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Erzgebirge – Wandermagazin 215

Erzgebirge Wandern im UNESCO-Welterbe – Wandermagazin-Chefredakteur Thorsten Hoyer geht Schritt für Schritt durch eine Wanderwelt voller Geschichten und Geschichte – nicht nur auf dem Kammweg.

Erzgebirge
Wandern im UNESCO-Welterbe – Wandermagazin-Chefredakteur Thorsten Hoyer geht Schritt für Schritt durch eine Wanderwelt voller Geschichten und Geschichte – nicht nur auf dem Kammweg.

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Erzgebirge

RegioPanorama

Wandern im UNESCO-Welterbe

© TVE, studio2media


REGIOPANORAMA ERZGEBIRGE WANDERN IM UNESCO-WELTERBE

Welterbe

mit

Weitblick

Erzgebirge

Westerzgebirge, Mittleres Erzgebirge und Osterzgebirge

sind Naturräume, die sich zum Erzgebirge zusammenschließen.

Ein Mittelgebirge geprägt von tiefen Wäldern und luftigen Höhen, die im

1.215 Meter hohen Fichtelberg gipfeln und mit Weitsichten beeindrucken.

Der Landschaft nähert man sich am intensivsten auf Wanderungen an

oder bei gemächlichen Fahrten mit den historischen Dampf-Schmalspurbahnen

der Fichtelberg-, Weißeritz- und Preßnitztalbahn oder der

Museumsbahn Schönheide. Die Vielfältigkeit der Landschaft spiegelt sich

in besonderem Maß auch in den Bergstädten wie Annaberg-Buchholz,

Freiberg, Marienberg und Schneeberg. Eine Landschaft für Entdecker

mit Lust auf Weitblick.

2 WANDERMAGAZIN Sommer 2022


Auf dem Auersberg bei Eibenstock

© TVE e.V., Dennis Stratmann

www.wandermagazin.de

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REGIOPANORAMA ERZGEBIRGE WANDERN IM UNESCO-WELTERBE

Welterbe

mit

Geschichte

Erzgebirge

Das Erzgebirge wurde einst als Miriquidi bezeichnet, was so viel wie

Finster- oder Dunkelwald bedeutet. Aufgrund rauer klimatischer Bedingungen

und geringer Möglichkeiten des Broterwerbes war die Region nur dünn

besiedelt. Das änderte sich im 12. Jh. mit der Entdeckung von Silbererzen und

dem ersten sogenannten „Berggeschrey“, dem die Menschen zum Arbeiten

in die Bergwerke folgten. Waren die Erträge nicht ergiebig genug, wurde für

ein zusätzliches Einkommen Nützliches sowie Spielzeug aus Holz geschnitzt.

Hieraus entwickelte sich später die traditionelle erzgebirgische Volkskunst.

Bis heute leben die reichen Traditionen in und

mit den Menschen weiter.

4 WANDERMAGAZIN Sommer 2022


Bergmannskanzel im Dom St. Marien in Freiberg

© TVE e.V., Greg Snell, snellmedia.com

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REGIOPANORAMA ERZGEBIRGE WANDERN IM UNESCO-WELTERBE

6 WANDERMAGAZIN Sommer 2022


Am Röhrgraben bei Ehrenfriedersdorf

© TVE e.V., Uwe Meinhold

Welterbe

mit der

Familie

Erzgebirge

Kinder und Wandern, das ist nicht immer die innigste Beziehung.

Dabei gibt es kaum etwas Schöneres, wenn sich Groß und Klein gemeinsam

aufmachen, um mit neugierigen Blicken durch die Welt zu gehen. Da diese

bekanntlich ja schon vor der eigenen Haustüre beginnt, muss man gar nicht viel

Zeit mit aufwändigem Planen verschwenden. Erst recht nicht, wenn die Wege

ins Erzgebirge führen, denn hier verbinden sich Naturerlebnisse, spannende

Geschichten und unterhaltsame Attraktionen zu einem natürlichen kurzweiligen

Freizeitvergnügen. Wer künstliche Erlebniswelten sucht, wird im Erzgebirge

nicht fündig. Dafür gibt es zahllose Angebote, bei denen

das authentische Erleben im Fokus steht.

www.wandermagazin.de

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REGIOPANORAMA ERZGEBIRGE WANDERN IM UNESCO-WELTERBE

Wandern im

UNESCO-Welterbe

TEXTE: THORSTEN HOYER

Erzgebirge

Schritt für Schritt

durch eine Wanderwelt

voller Geschichte(n)

Mehr als 850 Jahre sind es her, dass der Bergbau seine

ersten Spuren im harten Fels des Erzgebirges hinterließ.

Es war der Beginn einer Bergbaugeschichte,

die die hiesige Kulturlandschaft nachhaltig formte und

sie bis heute mit Leben füllt. Die grenzüberschreitende

Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří wurde aufgrund

ihrer herausragenden Bedeutung im Juli 2019

durch die UNESCO mit dem Titel Welterbe gekrönt.

