul Spierenburg

Maverick“. Dabei wollte ich ihm gern

mal über die Schulter schauen. Das für

die Arbeitsmonate angemietete Haus

stand in Venice, die Remote Control Studios

in Santa Monica. Mein Ausgangspunkt

war Downtown. Also das offizielle

Herz von Los Angeles, welches sich

inzwischen mit seinen aufregenden

Museen wie The Broad und MOCA, mit

trendy Restaurants und historischen

Filmtheatern zum Hot Spot entfaltet

hat. Was lag näher als nach altbewährter

Methode die 40 Kilometer Strecke

als abwechslungsreiche City Tour auf

dem Venice Boulevard zurückzulegen.

Und wieder kam ich zeitmäßig ins Gedränge.

Harold hatte einen Tisch im

legendären „Casa del Mar“ bestellt.

Den Tisch hätten wir wegen meiner

Verspätung fast abschreiben müssen.

Doch der Service in diesem prachtvollen

Hotel war gnädig, das Seafood

Dinner im Celebrity-trächtigen „Catch“

erste Sahne. Richtig heimelig gestaltete

sich anschließend der Absacker

im idyllischen Garten des Paares. Zigarren

Aficionado Harold Faltermeyer

steckte sich eine Partagas Nr 4 an.

Auf dem Nachbargrundstück wurde

kräftig gekifft. In der lauen Luft verbrüderten

sich beide Düfte. Einem

Hund auf Gassi Gang stieg das offensichtlich

in die Nase. Er heulte wie

ein Wolf und das um Mitternacht im

totenstillen Wohnviertel. L.A. kann unverhofft

auch Abenteuer sein. Ganz im

Hollywoodstil, bei dem Schein nicht

gleich Sein ist.

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TORO•GALA

TORO DIE – EINE

STATEMENT-

ZIGARRE

Die Stunde des Stieres ist angebrochen. El Toro

– der Stier unter den Zigarren vermittelt wahrhaft

Kraft und Energie und fordert mit seiner Rauchdauer

von ca. einer Stunde auch volle Aufmerksamkeit. Die Toro

zählt zweifelsfrei zu den großen Zigarren und liegt durch

ihre Abmessungen sehr gut in der Hand. Toro-Raucher

wollen sich nicht verstecken, sondern stehen zu ihrer

Leidenschaft. Die Stärke und das würzige Aroma der Toro-Zigarre

richten sich vor allem an den erfahrenen Raucher.

Noch heute messen sich junge Männer in Spanien

und Südfrankreich beim Stierkampf mit dem wilden Tier

– und erst wenn sie „den Stier bei den Hörnern gepackt“

haben, gelten sie als ganzer Mann. Also, packen auch Sie

den Stier symbolisch bei den Hörnern und geben Sie ein

Statement ab – zeigen Sie Stärke und Entschlossenheit.

Fotos: Studio Jan Roeder

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TORO•GALA

Diese mittelkräftige Toro vermittelt Ihnen köstlichen

Premiumgenuss zu einem sehr fairen Preis. Ihr ausgefeilter

Blend aus zum größtenteils nicaraguanischen

Tabaken wird alle Freunde cremig-würziger Zigarren

schlichtweg begeistern.

ZINO NICARAGUA

Vitola Toro

Deckblatt Ecuador, Connecticut

Umblatt Nicaragua

Einlage Dom. Rep., Honduras,

Nicaragua

Länge 152 mm

Gauge 19,8 mm

Preis 7,70 €

Vertrieb Davidoff of Geneva

Germany GmbH

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JOYA DE NICA-

RAGUA CLÁSICO

MEDIO SIGLO

Vitola Toro

Deckblatt Ecuador

Umblatt Nicaragua

Einlage Nicaragua

Länge 152 mm

Gauge 19,8 mm

Preis 5,90 €

Vertrieb Arnold André

»Medio Siglo bedeutet auf Spanisch halbes Jahrhundert.

Diese Zigarre ist die Weiterentwicklung der beliebten

Clásico Linie, die seit über fünfzig Jahren in Nicaragua

gerollt wird, jedoch mit einem intensivierten nicaraguanischen

Geschmacksprofil. Eine ausgewogene Zigarre mit verschiedenen

Tendenzen zu Gewürzen, Holz und Ledernoten.«

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TORO•GALA

»Die klassische Churchill, das Vorzeigeformat der

Marke Romeo y Julieta, wurde nach der Short Churchill

noch einmal in der verkürzten aber verdickten Variante

als Wide Churchill aufgelegt. Viele typische aber vor

allem milde Aromen begleiten den Rauchverlauf dieser

angenehmen Zigarre.«

ROMEO Y JULIETA

WIDE CHURCHILL

Vitola Montesco

Deckblatt Kuba

Umblatt Kuba

Einlage Kuba

Länge 130 mm

Gauge 21,9 mm

Preis 16,50 €

Vertrieb 5th Avenue

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BOSSNER 20TH

ANNIVERSARY

CIGAR MARTIN

Vitola Toro Gordo

Deckblatt Habano Ecuador

Umblatt Nicaragua

Einlage Nicaragua

Länge 165 mm

Gauge 22,0 mm

Preis 23,00 €

Vertrieb Bossner

»Großartige Zigarre, wunderschöne Verarbeitung,

fruchtig, tolle Süße. Aficionados

greifen auf diese Zigarre gernne zurück,

besonders zu einem guten Anlass. Benannt

nach einem russischen Zar, so wie auch die

anderen Zigarren dieser Marke.«

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TORO•GALA

»La Aurora 107 Nicaragua wird mit einer

Vielzahl von würzigen Noten und einem Hauch

von Leder zum Leben erweckt. Eine reichhaltige

Balance aus Erde, Holz und floralen Noten

gedeiht im weiteren Rauchverlauf und findet mit

einer charakteristischen Prise Lakritz und

Walnuss ihren Abgang.«

LA AURORA 107

NICARAGUA

Vitola Toro

Deckblatt Nicaragua

Umblatt Nicaragua

Einlage Nicaragua

Länge 146 mm

Gauge 21,4 mm

Preis 9,10 €

Vertrieb Arnold André

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» Zwanzig Jahre im Zigarrenbusiness sind

eine lange Zeit – und natürlich ein Grund zu

feiern. Beim Deckblatt handelt es sich um die

höchste Blattstufe, was einen kraftvollen und

intensiven Smoke garantiert.«

PERDOMO 20TH

ANNIVERSARY 656

SUNGROWN

Vitola Toro

Deckblatt Nicaragua

Umblatt Nicaragua

Einlage Nicaragua

Länge 152 mm

Gauge 22,2 mm

Preis 11,90 €

Vertrieb Don Stefano

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TORO•GALA

PDR 1878 TORO

OSCURO

Vitola Toro

Deckblatt Equador

Umblatt Dom. Rep.

Einlage Dom. Rep.

