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COBURGER – Das Magazin #51

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Nr. 51 | Juni 2022

Gesellschaft. Kultur. Wirtschaft. Politik.


14. – 18. JULI 2022

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ENDLICH!

D A S

SCHLOSSPLATZFEST

IST ZURÜCK!

Viele werden es schon aus den Medien

mitbekommen haben:

Nach zweijähriger Corona-Abstinenz findet das

Schlossplatzfest dieses Jahr wieder statt –

vom 14. bis 18. Juli verwandeln wir den Schlossplatz

in Nordbayern’s größtes Gourmetmeile:

Mit gutem Essen und Trinken sowie einem

Unterhaltungsprogramm, das

ihr so noch nicht gesehen habt!

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1,60 Euro Eintritt am Tag. Klingt fair, oder?

VORVERKAUFSSTELLEN:

Tourist-Info (Herrengasse 4, Coburg)

Wohnzimmer Bar (Steinweg 26, Cbg.)

San Geladona Eis-Shop (Albertsplatz 3, Coburg)

GINGERS (Schlossallee 6, Tambach)

SOCIAL MEDIA JETZT (Steinweg 6, Coburg)

oder Online unter reservix ...

MEDIENPARTNER:

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Advertorial

Zum Schlossplatzfest

etwas Besonderes

„Wir möchten fränkisch-bayrische

Klassiker neu interpretieren und eine

leichte sommerliche Version der Gerichte

zum Schlossplatzfest anbieten.“ sagt

Oliver Stonus, der den Gastrobetrieb

leitet.

So gibt es im Zelt der Wacholderschänke

unter anderen Gerichten ein

Fränkisches „Pastrami“- Baguette

- Klassisch gegarter Tafelspitz

geschnitten, mit Preiselbeeren

und Meerrettich mariniert, dazu

geschwenkter Spitzkohl im hauseigenem

Weizenbaguette, Lauwarmer

Weißwurstsalat mit Rettich,

Radieschen und Petersilie mit süßem

Senf mariniert, dazu Brezelchips,

Leberkäse Gebacken, mit Senfei

und Schüttelgurke mit hauseigenem

Apfel-Zitronendressing mariniert und

Bunte Rohkost- und Blattsalate mit

Brezelchips dazu wahlweise Himbeer-,

Kräuter-, Pfirsich-Maracuja-Senf- oder

Preiselbeer-Meerrettich-Dressing.


... und immer einen Ausflug wert:

Die Wacholderschänke Hildburghausen

Wo Genuss Kult ist

Das Coburger Schlossplatzfest startet in diesem Jahr nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause mit neuen

Ideen und neuen Angeboten wieder voll durch. Mit dabei ist zum ersten Mal auch eine der besten Adressen

für Event- und Erlebnisgastronomie in der Region: die Wacholderschänke Hildburghausen. Sie schlägt ihr

Zelt für die fünf Tage direkt vor dem Landestheater auf. Wer es nicht erwarten kann, ist natürlich auch schon

vorher in Hildburghausen herzlich willkommen.

Küche und Service sind in der Hand von erfahrenen Profis

Seit 2016 ist für die Küche und den Service der Wacholderschänke ein Profiteam verantwortlich.

Küchenchefin Sindy Jung hat in Restaurants sowie in Vier- und Fünf-Sterne Hotels gelernt und gearbeitet.

Das Serviceteam wird von Silvia Schmidt geleitet. Vor ihrem Wechsel zur Wacholderschänke arbeiteten

beide auch in renommierten Häusern der Coburger Gastronomie und kennen deshalb das Schlossplatzfest

auch hinter den Kulissen.

Frisch. Hausgemacht. Regional.

Die Wacholderschänke bietet getreu Ihrem Leitbild „Wo Genuss Kult ist“ ausschließlich Hausgemachtes

aus frischen und regionalen Produkten an. Alles wird frisch zubereitet, unter anderem „Lendchen au four“,

mit Kalbsragout und Käse überbackene Schweinemedaillons, Grillteller mit Hähnchenbrust, Schweinefilet

im Speckmantel, Hüftsteak vom Rind, serviert mit Champignons, Kräuterbutter und Rosmarin-Kartoffeln,

oder das klassische Schweineschnitzel in einer Meerrettich-Sesam-Panade. Auch die klassischen Thüringer

Gerichte dürfen nicht fehlen. Übrigens: Die Wacholderschänke bietet auch einen Cateringservice für

externen Feiern, Tagungen und Firmenjubiläen an.

Der Charme der Gründerzeit

Die Räumlichkeiten in der alten Fabrikantenvilla aus der Gründerzeit bietet Platz für alle Gelegenheiten:

Ein gemütliches Dinner zu zweit genauso wie ein Treffen mit Freunden oder eine Hochzeits- bzw.

Firmenfeier: Die thematisch gestalteten Nischen und Zimmern der Wacholderschänke mit einem Blick auf

die Hildburghäuser Geschichte bieten immer den richtigen Rahmen. Ergänzt wird das räumliche Angebot

von einem sehr schönen Biergarten mit großen beheizten Schirmen und einem Backhaus.

Event und Erlebnis

PREMIERE BEIM SCHLOSSPLATZFEST

In der Wacholderschänke spielen jeden Freitag regionale Bands im Restaurant oder im Biergarten das Beste

aus Pop, Rock, Blues und Jazz. Meist dann, wenn bei den Kult-Abenden keine regionalen Musikbands oder

Solokünstler auf der Bühne stehen, setzt sich Inhaber Peter Traut auch mal selbst ans Piano und spielt zur

Unterhaltung eine Soloeinlage. Die beliebten Tastings an denen Gin oder Whisky unter professioneller

Anleitung verkostet werden oder die Genießerabende mit thematischen Menüs und einem musikalischem

Programm finden in den Herbst und Wintermonaten statt.

Restaurant mit 90 Plätzen.

Biergarten mit 120 Plätzen.

Öffnungszeiten

Dienstag bis Samstag,

jeweils von 17.30 Uhr bis 23 Uhr.

An Sonn- und Feiertagen hat die

Kloßküche von 11 bis 14 Uhr geöffnet.

40 Pkw-Stellplätze direkt vor dem Haus.

Kontakt

Geschwister-Scholl-Straße 21

98646 Hildburghausen

Telefonreservierung: 036 85 - 6 79 72 31

www.wacholder-schaenke.de

AUSGABE 51 / JUNI 2022 COBURGER | DAS MAGAZIN 5


INHALT

AUSGABE 51 | JUNI 2022

8 EDITORIAL. Aufbruch in sommerliche Neugier.

10 HOFBERICHT. Coburger Medienpreis.

16 STADTGESPRÄCHE. Oliverio und eine Schiffhavarie.

66 KULTURTIPPS. Richtig was los.

79 IMPRESSUM. Wir waren es dieses Mal.

88 MONACO FRANKE. Auch sehr neugierig.

89 AUF EIN WORT. Liebenswert reaktionär.

90 DAS LETZTE. Zitate über den Sommer.

GABI ARNOLD

SEBASTIAN BUFF

GABI ARNOLD

VAL THOERMER

20 ANGEKOMMEN.

Aus der Reihe „Grenzerfahrungen“.

24

IN NEUSTADT.

Fotostrecke Landpartie #3.

WOLFRAM HEGEN 34

MUTIGE IDEEN #4.

Feedback Einhausung Stadtautobahn.

WOLFRAM HEGEN

WOLFRAM HEGEN

GABI ARNOLD

VAL THOERMER

GABI ARNOLD

VAL THOERMER

WOLFRAM HEGEN

SEBASTIAN BUFF

WOLFRAM HEGEN

HEIDI SCHULZ-SCHEIDT

VAL THOERMER

DIVERSE

36

38

42

44

SONDERTHEMA „NEUGIER“.

Was wollen wir erleben?

KÖNNEN COMPUTER MENSCHELN?

Neugieriges Interview mit Pro. Dr. Jochen Leidner, HS Coburg.

DIE MARKE BÄCHLEIN.

Jan Carlsen startet durch.

SCHÜRZE STATT ROBE.

Start-Upper Gunnar Flessa.

48 MACHER.

Dieses Mal Hans-Peter „Hape“ Langsch.

52

58

FREUDE AM SINGEN

Chor Unerhört hat viel vor.

HIER WOHNTEN ...

... Mönche.

80 SOMMERAKADEMIE.

Aus der Serie „Galerie“.

6 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 51 / JUNI 2022


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AUSGABE 51 / JUNI 2022 COBURGER | DAS MAGAZIN 7


EDITORIAL

EDITORIAL

WOLFRAM HEGEN

Den schwer auf den Schultern lastenden Coronamantel an die Garderobe

hängend, nicht verstauend auf dem Dachboden oder im Keller oder entsorgend

zu den Altkleidern, nein, an die Garderobe hängend, immer griffbereit, immer

signalisierend, hier bin ich, aber nur vorübergehend, vergiss das nicht, wird es uns

ein wenig leichter, ein wenig nur, weil es vielleicht nur ein Sommer ist, ein wenig

nur, weil andere Kleidungsstücke uns noch beschweren, ein Krieg vor der Haustüre,

durch die er manchmal schon durchspitzt, als ob er sagen möchte, ich weiß dass Du

da drin bist, pass auf, sonst hole ich Dich, in diesem Moment also blinzeln wir zunächst vorsichtig dem

grellen Tageslicht eines warmen Sommers entgegen, scheuen anfänglich noch die menschliche Nähe an

Supermarktkassen, in Biergärten und Konzertsälen, begrüßen wir uns dann noch unsicher mit diesem in

zwei Jahren erlernten Antippen der Fäuste, erinnern uns aber sogleich, reißen die Masken herunter, öffnen

unsere Hände, schütteln sie vorsichtig, dann kräftiger, umarmen, drücken und herzen uns, lassen uns nicht

mehr los, lassen diesen Sommer nicht mehr los mit seinen Festen, seinen Abenden, tanzen wir, trinken wir,

feiern wir so, als ob es der letzte Sommer wäre, was er nicht sein wird, die Erfahrung unserer Zerbrechlichkeit

der letzten beiden Jahre aber macht ihn intensiver als viele Sommer vor ihm.

„Neugier – was wollen wir erleben“ ist demnach das Sonderthema in diesem COBURGER. Wir stellen zwei

junge Existenzgründer vor, Jan Carlsen und Gunnar Flessa die sich während der Corona-Pandemie in die

Selbstständigkeit wagen mit zwei ganz unterschiedlichen Geschäften. Wir haben uns mit Professor Dr.

Jochen L. Leidner von der Hochschule Coburg unterhalten, der seine kindliche Neugier mit der Erforschung

künstlicher Intelligenz befriedigt und dabei auch die Frage zu beantworten versucht, ob Computer auch

neugierig sein können werden. Wir haben interessante Feedbacks zu unserer mutigen „neugierigen“

Idee einer Einhausung der Stadtautobahn bekommen, die konträrer kaum ausfallen könnten. Und auch

der Monaco Franke hat seine Neugier entdeckt, auf Platz eins steht bei ihm der „13-Brauereien-Weg“ in

Memmelsdorf.

Viele Coburgerinnen und Coburger finden sich in diesem 51. COBURGER wieder: Wir stellen unseren

„Macher“ dieser Ausgabe vor, Hans-Peter „Hape“ Langsch, der aus einem alten Coburger Industriekomplex

ein neues Kreativzentrum machen möchte. Eine Macherin, Antonietta Bafas, die mit ihrem Chor Unerhört

nach Corona wieder durchstarten möchte, den Syrer Rustum Abrahim und seine Familie, die nach

ihrer Flucht in Coburg ihr neues Zuhause gefunden haben, zahlreiche Künstlerinnen und Künstler der

Sommerakademie Coburg in der Galerie.

Natürlich wie immer an Bord: Ein wenig VIP-Talk, Klatsch und Tratsch, der eine und andere Schmunzler

in unserem Hofbericht vom Coburger Medienpreis und in den Stadtgesprächen, unsere Fotostrecken 2022

immer mit diversen Landpartien im Coburger Land, dieses Mal mit schönen Bildern und der einen oder

anderen Story aus „Niemals ein Coburger“ (NEC) .

So, jetzt sind Sie dran.

P.S. Dieses Jahr wieder: Samba, Schlossplatzfest, OpenAir-Sommer. Und viel mehr. Viel Freude bei allem,

was Sie tun.

8 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 51 / JUNI 2022


INHALT

20

ANGEKOMMEN

74

IM ZEICHEN DES FRIEDENS

Aus der Reihe „Grenzerfahrungen“

Stadtpartnerschaft Coburgs mit Oudenaarde

52

„UNERHÖRT“

Freude am Singen

44

START-UP

36

NEUGIER?

Schürze statt Robe

Was wollen wir erleben?

80

GALERIE

Sommerakademie

AUSGABE 51 / JUNI 2022 COBURGER | DAS MAGAZIN 9


HOFBERICHT

FOTOS: VAL THOERMER

Gefühlte Großstadt? Herzogtum? Nabel der Welt? Nein, das ist Coburg

sicher nicht, allen Behauptungen zum Trotz. Aber die Vestestadt ist

sicher ein einmaliger Mikrokosmos. Ein kleiner Hofstaat. Es gibt einen

Prinzen und einen Statthalter und das Fußvolk. Und alle feiern gerne

kleine und große Partys. Wir vom COBURGER natürlich auch. Wenn

wir eingeladen sind. Und was, und vor allem wen wir dann sehen,

HOFBERICHT

zeigen wir Ihnen. In unserem Hofbericht. Dieses Mal vom Coburger

Medienpreis des Medienclub Coburg, der in diesem Jahr bereits zum

9. Mal regional und national in drei Kategorien verliehen wurde. Nach

2018 zum zweiten Mal in der HUK-Coburg. Moderiert von Christian

Sievers vom ZDF heute-journal.

10 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 51 / JUNI 2022


HOFBERICHT

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AUSGABE 51 / JUNI 2022 COBURGER | DAS MAGAZIN 11


HOFBERICHT

12 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 51 / JUNI 2022


HOFBERICHT

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AUSGABE 51 / JUNI 2022 COBURGER | DAS MAGAZIN 13


HOFBERICHT

14 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 51 / JUNI 2022


HOFBERICHT

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AUSGABE 51 / JUNI 2022 COBURGER | DAS MAGAZIN 15


STADTGESPRÄCH

STADTGESPRÄCH...

Manchmal Erstaunliches, oft Neues, gerne ein bisschen Klatsch und Tratsch, vor

allem natürlich über Promis und solche, die sich dafür halten ...

DAS TRAUMHAFTESTE GESCHENK

Coburgs Schauspieldirektor Matthias Straub hat mal wieder einen echten Blockbuster geschaffen.

Nach Kassenschlagern wie „Tombstones“ oder „A Spider Murphy Story“ hat er für

die diesjährigen Sommerfestspiele des Landestheaters „Don Camillo und Peppone“ inszeniert.

Die ersten Aufführungen im Hofgarten sind absolviert, und das Publikum brach bislang jedes

Mal in wahre Jubelstürme aus. Über ein Detail durfte allerdings auch gerätselt werden: Wer ist

denn dieser Zeitungsredakteur Oliverio, den es im Original von Don Camillo gar nicht gibt?

Antwort: Da spielt jemand die Rolle seines Lebens! Hinter Oliverio verbirgt sich nämlich Oliver

Schmidt, der auch in Wirklichkeit Zeitungsredakteur ist und vor allem den Lesern des

Coburger Tageblatts ein Begriff sein dürfte. Und wie ist es zu diesem ungewöhnlichen Gastauftritt

gekommen? „Das war schon immer ein Traum von mir“, erzählt Oliver/Oliverio, „und

Matthias Straub, mit dem ich gut befreundet bin, habe ich immer wieder davon erzählt.“ Zum

50. Geburtstag von Oliver Schmidt war es dann soweit: Matthias Straub überreichte ihm sozusagen

als Geschenk die Statistenrolle. Don Camillo und Peppone ist noch bis Mitte Juli im

Coburger Hofgarten zu sehen. Termine & Karten: www.landestheater-coburg.de. Über seine

Eindrücke und Einblicke berichtet Oliverio auf Instagram: „Das Don-Camillo-Projekt“

EINE DER AUSGIEBIGSTEN FEIERN

20 Jahre erfolgreiche Firmengeschichte: Das Möbelunternehmen Finori aus Untersiemau hat

im Mai Mitarbeitende, Kundinnen und Kunden und Freunde des Hauses zu einem großen

Festabend in die Domäne nach Sonnefeld eingeladen. Das Team rund um Firmengründer Ste-

fan Finzel hatte dazu ein echtes Galaprogramm zusammengestellt: ein mehrgängiges Menü,

eine Tropical Bar und Musik bis in die frühen Morgenstunden. Und natürlich wurde das Unternehmen

von offiziellen Vertretern aus der Region auch entsprechend gewürdigt.

Glückwunsch.

16 COBURGER | DAS MAGAZIN

AUSGABE 51 / JUNI 2022


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AUSGABE 51 / JUNI 2022 COBURGER | DAS MAGAZIN 17


STADTGESPRÄCH

EINER DER ERFOLGREICHSTEN UNTERNEHMER

Christoph Steiner ist Gast bei der diesjährigen Ausgabe von Boost the Youth am

13.Juli auf der Freilichtbühne im Hofgarten. Der erfolgreiche Unternehmer aus

Wien, gebürtige Steirer, hatte sich mit 21 Jahren mit der Idee einer Fitnessstudiokette

für Frauen selbständig gemacht und innerhalb von fünf Jahren über 140

Mikrostudios in Deutschland, Österreich und anderen Ländern Europas eröffnet.

Bei Boost The Youth referiert der erfolgreiche Multi-Unternehmer auf Einladung

des Rotary Club Coburg vor Schülern aus der Region vor allem über die

Begeisterung, die ihn trägt, und wie er seine Ideen umgesetzt hat. Er möchte

jungen Menschen damit Mut machen, ihr Leben in die eigene Hand zu nehmen.

Mit der zum fünften Mal stattfindenden Veranstaltung Boost the Youth soll das

in den Schulen vermittelte Wissen um das Thema Persönlichkeitsentwicklung

erweitert werden.

EINER DER GRÖSSTEN HERSTELLER

Die bayME/VBM Geschäftsstelle Oberfranken, der Verband der bayerischen

Metall- und Elektroarbeitgeber, und der Medienclub Coburg e.V. hatten in diesem

Jahr wieder zu ihrem traditionellen Spargelessen eingeladen. Zu Gast in den

Schäferstuben in Ahorn war Clemens Dereschkewitz, der CEO der Glen Dimplex

GmbH Deutschland mit Sitz in Kulmbach, einem der größten Hersteller

von Wärmepumpen. Er gab über eine Stunde lang Einblicke in sein berufliches

Leben, das in von Ost-Berlin über München bis nach Oberfranken führte, und

in aktuelle globale Entwicklungen und Herausforderungen. Das traditionelle

Treffen, das coronabedingt zwei Jahre ausgefallen war, dient dem gegenseitigen

Informationsaustausch von Medien und Wirtschaft.

EINE DER KURIOSESTEN GESCHICHTEN

Der Vatertag war auch 2022 wieder ein feucht-fröhliche Angelegenheit. In einem

Fall sogar im doppelten Sinn: Einige Personen hatten beim Tretbootverleih am

Goldbergsee zwei Boote gemietet und stachen gemeinsam in See. Während der

Überfahrt aber entpuppte sich die Besatzung eines der beiden Boote als Piraten.

Auf hoher See enterte die Mannschaft das andere Boot. Die Hobbypiraten aber

dürften an ihrer Beute nur wenig Freude gehabt haben: Rucksäcke gingen beim

Überfall über Bord, das Boot selbst ging teilweise unter. Am Ende muss ein Kran

das Boot aus dem Wasser ziehen.

DER ÄLTESTE KINDERGARTEN

Und noch ein Glückwunsch: Der Kindergarten Marienschule mit der wunderbaren

Adresse Park 1 direkt am Hofgarten feiert in diesem Jahr seinen 180.

Geburtstag. Damit ist er der älteste Kindergarten Bayerns und nur zwei Jahre

jünger als der älteste überhaupt in Bad Blankenburg in Thüringen, der von Friedrich

Fröbel gegründet wurde, der die Grundsteine der Kindergartenpädagogik

gelegt hat. Nur zwei Jahre später also öffneten sich die Pforten vom Kindergarten

Marienschule in Coburg, gestiftet von der damaligen Herzogin Marie. Gefeiert

hat man den runden Geburtstag schon mit einem Familienwandertag im Mai.

18 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 51 / JUNI 2022


OPTIK MÜLLER

Advertorial

Modische Brillen auch

mit hoher Dioptrienzahl

Janine Mann ist 36 Jahre alt und stark kurzsichtig. Trotzdem möchte die sympathische

Neustädterin nicht auf modische Brillen und passende Kontaktlinsen verzichten. Bei

Optik Müller in Rödental wird sie seit rund zehn Jahren umfassend betreut –

und jährlich mit „Brillennachschub“ versorgt.

Sie müssen täglich eine Brille tragen. Wie wichtig

ist Ihnen dabei der modische Aspekt?