Zunächst mögen die ersten Schritte etwas theoretisch erscheinen,

aber für die Annäherung an die Montanregion sind

sie doch grundlegend. Die Erklärung des Begriffs „Montanregion“

hat eine Art Schlüsselfunktion: Das lateinische „montanus“

bedeutet so viel wie „Gebirge oder die Berge betreffend“

und steht in dieser Verbindung für eine Region, die durch den

Bergbau geprägt wurde und bis heute ist. Ein sich über viele

Jahre hinziehender Bewerbungs- und Prüfungsprozess endete

schlussendlich mit der klaren Erkenntnis der UNESCO, dass

das Erzgebirge eine einzigartige montane Kulturlandschaft von

globaler Bedeutung ist. Mit den ersten Silberfunden im Jahr

1168 entwickelten sich über Jahrhunderte Wissen und Technologie

um den Bergbau, die weltweit Maßstäbe setzten. Aber es

war nicht „nur“ der Bergbau alleine, parallel entstanden Infrastrukturen,

wie ausgeklügelte Wassersysteme, effiziente Verar-

Bergstadt Marienberg © TVE/Uwe Meinhold

8 WANDERMAGAZIN Sommer 2022


Schwarzwassertal bei Pobershau

© TVE/Uwe Meinhold

mehr noch ist der einstige Reichtum der Stadt Schneeberg aber

mit der Entdeckung eines anderen metallischen Stoffes verbunden:

Kobalt. Der seltene Rohstoff war die Grundlage zur Gewinnung

der begehrten blauen Farbe, die weit über die Grenzen

Sachsens bis nach China zur Herstellung edelsten Glases und

Porzellans begehrt war. Ein Weitblick, der seine Anfänge im

Siebenschlehener Pochwerk nahm, wo neben Silber auch das

begehrte Kobalt gewonnen wurde. Dazu sind die Weitsichten

vom Schneeberger Panoramaweg aller Rede wert.

GESCHICHTE Die Geschichte einer Region spiegelt sich

in deren Traditionen und damit in ihren uralten Handwerkskünsten.

Von alledem hat das Erzgebirge jede Menge zu bieten.

„Menge“ bedeutet hier nicht „Masse“, sondern geht mit höchster

Qualität einher, denn bis heute sind Handwerk und Kunst

untrennbar verbunden. Macher und Macherinnen stehen für

die Überzeugung, dass Originalität und Authentizität nur mit

Leidenschaft in und für die Region möglich sein können. Wenn

diese Verschmelzung so stimmig ist wie hier, kann aus der allgemeinen

Bodenhaftung auch mal ein echter Höhenflug werden.

beitung, weltweiter Handel und architektonisch eindrucksvolle

Städte. Aber auch erste Lohnkämpfe, aufkommende Konkurrenz,

Niedergang und Neuentstehung zeichnen die Region aus.

Das Erbe sowohl unter Tage als auch darüber prägt bis heute

die Menschen, für die Tradition Bodenständigkeit bedeutet,

aber auch Verpflichtung, mit Weitblick die Moderne zu gestalten.

Vier Persönlichkeiten, die dies mit Leidenschaft angehen,

kommen auf den nächsten acht Seiten zu Wort. „Glück auf!“

im Welterbe mit Weitblick.

LANDSCHAFT Eine der insgesamt 22 Bergbaulandschaften

der Montanregion Erzgebirge/Krušnohorí ist die um Schneeberg-Neustädtl

ganz im Westen der Region. Wie in all den anderen

Bergbaulandschaften, sorgte der „Silberrausch“ auch hier

für eine enorme wirtschaftliche Entwicklung der Region. Viel

FAMILIE Es dürfte wohl nur sehr wenige Schauschmieden

geben, die ihre komplett originale technische Ausstattung über

vier Jahrhunderte erhalten konnten. Erst recht, wenn diese imposante

uralte Technik bis heute noch immer voll funktionsfähig

ist. Der Frohnauer Hammer ist Deutschlands ältestes

Schmiedemuseum, eines der bekanntesten Sehenswürdigkeiten

des Erzgebirges und ein zentraler Bestandteil der Montanregion.

Neben dem historischen Hammerwerk mit seinen

Wasserrädern, machen das angrenzende Hammerherrenhaus

und der sogenannte Heimatberg das Welterbe zu einem lebendigen

Erlebnis für große und kleine, alte und junge Besucher.

KAMMWEG Erzgebirge Der 285 Kilometer lange Kammweg

bringt jeden Wandernden an die Grenze. Das ist ganz und gar

positiv gemeint, denn er folgt dem Kamm des Erzgebirges

von Geising im Osterzgebirge beständig entlang

der Grenze zur Tschechischen Republik. Auf den ersten

vier Etappen geht es durch die Montanregion Erzgebirge/Krušnohorí

bis Olbernhau, so dass man auf

59 Kilometern einige außergewöhnliche Orte erwandert,

die tragende Säulen dieser Welterbestätte sind.

