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INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2022

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19239<br />

SMARTE LÖSUNGEN FÜR DIE INDUSTRIE<br />

04<br />

Juli <strong>2022</strong><br />

€ 12,50<br />

TITEL<br />

Mercedes-Benz setzt auf<br />

34hochfunktionale Energieketten<br />

Interview: Warum sich mehr<br />

08Klimaneutralität für jeden lohnt<br />

54 SPECIAL Digital Factory<br />

industrielle-automation.net


MULTIMEDIAL VERNETZT<br />

KUNDEN GEWINNEN!<br />

FÖRDERTECHNIK<br />

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Bitte kontaktieren Sie mich, ich berate Sie gerne!<br />

Carmen Nawrath<br />

Head of Sales<br />

Telefon: 0049/6131/992-245<br />

c.nawrath@vfmz.de


EDITORIAL<br />

ES GEHT NUR MIT<br />

RESSOURCENEFFIZIENZ!<br />

Liebe Leserinnen, liebe Leser,<br />

45 mm<br />

mit Blick auf die Abhängigkeit Deutschlands von russischem Gas häufen<br />

sich die Rufe nach einem schnelleren Ausbau der erneuerbaren Energien.<br />

Vor diesem Hintergrund wirkt es regelrecht widersprüchlich, dass Ende<br />

Juni das letzte Rotorblatt-Werk für Windkraftanlagen in Deutschland<br />

geschlossen wurde. Deutsche Windkonzerne bauen immer mehr<br />

Arbeitsplätze ab und verlagern ihre Produktion ins Ausland. Der Grund:<br />

die geringeren Lohn- und Produktionskosten.<br />

Aus diesen Gründen und aus Nachhaltigkeitsaspekten gewinnt die<br />

Ressourcenschonung zunehmend an Bedeutung. So hat es sich das Forschungsprojekt<br />

„Robogrind“ zum Ziel gemacht, Rotorblätter von Windkraftanlagen,<br />

Getriebezahnräder, Batteriezellen oder Wasserstofftanks<br />

wirtschaftlich aufzuarbeiten. Dazu ist ein kosteneffizientes und flexibles<br />

System zur automatisierten Oberflächenbearbeitung notwendig. Eine<br />

KI-basierte, flexible Automatisierungslösung zur roboter-gestützten<br />

Oberflächenbearbeitung soll die Refabrikation ermöglichen (Seite 54).<br />

Auch die Industrie hat die Notwendigkeit zum Handeln längst verstanden<br />

und erarbeitet Maßnahmen- und Investitionspläne, wie sie den<br />

Weg zur klimaneutralen Produktion beschreiten kann. Wir sprechen mit<br />

Dr.-Ing. Gunther Kegel, CEO der Pepperl+Fuchs Gruppe und Präsident des<br />

ZVEI e. V., über die aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen auf<br />

dem Weg zur klimaneutralen Produktion (Seite 8).<br />

Nun wünsche ich Ihnen viel Freude beim Informieren.<br />

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wechselnden Oberflächen<br />

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10 kHz<br />

Vanessa Weingärtner<br />

Redakteurin<br />

<strong>INDUSTRIELLE</strong><br />

<strong>AUTOMATION</strong><br />

Robotik<br />

Schweißprozesse<br />

Elektronik-Produktion<br />

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EDITORIAL<br />

03 Es geht nur mit Ressourceneffizienz!<br />

08<br />

TITEL<br />

34 E-Ketten mit integriertem Condition-<br />

Monitoring-System im Fahrsimulator<br />

SZENE<br />

06 News & Trends<br />

08 INTERVIEW Mit Automatisierung und<br />

Digitalisierung zur Klimaneutralität<br />

SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

12 ISmarte Sensoren im Spannungsfeld<br />

zwischen Funktionsvielfalt und Einfachheit<br />

15 Update: Produkte, Technologien, Trends<br />

16 Bildverarbeitungssysteme prüfen<br />

mechanisch bearbeitete Flächen von<br />

Motorblöcken<br />

STEUERN UND ANTREIBEN<br />

22 Hochpräzise, sichere und zuverlässige<br />

Zykloidgetriebe in der Medizintechnik<br />

25 Update: Produkte, Technologien, Trends<br />

TITEL<br />

34<br />

Dr.-Ing. Gunther<br />

Kegel, CEO der<br />

Pepperl+Fuchs<br />

Gruppe<br />

<strong>INDUSTRIELLE</strong> KOMMUNIKATION<br />

26 Zuverlässige Offline-Diagnose von Maschinen<br />

28 Gefahrenpotenziale und Schutzmaßnahmen im<br />

Internet of Things – darauf sollten Sie achten<br />

31 Update: Produkte, Technologien, Trends<br />

12<br />

Anzeige: igus GmbH, Köln<br />

▲<br />

Energieketten inklusive Condition Monitoring<br />

sorgen in Fahrsimulatoren für maximale Sicherheit<br />

4 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2022</strong>/04 www.industrielle-automation.net


44<br />

Sicheres<br />

MULTI-<br />

TALENT<br />

KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

37 Update: Produkte, Technologien, Trends<br />

38 Ingenieurwissen in der Automation:<br />

Von Partnern umfassend profitieren<br />

40 Durchdacht: Kabelführungen für alle Fälle<br />

44 Verbesserte Sicherheit durch modulares<br />

Sicherheitsschaltgerät und sichere Sensorik<br />

48 Vorteile teilbarer Kabeleinführungsleisten<br />

50 Empfindliche Technik optimal geschützt<br />

Performantes und kompaktes System für<br />

die präzise Schwingungsüberwachung<br />

SPECIAL DIGITAL FACTORY<br />

54 Windenergie: Automatisierungslösung zur<br />

robotergestützten Oberflächenbearbeitung<br />

56 5 FRAGEN AN Marc Segura, ABB,<br />

über die Zukunft der Robotik<br />

58 Update: Produkte, Technologien, Trends<br />

58 Impressum<br />

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BEILAGE<br />

Die aktuelle Ausgabe enthält eine<br />

Teilbeilage von MEORGA GmbH, Nalbach.<br />

Flexibel für alle<br />

Schwingungssensoren<br />

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4, 8, 12, 16 synchrone<br />

Messkanäle,<br />

50k Samples/Kanal<br />

54<br />

Schwingungen und<br />

korrelierende Prozessdaten<br />

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Vielseitige Feldbus- und<br />

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NEWS & TRENDS<br />

TECHNIK-NEWS UND TRENDS<br />

RUND UMS AUTOMATISIEREN<br />

In einer eigenen Conrad Themenwelt<br />

finden Unternehmen Neuheiten, Trends<br />

und Tipps für die Automatisierung ihrer<br />

Anlagen. Angefangen bei Sensoren über<br />

Steckverbinder bis hin zu Antriebstechnik<br />

und Stromversorgung. Insgesamt stehen<br />

mehr als 900.000 Produktangebote zur<br />

Verfügung. Dazu kommen passende<br />

Produkt- und Beschaffungsservices für<br />

Unternehmen, zum Beispiel für maßgeschneidertes<br />

E-Procurement oder für<br />

die Realisierung individueller 3D-Druck-<br />

Projekte in Industriequalität. Auch finden<br />

Interessenten Informationen zu Anwenderbeispielen<br />

wie Feld- und Prozesstechnik<br />

oder Digitalisierung. Hinzu kommen<br />

spannende Artikel zu Zukunftsthemen wie<br />

Edge Computing und Machine Learning,<br />

Fernwartung und Industrial Ethernet,<br />

Modernisierung und Anlagenerweiterung,<br />

dezentrale Automatisierung oder Robotics.<br />

Unter bit.ly/conrad_automation geht’s<br />

direkt zur Conrad Themenwelt.<br />

www.conrad.de<br />

Roland Busch (r.),<br />

Vorstandsvorsitzender,<br />

Siemens AG<br />

und Jensen Huang,<br />

Gründer und CEO<br />

von Nvidia<br />

NEUE STUDIE: DEUTSCHE UNTERNEHMEN<br />

INVESTIEREN VERSTÄRKT IN ENERGIEEFFIZIENZ<br />

Eine Umfrage im Auftrag von ABB Motion hat ergeben, dass die deutsche<br />

Industrie in den nächsten Jahren verstärkt in Energieeffizienz investieren<br />

will, um die Treibhausgasemissionen deutlich zu senken. Im Rahmen der<br />

von Sapio Research durchgeführten globalen Studie wurden 2.294<br />

Unternehmen in 13 Ländern befragt. Demnach investieren bereits 98 %<br />

in eine effizientere Energienutzung oder planen Investitionen. Noch<br />

in diesem Jahr wollen 31 % Verbesserungen bei der Energieeffizienz<br />

vor nehmen. Wichtige Aussage: Für 58 % der Befragten sind Kosten -<br />

ein sparungen der Hauptgrund in Energieeffizienz zu investieren, gefolgt<br />

vom Engagement im Bereich Nachhaltigkeit (51 %). Gleichzeitig hemmen<br />

Kosten und Ausfallzeiten die Investitionstätigkeit. Interessante Details zur<br />

Studie, ein Whitepaper sowie Informationen über vorhandene Problemfelder<br />

und mögliche Maßnahmen finden Sie hier: bit.ly/ABB_Studie<br />

www.de.abb.com<br />

SIEMENS UND NVIDIA ERSCHLIESSEN DAS<br />

<strong>INDUSTRIELLE</strong> METAVERSUM<br />

Siemens und Nvidia bauen ihre Partnerschaft aus. Ziel ist es, ein industrielles<br />

Metaversum zu schaffen und den Einsatz mit Künstlicher Intelligenz betriebener<br />

Digital-Twin-Technologie weiter voranzutreiben. Als ersten Schritt sollen die<br />

Business-Plattform Siemens Xcelerator und Nvidia Omniverse, eine Plattform<br />

für 3D-Design und Zusammenarbeit, verknüpft werden. Die Einbindung von<br />

Omniverse in das offene Siemens Xcelerator-Ökosystem wird den Einsatz<br />

digitaler Zwillinge sowie Produk tivitäts- und Prozessverbesserungen über<br />

den gesamten Produktions- und Produkt lebenszyklus hinweg beschleunigen.<br />

Industrieunternehmen jeglicher Größe können so digitale Zwillinge mit<br />

Leistungsdaten in Echtzeit einsetzen, IoT-Lösungen entwickeln und Analyseerkenntnisse von Edge bis Cloud<br />

nutzen. Siemens an der Schnittstelle zwischen realer und digitaler Welt, zwischen IT und OT ist dabei einmalig.<br />

www.siemens.com<br />

LIEFERKETTEN DES MASCHINEN- UND ANLAGENBAUS ZUM ZERREISSEN ANGESPANNT<br />

Die Produktion und die Lieferfähigkeit des Maschinenund<br />

Anlagenbaus in Deutschland werden immer<br />

stärker durch Materialengpässe und Fachkräftemangel<br />

behindert. Dies geht aus aktuellen Zahlen einer<br />

Blitzumfrage des VDMA hervor aus dem Juni hervor.<br />

„87 % der Unternehmen im Maschinenbau sehen ihre<br />

Lieferketten derzeit merklich oder gravierend beeinträchtigt”,<br />

sagt VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers.<br />

„Krieg in der Ukraine, Lockdowns in China, Staus in<br />

zentralen Umschlagplätzen und Personalmangel bei der<br />

Auslieferung sowie in der eigenen Produktion – die Liste<br />

der negativen Einflussfaktoren auf die Versorgungssituation<br />

ist lang“, erläutert Wiechers.<br />

www.vdma.org<br />

ANZAHL AUSWERTBARER RÜCKMELDUNGEN<br />

6 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2022</strong>/04 www.industrielle-automation.net


NEWS & TRENDS<br />

STARKE SYNERGIEN<br />

Generatoranschlusskästen, Monitoring-<br />

Systeme und Datenvisualisierung aus<br />

einer Hand sowie ein Betriebssystem,<br />

das alle Schnittstellen zusammenbringt:<br />

Das verspricht die neue Vertriebspartnerschaft<br />

von Weidmüller und ampere.cloud.<br />

Ziel der Partnerschaft ist es, die Stärken<br />

der beiden Unternehmen zu bündeln und gemeinsam den Kundennutzen<br />

zu steigern. Dieser liegt vor allem darin, dass mehrere Anlagen mit einem<br />

einheitlichen System betrieben werden können. So lassen sich Überwachung<br />

und Datenauswertung kombinieren und deutlich effizienter durchführen.<br />

Darüber hinaus können die vereinheitlichten Systeme einfach skaliert<br />

werden, was den Ausbau der PV-Anlagen beschleunigt.<br />

Bild: Die Gründer von ampere.cloud – Fotograf Michael Handelmann<br />

www.weidmueller.com<br />

„Die sichere Rohstoffversorgung ist mit Blick<br />

auf das Gelingen der Energiewende und der<br />

Digitalisierung essenziell. Die Unternehmen<br />

müssen sich daher noch stärker als bislang<br />

um vielfältige und belastbare Lieferketten<br />

für kritische Rohstoffe kümmern.“<br />

Manfred Gößl, Hauptgeschäftsführer der IHK für München<br />

und Oberbayern, Quelle: www.dihk.de<br />

53 %<br />

Asien hat einen ökologischen<br />

Fußabdruck von 19 Mrd. Tonnen<br />

pro Jahr und erzeugt somit<br />

53 Prozent aller Emissionen<br />

weltweit.<br />

Quelle: Our World in Data, 2020,<br />

www.ourworldindata.org<br />

87 %<br />

Gefragt nach den Auswirkungen<br />

der Sanktionen aufgrund des<br />

Ukrainekriegs gaben 87 Prozent<br />

der 450 AMA Mitglieder an,<br />

betroffen zu sein.<br />

Quelle: AMA Verband für Sensorik und<br />

Messtechnik e.V.<br />

AUS KUNSTSTOFFABFALL<br />

WIRD MOBILITÄT<br />

Die Welt versinkt in Plastikmüll.<br />

Entsprechend dringend<br />

ist die Abkehr von der Linearwirtschaft<br />

hin zur Kreislaufwirtschaft.<br />

Um diese Transformation<br />

zu unterstützen,<br />

entwickelt und investiert der<br />

motion plastics-Spezialist igus<br />

seit Jahren in Ideen rund um<br />

das Recycling von Kunststoffen. Aktuelle Neuheit ist das<br />

Konzept eines robusten und langlebigen Urban Bikes,<br />

das vom Rahmen über die Lager bis hin zum Zahnriemen<br />

zu 100 % aus Kunststoff besteht. Das Besondere: In einer<br />

geplanten Recycling-Version wird der größte Teil des<br />

Materials aus verbrauchten Kunststoffen stammen. Zum<br />

Einsatz kommen schmierfreie Hochleistungskunststoffe,<br />

von 2-Komponenten-Kugellagern in den Radlagern bis<br />

hin zu Gleitlagern in der Sattelstütze. Diese Tribo-Kunststoffe<br />

werden schon lange in unzähligen Branchen<br />

eingesetzt: in Automobilen, Ackerschleppern oder<br />

Robotern. Mit seiner neuen igus:bike Plattform macht<br />

Igus Fahrradherstellern auf der ganzen Welt das Angebot,<br />

diese Technologie gemeinsam voranzutreiben. Auch soll<br />

sie zu einer Anlaufstelle für Hersteller werden, die ein<br />

Kunststoff-Fahrrad bauen möchten sowie für alle<br />

geeigneten Komponenten-Hersteller, z.B. von Rahmen,<br />

Rädern, Antrieben und Ritzeln aus Kunststoff.<br />

www.igus.de<br />

BIO-INSPIRIERT ZU NACHHALTIGEN<br />

<strong>AUTOMATION</strong>SPROZESSEN<br />

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz hat<br />

die innovative Greiftechnologie Adheso von Schunk mit dem<br />

Deutschen Innovationspreis für Klima und Umwelt (IKU) <strong>2022</strong><br />

ausgezeichnet. Dieser energiefreie Haftgreifer wurde gemeinsam<br />

mit dem Start-up Innocise entwickelt. Der neuartige<br />

Greifer kann empfindliche oder schwer aufzunehmende Teile<br />

sanft, rückstandsfrei und energielos greifen. Die Inspiration<br />

dafür holten sich die Partner aus der Natur: An den Haftgreifern<br />

bilden Kunststoff-Pads aus Spezialpolymeren eine feine<br />

Härchen-Struktur nach, über die auch Geckos verfügen. Nach<br />

dem Prinzip der Adhäsion haften sie sicher an unterschiedlichsten<br />

Materialien und können Teile ganz ohne Druckluft,<br />

Vakuum oder Strom halten. Damit reduzieren die Greifer den<br />

Energieverbrauch in Automatisierungsprozessen. „Bei Adheso<br />

handelt es sich um eine der einfachsten und gleichzeitig<br />

innovativsten Handhabungstechnologien am Markt“, so<br />

Schunk COO Johannes Ketterer.<br />

www.schunk.com<br />

www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2022</strong>/04 7


NEWS & TRENDS<br />

MIT AUTOMATISIERUNG UND DIGITALISIERUNG ZUR KLIMANEUTRALITÄT<br />

ENABLER EINER<br />

„ALL-ELECTRIC-SOCIETY“<br />

Ob beim Kauf von Haushaltsgroßgeräten oder eines neuen Fahrzeugs, in Industrie<br />

und Politik – die Themen Energieeffizienz und Klimaneutralität sind die wohl alles<br />

bestimmende Aufgabe dieser Zeit. Die Industrie hat die Notwendigkeit zum<br />

Handeln längst verstanden und erarbeitet Maßnahmen- und Investitionspläne,<br />

wie sie den Weg zur klimaneutralen Produktion beschreiten können. Wir sprechen<br />

mit Dr.-Ing. Gunther Kegel, CEO der Pepperl+Fuchs Gruppe sowie Präsident des<br />

ZVEI e. V., über die aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen.<br />

Herr Dr. Kegel, Sie sagten einmal, es sei noch nicht gelungen,<br />

allen gesellschaftlichen Gruppen zu vermitteln, dass die<br />

Elektrotechnik wie keine andere Disziplin für die Lösung der<br />

allermeisten großen Aufgaben der mit Abstand wichtigste<br />

„Enabler“ ist. Wie kommen wir also zu mehr Akzeptanz?<br />

GUNTHER KEGEL: Zunächst muss man klarstellen, dass der<br />

Umbau unserer Wirtschaft und Gesellschaft hin zu einer<br />

nachhaltigen Kreislaufwirtschaft mit erneuerbarem Strom als<br />

dominante Energiequelle nicht nur für den Erhalt eines lebensfreundlichen<br />

Klimas notwendig ist. Wir werden Experten zufolge<br />

im Jahr 2050 etwa zehn bis elf Milliarden Menschen auf diesem<br />

Globus sein. Wohlstand und Lebensqualität für all diese Menschen<br />

lässt sich nicht mehr durch den Verbrauch nicht-erneuerbarer<br />

Ressourcen erreichen. Für die Mehrheit der Menschen,<br />

die in wirtschaftlichen Entwicklungsräumen leben, ist das Narrativ<br />

des Verzichts auch keine zukunftsfähige Vision. Diese Menschen<br />

wollen alle erst einmal den Wohlstand westlicher Länder erreichen.<br />

Verzicht bedeutet auch immer nachlassende Bruttowertschöpfung<br />

und somit nachlassende Sozialprodukte. Die Kosten<br />

des Umbaus von Gesellschaft und Wirtschaft können aber nur<br />

durch wachsende Wirtschaftsleistung bezahlt werden. Die Lösung<br />

kann deshalb nur lauten: durch Innovation Wachstum und<br />

Wohlstand in einer nachhaltigen Gesellschaft und Wirtschaft zu<br />

sichern. Unterstellen wir einmal, dass die zehn Milliarden Menschen<br />

in 2050 individuell so mobil wie die heutige Gesellschaft<br />

in den Industrieländern sein wollen. Dann fahren im Jahr 2050<br />

auf diesem Erdball gut fünf Milliarden Fahrzeuge, im Vergleich<br />

zu heute ca. 1,3 Milliarden. Diese Fahrzeuge müssen dann zu<br />

annähernd 100 % aus recyceltem Material bestehen und Strom<br />

aus erneuerbaren Quellen tanken. Dabei hat der Elektromotor<br />

einen zweieinhalb Mal besseren Wirkungsgrad als ein Verbrennungsmotor<br />

– wir erhöhen also die Energieeffizienz der Mobilität<br />

dramatisch. Und genau das ist die Aufgabe auch für alle anderen<br />

Sektoren: Industrie, Gebäude, Landwirtschaft, Handel und<br />

Dienstleistungen, etc. – Elektrifizierung und Energieeffizienz<br />

sind die Hebel der „All-Electric-Society“.<br />

Sie sind in der Automatisierungsbranche bekannt als großer<br />

Verfechter der Ingenieurskunst und der Elektrotechnik, die uns<br />

dem Ziel der Klimaneutralität ein großes Stück näher bringen<br />

können. Für welche Bereiche hätte die Industrie heute schon<br />

die technischen Möglichkeiten?<br />

GUNTHER KEGEL: Lassen Sie mich das anhand von ein paar<br />

Beispielen verdeutlichen. Unsere Dienstfahrzeugflotte mit<br />

Verbrennungsmotor verbrauchte in 2019 allein in Deutschland<br />

etwa 500 Terawattstunden (TWh) fossiler Brennstoffe. Die gleiche<br />

Fahrleistung hätte auch mit nur 220 TWh Strom erreicht werden<br />

können. Im Gebäude hat eine Luftwärmepumpe einen fünf Mal<br />

höheren Wirkungsgrad. 500 TWh verbranntes Gas könnten also<br />

durch 100 TWh Strom ersetzt werden. Auch in der Industrie<br />

können Energieverbräuche durch den Einsatz entsprechender<br />

Technologien massiv gesenkt werden. In der Fertigungsindustrie


NEWS & TRENDS<br />

werden 40 % der Energie in Elektromotoren, Maschinen, Förderbändern<br />

etc. verbraucht. Würde man alle installierten Motoren<br />

durch neueste, energieeffiziente Servoantriebe austauschen und<br />

in intelligente Automatisierungslösungen einbetten, könnte<br />

man mehr als 80 % des Energieverbrauchs der Motoren einsparen.<br />

Auf die Fertigungsindustrie bezogen wären das immer noch<br />

32 % Einsparung.<br />

Das bedeutet also, dass es ausgereifte technische<br />

Möglichkeiten für energieeffiziente Anlagen gibt?<br />

GUNTHER KEGEL: Unsere Innovationen sind schon heute Teil<br />

nachhaltiger, energiesparender Lösungen in allen Bereichen der<br />

Industrie. Dabei tragen unsere Produkte selbst nur in einem<br />

verschwindend kleinen Anteil zum Energieverbrauch bei. Wir<br />

reden bei unseren Sensoren und Trennbausteinen über 24 Volt<br />

und einige Milliampere. Die Herausforderung besteht darin,<br />

neue Maschinen und Anlagen so zu automatisieren, dass sie<br />

zum einen elektrisch und digital und zum anderen energieeffizient<br />

sind. Unseren Anwendern, sei es der Chemie-, Metall-, Lebensmittel-,<br />

Intralogistik- oder Automobilindustrie, die passenden<br />

Produkte für deren Elektrifizierung und Energieeffizienz zu<br />

liefern, ist der größte und direkte Hebel, den wir haben.<br />

Wie sieht der Hebel für energieeffiziente Anlagen und<br />

Produktionsprozesse aus?<br />

GUNTHER KEGEL: Die Produkte und Systeme, die wir in energieeffiziente<br />

Anlagen unserer Kunden integrieren dürfen, heben<br />

sich durch eine generell verbesserte Funktionalität, Effizienz<br />

und Zuverlässigkeit ab, sind aber ansonsten eher eine „enabling<br />

technology“ für energieeffiziente und ressourcenschonende<br />

Produktionsprozesse. Es macht aber z. B. keinen Sinn, in einer<br />

alten, unveränderten Anlage nur die Sensorik auszutauschen.<br />

Man muss die Anlage und ihre Automatisierung schon ganzheitlich<br />

überarbeiten, wenn man Effizienzpotenziale heben will.<br />

Welche Rolle spielt die Digitalisierung auf dem Weg<br />

zur Klimaneutralität?<br />

GUNTHER KEGEL: Klimaneutralität wird sich nur durch drei<br />

wesentliche Ausbaupfade erreichen lassen: umfassende Elektrifizierung,<br />

den Ausbau erneuerbarer Energieträger und eine<br />

erhöhte Energieeffizienz. Um Anlagen energieeffizienter zu machen,<br />

braucht man Automatisierung und Digitalisierung. Wenn<br />

Sie bspw. Energieerzeugung und Energieverbrauch intelligent<br />

koppeln wollen, die sogenannte Sektorkopplung, müssen beide<br />

Welten zunächst einmal digitalisiert sein. Dann kann der Verbraucher<br />

seinen Energiebedarf automatisch mit dem Erzeuger<br />

verhandeln und somit könnten z. B. Verbrauchsspitzen deutlich<br />

geglättet werden. Dazu ist Industrie 4.0 unerlässlich.<br />

Inwiefern wirft uns das weltweite und branchenübergreifende<br />

Problem der Lieferengpässe im Halbleiterbereich in der<br />

digitalen und klimaneutralen Transformation zurück?<br />

GUNTHER KEGEL: Noch hat die Transformation der Energieerzeugung<br />

vorrangig ein ganz anderes Problem: Die Planungsund<br />

Genehmigungsverfahren dauern, vor allem hier in Deutschland,<br />

viel zu lange. Wir kommen gar nicht dazu, die geplante<br />

Windkapazität und den Leitungsausbau voranzutreiben, weil<br />

die entsprechenden Zulassungen mehrere Jahre dauern.<br />

ELEKTRISIERENDE<br />

KOMPETENZ –<br />

MESS-, LADE-<br />

UND NETZTECHNIK<br />

conrad.de/voltcraft


NEWS & TRENDS<br />

Die Chemieindustrie zählt mit ihren anfallenden Treibhausgasemissionen<br />

mit zu den energieintensivsten Industrien. Der<br />

Verband der Chemischen Industrie e.V. (VCI) analysierte bereits<br />

2019 in der sogenannten „Roadmap 2050“ die technologischen<br />

Voraussetzungen, wie die chemisch-pharmazeutische<br />

Industrie ihr Ziel, vollständig CO 2<br />

-neutral zu werden, erreichen<br />

kann. Nötig seien dazu neue Prozesstechnologien in der<br />

Basischemie und viel Strom aus erneuerbaren Energien. Von<br />

welchen neuen Prozesstechnologien sprechen wir und wie<br />

kann Pepperl+Fuchs diese Transformation mitgestalten?<br />

Automatisierungslösungen für die Prozessindustrie gehören<br />

seit jeher zum Geschäftsfeld von Pepperl+Fuchs. Wie steht es<br />

um weitreichende Veränderungen in der Öl- und Gasindustrie?<br />

Welche grundlegenden Veränderungen sehen Sie bereits heute<br />

in diesen Bereichen?<br />

GUNTHER KEGEL: Man sollte mit dem Abgesang auf Öl und Gas<br />

erst beginnen, wenn ausreichend Alternativen zur Verfügung<br />

stehen. Sonst werden die Kapazitäten zu schnell reduziert und<br />

wir erleben – so wie im Moment – eine regelrechte Explosion der<br />

Öl- und Gaspreise. In den Klimazielen der deutschen Bundesregierung<br />

spielen Wasserstoff und Power-to-Liquid-Verfahren<br />

eine große Rolle – allesamt potenzielle Applikationen für unsere<br />

Explosionsschutzlösungen, aber auch Sensorik wie Ventilstellungsrückmeldung<br />

und Identifikationssysteme werden dort<br />

gebraucht. Das Geschäft für die Prozessautomation wird auch<br />

im Bereich der Ex-Trennbausteine wachsen. Je mehr Wasserstoff-Elektrolyseure<br />

und Raffinerien für synthetischen Brennstoff<br />

gebaut werden, desto mehr Geschäft kommt für uns hinzu.<br />

Kann Pepperl+Fuchs mit seinen Produkten und Technologien<br />

dazu beitragen, dass die Öl- und Gasindustrie als ein<br />

wesentlicher Baustein in der heutigen Energieversorgung<br />

Teil der klimaneutralen Transformation ist?<br />

GUNTHER KEGEL: Öl und Gas sind Brückentechnologien, die<br />

als Energieträger Zug um Zug durch elektrische Energieträger<br />

Wasserstoff, Biogas und synthetische Brennstoffe abgelöst werden.<br />

Bei diesem Umbau werden unsere Produkte in wachsendem<br />

Ausmaß gebraucht. Dabei brauchen wir kein eigens dafür<br />

entwickeltes „grünes“ Produkt. Dem Sensor oder der 2-Draht-<br />

Ethernet-Technologie ist es egal, ob sie in einer konventionellen<br />

Anlage mit hohem CO 2<br />

-Ausstoß oder beispielsweise in einer<br />

Anlage zur Wasserstoff-Elektrolyse eingesetzt werden. Die Anforderungen<br />

der neuen, klimaschonenden Maschinen, Anlagen<br />

und Prozesse werden zukünftig aber auch neue Anforderungen<br />

an die Funktionalität unserer Produkte, Systeme und Lösungen<br />

hervorbringen. Der eigene „Carbon-Footprint“ unserer Produkte<br />

spielt dabei eine absolut untergeordnete Rolle.<br />

GUNTHER KEGEL: In der chemischen Industrie werden fast die<br />

Hälfte der fossilen Brennstoffe als Grundstoff zur Produktherstellung<br />

genutzt, in der der Kohlenstoff in der Regel gebunden<br />

bleibt. Die fossilen Grundprodukte durch nachwachsende, organische<br />

Rohstoffe zu ersetzen, ist technisch möglich, aber noch<br />

nicht auf dem Niveau von Großanlagen verfügbar. Es erscheint<br />

im Moment aber lohnenswerter, die entstehenden Produkte<br />

vollständig zu recyceln und so den Bedarf an Gas und Öl als<br />

Rohmaterial weiter zu reduzieren. Diese fossilen Energieträger<br />

vollständig zu substituieren, kann über viele Wege erfolgen.<br />

Die thermischen Prozesse lassen sich beispielsweise direkt<br />

elektrifizieren. Das Gas kann durch grünen Wasserstoff ersetzt<br />

werden oder die erneuerbare Energie wird in Power-to-Liquid-<br />

Verfahren genutzt, um synthetische Brennstoffe zu erzeugen.<br />

AUTOMATISIERUNG MUSS<br />

GANZHEITLICH GEDACHT<br />

WERDEN, WENN MAN EFFIZIENZ-<br />

POTENZIALE HEBEN WILL<br />

All das ist möglich, aber in Großanlagen noch wenig umgesetzt,<br />

auch weil der Strom noch viel zu teuer ist. Für diese Industrien<br />

sind also die Transformationsaufwendungen und Herausforderungen<br />

viel größer als bei uns in der Elektronikindustrie, aber<br />

wir brauchen die enge Zusammenarbeit zwischen uns Automatisierungsspezialisten<br />

und unseren Kunden, um zusammen<br />

neue energieeffiziente Lösungen zu entwickeln. Ohne unsere<br />

großen Anwender werden wir allein keinen messbaren Beitrag<br />

zum Klimaschutz erzeugen können. Die Nähe zu den großen<br />

Unternehmen wie der Chemie ist für unsere Innovationkraft<br />

von entscheidender Bedeutung.<br />

Als wesentlicher Punkt der Klimaneutralität wird der Ausbau<br />

der erneuerbaren Energien angesehen. Pepperl+Fuchs ist mit<br />

seinen Sensorlösungen in den Bereichen Windenergie und der<br />

automatisierten Herstellung von Photovoltaikanlagen seit<br />

Jahren präsent. Welches Potenzial sehen Sie in den<br />

kommenden 10 Jahren?<br />

GUNTHER KEGEL: Egal ob in direkter Form, als Wasserstoff oder<br />

als Power-to-Liquid – der erneuerbare elektrische Strom ist ein<br />

wichtiger Faktor auf dem Weg zur Klimaneutralität. In Deutschland<br />

sollen bis 2050 etwa 2.000 TWh aus erneuerbaren Quellen<br />

stammen, das ist genau acht Mal so viel wie heute. Zusätzlich<br />

wollen wir aber aus dem Ausland 600 TWh in Form von Wasserstoff<br />

und Power-to-Liquid einkaufen. Das setzt entsprechende<br />

erneuerbare Stromkapazitäten überall auf der Welt voraus.<br />

Für uns ist das eine riesige Chance. Unsere Geschäfte werden<br />

entlang der Ausbauszenarien mitwachsen. Wir können unsere<br />

10 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2022</strong>/04 www.industrielle-automation.net