Länge 152 mm

Gauge 20,6 mm

Preis 8,90 €

Vertrieb Don Stefano

»Bei der PDR 1878 Toro Oscuro trifft

mittelkräftige bis vollmundige Würze auf holzige

und ledrige Anklänge. Das komplexe, von herbsüßen

Kakaonoten untermalte Raucherlebnis ist mit einem

wunderbaren Rauchvolumen verbunden, dauert lange

an und klingt ebenso lange nach.«

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FineTobacco[+] 02·2022


»Lassen Sie sich mit der CORRIDA Brazil in

das Land des Sambas und der puren

Lebensfreude entführen: Temperamentvoll,

aussergewöhnlich und mitreissend. Durch

ihren unverwechselbaren Charakter zeigt sie

die Komplexität brasilianischer Tabake ohne

dabei zu dominant zu wirken.«

VILLIGER CORRIDA

BRAZIL

Vitola Toro

Deckblatt Brasilien

Umblatt Brasilien

Einlage Brasilien

Länge 152 mm

Gauge 20,6 mm

Preis 8,20 €

Vertrieb Villiger

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TORO•GALA

»Eine Zigarre mit Charakter – das ist die

CORRIDA, welche in Danli, Honduras

exklusiv von Nestor A. Plasencia produziert

wird und dessen Name für höchste Qualität

steht.Klar formuliert, bietet sie in einem

selbstbewussten Rot die Vorzüge kräftiger

Tabake und überzeugt geschmacklich durch

eine besondere Auswahl komplexer Aromen

mit erdigen und pfeffrigen Noten.«

VILLIGER CORRIDA

HONDURAS

Vitola

Deckblatt

Umblatt

Einlage

Toro

Honduras

Honduras

Honduras,

Nicaragua

152 mm

20,6 mm

Länge

Gauge

Preis 8,00 €

Vertrieb Villiger

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CAMACHO NICARAGUA

Vitola Toro

Deckblatt Ecuador

Umblatt Honduras

Einlage Dom. Rep., Honduras,

Nicaragua

Länge 152 mm

Gauge 19,8 mm

Preis 8,85 €

Vertrieb Davidoff of Geneva

Germany GmbH

»Die Tabakmischung der Camacho Nicaragua ist

ausgewogen und steckt voller würziger und

holziger Aromen, die typisch für diese Region sind.

Ergänzt durch Pfeffernoten und eine subtile Süße

sowie Aromen von Trockenfrüchten und Zimt. Die

Camacho Nicaragua ist eine aromatische Zigarre

mit vollmundigem Geschmack.«

FineTobacco[+] 02·2022 49


TABAK•HANDEL

DER WEG

IST DAS

ZIEL

Veränderungen gehören zum Alltag.

Das gilt insbesondere für Branchen,

die über viele Jahrzehnte als wertebeständig

galten und deren Charisma

darin bestand, einfach nur präsent zu

sein. Der Tabakfachhandel gehört sicher

auch dazu, denn ein Besuch in einem

wunderbar gestalteten Geschäft,

in dem es wohlig nach Tabak duftet

und die Schätze im begehbaren Humidor

auf Mitnahme warten, gehört zu

den angenehmen Shopping-Momenten.

Inzwischen bemerken wir vielerorts,

dass neue Wege beschritten werden.

Der gehobene Tabakhandel agiert hybrid.

Neben den Genuss-Tempeln in

besten Innenstadt-Lagen haben sich

Online-Shops und Social Media Kampagnen

dazu gesellt. Industrie und Handel

gehen dabei häufig Hand-in-Hand.

Wer bei Google den Suchbegriff „Tabakfachgeschäfte“

eingibt, stößt auf zahlreiche Seiten mit Links zu den Internetseiten

oder facebook Präsenzen der Tabakhändler.

Die Unterschiede dieser Auftritte können aber signifikanter

nicht sein. Teilweise hochprofessionell und mit

entsprechendem Budget ausgestattet, teilweise aber

auch eher bieder und wenig charming. Interessant ist

es zu beobachten, inwieweit sich diese Online-Darstellungen

mit der Realität verbinden. Ist ein Besuch auf

der Website gleichzusetzen mit dem Besuch des realen

Geschäfts? Welches Ziel verfolgt der Internet-Auftritt?

Umsatzgenerierung per Online-Shop, oder Imagewerbung

und Einladung, den persönlichen Service bei einem

baldigen Besuch kennenzulernen? Wir haben viel

gestöbert und haben ein paar anschauliche Beispiele

für Sie gefunden:

www.noblego.de

Noblego in Berlin bietet so gut wie

alles, was ein Zigarrenliebhaber-Herz

höher schlagen lässt. Bestes Sortiment

wird online angeboten. Abholen

kann man die Ware dann im Geschäft.

Clever!

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FineTobacco[+] 02·2022


www.zechbauer.de

Zechbauer in München glänzt mit

Opulenz und Tradition. Onlineshop und

Lust auf mehr bietet diese Website.

www.lagalana.de

Bei La Galana in Köln kann man nicht

nur feine Zigarren online kaufen, sondern

sogar Zigarrenrollerinnen für den

eigenen Event buchen. Einfallsreich!

www.brinkmannfinest.de

Tobaccohouse Brinkmann in Schwerin

verbindet Rauchgenuss mit feinen Spirituosen.

Ein Konzept, welches bereits

viele Händler erfolgreich umsetzen.

FineTobacco[+] 02·2022 51


TABAK•HANDEL

www.tabakhaus-paderborn.de

Das Tabakhaus Mensler in Paderborn

gibt es seit über 180 Jahren und geht

mit der Zeit. Onlineshop und Imagetransfer

eines Traditionsunternehmens.

www.falkum.de

Das Tabakhaus Falkum in Miltenberg

setzt auch die Pfeife in Szene.

Lobenswert.

(Foto: Carlos André/ Jelena Mölter von der Zigarrenwelt in Köln bei der individuellen Beratung)

Sie ahnen es sicher schon: wir könnten diese Seiten

unendlich füllen. Wir haben wirklich tolle Auftritte

gesehen, einige verbesserungswürdige und leider

auch solche, die lieber darauf verzichten sollten. Die

digitale Welt ist nicht ganz so einfach, wie häufig behauptet

wird. Da sind viele Arbeitsstunden zu leisten

,um ein ansprechendes Ergebnis zu bekommen. Und

Geld kostet es auch. Eine erfolgreiche Onlinepräsenz

verlangt auch nach ständiger Pflege. Somit ist der

Tabakhändler gut beraten, die Voraussetzungen dafür

richtig einzuschätzen. Damit nicht später ein eventuell

vernachlässigtest Instrument zur kontraproduktiven

Falle wird. Denn über eines sind wir uns doch im

Klaren: der gute Tabakfachhandel besitzt eine hohe

Reputation bei seinen Kunden. Service, Fachwissen

und Ambiete sind unersetzliche Bestandteile einer

funktionierenden Kundenbindung.

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FineTobacco[+] 02·2022


NOBLEGO

Unter den Linden

hat eröffnet

An der nobelsten Adresse Berlins, Unter den Linden 77, im Hotel Adlon,

haben wir am 31.01.2022 unser Ladengeschäft eröffnet. Wir freuen uns

auf Ihren Besuch, immer Montag bis Samstag von 10:30 bis 13:30

und 14:30 bis 18:30.

Besuchen Sie uns auch weiterhin www.noblego.de


RAUCHER•PORTRAIT

Hagel und

Granaten!

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FineTobacco[+] 02·2022


»Hunderttausend

heulende und jaulende

Höllenhunde!«

Kapitän Archibald Haddock, der Pfeife rauchende Misanthrop und cholerische Alkoholiker

aus der Comicreihe „Tim und Struppi“, landete 15 Jahre vor Neil Armstrong auf dem Mond,

begegnete dem Yeti (im Gegensatz zu Reinhold Messner) und hatte sogar Kontakt zu Außerirdischen.

Mittlerweile ist er 82 und sein letzter Auftritt in einem Comic-Album war Mitte der

1970er. Dass Haddock bis heute jung geblieben ist, verdankt er den zeitlosen Geschichten,

der „Ligne claire“ und einer riesigen Fangemeinde. Ebenso unsterblich sind seine blumigen

Flüche und Beschimpfungen.

