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Weber, Philipp; Meyer, Inka - Ragout vom Mammut

Das Buch, eine humoristische Kulturgeschichte des Essens, handelt von merkwürdigen Rezepten, vergessenen Köchen und geheim gehaltenen Küchenskandalen. Hier werden die letzten Fragen der Gastronomie beantwortet: Wie blanchiert man ein Mammut? Was gab es beim letzten Abendmahl wirklich? Wie brachte Giacomo Casanova seine Geliebten zum Kochen? Was war die erste warme Mahlzeit am Nordpol? Visuell bereichert werden die 12 lustigen Geschichten von der Illustratorin Inka Meyer. Ein Lesebuch für alle Gourmets, Hobbyköche, Freunde von Hobbyköchen und Gourmets und solche, die sich an komischer und fantastischer Literatur erfreuen. Philipp Weber ist Kabarettist und Autor. Der studierte Chemiker und Biologe gewann bereits alle renommierten Kabarettpreise Deutschlands und ist häufig zu Gast in Funk und Fernsehen. Seine aktuellen Programme zum Thema Ernährung und Verbraucherschutz sind eine satirische Magenspiegelung der Gesellschaft. Inka Meyer ist Art-Direktorin, Illustratorin und gelegentlich auch Praktikantin ihres Ein-Frau-Betriebes in München. Mit gleicher Leidenschaft ist die „Allrounderin“ parallel als ausgebildete Schauspielerin tätig.

Das Buch, eine humoristische Kulturgeschichte des Essens, handelt von merkwürdigen Rezepten, vergessenen Köchen und geheim gehaltenen Küchenskandalen. Hier werden die letzten Fragen der Gastronomie beantwortet: Wie blanchiert man ein Mammut? Was gab es beim letzten Abendmahl wirklich? Wie brachte Giacomo Casanova seine Geliebten zum Kochen? Was war die erste warme Mahlzeit am Nordpol? Visuell bereichert werden die 12 lustigen Geschichten von der Illustratorin Inka Meyer. Ein Lesebuch für alle Gourmets, Hobbyköche, Freunde von Hobbyköchen und Gourmets und solche, die sich an komischer und fantastischer Literatur erfreuen.
Philipp Weber ist Kabarettist und Autor. Der studierte Chemiker und Biologe gewann bereits alle renommierten Kabarettpreise Deutschlands und ist häufig zu Gast in Funk und Fernsehen. Seine aktuellen Programme zum Thema Ernährung und Verbraucherschutz sind eine satirische Magenspiegelung der Gesellschaft. Inka Meyer ist Art-Direktorin, Illustratorin und gelegentlich auch Praktikantin ihres Ein-Frau-Betriebes in München. Mit gleicher Leidenschaft ist die „Allrounderin“ parallel als ausgebildete Schauspielerin tätig.

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PHILIPP WEBER (*1974) ist Kabarettist

und Autor. Er studierte Biologie und

Chemie in Tübingen, widmete sich aber

nach Abschluss seines Studiums ganz dem

Kabarett. Seine aktuellen Programme zum

Thema Ernährung und Verbraucherschutz

sind eine satirische Magenspiegelung der

Gesellschaft. Neben seinen Bühnenauftritten

in Deutschland, Österreich und der

Schweiz ist er auch häufig zu Gast in Funk

und Fernsehen. Philipp Weber gewann

bereits alle renommierten Kabarettpreise,

darunter der Deutsche Kabarettpreis, der

Bayerische Kabarettpreis und der Deutsche

Kleinkunstpreis.

www.weberphilipp.de

INKA MEYER (*1979) ist selbstständig

tätig als Art-Direktorin, Illustratorin und

gelegentlich auch Praktikantin ihres Ein-

Frau-Betriebes in München. Sie studierte

Kommunikationsdesign an der Fachhochschule

Mainz (Diplom) und vertiefte ihr

Wissen mit einem Master am London

College of Communication / University of

the Arts. Mit gleicher Leidenschaft ist die

„Allrounderin“ parallel als ausgebildete

Schauspielerin tätig. Ihr künstlerisches

Repertoire reicht von skuriler Komik bis zur

modernen Dramödie.

www.designee.de | www.inkameyer.de

Inka Meyer und Philipp Weber leben und

essen in Tübingen und München.


Für unsere Eltern

Gabi, Heidi, Jockel & Günter


GRUSS AUS DER KÜCHE

S. 6

Vorwort

1. GANG: DIE STEINZEIT

S. 16

Ragout vom Mammut

2. GANG: DAS ALTERTUM

S. 24

Fischtopf Genezareth

3. GANG: DIE EUROPÄISCHE KLASSIK

S. 32

Das Lüsterne Huhn

S. 40

Der Gekochte Koch

S. 48

Apfelküchlein im Jamben-Bett


4. GANG: DIE MODERNE

S. 58

Ethylierter Vanilleschaum

S. 64

Riemers Früchtekuchen

S. 72

Honis Schlemmer-Schnitte

5. GANG: DIE GEGENWART

S. 80

Klare Kartoffelbovist-Suppe

S. 90

Reiskorn im Blauwalmantel

S. 98

Bauern-Leberterrine

6. GANG: DIE ZUKUNFT

S. 108

Superheißes Sorbet

– mit Butterkaviar an Molkepapier –

Zusatzstoffe: Copic-Multiliner, Kulli, Bleistift,

Zeichentablett, Fonts, Fotografien.


