Arabische Pferde IN THE FOCUS 2/2022 (Vol. 30) - public
Zeitschrift für Liebhaber und Züchter arabischer Pferde
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Arabian Horses<br />
<strong>Arabische</strong> <strong>Pferde</strong><br />
2/<strong>2022</strong> (<strong>Vol</strong>. <strong>30</strong>) • 6,50 €<br />
in the focus<br />
Ekstern - Eine<br />
Legende trat ab<br />
Gestüt Ismer - Alte<br />
Basis, neue Impulse<br />
www.in-the-focus.com/magazine<br />
www.in-the-focus.com<br />
Fototipps - das<br />
korrekte Standbild
Festival des<br />
<strong>Arabische</strong>n <strong>Pferde</strong>s.<br />
Festival des <strong>Arabische</strong>n <strong>Pferde</strong>s 16.-17. Juli <strong>2022</strong><br />
mit Distanzritten des Asil-Clubs in Marbach<br />
Samstag, 16. Juli<br />
- Präsentation der Stuten und Fohlen (Eintritt frei)<br />
- Schauprogramm „Das <strong>Arabische</strong> Pferd“<br />
Karten über www.diginights.com<br />
- VZAP-Stuten- und Fohlenprämierung,<br />
Verbandshengsteschau (Eintritt frei)<br />
Herzlich willkommen.<br />
Sonntag, 17. Juli<br />
- Praxisseminar mit Anja Beran, Thema:<br />
„Natürliche Schiefe des <strong>Pferde</strong>s erkennen und verbessern“,<br />
Karten über www.diginights.com<br />
- Nationales Championat arabischer <strong>Pferde</strong>rassen<br />
(Eintritt frei)<br />
Rahmenprogramm: Gestütsführungen, Führungen zu den Fohlen, Verkaufsausstellung | Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt.<br />
Infos auf www.gestuet-marbach.de | Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Editorial<br />
mating. The dream of maintaining an immensely rare lineage. The<br />
das<br />
richtige<br />
Zuchtziel<br />
Sommerzeit ist Fohlenzeit - und mit einem Fohlen geht so mancher<br />
Züchtertraum in Erfüllung - oder aber er zerplatzt wie eine Seifenblase.<br />
Denn vielfach erfüllt sich ein Züchter mit einem Fohlen einen<br />
ganz persönlichen Traum. Den Traum einer ganz speziellen Anpaarung.<br />
Den Traum, eine immens seltene Linie zu erhalten. Den Traum,<br />
einmal den großen Coup zu landen und mit diesem Pferd im Scheinwerferlicht<br />
zu stehen. Oder den Traum, ein reelles, unkompliziertes,<br />
arabisches Reitpferd zu züchten.<br />
Solange das Fohlen im heimischen Stall verbleiben soll, sind alle<br />
diese Gründe gleichwertig zu betrachten. In dem Moment aber,<br />
in dem das Fohlen früher oder später verkauft werden soll, gibt es<br />
auch andere Faktoren zu beachten, denn dann ist man auch auf<br />
den „Markt“ angewiesen. Dieser besteht jedoch hauptsächlich aus<br />
(Freizeit-)Reitern, und nur zu einem geringen Teil aus Züchtern. Es<br />
sind aber in erster Linie die Züchter, die ein Pferd wegen seiner Abstammung,<br />
dieser ach so seltenen Linie, oder dieser ganz speziellen<br />
Anpaarung kaufen. Lohnt es sich also, für diesen speziellen „Züchtermarkt“<br />
zu züchten, wo doch insbesondere junge Züchter, die sich<br />
erst eine Zucht aufbauen wollen, immer seltener werden?<br />
Der Absatzmarkt ist also eher im Freizeitreiterbereich zu suchen.<br />
Der Freizeitreiter wiederum weiß nicht zu würdigen, welch seltenes,<br />
edles Blut in seinen Stall kommen soll. Vielmehr orientiert sich der<br />
Reiter am Pferd, so wie es vor ihm steht und sich ihm gegenüber<br />
verhält. Eventuell fragt er auch gezielt nach gerittenen Vorfahren,<br />
denn der eine oder andere hat bereits die schmerzliche Erfahrung<br />
gemacht, dass Selektion auf Gelassenheit, Haltbarkeit und Rittigkeit<br />
wichtiger sind, als ein gedishter Kopf. Wo also der Züchtertraum –<br />
ein unkompliziertes Reitpferd – auf Marktrealitäten trifft, ist alles<br />
in Ordnung. Wo die seltene, zu erhaltende Blutlinie sich in einem<br />
unkomplizierten Reitpferd manifestiert, auch. Wo aber der Züchtertraum<br />
nur für den Züchter einen Wert hat, nicht aber für den Markt,<br />
da braucht man sich nicht zu wundern, wenn es mit dem Verkauft<br />
hapert, oder das Pferd unter Wert hergegeben wird – werden muss,<br />
weil sich sonst kein Käufer findet. Gerade im Moment ist der Markt<br />
für <strong>Pferde</strong>, die für den Freizeit- oder Sportbereich wirklich geeignet<br />
sind, so gut wie schon lange nicht mehr – und auch für richtig gutes<br />
Geld.<br />
„Der Markt ist mir egal, ich züchte was ich will“, ist bisweilen eine<br />
egoistische Einstellung, denn wir alle sind nicht vor den Unbillen<br />
des Lebens gefeit: Krankheit, Scheidung, Tod – all dieses kann unser<br />
Leben von heute auf morgen umkrempeln, kann es notwendig<br />
machen, dass wir uns von unseren <strong>Pferde</strong>n trennen müssen. Notverkäufe<br />
sind per se schlimm genug. Wenn dann aber das Pferd<br />
nicht „marktgerecht“ ist, oder in jungen Jahren schon einige Mängel<br />
hat, wie z.B. ein schwacher Rücken, mangelnde Rittigkeit oder<br />
Durchtrittigkeit, weil bei der Zucht einzig auf ein hübsches Gesicht<br />
Wert gelegt wurde, wird es umso schwieriger, einen Platz zu finden.<br />
Züchten Sie also vorausschauend – und das fängt mit der richtigen<br />
Zuchtwahl, dem richtigen Zuchtziel an.<br />
The right<br />
Breeding<br />
Goal<br />
Summer time is foaling time - and many a breeder's dream comes true<br />
with a foal - or it bursts like a soap bubble. Because often a breeder<br />
fulfills a very personal dream with a foal. The dream of a very special<br />
dream of landing the big coup and being in the spotlight with this<br />
horse. Or the dream of breeding a genuine, uncomplicated Arabian<br />
riding horse.<br />
As long as the foal is to remain in the home stable, all of these reasons<br />
are to be considered of equal value. But at the moment when the foal<br />
is to be sold sooner or later, there are also other factors to consider,<br />
because then you are also dependent on the "market". However, this<br />
consists mainly of (recreational) riders and only to a small extent of<br />
breeders. But it is primarily the breeders who buy a horse because of<br />
its pedigree, this oh so rare bloodline, or this very special mating. So is<br />
it worth breeding for this special “breeder market” when young breeders<br />
in particular who want to set up a breeding programm first are<br />
becoming increasingly rare?<br />
The sales market is therefore more likely to be found in the leisure riding<br />
sector. The leisure rider, on the other hand, does not appreciate<br />
the rare, noble blood that should come into his stable. Rather, a trend<br />
can be seen that more and more people are looking out for ridden ancestors.<br />
The rider also orientates himself on the horse, as it stands in<br />
front of him and behaves towards him. Because one or the other has<br />
already made the painful experience that selection for a relaxed character,<br />
durability and rideability are more important than a dished<br />
head. So where the breeder's dream - an uncomplicated riding horse<br />
- meets market realities, everything is fine. Where the rare bloodline<br />
to be preserved manifests itself in an uncomplicated riding horse, too.<br />
However, where the breeder's dream only has value for the breeder,<br />
but not for the market, one need not be surprised if there is a problem<br />
with the sale or if the horse has to be sold at a lower price - because<br />
there is no demand. At the moment, the market for horses that are<br />
really suitable for leisure or sport is better than it has been for a long<br />
time - and also for really good money.<br />
"I don't care about the market, I breed what I like" is sometimes a selfish<br />
attitude, because we are all not immune to the hardships of life:<br />
illness, divorce, death - all of these can turn our lives upside down<br />
overnight make it necessary that we part with our horses. Distress sales<br />
are bad enough per se. However, if the horse is not "marketable" or<br />
has a few defects at a young age, such as a weak back, lack of rideability<br />
or too soft pastern, because the only thing that was important<br />
in breeding was a pretty face, it becomes all the more difficult to find<br />
a good place for such a horse. So breed with foresight - and that starts<br />
with the right selection, the right breeding goal.<br />
Editorial<br />
2/<strong>2022</strong> - www.in-the-focus.com<br />
Gudrun Waiditschka<br />
Chefredakteurin / Chief Editor<br />
3
Inhaltsverzeichnis<br />
Inhalt<br />
Victor Adam vs. Albrecht Adam 52<br />
Artikel<br />
Ekstern (1994 - <strong>2022</strong>) -<br />
Eine Legende tritt ab 6<br />
Alte deutsche Linien -<br />
In Erinnerung an Gertraude Griesbach (II) 16<br />
Gestüt Ismer in Ströhen -<br />
Alte Basis und neue Impulse 22<br />
Nationalgestüt Bábolna -<br />
Der Schlüssel zur Zukunft 36<br />
Einmal Araber - immer Araber (I)<br />
Glück gehabt! Agnat 50<br />
Von Kunst und Künstlern<br />
Inhaltsverzeichnis<br />
Fototipps -<br />
Das Standbild 59<br />
<strong>Arabische</strong> <strong>Pferde</strong> in Westfalen -<br />
Für jeden etwas 62<br />
Rubriken<br />
GestütsParade <strong>2022</strong> 38<br />
News 44<br />
Termine, Impressum, Vorschau 64-66<br />
Ekstern war einer der ganz Großen – auch wenn er vom Stockmaß<br />
eher klein war – denn mit rund 500 Nachkommen war er der am<br />
meisten frequentierte Deckhengst in Polen. Jetzt starb er im Alter<br />
von 28 Jahren.<br />
Ekstern was one of the greats - even though he was rather small in<br />
height. With around 500 offspring he was the most frequently used<br />
stallion in Poland. Now, Ekstern passed away at the age of 28.<br />
Als Achental seine Zucht endgültig einstellte, entstand eine neue,<br />
bedeutende Zuchtstätte: das Gestüt Ismer, das heute in bereits<br />
dritter Generation der Familie Ismer weitergeführt wird.<br />
At the same time when Achental finally stopped its breeding activity, a<br />
new, important stud farm was established: the Ismer Stud in Ströhen,<br />
which is now being run by the third generation of the Ismer family.<br />
Unser Titelbild<br />
Ekstern (Monogramm /<br />
Ernestyna) *1994<br />
Z. u. B.: Gestüt Michalow,<br />
Polen<br />
br. & ow.: Michalow Stud,<br />
Poland<br />
Foto: Anette Mattsson<br />
4<br />
© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 2/<strong>2022</strong>
Content<br />
Articles<br />
Table of Content<br />
Ekstern (1994 - <strong>2022</strong>) -<br />
A Legend passed away 12<br />
Old German Bloodlines<br />
In Memoriam of Gertraude Griesbach (II) 19<br />
Ismer Stud in Ströhen -<br />
Old Basis and New Impulses <strong>30</strong><br />
Miscellanea<br />
Shows & Events <strong>2022</strong> 64<br />
Mast Head 65<br />
Preview 66<br />
Table of Content<br />
Der Fuchshengst Pagur, ein Vertreter der Koheilan-Hengstlinie,<br />
soll im ungarischen National-Gestüt Bábolna dieser Hengstlinie<br />
wieder neues Leben einhauchen. Sein Fohlenjahrgang <strong>2022</strong> ist<br />
vielversprechend.<br />
Victor Adam in Frankreich und Albrecht Adam in<br />
Deutschland - beide Künstler waren weder verwandt, noch<br />
verschwägert, aber sie haben zur selben Zeit Lithografien<br />
veröffentlicht, die sich fast auf's Haar gleichen. Wer hat von<br />
wem abgekupfert? Ein Erklärungsversuch.<br />
Wer kennt sie nicht – die Fotos in Verkaufsanzeigen oder in Facebook-Posts,<br />
die das Pferd alles andere als vorteilhaft darstellen. Das<br />
Foto von schräg oben und vorne, meist mit Handy gemacht – und<br />
dann wundert man sich, dass das Pferd vielleicht doch nicht ganz<br />
so gut aussieht, wie in Wirklichkeit. Wir geben ein paar Tips, wie es<br />
besser gelingt!<br />
2/<strong>2022</strong> - www.in-the-focus.com<br />
5
Ekstern 1994-<strong>2022</strong><br />
Zucht<br />
Eine Legende<br />
Ekstern<br />
trat ab -<br />
Ekstern (Monogramm / Ernestyna) *1994 war<br />
der einflußreichste Hengst der letzten Jahre in<br />
Polen. - Ekstern was the most influential stallion<br />
in Poland in recent years.<br />
Alle Fotos: G. Waiditschka<br />
6<br />
Ekstern war einer der ganz Großen – auch<br />
wenn er vom Stockmaß eher klein war –<br />
denn mit rund 500 Nachkommen war er<br />
der am meisten frequentierte Deckhengst<br />
in Polen. Insbesondere seine Töchter eroberten<br />
die Schau-Arenen der Welt und<br />
last not least war es seine Tochter Pepita,<br />
die mit 1,4 Mio Euro den höchsten, jemals<br />
an einer polnischen Auktion erreichten<br />
Preis erzielte. Jetzt ist Ekstern im Alter von<br />
28 Jahren gestorben.<br />
© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 2/<strong>2022</strong>
Ob Michalows Direktor Ignacy Jaworowski<br />
geahnt hatte, als an einem<br />
kalten Januartag des Jahres 1994<br />
ein kleines Hengstfohlen im Stroh lag,<br />
dass aus ihm mal ein ganz Großer werden<br />
sollte? Die Anpaarung jedenfalls war lange<br />
und gut geplant: Bei einem USA-Besuch<br />
stach ihm der Hengst Monogramm sofort<br />
ins Auge. Sein harmonischer Körperbau<br />
und seine großartigen Bewegungen<br />
machten klar, dass er ihn nach Polen bringen<br />
musste. Auch Izabella Pawelec-Zawadzka,<br />
damals <strong>Pferde</strong>inspektorin in<br />
der <strong>Pferde</strong>zuchtabteilung des Landwirtschaftsministeriums,<br />
war begeistert von<br />
diesem jungen Hengst. Sein Gesichtsausdruck,<br />
sein Feuer, seine Bewegungen hinterließen<br />
bei ihr einen tiefen Eindruck, wie<br />
dies nur wenige <strong>Pferde</strong> schafften. Und das<br />
Beste an ihm: Mit ihm kam das Blut des unvergessenen<br />
Bask wieder zurück nach Polen,<br />
ein Hengst, der in den USA durch seine<br />
Schau- und Sportsiege die „polnischen<br />
Araber“ bekannt und gefragt gemacht hat.<br />
Monogramm hat dann während seines<br />
zweijährigen Deckeinsatzes in Polen auch<br />
Großartiges geleistet – man denke nur an<br />
Kwestura, Zagrobla, Embra, Elandra, Palmira<br />
– und eben auch an Ekstern und Ganges,<br />
die besten der Monogramm-Söhne.<br />
Eksterns Mutter Ernestyna entstammt der berühmten E-Linie aus Michalow und geht auf die erste<br />
Europa-Championesse, Estebna, zurück. - Ekstern's dam Ernestyna descends from Michalows<br />
famous E-line and tails back to the first European Champion, Estebna.<br />
Die Eroberung des Schaurings<br />
Es war 1996 auf einer Schau in Bábolna,<br />
als ich Ekstern zum ersten Mal begegnete.<br />
Es war bereits seine zweite Schau, denn<br />
als Jährling wurde er Polish National Junior<br />
Champion. In Bábolna war er gerade<br />
mal 2 Jahre alt, und noch ein sehr dunkler<br />
Braunschimmel, bei dem es schwierig war,<br />
die Konturen genau zu erkennen. Aber er<br />
hatte diesen Ausdruck, diesen etwas spitzbübischen,<br />
aber dennoch sanften, freundlichen<br />
Ausdruck, der auffiel. Und er konnte<br />
traben – geradewegs zum Junioren-Reserve-Champion.<br />
Ekstern erhielt später gern<br />
das Attribut „ungeschlagen im Schauring“,<br />
aber das stimmt nicht ganz, denn bei dieser,<br />
seiner zweiten Schau mußte er sich im<br />
Championat Al Capone (LM Hacio/Mahari)<br />
von Gerhard Huber geschlagen geben.<br />
Im darauffolgenden Jahr – Ekstern war<br />
jetzt dreijährig – kam er wie die meisten<br />
<strong>Pferde</strong> der Staatsgestüte damals auf die<br />
Rennbahn. Aber das war nicht ganz sein<br />
Metier. Vielleicht waren seine Beine zu<br />
kurz, um vorne mitzumischen (er maß dreijährig<br />
auf der Rennbahn nur 146 cm Stockmaß!)?<br />
Nach einer Saison und 10 Starts<br />
(0/0/1/1/3) kam er wieder zurück nach<br />
Michalow – sein Talent lag sicherlich im<br />
Schauring! 1998 durfte Ekstern versuchsweise<br />
vier Stuten decken und wurde im<br />
Folgejahr nach Belgien verpachtet. Dort<br />
stand er für zwei Decksaisons bei Jadem<br />
Arabians (1999-2000). Christine Jamar erinnert<br />
sich: „1999 kam Ekstern in Belgien<br />
an, bereit, meine Stuten zu decken. Als<br />
Teil des Pachtvertrags musste ich Ekstern<br />
promoten, also beschloss ich, dass er in<br />
Towerlands antritt, obwohl Ekstern bis dahin<br />
unbekannt war. Wie immer liebte es<br />
Ekstern, eine 'Show' abzuziehen, und das<br />
englische Publikum jubelte ihm so sehr zu,<br />
dass er eine unglaubliche Leistung zeigte<br />
und die höchste Punktzahl der Show erhielt,<br />
darunter 14 mal '20', eine perfekte<br />
Punktzahl für Bewegung, und damit den<br />
Champion-Titel.<br />
Im Jahr 2000 einigten wir uns darauf, an<br />
den wichtigsten Shows teilzunehmen:<br />
Ekstern sammelte Champion-Titel beim<br />
Tulip Cup, bei den Polish Nationals, am<br />
All Nations Cup, beim Europa-Championat<br />
und beim Welt-Championat, was ihn<br />
zum 'Triple Crown'-Sieger machte“ – und<br />
zum erfolgreichsten polnischen Hengst<br />
im Schauring. Mittlerweile war sein erster<br />
Fohlenjahrgang im Gestüt Jadem Arabians<br />
geboren und die Nachzucht war genau<br />
das, was sich Christine Jamar erhofft hatte.<br />
Letztendlich war dieser Fohlenjahrgang<br />
auch der Grund für den Einsatz von Ekstern<br />
in den Staatsgestüten.<br />
Zucht<br />
Foto: B. Finke<br />
Eksterns Vater Monogramm war ein Glücksgriff und lieferte viele herausragende <strong>Pferde</strong>, insbesondere<br />
Stuten, für das polnische Zuchtprogramm. - Ekstern's sire Monogramm was a stroke of<br />
luck and produced many outstanding horses, especially mares, for the Polish breeding program.<br />
2/<strong>2022</strong> - www.in-the-focus.com<br />
7<br />
20, 20, 20 für Bewegungen<br />
2001 war Ekstern wieder zu Hause, als ich<br />
ihn bei meinem Besuch in Michalow sah.<br />
Er wirkte zwar etwas gereifter, aber noch<br />
immer jugendlich, und trug auch noch ein<br />
dunkles Apfelschimmelkleid. Er zeigte er<br />
sich „verspielt“, showy und charismatisch,
Zucht<br />
Zurück nach Belgien<br />
2003 war Ekstern für eine weitere Saison<br />
zu Christine Jamar zurückgekehrt, und<br />
sein oben beschriebener Auftritt in Aachen<br />
markierte das Ende seines Besuchs<br />
in Belgien. „Da ich erstaunliche Erfolge mit<br />
seinen Nachkommen hatte, war es mein<br />
Wunsch, weitere Ekstern-Töchter zu züchten,<br />
um mein Zuchtprogramm zu erweitern,“<br />
erläutert Christine Jamar. Und darin<br />
lag dann auch tatsächlich Eksterns Stärke:<br />
in seinen Töchtern.<br />
Meine nächste Begegnung mit dem<br />
Hengst war dann 2005 in Michalow bei der<br />
Gestütsschau – aber es regnete und er war<br />
eher mißmutig. Ganz anders dann 2012 –<br />
jetzt, mit 18 Jahren war er ein herrlicher<br />
Forellenschimmel, ausdrucksstark – ein<br />
richtiger Herr, ein Gebieter, wie er so in<br />
die Runde blickte. Ja, sein Hals war kräftig,<br />
aber er trug ihn immer in einer wunderbaren<br />
Selbsthaltung – und ganz ehrlich:<br />
Ein Hengst darf einen Hengsthals haben,<br />
zumal es auch zum Rest des <strong>Pferde</strong>s passte,<br />
denn Ekstern war eher „quadratisch,<br />
praktisch, gut“, und er hatte Kaliber und<br />
Knochenstärke. Professor Chmiel schrieb<br />
über ihn: „Er hat vielleicht den kürzesten<br />
Kopf, den ich je gesehen habe – ich habe<br />
persönlich den Abstand zwischen seinem<br />
Auge und seinen Nüstern gemessen, der<br />
der Länge zwischen der Spitze meines<br />
Daumens und dem Mittelfinger entsprach.<br />
Er ist in der Lende sehr gut verbunden, mit<br />
einer idealen, waagrechten Oberlinie und<br />
einem fliegenden Trab.“ Und er hatte arabische<br />
Ausstrahlung ohne Ende, auch das<br />
ganz ohne die heute geforderte „Feinheit“.<br />
Sefora (Ekstern / Sawantka) *2005 entstammt der Janow Podlaskier Sabellina-Linie, kam aber<br />
stark nach ihrem Vater. - Sefora (Ekstern / Sawantka) *2005 comes from the Janow Podlaskier<br />
Sabellina line, but took after her father a lot.<br />
sein kurzer Kopf mit den hübschen kleinen<br />
Ohren fiel sofort auf, denn damit stand er<br />
eher im Kuhailan-Typ, während in Michalow<br />
der Siglavy-Typ bevorzugt wurde.<br />
Vielleicht mochte man kritisieren, dass er<br />
etwas „ponyhaft“ erschien, vielleicht fehlte<br />
ihm etwas Eleganz im Hals und Genick<br />
– aber die Bewegungen waren dann doch<br />
alles andere als die eines Ponys, denn sie<br />
waren leicht, elastisch, schwebend und<br />
voller Raumgriff.<br />
Was ein Glücksfall für Michalow, dass<br />
gleich im ersten Jahrgang des Pachthengstes<br />
Monogramm so ein Pferd gefallen war.<br />
Zwar gab es neben Ekstern auch seinen<br />
Halbbruder Ganges, der ebenfalls zum<br />
Hauptbeschäler avancierte, aber Ekstern<br />
war das bessere Schaupferd, keine Frage,<br />
denn er liebte es sich zu zeigen – und je<br />
mehr Applaus er bekam, desto besser! Das<br />
zeigte sich auch bei meiner dritten Begegnung<br />
mit ihm, 2003 in Aachen, als er außer<br />
Konkurrenz gezeigt wurde – und erneut<br />
das Publikum begeisterte, so wie zuvor<br />
beim Elran Cup, wo es eine Sonderklasse<br />
namens Mercedes Cup gab, bei der alle<br />
großen Champions um ein Auto vor dem<br />
Schloss von Rullingen kämpften. „Ekstern<br />
rockte die Arena in einer Freiheitspräsentation<br />
mit seinem Vorführer Erik Dorssers<br />
– ohne Führleine, aber mit einem unsichtbaren<br />
Band verbunden. Mit Eric errang er<br />
alle Siege für Jadem Arabians", erinnert<br />
sich Christine Jamar. Die Verbindung zwischen<br />
Ekstern und Eric war besonders und<br />
beruhte auf Vertrauen, Spiel und Spaß –<br />
nicht auf Stereotypen, Härte und Gewalt.<br />
Auch später hat sich der Hengst bei keinem<br />
anderen Vorführer so freudig gezeigt<br />
wie mit Eric.<br />
WAHO Trophy<br />
2008 wurde Ekstern die WAHO-Trophy zugesprochen<br />
für seine Erfolge im Schauring<br />
und seine Verdienste als Vererber – er gilt<br />
als der einflussreichste Vererber in Polen<br />
und zeichnete sich vor allem als „Stutenmacher“<br />
aus. Er prägte seine Nachzucht,<br />
die sich durch die Bank durch einen kurzen<br />
Kopf und kleine, wohlgeformte Ohren<br />
(sein Markenzeichen!) auszeichnete. Manche<br />
hatten auch seinen etwas zu kurzen<br />
Hals mitbekommen, aber dieser war immer<br />
wohlgeformt und gut angesetzt. Und (fast)<br />
alle hatten außergewöhnlich gute Bewegungen<br />
– und sie haben Charisma, sie haben<br />
Feuer und sie zeigen sich gerne!<br />
Zu seinen erfolgreichen Nachkommen in<br />
den Staatsgestüten gehören Palanga, Potentilla<br />
und Sefora, die alle drei am Weltchampionat<br />
einen Top-Ten-Platz erreichten.<br />
Hinzu kommen Wieża Marzeń, Ekliptyka,<br />
Laranda, Ekina, Mesalina, Altamira, Biruta,<br />
Cenoza, Wieża Róż und viele andere. Und<br />
seine Tochter Pepita (a.d. Pepesza v. Eukalyptus),<br />
*2005 in Janow Podlaski, wurde auf<br />
der „Pride of Poland“-Auktion 2015 für die<br />
Rekordsumme von 1,4 Millionen Euro nach<br />
Saudi Arabien verkauft! Insgesamt lieferte<br />
Ekstern rund 20 Zuchtstuten für Michalow,<br />
sechs für Janow Podlaski und drei für Bialka<br />
8<br />
© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 2/<strong>2022</strong>
(Stand 2014). Nimmt man die Auktionserfolge<br />
als Maßstab, so haben Ekstern-Kinder<br />
aus Janow Podlaski die höchsten Resultate<br />
erzielt. Jerzy Bialobok führte den Erfolg<br />
Eksterns in Janow darauf zurück, dass er<br />
mit der Stutengrundlage dort weniger verwandt<br />
ist als in Michalow.<br />
Vier seiner Söhne sind ebenfalls hervorzuheben:<br />
Da war zum einen der Hoffnungsträger<br />
Esparto (a.d. Ekspozycja) *2002, der<br />
es als Junior in Polen zum Reserve-National-Champion<br />
schaffte.<br />
Daraufhin wurde<br />
er für die Saisons<br />
2007-2008 an Sheikh<br />
Ammar in Ajman verpachtet,<br />
aber sein<br />
züchterischer Einsatz<br />
war begrenzt. Zurück<br />
in Polen wurde<br />
er insbesondere in<br />
Bialka eingesetzt, wo<br />
er unter anderem die<br />
erfolgreichste Stute<br />
aus diesem Gestüt,<br />
Perfinka (a.d. Perfirka)<br />
*2011 hinterließ,<br />
die 2013 Silber-Junioren-Championesse<br />
am Weltchampionat<br />
wurde. Auch Esparto<br />
selbst konnte einige Schauerfolge vorweisen,<br />
so wurde er European Silver Champion<br />
und war unter den TOP TEN beim<br />
Welt-Championat in Paris 2012, aber vor<br />
allem überzeugte er durch seine Nachzucht<br />
in Bialka und so wurde er als Nachfolger<br />
von Ekstern gehandelt. Aber es sollte<br />
anders kommen – 2014 wurde Esparto an<br />
das Gestüt Ismer verpachtet, wo er nach<br />
monatelangem Kampf gegen eine ausgeprägte<br />
Hufrehe in der Klinik starb. Ein weiterer<br />
Ekstern-Sohn, der Hengst Polon (a.d.<br />
Pianosa) *2005, wurde an Halsdon Arabians<br />
verkauft; Prado (a.d. Petla) *2005, ist in Janow<br />
Podlaski als Deckhengst aufgestellt<br />
und der junge Falset (a.d. Flaminia) *2018,<br />
aus Michalower Zucht, wird dieses Jahr in<br />
Bialka ausprobiert.<br />
Erfolge für Generationen<br />
Aber natürlich reicht Eksterns Einfluß bereits<br />
einige Generationen weiter, insbesondere<br />
über seine wunderbaren Töchter. In<br />
dieser Hinsicht gelang Michalow beim 1.<br />
Al Khalediah European Arabian Horse Festival<br />
2014 in Nowe Wrońska ein besonderer<br />
Coup: Damals gewann Michałów alle vier<br />
Goldmedaillen – und damit auch alle vier<br />
Hauptpreise, jeweils ein weißer Mercedes.<br />
Alle vier Sieger waren die Produkte von<br />
Ekstern-Töchtern: Pustynia Kahila (Kahil<br />
Al Shaqab / Pustynna Malwa (v. Ekstern)),<br />
die einige Monate später World Yearling<br />
Champion in Paris wurde; Morion (Kahil Al<br />
Shaqab / Mesalina (v. Ekstern)), der später<br />
World Yearling Silver Champion wurde;<br />
Equator (QR Marc / Ekliptyka (v. Ekstern)),<br />
der in Paris die Silbermedaille gewann; und<br />
2/<strong>2022</strong> - www.in-the-focus.com<br />
2008 wurde Ekstern die<br />
WAHO-Trophy zugesprochen<br />
für seine Erfolge im<br />
Schauring und seine Verdienste<br />
als Vererber.<br />
die Senioren-Champion-Stute Wilda (Gazal<br />
Al Shaqab / Wilga (v. Ekstern)), die es in Paris<br />
in die Top Ten schaffte.<br />
Auch Eksterns Nachzucht bei Privatzüchtern<br />
soll hier nicht unerwähnt bleiben.<br />
Durch die zwei Verpachtungen an Jadem<br />
Arabians fielen naturgemäß bei Christine<br />
Jamar die meisten Ekstern-Kinder. Und<br />
Christine Jamars Rechnung ging auf: Ekstern<br />
bracht ihr ausgezeichnete Zuchtstuten,<br />
so z. B. Magnificent Lady J, die Mutter<br />
von Mounira J<br />
(v. Emerald J) *2013<br />
(u. a. European Yearling<br />
Champion 2014,<br />
Gold Champion am<br />
KAAHC Championship<br />
2015), und Mississippi<br />
J (v. QR Marc)<br />
*2011 (u. a. Top Ten<br />
in Paris 2013, Silver<br />
European Junior<br />
Champion 2014, Belgische<br />
Senioren National-Championesse<br />
2016); oder Gomera J<br />
(a.d. Georgia) *2004,<br />
die Mutter von Gallardo<br />
J (v. Emerald J)<br />
*2013 (u. a. 2016 European,<br />
Nations Cup<br />
& Menton Gold Champion Colt; 2015 World<br />
Bronze Champion Colt and Dubai Gold<br />
Champion). Georgia brachte mit Ekstern<br />
auch den Hengst Gilly J (2008 Belgium Nationals:<br />
Reserve Champion), der heute in<br />
Slovenia bei Vineyard Arabians im Einsatz<br />
ist und seinem Vater optisch zur Ehre gereicht.<br />
Die internationalen Championessen<br />
und <strong>Vol</strong>lschwestern Psyche Victoria<br />
and Psyche Kreuza (Ekstern / Pallas-Atena)<br />
aus der Zucht der Poszepczyńskis, Gestüt<br />
Chrcynno Palace in Polen, sollten hier<br />
auch noch genannt werden.<br />
Dies sind jedoch bei Weitem nicht alle Ekstern-Kinder,<br />
die die Zucht nachhaltig beeinflußt<br />
haben, aber es würde hier zu weit<br />
führen, die gesamten beeindruckenden<br />
Schauerfolge von Ekstern-Nachkommen<br />
aufzulisten. Bis Mitte der 2010er Jahre dominierten<br />
die Ekstern-Kinder aus den polnischen<br />
Staatsgestüten den Schauring wie<br />
zuvor nur die Nachkommen seines Vaters<br />
Monogramm. Sie hatten durch ihre Ausstrahlung,<br />
ihren Typ und Bewegungsablauf<br />
einen (neuen) Standard gesetzt, und<br />
verfügen dabei aber noch über genügend<br />
Kaliber.<br />
Mit Ekstern ist einer der letzten echten<br />
„polnischen“ Vererber gegangen, auch<br />
wenn Puristen in seinem Pedigree den<br />
russischen (über Monogramm) und ägyptischen<br />
(über Palas) Anteil nicht für „rein<br />
polnisch“ befinden. Er entsprang nicht<br />
„modernem Schaublut“ und war dennoch<br />
hoch erfolgreich im Schauring – und sein<br />
züchterischer Einfluß hält auch noch nach<br />
Generationen an.<br />
Gudrun Waiditschka<br />
9<br />
Persönliche Begegnungen<br />
mit Ekstern<br />
Ekstern, zweijährig in Babolna (1996)<br />
Ekstern in Michalow, 2001<br />
Ekstern in Aachen, 2003<br />
Ekstern in Michalow, 2005 (oben) und<br />
2012 (unten)<br />
Zucht
Ekstern-Töchter / Ekstern daughters<br />
<br />
Zucht<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
10<br />
© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 2/<strong>2022</strong>
Ekstern-Enkel / Eksterns grandgets<br />
Zucht<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
2/<strong>2022</strong> - www.in-the-focus.com<br />
11<br />
<br />
Seite 10<br />
1. Biruta (Ekstern / Bajada) *2005, Z: Janow<br />
Podlaski<br />
2. Cenoza (Ekstern / Celna) *2005, Z: Janow<br />
Podlaski<br />
3. Mesalina (Ekstern / Mata Hari) *2008, Z:<br />
Michalow<br />
4. Ostoja (Ekstern / Olita) *2005, Z: Janow<br />
Podlaski<br />
5. Cella (Ekstern / Celina) *2008, Z: Bialka<br />
6. Pustynna Rosa (Ekstern / Pustynna Roza)<br />
*2003, Z: Michalow<br />
7. Polonica (Ekstern / Panika) *2005, Z: Michalow<br />
Seite 11<br />
1 Perfinka (Esparto (v. Ekstern) / Perfirka)<br />
*2011, Z: Bialka<br />
2. Equator (QR Marc / Eklyptika (v. Ekstern))<br />
*2010, Z: Michalow<br />
3. Piacolla (Enzo / Polonica (v. Ekstern)) *2012,<br />
Z: Michalow<br />
4. Morion (Kahil Al Shaqab / Mesalina (v.<br />
Ekstern)) *2012, Z: Michalow<br />
5. Wilda (Gazal Al Shaqab / Wilga (v. Ekstern))<br />
*2004, Z: Michalow
Zucht<br />
Ekstern 1994-<strong>2022</strong><br />
A Legend<br />
Ekstern<br />
passed away -<br />
The Ekstern daughter Pepita, the highest selling horse at<br />
any Polish Sale. - Die Ekstern-Tochter Pepita, sie war das<br />
teuerste Pferd aller polnischen Auktionen.<br />
Fotos: G. Waiditschka<br />
12<br />
© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 2/<strong>2022</strong>
Ekstern was one of the greats - even though he was rather small in height.<br />
With around 500 offspring he was the most frequently used stallion in Poland.<br />
His daughters, in particular, conquered the show arenas of the world and last<br />
but not least it was his daughter Pepita, who reached 1.4 million euros,<br />
the highest price ever achieved at a Polish auction.<br />
