06.07.2022 Aufrufe

Theatermagazin - Nationaltheater Mannheim Juli 2022

Die Juliausgabe des Theater Magazins des Nationaltheaters Mannheim. Weitere Infos und Programm: https://www.nationaltheater-mannheim.de/

Die Juliausgabe des Theater Magazins des Nationaltheaters Mannheim. Weitere Infos und Programm: https://www.nationaltheater-mannheim.de/

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NR. 26

NATIONALTHEATER MANNHEIM

JULI 2022

THEATERMAGAZIN

Alexander Soddy: Lebt

am Dirigentenpult

SEITE 3

Ein Fest zum Auszug aus

dem Spielhaus

SEITEN 4 & 5

Mozart und Da Ponte im

Schlosstheater

SEITE 12


2 AUFTAKT WWW.NATIONALTHEATER.DE

S Zum Abschluss der Spielzeit öffnet das Mannheimer

Stadtensemble das Tor zum Hof und lädt gemeinsam

mit Freund*innen zum Sommerfest ein. Auf Euch

warten Flohmarkt, Kinderworkshop, Musik, Kuchen

und Drinks!

SOMMERFEST UND FLOHMARKT DES MANNHEIMER

STADTENSEMBLES

Sa, 16.07.2022, Proberaum Stadtensemble /

Junge Bürgerbühne (R4, 5-7)

O Beim Kinderchorkonzert gibt es ein Wiedersehen oder Wiederhören mit dem

gestiefelten Kater, Rapunzel, dem tapferen Schneiderlein, Fuchs und Igel, auch der

Loreley und Aladdin, Arielle und vielen mehr! Junge Zuschauer*innen können

Neues ent-decken, die jung Gebliebenen werden sich gerne erinnern ...

KINDERCHORKONZERT, So, 10. und Sa, 16.07.2022, Opernhaus

S Unsere Assistierenden präsentieren sich

zum Abschied im XXL-Format: Von 11.00 bis

23.00 Uhr halten sie im Studio Werkhaus die

eine oder andere Überraschung bereit – der

Eintritt ist jederzeit möglich!

INS KALTE WASSER

So, 17.07.2022, Studio Werkhaus

Am 30.07.2022 findet die letzte

Vorstellung der Spielzeit statt.

Nach der Sommerpause starten

wir am 17.09.2022 mit dem

»Opernair« auf der Seebühne im

Luisenpark. Karten dafür erhalten

Sie ab dem 07.07.2022.

Die Premieren und Vorstellungstermine

der Spielzeit 2022/23

werden Ende September veröffentlicht.

Informationen zu den

Spielstätten während der Generalsanierung

finden Sie auf unserer

Webseite unter »Sanierung«.

Bereits ab dem 01.07.2022 gibt

es die neuen Starter-Abos – zum

Verschenken und selbst Vorfreuen!

Kartentelefon 0621 1680 150

Abobüro Tel. 0621 1680 160

www.nationaltheater.de

J Theater ist mehr als Text und

das gesprochene Wort. Theater

ist Bewegung, Raum, Körper und

Zeit. Wie kann ein Text Bilder im

Raum kreieren, Atmosphären

erzeugen und auf anderen Ebenen

und mit anderen Mitteln sichtbar

und hörbar werden? In einer

Fortbildung für Lehrer*innen und

Interessierte werden die Teilnehmenden

neben Praxisbeispielen

sich in Arbeitsgruppen selbst

darin versuchen, eigene Bildsprachen

zu kreieren.

BILDSPRACHEN IM THEATER

Sa, 16.07.2022, Probebühne Junges NTM

S Warum sind Frauen bei innovativen

Startups stark unterrepräsentiert? Welchen

Barrieren begegnen Start-Up-Gründerinnen

und wie können diese überwunden werden?

CLUB DER UNMÖGLICHEN FRAGEN:

EXISTENZGRÜNDUNGSOPTIONEN UND

START-UPS FÜR FRAUEN

Do, 21.07.2022, digital


KARTENTELEFON 0621 1680 150

MEIN LIEBLINGSORT 3

OPER

Alexander Soddy

Seinen Mannheimer Lieblingsort möchte

man von ihm wissen? Eine nur rhetorische

Frage für den scheidenden GMD

Alexander Soddy. Künstlerisch hat er am

Dirigentenpult im Orchestergraben des

Nationaltheaters »gelebt«.

Von hier aus hat Alexander Soddy 13

Premieren, nämlich Aida, Genoveva,

Fidelio, Don Giovanni, Die Meistersinger

von Nürnberg, Pelléas et Melisande,

Peter Grimes, Albert Herring, Tristan und

Isolde sowie den kompletten Ring des

Nibelungen geleitet. Von hier aus hat er

alles gegeben, jeden Abend zu einem Fest

der Oper werden zu lassen, – die Kräfte

gebündelt und Energien für »sein« Orchester,

für die Solist*innen und den Chor,

für das zu erzählende Musik-Drama auf

der Bühne freigesetzt, mit hohem Anspruch

seinen Musiker*innen alles abverlangt.

Das gilt vielleicht in noch höherem

Maße für die 17 Wiederaufnahmen aus

dem Mannheimer Repertoire: von Hänsel

und Gretel, Fledermaus, Barbier über La

Traviata, La Bohème, Butterfly, Tosca

und Turandot, Cavalleria rusticana und

Pagliacci, Tannhäuser, Lohengrin und

Parsifal, Elektra, Salome, Der Rosenkavalier

und Die Frau ohne Schatten

sowie Die Liebe zu drei Orangen. In sechs

Jahren zeugt das von einer unfassbaren

Hingabe an die Sache, zeugt von Fleiß,

getragen von einem unbedingten Willen

zur Qualität in der Wiederaneignung des

sogenannten Mannheimer Repertoires.

Dankbarkeit ist fast ein zu geringes Wort

für diese sechsjährige Partnerschaft und

künstlerische Freundschaft, für die andauernde

gegenseitige Inspiration und

Eintracht im unbedingten Wollen künstlerischer

Exzellenz.

Mit der Götterdämmerung am 30.07. als

letzter Premiere des »neuen« Mannheimer

Rings heißt es Abschied nehmen.

Aber nicht ganz: Als Chefdirigent der

Akademiekonzerte mit vier verschiedenen

Programmen bleibt er uns allen als

Konzertdirigent für eine weitere Spielzeit

erhalten.

Albrecht Puhlmann

DER RING DES NIBELUNGEN:

DAS RHEINGOLD Premiere Sa, 09.07.2022

DIE WALKÜRE Premiere So, 17.07.2022

SIEGFRIED Premiere Fr, 22.07.2022

GÖTTERDÄMMERUNG Premiere Sa, 30.07.2022


4WWW.NATIONALTHEATER.DE

INTERVIEW

Interview: Cordula Demattio, Sascha Hargesheimer und Alexandra Karabelas

Foto: Christian Kleiner

Zwischen

Abschied

und

Aufbruch

Ein Gespräch mit den Intendanten

Albrecht Puhlmann,

Christian Holtzhauer und

Stephan Thoss über den

Auszug aus dem Spielhaus

am Goetheplatz und neue

Herausforderungen

Lieber Albrecht Puhlmann, lieber

Christian Holtzhauer, lieber Stephan

Thoss, die Zeit am Goetheplatz neigt

sich dem Ende zu. Was wird Ihnen

am meisten fehlen?

Albrecht Puhlmann: Spontan gesagt

wird uns und unserem Ensemble der

Ort fehlen, für den das große und

unglaublich breit gefächerte Mannheimer

Repertoire geschaffen wurde. Der

fantastische Bühnenraum, in dem

65 Jahre Theatergeschichte lebendig

und spürbar sind.

Christian Holtzhauer: Mir wird die

räumliche Nähe im Spielhaus fehlen,

die Begegnungen hinter den Kulissen

mit den Ensembles der anderen

Sparten, dieses Vibrieren des ganzen

Hauses, wenn Opern- und Schauspielhaus

parallel bespielt werden und

beide ausverkauft sind.

Stephan Thoss: Natürlich ist das Spielhaus

am Goetheplatz unser Zuhause.

Noch größer ist jedoch unsere Freude,

dass wir an anderen Orten für so viele

Theater- und Tanzinteressierte wie

möglich tanzen können werden. Es

entspricht unserer Kunst, in Bewegung

zu sein.

