Reisen • Begegnungen • Nachhaltigkeit Das Weltweitwandern ...

weltweitwandern.at

Reisen • Begegnungen • Nachhaltigkeit Das Weltweitwandern ...

Die Zukunft ist jetzt

Das Weltweitwandern-Magazin, Nr. 2

Reisen Begegnungen Nachhaltigkeit

Seite

2

Deutschlernen am Dach der Welt 6

Seite

Auf gleicher Augenhöhe 8

Seite


Die Zukunft ist jetzt

Büro mit Vision – Arbeiten mit Vision

Ein Blick in die Zukunft. Man stelle sich ein Bürohaus im Jahre 2100 vor. Wie sieht es aus?

Stahlbetonmauern, spiegelglatte Glasflächen, Metallverstrebungen, kahle, weiße Wände, Neonröhren

über Hightech-Schreibtischen, eng aneinander gereiht, Überwachungsanlagen, Mitarbeiter-

Innen mit Chips in den Köpfen, von oben gesteuert? Würde das Bürohaus in Hollywood gemacht, würde

es wohl so aussehen. Wird es in Graz von einem visionären Unternehmer gebaut, schaut es ganz

anders aus. Willkommen in der Gaswerkstraße 99! Nicht im Jahr 2100, sondern im Hier und Jetzt.

Das Weltweitwandern-Büro wurde vom Architekten Johann Obereder geplant.

Wer Christian Hlade, den Gründer

von Weltweitwandern, kennt,

wusste schon von vornherein,

dass das von ihm konzipierte

Bürogebäude sicher nicht nur

einfach ein Dach über den

Köpfen seiner MitarbeiterInnen

sein wird. Das wäre zu simpel.

Das Gebäude verkörpert seine

Visionen und seine Philosophie,

2

die Werte seines Unternehmens.

Man könnte sagen, er hat sich und

sein Unternehmen als Haus gebaut.

Ein Haus, in dem es während

und oft auch außerhalb der

Öffnungszeiten brodelt. Wie in

einem Labor. Hier wird aber

nicht mit Elementarteilchen und

chemischen Mixturen operiert,

sondern an neuen Wegen des

Reisens, am sich dabei Entfalten-Können,

am Über-den-Tellerrand-Blicken,

starre Strukturen-

Aufbrechen und Unvereinbares

Zusammenbringen getüftelt.

Menschen formen Gebäude, Gebäude

formen Menschen. Ein

besonderes Gebäude schafft besondere

Menschen, die Beson-

deres schaffen. Wechselseitigkeit

par excellence.

Der Würfel ist gefallen

Das Gebäude ist ein fast quadratischer

Würfel. Die Form an

sich energiesparend und ökonomisch.

Die Härte des Kubus

wird durch die Lärchenver-

schalung abgeschwächt. Die

Hülle ist stabil, der Würfel ist

gefallen. Die Basis von Weltweitwandern

ist wie das Gebäude:

einfach, erdverbunden,

nicht so leicht aus der Bahn zu

werfen, nicht modisch, aber

zuverlässig. Innen drinnen aber

wird immer wieder neu gewürfelt.

Und das ist das eigentlich

Spannende. Am Büro, als auch

am Unternehmen.

Am Anfang IST das Licht

Wer in Gedanken ein Bürogebäude

betritt, erwartet ganz klassisch

ein Vorzimmer mit einer

Empfangsdame, dem personifizierten

Schutzwall, um unerwünschte

Gäste abzuwimmeln.

Es gibt zwar einen Vorraum,

doch da ist niemand. Wer dann

durch die erste Tür geht, betritt

Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser!

Auch mit der zweiten Ausgabe

des WEITBLICK möchten wir

Sie wieder hinter die Kulissen

von Weltweitwandern führen.

Eine bunte, lebendige Kulisse,

das großzügige Zentrum des Gebäudes.

Und eines fällt hier

gleich auf: LICHT! LICHT!

LICHT! Im Osten – gegenüberliegend

vom Eingang – eine

riesige Glaswand hinaus in den

Garten. Müde MitarbeiterInnen,

die sich an Novembertagen

durch Nebelschwaden ins Büro

mühen, hellen in dieser Lichtinsel

deutlich auf. Einen wunderschönen

guten Morgen, der Tag

kann beginnen!

Es geht um wertschätzende

Begegnung von Menschen,

Kulturen und mit der Natur.

Gut sechs Meter über der Mitte

des 60m 2 großen Raumes ragt

eine zwei Meter hohe Dach-

laterne in die Höhe. Diese an

tibetisch-buddhistische Klosterarchitektur

angelehnte Lichterhöhung

wird demnächst noch

tibetischer. Befreundete Mönche

aus Ladakh/Nordindien werden

an der Decke ein kunstvoll ge-

denn eine Reise mit Weltweitwandern

ist kein fertig verpacktes

Industrieprodukt, das man

aus dem Supermarktregal nimmt

und in den Einkaufswagen steckt.

Unsere Reisen leben. Sie werden

vor den Augen der KäuferInnen

und unter deren Mitwirkung geschaffen.

An der Erstellung unserer Reisen

sind Hunderte AkteurInnen

beteiligt. Hat die/der ReiseleiterIn

Sorgen, kann sich das auf

ihre/seine Führungsqualitäten

auswirken. Ist sie/er frisch verliebt,

stecken ihre/seine Glücks-

staltetes Mandala anbringen.

Sieh Dich um! An der Süd- und

Nordseite hängen „futuristische“

Gebetsfahnen – nicht klassisch

aus Stoff und mit buddhistischen

Gebeten bedruckt, sondern

Leuchten in der typisch tibetischen

Farbanordnung blau,

gelb, grün, rot, weiß. Wandteppiche

aus Bhutan, Marokko und

Armenien, ein Tisch aus Ladakh,

eine mongolische Jurte im Garten,

eine Buddhastatue aus Nepal,

Literatur über fremde Länder

und Kulturen, ein Tischfußballtisch

von der Fußball-WM 2008

in Österreich und der Schweiz,

eine Gebetstafel aus Tibet, ein

Metallteller aus Ägypten und,

und, und. Genau! Wir sind beim

Konzept der Begegnung – allgegenwärtig,

nicht zu übersehen.

Besonders hier in dieser Halle.

Treffen wir uns in der Mitte

Die Halle ist mehr als nur gebauter

Treffpunkt der Kulturen

gefühle möglicherweise die Reisegruppe

an. Auch die Natur, der

Straßenzustand, Fluglinien, die

Dienstleistungsqualität oder Abfallwirtschaft

eines Landes, alles

Faktoren, die wir kaum oder

nicht beeinflussen können.

Trotzdem bemühen wir uns um

faires und nachhaltiges Reisen.

ABER: eine Reise ist kein Freilandei,

dessen Produktionskette

sich anhand nachvollziehbarer

Kriterien überprüfen und bewerten

lässt. Wir können und

wollen unseren Gästen keinen

supersauberen „Nachhaltigkeits-

und lichtenergetische Quelle.

Die goldene Mitte! Das Gebäude

hat ganz genau im

Schnittpunkt der Achsen sein

Zentrum. Rund um die dort angebrachte

Steinrosette trifft man

sich im wahrsten Sinne des

Wortes in der Mitte. Es ist das

Begegnungs- und Kommunikationszentrum,

das Herz des aus

Ziegel, Holz und Glas geformten

Unternehmens.

„In der Planungsphase gab es

große Befürchtungen, dass die

Halle ungemütlich und nicht

geeignet für unseren internen

Gebrauch sein würde“, erzählt

Christian Hlade von der Entstehungsgeschichte

der Halle.

„Große Räume wirken oft beängstigend

– nicht von ungefähr

treffen sich Menschen auf einer

Party viel lieber in der kleineren

Küche. Das Team fragte mich

einmal, ob es denn nicht möglich

wäre, ein zusätzliches kleines

cluburlaub“ bieten, den sie vom

Liegestuhl aus passiv genießen

können.

