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Hygiene Report 3/2022

HYGIENE Report ist das Forum für Qualitätssicherung in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie. In Zusammenarbeit mit hochkarätigen Autoren aus Wissenschaft und Wirtschaft berichtet das Periodikum anwenderorientiert und praxisnah zu allen relevanten Aspekten rund um das Thema Qualitätssicherung. Themen sind beispielsweise Hygiene Management, Messtechnik, Berufskleidung, Reinigung, HACCP, Personalhygiene und mikrobiologische Nachweise mit all ihren rechtlichen und gesetzlichen Problemen.

HYGIENE Report ist das Forum für Qualitätssicherung in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie. In Zusammenarbeit mit hochkarätigen Autoren aus Wissenschaft und Wirtschaft berichtet das Periodikum anwenderorientiert und praxisnah zu allen relevanten Aspekten rund um das Thema Qualitätssicherung.

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ISSN 1618-2456

Internationale Fachzeitschriften

3·22

Qualitätsmanagement in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie

Themen

Hygienic Design · Lufthygiene · Berufskleidung · Schnellmethoden · Baumaßnahmen


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3·22

Report

Inhalt

Editorial

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Schwerpunkt: Hygienic Design

Mit Hygienic Design Anhaftungen verhindern

und die Reinigung von Anlagen erleichtern

EHEDG lädt zum World Congress nach München

Der ganzheitliche Blick und Hygienic Design

verhindern Schäden und mindern Risiken

Hygienegerechte Antriebslösungen: kompromisslos gegen Kontaminationen

Wissenschaft

Pflanzlich heißt nicht ungefährlich

Steroidhormone im Wasser mithilfe von Licht abbauen

Schnellmethoden

„Food Fraud“ bei Fisch mit praxistauglichen,

DNA-basierten Schnelltests minimieren

Kontaminationen in 30 Minuten nachweisen

Aktuelles

Weniger Fett, Zucker und Salz in Kinderprodukten

Coronaviren auf Gläsern stabil, aber Spülmittel wirkt

News kompakt

Neuer Leitfaden zur Nass-Grundreinigung

Interview

Volker Schlosser, Sales Manager International bei K+G Wetter: „Die Einhaltung

der Hygienevorgaben mit Innovationen so leicht wie möglich machen“

Berufskleidung

Hygienisch geht auch nachhaltig

Schädlingsbekämpfung

Prophylaxe und Bekämpfung sind Pflichtfächer fürs Qualitätsmanagement

Hygieneorientierte Baumaßnahmen

Mit Türen und Toren aus Edelstahl Hygienebereiche vor Kontamination sichern

Lufthygiene

Luftfiltration als Teil der Hygienestrategie

VDI fordert Wartungs-/Reinigungsqualifikation

Qualitätsmanagement

Sensorische Methoden in der QS entscheidend

„Putzen statt rutschen“ – mit Reinigungsplan und festen Regeln

Flexible Finanzierung zur Anschaffung innovativer

Technologie – eine saubere Sache

Praxis

Ein neuer Umfang hygienischer Reinigung

Fisch hygienisch und nachhaltig verpackt

Fachforen/Messen

„Smart Solutions“ für Flexibilität und Hygiene

Produkte & Partner

Inline-Qualitätskontrolle mittels Nahinfrarotspektroskopie

Semi-aktive Sohlen- und Rollenreinigung stoppt Schmutz

Mit UHT-Modul Hühnerfleisch hygienisch verarbeiten

Regulus Aqua PowerVac Pro: Saugen, Wischen und Trocknen

Veranstaltungen

Kampf gegen Food Fraud im Betrieb

Know-how für Chemie-/Biozidprofis

Horst Buchmann

Liebe Leserinnen und Leser,

Die Lebensmittelhygiene in Deutschland

bewegt sich auf hohem Niveau.

Unsere Nahrungsmittel werden auf allen

Ebenen der Vermarktung streng

kontrolliert – von der Urproduktion

über Verarbeitung, Transport und Verpackung

bis zum Verkauf. Und das ist

auch gut so. Auch wenn der Aufwand

für die Unternehmen bis zu einer HAC-

CP-konformen Produktion beträchtlich

ist, sind gesunde Lebensmittel und Verbraucherschutz

wichtige Grundpfeiler

für ein gutes Einvernehmen zwischen

Industrie und Konsument.

Dass dafür noch erheblicher Verbesserungsbedarf

besteht, belegt der in halbjährlichem

Abstand erscheinende Verbrauchermonitor

des Bundesinstituts

für Risikobewertung. Denn da zeigt

sich: Über die Hälfte der Kunden (nur

oder immerhin?) hält Lebensmittel für

sicher, 44 % glauben, dass Food Safety

noch besser wird, viele aber fürchten

Anti biotikaresistenzen, Mikroplastik,

Bisphenol A, Salmonellen oder Aluminium

in Lebensmitteln. Das höchste Vertrauen

genießen Verbraucherorganisationen

(71 %) und Wissenschaft (69 %),

das geringste Politik und Wirtschaft (unter

20 %). Das lässt tief blicken.

Die Lebensmittel- und Getränkeindustrie

kämpft anscheinend mit einem Vertrauens-

und Glaubwürdigkeitsdefizit.

Da heißt es kommunizieren und Aufklärung

betreiben. Vielleicht nach dem

Motto: „Wir lieben Lebensmittel!“

Ihr

3


schwerpunkt

3·22

Mit Hygienic Design Anhaftungen verhindern

und die Reinigung von Anlagen erleichtern

Edelstahl und High-Tech: Lösungen von Normelementen über Detektoren bis Sensoren

Hygienisch optimiertes Design von Bauteilen, Komponenten und Produktionsanlagen soll Kontaminationen in hygienekritischen

Umgebungen wie der Lebensmittel- und Getränkeproduktion verhindern. Entscheidend sind dabei die Auswahl geeigneter

Werkstoffe sowie die geometrische Gestaltung, um z.B. Anhaftungen zu verhindern und die Reinigung zu erleichtern.

Die große Zahl technischer Lösungen reicht von „totraumfreien“ Normelementen über Kupplungen und Getriebe aus

Edelstahl bis zu reinigungschemieresistenten Kuttern oder Detektionsgeräten sowie High-Tech-Sensoren für den Einsatz

mit Lebensmittelkontakt. Wir haben namhafte Hersteller zu ihren Neuheiten befragt und geben Ihnen hier eine Übersicht.

Captron

In der Lebensmittel-, Getränke-

und Pharmaindustrie

kommen bisher oft mechanische

Taster zum Einsatz, die

sich nur durch tatsächliche

Berührungen bedienen lassen.

An solch mechanischen und

beweglichen Elementen, die

sich nicht fugendicht in Anlagen

einbauen lassen, können sich

aber leicht Keime oder Lebensmittelrückstände

festsetzen.

Captron (Olching), Spezialist

für innovative Sensoren und

Sensorsysteme, hat eine widerstandsfähige

und hygienische

Alternative zu diesen Lösungen

entwickelt: die kapazitiven

Die CANEO series4x ist für höchste Hygienestandards

in Lebensmittel-, Getränke-,

Pharmaindustrie konzipiert. Foto: Captron

Taster der CANEO series4x.

Diese erzeugen ein elektrisches

Feld und messen ständig die

Kapazität im Umfeld. Nähert

sich eine Hand, erkennt der

Taster die Veränderung und

Enemac-Sicherheitskupplungen

(Drehmomentbegrenzer) für

indirekte Antriebe (Ketten- oder

Zahnriemenantriebe), schützen

den Motorstrang von Verpackungs-

und Abfüllanlagen in

der Getränke- und Lebensmitreagiert

– ein festes Drücken zur

Aktivierung ist damit nicht mehr

erforderlich. Da die Leitfähigkeit

des menschlichen Körpers

besonders hoch ist, stellt auch

das Tragen eines Handschuhs

hierbei kein Problem dar.

Als intelligentes HMI-Gerät kombiniert

die series4x alle Eigenschaften

und Funktionen eines

kapazitiven Sensortasters mit

einem Meldegerät. Ausgestattet

mit einer großen 7-Segmentanzeige

sorgen die Taster der

series4x für einfache, intuitive

Bedienung, auch bei Produktionsprozessen

mit häufiger

Betätigung. Anwender sparen

so Platz und Kosten für

weitere Befehls- und Meldegeräte.

Parameter wie

Farben, Sensormodi, Tastempfindlichkeit

oder die

Mindestbestätigungszeit

können bei der series4x

individuell ausgewählt

werden. Flexibel mit oder

ohne IO-Link nutzbar, lässt

sich die series4x flexibel in

HMI-Anwendungen und

modernen Anlagensteuerungen

integrieren. So ist

sie bestens für unterschiedlichste

Anwendungsszenarien

der Industrie 4.0 geeignet.

Für höchste Hygienestandards

ist der Taster in der Variante

series43 Hygiene konzipiert,

der über eine leicht zu reinigende

Tastfläche aus

Glas verfügt. Zudem sind

Aufnahmehalter aus Glas

verfügbar, die gegen alkalische

und chemische

Reinigungsmittel unempfindlich

sind. Dadurch

lassen sich diese besonders

gut sterilisieren.

www.captron.de

Enemac

Gerade im Bereich der

Lebensmittel- und Getränkeindustrie

muss das Thema Hygiene

im Vordergrund stehen. Antriebsspezialist

Enemac GmbH

(Kleinwallstadt) entwickelt seit

Jahrzehnten bevorzugt für

dieses Anwendungsfeld hochwertige

Antriebselemente aus

Edelstahl. Dem Anwender steht

mittlerweile ein umfassendes

Produktportfolio an Sicherheits-,

Wellen- und Distanzkupplungen

zur Verfügung. Die Verwendung

von A2- und A4-Edelstählen

garantiert höchste Qualität für

besondere Einsätze.

tel industrie zuverlässig vor

Überlast. Sie zeichnen sich

Aus Edelstahl: Sicherheits- und Wellenkupplungen

im Hygienic Design. Foto: Enemac

durch spielfreie, exakte Drehmomentübertragung

von bis zu

900 Nm, maximale Leistungsdichte,

kompakte Abmessungen,

stufenlos einstellbare

Ausrückmomente und automatisches

Wiedereinrücken aus.

Die Kupplungen besitzen standardmäßig

einen Rastpunkt pro

360 Grad. Auf Kundenwunsch

sind auch Ausführungen mit

mehreren Rastpunkten lieferbar.

Die Sicherheitskupplungen

im Hygienic Design können

bei Drehzahlen von bis 3000

min-1 und in einem Temperaturbereich

von -30 °C bis

200 °C verbaut werden. Im

umfangreichen Produktportfolio

der Drehmomentabsicherung

für indirekte Antriebe finden

sich sichere Lösungen auch für

besondere Fälle.

4 www.hygiene-report-magazin.de


juli

schwerpunkt

Im Bereich des Hygienic

Design ist die kurz bauende

Metallbalgkupplung Type EWC

mit Klemmnaben und 2- oder

4-welligem Balg ebenso wie die

Halbschalenvariante EWR, die

besonders für die Anwendung

in schwer zugänglichen Anlagen

geeignet ist, seit Jahrzehnten

bewährt. Um den hohen Hygienevorschriften

zu entsprechen,

verzichtet Enemac bei der Herstellung

beider Typen auf das

herkömmliche Klebeverfahren

und verbindet die Teile im Mikro-Plasma-Schweißverfahren,

das unbegrenzte Dauerfestigkeit

zwischen -50 °C und +350 °C

garantiert. Enemac-Wellenkupplungen

im Hygienic Design sind

in einem Drehmomentbereich

von 4 Nm bis 1200 Nm und bei

Drehzahlen bis zu 20.000 min-1

vielseitig einsetzbar, vor allem in

sterilen und sogar säurehaltigen

Umgebungen.

www.enemac.de

Ganter

Wo Lebensmittel produziert werden,

gehört maximale Hygiene

zu den Grundvoraussetzungen.

Um Produkte ohne konservierende

Zusätze herzustellen,

braucht es Produktionsumgebungen

mit hoher Reinheit. Die

meisten Normelemente scheinen

auf den ersten Blick zwar

weit weg von den eigentlichen

kritischen Arbeitsbereichen zu

sein, doch luftgängige Sporen

von Mikroorganismen sind in

der Lage, sich

schnell und

weit auszubreiten.

Da

bereits kleinste

Schwachstellen

zur Kontamination

kompletter

Produktionslinien

führen

können,

hat die Otto

Ganter GmbH

(Furtwangen)

eine ganze

Produktfamilie

an speziellen

Normelementen

entwickelt. Sie verbinden minimale

Verschmutzungsneigung

mit optimaler Reinigungsfähigkeit

und entsprechen damit den

sehr hohen Anforderungen des

3-A-Sanitary-Standards, der

EHEDG sowie der DGUV-Test.

Als jüngste Neuheit der Produktfamilie

„Hygienic Design“

offeriert Ganter nun die

Abstandshalter GN 6226. Diese

Normelemente vermeiden auf

einfache Weise doppelte Konstruktionsflächen,

die problematisch

und aufwändig bezüglich

Reinigung und Abdichtung sind.

Damit wächst die HD-Produktrange

weiter, die bislang viele

Eine Auswahl der Normelemente, zertifiziert nach den

wichtigsten Hygienic-Design-Richtlinien. Foto: Ganter

Varianten von Knöpfen, Griffen,

Klemmhebeln, Rastbolzen,

Verriegelungen, Abdeckhülsen,

Stellfüßen und Schrauben

umfasst. Als Material kommt

in allen Fällen nichtrostender

Edelstahl mit gleitgeschliffenen

oder polierten Oberflächen

zum Einsatz. Damit bleibt die

maximale Oberflächenrauigkeit

unter Ra 0,8 µm, Schmutzpartikel

können sich nicht festsetzen

und sind bei der Reinigung

zuverlässig entfernbar.

Ein weiteres, zentrales Merkmal

der Ganter-Normelemente ist

die „Totraumfreiheit“ – es können

sich also keine Substanzen

im Inneren der Bauteile ansammeln.

Ein hygienisch sicheres

und per Softwaresimulation verifiziertes

Dichtungskonzept sorgt

dafür, dass die FDA-konformen

H-NBR- oder EPDM-Elastomer-

Dichtungen nach der Montage

überall flächenbündig anliegen

und ihre Funktion langfristig

erfüllen. Über die fachgerechte

Montage und passende Reinigungsverfahren

informiert der

Hersteller in Anleitungen.

„Hygienic Design“-Normelemente

reduzieren somit den

Aufwand für die Reinigung –

die se lässt sich einfacher und

vor allem schneller per „Clean

in Place“ durchführen. Unter

dem Strich wird der Anlagenbetrieb

langfristig kostengünstiger.

www.ganternorm.com

Groschopp

Die Groschopp AG (Viersen) ist

seit vielen Jahren mit Edelstahlmotoren

am Markt aktiv.

Antriebe ihrer ESKH-Baureihe

im Hygienic Design eignen

sich vor allem für den Einsatz

in der Lebensmittelindustrie

– aber auch in der Chemie-

Hygienisch penibel.

http://branchen.jumo.info

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5


schwerpunkt

3·22

und Pharmabranche. Sie sind

robust, leistungsstark, leicht zu

reinigen und überzeugen durch

sehr platzsparende Bauweise.

Um reibungslosen Produktionsprozess zu gewährleisten,

setzen Groschopp-Kunden weltweit auf robuste

Antriebslösungen im Hygienic Design. Foto: Groschopp

Die Anforderungen an hygienische

Sicherheit bei der

in dustriellen Lebensmittelverarbeitung

sind stetig gestiegen.

Um bestmögliche Sauberkeit zu

erreichen, werden Produktionsanlagen

mit aggressiven Reinigungsmitteln

eingeschäumt und

abgespritzt. „Herkömmliche

Motoren halten dem nicht

stand“, erklärt Chris tian Skaletz,

Produktmanager für den Bereich

Servo- und Induktionsmotoren

bei Groschopp. „Unsere

Edelstahlmotoren wurden für

solche Einsätze konzipiert.“

Durch Integration aller Antriebskomponenten

ins Motorgehäuse

lassen sich Kosten senken und

hygienische Standards erhöhen.

So wird z.B. kein Planetengetriebe

aus Edelstahl im Inneren

des Motors benötigt – es

genügt, wenn das Gehäuse aus

diesem Material besteht.

Die ESKH-Baureihe von Groschopp

wurde in Anlehnung an

die EHEDG-Richtlinien entwickelt,

erfüllt aktuelle Anforderungen

bezüglich hygienischer

Sicherheit sowie die FDA-

Bestimmungen. Die Antriebe

im Hygienic Design werden aus

rostfreiem Edelstahl gefertigt,

verfügen über die hohe Schutzart

IP69K und sind hochbeständig

gegenüber Chemikalien. Es

gibt unabhängig von der Einbaulage

keine ebenen Flächen;

alle Innen- und Außenradien

sind durchweg größer als 3 mm.

Auch auf Unebenheiten durch

die Verwendung von Schrauben

wird konsequent verzichtet.

Die Rauheit der Oberfläche

liegt unter Ra 0.8 µm. „Dank

des Hygienic Designs ohne

Ecken und Kanten können sich

Schmutznester gar nicht erst

bilden, Bakterien lassen sich

leicht entfernen“, so Skaletz.

Die Edelstahlmotoren von

Groschopp im Hygienic Design

sind technologieunabhängig

als Synchron-, Asynchron- oder

als bürstenbehafteter Motor

erhältlich. Alle Modelle gibt es

zudem mit Wasserkühlung – so

lässt sich gegenüber konvektionsgekühlten

Antrieben die

Effizienz deutlich erhöhen und

der Bauraum verringern.

www.groschopp.de

JUMO

Die EHEDG-

Richtlinien

dienen der

Durchsetzung

einheitlicher

hygienischer

Standards in der

Lebensmittelindustrie.

Besonders

im Fall von

produktberührenden

Sensoren

wie zum

Beispiel Temperaturmessung

oder Druckmessumformern

kommt es darauf an, dass die

Sensoren leicht zu reinigen

sind. Hier hat die JUMO GmbH

(Fulda) weitreichende Optimierungen

in ihrer nach EHEDG-

Richtlinien konstruierten und

zertifizierten Sensorfamilie

vorgenommen.

Da viele Anlagen mit einer

CIP-Anlage gereinigt werden,

werden die Sensoren bei der

Reinigung nicht demontiert und

liefern auch während dieses

Im Hygienic Design: Druckmessumformer

mit JUMO PEKA Adaptern

(Bild oben) und ein JUMO PEKA

T-Stück (unten). Fotos: JUMO

Prozesses noch wichtige Informationen.

Die Anforderungen,

die dadurch an Material,

Oberflächenbeschaffenheit und

Konstruktion gestellt werden,

sind nach Angaben des Fuldaer

Spezialherstellers vielfältig. Neben

den erheblichen Temperaturschwankungen

ist die richtige

Materialwahl der Dichtungen

und spaltfreie Konstruktion eine

Herausforderung. Auch die

definierte Pressung der Dichtungen

und die Vermeidung von

Ringspalten ist ein bedeutender

Teil des „Hygienic Design“.

Neben der Anpassung und

Verbesserung der Schweißnähte

hat JUMO das hygienische

Adaptersystem PEKA um das

JUMO PEKA T-Stück ergänzt.

Das eigenständige Anschweißen

der Muffe an ein Rohrstück

entfällt für den Nutzer, der im

Anschluss die Schweißnaht

nicht mehr bewerten muss, weil

diese mit dem T-Stück bereits

zertifiziert ist. Das Anbringen

von Verbindungen an die Rohrenden

des T-Stückes ist mit

Standardwerkzeugen möglich.

www.jumo.net

Lödige

„Lödige Process Technology“

zeigt, wie höchste hygienische

Standards für prozesstechnische

Maschinen und Anlagenteile

in der pharmazeutischen

Produktion oder in der

Lebensmittelherstellung erfüllt

werden können. Doch wie

lassen sich diese konkret in der

Praxis umsetzen? Welche potenziellen

Risiken bestehen und

wie lassen sich diese systematisch

vermeiden? Antworten für

Hygienic Design liefert die Gebr.

Lödige Maschinenbau GmbH

(Paderborn) mit einem umfassenden

Ansatz, der konstruktive

Details ebenso berücksichtigt

wie die Produktionsperipherie

und das Mitarbeiterverhalten.

Was hygienisches Design in

der Prozesstechnik konkret

bedeutet, zeigt das Beispiel

Mischen: Das Mischen ist eines

der elementaren Verfahren in

der Prozessindustrie. Mischer

bürgen für die Qualität von Lebensmitteln

ebenso wie für die

immer gleiche Dosierung von

Inhaltsstoffen oder pharmazeutisch

wirksamen Komponenten.

Ein wichtiger Aspekt des hygienischen

Designs ist deshalb die

reinigungsgerechte Gestaltung

des Mischers inklusive aller

produktberührten Bauteile.

Je nachdem, welche Stoffe

verarbeitet werden, kann aber

auch der Schutz von Perso-

Zwei Faktoren haben entscheidenden

Einfluss auf die Eignung

für Produktionsverfahren mit hohen

Anforderungen an die Hygiene: die

Wahl geeigneter Werkstoffe und die

geometrische Gestaltung der Betriebsmittel.

Foto: Lödige

6 www.hygiene-report-magazin.de


juli

schwerpunkt

nal und Umwelt eine Rolle spielen.

Besonders in der Produktion pharmazeutischer

Wirkstoffe, aber auch in

Branchen wie der chemischen Industrie

müssen Mitarbeiter etwa vor dem Kontakt

mit Zwischen- und Endprodukten

geschützt werden, die bei falscher Anwendung

oder zu hoher Dosis gesundheitsschädlich

wirken können.

Mit über 500 Patenten und mehr als

30.000 ausgelieferten Geräten zählt

Maschinenbauer Lödige zu den weltweit

führenden Anbietern von Maschinen

und Systemen für industrielles Mischen

und verwandte Verfahrenstechnologien.

Als Partner der Lebensmittel- und Pharmaindustrie

bietet das Unternehmen

seit über 60 Jahren innovative Misch-,

Trocknungs-, Granulierund

Coating-Systeme.

Dabei ist die strenge

Einhaltung aktueller GMP-

Vorschriften und Richtlinien

der FDA. Lödige ist

Mitglied der EHEDG.

www.loedige.de

Minebea Intec

Mit den Sideshootern Dymond

DSV und Dymond D

Monoblock präsentiert

Mine bea Intec (Hamburg)

zwei neue Produkte für

die horizontale Röntgeninspektion.

Der Anbieter von

Wäge- und Inspektionslösungen

zur Qualitätssicherung

in der Lebensmittel-,

Getränke- sowie Pharmaindustrie

bietet mit diesen neuen Modellen

die Möglichkeit einer Vollkontrolle

aller verpackten Produkte, um Fremdkörper

wie Glasstücke, Steine, Metallfolien

oder Kunststoffteile zuverlässig zu

detektieren, bevor ein kontaminiertes

Produkt den Handel erreicht. Für einfache,

umweltfreundlichere Reinigung

folgt das Design der Röntgeninspektionssysteme

den strengen Hygienic-

Design-Richtlinien der EHEDG.

Die Dymond DSV erlaubt eine mehrseitige

Durchleuchtung der Produkte – mit

nur einer Röntgenquelle. So kann das

System – am Beispiel einer Konservendose

– bis zu 650 Stück pro Minute auf

Fremdkörper überprüfen. Bei diesem

„DualSplit-View“ (DSV)-Verfahren wird

die natürliche Aufweitung der Röntgenstrahlen

ausgenutzt. Das Röntgenbild

des Produkts wird hierbei beim Eintritt

in den Strahlungskegel sowie auch bei

Austritt aufgezeichnet. Generell erkennt

das Röntgeninspektionssystem selbst

kleinste Fremdkörper von bis zu 1mm

bei kompakten Maßen und lässt sich so

in bestehende Produktionsanlagen integrieren.

Reduzierte technische Komplexität

bedeutet auch einfachere Wartung

und Reinigung dank Vorgaben des

hy gienischen Designs. Das bedeutet:

Leicht zu reinigen, verminderte Kanten

oder Falze, in denen sich Rückstände

bilden können. Unterstrichen wird

dies durch die Schutzklasse IP65. Die

Verwendung robuster Materialien bedeutet

zudem mehr

Widerstandsfähigkeit

gegenüber starken

Reinigungsmitteln.

Für die Röntgeninspektionslösung

Dymond

D präsentiert

der Hersteller eine

neue Monoblock-Option.

Dabei wird auf

aktive Wasserkühlung

verzichtet und

einfachere Installation

und Wartung

gewährleistet. Die

hohe Leistung von

2 x 500 W ermöglicht

mehr Durchsatz

und eine noch bessere

Inspektion von

Produkten mit höherer Röntgenschwächung

als bei der Dymond S. Die hohe

Empfindlichkeit der leistungsstarken

Bildprozessoren – gekoppelt mit einer

intelligenten Bildverarbeitung – macht

sogar senkrecht positionierte Fremdkörper

und solche, die an Rändern oder

im Boden des Gefäßes verdeckt liegen,

ausfindig. Selbst gehobene Glasböden

stellen kein Problem dar. Für jedes Modell

ist eine große Auswahl an Zuführsystemen,

Ausscheidern und weiteren

Optionen erhältlich.

Dymond DSV in HD: Doppelte Detektionsperformance

durch einen

smarten Split. Foto: Minebea Intec

Die zwei Modelle ergänzen die bisherigen

Produkte der Dymond-Familie aus

Dymond S, der Single-Beam-Variante

und der ursprünglichen Dymond D

7

Hygienic

Design.

Normelemente speziell für den

Einsatz in hygienisch sensiblen

Bereichen.

Mehr Informationen zu

Hygienic Design im Internet.

Einfach QR-Code scannen.

www.ganternorm.com


schwerpunkt

3·22

mit Doublebeam-Technologie.

Sämtliche Systeme sind vorbereitet

für hochautomatisierte

Prozesse und die Herausforderungen

von Industrie 4.0. Für

die Wartungskommunikation,

die statistische Prozesskontrolle

und zur Optimierung automatisierter

Produktionsprozesse

sind sämtliche Sideshooter mit

Ethernet, OPC-UA, Modbus und

SPC@Enterprise Anbindung

erhältlich.

www.minebea-Intec.com

Pflitsch

Als EHEDG-Mitglied sieht

sich Spezialhersteller Pflitsch

(Hückeswagen) Trendsetter als

im Kabelmanagement, wenn es

um Kabelführung und Kabeleinführung

unter Hygienic-

Design-Anforderungen in der

Lebensmittel-, Chemie- und

Pharma-Produktion geht.

Um eine sichere Lebensmittelherstellung

zu garantieren,

müssen Kabel in Anlagen so

verlegt werden, dass Installationen

leicht zu reinigen sind und

verschmutzende Anhaftungen

vermieden werden. Besonders

in den Produktkontaktzonen

und Spritzzonen muss der

Maschinenbauer

ein hohes

Augenmerk auf

Hygienic Design

legen und sollte

nur Komponenten

verwenden,

die den hohen

HD-Anforderungen

entsprechen

und nach

EHEDG zertifiziert

sind.

Pflitsch-Gitter-Kanäle aus Edelstahl

V2A und V4A übernehmen

die Kabelführung durch

Anlagen. Dank der offenen

Gitterstruktur lassen sie sich

einfach reinigen und erlauben,

dass die verlegten Kabel an

jeder Stelle der Streckenführung

zu den installierten Maschinenteilen

geführt werden. Die Gitter-

Kanäle gibt es in Breiten von 40

mm bis 620 mm und in 20 mm

bis 120 mm Höhe. Die Z-Form-

Variante verhindert ein Herausfallen

der Kabel bei senkrechter

Montage. Einclipsbare Zusatzböden

ermöglichen die saubere

Trennung von Daten- und

En er giekabeln und Kanaldeckel

schützen die Installation z.B. vor

herabtropfenden Flüssigkeiten.

Die Kabelverschraubung blueglobe TRI CLEAN Plus

(M12 bis M40) ist zertifiziert nach EHEDG und kombiniert

Hygienic Design und EMV-Sicherheit mit hohen

HF-Dämpfungswerten.

Foto: Pflitsch

Die Kabelverschraubung blueglobe

CLEAN Plus aus Edelstahl

oder dem hochwertigen

Kunststoff Polyamid – zertifiziert

nach EHEDG und damit geeignet

für den direkten Kontakt

mit Lebensmitteln – punktet

laut Hersteller mit sehr glatten

Oberflächen sowie gerundeten

Übergängen. Die Dichteinsätze

und Dichtscheiben aus Kunststoffe

entsprechen der FDA

21 CFR §177.2600. Es gibt

sie in den Größen M8 bis M63

(Edelstahl 1.4404/1.4305) für

Kabel von 4,0 mm bis 55,0 mm

und M16 bis M32 (Polyamid)

für Kabel von 7,0 mm bis 23,0

mm. Die blueglobe CLEAN

Plus baut sehr kompakt und

niedrig auf, auch weil sie auf

Block geschraubt wird. Technische

Features sind die hohen

Schutzarten IP 68 und IP 69,

die kabelschonende Abdichtung

und die hohe Zugentlastung, die

ein Herausrutschen des Kabels

verhindert. Bei der blueglobe

TRI CLEAN Plus (M12 bis M40)

kombiniert Pflitsch Hygienic

Design und EMV-Sicherheit mit

hohen HF-Dämpfungswerten

von über 80 dB bei 100 MHz

und 65 dB bei 1.000 MHz.

Ebenfalls im Produktportfolio ist

der EHEDG-zertifizierte CLEAN

Plus Blindstopfen (M12-M63).

www.pflitsch.de

VEGA

Viele Lebensmittel und Pharmaprodukte

haben eine

un verwechselbare Textur:

„Zum Dahinschmelzen“ wie

mancher Schmelzkäse, körnig

wie Peelingcreme oder auch

zäh, klebrig, knusprig, weich.

