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Lagerhaus Magazin 03_2022

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Nr. 3

Das Lagerhaus-Magazin

2022

Fürs

Leben

am Land

Multitalent Rollladen

Als Sonnenschutz erfüllen

Rollläden mehrere Funktionen

Auf Sommerfrische

Ob sich der Garten für

Haustiere eignet

Zeit zum Haltbarmachen

Den Sommer ins Glas geholt

und später genießen


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Inhalt

4 Gut zu wissen

6 Buntes Landleben – Kinderseite

7 Mondkalender

Garten & Beet

8 Saisonkalender – Küchenkräuter

10 Zauber der Gräser – Ziergräser zeigen sich

jetzt von ihrer schönsten Seite

12 Wasser sinnvoll sparen – Tipps und Tricks

um Wasser zu sparen

15 Auf Sommerfrische – Welche Haustiere

kann man getrost in den Garten lassen?

Essen & Trinken

18 Rezepte – Die besten traditionellen Rezepte

unserer Leser

20 Zeit zum Haltbarmachen – Feines

Haltbargemachtes zum Genießen

21 Rezept-Tipp –

Himbeer-Weiße-Schoko Marmelade

22 Kulinarik-Trend: Fermentieren –

Eingelegtes und fermentiertes Gemüse

24 Bierbrauen als Hobby – Interview mit

Christian Gaggl

Brauchtum

26 Aufspü‘n mit da Ziach – Das Phänomen

diatonische Harmonika

Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich möchte mich herzlich bei Ihnen für Ihre Treue und

Unterstützung bedanken und freue mich sehr über den

3. Platz für „Unser Lagerhaus“ beim Bundespreis Österreichs

Händler:in 2022 in der Kategorie Beliebtester Großer

Händler. Diese Auszeichnung bringt unsere Verwurzelung

und Verbundenheit mit der Region und den Menschen

am Land besonders gut zum Ausdruck.

Die aktuelle Ausgabe steht ganz im Zeichen des Selbermachens.

Hausgemachte Produkte finden immer mehr an Bedeutung

und Wertschätzung. Gerade in Österreich hat das

Haltbarmachen von Obst und Gemüse aus dem eigenen

Garten eine lange Tradition. Derzeit liegt aber v. a. das Fermentieren

im Trend. Weiters berichtet Lagerhaus Franchise-Mitarbeiter,

Christian Gaggl, über sein Hobby, das

Bierbrauen. Mehr dazu lesen Sie ab S. 24.

Lassen Sie das Auto zuhause stehen und genießen Sie die

Sommersonne auf entspannten Rad-Genusstouren durch

die niederösterreichischen Weingärten oder reisen Sie mit

Nostalgiezügen zurück in die Vergangenheit.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Sommer und viel Freude

beim Lesen!

Ihr

28 Danke für die gute Ernte –

Die herbstlichen Erntedankfeste

Reisen in Österreich

30 Nostalgie auf Schiene – Historische

Bahnfahrten in Österreich

34 Mit dem Rad durch die Weingärten –

Durch die Kellergassen und Weingärten

Bauen & Wohnen

37 Multitalent Rollladen – Eine sinnvolle

Ergänzung zu jedem Fenster

40 Ein Boden zum Wohlfühlen – Trends und

Passendes für Ihr Zuhause

44 Raus aus Öl & Gas – Umstieg zu nachhaltiger,

erneuerbarer Energie

202021021

Thomas Marx

Geschäftsführer, Lagerhaus Franchise GmbH

Impressum

Herausgeber & Medieninhaber: RWA Raiffeisen Ware Austria AG, Raiffeisenstraße 1, 2100

Korneuburg Für den Inhalt verantwortlich: Lagerhaus Franchise GmbH, Geschäftsführer

Thomas Marx, Raiffeisenstraße 1, 2100 Korneuburg Verleger, Produktion: Österreichischer

Agrarverlag – Druck und Verlags GmbH Nfg. KG, Sturzgasse 1a, 1140 Wien, Gruppenleitung:

Gerald Stiptschitsch Redaktion: Christiane Bartal, Beate Fröhlich, Viktoria Heim, Alexandra

Pickner, Meldina Pirerfellner, Sandra Steiner, Gerald Stiptschitsch, Ingrid Thurner, Martin

Tury-Rakar Grafik: Alexandra Pickner, Sandra Steiner, Gerald Stiptschitsch

Druck: Ferdinand Berger & Söhne GmbH, Horn. Coverfoto: Getty Images Offenlegung

gemäß Mediengesetz § 25: Medien inhaber: RWA Raiffeisen Ware Austria AG, Raiffeisenstraße

1, 2100 Korneuburg, www.rwa.at. Bereichsleiter, Haus & Garten/Baustoff-Fachhandel:

Thomas Marx. Grund legende Richtung des Magazins: Periodisch erscheinendes Informationsblatt

zu Haus, Garten und Baustoff-Fachhandel. Abonnement-Verwaltung und Kontakt: Sie

können das Magazin kostenlos unter magazin.lagerhaus.at abonnieren. Abbestellungen

richten Sie bitte per Mail an magazin@lagerhaus-franchise.at Hinweis: Das Werk ist

einschließlich aller seiner Teile urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der

engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Herausgebers bzw. der

Autoren unzulässig und strafbar. Für die Richtigkeit der Angaben wird trotz sorgfältiger

Recherche keine Haftung übernommen. Abdrucke, auch auszugsweise, sind nur mit

ausdrücklicher Genehmigung des Herausgebers und des Autors gestattet. Aus Gründen der

leichteren Lesbarkeit wird im Heft auf die Anführung akademischer Grade und das

Hinzufügen der jeweiligen weiblichen Formulierungen bei geschlechtsspezifischen Hinweisen

verzichtet. Alle personalen Begriffe sind sinngemäß geschlechtsneutral zu lesen. Alle

Abbildungen, sofern nicht anders angeführt: Getty Images, Lagerhaus Franchise/RWA

Datenschutz: Nähere Informationen unter rwa.at/datenschutz

Fürs Leben am Land 3


Aktuell

Gut zu wissen!

Fürs

Leben

am Land

Gratis im Abo

Unser Magazin „Fürs Leben am

Land“ ist für alle Lagerhaus-

Kunden kostenlos!

ü 4 x jährlich (jeweils zu

Quartalsbeginn)

ü fundiertes Fachwissen in

den Bereichen Haus und

Garten sowie Bauen und

Sanieren

ü Inspirierende Beiträge rund

ums Reisen in Österreich

ü Wissenswertes über

Brauchtum aus der Region

ü Mondkalender

Jetzt mitmachen und mit etwas Glück gewinnen

MUSTER

Wie viele Kellergassen

gibt es in Niederösterreich?

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Wenn Sie die Antwort auf diese Frage wissen, können Sie mit

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So geht’s:

Schicken Sie uns die Antwort auf unsere Frage an

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Kleiner Tipp: Die Lösung finden Sie auf S. 32.

Teilnahmezeitraum: 1. Juli bis 1. August 2022

Mit der Teilnahme am Gewinnspiel stimmen Sie den Teilnahmebedingungen zu. Die Teilnahmebedingungen

sind unter rlh.at/teilnahmebedingungenmagazin abrufbar.

Fotos: Winecycletours/picturesquepeoples

4

Lagerhaus


News & Facts rund ums Lagerhaus

Aktuell

3. Platz für „Unser Lagerhaus

Beliebtester

Großer Händler

Wussten Sie, dass ...

Wir sagen Danke für Ihre Stimme und freuen uns über

den 3. Platz beim Bundespreis Österreichs Händler 2022

in der Kategorie Beliebtester Großer Händler. Der Preis

wurde erstmals vergangenes Jahr vom Handelsverband

vergeben. Dieses Jahr fand die Verleihung zum zweiten Mal statt. Die Preise

wurden im Rahmen des Kongresses Handelskolloquium am 21. April 2022 in

Wien überreicht. Zur Einreichung eingeladen wurden alle österreichischen

stationär tätigen Einzelhandelsunternehmen (mit mindestens einer Verkaufsfiliale),

die das Siegel „Österreichischer Händler“ tragen. Ganz Österreich

konnte dabei in folgenden Kategorien abstimmen:

• Beliebtester Kleinsthändler: Händler mit 1 bis 9 Mitarbeitern

• Beliebtester kleiner Händler: Händler mit 10 bis 49 Mitarbeitern

• Beliebtester mittelständischer Händler: Händler mit 50 bis 249 Mitarbeitern

• Beliebtester großer Händler: Händler mit mehr als 250 Mitarbeitern

Seit mehr als 100 Jahren sind die Lagerhaus-Genossenschaften mit ihren

rund 1.000 Standorten und 13.000 Mitarbeitern als die „Kraft fürs Land“ für

Sie da! Als österreichischer Händler liegt uns die Verwurzelung und Verbundenheit

mit der Region und den Menschen am Land am Herzen. Vielen Dank

für Ihre Treue und Unterstützung!

Gewinnspiel Lagerhaus

Herzliche Gratulation!

Auch heuer wieder fand bei der Gartenmesse „Blühendes Österreich“ in Wels

das beliebte Lagerhaus-Gewinnspiel statt. Aus mehr als 3.500 ausgefüllten

Teilnehmerkarten wurden die 4 Gewinner gezogen. Zu den Preisen zählten ein

Husqvarna Rasenroboter, ein Gutschein für eine Parga Bewässerungsanlage,

ein Okay Rasenmäher und ein Stihl Gehölzeschneider. Platz 1 ging an Laura

Haider. Über Platz 2 freut sich Rita Hager. Wir gratulieren herzlich!

Die Gewinnerin des 2. Preises Rita

Hager, SL Susanne Six, GF Günther

Purghauser (Parga) und GF Norbert

Hochrainer (Lagerhaus Gen.

Vöcklabruck – Gmunden).

Zeit für den

Klapotetz

Der südsteirische Klapotetz ist das

Wahrzeichen des Weinlandes. Der

Name kommt aus dem slowenischen

„klapótec“ und leitet sich von „Klappern“

ab. Er wird in seinen einzelnen

Teilen aus verschiedenen Holzarten

hergestellt: die Flügel aus Fichtenholz,

die Klöppeln/Klappern aus Buchenholz

und der Block aus Esche

oder Kastanie. Das Schlagbrett muss

aus Kirschenholz sein, da dieses die

schrillen Töne erzeugt, wenn darauf

geschlagen wird, um die Vögel zu

vertreiben. Die Windmühle steht

nicht das ganze Jahr und wird am

Tag des heiligen Jakobus (25. Juli),

manchmal auch schon zu Bartholomäus

(24. Juli) aufgestellt. Zu Allerheiligen

oder spätestens zu Martini

am 11.11. wird er wieder abgebaut.

Nur ein paar bleiben aus touristischen

Gründen stehen. Es ist halt das

Wahrzeichen der Südsteiermark ...

Übrigens: Der steirische Klapotetz

hat meist acht Flügel, in Slowenien

sind es traditionellerweise sechs.

Fürs Leben am Land 5


Was du brauchst: Buntpapier (rot, schwarz, weiß),

Klebstoff, Filzstift, Schere

Und so geht‘s:

1 Schneide aus dem roten Papier einen

Kreis mit 5 cm Durchmesser aus, ebenso

vier Streifen mit 10 bis 12 cm Länge und

15 mm Breite. Die Enden von jedem Streifen etwa

1 cm umbiegen und die Streifen kreuz förmig auf der

Unterseite des Kreises festkleben.

Was krabbelt da?

Hast du gewusst, dass ein Marienkäfer Glück

bringen soll? Mach dir deinen Glückskäfer

jetzt selber und verschenk ihn an

deine Familie und Freunde.

2 Nun aus dem schwarzen Papier einen Kreis

(ca. 25 mm Durchmesser) und die Fühler als

Gesicht sowie ein paar Punkte für den Marienkäfer

schneiden und auf den roten Körper kleben.

3 Zuletzt noch zwei kleine Kreise aus dem

weißen Papier ausschneiden und mit dem

Filzstift zwei Augen aufmalen.

Katzen-Mandala

Katzen sind die beliebtesten

Haustiere in Österreich.

Erwecke die Tiere zu

buntem Leben.

Viel Spaß beim Ausmalen!

Wer gehört zu wem?

Dackel Max

Chihuahua

Puppi

Philipp

Lotte

Hoppla! Beim Gassigehen haben sich

irgendwie die Leinen verwickelt.

Könnt ihr zuordnen, welcher Hund

zu welchem Kind gehört?

Timo

Dackel Max + Lotte

Chihuahua Puppi + Timo

Bulldogge Bulli +Philipp

6

Lagerhaus

Bulldogge Bulli

Auflösung


&

Mondkalender 2022

Juli August

KW 26 – 30 KW 31 – 33

Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15

Mond

Sternzeichen

Setzen/Säen

Düngen

Gießen

Unkraut jäten

Gehölze schneiden

Rasenmähen

Kompost

Schädlingsbekämpfung

Lagern/Konservieren

Waschen/Putzen

Lüften

Haareschneiden

Dauerwelle

Nagelpflege

Hautpflege

August September

KW 33 – 35 KW 35 – 39

Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr

16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30

Mond

Sternzeichen

Setzen/Säen

Düngen

Gießen

Unkraut jäten

Gehölze schneiden

Rasenmähen

Kompost

Schädlingsbekämpfung

Lagern/Konservieren

Waschen/Putzen

Lüften

Haareschneiden

Dauerwelle

Nagelpflege

Hautpflege

Bunte Symbole: Tätigkeiten gelingen besonders gut Hellblaue Symbole: Tätigkeiten besser verschieben Zunehmender Mond Vollmond Abnehmender Mond Neumond

Erstellt von Susanne Janschitz


Garten & Beet

8

Lagerhaus


Küchenkräuter

Seit Jahrtausenden würzt der Mensch seine Speisen mit Kräutern.

Jetzt haben wieder die beliebtesten Küchenkräuter des Landes Saison.

Text: Gerald Stiptschitsch

Garten & Beet

Saisonkalender

Basilikum

Dille

Koriander

Kresse

Lavendel

Kein Mozzarella ohne Basilikum

– und auch kein Pesto. Basilikum

ist typisch für den Mittelmeerraum,

schmeckt besonders gut

zu Tomaten und hat in der

Beliebtheit als Küchenkraut für

Salate oder zum Garnieren von

Pizza und Spaghetti dem Petersil

den Rang abgeworben.

