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bayern Metall 07/2022

IHM Internationale Handwerksmesse, Metallinnung, Standbeteiligung, Metallschweißen, Projektreportagen, Intelligente Schrauben, Metallbau News, Brandschutz, Corona Testpflicht, Innungsleben

IHM Internationale Handwerksmesse, Metallinnung, Standbeteiligung, Metallschweißen, Projektreportagen, Intelligente Schrauben, Metallbau News, Brandschutz, Corona Testpflicht, Innungsleben

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75. Jahrgang · Heft 7 | 2022 · B 1616

Thema des Monats:

Internationale

Handwerksmesse –

vom 6. bis 10. Juli 2022 in München


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Bitte beachten Sie die Termine für die bayern Metall:

Ausgabe 08/2022

Redaktionsschluss: 12.07.2022

Anzeigenschluss: 18.07.2022

Ausgabe 09/2022

Redaktionsschluss: 12.08.2022

Anzeigenschluss: 19.08.2022


INHALT

Unser Titelbild

Das Thema

Internationale Handwerksmesse 2022

Die Sommer-Edition......................... 4

Metallbautechnik

Telsonic AG: Mehr Effizienz und Nachhaltigkeit

beim Metallschweißen....................... 6

MOL Campus wird zur Ikone

des modernen Budapest ..................... 8

Bundesverband aktuell

Fachinformation Unterfahrschutz ...............17

Aus den Bundesfachgruppen:

Metallbau News 1/22 .......................18

Schließ- & Sicherungstechnik

GEZE GmbH: Experten-Tipps zum Brandschutz:

Barrierefreiheit in druckbelüfteten

Treppenräumen ............................20

Eingang West: Internationale Handwerksmesse

mit Garten München und Handwerk & Design.


(Foto: GHM)

Thema des Monats:

Internationale Handwerksmesse –

vom 6. bis 10. Juli 2022 in München

Weitere Informationen ab Seite 4.

Forschung & Entwicklung

Intelligente Schrauben sichern Brücken,

Maschinen und Windkraftanlagen von Fraunhofer ..10

Solarlux: Selbstbestimmt wohnen –

bis ins hohe Alter...........................11

Scan-Kopf mit Strahlformer von der SCANLAB GmbH

steigert die Produktivität in der Brennstoffzellen-

Fertigung.................................13

IBS Qua lity GmbH: Automatisiertes Scannen,

Messen, Prüfen und Reporting in der Produktion ...14

Duro-M von Röhm: Die neue Drehfutter-Generation

bietet hohe Kraftübersetzung..................15

Steuern & Finanzen

Münchener Verein: Bei dieser Altersvorsorge

springt der Funke über ......................16

Arbeits- & Sozialrecht

Corona-Testpflicht für Arbeitnehmer ............22

ABZ Metallhandwerk

Das neue Seminarprogramm für das

2. Halbjahr 2022 ist da! ......................28

Seminar im Juli 2022 .......................28

Kostenfreie Online-Seminare zur Unterstützung

Ihrer Nachwuchsgewinnung ..................29

Messen & Ausstellungen

BLE.CH – 20. bis 22. September 2022

in Bern/Schweiz............................35

ALUMINIUM – 27. bis 29. September 2022

in Düsseldorf ..............................35

IMPRESSUM

Verlag: Wirtschaftsgesellschaft des

Fachverbandes Metall Bayern mbH,

Lichtenbergstraße 10, 85748 Garching.

Verantwortlich für den Herausgeber und

für die Schriftleitung:

Geschäftsführer Richard Tauber,

Lichtenbergstraße 10, 85748 Garching,

Telefon 089 2030077-0,

Telefax 089 2030077-50.

E-Mail info@fachverband-metall-bayern.de

Sämtliche Zuschriften an diese Anschrift.

Erscheint am 15. jeden Monats.

Der Bezugspreis ist für Mitglieder mit dem

Beitrag zum Fachverband abgegolten.

Annahme und verantwortlich für die

Anzeigen:

Diana Pritzl

Wirtschaftsgesellschaft des

Fachverbandes Metall Bayern mbH,

Lichtenbergstraße 10,

85748 Garching,

Telefon 089 2030077-41,

Telefax 089 2030077-50.

E-Mail pritzl@fachverband-metall-bayern.de

www.fachverband-metall-bayern.de

Sämtliche Zuschriften bitte an diese Anschrift.

Zurzeit ist Anzeigen-Preisliste Nr. 22 gültig.

Herstellung:

Universal Medien GmbH,

Fichtenstraße 8, 82061 Neuried.

Veröffentlichung nach § 8 Abs. 3b)

BayPrG:

Alleingesellschafter der Wirtschafts gesellschaft

des Fachverbandes Metall Bayern

mbH ist der Fachverband Metall Bayern,

München, als juristische Person des

priva ten Rechtes (§ 80 Satz 1 Handwerksordnung)

Lichtenbergstraße 10, 85748 Garching.

Nachdruck von Veröffentlichungen nur

mit Genehmigung der Schriftleitung.

Für unverlangt übersandte Manuskripte

wird nicht gehaftet.

Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird bei Personenbezeichnungen in der Regel die männliche Form verwendet.

Die verkürzte Sprachform hat ausschließlich redaktionelle Gründe, beinhaltet keine Wertung und schließt alle Geschlechter ein.

bayern Metall 7/2022 3


DAS THEMA

Internationale Handwerksmesse 2022

Die Sommer-Edition

Besuchen Sie das

Metallhandwerk

auf der IHM!

In Halle C6, gleich am Eingang West der Messe

München, geht es zur „YoungGeneration“.

Hier finden Sie die MünchenMetall und die Feinwerkmechaniker-Innung

München-Oberbayern

am Stand 460I und in unmittelbarer Nähe den

Fachverband Metall Bayern am Stand 320. Die

besten Gesellenstücke des Wettbewerbs „DIE

GUTE FORM – Gestaltung im Metallhandwerk“

werden zudem auch in Halle C6 zu sehen sein.

Themenschwerpunkt Ausbildung – YoungGeneration. Mehr als 20

Verbände und Innungen präsentieren sich dem Nachwuchs.

Der Sommer steht im Zeichen des

Handwerks: Die Internationale Handwerksmesse

(IHM) mit Garten München

und „Handwerk & Design“ findet

2022 erstmals und einmalig im Sommer

auf dem Messegelände München

statt. Besucher können sich vom 06.

bis 10. Juli 2022 (Mittwoch bis Sonntag)

zu allen Themen rund um Bauen,

Sanieren, Modernisieren und Einrichten

inspirieren und beraten lassen.

Alles unter einem Dach: das Messetrio

deckt mit seiner Angebotsvielfalt alle

Themenbereiche weit über Planung,

Bau und Innenausstattung ab. Besucher

können sich an fünf Tagen von

unabhängigen Experten beraten lassen

und u.a. die neuesten Trends rund

um das eigene Zuhause vor Ort in der

Live-Werkstatt DAS HAUS erleben.

Passende Inspiration für die Gestaltung

des eigenen Gartens oder Bal-

kons bietet nur

wenige Schritte

weiter die Garten

München. Wer auf

der Suche nach einem besonderen

Designerstück für sein Zuhause ist,

sollte bei der „Handwerk & Design“

vorbeischauen. Hier gibt es Unikate

und individuellen Schmuck, Mode und

Accessoires, handwerklich hergestellt

von bekannten Kunsthandwerkern und

Kunsthandwerkerinnen sowie jungen

Kreativen.

Neben dem Sommertermin gibt es noch

eine Neuheit im Juli: 2022 feiert der Genussmarkt

von den Machern der FOOD

& LIFE seine Premiere. Dieser findet

erstmals auf der IHM in Halle C4 statt

und bietet von traditionell hergestellten

Köstlichkeiten bis zum edlen Tropfen alles,

was das Genießer-Herz begehrt.

Weitere Informationen unter

www.ihm.de.

Die Live-Werkstatt – DAS HAUS

Ob Wohnung, Haus oder Neubau: in

den Wohlfühlplatz steckt man besonders

viel Herzblut und möchte genau

informiert sein. Auf der IHM zeigen Aussteller

aus rund 60 Gewerken das Repertoire

des Handwerks. Was ist die

beste Isolierung? Welche Materialien

setze ich für meine Ziele ein? Und was

gibt es sonst bei der Planung und Umsetzung

zu beachten? Die Live-Werkstatt

DAS HAUS in der Halle C5 bietet

den richtigen Treffpunkt für Antworten

auf diese und weitere Fragen: Besucher

haben die Möglichkeit, die neusten

Trends rund um das Thema „Hausbau“

zu entdecken, Materialien anzufassen,

Angebote zu vergleichen oder sich von

Handwerkern vor Ort beraten zu lassen.

Neben der Live-Werkstatt bietet die Fläche

zudem ein Forum mit Fachvorträgen.

Hier referieren Experten zu den

Themen Dachsanierung, Versicherungen

für Bauherren und Hausbesitzer,

Baufinanzierung und Förderungen,

neue Energien und nachhaltiges Bauen.

4 bayern Metall 7/2022


Politische Veranstaltungen

rund um die IHM

Um dem Handwerk auch im Jahr 2022

politisch die passende Bühne zu bieten,

finden zum neuen Termin der IHM

gleich mehrere Veranstaltungen statt.

Dazu gehört der traditionelle Auftakt:

die Eröffnungsveranstaltung am ersten

Messetag – Mittwoch, den 6. Juli 2022

von 10 bis 12 Uhr im Saal der Halle C6.

Dabei stehen u. a. Fragen wie „Was

bewegt das Handwerk in dieser Zeitenwende

– als Wirtschafts- und Gesellschaftsbereich?“

im Fokus. Das

Grußwort erfolgt von Dr. Markus Söder,

MdL – Ministerpräsident des Freistaates

Bayern, die Eröffnungsansprache

von Dr. Robert Habeck, MdB – Bundesminister

für Wirtschaft und Klimaschutz,

die beide an der Talkrunde teilnehmen.

Weitere Gäste der Talkrunde sind:

Hans Peter Wollseifer – Präsident des

Zentralverbandes des Deutschen

Handwerks e.V. (ZDH), Dipl.-Ing. Franz

Xaver Peteranderl – Aufsichtsratsvorsitzender

der GHM Gesellschaft für

Handwerksmessen mbH und Präsident

der Handwerkskammer für München

und Oberbayern sowie Rebecca

Freitag – Umweltwissenschaftlerin,

Nachhaltigkeitsexpertin und ehemalige

UN-Jugenddelegierte und Dipl.-Ing.

Nick Zippel – Geschäftsführer Sager &

Deus GmbH.

In Halle C6 werden die Gewinnerstücke des Bundesgestaltungswettbewerbs DIE GUTE FORM

im Metallhandwerk ausgestellt. (Fotos: MünchenMetall, IHM 2019)

Am Freitag, den 8. Juli findet das Spitzengespräch

der Deutschen Wirtschaft

mit anschließender Pressekonferenz

von 15 bis 17 Uhr in der Halle C5 statt.

Im Zuge des Münchener Spitzengesprächs

besucht Bundeskanzler Olaf

Scholz erstmals die Internationale

Handwerksmesse, und damit in guter

Tradition seiner Vorgängerin, ausgewählte

Handwerksbetriebe der IHM.

Dabei geben drei Unternehmen in der

Live-Werkstatt DAS HAUS dem Bundeskanzler

einen Einblick in die herausragenden

Leistungen des deutschen

Handwerks.

Showgärten und Experten für

das Wohnzimmer im Freien

Ob Schwimmteich oder Whirlpool, die

eigene Kräuterzucht, der professionelle

Grill fürs BBQ oder die passenden

Outdoor-Möbel – die Themenbereiche

der Garten München lassen keine

Wünsche offen. Neben Pflanzen und

Zubehör stehen vor allem die Showgärten

und die Beratung der Experten

im Fokus. Beim Meet & Greet mit Dieke

van Dieken – Gartenexperte und Redakteur

von „Mein schöner Garten“

können Besucher all ihre Fachfragen

stellen und den neuesten Trends lauschen.

SONDER- UND AKTIONSSCHAU YOUNGGENERATION

#einfachmachen – Halle C6

Der Besuch der YoungGeneration ist ein Muss für alle Berufseinsteiger: Auf

der Sonder- und Aktionsschau YoungGeneration präsentieren sich erneut

zahlreiche Verbände und Innungen dem Nachwuchs.

Schüler und Schulabgänger erfahren hier von engagierten Auszubildenden

und Meistern Wissenswertes aus dem Handwerksalltag und können berufstypische

Arbeiten selbst ausprobieren. Für Eltern und Lehrkräfte sowie interessierte

Besucher gibt es viel Wissenswertes über die vielfältigen Aus- und

Weiterbildungsmöglichkeiten – denn das Handwerk von heute ist digital,

vernetzt, multikulturell und weltumspannend!

Die MünchenMetall und Feinwerkmechaniker-Innung München-Oberbayern

beteiligen sich als Innungen mit einer „lebenden Werkstatt“ an

dieser Veranstaltung und zeigt z. B. die Fertigung von „Metall-Rosen“.

Es werden weitere Module am Stand sein, um Einblicke in die Berufe

der Metallbauer/-innen, Feinwerkmechaniker/-innen und

Mechtroniker/-innen zu gewähren.

Zudem sind in dieser Halle die Gewinnerstücke des Bundesgestaltungswettbewerb

DIE GUTE FORM im Metallhandwerk zu bewundern.

Kunsthandwerk, Unikate und

renommierte Sonderschauen

Schönes und Exklusives aus dem

Handwerk gibt es in der Halle B5 auf

der „Handwerk & Design“. Auf 11.000

Quadratmetern wird hier gestaltendes

Handwerk in höchster Qualität, hergestellt

als Unikate oder in Kleinserien

präsentiert.

Besucher können außergewöhnlichen

Schmuck, Mode und Accessoires vom

handgemachten Brillengestell bis zum

Lampenschirm aus Porzellan entdecken

und mit Designern und jungen

Kreativen direkt ins Gespräch gehen.

Die dazugehörige Bühne „Handwerk

on stage“ bietet täglich ein umfangreiches

Rahmenprogramm. Darüber hinaus

finden sich in Halle B5 renommierte

Sonderschauen, darunter die EX-

EMPLA, die SCHMUCK und die TA-

LENTE – Meister der Zukunft.

bayern Metall 7/2022 5


METALLBAUTECHNIK

Mehr Effizienz und Nachhaltigkeit beim Metallschweißen

Flexibles Ultraschallsystem für verschiedenste Anwendungen

Beim Metallschweißen reicht die Spanne von der Kabelkonfektionierung

über den Anschluss von Hochvolt-Leitungen bis hin zu Stromschienen,

Batterie-Anschlüssen und Zellverbindern. Kabeldurchmesser sind dabei

ebenso unterschiedlich wie die eingesetzten Materialien, das heißt die

eingesetzte Fügetechnologie sollte verschiedenste Anforderungen erfüllen,

damit sie sich vielseitig nutzen lässt.

die Gesamteffizienz. Um Reinigungsintervalle

zu verlängern und den Wartungsaufwand

zu senken, ist eine Absauganlage

integriert. Gleichzeitig lassen

sich so Fehlproduktionen aufgrund

von Verschmutzungen vermeiden.

Ultraschallschweißsysteme der neuesten

Generation setzen hier Maßstäbe:

Sie sind zukunftssicher, weil sie sich

schnell und sicher an neue Aufgabenstellungen

anpassen lassen. Sie arbeiten

sehr effizient und reduzieren so die

Betriebskosten. Außerdem wird der

Schweißprozess überwacht, was Produktionsfehler,

also Ausschuss vermeidet

und die Systeme lassen sich gut in

Industrie-4.0-Konzepte integrieren.

Das Ultraschallschweißen hat sich in

vielen Anwendungsbereichen etabliert,

vor allem weil es kurze und effiziente

Prozesszeiten bietet und sich einfach in

den Automatisierungsverbund einbinden

lässt. Im Vergleich zu Laser- oder

Reibschweißverfahren ist zudem der

Energiebedarf deutlich geringer, weil

bei Ultraschall weit unterhalb vom

Schmelzpunkt der zu verarbeitenden

Materialien gearbeitet wird. Das spart

aber nicht nur Strom, sondern sorgt

auch dafür, dass Materialien in direkter

Umgebung der Schweißstelle nicht beschädigt

werden, beispielsweise eine

Drahtisolation. Zudem entstehen keine

Gefüge-Veränderungen in der Grenzschicht

wie Versprödungen der Fügepartner

am Übergang zum Festmaterial.

Geringer Energiebedarf und

sinkende Betriebskosten

Der Energiebedarf beim Ultraschallschweißen

lässt sich aber noch weiter

senken. Telsonic beweist das mit der

neuen Telso ® Terminal TT7. Sie eignet

sich für praktisch alle Metallschweißaufgaben

mit Kabelquerschnitten bis

200 mm² und erhöht in allen Anwendungsbereichen

die Nachhaltigkeit

und Effizienz des Fügeverfahrens. So

reduziert ein neues Kühlkonzept den

Das neue Ultraschall-Metallschweißsystem

kann für ein breites Aufgabenspektrum

eingesetzt werden, einschließlich Kabelkonfektion

und Batterieherstellung. Ein Hauptmerkmal

ist der modulare Aufbau, der eine

schnelle Neukonfiguration für andere

Anwendungen ermöglicht. (Fotos: Telsonic)

Einsatz energieintensiver und teurer

Druckluft. Der Konverter wird elektrisch

per Ventilator gekühlt; die

Schweißwerkzeuge über einen ebenfalls

elektrisch betriebenen Flüssigkühl-

und Heizkreislauf. Die Temperatur

der Werkzeuge wird so reguliert,

dass sie immer im optimalen Temperaturbereich

bleibt. Die Systemsoftware

überwacht ständig die Temperatur und

kann die Produktion anhalten, um das

System vor einer Überhitzung zu

schützen, z. B. infolge einer falschen

Parametereinstellung. Das minimiert

nicht nur Abweichungen zwischen den

Schweißungen, sondern verkürzt auch

den Schweißzyklus und verbessert so

Für feste Fügeverbindungen arbeitet

das Metallschweißsystem mit der

PowerWheel ® -Schweiß technolo gie.