Text: Elmar Schalk Fotos: Nina Bauer | Carlsen Verlag | Shutterstock

Eigentlich wollte er nur seine

Ruhe haben. Whisky

trinken. Pfeife rauchen.

Kapitän Haddock hatte seit seiner ersten

Begegnung mit dem rastlosen Tim bereits

vier Abenteuer erlebt und dabei Drogenhändler,

einen Meteoriten, skrupellose

Verbrecher sowie einen versunkenen

Schatz gejagt – alles in einem Zeitraum

von nicht einmal drei Jahren. Doch für

den Seemann gab es keine Auszeit. Sein

Schöpfer Hergé plante bereits die nächste

Geschichte mit dem bärbeißigen Nebendarsteller,

der bei den jungen Lesern so

gut ankam. Erneut musste es eine unpolitische

Story sein, denn 1943 war Belgien

noch immer von den Deutschen besetzt.

Hatte Georges Remi (so der bürgerliche

Name des Künstlers) in früheren Comics

gerne Stellung gegen Diktaturen und den

Faschismus bezogen, tat er nun alles, um

nicht aufzufallen. Der 36-jährige arbeitete

für die Brüsseler Tageszeitung „Le Soir“,

die von den Nazis instrumentalisiert wurde

und hatte auch schon antisemitische

Klischees in seinen Charakteren bedient.

Das neueste Abenteuer („Die sieben Kristallkugeln“)

war indessen propagandafrei:

Haddock hat sich auf seinem Schloss

Mühlenhof zur Ruhe gesetzt, wo er Mittelscheitel,

einen feinen Zwirn und Monokel

trägt, während er sich als Hobbymagier

und Herrenreiter versucht. Nach und nach

wird der Kapitän aber in eine mysteriöse

Geschichte um einen Inkafluch hineingezogen.

Als man schließlich seinen Freund,

Professor Bienlein, entführt, erwacht Haddock

im alten Outfit zu neuem Leben. Mit

der Befreiung Belgiens durch die Alliierten

1944, wird auch Hergé aufgeatmet haben,

allerdings nur kurz. Denn der zeichnende

Opportunist musste sich den Vorwurf der

Kollaboration gefallen lassen. So konnte

er seine Geschichte erst 1946 fertig stellen

und mit der Fortsetzung beginnen;

diesmal im neu geschaffenen Comic-Magazin

„Tintin“ (der französische Titel für

„Tim und Struppi“). Der einzige Haken war,

dass die Publikation wöchentlich erschien

und Hergé jedes Mal zwei Seiten abliefern

musste.

»Ausbeuter! … Anthropophage!«

Wie kein Zweiter prägte der Belgier

den Comicstil der „Ligne claire“, bei dem

die Zeichnungen klare Konturen besitzen

und ohne Schraffuren oder Schattierungen

auskommen. Die einfarbig kolorierten

Flächen ohne jeglichen Verlauf erinnern

an moderne Kunst à la Piet Mondrian. Kein

Wunder, schließlich hatte der Comicdesigner

ein Faible für Malerei verschiedener

Epochen. Im Gegenzug inspirierte sein

Stil wiederum Künstler wie Andy Warhol.

Hergés Bestreben, die Hintergründe

und Fahrzeuge so detailgetreu und realistisch

wie möglich darzustellen, kostete

ihn jedoch viel Zeit für die Recherche.

Während die Idee des Internets nur in der

Kurzgeschichte des Science-Fiction-Autors

Murray Leinster existierte, stapelten

sich in seinem Atelier die Fachbücher

über Architektur, Schiffe, Flugzeuge und

andere technische Errungenschaften. Die

brisante Mischung aus Perfektion und Abgabestress

mündete beim Dauerkreativen

schließlich in zwei Nervenzusammenbrüchen

und den Entschluss, ab 1950 Mitarbeiter

einzustellen.

»Sonntagsfahrer! …

Straßenräuber!… Zyklotron!«

Zuvor konnte er endlich „Im Reiche des

Schwarzen Goldes“ fertig stellen – eben

jene Geschichte über Diktaturen, Krieg

und Mineralölkonzerne, an der er sich in

der Besatzungszeit die Finger verbrannt

FineTobacco[+] 02·2022 55


RAUCHER•PORTRAIT

hätte. Haddock, der in der ursprünglichen

Fassung noch gar nicht existierte,

musste erst eingefügt werden und hatte

einen dementsprechend kurzen Auftritt.

Umso größer war seine Rolle im nächsten

Abenteuer, wo er die gesamte Klaviatur

seines Charakters ausspielen durfte.

In „Reiseziel Mond“ sind es nicht nur die

Varianten von Brummigkeit, mieser Laune

und cholerischen Anfällen – Haddock

widerfahren so viele Missgeschicke, die

selbst das ruhigste Gemüt zum Bersten

bringen (ausgenommen Tim). Wieder einmal

ist er der perfekte, sehr menschliche

Gegenentwurf zum jugendlichen Titelhelden:

Er raucht, er trinkt, er flucht und er

ist in all seinen Emotionen extrem impulsiv.

Längst hat der Kapitän dem einstigen

Co-Star Struppi den Rang abgelaufen.

Natürlich gibt es zahllose spannende und

amüsante Szenen mit dem Vierbeiner;

und wenn es

darum

geht,

i n

höchster

Not Hilfe herbeizuholen,

ist der weiße Drahthaar-Foxterrier

zur Stelle. Doch Haddock und Tim

bringen durch ihre Gegensätzlichkeit den

jeweils anderen viel stärker zur Geltung.

Durch das helle Licht des Protagonisten

zeichnen sich die Ecken und Kanten des

Antihelden deutlicher ab.

»Süßwassermatrose! … Autodidakt!«

In seinem ersten Auftritt 1940 war

der Mann mit dem Vollbart, blauem

Seemannspullover und Kapitänsmütze

noch eine alkoholisierte Witzfigur:

weinerlich, destruktiv, latent gewalttätig

– eine tickende Zeitbombe für den

rational denkenden Tim. Zwei Jahre

und Abenteuer später sind Whisky,

Rum und Cognac immer noch die Zentralgestirne,

um die Haddock beharrlich

kreist, doch der grobe Klotz von einst

ist viel sympathischer, beinahe sensibler

geworden. Über den Ursprung

seines Namens gibt es zwei Versionen:

Hergés erste Ehefrau soll ihn zu „Haddock“

(das englische Wort für „Schellfisch“)

inspiriert haben. Andere Quellen

behaupten, der Künstler wäre ein

Fan der 1931 gedrehten Musikkomödie

„Bomben auf Monte Carlo“ gewesen,

in der Hans Albers als „Kapitän Craddock“

die Hauptrolle spielte. Unabhängig

davon gab es zwei berühmte Seefahrer

namens Haddock: Ein britischer

Admiral im 17. Jahrhundert und der

erste Kapitän der „Titanic“, bevor das

Schiff unter anderem Kommando zur

verhängnisvollen Ablieferungsfahrt im

März 1912 in See stach. „Eigentlich ist

der Kapitän, wenn er wütend wird, so

wie ich, wenn ich wütend werde“, soll

Hergé einmal über seine Figur gesagt

haben. Und wenn Haddock loslegt,

gehen alle Umstehenden in Deckung.