Das intensive Aroma und der

typische Geschmack entfaltet

sich dann, wenn man das frische

Kraut verwendet. Als Küchenkraut

werden die federartigen

Blättchen geerntet und dienen als

klassische Würze zu Gurken,

Salat, Aufstrichen, Saucen sowie

für Fischgerichte.

Koriander ist Geschmacksache –

er erinnert oft an Seife, weshalb

ihn viele Menschen nicht mögen.

Mit den Blättern lassen sich v. a.

orientalische Fisch-, Lamm- und

Bohnengerichte sowie Eintöpfe,

aber auch Salate abschmecken.

Die Blätter sind hitzeempfindlich

daher erst am Schluss zugeben.

Ein vielseitiges Würzkraut, das in

der Küche mit seiner milden

Schärfe für viele Gerichte

verwendet wird. Kresse sollte nur

roh gegessen werden, damit die

Vitamine nicht zerstört werden.

Klassische Verwendung ist in

Salaten, aufs Butterbrot und zum

Garnieren von Speisen.

Lavendel ist nicht nur ein

beliebtes Duftkraut für

Duftsäckchen, sondern auch ein

Heil- und Küchenkraut. Mit den

Blüten lassen sich v. a.

Sommersalate oder Süßspeisen

verfeinern und auch kühlen

Getränken verleiht er eine

besondere Note.

Liebstöckel

Majoran

Oregano

Petersil

Pfefferminze

Die Blätter erinnern an „Maggi“,

weshalb die Pflanze auch als

Maggikraut bezeichnet wird.

Entsprechend eignet sich

Liebstöckel hervorragend für

Fleisch und Fisch, in Suppen oder

Eintöpfen. Besonders gut

schmeckt das Kraut zu Gemüse

wie Tomaten und Salat.

Majoran darf in vielen

Fleischgerichten nicht fehlen und

ist ein klassisches Gewürz für

Faschiertes und Wurst. Sein

großer Erfolg in der Küche beruht

auf seine verdauungsfördernde

Wirkung. Übrigens: Majorantee

hilf gut bei Husten und ist

schleimlösend.

Oregano ist zwar mit dem Majoran

eng verwandt, hat aber trotzdem

einen ganz anderen Geschmack

und ist das typische „Pizzagewürz“

und für Gerichte der

Mittelmeerküche. Früher wurde

damit sogar Bier aromatisiert. Wie

Majoran fördert Oregano die

Verdauung.

Das drittliebste Küchenkraut

nach Schnittlauch und Basilikum

wird ebenfalls am besten

möglichst frisch verwendet.

Lange Kochzeiten verringern das

intensive Aroma. Daher direkt vor

dem Servieren über die Gerichte

streuen oder nur kurze Zeit

mitkochen.

Den höchsten Anteil an

ätherischem Öl hat das blühende

Kraut, daher werden vorrangig

blühende Pflanzen geerntet.

Pfefferminze hat eine

krampflösende Wirkung, wird

gerne in Teemischungen

beigemengt und ist in der Küche

ein beliebtes Würzkraut.

Rosmarin

Salbei

Schnittlauch

Thymian

Zitronenmelisse

Rosmarin ist nicht nur

Bestandteil vieler Kräutershampoos,

sondern regt auch die

Verdauung, die Leber und die

Galle an. Die nadelartigen Blätter

eignen sich für Fleisch- (v. a.

Lamm) und Kartoffelgerichte.

Rosmarin schmeckt leicht bitter

und harzig.

In der Küche wird Salbei gerne bei

Schweinefleisch, Geflügel, Fisch

und Gemüse verwendet, in der

Medizin v. a. bei Halsentzündungen

und Erkältung. In Fett

mitgebraten, entwickelt sich sein

intensives Aroma am besten.

Salbei eignet sich auch sehr gut

für Grillmarinaden.

Zwar hat das Lauchgewächs keine

medizinische Bedeutung, dafür

aber umso mehr in der Küche.

Schnittlauch wird in pikanten

Gerichten ebenso verwendet, wie

in Salaten, Suppen und

Aufstrichen bis hin zu Saucen,

einfach nur aufs Butterbrot oder

zum Garnieren von Speisen.

Für Fleischgerichte und Füllungen

wird Thymian gerne mit anderen

Kräutern verwendet, ist aber

auch unverzichtbar bei Pilz- und

Tomatengerichten, Gemüsesuppen

sowie Kartoffel- und

Nudelgerichten aller Art.

Kräutersaucen schenkt er eine

herbe Kräuternote.

Zitronenmelisse wird nicht nur

gerne kühlem Wasser und Bowlen

für eine besondere Geschmacksnote

beigemengt, sondern auch

Tees und wirkt dabei sogar

verdauungsfördernd. Blätter am

besten frisch verwenden, da sich

die ätherischen Öle beim

Trocknen verflüchtigen.

Mehr zum Thema Kräuter finden Sie im Ratgeber auf lagerhaus.at

Fürs Leben am Land 9


Garten & Beet

Vom Sommer bis zum Herbst

Zauber

der

Gräser

Während im Sommer und Herbst die Pracht der

Blütenpflanzen langsam abnimmt, zeigen sich

die Ziergräser von ihrer schönsten Seite. So

schön zieren jetzt die Gräser Ihren Garten.

Text: Kristina Kugler

Karl Foerster, der berühmte

Staudengärtner, war wohl

einer der Ersten, der für

den Einzug der Gräser ins

Blumenbeet warb. Fand er doch, dass

ein Garten ohne Gräser einfach nur

„grässlich“ sei. Ganz so schlimm wird

es wohl nicht sein, doch gerade im

Herbst, wenn die Blütenpracht in den

Staudenbeeten schwindet, kommen

Ziergräser besonders schön zur Geltung.

Viele Arten und Sorten überraschen

im Sommer und Herbst mit anderen

Stauden mit markanten Blütenständen

und einer tollen Färbung.

Die Harfen im Garten-Orchester

Gräser bestechen durch ihre Leichtigkeit,

wenn schon der kleinste Lufthauch

mit den zierlichen Blättern und

den grazilen Blütenständen spielt und

das sanfte Rauschen des Windes an die

Brandung des Meeres erinnert. Gerade

weil sie nicht mit einer pompösen Blütenpracht

hervorstechen, eignen sich

die unaufdringlichen Pflanzen als

ideale Strukturgeber im Staudenbeet.

Als Harfen bezeichnete Karl Foerster

die Gräser sehr treffend, ohne die ein

Orchester nicht komplett sei. Egal, ob

als große Solisten in Einzelstellung

oder niedrigere Exemplare zur Auflockerung

zwischen bunten Stauden –

viele Gräser zeichnen sich durch ihren

markanten Habitus aus: Manche wachsen

kerzengerade in die Höhe, andere

hängen bogenförmig über und wieder

andere scheinen wie ein Wasserfall zu

Boden zu perlen. Wenn sich ihre Blätter

im Herbst auch noch von Grün nach

Gelb, Braun oder Rot färben, ergeben

sich ganz besondere Gartenbilder.

Auftritt der Ziergras-Riesen

Natürlich sind nicht alle Gräser dezent,

es gibt richtig auffällige Exemplare,

die mehr als 2 m groß werden wie

z. B. das Chinaschilf. Einige Sorten zeigen

sich in besonders schönen Herbstfärbungen

mit bräunlichen, in manchem

Licht rosafarbenen Rispen und

rötlichem Laub oder mit strohblonden

Blütenständen. Die Klassiker sind

jene, die schon vor dem Herbst durch

gelbliche Querstreifen auf ihren sattgrünen

Blättern auffallen. Ein Blickpunkt,

der sämtliche Aufmerksamkeit

auf sich zieht, ist das blühende Pam-

pas-Gras. Seine prächtigen Blütenrispen,

die ein bisschen an Staubwedeln

erinnern, können bis zu 2,5 m hoch

werden. Normalerweise sind sie weiß

Gräser und Farne

bringen

in die

Gartenbilder das

Wunder des

Natürlichen.

Karl Foerster

(1874 – 1970)

10

Lagerhaus


Kein Staudenbeet

ohne Gräser

Ziergräser sind die perfekte

Ergänzung im Staudenbeet

– hier etwa in Kombination

mit Salbei, Zwerg-Alant,

Steppenkerze, Disteln und

Glockenblumen

Garten & Beet

Tipp

gefärbt, einige Sorten haben auch rosa

Blütenwedel. Auch bei der Rutenhirse

gibt es gleich mehrere Sorten, die eine

schöne rötliche –teils intensive – Färbung

am Ende der Saison aufweisen.

Das Pyrenäen-Pfriemengras ist ein

weiterer Riese unter den Ziergräsern,

das ab Juli mit goldfarbenen Blütenständen

begeistert.

Mittelgroße Ziergräser

im Staudenbeet

Während die Ziergras-Kolosse am

schönsten in Einzelstellung zur Geltung

kommen oder im Blumenbeet für

einen würdevollen Abschluss sorgen,

stehen mittelgroße Exemplare am

besten zwischen den Stauden oder

rahmen sie ein. Gerade die Kombination

mit Herbstblühern wie etwa Rudbeckien,

Astern, Stauden-Sonnenblumen,

Prachtkerzen, Indianernesseln,

Schafgarbe und Eisenkraut bringen

Farbenpracht in den Garten. Besonders

schön harmonieren beispielsweise

das Silberhaargras, dessen rötliche

Laubfärbung sich im Verlauf der

Vegetationsperiode noch steigert,

oder das Garten-Reitgras mit seinen

kerzengeraden gelbbraunen Blütenähren

mit bunten Herbstblühern.

Richtig bezaubernd wirkt das Japan-

Federborstengras mit buschig weichen

Ähren, die sich im Laufe der Saison

von Zartrosa zu Gelbbraun verfärben

und schließlich in ein Rotbraun

übergehen. Aus der gleichen Gattung

ist auch das Purpur-Lampenputzergras

erwähnenswert. Das Gras begeistert

mit seinen auffällig hellrosa gefärbten

Blüten und seinem tiefroten Laub. Allerdings

ist die Pflanze nur bedingt

frosthart und braucht einen Winterschutz.

Nicht zu vergessen sei noch

die Rasenschmiele, deren Wolken fein

verzweigter Blütenstände sich im

Herbst von Bronzegrün bzw. Gelbgrün

zu hellem Beige wandeln.

Gräser erst im Frühjahr

schneiden

Die oberirdischen Teile sommergrüner

Ziergräser wie z. B. Chinaschilf,

Lampenputzergras oder Rutenhirse

werden im Herbst dürr und sterben ab.

Warten Sie trotzdem mit dem Schnitt

bis zum Frühjahr – einerseits gibt es

zahlreiche Insekten, die in den hohlen

Stängeln überwintern, andererseits

dient das vertrocknete Laub als

Winterschutz für die Blattwachs tumszonen

an der Basis. Zeigt sich im

Frühling der frische Austrieb, werden

die dürren Blätter etwa eine Handbreit

über dem Boden abgeschnitten.

Kleine und kompakte Ziergräser

Selbstverständlich gibt es auch Ziergräser,

die nicht gleich das halbe Staudenbeet

für sich beanspruchen. Bei

den sehr umfang reichen Seggen gibt

es einige Arten und Sorten, die schön

klein bleiben, aber dank ihrer Laubfärbung

trotzdem auffallen – und das

sogar das ganze Jahr über. Während

beispielsweise die Neuseeland-Haarsegge

mit ihrem bronzenen Ton eine

interessante Farbe in den Garten

bringt, begeistern die Keglige Segge

und die Japan-Segge mit weiß geränderten

Blättern. Beim Blau-Schwingel

ist der Name Programm. Das Laub des

Horst bildenden wintergrünen Grases

zeigt eine außergewöhnliche Blaufärbung,

während seine gelben bis gelbbraunen

Blütenstände einen spannenden

Kontrast dazu bilden. £

Fürs Leben am Land 11


Garten & Beet

Wasser

sinnvoll sparen

12 Lagerhaus

Artikel in ausgewählten Lagerhäusern erhältlich


Tipps und Tricks, um Wasser zu sparen

Garten & Beet

Wenn die Sonne vom Himmel brennt, ist Gießen angesagt – am Balkon

ebenso wie im Garten. Bei weniger Niederschlag heißt es Wasser – und

damit wertvolle Ressourcen – sparen. Diese 6 Tipps helfen Ihnen dabei.

Text: Gerald Stiptschitsch

1Der richtige Zeitpunkt mit

Bewässerungscomputer

5

Regenwasser sammeln

Abends oder doch besser am Morgen

gießen? Prinzipiell ist es besser, in der

Früh zu gießen, wenn Boden und Luft

noch nicht warm sind und weniger

Wasser verdunstet. Für die Pflanzen

ist der spätere Nachmittag besser, damit

die Blätter noch abtrocknen können

und die Gefahr von Pilzkrankheiten

reduziert ist. Wie auch immer Sie

möchten, um den idealen Zeitpunkt

und die ideale Wassermenge gewährleisten

zu können, eignet sich der Einsatz

eines Bewässerungscomputers

samt zugehöriger Bewässerungsinstallation.

3

Tröpfchenbewässerung

statt Regner

Ein Regner besprüht nicht nur die gesamte

Pflanze, viel Wasser geht auch

bereits durch Verdunstung verloren.

Eine gezielte Bewässerung des Bodens

und damit des Wurzelbereichs spart

deutlich Wasser. Mittels Tröpfchenbewässerung

kommt dieses gezielt den

Pflanzen zugute und die Pflanzen erleiden

durch das oft kalte Abbrausen

der Regner keinen Schock.

Regen ist ein kostbares Gut, das nicht

unnötig im Boden versickern oder in den

Kanal abgeleitet werden sollte. Zudem

ist das „Wasser von oben“ nicht nur das

beste, sondern auch gratis. Egal, ob Sie

das Regenwasser in alten Holzfässern

bei der Dachrinne sammeln oder über

vergrabene, technisch perfekte Tanks –

Hauptsache Sie sammeln auf Vorrat.

Und selbst was dann noch übrig bleibt,

sollte nicht im Kanal landen, sondern

zumindest im Garten versickern.

Foto: Schütter

2

Seltener gießen –

dafür kräftiger

Jeden Tag durch den Garten gehen

und dabei kurz die Pflanzen gießen?

Falsch. Gießen Sie lieber weniger oft,

dafür aber intensiv. In Trockenperioden

ist ein Gießen im Sommer dann

nur ein bis zwei Mal die Woche erforderlich.