Je nach Konsistenz steigen

die Anforderungen an die in

der Produktion eingesetzte

Füllstandmesstechnik. Speziell

für den Einsatz bei stark

klebrigen, zähen oder abrasiven

Medien hat die VEGA Grieshaber

KG (Schiltach) den neuen

frontbündigen Grenzschalter

VEGAPOINT 24 entwickelt. Sein

Schwerpunkt liegt auf größtmöglicher

Robustheit. Selbst bei

stärksten Anhaftungen erkennt

er sicher und zuverlässig den

Bedeckungszustand und zeigt

ihn weithin sichtbar mit farbigem

Leuchtring an.

Bei aller Widerstandsfähigkeit ist

der VEGAPOINT 24 ein echter

Plug-&-Play-Sensor. Seine

Installation ist mit wenigen

Handgriffen besonders einfach

erledigt. Flexiblen Produktionsanlagen

mit häufigen und

schnellen Produktwechseln

kommt besonders zugute,

dass er alle Medien mithilfe

der Werkseinstellung ohne

Abgleich erkennt. Und dass

sich erweiterte Funktionen, wie

die Trennschichtdetektion oder

Schaumausblendung, zusätzlich

einfach konfigurieren lassen.

„Wir sprechen mit diesem Gerät

speziell die Bereiche Getränke,

Lebensmittel und Pharma an.

Hier geht es beim Mischen

und Fördern um Effizienz und

Sicherheit, auch bei anspruchsvollen

Flüssigkeiten und

Schüttgütern wie Melasse oder

Nuss-Nougat-Creme,“ erklärt

Volker Allgaier, Produktmanager

Gerade klebrige oder zähe Medien

stellen hohe Anforderungen an die

Messtechnik, denen der Grenzschalter

VEGAPOINT 24 mit seinem

frontbündigen Design jedoch perfekt

gewachsen ist. Foto: Vega

bei VEGA. Gerade das frontbündige

Design des VEGA-

POINT 24 sorge für universelle

Einsatzmöglichkeiten. „Selbst

Reinigungsmolche arbeiten

sicher an der flachen Messspitze

vorbei“, betont Allgaier, „und

auch Sandstrahlen steckt die

Messspitze weg. Denn im Tank

befindet sich ausschließlich

Metall.“ Gegenüber Kunststoff,

so sein Fazit, hätten umfangreiche

Versuche eine erweiterte

Lebensdauer um Faktor 4

ergeben.

Anwender erreichen mit dem

neuen VEGAPOINT 24 laut

Hersteller eine optimale Sichtbarkeit

ihrer Prozesse. Dabei sei

das Verhältnis von Langlebigkeit

und geringen Lebenszykluskosten

wegweisend. Entscheidend

sei jedoch die Flexibilität beim

Einsatz: Mit seinen vielfältigen

Prozessanschlüssen und Adaptern

füge sich der Grenzschalter

„wie angegossen“ ein – auch in

bereits bestehende Anlagen.

www.vega.com

8 www.hygiene-report-magazin.de


juli

schwerpunkt

EHEDG lädt zum World Congress nach München

Hygienic Design trifft Digitalisierung – Vorträge/Diskussionen am 12/13. Oktober

Die European Hygienic Engineering & Design

Group (EHEDG) ist eine Expertengemeinschaft

von Maschinen- und Komponenten-Herstellern,

Fachleuten aus der Nahrungsmittelindustrie

sowie von Forschungsinstituten und Gesundheitsbehörden.

Sie wurde 1989 in der Absicht

gegründet, das Bewusstsein für Hygiene bei der

Verarbeitung und Verpackung von Nahrungsmitteln

zu stärken. Am 12./13. Oktober 2022

wird München zum Schauplatz des EHEDG

World Congress. Im Science Congress Center

Munich, Walther-von-Dyck-Strasse 10, in Garching

treffen sich Experten zu Fachvorträgen

und Diskussionen z.B. über „Hygienic Design

trifft Digitalisierung“, Intelligente Lebensmittelherstellung“

oder „Anforderungen und

Lösungen für die Food Factory der Zukunft“.

Ziel der EHEDG ist, zur hygienegerechten Konstruktion

und Gestaltung in der Nahrungsmittelproduktion

beizutragen. EHEDG unterstützt die

europäische Gesetzgebung und deren Forderung

nach hygienischer Handhabung, Verarbeitung

und Verpackung von Nahrungsmitteln mit

Hilfe hygienegerechter Maschinen im hygienischen

Umfeld (EG Richtlinie 2006/42/EG für

Maschinen, EN 1672-2 und EN ISO 14159 für

Hygieneanforderungen). Als fachliche Instanz

ermöglicht EHEDG die sichere Produktion von

Lebensmitteln, indem Fachwissen in Hygienic

Engineering und Design vermittelt werden.

Das Tagungsprogramm:

Tag 1, Mittwoch, 12. Oktober

Session I: „Requirements and Solutions for the

Food Factory of the Future“

10:00-10:30 Uhr

GFSI Hygienic design initiatives – an industry

push?

10:30-11:00 Uhr

IFS & EHEDG together building a bridge to

hygienic design

11:30-12:00 Uhr

The Integration of Hygienic Systems and the

GFSI Initiative on Hygienic Design

12:00-12:30 Uhr

Structure and requirements for cleaning validation

in the food industry

14:00-14:30 Uhr

Needs of the food producer to get machinery

which can be used

14:30-15:00 Uhr

Hygiene Design of open processes: challenges

in fulfilling normative and EHEDG requirements

15:00-15:30 Uhr

Food Contact Materials legislation – and whose

responsibility is it to ensure compliance?

Tag 2, Donnerstag, 13. Oktober

Session II: Hygienic Design meets Digitalisation

09:00-09:30 Uhr

Hygiene 4.0 – How IoT and new technologies

change the hygienic Food & Beverage production

09:30-10:00 Uhr

Digitalisation of process instrumentation: classical

sensors enhanced for fouling detection and

cleaning Monitoring

10:00-10:30 Uhr

Transforming food safety with digitalisation

11:00-11:30 Uhr

Impact of digitalisation on traceability and quality

management

– With

practical examples

from the

food industry

11:30-12:00

Uhr

Maintenance

& Digitalisation

from Hygienic

perspective

Session III: Intelligent Food production

13:30-14:00 Uhr

Sustainable with optimised cleaning processes

14:00-14:30 Uhr

Impact / Costs of Hygienic Design on cleaning

and sterilisation processes

15:30-16:00 Uhr

Shuttle system, batch size, cleaning possibility,

traceability, current status, what are the challenges

for the future

16:00-16:30 Uhr

Smart Food Factory – how to approach digital

transformation?

Nähere Details zum Tagungs- und Ausstellungsprogramm,

zu Referenten, Terminen, Anmeldung,

Unterbringung, Sponsoren etc. unter

www.ehedg.de

www.ehedg-congress.org

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I S T I H N E N

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Hoffentlich genau so wichtig

wie uns! Weil uns Ihr Handwerk

am Herzen liegt entwickeln

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zählen zu den saubersten

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Wie Hygiene und Handwerk

zusammenkommen zeigen wir

Ihnen auf

kgwetter.de/hygieneplus

9

www.kgwetter.de

9


schwerpunkt

3·22

Der ganzheitliche Blick und Hygienic Design

verhindern Schäden und mindern Risiken

Maschinensicherheit in der Lebensmittelindustrie – von Risikobeurteilung bis HACCP

In der Lebensmittelindustrie ruht die Sicherheit von Maschinen und Anlagen auf zwei Pfeilern: Zum einen muss die

Maschine selbst sicher sein, keine Bediener oder Reinigungskräfte gefährden, und zum anderen muss der Produktionsbetrieb

und Herstellungsprozess sicher sein, sodass am Ende auch für den Konsumenten ungefährliche Produkte entstehen.

Gerade Umbauten und Anpassungen, die im Lebenszyklus von Maschinen in diesem Industriezweig an der Tagesordnung

sind, stellen Betreiber dabei immer wieder vor Herausforderungen. Jörn Henneke, Projektmanager bei der CE-CON GmbH

in Bremen, ist Spezialist für Maschinen und Anlagen der Lebensmittelindustrie und beschreibt in diesem Beitrag, wie ein

ganzheitlicher Blick und Hygienic Design dabei helfen, Hygienerisiken zu vermindern oder sogar auszuschließen.

Das Hygienic Design (hygienisches

Design) bei Planung

und Bau der Maschine ist eine

zentrale Säule der Produktsicherheit

in der Lebensmittelbranche.

Es stellt die reinigungsgerechte

Gestaltung von

Bauteilen, Komponenten und

Produktionsanlagen sicher und

mindert Hygienerisiken – jene

biologischen, chemischen oder

physikalischen Gefährdungen

für Konsumenten durch das

Produkt. Erreicht wird das

durch die Regulierung der

Materialien und ihrer Kombination,

der Verbindungslösungen,

Komponenten, Fertigungsverfahren

und Oberflächenbeschichtungen

einer Maschine.

Außerdem ist eine geometrische

Gestaltung notwendig.

Die Grundlage des Hygienic

Designs ist die Hygiene-Risikobeurteilung,

die in der Regel Teil

der Risikobeurteilung ist: Sie

deckt Gefährdungen auf und

erlaubt die Berechnung von

Schadensausmaß, -häufigkeit

und Eintrittswahrscheinlichkeit.

Hersteller von Maschinen und

Apparaten für die Lebensmittelproduktion

und -verarbeitung,

die Kontakt mit Nahrungsmitteln

haben und ein Hygiene-Risiko

darstellen können, müssen die

Hygiene-Risikobeurteilung bei

Planung und Bau oder späteren

wesentlichen Veränderungen

einer Maschine durchführen.

Jörn Henneke

Der Anhang I Nr. 2.1. der

Maschinenrichtlinie legt fest,

dass Maschinen, Bauteile und

Komponenten so konstruiert

sein müssen, dass ein Infektionsrisiko

ausgeschlossen ist.

Konkretisiert wird sie durch die

C-Norm EN 1672-2, Nahrungsmittelmaschinen

– Allgemeine

Gestaltungsleitsätze – Teil 2:

Anforderungen an Hygiene und

Reinigbarkeit. Die neue, noch

nicht harmonisierte EN 1672-

2:2020 beinhaltet zahlreiche

Änderungen zur Vorgängernorm,

insbesondere ist hier

der neue iterative Prozess der

Hygiene-Risikominderung hervorzuheben.

Darüber hinaus definiert

die EN 14159 Sicherheit

von Maschinen – Hygieneanforderungen

an die Gestaltung

von Maschinen, Hygieneanforderungen,

die nicht von der

EN 1672-2 abgedeckt werden.

Zudem werden die Leitlinien der

European Hygienic Engineering

and Design Group (EHEDG) in

ist gelernter Brauer und hat Lebensmitteltechnologie/Lebensmittelwirtschaft

an der Hochschule

Bremerhaven studiert. Erste Erfahrungen

im Gebiet Risikobeurteilungen und CE-Kennzeichnung

sammelte er während eines Praxissemesters

bei einem Zulieferer für die Getränkeindustrie.

Nach dem Abschluss als Bachelor of

Engineering studierte er an der Hochschule

Fulda Food Processing, das er mit einem Master

of Science abschloss. Seit Februar 2019 arbeitet er als Projektmanager

bei der CE-CON GmbH in Bremen. Dort ist er Spezialist für Maschinen

und Anlagen der Lebensmittelindustrie und Hygiene-Risikobeurteilungen.

CE-CON ist ein wichtiger Ansprechpartner in Fragen der Maschinen- und

Arbeitsplatzsicherheit; das Ingenieurbüro kümmert sich um jeden Schritt

der CE-Kennzeichnung und begleitet Kunden im gesamten Prozess. Mit

Beratung, zertifizierten Lehrgängen und der Software CE-CON Safety

entwickelt man individuelle, nachhaltige Konzepte. Quelle: CE-CON

der Praxis genutzt. Sie konkretisieren

die Leitlinien für einzelne

Komponenten und Verfahren.

Der Betreiber bzw. Lebensmittelhersteller

ist auch dem

HACCP (Hazard Analysis and

Critical Control Points) verantwortlich.

Diese Gefahrenanalyse

und kritischen Kontrollpunkte

bzw. Lenkungspunkte stellen

ein zentrales Qualitätswerkzeug

zur Vermeidung von Gefahren

für Konsumenten im Zusammenhang

mit dem Lebensmittel

dar. So wird im Prozessbereich

und der Produktion sichergestellt,

dass Lebensmittel sicher

in den Verkehr gebracht werden

können.

Prozessanlagen: Verantwortlichkeiten

klar regeln

Abgesehen von den Hygiene-

Risiken unterscheidet sich die

Maschinensicherheit in der

Lebensmittelindustrie in technischen,

wirtschaftlichen und

rechtlichen Anforderungen nicht

grundlegend von denen anderer

Branchen.

Eine Herausforderung stellen

aber Prozessanlagen dar: Maschinen

unterschiedlicher Hersteller,

die kombiniert werden

und mit einer gemeinsamen

Steuerung eine Einheit bilden.

Hier ist das Zusammenspiel

von Lieferanten, Kunden und

Betreiber wichtig, um alle rechtlichen

Anforderungen an die

Sicherheit abzudecken. Bei der

Neuanschaffung, Planung und

Projektierung von Anlagen und

10 www.hygiene-report-magazin.de


juli

schwerpunkt

bei ihrem Umbau ist es deshalb

zentral, die Verantwortlichkeiten

zu regeln und Klarheit darüber

zu haben, was beachtet werden

muss. Wer wird der Hersteller

und ist damit verantwortlich für

die Koordination des Gesamtprojekts?

Der Betreiber? Oder

wird ein Generalunternehmen

damit beauftragt? Was passiert,

wenn der Hersteller eine Komponente

implementiert? Gerade

technischen Abteilungen, die

oft Umbauten planen, fehlen

manchmal der Überblick und

das Know-how. Hier kann externe

Hilfe Wissen einbringen.

Neue Gesamtheit erfordert

neues Konformitätsverfahren

Eine weitere Hürde der Maschinensicherheit

in der

Lebensmittelindustrie stellen

die Gesamtheiten dar: Werden

Maschinen von verschiedenen

Herstellern zu einer Prozessanlage

kombiniert – auch unter

Integration von Bestandsmaschinen

– und damit zu einer

neuen Gesamtheit, erfordert das

ein neues Konformitätsbewertungsverfahren

für die Gesamtanlage

samt Risikobeurteilung,

Schnittstellenbetrachtung und

Gesamtbetriebsanleitung. Ist

kein Lieferant als Generalunternehmer

beauftragt, wird der

Betreiber zum Hersteller – mit

allen Pflichten und Haftung im

Schadensfall. Darüber sind sich

Unternehmen oft nicht klar.

Maschinen bilden dann eine

neue Gesamtheit, wenn sie

räumlich als solche funktionieren,

ein gemeinsames Ziel verfolgt

wird, sie ein gemeinsames

Steuerungssystem besitzen bzw.

ihre Steuerungen untereinander

kommunizieren und ein sicherheitstechnischer

Zusammenhang

mit der jeweils angrenzenden

Maschine besteht.

Deswegen ist es wichtig, dass

sich Unternehmen schon während

der Planung etwa einer

Produktionsstraße mit dem

Thema Sicherheit auseinandersetzen

und es im Budget berücksichtigen:

Die sicherheitstechnische

Auslegung muss

im Lastenheft klar definiert,

Grenzen und Anforderungen

im Umgang mit der Maschine,

etwa an Bedienplätzen, festgelegt

werden. Spätere Umbauten

und Anpassungen sind teuer,

umständlich und nicht immer

ohne Weiteres durchführbar.

Will der spätere Betreiber die

Verantwortung nicht übernehmen

oder mangelt es

ihm an Personalkapazitäten

für Gewerke, Planung und

Absprache bzw. am Fachwissen,

kann ein Hersteller zum

Generalunternehmer werden,

was mit entsprechenden Kosten

verbunden ist.

Wesentliche Änderungen

bei Umbauten erkennen

Kommen neue Produkte auf

den Markt, erfordert das oft

nicht nur eine Anpassung der

Rezeptur, sondern An- und

Umbauten an Maschinen. Diese

Umbauten von Funktionslinien

gehören in der Lebensmittelindustrie

zum normalen

Lebenszyklus von Anlagen.

Erweiterungen, Funktionsänderungen

und Umbauten können

zu neuen Gesamtheiten oder zu

sogenannten wesentlichen Änderungen

führen: Der Betreiber

ist in der Pflicht, das zu prüfen.

Liegt eine wesentliche Änderung

vor, muss wie bei einer neuen

Gesamtheit das Konformitätsbewertungsverfahren

neu durchlaufen

werden. Das ist der Fall

bei einer neuen Gefährdung,

neuen oder erhöhten Sicherheitsrisiken,

wenn bestehende

Schutzmaßnahmen nicht mehr

ausreichen und das Risiko nicht

mit einer einfachen Schutzeinrichtung

eliminiert bzw. ausreichend

gemindert werden kann.

Es muss zudem

geprüft

werden, wie

und ob sich

der Umbau

auf das für

den Betrieb

relevante

HACCP-

Konzept

auswirkt.

Auch die

Dokumentation

ist immer

bedeutsam: Unternehmen

sollten bei jedem Umbau die

relevanten Fragen abhandeln

und festhalten bzw. begründen,

warum sie eine Änderung als

wesentlich einschätzen oder

eben nicht. Hier herrscht oft

Unklarheit über die Zuständigkeiten.

Ein Partner wie CE-CON

als Experte für Maschinensicherheit

kann hier Verständnis

schaffen, vertragsrechtliche Fragen

beantworten und allgemein

Know-how zur Verfügung stellen

– denn Hersteller von Anlagen

oder Komponenten weisen auf

die Problematiken in der Regel

nicht hin. Hier ist der ganzheitliche

Blick auf die Maschinensicherheit

essenziell.

Hygienic Design zahlt sich bei der Konstruktion von Anlagen

im Lebensmittelsektor stets aus. Foto: Adobe Stock/CE-CON

Im Worst Case haftet der

Betreiber, ohne es zu wissen

Eine wesentliche Änderung

erfordert vom Betreiber der Anlage

eine neue Konformitätsbewertung

gemäß der Maschinenrichtlinie

samt der aktualisierten

(Hygiene-) Risikobeurteilung,

der Evaluierung der Steuerung

und einer neuen Betriebsanleitung.

Viele Anlagen-Betreiber

werden damit unwissentlich

zu neuen Herstellern und sind

in der Haftung, wenn es zu

Schäden kommt. Die meisten

Schadensfälle in der Lebensmittelindustrie

ereignen sich bei

Wartung, Instandhaltung und

Reinigung. Die Ursache liegt

oft in der nicht fachgerechten

Abschaltung der Anlage.

Eine Besonderheit in der Lebensmittelindustrie

liegt in der

breiten Auswirkung von Schadensfällen:

Nicht nur das eigene

Personal kann betroffen sein,

sondern auch die Sicherheit

von Kunden und Konsumenten

der hergestellten Produkte.

Rückrufaktionen zum Beispiel

wegen Verunreinigungen in der

Produktionsstrecke, schaden

dem Image des Betreibers

enorm, ganz abgesehen von

Schadensersatzforderungen

und Rechtsfolgen. Das Risiko

für einen Rückruf kann durch

reinigungsgerechte Anlagen

schon deutlich gesenkt werden.

Fazit

Gerade in der Lebensmittelindus

trie kann es durch Umbauten

und Erweiterungen der

Prozessanlagen zu wesentlichen

Veränderungen oder neuen

Gesamtheiten kommen, was ein

neues Konformitätsbewertungsverfahren

notwendig macht.

Die Betreiber sind sich ihrer

Verantwortung und möglicher

Konsequenzen nicht immer

bewusst – deswegen ist es

wichtig, Maschinensicherheit

ganzheitlich zu betrachten und

schon beim Planungsprozess

zu berücksichtigen. Bei Bedarf

auch mit externer Hilfe.

CE-CON GmbH

Lloydstraße 4-6

D-28217 Bremen

www.ce-con.de

11


schwerpunkt

3·22

Hygienegerechte Antriebslösungen:

kompromisslos gegen Kontaminationen

WITTENSTEIN alpha GmbH: Maschinendesign erleichtert Betrieb, Wartung, Reinigung

Hygiene in Produktion und Verpackung ist einer der Schlüsselfaktoren für die Sicherheit von Lebensmitteln und Getränken

oder auch von Pharmazeutika und medizinischen Sterilartikeln – denn Hygiene bedeutet Vermeidung von Keimen und

damit von Kontamination. Folglich dürfen von Maschinenkomponenten keine Produktrisiken ausgehen. Für offene Maschinendesigns

geeignet, chemikalien- und korrosionsbeständig, rückstandsfrei zu reinigen, mikrobiologisch sicher sowie

wirtschaftlich in Anschaffung, Betrieb und Wartung – Siegfried Wallauer, Produktmanager Rotative Antriebssysteme bei

der WITTENSTEIN alpha GmbH (Igersheim) erklärt in diesem Bericht, wodurch die hygienegerechten Planetengetriebe,

Servoaktuatoren und Kleinantriebssysteme des Unternehmens für all diese Merkmale stehen, Keimen keine Chance und

damit sicheren Schutz vor Kontaminationsgefahren bieten. Von Hygienic Design bei Maschinen und Anlagen und hygienegerechter

Antriebstechnik profitieren Maschinenhersteller ebenso wie Maschinenbetreiber und Endverbraucher.

Hygienisches Design lässt sich

einer Maschine aber nicht einfach

überstülpen – im Gegenteil:

das über Jahre praktizierte

Einhausen oder gar Kapseln

beispielsweise von Getrieben

oder Servoaktuatoren wird heute

von Lebensmittelproduzenten

vermehrt abgelehnt. Neben

Ausfallrisiken der Antriebstechnik,

die durch Stauwärme,

Die Servoaktuatoren der Baureihe

axenia value stehen für Präzisionsaktuatorik

in einem konsequent

umgesetzten Hygienic Design.

Rostbildung oder Leckagen

entstehen können, wird dies vor

allem damit begründet, dass

in Einhausungen durch Staub,

Feuchtigkeitsnebel und Ablagerungen

Schmutznester entstehen

können, deren Entfernung

– weil schwer zugänglich – zugleich

einen hohen Reinigungsund

Desinfektionsaufwand nach

sich zieht.

Hygienegerechte Antriebstechnik

ist demgegenüber gut

zugänglich und damit für die

Produktsicherheit mit entscheidend.

Sie schlägt somit „zwei

Fliegen mit einer Klappe“: Sie

minimiert per se das Entstehen

von Kontaminationsgefahren

und unterstützt zugleich eine

effiziente Maschinenreinigung

und -desinfektion. Kein Wunder

also, dass sich Automatisierungskomponenten

im Hygienic

Design im Allgemeinen und

hygienegerechte Servoantriebstechnik

im Besonderen einer

verstärkten Nachfrage erfreuen.

Kein Nischenmarkt mehr

Servoantriebstechnik im Hygienic

Design hat sich im Umfeld

der Lebensmittelverarbeitung,

der Getränkeabfüllung oder der

Herstellung pharmazeutischer

Produkte Stand heute erfolgreich

etabliert – und ist längst

nicht mehr nur ein Nischenmarkt.

Das liegt vor allem daran,

dass alle Beteiligten ihren

Nutzen daraus ziehen.

So können Maschinenhersteller

Lösungen wie den Servoaktuator

axenia value, die Planetengetriebe

HDV und HDP+ oder die

Kleinservomotoren der cyber ®

dynamic line von WITTENSTEIN

ohne zusätzliche Zertifizierung

in ihre bereits

hygienisch gestalteten

Anlagen

integrieren – was

im Fall von

Einhausung oder

Kapselungen

so nicht ohne

weiteres möglich

ist. Sie erfüllen dabei nach

Aussage von Siegfried Wallauer

quasi automatisch wichtige

Grundlagen der Maschinenrichtlinie

2006/42/EG in Bezug

auf die Notwendigkeit und die

Ausgestaltung des hygienischen

Designs von Maschinen- und

Automatisierungskomponenten.

Auch sind sie hinsichtlich der

Beachtung von Normen wie

beispielsweise der DIN EN ISO

14159:2008-07 für Maschinen

mit Hygienerisiken generell,

der DIN EN 1672-2:2021-05

speziell für Nahrungsmittelmaschinen

sowie hygienerechtlicher

Vorgaben wie der VO

1935/2004/EG über Materialien

und Gegenstände, die bestimmungsgemäß

mit Lebensmitteln

in Berührung kommen, auf

der sicheren Seite. Gleichzeitig

setzen sie mit Antriebstechnik

im Hygienic Design eine

Die Kleinservomotoren der cyber dynamic line sind

CIP- und SIP-geeignet und können bedenkenlos eingeschäumt,

hochdruckbestrahlt und gereinigt werden.

„Leading-Edge-Technologie“

ein, die die mechanische Komplexität

reduziert. Sie verbessert

den Innovationsgrad ihrer

Maschinen und kann so einen

Wettbewerbsvorteil schaffen –

zumal die Betreiber immer öfter

offene, hygiene- und reinigungsgerechte

Maschinenbauweisen

verlangen. Schließlich darf man

nicht vergessen, dass die Herstellung

und Montage von Einhausungen

oder Kapselungen

durchaus einsparbare Kosten

erzeugen – also die Preisattraktivität

und Wirtschaftlichkeit

beeinträchtigen.

Für die Betreiber entscheidend

sind in der Regel Kennzahlen

wie die TCO (Total Cost of

Ownership) oder OEE (Overall

Equipment Effectiveness).

12 www.hygiene-report-magazin.de


juli

schwerpunkt

Heruntergebrochen auf die

Maschine bedeutet dies eine

lange Lebensdauer, eine hohe

Produktivität, minimierte Stillstandszeiten

und ein reduziertes

Produktionsausfallrisiko

bei schnelleren, effizienteren

und ressourcenschonenderen

Reinigungs- und Desinfektionsprozessen.

Antriebstechnik im Hygienic

Design bedeutet mehr Verfügbarkeit,

da wesentliche Ausfall-

und Kontaminationsrisiken

durch Einhausungen oder

Kapselungen schlicht nicht

mehr bestehen. Dies reduziert

den Wartungsaufwand – und

sollte der Service doch einmal

eine Komponente tauschen

müssen, ist diese in der offenen

Maschinenkonstruktion wesentlich

leichter und schneller

zugänglich.

Entscheidend für die tägliche

Betriebspraxis ist vielerorts der

wesentlich reduzierte Reinigungsaufwand

– denn dieser ist

unproduktiv und teuer. Experten

zufolge liegt dieser in der

Lebensmittelindustrie bei etwa

25 Prozent der Produktionszeit

– jeder Prozentpunkt weniger ist

also bares Geld. Gleichzeitig ist

eine einfachere Reinigung auch

Die Kleinservoaktuatoren der cyber dynamic line

im Hygienic Design eröffnen sich auch Anwendungen

im Nassbereich, wie z.B. in Anlagen

zum Herstellen, Verpacken und Abfüllen von

Lebensmitteln und Getränken.

eine sicherere Reinigung. Für

die USA beispielsweise sagen

Schätzungen aus, dass durch

die Kontamination von Lebensmitteln

jährlich ein Schaden von

30 Mrd. USD entsteht – 25 Prozent

davon sind auf Reinigungsprobleme

zurückführbar. Neben

den direkten Kosten sei auch

Die glattgewalzten, totraumfreien Gehäuseoberflächen

der Planetengetriebe

HDP+ (vorn) und HDV minimieren

die Anhaftungsmöglichkeiten und

erleichtern Abwaschen/Ablaufen von

Reinigungs-/Desinfektionsmedien.

an Kosten und Imageschäden

durch öffentlichkeitswirksame

Lebensmittelskandale und

Rückrufaktionen gedacht. Dabei

wollen Lebensmittelhersteller

und Maschinenbetreiber genau

das Gegenteil: Kosten einsparen,

Ressourcen nachhaltig

einsetzen, niedrigere Endkundenpreise

erreichen – kurz:

Wettbewerbsvorteile erzielen.

Womit nun der Nutzen für

Konsumenten in den Fokus

rückt. Sich verändernde

Verbrauchergewohnheiten und

auch der demographische

Wandel führen zu einer stärker

individualisierten Nachfrage,

etwa in Form unterschiedlicher

Packungsgrößen für Single- und

Familienhaushalte,

einem zunehmenden

Angebot an Convenience-

wie auch an

Bio-Produkten oder

einem stetig steigenden

Spektrum

portionsverpackter

Lebensmittel weit über

Wurst- und Käseaufschnitt

hinaus.

Nachgefragt werden zudem immer

Produkte in höherwertiger

Qualität und längerer Lebensdauer.

Die Ausführung von

Produktions-, Verarbeitungsund

Verpackungsanlagen nach

Hygienic-Design-Richtlinien ist

geeignet, die Mindesthaltbarkeit

von Produkten positiv zu beeinflussen,

indem hohe Prozessund

Produktsicherheit gewährleistet

wird. Dies gilt beim

Verarbeiten und Verpacken von

Fleisch-, Fisch- und Wurstwaren

ebenso wie bei Molkereiprodukten

oder der Abfüllung von

flüssigen oder pastösen Lebensmitteln

oder von Getränken.

Und je mehr unterschiedliche

Produkte oder Chargen auf

einer Maschine hergestellt

oder verpackt werden, umso

mehr können prozessbedingte

Zeit- und Kosteneinsparungen,

beispielweise beim Reinigen,

die Kosten pro verpackte Einheit

reduzieren – und damit den

Verkaufspreis im Handel.

Die hygienegerechte Antriebstechnik

kann problemlos direkt in Deltaroboter

oder andere Maschinen integriert

werden. Fotos: WITTENSTEIN

Alle profitieren von HD

Siegfried Wallauer: „Von

hygienegerechtem Design als

unverzichtbarem Bestandteil

moderner Anlagen in der Lebensmittel-

und Verpackungsindustrie

profitieren alle.“ Die

Hygienic-Design-Antriebstechnik

von WITTENSTEIN trage

dazu schon heute ihren Teil bei.

Beispiel: die neue, integrierte

Motor-Getriebe-Einheit axenia

value im Hygienic Design. Die

Servoaktuatoren dieser Baureihe

und andere Hygienic-

Design-Lösungen wie die

spielarmen Planetengetriebe der

Produktfamilien HDP+ und HDV

entsprechen laut Hersteller in

allen relevanten Belangen den

Empfehlungen und Vorgaben

der European Hygienic Engineering

& Design Group (EHEDG).