Mit einer skalierbaren Schweißleistung

bis 14.4 kW kann für jede Anwendung

die optimale Leistung gewählt

werden. Ein Schnellwechselsystem

ermöglicht den Werkzeugwechsel

in weniger als fünf Minuten.

Durch die selbstzentrierende

Positionierung der PowerWheel ® -

Sonotrode sinkt das Fehlerrisiko. Auch

Bauteilaufnahme, Litzenanschlag und

Absaugdüsen lassen sich mit wenigen

Handgriffen austauschen. Die Schweißamplitude

kann bei Bedarf mithilfe eines

Boosters für individuelle Anwendungen

optimiert werden.

Beim Umrüsten reduziert die Steuersoftware

Telso ® Flex das Fehlerpotenzial,

denn sie stellt dem Bediener eine

detaillierte Checkliste mit klaren

Schritt-für-Schritt-Anleitungen zur Verfügung.

So muss beispielsweise die

Artikelnummer der verwendeten Sonotrode

zur Überprüfung gescannt werden.

Die Produktion kann erst nach

erfolgreichem Abschluss aller Umrüstmaßnahmen

beginnen. Wurde ein

Schritt ausgelassen, wird der Bediener

aufgefordert, diesen Schritt erneut

durchzugehen und abzuschließen. Mit

der Benutzer- und Rechteverwaltung

für drei Benutzergruppen werden unerlaubte

Änderungen verhindert.

Volle Kontrolle: Zuverlässig

produzieren und Fehler vermeiden

Einem fehlerfreien Schweißprozess

steht damit nichts mehr im Wege. Dazu

tragen allerdings nicht nur das fehlersichere

Umrüsten, sondern noch weitere

Faktoren bei. So ist das Schweißsystem

extrem steif ausgelegt und mit

6 bayern Metall 7/2022


hochpräziser Messtechnik ausgestattet,

was umfangreiche Qualitätskontrollen

ermöglicht. Das beginnt bereits

beim Klemmen von Terminal und Leitung.

Stellt der Niederhalter einen Höhenunterschied

fest, weil z. B. die Dicke

des Kontaktteils variiert oder nur auf

einer Seite geklemmt wird, wird der Bediener

auf den Fehler aufmerksam gemacht

und der Schweißvorgang startet

erst, wenn alles passt. Dasselbe gilt,

wenn beim Klemmvorgang ein falscher

Leitungsdurchmesser festgestellt wird.

Da Nachhaltigkeit eng mit Produktionsqualität

verknüpft ist, erkennt das

Schweißsystem während des Betriebs

Tendenzen, womit sich mögliche Produktionsfehler

frühzeitig erkennen und

vermeiden lassen. Die Schweißgrenzwerte

und -ergebnisse werden sowohl

als numerische Werte als auch grafisch

als farbige Balken dargestellt, wobei

Blau für Werte innerhalb der Grenzwerte,

Gelb für Werte nahe den Grenzwerten

und Rot für Werte außerhalb der

Grenzwerte steht. Die Schweißkurven

für Leistung und Weg werden ebenfalls

angezeigt. Die intuitive Benutzeroberfläche

des kapazitiven 21,5-Zoll-

Touchscreens stellt sicher, dass Bedienern

alle relevanten Informationen auf

einen Blick zur Verfügung stehen. Noch

einfacher wird die Bedienung mit dem

Equipment Manager, der sich um

Akustik- und Verschleißteile kümmert

und aufzeigt, welche Komponenten

sich in der Maschine befinden.

Fit für die Zukunft

Alle Schweißergebnisse, Maschinenereignisse,

Parameter und Daten werden

zur Rückverfolgbarkeit und für Analysezwecke

gespeichert. Diese Daten

können dann über USB und Ethernet

exportiert werden. Das Schweißsystem

kann so mit jedem MES (Manufacturing

Execution Systems) kommunizieren.

Mit der Telso ® Con-Schnittstelle

steht zudem eine flexible Lösung für

die Anbindung über OPC-UA zur Verfügung

(Bild 4). So können Produktionsaufträge

und technische Parameter

über das Netzwerk übertragen und

freigegeben werden. Benutzer haben

außerdem jederzeit Zugriff auf Echtzeit-Produktionsdaten

und Schweißergebnisse

und können diese auf Netz-

Weitere Informationen unter

www.telsonic.com.

Torsionsschwinger mit einer

skalierbaren Schweißleistung

von 7.2 kW und 14.4 kW.

laufwerken oder anderen Speichermedien

ablegen. Zudem stellt die Software

themenbezogene Hilfestellungen

zur Verfügung, wodurch unproduktive

Zeit bei Wartungs- und Servicearbeiten

reduziert wird. Auch das Gehäuse ist

wartungsfreundlich ausgelegt und bietet

ausreichend Platz für nachträgliche

Erweiterungen, z. B. wenn nachträglich

ein Schlechtteilschneider oder ähnliches

ergänzt werden sollen. Damit ist

der Anwender auch zukünftig auf der

sicheren Seite, da sowohl Umrüsten

als auch Erweitern jederzeit einfach

möglich sind.

Technikkasten: Die PowerWheel ® -

Technologie

Das neue Ultraschall-Metallschweißsystem

Telso ® Terminal TT7 ist vielseitig einsetzbar

für diverse Applikationen u. a. der Kabelkonfektion

und Batterieherstellung. Zu den

aktuellen Anwendungen zählen unter

anderem HV-Leitungen, Batterieanschlüsse

und Zellverbinder, die in den unterschiedlichsten

Ausführungen geschweißt werden.

Die neue Hochleistungs-Anlage erlaubt

Metallschweißungen für Leitungsquerschnitte

bis hin zu 200 mm 2 . Der modulare

Aufbau ermöglicht die schnelle Umrüstung

auf andere Applikationen. Das Ultraschall-

Schweißsystem hat zudem standardisierte

Schnittstellen für die digitale Vernetzung

und die einfache Integration in Produktionsanlagen.

Mit der torsionalen PowerWheel ® -

Technologie können Schweißungen

verglichen mit einem linearen System,

um bis zu 30 % schmaler erstellt werden.

Das kann oft zu erheblichen Material-

und Platzeinsparungen bei der

Schweißverbindung führen. Ein weiterer

Vorteil ist, dass sich auch dickere Terminalverbindungen

mit hoher Festigkeit

verbinden lassen. Geschweißt wird in

einer wiegenden Abrollbewegung direkt

über dem Fügebereich. Dadurch liegt

die maximale Amplitude immer in der

Mitte der Schweißfläche und die Leistung

wird punktgenau innerhalb der

Schweißzone eingebracht. Die standardisierten

PowerWheel ® -Sonotroden

von Telsonic sind für Kupfer- und Aluminium

optimiert, erfüllen die Anforderungen

von OEMs und Kabelbaumherstellern

sowie die Norm USCAR 38 (Leistungsspezifikation

für ultraschallgeschweißte

Kabelabschlüsse). Wie beim

konventionellen Ultraschallschweißen

kann das PowerWheel ® -System alle

Nichteisen-Metalle verschweißen.

Autor/-in: Christian Huber, Telsonic AG

Ellen-Christine Reiff, M.A.

Redaktionsbüro Stutensee

bayern Metall 7/2022 7


MOL Campus wird zur Ikone

des modernen Budapest

Super Spacer ® hält Architektur im Fluss

Ihre Liebe zu Hochhäusern hat die weltweit renommierte Fassadenexpertin

Agnes Koltay 2005 nach Dubai geführt, wo sie 2011 ihr eigenes

Büro für Fassadenberatung gründete. Die Fassadenplanung für den MOL

Campus im neuen Budapester Wohn- und Geschäftsviertel BudaPart

brachte sie beruflich in ihr Heimatland Ungarn zurück. Wie bei anderen

renommierten Projekten mit Freiformgeometrie war auch das Abstandhaltersystem

Super Spacer ® aus dem Hause Edgetech/Quanex mit von

der Partie. Koltay Façades spezifizierte den Abstandhalter aus flexiblem

Silikonschaum für die komplexe Structural-Glazing-Fassade mit planen,

einfach gebogenen sowie konvex und konkav gebogenen Scheiben.

Dank der Lage am Donauufer, der frei

geformten Fassaden und des architektonischen

Konzeptes könnte „alles

bleibt im Fluss“ – „Panta Rhei“ – als

Leitgedanke für das gesamte Gebäude

stehen. Auf den ersten Blick bildet der

120 Meter hohe Tower mit dem öffentlich

zugänglichen Dachgarten das herausragende

Element der neuen MOL

Firmenzentrale im Süden Budapests. Er

ist das höchste Gebäude des Landes

und könnte es nach dem 2018 verabschiedeten

Hochhaus-Bann in der ungarischen

Hauptstadt auch für lange

Zeit bleiben. Die elegant aufwärts

schwingende Fassade, die das 5-geschossige

Podium, in dem Restaurants

und Konferenzsäle untergebracht sind

und den 29-geschossigen Turm zu ei-

ner Einheit verschmelzen lässt, ist jedoch

das eigentliche architektonische

Highlight des MOL Campus.

Architektur für die Arbeitswelt

im 21. Jahrhundert

Dieser Entwurf des Londoner Büro Foster

und Partners, der in Zusammenarbeit

mit Finta Studio entstand, spiegelt

die Veränderungen der Arbeitswelt im

21. Jahrhundert wider. Entwicklungen

wie Remote-Arbeit, wechselnde Projektteams,

Arbeitsplatzteilung und Anforderungen

wie Kooperation versus

Rückzugsräume fordern von modernen

Bürogebäuden höchste Flexibilität über

ihre gesamte Lebensdauer. Der Wechsel

aus Arbeitsflächen und Gartenflächen

vom Atrium bis zur Turmspitze des

MOL Campus verbindet nicht nur die

einzelnen Etagen, sondern auch die

Menschen, und soll eine inspirierende

und entspannende Atmosphäre schaffen.

Tageslicht, frische Luft sowie die

einzigartige Aussicht auf Budapest

bringen nach Vorstellung der Architekten

die Mitarbeitenden sowohl mit der

Natur als auch mit ihrer urbanen Umgebung

in Einklang. Die innerstädtische

Lage macht es vielen von ihnen möglich,

zur Arbeit zu laufen oder mit dem

Fahrrad zu fahren.

(Fotos: Foster + Partners)

Leuchtturmprojekt für Komfort

und Nachhaltigkeit

Wie viele Konzerne durchläuft auch das

ungarische Öl- und Erdgasunternehmen

MOL einen nachhaltigen Transformationsprozess,

um für die kohlenstoffarme

Kreislaufwirtschaft gerüstet zu

sein. Die neue Firmenzentrale mit einer

Gesamtfläche von 86.000 m 2 und einer

Kapazität für 2.500 Arbeitsplätze fungiert

in diesem Rahmen als Leuchtturmprojekt,

das BREEAM Excellent

und LEED Platinum zertifiziert werden

soll. Das komplette Heiz- und Kühlsystem

wird mit erneuerbaren Energien betrieben

– darunter Photovoltaik sowie

ein Erdwärmesystem mit einer Gesamtbohrlänge

von 32.800 m. Regenwasser

wird aufgefangen und kann für die Bewässerung

der Pflanzen sowie die Toi-

8 bayern Metall 7/2022


lettenspülung genutzt werden. Die Aluminium-Glasfassade

setzt sich aus

24.800 m 2 Elementfassade sowie 1.700

m 2 Pfosten-Riegel-Fassade zusammen,

vorgefertigt und montiert von Scheldebouw.

Insgesamt rund 14.000 m 2 plane

Isolierverglasung lieferte AGC Interpane

Plattling. Rund 500 St. zylindrisch gebogene

(konvex und konkav) sowie

mehrfach gebogene Scheiben mit teilweise

extremer Krümmung wurden bei

Finiglas in Dülmen gefertigt.

Für das 4-seitige Structural Glazing-

System, teilweise als Toggle-Glazing,

teilweise mit Akustikfolie, kam durchgängig

farbneutrales Clearvision, außen

mit Doppelsilberbeschichtung Stopray

Vision 50/50T, zum Einsatz. Die planen,

2-fach verglasten Einheiten setzen sich

aus VSG außen und 6 mm ESG bzw.

VSG/TVG innen zusammen, die 3-fach

verglasten aus 10 mm ESG außen,

6 mm ESG mit Siebdruck auf Position 2

und VSG/TVG mit Wärmeschutzbeschichtung

innen. Die gebogenen Isolierglaseinheiten

sind beidseitig mit

VSG ausgeführt. Als Warme Kante Abstandhalter

wurden 16 mm und 18 mm

Super Spacer ® SG verarbeitet.

Um eine verzerrungsfreie Durchsicht zu

gewährleisten, schrieb Koltay Façades,

da, wo es möglich war, laminiertes

Floatglas vor. Aufgrund der großflächigen

Verglasung kann in 90 Prozent der

Räume Tageslicht genutzt werden. Eine

moderne Gebäudeautomation, individuelle

Beschattungsmöglichkeiten sowie

Kühldecken verhindern Überhitzung

und sorgen für Behaglichkeit. Der

U cw -Wert der Vorhangfassade im Turm

beträgt max 1,4 W/m 2 K, der U g -Wert

für die Verglasung erfüllt mit max 1,0 W/

m 2 K die lokalen Vorgaben an Passivhäuser,

obwohl nur die Skylight als

Dreifachverglasung ausgeführt ist.

3D-Modellierung macht Freiformgeometrie

möglich

Ein stetiger, digitaler Informationsfluss

zwischen Entwurfs-, Engineering-, Planungs-

und Produktionsteams garantierte,

dass die ikonische Form des Gebäudes

auch möglichst effizient und

kostensparend umgesetzt werden

konnte. Auch wenn doppelt gebogene

Isolierglaseinheiten die elegante Optik

des Gebäudes maßgeblich bestimmen,

sollten sie möglichst sparsam eingesetzt

werden. Agnes Koltay erklärt: „Der

Übergang zwischen Podium und Turm

verläuft im MOL Campus nur über zwei

Stockwerke. Um einen fließenden Übergang

zu gewährleisten, kamen in diesem

Bereich doppelt gebogene Gläser

in Frage, statt sich der Biegung über

eine Facettierung der Scheiben anzunähern.

Darüber hinaus besitzen die

Geschosse in Podium und Turm sehr

unterschiedliche Grundflächen, was

ebenfalls zu geschwungenen Formen

führt. Um die Baubarkeit zu vereinfachen,

haben wir, neben anderen Verbesserungen

bei der Formgebung, die

Biegeradien und die Anordnung der

Module optimiert und die Geometrie

feingetunt.“ Zwar ist BIM bei Großprojekten

dieser Art mittlerweile Standard,

doch Koltay Façades setzt bei freigeformten

Fassaden auf parametrisches

Design, um die Geometrie sowie die

einzelnen Module zu optimieren und die

Pläne automatisch aktualisieren zu können.

Dabei mussten neben den unterschiedlichen

Windlasten für plane, gebogene

und doppelt gebogene auch

strukturelle, akustische und sicherheitstechnische

Anforderungen eingerechnet

und simuliert werden. So erhöhen

Bahnverkehr und Bahnhof in der Umgebung

den Geräuschpegel an einer Seite

des Gebäudes.

Das Koltay Façades Engineering verwendet

inhouse entwickelte Rhino

Skripte für die 3D-Modellierung sowie

digitale Tools für die Finite-Elemente-

Analyse von Aluminium- und Glastragwerken.

„In unserer Verantwortung liegt

die Transformation des reinen Oberflächenmodells

zu einem exakt vermaßten

3D-Modell, in dem sämtliche Details

wie Befestigungszonen und Fugenspalten

hinterlegt sind“, so Agnes Koltay

weiter.

Super Spacer ® Abstandhalter

spezifiziert für gebogene Isolierglaseinheiten

Als Abstandhalter spezifizierte Koltay

Façades mit Super Spacer ® ein bereits

bewährtes System. „The Opus“ von

Zaha Hadid und das spektakuläre, von

Killa designte „Museum of the Future“

in Dubai sind nur zwei der renommiertesten

Freiformfassaden, die von Koltay

Façades geplant und mit Super Spacer

® realisiert wurden. „Die Entscheidung

wurde von den gebogenen Isoliergläsern

getrieben, die mit starren Abstandhaltern

kaum zu realisieren sind.

Darüber hinaus können im Fertigungsprozess

kleine Toleranzabweichungen

an den Rändern der gebogenen Gläser

auftreten. Der Strukturschaum gleicht

dies durch seine Fähigkeit, sich zu verformen

und dem Scheibenzwischenraum

anzupassen, aus“, erklärt Agnes

Koltay abschließend.

Weitere Informationen unter

www.quanex.com.

bayern Metall 7/2022 9


FORSCHUNG & ENTWICKLUNG

Fraunhofer auf der Hannover Messe 2022

Intelligente Schrauben sichern Brücken, Maschinen

und Windkraftanlagen

Schraubverbindungen an kritischen Infrastrukturen sind hohen Belastungen

ausgesetzt und müssen daher regelmäßig überprüft werden.

