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Jahresbericht 2021

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Jahresbericht 2021

Unser Ziel:

Menschen stärken, von Beginn an.

Dafür bieten wir wichtige

Freiräume.


Glossar

Der Träger

Egal ob in der Kita, in der Schule, in den Stadtteil- und Familienzentren oder im

Kinder- und Jugendhaus: Wir begleiten junge Menschen beim Aufwachsen, sind für

Familien da und über Generationen hinweg Ansprechpartner und Ratgeber.

Wir stärken Menschen von null bis 99.

Geschäftsbereich Ganztagsbildung- und Betreuung an Schulen, Schulsozialarbeit

Als langjähriger Partner an Stuttgarter Ganztagsgrundschulen, Schülerhäusern,

Horten und Gemeinschaftsschulen tragen wir mit pädagogischen Angeboten und

Projekten zur optimalen Förderung der Schüler*innen bei.

Geschäftsbereich Offene Kinder- und Jugendarbeit

Die stjg ist Träger von 41 Kinder- und Jugendhäusern. Unsere Angebote sind partizipativ,

aktuell, offen und lebensweltorientiert. Die Teilnahme ist freiwillig und

kostenlos. Wir unterstützen gesellschaftliche Integrationsprozesse und fördern

Gleichberechtigung.

Geschäftsbereich „Kinder und Familie“ / Stadtteil- und Familienzentren

Unsere sechs Stadtteil- und Familienzentren (SFZ) und das Stadtteilhaus in Neugereut

sind Orte für Begegnung, Austausch und Kontakt. Für alle Generationen! Da

jeder Stadtteil einzigartig ist, hat auch jedes SFZ seine Besonderheiten. Doch unser

gemeinsamer Auftrag ist ganz klar: Wir sind für die Menschen vor Ort da!

Geschäftsbereich „Kinder und Familie“ / Kindertagesstätten

Die stjg betreibt fünf Kindertagesstätten für Kinder von null bis sechs Jahren. Vom

Säuglingsalter bis zum Schuleintritt verfolgen wir ein Ziel: Gemeinsam wachsen!

Orientiert an der Methodologie ILKE® eröffnen wir Kindern eine anregende und wertschätzende

Lernkultur.

Geschäftsbereich Projekte

Die stjg setzt (so gut wie) keine Grenzen. Unsere Projekte ergänzen das breit gefächerte

Angebot mit vertiefenden pädagogischen Konzepten. Wir bieten an

zahlreichen Einsatzorten in Stuttgart eine ganz besondere Lern- und Erfahrungswelt

– und schaffen so besondere Gelegenheiten.

Geschäftsbereich Betreute Plätze

Die stjg ist Träger des Stadtteilbauernhofs und des Abenteuerspielplatzes Neu-Stein-

Hofen sowie Personalträger 20 weiterer Abenteuerspielplätze und Jugendfarmen.

Diese Plätze werden ehrenamtlich geführt und bieten kostenfrei Angebote für Kinder

ab sechs Jahren an, darunter auch mit Tieren.

Übergang in den Beruf

Im Übergang von der Schule in den Beruf eröffnet die stjg Zugangswege in die Ausbildung

und damit in unsere Gesellschaft. Seit 2009 realisieren wir Bildungsangebote

und fördern Ausbildungschancen junger Menschen in Stuttgart.



4 Vorwort

Liebe Freundinnen und Freunde der Stuttgarter Jugendhaus

Gesellschaft, sehr geehrte Leserinnen und Leser,

„Ich wünsche mir, dass wir nach der Pandemie nicht einfach

wieder zum Overheadprojektor zurückkehren, sondern weiterhin

mit digitalen Medien arbeiten.“

Das ist ein echtes Anliegen von Linus. Als Schüler und Jugendrat

hat er im Oktober 2021 gemeinsam mit anderen jungen Stuttgarter*innen

beim Halbzeitgespräch zur Kinderfreundlichen

Kommune im Rathaus die Ergebnisse der digitalen Jugendbefragung

und der digitalen Jugendkonferenz vorgestellt. Zugehört

haben ihm viele Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft,

darunter die Kultusministerin Theresia Schopper.