NEWS & TRENDS<br />

Umsätze im Bereich Windenergie und Photovoltaik also sicher<br />

verdreifachen. Großes Potenzial sehen wir entlang der gesamten<br />

Wasserstoff-Wertschöpfungskette, angefangen bei der Energieerzeugung<br />

über Elektrolyse, Speicherung und Transport bis hin<br />

zur Wasserstoff-Tankstelle und dem industriellen Einsatz.<br />

Pepperl+Fuchs trägt als Markenfarbe ein charakteristisches<br />

Grün. Inwieweit finden sich Effizienz und ökologische<br />

Nachhaltigkeit in der Unternehmensgruppe wider?<br />

GUNTHER KEGEL: Unsere weltweiten Fertigungsstätten und<br />

Distribution Center sind auf dem neuesten technischen Stand<br />

und mit effizienten Automatisierungslösungen ausgestattet.<br />

Der Großteil der Treibhausgase, die in den Emissionskategorien<br />

(Scopes) 1 und 2 des Greenhouse Gas Protocols aufgelistet sind,<br />

entfällt bei Pepperl+Fuchs auf den Dieselkraftstoff unserer<br />

Dienstfahrzeugflotte und die gasbetriebenen Heizungsanlagen.<br />

Hier haben wir einige wenige mögliche Handlungsfelder. In<br />

Zukunft werden wir eher mehr Beiträge bei der Rücknahme<br />

und dem Recycling unserer Produkte leisten müssen. Alle<br />

Komponenten, die wir in unseren Produkten verbauen, sind<br />

werthaltig und sollten wiederverwertet werden. Hier bauen<br />

wir die Dokumentation der Materialverwendung auf. Die<br />

Möglichkeit des Recyclings wird in Zukunft auch in unseren<br />

Entwicklungs- und Konstruktionsprozessen Berücksichtigung<br />

finden müssen.<br />

Immerwährender digitaler und technologischer Wandel hatten<br />

bereits Einfluss auf die Ausrichtung der Unternehmensziele.<br />

Aus diesem Grund wurde eigens eine „Digitale Agenda“ ins<br />

Leben gerufen. Sollte es nicht auch eine „Klimaagenda“ geben,<br />

wie Pepperl+Fuchs selbst klimaneutral wird?<br />

GUNTHER KEGEL: Ja, wir entwickeln zurzeit nicht nur eine „Digitale<br />

Agenda 2.0“ sondern auch eine „Nachhaltigkeitsagenda<br />

1.0“, die unter anderem auch CO 2<br />

-Emissionsziele ausweist. Ende<br />

des Jahres wollen wir unseren ersten Nachhaltigkeitsbericht<br />

erstellen. Dabei ist die Agenda recht schnell definiert: Dazu zählen<br />

die Umstellung aller Stromverträge auf „grünen“ Strom, die<br />

Einrichtung von Ladesäulen auf den Werksgeländen, genauso<br />

wie die Anpassung von Leasingverträgen für Dienstfahrzeuge auf<br />

E-Mobilität. Die wenigen positiven Auswirkungen, die uns die<br />

Corona-Krise gebracht hat, nämlich dass Web-Meetings viele<br />

Flug- und Geschäftsreisen ersetzen können, möchten wir auch<br />

zukünftig beibehalten. Unsere Gasheizungen sollten, wo immer<br />

möglich, auf Wärmepumpen umgestellt werden und natürlich<br />

wird auch die energetische Sanierung der Liegenschaften eine<br />

Rolle spielen. Ich bin sicher, dass wir schon in den nächsten<br />

15 Jahren einen guten Teil unserer Ziele erfüllt haben werden.<br />

Gibt es bereits konkrete Schritte bei Pepperl+Fuchs in Richtung<br />

Klimaneutralität?<br />

GUNTHER KEGEL: Die gibt es in der Tat. Ein Beispiel sind die<br />

Beipackzettel, die jedem einzelnen Produkt beiliegen. Im letzten<br />

Jahr haben wir begonnen bei der ersten Produktlinie diese<br />

durch einen gelaserten QR-Code auf dem Sensor und auf dem<br />

Verpackungslabel zu ersetzen, sodass alle Informationen digital<br />

abgerufen werden können.<br />

Damit konnten wir im Jahr 2021 allein bei einer einzigen Produktlinie<br />

etwa acht Tonnen Papier einsparen – und für die Herstellung<br />

einer Tonne Papier braucht es im Schnitt 24 Bäume und<br />

viel Wasser. Unser Ziel ist es, nach und nach die Beipackzettel<br />

aller Produktlinien nur noch digital bereitzustellen.<br />

Wird Pepperl+Fuchs bis 2045 weltweit klimaneutral<br />

produzieren können?<br />

GUNTHER KEGEL: Ja, das werden wir. Die Herausforderungen<br />

für uns sind vergleichsweise klein und der viel größere Hebel<br />

liegt allemal in der Zusammenarbeit mit unseren Kunden. Aber<br />

auch wir werden unseren Beitrag leisten.<br />

Bilder: Schmuckbild tope007 – stock.adobe.com; Pepperl+Fuchs<br />

www.pepperl-fuchs.com<br />

Echtzeitdaten vom Shopfloor<br />

IO-LINK WIRELESS ZUR DRAHTLOSEN EINBINDUNG VON IO-LINK GERÄTEN<br />

• Lässt sich nahtlos in PROFINET-, EtherNet/IP- und EtherCAT-Netzwerke integrieren<br />

• Universelle Lösung zur Last-Mile-Instrumentierung von Anlagen mit IO-Link-<br />

Sensoren und -Aktoren<br />

• Zwei parallele IO-Link Wireless Transmission-Tracks ermöglichen die gleichzeitige<br />

Kommunikation mit bis zu 16 IO-Link Wireless Device<br />

• Integrierter Companion-Spec-konformer OPC UA-Server für nicht-echtzeitrelevante Daten<br />

www.hilscher.com/netFIELDWireless


SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

IM SPANNUNGSFELD ZWISCHEN FUNKTIONSVIELFALT UND EINFACHHEIT<br />

SMARTE SENSOREN<br />

Moderne Sensoren verfügen über leistungsstarke Funktionen<br />

und Eigenschaften. Sollen sie die bestmögliche Leistung für<br />

die jeweilige Anwendung liefern, ist es jedoch nicht immer einfach<br />

sie zu verstehen und zu parametrieren. Und genau hier kommt eine<br />

neue PC-Software zur Projektierung und Nutzung von smarten<br />

Sensor-Lösungen ins Spiel. Lesen Sie, wie Sie mit der Baumer<br />

Sensor Suite das volle Potenzial ausschöpfen können.<br />

12 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2022</strong>/04 www.industrielle-automation.net


XXX<br />

02<br />

03<br />

Der vermutlich<br />

performanteste<br />

OPC-Server UA<br />

auf dem Markt<br />

Vergleich OPC-Server UA Performance<br />

beim optimierten Lesen<br />

01 Reinraumfertigung am Baumer Hauptsitz<br />

in Frauenfeld/Schweiz<br />

02 Mit der Baumer Sensor Suite lassen sich<br />

Sensorfunktionen herstellerübergreifend<br />

visualisieren<br />

01<br />

03 Der USB-C IO-Link Master ermöglicht die<br />

einfache Anbindung von IO-Link-Geräten an<br />

den PC und die Baumer Sensor Suite<br />

Smarte Sensoren erfüllen immer mehr Aufgaben und liefern neben hochpräzisen<br />

Messwerten viele Zustands- und Umgebungsinformationen.<br />

Das kann sehr nützlich sein – oder verwirrend. Viele Anwender versuchen<br />

daher erst gar nicht, die hilfreichen Zusatzfunktionen zu nutzen.<br />

Dabei genügt eine nutzerfreundliche Software, um das volle Potenzial smarter<br />

Sensoren auszuschöpfen. Mit der Baumer Sensor Suite (BSS) gelingt das. Sie ist<br />

eine intuitive PC-basierte Software zum Evaluieren, Parametrieren und effizienten<br />

Nutzen von Smart Sensor Solutions. In Kombination mit dem neuen USB-C<br />

IO-Link Master von Baumer beschleunigt sie das Engineering von smarten Sensoren<br />

deutlich.<br />

NÜTZLICHE DATEN UND INFORMATIONEN<br />

VERFÜGBAR MACHEN<br />

Was zeichnet einen smarten Sensor aus? Es ist ein Sensor, dessen Messphysik<br />

dank der Miniaturisierung von Mikrocontrollern durch integrierte Funktionen<br />

erweitert wurde. Diese Funktionen können die Messphysik applikationsspezifisch<br />

optimieren, das Messsignal auswerten und zusätzliche Device- und Umgebungsinformationen<br />

bereitstellen. Damit ermöglichen smarte Sensoren,<br />

Anlagen und Maschinen noch robuster und stabiler zu regeln. Die Zusatzinformationen<br />

helfen, Prozesse übergeordnet zu optimieren. Ziel ist die Opti-<br />

Produkt-Highlights<br />

Unterstützung von optimierten Datenbausteinen<br />

Online-Symbolimport von S7-1200- und S7-<br />

1500-Steuerungen<br />

Multiprojektfähig: Variablen aus mehreren<br />

Projekten im gleichen Address Space verwendbar<br />

Intuitive und übersichtliche Benutzeroberfläche<br />

www.deltalogic.de/opc


SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

IO-LINK MASTER FÜR DIE HOSENTASCHE<br />

Zusätzlich hat Baumer einen neuen, preislich attraktiven USB-C<br />

IO-Link Master gelauncht, der in jede Hosentasche passt. Ohne<br />

zusätzliche Spannungsversorgung ist er die perfekte Schnittstelle<br />

zwischen Sensor und Computer. Egal ob am Schreibtisch, bei der<br />

Maschineninbetriebnahme oder beim Service. Einfach einstecken<br />

und loslegen.<br />

Dieses Gesamtpaket ist nicht nur für IO-Link Experten eine<br />

echte Erleichterung, sondern auch ideal für Einsteiger. Denn für<br />

die Verwendung der BSS und für ausgewählte Sensoren stehen<br />

unterstützende Hilfetexte und Trainingsvideos zur Verfügung.<br />

Diese Vorteile haben seit der Produkteinführung schon über<br />

1200 Nutzer überzeugt. Einer von ihnen ist der Schweizer Sondermaschinenbauer<br />

Aerne Engineering AG. Er ist einer der Entwicklungspartner<br />

und steht täglich vor der Herausforderung, neue<br />

Sensorapplikationen zu lösen. „Durch direktes visuelles Feedback<br />

und eine durchdachte Nutzeroberfläche kommt man<br />

schnell an die optimale Parametrierung“, bestätigt Patrick Kurer,<br />

Teamleiter Software und Robotik.<br />

Mit unserer PC-Software können<br />

Applikationsentwickler ihre IO-Link Geräte<br />

effizienter implementieren – vor allem<br />

auch dank einer intuitiven Visualisierung<br />

der Sensor-Funktionen.<br />

Dominik Unger, Manager Digital<br />

Business Development bei Baumer<br />

mierung der Maschinenperformance und grössere Flexibilität.<br />

IO-Link erlaubt dabei eine einfache Kommunikation mit smarten<br />

Sensoren und eine intuitive Parametrierung. Aus diesem<br />

Grund stellt Baumer IO-Link bei allen Sensortechnologien als<br />

Kommunikations- bzw. Parametrierschnittstelle zur Verfügung.<br />

Diese Vorteile gehen jedoch mit einem erhöhten Aufwand und<br />

Komplexität im Sensor-Engineering einher.<br />

SCHNELLER PARAMETRIEREN<br />

UND EVALUIEREN<br />

An dieser Stelle setzt die neue Baumer Sensor Suite (BSS) an.<br />

Nach dem Motto der BSS „The smartest way to use IO-Link devices“<br />

kann dieses intuitiv zu bedienende Software-Tool das Evaluieren,<br />

Parametrieren und Nutzen von IO-Link Aktuatoren und<br />

Sensoren deutlich vereinfachen. Die BSS erlaubt es, das volle Potential<br />

von IO-Link Geräten schnell zu verstehen und zu nutzen –<br />

und das herstellerübergreifend. Nutzer sehen dabei am Computer,<br />

was der Sensor sieht. Durch ein direktes visuelles Feedback<br />

kann der Ingenieur IO-Link Geräte effizienter, präziser und<br />

schneller parametrieren. Als Beispiel seien hier die Einstellung<br />

von SSCs (Switching Signal Channel) bei messenden Sensoren<br />

oder die Schallkeule bei Ultraschallsensoren genannt. Das macht<br />

die BSS zu einem zentralen Werkzeug in der Applikationsentwicklung,<br />

da sie mit allen am Markt verfügbaren IO-Link Geräten<br />

über IO-Link Master – auch von Drittherstellern – kommuniziert.<br />

Dank der zukunftssicheren und modernen Architektur ist die BSS<br />

das ideale Framework für weitere, kundenindividuelle Apps und<br />

digitale Services.<br />

FAZIT<br />

Die Baumer Sensor Suite (BSS) ist eine anwenderfreundliche PC-<br />

Software zur Evaluation, Auswahl und Parametrierung von IO-<br />

Link Geräten. Entwicklungs- und Inbetriebsetzungs-Ingenieure<br />

sowie Servicetechniker können mit der BSS IO-Link Geräte effizienter<br />

implementieren – vor allem auch dank der Herstellerunabhängigkeit<br />

und einer intuitiven Visualisierung der Sensor-Funktionen.<br />

Stellt sich die Frage: Was hält Anwender jetzt noch davon ab,<br />

die vielen hilfreichen Funktionen der smarten Sensoren zu nutzen,<br />

um ihre Anlagen- und Maschinen effizienter zu gestalten?<br />

Bilder: Baumer<br />

www.baumer.com<br />

UNTERNEHMEN<br />

Baumer GmbH<br />

Pfingstweide 28<br />

61169 Friedberg<br />

Tel.: 06031 - 60 07 0<br />

E-Mail: sales.de@baumer.com<br />

AUTOR<br />

Dominik Unger,<br />

Manager Digital Business Development,<br />

Baumer AG, Frauenfeld/Schweiz<br />

ZUSATZINHALTE IM NETZ<br />

Download Sensor Suite<br />

www.baumer.com/bss<br />

14 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2022</strong>/04 www.industrielle-automation.net


LASER-SENSOR MIT INTEGRIERTER<br />

ETHERCAT-SCHNITTSTELLE<br />

SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

Der optoNCDT 1900 Laser-Triangulationssensor von Micro-Epsilon überzeugt<br />

bei dynamischen Weg-, Abstands- und Positionsmessungen durch Geschwindigkeit,<br />

Bauform und Genauigkeit. Die neueste Sensorgeneration<br />

wird jetzt noch smarter. Mit seiner integrierten EtherCAT-Schnittstelle bietet<br />

der Sensor insbesondere bei schnellen Prozessen und bei der Vernetzung von<br />

mehreren Geräten und Maschinen Vorteile. Die Einbindung in ein Bus-System<br />

kann nach Standard-Protokollen erfolgen und erleichtert die Kommunikation.<br />

Dank direkter Datenausgabe stehen die Messwerte in Echtzeit zur<br />

Verfügung. Zur schnellen Messwertaufnahme trägt zudem eine Oversampling-Funktion bei. Damit lassen sich Messdaten<br />

viermal schneller übertragen als es die Zykluszeit der SPS ermöglicht. Der Sensor ist außerdem mit einer intelligenten<br />

Oberflächenregelung ausgestattet.<br />

www.micro-epsilon.de<br />

DRÜCKE<br />

SCHALTEN AUCH<br />

AUS DER FERNE<br />

Ein medienresistenter<br />

Druckschalter für<br />

Hydraulikflüssigkeiten<br />

und Wasser ist der<br />

P.Touch von Amsys. Das<br />

drehbare Display und<br />

die programmierbare<br />

farbige Codierung<br />

ermöglichen eine rasche<br />

Sichtkontrolle. Der<br />

IO-Link ermöglicht die<br />

Kontrolle aus der Ferne.<br />

Zwei Schaltausgänge<br />

mit 200 mA Schaltstrom<br />

erlauben die direkte<br />

Ankopplung gängiger<br />

Relais und vieler Ventile.<br />

Alternativ steht ein Analogausgang<br />

zur Verfügung.<br />

Per IO-Link lassen<br />

sich die Sensoren auch<br />

nachträglich in ein<br />

Industrie-4.0-konformes<br />

Sensornetzwerk<br />

integrieren, wodurch<br />

die volle Funktionalität<br />

des Sensors auch<br />

zentral im Netzwerk zur<br />

Verfügung steht.<br />

www.amsys-sensor.com<br />

ASi-5<br />

AUTOMATISIERUNG<br />

NEU GEDACHT.<br />

IHR WEGIN<br />

IN<br />

DIE DIGITALE<br />

ZUKUNFT.<br />

Halle 4, Stand 4-332<br />

27.09. – 29.09.<strong>2022</strong><br />

Nürnberg<br />

Stand 1-253<br />

28.09. – 29.09.<strong>2022</strong><br />

www.bihl-wiedemann.de


SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

BILDVERARBEITUNGSSYSTEME PRÜFEN MECHANISCH<br />

BEARBEITETE FLÄCHEN VON MOTORBLÖCKEN<br />

DICHTFLÄCHEN SICHER<br />

INSPIZIERT<br />

Fehlstellen auf Dichtflächen von Motorblöcken<br />

können sowohl Leistung als auch Lebensdauer<br />

herabsetzen und müssen deshalb zuverlässig<br />

erkannt werden. Ein Hersteller von Motorblockteilen<br />

in Thüringen setzt zur Prüfung<br />

mechanisch bearbeiteter Flächen von<br />

Motorblöcken auf Bildverarbeitungssysteme,<br />

die selbst unter erschwerten Bedingungen<br />

fehlerhafte Stellen identifizieren.<br />

01 Das Bildverarbeitungssystem<br />

basiert auf drei Genie<br />

Nano-Kameras<br />

mit 5 Megapixel<br />

Auflösung<br />

In den Motorenproduktionen verschiedener deutscher Hersteller<br />

werden die zugelieferten Komponenten der Motorblöcke vor<br />

der Montage genau kontrolliert. „Werden bei der Kontrolle<br />

Mängel festgestellt, so kommt es zu Reklamationen und damit<br />

verbunden zu Mehrarbeit beim Zulieferer“, weiß Dietmar<br />

Schmidt, Gründer und Geschäftsführer der Lynxfield GmbH.<br />

„Schlimmstenfalls kann der Hersteller Zulieferer bei häufig auftretenden<br />

Qualitätsmängeln temporär oder sogar komplett sperren,<br />

was zu erheblichen Umsatzeinbußen für betroffene Unternehmen<br />

führen würde.“<br />

Um dieses Risiko auszuschließen, setzt ein Hersteller von<br />

Motorblockteilen in Thüringen seit Kurzem ein Bildverarbeitungssystem<br />

von Lynxfield ein und prüft damit die Dichtflächen<br />

der zunächst im Aluminium-Guss hergestellten und danach<br />

mechanisch bearbeiteten Motorteile. Die zu prüfenden Dichtflächen<br />

der Motorblöcke sind mechanisch bearbeitet und werden<br />

danach nass gereinigt und getrocknet. „Diese Prozessschritte<br />

stellen für die Bildverarbeitung eine besondere Herausforderung<br />

dar, weil nicht immer gewährleistet werden kann, dass diese<br />

mechanische Bearbeitung vollständig und fehlerfrei erfolgt ist“,<br />

erläutert Schmidt. „Zudem können nach der Trocknung noch<br />

Reste der Reinigungsflüssigkeit an der Dichtfläche anhaften.<br />

Gleichzeitig unterliegt jede Gussform mit der Zeit einer<br />

gewissen Abnutzung, was dazu führt, dass sich die Form der zu<br />

untersuchenden Dichtflächen immer wieder leicht ändern<br />

kann.“<br />

16 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> 2021/04 www.industrielle-automation.net


SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

FEHLSTELLEN ZUVERLÄSSIG DETEKTIEREN<br />

Um den Qualitätsstandards der Hersteller zu entsprechen, müssen<br />

Fehlstellen wie Lunker, Bearbeitungsspuren und unbearbeitete<br />

Flächen auf den Funktionsflächen zuverlässig erkannt werden.<br />

Lunker bis zu einem Durchmesser von 0,3 mm sind für den Endkunden<br />

noch zulässig, doch Fehler mit größeren Abmessungen<br />

und nicht bearbeitete Dichtflächen muss das Bildverarbeitungssystem<br />

identifizieren.<br />

Als problematisch bezeichnet Schmidt die eindeutige Unterscheidung<br />

zwischen anhaftender Reinigungsflüssigkeit und<br />

Lunkern bzw. mechanischen Beschädigungen, da sich diese im<br />

Kamerabild sehr ähnlich darstellen. Eine weitere Herausforderung<br />

für das System ist nach seinen Worten die genaue maßliche<br />

Beurteilung von Lunkergrößen, da diese bisher von den Mitarbeitern<br />

der Endkontrolle nur anhand von unkalibrierten Lehren<br />

überprüft wurden.<br />

„Hinzu kommt die Tatsache, dass die Kunden wissen möchten,<br />

ob sich Kratzer auf der bearbeiteten und gereinigten Dichtfläche<br />

befinden“, beschreibt Schmidt eine weitere Schwierigkeit. „Diese<br />

willkürlichen Kratzer muss die Software von den regelmäßigen<br />

Bearbeitungsspuren der mechanischen Fräsbearbeitung der<br />

Dichtflächen unterscheiden können, um nicht zu viel Pseudoausschuss<br />

zu signalisieren.“<br />

DREI KAMERAS SCANNEN DIE PRÜFTEILE<br />

Die umfangreichen Anforderungen des Zulieferers hat Lynxfield<br />

mit einem Bildverarbeitungssystem gelöst, das auf drei Genie Nano-Kameras<br />

des kanadischen Bildverarbeitungsherstellers Teledyne<br />

Dalsa mit 5 MP Auflösung und geeigneten Objektiven mit<br />

12 mm Festbrennweite basiert. Der Einsatz von drei Kameras ist<br />

notwendig, um das gesamte Gesichtsfeld der Prüfteile verzeichnungsfrei<br />

abbilden zu können. In der Anlage werden die Prüfteile<br />

dazu über eine Bewegungsachse unter den Kameras verfahren<br />

und auf diese Weise gescannt.<br />

Als wesentliche Komponente für die Bildaufnahme nennt<br />

Schmidt zudem den Einsatz spezieller Dombeleuchtungen: „Die<br />

inspizierten metallischen Bauteile weisen eine hochglänzende<br />

und stark reflektierende Oberfläche auf, auf denen Fehlstellen<br />

und Unregelmäßigkeiten an den Dicht- und Lagerflächen ohne<br />

spezielle Hilfsmittel nur schwer erkennbar sind. Durch geschickte<br />

Auswahl der Kameratechnik und der Beleuchtung können diese<br />

Stellen jedoch deutlich sichtbar gemacht, in Verbindung mit<br />

speziell angepassten Filteralgorithmen und nachfolgenden<br />

Plausibilitätsbetrachtungen präzise herausgearbeitet und nach<br />

ihrer Größe klassifiziert werden.“<br />

Vor allem die Begutachtung von hochglänzenden Lagerschalen<br />

erfordert wegen der speziellen halbrunden Form die Verwendung<br />

von Spezialobjektiven und einer leistungsfähigen Bildverarbeitungssoftware,<br />

um die Bilddaten aufzubereiten. „Bei der Bildauswertung<br />

aller aufgenommenen Kamerabilder greifen wir auf die<br />

Software Sherlock von Teledyne Dalsa zurück, die auf einem lüfterlosen<br />

Industrie-PC läuft und für eine hochgenaue und objektive<br />

Bewertung der Funktionsflächen sorgt“, betont Schmidt.<br />

BEWÄHRTE PARTNERSCHAFT<br />

Lynxfield beschäftigt sich seit ihrer Gründung im Jahr 2003, damals<br />

noch als Polytechnik Schmidt, mit dem Thema Bildverarbeitung<br />

und ist als Systemintegrator für Kameratechnik neben der<br />

Automotive-Industrie auch in den Bereichen Stahlindustrie, Verpackung,<br />

Nahrungsmittel und weiteren Bereichen am Markt tätig.<br />

Die Auslegung von Kamerasystemen und die Entwicklung von speziellen<br />

Bildauswertungen bezeichnet Schmidt als Kernkompetenz<br />

seines Unternehmens. „Wir nutzen dabei etablierte Bildverarbeitungsbibliotheken,<br />

