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Skurios-Volleys Borken Saisonabschlussheft 2021-22

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Borken von seiner schönsten Seite

Nr. 1

Heimspiel

Das Spieltagsheft der Skurios Volleys Borken

Das war die Saison 2021/22

2. Volleyball-Bundesliga

www.bleker-gruppe.de

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Liebe Fans, Sponsoren und Unterstützer,

was war das für eine grandiose Saison!!! Immer noch sind wir

sprachlos über den Erfog unserer Mannschaft und freuen

uns riesig über die Meisterschaft in der 2. Volleyball-

Bundesliga Nord. Doch Stillstand ist nicht wirklich unser Ding

und so entstand die Idee für ein Saison-Abschlussheft. Damit

möchten wir uns bei allen Beteiligten an dieser grandiosen

Saison 2021/22 herzlich bedanken - ohne Euch wäre das nie

möglich gewesen!

Wenn wir ab September ins zehnte Jahr unserer Zweitliga-

Zugehörigkeit gehen, haben wir viel vor. Unser Ziel ist es in

das Oberhaus der Volleyball-Bundesliga aufzusteigen und

unserer Erfolgsgeschichte vom Volleyball aus dem

Westmünsterland ein neues Kapitel hinzuzufügen. Wir

freuen uns auf Eure Unterstützung bei unserer #Mission 1.

Bundesliga.

Eurer Uli Seyer

Die Tabelle

Teammanager Skurios Volleys Borken

2. Volleyball-Bundesliga Nord Frauen

Platz Team Spiele Sätze Punkte

1 Skurios Volleys Borken ▲ 26 71:25 67

2 TSV Bayer 04 Leverkusen 26 69:29 62

3 DSHS SnowTrex Köln 26 69:32 60

4 VC Allbau Essen 26 56:44 46

5 SCU Emlichheim 26 56:40 46

6 Stralsunder Wildcats 26 54:45 44

7 ETV Hamburg 26 51:47 42

8 BBSC Berlin 26 47:46 37

9 SV Blau-Weiß Dingden 26 43:55 31

Stand 03.04.2022

10 VfL Oythe 26 40:58 28

11 VCO Berlin 26 37:60 27

12 SSF Fortuna Bonn ▼ 26 31:64 20

13 RC Sorpesee ▼ 26 27:70 16

14 VCO Münster 26 18:72 11

Impressum

Herausgeber: RC Borken-Hoxfeld e.V., Abteilung Volleyball. Postfach 1339, 46303 Borken, - Verantwortlich für den Inhalt: Thomas Hacker, Hans Seyer, Ulrich Seyer. - Konzept & Gestaltung:

Thomas Hacker. - Fotos: Horst Andresen, Eva Gehrke, Thomas Hacker, Tom Schulte, Stephan Sühling.

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3


Saisoneröffnung der Skurios Volleys

Business Lounge der Bleker Gruppe öffnete am 20. August für Sponsoren, Helfer und Freunde der Skurios Volleys

Endlich wieder gemeinsam packenden Zweitliga-Volleyball

erleben – dieser Wunsch ist für Sponsoren, Helfer und Fans

unserer Skurios Volleys nach knapp eineinhalb Jahren unter

Corona-Bedingungen nun wieder zum Greifen nah. Zur

offiziellen Eröffnung der nunmehr neunten Zweitliga-Saison

der Skurios war die bis Anfang 2020 bundesweit bekannte

Borkener Volleyball-Euphorie dann schon wieder ein Stück

weit spürbar. Die Bleker Gruppe, seit Jahren Premium-

Sponsor des Volleyball-Zweitligisten, hatte drei Wochen vor

dem ersten Ligaspiel zur Mannschaftsvorstellung und

Fahrzeugpräsentation in die Business Lounge des Borkener

Familienunternehmens eingeladen – und die machte

Hoffnung darauf in Sachen spielerisches Niveau und

Stimmung an die Vor-Corona-Zeit anknüpfen zu können.

Das Gesicht unseres 10-köpfigen Skurios-Teams hat sich

zur neuen Saison jedoch geändert. Mit Anika Brinkmann

(Außengriff), Ermira Kozl`onkov (Außenangriff), Zsófia

Mészáros (Zuspiel), Żaneta Baran (Diagonal) und

Johanna Gröger (Mittelblock) konnten die Skurios

Volleys nun gleich fünf teilweise sehr erfahrene

Neuzugänge in den vergangenen Wochen präsentieren.

Bis auf die berufsbedingt verhinderte Brinkmann konnte

Cheftrainer Chang Cheng Liu sein komplettes Team

begrüßen. Neu an seiner Seite fungiert als Co-Trainerin

fortan die ehemalige Skurios-Spielerin Lena Nelke,

welche Nachfolgerin von Jacob Schlettert ist.

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in der Bleker Business Lounge

Mit der vom Skurios-Hallensprecher Carsten Hoves

moderierten Saisoneröffnung wollten sich Team und Vereins-

Management auch bei den vielen Sponsoren bedanken, die

trotz teilweise sich eingetrübter wirtschaftlicher Verhältnisse

den deutschlandweit bekannten Borkener Zweitligisten

weiterhin unterstützen. Dass dies gerade jetzt wichtig ist,

unterstrich Michael Demming (Vorsitzender SV Burlo) mit

eindringlichen Worten. Er appellierte auch als Vertreter des

langjährigen Premium-Sponsors HEIM & HAUS an alle

Sponsoren und Unterstützer gerade jetzt zu den Skurios

Volleys zu halten – ansonsten wäre der bisherige sportliche

Erfolg der Skurios nicht wiederholbar.

Die Bleker Gruppe setzt ihre Unterstützung für den

Verein RC Borken-Hoxfeld auch in der neuen Saison

fort. Christian Voßkamp, Geschäftsführer der Bleker

Gruppe, übergab dem Verein daher Citroen Berlingos

mit markantem Skurios-Logo als neue Poolfahrzeuge.

Die neuen und sehr geräumigen Autos unterstützen

fortan die Arbeit des Vereins und der eigenen Jugend.

Gleichzeitig sollen sie in und um Borken Werbung

machen für die Skurios Volleys und deren hoffentlich

wieder erfolgreiche, mitreißende und spannende

Heimspieltage in unserer Meggi

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Spiele in der Saison 2021/22

Spielplan 2021/22

So 12.09.2021 16:00 Uhr SSF Fortuna Bonn Skurios Volleys 1:3

Sa 18.09.2021 19:30 Uhr Skurios Volleys VFL Oythe 3:1

Sa 25.09.2021 19:30 Uhr SV Blau-Weiß Dingden Skurios Volleys 1:3

Sa 09.10.2022 19:30 Uhr Skurios Volleys RC Sorpesee 3:0

Sa 16.10.2021 19:00 Uhr ETV Hamburg Skurios Volleys 0:3

Sa 30.10.2021 19:30 Uhr Skurios Volleys DSHS SnowTrex Köln 3:2

So 31.10.2021 16:00 Uhr Skurios Volleys VCO Münster 3:0

Sa 13.11.2021 18:00 Uhr BBSC Berlin Skurios Volleys 0:3

So 14.11.2021 17:00 Uhr VCO Berlin Skurios Volleys 1:3

Sa 20.11.2021 19:30 Uhr Skurios Volleys VC Allbau Essen 3:0

Sa 27.11.2021 19:30 Uhr Skurios Volleys SCU Emlichheim 3:1

Sa 04.12.2021 19:30 Uhr TSV Bayer 04 Leverkusen Skurios Volleys 1:3

Sa 11.12.2021 19:30 Uhr Skurios Volleys Stralsunder Wildcats 3:0

Sa 18.12.2021 19:30 Uhr Skurios Volleys SSF Fortuna Bonn 3:0

Sa 15.01.2022 17:00 Uhr VFL Oythe Skurios Volleys 0:3

Sa 29.01.2021 15:00 Uhr VCO Münster Skurios Volleys 1:3

So 30.01.2021 16:00 Uhr RC Sorpesee Skurios Volleys 1:3

Sa 05.02.2022 19:30 Uhr Skurios Volleys ETV Hamburg 3:1

So 13.02.2022 16:00 Uhr DSHS SnowTrex Köln Skurios Volleys 1:3

Sa 26.02.2022 19:30 Uhr Skurios Volleys BBSC Berlin 3:1

Sa 12.03.2022 18:00 Uhr VC Allbau Essen Skurios Volleys 1:3

So 13.03.2022 15:00 Uhr Skurios Volleys VCO Berlin 3:0

So 20.03.2022 16:00 Uhr Skurios Volleys SV Blau-Weiß Dingden 1:3

So 27.03.2022 16:00 Uhr SCU Emlichheim Skurios Volleys 3:0

Sa 09.04.2022 19:30 Uhr Skurios Volleys TSV Bayer 04 Leverkusen 1:3

Sa 23.04.2022 17:00 Uhr Stralsunder Wildcats Skurios Volleys 2:3

www.ewering.de

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Saisonvorbereitung mit Hindernissen

Nach dem Ende der Saison 2020/21 verlief die organisatorische Vorbereitung der neuen

Saison etwas holpriger als geplant

Nach einer - sagen wir mal eher durchwachsenen -

Vorsaison, die gespickt war mit vielen coronabedingten

Einschränkungen und Unwägbarkeiten, war der sportliche

Betrieb für die Skurios Volleys nach dem 3:1-Sieg gegen die

DSHS Snowtrex Köln am 23. April 2021 erst einmal

Geschichte. Für die Verantwortlichen begann nun der

eigentliche (schwere) Teil der jährlichen Neuauflage des

Projekt 2. Bundesliga in Borken. Denn zum einen hieß es

liebgewonnene Spielerinnen aus unserer Mannschaft zu

verabschieden und zum anderen die geknüpften Kontakte

zu möglichen neuen Akteurinnen für die Skurios Volleys zu

vertiefen, Dies war in der Hochphase der Corona-Pandemie

schon eine Aufgabe für sich. Darüber hinaus mussten die

notwendigen finanziellen Mittel für die neue, nun

anstehende Spielzeit 2021/22 bei den Sponsoren akquiriert

werden. Beides, neue Spielerinnen sowie das Gespräch mit

den Sponsoren zieht sich wie auch in den letzten Jahren,

meist bis weit in den Sommer hinein.

Bedingt durch die Pandemie zeichnete sich jedoch schon

nach kurzer Zeit ab, dass die Suche nach Verstärkungen auf

dem “Spielerinnen-Markt“ in diesem Jahr ein besonders

dickes Brett war, welches gebohrt werden wollte. Für die

meisten Sportlerinnen war der Hauptgrund, auf einen

Wechsel zu einem anderen Verein zu verzichten, die

momentan schlecht absehbare Entwicklung der Corona-

Pandemie. Entsprechend langwierig und schwierig war es

überhaupt eine Mannschaft für kommende Aufgaben

zusammen zu stellen.

Zwei glückliche Zufälle sorgten dann kurz vor Beginn des

geplanten Trainingsstarts dafür, das noch freie Plätze

belegt werden konnten. Auch konnte aus der eigenen

Jugend eine Spielerin hochgezogen werden. So haben wir

für diese Spielzeit einen recht übersichtlichen Kader von

zehn Spielerinnen, der bei Bedarf durch junge Talente aus

unserer Jugend noch ergänzt wird. Das da noch Luft nach

oben ist, kann man erahnen, doch sind wir nach vielen

Gesprächen und Aktivitäten sehr zufrieden und das ist in

der momentanen Situation mehr als vor einigen Wochen

noch zu erwarten war. Spielerinnen und Management

freuen sich nun auf den Saisonstart und vor allem darauf,

endlich wieder Zuschauer in der Mergelsberg-Sporthalle

begrüßen zu können.

Unsere “Neuen” bei den Skurios fast komplett. Żaneta Baran, Ermira Kozl'onkov, Zsófia Mészáros, Johanna Gröger und

Co-Trainerin Lena Nelke. Es fehlt Anika Brinkmann

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1. Spieltag

SSF Fortuna Bonn

1:3

12.09.2021 I Hardtberghalle Bonn

Ein Auswärtssieg zum Saisonstart beim SSF Bonn lässt die Mannschaft sowie auch die

mitgereisten Borkener Fans jubeln

Der Start der Skurios Volleys in die neue Spielzeit kann

durchaus als geglückt bezeichnet werden. Mit einem 3:1

Sieg und drei Punkten auf dem Konto konnten die

Borkener Volleyball-Damen die Heimreise aus der

Bundesstadt Bonn antreten. Dies natürlich auch sehr zur

Freude der endlich wieder in der Halle zugelassenen Fans,

die ihre Mannschaft begeisternd unterstützt und

anschließend gefeiert haben. Nach 150 Spielminuten

konnte das Schiedsrichtergespann Thomas Kirn

(1.Schiedsrichter) und Jennifer Hesse (2.Schiedsrichterin)

die Partie zu Gunsten der Gäste abpfeifen. „Wir sind schon

Vfl Oythe

mit gemischten Gefühlen ins Rheinland gefahren, denn

nach dem doch recht großen Umbruch in der Mannschaft

und einer eher holperigen Vorbereitung können wir mit

dem Ergebnis und auch der gezeigten Leistung, sehr

zufrieden sein.“ lässt sich Teammanager Uli Seyer zitieren.

hier auf einem guten Weg sind“ zieht Co-Trainerin Lena

Nelke ein durchaus positives Fazit. Die Satzergebnisse im

Einzelnen waren 23:25; 17:25: 25:17 und 16:25.

Mit einer grundsoliden Annahme begannen die Gäste aus

dem westlichen Münsterland ihr Spiel aufziehen. Den

Bonner Damen blieb häufig nur die Möglichkeit zu

Reagieren auf die, zu Teil harten und dann auch wieder mit

viel Auge gespielten Angriffe. Im ersten Satz war bei den

Schützlingen von Cheftrainer Chang Cheng Liu sogar noch

eine gewisse Nervosität anzumerken. Diese legten die

Skurios-Damen im zweiten Satz aber fast komplett ab. Im

dritten Durchgang sorgten dann hauptsächlich eigene

Fehler oder kleine Unzulänglichkeiten dafür, dass die

Bonnerinnen noch einmal ins Spiel zurück fanden und

dieses Hallo auf VfL 1:2 Oythe, verkürzen konnten. Im vierten Satz zeigte

das in großen Teilen neu formierte Skurios Team aber,

dass sie die drei Siegpunkte unbedingt mit in die Heimat

nehmen wollen.

Als MVP wurden zum Abschluss die Bonnerin Lisa

Derendorf mit der silbernen und Borkens Anika Brinkmann

mit der goldenen Medaille geehrt.

„Man hat sicherlich noch Abstimmungsprobleme bei uns

gesehen, aber wenn man das ganze Spiel betrachtet geht

das Ergebnis so sicherlich schon in Ordnung. Was uns im

Impressum

Moment halt noch fehlt ist einfach die Spielpraxis und die

wird mit jedem gespielten Satz größer. Ich denke, das wir

hier auf einem guten Weg sind“, zog Co-Trainerin Lena

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Ein neuer starker Halt für unsere Skurios Volleys

Borkener Niederlassung der Versicherungsagentur Henkel & Lares verstärkt den Pool unserer

Hauptsponsoren und verfolgt langfristige Pläne

Carsten Rudolf (1.v.l.) und Ronny Polak (3.v.l.) besuchten die Skurios Volleys beim Stadtwerke-Borken-Cup und zeigten sich im Gespräch mit Uli

Seyer begeistert von den Trainings- und Wettkampfbedingungen in “unserer” Meggi.

Als sicherer Halt in allen Lebenslagen sieht sich Henkel &

Lares, neuer Hauptsponsor der Skurios Volleys. Einen sehr

informativen Halt erlebte Ronny Polack, Geschäftsführender

Gesellschafter der deutschlandweit größten Generalagentur

der Nürnberger Versicherung, als er unlängst zum

Stadtwerke-Borken-Cup in der Meggi vorbeischaute. Die

Stippvisite war zwar nicht lang, doch er sowie Carsten

Rudolf, sein Borkener Geschäftsstellenleiter, sind davon

überzeugt, dass das Sponsorengeld gut angelegt ist. Das

Unternehmen tritt bereits deutschlandweit als Sportförderer

auf, nun also auch in Borken. „Wir sehen in dem Sponsoring

einen weiteren starken Partner, um junge Talente zu fördern

und zu unterstützen“, ist Rudolf überzeugt.

Dass seit Beginn dieser Saison Henkel & Lares den Pool der

Hauptsponsoren bereichert, ist auch Stefan Fietz von “Just

Borken” zu verdanken. Der Stammtischfreund von Carsten

Rudolf schwärmte regelmäßig von den Skurios Volleys und

„infizierte“ diesen mit dem Volleyball-Fieber. So machte

Rudolf seinen Rostocker Chef auf die Zweitliga-Mannschaft

aufmerksam und dieser war davon angetan. Im sich

ww.koenning-stahlbau.de

anschließenden Gespräch mit Teammanager Uli Seyer stellte

man schnell eine gemeinsame Basis fest. Wenige Tage

später erfolgte dann in Borken die Vertragsunterzeichnung

einer hoffentlich langen und fruchtbaren Partnerschaft.

Seit Anfang 2021 ist die Generalagentur an der Raesfelder

Straße 27 in Borken vertreten. Diesem Büro sind gleich

sechs der über 200 Mitarbeiter des Unternehmens angeschlossen.

Trotz zunehmender Digitalisierung lege man

großen Wert auf persönlichen Kontakt und nachhaltige Beziehungen

zu den Kunden. So seien die Mitarbeiter täglich

zwischen 9 und 18 Uhr telefonisch erreichbar, darüber

hinaus gerne mit Termin im Servicecenter. Henkel & Lares

sei hier der langfristige Kontakt zu den Kunden wichtig, wie

Carsten Rudolf verrät: „Wir möchten sie ganzheitlich

beraten - und das Generationen lang.“ Dabei ginge es nicht

nur um Versicherungen, sondern auch um Themen wie

Energie-Beratung, Geldanlage oder Immobilienfinanzierung.

„Wir bieten eine Rundum-Sorglos-Palette für

unseren Kunden“, so Rudolf.

Henkel & Lares freuen sich auf eine Zusammenarbeit mit

dem ambitionierten Volleyball-Zweitligisten. Zusammen

habe man durchaus langfristige Ziele und möchte

mittelfristig finanziell „noch eine Schüppe drauflegen“.

Carsten Rudolf hierzu: „Natürlich wäre es schön, wenn eine

jahrelange Partnerschaft zwischen den Skurios Volleys und

Henkel & Lares entsteht und wir den Mädels über diese

Zeit ein starker Partner werden können. Ein Aufstieg wäre

da von unserer Seite natürlich das Schönste.“

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2. Spieltag

VfL Oythe

3:1

18.09.2021 I Mergelsberg Sporthalle

Skurios Volleys spielen erstmals wieder vor eigenen Fans und fertigen ihre Gäste aus

Niedersachsen mit 3:1 ab

Manchmal werden Wünsche wirklich war. So wünschte sich

Borkens Teammanager Ulli Seyer 19 Monate lang, endlich

wieder Heimspiel-Zuschauer in der Mergelsberghalle

begrüßen zu dürfen. Als diese nun endlich beim ersten

Saisonheimspiel gegen den VfL Oythe wieder – wenn auch

noch etwas zögerlich – in die Meggi kamen, war er plötzlich

wieder präsent – der lautstarke Borkener Hexenkessel. Und

wie schwierig es ist gegen einen Gegner zu siegen, der seine

Fans geschlossen hinter sich weiß, durfte der Ligakonkurrent

aus Niedersachsen nun wieder selbst erleben – Oythe verlor

nach insgesamt 118 Minuten ein über weite Strecken

packendes Match klar mit 3:1 (25:21, 25:19, 14:25 und 25:15)

Vfl Oythe

„Anika war der Unterschied zwischen den zwei

Mannschaften“, versuchte Oythes neuer Trainer Zoran

Nikolic nach dem Spiel zu erklären. „Mehr war heute nicht

drin.“ Wen er damit meinte, war allen Anwesenden in der

Halle klar, denn Anika Brinkmann erwischte auch im zweiten

Ligaspiel einen 5-Sterne-Tag und wurde daher auch am Ende

als MVP ausgezeichnet. Trotzdem war sie nur einer der

Garanten für den Sieg der Borkener. So fehlte bei Oythe

verletzungsbedingt etwa die Mittelblockerin Sandra Hövels.

Auf Borkener Seite hatte man zudem von den Erfahrungen

des Vorbereitungsturniers wenige Wochen zuvor gelernt,

hier war Oythe am Ende noch knapp überlegen. „Im

Gegensatz dazu haben wir heute mehr Druck in die

Aufschläge gebracht“, freute sich Borkens neue Co-Trainerin

Lena Nelke zusammen mit Headcoach Chang Cheng Liu

über die größtenteils gute Umsetzung ihrer Vorgaben. Dass

dabei vereinzelt Fehler auf Borkener Seite passierten,

nahmen beide billigend in Kauf. „Am Ende erlebten wir aber

eine super Teamleistung und fanden dadurch auch aus

kleinen Tiefs wieder heraus.“.

Die knapp 180 Fans in der Borkener Mergelsberghalle

erlebten gleich zu Beginn einen besseren Auftakt für Borken.

Beim zwischenzeitlichen 7:3 wirkte das Borkener Team

frischer, doch Oythe kämpfte sich zurück. Trotz zweier

Borkener Auszeiten stand es schnell 12:18 für Oythe. Dann

aber bemerkte das Schiedsrichter-Duo Marco Würtz und

Birgit Wahl, dass Oythes Spielerin Emma Moorkamp als

Impressum

10

Libera aktiv war, also solche aber nicht auf dem

Spielberichtsbogen gekennzeichnet war.

Nach einer minutenlangen Spielunterbrechung und

hektischen Telefonaten mit der Volleyball Bundesliga durfte

schließlich weitergespielt werden. Nun war es eine lange

Aufschlagsserie von Anika Brinkmann, welche mit ihren

gezielten Bällen für eine Wendung sorgte. Nach 37 Minuten

und zweier Oyther Auszeiten gab es am Ende ein glückliches,

aber nicht unverdientes, 25:21 für Borken.

Der zweite Satz gestaltete sich wesentlich ausgeglichener

und so lagen beide Mannschaften bis zur zweiten

technischen Auszeit eng beieinander. Dann aber konnte sich

die Heimmannschaft etwas absetzen und beim Endstand

von 25:19 pfiff Schiedsrichter Marco Würtz schließlich ab. Als

dann aber der „obligatorische dritte Satz“ kam, wie Co-

Trainerin Lena Nelke später lachend erzählte, lief für die

Skurios nur noch wenig zusammen. Unsicherheiten und

Nervosität schlich sich in das Borkener Spiel und Oythe

wusste seine Chancen zu nutzen. „Wir haben in diesem Satz

endlich wieder Volleyball wie vor drei oder vier Wochen beim

Turnier gespielt“, freute sich Oythes Trainer Zoran Nikolic

über das zwischenzeitliche Hoch seiner Mannschaft. Das

merkte auch Borkens Trainer uns gab beim

zwischenzeitlichen 13:23 Borkenes Nachwuchsspielerin

Marika Loker eine Chance. Sie war an diesem Abend Teil

eines ganzen Quartetts junger Spielerinnen in den Reihen

der Skurios. Relativ deutlich ging dieser Satz mit 14:25 an

Oythe.

Im vierten Satz aber wollten die Borkener nichts anbrennen

lassen Mit einer hauchdünnen 7:8-Führung ging Oythe in die

erste technische Auszeit, anschließend aber erwischte

Borken einen richtigen Lauf. Während es zur zweiten

technischen Auszeit bereits 16:10 hieß, bauten die Skurios

den Vorsprung immer weiter aus. Um 21.28 Uhr

verwandelten sie schließlich den zweiten ihrer zehn

Matchbälle zum 25:15-Endstand. Oythe musste dieses Mal

also gänzlich ohne Punkte nach Hause fahren und erlebte so

nach dem 0-3- gegen BBSC Berlin in der vorigen Woche

einen klassischen Fehlstart in die Saison. Lediglich Oythes

Paulina Brys nahm eine Ehrung als silberne MVP entgegen.


Im Blickpunkt - Ermira Kozl'onkov

Erst zum Saisonbeginn wechselte Ermira Kozl'onkov zu den Skurios Volleys und ist vielseitig

einsetzbar: Spielte die die 31-Jährige anfangs auf der Universalposition, überzeugt sie nun

auch als Libera. Spaß hat sie mit dem Team allemal.

Was magst du an Borken besonders

Mir gefällt die Stimmung innerhalb dieser Mannschaft

besonders gut. Wir sind eine Einheit und unternehmen auch

privat oft etwas miteinander. Ich denke das sieht man auch auf

dem Spielfeld das wir gut miteinander harmonieren. Man kann

hier sein wie und wer man ist und muss sich nicht verstellen,

dass schätze ich sehr. Trainerstab und Management haben

immer ein offenes für uns und unterstützen uns.

Was machst du beruflich?

Ich bin Technikerin in der Forschung und Entwicklung für

technische Isolierschäume bei einem Unternehmen in Münster

Wie bist du zum Volleyball gekommen?

Ich habe als Kind „Mila Superstar“ im TV gesehen und wollte

auch solche Dinge machen können wie: „Tornado Angriff“,

„Luftballon Angriff“, „Salto Annahme“ usw. Nun ja, 25 Jahre

Volleyball spielen haben mich eines Besseren belehrt :-D

Was war für dich das bisherig größte sportliche Highlight

deiner Karriere?

Ich habe darauf keine konkrete Antwort. Klar, mehrere Male

Meister geworden, aber ich empfinde den Sport selbst als

Highlight. Denn, sobald ich auf dem Feld stehe, ist das Ganze

drum herum vergessen. Es gibt nur mein Team und mich und

das ist das Größte aller Gefühle. Gemeinsam für den Sieg zu

kämpfen ist ein wunderbares Gefühl.

Welche sportlichen Wünsche möchtest Du dir gerne noch

erfüllen?

In meinem Alter und meiner privaten Situation, habe ich mir mit

dem Einzug in die 1. Mannschaft des Skurios Volleys Borken

meinen Wunsch bereits erfüllt.

Wie bereitest du dich auf einen Spieltag vor?

Ausschlafen, genügend Nahrung zu mir nehmen, entspannen,

Yoga machen, Volleyball-Videos schauen um mich zu

fokussieren und dann geht´s aufs Spielfeld!

Womit entspannst du Dich nach einem Spieltag?

Am liebsten den Abend mit der Mannschaft bei einigen Runden

"Just Dance" ausklingen lassen, dann zeitig Heim fahren, Musik/

Hörbuch dabei hören, essen, TV schauen, schlafen.

Gibt es neben Volleyball noch eine andere Sportart, für die du

dich begeisterst?

Basketball, Squash, Yoga, Fitness, Schwimmen

Was wünschst Du Dir für die Zukunft des Volleyballsports bei

den Skurios Volleys?

Dass viel mehr junge Leute hierher finden, damit der Verein

wächst und viele Talente hervorbringen kann.

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3. Spieltag

SV Blau-Weiß Dingden

1:3

25.09.2021 I Sporthalle Dingden

Einfach nur schön!!! Das erste Derby der noch jungen Saison gegen das Volleyball-Dorf Dingden

ging mit drei gewonnenen Punkten klar zugunsten unserer Skurios Volleys aus. Hier findet Ihr

einige Bilder von Horst Andresen zum Match in der Sporthalle am Höingsweg am 25.

September

Vfl Oythe

Hallo VfL Oythe,

Impressum

12


Unser Derby gegen Dingden

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4. Spieltag

RC Sorpesee

3:0

09.10.2021 I Mergelsberg Sporthalle

Nach klarem 3:0-Sieg gegen den RC Sorpesee führen die Skurios Volleys die Liga an

Nur 73 Minuten dauerte am Samstagabend das Match

gegen den RC Sorpesee und das Ergebnis ließ die

Spielerinnen, den Trainerstab und natürlich auch die Fans,

Sponsoren und Verantwortliche der Skurios Volleys strahlen.

Auf der Anzeigetafel über dem Spielfeld war das Ergebnis

mit 3:0 (25:20, 25:15, 25:17) gut sichtbar, doch gleichzeitig

bedeutete dies, dass die Skurios Volleys nach 910 Tagen

wieder die Tabelle der 2. Bundesliga Nord anführen.

Mit dem zweiten Satz konnte Sorpesees Coach Julian

Schallow kaum zufrieden sein. Zur ersten technischen

Auszeit stand es bereits 8:2 für Borken und der Abstand

vergrößerte sich noch leicht. Chang Cheng Liu sah die

Dominanz seiner Mannschaft gerne, die schließlich den

zweiten von zehn Satzbällen zum 25:15-Satzgewinn

verwandelte.

„Man hat gemerkt, welches Team mit der Stimmung und

kniffeligen Aktionen besser umgehen kann“, lobte Sorpesees

Trainer Julian Schallow nach dem Spiel die

Westmünsterländerinnen. Während er bei seiner

Mannschaft vor allem bei der Umsetzung der taktischen

Anforderungen noch ein deutliches Steigerungspotential

ausmachte, lobte er die „stabile Leistung“ der Skurios

Vfl Oythe

Volleys. Das sah auch Borkens Co-Trainerin Lena Nelke

ähnlich, doch sahen sie und Headcoach Chang Cheng Liu

besonders im ersten Satz viele vermeidbare Eigenfehler.

„Diese haben wir im Laufe des Spiels immer weiter

abgebaut. Wir konnten unser Spiel auch durchziehen und

haben mit dem 3:0 verdient gesiegt.“

Mit Sorpesee hatte die Heimmannschaft bereits vor drei

Wochen gute Erfahrungen gemacht, konnte im Halbfinale

des WVV-Pokals einen relativ ungefährdeten Drei-Satz-Sieg

einfahren. Für Borken bedeutete das Spiel jedoch erst den

Auftakt eines Doppel-Spieltags und so wollte man auch die

Kräfte für den Showdown im WVV-Pokalfinale gegen den

Zweitligameister TSV Bayer 04 Leverkusen am

Sonntagnachmittag schonen. Umso überraschter dürfte das

Borkener Hallo VfL Trainer-Duo Oythe, über die vermeidbaren Eigenfehler zu

Beginn der Partie gewesen sein. Einige Aufschläge landeten

im Aus oder im Netz, doch Sorpesee wusste diese nicht zu

nutzen. Sorpesees Auszeiten beim zwischenzeitlichen 10:7

sowie 17:12 nutzten wenig, erst spät kamen die

Sauerländerinnen beim 21:19 bis auf zwei Zähler heran.

Schließlich ging der Satz aber doch mit 25:20 nach Borken.

Impressum

Im dritten Satz hingegen sahen die Fans, dass die Gäste

besser ins Spiel kamen. Dann aber fing sich Borken und

schaffte es sich sogar mit einem hauchdünnen Vorsprung in

die erste technische Auszeit zu retten. Nach einer

zwischenzeitlichen Auszeit der Sauerländerinnen kamen

diese bis zu einem 11:12, sodass auch in Borken die

Alarmglocken läuteten. Sollte der gefürchtete dritte Satz

etwa an die Gegnerinnen gehen? Nach einer Borkener

Auszeit aber waren wieder die Gastgeberinnen die

spielbestimmende Mannschaft – und diese wollten jetzt den

Sack zumachen. So ging auch dieser Satz schließlich mit

25:17 klar an Borken, die damit erstmals in dieser noch

jungen Saison ein Ligaspiel mit nur drei Sätzen beendeten.

Lediglich Sorpesees Laura Kämper durfte sich über die

silberne MVP-Medaille freuen. Überraschung higegen stand

Skurios-Neuzugang Zaneta Baran ins Gesicht geschrieben,

die 32 Jahre alte polnische Diagonalspielerin gewann

erstmals die goldene MVP-Medaille.

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Herzensangelegenheiten sollte man

HEIM & HAUS ist bereits seit vielen Jahren einer der Premiumponsoren unserer Skurios

Volleys und jederzeit - so auch während der Corona-Pandemie - ein zuverlässiger Partner.

Warum das so ist, wollten wir vom Sponsor direkt wissen.

Die Arbeit der Skurios Volleys ist nur dank Ehrenamt, den

vielen Fans und natürlich den Sponsoren möglich. Doch was

treibt diese an den Volleyball in der Kreisstadt zu

unterstützen? Nachdem wir im letzten Heft Henkel&Lares

vorgestellt haben, quasi der letzte Neuzugang im Pool

unserer Topsponsoren, blicken wir heute auf HEIM&HAUS.

Das „Urgestein“ unserer Premiumsponsoren gehört zu den

treuen Wegbegleitern seit dem Aufstieg in die 2. Volleyball-

Bundesliga. Daher haben wir uns mit Michael Demming

unterhalten, Geschäftsführer der HEIM & HAUS Produktion

und Vertrieb GmbH und Vorsitzender des SV-Burlo 49 e.V.

In welchen Bereichen ist HEIM&HAUS tätig?

Wir sind ein bundesweiter Direktvertrieb für hochwertige

Bauelemente, also Markisen, Terrassendächer, patentierten

Rollläden zum nachträglichen Vorbau, auch für

Wohndachfenster. Dazu noch elegante Sicherheitshaustüren

und Fenster welche nach den Richtlinien des Bundeamtes für

Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle förderfähig bzw.

steuermindernd sind. Ebenfalls fertigen wir Vordächer und

Beschattungsanlagen, auch für Wintergärten. Alle Produkte

werden zu 98% immer und ohne Zwischenhandel an unseren

privaten Endkunden nicht nur verkauft, sondern in eigenen

Herstellungswerken, ausschließlich „Made in Germany“,

selber produziert. Dazu wird auch die Montage von eigenen

Montagepartnern vorgenommen und es werden

Garantieleistungen gewährt, welche über das normale

übliche Maß hinausgehen. Alles aus einer Hand.

Seit wann sponsort HEIM&HAUS die Skurios?

Wir selber haben im Aufstiegsjahr den ersten

Sponsorenvertrag, inkl. der Namensrechte,

unterschrieben welcher überhaupt dazu führte die Lizenz

zu beantragen. Erst als auf meinen dringenden Wunsch

hin sich ein Borkener Unternehmer fand der gerne seinen

Namen auf den Trikots sehen wollt, haben wir für diesen

auf unser Recht an dem Namen verzichtet, jedoch

unseren finanziellen Beitrag nicht verändert.

Wie kam es zum Sponsoring?

Das ist ja eigentlich ganz einfach zu beantworten. Seit fast

25 Jahren bin ich Vorsitzender beim SV Burlo und habe

die Bemühungen der gemeinsamen Volleyballabteilung

mit dem RC nicht nur verfolgt, sondern aktiv mitgestaltet.

Die Beachanlage in Burlo ist ein starkes Statement dafür

gewesen. Somit war ich auch vom ersten Tag an in die

Bemühungen zum Aufstieg involviert.

HEIM & HAUS-Geschäftsführer Michael Demming (r.) mit den Skurios Volleys bei der Saisoneröffnung

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nicht mit Geld bewerten

Macht sich das Sponsoring auch für HEIM&HAUS bezahlt?

Heim & Haus ist ja im "fernen" Duisburg ansässig.

Sponsoring ist nicht immer gleich zu bewerten. Für unsere

Kunden in Süd-, Ost- und Norddeutschland ist es sicherlich

weniger bekannt. Hier in der Region, unser nächster

Vertriebsstandort ist Wesel, und an den Spielorten hören

unsere Mitarbeiter während der Werbung jedoch schon mal:

HEIM&HAUS, habe ich doch schon mal gehört. Wenn wir dann

auch auf unsere Skurios verweisen kommt der Aha-Effekt.

Wollten wir jedoch die Summe wieder einspielen die wir hier

Jahr für Jahr investieren, dann müssten wir ganz schön viele

Produkte verkaufen. Herzensangelegenheiten sollte man nicht

mit Geld bewerten.

Wie wichtig ist Ihnen der Austausch mit anderen

Sponsoren, etwa im VIP-Bereich?

Das ist gerade für eine Stadt wie Borken wo praktisch jeder

jeden kennt sehr wichtig. Da treffen sich dann auch schon mal

Menschen, welche beruflich eigentlich Konkurrenten sind. Die

Freude am Sport und der Gesprächsaustausch schaffen hier

auch gerne mal positive Verbindungen.

Bei der Saisonpremiere plädierten Sie für eine

Weiterführung des Sponsorings zur Unterstützung der

Arbeit des Vereins. Sind der Verein und dessen Arbeit eine

Herzensangelegenheit für Sie?

Ja, definitiv. Ich halte es für unerlässlich das diejenigen denen

es gut geht etwas zurückgeben. Daher habe ich Verständnis,

es jedoch auch schwer mit dem Gedanken, das eventuell

Firmen, welche sicherlich in den letzten 18 bis 24 Monaten

andere Sorgen hatten, ihr jeweiliges Sponsoren-Arrangement

zurücknehmen oder kürzertreten wollen. Das teilweise bei

durchaus überschaubaren Beträgen. Wir haben in Borken

einen großen und vor allem auch gesunden Mittelstand und

viele gutgehende Handwerksbetriebe. Da sollten dann

die Beträge, ich will nicht despektierlich erscheinen, nicht

die ersten sein die gekappt werden, denn wir verlieren so

unsere sportliche Zukunft. Es ist wie mit einem Konkurs,

eine Firma die erst einmal abgewickelt und vom Markt weg

ist wird im Normalfall nicht mehr auf die „Beine“ kommen

und bleibt für immer verschwunden. Nichts Anderes würde

in Borken passieren, wenn wir aus Geldmangel unsere

Lizenz abgeben müssten. Wollen wir die Sportstadt Borken

von der Bundesliga Landkarte nehmen? Ich denke nicht.

Unsere Mannschaft lebt ja nicht nur von den 12 bis 15

Spielerinnen und Trainern. Eine solche 2. Bundeliga lebt 24

Stunden am Tag und sieben Tage die Woche von den

Menschen, die ehrenamtlich im Hintergrund werken und

sich engagieren. Die wären alle auch weg und das ließe sich

gar nicht auffangen. Gerade die aufopfernden

Bemühungen der Familie Seyer, dem Aufbauteam, den

Skultras, den Trommlern usw. und auch die tolle

Unterstützung der Stadt Borken wären vielleicht nicht für

immer, aber auf eine lange Zeit verloren. Von enttäuschten

Fans ganz zu schweigen. Daher sollte es viel mehr

Sponsoren geben, welche sich auch gerne direkt bei Uli

Seyer oder den Vereinen melden, damit die Bitte-Bitte-Tour

nicht jedes Jahr aus Neue losgehen muss. Das würde ich

uns, dem Volleyball Sport aber auch allgemein allen

Sportvereinen in Borken von Herzen wünschen.

