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moneyeditorial

EDITORIAL

Training hilft

gegen die Not!

GEORG MECK

Chefredakteur

FOCUS-MONEY

der Begriff stammt aus der Psychologie: „Resilienz“, die Fähigkeit von Individuen

wie Gesellschaften, Krisen zu trotzen. Der Princeton-Ökonom Markus

Brunnermeier, geboren in Landshut, hat dazu unter dem Eindruck der Pandemie

ein preisgekröntes Buch geschrieben. „Gesellschaften müssen ihre

Comeback-Fähigkeiten trainieren“, so seine Kernaussage zu Corona-Zeiten.

Mit dem Angriff Putins auf die Ukraine hat die Krise eine ganz andere Qualität

erreicht. Kein Tag vergeht ohne alarmierende Nachrichten. Wirtschaftsminister

Robert Habeck hat den Gas-Notstand ausgerufen, Finanzminister

Christian Lindner warnt vor einer „besorgniserregenden“ Situation: „Es besteht

die Gefahr einer sehr ernst zu nehmenden Wirtschaftskrise.“ Gestiegene

Energiepreise, Lieferkettenprobleme, Inflation sind die Stichworte dazu.

Und wie steht es um die Resilienz im Land? Leider schlecht, lautet die Antwort.

In der Not treten die Defizite noch stärker zutage, angefangen mit dem

Chaos an den Flughäfen und einer dysfunktionalen Bahn. Ganz zu schweigen

vom desaströsen Zustand in der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung.

Die Fax-Geräte lassen grüßen. Nur eines funktioniert zuverlässig: Die Politiker

verteilen Milliarde für Milliarde, als gäbe es kein Morgen. Wenigstens hat

FDP-Chef Lindner, als munterer Schuldenmacher ins Amt gestartet, inzwischen

erkannt, dass die Zinswende der Notenbanken eine Zeitenwende für

seinen Haushalt mit sich bringt: Geld bekommt wieder einen Preis, der

Schuldner Staat muss happige Zinsen zahlen, die Last steigt von zuletzt vier

Milliarden Euro im Jahr auf 30 Milliarden im nächsten Jahr.

Und sage niemand, die ganze Misere habe ihre Ursache in einem kaputtgesparten

Staat. Das Gegenteil ist wahr: Der öffentliche Dienst schwillt Jahr für

Jahr an, um 125 600 Stellen allein im Jahr 2021. Laut Statistischem Bundesamt

bedeutet dies den „höchsten Anstieg gegenüber einem Vorjahr seit der

deutschen Vereinigung“. 5,1 Millionen Menschen arbeiten demnach im öffentlichen

Dienst, obendrein gönnt sich die Ampel-Regierung ausgiebig externe

Berater – 271 Millionen Euro gehen dafür drauf. Resilienz geht anders,

Widerstandsfähigkeit ist keine Frage der Masse. Ökonom Brunnermeier

verweist auf die Fabel von der Eiche und dem Schilfrohr: Die Eiche ist

„robust“, sie widersteht dem Sturm – aber eben nur bis zu einem bestimmten

Punkt. Wird der Sturm zu stark, dann bricht der Baum.

„Das Schilfrohr dagegen beugt sich zwar im Sturm, aber es bricht

nicht.“

Herzlich Ihr

Aus aktuellem Anlass!

Lesen Sie FOCUS-MONEY bequem zu Hause

Liebe Leserinnen und Leser,

die Inflation steigt auf lange nicht mehr erreichte Werte, in

Amerika wie in Europa. Bange blicken die Börsianer auf die

Notenbanken: Wird die verschärfte Geldpolitik eine Rezession

auslösen und die Gewinnschätzungen für die Unternehmen unter

Druck bringen? Mein Tipp: Sie erfahren alles Wichtige in FOCUS-

MONEY. Den portofreien Kombi-Bezug (Print und Digital) für 1 Jahr erhalten

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ab 8.00 Uhr. Wenn Sie FOCUS-MONEY nach Bezug wieder im Handel kaufen

möchten: Ein Anruf genügt, und das Abo ist beendet.