Blick auf den Spiegelwald

© TVE/RonnyKüttnerPhotoron

Gelebte Tradition © TVE/R. Gaens

www.wandermagazin.de

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REGIOPANORAMA ERZGEBIRGE SCHWÄBISCHE WANDERN ALB IM UNESCO-WELTERBE

WELTERBE MIT

WEITBLICK

Mit der Entdeckung bedeutender Kobalterzvorkommen in den hiesigen Bergwerken entwickelte

sich die Bergbaulandschaft Schneeberg zum europaweit wichtigsten Zentrum für Gewinnung

und Verarbeitung des begehrten und teuer gehandelten Kobalts. Geschichte und Geschichten

rund um Stadt, Land und insbesondere den Bergbau erzählt und zeigt Stephan Tabel anschaulich

und spannend im Siebenschlehener Pochwerk.

oben:

Auf dem Panoramaweg

Schneeberg

© TVE, Uwe Meinhold

unten:

Museum Schneeberg,

Bortenreuther Haus

© TVE, Uwe Meinhold

Inmitten einer hügelig-geschwungenen

Wald- und Wiesenlandschaft liegen die

Häuser von Schneeberg, dessen Gründung

mit dem im Jahr 1470 beginnenden Silberabbau

einhergeht. Als neben Silber in großen

Mengen auch Kobalt abgebaut wurde,

war das die sprichwörtliche Goldgrube,

was sich in den prächtige Bauten der Stadt

Schneeberg bis heute zeigt. Besonders

großzügig ging man bei der Errichtung der weithin sichtbaren

St.-Wolfgangs-Kirche ans Werk, die aufgrund ihrer monumentalen

Größe auch als Bergmannsdom bezeichnet wird.

IM POCHWERK In direkter Nachbarschaft zu Schneeberg

befindet sich in einem Wiesengrund am Ufer des Schlemabaches

das Pochwerk, das nach der nahegelegenen Silber- und Kobaltfundgrube

Siebenschlehen benannt wurde. Nicht ein einzelnes

Gebäude empfängt die Besucher, sondern gleich ein Ensemble historischer

Bauten aus den Jahren 1752 und 1753. Allem voran steht

der 38-jährige Stephan Tabel, der seit 2013 die Besucher durch das

Technische Museum führt. Für ihn, wie für die meisten anderen

hier, ist das Arbeiten unter Tage etwas, das man aus Erzählungen

kennt oder über das man gelesen hat. Inzwischen muss man in den

Familiengeschichten schon etwas zurückblättern sein Urgroßvater

war Bergmann. Als die Erträge schrumpften und die Bergwerke

nicht mehr wirtschaftlich arbeiten konnten, standen in den hiesigen

Bergbaubetrieben irgendwann die letzten Schichten an. In

der Grube Siebenschlehen war das im Jahr 1929. Und dennoch war

die Bergbaugeschichte damit nicht zu Ende. Bis heute lebt sie in

ihren Traditionen fort und ist für die Menschen Teil ihrer Heimat.

Für Stephan Tabel ist es Leidenschaft und er fand seine Berufung

als Leiter des Technischen Museums Siebenschlehener Pochwerk.

„Solche Pochwerke waren für die Gewinnung des begehrten Kobalts

unerlässlich, denn erst durch die mit Wasserkraft betrie-

10 WANDERMAGAZIN Sommer 2022


Siebenschlehener Pochwerk

© TVE, Uwe Meinhold

Tourentipp

Panoramaweg

Schneeberg

Rundtour • Länge: 22,6 km • Dauer: 6,5 Std.

Höhenmeter: p 436 m q 396 m • Schwierigkeit:

Start/Ziel: Rathaus Schneeberg • An- und Abreise:

PKW/ÖPNV: Mark 1, 08289 Schneeberg;/

Bahnhof Aue-Bad Schlema, Busverbindungen nach

Schneeberg (Fahrzeit 16 Min.)

Stephan Tabel,

Leiter Technisches

Museum Siebenschlehener

Pochwerk in

Schneeberg

© Thorsten Hoyer

benen Pochstempel konnten Gestein und Erz „gepocht“, also

voneinander getrennt, werden“, erklärt er beim Betrachten der

Wasserläufe und greift nach ein paar Steintrümmern, die bis vor

kurzem noch ein Stück Fels waren. Für Pochwerke wie für den gesamten

Bergbau war die sichere Versorgung mit Wasser unabdingbar,

wodurch die Bergbaulandschaften auch immer von Teichen

und Seen geprägt sind. Ein Beispiel hierfür ist der nahegelegene

Filzteich, der im 15. Jh. angelegt wurde und damit die zweitälteste

Talsperre Sachsens ist. Als beliebtes Naherholungsgebiet erfüllt

der Filzteich auch heute noch einen wichtigen Zweck.

Inmitten der Altstadt von Schneeberg startet der

Panoramaweg am historischen Rathaus und führt

zum Wahrzeichen der Stadt, der „Bergmannsdom“

genannten St.-Wolfgang-Kirche. Mit Überqueren des

Flüsschens Schlema steht der kräftigste Anstieg

der Wanderung hinauf zum Köhlerturm auf dem

Gleesberg an. Weiter geht’s durch ein Waldgebiet

zum Förderturm des ehemaligen Türkschachtes.