Forschende des Fraunhofer Cluster of Excellence Cognitive Internet

Technologies CCIT haben nun eine Technologie entwickelt, mit der die

Stabilität der Schraubverbindungen jederzeit per Fernüberwachung

kontrolliert werden kann. Das erhöht die Sicherheit und senkt den

Aufwand für Inspektionen.

Vorspannkraft, ändert sich auch der

elektrische Widerstand in der

DiaForce ® -Dünnschicht. „Wenn sich

eine Schraube löst, wird die daraus resultierende

Änderung des Widerstands

an ein Funkmodul gemeldet, das auf

dem Schraubenkopf sitzt. Das Funkmodul

wiederum sendet die Daten

an eine Basisstation, die die Infos

aller relevanten Schrauben des jeweiligen

Objekts einsammelt“, erklärt Dr.

Peter Spies, Projektleiter und Gruppenleiter

Integrierte Energieversorgungen

am Fraunhofer-Institut für Integrierte

Schaltungen IIS.

Zuverlässige Datenübertragung

per Funkprotokoll mioty ®

Bei der Intelligenten Schraubverbindung handelt es sich um ein vollintegriertes, energieautarkes

IoT-Device zur Bestimmung der Vorspannkraft. Die Daten werden drahtlos übertragen.


(Fotos: Fraunhofer)

Schrauben finden sich fast überall. An

Kränen, Baugerüsten, Hochhäusern,

Brücken, Windkraftanlagen, in Produktionsanlagen,

an kleinen und großen

Maschinen. Doch Verschleiß und Einflüsse

wie Temperaturschwankungen

oder Schwingungen können dazu führen,

dass eine oder mehrere Schrauben

sich lockern oder gar ganz lösen. Das

kann fatale Folgen haben. Bei sicherheitskritischen

Strukturen ist deshalb

eine regelmäßige Inspektion erforderlich.

Jetzt hat ein Forschenden-Team

des Fraunhofer Cluster of Excellence

Cognitive Internet Technologies CCIT

eine „Intelligente Schraubverbindung“

entwickelt, in der eine Kombination aus

Sensorik und Funktechnik die zuverlässige

Fernüberwachung der Schraubverbindungen

ermöglicht – und das

auch noch energieautark.

In der Intelligenten Schraubverbindung

wird eine Schraube mit einer Unterlegscheibe

versehen, die mit einer piezoresistiven

DiaForce ® -Dünnschicht ausgestattet

ist. Deren druckempfindliche

Sensorik registriert an drei Stellen die

Vorspannkraft, die beim Anziehen der

Schraube entsteht. Ändert sich die

Die DiaForce ® -Dünnschicht wurde vom

Fraunhofer-Institut für Schicht- und

Oberflächentechnik IST entwickelt. Für

die Funktechnik hat das Fraunhofer IIS

das Funkprotokoll mioty ® (Low Power

Wide Area Network – LPWAN) beigesteuert.

Diese Technologie ist in der

Lage, kleine Datenmengen bei niedrigstem

Energieverbrauch über große

Entfernungen zu schicken, und zwar

von mehr als hunderttausend Sensoren

über nur eine Basisstation. Die

Basisstation könnte am Rande eines

Windparks, also in mehreren 100 Metern

oder gar einigen Kilometern Entfernung

stehen. Anschließend zeigt

eine Software die Daten jeder einzelnen

Schraube in einer grafischen

Übersicht an. Je nach Konfiguration

und Anwendungsfall wird der Status

der Schraubverbindungen permanent,

eventbasiert oder in festgelegten Zeitabständen

übertragen.

„Mit diesem System der Fernüberwachung

ist es erstmals möglich, die

Stabilität von sicherheitskritischen Infrastrukturen

auch aus der Entfernung

jederzeit im Auge zu behalten und dabei

wirklich jede einzelne relevante

Schraube zu checken. Das ist ein bedeutendes

Plus an Sicherheit. Bei der

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Inspektion einer Brücke oder Windkraftanlage

muss auch kein Techniker

alle Schrauben einzeln überprüfen und

vor Ort sein, da alle Daten per Funk an

die Servicestation übertragen werden“,

sagt Spies.

Die Intelligenten Schraubverbindungen

lassen sich an ganz unterschiedliche

Anwendungen anpassen. Egal, ob für

Flanschverbindungen in der Industrie,

die Bolzen in Stahlträgern an Hochhäusern,

die tragenden Teile von Brücken

oder die Befestigung von Rotoren

an Windkraftanlagen – für jedes Szenario

lässt sich das System individuell

konfigurieren und auf das jeweilige Belastungsprofil

abstimmen.

Auch das Problem des Energiebedarfs

haben die Forschenden ressourcenschonend

gelöst. Das System arbeitet

mit dem Prinzip des Energy Harvesting.

Dabei werden Wärme oder Licht zur

Stromerzeugung genutzt. So erzeugt

in dem System beispielsweise ein Thermogenerator

Strom aus den winzigen

Temperaturunterschieden zwischen

dem Schraubenkopf und der Umgebung.

Es wäre ebenso möglich, den

Strom durch Solarzellen zu generieren.

Energy Harvesting macht das System

energieautark.

Verschlüsselung schützt vor

Hackerangriffen

Die Intelligente Schraubverbindung ist als flexibles und nachrüstbares System für DIN-Schrauben

verschiedener Größen konzipiert. Das Display zeigt dabei den Status der jeweiligen Schraube als

graphische Darstellung an.

(© Fraunhofer)

Besonderen Wert legen die Fraunhofer-Forscherinnen

und -Forscher auf

die Sicherheit. Bei der Installation wird

jede einzelne Schraube samt Sensoreinheit

und Funkmodul in eine

abhör sichere Inbetriebnahme-Box gelegt.

Über den Kurzstreckenfunk RFID

erhält sie eine individuelle ID und ihr

Anforderungsprofil sowie einen individuellen

Verschlüsselungscode. Zudem

ist die Funkstrecke bei der Datenübertragung

von den Schrauben zur Basisstation

verschlüsselt. „So verhindern

wir, dass Kriminelle oder Hacker das

System sabotieren können. Das Technikpersonal,

das beispielsweise eine

Windkraftanlage überwacht, kann sich

auf die Daten wirklich verlassen“, erklärt

Spies.

Am Projekt des Fraunhofer Cluster of

Excellence Cognitive Internet Technologies

CCIT sind neben dem Fraunhofer

IIS und dem Fraunhofer IST auch

das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit

und Systemzuverlässigkeit LBF

sowie das Fraunhofer-Institut für Angewandte

und Integrierte Sicherheit

AISEC beteiligt.

Die Technik ist für handelsübliche DIN-

Schrauben konzipiert. Einsatzbereit ist

das System für Schrauben der Größe

M18, demnächst werden auch Varianten

für M20 und M36 verfügbar sein.

Weitere Informationen unter

www.fraunhofer.de.

Besuchen Sie uns •

@fachverband.metall.bayern

bayern Metall 7/2022 11


Selbstbestimmt wohnen – bis ins hohe Alter

Solarlux testete seine Produkte im Alterssimulationsanzug

Dass alltägliche Bewegungen im höheren Alter erschwert sind,

können sich jüngere Menschen kaum vorstellen. Doch menschliche

Fähigkeiten verändern sich im Laufe des Alterungsprozesses. Angesichts

des demografischen Wandels sind Planer, Architekten und

Produktentwickler mehr denn je gefordert, die Gebäudeausstattung

an die Bedürfnisse älterer Menschen anzupassen.

Von jetzt auf gleich alt

Um unterschiedliche Einschränkungsgrade

und persönliche Voraussetzungen

zu simulieren, legten verschiedene

Testpersonen von Solarlux den „Senior

Suit“ an: Er vermindert die Beweglichkeit

des Kopfs, schränkt mithilfe von

Gewichten die Kraft der Arm-, Beinund

Rumpfmuskulatur ein, versteift Rücken,

Schultern, Ellenbogen und Knie,

bewirkt Gangunsicherheit sowie Kurzatmigkeit

und mindert die Kondition.

Handschuhe simulieren Kontrakturen

der Handgelenke und die Verschlechterung

des Tastsinns. Seheinschränkungen

lässt eine spezielle Brille nachempfinden,

und Kopfhörer reduzieren

akustische Signale. Unter diesen Voraussetzungen

konnte die körperliche

Situation älterer Menschen nachvollzogen

und getestet werden, ob die jeweilige

Produktgestaltung und -funktionalität

den spezifischen Bedürfnissen älterer

Menschen entspricht.

Schiebe-Drehsysteme: den Herausforderungen

gewachsen

Häufig kommen die Solarlux Schiebe-

Dreh-Systeme als Balkonverglasungen

zum Einsatz, da sie dessen Ganzjahresnutzung

ermöglichen.

Gewichte an Beinen, Armen und Händen

sowie eine spezielle Brille simulieren Alterserscheinungen.

(Foto: Solarlux GmbH)

Getestet wurde die seniorengerechte

Bedienbarkeit der Systeme SL 25, SL

25 XXL und SL 20: Mit einem gewissen

Kraftaufwand lassen sich die Elemente

der SL 20 auch von Senioren verschieben,

eine Möglichkeit zum Greifen bietet

der Edelstahlrundgriff. Als besonders

geeignet erwiesen sich hierfür die

Bohrung als Griffloch und die Rahmenprofile

mit angepresstem Griff. Unkompliziert

können die Systeme SL 25 und

SL 25 XXL in der Alterssimulation gedreht

und geschoben werden. Zwar

bedarf das Greifen von Drehgriff und

Seilzug ein wenig Übung. Durch ihr geringes

Gewicht sind die schmalen Elemente

jedoch auch mit Alterseinschränkungen

leicht zu bewegen.

Glas-Faltwände: eine insgesamt

leichtgängige Lösung

Solarlux Glas-Faltwände unterstützen

die flexible Gestaltung und Erschließung

von Räumen und Übergangsbereichen,

da sie große Öffnungen ermöglichen.

Etwas Zeit, aber nur einen

mäßigen Kraftaufwand erfordert es, die

Elemente der getesteten Ecoline und

Highline mit Alterseinschränkungen

aufzufalten und als Paket an die Seite

zu schieben. Die Griffe sind absolut

mühelos zu bedienen. Insgesamt lassen

sich die Glas-Faltwände von Senioren

gut bedienen.

Schiebefenster cero: optional

motorisiert

Auch beim großflächigen Schiebefenster

cero gestaltet sich die Bedienung

der Griffe unkompliziert. Sind die Elemente

einmal in Bewegung, ist das

Schließen und Öffnen auch für ältere

Menschen leichtgängig. Für den ersten

Anschub der Elemente mit einer Glasfläche

von bis zu 15 m² ist jedoch Kraft

notwendig. Daher empfiehlt sich für

komfortables, altersgerechtes Wohnen

grundsätzlich der Automatikbetrieb.

Mit ihm ist die Steuerung über eine berührungslose

Bedienung möglich und

auch hohe Elementgewichte bis zu

1000 kg lassen sich problemlos bewegen.

Fazit

Je nach individuellen Voraussetzungen

erschwert die erwartbare Kraftabnahme

im Alter die Bewältigung des Alltags.

Der simulierte Sehschärfeverlust

stellt ältere Menschen durchweg vor

große Herausforderungen. Die Gelenkversteifungen

schränken allgemein

massiv ein, sodass praktisch jede Bewegung

große Anstrengung erfordert.

Mehr Konzentration und Zeit sind gefragt,

wenn der eingeschränkte Tastsinn

das Greifen von Gegenständen

erschwert.

Die Selbsterfahrung im Altersanzug

macht eines deutlich: Produkte, die

täglich genutzt werden, müssen an die

Bedürfnisse von Senioren angepasst

werden. Marco Brentführer, Key Account

Manager Health & Care bei Solarlux:

„Diese Erkenntnisse werden uns

dabei helfen, unsere Systeme so zu

gestalten, dass ältere Menschen ihre

Einschränkungen im Alltag ab und an

auch vergessen können.“ Solarlux ist

entsprechend sensibilisiert und wird

beispielsweise den Seilzug der Schiebe-Dreh-Systeme

künftig optional

farblich ausführen.

Weitere Informationen unter

www.solarlux.com/de.

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Scan-Kopf mit Strahlformer steigert die Produktivität

in der Brennstoffzellen-Fertigung

Zusammenarbeit der Photonik-Experten erschließt neue Anwendungen

Die SCANLAB GmbH entwickelt, gemeinsam mit ihren Schwesterfirmen

Blackbird Robotersysteme GmbH und Holo/Or Ltd., vielversprechende

neue Systemkonzepte für Laseranwendungen wie das Laserschweißen

von Bipolarplatten und die additive Fertigung (Metall-3D-Druck). Durch Integration

von spezifischen Strahlformern hat der neuartige Systemaufbau

das Potenzial zu einer annähernden Verdopplung der Produktivität beim

Schweißen von Bipolarplatten für Wasserstoff-Brennstoffzellen gezeigt.

Scan-System oder der Laserleistung limitiert,

sondern der Prozess an sich

setzt die Grenzen für den Durchsatz.

Daher sind die erfreulichen Laserschweiß-Ergebnisse

der erste Schritt

auch auf dem Weg zur Optimierung von

LPBF-Prozessen.

Die Brennstoffzellen-Technologie wurde

lange als Nischenmarkt eingeschätzt.

Inzwischen ist die Nachfrage spürbar

gestiegen, nicht zuletzt verursacht

durch die Energiewende und die Suche

nach alternativen Antrieben. Für eine effiziente

Massenfertigung muss jedoch

der Durchsatz beim Schweißen metallischer

Bipolarplatten, die den Stack einer

Brennstoffzelle bilden, gesteigert

werden.

Hohe Schweißgeschwindigkeiten erfordern

schnelle Scan-Systeme sowie

Hochleistungslaser, beides ist heute

verfügbar. Doch ausschlaggebend für

die erreichbare Geschwindigkeit ist der

Schweißprozess an sich. Häufig treten

Fehler in Schweißnähten, wie „Humping-Effekte“

und Einbrandkerben auf,

sobald eine gewisse Geschwindigkeit

überschritten wird.

Blackbird Robotersysteme hat in einem

Testaufbau den intelliSCAN 2D-Scan-

Kopf von SCANLAB und HOLO/ORs

neueste Entwicklung Flexishaper, ein

über den gesamten Leistungsbereich

einstellbarer Strahlformer, integriert. Die

Bestimmung der notwendigen Strahlformung

wurde mithilfe einer Prozesssimulation

ermittelt. Die Auslegung des

eingesetzten Strahlformers ist das Ergebnis

eines kombinierten optischen

Designs, das diffraktive optische Elemente

(DOE) mit einem Scan-System

verbindet. Die Applikationsversuche erlaubten

das Verschieben des Geschwindigkeitslimits

für fehlerfreies Schweißen

von 45 m/min auf bis zu 70 m/min.

Übertragung der Bearbeitungspraxis

mit DOEs

Das Schweißen dünner Bleche für Bipolarplatten

stellt ähnliche Anforderungen

an den Bearbeitungsprozess wie das

Laser-Pulverbettschweißen (LPBF). Beide

Verfahren erfordern ein Scanner-

Bildfeld von bis zu 500 x 500 mm² sowie

eine typische Prozessgeschwindigkeit

von rund 1 m/s und darunter. Auch beim

Verfahren für Metall-3D-Druck wird die

Bearbeitungsgeschwindigkeit nicht vom

„Unsere gemeinsame Firmenholding

schafft den vertrauensvollen Rahmen,

der nötig ist, für eine so enge Zusammenarbeit

bei der Entwicklung innovativer

Lösungen. Nur in einem vergleichbaren

Setup kann man zukünftige

Marktbedürfnisse offen analysieren und

die Ergebnisse gleich in ein konkretes

optisches Design umwandeln“, berichtet

Georg Hofner, Sprecher der Geschäftsführung

SCANLAB.

„Unsere Schwesterfirmen bieten uns einen

Werkzeugkasten, den wir mithilfe

unserer Erfahrung und unseres Anwendungswissens

in greifbare Vorteile für

unsere Zielmärkte und Kunden umsetzen

können“, fügt Karl Christian Messer,

Geschäftsführer Blackbird Robotersysteme,

hinzu.

„Das ist genau die Form von Kooperation,

die einen echten Mehrwert erzielt.

Die Kombination von unserer Strahlformungs-Expertise

mit dem tiefgehenden

Marktverständnis unserer Schwesterfirmen“,

ergänzt Israel Grossinger, Inhaber

und Leiter von HOLO/OR.

Die nächsten Schritte bestehen darin,

das Konzept des Laserschweißens in

einem größeren Maßstab zu testen und

verschiedene Applikationen parallel zu

verfolgen. SCANLABs fiberSYS ist gerade

auf die Anforderungen beider Verfahren,

LPBF und Schweißprozesse,

ausgerichtet. Daher wurde die Integration

von DOEs genau in dieses Scan-

System, speziell für den Einsatz in Multi-

Kopf-Maschinen konzipiert, in die Entwicklungs-Roadmap

mit aufgenommen.

Die SCANLAB GmbH ist mit über

35.000 produzierten Systemen jährlich

der weltweit führende und unabhängige

OEM-Hersteller von Scan-Lösungen

zum Ablenken und Positionieren von

Laserstrahlen in drei Dimensionen. Die

besonders schnellen und präzisen


bayern Metall 7/2022 13



Hochleistungs-Galvanometer-Scanner,

Scan-Köpfe und Scan-Systeme werden

zur industriellen Materialbearbeitung in

der Elektronik-, Lebensmittel- und Getränkeindustrie

sowie in der Bio- und

Medizintechnik eingesetzt.