Now, Ekstern passed away at the age of 28.<br />
Did Michalow's director Ignacy Jaworowski<br />
have any idea when a little<br />
colt was lying in the straw on a cold<br />
January morning in 1994 that this little fellow<br />
was going to become a big one? In any<br />
case, the mating was long and well planned:<br />
During a visit to the USA, the stallion Monogramm<br />
immediately caught Jaworowskis<br />
eye. His harmonious conformation and<br />
great movements made it clear that he had<br />
to take him to Poland. Izabella Pawelec-Zawadzka,<br />
then horse inspector in the horse<br />
breeding department of the Ministry of Agriculture,<br />
was also enthusiastic about this<br />
young stallion. His expression, his fire, his<br />
movements made a deep impression on her<br />
in a way that few horses can. And the best<br />
thing about him: With him, the blood of the<br />
unforgettable Bask came back to Poland,<br />
a stallion who made the "Polish Arabians"<br />
well-known and in demand in the USA through<br />
his show and sport victories. During<br />
his two-year service in Poland, Monogramm<br />
also did a great job - just think of Kwestura,<br />
Zagrobla, Embra, Elandra, Palmira, but also<br />
Ekstern and Ganges, the best of the Monogramm<br />
sons.<br />
Zucht<br />
2/<strong>2022</strong> - www.in-the-focus.com<br />
Prado (Ekstern / Petla) *2005, bred by Janow Podlaski, is presently listed as sire at his home stud,<br />
but hasn't had many foals yet. - Prado (Ekstern / Petla) *2005, aus der Zucht von Janow Podlaski,<br />
ist derzeit als Vererber für sein Heimatgestüt gelistet, hatte aber noch nicht viele Fohlen.<br />
The conquest of the shows<br />
It was in 1996 at a show in Bábolna that I<br />
first met Ekstern. It was already his second<br />
show, after he had become Polish National<br />
Junior Champion the year before, as a yearling.<br />
In Bábolna, he was 2 years old, and still<br />
a very dark brown grey whose contours were<br />
difficult to discern due to this colour. But he<br />
had this expression, this slightly mischievous<br />
yet gentle, friendly expression that<br />
caught the eye. And he could trot - straight<br />
to Junior Reserve Champion. Later, Ekstern<br />
was happy to receive the attribute "undefeated<br />
in the show ring", but that's not entirely<br />
true, because at this, his second show, he<br />
had to admit defeat in the Championship by<br />
Al Capone (LM Hacio / Mahari) of Gerhard<br />
Hubers Al Hambra Stud.<br />
The following year – Ekstern was now three<br />
years old – like most of the horses of the<br />
state studs at the time, he underwent race<br />
training. But racing wasn't quite his métier.<br />
Perhaps his legs were too short to compete<br />
at the front (he was only 146 cm at the<br />
withers as a three-year-old!)? After one<br />
season and 10 starts (0/0/1/1/3) he came<br />
back to Michalow - his talent was definitely<br />
in the show ring! In 1998 Ekstern was<br />
allowed to cover four mares on an experimental<br />
basis and was leased to Belgium<br />
the following year. There he stood for two<br />
breeding seasons with Jadem Arabians<br />
(1999-2000). Christine Jamar remembers:<br />
“Ekstern arrived in Belgium in 1999, ready<br />
to cover my mares. As part of the lease<br />
13<br />
agreement I had to promote Ekstern so I<br />
decided he would compete at Towerlands<br />
although Ekstern was unknown at the time.<br />
As always, Ekstern loved to put on a 'show'<br />
and the English audience cheered him so<br />
much that he put on an incredible performance<br />
and received the highest score on<br />
the show, including 14 x 20, a perfect score
Zucht<br />
Esparto (Ekstern /Ekspozycja) *2002 was supposed to be the heir apparent, but died prematurely<br />
in 2015, while on lease to Germany. - Esparto (Ekstern /Ekspozycja) *2002 sollte der Thronfolger<br />
werden, verstarb jedoch 2015 vorzeitig, während er nach Deutschland verpachtet war.<br />
for movement and with this the champion<br />
title was his.<br />
In 2000 we agreed to participate in the most<br />
important shows: Ekstern collected champion<br />
titles at the Tulip Cup, Polish Nationals,<br />
All Nations Cup, European Championship<br />
and World Championship, which earned him<br />
the "Triple Crown" title – and he became the<br />
most successful Polish stallion in the show<br />
ring.” His first foal crop was born at Jadem<br />
Arabians and his offspring was exactly what<br />
Christine Jamar had hoped for. Ultimately,<br />
this foal crop was also the reason for using<br />
Ekstern in the state studs.<br />
20, 20, 20 for movements<br />
In 2001 Ekstern was back home and there<br />
I saw him during my visit to Michalow. He<br />
looked a bit more mature, but still youthful,<br />
and he was wearing a dark dapple-grey<br />
coat now. He was "playful", showy<br />
and charismatic, his short head with the<br />
pretty little ears was immediately noticeable,<br />
because he was more of the Kuhailan<br />
type, while the Siglavy type was<br />
preferred in Michalow. Perhaps one could<br />
criticize that he seemed a bit "pony-like",<br />
maybe he lacked some elegance in the<br />
neck and poll - but the movements were<br />
anything but those of a pony, because<br />
they were light, elastic, floating and<br />
ground covering.<br />
What a stroke of luck for Michalow that<br />
such a horse fell in the very first crop of<br />
the leased stallion Monogramm. In addition<br />
to Ekstern, there was also his half-brother<br />
Ganges, who also became a chief sire,<br />
but Ekstern was the better show horse, no<br />
question, because he loved to show himself<br />
- and the more applause he got, the better!<br />
That was also evident when I met him for<br />
the third time, it was in 2003 in Aachen,<br />
when he was shown out of competition -<br />
and again he thrilled the audience! Just like<br />
he did before at the Elran Cup, where there<br />
was a special class called the Mercedes Cup,<br />
where all the big champions competed and<br />
fought over a car in front of the castle of<br />
Rullingen. “Ekstern rocked the arena in a<br />
liberty presentation with his handler Erik<br />
Dorssers - without a leash but connected<br />
with an invisible band. With Eric, he won<br />
all the victories for Jadem Arabians," recalls<br />
Christine Jamar. The connection between<br />
Ekstern and Eric was special and based on<br />
trust, play and fun - not on stereotypes,<br />
harshness and violence. Even later, the stallion<br />
did not show so well and happily with<br />
other handlers, as he did with Eric.<br />
Back to Belgium<br />
By 2003, Ekstern had returned to join Christine<br />
Jamar for another season and his appearance<br />
at Aachen, described above, marked<br />
the end of his visit to Belgium. "Having<br />
amazing success with his offspring, it was<br />
my desire to breed more Ekstern daughters<br />
to expand my breeding program," explains<br />
Christine Jamar. And therein actually lay Ekstern's<br />
strength: in his daughters.<br />
My next encounter with the stallion was<br />
in Michalow in 2005 at the stud presentation<br />
- but it was raining and he was rather<br />
grumpy. It was completely different in 2012<br />
- now, at the age of 18, he was a wonderful<br />
fleabitten grey, expressive - a real gentleman,<br />
a master, as he looked around. Yes,<br />
his neck was strong, but he always carried<br />
it with a wonderful self-carriage – and quite<br />
frankly, a stallion is allowed to have a stallion's<br />
neck, especially since it also suited the<br />
rest of the horse, because Ekstern was rather<br />
“square, practical, good”, and he had caliber<br />
and bone strength. Professor Chmiel wrote<br />
of him: „He has perhaps the shortest head I<br />
have ever seen - I personally measured the<br />
distance between his eye and his nostrils,<br />
which was the length between the tip of my<br />
thumb and my middle finger. He is very well<br />
connected in the loin, with an ideal level topline<br />
and a flying trot”. And he had Arabian<br />
charisma without end, even without the "refinement"<br />
required today.<br />
WAHO Trophy<br />
In 2008, Ekstern was awarded the WAHO<br />
Trophy for his successes in the show ring<br />
and as a sire - he is considered the most influential<br />
sire in Poland and distinguished<br />
himself above all as a "mare maker". He<br />
shaped his offspring, which were characterized<br />
by a short head and small, well-formed<br />
ears (his trademark!). Some had also gotten<br />
his neck which was a little too short, but it<br />
was always shapely and well set. And (almost)<br />
all of them have exceptionally good<br />
movements - and they have charisma, they<br />
have fire and they like to show off!<br />
His successful offspring in the state studs<br />
include Palanga, Potentilla and Sefora, all<br />
three of which achieved merits at the World<br />
Championships. There are also Wieża Marzeń,<br />
Ekliptyka, Laranda, Ekina, Mesalina,<br />
14<br />
© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 2/<strong>2022</strong>
Altamira, Biruta, Cenoza, Wieża Róż, and<br />
many others. And his daughter Pepita (out<br />
of Pepesza by Eukalyptus), *2005 in Janow<br />
Podlaski, was sold to Saudi Arabia at the<br />
“Pride of Poland” auction in 2015 for a record<br />
sum of 1.4 million euros! In total, Ekstern<br />
delivered around 20 broodmares for<br />
Michalow, six for Janow Podlaski and three<br />
for Bialka (as of 2014). Taking the auction<br />
results as a benchmark, the Ekstern children<br />
from Janow Podlaski achieved the highest<br />
results. Jerzy Bialobok attributed Ekstern's<br />
success in Janow to the fact that he is less<br />
related to the mares there than in Michalow.<br />
Four of his sons should also be mentioned:<br />
On the one hand, there was the hopeful<br />
Esparto (out of Ekspozycja) *2002, who, as<br />
a junior, became Polish National Reserve<br />
Champion. He was then leased to Sheikh<br />
Ammar in Ajman for the 2007-2008 seasons<br />
but his breeding use was limited. Back in<br />
Poland, he was used in particular in Bialka,<br />
where he left the most successful mare<br />
from this stud, Perfinka (out of Perfirka)<br />
*2011, who became silver junior champion<br />
at the World Championships in 2013. Esparto<br />
himself was also able to gain some show<br />
successes, when he became European Silver<br />
Champion and was among the TOP TEN at<br />
the World Championships in Paris 2012. But<br />
above all he convinced with his offspring<br />
in Bialka and so he was traded as Ekstern's<br />
successor. But things turned out differently<br />
- in 2014, Esparto was leased to the Ismer<br />
stud farm, where he died in the clinic after<br />
months of battling severe laminitis. Another<br />
Ekstern son, the stallion Polon (out of Pianosa)<br />
*2005 was sold to Halsdon Arabians; Prado<br />
(out of Petla) *2005, is set up as a stallion<br />
in Janow Podlaski and the young Falset (out<br />
of Flaminia) *2018, bred by Michalow, will<br />
be tried out in Bialka this year.<br />
Success for generations<br />
But, of course, Ekstern's influence spans<br />
already several generations, especially through<br />
his wonderful daughters. In this regard,<br />
Michałów pulled off a special coup at<br />
the 1st Al Khalediah European Arabian Horse<br />
Festival 2014 in Nowe Wrońska: At that<br />
time, Michałów won all four gold medals –<br />
and thus all four main prizes, each a white<br />
Mercedes. All four winners were the products<br />
of Ekstern daughters: Pustynia Kahila (Kahil<br />
Al Shaqab / Pustynna Malwa (by Ekstern)),<br />
who became World Yearling Champion in<br />
Paris a few months later; Morion (Kahil Al<br />
Shaqab / Mesalina (by Ekstern)), who later<br />
became World Yearling Silver Champion;<br />
Equator (QR Marc / Ekliptyka (by Ekstern)),<br />
who won the silver medal in Paris; and the<br />
senior champion mare Wilda (Gazal Al Shaqab<br />
/ Wilga (by Ekstern)), who made it into<br />
the top ten in Paris.<br />
Ekstern's offspring from private breeders<br />
should also be briefly mentioned. Due to<br />
the two leases to Jadem Arabians, Christine<br />
Jamar naturally had most of the Ekstern<br />
children. And Christine Jamar's plan worked:<br />
2/<strong>2022</strong> - www.in-the-focus.com<br />
Gilly J (Ekstern / Georgia) *2001 was bred by Christine Jamar in Belgium and is owned by Vineyard<br />
Arabians in Slowenia - he is very lookalike his sire. - Gilly J wurde von Christine Jamar in Belgien<br />
gezüchtet und ist im Besitz von Vineyard Arabians in Slowenien - er ist seinem Vater sehr ähnlich.<br />
Ekstern gave her excellent broodmares, such<br />
as Magnificent Lady J, the dam of Mounira<br />
J (by Emerald J) * (including European Yearling<br />
Champion 2014, Gold Champion at the<br />
KAAHC Championship 2015), and Mississippi<br />
J ( by QR Marc) *2011 (including Top Ten in<br />
Paris 2013, Silver European Junior Champion<br />
2014, Belgian Senior National Champion<br />
2016); or Gomera J (out of Georgia) *2004, the<br />
dam of Gallardo J (by Emerald J) *2013 (including<br />
2016 European, Nations Cup & Menton<br />
Gold Champion Colt; 2015 World Bronze<br />
Champion Colt and Dubai Gold Champion).<br />
With Ekstern, Georgia also produced the stallion<br />
Gilly J (2008 Belgium Nationals: Reserve<br />
Champion), who is now at stud at Vineyard<br />
Arabians in Slovenia and is a visual credit to<br />
his sire. The international champion mares<br />
and full sisters Psyche Victoria and Psyche<br />
Kreuza (Ekstern / Pallas-Atena) bred by the<br />
Poszepczyńskis, Chrcynno Palace Stud in Poland<br />
should also be mentioned here.<br />
15<br />
However, these are by no means all Ekstern<br />
offspring that have had a lasting influence<br />
on the breed, but it would go too far to<br />
list all the impressive show successes of Ekstern<br />
offspring here. Until the mid-2010s,<br />
the Ekstern offspring from the Polish State<br />
Studs dominated the show ring like only the<br />
offspring of his sire Monogramm had done<br />
before. They had set a (new) standard with<br />
their charisma, their type and their movements,<br />
and yet, they still have enough<br />
calibre.<br />
With Ekstern, one of the last true "Polish" sires<br />
has passed away, even if purists do not<br />
consider the Russian (via Monogram) and<br />
Egyptian (via Palas) part of his pedigree<br />
to be "pure Polish". He did not come from<br />
"modern show blood" and was nevertheless<br />
highly successful in the show ring - and his<br />
influence on breeding continues even after<br />
generations.<br />
Gudrun Waiditschka<br />
Zucht
In Erinnerung an<br />
Die Anfänge der Araberzucht in Deutschland<br />
Zucht-Geschichte<br />
Gertraude<br />
Griesbach<br />
Teil 2<br />
Im ersten Teil haben wir<br />
miterlebt, wie sechs Stuten<br />
der alten ungarischen Linien<br />
nach dem 2. Weltkrieg durch<br />
Gertraude Griesbach gerettet<br />
werden konnten. Ihre Linien<br />
und die der Marbacher<br />
Stuten Jemen und Jacaranda<br />
haben sich durch 167 Fohlen,<br />
die in Achental von 1947<br />
bis 1964 geboren wurden,<br />
erhalten.<br />
DDR verkauft, tragend von Wisznu. Im Besitz<br />
von Dr. Lehrmann fohlte sie den Hengst Wesir,<br />
der später in Moritzburg zur Veredlung<br />
der Warmblutzucht eingesetzt wurde. Etliche<br />
Jahre später besuchte Gertraude Griesbach<br />
auf einer DDR-Reise Dr. Lehrmann und Wesir,<br />
der in Moritzburg als Beschäler aufgestellt<br />
war. „Er ist das Leibross der Leiterin, Frau Dr.<br />
Steiner, die in ihm einen ganz zuverlässigen<br />
Reithengst hat, obgleich sie durch einen Autounfall<br />
ein Bein verlor und eine Prothese trägt.<br />
Ich vermute, dass Dr. Lehrmann schon stolz<br />
ist, den Hengst an diese Stelle verkauft zu haben,<br />
denn da hat er ja viel mehr Möglichkeiten,<br />
seine Vererbung zu zeigen. Und Rozka brachte<br />
weitere schöne Fohlen von Adonah, dem Fetysz-Sohn.<br />
Ich kann mir denken, dass Dr. Lehrmann<br />
Dir nicht vergessen wird, dass Du ihm<br />
© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 2/<strong>2022</strong><br />
16<br />
Endlich, im Januar 1953 kam Wisznu ins<br />
Gestüt! „Was für eine Freude, ja was<br />
für ein Fest war es, als nun nach den 2<br />
Jahren, während derer unser Hengst an den<br />
Fürsten verliehen war, der stolze Wisznu bei<br />
uns eingezogen ist! Er wurde in einem bequemen<br />
Anhänger gebracht und von allen<br />
bejubelt. Wisznu wieherte laut schallend in<br />
die Gegend, machte im Hof seinen alten Passage-Trab,<br />
sah sich überall hin um, und war<br />
ganz aufgeregt, als er von Herrn Amthor in<br />
den Stall geführt wurde. Natürlich roch er die<br />
Stuten und hörte nicht auf, diese zu begrüßen.“<br />
In den folgenden Jahren fielen 73 Fohlen<br />
von ihm und er war damit der am häufigsten<br />
eingesetzte Hengst in Achental.<br />
Da man mit Rualla eine würdige Nachfolgerin<br />
hatte, wurde ihre Mutter Rozka 1953 in die
diese gute Stute verkauft hast“. Doch Freud<br />
und Leid liegen oft nahe beisammen, im<br />
selben Jahr, als Rozka verkauft wurde, starb<br />
leider die schöne, edle Khabitha bei der Geburt<br />
ihres sechsten Fohlens. „Sie war wirklich<br />
unsere edelste Stute, und hat uns meinen Kalif<br />
gebracht, der sich so gut in der Zucht bewährte.<br />
In Kassandra haben wir nun einen Ersatz, aber<br />
sie ist eben doch keine Khabitha“, beschreibt<br />
Irmelin Griesbach den Verlust. Das letzte Fohlen<br />
war Khabithan v. Wisznu, und er wurde<br />
mit der Flasche aufgezogen.<br />
Zahlreiche Kaufinteressenten<br />
Zahlreiche Interessenten und Käufer kamen<br />
nach Achental, so zum Beispiel Herr Hansen<br />
aus Ahrensburg, „der schon nach dem Krieg<br />
versprengte <strong>Vol</strong>lblutaraber und Araber hielt,<br />
so die Witraz-Tochter Europa, die edle Kerbella<br />
(Mekka) sowie mehrere Araber- und Anglo-Araberstuten.<br />
Er hatte den alten Beschäler<br />
Kohinoor erworben und wollte die <strong>Vol</strong>lblutaraberherde<br />
vergrößern. So kaufte er bei uns 1954<br />
das edle Stutfohlen Kenya (a.d. Khemah), die<br />
Hengstfohlen Kashan (a.d. Comtesse), Ismael<br />
(a.d. Isabella) und Jasir II (a.d. Joschi), alle von<br />
Wisznu.“ Ein Jahr später besuchte kein Geringerer<br />
als Federico Zichy-Thyssen das Gestüt.<br />
2/<strong>2022</strong> - www.in-the-focus.com<br />
„Er wollte einen Hengst für sich als Reitpferd<br />
kaufen. Du hast ihm den Komet (Kalif / Khema)<br />
angeboten, der im Januar drei Jahre alt geworden<br />
ist. Er kann ihn also mit in die Schweiz<br />
nehmen, und dort reiten. Er will dort das Abitur<br />
machen und dann nach London gehen. Sogar<br />
dahin will er den Komet mitnehmen.“ Ob hier<br />
in Achental sein Interesse für das <strong>Arabische</strong><br />
Pferd geweckt wurde? Zichy-Thyssen war<br />
später der Besitzer von El Shaklan in Argentinien!<br />
Und auch Dr. Tienemann vom Zoo<br />
Duisburg kam nach Achental, um sich nach<br />
Fohlen umzusehen: „Er bekam einen edlen<br />
ägyptischen Hengst für den Zoo geschenkt,<br />
Kaisoon v. Nazeer, mit dem er Nachzucht haben<br />
möchte.“ Letztendlich wechselten Kheman,<br />
Koratah und Koranah nach Duisburg.<br />
Die Griesbach-Kinder hatten das große Glück,<br />
für die Firma ihrer Mutter lange Reisen ins<br />
Ausland unternehmen zu können. Irmelin<br />
nahm diese Gelegenheit immer auch dazu<br />
wahr, einige Arabergestüte zu besuchen. So<br />
führten sie ihre Reisen nach Frankreich, England<br />
und die USA. Eine ihrer zahlreichen Auslandsreisen<br />
führte sie auch nach Argentinien.<br />
Dort lernte sie ihren späteren Mann kennen<br />
und im Jahr 1956 übersiedelte die junge Tierärztin<br />
nach Südamerika.<br />
17<br />
Nach seiner Verpachtung an den Fürsten<br />
zu Inn- und Knyphausen in Lütetsburg kam<br />
Wisznu (Witez II / Malaga)1953 zehnjährig ins<br />
Gestüt Achental. - After being leased to the<br />
Prince of Inn- und Knyphausen in Lütetsburg,<br />
Wisznu (Witez II / Malaga) came to the Achental<br />
Stud in 1953 at the age of ten.<br />
Kindheitstraum geht in Erfüllung<br />
1962 ergab sich für Gertraude Griesbach<br />
endlich die Gelegenheit, einen Rapphengst<br />
zu erwerben, den sie sich ja schon seit ihrer<br />
Kindheit gewünscht hatte. Tatsächlich standen<br />
gleich zwei polnische Hengte Borys (v.<br />
Wielki Szlem) und Bibars (v. Witraz), beides<br />
Rappen, zum Verkauf. Dr. Skorkowski in Krakau<br />
hatte ihr Bibars empfohlen und es war<br />
ein glücklicher Zufall, daß es tatsächlich gelang,<br />
den Hengst vom Schweizer Nationalzirkus<br />
Knie zu erwerben: Freddy Knie wollte<br />
eine Rappennummer aufbauen, konnte aber<br />
keine weiteren schwarzen <strong>Pferde</strong> finden. Nur<br />
deshalb trennte er sich von dem Hengst.<br />
Noch im selben Jahr schickte Frau Griesbach<br />
einen Grundstock von sechs Jungstuten und<br />
den Hengst Kassam (v. Wisznu) zu ihrer Tochter<br />
nach Argentinien. Damals war ein solcher<br />
Transport keine Angelegenheit von Stunden<br />
mit dem Flugzeug, vielmehr war es eine wochenlange<br />
Schiffspassage. Dennoch überstanden<br />
die <strong>Pferde</strong> die Reise in den engen<br />
Transportboxen gut und kamen wohlbehalten<br />
im sonnigen Süden an. Die Stammstuten<br />
der argentinischen Achental-Zucht waren<br />
die Wisznu-Töchter Kasserah (Khabitha-Familie),<br />
Jowiszah (Jacaranda-Familie), Iminah<br />
(Isabell-Familie), Korima (Kho-Rha-Familie)<br />
und Rubayyah (Rozka-Familie) sowie die Kalif-Tochter<br />
Kokah (Comtesse-Familie).<br />
Damit war (fast) aus jeder Stutenlinie ein Pferd<br />
vorhanden, um die Linien im fernen Argentinien<br />
weiterzuführen. Hinzu kam der selbst gezogene<br />
Kassam (v. Wisznu), der jahrelang als<br />
Beschäler im argentinischen Achental Einsatz<br />
fand. Später folgten noch die Stuten Isabell II<br />
(lsabell-Linie) und Jadah (Jemen-Linie) sowie<br />
Bibars nach Argentinien nach.<br />
Im Januar 1964 fielen die ersten Fohlen der<br />
argentinischen Achental-Zucht - doch zurück<br />
nach Deutschland.<br />
Das Gestüt schliesst die Pforten<br />
Hier in Deutschland entschloß sich Frau<br />
Griesbach schweren Herzens, ihr Gestüt<br />
Achental nun doch ganz aufzulösen. Zu diesem<br />
Anlaß gab es ein Abschiedsfest: „Und<br />
wieviele Züchter und Freunde waren da, als bei<br />
herrlichem Wetter unsere <strong>Vol</strong>lblutaraber defilierten!<br />
Natürlich kann ich Dir auch glauben,<br />
dass es ein trauriger Tag für Dich war: nach 20<br />
Jahren gibst Du nun Deine VA-Zucht auf; zwar<br />
sind die schönsten <strong>Pferde</strong> bei mir (in Argentinien)<br />
und ich hoffe, sie gedeihen hier genauso<br />
Zucht-Geschichte
Grundstock für Gestüt Ismer<br />
aus Achental<br />
Zucht-Geschichte<br />
Borys (Wielki Szlem / Bojkena) *1956<br />
Joschi (v. Halef) war die einzige Jacaranda-Tochter aus Griesbachscher Zucht, aber als Zuchtstute<br />
von hohem Wert. - Joschi (by Halef) was the only Jacaranda daughter bred by Griesbach, but she<br />
was of great value as a broodmare.<br />
Rualla (Kalif / Roszka) *1952<br />
Inazzah (Wisznu / Isabell) *1955<br />
gut wie in Deutschland bei Dir. Aber Du hast sie<br />
dann immer nur hier vor Augen, wenn Du mich<br />
besuchst. Und bei den deutschen Züchtern, die<br />
sie von Dir kaufen, wirst Du auch die Weiterentwicklung<br />
verfolgen können. So ist es gut, dass<br />
Du fast alle an Ismers verkauft hast, 8 Köpfe,<br />
darunter die fruchtbare Rualla und die schöne<br />
Inazzah [Anm. d. Red.: sowie Comtesse, Wiszkha,<br />
Kowiszkah, Iborah und der Hengst Borys],<br />
dazu leihst Du ihnen Deinen geliebten Wisznu,<br />
ja, sie können froh sein, dass sie zu ihrer Ponyzucht<br />
nun auch noch <strong>Vol</strong>lblutaraber züchten<br />
werden. Und dem von Dir so geschätzten Herrn<br />
Dömken hast Du den Rappen, den Junghengst<br />
Rih verkauft, und er hat sich riesig gefreut. Jemens<br />
Tochter Jekah wird zu Habbes kommen,<br />
nachdem Du mir ja die Jekah-Tochter Jadah<br />
geschickt hattest. Wahrscheinlich war es sehr<br />
wirkungsvoll, dass Du den Zuschauern zeigen<br />
konntest, was Araber alles tun können und zu<br />
was man sie gebrauchen kann! Zuerst züchtet<br />
man sie ja, um ein zuverlässiges, kluges, gesundes<br />
und ausdauerndes Reitpferd zu haben, das<br />
einen nie im Stich lässt, das einen durch die Natur<br />
trägt, das einem ein guter Kamerad ist. Und<br />
das einem Nachwuchs bringt. Man kann seine<br />
VA auch anspannen und sie traben unentwegt<br />
vorwärts, ohne zu ermüden. Fahren ist ja ein<br />
herrlicher, nicht leichter Sport und Vierer- und<br />
Fünferzüge beherrschen ist schwer. Wir haben<br />
es ja gründlich ausprobiert.“<br />
Damit schloß das erste größere <strong>Vol</strong>lblutarabergestüt<br />
1964 seine Pforten. Sechs Stuten<br />
der alten ungarischen Linien konnten nach<br />
dem 2. Weltkrieg durch den engagierten Einsatz<br />
von Frau Griesbach gerettet werden - sie<br />
alle, ebenso wie die zwei Marbacher Stuten<br />
und die polnische lsonda, wurden bedeutende<br />
Säulen der deutschen Araberzucht. Ihre<br />
Linien haben sich über die 167 Fohlen, die in<br />
Achental von 1947 bis 1964 geboren wurden,<br />
bis heute erhalten. Damit hat die Zuchtgeschichte<br />
Gertraude Griesbach und ihrem Wirken<br />
ein würdiges Denkmal gesetzt.<br />
Gudrun Waiditschka<br />
Der Beitrag erschien erstmals im Araber Journal<br />
6/1991 und ist hier in einer ergänzten<br />
Form wiedergegeben.<br />
Wiszkha (Wisznu / Kassandra) *1956<br />
Wisznu (Witez II / Malaga) *1943<br />
Stammstuten in Achental-Argentinien<br />
Kokah Sch. 1957 Kalif / Comtesse Gestüt Achental / GER<br />
Jowiszah Sch. 1957 Wisznu / Joschi Gestüt Achental / GER<br />
Jobiah S'Br. 1966 Bibars / Jowiszah Gestüt Achental / GER<br />
Rubayyah Br. 1960 Wisznu / Rualla Gestüt Achental / GER<br />
Khorimah Sch. 1960 Wisznu / Koralle Gestüt Achental / GER<br />
Kasserah Br. 1959 Wisznu / Kassandra Gestüt Achental / GER<br />
Irinah Br. 1959 Wisznu / Inazzah Gestüt Achental / GER<br />
Isabell II F. 1960 Wisznu / Inazzah Gestüt Achental / GER<br />
Jadah Br. 1962 Wisznu / Jekah Gestüt Achental / GER<br />
Hengste im Einsatz in Achental-Argentinien<br />
Bibars R. 1957 Witraz / Bojkena Nowy Dwor/POL 34 Fohlen<br />
Kassam F. 1960 Wisznu / Kassandra Gestüt Achental <strong>30</strong> Fohlen<br />
Marzawan R. 1967 Bibars / Jowiszah Achental-Argentinien 58 Fohlen<br />
Sigl. Bagd. VI-8 Sch. 1969 Sigl. Bagd. VI / Rujobah Dänemark 9 Fohlen<br />
Hakim II R. 1974 Gharib / Halima Hagenlocher <strong>30</strong> Fohlen<br />
Jadimour F. 1980 Hakim / Jadah Achental-Argentinien 8 Fohlen<br />
18<br />
© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 2/<strong>2022</strong>
The Beginnings of Arabian Horse Breeding in Germany<br />
Gertraude<br />
Griesbach<br />
Part 2<br />
In Memoriam of<br />
Zucht-Geschichte<br />
In the first part we witnessed<br />
how six mares of the old<br />
Hungarian lines could be saved<br />
after the Second World<br />
War thanks to the dedicated<br />
efforts of Gertraude Griesbach.<br />
Their lines and those<br />
of the Marbach mares Jemen<br />
and Jacaranda have been<br />
preserved through 167 foals<br />
that were born in Achental<br />
between 1947 and 1964.<br />
2/<strong>2022</strong> - www.in-the-focus.com<br />
19<br />
Finally, in January 1953, Wisznu came into<br />
our stud! "What a joy, yes, what a celebration<br />
it was when, after the 2 years during<br />
which our stallion was leased to the prince of<br />
Lütetsburg, the proud Wisznu moved in with<br />
us! He was brought in a comfortable trailer and<br />
cheered by everyone. Wisznu whinnied loudly<br />
and resoundingly around, did his old passage<br />
trot in the yard, looked everywhere and was<br />
very excited when he was led into the stable<br />
by Mr. Amthor. Of course he smelled the mares<br />
and didn't stop greeting them.” In the following<br />
years he had 73 foals, making him the most frequently<br />
used stallion in Achental.<br />
Since they had a worthy successor in Rualla,<br />
her mother Rozka was sold to the GDR in 1953,<br />
while being pregnant by Wisznu. Owned by Dr.<br />
Lehrmann, she foaled a colt called Wesir, who<br />
was later used in Moritzburg to improve warmblood<br />
breeding. Several years later, on a trip to<br />
the GDR, Gertraude Griesbach visited Dr. Lehrmann<br />
and Wesir, who was set up as a breeding<br />
stallion in Moritzburg. "He is the head's personal<br />
horse, Mrs. Dr. Steiner, who has a very reliable<br />
riding stallion in him, although she lost a leg<br />
in a car accident and wears prosthesis. I suspect<br />
that Dr. Lehrmann is already proud to have sold<br />
the stallion to Moritzburg, because there he has<br />
many more opportunities to show his value<br />
as a sire. And Rozka produced other beautiful<br />
foals by Adonah, the Fetysz son. I can imagine<br />
that Dr. Lehrmann will not forget that you<br />
sold him this good mare". But joy and sorrow<br />
are often close together; in the same year that<br />
Rozka was sold, the beautiful, noble Khabitha<br />
unfortunately died giving birth to her sixth foal.<br />
"She really was our finest mare and brought us<br />
my Kalif, who did so well in breeding. We now<br />
have a replacement in Kassandra, but she's not<br />
a Khabitha after all," writes Irmelin Griesbach,<br />
describing the loss. The last foal was Khabithan<br />
by Wisznu, and was raised with the bottle.<br />
Numerous prospective buyers<br />
Numerous interested parties and buyers came<br />
to Achental, for example Mr. Hansen from Ahrensburg,<br />
“who, after the war, kept purebred<br />
Arabians, such as the Witraz daughter Europa,<br />
the noble Kerbella (Mecca), as well as several<br />
Arabian Partbreds and Anglo-Arab mares.<br />
He had acquired the old stallion Kohinoor<br />
and wanted to enlarge the Arabian herd. So<br />
he bought from us in 1954 the noble filly Kenya<br />
(out of Khemah), the colts Kashan (out of<br />
Comtesse), Ismael (out of Isabella) and Jasir II<br />
(out of Joschi), all by Wisznu.” A year later, none<br />
other than Federico Zichy-Thyssen visited the<br />
stud. “He wanted to buy a stallion for himself<br />
as a riding horse. You offered him Komet (Kalif<br />