FOCUS-MONEY 27/2022

Foto: F. Röth

Composing: FOCUS-MONEY

*inkl. MwSt. und Versand. Sie haben ein gesetzliches Widerrufsrecht

3


moneyinhalt

29. JUNI 2022 www.money.de

8

Es brennt – Angst um unser Geld!

Horror-Inflation, Euro-Krise, Krypto-Crash: FOCUS-

MONEY zeigt, wie Sie in diesem schwierigen Umfeld

Ihr Vermögen schützen können. Dabei gilt: Widerstandsfähigkeit

geht vor Rendite-Maximierung!

moneykompakt

6 Brennpunkt: Wie Inflationsängste

Kurse bewegen – und welche

Aktien dem Börsensturm trotzen

98 Andis Börsenbarometer: Wo

kaufe ich Aktien? Tipps und Tricks

bei der Wahl des Handelsplatzes

moneytitel

8 Analyse: Rezession – oder doch

wieder schnelle Erholung? Die

Weltwirtschaft auf Schlingerkurs

12 Geldpolitik: Warum die EZB

gerade in der Zwickmühle steckt

15 Meinung: FDP-Politiker und

Digital-Experte Frank Schäffler

über Bitcoin-Crash und Blockchain

16 Sicher und stabil: Renditestarke

Investments in Schweizer Franken,

Greenback und Austral-Dollar

19 Floater: Variabel verzinsliche

Bonds feiern gerade mit der

Zinswende ihr Comeback

22

„Wir suchen gezielt

nach Aktien von

Unternehmen mit

starker Preissetzungsmacht“

22 Nordea-Interview: Warum jetzt

Wertstabilität das A und O ist

26 Flüssiggas: Die Profiteure des

Booms um Liquefied Natural Gas

30 Beta-Depot: Papiere mit wahren

Nehmerqualitäten in Krisenzeiten

33 Hit & Shit: Schwacher Euro stärkt

Exportwirtschaft; was Dialyse-

Spezialisten an die Nieren geht

moneymarkets

34 Gegen die Skepsis: Warum ein

Top-Analyst zum Aktienkauf bläst

38 Zertifikate-Serie: Selbst bei

fallenden Kursen ist mit guten

Bonus-Titeln Geld zu machen

42 Krise kontern: Mit wertstabilen

Dividendenpapieren erfolgreich

die hohe Inflation bekämpfen

ASBJØRN TROLLE HANSEN,

Leiter Multi Assets beim

Vermögensverwalter Nordea

4 Titelfoto: Depositphotos

FOCUS-MONEY 27/2022


62

Mit der Wucht des Hurrikans

Europa soll bis 2030 rund 55 Prozent der Treibhausgase im Vergleich

zu 1990 einsparen. So will es das Projekt „Fit for 55“. Welche Firmen den

„Green Deal“ jetzt gewinnbringend für Umwelt und Anleger umsetzen

45 Ely Lilly: Baldrian fürs Depot in

sehr nervösen Börsenphasen

46 Vakzine: Was Moderna, Biontech

und Valneva in der Pipeline haben

49 Kolumne: Sarna Röser über die

Milderung der Lohn-Preis-Spirale

50 Düstere Prognosen: Welche

Werte stark unter Druck stehen

54 Datron: Die Orderbücher der

Firma sind voll, die Aktie günstig

55 Musterdepots: Abgeschwächte

Wirtschaft; welche Titel Nicole

Sperch im Portfolio austauscht

60 Gutes Timing: Warum Karrierechancen

jetzt für Frauen in der

Fondsbranche besonders groß

sind, erklärt Insiderin Evi Vogl

62 Prima Klima: Vier Aktien, die die

Energiewende vehement vorantreiben

und einen Kauf wert sind

moneydigital

25 Chartsignal: Abwärtstrend beim

Bund-Future

25 Börsenwissen: Gratis-Tool der

CME Group prognostiziert Leitzinsschritte

der US-Notenbank Fed

56 Social Trends: Wie BYD in China

Tesla an der Stoßstange klebt

57 Aktienanalyse: British American

Tobacco – Titel mit langem Atem

dswanlegerschutz

66 ESG-Investments: Wie nachhaltig

sind solche Produkte wirklich?