Die Blackbird Robotersysteme GmbH

fertigt Systemlösungen für Remote-Laser-Schweißen

mit Scan-Optiken. Die

spiegelbasierten Strahlablenkeinheiten

können nahtlos in industrielle Fertigungsanlagen,

insbesondere Roboterzellen,

integriert werden. Kernkompetenz

ist die Entwicklung leistungsfähiger

Steuerungstechnik, intuitiver Anwendersoftware

und ergänzender Prozessüberwachungslösungen.

Die HOLO/OR GmbH entwickelt, konstruiert

und fertigt diffraktive optische

und mikrooptische Elemente. Diese

werden für verschiedene Anwendungen

eingesetzt, hauptsächlich mit Hochpräzisions-

und Hochleistungslasern. Im

Laufe der letzten drei Jahrzehnte hat

HOLO/OR beträchtliches Know-how im

Design, in der Simulation und in der

Herstellung von diffraktiven optischen

Elementen (DOE) aufgebaut, nicht zuletzt

dank der eigenen Software und

Testständen.

Weitere Informationen unter

www.scanlab.de.

Automatisiertes Scannen, Messen, Prüfen und Reporting

in der Produktion

Portables Cobot-Inspektionssystem PAM von IBS Quality und Verisurf Software

Mit dem neuen PAM-System –

Portable Automated Measurement

System – präsentierte die IBS Quality

GmbH auf der CONTROL in

Stuttgart eine innovative mobile

Scan-, Mess- und Inspektionslösung.

„PAM vereint die besten verfügbaren

Technologien aus den Bereichen Roboter,

Scannen, Messen und Inspektionsautomatisierung.

Das System ist maßgeschneidert

auf die praktischen Bedürfnisse

von Werkstätten und OEM-Herstellern

sowie die Anforderungen der Industrie

4.0“, erläutert Philipp Schmid aus der

Geschäftsleitung von IBS Quality. „Dabei

ermöglicht die integrierte, modellbasierte

Software Verisurf die automatische Planung,

Analyse und Berichterstellung von

Inspektionen. In Zusammenarbeit mit Verisurf

Software, Inc. erfolgt auch die

Markteinführung von PAM.“

Das umfangreiche Paket von PAM umfasst

die gesamte Hardware einschließlich

Vorrichtungen für die Befestigung

von Sensoren am Roboter,

Software, Installation, Service und

Support. Zum Einsatz kommen neben

der Verisurf Software die Robotik-Automatisierung

von 11 Dynamics sowie

eine Auswahl führender 3D-Laserscanner-Marken

oder anderer Scanner-

Technologien. Cobots (kollaborative

Roboter) nutzt PAM, um sich wiederholende

Benutzerroutinen zu ergänzen

und gleichzeitig Flexibilität, Geschicklichkeit

und Genauigkeit zu steigern.

Die gesamte Lösung ist in einem speziell

entwickelten Prüfwagen untergebracht,

der einfach vom Qualitätslabor

in die Fertigung gerollt werden kann.

Eingesetzt wird das PAM-System insbesondere

bei der Erstmuster- und Serienprüfung

sowie bei Reverse Engineering

und Prototyping.

Eine Schlüsselrolle bei PAM nimmt Verisurf

– eine 3D-Messsoftware für automatisierte

Qualitätsprüfung, Berichterstellung,

Scannen und Reverse Engineering

– ein. Die integrierte Verisurf

3D-Scanning- und Inspektionsanwendung

basiert auf einer CAD-Plattform

und ist in der modellbasierten Definition

(MBD) verankert. Inspektionspläne werden

einfach durch den Import eines beliebigen

CAD-Modells erstellt, das

Zeichnungen, ein goldenes Teil oder

Schlüsselmerkmale enthält. „Die Prüfpläne

können im gesamten Fertigungsunternehmen

auf jeder Koordinaten-

Messmaschine verwendet werden und

ermöglichen eine wiederholbare Prozesskontrolle“,

unterstreicht Kai Gärtling,

Regionaler Vertriebsleiter von Verisurf.

Nick Merrell, Executive Vice President

von Verisurf, ergänzt: „Der Verisurf-

Workflow steigert die Produktivität und

erlaubt die wiederholbare Prozesskontrolle

als wichtigen Bestandteil der Qualitätssicherung

– beides unterstützt auch

das automatisierte PAM-System.“

Weitere Informationen unter

www.ibs-scantech.de und

www.verisurf.com.

14 bayern Metall 7/2022


Duro-M von Röhm:

Die neue Drehfutter-Generation bietet hohe Kraftübersetzung

Das neue

Drehfutter

Duro-M von

Röhm mit

markanter

Linsenaussparung.

(Foto: Röhm)

Noch nie war die variable Bearbeitung von Drehteilen so leicht wie jetzt.

Möglich macht es das Duro-M, das neue Drehfutter mit Spiralring, innovativer

Linsengeometrie und optimierter Kraftübersetzung von Röhm.

Der Spann- und Greifmittelspezialist

mit Sitz in Sontheim an der Brenz (Baden-Württemberg)

bietet seine Neuheit

standardmäßig in sämtlichen Durchmessern

von 74 bis 1250 an, weitere

Größen sind auf Anfrage möglich.

Keine Limits gibt es bei der Backenanzahl:

Röhm liefert seine neue Drehfutter-Generation

in der gesamten Bandbreite

mit zwei, drei, vier oder sechs

Backen. So lassen sich auch besonders

dünnwandige Werkstücke perfekt

spannen und bearbeiten.

„Das Duro-M ist unsere neue Serie an

Drehfuttern für das Spannen von Drehteilen

auf konventionell spannenden

Dreh- und Fräsmaschinen, Rundtischen

und Teilapparaten. Für jede Anwendung

haben wir die passende Duro-M-Lösung

parat, sodass wirklich

alle Metallbauer von den vielen Vorteilen

unserer neuen Geometrie profitieren

können“, sagt Jörg Bauriedl, Produktmanager

für den Bereich Handspannfutter

bei Röhm.

Die neue Duro-M-Serie von Röhm

kommt mit einer auffälligen Linsenaussparung

daher, die dem Anwender eine

ganze Reihe an Benefits bietet. Dank

der signifikanten Aussparung wird das

Drehfutter leichter. Durch sein reduziertes

Gewicht schont das Duro-M

von Röhm die Lager der Drehmaschinenspindel

besser als andere Drehfutter,

gleichzeitig ermöglicht es das Be-

schleunigen mit einem geringeren

Energiebedarf.

Ein Plus gibt’s dafür beim Arbeitsraum,

so dass die Bearbeitungswerkzeuge

besser zugänglich sind und beispielsweise

auch Bohr- oder Fräsbearbeitungen

viel flexibler als bisher an den

Drehteilen nahe der Spannstelle vorgenommen

werden können. „Weil die

Fräser nicht so weit ausgespannt werden

müssen, reduziert sich die Gefahr

von Schwingungen. Die Bearbeitung

läuft sicherer und präziser ab – und

das ermöglicht höhere Schnittgeschwindigkeiten“,

so Bauriedl.

Hohe Kraftübersetzung

Die neue Duro-M-Serie von Röhm

punktet mit einer hervorragenden

Kraftübersetzung, sodass sich die maximale

Spannkraft mit geringem Kraftaufwand

erreichen lässt. Damit die

Drehfutter der Duro-M-Serie besonders

schnell und präzise auf der Maschinenspindel

ausgerichtet werden

können, sind sie mit einem Kontrollrand

ausgestattet. So kann der Anwender

bereits beim Aufbau mithilfe

der Messuhr den Rundlauf optimieren

und spart sich Zeit bei der Inbetriebnahme

seiner Maschine.

Bei Duro-M kommt der legendäre Spiralring

von Röhm zum Einsatz. Dieser

wird im Gesenk geschmiedet und

hochvergütet. An der Außenseite des

Futterkörpers verfügen die Duro-M-

Drehfutter über eine Abtropfkante, dort

kann das Kühlwasser definiert ablaufen.

Weiterer Vorteil für die Anwender:

Der Stahlgrund-Körper des Duro-M ist

einteilig, dadurch ist er sehr steif und

verhindert gleichzeitig Spänenester.

Minimale Störkontur

Die Duro-M-Drehfutter von Röhm warten

mit einer minimalen Störkontur auf

und bieten bereits in der Standardausführung

eine hohe Rundlaufgenauigkeit.

„Bei Bedarf können wir hier auf

spezielle Kundenwünsche eingehen

und die spannenden Baugruppen wie

Futterkörper, Spiralring und Backen

noch einmal individuell aufeinander

abstimmen“, erklärt Bauriedl.

Bei den Anschlüssen zeigt sich die

neue Duro-M-Serie von Röhm besonders

vielfältig und lässt sich zylindrisch

(von vorne und hinten) sowie über

Kurzkegel (von vorne, über Camlock

oder Bajonett) aufnehmen, jeweils unter

Erfüllung sämtlicher ISO- und DIN-

Normen. Wahlweise sind die Duro-M-

Drehfutter auch mit doppelter Backenführung

erhältlich. Im Lieferumfang des

Duro-M ist entweder ein Satz Bohr- und

Drehbacken oder zu den Grundbacken

noch Umkehraufsatzbacken enthalten.

Die Backen sind werksseitig auf ihr Futter

ausgeschliffen.

Weitere Informationen unter

www.roehm.biz.

bayern Metall 7/2022 15


STEUERN & FINANZEN

Bei dieser Altersvorsorge springt der Funke über

Metaller aufgepasst – jetzt wird’s heiß! Vor allem, wenn wir uns das viel

diskutierte Thema der Altersvorsorge anschauen. Denn die Rente fällt für

viele Arbeitnehmer im Handwerk trotz langjähriger Arbeit sehr gering

aus. Der Kontoauszug im Alter? Mehr heiße Luft statt glühender Freudenfunken!

Doch jetzt gibt‘s eine Lösung: Die MetallerRente des Münchener

Verein – dem starken Partner des bayerischen Metallhandwerks!

Mehr Geld durch Entgeltumwandlung

Die MetalllerRente ermöglicht es, den

Bonus für die Anwesenheit zur Aufstockung

der eigenen Altersvorsorge zu

nutzen. So können, wie unsere Beispielrechnung

zeigt, aus 52,28 Euro

eigenem Beitrag bis zu 200 Euro Beitrag

für die Altersvorsorge werden:

Doch Rente ist nicht gleich Rente: Neben

der Wahl einer monatlichen Rentenauszahlung

ist es bei der Metaller-

Rente auch möglich, ab dem 62. Lebensjahr

auf das angesparte Guthaben

zuzugreifen. So können Sie auch

im Alter flexibel auf Ihr Leben reagieren.

Flexibel wie das eigene Leben

Anpassungen auf die eigene Lebenssituation

gewährt der Münchener Verein

zudem schon ab Vertragsbeginn: Sie

wechseln Ihren Job? Ihr Vertrag

bleibt bestehen. Der Kapitalmarkt

entwickelt sich

weiter? Ihr im Vertrag garantiertes

Guthaben bleibt bestehen.

Klingt gut? Wird noch besser!

Denn mit der PflegeOption

erhalten Sie die doppelte

monatliche Rente, wenn Sie

zum Pflegefall werden. Die

Entscheidung über den Abschluss

treffen Sie übrigens

erst bei Rentenbeginn.

Betriebsrente klar regeln

Die Versorgungsordnung regelt die Betriebsrente

– diese klärt von vornherein

die arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen.

So entstehen für Arbeitgeber

und Arbeitnehmer mehr Transparenz

und Rechtssicherheit.

Top-Produkt und Top-

Platzierungen

Im Unterschied zu anderen Produkten

bietet der Münchener Verein ein speziell

für das Handwerk geschaffenes

Produkt, das in Partnerschaft mit dem

Metallhandwerk entwickelt

wurde. Dadurch sind günstige

Konditionen und moderne

Vorsorgelösungen

optimal an die Bedürfnisse

von Metallern angepasst.

Neugierig geworden?

Weitere Infos finden

Sie online auf unserer

Homepage unter:

www.versorgungswerkhandwerk.de

Oder kontaktieren Sie Ihren Ansprechpartner

beim Münchener Verein:

Mansoer Weigert

Vorstandsbevollmächtigter

Geschäftsbereich Handwerk

Telefon 089 5152-1489,

E-Mail: weigert.mansoer

@muenchener-verein.de

Münchener Verein

Pettenkoferstraße 19

80336 München

info@muenchener-verein.de

www.muenchener-verein.de

Aus 52,28 € werden 200 € für die Altersversorgung

So können sich die Arbeitgeberleistung und eine Entgeltumwandlung auf Ihr Nettogehalt auswirken:

Beitragsbeispiel für mehr

Rente

Ohne betriebliche

Altersversorgung

MetallerRente Bayern

MetallerRente Bayern

+ Entgeltumwandlung

Brutto-Monatseinkommen 2.500 € 2.500 € 2.500 €

+ Arbeitgeberleistung

– Entgeltumwandlung

Zu versteuerndes Einkommen 2.500 €

100 €

2.500 €

100 €

100 €

2.400 €

Für meine Altersversorgung 100 € 200 €

Nettoeinkommen monatlich 1.636,53 € 1.636,53 € 1.584,25 €

Annahme: Lohnsteuerklasse 1, kirchensteuerpflichtig, gesetzlich krankenversichert.

16 bayern Metall 7/2022


BUNDESVERBAND AKTUELL

Fachinformation Unterfahrschutz

Bezüglich des hinteren Unterfahrschutzes

gelten seit 01.09.2021 für

LKW und Anhänger neue Regeln.

Davon betroffen sind insbesondere

Fahrzeuge über 3,5 t der Typenklassen

N2, N3, O3 und O4.

Neu zugelassene Fahrzeuge müssen

nun mit einem Unterfahrschutz ausgestattet

sein, der der Änderungsserie 03

zur UNECE-Regelung Nr. 58 entspricht.

Diese Regelung Nr. 58 der UN-

ECE wurde bereits mit Datum vom

20.02.2019 im Amtsblatt der Europäischen

Union veröffentlicht (Anlage).

Was ist seit 01.09.2021 neu?

Mit UNECE R58.03 haben sich die aufzunehmenden

Kräfte deutlich erhöht,

an den äußeren und dem mittleren Angriffspunkt

sogar verdoppelt. Zudem

haben sich die Anbaumaße für den

hinteren Unterfahrschutz verändert,

nämlich geringerer Bodenabstand (450

mm) und kürzerer Überhang in Abhängigkeit

der Typklasse.

Zur Erfüllung der Anforderungen sind

Änderungen der Konstruktion an LKW,

Anhängern und Unterfahrschutzeinrichtungen

erforderlich. Das betrifft sowohl

den Unterfahrschutz selbst (Höhe

mindestens 120 mm statt bisher 100

mm) als auch die Halter in den drei

Hauptausführungen (fest montierbar,

klappbar, verschiebbar).

Besonderheiten können sich bei geländegängigen

Fahrzeugen (N3G) ergeben,

weil die Vorschriften nicht immer

in Einklang mit den technischen Umsetzbarkeiten

zu bringen sind. Das betrifft

z. B. Überhangwinkel, Rampenwinkel

oder Bodenfreiheit. Entweder

wird der Unterfahrschutz nicht berücksichtigt

oder dieser muss hochgeklappt

mitberücksichtigt werden (VO

(EU) 2018/858).

Bestimmte Kombinationen sind von einigen

LKW-Herstellern ab Werk nicht

mit Werksaufbau lieferbar, z. B. N3G-

Baumuster mit Kipper. Bei Auswählen

des Werkskippers zum gewünschten

Fahrgestell im Kalkulationsprogramm

des Verkäufers wird automatisch die

Position Abstandswarner und Bremsassistent

mit ausgewählt. Dies ist dann

aber kein geländegängiges N3G-Fahrzeug

mehr.

Für den handwerklichen Fahrzeugbau

bietet das Chancen, den teureren selbst

produzierten Aufbau zu verkaufen und

die N3G-Vorgaben einzuhalten.

(Abbildung: SUER Nutzfahrzeugtechnik)

Bitte beachten Sie die Termine für die bayern Metall:

Ausgabe 08/2022

Redaktionsschluss: 12.07.2022

Anzeigenschluss: 18.07.2022

Ausgabe 09/2022

Redaktionsschluss: 12.08.2022

Anzeigenschluss: 19.08.2022

bayern Metall 7/2022 17


Aus den Bundesfachgruppen: Metallbau News 1/22

Nach 2-jähriger Corona-Pause trafen die Bundesfachgruppen Metallbautechnik

und Stahlbau-Schweißen am 28./29. April 2022 in Brandenburg

an der Havel erstmals wieder in Präsenz zusammen. Zwischenzeitlich

erfolgten die regelmäßigen Tagungen online. Rund 30 Teilnehmer

waren der Einladung des Bundesverbands Metall gefolgt. Im Vordergrund

standen Themen aus den Bereichen baurechtliche Vorgaben,

Technik, Arbeitsschutz, Schweißen und Konstruktionstechnik. Abgerundet

wurde das Tagungsprogramm durch eine Betriebsführung bei der

Metallbau Windeck GmbH im benachbarten Kloster Lehnin.