/ Khema) who turned three in January. So he<br />
can take him to Switzerland and ride there. He<br />
wants to finish his high-school there and then
Zucht<br />
go to London. He even wants to take Komet<br />
with him there.” Was his interest in the Arabian<br />
horse aroused here at Achental? Zichy-Thyssen<br />
later became the owner of El Shaklan in Argentina!<br />
And also Dr. Tienemann from the Zoo in<br />
Duisburg came to Achental to look for foals: "He<br />
was given a noble Egyptian stallion for the zoo,<br />
Kaisoon by Nazeer, with whom he would like to<br />
have offspring.” Ultimately, Kheman, Koratah<br />
and Koranah moved to Duisburg.<br />
The Griesbach children were very fortunate to<br />
be able to travel long distances abroad for their<br />
mother's company. Irmelin always took this opportunity<br />
to visit some Arab studs. So she travelled<br />
to France, England and the USA. One of her<br />
many trips abroad also took her to Argentina.<br />
There she met her future husband and in 1956<br />
the young veterinarian moved to South America.<br />
Childhood dream comes true<br />
In 1962, Gertraude Griesbach finally had the<br />
opportunity to purchase a black stallion, which<br />
she had wanted since childhood. In fact, two Polish<br />
stallions, Borys (by Wielki Szlem) and Bibars<br />
(by Witraz), both black, were for sale. Dr Skorkowski<br />
in Kraków had recommended Bibars to<br />
her and it was a happy coincidence that it was<br />
possible to acquire the stallion from the Swiss<br />
national circus Knie: Freddy Knie wanted to establish<br />
a group of black horses but could not<br />
find any other blacks. That was the only reason<br />
why he separated from the stallion. In the same<br />
year, Mrs. Griesbach sent a group of six young<br />
mares and the stallion Kassam (by Wisznu) to<br />
her daughter in Argentina. At that time, such a<br />
transport was not a matter of hours by plane, it<br />
was a week-long ship passage. Nevertheless, the<br />
horses survived the journey in the narrow transport<br />
boxes and arrived safely in the sunny south.<br />
The foundation mares of the Argentine Achental<br />
stud were the Wisznu daughters Kasserah<br />
(Khabitha family), Jowiszah (Jacaranda family),<br />
Iminah (Isabell family), Korima (Kho-Rha family)<br />
and Rubayyah (Rozka family) as well as the Kalif<br />
daughter Kokah (Comtesse family).<br />
Karim (Wisznu / Kaira) 1959 - grandson of Kalif (below). - Karim ist ein Enkel des Hengstes Kalif<br />
(unten abgebildet).<br />
There was a horse from (almost) every mare family<br />
to continue the lines in distant Argentina.<br />
In addition, there was the self-bred Kassam (by<br />
Wisznu), who was used as a sire in Argentina's<br />
Achental for many years. Later the mares Isabell<br />
II (Isabell family) and Jadah (Jemen family) as<br />
well as Bibars followed to Argentina.<br />
In January 1964 the first foals of the Argentine<br />
Achental stud was born - but back to Germany.<br />
The stud closes the gates<br />
Here in Germany, Mrs. Griesbach decided with<br />
a heavy heart to completely liquidate her stud<br />
farm Achental. On this occasion there was a<br />
farewell party: “And how many breeders and<br />
friends were there when our purebred Arabians<br />
were dancing and prancing in glorious weather!<br />
Of course I can also believe that it was a sad day<br />
for you: after 20 years you are now giving up<br />
your purebred Arabian breeding. Although the<br />
most beautiful horses are with me (in Argentina)<br />
and I hope they thrive here just as well as in<br />
Germany with you. But you only see them here<br />
when you visit me. And with the German breeders<br />
who buy them from you, you will also be<br />
able to follow their further development. So it's<br />
good that you sold almost all of them to Ismers,<br />
eight heads, including the fertile Rualla and<br />
the beautiful Inazzah [note. i.e. Red.: as well as<br />
Comtesse, Wiszkha, Kowiszkah, Iborah, and the<br />
stallion Borys], you lend them your beloved Wisznu,<br />
yes, they can be happy that they will now<br />
also breed Arabian horses in addition to their<br />
pony breeding. And you sold the young colt Rih<br />
to Mr. Dömken, whom you value so much, and<br />
he was very happy. Jemen's daughter Jekah<br />
will come to Habbes after you sent me Jekah's<br />
daughter Jadah. It was probably very effective<br />
that you were able to show the audience what<br />
Arabians can do and what they can be used<br />
for! First of all, they are bred to have a reliable,<br />
clever, healthy and enduring riding horse that<br />
will never let you down, that will carry you through<br />
nature, that will be a good companion.<br />
And that gives you foals. You can also harness<br />
your Arabian and they will trot forward steadily<br />
without tiring. Driving is a wonderful, but not<br />
easy sport and mastering teams of four and five<br />
is difficult. We tried it out thoroughly.”<br />
With that, the first larger purebred Arabian stud<br />
farm closed its doors in 1964. Six mares from<br />
the old Hungarian lines could be saved after<br />
the Second World War thanks to the committed<br />
efforts of Gertraude Griesbach - all of them, as<br />
well as the two Marbach mares and the Polish<br />
Isonda, became important pillars of German<br />
Arabian breeding. Their lines have survived to<br />
this day through the 167 foals that were born<br />
in Achental between 1947 and 1964. The breeding<br />
history of Germany has thus set Gertraude<br />
Griesbach and her work a worthy monument.<br />
Gudrun Waiditschka<br />
Kalif (Halef / Khabitah) 1948, the first self-bred breeding stallion at Achental. - Kalif, der erste<br />
selbst gezogene Zuchthengst im Gestüt Achental.<br />
The article first appeared in Araber Journal<br />
6/1991 and is reproduced here in an extended<br />
version.<br />
20<br />
© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 2/<strong>2022</strong>
Stutenlinie 74 Tifle (über Kho Rha) (stark verkürtzter Ausschnitt)<br />
Kho-Rha 1936 (v. Kuhaylan Zaid db a.d. 2 Mersuch I), Z: Bábolna/HUN<br />
Koratha II [Koratah] 1956 (v. Kalif) Z: Griesbach<br />
Khamisah 1965 (v. Kheman) Z: Zoo Duisburg<br />
Kismet III 1971 (v. Kaisoon) Z: Schreiber<br />
Kimah 1982 (v. Machaon) Z: Schreiber-Kreinberg<br />
Karimah Bint Khalil 1986 (v. Khalil I) Z: Rueß<br />
Farousha Bint Fadil 1998 (v. Hamasa Fadil) Z: Miny<br />
Faroukai 2009 (v. DA Kairo) Z: Weiss<br />
Fazirah Bint Fadil 1999 (v. Hamasa Fadil) Z: Miny<br />
Taraszena 1987 (v. Taktik) Z: Rueß<br />
WAS Tarisha Bint Taraszena 2004 (v. Bel Provider) Z: Rueß<br />
WAS Zahims Zarina 2009 (v. Zid Ibn El Zahim) Z: Rueß<br />
MP Marina Pepperlina 2020 (v. TA Markoni) Z: Pauli<br />
MP Princess Zaaraina 2021 (v. TA Markoni) Z: Pauli<br />
MP Zalims Khaleesi 2017 (v. Zid Ibn El Zahim) Z: Pauli<br />
Kariba 1973 (v. Diem) Z: Schreiber<br />
Kaprice 1980 (v. Taktik) Z: Schreiber-Kreinberg<br />
Kar Mascha 1988 (v. Tern) Z: Rothländer<br />
Kureika 1992 (v. Namin) Z: Rothländer<br />
Kama Bint Kamschatka 1997 (v. Kamschatka) Z: Rothländer<br />
SF Kassandra 2006 (v. Bolero) Z: Fahrenkrog<br />
SF Kaschka Bint Bolero 2008 (v. Bolero) Z: Fahrenkrog<br />
Maharani Bint Mirage 2009 (v. Mirage) Z: Göbel-Weiß<br />
Kaprice Bint Mirage 2012 (v. Mirage) Z: Göbel-Weiß<br />
Khadija Bint Mirage 2014 (v. Mirage) Z: Göbel-Weiß<br />
Kayana 1968 (v. Kheman) Z: Zoo Duisburg<br />
Khira 1982 (v. Estroon) Z: Quinke<br />
Kisra 1986 (v. Mansuhri) Z: Quinke<br />
Khayana 2005 (v. KHS Abha Jabask) Z: Liebhart<br />
Keshia 1994 (v. Shay-Tuam) Z: Quinke<br />
Koh I Noor Bint El Sadeek 2005 (v. El Sadeek Ibn Mayoun) Z: Goebel<br />
Khianga Bint El Sadeek 2007 (v. El Sadeek Ibn Maymoun) Z: Goebel<br />
Khora 1983 (v. Estroon) Z: Quinke<br />
Kharma 1989 (v. Jordan) Z: Kaufmann<br />
Kha 1996 (v. El Iblis) Z: Kaufmann<br />
Khamsa TT 2002 (v. Addikjonn) Z: Kaufmann<br />
Khamsi 2006 (v. Black Rain) Z: Wunsch-Müller<br />
Khasi 2008 (v. El Sareei Ali Baba) Z: Wagner<br />
JK Khaliq ibn Shirass 2018 (v. AJM Shirass) Z: Königbauer<br />
Karubi TT 2005 (v. Mounir Noir) Z: Peschke<br />
Kahira Bint Leyl 2007 (v. NK Ibn Leyl) Z: Peschke<br />
Fathiyah M 2013 (v. NK Ibn Leyl) Z: Gut Mönchshof<br />
BG Hamana Khaleesi 2017 (v. NW Haman) Z: Gabriel<br />
Kharmak 1998 (v. Addikjonn) Z: Kaufmann<br />
Kasandra TT 2005 (v. Mounir Noir) Z: Peschke<br />
Kiyara M 2013 (v. NK Ibn Leyl) Z: Gut Mönchshof<br />
Kaia 1969 (v. Kaisoon) Z: Zoo Duisburg<br />
Kalila 1974 (v. Estroon) Z: Quinke<br />
Mansahra Bint Kalila 1987 (v. Mansul) Z: Del Bene<br />
Mansahra Moukihra 1991 (v. Mouka-Tuam) Z: Laumer<br />
Om El Mounsahra 2000 (v. Om El Pashaa) Z: Fritz<br />
Issis 2001 (v. KP Haleem) Z: Fritz<br />
FF Aleena 2003 (v. KJ Andes) Z: Fritz<br />
Aleya 2009 (v. Om El Pashaa) Z: Fritz<br />
FF Isis 2007 (v. KP Haleem) Z: Fritz<br />
FF Luna 2008 (v. Om El Pashaa) Z: Fritz<br />
Kunama Bint Kalila 1994 (v. El Majil) Z: Laumer<br />
Khadija El Asari Manoar 2001 (v. Najib II) Z: Nover<br />
Manoar Gamara 2003 (v. Madallan-Madheen) Z: Nover<br />
Manoar Madita 2004 (v. Madallan-Madheen) Z: Nover<br />
Manoar Zeenah 2005 (v. Shakaar Ibn Sanadiva) Z: Nover<br />
Kaira II 1982 (v. Estroon) Z: Quinke<br />
Khatania 1988 (v. Mansul) Z: Kaufmann<br />
Kanja 1994 (v. El Iblis) Z: Kaufmann<br />
Kusima TT 2002 (v. Addikjonn) Z: Kaufmann<br />
Kiara TT 2003 (v. Addikjonn) Z: Peschke<br />
BG Asaalah 2008 (v. El-Asari) Z: Gabriel<br />
BG Aminah 2009 (v. El-Asari) Z: Gabriel<br />
BG Haminata 2016 (v. NW Haman) Z: Gabriel<br />
Khali 1996 (v. El Iblis) Z: Kaufmann<br />
Kala TT 2002 (v. Addikjonn) Z: Kaufmann<br />
Kalila TT 2005 (v. Mounir Noir) Z: Peschke<br />
BG Ganeva 2008 (v. Gharim) Z: Gabriel<br />
BG Ashara 2012 (v. El-Asari) Z: Gabriel<br />
VG Amira Malisha 2021 (v. AJM Shirass) Z: Grünert<br />
Kaprina 1990 (v. El Iblis) Z: Kaufmann<br />
Kalila TT 2002 (v. Addikjonn) Z: Kaufmann<br />
Kamri TT 2005 (v. Mounir Noir) Z: Peschke<br />
Karima IV 1984 (v. Estroon) Z: Quinke<br />
Kimra II 1992 (v. Ibn Blue Hassan) Z: Quinke<br />
Sharia III 1996 (v. Mouka-Tuam) Z: Quinke<br />
NB Shakira 2002 (v. Prince Shetan) Z: Bader<br />
NB Shanaya 2010 (v. NB Shah Jumanj Ibn Madallan) Z: Bader<br />
NB Sinnikka 2011 (v. NB Shah Jumanj Ibn Madallan) Z: Bader<br />
Kamira II 1993 (v. El Iblis) Z: Quinke<br />
Kauri 2005 (v. Karacal) Z: Huschke<br />
2/<strong>2022</strong> - www.in-the-focus.com<br />
Kho-Rha 1936 (v. Kuhaylan Zaid db a.d. 2 Mersuch I), Z: Bábolna/HUN<br />
Kordula 1952 (v. Kalif) Z: Griesbach<br />
Koriah 1967 (v. Riad) Z: Griesbach<br />
Kora 1973 (v. Shagar) Z: Pfeil<br />
Khamsa 1977 (v. Joka-Tuam) Z: Hinterthür<br />
Khamala 1982 (v. Joka Tuam) Z: Hinterthür<br />
Khemala 1990 (v. Mouka-Tuam) Z: Hinterthür<br />
Khajinka 1999 (v. Mahnarch) Z: Koch<br />
Khajra El Assuad 2003 (v. Rafik El Assuad) Z: Krüss & Stühler<br />
Khiara El Assuad 2005 (v. Rafik El Assuad) Z: Krüss & Stühler<br />
Kashida El Assuad 2006 (v. Rafik El Assuad) Z: Krüss & Stühler<br />
Khappala 2010 (v. Janosch) Z: Koch<br />
Khim 2001 (v. Mahnarch) Z: Schmitt<br />
Khismi 2008 (v. Janosch) Z: Schmitt<br />
JMP Kharisma 2016 (v. Jascorial) Z: Böttger<br />
Khiyara 2009 (v. Janosch) Z: Schmitt<br />
JMP Khamila 2011 (v. Jascorial) Z: Böttger<br />
CBA Khalila 2012 (v. Jascorial) Z: Bouché<br />
21<br />
CBA Kyarah 2016 (v. Haleem Al Safi) Z: Bouché<br />
Khima 2003 (v. Nahjad) Z: Schmitt<br />
LA Kiaraah 2011 (v. Kareem Al Burkurda) Z: Licht<br />
LA Kashida 2017 (v. Kareem Al Burkurda) Z: Steinbauer<br />
Khalduna El Assuad 1983 (v. Joka-Tuam) Z: Hinterthür<br />
Futnah 1996 (v. Mahabi El Shaklan) Z: Sh. Al Qassemi<br />
Sharjaa 2008 (v. Belbowrie Obsidian) Z: Sh. Al Qassemi<br />
Khamirah 1985 (v. Joka-Tuam) Z: Hinterthür<br />
Kahema 1989 (v. El Abd) Z: Schwarze<br />
Halima Black Lace 2000 (v. DP Black Skipper) Z: Niederbichler-Dechant<br />
Khoheila 1991 (v. Mouka-Tuam) Z: Schwarze<br />
Khalisha 2010 (v. Al Azim) Z: Otto<br />
El Wa Ha Malika 2000 (v. El Wa Ha Kayed Amir) Z: Müller<br />
M.M. Nazeema 1987 (v. Ibn Nazeema) Z: Hinterthür<br />
Moniet II 1996 (v. Moheba Zirkon) Z: Maatz<br />
RM Mangani 2003 (v. El Aszud) Z: Maatz<br />
MM Bint Nazeema 2004 (v. Messaoud) Z: Maatz<br />
Korda 1980 (v. El Abd) Z: Hinterthür<br />
Kayira 1985 (v. Gharib) Z: Kretschmann<br />
Dabrock Kobeilah 1991 (v. Joka-Tuam) Z: Schröder<br />
Korana IV 1997 (v. DP Black Fantum) Z: Hammer & Moliterno<br />
Khadidja 2011 (v. Hamaasiy Ash Al Arab) Z: Eschler<br />
KH Kadirah 2003 (v. Faa El Sharik) Z: Westphal-Giesenkirchen<br />
Kimra 1975 (v. Diem) Z: Pfeil<br />
Kassika 1979 (v. Joka-Tuam) Z: Pfeil<br />
Kassanka 1985 (v. Pomar) Z: Ismer<br />
Tabora 2006 (v. Wrobel) Z: Grzimek<br />
Kaslana 1991 (v. Santhos) Z: Bär<br />
Kiriah 2008 (v. Towaresh) Z: Jedzini<br />
GS Krikket 2016 (v. Haleb II) Z: Jedzini<br />
GS Kokoh 2020 (v. Hermes) Z: Jedzini<br />
Kalia 1981 (v. Rih) Z: Pfeil<br />
Sabina II 1991 (v. Saljut) Z: Brenninger<br />
Shabnam 1996 (v. Drakon) Z: Ebell<br />
Sharon 2001 (v. Najiy) Z: Anstadt<br />
Shakiraah 2002 (v. Najiy) Z: Olivera Costa<br />
MK Shahina Bint Shakiraah 2011 (v. DA Nadiyad) Z: Kosel<br />
Shaheena 2004 (v. Madin Ibn Sinan) Z: Olivera Costa<br />
Shams El Sabah 2006 (v. Kemaal Ibn Najiy) Z: Olivera Costa<br />
Shiu Chien 1997 (v. Gomel) Z: Ebell<br />
MM Shirin 2003 (v. Period) Z: Müller<br />
Shiuna EH 2013 (v. Zebulon) Z: Bär<br />
Shameelah Callista 2015 (v. El Dimor) Z: Hallmann<br />
Shatiga 2000 (v. Parvis) Z: Ebell<br />
India 1995 (v. Saljut) Z: Ebell<br />
Zahims Alina 2004 (v. Zid Ibn El Zahim) Z: Pauli<br />
Zahims Zahira 2007 (v. Zid Ibn El Zahim) Z: Pauli<br />
Zahims El Awra 2008 (v. Zid Ibn El Zahim) Z: Pauli<br />
Dies ist ein stark verkürzter Ausschnitt aus der<br />
Stutenlinie 74 Tifle über die Achentaler Stammstute<br />
Kho Rha. Es wurden nur <strong>Pferde</strong> berücksichtigt,<br />
deren Linien bis in die Gegenwart reichen, d.h. die<br />
weibliche Nachkommen haben, die im Jahr 2000<br />
oder später geboren wurden.<br />
Die gesamte Linie nach Kho Rha beinhaltet (derzeit)<br />
479 weibliche Nachkommen, aufgeführt ist<br />
nur ein Ausschnitt über Kordula und Koratah.<br />
Die gesamte Linie finden Sie auf :<br />
www.in-the-focus.de/alte-linien/kho-rha/<br />
Zucht
Alte Basis<br />
Gestüt Ismer in Ströhen<br />
und neue Impulse<br />
Zucht<br />
Der in Marbach geborene<br />
Madkour I (Hadban Enzahi /<br />
Moheba II) *1971 war der erste<br />
rein ägyptisch gezogene<br />
Araber im Gestüt Ismer und<br />
sollte der bedeutendste<br />
Vererber des Gestüts werden.<br />
Madkour I, born at Marbach,<br />
was the first Straight Egyptian<br />
at Ismer Stud and was<br />
to become the stud's most<br />
important sire.<br />
Foto: G. Waiditschka<br />
Zur selben Zeit, als Achental seine Zucht endgültig einstellte, entstand eine neue, bedeutende<br />
Zuchtstätte: das Gestüt Ismer, das heute in bereits dritter Generation von der Familie Ismer<br />
weitergeführt wird. Es ist das älteste private <strong>Vol</strong>lblutarabergestüt Deutschlands ebenso wie das<br />
größte. Bei seinem Aufbau spielten <strong>Pferde</strong> aus Marbach und Achental eine bedeutende Rolle.<br />
22<br />
© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 2/<strong>2022</strong>
Der Hof Wege im niedersächsischen<br />
Ströhen wird bereits im 13. Jahrhundert<br />
urkundlich erwähnt. Seit<br />
1942 ist er im Besitz der Familie Ismer, als<br />
nämlich Rolf Ismer, ein ursprünglich aus<br />
Schlesien stammender Landwirt, die damalige<br />
Eigentümerin Annemarie Wege heiratete.<br />
Die ursprünglich vielseitig orientierte<br />
Landwirtschaft wurde zunächst auf Rinderhaltung<br />
umgestellt.<br />
Im Jahr 1959 trat die Rinderzucht hinter<br />
einer neuen Idee zurück. Es entstand ein<br />
großflächiger Naturtierpark, der in den<br />
folgenden Jahren immer weiter ausgebaut<br />
wurde. Von Beginn an waren auch die Kinder<br />
im Familienbetrieb tätig, vor allem die<br />
beiden Söhne Erpo und Holger.<br />
Rolf Ismer schrieb dazu in der Tierpark-Chronik:<br />
„Die eigene Freude und<br />
Begeisterung an Wildtieren, das für eine<br />
natürliche Tierhaltung und -zucht ideal<br />
geeignete Gelände und der Wunsch, möglichst<br />
vielen Menschen Freude mit meinen<br />
Anlagen und den Tieren zu machen, ließen<br />
den Entschluss reifen, 1960 den Tierpark<br />
der Öffentlichkeit zugänglich zu machen."<br />
So geschah es am Himmelfahrtstag 1960.<br />
Über 2000 Besucher kamen zur Eröffnung.<br />
Der Tierpark zählte bald zu den Attraktionen<br />
der Region und ist es noch heute. Das<br />
Besondere daran ist, dass die Besucher hier<br />
neben einheimischen und exotischen Tieren<br />
auch arabische <strong>Pferde</strong> kennenlernen<br />
können.<br />
Das Gestüt entstand nahezu zeitgleich<br />
mit dem Tierpark. Zunächst züchtete Rolf<br />
Ismer Reitponys, die schon früh mit arabischen<br />
<strong>Vol</strong>lbluthengsten gedeckt wurden.<br />
Zunächst kam Ghazal zum Einsatz, bevor<br />
der erste eigene Hengst dazukam: Demir<br />
(Hadban Enzahi / Winarsad), geboren 1958<br />
in Marbach. Demir war 1962 bester Araber<br />
Mashour (Madkour I / Shiwa) *1980 setzte Maßstäbe: Er wurde gekört und prämiert, war ein Star<br />
der internationalen Schauszene und erfolgreicher Vererber. - Mashour set the standards: he was<br />
licensed and premium awarded, was a star of the international show scene and a successful sire.<br />
der HLP in Westercelle, wobei er sogar eine<br />
Teilprüfung als Fahrpferd absolvierte!<br />
Von den arabisierten Reitponys war es nur<br />
ein kurzer Schritt bis zur eigenen VA-Zucht.<br />
Die erste Araberstute war die in Lütetsburg<br />
gezogene Fatme (Haladin / Winette), rein<br />
Marbacher Abstammung, die aber nur wenige<br />
Jahre blieb und nichts Bleibendes im<br />
Gestüt hinterließ. Zwei andere Stuten waren<br />
erfolgreicher, beide aus dem Jahrgang<br />
1960. Die von Hannes Gutschow gezogene<br />
Dzika war eine Ghazal-Tochter aus der<br />
Europa v. Witraz; ihre Mutter war ebenso<br />
wie die Achentaler Stammstuten durch die<br />
Auswirkungen des Krieges in Deutschland<br />
gestrandet. Die andere Stute war Shari I<br />
(Hadban Enzahi / Haita v. Halef), wie Demir<br />
in Marbach geboren und zurückgehend<br />
auf den alte Weiler Stamm der Murana I.<br />
Zusammen mit Demir war nun ein kleiner,<br />
solider Grundstock für eine Zucht auf<br />
Marbacher Basis vorhanden, der Mitte der<br />
1960er Jahre durch Sharis Dreiviertelbruder<br />
Shagar (Ghazal / Haita) weiter verstärkt<br />
wurde.<br />
Zu diesen <strong>Pferde</strong>n gesellten sich 1964, als<br />
Gertraute Griesbach die Zucht einstellte,<br />
sechs Achentaler Stuten und die beiden<br />
polnischen Hengste Borys und Wisznu.<br />
Wisznu war zwar weiterhin im Besitz von<br />
Frau Griesbach, blieb aber bis zu seinem<br />
Lebensende in Ströhen.<br />
Damit wurde das Gestüt Ismer schlagartig<br />
zum größten VA-Gestüt in einem Deutschland,<br />
in dem <strong>Vol</strong>lblutaraber noch selten waren,<br />
und zum Nachfolger von Achental.<br />
Zucht<br />
Fotos: B. Finke, soweit nicht anderweitig vermerkt<br />
Madkours Impuls (Madkour I / Imperia) *1997 geht auf die Gründerstute Inazzah zurück, lieferte<br />
einige hervorragende Zuchtstuten und brachte diese Blutlinie als Pachthengst auch nach Marbach.<br />
- Madkours Impuls tails back to the foundation mare Inazzah, produced some excellent<br />
broodmares and also brought this bloodline to Marbach as a leased stallion.<br />
2/<strong>2022</strong> - www.in-the-focus.com<br />
23<br />
Das Achentaler Erbe<br />
Die von Achental übernommenen Stuten<br />
waren:<br />
• Comtesse (Koheilan I / 250 Mersuch II-1)<br />
*1941 mit ihrer einjährigen Tochter<br />
• Kowiszkah (v. Wisznu) *1963<br />
• Rualla (Kalif / Rozka v. Kuhailan Ajouz I)<br />
*1952<br />
• Inazzah (Wisznu / Isabell v. Kuhailan<br />
Zaid) *1955 mit ihrem Stutfohlen<br />
• Iborah (v. Borys) *1964<br />
• Wiszkha (Wisznu / Kassandra (v. Halef a.<br />
d. Kabitha)) *1956<br />
Die alte Comtesse, die letzte der ursprünglichen<br />
Achentaler Stammstuten, brachte allerdings<br />
keine Fohlen mehr. Kowiszkah war<br />
ihre letzte Tochter, und auch sie blieb nicht<br />
lange in Ströhen. Nachdem sie von Shagar<br />
gedeckt war, wurde sie an Wilhelm Kelle<br />
verkauft. Sie war eine sehr fruchtbare Stute<br />
mit vielen Töchtern und begründete eine<br />
große Familie zunächst für Wilhelm Kelle
Zucht<br />
In der „polnischen Phase" kamen zahlreiche Hengste aus Polen zum Einsatz, u. a. Pasat<br />
(Gwarny / Parma) *1978, der die Bairaktar-Linie zurück nach Deutschland brachte. -<br />
In the "Polish phase" numerous stallions from Poland were used, including Pasat, who<br />
brought the Bairaktar sire line back to Germany.<br />
und später für die Familie Kniffka. Heute ist<br />
sie, wie viele alte Linien, rar geworden.<br />
Als ich im Herbst 1971 das Gestüt Ismer zum<br />
ersten Mal besuchte, waren die drei anderen<br />
Achentaler Stuten noch dort. Die Begegnung<br />
mit ihnen – vor allem Wiszkha und Inazzah<br />
– sollte weitreichende Folgen haben,<br />
denn dies waren die ersten arabischen <strong>Pferde</strong>,<br />
die ich kennenlernen durfte. Zusammen<br />
mit dem Hengst Shagar, der seinem Vater<br />
aus dem Gesicht geschnitten war, begründeten<br />
sie meine Begeisterung für arabische<br />
<strong>Pferde</strong>, die meinen weiteren Lebensweg<br />
bestimmen sollte. Ohne sie würde ich jetzt<br />
wohl nicht diese Zeilen schreiben.<br />
Doch zurück zur züchterischen Bedeutung.<br />
Ebenso wie Kowiszkah waren alle drei Stuten<br />
sehr fruchtbar mit zahlreichen Töchtern.<br />
Dennoch haben sich ihre Stutenlinien<br />
im Gestüt Ismer nicht bis heute gehalten.<br />
Das heißt aber nicht, dass sie keinen Einfluss<br />
hatten; ihre Familien sind, wenn auch<br />
nicht in Ströhen, in der Gesamtzucht noch<br />
vertreten.<br />
In Bezug auf die Gesamtzucht war Rualla<br />
die wohl bedeutendste von ihnen. Das lag<br />
aber vor allem an ihren noch in Achental<br />
gezogenen Wisznu-Töchtern, allen voran<br />
Razzinah mit ihrer großen Familie. Rolf Ismer<br />
züchtete mir Rualla noch drei Fohlen:<br />
den gekörten Hengst Rabdan (v. Wisznu)<br />
und die beiden Stuten Rajana (v. Demir)<br />
und Rewjana (v. Shagar). Sie wurden alle<br />
verkauft. Rajana gründete über ihre Tochter<br />
Resalah eine weit verzweigte Familie,<br />
die sich bis Italien erstreckt, während Rewjana<br />
vor allem durch ihren Enkel Al Azim<br />
bekannt wurde, der in den 1980er Jahren<br />
mit Doriz Melzer einer der erfolgreichsten<br />
Distanzhengste Deutschlands war. Außerdem<br />
war sie die Mutter des gekörten Shahil<br />
(v. Shaeen). Im Gestüt Ismer blieb nichts<br />
von Rualla. Sie selbst wurde schließlich an<br />
Dr. Piduch verkauft und brachte noch zwei<br />
24<br />
Töchter, von denen aber nichts erhalten ist.<br />
Von den fünf Fohlen, die Inazzah in Achental<br />
hatte, ist vor allem der Zweig ihrer nach<br />
Österreich verkauften Tochter Iryna (v. Borys)<br />
noch weit verbreitet; auf jeden Fall gibt<br />
es heute noch zahlreiche Stuten im zuchtfähigen<br />
Alter.<br />
Weitverzweigte Familienbande<br />
Inazzahs erste von Rolf Ismer gezogene<br />
Tochter, Indira (1967 v. Demir), wurde mitsamt<br />
ihren beiden Shagar-Töchtern an das<br />
Gestüt Ostenfelde verkauft. Von dort wechselte<br />
die jüngere Tochter Isoka in die Schweiz<br />
und brachte dort den seinerzeit sehr erfolgreichen<br />
Hengst Jaragon al d’Ama (v. El Shaklan).<br />
Bis heute gehalten hat sich der Zweig<br />
der Indira-Tochter Indschima II (v. Euben); zu<br />
den bekannteren Vertretern gehört die 2007<br />
geborene VZAP-Elitestute Israa Al Ghaliya<br />
(Amurath Muntahi / Black Ibnaa).<br />
Vier Töchter der Inazzah wirkten im Gestüt<br />
Ismer als Zuchtstuten. Inshalla (1969 v.<br />
Ghazal) brachte Ishtah (v. Diem), die zwar<br />
verkauft wurde, aber eine große Familie<br />
begründete. Ein prominenter Vertreter dieses<br />
Zweiges war der VZAP-Elitehengst Al<br />
Adiyat Inshass (Messaoud / Inshasah a.d.<br />
Ishtah). Inshallas Zweig hielt sich im Gestüt<br />
Ismer bis in die frühen 1990er Jahre, ebenso<br />
wie der ihrer Dreiviertelschwester Ifra<br />
(Shagar / Inazzah).<br />
Die erfolgreichste Inazzah-Tochter im Gestüt<br />
Ismer war die 1975 geborene Ildrima<br />
(v. Diem). Nur durch sie ist diese Linie heute<br />
noch im Bestand, und zwar durch ihren Ur-<br />
Ur-Enkel, den VZAP-Elitehengst Madkours<br />
Impuls (Madkour I / Imperia). Er lieferte einige<br />
hervorragende Zuchtstuten und brachte<br />
diese Blutlinie als Pachthengst auch nach<br />
Marbach. Der Mutterstamm hielt sich durch<br />
die Neman-Tochter Inazaa und ihre Nachkommen<br />
bis um 2010, aber im aktuellen<br />
Zuchtstutenbestand ist keine Vertreterin der<br />
Inazzah-Familie mehr aufgeführt.<br />
Während Inazzahs Blut wenigstens noch<br />
durch Madkours Impuls im Bestand des<br />
Gestüts ist, ist Wiszkhas Linie heute ganz<br />
verschwunden. Dabei war sie anfangs sehr<br />
erfolgreich. Wiszkhas Demir-Tochter Wielka<br />
zählte zu den frühen Säulen des Gestüts<br />
und war u. a. die Mutter des bekannten<br />
Rennhengstes Widlak (Sheik) v. Emin. Die<br />
1974 geborene Wileika (Diem / Wielka) gewann<br />
1977 das erste offizielle, vom DRAV<br />
ausgerichtete <strong>Vol</strong>lblutaraberrennen in<br />
Deutschland, wurde 1982 in Aachen Nationale<br />
Senioren-Championesse und blieb<br />
als Zuchtstute im Gestüt. Doch obwohl sie<br />
zahlreiche Töchter hatte, erlosch ihre Familie<br />
dort in den 1990er Jahren. Der Mutterstamm<br />
von Wielkas <strong>Vol</strong>lschwester Wjuga<br />
findet sich heute noch bei einigen kleinen<br />
Privatzüchtern.<br />
Bereits in den frühen 1970er Jahren zeichneten<br />
sich Veränderungen in der Zuchtrichtung<br />
des Gestüts ab: Die ersten <strong>Vol</strong>lblutaraber<br />
aus Polen trafen im Gestüt ein. Das<br />
Gestüt Ismer hatte damals einen Vertrag<br />
© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 2/<strong>2022</strong>
mit der polnischen Firma ANIMEX, die den<br />
Im- und Export von Tieren regelte, und war<br />
der alleinige Importeur für polnische Araber<br />
in Deutschland. Das bedeutete, dass<br />
viele der importieren Polen nach kurzem<br />
Aufenthalt weiter an andere Besitzer gingen.<br />
Einer allerdings blieb, nämlich der<br />
Hengst Diem (Negatiw / Dimatra). Neben<br />
mehreren gekörten Hengsten (die alle verkauft<br />
wurden) brachte er dem Gestüt hervorragende<br />
Töchter.<br />
Ausweitung der Zuchtbasis<br />
Im Jahr 1972 gab es noch einen weiteren,<br />
ganz anderen Neuzugang. Das war<br />
ein kleiner, recht zarter und unscheinbarer<br />
Junghengst aus dem fernen Marbach, der<br />
nur dadurch auffiel, dass er bereits als Jährling<br />
schneeweiß war. Sein Name: Madkour I<br />
(Hadban Enzahi / Moheba II). Er war der erste<br />
rein ägyptisch gezogene Araber im Gestüt<br />
Ismer und er sollte der bedeutendste<br />
Vererber des Gestüts werden. Sein Einfluss<br />
reicht heute weit über das Gestüt Ismer und<br />
auch über Deutschland und Europa hinaus,<br />
aber auch in Ströhen ist sein Einfluss bis<br />
heute nicht zu übersehen, sowohl durch seine<br />
Töchter als auch durch seine Söhne Madkours<br />
Impuls und Siam. Sein Enkel Saphir III<br />
(Siam / Seneca) ist mittlerweile 24 und deckt<br />
nicht mehr, aber er ist der Vater einiger der<br />
besten Zuchtstuten. Sowohl er selbst als<br />
auch seine Eltern stammen aus der kleinen,<br />
rein ägyptischen Zucht des Gestüts.<br />
Tonangebend blieben aber stets die polnischen<br />
Linien. Diem war der erste, aber<br />
nicht der letzte Hengst aus Polen, der der<br />
Ismerschen Zucht neue Impulse geben<br />
sollte. Wenige Jahre später kam Emin (Celebes<br />
/ Elmira) dazu, gefolgt von vielen<br />
weiteren polnischen Hengste, die vor allem<br />
unter der Gestütsleitung von Holger Ismer<br />
Penthagonn (Pasat / Panela) *1985 brachte die Bairaktar-Hengstlinie nach Marbach zurück, wo<br />
sie durch seinen Enkel Dschehim wieder zur Blüte kam. - Penthagonn brought the Bairaktar sire<br />
line back to Marbach, where it flourished again through his grandson Dschehim.<br />
angekauft oder gepachtet wurden: Eunizar<br />
(El Azrak / Eunice) *1969, Pasat (Gwarny /<br />
Parma) *1978, Diagram (Palas / Draperia)<br />
*1980, Orion (Aloes / Orchidea) *1984, um<br />
nur einige zu nennen. Es wurden auch<br />
schon früh züchterische Verbindungen<br />
nach Skandinavien gepflegt und Hengste<br />
ausgetauscht, zunächst mit dem schwedischen<br />
Gestüt Blommeröd. Auf diesem Weg<br />
kamen u. a. der spätere Weltchampion Rumak<br />
(Partner / Rucasja) und R.D. Misha (Algier<br />
/ Maritsa) nach Ströhen.<br />
Besondere Erwähnung gebührt dem bereits<br />
genannten Pasat. Von ihm züchtete<br />
Holger Ismer den rein polnischen Hengst<br />
Penthagonn (a. d. Panela v. Diem), der in<br />
Der Palas-Sohn Diagram (a.d. Draperia) *1980 war ein gefragter Deckhengst bis zu Beginn der<br />
2000er Jahre. - The Palas son Diagram was a popular stallion until the early 2000s.<br />
Foto: G. Waiditschka<br />
2/<strong>2022</strong> - www.in-the-focus.com<br />
25<br />
den 1990er Jahren die Hengstlinie des<br />
Bairactar zurück nach Marbach brachte.<br />
Durch seinen Enkel Dschehim blühte sie<br />
wieder auf – ohne Holger Ismer und Pasat<br />
wäre das nicht möglich gewesen.<br />
Auch viele polnische Stuten bereicherten<br />
im Lauf der Jahre die Herde in Ströhen, von<br />
denen über ein Dutzend eigene Familien<br />
gründeten. An erster Stelle steht die 1992<br />
importierte Perfidia (Palas / Pentoda) aus<br />
der berühmten Janower „P“-Familie. Es gibt<br />
heute auch wieder eine „W“-Familie, die aber<br />
nicht auf Wiszkha zurückgeht, sondern auf<br />
die rein polnische Wameeda (Euben / Wabasca)<br />
aus dem Gestüt Ostenfelde.<br />
Mitte der 1980er Jahre gab es noch eine interessante<br />
Entwicklung im Hinblick auf alte<br />
„deutsche“ Linien. Als Tierpark-Leiter hatte<br />
Holger Ismer auch Verbindung zum Zoo<br />
Rostock in der damaligen DDR und konnte<br />
so einige rein polnische Stuten aus der<br />
Zucht des Zoos importieren. Eine von ihnen<br />
war Zyrafa (Abu Afas / Zygota), deren Stamm<br />
sich bis heute im Gestüt erhalten hat. Er ist<br />
aktuell vertreten durch IS Elanda (Altis / Eurasia<br />
(v. Pamour / Euca, die über Eunica auf<br />
Zyrafa zurückgeht)) und ihre Tochter IS Epalla<br />