moneyservice

68 Doppel-Flatrates: Die besten

Tarife für Netzgeschwindigkeiten

von 50, 100 und 250 Mbit/s

72 Ratenkredite: Welche Banken

mit Top-Konditionen überzeugen

76 Kfz-Schutzbriefe: Wo Kunden

besondere Fairness erfahren

moneyanalyse

81 Fonds

82 Deutsche Aktien

90 Internationale Aktien

96 ETFs

97 Zertifikate

moneyrubriken

3 Editorial

80 Leserbriefe – Impressum

98 Termine

57

Jeder Zug ein Genuss

Mit einer Marktkapitalisierung von 93 Milliarden

Euro ist British American Tobacco eine wahre

„Cohiba“ am Tabakmarkt – und kann bestens auf

neue Entwicklungen reagieren

46

Corona-Comeback

Im Herbst dürfte Covid mit seinen

Omikron-Varianten wieder „das“

Thema sein. Was den Vakzine-Produzenten

wohl eine Renaissance

bescheren wird. Impfstoff-Spezialisten

mit durchschlagender Wirkung

FOCUS-MONEY 27/2022

Fotos: Adobe Stock, British American Tobacco, Depositphotos, iStock, NASA, Nordea Composing: FOCUS-MONEY

5


moneytitel

Wie tief fallen die Kurse?

Deutsche und US-Tech-Aktien verlieren

in der ersten Jahreshälfte deutlich.

Fallen sie jetzt noch mehr?

Dax und Nasdaq

2021

NOV

2022

JAN

Dax

Nasdaq

JUN

–5

–15

–25

–35

70 Prozent Verlust

Der Bitcoin verlor gegenüber dem

Dollar 70 Prozent an Wert – nicht

ungewöhnliche Schwankungen .

Bitcoin

2021

NOV

in Tausend US-Dollar

2022

JAN

JUN

60

50

40

30

20

10

Größter Absturz seit 1788

Die Kurse von US-Anleihen sind in

der ersten Jahreshälfte so stark abgestürzt

wie seit 1788 nicht mehr.

Future auf 10-jährige US-Staatsanleihe

2022

JAN

in Euro

JUN

125

120

115

110

Quelle: Bloomberg

Quelle: Bloomberg

Quelle: Bloomberg

TITEL

GROSSE

FEHLER

Jetzt sollten Anleger vor allem ihr

reales Vermögen sichern – nach

Abzug der Inflationsrate. Widerstandsfähigkeit

geht vor Rendite-

Maximierung

VERMEIDEN

von MIKA HOFFMANN

Die höchsten Verluste in einem ersten Halbjahr seit der

Präsidentschaft Richard Nixons. Darauf steuert der

wichtigste amerikanische Aktienindex S&P-500 zu.

Das war 1970! Vor 52 Jahren! An anderen Weltbörsen

sieht es nicht besser aus. US-Staatsanleihen erwischten

sogar das schlechteste erste Halbjahr seit 1788!

Dazu kommen die höchsten Inflationsraten seit 40 Jahren. Der

schnellste Leitzinsanstieg in den USA, den es jemals gab. 2022 war

bisher ein Jahr der negativen Rekorde für Anleger.

8

FOCUS-MONEY 27/2022


GEPÄCKCHAOS ALS

SINNBILD: Hohe Nachfrage trifft

auf Arbeitskräftemangel

TEURER SPRIT: einer der größten Preistreiber

Rekordinflation

Die Preise in Deutschland und den USA steigen so

schnell wie seit den 70er-Jahren nicht mehr – so

bald dürfte das Inflationsgespenst nicht wieder verschwinden.

Inflationsraten in Deutschland und den USA

in Prozent zum Vorjahr

USA

8

6

Deutschland

4

2021

2022

MAI J J A S O N D JAN F M A MAI

2

Quelle: Bloomberg

Schnellster Anstieg

So schnell wie zuletzt erhöhte die US-Notenbank in

so kurzer Zeit noch nie. Marktbeobachter flüstern

jetzt schon von einem drohenden Schritt um einen

ganzen Prozentpunkt.