Welche Wünsche haben Sie als Sponsor der Skurios

Volleys?

Dass die Mannschaft und die Fans wieder eine volle Meggi

erleben dürfen und vor allem wahnsinnig viel Spaß haben.

Der Erfolg stellt sich dann von alleine ein. Für die

notwendigen sportlichen Grundlagen wird schon das

Trainerteam sorgen. Und natürlich viele klatschende aber

auch zahlende - Sponsoren- Hände.

Wenn Sie sich für unseren Topsponsor

HEIM & HAUS interessieren, finden Sie hier

weitere Informationen:

https://www.heimhaus.de

Niederlassung von HEIM & Haus in der Straße Am weissen Stein 30 in

Duisburg. Das Gebäude besitzt eine eigene Ausstellung, ebenso befinden

sich hier Innendienstabteilungen wie Buchhaltung, Marketing und

Kundenservice Center. Es gibt insgesamt zwei Standorte in Duisburg.

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WVV-Pokalfinale

TSV Bayer 04 Leverkusen

0:3

10.10.2021 I Mergelsberg Sporthalle

Gastgeberinnen unterliegen den BayerVolleys mit 0:3

Nach den letzten fünf Pflichtspiel-Siegen war in Borken die

Hoffnung auf einen Gewinn des WVV-Pokalfinales gegen die

BayerVolleys groß. Daher stand den Spielerinnen sowie dem

Trainerteam die Enttäuschung über den 0:3-Endstand (19.25,

22:25, 19:25) auch ins Gesicht geschrieben. Hoffnungen auf

einen Einzug ins Achtelfinale des DVV-Pokals gegen den

Vizemeister MTV Stuttgart darf sich nun der Gegner aus

Leverkusen machen, während die Skurios Volleys mit ihren

DVV-Traum zumindest ein weiteres Jahr warten müssen.

„Das war heute nicht unser bester Tag“, zog Borkens Co-

Trainerin Lena Nelke nach dem Spiel eine gemischte Bilanz.

Über weite Strecken sahen die Fans in der Halle sowie über

den auf Initiative der Gastgeber kostenlos über „Sport1

extra“ kostenfrei übertragenen Livestream, eine durchaus

spannende Partie. Leverkusens Spiel wirkte aber etwas

Vfl Oythe

frischer, während Borken immer wieder mit

Abstimmungsproblemen in der Abwehr und in der Annahme

kämpfte. Nelke: „Das hätte eigentlich nicht passieren

dürfen.“ Zudem scheiterte der Angriff häufig an den

Leverkusenerinnen, denen wie Borken zwar auch ein am

Vortag gewonnenes Ligaspiel in den Knochen steckte, die

aber verbissen um jeden Ball kämpften.

Die Gäste aus Leverkusen waren bereits im ersten Satz die

etwas bessere Mannschaft, Borken kämpfte sich aber immer

wieder heran. Die Puste ging den Skurios Volleys erst beim

18:20-Zwischenstand aus, Leverkusen zog anschließend

davon und gewann den Satz mit 19:25. Auch der zweite Satz

gestaltete sich lange recht ausgeglichen, beide

Mannschaften lieferten sich bis zum 16:16 ein durchaus

starkes Hallo Duell. VfL Oythe, Auch zwei Borkener Auszeiten sorgten dann

aber nicht für die erhoffte Wende, sodass dieser Satz mit

22:25 endete. Besonders der dritte Satz bescherte den Fans

lange sehenswerten Ballwechsel, auch wenn diese nicht

immer zugunsten der Skurios Volleys endeten.

Zwischenzeitlich führte Borken beim 11:7 gar mit vier

Punkten, doch es reichte nicht. Mit 19:25 ging auch dieser

dritte Satz verloren – ausgeträumt war damit Borkens

Pokaltraum.

Dass Leverkusen ein starker Gegner mit harten Bällen und

mehr Druck als noch am Vortag etwa der RC Sorpesee sein

würde, war Borkens Trainerteam durchaus bewusst.

Weniger toll fanden sie jedoch, dass am Sonntagnachmittag

das Licht sehr ungünstig durch die Oberlichter der

Mergelsberghalle schien. „Wir hatten im ersten und dritten

Satz dadurch massive Probleme und hatten in der Annahme

sowie der Abwehr den Ball fast gar nicht gesehen“,

berichtete Borkens Co-Trainerin. Das führte neben anderen

Borkener Routinefehlern zu unnötigen – und teilweise

unverschuldeten – Punktverlusten. Trotz der ersten

Pflichtspiel-Niederlage ist sie für die nächsten Spiele recht

optimistisch: „Wir werden jetzt gezielt an den Sachen

arbeiten, die wir heute nicht umsetzen konnten.“ Wenn es

dann besser läuft, wären gegen Leverkusen ja noch zwei

Revanchen in dieser Saison möglich.

Die BayerVolleys nahmen am Ende den Pokal von Hubert

Martens, Präsident des WVV entgegen. Dieser freute sich

nicht nur über die Leistung beider Pokalfinalisten, sondern

auch darüber, dass das Pokalfinale auf einem Gerflor-

Sportboden ausgetragen und als Livestream kostenfrei

empfangen werden konnte.

Impressum

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Im Blickpunkt - Fabienne Coenders (I)

Fabienne ist Volleyball-Spielerin mit Leib und Seele. Zu Beginn der Saison 2018/19 kam sie aus

Leverkusen ins Westmünsterland und feierte hier direkt die Meisterschaft. Die quirlige

Außenangreiferin überrascht den Gegner so manches Mal - und fühlt sich in Borken wohl.

Was magst du an Borken besonders

Die ländliche Umgebung ist eigentlich recht schön und ich

mag die Natur. Das ist vor allem auffällig, wenn man vorher

im Ruhrpott gewohnt hat. Als ich in Herne wohnte, waren

die größeren Städte natürlich viel näher dran und es war

dementsprechend mehr los. Aber dafür sah alles halt wie

Ruhrpott aus. Zudem liebe ich meine Wohnung hier direkt

im Zentrum. Das letzte Mal, dass ich mit dem Fahrrad oder

sogar zu Fuß zur Sporthalle gehen konnte, war bestimmt

zehn Jahre her.

Was machst du beruflich?

Ich arbeite momentan bei der Stadt Borken als

Sozialarbeiterin im Bereich Flüchtlinge und Asyl. Bevor ich in

Borken angefangen habe, arbeitete ich an der Ruhr-

Universität Bochum als wissenschaftliche Mitarbeiterin am

Lehrstuhl für Kriminologie. Da habe ich an einem EU-Projekt

als Forscherin gearbeitet.

Was war für dich das bisherig größte sportliche Highlight

deiner Karriere?

Das war die Zeit, als ich in den Niederlanden erste Liga

gespielt habe und mit meiner Mannschaft (TVT Eurosped)

den niederländischen Pokal gewonnen habe. Danach ging es

auch auf europäischem Niveau weiter im CEV und Challenge

Cup. Auch wenn wir da nicht weit gekommen sind, war es

eine sehr schöne Erfahrung. Die ungeschlagene

Meisterschaft in der 2. Volleyball-Bundesliga mit den Skurios

Borken steht aber auch oben in der Liste meiner sportlichen

Highlights. Nach der Meisterfeier bin ich mit dem Pokal in

der Hand eingeschlafen. ;)

Welche sportlichen Wünsche möchtest Du dir gerne noch

erfüllen?

Zum zweiten Mal Meister der 2. Volleyball-Bundesliga

werden! Vor allem weil es ja jetzt immer mehr danach

aussieht, dass es möglich ist. Mit 29 Jahren bin ich natürlich

schon auf dem sogenannten "Rückweg" meiner

Volleyballkarriere. Aber wer weiß, vielleicht finde ich noch

eine andere Sportart, die mir liegt. Darts zum Beispiel: da

muss man ja nicht mal fit für sein.

Wie bist du zum Volleyball gekommen?

Meine Eltern haben mich einfach bei verschiedenen

Sportvereinen angemeldet und gehofft, dass ich eine

Sportart mögen würde. Neben Volleyball habe ich lange Zeit

auch Tennis gespielt. Als ich mich dann irgendwann

entscheiden musste, habe ich Volleyball gewählt, weil ich

lieber im Team spielte.

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Im Blickpunkt - Fabienne Coenders (II)

Wie bereitest du dich auf einen Spieltag vor?

Einen richtigen Vorbereitungsablauf habe ich nicht. Ich

packe meine Sachen und mach mich auf den Weg. Nur bei

Heimspielen ist die Vorbereitung etwas ausführlicher und

festgelegt: spätestens um 15:00 Uhr kommen zwei bis drei

Mitspielerinnen zum pre-game Mittagsessen. Meistens sind

das Doreen und Yina. Ich koche das Essen und die anderen

bringen Getränke und Nachtisch mit. Momentan ist das

Rezept für "Ginger Basil Noodles" der Favorit. Nach dem

Essen wird noch gespielt (z.B. "Wizard" oder "The Game")

und Kaffee/Tee getrunken.

Womit entspannst du Dich nach einem Spieltag?

Ehrlich gesagt herrscht nach den Samstagsspielen meistens

Partystimmung, da wir bisher jedes Spiel gewonnen haben.

Das geht dann auch mal bis in die frühen Morgenstunden.

Momentan der Partyhit: "Just Dance" auf Nintendo Switch.

Zum Glück wohne ich im Erdgeschoss.

Gibt es neben Volleyball noch eine andere Sportart, für die

du dich begeisterst?

Fast jeden Dienstag und Donnerstag sind Yina und ich im

Fitnessstudio (Erlebniswelt Sport Borken) zu finden. Ich

trainiere gerne da, weil es viel Platz gibt und das ganze

Studio neu ist. Ich bin für fast alle anderen Sportaktivitäten

auch zu haben, aber im moment dominiert Volleyball

meinen Zeitplan. Ich schaue auch sehr gerne Sport. Die

American Football Teams spielen jetzt zum Beispiel um den

Super Bowl, die Handball-EM hat angefangen, die Krefelder

Pinguine spielen um den Abstieg im DEL (da war ich auch

mal live zugucken), die German Masters im Snooker fangen

bald an, Peter Wright wurde Anfang des Monats Weltmeister

beim Darts und im eSports läuft immer was. Kurzgesagt: Ich

schau wirklich viel Sport.

Was wünschst Du Dir für die Zukunft des Volleyballsports

bei den Skurios Volleys?

Ich wünsche mir natürlich, dass die Skurios es irgendwann in

die erste Liga schaffen. Da hilft die Coronakrise natürlich

nicht, da es deutlich schwieriger geworden ist, genügend

Sponsorengelder zu bekommen. Leider ist es beim (Top)-

Sport nicht anders: Money makes the world go round. Der

Schritt in die erste Liga ist wirklich ein großer, aber der

Ehrgeiz und die Hingabe ist da.

20


www.ikk-classic.de/meine-gesundheit

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5. Spieltag

ETV Hamburg

0:3

16.10.2021 I ETV Sporthalle Hoheluft

Auch beim Auswärtsspiel am vergangenen Samstag beim ETV Hamburg blieben die Skurios

Volleys ungeschlagen. Somit bleiben sie – zumindest für die kommenden zwei Wochen –

weiterhin Tabellenführer

Der Spieltag in Hamburg hätte unpassender nicht starten

können. Fast sechs Stunden brauchte die Mannschaft vom

Trainer-Duo Chang Cheng Liu und Lena Nelke um die

Strecke von Borken in den Hamburger Stadtteil Eimsbüttel

zu überwinden. Gute vier Stunden sind es im Normalfall.

Auf dem Spielfeld zeigten die Skurios Volleys dann aber,

dass sie lediglich mit der Ankunft an der Sporthalle Hoheluft

spät dran waren. Mit ihrer Präsenz, Tempo und Spielwitz

waren sie dem Gegner dann wieder voraus. Mit

Satzergebnissen von 18:25; 20:25 und 18:25 setzten sich die

Borkener Damen nach 75 Spielminuten als klar besseres

Team durch.

Co-Trainerin Lena Nelke fasste die Partie wie folgt

Vfl Oythe

zusammen: „Wenn man einmal die Anreise außer Acht lässt,

war es für uns heute ein richtig guter Tag. Die Mannschaft

hat die Trainervorgaben fast perfekt umgesetzt. Wir konnte

über eine starke Annahme und Feldabwehr unser Spiel

aufziehen.” Auch den Angriff lobte die Co-Trainerin: “Im

Angriff haben wir überzeugend durchgezogen. Gerade im

ersten Satz konnten wir mit einem starken Block die

Hamburger Mädels soweit verunsichern, dass sie nicht

richtig ins Spiel fanden, weil sie immer wieder hängen

blieben. Dies zog sich eigentlich über die gesamte Partie,

auch wenn wir im zweiten Satz längere Zeit einem Rückstand

hinterher gelaufen sind. Hier hat sich dann unsere Ruhe

ganz klar ausgezahlt. Dieses Spiel war im Vergleich zu

unserem Pokal-ausscheiden letzte Woche gegen Leverkusen

eine klare Mannschaftleistung und eine deutliche

Leistungssteigerung. Darauf können wir sicherlich aufbauen.

Außerdem hat dieser Sieg natürlich auch dem

Selbstvertrauen der Spielerinnen, gerade nach der

Pokalniederlage gut getan“.

Als MVP setzten sich die Hamburgerin Luise Klein mit der

silbernen Medaille und Fabienne Coender, nach einer

starken Vorstellung, mit der goldenen Medaille durch.

Hallo VfL Oythe,

Impressum

22


Wenn viele eine Reise tun ...

Am Schönsten ist es doch daheim. In der 2. Volleyball-Bundesliga Nord gibt es neben

unseren Skurios Volleys aber noch 13 andere Teams. Konktet bedeutet dies zwischen

September 2021 und April 2022 sind insgesamt 13 Auswärtsspiele zu absolvieren. Auch wenn

wir beide Berlin-Spiele zusammenlegen können, entspricht dies für Spielerinnen und

Offizielle etwa 4.920 Kilometer, die innerhalb von acht Monaten zu absolvieren sind. Hinzu

kommen kleine Besorgungsfahrten (wenn mal irgendwas vergessen wurde) oder auch

Fahrten zwischen Hotel und der jeweiligen Spielstätte.

23


Unsere Skurios Volleys on Tour

In diesem Bericht wollen wir euch einmal einen kurzen

Einblick in die Auswärtsspielfahrten der Skurios Volleys

geben. Einfach nur ins Auto oder den Vereinsbus steigen und

los geht es, ist bei unseren Volleyballerinnen so nicht möglich.

Es sind verschiedene Punkte, die vor einem Auswärtsspiel

unserer Bundesliga Damen berücksichtigt werden. Der eine

oder andere wird jetzt sicherlich sagen: Warum so ein

Aufwand oder was soll das? Für die Vereinsführung und dem

Management der Skurios Volleys hat sich herausgestellt, dass

es enorm wichtig ist, den Spielerinnen die bestmögliche

Vorbereitung für einen Spieltag zu ermöglichen, um gute

Ergebnisse zu erzielen. Diesen - sagen wir mal - logistischen

Aufwand betreiben wir übrigens bereits seit unserer ersten

Saison in der zweithöchsten Volleyball-Bundesliga. Nicht alle

Vereinen fahren die Spielerinnen und oder Trainer, sodass

diese teilweise selbst zu den Spielen fahren. Dies wollten wir

in Borken so nicht, da gerade nach Spielen mit mittlerer

Distanz, wo keine Übernachtung am Spielort geplant ist, die

Unfallgefahr durch Übermüdung auf der Rückfahrt doch sehr

hoch ist. Daher stehen immer Fahrer für das gesamte Team

zur Verfügung.

Wie sieht jetzt so eine Auswärtsspiel-Tour aus? Das fängt

bereits Wochen, wenn nicht sogar schon Monate vorher mit

der Planung für die Vereinsbusse an. Beim RC Borken und SV

Burlo gibt es ja nicht nur die Volleyballerinnen, sondern auch

noch andere Abteilungen, die auf diese Vereins-„Gefährte“

zurückgreifen möchten. In dieser aktuellen Saison sieht es

sogar noch etwas schwieriger mit Fahrzeugen aus, da die

beiden RC Vereinsbullis aus dem Leasing ausgelaufen sind

und der Ersatz aufgrund von Lieferschwierigkeiten leider noch

nicht zur Verfügung steht.

Einen Tag vor dem Trip wird die Versorgungsbox für das Spiel

vorbereitet. Hier werden Getränke, Obst, Müsliriegel und

etwas Süßes für die Mannschaft kurz vor, während und nach

dem Spiel bereitgestellt. In der zweiten Box ist das

Kamerasystem für das “Trainer-Tablet“ (hiermit kann sich

das Trainerteam sekundenschnell Spielszenen noch einmal

anschauen, um gegebenenfalls reagieren zu können)

sowie die entsprechende Stromversorgung hierfür. Am

Abfahrtstag kommt dann noch die Massagebank von

unseren Physios Steffi Schwan oder Sepp Jüditz mit in die

Busse.

Wenn es ein Spieltag in der Nähe ist, wie zum Beispiel

Leverkusen, Köln, Bonn in die südliche Richtung oder

Emlichheim und Oythe Richtung Norden, war es das

eigentlich schon. Für die weiteren Reisen wird hingegen

eine Verpflegungspause auf einem Rasthof eingeplant.

Hierfür wird in der Regel das Essen, welches dort

eingenommen werden soll, schon ein paar Tage vorher

vorbestellt, damit sich die Wartezeit vor Ort selbst in

Grenzen hält. Das Austrecken der Beine und die

Möglichkeit sich zu bewegen kommt natürlich auch nicht

zu kurz, da Fahrzeiten von sechs bis acht Stunden

durchaus normal sein können. Wenn dann noch Stau oder

zähfließender Verkehr hinzukommen, kann es für die

größeren Spielerinnen durchaus schon mal echt

unbequem werden.

Bei den weiten Touren fahren wir in der Regel auch schon

am Freitagnachmittag los, um nach einer

Hotelübernachtung für den Samstag passend fit zu sein.

Für den Doppelspieltag in Berlin wird meist sogar noch für

den Samstagmorgen eine Sporthalle in Potsdam für ein

Frühtraining gebucht. Nach den Spielen in Stralsund, Berlin

und je nach Wetterlage auch in Hamburg wird mit

Rücksicht auf die Mannschaft und natürlich auch die

Fahrer eine weitere Übernachtung eingelegt, um dann am

folgenden Tag ausgeruht, möglichst mit einem

Auswärtssieg, die Heimreise antreten zu können.

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www.bw-energy.de

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Vfl Oythe

die Skurios Volleys setzten sich gegen die Domstädterinnen

zwar knapp, aber nicht unverdient, durch.

„Das war ein absolutes Spiel auf Augenhöhe“, befand

anschließend Kölns Coach Jimmy Czimek. Mit Blick auf den

letzten unerwartet knappen Satz meinte er: „Am Ende hatten

sie einmal die richtige Antwort gehabt. Die muss man halt

bringen, wenn beide 14 Punkte haben. Großes Kompliment,

es war ein verdienter Sieg.“ Auch dem Publikum zollte der

Kölner Trainer Respekt: „Die Kulisse war Klasse.“

Insgesamt 220 Zuschauer sahen am Samstagabend das Spiel

des aktuellen Tabellenführers gegen den Tabellensechsten.

Für Lena Nelke waren die lautstark mitfiebernden Fans einer

der

Hallo

Garanten

VfL Oythe,

des knappen Sieges: „Das Publikum haben wir

heute richtig nötig gehabt. Das hat uns heute gepusht“,

meinte sie zufrieden. Einziger Wermutstropfen: Trotz des

Sieges mit zwei Punkten und trotz der Unterstützung der

Fans rutschten die Skurios Volleys nach dem Spiel auf den

zweiten Tabellenrang, da die BayerVolleys zeitgleich gegen

Impressum

6. Spieltag

DSHS SnowTrex Köln

3:2

30.10.2021 I Mergelsberg Sporthalle

Erstmals in dieser Saison geben die Skurios Volleys einen Punkt ab

Insgesamt 122 teilweise hochspannende Minuten brauchte

es, bis sich die Spielerinnen der Skurios Volleys erschöpft

aber glücklich von ihren Fans feiern lassen konnten. 3:2

immer besser ins Spiel fand. Zwei Auszeiten von Borkens

Trainer brachten sein Team nicht mehr in die Erfolgsspur

zurück, sodass der erste Satz nach 25 Minuten verdient mit

(25:20, 21:25, 25:17, 21:25, 16:14) stand auf der 18:25 an Köln ging. Etwas frischer startete Köln in den

Anzeigentafel über ihnen und dass sie nur Sekunden vorher

den Tiebreak äußerst knapp mit 16:14 für sich entscheiden

konnten war fast schon vergessen.

zweiten Satz, eine 3-Punkte Führung aber war beim

zwischenzeitlichen 10:10 aber wieder egalisiert. Von da an

kämpften beide Teams verbissen und erst zum Ende dieses

Satzes zogen die Westmünsterländerinnen leicht davon.

Noch wenige Tage vorher war sich das Trainer-Duo Chang

Verdient ging dieser Satz mit 25:20 nach Borken.

Cheng Liu und Lena Nelke gar nicht sicher, ob die

Mannschaft überhaupt würde spielen können. „Wir waren

leicht angeschlagen“, berichtete die Co-Trainerin nach dem

Spiel. Bis auf drei Skurios-Spielerinnen hatten alle mit einer

teilweise heftigen Erkältung zu kämpfen. Daher liefen einige

Spielerinnen einem Trainingsrückstand hinterher und es gab

einige Fragezeichen, ob die Kondition ausreichend sein

Im dritten Satz glaubten die Borkener Fans fast zu träumen.

Scheinbar mühelos punkteten die Skurios Volleys gegen Köln

und bauten sich schnell einen äußerst komfortablen

Vorsprung aus. Annahme und Angriff hatte es gegen Köln

recht leicht. Zur zweiten Technischen Auszeit stand es

zwischenzeitlich 16:5 und wenig später gar 19:5 für Borken.

würde. Die Bedenken waren aber am Samstagabend – dem

ersten Teil des Doppels-Heimspieltags – unberechtigt, denn

Münster klar gewannen und trotz Punktgleichheit einen Satz

mehr gewonnen haben.

Als Chang Cheng Liu dann aber einige Borkener

Leistungsträgerinnen verdientermaßen schonte und

vermehrt auf die Jugend setzte, verloren die Skurios Volleys

etwas ihren roten Faden. Köln kämpfte sich immer weiter

heran, am Ende aber ging dieser Satz mit 25:17 nach Borken.

Im vierten Satz waren es dann wieder die Domstädterinnen,

die leicht davonzogen und diesen Vorsprung zu verteidigen

wussten. Der 21:25-Endstand brachte Köln einen Punkt,

bedeutete aber auch, dass beide Mannschaften in den

Tiebreak mussten.

Fast schien es, als könnten die Skurios den letzten Satz

glasklar für sich entscheiden. Schon früh hieß es 9:3, dann

aber sorgten vermehrte Eigenfehler und einige umstrittene

Schiedsrichter-Entscheidungen dafür, dass Köln nach einer

5-Punkte-Serien zum 9:8 herankam. Wenig später hatten

beide Mannschaften jeweils 14 Zähler und erst eine Auszeit

Borkens gab den letzten Impuls: Mit 16:14 ging dieser fünfte

Satz äußerst knapp an Borken.

„Wir haben heute eine Borkener Mannschaft gesehen, die

mit sieben Spielern durchziehen“, war der Kölner Coach

später von der Heimspielmannschaft beeindruckt.

Besonders die Leistung von Borkens Kapitänin Anika

Brinkmann gefiel ihm und so schlug er sie für die goldene

Die erkältungsgeschwächte Borkener Mannschaft startete

MVP-Medaille vor. Das Borkener Trainerteam hingegen

um 19.30 Uhr gut in den ersten Satz und spielte sich

entschied sich für Melanie Gosmann, die damit die silberne

schnelleine eigentlich komfortable 8:4-Führung heraus. Der

MVP-Medaille gewann.

Vorsprung schmolz aber schnell dahin als Kölns Mannschaft

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www.vrbank-wml.de

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Eine wichtige Basis unseres Erfolgs -

Dass wir seit 2013 in der 2. Bundesliga Nord so erfolgreich sein können, verdanken wir auch

unseren Sponsoren. Stellvertretend für unseren Sponsorenpool wollen wir heute drei

Unternehmen die Möglichkeit geben, sich und die Gründe für ihr Engagement vorzustellen.

Wie wichtig ist Ihnen der Austausch mit anderen

Sponsoren wichtig, etwa im VIP-Bereich oder zur

Saisoneröffnung?

Der Austausch mit anderen Sponsoren ist wichtig, spielt

jedoch für die Mitarbeiter- bzw. Mandantengewinnung

keine große Rolle.

Als Interviewpartner konnten wir Erkan Kocaoglu gewinnen.

Der Steuerberater ist seit 2006 Partner in dem Borkener

Unternehmen.

Seit wann sind Sie Sponsor der Skurios Volleys?

Seit der Saison 2016/2017.

Was würden Sie sich für die Zukunft von der

Mannschaft und dem Verein wünschen?

Wir freuen uns über die hervorragende Jugendarbeit und

sehen gerne, wenn Spielerinnen aus der eigenen Jugend in

der ersten Mannschaft Spielerfahrung sammeln.

Was hat Sie dazu veranlasst als Sponsor aufzutreten?

Wir sind in Borken einer der größten Wirtschafts- und

Steuerberaterkanzleien und verstehen uns als Berater im

Münsterland. Neben der Unterstützung vieler sozialer

Einrichtungen wollten wir in unserer Region auch den Sport

mit unserem Beitrag unterstützen.

Werden Sie von anderen Unternehmen oder Kunden

gelegentlich auf das Sponsoring angesprochen?

Ja, gelegentlich. Wir haben auch dazu beigetragen, dass

andere Unternehmen Sponsor wurden.

Ist das Sponsoring vielleicht auch ein „weicher

Standortfaktor“ zur Gewinnung von neuem Personal für

Ihr Unternehmen?

Bisher leider nicht. Selbstverständlich suchen wir auch

Auszubildende und Fachkräfte.

Wie wichtig ist Ihnen der Austausch mit anderen

Sponsoren wichtig, etwa im VIP-Bereich oder zur

Saisoneröffnung?

Anja Seibel-Jonas ist Geschäftsführerin des seit 1948

existierenden Spezialisten für Packmittel aus Holz und

Stahl. Mit ihr führten wir das nachfolgende Interview.

Seit wann sind Sie Sponsor der Skurios Volleys?

Seitdem die Skurios Volleys in der 2. Liga spielen (2013).

Was hat Sie dazu veranlasst als Sponsor aufzutreten?

Wir sind ein in der 3. Generation geführtes

mittelständisches Familienunternehmen. Dabei sind

„Tradition und Familie“ sowie „Region und Heimat“ die

Säulen des Unternehmens. Die lokale Identifikation der

Mitarbeiter ist für uns als alteingesessenes

Familienunternehmen sehr wichtig (Bindung zum Ort

www.mussenbrock-partner.de

Borken). Unsere Mitarbeiter haben grundsätzlich bei

Interesse die Möglichkeit, den Spielen zuzuschauen. Wir

möchten unseren Mitarbeitern damit auch signalisieren,

wie wichtig der Zusammenhalt in einer Spielmannschaft

oder einem Team (Borki) ist. Dass man nur durch

Zusammenhalt stark und erfolgreich sein kann.

Werden Sie von anderen Unternehmen oder Kunden

gelegentlich auf das Sponsoring angesprochen?

Das Gebäude der Borkener Kanzlei am Dülmener Weg 221 bei Nacht.

Nein, gar nicht, da unsere Kunden hauptsächlich

international agieren.

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Unsere Sponsoren kommen zu Wort

Ist das Sponsoring vielleicht auch ein „weicher

Standortfaktor“ zur Gewinnung von neuem Personal für

Ihr Unternehmen?

Ja, ein weiterer Grund ist die Gewinnung von Fachkräften und

neuen Mitarbeitern.

Was würden Sie sich für die Zukunft von der Mannschaft

und dem Verein wünschen?

Weiterhin Stabilität, Freude am Spiel und Zusammenhalt!!!

Bereich Jugend- und Sportförderung. Gerade der lokale

Netzwerkgedanke lebt hier auf, dem wir uns gerne

anschließen.

Werden Sie von anderen Unternehmen oder Kunden

gelegentlich auf das Sponsoring angesprochen?

Ja, von Zeit zu Zeit werden wir auf das Sponsoring

angesprochen und bekommen ein positives Feedback.

Manchmal trifft man ja auch bekannte Gesichter vor Ort bei

einem Spiel und kann gemeinsam mitfiebern und sich bei

der Gelegenheit austauschen. Ansonsten steht für uns der

Werbezweck beim Sponsoring nicht im Vordergrund,

sondern die Unterstützung der jungen Leute.

Ist das Sponsoring vielleicht auch ein „weicher

Standortfaktor“ zur Gewinnung von neuem Personal

für Ihr Unternehmen?

Ja, das Sponsoring trägt sicherlich auch dazu bei, unseren

Bekanntheitsgrad zu steigern, sollte dabei aber nicht im

Vordergrund stehen. Selbstverständlich freuen wir uns aber

gerade im Bereich „Personal Recruiting“ daraus einen

Vorteil schöpfen zu können.

Wie wichtig ist Ihnen der Austausch mit anderen

Sponsoren wichtig, etwa im VIP-Bereich oder zur

Saisoneröffnung?

Die Möglichkeit sich vor und während des Spiels mit

Freunden, Bekannten, Kunden oder Partnerunternehmen

auszutauschen ist in anderen Bereichen des

Vereinssponsorings eine Seltenheit. Dies wird bei den

Skurios Volleys super umgesetzt und stellt natürlich dann

einen Mehrwert für die Sponsoren dar.

Dirk Ewering führt seit dem Jahr 2000 das inhabergerführte

Rekener Unternehmen mit über 50 Mitarbeitern.

Seit wann sind Sie Sponsor der Skurios Volleys?

Seit August 2016 sind wir Hauptsponsor der Skurios Volleys.

www.ewering.de

Was hat Sie dazu veranlasst als Sponsor aufzutreten?

Ich selbst bin seit meiner Jugend immer in mindestens einem

Sportverein aktiv gewesen, später in die Trainerrolle

geschlüpft. Die Unterstützung heimischer Sportvereine ist mir

daher auch heute in der Rolle als Sponsor sehr wichtig.

Was würden Sie sich für die Zukunft von der

Mannschaft und dem Verein wünschen?

Für die Zukunft würde ich mir eine Social Media

Kooperation wünschen. Gerade Instagram und diverse

andere Kanäle sind heutzutage nicht mehr wegzudenken.

Daher sind wir in den letzten Jahren auch hier aktiver

geworden. Somit können auch wir als moderner

Handwerksbetrieb noch näher an junge Leute herantreten.

Das Regionalitätsprinzip ganz nach dem Motto „Aus der

Region für die Region“ steht dabei im Vordergrund. Wir haben

mittlerweile sehr viele Kunden aus Borken und Umgebung. -

Vor diesem Hintergrund möchten wir an entsprechender

Stelle auch der Region etwas zurückgeben. Gerade die Macher

der Skurios Volleys machen eine hervorragende Arbeit im

29


Vfl Oythe

Kölnerinnen noch in den Knochen. Dass nun aber am

Sonntagnachmittag nach 83 Minuten genau dieses

Wunschergebnis zutraf, ließ die seit Saisonbeginn als Co-

Trainerin wirkende Nelke frohlocken. „Gerade weil wir diese

Woche ein bischen angeschlagen waren, tat das 3:0 echt

gut.“ Die Borkener Zweitliga-Spielerinnen können sich nun

knapp 13 Tage lang regenerieren und gesund werden – erst

dann sind sie wieder zu zwei Auswärtsspielen in der

Bundeshauptstadt gefordert.

Hallo VfL Oythe,

Impressum

7. Spieltag

VCO Münster

3:0

31.10.2021 I Mergelsberg Sporthalle

VC Olympia Münster unterliegt klar mit 3:0 in der Mergelsberghalle

Zwei Spiele, fünf Punkte und neben vor Freude nach dem

Spielpfiff hüpfenden Skurios-Spielerinnen auch noch ein

zufrieden wirkendes Trainer-Duo – das Ergebnis des

Doppelspieltags kann sich aus Borkener Sicht wahrlich

sehen lassen. Nachdem am Samstag nach hartem Kampf

gegen die DSHS SnowTrex Köln die Punkte Nummer 16 und

17 das Borkener Punktekonto vergrößerten, kamen zum

Ausklang des Wochenendes beim Spiel gegen den VC

Olympia Münster nun die Punkte 18 bis 20 hinzu. Für den

Platz an der Tabellenspitze reicht das 3:0-Endergebnis

(25:22, 25:19, 25:18) zwar nicht ganz, die BayerVolleys führen

nur dank besserer Punktdifferenz, dafür aber war die

Erleichterung nach einer von Erkältungen geprägten Woche

bei der Mannschaft sichtlich spürbar.

„Schön wäre ein 3:0“, wünschte sich Borkens Co-Trainerin

schon am Vortag. Da steckte den Skurios Volleys das knapp

gewonnene Fünf-Satz-Spiel gegen stark aufspielende

Reihen des VC Olympia, der in dieser Saison mit einem

Sonderspielrecht an den Start ging, wollten gegen den

aktuellen Tabellenzweiten die Niederlage vom Vortag wohl

wieder gut machen, hier unterlagen sie dem Tabellenführer

BayerVolleys ebenfalls mit 3:0.

So konnte sich Borken bereits im ersten Satz lange nicht

entscheidend vom Münsteraner Ligakonkurrenten absetzen.

Zwar lag Borken teilweise bis zu fünf Zähler vorne, Münster

aber bewies Charakter und kämpfte sich immer wieder

heran. So lag man zum Ende dieses Satzes mit 20:10 gerade

mal einen Punkt vor und konnte erst nach 30 Minuten den

zweiten Satzball zum 25:22-Endergebnis verwandeln.

Auch den zweiten Satz begannen die Skurios Volleys mit

druckvollen Aufschlägen und führten mit teilweise fünf

Punkten recht deutlich. Der VCO Münster aber bewies, dass

man immer mit den jungen Spielerinnen rechnen musste.

Nachdem es zwischendurch bereits 19:13 stand, kämpften

sich die Münsteranerinnen nochmal ran, sodass Borken

beim 21:18 eine Auszeit nahm. Am Ende ging aber auch

dieser zweite Satz mit 25:19 zu Gunsten der

Heimspielmannschaft aus.

Den dritten Satz dominierten die Skurios Volleys anfangs

deutlich und führten schnell mit 10:0. Dann wachten die von

ihren Fans über das gesamte Spiel hinweg lautstark

unterstützten Spielerinnen auf und verkürzten zur zweiten

Technischen Auszeit bereits zum 16:8. Weiterhin kamen die

gegnerischen Spielerinnen bis zum 24:18 heran, ehe Borken

nach 27 Minuten den zweiten Matchball zum 3:0-Endstand

verwandelte.

Die Enttäuschung über die zweite Niederlage an diesem

Wochenende währte am Ende bei den Münsteranerinnen

nicht allzu lange. „Es war ein guter Gradmesser zu sehen wir

stehen“, befand Münsters Coach Justin Wolff. „Wir sind in

beide Spiele gegangen mit der Einstellung, dass wir nichts zu

verlieren haben.“ Nicht bloß Schießfutter, sondern ein

ernstzunehmender Gegner wollte Münster beim Debüt in

der Mergelsberghalle sein und das gelang dem Team auch.

Der vierte Heimspiel-Triumph in dieser Saison war für die Besonderen Eindruck hinterließ Außenangreiferin Mia

von Kapitänin Anika Brinkmann angeführten Borkenerinnen Kirchhof beim Borkener Trainer, der sie für die silbernen

jedoch kein Selbstläufer, wie die rund 216 offiziell gezählten MVP vorschlug. Borkens Mittelblockerin Jana Röwer gewann

Zuschauer schnell merkten. Die „jungen Wilden“ in den zugleich die goldene MVP-Medaille.

30


Im Blickpunkt - Doreen Luther (I)

Mit ihrer Körpergröße von 187 Zentimetern zählt unsere Nummer 3 zu den größten

Spielerinnen im Kader. Die Mittelblockerin kam 2020 nach Borken und sorgt nicht nur mit

ihren starken Block-Paraden bei den Borkener Fans und den Gegnern für Begeisterung.

Was magst du an Borken besonders?

Ich habe ehrlich gesagt noch nicht viel von Borken gesehen,

da es mich bisher nur wegen sportlichen Absichten

hergelockt hat. Ich war allerdings sehr positiv von der

Innenstadt überrascht. Ein paar von uns aus der Mannschaft

sind eines Abends nach einem Spiel noch in die Innenstadt

gegangen, um noch eine Kleinigkeit zu essen. Die Lokale

waren wirklich gut besucht und es herrschte eine wirklich

angenehme Ambiente. Davon haben wir uns anstecken

lassen und sind kurz darauf auch noch losgezogen.

Was machst du beruflich?

Nach meinem Abi habe ich sofort eine Ausbildung zur

Pharmazeutisch-Technischen Assistentin begonnen und

erfolgreich abgeschlossen. Seitdem arbeite ich in

Lüdinghausen in der Bären-Apotheke, bewerbe mich

allerdings regelmäßig für ein Pharmaziestudium, um mich

beruflich weiterzuentwickeln.

Was war für dich das bisherig größte sportliche Highlight

deiner Karriere?

Ich kann ehrlich gesagt nicht von großen Erfolgen erzählen,

da ich im Vergleich zu anderen noch nie an großen

Turnieren, wie z.B. die Deutschen Meisterschaften oder

Westdeutsche Meisterschaften teilgenommen habe. Daher

sehe ich meine gesamte Entwicklung eher als ein ganzes

Highlight in meinem Leben. Ich habe es mit 19 Jahren von

der Bezirksliga in die 3. Liga geschafft, drei Jahre weiter an

mir gefeilt und letztendlich das Maximum erreicht, was für

mich möglich war – der Sprung in die 1. Bundesliga. „Vom

Tellerwäscher zum Millionär“.