Nur eines fürchtet der weitgereiste

Seemann wie den „Hurrikan, der mein

Schiff vor den Antillen packte“: Die

stimmgewaltige Opernsängerin Bianca

Castafiore, die von dem Seebären beinahe

magisch angezogen wird und die

sich in „Die Juwelen der Sängerin“ auf

Schloss Mühlenhof einquartiert.

»Sie interplanetarischer

Reiseleiter!«

Mit den Fortsetzungsgeschichten

„Reiseziel Mond“ und „Schritte auf dem

Mond“ katapultierte sich „Tim und Struppi“

seit den 1950er Jahren immer weiter

zum Kult-Comic. Auch für seinen erzählerischen

Ausflug ins All bereitete sich

der Belgier akribisch vor und holte sich

sein Hintergrundwissen unter anderem

von den Raketentechnikern Wernher von

Braun und Hermann Oberth, die bereits

vor dem Krieg eine Rakete zum Mond

schießen wollten. So nimmt es nicht

Wunder, dass Hergés Mondrakete stark

an die deutsche „V2“ aus dem Zweiten

Weltkrieg erinnert. Wie allen technischen

Neuerungen (die von Professor

Bienlein stammen) steht Haddock auch

dieser Konstruktion äußert kritisch gegenüber.

An seiner Ehre gepackt, lässt

er sich aber dazu provozieren, doch

noch an der Weltraumexpedition teilzunehmen.

Auch hier schafft er es, Whisky

an Bord zu schmuggeln, während sein

unweigerlicher Vollsuff beinahe zur Katastrophe

führt.

»Strolche! … Waffeleisen! …

Spießbürger!«

Immer wieder ist der Alkohol bei

„Tim und Struppi“ ein dramaturgisches

Element, das den Handlungsverlauf mal

spannend, mal komisch macht: Sei es,

dass der Kapitän (lattenstramm) tödliche

Gefahren unterschätzt oder fortwährend

am Trinken gehindert wird. Nach einer

ärztlich attestierten Funktionsstörung

der Leber ist er zeitweise zwar Vorsitzender

des „Bundes Seefahrender Antialkoholiker“,

doch bevor er das nächste

Mal den Anker lichtet, lässt er sich den

Laderaum mit Whisky vollpacken. Erst

im letzten erschienenen Abenteuer „Tim

und die Picaros“ von 1976 wird er durch

eine von Professor Bienlein entwickelte

Pille mutmaßlich trocken. Um das Bild

des Seemanns abzurunden, durfte ein

Gegenstand freilich nicht fehlen – die

Tabakpfeife. In Haddocks erstem Abenteuer

„Die Krabbe mit den goldenen

Scheren“ taucht sie nur ganz am Rande

auf, wird dann zum festen Requisit der

Figur. Erst mit der Zeit entdeckte Hergé,

der Zigarettenraucher, das unterhaltende

Potenzial des Rauchgeräts (vermutlich

in der klassischen Pfeifenform einer

Straight Apple).

»Pirat! … Kartoffelkäfer! …

Ausgestopfte Fledermaus!«

Zwar bekommt die Pfeife kein Eigenleben,

wie das hartnäckige Pflaster

in „Der Fall Bienlein“, aber sie fällt

mehrfach herunter und zerbricht, wird

Haddock ebenso oft aus dem Mund

geschossen und explodiert sogar.

Selbstverständlich verbrennt sich der

Kapitän die Finger, setzt mit ihr seinen

eigenen Bart in Brand, entzündet

versehentlich Übungsgranaten und

entflammt (ebenso versehentlich) das

pfeifenähnliche Hörrohr Professor

Bienleins. Nur sporadisch wird er seiner

geliebten Pfeife untreu, wenn er,

elegant gekleidet auf seinem Familiensitz

Schloss Mühlenhof weilt; doch

auch eine Handgerollte kann sich als

Knallzigarre entpuppen. Während andere

Comic-Helden von der Zigarette

auf den Grashalm umsattelten, konnten

selbsternannte Sittenwächter dem

Seemann nicht das Pfeiferauchen

austreiben. 2010 verdonnerte die türkische

Fernsehaufsichtsbehörde den

Privatsender TV8 zu einer Geldstrafe

von umgerechnet 24.000 Euro, weil

Haddock in der Fernsehserie rauchend

gezeigt wurde. Dass es bei den Comics

von „Tim und Struppi“ irgendwann

rauchfreie Retuschen geben wird, ist

nicht zu befürchten. Denn seit dem Tod

ihres Schöpfers wacht die Hergé-Stiftung

„Moulinsart“ mit Argusaugen auf

die testamentarisch fixierte Werktreue

und auf das weltweite Copyright.

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»Ungeziefer! … Strandräuber! …

Hinkebeine!«

So konnte 2001 auch verhindert

werden, dass der Band „Tim in Tibet“

in China unter dem verfremdeten Titel

„Tim und Struppi im chinesischen Tibet“

erschien. Dafür verlieh die International

Campaign for Tibet (ITC) der Hergé-Stiftung

den „Light of Truth Award“ durch

den Dalai Lama. Das Abenteuer, in dem

Tim seinen verschollenen Freund Chang

im Himalaya sucht, war Hergés persönlichste

Geschichte. Zu dieser Zeit litt der

Zeichner unter psychischen Problemen,

ihn quälten vor allem Albträume „mit

großen weißen Flächen“. Ein Psychoanalytiker

riet ihm, seine Arbeit aufzugeben,

doch der Mittfünfziger entschied sich für

das Gegenteil und zeichnete eine Story

voller Schnee. Und im Gegensatz zu allen

vorangegangenen Abenteuern zeigt

der sonst so gleichmütige Tim in Tibet

mehrfach Emotionen. Auch hier gab es

einen realen Bezug, weil sein Schöpfer

mit dem chinesischen Künstler Zhang

Chongren befreundet war, zu dem er

seit über 20 Jahren keinen Kontakt mehr

nach China hatte. Comiczeichner sind

häufig introvertierte Menschen, die ihre

fiktiven Charaktere benutzen, um sich

auszudrücken. Deshalb vermuten „Tim

und Struppi“-Experten – so genannte

Tintinologen – in den anderen Bildergeschichten

ebenfalls autobiographische

Hinweise und es kursieren die abenteuerlichsten

Gerüchte um eine royale Abstammung.

Vielleicht hatte Hergé auch

einfach nur ein Faible für die Aristokratie?

Übrigens existiert Haddocks Schloss

Mühlenhof tatsächlich: Das französische

Château de Cheverny diente ihm als Vorlage.

Es beherbergt heute eine kleine

Ausstellung zu den berühmten Comics.

Wer sich dagegen ganz im Universum

der „Ligne claire“ verlieren möchte, besucht

das Hergé-Museum in der Nähe

von Brüssel.