Leitzinserhöhungszyklen

2022/2023

(Markterwartung)

kumulierte Zinserhöhungen in Prozent

2004

1994

1999

2015

0 4 8 12 16 20 24 28 32 36 40

Monate seit Beginn des jeweiligen Zinserhöhungszyklus

Quelle: Bantleon

4

3

2

1

0

FOCUS-MONEY 27/2022

Fotos: 123RF, Tweeter, Bloomberg Composing: FOCUS-MONEY

9


moneymarkets

DIVIDENDENPAPIERE

Gegen die

von MARTINA SIMON

R SE

In inflationären Zeiten

gilt es, sich gegen die

Geldentwertung zu

wappnen. Mit Unternehmen,

die Gewinne

ausschütten, gelingt

das. Welche Dividendenaktien

die Haushaltskassen

füllen

stemmen

von MARTI

An den Börsen geht es derzeit turbulent

zu. Die Talfahrt hält an. Die Preisspirale

dreht sich – der Kostendruck der Bürger

steigt. Dafür gibt es viele Gründe: Pandemie,

Lieferketten-Engpässe, Ukraine-Krieg,

Inflation sowie steigende Zinsen. Es kommt

also einiges zusammen. Für Börsianer sind

dies harte Zeiten. Denn keiner weiß, wie lange

es so weitergeht: Fallen die Aktienkurse

noch mehr? Haben die Kurse ihren Boden gefunden?

Oder: Drehen die Märkte bald ins

Plus? Unsicherheit, aber oft auch Panik herrschen

vor – und das auf breiter Front weltweit.

Kein Wunder also, dass Anleger verzweifelt

nach Auswegen und Investments suchen, um

der Geldvernichtung zu entfliehen. Einen

Hauch von Sicherheit geben in diesen krisengeschüttelten

Zeiten Dividendenpapiere. Angesichts

der wachsenden Angst vor einem

Bärenmarkt und einer Rezession sind Zusatzeinkünfte

jetzt besonders gefragt. Gegen hohe

Inflation können Aktien mit hohen Dividendenrenditen

plus Qualitätsmerkmalen daher

eine lohnende Investition sein.

FOCUS-MONEY hat sich auf die Suche nach

Top-Dividendenperlen gemacht, die nicht jeder

Anleger auf dem Schirm hat, die aber für

regelmäßige, steigende sowie sichere Zusatzeinnahmen

sorgen – und damit die Haushalts-

GEGENMASS-

NAHME: wo

die Dividendenrenditen

verlockend

sind

kassen wieder füllen. Ausgewählt wurden

Papiere aus Deutschland, den USA

und aus Großbritannien mit hohen

Qualitätsmerkmalen.

Vorsicht, Steuerärger! Ausgeschlossen

wurden Dividendenwerte aus Spanien

(z. B. Endesa, Red Electrica, Iberdrola),

Frankreich (z. B. Axa, Total, Bouygues)

sowie Italien (Enel, Snam, Terna, Unipol-

Sai). Bei diesen Unternehmen locken zwar

hohe Dividendenrenditen. Die sind aber meist

mit steuerlichem Ärger verbunden, und zwar

beim Rückerstattungsverfahren zu viel gezahlter

Quellensteuern. In diesen Ländern

drohen Anlegern häufig komplizierte bürokratische

Hürden – oder doppelte Steuerlasten.

Und diese müssen nicht sein.

Wichtige Auswahlkriterien. Im FOCUS-

MONEY-Ranking wurden daher 15 Top-Werte

gelistet (s. Tabelle r.), die eine durchschnittliche

historische Rendite sowie ein stabiles

Dividendenwachstum vorweisen konnten.

Die Unternehmen mussten ihre Ausschüttungen

mindestens 15 Jahre lang kontinuierlich

steigern oder zumindest konstant halten – es

gab also keine einzige Dividendenkürzung im

gesamten Zeitraum.

Wenn Unternehmen ihre Dividende über

lange Zeiträume nicht senken oder sogar kon-

42

Foto: 123RF

Composing: FOCUS-MONEY

FOCUS-MONEY 27/2022


NA SIMON

Kontinuität zahlt sich aus

Wer in Unternehmen investiert, die dauerhaft Dividenden

ausschütten und zudem nicht senken, verachtfacht

die Performance gegenüber Dividendennichtzahlern.