Wie bist du zum Volleyball gekommen?

Das war tatsächlich purer Zufall. Als Kind war ich eher

tanzsportbegeistert und habe einige Jahre lang Kurse im

Ballett und Bauchtanz besucht. Irgendwann gab es die

Angebote nicht mehr und ich musste mich neu orientieren.

Meine Eltern entdeckten daraufhin ein Angebot vom TV

Dülmen und begleiteten mich zum Tag der offenen Tür vom

Volleyball, wo ich letztendlich geblieben bin.

Welche sportlichen Wünsche möchtest Du dir gerne noch

erfüllen?

Wünsche per se habe ich nicht (mehr). Ich bin mit der

aktuellen Situation sehr zufrieden - ich habe einen festen Job

mit dem Ziel zu Studieren und kann „nebenberuflich“ auf

einer professionellen Basis meiner Leidenschaft

nachkommen. Ich bin Teil einer großartigen und

unvergesslichen Mannschaft, in der ich viele

Persönlichkeiten kennengelernt und in mein Herz

geschlossen habe. Ich bin Mitglied in einem Verein, der nicht

nur meine spielerischen Fähigkeiten, sondern auch meine

Persönlichkeit wertschätzt. Von daher zähle ich

Zufriedenheit und Wohlbefinden zu meinen grundlegenden

Wünschen, die mir Status Quo erfüllt werden.

31


Im Blickpunkt - Doreen Luther (II)

Wie bereitest du dich auf einen Spieltag vor?

Vor Heimspielen lädt uns Fabienne immer zu einem

gemeinsamen Mittagessen ein. Jeder Gast steuert eine

Kleinigkeit dazu, wie zum Beispiel Getränke oder Nachtisch,

und der Gastgeber kocht für uns. Anschließend werden, je

nach Laune, Spiele gespielt, Filme geschaut, Volleyballclips

analysiert oder über verschiedenste Themen philosophiert.

Generell versuche ich vor Spieltagen ausreichend zu

schlafen, ausgewogen zu Essen, meine Sporttasche

rechtzeitig und vollständig zu packen und nicht mit

wehenden Fahnen in der Halle anzukommen.

Womit entspannst du Dich nach einem Spieltag?

Ich versuche unter der Woche möglichst alle Termine und

anstehenden Aufgaben abzuarbeiten, um mir am Tag nach

dem Spiel einen „Gammeltag“ zu gönnen. Das kann

unterschiedlich aussehen – langes Ausschlafen, bis

Gibt es neben Volleyball noch eine andere Sportart, für die

du dich begeisterst?

Ich bin generell sehr ballsportaffin. Ballsportarten liegen mir

sehr, deshalb spiele ich gerne Fußball, Basketball,

Badminton, Beachball und ganz besonders gerne

Tischtennis. Wenn wir die Frage nur auf Hallenvolleyball

beziehen, ist im Sommer natürlich Beachvolleyball mein

Favorit.

Was wünschst Du Dir für die Zukunft des Volleyballsports

bei den Skurios Volleys?

Ich wünsche mir für die Skurios Volleys stets treue Fans, die

mit dem ganzen Herzen den Verein unterstützen und immer

das Gefühl bekommen, wertgeschätzt zu werden. Genügend

Sponsoren, mit denen der Verein Hand in Hand kooperiert,

um auch in die Zukunft zu investieren. Loyale Spielerinnen

und ein kompetentes Management inkl. Trainerstab, die

stets füreinander einstehen und aufeinander zugehen. Denn

Ziele kann man vielleicht alleine setzen, aber nur gemeinsam

erreichen.

nachmittags im Pyjama im Bett oder auf der Couch liegen,

Zeit mit meinen Eltern verbringen, ein Entspannungsbad

nehmen oder den ganzen Tag Filme schauen. Die Auswahl

ist wirklich groß.

32


www.hellenkamp-borken.de

33


8. Spieltag

BBSC Berlin

0:3

13.11.2021 I Sporthalle Hämmerlingstraße

9. Spieltag

VCO Berlin

1:3

14.11.2021 I Sportforum Berlin

Am letzten Wochenende konnten die Skurios Volleys bei ihrem Doppelspieltag in Berlin die

volle Punktzahl mit auf die Heimreise nehmen

Beim ersten Auftritt in der Köpenicker Hämmerling-

Sporthalle waren es 72 spannende Minuten, bis die

Borkener Damen den Gegner, BBSC Berlin mit dem ersten

Matchball alle Punktehoffnungen nahmen. Vorangegangen

war ein sehr hochklassiges Spiel, bei dem die Gäste in allen

Belangen immer einen Tick besser waren als die

Gastgeberinnen. „Unser Team hat heute zu einhundert

Prozent die, in der Mannschaftsbesprechung vorgegebene

Taktik umgesetzt“, freute sich Co-Trainerin Lena Nelke nach

der Partie. „Wir haben die Berlinerinnen mit starken

Aufschlägen unter Druck setzen können. Unser Block hat

hervorragend gestanden und die Angreiferinnen haben den

Rest übernommen. Wir sind mit dem Spielverlauf daher

mehr als zufrieden.“ Vorausgegangen waren 72 spannende

Minuten mit hochklassigem Volleyballsport, bei dem das

Gast-Team

Hallo VfL

zu

Oythe,

keinem Zeitpunkt die Kontrolle über die

Begegnung verlor. Mit Satzergebnissen von 21:25; 21:25 und

16:25 behaupten die Westmünsterländerinnen somit weiter

ihre Spitzenposition in der Tabelle.

Mannschaft von Trainer Chang Cheng Liu dann zu und man

dominierte die Partie fortan leicht. Die Satzergebnisse 16:25

und 18:25 zeigten die Überlegenheit des deutlich

erfahreneren Teams aus Borken. Im vierten Satz wurde es

dann noch einmal etwas enger. Schlussendlich reichte es

Borken aber den beim Stand vom 23:25 den Sack zu zu

machen und weiter drei Punkte auf dem Habenkonto zu

verbuchen. In beiden Begegnungen wurde übrigens die

Borkener Kapitänin Anika Brinkmann mit der goldenen MVP

Medaille als beste Spielerin geehrt.

Beim zweiten Spiel am Sonntag im Berliner Sportforum ging

es gegen die Youngsters vom VCO Berlin. Die Borkener

Damen hatten sich auch für diese Begegnung vorgenommen

Vfl Oythe Impressum

alle drei Punkte für sich zu beanspruchen. Im ersten Satz

waren es aber die jungen Damen vom Olympiastützpunkt,

die Oberwasser behielten und beim Stand von 25:22 mit 1:0

in Führung gingen. In den Sätzen zwei und drei legte die

34


Seit über 70 Jahren auf der Überholspur

Aktuell 12 Autohäuser mit zehn Marken, ein bundesweit lieferndes Ersatzteil-

Logistikzentrum und aktiv imFahrzeugumbau - mit über 800 Mitarbeitern ist das 1949

gegründete Borkener Familienunternehmen längst deuschlandweit ein Begriff. Seit Jahren

ist die Bleker Gruppe aber auch wichtiger Premiumsponsor unserer Skurios Volleys.

Die Bleker Gruppe sowie die Skurios Volleys gehen in

Sachen Sponsoring bereits seit einigen Jahren

gemeinsame Wege. Wie kam es dazu? Gab es

persönliche Beweggründe?

Die Skurios Volleys erzielen im Münsterland und drüber

hinaus schon seit einigen Jahren eine große Reichweite und

Bekanntheit. Die sportlichen Erfolge und die exzellente

Jugendarbeit schlagen im Volleyball-Bereich hohe Wellen

und sorgen selbstverständlich für eine entsprechende

Anerkennung, welche uns als Borkener Unternehmen sehr

beeindruckt. Wir waren damals sehr schnell davon

überzeugt, das Sponsoring in die Wege zu leiten und die

Mannschaft, sowie den Verein zu unterstützen.

Durch das Sponsoring und viele weitere gemeinsame

Aktionen profitieren sowohl wir als Unternehmen, als auch

die Skurios Volleys.

Sie unterstützen den Verein jährlich mit Pool-

Fahrzeugen, deren optisch ansprechendes Design

auffällt. Gibt es dazu auch Feedback Ihrer Kunden?

Natürlich sorgen die Fahrzeuge für Aufmerksamkeit, wenn

eine Spielerin oder ein Betreuer damit durch Borken oder

Umgebung fährt. Unsere Grafik-Abteilung lässt sich für

diesen Zweck jedes Jahr aufs Neue eine kreative Idee

einfallen, damit die Autos Passanten oder anderen Verkehrs-

Teilnehmern direkt positiv auffallen und eine Assoziation zu

den Skurios Volleys und der Bleker Gruppe hergestellt

wird.Da ein großer Teil unserer Kunden aus dem Bereich

Borken stammt, ist dem ein oder anderen schon einmal

eines der Skurios-Fahrzeuge begegnet und sicherlich direkt

ins Auge gestochen.

Vertreter der Bleker Gruppe sind regelmäßig bei

Heimspielen in der Mergelsberg-Halle. Wie wichtig ist

Ihnen der Austausch mit anderen Sponsoren?

Der rege Austausch während der Heimspiele und die damit

verbundenen Kontakte, welche man knüpft, haben einen

wichtigen Stellenwert im Rahmen des Sponsorings. Als

Borkener Unternehmen ist es uns jedes Mal eine Freude,

andere in der Umgebung angesiedelte Sponsoren der

Skurios Volleys kennenzulernen und sich untereinander

auszutauschen. Aber nicht nur die Kommunikation mit

anderen Sponsoren ist uns wichtig, auch die Gespräche mit

unseren Kunden und den Vertretern der Skurios Volleys

sind ein Grund dafür, regelmäßig Heimspiele zu besuchen.

Dazu gehört selbstverständlich auch die Unterstützung der

Mannschaft.

Mannschaftsvorstellung im Rahmen der offiziellen Saisoneröffnung in der

Bleker Business Lounge im August 2021 (Foto: Bleker-Gruppe)

35


Unser Premiumsponsor Bleker Gruppe

In diesem Zusammenhang noch eine Frage zum ersten

Höhepunkt dieser Saison, der Saison-Eröffnungsfeier,

die in der Bleker Business Lounge stattfand. Nach den

Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in der

vergangenen Saison trafen nun erstmals wieder

Sponsoren, Helfer und Fans zusammen. Wie wichtig war

Ihnen dieses Event?

Die Saison-Eröffnungsfeier war ein besonderes Highlight,

denn es war auch für uns das erste größere Event seit dem

Ausbruch der Pandemie. Eine neu gebildete Mannschaft

wurde vorgestellt und der aktuelle Fahrzeug-Pool wurde

übergeben.

Es war uns sehr wichtig, den Fans, Helfern und Sponsoren

einen Ort zum erstmaligen Austausch und Kennenlernen zu

bieten und gemeinsam in eine erfolgreiche Saison zu

starten. Denn Erfolge machen mehr Spaß, wenn alle das

gleiche Ziel vor Augen haben und gemeinsam dafür

arbeiten. Daran hat die Mannschaft natürlich den größten

Anteil, doch die Helfer und Fans sorgen dafür, dass das

„Drumherum“ auch stimmt.

Werden Sie von anderen Unternehmen oder Kunden

gelegentlich auf das Sponsoring angesprochen?

Auf Grund der Größe und Bekanntheit des Vereins in der

Region, die vorbildliche Integration und Präsentation der

Sponsoren seitens Skurios und die damit verbundene

Öffentlichkeitsarbeit des Vereins, erzielen wir zusammen

mit dem Verein eine nennenswerte Reichweite.

Erfreulicherweise zählen sich mittlerweile viele unserer

Kunden zu den Anhängern und Fans der Skurios Volleys. Im

Rahmen der Heimspiele kommt es so häufig zum

Austausch und Gespräch über das Sponsoring.

Die vergangene Saison fand gänzlich ohne Zuschauer

statt, auch Sponsoren durften nicht zuschauen. Fehlte

Ihnen dieses langjährige Erlebnis?

Ja klar! Es ist jedes Mal ein schönes Erlebnis, Heimspiele zu

besuchen und die Mannschaft zu unterstützen. Umso mehr

macht es in dieser Saison Spaß, wieder gemeinsam Erfolge

zu feiern und daran teilhaben zu dürfen.

Eines von aktuell 12 Autohäusern der Bleker-Gruppe: das Citroen-Autohaus

in Borken (Foto: Bleker-Gruppe)

Die Bleker-Gruppe und viele weitere Sponsoren hielten in

der letzten schwierigen Saison mit leeren Heimspiel-

Rängen totzdem zu den Skurios Volleys. Warum?

Wir haben uns in den vergangenen Monaten nicht einmal

damit befasst, das Sponsoring nicht weiterzuführen. Gerade

in schwierigen Zeiten ist es wichtig, zusammenzuhalten und

einem in der Region so renommierten Verein den Rücken zu

stärken.

Aktuell mischt die Mannschaft wieder die 2. Bundesliga

Nord auf. Was würden Sie sich als Premiumsponsor in

naher oder fernerer Zukunft von der Mannschaft und

dem Verein wünschen?

Mit sehr großem Interesse verfolgen wir die aktuelle

Entwicklung der Skurios Volleys und wünschen der

Mannschaft und dem gesamten Verein weiterhin viel Erfolg

für die restliche Saison. Die Mannschaft und der gesamte

Verein haben das Potenzial dazu, sich auch in Zukunft

weiterhin als standfester Volleyball-Verein in den oberen

Ligen Deutschlands zu behaupten.

Besonders freuen wir uns auf eine volle Mergelsberg-Halle

und lautstarke Unterstützung durch die treuen Fans der

Skurios Volleys!

36


10. Spieltag

VC Allbau Essen

3:0

20.11.2021 I Mergelsberg Sporthalle

Skurios Volleys bauen im Fernduell gegen die BayerVolleys die Tabellenführung aus

Fast scheint es, als dass die Skurios Volleys in dieser Saison

an die Meisterschaftssaison 2018/19 anknüpfen möchten,

denn mit dem 3:0-Heimspielerfolg im zehnten Saisonspiel

(25:11, 25:14, 25:20) fuhren die Westmünsterländerinnen

bereits den zehnten Sieg ein. Dabei waren die Punkte 27 bis

29, welche die Borkener Spielerinnen gegen die Pottperlen

aus Essen erkämpften, äußerst schnell eingefahren. Nur 68

Minuten dauerte das Spiel des aktuellen Tabellenersten

gegen die Viertplatzierten der 2. Volleyball Bundesliga Nord.

Vom Vorhaben der Gäste aus dem Ruhrgebiet, den „Klassen-

Streber“ zu ärgern, war da nur wenig zu merken.

„Klassen-Streber sehr gut, wir heute weniger gut“, zollte

Essens Coach Marcel Werzinger nach dem Spiel den

Vfl Oythe

Spielerinnen der Skurios Volleys dann auch Respekt.

Natürlich hatten er und seine Mädels sich deutlich mehr

ausgerechnet, doch wusste man in Essen um die Heimstärke

der Borkener, welche die Mergelsberg-Sporthalle wieder

zusammen mit ihrer Helfer-Crew in einen Hexenkessel

verwandelten. Mit 247 lautstarken und anschließend

ausgelassen feiernden Fans konnte Borken im fünften

Heimspiel einen Zuschauerrekord in dieser Saison

vermelden – auch wenn die Zahlen nicht vergleichbar sind

mit den rund 1.100 Fans in der Meisterschaftssaison. Die

Angst der Menschen vor einer Ansteckung mit dem Corona-

Virus ist aktuell verständlicherweise sehr präsent, sodass

viele Fans derzeit gerne den Videostream von SPORT1 extra

nutzen.

Alle Borkener Fans, egal ob in der Halle oder als Zuschauer

per Stream, rieben sich im ersten Satz verwundert die Augen

über die Dominanz der Heimmannschaft. Borken zog

sogleich davon und baute seinen Vorsprung scheinbar

mühelos immer weiter aus. Nach einem zwischenzeitlichen

5:2 hieß es schnell 10:3 und zur zweiten technischen Auszeit

trennten beide Mannschaften beim 16:6 bereits zehn Zähler.

Komfortable 13 Satzbälle spielten sich die Skurios Volleys am

Ende des Satzes heraus und konnte den ersten sogleich zum

25:11-Endstand verwandeln. „Wir haben super wenige

Eigenfehler gemacht“, staunte dann auch Co-Trainerin Lena

Nelke. Mit präzisen Aufschlägen setzte die Heimmannschaft

den Gegner unter Druck, „daher haben wir alles erfüllt, was

wir uns vorgenommen hatten.“

Impressum

Zu Beginn des zweiten Satzes schien es, als dass die Essener

Spielerinnen aufgewacht wären. Keine Mannschaft konnte

sich in der Anfangsphase absetzen. Doch dann zeigte sich

schnell, dass Borken aktuell weitaus druckvoller und

konstanter spielt. Als Essens Coach Marcel Werzinger seiner

erste Auszeit nahm, hieß es bereits 20:11, Erfolg aber

brachte dies nicht. Zehn Satzbälle gaben den Skurios Volleys

viel Sicherheit und bereits der erste saß – Borken gewann

deutlich mit 25:14.

Nahezu personell unverändert gingen beide Mannschaften

in den dritten Satz, der Borkens Coach Chang Cheng Liu

dann aber überraschte. Essen agierte druckvoll, brachte

plötzlich mit seinen Aufschlägen Borkens Annahme und

Abwehr ins Schwimmen und zog sogleich davon. Schnell

hieß es 4:8 und nach einer 3-Punkte-Serie Essens sogar 5:11.

Die Skurios Volleys aber kamen endlich besser ins Spiel und

schafften es schließlich den Punkterückstand abzubauen.

Essens Coach nahm beim 20:20-Zwischenstand seine zweite

Auszeit, die aber wirkungslos verpuffte. Mit einem starken

Endspurt und sechs Zählern in Folge gewann Borken

schließlich bereits um 20-38 Uhr auch diesen Satz mit 25:20,

sodass die drei Punkte in Borken bleiben. Da zeitgleich die

BayerVolleys im rheinischen Derby auswärts beim DSHS

SnowTrex Köln unerwartet deutlich mit 3:0 verloren,

konnten die Skurios Volleys ihre Tabellenführung weiter

ausbauen. Zwar hat Leverkusen aktuell ein Spiel weniger

absolviert, Borken führt als Liga-Primus aktuell aber mit

einem Abstand von sechs Punkten die Tabelle an.

Groß war nach dem Spiel auch die Freude bei

Mittelblockerin Jana Röwer, die ihre zweite goldene MVP-

Medaille in dieser Saison errang. Die silberne Medaille ging

an Essens Außenangreiferin Alisha Ossowski. Mit Blick auf

das nächste Heimspiel in nur einer Woche gegen des SCU

Emlichheim, gilt es für Borken nun darum, besonders im

dritten Satz mehr Konstanz zu zeigen. „Den kleinen Hänger

im dritten Satz kennen wir ja“, meinte Co-Trainerin Lena

Nelke. „Daran arbeiten wir auch dran.“ An einer Sache aber

können die Mädels der Skurios Volleys nicht direkt Einfluss

nehmen – auf die Lieferzeit ihrer verdienten Pizza. Da sie am

Samstag so schnell fertig waren, mussten sie doch weit

länger darauf warten als ursprünglich geplant – richtig böse

aber dürfte wohl niemand deswegen gewesen sein.

38


Alles ein wenig anders als sonst -

Erinnert ihr Euch noch an die Meisterschaftssaison 2018/19? Oder an unsere Spiele bis in

den Februar des Jahres 2020 hinein? Zu jedem unserer Heimspiele konnten wir mehrere

hundert Besucher begrüßen, die uns lautstark anfeuerten. Eineinhalb Jahre später ist

vieles anders. Nach einer Saison komplett ohne Zuschauer ist es für viele unserer Fans

anfänglich nur schwer sich an neue Verhältnisse zu gewöhnen. Dafür haben wir vollstes

Verständnis und freuen uns über jeden Fan, den wir wieder in unserer Meggi begrüßen

dürfen - denn ohne euren Support wäre Volleyball nur halb so schön!

Für die Skurios Volleys ging es im September dieses Jahres in

die neunte Zweitliga-Saison. Für die mittlerweile routinierte

Truppe von Helfern rund um die Heimspieltage war die

Freude auf ein Wiedersehen mit den Fans der Skurios Volleys

sicherlich genauso groß wie bei Teammanager Uli Seyer.

Aber irgendwie scheint alles noch ein wenig anders als sonst

zu sein.

In der Vor-Corona-Zeit war die Borkener Mergelsberg-

Sporthalle als wahrer Hexenkessel in der gesamten Liga

bekannt und bei den Gastmannschaften geliebt wie

gefürchtet. Es war für jede Spielerin der 2. Bundesliga immer

wieder ein Erlebnis, vor vollen Rängen und einer

unübertrefflichen Stimmung in der Halle aufzulaufen. Dies

scheint nun ein wenig eingebrochen zu sein. Die

Zuschauerzahlen in den ersten Heimspielen der laufenden

Saison waren schon ein wenig ernüchternd. Wo sonst bis zu

1.200 Volleyballbegeisterte ihr Team anfeuerten, waren es

beim ersten Heimspiel gegen den VFL Oythe gerade einmal

180. Auch in den weiteren Partien gingen die Zahlen nur

unwesentlich weiter nach oben.

Diese Tendenz ist bei allen Vereinen der ersten und zweiten

Bundesliga zu beobachten. „Wir sind im normalen Leben und

natürlich auch im Sport durch eine sehr schwierige Zeit

gegangen. Als im Winter 2019 das erste Mal ein neuartiges

Virus auftrat, konnte sich niemand vorstellen, was noch alles

auf uns als professionell aufgestellter Verein zukommen

würde“, hat Teammanager Uli Seyer eine durchaus plausible

Erklärung. In der Anfangsphase der mittlerweile weltweit

grassierenden Corona-Pandemie war der Abbruch der Saison

2019/20 die logische Konsequenz. Aber die Vereine und der

Ligaverband (VBL) haben versucht das Beste daraus zu

machen.


Heimspiele unserer Skurios Volleys

„In Borken haben wir überlegt, wie wir die Spieltage für die

Zuschauer und auch für die Sportler aus

infektionstechnischer Sicht ´sicher´ machen können“,

berichtet Uli Seyer weiter. In Absprache mit der Stadt und

dem Kreisgesundheitsamt und der VBL wurde ein

Hygienekonzept erstellt. Die zugelassene

Besucherkapazität in der Halle wurden durch die Stadt

Borken auf maximal fünfzig Prozent heruntergesetzt. „Wir

haben einen Online-Ticket-Shop eingerichtet um die

Kontakte an der Kasse zu minimieren. Es wurde ein

Personen-Leit-System angeschafft um im inneren der Halle

die Berührungspunkte, gerade auch in Spielfeldnähe auf

ein Minimum zu reduzieren. Ein weiterer Punkt ist die

kontaktlose Einlasskontrolle mit Drehkreuzen und

digitalisierten Tickets.“

Dass die Zuschauer mit den vorher ungekannten

Maßnahmen Neuland betraten, war den Verantwortlichen

der Skurios Volleys durchaus bewusst. Hinzu kommen die

zurzeit vorgeschriebenen Kontrollen des jeweiligen Impf-,

Genesenen- oder Teststatus der Besucher. Seyer hierzu:

„Hier bauen wir aber auf so etwas wie einen gewissen

Gewöhnungseffekt. Die Leute werden langsam feststellen,

wie einfach und bequem es sein kann, sein Ticket für die

Heimspiele der Skurios Volleys online zu bestellen und

auszudrucken, um dann ohne lange Wartezeit an der

Kasse direkt in die Halle zu gelangen.“

Natürlich wird es weiterhin noch eine Abendkasse geben,

an der in gewohnter Weise eine Eintrittskarte zu

bekommen ist. Doch der wahrscheinlich wohl wichtigste

Punkt, warum die Skurios Volleys zurzeit noch relativ

geringe Besucherzahlen haben, wird das Corona-Virus

sein. Die Leute haben eine berechtigte Angst vor einer

Infektion und hier müssen die Skurios Volleys einfach

Geduld haben und hoffen, dass alle gesund durch die

Pandemie kommen - bis diese vorbei ist.

40


Entscheidend ist, wie glücklich ... (1)

Ferdinand Stebner kommentierte unser Ligaspiel gegen Köln. Anschließend stand uns der

heute 39-jährige ehemalige Volleyballprofi, heute Professor für Erziehungswissenschaften

an der Universität Osnabrück, für Fragen zu seiner früheren Spielerkarriere in der 1. und 2.

Bundesliga, über Projekte im Volleyball und auch über die Skurios Volleys zur Verfügung.

Zu Beginn unseres Interviews kleiner Rückblick auf das

letzte Heimspiel gegen die DSHS SnowTrex Köln. Wie war

es für Dich als Kommentartor in Borken zu sein?

Der Abend hat mir unglaublich viel Spaß gemacht. Das

Moderieren und Kommentieren ist eine Sache, die mir leicht

fällt und unter anderem deswegen Spaß macht. Für mich war

es zudem ein besonderer Spieltag, weil ich erstmals nach

Beginn der Corona-Pandemie wieder in einer Bundesligahalle

war und kommentieren durfte. Es war aber auch ein

besonderes Spiel, weil ich beide Trainer gut kenne. Mit

Borkens Trainer Chang Cheng Liu habe ich zumindest im

selben Verein gespielt. Er spielte in den 1990ern, ich in den

2000er Jahren in Moers. Ich habe mich gefreut, ihn

wiederzutreffen, weil ich früher auch in seinem Restaurant in

Moers als Spieler von Moers öfters Gast war. Kölns Trainer

Jimmy Czimek kenne ich gut durch meine Arbeit im Verband

und als Trainer und uns verbindet, dass wir beide an der Uni

arbeiten.

Borken und Köln sind zudem zwei attraktive Mannschaften,

weil beide attraktiven Volleyball spielen. Mir war klar, dass es

ein spannendes Spiel wird. So habe ich es anfangs in der

Übertragung angekündigt und so ist es auch gekommen. Es

lief einfach - ein tolles Spiel, eine tolle Stimmung. Es ist

immer etwas Besonderes in Borken zu sein und dazu kommt,

dass das ganze Team – damit meine ich vor allem das Team

ums eigentliche Team, also Uli Seyer und Co. - sich fabelhaft

um mich gekümmert haben.

Seit wann kennst Du die Skurios Volleys?

So richtig verfolge ich das Borkener Team seit der Saison

2014/15. In dieser Zeit rief ich in Herten das Volleyballprojekt

ins Leben. Dadurch bekamen wir so langsam Öffentlichkeit.

Dann haben sich die Skurios irgendwann bei mir gemeldet

und gesagt, dass wir auch etwas anders seien - rebellisch und

alternativ. Daher sollten wir mal was zusammen machen. In

der Saison 2015/16 war ich als kommissarischer

Vizepräsident im WVV aktiv und war ein oder zwei Mal in der

Borkener Halle. Ich verfolgte Borkens Entwicklung natürlich,

weil ich viele Parallelen zwischen den Projekten Borken und

Herten feststellte und dabei immer wieder überlegt habe,

wie wir den Spirit auch in andere Vereine transportiert

bekommen.

Volleyball ist ja für viele immer noch eine Randsportart.

Hast Du daher bewusst nach Borken geschaut?

Hier im Westen sah ich einst bezüglich der Stimmung und

Öffentlichkeitsarbeit meiner Meinung nach zwei Leuchtturm-

projekte. Da ist im professionelleren Rahmen Borken und im

Amateurbereich Herten. In Herten war die Halle einst auch

rappelvoll, wir spielten Oberliga mit 400 Zuschauern und das

in einem kleinen Schuhkarton! Unsere Facebook- und

Instagram-Zahlen schlagen die meisten Erstligisten. Das war

damals schon so. Das ist auch heute in der Regionalliga so.

Und weil da viele Parallelen waren, haben wir in Herten

natürlich auch nach Borken geguckt.

Was lässt sich auch deiner Sicht in Borken perspektivisch

ausbauen?

Borken steht an einer Schwelle. Das haben wir

mitbekommen, als Borken in der Saison 2018/19 Meister

geworden ist und die Frage im Raum stand, steigt man auf

oder macht man es nicht. Das ist immer wieder dieser

Spagat und die große Frage, ´Traut man sich den nächsten

Schritt?´ ´Bekommt man das hin oder nicht?´ Ich denke,

Borken muss herausfinden, welche Bedürfnisse die

Menschen im Projekt und drumherum haben. Wenn das

erfolgreicher Sport auf Zweitliga-Niveau ist, weil die

Menschen Bock drauf haben, in der Woche zwei Stunden

sich entspannen zu können, sich zurück zu lehnen und

schönen Volleyball zu sehen, dann soll das so sein. Dann

reicht das auch und man muss sich nicht in die erste Liga

hochquälen. Es gibt andere Beispiele, etwa Bottrop, wo ich

auch gespielt habe. Dort wurde das vor die Wand gefahren,

gerade weil vieles versucht wurde und man sich den

Wünschen der Leistungsgesellschaft hingegeben hat. Das ist

eine sehr schwere Schwelle zum Profisport, die gut überlegt

sein muss.

41


... der Sport die Menschen macht (2)

In Borken gibt es eine Übertragung mit vier bis fünf Kameras,

das Aussehen der Halle, die Stimmung – alles ist top. Möchte

man hoch, wenn die Borkener darauf wirklich „Bock“ haben,

dann braucht man eine professionellere Struktur. Man wird

über Hauptamt im Management nachdenken müssen. Dann

braucht man aber auch besonders viel Geld. Wenn man dies

in Borken aber nicht möchte, weil das nicht zu den örtlichen

Strukturen passt, dann sollte man zumindest zusehen, dass

man das, was man hat, maximal genießen kann. Nicht alle

Schüler:innen müssen Professor:innen werden – und nicht

jeder Volleyballverein muss ein Erstligist sein.

Leverkusen wurde in der 2. Bundesliga Nord in der

letzten Saison Meister, stieg aber nicht auf. Was müsste

sich im Volleyballsport generell ändern, dass es für

Vereine attraktiv ist, in die erste Liga aufzusteigen?

Neben der finanziellen Frage ist dies auch eine

Einstellungssache. Der Präsident der Berlin Recycling Volleys

gab vor ein paar Wochen ein Interview, das sogar bei

tagesschau.de zu lesen war. Dabei wurde klar, dass es nicht

mit einer Variable erklärt ist. Man hat den Verband - der

muss zusehen, dass eine Liga gestaltet wird mit einem

Masterplan, der umsetzbar ist und der den Beteiligten Spaß

und nicht Bauchweh macht – zumindest nicht zu starke. Die

Vereine müssen Unterstützung bekommen, ihnen muss

unter die Arme gegriffen werden. Auf der anderen Seite ist

dies auch eine Frage von professionellen Strukturen: Was

kann ein Verein aufbauen und leisten, was möchte ein Verein

wagen? Manche Vereine trauen sich und kriegen das hin, die

haben meist gute natürliche Rahmenbedingungen (oder

haben sich diese hart erarbeitet). Diese liegen häufig in

einem günstigeren Einzugsgebiet. Dann braucht man auch

einfach mal Glück: Glück auf dem Transfermarkt, Glück mit

dem einen oder anderen Sponsoring-Partner, Glück, was

Verletzungen und Co. angeht.

Ich möchte noch einmal relativieren: entscheidend ist nicht,

ob man in der ersten oder zweiten Liga spielt. Entscheidend

ist, wie glücklich der Sport die Menschen macht. Sind die

Menschen in der Borkener Mergelsberghalle, wenn diese mit

über 1.000 Zuschauern ausverkauft ist, automatisch

glücklicher, wenn es ein Erstligaspiel ist? Selbst wenn sie in

der ersten Liga gewinnen würden, gehen die Menschen dann

glücklicher nach Hause? Letzten Endes machen wir es doch

alle dafür: für glückliche Momente. Die Spielerinnen „quälen“

sich dafür, dass Menschen in der Halle eine gute Zeit haben

und wieder zufrieden nach Hause gehen. Andere gucken sich

die Übertragung an und sind stolz. Das ist das, was wir

machen, was ein Uli Seyer und andere machen: Sie freuen

sich über das Geleistete und sind stolz auf sich, weil sie

anderen gutgetan haben.

Zuerst warst Du Zweit- und Erstligaspieler,

währenddessen sogar Spielertrainer beim VC Bottrop

und dann Trainer in Herten. War für Dich der

Unterschied zwischen Spieler und Trainer groß?

Ich habe zuerst in Moers gespielt, dann in Bottrop. Im

Aufstiegsjahr von Bottrop war ich Spielertrainer, denn mit

unserem Trainer hatten wir keinen Erfolg und so trennte

man sich von ihm. Da wir dann keinen Trainer hatten, habe

ich die Trainingssteuerung und Orga gemeinsam mit

unseren beiden Profis übernommen. Wir gewannen fortan

alles und stiegen in die erste Bundesliga auf. Das war eine

super Erfahrung für mich. Zentral für den Erfolg war dabei

die Frage, was die Spieler wirklich benötigen und was sie

beitragen können. Wenn Spieler beispielsweise (auch nur

annähernd) krank waren, sind sie zuhause geblieben - und

wir haben alle Spiele gewonnen, trotz sehr kleinen Kaders.

Unser Fazit damals: Eigentlich kann das Aufsteigen ziemlich

einfach sein (dabei haben wir gelacht…).

Dann hörte ich nach dem Erstligajahr auf und wurde ein paar

Jahre später schließlich Trainer in Herten. Wir schafften

mehrere Aufstiege von der Landesliga bis in die Regionalliga.

Ich engagierte mich in der Öffentlichkeitsarbeit und stellte

letztendlich wiederum fest, dass sich alles ums Individuum

dreht, man sich also vornehmlich um die Spieler:innen

kümmern muss. Ich musste also das tun, was ich als Spieler

selbst vermisst habe. Ich hatte keine individuelle Förderung

erfahren, ich war in einem Profiverein und habe nebenher

studiert und später gearbeitet. Ich wurde aber nicht so

behandelt, sondern wie ein Profi. Das war so, als hätte ich die

gleiche Erholungszeit wie alle anderen. Damit wurde ich

kaputtgemacht und war mit 27 „durch“. Darauf habe ich

später als Trainer geachtet. Ich habe gelernt, stärker mit

Menschen zu kommunizieren. Es ist aus meiner Sicht die

Hauptaufgabe von Trainerteam und Management, sich um

die Spieler:innen zu kümmern. Gemeinsam mit den

Spieler:innen kümmern sich dann alle um die

Zuschauer:innen, die Sponsor:innen usw. So kann sich etwas

mit nachhaltiger Tragweite entwickeln.

Im Sport steht das Individuum im Mittelpunkt – genauso wie

im normalen Leben auch. Das mache ich auch als Professor

an der Uni, etwa heute in der Vorlesung, als ich angehende

Lehrerinnen und Lehrer vor mir hatte. Das Individuum ist in

die Mitte zu stellen, es muss nachgefragt werden, was sie

benötigen. Das war – so denke ich – ein Geheimrezept und

das musste ich als Trainer erst recht verfolgen. Mir hat das

dann auch den entsprechenden Erfolg gebracht.

42


Abschluss des Interviews (3)

Zum Abschluss noch die Frage, wo Du den Volleyballsport

in zehn Jahren siehst?

Leider bin ich auch durch meine Hochschultätigkeit und die

Abgabe meines Projekts in Herten nicht mehr so in der

Materie wie noch vor einigen Jahren. Volleyball ist nach wie

vor eine der tollsten Sportarten, die es gibt. Es ist eine sehr

ästhetische Sportart mit tollen Zuschauer:innen. Es ist auch

eine Sportart für jedermann, wenn auch sehr actionreich.

Die Weiterentwicklung hängt dabei von Menschen wie Uli

www.kloecker.de

Seyer ab. Du kannst tolle Projektideen und geniale Konzepte

haben, es hängt dann aber trotzdem letztlich alles von den

Personen ab, die das umsetzen. Wenn Volleyballdeutschland

versteht, diese idealistischen Menschen zu finden und ihnen

www.dr-kuenstler.de

mit Wertschätzung zu begegnen, dann sehe ich große Zeiten

aufziehen. Regieren weiterhin Leistungsdruck und Egoismus,

wird also nicht mehr zwischen den Vereinen kooperiert und

gemeinsam entwickelt, so wird Volleyball in zehn Jahren dort

stehen, wo es heute steht. Aber vielleicht ist das ja auch gar

nicht so schlimm, sondern genau richtig.

43


11. Spieltag

SCU Emlichheim

3:1

27.11.2021 I Mergelsberg Sporthalle

Tabellenführer Skurios Volleys bleibt nach 3:1 auch im elften Ligaspiel in Folge ungeschlagen

Nach dem Spiel ist wie vor dem Spiel – und da verbindet und beim 18:19 erneut eine Auszeit nahm. Diese halfen aber

Emlichheim und Borken eine lange Freundschaft. Daher wenig, sodass Emlichheim am Ende eines sehr starken

feierte am Samstagabend nach dem Heimspiel über den Satzes den Satzball zum 24:26 verwandeln konnte.

SCU Emlichheim ein einsamer Emlichheimer Trommler

Auch im dritten Satz schien sich das Geschehen des zweiten

gerne mit den Borkener Fans und alle freuten sich über das

Satzes zu wiederholen: Borken legte anfangs gut vor und

äußerst unterhaltsame Ligaspiel, welches der aktuelle

führte beim 8:2 zwischenzeitlich mit sechs Zählern,

Tabellenführer knapp aber verdient mit 3:1 (25:21, 24:26,

Emlichheim kam aber wieder heran. Die Einwechselung von

25:19, 25:21) für sich entscheiden konnte.

Zuspielerin Zsófia Mészáros für Yina Liu aber erwies sich als

Wenige Minuten vorher, nachdem in der Borkener durchaus glücklich. Borken fand wieder besser ins Spiel und

Mergelsberg-Sporthalle die Skurios Volleys ihren elften baute den Vorsprung teilweise auf bis zu vier Zähler aus.