Das bedeutet unter anderem:

u außenliegende Gehäuseoberflächen,

die u.U. mit dem Produkt

oder mit Reinigungs- oder

Desinfektionsmedien in Berührung

kommen können, sind

in extrem widerstandsfähigem

chemikalien- und korrosionsbeständigem

Edelstahl 1.4404 /

AISI 316L ausgeführt

u die Oberflächenrauheit des

Edelstahls ist auf Ra ≤ 0,8 µm

reduziert, um Anhaftungen

sicher auszuschließen

u Gehäuseaufbau ohne mechanische

Übergänge, Spalten,

Vertiefungen, herausstehende

Schraubenköpfe, Hinterschnitte

oder Toträume, in denen sich

Bakterien oder Mikroorganismen

einnisten könnten

u keine horizontalen Flächen,

die ein vollständiges Ablaufen

der Reinigungs-/Desinfektionsmedien

nach Einwirken und

Abspülen verhindern könnten

u glatte, abgerundete Kanten

mit Radius ≥ 3 mm

u beständige, lebensmitteltaugliche

Dichtungsmaterialien

wie PTFE, Fluoroprene oder

thermoplastisches Polyurethan

(TPU), die die Anforderungen

der EHEDG und meist auch der

FDA an Hygienic Design erfüllen

u höchste Dichtigkeit durch

Schutzarten bis IP 69X und

Reinigungsdruck bis 30 bar

u Laser-graviertes und damit

hygienisches Typenschild

Wallauer: „Produktions- und

Verpackungsmaschinen für

Lebensmittel, die in offener

Bauweise ausgeführt werden,

können durch Einsatz solcher

Komponenten, die sich ohne

weitere Schutzmaßnahmen

prozess-/wartungsgerecht integrieren

lassen, komplett im hygienegerechten

Design gebaut

und abgenommen werden.“

WITTENSTEIN SE

Walter-Wittenstein-Straße 1

D-97999 Igersheim

www.wittenstein.de

13


wissenschaft

3·22

Pflanzlich heißt nicht ungefährlich

Farbstoffe in Lebensmitteln: TÜV Süd rät zu sauberer Deklaration

Nicht nur zum Eierfärben an

Ostern werden in jüngster Zeit

wieder verstärkt pflanzliche Farben

genutzt. Auch eine große

Bandbreite anderer Lebensmittel

kann auf diese Weise gefärbt

werden. Der TÜV SÜD gibt

einen Überblick zu pflanzlichen

Farbstoffen, die oft auch Gefahren

bergen können.

Neben der symbolischen

Bedeutung hat die Farbe eines

Lebensmittels eine wichtige

Signalwirkung. Die gewohnte

Farbe bürgt seit Anbeginn der

Menschheit für die gesundheitliche

Genießbarkeit. Rot, Gelb

und Grün stehen für Reife und

Essbarkeit, Braun und Violett

signalisierten oft Ungenießbarkeit

oder gar Verderb. Angenehmes

Aussehen aktiviert die

Sinne und den Appetit. Farbe

assoziiert im Voraus den Geschmack

eines Lebensmittels.

Lebensmittelzusatzstoffe

Farbstoffe für Lebensmittel

gelten meist als Lebensmittelzusatzstoffe.

Sie werden in rein

synthetische, naturidentische

Farbstoffe und natürliche

Farbstoffe eingeteilt. Natürliche

Farbstoffe werden aus

tierischen oder pflanzlichen

Rohstoffen gewonnen. Als Lebensmittelzusatzstoffe

müssen

sie ein gesundheitliches Prüfverfahren

durchlaufen haben

und sind erst dann europaweit

zugelassen. Auf der Zutatenliste

müssen Lebensmittelfarbstoffe

mit einer E-Nummer deklariert

werden. Färbende Lebensmittel

hingegen tauchen meist nur

namentlich (z.B. Safran) auf der

Zutatenliste auf.

Farbe Farbstoff Ursprung Einsatz in ...

Gelb Safran / Crokin Safrankrokus Reis, Desserts, Paella

Rot

Blau/Violett

Grün

Kurkuma / Curcumin

(E100)

Annatto / Bixin

(E160b)

Carotine

(E160af)

Lycopin

(E160d)

Beetenrot / Betanin

(E162)

Anthocyane

(E163)

Chlorophylle

(E140)

Schwarz Pflanzenkohle /

Kohlenschwarz

(E153)

Gelbwurzel

Samenschale eines

tropischen Strauches

(Bixa orellana)

Früchte, Wurzeln, Blätter,

Karotten, Algen, Pflanzenöle

Tomate, Hagebutte

Rote Rübe

Rote Weintrauben, Rotkohl,

Holunderbeeren, Auberginen

Blattspinat, Matcha-Tee,

Brennnessel

Verbrennung von

Schalen von Kokosnüssen,

Torf, Holz

Tabelle: Ursprung und Verwendung wichtiger Pflanzenfarbstoffe (Auswahl).

Nudeln, Kartoffelflocken,

Margarine, Senf

Gebäck, Desserts, Käse,

essbare Käseund

Wursthüllen

Margarine, Käse, Speiseeis,

Desserts

Krustentiere, Fleisch- und

Fischersatzprodukte, Würzmittel

Saucen, Suppen,

Fruchtjoghurt, Kaugummi

Getränke, Konfitüren,

Gelees, Frühstückflocken

Gemüsekonserven,

Snackerzeugnisse, Süßigkeiten

Brot, Backwaren, Nudeln,

Wachsüberzüge für Käse,

Saisonprodukte zu Halloween

Quelle: TÜV Süd

Pflanzliche Farbstoffe

Im Gegensatz zu ihren synthetischen

oder naturidentischen

Pendants werden pflanzliche

Farbstoffe aus Pflanzen

gewonnen (z.B. Carotinoide,

Anthocyane, Chlorophyll). Oder

sie werden dem Lebensmittel

als färbende Lebensmittel (z.B.

Rote Beete-Saft, Spinat, Paprikapulver)

zugesetzt. V.a. die

pflanzlichen Lebensmittelfarben

liegen im Trend. Denn sie verlängern

das Zutatenverzeichnis

von Lebensmitteln zwar um ihre

Namen, müssen aber nicht als

E-Nummer angegeben werden.

Viele der pflanzlichen Lebensmittelfarben

sind auch für das

Färben von veganen und Bio-

Lebensmitteln zugelas sen.

Ein typisches gefärbtes Lebensmittel

sind Ostereier. Foto: TÜV Süd

Synthetische Farbstoffe wie die

Azofarbstoffe – z.B. Chinolingelb

(E104) und Azorubin (E

122) – oder natürliche Farbstoffe

mit tierischen Bestandteilen

(z.B. Karmin aus Cochenille-

Läusen) können Allergien und

Unverträglichkeiten auslösen.

Pflanzliche Lebensmittelfarbstoffe

können diese bei

empfindlichen Personen aber

ebenso verursachen (z.B. die

Gruppe der gelben und roten

Carotinoide). Nicht nur deshalb

sind gesetzliche Deklarationsvorschriften

auch für sie gültig.

Denn die Farbe ruft auch eine

Geschmackserwartung hervor.

Waren mit atypischen Farben

Mit ungewöhnlichen Farb- und

Geschmackskombinationen

wollen Lebensmittelhersteller

heute oft das Interesse der

Verbraucher wecken: Violette

Nudeln, schwarzes Brot, blaues

Speiseeis oder grünes Ketchup

sind nur einige Beispiele.

Grundzutaten, Farbstoffe,

Geschmackstoffe, Gewürze und

Allergene sind hier von besonderem

Interesse für die Kunden.

In diesem innovativen Produktu

m feld sind die Zutaten- und

Allergendeklaration sowie eine

verlässliche Rezepturprüfung

deshalb besonders wichtig.

Weitere Informationen zum

Thema Lebensmittelzusatzstoffe

sind verfügbar unter:

https://www.lebensmittelverband.de/de/lebensmittel/inhaltsstoffe/zusatzstoffe.

TÜV SÜD AG

Westendstraße 199

D-80686 München

www.tuvsud.com

14 www.hygiene-report-magazin.de


juli

wissenschaft

Steroidhormone im Wasser mithilfe von Licht abbauen

KIT und IOM: Verfahren für photokatalytischen Abbau der Verunreinigungen

Bei Mikroverunreinigungen im

Wasser handelt es sich häufig

um Hormone, die sich in der

Umwelt ansammeln und sich

negativ auf Menschen und Tiere

auswirken können. Forschende

am Karlsruher Institut für Technologie

(KIT) und am Leibniz-

Institut für Oberflächenmodifizierung

(IOM) in Leipzig haben

ein Verfahren zum photokatalytischen

Abbau dieser Verunreinigungen

im Durchfluss durch

Polymermembranen entwickelt

und in der Zeitschrift Nature

Nanotechnology vorgestellt.

Durch Bestrahlung mit Licht,

das eine chemische Reaktion

auslöst, werden Steroidhormone

auf den mit Titandioxid

beschichteten

Membranen zersetzt.

Überall wo Menschen

leben, gelangen

Hormone, wie sie

in Arzneimitteln zur

Empfängnisverhütung

und in der Landwirtschaft

eingesetzt werden,

in das Abwasser.

Steroidhormone

wie Corticosteroide

können die Verhaltensentwicklung

und

die Fortpflanzungsfähigkeit

beeinträchtigen. Sexualhormone

können z.B. dazu führen, dass

männliche Fische weibliche Geschlechtsmerkmale

entwickeln.

Umso wichtiger ist es, neben

anderen Mikroverunreinigungen

auch Hormone aus dem Abwasser

zu entfernen, bevor diese in

den natürlichen Wasserkreislauf

zurückgelangen, aus dem wiederum

das Trinkwasser kommt.

„Spurenschadstoffe sind eine

enorme Bedrohung für unsere

Zukunft, da sie unsere Fruchtbarkeit

und Gehirnfunktion

beeinträchtigen“ , sagt Prof.

Andrea Iris Schäfer, Leiterin des

Institute for Advanced Membrane

Technology (IAMT) des KIT.

Inspiration aus der

Solarzellentechnologie

Schäfer befasst sich seit Jahren

mit der Wasseraufbereitung

über Nanofiltration. Dazu setzt

sie Polymermembranen mit nanometerkleinen

Poren ein. Allerdings

arbeitet die Nanofiltration

mit hohem Druck und benötigt

daher viel Energie. Außerdem

kann es passieren, dass sich

Mikroverunreinigungen in den

polymeren Membranmaterialien

ansammeln und allmählich in

Photokatalytische Membranfiltrationsanlage mit

Sonnensimulator. Die Membranen sind mit Titandioxid

beschichtet. Foto: Markus Breig, KIT

das gefilterte Wasser übergehen.

Selbst wenn die Entfernung

der Verunreinigungen

vollständig gelingt, entsteht dabei

ein Strom mit konzentrierten

Schadstoffen, der weiterbehandelt

werden muss.

Inspiriert von der Solarzellentechnologie,

mit der sich am

KIT Prof. Bryce S. Richards

befasst, kam Schäfer auf die

Idee, Polymermembranen mit

Titandioxid zu beschichten und

photokatalytische Membranen

zu entwickeln: Photokatalytisch

aktive Titandioxid-Nanopartikel

werden auf Mikrofiltrationsmembranen

aufgebracht, deren

Poren etwas größer sind als

bei der Nanofiltration. Durch

Bestrahlung mit Licht, das eine

chemische Reaktion auslöst,

werden Steroidhormone auf den

Membranen zersetzt. Mit dem

IAMT-Team und Kolleginnen am

IOM in Leipzig wurde die Idee

verwirklicht und präsentiert.

„Katalysator für Wasser“

„Wir haben sozusagen einen

Katalysator für Wasser entwickelt“,

resümiert Schäfer.

Mit den photokatalytischen

Polymermembranen gelang

es, Steroidhormone im kontinuierlichen

Durchfluss so weit zu

entfernen, dass die analytische

Nachweisgrenze von 4 Nanogramm

pro Liter erreicht wurde

– die Werte kamen sogar nah an

1 Nanogramm pro Liter heran,

was der neuen Trinkwasserrichtlinie

der WHO entspricht.

Die Forschenden arbeiten daran,

ihre Technologie weiterzuentwickeln,

um den Zeitbedarf

und den Energieverbrauch zu

senken sowie die Verwendung

von natürlichem Licht zu ermöglichen.

Vor allem aber zielt

die weitere Forschung darauf

ab, auch andere Schadstoffe

mithilfe der Photokatalyse

abzubauen, beispielsweise

Industriechemikalien wie perund

polyfluorierte Alkylsubstanzen

(PFAS) oder Pestizide

wie Glyphosat. Eine weitere

Herausforderung besteht darin,

die Technologie in größerem

Maßstab zu verwirklichen.

Ein Abstract findet sich unter:

https://www.nature.com/articles/

s41565-022-01074-8

www.kit.edu

Leimfrei verpacken:

Tüfteln für Schubert

Ein Semester lang haben 42

Studierende des Karlsruher

Instituts für Technologie (KIT)

und dessen Institut für Produktentwicklung

und Innovation

(IPEK) für Verpackungsmaschinenhersteller

Gerhard Schubert

GmbH (Crailsheim) zum Thema

„Kundenorientierte, flexible

Verpackungsprozesse und

Verpackungsmaschinensyste -

me für die Verpackung der

Zukunft“ geforscht.

Im Bereich Prozesse entwickelten

die Studierenden Ideen,

wie mechanische Abläufe in der

Maschine automatisiert und die

Effizienz verbessert werden können.

Auch der Lösungsansatz,

Verpackungsmaschinen nicht

in einer Linie, sondern als Fertigungsinseln

zu positionieren,

begeisterte die Verantwortlichen

bei Schubert. So wie eine neue

Verpackungsart, die erarbeitet

wurde: Diese lässt sich ohne

Leim verschließen, bietet daher

große Chancen in Richtung

Nachhaltigkeit und wurde – wie

auch mehrere andere Ideen –

zum Patent angemeldet.

Unternehmen und Universität

bewerten die Kooperation als

vollen Erfolg und diskutieren

über eine weitere Kooperation.

So will Schubert z.B. Anschauungsobjekte

für Lehrveranstaltungen

stellen und den Studierenden

mit Gastdozenten aus

dem Betrieb die Verpackungsmaschinenwelt

näherbringen.

www.kit.edu

www.schubert.group

15


schnellmethoden

3·22

„Food Fraud“ bei Fisch mit praxistauglichen,

DNA-basierten Schnelltests minimieren

IGF-Forschungsprojekt soll Prüfdauer verkürzen und Unternehmen vor Betrug schützen

Fisch- und Meeresfrüchte-Fans können sich freuen: Über 800 verschiedene Arten stehen ihnen in Deutschland als Frischoder

Tiefkühlware zur Auswahl. Fast 90 % des Bedarfs werden aus dem Ausland importiert – davon im Jahr 2020 43 %

aus Nicht-EU-Ländern, die z.T. über geringe Rückverfolgungsstandards verfügen. Gemäß europäischer Gesetzgebung ist

eine exakte Kennzeichnung der Tierart mit Handelsbezeichnung sowie wissenschaftlichem Namen erforderlich. Oft beziehen

fischverarbeitende Betriebe und Händler die Erzeugnisse bereits bearbeitet, so dass eine visuelle Überprüfung der

Artenangabe zur korrekten Kennzeichnung der Waren deutlich erschwert ist. Das Betrugsrisiko ist daher hoch. Entsprechen

die eingekauften Waren nicht den auf den Handelspapieren angegebenen Artkennzeichnungen, werden Unternehmen

der Fischwirtschaft doppelt geschädigt: Sie zahlen überhöhte Preise für falsch gekennzeichnete Ware und laufen zudem

Gefahr, bei Aufdeckung in Regress genommen zu werden oder Bußgelder zahlen zu müssen. Ein Projekt der Industriellen

Gemeinschaftsforschung (IGF) soll nun praxistaugliche und anwenderfreundliche DNA-basierte Schnelltests entwickeln,

um die Überprüfung der Fischart bei importierter bzw. eingekaufter Ware in unter vier Stunden zu ermöglichen.

In einem vorherigen, erfolgreich

abgeschlossenen Projekt der

Industriellen Gemeinschaftsforschung

(IGF) wurde bereits eine

DNA-Chip-Methode entwickelt,

mit dem die Analysedauer für

elf wirtschaftlich bedeutende

Fisch- sowie zwei Garnelenarten

von mehreren Tagen auf vier

Stunden reduziert werden konnte.

Die Methode ist aufgrund

vieler Einzelschritte jedoch noch

zu aufwändig und erfordert die

Expertise von ausgebildetem

Laborpersonal.

Ziel des aktuellen, vier Jahre

laufenden Vorhabens (koordiniert

vom Forschungskreis

der Ernährungsindus trie FEI,

gefördert vom Bundes wirtschaftsminis

terium) ist es,

diese Analytik zu DNA-basierten

Schnelltests mit unter vier

Stunden Prüfdauer weiterzuentwickeln.

Um unterschiedlichen

Anforderungen der fischverarbeitenden

Betriebe und Händler

entgegenzukommen, verfolgt

das Forschungsteam aus Kiel

und Hamburg drei verschiedene

analytische Ansätze:

u Einzelartentest mit schneller

Ja/Nein-Antwort für die Vor--

Ort-Analytik, beispielhaft für

sieben Fischarten

(Ziel: maximal zwei Stunden)

Die Fischauswahl ist riesig, aber ebenso der Bedarf an

Authenzitätsprüfungen. Foto: U. Schröder, MRI

u automatisierter Test für

Unternehmen mit kleinen

Laborkapazitäten, beispielhaft

für drei Fischarten

(Ziel: maximal zwei Stunden),

u Multiartentest für die Analytik

durch Service-Labore für eine

Vielzahl an Fischarten

(Ziel: maximal vier Stunden).

Das Gesamtaufkommen an Fischerei-

und Aquakulturerzeugnissen

in Deutschland betrug im

Jahr 2020 2,1 Mio. t – immense

Mengen, für die Bedarf an einer

Authentizitätsprüfung besteht.

Dabei ist die fischverarbeitende

Industrie in Deutschland stark

geprägt von

kleinen und mittelständischen

Unternehmen

(KMU). Bei der

Entwicklung der

DNA-Schnelltests

soll besonderes

Augenmerk auf

Anwendbarkeit

ohne Laborexpertise

und

mit geringem

technologischem

Aufwand gelegt werden, von

denen diese Firmen besonders

profitieren würden.

Denn laut FEI stellt gerade für

KMU die Authentizitätsprüfung

eingekaufter Waren ein finanzielles

wie organisatorisches

Problem dar: Aufgrund der

Komplexität verfügbarer Analysenmethoden

sind diese auf

externe Dienstleistungslabore

angewiesen. Die hohen Kosten

verhindern eine breit angelegte

Beprobung, so dass davon

ausgegangen werden muss,

dass Falschkennzeichnungen in

vielen Fällen nicht entdeckt werden

können. Zudem sind lange

Standardanalysezeiten von

mehreren Tagen insbesondere

bei Frischfisch problematisch;

bei kleinen Lagerkapazitäten

jedoch auch bei Tiefkühlware.

Die Ergebnisse des IGF-Projekts

AiF 21952 N sollen eine schnellere

und deutlich kostengünstigere

Sicherstellung der Authentizität

importierter Produkte

ermöglichen und potenziellen

Betrügereien beim Fischimport

einen Riegel vorschieben.

Infos zum Projekt unter:

www.fei-bonn.de/gefoerderte-

projekte/projektdatenbank/aif-

21952-n.projekt

Forschungskreis der

Ernährungsindustrie e.V. (FEI)

Godesberger Allee 125

D-53175 Bonn

www.fei-bonn.de

16 www.hygiene-report-magazin.de


juli

schnellmethoden

Kontaminationen in 30 Minuten nachweisen

Innovatives „RapiScreen“-Test-Kit von Hygiena für Getränke mit niedrigem pH-Wert

Der auf Diagnostiklösungen und Analysetools für Lebensmittelsicherheit spezialisierte US-Konzern Hygiena (Hauptsitz

in Camarillo, CA) hat ein neues, ultraschnelles mikrobielles Screening-Kit vorgestellt, das mithilfe des Innovate-Systems

leistungsstarke Tests für Getränke mit niedrigem pH-Wert bietet. Das „RapiScreen“ Getränke-Kit soll Qualitätskontrollergebnisse

in weniger als 30 Minuten nach der Inkubation der Probe liefern, sodass Hersteller die Produktqualität für eine

schnelle Freigabe der Produkte bestätigen können. Dieses neue System verkürzt laut Hygiena die Produkthaltezeit von vier

bis zehn Tagen auf ein bis zwei Tage, was den Lagerumschlag und den Cashflow wesentlich verbessert. Darüber hinaus

ist es speziell auf eine starke Pufferkapazität ausgelegt, um den oft komplexen, säurehaltigen Inhalt von Fruchtsäften zu

neutralisieren. Das Kit wurde auch für eine breite Palette von Matrizen jenseits von Fruchtsäften validiert, darunter pasteurisierte

UHT-Produkte, Tees, Energydrinks, Smoothie-Mischungen und Gewürze.

Das Innovate-System soll

mikrobielle Kontaminationen

viel schneller nachweisen als

herkömmliche Kulturmethoden.

Nach einer 24- bis 48-stündigen

Inkubation können Ergebnisse

in weniger als 30 Minuten

erzielt werden – und zwar für

jeweils 1 bis zu 96 Proben. Das

System arbeitet laut Hersteller

mit einem einfachen dreistufigen

Verfahren, das die Einrichtung

des Tests erleichtert und

den Zeitaufwand des Technikers

reduziert. Es verfügt zudem

über die RapiScreen ATP-

Biolumineszenztechnologie,

die aufgrund ihrer Schnelligkeit

und der eindeutigen Ergebnisse

(Vorhandensein/Nichtvorhandensein)

für das Screening von

Molkerei- und Getränkeprodukten

als Industriestandard

gilt. Durch den ATP-Test entfällt

die Notwendigkeit einer vier- bis

zehntägigen Platteninkubation,

was die Produktionszeiten

drastisch verkürzt.

Breite Produktvalidierung

Die RapiScreen Kits wurden

an Rohstoffen, prozessbegleitenden

Formulierungen und

Fertigprodukten in der Milch-,

Lebensmittel- und Getränkeindustrie

validiert. Während

die Innovate-Plattform in der

Vergangenheit zum Testen von

Molkereiprodukten und Milchalternativen

verwendet wurde,

erstreckt sie sich nun auch auf

Getränkeprodukte wie stark

säurehaltige Fruchtsäfte.

„Mit der ständig wachsenden

Getränkeindustrie wächst auch

der Bedarf an schnellem Qualitätsmanagement

und frühzeitigen

Präventivkontrollen, um

das Risiko einer Produktkontamination

zu verringern. Dank

der Automatisierung des

Systems mit hohem Durchsatz

können mehrere Produkte auf

einer einzigen Mikrotiterplatte

jede halbe Stunde getestet

werden. Nachfolgende Assays

können vorbereitet werden,

während das System in Betrieb

ist, um reibungslosen Ablauf der

hochvolumigen Prozesse zu gewährleisten.

Durch Verkürzung

der Zeit bis zum Vorliegen von

Ergebnissen können Einrichtungen

den Bedarf an Lagerbestand,

Lagerraum und Sicherheitsbeständen

reduzieren, was

zu erheblichen Einsparungen

Das Innovate-System „RapiScreen“ soll Kontaminationstests für Getränke in

Rekordzeit ermöglichen und so Produktionsstaus minimieren. Foto: Hygiena

führt, die sich positiv auf das

Endergebnis auswirken“, so Steven

Nason, CEO von Hygiena.

Hygiena investiere kontinuierlich

in matrixspezifische

Validierungsstudien, optimierte

Pufferkapazitäten und schnelle

Analysemöglichkeiten, damit

Lebensmittel- und Getränkehersteller

Spitzenleistungen

erzielen können. Man entwickle

seit mehr als 20 Jahren Instrumente,

Kits und Software, um

Marken und Produkte der Kunden

sowie die Verbraucher vor

mikrobiellen Kontaminationen

zu schützen, betont Nason.

Merkmale des RapiScreen-Kits

u Matrixübergreifende Genauigkeit

bei Getränken mit niedrigem

pH-Wert

u Reduziert die Produktfreigabe

um zwei bis fünf Tage und

verringert so Lagerbestand,

Platzbedarf und das Volumen

der Sicherheitsbestände

u Vereinfacht den Betrieb

durch rationalisiertes

Drei-Schritte-Verfahren,

verkürzt die Arbeitszeit im

Vergleich zu herkömmlichen

Methoden

u Zusätzliche Pufferkapazität

neutralisiert schwierige,

säurehaltige Produkte

u Validiert für eine breite Palette

von Matrizen

u Basiert auf einer Kerntechnologie,

die seit über 20 Jahren

in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie

für mikrobielle

Kontaminationen eingesetzt

wird.

Hygiena

Hermannswerder 17

D-14473 Potsdam

www.hygiena.com/Innovate-

Beverage-Kit

17


aktuelles

3·22

Weniger Fett, Zucker und Salz in Kinderprodukten

Max Rubner-Institut: Produktmonitoring zu Nudelsoßen, TK, Fleischersatz

Produkte mit Kinderoptik weisen

mehrheitlich niedrigere Gehalte

an Energie, Fett, gesättigten

Fettsäuren, Zucker und Salz

auf als Produkte ohne Kinderoptik.

Das ist ein Ergebnis des

Produktmonitorings, das vom

Max Rubner-Institut (MRI) im

Rahmen der Nationalen Reduktions-

und Innovationsstrategie

für Zucker, Fette und Salz in

Fertigprodukten seit 2016 in unterschiedlichen

Produktgruppen

durchgeführt wird.

Nun standen die Energie- und

Nährstoffgehalte von Nudelsoßen,

kalten Soßen, Tiefkühl-

Komplettfertiggerichten,

Fleischersatz- und Wurstersatzprodukten

sowie Feingebäck

im Fokus. Insgesamt wurden

fast 4500 Produkte untersucht.

Im Blickpunkt: die besonders

sensible Gruppe der Kinder. So

enthalten Ketchups mit Kinderoptik

weniger Energie und

Zucker als Tomatenketchups

ohne Kinderoptik und haben

den niedrigsten Salzgehalt innerhalb

der kalten Soßen. Auch

bei Feingebäck haben sich die

Gehalte an gesättigten Fettsäuren

und Zucker im Vergleich

zur Basiserhebung verringert.

Waffelgebäck mit Kinderoptik

fällt allerdings durch vergleichsweise

hohe Fettgehalte auf.

Insgesamt enthalten Nudelsoßen

im Schnitt weniger Salz als

bei der Basiserhebung 2016

(mit oder ohne Kinderoptik).

Das trifft für die Gesamtstichprobe

zu, aber auch für die

Untergruppen Bolognesesoßen

mit Fleisch und Tomatensoßen

mit Gemüse/Pilzen. Weniger

Energie und Fett im Vergleich

zu 2016 enthalten die hellen

Nudelsoßen, z.B. Carbonara.

Bei kalten Soßen fallen im Vergleich

zur Erhebung von 2016

vor allem süß-saure/süß-scharfe

Soßen durch höhere Gehalte an

Energie, Zucker und Salz auf.

Tomatenketchup und Gewürzketchup

hingegen enthalten

weniger Salz.

Das Angebot an Fleisch- und

Wurstersatzprodukten nimmt

stetig zu. Im Vergleich zu 2016

waren die Gehalte an Energie

und gesättigten Fettsäuren

2021 signifikant höher.

Feingebäck wie Kekse und Waffeln

werden von nahezu allen

Haushalten gekauft. Hier zeigte

sich, dass die Produkte 2021

zwar weniger Zucker enthalten,

allerdings mehr Fett bzw. gesättigte

Fettsäuen.

Fazit des MRI: Das Marktangebot

ändert sich teils zu Produkten

mit niedrigeren Gehalten.

www.bzfe.de

IHO: Preisexplosion

trifft Mitglieder hart

Der Anstieg der Rohstoff-,

Energie- und Transportpreise

beschleunigt sich; der Krieg

in der Ukraine verschärft die

Planungsunsicherheit. Die

im Industrieverband Hygiene

und Oberflächenschutz (IHO)

organisierten Hersteller von

professionellen Reinigungs- und

Desinfektionsmitteln sind stark

belastet. So stiegen die Preise

für Phosphorsäure um +110,7

% im Vergleich zum Vorjahr,

die für Phosphat um 100,8 %,

für Isopropanol um 55,2 % und

für Polycarboxylate um 52,5 %.

IHO-Geschäftsführer Dr. Thomas

Rauch: „Unsere Unternehmen

sehen sich einer Versorgungssicherheit

verpflichtet und

versuchen über Bevorratung,

kurzfristige Preisschwankungen

auszugleichen. Trotzdem belasten

die Entwicklungen unsere

Mitglieder sehr. Ein Ende dieser

Preisspirale ist nicht absehbar.“

www.iho.de

Kunden loben Lebensmittel als sicher

Risiken von Chemikalien im Fokus

Etwas mehr als die Hälfte der

Bevölkerung stuft Lebensmittel,

die man in Deutschland kaufen

kann, als sicher oder sehr

sicher ein. Das ist ein Ergebnis

eines BfR-Verbrauchermonitors,

einer repräsentativen

Bevölkerungsbefragung des

Bundesinstituts für Risikobewertung

(BfR). Lebensmittel

werden damit – im Vergleich zu

Kinderspielzeug, Körperpflegeprodukten

oder Kleidung – als

eine der sichersten Produktkategorien

wahrgenommen.

Gleichzeitig sind die Menschen

weniger an gesundheitlichen

Verbraucherthemen interessiert

(56 %). Als größte gesundheitliche

Risiken nennen die

Befragten spontan bestimmte

Nährstoffzusammenstellungen –

wie ein hoher Gehalt an Zucker,

Fett oder Salz in Lebensmitteln.

Es folgen Risiken wie unerwünschte

Stoffe im Allgemeinen

sowie eine ungesunde Ernährung

und Lebensweise.