Intensiv bedeutet dann 20 bis

30 l/m 2 . Damit kann das Wasser in tiefere

Bodenschichten versickern und

steht dort den Pflanzenwurzeln länger

zur Verfügung. Positiver Nebeneffekt:

Das Schneckenaufkommen wird

reduziert, weil die obere Bodenschicht

zwischendurch abtrocknet.

4

Die richtige

Substratmischung

Erde ist der größte Wasserspeicher.

Egal ob Sand- oder Lehmboden, zusammen

mit Kompost (Humus) sorgen

Sie für eine perfekte Wasserspeicherungskraft.

Sobald sich die Ton- mit

den Humusteilen mischen, bildet sich

ein „Ton-Humus-Komplex“ und damit

mikroskopisch kleine schwammähnliche

Teile, die große Mengen an Wasser

binden können. Nicht umsonst wird

Kompost als das „Gärtnergold“ bezeichnet

und ist wesentlich besser

und nachhaltiger als Torf.

6Abdeckung verringert

die Verdunstung

Gartenbeete werden gelegentlich mit

Folie abgedeckt, was nicht nur den

Unkrautwuchs unterdrückt, sondern

auch die Wasserverdunstung reduziert.

Eine Abdeckung ist besser als

das Harken des Bodens und ist die

wichtigste Maßnahme zum Wassersparen.

Am sinnvollsten ist Mulchen –

egal ob Rasenschnitt, Rindenhumus,

Gartenfaser, Stroh, Schafwolle, Holzhäcksel

oder mineralischer Mulch –

Hauptsache die Erde ist bedeckt. Holz

und Rinde immer nur bei großen Bäumen

verwenden, im Stauden- und Gemüsebeet

sind Gartenfaser, Rasenschnitt

und Stroh am besten.

Fürs Leben am Land 13


Grün gedacht

Unsere neuen, innovativen und

nachhaltigen Produkte

Unter „Grün gedacht“ finden Sie jetzt neue ökologische, nachhaltig produzierte oder innovative Produkte. Der Fokus in der

Produktauswahl liegt auf einem bewussten und verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt in Verbindung mit technologischen

Innovationen. Mit den „Grün-gedacht“-Produkten wollen wir an den Lagerhaus Ursprung in der Landwirtschaft und

Regionalität anknüpfen und junge Unternehmen fördern. Sie erhalten diese Produkte in teilnehmenden Lagerhaus Haus- und

Gartenmärkten und im Lagerhaus Onlineshop.

Im Lagerhaus bestellen und

bequem nach Hause liefern lassen

IMMERGRÜN Wurmgold

Dünger für den biologischen Landbau

geeignet, ideal für Rosen und blühende

Zierpflanzen sowie Gemüse und

Rosmarin, aus schwarzen Soldatenfliegenlarven

hergestellt, regt das

Wurzelwachstum an und sorgt für

langanhaltende, schöne Blüten.

Bio-Austernpilze-Substrat

Fertiges Pilz-Substrat zum selber

Züchten von Austernseitlingen,

feuchter Standort mit täglicher

Bewässerung des Sackes.

ALPHA

Hygieneabsorber

Allzweck Geruchs- und

Urinentferner mit frischem

Beerenduft, ungiftiges Bindemittel

mit einfacher Anwendung.

POLYTER

Organischer

Wasserspeicher

Auf Basis von pflanzlicher

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Auf

Sommerfrische

Haustiere im Garten

Hund, Katze, Meerschweinchen und Co. sind eine

Bereicherung für jeden Haushalt. Doch welche Haustiere

können Sie getrost in den Garten lassen und worauf müssen

Sie dabei achten?

Text: Kristina Kugler

Jedes Haustier freut sich, den

Sommer über – zumindest

zeitweise – im Garten und

Freien verbringen zu dürfen.

Doch nicht immer sind Haustiere und

einige Nutztiere wie Bienen oder Ziegen

im Garten unproblematisch, was

das Zusammenleben mit Nachbarn, in

Gemeinden und Siedlungen betrifft.

Ein morgendliches Krähen des Hahns,

das Schnattern der Ente oder ein

strenger Geruch der Ziege können zu

Unstimmigkeiten führen.

Ist der Garten geeignet?

Abgesehen von einer für jedes Haustier

individuellen Umzäunung (entweder

des gesamten Gartens oder ein abgesteckter

Bereich), sollten Sie auf einige

Vorkehrungen achten.

Keine giftigen Pflanzen: Viele Gartenpflanzen

sind für Menschen und Haustiere

giftig – z. B. Waldrebe, Efeu, Goldund

Blauregen, Geißblatt, Rhododendron,

Kirschlorbeer, Hartriegel, Buchsbaum,

Liguster, Thuje, Wacholder,

Rittersporn oder viele Frühjahrsblüher.

Verlassen Sie sich nicht darauf,

dass Sie Ihr Haustier dazu erziehen

können, nicht an diversem Grünzeug

herumzuknabbern und vertrauen Sie

nicht auf den natürlichen Instinkt des

Tieres, Genießbares von Ungenießbarem

zu unterscheiden.

Keine Pflanzen mit Stacheln: Auch

Tiere sind nicht so geschickt, um sich

nicht an dornigen oder stacheligen

Sträuchern und Hecken zu ver letzen.

In der Hitze des Gefechtes beim Herumtollen

kann es durchaus passieren,

dass sich Hund, Katze und Co. insbesondere

am Auge verwunden. Besser

man verzichtet auf solch Gewächse.

Bienenpflanzen nach hinten: Kein

Garten ohne Bienenpflanzen. Achten

Sie aber darauf, dass jene Pflanzen,

die häufig von Insekten besucht werden,

nicht in vorderster Reihe der Blumenbeete

stehen. Denn wenn ein

Hund oder eine Katze nach einer herumschwirrenden

Biene schnappen,

kann es durchaus passieren, dass

diese zusticht.

Dünge- oder Schädlingsbekämpfungsmittel:

In einem haustierfreundlichen

Garten sollten Sie Vorsicht walten lassen.

Groß ist die Gefahr, dass Ihr Haustier

irrtümlich etwas von den Stoffen

aufnimmt.

Gartengeräte: Gartenscheren, Messer,

Hacken und Sägen sind kein Spielzeug.

Weiß das Ihr Haustier auch? Alle

Gartengeräte also immer gleich wegräumen

und sicher verwahren. Während

Sie mit motorbetrie benen Werkzeugen

hantieren, sollte kein Haustier

in der Nähe sein.

Wasserflächen sichern: Wasser ist

eine Gefahrenquelle für Haustiere.

Deshalb Teich, Pool und Regentonne

mit einem Zaun oder einer Abdeckung

vor tierischem Besuch schützen.

Der „Garten“-Tiger

Ein Gartenausflug bietet sich für Katzen

am häufigsten an. Ihnen diesen

Fürs Leben am Land 15


Haustiere im Garten

Freiraum zu geben, ist die artgerechteste

Haltung eines „Garten“-Tigers.

Doch Jagen ist ihr natürlicher Instinkt

und daher sollten Vogelhäuschen sowie

Nistkästen katzensicher aufgestellt

sein. Vogelhäuschen sollten Sie

beispielsweise auf eine (mindestens

1,8 m) hohe, frei stehende Eisenstange

montieren. Wollen Sie verhindern,

dass Ihr Liebling auf den Baum kraxelt,

an dem der Nistkasten hängt, helfen

spezielle Katzen-Abwehrgürtel für

Vogel- und Naturschutz oder Sie legen

eine Manschette aus Blech oder Kunststoff

um den Baum. Diese sollte etwa

80 cm hoch sein und ca. 2 m über dem

Boden angebracht werden. Um Stubentiger

daran zu hindern, den Garten

zu verlassen, helfen ein spezieller Katzenzaun

mit glatter Oberfläche oder

eine Verlängerung schräg nach innen

an der oberen Zaunkante.

Blumen- oder Gemüsebeete laden den

Stubentiger dazu ein, in der weichen

Erde herumzuscharren, das Geschäft

zu verrichten und in der Sonne ein Nickerchen

zu halten. Dass dabei so

manche Pflanze platt gedrückt oder

ausgebuddelt wird und Katzenkot im

Hausgarten kein geeigneter Dünger

ist, ist dem Stubentiger herzlich egal.

Bieten Sie Ihrem Liebling lieber gleich

ein natürliches Katzenklo an: Eine

kleine Sandfläche oder ein Sandhaufen

werden sich sicherlich in jedem

Garten einrichten lassen. Ist noch

dazu Katzenminze in unmittelbarer

Nähe gepflanzt, werden die meisten

Stubentiger dieser Toilette nicht widerstehen

können. Sandkisten für

Kinder im Gegenzug aber stets

abdecken. Katzen wetzen gerne ihre

Krallen, am liebsten an Baumstämmen.

Manche empfindliche oder junge

Bäume vertragen jedoch die ständigen

Kratzattacken nicht und können eingehen.

Abhilfe schaffen rund um die

Borke angebrachte Kratzmatten.

Hunde tollen gerne herum

Eine große Rasenfläche zum Herumlaufen,

Büsche und Hecken zum

Schnüffeln und Verstecken, offene

Flächen zum Graben – in so einem

Garten fühlt sich jeder Hund wohl.

Auf einer ausgedehnten Rasenfläche,

auf der eine robuste Sportrasenmischung

ausgesät wurde, wird Ihr Liebling

nicht so viel kaputt machen können.

Kahle Flecken im Rasen sind

meist das Ergebnis von Hunde-Urin.

Das darin in hoher Konzentration enthaltene

Nitrat „verbrennt“ das Gras.

Gegen begeistertes Buddeln in der Erde

hilft, wenn gar kein offener Boden

sichtbar ist. Sorgen Sie daher für eine

möglichst dichte Bepflanzung, idealerweise

mit großen, robusten Gewächsen,

die nicht gleich beim ersten Überrennen

eingehen. Gemüsebeete sollten

Sie mit geeigneten Erziehungsmethoden

zur Tabu-Zone erklären. Wenn Sie

auf Nummer sicher gehen wollen, setzen

Sie Ihre Feldfrüchte in ein Hochbeet.

So wie Sie es sich gerne auf einer

Gartenliege gemütlich machen, braucht

auch Ihr Liebling sein Körbchen oder

eine Hundehütte im Garten – idealerweise

in der Nähe des Familien-Sitzplatzes

im Schatten und mit einem

stets gut gefüllten Wassernapf. Ganz

wichtig ist natürlich eine ordentliche

Einfriedung, damit Bello und Wuffi

nicht gleich ausbüxen können.

Dem „Stubentiger“

Freiraum zu

geben, ist die

artgerechteste

Haltung einer

Hauskatze.

Kleine Lieblinge

Die ideale Haltung für Meerschweinchen

wäre tatsächlich in einem Freigehege

im Garten. Letzteres sollte jedoch

groß, einbruchssicher, vor Sonne,

Wind und Regen geschützt sein und

regelmäßig ausgemistet werden. Sorgen

Sie für eine solide Abgrenzung,

damit die Schweinchen nicht gleich im

nächsten Gebüsch verschwinden.

Auch wenn sie aus dem Gehege nicht

ausbüxen können, sollten Sie die Fellknäuel

nie unbeaufsichtigt und schon

gar nicht nachts im Garten lassen. Zu

groß ist die Gefahr, dass sie Katzen,

Mardern, Ratten, Krähen oder Raubvögeln

zum Opfer fallen. Da Meerschweinchen

hitzeempfindlich sind,

sollte der Großteil des Geheges im

Schatten stehen. Wenn außer Gras

16

Lagerhaus


Info

Haustiere im Garten

Schildkröten lieben

Sonne und Wärme

Die wechselwarmen Tiere können

ihre Körpertemperatur nicht

selbst regeln und sind auf die

Wärme externer Quellen angewiesen.

Beheizte Gewächs häuser

oder Frühbeete bieten Schildkröten

auch draußen genügend

Schutz bei schlechter Witterung

oder in kalten Nächten.

noch andere Pflanzen im Gehege

wachsen, dürfen diese selbstverständlich

nicht giftig sein.

Wie bei Meerschweinchen wäre eine

Außenhaltung auch bei Kaninchen in

einem Freigehege ideal. Dort sollten

sie nach Herzenslust hoppeln, graben,

sich verstecken und nagen können.

Sind sie bereits ab dem Frühsommer

draußen, macht Winterkälte den

meisten Rassen nichts aus, vorausgesetzt,

sie haben wetterfeste, isolierte

Schutzhütten mit Einstreu, Heu und

Stroh sowie Artgenossen, mit denen

sie sich zusammenkuscheln können.

Niemals sollten Sie Kaninchen, die bereits

an die Kälte gewöhnt sind, in die

warme Wohnung bringen. Der große

Temperaturunterschied ist für die

Fellknäuel gefährlich. Kaninchen

brauchen Platz, mindestens 2 bis 3 m 2

sollten Sie pro Tier einkalkulieren.

Der Außenstall muss aus- und einbruchssicher

sein und zwar von allen

Seiten. Da Sie die sozialen Tiere niemals

allein halten sollten, kann so ein

Freigehege schon mal einiges an Platz

einnehmen und dementsprechend

kostenintensiver ausfallen.

Ein Netz über dem Gehege schützt vor

Greifvögeln. Hunde sollten auf gar

keinen Fall um das Gehege herumlau-

fen können – den Kaninchen droht

sonst der Schocktod.

Schildkröten lieben Sonne

Anders als bei Meerschweinchen, Kaninchen,

Katzen und Hunden reicht es

für Schildkröten nicht, sie nur für ein

paar Stunden in den Garten zu lassen.

In den Sommermonaten ist es für eine

artgerechte Haltung notwendig, dass

sich Griechische Landschildkröten in

einem Frei gehege aufhalten, auch in

der Nacht. Ein ständig wechselnder

Aufenthalt zwischen Garten und Wohnung

bedeutet für die Tiere nur Stress.

Das Freigehege sollte am sonnigsten

(am besten Morgensonne!) und

wärmsten Platz im Garten stehen.

Jungtiere brauchen mehr Schatten

und Feuchtigkeit. Für Schildkröten

gilt: je größer das Gehege, desto besser.

Ein einzelnes Tier braucht zumindest

10 m 2 und rechnen Sie für jede

weitere Schildkröte 5 m 2 dazu. Die

Tiere brauchen eine gut strukturierte

Umgebung mit Sonnen- und Schattenplätzen,

trockene Kiesflächen und

feuchte Stellen sowie Versteckmöglichkeiten

wie z. B. Baumstämme,

Sträucher, Büsche oder Steine. £

Fürs Leben am Land 17


Essen & Trinken

Die besten traditionellen

In unserer vergangenen Ausgabe haben wir Sie eingeladen, uns Ihr bestes Familien- Rezept zu

schicken. Aus der Fülle an Einsendungen dürfen wir Ihnen stellvertretend einige der Zusendungen

hier veröffentlichen und wünschen viel Erfolg beim Nachkochen und Nachbacken.