Saisonsieg im elften Spiel beim passenden Song „Stand up Auch eine erneute Schwächephase Borkens beim 20:18

fort he Champions“ feierten, stand Emlichheims Trainer konnte Emlichheim nicht nutzen, sodass die

Pascall Reiß Borkens Hallensprecher Carsten Hoves im Heimmannschaft schließlich relativ deutlich mit 25:19 diesen

Interview Rede und Antwort.

Vfl Oythe

„Wir haben es nicht geschafft dritten Satz gewann.

am Ende die richtige Lösung in allen Momenten zu finden“,

Die Skurios Volleys wollten natürlich mehr als nur einen

fasste der seit der Saison 2018/19 in Emlichheim wirkende

Punkt für die Tabelle, den vierten Satz aber dominierten

Coach, der mit seiner Mannschaftsleistung insgesamt nicht

plötzlich die Gäste. Beim 6:11-Zwischenstand nahm Borkens

unzufrieden war. Denn die Niedersachsen warfen gegen

Trainer Liu seine erste Auszeit. Eine Fünf-Punkte-Serie

Borken alles in die Waagschale – das aber reichte nicht ganz.

brachte den Ausgleich zum zwischenzeitlichen 12:12-

„Am Ende hatte Borken schon eine enorme Qualität“, fasste

Ausgleich. Borken zog davon, erlebte dann aber wieder eine

er zusammen.

Schwächephase, sodass Emlichheim beim 20:17 wieder bis

Sätze wie diese hörte das Borkener Trainerteam nach dem auf drei Zähler rankam. Dann wollten die Skurios Volleys

Spitzenspiel der 2. Bundesliga Nord natürlich gerne, musste nichts mehr anbrennen lassen und bauten ihren Vorsprung

gemeinsam mit den Borkener Fans jedoch 98 lange Minuten auf 24:20 aus. Erst den zweiten Matchball konnte Jana Röwer

lang zittern. Denn anders als noch vor einer Woche beim dann für ihre Mannschaft entscheiden und Emlichheim

Borkener Heimspiel gegen Essen zeigte Emlichheim deutlich musste beim 25:21 in eine 3:1-Niederlage einwilligen.

mehr Biss. So schafften es die Skurios Volleys gleich im

Nach dem Spiel zollte Borkens Co-Trainerin Lena Nelke ihrer

ersten Satz lange nicht sich eindeutig abzusetzen und

Mannschaft einen großen Respekt. „Chapeau an das Team,

haderten immer wieder mit den Emlichheimer Spielerinnen,

dass sie gerade den vierten Satz so drehen konnte.“ An

welche keinen Ball aufgeben wollten. So lag Borken beim

kleinere Rückstände aber habe sich das Trainerteam zwar in

zwischenzeitlichen 13:8 oder dem 16:11 teilweise deutlich

der Vergangenheit bereits gewöhnt, daher hätten sie „nicht

mit fünf Zählern in Führung, bis die Gäste sich wieder

so das Gefühl, dass man Angst haben muss.“ Trainer Liu

herankämpften. Erst mit dem zweiten von vier möglichen

fand den verlorenen Satz wenig tragisch, auch wenn ihm

Satzbällen ging dieser Satz mit 25:21 zugunsten der

persönlich ein 3:0 lieber gewesen wäre: „Der verlorene Satz

Heimmannschaft zuende.

aber zeigt den Spielerinnen ganz gut, dass sie nicht immer

Personell unverändert ging es in den zweiten Satz und nur gewinnen können und alle Mannschaften sehr stark sein

schnell sah es nicht gut für die Gäste aus, denn bei Impressum

der können.“ Für ihr gutes Spiel am Abend schlug er

ersten technischen Auszeit hieß es bereits 8:2. Emlichheims Libera Anna Meyerink für die die silberne MVP-

StarkeAufschläge der Emlichheimer sowie eine starke Medaille vor. Die Wahl des Gästetrainers für die goldene

Abwehr aber ließen den komfortablen Vorsprung immer MVP-Medaille hingegen ging an Diagonalspielerin Żaneta

weiter schmelzen, sodass Borken beim 12:10 eine Auszeit Baran, die einen sehr starken Abend erwischte.

44


Sport und Volleyball in Borken -

Sport bewegt - und das gilt auch für die Stadtverwaltung. Mit Bürgermeisterin Mechtild

Schulze Hessing haben wir über die Bedeutung und Unterstützung des Ehrenamtes im Sport,

die Nutzung der städtischen Sporthallen und auch über unsere Skurios Volleys gesprochen.

Das Interview mit der seit 2015 amtierenden Bürgermeisterin findet ihr hier.

Frau Schulze Hessing, vorab eine Frage an Sie persönlich.

Finden Sie in Ihrer Freizeit eigentlich Zeit und Raum für

sportliche Aktivitäten?

Die Zeit ist sehr knapp für sportliche Aktivitäten, aber ich

versuche so oft es geht zu walken oder spazieren zu gehen

mit unseren Hunden.

Vor der Corona-Pandemie gab es in den verschiedensten

Sportvereinen in allen Borkener Ortsteilen ein reiches

und rege genutztes Angebot. Nun scheint es, dass viele

Borkener erst wieder langsam zum Sport zurückfinden

müssen. Wie kann die Stadt die Vereine dabei

unterstützen?

Die Corona-Pandemie hat uns in unserem Alltag stark

eingeschränkt, so auch die Sportvereine im Stadtgebiet. Um

allen Vereinen nun wieder die Möglichkeit zu geben, ihre

Sportangebote anzubieten, waren die städtischen

Sporthallen beispielsweise in den Sommerferien

durchgehend geöffnet.

Die Hallen werden weiterhin kostenlos zur Verfügung

gestellt. Das heißt, die Stadt Borken übernimmt sämtliche

Kosten (Personalkosten für den Hallenwart an der „Meggi“,

Energie- und Reinigungskosten usw.). Zudem sind die

Sporthallen und -plätze gut ausgestattet und verfügen über

ein großes Angebot an Sportgeräten.

Bei den Skurios Volleys haben wir uns mit einem städtischen

Zuschuss an den Einlasskontrollen beteiligt. Zudem hat die

Stadtverwaltung in der Mergelsberg Sporthalle die

Sitzplatznummerierung komplett – und insbesondere für die

Volleyball-Spiele der Skurios Volleys – angelegt.

Wir fördern außerdem den Leistungssport: Bei Wettkämpfen

gibt es finanzielle Zuschüsse. Zudem stellt die

Stadtverwaltung derzeit den Sportentwicklungsplan II auf. Im

August haben wir uns darüber hinaus unter Federführung

des StadtSportVerbands Borken zu einem Workshop

getroffen, um beispielsweise zu eruieren, wo die Stadt

Borken im Vereinsleben unterstützend tätig werden kann.

Ein ganz praktisches Beispiel ist unser erstmaliges

Stoppelfest in der Innenstadt und im Stadtpark vor einigen

Wochen. Viele Borkener Vereine inklusive Sportvereine

haben die Möglichkeit genutzt, sich im Stadtpark den Kindern

und Jugendlichen vorzustellen und Mitmachaktionen

angeboten, was sehr positiv angekommen ist.

Das Ehrenamt ist in allen Vereinen sehr wichtig. Häufig

sind Borkener in den Vereinen ehrenamtlich an Trainer

tätig. Bei den Skurios Volleys ist etwa die große Helfer-

Crew unverzichtbar, ohne sie wären die Heimspiele in

gewohnter Form nicht möglich. Plant die Stadt in den

kommenden Jahren für alle Borkener Ehrenamtlichen

wieder einen Ehrenamtstag im Stadtpark wie zuletzt

2017?

Die 61-jährige Mechtild Schule Hessing ist seit 2015 Bürgermeisterin der

Stadt Borken (Foto: Stadt Borken)

Wir als Stadt Borken freuen uns, dass die Ehrenamtstage in

den Jahren 2014 und 2017 so gut angekommen sind – rund

1.300 und 1.700 ehrenamtlich tätige Borkenerinnen und

Borkener haben jeweils an der „Dankeschön-Veranstaltung“

teilgenommen. Der dritte Ehrenamtstag war bereits für 2020

geplant, musste jedoch aufgrund der Einschränkungen rund

um das Coronavirus sowohl in 2020 als auch in 2021

verschoben werden. Für die Durchführung im Jahr 2022 sind

notwendige Mittel im Haushaltsentwurf eingeplant. Ich bin

mir sicher, dass der Stadtrat dem zustimmt.

Hoffen wir alle, dass die Corona-Situation es zulässt. Wir

freuen uns riesig darauf, auf diesem Wege „Dankeschön“ an

die Ehrenamtlichen zu sagen.

45


Interview mit unserer Bürgermeisterin

Viele Vereine, darunter auch der RC Borken-Hoxfeld

sowie der SV Burlo, haben seit Jahren Probleme mit den

Hallenzeiten. Wie kann die Stadt hier konkret helfen?

Das Problem ist in der Stadtverwaltung bekannt. Zunächst ist

es das oberste Ziel, den Schulsport sicher zu stellen. Aber wir

sehen den Handlungsbedarf, darüber hinaus den Vereinen

mehr Hallenzeiten anbieten zu können. Deswegen soll ein

Neubau einer Doppelturnhalle an der Julia-Koppers-

Gesamtschule / Remigiusschule entstehen mit zusätzlichen

Räumen, die allen Sportvereinen zu Gute kommen. Aktuell

saniert die Stadt Borken zudem die Sport- und

Gymnastikhalle am Gymnasium Remigianum mit dem Ziel,

eine breitere Nutzung anbieten zu können. Im kommenden

Jahr wird zudem die Duesbergturnhalle grundlegend saniert

und modernisiert. Darüber hinaus haben wir uns in

erheblichem Maße an der Sanierung der Dreifach-Sporthalle

am Berufskolleg (BKB) beteiligt. Durch die Mitnutzung der

BKB-Sporthalle entstehen freie Kapazitäten für die Borkener

Vereinslandschaft in anderen Hallen. Auf Grundlage des vor

einiger Zeit entwickelten Sportentwicklungsplans für die

Stadt Borken wurden so viele Projekte angestoßen. Die

Modernisierung von Sportanlagen wird auch weiterhin

vorangetrieben.

Wird es auf absehbare Zeit neue und größere

Sporthallen im Stadtgebiet geben?

Wie ich gerade schon beschrieben habe, wird es neben den

erheblichen Sanierungen den Neubau einer Doppelturnhalle

an der Julia-Koppers-Gesamtschule geben.

Borken ist seit vielen Jahren deutschlandweit ein Begriff

im Volleyball-Sport. Einen großen Anteil daran haben die

Jugendmannschaften und natürlich die Skurios Volleys,

die seit nunmehr neun Jahren in der 2. Bundesliga Nord.

Sie selbst waren schon einmal bei einem Heimspiel in

der Mergelsberghalle. Welche Eindrücke nahmen Sie aus

der Halle mit?

Bei den Spielen der Skurios Volleys ist die Stimmung

außergewöhnlich und mitreißend. Die Energie sowohl auf

dem Feld als auch am Spielfeldrand auf den Tribünen ist

enorm. Mir hat es immer viel Spaß gemacht, live dabei zu

sein. Für kleines Eintrittsgeld gibt es Spitzensport in Borken.

Es ist ein höchst professionelles Event, das weit über die

Borkener Stadtgrenzen hinaus bekannt ist. Es wird auch

deutlich, dass diese Wettbewerbe – wie bei vielen anderen

Vereinen auch – ungemein vom großen ehrenamtlichen

Engagement profitieren. Das freut mich außerordentlich.

Auf welche Weise könnte die Stadt den Verein

unterstützen, wenn sich die Möglichkeit noch einmal

bieten sollte?

Ich wünsche dem Verein weiterhin viel sportlichen Erfolg und

Freude dabei. Wenn es soweit ist, schauen wir.

Borken ist eine wirtschaftlich starke Stadt mit vielen

mittelständischen Unternehmen. Die Skurios Volleys

bieten ihren Sponsoren während der Heimspiele VIP-

Bereich eine Möglichkeit zum Austausch, ähnlich wie die

Stadt Borken mit ihrem Unternehmerfrühstück. Wie

beurteilen Sie die Möglichkeit eines gemeinsamen

Austauschs von Vereinen und potentiellen Sponsoren

und wie kann die Stadt Borken hier begleitend tätig

werden?

In Borken sprechen wir gern von der „Stadt der kurzen

Wege“: Die Netzwerke zwischen Unternehmen, Engagierten

und der Stadtverwaltung sind oft kurz. Im Kulturbereich gibt

es das bereits mit dem „Borkener Kultur Kollektiv“ des

Kulturbüros. Hier besteht ein Netzwerk zwischen städtischen

Akteuren, Kreativen sowie Vereinen und Initiativen aus der

Bürgerschaft. Das Unternehmerfrühstück wird ebenfalls gut

angenommen und bringt Akteure zusammen, hier

unterstützt unsere Wirtschaftsförderung. Auch im

Sportbereich gibt es bereits ein großes Netzwerk. Durch den

guten Kontakt können zum Beispiel jährliche Zuschüsse der

Stadt Borken gemeinsam koordiniert werden. Auch der

Sportentwicklungsplan hat hier eine gesamtstrategische

Entwicklung angestoßen. Wir sehen hier also neben dem VIP-

Austausch der Skurios Volleys auch weitere Ansätze, die auf

Ebene der Netzwerke weiterentwickelt werden können und

bei denen wir als Stadt ebenfalls Teil des Netzwerks sind.

Im kommenden Jahr gehen die Skurios Volleys in ihre

zehnte Zweitliga-Saison. Was würden Sie dem Verein

wünschen?

Ich wünsche den Spielerinnen und dem gesamten Verein

weiterhin viel Erfolg und Spaß am Volleyball-Sport. Die „erste

Mannschaft“ ist das Aushängeschild des Vereins – und auch

unserer Stadt. Zusätzlich sollte es auch weiterhin das Ziel

sein, allen sportbegeisterten Kindern und Jugendlichen im

Verein die Möglichkeit zu bieten, diesen schönen

Mannschaftssport auszuüben.

Wir bedanken uns recht herzlich für das Interview.

Am Ende der Saison 2018/19 wurden die Skurios Meister

- und das ohne eine einzige Niederlage! Vom Aufstieg

wurde aber aus wirtschaftlichen Gründen abgesehen.

46


Im Blickpunkt - Jana Röwer (I)

Zu Beginn unserer Meisterschaftssaison 2018/19 wechselte die Mittelblockerin von den

Gladbeck Giants ins Münsterland - und wurde mit der Mannschaft direkt Zweitliga-Meister.

Seitdem gefällt es Jana hier sehr gut - und ist eine große Verstärkung für uns!

Was magst du an Borken besonders?

In unserem Verein fühlt man sich super wohl und auch als

Spieler wird man wirklich sehr wertgeschätzt. Das gesamte

Management, Helfer, Fans und alle drum herum machen

alles für einen, sodass wir uns immer nur auf den

spielerischen Teil konzentrieren müssen. Da hat man

manchmal schon ein schlechtes Gewissen, wenn wir nach

den Spielen gemütlich unsere Pizza essen, und das Team um

uns herum noch gut beschäftigt ist. Besonders wichtig ist für

mich natürlich auch die Stimmung im Team und dass der

Spaß bei uns nie zu kurz kommt. Chang und Lena sind ein

super Trainerteam, mit dem ich gerne zusammenarbeite.

Was war für dich das bisherig größte sportliche Highlight

deiner Karriere?

Zu Jugendzeiten waren die Teilnahmen an Deutschen

Meisterschaften und den Bundespokalen immer die größten

Highlights. Dort wurde ich auch für die

Jugendnationalmannschaft gesichtet und durfte bei ein paar

Trainingslagern und Turnieren teilnehmen. Mein größter

sportlicher Erfolg war allerdings die Meisterschaft in der

zweiten Bundesliga mit den Skurios Volleys im Jahr 2019.

Was machst du beruflich?

Ich bin in der Immobilienbranche beschäftigt. Nach meinem

Abitur 2017 habe ich zunächst bei der Vonovia in Bochum

eine Ausbildung zur Immobilienkauffrau gemacht. Aktuell

arbeite ich dort noch als Werkstudentin im Bereich

Innovation und Business Building und studiere Real Estate

an der EBZ Business School in Bochum.

Wie bist du zum Volleyball gekommen?

Ich habe zwei ältere Schwestern die bereits vor mir

Volleyball gespielt haben. Als kleines Mädchen war ich dann

öfters mal bei den Älteren in der Halle zuschauen und war

natürlich begeistert. Mit ca. 7-8 Jahren habe ich dann

ebenfalls in meinem Heimatverein in Oberhausen

Königshardt mit dem Volleyballspielen begonnen. Am

Anfang war das Fangen und Werfen schon eine große

Herausforderung. Mittlerweile habe ich das zum Glück gut

im Griff :-)

Welche sportlichen Wünsche möchtest Du dir gerne noch

erfüllen?

Ich möchte generell noch lange Volleyball spielen, und der

Spaß am Sport und mit dem Team soll für mich dabei immer

im Fokus stehen. Wenn möglich möchte ich natürlich

möglichst alle Spiele gewinnen. Ein großer Wunsch wäre,

auch in diesem Jahr so erfolgreich mit den Skurios Volleys

weiterzuspielen und um die Meisterschaft zu kämpfen.

47


Im Blickpunkt - Jana Röwer (II)

Leckeres zum Essen kochen oder bestellen. Ansonsten

unternehme ich aber auch oft an den freien Tagen etwas mit

meinem Freund, Familie, Freunden etc. Nach erfolgreichen

Spielen wird aber auch gerne noch gemeinsam gefeiert,

anstatt sich direkt zu entspannen.

Gibt es neben Volleyball noch eine andere Sportart, für die

du dich begeisterst?

Nein, eher nicht. Volleyballspielen nimmt da im Alltag schon

genügend Zeit in Anspruch :D Wenn schaue ich mir im

Fernsehen gerne mal Leichtathletik, Beachvolleyball oder

Winterspiele an – oder verfolge einzelne Sportler über

Instagram und Co.

Was wünschst Du Dir für die Zukunft des Volleyballsports

bei den Skurios Volleys?

Wie bereitest du dich auf einen Spieltag vor?

Die Vorbereitung auf den jeweiligen Gegner startet meistens

spätestens am Freitagabend mit unserer Videoanalyse und

einer Taktikbesprechung. Das Training im Anschluss wird

dann auch dementsprechend gestaltet und verschiedene, an

den Gegner angepasste, Spielsituationen werden trainiert.

Ansonsten lege ich viel wert darauf, für den Spieltag

ausgeschlafen zu sein und esse gerne ein Nudelgericht zum

Mittagsessen.

Ich würde mir wünschen, dass die Halle mal wieder richtig

voll wird und dass unsere Heimspiele wieder zu einem

größeren Event werden. Die aktuelle Situation kann natürlich

niemand beeinflussen, aber ich denke gerne an unsere

Heimspiele zurück, bei denen wir vor ausgebuchter Halle mit

einer super coolen Stimmung gespielt haben. Auch dass

man nach den Spielen noch gemeinsam mit Freunden,

Familie und Sponsoren im VIP-Raum anstoßen kann und die

Abende ausklingen lässt, fehlt mir sehr. Sportlich gesehen

hoffe ich für den Verein, dass man sowohl im

Jugendvolleyball als auch mit den Skurios Volleys dauerhaft

so erfolgreich bleibt und der Verein gewünschte Ziele auch

irgendwann umsetzen kann. Die Organisation hier in Borken

ist für die 2. Bundesliga sehr vorbildhaft und ich freue mich

wirklich schon so lange ein Teil des Teams sein zu dürfen.

Womit entspannst du Dich nach einem Spieltag?

Das ist immer unterschiedlich. Gerne aber auch einfach mal

Faulenzen und die Füße hochlegen, und natürlich etwas

48


49


12. Spieltag

TSV Bayer 04 Leverkusen

1:3

04.12.2021 I Ostermann-Arena

Skurios Volleys holen gegen den letztjährigen Meister BayerVolleys drei Punkte

Die „Festung“ Ostermann-Arena gestürmt, einen klares 1:3 in

einem mitreißenden Auswärtsspiel geholt und trotz zweier

noch ausstehender Spiele schon einmal die inoffizielle

Herbstmeisterschaft geholt – die Skurios Volleys scheinen

aktuell kaum zu schlagen. Über vier Sätze sahen die offiziell

500 Zuschauer in Leverkusen ein hochklassiges Match und

die in diesem Kalenderjahr bisher zuhause jeweils

siegesgewissen Leverkusener rieben sich erstaunt die

Augen. Dass die Skurios Volleys mit den drei Punkten gegen

den ärgsten Verfolger nun mit einigem Abstand die Tabelle

der 2. Volleyball Bundesliga Nord anführen, setzt der

aktuellen Borkener Sieges-Euphorie quasi das

Sahnehäubchen obendrauf.

Vfl Oythe

Bis zum Spielbeginn gegen 19.30 Uhr aber herrschte in der

Borkener Mannschaft eine leichte Nervosität – trotz elf

Siegen in Folge. Daran Schuld war aber nicht die erste NADA-

Dopingkontrolle der Skurios Volleys überhaupt. Viel eher

war dafür die Tatsache verantwortlich, dass die Skurios

Volleys nur acht Wochen zuvor das WVV-Pokalfinale zuhause

klar mit 0:3 gegen die Damen des TSV Bayer 04 Leverkusen

verloren hatten. „Leverkusen war in der Vergangenheit

schon immer Favorit bei allen Ligaspielen. Da geht man

schon mit Respekt und etwas Nervosität ins Spiel“, konnte

Borkens Co-Trainerin Lena Nelke ihre Spielerinnen gut

verstehen. Nur wenige Jahre zuvor stand sie selbst häufig

gegen die BayerVolleys auf dem Feld und wusste nur zu gut

von der Dominanz der Rot-Weißen, zumal auch die

erstligaerfahrene Rebecca Schäperklaus wieder im

Leverkusener Trikot auf dem Platz stand.

„Es war gut, dass wir im ersten Satz einen ´draufgekriegt´

haben“, fand Borkens Co-Trainerin nach dem Spiel sogar

gute Seiten am Satzverlust. „Die Mädels wurden dadurch

wachgerüttelt und so konnten wir in den nachfolgenden

Sätzen unser Spiel aufziehen.“ Tatsächlich fanden die

Skuriosen“ nach einen 5:1-Rückstand nun besser ins Spiel

und gingen schließlich sogar in Führung. Als dieser

Vorsprung beim 18:18-Zwischenstand aber wieder

weggeschmolzen war, wechselte Borkens Headcoach Chang

Cheng Liu die ungarische Zuspielerin Zsófia Mészáros für

Yina Liu ein, was sich als richtige Entscheidung entpuppen

sollte. Die Gäste agierten erfolgreicher und konnten so

schließlich ihren zweiten Satzball zum 21:25-Satzgewinn

verwandeln.

Im ersten Satz schien es so, als ob sich die Befürchtungen

bewahrheiten sollten. Leverkusen wirkte trotz der

lautstarken Unterstützung der Skurios Volleys durch einige

dutzend Fans wacher als die Gäste, welche mit ihrer

Bestbesetzung antraten. Schnell geriet Borken in einen

Rückstand, lag beim zwischenzeitlichen 17:11 ganze sechs

Zähler hinten. Zwar konnten die Gäste beim 18:16 noch

Impressum

verkürzen, doch selbst Auszeiten halfen nichts. Nach 23

Minuten verwandelte Leverkusen den zweiten Satzball zum

25:20-Endstand.

50


BayerVolleys vs. Skurios Volleys 1:3

Borkens „Hänger“ im dritten Satz – er blieb nun tatsächlich

aus. Dafür stimmten ab dem dritten Satz das Blockspiel, die

Abwehr sowie die Annahme und Leverkusen biss sich am

Borkener Bollwerk immer wieder die Zähne aus. Auch wenn

beide Mannschaften annähernd gleichstark waren, die

Skurios Volleys bewiesen immer wieder ein sicheres

Händchen. Langsam bekamen sie auch die starken

Overländer-Zwillinge mit ihren bislang gefährlichen

Angriffen immer mehr in den Griff und gaben kaum einen

Ball auf. Um es kurz zu machen – Borken erspielte sich früh

einen kleinen Vorsprung und auch hier sollte es der zweite

Satzball sein, der zum relativ klaren 18:25-Satzgewinn aus

Sicht der Gäste führte.

Mit einem Punkt aber wollte sich der Tabellenführer aus

dem Westmünsterland aber nicht zufrieden geben. Auch im

vierten Satz gab Borkens Headcoach seiner Stamm-Truppe

den Vorzug und wieder spielte sie etwas erfolgreicher als die

Gegner. Der zwischenzeitliche 4-Punkte-Vorsprung aber

reichte nicht, sodass beim 22:22-Zwischenstand Borken

noch einmal eine Auszeit nahm. Das schien Borkens letzte

Reserven zu mobilisieren, denn tatsächlicher pfiff das

Schiedsrichter-Duo Enrico Immig und Björn Barnick den Satz

und damit das Spiel nach 110 starken Minuten ab – 23:25

war da auf der Anzeigentafel zu lesen. Ohrenbetäubender

Jubel bei den Gästen war die Folge – endlich wurde das

Ergebnis des WVV-Pokalfinales egalisiert.

„Wir hatten schon lange kein so gutes Spiel wie heute“,

bejubelte Lena Nelke die Leistung ihres Teams, die bereits

gegen Emlichheim vor einer Woche sehr beeindruckend war.

„Es hat heute ab dem zweiten Satz alles geklappt war wir

wollten“, freute sie sich und auch über Borkens Zuspielerin

Zsófia Mészáros, die durch ihre Impulse nach ihrer

Einwechslung erstmals in dieser Saison die goldene MVP-

Medaille gewann. Die silberne Medaille ging an Leverkusens

Libero Klara Single, die einige schöne Abwehraktionen

gezeigt und viele Borkener Bälle entschärft hatte.

Für die Skurios Volleys Borken stehen in diesem Jahr noch

zwei Heimspiele auf dem Tableau, der Tabellenplatz eins

aber ist der Mannschaft bis mindestens nach Weihnachten

sicher. Mit den Stralsunder Wildcats empfangen die

Westmünsterländerinnen am kommenden Samstag ein

starkes Team – vielleicht erleben die Borkener Zuschauer

dann schon die nächste skuriose Gala?

51


13. Spieltag

Stralsunder Wildcats

3:0

11.12.2021 I Mergelsberg Sporthalle

In den vergangenen Jahren waren die Stralsunder Wildcats meist keine angenehmen Gegner.

Beim letzten Hinrundenspiel in dieser Saison vor einer Woche aber konnten die Gegnerinnen

vom Sund ihre Krallen gar nicht richtig ausfahren - 3:0 hieß es am Ende für uns!

In nur 65 gespielten Minuten die Stralsunder Hansekogge

klar mit 3:0 (25:20, 25:14, 25:16) versenkt und zum Abschluss

der Hinrunde mit 13 von 13 Siegen insgesamt 38 von 39

möglichen Punkten geholt – die Skurios Volleys schwimmen

weiter auf einer Welle des Erfolgs. Am Samstagabend

präsentierten sich die Stralsunder Wildcats beim inoffiziellen

Herbstmeister der 2. Volleyball-Bundesliga Nord

ausgesprochen zahm und ließen die Gastgeberinnen

ungewohnt artig die drei Punkte da.

Vfl Oythe

„Wer hätte das gedacht, dass wir zum Ende der Hinrunde da

stehen, wo wir jetzt stehen“, staunte nach dem Match gegen

Stralsund auch Borkens erst seit Saisonbeginn amtierende

Co-Trainerin Lena Nelke. Bis auf die WVV-Pokalniederlage

22:18 schnell klar in Führung und zeigte dabei mehr Biss als

gegen die BayerVolleys vor wenigen Wochen erlebte sie

sie Spielerinnen von der Ostsee. So gab Borkens

bislang keine Niederlage ihrer Mannschaft, die sich auch im

Außenangreiferin Anika Brinkmann beim 23:19 einen Ball

letzten Hinrundenspiel noch einmal von ihrer

selbst im Liegen nicht auf. Als wenig später Stralsunds Anna-

Schokoladenseite präsentieren wollte. „Mit einem 3:0 hätten

Lena Vogel einen Aufschlag ins Netz beförderte, war der Satz

wir nicht gerechnet, aber die Mädels waren heute wieder top

beim Stand von 25:20 auch schon vorbei.

in Form“, lobte die Co-Trainerin das wohl kleinste

Zweitligateam, welche dafür umso erfolgreicher auftritt.

Dass Stralsund, in den vergangenen Spielzeiten häufig im

Selbst als das Trainer-Team ab dem zweiten Satz auch der

oberen Tabellendrittel vertreten, aktuell noch unkonstant

Bank bzw. Jugendspielerinnen Spielpraxis schenkte, blieb

spielt, sollte sich im zweiten Satz zeigen. Beide Stralsunder

Borken klar die dominierende Mannschaft. Nelke: „Von

Auszeiten kamen beim 3:0 sowie 9:2 recht früh, brachten

daher ein großes Kompliment an die Mannschaft, dass sie

aber wenig. Ab dem zwischenzeitlichen 16:7 kamen auf

das so durchgezogen hat.“

Borkener Seite auch Ermira Kozl’onkov sowie die

Nachwuchs-Spielerinnen Johanna Gröger und Marika Loker

Im Vorfeld hoffte Stralsunds Trainer Robert Hinz noch auf

ins Spiel und zeigten sich ausgesprochen spielfreudig.

einen schlechten Tag der Gastgeberinnen. „In neun von zehn

Spielen gewinnen sie gegen uns“, äußerte er sich im

Vorbericht gegenüber der Ostseezeitung – und merkte in der

Borkener Mergelsberghalle schnell, dass er an diesem

Abend kein womöglich besser verlaufendes zehntes Spiel

erwischt hatte. Bereits im ersten Satz beim 4:1 für Borken

nahm der in der Vorsaison noch als Cheftrainer vom BBSC

Impressum

Berlin tätige Coach seine erste Auszeit gegen die in

gewohnter Besetzung auftretende Borkener Mannschaft.

Kam er dadurch sogar zu einem Ausgleich, so lagen die

Gastgeberinnen beim zwischenzeitlichen 16:12 oder dem

52


Skurios Volleys vs. Wildcats 3:0

Borken gab sich trotz der vielen Wechsel keine Blöße, zog

gut durch uns gewann den Satz schließlich klar mit 25:14.

Stralsund konnte in diesem Satz an seine im ersten Satz

noch ansatzweise gute Feldabwehr sowie Blockarbeit nicht

mehr anknüpfen und verlor den Satz daher ungewohnt klar,

aber nicht unverdient.

Im letzten Satz gab Borkens Heacdcoach Chang Cheng Liu

der Zuspielerin Zsófia Mészáros den Vorzug von Yina Liu, die

bislang ein gutes Spiel zeigte. Der zweite Satz schien sich

aber zu wiederholen, denn wiederum kamen die

Gastgeberinnen besser in Spiel und Stralsund nahm beim

6:2 sowie beim 12:6 beide Auszeiten sehr früh. Auch kamen

ab einem Zwischenstand von 16:8 für Borken die

Spielerinnen zum Zuge, welche vorher eher die Ersatzbank

drückten. „Es hat und gefreut, dass wir die Chance hatten

komplett durchzuwechseln“, frohlockte Lena Nelke wenig

später. „Das Team hat es möglich gemacht. Wir können

ihnen jetzt auch bei den nächsten Spielen weiterhin Chance

geben.“ Stralsund versuchte zumindest noch einmal sich

aufzubäumen, doch als Jana Röwer um 20.41 Uhr endlich

Borkens dritten Matchball zum 25:16 verwandelte, gab es für

Mannschaft und Trainer kein Halten mehr – großer Jubel

brach aus.

Auf der Gegenseite war Stralsunds Coach Robert Hinz recht

enttäuscht vom Ergebnis seiner Mannschaft. „Ich habe mir

erhofft, dass es zu einem knappen Spiel kommt“, berichtete

er. „Da hätten aber ein paar Elemente mehr aufgehen

müssen. Wir wollten mit starken Aufschlägen Druck ins Spiel

bringen doch wir haben unsere Aufschläge nicht gut

getroffen.“ Insgesamt befand er, dass seine Mädels 10 bis 20

Prozent unter ihrem Leistungsniveau geblieben waren.

„Dementsprechend kann das Spiel so ausgehen.“

Jubel gab es nach dem Spiel noch für Stralsunds

Außenangreiferin Madleen Piest für ihre erste MVP-

Auszeichnung in dieser Saison. Von den Skurios Volleys

konnte sich die Zuspielerin Yina Liu über die goldene MVP-

Medaille freuen.

Zum Rückrundenstart treffen die Skurios Volleys in nur einer

Woche in eigener Halle auf den SSF Fortuna Bonn. Co-

Trainerin Lena Nelke findet dabei die Unterstützung der

Mannschaft durch die Fans der Skurios Volleys sehr wichtig.

„Das ist wirklich super hilfreich, wenn man den Support der

Zuschauer im Rücken hat. Dafür vielen Dank!“

53


Samstags abends als Zeitungs-

Samstagabend 19.30 Uhr, Heimspiel der Skurios Volleys. Was manche von uns als Termin fest

notiert haben, um zusammen mit Freunden und Bekannten unsere Skurios Volleys bei ihren

Heimspielen anzufeuern, hat Horst Andresen als dienstlichen Termin in seinem Kalender.

Der BZ-Reporter berichtet seit Jahren regelmäßig von unseren Heimspielen.

Die Skurios Volleys sind das sportliche Highlight Borkens

und des Westmünsterlandes – seit Jahren. Da mögen viele

Sportarten aus der Region sich nach Kräften bemühen. In

der zweiten Bundesliga anzukommen und sich bereits über

acht Jahre zu empfehlen: Das treibt den sportinteressierten

Berichterstatter in die Mergelsberghalle – natürlich noch

lieber, wenn sie komplett gefüllt ist, wie das vor der

unglückseligen Corona-Pandemie häufig der Fall war.

Samstagabends ist – in stetigem Wechsel mit auswärtigen

Auftritten – Heimspieltag. Wenn die Sportredaktion der

Borkener Zeitung ruft und mir die Aufgabe zuteil wird, über

die Skurios zu berichten, ist das durchweg schon einmal ein

guter Samstag. Freilich muss ich zugeben: Mit einem Auge

schiele ich vorher auch immer ein wenig auf die Fußball-

Bundesliga, ob „meine“ Schwarz-Gelben aus Dortmund

zeitgleich spielen. Dann gilt der zwischenzeitlich verstohlene

Ergebnis-Blick dem Handy in der Fototasche. Bei Borussen-

Siegen steigt die Laune, ganz klar.

Samstagabendspiele in der Mergelsberghalle sind für alle

Volleyballfans immer ein Fest. Der grün-weiß-blaue

Trommelchor hebt die Stimmung und die Stärke der

pritschenden, baggernden und angreifenden Skurios-Sechs.

Wie sie abwehrstark durch die Halle fliegen und sich

anschließend am Netz in die Höhe katapultieren,

augenscheinlich mit spielerischer Leichtigkeit beim

Angriffsschlag 2,50 Meter und mehr erreichen – das ist aller

Ehren wert. Häufig frage ich mich, wie Knochen, Sehnen und

Bänder das bei stärkster Belastung aushalten? Und notiere

erleichtert, dass das Team in jüngster Zeit von langfristigen

Verletzungen verschont geblieben ist. Ein Hoch den Physios

und einer erkennbar professionellen Spiel-Vorbereitung.

BZ-Reporter Horst Andresen berichtet von vielen Heim- und auch manchen

Auswärtsspielen unserer Skurios Volleys

(Foto: Mergelsberg-Verlag)

Samstagabendspiele bedeuten für den Sportreporter meist

auch kleine Nachtschichten. Wenn – wie gegen Snowtrex

Köln – fünf Sätze gespielt werden, dann ist für die jubelnde

Besucherschar mit dem Matchball zum 3:2 zwar die Partie

gelaufen. Für die Journaille beginnt dann eher die

analytische Arbeit. Wo ist Chang Cheng Liu (57) denn nun

geblieben? Ach ja: am Nebeneingang, Nerven beruhigen, ein

Kaltgetränk genießen, die Beruhigungszigarette – und

erklären, was ihm mal wieder nicht gefallen hat. Als 203-

facher chinesischer Nationalspieler darf er das trotz

Siegesserie. Ich (1,70 Meter) schaue hinauf zu dem 1,95-

Meter-Mann, wie er schon mal ausschweift – und verdränge

gedanklich die noch bevorstehende „Nachtarbeit“.

54


mann bei den Skurios Volleys

Also Gespräche mit Trainern, Spielerinnen, Tabellensichtung,

Spieltagsergebnisse: Und ab an den PC, um Spiel und Fotos

möglichst schnell im Online-Auftritt der Borkener Zeitung

präsentieren zu können. Da schauen die Fans hin. Und

lassen die vielen Siege dieser Saison mit der erneuten

Vormachtstellung in der Liga am Montagmorgen gedruckt

noch einmal auf sich wirken. Manchmal gibt es dazu

anderntags noch eine Geschichte hinter der Geschichte,

wenn sie sich anbietet. Und andere News. So in der

Sommerzeit, als Uli Seyer & Co. ein fast neues Team aufs

Hallenparkett zauberten – mit geschultem Auge und einem

guten Händchen in der Zusammenstellung. Anika

Brinkmann (35) kam zum Glück für die Skurios zurück. Und

führt mit großer Galligkeit eine Gruppe, der nach den ersten

zehn siegreichen Saisonspielen erneut alles zuzutrauen ist –

wie im Meisterjahr 2018/2019.

Davon profitieren alle: wir in der Redaktion, Team, Fans,

Leser, die große und anpackende Helferschar am

Samstagabend, wenn andere in Normalzeiten lieber in die

Kneipe oder zur Feier gehen.

Volleyball in Borken: Es scheint noch viel mehr möglich mit

diesem Team hinter dem Team beim RC Borken-Hoxfeld und

SV Burlo. Sponsoren, die nach Corona vielleicht wieder neu

zu begeistern und zu akquirieren sind. Eine Abteilung, die im

Hintergrund seit Jahren lautlos, aber effektiv von Bernd

Rudde gemanagt wird. Ein starker Nachwuchs mit einem

Regionalligateam, das mit Kira Walkenhorst (31) von einer

Olympiasiegerin (!) geleitet, geführt und entwickelt wird.