Portfolios nach Dividendenzahlung

Entwicklung seit 1.1.2004 in Prozent

Dividende 10 Jahre nicht gesenkt

Dividendenzahler

+700

+500

+300

+100

Dividendennichtzahler –100

2004 06 08 10 12 14 16 18 20 2022

Quellen: Dividendenstudie 2022, DSW Die Anlegerschützer, dividendenadel.de

tinuierlich erhöhen, spricht dies für ein solides Geschäftsmodell.

Anleger können daher eine entsprechende Dividende

auch in der Zukunft erwarten.

Eine aktuelle Dividendenstudie der Deutschen Schutzvereinigung

für Wertpapierbesitz (DSW) belegt: Anleger, die auf

Unternehmen setzen, die kontinuierlich ausschütten und die

Dividenden über Jahre nicht senken, sind langfristig die Performance-Gewinner.

Ein jährlich gleich gewichtetes Portfolio

konnte sich so laut Studie inklusive reinvestierter Ausschüttungen

mehr als verachtfachen (siehe Grafik o.). Als

besonders zuverlässig und lukrativ haben sich in der DSW-

Studie die Dax-Lieblinge Münchener Rück, SAP und Fresenius,

aber auch der Highflyer der letzten Jahre aus dem MDax,

der IT-Konzern Bechtle, erwiesen.

Im FOCUS-MONEY-Ranking wurde des Weiteren die Vorgabe

gemacht, dass die Ausschüttungsquote zwischen 25 und maximal

80 Prozent lag. Hohe Ausschüttungsquoten – insbesondere

über 100 Prozent – deuten darauf hin, dass der Konzern

seine Substanz angreift, zu geringe Quoten dagegen auf eine

Alibi-Dividende. Als weitere Kriterien wurden eine solide Eigenkapitalrendite

herangezogen sowie eine günstige Bewertung

des Unternehmens anhand des Kurs-Umsatz- (KUV) sowie des

Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV). Im FOCUS-MONEY-Top-Dividendenaktien-Ranking

tauchen stabile Werte aus dem Konsumgütersektor

(The Hershey, Hormel Foods), dem Pharmaund

Gesundheitsbereich (GSK, Cardinal Health) und der

Energiebranche (Chevron, The Southern) auf (s.Tabelle u.).

Clevere Alternativen. Wer nicht auf Einzelwerte setzen

möchte, weil er diesen Auswahlaufwand scheut, kann auch

via ETF in Dividendenwerte investieren – mehr als 60 ETFs

stehen zur Auswahl bereit. Auch hier gibt es schlaue Dividenden-ETFs,

die nicht nur die Aktien mit den höchsten Dividendenrenditen

berücksichtigen, sondern bei der Titelauswahl

weitere Kriterien wie eine vertrauenswürdige

Dividendenhistorie und eine vertretbare Ausschüttungsquote

enthalten, z. B. Franklin LibertyQ Global Dividend (ISIN:

IE00BF2B0M76). Der Franklin-LibertyQ-Global-Dividend-

ETF geht sogar noch weiter. In diesen ETF dürfen nur Dividendenaktien

mit besonders hoher Bilanzqualität, also Papiere

von Unternehmen mit soliden Bilanzen, geringer

Verschuldung sowie hohen und stabilen Erträgen.

Kasse machen

Gegen Preissteigerungen können Aktien mit hohen Dividendenrenditen eine wirksame Strategie sein. Die FOCUS-MONEY-Liste

stellt Unternehmen vor, die hohe Ausschüttungen versprechen, aber auch wertstabil sind – und damit das Depot krisenfester machen:

Unternehmen WKN ISIN Branche/Sektor Marktkapitalisierung

in Mrd.

Euro

Quelle: Bloomberg; e = erwartet

Dividendenrendite

22e/23e

in %

Dividendenkontinuität

in

Jahren

KUV

22e

KGV

22e

Ausschüttungsquote

22e in %

Chevron 852552 US1667641005 Öl & Gas 271,5 3,9/4,0 41 1,3 8,6 33,10 58,1

International Business Mach. 851399 US4592001014 Technologie/IT 115,4 5,0/5,1 27 2,0 14,0 68,50 14,3

GSK 940561 GB0009252882 Pharma 99,7 3,0/3,1 25 2,3 13,9 42,40 19,0

The Southern 852523 US8425871071 Energie/Glasfaser 68,6 4,1/4,2 41 3,0 18,5 76,10 22,1