»Hagel und Granaten!«

„Tim und Struppi“ ist eine erstaunliche

Erfolgsstory: 2029 wird sein Hauptdarsteller

100 Jahre alt und dennoch wirkt

der Comic nicht museal-verstaubt. Einst

als Bildergeschichte für Kinder konzipiert,

fesseln die Abenteuer bis heute Leser

aller Altersklassen – Hergés Design entwickelte

sich zum Kult. Bislang wurden

die Abenteuer in mehr als 100 Sprachen

übersetzt, während die weltweite Auflage

schon längst die Grenze von 230 Millionen

Ausgaben überschritten hat und jedes

Jahr noch immer drei Millionen „Tim

und Struppi“-Hefte verkauft werden. Da

möchte man glatt „Hagel und Granaten!“

ausrufen. Haddocks ungewöhnliche Flüche

und Beschimpfungen entstammen

– gemäß einem französischen Gesetz

von 1949 über Jugendpublikationen –

bewusst keiner groben Sprache. Manchmal

sind es einfach nur schön klingende

Fremdwörter wie „Ikonoklasten!“, „Antipoden!“

oder „Katachreten!“ So bleibt

sich Haddock bis zum Schluss treu, ist

aufbrausend und leidenschaftlich. Dennoch

hat er sich weiterentwickelt. Tim,

Struppi und Bienlein würde er als echte

Freunde bezeichnen. Er ist jetzt auch mutig,

ohne vorher getrunken zu haben. Und

im letzten, vollständig erschienenen Band

„Tim und die Picaros“ reist er sogar eigenmächtig

in einen diktatorisch regierten

Staat, um vielleicht Bianca Castafiore zu

befreien. Aber das würde er freilich nie

zugeben.

glendalough gins

made fresh from the wild

Aus in den Irischen Wicklow Mountains wild wachsenden Botanicals frisch destilliert.


FINE•LOCATIONS

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ADLON

OBLIGE

Der Mythos vom Hotel Adlon hat die Ära des mondänen Berlins vor dem 2. Weltkrieg

mitgeprägt und das Adlon gewann weltweite Bewunderung für die moderne Ausstattung,

den perfekten Service und für die besondere Art kultivierten Luxus auf höchstem

Niveau anbieten zu können. Adlon oblige oder Adlon verpflichtet war dabei mehr als

eine sich selbst gestellte Verpflichtung der Hotelfamilie Adlon die Gäste eben nicht nur

‚unterzubringen‘. Vielmehr sich wirklich intensiv um die Gäste zu kümmern, Ihnen mit

kleinen Überraschungen die ganz besonderen Momente zu schaffen. Und – ganz wichtig

– eine Umgebung zu bieten, in der auch ‚kleine delikate Geheimnisse‘ niemals die

Mauern des Adlons verlassen.

Text: Stephan Rack

FineTobacco[+] 02·2022 59


FINE•LOCATIONS

Im Oktober 1907 wurde das

erste Hotel Adlon am Platz

vor dem Brandenburger Tor

vom Gründer Lorenz Adlon

eingeweiht. Einer der größten

Unterstützer für diesen Neubau

war Kaiser Wilhelm II, der seiner

großen internationalen Familie und

Gästen in der Hauptstadt Berlin eine

vorzeigbare und hochmoderne Unterkunft

anbieten konnte. Auch der

deutsche Hochadel, Besucher aus

dem Ausland und internationale

Künstler haben sich gerne im Adlon

eingebucht und diese besondere Atmosphäre

genossen. Kaiser Wilhelm

II hatte selbst permanent eine ganze

Suiten-Flucht gebucht und war ein

hervorragender Promoter, der seinen

Besuchern riet: ‘Mensch, Kinder,

geht doch ins Adlon! In meinem alten

Kasten zieht’s doch so’.

Die ‘goldenen Zwanziger’ des

letzten Jahrhunderts brachten auch

goldene Zeiten für das Adlon. Marlene

Dietrich wurde hier entdeckt,

Josephine Baker sah man häufiger

im Haus. Auch Edgar Wallace, Thomas

Mann und Charlie Chaplin waren

Gäste des Hauses. Letzterer war

ein Freund des zweiten Hoteldirektors

Louis Adlon, der das Adlon seit

den frühen 20er Jahren des letzten

Jahrhunderts führte.

Das Gebäude des Adlon hatte

beide Weltkriege unbeschadet überstanden.

Erst feiernde und plündernde

Rotarmisten verursachten

einen Brand, der das Hotel bis auf

einen Seitenflügel abbrennen lies –

später wurde es komplett abgetragen.

Doch der Name lebte im Bewusstsein

der Berliner und vieler

anderer Bewunderer fort. Das Adlon

blieb eine Legende und existierte

in Erinnerungen, Erzählungen und

Büchern weiter. Und als die wieder

vereinigte Stadt Anfang der neunziger

Jahre zu einem Neuanfang aufbrach,

wurde auch das Adlon mit der

heutigen Adresse ‚Unter den Linden

77‘ wieder aufgebaut.

Die Hotelgruppe Kempinski hatte

sich früh mit der Erbin Hedda Adlon

über die Namensrechte einigen

können und im August 1997 wurde

das Adlon Kempinski vom damaligen

deutschen Bundespräsidenten

Roman Herzog im Beisein von 1000

Gästen feierlich eröffnet. Berlin hatte

eine Institution zurückbekommen.

Somit feiert das berühmte

Grandhotel im Jahr 2022 das 25-jährige

Jubiläum und bietet im Verlaufe

des Jahres besondere Leistungen

und individuelle Geschenke in einem

buchbaren Jubiläumsarrangement.

Der Höhepunkt der Festlichkeiten

wird rund um den Geburtstag, am

23. August 2022 zu erwarten sein.

Ein guter Grund einmal wieder

nach Berlin zu reisen und im Adlon in

einem der 385 Zimmer oder Suiten

zu übernachten. Außergewöhnliche

Restaurants, edel ausgestatte Bars

und eine schöne Smokers Lounge

bieten gerade uns Aficionados den

umfassenden Genuss, den wir in einem

solchen Paket schätzen. In der

am Hotel gelegenen Ladenzeile findet

man das Ladengeschäft von Noblego,

in dem auf 45 Quadratmetern

edle Tabakwaren und Spirituosen

käuflich zu erwerben sind.

Mein Lieblingsplatz ist die Lobby

Bar, in der auch der bekannte Elefantenbrunnen

zu bewundern ist. Diese

Nachbildung ist eine Hommage an

den Originalbrunnen, der von der Eröffnung

1907 bis 1945 den Goethegarten

im alten Adlon zierte.

Ausgesuchte Antiquitäten, elegante

Möbel und wertvolle Materialien

wie Kalkstein, Leder, Messing

und Onyx sind die charakteristischen

Merkmale des Designs in der Lobby.

In diesem Bereich sieht man

auch heute Staatsoberhäupter, Politiker,

Stars, Intellektuelle, Künstler,

Designer und Unternehmer – und

nicht zuletzt die Berliner.

Unabhängig von der Bekanntheit

der Besucher genießen alle den

exzellenten Service des Hauses –

Wünsche werden mit Begeisterung

erfüllt, weil sich die Mitarbeiter freuen

in der Tradition des Adlons alle

Wünsche der Gäste möglich zu machen.

Gerne auch eine Currywurst

in der edlen Lobby Bar - also ‚Adlon

Oblige‘ in der Fortsetzung von 1907.

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SPIRITUOSEN

TRUFO: Die Trüffel Spirituosen

von der Edelbrandmanufaktur Marx

Vier Jahre ist es jetzt her, dass die Fine Tobacco Redaktion die Brennerei

von Wilhelm Marx im vorderen Bayrischen Wald besucht hat.

Seinerzeit zeigte der experimentierfreudige Brenner seine Erfolge

mit Ingwer, den Marx auf seinen Reisen nach Asien schätzen gelernt

hatte. Zu Beginn ihres Schaffens kreierte das Team vom Bärenhof in

Mitterkogl ihr Ursprungsprodukt Gingerliq, welches auch heute weiterhin

zu den Bestsellern in ihrem Online-Shop zählt. Ein „MUST HAVE“

für jeden Ingwer-Fan.