Zusammengenommen gute Vorzeichen für erfolgreichen

Volleyball in Borken!

Im Sommer wurde Skurios-Urgestein Lena Nelke (29) nicht

nur neue Co-Trainerin, sondern für uns Zeitungsleute auch

wichtige Ansprechpartnerin vor und nach den Spielen. Eine

Aufgabe, die sie mit Bravour und Professionalität erledigt.

Und die neuen Medien helfen: ein kurzes Statement nach

dem Auswärtsspiel per Whatsapp-Sprachnachricht, meist

druckreif gesprochen. Ein Gruppenbild der jubelnden

Skurios-Siegerinnen nur wenige Minuten nach Spielende –

kein Problem.

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Im Blickpunkt - Zsófia Mészáros (I)

Zsófia zog 2021 zusammen mit ihrem Freund, einem Wasserballer, in die Niederlande.

Bei den Skurios Volleys wurde die 174 Zentimeter große ehemalige Profi-Volleyballerin

schnell warm und ist ein wichtiger Pfeiler unseres Erfolgs.

Was magst du an Borken besonders?

Ich mag es, dass ich hier alles mit dem Fahrrad erreichen

kann, da die Stadt relativ klein ist. Jeder, der Volleyball liebt,

liebt Borken. Ich bin unglaublich dankbar, dass ich durch

den Volleyball so viele nette und gute Menschen hier in

Borken kennengelernt habe! Das ist es, was ich an Borken

am meisten liebe!

Was war für dich das bisherig größte sportliche Highlight

deiner Karriere?

Dass ich hierher nach Borken kommen konnte und wir in

diesem Jahr so gut abschneiden, ich hoffe, dass wir uns die

schönste Medaille um den Hals hängen werden! In Ungarn

habe ich viele Jahre in einer Extraliga gespielt.

Was machst du beruflich?

Ich arbeite derzeit für einen unserer Hauptsponsoren, bei

der Bleker Gruppe.

Wie bist du zum Volleyball gekommen?

Meine Familie ist sehr sportbegeistert, aber ich bin

hauptsächlich durch meinen Vater zum Volleyball

gekommen. Wir haben viel gemeinsam in einem Team

gearbeitet. Ich bin sehr Stolz auf meinen Papa.

Welche sportlichen Wünsche möchtest Du dir gerne noch

erfüllen?

Ich möchte diese Saison unbedingt die Meisterschaft

gewinnen! Wenn das passiert, kann ich weiter planen, aber

im Moment ist es ein kurzfristiges Ziel.

56


Im Blickpunkt - Zsófia Mészáros (II)

Wie bereitest du dich auf einen Spieltag vor?

Da ich unter der Woche arbeite, schlafe ich am Wochenende

gerne aus. Am Tag vor einem Spiel ist das nicht anders. Ich

höre gerne Musik, schaue mir vielleicht eine Serie an,

wiederhole Taktiken oder sehe mir ein Spiel an.

Womit entspannst du Dich nach einem Spieltag?

Ein wenig Entspannung nach einem Spiel ist immer möglich,

die Mädchen und ich gehen nach einem Spiel feiern oder

machen einen Wochenendausflug.

Gibt es neben Volleyball noch eine andere Sportart, für die

du dich begeisterst?

Wenn im Fernsehen ein Tennis-, Wasserball- oder

Handballspiel übertragen wird, schaue ich mir das gerne an,

aber jedes Jahr schaue ich mir die PDC Darts World

Championship an.

Was wünschst Du Dir für die Zukunft des Volleyballsports

bei den Skurios Volleys?

Ich wünsche ihnen, dass sie das erreichen, was sie schon

lange geplant haben, nämlich den Aufstieg in die erste Liga,

und natürlich eine erfolgreiche Leistung in der ersten oder

zweiten Liga.

57


14. Spieltag

SSF Fortuna Bonn

3:0

18.12.2021 I Mergelsberg Sporthalle

3:0-Sieg trotz “angezogener Handbremse”

Im 14. Ligaspiel erfüllten die Skurios Volleys ihren vielen

Fans und Unterstützern einen vorgezogenen

Weihnachtswunsch – drei weitere Punkte für die Tabelle.

Dass die Borkener Spielerinnen damit auch zum

Hinrundenstart gegen den SSF Fortuna Bonn ihre

eindrucksvolle Serie in der. 2. Volleyball-Bundesliga Nord

fortsetzten, seit dem ersten Ligaspiel am 12. September gab

es keine Niederlage, sorgte dabei für zusätzliche

Begeisterung in der Mergelsberg-Sporthalle.

Selbst Borkens meist recht kritischer Trainer Chang Cheng

Liu trat sechs Tage vor Heiligabend erstmals in dieser Saison

Vfl Oythe

ans Mikrofon. „Die Saison läuft bis jetzt gut“, ließ er die rund

185 Zuschauer wissen – hatte aber sogleich einen Wunsch:

„Ich hoffe nach der Weihnachtspause und über Neujahr

werden wir immer die gleiche Stärke haben.“ Sein

Gegenüber, Bonns Trainer Sven Anton, zollte der Borkener

Mannschaft und auch seinem Team Respekt. „Mehr als das

Spiel ´Hase gegen Igel´ können wir nicht machen und ich

denke das haben wir relativ gut gemacht“, bilanzierte er.

Dass die Westmünsterländerinnen in zwei Spielen gegen

seine Bonner Mannschaft nur einen Satz abgaben, ärgerte

ihn natürlich etwas, doch sah er schon spielerische

Unterschiede. „Borken hat verdient gewinnen. Die

Mannschaft steht ja nicht umsonst auf Platz 1.“

Von diesem Unterschied, Bonn belegte vor dem Spiel

Tabellenplatz 12, war hingegen im ersten Satz wenig zu

verspüren. Borken setzte bis auf Libero Ermira Kozl’onkov

auf seine bewährte Starting-Six und die rieb sich anfangs

etwas die Augen. Schnell ging Bonn in Führung und bot dem

Tabellenführer bis zur zweiten technischen Auszeit beim

Stand von 16:14 für Borken ordentlich Paroli. Nach dem

Spiel befand Borkens Co-Trainerin Lena Nelke, dass ihre

Mannschaft „mit angezogener Handbremse“ gespielt hätte.

Als zum Ende des Satzes die Gastgeberinnen aber vermehrt

vermeidbare Eigenfehler abstellten, ging auf Bonner Seite

die Fehlerquote nach oben. So ging der erste Satz nach 23

Minuten am Ende mit 25:16 verdient nach Borken.

Impressum

58


Skurios Volleys vs. Fortuna Bonn 3:0

Auch in Satz zwei setzte das Borkener Trainerteam

anfänglich auf seine erfahrenen Feldspielerinnen. Ab dem

15:8 aber begann Borken personell zu experimentieren und

gab auch Johanna Müller-Scheffski oder Jugendspielerinnen

wie Johanna Gröger oder Mia Feldhaus einige Spielanteile.

Da sich diese Spielerinnen erst orientieren mussten, brachte

dies etwas Instabilität ins Team, was sich auch beim Ergebnis

niederschlug. Bonn kam so auf bis zu vier Punkte zu einem

kurzen Comeback heran, sodass die Skurios Volleys beim

Stand von 19:14 eine Auszeit nahmen und wieder mehr auf

ihr Stammpersonal setzten. Am Ende ging auch dieser Satz

mit 25:20 insgesamt doch recht deutlich an die

Gastgeberinnen. Lena Nelke aber war insgesamt sehr

zufrieden damit den Spielerinnen auch mal mehr

Spielanteile zu geben: „Wir haben heute auch ein bisschen

mehr ausprobiert.“ Nutznießerin der Personalrochade war

dieses Mal vor allem Libera Ermira Kozl’onkov, die genauso

wie der spätere MVP-Gewinnerin Doreen Luther oder auch

Żaneta Baran ein wirklich gutes Spiel zeigten.

„Das war heute eine gute Mannschafts- und Teamleistung“,

frohlockte Borkens Co-Trainerin lena Nelke nach dem Spiel.

„Fürs nächste Jahr wünsche ich mir, dass wir unsere

Siegesserie weiterführen werden.“ Gleichzeitig bedankte sie

sich auch bei den Fans: Es hat riesig Spaß gemacht.“ Nach

dem offiziellen Teil bedankten sich auch die Spielerinnen auf

ihre ganz eigene Weise bei ihren Fans: passend zur

Weihnachtszeit gab es für jedes Mitglied der Helfer-Crew

etwas Süßes. Für Teammanager Uli Seyer und seinen

Zwillingsbruder Hans hatten sich die Mädels etwas

Besonderes ausgedacht – ein Gedicht in elf Strophen. Da die

letzte Strophe einen Blick aufs neue Jahr wirft, soll sie am

Ende dieses Berichts stehen:

„Bald geht es wieder los, im neuen Jahr, hochmotiviert.

In der Pause noch einmal die Volleyballregel studiert.

In der Meggi starten wir bald erneut,

freuen uns auf tolle Spiele, von uns´rem Management

betreut.“

Auch im dritten und damit letzten Satz dieses Jahres

präsentierten sich die Skurios Volleys nach der ersten

technischen Auszeit zunehmend konstanter. Die Borkener

Spielerinenn, die sich im Lauf der Saison erst

zusammenfanden und somit viele Fans und auch das

Trainerteam mit ihrer Konstanz teilweise überraschte,

agierte sehr stark. Die Bonnerinnen hatten kaum Zeit sich

auf die Angriffe einzustellen, hinzu kamen eine starke

Annahme sowie eine Feldabwehr. Zur zweiten Technischen

Auszeit lag Borken beim 16:11 schon fünf Punkte im Voraus

und nur wenig später pfiff das Schiedsrichter-Duo Thomas

Asche und Christian Thelen die Partie nach 25 Minuten ab.

Die silberne MVP-Medaille ging dann an Bonns Libera Lina

Adams, Gold wie bereits erwähnt an Mittelblockerin Doreen

Luther von den Skurios Volleys.

59


Live-Streams aus der Halle sind

Entweder in der Halle oder über den Live-Stream dabei sein? Diese Frage stellt sich in der

Corona-Pandemie vielen Zuschauern häufig. Wir haben mal in die Historie unserer Live-

Streams geblättert und erzählen Euch vom aktuellen Standard.

Vor etwa fünf Jahren bekam das Internet-Streaming in der

Volleyball Bundesliga einen neuen Stellenwert. Für die

Skurios Volleys begann das Ganze mit recht einfachen

Mitteln und etwas zeitversetzt über den Anbieter

Sportdeutschland.TV. Dies ist eine vom Deutschen

Olympischen Sportbund (DOSB) betriebene Streaming-

Plattform. Eigentümer ist die DOSB New Media GmbH. ein

Unternehmen der ProSieben/Sat1 Media SE. Hier wurden

mittels einer App, die auf ein Handy mit Kamera geladen

wurde, einzelne Szenen aus Spielen herausgefiltert und

anschließend als Highlight hochgeladen.

Ab dieser Saison ist das Streaming in der Frauen Volleyball-

Bundesliga verpflichtend für alle Erst- und Zweitligavereine,

jetzt allerdings mit einem neuen Streaming-Anbieter. Mit

SPORT1 holte sich die VBL einen Partner ins Boot, der

bereits seit geraumer Zeit im Volleyball aktiv ist. Der

Fernsehsender überträgt hierbei im Free-TV mindestens 28

Partien der 1. Frauen Bundesliga. Das Streaming wird über

das Portal von Sport1 extra abgewickelt (Am Rande

erwähnt: der Anbieter ist hier das Unternehmen Air Tango).

Im Gegensatz zu den letzten Jahren ist der Stream aus der

Mergelsberg-Halle aber nicht mehr kostenfrei.

Diese eher primitive Art des Streams wurde für Borken

relativ schnell deutlich weiter ausgebaut. In der Saison

2018/19 schloss die Volleyball Bundesliga (VBL) einen

Exklusivvertrag für die 1. Bundesliga Damen und Herren mit

Sporttotal.TV ab. Hier wurden alle Vereine mit einem

Kamerasystem von Pixelod, einem israelischen

Unternehmen, welches Kameras für Überwachungssysteme

anbietet, ausgestattet. Auf der Liga-Tagung der VBL im Jahr

2018 wurde auch bekannt gegeben, das jeweils auch zwei

Zeitligisten ein solches System erhalten sollten, welches fest

in den Hallen installiert wurde. Die Skurios Volleys waren

dank der hohen Zuschauerzahlen und der erstligareifen

Spieltagsgestaltung bereits als einer dieser Vereine gesetzt.

Somit kamen erstmals in der Saison 2018/19 echte

Bewegtbilder aus der Mergelsberg Sporthalle. Der Zugriff

auf dieses Angebot war enorm und wurde auch weltweit

genutzt. Selbst in Australien China oder den USA waren die

Zuschauer zu finden.

Ausschnitt der Player-Page der Skurios Volleys auf SPORT! Extra

Für die Skurios Volleys ist der verpflichtende Stream

natürlich auch mit viel Mehrarbeit verbunden. Federführen

ist hierbei Michael Wilger zu nennen, bei dem alle Fäden

(Kabel) zusammenkommen, die mit den Livebildern aus der

Halle zu tun haben. Michael hat sich im Selbststudium und

Online-Seminaren bei Air Tango das notwendige Wissen zur

verwendeten Software angeeignet. Eine Woche vor dem

ersten Spieltag der Saison wurde dann auch die Hardware

durch die Firma GIP aus Düsseldorf/Erkrath geliefert. Nun

hieß es, das theoretische Wissen in die Praxis umzusetzen.

Frühere Seite der Skurios Volleys beim Streaming-Anbieter Sporttotal.TV

Für das ehrgeizige Borkener Helferteam war es eine Frage

der Ehre, dieses Angebot weiter mit Leben zu füllen. So

waren wir hier im Westmünsterland die Ersten, die

deutschlandweit ihre Spiele vom ersten Spieltag an, mit

einem Live-Kommentar ins Netz stellten. Der eine oder

andere Erstligist zog irgendwann nach und verbesserte die

Stream-Qualität ebenfalls mit einem Kommentator bzw.

einer Kommentatorin.

Seit dieser Saison gibt es nicht nur eine feste Kamera. So werden auch

Interviews nach dem Spiel festgehalten.

60


jetzt Standard beim Damen-Volleyball

Die ersten Gehversuche waren dann beim Borkener

Stadtwerke Cup. Hier konnte die Technik, die einem kleinen

Fernsehstudio bzw. einer Regie hierzu gleicht, getestet

werden. An der mitgelieferten Kamera war Martin Olbing zu

finden, der auch die meisten Bilder aus der Halle einfängt.

Sollte er selber mal nicht dabei sein, springt Hans Seyer auf

die Position des Kameramanns ein.

Mittlerweile hat sich das Team um Michael Wilger sehr gut

eingespielt. Die Anzahl der eingesetzten Kameras wurde

von einer auf fünf erhöht. Das Highlight hier ist neben der

beweglichen Kamera die fest installierte Netzkamera, die

immer wieder spektakuläre Bilder, besonders von Block

und Angriff liefert. Zum Spieltag werden ca. 200 Meter

Kabel verlegt. Für die Regie wurde zudem eigens ein

Flightcase gebaut, welches einen schnelleren Auf und

Abbau des gesamten Systems ermöglicht. An der Regie hat

Michael Wilger die Möglichkeit, während des Spiels aus den

verschiedenen Kamerapositionen die Bilder auszuwählen,

Wiederholungen oder Zeitlupen oder einfach mal nur eine

Übersicht über die Ergebnisse der anderen Ligaspiele

einzublenden.

Die Netzkamera liefert den Zuschauern spannende Aufnahmen

Im Nachgang werden dann noch die Highlights aus der

Begegnung zusammengeschnitten und zeitnah für die Fans

kostenfrei bereit gestellt. Wenn man nun die heutigen

Bilder mit denen von vor ein bis zwei Jahren vergleicht,

wurde hier ein Ergebnis erziehlt, welches den Mehraufwand

durch zusätzliche Arbeit und benötigter ManPower bei

weitem überwiegt, denn die gelieferten Bilder sind nicht

weit entfernt von TV-Qualität.

61


15. Spieltag

VfL Oythe

0:3

15.01.2022 I Sporthalle Gymnasium Antonianum

Trotz personeller Engpässe gewinnen die Skurios Volleys auswärts beim VfL Oythe klar in

drei Sätzen

„Das war ein guter Start ins neue Jahr – und das mit neuer

Aufstellung“, frohlockte Borkens Co-Trainerin Lena Nelke

nach dem ersten Spiel im neuen Jahr. Wenige Minuten

vorher konnten die Skurios Volleys den vierten Matchball im

dritten Satz für sich entscheiden und somit gingen die Gäste

überglücklich mit einem deutlichen 3:0-Sieg (25:19, 25:21,

25:23) vom Feld in der Sporthalle des Gymnasium

Antonianum Vechta. Damit bleibt das Borkener Team auch

im 15. Spiel der Saison 2021/22 ungeschlagen und führt die

Tabelle vor den BayerVolleys an. Der Meister der Vorsaison

trat zeitgleich gegen die Stralsunder Wildcats an und ließ bei

einem 3:2-Sieg einen Punkt am Sund.

Vfl Oythe

Vergessen waren nach dem erneuten Borkener Sieg die die

vielen kleinen personellen Sorgen, die das Trainer-Team in

den vergangenen Tagen hatte. So hatten sich Zuspielerin

Yina Liu und Außenangreiferin Anika Brinkmann

schmerzhafte Zerrungen zugezogen, trotzdem stand die

Kapitänin auf dem Spielfeld. Der Ausfall der bislang stark

aufspielenden Diagonalangreiferin Żaneta Baran sorgte

beim Trainer-Team jedoch für größere Sorgenfalten und

führte zu einer größeren Umstellung im Team. So übernahm

Universal-Spielerin Ermira Kozl’onkov die Libera-Position,

während sich Libera Johanna Müller-Scheffsky und

Universal-Spielerin Fabienne Coenders die Diagonalposition

sowie die Außenannahme teilten. „Aus unserer Sicht hat dies

gut funktioniert“, war Borkens Co-Trainerin anschließend

sehr erleichtert. „Das wir trotzdem gewonnen haben, war für

die Mannschaft ungeheuer wichtig. Das hat ihr nämlich

gezeigt, dass wir trotz personeller Umstellungen trotzdem

gewinnen können – und hat somit auch keinen ´Knacks´ im

Vertrauen verursacht.“

Trotz des eindeutigen Endstands war das Spiel gegen den

Tabellen-Sechsten kein einfacher Spaziergang. So war es den

Spielerinnen anzumerken, dass sie teilweise erst einmal mit

der neuen Situation zurechtkommen mussten, neben

anderen Spielerinnen zu stehen. Es hakte teilweise in der

Abstimmung in der Abwehr, doch musste die gesamte

Mannschaft anfangs erst einmal auf Betriebstemperatur

kommen. Bemerkenswert war jedoch auch, dass der Gegner

Impressum

beim Stand von 9:5 für Borken bereits dreimal die eigene

Hallendecke berührt hatte. Auch Oythe erwischte also

keinen optimalen Tag sodass Trainer Zoran Nikolic seine

Mannschaft mit zwei Auszeiten beim 9:14 sowie später beim

18:23 stabilisieren wollte. Das half jedoch wenig, denn

bereits den ersten Satzball konnten die Gäste zum 19:25

verwandeln.

Auch in den zweiten Satz startete Borken besser, schaffte es

aber nicht sich abzusetzen. So lang Oythe zur zweiten

Technischen Auszeit nur mit 12:16 hinten und kam später

beim 17:19 sogar noch weiter an den Gast heran. Erst eine

Auszeit von Borkens Headcoach Chang Cheng Liu sorgte für

neue Impulse, doch erst der vierte Satzball sorgte für den

21:25-Entstand und somit für den zweiten Borkener

Satzgewinn.

Den berühmten „Borkener Hänger“ sahen die Gäste im

Livestream, in der Halle waren keine Fans zugelassen,

schließlich im dritten Satz. So führte Oythe früh beim 5:4,

doch mehrere kleine Borkener Serien sorgten schließlich für

den 9:13-Zwischenstand. Plötzlich schöpfte Oythe neuen

Mut und trotz Borkener Auszeit beim Stand von 12:13 ging

Oythe mit zwei Punkten Vorsprung in die Zweite Technische

Auszeit. Erst eine weitere Auszeit von Borken beim 18:14

sorgte schließlich für ein Aufbäumen der Mannschaft, die zu

einer Aufholserie startete und beim 20:24 bereits den Sack

vollmachen wollte. Erst der vierte Matchball aber sorgte für

den Entstand von 23:25 nach insgesamt 85 gespielten

Minuten und zur ausgelassenen Freude bei den Gästen.

Die Zahl „drei“ aber sollte nicht nur die Zahl der

gewonnenen Punkte für die Tabelle darstellen, auch zwei

Spielerinnen brachte sie Glück. Borkens Trainer Chang

Cheng Liu wählte nämlich Oythes Nr. 3, die Carina

Mählmeyer als Gewinnerin der silbernen MVP-Medaille. Als

wertvollste Spielerin des Matchs wähllte Zoran Niolic

hingegen Borkens Nr. 3 – die Mittelblockerin Doreen Luther.

62


Im Blickpunkt - Anika Brinkmann (I)

In der Saison 2017/18 kam die Außenangreiferin erstmals nach Borken, ein jahr darauf folgte

die Meisterschaft. Seit Beginn dieser Saison ist die Ex-Profispielerin wieder zurück und ist

durch ihre langjährige Erfahrung ein wichtiger Impulsgeber für die Skurios Volleys.

Was magst du an Borken besonders?

Schon in meiner ersten Saison hier habe ich schnell gemerkt,

dass das Umfeld rund ums Team sehr professionell arbeitet

und trotzdem auf ein harmonisches und familiäres

Miteinander Wert legt. Der Mix macht es hier sehr

besonders. Man wird nicht nur als Spielerin gesehen,

sondern als Mensch und auch genauso behandelt. Toll ist

natürlich auch immer die Stimmung in der Halle und das

unglaubliche Interesse an unserem Team und unserem

Sport hier in der Umgebung. Selbst Auswärtsspiele fühlen

sich bei den mitgereisten Fans meistens so an, als ob es

Heimspiele sind. :)

Was machst du beruflich?

Ich habe knapp 20 Jahre Profikarriere hinter mir und bin

sehr stolz darauf, was ich durch den Sport alles erleben

durfte. Langsam wird es Zeit für etwas anderes, weshalb ich

plane in baldiger Zukunft eine Hundepension zu eröffnen.

Die Umbauten dazu sind schon in vollem Gange.

Wie bist du zum Volleyball gekommen?

Ich bin sozusagen in der Halle aufgewachsen. Meine Mutter

war selber Profispielerin und auch meine Jugendtrainerin, da

war es nicht allzu weit weg, dass ich diesen Weg auch

einschlagen würde.

Was war für dich das bisherig größte sportliche Highlight

deiner Karriere?

Da gibt es einige, auf jedenfall zählen die zwei Teilnahmen

im deutschen Pokalfinale dazu. Einmal mit dem USC

Münster und das andere mit dem Vfb Suhl damals. Auflisten

würde ich hier auf jedenfall noch die Teilnahme am

Challenge Cup mit AO Thiras wo wir bis ins Viertelfinale

gekommen sind und uns dem Dresdner SC im Golden Set

geschlagen geben mussten.

Welche sportlichen Wünsche möchtest Du dir gerne noch

erfüllen?

Ich bin ziemlich zufrieden mit dem was ich in meiner

Karriere erreicht habe und dass es mir möglich war auch im

Ausland Erfahrungen zu sammeln. Dankbar bin ich für die

vielen Freundschaften, die ich in meiner Laufbahn mit

verschiedenen Menschen aus aller Länder schließen durfte.

Da ich nicht mehr davon ausgehe, dass ich nochmal in die

1.Liga gehe (als Spielerin), wäre es mir aber ein Bedürfnis

den Skurios Volleys dabei zu helfen die Weichen und auch

die sportlichen Vorraussetzungen für einen Aufstieg zu

ermöglichen.

63


Im Blickpunkt - Anika Brinkmann (II)

Wie bereitest du dich auf einen Spieltag vor?

Ich schlafe so lange es geht aus. Bis mein Sohn mich weckt

und Frühstück möchte, hehe. Ich gehe mit den Hunden

spazieren, kümmere mich danach um unsere Katzen, koche

Spaghetti oder Penne mit Bolognese (vegan) und mache ggf.

noch einen kleinen Powernap. Meistens fahre ich schon

früher zur Halle und trinke dort gemütlich noch einen Latte

Macchiato im VIP Raum und schnacke mit Uli, Marlene und

anderen Helfern, bis ich zu Sepp zum Physio gehe.

Womit entspannst du Dich nach einem Spieltag?

Mein Tag sieht kaum anders aus, als sonst auch, aber

abends mindestens eine Stunde in die Badewanne nach

einem Spieltag ist immer drin.

Gibt es neben Volleyball noch eine andere Sportart, für die

du dich begeisterst?

Meine Familie ist generell sehr sportbegeistert, d.h. wir

schauen sehr viele andere Sportarten und das seitdem ich

klein war und interessieren uns auch dafür. Aktiv spiele ich

keine andere Sportart und plane es auch erstmal nicht. Wer

weiß was dann nach dem Volleyball passiert, da ich nicht

mehr plane allzulange zu spielen.

Was wünschst Du Dir für die Zukunft des Volleyballsports

bei den Skurios Volleys?

Ich wünsche mir dass der Verein sportlich und auch

finanziell so gut aufgestellt ist, dass er in Zukunft in der

ersten Liga spielen und sich dort auch etablieren kann.

64


65


16. Spieltag

VCO Münster

1:3

29.01.2022 I Sporthalle Berg Fidel

Am 29. Januar ging es für die Skurios Volleys zum Auftakt eines Doppelspiel-Wochenendes zum

Berg Fidel nach Münster. Die Youngsters vom VCO Münster nahmen unseren Mädels am Ende

einen Satz ab - wir nahmen trotzdem die vollen Punkte aus Münster mit.

Insgesamt 108 Minuten benötigten die Skurios Volleys am

Samstagnachmittag in Münster, um mit den nächsten drei

Punkte die Tabellenführung in der 2. Volleyball-Bundesliga

Nord weiter zu festigen. Doch der Tabellenführer tat sich

beim Nachwuchsteam aus Münster, welches aktuell den

vorletzten Tabellenplatz belegt, phasenweise deutlich

schwerer als geplant und gab den dritten Satz sogar

überraschend ab.

Es lief bei Teil eins des straffen Wochenend-Programms

noch nicht alles rund, trotzdem freuten sich die Mannschaft

sowie die mitgereisten Fans über den 3:1-Erfolg des

Borkener Zweitligisten (25:19, 25:16, 15:25, 25:17). Dieser

Vfl Oythe

war der nunmehr 16. Saisonsieg der Skurios Volleys in Folge

– aktuell wandeln die Borkener damit auf den Pfaden ihrer

Zweitliga-Siegesserie in der Saison 2018/19, an dem am

Ende die Meisterschaft stand. Zwischendurch aber machten

sich so manche Sorgenfalten auf dem Gesicht von Borkens

Trainer Chang Cheng Liu und seiner Co-Trainerin Lena Nelke

breit.

„Es war nicht unser bestes Spiel“, fasste die Co-Trainerin das

Geschehen anschließend zusammen. Denn so vieles, was

sich die Skurios Volleys vorab vorgenommen hatte, allen

voran druckvolle Aufschläge, bleiben sie ihren Fans an

diesem Nachmittag häufig schuldig. Zwar waren die Gäste

besonders in den ersten zwei Sätzen und später wieder im

vierten, Hallo VfL die Oythe, auch aufgrund ihrer Erfahrung deutlich

überlegenere Mannschaft, doch zeigten sich so manche

vermeidbare Abstimmungs- und Eigenfehler, die einige

Punkte kosteten. „In den ersten Sätzen waren wir zwar

besser, konnten uns aber nie so richtig absetzen“, berichtete

Lena Nelke. Hinzu kam, dass Münsters Annahme sehr gut

funktionierte und das junge Team sehr variabel spielte.

Nelke: „So kamen unsere ´kleinen Flauten´ im Spiel

zustande.“

Impressum

Münster, machte den Sack aber nicht frühzeitig zu. So gab es

bei der 2. Technischen Auszeit gerade mal eine Vier-Punkt-

Führung für die Skurios Volleys. Immerhin setzte sich der

Gast anschließend leicht ab und verwandelte den zweiten

Satzball zum 25:19-Endstand. Immerhin nutzte Chang Cheng

Liu im ersten sowie im zweiten Satz die Gelegenheit

durchzuwechseln. Auch der zweite Satz verlief anfangs recht

unspektakulär. Eine Münsteraner Auszeit beim 19:10 aus

Borkener Sicht sowie die vorherige Einwechselung der

Zuspielerin Carla Fuchs brachte den Münsteranern neue

Impulse, was Borken beim 19:13 zu einer Auszeit zwang.

Trotzdem ging auch dieser Satz ungefährdet ins

Westmünsterland.

Der erste Satz begann recht unspektakulär und ging nach 25

Minuten auch so zuende. Borken war spielstärker als

66


VCO Münster vs. Skurios Volleys 1:3

Im dritten Satz kamen für Borken dann Mittelblockerin

Johanna Gröger und Zuspielerin Zsófia Mészáros aufs Feld,

während bei Münster wiederum die Zuspielerin Carla Fuchs

auflief. Diese Personalie wirbelte die Borkener Mannschaft

gehörig durcheinander. Trotz zweier Borkener Auszeiten

und den Wechseln von Yina Liu für Zsófia Mészáros und Jana

Röwer für Johanna Gröger war die Mannschaft „komplett

von der Rolle“, wie Lena Nelke das später beschrieb. „Dabei

hatten die Wechsel zum Satzbeginn gar nicht mal so schlecht

funktioniert“, meinte sie, doch die Einwechselung bei

Münster verunsicherte, was Carla Fuchs nach Spielende

auch die silbernde MVP-Medaille einbrachte. Mit zehn

Punkten Vorsprung ging dieser Satz dann schließlich an

Münster.

Im vierten und letzten Satz waren die Skurios Volleys dann

auf Wiedergutmachung bedacht und führte schnell deutlich.

Kraftvolle Aufschläge und starke Angriffe, darunter von

Doreen Luther, die später beste Spielerin des Matchs wurde,

brachten Münsters Annahme immer wieder in Bedrängnis.

Auch schraubten die Skurios ihre Eigenfehler deutlich

runter. Als um 16.48 Uhr der dritte Borkener Matchball den

25:17-Endstand brachte, war die Freude bei den Gästen

groß. Schnell legte sich dann auch die Anspannung bei den

Skurios Volleys, die nach dem Sieg gegen den

Tabellenvorletzten gerade einmal 23 Stunden später auch

einen Sieg beim Tabellenletzten RC Sorpesee einfahren

möchten

67


Vfl Oythe

Nelke: „Sie haben einfach keinen Ball aufgegeben, immer

Hallo VfL Oythe,

war noch jemand darunter. So hatten wir super Probleme

Impressum

17. Spieltag

RC Sorpesee

1:3

30.01.2022 I Schulzentrum Sundern

Tabellfenführer gegen Tabellenletzter - eigentlich ist das eine klare Ausgangslage. Die von

Julian Schallow trainierten Mädels vom RC Sorpesee aber versuchten uns zu ärgern wo es nur

geht. Einfach war das Match also nicht, doch nahmen wir auch hier drei Punkte mit.

Dass die Skurios Volleys als Tabellenführer zum Abschluss

ihres Doppelspieltags-Wochenendes drei Punkte vom RC

Sorpesee entführen würden, überraschte wohl niemanden

ernsthaft. Doch ehe das Schiedsrichter-Duo Christian Thelen

und Theresa Rottmann um 17.48 zum 3:1-Endstand (25:21,

22:25, 25:17, 25:20) für die Gastmannschaft abpfiff, bissen

sich diese einige Male die Zähne an den Sauerländerinen

aus. Denn anders als bei der Ausgangskonstellation

Tabellenführer gegen Tabellenschlusslicht erwartet,

versuchte das vermeintlich spielerisch unterlegene Team

aus Sundern die Westmünsterländerinnen über weitere

Strecken mächtig zu ärgern – und machte das nicht einmal

schlecht!

„Die Mannschaft vom RC Sorpesee hatte heute einen richtig

guten Tag erwischt“, musste Borkens Co-Trainerin nach dem

Match auch erst einmal tief durchschnaufen. „Die haben uns

heute sowas von unter Druck gesetzt im Aufschlag und

hatten auch eine bombenstarke Abwehr“, analysierte sie das

99-minütige Match. Natürlich hatten die Gäste, anders als

die Gastgeberinnen, bereits am Vortag ein Ligaspiel

absolviert und waren entsprechend noch etwas platt, doch

reichte dies alleine nicht zur Erklärung. Sorpesee schien

teilweilweise über sich hinauszuwachsen und sich im

Schulzentrum Sundern gegen den drohenden Abstieg zu

stemmen, der aufgrund von nur sechs Punkten in 16

vorangegangenen Spielen immer wahrscheinlicher wird.

damit unsere eigenen Punkte zu machen.“

Schon der erste Satz ließ erahnen, dass das Match kein

Spaziergang werden würde. Bis zum 13:13-Ausgleich spielte

sich das von Julian Schallow trainierte Team sogar einen

Vorsprung von fünf Punkten heraus, ehe Borken leicht

anzog. Zum 25:21-Satzgewinn trugen auch die starken

Borkener Aufschläge bei, den Satz beendete schließlich

Borkens Kapitänin Anika Brinkmann selbst. So hätte es in

Satz zwei aus Borkener Sicht gerne weitergehen können,

doch nun überraschten die Mädels von RC Sorpesee. Da die

Borkener Aufschläge zu wenig Druck entfalten konnten und

auch Annahme und Abwehr nicht schnell genug agierten,

führten plötzlich die Gastgeberinnen. Zwei Borkener

Auszeiten beim 14:9 sowie 19:12 brachten nicht die erhoffte

Wirkung. Mehrfach wurde der Borkener Block unglücklich

touchiert und auch die Feldabwehr hatte ungewohnt viel

Arbeit. Gegen Ende dieses Satzes bäumte sich Borken noch

einmal auf, sodass erst der vierte Satzball zum 25:22-

Endstand Sorpesee zum unverhofften Satzgewinn verhalf.

m dritten Durchgang aber zeigte sich Borken wieder wacher,

obwohl recht viele Eigen- und Netzfehler ein besseres

Ergebnis verhinderten. Bis zum 10:9 waren beide

Mannschaften etwa gleich stark, dann aber konnte sich der

Tabellenführer dank einer 5-Punkte-Serie leicht absetzen.

Der zweite Satzball, ein Aufschlag von Außenangreiferin

Anika Brinkmann, den Sorpesee unglücklich an die eigene

Hallendecke schlug, brachte den 25:17-Satzgewinn.

Der nur neun Spielerinnen starke Borkener Kader hatte nach

dem siegreichen dritten Satz natürlich die drei Punkte vor

Augen. Trotzdem gelang es dem Team ähnlich wie im dritten

Satz erst sich nach dem 9:10-Zwischenergebnis sich einen

leichten Vorsprung rauszuarbeiten und diesen nicht mehr

aufzugeben. Mit einer 3-Punkte-Serie gelang dem

Tabellenführer schließlich der 25:20-Endstand im vierten

Satz. Damit baut Borken in der Tabelle den Vorsprung auf

den bislang ärgsten Verfolger, die BayerVolleys, wieder auf

neun Punkte aus. Aktueller Tabellenzweiter ist jedoch Köln,

da die Domstädterinnen ein Spiel mehr absolvierten. Für

Borkens Coach war Mittelblockerin Hanna Fleischer die

beste Spielerin vom RC Sorpesee, sie erhielt damit die

silberne MVP-Medaille. Gold geht zum insgesamt sieben Mal

in dieser Saison an Borkens Kapitänin Anika Brinkmann.

68


Im Blickpunkt - Żaneta Baran (I)

Gute Freunde empfahlen der 189 Zentimeter großen Diagonalspielerin Anfang der Saison die

Skurios Volleys. In Borken brilliert Żaneta durch konstant gute Leistungen und macht es den

gegnerischen Spielerinnen auf dem Feld wahrlich nicht einfach!

Was magst du an Borken besonders?

In Borken habe ich viele nette Menschen kennengelernt: das

Management, die Trainer, die Spielerinnen

und die

wichtigsten – die für uns so viel tun - die Fans. Es ist schön zu

sehen, dass die Mitglieder des Fanclubs unser Team

unterstützen und bei der Vorbereitung auf die Spiele helfen.

Ich habe noch nie zuvor eine solche Zusammenarbeit

zwischen dem Club und den Fans gesehen, obwohl ich

schon so viele Jahre spiele. Der Begriff „eine große Familie“

ist hier absolut angebracht.

Was machst du beruflich?

Ich kam Ende 2020 nach Deutschland, um mich um meine

Tante zu kümmern. Inzwischen habe ich angefangen

Deutsch zu lernen und suche nach einem anderen Job.

Wie bist du zum Volleyball gekommen?

Wie hast ihr euch bei den Skurios Volleys eingelebt und was

gefällt Dir besonders gut?

Trotz einiger Unannehmlichkeiten in Sachen

Deutschkenntnisse habe ich mich vom ersten Training an als

Teil des Teams gefühlt. Ich habe Menschen kennengelernt,

mit denen ich nicht nur auf dem Volleyballplatz Kontakt

haben möchte.

In der Schule wollten wir im Sportunterricht immer

Volleyball spielen. Uns hat es gefallen. Anlässlich des

Kindertages wurden bei uns Wettbewerbe veranstaltet und

Mannschaften aus der Umgebung kamen. Vor dem

Hintergrund der Profimannschaften kamen wir schlecht

rüber, aber ich bekam den Vorschlag, mit der Mannschaft

von Kędzierzyn Koźle zu trainieren, mit der ich zu den

Jugendspielen gefahren bin. Und so kam der Durchbruch, als

ich meine Heimatstadt verließ, als ich 17 war. Das ist der

Zeitpunkt, an dem ich sagen kann, dass ich mein Abenteuer

mit dem Profi-Volleyball begonnen habe.