Kleine Bauvorlageberechtigung

In den Bundesländern Bayern, Baden-

Württemberg, Berlin, Hamburg, Bremen,

Hessen, Niedersachen und

Schleswig-Holstein dürfen mit der

„kleinen Bauvorlage“ Handwerksmeister

der Rohbaugewerke Maurer, Zimmerleute

und Betonbauer eigene Planungen

zu Änderung, Errichtung oder

Abriss von Gebäuden zur Baugenehmigung

vorlegen. Sie konkurrieren dabei

direkt mit den zugelassenen Architekten

und Bauingenieuren. Im Gegensatz

zur „großen Bauvorlage“ ist bei

der „kleinen Bauvorlage“ die Gebäudegröße

allerdings beschränkt auf:

Wohngebäude bis 200 qm mit maximal

zwei Wohnungen, gewerbliche eingeschossige

Gebäude bis 200 qm Bruttogrundfläche,

landwirtschaftliche Betriebe

bis 200 qm mit den Gebäudeklassen

1 bis 3 und Garagen bis 200

qm Nutzfläche. Das Metallbauerhandwerk

ist grundsätzlich nicht vorlageberechtigt.

Die Beschränkung der kleinen Bauvorlageberechtigung

auf die Rohbaugewerke

ist eine grobe Benachteiligung

der übrigen Handwerksgewerke des

Bauwesens. Das Metallbauerhandwerk

fordert daher die Zulassung zur

„kleinen Bauvorlage“, wie bei den im

Rohbau tätigen Gewerken.

Verfärbungen an pulverbeschichteten

Rahmenprofilen

Verschiedene Betriebe beobachten

oberflächliche Verfärbungen an pulverbeschichteten

Rahmenprofilen nach

der Reinigung mit den herstellerseits

empfohlenen Mitteln. Diese Verfärbungen

entstehen durch aus der

Oberflächenbeschichtung austretendem

Wachs. Polieren mit handelsüblichen

Poliermitteln (z. B. ROTWEISS

Polierpaste) beseitigt diese Verfärbun-

Rahmenprofile vor und nach Reinigung.

gen. Bei großen Flächen ist dies jedoch

aufwendig.

Edelstahl-Aufschweißung auf

schwarzem Stahl bei anschließender

Feuerverzinkung unzulässig

Laut bauaufsichtlicher Zulassung des

DIBt ist das Feuerverzinken von Erzeugnissen,

Bauteilen und Verbindungsmitteln

aus nichtrostenden Stählen

unzulässig (Allgemeine bauaufsichtliche

Zulassung Z-30.3-6 vom

20.04.2022). Dies gilt auch für Bauteile

mit Mischverbindungen. Bei Kontakt

des flüssigen Zinks mit dem Edelstahl

besteht die Gefahr sofortiger Versprödung

durch flüssigmetallinduzierte

Spannungsrisskorrosion. Damit ist beispielsweise

die Aufschweißung von

Edelstahldornen am oberen Pfostenabschluss

eines Geländers unzulässig,

wenn eine anschließende Feuerverzinkung

durchgeführt werden soll. Die

bauaufsichtliche Zulassung des rostfreien

Stahldorns würde erlöschen.

Neue Gefahrstoffverordnung

in Vorbereitung

Das Bundesministerium für Arbeitsschutz

und Soziales hat den Entwurf

der neuen Gefahrstoffverordnung am

15.03.2022 vorgelegt. Ein besonderer

Schwerpunkt ist der Umgang mit Asbest

bei Baumaßnahmen an Bestandsgebäuden.

Im Hinblick auf asbesthaltige

Baustoffe sollen die staatliche

Überwachung und der Vollzug gestärkt

werden. Der Entwurf soll u. a. die Informations-

und Mitwirkungspflichten des

Veranlassers von Baumaßnahmen zur

Gefahrstofferkundung festschreiben.

Zahlreiche Regelungen der TRGS 519

Asbest – Abbruch, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten

(ASI), die bislang

den Stand der Technik zum Umgang

mit Asbest beim Bauen im Bestand

dokumentieren, sollen nun in die

Verordnung eingehen. Dazu gehören

die Vorgaben zur betrieblichen Organisation

und Qualifikation des Arbeitgebers,

zu den Sach- und Fachkundeanforderungen,

den Anzeigepflichten gegenüber

der staatlichen Überwachung

sowie Ordnungswidrigkeiten und

Straftatbestände im Umgang mit asbesthaltigen

Baustoffen bei ASI-Arbeiten.

Der Referentenentwurf befindet

sich zzt. in der Ressortabstimmung.

Mit in Krafttreten wird nicht vor Ende

2022 gerechnet.

Handlungshilfe Asbest der BGen

Die Vollzugsgrundlage zum Umgang

mit asbesthaltigen Baustoffen bei ASI-

Arbeiten ist im Wandel. Zur Begleitung

des Übergangs haben die BGen BAU,

ETEM und HM zusammen mit den betroffenen

Branchenverbänden des

Handwerks die Handlungshilfe „Branchenlösung

– Asbest beim Bauen im

Bestand erarbeitet“. Die Handlungshilfe

fasst die aktuelle Rechtssituation

zusammen und informiert über Tätigkeiten

mit Asbestverdacht beim Bauen

METALLBAUKONGRESS

Die Jahrestagung des Metallbauhandwerks

findet in diesem Jahr

statt am 04. und 05.11.2022 bei

der Hilti Akademie im

oberbayrischen Kaufering

(www.metallbaukongress.de).

18 bayern Metall 7/2022


alle Werkstoffe in einer Norm. Die bisherigen

einzelnen Teile sollen entfallen.

Für die Schweißzusatzwerkstoffe werden

neue Bezeichnungen eingeführt.

Im Zusammenhang mit der ISO 5817

(Bewertungsgruppen von Unregelmäßigkeiten)

liegt ebenfalls ein neuer Normenentwurf

vor. Eingeführt wird darin

neben dem bisherigen a-Maß ein zweites

aktuelles (geschweißtes) a-Maß. Im

laufenden Jahr 2022 beginnt die vollständige

Überarbeitung der Norm ISO

15614-11 (Verfahrensprüfung). In der

ISO 3834ff (Qualitätsanforderungen)

wurden die Teile 1 bis 5 redaktionell

angepasst. Der Teil 6 (technischer Bericht)

ist in Arbeit.

BVM-Richtlinienarbeit für den

Metallbau

Sachkundelehrgang zur TRGS 519, Anlage 4C im Essener Haus der Technik.

im Bestand. Sie gibt Handlungsempfehlungen

für ausführende Unternehmen

bei Asbestverdacht, zum allgemeinen

Arbeitsschutz und stellt Grundinformationen

zur Entsorgung bereit.

Die Handlungshilfe wird weiter fortgeschrieben.

Zukünftig sollen tätigkeitsspezifische

Arbeitsbeschreibungen

den Betrieben beim sicheren Umgang

mit asbesthaltigen PSF-Materialien

helfen. Diese Arbeitsbeschreibungen

sind teilweise in Arbeit. Prioritär ist aus

der Sicht des Metallhandwerks dabei

derzeit das Aus- und Einbauen von

Fenstern. Baustellenversuche mit Expositionsmessungen

sollen die Einhaltung

der entsprechenden Expositionsgrenzwerte

sicherstellen. Der Bundesverband

Metall unterstützt zusammen

mit den Verbänden der betroffenen

Gewerke diese Arbeiten.

Sachkunde nach TRGS 519, 4C

für ASI-Arbeiten an asbesthaltigen

Baustoffen

Für Bautätigkeiten an asbestbelasteten

Gebäuden ist die Sachkunde nach

TRGS 519, Anlage 4C als Mindestqualifikation

verpflichtend. Der Sachkundenachweis

ist 6 Jahre lang gültig und

muss dann aufgefrischt werden. Der

Bundesverband Metall hat einen entsprechenden

Sachkundelehrgang in

der Trägerschaft der Wirtschaftsberatungsgesellschaft

des Metallgewerbes

mbH für das Metallhandwerk staatlich

akkreditieren lassen und erstmals am

12./13. April 2022 in Essen geschult.

Der Lehrgang stellt das Grundlagenwissen

zum Umgang mit asbesthaltigen

Bauprodukten bereit. Geschult

werden die geltenden Regelungen sowie

die personellen Anforderungen an

den Betrieb. Welche Vorbereitungen

müssen die Unternehmen treffen im

Hinblick auf behördliche Anzeigeverfahren,

arbeitsmedizinische Vorsorge,

Gefährdungsbeurteilungen, Betriebsanweisungen

und PSA? Wie ist die

Baustelle einzurichten und welche

Schutzmaßnahmen sind vorzunehmen?

Vermittelt werden die Möglichkeiten

zum Arbeiten mit geringer Exposition,

die Regelungen zu Arbeiten geringen

Umfangs sowie zu Instandhaltungsarbeiten.

Schließlich geht es um

die Baustellenreinigung, Abfallaufnahme,

Entsorgung und abschließende

Baustellenfreigabe.

In der Erstschulung wurden auch technische

Berater aus den Landesverbänden

des Metallhandwerks ausgebildet.

Sie wurden damit gleichzeitig als Referenten

zur Durchführung des

Sachkundelehrgangs nach

TRGS 519, Anlage 4C qualifiziert.

Die Landesverbände sind

damit in der Position, den Sachkundelehrgang

regional für das

Metallhandwerk anzubieten.

Schweißtechnische

Normung

Der Entwurf der ISO 9606

(Schweißerprüfung) behandelt

Bereits Ende letzten Jahres ist die neue

BVM-Richtlinie für Bauteile aus Glas

und Metall erschienen. Die Richtlinie

vermittelt für diese Bauteile die rechtlichen,

konstruktiven und statischen

Anforderungen. Zielgruppe sind Sachverständige

für das Metallbauerhandwerk,

Metallbaumeister, Meisterschüler,

mit der Planung von Bauteilen aus

Glas- und Metall beauftragte Gesellen,

Bauingenieure und Statiker.

Im März 2022 ist die 40. Aktualisierung

des Fachregelwerks Metallbauerhandwerk

– Konstruktionstechnik erschienen.

Das umfassende Werk stellt das

einschlägige Expertenwissen zur direkten

Planung und Umsetzung bereit.

Mit den aktuellen anerkannten Regeln

der Technik dokumentiert es praxisgerecht

die Mindeststandards für Metallbauarbeiten.

Dies zu beachten, schützt

die Betriebe bei Auseinandersetzungen

mit Planern oder Auftraggebern.

Das Fachregelwerk

und die neue Glasrichtlinie

können bequem

bezogen werden

über das MetallPortal

(www.metallportal.de).

Autor:

Dr.-Ing. Reinhard

Fandrich

ist technischer

Berater in der

gewerbespezifischen

Informationstransferstelle

beim

BVM, Essen.

bayern Metall 7/2022 19


SCHLIESS- & SICHERUNGSTECHNIK

Experten-Tipps zum Brandschutz:

Barrierefreiheit in druckbelüfteten Treppenräumen

Rund 200.000 mal pro Jahr brennt es in Deutschland. Etwa 200 dieser

Feuer sind Großbrände mit Millionenschäden, in deren Folge 70 Prozent

der betroffenen Betriebe innerhalb eines Jahres Insolvenz anmelden –

von Personenschäden ganz zu schweigen.

die Selbstrettung der Menschen im

Gebäude so einfach und sicher wie

möglich zu gestalten und Rettungskräften

von außen einen schnellen Zugang

zu ermöglichen. Dafür müssen

bestimmte Türen in jedem Fall selbstschließend

sein, um im Gefahrenfall im

Gebäude sichere Bereiche zu schaffen

oder noch besser: den sicheren Ausweg

aus dem brennenden Gebäude zu

erhalten. Geschlossene Türen können

allerdings den Anforderungen an eine

barrierefreie Nutzung des Gebäudes

zuwiderlaufen, wenn die erforderlichen

Bedienkräfte zum Öffnen zu hoch sind.

Hinzu kommt, dass je nach Art und

Nutzung des Gebäudes ganz unterschiedliche

Anforderungen an Barrierefreiheit

erfüllt sein müssen. Im Falle

eines Geschäftsgebäudes zum Beispiel

greift zusätzlich die Arbeitsstättenverordnung

mit ihren Technischen

Regeln für Arbeitsstätten (ASR). Vorgaben

zur barrierefreien Gestaltung von

Arbeitsstätten liefert die ASR V3a.2

„Barrierefreie Gestaltung von Arbeitsstätten“.

Technische Ausstattung von

barrierefreien Brandschutztüren

Um im Normalbetrieb eine barrierefreie

Nutzung gemäß der Norm zum Barrierefreien

Bauen, der DIN 18040-1, sicherzustellen,

reicht bei Brandschutztüren

schon eine selbstschließende Tür

mit Türschließer. Dieser darf jedoch einen

Wert von 47 Nm Öffnungsmoment

nicht überschreiten. Um zusätzlich den

höheren Anforderungen der ASR V3a.2

an Bedienkräfte gerecht zu werden,

benötigen selbstschließende Brandoder

Rauchschutztüren mindestens

Freilauf-Türschließer oder Feststellanlagen,

die die Tür im Normalbetrieb offenhalten.

Eine weitere Option ist eine

Tür mit Türantrieb.

Bei druckbelüfteten Treppenräumen muss ein besonderes Augenmerk auf Barrierefreiheit gelegt

werden, wenn Rauchschutzdruckanlagen (RDA) zum Einsatz kommen. (Foto: GEZE GmbH)

Nicht umsonst also sind die Anforderungen

an den Brandschutz in Gebäuden

besonders hoch, insbesondere

wenn sie öffentlich oder gewerblich

genutzt werden. Die strengen Regelungen

tragen Früchte, immerhin hat sich

die Zahl der Menschen, die in Deutschland

bei einem Brand oder durch seine

Auswirkungen ums Leben kommen, in

den vergangenen 30 Jahren mehr als

halbiert. Für Planer und Architekten

birgt der Brandschutz dennoch einige

Herausforderungen – gerade, wenn es

um sichere Treppenräume als Fluchtwege

und Rettungsräume geht, die zudem

oft barrierefrei erreichbar sein

müssen. Wie das umsetzbar ist, erklärt

ein Experte von GEZE, dem Spezialisten

für Tür-, Fenster- und Sicherheitstechnik.

Beim Brandschutz geht es darum, eine

Ausbreitung des Feuers zu verhindern,

Druckbelüftete Treppenräume in

Kombination mit der passenden Tür

Eine Patentlösung für alle Anwendungsfälle

gibt es nicht. „Bei druckbelüfteten

Treppenräumen muss beispielsweise

auf Barrierefreiheit ein besonderes

Augenmerk gelegt werden,

weil hier eine sogenannte Rauchschutzdruckanlage

(RDA) zum Einsatz

kommt, die den Treppenraum im

Brandfall mit einem kontrollierten

Überdruck gegenüber den angrenzenden

Räumen rauchfrei hält“, erklärt

Günther Weizenhöfer, Architekt und

Teamleiter Pre Sales Development bei

GEZE. Auf diese Weise bleiben die

Flucht- und Rettungswege rauchfrei,

die Menschen im Gebäude können

sich in Sicherheit bringen und die Feuerwehr

kann den Brand löschen – und

zwar auch über einen längeren Zeitraum

hinweg. Nun kommt es allerdings

darauf an, welche Personengruppen

den Treppenraum erreichen müssen

und ob diese die Tür gegen den Druck

der RDA öffnen können. Die Größe der

Tür und die Höhe des Differenzdrucks

20 bayern Metall 7/2022


für den Notfall genutzt. In anderen Fällen

werden die im Notfall druckbelüfteten

Bereiche aber auch im Alltag genutzt.“

Aus dieser Fragestellung ergebe

sich dann die Anforderung an die einzusetzende

Türtechnik, so Weizenhöfer:

„Wenn keine barrierefreie Erreichbarkeit

des Treppenraums im Notfall gefordert

wird, weil es zum Beispiel anderweitig

barrierefrei erreichbare sichere Bereiche

gibt, können mittels geeigneter Türschließer

die Anforderungen der DIN

18040-1 in der Alltagsnutzung eingehalten

werden. Hier ergeben sich bei einer

Türflügelbreite von 1,25 m etwa 50 N

Bedienkraft. Die zulässige Bedienkraft

von maximal 100 N bei Betrieb der RDA-

Anlage kann bei frühzeitiger Abstimmung

von Türtechnik, Differenzdruck

und Türblattgröße dennoch eingehalten

werden. Muss dagegen die ASR V3a.2

erfüllt werden, beträgt die zulässige Bedienkraft

nur 25 N, was einen Antrieb an

der jeweiligen Tür erfordert. Die Unterschiede

sind also erheblich!“

Fazit: Frühe und enge Abstimmung

aller beteiligten Planer erforderlich

Fluchtwege und Rettungsräume im Brandfall sicher und barrierefrei zu gestalten, bringt für

Planer und Architekten einige Herausforderungen mit sich. (Foto: Jürgen Pollak/GEZE GmbH)

spielen für die Entscheidung eine erhebliche

Rolle. Je nach Anforderung

kommt daher eine manuell zu bedienende

Tür zum Einsatz oder es wird

eine automatisch gesteuerte Tür erforderlich.

Öffnet oder schließt die Rettungstür

gegen den Druck der RDA?

„Bei Türen im Einzugsbereich einer

RDA ist zunächst die Klärung der Einbausituation

erforderlich“, sagt Günther

Weizenhöfer. „Es gibt dabei zwei

Betrachtungsweisen: Öffnet die fragliche

Tür gegen den Druck der RDA?