Marx wäre nicht Marx,

wenn er nicht an neuen

Dingen arbeiten würde

– Innovationen gehören zur Brennerei

Marx einfach dazu – Stillstand wäre ein

Rückschritt. Seit der Jahreswende gibt

es bei Wilhelm Marx die Verbindung

von Trüffeln und hochwertigen Spirituosen.

Trüffelspezialitäten sind mit Blick in

die Küche bekannt und von Gourmets

hochgeschätzt. Trüffel sind unterirdische

(Schlauch)Pilze, die in einem Art

trainierten Hunden, die den gefundenen

Trüffel auch im vollen Umfang wieder

an den Menschen abgeben … und nicht

selbst fressen.

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Ganz spannend ist in dieser neuen

Geschichte, dass die Brennerei

von Wilhelm Marx von besonders

kompetenter Stelle entdeckt wurde:

Dr. Rudolf K. Sprüngli, Verwaltungsrat

der weltweit bekannten Firma Lindt

& Sprüngli, kauft privat seine Weine

und Spirituosen in der Weinhandlung

Baur Au Lac Vins, direkt gelegen am

Züricher See. Dort entdeckte Herr Dr.

Sprüngli die präsentierten Brände

von Wilhelm Marx und befand diese

nach Kauf und Verkostung für sehr

gut. Aus einer spontanen Mail wurden

ein angenehmes Telefonat und dann

ein persönliches Treffen zur Planung

einer Zusammenarbeit. Dr. Rudolf K.

Sprüngli ist auch Chairman der international

aufgestellten Firma TRUFO,

die Trüffel feinster Qualität verarbeitet

und in verschiedenen Ländern vermarket.

FineTobacco[+] 02·2022

Austausch mit Bäumen und Sträuchern

leben. Sogenannte Trüffelschweine

können die stets hoch geschätzten Trüffel

aufspüren – heute arbeitet man mit

Und das wichtigste an Trüffel: Sie

geben dem Geschmacksträger diesen

herrlich erdigen, unvergleichlichen

Trüffelgeschmack.


ADVERTORIAL

Für Wilhelm Marx und seinem Team

war mit dem Bezug hochwertiger Trüffel

aus dem Hause TRUFO eine wichtige

Voraussetzung erfüllt, um in der Welt

der Spirituosen verschiedenste Kreationen

damit zu entwickeln. Die Zutaten

sind frische schwarze Sommertrüffel

und weiße Honigtrüffel, die im gefriergetrockneten

Zustand an die Edelbrandmanufaktur

geliefert werden, um damit

die Trüffel Spirituosen herzustellen.

Dabei gilt immer die Devise „Natur Pur“

ohne Zusatzstoffe und ohne Aromen.

Die Brennerei Wilhelm Marx bietet Trüffelgeschmack

in vier Variationen:

p RaspBerry Truffle: Feinster Geist

aus dem Himbermark mit dem beerigen

Etwas. Ein klassischer Digestif, bei

dem die Himbeere mit dem schwarzem

Sommertrüffel eine ausgewogene

Symbiose bildet.

p Truffle Gin: Die Basis für den Truffle

Gin bildet der Gin BayernDry aus dem

Hause Marx. Dieser wird mit schwarzen

Sommertrüffel mazeriert.

Typisch für einen Gin der besonderen

Art ist der dominante Wacholdergeschmack.

Durch die Mazeration mit dem

Trüffel entsteht ein sehr feiner Trüffelgeschmack

im Abgang. Sehr ausgewogen

und nicht aufdringlich.

p Trüffel Liqueur: Ein typischer Likör

aus dem Hause Marx, der im Herstellungsprozess

bereits mit dem Trüffel in

Berührung kommt. Das bildet wiederum

den feinen Trüffelgeschmack.

p Egg Truffle Cream: Wenn man glaubt

Eierlikör zu kennten, dann muss man

nach dem Genuss des Egg Truffle Cream

den Geschmack neu denken! Auch hier

gilt die „No Compromise-Strategie“ von

Wilhelm Marx. Dieser Egg Truffle Cream

wurde mit den weißen Honigtrüffel vermählt

und zeigt dadurch einen wirklich

unvergleichbaren Geschmack.

Wilhelm Marx und seinem Team ist

wieder etwas Besonderes gelungen:

Den besonderen Trüffelgeschmack

„in die Flasche“ zu bekommen. Die

beschriebenen Produkte sind in der

gehobenen Gastronomie und im Feinkostbereich

verfügbar – und natürlich

im Online-Shop von der Edelbrandmanufaktur

Marx.

www.wilhelmmarx.de

FineTobacco[+] 02·2022 63


PFEIFENTABAK

Kleine

KÖNIGE

Auf der Suche nach dem

perfekten Tabak. Wohl jeder

von uns Pfeifenrauchern

kennt diesen Drang.

Dabei ist auch hier die Suche danach

das eigentliche Glück. Wir werden

ihn nie finden. Oder doch?

Der eine oder andere ist mit

seinem Lieblingstabak verheiratet.

Will nicht nach links oder rechts

sehen. Bleibt dabei. Ist zufrieden

und belächelt die ewig Suchenden.

Doch wir sind neugierig, wollen

neue Welten erkunden oder einmal

wieder einen Tabak rauchen,

mit dem wir vor langer Zeit schöne

Erlebnisse verbunden haben. Und

dann gibt es noch die kleinen Könige.

Mischungen, die nicht unbedingt

im Rampenlicht stehen, aber

uns doch ein inneres Lächeln auf

die Seele zaubern. Genau um die

Tabake geht es hier.

Tauchen Sie ein in eine Vielfältigkeit,

wie sie nur der Pfeifentabak

bietet. Bewusst handelt es sich um

Blends, die in der 50 Gramm Größe

angeboten werden. Genug zum Probieren.

Wenn der Inhalt nicht ganz

den Vorstellungen entspricht - was

soll´s. Ich hoffe, der folgende Leitfaden

regt Ihre Sehnsucht an.

Unser Autor Jens Meyer leitet seit 2007 das

Haus Pfeifen Huber in München. Gegründet

wurde das Unternehmen 1863 und wird heute

in vierter Generation von Georg Huber geführt.Jens

Meyer bietet dort auch Einsteigerseminare.

Weitere Informationen: www.pfeifen-huber.de

BEWERTUNGSSYSTEM:

80-85 Punkte nicht empfehlenswert | 86-90 empfehlenswert

91- 95 große Klasse | 96-100 Hochgenuss

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Livinghardt HU Tobacco

Hans Wiedemann, der Kopf von HU Tobacco, steht für Blends

abseits des Mainstreams und unterstreicht das ausdrucksvoll

mit seiner neuen Serie Clans of Scotland. 4 Mischungen

English basiert und mit Aromatisierung versehen, buhlen

um die Gunst der Raucher. Der wohl beliebteste liegt nun

vor uns. Die Grundtabake dafür können nicht englischer

sein: Virginia, Latakia, Orient und Kentucky. Doch jetzt wird es spannend. Durch die

aufgesetzte Aromatisierung von Vanille und Johannisbeeren dreht sich der Blend in

eine neue Kategorie. Englische Mischungen mit einer Aromatisierung zu versehen

ist nicht neu, HU geht lediglich einen Schritt weiter. Wer nun Currywurst mit Vanille

erwartet, wird enttäuscht sein. Jedenfalls ist der Tabak im Geschmack ausgewogen,

die Süße der Aromen nimmt dem Latakia die Spitzen und macht ihn gefügig, ja fast schon

sanft im Geschmack. Eine Bewertung fällt schwer, zu individuell ist der Tabak und auch sein

dazugehörender Raucher.