entwickeln darüber hinaus aber auch ein<br />

eigenes Graphic User Interface, um zum Beispiel die mit Sherlock<br />

erstellte Bildauswertung für den Anwender bedienerfreundlich<br />

zugänglich zu machen. So schaffen wir auch eine Schnittstelle<br />

zur gesamten Anlagensteuerung bzw. zur laufenden Qualitätssicherung<br />

unserer Kunden durch eine lückenlose Speicherung der<br />

aufgenommenen Bilddaten und der Ergebnisse der Software für<br />

jedes Bild.“<br />

Die Zusammenarbeit mit Teledyne Dalsa hat Lynxfield in den<br />

vergangenen Jahren immer weiter intensiviert, so Schmidt: „Die<br />

Software Sherlock setzen wir verstärkt seit 2010 ein und haben<br />

unser Wissen über die einzelnen Tools dieser leistungsfähigen Bibliothek<br />

immer weiter vertieft.“ Auch die Kameras des kanadischen<br />

Herstellers wurden dabei immer wichtiger: Nach anfänglich<br />

noch vereinzelten Anwendungen von Kameras der Genieund<br />

Genie Nano-Serie setzt Schmidts Unternehmen aufgrund<br />

der positiven Erfahrungen in den letzten Jahren zunehmend auf<br />

Teledyne Dalsa als Partner für die Bildverarbeitung.<br />

SCHLÜSSELKOMPONENTEN AUS EINER HAND<br />

In der Anlage zur Inspektion der Motorblöcke war daher nach<br />

eingehenden Voruntersuchungen und dem Vergleich verschiedener<br />

Aufnahme- und Auswerteoptionen schnell klar, dass die wesentlichen<br />

Bildverarbeitungskomponenten wieder von Teledyne Dalsa<br />

kommen. „Neben der Lieferung der Hardware hat uns Teledyne<br />

Dalsa zudem kompetent bei der Programmierung sowie bei<br />

Die inspizierten metallischen Bauteile weisen<br />

eine hochglänzende und stark reflektierende<br />

Oberfläche auf, auf denen Fehlstellen und<br />

Unregelmäßigkeiten an den Dicht- und<br />

Lagerflächen ohne spezielle Hilfsmittel nur<br />

schwer erkennbar sind. Durch geschickte<br />

Auswahl der Kameratechnik und der<br />

Beleuchtung können diese Stellen jedoch<br />

deutlich sichtbar gemacht werden.<br />

Dietmar Schmidt, Gründer und Geschäftsführer<br />

der Lynxfield GmbH<br />

www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> 2021/04 17


SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

speziellen Fragen der Integration und Ansteuerung der Kameras<br />

unterstützt“, unterstreicht der Geschäftsführer. „Wir haben einen<br />

Partner gefunden, der nicht nur eine breite Auswahl an leistungsfähigen<br />

Matrix- und Zeilenkameras sowie die zugehörige Bilderfassungs-<br />

und Auswertehardware produziert, sondern auch die<br />

Algorithmen für die Bildauswertung selbst entwickelt. Dadurch<br />

bekommen wir unsere Schlüsselkomponenten aus einer Hand<br />

und können uns darauf verlassen, dass Hardware und Software<br />

problemlos zusammenpassen.“<br />

Selbst bei Rückfragen zur Inbetriebnahme in speziellen Anwendungsfällen<br />

hat Schmidt mit Teledyne Dalsa positive Erfahrungen<br />

gemacht: „Wir müssen dann nur mit einem einzigen Unternehmen<br />

sprechen. Die direkte Verbindung zum Service und zur<br />

Entwicklungsabteilung für die Sherlock-Software ist für uns ein<br />

ganz entscheidender Vorteil gegenüber anderen Zulieferern.“<br />

ZUVERLÄSSIG AUCH UNTER<br />

ERSCHWERTEN BEDINGUNGEN<br />

Für die Anlage in Thüringen hat sich die gute Partnerschaft erneut<br />

bewährt, denn das seit Anfang 2021 eingesetzte System ermöglicht<br />

auch unter erschwerten Bedingungen wie unsauberen<br />

Funktionsflächen eine zuverlässige Erkennung der einzelnen<br />

Fehlertypen. Zudem hat Polytechnik Schmidt zu Zwecken der<br />

Rückverfolgbarkeit die Möglichkeit realisiert, die aufgenommenen<br />

Bilder abzuspeichern und gefundene Fehlstellen für die Qualitätssicherung<br />

in einer Datenbank zu dokumentieren. „Unser Kunde ist<br />

mit der neuen Anlage hoch zufrieden“, resümiert Schmidt, der für<br />

die nächsten anstehenden Projekte in unterschiedlichen Anwendungen<br />

bereits wieder mit Bildverarbeitungskomponenten von<br />

Teledyne Dalsa plant.<br />

Bilder: 01 Kameras Teledyne Dalsa; sonstige Lynxfield<br />

www.teledynedalsa.com<br />

02 Drei Genie<br />

Nano-Kameras scannen<br />

in der Gesamtanlage die<br />

Prüfteile, die über<br />

eine Bewegungsachse<br />

unter den Kameras<br />

verfahren werden<br />

UNTERNEHMEN<br />

Teledyne Dalsa<br />

Lise-Meitner-Str. 7<br />

82152 Krailling<br />

Tel.: +49 89 89545730<br />

E-Mail: sales.europe@teledynedalsa.com<br />

AUTOR<br />

Patrick Menge, Business Development<br />

Manager Europe Vision Systems bei<br />

Teledyne DALSA in Krailling<br />

PORTFOLIO<br />

Teledyne Dalsa ist ein Unternehmen<br />

der Teledyne Imaging-Gruppe. Das<br />

kanadische Unternehmen verfügt über<br />

jahrzehntelange Erfahrung auf dem Gebiet<br />

verschiedener Bildsensortechnologien.<br />

Das umfangreiche Portfolio reicht von der<br />

Entwicklung und Fertigung von Sensoren<br />

über Produkte für Bilderfassung und<br />

-verarbeitung bis zu Software für die<br />

Bildoptimierung und -auswertung.<br />

18 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> 2021/04 www.industrielle-automation.net


SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

NEUE PCI-EXPRESS-KAMERAMODULE<br />

Mit der Erweiterung der mvBlueNAOS-Embedded-Vision-<br />

Kamerafamilie durch die neue Serie mvBlueNAOS4 ergänzt<br />

Matrix Vision das Portfolio mit Modellen, die speziell auf die<br />

schnellen Sensoren der Sony Pregius S Reihe ausgelegt sind.<br />

Diese Sensoren erzielen sowohl eine hohe Bildqualität bei<br />

kleiner Pixelgröße als<br />

auch hohe Transferraten.<br />

Die mvBlueNAOS nutzt<br />

für die Bildübertragung<br />

den direkten Weg:<br />

PCI Express. Die Schnittstelle<br />

ist ein Standard, der<br />

in allen PC-Systemen<br />

sowie in Embedded<br />

Prozessorplattformen<br />

genutzt wird. Damit können die mvBlueNAOS-Kameramodule<br />

plattformunabhängig eingesetzt werden. Eine GenICam-kompatible<br />

Software-Unterstützung stellt die Kompatibilität zu<br />

bestehenden Bildverarbeitungsprogrammen und die Plattformunabhängigkeit<br />

sicher. Die mvBlueNAOS4 Modelle sind mit<br />

Auflösungen von 5,1 bis 24,6 MP verfügbar.<br />

www.matrix-vision.de<br />

MITLAUFENDE SEILTROMMEL MACHT<br />

DEN UNTERSCHIED<br />

Seilzuggeber von FSG kommen unter anderem in der Produktion,<br />

in Baumaschinen, Fahrzeugen und Anlagen des Schienenverkehrs<br />

und im Schiffbau zum Einsatz. Kernstück ist die<br />

bewegliche Seiltrommel<br />

im Innern der<br />

SL3000. Sie bewirkt,<br />

dass sich das hochflexible<br />

Stahlseil wieder<br />

sauber und einlagig<br />

aufspult, wenn die<br />

Feder es zurückzieht.<br />

Parallel verhindert der<br />

serienmäßig montierte Faltenbalg an der Austrittsöffnung<br />

des Seils, dass beim Aufspulen Staub und Schmutz in das<br />

Gehäuse gelangen. Sollte Wasser eindringen, fließt es durch<br />

Öffnungen an der Unterseite wieder ab. Das Gehäuse besteht<br />

aus Aluminium, optional ist es mit einer widerstandsfähigen<br />

Beschichtung sowie in V4A-Edelstahl erhältlich. Die drei<br />

Standard-Modelle der SL3000 unterscheiden sich in der<br />

Messlänge des Seils und im Gehäuseumfang (GS), der von<br />

80 × 80 bis 190 × 190 mm reicht. Wie alle Seilzuggeber von<br />

FSG kann auch die Premium-Baureihe SL3000 mit verschiedensten<br />

Sensoren und umfangreichem weiteren Zubehör<br />

ausgerüstet werden, je nach Anwendung und Anforderung<br />

des Kunden. Die FSG-eigenen Drehgeber und Potentiometer<br />

sind abgestimmt auf die SL3000-Serie, sie bieten eine große<br />

Bandbreite von Signalausgängen und Anschlussmöglichkeiten<br />

(zum Beispiel CAN, PROFINET, HART-Protokoll und viele<br />

weitere). Darüber hinaus können Geräte der Serie SL3000<br />

aber auch mit allen anderen handelsüblichen Encodern<br />

bestückt werden.<br />

www.fsg-sensors.de<br />

TEMPERATUR- UND QUALITÄTSKONTROLLE<br />

BEI DER GLASHÄRTUNG<br />

Der geringe Emissionsgrad<br />

von Low-E-Glas ist eine<br />

Herausforderung für Infrarotmessgeräte,<br />

die Glastemperaturen<br />

beim Härtungsprozess<br />

von oben messen. Optris löst<br />

dieses Problem mit einem<br />

neuen Bottom-Up-System.<br />

Durch die Installation von zwei Infrarotkameras unterhalb der<br />

Vorspannlinie erfasst das Glasinspektionssystem die Temperatur<br />

immer auf der nicht beschichteten Seite des Glases mit<br />

hohem Emissionsvermögen. Die Auflösung beträgt 1.600 Pixel<br />

bei einem Sichtfeld bis 111° bzw. einer Scanbreite bis 4,3 m.<br />

Beide Infrarotkameras werden durch ein optris CTlaser 4M<br />

Pyrometer in Kombination mit dem digital gesteuerten<br />

Optikschutzsystem DCLP zuverlässig bei Glasbruch geschützt.<br />

Optris liefert die Bottom-Up-Inspektionslösung für Glashärtungslinien<br />

bereits vormontiert aus. Das vereinfacht die<br />

Installation auch auf engem Raum. Eine Positionierung<br />

mithilfe von Line-Scannern ist nicht erforderlich. Stattdessen<br />

erfolgt die exakte Ausrichtung der Scanlinie in der mitgelieferten<br />

Software.<br />

www.optris.de<br />

DURCHFLUSSSCHALTER MIT NEUEN<br />

FUNKTIONALITÄTEN<br />

Sick stellt die neue Generation des kalorimetrischen Durchflussschalters<br />

T-Easic FTS vor. Die Sensorfamilie wartet mit<br />

zahlreichen Neuerungen auf, die den Sensoren mit integrierter<br />

Temperaturmessung ein noch breiteres<br />

Anwendungsfeld bei der Durchflusskontrolle<br />

flüssiger Medien eröffnen. Die neuen<br />

Varianten des Durchflussschalters T-Easic<br />

FTS weisen eine Reihe praxisrelevanter<br />

Verbesserungen auf. So können dem Sensor<br />

jetzt bis zu drei unterschiedliche Medien<br />

eingelernt und im Gerät gespeichert<br />

werden. Das macht ihn noch vielseitiger<br />

und flexibler einsetzbar.<br />

www.sick.de<br />

Weniger<br />

Ein grüner<br />

Fußabdruck für<br />

Ihr Prüflabor –<br />

CO 2 sparen durch<br />

Modernisierung<br />

www.zwickroell.com/nachhaltigkeit<br />

www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2022</strong>/04 19


SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

ZUVERLÄSSIG AUCH UNTER WIDRIGEN<br />

BEDINGUNGEN<br />

Ob Durchfluss- und<br />

Füllstandmessung<br />

oder bei der Überwachung<br />

von Filtern und<br />

Pumpen – der neue,<br />

SIL-2-zertifizierte<br />

Differenzdrucktransmitter<br />

DPT-20 von<br />

Wika kommt für viele<br />

Industrieprozesse in<br />

Frage. Das kompakte<br />

Gerät arbeitet mit<br />

einer Genauigkeit von < ± 0,065 % der Spanne. Aufgrund der<br />

dreidimensionalen Temperaturkompensation beim Abgleich<br />

liefert der Transmitter auch bei ungünstigen Umgebungsbedingungen<br />

verlässliche Ergebnisse. DPT-20 mit integrierter<br />

Turndown-Funktion ist mit Messbereichen zwischen<br />

- 10 ... + 10 mbar und - 16 ... + 16 bar verfügbar und auf einen<br />

statischen Druck bis 400 bar ausgelegt. Für die Einbindung in<br />

bestehende Systeme stehen drei Kommunikationsprotokolle<br />

zur Auswahl. Parametrieren lässt sich der Differenzdrucktransmitter<br />

über die Prozesssteuerung via DTM bzw. EDD und<br />

Konfigurationssoftware oder direkt am Gerät über eine<br />

optionale Digitalanzeige.<br />

www.wika.de<br />

MASSGESCHNEIDERTE PRÄZISIONSOPTIKEN<br />

MADE IN GERMANY<br />

Bei gewissen Anwendungen<br />

in der optischen<br />

maschinellen Überwachung<br />

sind Standardoptiken<br />

oftmals nicht<br />

geeignet. Für solche<br />

Fälle bietet Vision &<br />

Control jetzt auch die<br />

Entwicklung individueller<br />

Optiken an. Sollen<br />

Anlagenbetreiber im Standardprogramm des Herstellers nicht<br />

fündig werden, hat Vision & Control ein Leistungspaket zur<br />

Entwicklung individuell maßgeschneiderter Produkte<br />

aufgelegt. Dabei erarbeitet ein Team aus Optikdesignern und<br />

Konstrukteuren gemeinsam mit dem Kunden eine Komplettlösung<br />

vom Lastenheft bis zur Auslieferung samt Prüfprotokoll<br />

innerhalb einer geschlossenen Technologiekette. Zum<br />

Einsatz kommen auch Softwaresysteme wie Zemax und<br />

Inventor. Entwicklung und Fertigung erfolgen im eigenen<br />

Haus im Rahmen von ISO-zertifizierten Prozessen. Durch die<br />

Zusammenarbeit mit verlässlichen regionalen Lieferanten soll<br />

das nach Freigabe des Prototyps gefertigte optische System<br />

termingerecht zur Verfügung stehen und Ersatzteile seien<br />

langfristig lieferbar.<br />

www.vision-control.com<br />

VISION APPS OHNE PROGRAMMIERKENNTNISSE KONFIGURIEREN<br />

Druck, Temperatur, Füllstand<br />

www.afriso.de/prozesse<br />

Alles aus einer Hand?<br />

Präzise MSR-Technik<br />

von AFRISO!<br />

Das aktuelle Software-Release 2.6 von IDS für das KI-Vision-<br />

System IDS NXT stellt die vereinfachte App-Erstellung in den<br />

Mittelpunkt. Mit Hilfe des neuen Anwendungsassistenten in<br />

IDS NXT lighthouse konfigurieren Anwender unter Anleitung<br />

in wenigen Schritten eine vollständige Vision App, die sie<br />

anschließend direkt auf einer IDS NXT Kamera ausführen<br />

können. Mit dem ebenfalls neuen, blockbasierten Editor<br />

lassen sich ohne Programmierkenntnisse eigene Programmabläufe<br />

mit KI-Bildverarbeitungsfunktionen, wie Objekterkennung<br />

oder Klassifizierung, konfigurieren. Anwender<br />

erstellen mit diesem visuellen Code-Editor einfache Sequenzen in wenigen Minuten, ohne die<br />

Syntax einer bestimmten Programmiersprache kennen zu müssen.<br />

www.ids-imaging.de<br />

74-03<br />

22.–26. August <strong>2022</strong><br />

Frankfurt am Main<br />

Besuchen Sie<br />

uns in Halle 11.1,<br />

Stand F45<br />

NEUE ZYLINDERSENSOR-GENERATION<br />

Die neue Generation an Zylindersensoren von<br />

IPF Electronic ist kompakt, robust, präzise und lässt<br />

sich problemlos installieren. Die drei Geräte lösungen<br />

können einfach von oben in die 6,2 mm T-Nut von<br />

Pneumatikzylindern eingesetzt und mit einer Madenschraube<br />

sicher fixiert werden. Die Sensoren sind in<br />

Schutzart IP67 für den langlebigen Einsatz selbst unter<br />

rauen Umgebungsbedingungen ausgelegt. Aufgrund<br />

einer Schaltfrequenz von 1.000 Hz bieten die Zylindersensoren hohe Präzision bei kleiner<br />

Hysterese. Durch ihre geringe Gehäuselänge von 19 mm passen zwei Sensoren in die Nut eines<br />

Kompaktzylinders. Der MZA70176 mit M8-Stecker und der MZA70126 mit M12-Stecker sind als<br />

Allrounder für den universellen Einsatz gedacht. Der MZA70156 verträgt maximal 130 °C.<br />

www.ipf.de


SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

DIE QUALITÄT VON ERDGAS BESTIMMEN<br />

Michell Instruments launcht zur Achema <strong>2022</strong> den Taupunkt-<br />

Analysator Condumax CD603. Der automatische Online-Analysator<br />

für Kohlenwasserstoff- und Wassertaupunkt basiert<br />

auf der neuen Taupunktspiegeltechnologie und liefert<br />

zuverlässige Daten für die Qualitätsbestimmung von Erdgas.<br />

Neu ist die hochauflösende Detektionstechnologie zur<br />

sicheren Unterscheidung von Wasser- und Kohlenwasserstoffkondensat.<br />

Zusätzlich<br />

punktet der CD603 mit zahlreichen<br />

weiteren neuen Funktionen.<br />

Dazu gehört unter anderem die<br />

verbesserte Harmonisierung des<br />

Kohlenwasserstoff-Kondensationspunkts<br />

mit einer Nachweisschwelle<br />

von 5 mg/m 3 . Eine<br />

integrierte hochauflösende<br />

Kamera liefert mit einem<br />

Zeitstempel versehene Standbilder<br />

oder Videoaufnahmen der<br />

Spiegeloberfläche während der Messung. Der Analysator ist<br />

für den weltweiten Einsatz in Ex-Bereichen der Zonen 1 und 2<br />

sowie der Klasse I, Div. 1 zugelassen. Als weiteres Messe-<br />

Highlight kündigt Michell eine „H2 Lounge“ an, die Besuchern<br />

einen Überblick über das Produktportfolio für Wasserstoffanwendungen<br />

bietet.<br />

www.processsensing.com<br />

VIELSEITIGE, HOCHGENAUE ZEILENKAMERAS<br />

Vielseitige Zeilenkameras bietet Vieworks in der Serie VL.<br />

Rauscher vertreibt die Zeilenkameras des koreanischen<br />

Herstellers in Deutschland und Österreich exklusiv.<br />

Die Kamera-Serie Vieworks<br />

umfasst Monochrom- und<br />

Farb-Modelle mit Auflösungen<br />

von 2.048, 4.096, 8.192<br />

und 16.384 Bildpunkten,<br />

die Zeilenraten von 50 kHz<br />

bei der 16K-Kamera bis zu<br />

200 kHz bei den 2K- und<br />

4K-Modellen zulassen.<br />

Durch Dual-Line CMOS-Sensoren<br />

sind die 2K-, 4K- und<br />

8K-Kameras sehr empfindlich<br />

für eine brillante<br />

Bildqualität. Die monochrome 16K-Variante ermöglicht<br />

hochgenaue Bildaufnahmen, was die Voraussetzung für eine<br />

sichere Erkennung von Details für die Bildauswertung schafft.<br />

Zur Realisierung von Zeilenkamerasystemen führt Rauscher<br />

abgestimmte Zeilenbeleuchtungen, Camera-Link-Bilderfassungskarten<br />

und Software-Werkzeuge. Damit lassen sich auch<br />

Line-Scan-Lösungen mit höchsten Anforderungen z. B. für die<br />

Druckindustrie, die Elektronikfertigung oder die Automotive-<br />

Produktion aufbauen.<br />

www.rauscher.de<br />

Ultraschnell und ultrasmart<br />

JUMO flowTRANS US W01 und W02<br />

Ultraschall-Durchflussmessgeräte für Flüssigkeiten<br />

www.jumo.net<br />

Produkte der JUMO flowTRANS US W Serie sind hochpräzise Ultraschall-Durchflussmessgeräte für leitfähige und nichtleitfähige Medien.<br />

Sie können flexibel in den unterschiedlichsten Prozessen eingesetzt werden und sind auch resistent gegen korrosive Medien. Zusätzlich zur<br />

reinen Durchflussmessung stehen Varianten mit einem Drucksensor, Bluetooth und IO-Link zu Verfügung.<br />

• hohe Prozesssicherheit durch präzise Messung<br />

• flexibler Einsatz in unterschiedlichen Prozessen<br />

• Einsparung von Wartungskosten durch verschleißarmen Aufbau ohne bewegliche Teile<br />

• unkomplizierte Integration in bestehende Anlagen<br />

• Einsatz bei korrosiven Medien dank metallfreiem Aufbau<br />

Besuchen Sie uns<br />

vom 22. bis 26. August in Halle 11.1, Stand E41


HOCHPRÄZISE, SICHERE UND ZUVERLÄSSIGE ZYKLOIDGETRIEBE<br />

DIE MEDIZIN DER ZUKUNFT<br />

Der Kosten- und Effizienzdruck in medizinischen Einrichtungen ist enorm. Gründe<br />

dafür sind unter anderem der Fachkräftemangel sowie steigende Personalkosten.<br />

Digitalisierung und Automatisierung bieten dem Gesundheitswesen neue, revolutionäre<br />

Möglichkeiten für Diagnostik, Behandlung und Pflege. Wie die Zukunft der<br />

Medizin aussehen könnte und was Getriebe- und Antriebssysteme damit zu tun<br />

haben, lesen Sie in folgendem Beitrag.<br />

Der Gedanke, von einem Roboter operiert zu werden,<br />

bereitet vielen Menschen Bauchschmerzen. Nur jeder<br />

fünfte Deutsche könnte sich damit anfreunden. Damit<br />

gehört Deutschland zu den großen Skeptikern – jedenfalls<br />

auf Patientenseite. Eine höhere Akzeptanz genießt der medizintechnische<br />

Fortschritt in Ländern wie Schweden oder Polen.<br />

Dort würden sich 40 % unters Roboter-Skalpell legen. Fakt ist:<br />

Der Roboter im OP spaltet die Gemüter. Fakt ist aber auch: Die<br />

Automatisierung ist längst im Gesundheitswesen angekommen<br />

und Chirurgieroboter, maschinelle Helfer sowie automatisierte<br />

Systeme sind in vielen Bereichen Alltag.<br />

Treiber dieser Entwicklung sind vor allem Faktoren wie der<br />

anhaltende Fachkräftemangel, steigende Personalkosten, eine<br />

alternde Gesellschaft sowie die Zunahme an pflegebedürftigen<br />

Menschen. Der Kosten- und Effizienzdruck ist enorm und so<br />

kommen medizinische Einrichtungen nicht umhin, ihre Prozesse<br />

zu optimieren – sei es im Krankenhaus, in der Rehaklinik, im<br />

Pflegeheim oder in der Seniorenresidenz.<br />

AUTOMATISIERUNG SORGT FÜR BESSERE<br />

PATIENTENVERFÜGUNG<br />

Doch wie lassen sich Ökonomisierung und Patientenwohl in Einklang<br />

bringen? Die Automatisierung spielt dabei eine zentrale<br />

Rolle, denn der Einsatz von Robotern & Co. sorgt nicht nur für<br />

Effizienzsteigerungen, sondern auch für eine höhere Qualität bei<br />

22 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2022</strong>/04 www.industrielle-automation.net