Ich war nicht immer Brillenträgerin. Als ich mit

ca. 20 Jahren merkte, dass ich eine Sehkorrektur

brauche, habe ich mich der Eitelkeit wegen

erstmal für Kontaktlinsen entschieden und diese

auch jahrelang getragen. Vor vier Jahren wurde

ich jedoch aufgrund einer Erkrankung, die

durch meine hohe Dioptrienzahl zustande kam,

am Auge operiert und bin seitdem auch regelmäßig

beim Augenarzt Dr. Wenkel in Coburg in

Behandlung. Ein halbes Jahr nach der Operation

durfte ich zwar wieder Kontaktlinsen tragen

– aber da hatte ich mich längst an die Brille gewöhnt.

Mittlerweile trage ich im Sommer häufig

Linsen (da kann ich nämlich des Öfteren die

Sonnenbrillen ohne Stärke wechseln) und gönnen

mir ansonsten ein bis zweimal im Jahr eine

neue Brille.

Werden Sie denn bei Optik Müller jederzeit fündig,

wenn mal wieder eine neue Brillenfassung

ansteht?

Auf jeden Fall! Ich habe mir sogar schon einmal

eine Brille bei Optik Müller gekauft, obwohl

ich wegen eines ganz anderen Anliegens im

Geschäft war. Und selbst bei außergewöhnlichen

Wünschen – letztes Jahr wollte ich zum Beispiel

unbedingt eine große silberne Brille, in der dennoch

meine Gläserstärken gut versteckt sind –

bin ich dort sehr gut aufgehoben. Frau Brauer,

die Filialleiterin in Rödental, bestellt mir dann

die Brillenfassung und ich kann sie Probe tragen.

Diesen Service findet man nicht überall.

Apropos Service: Wie zufrieden sind Sie mit

Optik Müller im Allgemeinen?

Wirklich sehr zufrieden. Ich bin damals über

eine Empfehlung zu Optik Müller bzw. speziell

zu Sandra Brauer gekommen und habe bis

heute nicht das Bedürfnis, noch mal zu einem

anderen Optiker zu gehen. Über die Jahre

wurde der Umgang untereinander immer

freundschaftlicher und wenn ich heute das

Geschäft betrete, dann weiß meine Sehexpertin

einfach, was ich will.

Ich halte mich deswegen auch selbst nicht

zurück, wenn es um eine Empfehlung geht.

Mittlerweile haben schon einige

meiner Familien mitglieder

nachgezogen – und auch von

denen ist jeder begeistert

und kommt gerne wieder.

Coburg, Mohrenstr. 31, Tel. 0 95 61 / 98 49

Mo. − Fr. 08.30 − 18.00 Uhr, Sa. 08.30 − 14.30 Uhr

Rödental, Bürgerplatz 8, Tel. 0 95 63 / 26 26

Mo. − Fr. 08.30 − 18.00 Uhr, Sa. 08.30 − 12.30 Uhr

www.optikmueller.de


Von Gabi Arnold | Fotos: Sebastian Buff

ANGEKOMMEN

Grenzerfahrungen

In unserer Reihe „Grenzerfahrungen“ erzählen Menschen ihre

Geschichten. Es sind Geschichten von Krankheit, Unfällen, Flucht

oder Ähnlichem. Dieses Mal haben wir Rustum Abrahim und seine

Frau Manal Ahmad getroffen. Ibrahim ist 2014 vor dem Krieg in Syrien

geflohen. Seit 2016 lebt er mit seiner Familie in Coburg.

Angekommen

Rustum Abrahim flüchtet 2014 vor der

Terrormiliz Islamischer Staat und dem

Bürgerkrieg aus Syrien. Er läuft zu Fuß

von Syrien nach Deutschland. Er legt 3700

Kilometer zurück und ist zwei Monate lang

unterwegs. Heute lebt er mit seiner Frau und

seinen fünf Kindern in Coburg. Im April dieses

Jahres hat Rustum Abrahim einen Barber

Shop eröffnet.

Wir treffen uns im „Star Barber Shop“ im Steinweg. Rustum Abrahim,

seine Frau Manal Ahmad und sein Schwager Basl Ahmad erwarten uns.

Mit dabei ist die jüngste Tochter, die fünfjährige Susanna. Rustum und

seine Familie sind in der neuen Heimat angekommen, sie fühlen sich

wohl. „Hier können wir frei und in Frieden leben“, sagt Manal.

Das, was Menschen im Krieg erleben, was sie auf der Flucht durchmachen,

ist unvorstellbar. Vielen Geflüchteten fällt es deshalb sehr schwer,

über die traumatischen Erlebnisse zu reden. Rustum und Manal erzählen

uns ihre Geschichte:

Die Familie lebt in einem kleinen Dorf, das sich in einem kurdischen

Gebiet im Nordosten von Syrien, nahe der Stadt Hasaka, befindet. Rustum

arbeitet als Barbier im Libanon und in Damaskus. Im Jahr 2011

bricht ein Bürgerkrieg in Syrien aus, die Terrormiliz IS kontrolliert das

Land. Syrische Männer werden festgenommen und zum Militärdienst

gezwungen.

20 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 51 / JUNI 2022


Rustum Abrahim mit Frau Manal Ahmad und Tochter Susanna

AUSGABE 51 / JUNI 2022 COBURGER | DAS MAGAZIN 21


GRENZERFAHRUNG

Sie werden zu Sammelstellen gebracht und an die Armee übergeben.

Die Flucht ist für viele Männer der einzige Ausweg, um zu überleben

und um ein neues Leben in Frieden und Freizeit zu beginnen. Im Jahr

2014 beschließt Rustum gemeinsam mit Verwandten das Land zu verlassen.

„Ich wollte nicht kämpfen, ich wollte

die Zukunft meiner Kinder erleben“

Rustum Abrahim, syrischer Geflüchteter

Rustum und seine Frau Manal erwarten ihr viertes Kind. Eigentlich

möchte Manal gemeinsam mit ihrem Mann fliehen. Aber das ist zu gefährlich

und anstrengend für eine schwangere Frau und die vier Kinder.

Rustum beschließt, seine Familie so schnell wie möglich nachzuholen.

Tatsächlich wird es zwei Jahre dauern, bis er seine Frau und seine Kinder

wieder in die Arme nehmen kann.

3700 Kilometer zu Fuß

Rustum, sein Onkel und sein Bruder machen sich zu Fuß auf den Weg,

drei Männer, kaum Gepäck, nur ein kleiner Rucksack. Das Ziel ist

Deutschland. Von Syrien nach Deutschland sind es ungefähr 3700 Kilometer.

Eine Strecke, die die Männer, wie viele Flüchtende, zu Fuß zurückgelegen.

An manchen Tagen läuft Rustum 27 Stunden Non-Stopp.

Die Menschen laufen meist in der Nacht, tagsüber verstecken sie sich.

Sie sind immer auf der Hut, leben immer in der Angst entdeckt zu werden.

An der türkischen Grenze heißt es für viele eigentlich: Endstation.

Die Türkei hat entlang der Grenze Betonwände, Stacheldraht und

Wachtürme errichtet.

Der Stacheldrahtzaun mit seinen vielen engmaschigen, scharfkantigen

Graden scheint unüberwindbar. Aber: „Es gab keine Wahl, entweder

man läuft zurück und man läuft weiter“, sagt Rustum. Zurückgehen ist

keine Option.

Einen Monat und vier Tage in Bulgarien in Haft

Die Männer überwinden den Stacheldraht und kommen verwundet in

der Türkei an. Die Haut ist von den messerscharfen Spitzen mit Schnittwunden

übersät, die Kleidung ist blutig und zerrissen. In Istanbul werden

sie von Bekannten mit neuer Kleidung versorgt. Sie setzen ihre

Flucht fort in Richtung Bulgarien. Dort angekommen, erwartet sie die

nächste Odyssee. Sie werden von der bulgarischen Polizei festgenommen

und verhaftet. Es ist in Bulgarien gängige Praxis, Geflüchtete in

Gefangenlager zu sperren. Die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl

prangert die dramatischen Zustände seit Jahren an. Die Bedingungen

und die hygienischen Verhältnisse in den Gefangenenlagern sind unbeschreiblich.

Rustum fallen die Haare aus, er bekommt Allergien und

kann wegen der Enge (es sind viele Männer auf engstem Raum) nicht

schlafen.

Nach einem Monat und vier Tagen kommt er frei und setzt seine Flucht

fort, weiter nach Serbien, Ungarn bis nach Deutschland. Nach 3700 Kilometern

und zwei Monaten kommt er in München an und wird dort in

einem Erstaufnahmelager aufgenommen. „Ich bin endlich in Deutschland“,

teilt er seiner Frau mit. Es ist der 14. Juli 2014. Einen Tag später

bringt Manal in Syrien ihr viertes Kind zur Welt. Nach der Erstaufnahme

geht es für Rustum nach Günzburg, wo er als Friseur arbeiten kann.

22 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 51 / JUNI 2022


ANGEKOMMEN

In den ersten Wochen nach Rustums Flucht hat Manal keine Verbindung

zu ihrem Mann, sie weiß nicht, wie es ihm geht. „Das war sehr

schwer für mich mit den Kindern. Wir mussten aufpassen, weil der IS

im Land war“, sagt sie. Als sie mit ihrem Mann über WhatsApp Kontakt

aufnehmen kann, zeigt sie den Kindern Fotos („Damit sie ihren

Papa nicht vergessen“). Im Jahr 2015 hat sie in der Türkei ein erstes

Interview wegen des Familiennachzugs. Doch in dem Papier ist beim

jüngsten Kind ein falsches Geschlecht angegeben, anstelle von weiblich

steht da männlich. Das bedeutet, dass sie kein Visum erhalten kann und

einen neuen Ausweis und Pass beantragen muss. Also muss die Familie

weiter warten. Nach weiteren Monaten erhält Manal eine Nachricht

und die erforderlichen Papiere. Sie darf mit ihren Kindern ihren Mann

nach Deutschland folgen. Zwei Jahre sind seit seiner Flucht aus Syrien

vergangen.

Ankunft in München am 13. März 2016 um 14 Uhr

Das Datum vergisst die Familie nicht: Am 13. März 2016 um 14 Uhr landen

Mutter und Kinder am Münchner Flughafen. Dort wartet Rustum

mit einem Strauß Blumen auf seine Familie.

„Ich konnte es gar nicht glauben. Es war wie

ein Traum. Ich habe gedacht, vielleicht bin

ich noch nicht aufgestanden“

Manal Ahmad, als sie nach zwei Jahren ihren Mann wiedersieht

Die Kinder müssen ihren Papa neu kennenlernen, die jüngste Tochter

hat ihren Vater noch nie gesehen. „Sie hat dann gefragt, Mama, wer ist

das?“, erzählt Manal.

Nach der Familienzusammenführung kommt die Familie gemeinsam

nach Coburg. Sie absolvieren Sprachkurse und Orientierungskurse, um

die deutsche Kultur, Lebensweise und Regeln zu verstehen. Unterstützung

bekommen sie von Susanne Kleiner, die als ehrenamtliche Flüchtlingshelferin

arbeitet. Rustum findet Anstellung bei einem Friseur und

ein fünftes Kind, Susanna, wird geboren. Als in Coburg ein Friseurladen

frei wird, beschließt er, sich selbstständig zu machen. Tipps und

Ratschläge erhält er von Verwandten, die ebenfalls als Barbiere arbeiten.

Mit viel Eigenleistung und Unterstützung von Familie und Freunden

richtet er den „Star Barber Shop“ im Steinweg ein. Auch Manals

Bruder Basl arbeitet dort. Die mittlerweile siebenköpfige Familie lebt

in einer kleinen Mietwohnung in Coburg. „Wir sind sehr glücklich und

sehr dankbar, dass wir hier sein dürfen.“

Seit März 2011

... herrscht ein Bürgerkrieg in Syrien. Die UNO schätzt, dass

bereits seit Beginn des Bürgerkrieges 470.000 Tote zu beklagen

sind. Aus Angst vor der Gewalt fliehen täglich Menschen aus

Syrien. Fast 5 Millionen Menschen sind ins Ausland geflohen,

rund 6,5 Millionen Kinder, Frauen und Männer sind innerhalb

von Syrien auf der Flucht. Etwa die Hälfte der Geflüchteten sind

Kinder und Jugendliche unter 17 Jahren. Fast die Hälfte der

Kinder geht nicht mehr zur Schule. Die UNO bezeichnet die

Flüchtlingskrise als eine der schlimmsten, die es je gegeben hat.

Quelle: frieden-fragen.de

AUSGABE 51 / JUNI 2022 COBURGER | DAS MAGAZIN 23


Von Gabi Arnold | Fotos Val Thoermer

Landpartie

ein Streifzug durch das Coburger Land

Sanfte Hügel, naturnahe Flüsse, satte Wiesen und Wälder, historische Städtchen mit schmucken

Fachwerkhäusern, bekannte und weniger bekannte Ausflugsziele, das ist das Coburger Land. Wir

laden Sie in unserer Reihe „Landpartie“ zu einer kleinen Entdeckungsreise durch den Landkreis

Coburg ein. Dieses Mal besuchen wir Neustadt bei Coburg.

24 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 51 / JUNI 2022


Hier predigte Martin Luther

Die Stadtkirche St. Georg wurde bereits im Jahr 1358 urkundlich erwähnt. Seitdem wurde sie

mehrmals zerstört. Stadtbrände im 17. Und 19. Jahrhundert und der Zweite Weltkrieg setzen

dem Gotteshaus zu. Im Innenraum der St. Georgs Kirche finden sich hölzerne, marmorierte

Achtecksäulen, die die Emporen tragen und ein mit Lilien verziertes Kreuzgewölbe über dem

Altarraum. Martin Luther stoppte bei einer Durchreise in Neustadt bei Coburg und predigte im

Jahr 1530 am Karfreitag in der St. Georg Kirche. Im Treppenaufgang erinnern eine Lutherbibel

von 1563 und ein Lutherbrief von 1530 an den Reformator. Die Kirche im neugotischen Stil steht

auf dem frisch sanierten Marktplatz neben dem Rathaus, das im Jahr 1971 bezogen und jetzt

energetisch saniert wurde.

AUSGABE 51 / JUNI 2022 COBURGER | DAS MAGAZIN 25


26 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 51 / JUNI 2022


Die ehemalige innerdeutsche Grenze

„Endstation, bitte alles aussteigen“, hallte es jahrzehntelang durch die Lautsprecher am Neustadter

Bahnhof. Hier endet die Zugfahrt. Die innerdeutsche Grenze trennte Neustadt bei Coburg

in Bayern von Sonneberg in Thüringen, bis zum Jahr 1989. Im November 1989 öffnete nach 37

Jahren der Grenzübergang „Gebrannte Brücke“ im damaligen Sperrgebiet von Sonneberg seine

Schranken. Seitdem hat sich viel getan, die „Gebrannte Brücke“ ist heute ein Gewerbegebiet – an

der Verbindungsstraße von Neustadt nach Sonneberg haben sich Industrie und Handel angesiedelt.

Hier verläuft die Landesgrenze zwischen Thüringen und Bayern, dem Sonneberger Ortsteil

Hönbach und dem Neustadter Ortsteil Ebersdorf.

Entlang der ehemaligen deutsch/deutschen Grenze erstreckt sich heute das Naturschutzgebiet

„Grünes Band“. Hin und wieder erinnern Hinweisschilder, dass hier einst Stacheldraht und Minenfelder

Ost und West trennten.

AUSGABE 51 / JUNI 2022 COBURGER | DAS MAGAZIN 27


Auf den Gipfel

des Berges

Prägnant erhebt sich der Muppberg vor den Toren der

Stadt, ein Mischwald mit vielen schönen, gut erschlossenen

Wanderwegen, schmalen Pfaden, Pavillons zum Ruhen und Quellen

zum Erfrischen. Auf dem Gipfel steht der Prinzregententurm,

benannt nach dem Prinzregenten Ernst zu Hohenlohe-Langenburg,

der den Turm im Jahr 1905 eingeweiht hat. Die 138 Stufen

Aufstieg lohnen sich, denn oben angelangt genießt man einen

herrlichen Ausblick auf die bayerische und thüringische Region.

Auf der Plattform scheint die Zeit stehen geblieben zu sein,

denn die kleinen Hinweistafeln zeigen immer noch die

DDR-Zonengrenze und den Neustadter Gaskessel an,

der bereits im Jahr 1992 abgebaut wurde.

28 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 51 / JUNI 2022


Eine Rast einlegen können die Wanderer gleich nebenan in der Arnoldhütte, die

ihren Namen Max Oscar Arnold (1854 bis 1938) verdankt. Der Neustadter Unternehmer

und Politiker gehörte bis Anfang des 20. Jahrhunderts zu den bekanntesten

Persönlichkeiten im Coburger Land und ist Namensgeber von vielen Orten

und Plätzen in Neustadt bei Coburg.

AUSGABE 51 / JUNI 2022 COBURGER | DAS MAGAZIN 29


LANGEWEILE? NICHT MIT UNS. AUF NACH NEUSTADT BEI COBURG!

© Michael Tonn

SPIEL, SPORT & ERHOLUNG

Der Freizeitpark bietet für unsere großen und kleinen Gäste zahlreiche

Attraktionen. Unsere Besucher erwarten ein großer Abenteuerspielplatz

mit Matschbereich, Klettermöglichkeiten, Sportflächen, Nordic-Walking-

Strecken, Ruhe- und Sitzbereiche, Seecafé mit Terrasse, buchbare

Gartenführungen, Veranstaltungen und vieles mehr.

Besuchen Sie uns!

Stadtverwaltung Neustadt b. Coburg

kultur.werk.stadt

Bahnhofstraße 22

96465 Neustadt b. Coburg

Telefon 09568 81-132

E-Mail: tourist@neustadt-bei-coburg.de

www.neustadt-bei-coburg.de

VON HAND GEFERTIGT

Das Team der HEUNEC Kuschelmanufaktur designt und fertigt

hochwertige Plüschprodukte in limitierten Stückzahlen in Neustadt.

HEUNEC

Plüschspielwarenfabrik GmbH & Co. KG

Am Moos 11 und Mörikestraße 2 + 6

D-96465 Neustadt bei Coburg

Die Produkte der Kuschelmanufaktur sind

erhältlich in unserem Werksverkauf:

Mo.- Do. 9 - 16 Uhr | Fr. 9 - 11.30 Uhr

und im Online-Shop:

30 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 51 / JUNI 2022


Im Charme vergangener Zeiten

Im Neustadter Stadtteil Wildenheid an der ehemaligen Grenze liegt der Waldfriedensee.

Seit jeher waren der See und die Gaststätte ein Anziehungspunkt für Ausflügler aus

Neustadt und Umgebung. Seit der Grenzöffnung ist der Ort auch wieder von Thüringen

aus erreichbar. Die Gaststätte am See verbreitet den Charme alter Zeiten. In den Sommermonaten

ist der Biergarten, der direkt am Wasser liegt, geöffnet. Hier können die

Gäste die typischen fränkischen Speisen wie Klöße (Neustadter Rutscher) mit Braten

genießen. Wer Lust hat sich zu bewegen, steigt in ein Ruderboot und schippert über den

See oder wandert auf einem schmalen Pfad um den See herum.

AUSGABE 51 / JUNI 2022 COBURGER | DAS MAGAZIN 31


gemeinsam gestalten wir

die Energiewende

KBN Energieberatung

Aus der Region – für die Region

KBN Kommunalbetriebe Neustadt GmbH

Dieselstraße 5, 96465 Neustadt b. Coburg


Wo Blumen blühen & Kinder planschen

Als 1999 die Stadt Neustadt bei Coburg Austragungsort der kleinen Gartenschau wurde,

entstand der Freizeitpark „Villeneuve sur Lot“, benannt nach der französischen Partnerstadt.

Es ist ein Kleinod, das im Baugebiet Am Moos liegt. Laut dem Tourismusverband

Franken ist der Freizeitpark eine der schönsten und gepflegtesten Grünanlagen in

der Region, mit Spiel- und Freizeitmöglichkeiten auf einer Fläche von 40.000 Quadratmetern.

Ein Spaziergang durch den Park ist ein Erlebnis, nicht nur für Gartenfreunde.

Im Park gibt es viele Spiel- und Freizeitmöglichkeiten für die ganze Familie, etwa

einen Wassermatschbereich, einen Fun-Park für Skater und ein Naturerfahrungsfeld.

Stärken und erfrischen können sich die Besucher im

Seecafé. Der Park wird auch als beliebte Location für Sonntagskonzerte,

das beliebte Schwing im Park Festival und

den fränkischen Kinosommer genutzt.


MUTIGE IDEEN

Das Feedback

EINHAUSUNG

DER STADT-

AUTOBAHN

Unsere vierte mutige Idee im COBURGER 50 im April war eine, die andernorts schon

umgesetzt wird oder worden ist, in Coburg aber noch kaum diskutiert wird: die Idee einer

„Einhausung“ der Stadtautobahn.