(v. Pallaton K). IS Elandas Tochter IS Elasca<br />
wurde nach Großbritannien verkauft und ist<br />
dort National-Championesse.<br />
Die Familie der Shari I<br />
Doch was ist aus den alten deutschen<br />
Stammpferden geworden? Wiszkhas und<br />
Ruallas Familien sind erloschen, Inazzahs<br />
Blut findet sich nur noch indirekt durch einen<br />
Hengst in Herde.<br />
Doch es gab noch eine Stammstute, die bereits<br />
vor den Achentalern da war: die Marbacherin<br />
Shari I (Hadban Enzahi / Haita).<br />
Und das ist eine ausgesprochene Erfolgsgeschichte.<br />
Ihr verdankt das Gestüt seine<br />
größten Erfolge und ein Ende ist noch lan-<br />
Zucht
Zucht<br />
Der Europa-Reservechampions IS Exxpu stammt zwar vom „Modehengst“ QR Marc, aber<br />
optisch entspricht er ganz seiner Mutter IS Exelsia und ihren Vorfahren. - The European<br />
Reserve Champion IS Exxpu is sired by the "fashion stallion" QR Marc, but optically he<br />
completely corresponds to his dam IS Exelsia and her ancestors.<br />
ge nicht in Sicht. Ihre Familie zieht sich wie<br />
ein roter Faden durch die Gestütsgeschichte<br />
bis zum heutigen Tag.<br />
Shari I war eine Zuchtstute, von der die<br />
meisten nur träumen können. Beim Vorbesitzer<br />
brachte sie zwei Hengstfohlen (die<br />
beide gekört wurden), doch nachdem sie ins<br />
Gestüt Ismer wechselte, kamen neun Töchter<br />
in Folge. Die Tatsache, dass allein acht<br />
davon als Zuchtstuten im Gestüt blieben,<br />
illustriert die hohe Wertschätzung dieser<br />
Familie. Nicht alle waren gleich erfolgreich,<br />
aber vier von ihnen etablierten ihre eigenen<br />
Familien, von denen drei heute noch zum<br />
Bestand gehören.<br />
Die 1968 geborene Shaika stammte von<br />
Wisznu, vereinte also Weil-Marbacher und<br />
Achentaler Linien. Auch sie brachte zwei<br />
gekörte Hengste und dazu sechs Töchter,<br />
von denen drei in die Herde gingen. Die bedeutendste<br />
war die 1983 geborenen Exessa<br />
(v. Emin) mit ihren sieben Töchtern. Allein<br />
sechs Stuten und zwei Hengste im heutigen<br />
Bestand stammen aus ihrer Mutterlinie,<br />
allesamt über IS Exelsia (Madkours Impuls<br />
/ Exquita (v. Penthagonn a. d. Exessa)).<br />
IS Exelsia kann man getrost als die ultimative<br />
Ismer-Stute bezeichnen: ihr Vater von<br />
Madkour I aus der Achentaler Inazzah-Familie,<br />
ihre Mutter aus der Shari-Familie mit<br />
ganz viel polnischem Blut. Sie ist die Mutter<br />
des Europa-Reservechampions IS Exxpu, der<br />
zwar vom „Modehengst“ QR Marc stammt,<br />
aber optisch ganz seiner mütterlichen Abstammung<br />
entspricht. Er bewährt sich auch<br />
als Vererber und seine Tochter IS Et Tu zählt<br />
den schönsten Stuten im Gestüt. Zu denen<br />
gehört auch die Exelsia-Enkelin IS Ella Nora<br />
(El Mariachi / IS Exentrica v. Saphir III), die<br />
sich noch dazu als Top-Zuchtstute erweist.<br />
Ihr erstes Fohlen IS Etalon (v. Pallaton K)<br />
steht heute im Hengststall; getreu der Familientradition<br />
waren alle vier Fohlen seitdem<br />
Stuten. Exelsia selbst starb viel zu früh, kurz<br />
nach der Geburt ihres fünften Fohlens. Auch<br />
dies war ein Stütchen: IS Exposa (v. Poseidon<br />
OS), die im vergangenen Jahr ihren Platz<br />
in der Stutenherde einnahm und ebenfalls<br />
schon zwei Töchter hat. An dieser Familie<br />
führt im Gestüt Ismer kein Weg vorbei.<br />
26<br />
Die Shari-I-Töchter Shaila, Sharia und Shiwa<br />
waren <strong>Vol</strong>lschwestern, alle von Ghazal.<br />
Shailas Stamm ist heute vertreten durch ihre<br />
Urenkelin IS Sheyka (IS Orlow / IS Sheya (v.<br />
Madkours Impuls a.d. Shewala)), auch sie mit<br />
viel „altem“ Blut im Pedigree. Sharias Zweig<br />
hielt sich bis in die frühen 2000er Jahre, ist<br />
aber aktuell nicht mehr vortreten.<br />
Bleibt noch Shiwa, die wohl bekannteste Shari-I-Tochter,<br />
die in den 1980er Jahren durch<br />
ihre Nachkommen von Madkour I Aufsehen<br />
erregte. Jeder, der 1980 bei der zweiten Araberschau<br />
in Aachen dabei war, erinnert sich<br />
an ihren Sohn Mashour. Der war schon dadurch<br />
nicht zu übersehen, dass er (wie sein<br />
Vater) bereits im ersten Lebensjahr schneeweiß<br />
war, aber auch von herausragender<br />
Qualität. Mashour legte denn auch eine steile<br />
Karriere hin, wurde gekört und prämiert, war<br />
ein Star der internationalen Schauszene mit<br />
unzähligen Titeln und ein erfolgreicher Vererber<br />
noch dazu. Man darf getrost sagen, dieser<br />
Hengst setzte seinerzeit Maßstäbe und stellte<br />
einen Höhepunkt „altdeutscher“ Zucht dar,<br />
war er doch rein Marbacher Abstammung.<br />
© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 2/<strong>2022</strong>
Sein <strong>Vol</strong>lbruder Madour war nicht weniger<br />
qualitätvoll, obwohl er immer im Schatten<br />
des „großen“ Bruders stand. Dafür war er international<br />
begehrt, wurde nach Österreich<br />
und nach England verpachtet und deckte<br />
auch in seinem Heimatgestüt.<br />
Zu dieses beiden Brüdern gab es auch drei<br />
<strong>Vol</strong>lschwestern: Mashoura, Ma Chere und<br />
Madoura, die kaum weniger erfolgreich<br />
im Schauring waren. An ihnen zeigt sich<br />
aber, wie schwierig es sein kann, mit solch<br />
herausragenden Stuten weiter zu züchten.<br />
Denn wenn man ein solches Niveau erreicht<br />
hat, wo will man dann noch hin? Alle<br />
drei blieben im Gestüt, aber nur Mashouras<br />
Zweig konnte sich bis heute halten, durch<br />
ihre Enkelin IS Mashama (Pamour / Mashique<br />
v. El Thay Kayed). Aktuell ist sie in der<br />
Herde nur durch eine Zuchtstute vertreten,<br />
IS Masida (SI Sidi Rayyan / IS Mashama).<br />
Tradition und Fortschritt<br />
Das Gestüt Ismer ist, wie kaum ein anderes,<br />
eine Familienangelegenheit, an der so<br />
gut wie alle Familienmitglieder teilhaben.<br />
Fast jeden findet man als Züchter im Stutbuch,<br />
nicht nur die jeweiligen Gestütsleiter.<br />
Schon dadurch, dass diese Zucht seit<br />
nunmehr drei Generationen in der Familie<br />
ist (die vierte steht bereits in den Startlöchern),<br />
findet man hier eine ungewöhnliche<br />
Kontinuität. Es gab im Lauf der über<br />
50 Jahre kaum große Umwälzungen. Zwar<br />
kam immer etwas Neues hinzu, fügte sich<br />
jedoch harmonisch ins Gesamtbild ein,<br />
ohne bereits Bewährtes zu verdrängen.<br />
Daran hat sich bis heute nichts geändert.<br />
Die meisten der Stutenfamilien gehen<br />
heute zurück auf Stuten, die von Holger<br />
Ismer importiert wurden, doch liegt der<br />
Schwerpunkt schon lange nicht mehr auf<br />
„rein polnisch“. Die polnischen Stuten wurden<br />
ebenso mit Madkour I wie auch mit<br />
seinen Söhnen Madkours Impuls und Siam<br />
und seinem Enkel Saphir III angepaart. Die<br />
alte Shari-I-Familie zählt nach wie vor zu<br />
den größten Stutenfamilien des Gestüts<br />
und ist gemischter Blutführung. Dazu gibt<br />
es immer einige rein ägyptische Stuten in<br />
der Herde, für die aktuell zwei ägyptische<br />
Hengste zur Verfügung stehen.<br />
Die Hengstpalette ist insgesamt breit und<br />
sehr divers. Um die zehn Hengste sind jeweils<br />
im Bestand, wobei häufig auch Pachthengste<br />
bzw. auswärtige Hengste eingesetzt<br />
werden. Selbst gezogene Hengste wie<br />
IS Exxpu (QR Marc / IS Exelsia) – aus der Shari-I-Familie<br />
– sind eher die Ausnahme.<br />
Imperia (Shagar / Inja) *1989 geht auf die Achentaler Inazzah zurück, ihr Blut ist aber nur noch<br />
über ihren Sohn Madkours Impuls vertreten. - Imperia (Shagar / Inja) *1989 tails back to the<br />
Achental mare Inazzah, but today her blood is only represented by her son Madkours Impuls. -<br />
2/<strong>2022</strong> - www.in-the-focus.com<br />
27<br />
IS Exelsia (Madkours Impuls / Exquita) *2003 ist eine typische Ismer-Stute, die Madkour I mit<br />
Achentaler Blut und die Shari-Familie mit viel polnischem Blut verbindet. - IS Exelsia is a typical<br />
Ismer mare combining Madkour I with Achental blood and the Shari family with lots of Polish blood.<br />
Sowohl Holger Ismer als auch Dr. Nils Ismer<br />
bewiesen bzw. beweisen ein ausgesprochenes<br />
„Händchen“, was den Einsatz von fremden<br />
Hengsten angeht. So pachtete Dr. Nils<br />
Ismer 2012-2013 den schwarzbraunen El<br />
Mariachi (Excalibur / Sharima III) aus der kleinen<br />
Zucht von Nadja Brennicke. Der Hengst<br />
war gekört, prämiert und leistungsgeprüft<br />
und konnte seinerzeit auch einige Showerfolge<br />
erringen; eine nicht ganz alltägliche<br />
Kombination. Über seine Großmutter Soraya<br />
El Assuad brachte er noch dazu viel<br />
altes Achentaler Blut mit. Sein Einsatz war<br />
ein voller Erfolg: die Mariachi-Töchter IS Ella<br />
Nora, IS Pomposa, IS Wasabi und IS Wimea<br />
zählen aktuell zu den schönsten und besten<br />
Zuchtstuten im Gestüt.<br />
Seit Dr. Nils Ismer die Gestütsleitung übernommen<br />
hat, sind auch moderne Schaulinien<br />
hinzugekommen. Die erfolgreichsten<br />
Vererber der letzten Jahre waren der vom<br />
Gestüt Osterhof zweimal gepachtete Poseidon<br />
OS (Ajman Moniscione / Maryah OS)<br />
und der inzwischen „hauseigene“ Ascot<br />
DD (Glorius Apal / Lady Nina DD), die beide<br />
bei ihrer Eintragung mit Gold prämiert<br />
wurden. Ihre äußerst gelungene Nachzucht<br />
kann selbst Nicht-Schauanhänger überzeugen,<br />
schließlich treffen sie hier auf eine<br />
starke und solide, überwiegend polnisch<br />
geprägte Stutenbasis. Ihre ersten Töchter<br />
bereichern bereits die Stutenherde.<br />
In diesem Jahr ist ein hochinteressanter<br />
Pachthengst eingezogen, der wiederum<br />
alte Linien verstärkt, in diesem Fall alte polnische<br />
Linien: Sharahm (Gharam / Sorella v.<br />
Wadim), der bei Johanna Ullström seit Jahren<br />
zuverlässig herausragende Töchter liefert.<br />
Auf die Ergebnisse darf man gespannt<br />
sein. Deutschlands ältestes VA-Gestüt, und<br />
mit ihm die Shari-Familie, kann getrost in<br />
die Zukunft blicken.<br />
Betty Finke<br />
Zucht
Gestüt Ismer - Hengste der ersten Stunde<br />
(links) Der erste eigene Hengst im Gestüt Ismer:<br />
Demir (Hadban Enzahi / Winarsad) *1958. -<br />
(left) The first own stallion at Ismer Stud: Demir<br />
Zucht<br />
(oben) Shagar (Ghazal / Haita) *1966 aus<br />
Marbach<br />
(rechts) Der polnische Hengst Diem (Negatiw /<br />
Dimatra) *1964 brachte dem Gestüt eine Reihe<br />
guter Töchter. - (right) The Polish stallion Diem<br />
produced a number of good daughters for the<br />
stud.<br />
Wisznu (Witez II / Malaga) *1943, gepachtet<br />
von /leased from Gertraude Griesbach.<br />
(links) Der schneeweiße Absetzer Mashour<br />
(Madkour I / Shiwa) *1980, vorgestellt von<br />
Holger Ismer in Aachen 1980. - (left) The snowwhite<br />
weanling Mashour, presented by Holger<br />
Ismer in Aachen 1980<br />
28<br />
Der Vater / The sire Madkour I (Hadban Enzahi<br />
/ Moheba II) *1971<br />
© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 2/<strong>2022</strong><br />
Fotos: B. Finke (9), Archiv Finke (2)
Gestüt Ismer - Stuten der ersten Stunde<br />
Zucht<br />
Inazzah (Wisznu / Isabell) *1955, von Frau<br />
Griesbach übernommen.<br />
(oben) Ifra (Shagar / Inazzah) *1971 an der<br />
Hand von Nils Ismer in Aachen 1987. - (above)<br />
Ifra with Nils Ismer holding the lead rope in<br />
Aachen 1987.<br />
(links) Ildrima (Diem / <strong>IN</strong>azzah) *1975, Halbschwester<br />
zu Ifra, vorgestellt von Holger Ismer<br />
in Aachen 1983. - Ildrima, half sister to Ifra,<br />
presented by Holger Ismer in Aachen 1983.<br />
(rechts) Mashoura (Madkour I / Shiwa) *1981,<br />
<strong>Vol</strong>lschwester zu Mashour, vorgestellt von Nils<br />
Ismer, hinten links, neben dem Sprecher, sein<br />
Großvater Rolf Ismer. - Mashoura, full sister of<br />
Mashour, shown by Nils Ismer, behind left, next<br />
to the speaker, his grandfather Rolf Ismer.<br />
Die Mutter von / The dam of Mashour und<br />
Mashoura: Shiwa I (Ghazal / Shari I) *1972<br />
2/<strong>2022</strong> - www.in-the-focus.com<br />
29
Ismer Stud in Ströhen<br />
Old Basis<br />
and New Impulses<br />
Zucht<br />
At the same time when<br />
Achental finally stopped<br />
its breeding activity, a<br />
new, important stud farm<br />
was established: the Ismer<br />
Stud in Ströhen, which is<br />
now being run by the third<br />
generation of the Ismer<br />
family. It is the oldest<br />
private purebred Arabian<br />
stud in Germany as well as<br />
the largest. Horses from<br />
Marbach and Achental<br />
played an important role<br />
in its development.<br />
IS Ella Nora (El Mariachi / IS Exentrica) *2014 gehört zu den schönsten Stuten<br />
im Gestüt und hat sich noch dazu als Top-Zuchtstute erwiesen. - IS Ella Nora (El<br />
Mariachi / IS Exentrica) *2014 is one of the most beautiful mares in the stud and<br />
has also proven to be a top broodmare.<br />
Foto: G. Waiditschka<br />
<strong>30</strong><br />
© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 2/<strong>2022</strong>
Fotos: B. Finke, soweit nicht anderweitig vermerkt<br />
The Wege farm in Ströhen in Lower Saxony<br />
was first mentioned in documents<br />
as early as the 13th century. It has<br />
been owned by the Ismer family since 1942,<br />
when Rolf Ismer, a farmer originally from<br />
Silesia, married its then owner Annemarie<br />
Wege. Originally, the farm was diversely<br />
oriented, but then concentrated on cattle<br />
farming.<br />
In 1959, cattle breeding gave way to a new<br />
idea. A large-scale natural animal park was<br />
created, which was continuously expanded<br />
in the following years. From the beginning,<br />
the children worked in the family business,<br />
especially the two sons Erpo and Holger.<br />
Rolf Ismer wrote in the zoo’s chronicle: "My<br />
own joy and enthusiasm for wild animals,<br />
the terrain ideally suited for natural animal<br />
breeding and husbandry, and the desire to<br />
make as many people as possible happy<br />
with my facilities and the animals, led to<br />
the decision to open the zoo to the <strong>public</strong> in<br />
1960." And this is what happened on Ascension<br />
Day 1960. More than 2,000 visitors<br />
came to the opening. The zoo soon became<br />
one of the region's attramashctions and still<br />
is today. The special thing about it is that<br />
visitors can get to know Arabian horses in<br />
addition to native and exotic animals.<br />
The stud came into being almost at the same<br />
time as the zoo. Initially, Rolf Ismer bred riding<br />
ponies, which were mated to Arabian<br />
stallions. First Ghazal was used before the<br />
first own stallion came along: Demir (Hadban<br />
Enzahi / Winarsad), born in 1958 in Marbach.<br />
In 1962 Demir was the best Arabian at<br />
the stallion performance test in Westercelle,<br />
even completing a partial test as a driving<br />
horse!<br />
It was only a short step from breeding<br />
part-Arabian riding ponies to breeding purebred<br />
Arabians. The first Arabian mare was<br />
Fatme (Haladin / Winette), bred in Lütetsburg,<br />
of pure Marbach descent, but she only<br />
stayed a few years and left nothing permanent<br />
in the stud. Two other mares were more<br />
successful, both born in 1960. Dzika, bred by<br />
Hannes Gutschow, was a Ghazal daughter<br />
out of Europa by Witraz; her dam, like the<br />
Achental foundation mares, was stranded in<br />
Germany as a result of the effects of the war.<br />
The other mare was Shari I (Hadban Enzahi<br />
/ Haita by Halef), born in Marbach like Demir<br />
and going back to the old lines of Weil<br />
Stud, namely to Murana I. Together with Demir,<br />
there was now a small, solid foundation<br />
for breeding on a Marbach basis, which was<br />
further reinforced by Shari's three-quarter<br />
IS Masida (SI Sidi Rayyan / IS Mashama) *2015 tails back to the foundation mare Shari I via Mashoura<br />
and represents the dam line of Murana I. - IS Masida geht über Mashoura auf die Stammstute<br />
Shari I aus der Stutenlinie Murana I zurück.<br />
2/<strong>2022</strong> - www.in-the-focus.com<br />
31<br />
Of the three fullsisters Mashoura (pictured), Madoura and Ma Chere (all Madkour I / Shiwa),<br />
only Mashouras line has survived until today. - Von den drei <strong>Vol</strong>lschwestern Mashoura (im Bild),<br />
Madoura und Ma Chere (alle Madkour I / Shiwa) hat nur Mashouras Linie bis heute überlebt.<br />
brother Shagar (Ghazal / Haita) in the mid-<br />
1960s.<br />
In 1964, when Gertraute Griesbach stopped<br />
breeding, these horses were joined by six<br />
mares from the Achental Stud and the two<br />
Polish stallions Borys and Wisznu. Wisznu<br />
was still owned by Mrs. Griesbach, but remained<br />
in Ströhen until the end of his life.<br />
In one stroke, this made the Ismer Stud the<br />
successor to Achental and the largest purebred<br />
Arabian stud in Germany, at a time<br />
when purebred Arabians were still rare.<br />
The Achental legacy<br />
The mares taken over from Achental were:<br />
• Comtesse (Koheilan I / 250 Mersuch II-1)<br />
*1941 with her yearling daughter<br />
• Kowiszkah (by Wisznu) *1963<br />
• Rualla (Kalif / Rozka by Kuhailan Ajouz I)<br />
*1952<br />
• Inazzah (Wisznu / Isabell by Kuhailan<br />
Zaid) *1955 with her filly<br />
• Iborah (by Borys) *1964<br />
• Wiszkha (Wisznu / Kassandra (by Halef<br />
out of Kabitha)) *1956<br />
However, the old mare Comtesse, the last<br />
of the original Bábolna mares, did not produce<br />
any more foals. Kowiszkah was her<br />
last daughter, and she didn't stay in Ströhen<br />
for long either. After being covered by<br />
Shagar, she was sold to Wilhelm Kelle. She<br />
was a very fertile mare with many daughters<br />
and founded a large family, first for<br />
Wilhelm Kelle and later for the Kniffka family.<br />
Today, like many old lines, her descendants<br />
have become rare.<br />
When I visited the Ismer Stud for the first time<br />
in the fall of 1971, the three other Achental<br />
mares were still there. Meeting them - especially<br />
Wiszkha and Inazzah - was to have<br />
far-reaching consequences, as these were<br />
the first Arabian horses I had the privilege<br />
of getting to know. Together with the stal-<br />
Zucht
Zucht<br />
daughter Resalah, Rajana founded a widespread<br />
family that extends to Italy, while<br />
Rewjana is best known for her grandson Al<br />
Azim, who was one of the most successful<br />
endurance stallions in Germany with Doriz<br />
Melzer in the 1980s. She was also the dam<br />
of the stallion Shahil (by Shaeen). Nothing<br />
of Rualla remained at the Ismer Stud. She<br />
herself was eventually sold to Dr. Piduch and<br />
produced two more daughters, but nothing<br />
has survived.<br />
Of the five foals that Inazzah had in Achental,<br />
the offspring of her daughter Iryna (by<br />
Borys), who was sold to Austria, is still widespread,<br />
and there are many mares of breeding<br />
age alive today.<br />
IS Piazola (Gazwan Al Nasser / IS Perija) *2011 is an example of recent breeding, when<br />
modern show blood was introduced, which met predominantly Polish bred broodmares.<br />
- IS Piazola ist ein Beispiel aus der jüngeren Zuchtgeschichte, in der modernes<br />
Schaublut verwendet wird, das auf eine überwiegend polnische Stutenbasis trifft.<br />
Foto: G. Waiditschka<br />
lion Shagar, who was almost a carbon copy<br />
of his sire, they kindled my love for Arabian<br />
horses, which was to determine my further<br />
life. Without them, I probably wouldn't be<br />
writing these lines today.<br />
But back to their importance in breeding.<br />
Like Kowiszkah, all three mares were very<br />
fertile with numerous daughters. However,<br />
their dam lines at the Ismer Stud have not<br />
survived to this day. But that doesn't mean<br />
they didn't have an impact; their families are<br />
still represented in the Arabian breed, if not<br />
in Ströhen.<br />
In terms of overall breeding, Rualla was probably<br />
the most important of them. But that<br />
was mainly due to her Wisznu daughters,<br />
who were bred at Achental, especially Razzinah<br />
with her large family. Rolf Ismer bred<br />
three more foals with Rualla: the licensed<br />
stallion Rabdan (by Wisznu) and the two<br />
mares Rajana (by Demir) and Rewjana (by<br />
Shagar). They were all sold. Through her<br />
32<br />
Extensive family ties<br />
Inazzah's first daughter bred by Rolf Ismer,<br />
Indira (1967 by Demir), was sold to the Ostenfelde<br />
Stud together with her two daughters<br />
by Shagar. From there, the younger<br />
daughter Isoka moved to Switzerland, where<br />
she produced the very successful stallion Jaragon<br />
al d'Ama (by El Shaklan). The branch<br />
of the Indira daughter Indschima II (by Euben)<br />
has survived to this day; one of the better-known<br />
representatives is the VZAP elite<br />
mare Israa Al Ghaliya (Amurath Muntahi /<br />
Black Ibnaa), born in 2007.<br />
Four daughters of Inazzah were used as<br />
broodmares at the Ismer Stud. Inshalla (1969<br />
by Ghazal) produced Ishtah (by Diem), who<br />
was sold but founded a large family. A prominent<br />
representative of this branch was the<br />
VZAP elite stallion Al Adiyat Inshass (Messaoud<br />
/ Inshasah out of Ishtah). Inshalla's<br />
branch survived at the Ismer Stud until the<br />
early 1990s, as did that of her three-quarter<br />
sister Ifra (Shagar / Inazzah).<br />
The most successful Inazzah daughter at the<br />
Ismer Stud was Ildrima (by Diem), born in<br />
1975. It is only through her that this line is<br />
still found there today, namely through her<br />
great-great-grandson, the VZAP elite stallion<br />
Madkours Impuls (Madkour I / Imperia).<br />
He delivered some excellent broodmares<br />
and also brought this bloodline to Marbach<br />
as a leased stallion. The dam line lasted through<br />
the Neman daughter Inazaa and her<br />
offspring until around 2010, but there are no<br />
more representatives of the Inazzah family<br />
listed in the current broodmare inventory.<br />
While Inazzah's blood is still in the stud, at<br />
least through Madkour's Impuls, Wiszkha's<br />
lineage is now completely gone. In the beginning<br />
she was very successful. Wiszkha's<br />
daughter Wielka (by Demir) was one of the<br />
© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 2/<strong>2022</strong>
early pillars of the stud and was among<br />
others the dam of the well-known racing<br />
stallion Widlak (Sheik) by Emin. Born in<br />
1974, Wileika (Diem / Wielka) won the first<br />
official purebred Arabian race organized by<br />
the DRAV (German Arabian Racing Club) in<br />
Germany in 1977, became National Senior<br />
Champion at Aachen in 1982 and was retained<br />
as a broodmare. But although she<br />
had numerous daughters, her family died<br />
out there in the 1990s. The dam line of Wielka's<br />
full sister Wjuga can still be found today<br />
with a few small private breeders.<br />
Already in the early 1970s there were signs<br />
of changes in the direction of breeding at<br />
the stud when the first purebred Arabians<br />
from Poland arrived. At that time, the Ismer<br />
Stud had a contract with the Polish company<br />
ANIMEX, which regulated the import and<br />
export of animals, and Ismer was the sole<br />
importer for Polish Arabians in Germany.<br />
This meant that many of the imported Polish<br />
horses went on to other owners after a<br />
short stay. However, one remained, namely<br />
the stallion Diem (Negatiw / Dimatra). In<br />
addition to several licensed stallions (all<br />
of whom were sold), he produced excellent<br />
daughters for the stud.<br />
Expansion of the breeding base<br />
In 1972 there was another, completely different<br />
addition. This was a small, quite delicate<br />
and inconspicuous young colt from far<br />
away Marbach State Stud, who only stood<br />
out because he was already snow-white as a<br />
yearling. His name: Madkour I (Hadban Enzahi<br />
/ Moheba II). He was the first Straight<br />
Egyptian Arabian at the Ismer Stud and he<br />
was to become the stud's most important<br />
sire. Today his influence extends far beyond<br />
the Ismer Stud and also beyond Germany<br />
Perfidia (Palas / Pentoda) *1987, the great-granddam of IS Piazola, was bred by Janow Podlaski<br />
and was imported from Poland in 1992. - Perfidia (Palas / Pentoda) *1987, die Urgroßmutter von<br />
IS Piazola, stammt aus der Zucht von Janow Podlaski und wurde 1992 aus Polen importiert.<br />
and Europe, but his influence in Ströhen<br />
cannot be overlooked to this day, both through<br />
his daughters and through his sons<br />
Madkours Impuls and Siam. His grandson<br />
Saphir III (Siam / Seneca) is now 24 and no<br />
longer used for breeding, but he is the sire of<br />
some of the best broodmares. Both he and<br />
his parents come from the stud's small Straight<br />
Egyptian breeding program.<br />
However, the Polish lines always set the<br />
tone. Diem was the first, but not the last,<br />
stallion from Poland who was to give Ismer's<br />
breeding new impulses. Emin (Celebes / Elmira)<br />
was added a few years later, followed<br />
The reserve winner of the licensing and winner of the HLP IS Con Air (Altis / Castella II) *2013 has<br />
a Polish-Russian mother. - Der Reservesieger der Körung und Sieger der HLP IS Con Air hat eine<br />
polnisch-russische Mutter.<br />
Foto: G. Waiditschka<br />
2/<strong>2022</strong> - www.in-the-focus.com<br />
33<br />
by many other Polish stallions, which were<br />
mainly bought or leased under the stud management<br />
of Holger Ismer: Eunizar (El Azrak<br />
/ Eunice) *1969, Pasat (Gwarny /Parma) *<br />
1978, Diagram (Palas / Draperia) *1980, Orion<br />
(Aloes / Orchidea) *1984, to name just a<br />
few. Breeding connections to Scandinavia<br />
were maintained early on and stallions were<br />
exchanged, initially with the Swedish stud<br />
farm Blommeröd. This is how the eventual<br />
world champion Rumak (Partner / Rucasja)<br />
came to Ströhen, as well R.D. Misha (Algiers<br />
/ Maritsa).<br />
The aforementioned Pasat deserves a special<br />
mention. Holger Ismer bred the pure<br />
Polish stallion Penthagonn (out of Panela<br />
by Diem) from him, who brought the Bairactar<br />
sire line back to Marbach in the 1990s.<br />
It flourished again thanks to his grandson<br />
Dschehim – without Holger Ismer and Pasat<br />
this would not have been possible.<br />
Many Polish mares have also enriched the<br />
herd in Ströhen over the years, of which<br />
more than a dozen have established their<br />
own families. The first place among them<br />
belongs them belongs to Perfidia (Palas /<br />
Pentoda), imported in 1992, from the famous<br />
"P" family of Janow Podlaski. There is<br />
also a "W" family again today, which does<br />
not go back to Wiszkha, but to the pure Polish<br />
Wameeda (Euben / Wabasca) from Ostenfelde<br />
Stud.<br />
In the mid-1980s there was another interesting<br />
development regarding old "German"<br />
lines. As a zoo director, Holger Ismer<br />
had connections to the Rostock Zoo in the<br />
former GDR and was able to import some<br />
pure Polish mares from the zoo's breeding<br />
program. One of them was Zyrafa (Abu Afas<br />
/ Zygota), whose line has been preserved<br />
at the stud until today. She is currently represented<br />
by IS Elanda (Altis / Eurasia (by<br />
Zucht
Zucht<br />
The leased stallion El Mariachi (Excalibur / Sharima III) *2006 left the<br />
stud with a number of very good broodmares. - Der Pachthengst El<br />
Mariachi (Excalibur / Sharima III) *2006 hinterließ dem Gestüt eine<br />
Reihe sehr guter Zuchtstuten.<br />
Foto: G. Waiditschka<br />
Pamour / Euca, who goes back to Zyrafa<br />
via Eunica)) and her daughter IS Epalla (by<br />
Pallaton K). IS Elanda's daughter IS Elasca<br />
was sold to Great Britain and became a National<br />
Champion there.<br />
The family of Shari I<br />
But what has become of the old German<br />
foundation horses? Wiszkha's and Rualla's<br />
families have died out, Inazzah's blood is<br />
found only indirectly in the broodmare band<br />
through a stallion.<br />
But there was another foundation mare who<br />
was there before the Achental horses: the<br />
Marbach-bred Shari I (Hadban Enzahi / Haita).<br />
And that's a true success story. The stud<br />
owes its greatest successes to her and there<br />
is still no end in sight. Her family runs like a<br />
red thread through the history of the stud up<br />
to the present day.<br />
Shari I was a broodmare that most can only<br />
dream of. She produced two colts (both of<br />
which were licensed) for her previous owner,<br />
but after she moved to the Ismer Stud, she<br />
produced nine daughters in a row. The fact<br />
that eight of them remained as broodmares<br />
at the stud illustrates the high esteem in<br />
which this family is held. Not all were equally<br />
successful, but four of them established<br />
their own families, three of which are still in<br />
existence today.<br />
Shaika, born in 1968, was sired by Wisznu,<br />
combining Weil-Marbach and Achental<br />
lines. She also produced two licensed<br />
stallions and six daughters, three of which<br />
joined the herd. The most important was<br />
Exessa (by Emin), born in 1983, with her seven<br />
daughters. Six mares and two stallions<br />
in today's stock come from her dam line, all<br />
via Exelsia (Madkours Impuls / Exquita (by<br />
Penthagonn out of Exessa)). Exelsia can confidently<br />
be called the ultimate Ismer mare:<br />
her sire is by Madkour I tailing back to the<br />
Achentaler Inazzah family, her dam is from<br />
the Shari family with a lot of Polish blood.<br />
Exelsia is the dam of the European Reserve<br />
Champion IS Exxpu, who descends from the<br />
"fashionable" stallion QR Marc, but looks<br />
very much like his maternal pedigree. He<br />
has already proved himself as a sire and his<br />
daughter IS Et Tu is one of the most beautiful<br />
mares in the stud. Another of them is<br />
the Exelsia granddaughter IS Ella Nora (El<br />
Mariachi / IS Exentrica by Saphir III), who is<br />
also proving to be a top broodmare. Her first<br />
foal IS Etalon (by Pallaton K) is in the stallion<br />
barn today; true to family tradition, all<br />
four foals since then have been fillies. Exelsia<br />
34<br />
herself died far too early, shortly after giving<br />
birth to her fifth foal. This was also a filly: IS<br />
Exposa (by Poseidon OS), who took her place<br />