Mikroplastik in Lebensmitteln

bereitet am meisten Sorgen:

57 % geben an, darüber beunruhigt

oder sehr beunruhigt zu

sein. Antibiotikaresistenzen stehen

mit 48 % auf Platz 2. Über

eine mögliche Unterversorgung

mit Vitaminen/Mineralstoffen

waren dagegen nur 18 % beunruhigt

oder sehr beunruhigt.

www.bfr.bund.de

„PARC“-Forschungsprojekt der EU gestartet

Wie gefährlich sind Chemikalien,

die wir alltäglich

verwenden und mit denen wir

in Kontakt kommen? Neue

Wege bei der Bewertung von

chemischen Stoffen geht die

in Paris ins Leben gerufene

„PARC“-Initiative der Europäischen

Union (EU). „PARC“

steht für „European Partnership

for the Assessment

of Risks from Chemicals“

(„Europäische Partnerschaft

für die Risikobewertung von

Chemikalien“). Ziel ist es,

das Wissen um chemische

Subs tanzen zu verbessern,

um so sowohl die Gesundheit

der Menschen wie die Umwelt

besser zu schützen.

Das Programm hat ein Fördervolumen

von insgesamt

400 Mio. Euro für die nächsten

sieben Jahre. Von deutscher

Seite führend beteiligt

sind das Bundesinstitut für Risikobewertung

(BfR) und das

Umweltbundesamt (UBA).

200 Institutionen aus 28 Ländern

und drei EU-Behörden

sind an PARC beteiligt. Es soll

die Chemikalienstrategie der

EU und den „Europäischen

Green Deal“ unterstützen,

dessen Ziel eine deutliche

Minderung von gesundheitsschädlichen

Stoffen ist.

www.bfr.bund.de

18 www.hygiene-report-magazin.de


juli

aktuelles

WWW.

Web-TIPP

www.bvlk-hygieneforum.de

Der Bundesverband der

Lebensmittelkontrolleure e.V.

(BVLK) hat in seinem 1995 in

Weinheim gegründeten „Hygieneforum“

renommierte Firmen

zusammengerufen, um die Sicherheit

von Lebensmitteln auf

allen Stufen des Inverkehrbringens

zu gewährleisten. Zu den

derzeit zwölf Mitgliedern aus

den Bereichen Lebensmittelhygiene

und -sicherheit zählen

u.a. DBL, Kimberly-Clark und

Testo. Ziel ist es, im Netzwerk

und im Erfahrungsaustausch

maßgeschneiderte Produkte

und Dienstleistungen (von Reinigungsmitteln

bis Schädlingsbekämpfung)

auf höchstem

Niveau und mit professionellem

Know-how zu kreieren.

Coronaviren auf Gläsern stabil, aber Spülmittel wirkt

Können Coronaviren wie SARS-

CoV-2 auch über Geschirr oder

Trinkgläser, die in direkten

Kontakt mit dem Mund und der

Mundhöhle kommen, übertragen

werden? Ein Forschungsprojekt

des Bundesinstituts für

Risikobewertung (BfR) liefert

neue Erkenntnisse. „Coronaviren

sind auf Glas relativ stabil –

das bestätigen unsere Untersuchungen.

Eine ausreichende

Reinigung von Trinkgläsern ist

daher wichtig,“ so BfR-Präsident

Professor Dr. Dr. Andreas

Hensel. „Unsere Daten zeigen,

dass handelsübliche Spülmittel

und manuelle Gläserspülgeräte

Coronaviren effektiv von Trinkgläsern

entfernen können.“

Die Studie wurde am 6. April im

wissenschaftlichen Fachjournal

Food Microbiology veröffentlicht.

Für die Untersuchungen wurde

das dem SARS-CoV-2 verwandte

humane Coronavirus 229E,

das beim Menschen zu milden

Atemwegserkrankungen führen

kann und oft als Modellvirus für

humane Coronaviren eingesetzt

wird, verwendet. Die Ergebnisse

zeigten, dass Coronaviren nach

dem Trocknen auf Glas für Tage

bis Wochen infektiös bleiben

können. Dabei hat die Lichteinwirkung

einen großen Einfluss.

Bei Lagerung bei Tageslicht

konnten infektiöse Coronaviren

bis zu sieben Tage und bei Dunkelheit

bis zu 21 Tage nachgewiesen

werden.

Als behüllte Viren, deren Erbgut

von einer Fettschicht umgeben

ist, reagieren Coronaviren empfindlich

auf fettlösende Substanzen

wie Alkohole und Tenside,

die als Fettlöser in Seifen und

Geschirrspülmitteln enthalten

sind. Die Untersuchungen des

BfR zeigten, dass die meisten

handelsüblichen Spülmittel

Coronaviren in Spülwasser mit

einer Temperatur von 23 °C

innerhalb von 15 Sekunden

ausreichend inaktivieren. Lediglich

bei einem Spülmittel mit

einem geringeren Gesamtgehalt

an Tensiden war dafür eine

höhere Temperatur von 43 °C

und eine längere Einwirkzeit von

60 Sekunden nötig.

Mit einem manuellen Gläserspülgerät

nach DIN 6653-3

konnten Coronaviren auch bei

der Verwendung von kaltem

Wasser effektiv von den Gläsern

entfernt werden.

www.bfr.bund.de

LGL Bayern: Weniger Transfettsäuren in Krapfen

Mathis Kuchejda führt

Spectaris-Sparte ABL

Das Bayerische Landesamt für

Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

(LGL) hat auch 2022

Krapfen auf ihre Qualität hin untersucht.

Die positive Nachricht:

Der Anteil an Transfettsäuren im

Fettanteil ist zurückgegangen.

Transfettsäuren erhöhen laut

Weltgesundheitsorganisation

(WHO) das Risiko für die

Entwicklung von Herz-Kreislauferkrankungen.

Daher gilt seit

2019 ein EU-weiter Höchstgehalt

für alle für den Endverbraucher

bestimmten Lebensmittel

von 2 g pro 100 g Fett.

Noch vor Einführung dieses

Grenzwertes war der Transfettsäuregehalt

im Fettanteil

von Krapfen teils stark erhöht.

Während 2020 noch zehn von

31 Krapfenproben den neuen

Grenzwert überschritten, hatte

das LGL 2021 nur noch eine

von 40 Proben zu beanstanden.

Der betroffene Hersteller wurde

über die zuständige Lebensmittelüberwachung

informiert.

Daneben überprüft das LGL regelmäßig,

ob die Farbstoffe bei

Überzügen und Verzierungen

vorschriftsmäßig gekennzeichnet

sind, die Füllmassen

erlaubte Konservierungsstoffe

enthalten und die se kenntlich

gemacht wurden. In den letzten

beiden Jahren wurden in keiner

der über 50 untersuchten

Krapfenproben unzulässige

Farbstoffe gefunden, jedoch

mussten 13 Proben wegen der

fehlenden Kenntlichmachung

und drei wegen des fehlenden

Warnhinweises auf Azofarbstoffe

beanstandet werden. 2022 war

diesbezüglich noch keine Probe

auffällig, in Hinblick auf Konservierungsstoffe

war nur bei einer

Probe eine fehlende Kenntlichmachung

zu beanstanden.

Einen speziellen Fall stellen

daneben sogenannte „Krapfen

mit Cremefüllung“ dar, da diese

Füllungen das Risiko erhöhter

Keimbildung bergen. Das LGL

weist daher darauf hin, dass

bei „Krapfen mit Cremefüllung“

eine Lagerung unter entsprechenden

Kühlbedingungen

erforderlich ist. Verbrauchern

wird empfohlen, solche Krapfen

zeitnah nach Erwerb zu verzehren

oder sie kühl zu lagern.

www.lgl.bayern.de

Mathis Kuchejda (Foto), Geschäftsführer

der SCHMIDT +

HAENSCH GmbH & Co, ist für

drei weitere

Jahre als Vorsitzender

der Analysen-,

Bio- und

Labortechnik

(ABL) im Industrieverband

Spectaris wiedergewählt worden.

Der in diesem Jahr komplett

virtuelle ABL-Branchentag

bestätigte auch Peter Schütte,

Geschäftsführer der BRAND

GmbH + Co KG, als stv. Vorsitzenden

sowie die Vorstandsmitglieder

Michael Fischer (2mag

AG), Dr. Axel Jahns (Eppendorf

SE), Heinrich Jürgens (Jüke

Systemtechnik GmbH), Dr. Eike

Kleine-Benne (GERSTEL GmbH

& Co. KG) und Jürgen Semmler,

(Shimadzu Europa GmbH) in

ihren Ämtern.

www.spectaris.de

19


aktuelles

3·22

News kompakt

Warum gelagertes Leinöl bitter schmeckt

– und was man dagegen tun könnte

Ein Forschungsteam unter Führung des Leibniz-Instituts für Lebens

mittel-Systembiologie an der Technischen Universität München

hat neue molekulare Details aufgedeckt, die für die Bitterkeit

von gelagertem Leinöl relevant sind. Bereits frühere Analysen

hatten annehmen lassen, dass im gealterten Öl neben oxidierten

Fettsäuren auch Cyclolinopeptide ursächlich für den Bittergeschmack

sind. Nach Aussage der Forschenden reagierten nur zwei

der 25 menschlichen Bitterrezeptortypen auf die Peptide. Dabei

ent hielten fast alle getesteten Peptide, die in der Lage waren, die

Rezeptoren zu aktivieren, ein oder zwei oxidierte Methioninbausteine

in ihrer Ringstruktur. Im gelagerten Öl war hauptsächlich ein

Methioninsulfoxid-haltiges Oxidationsprodukt der Peptidklasse 4

in relevanten Mengen nachweisbar. Die Gene, die im Flachs die

Cyclolinopeptide kodieren, sind nach Aussage der Forschenden

bekannt. Ebenso gebe es Leinsamensorten wie „Flanders“, die im

Vergleich zu anderen Sorten weniger Cyclolinopeptide der Klasse 4

enthielten und potenziell als Basis für Neuzüchtungen in Frage

kämen.

www.leibniz-lsb.de

INTER-ARRAY-Testkit kann über 700 Stämme

von Staphylococcus aureus unterscheiden

Die fzmb GmbH hat gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für

Pho to nische Technologien (Leibniz-IPHT) in Jena einen Test entwickelt,

mit dem sich genetische Eigenschaften des Bakteriums

Staphylococcus aureus erkennen und mehr als 700 Stämme dieses

Erregers unterscheiden lassen. Virulenzfaktoren und Resistenzgene,

auch der „multiresistenten“ Varianten (MRSA), können mit dem

Testkit schnell identifiziert werden. Der Nachweis der bakteriellen

Gene erfolgt durch die Microarray-Hybridisierung: Hierbei werden

auf einem Biochip mehrere Fängermoleküle auf engstem Raum

aufgetragen, an denen DNA-Fragmente aus einer Bakterienkultur

binden können. Kommt es zu einer solchen Bindung, verfärbt sich

das entsprechende Feld auf dem Chip und kann optisch ausgelesen

werden. Anhand der entstehenden Muster wissen die Forscher

sofort, welche Gene vorhanden sind. Große Vorteile des Microrarray-Systems

sind die hohe Skalierbarkeit und die leichte Adaptierbarkeit.

Zukünftig lassen sich zudem neue Kits mit DNA-Sequenzen

für weitere Marker oder auch für andere Spezies designen.

www.idw-online.de

Neu entdecktes Enzym zersetzt PET-Kunststoff in Rekordzeit

Dass einige Enzyme, sogenannte polyesterspaltende Hydrolasen,

auch PET abbauen können, ist schon länger bekannt. Als

ein besonders effektiver „Plastikzersetzer“ gilt das Enzym LCC.

Wissenschaftler von der Universität Leipzig fanden in Proben von

Laubkompost ein Enzym, das überdurchschnittliche Ergebnisse

erreichte. In den Versuchen zersetzte PHL7 innerhalb von 16 Stun-

den das PET zu 90 Prozent, in der gleichen Zeit schaffte LCC einen

Abbau von gerade einmal 45 Prozent. Eine Kunststoffschale, in der

zum Beispiel Weintrauben verkauft werden, ließ sich mit PHL7 in

weniger als 24 Stunden zersetzen. Die Forscher fanden heraus,

dass ein einziger Baustein des Enzyms für die hohe Aktivität verantwortlich

ist: An der Stelle, wo andere bekannte polyesterspaltende

Hydrolasen einen Phenylalanin-Rest enthalten, trägt PHL7 ein Leucin.

Die Forscher hoffen, dass das neu entdeckte Enzym PHL7 das

biologische Recycling auch in der Praxis weiter voranbringen wird

und suchen dafür nach Industriepartnern. www.uni-leipzig.de

Fleischalternativen aus Pilzkulturen

Ein Forschungsteam aus Deutschland und Schweden hat mikrobielles

Protein in einer Computersimulation in den Kontext des

gesamten Agrar- und Ernährungssystems gestellt, um die Auswirkungen

auf die Umwelt zu ermitteln. Die Produktion und der

Konsum von Nahrungsmitteln machen ein Drittel der weltweiten

Treibhausgasemissionen aus, wobei die Produktion von Rindfleisch

die größte Einzelquelle ist. Ein Teil der Lösung könnte in bereits

exis tierender Biotechnologie liegen: Nährstoffreiche, proteinreiche

Biomasse mit fleischähnlicher Konsistenz, die von Mikroorganismen

durch Fermentierung aus Pilzkulturen produziert wird. Schon

heute ist eine große Produktpalette davon etwa in Großbritannien

und Schweiz im Supermarkt erhältlich. Die Ergebnisse zeigen,

dass die Herstellung von mikrobiellem Protein viel weniger landwirtschaftliche

Fläche erfordert als die gleiche Menge Protein aus

Fleisch und kann somit die Treibhausgasemissionen durch Viehhaltung

und die Ausweitung von Acker- und Weideland stark senken.

www.idw-online.de

Ab sofort auch online:

Der BfR-Welt-Almanach zur Lebensmittelsicherheit

Aus Anlass des „Welttags der Lebensmittelsicherheit“ stellt das

Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) die neue Ausgabe des

Handbuchs ins Netz. Der Online-Welt-Almanach gibt einen Überblick

über die Verwaltungsstrukturen verschiedener Länder in der

Lebens- und Futtermittelsicherheit und erleichtert die internationale

Zusammenarbeit. Außerdem soll mit dem Almanach die Harmonisierung

bestehender Methoden unterstützt und Doppelarbeit

vermieden werden. Denn die Lebens- und Futtermittelsicherheit

kann nur durch einen internationalen Ansatz gewährleistet werden,

der eine enge Zusammenarbeit der Länder und Organisationen

vorsieht. Derzeit sind 37 Länder mit ihrem Profil im BfR-Online-

Almanach vertreten. Das Online-Projekt soll um weitere Länder aus

verschiedenen Kontinenten erweitert werden. Dank des Online-

Formats erhält jedes Land Zugang zum eigenen Länderprofil und

steht in der Verantwortung, dieses stetig zu aktualisieren. Zu finden

ist der BfR-Online-Almanach unter

https://worldfoodsafetyalmanac.bfr.berlin/ www.bfr.bund.de

20 www.hygiene-report-magazin.de


juli

aktuelles

Neuer Leitfaden zur Nass-Grundreinigung

IHO: Hohes Hygieneniveau durch Einpflege von Bodenbelägen

Experten aus dem Fachbereich Gebäudereinigung

im Industrieverband Hygiene

& Oberflächenschutz (IHO) haben

einen neuen Leitfaden zur chemischen

Nass-Grundreinigung und der Einpflege

von Bodenbelägen erstellt.

Bodenbeläge gehören zu den am meisten

beanspruchten Bauteilen in einem

Gebäude. Sie erfordern

ein hohes Maß

an Schutz und Pflege.

Pflegefilme tragen

einen erheblichen

Teil zur Werterhaltung

des Bodenbelages

bei, verlängern die

Lebensdauer von Belägen und ermöglichen

eine Zeit- und Kostenersparnis bei

der Unterhaltsreinigung.

Wie erfolgt die korrekte chemische

Nass-Grundreinigung und die Einpflege

von Bodenbelägen? Wie lassen sich

typische Schadensbilder vermeiden und

beheben? Welche Ausstattung benötige

ich – und was gilt es insbesondere bei

hohen Temperaturen zu beachten? Die

neue Empfehlung ist als Broschüre des

Fachbereichs Gebäudereinigung des

IHO erhältlich und gibt auf 48 Seiten

umfassend Antwort auf diese Fragen.

Sie enthält Bilder von typischen Problemfällen

und gibt Hinweise zur Ver-

meidung und Behebung dieser Schäden.

Eine Checkliste für alle benötigten

Materialien und ein Einpflegeprotokoll,

das als Kopievorlage verwendet werden

kann, runden die Broschüre ab.

„Ein eingepflegter Bodenbelag ist die

ideale Voraussetzung für ein hohes

Hygieneniveau, da nur eine geschlossene

Oberfläche

optimal zu reinigen

und/oder zu

desinfizieren ist.

Obwohl es sich bei

der chemischen

Nassgrundreinigung

um Alltagsgeschäft

handelt, beziehen sich die häufigsten

Reklamationen im Bereich der Gebäudereinigung

auf Schäden bei Bodenbelägen.

Hier möchten wir mit unserem

Leitfaden ansetzen“, sagt Markus

Häfner, Vorsitzender des Fachbereichs

Gebäudereinigung im IHO.

Die Broschüre kann auf der IHO-Webseite

als PDF heruntergeladen werden.

Gedruckte Exemplare können in der

Geschäftsstelle oder über die Mitgliedsfirmen

des IHO bestellt werden. Weitere

Broschüren aus dem Bereich der

Gebäudereinigung sind geplant.

www.iho.de

VDMA: Aus der DIN 8743 wird die EN 415-11

Die DIN 8743 spezifiziert das international

eingeführte Kennzahlensystem

für die Leistungsabnahme von Verpackungsmaschinen.

Sie wird nicht nur

von deutschen Maschinenherstellern

genutzt und von Kunden weltweit akzeptiert.

Auf Initiative des italienischen

Branchenverbands UCIMA und des

deutschen VDMA wurde die nationale

Norm in die europäische Norm Norm

EN 415-11:2021 überführt.

„DIN EN 415-11:2021-12: Sicherheit

von Verpackungsmaschinen – Teil 11:

Ermittlung von Effizienz und Verfügbarkeit“

ist über den Beuth-Verlag zu

beziehen. Auf der VDMA-Website ist

eine Einführung in das Kennzahlensystem

der EN 415-11: 2021 verfügbar

– und zudem Einführungen

zur VDMA 8751 zu Kennzahlen und

Vorgehensweise zur Erfassung und

Messung von Energie und Medienverbräuchen

sowie zur VDMA 8752 zu

ergänzenden Kennzahlen zum Themenfeld

Rüsten und Reinigen.

www.vdma.org

www.beuth.de

Und wann

mieten Sie Ihre

Berufskleidung?

Mietberufskleidung von DBL.

Wir beschaffen, holen, bringen und pflegen

Ihre Berufskleidung in unserem textilen Miet -

ser vice. Hygienisch. Zuverlässig. Empfohlen

vom BVLK. Rufen Sie an unter

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21

DBL – Deutsche Berufskleider-Leasing GmbH

Albert-Einstein-Str. 30 | 90513 Zirndorf

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21


interview

3·22

„Die Einhaltung der Hygienevorgaben mit

Innovationen so leicht wie möglich machen“

Volker Schlosser (K+G Wetter) über HD und perfekte Reinigung von Kuttern und Wölfen

Gerade in der Fleischwarenherstellung ist perfekte Hygiene unerlässlich. Mit Geräten im Hygienic Design können Unternehmen

ihre Produktionslinien vor Kontaminationen schützen und ihren Kunden Lebensmittelsicherheit gewährleisten. Wie

schaffen es namhafte Maschinenhersteller, die immer strengeren Hygienevorgaben in konstruktive Details eines Kutters

oder Wolfs zu übertragen? „Mit Innovationen“, sagt Volker Schlosser, Sales Manager International bei K+G Wetter (Biedenkopf-Breidenstein).

Wir sprachen mit ihm im Nachgang der Weltleitmesse IFFA über die wichtigsten Neuheiten des Spezialgerätebauers,

das gewünschte Zusammenspiel mit Kunden in der Entwicklung und das Ziel rückstandsloser Reinigung.

Redaktion Hygiene Report:

Food Safety und damit hygieneoptimiertes

Design standen bei

der weltgrößten Fleischerei-

Fachausstellung IFFA 2022 bei

vielen Maschinenbauern im

Fokus. Wie wichtig ist für Sie

dieser Aspekt in Ihrem Produktprogramm?

Volker Schlosser: Hygieneoptimiertes

Design ist ein Kernthema

von K+G Wetter. Bei allen

unseren Entwicklungen steht

immer der Nutzen für den Kunden

im Mittelpunkt. Wenn wir

in der Entwicklungsphase bei

Detailfragen keinen Nutzen für

den Kunden sehen, setzen wir

neu an. Dabei hat das Thema

Hygiene höchste Priorität.

Hygiene Report: Welche

technischen Neuheiten oder

Modelle im Hygienic Design

haben Sie in Frankfurt gezeigt

und wie war die Resonanz der

Fachbesucher?

Volker Schlosser: Alle Konstruk

tionsdetails für besondere

Hygiene bei der Lebensmittelverarbeitung

stießen auf dem

K+G-Wetter-Messestand auf

besonderes Interesse. Als ganz

aktuelle Neuentwicklung im

Bereich Wölfe und Mischwölfe

präsentierten wir auf der IFFA

eine Weiterentwicklung unserer

Volker Schlosser

Sales Manager International

bei der K+G Wetter GmbH in

Biedenkopf-Breidenstein.

Messerzapfen. Diese haben

nun an der Verbindung zur

Fleischschnecke erstmals eine

Dichtung. Durch die ausgeklügelte

Erfindung können keine

Flüssigkeiten oder Partikel

mehr in den Zwischenraum

eindringen. Dieses Detail

sorgt für Hygienesicherheit in

einem sehr sensiblen Bereich.

Zudem wurde die Aufnahme

der Messerzapfen vollständig

neu konstruiert, so dass ein

Austausch im Bedarfsfall ohne

Fachkenntnis in wenigen Minuten

vom Kunden selbst erledigt

werden kann.

Erstmals auf einer Messe zu sehen

war auf der IFFA der neue

offene Kochkutter CM 360 aus

der HygienicSecure-Baureihe

mit einer energieeffizienten

und besonders hygienischen

Kochfunktion. Mit unserer

Entwicklung ist es nun sogar

möglich, eine Kochfunktion bei

einem Kutter ohne Vakuumkessel

einzusetzen.

Auf enormes Interesse stieß

nach wie vor unser patentierter

Messerdeckelstreifen bei den

HygienicSecure-Kuttern. Dieser

ist zur Reinigung leicht herausnehmbar.

Somit ist eine aus

hygienischer Sicht überaus

kritische Stelle nun sicher und

einfach zu reinigen. Dieses Bauteil

bringt ein Plus in Sachen

Hygiene und wurde 2021 mit

dem International FoodTech

Award in Silber ausgezeichnet.

Hygiene Report:

Wie breit

ist K+G Wetter

heute aufgestellt,

was

umfasst Ihr

Produktportfolio

und welche

Branchen

setzen Ihre

Geräte ein?

Volker Schlosser:

K+G

Wetter baut

Kutter, Wölfe

und Mischwölfe für alle

Betriebsgrößen vom lokalen

Handwerksmetzger bis zum

industriellen Verarbeiter. Bei

den Kuttern startet das mit den

Schneidmischern von 33 und

45 Litern Schüsselvolumen und

geht über verschiedene CutMix

und Vakuum-CutMix-Modellgrößen

von 50 Litern bis zum

größten Kutter CM/VCM 550

Liter. Das kompakteste Wolf-

Model von K+G Wetter ist der

Elektro-Stopfwolf EW 98, es gibt

weitere Größen mit und ohne

Misch-Funktion oder auch als

Winkelwolf bis zu den industriellen

Modellen, die auch Gefrierfleisch-Blöcke

wolfen. Eine

Besonderheit ist der Zwilling:

Die kompakte Kombi-Maschine

aus Kutter und Wolf ist aktuell

Der Messerdeckelstreifen der Hygienic-Secure-Kutter

von K+G Wetter ist mit einem Handgriff entnehmbar – so

gelingt hygienische Reinigung von Dichtung und Nut bei

jedem Durchgang einfach und schnell.

22 www.hygiene-report-magazin.de


juli

interview

K+G-Wetter-Innovationen im Fokus: Mit dem neuen Hygienic-Secure-Kutter CM 360 (Foto links) ist es nun sogar

möglich, eine Kochfunktion bei einem Kutter ohne Vakuumkessel einzusetzen. Die Spülkammer ermöglicht bei den

Wölfen (Foto rechts) höchstmöglichen Hygienestandard auch bei sonst nicht zugänglichen Maschinenbereichen.

wieder ausgesprochen gefragt

und wird heute nur noch von

K+G Wetter angeboten.

Traditionell im Einsatz sind unsere

Maschinen in der Fleischverarbeitung,

aber darauf sind

sie natürlich nicht beschränkt.

Unsere Kunden verarbeiten

damit auch Fisch oder vegetarische

und vegane Proteine,

Tiernahrung, besonders sensible

Produkte wie Babynahrung

oder auch Convenience-Erzeugnisse

wie Suppen, Saucen

und Eintöpfe. Auch im Bereich

Süßwaren oder Käse leisten

Maschinen von K+G Wetter gute

Arbeit für Qualitäts-Produkte.

Hygiene Report: Nehmen Sie

auch gelegentlich Rückmeldungen

von Betrieben in die Entwicklung

neuer Produkte auf?

Volker Schlosser: Ja, absolut

und nicht nur gelegentlich. Was

wir bauen und neu entwickeln,

muss immer auch beim

Kunden einfach und leicht in

der Anwendung funktionieren.

Daher hat unser Vertriebs- und

Entwicklungsteam immer ein

offenes Ohr für die Wünsche,

Anregungen und auch neuen

Anforderungen aus dem Markt.

So entstehen dafür dann im

Idealfall patentierte Lösungen

wie der erwähnte Messerdeckel-

streifen der HygienicSecure-

Kutter, die ganz neue Dichtung

zwischen Messerzapfen und

Fleischschnecke bei den

Wölfen oder auch das weiterentwickelte

Sortiermesser, das

für das Aussortieren von nicht

gewünschten Hartanteilen im

gewolften Produkt

einen Quantensprung

bedeutet.

Hygiene Report:

Lassen sich hohe

Vorgaben von

Personalhygiene bis

Desinfektion überhaupt

100-prozentig

beseitigen oder steht

da der „menschliche

Faktor“ dazwischen?

Volker Schlosser:

Hundertprozentige

Sicherheit gibt es

wohl nie, wobei das Thema

Hygiene in allen Lebensmittelbetrieben

natürlich eine immer

größere Rolle spielt – das ist

auch gut und richtig so. Was

wir als Maschinenhersteller

beitragen können: den Kunden

die Einhaltung der Hygienevorgaben

so leicht wie möglich zu

machen. Die rückstandslose

Reinigung von Kuttern und Wölfen

muss einfach, schnell und

sicher sein, auch an schwer

zugänglichen Stellen.

Für solche Bereiche stehen

innovative Lösungen bereit. Ein

Beispiel ist die Spülkammer

in den Wölfen und Mischwölfen:

Das Prinzip: Während des

Wolfvorgangs wird das Produkt

mit sehr hohem Druck durch

den Schneidsatz gefördert –

Zwischen Messerzapfen und Fleischschnecke der Wölfe

und Mischwölfe von K+G Wetter sitzt dank einer Neuentwicklung

nun erstmals eine Dichtung. Damit ist der sensible

Bereich vor Verunreinigungen geschützt und kann

leicht hygienisch gereinigt werden. Fotos: K+G Wetter

es ist dadurch möglich, dass

kleinste Mengen an Flüssigkeiten

oder Produktpartikel die

Dichtung der Förderschnecken-

Aufnahme überwinden. Dann

können sich Mikroorganismen

auf der Rückseite, also bereits

im Maschinenkorpus, relativ

ungestört vermehren und im

schlimmsten Fall das Verarbeitungsgut

kontaminieren. Solche

Verunreinigungen werden bei

den Wölfen von K+G Wetter in

der Spülkammer gesammelt

und bei der täglichen Reinigung

einfach und sicher von außen

ausgespült – für optimale Hygiene

in Sekundenschnelle.

Hygiene Report: Manche Unternehmen

fühlen sich durch

Auflagen zur „Food Safety“

gegängelt und teils überfordert.

Sehen Sie auch positive Tendenzen

und Neuerungen, die

Mut machen?

Volker Schlosser: Das Thema

Lebensmittelsicherheit und

Hygiene ist enorm wichtig – die

Konsumenten müssen darauf

vertrauen können, dass bei der

Herstellung der Produkte alles

einwandfrei gehandhabt wird.

Umso wichtiger ist es, dass

wir diese Themen auch für die

Maschinen von K+G Wetter berücksichtigen

und vorausschauend

weiterentwickeln. Wenn wir

unseren Kunden erleichtern, hygienisch

einwandfrei zu kuttern

und zu wolfen, ist das im

Sinne aller Beteiligten.

Hygiene Report: Mit

welchen Neuheiten im

hy gie netechnischen

Bereich können die

Anwender in naher Zukunft

seitens K+G Wetter

rechnen?

Volker Schlosser: An was

unsere Entwickler aktuell

arbeiten, können wir

natürlich nicht verraten.

Durch den partnerschaftlichen

Austausch mit

unseren Kunden gehen uns die

Ideen für Optimierungen aber

nicht aus. Die Kutter und Wölfe

von K+G Wetter werden auch

in Zukunft Standards setzen im

Bereich Hygiene.

Kutter- und Gerätebau

Wetter GmbH

Goldbergstrasse 21

D-35216 Biedenkopf-

Breidenstein

www.kgwetter.de

23


erufskleidung

3·22

Hygienisch geht auch nachhaltig

DBL: Kollektion „BPlus Green“ neu im Mietservice

Robust, funktional, modern

designt – und dazu nachhaltig:

Berufstextilleasing-Spezialist

DBL (Zirndorf) hat die

neue hochwertige Workwear-

Kollektion „BPlus Green“ des

Kölner Traditionskonfektionärs

Bierbaum & Proenen (BP) in

seinen Mietservice integriert,

um sie künftig für Profis in

Handwerk und Industrie stets

hygienisch gereinigt und

pünklich in den Betrieben

verfügbar zu machen.