Möglichkeiten dazu gäbe es viele: Schallschutzwände zu beiden Seiten sind das einfachste,

die Schaffung eines „Tunnels“ das Aufwändigste, möglicherweise sogar in Verbindung

mit einer Tieferlegung. In und entlang vieler anderer kleiner und großer Städte geht man

diesen Weg, entlang der A3 bei Aschaffenburg und Würzburg, in München am Mittleren

Ring, in Starnberg mit der B2 oder in Ruhpolding mit dem Tunnel um die Stadt. Nur wenige

von sehr vielen Beispielen.

In Coburg zum Beispiel könnte man die Stadtautobahn im Innenstadtbereich bis auf Zufahrtsbereiche

zu Häusern oder Abfahrten fast komplett einhausen, also vom Weichengereuth

bis hin zur Rodacher Straße. Die Vorteile lägen auf der Hand:

✓ Eine Harmonisierung des Stadtbildes.

✓ Weniger Lärmbelästigung.

✓ Weniger Schadstoffemissionen.

✓ Mehr Lebensqualität beidseitig der Stadtautobahn.

✓ Mehr Wert von Grundstücken und Immobilien entlang der Trasse.

✓ Mehr Begrünung und Klimaschutz möglich.

✓ Neue Nutzungen entlang oder auf Einhausung möglich (Fahrrad-, Fußwege).

34 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 51 / JUNI 2022


FEEDBACK

Soweit unsere vierte mutige Idee. Wir vom COBURGER haben dazu auch wieder die Fraktions- und Ausschussvorsitzenden

im Coburger Stadtrat sowie den Oberbürgermeister um eine Stellungnahme gebeten

mit knapp zwei Wochen Vorlauf zum Redaktionsschluss. Hier die eingegangenen Stellungnahmen, zur

besseren Lesbarkeit teilweise redaktionell bearbeitet:

Norbert Tessmer, SPD-Fraktionsvorsitzender:

„Es handelt sich in der Tat um eine mutige Idee. Schnelle Begeisterung

und Ernüchterung liegen bekanntlich oftmals nahe beieinander. Bevor

ich mich also dazu äußere, würde ich allerdings gerne die Expertise der

Fachwelt hinsichtlich der Machbarkeit und der zu erwartenden Kosten

hören wollen. Ehrlich gesagt, zur Umsetzung dieser Idee fehlt mir etwas

die Vorstellungskraft, vielleicht auch der Mut. Ich kann mich noch gut an

die Bauarbeiten der Stadtautobahn mit ihren Erdbewegungen erinnern.

Der gesamte Bereich ab Lauterunterführung entlang des Wiesenweges –

zwischen Bahnbetriebswerk und Callenberger Straße - bis nach Neuses

war ein flacher Grünzug mit Gärten, Wiesen und Feldern. Immense Aufschüttungen

wurden damals vorgenommen, die beispielsweise bei einer

Tieferlegung beseitigt werden müssten. Ich glaube nicht, dass das jemand

verstehen würde. Aber reden kann man über alles.“

Oberbürgermeister Dominik Sauerteig:

„Die Stadtautobahn einzuhausen, ist eine spannende Idee. Auch ich habe

schon darüber nachgedacht, wie schön es wäre, die Stadtautobahn inklusive

Weichengereuth wie den Mittleren Ring im Süden Münchens ganz

unter die Erde zu legen. Dann könnte man Weichengereuth und die jetzige

Stadtautobahn zu einer Anwohnerstraße umbauen mit großem Bürgersteig,

Radweg, Bäumen etc. und die Lebensqualität in diesem Bereich

- inklusive Güterbahnhofsareal - würde deutlich erhöht. Allerdings sind

solche Lösungen extrem teuer und als Realist glaube ich nicht an das Füllhorn,

dass der Bund über Coburg ausschütten wird in Anbetracht der

riesigen Aufwendungen für Corona, Bundeswehr, Klimaschutz … Zudem

bin ich der Meinung, dass es unsere Aufgabe sein muss, klimaschädlichen

Individualverkehr intelligent zu verringern, nicht nur einzuhausen.“

Die Grünen:

„Die folgenden Vorteile sehen wir in der mutigen Idee #4 und darum würden

wir uns wünschen, dass sie weiter öffentlich diskutiert und ausgearbeitet

wird:

Teilung der Stadt in Ost und West überwinden, Lärmverschmutzung entlang

der B4 beenden, Abgas- und Feinstaub-Verschmutzung eindämmen/

kanalisieren/filtern (Alle Gebäude entlang der B4 wirken grau, sind vom

Schmutz der Straße mitgenommen und angetastet, teilweise ganz entwertet),

Wettbewerbsfähigkeit der Stadt Coburg im Wettbewerb/Vergleich

als lebenswerter Ort in Bayern erhalten (Starnberg baut den B2-Tunnel

und wird dadurch ruhiger, lebenswerter, grüner – soll Coburg zurückstecken

und sich abhängen lassen? Oberfranken kann gegen den Großraum

München im Wettbewerb um Arbeitsplätze, Verdienstmöglichkeiten,

Wohlstand nur dann punkten, wenn es vergleichbare Angebote macht,

sich nicht deklassieren lässt. Coburg wirkt heute für Ankömmlinge über

die B4 grau und hässlich. Dieser schlechte erste Eindruck sollte nicht

entstehen.), Englischer Garten vom Coburger Süden bis zum Coburger

Norden - fantasievolle und lebensnahe Gestaltung mit Itzbrücken, Rasenflächen

und großen Bäumen, einem Monopteros, Spiel- und Sportplätze,

Radwegen, Biotopen etc.

Praktisch könnten die Anwohner-Liegenschaften mit einem im Park auf

der Einhausung/dem Tunnel verlaufenden Anlieger-Sträßchen zu ihren

Häusern gelangen. Abfahrten Richtung Stadt aus dem Tunnel/der Einhausung

heraus würde es nur dort geben, wo baulich möglich, ansonsten

P&R-Konzept mit öffentlichen E-Bikes oder Golf-Carts (siehe Gloria

Thurn und Taxis, die fährt in Regensburg auch mit einem zugelassenen

Golf-Cart durch die Stadt – das fährt sich lustig, die Leute würden das

mögen, das würde eine gute Presse geben, weit über Coburg hinaus)

Im Idealfall wird die Bahnstrecke mit eingehaust und/oder tiefergelegt.

Durch solch ein Konzept würden sich neue Möglichkeiten ergeben, Coburg

als Stadt und Lebensraum zu erleben. Es würde eine völlig neue Dimension

von innerstädtischer Schönheit und Lebensqualität in der Stadt

entstehen.“

Jürgen Heeb, Pro Coburg:

„Ich halte von dieser Idee rein gar nichts. Es ist nicht unsere Straße, wir

haben hier keine Planungshoheit. Ideen als Alternativen zum 4-spurigen

Ausbau haben wir geliefert, ohne Erfolg. Außerdem kann mir nicht vorstellen,

wie dies mit Zufahrten etc. zu regeln ist. Die genannten Vorteile

erschließen sich mir nicht: Harmonisierung des Stadtbildes: wie? Weniger

Schadstoffemissionen: warum, die werden dann doch nur kanalisiert?

Ich finde diese Idee nicht für umsetzbar, von bezahlbar nicht zu sprechen.

Welche Vorteile dies für die Umwelt haben soll, erschließt sich mir auch

nicht. Kurzum: Mutige Idee, dabei wird es bleiben.

Leider sind auch dieses Mal, wie bisher immer, von der großen Fraktionen

CSU/JC sowie von der CSB und der Coburger Liste keine Stellungnahmen

eingegangen. Dieses Mal auch nicht von der FDP.

Die JU war vornedran!

Allerdings haben wir zu unserer mutigen Idee eines Testlaufs für eine innerstädtische

Einbahnstraße um die östliche Coburger Innenstadt aus dem

COBURGER #48 noch einen Brief des ehemaligen CSU-Bürgermeisters

Hans-Heinrich Ulmann bekommen:

Die von ihm noch lange vor seiner Zeit als Bürgermeister angeführte Junge Union

Coburg-Stadt unterbreitete bereits in den 1980er Jahren den Vorschlag, einen

Altstadtring mit zweispuriger Einbahnregelung um die komplette Coburger Innenstadt

zu führen und damit die Verkehrsprobleme der Stadt zu lösen. Die Idee

damals ging also noch viel weiter als unsere mutige Idee. Ulmann schreibt: „Die

Idee erzeugte damals viel Wirbel, konnte aber nicht weiterverfolgt werden, weil sie

zu radikal war und das Denken nicht so weit war.“ Das ist 40 Jahre her! Die Idee

ist alt, erzeugt immer noch Wirbel - auch als kleinere Variante - und getan hat

sich – nichts.

AUSGABE 51 / JUNI 2022 COBURGER | DAS MAGAZIN 35



SONDERTHEMA NEUGIER

SONDERTEHMA

NEUGIER

WAS WOLLEN WIR ERLEBEN?

Gier.

Neugier.

Neugier schafft Wissen.

Neugier schafft Werte.

Neugier schafft Wachstum.

Neugier macht glücklich.

Sagt die Wissenschaft.

Neugier sorgt für Fortschritt.

Sagt wer?

Ach, die Kirche.

Neugierig?

Maßlos, unersättlich, ungezügelt, hemmungslos.

Ist auch Gier.

Gaffer sind auch neugierig.

Haben Haben Haben.

Schnöder Mammon.

Sagt wer?

Die lebt von Neugier.

Neugier ist anmaßend.

Die Kirche.

Hm.

Ja, ich will was erleben.

WAS WOLLEN SIE ERLEBEN?

AUSGABE 51 / JUNI 2022 COBURGER | DAS MAGAZIN 37


SONDERTHEMA NEUGIER

KÖNNEN

COMPUTER

MENSCHELN?

INTERVIEW MIT DEM

COBURGER PROFESSOR

DR. JOCHEN L. LEIDNER.

Neugier. Wissbegierde. Spieltrieb. Eigenschaften, die vor allem in einer Branche als

Einstellungsvoraussetzung gelten: in der Wissenschaft. Der dauernde Erkenntnisgewinn,

das Streben nach neuen Informationen, das Suchen nach dem Wesen der

Dinge treibt Forschende an - Neugier ist eine zutiefst menschliche Eigenart. Oder

können auch Computer neugierig sein? Wir haben uns dazu mit Prof. Dr. Jochen L.

Leidner unterhalten, Professor für künstliche Intelligenz in der Versicherungswirtschaft

an der Hochschule Coburg und Gastprofessor für Datenanalyse an der University

of Sheffield.

COBURGER: Wieviel Neugier treibt Sie persönlich an?

Leidner: Neugier ist ganz wichtig, wenn man

Forscher werden und als Forscher arbeiten will,

und das wollte ich schon immer. Neugier ist in

der Forschung ganz einfach der Treiber hinter der

Arbeit, die ja eigentlich eher etwas Spielerisches

hat. Dieses fast schon Kindliche, dieses immer

Nachfragen, alles wissen wollen, das muss man

sich auch erhalten, wenn man gute Forschung

machen will. Und dass ich nach 20 Jahren in der

Industrie meine Begeisterung für die universelle

Maschine Computer akademisch ausleben und

damit meinen Lebensunterhalt bestreiten kann,

das erfüllt mich sehr.

COBURGER: Wie definiert sich

eigentlich künstliche Intelligenz?

Leidner: Künstliche Intelligenz (KI) ist ein großer

Teilbereich der Informatik neben vielen anderen.

Heute wird manchmal Künstliche Intelligenz

gleichgesetzt mit maschinellem Lernen, auch

wenn das eigentlich nicht stimmt: Maschinelles

Lernen ist einer von vielen Teilbereichen der

künstlichen Intelligenz neben Computerspielen,

Suche/Operations Research, Planung, Wissensrepräsentation,

Wissenserwerb, automatischem

Theorembeweisen, Schließen und Folgern,

Sprachverarbeitung, Robotik und anderen. Der

Grund, weshalb maschinelles Lernen zurzeit so

im Vordergrund steht ist, dass es darin in der

38 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 51 / JUNI 2022


INTERVIEW

„Neugier ist in der Forschung ganz einfach der Treiber hinter

der Arbeit, die ja eigentlich eher etwas Spielerisches hat.“

letzten Dekade enorme Fortschritte gegeben

hat, was wiederum an mehreren Faktoren liegt:

Neuen Verfahren, die entwickelt wurden, großen

verfügbaren Datenmengen sowie schnellen

Computern dank Grafikkarten, die eigentlich für

Computerspiele entwickelt wurden, die aber jetzt

ebenso in der Forschung eingesetzt werden.

Generell wird oft definiert, dass KI bedeutet,

wenn Computer Aufgaben übernehmen, für deren

Erledigung wir dachten, es sei Intelligenz

erforderlich. Nun gibt es Leute, die sagen, wir

haben das jetzt automatisiert, also stellte sich

heraus, man braucht ja doch keine Intelligenz

dafür, denn die Maschine kann das ja machen.

Andere Leute sagen, wir haben es geschafft, die

Maschine (etwas) intelligenter zu machen. Das ist

nicht nur eine begriffliche Frage. Wir unterscheiden

zwischen der starken KI-These, das sind die

Leute, die überzeugt sind, eine Maschine könnte

jemals prinzipiell intelligent sein, und der schwachen

KI-These, welche sagt, dass Verhalten, welches

man intelligent nennen würde, wenn es

Menschen aufzeigten, auch bei Maschinen „intelligent“

genannt werden darf (interessierte Leser

mögen John Searle lesen). Ich selbst glaube nicht

an die Starke KI-These, deren Vertreter auch an

eine generelle künstliche Intelligenz glauben im

Gegensatz zu hochspezialisierten Systemen, die

Schach spielen können oder Sprache erzeugen

können oder Musik generieren, aber nur jeweils

eine dieser Aufgaben pro Programm, und ohne

Hinweis auf ein „Maschinenbewusstsein“.

COBURGER: KI klingt eben immer ein wenig nach

Science-Fiction, nach Visionen, aber tatsächlich

bestimmt sie unser aller Alltag, und das erzeugt

natürlich auch Ängste, verstehen sie das?

Leidner: Also KI ist keine Magie. Die Leute, die

sich da auf Kongressen treffen, kennen sich mit

Informatik aus, mit Statistik, mit Regression,

also mit der Entwicklung von Modellen, von Zusammenhängen,

und keiner davon trägt einen

Zauberstab. Ich warne vor anthroposophischen

Metaphern, vor einer Vermenschlichung des

Computers, das ist nicht angebracht. Man sollte

Maschinen nicht zuschreiben, was sie momentan

nicht können und vielleicht nie können werden.

Letztlich sind Computer Metamaschinen, grenzenlos

einsetzbare Werkzeuge, die uns dienen

(sollten). Da kann ich die Menschen also beruhigen.

Ob ich ihnen die Angst damit nehmen kann,

liegt natürlich auch daran, ob sie mir glauben.

Einige Sorgen sind aber auch angebracht. Wenn

z.B. in absehbarer Zeit viele Fernfahrerjobs durch

selbstfahrende LKW verloren gehen könnten,

dann erzeugt das natürlich Ängste bei Berufskraftfahrern,

weil ihre finanzielle Existenz, aber

auch ihr Selbstwertgefühl, ihr Stolz, ihr soziales

Umfeld verloren gehen. Wie alle Werkzeuge, z.B.

auch ein Küchenmesser, können natürlich auch

Maschinen nicht nur helfen, sondern auch zu einer

Bedrohung werden. Da stellen sich dann völlig

andere gesellschaftliche Fragen bis hin z.B.

zu der Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens,

das unabhängig von Erwerbstätigkeit

bezahlt wird.

Und die Verkettung komplexer Systeme miteinander

kann – Intelligenz beiseite – zu unvorhersagbarem

Verhalten und Fehlern führen; da

bleibt es wichtig, dass wir Menschen Systeme

bauen, in denen wir Menschen noch korrektiv

eingreifen können.

COBURGER: „Literatur von Maschinen“ hieß kürzlich

eine Veranstaltung von Ihnen. Sind Computerprogramme

bald die besseren Autoren?

Leidner: Ich bin da sehr skeptisch. Computer

modellieren keine Geschichten, keine Personen

und wie sie sich entwickeln. Da haben sie einen

großen Nachteil gegenüber Autoren, die immer

- selbst, wenn sie noch nicht wissen, wo eine

Geschichte hinführt - Charaktere im Kopf haben,

eine grobe Handlung, ein Thema, die Moral

von der Geschichte. Das ist bei KI nicht möglich,

die orientiert sich immer an einer Schablone.

Aber Computer können Autoren mehr helfen als

bisher, mehr assistieren. Wir haben schon die

Rechtschreibkorrekturen und auch stilistische

Vorschläge, die von Programmen gemacht werden.

Das funktioniert und ist hilfreich für Kreative;

da wird sich sicher noch mehr tun. Wir sollten

Künstliche Intelligenz mehr als unsere Assistenten

begreifen, nicht so sehr als unseren Ersatz,

sonst würden wir uns ja auch selbst überflüssig

machen.

AUSGABE 51 / JUNI 2022 COBURGER | DAS MAGAZIN 39


SONDERTHEMA NEUGIER

COBURGER: Sind wir in

Deutschland neugierig genug?

Leidner: Als Gesellschaft müssen wir immer verantwortungsvoll

entscheiden, was wir umsetzen,

wie wir die Zukunft gestalten wollen. Es stellt

sich immer die Frage, welcher Grad an Automatisierung

erlaubt uns ein menschenwürdigeres

Leben. Darum geht es. In Sachen Digitalisierung

haben wir da sicherlich einiges verpasst. Spätestens

Corona hat das gezeigt, und uns zum Aufholen

gezwungen – plötzlich ging dann in Wochen,

was jahrzehntelang als unmöglich abgetan wurde.

Der Vorteil: Ich würde mir wünschen, wir

wären dauernd so schnell, nicht nur wenn es

„brennt“, denn eigentlich brennt es seit 20 Jahren.

Die meisten Schulen in den meisten Bundesländern

haben immer noch nicht die Ausstattung

an Geräten und Lehrern, die nötig wären. Trotz

dieses kurzzeitigen Fortschritt-Sprungs scheint

mir Deutschland nicht agil und – bezogen auf

Ihre Frage – auch nicht neugierig genug, Kinder

haben wenige Rechte, wichtige Entscheidungen

werden nur von - zumeist älteren - Erwachsenen

getroffen.

COBURGER: Kann ein Computerprogramm

neugierig sein?

Leidner: Wenn ein Computer

irgendwann anfängt,

Fragen zu

stellen, mit denen er nicht nur ein Programm abspielt,

sondern mit denen er überrascht, wenn er

also etwas tut, was man nicht vorhersagen kann,

auch nicht die Entwickler, dann würde mich das

überzeugen, dass er auch auf eine Art neugierig

sein kann, dass er selbst einen modellierten

„Drang“ nach Wissen entwickelt. Das wäre aber

immer noch ein beschränktes Konzept von Neugier,

wenn dem nicht die kognitiven Prozesse

zugrunde liegen, die sich in unserem Kopf abspielen;

unser Gehirn ist immer noch ein großes

Geheimnis, eine Black Box.

COBURGER: Was wollen Sie noch

erleben, worauf sind Sie noch neugierig?

Leidner: Ich möchte zum einen in meiner Profession

Forschung betreiben, die dazu beiträgt,

dass sie wissenschaftlich wie real positiv wirkt.

Wenn sie mich vor der Pandemie gefragt hätten,

wäre das andere, dass ich sehr gerne reise, aber

aus Verantwortung werde ich das anders handhaben

und reduzieren. Außerdem würde ich am

liebsten noch viele tausend Bücher lesen, natürlich

meinen Sohn gut aufwachsen sehen, und

irgendwann in dem guten Gewissen sterben,

dass er und etwaige Nachkommen in einer Umwelt

leben, die noch lebenswert ist: Die Luft, das

Wasser, unser Miteinander. Alles das müssen wir

wieder in den Griff bekommen. Da haben wir die

Erde nicht gut behandelt, und der Raubbau läuft

auch in der Gegenwart gerade weiter, leider.

40 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 51 / JUNI 2022


INTERVIEW

VITA

PROF. DR. JOCHEN L. LEIDNER

Seit 03/2021

Seit 2017

Forschungsprofessur „Erklärbare und verantwortungsvolle Künstliche

Intelligenz im Versicherungswesen“ an der Hochschule Coburg

Gastprofessor für Data Analytics, University of Sheffield, Abteilung für In-formatik

2008 - 2021 Wissenschaftler, dann Forschungsdirektor R&D, Thomson Reuters-Konzernfamilie

2010 - 2013 Aufbau eines Innovations-Teams in Zug, Schweiz

2013 - 2021 Aufbau und Leitung eines angewandten Forschungs- und Entwicklungs-Teams

in London, Großbritannien

2007 Promotion in Informatik, Universität Edinburgh als DAAD-Stipendiat

2002 M.Phil. Computer Speech, Text and Internet Technologies, Universität Cambridge

1998 - 2000 Softwareentwickler, SAP AG

1998 M.A. Computerlinguistik, Anglistik, Informatik an der FAU Erlangen-Nürnberg

1993 - 1998 Studium an der FAU Erlangen-Nürnberg und der Lancaster University als DAAD-Stipendiat

„Wenn ein

Computer irgendwann anfängt,

Fragen zu stellen, mit denen er nicht

nur ein Programm abspielt, dann würde

mich das überzeugen, dass er auch

auf eine Art neugierig

sein kann.“

AUSGABE 51 / JUNI 2022 COBURGER | DAS MAGAZIN 41


Existenzgründung in Coburg?

w

Egal ob Startup, Handwerker oder Dienstleister

in der Region Coburg finden Existenzgründer aus

allen Bereichen ein passendes Angebot aus

Beratung, Netzwerk und Infrastruktur vor. Die

Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Stadt

Coburg mbH freut sich, in der folgenden

Serie Existenzgründer aus der Region zu

präsentieren, die zeigen, dass die Existenzgründung

in Coburg eine echte Alternative

darstellt. Zusammen mit den Partnern aus

dem Existenzgründernetzwerk Coburg steht

die Wirtschaftsförderung allen Gründern

und Interessierten mit Rat und Tat zur

Seite.