in the broodmare band last year, and who<br />
has produced two daughters already. There<br />
is no way around this family at the Ismer<br />
Stud.<br />
The Shari I daughters Shaila, Sharia, and<br />
Shiwa were full sisters, all by Ghazal. Today,<br />
Shaila's family is represented by her<br />
great-granddaughter IS Sheyka (IS Orlow<br />
/ IS Sheya (by Madkours Impuls out of Shewala)),<br />
who also has a lot of "old" blood in<br />
her pedigree. Sharia's branch lasted until the<br />
early 2000s but is currently inactive.<br />
That leaves Shiwa, probably the best-known<br />
Shari I daughter, who caused a stir in the<br />
1980s with her Madkour I offspring. Everyone<br />
who attended the second Arabian<br />
show in Aachen in 1980 remembers her son<br />
Mashour. He could not be overlooked because<br />
he (like his father) was already snow-white<br />
in his first year of life, but also because he<br />
was of outstanding quality. Mashour had<br />
a stellar career, was licensed and awarded<br />
with a premium, was a star of the international<br />
show scene with countless titles, and a<br />
successful sire on top of that. One can confidently<br />
say that this stallion set standards<br />
© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 2/<strong>2022</strong>
at the time and represented a highlight of<br />
"old German" breeding, as he was of pure<br />
Marbach descent. His full brother Madour<br />
had no less quality, although he was always<br />
overshadowed by his "big" brother. But he<br />
was an international sire, leased to Austria<br />
and England, and also covered mares at his<br />
home stud.<br />
These two brothers also had three full sisters:<br />
Mashoura, Ma Chere and Madoura,<br />
who were no less successful in the show<br />
ring. But they demonstrate how difficult it<br />
can be to continue breeding with such outstanding<br />
mares. After all, when you've reached<br />
that level, where do you want to go? All<br />
three were retained as broodmares, but only<br />
Mashoura's branch has survived to this day,<br />
through her granddaughter IS Mashama<br />
(Pamour / Mashique by El Thay Kayed). She<br />
is currently only represented by one broodmare<br />
in the herd, IS Masida (SI Sidi Rayyan /<br />
IS Mashama).<br />
Zucht<br />
Tradition and progress<br />
Like no other, the Ismer Stud is a family affair<br />
in which all family members participate.<br />
Almost everyone can be found as a breeder<br />
in the stud book, not just the respective stud<br />
managers. Because this breeding program<br />
has been in the family for three generations<br />
(the fourth is already waiting in the wings),<br />
you will find an unusual continuity here. In<br />
the course of more than 50 years there have<br />
hardly been any major upheavals. Although<br />
new blood was added from time to time, it<br />
blended harmoniously into the overall picture<br />
without displacing the tried and tested.<br />
This hasn’t changed to this day. Most of the<br />
mare families today go back to mares imported<br />
by Holger Ismer, but the focus has long<br />
since ceased to be "pure Polish". The Polish<br />
IS Wasabi (El Mariachi / IS Warmia) *2014 comes from a pure Polish dam line. - IS Wasabi stammt<br />
aus einem rein polnischen Mutterstamm.<br />
Foto: G. Waiditschka<br />
mares were also mated with Madkour I, as<br />
well as with his sons Madkours Impuls and<br />
Siam and his grandson Saphir III. The old<br />
Shari I family is still one of the stud's largest<br />
mare families and has mixed bloodlines. In<br />
addition, there are always some Straight<br />
Egyptian mares in the herd, for which two<br />
Egyptian stallions are currently available.<br />
The range of stallions is broad and very diverse.<br />
There are around ten stallions in residence,<br />
with leased stallions or outside stallions<br />
often being used. Homebred stallions<br />
like IS Exxpu (QR Marc / IS Exelsia) – from the<br />
Shari I family – tend to be the exception.<br />
Sharahm (Gharam / Sorella), who has joined Ismer Stud as leasing stallion in <strong>2022</strong>, reinforces the<br />
old-Polish bloodlines of the broodmare band. - Sharahm, der <strong>2022</strong> als Pachthengst ins Gestüt<br />
Ismer kam, verstärkt die im Zuchtstutenverband enthaltenen altpolnischen Blutlinien.<br />
Foto: G. Waiditschka<br />
2/<strong>2022</strong> - www.in-the-focus.com<br />
35<br />
Both Holger Ismer and his son Dr. Nils Ismer<br />
proved to have a real “knack” when it comes<br />
to using outside stallions, for example when<br />
Dr. Nils Ismer leased the brown El Mariachi<br />
(Excalibur / Sharima III) in 2012-2013 from<br />
small breeder Nadja Brennicke. This stallion<br />
was licensed, awarded a premium, and<br />
performance-tested, as well as a successful<br />
show champion at the time; an unusual<br />
combination. He also brought a lot of old<br />
Achental blood with him through his granddam<br />
Soraya El Assuad. His contribution was<br />
a complete success: the Mariachi daughters<br />
IS Ella Nora, IS Pomposa, IS Wasabi, and IS<br />
Wimea are currently among the most beautiful<br />
and best broodmares in the stud.<br />
Since Dr. Nils Ismer has taken over the management<br />
of the stud, modern show lines<br />
have also been added. The most successful<br />
sires of the last few years were Poseidon OS<br />
(Ajman Moniscione / Maryah OS), who was<br />
leased twice from the Osterhof Stud, and Ascot<br />
DD (Glorius Apal / Lady Nina DD), who is<br />
now owned by the stud, both of whom were<br />
awarded gold on their registration. Their<br />
excellent offspring can delight even those<br />
who are not fans of modern show horses;<br />
after all, they come from a strong and solid,<br />
predominantly Polish mare base. These stallions’<br />
first daughters are now enriching the<br />
broodmare band.<br />
This year, a highly interesting stallion has<br />
joined the stud on lease, in turn reinforcing<br />
old, in this case old Polish, lines: Sharahm<br />
(Gharam / Sorella by Wadim). He has been<br />
reliably producing outstanding daughters<br />
with Johanna Ullström for years, so the next<br />
foal crop should be really exciting. Germany's<br />
oldest purebred Arabian stud, and with<br />
it the Shari family, can look to the future<br />
with confidence.<br />
Betty Finke
Ungarisches National-Gestüt Bábolna<br />
Der Schlüssel zur<br />
Zukunft<br />
Zucht<br />
Der Fuchshengst Pagur, ein Vertreter der Koheilan-Hengstlinie, soll im ungarischen<br />
National-Gestüt Bábolna dieser Hengstlinie wieder neues Leben einhauchen.<br />
Sein Fohlenjahrgang <strong>2022</strong> ist vielversprechend.<br />
ShA-Hengstfohlen v. Pagur a.d. 293 Shagya V<br />
(Shagya V / 259 O'Bajan XXIII)<br />
Pagur (Gepard / Pospa) *2007<br />
In den Decksaisons 2021 und <strong>2022</strong> kamen<br />
die Pachthengste Pagur ox (Gepard<br />
/ Pospa) *2007 und Shahim des Charmes<br />
(Gazal Golyó / 59 Amurath Sziena) *2011,<br />
ShA, im Gestüt Bábolna zum Einsatz. Shahim<br />
repräsentiert die Gazal-Hengstlinie, während<br />
Pagur der Koheilan-Linie angehört. Als<br />
<strong>Arabische</strong>s <strong>Vol</strong>lblut besitzt er in Ungarn eine<br />
Zuchtzulassung für die Rassen <strong>Arabische</strong>s<br />
<strong>Vol</strong>lblut, Shagya-Araber und Gidran.<br />
Am 12. Mai <strong>2022</strong> fand auf dem Fohlenhof<br />
des Gestüts eine Fohlenschau statt, um die in<br />
diesem Jahr geborenen Shagya-Araber- und<br />
<strong>Vol</strong>lblut-Araber-Fohlen vorzustellen. <strong>2022</strong><br />
wurden insgesamt 17 Shagya-Araber- und<br />
10 <strong>Vol</strong>lblut-Araber-Fohlen im Gestüt geboren<br />
(eines wurde noch erwartet). Der Shagya-Araber-Hengst<br />
O’Bajan XXXI / Osama /<br />
(Occident / Remira) *2003 kam 2017 in das<br />
Gestüt, und es wurden jedes Jahr 3-6 Fohlen<br />
von ihm in Bábolna geboren. Kemir VIII (Kemir<br />
VI / 164 Gazal XI) *2008 wurde letztes Jahr<br />
erstmals eingesetzt, daher waren die Züchter<br />
auf die Resultate gespannt. Von diesen beiden<br />
Hengsten wurden in diesem Jahr jeweils<br />
3 Fohlen geboren. Von Shahim Des Charmes<br />
wurden 8 Fohlen in der ShA-Herde in Bábolna<br />
geboren, während von Pagur 3 ShA- und<br />
9 VA-Fohlen fielen. Aufgrund der Erfolge der<br />
letzten Jahre wurde auch dieses Jahr wieder<br />
ein VA-Fohlen von PA Gazsi (Gazal Al Shaqab /<br />
Memphis NA) *2007 geboren.<br />
Insgesamt kann man sagen, dass die Fohlen<br />
von Bábolna dieses Jahr eine gesunde,<br />
einheitliche Gruppe darstellen, die deutlich<br />
den jeweiligen Vater erkennen lassen, aber<br />
gleichzeitig ihre Rasse angemessen repräsentieren.<br />
Man ist in Bábolna mit dem diesjährigen<br />
Fohlenjahrgang sehr zufrieden und<br />
so wurden dieses Jahr 33 ShA-Stuten und 7<br />
VA-Stuten gedeckt. Neben den letztjährigen<br />
Hengsten wurde der Shagya-Araber-Hengst<br />
Kemir IX (Kemir VII / 294 O'Bajan Basa) *2015,<br />
braun, in diesem Jahr zur Zucht verwendet.<br />
Über alle in Bábolna aufgestellten Zuchthengste<br />
lässt sich sagen, dass sie ein jeweils<br />
typischer Vertreter ihrer Hengstlinie innerhalb<br />
der Rasse sind, sodass sie bei ihren<br />
Nachkommen nicht nur zur Entwicklung<br />
des entsprechenden Rassecharakters bei-<br />
VA-Hengstfohlen v. Pagur a.d. 10 Harissen Al<br />
Hayat (El Nabila / 227 Hafiza)<br />
VA-Hengstfohlen v. Pagur a.d. 20 Almase B<br />
(Teyszir / 5 Aida)<br />
36<br />
© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 2/<strong>2022</strong><br />
Alle Fotos: Doris Dobetsberger
tragen, sondern auch die Unterschiede und<br />
Einzigartigkeit zwischen den Linien mit Hilfe<br />
einer gezielten Anpaarung aufrechterhalten<br />
können. Bábolnas Hauptaufgabe ist es, den<br />
genetischen Bestand des Shagya-Arabers zu<br />
erhalten sowie die Hengststämme und Stutenfamilien<br />
zu pflegen. Darüber hinaus ist es<br />
die Aufgabe des Gestüts, die Rasse mit den an<br />
der Zucht beteiligten Hengsten zeitgemäß zu<br />
züchten, denn wenn Züchter und Reiter das<br />
Interesse an einer Rasse verlieren, wird sie<br />
gegenüber anderen Rassen deutlich benachteiligt.<br />
Besonderer Wert wird in Bábolna auf<br />
das Erscheinungsbild der <strong>Pferde</strong> gelegt, aber<br />
mindestens genauso wichtig sind ein ausgeglichener<br />
Charakter und eine hervorragende<br />
Leistungsfähigkeit.<br />
Petra Kósik, Gestütsleiterin (Araber-Gestüt)<br />
Nationalgestüt Bábolna<br />
VA-Hengstfohlen v. Pagur a.d. 24 Habayeb B (Al<br />
Aaqib Al Zamet / 3 Haifa B)<br />
Interview mit Tamas Rombauer<br />
Tamás Rombauer, der Präsident von MALE<br />
und Fachberater des Gestüts Bábolna,<br />
stand Eva Kiraly Rede und Antwort in Bezug<br />
auf Anpaarungsprinzipien und die Zukunft<br />
des Arabers.<br />
Beim Anblick der Fohlen stellt sich die Frage,<br />
von welchen Überlegungen Sie sich haben<br />
leiten lassen, als Sie vor anderthalb Jahren<br />
den Anpaarungsplan erstellten?<br />
Ich suche seit <strong>30</strong> Jahren einen <strong>Vol</strong>lblutaraberhengst,<br />
der kompromisslos auch in der<br />
Shagya-Araber-Zucht eingesetzt werden<br />
kann. Ich denke, nach dem, was wir gesehen<br />
haben, haben wir diesen in dem <strong>Vol</strong>lblutaraberhengst<br />
Pagur gefunden. Er hat<br />
sich in punkto Größe, Aussehen, Leistung,<br />
Fundament, Bewegung, Charakter und Farbe<br />
gut vererbt. Mein anderer alter Traum,<br />
der sich lange nicht erfüllen wollte, ist ein<br />
schwarzer Hengst, bei dem nicht nur die Farbe<br />
von Wert ist. Dies wurde von Shahim Des<br />
Charmes (Gazal XXV in Bábolna) erfüllt. Das<br />
dritte sehr wichtige Kriterium ist neben der<br />
nachgewiesenen Leistung die Vererbung eines<br />
ehrlichen Charakters. Jeder Hengst, der<br />
in Bábolna eingesetzt wird, muss gutmütig<br />
sein, denn es gibt kaum mehr Menschen, die<br />
sensiblere <strong>Pferde</strong> aufziehen und ausbilden<br />
können, und unsere Kunden fürchten <strong>Pferde</strong><br />
mit einem lebhafteren Temperament geradezu.<br />
O’Bajan Osama (O’Bajan XXXI in Bábolna)<br />
bekam ebenfalls eine Chance, und ein wun-<br />
Bábolna war immer an vorderster Front bei<br />
der Sicherstellung einer breiten Hengstpalette<br />
und beim Erhalt der Linien. Reichen die<br />
hier vorgestellten 13 Hengstfohlen aus, um<br />
die Shagya-Araber-Zucht zu erhalten?<br />
Nein, das reicht nicht. Ich hatte ursprünglich<br />
geplant, 40 Stuten, 23 Shagya und 17 <strong>Arabische</strong><br />
<strong>Vol</strong>lblüter decken zu lassen. Aber als<br />
Covid kam, blieben die Stuten, die für Hengste<br />
im Ausland bestimmt waren, zu Hause.<br />
Schließlich wurden 35 Stuten trächtig, von<br />
denen 27 ein Fohlen gebaren. Leider haben<br />
wir mehrere ältere Stuten, sodass die Fruchtbarkeit<br />
nicht so hoch ist. Das ist Biologie, die<br />
leider unberechenbar ist.<br />
Wie sehen Sie die Zukunft der arabischen<br />
Rassen?<br />
Bábolna allein kann mit seinen <strong>30</strong> Fohlen pro<br />
Jahr den Erhalt der Rassen nicht gewährleisten.<br />
Zum Glück hat unser Verein 200 Mitglieder,<br />
deren <strong>Pferde</strong> die Kernherde (mit mindestens<br />
100-120 Stuten) darstellen, und mit<br />
denen nach einheitlichen Kriterien gezüchtet<br />
werden soll. Um dieser Aufgabe im Jahr 2021<br />
gerecht zu werden, haben wir an der Ausschreibung<br />
des Landwirtschaftsministeriums<br />
für den Wiederaufbau des Shagya-Arabers<br />
teilgenommen und gewonnen. Dadurch<br />
konnten 2021 alle Stutenbesitzer ihre Stute<br />
kostenlos decken lassen, auch durch die<br />
Hengste in Bábolna. Dies hat den Züchtern<br />
Auftrieb gegeben. Wir sind zuversichtlich,<br />
Zucht<br />
VA-Hengstfohlen v. Pagur a.d. 14 Sulwan B<br />
(Teyszir / 211 Sultana)<br />
VA-Stutfohlen v. Pagur a.d. 5 Aida B (El Nabila /<br />
239 Alia B)<br />
2/<strong>2022</strong> - www.in-the-focus.com<br />
Shahim des Charmes<br />
derschöner Schimmelhengst, Kemir VIII, der<br />
bisher keine Stute bekommen hat, weil er im<br />
Schatten von Kemir VII stand.<br />
Wie haben Sie diese Hengste gefunden?<br />
Dr. Walter Hecker machte mich auf Pagur aufmerksam,<br />
da er wusste, dass Visbaden aus<br />
der Koheilan-Linie mein großer Favorit war.<br />
Da Pagur 2019 noch in Deutschland gedeckt<br />
hatte, konnten wir ihn erst ab Herbst 2019<br />
pachten. Er ist ingezogen auf Koheilan IV,<br />
ein legendärer Babolnaer Hengst, und unter<br />
Pagurs Vorfahren finden wir viele <strong>Pferde</strong>, die<br />
sehr gut im Renn- und Reitsport waren.<br />
Shahim des Charmes und seine Besitzerin<br />
habe ich auf einer Zuchtschau in Marbach<br />
kennengelernt, und wir konnten ihn glücklicherweise<br />
pachten.<br />
37<br />
ShA-St.F. v. Shahim d. Ch. a.d. 51 O'Bajan Sult.<br />
dass es durch die Aufzucht einer weiteren<br />
Hengstgeneration keinen Teil des Landes geben<br />
wird, in dem es nicht mindestens einen<br />
guten Shagya-Araber-Hengst im Umkreis von<br />
100 km geben wird. Wir haben vor 15 Jahren<br />
eine Zuchtkooperation aufgebaut, das geht<br />
nur durch Zusammenarbeit. In den letzten<br />
Jahren haben viele Mitglieder die Zucht eingestellt,<br />
oder die Stutenherde ist in einer anderen<br />
Rasse aufgegangen. Dank der Förderungsmaßnahmen<br />
und aufgrund der Eignung<br />
der Rasse als Reitpferd schlossen sich immer<br />
mehr junge Menschen unserem Verein an.<br />
Das ist der Schlüssel zur Zukunft! Wenn es uns<br />
gelingt, unsere Mitglieder für die Qualitätspferdezucht<br />
zu interessieren, ist die Zukunft<br />
der Rasse gesichert, da die Bedürfnisse der<br />
Reiter die Rasse erhalten werden. Eva Kiraly
GestütsParade<br />
HA Arabians<br />
<strong>Pferde</strong>bestand Anzahl (Rasse) Adresse: HA Arabians<br />
Zuchthengste: keine<br />
Sirid Hahn & <strong>Vol</strong>ker Harms<br />
Zuchtstuten: 4 AV<br />
Straße nach Pülzig 57<br />
Jungpferde: 2 AV<br />
06869 Coswig (Anhalt)<br />
Zuchtrichtung: international<br />
Tel.: +4917649032737<br />
Verwendung: Freizeit, Western, Distanz<br />
www.ha-arabians.de<br />
Unser kleines familiäres Gestüt befindet sich<br />
im Fläming nahe der Lutherstadt Wittenberg.<br />
Unser Zuchtziel sind korrekte, nervenstarke<br />
<strong>Pferde</strong> mit markantem arabischen<br />
Typ, die ihrem Menschen zugewandt sind<br />
und zuverlässig unter dem Sattel arbeiten.<br />
Unsere <strong>Pferde</strong> werden viel im Gelände,<br />
insbesondere auch auf Distanzen, geritten<br />
und müssen daher Ausdauer und Rittigkeit<br />
mitbringen. Wir halten unsere <strong>Pferde</strong> direkt<br />
am Hof in einer kleinen, gut sozialisierten<br />
Herde mit ganzjährigem Auslauf auf großen<br />
eigenen Weiden – und in der Wintersaison<br />
in einem geschützten, offenen Laufstall mit<br />
großem Auslauf. Hin und wieder haben wir<br />
ein Fohlen aus unserer Zucht abzugeben.<br />
Unsere Fohlen kennen von Geburt an den<br />
engen Kontakt zum Menschen, sind bei<br />
Abgabe altersentsprechend erzogen, werden<br />
regelmäßig geimpft und entwurmt und<br />
kennen Schmied und Hänger.<br />
CaFra Arabians<br />
<strong>Pferde</strong>bestand Anzahl (Rasse) Adresse: CaFra Arabians<br />
Zuchthengste: -<br />
Zuchtstuten: 2 AV<br />
Jungpferde: 1 AV<br />
Zuchtrichtung: Russisch/international<br />
Verwendung: Zucht - Freizeit - Show<br />
Gestüt Elchniederung Das Gestüt Elchniederung besteht seit 2007<br />
und ist ein familiärer Zuchtbetrieb vielseitig<br />
orientierter sportlicher Freizeitpferde. Wir<br />
züchten nach dem Trakehner Reinzuchtkriterium<br />
hochblütige, menschenbezogene<br />
und bedienerfreundliche Sportler mit aktuellem<br />
Anschluss auf die russischen Araberlinien,<br />
die seit der Gründung der Trakehner<br />
Rasse eine feste Säule der Leistungszucht<br />
gewesen sind. Bestes Beispiel ist unser<br />
Podarok (v. Pagur ox), Körungssieger der<br />
ZSAA-Körung <strong>2022</strong>.<br />
<strong>Pferde</strong>bestand Anzahl (Rasse) Adresse: Gestüt Elchniederung<br />
Zuchthengste: 3 Deutsches Edelblut<br />
Wandlitzer Str. 16<br />
16348 Wandlitz<br />
Zuchtstuten: 15 Deutsches Edelblut<br />
stutenstall@aol.com<br />
Jungpferde: 7<br />
www.gestuet-<br />
Zuchtrichtung: Deutsches Edelblut<br />
elchniederung.de<br />
Verwendung: vielseitig<br />
Telefon 033397/273321<br />
Unsere Zuchstuten sind alle geritten und<br />
zum großen Teil im Sport leistungsgeprüft.<br />
Neben der Zucht betreiben wir einen Reitstall,<br />
ergänzt und unterstützt durch die<br />
Tierarztpraxis Jana Scheffel, <strong>Pferde</strong>notdienst<br />
Brandenburg.<br />
Seit 2005 züchte ich <strong>Vol</strong>lblutaraber auf der<br />
Basis russischer Mutterlinien. Bisher wurden<br />
<strong>30</strong> Fohlen geboren.<br />
Die meisten meiner Stamm-Stuten sind<br />
VZAP-Prämienstuten, VZAP-Elitestuten und/<br />
oder wurden leistungsgeprüft (LPO).<br />
Meine Nachzucht war in den vergangenen<br />
Jahren sowohl sportlich – auf der Rennbahn<br />
und auf Distanzritten – als auch auf<br />
nationalen und internationalen Araber-<br />
Shows erfolgreich.<br />
Barbara Schwarz<br />
Darüber hinaus können <strong>Pferde</strong> aus meiner<br />
21274 Undeloh<br />
mobile: +49 172 7166976 Zucht zahlreiche Prämien- und mehrere<br />
www.cafra-arabians.com Elite-Titel des Zuchtverbands vorweisen.<br />
bschwarz@cafra-arabians.de<br />
38<br />
© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 2/<strong>2022</strong>
Gestüt Savona<br />
Eingebettet von Feldern und Wiesen befindet<br />
sich unser Gestüt Savona in Mecklenburg-Vorpommern,<br />
nah an der Ostseeküste.<br />
<strong>Pferde</strong>bestand Anzahl (Rasse) Adresse: Brigitte & Manfred Jedzini<br />
Zuchthengste: 6 VA<br />
GbR<br />
Zuchtstuten: 10 VA<br />
Lindenweg 29/31<br />
23974 Alt Farpen<br />
Jungpferde: 3 VA<br />
Tel.: 038427-409817<br />
Zuchtrichtung: deutsch, russ., poln., crabbet<br />
info@gut-altfarpen.de<br />
Verwendung: Zucht, Freizeit, Sport<br />
gestuet-savona.de<br />
Auf dem Gestüt werden im Familienbetrieb<br />
<strong>Vol</strong>lblutaraber der Linien Murana I, Tifle,<br />
Warda, Ukrainka und Woloszka gezüchtet.<br />
Die Zuchtstämme sind seit über 200 Jahren<br />
in Europa registriert und haben bereits<br />
erfolgreiche <strong>Pferde</strong> im Galopp- und Distanzsport<br />
hervorgebracht.<br />
Unsere Hengste gehen auf Hengststämme<br />
El Deree, Ibrahim, Koheilan Adjouz, Siglavy<br />
Bagdady, Kuhailan Haifi und Ilderim zurück.<br />
GestütsParade<br />
SK Arabians<br />
<strong>Pferde</strong>bestand Anzahl (Rasse) Adresse: Susanne Kruse<br />
Zuchthengste: 3 AV<br />
Toquard 19<br />
Zuchtstuten: 7 AV<br />
26409 Wittmund<br />
Jungpferde: 2 AV, 1 AA<br />
Tel. 04467-910606<br />
Zuchtrichtung: <strong>Vol</strong>lblut- und Anglo-Araber<br />
oder 0176-57912807<br />
Verwendung: Distanz<br />
S.Kruse@sk-arabians.de<br />
An der ostfriesischen Nordseeküste, nur 10<br />
km von der Nordsee entfernt, befindet sich<br />
mein kleines Arabergestüt „SK Arabians“.<br />
Da ich seit 1984 Distanzreiterin bin, habe<br />
ich mich auf die Zucht von leistungsorientierten<br />
<strong>Pferde</strong>n konzentriert und es sind<br />
schon einige 100-Meilen-<strong>Pferde</strong> daraus<br />
entstanden.<br />
Neben meiner <strong>Vol</strong>lblutaraberzucht habe ich<br />
seit 2021 auch eine kleine Angloaraberzucht<br />
begonnen und die ersten Fohlen<br />
wurden bereits prämiert.<br />
Für meine 3 <strong>Vol</strong>lblutaraber-Hengste sind<br />
Gaststuten herzlich willkommen.<br />
LF Arabians<br />
<strong>Pferde</strong>bestand Anzahl (Rasse) Adresse:<br />
Zuchthengste: 2 AV<br />
Zuchtstuten: 4 AV<br />
Jungpferde: 5 AV (derzeit)<br />
Zuchtrichtung: russische AV und Anglo-A.<br />
Verwendung: Leistungssport<br />
2/<strong>2022</strong> - www.in-the-focus.com<br />
Lisa Falk<br />
Haddien 13<br />
26434 Wangerland<br />
Email: Info@lisa-falk.de<br />
www.lisa-falk.de<br />
mobile: 0175-8295439<br />
39<br />
Qualität statt Quantität ist unsere Devise<br />
und nach diesem Motto werden in jedem<br />
Jahr 2-3 Fohlen sorgsam großgezogen. Auf<br />
weiten Flächen und mit viel Fürsorge dürfen<br />
Fohlen, Mütter und Hengste den weiträumigen<br />
Platz direkt an der Nordseeküste<br />
genießen.<br />
Unser Auge liegt auf dem arabischen Pferd<br />
in Anpaarung mit rittigen und leistungsbereiten<br />
Warmblütern, sowie dem Anglo-<br />
Araber. Unsere Nachzucht findet meist im<br />
Distanzsport sein Zuhause.
GestütsParade<br />
FA Arabians<br />
<strong>Pferde</strong>bestand Anzahl (Rasse) Adresse: FA Arabians<br />
Zuchthengste: 1 VA<br />
B. & H.-D. Ahlers<br />
Zuchtstuten: 3 VA<br />
D-26670 Uplengen<br />
Tel.: 04956-927018<br />
Jungpferde: z.Zt. keine<br />
Mobil: 0171-2100824<br />
Zuchtrichtung: international<br />
www.FAArabians.de<br />
Verwendung: Freizeit, Sport, Zucht, Schau<br />
info@faarabians.de<br />
1986 habe ich mein erstes Pferd bekommen,<br />
eine <strong>Vol</strong>lblutaraberstute. Einige Jahre<br />
später kam dann das erste eigene Fohlen<br />
auf die Welt. Ich habe viele Jahre einfach<br />
nur geritten und hatte ab und an ein Fohlen.<br />
2008 kauften mein Mann und ich einen<br />
schönen Hof im Herzen Ostfrieslands und<br />
bauten dort unsere kleine Liebhaberzucht<br />
weiter aus.<br />
Unser Ziel ist es, schöne und leistungsfähige<br />
<strong>Vol</strong>lblutaraber zu züchten, die auch<br />
charakterlich einwandfrei sind. Die Bestätigung,<br />
dass wir auf dem richtigen Weg sind<br />
erbrachte unser selbstgezogener Hengst FA<br />
Dajan: Er war Sieger der HLP 2021 des VZAP,<br />
im selben Jahr wurde er gekört und als<br />
Prämienhengst ausgezeichnet.<br />
Gestüt Amal<br />
<strong>Pferde</strong>bestand Anzahl (Rasse) Adresse: Gestüt Amal<br />
Zuchthengste: 2-3<br />
Zuchtstuten: 15<br />
Jungpferde: 15<br />
Zuchtrichtung: AV, Pb, DR in Sonderfarben<br />
Verwendung: Turniersport / Zucht / Freizeit<br />
Al Ghaliya <strong>Vol</strong>lblutaraber<br />
Horse of Endurance<br />
A. Scheele + U. Intemann<br />
27374 Visselhövede<br />
mobile: 0170<strong>30</strong>97578<br />
www.gestuet-amal.de<br />
myfleury@web.de<br />
<strong>Pferde</strong>bestand Anzahl (Rasse) Adresse: Al Ghaliya <strong>Vol</strong>lblutaraber<br />
Zuchthengste: 1 AV<br />
Svenja Stelse-Heine<br />
Zuchtstuten: 3 AV<br />
Auf der Lust 1<br />
29640 Schneverdingen<br />
Jungpferde: 2 AV<br />
Tel: 05193/972335<br />
Zuchtrichtung: poln.-Marbach<br />
info@alghaliya.de<br />
Verwendung: Distanz, Freizeit, Zucht<br />
www.heidearaber.de<br />
Unser kleines privates <strong>Vol</strong>lblutaraber- und<br />
Sportponygestüt , liegt am Rande der Lüneburger<br />
Heide.<br />
Neben unserem landwirtschaftlichen Betrieb<br />
züchten wir <strong>Vol</strong>lblutaraber- und deutsche<br />
Reitponys für alle Sparten der Reiterei.<br />
Unser Ziel in der Zucht besteht darin , wesensstarke,<br />
sportliche und umgängliche<br />
<strong>Pferde</strong> zu züchten. Unsere Hengste sind:<br />
PC Amal (Sharkassow / Abla) eingetragen<br />
und gekört beim ZSSE. Hat bereits mehrfach<br />
prämierte und international geshowte<br />
Nachzucht. Deckt im Natursprung.<br />
PrH. Riverdance (Rheingold / Psyches Imperia),<br />
mehrfacher Gold- und Silberchampion<br />
auf internationalen Schauen. Gekört im<br />
ZSAA und ZfdP. HLP <strong>30</strong> Tage in Neustadt/<br />
Dosse. TG Samen - EU- und weltweiter<br />
Versand.<br />
Multichampion Kunar T, Prämienhengst u.<br />
gekört im AVS , eingetragen im ZSAA, steht<br />
ab sofort im FS und per TG zur Verfügung.<br />
Seit 15 Jahren züchten wir im Herzen der<br />
Lüneburger Heide <strong>Vol</strong>lblutaraber polnisch-<br />
Marbacher Abstammung für den Reiter und<br />
Distanzsportler. Wir verzichten auf moderne<br />
Schaulinien und setzen auf Butlinien, die für<br />
Charakter, Leistungsfähigkeit und stabiles<br />
Fundament stehen.<br />
Stammstute ist unsere Prämien- und Elitestute<br />
Israa Al Ghaliya (Amurath Muntahi x<br />
Black Ibna), von deren Fohlen bisher fünf<br />
prämiert wurden. Sie lief auf Distanzen bis<br />
125 km siegreich. Ihre Tochter Ismah Al Ghaliya<br />
(v. IS Orlow) wurde ebenfalls vom VZAP<br />
prämiert, hat bisher nur prämierte Fohlen<br />
und läuft zur Zeit im Distanzsport bis (aktuell)<br />
84 km siegreich. Ismahs 5-jährige Tochter<br />
Isfani Al Ghaliya (v. Epifan) ist ebenfalls<br />
eine Prämienstute, die diese erfolgreiche<br />
Stutenfamilie fortsetzen soll.<br />
Unser Deckhengst Meinfelds Maxim (Epifan x<br />
Maxima) ergänzt unsere Stuten hervorragend,<br />
gibt Größe und fliegende Bewegungen mit.<br />
40<br />
© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 2/<strong>2022</strong>
Fotos: Julia Moll<br />
Farag-Arabians<br />
<strong>Pferde</strong>bestand Anzahl (Rasse) Adresse:<br />
Zuchthengste: 1 AV<br />
Zuchtstuten: 7 AV<br />
Jungpferde: 2 AV<br />
Zuchtrichtung: asil<br />
Verwendung: Zucht und Reiten<br />
Farag-Arabians<br />
Stefanie Weirich<br />
Allerbusch 31<br />
<strong>30</strong>900 Wedemark<br />
weirichsteffi@gmail.com<br />
Inmitten der schönen Wedemark, nördlich<br />
von Hannover, tummeln sich auf Farag-Arabians<br />
mittlerweile die Enkel des in Babolna<br />
gezogenen Gründerhengstes Farag II-3<br />
(1987-2016).<br />
Seit 2009 wird hier die asile Linie der 25<br />
Amurath Sahib erhalten.<br />
Die <strong>Pferde</strong> verfügen über Typ, gutes Fundament<br />
und Rahmen und natürlich auch das<br />
freundliche, dem Menschen zugewandte<br />
Wesen.<br />
Wichtig ist mir vor allem optimale Aufzucht<br />
mit viel Bewegung und Haltung im gewachsenen<br />
Herdenverband.<br />
Besucher sind nach vorheriger Anmeldung<br />
immer willkommen.<br />
GestütsParade<br />
Vogelsberg-Araber<br />
<strong>Pferde</strong>bestand Anzahl (Rasse) Adresse: Gestüt Vogelsberg Araber,<br />
Zuchthengste: 2 VA<br />
Maria Sens und Harald Frey<br />
Alsfelder Str. 45,<br />
Zuchtstuten: 8 VA<br />
35329 Gemünden<br />
Jungpferde: 11 VA<br />
www.vogelsberg-araber.de,<br />
Zuchtrichtung: überwiegend russisch<br />
maria.sens@web.de<br />
Verwendung: Sport - Freizeit - Zucht<br />
ph.: 0170 4431060<br />
Unser Gestüt liegt zentral in Deutschland im<br />
schönen Vogelsberg. Seit 1998 züchten wir<br />
hier <strong>Vol</strong>lblutaraber aus überwiegend russischen<br />
Linien für den Sport und für den anspruchsvollen<br />
Freizeitbereich. Unser Zuchtziel<br />
ist das korrekte arabische Reitpferd mit<br />
guten Bewegungen und guter Rittigkeit.<br />
Neben der geforderten Solidität wünschen<br />
wir uns aber auch den unverkennbaren<br />
arabischen Adel. Unsere Nachzucht ist<br />
erfolgreich unterwegs im Distanzsport bis<br />
LDR und im Dressursport bis Klasse S.<br />
Unser Hengst Kamerton (Elite) hat mittlerweile<br />
mehr als 40 Nachkommen. Er ist in<br />
Tersk geboren, aufgewachsen und auf der<br />
Rennbahn gewesen.<br />
Der Nachwuchshengst A Magic Man of<br />
Kossack war 2020 Siegerhengst der VZAP<br />
Hengsteintragung mit der Traumnote 8,5.<br />
Mittlerweile ist er auch gekört (und damit<br />
zugelassen für alle Rassegruppen), Verbandsprämienhengst<br />
und unter dem Sattel.<br />
HOF HÖRMANN<br />
<strong>Pferde</strong>bestand Anzahl (Rasse) Adresse:<br />
Zuchthengste: 1 AV<br />
Zuchtstuten: 10 AV<br />
Jungpferde: 15 AV<br />
Zuchtrichtung: international<br />
Verwendung: Zucht, Freizeit, Distanz, Show<br />
2/<strong>2022</strong> - www.in-the-focus.com<br />
HOF HÖRMANN<br />
Henrike Hörmann<br />
38154 Königslutter<br />
+49 171 52 51 032<br />
mail@hof-hoermann.de<br />
www.hof-hoermann.de<br />
41<br />
Der Traum von der eigenen Araberzucht<br />
begann mit dem Kauf einer polnisch gezogenen,<br />
wunderschönen Stute in 2006 in<br />
Erfüllung zu gehen.<br />
Seither sehen wir all unsere <strong>Pferde</strong> als treue<br />
Familienmitglieder u. erfreuen uns täglich<br />
an ihrer Sanftmut, ihrer Intelligenz und<br />
ihrem arabischen Adel.<br />
Unsere Nachzucht wird für die eigene Zucht<br />
behalten oder im neuen Zuhause im Distanzsport<br />
oder als treuer Freizeitbegleiter<br />
weiter gefördert.<br />
In 2020 wurde der selbstgezogene Hengst<br />
Mafadi H (v. Fadi Al Shaqab) bei der Hengsteintragung<br />
vom VZAP mit einer silbernen<br />
Schleife ausgezeichnet und seine Mutter<br />
Makarra (v. Marwan Al Shaqab – US Import)<br />
wurde zur Prämienstute ernannt.<br />
Seit 2007 erblickten im Gestüt bisher 31<br />
Fohlen das Licht der Welt und wir hoffen<br />
bald auf die 4te Generation unserer Zucht<br />
blicken zu dürfen.