Feiner Vorarlberger Zopf

von Margot G. aus Vorarlberg

1 kg Mehl

30 g Germ

2 EL warmes Wasser

1 TL Zucker

500 ml Milch

160 g Zucker

2 TL Salz

3 Dotter

90 g Butter

etwas Rahm

Hagelzucker zum Bestreuen

• Mehl, Germ, Wasser und 1 TL Zucker in einer Müslischale

glatt rühren und an einen warmen Ort stellen, bis sich die

Menge verdoppelt hat.

• Milch (es geht auch Mandelmilch o. Ä.), Zucker, Salz, 2 Dotter

und Butter einrühren (Achtung! Nicht zu heiß) und auf

ca. 30 °C abkühlen lassen.

• Langsam alles zusammen mit dem „Vorarlberger Zopfmehl“

und dem Germvorteig ca. 8 Minuten in der Küchenmaschine

einarbeiten.

• Auf das Doppelte aufgehen lassen (an einem warmen Ort,

ca. 70 Minuten), anschließend wird von Hand der schöne,

flaumige Teig durchgeknetet und zu einem Zopf geformt,

den man wiederum ca. 30 Minuten mit einem Geschirrtuch

zugedeckt gehen lässt.

• Anschließend mit 1 Eidotter, der mit etwas Rahm verfeinert

und verquirlt wurde, bestreichen.

• Der gute Zopf kann mit Hagelzucker bestreut werden und

wird bei 175 °C etwa 40 Minuten gebacken. (Teig darf nicht

mehr nachgeben, wenn man die Daumenprobe macht).

Sirup mit dem Dampfentsafter

von Ulrike R. aus Niederösterreich

Symbolfoto

• Früchte der Saison waschen, faule Stellen wegschneiden

und in kleine Stücke schneiden.

• Im unteren Kessel befindet sich das Wasser. 1 Stunde kochen

lassen und 1 Stunde stehen lassen, damit sich der Saft

absetzt. Anschließend Saft in einen Topf ablassen.

• 1 EL Zitronensäure und Zucker nach Wunsch der Süße beigeben.

• Alles etwa 10 Minuten aufkochen, noch heiß in Flaschen

abfüllen und sofort verschließen.

18

Lagerhaus


Rezepte unserer Leser

Essen & Trinken

Marillenknödel

von Leopoldine S. aus Niederösterreich

Für 8 bis 10 Knödel (je nach Größe der Marillen)

10 Stk. Marillen

150 g Mehl

2 EL Tafelgrieß

250 g Topfen

1 Ei

70 g Butter

10 Stk. Würfelzucker

Marillenlikör

• Mehl, Grieß, Topfen, Ei und Butter zu einem glatten Teig

verarbeiten, bis er nicht mehr an den Fingern klebt.

• Die Marillen auf einer Seite einschneiden, den Kern entfernen

und einen Würfelzucker, der in Marillenlikör getunkt

wird, einfüllen.

• Marillen mit dem Teig umhüllen und zu gleichmäßigen

Knödeln formen.

• In kochendes Wasser einlegen und 15 Minuten ziehen lassen.

In der Zwischenzeit die Brösel zum Bestreuen oder

Wälzen vorbereiten.

• Für die Brösel 70 g Butter in der Pfanne zergehen lassen.

150 g Semmelbrösel, 4 EL Kristallzucker und 150 g geriebene

Mandeln dazugeben und kurz durchrösten. Nach Belieben

eine Prise Zimt.

Symbolfoto

Krumpian-Strudel (Erdäpfelstrudel)

von Marion H. aus dem Burgenland

Strudelteig:

250 g glattes Mehl

2 EL Öl

1 Prise Salz

125 ml lauwarmes Wasser

Füllung:

500 g Erdäpfel

1 Becher Sauerrahm

2 EL Öl

Salz, Pfeffer

200 g Grammeln

Öl zum Bestreichen

Symbolfoto

• Das glatte Mehl auf eine Arbeitsfläche sieben, eine Mulde

hineindrücken und Öl, Wasser und Salz hineingeben. Alles

vermengen und zu einem weichen, glatten Teig kneten.

• Zugedeckt 30 Minuten rasten lassen. Danach den Teig

ganz fein ausziehen.

• Die Erdäpfel in der Zwischenzeit 30 Minuten kochen, anschließend

schälen und auf den Teig raffeln.

• Sauerrahm mit Salz, Pfeffer, Grammeln und Öl vermengen

und über die Erdäpfel streichen. Dann zu einem Strudel

einrollen.

• Backofen auf 170 °C Heißluft vorheizen. Strudel in eine gut

gefettete Form geben, mit Öl bestreichen und im Backofen

40 Minuten backen.

Fürs Leben am Land 19


Essen & Trinken

Zeit zum

Haltbarmachen

Einkochen oder einmachen: Gibt‘s hier einen

Unterschied? Und was bedeutet überhaupt

Fermentieren? Fix ist: Am Ende des Tages

gibt‘s feines Haltbargemachtes zum Genießen.

Text: Sandra Steiner

Einmachen und Einlegen

Einmachen oder Einlegen ist der Überbegriff

für Haltbargemachtes. Einen

kleinen Unterschied gibt es dennoch.

Beim Einmachen wird das Füllgut im

Topf gekocht und heiß in sterile Gläser

abgefüllt. Nachdem die Gläser mit

einem Deckel verschlossen wurden,

stellt man sie auf den Kopf, wodurch im

Glas ein kleines Vakuum entsteht. Beim

Einlegen von z. B. Gemüse in Öl/Essig

kommt man ohne Kochen aus.

Entsaften

Ein frisch gepresster Saft schmeckt

herrlich, ist aber nur kurz haltbar. Für

größere Mengen – etwa Äpfel – ist man

mit einem Dampfentsafter an der richtigen

Adresse. Direktsaft wird anschließend

erhitzt, damit er lange haltbar ist.

Als Sirup wird Zucker hinzugesetzt.

Einkochen

Beim Einkochen wird das Füllgut

(meist Obst und Gemüse, aber auch

Fleisch) in verschlossenen Gläsern bei

einer Temperatur zwischen 85 und

100 °C über einen gewissen Zeitraum

„gekocht“. Das geht im Wasserbad in

einem Topf, im Backofen oder in einem

speziellen Einkochtopf bzw. -automaten.

Nach diesem Vorgang entsteht

beim Abkühlen ein Vakuum im Glas.

Fermentieren

Am Anfang war das Sauerkraut: Fermentieren

ist nichts Neues, sondern die

älteste nachgewiesene Form, Lebensmittel

lange haltbar zu machen – und

gerade sehr im Trend (z. B. Kimchi: eingelegter

Kohl auf koreanische Art). Man

legt Gemüse, Obst oder sogar Fleisch in

eine Lake (Wasser mit einem Salzanteil

von 2 bis 5 %) und lässt dies mindestens

drei bis fünf Wochen stehen. Mikroorganismen

zersetzen das Füllgut, der

Geschmack wird dabei oft intensiver.

So gelingt‘s

Frische Lebensmittel sind das A & O

beim Haltbarmachen. Sind Gemüse

oder Obst schon am Rande der Genießbarkeit,

wird es durch das Einkochen

nicht besser. Achten Sie auf hygienisches

Arbeiten. Gläser, Töpfe und

Arbeitsutensilien (Messer, Schneidbrett,

...) müssen absolut sauber sein.

Sterilisieren Sie die Gläser, indem Sie sie

kurz in kochendes Wasser legen. Danach

auf ein sauberes Geschirrtuch stellen.

Machen Sie das Glas nicht zu voll:

Lassen Sie zum Rand hin 1 bis 2 cm Platz.

Die fertigen Gläser kühl lagern. £

Weitere Tipps rund ums Einkochen:

rlh.at/haltbarmachen

20

Lagerhaus


Rezept

Himbeer-Weiße-

Schoko Marmelade

Essen & Trinken

Symbolfoto

Aufwand

ca. 50 Min

Schwierigkeit

••£££

Rezept für

8 Gläser à 220 ml

Zutaten

1,25 kg Himbeeren, 2 – 3 unbehandelte Zitronen,

500 g Gelierzucker 2:1, 100 g weiße Schokolade

So geht’s

1 | Die Himbeeren waschen und ggf. Stängel entfernen.

Anschließend in einen Topf geben und die Zitronen auspressen

und hineingießen. Ob man 2 oder 3 Zitronen verwendet,

hängt davon ab, wie sauer man es mag.

2 | Den Gelierzucker hinzugeben und alles bei mittlerer bis

hoher Hitze am Herd unter ständigem Rühren erhitzen,

bis die Masse schön flüssig wird.

3 | 3 bis 4 Minuten köcheln lassen. Danach die Fruchtmischung

unter ständigem Rühren erhitzen und 3 bis 4

Minuten sprudelnd kochen lassen. Die weiße Schokolade

fein hacken und in die Masse einrühren.

4 | Die heiße Himbeer-Weiße-Schoko Marmelade in sterile

Gläser füllen, verschließen und auf den Kopf stellen,

damit der Deckel ebenfalls pasteurisiert wird.

5 | Die Marmelade abkühlen lassen und schließlich kühl und

trocken lagern.

Hier geht’s zum Video:

rlh.at/kbm-himbeerweisseschoko-marmelade

Fürs Leben am Land 21


Essen & Trinken

Kulinarik-Trend:

Fermentieren

Seit geraumer Zeit in aller Munde: Kimchi & Co.

Eingelegtes und fermentiertes Gemüse erlebt

eine Renaissance. So einfach ist es, allerlei

Gemüse für den späteren Genuss haltbar

zu machen.

Text: Sandra Steiner

22 Lagerhaus


Rezept

Kimchi

Essen & Trinken

Zeitaufwand (Zubereitung)

ca. 20 Min.

Schwierigkeit

•••££

ca. 4 Gläser

à 300 ml

Zutaten

1 großer Chinakohl (od. Weißkraut)

2 – 3 Karotten

1 mittelgroßer weißer Rettich

(optional: Radieschen)

1 Bund Frühlingszwiebeln

1 kleine Zwiebel

2 – 3 frische Knoblauchzehen

30 g frischer Ingwer

1 klein geschnittener Apfel

20 – 40 g Chilliflocken

Salz (2 % von der Gesamtgemüsemenge

in Gramm)

1 EL Fischsauce (optional)

2 EL Sojasauce

Misopaste (optional)

1 EL Noriflocken (optional)

Tipp:

Kosten Sie das Kimchi nach

einer Fermentationszeit von

ca. 2 – 3 Wochen im Kühlschrank.

Schmeckt es Ihnen, ist das

Ferment fertig!

Im Kühlschrank aufbewahrt hält

sich das Kimchi einige Monate.

So geht’s

1 | Chinakohl waschen und in mundgerechte

Stücke schneiden (klassisch: größere

Quadrate). Karotten und den Rettich

raspeln oder stifteln und die Frühlingszwiebeln

in grobe Ringe schneiden.

2 | Die gesamte Gemüsemenge abwiegen

und von diesem Gewicht 2 % Salz abwiegen

(Gemüsemenge in g mit 0,02 multiplizieren).

Nun das Salz behutsam mit dem

Gemüse kneten, sodass die Zellflüssigkeit

langsam austritt und das Gemüse im

eigenen Saft steht.

3 | Für Kimchipaste Knoblauch, Ingwer,

Zwiebel, Apfel, Chili und die Fisch-, Sojasauce

(bzw. Misopaste) pürieren, bei

Bedarf etwas Wasser dazugeben. Sauce

gut mit dem Gemüse vermischen, evtl.

noch mit etwas Salz abschmecken

(Kimchi sollte sehr salzig schmecken),

danach die Noriflocken dazugeben

(optional).

4 | Kimchi schichtweise in Gläser füllen und

jede Schicht gut festdrücken, damit die

Flüssigkeit den Kohl gut bedeckt. Zum

oberen Rand ca. 3 cm Platz lassen.

Wichtig ist, dass alles mit Flüssigkeit

bedeckt ist (keine Luftblasen).

5 | Gläser verschließen und beschriften

(Inhalt, Datum). Das Kimchi zuerst 5 bis 7

Tage bei Raumtemperatur stehen lassen,

damit die Fermentation gut in Gang

kommt. Danach für etwa 2 bis 3 Wochen

im Kühlschrank fermentieren lassen.

Vorbereiten

Chinakohl in mund gerechte

quadratische Stücke schneiden,

Karotten und Rettich stifteln.

Vermischen

Gemüse gut mit der Kimchi paste

vermischen und evtl. mit Salz abschmecken.

Einfüllen

Kimchi Schicht für Schicht in

Gläser füllen und gut festdrücken.

Vermeiden Sie Luftblasen im Glas.

Fürs Leben am Land 23


Essen & Trinken

Interview

Bierbrauen

als Hobby

Vor 35 Jahren hat Christian Gaggl an der Universität für Bodenkultur

„Lebensmittel und Biotechnologie“ studiert und das erste Mal im Zuge

des Studiums Bier gebraut. Er hat uns über sein Hobby, das er seit

10 Jahren intensiv betreibt, erzählt.

Interview: Eva Mühlbacher (Radio Lagerhaus/MAXFIVE GmbH), Text: Gerald Stiptschitsch

Herr Gaggl, wie sind Sie eigentlich

zu Ihrem Hobby gekommen?

Es ist nicht mein einziges Hobby, aber

ein sehr geliebtes, das ich über mein

Studium kennengelernt habe. Ich

habe dann zuhause im Keller mit Kübeln

und Eiswürfeln versucht, den

ersten „Sud“ zu machen, was mir gut

gelungen ist. Die ersten paar Jahre

hab ich mich damit intensiver beschäftigt,

nach einer Schaffenspause

wieder die Zeit und Muse dafür gefunden,

allerdings dann mit voll elektronisch

gesteuerten Kesseln, die das

Handwerk deutlich erleichtern.

Was braucht man alles, damit man

daheim selbst Bierbrauen kann?