.

ww w

www.existenzgruendung-in-coburg.de

ww

w existenzgruendung-in-coburg.de

w.

42 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 51 / JUNI 2022


START-UP

DIE MARKE

BÄCHLEIN

JAN CARLSEN STARTET DURCH

Bächlein? Der Name verrät es. Es muss etwas mit Wasser zu

tun haben. Und das tut es auch. Tatsächlich verbirgt sich hinter

dieser Bezeichnung ein junges Start-up mit Sitz in Coburg.

Firmengründer Jan Carlsen und sein Team verkaufen innovative

Installationsprodukte für Bad, Küche oder Garten. Dazu

gehören Ablaufgarnituren, Design-Siphons, Armaturen oder

Gartenwasserhähne. Carlsen, Jahrgang 1992, hat mit Neugier

und Risikobereitschaft sein Unternehmen aufgebaut.

Dabei weiß Carlsen nach dem Abitur nicht, wo die berufliche

Reise hingehen soll. Er tourt ein Jahr lang durch Welt und

probiert danach Verschiedenes aus. „Ich habe mal dies und

mal das studiert und war damit sehr unglücklich. Irgendwann

habe ich das Studieren erfolgreich abgebrochen“, sagt er.

Schließlich kommt ihm die Idee, ein Produkt auf einem

international bekannten Online-Marktplatz zu

verkaufen. Welches Produkt das sein könnte, weiß

er zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Nur so viel: Es

sollen Objekte sein, die man weiterentwickeln und

verbessern kann. Er forscht und landet bei einem

Nischenprodukt, das jeder im Haus am Waschbecken

hat, nämlich eine Ablaufgarnitur. Diese Garnituren

sind meist mit einer Stange zum Heben und

Senken versehen und funktionieren nicht immer reibungslos

beziehungsweise sie sind in der bung

Handhaumständlich.

„Das könnte man praktischer und

einfacher konstruieren“, denkt

sich Carlsen. Und somit ist die

Idee geboren. Carlsen entwickelt

eine Pop-up-Funktion für

eine Ablaufgarnitur. Das heißt,

die Ablaufgarnitur hebt und

senkt sich beim Drücken eines

Knopfes und somit entfällt

die Stange hinter dem

Becken.

Das Produkt ist geboren,

jetzt braucht er noch eine

Marke. Apropos Marke: Damit

war es „ein bisschen tricky.“

Denn die Marke darf nicht zu viel über

das eigentliche Produkt verraten. „Bächlein hat einen Bezug

durch das Wasser, ist aber nicht zu beschreibend. Das ist cool“,

sagt er. Carlsen kreiert „Die Marke Bächlein“ und bringt das

Produkt auf ein international bekanntes Online-Portal. Carlsen

platziert die Pop-up Ablaufgarnitur dort, wo Leute gezielt

suchen. Das können Griffe für ein Fahrrad, eine Hülle für ein

Handy oder eben eine Ablaufgarnitur sein. Der Jungunternehmer

hat Erfolg. Das erste Produkt der Marke Bächlein verkauft

sich überzeugend. „Und da habe ich mir gedacht, es wäre doch

cool, wenn ich noch mehr Produkte dazu nehme.“

Das geht freilich nicht ohne eine gewisse Risikobereitschaft.

Carlsen investiert seine Ersparnisse in seine Idee und erweitert

die Produktpalette. Zwei Jahre arbeitet er als

Ein-Mann-Unternehmer, dann stockt er sein Team

auf, mittlerweile ist es auf sechs Mitarbeiter

gewachsen.

Das Pop-up System des Wasserbeckens hat

Carlsen inzwischen auch auf die Küche übertragen.

Damit entfallen das Drehen am Extender

Drehknopf oder händisches Herausnehmen

des Verschlusses. Im Sortiment sind zum

Beispiel Design-Siphons, Gartenwasserhähne

oder Pop-up Wasserstöpsel und vieles mehr, alle

Produkte sind von herausragender Qualität.

„Bächlein“ arbeitet mit geprüften, BSCI

zertifizierten

Produktionsstätten

zusammen. Die Waren werden effizient

und ressourcenschonend

transportiert. Das Kerngeschäft

sind Privatkunden und die kommen

mittlerweile aus ganz Europa

und vereinzelt aus den USA. „In

den USA läuft es noch schleppend,

aber es wird sich entwickeln“, gibt

sich Carlsen zuversichtlich.

Mit Blick in die Zukunft möchte Carlsen

sein Team erweitern. „Willkommen

sind motivierte Menschen aus allen

Bereichen“. Weitere Produkte sollen

entwickelt, der internationale Markt erschlossen

und der Online-Shop ausgebaut

werden.

AUSGABE 51 / JUNI 2022 COBURGER | DAS MAGAZIN 43


44 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 51 / JUNI 2022


START-UP

METZGERSCHÜRZE

STATT ANWALTSROBE

VOM JURASTUDENTEN ZUM FLEISCH-SOMMELIER

Gunnar Flessa wollte es wissen: Wo kommt sein Fleisch her, das er so gerne

isst? Wie geht es in einer Metzgerei zu? Was macht ein Metzger? Neugierig

hat er in den Beruf hineingeschnuppert und seinen Traumberuf gefunden: Der

28-Jährige ist Metzgermeister und Fleisch-Sommelier mit eigenem Laden in

der Spitalgasse.

Der neu eröffnete Laden in der Spitalgasse fällt auf. Mit Holz ist der Eingang

des „MasterButcher“ gestaltet. Betritt man den Laden, ist das wie ein Zeitsprung.

In warmen Farben, gemütlich, geschmackvoll und für eine Metzgerei

ungewöhnlich eingerichtet ist das Geschäft. Interieur und leise Musik im

Hintergrund verbreiten Nostalgie-Flair. „Die Kunden sollen den Laden betreten

und sich wohlfühlen“, sagt der Chef des Hauses. Flessa trägt Melone,

dunkle Hose mit Hosenträgern, ein weißes Hemd und darüber eine Schürze

aus dunkelbraunem Leder. Er sieht aus, als sei er aus der Zeit gefallen. Mit gutem

Grund: Der Metzgermeister und Fleisch-Sommelier hat ein Faible für das

Amerika des 17. und 18. Jahrhunderts. Aber nicht nur: Mit seiner Metzgerei

„MasterButcher“ hat er sich seinen Traum erfüllt. Produkte von bester Qualität

bietet der MasterButcher in der Spitalgasse an. Es ist Flessas Anspruch,

nur hochwertigste Fleisch- und Wurstwaren zu verkaufen.

Dabei hatte er nach dem Abitur, das er am Gymnasium Casimirianum abgelegt

hatte, zunächst eine komplett andere Richtung gewählt. Flessa entscheidet

sich nach dem Abitur für ein Jurastudium. Er lebt in dieser Zeit

in einem Singlehaushalt, kauft ein und kocht selbst. Die

oft niedrigen Preise, zu denen Fleischwaren angeboten

werden, machen ihn stutzig. Dafür, meint er, könne keine

Qualität auf dem Teller landen. Auf Steak, Wurst und

Co kategorisch zu verzichten ist für Flessa keine

Option. „Dafür esse ich meine Coburger Bratwurst

viel zu gerne“, sagt er. Der Student macht

sich viele Gedanken rund um das Thema Fleisch und

die Ernährung. Er ist neugierig und redet viel mit

seinen Eltern. „Meine Eltern haben mich angeschubst

und gesagt, ich solle mich mit einem Metzger unterhalten“,

erzählt er. Das tut er auch. Er hakt er bei der

Metzgerei Fischer in Coburg nach. Inhaber Frank Fechter

macht neugierig und vermittelt einen Praktikumsplatz

bei der Fleischerei Luther – Flessas späterer Lehrbetrieb.

Das Praktikum und die handwerkliche

Arbeit gefallen Flessa. „Das Metzgerhandwerk

ist so abwechslungsreich, spannend und

verantwortungsvoll, das erkennt man als

Außenstehender leider oft nicht“,

sagt er. Er beendet sein Jurastudium

und beschließt den Beruf des

Metzgers zu erlernen.

Als Kammersieger der Handwerkskammer Oberfranken und als Vizemeister

der bayerischen Metzgergesellen schließt er seine Ausbildung ab. Im Butcher

Wolfpack, dem deutschen Nationalteam der Metzger, bestreitet er ebenfalls

Wettkämpfe auf internationaler Ebene. „Dafür üben wir im Team, profitieren

gegenseitig von der Erfahrung anderer Teammitglieder und verbessern so

unsere Techniken und Arbeitsweisen“, sagt er. Auch der internationale Austausch

mit anderen Teams sei dabei von größter Wichtigkeit, um voneinander

zu lernen und sich zu verbessern. „Eigentlich wäre es 2020 zur Weltmeisterschaft

nach Sacramento/ Kalifornien, USA gegangen. Leider musste dieser

Wettkampf wegen Corona abgesagt werden. Aber die nächste Chance kommt

bestimmt“, sagt Flessa, der für sein Handwerk brennt. In diesen Wettkämpfen

sind Wissen, Hygiene, handwerkliches Geschick, eine 100-prozentige Verwertung

der Tiere und die Präsentation der hergestellten Waren das Ent-

scheidende.

Nach seiner Ausbildung als Fleischermeister, Erfahrung im Handwerksbetrieb

sowie dem Einzelhandel, legt Flessa seine Ausbildung zum Fleisch-Sommelier

mit großem Erfolg in Augsburg ab. Ein Fleisch-Sommelier bringt umfangreiches

Wissen rund das Thema Fleisch mit. Das beginnt bei der Genetik

der Tiere, dem Futtermittel, der Zusammensetzung des Fleisches bis hin zu

Zubereitungstipps und ernährungsphysiologischen Fragen. Flessa kann lückenlos

aufschlüsseln, wo das Tier herkommt, was es gefressen hat, welches

Teilstück wofür am besten geeignet ist und wie es besonders lecker wird. Und

das wünschen die Kunden auch. „Die Leute wollen Transparenz und nicht

anonyme Massenware“, sagt er.

Im April dieses Jahres hat Flessa den „MasterButcher“ in Coburg eröffnet.

Dort bietet er nur beste Qualität an, dafür müssen verschiedene

Kriterien erfüllt sein. Wichtig ist vor allem die Haltung der

Schweine, Rinder und Co. Die Tiere müssen aus der Freilandhaltung

kommen, Spaltenböden sind nicht erlaubt und Kälbchen dürfen nicht

von der Mutter getrennt werden. Gentechnisch veränderte Nahrung

ist ebenso tabu wie Antibiotika oder Hormone im Futter. Auch dürfen

keine Phosphate oder unnötige Additive in der hausgemachten Wurst

landen. In der Metzgerei „MasterButcher“ erhält der

Kunde ebenso Gulasch, Leberkäse oder Schnitzel

wie „Gourmet-Fleisch“, zum Beispiel vom

Blonde d‘Aquitaine-Rind, US-Primebeef oder

Lammfleisch aus Island. Gutes Essen ist für

Flessa eine Herzensangelegenheit, täglich

bietet er einen Mittagstisch und Imbiss

an. „Bei unseren Speisen wird von der

Mayonnaise bis zum Brot alles selbst

gemacht“, sagt er.

Gunnar Flessa ist in seinem Traumberuf

angekommen. „Ich habe es nicht einen

Tag bereut“, sagt er. Und so zerlegt

er Fleisch, bereitet es zum Verkauf vor

und berät seine Kunden, anstelle Paragrafen

und Gesetze zu büffeln.

AUSGABE 51 / JUNI 2022

COBURGER | DAS MAGAZIN 45


ZAHLEN & FAKTEN

WAS IST NEUGIER?

Neugier (auch Neugierde) ist das als ein Reiz auftretende Verlangen,

Neues zu erfahren und insbesondere, Verborgenes

kennenzulernen. Neugier kann ausgerichtet sein auf permanent

wechselnde Ereignisse, um dadurch eine Lust an Sensationen

befriedigen zu können. Bei dieser Begriffsvariante sind

emotionale und motivierende Anteile hoch.

Ist die Neugier auf ein Interesse an Wissen ausgerichtet, stehen

forschungs- oder verstandesmäßige Anteile im Vordergrund.

Diese Form der Neugier wird auch Wissbegierde genannt.

Krankhafte Neugier wird Skopophilie genannt.

NEUGIER-INDEX

Neugier bringt Innovation. Eine Studie der Merck KGaA

hat 2018 ermittelt, in welchen Ländern und Altersgruppen

Arbeitnehmer am neugierigsten sind.

1. Deutschland 71,9

2. USA 70,4

3. China 68,8

Quelle: Merck Neugier-Studie 2018.Befragung unter insgesamt 3000 Personen in Deutschland, USA und China.

WIKIPEDIA-SEITENAUFRUFE

PERSON/MONAT IN EUROPA

1. Niederlande 17,3

2. Finnland 17,2

3. Schweden 15,6

...

6. Deutschland 12

TOP-10-FORSCHER

Quelle: Viking Ranking 2019

In der Persönlichkeitspsychologie gilt (intellektuelle) Neugier

als wichtiger Teilaspekt der Persönlichkeitseigenschaft Offenheit

(openness). Sie ist eingebettet in das breitere Konzept

der Offenheit für vielfältige Erfahrungen (openness to experience)

und korreliert moderat mit Intelligenz und Kreativität.

Im Zusammenhang mit Neugier wird in der Psychologie häufig

Berlyne zitiert, der (tier-)experimentelle Studien durchgeführt

hat. Ein Ergebnis bezog sich auf die Frage, welche situativen

Bedingungen eine Neugier hervorrufen könne. Berlyne fand

dafür die vier Aspekte: Neuartigkeit, Komplexität, Ungewissheit

und Konflikt. Außerdem unterscheidet Berlyne einerseits

zwischen spezifischer und diversiver Neugier, andererseits

zwischen perzeptueller und epistemischer Neugier. Nach Berlynes

Aktivationstheorie wird dabei spezifisches Neugierverhalten

eher dann gezeigt, wenn ein Organismus vielen Umweltreizen

ausgesetzt ist. Man widmet sich hierbei einzelnen

Aspekten der Umwelt, um sie zu erkunden und damit das subjektive

Reizniveau zu senken. Finden sich zu wenige Reize in

der Umwelt, zeigt ein Organismus diverses Reizverhalten, er

sucht also nach neuen Reizen in der Umwelt, um Langeweile

abzubauen. Ein mittleres Reiz- oder Aktivationsniveau empfindet

man hingegen als angenehm.

Eine Studie von 2015 zeigt, dass Menschen, um Unklarheiten

zu beseitigen, gewillt sind, Neues zu erforschen, auch wenn

es negative Konsequenzen haben kann.

Quelle: Wikipedia

1. Albert Einstein Relativitätstheorie

2. Max Planck Quantenphysik

3. Otto Hahn Spaltung Urankerne

4. Werner Heisenberg Wellennatur atomare Teile

5. F. Crick, J. Watson Doppelhelix-Struktur DNA

6. Alexander Fleming Penicillin

7. Niels Bohr Atommodell

8. Marie u. Pierre Curie Radioaktivität

9. Linus Carl Pauling Helix-Modell Proteine

10. Konrad Zuse Erster Computer

Quelle Focus: Umfrage unter 500 deutschen Wissenschaftlern

UMFR AGE:

„LERNEN SIE GERNE NEUES DAZU?“

0,5%

Trifft nicht zu

5,6%

Trifft eher

nicht zu

45,5% 48,2%

Trifft eher zu

Trifft zu

Quelle: Statista

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KONZEPTION & FOTO: SEBASTIAN BUFF

Es sind Menschen der Tat, Nimmermüde, Antreiber, Gestalter, Vorwärtsstrebende, Aktive. Es gibt sie auf der

großen Bühne, seltener im Verborgenen, aber auch da. Sie stellen sich vor. Im COBURGER. In jeder Ausgabe

einer oder eine – Männer und Frauen oder Diverse.

MACHER

Dieses Mal: Hans-Peter (Hape) Langsch, Geschäftsführer der PM Kapital Gruppe Bad Staffelstein, der Firmen

wie Kaiser-Porzellan Bad Staffelstein oder auch die Goebel Porzellan aus Rödental angehören und die kürzlich

das Gelände der ehemaligen Porzellanfabrik Griesbach in Cortendorf erworben hat.

Sind Sie ein Macher?

In den langen Jahren meiner Berufstätigkeit

wurde ich oft so benannt. Und wenn Macher

Menschen sind, die Initiative entwickeln, Chancen

und Potentiale sehen und heben, die vor

Hindernissen nicht zurückschrecken, sondern

sie als Herausforderung betrachten, die Ideen

umsetzen, die hinfallen und wieder aufstehen

um Neues zu bewegen oder den Weg zum Ziel

eben anders zu gehen, die ein positiv optimistisches

Mindset haben und andere zum Mit-Machen

motivieren können, dann stimmt das wohl

auch.

Warum sind Sie ein Macher?

Ich möchte nicht behaupten, es wurde mir in die

Wiege gelegt, doch sind Einflüsse eines Elternhauses,

das über mehrere Generationen durch

selbständiges Unternehmertum geprägt wurde,

nicht von der Hand zu weisen, wurde doch

klar, dass nur durch aktives „Machen“ und die

Portion Extra Engagement die Familie ein vernünftiges

Auskommen hatte. In dieser, vom 2.

Weltkrieg traumatisierten Generation, stand

das Bestreben um finanzielle Absicherung im

Vordergrund, wer machte kam voran, wer mehr

machte, kam weiter. Initiative wurde belohnt.

Ungeachtet dessen hat mich Routine schon immer

gelangweilt, brachte keine Erfüllung, eher

die Depression des täglichen Einerleis. Die Herausforderungen

von Neuem waren und sind

reizvoll, etwas zu probieren, es kennenzulernen,

etwas anders zu machen als bisher. Sei es beruflich

oder sportlich, offene Neugier zu entwickeln

begeistert mich, motiviert und lässt vermeintliche

Grenzen überwinden.

Was macht das Machen aus?

Der Macher braucht Inhalte und Potentiale, die

er entwickeln kann, er braucht Visionen und Ideen,

was daraus werden kann, und den Mut die

Themen anzugehen. Er braucht die individuelle

Souveränität und den persönlichen und finanziellen

Freiraum und die Fähigkeiten machen zu

können. Er braucht eine gewisse Erfahrung um

Machbarkeiten einzuschätzen und Visionen von

Träumen zu unterscheiden. Er sollte begeistern

können um Mit-Macher zu finden, die die Ideen

umzusetzen helfen und es ist stets von Vorteil,

wenn das, was gemacht wird, auch Abnehmer

findet, damit nicht „Machen“ Selbstzweck

bleibt. Der Macher muss der Pionier, Vorreiter

und „Fahnenträger“ der Idee sein, die Resilienz

eines Aufstehmännchens haben.

Wie ging es los mit dem Machen?

Während des Studiums arbeitete ich als Drucker.

Es dauerte nicht lange, da war zusammen

mit meiner damaligen Partnerin der eigene Werbeverlag

für Branchen-Telefonbücher gegründet,

den wir nach dem Studium verkauften. Bei

der BASF AG in Ludwigshafen sollte ich dann

eine Produktlinie von technischen Druckhilfsmitteln

international erfolgreich machen. Das

gelang und so kam später der internationale

Vertrieb der gesamten Farbensparte dazu. Nach

einigen Jahren erfolgte vor nunmehr 30 Jahren

der Ruf nach Rödental zu Goebel Porzellan,

um hier strategisch die Potentiale des Unternehmens

in den Nicht-Hummel Bereichen zu

entwickeln. Wilhelm Goebel schenkte mir Vertrauen,

der Geschäftsbereich „Schenken und

Wohnen“ entstand und wuchs. 8 Jahre später

verließ ich das Unternehmen und erwarb mit

Hilfe eines Finanzinvestors die insolvente Alka

– auch genannt Kaiser Porzellan - in Bad Staffelstein.