Was wir ihnen bieten, ist eine

Reise ins echte Leben, das ja

auch nicht frei von unvorhergesehenen

Ereignissen ist.

Gehen Sie mit auf diese spannende

Reise?

Christian Hlade

Gf von Weltweitwandern

‚Pausenkammerl’ zum ‚wirklichen’

Zusammensitzen einzuplanen.

Mir fiel bei diesem

Wunsch erstmal das ‚Ladl obi’

(=österreichisch für Sprachlosigkeit;

Anm. d. Red.). Doch

auch ich war unsicher. Was, wenn

aus meiner Vision eines großen,

hellen ‚Begegnungsraumes’ doch

nur eine öde, repräsentative aber

letztlich leere Halle wird?“, so

Christian Hlade.

Seine Ängste und die des Teams

zeigten sich schnell als unbegründet.

Das bestätigt auch Sophie

Borckenstein, die Marketingfachfrau

von Weltweitwandern: „Die

Begegnungshalle hat das Klima

im Team noch freier und offener

gemacht. Kaffeepausen, Tischfußballmeisterschaften,zwanglose

Gespräche untereinander,

wie auch mit KundInnen und

PartnerInnen – unser Begegnungsraum

ist wirklich voll gelungen!“

Hier wird auch ein großer

3


Teil der Firmenphilosophie von

Weltweitwandern in die Praxis

umgesetzt. Der Tüftler, Christian

Hlade, hat sich viel mit Führungsstilen,

neuen Konzepten

des Arbeitens und sozialverantwortlichem

Wirtschaften auseinander

gesetzt. Vieles ist noch im

Entstehen, im Reifen, muss noch

erprobt und evaluiert werden.

Einiges wurde jedoch bereits als

WWW-tauglich befunden und

hat Einzug in die Räume des

Reiseveranstalters gehalten. (s.

Kasten rechts)

Weltweitwandern will mehr als

„nur“ Reisen verkaufen. Dieses

Mehr-Wollen fordert einen aber

auch, fordert Ruhephasen, ein

In-sich-Gehen. Wie gut, dass wir

uns noch immer in der Halle befinden.

Hier steht nämlich auch

ein großer Tisch, hier trifft man

sich zu MITTag. Gekocht wird

abwechselnd von den Team-

mitgliedern selbst, das gemeinschaftliche

Mittagessen ist ein

sich täglich wiederholendes

Ritual. Eins aber ist tabu: Über

die Arbeit wird nicht gesprochen,

ganz bewusst.

Gleich neben dem Esstisch steht

ein „Wutzltisch“ (österreichisch

für Tischfußballtisch; Anm. d.

Red.). Aufgestaute Probleme

4

werden hier per Kick ins gegnerische

Tor katapultiert. Einmal in

der Woche werden außerdem

Ess- und Fußballtisch in die Ecke

geräumt und Matten ausgerollt.

Weltweitwandern bietet seinen

MitarbeiterInnen Yogastunden an.

„Mit unseren besonderen Reisen

wollen wir unsere KundInnen

begeistern. Gesunde und zufriedene

MitarbeiterInnen sind die

Basis für dieses Vorhaben.“, begründet

der gelernte Architekt

Christian Hlade die Freiräume.

Es geht bergauf

Oben, im ersten Stock, verbindet

ein gewölbter Holzsteg die linke

und rechte Gebäudehälfte. Dieser

Verbindungsweg ist Sinnbild

für das „Brücken schlagen“ und

Netzwerke bilden, das bei Weltweitwandern

so sehr im Vordergrund

steht. Hinten links befindet

sich das Gästezimmer mit Bad

und WC. Wenn man mit einem

weltumspannenden Netzwerk

arbeitet, hat man auch oft Besuch.

Immer wieder sind das

Guides, die in Österreich ihre

Deutschkenntnisse verbessern

und die Kultur ihrer Gäste kennen

lernen wollen. Das ist dem

Reiseveranstalter ein großes

Anliegen. Besonders bei exotischen

Destinationen setzt er auf

Im Aufenthaltsraum lässt es sich nicht nur zu Weihnachten gut zusammen sitzen.

einheimische Guides, da sie ihre

eigene Kultur authentisch vermitteln

können. Empowerment

ist das Weltweitwandern-übliche

Schlagwort dafür. Bei den angebotenen

Wanderreisen geht es

nicht nur um die erreichten

Höhenmeter und die Pulsfrequenz

bei Bergbesteigungen – es geht

auch um Begegnungen auf Augenhöhe

– mit der Natur und

Kultur. Dafür braucht es gut ausgebildete

ReiseleiterInnen.

Ausgezeichnete Arbeit

Im oberen Stock ist auch ein

Großteil der Büroräume, die nach

Feng-Shui-Konzepten farblich

und energetisch akzentuiert wurden.

Nicht weil Weltweitwandern

so esoterisch ist. Es geht

dabei um die positiven Auswirkungen

auf die Mitarbeiter-

Innen und somit um den wirtschaftlichen

Nutzen. Auch die

Lichtplanung spielt da eine große

Rolle. Es wird mit unterschiedlichsten

Lichtquellen, je nach

Funktion gespielt. Die gewünschte

Stimmung – Aktivierung

für die Arbeit oder Regeneration

in den Pausen – kann mittels

Dimmer individuell eingestellt

werden. Mit Erfolg. Die Weltweitwandern-MitarbeiterInnen

fühlen sich in ihrem Umfeld

wohl.

„Natürlich geht es dabei letztlich

darum, dass ein zufriedenes

Team mehr Gewinn erwirtschaftet.

Den braucht jedes Unternehmen

wie Sauerstoff zum

Atmen. Trotzdem ist Gewinn

nicht unser Ziel, sondern nur

eine Bedingung, mit der wir

weiterhin tolle Projekte verwirklichen

können.“, erklärt Christian

Hlade sein Konzept.

Dass Weltweitwandern gute Arbeit

leistet, haben auch andere

bemerkt und das Unternehmen

mehrfach ausgezeichnet: Als

familienfreundlichstes Unternehmen,

für innovative Leistungen

im Tourismus, als einziger

Reiseveranstalter in Österreich

mit dem CSR-Gütesiegel, für

verschiedenste Reisen mit der

Goldenen Palme, zwei Mal mit

dem „Fit im Job“- Gesundheitspreis

usw. Weil Weltweitwandern

in den letzten Jahren mit

Preisen geradezu überhäuft

wurde, witzelt man intern schon

über mögliche zukünftige Auszeichnungen:

tierfreundlichstes

Unternehmen, weil Una, der

Bürohund, sogar auf der Teamseite

der Homepage zu finden

ist; buddhistischstes Unternehmen,

weil die fernöstliche Philosophie

dem Geschäftsführer

sehr wichtig ist; oder futuristischstes

Bürogebäude und das

sogar im Ernst, weil es dank der

innovativen Gedanken, die in

ihm stecken, seiner Zeit bei

Weitem voraus ist. (dlw)

Unser Buchtipp:

Gemeinwohl-

Ökonomie.

Das Wirtschaftsmodell

der Zukunft.

Von Christian

Felber.