Anschließend führt der Weg zwischen den zusammengewachsenen

Ortsteilen Neustädtel und Wolfgangmaßen

zum Strandbad des Filzteichs. Jetzt

wandert man durch eine Offenlandschaft ins Dorf

Lindenau, dem sich Forstteich und Stockteich anschließen.

Ein kleines Moorgebiet mit dem Roßner

Teich wird passiert, um dem Weg in den Ortsteil

Griesbach zu folgen. Am Ziegelteich vorbei wandert

man zum Bismarckturm auf dem Keilberg, ehe es

durch den Stadtpark zurück zum Rathaus geht.

BEI COOLEN LEUTEN Er legt die Steine zurück und beginnt

zu erzählen: „Silber und Kobalt sehen im Stein sehr ähnlich

aus, vor allem bei der Dunkelheit unter Tage ist kaum ein Unterschied

zu erkennen. In der Annahme, dass sie wie gewohnt Silber

abbauten, hielten die Bergleute irgendwann aber Kobalt in den

Händen, das ihnen unbekannt war. Bei der Weiterverarbeitung

merkten sie, dass etwas nicht stimmte und glaubten, die Berggeister

Nickel und Kobold gestört zu haben. Diese Silberräuber fressen

Silber und hinterlassen wertloses Gestein. In der Schneeberger

Kirche baten die Menschen darum, dass das Silber doch wieder

erscheinen möge. Sie hatten wertvolles Kobalt und wussten nichts

damit anzufangen.“ Stephan Tabel zeigt Weitblick, indem er das

Pochwerk öffnet und Studierenden der Fakultät Angewandte

Kunst Schneeberg eine künstlerische Heimat gibt, denn ein paar

Studierende haben sich entschlossen, in der Region zu leben und

zu arbeiten. „Wir sind ‘ne geile Region mit coolen Leuten“, bringt

er es auf den Punkt.

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REGIOPANORAMA ERZGEBIRGE SCHWÄBISCHE WANDERN ALB IM UNESCO-WELTERBE

WELTERBE MIT

GESCHICHTE

Geschichte schafft Geschichten ob Sagenhaftes über silberfressende Kobolde in

Schneeberg oder über einen erzgebirgischen Nussknacker, dem die Welt zu klein

wurde. Reiht sich erstere in die reiche Sagen- und Mythenwelt des Erzgebirges ein,

entspringt die zweite einer kleinen Werkstatt in Seiffen, wo Schutz und Erhaltung

der alten Volkskunst eine Verpflichtung ist. Der Inhaber Markus Füchtner lebt die

Tradition des Kunsthandwerkes, wofür er trotz aller Bodenhaftung auch mal abhebt.

oben:

Auf dem Köhlerweg Sosa

© TVE, studio2media

unten:

Reifendrehen im

Freilichtmuseum Seiffen

© TVE, Greg Snell,

snellmedia.com

Seiffen, richtigerweise Kurort Seiffen, ist

ein bemerkenswerter Ort. Ob mit Auto,

Fahrrad oder wandernd auf dem Kammweg,

man muss nicht nach dem suchen,

was die 2.000-Seelen-Gemeinde so einzigartig

macht. An fast jeder Straßenecke begegnet

einem das traditionell handwerklich

hergestellte Holzspielzeug, das den

Ort weltweit als „Spielzeugdorf“ bekannt

Markus Füchtner, Geburtshaus

des Erzgebirgischen Nussknackers

© TVE, Uwe Meinhold

werden ließ. Dass Seiffen mal zu einem der bedeutendsten Orte

der Erzgebirgischen Volkskunst werden sollte, steht wie könnte

es anders sein in direkter Verbindung zum hiesigen Bergbau.

War die Herstellung von zunächst hölzernen Gebrauchsgegenständen

ein Zuverdienst zu den Arbeiten in den Zinngruben,

wurde dieses Geschäft mit dem Niedergang der 400-jährigen Bergbautätigkeit

und dem Verschwinden des letzten Pochwerkes zum

maßgeblichen Broterwerb. Mit Kreativität und handwerklichem

Geschick wurde geschnitzt und gedrechselt, wurden neue Techniken

erfunden und Ideen in die Tat umgesetzt. So entwickelten sich

das weltweit nur hier praktizierte Reifendrehen oder die Herstellung

einzigartiger Nussknacker zur Erzgebirgischen Volkskunst.

DIE NUSSKNACKER VON NEUHAUSEN Der Geschichte

der Nussknacker kann man im ersten europäischen Nussknackermuseum

in Neuhausen auf die Spur kommen von Seiffen eine

wunderschöne Fünf-Kilometer-Wanderung auf dem Kammweg.