Bevor wir die neuen Bühnen bespielen,

wollen wir uns gebührend vom

Spielhaus am Goetheplatz verabschieden.

Was erwartet das Publikum

am Wochenende vom 23. und 24.

Juli?

Christian Holtzhauer: Ein großes Fest

mit allen Sparten mit persönlichen

Begegnungen, ungewohnten Perspektiven,

den schönsten Erinnerungen an

die Geschichte dieses Gebäudes.

»Es entspricht

unserer Kunst, in

Bewegung zu sein.«

STEPHAN THOSS

Albrecht Puhlmann: Wir freuen uns

auf Begegnungen und Gespräche mit

unserem Publikum, auf Erinnerung und

Ausblick.

Stephan Thoss: Im Tanz werden wir ein

öffentliches Training präsentieren und

zeigen Highlights aus unseren jüngsten

Premieren.

Albrecht Puhlmann: Am Samstagabend

erwartet Sie auf der Opernhausbühne

zudem eine große Auktionsgala, bei der

Sie Theaterraritäten und Kuriositäten

erwerben können.

»Wir haben

beschlossen, einen

neuen, tollkühn

erscheinenden Weg

zu gehen.«

ALBRECHT PUHLMANN

Stephan Thoss: Neben Requisiten und

Kostümen versteigern wir Original-

Notationen meiner Tanzstücke »Der

Tod und das Mädchen« und »Mozart«.

Und im Ballettsaal gibt es ein großes

Miteinander. Alle können mit unseren

Tänzer*innen zusammen tanzen.

Im Rahmen des Auszugsevents wird

Christian Weise die gesamte Bühne

und den Zuschauerraum des Schauspielhauses

bespielen – wie einzigartig

ist die Gelegenheit, den Raum

so zu nutzen?

Christian Holtzhauer: Im Repertoirebetrieb

ist es kaum möglich, das

Schauspielhaus auf so flexible Weise

zu nutzen, wie es dem Architekten

ursprünglich vorschwebte. Für unseren

Abschied aus dem Haus nehmen

wir uns die Zeit, das Schauspielhaus

umzubauen, um besonders intensive

Theatererlebnisse zu ermöglichen und

den Schauspieler*innen viel näher als

sonst üblich zu kommen.

Raum und Zeit werden auch in

Richard Wagners monumentalem

»Ring«-Zyklus auf den Kopf gestellt.

Mit der »Götterdämmerung« am

Samstag, den 30. Juli 2022 verabschiedet

sich die Oper aus dem

Spielhaus am Goetheplatz. Wie kam

es zu dem Projekt?


KARTENTELEFON 0621 1680 150

5

Ab der Spielzeit 2022/23 wird das Spielhaus am Goetheplatz generalsaniert.

Albrecht Puhlmann: Gemeinsam mit

Alexander Soddy hatten wir immer

vor, den »Ring des Nibelungen« auf die

Bühne zu bringen. Schon in den letzten

beiden Jahren hätte dafür der »Ring«

in der Version von Achim Freyer Stück

für Stück wiederaufgenommen werden

sollen. Wir haben beschlossen, einen

neuen, tollkühn erscheinenden Weg zu

gehen. Zusammen mit der Regisseurin

Yona Kim haben wir ein Konzept entwickelt,

das kreativ und mit großer

Imaginationskraft mit den Gegebenheiten

umgeht. Mit einem »Ring« aus

einem Guss feiern wir unseren Abschied

aus dem Haus am Goetheplatz.

Davor erleben wir am 2. Juli eine

Tanzpremiere: einen temporeichen

Doppelabend mit dem rasanten Titel

»Speed«. Herr Thoss, Sie steuern eine

Uraufführung bei. Was reizt Sie an

dem Thema »Speed«?

Stephan Thoss: Heute wird vielem wenig

Zeit gelassen. Ich bewege mich von A

nach B. Dabei führe ich gleichzeitig ein

Telefonat und tue etwas gegen meinen

Hunger. Das ist heute Alltag. »Speed« verstehe

ich so als einen Druck, der nach

innen wirkt, um die vorhandene Zeit

FESTWOCHENENDE

»Auf zu neuen Ufern«

Am Sa, 23. und So, 24.

Juli erwartet Sie zum

Abschluss der letzten

Spielzeit am Goetheplatz

vor der Generalsanierung

ein

Theaterfest mit

buntem Programm,

einer großen Auktion,

Ausblicken in die

nächste Spielzeit und

einem extra für diesen

Anlass entstandenen

Theaterparcours von

Hausregisseur

Christian Weise.

Feiern Sie mit uns –

an beiden Tagen ab

15.00 Uhr, der Eintritt

ist kostenlos.

Mit freundlicher

Unterstützung der

Freunde und Förderer

des Nationaltheaters

Mannheim e. V.

FESTWOCHENENDE

»AUF ZU NEUEN

UFERN«

Sa, 23. und

So, 24.07.2022,

Spielhaus am

Goetheplatz

auszuschöpfen. Dabei ignorieren wir

aber die Rhythmen, die uns die Natur

vorgegeben haben. Mich reizt, von dem

»Speed« in unserem Leben zu erzählen.

»Ich empfinde diese

Phase des Übergangs

als eine Zeit

des Tatendrangs,

der Neugier und

vor allem des Aufbruchs.«

CHRISTIAN HOLTZHAUER

Bis die neuen Spielstätten eröffnet

werden, dauert es noch etwas. Wie

blicken Sie auf die Zeit zwischen

Auszug und Einzug?

Stephan Thoss: Ich blicke auf eine

arbeitsreiche Zeit, denn wir planen zur

Wiedereröffnung des NTM Tanzhauses

als Spielstätte im Oktober ein tolles

Event mit Tanzpremiere. Hierfür bauen

wir eine neue Zuschauertribüne ein.

Insofern blicke ich mit Freude auf diese

Zeit und auf alle, die uns besuchen

werden.

Albrecht Puhlmann: Wir haben eine

große Herausforderung vor uns, nämlich

ein Gesamtgastspiel von Ensemble,

Orchester, Chor und Technik in Daegu,

Südkorea. Im Oktober zeigen wir im

Rahmen des »Daegu International

Opera Festival« einen Ring-Zyklus.

Der Einzug in die neuen Spielstätten

und die Eröffnung der Oper am Luisenpark

(OPAL) stehen am 17. Dezember

2022 an – wiederum mit einem Fest

der Oper und des Gesangs, einem

Theaterspektakel in der Regie von

Lorenzo Fioroni.

Christian Holtzhauer: Im Schauspiel

beginnen wir die Spielzeit mit einer

neuen Premiere auf unserer rollenden

Bühne, dem NTM-Theatertruck.

Selbstverständlich werden wir auch

das Studio Werkhaus bespielen. Und

in unserem neuen Theater, dem Alten

Kino Franklin, gibt es noch jede Menge

zu tun, bis wir die Türen öffnen können.

Ich empfinde diese Phase des Übergangs

als eine Zeit des Tatendrangs, der

Neugier und vor allem des Aufbruchs.

Und darauf freue ich mich sehr.


6

AUKTION | FOTOAUSSTELLUNG

WWW.NATIONALTHEATER.DE

Zum Ersten,

zum Zweiten

zum Dritten!

Ersteigern Sie ein besonderes Stück Nationaltheater bei der Auktion von

Theaterraritäten im Rahmen des großen Festwochenendes!

Fragen an

Fotograf

Hans Jörg

Michel

1. 37 Jahre in ein und demselben Beruf

in Mannheim am Theater – wird einem

da nicht irgendwann langweilig?

Keineswegs. Das Tätigkeitsfeld war so

umfang- wie abwechslungsreich. Ich

habe neben der Bühnenfotografie auch

Porträtfotos, z. B. für die Ensemblegalerie

im Foyer, oder Bildstrecken für Spielzeithefte

entwickelt und umgesetzt. Die Zeit

war auch geprägt von Begegnungen mit

interessanten Menschen und viel guter

Musik. Es gibt kaum etwas Schöneres,

als Livemusik bei der Arbeit zu haben!

Suchen Sie noch nach einer passenden

Dekoration für Ihren Garten und haben

Platz für ein Pferd aus der Oper »La Reine«?