Erschienen im Deuticke Verlag,

16,– Euro, ISBN: 978-3-552-06137-8

Exkursion in die „Chefetage“

Der Geschäftsführer, Christian mern die MitarbeiterInnen zu

Hlade, hat sein Büro nicht in einer frustrierten Arbeitsmaschinen. Als

eigenen Chefetage. Sein Zimmer logische Konsequenz hat er sich

Wer befindet Christian sich Hlade, zwischen den zwei Gründer Mitarturen-Aufbrechen für die Mitte entschieden und Unverund

ternehmen.ar- von beiterInnenbüros Weltweitwandern, und kennt, ist auch einbaresbeitet in Netzwerken, Zusammenbringen die auch über

wusste nicht größer schon als von die vornherein, anderen. Be- getüftelt. die Grenzen Menschen des formen Büros Gehinausge- Am Anfang IST das Licht

dass wusst das und von gewollt! ihm konzipierte bäude,hen. Gebäude Sie setzen formen sich Men- aus Teams Wer in Gedanken ein Büroge-

Bürogebäude sicher nicht nur schen. zusammen, Ein besonderes die von Gebäude verantwortlibäude betritt, erwartet ganz klas-

einfach Weil sich ein der Dach gelernte über den Architekt Köp- schafft chen besondere LeiterInnen Menschen, geführt die werden. sisch ein Vorzimmer mit einer

fen gerne seiner den MitarbeiterInnen Kopf über neue sein Wege Besonderes schaffen. Wech- Empfangsdame, dem personifi-

wird. des Miteinander-Arbeitens Das wäre zu simpel. Das zerselseitigkeit Daneben par beschäftigt excellence. sich der Unzierten Schutzwall, um uner-

Gebäude bricht, wollte verkörpert er auch seine mit Videm

Der ternehmer Würfel ist gern gefallen mit seiner unternehwünschte Gäste abzuwimmeln.

sionen Büro weg und von seine gängigen Philosophie, Firmen- Das merischen Gebäude Sozialverantwortung ist ein fast qua- Es – gibt zwar einen Vorraum,

die konzepten. Werte seines Zwar Unternehmens. unterscheidet dratischer der Corporate Würfel. Social Die Form Responsibility an doch da ist niemand. Wer dann

Man sich sein könnte Büro sagen, nicht er von hat denen sich der sich (CSR) energiesparend und mit und den ökono- Werten der durch die erste Tür geht, betritt

und anderen sein Unternehmen MitarbeiterInnen, als Haus von misch. „Gemeinwohl-Ökonomie“.

Die Härte des Kubus das großzügige Zentrum des Ge-

gebaut. basisdemokratischen Entschei- wird durch die Lärchenverschbäudes. Und eines fällt hier gleidungsprozessen

hält er trotzdem alung Dabei abgeschwächt. geht es um Die verantwortungs-

Hülle ch auf: LICHT! LICHT! LI-

Ein wenig. Haus, in dem es während ist stabil, volles der Handeln Würfel in ist Bezug gefallen. auf die Cei H T !

und oft auch außerhalb der Öff- Die gentliche Basis von Weltweitwandern

Geschäftstätigkeit, Im die Osten – gegenüberliegend

nungszeiten „Die sind zu brodelt. zermürbend Wie in ei- und ist Umwelt wie das und Gebäude: seine einfach, MitarbeiterIn- vom Eingang – eine riesige

nem langwierig. Labor. Hier Wenn wird alle aber mitreden, nicht erdverbunden, nen. Dazu gibt nicht es so auch leicht einen aus zwei- Glaswand hinaus in den Garten.

mit zerredet Elementarteilchen man vieles und und kommt che- zu der jährlichen Bahn zu werfen, Nachhaltigkeitsbericht,

nicht mo- Müde MitarbeiterInnen, die sich

mischen nichts.“ Von Mixturen strenger operiert, Hierarchie disch, der jedem aber zuverlässig. frei zugänglich Innen ist: an Novembertagen durch Nebel-

sondern hält er genauso an neuen wenig. Wegen Wenn des alle drinnen www.weltweitwandern.at/downloads

aber wird immer schwaden ins Büro mühen, hel-

Reisens, Entscheidungen am sich nur dabei von oben Entge- wieder neu gewürfelt. Und das len in dieser Lichtinsel deutlich

falten-Können,troffen werden, am geht über viel Weisheit den ist Reinklicken das eigentlich und Mitreden! Spannende. auf. Einen wunderschönen guten

Tellerrand-Blicken, und Kreativität verloren. starre Struk- Neben Am im Büro, Blog von als Christian auch am Hlade. Un- Morgen, der Tag kann beginnen!

dem „allwissenden“ Chef verküm- http://blog.weltweitwandern.at

„Es geht um wertschätzende

Begegnung von Menschen,

Kulturen und mit der Kultur.“

Gut sechs Meter über der Mitte

des 60qm2 großen Raumes ragt

eine zwei Meter hohe Dachlaterne

in die Höhe. Diese an tibetisch-buddhistischeKlosterarchitektur

angelehnte

Lichterhöhung wird demnächst

noch tibetischer. Befreundete

Mönche aus Ladakh/Nordindien

werden an der Decke ein

kunstvoll gestaltetes Mandala

anbringen. Sieh Dich um! An

der Süd- und Nordseite hängen

„futuristische“ Gebetsfahnen –

nicht klassisch aus Stoff und

mit buddhistischen Gebeten

bedruckt, sondern Leuchten in

der typisch tibetischen Farbanordnung

blau, gelb, grün

rot, weiß. Wandteppiche aus

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Deutschlernen

am Dach der Welt

Ein Erfahrungsbericht von Greta Kostka

Ich heiße Greta. Und du? Guten Morgen, hast du gut geschlafen? Möchtest du Tee? Ich bin Guide.

Ich bin Koch. Ich heiße Tsewang. Mein Spitzname ist Sanju. Ich heiße Schokolade … Nein! Ich möchte

heiße Schokolade. Und ich Zitronentee. Ich esse ladakhisches Brot. Und was nehmen Sie? Ich nehme

Reis und Linsen. Achtung auf den Kopf! Ist es noch weit bis zum Pass?

Was hier so bunt gemischt

klingt, ist unser Alltag beim

Deutschkurs im winterlich eiskalten

Ladakh. Die Lehrerin:

Das bin ich, Greta Kostka, pensionierte

Lehrerin aus Lassnitzhöhe.

Die Schüler: alles “gstandene”

Männer zwischen 26 und

45, die während der Saison als

Bergführer, Kulturführer, Koch

oder Helfer für die ladakhische

6

Empowerment in

der Praxis

Bereits seit Jahren setzt

Weltweitwandern massiv

auf die Ausbildung einheimischer

Guides und verzichtet

in vielen Fernreisezielen

auf ReiseleiterInnen aus Europa.

Erfolgreich veranstaltet

Weltweitwandern jährlich

fachspezifische Weiterbildungen

und Deutschkurse

in den Zielländern und Austauschaufenthalte

in Österreich.

Mehr als 100 Guides

& PartnerInnen haben bisher

von diesem Engagement

profitiert. Zwei unserer erfolgreichsten

ladakhischen

Guides wurden 2010 nach

Österreich eingeladen, um

neben der Verbesserung der

Sprachkenntnisse auch die

Kultur ihrer Gäste kennen

zu lernen.

Partneragentur von Weltweitwandern

arbeiten. Der Background

der Männer könnte unterschiedlicher

nicht sein: Sie

sind Bauern, einer arbeitet auch

als Kellner, einer besitzt ein

Restaurant, zwei waren früher

Mönche in Südindien, einer ist

Augenarzt-Assistent. Einige haben

nur vier Jahre lang eine

Schule besucht, ein anderer

studiert sogar Englisch. Meine

Gruppe, bestehend aus 12 Leuten,

ist alles andere als einheitlich.

Es gibt eine Anfänger- und

eine Fortgeschrittenengruppe.

Um zehn Uhr kommen die ersten

Schüler in das Zimmer im

ersten Stock eines alten Hauses

in Leh und heizen den kleinen

Holzofen ein. Sie setzen sich auf

die Matten und beginnen zu

lesen. Wenn ich dann so gegen

halb elf ankomme, höre ich bereits,

wie sie üben und freue

mich darüber. Ihr Deutsch klingt

manchmal sehr indisch oder

englisch, aber das stört mich

nicht. Das wird schon ... Mit

kleinen Pausen arbeiten wir bis

vier Uhr nachmittags. Als Pausenhighlight

gibt es kaschmirisches

Fladenbrot, frisch und

warm vom Bäcker um die Ecke,

und dazu eine große Kanne

Milchtee.