Gerade mal einen Kilometer ist es vom Kammweg zum Geburtshaus

von Wilhelm Füchtner, der hier im Jahr 1870 seinen ersten

Nussknacker auf die Welt brachte und nicht ahnen konnte, wie sie

sich mehren sollten.

12 WANDERMAGAZIN Sommer 2022


Traditionelle Holzkohleherstellung in Sosa

© TVE, studio2media

Tourentipp

Köhlerlehrpfad

rund um Sosa

Rundtour • Länge: 12,2 km • Dauer: 3,5 Std.

Höhenmeter: p q je 250 m • Schwierigkeit:

Start/Ziel: Talsperre Sosa • An- und Abreise:

PKW/ÖPNV: Parkplatz Talsperre Sosa, 08309 Eibenstock/Busverbindungen

auch vom Bahnhof Aue-Bad

Schlema

„Geburtshaus des erzgebirgischen Nussknackers“, so bezeichnet

der Ur-ur-ur-Enkel des Erfinders des erzgebirgischen Nussknackers

das Haus, in dem er die Tradition seiner Vorfahren inzwischen

in achter Generation fortführt. Äußerlich deutet nichts auf

den Familienbetrieb hin, der die Volkskunst in Seiffen und dem

Erzgebirge maßgeblich mitgeprägt hat. Ist man dem freundlichen

Hinweis „Hereinspaziert“ im Vorhäuschen gefolgt, steigen Gerüche

von Holz und Lack in die Nase. Halbfertige Nussknacker stehen

hier, dort gibt’s einen farbigen Anstrich und im Raum nebenan

fliegen die Späne, wenn der 41-jährige Markus Füchtner Nussknackerrohlinge

drechselt. „Ich mache Holzmännel mit Stolz und das

möchte ich vermitteln“, sagt er und nimmt den fertigen Rohling

aus der Drechselmaschine.

Die Wanderung rund um die Ortschaft Sosa startet

am Parkplatz nahe der gleichnamigen Talsperre.

In Höhe der ersten Häuser hält man sich rechts und

folgt dem Pfad, der zwischen Ortsrand und dem

742 Meter hohen Hirschknochen verläuft. Nach

Queren der Riesenberger Straße gelangt man auf

dem Köhlerpfad zu einem kleinen Teich am Waldrand,

kurz darauf führt der Pfad durch ein kleines

Waldgebiet zu einem weiteren Teich. Hier macht der

Köhlerpfad eine Schlaufe, verläuft mit der Fällbacher

Straße wieder in Richtung Sosa, um sogleich

den 734 Meter hohen Sonnenberg halb zu umrunden.

Mit dem Kirchsteig verlässt man das Waldgebiet

und wandert über eine offene Landschaft zur

Köhlerei Gläser, der letzten produzierenden Köhlerei

im Erzgebirge. Über den Schrammberg setzt

sich die Wanderung zum Röthenbach fort, dem bis

zu einer T-Kreuzung gefolgt wird. Nach links führt

der Köhlerpfad durch Sosa und über eine baumlose

Hochfläche zurück zum Parkplatz an der Talsperre.

Die Handwerks-Tradition und damit die seiner Familie ist für ihn

Herzensangelegenheit und sogar pure Leidenschaft, die ihn geradezu

beflügelt. Oder zumindest seinen Wilhelm, einen kleinen Nussknacker,

der schon viele Länder bereiste und die Erde umrundete:

Zusammen mit dem deutschen Astronauten Matthias Maurer hat

er die ISS bereist. „Ich habe Ideen und setze sie um, dann gewinnen

sie an Dynamik und es geschehen Dinge, die niemand für möglich

hielt.“ Auch wenn er Wilhelm den Weg ins All ebnete, steht Füchtner

mit beiden Beinen fest auf der Erde. „Früher hatte ich auch mal

den Drang, was anderes zu machen. Aber ich spüre, was wir hier

seit Generationen machen, und das ist ein sehr schönes Gefühl. Wir

arbeiten mit den Händen, sehen etwas entstehen und fertig werden.

Wird ein Nussknacker für den Versand verpackt, wird er von uns

liebevoll mit einem Ritual verabschiedet: Wir richten ihm noch einmal

das Haar und wünschen ihm eine gute Reise. Manchmal bekommen

wir einen Nussknacker zurück, weil es etwas zu reparieren gibt.

Dann gucke ich nach, ob er Druckstellen vom Nüsseknacken hat

oder nur herumsteht. Ich freue mich, wenn sie in Gebrauch sind.“

Markus Füchtner hat noch so einige Ideen für die Zukunft, blickt

aber auch immer wieder zurück, um historische Nussknacker seiner

Vorfahren aufzuspüren. Wo 1870 alles seinen Anfang nahm, sollen

sie sich wieder einfinden.

www.wandermagazin.de

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REGIOPANORAMA ERZGEBIRGE WANDERN IM UNESCO-WELTERBE

WELTERBE MIT

FAMILIE

Den Frohnauer Hammer habe ich schon zweimal besucht. Das war als Kind Anfang der 1980er Jahre,

also schon ziemlich lange her. Ich kann gar nicht genau sagen, warum ich mich an diese Besuche noch

so gut erinnern kann. War es dieser große, nur spärlich beleuchtete Raum, das Getöse der mächtigen

Hämmer oder aber der feucht-modrige Geruch? Einerlei, dass es heute noch so ist wie damals, weckt

schöne Erinnerungen.