Oder möchten Sie in dem seidig schönen

Kleid der Hauptrolle aus der gleichnamigen

Oper bei der nächsten Veranstaltung

im Rampenlicht stehen? Sich in andere

Welten träumen mit Hilfe des Feuerplaneten

aus der Produktion »Orpheus aus der

Unterwelt«? Die Kinder oder Enkel mit

einem lebensgroßen Krokodil aus Stoff

begeistern? Einen von drei Theaterstühlen

aus dem Schauspielhaus mit nach Hause

nehmen und darin in schönen Theater-

Erinnerungen schwelgen?

Bevor das Spielhaus Ende des Sommers in

die Generalsanierung geht, möchten wir

uns mit einer besonderen Veranstaltung

verabschieden – einer Auktion, bei der Sie

Kostüme, Requisiten und weitere Theaterkuriositäten

für einen guten Zweck ersteigern

können: Die Erlöse der Auktion

kommen Projekten der Generalsanierung

zugute.

Jedes Objekt verfügt über einen Startpreis.

Diese liegen zwischen 5,– und 500,– €.

Eine Besichtigung der Objekte ist vor Beginn

der Vorstellung am 23. Juli möglich.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos.

Zur Registrierung ist eine Theaterkarte

erforderlich, die Sie an der Theaterkasse

oder online über die Webseite des

Nationaltheaters erstehen können.

THEATERRARITÄTEN-AUKTION

Sa, 23.07.2022, Opernhaus

2. In Deiner beruflichen Laufbahn hat

sich die Technik der Fotografie von

analog zu digital gewandelt. Wie hast

Du diese Umstellung erlebt?

Als einen wahren Segen. Die digitale

Technik hat die Bildqualität enorm verbessert,

durch gezielte Nachbearbeitung

sind die oft doch eher schwierigen Lichtverhältnisse

auf der Bühne viel leichter

in den Griff zu bekommen. Die Arbeit in

der Dunkelkammer vermisse ich gar

nicht, es ist viel angenehmer am Bildschirm

zu sitzen, oder am Laptop in

einem Salzburger Kaffeehaus …

3. Vom 1. bis 30. Juli sind Deine Fotografien

aus 37 Jahren Theatergeschichte

am NTM in einer großen Ausstellung

zu sehen. Was erwartet uns?

Die Ausstellung bespielt das gesamte

Untere und Obere Foyer mit verschiedenen

Formaten. Es wird keine braven Rahmen

an den Wänden geben, sondern eine

hoffentlich spannende Reise durch fast

vier Jahrzehnte Theatergeschichte in

Mannheim. Wer zudem ein paar Anekdoten

aus dem Theateralltag hören möchte,

kann an den Juli-Samstagen um 15.00

Uhr an einem Rundgang mit mir teilnehmen.

Wir sehen uns, ich freue mich!

Die Ausstellung »37 – Hans Jörg Michel« wird gefördert

von den Freunden und Förderern des NTM

e. V. und der Stiftung Nationaltheater Mannheim.

37 – HANS JÖRG MICHEL. SIEBENUND-

DREISSIG JAHRE THEATERFOTOGRAFIE

Fr, 01. bis Sa, 30.07.2022, Unteres Foyer


KARTENTELEFON 0621 1680 150

GENERALSANIERUNG

7

NTM à la carte

Alle wichtigen Adressen während der Generalsanierung auf einen Blick

Alle

Sparten

THEATERKASSE &

ABOBÜRO

O7, 18

68161 Mannheim

ab 01.09.2022

Oper

SCHLOSSTHEATER

SCHWETZINGEN

Schloss Mittelbau

68723 Schwetzingen

ab Ende 2022

ALTES KINO

FRANKLIN

Abraham-Lincoln-Allee 1

Schauspiel 68309 Mannheim

Tanz ab Ende 2022

Schauspiel

Oper

Junges NTM

STUDIO WERKHAUS

Mozartstr. 9–11

68161 Mannheim

weiter ab Sept 2022

Oper

Tanz

OPAL (OPER AM

LUISENPARK)

Theodor-Heuss-Anlage 10

68165 Mannheim

ab 01.09.2022

Oper

Tanz

PFALZBAU

LUDWIGSHAFEN

Berliner Straße 30

67059 Ludwigshafen

ab Ende 2022

Junges

NTM

ALTE FEUERWACHE

am Alten Messplatz/

Brückenstr. 2

68167 Mannheim

weiter ab Sept 2022

Tanz

NTM TANZHAUS

Galvanistraße Tor 6A,

68309 Mannheim

ab Okt 2022

Gekommen um zu bleiben

Vier Spielstätten der Interimszeit blicken bereits auf eine reiche Historie an Aufführungen zurück.

Seit 43 Jahren ist die »Alte Feuerwache«

feste Spielstätte des Jungen NTM. Hier

kann die Sparte den Spielbetrieb ununterbrochen

fortsetzen. »Viele Mannheimer*innen,

die längst keine Kinder mehr

sind, verbinden ihr erstes Theatererlebnis

mit der Alten Feuerwache«, schwärmt

JNTM-Intendantin Ulrike Stöck.

Auch in der intimen Atmosphäre des

»Studio Werkhaus« wird ab Oktober

gespielt. Die Lobby Werkhaus ein

Stockwerk weiter oben wird ebenfalls

als Veranstaltungsort dienen.

Die prunkvolle Parkanlage des »Schlosstheater

Schwetzingen« lädt vor und

nach Vorstellungen zu einem Spaziergang

ein. Hier wird im frühklassizistischen

Flair traditionell das Opernfestival

»Mannheimer Sommer« beschlossen

Auch der »Pfalzbau Ludwigshafen«

hat das Nationaltheater Mannheim

bereits beherbergt: während der letzten

Sanierung in den Jahren 1992–94. Der

Ort ermöglicht es vor allem, das berühmte

Mannheimer Repertoire mit

seinen großen Bühnenbildern weiterhin

zeigen zu können.

Die Generalsanierung

ist eine Investitionsmaßnahme

der Stadt

Mannheim. Die Generalsanierung

des NTM

wird gefördert durch

die Beauftragte der

Bundesregierung für

Kultur und Medien

(aufgrund eines Beschlusses

des Deutschen

Bundestages)

sowie das Ministerium

für Wissenschaft,

Forschung und Kunst

Baden-Württemberg.


8 SPIELPLAN UND INHALTSVERZEICHNIS WWW.NATIONALTHEATER.DE

JUL

01 FR

AUSSTELLUNG

16.00 | Unteres Foyer

Vernissage

37 – Hans Jörg

Michel

Siebenunddreißig

Jahre Theaterfotografie

Mit einer großen Ausstellung

verabschiedet

sich Theaterfotograf

Hans Jörg Michel in den

Ruhestand

SCHAUSPIEL

19.30 – 21.00

Schauspielhaus

Das Versprechen

nach Friedrich

Dürrenmatt

Abschiedsvorstellung

Jacques Malan

Gott Vater Einzeltäter

02 SA

AUSSTELLUNG

15.00 | Unteres Foyer

Rundgang durch die

Ausstellung »37 –

Hans Jörg Michel

Siebenunddreißig

Jahre Theaterfotografie«

mit dem Fotografen

JUNGES NTM

18.00 – 19.10

Saal Junges NTM

Kohlhaas (14+)

Marco Baliani und

Remo Rostagno

nach Motiven von

Heinrich von Kleist

OPER

19.00* – 21.00

Opernhaus

Die Entführung aus

dem Serail

Singspiel von Wolfgang

Amadeus Mozart

TANZ

20.00 | Schauspielhaus

Premiere

Speed

Zweiteiliger Tanzabend

mit Choreografien von

Stephan Thoss und

Andonis Foniadakis

»Speed« in der

Großaufnahme

Seite 15

SCHAUSPIEL

20.00 – 21.30

Studio Werkhaus

Ein paar Leute

suchen das Glück

und lachen sich tot

Bühnenfassung

nach dem Roman von

Sibylle Berg

Das Schauspiel gastiert

mit »Die Jungfrau von

Orleans« in München.