Beten oder Lernen?

Unsere Lernstube liegt genau ne-

Greta Kostka vor dem Stadtkloster von Leh

ben dem Hauptkloster in der Innenstadt.

Während wir lernen

hören wir oft durch Lautsprecher

verstärkte Gebete. Von unseren

Fenstern aus beobachten

wir das Treiben auf dem

Klosterhof und die vielen rotgekleideten

Mönche. Wenn sie

unten ihre religiösen Texte rezitieren,

sind wir nicht sicher, ob

wir mitbeten sollen oder nicht.

Ich frage sie, ob es nicht ein

Sakrileg sei, wenn wir hier im

Klang der Trommeln einfach unsere

Zahlen oder Deutschsätze

sprechen ... Nein, nein, wird

mir versichert, das sei schon in

Ordnung.

Wir gehen einerseits systematisch

vor, nach Lehrbüchern für

Anfänger, andererseits auch

kreativ, zugeschnitten auf die

Arbeit meiner Schüler als Kul-

Greta Kostka. Lehrerin mit Herz und Humor

Die pensionierte Lehrerin aus der Steiermark ist in Ladakh bestens bekannt. Als ehemalige

Obfrau des Vereins Friends of Lingshed hat sie die nordindische Provinz mehrfach und oft

monatelang bereist, um Projekte vor Ort zu betreuen und durchzuführen. Ihr Engagement

und die Liebe zu Ladakh und seinen Menschen zeichnen sie aus und machten sie zur idealen

Besetzung für den Job als Deutschlehrerin am Dach der Welt.

Greta Kostka im Kreis ihrer eifrigen Studenten

tur- und Bergführer. Sie lernen

also vor allem, was bei einer

Klosterführung oder unterwegs

beim Trekken unbedingt gesagt

werden muss. Oder die notwendigen

Worte, wenn Gäste in Leh

ankommen, wenn sie Fragen zur

Kultur haben. Natürlich können

sie nicht in zwei Monaten perfekt

Deutsch sprechen. Auch

Auswendiglernen ist sinnlos.

Vielmehr arbeiten wir mit Rollenspielen:

Gast und Guide im Kloster. Der

Kursraum ist unser imaginäres

Kloster.

Mit Humor lernt es sich leichter

Guide: „Kommen Sie rein. Bitte

ziehen Sie die Schuhe aus!“

Gast: „Oh ja! Klar! Was ist das?“

Guide (zeigt auf uns im Kreis

Sitzende. Wir stellen buddhistische

Statuen dar): „Das ist

Buddha Shakyamuni, das ist

Guru Rinpoche, das ist der Zukunftsbuddha

…“

Ich werde meist als grüne Tara

angesprochen, und der manchmal

etwas finster dreinblickende

Sonam bekommt den Namen

einer zornvollen Gottheit verpasst.

Im Kursraum liegende

Matten und Decken werden zu

unseren „heiligen Büchern“ und

die Plakate zu Wandmalereien.

Im tibetischen Buddhismus, so

scheint mir, ist nichts todernst.

Hinter allem verbirgt sich ein

Lächeln.

Zwei Meter große Igel

Auch die Aussprache bringt uns

zum Lachen, denn die Durchwahl

beim Telefonieren klingt

oft wie Durchfall. Und statt

Eierspeise sagen viele - weil’s

leichter ist - einfach Eier-spicy!

Dann ist da noch die Geschichte

mit dem Igel: Wir lernen das

ABC und dazu jeweils ein Tier,

also A für Adler, Y für Yak und I

für Igel. Ich will wissen, ob es in

Ladakh auch Igel gibt. Zu meinem

Erstaunen ist die Antwort

ein einstimmiges Ja, die Igel in

Ladakh seien sogar zwei Meter

groß. Ich wundere mich ein

wenig, doch mit den Händen

wird die Igelspannweite bestätigt.

Erstaunlich, was dieses karge

Land für Igel hervorbringt!

Sonam meint dann noch, statt

Igel könnte man auch Lämmergeier

sagen. Da ist alles klar!

Der englische Eagle ist unserem

„Julley! Willkommen!“

So würden Sie unsere Guides gerne begrüßen!

a

deutschen Igel ja auch wirklich

zum Verwechseln ähnlich.

Meine Schüler können noch

kein perfektes Deutsch, sie können

ihre Gäste aber nach dem

Befinden fragen, ihnen etwas zu

trinken oder zu essen anbieten.

Und noch etwas wissen sie jetzt

bestimmt: dass es Igel in Ladakh

doch nicht gibt und sie auch in

Österreich nicht so groß wie

Adler sind.

Mehr über Gretas Erfahrungen

als Deutschlehrerin am

Dach der Welt finden Sie unter:

www.gretareisen.posterous.com

Ein umfangreiches Wander- und Trekkingreiseangebot in Ladakh

ermöglicht die Wahl zwischen Begegnungsreisen mit Land und

Leuten, längeren Trekkingtouren, Bergbesteigungen, einfachen

Wanderreisen bis hin zu Stadt- und Klösterbesichtigungen. Und

wenn das passende Programm nicht dabei ist, gibt es auch

maßgeschneiderte Individualangebote.

www.weltweitwandern.at

Mehr Infos über Ladakh:

www.allesueberladakh.com

Weltweitwandern ist DER führende Spezialist für Ladakh

mit über 20 Jahren Erfahrung!

7


Auf gleicher Augenhöhe

Das Olpopongi-Maasai-Dorf in Tansania

Allein. Ganz allein in einem Dorf in Tansania am Fuße des Kilimanjaro. Rundherum nur

Maasai. Ein paar wenige von ihnen sprechen englisch, die anderen ihre traditionelle Sprache.

Kurze oder kahlgeschorene Haare, lange bunte Gewänder und der typische selbstgemachte

Schmuck. Abwartendes Verhalten auf beiden Seiten.

Der “weiße Maasai” Tom Kunkler hat das Museumsdorf ins Leben gerufen.

„Am Anfang gibt es immer Berührungsängste,

vor allem seitens

der TouristInnen“, erklärt der

Deutsche, Tom Kunkler, der das

Maasai-Museumsdorf Olpopongi

in Tansania auf Wunsch eines

Stammes ins Leben gerufen hat.

„Die meisten Gäste wissen sehr

wenig über die lokale Bevölkerung

und sind zu Beginn eher

8

ängstlich, wenn nur Maasai

rund um sie sind.“ Aber ein Tag

im Museumsdorf vergeht sehr

schnell und wenn gemeinsam

gesungen und getanzt wird, verfliegen

die Vorbehalte und es

gibt viel zu lachen.

Treffpunkt Olpopongi

Das Museumsdorf Olpopongi

wurde originalgetreu gebaut. Die

Maasai leben aber nicht dort,

sondern weiterhin in ihren nahe

gelegenen Dörfern. Wenn Gäste

kommen, gehen die BewohnerInnen

ins Museumsdorf „arbeiten“.

Es gibt vier angestellte Maasai-

Guides, die englisch, teilweise

auch deutsch und spanisch sprechen

und die Gäste während

ihres Aufenthaltes in Olpopongi

betreuen. Darüber hinaus gibt es

noch fest angestellte Köche und

Nachtwächter. Die anderen machen

genau das, was sie sonst

auch machen: Sie stellen Werkzeuge

und Schmuck her, singen,

machen Brennholz, kochen, hüten

ihre Rinder, stillen ihre Kinder,

holen Wasser usw. Über ihre

Wissenwertes über die Maasai

Die Maasai sind ein halbnomadisch lebendes Hirtenvolk in Ostafrika. Die ersten Maasai kamen wahrscheinlich

kurz nach 1550 aus dem Süden und dem Niltal nach Kenia und Tansania. Dabei brachten sie

ihr eigenes, domestiziertes Vieh bereits mit. Das Volk ist vor allem in der Serengeti, im Ngorongoro

Schutzgebiet und in den Steppen rund um Arsuha beheimatet. Die Maasai sprechen Maa, eine

nilotische Sprache und haben eine eigene monotheistische Religion. Einige sind jedoch auch Christen

und Muslime.