Was war für dich das bisherig größte sportliche Highlight

deiner Karriere?

Der größte Erfolg war der Aufstieg und das Spielen in der

Spitzenklasse des Wettbewerbs in der polnischen Liga.

69


Im Blickpunkt - Żaneta Baran (II)

Welche sportlichen Wünsche möchtest Du dir gerne noch

erfüllen?

Zu Beginn der Saison habe ich gesagt, dass ich uns möglichst

viele Siege wünsche. Jetzt, am Ende der Saison, weiß ich

schon, dass mein Wunsch in Erfüllung gegangen ist. Wir sind

Meister der 2. Bundesliga Nord!

Wie bereitest du dich auf einen Spieltag vor?

Ich habe keine Rituale.

abzubauen.

Musik zu hören hilft mir Stress

Womit entspannst du Dich nach einem Spieltag?

Nach dem Spiel bleiben die meisten Spielerinnen länger, wir

bestellen Essen, unterhalten uns und hören Musik. Ein

langes, heißes Bad hilft mir zusätzlich.

Gibt es neben Volleyball noch eine andere Sportart, für die

du dich begeisterst?

Wandern in den Bergen ist nicht Sport, sondern körperliche

Betätigung die ich sehr mag. Ich liebe daran die Ruhe, die

frische Luft und die schöne Aussicht.

Was wünschst Du Dir für die Zukunft des Volleyballsports

bei den Skurios Volleys?

Ich wünschte, die Skurios Volleys hätten die Möglichkeit, in

der 1. Volleyball-Bundesliga zu spielen. Der bisherige

professionelle Ansatz, insbesondere die Arbeit, die Uli leistet

und die Zeit, die er dem Team widmet und das Herzblut, das

er da hinein steckt, verdient diese Auszeichnung.

70


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71


18. Spieltag

ETV Hamburg

3:1

05.02.2022 I Mergelsberg Sporthalle

ETV Hamburg kann Skurios Volleys und ihre Kapitänin Anika Brinkmann nicht stoppen

Eigentlich waren die Mädels vom ETV Hamburg ins

Westmünsterland gekommen, um im Spiel gegen den

aktuellen Tabellenprimus einen starken Sturm zu entfachen.

Doch mehr als ein anfänglicher rauer Wind, der die Skurios

Volleys umwehte, konnte der aktuelle Tabellenelfte über die

insgesamt 100 Spielminuten nicht entfachen. Somit blieb die

Borkener Mannschaft beim 3:1-Rückspiel (15:25, 25:20,

25:17, 25:22) auch im 18. Ligaspiel in Serie ungeschlagen und

reist in einer Woche mit Rückenwind zum aktuellen

Tabellenzweiten nach Köln.

und Doreen Luther diagonal ihre Positionen tauschten,

sondern an den starken Aufschlägen von Anika Brinkmann,

welche die Hamburger zur Verzweiflung trieben und Borken

eine gute Ausgangslage verschaffen sollten. Die komfortable

zwischenzeitliche 9:3-Führung hielt aber nicht lange, sodass

mehrere Hamburger Serien bei 14:14 für einen Ausgleich

sorgten. Hamburgs neuer Schwung aber verpuffte schnell,

die Mannschaft gab aber noch nicht auf. Erst der vierte

Satzball der Westmünsterländerinnen sorgte für den 25:20-

Satzgewinn und damit für den Ausgleich.

Wer anfänglich gedacht hätte, dass Hamburg in der

Borkener Mergelsberg-Sporthalle chancenlos sein würde,

sah sich am Samstagabend getäuscht. Denn die Gäste

nutzten jede sich bietende Gelegenheit den Borkenern ein

Bein zu stellen, sodass ihr Trainer Ulrich Kahl nach Spielende

Vfl Oythe

sogar ein wenig unzufrieden war: „Ich freue mich sehr, dass

wir Borken im ersten Satz überraschen konnten und bin ein

bischen traurig, dass das Momentum nicht ein bischen

gekippt ist.“ Schuld daran war eine Borkener Mannschaft, die

anfangs wohl noch nicht so ganz auf dem Platz

angekommen war, sich dann aber stark steigerte – und eine

Kapitänin, die einen ausgezeichneten Tag erwischte.

Auch in Satz drei sorgte eine Aufschlagsserie von Anika

Brinkman zum zwischenzeitlichen 8:1-Zwischenstand. „Annis

Aufschläge haben uns heute das eine oder andere Mal

gerettet“, freute sich Lena Nelke anschließend über deren

überzeugende Leistung. Doch der komfortable Vorsprung

von acht Zählern zur 2. Technischen Auszeit begann durch

eine überzeugende kämpferische Leistung der

Hamburgerinnen, die keinen Ball verlorengeben wollten,

wieder zu schmelzen. Das überzeugte, sodass die Skurios

Volleys schließlich ihren zweiten Satzball durch ein

Anschlagen des Hamburger Blocks durch Johanna Müller-

Scheffsky zum 25:17 verwandeln konnten.

Begann der erste Satz noch mit einer ausgeglichenen Nach dem sicheren Gewinn eines Punktes, wollte Borken

Leistung beider Mannschaften, so zogen die Gästen von der gegen schwächer werdende Hamburger seinen Fans auch

Alster nach dem 7:7-Zwischenstand davon. Hamburg einen Sieg schenken. Im vierten Satz brachte dann eine

attackierte den Tabellenführer heftig und während bei den erneute Aufschlag-Serie von Anika Brinkmann die

Gästen alles zusammenlief, wirkten Borkens Block, Annahme Heimmannschaft auf die Erfolgsspur, den diese jedoch nicht

und Feldabwehr recht unsicher. Über ein 7:10 und 8:14 richtig zu nutzen wusste. Denn nach der sicheren 14:4-

Hallo VfL Oythe,

stand es bei Borkens zweiter Auszeit bereits 10:18 und alle Führung setzte Hamburg noch einmal auf Angriff und

in der Halle wirkten überrascht von Hamburgs eiskaltem verkürzte auf einen Stand von 14:10. Die Gäste wollten sich

Spiel. So war es kein Wunder, dass die Gäste nach 21 möglichst teuer verkaufen, sodass Borkens Trainerteam und

Minuten ihren ersten von neun Satzbällen zum 15:25- mit ihnen die Gäste trotz leichter Führung zitterten. Wie

Endstand verwandeln konnten. „Wir waren richtig berechtigt dies war, zeigt, dass erst Fabienne Coenders

überrascht und nicht ganz da auf dem Feld“, musste Borkens Angriff beim dritten Matchball den 25:22-Endstand brachte.

Co-Trainerin Lena Nelke nach dem Spielende eingestehen. Als herausragend stufte Hamburgs Trainer Ulrich Kahl

Impressum

anschließend die Leistung von Außenangreiferin Anika

Brinkmann ein, die Nummer 6 gewann daher auch die

Doch pünktlich zu Beginn des zweiten Satzes war Borken

goldene MVP-Medaille, immerhin schon die achte in dieser

plötzlich hellwach. Das lag nicht nur daran, dass Jana Röwer

Saison. Die silberne Medaille ging an Hamburgs

Diagonalspielerin Anna Behlen.

72


„Eigentlich könnten wir ...

Vor der Saison hätte sich wohl niemand ernsthaft eine derart überragende Saison der

Skurios Volleys in der 2. Volleyball-Bundesliga Nord vorstellen können: 17 Spiele, 17 Siege

und nur einen Punkt abgegeben. Das ist umso beachtlicher als das Borkens Headcoach

Chang Cheng Liu und die nicht mehr so neue Co-Trainerin Lena Nelke über den aktuell

kleinsten Kader der Liga verfügen und die Hälfte der Spielerinnen in der Vorsaison gar nicht

das Trikot der Skurios Volleys trug. Pünktlich zum ersten Heimspiel dieses Jahres haben wir

uns mit dem Trainer-Duo unterhalten.

Lena, was ist Deine Hauptaufgabe als Co-Trainerin?

Nelke: Meine Hauptaufgaben als Co-Trainerin sind die

Unterstützung von Chang und auch das Scouting. Die Taktik

stimmt ich gemeinsam mit Chang ab, aber er ist dafür

federführend verantwortlich. Daneben bin ich

Ansprechpartner für die Mädels und bin natürlich bei allen

Spielen dabei.

Welchen Blick auf den Job eines Co-Trainers hattest du

eigentlich früher?

Nelke: Ein komplett anderer (lacht).

Liu (wirft ein): Als Spielerin braucht man vom Kopf her nicht

mehr viel denken, denn der Trainer gibt Spielerinnen vor,

was sie tun müssen. Wenn wir sagen, sie müssen blocken,

tun sie es auch. Nelke: Der größte Unterschied war für mich

tatsächlich beim Training nicht nur auf eine Spielerin zu

gucken, sondern auf alle zwölf Spielerinnen. Alle zwölf

wollen von Dir ein Feedback, doch man kann gar nicht auf

alle auf einmal gucken. Der Hauptunterschied ist also, dass

man auf die Mannschaft aus einer ganz anderen

Perspektive schaut.

Hast Du dir denn diese Aufgabe so vorgestellt?

Nelke: Nein (lacht). Ich kannte das vorher gar nicht. Wie ich

gerade sagte, zwölf Spielerinnen warten auf mein Feedback.

Das war eine komplette Umstellung. Man ist nicht mehr so

fokussiert auf das was man selbst macht, sondern auf das

was die Spielerinnen tun.

Wie klappt eigentlich Eure Zusammenarbeit?

Liu: Sie wird immer besser, denn vorher hat Lena all die

neuen Aufgaben noch gar nicht gekannt. Natürlich fällt das

anfangs immer schwer, denn die Positionen von

Spielerinnen und Trainer sind ganz andere. Jetzt läuft es

aber echt gut.

Co-Trainerin Lena Nelke (2.v.l.) ist seit Beginn dieser Saison zussammen mit

Headcoach Chang Cheng Liu für die Skurios Volleys verantwortlich

Nelke: Wir haben 15 Siege. Wenn wir schlecht arbeiten

würden, kann man keine 15 Siege in Serie einfahren.

Bereits seit 2016 trainiert Chang die Skurios Volleys. Macht

es denn noch Spaß?

Liu: Spaß habe ich immer. Aber wenn die Spielerinnen das

noch ernster nehmen, hätte ich noch mehr Spaß.

Nelke (ergänzt): Manchmal nehmen die Spielerinnen das

Training tatsächlich etwas zu sehr auf die leichte Schulter.

Chang, Teammanager Uli hat Dich jüngst in der Borkener

Zeitung als Westmünsterländer bezeichnet. Bis Du hier

angekommen?

Liu: Ja. Und ich denke, wenn mich niemand kündigt, dann

bleibe ich hier weiterhin gerne (beide lachen).

Zurückblickend auf die bisherige Saison, was hat Euch am

meisten überrascht?

Liu: Die 15 Siege bis heute sind schon eine große

Überraschung. Wir haben einen so kleinen Kader, nicht so

wie etwa die Teams aus Leverkusen, Köln oder Stralsund.

Diese haben dann auch sehr viele Wechsel innerhalb der

Spiele und die Wechselqualität ist dann jeweils fast die

gleiche. Wir hingegen haben einen sehr, sehr kleinen Kader.

Mit diesem bis heute [noch zu ergänzen] 15 Siege

einzufahren, ist schon sehr toll. Ich hoffe natürlich, dass

diese Siege weitergehen.

73


... jedes Jahr aufsteigen“

Nelke: Als wir zu Beginn der Saison gefragt wurden was

unser Ziel sei, haben wir gesagt Mittelfeld oder auch oberes

Mittelfeld.

Liu: Ich glaube, Platz 3 haben wir bereits jetzt sicher. Wir

versuchen aber so viel zu erreichen wie wir können. Aber

wir haben noch teils sehr starke Mannschaften vor uns.

Nach der letzten eher durchwachsenen Saison, wie ist der

Leistungssprung in dieser Saison zu erklären?

Nelke: Wir haben sehr gute Einzelspieler. Beide Mitte-

Spielerinnen sind total gut. Anni [Brinkman; Anm. der

Redaktion] dazuzubekommen war für uns natürlich ein

super Gewinn. Auch Zanetas Spielstäke war eine schöne

Überraschung. Wir haben anfangs nicht gedacht, dass das

Zusammenspiel so gut funktionieren würde. Fabi

[Coenders; Anm. der Redaktion] ist ebenso stark über

außen. Wir haben also Spielerinnen auf dem Feld stehen,

die einfach ihre Punkte im Spiel machen.

Liu: Nun, unsere Feldabwehr und die Mittelposition war

schon immer gut. Im Außenangriff und auf der

Diagonalposition müssen wir Punkte machen und dieses

Jahr haben wir mit Zaneta und Annika alles richtig gemacht.

Deshalb gewinnen wir auch.

Die Netzkamera liefert den Zuschauern spannende Aufnahmen

Ein starkes Team am Spielfeldrand: Co-Trainerin Lena Nelke, Headcoach Chang

Cheng Liu, Co-Trainer Markus Friedrich und Physiotherapeuth Sepp Jüditz

Hand aufs Herz, spielt Ihr mit dem Gedanken auf eine

Meisterfeier beim letzten Auswärtsspiel in Stralsund?

Nelke: Wir haben gesehen, dass die Hinrunde super verlief.

Liu: Das ist noch zu früh. Ich möchte so früh noch nicht

darüber sprechen. Vor drei Jahren waren wir sechs Spiele

vor Saisonende Meister. In diesem Jahr versuchen wir was

wir können.

Nelke: Bislang konnten wir können einfach nur von Glück

sprechen (klopft auf Holz). Wir hatten keine großen

Verletzungen bisher. Doch haben wir einen sehr engen

Kader, da kann immer was passieren.

Liu: Wir möchten die Nase nicht hoch tragen. Wir denken

nicht an Stralsund als letzten Gegner, sondern von Spiel zu

Spiel. Wichtig ist, wir haben ein wenig Luft für unsere neue

Aufstellung, da wir durch den Ausfall von Zaneta die

Positionen Zuspieler, Libero und Diagonale gewechselt

haben.

Die Nachwuchsarbeit spielt in Borken ja eine große Rolle.

Ist es schwierig junge Spielerinnen an das Zweitliga-Niveau

heranzuführen?

Liu: Ja, das ist es tatsächlich. Ich denke Zweitliga-

Mannschaften sind halb Profi-Mannschaften und müssen

deshalb auch wirtschaftlich denken. Wir können viele

Jugendliche auf Feld stellen, dann aber fehlt aber die

Sicherheit, dass wir die Spiele auch gewinnen. Deswegen

müssen Jugendspielerinnen, die teilweise erst 14 Jahre alt

sind, erstmal mindestens ein Jahr einfach lernen und dann

langsam – langsam – kommen. Es ist auch noch ganz

normal, dass Johanna noch lange nicht so stark spielt wie

Jana oder Doreen.

Mal ein Blick in die Zukunft: Wo seht Ihr die Skurios Volleys

in etwa zwei bis drei Jahren?

Liu: Ich hoffe in der 1. Bundesliga (lacht). Eigentlich könnten

wir jedes Jahr aufsteigen - wenn wir auch ausreichend

Unterstützung durch unsere Sponsoren bekommen.

Lena geht in ihrer Freizeit ja mit ihrer Hündin Wilma

spazieren. Hast Du einen Ausgleich zum Volleyballsport?

Liu: Schlafen. Ohne Volleyball aber würde ich wohl sterben

(wirkt nachdenklich). Wenn es eines Tages wirklich nicht

mehr geht, so hochklassig als Trainer zu arbeiten, werde ich

vielleicht junge Mädchen oder Jungs trainieren. Ja, das

würde mir dann gefallen.

74


75


19. Spieltag

DSHS SnowTrex Köln

1:3

13.02.2022 I Deutsche Sporthochschule Köln

Es war das Topspiel in der 2. Volleyball-Bundesliga gegen die Mädels der DSHS SnowTrex Köln -

und am Ende gingen wir trotz eines starken Spiels der Kölner als Sieger vom Platz. Mit dem 3:1-

Erfolg sicherten wir unseren Tabellenplatz eins.

In den bisherigen 18 Zweitliga-Spielen gab es nur einen

Verein in der 2. Volleyball-Bundesliga Nord, der den Skurios

Volleys überhaupt einen Punkt abnehmen konnte. Umso

nervöser waren die Westmünsterländerinnen nun beim

Rückspiel am Sonntagnachmittag, auch weil die Mädels vom

DSHS SnowTrex Köln selbst eine beeindruckende Serie von

zwölf Siegen in Folge zu verteidigen hatten. Als nach 100

Minuten aber das Match in der Halle 22 der Deutschen

Sporthochschule Köln nach dem Borkener 3:1-Sieg (25:19,

25:19, 23:25, 25:23) abgepfiffen wurde, reckten die Skurios

Volleys nach einem starken Auftritt euphorisch ihre Hände in

die Höhe.

Hallo VfL Oythe,

Vfl Oythe

„Das Spiel gegen Köln war tatsächlich genauso schwer, wie

wir es uns vorgestellt hatten“, schätzte Borkens-Co-Trainerin

Lena Nelke das Spiel anschließend ein. Bereits der erste Satz

ließ erahnen, dass jeder Punkt heiß umkämpft werden

würde. Mit Anpfiff des Spiels waren die Gäste wohl noch

nicht richtig angekommen, denn Köln setzte Borken mit

starken Aufschlägen stark unter Druck. Beim 10:4 nahm

Headcoach Chang Cheng Liu eine erste Auszeit. „Eigentlich

hatten wir den Satz schon fast aufgegeben und geglaubt wir

würden den nicht mehr schaffen“, berichtete die Co-

Trainerin. Doch dann gab die nur acht Spielerinnen zählende

Mannschaft richtig Gas und kam mit druckvollen Angriffen,

einer guten Feldabwehr und vielen guten Blocks zurück ins

Spiel. Betrug der Rückstand zur zweiten Technischen Auszeit

Impressum

76

noch sechs Zähler, so glichen die immer wacheren

Borkenerinnen beim 16:16 erstmals aus und hatten sich

beim ersten Satzball beim 18:24 bereits einen

bemerkenswerten Vorsprung erarbeitet. Der zweite

Borkener Satzball besiegelte nach insgesamt 22 Minuten

den Borkener Satzgewinn.

Die Gäste waren auch zu Beginn des zweiten Satzes

eindeutig druckvoller, im weiteren Satzverlauf aber waren

beide Teams fast gleichauf. Ein hochklassiges Match mit

packenden Ballwechseln entwickelte sich, wobei Borken sich

erst in der Crunchtime leicht absetzen konnte und

schließlich den Satzball zum 19-25-Endstand verwandelte.

Gegen einen Borkener Durchmarsch im dritten Satz wollte

Kölns Trainer Jimmy Czimek etwas dagegensetzen und

wechselte zu Satzbeginn seinen Kader durch. „Dadurch dass

sie so viele Spielerinnen im Kader haben, konnten sie sich

spielerisch ändern und uns unter Druck setzen“, analysierte

Lena Nelke. Nicht nur der Kölner Block wurde immer stärker,

auch die Feldabwehr zeigte sich nun von ihrer besten Seite.

Borken wurde davon überrascht und lag beim

zwischenzeitlichen 12:7 bis zu fünf Zähler zurück. Spätestens

zur Satzmitte aber waren beide Mannschaften wieder

gleichauf und eine kleine Kölner Serie sorgte später für den

25:23-Satzgewinn für die Domstädterinnen.


SnowTrex Köln vs. Skurios Volleys 1:3

Nach dem Match lobte auch Kölns Coach die Gegner, der in

den ganz kritischen Phasen in dieser Saison immer noch

eine Schippe drauflegen konnte. Er konstatierte den Skurios

Volleys keinen glücklichen, sondern einen verdienten Sieg.

Die größte Freude aber bereitete den Borkener Team sowie

den zahlreichen mitgereisten Fans wohl der Blick auf die

Zweitliga-Tabelle – bei sieben noch ausstehenden Spielen

haben die Skurios Volleys immer noch einen komfortablen

Vorsprung von neun Punkten auf den Zweitplatzierten aus

Leverkusen. Diesen gilt es nun zu halten – schon in knapp

zwei Wochen steht das nächste Heimspiel gegen BBSC Berlin

auf dem Tableau.

Die rund 160 Zuschauer in der Halle und im SPORT1 extra-

Livestream sahen auch im vierten Satz eine fast

ausgeglichene Partie – und nach den recht durchwachsenen

Spielen der vergangenen Wochen eine überzeugende

Teamleistung. Neben den harten Angriffen von Kapitänin

Anika Brinkmann beeindruckte beispielsweise Zsófia

Mészáros mit ihren präzisen Aufschlägen. Über alle vier

Sätze hinweg zeigte jedoch Doreen Luther eine überragende

Leistung, denn ihre Blocks ließen Köln teilweise verzweifeln.

„Das war heute wohl so etwas wie das Spiel ihres Lebens“,

freute sich Lena Nelke mit der 187 Zentimeter großen

Mittelblockerin. Nachdem dieser Satz – einem

Herzschlagfinale gleich – nach einem letzten Ass von Anika

Brinkman an die Gäste ging, kürte Kölns Coach Jimmy

Czimek dann auch Doreen Luther zur besten Spielerin des

Matches. Die silberne MVP-Medaille ging an Kölns

Zuspielerin Annika Stenchly.

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Im Blickpunkt - Johanna Gröger

Mit 15 Jahren stieß die 1,88 Meter große Mittelblockerin Anfang der Saison aus der eigenen

Jugend zu den Skurios Volleys. Hier soll sie Bundesliga-Erfahrung sammeln, stand jedoch

bereits einige Male selbst auf dem Spielfeld.

Was magst du an Borken besonders

Das Feeling in der Halle und die Stimmung mit den Fans an

einem Spieltag ist sehr schön.

Wie bist du zum Volleyball gekommen?

Ich wurde von einer Freundin gefragt, ob wir uns das mal

anschauen wollen.

Was war für dich das bisherig größte sportliche Highlight

deiner Karriere?

Die EM Qualifikation mit der deutschen U16-Nationalmannschaft

in Italien.

Welche sportlichen Wünsche möchtest Du dir gerne noch

erfüllen?

Olympia 2028 und bis dahin erstmal den Weg in die 1.

Bundesliga

Wie bereitest du dich auf einen Spieltag vor?

Zuerst höre ich meine Spieltagsplaylist ziehe zwei

verschiedene Sportsocken zum Spiel an und mache erst

meinen linken Schuh zu.

Womit entspannst du Dich nach einem Spieltag?

Ich gehe einfach ein bisschen spazieren.

Gibt es neben Volleyball noch eine andere Sportart, für die du

dich begeisterst?

Ich finde Leichtathletik und viele Ballsportarten sehr

interessant

Was wünschst Du Dir für die Zukunft des Volleyballsports bei

den Skurios Volleys?

Weiterhin ein so erfolgreiches und ehrgeiziges Team zu

haben.

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Vfl Oythe

zweiten Hallo VfL Auszeit Oythe, beim 19:17 knickte dann Johanna Müller-

Scheffsky unglücklich um und musste minutenlang

Impressum

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20. Spieltag

BBSC Berlin

3:1

26.02.2022 I Mergelsberg Sporthalle

Gegen den BBSC Berlin gewinnen die Westmünsterländerinnen mit 3:1, verlieren

verletzungsbedingt aber Universalspielerin Johanna Müller-Scheffsky Insgesamt 111 Minuten

dauerte es, bis die Skurios Volleys ihren nunmehr 20. Saisonsieg in Folge einfahren konnten.

Der Sieg gegen die Mannschaft von BBSC Berlin, die aktuell den siebten Tabellenplatz belegt,

war jedoch hart erkämpft.…

Insgesamt 111 Minuten dauerte es, bis die Skurios Volleys

ihren nunmehr 20. Saisonsieg in Folge einfahren konnten.

Der Sieg gegen die Mannschaft von BBSC Berlin, die aktuell

den siebten Tabellenplatz belegt, war jedoch hart erkämpft.

Wesentlich deutlicher als beim klaren 0:3-Auswärtssieg der

Skurios Volleys im Hinspiel wollten die Hauptstädterinnen

dem Tabellenersten das Leben schwer machen. Das gelang

ihnen zwar nicht, dafür sorgte der verletzungsbedingte

Ausfall von Universalspielerin Johann Müller-Scheffsky aber

für tiefe Sorgenfalten in den Gesichtern der

Westmünsterländerinnen.

Vor dem eigentlichen Volleyball-Match aber legten alle 289

Fans in der Mergelsberg-Sporthalle eine Schweigeminute

ein. Einer Anregung des Deutschen Olympischen

Sportbunds folgend, den die Volleyball-Bundesliga an die

Vereine weitergegeben hatte, verlas Hallensprecher Carsten

Hoves zu Beginn eine Erklärung – dann herrschte eine

Minute lang eine betroffene Stille in der großen Sporthalle.

Anschließend waren es die Gastgeberinnen, die das Spiel

dominierten. Beim zwischenzeitlichen 12:4 betrug der

Abstand zu den Berlinerinnen acht Ballpunkte, dann aber

kamen die Gäste immer besser ins Spiel. Trotz einer Auszeit

von Borkens Headcoach Chang Cheng Liu beim Stand von

17:13 kam Berlin immer näher heran. Unmittelbar nach der

behandelt werden. Nachdem auch Berlins Coach Ole

Schöter der verletzten Spielerin vom Feld half, kam Johann

Gröger für die Verletzte aufs Feld. Dafür rückte

Mittelblockerin Doreen Luther auf die Diagonalposition und

die geschockten Borkenerinnen schafften es wenig später

tatsächlich den dritten Satzball zum 25:20-Endstand zu

verwandeln.

„Nach der Verletzung von Joms im ersten Satz war es für uns

superschwierig weiter Vollgas zu geben“, berichtete Borkens

Co-Trainerin Lena Nelke nach dem Match. Gelang dies im

zweiten Satz anfangs, so kamen die Berlinerinnen nach

einem zwischenzeitlichen 9:5 immer dichter heran und

führten zur 2. Technischen Auszeit bereits mit 13:16. Die

verbliebenen acht Borkener Spielerinnen schafften es in

dieser Phase durch die starke Berliner Feldabwehr nicht

immer, ihre Bälle auf den Boden im Feld der Berliner

Mädels zu bekommen. Auch so manche Angriffe von Anika

Brinkmann und anderen Spielerinnen brachten nicht den

gewünschten Erfolg. Am Ende aber wurde es noch einmal

spannend als Borken beim 22:23 bis auf einen Ballpunkt

heran kam. Das reichte aber nicht, sodass Berlin diesen Satz

mit 23:25 gewinnen konnte.

Auch Satz drei ähnelte dem vorangegangenen, Borken

dominierte anfangs mit bis zu fünf Ballpunkten Vorsprung

und wurde dann durch die sich ins Spiel zurückkämpfenden

Berlinerinnen wieder eingefangen. Ein Ballpunkt unterschied

verblieb bei der hauchdünnen 20:19-Führung, erst dann

bäumten sich die Gastgeberinnen noch mal auf und ihre

Angriffe zeigten Wirkung. So ging dieser Satz schließlich

nach 25 Minuten mit 25:20 an Borken.


Skurios Volleys vs. BBSC Berlin 3:1

Ein ausgeglichenes Spiel entwickelte sich in Satz vier. Die

Berlinerinnen, die am Samstag direkt angereist waren,

versuchten nach Herzen die Skurios Volleys zu ärgern und

ihr Trainer Ole Schröter sah mit Genugtuung, wie gut es

ihnen gelang. Bis zum 22:19 war alles offen, dann setzte sich

Borken mit überzeugenden Angriffen leicht ab. Die eigenen

Fans erhoben sich beim 24:20 schon zum Satzball, da wurde

Nach dem Match bedauerte Berlins Trainer Ole Schröter

zwar der Niederlage seiner Mannschaft, lobte jedoch auch

die Leistung der Gastgeberinnen, die sich trotz des

Verletzungsschocks nicht aufgegeben hatten. „Das hat euch

heute auch nicht beeinflusst. Ich denke man so schafft ihr es

auch gegen den Rest der Liga.“ Auf der Gegenseite lobte

Lena Nelke die Leistung ihrer Mannschaft in dem mental

„superanstrengenden Spiel“. Auch wenn ihre Mädels nach

der verletzungsbedingten Umstellung zwischendurch mit

den Nerven gekämpft hätten, hätten sie dies gut

kompensiert. Am Ende war es „eine ganz knappe Kiste“ –

doch die brachte die Ligapunkte 57 bis 59 aufs Borkener

Konto – und stellte den 9-Punkte-Abstand zu den

BayerVolleys wieder her, deren eigenes Spiel an diesem

Wochenende abgesagt wurde.

Für die Skurios Volleys steht am kommenden Wochenende

Regeneration auf dem Plan und dann könnte ein

Doppelspieltag schon fast die Vorentscheidung bringen. Ein

Auswärtsspiel gegen den VC Allbau Essen steht dann auf

dem Programm, gefolgt von einem Heimspiel gegen den VCO

Berlin. Das Ende dieser außergewöhnlichen Saison verspricht

also weiterhin spannend zu werden.

es noch einmal spannend. Als das Schiedsrichter-Duo Björn

Sauer und Lutz Kasper beim 24:21 einen Borkener Ball im

Aus sah, sah sich ein aufgebrachter Chang Cheng Liu fast um

das Ergebnis seiner Mannschaft gebracht. Nach tiefem

Durchatmen und zwei weiteren vergebenen Satzbällen war

es schließlich Doreen Luther, die den letzten Ballpunkt zum

25:23-Endstand erzielte. Freuen konnten sich anschließend

für den BBSC Zuspielerin Roxana Vogel über die silberne

MVP-Medaille. Für ihr starkes Spiel wurde auf Borkener Seite

Außenangreiferin Fabienne Coenders zum zweiten Mal in

dieser Saison mit der goldenen MVP-Auszeichnung geehrt.

81


In sicheren Händen -

Bei allen Heim- und Auswärtsspielen unserer Skurios Volleys sind Franz-Josef (Sepp) Jüditz

und Steffi Schwan als Physiotherapeuten mit auf der Bank dabei. Der 62-jährige Borkener

sowie sein Kollegin sind seit 2017 fester Teil des Teams. Beide arbeiten im normalen Leben in

der Erlebniswelt Gesundheitscampus Borken an der Siemensstrasse 27. Seit März 2021

werden hier die Mädels der Skurios Volleys physiotherapeutisch betreut und finden auf ca.

1.400 Quadratmeter alle Möglichkeiten für ihr spezifisches Kraft- und Athletiktraining vor.

Der Gesundheitscampus an der Siemensstraße steht allen Patienten mit

Rezeptverordnungen zur Verfügung und auch allen, die sich auf professionellem Niveau

gesund und fit halten wollen. Wir haben Sepp an seinem Arbeitsplatz getroffen und uns über

beides – Gesundheitscampus und seine Tätigkeit bei den Skurios Volleys – unterhalten.

Hallo Sepp, nicht alle kennen die Erlebniswelt

Gesundheitscampus Borken. Was verbirgt sich dahinter

genau?

Dahinter steht ein Gesundheitsdienstleister mit inzwischen

drei Standorten im Südkreis Borken, nämlich in Raesfeld, in

Reken und, seit März 2021 auch in Borken an der

Siemensstrasse. Dort decken wir von der klassischen

Physiotherapie mit allen gängigen Behandlungskonzepten,

über den Bereich der Bewegungs- und Sporttherapie, bis in

den Fitness- und Sportbereich alle Felder ab. Dafür steht ein

starkes und hochqualifiziertes Team aus

PhysiotherapeutInnen, SporttherapeutInnen und

TrainerInnen zusammen mit den KollegInnen am Empfang

für unsere PatientInnen und KundInnen bereit.

Wer kann zur Erlebniswelt kommen?

Das Haus steht allen offen die mit einer ärztlichen

Verordnung über Krankengymnastik oder anderen

speziellen Therapiekonzepten Behandlungen benötigen. Im

Übergang von Therapie zum eigenständigen

Gesundheitssport bieten wir Rehabilitationsnachsorge und

Rehabilitationssport an. Das kann in Kursform oder auch mit

Training an Geräten erfolgen. Weiterführend können wir ein

breites Angebot im Bereich des Fitness- und Leistungssports

bereitstellen. So sind ambitionierte Kraft- und

Fitnesssportler genauso bei uns aktiv, wie

VereinssportlerInnen und insbesondere die

VolleyballerInnen der Skurios Volley Borken, die bei uns ihr

Athletik- und Präventionstraining durchführen.

Wie hast Du zur Erlebniswelt gefunden?

Ich bin seit 1999 in Borken als Physiotherapeut und Diplom-

Sportlehrer tätig, seit 2006 auch als Osteopath. Vorher gab

es Stationen in der Sportklinik Hellersen und in einem Reha

Zentrum in Bocholt. Im Herbst 2019 wurde ich auf die

Erlebniswelt in Raesfeld und Reken aufmerksam und kam

dann bald mit den Geschäftsführern Stefan Bahde und

Robin Selting ins Gespräch. Schnell war klar, dass wir eine

gemeinsame Vorstellung von der Verbindung zwischen

Therapie, Bewegung und Sport haben. Einige Wochen später

dann hatten wir hier in der Siemensstraße einen Platz

gefunden, an dem wir in idealer Weise unsere Vorstellungen

realisieren können.

Worauf bist du an deiner Arbeitsstelle besonders stolz?

Besonders stolz bin ich auf unser Team – das sind

wunderbare KollegInnen. Viele haben in Weiterbildungen

spezielle Qualifikationen im Bereich Therapie oder Sport und

Fitness erworben und sind daher fachlich super ausgebildet.

Natürlich haben wir hier auch etwas mehr als die nur

notwendige „Hardware“ zur Verfügung. Dazu zählen zum

aktuellen Zeitpunkt computergestützte Trainingssysteme (e-

Gym und e-Flexx), Sequenz- und Freihantel-

Trainingssysteme sowie zwei großzügige Kursräume.

Weitere hochinteressante Trainingssysteme sind in

Vorbereitung, da dürfen alle gespannt sein…

82


egal ob beim Training oder im Spiel

Abgerundet wird das Ganze mit grosszügigen Umkleide und

Sänitärbereichen.

Doch das Alles wäre Nichts ohne die Menschen die

individuell und professionell unsere Patienten und Kunden

optimal betreuen könnten. Daher möchte ich noch einmal

betonen, dass unsere eigentliche Kompetenz in unserer

„(Wo)manpower“ steckt.

Eine Herzensangelegenheit ist es auch, unsere zahlreichen

Nachwuchstalente im Auge zu behalten. Auch dort stehe ich

gerne mit Rat und Tat zur Seite. Zusammen mit Bernd Rudde

(Abteilungsleiter und Nachwuchstrainer) und Maria Kleefisch

(Stützpunktrainerin) haben wir ein altersgerechtes

Aufbautraining entwickelt, um die jungen Talente gesund

und erfolgreich in ihrer Sportlaufbahn zu begleiten.

Nun zu Dir, ist Physiotherapeut dein Traumberuf?

Ja, es ist mein Traumberuf (lacht). Manche Dinge aber

müssen sich aber entwickeln. Erst habe ich an der

Sporthochschule in Köln ein Studium absolviert. Wenn ich

mich heute bei Vorträge vorstelle, sage ich: „Ich bin

„eingebildeter“ Diplom-Sportlehrer, ich bin ausgebildeter

Physiotherapeut.” Osteopath bin ich auch mit Prüfung und

Zertifikat, aber damit werde ich wohl nie fertig, weil es darin

immer noch Neues zu entdecken gibt.

Wie kamst Du denn zu den Skurios Volleys?

Mit Leistungs- und SpitzensportlerInnen habe ich früher

schon gearbeitet. Darunter Leichtathletinnen, Golfern und

Fussballern und in den 1990ern mit den Volleyballerinnen

des USC Münster und des VC Schwerte. Als dann 2017 die

Anfrage kam, die physiotherapeutische Betreuung der

Skurios Volleys zu übernehmen war die Entscheidung nicht

schwer, zumal mir Management, Trainerstab und

Spielerinnen mit viel Vertrauen entgegenkamen.

Wie hoch ist der zeitliche Aufwand an den Spieltagen und

wie können wir uns die Arbeit als Physiotherapeut im Team

sonst so vorstellen? Tapen, kühlen, pflastern?

Zu den Heimspielen sind Steffi Schwan und/oder ich jeweils

2 ½ Stunden vorher, also ab 17 Uhr in der Halle. Bei den

Auswärtsspielen kommen Fahrzeiten und im Falle von

Spielen in Berlin oder Stralsund Übernachtungen dazu.

Darüber hinaus werden die Spielerinnen bei Bedarf unter

der Woche von uns behandelt. Vor jedem Spiel hat jede

Spielerin so ihre Rituale. Einige brauchen vorsorglich einen

Tape-Verband oder eine kleine Massage. Andere müssen

tatsächlich noch eine kurze Therapiesitzung ertragen, was

für sie nicht immer unbedingt angenehm sein muss.

Darüber hinaus ist die Behandlungsbank auch immer ein Ort

zum Reden, zum Dampf ablassen und zur Kritik.

Ist es dann schwierig Distanz zu wahren?

Nein, denn alle wissen, dass die Behandlungsbank

vertraulich ist. Was hier besprochen wird, bleibt im Raum.

Das gilt in gleichem Maße für das Management und den

Trainerstab. Auch Interna dort bleiben intern. So können wir

hoffentlich bisweilen in Konfliktfällen vermitteln und so

helfen die gemeinsamen Ziele wieder in den Fokus rücken.

Noch eine letzte Frage. Seit Neuestem bist Du ja auch als

Kommentator im SPORT1 extra-Livestream aktiv. Macht es

zusammen mit Markus Friedrich Spaß das Spiel zu

kommentieren?

Ja, es ist wirklich echt lustig mit Markus. Er ist ein

ausgewiesener Volleyball-Experte mit unglaublich viel

Ahnung von Taktik. Ich selbst habe früher auch aktiv ein

Was sind Eure Hauptaufgaben bei den Skurios Volleys?