6

Werter Leser! Den meisten Menschen,

vermutlich auch Ihnen, bin ich als

Kabarettist und Komiker bekannt, was bedeutet, dass

ich Leute für Geld zum Lachen bringe. Auf diese Tätigkeit

bin ich nicht besonders stolz. Humor in Deutschland ist und

bleibt ein schmutziges Geschäft! Da gibt es nichts zu beschönigen,

aber irgendwie muss man sich seine Brötchen ja verdienen.

Ich will hier auch gar nicht weiter auf dieses unappetitliche

Thema eingehen, denn was viele Leute nicht von mir wissen:

Meine eigentliche Leidenschaft ist das Essen.


DER GEKOCHTE KOCH

47

Der Spargel wird geköpft. Die Champignons gevierteilt. Die

Petersilie gehackt. Den Kartoffeln die Augen ausgestochen. Die

Tomaten werden erst überbrüht, dann gehäutet, schließlich unter

hämischem Lachen die Kerne aus dem blutigen Fruchtfleisch

gerissen. Nun erhält der Küchenjunge ohne ersichtlichen Grund

zwölf Rutenhiebe auf den nackten Hintern. Das geschundene

Gemüse wird mit einem Schuss Weißwein und dem Saft einer

Blutorange in eine große Ofenform gequetscht. Nun heize man

den Backofen auf 220 Grad vor und entkleide sich vollständig.

Der eigene Leib wird mit einem Schnitzelklopfer tüchtig malträtiert

und dann unter leichtem Röcheln grobes Salz und Zitronensaft

in die offenen Wunden gerieben.

Zur Dekoration wird mittels einer spitzen Metallnadel ein Bratapfel

auf der Kopfhaut drapiert. Nun peitsche man die Magd

auf ihre nackten Schenkel. Anschließend besteige man einen

sarggroßen Römertopf, lasse sich von Magd und Küchenjungen

in den Ofen schieben und brate sich selber bei 200 Grad schön

knusprig. Garzeit ist abhängig vom Gewicht, schätzungsweise

20 Minuten pro Pfund zu kochendem Koch.


70


RIEMERS FRÜCHTEKUCHEN

71

Man nehme einen Apfel von rundem Wuchse mit roten Backen

ohne Fehl und Makel. Alles Obst, das diese Kriterien nicht

erfüllt, muss aus Rücksicht auf die Volksgesundheit von den

übrigen Früchten abgesondert werden und bis zur weiteren

Behandlung in einem mit Stacheldraht gesicherten Mülleimer

verwahrt werden. Die Äpfel werden geschält, vom Gehäuse

befreit und darin lebendes Ungeziefer unbarmherzig verfolgt und

vernichtet. Ähnlich verfahre man mit den Karotten, dessen Blattwerk

zunächst mit Stumpf und Stiel ausgemerzt werden muss.

Das Obst wird in mehrere würfelförmige Bataillone zerteilt und

das Wurzelgemüse mit einer Küchenraspel der Marke BRAUN

erbarmungslos bearbeitet, bis es völlig aufgerieben ist. Die total

zerkleinerten Feldfrüchte werden mit Mehl, Eier, Backpulver und

Zucker in einer eisernen Schüssel eingekesselt. Abschließend wird

eine mittelschwere Flak unter übermenschlichen Anstrengungen

schaumig gerührt und unter die braune Masse gehoben. Nun

wird der Teig mürbe geknetet, bis er keinerlei Widerstand mehr

leistet. Der Teig wird in einer hakenkreuzförmigen Form kaserniert

und für eine Stunde bei 120 Grad im Ofen gebacken. Probieren

sollte man das Rezept am besten an Silvester: Brennende

Luft und Stunde Null bieten die ideale Atmosphäre.


Nach Loriots »Jäger im Reisrand«

jetzt Philipp Webers »Ragout vom Mammut«

Diese humoristische Kulturgeschichte des Essens handelt von

merkwürdigen Rezepten, vergessenen Köchen und geheim

gehaltenen Küchenskandalen. Hier werden die letzten Fragen

der Gastronomie beantwortet: Wie blanchiert man ein Mammut?

Was gab es beim letzten Abendmahl wirklich? Wie brachte

Giacomo Casanova seine Geliebten zum Kochen? Was war die

erste warme Mahlzeit am Nordpol? Visuell bereichert werden

die 12 lustigen Geschichten von der Illustratorin Inka Meyer.

Ein Lesebuch für alle Gourmets, Hobbyköche, Freunde von

Hobbyköchen und Gourmets und solche, die sich an komischer

und fantastischer Literatur erfreuen.

» Und ist die Tafel noch so spitz, Mammut sich trauen,

hier hat’s Witz! WILLY ASTOR, Comedian und Musiker

» Topf Secret – Nur wo Blut spritzt, ist noch Leben!

BURKHARD SCHORK, Küchenmeister und Jäger

» Bauernleberpastete: Warum fällt mir so etwas nicht ein?

HANNIBAL LECTER, Arzt und Erfolgskannibale

» Dieses Buch umfasst eine ganze Galaxie von lustigen Ideen!

CAPTAIN SPOCK, Raumfahrer und Vegetarier

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