Gäste wissen die Maasai zwar

sehr wenig, sind aber genauso an

ihnen interessiert wie umgekehrt.

Dass die TouristenInnen mit dem

Flugzeug gekommen sind und

wo ihre Heimatländer liegen, ist

für die meisten Einheimischen

völlig unklar. „Diese Bildungslücken

erschweren manchmal die

Zusammenarbeit“, erklärt Tom

Kunkler, „aber, dass hier Gäste

aus aller Welt mit den Maasai

auf Augenhöhe kommunizieren,

ist fantastisch und alle bisherigen

Strapazen wert!“

Wir wollen Weiße!

Dabei wollte Tom, ein Deutscher,

der seit 5 Jahren in Tansania

lebt, dieses Projekt anfangs gar

nicht. Eigentlich betreibt er ja

in Moshi einer 200.000 Einwoh-

Tansania hat einiges zu bieten - es gilt als Wiege

der Menschheit und ist ein besonders spannendes

und schönes Land im Osten Afrikas, das mit unvergesslichen

Natur- und Kulturerlebnissen aufwarten

kann. Und erst recht Bergerlebnisse: Der Kilimanjaro

ist mit seinen 5.895 Metern nicht nur der höchste

Berg Tansanias, sondern auch der höchste Berg

Afrikas. Mehr Superlative: Er ist der einzige Berg

der Welt, der alle fünf Klimastufen der Erde in sich

vereint und damit wohl nach dem Mount Everest

der berühmteste aller Berge. Doch die Reise beginnt

mit dem Mount Meru, der nur einige Kilo-

ner zählenden Stadt am Kilimanjaro

einen Großhandel für

Mountain Equipment und Souvenirs.

Die Wachleute für seine

Firma und sein Haus sind Maasai.

Mit einem von ihnen, Johnson,

freundete sich Tom an und wurde

von ihm regelmäßig nach Hause

ins Maasai-Land eingeladen.

▲ ▲ ▲

Und dort begann auch alles

Die Familie von Johnson und

andere Klans baten Tom Kunkler

wiederholt, TouristInnen in ihr

Dorf zu bringen. „Auch wir

Maasai müssen dringend Geld

verdienen, um Medizin und Essen

zu kaufen!“, unterstrichen

sie ihre Bitte und „Warum nicht

mit dem Tourismus?“. Tom

Kunkler hatte Bedenken: „Die

TouristInnen zerstören eure Kultur

und die Privatsphäre, wenn

sie durch eure Dörfer trampeln…!“

Doch sie blieben hartnäckig und

Tom Kunkler ließ sich zu einem

Kompromiss überreden, der

heute Olpopongi heißt: Tourist-

Innen JA, aber eben kontrolliert

und auf Augenhöhe und nicht als

„Eindringlinge“. Ein Vorzeigeprojekt,

das Nachahmer braucht.

Tansania - Mt. Meru & Kilimanjaro

Hütten-Trekking auf den Mt. Meru (4.566m)

Bergtrekking mit Zelt (Machameroute)

oder Hütten (Maranguroute) auf den Gipfel des

Kilimanjaro (5.895m)

Nächtigung im Olpopongi-Maasai-Dorf

meter entfernt aus der weiten Steppe Tansanias

in die Höhe ragt. Mit seinen 4.566m ist er der

ideale Akklimatisierungsberg und erleichtert

die Höhenanpassung für die anschließende

Besteigung.

Tansania bietet viel Abwechslung und großartige

Highlights: Die vielfältigen Klimazonen am Kilimanjaro,

die Kultur der Maasai, die wilden Tiere

in der Serengeti und die langen Sandstrände auf

Sansibar. Afrika pur! Weitere Infos zu dieser und

anderen Tansania-Reisen:

www.weltweitwandern.at

Die Einnahmen aus dem Museumsdorf

werden aufgeteilt und

versorgen die gesamte Maasai-

Gemeinschaft. Ein Teil geht an

die acht Angestellten und ihre

Familien, einer fließt an die Gemeinschaft

für den Erhalt ihrer

Infrastruktur. Diejenigen, die

zum Verrichten ihrer Arbeiten

oder zum Tanzen und Singen ins

Dorf kommen, erhalten eine Art

Tagelohn. Die „Mamas“, die

im Museumsdorf traditionellen

Schmuck herstellen, dürfen ihn

am lokalen Marktplatz auch

verkaufen. Doch das ist nicht

alles. Mit dem Geld wird auch

die lokale, ziemlich desolate

Grundschule renoviert und ausgebaut

und eine Busch-Arztpraxis

unterstützt. Mit dem Geld

der weißen Gäste werden Medikamente

und medizinisches

Equipment besorgt. Sauberes

Wasser und Strom werden über

eine eigens aus Spendengeldern

der Wirtschaftsjunioren Bad

Kreuznach/Deutschland erbaute

Solaranlage bereitgestellt.

Heute ist das Olpopongi-Museumsdorf

zu einem beliebten

Treffpunkt geworden. Die Maasai

kommen gern hierher, treffen

sich auf dem Dorfplatz, um Tee

zu trinken, Wasser zu holen oder

mit den TouristInnen zu tanzen.

Dass es dabei weniger darum

geht, für die Gäste zu arbeiten,

als um Unterhaltung und Austausch,

macht dieses Projekt so

besonders. Es ist eines von jenen

Vorzeigeprojekten, das gut und

gern weltweit kopiert werden

darf! (cs)

Infos: www.maasai.co.tz

www.olpopongi-maasai.com

9


Von wegen Ölkrise!

Eine schmierige Erfolgsstory

Im kretischen 150-Seelen Dorf Kapetaniana, auf 800 Höhenmetern leben zwei Kärntner, die sich

unter anderem der Produktion und dem Vertrieb von Öl verschrieben haben. Und das in diesen

Zeiten? Wo das Öl doch immer knapper wird? Von wegen kurzsichtig und knapp! Wer das behauptet,

kennt Luisa und Gunnar Schuschnigg noch nicht. Ihr Öl verstößt nicht gegen Klimaschutzrichtlinien,

erneuert sogar Energien und ist nicht schwarz, sondern gold: Olivenöl!

Luisa Schuschnigg legt bei der Olivenernte selbst Hand an.

10

Vor vielen Jahren hat sich das

österreichische Paar bei einem

Kreta-Urlaub in die Berge inmitten

des Meeres so sehr verliebt,

dass sie beschlossen, dort zu

bleiben. Mit dem Einstieg in den

Tourismus war der Ausstieg

möglich. Luisa und Gunnar zeigen

WanderfreundInnen ihr lieb

gewonnenes Kreta. Ein altes

Bauernhaus wurde von Gunnar

und den beiden Söhnen, Alex

und Tino, liebevoll renoviert

und ist heute gern besuchtes

Zentrum und Ausgangs- und

Treffpunkt für WanderInnen,

KletterInnen und BikerInnen,

aber auch für KünstlerInnen,

die zum Malen, Komponieren

oder Schreiben in das stille Dorf

kommen. Gunnar als gelernter

Koch, verköstigt dabei die Gäste

mit abwechslungsreicher Profi-

Küche.

Allroundgenies

Dem nicht genug, sind die Schuschniggs

auch sozial tätig. Sie

betreuten über mehrere Jahre

deutsche Jugendliche, organisierten

Ausstellungen, Theaterveranstaltungen

und Lesungen auf

Kreta und arbeiten jährlich beim

Snow-Jazz-Festival im Gasteinertal

mit. Dass das genügend Arbeit

für zwei Personen ist, würde

hier wohl kaum jemand bestreiten.