STEUERN UND ANTREIBEN<br />

der Patientenversorgung. Fehlerminimierung, Entlastung des<br />

Klinik- und Pflegepersonals, exaktere und schnellere Diagnoseverfahren,<br />

optimierte Behandlungs- und Therapiemethoden<br />

sowie eine Verbesserung von Komfort und Betreuung des Patienten<br />

sind hier entscheidende Schlagworte. So werden z. B.<br />

komplexe minimal-invasive Eingriffe dank roboter-assistierter<br />

Chirurgie, die ein präzises Operieren mit einer dreidimensionalen<br />

Sicht auf das Operationsfeld gewährleistet, teilweise<br />

überhaupt erst möglich.<br />

Weitere Anwendungsfelder finden sich darüber hinaus bei<br />

bildgebenden Verfahren (u. a. Röntgen oder Ultraschall), beim<br />

Patientenhandling sowie in der Krankenhauslogistik, in der<br />

Labordiagnostik und im Reha-Training. Dabei gilt: Kollege Roboter<br />

assistiert und unterstützt, ersetzt aber weder Arzt noch Krankenschwester<br />

oder Pfleger.<br />

MEDIZINTECHNIK STELLT HOHE<br />

ANFORDER UNGEN AN ANTRIEBSKONZEPTE<br />

Damit die neuen Technologien sicher und leise am bzw. im<br />

Umfeld des Patienten arbeiten können, kommt der Antriebstechnik<br />

eine entscheidende Bedeutung zu. „In keiner anderen<br />

Branche sind die Anforderungen hinsichtlich Präzision, Sicherheit<br />

und Laufruhe so hoch wie in der Medizintechnik“, macht<br />

Daniel Obladen, Head of Sales General Industries bei der<br />

Nabtesco Precision Europe GmbH, deutlich und ergänzt:<br />

„Auch muss eine hygienegerechte Gestaltung gewährleistet<br />

sein, damit die Getriebe die regelmäßigen Reinigungs- und<br />

Desinfektionsprozesse gut überstehen.“<br />

01 Intuitiv zum passenden Getriebe: Anwender können schnell<br />

und einfach ihr Wunschgetriebe konfigurieren<br />

Mit der Neco-Serie (aktuell in fünf Baugrößen verfügbar: 25, 42,<br />

80, 125 und 160) bietet Nabtesco eine passende Lösung. Die kompakten<br />

Servogetriebe ermöglichen eine Positionierung im Hundertstel-Millimeterbereich,<br />

bringen hohe Sicherheitsreserven<br />

mit und zeichnen sich durch ein cleanes, geschlossenes Design<br />

sowie ein konstantes Betriebsverhalten und einen geringen<br />

Geräuschpegel aus.<br />

PRÄZISION – DIE BASIS FÜR OPTIMALE<br />

MEDIZINISCHE ERGEBNISSE<br />

Den Unterschied macht die besondere Bauweise. Die für Zykloidgetriebe<br />

typische Kraftübertragung über Kurvenscheiben und<br />

Rollen führt zu einem optimalen Verhalten hinsichtlich Wiederhol-<br />

und Bahngenauigkeit, Dynamik, Belastbarkeit und Laufruhe.<br />

Auch bei großen Lasten oder hohen Beschleunigungsmomenten<br />

sorgen die Neco-Getriebe für exakt ausgeführte Bewegungen und<br />

positionieren hochpräzise. Der fast vollständige Kontakt sowie<br />

eine gleichmäßige Kraftverteilung innerhalb des Getriebes sorgen<br />

für eine hohe Steifigkeit. So lassen sich hohe Drehmomente<br />

mit hoher Präzision (Hystereseverlust von 0,5 arc.min) und Laufruhe<br />

übertragen. Auch über einen langen Zeitraum ist die Spielzunahme<br />

verschwindend gering.<br />

„Dieses geringe Spiel trägt beispielsweise entscheidend zu<br />

hochwertigen und detailreichen Körperbildern bei“, so Obladen<br />

und macht deutlich: „Vor allem angesichts des großen Potenzials<br />

der künstlichen Intelligenz (KI) für die Bilddiagnostik wird die<br />

Datenqualität zum Schlüsselfaktor, denn KI-Algorithmen, die<br />

eine vollautomatische Analyse und Auswertung von Röntgenaufnahmen<br />

vornehmen, sind auf hochpräzise und zuverlässige<br />

Daten angewiesen.“<br />

In keiner anderen Branche sind die Anforderungen<br />

hinsichtlich Präzision, Sicherheit und<br />

Laufruhe so hoch wie in der Medizintechnik.<br />

Daniel Obladen, Head of Sales General Industries,<br />

Nabtesco Precision Europe GmbH<br />

NOT-AUS-DREHMOMENT BIS ZU 800 %<br />

Ihre spezielle Konstruktion macht die Neco-Getriebe sehr sicher<br />

und damit zur Idealbesetzung für medizintechnische Anwendungen.<br />

Dank doppelt gelagerter Exzenterwellen sowie der gelagerten<br />

Antriebswelle sind die Antriebe sehr robust. Zur hohen<br />

Torsionssteifigkeit und Widerstandsfähigkeit gegen Stoß- und<br />

Überbelastung tragen auch die integrierten Schrägkugellager bei,<br />

die axiale sowie radiale Lasten und Biegemomente aufnehmen.<br />

So erlauben die Getriebesysteme in Not-Halt-Situationen hohe<br />

www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2022</strong>/04 23


STEUERN UND ANTREIBEN<br />

02 03<br />

02 In der großzügig dimensionierten Hohlwelle lassen sich Kabel,<br />

Schläuche und Leitungen hygienisch und platzsparend unterbringen<br />

03 Ein flexibles System mit modularen Hülsen und Flanschen sorgt<br />

für die unkomplizierte Adaption aller gängigen Servomotoren<br />

Lastspitzen von bis zu 500 % des Nenndrehmoments und bieten<br />

damit im Fall einer Betriebsstörung Patienten und Bedienpersonal<br />

bestmöglichen Schutz.<br />

„Wir haben auch schon Projekte mit einem Not-Aus-Drehmoment<br />

von 800 Prozent des Nenndrehmoments realisiert“, erzählt<br />

Obladen. „Möglich wird dies durch den Aufbau spezifischer<br />

Prüfszenarien und unsere enge Zusammenarbeit mit Universitäten,<br />

Fachhochschulen sowie Forschungseinrichtungen. Dadurch<br />

sind wir in der Lage, auch außergewöhnliche Anforderungen umsetzen<br />

zu können.“<br />

GLATTE OBERFLÄCHEN GEGEN<br />

SCHMUTZANHAFTUNGEN<br />

Das hygienefreundliche Design der Neco-Serie minimiert das<br />

Kontaminationsrisiko und sorgt für eine schnelle, effiziente Reinigung<br />

und Desinfektion. Auf raue Gussbauteile und scharfe<br />

Kanten wurde gänzlich verzichtet. Es gibt weder Toträume noch<br />

Spalten oder Nischen, in denen sich Reinigungsmittel sammeln<br />

könnten. Die Verschraubungen befinden sich auf der Anwendungsseite,<br />

sodass die Motorseite ohne Schraubenlöcher und<br />

vorstehende Teile auskommt. Glatte Oberflächen und das abgerundete<br />

Getriebegehäuse sorgen dafür, dass Schmutz sich nicht<br />

festsetzen und Flüssigkeiten ungehindert abfließen können.<br />

PRÄZISIONSGETRIEBE: VOM STANDARD<br />

BIS ZU MASSGESCHNEIDERTEN LÖSUNGEN<br />

Dank ihrer hohen Präzision, Zuverlässigkeit und Laufruhe finden<br />

sich die Neco-Getriebe vor allem in C-Bögen, Patienten-Handling-Systemen,<br />

Patientenliegen, OP-Tischen, Krankenhausbetten<br />

oder robotergestützten Reha-Geräten. Sollen gekapselte Systeme<br />

aufgebaut werden, können die Hohlwellengetriebe der RD-C-Serie<br />

ebenfalls eingesetzt werden. Die Präzisionsgetriebe verfügen<br />

über eine großzügig dimensionierte Hohlwelle, in der sich Kabel,<br />

Schläuche und Zuleitungen hygienisch und platzsparend unterbringen<br />

lassen. Neben Zykloidgetrieben gehören auch hochpräzise,<br />

kleine Wellgetriebe der Marke Ovalo für den unteren Dreh-<br />

momentbereich sowie kompakte Antriebskonzepte für den<br />

Einsatz in fahrerlosen Transportsystemen (FTS) zum breiten<br />

Medizintechnik-Portfolio von Nabtesco.<br />

Sollten Standardprodukte nicht passen, realisiert der Getriebespezialist<br />

in enger Zusammenarbeit mit dem Anwender<br />

maßgeschneiderte Lösungen, die optimal auf die jeweilige Applikation<br />

zugeschnitten sind – von anwenderspezifischen Anpassungen<br />

über individuell ausgelegte Getriebesysteme bis hin zur<br />

Entwicklung kompletter Prozesspläne inkl. Qualitätssystem,<br />

Montagekonzept, Lieferketten, Labeling und Verpackung.<br />

VIELZÄHLIGE MÖGLICHKEITEN FÜR DIE<br />

MEDIZIN VON MORGEN<br />

Noch steht die Automatisierung in der Medizin erst am Anfang,<br />

das Potenzial jedoch ist enorm. Soziale Roboter für die Interaktion<br />

mit Menschen, personalisierte Medizin, Virtual-Reality-<br />

Systeme für Telemedizin-Einsätze, mikroskopisch kleine Roboter<br />

zur gezielten Bekämpfung von Krankheiten im menschlichen<br />

Körper, selbstlernende KI-Systeme (KI-Diagnostik), Homecare-<br />

Lösungen, Fern-OPs usw. – die Möglichkeiten, die Robotik, Automation,<br />

KI, Big Data und Deep Learning eröffnen, sind nahezu<br />

grenzenlos. Nabtesco begleitet diese Entwicklung und liefert<br />

sichere, präzise und zuverlässige Antriebssysteme für die Medizin<br />

von morgen.<br />

Bilder: Aufmacher sudok1 – stock.adobe.com und Nabtesco; sonstige Nabtesco<br />

www.nabtesco.de<br />

UNTERNEHMEN<br />

Nabtesco Precision Europe GmbH<br />

Tiefenbroicher Weg 15, 40472 Düsseldorf<br />

Tel.: +49 211 17379-0<br />

E-Mail: info@nabtesco.de<br />

AUTORIN<br />

Jennifer Hagmeyer, Expert Marketing,<br />

Nabtesco Precision Europe GmbH<br />

24 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2022</strong>/04 www.industrielle-automation.net


STEUERN UND ANTREIBEN<br />

WIDERSTANDSFÄHIGER SERVOVERSTÄRKER<br />

Der kompakte B&R-Servoverstärker<br />

eignet sich von nun an für den Einsatz<br />

unter aggressiven atmosphärischen<br />

Umgebungsbedingungen. Er lässt sich<br />

jetzt bei Temperaturen von bis zu -25 °C<br />

nutzen. Eine spezielle Beschichtung<br />

schützt die Elektronik des ACOPOS P3 vor<br />

externen Einflüssen. Dadurch wird er<br />

noch widerstandfähiger. Der Servoantrieb<br />

lässt sich nun problemlos unter<br />

extremen Bedingungen verwenden, zum Beispiel auf Windrädern. Auch Applikationen<br />

in Kühlräumen oder in sehr staubiger Umgebung wie der Textilindustrie sind<br />

möglich. Anwender benötigen keine zusätzliche teure Spezialhardware mehr. Das<br />

senkt die Kosten. Um eine widerstandsfähige Hardware anzubieten, führt B&R<br />

zahlreiche Umwelttests durch. Diese finden im firmeneigenen, akkreditierten<br />

Prüflabor und in zertifizierten externen Prüfstellen auf der Basis internationaler<br />

Normen und Standards statt.<br />

www.br-automation.com<br />

HYGIENIC<br />

DESIGN.<br />

DER PMS<br />

AUS EDEL-<br />

STAHL.<br />

AUF GESCHWINDIGKEIT UND DYNAMIK GETRIMMT<br />

Der neue Schrittmotor AM3248 von Faulhaber<br />

punktet mit einer Drehzahl bis 10.000 rpm und<br />

liefert in Kombination mit einer Getriebeuntersetzung<br />

von 100:1 ein Drehmoment von 5 Nm –<br />

bei einem Durchmesser von 32 mm. Der mehrpolige<br />

Zweiphasen-Schrittmotor AM3248 macht<br />

48 Schritte pro Umdrehung und bietet mit<br />

85 mNm ein großes Haltemoment. Er startet<br />

direkt mit einer hohen Geschwindigkeit. Sein niedriges Trägheitsmoment prädestiniert<br />

ihn für Anwendungen mit schneller Beschleunigung und schnellem<br />

Richtungswechsel. Neu entwickelte große Kugellager steigern die Lebensdauer<br />

dieses Motortyps. Maximale Leistungswerte werden in Kombination mit einem<br />

Getriebe des Typs 32 GPT erreicht. Der Motor kann zudem mit einem magnetischen<br />

Encoder der Reihe IE3 gekoppelt werden. Mit diesen Eigenschaften und<br />

Optionen empfiehlt sich der AM3248 für die Luft- und Raumfahrt, Laborautomation,<br />

große optische Systeme, die Halbleiterindustrie, Robotik und den 3D-Druck.<br />

Auch kleine Stückzahlen sind umsetzbar.<br />

www.faulhaber.com<br />

PMS<br />

DEZENTRALE CONTROLLER<br />

Für dezentrale und mobile Transport- und<br />

Bearbeitungsaufgaben entwickelte SEW-Eurodrive<br />

kompakte Mehrachs-Servocontroller vom<br />

Typ SCM in DC-48-V-Technik. Aufgrund ihrer<br />

kurzen Zykluszeiten ermöglichen diese hochperformante<br />

Strom-, Drehzahl- und Lageregelungen.<br />

Hohe Dauer- und Maximalströme von ausgangsseitig<br />

37 oder 56,5 A erlauben kurze Beschleunigungs-<br />

und Zykluszeiten in der Applikation. Neben einer IP20-Ausführung für zwei<br />

Achsen, die auf vier, sechs oder acht Achsen skalierbar ist, gibt es eine IP54-Ausführung<br />

für vier Achsen. Die Controller sind mit einer integrierten DC-24-V-Versorgung<br />

ausgestattet, die auch für die externen Verbraucher der mobilen Einheit<br />

genutzt werden kann. Als Motorgebersysteme stehen Multi-Turn-Absolutwertgeber<br />

mit EnDAT 2.2-Protokoll und Resolver zur Verfügung. Die Verwendung eines<br />

zusätzlichen Streckengebers ist möglich.<br />

www.sew-eurodrive.de<br />

Der neue Ultraschallsensor pms aus<br />

Edelstahl ist mit seinem intelligenten<br />

Hygienic Design prädestiniert für anspruchsvolle<br />

Aufgaben in der Lebensmittel- und<br />

Pharmaindustrie.<br />

+ 4 Tastweiten:<br />

von 20 –1.300 mm<br />

+ 3 Ausgangsstufen: Push-Pull-Schaltausgang<br />

mit IO-Link oder Analogausgang<br />

+ 2 Gehäusevarianten: D12-Adapterschaft<br />

und D12-Bajonettverschluss<br />

microsonic.de/pms


FERNWARTUNG VON PRODUKTIONSMASCHINEN<br />

ZUVERLÄSSIGE<br />

OFFLINE-DIAGNOSE<br />

Im industriellen Umfeld ist die Fernwartung von Produktionsmaschinen Fluch<br />

und Segen zugleich. Ermöglicht sie einerseits das blitzschnelle Eingreifen eines<br />

Technikers im Falle eines (drohenden) Produktionsstillstands, erlaubt sie<br />

diesem andererseits unter Umständen den Einblick in sensible Produktionsdaten.<br />

Der Kennzeichnungsanbieter Bluhm Systeme GmbH hat dieses Dilemma<br />

erkannt und ein neues Servicekonzept entwickelt: Es realisiert den technischen<br />

Live-Support auch ohne Remotezugriff auf das System.<br />

Das Bluhm-Serviceteam hat eine Softwarelösung entwickelt,<br />

die es Bedienern eines Kennzeichnungssystems<br />

direkt am Display ermöglicht, auf Knopfdruck drei Datamatrix-Codes<br />

zu generieren. „Supporttrix ist unsere<br />

eigene Wortschöpfung. Der Begriff setzt sich aus Support und<br />

Datamatrix zusammen“, erklärt Tobias Schenkelberg, Serviceleiter<br />

der Bluhm Systeme GmbH. In diesen Codes werden automatisch<br />

alle für den technischen Support erforderlichen Daten<br />

verschlüsselt. „Wir müssen bei technischen Problemen neben<br />

den maschinenrelevanten Daten nur wissen, wie das System gerade<br />

eingestellt ist und welche Ereignisse in jüngster Vergangenheit<br />

vorgefallen sind“, erläutert Schenkelberg. Diese Codes<br />

fotografiert der Bediener mit einem mobilen Endgerät ab und<br />

übermittelt sie an Bluhm.<br />

Eine Diagnosesoftware verarbeitet die ausgelesenen Informationen<br />

und spiegelt die Maschine so auf dem Rechner des Servicetechnikers<br />

wider. Das lässt Schenkelberg und sein Team<br />

mögliche Fehler schnell erkennen und Probleme gezielt lösen.<br />

„Wir benötigen keine komplizierten Ferndiagnosezugänge. Und<br />

auch ein umständliches, telefonisches Durchgeben einzelner<br />

Messwerte oder Systemeinstellungen wird dadurch überflüssig“,<br />

freut sich Schenkelberg.<br />

26 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2022</strong>/04 www.industrielle-automation.net


<strong>INDUSTRIELLE</strong> KOMMUNIKATION<br />

SERVICEKONZEPT FÜR FERNDIAGNOSEN<br />

Die ersten Kennzeichnungssysteme wurden bereits mit dem Servicekonzept<br />

Supporttrix ausgestattet. Die Software soll kontinuierlich<br />

auf alle Bluhm-Geräte übertragen werden. Projektingenieur<br />

Jörg Emrich erklärt: „Wir haben nach einem Weg gesucht,<br />

offline auf die Maschinen zugreifen zu können. Wir gingen dabei<br />

vom Worst Case auf Kundenseite aus: Nachtschicht, die Maschine<br />

streikt. IT-Mitarbeiter nicht im Haus. Der Bediener kennt sich<br />

SMARTE TECHNOLOGIEN HELFEN<br />

KUNDEN UNKOMPLIZIERT UND<br />

SCHNELL AUS DER FERNE<br />

nicht genau mit den technischen Einstellungen und fachlichen<br />

Begrifflichkeiten aus. Die Firewall wurde zuletzt aktualisiert, unser<br />

Servicetechniker kommt aus der Ferne nicht mehr an die Maschine<br />

dran. Die Neuanmeldung dauert in der Regel eine Woche<br />

oder länger.“<br />

Alternativ verfügen die Systeme auch über Netzwerk- und USB-<br />

Anschlüsse, um aus Ferne oder Nähe zugreifen zu können. Zudem<br />

versieht der Kennzeichnungsanbieter seine Maschinen sukzessive<br />

mit QR-Code-Labeln, die mit mobilen Endgeräten gescannt<br />

werden können. Kunden gelangen so innerhalb von<br />

Sekunden in einen Support-Bereich, in dem sie Bedienungsanleitungen<br />

und technische Daten finden, Zubehör bestellen oder<br />

den Kundendienst erreichen können.<br />

AUGMENTED REALITY IM SUPPORT<br />

Schon bisher nutzte das Bluhm-Hotline-Team smarte Technologien,<br />

um Kunden schnelle Hilfe aus der Ferne anzubieten. Dazu<br />

zählt zum Beispiel das Fernwartungstool Sightcall, mit dem sich<br />

technische Probleme direkt über das Handy des Kunden betrachten<br />

und analysieren lassen. Aber auch Augmented-Reality-Apps<br />

und IIoT-Software wie Linx-PrinterNet ermöglichen gezielten<br />

Support ohne Technikerbesuch.<br />

Linx-PrinterNet ist ein leistungsfähiges Werkzeug zur Steuerung,<br />

Überwachung und Remote-Unterstützung von Linx-Continuous-Inkjet-Systemen.<br />

Neben dem Service, der sich über PrinterNet-Informationen<br />

zum Gerät einholen kann, profitiert der<br />

Kunde von der Möglichkeit der einfachen Überwachung seiner<br />

Geräte von einer zentralen Stelle aus.<br />

Denn die Software auf Cloud-Basis erlaubt es Bedienern, ihre<br />

Systeme von jedem internetfähigen Endgerät aus anzusteuern,<br />

zu überwachen und auszuwerten. So lässt sich aus der Ferne unter<br />

anderem überprüfen, welche Maschinen arbeiten und welche<br />

Texte in welcher Menge bereits gedruckt wurden. Die Anzeige,<br />

wann der aktuelle Auftrag abgeschlossen sein wird, erlaubt eine<br />

frühzeitige Vorbereitung der Umrüstung auf das nächste Produkt<br />

und erhöht somit die Produktivität.<br />

Statusanzeigen bilden übersichtlich ab, ob und welche Geräte<br />

on- oder offline sind, ob Fehler vorgekommen sind und aus welchem<br />

Grund eventuell nicht gedruckt werden kann. Auch die<br />

Füllstände von Solvent und Tinte sind sofort erkennbar. Mit dem<br />

aktuellen Protokoll und der Meldungshistorie kann überwacht<br />

werden, wer den Drucker wann bedient hat und welche Fehler<br />

auftraten. Somit erhält der Administrator die volle Kontrolle über<br />

den Kennzeichnungsablauf.<br />

Per E-Mail oder SMS können Benachrichtigungen über Fehler,<br />

Warnungen sowie Hinweise wie „Verbrauchsmaterial<br />

Über QR-Codes gelangen Kunden schnell zum Support-Bereich<br />

nachfüllen“, „Wartung ist fällig“ oder „System unvollständig<br />

heruntergefahren“ verschickt werden. Da der Administrator<br />

festlegt, welcher Mitarbeiter welche Art von Benachrichtigungen<br />

bekommt, lässt sich die Informationskette genau auf die<br />

aktuellen Bedürfnisse des Unternehmens zuschneiden. Alles<br />

im Sinne einer maximalen Effizienz durch schnelleres Reagieren<br />

auf außergewöhnliche Vorkommnisse.<br />

Ein weiterer wichtiger Aspekt: Die Datensicherung und die<br />

Wiederherstellung der Daten im Notfall ist über Linx-PrinterNet<br />

automatisiert. Alle Systeme sind auf dem gleichen Stand, um<br />

diese im Falle eines Falles schnell tauschen zu können.<br />

Fotos: Bluhm Systeme<br />

www.bluhmsysteme.com<br />

UNTERNEHMEN<br />

Bluhm Systeme GmbH<br />

Maarweg 33<br />

D-53619 Rheinbreitbach<br />

Tel.: +49(0)2224-7708-0<br />

E-Mail: info@bluhmsysteme.com<br />

AUTORIN<br />

Antoinette Aufdermauer, Redakteurin,<br />

Bluhm Systeme GmbH, Rheinbreitbach<br />

www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2022</strong>/04 27


<strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong><br />

GEFAHRENPOTENZIALE UND SCHUTZMASSNAHMEN IM INTERNET OF THINGS<br />

SICHERHEITS-UPDATE FÜR DAS IOT<br />

Von der Zugangskontrolle bis zum Industrieroboter: Verschiedenste Geräte<br />

und Anlagen werden heute über standardisierte Bussysteme und Gateways<br />

mit dem Internet verbunden – und sind damit angreifbar. Das Problem<br />

gewinnt vor allem angesichts neuer Bedrohungen zusätzlich an Brisanz –<br />

höchste Zeit für einen Sicherheits-Check.<br />

Die Frage, ob wir uns auf eine dauerhaft erhöhte Gefahr<br />

von Cyberangriffen im Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt<br />

einrichten müssen, beantwortet BSI-Präsident<br />

Arne Schönbohm mit einem klaren Ja. „Wir hatten<br />

bereits vor dem Krieg eine angespannte Lage. Die Gefahrenlage<br />

hat sich durch den Angriffskrieg Russlands weiter verschärft.<br />

Dabei geht es nicht nur um eine Bedrohung durch staatliche Akteure,<br />

sondern gerade auch durch ‚Hacktivisten‘ und andere<br />

nichtstaatliche Gruppierungen, die sich zu einer Vielzahl von<br />

Cyberattacken bekennen. 1) Neu ist die Bedrohung nicht: Schon<br />

2010 bewies der „Netzwerkwurm“ Stuxnet 2) , dass sogar militärisch<br />

abgeschirmte Industrieanlagen vor elektronischer Sabotage<br />

nicht gefeit sind. Aktuelle Erhebungen des Branchenverbands<br />

Bitkom zeigten bereits vor der Ukraine-Krise eine besorgniserregende<br />

Entwicklung: Im Jahr 2021 summierten sich die<br />

durch Cyberangriffe verursachten Schäden auf 223 Millionen<br />

Euro. Das entspricht einem Anstieg um 358 Prozent gegenüber<br />

dem Vorjahr.<br />

28 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2022</strong>/04 www.industrielle-automation.net


<strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong><br />

ANGRIFFSVEKTOREN DES INTERNET OF THINGS<br />

Warum das so ist, hängt damit zusammen, dass das Internet of<br />

Things im industriellen Umfeld heute auf vielfältige Art und Weise<br />

eingesetzt wird. Ebenso vielfältig sind daher auch die Bedrohungsszenarien:<br />

• Unterbrechung von Informationsströmen: Dadurch geraten sorgfältig<br />

austarierte Workflows schnell aus dem Takt.<br />

• Manipulation von Informationsströmen: Damit können Kriminelle<br />

den Anlagenbetreiber zu falschen Entscheidungen verleiten.<br />

• Ausspionieren von Informationsströmen: Hier geraten wertvolle<br />

Produktionsdaten in falsche Hände.<br />

• Unterbrechung von Fernsteuerungen: Dabei verliert der Betreiber<br />

die Kontrolle über die Anlagen.<br />

• Manipulation von Fernsteuerungen: Hiermit stehen Hackern direkte<br />

Steuerbefehle zur Verfügung, mit denen sie Anlagen beschädigen,<br />

schlimmstenfalls sogar Menschenleben gefährden<br />

können.<br />

SCHWACHSTELLEN<br />

Das Netz der Netze wurde in erster Linie zum reibungslosen,<br />

grenzenlosen Datenaustausch geschaffen, nicht aber für die sichere<br />

Identifikation von Teilnehmern. Die meisten erfolgreichen<br />

Angriffe basieren folglich auf der Vorspiegelung falscher Identitäten.<br />

Das reicht von der Phishing-Mail bis hin zur Übernahme der<br />

Identität eines Fernwartungsmitarbeiters.<br />

Zu den bekannten Schwachstellen zählt darüber hinaus die<br />

fehlende oder unzureichende Verschlüsselung für übertragene<br />

Daten, die es Kriminellen und Saboteuren oft nur allzu leicht<br />

macht, die Kontrolle über ein IoT-System zu erlangen.<br />

IoT-Security “Made in Germany”<br />

Entscheider in der Industrie stehen vor<br />

der großen Herausforderung, zwischen<br />

der Erhaltung bzw. Steigerung der<br />

Effizienz ihrer Anlagen einerseits und<br />

dem Schließen bestehender Sicherheitslücken<br />

andererseits abwägen<br />

zu müssen. Wo können Cyberattacken<br />

in meinem System ansetzen? Wieviel<br />

Sicherheit ist notwendig? Welchen<br />

Aufwand muss ich für eine Umrüstung<br />

erbringen? Welche Erfahrungen und<br />

Standardlösungen gibt es bereits?<br />

Wer hilft mir zuverlässig bei der<br />

Sicherheitsanalyse und der anschließenden<br />

Umsetzung? Fragen, die wir<br />

von einer wachsenden Zahl unserer<br />

Kunden hören und denen wir uns gerne<br />

stellen. Bei Swissbit arbeiten wir mit<br />

einer Reihe an Partnern und Dienstleistern<br />

zusammen, um unseren<br />

Kunden effektive, durchgängige und<br />

wenn möglich einfache, nachrüstbare<br />

Lösungen anbieten zu können.<br />

Matthias Poppel, CSMO Swissbit<br />

GEGENMASSNAHMEN UND ANSÄTZE<br />

An erster Stelle steht die Überprüfung des gesamten IoT-Kommunikationswegs.<br />

Ein Kommunikationsstrang beginnt dabei in<br />

der Regel bei der Sensorik oder Aktorik im Betrieb und führt<br />

über eine Internet-Verbindung bis zum Remote-Computer oder<br />

Mobilgerät eines extern Arbeitenden.<br />

Nach der lückenlosen Erfassung und Dokumentation der IoT-<br />

Datenpfade wird überprüft, ob die bestehende Sicherheitsinfrastruktur<br />

ausreicht, oder weitere Maßnahmen erforderlich sind. In<br />

einem übergreifenden Schutzkonzept müssen Software, Hardware<br />

und Services nahtlos ineinandergreifen. Jedem Gerät und<br />

jedem Nutzer muss eine eindeutige Identität zugewiesen werden.<br />

Darüber hinaus ist eine lückenlose End-to-End-Verschlüsselung<br />

des Datenverkehrs erforderlich. Die Sicherheitslösung „IoT Secure<br />

Connect“ von Swissbit folgt genau diesem Ansatz.<br />

HARDWARE: WIRKSAMER CYBER-SCHUTZ<br />

Eine reine Software-basierte Sicherheitslösung ist – wie die Anwendungsprogramme<br />

selbst – grundsätzlich anfällig für Angriffe.<br />

Ein wirksamer Cyber-Schutz basiert daher stets auf einer Hardware-Komponente<br />

– der Root of Trust. Hier haben sich spezielle<br />

Sicherheitsspeicherkarten bewährt. Sie schützen die übermittelten<br />

Daten unter anderem durch Verschlüsselung. Die unangreifbare<br />

Sicherheits-Hardware sorgt aber auch für die Integrität von<br />

Geräten, zum Beispiel durch Identitätsschutz. Die Datenintegrität<br />

wird durch nicht überschreibbare Datenträger oder durch<br />

Nachverfolgung von Änderungs- oder Löschvorgängen erreicht.<br />

Wichtig für eine Nachrüstung ist dabei die Kompatibilität der<br />

Sicherheits-Hardware zu bestehenden Lösungen, im Hinblick<br />

auf Formfaktor und Schnittstellendefinition. Außerdem muss sie<br />

so ausgelegt werden, dass sie den Umwelteinflüssen vor Ort<br />

www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2022</strong>/04 29


<strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong><br />

01 Eine geschützte IoT-Infrastruktur am Beispiel einer<br />

intelligenten Fabrik: Die Verbindungen nach außen müssen<br />

sorgfältig abgesichert werden. Dabei bildet spezielle<br />

Sicherheits-Hardware eine Root of Trust, auf die Software<br />

und Services aufbauen.<br />

02 Umfassender Cyber-Schutz basiert stets<br />

auf einer Hardware-Komponente: Bei IoT Secure<br />

Connect von Swissbit greifen Hard-, Software und<br />

Services nahtlos ineinander.<br />

01<br />

02<br />

standhält. Steckbare Komponenten wie SD- und microSD-Karten<br />

oder USB-Sticks in Industriequalität ermöglichen es Herstellern<br />

von Gateways oder Controllern, aktuelle Sicherheitsanforderungen<br />

für ihre Produkte einfach umzusetzen. Darüber hinaus muss<br />

Security-Hardware natürlich auch mit bestehenden Netzwerk-Infrastrukturen<br />

und Kommunikations-Servern harmonieren.<br />

SOFTWARE ALS BINDEGLIED<br />

Die Sicherheits-Software wird im Fall von „IoT Secure Connect“<br />

als SDK (Software Development Kit) bereitgestellt. Sie dient als<br />

Brücke zwischen Sicherheits-Hardware und Applikationsebene<br />

und gewährleistet eine sichere Verbindung zu IoT-Systemen.<br />

Die Security-Programme sind zudem Anknüpfungspunkt für<br />

die asymmetrisch verschlüsselte Übertragung und das Public-<br />

Private-Key-Management zwischen der Hardware-Komponente<br />

im Steuergerät und dem externen Device. Dort sorgen Apps<br />

oder Programme dafür, dass das externe Device ebenfalls sicher<br />

erkannt wird und Attacken ausgeschlossen bleiben.<br />

SERVICES<br />

Eine der Hauptaufgaben im Servicekonzept von „IoT Secure<br />

Connect“ ist die einmalige „In-Field“-Aktivierung der sicheren<br />

Verbindung zwischen externen Geräten und Steuereinheiten<br />

in einer „Smart Factory“. Danach kann die Verbindung zwischen<br />

den IoT-Geräten direkt erfolgen, also ohne den Umweg<br />

über eine Cloud, oder über den nun abgesicherten Kanal eines<br />

bestehenden Cloud Service Providers. Der Betreiber einer intelligenten<br />

Fabrik kann somit einen absolut sicheren Kanal zur<br />

Steuerung wie auch für die Wartung oder das Monitoring der<br />

Anlagen aufbauen. Optional können weitere Services hinzugefügt<br />

werden.<br />

dringend auf Schwachstellen untersuchen und diese beseitigen.<br />

Wer heute Produkte und Systeme für das IoT anbietet, muss ein<br />

Sicherheitskonzept gleich mitliefern – neu erfinden muss man<br />

das Rad der Sicherheit allerdings nicht. Besser man verlässt sich<br />

auf erfahrene Partner wie Swissbit. Das Unternehmen hat mit<br />

„IoT Secure Connect“ eine funktionale Nachrüstlösung konzipiert,<br />

die durch die Kombination aus Hardware, Software und Services<br />

Bedrohungen durch Cyberkriminelle effizient minimiert und das<br />

volle Potential des IoT sicher nutzbar macht.<br />

Bilder: Swissbit<br />

Quellenhinweis:<br />

1)<br />

Redaktionsnetzwerk Deutschland<br />

2)<br />

Wikipedia<br />

www.swissbit.com<br />

UNTERNEHMEN<br />

Swissbit AG<br />

Industriestraße 4<br />

9552 Bronschhofen/Schweiz<br />

E-Mail: sales@swissbit.com<br />

AUTOR<br />

Matthias Poppel, CSMO Swissbit<br />

ZUSATZINHALTE IM NETZ<br />

FAZIT<br />

Mit dem Internet of Things entstehen Verbindungen von Maschinen<br />

und Sensoren über ein Netz, das nicht für eine manipulationsfreie<br />

Überwachung und Steuerung ausgelegt ist. Betreiber<br />

von IoT-Infrastrukturen sollten daher ihre Übertragungswege<br />

Lösungen für die Industrie<br />

http://bit.ly/Swissbit_Industrie<br />

30 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2022</strong>/04 www.industrielle-automation.net