Das ist immer dann der Fall, wenn die

Menschen im Notfall in den Treppenraum

fliehen. Oder schließt die Tür gegen

den Druck, was vor allem im Erdgeschoss

vorkommt, wenn die Menschen

aus dem Treppenraum ins Freie

fliehen?“ Im letzteren Fall bringt eine

Lösung mit Türschließer hohe Bedienkräfte

oberhalb der zulässigen Werte

nach DIN 18040-1 mit sich, da die

Schließkraft auf die ungünstige Situation

des Schließens gegen den Druck im

Alltag eingestellt werden muss.

„Man muss in jedem Fall immer die unterschiedlichen

Einbausituationen betrachten

und unabhängig davon auch

die unterschiedlichsten Anforderungen

an die Barrierefreiheit. Erst aus der

Kombination beider Themen lässt sich

die passende technische Ausstattung

der Tür festlegen – unter Berücksichtigung

der Stellschrauben wie Türgröße

oder Anpassung des Differenzdrucks“,

fasst Günther Weizenhöfer zusammen.

„Da spielen also so viele Faktoren mit

rein, die man berücksichtigen muss,

sodass aus meiner Sicht von Beginn

an eine enge Abstimmung zwischen

Brandschutzplaner, Türfachplaner und

dem Planer, der die Druckbelüftung

plant, erforderlich ist, um zu einer wirtschaftlichen,

guten Gesamtlösung zu

kommen“, so Weizenhöfer.

Auch entscheidend: Reiner Nottreppenraum

oder auch im Alltag

genutzter Treppenraum?

Weiterhin spielt die Nutzung des Treppenraumes

im Alltag eine Rolle: „Manchmal

wird der Treppenraum wirklich nur

Das Verhindern der Ausbreitung des Feuers,

die einfache und sichere Selbstrettung der

Menschen im Gebäude und ein schneller

Zugang für Rettungskräfte sind die wichtigsten

Ziele des Brandschutzes.

Weitere Informationen unter

www.geze.de.

bayern Metall 7/2022 21


ARBEITS- & SOZIALRECHT

Corona-Testpflicht für Arbeitnehmer

Der Arbeitgeber kann zur Umsetzung der ihn treffenden arbeitsschutzrechtlichen

Verpflichtungen berechtigt sein, auf Grundlage eines betrieblichen

Schutz- und Hygienekonzepts Corona-Tests einseitig anzuordnen.

Die Klägerin war als Flötistin an der

Bayerischen Staatsoper mit einem Bruttomonatsgehalt

von zuletzt 8.351,86

Euro beschäftigt. Zu Beginn der Spielzeit

2020/21 hat die Bayerische Staatsoper,

nachdem sie zum Schutz der Mitarbeiter

vor COVID-19-Erkrankungen bereits

bauliche und organisatorische

Maßnahmen wie den Umbau des Bühnenbereichs

und die Neuregelung von

Zu- und Abgängen ergriffen hatte, im

Rahmen ihres betrieblichen Hygienekonzepts

in Zusammenarbeit u.a. mit dem

Institut für Virologie der Technischen

Universität München und dem Klinikum

rechts der Isar eine Teststrategie entwickelt.

Vorgesehen war die Einteilung der

Beschäftigten in Risikogruppen und je

nach Gruppe die Verpflichtung zur

Durchführung von PCR-Tests in unterschiedlichen

Zeitabständen. Als Orchestermusikerin

sollte die Klägerin zunächst

wie alle Mitarbeiter zu Beginn

der Spielzeit einen negativen PCR-Test

vorlegen und in der Folge weitere PCR-

Tests im Abstand von ein bis drei Wochen

vornehmen lassen. Die Bayerische

Staatsoper bot hierfür kostenlose PCR-

Tests an, alternativ konnten die Mitarbeiter

PCR-Testbefunde eines von ihnen

selbst ausgewählten Anbieters vorlegen.

Der Klägerin wurde mitgeteilt,

dass sie ohne Testung nicht an Aufführungen

und Proben teilnehmen könne.

Sie hat sich geweigert, PCR-Tests

durchführen zu lassen und insbesondere

gemeint, diese seien zu ungenau und

stellten einen unverhältnismäßigen Eingriff

in ihre körperliche Unversehrtheit

dar. Anlasslose Massentests seien unzulässig.

Der beklagte Freistaat hat daraufhin

in der Zeit von Ende August bis

Ende Oktober 2020 die Gehaltszahlungen

eingestellt. Seit Ende Oktober 2020

legte die Klägerin ohne Anerkennung

einer Rechtspflicht PCR-Testbefunde

vor. Mit ihrer Klage hat sie für die Zeit

von Ende August bis Ende Oktober

2020 Vergütung unter dem Gesichtspunkt

des Annahmeverzugs begehrt,

hilfsweise die Bezahlung der Zeiten

häuslichen Übens. Weiter verlangt sie,

ohne Verpflichtung zur Durchführung

von Tests jedweder Art zur Feststellung

von SARS-CoV-2 beschäftigt zu werden.

Die Vorinstanzen haben die Klage abgewiesen.

Die vom Senat nachträglich zugelassene

Revision der Klägerin hatte

keinen Erfolg. Der Arbeitgeber ist nach

§ 618 Abs. 1 BGB verpflichtet, die Arbeitsleistungen,

die unter seiner Leitung

vorzunehmen sind, so zu regeln, dass

die Arbeitnehmer gegen Gefahren für

Leben und Gesundheit soweit geschützt

sind, als die Natur der Arbeitsleistung

es gestattet. Die öffentlich-rechtlichen

Arbeitsschutznormen des Arbeitsschutzgesetzes

(ArbSchG) konkretisieren

den Inhalt der Fürsorgepflichten, die

dem Arbeitgeber hiernach im Hinblick

auf die Sicherheit und das Leben der

Arbeitnehmer obliegen. Zur Umsetzung

arbeitsschutzrechtlicher Maßnahmen

kann der Arbeitgeber Weisungen nach

§ 106 Satz 2 GewO hinsichtlich der Ordnung

und des Verhaltens der Arbeitnehmer

im Betrieb erteilen. Das hierbei zu

beachtende billige Ermessen wird im

Wesentlichen durch die Vorgaben des

ArbSchG konkretisiert.

Hiervon ausgehend war die Anweisung

des beklagten Freistaats zur Durchführung

von PCR-Tests nach dem betrieblichen

Hygienekonzept der Bayerischen

Staatsoper rechtmäßig. Die Bayerische

Staatsoper hat mit Blick auf die pandemische

Verbreitung von SARS-CoV-2

mit diffusem Ansteckungsgeschehen

zunächst technische und organisatorische

Maßnahmen wie den Umbau des

Bühnenraums und Anpassungen bei

den aufzuführenden Stücken ergriffen,

diese aber als nicht als ausreichend erachtet.

Sie hat sodann – auch um den

Vorgaben der Sechsten Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmen-Verordnung

zu genügen – mit wissenschaftlicher

Unterstützung durch das Institut für

Virologie der Technischen Universität

München und das Klinikum rechts der

Isar ein Hygienekonzept erarbeitet, das

für Personen aus der Gruppe der Orchestermusiker

PCR-Tests alle ein bis

drei Wochen vorsah. Hierdurch sollte

der Spielbetrieb ermöglicht und die Gesundheit

der Beschäftigten geschützt

werden. Die auf diesem Konzept beruhenden

Anweisungen an die Klägerin

entsprachen billigem Ermessen iSv.

§ 106 GewO. Der mit der Durchführung

der Tests verbundene minimale Eingriff

in die körperliche Unversehrtheit ist

verhältnismäßig. Auch das Grundrecht

auf informationelle Selbstbestimmung

macht die Testanordnung nicht unzulässig,

zumal ein positives Testergebnis mit

Blick auf die infektionsschutzrechtlichen

Meldepflichten und die Kontaktnachverfolgung

ohnedies im Betrieb bekannt

wird. Da hiernach die arbeitgeberseitige

Anweisung zur Umsetzung des betrieblichen

Hygienekonzepts rechtmäßig

war, hat der beklagte Freistaat zu Recht

eingewandt (§ 297 BGB), dass Vergütungsansprüche

wegen Annahmeverzugs

im streitgegenständlichen Zeitraum

jedenfalls mit Blick auf den fehlenden

Leistungswillen der Klägerin, die die

Durchführung von PCR-Tests verweigert

hat, nicht bestehen.

Der auf die Bezahlung der Zeiten häuslichen

Übens gerichtete Hilfsantrag ist

gleichfalls unbegründet. Eine Vergütung

dieser Zeiten ist nur geschuldet, soweit

sie auf die tarifvertraglich geregelten

Dienste – Proben und Aufführungen –

bezogen sind. An diesen hat die Klägerin

im Streitzeitraum nicht teilgenommen.

Der Beschäftigungsantrag, mit

dem die Klägerin ihren Einsatz ohne

Verpflichtung zur Durchführung von

Tests jedweder Art zur Feststellung von

SARS-CoV-2 erreichen wollte, ist als

Globalantrag schon deshalb unbegründet,

weil bereits der für die Zahlungsanträge

maßgebliche Zeitraum zeigt,

dass wirksame Testanordnungen möglich

sind.

Bundesarbeitsgericht, Urteil vom

1. Juni 2022 – 5 AZR 28/22 –

Vorinstanz: Landesarbeitsgericht

München, Urteil vom 26. Oktober

2021 – 9 Sa 332/21 –

22 bayern Metall 7/2022


INNUNGSLEBEN

Metall-Innung Mainfranken-Mitte

Neuer Sachverständiger für

das Metallbauer-Handwerk

Christian Baur wurde am 3. Mai 2022 in Würzburg

vereidigt.

Christian Baur vom Mitgliedsbetrieb Metallbau Baur in Gerolzhofen

wurde am 3. Mai 2022 in Würzburg zum öffentlich

vereidigten Sachverständigen im Metallbauer-Handwerk

bestellt. Die Metall-Innung Mainfranken-Mitte gratulierte

Christian Baur zur öffentlichen Bestellung und Vereidigung

zum Sachverständigen für das Metallbauer-Handwerk.

Von links: Wolfgang Bauer, Rechtsberater der HWK für Ufr.,

Christian Baur und Michael Bissert, Präsident der HWK für

Unterfranken. (Foto: Ruth Baur)

Metall-Innung Cham/SHK-Innung Cham

„Damenseminar“ zu Steuer- und Rechtsfragen in Cham

Nach zweijähriger pandemiebedingter Pause konnte

die Metall-Innung Cham in diesem Jahr wieder das

„Damenseminar“ durchführen. Hierzu eingeladen waren

auch die Unternehmerfrauen aus der SHK-Innung

Cham.

Obermeister Thomas Geißler konnte knapp 20 Teilnehmer-

*innen, die beiden Referenten Tobias Bergbauer und Heinz

Kelm sowie Kreishandwerksmeister Georg Braun und die

Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Cham Rosmarie

Tragl-Kraus im Tagungsraum des Hotels „Am Regenbogen“

begrüßen. Steuerberater Tobias Bergbauer gab

einen Überblick über die neu gestaltete Grundsteuer und

deren Auswirkungen auf die Betriebe. Weitere Themen

waren das Transparenzregister sowie interessante Urteile

und Neuerungen in 2022. Im Anschluss zeigte Heinz Kelm

vom Fachverband Metall Bayern Änderungen im Arbeitsvertrag

und Tarifrecht auf. Kelm ging auch auf das Betriebsrentenstärkungsgesetz

ein und erläuterte die aktuelle

Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts. Weitere Punkte

waren die Urlaubsberechnung und die Datenschutzgrundverordnung.

Die anwesenden Unternehmerfrauen zeigten sich sehr interessiert

an den unterschiedlichen Themengebieten.

(Quelle: Metall-Innung Cham)

bayern Metall 7/2022 23


Metallbauerinnung Westmittelfranken

Gesellenfreisprechungsfeier mit Zeugnisübergabe

der Metallbauerinnung Westmittelfranken

GPA-Vors.

Michael Kastner

mit den

Junggesell*innen

(Winterprüfung

2021/2022).

In den letzten drei Jahrgängen 2020,

2021 und 2022 wurden insgesamt 39

Gesellenprüfungen abgelegt.

An der Freisprechungsfeier am

30.04.2022 im Hotel Gasthof „Bergwirt“

in Herrieden-Schernberg haben

fast alle teilgenommen. Besonders erfreulich

war, dass auch noch aus 2020

und 2021 die ehemaligen Lehrlinge,

die jetzt schon ein paar Jahre Gesellen

sind, an der Veranstaltung teilgenommen

haben. Zu den geladenen Gästen

wie dem Ehrenobermeister Werner

Schickfluß, Frau Wirzberger-Camacho,

Schulleiterin der Staatl. Berufsschule

Rothenburg-Dinkelsbühl und Michael

GPA-Vorsitzender Michael Kastner (links)

stellv. Obermeister Werner Strohmeier.


(Foto: Karl-Heinz Pfahler)

Kastner, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft

Westmittelfranken

wurde die Veranstaltung gut besucht.

Die Berufsschule Rothenburg-Dinkelsbühl

zeigte sich sehr engagiert. Frau

Wirzberger-Camacho, Studiendirektorin/Schulleiterin,

beglückwünschte die

Junggesellen und unterstrich ihre

Teamfähigkeit, ihre kreativen Ansätze

für Lösungsvorschläge und Ideen zur

Nachhaltigkeit mit verschiedenen

Werkstoffen. Zudem ermunterte Frau

Wirzberger-Camacho die Absolventen,

die vielfältigen Weiterbildungsmöglichkeiten

des Berufes zu nutzen, die sie

als Metallbauer*innen in der täglichen

Frau Wirzberger-Camacho, Studiendirektorin/

Schulleiterin Staatliches Berufliches Schulzentrum

Rothenburg-Dinkelsbühl.

Praxis, in Seminaren, Schulungen oder

in der Meisterausbildung finden.

Oberstudienrat Kolbinger präsentierte

Einblicke über die Ausbildung der letzten

Jahre auf einer Leinwand.

Der stets für die Innung engagierte Gesellenprüfungsausschussvorsitzende

Michael Kastner überreichte feierlich

die Gesellenbriefe.

Werner Strohmeier übernahm die Begrüßung,

die Moderation, Glückwünsche

sowie das Schlusswort. Strohmeier

beendete mit: „Sieht die Zukunft

auch im Moment nicht so rosig aus, wir

Meister*innen und Gesell*innen werden

sie gestalten und den Kopf nicht in

den Sand stecken. Gott schütze unser

ehrbares Handwerk.“

Richard Ehnes, Geschäftsführer der

Kreishandwerkerschaft Ansbach, gab

den ehemaligen Auszubildenden ebenfalls

gute Ratschläge und Worte mit auf

den Weg und wünschte ihnen für die

Zukunft alles erdenklich Gute.

Die Veranstaltung wurde durch den

Fachlehrer Herr Ehnes musikalisch

umrahmt.

Ausklang der Veranstaltung war ein gemeinsames,

schmackhaftes Abschlussessen.

(Quelle: Werner Strohmeier)

24 bayern Metall 7/2022


Innung Metallbau- und Feinwerktechnik Bayerischer Untermain

Jahreshauptversammlung

Am 26.04.2022 fand im Hotel Wilder

Mann in Aschaffenburg die diesjährige

Jahreshauptversammlung der Innung

Metallbau- und Feinwerktechnik Bayerischer

Untermain statt. Herr OM Kress

stellte die neu gewählte Vorstandschaft

vor und bedanke sich für das ehrenamtliche

Engagement. Nach dem Gedenken

an die verstorbenen Mitglieder

folgte ein Rückblick auf die zurückliegenden

beiden Pandemiejahre.

Von links:

Matthias Kress,

Obermeister,

Rainer Hruby,

HWE-Entgrattechnik

GmbH &

Co. KG, Altenbuch,

Albrecht

Reuter, stellv.

Obermeister,

Burkhard

Kilgenstein, stellv.

Obermeister.

In seinem Ausblick auf 2022 stellte der

Obermeister heraus, dass die Metallbrache

sich auf erhebliche Belastungen

einstellen muss, wie z. B. die Energiekostenexplosion

und Rohstoffmangel.

Es wird sicherlich eine Neuausrichtung

der Lieferketten geben, was

aber Zeit benötigt. Durch den fehlenden

Nachwuchs müssen auch viele

Firmen schließen.

Herr Heinz Kelm vom Fachverband

Metall Bayern erläuterte anschließend

mit anschaulichen Beispielen in seinem

Vortrag „Aktuelle Tarifvereinbarung“,

worauf in Arbeitsverträgen und

betrieblichen Vereinbarungen unbedingt

geachtet werden sollte.

OM Kress bedankte sich bei dem Referenten

für seinen Vortrag mit einem

guten Tropfen Frankenwein.

Die Jahresrechnung 2021 sowie der

Haushaltsplan 2022 wurde vom Kassenwart

Herrn Michael Kempf im Detail

vorgestellt. Die Kassenprüfer, Herr Ralf

Denk und Herr Uwe Waidelich, bescheinigten

der Vorstandschaft wieder

eine solide Haushaltsführung und stellten

den Antrag auf Entlastung der Vorstandschaft

für das abgelaufene Kalenderjahr

sowie für die Genehmigung

der Haushaltsplanung 2022. Dies wurde

von den anwesenden Mitgliedern

einstimmig genehmigt. Als langjährigem

treuem Mitglied überreichte die

Vorstandschaft Herrn Rainer Hruby

den Goldenen Meisterbrief für 40 Jahre

Handwerksmeister.