Oder? Luisa und Gunnar

jedenfalls hat dies nicht gereicht.

Seit 1999 sind sie stolze Besitzer

eines eigenen Olivenhaines. Er

liegt mitten in Kretas größter

Ebene, der Messara. Die fast 50

km lange und an ihrer engsten

Stelle 8 km breite Tiefebene ist

ein einziges Meer aus Olivenbäumen.

Ihr Grundstück umfasst

vier „Stremmata“, also ca. 4.000 m 2 .

Darauf stehen 85 Stück, sowohl

große alte Bäume als auch Jungbäume

der Sorte Koronaiki.

Ölmultis

Die Olivenernte findet in den

Wintermonaten statt. Und alle

Schuschniggs legen dann Hand

an. Nach den Feiertagen, meist

am Anfang eines neuen Jahres,

gehen sie raus zur Ernte, bringen

alles zur Mühle, füllen das frisch

gepresste Öl in 1l- oder 5l-

Dosen ab und etikettieren sie.

Ein buntes Netzwerk aus Haus-

und Wandergästen, GeschäftspartnerInnen,Familienmitgliedern

und FreundInnen sorgt für

die Abnahme und die weitere

Mundpropaganda.

„Wir liefern nur einmal im Jahr,

direkt nach der Ernte. Die Pakete

kommen auf eine Palette

und werden mit einem kretischen

Spediteur bis nach Kärnten

geliefert. Dort angekommen,

werden sie dann per Paketversand

direkt an die Haustür geliefert.“,

erklärt Luisa das simple

wie erfolgreiche Prinzip des

Vertriebs.

Steht das Naturprodukt Olivenöl

dann in der österreichischen

oder deutschen Küche, raten die

Olivenölexperten aus Kapetaniana,

es nicht im Kühlschrank

zu lagern. Olivenöl stockt be-

reits ab 14 Grad. Eine Temperaturmarke,

die im mitteleuropäischen

Winter eigentlich so gut

wie immer unterschritten wird.

Deswegen überbringt es die/der

Paketfrau/mann oft auch im

flockig-gestocktem Zustand. Was

aber kein Grund zur Sorge ist,

versichern die Schuschniggs.

Bei warmer Lagerung über 18

Grad nimmt es wieder seine flüssige

Form an.

„Auch die Farbe des frisch geernteten

und gemahlenen Öls ist

intensiver olivgrün als man es

ansonsten von Produkten aus

dem Ladenregal gewöhnt ist.

Es schmeckt deswegen auch anfangs

pfeffriger und wird im

Laufe der Zeit dann gaumenmilder.“,

erzählen die beiden

weiter.

Wenn es um ihr kretisches Bauernöl

geht, sind Luisa und Gunnar

Feuer und Flamme. Voller

Eifer haben sie ein eigenes

WEITBLICK-Gericht kreiert, in

dem ihr Olivenöl eine wichtige

Rolle spielt. Womit sie auch

recht haben, denn man muss es

schon schmecken, um zu verstehen,

warum die beiden weiterhin

auf Öl setzen. (dlw)

PS: Sie haben die Möglichkeit

das Kretische Bauernöl (* sowie

das Zitronen-Limettenöl) von

Luisa und Gunnar Schuschnigg

zu bestellen. Email an info@

korifi.de reicht.

Weitblick-Gaumenfreude von Luisa & Gunnar Schuschnigg

Rindfleisch-Käse-Kroketten

Zutaten für 4 Personen: 700 g fein gehacktes Rindfleisch, 1 Zwiebel fein gehackt, 50 g Schafskäse,

2 EL Langkornreis, 1 EL gehackte Petersilie, 1 TL Dill, Salz, Pfeffer, 3 Eier, 1 TL Olivenöl, Mehl

zum Panieren, Öl zum Anbraten

Zubereitung: Hackfleisch, Zwiebel, Käse pürieren.

Mit den Kräutern, Salz u. Pfeffer vermengen, 2 Eier

mit Olivenöl verquirlen und der Fleischmischung zufügen.

Alles gut kneten, bis eine glatte Masse entsteht.

Die Hände befeuchten und mithilfe eines Esslöffels

längliche Fleischbällchen formen, diese in eine ausreichend

große Pfanne legen, mit 330 ml Wasser

Karfiolgemüse

Zubereitung: Einen kleineren Karfiolkopf ca. 5 Min.

in heißem Wasser (Salz und Tasse Milch zufügen)

blanchieren. Aus Essig, Salz, Zucker, Pfeffer eine

Marinade zubereiten. Der gekochte Karfiol kommt

mit der Marinade in einen Plastiksack. Der wird so

zugedreht und verschlossen, dass die Luft entweicht

auffüllen und bei mittlerer Hitze aufkochen und 20

Min. köcheln lassen. Die Bällchen herausheben und

abkühlen lassen. Das verbliebene Ei in eine flache

Schale geben und leicht aufschlagen. Auf einen weiteren

Teller dicht Mehl füllen und die Kroketten zuerst

im Ei, dann im Mehl wälzen. Etwas Öl in einer Pfanne

erhitzen, darin die Kroketten rundum knusprig braten.

Zutaten: Blumenkohl (=Karfiol), 1 Tasse Milch, Essig, Salz, Zucker, Pfeffer, Ei, Zitronen-Limettenöl*

▲ ▲ ▲ ▲ ▲

Einsame Küstenwege, alte gepflasterte Verbindungswege,

atemberaubende Gipfel - Kreta ist

eine Wanderperle, die an Vielfältigkeit glänzt

Mischung aus hohen Bergen, tiefen Schluchten

und blauem Meer

Byzantinische Kapellen, wunderschöne Mittelmeervegetation,

unvergleichliche kretische Küche

Die Samaria- und Irini Schlucht

Entspannen & Baden in Sougia

„Gunnar ist ein äußerst liebevoller Reiseleiter,

der immer für die Gruppe da war und uns die

kretische Lebensweise nahe gebracht hat. Wir

haben ein echtes „Griechenland-Feeling“ erlebt.

Vor allem das Kochen mit Gunnar war ein tolles

Erlebnis (obwohl ich normalerweise nicht koche!)“

Wolfgang Altinger, Wien

und die Marinade den kompletten Karfiol umschließt.

Ein hart gekochtes Ei wird grob zerhackt.

Nach ca. 3stündigem Marinieren wird der Plastiksack

aufgeschnitten und der Karfiol im Ganzen auf

ein Teller gesetzt, mit Zitronen-Limettenöl kräftig

beträufeln und mit dem gehackten Ei bestreuen.

Westkreta - Berge im Meer

Besuchen Sie Luisa und Gunnar Schuschnigg

www.weltweitwandern.at

11


Keine Angst!

Tipps zum (Fern)Reisen mit Kindern

Wer schon vor der Geburt seiner Kinder gerne in exotische Länder gereist ist, wird diese Vorliebe

auch mit Kindern nicht abschütteln können. Doch viele Eltern sorgen sich um das Wohl ihrer Kinder

und die Qualität ihres Urlaubs, wenn es um Fernreisen geht. Drei Reiseprofis mit insgesamt neun

Kindern möchten Sie vom Gegenteil überzeugen.

Kinder öffnen Türen und Herzen in fremden Ländern.

Pascal Fials Erfahrungen:

Kinder öffnen Türen

Der Reisefotograf und Gründer der Alles Leinwand Vortragsreihe (www.violo.at und www.

allesleinwand.at) reist bereits seit seinem 16. Lebensjahr intensiv. Da er mittlerweile Vater

von vier Kindern ist, die ihn öfters auf seinen Touren begleiten, weiß er, was es heißt, mit

Kindern auf Reisen zu gehen.