Nachdem die Corona-Pandemie im vergangenen Jahr weiterhin

große Teile unserer Arbeit bestimmt hat, ist es uns ein Anliegen,

aus den Erfahrungen dieser Krise zu lernen. Im Gespräch

mit jungen Menschen wie Linus sammeln wir dabei wertvolle

Erkenntnisse und haben unsere digitale Sozialarbeit entsprechend

vorangetrieben. Fraglos sind Linus und seine Freunde*

ganz besonders von den Auswirkungen

der Pandemie betroffen. Dies

bestätigt uns auch eine stjg-Umfrage

unter 110 Schüler*innen, die wir im

Sommer 2021 durchgeführt haben.

Aber, sie sind keine „verlorene Generation“.

Junge Menschen formulieren

nämlich zur Lösung ihrer Probleme

gute Ideen. Damit sie an den entscheidenden

Stellen gehört werden,

braucht es Träger wie die stjg, die

in einem andauernden Dialog mit

ihnen steht. Die Mitgestaltung der

digitalen Formate Jugendbefragung

und Jugendkonferenz war 2021

bedeutsam für das gegenseitige

Verständnis innerhalb unserer Stadtgesellschaft

während der Pandemie.

Die Unterstützung des Jugendrats

sowie weiterer Aktions- und „Mitmischgruppen“

war daher nicht nur

im vergangenen Jahr eine erprobte

Maßnahme der stjg, um die Partizipation

junger Menschen zu ermöglichen

und ihre politisch-demokratische Bildung zu fördern.

2021 hat sie sich aber besonders bewährt.

Zur Überwindung von Pandemiefolgen hat sich die stjg im Rahmen

der Integrierten Jugendarbeit Innenstadt an der positiven

Belebung öffentlicher Plätze beteiligt. Veranstaltungen wie die

„Kleine Abendmusik“ auf dem kleinen Schlossplatz und die Idee

eines Pop-Up-Jugendtreffs im Züblin-Parkhaus sind dafür gelungene

Beispiele.

Als enger und wichtiger Partner von Schulen konnten wir

2021wichtige Entwicklungen auffangen. Dafür haben wir

oftmals unsere Ressourcen bereichsübergreifend gebündelt.

Bereits zum Jahresbeginn ermöglichte die stjg somit Fernunterricht

und Lernunterstützung von Schüler*innen im Lockdown.

Nach den Sommerferien starteten dann Dreiergespanne aus

den Bereichen der Offenen Arbeit, Schule und Schulsozialarbeit,

um die staatlichen Corona-Sofortmaßnahmen in passgenaue

Gruppen- und Einzelförderung umzuwandeln. Sozio-emotionale

Unterstützung, Einzelfallhilfe, Lernunterstützung oder soziale

Kompetenztrainings finden seither bedarfsorientiert in den

Sozialräumen Anwendung. Davon profitieren auch die Viertklässler*innen

der Pragschule, die sich mit regelmäßigen „Montagsreisen“

vom Jugendhaus Nord aus, ihren Stadtteil (zurück)

erobern. Einrichtungen wie die Stadtbibliothek, das Jugendhaus

oder das Stadtteil- und Familienzentrum Nord vermelden seither

einen erfreulichen Anstieg von Besuchen.

Auch unsere Stadtteil- und Familienzentren

verzeichneten im vergangenen

Jahr einen großen Bedarf an (offenen)

Angeboten sowie ein hohes Interesse an

ihrer Treff-Funktion. Senior*innen und

junge Familien mit Kleinkindern waren

während der Pandemie-Einschränkungen

sehr von Einsamkeit betroffen und

profitierten deutlich von Bürgercafés,

Handy- oder Computer-Sprechstunden,

Spiele-Nachmittagen oder Tauschbörsen.

Eine ganz besondere Hilfeleistung sind die

neu angeschafften E-Rikschas mit ihrem

Hol- und Bring-Service für eingeschränkte

und ältere Personen an allen Standorten.

Mittlerweile konnten wir in Neugereut ein

erstes Stadtteilhaus mit einem generationenübergreifenden

Ansatz eröffnen.

Geöffnet blieben auch unsere vier Kindertagesstätten,

die damit vielen Stuttgarter

Familien den schwierigen Alltag erleichterten.