GestütsParade<br />
Heidehof-Araber<br />
<strong>Pferde</strong>bestand Anzahl (Rasse) Adresse:<br />
Zuchthengste: 1 AV<br />
Zuchtstuten: 1 AV<br />
Jungpferde: 1 AV<br />
Zuchtrichtung: asil und AV<br />
Verwendung: Distanz, Reiten und Zucht<br />
Heidehof-Araber<br />
Heide Losse<br />
Hauptstr. 42<br />
56237 Wittgert<br />
email: h.d.losse@gmail.com<br />
Tel. 016090908449<br />
Unser kleiner Hof liegt eingebettet zwischen<br />
Wiesen und Wald im wunderschönen<br />
Westerwald. Hier züchten wir in 2. Generation,<br />
nach fast <strong>30</strong> Jahren Trabrennpferden,<br />
unsere heißgeliebten Araber. Das von uns<br />
verfolgte Zuchtziel sind arabische <strong>Pferde</strong><br />
mit Schönheit, Adel, einem klaren Kopf und<br />
Alltagstauglichkeit. Dabei ist uns eine robuste<br />
Gesundheit, Kondition und Leistungsbereitschaft<br />
sehr wichtig. Da unsere <strong>Pferde</strong> alle<br />
überwiegend im Gelände geritten werden,<br />
legen wir großen Wert auf Nervenstärke,<br />
Rittigkeit und absolute Verkehrssicherheit.<br />
Von klein auf leben unsere <strong>Pferde</strong> auf großzügigen<br />
Weiden. Nur im Winter sind sie<br />
nachts im Stall. Unsere Fohlen werden spielerisch<br />
auf ihre spätere Rolle von unserer<br />
Familie vorbereitet.<br />
Gelegentlich geben wir auch Nachzucht ab.<br />
<strong>Vol</strong>lblutarabergestüt am Wasserschloss<br />
<strong>Pferde</strong>bestand Anzahl (Rasse) Adresse: Dr. Ulrike Weckenmann &<br />
Thomas Wiegand<br />
Zuchthengste: 1 AV<br />
Wasserschloss 3<br />
Zuchtstuten: 4 AV<br />
72119 Ammerbuch<br />
Tel: 0171 8032203<br />
Jungpferde: 2 AV<br />
info@gestuetamwasserschloss.de<br />
Zuchtrichtung: ägypt.-span.-poln.<br />
FB: <strong>Vol</strong>lblutarabergestüt<br />
Verwendung: Distanz, Dressur, Freizeit<br />
am Wasserschloss<br />
Seit 1988 züchten wir <strong>Vol</strong>lblutaraber, die<br />
ihre Reiteignung auf Distanzritten, im<br />
Dressurviereck, als Therapie-, Freizeit,- und<br />
Familienpferde vielfach unter Beweis stellen.<br />
Über 90 Fohlen haben bei uns das Licht<br />
der Welt erblickt und uns oder ihren neuen<br />
Besitzern viel Freude gemacht. Die jungen<br />
<strong>Pferde</strong> erhalten bei uns eine kompetente,<br />
vielseitige, altersentsprechende Erziehung,<br />
damit sie später gelassen und körperlich fit<br />
ihrer Aufgabe als Reitpferd gerecht werden<br />
können.<br />
Gelegentlich geben wir eines dieser Jungpferde<br />
in gute, fördernde Hände ab.<br />
Thomas Wiegand teilt gerne sein Wissen im<br />
Umgang mit diesen intelligenten <strong>Pferde</strong>n<br />
mit anderen Reitern. (auf Anfrage, Tel: 0172-<br />
9707499)<br />
Enserhof <strong>Vol</strong>lblutaraber<br />
Leistungsorientierte AV-Zucht seit über<br />
40 Jahren.<br />
• Artgerechte <strong>Pferde</strong>haltung<br />
• Aufzucht<br />
• Fachpersonal<br />
• Deckstation<br />
• Pensionspferde<br />
<strong>Pferde</strong>bestand Anzahl (Rasse) Adresse: Gestüt Enserhof<br />
Zuchthengste: 3 AV<br />
Familie Bär<br />
Esbach2<br />
Zuchtstuten: 7 AV<br />
91746 Weidenbach<br />
Jungpferde: 7 AV<br />
Tel: 09826/1711<br />
mobil 0170/6512264<br />
Zuchtrichtung: poln. / russ. / ägypt.<br />
enserhof@aol.com<br />
Verwendung: Freizeit und Sport<br />
www.enserhof.de<br />
© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 2/<strong>2022</strong><br />
42
Ahil Arabians<br />
<strong>Pferde</strong>bestand Anzahl (Rasse) Adresse: Ahil Arabians<br />
Zuchthengste: 1 AV<br />
G. Wagner & P. Böhm<br />
Zuchtstuten: 8 AV<br />
Schmellnricht B3<br />
Jungpferde: 2 AV<br />
92342 Freystadt / Opf.<br />
Zuchtrichtung: international<br />
ph.: 08469 / 417<br />
Verwendung: Reiten, Schau, Spaß<br />
email: ahil90@yahoo.de<br />
Seit 1990 werden bei uns <strong>Vol</strong>lblutaraber verschiedener<br />
Blutlinien gehalten und gezüchtet.<br />
Da es sich um eine reine Liebhaberzucht<br />
handelt werden immer nur alle 2-3 Jahre<br />
maximal 3 Fohlen geboren. Damit wollen<br />
wir nie dem Zwang unterlieegen, <strong>Pferde</strong> aus<br />
irgendeinem Grund verkaufen zu müssen.<br />
Es wird versucht, altbewährtes Blut mit<br />
modernen Linien zu kombinieren. Im Vordergrund<br />
stehen hier immer der Charakter<br />
und die Reiteignung.Die Schönheit ist die<br />
Zugabe der Natur.Unsere <strong>Pferde</strong> sind Kinder<br />
bzw Enkel von Ahil, Sawih ibn Wisznu, Ibn<br />
Mohafez, Gazal al Shaqab, Narym, Kubinec,<br />
Maysoun und Abbas Pasha.Unsere Nachzucht<br />
ist überwiegend als Familienpferde<br />
im Western und Freizeitsport zuhause.<br />
Ebenso hat sich gezeigt, daß unsere <strong>Pferde</strong><br />
durchaus in der Lage sind, auf Schauen<br />
vorne mitzumischn. Das eine darf eben das<br />
andere nicht ausschließen.<br />
GestütsParade<br />
Bavaria <strong>Pferde</strong>sport<br />
<strong>Pferde</strong>bestand Anzahl (Rasse) Adresse: Bavaria <strong>Pferde</strong>sport<br />
Zuchthengste: 3 AV, 1 Holsteiner WB<br />
Zuchtstuten: 6 AV, 1 APb, 6 Holsteiner<br />
Jungpferde: ca. 10<br />
Zuchtrichtung: US-domestic, poln., russ., ägypt.<br />
Verwendung: Sport - Zucht - Freizeit<br />
Angelika Bruckner<br />
Wilmerting 20<br />
94113 Tiefenbach / Ndb.<br />
m: +49/171/7494947<br />
www.bavaria-pferdesport.de<br />
info@bavaria-pferdesport.de<br />
Wir züchten seit ca. <strong>30</strong> Jahren typvolle,<br />
leistungsbereite <strong>Vol</strong>lblutaraber und Holsteiner<br />
für Sport und Freizeit. Die Zucht geht<br />
auf zwei Elitestuten und einen Elitehengst<br />
zurück. Die daraus hervorgegangen <strong>Pferde</strong><br />
stellen immer wieder in jeder Generation<br />
ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis. Bei<br />
Distanzritten bis hin zu WM/EM, SLP, HLP, im<br />
Westernsport, vor der Kutsche, oder auch<br />
als Therapiepferd für körperlich und geistig<br />
gehandicapte Menschen und natürlich<br />
auch als zuverlässiger Freizeitpartner.<br />
Besonders beim AV geht es mir darum, den<br />
„will to please“ zu erhalten.<br />
Unser gekörter, leistungsgeprüfter reinerbiger<br />
Rapphengst SHARAF FAREED AB gehört<br />
der seltenen Jamil El Kebir-Hengstlinie<br />
(über Gharib) an. Viele seiner Verwandten<br />
sind nachweislich im Sport bis WM/EM hoch<br />
erfolgreich, zwei seiner Kinder sind bereits<br />
unter dem Sattel und waren völlig unkompliziert<br />
beim Anreiten. Seine Tochter Esme<br />
AB ist prämiiert.<br />
El Bediya Arabians<br />
Wir züchten unsere Traumpferde auf der<br />
Grundlage der Seidlitz-Zucht. Dazu kommt<br />
als Outcross die Blutlinie des Ibn Safinaz<br />
über seinen herausragenden Sohn Safeen.<br />
Charakter, Rittigkeit, gute Größe und Substanz,<br />
Bewegung und Korrektheit ohne den<br />
Typ zu vernachlässigen sind unser Zuchtziel.<br />
Besuchen Sie unsere Webseite, oder nach<br />
<strong>Pferde</strong>bestand Anzahl (Rasse) Adresse: Dr. Matthias Oster &<br />
Zuchthengste: 1 VA<br />
Zuchtstuten: 5 VA<br />
Jungpferde: 3 VA<br />
Zuchtrichtung: ägyptisch / asil<br />
Verwendung:<br />
2/<strong>2022</strong> - www.in-the-focus.com<br />
Gabriele Seidlitz-Oster<br />
Lechenroth 17 –<br />
Muggenbach<br />
96145 Seßlach<br />
tel: 09567-9810<strong>30</strong><br />
www.arabianheritagesource.com<br />
43<br />
Voranmeldung die <strong>Pferde</strong> in Natur.<br />
Fotos: Unsere Nachwuchshoffnung MAJID<br />
EL BEDIYA (GWS Mashari/Majidah El Bediya<br />
von Safeen)
Shagya-Araber<br />
Zucht News<br />
Am 23. April trafen sich rund <strong>30</strong> Mitglieder<br />
des VZAP in Bad Hersfeld zur Jahreshauptversammlung.<br />
Die geringe<br />
Zahl – gemessen an rund 1100 Mitgliedern<br />
insgesamt – überraschte, erlaubte aber auch<br />
einen Blick auf die Zerrissenheit der Mitgliederschaft,<br />
wo einige „Fraktionen“ offensichtlich<br />
zu Hause geblieben waren.<br />
Der Vorsitzende Alexander Hofmann ließ sich<br />
quarantänebedingt entschuldigen, die Positiion<br />
des 1. Stellvertreters war vakant, der<br />
zweite Stellvertreter Walter Fath war krankheitsbedingt<br />
entschuldigt, sodass die dritte<br />
Stellvertreterin Corinna Knaack-Lindemann<br />
die Sitzung eröffnete.<br />
Die Geschäftsführerin und Zuchtleiterin Anja<br />
Daniels berichtete über die Vorstandsarbeit<br />
des letzten Jahres, die einmal mehr vom All<br />
Nations Cup dominiert wurde. Dieser wurde<br />
zwischenzeitlich an ein Organisationsteam<br />
ausgelagert, bestehend aus Klaus Beste und<br />
Peter Hegemann; Alexander Hofmann bleibt<br />
„ANC-Manager“. Die geplante Durchführung<br />
wurde insbesonders von den internationalen<br />
Trainingsställen begrüßt. Mit Bezug auf<br />
die jüngsten Leitlinien des BMEL, dass <strong>Pferde</strong><br />
unter <strong>30</strong> Monate nicht „in Hinblick auf den<br />
Gebrauch trainiert werden dürfen“, wurde<br />
bestätigt, dass man dabei sei, dies mit dem<br />
BMEL abzuklären. Auch das ANC-Turnier wird<br />
durchgeführt, mit geringen Änderungen.<br />
Das Zuchtbezirksmodell wurde wieder aufgegriffen<br />
und vier Bezirke (Nord, Ost, West,<br />
Süd) mit Ansprechpartnern vor Ort in Aussicht<br />
gestellt, damit wieder mehr Austausch<br />
unter den Mitgliedern entsteht und eine regionale<br />
Anlaufstelle für Neumitglieder oder<br />
potentielle Interessenten besteht.<br />
In punkto Pressearbeit wurde eine PR-Strategie<br />
in Auftrag gegeben, darin soll die vorgesehene<br />
Arbeit von Frau Finke (Beiträge für<br />
allgemeine <strong>Pferde</strong>zeitschriften), aber auch<br />
Social-Media-Auftritte Berücksichtigung finden.<br />
Walter Kampmann berichtete aus dem Zuchtausschuß,<br />
dass das Elitepferdemodell überarbeitet<br />
wurde, da sich die meisten Verbände<br />
die Prämientitel gegenseitig anerkennen.<br />
Vom „Sterne-Modell“ des ZSAA werden nur<br />
die 3-Sterne-Fohlen als Prämienfohlen anerkannt.<br />
Außerdem wurde die Körkommission<br />
verkleinert (s. Antrag zur Satzungsänderung).<br />
In der Geschäftsstelle haben sich durch den<br />
Weggang zweier langjähriger Mitarbeiter Änderungen<br />
ergeben, auch was die Aufgabenverteilung<br />
anbelangt. Als neue Mitarbeiterin<br />
wurde Janine Enz-Schoetzau begrüßt.<br />
Das Zuchtjahr 2021 wurde abermals durch<br />
Corona beeinträchtigt, und somit wieder<br />
eine Eintragungsreise durchgeführt. Es wurden<br />
insgesamt 25 VA-Hengste eingetragen,<br />
11 zur Körung vorgestellt, wovon 8 gekört<br />
wurden. 90 Fohlen wurden bewertet und 60<br />
davon prämiert, sowie 55 Stuten eingetragen,<br />
wovon 23 prämiert wurden.<br />
Die durchgeführte HLP in Mertingen mit 4<br />
Hengsten wurde gut angenommen. Dabei<br />
Jahreshauptversammlung des VZAP<br />
haben die <strong>Pferde</strong> ihre Prüfung zeitgleich mit<br />
den <strong>Pferde</strong>n des Nurmi-Projektes abgelegt<br />
wodurch auch die Trakehner-Züchter auf die<br />
Hengste positiv aufmerksam wurden. Für<br />
<strong>2022</strong> haben bislang 3 Hengste ihre Teilnahme<br />
avisiert.<br />
Anja Daniels berichtete weiter, dass man die<br />
Noten zum Bestehen der HLP herabsetzen<br />
wolle, wie dies auch andere Verbände gemacht<br />
haben. Dies müsse aber in Absprache<br />
mit dem ZSAA geschehen (wegen der gegenseitigen<br />
Anerkennung).<br />
Zum Abschluß des Tätigkeitsberichts des Vorstandes<br />
wurde Herrn Georg Thierer gedacht,<br />
der letzten Oktober verstarb.<br />
Als Ausblick für <strong>2022</strong> wurden die Termine des<br />
VZAP’s vorgestellt, insbesondere die Veranstaltung<br />
„Das Festival des arabischen <strong>Pferde</strong>s“<br />
in Marbach, mit Stuten- und Fohlenprämierung<br />
und einer Verbandshengstschau, eingebettet<br />
in ein Schauprogramm des Gestüts<br />
Marbach. Es wird auch für Hengstbesitzer die<br />
Möglichkeit geben, ihre Hengste vorzustellen,<br />
insbesondere die, die während der letzten<br />
zwei Eintragungsreisen aufgenommen<br />
wurden, aber noch keine Gelegenheit hatten,<br />
öffentlich vorgestellt zu werden.<br />
Als „Bester Eintragungshengst 2021“ wurde<br />
RD Harenaado gewürdigt, doch Besitzer<br />
Karl-Heinz Stöckle war nicht anwesend. A<br />
Magic Man of Kossack wurde als „Bester Körhengst<br />
2021“ geehrt, und Maria Sens nahm<br />
dafür eine Erinnerungsplakette von der<br />
stellv. Vorsitzenden Corinna Knaack-Lindemann<br />
in Empfang.<br />
Der Geschäftsbericht mit den Zahlen des<br />
Mitglieder- und <strong>Pferde</strong>bestands wird auf die<br />
Homepage eingestellt. Hier soll daher nur<br />
darauf hingewiesen werden, dass alle Zahlen<br />
z. T. stark rückläufig sind. Eine Ausnahme<br />
bilden die Partbreds, wo ein Trend hin zu<br />
mehr blütigen <strong>Pferde</strong>n erkennbar ist, wofür<br />
der Araber Härte und Schönheit liefern<br />
kann.<br />
Insbesondere die Bedeckungszahlen <strong>2022</strong><br />
(VA) sind um rund 25 % zurückgegangen im<br />
Vergleich zum Vorjahr, und das, obwohl der<br />
<strong>Pferde</strong>markt der letzten zwei Jahre gut war.<br />
Alles was „gesund und geritten“ ist, läßt sich<br />
gut verkaufen.<br />
Die Mitgliederrückgänge sind teilweise<br />
altershalber zu erklären. Dennoch muß<br />
künftig ein verstärktes Augenmerk auf<br />
Mitgliederwerbung und Public Relations<br />
gelegt werden. Ein „Züchterleitfaden“ mit<br />
„Frequently Asked Questions“ (FAQ) soll<br />
vom Zuchtausschuß entwickelt und auf der<br />
Homepage eingestellt werden.<br />
Die Kassenprüfer hatten keine Beanstandungen.<br />
Insgesamt hat der Verband auch<br />
nach zwei Corona-Jahren keine Liquiditätsprobleme.<br />
Die Mitglieder entlasteten den<br />
Vorstand. Auch das Budget wurde akzeptiert<br />
wie vorgeschlagen.<br />
Spannend wurde es, als die Wahlen anstanden.<br />
Der Vorsitzende Alexander Hofmann<br />
hatte mitteilen lassen, dass er nicht zur Wiederwahl<br />
steht, ebenso stellte sich Walter<br />
Fath nicht mehr zur Wahl. Auf die Frage, was<br />
passieren würde, falls kein Kandidat für den<br />
Vorsitz gefunden werden würde, erklärte<br />
der Wahlleiter Peter Hegemann, dass in diesem<br />
Fall der derzeitige Vorsitzende im Amt<br />
bleibt.<br />
Alle neun Positionen des Vorstandes standen<br />
an, neu besetzt zu werden. Für den Vorsitz<br />
stellte sich nur Manfred Jedzini als Kandidat<br />
zur Verfügung. Er wurde mit 27 von 29<br />
abgegebenen Stimmen gewählt.<br />
Der gesamte neue Vorstand setzt sich wie<br />
folgt zusammen:<br />
Vorsitzender<br />
Manfred Jedzini<br />
1. stellv. Vors.: Corinna Knaack-Lindemann<br />
2. stellv. Vors.: Sirid Hahn<br />
3. stellv. Vors. Kurt-Jürgen Carl<br />
Zuchtausschuß (Abt. A) Cordula Schladitz<br />
Zuchtausschuß (Abt. A) Barbara Julius<br />
Zuchtausschuß (Abt. B) Walter Kampmann<br />
Vorstandsmitglied<br />
Maria Sens<br />
Vorstandsmitglied Astrid v. Velsen-Zerweck<br />
Für die Schlichtungsstelle wurden Bert Petersen,<br />
Anja Paltra und Barbara Merkel gewählt.<br />
Des Weiteren wurden verschiedene Beschlußfassungen<br />
und Anträge behandelt:<br />
a) „Fremdgänger-Gebühr“ für Nachkommen<br />
von Hengsten, die nicht am Zuchtprogramm<br />
des VZAP teilnehmen. Da die Beschaffung<br />
von Unterlagen ausländischer Hengste bzw.<br />
Hengste anderer inländischer Verbände oftmals<br />
einen administrativen Mehraufwand<br />
darstellt, wurde beschlossen, dass eine zusätzliche<br />
Bearbeitungsgebühr in die Gebührenordnung<br />
aufgenommen wird.<br />
b) Satzungsänderungen bzgl. E-mail-Versand<br />
von Einladungen, Verkleinerung der Körkommission<br />
und Anhebung der Noten für Verbandsprämienstuten<br />
von 7,0 auf 7,5 wurden<br />
beschlossen wie vorgelegt.<br />
c) Dem Antrag zur Zulassung von Kartenritten<br />
für die Sportpferdeplaketten wurde zugestimmt,<br />
sofern die Rittlänge und –strecke durch<br />
ein GPS-basiertes Trackingsystem (z. B. auf dem<br />
Smartphone) belegt werden kann. Für HLP und<br />
SLP bedarf diese Änderung einer Absprache<br />
mit dem ZSAA, damit die reziproke Anerkennung<br />
dieser Prüfungen bestehen bleibt.<br />
© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 2/<strong>2022</strong><br />
44<br />
Maria Sens mit der Erinnerungsplakette für<br />
den „Besten Körhengst 2021“
d) Es lag ein Antrag vor, eine Veranstaltungs-GmbH<br />
zu gründen, die dann Veranstaltungen<br />
wie den ANC organisieren könne<br />
(analog zu anderen <strong>Pferde</strong>zuchtverbänden).<br />
Es wurde erläutert, dass bereits zwei Expertisen<br />
vorlägen, dies aber bislang nicht an die<br />
Mitglieder kommuniziert worden sei. Der Antrag<br />
wurde dennoch abgestimmt und mehrheitlich<br />
angenommen.<br />
Es wurde auf die Bedeutung der genetischen<br />
Vielfalt und der Erhaltung möglichst vieler<br />
Hengst- und Stutenlinien hingewiesen, verknüpft<br />
mit der Frage, ob es diesbezüglich<br />
seitens des Verbands irgendwelche Maßnahmen<br />
gibt. Dies wurde verneint, aber es wurde<br />
erklärt, dass die Hengst- und Stutenlinien in<br />
der VIT-Datenbank nachgetragen werden sollen,<br />
damit sich die Züchter wenigstens darüber<br />
informieren können.<br />
Der neue Vorsitzend Manfred Jedzini wies<br />
zum Abschluß darauf hin, dass der Vorstand<br />
sich um ein gutes Verhältnis mit allen Züchtern<br />
bemühen wird, wünschte allen Anwesenden<br />
eine gute Heimreise und schloß die<br />
Versammlung.<br />
Gudrun Waiditschka<br />
Bei dieser Zusammenfassung der<br />
Geschehnisse handelt es sich nicht<br />
um ein offizielles Protokoll, sondern<br />
um persönliche Eindrücke.<br />
Freizeitpferde-Championat in Hannover<br />
Die meisten Reiter suchen einen vielseitig<br />
veranlagten Freizeitpartner, mit dem sie in<br />
der Reithalle und beim Ausreiten Spaß haben.<br />
Um genau diese <strong>Pferde</strong> geht es beim<br />
Bundesweiten Championat des Freizeitpferdes/-ponys,<br />
das <strong>2022</strong> am 24. und 25.<br />
September wieder in Hannover stattfindet.<br />
Das Süddeutsche Championat des Freizeitpferdes/-ponys<br />
wird am 13. August<br />
<strong>2022</strong> in München-Riem ausgetragen. Bei<br />
beiden Veranstaltungen treten die Teilnehmer<br />
in zwei Gruppen an: eine Abteilung für<br />
Nachwuchspferde und -ponys aller Rassen<br />
aus deutscher Zucht und eine Abteilung,<br />
die für alle offen ist. Zu bewältigen sind<br />
fünf Teilwettbewerbe: Rittigkeitswettbewerb,<br />
Fremdreiter-Test, Grundgangartenüberprüfung<br />
und Verhalten in der Gruppe,<br />
Geländeparcours mit einzelnen kleinen Hindernissen<br />
und einer Wasserstelle sowie ein<br />
Gehorsamsparcours. Die Teilwettbewerbe<br />
werden nicht einzeln, sondern nur in Kombination<br />
absolviert und bewertet.<br />
Für interessierte Veranstalter bietet sich die<br />
Durchführung eines verkürzten Wettbewerbes<br />
an. Hierfür wurde der Eignungswettbewerb<br />
für Freizeitpferde und -ponys<br />
entwickelt, der die drei Teilwettbewerbe Rittigkeitsaufgabe<br />
auf dem Viereck, Gruppengeländeritt<br />
und die Gehorsamsaufgabe beinhaltet.<br />
Die Gehorsamsaufgabe besteht aus sechs<br />
Stationen: Aufsitzen mit Aufsitzhilfe, Galopp<br />
über Trab zum Halten, Wasserplane, Rappelsack,<br />
Stangenlabyrinth mit Rückwärtsrichten<br />
und Wendehammer. Die Rittigkeitsaufgabe<br />
wird einzeln oder in der Gruppe (max. vier Teilnehmer)<br />
auf einem 20 x 40 m großen Viereck<br />
geritten. In der Dressuraufgabe zeigen Reiter<br />
und Pferd, dass sie im Schritt, Trab und Galopp<br />
auf geraden und gebogenen Linien eine harmonische<br />
Einheit bilden.<br />
Ausführliche Informationen und die Ausschreibung<br />
sind unter www.pferd-aktuell.<br />
de/freizeitpferdechampionat zu finden.<br />
Sportliche News Araber<br />
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2/<strong>2022</strong> - www.in-the-focus.com<br />
45
News<br />
im Gestüt Ismer<br />
Nach zweijähriger Pandemie-Zwangs-Gestütsschau<br />
Die Hengstparade zu Beginn des Nachmittags<br />
dürfte in diesem Land einmalig<br />
pause fand am 1. Mai <strong>2022</strong> endlich<br />
wieder der beliebte Gestütstag im<br />
Der krönende Abschluß der Gestütsparade<br />
sind nach wie vor die freilaufenden Stuten mit<br />
ihren Fohlen.<br />
Gestüt Ismer statt. Entsprechend hoch war<br />
auch der Andrang: Die Tribünenplätze waren<br />
in kürzester Zeit ausverkauft und an den anderen<br />
Seiten drängte sich das Stehpublikum.<br />
Vor Beginn der Präsentation gab es noch<br />
die Möglichkeit, den Stars des Tages im Stall<br />
persönlich zu begegnen, was von den Besuchern<br />
auch ausgiebig genutzt wurde.<br />
Am Samstag, 7.5., hatten Inge und Walter<br />
Fath zu einem „Araberstammtisch“<br />
eingeladen, in der Hoffnung, dass sich<br />
diese lockeren Zusammenkünfte unter Araberfreunden<br />
wieder regelmäßig etablieren<br />
lassen. So ein Stammtisch muß nicht immer<br />
Die Prämienstute FF Penza (Gorky II / Purina)<br />
*2009 mit ihrem Hengstfohlen FF Planet von<br />
Kamerton.<br />
in Umkirch bei Familie Fath stattfinden, aber<br />
für dieses Mal hat es sich angeboten, weil es<br />
auch zwei Fohlen zu bewundern gab!<br />
Da das Gestüt Forellenhof einen guten Ruf in<br />
der Distanzreiterszene hat, kamen auch etliche<br />
Distanzreiter hinzu, die kurzerhand ihren<br />
eigenen Stammtisch mit dem Araberstammtisch<br />
zusammengelegt haben. Daher ließen<br />
es sich auch drei Wanderreiter nicht nehmen,<br />
die 20 km hierher zu reiten. Andere, die mit<br />
mehr PS unterwegs waren, kamen aus einem<br />
Umkreis von bis zu 350 km.<br />
sein: Ein volles Dutzend vierbeinige Herren<br />
marschierte auf, vom 19-jährigen Grandseigneur<br />
IS Orlow (Pamour / Orala) bis zur<br />
2-jährigen Nachwuchshoffnung IS Enos (Poseidon<br />
OS / IS Et Tu) – letzterer schon die 9.<br />
Generation im Gestüt gezogen. Einige wurden<br />
später mit ihren diesjährigen Fohlen<br />
gezeigt, darunter die bewährten Vererber<br />
Ascot DD (Glorius Apal x Lady Nina DD) und<br />
Pallaton K (El Nabila B x Pocahontas K) und<br />
der selbstgezogene IS Exxpu (QR Marc x IS<br />
Exelsia). Die größte Gruppe der diesjährigen<br />
Fohlen stellte allerdings ein Hengst, der leider<br />
nicht anwesend war: EBT Bel Subayan<br />
(FA El Rasheem x Marysa OS), der auf dem<br />
Osterhof zu Hause ist und im Gestüt Ismer<br />
2021 erstmals decken durfte. Die Ergebnisse<br />
können sich sehen lassen. Vor allem IS Wincent<br />
(a.d. IS Wenetzia v. Pallaton K), der in<br />
vielem an seinen Vorfahr Kubinec erinnert,<br />
ist ein echter Hingucker und gewann die<br />
Herzen nur so im Sturm.<br />
Wie immer lockerten zusätzliche Programmpunkte<br />
die Parade der Hengste, Stuten und<br />
Fohlen auf. Diesmal waren das die beeindruckende<br />
niedersächsische Ponyquadrille mit<br />
Araberstammtisch im Gestüt Forellenhof<br />
Rund 25-<strong>30</strong> Araberfreunde fanden sich ein,<br />
um die kleine, aber feine Zucht russischer<br />
<strong>Vol</strong>lblutaraber zu bewundern, die hier seit<br />
fast 50 Jahren eine Heimat hat. Den Auftakt<br />
machte Teberda, stolze 31 Jahre alt -<br />
ihre Mutter Data starb mit 33 Jahren, diese<br />
Langlebigkeit und Fitness bis ins hohe Alter<br />
kommt also nicht von ungefähr! Sie ist<br />
Mutter von sieben Fohlen, die „Letztgeborene“<br />
ist FF Gesha von Gorky II, die heute als<br />
Zuchtstute im Einsatz ist.<br />
FF Gesha ist eine Zuchtstute wie aus dem<br />
Bilderbuch – tiefrumpfig, korrekt und souverän.<br />
Sie zeigte ihr zweieinhalb Wochen<br />
altes Hengstfohlen FF Mars von A Magic<br />
Man of Kossack. Er sah zum ersten Mal<br />
in seinem Leben so viele Leute, aber das<br />
beeindruckte ihn kaum – er ließ sich kraulen<br />
und ging auf Entdeckungsreise in die<br />
diversen leeren Boxen. Derweil wurde FF<br />
Geshas Halbschwester FF Penza mit ihrem<br />
Hengstfohlen von Kamerton gezeigt,<br />
FF Planet. Neugierig kam der kleine Mars<br />
hinzu, und begrüßte – zum ersten Mal –<br />
seinen um eine Woche jüngeren künftigen<br />
Spielkameraden. Auch FF Penza ist von<br />
Gorky II, die Mutter aber ist Purina von<br />
Tern, letzterer einer der Stammhengste<br />
des Forellenhofs. Beide Fohlen zeichnen<br />
sich durch eine schöne Aufrichtung aus<br />
und zeigen jetzt schon eine Bergaufgaloppade<br />
und schöne Trabbewegungen. Im<br />
Körper sind sie eher kurz, mit einer schönen<br />
langen Kruppe, gut gelagerter Schulter<br />
und einem ausgezeichneten, korrekten<br />
Fundament.<br />
IS Enos (Poseidon OS / IS Et Tu) *2020 entstammt<br />
der Michalower E-Linie und gilt als<br />
Nachwuchshoffnung.<br />
20 Reitponys, eine Flugshow mit Wüstenbussarden,<br />
Miniaturpferde vom Gestüt Baldeney<br />
und natürlich Elvis Errani und seine<br />
drei Elefantendamen.<br />
Als zum krönenden Abschluss einige der<br />
Stuten mit ihren Fohlen auf den Platz geschickt<br />
wurden, blieben noch viele stehen<br />
und genossen den herrlichen Anblick der<br />
freilaufenden <strong>Pferde</strong> bei schönstem Maiwetter.<br />
Betty Finke<br />
Und natürlich durfte auch Gorky II (Gusar /<br />
Partnersha), der Grandseigneur des Gestüts<br />
und zweifacher Muttervater der anwesenden<br />
Stuten, in der Präsentation nicht fehlen.<br />
Er ist 27 Jahre alt (besser: jung) und sieht<br />
noch sehr gut aus für sein Alter. Wichtig ist<br />
Der Grandseigneur des Forellenhofs, der<br />
gekörte und leistungsgeprüfte Gorky II (Gusar /<br />
Partnersha) *1995<br />
für Walter Fath, dass auch die alten <strong>Pferde</strong><br />
noch eine Aufgabe haben und so dienen<br />
Gorky und Teberda auch als Kinderlehrpferde<br />
für die Enkel.<br />
Nach der kleinen Präsentation konnten alle<br />
die ausgezeichnete Küche des Forellenhof-Stübles<br />
genießen und die angeregten<br />
Gespräche reichten bis tief in die Nacht. Und<br />
der nächste Treffpunkt wurde auch bereits<br />
vereinbart: Am 16.-17. Juli in Marbach beim<br />
Tag des arabischen <strong>Pferde</strong>s!<br />
Gudrun Waiditschka<br />
© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 2/<strong>2022</strong><br />
46<br />
Fotos: Betty Finke
Die GAWA hat sich getraut. Nach zweijähriger<br />
Corona-Pause fand dieses Jahr<br />
wieder das Symposium für westerngerittene<br />
Araber in Kreuth statt – die Resonanz<br />
war durchweg positiv.<br />
„Lange waren wir uns aufgrund der Corona-Situation<br />
nicht sicher, ob wir es<br />
dieses Jahr wirklich durchziehen sollen,<br />
aber als wir uns dann dazu entschlossen<br />
hatten, war die Vorfreude<br />
riesig“, erzählt Symposiums-Organisatorin<br />
Christine Brückel. Als die<br />
Ausschreibung raus war, kamen<br />
dann auch schnell die ersten Anmeldungen<br />
und viel positive Resonanz.<br />
Von 29. April bis 01. Mai ging das 14.<br />
GAWA-Symposium dann tatsächlich<br />
über die Bühne. Ort des Geschehens<br />
war und ist schon traditionell das<br />
In gute Hände<br />
abzugeben:<br />
Das GAWA-Symposium meldet sich zurück<br />
Ostbayerische <strong>Pferde</strong>sportzentrum<br />
in Kreuth/Rieden. Am Freitag,<br />
Tag der Anreise, hatten Reiter und<br />
<strong>Pferde</strong> die Möglichkeit. das Areal zu<br />
erkunden und die ersten Runden<br />
in der riesigen Ostbayernhalle zu drehen –<br />
ein Traum so manchen Westernreiters. Der<br />
GAWA stand an diesem Wochenende die gesamte<br />
Anlage zur Verfügung, drei Hallen und<br />
ein Außenreitplatz inklusive.<br />
Am Samstag starteten um acht die Workshops,<br />
die dann auch am Sontag fortgeführt<br />
wurden. „Alle unsere Trainer haben selbst<br />
viel Erfahrung mit westerngerittenen <strong>Vol</strong>lblutarabern<br />
und sind schon seit vielen Jahren<br />
beim Symposium dabei“, betont Christine<br />
Brückel. Martin Pauli, Westerntrainer, Züchter<br />
Nach der Corona-Pause fand im April <strong>2022</strong> endlich wieder ein GA-<br />
WA-Sym,posium in der Ostbayernhalle, Kreuth, statt, das auch regen<br />
Zuspruch fand.<br />
Foto: GAWA<br />
und mehrfacher Europameister bei den <strong>Vol</strong>lblutarabern,<br />
brachte den Pferd-Reiter-Paaren<br />
unter anderem Ranch Riding und Ranch Trail<br />
näher. Die Zuschauer staunten nicht schlecht,<br />
als die <strong>Pferde</strong> nach schon zwei Einheiten<br />
Holzstämme und Zeltplanen hinter sich herzogen.<br />
Maike Philipps, Westerntrainerin aus<br />
dem Kölner Raum, unterstützte sowohl fortgeschrittene<br />
Reiter als auch Anfänger in den<br />
Bereichen Reining und Hilfengebung. Die<br />
österreichische Trainerin Doris Pfann, selbst<br />
unter anderem mehrfache Europameisterin<br />
im Trail, gab ihren Workshop-Teilnehmern<br />
wertvolle Tipps für die Bewältigung<br />
des Trail-Parcours. Samstagabends<br />
beantworte sie im Rahmen<br />
eines Fachvortrags auch Fragen zum<br />
Thema „Wie bereite ich mich und mein<br />
Pferd auf eine bevorstehende Prüfung<br />
vor?“.<br />
Neben den lehrreichen Stunden durften<br />
natürlich auch der Spaß und die<br />
Vernetzung nicht zu kurz kommen.<br />
Im Aufenthaltsraum wurde bei Kaffee<br />
und Kuchen so manche Diskussion<br />
über den richtigen Sattel, das richtige<br />
Pferd oder die richtige Trainingsphilosophie<br />
geführt, die dann beim gemeinsamen<br />
Abendessen wiederaufgenommen<br />
werden konnte. Man traf<br />
alte Bekannte, machte neue Bekanntschaften<br />
und schmiedete gemeinsame Pläne. Einer davon<br />
ist schon fixiert. Nächstes Jahr gibt es ein<br />
Jubiläum, wenn es heißt: „Willkommen zum<br />
15. GAWA-Symposium!“ Sonja Kittel, GAWA<br />
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News<br />
<strong>Vol</strong>lblutaraber aus dem Hauptgestüt!<br />
z.B. WM Namas ox<br />
Hengstfohlen *2021<br />
v. Musab ox u.d. Pr.St. Namrata ox<br />
v. DF Malik Jamil ox<br />
Familie der Nadja<br />
Ansprechpartner:<br />
Klaus Niethammer (01 60) 8 10 90 63<br />
Alle verkäuflichen <strong>Vol</strong>lblutaraber unter<br />
www.gestuet-marbach.de<br />
Foto: Oliver Seitz<br />
2/<strong>2022</strong> - www.in-the-focus.com<br />
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Fotowettbewerb für <strong>Pferde</strong>freunde<br />
Shagya-Araber<br />
Zucht News<br />
Die ungarische <strong>Pferde</strong>zeitschrift „Lovas<br />
Nemzet“ ruft auch dieses Jahr wieder<br />
alle Fotografen und Hobbyknipser zur<br />
Teilnahme an einem Fotowettbewerb auf<br />
mit dem Titel: „<strong>Pferde</strong> – <strong>Pferde</strong> – <strong>Pferde</strong>“. Seit<br />
20 Jahren gibt es diesen Wettbewerb und er<br />
wurde in dieser Zeit 11 Mal ausgetragen.<br />
Das zentrale Thema des Fotowettbewerbs<br />
ist das Pferd, und hier besonders die Verbindung<br />
zwischen Mensch und Pferd sowie von<br />
Pferd und Natur.<br />
Die Kategorien sind wie folgt definiert:<br />
Profi – Fotografen über 16 Jahre, die eine<br />
Profi-Lizenz haben oder Mitglied des ungarischen<br />
Fotografenverbandes – oder Äquivalent<br />
im Ausland – sind oder die mit der<br />
Fotografie ihren Lebensunterhalt verdienen.<br />
Wer kein Profi ist, aber mit den Profis konkurrieren<br />
will, ist ebenfalls willkommen!<br />
Amateur – Personen über 16 Jahre, die als<br />
Hobby fotografieren, die kein Geld mit den<br />
Fotos verdienen, die weder eine Lizenz haben<br />
noch Mitglied im ungarischen Fotografenverbandes<br />
(oder Äquivalent) sind.<br />
Junior – jede Person bis 16 Jahre.<br />
Leser-Preis – Hunde und <strong>Pferde</strong> (für diese<br />
Fotos können Sie vom 1.-15. August auf der<br />
Seite www.lovasnemzet.hu Ihre Stimme abgeben).<br />
Die Fotos müssen digital aufgenommen sein,<br />
eine Größe von mind. 2592 x 1944 px bei <strong>30</strong>0<br />
dpi haben, maximal 20.000 px auf der langen<br />
Seite. Digitalfotos können an folgende Adresse<br />
gesandt werden: fotopalyazat.lovasnemzet@<br />
gmail.com via Filetransfer (z. B. Wetransfer).<br />
Jeder Teilnehmer kann maximal vier Fotos<br />
einsenden.<br />
Die Fotos müssen von einer Liste begleitet<br />
sein, die die Foto-Nummer, den Titel, den<br />
Ort, wo das Foto aufgenommen wurde, sowie<br />
Name, Adresse, Tel.-Nr. und E-mail des<br />
Fotografen enthält.<br />
Der Teilnehmer bestätigt mit seiner Teilnahme,<br />
dass er alle Rechte (Model release) besitzt,<br />
und trägt die Verantwortung für eventuelle<br />
Verletzung von Persönlichkeitsrechten<br />
etc.<br />
Mit der Einsendung seiner Fotos erklärt sich<br />
der Teilnehmer einverstanden, dass Lovas<br />
Nemzet Kft. die Fotos kostenlos verwenden<br />
kann unter Berücksichtigung der Urhebernennung.<br />
Die Jury besteht aus Mitgliedern der ungarischen<br />
Fotografen-Gesellschaft sowie<br />
Mitgliedern der Redaktion von Lovas<br />
Nemzet. Die Sieger des Wettbewerbs erhalten<br />
wertvolle Preise, und die besten<br />
Fotos werden ab dem 20. August in einer<br />
Ausstellung im Schloß Festetics (Keszthely)<br />
zu sehen sein.<br />
Der Einsendeschluß ist der 24. Juli <strong>2022</strong>!<br />
Ahmed Al Samarraie zum Präsidenten<br />
der „Endurance Organisers“ gewählt<br />
Jahreswertung der SZAP<br />
Im Rahmen der Mitgliederversammlung der<br />
internationalen Vereinigung der <strong>Pferde</strong>sportorganisatoren<br />
(Equestrian Organisers, EO) ist<br />
Ahmed Al Samarraie zum Präsidenten der<br />
„Endurance Organisers“, der Veranstalter internationaler<br />
Distanzritte, gewählt worden<br />
und gehört damit auch dem EO-Gesamtvorstand<br />
an. Die EO ist eine internationale<br />
Organisation, die allen Veranstaltern internationaler<br />
Turniere offen steht. Ihr Zweck ist es<br />
vor allem – in Zusammenarbeit mit der FEI,<br />
den nationalen <strong>Pferde</strong>sportverbänden, den<br />
Medien, den Reitern, <strong>Pferde</strong>besitzern, Sponsoren<br />
und Marketingagenturen – die Turnierorganisatoren<br />
in ihren jeweiligen Disziplinen<br />
weltweit zu unterstützen.<br />
Ahmed Al Samarraie ist seit 1999 Vorsitzender<br />
des Zuchtverbandes für Sportpferde<br />
<strong>Arabische</strong>r Abstammung (ZSAA) und züchtet<br />
seit mehr als <strong>30</strong> Jahren Shagya-Araber. Seit<br />
2005 ist er Präsident der ISG (Internationale<br />
Shagya-Arabergesellschaft). Er organisiert<br />
außerdem seit 1999 internationale FEI Distanzritte,<br />
unter anderem die FEI Jugend-Europameisterschaften<br />
Anläßlich der diesjährigen Jahreshauptver-<br />
2010. Sportlich hat sich sammlung der Schweizer Zuchtgenossen-<br />
seine Familie vor allem dem Distanzsport schaft für arabische <strong>Pferde</strong> (SZAP) wurden<br />
verschrieben, zahlreiche Deutsche Meister- auch die erfolgreichsten arabischen <strong>Pferde</strong><br />
und Jugendmeistertitel konnten durch die in den verschiedensten Disziplinen geehrt. Es<br />
drei Töchter und die Ehefrau von Al Samarraie<br />
waren dies:<br />
bisher errungen werden. Seine Töchter In der Dressur:<br />