Kein anderer aus der Branche wollte sich

engagieren. Doch wir hatten einen Traum. Der

Traum wurde zum Albtraum, unerwartet viel

Reputation war durch die Insolvenz verloren

gegangen und wurde durch den 11. September

2001 zusätzlich verstärkt, die neue Betriebsgesellschaft

musste 2003 Insolvenz anmelden. Zu

Boden gehen ist schmerzhaft, doch nur wer liegen

bleibt ist ein Verlierer. Erneut wurde eine

Betriebsgesellschaft gegründet, aber anders, die

eigene Fertigung wurde aufgegeben. 2009 traten

die Gesellschafter der mittlerweile ebenfalls aus

der Insolvenz 2006 restrukturierten Goebel Porzellan

an mich heran. So begann eine neue Vision,

dazu führte, dass 2010 Goebel in die Gruppe

um Kaiser Porzellan integriert wurde. 2016 zog

die Goebel-Mannschaft nach Bad Staffelstein

um. Eine wirtschaftliche Notwendigkeit, aber

sicher kein einfacher Schritt, wenn ein Unternehmen

nach 145 Jahren seinen Standort „Oeslau“

aufgibt. Nach Jahrzehnten des Machens von

Goebel machen mittlerweile andere, ehemalige

Mit-Macher im Team weiter. Sie haben den Spirit

die Geschichte fortzuschreiben, und geben

mir Freiraum, etwas Neues zu machen: Aus der

alten Porzellanfabrik Griesbach in Cortendorf,

die seit 1995 vor sich hin darbt, einen Ort der

Begegnung zu machen, neues kreatives Leben

entstehen zu lassen, „Porzellanfabrik wird zur

Kulturfabrik“, eine Idee, die begeistert.

Ist die Region Coburg ein guter

Ausgangspunkt zum Machen?

Coburg bietet ungewöhnlich viel Potential, allein

durch die Kooperationsmöglichkeiten mit

der Brainschmiede Hochschule, durch seine Historie

und Umgebung. Potentiale, die teilweise

im Verborgenen liegen, so wie die alte Griesbach

Fabrik an der Itz. Oberfranken sind nicht immer

leicht für Neues zu begeistern, doch gerade das

lässt einen, der neue Ideen in der Region entwickeln

will, sein Vorhaben von unterschiedlichen

Standpunkten aus mehrfach evaluieren und

durch die Prüfungsinstanzen des Design Thinking

betrachten. Und so ganz nebenbei ist Coburg

ein wunderschöner Ort um hier zu leben.

Hier kann man wieder Kraft schöpfen für neue

Ideen. Der Gottesgarten am Obermain trägt

nicht umsonst diesen Namen. Ich mag‘s hier.

Die Fragen stellte Wolfram Hegen.

AUSGABE 51 / JUNI 2022 COBURGER | DAS MAGAZIN 49


Coburg, das Coburger Land und die angrenzenden Gebiete:

Eine lebenswerte Region, mitten in Europa. Naturnah und doch

urban, mit Sinn für Kultur, Platz für Freizeit, Raum für Bildung.

Und vor allem ein idealer Ort zum Arbeiten. Das belegen viele

erfolgreiche Unternehmen. Sie sind die Treiber der Region

Coburg, tief verwurzelt in ihrer Heimat und weltoffen zugleich,

verantwortungsbewusst, visionär.

Sie sind …

COBURGS BESTE ist das WERBELABEL des COBURGER für die

besten Unternehmen seit Ende 2018.

COBURGS BESTE nennen sich heute schon viele Unternehmen der

Region Nordwestoberfranken und Südthüringen.

50 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 51 / JUNI 2022


Der COBURGER wählt sie aus und stellt sie vor – Unternehmen, die sich

durch die Kombination verschiedener Kriterien auszeichnen:

Innovation | Tradition | Ausbildung | Engagement

Diese Unternehmen bekommen vom COBURGER die Chance, sich

als COBURGS BESTE zu präsentieren. Unternehmen aus Industrie,

Handwerk, Handel oder Dienstleistung.

In einem gemeinsamen Workshop erarbeitet der COBURGER

den Wesenskern dieser Unternehmen heraus. Danach entwirft

das COBURGER-Team – bestehend aus Redakteur, Designer und

Marketingfachleuten – eine ganz individuelle vierseitige Präsentation:

Was treibt das Unternehmen, wo sieht es sich

in Zukunft, welche Visionen tragen es?

Hat

Ihr Unternehmen

auch das Label

verdient?

Dann nehmen Sie Kontakt zu uns auf:

Anke Feuer | feuer@coburger-magazin.de

Wolfram Hegen | hegen@coburger-magazin.de

AUSGABE 51 / JUNI 2022 COBURGER | DAS MAGAZIN 51


Foto: Michael Selzer

Singen

Freude am

Chor Unerhört hat

wieder viel vor

Seit seiner Gründung 2006 hat sich der Chor “Unerhört!” zu

einem echten Publikumsliebling in der Coburger Musiklandschaft

entwickelt. Stets ausverkaufte Konzerte, kreative Programme,

begeisterte Kritiken, Gastspiele in Salzburg, Prag, Karlsbad, sowie die

Zusammenarbeit mit hochkarätigen Orchestern und Musikern sind

nur einige Eckpfeiler, die diesen Chor ausmachen. Vor allem aber ist es die

grenzenlose und ansteckende Begeisterung der Mitglieder für das gemeinsame

Musizieren. Doch auch der Chor „Unerhört!“ hat wie die gesamte Kulturszene unter

den Folgen der Pandemie gelitten. Lange waren keine Proben möglich, keine Auftritte. Beim

Weinfest im Mai in Coburg aber war es dann wieder so weit. Und für die kommende Saison hat

man sich viel vorgenommen. Dafür sucht man auch neue Sängerinnen und Sänger. Gründerin

52

und Leiterin des Chores ist Antonietta Bafas. Der COBURGER hat sich mit ihr unterhalten.

COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 51 / JUNI 2022


FREUDE AM SINGEN

Advertorial

COBURGER: Frau Bafas, Sie, der Chor, die ganze Musik- und

Kulturszene, das alles lebt von der Freude am gemeinsamen

Singen und Musizieren, am Erarbeiten neuer Werke und natürlich

von dem Gefühl aufzutreten, Menschen zu unterhalten, sie

zu begeistern. Wie sehr hat Ihnen das in den letzten zwei Jahren

gefehlt und wie schön war der Neustart auf dem Weinfest

in Coburg?

Bafas: Mir hat im Grunde genommen all das

gefehlt, wofür ich musikalisch brenne, denn

gerade Singen, dazu in Gemeinschaft, geschweige

in größeren Gruppen war absolut

nicht möglich. Ich habe es immer wieder zwischen

den vielen Lockdowns

versucht, mit kleineren Gruppen

zu singen, mit Abstand, im Freien,

sogar online. Drei wunderbare ITV

Aufzeichnungen, darunter die Coburger

Weihnacht 20 und 21, sogar

ein Konzert beim COltur-Festival

21 konnten meine begeisterte(n)

Sänger/innen trotz alle Widrigkeiten

absolvieren, während andere

Chöre sich aufgelöst hatten,

und das heißt was! Aber es wäre gelogen

zu behaupten, dass diese unglaubliche kulturelle

Krise spurlos an uns vorbei ging, denn auch wir haben

erfahrene Mitglieder verloren.

Und ja, der Auftritt beim Weinfest war wieder mal eine Gelegenheit

zu zeigen, was der Chor Unerhört sich trotz längeren

Pausen aus den „Ärmeln“ schütteln kann.

COBURGER: Nun geht’s hoffentlich wieder so richtig los. Welche

Werke haben Sie sich für die nächsten Monate, für die kommende

Saison vorgenommen und welche Auftritte sind denn

schon geplant?

Bafas: Ich hoffe wirklich sehr, dass es dieses Mal richtig los

geht. Denn Pläne habe ich genug. Seit der Gründung des Chores

vor über 15 Jahren war es mein Anliegen, musikalisch ungewöhnliche

Pfade zu betreten, auf musikalische Reisen zu gehen,

sowohl mit meinen Sänger/innen, als auch mit dem Publikum.

Damit hat sich der Chor Unerhört eine große Fan-Gemeinde

aufgebaut, die unsere Konzerte mit großer Begeisterung

besucht. Jazz, Klassik, Musical, Volkslieder, lateinamerikanisch,

kubanisch und Vieles mehr, inklusive die musikalische

Begleitung von 4 Landestheater-Schauspielproduktionen

zeigen unsere Neugier und Offenheit.

Auch in diesem Jahr will ich mit meinen Sänger/innen ein sehr

spannendes Projekt realisieren, mit irischer Musik. Ich hatte

im Herbst für ein Konzert im „LEISE am Markt“ die 7-fache

irische Meisterin an der Harfe und Banjo Lisa Canny mit ihrer

Band eingeladen. Mit dieser unglaublichen Musikerin und meinem

Chor möchte ich irische Songs gemeinsam interpretieren

und weiß schon jetzt, dass es eine tolle Erfahrung sein wird.

COBURGER: Irische Werke stehen also im Mittelpunkt ihrer

Arbeit in der nächsten Zeit. Was können Sie

denn generell zu Ihrem Repertoire sagen.

Für welche Musik steht der

Chor Unerhört?

Bafas: Wie gesagt, der Chor Unerhört

ist bekannt für seine ungewöhnlichen

Projekte, seine Offenheit und Neugier,

insbesondere für die Schätze anderer

Kulturen. Denn Musik ist eine internationale

Sprache, die aus dem Herzen der Menschen

kommt und die jeder versteht.

COBURGER: Sie suchen auch wieder Sängerinnen und Sänger.

Wenn jetzt jemand Lust und Laune dazu hat, beim Chor

Unerhört mitzusingen, was muss er oder sie denn mitbringen

an Fähigkeiten?

Bafas: Ja, wir suchen wieder Menschen, die Freude am Singen

haben, idealerweise mit etwas Erfahrung, denn in den 15

Jahren seiner Geschichte hat sich der Chor sehr gut entwickelt.

Meistens genügt schon eine gesunde Stimme und gutes Gehör.

COBURGER: Jetzt, wo es also wieder losgeht mit der Arbeit

mit Ihrem Chor, auf was freuen Sie sich am meisten?

Bafas: Am meisten freue ich mich auf die vielen tollen Menschen,

die in diesem Chor singen. Auch auf die Konzerte und

Auftritte mit diesem unglaublichen Gemeinschaftsgeist.

Und natürlich auf unser Publikum, welches

all die positive Energie vom gemeinsamen

Singen aufnimmt und sie wieder zu

uns bringt.

Sängerinnen

und Sänger

gesucht.

Foto: brandpirate.de | Manuel Köhler

Foto: Jochen Berger / Coburger Tageblatt

Chor Unerhört Antoinetta Bafas E-Mail: a.bafas@gmx.de www.chor-unerhoert.de

AUSGABE 51 / JUNI 2022 COBURGER | DAS MAGAZIN 53


HÖRNLEIN & FEYLER

Advertorial

Rechtstipps für die Urlaubszeit

SOMMER.

SONNE.

SORGENFREI.

Über zwei Jahre Corona: Die Pandemie hat mit all ihren Maßnahmen

unser aller Leben verändert. Kein Wunder, dass in diesem Sommer, dem

ersten seit 2019 nahezu ohne Einschränkungen, Impfnachweisen und

Maskenpflichten, endlich viele Menschen wieder richtig Urlaub machen

möchten, durchschnaufen, Sonne tanken, fremde Länder und Kulturen

kennenlernen. So sind die Flieger und Hotels gut ausgebucht, die Strände

füllen sich. Was aber sollte man rechtlich in diesem Sommer in Sachen

Urlaub bedenken? Dazu unterhalten wir uns in dieser Ausgabe mit Lutz

Lindner, Fachanwalt bei der Rechtsanwaltskanzlei Hörnlein & Feyler.

COBURGER: Herr Lindner, im Corona-Sommer 2020 gab

es viele kostenfreie Stornierungen, die von den Gerichten

auch als rechtmäßig bestätigt wurden auf Grund sogenannter

„außergewöhnlicher Umstände“, also der Pandemie.

Wie verhält es sich da in diesem Jahr?

Lutz Lindner: Die Gerichte haben 2020 dazu verschiedene

Faktoren herangezogen: Wenn es Reisewarnungen gab für

Länder, wenn die Inzidenzen hoch waren, dann hatte man

gute Chancen, auch kurzfristig kostenfrei zu stornieren. Die

Pandemie war ein außergewöhnlicher Umstand, den keiner

so auf dem Schirm hatte. Ich denke, in diesem Jahr könnte

sich die Sachlage anders darstellen: Dass die Pandemie wellenförmig

verläuft, ist ja mittlerweile bekannt, und wir sind

ja noch in einer Pandemie.

Für alle Verträge, die nun abgeschlossen werden, können

deshalb die Pandemie und damit verbundene Maßnahmen

evtl. nicht mehr als unvermeidbare Umstände für eine kostenfreie

Stornierung angesehen werden. Entscheidend wird

sein, ob der durchschnittlich informierte Reisende und Reiseveranstalter

aufgrund weiterer Wellen der Pandemie annehmen

mussten, dass mit Maßnahmen zur Eindämmung

auch nach der Reisebuchung zu rechnen ist.

Mein Tipp: Nicht auf Grund der Urteile der Vergangenheit

damit rechnen, dass Stornierungen jetzt auch so leicht möglich

wären.

COBURGER: Wie verhält es sich mit den notwendigen

Versicherungen für eine Reise? Hat sich da durch die

Pandemie etwas verändert?

Lutz Lindner: Die Empfehlung ist, die vorhandenen bzw.

die neu abzuschießenden Verträge genau auf deren Inhalt

zu prüfen, z.B. ist bei Reiserücktritts- oder abbruchversicherungen

eine Corona Erkrankung abgedeckt oder muss diese

mit einem Extrabaustein abgesichert werden. Auch gibt es

Unterschiede bei den Leistungen im Quarantänefall oder was

die Versicherung als geeigneten Nachweis für das Vorliegen

einer Coronaerkrankung anerkennt (PCR Test oder Attest).

Manche Verträge sehen keine Kostenerstattung vor bei Abbruch

einer Reise in ein Land mit Reisewarnung (Warnung

nicht nur wegen Corona, sondern auch wegen Unruhen im

Lande). Reisewarnungen stehen beim Auswärtigem Amt auf

der Homepage, das gilt als Gradmesser.

Immer dabei bedenken, dass die normale Krankenversicherung

zwar dafür eintritt, dass man vor Ort im Urlaub versorgt

wird, aber nicht für einen notwendigen Rücktransport.

COBURGER: Haben Sie noch einen

Tipp für eine sorgenfreie Reise?

Lutz Lindner: Also ganz allgemein gilt, dass man als Pauschalreisender

besser dran ist bei Geltendmachung der

Rechte, weil hier das deutsche Reiserecht aus dem BGB

greift, vorausgesetzt man bucht über einen deutschen Anbieter,

oder aber deutsches Recht findet Anwendung, auch

wenn man über einen ausländischen Veranstalter bucht. Das

muss man vor der Buchung prüfen.

Als Pauschalreise gelten Kombinationen meistens aus Flug,

Bus oder Schiff und Übernachtung. Bei so einer Reise kann

man Mängel immer beim Veranstalter, bei dem man die Reise

gebucht hat, melden, dann hat man gute Chancen auf eine

Erstattung. Es gilt aber: Mangel dokumentieren, rechtzeitig

melden, beim Veranstalter melden. Diesen Weg muss man

einhalten. Bei einer Individualreise gilt nicht das Pauschalreiserecht,

sondern immer z.B. Mietrecht bei Unterkünften

oder die EU-Fluggastrechtverordnung bei Flugverspätungen.

Bei Buchungen direkt im Ausland gilt dann in der Regel

das Recht des Urlaubsortes.

Das ist wesentlich aufwändiger

und ich habe

kleinere Chancen

auf Erfolg.

Hörnlein

& Feyler

Fachanwälte

Anwaltskanzlei

Hörnlein & Feyler

Kasernenstraße 14

96450 Coburg

Tel: (09561) 80 11 0

Fax: (09561) 80 11 20

info@hoernlein-feyler.de

www.hoernlein-feyler.de

54 COBURGER | DAS MAGAZIN


BÄTZOLDT

Advertorial

Fahrspaß-Prämie

Schnell sein und sich die

schnittigen Aktionsmodell von Kymco sichern

Ob im City-Alltag, auf dem Weg zur Arbeit oder Überland, ob

allein oder mit Sozius – die Roller von Kymco und Super Soco

überzeugen mit maximaler Funktionalität und Fahrspaß. Von

Retro bis Modern, mit unterschiedlichen Komfortausstattungen

und diversen Features. Ob als Benziner oder Akku-Modell,

hier ist Fahrspaß auf zwei Rädern garantiert.

KYMCO - Flitzer für jeden Geschmack

Die Scooter und Roller der Marke KYMCO machen immer eine

gute Figur. Das Sortiment umfasst wendige Flitzer, zuverlässige

Allrounder und performancestarke Sportler. Jedes Modell besticht

mit seinen eigenen Stärken. Die Auswahl lässt in Sachen

Leistung, Farbe und Design keine Wünsche übrig. In allen Klassen

setzt KYMCO neue Maßstäbe und die Scooter überzeugen

mit ihrem stimmigen Gesamtpaket aus technischen Innovationen,

zuverlässiger Technik und ansprechender Optik. Die Roller

gibt es von 50 ccm bis 550 ccm. Die Sicherheit steht hier im

Vordergrund, so haben die Ingenieure neben einem teilweise serienmäßigem

Bosch-Anti-Blockier-System auch gut dosierbare

Scheibenbremsen verbaut.

Mit dem Navi auf dem Roller

Kymco NOODO, endlich ein Navi für Rollerfahrer! Die NOO-

DOE Navigation wurde so konzipiert, dass man nicht ständig auf

das Display schauen muss, sondern sich voll auf die Straße konzentrieren

kann. Alle Infos sind aufs Wesentliche reduziert und

mit einem kurzen Blick erfassbar. Details zur Strecke werden automatisch

angezeigt, sobald man Zeit hat, diese sicher zu lesen

– zum Beispiel an der roten Ampel. Ziele können bereits vor der

Fahrt bequem und vorab auf dem Smartphone eingegeben werden.

Sobald die Zündung betätigt wird, wird alles automatisch

auf den Roller übertragen. Einfach die kostenlose NOODOE App

auf dem Smartphone installieren, das favorisierte

Design wählen und das Cockpit mit dem Lieblingsfoto

als Hintergrundbild personalisieren.

Super Soco – Elektrisch unterwegs

Die Roller von Super Soco sind kompromisslos

als reine Elektrofahrzeuge entwickelt,

und sind das Highlight einer neuen, sauberen

Mobilität. Rundum durchdachte Details

begeistern auf Anhieb und die Serienausstattung

lässt kaum einen Wunsch offen. Das Modell

SUPERSOCO CUx besticht durch seine

Leichtbauweise (Eigengewicht 67 kg) und

seine vielen Ausstattungsmerkmale. Ein

perfekter Flitzer für die Schule und die

Stadt.

Jetzt bis zu 10% sparen

Auch in diesem Jahr beteiligt sich Bätzoldt an der Aktion der

Firma Kymco und stellt im Aktionszeitraum vom 01.06.2022 bis

zum 15.07.2022 die Aktionsmodelle vor, bei denen eine Fahrspaß

Prämie bis zu 10 % möglich ist. Der Fokus der Aktion liegt

vor allem bei den 125er Fahrzeugen.

Also Chance nutzen und bei Bätzoldt in der Neustadter Straße

über die verschiedenen Rollervarianten informieren und einen

Termin für eine Probefahrt vereinbaren.

Auch Zubehör wie Helme, Handschuhe und Top-Case gibt es in

der Ausstellung.

„Um auch weiterhin am Markt zu bestehen, versuchen wir nicht nur

die Erwartungen des Kunden in einem Punkt zur erfüllen, sondern

den Kunden ganzheitlich zu begeistern. So bieten wir neben der

Beratung und Verkauf auch unseren Service zur Reparatur und

Durchsicht an. Ein Ansprechpartner für alle Belange.“

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56 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 51 / JUNI 2022


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AUSGABE 51 / JUNI 2022 COBURGER | DAS MAGAZIN 57


58 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 51 / JUNI 2022


HIER WOHNTEN …

HIER WOHNTEN…

VON HEIDI SCHULZ-SCHEIDT

FOTOS: VAL THOERMER

… MÖNCHE

Ein Rückzugsort in bewegten Zeiten. Während sich im gesamten süddeutschen Raum

Anfang des 16.Jahrhunderts die Bauern erhoben und für mehr Rechte kämpften

und starben, blieb Coburg von den blutigen Aufständen weitgehend verschont.

Bemerkenswert. Denn der Gedanke der Reformation ergriff den Fürstenhof rechtzeitig.

Er kam den Menschen ein Stück weit entgegen und verhinderte den Aufruhr. So blieb

das Fachwerkhaus in der Gymnasiumgasse 3 nur bis zum Jahre 1520 das Augustinerhaus.

Danach fühlten die Mönche aus der Region sich wahrscheinlich unerwünscht.