The Hershey 851297 US4278661081 Nahrungsmittel/Getränke 41,9 1,8/1,9 41 4,2 25,6 46,20 26,5

L3 Harris Technologies A2PM3H US5024311095 Luft- u. Raumfahrt/Radar 41,4 2,0/2,2 20 2,4 16,5 33,00 55,4

Consolidated Edison 911563 US2091151041 Energie 29,7 3,6/3,7 41 2,2 19,3 70,20 31,8

BAE SYSTEMS 866131 GB0002634946 Raumfahrt/Rüstung 27,9 3,5/3,7 29 1,1 14,5 51,00 27,4

Hormel Foods 850875 US4404521001 Nahrungsmittel/Getränke 23,1 2,3/2,5 36 2,0 23,8 55,60 54,9

Edison International 887629 US2810201077 Energie 21,4 4,7/5,0 19 1,4 13,1 62,20 21,3

Cardinal Health 880206 US14149Y1082 Gesundheit/Medizintechnik 14,1 3,9/4,0 37 0,1 9,8 37,80 4,0

Omnicom Group 871706 US6819191064 Werbung/Verlage (digital, Print) 12,6 4,7/5,0 36 0,9 9,4 44,50 11,5

Whirlpool 856331 US9633201069 Konsumgüter/Einrichtungsgegenst. 8,5 4,3/4,7 41 0,4 6,1 26,30 23,9

Wüstenrot & Württemb. 805100 DE0008051004 Versicherung/Finanzen 1,6 4,4/4,7 15 0,3 6,6 29,40 6,5

Baywa 519406 DE0005194062 Baumarkt/Einzelhandel 1,6 2,4/2,4 41 0,1 22,5 53,40 5,8

Eigenkapitalquote

in

%

Kurs

über

200-Tage-Linie

FOCUS-MONEY 27/2022

43


moneymarkets

WIRBELSTURM: Wetterextreme

treten immer

häufiger auf

BESCHLEUNIGTE ENERGIEWENDE

Aktien fürs Klima und fürs Depot

Erst Corona und dann der Krieg in der Ukraine haben die Sorge wegen der Erderwärmung in

den Hintergrund gedrängt. Doch die Notwendigkeit von CO 2 -Reduzierung besteht weiter.

Diese vier Unternehmen tragen entscheidend dazu bei

von WOLFGANG BÖHM

Wann haben Sie das letzte Mal etwas von Greta Thunberg

oder von Fridays for Future gehört? Das dürfte

schon eine Weile her sein. Erst hat seit dem Frühjahr

2020 die weltweite Corona-Pandemie für fast zwei

Jahre die Schlagzeilen dominiert, seit Februar dieses Jahres

ist der Krieg Russlands gegen die Ukraine das beherrschende

Thema. Die schwedische Umweltaktivistin und die Protestbewegung

gegen die Klimaerwärmung hatten es da

schwer, Aufmerksamkeit zu erlangen.

Aber immer häufiger auftretende und immer heftigere Wetterextreme

verdeutlichen, wie wichtig es ist, dass die Menschen

weltweit gegen die zunehmende Aufheizung der Erde

vorgehen. Passiert hier nicht genug, dürfte dies in den ver-

schiedenen Volkswirtschaften hohe Schäden anrichten. Um

dies zu verhindern, sind enorme Investitionen in neue und alternative

Technologien sowie in die Infrastruktur erforderlich.

Für Anleger resultieren daraus attraktive Investmentchancen.

Zeit und Ziele. Im Dezember 2015 fand in Paris die UN-

Klimakonferenz statt. Fast 200 Staaten haben sich damals

auf ein Abkommen geeinigt, um die Erderwärmung auf deutlich

weniger als zwei Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen

Zeitalter zu begrenzen. Angepeilt werden

maximal 1,5 Grad Celsius. Knapp ein Jahr danach trat das

Abkommen in Kraft, nachdem es 55 Staaten ratifiziert hatten,

die für mehr als die Hälfte der weltweiten Treibhausgas-

Emissionen verantwortlich sind.

62

Foto: NASA

FOCUS-MONEY 27/2022

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