Anschließend beendete OM Kress die

Jahreshauptversammlung mit einem

Dank an die anwesenden Mitglieder für

die Teilnahme und schloss mit guten

Wünschen für den Nachhauseweg.

(Quelle Text u. Bild: Innung Metallbau- und

Feinwerktechnik Bayerischer Untermain)

Metallinnung Bad Kissingen / Rhön-Grabfeld

Prüfungsvorsitzender Bernhard Weigand feierte 60. Geburtstag

Am Ende Mai konnte der Prüfungsvorsitzende der

Metallinnung Bad Kissingen / Rhön-Grabfeld, Bernhard

Weigand, seinen 60. Geburtstag feiern. Zu diesem

Anlass überreichten Obermeister Klaus Engelmann

und seine beiden Stellvertreter Dietmar Reulbach und

Anton Röder einen Geschenkkorb.

Bernhard Weigand engagiert sich seit über 25 Jahren in der

Innung durch die Übernahme von verschiedenen Ämtern.

Seit 2003 ist er der Prüfungsvorsitzende der Innung.

In seiner Firma, der Stahl- und Metallbau Bernhard Weigand

in Bad Königshofen, beschäftigt er derzeit über 6 Mitarbeiter.

Zu einem seiner Hobbys zählt die Teilnahme an Wallfahrten.

Auch an seinem Geburtstag war er mit der traditionellen

Männerwallfahrt nach Vierzehnheiligen unterwegs.

V.l.n.r.: Stv. OM Dietmar Reulbach, Prf.-Vorsitzender Bernhard Weigand,

Stv. OM Anton Röder und OM Klaus Engelmann

(Text und Foto:

Metallinnung Bad Kissingen/Rhön-Grabfeld)

bayern Metall 7/2022 25


Zusammen mehr als ein halbes Jahrhundert im Ehrenamt

Johann Sieber und Otto Vogl verabschiedet – Michael Geburek neuer Obermeister

Am 28.04.2022 fand die alljährliche

Innungsversammlung der Metall Innung-Oberland

mit 63 Teilnehmern

im Landgasthof Eibenwald statt. In

diesem Jahr standen auch wieder

die turnusmäßigen Neuwahlen der

Vorstandschaft sowie der weiteren

Ausschüsse an.

An diesem Abend gingen zwei großartige

Ären zu Ende. Der 65-jährige

Schlossermeister Johann Sieber aus

Wesso brunn-Forst, der von 1994 bis

2002 als stellvertretender Obermeister

und von 2002 bis 28.04.2022 als Obermeister

tätig war, stellte sich in diesem

Jahr nicht mehr zur Wahl. In seiner ergreifenden

Abschiedsrede hielt er auch

einen Rückblick über die vergangenen

28 Jahre mit vielen schönen Erlebnissen

aber auch zum Teil schwierigen

Themen. Er betonte auch ausführlich,

dass es ihm stets um die Sache ging

und er auch immer zu dem stand, was

er gesagt und getan hat. Zahlreiche

Kollegen pflichteten ihm bei und konnten

dies nur bestätigen.

Im Anschluss an seine Rede wurde er

von Herrn Peter Kokoschka, dem Leiter

des Bildungszentrums Weilheim

und somit Vertreter der Handwerkskammer

für München und Oberbayern

mit der goldenen Ehrennadel für große

Verdienste um das Handwerk ausgezeichnet.

Auch der Fachverband Metall

Bayern war in Person von Heinz Kelm

anwesend, der ihn ebenfalls mit der

goldenen Ehrennadel des Verbands

auszeichnete.

Die wohl größte Auszeichnung erhielt

er von seinem Nachfolger und neuen

Obermeister, dem 52-jährigen Schlossermeister

aus Wessobrunn-Haid,

Michael Geburek. Auf Vorschlag und

V. l. n. r.: Ehrenobermeister Johann Sieber, neuer Obermeister Michael Geburek und Otto Vogl,

ehem. Vorstandsmitglied.

vielfachen Wunsch der Innungsversammlung

wurde er einstimmig zum

Ehrenobermeister gewählt und ernannt.

Auch Siebers Mitstreiter, der

Der neue Vorstand:

Obermeister: Michael Geburek

1. stellvertretender Obermeister:

Martin Breidenbach, Peiting

2. stellvertretender Obermeister:

Michael Zwerger, Murnau

Weitere Vorstandsmitglieder:

Johannes Angerer, Rottenbuch,

Florian Berlinger, Wessobrunn,

Hermann Eirenschmalz, Peiting,

Robert Huber, Seefeld, Alexander

Schwathe, Hohenfurch, Ulrich

Sieber, Steingaden und Otto Vogl

jun., Peissenberg.

73-jährige Schlossermeister Otto Vogl

aus Peißenberg, der ebenfalls seit dem

Jahr 1994 dem Vorstand Metall-Innung

Oberland und genauso lang dem Gesellenprüfungsausschuss

als Arbeitgeber

der Metallbauer (hiervon 25 Jahre

als Vorsitzender) angehörte, wurde im

Rahmen der Veranstaltung mit der silbernen

Ehrennadel der Handwerkskammer

für München und Oberbayern

für große Verdienste um das Handwerk

ausgezeichnet. Auch er brachte in seiner

unnachahmlichen Art zum Ausdruck,

wie viel Freude ihm diese Tätigkeit

all die Jahre bereitet hat.

Zusammen bringen es die beiden auf

mehr als ein halbes Jahrhundert im

Ehrenamt der Handwerksorganisation.

Die Metall-Innung Oberland sagt

vielen Dank!

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26 bayern Metall 7/2022


Metallhandwerker-Innung Bayreuth/Metall-Innung Kulmbach

Jahreshauptversammlung

Am 27. April 2022 hielten die Metallhandwerker-Innung

Bayreuth und

die Metall-Innung Kulmbach ihre

letzten eigenständigen Jahreshauptversammlungen

ab.

OM Bernd Matusche aus Bayreuth

ehrte während der Veranstaltung im

Haus des Handwerks in Kulmbach Rudolf

Riess mit der silbernen Nadel des

Fachverbandes Metall Bayern für seine

Jahrzehnte lange ehrenamtliche Tätigkeit

in der Innung als Stellvertreter und

als Vorsitzender im Gesellenprüfungsausschuss

und als stellvertretender

Obermeister.

Kollege Riess ist in der Innung und bis

zum Fachverband sehr gut vernetzt,

als Ansprechpartner für fachliche Belange

gerne gefragt und auch bei der

Meisterausbildung kompetenter Ansprechpartner.

Ein herzlicher und aufrichtiger Dank erging

an alle Kollegen im Vorstand und

die Kollegen in der Bayreuther Innung,

welche sich ehrenamtlich für die Ämter

und das gemeinsame Fortbestehen in

der Innung, und auch an der Teilnahme

an Veranstaltungen, engagiert haben.

Neben dem Jahreshaushalt wurde

Von links: Anja Wimmer, stellv. OM, Bernd Matusche, OM, Markus Roßner, stellv. OM, Kevin

Tischer, stellv. OM, Danny Dobmeier, GF der KHS Bayreuth, Kulmbach, Lichtenfels, Coburg.

auch der Anschluss an die Innung

Kulmbach rückwirkend zum 1.1.2022

einstimmig beschlossen.

Die neue Metallinnung Bayreuth-Kulmbach

hat nun ihren Sitz in Kulmbach

und besteht aus 41 Mitgliedsbetrieben.

Den letzten getrennten Sitzungen, als

auch während der ersten gemeinsamen

Innungsversammlung wohnten

der Hauptgeschäftsführer der HWK für

Oberfranken Reinhard Bauer und Geschäftsführer

der künftigen Kreishandwerkerschaft

Oberfranken Mitte Danny

Dobmeier dankenswerter Weise bei.

Als Obermeister gewählt wurde Bernd

Matusche, die Stellvertreter/-in sind

Anja Wimmer, Markus Roßner und Kevin

Tischer. Alle Vorstandsposten

konnten gut besetzt werden.

In einer kurzen Ansprache dankte OM

Matusche dem Vorstand für die Bereitschaft

neben den geplanten Innungsversammlungen

im Jahr, sich auch für

die Gesellenprüfungen und andere Belange

zu engagieren.

Nach Möglichkeit sollen auch gelegentliche

Stammtische stattfinden, um

über den Tellerrand hinaus einen Zusammenhalt

zu verstärken. Weiterhin

wäre es sehr wünschenswert, geeignete

Kollegen direkt auf eine neue Innungsmitgliedschaft

anzusprechen.

Von links: Bernd Matusche, OM Metallinnung Bayreuth-Kulmbach, Rudolf Riess, Metallbaumeister,

ehem. stellv. OM Metallhandwerker-Innung Bayreuth, Reinhard Bauer, HGF der HWK

für Oberfranken, Danny Dobmeier, GF der KHS Bt, Ku, Lif, Co.

Der Abend wurde gebührlich, wie in

Kulmbach in bewährter Weise, mit einem

vorzüglichen Schmaus in gemeinsamer

lockerer kollegialer Runde beendet.

(Quelle: Matusche)

bayern Metall 7/2022 27


AUSBILDUNGSZENTRUM

METALLHANDWERK

Das neue Seminarprogramm für das 2. Halbjahr 2022 ist da!

Alle Veranstaltungen und Seminare

finden Sie auf unserer Homepage unter

www.fachverband-metall-bayern.de.

Seminar im Juli 2022

Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten im Metallhandwerk

Theoretische und praktische Inhalte mit abschließender Prüfung und Zertifikat

vom BVM.

Voraussetzung ist eine Ausbildung im Metallhandwerk sowie einschlägige Berufspraxis.

Der 90-Stunden-Kurs hier für das Metallhandwerk in nur 48 Stunden!

25. bis 29. Juli 2022

ABZ Garching

Sie finden hier die ursprüngliche Planung unseres

Seminarprogramms. Wir weisen jedoch darauf hin,

dass es möglicherweise auch kurzfristig zu Änderungen

kommen kann, die durch das jeweils aktuelle

Pandemie-Geschehen und die damit einhergehenden

Regelungen verursacht sein können. In jedem Fall

werden wir Sie rechtzeitig informieren, sollten wir von

der vorgesehenen Planung abweichen müssen.

Vielen Dank vorab für Ihr Verständnis.

Seminarveranstalter:

Wirtschaftsgesellschaft des

Fachverbandes Metall Bayern mbH

Lichtenbergstraße 10

85748 Garching

28 bayern Metall 7/2022


Kostenfreie Online-Seminare zur Unterstützung

Ihrer Nachwuchsgewinnung

Instagram Basics · Social Recruiting

im Handwerk

10 Dinge, die Sie beim Start auf Instagram unbedingt wissen sollten:

Social Media sind aus den Recruiting-Prozessen nicht mehr wegzudenken und haben

längst die klassischen Medien überholt, wenn es darum geht, junge Menschen auf

„ihren Kanälen“ anzusprechen.

Sind Sie und Ihr Betrieb schon dabei? Sind Sie gut aufgestellt? Nutzen Sie die

richtigen Kanäle mit den richtigen Beiträgen?

Gern möchten wir Sie bei diesen Fragen unterstützen und bieten dazu zwei kostenfreie

Online-Veranstaltungen exklusiv für Innungsmitglieder an.

Der Referent, Herr Josef Rankl, ist seit vielen Jahren Experte im Bereich Social Media

und Recruiting. Es erwarten Sie ein interessanter Vortrag mit wichtigen Tipps und die

Möglichkeit, mit dem Experten ins Gespräch zu kommen.

Teil II – 6 Profi-Tipps, die Ihren Instagram Account pushen

Termin jetzt schon vormerken!

13. Juli 2022

10:00 bis 11:00 Uhr

• online

14. September 2022

10:00 bis 11:00 Uhr

• online

Wir werden Sie über unser Serienmail dazu einladen, gern können Sie uns auch einfach eine

E-Mail senden (ende@fachverband-metall-bayern.de), wenn Sie einen Einladungslink erhalten möchten!

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Weitere Informationen sowie das Anmeldeformular finden Sie auf unserer Homepage

www.fachverband-metall-bayern.de.

● Veranstaltungs-Hotline: 089 2030077-48 – Frau Karen Ende

● Falls der Veranstaltungsort nicht angegeben ist, finden die Veranstaltungen in 85748 Garching,

Lichtenbergstraße 10, statt.

● Der Veranstalter behält sich das Recht vor, Veranstaltungen kurzfristig abzusagen, wenn die erforderliche

Mindestteilnehmeranzahl nicht erreicht wird, sowie Anmeldungen abzuweisen, wenn die Veranstaltung

bereits ausgebucht ist. Die Seminarbelegung erfolgt in der Reihenfolge der eingegangenen Anmeldungen.

bayern Metall 7/2022 29


GESCHÄFTLICHES

UHL in Würzburg: Erich Rügamer sagt Adieu nach 48 Jahren

Mit Erich Rügamer verliert das traditionsreiche Würzburger Bauunternehmen

UHL GmbH + Co. Stahl- und Metallbau KG ein wahres „Urgestein“.

Vor zehn Jahren stand seine Arbeitskraft

auf der Kippe, als sich Erich

Rügamer bei einem landwirtschaftlichen

Unfall alle Finger der linken Hand

abgetrennt hatte. Selbst mit diesem

schweren Handicap machte er weiter,

übernahm verstärkt Leitungsaufgaben

und packte überdies mehr denn je

selbst mit an. „Man sollte immer zuhören

und es schätzen, wenn ein anderer

Kollege etwas zu sagen hat.“

Im Rückblick auf seine berufliche Karriere

überwiegt bei Erich Rügamer die

Zufriedenheit: „Ich hatte fast jeden Tag

eine neue Aufgabe, manchmal im hintersten

Winkel von Deutschland. Ich

würde sagen: Kein Tag war wie jeder

andere. Das war schon schön.“

Geschäftsführer Marko Graf (li.) verabschiedet Erich Rügamer in den Ruhestand.


(Foto: David Wolfert)

Der Eintritt in den Ruhestand ist wohl

für die meisten Arbeitnehmer ein besonderes

Ereignis. Wenn der Dienstälteste

von Bord geht, darf dies auch im

Unternehmen gesondert gewürdigt

werden. Vor Kurzem wurde Erich Rügamer

diese Ehre zuteil. 48 Jahre beim

selben Arbeitgeber sind in der heutigen

Zeit zweifellos eine echte Rarität.

Mit den Worten „Wir sind stolz, einen

Mitarbeiter zu verabschieden, der uns

so lange die Treue gehalten hat“,

drückte UHL-Geschäftsführer Marko

Graf in seiner Laudatio seine Wertschätzung

gegenüber einem Mann

aus, der in den vergangenen knapp

fünf Jahrzehnten die Zuverlässigkeit in

Person war.

Dabei ist Erich Rügamer ein Freund

klarer Worte, der sich für keine Arbeit je

zu schade war. Begonnen hatte er im

Jahr 1973 als Schlosser und Aluminiumbauer.

Bald übernahm er die Lei-

tung des Lagers und wechselte

schließlich in den Metallbau, anschließend

in die Kleinteileproduktion. Die

letzten 28 Jahre seines Berufslebens

arbeitete er in der Stahlbau-Montage,

bekleidete dort zuletzt die verantwortungsvollen

Positionen des Obermonteurs

und Richtmeisters sowie eines

Vorarbeiters auf den Baustellen.

Insgesamt war der 64-Jährige an der

Durchführung von etwa 1.500 Montageaufträgen

beteiligt. Dementsprechend

groß ist sein Know-how, schier

unerschöpflich sein Erfahrungsschatz.

„Immer am Ball bleiben und arbeiten,

so gut es geht“, lautet sein Motto, wobei

ihn schon immer besonders schwere

und knifflige Aufträge reizten. „Eine

einfache Halle hinstellen – das kann

jeder“, meint er lachend.

Weitere Informationen unter

www.uhl-wuerzburg.de.

Neben vielen guten Worten erhielt das

UHL-„Urgestein“ bei seiner Verabschiedungsfeier

Präsente der Geschäftsleitung

und seiner Kollegen für

sich und seine Frau sowie ausdrücklichen

Dank des Betriebsrates für seine

jahrelange Mitwirkung in diesem Gremium.

Im Gegenzug sparte auch er

nicht mit Dankesworten und guten

Ratschlägen, etwa, dass man immer

zuhören und es schätzen sollte, wenn

ein anderer Kollege etwas zu sagen

hat: „Jeder hat seine Erfahrungen, seine

Stärken, die er im Betrieb einbringen

kann.“

Gerne würde er seinen jungen Kollegen

einiges von seiner Arbeitseinstellung

und seinem Ehrgeiz weitergeben,

hat aber auch Verständnis dafür, wenn

andere Dinge im Leben wichtiger sind

– so wie ab sofort auch bei ihm. So

freut er sich darauf, nun endlich mehr

Zeit für sich und für all das zu haben,

was er sich bisher aufsparen musste.

Zukünftig wird man Erich Rügamer

vermehrt in seinem Garten und wandernd

mit seinem Hund sehen können.

Vorteile bringt sein Rentnerdasein auch

für den Schützenverein sowie den

Obst- und Gartenbauverein Leinach,

wo er jeweils im Vorstand sitzt.

(Quelle: UHL GmbH & Co.