Moira und Nayla Al Samarraie sind Mitglieder 1. Falar (Salar / Fiszka) *2009 mit Christina<br />
der Perspektivgruppe Distanzreiten.<br />
Gutschier<br />
Mit seiner Arbeit möchte Al Samarraie, der 2. Abalisha du Silence (Feres / Alhena) *2004<br />
auch Mitglied im Vorstand Zucht der Deutschen<br />
mit Geneviève Güggi<br />
Reiterlichen Vereinigung (FN) ist, dazu 3. Al Guwa Azida (Altis / Al Guwa Mukowa)<br />
beitragen, den Sport neu aufzustellen. „Distanzreiten<br />
*2015 mit Nicole Kottmann<br />
hat – speziell in Deutschland – Im Springen:<br />
nicht den allerbesten Ruf, was vor allem der 1. Elan (Gramet / Ejwina) *2015 mit Christina<br />
Entwicklung in den Vereinigten Emiraten Gutschier<br />
in den letzten Jahren geschuldet ist. Dies 2. KARA Caruso (El Sid / KARA Cleopatra)<br />
obwohl der Distanzsport (international Endurance)<br />
*2008 mit Anouka Vielhauer<br />
als FEI-Reitsportart nach Zahl der Im Distanzsport:<br />
Athleten und <strong>Pferde</strong> an zweiter Stelle nach 1. O’Azuria (Cerkiv / Polena du Plessis) *2007<br />
dem Springsport rangiert. Als Veranstalter mit Delphine Gumy<br />
können wir hier sehr viel bewirken, denn 2. MW Calipo (WH Justice / W.A. Carisma)<br />
zum Beispiel mit der Entscheidung über den *2009 mit Laila Diserens<br />
Streckenverlauf wird auch die Art des Reitens<br />
3. Elan (Gramet / Ejwina) *2015 mit Christina<br />
maßgeblich beeinflusst. Wir wollen kei-<br />
Gutschier<br />
ne ‚Autobahnen‘ fördern, auf denen immer In der Show:<br />
schnellere Zeiten geritten werden, sondern 1. JS Prince-Najuba (Masoun Al Adeyat / Helena)<br />
das Reiten von natürlichen Wegen in natürlicher<br />
*2020 B: JS Najuba Arabians<br />
Topographie, in der die Umgebung von 2. HB Angelina (Santorini / MC Angelica)<br />
alleine das Tempo herausnimmt. Der Sport *2013 B: M. Wanzenried<br />
hat viel Gutes, aber ich weiß, dass es seine 3. NM Anakin (RFI Farid / Annalisah Alih)<br />
Zeit brauchen wird, die Entwicklung in die *2019 B: M. Wanzenried<br />
richtige Richtung zu bringen und ein positives<br />
Die WAHO Trophy Gewinnerin 2021 ist<br />
Image zu fördern.“<br />
Bo.A.S. Emeraya (Emerald J / Bo.A.S. Naga-<br />
48<br />
Uta Helkenberg/FN nya), gezogen und im Besitz von Ruth Wenzel.<br />
© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 2/<strong>2022</strong>
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Pferd und Wissenschaft –<br />
Ihre Teilnahme ist gefordert!<br />
Wissenschaftliche Untersuchungen, die sich dem Thema Pferd widmen,<br />
gibt es leider nicht allzu viele, daher sollten Züchter, Besitzer<br />
und <strong>Pferde</strong>freunde die folgende Initiative unterstützen, denn nur<br />
durch wissenschaftliche Erkenntnisse lassen sich Verbesserungen in<br />
Sachen Haltung, Zuchtmanagement etc. herbeiführen.<br />
Im Rahmen einer Bachelorarbeit untersucht Anna Pautze, Hochschule<br />
für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen, Studiengang<br />
<strong>Pferde</strong>wirtschaft, welchen Einfluss das züchterische Management<br />
von Zuchtstuten auf die Fruchtbarkeit hat. Dabei stellt sie die Haltung<br />
der Zuchtstuten in den Vordergrund. Dafür hat sie einen Fragebogen<br />
erstellt, dieser umfasst 12 Fragen und Vorlagen für Stutenkarten.<br />
Weitere Info und die Stutenkarten zum Ausfüllen können Sie hier<br />
herunterladen: https://in-the-focus.com/<strong>2022</strong>/06/pferd-und-wissenschaft-ihre-teilnahme-ist-gefordert/<br />
Festival des <strong>Arabische</strong>n <strong>Pferde</strong>s<br />
am 16. und 17. Juli <strong>2022</strong><br />
Im Haupt- und Landgestüt Marbach finden am 16. und 17. Juli in Zusammenarbeit<br />
mit dem VZAP eine Zuchtschau und Hengstkörung,<br />
diverse Distanzritte sowie ein Schauprogramm und ein Seminar mit<br />
Anja-Beran statt. Karten sind im Vorverkauf erhältlich!<br />
Mitte Juli steht im Haupt- und Landgestüt Marbach das <strong>Arabische</strong><br />
Pferd wieder im Mittelpunkt. Der Verband der Freunde des <strong>Arabische</strong>n<br />
<strong>Pferde</strong>s (VZAP) richtet eine Stuten- und Fohlenschau mit der<br />
Möglichkeit der Prämierung sowie Hengsteintragung und Körung<br />
aus, die Distanzreiter wetteifern im Lautertal um den „Marbach-Cup“<br />
des Asil Clubs, Besucher können ein Schauprogramm mit edlen <strong>Pferde</strong>n<br />
erleben und die international anerkannte Ausbilderin der klassischen<br />
Reitkunst und Buchautorin Anja Beran gibt am Sonntag ein<br />
Fachseminar zum Thema „Natürlichen Schiefe des <strong>Pferde</strong>s“. Es ist also<br />
für jeden Freund des arabischen <strong>Pferde</strong>s etwas dabei.<br />
Der Zeitplan Festival des arabischen <strong>Pferde</strong>s <strong>2022</strong> ist wie folgt:<br />
Samstag, 16. Juli: Zuchtschauen, Distanzritte, Schauprogramm<br />
Der Samstagvormittag beginnt ab 8 Uhr in der großen Reithalle des<br />
Gestüts mit der Vorstellung der Eintragungs- und Köraspiranten des<br />
VZAP im Freispringen und bei den zur Körung vorgestellten Hengsten<br />
im Freilaufen.<br />
Um 11 Uhr geht es weiter mit der Vorstellung der Marbacher <strong>Vol</strong>lblutaraberstuten<br />
und ihren Fohlen aus dem Jahrgang <strong>2022</strong>. Die Stuten<br />
und Fohlen werden am mittleren Laufstall präsentiert.<br />
Ab 13.<strong>30</strong> Uhr erwartet die Besucher ein abwechslungsreiches rund<br />
einstündiges Schauprogramm rund um das arabische Pferd und die<br />
anderen Marbacher <strong>Pferde</strong>rassen. Eröffnet und fachkundig kommentiert<br />
wird das Schauprogramm durch Landoberstallmeisterin Dr. Astrid<br />
von Velsen-Zerweck.<br />
Im Anschluss führt der Verband der Freunde des <strong>Arabische</strong>n <strong>Pferde</strong>s<br />
(VZAP) um ca. 14.<strong>30</strong> Uhr seine Fohlen- und Stutenprämierung in der<br />
großen Reithalle durch.<br />
Am Rande finden die „H.H. Sheikha Al-Sabah Asil-Club-Marbach-Distanz“–Ritte<br />
mit Strecken zwischen 33 bis 84 km statt. Die<br />
Kleinsten dürfen beim Kinderritt mitmachen.<br />
Sonntag, 17. Juli: Fachseminar mit Anja Beran<br />
Die international renommierte Ausbilderin nimmt sich in Theorie und<br />
Praxis des Themas „Wie erkennen wir die natürliche Schiefe unseres<br />
<strong>Pferde</strong>s und wie können wir sie verbessern?“ an. Uhrzeit und Ort: 10-<br />
12 Uhr in der großen Reithalle<br />
Im Anschluss führt der Verband der Freunde des <strong>Arabische</strong>n <strong>Pferde</strong>s<br />
(VZAP) bei genügend Nennungen ein nationales Championat der<br />
<strong>Arabische</strong>n Rassegruppen in der großen Reithalle durch.<br />
Kartenverkauf: Eintrittskarten für das Schauprogramm am Samstag,<br />
16. Juli, um 13.<strong>30</strong> Uhr und für das Anja-Beran-Seminar am Sonntag,<br />
17. Juli erhalten die Besucher über den Ticketservice: www.diginights.<br />
com.<br />
2/<strong>2022</strong> - www.in-the-focus.com<br />
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Am 2.10. findet bei EM<br />
Arabians das 2te Hoffest<br />
unter dem Motto “Hier<br />
wird Geschichte lebendig”<br />
statt. Um 13 Uhr begrüßt<br />
Karim die Gäste im Hof.<br />
Es folgen <strong>Pferde</strong>vorstellungen<br />
und Kinderreiten.<br />
Außerdem freuen wir<br />
uns an diesem Tag einen<br />
Fachvortrag von Betty<br />
Finke und eine Kunstausstellung<br />
am Hof zu<br />
haben.<br />
Wir erwarten zu dieser<br />
Zeit ein weiteres altdeutsches<br />
Fohlen von<br />
Karim Al Mansur.<br />
Wir bitten um<br />
Voranmeldung über<br />
elke.wilfart@gmail.com<br />
Sportliche News Araber
Freizeit-Araber<br />
Agnat<br />
Glück gehabt!<br />
Einmal Araber - Immer Araber (I)<br />
Glück hatte nicht nur Kathi, sondern auch der <strong>Vol</strong>lblutaraber-Wallach Agnat, dass er bei<br />
Kathi gelandet ist. Denn eigentlich sollte alles ganz anders kommen: Kathi folgte<br />
einer Verkaufsanzeige für ein Connemara-Pony, und Agnat sollte mit dieser Abstammung<br />
wohl eher ein Schaupferd werden.<br />
Kathi und Agnat haben sich andere Betätigungsfelder, wie Bodenarbeit gesucht, nachdem es mit<br />
dem Reiten durch die andauernden Rückenprobleme von Agnat nicht recht geklappt hat.<br />
Geboren wurde Agnat (Empire / AJ<br />
Kahayla) 2014 im polnischen Staatsgestüt<br />
Michalow und sein Pedigree<br />
strotzt nur so von berühmten Schaupferde-Vorfahren:<br />
Enzo (2005 US National Champion),<br />
Emira (2014 Bronze Champion am All<br />
Nations Cup, Europa- und Welt-Championat),<br />
QR Marc (2012 Welt-Champion) und Kwestura<br />
(2009 Welt-Champion) bilden die Großelterngeneration.<br />
Bedenkt man, dass Kwestura<br />
einst für 1,125 Mio € verkauft wurde, so war<br />
Agnats Preis von 1800 € ja doch eher „bescheiden“.<br />
„Ich war eigentlich wegen des Connemara-Ponys<br />
beim Verkäufer, aber auf der gleichen<br />
Wiese lief auch Agnat, damals zwejährig,<br />
und dann hab ich mich in ihn verliebt. Ich<br />
wollte nie einen Araber, nie einen Wallach,<br />
aber ich hab ihn dann doch mitgenommen<br />
und hab’ es keinen Tag bereut, auch wenn<br />
nicht immer alles so lief, wie ich es mir vorgestellt<br />
hatte.“<br />
„Immer wenn ich zur Herde ging ist er auf<br />
mich zugekommen“, berichtet Kathi von<br />
ihrem Besuch beim Verkäufer, „obwohl er<br />
eigentlich ein sehr schüchterner Typ war. Er<br />
war dem Menschen damals nicht sehr zugewandt,<br />
immer in Habachtstellung. Er war aber<br />
auch erst seit zwei Wochen hier in Deutschland,<br />
als ich ihn gekauft habe.“ Vermutlich<br />
war Agnat mit der gesamten Situation überfordert:<br />
In Michalow in einer großen Herde<br />
aufgewachsen, dann aus diesem Verband herausgerissen,<br />
zwei Wochen in Deutschland,<br />
dann wieder eine Umstellung – das muß so<br />
ein junges Pferd erst einmal verkraften!<br />
„Es gab zwei Interessenten – eine Reitschule<br />
und mich. Ich habe ihn dann zum Glück bekommen<br />
und bei mir durfte er dann erst einmal<br />
groß werden – und er ist auch noch gut<br />
gewachsen, bis er 6 oder 6 ½ war. Mit dem<br />
Anreiten habe ich mir viel Zeit gelassen und<br />
ihn nochmals tierärztlich und osteopathisch<br />
durchchecken lassen. Beide, Tierärztin und<br />
Osteopathin, waren skeptisch, ob er jemals<br />
ein gutes Reitpferd werden würde. Aber das<br />
hat mich nicht entmutigt, und ich habe mir<br />
professionelle Hilfe geholt. Das Anreiten lief<br />
auch erst ganz gut, aber nach ein paar Wochen<br />
fingen dann die ersten Rückenprobleme<br />
an, obwohl der Reiter nur 50 kg wog und<br />
der Sattel perfekt passte. Agnat macht beim<br />
Reiten auch gut mit, aber er braucht halt<br />
dann ständig eine Behandlung vom Ostheopathen,<br />
weil er durch das Reiten sehr schnell<br />
Rückenschmerzen bekommt – und wenn es<br />
ihm dann zu viel wird, zeigt er das auch sehr<br />
schnell und ganz deutlich. Er hat halt leider<br />
gar keinen guten Rücken, dieser ist sehr<br />
schwach, trotz viel Training und Bodenarbeit.<br />
Er ist einfach nicht belastbar und tut sich<br />
schwer, Muskulatur aufzubauen.“<br />
Verschiedene Baustellen<br />
Nicht nur der Rücken war ein „Problemfeld“,<br />
auch charakterlich war Agnat zu anfangs<br />
nicht ganz einfach, weil leicht erregbar. „Er<br />
läßt sich zwar gut händeln“, sagt Kathi, „aber<br />
er ist absolut kein Anfängerpferd! Vielmehr ist<br />
er sehr leicht erregbar und hat (früher) sehr<br />
schnell zum Steigen geneigt, wenn er vor etwas<br />
Angst hatte, oder wenn ihm etwas nicht<br />
gepaßt hat. Es war ein langer Weg, bis wir das<br />
korrigiert hatten. Er ist grundsätzlich beim<br />
reiten lieb und bemüht sich, aber er ist auch<br />
‚showy’ und kann leicht austicken.“<br />
Anstatt das Pferd wieder zu verkaufen, hat<br />
sich Kathi auf ihn eingestellt und ihre Erwartungen<br />
und Ansprüche seinem Vermögen<br />
50<br />
© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 2/<strong>2022</strong>
alle Fotos: privat<br />
Zwei, die sich durch eine glückliche Fügung gefunden haben: Kathi und Agnat. Kathi sagt über ihn: „Er ist unglaublich treu und anhänglich, und<br />
möchte immer gefallen." Der Charakter des <strong>Pferde</strong>s ist vielen <strong>Pferde</strong>besitzern wichtiger als das Exterieur.<br />
und Charakter angepasst. Das tun nicht alle<br />
Besitzer, daher war es ein Glücksfall, dass<br />
Agnat ausgerechnet zu Kathi kam, die ja eigentlich<br />
gar keinen Araber gesucht hatte.<br />
„In einem früheren Pensionsstall wo ich war,<br />
waren fünf Araber. Die waren alle eher Richtung<br />
Reitpferd – die waren anders als meiner,<br />
deutlich anders! Natürlich wollte ich ursprünglich<br />
auch ein Reitpferd, aber ich habe<br />
mich damit abgefunden, dass er niemals ein<br />
wirklich gutes Reitpferd sein wird, und heute<br />
ist das für mich in Ordnung. Aber damit bin<br />
ich auch auf sehr viel Unverständnis getroffen,<br />
weil die meisten Leute gesagt haben ‚Was<br />
willst Du denn mit dem?'“<br />
Aber was macht man mit einem Pferd, das<br />
sich nicht zum Reiten eignet? Kathi hat ihren<br />
Weg gefunden, indem sie andere Betätigungsfelder<br />
für ihn gefunden hat: „Er ist<br />
unheimlich gut in sämtlichen Formen der<br />
Bodenarbeit. Er ist unglaublich treu und anhänglich,<br />
möchte immer gefallen und fair<br />
behandelt werden. Wird er das nicht, fängt<br />
er allerdings an zu steigen. Trotzdem ist er<br />
wirklich ein supertoller Kerl, für mich das<br />
Nonplusultra, einfach durch seinen Charakter.<br />
Aber körperlich ist er nicht fürs Reiten<br />
gemacht. Und natürlich darf er bleiben“, fügt<br />
Kathi hinzu. „Zwar entspricht er nicht meinen<br />
‚Erwartungen’, aber ich habe mich für ihn<br />
entschieden, weil ich mich in diese tiefen,<br />
dunklen Augen verliebt habe und diesen<br />
sehr besonderen Charakter und nicht weil er<br />
sich besonders toll zum Reiten eignet.“<br />
„Würdest du nach dieser Erfahrung (also in<br />
etwa 20 Jahren...) noch mal einen Araber<br />
kaufen - oder bist Du 'geheilt’....?“ frage ich<br />
Kathi. „Doch, klar!“, ist ihre Antwort, ohne zu<br />
überlegen. „Für mich ist es absolut in Ordnung,<br />
so wie es ist. Wie gesagt, ich habe mich<br />
beim Kauf ja nicht fürs Reiten, sondern für<br />
ihn entschieden, mit allen Konsequenzen.<br />
Sofern sich nichts Gravierendes in meinem<br />
Leben ändert, wird er auch bis ans Ende seines<br />
Lebens bei mir bleiben – definitiv! Und<br />
ich würde mich jederzeit wieder für einen<br />
Araber entscheiden, weil ich diesen Charakter<br />
einfach einmalig finde!“<br />
Gudrun Waiditschka<br />
2/<strong>2022</strong> - www.in-the-focus.com<br />
Agnat<br />
Sch., *2014<br />
Empire<br />
Sch., *2009<br />
AJ Kahayla<br />
Br., *2009<br />
Nicht jedes Pferd mit Schaupferde-Pedigree ist auch für den Schauring geboren. Leider bringt<br />
Agnat durch den vorgetieften Rücken und die hohe, waagerechte Kruppe auch nicht die besten<br />
Voraussetzungen als Reitpferd mit, daher hat sich seine Besitzerin auf Bodenarbeit verlegt.<br />
51<br />
Enzo<br />
F., *1999<br />
Emira<br />
Sch., *2000<br />
QR Marc<br />
Br., *2005<br />
Kwestura<br />
F., *1995<br />
Padrons Psyche<br />
RD Bey Shahmp.<br />
Laheeb<br />
Embra<br />
Marwan Al Sh.<br />
Swete Dreams<br />
Monogramm<br />
Kwesta<br />
Freizeit-Araber
Von Kunst und Künstlern<br />
Adam<br />
Victor<br />
Von Kunst und Künstlern<br />
Nr. 9 - Abdjar Race, Edeiban<br />
Über Victor Adam (1801-1866) hatten<br />
wir bereits vor einem Jahr einen<br />
Beitrag veröffentlicht, damals ging es<br />
um die Lithografie-Serie mit <strong>Pferde</strong>n aus den<br />
Ställen von König Louis-Philippe von Frankreich.<br />
Diesmal soll es um eine andere Serie<br />
von arabischen <strong>Pferde</strong>n gehen, deren Identität<br />
und Geschichte Rätsel aufgibt und noch<br />
lange nicht abschließend geklärt ist.<br />
Es handelt sich um eine Serie von 12 Lithografien<br />
arabischer <strong>Pferde</strong>, bei denen der „Stamm“<br />
oder französisch die „Race“ angegeben ist,<br />
also beispielsweise „Abouricha Race, Richan“.<br />
Um die Identität der <strong>Pferde</strong> herauszufinden,<br />
galt es als Erstes, den Zeitraum einzugrenzen,<br />
wann diese Bilder entstanden sind. Die<br />
Nummern 1-8 werden erstmals in der „Bibliographie<br />
de la France, 1831“ erwähnt, die<br />
restlichen vier Lithografien sind im Folgejahr<br />
erschienen. Offensichtlich waren diese Lithos<br />
aber sehr beliebt, denn sie wurden auch in<br />
späteren Jahren noch aufgelegt und angeboten,<br />
wie eine Anzeige des Herausgebers „Masion<br />
Tessari“ aus der Zeitschrift „L’Iconographie,<br />
Journal des Imprimeurs-Lithographes“<br />
von 1846 zeigt.<br />
Erste Erwähnung<br />
Einen entscheidenden Hinweis zur Identität<br />
der <strong>Pferde</strong> findet sich dann in einer Lithografie<br />
von Albrecht Adam (1786-1862), einem<br />
Namensvetter von Victor Adam, aber die beiden<br />
waren weder verwandt noch verschwägert,<br />
der eine lebte in Frankreich, der andere<br />
in München, die Namensgleichheit ist also<br />
rein zufällig. Albrecht Adam war ein deutscher<br />
52<br />
© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 2/<strong>2022</strong>
Art and Artists<br />
Nr. 7 - Tedmouri Race, Kiourd<br />
Schlachten-, Porträt- und <strong>Pferde</strong>maler, der mit Adam zum Teil nahezu identisch sind. Diese<br />
seinen Söhnen und Enkeln in München eine beiden Blätter stellen dieselben Sujets dar,<br />
ganze Dynastie von (<strong>Pferde</strong>-)Malern begründete.<br />
wie die Lithos von Victor Adam, haben aber<br />
Seine in „Araberkreisen“ bekanntesten zusätzlich den Vermerk: „<strong>Arabische</strong> Hengste,<br />
<strong>Pferde</strong>portraits schuf er 1829 im Auftrag von dem Herrn N. Gliocho angehörig, nach der<br />
König Wilhelm I von Württemberg, dessen Gestütspferde<br />
Natur gezeichnet von Albrecht Adam.“ Die<br />
er lithografierte (diese Serie wird älteste Abbildung der Albrecht Adam’schen<br />
zu einem späteren Zeitpunkt vorgestellt). Albrecht<br />
Version des Arabers der „Djodar-Race“ findet<br />
Adam hat nun zwei Blätter mit jeweils 5 sich in der „Zeitschrift für Gestüte und Reit-<br />
<strong>Pferde</strong>n geschaffen (gezeichnet von Albrecht bahnen“ von 1831. Die abgebildete Komposition<br />
Adam, lithografiert von von seinem Sohn R.<br />
mit zwei Lithografien à fünf <strong>Pferde</strong>n<br />
B. Adam), die mit den Lithografien von Victor findet sich erst in „R. Weigel's Kunstcatalog“<br />
2/<strong>2022</strong> - www.in-the-focus.com<br />
53<br />
von 1843 nachgewiesen. Damit dürfte man<br />
aber das Entstehungsdatum auf 1831 oder<br />
früher festlegen können, denn Albrecht Adam<br />
ist bekannt dafür, dass er viele Skizzen anlegte.<br />
So war er beispielsweise als Beobachter auf<br />
dem Russlandfeldzug Napoleons dabei und<br />
skizzierte die Schlachten, die entsprechenden<br />
Gemälde hat er aber erst Jahrzehnte später<br />
gefertigt. Es ist also durchaus möglich, dass er<br />
die <strong>Pferde</strong> des Herrn Gliocho vor 1831 skizziert<br />
bzw. gezeichnet, aber erst später in der Komposition<br />
lithografiert hat. (weiter S. 58)
Von Kunst und Künstlern<br />
Adam<br />
Victor<br />
(oben) Nr. 10 - Chami Race, Abouarkout<br />
(unten) Nr. 11 - Jument Egyptienne (ägyptische Stute)<br />
Nr. 12 - Le Derviche (Der Dervisch)<br />
54<br />
© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 2/<strong>2022</strong>
Art and Artists<br />
Auch Princess Victoria, spätere Queen Victoria<br />
von England, hat die Lithografien von Victor<br />
Adam kopiert. Auszüge aus ihrem Skizzenbuch<br />
von 1836:<br />
Djeiran Race, Richan Anazé<br />
Nr. 5 - Djeiran Race, Richan Anazé<br />
Nach Waclaw Rzewuski bedeutet der Name Richan (Rischaan) "Der Beründers dieser Rasse jagte die Strauße, tötete sie mit Speeren und schmückte<br />
sein Ross mit den Federn dieses Vogels. Das Sattel- und Zaumzeug der Araber ist vielfach geschmückt". Dieser Name bedeutet also "Die geflügelte<br />
Feder". Das heißt, leicht, fliegend, mit Federn geschmückt.<br />
Nr. 6 - Abouricha Race, Richan<br />
Aus Princess Victoria's Skizzenbuch (1836):<br />
Abouricha Race, Richan<br />
2/<strong>2022</strong> - www.in-the-focus.com<br />
55
Von Kunst und Künstlern<br />
VictorAdam<br />
Nr. 3 - Zarif Race, Aboukoura<br />
Nr. 4 - Eyen Race, Turkmann<br />
Nr. 2 - Kef Race, Koelan<br />
Nr. 1 - Afrit Race, Zilfi Bedaivoui<br />
Nr. 8 - Djodar Race, El Bedaivoui<br />
56<br />
© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 2/<strong>2022</strong>
AlbrechtAdam<br />
Art and Artists<br />
2/<strong>2022</strong> - www.in-the-focus.com<br />
57
Von Kunst und Künstlern<br />
Die Identität der <strong>Pferde</strong><br />
Da die Angabe des „Stammes“ auf Importe<br />
aus den Ursprungsländern hindeutet, kommen<br />
also alle <strong>Pferde</strong> in Betracht, die als „Original-Araber“<br />
vor 1831 von Nicolas Gliocho<br />
importiert wurden – und das sind eine ganze<br />
Menge! Um die Herkunft bzw. den Verbleib<br />
der <strong>Pferde</strong> weiter zu erforschen, müssen<br />
wir uns daher mit dem bei Albrecht Adam<br />
erwähnten <strong>Pferde</strong>händler Nicolas Gliocho<br />
(1792-1848) näher befassen. Er arbeitete<br />
als Dragoman (Übersetzer) für den holländischen<br />
„Levantse Handel”, wurde aber 1817<br />
entlassen. Danach machte er sich als <strong>Pferde</strong>händler<br />
einen Namen, und war für die französische<br />
(1819-1820), ungarische (1824), und<br />
spanische (1847-1848) Regierung, für polnische<br />
Züchter (ca. 18<strong>30</strong>-1840) sowie für König<br />
Wilhelm v. Württemberg (1828, 1833), tätig,<br />
indem er arabische <strong>Pferde</strong> beschaffte.<br />
Sein erster Transport nach Frankreich fand<br />
1819 statt und beinhaltete 23 <strong>Pferde</strong> und ein<br />
Stutfohlen, die über Marseille ankamen. Von<br />
diesen <strong>Pferde</strong>n wurden 12 im Auftrag der französischen<br />
Regierung gekauft, die anderen (11)<br />
<strong>Pferde</strong> wurden nach Paris gebracht, um sie an<br />
Privatleute zu verkaufen – ob sie alle an private<br />
Liebhaber gingen oder die französische Regierung<br />
noch weitere <strong>Pferde</strong> aufkaufte, ist nicht<br />
bekannt. Im August 1820 kam ein weiterer<br />
Transport mit 24 <strong>Pferde</strong>n in Marseille an, die<br />
aber weiter nach Polen gebracht werden sollten.<br />
1824 importierte Gliocho dann 13 Hengste<br />
und eine Stute für die ungarischen Staatsgestüte<br />
und dann nochmals 2 Hengste und 2<br />
Stuten im Jahr 1827. Ein Jahr später, 1828, kam<br />
der Schimmelhengst Sultan Mahmud von<br />
Constantinopel über Wien im Gestüt Weil von<br />
König Wilhelm I. an.<br />
Für die <strong>Pferde</strong>, die nach Ungarn gingen, liegen<br />
Namen und Beschreibung (Farbe und Abzeichen)<br />
vor, aber da lassen sich keine Übereinstimmungen<br />
zu den Lithografien finden.<br />
Hingegen gibt es im französischen Stutbuch<br />
die Eintragung von 17 Hengsten und 2 Stuten,<br />
die von Nicolas Gliocho gekauft wurden<br />
und ab 1820 in den staatlichen Hengstdepots<br />
und im Königlichen Gestüt Pompadour aufgestellt<br />
waren. Leider wurden aber im französischen<br />
Stutbuch keine „Stämme“ verzeichnet,<br />
sodass kein Hinweis auf die Identität der<br />
<strong>Pferde</strong> gegeben ist, denn die Namen, die in<br />
den Lithografien genannt werden, kommen<br />
im Stutbuch nicht vor. Vielmehr haben die<br />
<strong>Pferde</strong> alle mehr oder weniger französisch<br />
klingende Namen bekommen: Actif, Aimable,<br />
Badin, Colosse, Courageux, Coureur, Diligent,<br />
Effilié, Fou, Foudre, Glorieux, Heureux, Impétueux,<br />
Lion, Majestueux, Pacifique, Téméraire<br />
und die Stuten Heureuse und Gazelle.<br />
Aber es gibt Hinweise, dass es sich um diese<br />
Gruppe von <strong>Pferde</strong>n handelt. So ist in dieser<br />
Gruppe der Hengst Aimable ein Rappe,<br />
genau wie „Nr. 6 Abouricha race, Richan“ –<br />
da Rappen sehr selten sind, könnte dies ein<br />
„Treffer“ sein. Zwei Hengste, Diligent und<br />
Heureux, werden im Stutbuch als „Perser"<br />
bezeichnet - einer davon ist Fuchs (Heureux)<br />
und könnte „Nr. 4 Eyen Race, Turkmann" sein.<br />
Ein dritter Hinweis ist, dass die Stute Heureuse<br />
mit einem Stutfohlen namens Mignone<br />
bei Fuß, geboren 1819, im Stutbuch eingetragen<br />
ist – somit könnte also auch Heureuse<br />
aus dem 1819er-Transport stammen, der ja<br />
ein Stutfohlen beinhaltete. Zugegeben - viel<br />
Spekulation, aber vielleicht ergeben sich im<br />
Lauf der Zeit noch weitere Hinweise.<br />
58<br />
Wer ist der Urheber?<br />
Wenn wir davon ausgehen, dass es sich um<br />
den französischen Import von 1819 handelt,<br />
dann wäre Victor Adam als Urheber der Lithografien<br />
wahrscheinlicher und hätte Albrecht<br />
Adam von Victor Adam „abgekupfert“. Dem<br />
widerspricht jedoch zum einen der Hinweis<br />
„nach der Natur gezeichnet von Albrecht<br />
Adam“, was darauf hinweist, dass der Künstler<br />
diese <strong>Pferde</strong> tatsächlich gesehen hat, zum<br />
anderen die „Satteldruckflecken“, die Albrecht<br />
Adam „naturgetreu“ eingezeichnet hat,<br />
die aber bei Victor Adam weitgehend fehlen.<br />
Auch die Tatsache, dass die <strong>Pferde</strong> bei Albrecht<br />
diesen typischen, etwas steifen – oder<br />
hippologischeren – Eindruck hinterlassen<br />
spricht für ihn als Urheber. Dazu kann man im<br />
Kunstblatt (4.1823, Stuttgart) lesen: „In Frankreich<br />
und Deutschland erschienen, besonders<br />
seit Entstehung des Steindrucks, mehrere<br />
Kunstprodukte, in diesem speciellen Theil der<br />
Thierzeichnung [<strong>Pferde</strong>]. Einer der ersten neueren<br />
<strong>Pferde</strong>zeichner auf Stein, war der lebendige<br />
charakteristische [Carle] Vernet, dessen Blätter<br />
so allgemeinen Beyfall gefunden haben, indem<br />
sie durch Genialität und Lebendigkeit in der<br />
Darstellung, etwas besonders Anziehendes fürs<br />
Auge hatten. Aber für den <strong>Pferde</strong>kenner und<br />
für den strengeren Beurtheiler verloren sie an<br />
Werth, bey genauerer Betrachtung, indem er<br />
nicht korrekt und nach der Natur wahr gezeichnete,<br />
sondern mehr lebhafte Phantasie-Bilder<br />
fand; eine Eigenthümlichkeit, die selbst den<br />
späteren Produkten dieses Künstlers, im Vergleich<br />
mit früheren, abzugehen scheint.“ Auch<br />
Victor Adam hatte die eher „lässige“ französische<br />
Art der Darstellung im Vergleich zu<br />
Albrecht Adam, das zeigt sich besonders im<br />
5. Pferd „Djodar Race, El Bedawoui“. Sollte die<br />
Victor’sche Variante wirklich Albrecht Adam<br />
zum Vorbild gedient haben?<br />
Wer auch immer von wem abgekupfert hat,<br />
ist schwer zu sagen, denn beide Künstler waren<br />
„gut im Geschäft". Aber es war durchaus<br />
übliche Praxis und ein Urheberrecht, wie wir<br />
es heute kennen, gab es damals noch nicht.<br />
Gudrun Waiditschka<br />
Gliocho-Importe 1819 nach Frankreich<br />
• Actif, Schimmelhengst, Araber, geb. 1810. Im H. D. von Tarbes von 1820 bis 1832. Verkauft<br />
im Jahr 1832, nach der Decksaison, an M. Sabatier.<br />
• Aimable, Rapphengst, Araber, geb. 1814. Im H. D. von Parantignat von 1821 bis 1824.<br />
Gestorben 1824, vor der Decksaison.<br />
• Badin, Fuchshengst, Araber, geb. 1813. Im H. D. von Grenoble von 1820 bis 1824. Gestorben<br />
1824, nach der Decksaison.<br />
• Colosse, Fuchshengst, Araber, geb. 1811. Im H. D. von Pau von 1820 bis 1834. Verkauft<br />
1834, nach der Decksaison, an M. Gandom.<br />
• Courageux, Brauner Hengst, Araber, geb. 1814. Im H. D. von Perpignan von 1820 bis<br />
1832. Verkauft 1832, nach der Decksaison.<br />
• Coureur, Schimmelhengst, Araber, geb. 1813. Im H. D. von Rodez von 1820 bis 1828; im<br />
H. D. d‘Arles von 1829 bis 1832. Verkauft 1832, nach der Decksaison, an M. Benoist.<br />
• Diligent, Schimmelhengst, Perser, geb. 1813. Im. H. D. d’Aurillac ab 1820. Gestorben<br />
1831, vor der Decksaison.<br />
• Effilé, Schimmelhengst, Araber, geb. 1813. Im H. D. d‘Aurillac von 1820 bis 1829; im H. D.<br />
d'Arles im Jahr 18<strong>30</strong> und 1831. Verkauft 1831, nach der Decksaison, an M. Picot.<br />
• Fou, Fuchshengst, Araber, geb. 1810. Im H. D. von Cluny von 1820 bis 1825. Verkauft<br />
1826, vor der Decksaison, an M. Cuister.<br />
• Foudre, brauner Hengst, Araber, geb. 1812. Im H. D. d’Arles von 1820 bis 1825. Nach Korsika<br />
gesandt im Jahr 1826.<br />
• Glorieux, brauner Hengst, Araber, geb. 1813. Im H. D. von Lîbourne von 1820 bis 1828.<br />
Verkauft 1829, vor der Decksaison, an M. Fresque.<br />
• Heureux, Fuchshengst, Perser, geb. 1813. Im H. D. von Langonnet von 1820 bis 1823.<br />
Verkauft 1821, vor der Decksaison, an M. Roger.<br />
• Impetueux, Schimmelhengst, Araber, geb. 1812. Im Königl. Gestüt von Rosières von<br />
1820 bis 1837.<br />
• Lion, Fuchshengst, Araber, geb. 1811. Im Königl. Gestüt von Pompadour von 1820 bis<br />
1827; im H. D. von Tarbes von 1828 bis 1837.<br />
• Majestueux, Schimmelhengst, Araber, geb. 1809. Im Königl. Gestüt von Pompadour von<br />
1820 bis 1824; im H. D. von Tarbes 1825 bis 18<strong>30</strong>; au H. D. D'Arles im Jahr 1831 und 1832;<br />
verkauft 1832, nach der Decksaison, an M. Benoist.<br />
• Pacifique, Fuchshengst, Araber, geb. 1813. Im H. D. von Villeneuve d‘Agen von 1820 bis<br />
1826. Verkauft 1826, nach der Decksaison, an M. Fafoury.<br />
• Téméraire, Schimmelhengst, Araber, geb. 1810. Im H. R. du Pin im Jahr 1820 (fünf Stuten);<br />
im H. D. d'Auxerre von 1821 bis 1827; im H. D. von Saint-Jean-d'Angely 1828 und<br />
1829. Verkauft 1829, nach der Decksaison, an M. Postal.<br />
• Gazelle, Schimmelstute, Araber, geb. 1814, verkauft 1824.<br />
• Hereuse, braune Stute, Araber geb. 1813, ausgeschieden 1824.<br />
© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 2/<strong>2022</strong>
Fototipps<br />
Das Standbild<br />
Wer kennt sie nicht – die Fotos in Verkaufsanzeigen oder in Facebook-Posts, die das Pferd<br />
alles andere als vorteilhaft darstellen. Das Foto von schräg oben und vorne, meist mit Handy<br />
gemacht – und dann wundert man sich, dass das Pferd vielleicht doch nicht ganz so gut<br />
aussieht wie in Wirklichkeit. Wir geben ein paar Tips, wie es besser gelingt!<br />
Viele <strong>Pferde</strong>fotos, die in den sozialen Medien geteilt werden, werden<br />
leider den jeweiligen <strong>Pferde</strong>n nicht gerecht. Und das, obwohl man<br />
den Betrachter doch auf sich (bzw. das Pferd) aufmerksam machen<br />
will. Dabei gibt es zwischen diesen Handy-Schnapschüssen und den<br />
professionellen Hochglanzfotos, die einen an eine „Miss-Germany-Wahl“<br />
erinnern, auch noch das große Feld der „Gebrauchsfotografie“. Wer sich<br />
hier wiederfindet, für den soll dieser Beitrag ein paar Tips bereithalten.<br />
Technische Ausrüstung<br />
Natürlich gehört zur Ausrüstung in erster Linie eine Kamera. Bei einem<br />
Standbild werden jedoch noch keine größeren Ansprüche an<br />
die Kamera gestellt – es darf auch eine Kleinbildkamera oder auch ein<br />
Handy sein. Wichtig ist die Verwendung eines Normal- oder Zoomobjektivs.<br />
Zu vermeiden sind alle Objektive unter 50 mm Brennweite.<br />
Letzteres ist leider bei den meisten Handys der Fall, da diese<br />
mit Weitwinkelobjektiven operieren, und deshalb kommt es dabei<br />
auch leicht zu perspektivischen Verzerrungen, d. h. das Pferd wirkt<br />
unporportional, der Kopf zu groß, der Körper zu klein. Aber unter<br />
Beachtung von gewissen Grundsätzen, die später näher erklärt werden,<br />
kann man auch Handys verwenden. Die Wahl des Objektivs<br />
hängt auch vom Standort ab, je weniger Abstand der Fotograf zum<br />
Pferd hat, desto kleiner sollte die Brennweite sein, die 50 mm sollten<br />
aber nicht unterschreiten. Eine Brennweite von 50 bis 100 mm<br />
ist ideal. Zoomobjektive mit 100 bis 200 mm Brennweite kommen erst<br />
zum Einsatz, wenn der Fotograf 10-15 m entfernt stehen kann.<br />
Die Rahmenbedingungen<br />
Es sieht einfach aus, aber auch für ein korrektes Standbild braucht es<br />
einige Überlegungen und ein wenig Vorbereitung. Zu den Vorbereitungen<br />
gehört, den richtigen Standort zu finden, d. h. einen geeigneten<br />
Hintergrund, der farblich passend zum Pferd und ruhig in der Struktur<br />
ist. Der Sonnenstand ist zu beachten, damit es keine harten Schlagschatten<br />
gibt, und der Boden, wo das Pferd steht, sollte eben und hart<br />
sein, damit die Hufe gut zu sehen sind. Wenn man es sich aussuchen<br />
kann, dann bieten die Morgen- und Abendstunden das beste Licht zum<br />
fotografieren. Die Mittagszeit sollte man vermeiden, da hier die Sonne<br />
senkrecht steht, und das Auge des <strong>Pferde</strong>s durch den Augenbogen gerne<br />
im Schatten liegt – das Auge aber ist einer der wichtigsten Bereiche<br />
des Fotos, auch beim Standfoto! Auch sonst kann eine starke Sonneneintrahlung<br />
harte Schlagschatten verursachen, deshalb sollte der Fotograf<br />
mit dem Rücken zur Sonne stehen. Mit den modernen Kameras<br />
braucht man auch keine Angst (mehr) vor bewölktem Wetter zu haben<br />
– solange eine gleichmäßige Ausleuchtung gegeben ist, kommen hierbei<br />
oftmals sogar die besseren Resultate zustande.<br />
Das Pferd sollte frisch gewaschen (und getrocknet!) sein, oder zumindest<br />
gut geputzt, die Mähne gebürstet, der Schweif verlesen, und damit das<br />
so bleibt, kann man natürlich ein wenig Mähnenspray verwenden. Inwieweit<br />
ein Pferd geschminkt sein kann, darf, soll oder muß, liegt im Auge<br />
Foto-Tipps<br />
Wenn wir hier das Foto (nicht das Pferd!) beurteilen, so steht das Pferd<br />
korrekt auf allen vier Beinen, gleichmäßig belastet. Sowohl das Vorderbein,<br />
als auch das Hinterbein sind im Lot, die beiden abgewandten Beine<br />
sind sichtbar, das linke Vorderbein etwas zu weit unter dem Körper. Der<br />
Hals ist ideal getragen, das Pferd ist aufmerksam, aber das Maul (durch<br />
Kauen auf dem Gebiß) leicht geöffnet. Der Hintergrund ist ungeeignet,<br />
durch das Gebäude und den aus dem Rücken ragenden Baumstamm.<br />
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59<br />
Diese Grafik beschreibt in etwa die Aufnahmesituation: Der Fotograf<br />
steht parallel zur Längsachse (c) des <strong>Pferde</strong>körpers auf Höhe des Übergangs<br />
Widerrist / Rücken, so dass ein gleichschenkeliges Dreieck (a)<br />
entsteht. Der Abstand zum Pferd (b) hängt vom Objektiv ab und beträgt<br />
bei 100 mm Brennweite ca. 10-15 m. A = Fotograf, B = Assistent (um das<br />
Pferd aufmerksam zu machen), C = Vorführer, der dafür verantwortlich<br />
ist, dass das Pferd richtig steht.