Ich habe einfach mit Metallkübeln begonnen

– große Gefäße, die man erhitzen

kann, um Wasser und Gerste bei

verschiedenen Temperaturen zu kochen

und nach der Zugabe von Hopfen

auch kühlen zu können. Dabei wird

ein Kübel voll Eis in einen Bottich getaucht,

damit die Flüssigkeit rasch von

100 auf ca. 15 °C reduziert wird. Anschließend

ist das Bier weitgehend

fertig, sodass man es in einen Gärbehälter

gemeinsam mit Hefe füllen

kann. Zusammengefasst braucht man

somit große Gefäße, viele Kübel, ein

Sieb oder Leintücher, um die feinen

Restbestände filtern zu können und

natürlich einen Gärbehälter, der auch

aus Kunststoff sein darf.

Bierbrauanlagen gibt es im Lagerhaus

zu kaufen. Reicht es anfangs

aus, mit den Kübeln ein paar Tests

durchzuführen, um anschließend

eine gute Ausrüstung anzuschaffen?

Die Kübeln sind maximal die ersten

Gehversuche. Wenn man in das Metier

einsteigen will, gibt es Brau-Kits, wo

das gesamte Zubehör dabei ist – inkl.

Instant-Pulver für die ersten Brauversuche.

Der Biergeschmack ist dabei

meist nicht der, den man sich erwartet,

über diesen Einstieg führt aber

der Weg weiter zu den elektronischen

Kesseln, die heute zum Standard beim

Hobby-Bierbrauen gehören.

Früher gab es noch nicht die riesige

Sortenauswahl bei Bier, wie es sie

heute gibt. Die Klassiker waren Lagerbier

und Märzenbier, das ich versucht

habe, nachzubrauen. Mit der Erfahrung

wächst natürlich auch die Per-

Während des

Kochens der

Gerste riecht es

intensiv. Meine

Familie mag den

Geruch nicht, ich

rieche das gerne.

24

Lagerhaus


Essen & Trinken

fektion am Geschmack und Familie

und Freunde, die auf Besuch kommen,

wissen schon, dass es Christians

selbstgemachtes Bier gibt.

Wenn man bei einer Brauerei vorbeigeht,

kann man einen ganz eigenen

Geruch wahrnehmen. Riecht

das dann beim Selberbrauen nicht

auch?

Ja, es riecht ganz gleich. Ich braue

mein Bier in der Garage meines Hauses

im Burgenland und meine Familie

zieht regelmäßig aus, wenn ich Bier

braue. Zumindest über die Zeit der

Geruchsbelästigung von zwei bis drei

Stunden, der durch das Verkochen der

Gerste entsteht. Mit den vollelektronischen

Kesseln kann man eigentlich

überall brauen – auch im Keller, im

Garten oder im Büro. Die kurze Geruchsbelästigung

hält sich in Grenzen.

Wie lange dauert eigentlich der Entstehungsprozess

vom Bier und wieviel

Liter Bier brauen Sie im Jahr?

Das kommt auf die Art des Vergärens

an. Die obergärigen Biere, bei denen die

Hefe oben schwimmt und abgeschöpft

wird, benötigen eine andere Reifezeit

als die untergärigen Biere, bei denen

sich die Hefe am Boden absetzt. Ich

braue sehr gerne untergärige Biere wie

Lagerbiere, Märzenbiere und verschiedene

Pilsbiere, die zum Vergären etwa

14 Tage benötigen und danach in Flaschen

abgefüllt werden. Anschließend

benötigen sie 5 Wochen im Kühlschrank

zum Reifen. Haltbar ist das

Bier dann mehrere Monate bis zu einem

Jahr. Der eigentliche Brauprozess dauert

ca. 8 Stunden. Auf diese Weise produziere

ich mit einem 50-Liter-Kessel

pro Jahr zwischen 200 und 300 Liter

Bier. Solange ich nicht mehr und nur

für den Privatgebrauch herstelle, muss

ich kein Gewerbe anmelden und damit

keine Biersteuer abliefern.

Trinken Sie Ihr Bier dann für den

Selbstgebrauch oder wird es zu verschiedenen

Anlässen ausgeschenkt?

Ja, beide Varianten, aber vorrangig für

Geburtstagsfeiern oder besondere Anlässe.

Oder einen „Weihnachtsbock“,

bei dem – wie bei allen Bockbieren –

der Alkoholgehalt höher ist und während

des Brauvorgangs entsprechend

gesteuert wird.

Für die Biere habe ich auch eigene Etiketten.

Da man beim Brauen sehr viel

experimentieren kann, sind natürlich

auch die Geschmäcker sehr vielfältig.

Auch wenn dann auf einem der drei

Standardetiketten, die ich habe, nur

„Märzenbier“ daraufsteht, kann der

Inhalt und damit der Geschmack doch

unterschiedlich sein. Mein Tipp: Wer

kreativ ist und gerne Bier trinkt, der

sollte mal Bierbrauen versuchen. Es

ist ein außergewöhnliches und auch

entspannendes Hobby. £

Info

Das Reinheitsgebot

„Bier ist ein aus Cerealien,

Hopfen und Trinkwasser durch

Maischen und Kochen hergestelltes,

durch Hefe vergorenes,

alkohol- und kohlensäurehältiges

Getränk“, ist im Österreichischen

Lebensmittelhandbuch (Codex

Alimentarius Austriacus) zu

lesen. Darin bzw. im „Reinheitsgebot“

steht auch festgeschrieben,

was ins österreichische Bier

hineindarf und was nicht. Als

Cerealien gelten in diesem Fall

Gerste, Weizen, Roggen oder Erzeugnisse

aus diesen. Chemische

Konservierungsmittel oder künstliche

Zusätze sind verboten.

Fürs Leben am Land 25


Brauchtum

Das Phänomen diatonische Harmonika

Aufspü‘n mit

da Ziach

Ziach, Zugin, Steirische Harmonika, Quetschn,

Faltenradio, Wounznpress: Das traditionelle

österreichische Original war schon immer fixer

Bestandteil in der alpenländischen Volksmusik.

Die Beliebtheit der Ziehharmonika ist auch

heute noch ungebrochen – und nimmt stetig zu.

Text: Sandra Steiner

sche Volksmusik ohne dieses Musikinstrument

einfach unvorstellbar.

Mittlerweile erfreut sich die Ziehharmonika

oder Steirische Harmonika

(auch: diatonische Harmonika) zunehmender

Beliebtheit. Einer der Gründe

dafür soll der Südtiroler Harmonika-

Virtuose Herbert Pixner sein, der mit

seiner „neuen und progressiven Volksmusik“

sein internationales Publikum

Gute Unterhaltung

Damals wie heute ist ein

guter Harmonikaspieler in

der Lage, für gute Unterhaltung

und Tanzmöglichkeit

zu sorgen.

Es gibt wohl kaum ein österreichisches

Brauchtumsfest,

bei dem nicht auch etliche

flotte Polkanummern mit der

traditionellen Ziehharmonika aufgespielt

werden. Auch beim Schuhplatt‘ln

ist die Musik aus der

„Quetsch‘n“ ein unverzichtbarer Kompagnon.

Ihr Klang ist ohne jeden Zweifel

unverkennbar und die österreichibegeistert.

Aber auch der österreichische

„Volks-Rock‘n Roller“ Andreas

Gabalier mag einen Teil dazu beigetragen

haben, dass alpenländische Volksmusik

(in modern adaptierter Form)

unter Einsatz einer Ziehharmonika

auch beim jüngeren Publikum wieder

hoch im Kurs ist. Noch nie haben so

viele junge Menschen dieses Instrument

gelernt, gespielt und gelebt wie

heute.

Warum steirisch und

wie funktioniert‘s?

Tatsächlich hat die gebräuchliche Bezeichnung

„steirisch“ in Verbindung

mit der Harmonika wenig mit dem

Bundesland Steiermark an sich zu tun.

Ihren Ursprung findet sie in Wien.

Dass die Ziehharmonika die Herkunftsbezeichnung

„steirisch“ trägt,

hat damit zu tun, dass die ländliche

Musik im damaligen Wien als „steirisch“

bezeichnet wurde – ein Synonym

für „ländlich“. Neben Österreich

kommt die Steirische Harmonika nach

wie vor in Bayern, Südtirol, Tschechien

und Slowenien gerne zum Einsatz.

Die Ziehharmonika gehört zur

26

Lagerhaus


Mit Knöpfen

Aus der alpenländischen

Musik nicht wegzudenken:

Die Steirische Harmonika.

Früher wurde die Kunst, die

Harmonika zu spielen, von

Großvater oder Vater an

die nächste Generation

weitergegeben. Mit Hilfe

der sogenannten „Griff -

schrift“ soll es nicht allzu

schwierig sein, das Spielen

zu erlernen. Ob Griffschrift

oder Noten: Musik zu

machen und das Gefühl

dafür zu haben, sollte das

Ziel sein.

Brauchtum

Familie der Handzuginstrumente. Die

„Mutter“ der Steirischen Harmonika,

wie wir sie heute kennen – das Akkordeon

– wurde 1829 von Cyrill Demian

gemeinsam mit zwei Söhnen erfunden.

Die Ziehharmonika besteht aus

einem Balg, den der Spieler zusammendrückt

und wieder auseinander

zieht. So wird der notwendige Luftstrom

erzeugt. Darüber hinaus sind

Das größte

Verbrechen eines

Musikanten ist,

Noten oder Griffschrift

zu spielen,

anstatt Musik

zu machen.

Verfasser unbekannt

Stimmstöcke mit Kanzellen (Windkanälen)

an beiden Seiten des Balges angebracht,

sie tragen die Zungen, die

die Töne erzeugen. Über die Tastaturen

öffnet der Spieler jene Windkanäle,

deren Zungen ansprechen sollen.

Druck und Zug erzeugen bei der Steirischen

Harmonika unterschiedliche

Töne, darum wird diese als wechseltönig

bzw. diatonisch bezeichnet. Das

Akkordeon („Piano- oder Klavierharmonika“)

hingegen ist chromatisch gestimmt

und mit Klaviertasten zu spielen.

Als chromatisch bezeichnet man

die „Verfärbung“ der Tonstufen einer

diatonischen Reihe durch Erhöhung

bzw. Erniedrigung um einen Halbton.

Sie ist hauptsächlich in der internationalen

Tanz- und Unterhaltungsmusik

sehr gebräuchlich. Die Ziehharmonika

ist robust, wartungsarm und unkompliziert

zu transportieren. Ein zusätzlicher

Vorteil ist, dass sie vom Musikanten

nicht gestimmt werden

muss. Sie sorgt mit wenig Aufwand für

gute Unterhaltung, denn sozusagen im

Einmannbetrieb können Melodie,

Bass und Begleitung produziert

werden. £

Info

Steirische Harmonika

vs. Akkordeon

Steirische Harmonika: wird mit

Knöpfen gespielt; diatonische

Tonleiter (nur Töne der jeweiligen

Tonart); gibt auf Zug und

Druck unterschiedliche Tonarten

wieder; satte, wuchtig klingende

Bässe („Helikon bässe“).

Akkordeon: Schwarz-Weiß-

Tasten (ähnlich jenen eines

Klaviers, darum auch Klavierharmonika

genannt); chromatische

Tonleiter („Verfärbung“

der diatonischen Reihe um Halbtöne);

Bässe fügen sich in den

Gesamtklang ein und sind

dadurch „neutraler“.

Fürs Leben am Land 27


Brauchtum

28 Lagerhaus


Danke

für die gute Ernte

Brauchtum

Wenn die Ernte eingebracht ist, ist es an der Zeit, Danke

zu sagen. Dies geschieht im Rahmen des traditionellen

Erntedankfests ab Mitte September bis in den Oktober hinein.

Text: Sandra Steiner

Foto: shutterstock.com/Dieter Hawlan, Gerald Stiptschitsch

Ausreichend Lebensmittel

zur Verfügung zu haben,

war nicht immer eine

Selbstverständlichkeit.

Und auch wenn wir uns längst daran

gewöhnt haben, zu jeder Zeit ausreichend

Nahrungsmittel zur Verfügung

zu haben, sollte das genau genommen

Info

Die Erntekrone

Aller Wahrscheinlichkeit nach

hat sich die Erntekrone aus den

Stroh-Kränzen entwickelt, die

Erntearbeiter einst ihren

Dienstherren zum Abschluss der

Erntearbeit auf den Feldern

überreichten. Heute werden die

Erntekronen mit Blumen

geschmückt. Beim Binden hilft

oft der ganze Ort zusammen

und jeder Bauer spendet etwas

von seinem Korn. Die Erntekrone

wird im Rahmen einer

Prozession in die Kirche

getragen und gemeinsam mit

Erntegaben gesegnet.

auch heute keine Selbstverständlichkeit

sein. Verknappung von Lebensmittelrohstoffen

haben tatsächlich

Auswirkungen auf etliche Länder

weltweit, Lebensmittelpreise steigen

stetig an und gerade in sehr armen

Ländern führt das einmal mehr dazu,

dass Menschen nicht mehr genügend

zu essen haben. All das führt vor Augen,

wie wichtig es ist, zu schätzen,

was unsere heimischen Bauern und

Böden hervorbringen.

Der Ursprung von Erntedank

Schon im Römischen Reich wie auch bei

den Griechen war es üblich, den Fruchtbarkeitsgöttern

mit Opfergaben und

einem Fest für die Ernte zu danken.

Auch die Kelten zeigten ihre Dankbarkeit

für die Gaben der Natur rund um

den 23. September mit dem Erntedankfest

„Mabon“ mit Opfergaben an die

Götter. Erste Erwähnung in der christlich-katholischen

Kirche gibt es aus

dem 3. Jh. nach Christus. Die traditio-

nellen Erntedankfeste des bäuerlichen

Arbeitslebens markieren den Ursprung

für die heute üblichen Erntefest-Formen.

Nach erfolgreich eingebrachter

Ernte wurde allen Erntehelfern mit

einem Festessen gedankt. Heute noch

ziehen geschmückte Wägen und Traktoren

durch die Orte, geschmückt mit

Girlanden, von denen oft Äpfel, Maiskolben

und Weintrauben baumeln. Erntekronen

halten Einzug in die Kirchen

und auch Weintaufen markieren den

Höhepunkt des bäuerlichen Jahresablaufes.

In manchen Gegenden ist das

Erntedankfest als „Schnitterhahn“ bekannt.

Dies stammt aus einer Zeit, in

der das Getreide vom Schnitter von

Hand geschnitten wurde. Im östlichen

Weinviertel und im Marchfeld, der

Korn kammer Österreichs, wird das

Erntedankfest, bei dem den Erntehelfern

mit einem großen Festmahl gedankt

wurde, auch „Odamasch“ genannt.