Das strapazierfähige Canvas-

Gewebe der BPlus Green

besteht zu 65 % aus Polyester

von recycelten PET-Flaschen.

Canvas-Gewebe mit 65 % Recyclinganteil sorgt in

der „BPlus Green“ für Nachhaltigkeit. Foto: DBL

So befinden sich in jedem der

fünf Kollektionsteile durchschnittlich

18 Flaschen. Im

Vergleich zur Herstellung von

neuem Polyester wird der

Wasserverbrauch um 20 %,

der CO ²

-Ausstoß um 30 %

und der Energieverbrauch um

45 % gesenkt. Die übrigen 35

% des Gewebes bestehen aus

Baumwolle des Programms

„Supporting-Fairtrade-Cotton“,

dessen Rohstoffmodell es

Bauern ermöglicht, größere

Mengen ihrer Baumwolle zu

Fairtrade-Bedingungen zu verkaufen.

„Wir reagieren damit

auf die verstärkte Nachfrage

unserer Kunden nach fairen

Kollektionen“, so Thomas

Krause von der DBL – Deutsche

Berufskleider-Leasing

GmbH.

Im DBL-Mietservice stehen

fünf Kollektionsteile in sechs

Farbkombinationen zur Auswahl.

Eine moderne Bundjacke,

Latzhose und Bundhose

sowie die saisonalen Kollektionsteile:

Shorts für wärmere

Tage und Thermoweste für

kühlere Temperaturen. Sie

alle gibt es in angesagten, gedeckten

Tönen (Dunkelgrau,

Schwarz, Dunkelblau, Braun,

Oliv und Blau) mit markanten

schwarzen Absätzen. Das ist

individuell abstimmbar auf

die Corporate Identity des

Betriebes.

Für Workwear

ebenfalls ein

wichtiges Kriterium:

der Komfort.

Hier überzeugt

BPlus Green laut

DBL mit ergonomischer

Passform.

Erhöhte

Dehnbunde

und Stretcheinsätze

sorgen

für maximale

Bewegungsfreiheit.

Auch beim

Thema Funktionalität erreicht

die neue Arbeitskleidung

maximale Punkte – ob mit verstärkten

Kniepolstertaschen

aus Cordura ® , multifunktionalen

Taschenlösungen oder

sportiven Reflexelementen.

DBL bietet die faire Workwear

im nachhaltigen Mietkonzept.

„Wir wissen um die hohe Qualität

der Kleidung und dass

Nachhaltigkeit immer auch

Langlebigkeit bedeutet“, meint

Krause. „Durch unsere ressourcenschonende

Pflege und

eine fachgerechte Reparatur

ist mit uns jedes Kleidungsstück

lange im Einsatz.“

www.dbl.de

Geschäftsführer Sven Heizmann (r.) und Marketingleiter Martin Marx von

diemietwaesche.de mit der Top-100-Trophäe. Foto: diemietwaesche.de

TOP100-Siegel für Innovationskraft

diemietwaesche.de zum dritten Mal ausgezeichnet

Für ihre wiederkehrenden Innovationen

hat diemietwaesche.de

(Villingen) bereits zum dritten

Mal seit 2015 das TOP100-

Siegel verliehen bekommen. Mit

dieser Auszeichnung werden

besonders innovative mittelständische

Unternehmen geehrt –

und das nunmehr zum 28. Mal.

Zuvor hatten Innovationsforscher

Prof. Dr. Nikolaus Franke

und sein Team im Auftrag von

Wettbewerbs-Ausrichter Compamedia

(Überlingen) die Innovationskraft

von diemietwaesche.

de untersucht. Im Kern gingen

sie der Frage nach, ob Innovationen

im Unternehmen das

Ergebnis planvollen Vorgehens

oder ein Zufallsprodukt sind,

also um die Wiederholbarkeit

von Innovationsleistungen.

Gleichzeitig untersuchten sie,

ob und wie sich die entsprechenden

Lösungen am Markt

durchsetzen. Dazu legten die

Forscher rund 120 Prüfkriterien

aus fünf Kategorien zugrunde:

Innovationsförderndes Management,

Innovationsklima, Innovative

Prozesse und Organisation,

Außenorientierung/Open Innovation

und Innovationserfolg.

Aufgrund der aktuellen Situation

gab es zudem einen Sonderteil,

in dem die unternehmerische

Reaktion auf die Coronakrise

untersucht wurde.

diemietwaesche.de ist ein

bundesweit tätiges Dienstleistungsunternehmen,

das auf

die Vermietung von Berufs- und

Schutzkleidung spezialisiert ist.

Der Verbund aus mittelständischen

Wäschereien hat sich

v.a. durch innovative Sicherheitskonzepte

einen Namen

gemacht. „Täglich tragen Millionen

Menschen bei ihrer Arbeit

Berufs- oder Schutzkleidung

und wir sorgen dafür, dass sie

den Beschäftigten einen optimalen

Schutz gewährt. So ist

jedes von uns ausgelieferte Kleidungsteil

hautverträglich – eine

einzigartige Eigenschaft, die

durch die Fördergemeinschaft

Körperverträgliche Textilien

(FKT) durch das Siegel

,hau(p)t sache verträglich’ regelmäßig

bestätigt wird“, so Geschäftsführer

Sven Heizmann.

www.top100.de

diemietwaesche.de

Auf der Steig 6

D-78052 VS-Villingen

www.diemietwaesche.de

24 www.hygiene-report-magazin.de


juli

schädlingsbekämpfung

Prophylaxe & Bekämpfung sind Pflichtfächer fürs Qualitätsmanagement

Sachverständiger: Thema Schädlinge nicht Halbprofis überlassen – Bei Mängeln drohen hohe Kosten

Qualitätskontrollen sind heute

im gesamten Betriebsablauf von

Unternehmen tägliche Praxis.

Kammerjäger hingegen haben

in fast allen Lebensmittelbetrieben

immer noch völlig freie

Hand. Oft wissen die Auftraggeber

gar nicht, ob eine wirklich

professionelle, preiswerte und

betriebsspezifische Leistung

erbracht wird. Dieses Wissensdefizit

ist gefährlich, denn

insbesondere in der Schädlingsbekämpfung

tummeln sich immer

noch viele selbst ernannte

Experten auf dem Markt.

Und gerade bei der Schädlingsprophylaxe,

die für jeden

Lebensmittelbetrieb elementar

wichtig ist, passieren, die

meisten Fehler, Mängel und

Versäumnisse. Der Auftraggeber

fühlt sich auf der sicheren

Seite, wird aber in Wirklichkeit

fachlich völlig falsch betreut. Erschwerend

kommt hinzu, dass

es für Schädlingsbekämpfer per

Gesetz noch nicht einmal eine

generelle Verpflichtung zur Ausbildung

gibt. Die Forderung, das

Thema Schädlinge, Prophylaxe

und Bekämpfung in das Qualitätsmanagement

einzubinden,

gewinnt vor diesem Hintergrund

massiv an Bedeutung.

Qualitätskontrolle heißt hier in

erster Linie, die umgesetzten

Maßnahmen des Schädlingsbekämpfers

beurteilen zu können.

Stimmt der Preis im Angebot

und stimmt die angebotene

Leis tung? Wird der eigene

Betrieb fachlich korrekt sowie

objekt- und befallsspezifisch

betreut? Können die eingesetzten

Schädlingsbekämpfungsmittel

den eigenen Betrieb

eventuell gefährden? Erfüllt

der Schädlingsbekämpfer die

vom Gesetzgeber geforderten

Auflagen? Diese Fragen können

von Lebensmittelbetrieben meist

nicht oder nur unzureichend

beantwortet werden. Folge:

Die Lebensmittelsicherheit ist

gefährdet.

Schaben (im Bild die „Periplaneta americana“) sind die am häufigsten in Lebensmittelbetrieben

auftretenden Schädlinge.

Foto: Voigt

Zweitens kann unprofessionelle,

schlechte Arbeit eines Schädlingsbekämpfers

zu finanziellem

Mehraufwand führen. Extreme

Kosten verursachen Produktionsausfälle,

die gerade bei einer

Schaben- und Mottenbekämpfung

von unprofessionellen

Schädlingsbekämpfern oft als

unumgänglich gefordert werden.

Dabei ist ein kostspieliger

Produktionsstop in der heutigen

Zeit meist nicht notwendig.

Ein weiterer Schwachpunkt ist

die Dokumentation. Man selbst

als Auftraggeber ist zwar von

der Richtigkeit überzeugt, was

aber, wenn beim Kunden- oder

IFS-Audit Mängel oder sogar

Lücken aufgedeckt werden?

Als kompetente Problemlöser

fungieren hier Experten wie

der Sachverständige Thomas

F. Voigt (Laudenbach). Mit

Fachwissen und 30-jähriger

Branchenerfahrung bringt er

als unabhängiger Partner alle

Fragen zum Thema Schädlinge,

Prophylaxe und Bekämpfung

auf den Punkt. Neutral und

sachlich zeigt er Unternehmen,

wie sie die Thematik ins Qualitätsmanagement

einbinden

können, ob ihr Schädlingsbekämpfer

gute Arbeit leistet und

sie auf der sicheren Seite sind.

Der Fachautor rät: „Überlassen

Sie das Thema Schädlinge, Prophylaxe

und Bekämpfung nicht

dem Zufall. Steigern Sie Ihre

Qualität und nicht Ihr Risiko!“

Praxis-Tipps und Infos kostenlos

per E-Mail: mcpcc@t-online.de

Sachverständigenbüro

Schädlingsbekämpfung

Thomas F. Voigt

Postfach 12 17

D-69511 Laudenbach

GPCB: Sachkunde in der Schädlings-Prävention mit Zertifizierung DIN 16636

Die Anforderungen an Schädlingsbekämpfer

haben sich in

den letzten 20 Jahren stark

verändert. Seit 1993 fordert

die Gefahrstoffverordnung eine

Sachkunde beim Umgang mit

giftigen Stoffen und Zubereitungen

(aktuelle Bezeichnung:

Akute Toxizität Kategorie 1-4).

Doch was ist Sachkunde?

Nach Angaben des German

Pest Contol Board (GPCB), ein

Arbeitskreis führender Schäd-

lingsbekämpfer in Deutschland,

fordert erfolgreiche Schädlingsprävention

bzw. -bekämpfung:

u Wissen um die Biologie der

Schädlinge

u Wissen um ihre Entwicklung

u Wissen über ihre Lebensund

Verbergeorte

u Wissen um die Befallshistorie

in einem Betrieb

u Wissen um Gefahren auf den

Betriebsgeländen

In der Gefahrstoffverordnung

heißt es u.a.: „Sachkundig ist,

wer seine Fachkunde durch

Teilnahme an einem behördlich

anerkannten Sachkundelehrgang

erweitert hat“ oder „…

über eine von der zuständigen

Behörde als gleichwertig anerkannte

Qualifikation verfügt.“

Laut GPCB ist dies für interne

und externe Überprüfungen

und Auditoren z.T. schwer

erkenntlich, da es verschiedene

behördlich anerkannte Qualifikationen

gibt. Wünschenswert

wäre, wenn Auditoren eine

Zertifizierung gemäß DIN 16636

(Schädlingsmanagement)

als Qualifikation anerkennen

würden, da dieser Standard die

Ausbildung und Qualifikation

der Mitarbeiter eines Fachbetriebes

verlangt und überprüft.

www. gpcb.eu

25


hygieneorientierte baumassnahmen

3·22

Mit Türen und Toren aus Edelstahl

Hygienebereiche vor Kontamination sichern

Hörmann: Bauelemente müssen chemikalienresistent und lebensmittelneutral sein

Bei Logistik- und Lagerhallen, Industrie- und Gewerbebauten in der Lebensmittel-, Pharma- und Chemieindustrie werden

an die Türen, Tore und Zargen besonders hohe Anforderungen an Hygiene, Hitzebeständigkeit und Robustheit gestellt. Um

diesen gerecht zu werden, bieten sich Produkte aus Edelstahl an: Im Gegensatz zu herkömmlichem Stahl ist dieser säureund

laugenbeständig, widerstandsfähig gegenüber zahlreichen aggressiven Stoffen wie Chlor, Farben, Alkohol oder Salzen

und neutral im Kontakt mit Lebensmitteln. Die Hörmann KG (Steinhagen) hat sich auf die Herstellung von Bauelementen

wie Roll-, Schiebe- und Schnelllauftoren für solch anspruchsvolle Einsatzbereiche wie im Lebensmittelsektor spezialisiert.

Edelstahl-Türen

In der Lebensmittel- oder

Pharmaindustrie kommt es auf

Hy giene und Sauberkeit an,

sodass hier Edelstahl-Türen besonders

geeignet sind. Für den

Einsatz in Hygienebereichen

sind alle Türkomponenten wie

Türblatt, Beschläge und Drücker

vollständig aus Edelstahl

gefertigt. Hörmann Edelstahl-

Mehrzwecktüren gibt es mit

Dickfalz oder – für eine hochwertige

Gesamtansicht – als

stumpf einschlagende Variante.

Räume, in denen Lebensmittel

verarbeitet werden, werden

Hygienesicherheit zählt: Sämtliche

Komponenten wie Tür, Drücker und

Beschläge sind aus Edelstahl.

regelmäßig gründlich gereinigt.

Hier empfiehlt sich laut

Hörmann der Einsatz einer

Edelstahl-Tür wie der MZ Aqua,

die durch eine PU-Füllung

(Polyurethan) wasserabweisend

ist und starken Nässeeinwirkungen

– zum Beispiel durch

Hochdruckreiniger – ohne

Schäden am Material langfristig

standhält.

In Gebäudebereichen, wo

zusätzlich der Brandschutz

gewährleistet werden muss,

können die Edelstahl-Türen

mit einer feuerhemmenden

(T30) und feuerbeständigen

(T90) Funktion ausgeführt

werden. Mehrzweck- wie auch

Feuerschutztüren gibt es einoder

zwei-flügelig und optional

rauchdicht, schalldämmend

(bis zu 42 dB) und in RC 2 oder

RC 3 Sicherheitsausstattung.

Edelstahl-Tore

Neben Edelstahl-Türen bietet

das Unternehmen aus Westfalen

für große Hallendurchgänge

und -übergänge in Lebensmittel

produzierendem Gewerbe,

Kühllagern, Molkereien und

Brauereien auch Edelstahl-Tore

an. Dazu gehören neben Schiebetoren

auch Schnelllauftore.

So können sowohl die Rohstoffe

für die Produktion innerhalb von

Hallen als auch anschließend in

Lager- oder Logistikhallen, die

zum Beispiel über Edelstahl-

Tore zugänglich sind, hygienisch

transportiert werden.

Torsysteme wie diese Schnelllauftore müssen in hygienesensiblen Bereichen

wie der Fleischwarenverarbeitung schnell öffnen und exakt schließen.

Die Edelstahl-Schiebetore gibt

es ein- oder zwei-flügelig und

– bei geringen Platzverhältnissen

– in Teleskop-Ausführung.

Darunter das Mehrzweck-

Schiebetor und, die durch ihre

PU-Füllung wasserresistente

Variante, das Mehrzweck-Schiebetor

Aqua.

In vielen Bereichen kommt es

aber nicht nur auf eine hygienische

und widerstandsfähige

Produktlösung an. Darüber

hinaus werden oftmals Brandund

Rauchschutzanforderungen

gestellt, die mit den T30, T90

und rauchdichten Edelstahl-

Schiebetoren erfüllt werden

können. Damit ein Personendurchgang

auch möglich ist,

wenn das Tor geschlossen

ist, können sie zusätzlich mit

Schlupftüren ohne Schwelle

ausgestattet werden. Laut Herstellerangaben

sind die Schlupftüren

nur bei Hörmann auch

für Rauchschutz-Schiebetore

zugelassen. Je nach Fluchtwegeplanung

kann die Schlupftür

in beide Richtungen geöffnet

werden.

Torsysteme müssen besonders

schnell öffnen und schließen,

wenn Verkehrsflüsse in Produktions-

und Logistikhallen

optimiert werden sollen. Für

die Lebensmittelindustrie ist

zusätzlich zum reibungslosen

Warentransport die Einhaltung

strenger hygienischer Anforde-

26 www.hygiene-report-magazin.de


juli

hygieneorientierte baumassnahmen

rungen entscheidend. Beide

Aspekte vereint das von Hörmann

speziell für diesen Einsatz

entwickelte Schnelllauftor V

2515 FOOD L.

Antrieb, Führungsschiene,

Steuerung und Wickelwelle sind

durch eine stabile Edelstahl-

Konstruktion geschützt, sodass

die gesamte Torkonstruktion

unempfindlich gegenüber

Hochdruckreiniger und Wasser

ist und sich leicht reinigen

lässt. Das Schnelllauftor ist

serienmäßig mit einer Frequenzumrichtersteuerung

ausgestattet, sodass hohe

Öffnungs- (max. 1,2 m/s) und

Schließgeschwindigkeiten (max.

0,5 m/s) erreicht werden, die

die Betriebsabläufe optimieren

und Wärmeverluste reduzieren.

Zusätzlich verlängert das sanfte

Anfahren und Abbremsen die

Lebensdauer des Tores um ein

Vielfaches.

Wenn es auf Hygiene und eine hohe Widerstandsfähigkeit der eingesetzten

Türen, Tore und Zargen ankommt, werden Edelstahl-Produkte diesen Anforderungen

am besten gerecht, da sie korrosionsbeständig und langlebig sind.

und flächenbündig montieren

und sorgen für einen stabilen

Wandanschluss und eine

dauerhaft optimale Türfunktion.

sind werkseitig mit Mineralwolle

hinterfüllt, sodass sie schnell

und sauber ohne Vermörtelung

eingebaut werden können.

Somit werden die

Oberflächen nicht

verschmutzt und

die Trocknungszeit

des Mörtels

entfällt.

Das Unternehmen

in Zahlen und Fakten

Der Grundstein für die heutige

Hörmann Gruppe wurde in

den 50er Jahren des letzten

Jahrhunderts mit der industriellen

Fertigung eines neuartigen

Garagen-Schwingtors, dem

Berry-Tor, gelegt. Raumsparende,

sich senkrecht öffnende

Sektionaltore für Garagen sowie

für Industrie- und Gewerbebauten

leiteten in den 1960er

Jahren eine zukunftsweisende

Entwicklung ein. Die Produktpalette

wurde seither konsequent

erweitert und umfasst

heute auch Roll-, Schiebe- und

Schnelllauftore, Haus- und

Innentüren, Zargen, Tor- und

Türantriebe, Feuer- und Rauchschutzanschlüsse,

Verladetechnik

sowie Automatik-Schiebetür-,

Zufahrtskontroll- und

Stauraumsysteme.

Edelstahl-Zargen

und Durchblickfenster

Für den Einbau von gefälzten

und stumpfen Türblättern sowie

Schiebetüren in Massiv- und

Ständerwände bietet Hörmann

zudem ein umfangreiches

Edelstahl-Zargenprogramm.

Die Eck-, Umfassungs- und

Blockzargen lassen sich laut

Hersteller durch ein patentiertes

Edelstahl-Montage-Set einfach

Schall-, Wärmeschutz und mehr: ein Durchblickfenster

für Produktionsbereiche in Edelstahl.

T30 und T90 Feuerschutztüren

STS/STU lassen sich mit

den Hörmann DryTec Zargen

ohne Mörtel in Mauerwerk und

Beton montieren. Diese Zargen

Reinigungsfreundlich: Da die gesamte Konstruktion des Schnelllauftores V

2515 FOOD L aus Edelstahl gefertigt ist, ist es unempfindlich gegenüber

Hochdruckreiniger und Wasser.

Fotos: Hörmann

Ebenfalls in Edelstahl-Ausführung

erhältlich ist das

Durchblickfenster-

Programm von

Hörmann; es eignet

sich deshalb

vor allem für mehr Licht- und

Sichtkontakt zum Beispiel in

Laboren von Produktionshallen.

Bei Bedarf, um beispielsweise

den Lichteinfall zu organisieren

oder Sichtschutz zu gewährleisten,

können die Durchblickfenster

zusätzlich mit Jalousien

und Rollos ausgestattet werden.

Durchblickfenster dieser Art

bieten Schall- und Wärmedämmung,

Strahlen- oder Feuerschutz

in G30, F30 und F90

sowie Einbruchhemmung (RC

2, RC 3 und RC 4) und Absturzsicherheit.

Hörmann KG Verkaufsgesellschaft

Upheider Weg 94-98

D-33803 Steinhagen

www.hoermann.com

International aktiv

Hörmann ist heute nach

eigenen Angaben Europas

führender Anbieter für Türen

und Tore. Mehr als 20 Millionen

Tore wurden seit der Gründung

im Jahr 1935 produziert und

weltweit ausgeliefert. In 38 spezialisierten

Werken in Europa,

Nordamerika und Asien entwickeln

und produzieren mehr als

6000 Mitarbeiter hochwertige

Tore, Türen, Zargen, Antriebe,

Zufahrtskontroll- und Stauraumsysteme

für den Einsatz in privaten

und gewerblich genutzten

Immobilien. Hauptsitz der

weltweit agierenden Hörmann

Gruppe ist die westfälische

Kleinstadt Steinhagen. Das

nach wie vor familiengeführte

Unternehmen erreichte zuletzt

einen Jahresumsatz von mehr

als 1 Milliarde Euro. Hörmann

ist mit über 100 eigenen

Vertriebsstandorten in mehr

als 40 Ländern und in über

50 weiteren Ländern durch

Vertriebspartner vertreten.

27


lufthygiene

3·22

Luftfiltration als Teil der Hygienestrategie

4 Tipps zu Planung/Wartung – HLKK-Systeme und mobile Geräte kombinieren

Die Raumluft kann mit mikroskopisch kleinen Partikeln wie Staub, Bakterien, Viren, Schimmelpilzen, Gasen

und VOCs (Volatile Organic Compounds) verschmutzt werden. Da Menschen bis zu 90 % ihrer Zeit in Innenräumen

verbringen, ist es wichtig, dass die Raumluft kontinuierlich gereinigt und Luftschadstoffe entfernt

werden. Dies gilt besonders für sensible Bereiche wie Lebensmittelproduktionsstätten oder Krankenhäuser.

Ist kein fest installiertes Lüftungssystem vorhanden, bieten mobile Luftreiniger eine praktische Lösung. Sie

filtern mehr als 99,95 % (Europäischer HEPA-13-Standard) der Schadstoffe aus der Luft. Worauf es bei Luftreinigern

ankommt und welche Richtlinien es für bessere Luftqualität gibt, erklärt in diesem Beitrag Nicola

Cassanelli, Category Director Hygiene Services beim weltweit tätigen Hygienedienstleister Rentokil Initial.

Viruskiller 102

– für Räume

bis 165 m 3 .

2020 startete das International

WELL Buildings Institute in

den USA eine Task Force zum

Thema COVID-19 und anderen

Atemwegsinfektionen. Über

540 Vordenker und Behörden

waren dabei. Herausgekommen

sind acht neue Richtlinien zum

Gebäudemanagement. Das

Strategiedokument zeigt den

Weg in eine sicherere Zukunft.

Die erste Richtlinie zielt auf eine

bessere Allgemeinhygiene, die

zweite auf die Verbesserung

der Luftqualität ab. Ein Teil der

neuen Strategie für bessere

Luftqualität ist die Luftfiltration.

Es wird empfohlen, ausreichend

Luftfilter zu installieren sowie

ein Wartungsprotokoll für diese

zu entwickeln und umzusetzen.

Um sicherzugehen, dass sie die

beste Lufthygienelösung und

den besten Schutz erhalten,

sollten Betriebsinhaber folgende

vier Punkte beachten:

1. Hocheffiziente Filter

Bei vollem Potenzial können

hocheffiziente Partikelfilter

mehr als 99,95 % der Partikel

entfernen, die 0,3 Mikrometer

oder größer sind. Das sind z.B.

Staub, Bakterien, Viren und

Schimmelpilze. Oft gibt es in

Gebäuden keine Möglichkeit,

permanent frische Luft hereinzulassen.

In geschlossenen

Räumen ohne Belüftung baut

sich die Verschmutzung auf und

nimmt zu, wenn sich Menschen

bewegen und Hautschuppen,

Staub und Schmutz anfallen.

Filter mit medizinischer Qualität

– wie HEPA 13 – bieten eine

Beseitigt Bakterien und Viren: der Inspire

Air Luftreiniger. Fotos: Rentokil

physikalische Falle und verhindern,

dass sich schädliche

Partikel in der Luft ansammeln.

Und sie verringern die Wahrscheinlichkeit,

dass diese sich

auf Oberflächen absetzen.

2. Wartung der Reiniger

Luftreiniger müssen in regelmäßigen

Abständen gewartet werden.

Der Filter muss regelmäßig

ordnungsgemäß – abhängig

vom Grad der Luftverschmutzung

in der Umgebung – ausgetauscht

und entsorgt werden.

Laut WELL Buildings Institute ist

die Wartung der Filter entscheidend,

um ordnungsgemäße

Luftreinigung zu gewährleisten.

3. Effiziente Geräte

Die „Clean Air Delivery Rate“,

kurz CADR, gibt Aufschluss

darüber, wie effektiv ein Gerät

Schadstoffe filtert, d.h., wie

schnell es die Luft in einem

Raum reinigt. Je höher der

Wert, desto intensiver und

schneller wird die Luft gefiltert.

Eine Einheit mit einer CADR von

600 m 3 /h reinigt die Luft schneller

als eine mit einer CADR von

400 m 3 /h. Die Effizienz eines

Gerätes hängt von der Größe

des Raumes ab, in dem es

aufgestellt ist. Die optimale Zahl

von Geräten für die individuellen

Anforderungen eines Raumes

lässt sich problemlos in einem

Beratungsgespräch mit einem

Hygienedienstleister ermitteln.

Unabhängig davon, ob in einem

Gebäude ein festes HLKK-

System (Heizung, Lüftung,

Klima, Kälte) vorhanden ist

oder nicht, können zusätzlich

mobile Luftreiniger in stark

frequentierten Arbeitsbereichen

aufgestellt werden, um die Luft

effektiv und effizient zu reinigen.

Zu den Hotspots gehören

offene Bereiche, in denen

sich viele Personen lange Zeit

aufhalten. Luftreiniger filtern im

Gegensatz zu HLKK-Systemen

die direkte Umgebungsluft, die

durch Staubpartikel, Husten,

Niesen und Atemtröpfchen von

Menschen belastet wird – auch

von außen hereinkommende

Luft. HLKK-Systeme ohne

Nachrüstung mit HEPA-Filter

können die Umgebungsluft

nicht effektiv aufnehmen und

filtern. Am effektivsten für eine

gute Lufthygiene wirkt daher

eine Kombination aus beiden

Reinigungssystemen.

4. Echtzeitanzeige für Qualität

Echtzeitanzeigen für die

Raumluftqualität (IAQ) bieten

zusätzliche Sicherheit. In einer

2020 durchgeführten Umfrage

von Rentokil Initial gaben 41 %

der Befragten an, dass sie beruhigter

wären, wenn sie Informationen

über die Luftqualität in

ihrem Arbeitsumfeld hätten. Mit

Echtzeit-IAQ-Anzeigen macht

ein Unternehmen deutlich, dass

ihm Gesundheit, Sicherheit und

Wohlbefinden seiner Mitarbeiter

wichtig sind. Sie erhöht zudem

das Vertrauen in die Zuverlässigkeit

des Luftreinigungsgeräts.

Rentokil Initial

Robert-Perthel-Straße 81

D-50739 Köln

www.initial.com/de

28 www.hygiene-report-magazin.de


juli

lufthygiene

VDI fordert Wartungs-/Reinigungsqualifikation

Neue Blätter der Richtlinie 2052 „Raumlufttechnik Küchen“ – Schulungen sind Pflicht

Die Weißdrucke der VDI Richtlinie 2052, Blatt 2 und Blatt 3 MT „Raumlufttechnik Küchen“ sind erschienen. Sie enthalten

wichtige Neuerungen, die die Reinigung und Wartung von Abluftanlagen betreffen. Neu ist die Forderung nach

Qualifikation für alle, die an Lüftungsanlagen von Küchen tätig sind. Schulungen für Küchenbetreiber, Personal aus dem

Facility-Management (FM), Wartungs- und Reinigungsfirmen sowie Schornsteinfeger sind deshalb ab sofort verpflichtend.

Der Deutsche Fachverband Luft- und Wasserhygiene e.V. (DFLW) bietet deshalb Schulungstermine an.

In professionellen Küchen ist

die Raumluft durch Gerüche,

Fettbestandteile und gasförmige

Verbrennungsprodukte belastet.

Deshalb müssen Betreiber

Forderungen nach Gesundheitsund

Arbeitsschutz erfüllen.

Diese betreffen auch den vorbeugenden

Brandschutz im Zusammenhang

mit Luftleitungen

und die mikrobiologische

Belastung der zugeführten Luft.

Da Lebensmittel verarbeitet

werden, bestehen Mindeststandards

hinsichtlich der Hygiene,

die u.a. durch die Art der

Luftführung beeinflusst werden.

Zudem spielen Konditionen mit

Temperatur, Feuchtigkeit sowie

Zugluft für den Arbeitsschutz

eine große Rolle.

„Will man Hygiene, Arbeitsschutz

und optimalen Betrieb

einer Raumlufttechnischen

Anlage gewährleisten, muss die

regelmäßige Wartung und Reinigung

fachlich einwandfrei sein“,

sagt Anja Rothmund, Geschäftsführerin

der Gesec Hygiene +

Instandhaltung GmbH + Co.