Anlaufpunkt in der Bergbaulandschaft

Annaberg-Frohnau ist die traditionsreiche

Bergstadt Annaberg-Buchholz mit

der mächtigen St. Annenkirche. Zwischen

dem Flüsschen Sehma und dem 832 m hohen

Pöhlberg wurde in der zweiten Hälfte

des 15. Jh. auf Geheiß von Herzog Georg

die Siedlung „Neustadt am Schreckenberg“

gegründet, aus der später Annaberg wurde.

Annaberg ist die erste planmäßig angelegoben:

Der Frohnauer

Hammer

© Dirk Rückschloss

unten:

Kupferhammer in der

Saigerhütte Olbernhau

© Fotostudio

Schalling

te Bergstadt, konsequent auf die Bedürfnisse des Bergbaus ausgerichtet.

Aus der Gründungszeit stammt die St. Annenkirche, das

Wahrzeichen des geschäftigen Städtchens. Am nahen Marktplatz

zieht ein helles Gebäude mit hohen Fenstern und den Worten „Manufaktur

der Träume“ Aufmerksamkeit auf sich. So klar sich das

Gebäude von außen zeigt, so märchenhaft verspielt präsentiert es

sich innen: ein Traumland, Aufbruch zu einer fantasievollen Reise

mit allerlei überraschenden erzgebirgischen Begegnungen, die für

strahlende Kinderaugen sorgen. Das wiederum freut Jörg Bräuer,

der als Kurator nicht nur für das Erlebnismuseum verantwortlich

ist, sondern auch für den Eisenhammer im Ortsteil Frohnau.

DER HAMMER! Der Frohnauer Hammer mit seinem historischen

Hammerwerk ist das älteste Schmiedemuseum Deutschlands.

Jörg Bräuer öffnet die massive Holztür und betritt den Raum

aus Natursteinwänden, auf denen das Jahrhundert alte Gebälk

des mächtigen Dachstuhles sitzt. Das Licht der Lampen kann den

großen Raum kaum durchdringen. Jörg Bräuer steht vor den drei

Hämmern, hinter ihm ein nass-schimmerndes Mühlrad, von dem

Wasser tropft. Es ist, als wäre hier die Zeit stehen geblieben. „Man

könnte hier von heute auf morgen wieder schmieden. Die originale

Ausstattung von früher, Schmiedefeuer und Blasebälge, sind

erhalten und voll funktionsfähig. Das Wasser der Sehma wird mittels

eines 300 m langen Grabens zu den Wasserrädern geleitet, die

Hämmer und Blasebälge in Bewegung setzen.“ Seinen Worten lässt

Bräuer Taten folgen. Wasser schießt über die hölzernen Räder und

schon hebt sich einer der Hämmer, um gleich wieder mit Wucht

14 WANDERMAGAZIN Sommer 2022


Manufaktur der Träume in Annaberg-Buchholz

© TVE, Wolfgang Thieme

Tourentipp

Erzgebirgische

Sagentour

„Der Hüttenmatths“

von Olbernhau

Rundtour • Länge: 7 km • Dauer: 2 Std.

Höhenmeter: p q je 209 m • Schwierigkeit:

Start/Ziel: Saigerhüttengelände • An- und Abreise:

PKW/ÖPNV: Wanderparkplatz Saigerhüttengelände

09526 Grünthal/Bahnhof Olbernhau-Grünthal

Jörg Bräuer, Kurator der

Manufaktur der Träume

© Thorsten Hoyer

niederzukrachen. Gleichzeitig heben

und senken sich zwei stattliche

Blasebälge, die das Schmiedefeuer anfachen

würden. Trotz der hohen Ingenieurskunst

seinerzeit, war das Arbeiten echte

Knochenarbeit. „Man muss sich vorstellen,

dass hier von Tagesanbruch bis zur Dunkelheit

bei Lärm, Staub und Fackelqualm

gearbeitet wurde. Im Winter musste dann

auch noch dafür gesorgt werden, dass kein

Eis die Wasserversorgung beeinträchtigte.

Gerade Kinder stehen immer wieder staunend,

fast ungläubig da“, berichtet Bräuer

und fügt fügt hinzu, dass der Betrieb solcher

Museen ohne das Engagement von

Vereinen und Ehrenamt nicht möglich

wäre. „Zum Glück gibt es aber viele Interessierte,

die sich kümmern und die Dinge

am Leben erhalten.“ Das wundere ihn dann

doch manchmal, sagt er und sieht dabei

sehr zufrieden aus.

Vom Frohnauer Hammer sind es rund

45 km zum Kupferhammer im Denkmalkomplex

Saigerhütte Olbernhau-Grünthal,

ebenso Teil des UNESCO-Welterbes.