Herzog Johann Ernst erkannte, dass er seine

Untertanen nicht länger mit überhöhten Abgaben

knechten konnte und er Zugeständnisse

bei ihren Freiheitsrechten machen musste. So

blieb das Fürstentum in Sachen Bauernkrieg

ein weißer Fleck auf der Landkarte. Herzog Johann

stimmte sogar zu, dass die Gottesdienstordnung

angepasst wurde. Ein heftiger Bruch

mit der Papstkirche, den er da vollzog. Die

Menschen wollten mitentscheiden, welcher

Pfarrer eingesetzt wird. Sie wollten dem Wort

Gottes aus der Bibel unverfälscht lauschen,

ohne persönliche Zusätze des Predigers. Diese

reformatorischen Neuerungen ließ der Coburger

Herzog zu. Er erkannte die Kraft, die von

der Erneuerung des evangelischen Glaubens

ausging.

Nur bis zum Jahr 1520 allerdings diente das

Gebäude hinter dem Casimirianum den Augustinermönchen

aus Münnerstadt als Absteige.

Sie, einst herbei gerufen von der Bürgerschaft

zur Gründung eines Klosters, taten

sich selbst schwer mit der Seelsorge vor Ort im

Grabfeldgau. Mit dem Deutschen Orden gab es

Streit. Wer durfte sich denn nun eigentlich um

das Seelenheil der Gläubigen kümmern? Wer

durfte bestimmen, welcher Pfarrer predigen

darf? Ungeklärte Fragen, die die reformatorischen

Strömungen dieser Zeit aufwarfen. Der

Bau des Klosters zog sich über Jahrzehnte hin.

Es scheint, als hatten die schwarzen Mönche

es schwer, in Münnerstadt Fuß zu fassen. Und

nicht alle Untertanen wollten sich mit den Augustinern,

einst aus Würzburg herbeigerufen,

arrangieren. Der berüchtigte Münnerstädter

Haufen ließ sogar die Waffen sprechen und

verpasste den Gottesdienern einen empfindlichen

Schlag, als dieser 1525 plündernd ins

Kloster eindrang. Ein Zeichen setzen wollten

sie, die Bauern, Handwerker und Bürger. Und

eine Verringerung der unerträglich gewordenen

Abgabenlast – auch zum Bau von Klöstern

– erreichen. Die Mönche zogen sich zurück aus

der Region, danach lag das Kloster über 100

Jahre verlassen.

Die Gymnasiumsgasse 3 kam ab 1611 noch

einmal zu historischem Ruhm. Es wurde das

Wohnhaus des ersten Rektors des Casimirianums,

Andreas Libavius. Der Sohn eines

Hallenser Leinenwebers studierte Medizin,

Philosophie und Geschichte und war auch als

Schulinspektor in Rothenburg ob der Tauber

im Dienst, bis Herzog Johann Casimir ihn

nach Coburg holte. Der Universalgelehrte gilt

bis heute als ein Mitbegründer der modernen

Chemie. In den folgenden Jahrhunderten beherbergte

das Fachwerkgebäude verschiedene

Handwerksbetriebe, bis es in den Besitz der in

Coburg bekannten Familie Beyersdorf kam.

Die ehemalige Schlosserwerkstatt im Innenhof,

die bis heute erhalten ist, nutzte der Bildhauer

Max Beyersdorf als Atelier. Dessen weithin

sichtbarstes und bekanntestes Werk ist das

Relief des Reichsadlers auf dem Bismarckturm

am Himmelsacker. Als der wuchtige, 16 Meter

hohe Turm zu Ehren des Reichskanzlers fertig

gestellt war, bekam Max Beyersdorf den Auftrag,

dem Denkmal noch den obligatorischen

Reichsadler in Stein hinzuzufügen. Seiner patriotischen

Gesinnung entsprechend freute er

sich über diesen Auftrag in besonderer Weise.

Es ist auch überliefert, dass sein Sohn Robert

sich gerne um das Wohl des arbeitenden Vaters

gekümmert hat. Denn im Austausch für

ein leckeres Mittagessen erhielt Robert einen

kräftigen Schluck Bier aus dem Fässchen der

Dörfleser Schaumberger Brauerei. Natürlich

erst nachdem der Meister und der Geselle ihren

Durst gelöscht hatten.

Häuser, die mit Unterstützung der

Gemeinschaft Stadtbild Coburg e.V.

saniert worden sind.

Der COBURGER stellt sie vor: 2021

in jeder Ausgabe des COBURGER

eines in unserer Reihe „Hier wohnte“.

AUSGABE 51 / JUNI 2022 COBURGER | DAS MAGAZIN 59


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62 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 51 / JUNI 2022


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AUSGABE 51 / JUNI 2022 COBURGER | DAS MAGAZIN 63


Wann ist der beste Zeitpunkt

für den Immobilienverkauf?

Ihre Lebensumstände haben sich geändert und Sie spielen mit

dem Gedanken Ihre Immobilie zu verkaufen?

Allerdings warten Sie noch immer auf den richtigen Zeitpunkt?

Aber wann genau ist der?

Um den richtigen Zeitpunkt zu finden, spielen vor allem die persönlichen Gründe des Eigentümers eine Rolle. Diese können

durchaus vielfältig sein. Die wichtigsten Gründe sind aber meist der Umzug aus beruflichen Gründen, die Scheidung, die

Vergrößerung der Familie, das Alter, oder ein Erbfall. Der Grund entscheidet auch meist darüber, wie schnell der Eigentümer

einen Verkauf wünscht.

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64 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 51 / JUNI 2022


Advertorial

Persönliche Gründe beeinflussen den Verkaufszeitpunkt

Bei der Vergrößerung der Familie oder wenn die Immobilie für den eigenen Bedarf zu groß geworden sein sollte, nimmt sich

der Eigentümer zunächst Zeit, um ein neues Zuhause zu suchen. Wenn es allerdings um eine Scheidung geht, besteht das

Interesse des Eigentümers eher darin, die Immobilie so schnell wie möglich zu verkaufen.

Anders sieht es aus, wenn die Immobilie als Kapitalanlage dient. Wenn die Spekulationsfrist abgelaufen ist, sehen viele

Kapitalanleger den Zeitpunkt für gekommen, die Immobilie zu verkaufen. Hat man eine Immobilie erworben und bewohnt

sie nicht selbst, so sollte man 10 Jahre bis zum Verkauf warten, da man sonst den gezielten Gewinn versteuern muss. Allerdings

sind auch Eigentümer, die in den zwei Jahren vor dem Verkauf in der Immobilie gewohnt haben, nicht von der

Spekulationsfrist betroffen.

Die wirtschaftliche Lage am Markt kennen

Alexander Petrich von VON POLL IMMOBILIEN Coburg und sein Team kennen sich in Coburg und Umgebung bestens aus und

sind Immobilienmakler aus Leidenschaft. Aktuell beschäftigt den Immobilienmarkt die Frage: Wie wirkt sich die Zinswende

auf die Preise aus? Baufinanzierungen sind so teuer wir zuletzt vor acht Jahren.Das dämpft die Kauflaune und verändert

die Nachfrage. Geringere Verkaufserlöse für Immobilien sind nicht auszuschließen. Der Fachmann rät eine Immobilie nicht

in Eigenregie zu verkaufen. „Viele unterschätzen den Arbeitsaufwand. Wir begutachten das Grundstück und das Gebäude,

analysieren den Markt, berechnen und machen uns über den Verkaufspreis Gedanken und haben bereits Kaufinteressenten

in unserer Datenbank, die sich für Objekte haben vormerken lassen.“

Sein serviceorientiertes Team nimmt dem Verkäufer viele zeitaufwändige Termine und Recherchen ab: Von der Erstellung des

Exposés über die Bündelung der Besichtigungstermine bis hin zur Schufa und Bonitätsprüfung sowie der Beschaffung eines

Energieausweises.

Wir erstellen für Sie das optimale Exposé und sorgen für eine reibungslosen Vermittlung Ihrer Immobilie zum bestmöglichen

Preis.

Sie spielen mit dem Gedanken Ihre Immobilie zu verkaufen?

Kontaktieren Sie uns. Wir beraten Sie gerne.

Als zertifizierter Sachverständiger und Immobilienmakler mit langjähriger Marktkenntnis stehen Alexander

Petrich und sein Team gerne mit Rat und Tat beiseite. Verkäufern bietet VON POLL IMMOBILIEN Coburg eine

kostenfreie Marktwertberechnung der Immobilie und eine maßgeschneiderte Vermarktungsstrategie. Kunden

profitieren auch von einem bundesweiten Netzwerk mit über 350 Geschäft sstellen. So helfen Alexander Petrich

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AUSGABE 51 / JUNI 2022 COBURGER | DAS MAGAZIN 65


KULTURTIPPS

KULTUR

Liebe Leser,

nach gut zwei Jahren erlaubt Corona der Kultur eine Verschnaufpause, vielleicht sogar eine

Rückkehr zu so etwas wie Normalität. Wir wünschen von daher viel Freude bei den von uns

ausgewählten Veranstaltungen. Gehen sie hin. Haben Sie Freude.

THEATER

DON CAMILLO UND PEPPONE

Komödie in drei Akten von Gerold Theobalt

nach dem Roman „Mondo Piccolo – Don Camillo“

In einem kleinen Dorf in Norditalien kurz nach dem Zweiten Weltkrieg geraten

der kommunistische Bürgermeister Peppone und der Priester Don Camillo immer

wieder aneinander. Als Peppone seinen neugeborenen Sohn auch noch auf

den Namen Lenin taufen will, gerät schließlich das ganze Dorf in Aufruhr. Neben

dieser Hassliebe zweier unterschiedlicher Männer geht es in „Don Camillo

und Peppone“ aber auch um die großen Themen der damaligen Nachkriegszeit.

So werden antikapitalistische Demonstrationen und Streiks der Arbeiterklasse

geschildert. Auch ohne die beiden Streithähne ist in diesem Dorf so richtig was

los. Das Stück ist ein Plädoyer für ein menschliches Miteinander, das die eine

oder andere Streiterei nicht ausschließt. Der Theaterautor Gerold Theobald hat

die mehrbändigen Romane von Giovannino Guareschi zu einem packenden und

spannenden Theaterabend verdichtet, welchen Matthias Straub im Hofgarten

inszenieren wird.

THE RAKE’S PROGRESS

Oper in drei Akten von Igor Strawinsky

Libretto von Wystan Hugh Auden und Chester Simon Kallman

Der junge Tom Rakewell verlässt seine Geliebte Anne Trulove, um Nick

Shadow nach London zu folgen. Dort soll er sein Erbe antreten. In London führt

Rakewell ein zügelloses Leben, er verprasst sein gesamtes Geld und heiratet die

bärtige und geschwätzige Jahrmarktssensation Baba the Turk. Nach einem Jahr

verlangt Nick Shadow – niemand anderes als der Teufel selbst – seinen Lohn:

Toms Seele. Ein letztes Kartenspiel soll Rakewells Schicksal entscheiden. Während

der Komposition seiner ersten und einzigen Oper beschäftigt sich Strawinsky

vor allem mit Mozarts „Così fan dulde“ und arbeitet geschickt Anklänge

von Monteverdi über Händel, Mozart, Rossini bis Verdi mit ein. So entsteht ein

neoklassizistisches Stil-Pasticcio voll tonaler Harmonien, virtuoser Koloraturen

all’italiana und lyrischer Melodien.Intendant Bernhard F. Loges bringt gemeinsam

mit der Ausstatterin Ana Tasic und dem GMD Daniel Carter diese gesellschaftskritische

Parabel über wahre Werte abseits von Ruhm und Geld mit analytisch-satirischem

Scharfsinn auf die Bühne.

Wann? Bis 31. Juli 2022

Wo? Theater im Hofgarten

Weitere Informationen: www.landestheater-coburg.de

Wann? Bis 30. Juni 2022

Wo? Großes Haus

Weitere Informationen: www.landestheater-coburg.de

66 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 51 / JUNI 2022


KULTURTIPPS

Der neue

Kia Sportage.

Inspiriert dich immer wieder.

NOCHES CUBANAS

Ballettrevue von Mark McClain

Mit Musik von Ibrahim Ferrer, Marialy Pacheco, Pérez Prado u. a.

Bei Kuba denkt man sofort an Traumstrände, Oldtimer, Rum und Zigarren –

und an ausgelassene Partys in den zahllosen Clubs. Kubaner*innen wachsen

mit Musik und Tanz auf, sie tanzen in jeder Lebenslage: „Es gibt das kubanische

Sprichwort: Wer gehen kann, der kann auch tanzen!“ Und diese Lebenslust

und Bewegungsfreude soll auch das Publikum an diesem Abend erleben, erklärt

McClain. Seien es Buena Vista Social Club oder Pérez Prado, mitreißende Salsa-Rhythmen,

berührende Boleromelodien oder sanfte Rumbaklänge – kubanische

Musik vermittelt ein besonderes Lebensgefühl.

Wann? Bis 07. Juli 2022

Wo? Theater im Hofgarten

Weitere Informationen: www.landestheater-coburg.de

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Kia Sportage 1.6 T-GDI

Edition 7

Abbildung zeigt kostenpflichtige Sonderausstattung.

WELTLITERATUR - VORTRAGSREIHE

In Kooperation mit dem Landestheater veranstaltet die VHS Coburg

eine Reihe mit literaturwissenschaftlichen Vorträgen und Lesungen

Johann Wolfgang von Goethe sprach von Weltliteratur, wenn Werke über das

gegenseitige Kennenlernen und Bezugnehmen hinaus die großen Aufgaben einer

gemeinsamen Welt einschließlich des Wissens der jeweiligen Zeit umfassend

darstellen. Im Rahmen des Studiums Generale veranstaltet die Volkshochschule

Coburg eine Reihe zur Weltliteratur mit literaturwissenschaftlichen Vorträgen

zu bedeutenden Werken und Autoren. Referenten sind Professoren und wissenschaftliche

Mitarbeiter*innen verschiedener Literaturlehrstühle der Universität

Bamberg. Mitgestaltet werden die Veranstaltungen von Mitgliedern des Schauspielensembles

des Landestheaters Coburg.

Wann? Bis 22. Juni 2022

Wo? Pfarrzentrum St. Augustin

Weitere Informationen: www.landestheater-coburg.de

Lass aus Inspirationen neue Möglichkeiten werden.

Entdecke mit dem neuen Kia Sportage eine vielfältige

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nicht Bestandteil des Angebots, sondern dienen allein Vergleichszwecken

zwischen den verschiedenen Fahrzeugtypen.

AUSGABE 51 / JUNI 2022 COBURGER | DAS MAGAZIN 67


KULTURTIPPS

MUSIKALISCHES

HAZMAT MODINE

Gute-Laune-Musik aus New York

Erleben auch Sie

die neue Art Haare

zu schneiden!

Wilde Mundharmonikas, eine fröhliche und zugleich

klagende Klarinette und ein irrwitziges

Sousafon kreieren einen einzigartigen Klang auf der

Bühne. Hinzu kommen diverse Blas- und seltene

Saiteninstrumente, die den erdigen Sound in noch

mehr Farben erklingen lassen. Ihr Album „Box of

Breath“ landete 2019 in rund zehn Top-Album-Listen

des Jahres und schaffte es in den Downloadcharts

sogar unter die Top fünf. Ob Folk, Blues, Jazz oder

Avantgarde – Hazmat Modine können alles. Diese

Mischung unterschiedlicher Genres macht die Band

auch nach 16 Jahren intensiven Touren immer wieder

zu einem einzigartigen Liveerlebnis. Für die lang

ersehnte Sommertour 2022 hat die Gruppe neben

ihrem aktuellen Album auch einige Überraschungen

vorbereitet – mit spannenden neuen Songs, die

erstmals zu hören sein werden.

Wann? 12. Juli 2022 um 20 Uhr

Wo? Digitale Manufaktur Rödental – Open Air

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sie auszeichnet, ist eine unverwechselbare musikalische Vision und der raffinierte Einsatz traditioneller Mariachi-Instrumente.

Das in New York lebende Frauenquartett schöpft seine Inspiration aus einer Vielzahl

an kulturellen und musikalischen Einflüssen. Die Mitglieder haben ihre Wurzeln in Mexiko, Puerto Rico,

Kuba, Kolumbien, Deutschland, Italien und der Dominikanischen Republik. Auf der Bühne verschmelzen

sie zu einer unwiderstehlichen Einheit und verzaubern mit ihrer anmutigen und lebhaften Ausstrahlung und

ihrem überwältigenden Gesang. Auf ihrem neuen Album vereinen sie ein ganzes Arsenal an Stilen: Jazz,

klassische Musik, Salsa, Cumbia, Folk, Rock, Country und Hip-Hop. Im Laufe der letzten Jahre haben ihre

Auftritte weltweit für Furore gesorgt.

Wann? 07. Juli 2022 um 20 Uhr

Wo? Leise am Markt

Weitere Informationen: www.leise-am-markt.de

68 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 51 / JUNI 2022


KULTURTIPPS

ANDREAS KÜMMERT

SINGER - SONGWRITER

Open-Air-Special

Erneut ist dem Singer/Songwriter aus Gemünden

mit seiner aktuellen Single ein druckvoller Rocksong,

erdig, ehrlich, straight und unter die Haut

gehend, gelungen. Und auch wenn er sowohl musikalisch

wie auch thematisch absolut zeitlos ist,

scheint er mehr denn je in unser aktuelles Geschehen

zu passen. Das, was Andreas Kümmert auf

„Sweet Oblivion“ beschreibt, wird vielen vermutlich

jetzt erst so wirklich deutlich. Und dabei jedem

auf seine eigene Art und Weise. Andreas lässt er

die Musik für sich sprechen. „Jeder assoziiert das,

was mit sich selbst und seinem eigenen Leben verknüpft

ist.“

SOMMER FITNESS

WOCHEN

Gültig bis 30.09.2022

Als Freigeist und Individualist weiß er, wovon er

spricht. 2013 hat er die TV-Castingshow „The Voice

Of Germany“ gewonnen. 2015 trat er als Sieger des

deutschen Vorentscheids für den Eurovision Song

Contest unter dem Motto „Unser Song für Österreich“

hervor, verzichtete jedoch vor laufender Kamera

auf seine Teilnahme.

Wann? 31. Juli 2022 um 18 Uhr

Wo? Kultur.werk.statt Neustadt

Weitere Informationen: www.agentur-streckenbach.de

SCHLOSSPLATZFEST

Die größte Gourmet-Party Nordbayerns

Auf Nordbayerns größter Gourmet-Party erwartet die Besucher vielfältige Musik und ein großes gastronomisches

Angebot. Der künstlerische Leiter des Festes, Marcus Geuss, hat als Highlight die Original Prinz

Albert Blasmusik (OPA) im Programm. Auch eine Travestieshow und ein Jazz-Frühschoppen sind dabei.

Die beiden neuen Veranstalter haben dieses Jahr mehrere neue Punkte gesetzt, um das Schlossplatzfest erhalten

zu können: Zum Beispiel wurden die Mieten für die Gastronomie gesenkt – damit diese ihre Preise

für Speisen und Getränke stabil halten können.

Der Vorverkauf hat begonnen: Das 5-Tages-Tickets kostet 8 Euro (1,60 Euro Eintritt am Tag).

Wann? 14. Juli 2022 - 18. Juli 2022 von 17 Uhr bis 23 Uhr

Wo? Schlossplatz

Weitere Informationen: www.schlossplatzfest-coburg.de

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AUSGABE 51 / JUNI 2022 COBURGER | DAS MAGAZIN 69


KULTURTIPPS

HELDRITTER KABARETTSOMMER

Die einmalige Sondershow

„VIVA VOCE – Open Air Spezial!“

Die Wahrheit liegt

am Strand.

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in 4 Wochen.

7. C O B U R G E R

K U N D E N S P I E G E L

Neben den größten Hits aus ihren herausragenden

A-cappella-Shows haben die fünf Sänger auch ein

paar spezielle musikalische Geschenke im Gepäck.

Denn im Herbst 2020 feiert die brandneue Show

„Glücksbringer“ Premiere – und auf derWaldbühne

wird vielleicht der ein oder andere Song davon zu

hören sein.

Wann? 01. Juli 2022 um 20 Uhr

Wo? Waldbühne Heldritt

Weitere Informationen:

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GEFALTETE TIERWELT ORIGAMI

Objekte von Nand Bruynooghe

Haustiere, Fabelwesen, Insekten oder Vögel – es gibt nahezu nichts, was Nand Bruynooghe nicht schon

gefaltet hätte. Origami, abgeleitet von den beiden Worten ‘Ori = falten und gami = Papier, also Papierfalten,

ist eine Kunst, die ihren Ursprung in Japan hat. Bei Orgami geht es darum, mit einem einzigen Blatt Papier,

ohne Schneiden, ohne Kleben, nur durch verschiedene Falten nach oben, unten und über einander, ein dreidimensionales

Modell entstehen zu lassen. Ob faltbare Trinkflaschen oder die Sonnensegel eines Satelliten

– die Einsatzmöglichkeiten von Origami sind nahezu unbegrenzt. Nand Bruynooghe aus Coburgs belgischer

Partnerstadt Oudenaarde hat sich seit Jahrzehnten diesem Hobby verschrieben und ist in der Zwischenzeit

ein wahrer Meister in der Kunst des Faltens. Passend zum 50. Jubiläum der Städte -partnerschaft zwischen

Oudenaarde und Coburg zeigt eine Sonderausstellung einen kleinen Querschnitt aus seiner Sammlung unterschiedlichster

Origami-Figuren.