KG. Das Augsburger Unternehmen

bietet mit technischer

Tiefenhygiene, Hygieneinspektionen

und vorbeugendem

Brandschutz Dienstleistungen

rund um die Küchenzu- und

-abluft. „RLT-Anlagen müssen

in optimaler Weise belastete

Luft abführen und gleichzeitig

das Nachströmen hygienisch

bedenklicher Luft sowie die

Beeinträchtigung angrenzender

Küchenbereiche verhindern.“

Die VDI 2052 „Raumlufttechnik

Küchen“ bezieht sich auf

gewerbliche Küchen mit einer

Gesamtanschlussleistung von

mehr als 25 kW der feuchte-

und wärmeabgebenden

Geräte. Bisher waren in Blatt 1

schwerpunktmäßig die Planung,

die Beschaffenheit und die Ausführung

von Lüftungsanlagen in

Küchen geregelt. Da auch der

richtigen Wartung und Instandhaltung

eine wichtige Rolle für

hygienischen und energiesparenden

Betrieb zukommt, und

damit zudem Sicherheitsrisiken

verbunden sind, sahen Branchenvertreter

in den letzten

Jahren zunehmend die Notwendigkeit,

die Norm um Blatt 2

und 3 zu ergänzen.

Eine Fettfangrinne in der Lüftungsdecke einer gewerblichen Küche vor (links) und nach der Reinigung.

Fotos: Gesec

In dem im Januar 2022 im

Weißdruck erschienenen Blatt

2 der Richtlinie liegt der Fokus

auf der Relevanz von Wartung

und Reinigung. Besonderes Augenmerk

wird auf vorbeugenden

Brandschutz, Betriebssicherheit,

Energieeffizienz und ganzheitliche

Hygiene gelegt. In dem

neuen Blatt 3 der VDI 2052, das

den Zusatz MT für die Interaktion

von Mensch und Technik

enthält, sind insbesondere

genaue Anforderungen an eine

Qualifizierung bezüglich Wartung

und Kontrollmaßnahmen

genannt. Eine Schulung der

Kategorie „WKT-Küchenabluft“

ist ab sofort für alle verpflichtend,

die an Lüftungsanlagen

von Küchen arbeiten.

Der Schulungsinhalt ist genormt

und umfasst Infos über die in

der VDI 2052 beschriebenen

Grundlagen zu Lüftungstechnik,

Betrieb, Funktionsweisen und

hygienischen Aspekten von

Küchenabluftanlagen (WKT1).

Im Teil WKT 2 wird die Kontrolle

physikalischer Kenngrößen,

von Überwachungssystemen

und Regelgrößen beschrieben.

Teil WKT 3 umfasst eine

Einweisung in alle Aspekte der

Instandhaltung von Küchenabluftanlagen.

Teil WKT 4 dient

der Vermittlung maßgebender

Rechtsvorschriften und technischer

Regeln für Betrieb und

Wartung. Es werden u.a. Verantwortlichkeiten

bzgl. Erstellung

des Reinigungskonzeptes, des

Reinigungs-, Instandhaltungsund

Hygieneplans sowie der

Gefährdungsbeurteilung geklärt.

Diese sind z.T in der VDI-2052-

Neufassung neu geregelt.

Die DFLW-Schulungen dauern

einen Tag und enden mit einer

Prüfung. Dozentin ist Anja Rothmund.

Termine (z.B. 23. August

in Bad Brückenau) unter:

https://dflw.info/raumlufthygiene

Deutscher Fachverband für

Luft- und Wasserhygiene e.V.

Marburger Straße 3

D-10789 Berlin

www.dflw.info

Gesec Hygiene KG

Gubener Straße 32

D-86156 Augsburg

www.gesa.de

29


qualitätsmanagement

3·22

Sensorische Methoden in der QS entscheidend

DLG-Trendmonitor: Betriebliche Lebensmitteltests digitaler – Reinigungsaufwand steigt

Der kürzlich veröffentlichte Trendmonitor Lebensmittelsensorik der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) gibt

einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen und fokussiert auch im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie

stehende aktuelle Aspekte und Entwicklungstrends der sensorischen Tätigkeiten in der Lebensmittelproduktion. Deutlich

wurde, dass der Stellenwert der Sensorik im Mehrjahresvergleich sukzessive zugenommen hat, und er auch künftig weiter

an Bedeutung gewinnen wird. Die vielseitigen Verbraucheranforderungen an den Geschmack von Lebensmitteln und Getränken,

aber auch das von Rohstofflimitationen und Reformulierungen betroffene Rezepturmanagement machen vor allem

in der Produktentwicklung und Qualitätssicherung den Einsatz professioneller sensorischer Methoden erforderlich.

Der im zweijährigen Turnus erscheinende

Trendmonitor gilt als

Impulsgeber für die Weiterentwicklung

und Professionalisierung

der Lebensmittelsensorik.

Die jüngste Online-Befragung

fand unter Federführung des

DLG-Ausschusses für Sensorik

und der Hochschule Fulda,

Fachbereich Lebensmitteltechnologie,

statt. 177 Fachund

Führungskräfte aus der

deutschsprachigen Lebensmittelwirtschaft

nahmen teil.

Anwendungsfelder/Methoden

Bei den Anwendungsfeldern

dominieren wie in den Jahren

zuvor Aufgaben aus der Qualitätssicherung,

wie die „Überprüfung

von Produktstandards“,

die „Überprüfung von Reklamationen“

sowie „Wareneingangskontrollen“.

Auffallend ist,

dass der Bereich „Lagertests,

MHD-Tests“ zugenommen hat.

Vermutlich steht dies im Zusammenhang

mit dem permanent

verkürzten Time-to-Market und

dem branchenübergreifend

vermehrten Einsatz alternativer

pflanzlicher Rohstoffe. In der

Produktentwicklung werden

sensorische Methoden vor allem

bei der „Rezepturanpassung/

-neuentwicklung“ genutzt.

Prüfermanagement

Charakteristisch ist für die Prüfer

und Experten-Panels, die im

Rahmen von analytischen Prüfungen

als „Messinstrument“

eingesetzt werden, dass sie

„sensorisch und produktspezifisch

geschulte Mitarbeiter“ sind

und sich als ein „konstantes

Mitarbeiter-

Panel“ regelmäßig

zu

Prüfungen

zusammenfinden.

Bei den Konsumentenpanels

im

Bereich der

hedonischen

Prüfungen

wird von

knapp der

Hälfte der

Befragten

auf ein

„Konstantes

Mitarbeiter-Panel“, also auf

„betriebsangehörige nicht

sensorisch geschulte Konsumenten“

zurückgegriffen. Rund

34 Prozent der Befragten setzt

projektabhängig auf wechselnde

betriebsfremde Konsumenten.

Instrumentelle Sensorik

Geräte zur „Instrumentellen

Sensorik“ sind wichtige

Bestandteile im Rahmen der

Produktanalytik in der Lebensmittelbranche.

Rund die Hälfte

der Befragten nutzt unterstützend

und ergänzend zur

Humansensorik Geräte im Bereich

der „Optischen Analyse“,

gefolgt von solchen zur „Texturanalyse“.

Bei der „Optischen

Analyse“ dominieren, wie auch

im Vorjahr,

„Spektralphotometer“

und

„Colorimeter,

Chroma-

Meter“.

Eine

Zunahme,

wenngleich

auf

niedrigem

Niveau, hat

der Einsatz

von in der

Regel auf

Kamerasystemen

basierenden „Elektronischen

Augen“ erfahren. „Texture Analyser“

und „Viskosimeter“ sind

nach wie vor die am meisten

eingesetzten technischen Instrumente

in der Texturanalyse.

Digitalisierung

und Automatisierung

Rund 40 bis 60 Prozent der

Befragungsteilnehmer setzen

sich mit der „digitalen Prozessunterstützung“

in der Expertensensorik

auseinander. Dabei

sind die digitale „Systematische

Archivierung der Prüfergebnisse“

und die elektronische

„Erhebung der Prüfergebnisse“

am häufigsten umgesetzt,

gefolgt von der „Dokumentation

einzelner Prüferleistungen“

und der „Dokumentation der

Panelleistungen“. Geringere

Anwendung (Angaben jeweils

unter 15 Prozent) finden

aktuell IT-basierte bzw. automatisierte

Datenanalysen in

Form von Trendanalysen bzw.

Auswertungen der Prüfer- und

Panelleis tungen.

Die unternehmensinterne

digitale Vernetzung der Daten

aus der Lebensmittelsensorik

mit Labormanagementsystemen

(LIMS) und die Digitalisierung

der Reklamationsbearbeitung

sind bislang am stärksten als

„Digitale Geschäftsmodelle“

umgesetzt.

Eine Vernetzung zwischen Unternehmen

innerhalb der Wertschöpfungskette

ist hingegen

am wenigsten realisiert. Rund

15 bis 25 Prozent der Teilnehmer

setzen sich damit derzeit

in Projekten auseinander. Mit

der digitalen Konsumentenforschung

beschäftigt sich aktuell

knapp ein Drittel der Befragten.

Dabei dominiert der Einsatz von

„Online-Fragebögen“ vor der

Nutzung von „Virtual Reality

Instrumenten“.

30 www.hygiene-report-magazin.de


juli

qualitätsmanagement

Sensorik und Corona

Der Digitalisierungsgrad von

Prozessen und der Einsatz von

speziellen web-basierten und

dezentral nutzbaren Softwareprogrammen

sowie Apps

begünstigte gerade während der

Corona-Pandemie die Aufrechterhaltung

sensorischer Tätigkeiten.

Der höheren Effizienz

standen allerdings entgegen: ein

Mehraufwand beim Probenversand

der dezentralen Verkostungen,

intensive Reinigungsprozesse

im Sensoriklabor sowie

eine höhere Prüffrequenz der

halbierten Prüfergruppen.

Drei Viertel der Befragten

nutzten keine Sensorik-Software,

sondern Papierbögen.

Dass die Verantwortlichen das

Potenzial IT-gestützter Tools

erkannt haben, zeigen die

Ergebnisse zu den geplanten

Investitionen, die größtenteils

die Infrastruktur fokussieren.

Weitere Verbesserungspotenziale,

die aus den Erfahrungen

der Corona-Pandemie abgeleitet

werden können, sind hybride

Konzepte. Einen räumlichen

Wechsel oder auch die Kombination

von Präsenz und Digital

kann sich rund ein Drittel der

Befragten sowohl bei Verkostungen

als auch bei Panelschulungen

vorstellen. Dabei

spielen, die Präsenz ergänzende,

digitale Briefings über

Online-Konferenz-Tools oder

E-Learning-Module ebenso eine

Rolle wie gemeinsame zeitgleiche

(synchrone) oder getrennte,

individuelle bzw. flexible (asynchrone)

Abläufe.

Zukunftsthemen/Aufgaben

Die TOP-5-Bereiche fallen unter

den Oberbegriff „Rezepturmanagement“.

Sie wurden von den

Befragten als „sehr wichtig“

bzw. „wichtig“ eingeschätzt.

Konkret handelt es sich um

die Themen „Nachhaltigkeit“

(Platz 1), „Gesundheit“, „Clean

Labeling“ und „Produktinnovationen“.

Auf den Plätzen 6

bis 10 folgen die „Reformulierung“

sowie aus dem Bereich

der „Humansensorik“ die

sensorischen „Methoden in Forschung

& Entwicklung“ und die

„Methoden in QS“. Bedeutend

sind zudem „Fortbildungen“ zur

vertiefenden und fortlaufenden

„Qualifizierung“ in der Sensorik.

Fazit

Wie groß die Bedeutung der

Digitalisierung auch für den

Bereich der Lebensmittelsensorik

ist und welche Potenziale zur

Effizienzsteigerung bzw. Qualitätsverbesserung

vor allem im

Prüfer- und Datenmanagement

erzielt werden können, hat die

Corona-Pandemie gezeigt.

Hybride Konzepte, die geschickt

vorhandene Online-Tools mit

persönlichen Treffen verbinden,

IT-Systeme zur Künstlichen Intelligenz

und weitere Prozessautomatisierung

werden zukünftig

die professionelle Lebensmittelsensorik

weiter durchdringen.

Mit diesen Entwicklungen einher

geht die Notwendigkeit der

weiteren Professionalisierung

humansensorischer Tätigkeiten

durch regelmäßige Fortbildungen

und eine proaktive

Auseinandersetzung mit den

sich stetig weiterentwickelnden

wissenschaftlich fundierten

sensorischen Methoden zur

Beurteilung von Lebensmitteln.

Der DLG-Trendmonitor 2022 ist

erhältlich bei:

DLG e.V., Fachzentrum Lebensmittel,

Bianca Schneider-Häder,

Telefon 069-24788-360; E-Mail:

B.Schneider@DLG.org oder als

Download unter:

https://www.dlg.org/de/lebensmittel/themen/publikationen/

trendmonitor/

DLG e.V.

Eschborner Landstraße 122,

60489 Frankfurt am Main

www.dlg.org

„Putzen statt rutschen“ – mit

Reinigungsplan und festen Regeln

BGN mahnt zu Bodenhygiene im Lebensmittelbetrieb

Verschmutzte Fußböden sind

nicht nur ein Hygienerisko in

Lebensmittelunternehmen,

sie sind auch Rutschfallen.

Das zeigt die Unfallstatistik

der Berufsgenossenschaft

Nahrungs mittel und Gastgewerbe

(BGN). Deswegen rät

die BGN, trotz aller Hektik im

Arbeitsalltag die Bodenflächen

in Produktions-, Küchen- und

anderen Bereichen stets sauber

zu halten.

Wenn ein Soßenklecks,

Wasser,

Fett oder Öl,

Gemüse- oder

Fleischreste auf

dem Fußboden landen,

wo Beschäftigte

arbeiten oder

ständig unterwegs

sind – dann ist

der schmerzhafte

Ausrutscher häufig

nur einen Schritt

entfernt. Deswegen sind Verunreinigungen

in Arbeits- und

Gehbereichen immer sofort

vom Boden zu entfernen,

zusätzlich zur arbeitstäglichen

HACCP-gerechten Reinigung

nach Produktionsende.

BGN-Tipps zur richtigen und

effizienten Bodenreinigung:

u Verschüttetes Wasser gleich

aufwischen.

u Speisen- und Soßenreste

sofort und gründlich entfernen.

u Um Fettverschmutzungen

vollständig zu entfernen, muss

die Reinigungsmittellösung

warm genug sein und über

dem Schmelzpunkt des Fettes

liegen. Bei pflanzlichen Fetten

reichen in der Regel 40 °C,

bei tierischen Fetten sollte die

Temperatur 50 °C betragen.

u Nicht zu viel Reinigungsmittel

verwenden, immer die

Dosierangaben des Herstellers

beachten. Denn: Rückstände

des Mittels, die auf dem Bodenbelag

verbleiben, machen

ihn glatt – vor allem, wenn der

Boden anschließend

feucht wird.

u Direkt nach der Reinigung

die entstandene Feuchtigkeit

beseitigen.

u Bevorzugen Sie

hautschonende

Reinigungsverfahren

ohne

oder mit wenig

Hautkontakt und

den Einsatz von

weniger hautbelastenden

Stoffen.

Stellen Sie auf die

Reinigungsmittel

abgestimmte

Schutzhandschuhe

und regenerierende

Hautpflegemittel bereit.

Geeignetes Schuhwerk mit

rutschhemmenden Sohlen ist

selbstverständlich.

u Zeigen und erklären Sie

Ihren Beschäftigten immer

wieder die richtige und sichere

Reinigung.

u Legen Sie alle wichtigen

Kriterien (wo, was, wann, wie,

womit, wer) in einem Reinigungsplan

fest und hängen

Sie diesen gut sichtbar im

Betrieb beziehungsweise in

der Küche auf.

Mehr Informationen und Tipps

zum Nachlesen:

DGUV Regel 110-003

„Branche Küchenbetriebe“,

Abschnitt 3.7 sowie Abb. 3

„Hautschutz- und Hygieneplan

für Küchen“

www.dguv.de www.bgn.de

31


qualitätsmanagement

3·22

Flexible Finanzierung zur Anschaffung

innovativer Technologie – eine saubere Sache

Wie Unternehmen Kurs auf digitale Produktion und Qualitätskontrolle nehmen können

Kürzliche Rückrufaktionen zeigen, wie wichtig der saubere Umgang mit althergebrachten Problemen der Nahrungsmittel-

und Getränkeproduktion ist. Mehr denn je gilt es im Angesicht der sich anbahnenden Energie- und Rohstoffkrise

Ausfallzeiten und Risiken in der Produktionskette tunlichst zu vermeiden. Eine große Auswahl an neuer digitaler und

automatisierter Technologie hilft dabei, (Verarbeitungs-)Prozesse zu optimieren, Energie zu sparen und die Lebensmittelsicherheit

zu verbessern. Mathias Langhans, Global Account Manager Molkereien der Siemens AG (München), und Kai-Otto

Landwehr, Vorsitzender der Geschäftsführung der Siemens Finance & Leasing GmbH, erläutern in diesem Beitrag, wie die

Symbiose aus intelligenter Technologie und smarter Finanzierung der Lebensmittel- und Getränkeindustrie zugutekommt.

Innovative Technologien

Die neue Generation digitaler

Technologien ermöglicht es

Nahrungsmittel- und Getränkeherstellern,

alle Datenpunkte

(z.B. Sensoren (1) ) ihrer unterschiedlichen

Anlagen und

Kontrollsysteme miteinander

zu vernetzen (2) und so einen

ganzheitlichen Überblick über

die Performance einer Fabrik

zu erhalten (3) . Durch die

Vernetzung können Probleme

und Effizienz lücken schneller

Mehr Lebensmittelsicherheit: Automatisierung

und Digitalisierung machen sie möglich.

erkannt werden (4) . Anhand

von Performance-Benchmarks

können kontinuierliche Verbesserungen

genau gemessen

werden. Durch Einsatz

digitaler Technologie könnten

durchschnittlich bis zu 50 %

der Aufgaben in der gesamten

Lieferkette automatisiert werden

(5) , was nicht nur positive

Auswirkungen auf die Produktivität

und die Minderung der

Betriebskosten hätte (6) , sondern

auch dem Arbeitskräftemangel

entgegenwirken würde (7) .

Vorteile in der Praxis

Ein Lebensmittelproduzent hat

beschlossen, in digitale Technologie

und Automatisierung

zu investieren und stattete an

einer Produktionslinie Maschinenbediener

und

Führungskräfte mit

Bildschirmen und

Tablets aus. Sie

zeigen zuvor papierbasierte

Informationen

an, so dass die

Beschäftigten in der

Anlage über Echtzeitdaten

verfügen.

Dies beschleunigt die

Entscheidungsfindung

an der Produktionslinie

enorm. Mit

Echtzeitdaten aus

digital verknüpften Systemen zu

Gewicht, Temperatur, Feuchtigkeit

und Rohstoffeinsatz können

die Teams jetzt schneller feststellen,

ob Zwischenprodukte

den Qualitätsstandards entsprechen

oder sofort Maßnahmen

ergriffen werden müssen.

Eine weitere Einsatzmöglichkeit

von digitaler Technologie zur

Verbesserung der Lebensmittelsicherheit

ist eine lückenlose

Detektion und Dokumentation

entlang der Liefer- und Produktionskette.

Um mit der wachsenden

Besorgnis über Allergene in

Lebensmitteln Schritt halten zu

können, müssen Nahrungsmittel-

und Getränkehersteller ihre

Maßnahmen zur Rückverfolgbarkeit

entlang der Lieferkette

überarbeiten. Dies soll sicherstellen,

dass es nicht zu Chargenrückrufen

wegen plötzlich

auftretender Unverträglichkeiten

und allergischer Reaktionen bei

Menschen kommt. Dies ist jedoch

keineswegs eine einfache

Aufgabe: Es gibt zusätzliche

Sicherheitsstufen, die für eine

präzise Identifizierung von

Restallergenen, eine verbesserte

Probenanalyse oder eine

strenge Dokumentation der Inhaltsstoffe

erforderlich sind. Ein

präziser Etikettendruck muss

zudem jederzeit sicherstellen,

welche Allergene in einem

Produkt vorhanden sind. Durch

den Einsatz digitaler Systeme

(insbesondere mit Hilfe von

Biosensoren) kann das „Rätselraten“

bei der Identifizierung

und Beseitigung von Allergenen

Mathias

Langhans (r.)

Global Account

Manager Molkereien

bei der

Siemens AG

Kai-Otto

Landwehr (l.)

Vorsitzender

der Geschäftsführung

der

Siemens

Finance & Leasing

GmbH

in der Lieferkette entfallen und

eine Analyse in Echtzeit gewährleistet

werden.

Die vorangegangenen Beispiele

zeigen: Die Verbindung von

digitaler Transformation und

Automatisierung bietet immense

Potenziale, um Gewinnmargen

in der Nahrungsmittel- und

Getränkeherstellung erheblich

zu beeinflussen und Qualitätssicherung

in jedem Produktionsschritt

sicherzustellen.

Zu den Vorteilen gehören außerdem

die schnellere Lösung

von aufkommenden Problemen,

eine geringere Variabilität von

Prozessparametern, minimierte

Rohstoffverluste, eine Reduzie-

32 www.hygiene-report-magazin.de


juli

qualitätsmanagement

In der Lebensmittel-/Getränkeindustrie ist Innovation in der Produktion unerlässlich

für Food Safety, im Qualitäts-, Energie- und Personalmanagement.

Der Schlüssel liegt nach Meinung

der Experten in der Kombination

von Spitzentechnologie

(Soft-& Hardware) und Finanzkompetenz,

wie sie etwa bei der

Firma Siemens zu finden ist.

Angefangen mit der Hilfe durch

Experten, die die Anforderungen

und die Technologien verstehen

und wissen, wie sie in der Praxis

funktionieren. Bis hin zur Unterstützung

durch Finanzierungsprofis,

die Investitionen auch

unter schwachen oder volatilen

Geschäftsbedingungen, wie sie

die Nahrungsmittel- und Gerung

des Energieverbrauchs,

die verbesserte Produktions-/

Kos teneffizienz und eine erhöhte

Produktivität.

Das Problem: Investitionen

in die Zukunft trotz

andauernder Krisen

Angesichts der engen Gewinnspannen

in der Branche,

insbesondere bei Produkten mit

kurzer Lebensdauer, können

relativ kleine Verbesserungen

bei den Betriebskosten einen

erstaunlich großen Beitrag

zum Gewinn leisten. Für die

Nahrungsmittel- und Getränkehersteller

stellt sich jedoch

die Frage, wie sie in unsicheren

Märkten mit Optimismus in

technologische Verbesserungen

investieren können. Die Pandemie

hat dazu geführt, dass in

Europa (8) das verfügbare Kapital

durch die hohe Unternehmensverschuldung

eingeschränkt ist.

Dies behindert die notwendigen

Investitionen in Technologie und

digitale Lösungen, da die Unternehmen

weiterhin sehr vorsichtig

sind, ihre eigenen Mittel zu

investieren. Wer jedoch sein

Geld nicht in die Automatisierung

und die digitalen Technologien

der neuen Generation

steckt, wird den Anschluss

verlieren.

Oder wie es in einer Studie

heißt: „Die Bedeutung der digitalen

Transformation wird für die

Vorreiter nur noch größer. 56 %

der digitalen Pioniere erhöhen

ihre Technologieausgaben in

Folge von COVID-19, während

nur 34 % der digitalen Nachzügler

in diesem Bereich mehr

ausgeben wollen.“

Die Lösung: intelligente

Technologie, ermöglicht

durch flexible Finanzierung

Wie also können Nahrungsmittel-

und Getränkehersteller die

dafür notwendigen Investitionen

tätigen, um der Konkurrenz

voraus zu sein und gleichzeitig

ihre Gewinne zu steigern?

tränkehersteller heute erleben,

ermöglichen.

Durch die Nutzung flexibler

Finanzierungsmodelle können

Nahrungsmittel- und Getränkehersteller

nicht nur ihre

Zahlungen entsprechend dem

Liquiditätsprofil des Unternehmens

durch flexible Finanzierungszeiträume

anpassen

(9)

, sondern auch garantierte

Zinssätze über den gesamten

Finanzierungszeitraum festschreiben,

um die Stabilität bei

wirtschaftlichen Schwankungen

zu erhalten. Die Zahlungen

können gegebenenfalls an

Geschäftsergebnissen wie

Abfallreduzierung, Produktivitätssteigerung,

Energieeffizienz

usw. ausgerichtet werden (10) .

Intelligente Technologien: Künftig ein Standard

für die Lebensmittelproduktion. Fotos: Siemens

Betriebe können Zugang zu

zusätzlichen Finanzmitteln ohne

Auswirkungen auf bestehende

Bankkreditlinien bekommen

und so wertvolles Kapital für

aktuelle taktische oder strategische

Anforderungen wie

etwa Vertriebsinitiativen, die

Einstellung von Fachkräften

oder Logistikmaßnahmen einsparen.

Zusätzlich hilft flexible

Finanzierung dabei, kurzfristige

Steuervergünstigungen und

Abschreibungen zu nutzen und

frei zu gestalten.

Fazit

Die Kombination aus innovativer

Technologie und flexibler Finanzierung

bietet der Nahrungsmittel-

und Getränkeindustrie einen

nachhaltigen Weg zur Modernisierung,

Automatisierung und

digitalen Umgestaltung der Prozesse.

Eine solche Veränderung

ist derzeit sehr dringlich und

führt zu eindeutigen Vorteilen.

Weitere Praxisbeispiele, Whitepaper

und Informationen unter:

www.siemens.de/nug

www.siemens.de/leasing

(1) Food Processing, How Industry

4.0 is driving change within food and

beverage industry 3 Feb 2020

(2) Food & Safety Tech, How Industry

4.0 Affects Food Safety and Quality

Management, 20 May 2019

(3) Food & Bioproducts Processing,

Koulouris et al, Applications of

process and digital twin models for

production simulation and scheduling

in the manufacturing of food

ingredients and products, Volume

126, March 2021, Pages 317-333

(4) Ebd.

(5) https://new.siemens.com/us/

en/company/press/siemens-stories/

digital-industries/industry-is-wherethe-real-potential-of-ailies.html

(6) Marsh, Food Manufacturing

– Are You Ready

for Industry 4.0,

Dec 2017

(7) Sustainability, Thomas

et al, Smart systems

implementation in UK

food manufacturing companies,

21 Nov 2018

(8) https://www.bloomberg.com/news/articles/2020-11-23/

europe-s-corporate-debt-binge-risksyears-of-post-pandemic-pain

(9) FMCG Magazine, Digitalisation in

the food manufacturing industry and

the role of smart finance,

12 Apr 2019

(10) Automation World, Effective Manufacturing

Analytics Need Finance

and IT, 9 Jul 2020

Siemens Finance & Leasing

GmbH

Otto-Hahn-Ring 6

D-81739 München

info-sfl.sfs@siemens.com

Infoline: 0800 636-6360

33


praxis

3·22

Jan Martijn

Ein neuer Umfang hygienischer Reinigung

Clean is Changing, Teil 1: Funktionale/psychologische Aspekte verstehen und umsetzen

Die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie sind in allen Bereichen spürbar. Neben einer ganz neu gewonnenen Wertschätzung

für die Fachkräfte der Reinigungsbranche sticht vor allem ein gestiegener Reinigungsumfang und ein wesentlich

höheres Hygienebewusstsein in der Öffentlichkeit hervor. Wo noch vor zwei Jahren oberflächliche Sauberkeit als ausreichend

betrachtet wurde, gelten heute Reinigungsstandards wie in Produktionsanlagen für Lebensmittel oder medizinischen

Einrichtungen. Produktmanager Jan Martijn vom Reinigungsgerätehersteller Nilfisk (Bellenberg) vermittelt deshalb in der

hier beginnenden Fachserie „Clean is Changing“ umfassendes Know-how, das Reinigungsprofis helfen soll, dem Paradigmenwechsel

angemessen zu begegnen. In den Beiträgen werden die vier „Dimensionen der Sauberkeit“ im Detail vorgestellt

– den Anfang macht in dieser Ausgabe der neue Umfang hygienischer Reinigung.

Bereits zu Beginn der Pandemie

wurde erkannt, dass der

SARS-CoV-2-Erreger längere

Zeit auf Oberflächen überlebt,

wodurch diese zu potenziellen

Infektionsquellen wurden. (1)

Dementsprechend gehört heute

die regelmäßige und gründliche

Reinigung zum zentralen Baustein

jedes Hygienekonzepts.

Der Paradigmenwechsel in der

Reinigungsbranche lässt sich

aber auch auf das hohe Sicherheitsbedürfnis

von Kunden,

Besuchern und Mitarbeitern

zurückführen. Heute ist Reinigung

mehr denn je gleichbedeutend

mit Sicherheit. Um die

veränderten Anforderungen zu

verstehen, genügt die Formel

„Mehr Sauberkeit = Mehr

Sicherheit“ alleine jedoch nicht.

Entscheidend ist die Unterscheidung

in eine funktionale

und eine psychologische Ebene

der Reinigung und wie diese im

Zusammenspiel funktionieren.

Gründlich und effizient:

die funktionale Ebene

Den Anfang macht die funktionale

Ebene der Reinigung, die

für viele Unternehmen vor Ausbruch

der Pandemie absoluten

Vorrang hatte. Konkret werden

auf ihr die verschiedenen Aspekte

der Reinigung strikt nach

ihrer Wirkung bewertet. Sprich:

Jan Martijn

Produktmanagement bei der

Nilfisk GmbH in Bellenberg

die gewählten Verfahren, die

verwendete Technik sowie

die eigentliche Frequenz und

Gründlichkeit der Reinigungsarbeiten.

Für die Verantwortlichen

stehen somit bei der Auswahl

von Produkten und der Implementierung

neuer Methoden

Effektivität und Effizienz im

Fokus. Sämtliche getroffenen

Entscheidungen müssen sich

daran messen lassen, ob sie

zur Erfüllung der angestrebten

Reinigungsstandards beitragen.

Wie das optimale Hygienekonzept

im Detail aussieht und

welches Equipment hierfür

nötig ist, kann sich im Einzelfall

jedoch stark unterscheiden. So

stellt sich etwa seit dem Beginn

der COVID-19-Pandemie für

öffentliche Einrichtungen die

Frage, ob zusätzlich zur Reinigung

auch eine Desinfektion

vielgenutzter Oberflächen nötig

ist. Wo diese Frage bejaht wird,

müssen im nächsten Schritt

Umfang und Häufigkeit der

Desinfektion definiert werden.