Hierbei handelt es sich um eine beeindruckende

Anlage, in der durch ein spezielles

Verfahren, dem Saigern, Silber aus dem

Kupfererz gewonnen wurde. Errichtet im

16. Jh., entwickelte sich die Hütte zu einem

Zentrum der Kupferverarbeitung. Unbedingt

zu empfehlen sind die Erlebnisführungen

für Familien mit Kindern.

Interaktiv

Tatock und das

Geheimnis der

Silberstraße

Das neugierige Bergmännlein

Tatock möchte

das Geheimnis der Silberstraße

enthüllen. Mit

einem geheimnisvollen

Brief beginnt seine Reise

entlang der Silberstraße.

Tatock besucht Städte

und Orte im Erzgebirge

und muss ein feines Netz

aus Rätseln und Knobeleien

lösen, um den

Schatz des Großvaters

zu finden. Der digitale

Erlebnisweg lädt ein, die

außergewöhnlichen Geschichten

des UNESCO-

Welterbes Montanregion

Erzgebirge/Krušnohoří

zu erkunden.

Vom Wanderparkplatz sind es nur wenige Schritte

bis zum Kupferhammer im Museum Saigerhütte.

Gleich darauf führt die Route über den Fluss Flöha

ins Dorf Oberneuschönberg. Hier splittet sich der

Weg, die auffällige Bergkirche lässt man rechts liegen,

um dem Weg geradewegs durch den Hüttengrund

zu folgen. Schattig führt die Sagentour durch

den Wald, um unmittelbar vor einer großen Wegekreuzung

namens „Hand“ rechts auf den Dürren

Holzweg einzubiegen. Nach Queren eines Bächleins

zweigt die Tour an der nächsten Kreuzung rechts ab

und führt ein Stück parallel eines weiteren Baches in

südliche Richtung. Dann heißt es erneut nach rechts

abzubiegen, um am Waldrand zunächst die Aussicht

vom Kirchweg auf die Bergkirche zu genießen. Anschließend

wandert man an der Kirche vorbei wieder

über die Flöha zum Ausgangspunkt der Sagentour.

www.wandermagazin.de

15


REGIOPANORAMA ERZGEBIRGE SCHWÄBISCHE WANDERN ALB IM UNESCO-WELTERBE

WELTERBE AUF DEM

KAMMWEG

Den Kammweg zu wandern heißt, sich Zeit nehmen zum Eintauchen in die Wald- und Kulturlandschaften

des Erzgebirges. Nicht nur wegen der Länge ist das eine gute Empfehlung, sondern auch für die zahlreichen

kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten rechts und links des Weges. Allein schon die kurze Etappe

von Geising nach Altenberg kann sich sehen lassen. Unterwegs mit Jochen Löbel, dem ehemaligen langjährigen

Hoteldirektor des Hotels Lugsteinhof in Zinnwald und nun Wanderführer beim Erzgebirgszweigverein

Geising.

oben:

Kammweg Erzgebirge

© TVE, R. Gaens

unten:

Blick in die

Altenberger Pinge

© TVE, Studio2media

Im Osterzgebirge unweit der deutschtschechischen

Grenze befindet sich Geising,

ein Stadtteil Altenbergs mit rund

1.200 Menschen und einer Haltestelle der

Müglitztalbahn. Eine dreiviertel Stunde

benötigt der Zug von Heidenau nahe Dresden

hierher. Was für die Bahn letzter Halt

vor der Endstation Altenberg bedeutet, ist

der Anfang des Kammweges direkt vom

Zug auf den Wanderweg! Jochen Löbel wurde hier geboren, ist

hier aufgewachsen, mal weggegangen und wiedergekommen, um

zu bleiben. Heimat, so sagt er, spüre er hier ganz intensiv. Familie

und Freunde sind für ihn wie Anker, die die eigenen Wurzeln

stark machen. „Der Kammweg ist durchgängig markiert, eine Vorgabe

für zertifizierte Wanderwege“, sagt Jochen Löbel und zeigt

auf das erste Markierungszeichen. „Die 285 Kilometer bis Blankenstein

sind in 17 Etappen aufgeteilt. Bereits die fünf Kilometer

bis Altenberg sind enorm abwechslungsreich und geprägt vom

einstigen Bergbau.“

SAGENHAFT Rechts und links des Weges erstrecken sich zwischen

Wald herrliche Wiesenflächen, hier und da wachsen Gesträuch

und Hecken. Diese offenen Bergwiesenlandschaften sind

charakteristisch für das Osterzgebirge. „Durch das Naturschutzgroßprojekt

Bergwiesen Osterzgebirge sind diese artenreichen

Wiesen durch extensive Nutzung unter besonderen Schutz gestellt.