03 SO

JUNGES NTM

18.00 – 19.10

Saal Junges NTM

Kohlhaas (14+)

Marco Baliani und

Remo Rostagno

nach Motiven von

Heinrich von Kleist

OPER & SCHAUSPIEL

19.00* – 20.25

Schauspielhaus

Zum letzten Mal

The Damned and the

Saved

Komposition: Malin

Bång | Libretto: Pat

To Yan

OPER

20.00 – 21.30

Opernhaus

Madame Butterfly

(WWO)

von Giacomo Puccini

SCHAUSPIEL

20.00 – 21.30

Studio Werkhaus

Ein paar Leute

suchen das Glück

und lachen sich tot

Bühnenfassung

nach dem Roman von

Sibylle Berg

04 MO

JUNGES NTM

11.00 – 12.10

Saal Junges NTM

Kohlhaas (14+)

Marco Baliani und

Remo Rostagno

nach Motiven von

Heinrich von Kleist

SCHAUSPIEL

19.30 – 21.20

Schauspielhaus

Zum letzten Mal

Das Floß der

Medusa

nach dem gleichnamigen

Roman von

Franzobel

SCHAUSPIEL

20.00 – 21.00

Studio Werkhaus

Die Leiden des

jungen Werther

von Johann Wolfgang

von Goethe

05 DI

SCHAUSPIEL

11.00 – 12.00 &

20.00 – 21.00

Studio Werkhaus

Die Leiden des

jungen Werther

von Johann Wolfgang

von Goethe

JUNGES NTM

11.00 – 12.10

Saal Junges NTM

Kohlhaas (14+)

Marco Baliani und

Remo Rostagno

nach Motiven von

Heinrich von Kleist

06 MI

JUNGES NTM

11.00 – 12.10

Saal Junges NTM

Kohlhaas (14+)

Marco Baliani und

Remo Rostagno

nach Motiven von

Heinrich von Kleist

07 DO

SCHAUSPIEL

20.00 – 21.25

Studio Werkhaus

Kill Baby

von Ivana Sokola

SCHAUSPIEL

20.00 | Theatercafé

Weggefährt*innen

Die Hausautor*innen

des NTM im Gespräch

Hausautor*innen im

Blitzlicht

Seite 16

08 FR

JUNGES NTM

9.00 – 13.00 | Schulhöfe

Perplexi (8+)

Eine mobile

Forschungs station

auf Schulhöfen in

Mannheim und

Umgebung

JUNGES NTM

10.00 – 11.10

Saal Junges NTM

Familie auf

Bestellung (8+)

Holger Schober | UA

SCHAUSPIEL

19.00 | Schauspielhaus

Premiere

Dschinns

nach dem Roman von

Fatma Aydemir | UA

Vom Buch auf die

Bühne

Seite 12

Dschinns

09 SA

AUSSTELLUNG

15.00 | Unteres Foyer

Rundgang durch die

Ausstellung »37 –

Hans Jörg Michel

Siebenunddreißig

Jahre Theaterfotografie«

mit dem Fotografen

Kill Baby

OPER

19.00* | Opernhaus

Premiere

Das Rheingold

Vorabend des Bühnenfestspiels

»Der Ring

des Nibelungen«

von Richard Wagner

Generalmusikdirektor

Alexander Soddy im

Portrait

Seite 3

TANZ

19.30* | Schauspielhaus

Speed

Zweiteiliger Tanzabend

mit Choreografien von

Stephan Thoss und

Andonis Foniadakis

SCHAUSPIEL

20.00 – 21.30

Studio Werkhaus

Ein paar Leute

suchen das Glück

und lachen sich tot

Bühnenfassung

nach dem Roman von

Sibylle Berg

Das Schauspiel gastiert

mit »Land ohne Worte«

in Heilbronn.

10 SO

KONZERT

11.00 | Opernhaus

Kinderchorkonzert

»Märchen schreibt

die Zeit«

JUNGES NTM

11.00 – 12.10

Saal Junges NTM

Familie auf

Bestellung (8+)

Holger Schober | UA

SCHAUSPIEL

17.00 – 19.00

Schauspielhaus

Geschlossene

Veranstaltung

Istanbul

Theaterstück mit Musik

von Sezen Aksu

SCHAUSPIEL

20.00 – 21.25

Studio Werkhaus

Kill Baby

von Ivana Sokola

11 MO

JUNGES NTM

10.00 – 11.10

Saal Junges NTM

Familie auf

Bestellung (8+)

Holger Schober | UA

SCHAUSPIEL

19.30 – 21.30

Schauspielhaus

Herkunft

nach dem Roman von

Saša Stanišić

in einer Theaterfassung

von Johanna Wehner

12 DI

SCHAUSPIEL

19.00 | Schauspielhaus

Dschinns

nach dem Roman von

Fatma Aydemir | UA

JUNGES NTM

19.30 – 20.30 | digital

Zum letzten Mal |

Geschlossene Veranstaltung

Qingdao – a messy

archive (16+)

Deutsche Kolonialvergangenheit

in China

13 MI

JUNGES NTM

10.00 – 10.40

Saal Junges NTM

≥JOIN≤ Kliffhänger

(8+)

Folge EINS

Carly / Küspert / Saya |

Valeria Ryzhonina | UA

TANZ

19.30* | Schauspielhaus

Speed

Zweiteiliger Tanzabend

mit Choreografien von

Stephan Thoss und

Andonis Foniadakis

14 DO

JUNGES NTM

10.00 – 10.40

Saal Junges NTM

≥JOIN≤ Kliffhänger

(8+)

Folge EINS

Carly / Küspert / Saya |

Valeria Ryzhonina | UA


KARTENTELEFON 0621 1680 150

9

Legende

* Kurzeinführung in der Oper 45 Min. bzw. 30 Min.

für Vorstellungen in Schwetzingen.

Musikalische Kurzeinführungen vor den Premieren

des »Ring des Nibelungen«.

Kurzeinführung im Schauspiel und im Tanz 30 Min.

vor Vorstellungsbeginn

UA

DEA

englische Übertitel / Übersetzung

türkische Übertitel / Übersetzung

Uraufführung

Deutschsprachige Erstaufführung

19 DI

22 FR

27 MI

JUNGES NTM

OPER

OPER

Die Entführung aus dem Serail

KUNSTHALLE MANN-

HEIM & SCHAUSPIEL

Kunsthalle Mannheim

Eröffnung

Urban Nature

Begehbare Installation

in der Kunsthalle

Mannheim

von Rimini Protokoll

(Haug/Huber/Kaegi/

Wetzel) | Deutsche

Erstaufführung

Töne, Tablets, Theater

Seite 12

OPER

19.00* | Schlosstheater

Schwetzingen

Premiere

Così fan tutte

von Wolfang Amadeus

Mozart

Mozart und Da Ponte

Seite 12

SCHAUSPIEL

19.30 – 21.10

Schauspielhaus

Zum letzten Mal

Das Käthchen von

Heilbronn

oder Die Feuerprobe

Ein großes historisches

Ritterschauspiel von

Heinrich von Kleist

15 FR

SCHAUSPIEL

19.30 – 20.55

Schauspielhaus

Gott Vater

Einzeltäter

Operation Kleist von

Necati Öziri | UA

16 SA

JUNGES NTM

10.00 – 16.00

Probebühne Junges

NTM

Bildsprachen im

Theater

Fortbildung für

Lehrer*innen und

Interessierte

JUNGES NTM

11.00 – 12.00

Saal Junges NTM

Vom kleinen

Maulwurf, der

wissen wollte, wer

ihm auf den Kopf

gemacht hat. (4+)

Werner Holzwarth &

Wolf Erlbruch

AUSSTELLUNG

15.00 | Unteres Foyer

Rundgang durch die

Ausstellung »37 –

Hans Jörg Michel

Siebenunddreißig

Jahre Theaterfotografie«

mit dem Fotografen

MANNHEIMER

STADTENSEMBLE

ab 15.00 | R4, 5–7

Sommerfest des

Mannheimer

Stadtensembles

Das Mannheimer Stadtensemble

und Gäste

laden ein

KONZERT

18.00 | Opernhaus

Kinderchorkonzert

»Märchen schreibt

die Zeit«

SCHAUSPIEL

19.30 – 22.15

Schauspielhaus

Zum letzten Mal

Meine geniale

Freundin – Teil 2

nach den Romanen von

Elena Ferrante | DEA

17 SO

SCHAUSPIEL

11.00 – 23.00

Studio Werkhaus

Ins kalte Wasser

Bühne frei für den

Theater-Nachwuchs

OPER

17.00* | Opernhaus

Premiere

Die Walküre

Erster Tag des Bühnenfestspiels

»Der Ring

des Nibelungen«

von Richard Wagner

SCHAUSPIEL

19.30 – 21.20

Schauspielhaus

Die Nibelungen –

Sick of Sickfried!