50 Gramm Dose 12,00 €. Stärke: Leicht. Schnitt: Loose Cut.

90

Punkte

Caledonian Highland

Ein kleiner Klassiker. Nahezu unbemerkt und konstant. Virginia

wird mit Dark Cavendish gemischt, der in Fässern reift. Lange

Zeit wird er da nicht zugebracht haben, dafür ist der Tabak in

Farbe und Duft zu frisch. Scandinavian Tobacco, der Hersteller,

zeigt hier wieder einmal mehr, was eine erfolgreiche Mischung

ausmacht. Das Tabakbild - ein Eyecatcher. Das Spiel der Farben

von gold über haselnussbraun bis schwarz macht Appetit. Im Duft leichtfüßig,

einschmeichelnd. Ohne konkrete Zuordnung, alles wirkt fluide. Geschmacklich mild.

Unterlegt mit einem Hauch Vanille, die im Wechselspiel zur Frucht steht. Hier drängt

sich niemand nach vorn. Gehobene Every-Day-Qualität.

50 Gramm Dose 12,10 €.Stärke: Leicht. Schnitt: Loose Cut.

92

Punkte

Sir Joh’s Broken Virginia

Rostroter Ready Rubbed auf reiner Virginia Basis. Die Nase

very British: Ketchup, Essig, Süße. Spiegelt sich im Geschmack

nicht wieder. Dieser Broken zeigt sich natursüß mit der typischen

Virginia Süße, dazu Holz, Zitrus, getrocknete Kräuter

und Würze. Ein Genuss für Liebhaber naturbelassener, purer

Virginia Flakes. Hier kommen Sie auf die Kosten. Und: Der Tabak

bewahrt seine eigene Persönlichkeit.

50 Gramm Dose 8,55 €. Stärke: Leicht bis medium. Schnitt: Ready Rubbed.

93

Punkte

Poul Stanwell Jubilee

Der Gründervater der wohl berühmtesten Pfeifenfabrik hat

seinen Namen für diesen aromatischen Loose Cut gegeben.

Ein kleiner Klassiker, der fortbesteht, während in der Pfeifenfabrik

von Stanwell die Pforten bereits 2009 für immer

geschlossen wurden.

Virginia, Burley, feuergetrockneter Kentucky und Orient bilden

die Grundlage dieser Mischung. Weder der Kentucky, noch der Orient hinterlassen

Spuren im Geschmack. Was aber nicht weiter stört. Der Tabak verbreitet

den Duft von Lebkuchen, Mandarine und Karamell. Nicht überraschend, aber in der

Gesamtheit stimmig. Gern wird bei einer Tabakmischung von kühlem Rauchgenuss

gesprochen. Hier trifft es wirklich zu. Die Aromen entfalten sich in Harmonie und Eintracht.

Kühle Momente wechseln sich ab mit fein dosierter Süße. Ein Tabak für den Sonntagmorgen.

50 Gramm Dose 12,00 €. Stärke: Leicht. Schnitt: Loose Cut.

93

Punkte

FineTobacco[+] 02·2022 65


PFEIFENTABAK

John Aylesbury No 777

Sie rauchen gern Black Cavendish? Fühlen sich hingezogen zu einer Süße aus

Amaretto/ Mandel und Rohrzucker? Der Tabak soll leicht zu stopfen sein und

für eine gute Raumnote stehen? Die Farbe schwarz ist nicht Ihre Lieblingsfarbe,

im Tabak aber können Sie damit leben? Und der Genuss soll preisgünstig

sein, ohne dass Sie Abstriche in der Qualität machen? Sie wissen,

was jetzt kommt: Der 777 ist für Sie gemacht.

50 Gramm Pouch 8,30 €. Stärke: Leicht. Schnitt: Loose Cut.

91

Punkte

Danske Club White Roses

Die versprochenen weißen Rosenblüten im Tabak suchen wir vergebens. Wären

aber sowieso nur für die Optik gemacht, das haben Blumen so an sich für den

Menschen. Doch alles andere stimmt. Der typische Mix aus Virginia, Burley und

Black Cavendish ist appetitlich angerichtet, die Aromatisierung von Brandy,

Vanille und Früchten trifft ins Schwarze. Der Geschmack: Kühl, sanft und

weich mit dieser harmonischen Süße, die ihre Balance zu wahren weiß.

Auch wenn der Tabak unter der Billigflagge von Danske Club segelt: Hier steckt Premium in

der Pouch.

50 Gramm Pouch 9,95 €. Stärke: Leicht. Schnitt: Loose Cut.

94

Punkte

Stanwell Sungold

Vanille ist und bleibt die bevorzugte Aromatisierung im Pfeifentabak. Der

Sungold - vorheriger Titel übrigens Stanwell Vanilla, geht zuverlässig

gekonnt damit um. Das Tabakbild ist geprägt von schwarzem Cavendish,

aufgelockert mit goldenem Virginia Blattgut. Im Duft gebackene

Früchte und viel, viel Vanille. Leichtfüßig im Geschmack,

kühle Noten unterstreichen die richtige Dosis der ausgewählten

Aromen. Zarter Schmelz verleiht dem Blend ein Raumaroma zum Verlieben. Im Rauchverlauf

setzt sich Fruchtigkeit durch. Der Tabak wird in gleich drei Größen angeboten.

Gibt Rückschluss auf den Erfolg dieser Mischung. Fangen Sie mit der 50 Gramm Dose

an. Sie passt perfekt in die Jackentasche für den nächsten Urlaub in Dänemark.

50 Gramm Dose 10,80 €. Stärke: Leicht. Schnitt: Loose Cut.

93

Punkte

John Aylesbury Mini Cut

Eine gute Portion Cube Cut zeichnet diesen besonders langsam

glimmenden Tabak aus. Zur Erinnerung: Darunter versteht

man in Platten gepressten Tabak, der danach in kleine Würfel

geschnitten wird.

Körniger Griff, leicht zu stopfen. Fast schwarzes Tabakbild.

Dichte Aromen von Beerenfrüchten und Vanille. Hocharomatisch,

fett in der Süße. Konzipiert für alle, die eine tiefe Süße und viel Aroma

bevorzugen. Leider ist das Testexemplar zu feucht. Der Tabak kann seine Komplexität

dadurch nicht beweisen. Abhilfe ist einfach zu schaffen. Die Dose einen

Tag offenstehen lassen und einen neuen Anlauf nehmen.

Ein Klassiker aus der John Aylesbury Kollektion. Wird auch in der 200 Gramm Dose

mit deutlichem Preisvorteil angeboten.

50 Gramm Pouch 10,70 €. Stärke: Leicht. Schnitt: Loose Cut.

91

Punkte

66

FineTobacco[+] 02·2022


W.Ø. Larsen Classic Elegant

Der dezent aromatische Däne geht nicht auf die Schiene Vanille, sondern setzt

Mandelaroma und Limone ein. Oder im deutschen Sprachgebrauch geläufiger:

Zitrone. Das gelingt diesem im Cross Cut geschnittenen und mit etwas Black

Cavendish abgerundeten Blend durchaus. Die Aromen entfalten sich auf zarte

Weise und sind eingewoben in einen leichten Tabakgenuss. Zitrusfrüchte im

Tabak unterzubringen ist eine Herausforderung, hier gelingt sie. Während

Larsen seine 100 Gramm Mischungen ausschließlich in einer hochwertigen Schmuckdose anbietet,

erscheinen die 50 Gramm Varianten allesamt in der preisgünstigeren Pouch. Qualitativ

liegen sie auf gleichem Niveau mit den aus dem gleichen Hause stammenden Danske Club

Sorten. Preislich ebenso. Wer also der Vanille nicht zugeneigt ist, was durchaus vorkommt,

ist hier richtig aufgehoben. Im Rauchverlauf fließt eine Karamellsüße in die Citrus Aromen.