Besonders in hygienekritischen

Arealen hängt eine konstant

hohe Reinigungsfrequenz

und -gründlichkeit direkt von

durchdachten Prozessen und

leistungsfähiger Technik ab. Nur

so kann das steigende Arbeitspensum

mit bestehendem

Personal und ohne übermäßige

Belastung bewältigt werden.

Vertrauen und Sicherheit:

die psychologische Ebene

Sauberkeit steht mehr denn je

für Sicherheit – und Sicherheit

schafft Vertrauen. Diese psychologische

Ebene der Reinigung

wirkt sich direkt auf den

Geschäftserfolg aus. Wie eine

Umfrage von Deloitte Consulting

(2)

ergab, werden Sauberkeit

und Sicherheit mittlerweile

durchweg als absolute Notwendigkeiten

verstanden. Vertrauen

in die Sicherheit beeinflusst

demnach bei potentiellen Kunden

die Kaufentscheidung und

hat direkten Einfluss auf die

Produktivität der Mitarbeiter.

Ein wirksames Reinigungskonzept

zu implementieren, reicht

alleine jedoch nicht aus, um

dem öffentlichen Sicherheitsbedürfnis

zu entsprechen. Gäste

und Kunden, aber auch die

eigenen Mitarbeiter erwarten,

dass ihnen Sauberkeit nicht nur

versichert, sondern anschaulich

präsentiert wird. Denn spätestens

seit den Entwicklungen

der vergangenen Jahre werden

hygienische Zustände nicht

mehr als gegeben hingenommen.

Unternehmen und

öffentliche Einrichtungen sind in

der Pflicht, ihre Reinigungsmethoden

transparent zu kommunizieren.

Dadurch machen sie

einerseits deutlich, dass tatsächlich

so gründlich gearbeitet

wird wie erwartet. Zudem lässt

34 www.hygiene-report-magazin.de


juli

praxis

sich auf diese Weise ein grundsätzliches

Verantwortungsbewusstsein

für das Wohlergehen

der Menschen vermitteln.

Die Möglichkeiten, Hygiene

sichtbar zu machen, sind vielfältig.

Während etwa die

Bodenreinigung früher

meist außerhalb der

Öffnungs- beziehungsweise

Arbeitszeiten

stattfand, kann diese

nun auch mitten am

Tag stattfinden. So

wird die Maßnahme

direkt positiv von allen

Anwesenden wahrgenommen.

Aushänge

unabhängiger Zertifizierungen

können

ebenfalls hilfreich sein,

um die Wirksamkeit

des eigenen Vorgehens

glaubhaft zu vermitteln.

Zuletzt kann die

Öffentlichkeit auch ganz gezielt

angesprochen und informiert

werden – etwa mit informativen

Videos oder Schaubildern.

Sauberkeit im Wandel:

Beispiele aus drei Branchen

Die Anforderungen an die

funktionale und die psychologische

Ebene der Sauberkeit

hängen in hohem Maße von

den Bedingungen der jeweiligen

Branche ab. Hotels, Bürogebäude,

Gewerbeflächen oder

Bildungseinrichtungen werden

unterschiedlich genutzt und

erfordern dementsprechend

unterschiedliche Reinigungsund

Hygienekonzepte.

Im Folgenden sollen drei Beispiele

zeigen, wie Reinigungsprofis

ihre Prozesse und Methoden

anpassen können, um den

neuen Sauberkeitsstandards

funktional wie auch psychologisch

gerecht zu werden.

Einzelhandel

Schon seit Jahren wird der

Einzelhandel zunehmend von

Online-Shopping-Angeboten

unter Druck gesetzt – und die

Pandemie beschleunigte diese

Entwicklung drastisch. Doch

auch wenn sich die Situation

normalisiert haben wird, könnte

es noch viele Monate dauern,

bis die Kunden wieder volles

Vertrauen in die Sicherheit physischer

Geschäfte fassen.

Entscheidend hierfür wird sein,

dass hygienische Sauberkeit

konstant sichergestellt und

transparent kommuniziert wird.

Bezüglich der funktionalen

Aspekte liegt die Lösung dabei

nicht in einem bloßen „Mehr“

an Reinigung. Vielmehr sollte

sich das Reinigungspersonal

verstärkt auf bestimmte Kontaktpunkte

konzentrieren, die

sich zu Infektionsherden entwickeln

könnten. Im Einzelhandel

sind hier besonders Einkaufswägen,

Körbe und Kassenbereiche

hervorzuheben, die oft und

intensiv gereinigt sowie desinfiziert

werden müssen. Mithilfe

autonomer Bodenreinigungsmaschinen

lassen sich zudem

große Bodenflächen kontinuierlich

sauber halten.

In psychologischer Hinsicht

hat die öffentlich zugängliche

Verkaufsfläche hierbei höchste

Relevanz. Diese sollte eindeutig

sichtbar gereinigt werden.

Kombiniert mit einer proaktiven

Kommunikation des Hygienekonzepts

– beispielsweise durch

übersichtliche Aushänge – werden

Sauberkeit und Sicherheit

so elementarer Teil der Markenbotschaft.

Professionelle Reinigungskonzepte und -geräte (im Bild die Aufsitz-Scheuersaugmaschine

LIBERTY SC50 UVGI von Nilfisk mit UV-C-Desinfektionstechnologie) verbessern die

Betriebshygiene und stärken das Vertrauen der Mitarbeiter und Kunden. Fotos: Nilfisk

Bildungswesen

Bildungseinrichtungen gehören

zu den wichtigsten gesellschaftlichen

Institutionen, weswegen

ihre Schließung dringend zu

vermeiden ist. Doch besonders

in Schulen lässt sich Hygiene

nicht nur durch individuelle Vorsicht

gewährleis ten. Um Schulen

und Universitäten sauber zu

halten und das Infektionsrisiko

zu minimieren, ist es zunächst

wichtig, die meistfrequentierten

Bereiche zu identifizieren. Oft

handelt es sich hierbei um Sanitärbereiche

sowie Sporthallen

und Cafeterias. Auf diese sollte

ein spezieller Fokus bei der Reinigung

und Desinfektion gelegt

werden. Damit das hauseigene

Reinigungspersonal dabei

möglichst effektiv vorgeht, sind

gezielte Schulungen sinnvoll.

Für eine regelmäßige Tiefenreinigung

bietet sich zudem der

Einsatz professioneller Gewerbereiniger

an. Die Kommunikation

der Maßnahmen sollte nicht nur

Schüler und Lehrer erreichen.

Umfassende Informationen über

das Hygienekonzept stärken

auch das Vertrauen der Eltern in

die Sicherheit ihrer Kinder.

Büros und Verwaltung

Zwar bestimmt aktuell noch das

Home-Office den Arbeitsalltag,

doch die Rückkehr ins Büro

ist absehbar – Hygiene ist hier

also wichtiger denn je. Angestellte

möchten sicher sein,

dass von ihrem Arbeitsplatz

kein Gesundheitsrisiko ausgeht,

um konzentriert arbeiten zu

können. Kunden und Besucher

wiederum lassen ein sichtbares

Reinigungskonzept direkt

positiv in ihre Einschätzung

des Unternehmens einfließen.

Bereits erwähnte Prozesse, wie

etwa die fokussierte Reinigung

hochfrequentierter Kontaktpunkte,

lassen sich auch in

Bürogebäuden implementieren.

Damit diese Maßnahmen klar

kommuniziert werden können,

lohnt es sich, Reinigungspraktiken

und Kontrollen gewissenhaft

zu dokumentieren. Dies

erleichtert zudem die Analyse

und Optimierung der angewendeten

Verfahren.

In den kommenden Teilen der

Expertenserie wird Wissenswertes

zu weiteren Dimensionen

der Reinigung vermittelt:

Technologie, Transparenz und

Nachhaltigkeit.

(1) Robert Koch-Institut, Epidemiologischer

Steckbrief zu

SARS-CoV-2 und COVID-19,

https://www.rki.de/DE/Content/

InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html

(2) https://www.deloittedigital.

com/content/dam/deloittedigital/

us/documents/offerings/offering-

20200626-safety-cleanlinesscovid.pdf

Nilfisk GmbH

Guido-Oberdorfer-Straße 2-10

D-89287 Bellenberg

www.nilfisk.de

35


praxis

3·22

Fisch hygienisch und nachhaltig verpackt

Thimm entwickelte neue Snack-Boxen für das Außer-Haus-Geschäft der Nordsee GmbH

Die Nordsee GmbH mit Hauptsitz in Bremerhaven bietet in über 350 Filialen deutschlandweit Fisch-Spezialitäten für den

Verzehr vor Ort und außer Haus an. Der führende Anbieter von Fischspezialitäten in Europa setzt nun auf neue hygienische

und nachhaltige Verpackungen aus Wellpappe, die die bisherigen Kunststoffverpackungen ablösen. Für die neuen Nordsee-

Snackboxen setzen die Entwickler der beauftragten Thimm Group (Northeim) auf „ComBa ® “-Papiere mit nachhaltiger wasserbasierter

Beschichtung. Diese Papiere zur Herstellung von Wellpappe für den Lebensmitteldirektkontakt, sogenannter

foodWave ® , sind frei von Emulgatoren sowie Lösemitteln und schützen zuverlässig vor Flüssigkeiten und Fetten.

Die Nordsee GmbH ist mit den

Verkaufskanälen Restaurant,

Snacks und Einzelhandel der

europaweit führende Anbieter

von Fischspezialitäten.

2500 Beschäftigte bedienen

jährlich 13 Mio. Kunden und

erwirtschaften einen Umsatz

Platz finden. Durch die hohe

Materialstabilität der F-Welle

weisen die Boxen bei gleichem

spezifischem Flächengewicht

ähnliche Eigenschaften wie

unbehandelter Vollkarton auf,

jedoch zu einem günstigeren

Preis. Zudem profitieren die

für Beilagen und Soßen. Die

Schachteln werden ebenfalls

aus foodWave ® in F-Welle

produziert, die Innenschalen

bestehen zusätzlich aus dem

barrierebeschichteten Papier

„ComBa ® “. Zudem können die

Schalen zur erneuten Erhitzung

Nachhaltigkeitsvision 2030

Die Thimm Gruppe ist ein

führender Lösungsanbieter für

Verpackung und Distribution.

Das Portfolio umfasst Transportund

Verkaufsverpackungen

aus Wellpappe, hochwertige

Hygienische & nachhaltige Neuentwicklungen: Snackboxen ...

... die dreiteiligen Nordsee-Boxen ... ... und der Take-away-Tray. Fotos: Thimm

von rund 338 Mio. Euro. Um

Baguettes, Burger und Co. im

Außer-Haus-Verzehr sicher und

außerdem umweltschonend zu

transportieren, wandte sich sich

das 1896 gegründete Traditionsunternehmen

an den Verpackungsspezialisten

Thimm. Das

Ziel: nachhaltige Alternativen zu

Aluminium- und Kunststoffverpackungen

zu finden.

Barrierebeschichtetes Papier

Die neu entwickelten Nordsee-

Snackboxen werden derzeit in

zwei Größen für die Restaurantkette

produziert, sodass alle

Sorten der Burger, Baguettes,

Burritos oder Wraps darin ihren

Snackboxen von einer durch

die F-Welle gegebenen guten

Bedruckbarkeit, da die geringe

Wellenteilung eine ebene Oberfläche

bildet. Die Bedruckung

erfolgte im Flexo-Postprint.

Die Boxen sind stapelbar und

verfügen über einklappbare Laschen,

um austretenden Dampf

abzuleiten.

Für Außer-Haus-Tellergerichte,

wie beispielsweise Schollenfilet

mit Kartoffeln und Remouladensauce,

hat Thimm

zusätzlich eine dreiteilige Box

entwickelt: Sie besteht aus einer

bedruckten Deckelklappen-

Schachtel für den Fisch sowie

variablen 1/2- und 1/4-Schalen

der Gerichte in der Mikrowelle

genutzt werden.

Nach dem Gebrauch können

Verbraucher die neuen Nordsee-Verpackungen

über die

Altpapiertonne dem Papierkreislauf

zuführen. So werden die

nachhaltigen Verpackungen zu

einem wertvollen Kreislaufprodukt,

aus dem wieder Papier

hergestellt werden kann. Neben

neuen Take-away-Trays mit

integrierten Getränkehaltern,

die ebenfalls derzeit durch

Thimm produziert werden,

stehen schon die nächsten gemeinsamen

Entwicklungen für

hitzebeständige Verpackungen

in den Startlöchern.

Verkaufsaufsteller (Displays),

Verpackungssysteme aus

Materialkombinationen sowie

Druckprodukte für die industrielle

Weiterverarbeitung. Mit

seiner „Nachhaltigkeitsvision

2030“ will das 1949 gegründete

Familienunternehmen ökonomische,

ökologische und soziale

Herausforderungen lösen.

NORDSEE GmbH

Herwigstraße 16

D-27572 Bremerhaven

www.nordsee.com

THIMM Group GmbH + Co. KG

Breslauer Straße 12

D-37154 Northeim

www.thimm.de

36 www.hygiene-report-magazin.de


juli

fachforen / messen

„Smart Solutions“ für Flexibilität und Hygiene

Anuga FoodTec: von pH-Testern über Sprühdesinfektion bis zum Packer mit GS.Gate

Mit über 1000 Ausstellern und rund 25.000 Fachbesuchern aus über 120 Ländern feierte die Anuga

FoodTec in Köln mit ihrer „Special Edition“ einen erfolgreichen Re-Start der Food- & Beverage-Technologie-

Branche nach der Pandemie. Zur Eröffnung unterstrich Bundesminister Cem Özdemir die herausragende

Bedeutung der Messe. „Smart Solutions – Higher Flexibility“ lautete das hochrelevante Leitthema der Fachmesse

und ihres Rahmenprogramms mit über 200 Fachveranstaltungen. Von „Safety & Analytics“ über „Food

Processing“ bis „Food Packaging“, von Digitalisierung bis Automatisierung reichten die Lösungen entlang der

gesamten Wertschöpfungskette für Lebensmittel und Getränke, ebenso zahlreiche Innovationen im Hygienebereich.

Nach unseren Berichten in Ausgabe 02/22 hier ein Blick auf weitere Aussteller und ihre Neuheiten.

Hanna Instruments

Hanna Instruments (Vöhringen),

Hersteller hochpräziser Messtechnik,

hatte bei seiner Messepremiere

neben Bestsellern etliche

neuer Produkte im Gepäck,

die intuitive Bedienbarkeit mit

hoher Messgenauigkeit und digitalem

Datentransfer vereinen.

Zu diesen All-in-one-Geräten

zählt der jüngste Neuzugang im

Portfolio – die Produktfamilie

HALO2. 15 präzise, kompakte

pH-Tester mit Bluetooth-Smart-

Technologie ermöglichen laut

Hersteller zügige, unkomplizierte

und hochvernetzte Messung

des pH-Wertes – eines der

wichtigsten qualitätskritischen

Lebensmittelparameter überhaupt.

Das Besondere daran:

Die Geräte lassen sich über

Bluetooth verbinden.

Anwender können die Geräte

auch ohne Bluetooth und

Smartgerät verwenden, aber

gleichzeitig den Tester über das

integrierte Bluetooth-Modul und

ein kompatibles Smartgerät mit

der Hanna Lab App zu verbinden.

Diese erfasst und zeigt

Messdaten, generelle HALO-

Informationen, pH-Tutorials

und Kontaktinformationen. Von

Teigwaren über Schokolade und

Käse bis zu Bier und Wein: Mit

HALO2 lassen sich vielfältige

Erzeugnisse messen. Diese

Multifunktionalität ist in der

Prozesstechnik zunehmend

gefragt, denn die Einhaltung

größtmöglicher Hygiene hat bei

Die Produktfamilie HALO2 auf einen

Blick. Foto: Hanna Instruments

der Herstellung und Verarbeitung

von Lebensmitteln und

Rohstoffen absolute Priorität.

www.hannainst.de

Löhrke

Innovationen aus dem Bereich

Prozess- und Hygienetechnologie

stellte die Jürgen Löhrke

GmbH (Lübeck) in Köln vor.

u Bedarfsorientierte Reinigung,

dank Biofilmsensor

u Flexible Reinigung, manuell

oder automatisiert, mit dem mobilen

Hygienecenter FlexiClean

u Präzise Dosierung von Reinigungs-

und Desinfektionsmitteln,

mit Löhrke Dosierstationen

u Präventive Sprühdesinfektion

mittels der S-Desi

u Rohrleitungsbau mit Löhrke

Anlagentechnik und Rohrleitungsbau

aus einer Hand

Daneben beriet das Messeteam

zu automatisierten Hygienekonzepten

in der Lebensmittel- und

Getränkeindustrie. Die Firma

greift dabei auf langjährige

Erfahrung in der Prozesshygiene

zurück und wendet ihr

Knowhow auch in der Transport-

und Behälterreinigung an.

Mit CIP-Systemen bietet man

Sicherheit und liefert vollautomatisch

reproduzierbare und

damit konstant gleichbleibende

Reinigungsergebnisse.

www.loehrke.com

Schubert

Verpackungsmaschinenhersteller

Schubert

(Crailsheim)

präsentierte seine

Lösungen für die digitale

Transformation.

Dazu zählte ein lightline

Cartonpacker,

der vor Ort Reibekäse-Beutel

in Kartons verpackte.

In der Maschine werden die

Kartons aufgerichtet und mit

den Beuteln befüllt. Zwei

Zuschnitt-Magazine machen es

möglich, die Beutel in zwei Arten

von Kartons zu verpacken.

Ein GS.Gate erlaubt sicheren

Zugriff auf die Maschinen- und

Produktionsdaten (und damit

auch Fernwartungen). Auf der

Messe stellte das Schubert-

Team deshalb seine neuen

digitalen CARE-Leistungen vor,

durch die Verpackungsprozesse

optimiert werden können, um

Ressourcen und Kosten zu

sparen.

Ein weiteres Highlight: Schubert

Additive Solutions zeigte seinen

neuen, selbst entwickelten

3D-Drucker für das hochwertige

Drucken von Format- und

Ersatzteilen – die PARTBOX.

Über die virtuelle Web-Plattform

der Schubert-Tochter können

Der neue lightline Cartonpacker soll auch Ressourcen

und Kosten sparen helfen. Foto: Schubert

Hersteller bereits Kunststoffteile

in der eigenen Produktion mittels

3D-Druck produzieren. Die

PARTBOX ist über LTE mit der

Plattform verbunden und sorgt

für optimale Druckergebnisse.

www.schubert.group

www.anugafoodtec.de

37


produkte & partner

3·22

Publikumspreis für Rucksacksauger

BVL 5/1 Bp von Kärcher auf Interclean ausgezeichnet

Luftdichter Wischtuch-Spender

KCP: Wettask & Wypall sorgen für mehr Hygiene

Der neue Akku-Rucksacksauger

BVL 5/1 Bp von Kärcher

(Winnenden) wurde auf der

Reinigungsfachmesse Interclean

2022 in Amsterdam mit

dem Publikumspreis ausgezeichnet.

Das Gerät

bringt laut

Hersteller

ein sehr

geringes

Gewicht,

eine hohe

Saugleistung

sowie

eine hohe Akku-Laufzeit

zusammen und gehört zur

36 V-Akku-Plattform des

„Kärcher Battery Universe“.

Da er sich komfortabel auf

dem Rücken tragen lässt,

entfällt das lästige Nachziehen

ebenso wie die Suche nach

einer Steckdose.

Trägt man ein Werkzeug auf

dem Rücken, sind Gewicht

und Ergonomie der Tragevorrichtung

für Anwender zentral.

Beim BVL 5/1 Bp setzt

Kärcher daher auf Expandiertes

Polypropylen

(EPP). Dies

ist robust,

besteht zu

96 % aus

Luft, ist

sehr leicht,

geräuschdämmend

und 100 %

wiederverwertbar. Der BVL 5/1

Bp hat ein Leergewicht von

nur 3,3 kg, mit Akkus sind es

4,6 kg. Das Tragegestell lässt

sich an die Körpergröße anpassen

und ist für Links- und

Rechtshänder geeignet.

www.kaercher.com

„Wettask“ von Kimberly-Clark

Professional (Koblenz) ist ein

luftdichter Spendereimer für

verschiedene Reinigungs- und

Desinfektionsmitteltücher, der

hilft, die Hygiene z.B. in Industriebetrieben

zu

verbessern.

Im Gegensatz

zu Spendern mit

vorgetränkten

Tüchern bietet er

für unterschiedliche

Einsatzzwecke

optimierte

Einwegtücher aus Viskose,

Polyester, Polypropylen und

Zellstoff. Sie lassen sich individuell

mit allen gängigen Sanitations-

und Desinfektionsmitteln

etwa auf der Basis von Ethanol,

Quats, Natriumhypochlorit oder

Wasserstoffperoxid befeuchten.

Dank luftdichtem Spendereimer

Luft dicht und hygienisch: der

„Wettask“. Foto: KCP

mit Einzelblatt entnahme werden

Austrocknung und Kontamination

verhindert, sodass sich auch

eine Lagerungszeit von mehr

als zwei Wochen nicht negativ

auf die Reinigungseffektivität

der Wischtücher

auswirkt.

Neu im Sortiment

hat Kimberly

Clark zudem die

mit 70-prozentigem

Ethanol

vorgetränkten

Flächendesinfektionsücher

der Marke Wypall.

Sie töten 99,999 % der häufigsten

Bakterien und 99,99 %

der Viren, Pilze und Hefen ab.

Kimberly-Clark GmbH

Carl-Spaeter-Straße 17

D-56070 Koblenz/Rheinhafen

www.kcprofessional.de

Übersicht über digitale

Chemikalien-Marktplätze

Inline-Qualitätskontrolle mittels Nahinfrarotspektroskopie

Die aktuellen Lieferkettenprobleme

und Rohstoffknappheiten

treiben die Digitalisierung in der

chemischen Industrie voran,

Online-Marktplätze und B2B-

Plattformen profitieren davon.

Die Chemikalien-Suchmaschine

chembid gibt mit ihrem „Marketplaces

Report 3.0“ einen

Überblick über gewerbliche

Plattformen mit transaktionalem

Fokus. Ihr Vergleich

erfolgt anhand standardisierter

Kriterien. So gibt der Report

Auskunft über die Anzahl der

angebotenen Chemikalien und

Lieferanten, zu Betreibern,

Geschäftsmodellen, Funktionen

und Services der Plattformen.

Die aktuelle Version des Marketplaces

Reports findet sich als

Gratis-Download unter:

www.chembid.com

In der modernen Lebensmittelherstellung

müssen

Produzenten höchste Anforderungen

bezüglich der Qualität

ihrer Erzeugnisse erfüllen. Eine

Prozessanalytik mit Nahinfrarot

(NIR)-Spektroskopie

ermöglicht eine

Qualitätskontrolle auf

mehreren Ebenen

der Produktionskette:

Wareneingangskontrolle,

Prozesskontrolle

und Endproduktklassifizierung.

Die Polytec GmbH (Waldbronn)

bietet dafür eine Palette spezieller

NIR-Spektrometer an.

Diese sind in der Lage, durch

den Einsatz optischer Faserkopplung

bis zu sechs Messpunkte

sequenziell mit einem

Gerät zu überwachen. Ein wichtiger

Anwendungssektor ist die

milchverarbeitende Industrie mit

Produkten wie Joghurt, Käse,

Milch, aber auch vegetarischen

Alternativen. Mit Echtzeit-Trendentwicklung

können

Anwender

sofort auf

Prozessabweichungen

Vielseitig einsetzbar: ein NIR-

Spektrometer. Foto: Polytec

reagieren

und vermeiden

dadurch

zeitaufwendige Probenentnahmen

und Wartezeiten während

der Laboranalyse. Mit prozessoptimierter

NIR-Technologie

kann der gesamte Herstellungsprozess

– von der Anlieferung

der Milch über Lagerung,

Homogenisierung und Pasteu-

risierung bis zur anschließenden

Weiterverarbeitung oder

Abfüllung – uneingeschränkt

überwacht werden.

NIR-Spektrometer von Polytec

finden in vielen Bereichen der

Lebensmittelindus trie ihren

Einsatz und können flexibel auf

die Anforderungen der Kunden

angepasst werden. Herstellern

von Speiseölen, Fetten

sowie Fleisch und Backwaren

ermöglicht die NIR-Technologie

laut Polytec eine effiziente und

reproduzierbare Bestimmung

von Feuchtigkeit, Eiweißgehalt

sowie Zucker- und Fettgehalt.

Polytec GmbH

Polytec-Platz 1-7

D-76337 Waldbronn

www.polytec.de

38 www.hygiene-report-magazin.de


juli

produkte & partner

Semi-aktive Sohlen- und Rollenreinigung stoppt Schmutz

Messeneuheit CLEAN-FIELD von Kohlhoff ist bis zur Hygieneschleuse erweiterbar

Um beim Transport von Waren

mit Fahrzeugen wie Hubwagen

oder Gabelstapler den Eintrag

von Verunreinigungen

bzw. eine Schmutzverschleppung

von

schmutzigen Schwarzin

saubere Weißbereiche

bzw. von Außenin

Innenbereiche zu

vermeiden, hat Kohlhoff

Hygienetechnik (Unna)

die als Messeneuheit

2022 präsentierten

CLEAN-FIELD Reinigungsfelder

für den Fußbodeneinbau

entwickelt.

Allein durch das Befahren bzw.

Betreten des Reinigungsfeldes

werden die dort integrierten

selbst schwingenden Bürstenele

mente in Bewegung versetzt

und reinigen so semi-aktiv (mechanisch)

Rollen und Räder wie

auch Schuhsohlen – wahlweise

nass oder trocken. Bei der

Nassreinigung wird die Anlage

Das Reinigungsfeld bewahrt Hygienebereiche

vor Schmutzverschleppung. Foto: Kohlhoff

mit einer Dosierautomatik ausgestattet,

die dafür sorgt, dass

immer ausreichend Reinigungsflüssigkeit

zur Verfügung steht.

Um die Wannen und Bürstenelemente

leicht reinigen zu

können, lassen sich einzelne

CLEAN-FIELD-Module ohne

Werkzeuge oder Hilfsmittel ein-

fach hochklappen und arretieren

oder herausnehmen.

Ist eine Zugangskontrolle erforderlich,

kann die modular aufgebaute

Anlage zusätzlich z.B.

mit einem Automatik-Schwenktor

ausgestattet werden. Bei

erhöhten Hygieneanforderungen

stehen weitere Komponenten

zur Verfügung – von Händedesinfektions-

und Eingangskontrollgeräten

bis zur kompletten

Kompakt-Hy gie neschleuse.

Dann erlaubt das Tor den

Zugang in die nachgelagerten

Bereiche erst nach Durchführung

aller dafür vorgesehenen

Hygienemaßnahmen.

Kohlhoff Hygienetechnik

GmbH & Co. KG

Isaac-Newton-Straße 2

D-59423 Unna

www.kohlhoff-hygiene.de

Neues Führungstrio

bei Dr. Weigert

Nach 41 Jah ren hat Bernd Ziege

zu Jahresbeginn 2022 seine

Position als Geschäftsführer der

Chemische Fabrik Dr. Weigert

GmbH & Co. KG (Hamburg)

niedergelegt. Nachfolger sind

die bisherigen Prokuristen

Bernd Stranghöner (links im

Bild) und Piet H. Lint hout

(Mitte), die mit Dr. Matthias Otto

(rechts), Leiter der Produktion

und des Qualitätswesens, das

neue Geschäftsleitungs-Team

bilden. Bernd Ziege bleibt dem

Unternehmen als Hauptgesellschafter

und Sprecher der

Gesellschafter eng verbunden.

www.drweigert.com

RD Design Award für CWS PureLine

Infos und Shop immer und überall

Eine internationale Jury hat

CWS Hygiene (Dreieich) für ihre

neue Hygieneproduktspenderlinie

PureLine mit dem „Red

Dot Design

Award“

2022 in der

Kategorie

Produktdesign

ausgezeichnet.

PureLine

überzeugte

durch modernes,

unkonventionelles Design,

das sich nahtlos in das Gesamtbild

eines Waschraums einfügt.

Sie ist universell und zeitlos

gestaltet und eignet sich so für

verschiedene Umgebungen und

Zielgruppen. Zusätzlich bietet

sie eine vorinstallierte, intelligente

IoT-Technologie, die in

Zukunft eine digitale Vernetzung

und Bedienung des Waschraums

ermöglicht.

Mit der im

Februar

vorgestellten

Produktspenderlinie

will

CWS das regelmäßige,

gründliche

Händewaschen

für Nutzer zu einer angenehmen

Tätigkeit machen, die

ein sicheres Gefühl vermittelt.

CWS International GmbH

Dreieich Plaza 1A

D-63303 Dreieich

www.cws.com

Neue B2B-App von Remmers geht an den Start

Hygieneboden- und Baustoff-

Spezialist Remmers (Löningen)

bietet seinen Kunden mit

einer neuen B2B-Shop-App

vielfältige Möglichkeiten

rund

um das gesamte

Produktsortiment.

Mit einem

integrierten Barcode-Scanner

sind Artikeldetails

schnell und

unkompliziert

abrufbar, über

einen persönlichen

Account

stehen Infos zu Bestellungen

und Auslieferungen 24/7 zur

Verfügung. Sendungsverfolgung

ermöglicht ein auftragsbezogener

Tracking-Link.

Zur Beratung können Kunden

mit dem Remmers Technik

Service per Videochat, in den

normalen Geschäftszeiten

oder direkt bei

Verwendung

der Produkte in

Kontakt treten.

Per Download-

Funktion lassen

sich Infos zum

Produktsortiment

sowie

Technische

Merkblätter

herunterladen.

Verfügbar ist die neue Remmers-App

über den App Store

und den Google Play Store.

www.remmers.com

39


produkte & partner

3·22

Baumer: Silber-Pokal

für Sensor CL PL20

Silber-Pokal für den Grenzstandsensor

CleverLevel PL20

von Baumer (Frauenfeld/CH):

Die Leser der Fachzeitschrift

Computer & Automation wählten

den Prozesssensor bei der

Abstimmung zum „Produkt

des Jahres“ auf Rang 2 in der

Kategorie Sensorik. Der robuste,

langlebige Sensor aus Edelstahl

mit Spitze im hygienegerechten

PEEK-Design, IO-Link-Schnittstelle

etc. detektiert laut Hersteller

Kaffeebohnen ebenso wie

Honig oder schaumige Medien.

www.baumer.com

Mit UHT-Modul Hühnerfleisch hygienisch verarbeiten

Bei offenen Lebensmitteln

gelten strenge Hygieneanforderungen,

um die Gefahr von Verunreinigungen

zu minimieren.