Der große Mythos neu

erzählt von Jaques

Tabaques und Jaxxon

Mehrzweck mit Musik

von Jakob Hoff | UA

18 MO

JUNGES NTM

10.00 – 11.00

Saal Junges NTM

Vom kleinen

Maulwurf, der

wissen wollte, wer

ihm auf den Kopf

gemacht hat. (4+)

Werner Holzwarth &

Wolf Erlbruch

OPER

19.00* | Schlosstheater

Schwetzingen

Così fan tutte

von Wolfgang Amadeus

Mozart

10.00 – 11.00

Saal Junges NTM

Vom kleinen

Maulwurf, der

wissen wollte, wer

ihm auf den Kopf

gemacht hat. (4+)

Werner Holzwarth &

Wolf Erlbruch

20 MI

SCHAUSPIEL

20.00 – 21.25

Studio Werkhaus

Kill Baby

von Ivana Sokola

21 DO

MANNHEIMER

STADTENSEMBLE

17.30 – 19.30 | digital

Club der

unmöglichen Fragen

Existenzgründungsoptionen

und Start-ups

für Frauen

OPER

19.00* – 21.00

Opernhaus

Die Entführung aus

dem Serail

von Wolfgang Amadeus

Mozart

OPER

19.00* | Schlosstheater

Schwetzingen

Così fan tutte

von Wolfgang Amadeus

Mozart

17.00* | Opernhaus

Premiere

Siegfried

Zweiter Tag des

Bühnen festspiels »Der

Ring des Nibelungen«

von Richard Wagner

23 SA

ALLE SPARTEN

ab 15.00 | Spielhaus am

Goetheplatz

Festwochenende

»Auf zu neuen Ufern«

Spartenübergreifendes

Event zum Auszug aus

dem Spielhaus am

Goetheplatz

Die Intendanten von

Oper, Schauspiel und

Tanz im Interview

Seiten 4 & 5

24 SO

JUNGES NTM

18.00 – 19.10

Saal Junges NTM

Kein Blatt vorm

Mund (8+)

Turbo Pascal | UA

ALLE SPARTEN

ab 15.00 | Spielhaus am

Goetheplatz

Festwochenende

»Auf zu neuen Ufern«

Spartenübergreifendes

Event zum Auszug aus

dem Spielhaus am

Goetheplatz

25 MO

OPER

19.00* | Schlosstheater

Schwetzingen

Così fan tutte

von Wolfgang Amadeus

Mozart

19.00* | Schlosstheater

Schwetzingen

Così fan tutte

von Wolfgang Amadeus

Mozart

30 SA

AUSSTELLUNG

15.00 | Unteres Foyer

Rundgang durch die

Ausstellung »37 –

Hans Jörg Michel

Siebenunddreißig

Jahre Theaterfotografie«

mit dem Fotografen

OPER

17.00* | Opernhaus

Premiere

Götterdämmerung

Dritter Tag des

Bühnenfestspiels »Der

Ring des Nibelungen«

von Richard Wagner

Wir wünschen einen

schönen Sommer!

AUSSERDEM

IN DIESEM HEFT

Rückblick zum

Abschied des

Geschäftsführenden

Intendanten

Marc Stefan Sickel,

Seiten 10 & 11

Die Spielstätten

während der

Generalsanierung

im Überblick,

Seite 7

Gastspiel-Reisetagebuch,

Seite 13

Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf

den Kopf gemacht hat (4+)

Die Freunde und

Förderer berichten,

Seite 15


10

ZUM ABSCHIED VON MARC STEFAN SICKEL

WWW.NATIONALTHEATER.DE

Fünf Jahre mit vielen

Herausforderungen

– eine Bilanz

Nach fünf Jahren als Geschäftsführender Intendant und Erster

Eigenbetriebsleiter verlässt Marc Stefan Sickel das Nationaltheater

Mannheim. In einem Interview blickt er auf die vielfältigen Aufgaben

und die größten Herausforderungen der vergangenen Jahre zurück

und spricht über seine persönliche Herangehensweise.

Herr Sickel, Ihre Motivation bezüglich

der zu planenden Generalsanierung

des Spielhauses war von Anfang

an bemerkenswert. Zu einem großen

Teil wollten Sie genau wegen ihr ans

Nationaltheater kommen – mit dem

Anspruch, das Gesamtprojekt und

die zu schaffenden Strukturen so

professionell wie möglich aufzustellen.

Das haben Sie dann mit einem

unglaublichen Engagement getan.

Welche Facetten haben Sie daran

und am Nationaltheater Mannheim

besonders gereizt?

Gereizt hat mich die Aufgabe vor allem

aus zwei Gründen: Zum einen war und

ist das die Verantwortung als Geschäftsführender

Intendant für dieses sehr

renommierte Haus, eines der größten

Mehrspartentheater überhaupt. Zum

anderen war es die Herausforderung,

dieses einzigartige Gebäude am Goethe-

platz – ein »Kulturdenkmal von besonderer

Bedeutung« – zu erhalten und

gleichzeitig die zwingend notwendige

Generalsanierung und alle damit verbundenen

Projekte (Interimsspielstätten

etc.) auf den Weg zu bringen.

Worauf können Sie beim Thema

Generalsanierung nun zurückblicken?

Zu Beginn der Spielzeit 2017/18, als

ich ans Haus kam, waren die diesbezüglichen

Planungen noch sehr vage

und die Finanzierung gänzlich offen. In

einer gemeinsamen Kraftanstrengung

mit der Stadtspitze, einzelnen Bundesund

Landtagsabgeordneten und weiteren

Akteur*innen ist es gelungen,

eine Fördersumme von 120 Mio. € aus

Bundes- und Landesmitteln zu organisieren.

Damit konnte ein maßgeblicher

Teil der zu erwartenden Gesamtkosten

abgedeckt werden und das Projekt als

solches erst Fahrt aufnehmen. Das war

ein wichtiger Schritt! Noch wichtiger

allerdings war und ist das Bekenntnis

der Stadt Mannheim und der Stadtgesellschaft

zu ihrem Theater und zur

Notwendigkeit der finanziell herausfordernden

Sanierung.

Wie ging es weiter? Welche Schritte

waren dann maßgeblich?

Mir war klar, dass zur erfolgreichen

Umsetzung dieses Gesamtprojektes

eine leistungsfähige Struktur erforderlich

ist – dazu gehören für mich neben

belastbaren und realistischen Zahlen

für fundierte Entscheidungen auch alle

Aspekte personeller, strategischer und

weiterer inhaltlicher Art. Diese Strukturen

fundiert und seriös aufzubauen,

hatte von Anfang an oberste Priorität

für mich.


KARTENTELEFON 0621 1680 150

11

Als Sie anfingen, haben Sie nicht nur

begonnen, die sogenannte Geschäftsstelle

Generalsanierung aufzubauen,

sondern auch theaterintern Schnittstellenpositionen

geschaffen und

besetzt. Was waren für Sie die

wesentlichen Aspekte im Bereich

Personalentwicklung?

Eine gute und strategische Personalentwicklung

ist das A und O, weil sie die

Professionalisierung eines ganzen Betriebs

ermöglicht. Das heißt nicht nur,

ausgezeichnete Leute zu finden und

einzustellen. Es bedeutet auch, effiziente

Rahmenbedingungen zu schaffen,

die die Mitarbeiter*innen in die Lage

versetzen, ihre eigene Verantwortung

gut und ergebnisorientiert wahrnehmen

zu können. Ich glaube, dass uns da –

dank der exzellenten Arbeit der unterschiedlichsten

Abteilungsleiter*innen

– Vieles gelungen ist.

Wie haben Sie diese verschiedenen

Herausforderungen persönlich gemeistert?

Was war und ist Ihnen bei

der Aufgabenwahrnehmung wichtig?