Easy Smoking, wie wir es kennen und schätzen von Larsen.

50 Gramm Pouch 10,70 €. Stärke: Leicht. Schnitt: Loose Cut.

91

Punkte

Danske Club Summer

Gerade vor Redaktionsschluss noch hereingekommen ist diese limitierte Sommeredition

unter der Flagge von Danske Club. Das dänische Mutterhaus hat sich

lange Zeit den Trend zu limitierten Sommereditionen angesehen, um jetzt auf

den Zug aufzuspringen. Zwei Dinge sind ungewöhnlich: Als einziger Anbieter

kommt Danske Club bei der limitierten Edition mit einer einfachen Pouch

auf den Markt, dazu in 50 Gramm (was aber durchaus Sinn macht, es muss

nicht immer eine aufwendige Schmuckdose sein). Der zweite Punkt ist

bereits angerissen worden: Nach der langen Zeit hat niemand mehr mit einem Tabak dieses

großen Herstellers gerechnet, der sich sowieso, was Neuerscheinungen angeht, in der letzten

Zeit zurückgehalten hat. Nun liegt er also vor uns: Die Erwartungen sind klar: Frisch, leicht,

spritzig und fruchtig, so stellen wir uns den Sommer in der Pfeife vor.

Die spritzige Fruchtigkeit ist nicht da, dafür Kokosnuss, Vanille und Karamell. Heller,

kurzfaseriger Schnitt. Ungemein leicht im Geschmack, dafür ist die Kokosnuss deutlich

präsent. Neigt jedoch dazu, synthetisch zu schmecken. Wird aufgefangen durch die Vanille,

welche dafür sorgt, den Sommertabak wieder auf Linie zu bringen. Federleicht im

Geschmack, dem allgemeinen Verlangen nach leichten Tabaken wird hier entsprochen. Und

wer Kokosnuss liebt, wird mit der Edition einen unbeschwerten Sommer gelassen entgegensehen.

50 Gramm Pouch 9,95 €. Stärke: Leicht. Schnitt. Mixture.

90

Punkte

villigercigars.com

@villigercigarsofficial

@villigercigarsgermany

Rauchen ist tödlich.


TREFFPUNKTE

»NA DANN

PROST!«

Gehaltvolles, ganz nach

Ihrem Geschmack.

Pro Wein Düsseldorf – Die Genussmesse für Genießer

Vom 15.-17. Mai 2022 stand Düsseldorf im Zeichen der ProWein, der führenden

Fachmesse für Wein und hochwertige Spirituosen mit 5.500 Ausstellern

und 38.000 Besuchern. Natürlich war auch FINETOBACCO vor Ort. Stephan

Rack, Michael Peter und ich wanderten zwei Tage durch die Messehallen

auf der Suche nach aktuellen Trends und interessanten Produktneuheiten

im Segment hochwertige Spirituosen. Hier sind unsere Trends 2022 und was

uns sonst besonders auffiel:

Text und Fotos: Wolfgang Specht

68

FineTobacco[+] 02·2022


3. Die Flasche – Ein Genuss für die Augen

Cognac hat es uns vorgemacht

– die Flasche ist ein wichtiger Teil

der Vermarktung. Jetzt auch bei Gin/

Whisky. Edelste Flaschenformen oder

Biersky mit einem Glaskorken. Biersky

könnte übrigens auch beim Trend

„Sehr innovativ“ stehen. Es ist nämlich

eine Spirituose aus dem Elsass, bei

der Elsässer Bierbrand und Elsässer

Malt Whisky verschnitten werden. Das

muss einem erst einmal einfallen.

1. Gin darf auch gerne bunt sein – und

muss nicht nach Wacholder schmecken

Eine Vielzahl von Anbietern stellte

neben dem klassischen, klaren Gin

mit Wacholdergeschmack verschiedenste

Gin-Spezialitäten vor. Man

traute manchmal seinen Augen nicht

ob der bunten Vielfalt.

Ob in einem schillernden Rosé

oder ein Gin, der riecht und schmeckt,

als wenn man eine Brise Meeresluft

einatmet. (Siehe auch das Gin-Special

ab Seite 24).

2. Klein aber fein – und sehr innovativ

Immer wieder haben wir diese

Story gehört: Mit langer Berufserfahrung

in Marketing/Szenegastronomie

aber eingeschränkten Berufsmöglichkeiten

in der Corona

Pandemie machte man sein Interesse

an Gin oder Whisky zum Beruf.

Ergebnis sind feine Spezialitäten

wie Gin aus der Hamburger HafenCity

oder Rum, der durch ein spezielles

Brennverfahren eher wie Whisky

schmeckt.

4. Whisky muss nicht unbedingt aus Schottland

oder Irland kommen

In Vorbereitung für die September-Ausgabe

von FINETOBAC-

CO machten wir uns auf die Suche

nachWhisk(e)y Anbietern jenseits

der Insel. Und wir wurden reichlich

belohnt. Kennen Sie Whisky aus Dänemark?

Oder aus dem Elsass? Oder

aus Dresden? Oder – der absolute

Exot – Whiskey aus Namibia?

Und Whisky aus Korea, gebrannt

auf Basis von Reis erschien mir auch

ziemlich exotisch.

FineTobacco[+] 02·2022 69


TREFFPUNKTE

„Royal Sidecar“ – Die Cocktail Ikone feiert 100. Geburtstag

Der Cocktail aus den 1920-er Jahren feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges

Jubiläum. Grund genug für die Marke Rémy Martin im exklusiven Hamburger

Side Design Hotel diesen Drink zu feiern und dabei in die Zeit der

goldenen Zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts einzutauchen.

Zu diesem Anlass hatten ausgewählte

Barkeeper den Klassiker neu

interpretiert. Jede der Kreationen ist

eine Hommage an den 1738 Accord

Royal von Rémy Martin, das Lebensgefühl

der „Roaring Twenties“ und

eine Aromenwelt für sich.

Rémy Martin, Cointreau und frische

Zitrone: Mehr braucht der Sidecar

eigentlich nicht, um eine Ikone

des überragenden Geschmacks

zu sein. Für das Trio ausgewählter

Aromen begeisterte sich nach seiner

erstmaligen Kreation ganz Paris

der 1920-er Jahre und dies war der

Startschuss für einen Siegeszug in

fast alle Bars der Welt.

Hier die Interpretation Sakura

Sidecar vom Bartender Enrico Wilhelm

aus dem Hotel Vier Jahreszeiten

in Hamburg:

5 cl Rémy Martin 1738 Accord

Royal

3 cl Mandarinensaft

2 Barlöffel Yuzusaft

2 cl Dover Sakura

1-2 cl Eiweiß pasteurisiert

Dover Shiso Spray on top

Glas — Coupette Garnitur — essbare

Blüte

Alle Zutaten, bis auf Dover Shiso,

in einen Shaker geben, mit Eiswürfeln

füllen und kräftig shaken.

Anschließend in eine vorgekühlte

Cocktailschale abseihen und den

Cocktail mit Dover Shiso besprühen.

Mit einer essbaren Blüte toppen.

70

FineTobacco[+] 02·2022


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