Die klimatischen Bedingungen hier sind für diese Wiesen

ideal“, weiß Löbel. Zu Füßen des markanten Geisingberges, ein

824 Meter hoher freistehender Basaltkegel, gerät er beim Anblick

eines Sees förmlich ins Schwärmen. Als Überbleibsel eines alten

Steinbruches strahlt der von Wald und senkrecht aufragenden

dunklen Basaltfelsen umgebene See eine verwunschene, fast magische

Stimmung aus. Gleich darauf plätschert frisches Quellwasser

aus dem Jungfernborn. Es sollen die Tränen der Grünen Frau vom

Geisingberg sein. Mit einem Goldschatz soll sie im Berg sitzen und

16 WANDERMAGAZIN Sommer 2022


Tourentipp

Kammweg

Erzgebirge

Vogtland

Streckenwanderung • Länge: 285 km, 17 Etappen

Höhenmeter: p 6.115 mq 6.279 m

Schwierigkeit:

Start/Ziel: Altenberg-Geising/Blankenstein

An- und Abreise: Bahnhof Geising/Wanderdrehkreuz

Blankenstein/Start- und Zielort sind mit der Bahn

erreichbar

Jochen Löbel,

Wanderführer und

ehemaliger Hoteldirektor,

Geising

© Thorsten Hoyer

Besucherbergwerk

Altenberg Zinnwald

© TVE, Studio2media

auf ihre Befreiung warten, die nur alle 100 Jahre möglich sei. Letztmalig

soll es an der Raffgier des Auserwählten gescheitert sein.

Wann es wieder so weit sein soll, weiß die Unglückliche wohl nur

alleine.

DIE PINGE Auf dem Geisingberg lädt die historische Bergbaude

zur urig-gemütlichen Rast ein. Zuvor aber geht es noch

hinauf auf den Louisenturm, von dem sich seit dem Jahr 1891 eine

atemberaubende Fernsicht genießen lässt. Das Wetter passt und

so fährt Jochen Löbels Finger von Dresden zur Festung Königstein

in der Sächsischen Schweiz, zum Mückentürmchen auf der tschechischen

Seite des Erzgebirgskamms, selbst die 1.603 Meter hohe

Schneekoppe in rund 130 Kilometer Entfernung ist zu erkennen.

Sozusagen zum Greifen nah ist dagegen am Fuße des Geisingberges

die Pinge, womit man die Spuren des Zinnbergbaus in Altenberg

in den Blick nimmt. Nach dem Abstieg fällt der Förderturm des

Arno-Lippmann-Schachtes, ein Relikt der Industriearchitektur

der DDR, ins Auge. Am Ortsrand von Altenberg führt der Kammweg

direkt entlang der Pinge, ein Ausdruck, mit dem Bergleute einen

Einbruchtrichter bezeichnen. „Entstanden ist die Pinge durch

erste Einbrüche im Bergwerk bereits im 17. Jh., was in den folgenden

Jahrhunderten immer wieder vorkam. So erreichte der bis zu

150 Meter tiefe Trichter eine Größe von 400 Metern im Durchmesser.

Im März 1991 war dann Schluss mit dem Zinnerzbergbau

in Altenberg. „Das Gelände ist nicht frei zugänglich und nur

im Rahmen einer Führung zu besichtigen“, sagt Jochen Löbel. Auf

der Wanderung nach Olbernhau gibt es noch jede Menge zu sehen

und erleben schenken wir uns die Zeit dafür.

Der vom Deutschen Wanderverband als Qualitätsweg

zertifizierte Kammweg Erzgebirge-Vogtland

nimmt im osterzgebirgischen Geising seinen Lauf.

Die ersten 60 Kilometer bis Olbernhau stehen ganz

im Zeichen des traditionellen Bergbaus im Erzgebirge.

Orientierung gibt der Grenzverlauf zum Nachbarn

Tschechien, dem der Kammweg entlang des

Höhenrückens des Erzgebirges stetig folgt. Hoch

hinaus geht es z. B. im Kurort Oberwiesenthal sowie

bei der Überschreitung des Fichtelberges. Es ist

faszinierend, mit wie vielen grandiosen Aussichten

der Kammweg aufwartet, aber auch immer wieder

mit langen Strecken durch die charakteristischen

tiefen Wälder. Diese bleiben zurück bzw. lichten sich

mit dem Übergang ins Vogtland. Des Öfteren werden

hier nun weite offene Flächen durchwandert, von

denen die Blicke weit schweifen können. Die Grenze

zu Tschechien bleibt zurück, dafür folgt der Kammweg

dem Grünen Band entlang der Landesgrenze

zu Bayern, bis das Ziel Blankenstein im Thüringer

Schiefergebirge erreicht ist.

Tipp: KAMM Woche

Rundum-sorglos-Paket

6 Tage unbeschwertes

Kammwegwandern

Altenberg-Geising > Olbernhau oder

Olbernhau > Oberwiesenthal

5 Übernachtungen mit Frühstück • 4 x Lunchpaket an den

Wandertagen • 4 x Gepäcktransfer • Kammweg-Wanderkarte

• Wanderunterlagen

ab 438,- € p. P. im DZ, ab 553,- € p. P. im EZ

www.wandermagazin.de

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