<strong>INDUSTRIELLE</strong> KOMMUNIKATION<br />

ZUVERLÄSSIG AUF TSN-EBENE IN<br />

GEMEINSAM GENUTZTEN NETZWERKEN<br />

Die Avnu Alliance, die CC-Link Partner Association,<br />

ODVA, OPC Foundation und Profibus & Profinet<br />

International geben ihre Zusammenarbeit bekannt. Sie<br />

werden eine einheitliche gemeinsame Konformitätsbewertung<br />

für die<br />

Norm IEEE/IEC<br />

60802 Time<br />

Sensitive Networking<br />

(TSN) Profil<br />

für industrielle<br />

Automatisierung<br />

entwickeln.<br />

Im Zentrum der<br />

Zusammenarbeit steht der abgestimmte und sich im<br />

Besitz der Gruppe befindende Testplan für den Markt<br />

der industriellen Automatisierung. Alle teilnehmenden<br />

Organisationen werden diesen als Basistest nutzen und<br />

dem breiteren Ökosystem der industriellen Automatisierung<br />

zur Verfügung stellen. Diese Zusammenarbeit<br />

soll dokumentieren, dass 60802-konforme Geräte<br />

verschiedener Hersteller, die unterschiedliche Automatisierungsprotokolle<br />

unterstützen, zuverlässig auf<br />

TSN-Ebene in gemeinsam genutzten Netzwerken<br />

koexistieren. Das schließt auch Geräte ein, die TSN für<br />

Nicht-Automatisierungsanwendungen verwenden.<br />

www.odva.org<br />

IO-LINK - IM HANDUMDREHEN UM RFID<br />

ERWEITERBAR<br />

Turck hat drei neue<br />

RFID-HF-Schreib-Lese-<br />

Geräte mit IO-Link in<br />

M18- und M30-Gewinderohr-<br />

sowie in<br />

Q40-Quaderbauform<br />

auf den Markt gebracht.<br />

Mit ihnen<br />

lassen sich bestehende<br />

IO-Link-Anwendungen<br />

direkt um RFID<br />

erweitern. Mit der schnellen COM3-Schnittstelle und 32 Byte<br />

Prozessdatenbreite tragen die HF-Reader dazu bei, die<br />

Performance von IO-Link-RFID-Systemen zu steigern. Ferner<br />

bieten die Geräte die Optionen, passwortgeschützt auf<br />

Datenträger zuzugreifen und die RSSI-Signalstärke zur<br />

stetigen Funktionsreserve- und Qualitätskontrolle zu erfassen.<br />

Die Schreib-Lese-Geräte können im IO-Link-Modus oder ohne<br />

IO-Link-Master im Standard-I/O-Modus (SIO) betrieben<br />

werden. Im SIO-Modus bieten sie eine Passwortschutz-Funktion<br />

zur Zugangskontrolle. Diese ist bei dezentralen oder<br />

autarken Anwendungen hilfreich, da weder ein Master oder<br />

RFID-Interface noch eine Steuerung benötigt werden. Die<br />

Parametrierung der Geräte, TN-M18-IOL2, TN-M30-IOL2 und<br />

TN-Q40-IOL2, unterstützen Turcks IO-Link-Master.<br />

www.turck.com<br />

APP ERHÖHT VERFÜGBARKEIT VON ANTRIEBEN<br />

Der Predictive Service Analyzer von Siemens gibt Aufschluss über Anomalien im<br />

Antriebssystem. Sie zeigt frühzeitig Defekte im Antriebssystem an, bevor diese<br />

die Produktion beeinflussen. So können Produktionsausfälle vermieden werden<br />

und Wartungszeiten rechtzeitig eingeplant werden, was die Verfügbarkeit von<br />

Anlagen erhöht. Die KI-basierte Edge App erkennt bereits erste Anzeichen von<br />

Anomalien, die z. B. auf mechanische Schäden im Motor hindeuten, wie Lagerschäden,<br />

Unwucht und Ausrichtungsfehler oder kritische Betriebsbedingungen<br />

des Umrichters. Sie bewertet dazu den Schweregrad des Defekts und die zu<br />

erwartende Restlaufzeit. Der Analyzer eignet sich besonders für Anwendungen<br />

mit konstanten Bewegungen, z. B. Pumpen, Lüfter, Kompressoren oder Motoren, die keine Drehzahlregelung benötigen.<br />

Im Gegensatz zur MindSphere App Predicitve Service Assistant beruht hier die Analyse auf der Auswertung von sehr<br />

hohen Datenmengen in nahezu Echtzeit.<br />

www.siemens.com<br />

www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2022</strong>/04 31


<strong>INDUSTRIELLE</strong> KOMMUNIKATION<br />

KLASSISCHE AUTOMATISIERUNG PER WEB-IO<br />

FLEXIBEL AUFRÜSTEN<br />

Wiesemann und<br />

Theis – kurz W&T –<br />

stockt das Web-IO-<br />

Sortiment um zwei<br />

neue Geräte für<br />

Automatisierungsund<br />

IoT-Anwendungen<br />

auf. Die Einsatzmöglichkeiten<br />

sind vielfältig: Neben E-Mail und MQTT<br />

erlauben HTTP(S), REST, OPC UA und DA, Modbus-TCP und FTP<br />

bis hin zur Socket-API die Integration in klassische Automatisierungen<br />

sowie Industrie 4.0. Im neuen kompakten Gehäuse<br />

sind beide Modelle prädestiniert für den Einbau in Schaltschrank<br />

und Unterverteilung. Das Web-IO 4.0 Digital 4xIn/Out<br />

#57733 bietet vier IO-Kanäle, die wahlweise als Input oder als<br />

24V-Output betrieben werden können. Wer potentialfreie<br />

Kontakte benötigt, bekommt mit dem Web-IO 4.0 Digital<br />

12xIn, 8xRelais Out #57738 zwölf Eingänge, die für die<br />

Ansteuerung durch Schaltkontakte vorbereitet sind, aber auch<br />

24V-Signale verarbeiten können. Als Ausgänge stehen sieben<br />

potentialfreie Wechselkontakte und ein Schließer zur Verfügung.<br />

Das Modell #57738 lässt sich ohne externe Versorgung<br />

einfach über PoE bestromen.<br />

www.wut.de<br />

MEHR FLEXIBILITÄT BEIM AUFBAU VON<br />

IIOT-LÖSUNGEN<br />

Die Version 2.31 von<br />

Softings Edge-Connector-Produkten<br />

unterstützt<br />

MQTT-Subscriber-<br />

Funktionalität. Die auf<br />

Docker-Technologie<br />

basierenden Softwaremodule<br />

bieten<br />

Zugriff auf Prozessdaten<br />

in Simatic S7-, Sinumerik<br />

840D- und Modbus<br />

TCP-Steuerungen. Mittels MQTT kann der Aufbau von IIoT-Lösungen<br />

laut Hersteller noch flexibler gestaltet werden. So<br />

lässt sich z. B. ein Rezepturmanagement aus der Cloud oder in<br />

der Edge realisieren, indem Daten von einem MQTT-Broker<br />

empfangen und in eine Steuerung geschrieben werden. Ein<br />

weiterer Anwendungsfall ist die vorausschauende Wartung<br />

über das MQTT-Protokoll. Damit kann die Applikation aktiv<br />

eingreifen, wenn z. B. der Produktionsprozess gestoppt<br />

werden muss, um möglichen Maschinendefekten vorzubeugen.<br />

Darüber hinaus lassen sich über die Anwendung Monitor<br />

& Optimierung (M&O) Variablen im Produktionsprozess<br />

ändern, sobald die Anwendung ein Optimierungspotenzial<br />

erkannt hat. Durch die Nutzung der Containertechnologie<br />

sind die Edge-Connector-Produkte sehr schnell einsatzbereit.<br />

Sie werden auf Standard-Hardware betrieben und könnten<br />

leicht zentral administriert werden. Damit haben Anwender<br />

eine einfache und sichere Möglichkeit, Daten aus der Produktion<br />

in flexible Industrial IoT-Lösungen zu integrieren.<br />

industrial.softing.com<br />

IO-LINK-MASTER UND LEITUNGEN FÜR<br />

HYGIENESENSIBLE EINSATZBEREICHE<br />

Die neuen IO-Link-Master der<br />

Serie PerformanceLine sind<br />

speziell für Hygiene-Anwendungen<br />

konzipiert. Sie<br />

erfüllen die Schutzarten<br />

IP65, IP67 und IP69K, die<br />

M12-Buchsen bestehen aus<br />

Edelstahl und die Dichtungen<br />

aus EPDM. Die neuen<br />

IO-Link-Master haben<br />

entweder vier oder acht Ports<br />

und sind in zwei Versionen entweder für Profinet oder<br />

EtherNet/IP erhältlich. Da die Ports Aktoren mit bis zu 2 A<br />

versorgen können, lassen sich auch Aktoren mit hohem<br />

Leistungsbedarf, wie etwa Ventilinseln, anschließen. Für jeden<br />

Port kann separat eine Strombegrenzung eingestellt werden,<br />

und eine Strom- und Spannungsmessung ermöglicht ein<br />

einfaches Monitoring. Wenn mehrere Master in einer Anwendung<br />

verwendet werden, lässt sich die Spannungsversorgung<br />

über L-codierte M12-Leitungen mit einer Daisy-Chain<br />

kaskadieren. Dies spart laut Hersteller bei der Installation<br />

Material, Zeit und Kosten. Die Parametrierung der IO-Link-<br />

Master sowie aller angeschlossenen Sensoren kann über die<br />

Software Moneo Configure SA erfolgen. Für den Anschluss von<br />

Sensoren an die IO-Link-Master in der Lebensmittelindustrie<br />

werden passende Leitungen benötigt, die ebenfalls die hohen<br />

Anforderungen erfüllen. Hier bietet IFM jetzt ein umfangreiches<br />

Sortiment an Leitungen mit gemäß IEC 61076 L-codierten<br />

Steckverbindern. Die Ecolink-Technologie soll dabei für<br />

eine zuverlässige und dichte Verbindung durch sichere<br />

Montage auch ohne Werkzeug sorgen.<br />

www.ifm.com<br />

SICHER VERNETZT<br />

Weidmüller bietet mit dem Industrial Security Router<br />

IE-SR-4TX-LTE/4G-EU eine Lösung für alle sicherheitsrelevanten<br />

Positionen an. Dieser ist jetzt auf der Conrad Sourcing<br />

Platform erhältlich. Die Stateful Inspection Firewall des<br />

Industrial Security Routers überwacht und filtert sämtliche<br />

Daten, die über TCP/IP verarbeitet werden. Daneben sorgen<br />

IP/Port-Weiterleitung und Netzwerksegmentierung<br />

für erhöhte Netzwerksicherheit.<br />

Für sichere Kommunikation durch<br />

Verschlüsselung und Datenintegrität<br />

kommen IPsec und OpenVPN zum Einsatz.<br />

Die im Router integrierte VPN-Technologie<br />

eignet sich sehr gut für den sicheren<br />

Fernzugriff auf Komponenten und<br />

Systeme in entfernten Netzwerken und<br />

unterstützt den u-link Remote Access<br />

Service. Fernzugriffsysteme können<br />

darüber auch ohne spezielle IT-Kenntnisse<br />

schnell und einfach eingerichtet werden.<br />

Subnetze mit identischen IP-Adressbereichen<br />

lassen sich durch 1:1-NAT besonders<br />

leicht integrieren.<br />

www.conrad.de<br />

32 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2022</strong>/04 www.industrielle-automation.net


<strong>INDUSTRIELLE</strong> KOMMUNIKATION<br />

BESSER VERNETZT: FELDBUSSYSTEM<br />

MIT IO-LINK-MASTER<br />

SMC rüstet seine Feldbussysteme<br />

und Gateway-Units<br />

mit zahlreichen Feldbusprotokollen<br />

aus und bietet für<br />

die Serie EX600 nun ein<br />

IO-Link-Master-Modul für<br />

die flexible Verbindung mit<br />

Fertigungsnetzwerken an.<br />

Die Integration in die<br />

EX600-Plattform macht<br />

externe Komponenten<br />

überflüssig und ermöglicht die Sensor-/Aktor-Anbindung u. a.<br />

an die industriellen Netzwerke Profinet und EtherNET/IP.<br />

Verfügbar ist das IO-Link-Master-Modul mit vier Port Class<br />

A-Anschlüssen (z. B. fü r Eingangs-/Ausgangsgeräte wie Druck-,<br />

Durchfluss- und Wegmesssensoren) oder vier Port Class<br />

B-Anschlüssen. Der Port Class B bietet eine zusätzliche<br />

Versorgungsspannung und ist so für Geräte geeignet, die<br />

mehr Strom brauchen. Die EX600-Plattform ist kompatibel<br />

mit vielen Ventilserien, erlaubt den Anschluss von analogen<br />

oder digitalen IO-Modulen und unterstützt auch andere<br />

Industrial Ethernet-Protokolle wie EtherCat oder DeviceNet<br />

sowie Standard-Feldbus-Protokolle wie Profibus.<br />

www.smc.de<br />

ASI-5 MODUL MIT 8 IO-LINK MASTER PORTS<br />

IO-Link Devices sind in Maschinen und<br />

Anlagen heute allgegenwärtig. Mit ASi-5<br />

und dem fein abgestuften Portfolio an ASi-5<br />

Modulen mit integriertem IO-Link Master<br />

von Bihl+Wiedemann können die Daten<br />

intelligenter Devices einfach, flexibel und<br />

kostengünstig in Automatisierungsprozesse<br />

eingebunden werden. Neuestes Mitglied im<br />

Sortiment ist das ASi-5 Modul BWU4386 in<br />

IP67 mit acht IO-Link Master Ports Class A.<br />

Die IO-Link Ports für die Anbindung der<br />

Devices sind als 5-polige M12-Buchsen<br />

ausgeführt, wobei auf Pin 2 ein zusätzliches<br />

E/A Signal zur Verfügung steht. Der Anschluss des Moduls an<br />

ASi und AUX erfolgt jeweils über Profilkabel per Durchdringungstechnik.<br />

Alle ASi-5 Module in IP67 mit integriertem<br />

IO-Link Master können genau dort, wo sie gebraucht werden,<br />

ohne Switches oder vorkonfektionierte Kabel einfach per<br />

Durchdringungstechnik angeschlossen werden. So lassen sich<br />

an ein ASi-5/ASi-3 Gateway pro ASi Kreis über 60 ASi Module<br />

mit je bis zu acht IO-Link Devices anschließen und deren<br />

Prozess-, Parameter- und Diagnosedaten über den im Gateway<br />

integriertem OPC UA Server z. B. in die Cloud oder an ein<br />

HMI übermitteln.<br />

www.bihl-wiedemann.de<br />

ANZEIGE<br />

Funklösung ersetzt verschleiß- und ausfallanfällige Verkabelung.<br />

Die R3 Solutions Bridge E ist die Voraussetzung<br />

für drahtlose Steuerkonzepte und legt die Basis für moderne<br />

Produktionsstätten. Davon profitieren bereits zahlreiche<br />

Unternehmen im Transport- und Logistik-Bereich.<br />

ECHORING SORGT FÜR AUSFALL-<br />

SICHERE FUNK-KOMMUNIKATION<br />

ZWISCHEN MASCHINEN<br />

Die steigende Automatisierung in der Industrie reduziert<br />

Produktionsfehler und macht Prozesse effizienter.<br />

Immer wichtiger werden dabei reaktionsschnelle<br />

Drahtlos-Technologien. Ein Vorreiter in dem Bereich<br />

ist die R3 Solutions GmbH. Die Berliner haben mit<br />

der „Bridge E“ eine Netzwerklösung entwickelt, die auf<br />

Basis der EchoRing-Technologie und Standard WiFi-<br />

Chips eine ausfallsichere Kommunikation zwischen intelligenten<br />

Komponenten der Smart Factory garantiert. Die<br />

R3 SOLUTIONS GMBH<br />

KURFÜRSTENDAMM 21<br />

10719 BERLIN<br />

WWW.R3.GROUP<br />

www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2022</strong>/04 33


KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

E-KETTEN MIT INTEGRIERTEM CONDITION-MONITORING-SYSTEM IM FAHRSIMULATOR<br />

SAFETY FIRST<br />

Die Mercedes-Benz Group beheimatet an ihrem Standort in Sindelfingen einer<br />

der modernsten Fahrsimulatoren der Welt. Um die Anlagensicherheit und<br />

Verfügbarkeit zu erhöhen, wurden im Rahmen eines Modernisierungsprojekts<br />

sämtliche Leitungen ersetzt und neue Energieführungsketten inklusive einer<br />

Bruchüberwachung installiert.<br />

34 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2022</strong>/04 www.industrielle-automation.net


KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

Fahren. Damit alle notwendigen Leitungen für die Stromzuführung,<br />

Steuerung, Netzwerktechnik sowie Pneumatik- und Kühlwasserschläuche<br />

sicher geführt und geschützt werden, kommen<br />

Energieführungsketten von Igus zum Einsatz.<br />

ENORME BELASTUNGEN FÜR DIE<br />

ENERGIEZUFÜHRUNG<br />

Energieführungsketten agieren dabei wie eine Nabelschnur, sie<br />

sorgen für die Zuführung von Energie, Daten und Medien und<br />

sind dabei ständig in Bewegung. Die Steuereinrichtungen des<br />

Fahrzeugs sind über Datenleitungen mit der Computersteuerung<br />

des Fahrsimulators verbunden. Über 1.000-mal pro Sekunde berechnet<br />

der Computer das Fahrverhalten des Autos und erteilt<br />

der Mechatronik die entsprechenden Befehle. Sie bewegt die Anlage<br />

mit einer Geschwindigkeit von maximal zehn Metern pro<br />

Sekunde (36 km/h).<br />

„In unseren Energieführungsketten laufen sämtliche Leitungen<br />

– 90 kg pro Meter über vier Ketten verteilt. Die Kettenlänge<br />

beträgt jeweils 14,80 m und der Verfahrweg ist für 20 m ausgelegt.<br />

Wir erreichen hier eine unwahrscheinliche Dynamik und<br />

damit auch eine enorme Belastung auf das Material – und das<br />

ohne Probleme seit zehn Jahren mit nur einem System“, so<br />

Frank Schlögel, Leiter des Geschäftsbereichs Engineering Projekte<br />

und Montageservice bei Igus.<br />

Um die Anlagensicherheit und Verfügbarkeit nochmals zu<br />

steigern, haben sich die Verantwortlichen vom Technology Center<br />

dazu entschlossen, sämtliche Leitungen durch neue zu ersetzen<br />

und im gleichen Zuge auch neue Energieführungsketten der<br />

Serie P4.1 inklusive einer Bruchüberwachung zu installieren.<br />

Der Vorteil der P4.1: In jeder Verbindung der Kettenglieder befindet<br />

sich eine Lagerstelle für eine Schwenkbewegung. Diese<br />

haben die Entwickler bei Igus mit wartungsfreien Gleitlagern aus<br />

Hochleistungspolymeren ausgestattet und so die Lebensdauer<br />

der E-Kette mehr als verdoppelt.<br />

ALLES AUS EINER HAND<br />

Nachdem der Entschluss gefasst war, ging alles ganz schnell. Die<br />

vorhandenen Profil-Rollen der Serie P4 wurden durch die E-Kette<br />

Serie P41.80 der neusten Generation ersetzt. Die alten Leitungen<br />

wurden durch neue chainflex Leitungen von Igus getauscht, welche<br />

alle Anforderungen an EMV-Sicherheit sowie Normen und<br />

Richtlinien wie UL, VDE, CSA, Profibus usw. erfüllen.<br />

Nachdem die vorhandene Führungsrinne ebenfalls vor zehn<br />

Jahren auf den engen Bauraum speziell gefertigt und angepasst<br />

Das Werk in Sindelfingen ist eine der größten Produktions-<br />

und Entwicklungsstätten des deutschen Automobilherstellers<br />

und beschäftigt rund 35.000 Mitarbeiter.<br />

Als Sicherheitspionier hat der Fahrzeugbauer auch<br />

bei Fahrsimulatoren eine Vorreiterrolle. Seit 35 Jahren setzt das<br />

Unternehmen bewegte Fahrsimulatoren ein. Die Eckdaten des<br />

Simulators: 2.2 MW elektrische Antriebsleistung, „22 Tonnen<br />

Agilität“ und ein Gesamtwert von über 25 Mio. Euro.<br />

Mit der 360°-Leinwand, dem schnellen elektrischen Antrieb<br />

sowie der zwölf Meter langen Schiene für die „luftgelagerte Bewegung“<br />

zählt er zu den leistungsfähigsten Anlagen in der Automobilindustrie.<br />

Genutzt wird er insbesondere für Untersuchungen<br />

und Absicherungen bezüglich Fahrdynamik, Bedien- und<br />

Anzeigekonzepte, Fahrzeugassistenten und für das autonome<br />

EIGENSCHAFTEN DER E-KETTE<br />

n Wartungsarmes Rollen-E-Kettensystem mit<br />

tribooptimierten Kunststoff-Rollen<br />

n Kammartige autoglide-Stege<br />

n Spezielles Design der Rollen sowie der Kettenglieder<br />

und dadurch besonders leise<br />

n Ober- und Untertrum laufen versetzt übereinander<br />

n Gleiche Teilung der Rollen- /Kettenglieder<br />

n Geringe Bauhöhe, sehr platzsparend<br />

n Hohe Sicherheit, da die E-Kette flach auf der Seite liegt<br />

n Geräuschdämmung<br />

n Optional komplett eingehaust<br />

n Vier Innenhöhen: 56 und 80 mm lieferbar<br />

www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2022</strong>/04 35


KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

01<br />

01 In der Fahrzeugkabine befindet sich eine Projektionswand,<br />

auf welcher der Straßenverkehr realitätsgetreu mit bewegten<br />

Fußgängern, Gegenverkehr und Häusern dargestellt wird<br />

02 Eine enorme Dynamik und Belastung wirken auf die E-Ketten –<br />

Sensoren überwachen dabei den Zustand der Kettenglieder<br />

03 Die Energiekette versorgt aufgrund ihrer dreidimensionalen<br />

Bewegungsmöglichkeiten, der hohen Zugkraftaufnahme sowie ihrer<br />

hohen Flexibilität die Kabine ideal mit den notwendigen Leitungen<br />

ist bei einem solchen Modernisierungsprojekt ein erheblicher<br />

Vorteil“, erzählt Daniel Quick, Vertriebsleiter West bei Igus.<br />

02<br />

03<br />

SMARTE BRUCHERKENNUNG<br />

ERHÖHT SICHERHEIT<br />

Um das Gewicht der Leitungen sicher zu führen, bestehen die<br />

eingesetzten E-Ketten nicht wie üblich aus zwei, sondern aus<br />

mehreren Bändern. Bei solch einer Dynamik, Geschwindigkeit<br />

und Größe der Anlage ist es wichtig, genaue Berechnungen anzustellen,<br />

um die ideale Gewichtsverteilung und eine gleichmäßige<br />

Belastung der Bänder zu gewährleisten.<br />

„Unsere Glieder an den E-Ketten sind für den anspruchsvollen<br />

Dauereinsatz entwickelt. Sollte im Realbetrieb, vor allem bei<br />

solch einer hochdynamischen Anwendung, dann doch eine unvorhergesehene<br />

Schwierigkeit auftauchen, so können wir das<br />

außerdem direkt erkennen. Hierfür haben wir unsere Brucherkennung<br />

EC.B entwickelt“, so Schlögel. Bei dieser Brucherkennung<br />

wird durch die E-Kette ein Seil gespannt, welches jede<br />

Längenänderung aufnimmt und an den EC.B Sensor meldet.<br />

Dadurch werden Kettenbrüche frühzeitig erkannt und das System<br />

kann automatisch abgeschaltet werden.<br />

FAZIT<br />

Mit der Modernisierung des Fahrsimulators ist es Igus gelungen,<br />

die Anlagensicherheit und Verfügbarkeit nochmals zu erhöhen<br />

und für ein hohes Maß an Sicherheit im laufenden Betrieb zu<br />

sorgen. „Die Zusammenarbeit mit der Mercedes-Benz Group<br />

funktioniert hervorragend und es macht Spaß, ein so spannendes<br />

Projekt von Anfang an begleiten zu dürfen. Und natürlich<br />

auch ein wenig stolz, für so ein renommiertes Unternehmen für<br />

mehr Sicherheit zu sorgen“, so Schlögel abschließend.<br />

Bilder: Igus<br />

www.igus.de<br />

wurde und noch in einem sehr guten Zustand war, entschieden<br />

die Verantwortlichen beider Unternehmen, hier nur die Dämpfungsprofile<br />

zu erneuern. Bei dem neu eingesetzten System<br />

P41.80 laufen der Ober- und Untertrum versetzt übereinander.<br />

Damit wird eine bessere Laufruhe und eine ideale Geräuschdämmung<br />

erzielt.<br />

Des Weiteren verfügt das System neben kammartigen autoglide-Stegen<br />

über tribologisch optimierte Kunststoffrollen, welche<br />

die Haltbarkeit der Ketten nochmals erhöhen sollen. „Wir<br />

können unseren Kunden alles aus einer Hand anbieten, von<br />

der Projektierung, Lieferung, Montage bis hin zur Wartung. Das<br />

UNTERNEHMEN<br />

Igus GmbH<br />

Spicher Str. 1a, 51147 Köln<br />

Tel.: 02203/9649-0, E-Mail: info@igus.de<br />

ZUSATZINHALTE IM NETZ<br />

http://bit.ly/E-ChainsInMercedesSimulation<br />

36 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2022</strong>/04 www.industrielle-automation.net


KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

escha.net<br />

Anzeige<br />

VISUALISIERUNG DER MASCHINENZU-<br />

STÄNDE IN ECHTZEIT<br />

Eine LED-Messwertanzeige, die nicht nur Maschinenzustände<br />

visualisiert, sondern ebenfalls einen einfachen<br />

wie wirkungsvollen Beitrag zum Arbeitsschutz<br />

der Mitarbeiter leistet,<br />

bietet die Microsyst<br />

Systemelectronic<br />

GmbH an. Die<br />

kontrastreichen<br />

LED-Module sorgen<br />

für die nötige Ablesbarkeit<br />

auch aus<br />

größerer Entfernung. So kann die Anzeige zum Beispiel<br />

außerhalb eines Lärmbereichs platziert und trotzdem<br />

von allen Produktionsplätzen aus eingesehen werden.<br />

Drei Spalten zeigen alle notwendigen Informationen:<br />

Links wird die Maschinennummer eingeblendet, in der<br />

mittleren Spalte visualisiert ein Balken die prozentuale<br />

Restlaufzeit, unterstützt von farblichen Abstufungen<br />

je nach Fortschritt. Die rechte Spalte zeigt die verbleibende<br />

Laufzeit in Stunden und Minuten. Microsyst<br />

kann die LED-Anzeige bei Bedarf auch anwenderspezifisch<br />

fertigen. Der vorkonfigurierte Anschluss erfolgt<br />

über eine speicherprogrammierbare Steuerung. Diese<br />

erhält über ein Bussystem die Maschinenzeiten und<br />

generiert daraus auch die Balkendiagramme. „Im<br />

industriellen Arbeitsumfeld spielen Prozessüberwachung<br />

und Statuskontrollen eine große Rolle. Mit<br />

flexiblen Anzeigesystemen tragen wir diesem Anwendungsbereich<br />

bereits seit vielen Jahren Rechnung und<br />

kennen die Bedarfe der fertigenden Unternehmen“, so<br />

Harald Kilian, Inhaber und Geschäftsführer der<br />

Microsyst Systemelectronic GmbH.<br />

www.microsyst.de<br />

LEISTUNGSSTARKER MINI-STECKER<br />

Lapp stellt den neuen Epic<br />

Power M12L-Leistungsstecker<br />

mit L-Kodierung vor. Er<br />

ist einer der kleinsten am<br />

Markt verfügbare M12L-<br />

Stecker und leistet bis zu<br />

16 A. Die mechanische<br />

L-Kodierung des Steckgesichts verhindert Fehlstecken mit<br />

dem Gegensteckverbinder. Ein Crimpanschluss stellt eine<br />

vibrationssichere Verbindung her, sorgt für maximale<br />

Kontaktierungssicherheit zwischen Kontakt und Leitung und<br />

eignet sich für die automatisierte Konfektionierung. Im<br />

gesteckten und verriegelten Zustand kann Schutzart<br />

IP 65/67 und IP69 erreicht werden. Dank UL-Zertifizierung<br />

ist der Epic Power M12L im nordamerikanischen Raum<br />

zugelassen. Den neuen Stecker gibt es auch als 4-polige<br />

Variante mit schwarzem Isolierkörper und als 4+FE-Variante<br />

mit grauem Isolierkörper und Funktionserdekontakt (FE).<br />

www.lappkabel.de<br />

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unterschiedlichsten Branchen<br />

Staub- und wasserdichte<br />

Anschluss- und Verbindungstechnik<br />

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Umfangreiche Produktportfolios für<br />

die spezifischen Anforderungen,<br />

Normen und Standards<br />

Kundenspezifische Modifikationen


<strong>AUTOMATION</strong>: VON PARTNERN<br />

UMFASSEND PROFITIEREN<br />

01<br />

01 Planung und Bau einer Anlage zum Herstellen des<br />

Keramik-Laminates.<br />

02 Für die Versuche mit von IMAK konstruierter und gebauter<br />

Applikationsmaschine hergestellte Multilayer-Keramik-Leiterplatte.<br />

In diesem Zustand ist der Multilayer bereits gesintert und fertig zum<br />

Einbau in die Gerätelösung.<br />

03 Zwei voneinander unabhängige Kameras sehen jeweils mit einer<br />

Bildhälfte nach oben auf die Positionsmarken und nach unten auf die<br />

Zielmarken.<br />

AUFBAU EINER MULTILAYER-<br />

LEITERPLATTE AUS KERAMIK<br />

Die IMAK Ingenieurgesellschaft für Maschinen,<br />

Anlagen und Kraftfahrzeugbau GmbH hat ihren<br />

Schwerpunkt in der Automatisierung von<br />

Prozessen und Abläufen. Besondere<br />

Erfahrungen sind im Einsatz von Robotern und<br />

Achssystemen vorhanden. Diese Systeme<br />

wurden von IMAK beim Handling von<br />

Baugruppen zum Bestücken von Test- und<br />

Prüfsysteme, zum Positionieren und Halten von<br />

Bauteilen für Verbindungsprozesse wie kleben,<br />

löten und heißverstemmen eingesetzt. Auch<br />

das Auftragen von Kleberraupen auf komplexe<br />

Geometrien sowie deren geführte Höhenüberwachung<br />

gehört zum Portfolio der IMAK GmbH.<br />

Für die Bedienung elektronischer Baugruppen setzt IMAK<br />

Roboter ein, um ein größeres Spektrum an Bedienelementen<br />

(Taster, Schalter, …) in einem Endprüfablauf zu betätigen.<br />

Für die Beurteilung der Haptik werden auch noch zusätzlich<br />

Kraft-Weg-Kennlinien aufgezeichnet.<br />

IMAK hat große Erfahrung beim Ausrichten von Baugruppen<br />

in den 6 Freiheitsgraden im Raum. Dafür kommen entweder 2D-<br />

Sensoren oder/und Kameras für die Gewinnung der Messwerte<br />

zum Einsatz. Die Messwerte werden in von IMAK programmierten<br />

Algorithmen zur Positionierung der Achsen (Roboter, Lineare<br />

Achsen, Hexapode) verwendet. IMAK Ingenieure bearbeiten für<br />

die Gewinnung der erforderlichen Bewegungen Bilder der Kameras<br />

und Daten von 2D-Sensoren.<br />

Aufgrund der Erfahrungen von IMAK wurde sie für die Planung<br />

und den Bau einer Sondermaschine für die Herstellung von Multilayer-Keramik-Leiterplatten<br />

vom Forschungskonsortium ausgewählt.<br />

Um die Wärme von Prozessoren bei hohen Umgebungstemperaturen<br />

abführen zu können, muss die Leiterplatte gute<br />

Wärmeleiteigenschaften aufweisen. Dies ist mit herkömmlichen<br />

Leiterplattenmaterial FR4–Glasfasermatten mit Epoxidharznicht<br />

gegeben. Auch Multilayer mit Thermovias sind in besonderen<br />

Anwendungen keine Lösung. Um nun einen Multilayer aus Keramik<br />

aufzubauen ist eine Maschine zu entwickeln, mit welcher der<br />

IMAK ENTWICKELT UND FERTIGT<br />

LÖSUNGEN FÜR AUFGABEN IM<br />

MASCHINEN-, ANLAGEN-, KRAFT-<br />

FAHR- UND FLUGZEUGBAU<br />

Multilayer aufgebaut werden kann. IMAK wurde als Entwicklungspartner<br />

gewählt, da Justage- und Applikationserfahrungen<br />

vorhanden sind.<br />

Die Leiterplatte besteht aus einer bereits gesinterten Keramik<br />

(gesinterten Aluminiumoxidsubstraten) und 2 grünen Niedertemperatur-CO-fired<br />

Ceramics (LTCC) Blättchen, welche als Multilayer<br />

(Laminat) mit den Durchkontaktierungen positionsgenau<br />

aufzubauen sind. Um die Keramiken ausrichten zu können sind<br />

an 2 diagonalen Ecken Kreuze als Marker aufgedruckt. Für die<br />

Versuche mit von IMAK konstruierter und gebauter Applikationsmaschine<br />

hergestellte Multilayer-Keramik-Leiterplatte. In diesem<br />

Zustand ist der Multilayer bereits gesintert und fertig zum Einbau<br />

in die Gerätelösung. Die von IMAK für diesen Prozess entwickelte<br />

Maschine besteht aus einer Schublade, in welcher die gesinterte<br />

Platine abgelegt ist. Ebenfalls in der Schublade sind 2 Nester in<br />

welche die grüne Keramik abgelegt ist. Die zur Weiterverarbeitung<br />

aufgebaute Keramikleiterplatte wird auch in der Schublade<br />

zur Entnahme bereitgestellt.<br />

WORAUF ES ANKOMMT: DER KERNPROZESS<br />

Der Kernprozess besteht im Ausrichten der Bauteile über angebrachte<br />

Marker. IMAK hat umfangreiche Erfahrung in der Justage<br />

38 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2022</strong>/04 www.industrielle-automation.net


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02 03<br />

von Bauteilen wie zum Beispiel Ausrichten von Lenkrädern an<br />

den Blenden oder justieren von Optiken über alle 6 Freiheitsgrade.<br />

In diesem Falle setzten wir zwei Kameras ein, die über je einem<br />

Umlenkprisma das Bild teilten.<br />

Die eine Hälfte des Bildes hatte den Strahlengang nach oben<br />

und die andere Hälfte des Bildes den Strahlengang nach unten.<br />

Damit war es möglich die Zielmarke und die auszurichtende<br />

Positionsmarke in einer Kamera darzustellen.<br />

Zwei voneinander unabhängige Kameras sehen jeweils mit einer<br />

Bildhälfte nach oben auf die Positionsmarken und nach unten<br />

auf die Zielmarken.<br />

Das Bauteil, welches zu applizieren ist, sitzt oben in der gewölbten<br />

Aufnahme. Die obere Aufnahme ist an einem X-, Y-, Z-<br />

Schlittensystem und einer Rotationsachse montiert. Damit ist<br />

es möglich das Bauteil über die Zielmarken auszurichten und<br />

mit der Z-Achse zu applizieren. Die Ausrichtung der Bauteile ist<br />

mit diesem Konzept äußerst effektiv. Die gewölbte Aufnahme<br />

verhindert während des Fügens der Bauteile das im Zwischenbereich<br />

Lufteinschlüsse entstehen.<br />

UNTERNEHMEN<br />

IMAK GmbH<br />

Münchener Straße 11, 85123 Karlskron<br />

www.imak-group.com<br />

Alle<br />

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Der E-Mail-Service für Konstrukteure,<br />

Entwickler, Systemintegratoren sowie<br />

Produktionsverantwortliche, die sich<br />

mit der Konstruktion und Entwicklung<br />

eigener Maschinen und Anlagen<br />

befassen.<br />

Aktuelle Nachrichten rund um neueste<br />

Entwicklungen, Trends und Veranstaltungen<br />

aus dem gesamten Bereich der Mess- und<br />

Automatisierungstechnik.<br />

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www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2022</strong>/04 39<br />

INA_EA_Newsletter_1-4-quer_<strong>2022</strong>_05.indd 1 11.05.<strong>2022</strong> 14:58:15


HOCHWERTIGE UND EFFIZIENTE KABELFÜHRUNGEN<br />

MAXIMALER SCHUTZ –<br />

MINIMALER AUFWAND<br />

Sema Maschinenbau baut komplexe anwenderspezifische Maschinen<br />

zur Metallbearbeitung, in denen große Mengen Kabel und Leitungen<br />

verlegt werden müssen. Um die Wirtschaftlichkeit und Produktivität in<br />

der Kabelführung zu steigern, suchte das Unternehmen nach einer<br />

effektiven und praktikablen Lösung und entschied sich schließlich für<br />

das System von Pflitsch.<br />

40 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2022</strong>/04 www.industrielle-automation.net


KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

Wir haben komplett auf das System von<br />

Pflitsch umgestellt, weil uns der ganzheitliche<br />

Ansatz und die Qualität überzeugt haben.<br />

Markus Schögl, Leiter Elektromontage bei der<br />

Sema Maschinenbau GmbH<br />

Die Sema Technologie Gruppe aus Traunkirchen in Österreich<br />

entwickelt und fertigt seit mehr als 30 Jahren<br />

Werkzeugmaschinen für anspruchsvolle Aufgaben. Das<br />

Angebot spannt sich dabei von Serien- und Sondermaschinen<br />

zur Metallbearbeitung über Entgrat- und Reinigungsanlagen<br />

bis hin zu automatisierten Produktionslinien. Die über<br />

200 Mitarbeitenden erzielen einen Jahresumsatz zwischen 35<br />

und 40 Mio. Euro. „Es spielt keine Rolle, ob unsere Kunden Aluminium,<br />

Stahl, Schmiedeguss oder Pressteile bearbeiten müssen. Wir<br />

haben dafür immer die passenden Maschinen“, sagt Dipl.-Ing.<br />

Johannes Weiermair, technischer Leiter und Prokurist bei Sema.<br />

„Auf unseren Anlagen werden von unseren Kunden Bauteile in<br />

Millionen Stückzahlen pro Jahr gefertigt.“<br />

Die Hälfte der Sema-Kunden sind im Bereich der Automobil-<br />

Hersteller und ihrer Zulieferer zu finden – in Japan, China, USA,<br />

Südamerika und natürlich in allen europäischen Ländern. Aber<br />

auch Werkzeugmaschinen für die Industrie und die Energiewirtschaft<br />

gehören zum Portfolio. Seit Jahren gehe in diesen Branchen<br />

der Trend zu immer komplexeren Werkstücken und hoher<br />

Anlagenflexibilität, weiß Weiermair.<br />

HÄUFIG LANGE VERKABELUNGSSTRECKEN<br />

„Bei unseren komplexen Anlagen ist keine wie die andere“, erklärt<br />

Weiermair. Denn Sema baue die Maschinen exakt so, wie der<br />

Anwender sie brauche, inklusive der peripheren Hilfsanlagen<br />

und Schutzeinrichtungen. Bis zu hundert Antriebe und jede<br />

Menge zentrale wie dezentrale Steuerungsmodule pro Anlage<br />

seien keine Seltenheit. „So müssen wir oft tausende Meter Kabel<br />

und Leitungen sicher durch die Maschine verlegen, darunter<br />

neben Glasfaser- und Kupferkabeln auch Medienleitungen.“<br />

Bis vor wenigen Monaten wurden diese Kabelkanäle von einem<br />

anderen Lieferanten bezogen und von Hand konfektioniert. „Aus<br />

heutiger Sicht sehr arbeitsintensiv“, sagt Markus Schögl, Leiter<br />

Elektromontage bei Sema. Das Trennschneiden, Sägen und<br />

Schleifen war mit Lärm und Metallstaub verbunden und barg<br />

immer auch ein hohes Verletzungsrisiko für die Mitarbeitenden.<br />

„Außerdem haben sich unsere Monteure für die Bearbeitung der<br />

Kanäle immer wieder in die Werkstatt begeben müssen, um die<br />

Montagebereiche rund um die im Bau befindlichen Maschinen<br />

durch Trennschneiden oder Ausschneiden nicht zu verschmutzen<br />

und die dort arbeitenden Kollegen nicht zu belasten.“<br />

VERLETZUNGSGEFAHR GEBANNT<br />

Für die sichere Kabelführung verbaut Sema inzwischen verschiedene<br />

Pflitsch PIK-Kabelkanäle aus Metall. „In kleinen Kanälen<br />

führen wir zum Beispiel Einzelleitungen zu Sensoren und Aktoren,<br />

die breiteren Systeme sind für große Kabelvolumina da“, erläutert<br />

Markus Schögl. „Wir haben komplett auf das System von Pflitsch<br />

umgestellt, weil uns der ganzheitliche Ansatz und die Qualität<br />

überzeugt haben.“<br />

www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2022</strong>/04 41


KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

01 02<br />

Sema bezieht den PIK-Kanal in fünf verschiedenen Größen und<br />

setzt zur sauberen Konfektionierung die MiniCut ein, ein Scherwerkzeug,<br />

mit der sich Kanalkörper und -deckel quasi im Handumdrehen<br />

lärm- und schmutzfrei exakt ablängen lassen sollen.<br />

Um seitliche Ausbrüche für Kabelabgänge auszuführen, kommt<br />

ein akkubetriebenes Ausklinkwerkzeug zum Einsatz, mit dem sich<br />

auch Kanalteile im eingebauten Zustand bearbeiten lassen.<br />

Das System aus Kanal und Werkzeug<br />

amortisiert sich schnell, weil jede Menge<br />

Arbeitszeit und Aufwand eingespart werden.<br />

Damit haben wir in der Fertigung einen<br />

deutlichen Schritt nach vorne gemacht.<br />

Johannes Weiermair, technischer Leiter und Prokurist<br />

bei der Sema Maschinenbau GmbH<br />

Schögl: „Dank der gratfreien Schnitte an den Kanalenden und Ausbrüchen<br />

können weder Mensch noch Leitungen verletzt werden.“<br />

LEICHT UND TROTZDEM FORMSTABIL<br />

Der Pflitsch Installations-Kanal – kurz PIK – kombiniert die Vorteile<br />

der großen Kanalsysteme mit abnehmbaren Deckeln mit einer<br />

kompakten Bauform. Dank seiner Sicken (rinnenförmige<br />

Vertiefungen) in den Seitenwänden ist der PIK leicht und doch<br />

formstabil. „Das ist wichtig, wenn wir größere Strecken in einer<br />

Anlage überbrücken müssen“, sagt Schögl. Anders als bei der<br />

Kabelverlegung in Rohren kann der PIK-Kanal über die gesamte<br />

Länge geöffnet werden, um Kabel einfach einzulegen oder Installationen<br />

nachzurüsten. Der Deckel wird einfach aufgeclipst<br />

und sitzt dank hoher Haltekraft auch bei senkrechter Kanal-<br />

Montage und Vibrationen sicher.<br />

Den PIK gibt es in zehn Kanalquerschnitten von 15 mm × 15 m<br />

bis 200 mm × 60 mm. Winkel- und T-Stücke sowie weitere Formteile<br />

ermöglichen im dreidimensionalen Raum eine geschlossene<br />

Kabelführung – auch an Ecken und Abzweigungen. Verbinder<br />

sorgen für den Potentialausgleich aller Kanalteile untereinander.<br />

Trennstege separieren Energie- und Datenleitungen vorschriftsmäßig.<br />

„Mit den unverlierbaren Endkappen und Kantenschutzelementen<br />

an seitlichen Ausbrüchen verhindern wir die Beschädigung von<br />

Kabeln selbst bei Vibrationen an den Maschinen“, erzählt Schögl.<br />

Durch die Montage mit Halteklammern, in die der PIK einfach<br />

eingeclipst wird, können Toleranzen im Installationsumfeld ausgeglichen<br />

werden. Eine Schraubmontage des Kanals ist ebenfalls<br />

möglich. „Die gratarme Ausführung des PIK schützt eingelegte<br />

Kabel vor Beschädigungen“, so der Experte.<br />

EINFACHE BEARBEITUNG OHNE NACHARBEIT<br />

Die Bearbeitung von Kabelkanälen mit den Maschinen von<br />

Pflitsch ist denkbar einfach und sicher: „Unsere Monteure schieben<br />

den Kanalkörper und -deckel in die jeweilige Kontur in der<br />

Schneidplatte, fixieren den Kanal und längen ihn durch<br />

Betätigung des Handhebels im Handumdrehen ab. Da die Schnitte<br />

saubere und gratarme Kanten haben, entfällt auch die aufwändige<br />

Nacharbeit.” Außerdem bleibe der Kanal bei der Bearbeitung in<br />

Form, was beim Schneiden und Sägen oft nicht der Fall sei.<br />

42 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2022</strong>/04 www.industrielle-automation.net


MEORGA<br />

MSR-Spezialmessen<br />

Prozess- u. Fabrikautomation<br />

01 Hunderte der kompakten PIK-Kanäle aus Stahlblech verbaut Sema<br />

in seinen Sondermaschinen, um Kabel und Leitungen von der<br />

Steuerung bis zu den Antrieben und Sensoren auf der Feldebene zu<br />

führen<br />

02 Passend zu den PIK-Kanälen hat Pflitsch ein Kantenschutzsystem<br />

für Kanalenden und Ausbrüche entwickelt – die Elemente werden<br />

einfach eingesetzt und unverlierbar montiert<br />

Mit der neuen MiniCut lassen sich die Kanal-Dimensionen<br />

15/15 mm bis 60/60 mm sauber ablängen. Das Schneidgerät kann<br />

wie bei Sema mit Handhebel oder wahlweise auch mit handhydraulischem<br />

Antrieb sowie einem Hydraulikaggregat ausgestattet<br />

werden (netzbetrieben). Da der Schneidevorgang wenig Kraftaufwand<br />

erfordert, ist ein leichtes Arbeiten selbst bei manueller Bedienung<br />

möglich. Sema hat die MiniCut auf einer mobilen Werkbank<br />

montiert, die einfach an jeden Montageort gebracht werden kann.<br />

KURZE AMORTISATIONSZEIT<br />

Bevor sie auf Pflitsch umgestellt haben, konnten sich die Sema-<br />

Experten in praktischen Vorführungen vor Ort überzeugen. Mit<br />

Hilfe des Pflitsch Amortisationsrechners – hier werden die<br />

Kanal dimensionen, die verbauten Längen, Anzahl der Schritte<br />

usw. berücksichtigt – stand schnell fest: Das System von Pflitsch<br />

aus Kanal und Werkzeug rechnet sich schnell, weil viel Arbeitszeit<br />

und Aufwand eingespart werden. „Damit haben wir in der Fertigung<br />

einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht“, so das Fazit von<br />

Weiermair.<br />

Fachmesse für<br />

Prozess- und Fabrikautomation<br />

Messtechnik<br />

Steuerungstechnik<br />

Regeltechnik<br />

Automatisierungstechnik<br />

Prozessleitsysteme<br />

+ 36 begleitende Fachvorträge<br />

Der Eintritt zur Messe<br />

und die Teilnahme an den<br />

Fachvorträgen ist für die<br />

Besucher kostenlos.<br />

Wirtschaftsregion Südwest<br />

Ludwigshafen<br />

14.09.<strong>2022</strong><br />

8.00 bis 16.00 Uhr<br />

Friedrich-Ebert-Halle<br />

Erzbergerstr. 89<br />

67063 Ludwigshafen<br />

Bilder: Aufmacher Gorodenkoff – stock.adobe.com; sonstige Sema<br />

www.pflitsch.de<br />

UNTERNEHMEN<br />

Pflitsch GmbH & Co. KG<br />

Ernst-Pflitsch-Str. 1<br />

42499 Hückeswagen<br />

Tel. 02192 / 911-0<br />

Fax: +49 2192 911-220<br />

E-Mail: info@pflitsch.de<br />

AUTOR<br />

Dipl.-Ing Walter Lutz arbeitet als freier<br />

Fachjournalist bei PRservice in Haiger<br />

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KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

VERBESSERTE SICHERHEIT DURCH MODULARES<br />

SICHERHEITSSCHALTGERÄT UND SICHERE SENSORIK<br />

SAFETY 4.0<br />

Ein österreichisches Unternehmen hat eine Folienabziehmaschine – im Fachjargon<br />

Peeler genannt – entwickelt, die bei der automatisierten Leiterplattenproduktion<br />

die rohe Kupferplatte beidseitig von den Schutzfolien befreit. Im Rahmen seiner<br />

Modernisierung hat der Hersteller sein Sicherheitskonzept für das gesamte<br />

Maschinen-Portfolio angepasst. Das Herzstück der Modernisierungslösung bilden<br />

dabei das Sicherheitsrelais in Kombination mit der Sensorik.<br />

44 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2022</strong>/04 www.industrielle-automation.net


KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

Johannes Steinberger, Geschäftsführer der Advanced Engineering<br />

Industrie Automation GmbH.<br />

Am Halleiner Standort sind knapp 25 Mitarbeiter beschäftigt:<br />

Von der mechatronischen Entwicklung und Konstruktion über<br />

die Automatisierungstechnik mit Softwareprogrammierung für<br />

Steuerung, Visualisierung, Scada und ERP (Enterprise Resource<br />

Planning)-Anbindung bis hin zur Montage und Inbetriebnahme.<br />

Alle Kernkompetenzen sind im eigenen Haus, die Fertigung der<br />

mechanischen Teile übernehmen Partnerbetriebe.<br />

GESAMTLÖSUNG: ALLES AUS EINEM GUSS<br />

Neben verschiedenen Varianten des Peelers umfasst das Maschinenportfolio<br />

von Advanced Engineering auch Einrichtungen<br />

zum automatischen Be- und Entladen sowie zum Handling der<br />

PCB-Produkte über Roboterarme, Buffersysteme sowie Line-<br />

Controller zur Automatisierung ganzer Produktionslinien. „Der<br />

Trend geht in Richtung Gesamtlösungen. Unsere Kunden wollen<br />

nicht nur einzelne Maschinen, sondern ganze Linien aus einer<br />

Hand – von der vollautomatischen Auslagerung bis zur Rückführung<br />

ins Lager inklusive durchgängiger horizontaler und vertikaler<br />

Kommunikation“, bringt Steinberger die aktuellen Anforderungen<br />

im Umfeld von Industrie 4.0 auf den Punkt. „Zudem werden<br />

unsere Maschinen immer öfter im Reinraum eingesetzt. Das<br />

heißt, es dürfen auch von der Maschine keinerlei Partikel in den<br />

Arbeitsraum gelangen. Entsprechend müssen wir bei sämtlichen<br />

verbauten Komponenten auf eventuellen Abrieb achten.“<br />

Automatisierungsseitig stieg man vor einiger Zeit auf PC-basierte<br />

Steuerungstechnik um – SPS, HMI und Antriebe laufen<br />

auf einer gemeinsamen Plattform. Nur bei der ebenfalls neu<br />

aufgesetzten Sicherheitstechnik entschied man sich bewusst<br />

gegen eine integrierte Safety-Lösung. „Die Arbeitsräume unserer<br />

Maschinen sind eingehaust und deshalb fallen generell nur<br />

wenige Sicherheitsaufgaben an. Not-Aus, Schutztürschalter ohne<br />

sowie mit Zuhaltung und Lichtgitter – das lässt sich mit klassischen<br />

Sicherheitsrelais wirtschaftlich realisieren“, begründet<br />

Manuel Bernhofer, Leiter der Automatisierungsentwicklung bei<br />

Advanced Engineering. „Uns war wichtig, das komplette Thema<br />

Sicherheit von einem Lieferanten zu beziehen – also die Sensorik<br />

ebenso wie die Ansteuerung über Sicherheitsschaltgeräte<br />

sollten aus einem Guss sein.“<br />

Die Advanced Engineering Industrie Automation GmbH<br />

ist einer der führenden Hersteller von Anlagen für die<br />

Automatisierung der Leiterplattenindustrie. Der Exportanteil<br />

der Leiterplatten, auch Platinen oder PCB (Printed<br />

Circuit Board) pendelte kürzlich zwischen 80 und 90 % – nicht zuletzt<br />

deshalb, weil in jüngster Zeit sowohl in Österreich als auch<br />

in ganz Europa wieder kräftig in die Leiterplattenproduktion investiert<br />

wird. „In fast jedem der aktuell im Umlauf befindlichen<br />

Smartphones steckt eine Platine, die am Beginn ihrer Herstellung<br />

durch eine unserer Peeler-Maschinen gelaufen ist“, erzählt<br />

MIT EINFACHHEIT UND FUNKTIONALITÄT<br />

PUNKTEN<br />

Ein perfektes Timing: Denn als sich die Techniker des österreichischen<br />

Maschinenbauers für die Umsetzung ihres neuen Sicherheitskonzepts<br />

nach einem geeigneten Partner umschauten,<br />

launchte Pilz im Februar 2021 das neuartige modulare Sicherheitsschaltgerät<br />

myPNOZ. Im Gespräch mit Vertriebsingenieur<br />

Ronald Kahr von Pilz Österreich wurde schnell klar, dass myPNOZ<br />

die von Advanced Engineering gestellten Anforderungen erfüllen<br />

könnte.<br />

„Die Einfachheit war das wesentliche Argument für uns“, erinnert<br />

sich Bernhofer. „Das myPNOZ bietet genau jene Modularität,<br />

die wir brauchen. Wir können mit einem Relais und den zur Verfügung<br />

stehenden Erweiterungsmodulen alle unsere Anwendungen<br />

abdecken. Es erfordert keine Programmiererfahrungen, der<br />

von uns konfigurierte Block aus Sicherheitsrelais und Modulen<br />

wird fertig vormontiert geliefert. Die Dokumentation samt Abschaltmatrix<br />

lässt sich ebenso einfach wie das passende Makro<br />

für das ‚Eplan‘-CAE (Computer Edit Engineering) per Mausklick<br />

generieren.“ Die Montage und Inbetriebnahme des myPNOZ-<br />

www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2022</strong>/04 45


KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

01<br />

02<br />

03<br />

01 Die Peelmaster-Folienabziehmaschine befreit die rohe<br />

Kupferplatte beidseitig von den Schutzfolien aus BO-Polyester,<br />

bevor sie dem eigentlichen Layeraufbau zugeführt wird<br />

02 Blick in den Schaltschrank: Der kompakte Modulblock<br />

wird vormontiert, eingestellt und getestet – sprich sofort<br />

einsatzbereit – geliefert<br />

03 Das webbasierte Onlinetool berechnet anhand von Anzahl,<br />

Art und logischer Verschaltung der Sicherheitsfunktionen die<br />

passende Sicherheitslösung<br />

Modulblocks erweist sich als schnell und einfach, Stromversorgung<br />

benötigt nur das Kopfmodul. Daneben gibt es mit Blick auf<br />

die Wartung Potenzial für die Kostenoptimierung: Muss lediglich<br />

ein Modul ausgetauscht werden, kann das ohne Demontage des<br />

gesamten Systems erfolgen. Das Sicherheitsschaltgerät bietet dazu<br />

noch eine erweiterte Diagnose per LED für jedes Modul und<br />

für jeden Sicherheitseingang – was die Fehlersuche beschleunigt<br />

und somit die Ausfallzeit reduziert.<br />

INDIVIDUELLE KONFIGURATION<br />

IN LOSGRÖSSE 1<br />

Bereits das „my“ im Produktnamen myPNOZ weist auf die vielfältigen<br />

Möglichkeiten zur anwendungsspezifischen Individualisierung<br />

hin. Mit verschiedenen Geräteklassen und Modulen eröffnet<br />

myPNOZ vielzählige Aufbau- und Konfigurationsvarianten –<br />

und das in Losgröße 1. Das Sicherheitsschaltgerät überwacht die<br />

Sicherheitsfunktionen Not-Halt, Schutztür, Lichtgitter, Zweihandschaltungen<br />

und Zustimmtaster. Basis ist ein 17,5 mm schmales<br />

Kopfmodul mit einer übergeordneten Sicherheitsfunktion,<br />

die unabhängig von möglichen weiteren Sicherheitszonen auf alle<br />

Ausgänge wirkt. An das Kopfmodul lassen sich bis zu acht frei<br />

kombinierbare Erweiterungsmodule koppeln.<br />

Insgesamt stehen zwölf unterschiedliche Erweiterungsmodule<br />

zur Auswahl: vier Ausgangs- und vier Eingangsmodule, sowie<br />

vier Ein-/Ausgangsmodule. Jedes Eingangsmodul kann<br />

zwei Sicherheitsfunktionen überwachen. Das minimiert die<br />

Kosten für Hardware und verringert zudem den Verdrahtungsaufwand.<br />

Es lassen sich mehrere Sicherheitssensoren überwachen,<br />

ohne – wie bisher – mehrere Schaltgeräte verdrahten zu<br />

müssen. Die Ausgangsmodule schalten wahlweise zeitverzögert<br />

oder direkt und sind mit Relais- oder Halbleiterausgängen<br />

erhältlich. Darüber hinaus ist die Bildung mehrerer Sicherheitszonen<br />

möglich, die unabhängig voneinander separat agierende<br />

Anlagenteile überwachen.<br />

BENUTZERFREUNDLICHES ONLINETOOL<br />

Die digitale Grundlage für eine solche einfache Individualisierung<br />

liefert der webbasierte Produkt-Konfigurator, der so genannte<br />

myPNOZ Creator. Das Onlinetool berechnet anhand von<br />

Anzahl, Art und logischer Verschaltung der Sicherheitsfunktio-<br />

46 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2022</strong>/04 www.industrielle-automation.net


nen die passende Sicherheitslösung. Im ersten Schritt erfasst der Anwender<br />

seine Sicherheitsanforderung. Es lassen sich Sicherheitsfunktionen wie Not-<br />