Foto-Tipps<br />
Bildkritik: Das Pferd steht mit leichter Anspannung (gehobener Schweif),<br />
dabei ist das rechte Hinterbein nicht belastet, weil zu weit nach hinten<br />
ausgestellt. Die Vorderbeine sind gut plaziert, der Hals zeigt eine schöne<br />
Aufrichtung, das Gesicht ist ideal und leicht zum Betrachter geneigt.<br />
des Betrachters. Ich tendiere zu „so wenig wie möglich“, aber ein wenig (!)<br />
Babyöl um Augen und Nüstern schadet weder dem Pferd noch den Fotos.<br />
Dem Vorführer kommt eine wichtige Aufgabe zu – er muß das Pferd<br />
richtig, d. h. korrekt hinstellen. Das wird nicht funktionieren, wenn das<br />
Pferd dies beim Fotoshooting zum ersten Mal machen soll. Also muß<br />
vorher geübt werden! Es soll hier aber ausdrücklich nicht darum gehen,<br />
wie man einem Pferd beibringt, ruhig auf allen vier Beinen zu stehen –<br />
das ist Grundvoraussetzung. Übrigens spiegelt das Pferd den Vorführer<br />
wider – d.h. auch der Vorführer sollte sich aufmerksam und mit leichter<br />
Körperspannung vor das Pferd stellen. Ein Vorführer, der irgendwo vor<br />
dem Pferd „herumlümmelt“, mit dem Handy am Ohr und der Zigarette<br />
im Mund (alles schon erlebt!), wird nie die notwendige Aufmerksamkeit<br />
beim Pferd erzeugen.<br />
Günstig ist es, wenn neben dem Vorführer noch ein weiterer Assistent<br />
zur Verfügung steht. Dessen Aufgabe ist es, das Pferd auf sich aufmerksam<br />
zu machen. Er kommt aber erst zum Einsatz, wenn das Pferd richtig,<br />
d. h. korrekt, steht und sich auf seinen Vorführer konzentriert. Um auf<br />
sich „aufmerksam“ zu machen, gibt es verschiedene Tricks. Ein bewährter<br />
Trick ist das (mehrfache) Wiehern eines <strong>Pferde</strong>s als Tonaufnahme auf<br />
dem Handy zu haben – am besten von einem Hengst, das wirkt fast immer!<br />
Aber Achtung: Das wirkt in der Regel nur drei bis vier Mal, danach<br />
ist die Wirkung „verpufft“. Daher darf man nicht zum falschen Zeitpunkt<br />
wiehern, wenn das Pferd z. B. noch nicht korrekt steht. Der Assistent<br />
muß mitdenken! Wenn ein solches „Wiehern“ nicht verfügbar ist, kann<br />
man es auch mit der bewährten Plastiktüte oder dem Regenschirm<br />
versuchen – wichtig ist: nur so viel „Action“, dass das Pferd aufmerksam<br />
schaut, aber nicht panisch wegzuspringen versucht. Also vorsichtig anfangen,<br />
um auszutesten, wo die Schwelle zur Angst überschritten wird,<br />
und darunter bleiben. Man will das Pferd nicht ängstigen, sondern man<br />
will es „aufmerksam“ machen – ein Quentchen „An“spannung gehört<br />
zur Aufmerksamkeit dazu, aber eben keine „Ver“spannung!<br />
Die Kamera-Einstellungen<br />
Natürlich ist der Fotograf gut beraten, bereits bevor das Pferd korrekt<br />
aufgestellt ist, seine Einstellungen zu machen: Da es sich um kein Bewegungsfoto<br />
handelt, ist die Belichtungszeit weniger relevant. Man sollte<br />
sich dennoch an den folgenden Grundsatz halten: 1 / (Brennweite x 2),<br />
d. h. bei 100 mm Brennweite 1/200 sec. Belichtungszeit verwenden, das<br />
vermeidet „verwackeln“ durch die Hand des Fotografen. Ich fotografiere<br />
in der Regel mit Teilautomatik, das heißt, ich stelle die gewünschte<br />
Belichtungszeit ein, und die Kamera-Automatik wählt die Blende automatisch.<br />
Vorsicht ist bei „rein-weißen“ Schimmeln geboten: Damit am<br />
Ende noch Kontur im Pferd zu sehen ist, belichte ich Schimmel grundsätzlich<br />
unter, d. h. -1 Blende, gegebenenfalls sogar mehr. Zu dunkle<br />
Bildkritik: Kein "korrektes Standbild"! Das Pferd ist in Show-Pose<br />
überstreckt dargestellt, die Winkelung der Hinterbeine (Sprunggelenk,<br />
Fesselgelenk) ist nicht zu beurteilen. Die Vorderbeine sind nach vorne<br />
herausgestellt, die Oberlinie flach, der Hals gestreckt.<br />
Bereiche im Bild (z. B. durch Schattenwurf) kann man später wieder<br />
aufhellen. Ist aber ein Bereich „überstrahlt“, d. h. zu hell, kann man die<br />
verlorenen Konturen nicht mehr zurückholen. Dafür allerdings braucht<br />
es eine Kamera, bei der man dies auch einstellen kann – und dabei versagen<br />
dann die Handys. Die einfachste Lösung für Handy-Fotografen<br />
ist dann, die Aufnahmen nicht bei prallem Sonnenschein zu machen,<br />
sondern an einem bewölkten Tag. Insbesondere bei Schimmeln klappt<br />
das sehr gut! Oder man fotografiert im Schatten, hier ist jedoch darauf<br />
zu achten, dass der zu fotografierende Bereich ganz (!) im Schatten liegt<br />
und nicht unter Bäumen noch teilweise Sonne durchs Laub fällt, das<br />
ergibt nur ein unschönes „Muster“ auf dem Pferd. Auch bei Rappen bewährt<br />
es sich, diese nicht in der prallen Mittagssonne zu fotografieren,<br />
da sonst in den Schlagschattenbereichen nichts mehr zu erkennen ist –<br />
am frühen Morgen oder späteren Nachmittag ist es möglich, dennoch<br />
sollte man darauf achten, dass nicht zu viele Bereiche im Schatten liegen.<br />
Füchse und Braune sind vergleichsweise „problemlos“.<br />
Das korrekte Standbild<br />
Man kann sich natürlich darüber streiten, was „korrekt“ ist und was<br />
nicht. Ich halte mich dabei an die alten Hippologen, und demgemäß<br />
steht ein Pferd bei einem korrekten Standbild gleichmäßig auf allen<br />
vier Beinen. Das dem Fotografen (Betrachter) zugewandte Vorderbein<br />
soll „im Lot“ sein, d. h. genau senkrecht zum Boden, nicht nach hinten<br />
unter den Körper gestellt und nicht nach vorne herausgestellt. Das dem<br />
Fotografen abgewandte Vorderbein hingegen soll eine Handbreit weiter<br />
unter dem Körper stehen. Ähnlich verhält es sich mit den Hinterbeinen:<br />
Hier soll das dem Fotografen zugewandte Bein vom Sprunggelenk<br />
abwärts genau senkrecht unter dem Sitzbeinhöcker stehen (siehe Abbildung),<br />
das dem Fotografen abgewandet Hinterbein steht ca. <strong>30</strong> cm<br />
weiter unter dem Körperschwerpunkt. Somit sind alle vier Beine sichtbar,<br />
damit man z. B. die Klarheit der Sehnen, Gelenke, Hufe, Winkelungen<br />
und Abzeichen an allen Beinen erkennen kann.<br />
Genau wie das Pferd eine „korrekte“ Haltung einnehmen sollte, muß<br />
auch der Fotograf darauf achten, die richtige Position einzunehmen.<br />
Das heißt, er muß parallel zur Längsachse des <strong>Pferde</strong>s stehen, am besten<br />
auf der Höhe, wo der Widerrist in den Rücken übergeht, und je nach<br />
eigener Körpergröße so, dass die Kamera auf Höhe der Rumpfmitte positioniert<br />
ist. Gegebenenfalls muß man etwas in die Knie gehen – aber<br />
letztendlich ist es allemal besser, eine kleine Rasse wie den Araber aus<br />
der „Froschperspektive“ zu fotografieren, wodurch das Pferd größer<br />
und erhabener wirkt, als aus der „Vogelperspektive“, bei der dann gerne<br />
die Beine zu kurz wirken.<br />
Steht der Fotograf zu weit vorne (auf Kopfhöhe) oder zu weit hinten<br />
(auf Kruppenhöhe) kommt es leicht zu perspektivischen Verzerrungen,<br />
60<br />
© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 2/<strong>2022</strong>
Der Fotograf steht auf der Höhe des Kopfes, dadurch sind die Linien<br />
nicht parallel, es entsteht eine perspektivische Verzerrung. Das Vorderteil<br />
des <strong>Pferde</strong>s wirkt zu groß, das Hinterteil zu klein.<br />
Der Fotograf steht jetzt parallel zur Längsachse des <strong>Pferde</strong>s auf Höhe<br />
knapp hinter der Schulter. Die Linien sind parallel, die Proportionen<br />
bleiben erhalten.<br />
Foto-Tipps<br />
d. h. der vordere Bereich des <strong>Pferde</strong>s erscheint größer als der hintere,<br />
bzw. umgekehrt. Je kürzer die Brennweite, desto mehr tritt dieser Effekt<br />
zutage – hier sind wir wieder bei den Handys, wo dieser Effekt sehr<br />
häufig auftritt. Aber auch Handy-Fotografen können perspektivisch<br />
korrekte Fotos machen, wenn sie die oben genannten Positionen genau<br />
einhalten!<br />
Im Eifer des Gefechts kommt es auch häufig vor, dass man den Apparat<br />
nicht genau in der Waagerechten hält, das Pferd dann auf dem Foto<br />
kopflastig wird, oder kruppenlastig. Das ist ein „Fehler“, den man leicht<br />
nachträglich bei der Bearbeitung beheben kann. Was nur begrenzt zu<br />
beheben ist, ist, wenn das Pferd tatsächlich bergauf oder bergab steht,<br />
denn dann würden bei einer nachträglichen Korrektur die Beine ggf.<br />
nicht mehr im senkrechten Lot stehen.<br />
Ein anderer Aspekt, dem der Fotograf bei einem korrekten Standbild sein<br />
Augenmerk geben muß, ist der Hals. Der Hals soll mit Aufrichtung „stolz<br />
getragen“ werden. Dies erreicht man am ehesten durch die oben beschriebene<br />
„Aufmerksamkeit“. Ein Pferd, das in der Ferne etwas sieht oder<br />
hört, wird sich automatisch aufrichten. Es unterscheidet sich grundlegend<br />
von dem auf Shows beliebten in die Höhe und Länge Zerren des Halses.<br />
Und last not least ist da noch der Kopf. Dieser darf (muß aber nicht) leicht<br />
zum Fotografen gedreht sein, oder aber genau im Profil aufgenommen<br />
werden. Wichtig ist selbstredend, dass die Ohren gespitzt sind und das<br />
Auge wach ist – womit wir wieder bei der „Aufmerksamkeit“ sind. Den<br />
Glanzpunkt im Auge erreicht man am ehesten bei tiefer stehender Sonne<br />
am Morgen und Abend. Wenn kein Glanzpunkt vorhanden ist, sollte man<br />
sich davor hüten, diesen nachträglich zu setzen – in 99 von 100 Fällen<br />
sieht es „irgendwie nicht richtig“ aus, weil es einen Lichtreflex darstellt,<br />
wo kein Licht vorhanden ist (oder von der falschen Richtung kommt).<br />
Was eher geht, ist die nachträgliche Verstärkung eines vorhandenen<br />
Lichtreflexes im Auge, der oft auch bei bewölktem Wetter erkennbar ist.<br />
Die Show-Pose<br />
Nun fragen sich vielleicht viele, wenn das beschriebene Standbild „korrekt“<br />
sein soll, warum sieht man dann so viele „unkorrekte“ Standbilder,<br />
selbst in Hochglanzbroschüren und Zeitschriften? Was immer im Einzelnen<br />
dahinter stecken mag – das kann Unerfahrenheit, Unvermögen<br />
oder Absicht sein -, ich persönlich frage mich als Betrachter immer, was<br />
will der Fotograf bzw. Besitzer verbergen? Denn dieser überstreckte<br />
Stand, wie wir ihn von Shows kennen, diente ursprünglich dazu, die<br />
Fehler des <strong>Pferde</strong>s zu kaschieren: Die Oberlinie ist etwas weich, und<br />
die Kruppe „nicht waagerecht“ genug? Dann muß man das Pferd unter<br />
Anspannung in der Pinkelstellung hinstellen, und schon ist die „tabletop“<br />
Oberlinie perfekt. Die Winkelung der Sprunggelenke ist zu stark?<br />
Auch dann hilft das „Hintenraus-Stellen“ und Strecken – kein Richter<br />
2/<strong>2022</strong> - www.in-the-focus.com<br />
61<br />
kann so die tatsächliche Winkelung mehr erkennen. Die Fesselung ist<br />
zu steil? Dann werden die Vorderbeine vorne herausgestellt. Der Hals<br />
ist zu kurz? Ganz klar, dann muß er gestreckt werden. Und <strong>Pferde</strong>, deren<br />
Beine auf jedem Foto hinter bunten Blumenarrangements verborgen<br />
sind, haben vermutlich kein korrektes Fundament.<br />
Gut, das alles mag etwas verallgemeinernd wirken – aber es trifft den<br />
Kern der Sache: Man muß noch gar nicht mit Photoshop (oder anderen<br />
Softwares) direkt am Foto manipulieren, es gibt auch die oben<br />
beschriebenen Möglichkeiten, den Gesamteindruck eines <strong>Pferde</strong>s zu<br />
verändern – und die Übergänge sind natürlich stufenlos.<br />
Photoshop & Co.<br />
Für viele stellt sich die Frage: Was ist nun bei der nachträglichen Bearbeitung<br />
von Digitalfotos erlaubt und was nicht? Grundsätzlich gilt für<br />
mich, dass ich keine Veränderung am Pferd mache. Erlaubt ist es daher,<br />
die technische Qualität eines Fotos zu verbessern – also Schärfe,<br />
Bildausschnitt und Kontrast. Der Bildausschnitt ist wichtig, denn hierbei<br />
sollte man darauf achten, dass waagerechte und senkrechte Linien (z. B.<br />
Haus, Koppelzaun) auch tatsächlich waagerecht und senkrecht stehen.<br />
Ist dies nicht der Fall, versucht das Auge beim Betrachten dieser Linien<br />
das Bild „geradezurücken“. Leider steckt auch im Kippen eines Bildes mitunter<br />
ein Manipulationsversuch: Es soll eine waagerechte Kruppe, topfebene<br />
Oberlinie oder eine hohe Aufrichtung vorgegaukelt werden,<br />
wird aber durch die Linien, die nicht im Lot sind, leicht entlarvt. Bei der<br />
Farbe kommen wir schon wieder in einen Graubereich: Denn wenn<br />
man bei einem Rappen mit Rotstich (Sommerrappe) die rote Farbe herausnimmt,<br />
dann ist das m. E. Manipulation, weil man die tatsächlich<br />
vorhandene Farbe des <strong>Pferde</strong>s verändert. Wenn ich aber nur die etwas<br />
faden, blaustichigen Farben eines „Schattenbildes“ verändere, dann<br />
nicht, weil der Blaustich in der Natur der Aufnahme liegt. Erlaubt ist<br />
somit auch, den Hintergrund zu retouchieren (störende Objekte entfernen),<br />
nicht erlaubt hingegen, die Kontur des <strong>Pferde</strong>s zu verändern (z. B.<br />
Rücken- und Kruppenlinie). Erlaubt ist, die Fliege am Auge des <strong>Pferde</strong>s<br />
wegzuretouchieren, aber nicht das Auge insgesamt zu verändern (z.<br />
B. zu vergrößern). Grundsätzlich halte ich es so, dass „unveränderliche<br />
Merkmale“ (Abzeichen, Narben etc.) des <strong>Pferde</strong>s nicht verändert werden,<br />
während oberflächliche „Makel“ (nicht glatt liegendes Fell, Mistflecken,<br />
Insekten), „geputzt“ bzw. retouchiert werden dürfen.<br />
Wer ein korrektes Standbild machen will, der tut das, um die Wirklichkeit<br />
abzubilden. Wenn man überhaupt ein Pferd anhand von Fotos beurteilen<br />
will, dann braucht es Fotos, die die Wirklichkeit wiedergeben,<br />
nicht eine schöne Fantasiewelt. Dazu gehört ein gewisser Mut und<br />
Selbstkritik. In diesem Sinne: Haben Sie Mut zum korrekten Standbild!<br />
Gudrun Waiditschka
Für jeden etwas<br />
<strong>Arabische</strong> <strong>Pferde</strong> in Westfalen<br />
Sport<br />
In Lage-Hörste gab es für jeden ein Prüfungsangebot: In<br />
der Freestyle Kostüm-Kür lag O Hara unter Lea Gardemann<br />
mit ihrem Feen-Kostüm und Drachenhund auf<br />
Platz 2.<br />
Alle Fotos: Melanie Groger<br />
Nach zwei Jahren Pandemie<br />
fand im Juni erstmals<br />
wieder das „Arab Horse Festival“<br />
– <strong>Arabische</strong> <strong>Pferde</strong> in<br />
Westfalen – in Lage-Hörste<br />
statt. Schade nur, dass es<br />
diesmal keine Schau für<br />
Amateure gab.<br />
Bei schönstem Juni-Wetter maßen<br />
sich an 3 Tagen Fahrer, Dressur- und<br />
Springreiter in verschiedenen Turnierklassen<br />
sowie die Schaupferde in der<br />
internationalen C-Show und in der Schau<br />
der anderen arabischen Rassen. Die Veranstalter<br />
waren angesichts insgesamt hoher<br />
Nennzahlen und Zuschauerzahlen sehr zufrieden.<br />
Es war durch das bewährte Team<br />
um Roland Grebowicz, Stephanie Fröger<br />
und Torsten Stucki hervorragend organisiert.<br />
Für die Reitklassen – Dressur, Springen,<br />
Caprilli, Führzügelwettbewerb und Freestyle<br />
Kostüm-Kür – waren 52 Pferd-Reiter-Paare<br />
gemeldet (sowie einige Nachmeldungen).<br />
In allen Reitklassen gab es 85 Starts.<br />
Es war sehr erfreulich, das arabische oder<br />
arabisch geprägte Pferd in so vielen Klassen<br />
als zuverlässigen Partner unter dem<br />
Sattel oder vor der Kutsche zu sehen.<br />
Das reiterliche Niveau ist seit der letzten<br />
Veranstaltung deutlich gestiegen. Aber<br />
auch die Kleinen und der Spaßfaktor kamen<br />
mit der Führzügelklasse und der<br />
Freestyle-Kostüm-Kür nicht zu kurz. In der<br />
Kostümklasse stachen besonders Linda<br />
Gardemann auf der Shagya-Stute O'Hara<br />
in grüner Feenoptik mit Hündchen als<br />
Begleiter sowie Cea-Louise Feldmann als<br />
Schneemann auf dem Shagya-Hengst Saladin<br />
hervor.<br />
In der M-Dressur siegte der von Jonathan<br />
Marquardt vorgestellte Ismael AA und belegte<br />
auch die zweiten Plätze in der L-Dressur<br />
auf Kandare sowie im L-Springen. Er<br />
wurde am Ende des Tages als erfolgreichstes<br />
arabisches Sportpferd des Turniers in<br />
Westfalen ausgezeichnet.<br />
MS Madrass aus der Zucht von Maria Sens<br />
siegte unter Susanne Giese in der Dressurprüfung<br />
L Trense und Kandare und belegte<br />
in der M-Dressur den 2. Platz.<br />
In der Internationalen Schau für Shagya-Araber,<br />
Angloaraber & <strong>Arabische</strong> Rassen<br />
am Samstag zeigten sich acht <strong>Pferde</strong> in drei<br />
Klassen. Auch im Junior Handler Cup konnten<br />
sich die Nachwuchs-Vorführer in der<br />
Vorstellung der Schaupferde beweisen.<br />
An den Tagen der Reitwettbewerbe waren<br />
die Zuschauerränge der Halle bis oben gefüllt,<br />
es herrschte eine angenehme, freundliche<br />
Atmosphäre, auch mit Rücksicht auf<br />
die jungen Teilnehmer oder unerfahrene<br />
<strong>Pferde</strong>. Am Samstagabend traf man sich<br />
zum Züchterabend mit Spanferkel vom<br />
Grill, der berüchtigten Erdbeerbowle von<br />
Anita Scheele und netten Gesprächen.<br />
Am Sonntag gehörte die Halle der internationalen<br />
C-Show mit 39 <strong>Pferde</strong>n in 12 Klassen.<br />
Hier war zu bemerken, dass es nur in<br />
fünf Klassen mehr als drei <strong>Pferde</strong> gab.<br />
Sehr schade war es natürlich, dass es keine<br />
Ausschreibung für eine Amateurshow gab.<br />
Die breite Basis der Araberbesitzer ist nicht<br />
der Profi-Showszene zuzuordnen. In der<br />
Amateurklasse könnten sicher viele Araberbesitzer<br />
in der Zukunft wieder motiviert<br />
werden, ihre <strong>Pferde</strong> auf einer entspannten<br />
und pferdefreundlichen Veranstaltung zu<br />
zeigen, ohne mit den Profis konkurrieren<br />
zu müssen.<br />
Sirid Hahn<br />
Die Ergebnisse der internationalen<br />
C-Schau und der Schau für die anderen<br />
arabischen Rassen finden Sie auf<br />
www.in-the-focus.com<br />
© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 2/<strong>2022</strong><br />
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Lage-Hörste Turnier<br />
Führzügel-WB (2 Starter)<br />
1. Estella CS APb (Damaskus ox / Epona) *2010, R: L. Frenzl<br />
2. Wienervelds Chelsea (unb. Abst.), R: M.-S. Jablonka<br />
Reiter-WB Schritt-Trab-Galopp (5 Starter)<br />
1. Mira-Bai (unb. Abst.), R: L. Hagen<br />
2. Steluta (Sahman / Simsalabim) *2015, R: L. Rüter<br />
3. Katay Ibn Imam (unb. Abst.), R: T. Böttcher<br />
Caprilli-Test-WB (4 Starter)<br />
1. Mira-Bai (unb. Abst.), R: L. Hagen<br />
2. Estella CS APb (Damaskus ox / Epona) *2010, R: Chr. Enisz-Dams<br />
Freestyle Kür mit Kostüm (5 Starter)<br />
1. Saladin (Pamour ox / Santana II) *2004, R: C.-L. Feldmann<br />
2. O Hara (Brokat / Obeya) *2011, R: L. Gardemann<br />
3. Steluta (Sahman / Simsalabim) *2015, R: L. Rüter<br />
Springreiter-WB (4 Starter)<br />
1. VK Mahal Nazar ox (Magnum El Assuad / Zacharie LSC) *2002, R: M. Fürst<br />
2. Soraya v. Ludwigsburg AA (Ocamonte xx / Smaragd L ShA) *2013, R: S. Schwertfeger<br />
3. Estella CS APb (Damaskus ox / Epona) *2010, R: Chr. Enisz-Dams<br />
Auch für die Jüngsten gab es ein Prüfungsangebot,<br />
was leider nur von zwei Paaren in<br />
Anspruch genommen wurde. Im Bild Estella CS<br />
unter Lea Frenzl.<br />
Sport<br />
Stilspringprüfung Kl. E (3 Starter)<br />
1. Roxana ShA (Occident / Rahwina) *2005, R: D.-W.-O. Wurms<br />
2. Tayo ShA (Towaresh ox / Tyanna) *2015, R: D.-W.-O. Wurms<br />
3. VK Mahal Nazar ox (Magnum El Assuad / Zacharie LSC) *2002, R: M. Fürst<br />
Stilspringprüfung Kl. A* (7 Starter)<br />
1. Al Ashar ox (Ashur / Aswana V) *2005, R: N. Schlichte<br />
2. Davidoffs Da Vinci APb (Davidoff / Lilli (Zweibr.)) *2016, R: J. Marquardt<br />
3. Junimond ShA (Jussuf-911 / Bernina) *2015, R: I.-Ch. Seehricht<br />
Springprüfung Kl. A** (6 Starter)<br />
1. Roxana ShA (Occident / Rahwina) *2005, R: D.-W.-O. Wurms<br />
2. Al Ashar ox (Ashur / Aswana V) *2005, R: N. Schlichte<br />
3. Bahrain v. Ludwigsburg ShA (Bazar / Smaragd L) *2005, R: I.-Ch. Seehricht<br />
Al Ashar unter Neele Schlichte war mit zwei<br />
Siegen und einem zweiten Platz erfolgreichstes<br />
Springpferd der Veranstaltung.<br />
Springprüfung Kl. L (4 Starter)<br />
1. Al Ashar ox (Ashur / Aswana V) *2005, R: N. Schlichte<br />
2. Ismael AA (Marek x / Inka IV AA) *2011, R: J. Marquardt<br />
3. Junimond ShA (Jussuf-911 / Bernina) *2015, R: I.-Ch. Seehricht<br />
Dressur-WB (12 Starter)<br />
1. Steluta (Sahman / Simsalabim) *2015, R: L. Rüter<br />
2. AA Byrnlea Park AA (Shakar Ibn Sanadiva ox / Aisha B'Mehamam x) *2010, R: S. Koch<br />
3. RH Ahmar ox (Tobruk / DG Ayasha) *2016, R: S. M. Hartmann<br />
Dressurprüfung Kl. A* (9 Starter)<br />
1. Aramis APb (Hamit AA / Ariane) *2012, R: M. Conrad<br />
2. Davidoffs Da Vinci APb (Davidoff / Lilli (Zweibr.)) *2016, R: J. Marquardt<br />
3. Tayo ShA (Towaresh ox / Tyanna) *2015, R: I.-Ch. Seehricht<br />
Dressurprüfungung Kl.A** (8 Starter)<br />
1. Aramis APb (Hamit AA / Ariane) *2012, R: M. Conrad<br />
2. Tayo ShA (Towaresh ox / Tyanna) *2015, R: I.-Ch. Seehricht<br />
3. Soraya v. Ludwigsburg AA (Ocamonte xx / Smaragd L ShA) *2013, R: S. Schwertfeger<br />
MS Madrass unter Susanne Giese holte sich<br />
zwei Siege in der L-Dressur auf Kandare und<br />
Trense sowie einen zweiten Platz in der M.<br />
Dressurprüfung Kl. L*-Tr. (6 Starter)<br />
1. MS Madrass ox (Kamerton / Marenah) *2005, R: S. Giese<br />
2. Da Vinci DRP (Der feine Lord AT / Natalie) *2009, R: J. Rolf<br />
3. Jupiter's Dark Moon (Trak.) (Amadelio / Jokira) *2010, R: A. vom Heede<br />
Dressurprüfung Kl. L* - Kandare (6 Starter)<br />
1. MS Madrass ox (Kamerton / Marenah) *2005, R: S. Giese<br />
2. Ismael AA (Marek x / Inka IV AA) *2011, R: J. Marquardt<br />
3. Da Vinci DRP (Der feine Lord AT / Natalie) *2009, R: J. Rolf<br />
Dressurprüfung Kl. M* - Kandare (6 Starter)<br />
1. Ismael AA (Marek x / Inka IV AA) *2011, R: J. Marquardt<br />
2. MS Madrass ox (Kamerton / Marenah) *2005, R: S. Giese<br />
3. Jupiter's Dark Moon (Trak.) (Amadelio / Jokira) *2010, R: A. vom Heede<br />
2/<strong>2022</strong> - www.in-the-focus.com<br />
63<br />
Sieger der höchsten Dressurprüfung wurde<br />
der Anglo-Araber Ismael unter Jonathan<br />
Marquardt, einen zweiten Platz gab es in der<br />
Dressur L auf Kandare.
Termine / Shows & Events <strong>2022</strong><br />
1.-3. Juli <strong>2022</strong> 50 Jahre ÖAZV - Jubiläumsschau A-4651 Stadl Paura www.araber-zuchtverband.com<br />
2. Juli <strong>2022</strong> Tag der Offenen Tür auf Gestüt Sax D-84169 Altfraunhofen www.sax-arabians.de<br />
15.-17. Juli <strong>2022</strong> <strong>Arabische</strong>s Wochenende des VZAP D-72532 Gomadingen-Marbach www.vzap.org<br />
16.-17. Juli <strong>2022</strong><br />
Terminänderung!<br />
Intern. Tage des <strong>Arabische</strong>n <strong>Pferde</strong>s D-49419 Ströhen www.ismer-stud.com<br />
Sport Termine<br />
21.-24. Juli <strong>2022</strong><br />
DM Distanzreiter<br />
(Junioren & Senioren)<br />
D-49419 Ströhen www.vdd-aktuell.de<br />
24. Juli <strong>2022</strong> Prämienschau VZAP D-91746 Weidenbach www.vzap.org<br />
29.-31. Juli <strong>2022</strong> 12. Araber-Sommerfestival A-4651 Stadl Paura www.araberfestival.at<br />
<strong>30</strong>. Juli <strong>2022</strong> Prämienschau VZAP D-23843 Bad Oldesloe www.vzap.org<br />
<strong>30</strong>.-31. Juli <strong>2022</strong> DM Distanzfahrer D-06869 Coswig www.vdd-aktuell.de<br />
6.-7. Aug. <strong>2022</strong><br />
Arabian Futurity Europe<br />
Arabian Futurity Riding Cup<br />
D-74629 Langenbrettach www.ecaho.org<br />
12.-14. Aug. <strong>2022</strong> ISG Delegiertenkonferenz CH-Bern www.shagya-isg.com<br />
20.-21. Aug. <strong>2022</strong> SLP und Fohlenchampionat ZSAA D-23715 Bosau www.zsaa.org<br />
27. Aug. <strong>2022</strong> CCAHS Turnier - KRVZ Reithalle CH-4665 Oftringen www.crystal-challenge.ch<br />
27.-28. Aug. <strong>2022</strong> VDD-Championat für Junge <strong>Pferde</strong> D-26434 Wangerland www.vdd-aktuell.de<br />
1.- 4. Sept. <strong>2022</strong><br />
ECAHO European Championships,<br />
Newcomer, Masters und Austrian<br />
National Championships<br />
A-2700 Wiener Neustadt www.friends-of-arabian-sporthorses.at<br />
4. Sept. <strong>2022</strong> Araberrennen UAE President Cup D-76473 Baden-Baden / Iffezheim www.zsaa.org<br />
4. Sept. <strong>2022</strong> VZAP Prämienschau Kauber Platte D-56349 Kaub www.vzap.org<br />
10. Sept. <strong>2022</strong> VZAP Prämienschau Coswig D-06869 Coswig www.vzap.org<br />
11. Sept. <strong>2022</strong> SLP - Zuchtstuten und Wallache D-36148 Mittelkalbach www.zsaa.org<br />
23.-25. Sept. <strong>2022</strong><br />
ZSAA - Hengstleistungsprüfung<br />
Luhmühlen<br />
D-21376 Salzhausen www.zsaa.org<br />
23.-25. Sept. <strong>2022</strong> ANC Turnier D-52070 Aachen www.vzap.org<br />
23.-25. Sept. <strong>2022</strong><br />
7.-9. Okt. <strong>2022</strong><br />
German Nationals &<br />
All Nations Cup<br />
VZAP - Hengstleistungsrpüfung<br />
Mertingen<br />
D-52070 Aachen www.vzap.org<br />
D-86690 Mertingen www.vzap.org<br />
8.-14. Okt. <strong>2022</strong> WAHO-Konferenz in Jordanien JOR-Amman www.waho.org<br />
8. Okt. <strong>2022</strong> CCAHS Turnier - RPZ Lindenhof CH-4564 Obergerlafingen www.crystal-challenge.ch<br />
15. Okt. <strong>2022</strong> VZAP Prämienschau Kalbach D-36148 Mittelkalbach www.vzap.org<br />
29.-<strong>30</strong>. Okt. <strong>2022</strong> Europa-Championat B-Azelhof, Lier www.ecaho.org<br />
64<br />
© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 2/<strong>2022</strong>
Termine / Shows & Events <strong>2022</strong><br />
Impressum<br />
Redaktion / Editor:<br />
Gudrun Waiditschka (v.i.S.d.P.)<br />
Entenstrasse 20<br />
D-73765 Neuhausen a.d.F.<br />
ph: 0049 (0)7158 - 67141<br />
e-mail: arabische-pferde@in-the-focus.com<br />
Verlag & Vertrieb / Publisher & Distribution:<br />
<strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong><br />
Entenstrasse 20<br />
D-73765 Neuhausen a.d.F.<br />
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WIRmachenDRUCK GmbH, 71522 Backnang<br />
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vierteljährlich (4 Ausgaben im Jahr) /<br />
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Impressum - Mast Head<br />
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Zu beziehen über unseren Online-Shop /<br />
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Übersetzungen / Translations:<br />
Gudrun Waiditschka<br />
Mitarbeiter dieser Ausgabe /<br />
Contributors to this issue:<br />
Betty Finke, Sirid Hahn, Uta Helkenberg/FN,<br />
Eva Király, Sonja Kittel, Petra Kósik, Tamás<br />
Rombauer<br />
Fotografen / Photographers:<br />
Doris Dobetsberger, Betty Finke, Melanie Groger,<br />
Gudrun Waiditschka<br />
Die mit Namen des Autors gekennzeichneten<br />
Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung<br />
der Redaktion wieder.<br />
Eingesandte Beiträge unterliegen der redaktionellen<br />
Bearbeitung; Text- und Fotobeiträge<br />
müssen frei von Rechten Dritter sein. Für<br />
unverlangt eingesandte Beiträge und Fotos<br />
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Alle Rechte vorbehalten, auch die des auszugsweisen<br />
Nachdrucks, der fotomechanischen<br />
oder digitalen Wiedergabe und der<br />
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nur mit schriftlicher Genehmigung der<br />
Redaktion.<br />
Erfüllungsort und Gerichtsstand ist Stuttgart.<br />
© <strong>2022</strong> <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong>, G. Waiditschka<br />
2/<strong>2022</strong> - www.in-the-focus.com<br />
65
Vorschau - Preview<br />
Vorschau - Preview<br />
Ausgabe 3/<strong>2022</strong> - erhältlich Ende September <strong>2022</strong><br />
Issue 3/<strong>2022</strong> - available at the end of September <strong>2022</strong><br />
<strong>30</strong> Jahre Gestüt Amurath - die Zucht, die vor <strong>30</strong> Jahren mit<br />
Weil-Marbacher Stuten angefangen hat, hat vor Kurzem einen<br />
Richtungswechsel in den Blutlinien erfahren.<br />
Warum klären wir im nächsten Heft.<br />
Die Zuchtveranstaltungen sind im vollen Gange, daher berichten wir<br />
von der 50-Jahr-Feier des ÖAZV in Österreich, vom Festival des<br />
<strong>Arabische</strong>n <strong>Pferde</strong>s in Marbach, vom Sommerfestival<br />
in Stadl Paura und der Beständeschau in der Schweiz.<br />
Auch der Sport kommt nicht zu kurz, denn Anfang September<br />
findet das Europa-Championat der Sport-Araber statt. Wir<br />
werfen außerdem einen Rückblick auf 20 Jahre Europa-Championat<br />
seit 2002.<br />
Sport is not neglected either, because the European Championships<br />
of the Sport Arabs take place at the beginning of September.<br />
We also take a look back at 20 years of European Championships<br />
since 2002.<br />
Genomische Selektion - Hilfsmittel für den Züchter oder Teufelszeug?<br />
Wir erklären, was dahinter steckt.<br />
Genomic selection - a tool for the breeder or the devil's stuff? We explain<br />
what's behind it.<br />
66<br />
© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 2/<strong>2022</strong>
E UROPEAN<br />
C HAMPIONSHIPS<br />
S PORTS A RABIANS<br />
1.-4. September <strong>2022</strong><br />
Masters Championships<br />
Newcomer Championships<br />
National Championships<br />
www.friends-of-arabian-sporthorses.at
Sax