Stahl- und Metallbau KG)

30 bayern Metall 7/2022


OTC DAIHEN EUROPE

Aufnahme der Femitec GmbH in die OTC Gruppe

Mit der Aufnahme der Femitec GmbH in die OTC Gruppe ist es der OTC

DAIHEN EUROPE GmbH einmal mehr gelungen, ihre Produktion und

Entwicklung durch eine große Schnittmenge an Tätigkeitsfeldern zu

verbessern und an den entscheidenden Stellen zu ergänzen. Damit wird

ein großes Zeichen gesetzt, um die Position im europäischen Markt für

Industrierobotik und Schweißsystemlösungen weiter zu etablieren.

auch dieses Jahr die DAIHEN Familie

um ein weiteres europäisches Mitglied

erweitert und verstärkt. Somit ist die

OTC Unternehmensgruppe nun mit

sechs technischen Standorten in Europa

vertreten.

Seit 2004 in der Robotersimulation tätig

und ab 2011 auch mit Fertigung,

Inbetriebnahme, Programmierung und

Wartung von Automationslösungen

und komplexem Vorrichtungsbau hat

sich die Femitec GmbH bis heute einen

Namen gemacht und arbeitet als

Partner bereits seit mehreren Jahren

eng mit der OTC DAIHEN EUROPE zusammen.

Durch das nahezu identische

Spektrum im Bereich von schlüsselfertigen

Automatisierungslösungen, Service

von Robotersystemen und

Schweißtechnik, sowie Entwicklung

von Softwarelösungen, lag es auf der

Hand, mit einer Mehrheitsbeteiligung

sowohl die Kapazitäten, den Service

als auch die Produkte der OTC Gruppe

zukünftig weiter zu verbessern. Durch

die Übernahme in 2014 von DAIHEN

VARSTROJ in Slowenien, als Schweißanlagen-Ausrüster

für den osteuropäischen

Raum sowie in 2020 mit LASOtech

in Suhl als Automatisierungs- und

Laseranwendungsspezialist, wurde nun

Am 02.05.2022 wurde im Beisein der

Führungsspitzen der Vertrag zur Mehrheitsbeteiligung

an der Femitec GmbH

unterzeichnet. Somit wurde der Startschuss

für eine vielversprechende gemeinsame

Zukunft gesetzt.

Weitere Informationen unter

www.otc-daihen.de.

(v. l. n. r.:) Raimund Geh, Geschäftsführer Femitec Holding GmbH, Tobias Geh, Geschäftsführer

Femitec GmbH, Kentaro Kaneko, Senior Vice President and Executive General Manager der

DAIHEN Corporation sowie Norbert Kleinendonk, Geschäftsführer OTC DAIHEN EUROPE

GmbH, und Shinji Nishino, Geschäftsführer OTC DAIHEN EUROPE GmbH.

ist IHRE

Zeitschrift!

Unser Medium versteht

sich als Wissens- und

Kommunikationsplattform,

die auch die regionale Bandbreite

besonders im Blick

hat und seine Leser/-innen

miteinbeziehen möchte.

SCHICKEN SIE UNS IHRE PROJEKTE,

GESCHICHTEN, FOTOS UND VIDEOS !

Wir bringen Sie in die bayern Metall oder in einem

Post auf Facebook und Instagram.

Kontaktieren Sie uns unter pritzl@fachverbandmetall-bayern.de

und besuchen Sie uns auf Facebook

und Instagram: @fachverband.metall.bayern

bayern Metall 7/2022 31


EWM veröffentlicht eBook:

Wann passt welche Schweißtechnik?

Tipps und Tricks für die nächste Schweißinvestition

Wenn Unternehmen sich dazu entscheiden, in neue Schweißtechnik zu

investieren, kommt immer die gleiche Frage auf: „Welches Schweißgerät

passt zu welchem Zweck?“ Die Wahl der richtigen Schweißtechnik ist

durch viele verschiedene Faktoren beeinflusst. Hilfestellung für den Entscheidungsprozess

bietet ab sofort das neue eBook von EWM.

Mit dem neuen eBook unterstützt EWM Unternehmen beim Entscheidungsprozess rund um die

Auswahl neuer Schweißtechnik.

(Quelle EWM)

Die Anforderungen an eine optimale

Schweißtechnik sind vielseitig: Intuitive

Bedienbarkeit, ein niedriger Ressourcenverbrauch

und eine hohe Prozesssicherheit

sind nur drei von unzähligen

Entscheidungskriterien. Selbst für den

Fachmann ist es schwer, diese verschiedenen

Faktoren gegenüberzu-

stellen und die langfristig richtige

Investitionsentscheidung für neue

Schweißtechnik zu treffen. Die vielen

Fragen, die sich Unternehmen vor dem

Kauf neuer Schweißtechnik stellen, beantwortet

EWM in seinem neusten

eBook „Warum ungenutzte und versteckte

Potenziale in der Schweißtechnik

täglich viel Geld kosten: Effizienz

erhöhen und Nacharbeit verringern –

Schweißprozesse im Unternehmen optimieren.“

Dabei beleuchtet das eBook

die wichtigsten Gütekriterien moderner

Schweißtechnik und bietet Entscheidern

eine Hilfestellung auf dem Weg

der richtigen Investitionsentscheidung

an. Leser finden im Text nicht nur

handfeste Tipps zur Anschaffung, sondern

auch hilfreiche Fragestellungen,

wie „Was macht ein gutes Schweißgerät

aus?“ oder „Wo liegen die größten

Einsparpotenziale?“. Zusätzlich enthält

das eBook zahlreiche Erfahrungsberichte

verschiedener Unternehmen.

„Häufig werden wir im Rahmen unseres

Beratungsangebots gefragt, worauf

es bei moderner Schweißtechnik

ankommt. Mit unserem neuen eBook

wollen wir jedem in der Schweißbranche

die wichtigsten Kriterien und Fakten

zur Verfügung stellen, die bei der

Auswahl der für seine Aufgabe geeigneten

Schweißtechnik zu beachten

sind“, sagt Robert Stöckl, Vorstand

Vertrieb bei EWM.

Interessierte können

sich das kostenfreie

eBook ab sofort durch

das Scannen des QR-

Codes herunterladen.

Weitere Informationen unter

www.ewm-group.com/de.

Bitte beachten Sie die Termine für die bayern Metall:

Ausgabe 08/2022

Redaktionsschluss: 12.07.2022

Anzeigenschluss: 18.07.2022

Ausgabe 09/2022

Redaktionsschluss: 12.08.2022

Anzeigenschluss: 19.08.2022

32 bayern Metall 7/2022


Q.ANT und Festo beschließen strategische Partnerschaft

• Kultivierung von Biomasse durch künstliche Photosynthese im großen Stil dank

Automatisierungstechnik

• Quantensensor gibt Aufschluss über das Wachstum von Algen

• Prototyp mit Quantentechnologie wurde auf der Hannover Messe 2022 vorgestellt

Festo und Q.ANT, ein hundertprozentiges

Tochterunternehmen

von TRUMPF, gehen eine strategische

Partnerschaft ein. Das

gemeinsame Ziel beider Unternehmen

ist, Automatisierungstechnik

von Festo in Kombination

mit der Quantentechnologie

von Q.ANT für die industrielle

Kultivierung von Biomasse zu

nutzen. Großes Potenzial hierfür

bieten Algen.

Algen sind kleine Klimaretter

Bereits bei ihrer natürlichen Photosynthese

im Freien sind Algen äußerst effizient

und binden zehnmal mehr Kohlendioxid

(CO 2 ) als Landpflanzen. In

Bioreaktoren mit entsprechender Sensorik,

Regelungstechnik und Automatisierung

kann die Effizienz der Algen auf

das Hundertfache von Landpflanzen

gesteigert werden. Die so entstandenen

Stoffe lassen sich unter anderem

als Ausgangsmaterial für Pharmazeutika,

Verpackungen oder Kosmetika verwenden

und schließlich klimaneutral

rückführen. Daher steckt in den Algen

erhebliches Potenzial für die Kreislaufwirtschaft.

„Unser Anspruch ist, einen entscheidenden

Beitrag zur Verbesserung der

Lebensqualität heutiger und kommender

Generationen zu leisten. Wir sind

durch unsere Automatisierungstechnik

und unser Know-how in der Regelungstechnik

ein optimaler Partner für

die Kultivierung von Biomasse im großen

Stil“, erklärt Prof. Dr. Volker Nestle,

Leitung Development LifeTech bei Festo.

„Ziel ist die Entwicklung von Materialien,

die sich künftig leichter kompostieren

lassen. Damit schlagen wir in

unserem Bionic Learning Network ein

ganz neues Kapitel auf.“

Eine große Herausforderung ist, die

Menge der Biomasse genau zu bestimmen.

Festo setzt deshalb auf

Quantensensorik von Q.ANT. „Unsere

quantenbasierten Partikelsensoren ermöglichen

neue Verfahren, Anwendungen

und Industrieprodukte. Mit dem

Einsatz für die industrielle Photosynthese

zeigen wir, welches Zukunftspotenzial

in dieser Technologie steckt“,

sagt Dr. Michael Förtsch, CEO von Q.

ANT. Ein prototypischer Aufbau einer

Anlage mit Quantentechnologie wurde

auf der Hannover Messe 2022 vorgestellt.

Quantensensor ermöglicht Zell-

Messungen

Der Q.ANT-Sensor gibt präzise und in

Echtzeit Auskunft über das Wachstum

der Organismen. Die Algen werden ihm

dafür automatisiert und kontinuierlich

durch spezielle mikrofluidische Komponenten

von Festo, beispielsweise

Pumpen zur präzisen Steuerung kleinster

Flüssigkeitsmengen, zugeleitet. Der

Quantensensor ist in der Lage, einzelne

Zellen optisch zu analysieren, sodass

die Menge der Biomasse exakt

ermittelt werden kann. Zusätzlich untersucht

er die Zellen mithilfe von

künstlicher Intelligenz auf ihre Vitalität.

Erst dadurch ist es möglich, vorausschauend

auf Prozessereignisse zu reagieren

und regelnd einzugreifen.

Die Entwicklerin

von Festo schließt

die mikrofluidischen

Pumpen zur Zu -

leitung der Algenflüssigkeit

an den

Q.ANT-Sensor an.

(Foto: Heinrich

Frontzek)

Weitere Informationen unter

www.qant.de und

www.festo.com/de.

bayern Metall 7/2022 33


Solare Nutzung von Agrarflächen

Innovations- und Nachhaltigkeitspreis Feuerverzinken 2022 geht an MKG Göbel Solutions

für das Agri-PV-System GMS Double

Seit 2003 vergibt der Industrieverband Feuerverzinken den Innovationspreis

Feuerverzinken und ehrt mit dem Award Innovatoren für ihre Leistungen.

In diesem Jahr wurde aus dem Award der Innovations- und

Nachhaltigkeitspreis Feuerverzinken. Damit betont der Preis deutlicher

als in der Vergangenheit das Kriterium der Nachhaltigkeit.

Das feuerverzinkte Agri-PV-System GMS Double kann je nach Anforderung in der Höhe und

bezüglich der Pfostenabstände flexibel eingesetzt werden. (Foto: MKG Göbel Solutions GmbH)

Die aus dem Vorstand des Industrieverbandes

Feuerverzinken bestehende

Jury verlieh den Preis des Jahres 2022

an MKG Göbel Solutions für das Agri-

PV-System GMS Double und begründete

ihre Entscheidung wie folgt: „Der

massive Ausbau der solaren Stromproduktion

ist ein zentraler Baustein der

Energiewende und die Voraussetzung

zur Erreichung unserer Klimaziele. Dies

kann jedoch nur gelingen, wenn wir

neue Flächen für die Photovoltaik erschließen.

Die Doppelnutzung von Agrarflächen

stellt diesbezüglich eine effiziente

Lösung dar. Die sogenannte

Agri-Photovoltaik, auch Agri-PV genannt,

kombiniert Landwirtschaft mit

Solarstromproduktion auf derselben

Fläche. Auch das Bundesministerium

für Wirtschaft und Klimaschutz hat die

Potenziale von Agri-PV erkannt und in

Weitere Informationen unter

www.feuerverzinken.com.

Martin Kopf, Vorsitzender Industrieverband

Feuerverzinken, übergibt den Innovationsund

Nachhaltigkeitspreis Feuerverzinken 2022

an Achim Essl, MKG Göbel

das Energiesofortmaßnahmenpaket,

besser als „Osterpaket“ bekannt, aufgenommen.

Studien zeigen, dass Agri-

PV auch die negativen Wirkungen des

Klimawandels für die Landwirtschaft

minimieren kann, weil die Solarmodule

Schutz vor starker Sonneneinstrahlung,

Hitze, Trockenheit und Hagel bieten

und damit landwirtschaftliche Flächen

resilienter machen.

Bei der technischen Umsetzung und

Realisierung von Agri-PV kommt der

Unterkonstruktion eine zentrale Bedeutung

zu. Mit dem Agri-PV-Montagesystem

GMS Double hat MKG Göbel

ein flexibles und variables Bausystem

entwickelt, das je nach Anforderung

in der Höhe und auch bezüglich

der Pfostenabstände flexibel eingesetzt

und einfach errichtet werden

kann. Auch erlaubt das System einen

problemlosen Rückbau und eine Wiederverwendung

und ist damit zirkulär.

Mit der Verwendung von feuerverzinktem

Stahl, der in vielfältiger Weise in

der Land- und Solarwirtschaft verbaut

wird, kommt ein bewährter, dauerhafter

und nachhaltiger Korrosionsschutz

zum Einsatz, der sicherstellt, dass eine

Wartung über die gesamte Lebensdauer

der PV-Anlage entfallen kann.

MKG Göbel Solutions schafft mit seinem

bis ins Detail durchdachten Montagesystem

GMS Double die technische

Voraussetzung für eine einfache

Erschließung von Agrarflächen für die

Solarproduktion und leistet einen wertvollen

Beitrag zur Energiewende. Ein

würdiger Preisträger.“

Der Industrieverband Feuerverzinken

e.V. und seine Serviceorganisation,

das Institut Feuerverzinken

GmbH, vertreten die deutsche

Stückverzinkungsindustrie. Im Jahr

2020 wurden in Deutschland mehr

als 2 Mio. Tonnen Stahl stückverzinkt.

Wichtige Anwendungsbereiche

des Korrosionsschutzes durch

Feuerverzinken sind u. a. Architektur

und Bauwesen sowie die Verkehrstechnik

und der Fahrzeugbau.

Zunehmend wird das Feuerverzinken

auch aufgrund seiner Brandschutzeigenschaften

eingesetzt.

Feuerverzinkter Stahl spielt eine

große Rolle bei der Energietransformation,

da er in der PV, den

Windanlagen und der Distribution

der grünen Energie unverzichtbar

ist aufgrund seiner hohen Nachhaltigkeit.

34 bayern Metall 7/2022


MESSEN & AUSSTELLUNGEN

Die BLE.CH – Die führende Fachmesse für die

Blech-, Metall- und Stahlbearbeitung

Vom 20. bis 22. September 2022 in Bern, Schweiz.

Die BLE.CH ist die Fachmesse für

span freie Metall- und Stahlbearbeitung

in der Schweiz. Die Ausgabe 2022 findet

erstmals live und digital statt: Die

Live-Messe vor Ort wird um eine innovative

Digital-Plattform erweitert. Freuen

Sie sich auf drei Tage Expo, Networking

und Rahmenprogramm vom

20. bis 22. September 2022 – live in

Bern und ergänzend auf unserer Digitalplattform.

(Foto: BERNEXPO AG)

Erfolgreiches Networking

Die BLE.CH ist Treffpunkt für Fachleute,

Hersteller und Anbieter der Metallund

Stahlbearbeitung. Die Fachmesse

ist aber auch Treiberin für neue Produkte,

aktuelle Dienstleistungen sowie

zukunftsweisende Technologien und

Weitere Informationen unter

www.ble.ch/ble-de.

Trends. Networking-Möglichkeiten erlauben

zudem spannende Diskussionen

über Produktionsprozesse sowie

relevante Querschnittsthemen. Die

BLE.CH präsentiert neue Produkte, aktuelle

Dienstleistungen sowie zukunftsweisende

Technologien und Trends.

Sowohl für die Ausstellenden als auch

für die Besuchenden ist die Fachmesse

eine wichtige Absatz-, Kommunikations-,

Informations- und vor allem

Netzwerk-Plattform.

ALUMINIUM – vom 27. bis 29. September in Düsseldorf

Am 27. September startet die ALU-

MINIUM 2022 in Düsseldorf. Und

sie wird, nach der Absage im Jahr

2020, endlich das langersehnte und

internationale Branchentreffen der

Aluminiumindustrie und ihrer Anwendungsindustrien.

Die zentralen Player der Branche werden

ebenso dabei sein wie die span-

nendsten Start-ups und Newcomer.

Punkten wird die Messe zudem mit

neuen Sonderschauen, der Kooperation

mit den relevantesten Verbänden

und Industrie-Partnern, mit zahlreichen

hybriden Elementen – und mit drei Tagen

voller Content.

Im Fokus der diesjährigen ALUMINIUM

stehen Mobilität, Nachhaltigkeit, Digitalisierung,

additive und digitale

Fer tigung sowie das Bau- und Konstruktions

wesen.

Weitere Informationen unter

www.aluminium-exhibition.com.

bayern Metall 7/2022 35


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Postvertriebsstück, Gebühr bezahlt bei DPAG

Fachverband Metall Bayern

Lichtenbergstraße 10, 85748 Garching

Bitte beachten Sie die Termine für die bayern Metall:

Ausgabe 08/2022

Redaktionsschluss: 12.07.2022

Anzeigenschluss: 18.07.2022

Ausgabe 09/2022

Redaktionsschluss: 12.08.2022

Anzeigenschluss: 19.08.2022

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Qualität und Service

sind unsere Stärken

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