Halt oder Schutztür mit logischen Und-Oder-Verknüpfungen verschalten. Das<br />

Onlinetool zeigt Logikfehler in der Abfolge an. „Das funktioniert wirklich so<br />

einfach, wie Pilz es verspricht. Man wird Schritt für Schritt durchs System geführt<br />

und kann eigentlich nichts falsch machen“, lobt Bernhofer. Der myPNOZ<br />

Creator berechnet aus den Angaben automatisch, welche Module gebraucht<br />

werden und in welcher Reihenfolge sie gesteckt werden müssen. Die Steckreihenfolge<br />

ergibt sich aus der Logik der Verknüpfung der Sicherheitsfunktionen.<br />

Aufgrund dieser internen Kombinationslogik sind für die Erstellung keinerlei<br />

Programmierkenntnisse erforderlich.<br />

Zudem bietet die Simulationsfunktion die Möglichkeit zur Validierung der<br />

Sicherheitslösung sowie den Abruf einer umfangreichen Dokumentation. Das<br />

derart generierte Produkt kann direkt über das Onlinetool oder auch über klassische<br />

Vertriebswege bestellt werden. Jedes individuell erstellte myPNOZ bekommt<br />

einen eindeutigen Typecode, sodass bei Bedarf derselbe Systemaufbau<br />

jederzeit erneut bestellt werden kann. Kahr ergänzt: „Selbstverständlich sind<br />

wir unseren Kunden gerne behilflich, wenn sie erstmals mit dem myPNOZ<br />

Creator arbeiten. “<br />

RUNDUM ZUFRIEDEN<br />

Ob das modulare Sicherheitsrelais myPNOZ oder die von Advanced Engineering<br />

eingesetzte Pilz-Sensorik PSEN – u. a. die Sicherheitsschalter PSENmag<br />

und PSENcode, die Schutztürsysteme PSENslock oder die Sicherheitslichtgitter<br />

PSENopt – bei den bislang mit dem neuen Sicherheitsstandard von Advanced<br />

Engineering ausgelieferten Maschinen gab es keinerlei Probleme. „Das<br />

Gesamtpaket von Pilz passt für uns einfach sehr gut – von der persönlichen<br />

Betreuung über das Produktportfolio und die Produktqualität bis hin zu den<br />

vielfältigen Schulungs- und Trainingsangeboten in Sachen Safety“, resümiert<br />

Steinberger. „Mit Pilz konnten wir einen auf unsere Anforderungen ideal zugeschnittenen<br />

Sicherheitsstandard schaffen, der von unseren internationalen<br />

Kunden sehr gut angenommen wird.“<br />

Bildquelle: Pilz<br />

www.pilz.com<br />

UNTERNEHMEN<br />

Pilz GmbH & Co. KG<br />

Felix-Wankel-Straße 2<br />

73760 Ostfildern<br />

Tel.: +49 711 3409-0<br />

E-Mail: info@pilz.de<br />

AUTOR<br />

Ronald Kahr ist Vertriebsingenieur bei der<br />

Pilz Ges.m.b.H. Sichere Automation in Wien<br />

ERFAHREN SIE, WIE DER<br />

INTUITIVE MYPNOZ CREATOR<br />

FUNKTIONIERT:<br />

https://bit.ly/myPNOZ_Creator


KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

TEILBARE KABELEINFÜHRUNGSLEISTEN<br />

SCHNELLE MONTAGE<br />

OHNE WERKZEUG<br />

Mit einer teilbaren Kabeleinführung lassen sich eine große Anzahl an<br />

Leitungen mit vormontierten Steckern oder ohne Stecker schnell und<br />

sicher in Gehäuse, Schaltschränke sowie Maschinen einführen.<br />

Praktisch ist eine solche Kabeleinführung vor allem auch im<br />

Wartungsfall oder bei Nachrüstungen.<br />

Die Baureihe KEL-FA (Kabeleinführungsleiste Fast Assembly)<br />

von Icotek ist ein kompaktes System zur Einführung<br />

und Abdichtung von konfektionierten und nicht konfektionierten<br />

Leitungen, sowie von Schläuchen und Pneumatikleitungen.<br />

Die Serie findet vor allem Verwendung in<br />

Produktionsbereichen, in denen Leitungen mit Durchmessern<br />

mit bis zu 35 mm durchgeführt werden und die Schutzart IP54<br />

gefragt ist.<br />

ZWEISTUFEN-SPANNHEBEL ZUR<br />

SAUBEREN POSITIONIERUNG<br />

Nach der erfolgten Bestückung des Rahmens, möglich mit allen<br />

von Icotek geeigneten KT-Tüllensystemen, wird der Abschlussdeckel<br />

aufgesetzt und die beiden Spannhebel durch Herunterdrücken<br />

mit dem Unterteil verriegelt. Hierbei wird mit einem<br />

zweistufigen Spannhebel gearbeitet. In einer ersten Stufe werden<br />

die Komponenten zusammengeführt und es findet eine saubere<br />

Positionierung der Tüllen statt. Die zweite Stufe sorgt für den<br />

optimalen Pressdruck bei anschließend sicherer Verrastung. Die<br />

verdrehsichere Konstruktion der KEL-FA soll eine intuitive und<br />

stets korrekte Montage bieten. Die Spannhebelkonstruktion ermöglicht<br />

eine zügige Montage und Durchführung der Leitungen.<br />

Bedingt durch die werkzeuglose Montage sind Nachrüstungen<br />

und Montagearbeiten – auch während des Maschinenbetriebs –<br />

schnell und unkompliziert durchführbar. Zum Beispiel mit<br />

einem Schraubendreher lässt sich das System an den Spannhebeln<br />

entriegeln und wieder von Grund auf neu bestücken oder<br />

punktuell modifizieren. Die Verwendung der passenden KT-Tüllen<br />

sorgt für eine Zugentlastung gemäß DIN EN 62444 und eine rückseitig<br />

integrierte Dichtung ermöglicht die Schutzart IP54 gemäß DIN<br />

EN 60529. Abgerundet wird das Produkt durch bereits erteilte Zertifizierungen<br />

wie UL Type 12 und Ecolab.<br />

KONSTRUKTION ERMÖGLICHT<br />

HOHE FLEXIBILITÄT<br />

Die Kabeleinführung KEL-FA ist in verschiedenen Ausbruchgrößen<br />

erhältlich und passt auf Standardausbrüche für 10-, 16- und<br />

24-polige schwere Steckverbinder. Für die Ausbruchhöhe kann<br />

48 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2022</strong>/04 www.industrielle-automation.net


KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

01 Das kompakte System dient zur Einführung und<br />

Abdichtung von konfektionierten und nicht<br />

konfektionierten Leitungen, sowie von Schläuchen<br />

und Pneumatikleitungen<br />

02 Arretierung des Spannrahmens nach erfolgter<br />

Bestückung; in diesem Schritt werden die Komponenten<br />

zusammengeführt und die Tüllen sauber positioniert<br />

aber anstatt 36 mm auch bis zu 46 mm gewählt werden. So lassen<br />

sich auch Leitungen mit (noch) größeren konfektionierten Steckverbindern<br />

problemlos durchführen. Stecker müssen daher nicht<br />

vom Kabel abgetrennt werden.<br />

Mit der neuen Produktserie KEL-FA erweitert Icotek das Produktportfolio<br />

in Richtung schneller werkzeugloser Montage. In<br />

Verbindung mit dem Snap-Rahmen von Icotek lässt sich die<br />

KEL-FA per Rastmontage montieren, alternativ ist eine Schraubmontage<br />

ebenso möglich. Der Snap-Rahmen dient sozusagen als<br />

Plug-and-Play Halterung für die verschiedenen Kabeleinführungsleisten.<br />

Die KEL-FA verfügt über eine hohe Zugentlastung und<br />

Packungsdichte durch den Einsatz von Mehrfachtüllen. Die Vielfältigkeit<br />

der KEL-FA lässt sich in Kombination mit dem Imas-<br />

Connect System von Icotek um ein Vielfaches erweitern. Mithilfe<br />

des modularen Adapter-Systems wird die Kabeleinführung zum<br />

Hybridsystem und lässt sich fast beliebig mit Keystone-Modulen,<br />

PushPull Anschlusstechnik, Rundsteckverbindern und vielem<br />

mehr kombinieren.<br />

NEUE GESCHLITZTE MEHRBEREICHSTÜLLEN<br />

Pünktlich zum Start der neuen Kabeleinführungsleiste KEL-FA<br />

bringt Icotek neue geschlitzte Kabeltüllen der Sorte KTMBS auf<br />

den Markt. Icotek ergänzt die Baureihe der ungeschlitzten KTMB<br />

um eine geschlitzte Ausführung KTMBS.<br />

Das innovativ geschlitzte Tüllensystem KTMBS, welches für alle<br />

KEL-Systeme (mit KT-Tüllen) kombinierbar ist, ermöglicht die<br />

Einführung von Leitungen mit und ohne Stecker. Die neuartige<br />

Membran sorgt für hohe Flexibilität bei der Montage vor Ort: der<br />

Durchmesser der einzuführenden Leitung kann bis zu 3 mm variieren.<br />

Bei der neuen geschlitzten Mehrbereichstülle gilt: One size<br />

fits all! Mit einer Tülle werden viele Leitungsdurchmesser abgedeckt.<br />

Ist der Kabeldurchmesser noch nicht bekannt, kann mit der<br />

KTMBS schnell und flexibel reagiert werden.<br />

Die geschlitzte Tüllenseite ist zusätzlich mit einem innovativen<br />

Wellenschnitt perforiert. Dieser Wellenschnitt, sowie die flexible<br />

Membran der KTMBS-Tülle, ermöglichen eine erhöhte Abdichtung<br />

der einzuführenden Leitung. Der maximale Leitungsdurchmesser<br />

beträgt bei Verwendung der geschlitzten KTMBs<br />

maximal bis zu 29 mm. Die KEL-FA in Kombination mit dem<br />

neuen Tüllensystem KTMBS ergibt ein schnell zu montierendes<br />

und flexibles Kabeleinführungssystem. Entgegen der allgemein<br />

angespannten Situation in der Materialwirtschaft bzw. der Unterbrechung<br />

von Lieferketten, liefert Icotek ohne Verzögerung<br />

seine Produkte aus. Muster sowie Zertifikate sind direkt vom<br />

Hersteller zu beziehen.<br />

PARTNER FÜR DIE INDUSTRIE<br />

Am Hauptstandort in Eschach, Baden-Württemberg, entwickelt<br />

und vertreibt die Icotek GmbH Produkte weltweit. Mit Tochtergesellschaften<br />

in der Schweiz, Frankreich, Italien, Großbritannien,<br />

in den USA, in der Türkei und in China sowie Vertretungen in<br />

über 60 Ländern ist das Unternehmen ein starker und zuverlässiger<br />

Partner für die Industrie – kompetente Beratung, hohe Lieferfähigkeit<br />

und umfassender Service rund um den Globus inklusive.<br />

Bilder: Aufmacher ktsdesign – stock.adobe.com; sonstige Icotek<br />

www.icotek.com<br />

UNTERNEHMEN<br />

Icotek GmbH<br />

Bischof-von-Lipp-Straße 1<br />

73569 Eschach<br />

Tel.: +49-(0)7175 / 92380-0<br />

Fax: +49-(0)7175 / 92380-50<br />

E-mail: info@icotek.com<br />

AUTOR<br />

Stephan Buchner, Marketing Manager bei<br />

der Icotek GmbH in Eschach<br />

ZUSATZINHALTE IM NETZ<br />

Teilbare Kabeleinführung zur<br />

werkzeuglosen Montage<br />

https://bit.ly/KEL-FA_Montagevideo<br />

01<br />

02<br />

www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2022</strong>/04 49


KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

ROBUSTE ELEKTRONIKGEHÄUSE<br />

EMPFINDLICHE TECHNIK<br />

OPTIMAL GESCHÜTZT<br />

Krohne setzt bei seinen Steuereinheiten SHD 200 und<br />

Anschlussdosen SJB 200 auf robuste Gehäuselösungen von Bopla.<br />

Diese sind leicht in der Handhabung und haben ein robustes und<br />

schraubenloses Design. Auch das große Leistungsspektrum hinsichtlich<br />

Bearbeitung und Fertigung sowie die Zusammenarbeit mit dem<br />

Gehäusespezialisten schätzt das Unternehmen.<br />

50 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2022</strong>/04 www.industrielle-automation.net


KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

Sensoren zur pH-Messung, Füllstandmessgeräte, Temperaturfühler<br />

oder Drucktransmitter sind nicht immer an<br />

leicht zugänglichen Positionen verbaut. Abhilfe schafft in<br />

solchen Fällen z. B. die Steuereinheit SHD 200 von Krohne.<br />

Das ex-fähige (Zone 1), schleifenstromgespeiste Steuergerät fungiert<br />

als HART-Master und kann Messwerte aus jedem beliebigen<br />

HART-Feldgerät (> HART 5.0) auslesen. Das SHD 200 kommt<br />

dann zum Einsatz, wenn eine Zugriffsmöglichkeit direkt im Feld<br />

gebraucht wird und neben der reinen Anzeige weitere Geräte wie<br />

Lampen, Sirenen etc. über Relais angesteuert werden sollen.<br />

Auch Anschlussdosen wie das SJB 200, die an die eine externe<br />

Anzeige angeschlossen werden können, bieten Unterstützung<br />

bei der Vor-Ort-Bedienung. Dabei erfordern einige Aufgaben<br />

das Öffnen des Elektronikgehäuses. Für die Kalibrierung von<br />

pH-Sensoren wie dem Smartpat PH (digitaler Sensor von Krohne<br />

zur Messung des pH-Wertes zum Beispiel von Medien mit<br />

hoher Ionenstärke sowie von säure- und alkalihaltigen Medien<br />

oder Abwasser) muss sich das Servicepersonal beispielsweise<br />

über eine sogenannte Bürde in die Stromschleife einklinken.<br />

Unter einer Bürde wird in der elektrischen Messtechnik und<br />

Elektronik eine Belastung eines Messgerätes verstanden, das ein<br />

elektrisches Ausgangs signal liefert wie bei Messumformern<br />

oder Messwandlern, und zwar eine Belastung im Sinn eines Lastwiderstands.<br />

Damit das Einklinken schnell und unkompliziert<br />

vonstattengeht, ist ein leichter Zugriff auf die Elektronik des<br />

Smartpat PH unerlässlich. Öffnen und Schließen sollten also so<br />

einfach wie möglich sein. Da vor Ort selten Ablageflächen zur<br />

Verfügung stehen, ist zudem ein aufschwenkbarer, unverlierbar<br />

Krohne gehörte zu unseren ersten Bocube-<br />

Kunden. Das Unternehmen war auch bei der<br />

späteren Markteinführung der Gehäuseserie<br />

Bocube Alu gleich von Anfang an wieder dabei.<br />

Besonders interessant wurde das Projekt<br />

dadurch, dass wir neben dem Gehäuse und der<br />

mechanischen Bearbeitung auch den Einbau<br />

einer Folientastatur sowie die Elektronikfertigung<br />

und -integration übernommen haben.“<br />

Thomas Geißler, Gebietsverkaufsleiter,<br />

Bopla Gehäuse Systeme GmbH<br />

01 Öffnen und Schließen des Gehäuses sind dank des durchdachten<br />

Gehäusesystems leicht und unkompliziert<br />

mit dem Gehäuse verbundener Deckel von Vorteil. Die Lösung:<br />

Bocube-Gehäuse von Bopla.<br />

EINFACHES ÖFFNEN PER SCHRAUBENDREHER<br />

Beim SJB 200 – eine Anschlussdose für 2-Leiter-Geräte sowie<br />

Schnittstelle, um via HART auf das Feldgerät zugreifen zu können –<br />

nutzt Krohne die robusten, schraubenlosen Industrie gehäuse<br />

des Bünder Gehäusespezialisten bereits seit 2012 und gehört<br />

damit zu den ersten Kunden des Gehäusesystems. „2012 waren<br />

wir auf der Suche nach einem kleinen, leicht zu öffnenden<br />

Kunststoffgehäuse und sind in dem Zuge auf das damals neue<br />

Bocube-System von Bopla gestoßen. Die Gehäuse lassen sich<br />

einfach mit einem Schlitzschraubendreher per Klick öffnen, das<br />

hat uns begeistert“, erinnert sich Dr. Christian Koch, Entwicklungsingenieur<br />

in der Prozessanalysentechnologie (PAT) bei Krohne,<br />

und ergänzt: „Aufgrund der positiven Erfahrungen mit der<br />

Verteilerdose SJB 200 haben wir uns auch bei der Steuereinheit<br />

SHD 200 wieder direkt an Bopla gewandt und sind erneut<br />

zufriedengestellt worden.“<br />

Mit Bopla verbindet den Messspezialisten Krohne eine über<br />

30-jährige Geschäftsbeziehung. „Bei Bopla bekommen wir ein<br />

komplett maßgeschneidertes System aus einer Hand, das wir ohne<br />

zusätzliche mechanische Bearbeitung einsetzen können. Zudem<br />

werden alle Anforderungen wie RoHS, REACH, IP, UL 94 usw. erfüllt“,<br />

macht Koch deutlich. So hat Bopla z. B. für die Verteilerdose<br />

SJB 200 die Leiterplatte erstellt und ein komplett fertiges Produkt<br />

geliefert. Auch bei der Steuereinheit SHD 200 war Boplas Part<br />

nicht allein auf das Gehäuse beschränkt, sondern das Bünder<br />

Unternehmen hat zusätzlich zur mechanischen Bearbeitung den<br />

Einbau einer Folientastatur inkl. LEDs übernommen.<br />

ÜBERWACHUNG UND ZUSÄTZLICHE<br />

STEUERFUNKTIONALITÄT<br />

Neben der Funktionalität als reine stromschleifengespeiste Anzeige<br />

bietet das SHD 200 auch einen zweiten Stromausgang (passiv),<br />

der für jede vom Feldgerät bereitgestellte HART-Variable genutzt<br />

werden kann. Damit lassen sich digitale HART-Informationen<br />

über ein zusätzliches analoges 4…20 mA Signal übertragen, z. B.<br />

pH-Wert und Prozesstemperatur eines Smartpat PH Sensors. Der<br />

zweite Stromausgang versorgt zusätzlich die Hintergrundbe-<br />

www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2022</strong>/04 51


KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

02 Robuste Aluminiumgehäuse mit hoher Schutzart und der<br />

innovativen, patentierten Scharnierverschlusstechnik ohne<br />

Schrauben<br />

03 Das Öffnen der Industriegehäuse erfolgt –<br />

wie auch das Schließen – mit einem einfachen<br />

Klick und das Gehäuseinnere wird ganz ohne<br />

herumfliegende Teile zugänglich<br />

leuchtung sowie die fünf LEDs zur Anzeige des Feldgerätestatus<br />

nach Namur NE 107, die besonders in der chemischen Industrie<br />

eine wichtige Rolle spielen.<br />

„Da die Standard-LEDs nicht unseren Helligkeitsanforderungen<br />

in Kombination mit einem geringen Stromverbrauch entsprachen,<br />

mussten spezielle, hocheffiziente LEDs eingesetzt werden. Die<br />

Zusammenarbeit mit Bopla war auch in diesem Punkt hervorragend<br />

und wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden“, so Koch.<br />

Weiterhin verfügt das SHD 200 über zwei Solid State Relais, die<br />

auf unterschiedlichste Weise konfiguriert werden können.<br />

KUNSTSTOFF ODER ALUMINIUM?<br />

Sowohl die Verteilerdose SJB 200 als auch die Steuereinheit<br />

SHD 200 gibt es in zwei Ausführungen: mit Kunststoffgehäuse<br />

(Bocube) und für explosionsgeschützte Bereiche mit einem Aluminiumdruckgussgehäuse<br />

(Bocube Alu). Das Gehäuse für das<br />

SJB 200 misst 113 × 80 × 60 mm (Kunststoff) bzw. 121 × 86 × 60 mm<br />

(Alu) und das für das SHD 200 151 × 80 × 60 mm (Kunststoff) bzw.<br />

159 × 86 × 60 mm (Alu). Mit seiner außergewöhnlichen Robustheit,<br />

der hohen Schutzart sowie dem durchdachten modernen<br />

Design erfüllt das Gehäusesystem alle Anforderungen an Qualität<br />

und Funktionalität des Kunden.<br />

Dank des integrierten Scharniers lassen sich die Gehäuse<br />

leicht handhaben. Das Öffnen erfolgt – wie auch das Schließen –<br />

mit einem einfachen Klick und das Gehäuseinnere wird ganz<br />

ohne herumfliegende Teile zugänglich. Bei Bocube ist diese<br />

Funktion standardmäßig an Bord, bei Bocube Alu kann sie<br />

optional realisiert werden. Wird die Variante aus Aluminium in<br />

mechanisch besonders beanspruchten Anwendungen (z. B.<br />

Vibrationen) eingesetzt, ist darüber hinaus auch eine Variante<br />

mit konventionell verschraubtem Deckel verfügbar. Der Deckel<br />

ist über das Scharnier unverlierbar mit dem Gehäuse verbunden<br />

und lässt sich komfortabel wahlweise nach rechts oder links<br />

aufschwenken. So kann sich das Wartungspersonal voll und<br />

ganz auf seine Aufgaben – im vorliegenden Anwendungsfall u. a.<br />

das Kalibrieren von pH-Sensoren – konzentrieren, ohne sich<br />

Gedanken über die Ablage oder einen eventuellen Verlust des<br />

Deckels machen zu müssen.<br />

Für HMI-Lösungen wie beim SHD 200 besteht die Möglichkeit,<br />

den Deckel optional mit einer um 2 mm abgesenkten Fläche auszurüsten.<br />

Der Einbau des elektronischen Innenlebens kann sowohl<br />

im Ober- als auch im Unterteil der Gehäuse erfolgen. Hierfür steht<br />

viel Einbauraum für rechteckige Leiter- und Frontplatten zur Ver-<br />

fügung. Großzügige freie Flächen sorgen für genügend Platz für<br />

die Installation von Kabelverschraubungen, Steckverbindern und<br />

anderen elektromechanischen Schnittstellen.<br />

GEHÄUSE IN HOHEN SCHUTZARTEN<br />

Die Kunststoffgehäuse der Bocube-Serie bestehen aus den<br />

schwer entflammbaren bzw. selbstverlöschenden Materialien<br />

ABS oder Polycarbonat UL 94 V0. Sie sind hochdicht sowie<br />

mechanisch besonders stabil und verfügen bereits in der Standardausführung<br />

über die Schutzart IP 68. Die robustere Variante<br />

Bocube Alu erreicht die hohe Schutzart IP 69. Hier sind sämtliche<br />

Komponenten in Metall ausgeführt. Dadurch verfügen die<br />

Schutzlösungen über eine hohe Stabilität sowie über eine gute<br />

EMV-Abschirmung und Beständigkeit gegenüber Chemikalien.<br />

Die Stirnflächen sind bei einem Bocube bewusst zurückgesetzt,<br />

um den Schutz empfindlicher elektromechanischer Bauteile zu<br />

gewährleisten.<br />

Robust, leicht zu öffnen, ansprechendes Design, mechanische<br />

Bearbeitung nach Wunsch, Displayintegration: Das waren die<br />

ausschlaggebenden Gründe für Krohne, Gehäuse der Bopla-<br />

Serien Bocube und Bocube Alu zu nutzen.<br />

Bilder: Aufmacher und 01 Krohne; sonstige Bopla<br />

www.bopla.de<br />

UNTERNEHMEN<br />

Bopla Gehäuse Systeme GmbH<br />

Borsigstr. 17-25<br />

32257 Bünde<br />

Tel.: 05223 / 969 - 0<br />

Fax.: 05223 / 969 - 100<br />

E-Mail: info@bopla.de<br />

AUTOR<br />

Thomas Geißler ist Gebietsverkaufsleiter<br />

bei der Bopla Gehäuse Systeme GmbH<br />

in Bünde<br />

52 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2022</strong>/04 www.industrielle-automation.net


KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

SICHERHEITSHALTUNG JETZT OPTIONAL<br />

MIT TÜRGRIFFSYSTEM<br />

Mit DHS-150 stellt Schmersal<br />

ein neues, mit der Sicherheitszuhaltung<br />

AZM150 kombinierbares<br />

Türgriffsystem vor. Es ist<br />

stabil gegen Querkräfte und<br />

trägt so dazu bei, die Anlagenverfügbarkeit<br />

zu erhöhen.<br />

DHS-150 erspart einen<br />

separaten Türgriff und ist für<br />

Maschinenumhausungen bzw. -umzäunungen sowie für<br />

Aluminiumprofile in 40 mm Breite geeignet. Das Zubehör<br />

empfiehlt sich für schwere Schwenktüren und ist auch in<br />

rauen Umgebungen einsetzbar. Der Betätiger wird durch den<br />

Riegel im DHS vorpositioniert und fährt so schlüssig in das<br />

Gerät ein. Damit ist das System stabil gegen Querkräfte.<br />

www.schmersal.com<br />

UNTERSTÜTZUNG FÜR DIE<br />

EIN-GERÄT-EINE-SCHNITTSTELLE-STRATEGIE<br />

Das SPE Industrial Partner Network<br />

treibt einen neuen Standard für<br />

hybride M12 Single Pair Ethernet +<br />

Power Schnittstellen voran. Norm<br />

IEC 63171-7, bereits im Jahr 2021 von<br />

TE Connectivity, Gründungsmitglied<br />

des Netzwerks, initiiert, ist wiederum<br />

eine Weiterentwicklung der hybriden<br />

M8 SPE + Power Interfaces, die 2020 als Standard IEC 63171-6<br />

„Industrial Style“ veröffentlicht wurde. Die gewonnene<br />

SPE-Konnektivität versteht sich als Schlüssel auf dem Weg<br />

zur nahtlosen Sensor-to-Cloud-Ethernet-Kommunikation<br />

und Spannungsversorgung und folgt der Strategie „ein<br />

Gerät – eine Schnitt stelle“ für miniaturisierte zukünftige<br />

Gerätegenerationen.<br />

www.single-pair-ethernet.com<br />

SICHER, FUNKTIONELL<br />

UND VARIANTENREICH<br />

Euchner stellt seine Innovationen<br />

vor: die Multifunctional Gate Box<br />

MGB2 Modular mit Ethercat P sowie<br />

die neuen Produkte mit „FlexFunction“<br />

– den Sicherheitsschalter CTS<br />

und das sichere Schlüsselsystem<br />

CKS2. Alle Funktionen des bewährten<br />

Schutztürsystems MGB2 Modular sind jetzt auch für das<br />

sichere EtherCAT P mit FSoE verfügbar. Die umfangreichen<br />

Diagnosefunktionen in Form von EtherCAT-Meldungen und<br />

der integrierte Webserver liefern einen schnellen Überblick<br />

über den Status des Geräts. Das Schutztürsystem mit Zuhaltung<br />

bietet höchstes Schutzniveau bis PLe und erlaubt zudem<br />

einen hohen Individualisierungsgrad – dank vieler Varianten<br />

und Funktionen sowie zahlreicher Vernetzungsoptionen und<br />

Möglichkeiten für Industrie-4.0-Anwendungen.<br />

www.euchner.de<br />

KURZ GEHALTEN – SCHIRMBARE<br />

RUNDSTECKVERBINDER<br />

Für bauraumkritische<br />

Applikationen eignet sich die<br />

ca. 47 mm kurze Variante der<br />

M16-Produktreihe 423 von<br />

Binder. Die Rundsteckverbinder<br />

mit Schraubverriegelung,<br />

schirmbar und gesteckt nach<br />

IP67 geschützt, sind zudem für störbehaftete, industrietypische<br />

Umgebungen prädestiniert. Sie werden in den<br />

Polzahlen 2 bis 19 angeboten. Die Produkteinführung betrifft<br />

Kabelstecker und -dosen, jeweils mit Kabelklemme, sowohl<br />

in Löt- als auch in Crimpversionen. Je nach Polzahl und<br />

Anschlussart variieren die Anschlussquerschnitte von<br />

0,14 (AWG 26) bis 1,0 mm 2 (AWG 18). Kabeldurchlässe von<br />

4,1 bis 7,8 mm sorgen für Variabilität in der Anwendung.<br />

www.binder-connector.de<br />

KOMPENDIUM FÜR DIE AUTOMATI-<br />

SIERUNGSWELT 4.0<br />

Harting meldet die im<br />

März <strong>2022</strong> erschienene Neuausgabe<br />

des Installationsstandards<br />

IEC 61918:2018/AMD1:<strong>2022</strong><br />

Amendment 1, der auch<br />

wichtige Eckpunkte zu Verkabelungen<br />

auf Basis von Single Pair<br />

Ethernet umfasst. Die Norm<br />

beschreibt den Aufbau von<br />

Kommunikationsnetzen in industriellen Anlagen und ist<br />

Grundlage für alle, die ihre Produktion ins IIoT bringen wollen.<br />

Sowohl Infrastruktur als auch die zu verwendenden Komponenten<br />

wie Kabel und Verbinder werden für alle Automatisierungsprofile<br />

klar definiert. Im Fokus stehen Lösungen per Glasfaserkabel,<br />

symmetrischen Kupferkabeln und für Wireless Medien.<br />

Adressiert werden auch die neuen 1-paarigen Verkabelungsstrukturen<br />

für Single Pair Ethernet (SPE) und die zugehörige<br />

Fernspeisung PoDL (Power over Data Line).<br />

www.harting.com<br />

GEFAHRENSITUATIONEN ZUVERLÄSSIG<br />

ERFASSEN<br />

Automation24, Distributor<br />

von Automatisierungstechnik,<br />

hat das Angebot<br />

an Sicherheitstechnik<br />

ausgebaut. Dazu gehören<br />

Sensoren, Schalter und<br />

Geräte für nahezu jede Standard-Sicherheitsanwendung. In der<br />

neuen Kategorie „Sichere Antriebstechnik“ gibt es Stillstandswächter<br />

zur sensorlosen Überwachung von 1- und 3-Phasen-<br />

Motoren sowie sichere Motorstarter. Als Direkt- oder Wendestarter<br />

stehen fehlersichere Motorstarter Typ Sirius 3RM1 von<br />

Siemens zur Verfügung. Diese lassen sich mit Sicherheitsrelais<br />

3SK1 und Sicherheitskleinsteuerungen 3SK2 kombinieren.<br />

www.automation24.de<br />

www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2022</strong>/04 53


AUTOMATISIERUNGSLÖSUNG ZUR ROBOTERGESTÜTZTEN OBERFLÄCHENBEARBEITUNG<br />

DURCHGÄNGIGE NACHHALTIGKEIT<br />

GRÜNER TECHNOLOGIEN<br />

Die Refabrikation von Maschinenkomponenten grüner Technologien wie Windradrotoren<br />

oder Elektroantrieben ist ein wichtiges Element einer nachhaltigen Nutzung<br />

unserer Ressourcen. Allerdings stellen Gebrauchsspuren eine große Herausforderung<br />

für die Automatisierung der Refabrikation dar, da jede Komponente durch die<br />

Gebrauchsspuren zum Unikat wird. Ziel des Ende 2021 gestarteten Forschungsprojekts<br />

Robogrind ist es, eine KI-basierte, flexible Automatisierungslösung zur robotergestützten<br />

Oberflächenbearbeitung zu entwickeln.<br />

Damit grüne Technologien im Gesamtzyklus nachhaltig<br />

sind, ist die Wiederaufbereitung von verschlissenen Geräten<br />

und Teilen entscheidend. Die Refabrikation von<br />

zum Beispiel Windradrotoren, Getriebezahnrädern, Batteriezellen<br />

oder Wasserstofftanks minimiert die Umweltbelastung,<br />

indem im Vergleich zur Neuproduktion weniger Rohstoffe<br />

und energieintensive Bearbeitungsschritte notwendig sind und<br />

zusätzlicher Materialtransport vermieden werden kann.<br />

Da sich der Verschleiß hauptsächlich auf Form- oder Oberflächeneigenschaften<br />

auswirkt, ist die Refabrikation bisher mit<br />

hohem Arbeitsaufwand verbunden. Auch bei einem roboterbasierten<br />

Bearbeitungsverfahren ist mit dem derzeitigen Stand<br />

der Technik eine häufige manuelle und damit teure Adaption<br />

des Roboterprogramms notwendig. Dies macht die Neuproduktion<br />

häufig wirtschaftlicher, obwohl sie weniger nachhaltig ist.<br />

Ziel des Forschungsprojekts Robogrind ist es daher, eine KI-ba-<br />

01 Beim Entgraten von Schnittkanten erschweren die hohen<br />

Prozessanforderungen hinsichtlich Präzision und gleichbleibender<br />

Qualität eine automatisierte Verarbeitung<br />

54 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2022</strong>/04 www.industrielle-automation.net


DIGITAL FACTORY<br />

Um einen hohen Grad an Autonomie und Präzision zu erzielen,<br />

wird ein hybrider KI-Ansatz angestrebt, der sowohl wissensbasierte<br />

wie auch lernende, datenbasierte Methoden vereint. „Auf<br />

diese Weise soll der Roboter in der Lage sein, zur Laufzeit Abweichungen<br />

und Oberflächenbeschaffenheit zu antizipieren und sich<br />

automatisch zu adaptieren. Erreicht wird dies einerseits durch<br />

Vorwissen, welches qualifizierte Werker einbringen können, und<br />

andererseits mittels Sensordaten, etwa von Kraft-Momenten-<br />

Sensoren oder Vision-Sensoren“, so Dr.-Ing. Darko Katic, technischer<br />

Ansprechpartner für das RoboGrind Projekt und Senior<br />

Teamleiter Künstliche Intelligenz bei ArtiMinds.<br />

Durch die intelligente Kombination von<br />

bestehendem Expertenwissen mit maschinellen<br />

Lernverfahren können wir dem System Dinge<br />

direkt sagen. D.h. das Know-how des Werkers<br />

oder Prozessexperten muss nicht mehr neu in<br />

langwierigen Prozessen und mit enormen<br />

Rechen– und Datenaufwand erlernt werden.<br />

Dr.-Ing. Darko Katic, technischer Ansprechpartner für<br />

das Robogrind Projekt und Senior Teamleiter Künstliche<br />

Intelligenz bei Artiminds<br />

ANSPRUCHSVOLLE AUFGABEN IN DER<br />

AUTOMATISIERUNGSWELT LÖSEN<br />

Die ArtiMinds Robotics GmbH wurde 2013 als Spin-Off des Karlsruher<br />

Instituts für Technologie (KIT) gegründet. Die Vision des<br />

Technologieunternehmens: Softwarelösungen zu entwickeln, die<br />

das Programmieren und Bedienen von Industrierobotern vereinfachen<br />

und eine kosteneffiziente Integration und Instandhaltung<br />

sowie flexible Automatisierung ermöglichen. ArtiMinds begleitet<br />

Unternehmen von der Planung, Programmierung, Simulation<br />

und Visualisierung bis hin zur Inbetriebnahme, Wartung und Optimierung<br />

seiner Roboterapplikationen. Zu den Anwendern der<br />

ArtiMinds Softwarelösungen zählen Fertigungs- und Technologieunternehmen<br />

aus der Automotive-, Elektrotechnik- und Konsumgüterindustrie<br />

sowie Anlagen- und Maschinenbauer.<br />

Die Produkte ArtiMinds RPS und LAR unterstützen eine Vielzahl<br />

an Roboterherstellern sowie die gängigsten Greifer, Kamerasysteme<br />

und Kraft-Momenten-Sensoren und bilden damit die<br />

Basis für eine flexible Automatisierung. Die grafische Benutzeroberfläche<br />

ersetzt das textuelle Programmieren und macht spezifische<br />

Programmierkenntnisse überflüssig. Per Drag-and-drop<br />

wählt der Anwender die gewünschten Funktionen und Bewegungen<br />

aus vorgefertigten Templates aus. So können selbst komplexe<br />

sensor-adaptive Applikationen effizient umgesetzt werden.<br />

Bilder: Aufmacher AllebaziB – stock.adobe.com, 01 Fraunhofer IPA,<br />

Fotograf: Rainer Bez, Statement Artiminds<br />

www.artiminds.com<br />

sierte, flexible Automatisierungslösung zu entwickeln, mit der<br />

sich der Roboter eigenständig für die Bearbeitungsaufgabe programmieren<br />

und einrichten kann. Das Projekt konzentriert sich<br />

dabei auf die Prozessschritte Schleifen, Polieren und Entgraten in<br />

den Bereichen grüne Mobilität, grüne Energiespeicherung und<br />

grüne Stromerzeugung.<br />

KI-Forscher Prof. Marco Huber vom IFF der Universität Stuttgart<br />

erklärt: „Für eine wirtschaftliche Aufarbeitung von Rotorblättern<br />

von Windkraftanlagen oder Zahnrädern von Elektromotoren<br />

ist ein kostengünstiges und flexibles System zur automatisierten<br />

Oberflächenbearbeitung notwendig. Durch den Einsatz<br />

KI-basierter Softwarelösungen ist es möglich, in einem einzigen<br />

Robotersystem die Objekterfassung und -vermessung, die kraftgeregelte<br />

Oberflächenbearbeitung und die nachgelagerte Sichtprüfung<br />

zu integrieren.“<br />

WISSENSBASIERTE SOWIE LERNENDE,<br />

DATENBASIERTE METHODEN VEREINEN<br />

UNTERNEHMEN<br />

ArtiMinds Robotics GmbH<br />

Albert-Nestler-Straße 11, 76131 Karlsruhe<br />

Tel.: +49 721 5099980<br />

E-Mail: contact@artiminds.com<br />

INFORMATIONEN ZUM PROJEKT<br />

Robogrind ist ein von InvestBW gefördertes<br />

Gemeinschaftsprojekt der Universität<br />

Stuttgart, der DHBW Karlsruhe und der<br />

SHL AG und wird vom Robotik-Software<br />

und Solution Provider Artiminds Robotics<br />

koordiniert. Die Projektergebnisse werden<br />

nach Projektende im September 2023 in<br />

den Angeboten der Partner verwertet.<br />

www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2022</strong>/04 55


5FRAGEN AN...<br />

… Marc Segura, Leiter der globalen<br />

Robotics-Division von ABB<br />

Roboter am Arbeitsplatz – in Zukunft<br />

so üblich wie Smartphones und<br />

Laptops heute? Davon ist Marc<br />

Segura überzeugt. Nicht nur in der<br />

Industrie, sondern auch in immer<br />

mehr kleinen und mittelständischen<br />

Unternehmen sowie in Branchen wie<br />

der Logistik und dem Einzelhandel<br />

finden Roboter ihren Platz. Marc<br />

Segura skizziert die Robotik-Trends<br />

für <strong>2022</strong>.<br />

01 HERR SEGURA, AUS WELCHEN GRÜNDEN SETZEN VIELE UNTERNEHMEN<br />

GERADE JETZT AUF ROBOTIK?<br />

Die Pandemie hat einige weitreichende globale Megatrends beschleunigt – vom Arbeitskräftemangel und der Unsicherheit in der<br />

Lieferkette über den Wunsch der Kunden nach mehr Individualisierung bis hin zum wachsenden Druck, nachhaltiger und flexibler<br />

produzieren zu müssen. Dies veranlasst immer mehr Unternehmen dazu, auf robotergestützte Automatisierung zu setzen.<br />

Während für viele aber bisher die Steigerung von Produktivität und Qualität im Vordergrund standen, sind heute Flexibilität und<br />

Einfachheit ausschlaggebend. Die robotergestützte Automatisierung ist ein Schlüsselfaktor auf dem Weg dahin. Zum einen<br />

müssen Roboter flexibel für Produktvarianten einsetzbar sein. Beispielsweise teilen sich E-Autos und Verbrenner häufig eine<br />

Fertigungslinie. Zum anderen ermöglicht eine flexible Produktion, der Nachfrage nach individuellen Produkten gerecht zu<br />

werden und gleichzeitig eine hohe Produktivität zu gewährleisten. Neue Technologien und Software-Innovationen helfen zudem<br />

dabei, dass Roboter – ob klassisch oder kollaborativ – schnell in Prozesse integriert und einfach programmiert werden können.<br />

02 WELCHE TECHNOLOGIEN WERDEN SICH IN ZUKUNFT DURCHSETZEN?<br />

Unternehmen müssen neue Wege für eine moderne, flexible und automatisierte Fertigung oder Logistik gehen. Roboter helfen<br />

dabei, Prozessabläufe zu verbessern, die Produktivität nachhaltig zu steigern und Produkte fristgerecht zuzustellen. Dies wird zu<br />

einer Zunahme leichterer, kleinerer Robotik-Anwendungen führen, die auch die Expansion der Automatisierung in neue Bereiche<br />

der Lagerhaltung und Distribution ermöglichen. Künstliche Intelligenz in der Robotik entwickelt sich stetig weiter. Zudem etablieren<br />

sich selbstlernende Roboter zunehmend. Gemeinsam mit autonomen mobilen Robotern (AMR) können diese Technologien<br />

eingesetzt werden, um die Flexibilität, Geschwindigkeit und Effizienz zu erhöhen. Hierbei unterstützt auch intelligente Software,<br />

die alle Komponenten koordiniert und lenkt. Weltweit wurden bereits Tausende von Robotern dort installiert, wo noch vor fünf<br />

Jahren kein Roboter im Einsatz war. Angetrieben durch aktuelle Verbrauchertrends und den wachsenden Arbeitskräftemangel<br />

wird sich diese rasche Intensivierung der Automatisierung im Jahr <strong>2022</strong> fortsetzen.<br />

56 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2022</strong>/04 www.industrielle-automation.net


03 WELCHE ROLLEN SPIELEN<br />

COBOTS FÜR DIE AUTOMATISIERUNG?<br />

Cobots sind ein Türöffner für die Automatisierung. Kollaborative<br />

Roboter erleichtern die enge Zusammenarbeit mit<br />

dem Menschen und sind flexibel für eine Vielzahl von<br />

Anwendungen einsetzbar, etwa zur Handhabung von<br />

Kleinteilen oder für Inspektionsaufgaben. Mitarbeitende<br />

ohne Programmierkenntnisse können Cobots einfach<br />

programmieren und installieren. Die Möglichkeit, dass<br />

Roboter Seite an Seite mit Menschen arbeiten, Aufgaben<br />

teilen und mithilfe von KI lernen, macht es für Unternehmen<br />

unterschiedlicher Größen leichter, eine intelligente Automatisierung,<br />

auch in neuen Bereichen wie dem Bauwesen,<br />

medizinischen Laboren, Restaurants und dem Einzelhandel,<br />

zu realisieren.<br />

04 WIE TIEF MÜSSEN MITARBEI-<br />

TENDE IN DIE ROBOTIK EINSTEIGEN,<br />

UM DAMIT ARBEITEN ZU KÖNNEN?<br />

In Zukunft wird jeder Mitarbeitende, der ein Smartphone<br />

bedienen kann, mit einem Roboter arbeiten können.<br />

Menschen müssen zwar im Umgang mit Robotern geschult<br />

werden. Entscheidend ist jedoch, dass Programmierkenntnisse<br />

keine Voraussetzung mehr für das Arbeiten<br />

mit Robotern sind. Die Flexibilität der ABB-Roboter trägt<br />

außerdem dazu bei, dass Mitarbeitende sie für andere<br />

Anforderungen kurzfristig umprogrammieren und umsetzen<br />

können. Vor allem Branchen mit geringem Automatisierungsgrad<br />

und Unternehmen ohne Erfahrung in der<br />

roboterbasierten Automatisierung profitieren so umfassend.<br />

Für eine automatisierte Zukunft ist es wichtig, dass Robotikkenntnisse<br />

sowie die notwendigen Fähigkeiten zur Programmierung,<br />

Bedienung und Wartung von Robotern bereits in<br />

Schulen und Hochschulen vermittelt werden.<br />

Bilder: ABB Robotics<br />

www.abb.de/robotics<br />

05 WELCHE TRENDS GIBT ES IN<br />

HINBLICK AUF DIE DIGITALISIERUNG?<br />

Über <strong>2022</strong> hinaus sehen wir, dass Konnektivität und<br />

Datenerfassung immer mehr in den Vordergrund rücken und<br />

zu den wichtigsten Faktoren für die Fertigung der Zukunft<br />

gehören. So werden Hersteller in der Lage sein, die Daten<br />

aus intelligent automatisierten Prozessen zu analysieren,<br />

um fundiertere Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig<br />

vereinfachen Software-Tools für die Simulation und<br />

Programmierung von Robotern sowie AR- und VR-Tools,<br />

wie sie auch in RobotStudio von ABB zur Verfügung stehen,<br />

den Einsatz von Robotik von der Inbetriebnahme bis hin<br />

zum laufenden Betrieb.<br />

Kurz erklärt<br />

Flexibilität ist heute essenziell – eine<br />

strategische Notwendigkeit entlang der<br />

gesamten Wertschöpfungskette – von<br />

der Entwicklung und Fertigung über<br />

die Logistik bis hin zum Verbraucher.<br />

Die robotergestützte Automatisierung<br />

ist hierbei ein Schlüsselfaktor auf<br />

diesem Weg, flankiert von digitalen<br />

Services und Schulungen.<br />

www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2022</strong>/04 57


SPECIAL DIGITAL FACTORY<br />

MULTITALENT FÜR DIE<br />

MENSCH-MASCHINE-INTERAKTION<br />

Neura Robotics präsentiert die Weiterentwicklung des<br />

kognitiven Roboters MAiRA. Integrierte künstliche<br />

Intelligenz (KI) und Mehrfachsensorik sorgen für eine<br />

sichere Zusammenarbeit<br />

zwischen<br />

Mensch und<br />

Maschine. Die<br />

Interaktion wird<br />

auch durch die<br />

Menschenerkennungstechnologie<br />

NEURA Safe Human Detection unterstützt. So lassen<br />

sich etwa über eine eingebun dene Spracherkennung<br />

Befehle erteilen. Alle Robotergelenke des kognitiven<br />

Roboters MAiRA sind zudem per Tablet steuerbar und<br />

es können selbst äußerst kleine und empfindliche<br />

Objekte sicher gegriffen und bewegt werden.<br />

www.neura-robotics.com<br />

UNTERNEHMENSPROZESSE EFFIZIENTER<br />

GESTALTEN<br />

Leannova stellt mit der Webapplikation<br />

Px.solutions ein digitales<br />

multifunktionales Performance-<br />

Tool bereit, mit dessen Hilfe sich<br />

Shopfloor-Prozesse und Kennzahlen<br />

übersichtlich abbilden,<br />

überwachen und organisieren<br />

lassen. Sowohl Planung als auch<br />

Ausführung komplexer Maßnahmen<br />

sowie einzelne Teilaufgaben werden mit Px.solutions<br />

erfasst, sodass diese unmittelbar und über Team- und Abteilungsgrenzen<br />

hinaus analysiert und gesteuert werden können.<br />

Mithilfe der intuitiven Nutzerführung haben alle involvierten<br />

Prozessbeteiligten in Echtzeit Zugriff auf die aktuellen, hierarchisch<br />

aggregierten SFM-Kennzahlen (Shop floor-Management).<br />

Bildquelle: auremar – stock.adobe.com<br />

www.leannova.de<br />

KREISFÖRMIGE TRANSPORTBANDBEWEGUNGEN SICHER TRACKEN<br />

Yaskawa hat seine Singular Control-Lösung für die Steuerung von Robotern, Servoantrieben, Frequenzumrichtern<br />

und I/O’s über nur einen Controller um neue Funktionen erweitert – darunter „Circular<br />

Conveyor Tracking“. MP3300iec RBT ermöglicht so neben der automatischen Nachverfolgung von<br />

linearen Transportbandbewegungen auch kreisförmige. Über eine Radiusberechnung bestimmt die<br />

Software exakt die Position eines jeden Produkts auf dem Band und sorgt in Millisekunden für eine<br />

passende Positionierung. Speziell im Bereich der Verpackung und Kommissionierung kann so kompakter<br />

gebaut werden und es fallen weniger Abfallprodukte an. Zum Funktionsumfang gehören auch eine Visualisierung, die<br />

Integration von Kamerasystemen, Applikationsblöcke für das Picking und Palletizing sowie weitere Features.<br />

www.yaskawa.de<br />

IMPRESSUM<br />

erscheint <strong>2022</strong> im 34. Jahrgang,<br />

ISSN: 2194-1157 / ISSN E-Paper: 2747-8017<br />

REDAKTION<br />

Chefredakteurin: Dipl.-Ing. (FH) Nicole Steinicke (ni),<br />

Tel.: 06131/992-350, E-Mail: n.steinicke@vfmz.de<br />

(verantwortlich i.S.d. § 18 Abs. 2 MStV)<br />

Redakteurinnen: Dipl.-Ing. (FH) Inga Ronsdorf (iro),<br />

Tel.: 06131/992-259, E-Mail: i.ronsdorf@vfmz.de<br />

Vanessa Weingärtner (wv), Tel.: 06131/992-352,<br />

E-Mail: v.weingaertner@vfmz.de<br />

Redaktionsassistenz:<br />

Vivien Backof, Tel.: 06131/992-415, Melanie Lerch,<br />

Tel.: 06131/992-261, Petra Weidt, Tel.: 06131/992-371,<br />

E-Mail: redaktionsassistenz_vfv@vfmz.de,<br />

(Redaktionsadresse siehe Verlag)<br />

GESTALTUNG<br />

Sonja Daniel, Anette Fröder, Conny Grothe<br />

SALES<br />

Oliver Jennen, Tel.: 06131/992-262,<br />

E-Mail: o.jennen@vfmz.de<br />

Andreas Zepig, Tel.: 06131/992-206,<br />

E-Mail: a.zepig@vfmz.de<br />

Auftragsmanagement: Heike Rauschkolb,<br />

Tel.: 06131/992-241, E-Mail: h.rauschkolb@vfmz.de<br />

Anzeigenpreisliste Nr. 34: gültig ab 1. Oktober 2021<br />

LESERSERVICE<br />

vertriebsunion meynen GmbH & Co. KG,<br />

Große Hub 10, 65344 Eltville,<br />

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(Fax: 06123/9238-267, E-Mail: vfv@vertriebsunion.de).<br />

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Jahresabonnement Ausland: € 68,- (inkl. Versandkosten)<br />

Abonnements verlängern sich automatisch um ein<br />

weiteres Jahr, wenn sie nicht spätestens vier Wochen vor<br />

Ablauf des Bezugsjahres schriftlich gekündigt werden.<br />

VERLAG<br />

Vereinigte Fachverlage GmbH<br />

Lise-Meitner-Straße 2, 55129 Mainz<br />

Postfach 100465, 55135 Mainz<br />

Tel.: 06131/992-200, Fax: 06131/992-100<br />

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www.vereinigte-fachverlage.de<br />

Handelsregister-Nr.: HRB 2270, Amtsgericht Mainz<br />

Umsatzsteuer-ID: DE149063659<br />

Ein Unternehmen der Cahensly Medien<br />

Geschäftsführer: Dr. Olaf Theisen, Matthias Niewiem<br />

Gesellschafter: P.P. Cahensly GmbH & Co. KG,<br />

Karl-Härle-Straße 2, 56075 Koblenz<br />

Verlagsleiter: Dr. Michael Werner, Tel.: 06131/992-401<br />

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Leitende Chefredakteurin: Dipl.-Ing. (FH) Nicole Steinicke<br />

Head of Sales: Carmen Nawrath<br />

Tel.: 06131/992-245, E-Mail: c.nawrath@vfmz.de<br />

(verantwortlich für den Anzeigenteil)<br />

Vertrieb: Sarina Granzin, Tel.: 06131/992-148,<br />

E-Mail: s.granzin@vfmz.de<br />

DRUCK UND VERARBEITUNG<br />

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Kurhessenstraße 4 - 6, 64546 Mörfelden-Walldorf<br />

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Die Zeitschrift sowie alle in ihr enthaltenen Beiträge und<br />

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58 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2022</strong>/04 www.industrielle-automation.net


VORSCHAU<br />

IM NÄCHSTEN HEFT: 05/<strong>2022</strong><br />

ERSCHEINUNGSTERMIN: 21. 09. <strong>2022</strong> • ANZEIGENSCHLUSS: 06. 09. <strong>2022</strong><br />

01<br />

02<br />

04<br />

03<br />

01 Motek <strong>2022</strong>: Die Fachmesse für Produktions- und<br />

Montageautomatisierung feiert ihr 40-jähriges Jubiläum<br />

Bild: P. E. Schall<br />

02 Zug-/Druck-Kraftaufnehmer – eine Alternative zu<br />

hydraulischen und pneumatischen Systemen?<br />

Bild: bigstock<br />

03 Sonderteil IndustrialVISION: Kameras, Sensoren und<br />

eine Geräte-Plattform mit umfassendem Vision-Toolkit<br />

Bild: Pepperl+Fuchs<br />

DER DIREKTE WEG<br />

Internet:<br />

www.industrielle-automation.net<br />

E-Paper:<br />

digital.industrielle-automation.net<br />

Redaktion:<br />

Redaktion@industrielle-automation.net<br />

WORLD OF INDUSTRIES:<br />

www.world-of-industries.com<br />

04 Taiwanesische Werkzeugmaschinenindustrie bleibt<br />

weiterhin ungebrochen stark und leistungsfähig<br />

Bild: Tom Wang – stock.adobe.com<br />

(Änderungen aus aktuellem Anlass vorbehalten)<br />

www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2022</strong>/04 59


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