Fritjof von Gagern, Erster Vorsitzender

der Musikalischen Akademie, schrieb

mir kürzlich »Klarheit und Entschiedenheit

im Handeln« und einen »klaren

moralischen Kompass« zu. Für mich ist

das durchaus ein Kompliment und beschreibt

zutreffend meinen Arbeitsstil.

Ergebnisorientiertes, verbindliches Arbeiten

in der Organisation ist für mich

die essentielle Basis für einen funktionierenden

Theaterbetrieb. Denn künstlerische

Freiheit kann sich am besten

dann entfalten, wenn der Betrieb personell,

strukturell und organisatorisch

professionell aufgestellt ist. Das gilt erst

recht für ein großes Theater wie das

NTM mit über 800 Kolleg*innen.

Und das ist auch das, was mich an einer

Tätigkeit am und im Theater immer

gereizt hat, denn das, was ich gerade

ausgeführt habe, gilt für das, was im

Probenprozess entsteht und dann auf

der Bühne zu sehen ist, selbstverständlich

gerade nicht: Kunst kann, Kunst

muss sogar gelegentlich scheitern und

muss auch immer wieder den Anspruch

haben, sich entsprechenden Zwängen

nicht zu unterwerfen!

Auch Albrecht Puhlmann sagt wortwörtlich,

dass mit Ihnen die geballte

Marc Stefan Sickel,

Geschäftsführender

Intendant

Kraft aus Autorität, Vehemenz und

Weitsicht gehe, die das Haus in den

letzten Jahren weit vorangebracht

habe. Wie würden Sie die Zusammenarbeit

mit den Intendant*innen

beschreiben?

Die Zusammenarbeit war von großem

Respekt für die Arbeitsbereiche des*der

jeweils anderen geprägt. Gleichzeitig

fand ein reger und sehr konstruktiver

Austausch statt. Ich konnte mich in

jeder Minute auf den Rückhalt der

Kolleg*innen verlassen, da wir an

einem Strang gezogen haben. Auch bei

unterschiedlichen Meinungen fanden

wir am Ende stets eine für das Theater

gute Lösung. Das war mir immer wichtig

und das habe ich sehr geschätzt!

Eine weitere, große Herausforderung

Ihrer Amtszeit war und ist die Corona-

Pandemie. Hier haben Sie sich als

vorausschauender und umsichtiger

Krisenmanager bewiesen, der mit großer

Klarheit für die Sicherheit der Belegschaft

und der Besucher*innen gesorgt

hat. Wie sind Sie vorgegangen?

Rückblickend bin ich froh und dankbar,

dass es uns – der Theaterleitung im

Ganzen, Belegschaft, Personalvertretung

– bei der bisherigen Bewältigung

der Umstände gelungen ist, enorm

konstruktiv zusammenzuarbeiten und

dadurch so entschlossen handeln zu

können. Meine Parameter waren dabei:

ein hohes Maß an Achtsamkeit und Vorsicht

walten zu lassen, immer wieder

abzuwägen und keine vermeidbaren

Risiken einzugehen.

Natürlich gab es enorme künstlerische

Herausforderungen, mit denen die Sparten

kreativ umgehen mussten, und dies

meines Erachtens auch hervorragend

getan haben. Wichtig und durchaus anspruchsvoll

war eine pandemiegerechte

Neuausgestaltung sämtlicher Arbeitsprozesse.

Beispielsweise haben wir die

bestehenden Schichtsysteme sowie die

Belegung der Raum- und Arbeitsstätten

angepasst, damit sich die Mitarbeitenden

so wenig wie möglich einem

Infektionsrisiko aussetzen und wir im

Fall der Fälle den Betrieb aufrechterhalten

konnten.

Besonderes Augenmerk haben wir

auch auf den Publikumsbereich gelegt.

Hier haben wir mit einem detaillierten

Hygienekonzept, das sich stets der konkreten

Situation angepasst hat, mehr

Sicherheit für unsere Besucher*innen

und Mitarbeiter*innen realisiert, als es

die Coronavorschriften von Bund und

Land verlangt haben. Natürlich mussten

wir auch teilweise damit umgehen, dass

wir mit diesen Maßnahmen der Erwartungshaltung

einiger nicht entsprochen

haben. Das lässt sich allerdings in der

konkreten Pandemiesituation – davon

bin ich fest überzeugt – nicht vermeiden.

An welche künstlerischen Ereignisse

und Produktionen, die während Ihrer

Amtszeit auf den Bühnen zu sehen

waren, denken Sie gerne zurück?

Kurz dachte ich darüber nach, die

Antwort in »vor und nach der Pandemie«

zu unterteilen. Aber wenn ich mir

anschaue, was die einzelnen Sparten

während der gesamten Zeit, ob analog

oder digital, realisiert und welche

künstlerische Vielfalt sie präsentiert

haben, denke ich gerne an jede einzelne

Spielzeit zurück. Die vergangenen fünf

Jahre zeigen für mich, dass dieses Haus

rundherum für Qualität steht und auch

in der größten Krise mit viel Kreativität

und Zusammenhalt aufwarten kann.

Und auch wenn es schwer ist, einzelne

Produktionen besonders hervorzuheben,

so würde ich aufgrund meiner Verbundenheit

und Leidenschaft zum Musiktheater

gerne den szenisch unglaublich

gelungenen Monteverdi-Zyklus und

musikalisch die Wiederaufnahme

von Richard Strauss’ »Die Frau ohne

Schatten« unter der Leitung von GMD

Alexander Soddy nennen wollen.

Nun ziehen Sie weiter. Was möchten

Sie dem NTM auf den Weg geben?

Es ist nicht an mir, anderen etwas mit

auf den Weg zu geben. Aber ich würde

mir nicht zuletzt für unser wunderbares

Publikum wünschen, dass alle miteinander

– die Kolleg*innen des Theaters,

die Leitung, die Stadt und ihre Gesellschaft

– die Interimszeit in den unterschiedlichen

Ersatzspielstätten und vor

allem natürlich die Generalsanierung

des Spielhauses so erfolgreich wie möglich

gestalten – mit der wunderbaren

Aussicht, für die nächsten Jahrzehnte

über einen Theaterbau am Goetheplatz

zu verfügen, der sich baulich, bühnentechnisch

und vom Aufenthaltswert her

auf der Höhe der Zeit befindet.


12 PREMIEREN OPER UND SCHAUSPIEL WWW.NATIONALTHEATER.DE

Mozart und Da Ponte

»Così fan tutte« im Schlosstheater Schwetzingen

Verwechslungskomödie, Treueprobe, aufklärerisches

Erziehungsexperiment – Mozarts und Da

Pontes letzte gemeinsame Oper »Così fan tutte«

bündelt verschiedenste Tendenzen und Vorlieben

des ausgehenden 18. Jahrhunderts. Als Auftakt des

Mozart-Da Ponte-Zyklus’ bringt deshalb das NTM

in Kooperation mit dem Nationaltheater in Prag

Mozarts spätes Meisterwerk in Theaterräumen zur

Aufführung, deren Architektur und Stil den damaligen

Zeitgeist bis heute lebendig halten. Regisseurin

Tatjana Gürbaca entwirft dafür auf der intimen

Bühne des Schwetzinger Schlosstheaters, dem

ältesten Rangtheater Europas, »Così fan tutte« als

poetisches Kammerspiel: Die beiden Offiziere

Vom Buch auf die Bühne

Interview mit Fatma Aydemir, Autorin von »Dschinns«

DSCHINNS Premiere Fr, 08.07.2022, Schauspielhaus

Ferrando und Guglielmo führen ihre beiden

Verlobten Fiordiligi und Dorabella schonungslos an

der Nase herum, um den Beweis ihrer unerschütterlichen

Treue zu erbringen – und verstricken sich

dabei bis zum Hals in ihre eigene Intrige. Unter

dem Dirigat des gefragten Gastdirigenten Gábor

Káli entspinnt sich ein sinnlicher und facettenreicher

Theaterabend, der ganz im Sinne Mozarts

stets die Balance hält zwischen Spiel und Ernst,

Posse und Psychodrama, Koketterie und echter

Leidenschaft.

COSÌ FAN TUTTE

Premiere Do, 14.07.2022, Schlosstheater Schwetzingen

Fällt es Dir leicht oder eher schwer, Deine Romane zur Bearbeitung in die

Hände von Regisseur*innen zu geben?