Dies wurde durch Roma oder slowakische

Erntehelfer gebräuchlich. £

Fürs Leben am Land 29


Reisen in Österreich

Nostalgie

auf Schienen

Historische Bahnstrecken

Ein schriller Pfiff und weiße Rauchwolken werden

aus dem glänzend schwarzen Rauchfang gepustet.

Langsam beginnen sich die Räder zu drehen und

mit einem gleich mäßigen Rattern und Knattern

nimmt der Nostalgiezug seine Fahrt auf. Musik in

den Ohren von Eisenbahnfreunden. Mittlerweile

begeistert die Fahrt mit einem historischen Zug ein

breites Publikum.

Text: Alexandra Pickner

30 Lagerhaus


Reisen in Österreich

Fürs Leben am Land 31


Reisen in Österreich

Die Steilste

Die Schafbergbahn ist die

steilste Zahnradbahn in

Österreich und führt auf

1.783 m mit grandiosem

Ausblick.

Schafbergbahn

Noble Herrschaften ließen sich zu

Beginn des 19. Jh. von sog. „Sesselträgern“

auf den Schafberg tragen. Dieser

Beruf verschwand Ende des 19. Jh.

u. a. durch die Inbetriebnahme von

Dampf-Zahnradbahnen – die Schafbergbahn

ist die steilste von ihnen in

Österreich und führt auf den 1.783 m

hohen Schafberg. Hohe Felswände und

die Fahrt durch zwei Tunnel prägen das

letzte Stück der Fahrt, bevor die Lok die

Bergstation erreicht.

Zillertalbahn

Das Knattern und Klackern der Schienenstöße

versetzt Sie in eine Zeit, als

der Dampfzug die Postkutsche gerade

abgelöst hatte. Umrahmt von Dampfwolken

genießen Sie das Reisegefühl

einer längst vergessenen Zeit und bewundern

die faszinierende Landschaft

des Zillertales.

Waldviertelbahn

Mit der traditionsreichen Schmalspurbahn

entdecken Sie die schönsten

Gegenden des Waldviertels zwischen

Gmünd und Groß Gerungs sowie

Litschau. Mit der kultigen Erlebnisbahn

entdecken Sie verträumte Plätze,

romantische Städtchen und kulinarische

Schmankerl im Oberen Waldviertel.

Die gemütlichen Waggons

werden von nostalgischen Dieseloder

Dampflokomotiven gezogen und

sind mit Holzbänken sowie typischen

offenen Plattformen ausgestattet und

lassen einen die naturbelassene Landschaft

des Weinviertels besonders

genießen.

Schafbergbahn

Feistritztalbahn

Die Originalwaggons aus der Gründerzeit,

als es noch keine Polstersitze,

sondern nur Holzbänke gab, rundet

das Reiseflair vergangener Zeiten stilecht

ab. Auf ihrer 24 km langen Fahrt

ist das Grub-Viadukt – mit 275 m Länge

und 13 Bögen – eine eindrucksvolle Attraktion

und das erste Viadukt der k.

und k. Monarchie, das ganz aus Beton

gebaut wurde. Die erste Verschnaufpause

hat die Dampflok in Anger, dort

füllt sie ihre Wasserreserven für den

steilen Anstieg nach Birkfeld auf. Die

Wasserkräne neben den Gleisen stammen

aus der Gründungszeit und sind

noch im Original erhalten.

Ötscherland-Express

Eine imposante Bergstrecke können

Sie mit der 100 Jahre alten Dampflok

oder der 80-jährigen Diesellok erleben.

Der Ötscherland-Express zeigt

auf seiner 27 km langen Strecke einzigartige

Ausblicke ins Ötscherland

und Ybbstal. Die Fahrgäste logieren in

historischen Wägen zwischen Kienberg-Gaming,

Lunz am See und Göstling.

Ehe sich die mächtige Lok langsam

in Bewegung setzt, lässt das Wort

Bergstrecke bereits erahnen, wie der

Streckenverlauf sein wird. Er ist durch

Steigungen von 20 bis 31 ‰, engen

Kurven mit 60 m Radius und Felseinschnitten

mit 25 bis 30 m Höhe geprägt.

Neben der puren Eisenbahnromantik

lernen Sie auch die Schönheiten

der Gegend kennen. Wie bei allen

nostalgischen Zugreisen ist der Weg

das Ziel und die Geschwindigkeit

spielt dabei keine Rolle.

32

Lagerhaus


Fotos: Wegerbauer, Stiptschitsch, NB/Gregory

Reblaus Express

Auf 40 km pendelt die nostalgische Erlebnisbahn

gemächlich zwischen den

sonnenverwöhnten Retzer Weingärten,

den grünen Wäldern und klaren

Teichen des Waldviertels und lässt ein

genussvolles Abschalten vom Alltag

schnell zu. Dunkelgrüne Waggons mit

offenen Plattformen sind charakteristisch

für den Reblaus Express. Die

Waggons werden von einer Diesellokomotive

gezogen und im mitgeführten

Fahrradwaggon können Räder

kostenlos mittransportiert werden.

Die Kombination aus einer Zugfahrt

und einer sportlichen Tour spricht

viele an. Im Heurigenwaggon werden

regionale Köstlichkeiten, Getränke

und Weine von heimischen Winzern

angeboten.

Stainzer Flascherlzug

Die Strecke des weststeirischen Flascherlzugs

wurde 1892 eröffnet und

führt von Stainz nach Preding und zurück.

Auch der Name der kultigen

Bahn geht auf die Zeit um die Jahrhundertwende

zurück. Angeblich konnte

damals ein Wunderheiler aus dem

Urin seiner Kundschaft Krankheiten

erkennen und so machten sich viele

Menschen mit einem Flascherl im Gepäck

auf den Weg. Heute werden Jung

und Alt von der nostalgischen Bahn

mit ihren bunten Waggons angezogen.

Achenseebahn

Die Eröffnung der mehrspurigen

Zahnradbahn erfolgte 1889 mit vier

Zahnrad-Dampflokomotiven. Sie erhielten

die Nummern 1 bis 4 sowie die

Namen Theodor, Hermann, Georg und

Carl – die Vornamen der vier Hauptaktionäre.

Liebhaber besonderer nostalgischer

Fortbewegungsmittel können

dampfend und pfeifend mit der Achenseebahn

von Jenbach bis Seespitz fahren.

Diese ältesten Zahnradbahnlokomotiven

Österreichs begeistern mit

einem geschlossenen Wagen sowie

einem offenen Sommerwagen.

Rosentaler Dampfzug

Nur wenige Autominuten südlich von

Klagenfurt – im Rosental – wird die

historische Technik hoch gehalten.

Am Bahnhof Weizelsdorf beginnt die

Zeitreise in die Vergangenheit und endet

im gemütlichen Tempo in Ferlach.

Historische Waggons und das alte

Bahnhofsgebäude unterstreichen

diesen besonderen Charme.

Schneebergbahn

1897 dampfte die Zahnradbahn zum

ersten Mal gemütlich auf den höchsten

Berg Niederösterreichs: den Schneeberg.

Seither wurde viel modernisiert,

mehrmals täglich bringt der elektrifizierte

„Salamander“ die Gäste auf

1.800 m. Nur in den Sommerferien

schnauft an Sonn- und Feiertagen auch

noch der Nostalgie-Dampfzug nach

oben.

Mariazellerbahn

Erste Ideen und Varianten für den Bau

der Mariazellerbahn gab es bereits

1858. Erst 1896 begann man mit dem

Bau der Pielachtalbahn, deren feierliche

Eröffnung zwei Jahre später erfolgte.

Heute ist sie für Wanderer,

Radfahrer und Pilger ein beliebtes

Fortbewegungsmittel. Kurz nach St.

Pölten verlässt die Bahn das Traisental

und die sanften Höhen des

Pielachtals werden sichtbar. Spektakuläre

Ausblicke auf die Berglandschaft

des Ötschers werden im gebirgigen

oberen Erlauftal sichtbar und

schon ist auch der Wallfahrtsort nicht

mehr weit. Zusätzlich zu modernen

und klimafreundlichen Zügen fahren

auf der Mariazellerbahn-Strecke auch

Nostalgiezüge wie die Dampflokomotive

Mh.6. Das Feuer für diese Lok

muss bereits einen Tag vor der Abfahrt

angezündet werden, damit sich

Temperatur und Druck möglichst

langsam aufbauen können.

Reisen in Österreich

Mariazellerbahn

Stainzer Flascherlzug

Reblaus Express

Fürs Leben am Land 33


Reisen in Österreich

Mit dem Rad durch

die Weingärten

Die unzähligen Kellergassen sind das

Wahr zeichen von Niederösterreich. Am besten

lassen sich diese mit dem Rad auf zahlreichen

Weinradrundtouren erkunden.

Es ist der Wein, der das Weinund

Waldviertel prägt und

die sanften Hügel über die

Jahrhunderte hinweg geformt

hat. Durch Weinanbau und -verarbeitung

hat sich eine charakteristische

Struktur entwickelt, die vielerorts

noch sehr gut zu erkennen ist. Die

kleinen Dörfer wirken aus der Vogelperspektive

betrachtet wie in die

Landschaft gewürfelt – lang gezogene

Weingärten, große Getreide- und Gemüsefelder

sowie kleine Wäldchen

bilden das Spielbrett, auf dem die Orte

agieren. Seine Namen tragen die Viertel

erst seit Ende des 19. Jh.

In der hohlen Kellergasse

Eine Besonderheit, auf die die Niederösterreicher

stolz sind, und die es nur

hier in ihrer typischen Form gibt, sind

die unzähligen Kellergassen. Sie liegen

meist etwas außerhalb des Ortes,

in nächster Nähe zu den Weingärten.

Ein Häuschen reiht sich dabei an das

nächste – manche Kellergassen sind

nur wenige Häuser groß, andere mehrere

100 m lang. Unglaubliche 1.100

Kellergassen findet man in Niederösterreich,

die meisten davon im Weinviertel.

Die meisten Kellergassen, wie

wir sie heute aus der Region kennen,

stammen aus der 2. Hälfte des 19. Jh.

Es waren Orte, wo die Menschen zusammengekommen

sind. Beim Pressen

der Trauben, beim Abfüllen des

jungen Weins, aber auch zum geselligen

Beisammensein. Heute weiß man

die kulturhistorische Bedeutung der

Kellergassen und Weingärten wieder

zu schätzen. Sie sind ein beliebtes

Ausflugsziel geworden – ob für Wanderer

oder Radfahrer.

Viele der charakteristischen Kellergassen

wurden in die Seitenwände

von Hohlwegen oder in den Löss der

Weinberge gegraben. Eine typische

Hohlweg-Kellergasse ist der „Radyweg“

in Poysdorf. In den von Fuhrwerken

und durch die Witterung ausgeschwemmten

Hohlweg haben die

Weinbauern ihre kleinen Keller und

Presshäuser errichtet. Der Weinbau

hat hier eine lange Tradition – schon

vor dem Jahr 1800 wurden die ersten

Keller errichtet. Dass in der damaligen

Zeit nichts verschwendet wurde,

bezeugt die Pfarrkirche von Poysdorf.

Das Material, das bei der Errichtung

der Kellergassen und beim Graben der

Kellerröhren angefallen ist, wurde in

der Poysdorfer „Kellergstetten“ zusammengetragen

und zur Herstellung

von Ziegeln verwendet. Genau aus solchen

Ziegeln wurde die Stadtpfarrkirche

des Weinortes errichtet.

Fotos: Winecycletours/Natalie Paloma

34

Lagerhaus


Genusstouren durchs

Kamp- und Kremstal

Es wäre fast schade, nur eine Weinstadt

zu besuchen. Wie gut , dass das

Radwegenetz so gut ausgebaut ist und

es sogar auch geführte Radtouren gibt.

Mit WinEcycle Tours im Zentrum der

Weinstadt Langenlois kann man auf

Holz-E-Bikes die Weinwege durch das

Kamp- und Kremstal im Waldviertel

erkunden. Sehenswürdigkeiten in

Langenlois sind der Kornplatz, das

„Ursinhaus“ mit der Touristeninfo und

der Gebietsvinothek, der Wochenmarkt

sowie zahlreiche Lokale und Geschäfte.

Besonders sehenswert sind

natürlich die Pestsäule, die Elisabethkapelle

gleich gegenüber und das

Sgrafittohaus nebenan.

Von hier aus starten die geführten Genusstouren

auf E-Bikes, wobei man die

Stadt meist schnell hinter sich lässt

und lieber die Umgebung erkundet. Im

Mittelpunkt stehen dabei die Weinbauregionen

Kamptal und Kremstal,

ein Radius von etwa 25 km. Hin und

wieder gibt es einen Abstecher in benachbarte

Regionen wie den Wagram

oder die Wachau, wo bei ihren Aussichtspunkten

ein Halt eingelegt wird,

um die Aussicht sogar bis zu den Alpen

genießen zu können.

Gerade wer lieber auf eigene Faust

mit dem gemieteten Rad unterwegs

ist, kommt oft ganz schön weit. Beliebte

Ziele sind hier die Sommerbäder

entlang des Kamp (besonders

schön: Plank und Schönberg), das

Städtchen Gars am Kamp und für die

ganz motivierten auch die Burg Rosenburg.

Wer lieber im flacheren Gelände

unterwegs sein möchte, kann in

Richtung des Donauradwegs fahren

und beispielsweise die Stadt Krems,

das UNESCO-Weltkulturerbe Donaulimes

in Mautern oder das idyllische

Dörfchen Dürnstein in der Wachau

besuchen. £

Tipp

WinEcycle Tours

Gezeigt werden auf geführten Fahrradtouren

durch das Kamp- und

Kremstal mehr als nur die schönsten

Fahrtstrecken. Geöffnet werden

Keller türen und Hoftore, die sonst

verschlossen bleiben, das Waldviertel

zeigt sich dabei von seiner

authentischsten Seite:

versteckte Lieblingsplatzerl,

großartige Menschen, Traditionen

und Innovationen sowie eine

vielfältige Auswahl an regionalen

Schmankerln, immer gemütlich in

der Kleingruppe.

Die Genusstour mit drei Stationen

auf ca. 25 km Länge (Inkl. Verkostungen,

Helm, Guide, Bike) dauert

beispielsweise 4 Stunden.

Kosten € 95,-

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Fürs Leben am Land 35


Die neuen Fenster von Internorm

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nicht nur für maximale Sicherheit, sondern auch für leichte

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Der I-tec Core macht diese Fenster besonders robust und

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Multitalent

Bauen & Wohnen

Rollladen

Rollläden erfüllen mehrere Funktionen und sind eine sinnvolle

Ergänzung für jedes Fenster. Finden Sie das passende, auf ihre

Bedürfnisse abgestimmte Produkt für Ihr Eigenheim.