Zum einen geht es natürlich darum präsent zu sein, wenn

Erste Hilfe notwendig ist, sowohl im Wettkampf, als auch im

Training, wo es eine Rufbereitschaft gibt. Hier stehen wir in

wenig Volleyball gespielt. Da kann man sich dann als

Kommentatoren wie im richtigen Spiel so manchen Ball hin

und her pritschen oder schmettern und das ist dann

hoffentlich auch für die ZuschauerInnen spannend.

engem Austausch mit Dr. Amin Osman unserem

Mannschaftsarzt. Zum anderen gilt es die Spielerinnen in Weitere Informationen zur Erlebniswelt

ihren individuellen - häufig sportartspezifischen -

Gesundheitscampus Borken findet

Beschwerdebildern bestmöglich zu therapieren, und mit

Ihr hier:

ihnen spezielle Athletiktrainingsprogramme zu entwickeln,

um Verletzungen vorzubeugen und Langzeitschäden zu https://erlebnisweltborken.appsite.de

vermeiden.

83


Im Blickpunkt - Johanna Müller-Scheffsky

Erstmals spielte “Joms” in der Saison 2016/17 für die Skurios Volleys und kehrte im Januar

2021 wieder zurück. Die ehrgeizige Libera bzw. Universal-Spielerin brachte aus Münster und

Offenburg hochklassige Erfahrung mit und ist aus dem Team nicht wegzudenken.

Was magst du an Borken besonders

Mir gefällt besonders das Team. Damit meine ich nicht nur

die Spielrinnen sondern auch das ganze Umfeld, wie

Management, Trainer, Physios, Helfer und natürlich die Fans.

Alle sind sehr freundlich und geben alles, dass wir uns als

Spielerinnen voll und ganz auf den Sport konzentrieren

können.

Was machst du beruflich?

Momentan schreibe ich meine Masterarbeit in Mathe.

Danach möchte ich in Richtung Data Science, Consulting

oder Versicherungsmathematik gehen.

Wie bist du zum Volleyball gekommen?

Mit einem Freund wollte ich damals noch ein sportliches

Hobby finden. Und da in Senden früher viele Mädels

Volleyball gespielt haben, sind wir dahin gegangen. Er

konnte leider nicht anfangen, da es nur Mädchen-Teams gab

aber ich bin (wie man sieht) dabei geblieben.

Was war für dich das bisherig größte sportliche Highlight

deiner Karriere?

Wie bereitest du dich auf einen Spieltag vor?

Ich schlafe aus wenn es geht und frühstücke entspannt.

Dann gehe ich vorher auch meistens noch spazieren und

mache einen Nap. In der Halle trinke ich dann einen Kaffee

und putze mir auch immer die Zähne.

Womit entspannst du Dich nach einem Spieltag?

Den Sonntag lasse ich dann meistens ganz ruhig angehen.

Mit Freunden bestellen wir dann eigentlich jeden Sonntag

Essen und spielen etwas oder gehen um den Aasee. Generell

bin ich entspannt und happy, wenn es leckeres Essen gibt.

Gibt es neben Volleyball noch eine andere Sportart, für die

du dich begeisterst?

Mich reizt es nicht besonders eine andere Sportart aktiv zu

machen, solange ich noch Volleyball spiele. Allerdings

möchte ich, wenn ich aufgehört habe, gerne verschiedene

Dinge ausprobieren, wie zum Beispiel reiten. Ansonsten

gucke ich mir alles an Sport was so im Fernsehen läuft

(außer Wintersport) an. Während den Olympische Spielen

lief das Programm fast ununterbrochen.

Mein Highlight war der Gewinn der Meisterschaft in der 2.

Bundesliga Süd in der Saison 18/19 mit dem VC Offenburg.

Damals haben wir (wie ja auch Borken;)) kein Spiel verloren

und nur einen Punkt abgegeben. In der Saison hat alles

gepasst und es war eine tolle Zeit.

Welche sportlichen Wünsche möchtest Du dir gerne noch

erfüllen?

Mein größter Wunsch/Traum war einmal in einem Team in

der ersten Bundesliga zu spielen. Das habe ich geschafft.

Jetzt ist mein nächster Wunsch natürlich diese Saison mit

Borken die Meisterschaft zu gewinnen. Und auch nicht zu

vergessen verletzungsfrei zu bleiben.

84

Was wünschst Du Dir für die Zukunft des Volleyballsports

bei den Skurios Volleys?

Ich wünsche mir, dass sich die Skurios Volleys wie bislang

stetig weiterentwickeln und der Wunsch/Traum von der

ersten Liga wahr wird. Ein weiterer Wunsch wäre, dass auch

nach wieder mehr Fans in die Halle kommen und der

Zuspruch in der Region und auch überregional wächst.


85


21. Spieltag

VC Allbau Essen

1:3

12.03.2022 I Sporthalle Bergeborbeck

Zum Auftakt des Doppelspiel-Wochenendes traten die Skurios Volleys beim VC Allbau Essen an

und knackten die Essener Heimspiel-Festung. Die Pottperlen schaffen es nicht dem

Tabellenführer ein Bein zu stellen und verloren mit 1:3.

Punkte aus der Essener Sporthalle Bergeborbeck zu

entführen war für die Gegner des VC Allbau Essen in dieser

Saison nicht allzu einfach. Immerhin hatten die Pottperlen in

bisher elf Heimspielen starke 27 Punkte erspielt und gingen

neun Mal als Sieger vom Platz. Dass die Skurios Volleys mit

nur acht Spielerinnen am Samstagabend dennoch die volle

Punktzahl entführen konnten, zeugt von der momentanen

Stärke des aktuellen Tabellenführers. Lange aber hoffte die

Gastmannschaft, immerhin aktuell Tabellenvierter der Liga,

den bislang ungeschlagenen Borkenerinnen ein Bein stellen

zu können. Mehr als ein Satz aber war beim 1:3-

Auswärtssieg (25:22, 22:25, 17:25, 21:25) der Skurios Volleys

nicht drin.

Vfl Oythe

„Das war ein ganz hartes Spiel“, musste nach insgesamt 97

sehr intensiven Spielminuten Borkens Co-Trainerin Lena

Nelke erst einmal ein wenig nach Luft schnappen. Insgesamt

21 Ligaspiele betreut sie die Skurios Volleys bereits als Co-

Trainerin von Headcoach Chang Cheng Liu und hat bislang

keine einzige Niederlage erlebt. Bis die Schiedsrichter Anja

Dahl aus Walluf sowie Gregor Bösenberg aus Wiesbaden das

Spiel um 19.46 Uhr aber abpfiffen, gab es einige Momente,

in denen auch der Gegner als Sieger vom Platz hätte gehen

können. Das lag zu einem großen Teil aber daran, dass

neben Libera Johanna Müller-Scheffsky sich unter der Woche

auch Mittelblockerin Jana Röwer verletzte. Beide

Spielerinnen aber saßen auf eigenen Wunsch hin im

Publikum Hallo VfL und Oythe, wurden zu Beginn des Spiels natürlich auch

von Headcoach Chang Cheng Liu herzlich begrüßt. „Wir

mussten also wieder einmal komplett umstellen“, berichtete

Nelke. Glücklicherweise aber kehrte die polnische

Diagonalspielerin Żaneta Baran nach einer mehrwöchigen

privaten Auszeit wieder ins Team zurück, was sich positiv auf

die Mannschaft auswirken sollte.

Impressum

Beim ersten Satz aber sahen die rund 200 Gäste in der

Halle, von denen fast die Hälfte Fans der Skurios Volleys

gewesen sein dürften, ungewohnt viele Probleme im

Aufschlag und in der Annahme. Bis fast zur Satzmitte hatte

sich Borken zwar einen kleinen Vorsprung rausgearbeitet,

nach einer Essener Auszeit aber schienen fast nur die

Pottperlen zu spielen. Erst eine Aufschlagserie der Borkener

Kapitänin Anika Brinkmann ließ neue Hoffnung

aufkommen, ehe Essen in der Crunchtime mehr Glück hatte

und mit 25:22 gewann.

86


VC Allbau Essen vs. Skurios Volleys 1:3

In Satz zwei sah die unveränderte Borkener Mannschaft

anfangs wieder die Pottperlen davonziehen, teilweise betrug

Essens Vorsprung fünf Zähler. Für Borken kam zu Beginn

des Satzes Zuspielerin Zsófia Mészáros für Yina Liu. Erst eine

starke Serie nach der zweiten technischen Auszeit brachte

Borken auf die Gewinnerstraße. Die erstmalige Führung

beim 17:18 sollten die Skurios Volleys nicht mehr aus der

Hand geben und verwandelten den zweiten Satzball

schließlich zum 22:25.

„Dieser Spielgewinn hat der Mannschaft heute viel Sicherheit

gegeben“, frohlockte nach dem Mannschaftsfoto mit den

mitgereisten Fans die Co-Trainerin Lena Nelke. „Sie haben

gesehen, dass wir trotz der veränderten Aufstellung

gewinnen können.“ Obwohl sie auch bemerkte, dass die

Mannschaft in Angriff, Blockverteidigung und der Annahme

jeweils „einige Prozent“ hätte drauflegen können, war sie

über das Ergebnis sehr zufrieden. Besonders gefiel ihr aber

Der Satzgewinn gab der Mannschaft offenbar Sicherheit,

denn schnell setzte sich Borken ab. Die 3-Punkte-Führung

zur ersten Technischen Auszeit sollte zur zweiten

Technischen Auszeit noch leicht wachsen. Trotz zweier

Auszeiten konnte Essens Headcoach Marcel Werzinger seine

Mannschaft nicht auf die Gewinnerstraße führen. Borkens

Annahme, die anfangs starke Probleme mit dem schnellen

Essener Spiel hatte, wirkte jetzt sicherer, ebenso die

Blockabwehr. Auch setzten in dieser Phase viele starke

Borkener Aufschläge die Pottperlen unter Druck, sodass die

Gäste nach 24 Spielminuten diesen Satz mit 17:24 für sich

entschieden.

an diesem Abend das Spiel der Kapitänin Anika Brinkmann.

„Mit ihren starken Aufschlagserien hat sie uns heute

mehrfach, wenn wir zurücklagen, wieder ins Spiel

zurückgeholt.“ Das sah auch Essens Coach Marcel Werzinger

so, der die Nummer 6 für die goldene MVP-Medaille

vorschlug, die nunmehr neunte in dieser so herausragenden

Saison. Die silberne MVP-Medaille ging an Essens

Außenangreiferin Lena Bernhard, welche Borken so

manches Mal unter Druck setzte.

Zu Beginn des vierten Satzes aber sahen die Gäste im

vorletzten Essener Spiel in der Halle Bergeborbeck, ein

Umzug in die ungleich größere Arena „Am Hallo“ steht bevor,

eine deutliche stärkere Heimmannschaft. Bis zum 16:12

sahen sich die Essener auf der Gewinnerstraße, dank einer

tollen Aufholjagd der Borkener Mannschaft und starker

Aufschläge kam Borken beim 17:17 erstmals an Essen heran

und baute schließlich die Führung aus. Schließlich war es die

Rückkehrerin Żaneta Baran, deren Angriff zum 21:25-

Endstand führte. Borken bleibt damit also auch im 21. Spiel

infolge ungeschlagen.

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88


89


22. Spieltag

VCO Berlin

3:0

13.03.2022 I Mergelsberg Sporthalle

Nach dem Auswärtssieg gegen die Essener Pottperlen ging es am Sonntag gegen den VCO

Berlin. In der Hinrunde hatten die jungen Berlinerinnen gegen die Skurios Volleys einen Satz

gewinnen - nun aber behielten die Borkener eine blütenweiße Weste.

Zeit zum Entspannen blieb die Spielerinnen der Skurios

Volleys am vergangenen Wochenende kaum und doch war

die Freude am Sonntagnachmittag riesengroß. Als das Match

gegen den aktuellen Tabellenzehnten VC Olympia Berlin um

16.20 Uhr abgepfiffen wurden, hatte der Tabellenführer mit

einem relativ klaren 3:0 das 22. Ligaspiel in Folge gewonnen

– und das nach dem kraftraubenden 3:1-Auswärtserfolg

nicht einmal 20 Stunden vorher gegen den VC Allbau Essen.

Vfl Oythe

Das lag vor allem daran, dass die gegnerische Mannschaft

nach ihrem 3:0-Auswärtserfolg im Duell gegen Münster

Selbstvertrauen getankt hatte. Das wollte das junge Team

von Trainer Manuel Hartmann natürlich nutzen, wurde in

der Borkener Mergelsberg-Halle jedoch zumindest anfangs

eiskalt überrascht. Bereits zur 1. Technischen Auszeit lagen

die Skurios Volleys vor 187 Zuschauern mit fünf Zählern

vorne, bei der 2. Technischen Auszeit hieß es dann schon

16:10. Das lag aber nicht nur an den starken Borkener

Angriffen, die Rückkehr von Zaneta Baran machte das

Borkener Spiel deutlich variabler als bisher mit dem kleinen

Kader, sondern primär an der Berliner Annahme. So endete

nach 25 Minuten durch einen Block von Doreen Luther der

erste Satz deutlich mit 25:15.

Im zweiten Satz aber schien Berlin zunehmend besser

gegen die unveränderte Borkener Mannschaft ins Spiel zu

kommen. Obwohl Borken bis zur ersten Berliner Auszeit

beim 10:4 dominierend war, kämpften sie die

hauptstädterinnen schließlich heran und nutzten Borkens

Schwächen in der Annahme. Daher ging der Tabellenführer

mit einem knappen Vorsprung von nur einem Zähler in die

2. Technische Auszeit. Beide Mannschaften wollten den Satz

gewinnen, am Ende aber war das Borkener Spiel beim

25:21-Endstand etwas souveräner. „Am Ende glaube ich,

„Jetzt ist Ausruhen angesagt und den restlichen Sonntag dass unser Angriff deutlich weniger durchschlagskräftiger

genießen“, gab Borkens Co-Trainerin Lena Nelke im war als der Borkener Angriff und uns das am Ende etwas

anschließenden Interview die Marschrichtung für das kurze gefehlt hat“, versuchte Berlins Trainer Manuel Hartmann

volleyballfreie Hallo VfL Oythe, Rest-Wochenende vor. Kurz blickte sie noch das Spiel seiner Schützlinge einzuordnen.

einmal auf den Auswärtssieg gegen Essen zurück. „Definitiv

war das Spiel für die Mädels gestern doppelt so schwer“,

wusste sie zu berichten. „Das hat uns heute noch ein wenig

in den Knochen gesteckt.“ Die eigenen Ansprüche waren

gewiss hoch für Borkens kleinen Kader, doch um die

BayerVolleys weiterhin auf Abstand zu halten, waren zwei

Siege fast schon Pflicht. Das aber war umso schwerer, weil in

Impressum

dem Mini-Kader neben Libera Johanna Müller-Scheffsky

weiterhin Mittelblockerin Jana Röwer ausfiel. Dafür standen

Marika Loker und Jana Schlettert im Kader, letztere kam an

diesem Sonntagnachmittag aber nicht zum Einsatz.

90


Skurios Volleys vs. VCO Berlin 3:0

Im dritten Satz konnte sich anfangs keine Mannschaft

entscheidend absetzen und auch der VCO ging teilweise

leicht in Führung. Berlin witterte hier die Chance und glich

immer wieder aus. Erst nachdem Borkens Coach Chang

Cheng Liu beim 23:23 eine letzte Auszeit nahm, waren es

zwei Angriffe von Fabienne Coenders, welche Borken den

25:23-Endstand brachten. Damit blieben auch diese drei

Punkte im Westmünsterland.

Als Garanten für den Erfolg sah Lena Nelke zum einen die

gute Blockfeldabwehr sowie die präzisen und

durchschlagskräftigen Angriffe. „Wir haben heute definitiv

ein souveräneres Spiel gespielt“, verglich sie das Match mit

dem gegen Essen und bedankte sich beim Publikum. „Das

lang vielleicht auch daran vor dieser Kulisse zu spielen vor

euch. Ich denke das gibt den Mädels viel Kraft auf dem Feld

alles zu geben.“ Auch Berlins Coach freute sich darüber,

endlich wieder vor Publikum spielen zu können.

Strahlen konnte am Ende auch Berlins Celine Jebens über

die silberne MVP-Medaille. Auf Borkens Seite war es wie am

Vortag Anika Brinkmann, die sich durch ihr Spiel die goldene

MVP-medaille sicherte, ihre bereits zehnte Goldmedaille in

dieser Saison. Nach dem Spiel aber konnte sich nicht nur die

Mannschaft noch einmal freuen, denn im Abschlussspiel

dieses Spieltags gewann der Tabellendritte aus Köln gegen

den Tabellenzweiten, die BayerVolleys. Damit fehlt den

Skurios Volleys nur noch ein einziger Punkt zur zweiten

Meisterschaft nach der Saison 2018/19 – den ersten

Matchball hierfür können sie ausgerechnet am 20. März

beim Derby-Rückspiel in der heimischen Mergelsberg-

Sporthalle verwandeln.

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Mehr als nur ein wenig Make-Up

Trikots an und los geht´s. Wenn die Spieltage in der 2. Volleyball-Bundesliga anstehen, ist für

die Spielerinnen der Skurios Volleys die Wahl ihrer Bekleidung das wohl leichteste Spiel.

Etwas aufwändiger ist da schon die „Verwandlung“ der Grand Dame Meggi. Da wird

aufwändig geplant, geschleppt, geschmückt, begutachtet und schließlich für gut befunden.

Styling-Elemente heißen hier nicht Schminke, Mascara, oder Parfum, sondern Klebebänder,

Werbebanner oder Klatschpappen. Selbst das das klitzekleine COVID-19-Virus, welches die

Welt seit Monaten in Atem hält, änderte in der Saison 2020/21 daran wenig. Doch was

passiert vor den Heimspielen hinter den Kulissen, wenn noch keine Zuschauer in der

Sporthalle an der Parkstraße sind? Wir haben mal einen kleinen – nicht unbedingt ganz ernst

gemeinten – Blick auf die Vorbereitungen geworfen:

Nach dem letzten (Heim-)Spiel ist vor dem nächsten (Heim-

Spiel), da sind sich Fußball und Volleyball einig. Und Team-

Manager Uli Seyer ist beschäftigt: planen, telefonieren,

Material bestellen, Sponsorengespräche... Freizeit heißt für

ihn Volleyball und hier gerät der hauptberufliche

Feuerwehrmann, der beruflich bestens organisiert ist,

jedoch manchmal an seine Grenzen. „Wo ist denn nur die

Sponsoringmappe schon wieder hin...?“

Freitag, 14 Uhr Da die Volleyball-Bundesliga Warterei nicht

ausstehen kann, steht das sportliche Lebenszeichen der

Skurios Volleys, der von Hans Seyer verfasste Vorbericht,

längst online. Schließlich soll die Welt (und vor allem der

Gegner) wissen, was sie im „Hexenkessel“ Meggi erwarten

wird.

18 Uhr Lasset die Spiele beginnen. Uli und Hans Seyer

haben schon einige Stunden mit dem Einpacken – und der

Suche nach dem benötigten Material verbracht. Endlich leert

sich das schier unendlich große Skurios-Material-Basislager

im Haus von Marlene und Uli Seyer (wo auch schon mal die

elektronischen Werbebanner wochenlang das heimische

Wohnzimmer verzierten), dafür platzt jetzt schon die Meggi

aus allen Nähten. Schließlich müssen Küchengeschirr,

Dekomaterial und der ganze „Krimskrams“ in der spielfreien

Zeit irgendwo verstaut werden

Ab 19 Uhr Das große Wiedersehen der Helfer-Crew beginnt.

Doch es wird geklotzt, nicht gekleckert. Während die

Tribünen ausgefahren werden, „platzt“ der Anbau – das

zweite Skurios-Materiallager förmlich, und in Windeseile

liegen überall Werbebanner herum, die wohlgeordnet an die

Wände sollen. Das geht mithilfe eines Gerüsts recht locker,

es empfiehlt sich allerdings schwindelfrei zu sein.

19.45 Uhr Lasset die Spiele beginnen. Headcoach Chang

Cheng lädt zur letzten Trainingseinheit vor dem Spiel. Die

am Tag freiwillig auf Corona getesteten Helfer (unliebsame

„Gäste“ in Virenform sind unerwünscht) fachsimpeln derweil

über das letzte Spiel, während die Mädels sich die Bälle um

die Ohren hauen.

19.47 Uhr „Habt Ihr schon bestellt?“ Marlenes Notizbuch

füllt sich schnell mit leckeren Bestellungen. Immer nur

Flüssignahrung bekommt der skuriosen Helfer-Crew auch

nicht, es muss etwas Handfestes sein. Zur Stärkung der

lokalen Wirtschaft werden eifrig italienische Teigfladen

bestellt, Alibi-halber auch einige grüne Vitamine. Wehe dem,

der die Bestellung vergisst – Marlene, die „Mutter der

Kompanie“, merkt alles!

Du willst auch zum Skurios Volleys Helferteam gehören?

Dann komm doch einfach Freitags vor einem Heimspiel

in die Halle oder schreib uns eine Mail:

uli@rc-borken-volleyball.de

92


fürs nächste Heimspiel-Fest

20.40 Uhr Stuttgart 21 oder der BER? Hätte man mal die

Skurios Helfer-Crew gefragt! Die Werbebanner an den

Wänden sitzen, die 24 Gerflor-Bahnen warten ausgerollt auf

ihren Einsatz. Stühle und Tische stehen – jetzt heißt es

warten auf die …

Samstag, 8 Uhr Was, die Nacht ist schon vorbei? Der Kaffee

kocht in der Küche im VIP-Bereich der Meggi, Brötchen

werden geschmiert, der eine oder andere braucht etwas

Nikotin um wach zu werden. Ein typischer Heimspielmorgen

eben…

10 Uhr Ab jetzt gibt´s was auf die Ohren. „Call Us“ – die

Bocholter Tontechniker des Vertrauens, bauen die Licht- und

Soundtechnik auf. Einfach kann ja jeder Verein – laut und

mitreißend aber soll es schließlich bei den Skurios Volleys

sein.

20.58 Uhr … Pizza (und mehr). Nachdem aber der schwer

beladene Bote endlich die Halle gefunden hat, versuchen die

Helfer sich schnell an ihre Bestellnummer zu erinnern. Gar

nicht so einfach, bei den vielen Zahlen. Ähnlich der

legendären Tafelrunde des Ritters Artus wird nun gespeist.

Doch nicht allzu lange, schließlich ruft die Halle wieder.

10.30 Uhr Endlich gibt`s Frühstück zur Stärkung. Auch wenn

die Halle fast schon perfekt aussieht, noch liegen rund sechs

Stunden Arbeit vor der verkleinerten Helfer-Crew. Schließlich

wollen auch Bodenaufkleber auf dem Spielfeld richtig sitzen

und die Technik funktionieren.

10.45 Uhr Für Hans wird´s ernst, er geht auf Sendung. Zwar

meist nur für wenige Minuten und auch nicht live, das wenig

später auf Facebook anklickbare Interview für „Just Borken

aber ist für ihn als Presseverantwortlicher ein Muss.

21.30 Uhr Gerflor ist der Stoff, aus dem seit knapp drei

Jahren Ulis Träume sind. Der Sportboden seiner Wahl ist

grün und extrem strapazierfähig. Was Uli noch immer die

Freudentränen ins Gesicht zaubert, entlockt den fünf

anwesenden Skurios-Helfern viele Schweißtropfen,

schließlich muss die halbe Halle damit ausgelegt werden.

22.30 Uhr Männer, die auf Linien starren. Wenn der

Sportboden von unten aufwändig mittels Kleberolle,

Andruckrolle und so mancher Verwünschung verklebt ist,

kommt die Spielfeldmarkierung dran. Es wird also wieder

geklebt, gefachsimpelt, geflucht und irgendwann wird die

weiße, grüne oder orangefarbene Eleganz auf grünem

Grund von mindestens drei Augenpaaren für gut befunden.

22.45 Uhr … und in Windeseile durch Werbebanden um das

Spielfeld und Werbebanner an den Wänden eingerahmt.

Auch die für die Stimmung in der Halle so wichtigen

Klatschpappen und Heimspiel-Hefte sind längst verteilt.

Immer ein wenig mehr als nötig, denn so manche Pappe hat

nach dem Spiel noch eine zweite Existenz als Deko-Element.

11.15 Uhr Im Match heißt es vielleicht Crunchtime, jetzt aber

geht es um den letzten Feinschliff. Michael, unser Streaming-

Beauftragter, hat bereits am Vorabend seine Technik

aufgebaut, nun hängt er mal wieder an der Strippe, damit

der abendliche SPORT1-Live-Stream klappt. Die Kameras

haben sich mal wieder prächtig vermehrt, die Meggi scheint

offenbar ein guter Ort für die Vermehrung der Kameras zu

sein. Uli, Hans und Marlene kleben mit einigen Helfern die

letzten Aufkleber auf den Sportboden, rücken Stühle,

verlegen Kabel …

14 Uhr … und verteilen auch in den Kabinen neben Obst und

Kaffee Süßigkeiten. Nervennahrung ist an allen Enden

gefragt und willkommen.

Ab 23.30 Uhr Spieltagsvorbereitungs-Halbzeit: Während die

verbliebenen Helfer den Abend ausklingen lassen, werden

Bilder des geschäftigen ehrenamtlichen Einsatzes auf

Facebook gepostet. Ein wenig Werbung fürs nahende Spiel

geht ja immer…

16 Uhr Die Spielerinnen und Ehrenamtlichen kommen

langsam in die Meggi – es geht langsam los. Der

Adrenalinpegel aber steigt beständig und Entspannung aber

gibt es erst nach Mitternacht und nach dem Abbau. Das ist

aber eine andere Geschichte…

93


23. Spieltag

SV Blau-Weiß Dingden

1:3

20.03.2022 I Mergelsberg Sporthalle

Das 1:3 der Skurios Volleys gegen das Volleyballdorf Blau-Weiß DIngden sorgte für eine große

Überraschung - und die erste Niederlage für Borken nach insgesamt 22 gewonnenen

Ligaspielen in Folge.

Ein einziger Punkt hätte genügt, dann hätten die Skurios

Volleys am vergangenen Sonntag ihre unglaubliche Serie von

22 siegreichen Ligaspielen hintereinander mit der

vorzeitigen Meisterschaft gekrönt. Ausgerechnet im

Rückspiel gegen den Lokalrivalen Blau-Weiß Dingden aber

verließ der ersatzgeschwächten Mannschaft das Glück – die

Gegner vom Niederrhein gewannen auswärts mit 1:3 (25:15,

17:25, 18:25, 15:25). „Wir hatten von Woche zu Woche immer

mehr Ausfälle zu verkraften“, versuchte nach dem 98-

minütigen Match Borkens Co-Trainerin das Spiel

einzusortieren. Neben Libera Johanna Müller-Scheffsky war

auch Diagonalspielerin Doreen Luther noch immer leicht

angeschlagen – beide standen trotzdem im Kader. Etwas

Vfl Oythe

überraschend aber kam für die Mannschaft kurz vor dem

Match die Nachricht, dass auch die Kapitänin Anika

Brinkmann ausfallen würde. Das ging nicht spurlos am Team

vorbei, auch weil die Erwartungshaltung nach all den

Erfolgen sehr groß war. Lena Nelke: „Da wir in dieser Saison

schon nicht den größten Kader haben, war es diese Woche

irgendwann vielleicht doch mal zu viel für den Kopf.“ Ließen

sich diese krankheitsbedingten Ausfälle durch Umstellungen

in den letzten Wochen noch kompensieren, so reichte es

nun am Ende nicht mehr. Auf der anderen Seite hatten die

auf Tabellenplatz elf stehenden Gegner nichts zu verlieren

und spielten somit befreit auf.

Im ersten Satz sah es anfangs so aus, als ob die von Michael

Kindermann trainierten Gegner einen schweren Stand

haben Hallo würden. VfL Oythe, Nach der 1. Technischen Auszeit zogen die

Gastgerinnen davon, auch weil Dingdens Annahme nicht

sicher stand. Betrug der Abstand beim 16:12 noch vier

Zähler, so zog Borken beim 20:13 weiter davon und

verwandelte schließlich den ersten von neun Satzbällen zum

25:15. Ein Satz hätte also noch gefehlt zur Meisterschaft,

doch es sollte anders kommen. Denn plötzlich waren es die

Gäste, welche die Angriffe der Skurios Volleys abzuwehren

wussten. Wie eine Gummiwand kamen die Bälle zurück ins

Feld der Borkener Spielerinnen, Dingden kämpfte dabei

umjeden Ballpunkt. Die zwei Auszeiten von Borkens Coach

Chang Cheng Liu beim 7:13 bzw. 9:17 verpufften, Borken

Impressum

94

wirkte plötzlich unsicher. Die Handvoll Dingdener Fans

jubelten, als schließlich der dritte Dingdener Matchball zum

17:25-Endstand durch Dingdens Lena Priebs verwandelt

wurde. Am Rande gab es eine kleine Premiere: die 26-

jährige Jana Schlettert aus der 2. Mannschaft kam erstmals

im Dress der Skurios Volleys aufs Feld und wusste auch im

weiteren Spielverlauf durchaus zu überzeugen.

Auch in Satz drei wirkten die in der Aufstellung unverändert

antretenden Skurios Volleys unsicher, während Dingdens

Feldabwehr präzise funktionierte. Ohne Borkens Kapitänin

waren die Angriffe nicht mehr so variabel und

durchsetzungsstark, hinzu kamen Eigen- und

Abstimmungsfehler. Somit ging auch dieser Satz mit 18:25

nach 26 Spielminuten an die Gäste. Während die

verwunderten Borkener Fans noch an einen weiteren

Satzgewinn glaubten, schließlich hatten die Skurios Volleys

in dieser Saison ja noch nie verloren, hatten Dingdens

Spielerinnen um die super aufgelegte Lara Kruse, sie

gewann am Ende auch verdient die goldene MVP-Medaille,

den Sieg bereits vor Augen. Entsprechend dominierte das

Volleyballdorf auch den vierten Satz. Etwas Spannung sollte

noch zum Ende des Satzes aufkommen als Borken von

einem 6:15 auf ein 12:18 verkürzte. Das aber sollte nicht

reichen, sodass Dingden am Ende mit 15:25 im vierten Satz

siegte und die drei Punkte aus der Borkener Mergelsberg-

Sporthalle entführen konnte. Lediglich Fabienne Coenders

konnte am Ende kurz lächeln, gewann sie doch die silberne

MVP-Medaille.

Im anschließenden Interview erinnerte ein sichtlich

zufriedener Dingdener Trainer an einen besonderen

Moment im Hinspiel als Dingden im dritten Satz klar mit

24:17 führte – und trotzdem diesen trotzdem verlor. „Da

hatten wir was gutzumachen heute.“ Borkens Co-Trainerin

Lena Nelke lobte Dingdens Abwehr und wagte auch einen

Blick aufs nächste Ligaspiel gegen den SCU Emlichheim:

„Wir hoffen, dass wir in den nächsten Spielen mit nicht so

vielen Verletzungen und Krankheiten weitermachen

können. Von daher hoffen wir, dass wir definitiv das nächste

Spiel gewinnen und die Meisterschaft beenden.“


Möbel Kerkfeld und Skurios

Skurios und Volleys – seit Jahren gehören beide Begriffe hier in Borken untrennbar

zusammen. Grund hierfür ist das Engagement unseres Premiumsponsors Möbel Kerkfeld, die

neben qualitativ hochwertigen Möbeln auch solche anbieten, die etwas anders sind – skurios

eben. Mit Ralf Tenbeck Geschäftsführer des traditionsreichen Borkener Möbelhauses, haben

wir über das Möbelhaus, den Begriff „skurios“ und über das Sponsoring des Zweitliga-

Volleyballs in Borken gesprochen.

Herr Tenbeck, bereits zu Beginn eine für unsere Fans

spannende Frage: Was steckt hinter dem Namen

„skurios“?

Das Wort „skurios“ ist eine von uns kreierte Wortschöpfung,

die wir uns vor über zehn Jahren selbst überlegt haben. Da

steckt die Idee dahinter, dass „skurios“ außergewöhnlicher

sein soll als ein typisches Möbelhaus. Darum suchten wir

nach einem passenden Begriff, den es aber so bislang gar

nicht gab. Skurios entstand aus skurril und kurios und ist

heute eine geschützte Marke.

Was zeichnet denn das Skurios-Möbelhaus, also das

Möbelhaus für junge Leute, aus?

Das Haus ist nicht mehr nur jung. Es ist gegründet worden

für junge Leute, die sich zum ersten Mal einrichten.

Mittlerweile hat sich skurios aber zu einem Haus für alle

Generationen entwickelt, die etwas anders wohnen möchten

als „normal“. Hierher kommen Menschen, die etwas

Außergewöhnliches für ihre Wohnung suchen, was nicht

unbedingt dem typischen Konsumgeschmack entsprechen

soll. Ganz häufig kommen Kunden zu uns, welche sich

Einzelteile aus dem skurios aussuchen und diese dann mit

ihrem vorhandenen Interior kombinieren. Somit entsteht für

jeden einzelnen eine individuelle Wohnwelt jenseits von 08-

15. Mit den Möbeln aus der eigenen „skurios Original“ und

„Wooden Art“ Serie kann man sich zu Hause ein

unvergleichliches, exklusives Wohnumfeld zum bezahlbaren

Preis schaffen. Besonders schön ist, das man sich die Möbel

live im skurios anschauen und anfassen kann und für den,

der sich nicht sofort im skurios entscheiden kann, gibt’s die

Möglichkeit, diese bequem von zu Hause über den skurios

Webshop zu bestellen.

Möbel Kerkfeld, zu dem skurios gehört, ist eines der

größten Möbelhäuser in dieser Region und in den

letzten Jahren wurde kräftig erweitert. Kann man sagen,

dass Möbel - auch in Krisenzeiten – immer gehen?

Gerade in Zeiten mit Krisen verkaufen sich Möbel und

Küchen relativ gut. Kunden wollen durch einen Möbel- oder

Küchenkauf auch ein anderes Gefühl der Sicherheit haben.

In den letzten zwei stark von Corona geprägten Jahren

haben sich die Menschen auf ihr Zuhause oder auf ihren

Garten besonnen. Bei vielen Menschen gab es einen

Wertewandel: durch die Corona-Pandemie werden die

eigenen vier Wände viel mehr Wert geschätzt. Viele waren

bereit, sich qualitativ hochwertigere Möbel und Küchen zu

kaufen.

Was unterscheidet Sie eigentlich von der Konkurrenz?

Wir als familiengeführtes Unternehmen setzen stark auf

Qualität und Service. Wir begleiten unsere Kunden bei der

Auswahl ihrer idealen Möbel. Man könnte also sagen, dass

wir mit den Kunden möglichst erst einmal gemeinsam eine

Tasse Kaffee trinken, um zu verstehen was er will und ihm

dann das zeigen, was zu ihm passen könnte. Im skurios gibt

es unseren legendären skurios Schampanja zum Genuss bei

der Inspirationsreise durch die Ausstellung.

95


Qualitäts-Möbel „etwas anders“

Nun zu Ihrem Engagement bei den Skurios Volleys. Auf

dem ersten Blick passt es kaum zusammen – Volleyball-

Sport und Möbel.

Ich würde sagen die Wertschätzung an schönen Dingen,

Leistungswille und Spaß an der Sache verbinden skurios und

die Volleys. Als Familienunternehmen identifizieren wir uns

mit dem Teamgeist und Zusammenhalt der Mannschaft.

Wie kam es eigentlich zu dem Sponsoring?

Ausschlaggebend hierfür war die persönliche Initiative von

Uli Seyer. Ohne ihn wäre es nie so weit gekommen. Er

brachte damals eine wahnsinnig interessante

Präsentationsmappe mit, die so abgestimmt war, als wären

wir schon Sponsor. Das war sehr vorausschauend. Er hat es

geschafft uns zu zeigen, dass die Menschen, die in der Halle

beim Spiel sitzen, genau auch unsere Kunden sind. Das ist

auch wirklich so eingetroffen. Unsere Kundschaft ist breit

aufgestellt: junge Leute, genauso wie die etwas ältere

Generation – und alle haben ein wenig mehr Anspruch auch

bezüglich ihrer Möbel.

Die Skurios Volleys haben ihren Namensgeber in den

letzten Jahren in der gesamten Bundesrepublik bekannt

gemacht. Profitiert das Möbelhaus davon denn auch?

Wir merken das schon deutlich. Die Fans kommen und

honorieren, dass wir Sponsor der Skurios Volleys sind und

kaufen deswegen gerne ihre Möbel hier. Nicht nur aus dem

Verein kommen die Menschen hierher, viele kommen auch

von weit außerhalb. Gerade die etwas ältere Generation,

teilweise auch schon im Ruhestand, honoriert das

Engagement umso mehr, welches wir primär für die

Jüngeren machen. Es gibt manche, die sagen wirklich, dass

sie das so toll finden und daher zu uns kommen, um uns als

regionalen Händler zu unterstützen. Unser Einzugsgebiet

beträgt etwa 60 Kilometer, darunter also auch Bocholt oder

Dingden.

Jetzt eine private Frage. Haben Sie früher auch einmal

Sport betrieben?

Ich habe mein Leben lang Tennis gespielt und gehe

regelmäßig Joggen.

Was haben Sie von Ihrem letzten Heimspielbesuch bei

den Skurios Volleys für sich mitgenommen?

In der Halle ist schon eine extreme interessante

Atmosphäre. Mir gefiel sehr, das Mitgehen des Publikums

auf der einen Seite, dann die Faszination des Kampfgeistes

der jungen Spielerinnen auf dem Feld. Sehr gefallen hat mir

vor der Pandemie auch der großartige VIP-Bereich mit den

leckeren Köstlichkeiten von Alex und dem tollen und

engagierten Service aller Beteiligten. Hier kommt man gut

ins Gespräch und kann problemlos andere Sponsoren

kennenlernen, was mir viel Spaß macht.

Nun ein kleiner Blick in die Zukunft. Halten Sie es einmal

für möglich, dass Borken ein Erstliga-Standort wird?

Nicht immer standen die Skurios – wie aktuell – ganz

oben in der Tabelle. Leiden Sie als Sponsor dann mit dem

Team und den Fans?