„Aus eigener Erfahrung kann

ich Reisen mit Kind(ern) als

eine wunderbare Bereicherung

bezeichnen. Die Reisen mit meinen

Kindern habe ich als die

12

intensivste Art empfunden, ein

Land und deren BewohnerInnen

kennen zu lernen.

Egal ob wir mit unserem sechs

Monate alten Sohn im Tragetuch

durch die Berge Albaniens wanderten,

ob wir mit unserer zweijährigen

Tochter in Einbäumen

Dschungelflüsse in Honduras

entlang paddelten oder mit allen

vieren in abgeschiedenen Ge-

bieten der Ukraine unterwegs

waren, die Reisen waren stets

geprägt vom nahen Kontakt zu

den Menschen und überschwänglicher

Gastfreundschaft. Als

allein reisender, weißer Mann

stößt man in der Ferne oft nicht

gleich auf Offenheit, als reisende

Familie aber vertrauten

uns die Menschen schnell. Dort

beginnt dann für mich das

schönste Reiseerlebnis, das Kennenlernen

und Mitleben des Alltags

der Menschen, fernab der

touristischen Routen.

Natürlich kommen auf meinen

Reisevorträgen immer viele Fragen:

Ist Reisen mit Kindern nicht

zu gefährlich, zu anstrengend,

unverantwortlich, schlichtweg

unmöglich? Haben Kinder nicht

Angst in fremden Umgebungen?

Meine Antwort ist stets ein

simples aber klares: Nein. Für

Kleinkinder und Säuglinge ist

meistens die Präsenz der Eltern

genug, um sich ‚zu Hause’ zu

fühlen. Bis zum 4. Lebensjahr

tun sich Kinder über alle Sprachbarrieren

hinweg sehr leicht,

Freundschaften mit anderen

Kindern zu schließen.“

Christian Hlades Tipps zum

gesunden Reisen mit Kindern

Der Geschäftsführer von Weltweitwandern ist Vater von drei

Kindern. Laura, Lino und Leo. Wenn die Hlades auf Urlaub

fahren, ist das ein ziemliches Unterfangen. Eines war bislang

aber kein Problem: die Gesundheit der Kids. Gewusst wie, eben!

❶› Gehen Sie beim Essen und

Trinken kein Risiko ein! Seien Sie

lieber etwas übervorsichtig und

strenger als zu Hause. Geben Sie

nicht nach, wenn die Kinder um

Eis betteln, wenn Sie nicht 100%

sicher sind, dass es auch in Ord-

❶› Nur kein Stress! Kinder sind

sehr sensibel und spüren es, wenn

Mama oder Papa große Angst vor

dem „Abenteuer“ Fliegen haben.

❷› Lieber direkt! Auch wenn es

etwas mehr kostet, buchen Sie

lieber Direktflüge. Das Umsteigen

ist oft mit langen Wartezeiten

oder einer unliebsamen Hetzerei

verbunden.

❸› Nehmen Sie sich Zeit! Fahren

Sie lieber etwas früher zum

Flughafen und trinken Sie noch

etwas und beobachten das Trei-

nung ist! In vielen Ländern kommt

es immer wieder zu Stromausfällen

und damit zu längeren Unterbrechungen

in der Kühlkette.

❷› Rohes Obst und Gemüse:

Hände weg von allem, was nicht

geschält werden kann! Keine

Daniela Luschin-Wangails

Tipps zum Fliegen mit Kindern

Die Steirerin organisiert mit ihrem Mann, Tashi Wangail, die

Ladakh-Reisen von Weltweitwandern. Weil sie auch Mutter

zweier Buben ist, weiß sie nur zu gut, worauf es beim

Fliegen mit Kindern ankommt.

ben, als in letzter Sekunde zum

Flugsteig zu hasten.

❹› Fragen Sie nach Hilfe! Bitten

Sie doch darum, dass Sie jemand

vorlässt, wenn die Kinder schon

ungeduldig sind. Das Flugpersonal

hilft. Beim Boarding haben

Reisende mit Kindern Vorrang!

❺› Beschäftigen Sie Ihr Kind!

Achten Sie darauf, dass Malutensilien,

Bücher und Spiele mit

im Handgepäck sind.

❻› Reisen mit Baby leicht gemacht.

Säuglinge können noch

keinen Druckausgleich machen.

Deshalb schreit ein Baby während

der Start- und Landephase.

Das kann einfach vermieden

werden, wenn Sie Ihr Kind

stillen oder ihm ein Fläschchen

geben!

Beeren, Tomaten oder Salate!

❸› Eine gute Reiseapotheke ist

das A und O. Erkundigen Sie

sich im Vorfeld – bestenfalls

beim Kinderarzt – welche Medikamente

Sie unbedingt mit in

den Reisekoffer packen sollten.

Familienreisen von Weltweitwandern

Marokko: WÜSTENFUCHS - BERGE & MEER - SCHATZSUCHE

IM ATLAS

Familienfreundliches,

kinderliebendes Begleitteam,

Reitmaultiere, Dromedare,

Berberkultur, Lehmburgen

und vielfältige Vegetation

Bunte Souks, Brotbacken

am Feuer, Übernachten in

Zelten oder im Freien

▲ ▲ ▲ ▲ ▲ ▲

Rumänien: FAMILIENREISE IN SIEBENBÜRGEN

Besuch im größten Bärenreservat

seiner Art in Europa

Besichtigung des sagenumwobenen

Drakulaschlosses

in den Karpaten

Floßbau und Flößen sowie

Campen am Olt-Fluss

Entdeckungsfahrt mit dem

Pferdewagen

www.weltweitwandern.at

❹› Ansonsten gilt: Keine allzu

großen Sorgen machen. Die

Kinder sind meist robuster als

man selbst. Die Familienreisen

nach Marokko, Madeira, Kreta,

Ladakh und Südindien waren

für alle ein Hit!

Diese Reisen sind speziell für Kinder von 6 bis 12 Jahren. Sie geben

einen kindgerechten Einblick in die Kultur des Reiselandes.

13


Reisende Retter

Tourismus als Wegbereiter zum

Tier- und Naturschutz

Es sind längst nicht mehr wilde Männer mit Harpunen, die im Insel-Archipel der Azoren Jagd auf Wale

machen. Nicht mehr gierige Großwildjäger, die dem Elfenbein der Elefanten in der Serengeti nachstellen.

Es sind auch keine hochmütigen Kolonialherren, die im Dickicht indischer Urwälder nach Tigern

Ausschau halten. Dort wo anno dazumal zerstört wurde, sind heute oftmals Reisende unterwegs, die

mit ihrer Liebe zur Natur (auch unbewusst) zum Schutz der Tiere und deren Lebensräumen beitragen.

Die Begegnung mit den friedlichen Riesen ist für Azorenreisende ein Highlight.

Money rules the world

Ganz uneigennützig zum bloßen

Schutz der Tier- und Pflanzenwelt

sind die Nationalparks unserer

Welt nicht immer entstanden.

Oft war es die Aussicht auf

zahlungskräftige TouristInnen,

die den Ausschlag zur Umsetzung

diverser Schutzräume gegeben

hat. Doch was eigentlich der

Grund ist - der Jagd im großen

kommerziellen Stil einen Riegel

vorzuschieben - ist den bedrohten

Tieren höchstwahrscheinlich egal.

Auch wenn es bekanntermaßen

immer wieder Rückschläge beispielsweise

durch illegale Wilderer

gibt, so hat doch die weltweite

Nachfrage nach intakten

14

Lebensräumen Bestände bedrohter

Tierarten stabilisieren und

erhöhen können.

Beispiel Tansania

Trotz seiner stetig steigenden

Bevölkerung hat Tansania fast

43.000 km 2 für Nationalparks

bereitgestellt und schützt somit

38% seines Territoriums. Auch

wenn Massentourismus schnelle

Gewinne verspricht, setzt Tansania

auf Qualität vor Quantität.