Text: Sandra Steiner

Das Fenster der Zukunft soll

ja ein wahrer multifunktionaler

Tausendsassa werden,

wirft man einen Blick

auf die internationalen Trends. Schon

jetzt können Fenster beispielsweise

mehr Energie ins Haus bringen, als sie

nach außen durchlassen. Eine weitere

hoch interessante Technologie: Elektrochrome

Fensterverglasung („smart

glass“). Diese kann, vereinfacht ausgedrückt,

die Funktion von Vorhängen

oder herkömmlichem Sonnenschutz

übernehmen. Das Glas verändert durch

elektrische Impulse seine Farbe, es regelt

seine Lichtdurchlässigkeit selbst.

Im privaten Wohnbereich findet man

diese moderne Technologie der Fensterverglasung

wohl noch kaum, nichtsdestotrotz

bieten alle Fenster-Hersteller

hochqualitative Produkte in verschiedenen

Ausführungen, für unterschiedliche

Bedürfnisse und Budgets.

Während man sich über die passenden

Fenster informiert, stellt man oft noch

weitere Überlegungen in Sachen Blickund

Sonnenschutz an. Vorhänge im

Wohnraum schützen nicht nur vor Blicken

von außen, sondern auch ein

stückweit vor Sonneneinstrahlung.

Wem das aber nicht ausreicht, dem bieten

sich einige andere hilfreiche Optionen.

Die Hersteller haben in den vergangenen

Jahren etliche ausgeklügelte

Ideen und Systeme entwickelt.

Rollläden, Jalousien, Rollos:

Das Richtige für jedes Bedürfnis

Der Bogen spannt sich von Innenjalousien,

Sonnenschutzrollos aus unterschiedlichen

Materialien, gerafft oder

plissiert oder aus Bambus. Mit Verdun-

Fürs Leben am Land 37


Bauern & Wohnen

kelungseffekt oder ohne sowie unterschiedlichen

Anbringungs- und Bedienmethoden.

Rundumschutz

für jede Gelegenheit

Absolute Alleskönner sind Rollläden.

Sie gelten als die vielseitigsten und

besten Beschatter überhaupt. Doch

das ist längst nicht alles. Sie bieten

gute Stabilität sowie hohen Wärmeschutz

und dunkeln hervorragend ab.

Rollläden halten aber nicht nur die

Hitze draußen, sondern dienen auch

als Schutz vor Witterung und stellen

eine Barriere gegen Einbrecher dar.

Sie helfen außerdem beim Energiesparen,

weil im Sommer keine zusätzliche

Kühlung nötig ist und die Heizkosten

im Winter niedrig gehalten

werden können. Ein Beispiel gefällig?

Ein geschlossener Rollladen vor einer

Fensterfläche verbessert deren Wärmeisolierwert

um bis zu 25 %, bei geöffneten

Lichtschlitzen sind es immer

noch bis zu 18 %. Zu all diesen Vorteilen

gesellt sich schließlich noch

Schalldämmung und Insektenschutz

(hierfür bieten die Hersteller meist

noch eigens konzipierte Möglichkeiten

an). Egal, ob man mit dem Hausbau

erst beginnt oder die Fenster von

Haus oder Wohnung nachträglich ergänzen

möchte – es gibt für jede Anforderung

eine passende Lösung: Wer

sich noch in der Planungs- oder Rohbauphase

befindet und dabei zeitgerecht

und geschickt plant, kann den

Rollladenkasten bereits in eine dafür

vorgesehene Öffnung im Rohbau oder

durch ein entsprechendes Fassadenbauteil

(Unterputzsystem) einbauen.

Möchte man nachträglich aufrüsten,

greift man am besten zu Aufsatz- oder

Aufputzrollläden. Bei dieser Variante

wird der Rollladenkasten mit der oberen

Leiste des Fensterrahmens oder

mit der Fassade über dem Fenster verbunden,

der Rollladenkasten ist sichtbar.

Die Materialien und ihre Vorteile

PVC (Kunststoff) ist das am häufigste

verwendete Material für Rolllädenpanzer.

Sie sind leicht und witterungsbeständig

und dadurch pflegeleicht.

Neben den Standardfarben weiß,

grau, beige oder braun bieten die Hersteller

zudem weitere Rollläden-Farben

an, mit denen sich interessante

Akzente an der Fassade setzen lassen.

Ein kleiner Nachteil der PVC-Rollläden

besteht im geringeren Schutz

gegen Einbrecher: Der Grund dafür

ist, dass das Material biegsam ist

(diese Eigenschaft legt sich mit zunehmendem

Alter). Ebenfalls pflegeleicht

und witterungsbeständig sind Rolllädenpanzer

aus Aluminium. Rollläden

aus diesem Material bieten einen besseren

Einbruchschutz, weil sie stabiler

und schwerer sind. Darüber hinaus

haben sie eine lange Lebensdauer.

Auch aus Massivholz werden Rollläden

hergestellt. Sie sind extrem

schwer und kostenintensiv, bieten

aber hohe Stabilität und Haltbarkeit,

etliche Gestaltungsmöglichkeiten der

Oberfläche, Wärmedämmung und

Lärm- sowie hohen Einbruchschutz.

Um Holzrollläden vor Witterungseinflüssen

zu schützen, benötigen sie allerdings

einen zusätzlichen Anstrich.

Das macht sie in der Regel recht pfle-

Für alle Bedürfnisse

Rollläden, Jalousien & Co

sorgen für Sichtschutz und

angenehmes Raumklima.

geintensiv, jedoch bei regelmäßiger

Auffrischung des Anstriches sehr

langlebig.

Der Antrieb:

manuell, elektrisch oder solar

Welche Antriebsart Rollläden für das

eigene Zuhause haben sollen, will gut

überlegt sein und hängt auch ein wenig

vom verfügbaren Budget ab. Die

Antriebsart trägt zum Bedienkomfort

bei und spielt auch eine wesentliche

Rolle für die Sicherheit. Die gängigsten

Antriebsvarianten sind der klassische

Gurtzug, Kurbel, mit elektrischem

Motor oder Solarantrieb. Für

Gurtzug oder Kurbel spricht, dass sie

manuell bzw. durch Muskelkraft bedient

werden und nicht auf Stromversorgung

angewiesen sind. Ein elektrischer

Antrieb bietet entsprechenden

Komfort und kann gegebenenfalls

auch in ein Smart Home integriert und

mit Zeitschaltuhr versehen werden.

Die Steuerung kann bequem auf

Knopfdruck, mittels Fernbedienung

oder gar via Smartphone erfolgen.

Rollläden mit Elektromotoren verfügen

darüber hinaus über eine Hochschiebe-Sicherung

und bilden so

einen unverrückbaren Panzer.

38

Lagerhaus


Bauern & Wohnen

Akzente

Rollläden setzen Akzente,

die zum Gesamterscheinungsbild

eines Hauses

beitragen können.

Der Rollladen als Barriere

gegen Eindringlinge

Das oberste Gebot beim Einbruchschutz

rund um Haus und Hof: Spüren

Sie jede erdenkliche Schwachstelle

auf, machen Sie es Einbrechern so

schwer wie möglich, unbefugt ins

Haus einzudringen. Ungesicherte

Rollläden können mitunter ohne großen

Aufwand hochgeschoben werden.

Einfache Rollläden aus Kunststoff

ohne verstärkende Füllung lassen

sich zudem zerschneiden oder aus

Rollläden erfüllen

wichtige Funktionen

beim Sicht- und

Sonnenschutz, im

Einbruchschutz und

zur Wärmedämmung.

den Führungsschienen entfernen, sodass

Einbrecher relativ einfach freien

Zugang zum Fenster haben. Ist das

Fenster ebenfalls nicht gesichert,

kann es mit wenigen Handgriffen und

einfachen Werkzeugen ausgehebelt

werden. Welche Eigenschaften müssen

Rollläden tatsächlich aufweisen,

damit sie eine ernst zu nehmende

Barriere für unerwünschte Eindringlinge

darstellen? Spezielle Konstruktionsmerkmale

sind z. B. eine integrierte

Hochschubsperre oder verstärkte

Führungsschienen, die ein Herausreißen

verhindern. Ein stabiler,

einbruchhemmend konstruierter

Rollladen ist entweder aus Aluminium

gefertigt oder hat Kunststoffstäbe,

die mit Metall gefüllt sind. Wird

ein Rollladen elektronisch gesteuert,

blockiert der verbundene Motor ein

manuelles Hochschieben des Rollladenpanzers.

Ein Nachrüsten bestehender

Rollläden mit einbruchhemmenden

Maßnahmen ist möglich

– je nach aktueller Ausführung.

Von innen befestigte Klemmschienen

können das Hochschieben verhindern.

Auch das Nachrüsten mit einem

Motor ist möglich. Hier ist Expertenrat

empfohlen. £

Info

Rollläden-Arten

• Aufsatz-/Aufbaurollläden:

Komplettes Bauelement wird

zusammen mit dem Fenster

an der Außenwand montiert.

• Einbaurollläden: Einsatz bei

Neubauten; in der Rohbaufassade

wird eine Aussparung

für den Rollladenkasten

vorgesehen. Damit wird der

Rollladen unsichtbar in das

Mauerwerk integriert.

• Vorbaurollläden: ideal für

den nachträglichen Einbau.

Ein komplettes Rollladenelement

wird von außen vor das

Fenster montiert.

• Schräg-Rollläden: für moderne

Fenster mit einer Schräge

von 10 bis 45 Grad.

Fürs Leben am Land 39


Bauern & Wohnen

Ein Boden zum

Wohlfühlen

40

Lagerhaus


Die Beschaffenheit des Bodens unter unseren Füßen ist eine

wichtige Angelegenheit und will gut durchdacht sein. Das fängt

schon beim richtigen Estrich an und setzt sich bei der Auswahl

des idealen Bodenbelags fort. Was ist aktuell im Trend und was

passt am besten zu Ihnen und in Ihr Zuhause?

Text: Sandra Steiner

Bauern & Wohnen

Der feste Boden unter den Füßen

trägt nicht nur dazu bei,

dass wir gut durch die Welt

und durch‘s Leben gehen

können, sondern sorgt auch in unseren

vier Wänden für Trittfestigkeit und heimeliges

Wohlbefinden. Damit im eigenen

Zuhause alles „rund läuft“, empfiehlt

es sich, von Beginn an sein Augenmerk

auf die Auswahl des richtigen Estrichs

zu legen. Besonders als

Unterboden geeignet und gängig sind

Beton- oder Zementestrich (Mischung

aus Zement, Sand bzw. Kies und Wasser).

Darauf können Sie schließlich die

Bodenbeläge Ihrer Wahl verlegen. Die

Auswahl ist groß – wir werfen hier

einen Blick auf aktuelle Trends und die

„zeitlosen Dauerbrenner“.

Voll im Trend: Sichtestrich

Lassen Sie uns doch gleich beim Estrich

bleiben: Wer es besonders pflegeleicht,

robust, langlebig und v. a. modern

mag, muss den Estrich nicht

unter einem Bodenbelag „verstecken“:

Sichtestrich liegt nämlich gerade voll

im Trend. Der Estrich wird fließend

aufgebracht, bei einer Fläche von

mehr als 40 m 2 muss man unbedingt

Dehnungsfugen einplanen. Nach einer

Trockenzeit von etwa 6 bis 8 Wochen

ist der Belag ausgehärtet, im Anschluss

wird er abgeschliffen und versiegelt.

Zur Beschichtung gibt es

unterschiedliche Möglichkeiten, z. B.

Öl, Latex, Kautschuk, Wachs oder Epoxidharz.

Je nachdem, welchen Look

Sie anstreben, können Sie den Sichtestrich

damit entweder glänzend,

durchsichtig oder matt gestalten. Der

Boden muss auch nicht klassisch grau

bleiben: Immer beliebter wird Sichtestrich

in knallbunten Farben, diese

sorgen für ein besonders individuelles

Info

Die wunderbare Vielfalt

der Bodenbeläge

• Sichtestrich

• Parkett

• Laminat

• Naturholz/Holzdielenboden

• Fliesen, Terrazzo, Feinstein,

Marmor

• Teppich

• Linoleum, Kork

• PVC, Vinyl

Design im Haus. Sichtestrich eignet

sich für jeden Wohnraum wie auch für

Nassräume, weil fugenlos. Oberstes

Gebot für ein perfektes Ergebnis:

Sorgsames Arbeiten, am besten mit

Unterstützung eines Profis.

Parkett: Der edle Dauerbrenner

Parkett oder Fertigparkett aus Hartholz

ist stets im Trend und gehört damit

nach wie vor zu den beliebten Bodenbelägen.

Er eignet sich sehr gut

für alle Wohnräume, nur bedingt jedoch

für Feucht- bzw. Nassräume. Typisch

für Parkettboden ist außerdem

die vielfältige Musterung, nach der

dieser Bodenbelag verlegt werden

kann (z. B. der Klassiker Fischgrätmuster).

Je nach gewünschtem Muster

kann das Verlegen recht aufwändig

sein. Parkett sorgt für ein gutes

Raumklima, ist feuchtigkeitsregulierend

und besitzt gute Wärmedämmeigenschaft.

Parkettböden sind grundsätzlich

für die Verlegung auf Fußbodenheizung

tauglich (ausschließlich

Warmwasser- bzw. Niedrigtempera-

Fürs Leben am Land 41


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tur-Fußbodenheizung). Einige Holzarten

sind jedoch besser geeignet als

andere.

Natürlicher Look mit Holzdielen

Für Holzliebhaber ist auch Boden aus

Echt- bzw. Massivholzdielen eine gute

Wahl. In der modernen Verarbeitung

werden die Holzbretter maschinell geschnitten

(dadurch gibt es keine Unebenheiten)

und im Anschluss oberflächenbehandelt.

Ein derartiger

Holzboden ist mechanischer Beanspruchung

gegenüber recht unempfindlich

und kann öfters abgeschliffen

werden, sodass er wieder wie neu aussieht.