Betrieben, die Hühnerfleisch

bearbeiten, hilft der Schweizer

Hersteller Interroll mit dem auf

der IFFA in Frankfurt vorgestellten

neuen „Ultra Hygienic

Transfer“ (UHT), diese Herausforderung

zu meistern.

Als disruptive Innovationslösung

für automatisierte Materialflussprozesse

verringert das Fördermodul

die Zahl der Fleischpartikel,

die nach der Zerlegung

auf bestehende Fördersysteme

gelangen, um 85-90 %. In

Verbindung mit dem Hygienic

Product Design, das eine effektive

Reinigung erlaubt, wird so

die Gefahr der Keimbelastung

reduziert, eine verbesserte Haltbarkeit

von Hühnerfleischprodukten

und eine durchgängige

Qualitätskontrolle entlang der

Betriebsprozesse ermöglicht.

Das Fördermodul kann (ohne

zusätzliche Sensorik) als Stand-

Der neue Ultra Hygienic Transfer

(UHT) ermöglicht optimierte Haltbarkeit

durch maximale Hygiene in der

Fleischverarbeitung. Foto: Interroll

Alone-Lösung, die nur einen

Stromanschluss für den integrierten

Trommelmotor benötigt,

zwischen den vorgelagerten

Zerlegemaschinen und den

nachfolgenden Förderbändern

installiert werden. Transportiert

werden je nach Bedarf Flügel-

oder Brustfleisch in Siebkörben

aus Edelstahl, die anstelle von

Rutschen in einem zirkulär

ausgelegten Förderprozess das

Fleisch einzeln aufnehmen und

anschließend auf einem bestehenden

Förderband ablegen.

Die Vereinzelung der Fördergüter

bietet neben deutlich

verbesserter Hygiene einen

weiteren Vorteil gegenüber traditionellen

Rutschen: Statt Brustkappen

oder Flügel an diesem

Prozessschritt vom Stück- zum

Schüttgut zu machen, sorgt der

UHT dafür, dass sie entlang der

gesamten Prozesskette (z.B.

durch Sensorik in Verbindung

mit Warenmanagementsystemen)

identifizierbar bleiben.

Interroll (Schweiz) AG

Via Gorelle 3

CH-6592 Sant’Antonino

www.interroll.com

BANTLEON: H1-Reiniger aus zertifizierter Produktion

Heraeus stärkt Position

in der Biozid-Innovation

Die Hermann Bantleon GmbH

(Ulm) hat 2021 das Zertifizierungsaudit

nach DIN EN ISO

21469, einem internatio nal anerkannten

Standard für Hygieneanforderungen,

erfolgreich

durchlaufen. Ihre Zertifizierung

umfasst Entwicklung, Herstellung,

Vertrieb und Service von

anwendungsbezogenen Spezialschmierstoffen,

Reinigungsund

Korrosionsschutzmedien,

die geeignet sind, um die

Sicherheitsanforderungen bei

direktem oder indirektem Produktkontakt

bei der Herstellung

von sensiblen Produkten (NSF

H1) z.B. für Lebensmittel, Medizin,

Pharmazie, Tierfutter und

ihre Verpackung zu erfüllen.

Im Portfolio sind viele NSF-registrierte

Reinigungsmedien. Foto: Bantleon

Unabhängig von einzeln registrierten

Produkten unterliegt das

gesamte BANTLEON-Produktportfolio

einem an der Norm angelegten

Anforderungsumfeld.

So ist z.B. AVILUB Metasolv 706

ein NSF-registrierter Kaltreiniger

für das Entfetten von Eisen- und

Nichteisenmetallen, eingesetzt

u.a. in der Lebensmittelindustrie.

Er besitzt laut Hersteller

einen hohen Flammpunkt

sowie gute Verdunstungseigenschaften.

Die Anwendung ist

auch in geschlossenen Reinigungsanlagen

möglich.

AVILUB Metaclean 770 besitzt

als Universalreiniger vorwiegend

im Bereich von Oberflächen

und Böden große Reinigungskraft

und entfernt Öle, Fette

oder festhaftenden Schmutz

schnell, gründlich und materialschonend.

Der NSF-registrierte

Reiniger kann auch in hygienesensiblen,

industriellen Umgebungsbereichen

wie Lebensmittel,

Pharmazie, Kosmetik, etc.

eingesetzt werden.

Das Portfolio umfasst weitere

NSF-registrierte Reinigungsmedien,

für unterschiedlichste

Applikationen, auch mit integriertem

Korrosionsschutz.

Hermann Bantleon GmbH

Blaubeurer Str. 32

D-89077 Ulm

www.bantleon.de

Schadorganismen wie Pilze,

Bakterien, Algen, Viren und

andere Mikroorganismen können

Menschen und Wirtschaft

erheblichen Schaden zufügen.

Biozidprodukte werden deshalb

täglich zum Schutz der Gesundheit,

zur Verbesserung der

Hygiene von Mensch und Tier

oder für verlängerte Haltbarkeit

vieler Materialien eingesetzt. Mit

der Übernahme der Aktivsubstanz-Dossiers

von Leitha

Clean Technologies (Dänemark)

will Heraeus Precious Metals

(Hanau) im Zulassungsprozess

von Biozidprodukten eine aktive

Rolle einnehmen. Man bietet

mit AGXX bereits eine innovative

antimikrobielle Technologie an,

deren starke Wirkung auf Redoxreaktionen

und mikroelek trischen

Feldeffekten basiert.

www.heraeus.com

40 www.hygiene-report-magazin.de


juli

produkte & partner

Highclean Group bestätigt Aufsichtsrat und Vorstand

Buzil: Platin-Zertifikat,

neuer Geschäftsführer

Die neue Führungsriege mit (v.l.) Martin Bald, Stephan Fincke, Marc Schmidlin, Vorstandsvorsitzender Simone Bäumer,

dem neuen Vorstandsmitglied Ruth Freund, Leo Osterheider und Matthias Layer.

Foto: Highclean Group

Die Highclean Group (Düsseldorf),

eine mit der größten deutschen

Fachhandelsgruppen für

professionelle Reinigungs- und

Hygienelösungen, hat ihren Aufsichtsrat

für weitere drei Jahre

im Amt bestätigt und stellt eine

Nachfolgerin im Vorstand vor.

Laut Hauptversammlungsbeschluss

bleibt Matthias Layer,

Geschäftsführer der Layer-

Chemie GmbH, Aufsichtsratsvorsitzender.

Ihre Funktion als

Aufsichtsratsmitglieder behalten

Martin Bald, Geschäftsführer

Walter Hasenkampf GmbH, Leo

Osterheider, Geschäftsführer

Osterheider GmbH, und Marc

Schmidlin, Geschäftsführer

Delta Zofingen AG (Schweiz).

Neu im Vorstand ist Ruth

Freund. Die Prokuristin der

Freuco GmbH & Co. KG tritt die

Nachfolge von Bruno Joachim

(Koch Hygiene) an, der Ende

2021 sein Amt niedergelegt hat.

Vorstandsvorsitzende Simone

Bäumer und das Vorstandsmit-

glied Stephan Fincke, Geschäftsführer

der Fincke-Hygiene

OHG, wurden bestätigt.

Die Highclean Group hat derzeit

20 Mitgliedsunternehmen mit

rund 35.000 Großverbrauchern

in den Bereichen Hygiene und

Reinigung als Kunden. Das Produktsortiment

mit über 15.000

Artikeln umfasst alle namhaften

Markenhersteller und eine breite

Palette an Eigenmarken.

www.highclean-group.de

Die BUZIL-WERK Wagner

GmbH & Co. KG (Memmingen),

Hersteller für professionelle

Reinigungs- und Pflegeprodukte,

wurde von EcoVadis,

der führenden kollaborativen

Plattform für die Bewertung

der Unternehmensleistung im

Bereich Nachhaltigkeit und

nachhaltige Entwicklung, mit

der Platinum-Medaille, der

höchsten Bewertung

im Nachhaltigkeitsrating,

ausgezeichnet.

Das Familienunternehmen

hat

zudem einen neuen Geschäftsführer

ernannt: Dr. Manfred

Oberreiter (Foto). Er wird

neben Firmeninhaberin und

Geschäftsführerin Isabell Janoth

die Geschicke der Firma leiten.

www.buzil.com

Knauer: 50.000 Euro für

Notleidende in Ukraine

Labormessgerätehersteller

Knauer (Berlin) und seine

Beschäftigten haben Sachmittel

und 50.000 Euro für Notleidende

im Kriegsland Ukraine

gespendet. 13.450 Euro kamen

über „Bruttolohnspenden“ der

Mitarbeiter zusammen und wurden

an die „Aktion Deutschland

hilft – Nothilfe Ukraine“ überwiesen.

Die Geschäftsführung

(im Bild: Alexandra Knauer und

Carsten Losch) spendete zudem

36.550 Euro an den Verein

„Ukraine-Hilfe Berlin“.

www.knauer.net

Regulus Aqua PowerVac Pro: Saugen, Wischen und Trocknen

Saugen und Wischen gehören

meist zur Routine bei der

Bodenreinigung. Um diese

Schritte im Sinne von Effizienz

und Zeitersparnis zu vereinen,

hat Leifheit (Nassau) seinen

Akku-Saugwischer weiterentwickelt:

Der seit 1. Juli erhältliche

Regulus Aqua PowerVac Pro

kombiniert nun Saugen, Wischen

und Trocknen in Einem.

Dadurch ist er laut Hersteller

dreifach effizient und verfügt

zudem über einen praktischen

Eckengleiter mit Micro-Duo

Wischbezug, der gründliche

Reinigung in der schmalsten

Ecke ermöglicht. Ganz ohne Kabel

und dank geringem Gewicht

von nur 3,5 kg ist das schlanke

und wendige 3-in-1-Gerät

besonders leicht in der Handhabung.

Ein leistungsstarker

24-V-Li-Ion-Akku

mit bis zu 26 Minuten

Laufzeit

ermöglicht zudem

eine professionelle

Reinigung von bis

zu 77 qm Fläche.

Zwei flexibel wählbare

Reinigungsstufen

stehen zur

Wahl: Während der

Eco-Modus eine

besonders lange

Akku-Laufzeit unterstützt,

garantiert

der Turbo-Modus

maximale Reinigungskraft

beim

Saugwischen

aller versiegelten

Hartböden. Dank

des integrierten

2-Tank-Systems

Hygiene 3 in 1: der Regulus

Aqua PowerVac

Pro. Foto: Leifheit

ist stets genügend

Frischwasser vorhanden,

so dass sich ein

Nachfüllen während

des Reinigungsvorgangs

erübrigt.

Zudem verfügt der

Akku-Saugwischer

über eine Selbstreinigungsfunktion,

die

die Kanäle sowie die

Wischwalze frisch

und sauber hält.

Die Standfunktion

ermöglicht sicheres

Abstellen während der

Reinigung und platzsparendes

Verstauen.

Leifheit AG

Leifheitstraße 1

D-56377 Nassau

www.leifheit.de

41


veranstaltungen

3·22

Messekalender

26.-29. Juli:

BioFach und Vivaness – Weltleitmesse

für Bio-Lebensmittel

in Verbund mit Internationaler

Fachmesse für Naturkosmetik,

Nürnberg

22.-26. August:

Achema – Weltleitmesse der

Prozessindustrie für chemische

Technik, Verfahrenstechnik und

Biotechnologie, Frankfurt

1.-4. September:

WorldFood – Internationale Lebensmittelausstellung,

Istanbul

12.-16. September:

drinktec – Weltleitmesse für die

Getränke- und Liquid-Food-

Industrie, München

Hinweis: Wegen der Corona-

Pandemie gilt für alle Termine

auf diesen Seiten: ohne Gewähr!

Kampf gegen Food Fraud im Betrieb

Online-Seminar der DLG legt Fokus auf die Täter

Mit einem Online-Seminar „Next

Level Prävention – Tätermotivation

verstehen und Ressourcen

effizient zur Risikoprävention

einsetzen“ am Dienstag, 6. September,

von 10.30 bis 15 Uhr

wirft die Akademie der Deutschen

Landwirtschafts-Gesellschaft

(DLG) einen speziellen

Blick auf Täter und Hintergründe

von Lebensmittelbetrug.

Betriebsinterne Organisationen

zur Abwehr von „Food Fraud“

orientieren sich oft an den

Leitlinien der Standards und unterstellen

den Tätern i.d.R. ein

undifferenziertes, auf Zusatzerträge

abgestelltes Verhalten.

Abwehrmaßnahmen sind breit

angelegt, stark auf Laboranalytik

ausgerichtet und für das Unternehmen

kostspielig, wenn das

Abwehrnetz „dicht“ sein soll.

Referent Andreas Müller,

Diplom-Physiker und Doktor

der Werkstoffwissenschaften,

arbeitet seit den 2000ern in

der Lebensmittelsicherheit und

erläutert anhand von nicht

publizierten Beispielen aus verschiedenen

Branchen, wie Food

Fraud in „Täterbetrieben“ funktioniert.

Er leitet Elemente einer

erweiterten Präventionsstrategie

ab: verbesserte Verträge mit

Vorlieferanten, interdisziplinäre

Umfeldanalyse für Vorprodukte

und Lieferanten sowie (vorgeschaltete)

qualifizierte Sensorik

für den gezielten Einsatz

aufwändiger Laboranalytik. Eingeordnet

ins Thema Food Fraud

werden zudem die Begriffe „Big

Data“ und „Blockchain“ .

Weitere Termine & Anmeldung

unter www.dlg-akademie.de

Bodo Möller Chemie

startet „TechDialog“

Mit einem neuen Eventformat

hat die Bodo Möller Chemie

Gruppe ihre erfolgreichen

Webinare und Live-Seminare

zu verschiedenen chemischen

Lösungen fortgesetzt: Unter

dem Namen TechDialog finden

künftig Veranstaltungen zu verschiedenen

Themenkomplexen

virtuell oder vor Ort statt. Den

Auftakt machte ein Webinar in

Kooperation mit Henkel zur wirtschaftlichen

und nachhaltigen

industriellen chemischen Reinigung

von Werkstücken und

Oberflächen mit Universal- und

speziellen Metallreinigern. Ein

Fokus lag dabei auf den idealen

Produkten und Prozessen, um

Einsparungen durch reduzierten

Energie- und Ressourcenverbrauch

zu erzielen.

Termine/Anmeldung: www.bmchemie.com/de/techdialog/

BVL und MRI: Jährlich

„Training for Safer Food“

Das Bundesamt für Verbraucherschutz

und Lebensmittelsicherheit

(BVL) und das

Max Rubner-Institut (MRI)

bieten seit 2018 gemeinsam für

Kolleginnen und Kollegen aus

Drittstaaten jährlich eine Fortbildung

„International Training

for Safer Food“ (ITS Food) an.

Expertinnen und Experten aus

Behörden, Laboratorien und

Forschungseinrichtungen geben

dabei ihr Fachwissen und ihre

Erfahrungen über Lebensmittelsicherheit,

Lebensmittelbetrug

sowie Risiko- und Krisenmanagement

in Deutschland und

der Europäischen Union weiter.

2022 fand die ITS Food pandemiebedingt

digital statt – mit fast

500 Teilnehmern aus aller Welt.

Nähere Infos und Termine unter

www.bvl.bund.de/itsfood

Ernährung der Zukunft im Wandel

Youtube-Kanal des BZfE mit umfassender Playlist

Ernährungswandel, Ernährungstransformation,

Nachhaltigkeit

und Klimaschutz in der Ernährung

oder durch Ernährung – zu

diesen Themen gibt es auf dem

YouTube-Kanal des Bundeszentrums

für Ernährung (BZfE)

eine Reihe von Videos in einer

Playlist „Für meine Zukunft“.

Dort sind z.B. die Keynote-Beiträge

der nationalen Auftakt-

veranstaltung zum UN Food

Systems Summit eingestellt:

„Ernährung der Zukunft – mehr

pflanzenbasiert“

ist etwa der Vortrag

von Prof.

Dr. Bernhard

Watzl vom Max-

Rubner-Institut

überschrieben,

„Richtig rechnen

– Lebensmittel

sind mehr

wert“ der von Tobias Bandel von

„Soil & More Impacts B.V.“.

Die Playlist der ist zu finden

unter: www.youtube.com/

playlist?list=PL_JQLhd533yRG-

KTjIaD3R7Dj3n67hUDSy

www.bzfe.de

Dekra-Schulungen für

Hygienebeauftragte“

Die Aufgaben von Hygienebeauftragten

sind vielfältig.

Sie haben fundierte mikrobiologische

und hygienische

Kenntnisse, betreiben Infektionsprävention,

informieren

über notwendige Hygiene- und

Desinfektionsmaßnahmen nach

gesetzlichen Vorgaben und

stellen ein wichtiges Bindeglied

zwischen Betriebsführung und

Mitarbeitern dar. Die Akademie

der Dekra bildet in Grund- und

Spezialisierungsschulungen Hygienebeauftragte

aus und bietet

Weiterbildungen über Hygienepläne

an. Nach bestandener

Prüfung gibt es ein Zertifikat

Hygienebeauftragter (m/w/d)“.

https://www.dekra-akademie.de/

hygienebeauftragter-kurs/

42 www.hygiene-report-magazin.de


juli

veranstaltungen

„ProTalks“ zur Prozessanalytik

Mettler Toledo startet neue digitale Seminarreihe

Seit vielen Jahren bietet Mettler

Toledo (Gießen), Hersteller

von Präzisions- und Analyseinstrumenten,

Waagen und

Wägesystemen für Labore,

Lebensmittelindustrie und

-handel, fachspezifische

Seminare

für prozessanalytische

Anwendungen

an, um das

Bedienpersonal

aus Regel- und

Betriebsmesstechnik, Qualitätssicherung

und Produktion

für die Anforderungen und

Aufgaben von vorzubereiten.

Da die aktuelle Pandemiesituation

Präsenzveranstaltungen

derzeit nur bedingt

erlaubt, bietet man nun auch

Digitale Weiterbildung für die

Prozessanalytik mit kostenlosen

Online-Seminaren an.

BZfE/DGE: Auch 2022 nur

virtuelle Ernährungstage

Das Bundeszentrum für Ernährung

(BZfE) und die Deutsche

Gesellschaft für Ernährung

(DGE) führen die „Bonner

Ernährungstage“ auch 2022 im

digitalen Tagungsformat durch.

Die DGE macht mit ihrem

wissenschaftlichen Symposium

am Mittwoch, 31. August, den

Auftakt; am Donnerstag, 1. September,

schließt sich das BZfE-

Forum an. Mit dem Online-

Format machte man 2020/2021

gute Erfahrungen. Die Plattform

ermöglicht allen Fachleuten aus

Wissenschaft und Praxis bereits

ab dem Tag der Anmeldung,

das eigene Netzwerk auszubauen,

steht während der Tagung

zum Austausch zur Verfügung

sowie danach zum Abrufen aller

Tagungsinhalte bereit.

Weitere Infos unter www.bzfe.de

Die Webinarreihe unter dem

Titel „ProTalk“ widmet sich

z.B. folgenden Themen: Qualitätsanforderungen

an Wasser

für pharmazeutische Zwecke,

(20.09.); pH-Messung in der

Prozessanalytik

(13.09.);

Sauerstoff-

Messung in der

Prozessanalytik

(13.09.);

Leitfähigkeitsmessung

in Prozess- und Rein(st)

wasseranwendungen (15.09.);

Gasanalytik – Zuverlässige,

wartungsarme Gasmessung

(15.09.). Für größere Gruppen

sind auch Seminare vor Ort

oder online möglich.

Weitere Termine, Themen und

Anmeldung unter:

www.mt.com/ProTalk

2022 erweitert die Akademie

Fresenius ihr Fortbildungsangebot

auf Online-Trainings für

die Chemie-, Agrarchemie- und

Biozidindustrie. Die bewährten

internationalen Konferenzen

werden so in ein kompaktes

Online-Format gebracht. Alle

Trainings werden von fachkundigen

Dozenten geführt, die

Teilnehmer können sich durch

interaktive Tools an Diskussionen

beteiligen, gemeinsam

in Workshops arbeiten und

direktes Feedback bekommen.

An einem Tag oder an zwei

aufeinanderfolgenden Vormittagen

können die Teilnehmer ihre

Kenntnisse in den Bereichen

(Öko-)Toxikologie, Biozidzulassung,

REACH, IUCLID, Sicher-

Omnilab lädt zur Messe

„LabCon“ nach Hamburg

Laborhändler und Servicedienstleister

Omnilab (Bremen)

lädt am Dienstag, 30. August

2022, nach langer Pause wieder

zu einer Labormesse ein. Unter

dem neuem Namen „LabCon“

präsentiert man im Hamburger

Volksparkstadion (Sylvesterallee

7, 22525 Hamburg) die

wichtigsten Hersteller der Branche

und eine große Auswahl

an Laborbedarf, Geräten und

Chemikalien. In dieser ganz

besonderen Messelocation

finden z.B. kostenlose Fachvorträge

in den exklusiven Stadionlogen

statt; im Fokus stehen

anwenderorientierte Themen

oder auch Grundlagenwissen.

Teilnehmer erhalten auf Wunsch

Zertifikate. Die Messe „LabCon“

ist von 9-16 Uhr geöffnet.

Weitere Info & Anmeldung unter

www.omnilab.de

Know-how für Chemie-/Biozidprofis

Fresenius erweitert Angebot an Online-Trainings

heitsdatenblätter und mehr verbessern.

In einer Mischung aus

Theorie und praktischer Anwendung

vermitteln die Schulungen

Kenntnisse und Fähigkeiten,

um effizient, rechtskonform und

wissenschaftlich fundiert im EU-

Rechtsrahmen zu arbeiten. Die

Trainingssprache ist Englisch.

Nach sieben Terminen im

ersten Halbjahr (z.B. Endokrine

Disruptoren) geht es z.B.

am Donnerstag, 20. Oktober,

von 10-14.30 Uhr um „Risk

Assessment of PECsoil in the

Evaluation Procedure in Europe“.

Referent ist Michael Klein

(Fraunhofer Institut IME).

Weitere Info & Anmeldung unter

www.akademie-fresenius.de.

IMPRESSUM

ISSN: 1618-2456

HYGIENE REPORT

Verlag:

Dr. Harnisch Verlags GmbH

Eschenstraße 25

90441 Nürnberg

Telefon: 09 11/20 18-0

Telefax: 09 11/20 18-100

Email: hygiene@harnisch.com

www.harnisch.com

Geschäftsführer:

Dr. Claus-Jörg Harnisch

Benno Keller

Objektleitung:

Armin König

Telefon: 0911/20 18-230

Publisher:

Benno Keller

Redaktionsteam:

Horst Buchmann

Grazyna Schatton

Technische Leitung:

Armin König (-230)

Erscheinungsweise:

5 x jährlich – Februar, April, Juli,

September, November

Abonnement:

Marta Bletek-Gonzalez

Bezugspreis:

im Jahresabonnement

Inland: EUR 30,- zzgl. MwSt.

Ausland: EUR 35,-

Druckauflage:

18.000 Exemplare

Druck:

Druckerei Millizer

91126 Schwabach

Die in diesem Magazin enthaltenen Beiträge

einschließlich der Abbildungen

unterliegen dem Urheberrechtsgesetz.

Eine Verwendung ohne Zustimmung des

Verlages ist unzulässig und wird strafrechtlich

verfolgt. Dieses gilt für jede

erdenkliche Form der Vervielfältigung.

Sonder- und Nachdrucke können gerne

auf Anfrage bestellt werden. Artikel,

die namentlich gekennzeichnet

oder durch ein Kürzel einem Autor zuzuordnen

sind, geben nicht unbedingt

die Meinung der Redaktion wieder.

Unverlangt eingesandte Manuskripte

können nicht zurückgeschickt werden.

Wird ein Manuskript von der Redaktion

angenommen, gehen Verlags- und Urheberrecht

sowie sämtliche Rechte zur

Veröffentlichung und Verbreitung auf

den Verlag über. Die Redaktion übernimmt

bezüglich in diesen Beiträgen

dargelegter Sachverhalte keine Haftung.

43


ISSN 1618-2456

Internationale Fachzeitschriften

Themen september

• Schädlingsbekämpfung

• Reinigungsmittel/Desinfektion

Hygieneverpackungen

• Hygienic Design

4·22

Die Veröffentlichungen des Dr. Harnisch Verlages

behandeln vornehmlich ausgewählte Themen der

Lebensmittel- und Getränkeindustrie.

Sie sind als interdisziplinäre Ratgeber für die

Führungskräfte der Industrie unentbehrlich. Der

Schwerpunkt liegt dabei in der Herausgabe von

internationalen Fachzeitschriften. Ein hochkarätig

besetztes Autorenteam unterstützt dabei

stets die Verlagsredaktion.

ISSN 1618-2456


Reine Qualität –

UV-C-Desinfektion für die

Lebensmittelproduktion

STERILSYSTEMS entwickelt und produziert UV-C-

Systeme zur wirksamen Desinfektion von Luft, Oberflächen

und Wasser. Schädliche Mikroorganismen

haben keine Chance – Bakterien, Pilze, Hefen und

Viren werden bis zu 99,999% inaktiviert.

Damit bieten wir der Lebensmittel verarbeitenden

Industrie und dem Handwerk sowie den Betreibern

raumlufttechnischer Anlagen maßgeschneiderte

Desinfektionslösungen zur Ein haltung der Hygienequalität

durch kontinuierliche Desinfektion.

Desinfektion mit UV-C-Technologie


HPF

H I G H - P E R F O R M A N C E - T E C H N O L O G I E

Technologie

2 , 5 - F A C H E L E

I S T U N G

DE

500-1500

Durchlaufdesinfektion

Die Durchlaufdesinfektionsanlage mit High-

Performance-Technologie (HPF) dient zur

360° Desinfektion und ist in eine bestehende

Fertigungslinie integrierbar. Die zu behandelnde

Oberfläche wird trocken, ohne Chemie

und Hitzeeinwirkung desinfiziert.

Einsatzbereiche

Transportbehältnisse | Slicerstangen |

Lebensmittelproduktion | Slicerlinien |

Schleusen | Verpackungslinien | Kisten

Einsatzbereiche

Produktionsräume | Slicer-Räume|

Kistenlagerhallen | Verpackungsräume |

Lagerräume | Geruchsneutralisation von

Lagerräumen | Konfiskat-/Zerlegeräume

ULE

2000

Umluftdesinfektionsgerät

Das ULE2000 wurde speziell für die Desinfektion

von Räumen mit Personenaufenthalt und

schwierigen Umgebungsbedingungen oder hohen

Kontaminationen entwickelt. Der integrierte

Ventilator sorgt für eine zuverlässige Desinfektion

des Luftstroms und der Umgebungsluft.

Optional auch in

ATEX-Ausführung

erhältlich.

Desinfektion mit UV-C-Technologie


FB

200–1200

Band-/Zerlegeband-Desinfektion

Das FB-HPF-System dient zur permanenten

Desinfektion von Förder- und Zerlegebändern

sowie von Oberflächen und Folien im laufenden

Produktionsprozess.

Einsatzbereiche

Förderbänder | Zerlegebänder |

Kunststoffgliederbänder |

Stahlbänder | Schaufelbänder

HPF

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Technologie

2 , 5 - F A C H E L E

I S T U N G

Einsatzbereiche

Trinkwasserversorgungen im öffentlichen und gewerblichen

Bereich | Spitäler und Kliniken | Nahrungsmittelindustrie | Rein- und

Reinstwasserdesinfektionen | industrielle Prozesswasser | Anlagen

für Kalt- und Heißwasser | Pharma- und chemische Industrie |

Getränkeindustrie und Brauereien | Schwimm- und Whirlpools

ASUV

27–1250

Wasserdesinfektion zertifiziert

Die zertifizierte Wasserdesinfektionsanlage

AQUASTERA/AquaUVtron sorgt durch die UV-C-

Technologie für eine zuverlässige Desinfektion

des Trinkwassers – ohne dabei die ursprüngliche

Wasserbeschaffenheit zu verändern.

Lebensmittelproduktion


Luftentkeimung

VD

500-1800

Verdampfer-Desinfektion

TR

200-1800

Luftdesinfektion

SLM

6/3

Steril-Luft-Modul

Verdampfer, Wärmetauscher,

Lüftungsanlagen, Kühlräume

Lüftungsgehäuse, Lüftungskanäle,

Tankkopfraumn

Luftzufuhr für Tanks und Behälter,

Zuluftanlagen

Oberflächenentkeimung

FS

FS700-1800 ATEX

Desinfektion mit

Explosionsschutz

DC

700-1800

UV-C-/

Ozonschrank

AR

300-1500

Luft- und Oberflächendesinfektion

Luft und Oberflächen in staubiger

Umgebung, Nahrungsmittelindustrie

Labore, Instandhaltung,

Lebensmittelproduktion

Produktionsflächen, Labore, Lagerräume

Wasserentkeimung

ASUV

27-1250

Wasserdesinfektion

zertifiziert

WDS

12-1040

Wasserdesinfektion

TL

200-1200

Tauchstrahler

Trinkwasserversorgung, Pharma

Getränke- und Nahrungsmittelindustrie

Private Trinkwasserversorgung,

Prozesswasser, Nahrungsmittelindustrie

Luftwäscher, Kühltürme, Wassertanks,

Filteranlagen

STERILSYSTEMS ist ein zuverlässiger Partner für Ihre

perfekte Betriebs- und Produktionshygiene und unterstützt

Sie zur Erhaltung einer nachhaltigen Qualitätssicherheit

nach höchsten hygienischen Standards.

+43 6472 20 007

info@sterilsystems.com

www.sterilsystems.com

STERILSYSTEMS GmbH, Markt 384, 5570 Mauterndorf, Salzburg Land, Österreich

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