Ich gebe meine Stoffe sehr gerne ans Theater ohne mich groß einzumischen.

Trotzdem sitze ich dann in der Aufführung mit Panik im Nacken, weil ich nicht

kontrollieren kann, was mit meinem Text geschieht. Aber dann passiert meistens etwas

Wunderschönes: Ich höre Worte, die zwar meine sind, aber eine völlig neue Bedeutung bekommen in den

Mündern der Schauspieler*innen und im Kontext der Inszenierung.

»Dschinns« spielt in den 1990er Jahren, enthält aber auch Rückblenden bis in die 1950er. Ist die

Geschichte zeitlos aktuell – oder hat sie genau mit uns heute zu tun, und warum?

Ich schaue die Historie aus der Gegenwart heraus an: rechte Gewalt, Emanzipation, Freiheitskampf. All

diese Themen sind zeitlos. Es kann helfen, vergangene Kämpfe anzuschauen, um sich im Heute weniger

einsam zu fühlen.

Was kann das Theater, was der Roman nicht kann?

Den Text ausleuchten, ihm ein Gesicht geben und ihn jeden Abend anders erzählen.

© Sibylle Fendt

AUSSTELLUNG

Töne, Tablets,

Theater

Seit über 20 Jahren entwickeln Rimini

Protokoll (Haug / Huber / Kaegi / Wetzel)

weltweit originelle Theater-, Ausstellungs-

und Stadtprojekte, die mithilfe

von Publikumsaktivierung und

moderner Technologie die Themen

unserer Zeit spielerisch erfahrbar machen

lassen. In ihrer neuesten Installation

»Urban Nature« in der Kunsthalle

Mannheim – entstanden in Kooperation

mit dem Schauspiel des NTM – wird

das Publikum dazu eingeladen, sich mit

Kopfhörern und Tablets ausgestattet

durch die Szenarien einer Großstadt

zu bewegen. Dabei tauchen die Besucher*innen

in die Geschichten von sieben

realen Bewohner*innen Barcelonas

ein, die mit ganz unterschiedlichen

Perspektiven die Städte der Zukunft

beleuchten. Multiperspektivisch,

innovativ, politisch.

»Urban Nature« ist eine Produktion von Centre de

Cultura Contemporània de Barcelona – CCCB und

Rimini Apparat. In Koproduktion mit Kunsthalle

Mannheim, Nationaltheater Mannheim und Grec

Festival de Barcelona. Gefördert durch die

Kulturstiftung des Bundes, von der Beauftragten

des Bundes für Kultur und Medien und durch die

Senatsverwaltung für Kultur und Europa. In Zusammenarbeit

mit Mediapro und Institut del Teatre.

URBAN NATURE

Ausstellungseröffnung Do, 14.07.2022

(mit Anmeldung), Kunsthalle Mannheim

Ausstellungslaufzeit Fr, 15.07. – So, 16.10.2022


KARTENTELEFON 0621 1680 150

MEIN SCHÖNSTES GASTSPIEL-ERLEBNIS

13

Wenn

eine*r

eine

Reise

tut ...

»Eine Truppe vielköpfiger Schäferhündinnen galoppiert

über die Landkarte. Erst haben wir Mülheim, dann die

Hauptstadt eingenommen.

Unsere Mission: Spread the Love not the Virus!

Ein Team. Eine Energie. Ein Atem.

Eine Welle. Ein Wort: crewlove!«

Das Ensemble von »Wounds Are Forever (Selbstportrait als

Nationaldichterin)« bei den Autor*innentheatertagen in Berlin

(siehe Foto) und bei den Mülheimer Theatertagen

Die schönsten Momente

der NTM-Ensembles bei

den zahlreichen Gastspielen

dieser Spielzeit

»Ich freue mich wirklich sehr, dass unser Abend

einen so großen Anklang findet und wir dadurch

unsere Geschichte der Jungfrau von Orleans

einem so breiten Publikum erzählen können.«

ANNEMARIE BRÜNTJEN über die Gastspieleinladungen von

»Die Jungfrau von Orleans« zum Berliner Theatertreffen, zu

Radikal Jung in München und zur Filmvorführung in Warschau

»Auf anderes Publikum zu treffen

als zuhause – das ist jedes Mal aufregend.

Die Heilbronner wollen uns

immer wieder neu kennenlernen, das

freut mich total. Wir hatten viel Spaß

zusammen – auch backstage!«

ZOULFIA CHONIIAZOWA mit SAORI ANDO

und LORENZO TERZO hinter den Kulissen bei

»Rising/Next Paradise« in Heilbronn

© Smailovic

Die Premiere von »The Damned and the Saved« (hier

ein Bühnenfoto aus München) bei der Münchener

Biennale war ein ganz besonderer Moment für die

Ensembles von Oper und Schauspiel des NTM.

»Und was gibt es Schöneres, als nach einer

erfolgreichen Premiere im Biergarten an der

Isar zu sitzen! Danke und: Pfiat di, Minga!«

»Ein wunderbarer Moment: als ich am Anfang

der Aufführung das erste Mal frage: ›Wer hat

mir auf den Kopf gemacht?‹ und ein Kind in

die Stille sagt: ›Ich nicht!‹ «

KATHARINA BREIER erinnert sich an »Vom kleinen

Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf

gemacht hat (4+)« in Stuttgart bei der Schönen Aussicht

»So dürfen Gastspiele immer sein! Eigentlich war alles

ein Highlight. Der Raum hat perfekt gepasst, das Publikum

war bei den Vorstellungen richtig ›dran‹ und wir

haben uns vor Ort maximal willkommen gefühlt.«

HANNA VALENTINA RÖHRICH und UWE TOPMANN über das

Gastspiel von »Insekten (5+)« beim »Augen auf!« Theaterfrühling

in Winterthur


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Leben in der Metropolregion Rhein-Neckar


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GROSSAUFNAHME PREMIERE TANZ | FREUNDE UND FÖRDERER

15

Stephan Thoss zur Premiere »Speed«:

»Zeit – alles dreht sich um Zeit.

Sie läuft uns stets davon.

Pausen und Stillstand scheinen

verboten, dafür dürfen wir

vorauseilen. Wir geraten in Stress,

Hektik und Euphorie.

Was ist ›zu schnell‹? ›Zu langsam‹?

Genau diese Fragen treiben uns bei

dem Tanzabend ›Speed‹ an.

Mit ›Speed‹ sind wie auf einer

Entdeckungsreise, bei der wir

alle Assoziationen durch den Körper

fühlen. Eine Bilderreise, unbändig

und wild, zerbrechlich und still …«

Offizielle Fitness- und Physiotherapiepartner des

NTM Tanz: Pfitzenmeier Premium Clubs & Resorts

sowie Praxis Uhrig - Physiotherapie Mannheim

SPEED

Zweiteiliger Tanzabend mit Choreografien von

Stephan Thoss und Andonis Foniadakis

Premiere Sa, 02.07.2022, Schauspielhaus

Die Freunde und

Förderer berichten

Nachlese: Die Schließzeit rückt

näher – am 30. Juli fällt mit Ende der

Vorstellung »Götterdämmerung« der

Vorhang für voraussichtlich fünf Jahre.

An anderen Orten hebt er sich – und

diese anderen Orte, die Ersatzspielstätten

der Oper, waren das Thema der

»Begegnung« im Mai. Opernintendant

Albrecht Puhlmann hat, unter Verwendung

von vielen informativen Folien,

gezeigt, wo sich in und um Mannheim

ab der Spielzeit 2022/23 die Vorhänge

heben: im Alten Kino Franklin, im NTM

Tanzhaus in Käfertal, im Studio Werkhaus,

im Pfalzbau Ludwigshafen, im

Schlosstheater Schwetzingen, im

Musensaal des Rosengartens und in der

Oper am Luisenpark (OPAL), deren Entstehen

man täglich beobachten kann.

Dass es mit dem einfachen Entschluss,

diese genannten Bühnen zu bespielen,

bei Weitem nicht getan ist, hat der

Opernintendant eindrücklich vor Augen

geführt. Detailplanung war und ist

gefragt, die Abstimmung mit der jeweiligen

Spielstätte und auch die Bedarfsplanung

sind aufwändiger als man es von

der gewohnten Bühne kannte.