Ja, wir leiden tatsächlich mit, das gilt dann aber auch für

unsere Kunden. Vor der Corona-Pandemie war das teilweise

recht intensiv zu beobachten: sie kamen dann und waren

wirklich traurig. Bedingt durch den starken Einschnitt durch

die Pandemie aber ist aktuell die Euphorie etwas gebremst.

Es gibt jetzt leider keinen Knopf, den man einfach wieder

umdrehen kann, das muss wieder wachsen. Generell

scheinen die Menschen aktuell bescheidener geworden zu

sein und schneller zufrieden. Viele bleiben da gerne einfach

Zuhause.

Natürlich halte ich das für möglich. Das wäre wahnsinnig toll

für die Bekanntheit von Borken und könnte zugleich so viele

Menschen hierhin ziehen. Dann aber müsste es gelingen,

dass die Menschen, die kommen, sich auch länger hier

aufhalten. Sie sollten nach Möglichkeit vor dem Spiel schon

anreisen und sich anschließend hier noch etwas aufhalten.

Das wäre ein Gewinn für die ganze Stadt, insbesondere auch

für die Gastronomie.

Zum Abschluss ein kleiner Ausblick: Einmal Skurios

immer Skurios?

Ich liebe es Sponsor der Skurios Volleys zu sein und mache

das mit viel Herzblut. Daher hoffe ich, dass es so

weitergehen wird.

Link zum Skurios-Möbelhaus

www.skurios-moebel.de

96


97


24. Spieltag

SCU Emlichheim

0:3

27.03.2022 I Vechtetalhalle

Im 24. Saisonspiel ging es für die Skurios Volleys auswärts gegen den SCU Emlichheim. Gegen

die starken Niedersachsen schaffte es Borken aber nicht die letzten Punkte für die

Meisterschaft zu holen.

Nach dem bisherigen Saisonverlauf mit 22 Siegen infolge lag

der Durchmarsch Richtung Meisterschaft nahe, doch bereits

in der Vorwoche machte ausgerechnet Dingden im

Lokalderby den Skurios Volleys einen Strich durch diese

Rechnung. Dass auch gegen Emlichheim der Matchball, ein

Punkt für die Tabelle wird immer noch benötigt, nach dem

3:0 (25:22, 25:19, 25:22) nicht verwandelt werden konnte,

überraschte die rund 40 mitgereisten Fans am Sonntag dann

doch und ließ auch das Trainerteam etwas ratlos zurück.

Vfl Oythe

„Das war heute eindeutig eine Kopfsache“, war sich

anschließend Borkens Coach Chang Cheng Liu sicher. Dabei

hätte die personelle Ausgangslage beim Rückspiel in der

Emlichheimer Vechtetalhalle aus Borkener Sicht eigentlich

Hallo VfL Oythe,

besser kaum sein können. Neben Mittelblockerin Jana Röwer

war Libera Johanna Müller-Scheffsky wieder einsatzfähig und

auch Kapitänin Anika Brinkmann konnte nach ihrer Corona-

Genesung kurzfristig wieder aufs Feld. Nach den

vorangegangenen Trainingseinheiten kehrte also eigentlich

Optimismus in Borkener Team zurück, der allerdings in

Niedersachsen bereits im ersten Satz einen gehörigen

Dämpfer erhielt.

Impressum

Die insgesamt 199 Gäste in der Emlichheimer Halle sahen

eine druckvoll aufspielende Heimmannschaft, die sich

schnell absetzen konnte. Daher stand es bei der ersten

Borkener Auszeit nicht unverdient 12:6 für Emlichheim.

Nach der 2. Technischen Auszeit waren es dann aber die

Gäste, die den Rückstand von sieben auf nur noch zwei

Ballpunkte verringern konnten und in dieser Phase deutlich

besser ins Spiel kamen. Beim 20:20-Zwischenstand sahen

die Gästefans ihre Mannschaft kurz auf der Überholspur,

doch konnte Borken durch Eigenfehler und ein

abgebrühteres Emlichheimer Spiel diese Crunchtime nicht

für sich entscheiden. Mit 25:22 ging dieser Satz daher an die

Heimmannschaft.

Im zweiten Satz vertraute Coach Chang Cheng Liu auf

dieselbe Aufstellung, doch die Ereignisse aus dem ersten

Satz schienen sich zu wiederholen. Neben Borkener

Eigenfehlern im Aufschlag war es die fehlende Abstimmung

auf dem Feld, die wichtige Punkte kosteten. Die Gäste

wirkten daher zunehmend nervös und konnten auch eine

unverhoffte Auszeit durch einen Fehler der Emlichheimer

Beschattungsanlage nicht nutzen. Daher liefen die Gäste

immer einen Rückstand hinterher, der beim 24:17 satte

sieben Ballpunkte betrug. Den dritten Satzball konnte

Emlichheim schließlich zum 25:19-Endstand verwandeln.

98


SCU Emlichheim vs. Skurios Volleys 0:3

Das zeigte sich auch im dritten Satz. Emlichheim startete

wieder besser, aber nach einer Borkener Auszeit beim 5:3

verkürzte sich der Abstand zur 1. Technischen Auszeit auf

8:7. Spannend wurde es noch einmal zum Ende hin – es

sollte aber nicht reichen. „Emlichheim hat einfach mehr

Konsequenz gezeigt“, konstatierte Lena Nelke zu dieser

letzten Crunchtime, die den aktuellen Tabellenvierten nach

dem 25:22-Satzgewinn jubeln ließ.

Aus Borkener Sicht machte vor allem die Annahme einen

guten Job, während die eigenen Angriffe häufig am guten

Emlichheimer Block scheiterten. In Verbindung mit recht

vielen Eigenfehlern und Abstimmungsproblemen vor allem

in der Feldabwehr sah Borkens Co-Trainerin Lena Nelke ihre

Mannschaft nur bei rund 60 Prozent der sonstigen Leistung:

„Damit kannst du natürlich kein Spiel gewinnen.“ Auch die

Aufschläge, in vielen der bisherigen Spiele ein

Markenzeichen der Borkener, gingen in Emlichheim teilweise

weit über das gegnerische Spielfeld hinaus. Nelke: „Die

Konsequenz den Aufschlägen und damit die Möglichkeit

Angriffe ins Feld zu bringen, fehlte uns heute.“ Zwar war

auch Emlichheim nicht überragend gut, doch das Spiel der

von Pascall Reiß trainierten Truppe war einfach besser.

Hinzu kam, dass die Niedersachsen verbissen um jeden Ball

kämpften und nicht nur Zuspielerin Jana Brüning, die später

als beste Spielerin ausgezeichnet wurde, einen guten Tag

erwischte.

Angesichts der bitteren Niederlage kam auch bei der MVP-

Verleihung, bei der Borkens Zuspielerin Yina Liu die silberne

MVP-Medaille erhielt, nur kurz Freude auf – zu tief saß die

Enttäuschung über den aus Emlichheimer Sicht

ungefährdeten 3:0-Sieg. Die knapp zweiwöchige Spielpause

möchte das Borkener Trainer-Duo jetzt zur intensiven

Vorbereitung auf das Spiel gegen den Tabellenzweiten, die

BayerVolleys, nutzen, um dann endlich den dritten Matchball

zur Meisterschaft zu verwandeln.

99


25. Spieltag

94

TSV Bayer 04 Leverkusen

1:3

09.04.2022 I Mergelsberg Sporthalle

Vom Verletzungspech verfolgte Skurios Volleys verlieren mit nur sieben Spielerinnen 1:3 gegen

die BayerVolleys – feiern dann aber mit über 500 Fans eine beeindruckende Meisterfeier

Es ist vollbracht – seit Samstagabend um 21.59 Uhr sind die

Skurios Volleys offizieller Meister der 2. Volleyball-

Bundesliga Nord. Überglücklich streckte Kapitänin Anika

Brinkmann unter blau-grünem Konfettiregen den ihr von

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst sowie Dennis Herter,

Manager Sport und Nachwuchs bei der Volleyball-

Bundesliga, überreichten Meisterpokal in die Höhe und die

Mannschaft sowie alle Fans, Sponsoren und Helfer in der

Mergelsberg-Sporthalle jubelten mit ihr. Damit hat das

kleineste Team der Liga eine vor der Saison nahezu für

unmöglich gehaltene Lesitung geschafft – zum zweiten Mal

nach der Saison 2018/19 ist Borken Meister der 2. Volleyball-

Bundesliga Nord.

Hallo VfL Oythe,

Vfl Oythe

Insgesamt 22 Siege infolge gab es in dieser Saison für das

von Außenangreiferin Anika Brinkmann angeführte Team.

Auch wenn zuletzt eine kleine Niederlagen-Serie am

Vorsprung knabberte, diesen hatte sich das Team in den

Spielen zuvor hart erarbeitet. Dass ausgerechnet die vor der

Saison zurückgekehrte Kapitänin einen großen Anteil am

Erfolg hat, wurde noch wenige Minuten zuvor deutlich denn

für ihre insgesamt zehn goldenen und eine silberne MVP-

Ehrungen in dieser Spielzeit wurde die Außenangreiferin

vom nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten mit der

Auszeichnung als wertvollste Spielerin der Saison der 2.

Bundesliga Nord geehrt. Zum Vergleich: die zweitbesten

Impressum

100

Spielerinnen Lara Drölle (VC Allbau Essen) und Annalena

Grätz (BBSC Berlin) kommen auf je fünf goldene MVP-

Medaillen.

Dass die Borkener Meisterfeier ausgerechnet am letzten

Heimspieltag dieser Saison gegen den letztjährigen Meister

erfolgte, war an Dramatik kaum zu überbieten. Die

Leverkusener hatten vor einer Woche durch eine Niederlage

gegen den ETV Hamburg relativ unerwartet die Chance auf

eine Verteidigung ihrer Vorjahres-Meisterschaft verspielt.

Daher blieben Skurios-Teammanager Uli Seyer und seine

Helfer-Crew nur sieben Tage, um zuhause einen

meisterhaften Saisonausklang zu organisieren. Dazu

gehörte aber nicht nur die Überreichung des

Meisterschaftspokals: mit Blumen ehrten stellvertretend für

den Sponsoren-Pool Ralf Tenbeck und Christina Wehlings

vom Borkener Möbelhaus Kerkfeld – zu dem auch der

Namensgeber skurios gehört – alle am Erfolg Beteiligten mit

Blumen, anschließend wurden ihnen von Borkens

Bürgermeisterin Mechtild Schulze Hessing sowie dem

Ministerpräsidenten Medaillen überreicht. „Mein Respekt

für Eure Leistung“, honorierte Hendrik Wüst das Ergebnis

der zurückliegenden Saison und gratulierte „im Namen des

ganzen Landes dieser Mannschaft zur Meisterschaft in der

2. Bundesliga.“


Skurios Volleys vs. BayerVolleys 1:3

Zu Beginn allerdings sahen die 509 Fans in der Mergelsberg-

Sporthalle, dass sich die Heimmannschaft überraschend gut

schlug. Der erste Satz war ein Spiel auf Augenhöhe, bei dem

Borken einen 3-Punkte-Rückstand beim 17:20 sogar

ausgleichen und wenig später in Führung gehen konnte.

Ihren zweiten Satzball verwandelten die Skurios Volleys

schließlich nach 25 Minuten zum 25:22. Auch im Satz zwei

sah es lange nach einem ausgeglichenen Match aus.

Borkens Angriffe zeigten ihre Wirkung, der Block stand

häufig richtig gut. Erst in der Crunchtime behielten aber die

BayerVolleys die Oberhand und glichen nach einem 22:25-

Satzgewinn zum 1:1 aus.

Vor der Meisterfeier, die bis weit in die Nacht gehen sollte,

stand bei den Skurios Volleys die traurige Aufgabe der

Verabschiedung von Libera Yina Liu sowie Mittelblockerin

Jana Röwer auf dem Programm. Danach hatten sie noch das

Ligaspiel gegen den TSV Bayer 04 Leverkusen zu absolvieren.

Standen den Westmünsterländerinnen beim Hinspiel Anfang

Dezember 2021 jedoch der komplette Kader zur Verfügung,

so gab es nun drei Ausfälle im zehnköpfigen Team.

Verletzungsbedingt standen Fabienne Coenders

(Handbruch), Yina Liu (Muskelverletzung) nicht zur

Verfügung, auch Johanna Gröger fehlte. Borkens Kapitänin

brachte es gegenüber der Borkener Zeitung auf den Punkt:

„Wir hatten sieben Spielerinnen im Kader und Leverkusen

kam mit der vollen Kapelle.“

Die Kräfte der Hausherrinnen schwanden ab der Satzmitte

des dritten Satzes. Es zeigten sich vermehrt Annahme- und

Abstimmungsschwierigkeiten im Borkener Spiel, während

Leverkusen mit dem Ergebnis aus dem Hinspiel im Kopf

unbedingt gewinnen wollte. Relativ klar ging dieser Satz

daher mit einem 15:25 an die Gäste. Schließlich ging es in

den vierten Satz, in den die Rheinländerinnen besser

starteten. Ihr Vorsprung wuchs allmählich, auch wenn

Borken nach einer Auszeit beim 6:11 noch auf ein 13:15

verkürzen sollte. Das reichte allerdings nicht, die Hoffnung

auf einen fünften Satz schwand immer mehr. Schließlich

ging auch dieser Satz mit 19:25 an den Vorjahresmeister,

dessen Trainer sich nach dem Spiel über die geglückte

Revanche freute. Die Trauer über diese Niederlage währte

aber nur kurz – denn dann begann auch schon die Borkener

Meisterschaftsfeier…

101


Vorab-Rückblick: Mindestziel Mittelfeld

Am Anfang stand der Wunsch – und der verhieß ein spannendes Jahr. „Mit diesem Team

werden wir in dieser Saison oben mitspielen“, meinte noch vor Beginn der Saison Hans Seyer

zum Autor dieser Zeilen. Das erstaunte, schließlich war zu Saisonbeginn die Hälfte der

Spielerinnen neu im Westmünsterland – und das bei einem Mini-Kader von neun

Spielerinnen und einer Nachwuchs-Spielerin. Doch diese Mischung aus erst- und

zweitligaerfahrenen Spielerinnen funktioniert bestens, denn nur eine handvoll Spieltage

später prophezeite auch die Tochter des Autors Großes: „Papa, wir fahren nach Stralsund

und feiern die Meisterschaft…!“. Okay, Meister sind wir dank des ETV Hamburg bereits jetzt,

doch werfen wir schon mal einen Blick auf diese unglaubliche Saison…

Juni/Juli 2021 Ermira Kozl`onkov (Außenangriff), Zsófia

Mészáros (Zuspiel), Żaneta Baran (Diagonal), Johanna Gröger

(Mittelblock) und schließlich Anika Brinkmann (Außenangriff)

sind die Neuen im Verein. Zumindest bei letzterer stimmt

das ja nicht so ganz, schließlich war Anika Brinkmann ja

bereits bei der letzten Meisterschaftssaison 2018/19 dabei.

Ein gutes Vorzeichen? Damit Headocach Chang Cheng Liu

nicht nur am Spielfeldrand weiterhin einen kühlen Kopf

bewahren kann, wünscht er sich Lena Nelke an seine Seite.

Die ehemalige Mittelblockerin sagt gerne ja.

20.08. Neue Saison, neues Glück – und hoffentlich kaum

Corona-Beschränkungen mehr! Die Saisoneröffnung vor

dutzenden Sponsoren, Helfern und Freunden in der Bleker

Business Lounge mit der offiziellen

Mannschaftspräsentation macht Lust auf eine spannende

Saison…

18. und 19.09. Endlich keine Turnhallen-Atmosphäre mehr.

Nach 574 Tagen sind erstmals wieder Zuschauer im

„Hexenkessel“ Meggi zugelassen – und die erleben aufgrund

einer starken Team-Leistung einen ungefährdeten 3:1-

Heimsieg gegen Oythe. Den Schwung nehmen die Mädels

mit und ziehen einen Tag später nach einem 3:0 gegen den

RC Sorpesee ins WVV-Pokalfinale ein.

21. und 28.08. … doch das Team tut sich bei einem Turnier

in Emlichheim sowie beim Stadtwerke-Borken-Pokal noch

ein wenig schwer. Pokale gibt´s daher keine, dafür

schwirren Chang und Lena die Köpfe – dank vieler neuer

Erkenntnisse.

11.09. Saison-Premiere geglückt: Gegen den SSF Fortuna

Bonn gibt es auswärts nach einem 3:1 die ersten drei Punkte

für die Tabelle. Beste Borkener Spielerin wird zum ersten

Mal in dieser Saison die neue Kapitänin Anika Brinkmann.

25.09. Das Lokalderby bei Blau-Weiß-Dingden und ein

unvergesslicher Moment! Nach einem klaren Dingdener

Vorsprung im dritten Satz mit 24:17 drehen die Skurios

Volleys auf und gewinnen diesen Satz mehr als verdient mit

25:27 – das Spiel geht am Ende mit 3:1 für Borken aus.

102


Und nun sind wir Zweitliga-Meister!

Es folgt ein spannender Oktober Weder der VCO Münster

noch der RC Sorpesee haben in Borken viel zu lachen – und

nach dem Sieg gegen den RC sind erstmals am 9. Oktober

Tabellenführer und seit November durchgängig!

Nervenaufreibend war hingegen das Spiel gegen den den

ETV Hamburg – vor allem aufgrund von Staus auf der A1.

Während alle Spiele mit 3:0 ausgehen, gewinnen die Skurios

Volleys zuhause gegen DSHS SnowTrex Köln knapp mit 3:2.

Lediglich die BayerVolleys spielen da nicht mit – und

gewinnen (leider) das WVV-Pokalfinale in unserer Meggi klar

mit 3:0.

Der triste November bleibt aus Berlin ist immer eine Reise

wert! Sechs Punkte nehmen die zehn Mädels aus der

Hauptstadt mit - zur großen Freude der mitgereisten Fans.

Danach haben der VC Allbau Essen sowie der SCU

Emlichheim zuhause wenig Chancen und auch diese Punkte

bleiben bei uns.

Februar/März Hamburg, Köln und der BBSC Berlin haben

eines gemeinsam – alle verlieren gegen Borken. Doch beim

3:1-Sieg gegen den BBSC geht nicht nur der SPORT1 extra-

Stream verloren (zum großen Ärgernis von Michael), hier

beginnt auch Borkens Verletzungsserie. Nach Johanna

Müller-Scheffsky fehlt beim Auswärtssieg gegen Essen auch

Jana Röwer – dafür kehrt Żaneta Baran zurück.

13.03. Eine Idee mit Folgen: „Pünktlich zur Kaffeezeit gibt´s

bei uns in der Meggi Berliner“, schrieben wir auf Facebook.

Die sind aber nicht so schnell zu beschaffen - so blieb es

„nur“ bei den Spielerinnen vom VCO Berlin - und die

bekamen beim 3:0-Heimspielsieg eher Saures.

20.03. Alles hat ein Ende… Ausgerechnet das kleine

selbsternannte Volleyballdorf ärgert unsere Skurios Volleys

im Lokalderby vor 477 Fans. Nach 22 Liga-Siegen und 65

Tabellenpunkten in Folge ist Schluss mit der Glückssträhne.

Leider fiel bei der unerwarteten 1:3-Heimniederlage auch

die Skurios-Kapitänin erstmals in dieser Saison aus.

27.03. Ein Punkt, ein Punkt – kein Punkt! Der Druck auf das

Team beim Auswärtsspiel in Emlichheim war groß und der

zweite Matchball zur Meisterschaft sollte verwandelt

werden. Die Niedersachsen hatten bei ihrem 3:0-Sieg aber

etwas dagegen – vielleicht auch um die Meisterschaft noch

ein wenig spannend zu halten?

02.04. Quirlige Hamburger ärgern Leverkusen – und die

skuriosen Borkener Fans stehen Kopf. Nicht alle erfahren

das aber sofort – Hans Seyer hat Dienst auf der

Rettungswache und Headcoach Chang Cheng arbeitet

ungestört am Schreibtisch. Dann aber…

09.04. … beim Aufeinandertreffen der Skurios Volleys gegen

die BayerVolleys ist vor hunderten begeisterter Fans der

große Moment da – und der Meisterpokal bleibt in Borken.

04.12. Showdown unterm Bayer-Kreuz! Vor offiziell 500

Zuschauern siegen die Skurios Volleys auswärts spektakulär

mit 3:1. Jubelstimmung ist angesagt nach dem Match gegen

den letztjährigen Zweitliga-Meister…

23.04. Nun noch ein letzter Blick in die Glaskugel. Eine tolle

Saison geht am Stralsunder Sund zuende – die nächste wird

noch spannender. Wetten?!!!

11./18.12. … und auch gegen die Wildkatzen aus Stralsund

sowie gegen die Gäste aus Bonn geht der Jubel weiter.

Besinnlich wird es beim letzten Heimspiel kurz vor dem

Weihnachtsfest, als Anika und Yina den Seyer-Brüdern ein

von der gesamten Mannschaft vorgetragenes Gedicht

präsentieren.

15.01.2022 Die Null stand in Vechta nicht. Zumindest nicht

bei den Zuschauerzahlen. Denn beim 3:1-Auswärtssieg

gegen den VfL Oythe gab es offiziell einen Zuschauer –

Skurios-Mannschaftsbusfahrer Michael Demming. Aus

familiären Gründen fällt Żaneta Baran länger aus…

29./30.01. … doch davon spüren der VCO Münster sowie der

RC Sorpesee wenig. Auch hier gibt es jeweils drei Punkte für

die Tabelle.

103

Ohne Sponsoren, Helfer und Fans gäbe es seit neun

Jahren keine Volleyball-Bundesliga in Borken.

Danke für Eure Unterstützung!


26. Spieltag

Stralsunder Wildcats

2:3

23.04.2022 I Diesterweg-Sporthalle

Der frisch gekürte Zweitliga-Meister besiegt vor knapp 40 mitgereisten Fans die Stralsunder

Wildcats mit 3:2

Am Samstagabend exakt um 19.04 Uhr ging mit dem Anpfiff

beim Stand von 15:12 im fünften Satz für die Skurios Volleys

eine unglaubliche Saison zu Ende (25:22, 22:25, 18:25, 25:20,

12:15). Als das Team 224 Tage vorher auswärts beim SSF

Fortuna Bonn in die mittlerweile neunte Spielzeit startete,

waren fünf neue Gesichter dabei. Doch unter dem

langjährigen Borkener Headcoach Chang Cheng Liu und

seiner ebenfalls neuen Co-Trainerin Lena Nelke wuchsen die

Skurios Volleys über sich hinaus, siegten insgesamt 23 Mal,

wurden verdient Meister der 2. Volleyball Bundesliga Nord

und gehen nun die #Mission 1. Bundesliga an. Dieses Ziel

verbindet Borken übrigens mit Stralsund und so war das

Vfl Oythe

letzte Ligaspiel Software wie ein “Duell der Gleichgesinnten”

– welches der frisch gebackene Meister für sich entscheiden

konnte.

Was sie alle in Stralsund zu sehen bekamen war über weite

Strecken ein Duell auf Augenhöhe – und eine Werbung für

den Volleyballsport. Dabei steckte den Gästen anfänglich die

rund 600 Kilometer Anfahrt am Vortag noch etwas in den

Knochen. “Wir sind ein bisschen einschläfern ins Spiel

gekommen”, gab sich später die Co-Trainerin selbstkritisch.

Stand es zur 1. Technischen Auszeit noch 8:4 für Borken, so

drehten die in Bestbesetzung auftretenden Wildcats den

Satz. Beim 23:16 aber wurde es dank starker Aufschläge von

Zsófia Mészáros noch einmal spannend, schließlich aber

konnte Stralsund den vierten Satzball zum 25:22-Endstand

verwandeln.

Personell unverändert ging es in den zweiten Satz, bei dem

plötzlich aber alles ein wenig besser für die Gäste lief, die

zudem mit Eigenfehlern zu kämpfen hatten. Die Angriffe

saßen immer besser und auch die eigene Feldabwehr stand

immer besser. Trotzdem war es ein Spiel auf Augenhöhe

und wenn die Skurios Volleys mal führten, kamen die

Wildcats immer wieder ran. Nach dem zwischenzeitlichen

18:18-Ausgleich und der Auswechslung Yina Liu für Zsófia

Mészáros kamen die Gäste besser durch die Crunchtime

und gewannen verdient mit 25:22. “Da merkte man, dass die

Mädels durch den gewonnenen Satz richtig

Selbstbewusstsein getankt hatten”, berichtete Lena Nelke.

“Wir sind einfach nur richtig zufrieden diese Saison mit

einem Sieg zu beenden und uns selbst zu beweisen. dass wir

die Meisterschaft aus eigener Kraft verdient haben, indem

wir wichtige Punkte für uns erspielen konnten”, war Lena

Nelke nach dem Match in der Stralsunder Diesterweg-

Sporthalle sehr erleichtert. Anders als beim ungefährdeten

3:0-Heimsieg gegen die Stralsunder Wildkatzen im

Impressum

Dezember zeigten diese nun vor offiziell 304 Zuschauern

ihre Zähne. Genauso übrigens wie die knapp 40 mitgereisten

Borkener Fans, die ihre Mannschaft auch im Nordosten

Deutschlands lautstark unterstützen.

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Wildcats vs. Skurios Volleys 2:3

Stark starteten die Zweitliga-Meisterinnen in diesen dritten

Satz, bevor es beim zwischenzeitlichen 15:16 noch mal eng

wurde. Neben den mitgereisten Gästen frohlockte auch

Borkens Coach Chang Cheng Liu über jeden gewonnenen

Ballpunkt, fehlte ihm nach der Heimniederlage der

BayerVolleys gegen den ETV Hamburg drei Wochen zuvor

und der daraus resultierenden vorzeitigen Meisterschaft

doch noch ein Punkt, um zu zeigen, dass die Skurios Volleys

auch ohne fremde Hilfe Meister geworden wären. Nach 23

Spielminuten war es schließlich geschafft, dank eines 25:18-

Satzgewinns war der Punkt für die Tabelle endlich da. Nun

wich auch aus dem Gesicht des Borkener Headcoachs ein

gewaltiges Stückchen Anspannung.

Leider schien sich das aufs Team zu übertragen, denn im

vierten Satz dominierten die Wildcats plötzlich wieder.

Während deren Angriffe meist saßen, bekam Borken die

eigenen Bälle viel schlechter im gegnerischen Feld versenkt.

Doch auch insgesamt saßen die Angriffe der Gäste nicht

immer, sodass nun sie unnötig Punkte verschenken. 25:20

leuchtete am Ende auf der neuen Stralsunder Anzeigentafel

auf – Stralsund hatte sich damit die Entscheidung im fünften

Satz erkämpft.

Ein Fünf-Satz-Match gab es in dieser Saison vorher nur

einmal gegen Köln, am Ende hieß Borken der Gewinner.

Auch hier führten die Gäste mit bis zu drei Ballpunkten, bis

Stralsund zum 9:9 Ausgleich. Beim 9:10 aber verletzte sich

Zuspielerin Yina Liu schwer, als sie in ihrem letzten Ligaspiel

für Borken einer gegnerischen Spielerin unglücklich im

eigenen Feld auf den Fuß trat. Da sie verletzungsbedingt

ausgewechselt werden musste, spielte die ganze Mannschaft

das Spiel für die Nummer 12 zuende. Daher war der Jubel

bei Spielerinnen und Fans umso größer, als beim Stand von

15:12 tatsächlich für Borken der Sieg eingefahren werden

konnte.

Irgendwie passend zum bisherigen Borkener Saisonverlauf

wählte Stralsunds Trainer Robert Hinz Borkens Kapitänin

anschließend zur wertvollsten Spielerin des Matches – die

damit in dieser Saison auf elf goldene und eine silberne

MVP-Medaille kam. Auf Stralsunder Seite wurde

Außenangreiferin Laura Kurtze mit der Silbermedaille

geehrt.

Anschließend feierte das Meisterteam mit ihren mitgereisten

Fans bis spät in die Nacht den Sieg am Sund – der zugleich

der krönende Abschluss einer unglaublichen Saison

darstellt. Auch wenn bis September jetzt spielfrei ist, für das

Management der Skurios Volleys geht die Arbeit erst so

richtig los. Schließlich soll nach der kommenden zehnten

Zweitliga-Saison die #Mission 1. Bundesliga möglichst schon

erfolgreich zum Abschluss gebracht werden.

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Im Blickpunkt - Yina Liu (I)

“Hakuna matata” lautet das Lebensmotto von Yina Liu - “keine Sorgen”. Auf und neben dem

Spielfeld verkörpert die 179 Zentimeter große Zuspielerin das Motto auch und hat (fast)

immer ein Lächeln auf den Lippen.

Was magst du an Borken besonders?

Ich kam mit 19 Jahren nach Borken und spiele inzwischen

meine sechste Saison für die erste Mannschaft. Insofern ist

der Verein schon ein Stück Familie für mich. Ich schätze die

Menschen und die Arbeit hier sehr, vor allem die

Begeisterung unseres Managements und die Leidenschaft,

mit der sie den Verein führen.

Was war für dich das bisherig größte sportliche Highlight

deiner Karriere?

Mein schönstes und prägendstes Ereignis war die Saison

18/19, in der wir ungeschlagen Meister der 2. Liga wurden.

Was machst du beruflich?

Ich studiere Grundschullehramt an der Westfälischen

Wilhelms-Universität in Münster.

Wie bist du zum Volleyball gekommen?

Meine Eltern waren beide professionelle Volleyballspieler -

zuerst wollten sie nicht, dass meine Schwestern und ich

Volleyball spielen, stattdessen schickten sie uns zum Tennis.

Erst begann meine ältere Schwester mit Volleyball, weil zu

dieser Zeit eine Jugendmannschaft in ihrer Altersgruppe

gegründet wurde. Als auch meine jüngere Schwester anfing,

wollte ich es auch einmal ausprobieren. Meine

Volleyballkarriere begann schließlich im Alter von 12 Jahren

beim Moerser SC als Mittelblockerin.

Welche sportlichen Wünsche möchtest Du dir gerne noch

erfüllen?

Ich möchte in dieser Saison mit Borken noch einmal Meister

werden, das wäre schön! Darüber hinaus begeistert mich die

Arbeit mit Kindern, weshalb ich mich nach meiner aktiven

Karriere gerne wieder der Jugendarbeit widmen möchte,

wenn möglich mit Erfolg.

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Im Blickpunkt - Yina Liu (II)

Wie bereitest du dich auf einen Spieltag vor?

An Heimspieltagen lädt Fabienne uns zum Mittagessen ein.

Seit einiger Zeit zaubert sie das Lieblingsgericht von Doreen

und mir, "Ginger Basil Noodles". Nach dem Mittagessen

spielen wir Karten - meistens Wizard - und trinken Tee oder

Kaffee. An Auswärtsspieltagen wird auf der Hinfahrt im Uli-

Bulli besonders gerne laute Musik gehört, am liebsten

Niederländisch oder Musik von Blümchen, Deutsch wird nur

von Helene Fischer geduldet und wer mit Schlager ansteht,

wird gegrillt.

Gibt es neben Volleyball noch eine andere Sportart, für die

du dich begeisterst?

Ich bin glücklich mit Volleyball und wüsste keine andere

Sportart für mich. Außerdem schätze ich das Netz zwischen

mir und den Gegnern sehr. Fußball oder Handball wären

zum Beispiel nichts für mich, wegen des Körperkontakts.

Was wünschst Du Dir für die Zukunft des Volleyballsports

bei den Skurios Volleys?

Ich wünsche mir für Borken einen Aufstieg in die erste Liga

und dass sich Borken auf Dauer erfolgreich in der ersten

Liga etabliert. Ich wünsche dem Verein eine erfolgreiche

Nachwuchsarbeit und unserem Manager Uli für die Zukunft

vor allem viel Freude und Gesundheit.

Womit entspannst du Dich nach einem Spieltag?

Für gewöhnlich treffen sich nach einem Spiel mehrere

Spielerinnen zu einer gemütlichen Runde. Da wir zuletzt

erfreulich oft gewonnen haben, sind unsere gemütlichen

Abende gelegentlich etwas lauter und ausgiebiger

geworden...

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#Mission 1. Bundesliga startet

Zweitliga-Meister visiert Aufstieg in der Saison 2023/24 an und sucht dafür starke Partner

Sportlich sind die Skurios Volleys in dieser Saison Primus der

2. Volleyball Bundesliga Nord und vom gesamten Umfeld

her ist ihr Auftritt bereits seit Jahren erstligareif. Nun aber

peilen wir als frisch gebackener Zweitliga-Meister tatsächlich

den Aufstieg in die 1. Volleyball-Bundesliga an, wenn auch

erst zur Saison 2023/24. Nach dann zehn Jahren im

Bundesliga-Unterhaus möchte unser Verein die kommenden

Monate nutzen, um sich sportlich und wirtschaftlich auf

Erstliga-Kurs zu begeben.

„Mit allem was wir tun sind wir jetzt schon auf dem Niveau

der 1. Bundesliga“, erläuterte Markus Friedrich, Co-Trainer

und Assistent von Teammanager Ulrich Seyer, nun vor

Sponsoren. Die Skurios Volleys hatten nur zwei Tage nach

der vorzeitigen Meisterschaftsfeier in den Borkener

Vennehof eingeladen, um ihnen die mittelfristigen

Planungen als erste öffentlich zu präsentieren. Die auch

durch die tatkräftige Unterstützung der Sponsoren

stattfindenden Heimspiele seien in der 2. Bundesliga bereits

jetzt „Top of the Pops“. Da man sich seit Jahren bewusst

weiterentwickelt habe, sei unser Verein der 2. Bundesliga

mittlerweile fast entwachsen. Das Ziel ist also klar: „Bei dem

was wir tun und was wir vorleben muss der Schritt in die 1.

Bundesliga gehen.“

Seit rund sechs Monaten bereits arbeiten wir im Hintergrund

an diesem Vorhaben, erarbeiteten einen Businessplan und

suchten intensive Gespräche mit der Volleyball-Bundesliga in

Berlin. Dort registriert man seit Jahren die wirtschaftlichen

wie sportlichen Entwicklungen im Westmünsterland genau

und weiß, dass Volleyballspiele in der Borkener Mergelsberg-

Sporthalle weitaus mehr sind, nämlich ausgewachsene

Sportevents. „Borken ist ein Standort, wo sehr viel Potential

da ist“, meinte etwa Julia Retzlaff, die als Vorstandsmitglied

der Volleyball Bundesliga (VBL) eigens nach Borken angereist

war. „Es ist nicht selbstverständlich in der 2. Liga einen

Zuschauerschnitt von 800 Personen zu haben und am

Samstag so eine Siegerehrung auf die Beine zu stellen“,

zollte sie den „Machern“ unserer Skurios Volleys, den

Ehrenamtlichen und auch den Sponsoren ihren tiefen

Respekt.

Die bei der VBL für die Fachbereiche Spielbetrieb und

Lizenzierung, Sportentwicklung und Nachwuchs sowie

Vereinsentwicklung Verantwortliche erklärte, dass Volleyball

die beliebteste Teamsportart bei Frauen sei: „Das ist eine

Spitzenstellung, der sich die Clubs sehr bewusst sind.“ Zwölf

Teams gehören aktuell der 1. Bundesliga an und in der Vor-

Corona-Zeit kamen die Bundesligisten pro Saison auf rund

500.000 Zuschauer. Mittelfristig soll die Liga auf bis zu 16

Vereine wachsen, was nicht nur sportlich reizvoll ist,

sondern auch für potentielle Sponsoren ein großes Potential

mit sich bringt. Ihre Erwartungshaltung an die Anwesenden

formulierte sie klar: „Da greifen wir zu, das gehen wir

gemeinsam an.“

Aus den Erfahrungen der letzten Jahre konnte Markus

Friedrich berichten, dass die Skurios Volleys schon viele für

den Aufstieg wichtige Punkte erreicht hätten. Unser Verein

verfügt etwa über viele ehrenamtliche Helfer, eine

herausragende Jugendarbeit, eine überdurchschnittliche

Eventisierung der Heimspiele, eine stark wachsende

Außendarstellung über Social-Media-Kanäle und gute

Perspektiven in den Bereichen Personal und Entwicklung.

Unser Hauptaugenmerk liegt daher auf die wirtschaftliche

Leistungsfähigkeit, wofür interessierte Sponsoren benötigt

werden. Dass der sportliche Erfolg eine deutlich erhöhte

Reichweite mit sich bringt, machte Friedrich etwa daran fest,

dass die Skurios Volleys mittlerweile auch in überregionalen

Tageszeitungen Beachtung finden. Sein Fazit: „Erfolg macht

sexy.“

Wir, die Skurios Volleys, wissen die in der Fusion begriffenen

Vereine RC Borken-Hoxfeld und SV Burlo hinter uns. Die

Gründung einer Spielbetriebs-GmbH ist in den kommenden

Wochen geplant, ebenso die Suche nach einem

hauptamtlichen Geschäftsführer. Bereits ab der

kommenden Saison soll das bewährte Trainerteam mit

ersten Profi-Spielerinnen mit mehr Trainingszeiten arbeiten

können, um dann als starkes Team ab der Saison 2023/24 in

der 1. Bundesliga anzugreifen und konkurrenzfähig zu sein.

Als Ziel definierte Markus Friedrich, dass die Skurios Volleys

in etwa fünf bis sechs Jahren eine nationale Größe erreichen

soll – also auf Augenhöhe mit Vereinen wie dem USC

Münster, dem SSC Palmberg Schwerin oder den Ladies in

Black Aachen spielen werden.

Bei allen Professionalisierung ist es uns aber wichtig,

Bodenständigkeit zu bewahren. Ein geringes Budget deutlich

unterhalb des Mittelwerts der 1. Volleyball Bundesliga aber

würde allen Beteiligten wenig Spaß bereiten. Als Zweitligist

möchten wir zugleich weiterhin als familienfreundliches

Sport-Event auftreten, denn auch in der professionellen 1.

Liga sollen die bisherigen Werte weiterhin verkörpert

werden. Ungeachtet dessen gab es in den vergangenen

Jahren bei den Skurios Volleys eine beständige

Weiterentwicklung – und diese soll nun in der 1. Liga

weitergehen. Markus Friedrich: „Wir wollen Zukunft

gestalten und gemeinsam die Zukunft im Volleyball hier in

Borken voranbringen.“

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Wir sind Partner der Skurios Volleys in der 2. Bundesliga!

www.ewering.de

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