Farben und Wuchsstruktur des

Holzdielenbodens sorgen für natürliches

Aussehen und prägen den gesamten

Raumeindruck. Der Holzdielenboden

soll idealerweise zum Stil von

Haus und Bewohnern passen. Abgesehen

vom persönlichen Geschmack ist

es bei der Auswahl auch relevant, welcher

Art das Oberflächen-Finish sein

soll. Dies wirkt sich auf Art und Aufwand

der Pflege, die Natürlichkeit

und die Lebensdauer aus. Dafür stehen

unterschiedliche Wachse, Öle und

Lacke zur Auswahl. Natürliche Brauntöne

waren zuletzt sehr beliebt, der

Trend im heurigen Jahr geht in Richtung

gebleichtes Holz (der braune Belag

wird durch chemische Behandlung

entfernt). Dieser Farbton verleiht

Räumen eine hellere, weichere Wirkung.

Eine andere Richtung schlägt

ein weiterer Trend zu gealtertem Holz

ein. Das Holz wird dazu so bearbeitet,

dass man eine abgenutzt wirkende

Oberfläche und damit ein eher rustikales

Aussehen erzielt („Vintage-Effekt“).

Möglich sind hier viele Farben

und Designs, die dann zum Stil von

Haus und Bewohnern passen.

falls auf die Bezeichnung „Feuchtraum

geeignet“. Dann widersteht der

Fußbodenbelag auch Dampf und Wasserspritzern.

Fliesen & Co

Für den Eingangsbereich, Vorzimmer

oder Badezimmer und WC eignen sich

sogenannte mineralische Bodenbeläge

am besten. Dazu gehören keramische

Fliesen, Natursteine oder auch

Terrazzo. Wer in der Auswahl seines

Bodenbelages Wert auf Nachhaltigkeit

legt, ist bei Fliesen & Co, wie auch

beim Parkett- bzw. Holzdielenboden,

gut beraten. Diese Bodenbeläge sind

nicht nur äußerst widerstandfähig,

sondern haben auch eine sehr gute

Wärmeleitfähigkeit. Dadurch lassen

sie sich gut mit einer Fußbodenheizung

kombinieren. Fliesenboden ohne

Fußbodenheizung kann recht kalt

sein. Die Auswahl an Größen, Farben

und Formen ist schier nahezu unerschöpflich,

die Widerstandsfähigkeit

dieses Bodenbelags ist recht hoch.

Es kann jedoch passieren, dass eine

Fliese absplittert oder bricht, wenn

z. B. ein schwerer Gegenstand darauf

fällt. Ein paar Fliesen in Reserve zu haben

ist daher nicht verkehrt. Mineralische

Bodenbeläge sind in der Regel

leicht zu reinigen und pflegen. Außergewöhnliche

Wirkung erzielt man mit

grafischen Fliesen, die aus dem Bodenbelag

ein wahres Kunstwerk machen.

Porzellan-Fliesen in Chevronund

Fischgrätmuster sind bei der Innenausstattung

2022 ebenso wenig

wegzudenken wie sechseckige Fliesen.

Ein weiterer besonderer Trend

sind Betonfliesen. Ihre neutralen Farben

und Muster dienen als perfekter

Hintergrund für jeden Raum und bringen

Stabilität. Dieser Bodenbelag erzeugt

ein modernes Ambiente in

Wohnzimmer, Badezimmer oder Küche

(„Industrie-Stil“).

Bio-Vinyl als Parkett-Alternative

Ein Trend zu Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit

macht auch bei Fußböden

nicht halt. Gesundheitsschädliche

Substanzen sollten tunlichst ebenso

vermieden werden wie die Belastung

der Umwelt bei der Produktion. Bio-Böden

und Bodenbeläge aus Vinyl sind

nicht zuletzt dadurch stark im Kommen,

letztere als perfekte Alternative zu

Parkett. Bio-Vinyl ist zu 100 % frei von

schädlichen Weichmachern und Co. Es

ist pflegeleicht, unempfindlich sowie

feuchtigkeitsbeständig – dadurch auch

für‘s Badezimmer geeignet – und langlebig.

Ein Vorteil von Bodenbelag aus Vinyl

ist weiters, dass er geräuscharm ist

und sich „fußwärmer“ anfühlt als beispielsweise

Laminat oder Fliesen. Und:

Es bietet sich eine große Palette an

Designmöglichkeiten. £

Bauern & Wohnen

Unkompliziertes Laminat

Besondere Akzente setzen kann man

aber auch mit Laminat. Anstatt aus

Echt- oder Massivholz bestehen die

einzelnen Laminat-Paneele jedoch aus

einer Trägerschicht. Auf diese ist eine

dünne Dekoschicht sowie eine robuste

Versiegelung aufgebracht. Dies sorgt

für eine große Design-Vielfalt. Laminat

ist außerdem preisgünstig, einfach

zu verlegen, sehr strapazierfähig und

leicht zu reinigen. Entgegen jeder Annahme

ist dieser Bodenbelag durchaus

auch für das Badezimmer geeignet.

Achten sie bei der Auswahl jeden-

Fürs Leben am Land 43


Bauern & Wohnen

Alternative Heizsysteme

Raus aus

Öl & Gas

Sagen wir es so:

Die Gesamtsituation

ist heikel.

Die Diskussion, aus

der Nutzung fossiler

Brennstoffe wie Öl

oder Gas auszusteigen,

wurde zum

Thema Nr. 1. Wie

kann der Umstieg zu

nachhaltiger, erneuerbarer

Energie

funktionieren?

Text: Sandra Steiner

Haben Sie sich diesen Spätwinter

auch der Aktion angeschlossen,

die Temperatur

im Haus um ein Grad

zu senken, um so ungefähr 6 % an

Heizkosten einsparen zu können?

Dass es jedenfalls notwendig ist, sich

über kurz oder lang vom Heizen mit Öl

und Gas zu verabschieden, liegt auf

der Hand. Was aber wäre die Alternative,

womit kann man die Energie erzeugen,

die man benötigt, um in der

kalten Jahreszeit nicht frieren zu

müssen und warmes Wasser zur Verfügung

zu haben? Wer gerade dabei

ist, sein Eigenheim zu planen bzw.

bauen, hat jetzt noch die Möglichkeit,

die entsprechenden Maßnahmen ohne

gröberen Aufwand zu treffen. Doch

auch für all jene, die umrüsten möchten,

sollte das keine übertrieben große

Hexerei sein – mit der richtigen Planung

und den richtigen Partnern an

der Hand. Das dafür nötige Budget ist

zweifellos keine unerhebliche Angelegenheit,

immerhin bieten Bund und

Länder aktuell noch Förderungen, die

bei einem Umstieg zumindest ein gewisses

Maß an finanzieller Unterstützung

bieten sollen. Wer beispielsweise

seine Ölheizung durch ein System mit

erneuerbarer Energie ersetzt, kann

bis zu 45 % der Investitionskosten ersetzt

bekommen. Als Heizungen mit

vollständig erneuerbarer Energie gelten

z. B. Wärmepumpen und Pelletheizungen.

Die Wärmepumpe

Für gut gedämmte Gebäude mit hohem

Baustandard eignen sich Wärmepumpen

perfekt. Sie machen sich jene

Energie zunutze, die in der Luft, dem

Wasser oder dem Erdreich gespeichert

ist und machen sie durch einen

Pump-Prozess zum Heizen nutzbar.

Damit gilt dieses Heizsystem als überaus

umweltfreundlich. Zum Antrieb

des Kompressors benötigt die Wärmepumpe

elektrische Energie. Sie eignet

sich daher ideal zur Kombination mit

einer eigenen Photovoltaikanlage.

Hinsichtlich des Energiebedarfes gilt:

Je niedriger das zur Beheizung notwendige

Temperaturniveau (Vorlauftemperatur)

ist, desto effizienter und

umweltfreundlicher arbeitet die Wärmepumpe.

Die Investitionskosten sind

bei diesem Heizsystem relativ hoch,

dafür dürfen Sie relativ geringe War-

44

Lagerhaus


Erneuerbare Energie

Heizen mit nachwachsenden

Rohstoffen wie Holz,

Holzpellets oder

Hackschnitzel liegt im

Trend.

Bauern & Wohnen

Info

tungskosten erwarten. Wenn Sie die

Wärmepumpe nicht mit einer eigenen

Photovoltaikanlage unterstützen können,

sind Sie beim Betrieb jedenfalls

von fluktuierenden Strompreisen abhängig.

Die Pelletheizung

Die beliebteste Variante der Holzheizung

ist die Pelletheizung. Die Heizwärme,

die dieses Heizsystem zur Verfügung

stellt, wird durch das Verbrennen

von Holzpellets in einem Heizkessel

erzielt. Dies läuft weitestgehend

automatisiert ab. Die Holzpresslinge

sind einheitlich groß und werden in

der Regel aus Reststoffen aus der Sägeindustrie

erzeugt. Der Platzbedarf

für die Lagerung der Holzpellets ist relativ

groß. Wer sich gerade in der Planungsphase

seines Hauses befindet,

tut sich hier leichter, da der erforderliche

Platz gleich mit einkalkuliert werden

kann. Doch auch der Austausch

eines alten Heizsystems ist durchaus

möglich, wenn ein Pelletlager und eine

Fördereinrichtung für den Pellettransport

platztechnisch möglich sind oder

es eine Möglichkeit gibt, Platz dafür zu

schaffen. Mit dieser Heizung genießen

Sie dafür eine besonders behagliche

und gemütliche Wärme. Bei der Umweltbilanz

schneidet die Pelletheizung

mitunter leider nicht ganz so optimal

ab: Auch wenn genau so viel CO 2

frei

wird, wie der Baum zuvor für sein

Wachstum in den vergangenen Jahrzehnten

aus der Atmosphäre geholt

hat, entstehen bei der Verbrennung

Feinstaub und Stickoxide. Die gute

Nachricht: Mittlerweile arbeiten Pelletanlagen

jedoch auch mit Brennwerttechnologie.

Diese Technologie nützt

die Wärme im „Rauchgas“, damit er-

Alternative Heizsysteme

im Überblick

• Wärmepumpe: umweltfreundlich,

kann den gesamten Heizenergiebedarf

decken, hohe

Investitionskosten, ideal für

gut gedämmte Gebäude

• Pelletheizung: kostengünstig

(leicht teurer als Gas), nachwachsender

Rohstoff, Feinstaub-Emission

• Scheitholzheizung (inkl.

Kaminöfen & Co): nachwachsender

Rohstoff, hohe

Energieeffizienz

• Solarthermie: kostengünstig,

umweltfreundlich, deckt nicht

den vollen Heizenergiebedarf

• Fernwärme: kein eigener

Heizkessel im Haus nötig, Anschluss

über das öffentliche

Netz (nicht überall verfügbar),

zur Wärmeerzeugung werden

Öl, Gas und Biobrennstoffe

eingesetzt

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höht sich die Effizienz um etwa 15 %.

Moderne Anlagen weisen deutlich reduzierte

Feinstaubwerte auf.

Holzheizung

Biomasseheizungen heizen durch die

Verbrennung von festen oder pflanzlichen

Rohstoffen. Der am meisten verwendete

Brennstoff dabei ist Holz. Im

Vergleich zu Öl, Gas oder Strom ist

Holz noch relativ kostengünstig, allerdings

ziehen die Preise auch hier seit

einiger Zeit empfindlich an. Ein

Scheitholzkessel kann das gesamte

Haus mit Wärme versorgen. Dieser

arbeitet mit getrockneten Holzscheiten

und verbrennt diese dank moderner

Vergasertechnik effizient. Eine

Scheitholzheizung ist in erster Linie

dann sinnvoll, wenn Hausbesitzer

neben ausreichendem Platz zur

Brennholzlagerung auch genügend

Zeit zum Nachlegen haben. Als „Ganzhausheizung“

wird auch der gute alte

Kachelofen zu einem modernen Heizsystem

für das ganze Haus. Möglich

macht dies ein Ofen mit Kesseltechnik

und einem Wärmetauscher mit Pufferspeicher.

Dieses Heizsystem ist

außerdem gut mit anderen Energiesystemen

kombinierbar (z. B. Energie

aus Sonnenkollektoren auf dem Dach).

Darüber hinaus werden Kaminsysteme,

die Ofen- und Kaminelement in

sich vereinen, immer beliebter und

sind vielfältig einsetzbar. Eine interessante

Variante innerhalb dieses Heizsystems

ist ein mit Holz betriebener

wasserführender Kaminofen. Dieser

birgt neben dem Vorteil der natürlichen

Wärme und Ästhetik eines Holzfeuers

auch jenen der Warmwassererzeugung.

Mit diesem Warmwasser

kann ein Zentralheizungssystem zusätzlich

gespeist werden.

Heizen mit Solarthermie

Heizen mit Sonnenenergie – auch das

geht. In Kombination mit einem anderen

Heizsystem oder auch solo. Eine

Solarthermieanlage erwärmt Wasser

mithilfe von Sonnenenergie. Solarkollektoren

bündeln das einfallende Sonnenlicht

auf dem Dach. Im Vergleich

zu einer Photovoltaikanlage, die Sonnenlicht

in elektrischen Strom umwandelt,

braucht eine Solarthermieanlage

meist eine größere Fläche (z. B.

auf dem Dach). Die dabei entstehende

Wärme wird über ein Wärmeträgermedium

auf das Heizwasser übertragen.

Das Wasser erhitzt sich auf diese

Weise deutlich stärker als bei einer

normalen Sonneneinstrahlung auf

eine Wasserfläche. Dieses Wasser

kann man schließlich als Brauchwasser

oder zur Raumbeheizung nutzen.

Mit einer guten und funktionellen So-

larthermie-Anlage auf einer entsprechenden

Dachfläche können Sie im

Laufe des Jahres einerseits das

Brauchwasser nahezu vollständig kostenneutral

erhitzen und andererseits

bis zu 30 % Heizkosten einsparen. Den

gesamten Heizbedarf kann eine Solarthermieanlage

in der Regel nicht decken,

es ist immer ein weiteres Heizsystem

erforderlich. Für eine optimale

individuelle Planung empfiehlt es sich

in jedem Fall, fachliche Unterstützung

vom Profi zu holen. £

Info

Heizen und

Umweltfreundlichkeit

Der Trend beim Heizen geht von Gas

und Öl weg (wieder) in Richtung,

Holzpellets oder Scheitholz (u. a.).

Diese Rohstoffe sind nachwachsend

und werden damit als nachhaltig

und klimaneutral eingestuft. Dass

bei der Verbrennung dennoch eine

gewisse Menge Feinstaub freigesetzt

wird, entspricht ebenfalls

der Tatsache. Achten Sie bei der

Auswahl Ihrer Heizung auf das

Anlagensystem (z. B. mit Brennwerttechnologie).

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Mit Holz beheizt sorgen sie für

behagliche Wärme im Raum.

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