Wann? 3. Juli bis 11. September

Wo? Naturkunde-Museum Coburg

Weitere Informationen: www.naturkunde-museum-coburg.de

70 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 51 / JUNI 2022


26.08.1968

10.03.2022

KULTURTIPPS

COBURGER GLASPREIS 2022 – TEIL-AUSSTELLUNG

Der Coburger Glaspreis ist der wichtigste Wettbewerb für zeitgenössische Kunst aus Glas in Europa. Die

begleitende Ausstellung auf der Veste Coburg und im Europäischen Museum für Modernes Glas in Rödental

präsentiert knapp 100 Werke von 90 internationalen Künstlerinnen und Künstlern. Im Fokus stehen aktuelle

künstlerische Tendenzen rund um das Material Glas. Die hochaktuellen Themen und die Vielfalt der eingesetzten

Techniken machen die Coburger Schau zu einem besonders spannenden Höhepunkt im internationalen

Jahr des Glases 2022. Rund ein Viertel der Objekte wird im Europäischen Museum für Modernes Glas gezeigt.

Der Coburger Glaspreis 2022 wird von den Kunstsammlungen der Veste Coburg in Kooperation mit der

Alexander Tutsek-Stiftung durchgeführt und wird gefördert von der Oberfrankenstiftung, der Stadt Coburg,

der Stadt Rödental, der SÜC Coburg, Denk Keramische Werkstätten, der Niederfüllbacher Stiftung

und der Achilles-Stiftung. Ein Katalog erscheint im April im Michael Imhof Verlag und ist im Museumsshop

erhältlich. Die Eintrittskarte in die Kunstsammlungen der Veste Coburg berechtigt innerhalb von vier Wochen

auch zum Besuch des Glasmuseums. Der Eintrittspreis zum Glasmuseum wird umgekehrt auch vom

Eintrittspreis zur Veste abgezogen.

Meine Zielgruppe sind

Führungskräfte, Selbstständige,

Unternehmer und Ärzte, die ihr

Potenzial beruflich, privat und

gesellschaftlich voll und effektiv

ausschöpfen

wollen.

Herrn Frank Sperschneider

Personaltrainer/

Fitnessfachwirt

Frank Sperschneider

Zertifizierter ganzheitlicher

Gesundheitsberater nach Dr. Ruediger Dahlke

Wann? Bis 25. September 2022

Wo? Veste Coburg und Europäisches Museum für Modernes Glas in Rödental

Weitere Informationen: www.veste.kunstsammlungen-coburg.de

Trainingsstützpunkt

Bahnhofstrasse 14 | 96450 Coburg

Tel. 09561 973 44 68 | Mobil. 0177 299 39 21

hallo@frank-sperschneider.de

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AUSGABE 51 / JUNI 2022 COBURGER | DAS MAGAZIN 71


BUCHSIGNIERUNG

MIT PETER MAFFAY & HENDRIKJE BALSMEYER

27.06.2022

12:00-15:00 Uhr

EXKLUSIV

auf unserem Parkplatz

auf der Lauterer Höhe!

Im Rahmen der Buchsignierung bitten wir um Verständnis, dass nur das Buch

„Anouk, die nachts auf Reisen geht“

sowie Autogrammkarten signiert werden können.

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72 COBURGER | DAS MAGAZIN

AUSGABE 51 / JUNI 2022


KULTURTIPPS

POP ART AUSSTELLUNG JAMES FRANCIS GILL

AUF SCHLOSS HOHENSTEIN

Das Kunstforum Schloss Hohenstein startet mit dem nächsten

Highlight in die Ausstellungssaison 2022. Nach der erfolgreichen

Premierenausstellung von Bob Dylan im Vorjahr, heißt es von

Mitte April bis Mitte August 2022 „Schloss Hohenstein meets

Pop Art“.

James Francis Gill zählt neben Andy Warhol und Roy Lichtenstein

zu den Ikonen der Pop Art. Ein Werk des 87-jährigen Texaners

aus der „Women in Cars Serie“ wurde schon 1962 vom Museum

of Modern Art in New York in deren ständige Sammlung

aufgenommen.

Zum 60-jährigen Jubiläum werden sowohl Unikate wie auch die

im Jahr 2022 neu erschienenen Serigrafien, der „Women in Cars“

gezeigt. Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Die Führungen sind immer Freitag bis Sonntag im

Zweistundentakt: 10 Uhr, 12 Uhr, 14 Uhr und 16 Uhr

Reservierungen unter

stephan.zipfel@kunstforum.schloss-hohenstein.de

Wann? bis 14. August 2022

Wo? Schloss Hohenstein

Eintritt: 5 Euro | Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren

haben freien Eintritt.

Weitere Informationen:

kunstforum.schloss-hohenstein.de

Sommerzeit = Festivalzeit

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Wer seine Ohren liebt,

beschützt sie.

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Netzwerk Hörgesundheit

AUSGABE 51 / JUNI 2022 COBURGER | DAS MAGAZIN 73


IM ZEICHEN DES FRIEDENS

Text und Fotos:

Michael Selzer

Stadtpartnerschaft

Coburgs mit Oudenaarde

„Es war kein längst vergangenes Ereignis oder eine gemeinsame Geschichte der beiden

Städte, die zu dieser Verbrüderung führte. Es war ein globaler, bewaffneter Konflikt.“ Mit

diesen Worten blickte Oudenaardes Bürgermeister Marnic de Meulemeester beim offiziellen

Empfang seiner Stadt Anfang Mai auf die Anfänge der Städtepartnerschaft mit Coburg.

Die Delegation des Coburger Stadtrates mit der Gouverneurin der Provinz Ostflandern Carina van Cauter

Die Originalurkunde

mit der die Städtepartnerschaft

zwischen

Coburg und Oudenaarde

begann

Ehemalige Kriegsgegner,

die sich in den Schützengräben

des Zweiten Weltkriegs

als Feinde gegenüberstanden,

hätten sich

die Hand gereicht und

„ganz persönlich und auf

einer sehr persönlichen

Ebene einen Friedensschluss

angeboten“.

Und, im wahrsten Sinne

des Wortes, „auf der anderen

Seite”, gab es Menschen, die diese ausgestreckte Hand

dankbar ergriffen haben; die die Chance erkannt und

genutzt haben – was zu diesem Zeitpunkt alles andere

als eine Selbstverständlichkeit war. „Dafür verdienen

alle Beteiligten bis zum heutigen Tag unser Aller

höchsten Respekt”, stellte Coburgs Oberbürgermeister

Dominik Sauerteig in seiner Festansprache ebenfalls

die Verbindung zwischen den Anfängen und der aktuellen

Situation her. Wichtiger und aktueller denn je sei

der Text der Urkunde, die am 5. Mai 1972 von den damaligen

Stadtoberhäuptern Josef Thienpont und Wolfgang

Stammberger unterzeichnet wurde: „...durch die

Herstellung menschlicher und kultureller Beziehungen

wollen wir eine Verbindung von Mensch zu Mensch,

von Stadt zu Stadt, von Land zu Land schaffen. (...) Wir

verpflichten uns mit Überzeugung und aus tiefstem

Herzen, alles zu beseitigen, was in der Vergangenheit

der Harmonie zwischen unseren Völkern abträglich

war, und alles zu fördern, was geeignet ist, unsere Mitbürger

zusammenzuführen“, zitierte de Meulemeester.

Die Tatsache, dass just an diesem Wochenende auch

in Belgien mit dem so genannten Befreiungstag, dem

Ende des Zweiten Weltkriegs gedacht wurde, nahm OB

74 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 51 / JUNI 2022


OUDENAARDE

Native Advertising

Sauerteig zum Anlass, die Bedeutung einer Städtepartnerschaft

in der heutigen Zeit einzuordnen:

„Wenn wir morgen zusammen mit den Freunden aus

Hastings einen Kranz in Erinnerung an den Befreiungstag

niederlegen und der Opfer des Krieges gedenken,

ist das aus meiner Sicht nicht nur ein Akt

der Erinnerung – es ist vor allem eine Warnung und

eine Mahnung. Eine Mahnung, dass von europäischem

Boden nie wieder Handlungen ausgehen dürfen,

die den Frieden zwischen unseren Völker, den

Zusammenhalt und das Miteinander in Europa gefährden.

Unser Mahnen an diesem Festwochenende

stellt für mich insofern auch ein Versprechen dar,

dass wir gemeinsam alles tun werden, um jedwede

Form von Krieg in Europa zu verhindern“.

Eine Tatsache, der sich am Abend der belgische

Premierminister Alexander de Croo anschloss. Bei

seinem kurzen Besuch in Oudenaarde betonte der

Premier in seiner Ansprache ebenfalls die Bedeutung

der europäischen Völkerverständigung und

die Wichtigkeit der Werte, für die die Europäische

Union steht. Nach zwei Jahren Pandemie, die auch

für jeden Einzelnen persönliche Einschränkungen

mit sich gebracht hätte, wäre es nun an der Zeit

wieder „zu leben und zu genießen“, so de Croo.

Freundschaften über Ländergrenzen hinweg, wie

die zwischen Oudenaarde und Coburg, seien einer

der Garanten dafür, dass das auch weiterhin für Alle

möglich sei.

Eine besondere Erfahrung konnte die Coburger

Delegation schließlich am Sonntag machen, als sie

vormittags an der offiziellen Kranzniederlegung

während der Gedenkveranstaltung anlässlich des

Befreiungstages teilnahm. Im Namen der Stadt Coburg

legten der Städtepartnerschaftsbeauftragte des

Coburger Stadtrats Jürgen Heeb und Stadtrat Martin

Lücke, in Vertretung des erkrankten Oberbürgermeisters,

einen Kranz am Mahnmal nieder.

Die Veranstaltung in Oudenaarde, aber auch der Besuch

des deutschen Soldatenfriedhofs in Meenen,

auf dem rund 48.000 deutsche Soldaten ihre letzte

Ruhestätte gefunden haben und vor allem die abendliche

Zeremonie des „Last Post“ in Ypern, hinterließen

die deutschen Delegationsteilnehmer tief beeindruckt

aber auch nachdenklich. Jeden Abend um 20

Uhr gedenkt man in Ypern mit dem „Last Post“

der gefallenen britischen Soldaten des Stellungskrieges,

der nahezu die gesamte

Zeit des Ersten Weltkrieges rund

um Ypern tobte. Coburgs Ehrenbürger

und Altoberbürgermeister

Norbert Kastner, der

einer persönlichen Einladung

aus Oudenaarde gefolgt war,

legte zusammen mit Jürgen Heeb

und Martin Lücke einen Kranz im Namen der

Stadt Coburg nieder.

„Dass wir heute hier stehen dürfen, dass wir

hier und heute einen Kranz niederlegen

und gemeinsam mit Menschen verschiedenster

Nationalitäten der Kriegsopfer

gedenken dürfen, ist etwas ganz Besonderes,

etwas unglaublich Beeindruckendes

und etwas, dessen Geist wir unter

allen Umständen bewahren und verteidigen

müssen”, appellierte Kastner im Anschluss.

Die Delegation aus der Vestestadt, der neben

Stadträten und Verwaltung auch Mitglieder des

Städtepartnerschaftsvereins angehörten, war

sich am Ende des dreitägigen Besuchs einig, dass

die Partnerschaft mit Oudenaarde etwas Außergewöhnliches

darstellt. „So viel Gastfreundschaft,

Herzlichkeit und Offenheit, mit der die Partnerschaft

gelebt wird, findet man nur sehr selten und

diese Werte gilt es nicht nur zu bewahren, sondern

vor allem zu erwidern“, waren sich die Teilnehmer

einig.

Der Gegenbesuch in Coburg fand drei Wochen

später statt. Auch hier gab es eine Besonderheit,

denn wie in Oudenaarde waren, auf Einladung

des Coburger OB, Vertreter aus dem englischen

Hastings, einer weiteren Partnerstadt von Oudenaarde,

nach Coburg gekommen.

Einer der letzten belgischen

Widerstandskämpfer bei

der Kranzniederlegung

Das Ehrenmal für die Gefallenen der Weltkriege in

Oudenaarde - rechts der Kranz der Stadt Coburg

OB Dominik Sauerteig und der belgische Premierminister Alexander de Croo

Verleihung der Medaille „Die Stadt Coburg dankt“

in Silber an Anja van Acker aus Oudenaarde

AUSGABE 51 / JUNI 2022 COBURGER | DAS MAGAZIN 75


SUMMER EVENT

DELIFE feiert den

Sommer!

Das Möbelunternehmen aus Ebersdorf lädt

am 6. August zum großen Summer Event

Nach dem großen Erfolg der DELIFE STORE Eröffnung

im letzten Jahr möchte der bekannte Onlinehändler

für einzigartige Massivholz- und Designmöbel auch

2022 seine Kunden, Gäste und Mitarbeiter mit einem

außer gewöhnlichen Summer Event erfreuen. Dafür

wird nicht nur der DELIFE STORE komplett überarbeitet

und mit dem neuesten Produktprogramm ausgestattet,

sondern auch das gesamte DELIFE Gelände in

Ebersdorf in eine coole Summer Party Area verwandelt.

Nur beim

DELIFE

SUMMER EVENT:

-20 %

auf alle Möbel

„Nach der schweren Coronazeit haben wir es uns doch alle verdient, wieder

mehr Zeit miteinander zu verbringen und den Sommer richtig zu genießen“,

freuen sich Max und Nicki Kirchner, die Geschäftsführer der DELIFE GmbH.

„Deshalb wollen wir in diesem Jahr unseren Kunden und Fans beim Summer

Event noch viel, viel mehr bieten. Und das ganz ohne Kontaktbeschränkungen.“

Ab 10 Uhr öffnet DELIFE für alle Gäste, selbstverständlich ohne Eintritt,

seinen Store und das weiträumige Unternehmensgelände. Auf einer In- und

Outdoorfläche von 6.000 qm präsentiert der E-Commerce-Spezialist seine

schönsten Möbel, außergewöhnliche Ausstellungsstücke und die neuesten

Kreationen in einem einzigartigen Beach- und Wellnessstyle mit Pool,

exquisiten Cocktails und einer tollen Auswahl großartiger Foodtrucks. Ein

DJ sorgt mit entspanntem Clubsound für das richtige Summerfeeling und

auch für die Kleinen ist mit einer Hüpfburg jede Menge Spaß garantiert.

Wer sich schon immer für die Kreationen von DELIFE interessiert hat, kann

beim Summer Event gleich noch ein richtiges Schnäppchen machen. Denn

nur an diesem Tag bietet DELIFE seinen Besuchern satte 20 % Rabatt auf alle

Möbel! Dafür gibt es bis 16 Uhr eine ausgezeichnete und liebevolle Beratung von

den sympathischen DELIFE Mitarbeitern.

„Wir möchten vor allem, dass sich unsere Kunden und Gäste beim Summer

Event richtig wohlfühlen, uns auch vor Ort besser kennenlernen und einfach

einen entspannten Tag mit Familie und Freunden hier bei uns verbringen

können“, sagen Max und Nicki Kirchner. „Es ist uns wichtig, nicht nur im

Onlinebereich, sondern auch hier in der Umgebung präsent und aktiv zu sein.

Deshalb ist unser Summer Event auch bis 22 Uhr geplant. Denn was gibt es

Schöneres, als mit unseren Gästen einen schönen Tag ausklingen zu lassen und

den Sommer so richtig zu feiern?“

DELIFE SUMMER EVENT

6. August | 10-22 Uhr

» atemberaubende Wohnwelten

» neueste Trends & exklusive

Einzelstücke auf über 6.000 m²

» sensationelle 20 % Rabatt auf alles

» Foodtrucks

» Cocktailbars

» Beachfeeling in der Chillout-Lounge

mit angesagtem Summersound

» Möbelshopping bis 16 Uhr

» und vieles, vieles mehr

Eintritt frei

Mehr Infos auf:

www.delife.eu

DELIFE STORE | Ehrlicher Straße 19

96237 Ebersdorf

76 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 51 / JUNI 2022


DELIFE

AUSGABE 51 / JUNI 2022 COBURGER | DAS MAGAZIN 77


KULTURTIPPS

Advertorial

BUCHEMPFEHLUNG

MARTIN VÖGELE VON DER BUCHHANDLUNG RIEMANN

„Eines Tages werde ich für immer nach Hamburg zurückkommen, das verspreche ich Ihnen.“

Auf die Frage, ob sie sich vorstellen könne, das Archiv der Hamburger Familie Lagerfeld zu sichten und aus

deren Geschichte einen Roman zu machen, musste die mit der Familie befreundete Autorin Heike Koschyk

nicht lange überlegen. Daraus entstanden ist mit „Das Glück unserer Zeit“ eine faszinierende Familiensaga

in zwei Bänden, deren erster Teil mit dem Untertitel „Der Weg der Familie Lagerfeld“ kürzlich erschien.

Eine der Hauptfiguren des Romans ist Otto Lagerfeld (1881 – 1967), Sohn eines wohlhabenden Hamburger

Weinhändlers und Vater des berühmten Modeschöpfers Karl Lagerfeld. Rückblickend aus dem Jahr 1942, in

dem Otto beginnt, seine Lebenserinnerungen zu notieren, erzählt der Roman die Familiengeschichte der

Lagerfelds ab 1897. Zu dieser Zeit lebt der junge Otto mit seinen sieben Geschwistern und den Eltern in der

Familienvilla im ländlich geprägten Klein Flottbek am Nordufer der Unterelbe.

Klappenbroschur

416 Seiten:

ISBN: 978-3-442-20632-2

15,00 Euro

eBook

ISBN: 978-3-641-27308-8

12,99 Euro

Hörbuch Download

ISBN: 978-3-8445-4617-0

12,95 Euro

Otto träumt von der weiten Welt und so schifft er sich nach Abschluss seiner Ausbildung 1902 nach

Südamerika ein. Sein Ziel ist, es in der Ferne zu Wohlstand zu bringen und als erfolgreicher Geschäftsmann

nach Hamburg zurückkehren. Doch obwohl er sich als geschickter Händler erweist, geht es mit dem

Wohlstand nicht so schnell voran wie erhofft. Otto bricht also seine Zelte in Südamerika ab und zieht weiter.

Nach Stationen in New York und San Francisco, wo inzwischen sein ältester Bruder Joseph lebt, landet er

schließlich im sibirischen Wladiwostok, wo er zunächst für ein amerikanisches Handelsunternehmen tätig

ist.

Seine Firma vertreibt in Russland unter anderem ein in Deutschland bis dato unbekanntes Produkt:

Kondensmilch. Otto erkennt das Potenzial dieses gerade in Krisenzeiten aufgrund seiner Haltbarkeit

ungemein wichtigen Lebensmittels und als sein Arbeitgeber beschließt, sich aus dem russischen Markt

zurückzuziehen, nutzt er die Gelegenheit, sich selbstständig zu machen.

Nach erfolgreichen Jahren in Wladiwostok wirft ihn der Ausbruch des Ersten Weltkriegs jäh zurück. Als

Deutscher wird er interniert und kehrt erst 1918 nach Hamburg zurück. Im Gepäck hat er eine Idee …

Auf Basis der Dokumente aus dem Familienarchiv der Lagerfelds ist es Heike Koschyk gelungen, eine

ungemein lebendige, interessante und spannende Familiensaga zu verfassen. Neben Otto lässt sie auch den

anderen Familienmitgliedern Platz zur Entfaltung und begeistert mit einer Mischung aus Familiengeschichte

und Reisereportage vor zeitgeschichtlichem Hintergrund.

INHALTSANGABE

Hamburg 1902: Der junge Otto Lagerfeld

bricht nach Südamerika auf,

um dort als Kaufmann sein Glück zu

suchen. Als er seine Familie in Hamburg

besucht, trifft er die Schwester

seines besten Freundes wieder. Otto

ist von Theresia bezaubert, dennoch

reist er weiter nach Wladiwostok,

um dort amerikanische Dosenmilch

zu verkaufen. Gerade als sein neugegründetes

Unternehmen zu florieren

beginnt, bricht der Krieg aus. Otto gerät

in sibirische Gefangenschaft – den

vierblättrigen Klee, den Theresia ihm

als Glücksbringer schickte, trägt er bei

sich. Er weiß, er muss fliehen, um seine

Familie wiederzusehen. Und um seinen

großen Traum zu verwirklichen …

HEIKE KOSCHYK

... wurde 1967 in New York geboren und arbeitete in der Modebranche,

bevor sie mit dem Schreiben von Thrillern und historischen

Krimis begann. Ihre große Leidenschaft ist die Recherche.