Wovon nicht nur die Tierwelt

profitiert. Ein nachhaltig wirtschaftender

Nationalpark schafft

langfristig mehr Arbeitsplätze.

Einheimische arbeiten in Nationalpark-Lodges,

als Wildhü-

ter, bei Reiseveranstaltern und

für die Nationalparkbehörde.

Ein Teil der Einnahmen fließt in

lokale Bildungs- und Infrastrukturprojekte

und schafft damit ein

Bewusstsein für die Wichtigkeit

der Schutzgebiete in der Bevölkerung.

Eine beispielhafte Win-

Win-Situation für Flora und Fauna,

Einheimische und Gäste.

Beispiel Azoren

Der Inselarchipel im Atlantik ist

seit jeher ein beliebter Tummelplatz

für Wale und Delfine. 27

verschiedene Meeressäuger finden

sich in regelmäßigen Abständen

und zu bestimmten

Jahreszeiten auf den Azoren ein,

um Rast auf ihren Wanderungen

einzulegen und/oder sich zu reproduzieren.

Während bis in die

1980er Jahre noch Walfänger

Jagd auf die friedlichen Tiere

machten, sind es heute vorwiegend

TouristInnen, die Ausschau

nach ihnen halten. Im Jahr 1991

gründete der aus Frankreich

stammende Serge Vialelle das

erste Unternehmen zur Beobachtung

der Meeressäuger. Dem Pionier

sind mittlerweile etliche

MitbewerberInnen gefolgt. Damit

es in der Werbung um die

Gunst der WalfreundInnen auch

mit rechten Dingen zugeht, wurde

die „Association of Azorean

Whale Watching Companies“

eingerichtet. Sie stellt sicher, dass

bei den Ausfahrten strenge Richtlinien

eingehalten werden.

„Ich bin seit Jahren draußen bei

den Walen. Mir taugt es einfach

irrsinnig, die Klicklaute der Delfine

oder das Ausatmen der Wale

zu hören. Die Art des Whalewatching

auf den Azoren finde

ich sehr gut, in kleinen Zodiacs

geht’s flott dahin, es wird sehr

darauf geachtet, die Tiere möglichst

wenig zu stören und riesige

Massenausfahrten á la Hawaii

(bis zu 400 Personen pro Tag

von einer(!) Firma) gibt’s auf

dem grünen Archipel nicht.“

Oliver Handler, Azoren-Reiseprofi

Dass die Azoren tatsächlich vorbildhaft

arbeiten, bestätigt auch

die Bewertung des „National

Geographic Magazine“, das den

Archipel im Atlantik 2008 zur

zweitbesten nachhaltig wirtschaftenden

Inseldestination weltweit

gewählt hat.

Beispiel Rumänien

In den rund 70.000 km 2 weiten

Karpaten Rumäniens finden sich

die letzten zusammenhängenden

Urwälder. Sie sind die Heimat

von ca. 5.500 Braunbären – das

ist die Hälfte aller europäischen

Bären -, 3.000 Wölfen und 2.000

Luchsen. Dass das auch so bleibt,

dazu trägt auch der Tourismus

bei. 1999 entstand ein besonders

schönes und spannendes Projekt.

Im Nationalpark Piatra Craiului

werden Wander- und Naturerlebnisreisen

mit Wildtierbeobachtung

angeboten. Eigens

errichtete Futterplätze garantieren

Sichtungserfolge. In kleinen

Gruppen kommt man so ganz

In Rumänien lassen sich Wölfe aus

nächster Nähe beobachten.

nah ran an die europäischen

Großräuber Wolf, Bär und Luchs.

Mit den Einnahmen aus dem

Tourismus wird der Bestand

aber nicht nur gesichert, es werden

auch bereits verschwundene

Tierarten, wie der Biber oder das

Murmeltier, wieder angesiedelt.

Spuren hinterlassen

Dem Töten bedrohter Tierarten

Azoren - Farbenspiel aus Grün und Blau

Inselhüpfen und Wandern auf den Azoren inkl.

WHALEWATCHING

6 wunderschöne Azoreninseln in einem zweiwöchigen

Wanderpaket, Höchster Berg von Portugal:

Pico (2.351m), gewaltige Caldeiras, traumhafte

Panoramen, Steilküsten und azurblaue Kraterseen,

Ausflug zu den friedlichen Giganten des

Atlantik;

und Raubbau an der Natur kann

nur Einhalt geboten werden,

wenn es alternative Einnahmequellen

gibt. Denn es geht nur

selten ums Morden oder Zerstören

aus purer Lust, sondern

ums Geld, oft nur darum, seine

Familie zu ernähren. Tourismus

kann und soll hier aktiv Einfluss

nehmen, nicht einfach nur sanft

und nichtzerstörend sein. Er kann

und soll progressiv sein, animieren,

ja fordern, Lebensräume und

Tiere zu schützen. Schlussendlich

profitiert jeder davon, wenn

TouristInnen Spuren dieser Art

hinterlassen. Die Tierwelt und

ihre Lebensräume durch den

Schutz, die Einheimischen durch

Arbeitsplätze und die Gäste

durch das hautnahe Erleben und

einen unvergesslichen Urlaub.

Zu guter Letzt möchte ich ein dickes Dankeschön aussprechen: an das Redaktionsteam,

den Grafiker Gerhard Vay und die Druckerei Berger. Auch dem Team

im Büro, unseren MitarbeiterInnen und PartnerInnen rund um die Welt und

nicht zuletzt unseren treuen KundInnen möchte ich Danke sagen, ohne deren

Mitwirken und Zutun schöne Projekte wie dieses Magazin nie zustande kommen

könnten. Danke! Christian Hlade, Gründer von Weltweitwandern

Impressum: Medieninhaber und Herausgeber: Weltweitwandern GmbH, Gaswerkstr. 99, 8020 Graz; Projektleitung:

Daniela Luschin-Wangail; Redaktion: Daniela Luschin-Wangail (dlw), Claudia Schmidt (cs),

Christian Hlade, Sophie Borckenstein-Quirini; Gestaltung: www.vaybox.at; Fotos: Weltweitwandern Archiv,

Pascal Fiala; Druck: Druckerei Ferdinand Berger & Söhne GmbH, 3580 Horn; Gedruckt nach den

Richtlinien des österreichischen Umweltzeichens. Änderungen, Irrtümer, Druck- und Satzfehler vorbehalten.

Das Österreichische Umweltzeichen für Druckerzeugnisse, UZ 24, UW 686 Ferdinand Berger & Söhne GmbH.

Rumänien - Siebenbürgische Städte und

wilde Natur der Karpaten

Inkl. Wildtierbeobachtung im Nationalpark Piatra

Craiului

Siebenbürgische Städte und Kirchenburgen - eine

Zeitreise in die Vergangenheit, Hermannstadt:

europäische Kulturhauptstadt 2007 und UNESCO-

Weltkulturerbe, Urwälder und wilde Gebirge der

Karpaten mit Wölfen und Bären;

“Seit meiner Erkundungsreise bin ich restlos begeistert

von Rumänien. Statt der Klischeebilder

von Armut fand ich ein aufstrebendes, europäisches

Land. Dazu kommt die weite und sehr ursprüngliche

Natur. Ich selbst konnte auf meiner Reise zwei

Wölfe und fünf wildlebende Bären beobachten!”

Christian Hlade – GF Weltweitwandern

www.weltweitwandern.at

15


Unser Büro

NetzwerkpartnerInnen

von Weltweitwandern

(eine Auswahl)

www.globalchange.at

Infos, Kataloge & Buchung

Weltweitwandern GmbH

Gaswerkstr. 99, 8020 Graz, Austria

info@weltweitwandern.at

Mo-Fr, 09.00 bis 18.00 Uhr

Österreich:

Tel.: 0043(0)316 583504-0

Deutschland:

Tel.: 0049(0)6163 93 45-40

www.allesleinwand.at

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