Nach all diesen organisatorischen und

planerischen Überlegungen lässt sich

nun sagen: Im OPAL werden die einzelnen

Produktionen (es werden wohl

insgesamt fünf Premieren sein) im

Block gespielt, bevor dann die nächste

Produktion folgt – ein rascher Kulissenwechsel

ist im OPAL nicht möglich,

daher ist hier dieser Stagione-Betrieb

erforderlich. Das Schlosstheater in

Schwetzingen wird die Mozartbühne

sein (den Anfang macht diese Spielzeit

schon »Così fan tutte«). Hier wird es ca.

drei Terminblöcke pro Spielzeit geben,

achtzehn Vorstellungen insgesamt. Der

Musensaal wird für die konzertante

Oper stehen sowie für die Familienoper.

Und der Pfalzbau schließlich bietet uns

Tanzproduktionen sowie die großen

Werke des Mannheimer Repertoires.

Eine wirkliche Herausforderung stellt

die Akustik dar, insbesondere im

OPAL, denn hier lässt sich ja nicht auf

bereits Erprobtes zurückgreifen. Es

sind aber bewährte und erfahrene

Akustiker*innen am Werk – wir können

auf deren Professionalität bauen.

Was bei dieser »Begegnung« auch

visuell deutlich wurde: Alle Ersatzspielstätten

sind mit dem öffentlichen

Personennahverkehr sehr gut erreichbar.

Die Schließzeit des Nationaltheaters

wird, auch das hat der Abend der

Begegnung deutlich gemacht, keine Zeit

der Entbehrung, sondern im Gegenteil:

Wir haben allen Grund, auf diese Zeit

gespannt zu sein. Wir können ganz neue

Theatererfahrungen machen, und wir

werden weiterhin reiche Theater-,

Tanz- und Opernerlebnisse haben.

Freuen wir uns darauf!

Freunde und

Förderer des

Nationaltheaters

Mannheim e.V.

c/o Nationaltheater

Mannheim

Mozartstr. 9

68161 Mannheim

Frau Sabine

Hartmann­Hurley

Tel. 0621 1680 130

info@freundenationaltheater.de

www.freundenationaltheater.de

www.facebook.

com/freunde.

nationaltheater


16 ZUGABE

WWW.NATIONALTHEATER.DE

Theaterrätsel

In diesem Theaterrätsel können Sie sich jetzt schon auf eine Reise zu den neuen Spielstätten des NTM

begegeben. Die Buchstaben aus den markierten Kästchen ergeben das Lösungswort. Viel Glück!

Kurfürst Carl Theodor ließ dieses Theater im 18. Jahrhundert erbauen. In seiner

Pracht ist es ein idealer Ort für den kommenden Mozart-Da Ponte-Zyklus.

1

9

12

Im ehemaligen Lichtspielhaus in Mannheims jüngstem Stadtteil werden

bald insbesondere große Schauspiel- und Tanzpremieren zu sehen sein.

7

Der Abstecher über den Rhein wird durch Opern- und Tanzabende versüßt. Besonders die Tradition

des Mannheimer Repertoires kann in diesem wichtigen Gastspielhaus gepflegt werden.

10

3

Lösungswort:

Unter allen richtigen Einsendungen verlosen wir 5×2 Karten für »Così fan tutte« am Mo, 25.07.2022. Senden Sie das Lösungswort

sowie Ihre Telefonnummer oder E-Mail-Adresse bis 08.07.2022 postalisch an NTM, Marketing, Mozartstr. 9, 68161 Mannheim oder

per Mail an nationaltheater.marketing@mannheim.de. Mitarbeiter*innen des NTM und deren Angehörige sind von der Teilnahme

ausgeschlossen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Ihre Daten werden zur Kontaktaufnahme im Falle eines Gewinns verwendet.

Impressum

Eine Beilage zur Ausgabe vom 27.06.2022

Titelfoto Alexander Soddy

Redaktion Charlotte Arens, Cordula

Demattio, Paula Franke, Kerstin Grübmeyer,

Clara Günther, Sascha Hargesheimer,

Ina Harjung, Alexandra Karabelas, Evelyn

Kreb (CvD), Annalena Küspert, Deborah

Maier, Doreen Röder, Katharina Schantz,

Dominika Siroka, Judith Völkel, Julia

Warnemünde, Isabelle Winter (ViSdP),

Ruth Maria Zapf

Mitarbeit an dieser Ausgabe Freunde und

Förderer des Nationaltheaters e. V.

Konzeption ErlerSkibbeTönsmann

Gestaltung Evelyn Kreb

Fotos Maximilian Borchardt, Christian

Kleiner, Hans Jörg Michel

Anzeigen Judith Völkel, Matthias Glaser

Druck Mannheimer Morgen Großdruckerei

und Verlag GmbH

Service Theaterkasse Tel. 0621 1680 150

Abobüro Tel. 0621 1680 160

Vorverkauf Junges NTM Tel. 0621 1680 302

www.nationaltheater.de

Unter dem Dach dieses Mannheimer Wahrzeichens finden

seit 43 Jahren Produktionen für junges Publikum statt.

6

8

In Käfertal befindet sich seit 2016 ein Proben- und Veranstaltungsort der Sparte Tanz. Nach weiteren

Erneuerungen werden hier künftig noch mehr neue Formate im besonderen Ambiente gezeigt.

5

In diesem neu errichteten Spielort werden opulente Opern- und Tanzabende

mit Orchester stattfinden. Ein Juwel, wie die Abkürzung es schon andeutet.

Diese kleine Bühne – einen Steinwurf vom Spielhaus entfernt – wird auch während

der Sanierung genutzt.

2

11

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12

»The Damned and the Saved« und der

Aufenthalt von Pat To Yan, Hausautor dieser

Spielzeit, sowie »Gott Vater Einzeltäter« und

der Aufenthalt von Necati Öziri, Hausautor

der Spielzeit 2020/21 sowie das

Festwochenende werden gefördert von

Die »White-Wall-Opern« werden ermöglicht

durch unseren Hauptsponsor

»Die Entführung aus dem Serail«:

Mit freundlicher Unterstützung von

»Urban Nature«: Gefördert durch die

Kulturstiftung des Bundes, von der

Beauftragten des Bundes für Kultur und

Medien und durch die Senatsverwaltung für

Kultur und Europa.

Generalsanierung des NTM: Eine

Investitionsmaßnahme der Stadt Mannheim.

Gefördert durch

»37 – Hans Jörg Michel Siebenunddreißig

Jahre Theaterfotografie«:

Mit freundlicher Unterstützung von

Offizielle Fitness- und Physiotherapiepartner

des NTM Tanz:

Das NTM, Eigenbetrieb der Stadt Mannheim,

wird gefördert durch

4

Weggefährt*innen

Die Hausautor*innen am NTM haben

einen besonderen Platz im Ensemble.

Bei der Zusammenarbeit geht es nicht

»nur« um ihre Texte und die Auseinandersetzung

mit ihrem Werk: Sie entwickeln

eigene Reihen, vernetzen sich in der Stadt

und geben Impulse für die künstlerische

Arbeit am NTM. Pat To Yan, Hausautor

der Spielzeit 2021/22, stellte sich mit

»Sound Everywhere In The Universe« als

Dramatiker und Regisseur in Mannheim

vor. In seinen Theaterstücken wie auch

in der Oper »The Damned and the Saved«

verbindet er fiktionales Erzählen mit politischem

Aktivismus und zeigt Menschen,

die in Extremsituationen zu bestehen

versuchen. Auch seine Nachfolgerin, die

ukrainische Dramatikerin und Theatermacherin

Anastasiia Kosodii, verschränkt

Fiktionales und Dokumentarmaterial zu

explizit politischem Theater, wie etwa in

»Timetraveller’s guide to Donbas«. Und

auch die neue Hausautor*in wird am

Nationaltheater selbst inszenieren. Wir

treffen beide Autor*innen zur »Staffelübergabe«

und sprechen mit ihnen über

die Hoffnungen und Erwartungen an das

Theater sowie über das Verhältnis von

Kunst und Politik.

Der Aufenthalt der Hausautor*innen wird

ermöglicht durch die freundliche Unterstützung

der Freunde und Förderer des Nationaltheaters

Mannheim e. V.

WEGGEFÄHRT*INNEN

Do, 07.07.2022, Theatercafé

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