Dazu fährt sie an Originalschauplätze und stöbert in Archiven

und alten Bibliotheken. Unter dem Pseudonym Sophie Bonnet

veröffentlicht sie Provence-Krimis, die regelmäßig die Bestsellerlisten

erobern. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Hamburg.

78 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 51 / JUNI 2022

Foto ©Kerstin Petermann


IN EIGENER SACHE

IMPRESSUM

COBURGER – Das Magazin

Ausgabe 51 / Juni 2022

Zehnter Jahrgang

Auflage 3750 Stück

www.coburger-magazin.de

Verlag:

MARKATUS

Branding | Marketing | Film

Coburger Straße 7

96472 Rödental

Telefon 0 95 61 / 973 45 00

www.markatus.de

Herausgeber und Chefredakteur:

Wolfram Hegen

Telefon 01 71 / 690 52 84

hegen@coburger-magazin.de

Gründungsherausgeber:

Peter Einheuser

Wolfram Hegen

Redaktion / Autoren dieser Ausgabe:

Wolfram Hegen

Wolfram Porr

Heidi Schulz-Scheidt

Gabi Arnold

Fotografen dieser Ausgabe:

Sebastian Buff

Val Thoermer

Titelbild

Claudia Eck | „Spiel blau“

Layout / Illustrationen:

Axel Straubinger

Carolin Oswald

Grundlayout:

Peter Einheuser

Anzeigengestaltung:

MARKATUS

Branding | Marketing | Film

Anzeigenvertrieb:

Wolfram Hegen

hegen@coburger-magazin.de

Anke Feuer

feuer@coburger-magazin.de

Es gilt die Anzeigenpreisliste 01/2022

Druck:

DCT GmbH

www.dct.de

Preis:

kostenlos

Vertrieb:

über 200 Verteilstellen

in Coburg Stadt und Land

Bestellung:

Online über www.coburger-magazin.de

Preis inkl. Verpackung und Versand

innerhalb Deutschlands

5 Euro inkl. MwSt.

IN EIGENER SACHE

SPENDE FÜR PRESSEFREIHEIT

REPORTER OHNE GRENZEN

„Reporter ohne Grenzen“ ist ein gemeinnütziger Verein,

der sich weltweit für Pressefreiheit stark macht.

Die freie Berichterstattung nämlich steht weltweit

immer mehr unter Druck. Auch die Bedingungen

in Deutschland haben sich in den letzten Jahren verschlechtert.

Der COBURGER hat daher gemeinsam

mit der Buchhandlung Riemann aus Anlass seiner

50. Ausgabe im April Erstausgaben vom COBUR-

GER 01 aus dem Jahr 2012 verkauft und den Erlös

dem Verein gespendet. Eine Rarität zum Sammeln

für alle COBURGER-Freunde und für alle, die mit

dem Kauf auch etwas für die Arbeitsbedingungen

von Journalistinnen und Journalisten tun wollen.

Am Ende konnten 220 € an den Verein überwiesen

werden. Ganz lieben Dank für die Unterstützung.

DESIGNTAGE

COBURGS BESTE

Coburgs Beste

Coburgs Beste

Coburgs Beste

präsentiert

Ein Werbelabel des COBURGER

präsentiert

Ein Werbelabel des COBURGER

Ein Werbelabel des COBURGER

präsentiert

Top-Unternehmen in der Region Coburg.

Von den Machern des COBURGER.

Top-Unternehmen in der Region Coburg.

Von den Machern des COBURGER.

Top-Unternehmen in der Region Coburg.

Von den Machern des COBURGER.

Ein

ungewöhnlicher

Ort war in diesem Jahr

Heimat der COBUR-

GER DESIGNTAGE:

Drei Stockwerke des Parkhaus Mauer dienten als

Ausstellungsfläche und Treffpunkt für Designerinnen

und Designer, Unternehmerinnen und Unternehmer

und natürlich für alle Coburgerinnen und

Coburger, die zahlreich kamen, nachdem auch die

Designtage zwei Jahre lang coronabedingt nur im

Netz stattgefunden hatten. Auch der COBURGER

war in diesem Jahr wieder vertreten, mit einer Präsentation

von COBURGS BESTE, dem Werbelabel

für die führenden Unternehmen aus der Region – der

eigene Stand wurde ergänzt von einer 84-seitigen

Sonderausgabe mit den Unternehmen, die seit dem

zweiten Halbjahr 2019 das Werbelabel COBURGS

BESTE erhalten haben.

Mehr Infos unter

www.coburger-magazin.de/rubrik/coburgs-beste

PREMIUMPARTNER

SEITE AN SEITE

Der COBURGER startet mit dieser Ausgabe in

die zweite Hälfte von 100 … und mit vielen Premium-Partnern,

zahlreiche davon, die schon sehr lange

an unserer Seite sind, uns begleiten, uns fördern.

Wir bedanken uns dafür mit besonderen Werbepaketen,

Geschichten, Advertorials. Eine echte Partnerschaft.

Auch dieses Mal: Danke.

Anwaltskanzlei Hörnlein & Feyler

Baugesellschaft Otto Hauch

Bätzoldt oHG

Bodystreet Coburg Heiligkreuz

Buchhandlung Riemann

DELIFE

Engel & Völkers

FG Solar

Friseur Julia Göring Intercoiffure

Galerie Späth

Goldenes Kreuz

Hörgeräte Geuter

iTVCoburg

Möbelhaus Schulze

Optik Müller

PSB Seniorenbetreuung

Sparkasse Coburg – Lichtenfels

Sportland Coburg

Stadtbild Coburg e.V.

Stadtmarketing Coburg

SÜC

süc//dacor

Teppichhaus Bartel

Thomas Bittorf tb.legal

Vitadrom

Von Poll Immobilien

VVC Pillipp Versicherungsmakler

Wacholder Schänke

Wichtrey Homeware

NEU

NEU

Haben Sie auch Interesse?

Weitere Infos unter

www.coburger-magazin.de/premium-partner

NEU

Wolfram Hegen

hegen@coburger-magazin.de

Anke Feuer

feuer@coburger-magazin.de

PREMIUM

PARTNER

AUSGABE 51 / JUNI 2022 COBURGER | DAS MAGAZIN 79


Jost Heyder | C. mit Fächer

80 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 51 / JUNI 2022


GALERIE

Christina Heurig | Only dreamers left alive

G A L E R I E

S O M M E R A K A D E M I E

Christine Rechl | Alpaka

Geschlossene Theater, Kinos, Geschäfte, Gast stätten,

eingeschränkte Reismöglichkeiten und Kontaktbeschränkungen

– seit zwei Jahren waren und sind

besondere Herausforderungen im Umgang mit der eigenen

Zeit gefragt. Gut, wer es versteht, sich selbst sinnvoll zu

beschäftigen. Eine Möglichkeit ist künstlerisches Arbeiten.

Doch nicht jeder fühlt sich dazu berufen. Einen Weg

zur Kunst bieten seit über 20 Jahren die Workshops der

Sommerakademie Coburg, organisiert von der vhs-Coburg

in Zusammenarbeit mit der Kulturabteilung der Stadt

Coburg und dem Kunstverein Coburg mit Unterstützung

der VR Bank Coburg und der Niederfüllbacher Stiftung. In

einem spannenden Prozess entwickeln Teilnehmer unter

Anleitung eines Künstlers eine Idee zu einem individuellen

Kunstwerk auf Papier oder Leinwand, aus Holz, Stein, Ton,

Filz oder mit einer Fotokamera. In diesem Jahr bietet die

Sommerakademie 21 Kurse in verschiedenen künstlerischen

Disziplinen an. In der Galerie im COBURGER dieses Mal

daher eine Auswahl an Arbeiten der Dozenten 2022.

Mehr Informationen unter

www.sommerakademie-coburg.de

AUSGABE 51 / JUNI 2022 COBURGER | DAS MAGAZIN 81


GALERIE

Annabel Adler | Spirit of Koi

82 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 51 / JUNI 2022


SOMMERAKADEMIE

Marina Abramova | Oktober

Jost Heyder | Claudia mit Rock

Annabel Adler | Ocean Wave

Wir setzen auf Spezialisierung.

Bei uns finden Sie Fachanwälte für die Rechtsgebiete Familienrecht, Verkehrsrecht,

Arbeitsrecht, Versicherungsrecht, Erbrecht, Medizinrecht, Bau- und Architektenrecht,

Verwaltungsrecht sowie Miet- und Wohnungseigentumsrecht.

Kasernenstraße 14

D-96450 Coburg

09561/80110

www. hoernlein-feyler.de

Wolfgang Hörnlein

Dr. Wolfgang Hacker

Julia Gremmelmaier

Dr. Thomas Kunze

Eva Grabolus

Maren Feyler

Lutz Lindner

Heidi Schüler

Karoline Rink

Frank Sitte

Dr. Eike Bittorf (RA i. R.)

Jürgen Hopf

Nadine Werner

www.hoernlein-feyler.de

AUSGABE 51 / JUNI 2022 COBURGER | DAS MAGAZIN 83


GALERIE

Birgit Maria Götz | Biergarten Palais Schaumburg Nürnberg

Anna Rapp

Grafengasse 1

96450 Coburg

09561 - 42 65 37

coburg@psb-deutschland.de

www.psb-deutschland.de/coburg

84 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 51 / JUNI 2022


SOMMERAKADEMIE

Jannina Hector | Mensch und Raum

AUSGABE 51 / JUNI 2022 COBURGER | DAS MAGAZIN 85


GALERIE

Birgit Maria Götz | Dürer Haus

86 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 51 / JUNI 2022


SOMMERAKADEMIE

Marina Abramova | April

AUSGABE 51 / JUNI 2022 COBURGER | DAS MAGAZIN 87


MONACO FRANKE

Für den COBURGER von Wolfram Porr

Heutzutage ist das Leben der meisten voll digital! Der Kalender im Wischkästla,

das gleichzeitig auch noch Telefon, Navigationsgerät, Tageszeitung, Fitnesscoach,

Wecker und Spielekonsole ist, wird per Klick mit allen anderen elektronischen

Geräten synchronisiert. Kein Termin, kein Geburtstag rutscht so mehr

durch, alles ist optimiert und auf die Wünsche, Interessen und Bedürfnisse des

Besitzers eingestellt. Echt woahr, wir lee’m fei scho in fandasdischen Zeiten,

gell! Umso erstaunlicher ist es, dass anscheinend immer mehr Menschen Listen

führen – ganz analog -, die sie daran erinnern sollen, was sie in diesem Leben auf

keinen Fall verpassen sollen und unbedingt noch erleben müssen.

Einer der am häufigsten gehörten Sätze, wenn

es um die richtige „Work-Life-Balance“ und die

Frage „was wollen wir erleben“ geht, ist jedenfalls:

„Das kommt auf meine Bucketlist!“ Einmal

im Leben mit Udos Textzeile im Kopf nach New

York oder auf den Kilimandscharo, einen Fallschirmsprung

erleben oder einen Marathon laufen

– fast nix ist unmöglich und kann alles drauf

auf die Liste. Der Monaco hat übrigens auch eine!

Eine Alpenüberquerung auf dem Fahrrad oder

ein Bungeesprung stehen da aber nicht drauf.

Viel zu anstrengend und aufregend! Iech bin ja

ned bleed!

A boar Dibbs hätt‘ ich aber scho, was ma zum Beispiel

in München amaal gesehen haben muss, falls

Sie’s noch ned kenna! Die Pinakotheken sind natürlich

Pflicht, genauso ein Besuch im Deutschen

Museum, außerdem Siegestor und Feldherrnhalle,

der Marienplatz mit dem Rathaus und dem

Glockenspiel und eine Fahrt auf den Olympiaturm

(in 30 Sekunden von 0 auf 185 Meter!) – bei

Föhn und gutem Wetter mit atemberaubenden

Alpenblick! Außerdem wäre da natürlich noch

des Oktoberfest mit dem Schichtl, der Krinoline

und seinen 14 großen Zelten zu nennen, des Hofbräuhaus

und all die scheena Biergärten, angfanga

beim Flaucher übers Seehaus im Englischen

Gaddn bis zum Chinesischen Turm, und von dort

isses dann ja aa nimmer weit zu einem von Monacos

Lieblingsplätzen, dem Hofbräugarten am

Wiener Platz. Aber ich schweif‘ a weng ab …

Annersrum g’hören auf so a „Oberfranken-Bucketlist“ allweil der Cobuicher

Marktplatz sowie der Schlossplatz mit Landestheater und Ehrenburg, in Bamberg

die historische Altstadt und der Dom, in Bayreuth Richard Wagners Festpielhaus,

das Markgräfliche Opernhaus und die Eremitage, na ja und in Hof

… lass amaal überleeng … die B 173 nach Kronich! Dann gibt’s Kloster Banz,

Vierzehnheilichen, Sambarell oder den Staffelberch, und iwahaupts die Frängische

Schweiz mit seinen Bierkellern und den vielen kleinen Brauereien, wo’s

DER MONACO FRANKE

a (gut eig’schänkts) g’scheids Bier und a herrliche Brodzeit gibt. Pardon, scho

widder … Kurz gesagt: Es gibt überall viel zu sehen, und das Leben ist definitiv

zu kurz (und zu teuer), um wirklich alles zu entdecken und zu erleben, was

einem so vorschwebt. Die Listen mit Orten, die man noch bereisen will, ist bei

den meisten so lang, dass man mehr Urlaubstage bräuchte, als es im Landkreis

Weilheim-Schongau (dazu gehören die Südufer von Starnberger- und Ammersee)

Millionäre gibt! Und das sind eine Menge! Außerdem ist da ja auch noch

die Trägheit. Derf ma ned unterschätzen! Bis man sich aufrafft, einen Flug nach

Australien zu buchen, um einmal Coburg (also den Stadtteil von Melbourne) zu

sehen, das kann dauern. Anderes, wie so manche

scheinbar erstrebenswerte sportliche Höchstleistung

oder mancher Nervenkitzel, scheitert

schlicht und einfach an der Kondition oder am

fehlenden Mut.

Also besser, man findet sich damit ab, dass man

seine Bucketlists vermutlich nie in Gänze wird

abarbeiten können. Kloar wär’s amaal schee

g’wesen, den „Monaco Franze“ zu treffen, den

alten Schwerenöter. Hätt‘ mich scho interessiert,

was er von den Franken hält! Und von mir. Werde

ich nie mehr erfahren! Und so als zugezogener

„Halb-Münchner“ würde man schon gerne nochmal

in eine echte Großstadt ziehen, um zu schauen,

wie das so ist. Des München is ja letztlich aa

bluß a Dorf … Waschweiber und Bierdimpfl hat’s

hier auch mehr als genug. „Die große weite Welt“

(oder was die Münchner dafür halten) gibt’s

höchstens im P1, in der Maximilianstraße oder

in der Lobby vom „Bayerischen Hof“ oder dem

„Vier Jahreszeiten“ zu entdecken! Und da kommt

man selten hin.

Ja, so is des. Das Gute freilich ist: Wirklich glücklich

– das weiß jeder Psychologe – sind nur Menschen,

die auch mal mit weniger zufrieden sind

und sich nicht ständig unerreichbare Ziele setzen

im Leben. Deshalb hat der Monaco seine Bucketlists

jetzt auch ordentlich z’sammg‘strichen!

Was ganz oben steht, wollt Ihr wissen? Na gut.

Auf Platz eins steht der „13-Brauereien-Weg“ in

Memmelsdorf, dicht gefolgt vom „Fränkischen

Bratwurstmarathon“! Den gibt’s zwar noch ned,

aber der g’hört erfunden! Vielleicht erhört mich ja jemand?!

Schätzla, schau wie iech schau!

88 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 51 / JUNI 2022


AUF EIN WORT

In jedem

COBURGER laden wir

an dieser Stelle Coburger

oder Nicht-Coburger

ein, ihre Meinung

zu sagen.

Liebenswert reaktionär

Von Wolfram Hegen

Ein neues Fassadenbild am Rande des Albertsplatz würdigt

Coburgs ganzen Stolz, den Prinzen Albert und seine Frau,

Queen Victoria, das Traumpaar des 19. Jahrhunderts. Jubelstürme

branden auf, Hüte fliegen, sie leben hoch hoch hoch.

Große Freude, der Zirkus kommt: Nach einer langen Pause

werden im Herbst in einer Manege auf dem Coburger Anger

wieder wilde Tiere vorgeführt. Eine stolze Tradition aus der

Zeit des Kolonialismus. Der Stadtrat verteidigt dieses Naturrecht

des deutschen Volkes auf Bildung mit knapper Mehrheit

gegen die infamen Lügen des geschichtsvergessenen Zeitgeistes.

Auf dem Marktplatz rotten sich Uniformierte mit ihren Säbeln

beim Coburger Convent zusammen. Das Bier fließt,

Männer dröhnen. Eine flammende bürgermeisterliche Rede:

keinen Zentimeter Coburger Boden den Feinden! Ehre Freiheit

Freundschaft Vaterland. Seit 1851.

Die mit Abstand beste Wurst der Welt, die traditions-, ruhmund

fettreiche Coburger Bratwurst, die seit vielen Jahren

heldenhaft alle Angriffe der Gesundheitsmafia gegen ihre

Zubereitungsart abwehrt, wird an Pfingsten hinterrücks aus

Staffelstein attackiert. Und das im Herzen des Reiches, auf

dem Coburger Marktplatz! Ein Sturm aufs Kapitol! Ein feiger

Akt der Katholiken aus dem Süden und ihrer verabscheuungswürdigen

Helfershelfer in unserer stolzen Vestestadt! Verrat!

Der Staatsfeind ist überall: Der Coburg Tourismus selbst! postet

unter der Überschrift „Kulinarik in Coburg“! zwei Knödel!

Knödel! Knödel! Unwürdige unreine gelbsüchtige tennisballähnliche

Rundkörper, ein gummiartiger fremdländischer

Fraas, eine Beleidigung des breiig dahinschlierenden Coburgs

Rutschers! Unverzeihlich! Skandal! Hochverrat!

Was für ein Theater! Was für eine Stadt! Man muss sie einfach

lieben.

P.S. aus Wikipedia: Im 19. Jhd. Jahrhundert wurde „Reaktion“

zum Sammelbegriff für eine reformistische Widerstandsbewegung

aus zunächst Adeligen, Klerikalen und bürgerlichen

Monarchisten, die sich gegen die Jakobiner positionierten und

gegen die von den Revolutionären initiierten Veränderungen

stellten …

P.P.S. Der Coburger feiert in diesem Jahr Doppeljubelläum:

Den 50. COBURGER (im April) und zehn Jahre Coburger

(Ende des Jahres). Daher auch hier wieder eine kleine Reminiszenz

aus dieser Zeit, dieses Mal aus dem ersten COBUR-

GER im Dezember 2012. In „Auf ein Wort“ damals äußerte

sich Hans G. Tanner (Pseudonym) ziemlich krude und böse

zur „Omnipotenten Sporthallensucht“. Die HUK-arena war

gerade fertig, so die Geschichte, und die Hauptperson müsse

jetzt permanent aus der Stadt in die Halle fahren, um Handball,

Basketball und Volleyball anzuschauen, jedes Wochenende.

Das bleibt nicht ohne Folgen: Angesichts der Sprit-/

Eintritts-/ Verpflegungskosten im Laufe einer Saison wird das

Geld knapp, die Zeit für Familie ohnehin, er wird von der Frau

verlassen und die Kinder gehen gleich mit. „Irgendwie fühle

ich mich so richtig schlecht, alles nur wegen der blöden neuen

Halle.“

AUSGABE 51 / JUNI 2022 COBURGER | DAS MAGAZIN 89


Coburger | Das Magazin

erscheint wieder im August 2022.

Anzeigenschluss ist

der 22. Juli 2022.

Eine kleine Reminiszenz an den ersten COBURGER:

Die Karikatur „Neue Südstadt endlich in der Planung ...“

aus dem Jahr 2012 von Peter Einheuser

Zitate über den Sommer sind dieses Mal … das Letzte

„In den Tiefen des Winters erfuhr ich schließlich, dass in mir ein unbesiegbarer Sommer liegt.“

Albert Camus

„Der Sommer macht den Menschen zum Träumer.“

Paul Keller

„Leben Deinen Sommer so, dass er Dich auch noch im Winter wärmt.“

Daniel Leszinski

„Lieber Freund! Welch ein Sommer! Ich denke Sie mir im Zimmer sitzend, mehr Omelette als Mensch.“

Friedrich Nietzsche

„Sommer ist die Zeit, in der es zu heiß ist, um das zu tun, wozu es im Winter zu kalt war.“

Mark Twain

Die Deutschen haben sechs Monate Winter und sechs Monate keinen Sommer. Und das nennen sie Vaterland.“

Napoléon Bonaparte

„Frühling, Sommer und dahinter gleich der Herbst und bald der Winter – ach, verehrteste Mamsell, mit dem Leben geht es schnell.“

Wilhelm Busch

90 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 51 / JUNI 2022


Gute Geschichten.

Gute Bilder. Gut erzählt.

Imagefilme. Werbespots.

Eventmovies. Erklärfilme.

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AUSGABE 51 / JUNI 2022 COBURGER | DAS MAGAZIN 91


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92 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 51 / JUNI 2022

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