Ich weiß um die Mühen der Mitarbeiter*innen

vor Ort, die damit im zweiten

Pandemiejahr besonders großen Anforderungen ausgesetzt waren.

Ihnen allen, auch in den Schulen, den offenen Einrichtungen,

auf den betreuten Plätzen, in der Verwaltung oder der Bauunterhaltung,

gilt mein großer Respekt vor Ihren Leistungen.

Sie alle nutzen Ihre fachliche Kompetenz und tragen zu einem

sozialen Netzwerk bei, das Stuttgart stärkt. Wie auch immer Sie

das wieder geschafft haben, es ist Ihnen hervorragend gelungen

– herzlichen Dank!

Vittorio Lazaridis

Vorsitzender der stjg-Gesellschafterversammlung


Grüße der Gesellschafter 5

„2021 – ein weiteres

Coronajahr beschäftigte

uns alle und die Kinder

und Jugendlichen

insbesondere: Alpha

und Delta, Schul- und

Kitaschließungen, Einschränkungen,

Öffnungen

und Impfungen.

Umso wichtiger ist es,

dass in solch unsicheren

Zeiten die stjg für sie da

ist mit ihren Einrichtungen

und zahlreichen engagierten Mitarbeiter*innen, denen ich

herzlich für ihre beeindruckende Arbeit danke. Das Dasein für

die Kinder und Jugendlichen gelingt mit Sicherheit auch noch

ein ganz kleines bisschen besser mit dem endlich fertiggestellten

Kinder- und Jugendhaus B10 und der neuen Mobifanten-

Flotte, über die wir uns im ver gangenen Jahr freuen durften.“

Jasmin Meergans

„Für die stjg stehen

immer die Menschen

dieser Stadt im Mittelpunkt,

auch dann,

wenn es schwierig

wird. 2021 war ganz

sicher für viele von uns

kein leichtes. Die Auswirkungen

von Corona

haben junge und alte

Menschen betroffen

und gefordert. Damit

Kinder und Jugendliche

dennoch ihre Aufgaben der Gegenwart meistern und fit für

die Zukunft werden, haben die pädagogischen Fachkräfte die

digitale Sozialarbeit ausgebaut und dabei auch die Erwachsenen

bis hin zu den Seniorinnen und Senioren im Blick behalten.

Trotz Pandemie hielt die stjg allen Bürgerinnen und Bürgern

dieser Stadt Beratung, Bildung und Freizeitangebote vor, in

neuen Formaten und mit großer persönlicher Motivation. Die

stjg trägt beständig dazu bei, dass alle Generationen in unserer

Stadt ein gutes Umfeld und stärkende Rahmenbedingungen

vorfinden. Es stimmt, 2021 war kein leichtes Jahr. Dank Ihrer

Unterstützung ist es für viele Menschen dennoch weniger

schwer zu meistern gewesen. Herzlichen Dank!“

Iris Ripsam

„Als Stadtrat und auch

als Stuttgarter möchte

ich mich herzlich bedanken

bei den vielen

Beschäftigten der stjg

für ihren unermüdlichen

Einsatz für Kinder und

Jugendliche in den letzten

beiden Jahren. Ich

möchte mich auch bei

den vielen Kindern und

Jugendlichen be danken

für ihre große Solidarität gegenüber älteren Menschen in

unserer Stadt. Jetzt ist es an uns Erwachsenen, etwas von dieser

Solidarität zurückzugeben, damit im Frühjahr und Sommer

wieder Normalität in den Alltag einkehrt. Sport, Spaß, Feiern

und andere Freizeitangebote im öffentlichen Raum sind dann

hoffentlich wieder für junge Menschen möglich.“

Luigi Pantisano

„Das Wohl der Kinder

und Jugendlichen hat

während der Corona-

Pandemie in besonderer

Weise gelitten. Mit der

stjg haben junge Menschen

mehr denn je eine

Begleiterin an ihrer Seite,

die sich Zeit nimmt für

die Kinder und Jugendlichen

und ihnen zuhört.

In diesem Jahr hat die stjg

eine Jugendbefragung

zur Gefühlswelt junger

Menschen in der Pandemie

durchgeführt. Das

Ergebnis dürfte kaum jemanden überraschen: Um den emotionalen

Zustand der jungen Stuttgarter*innen ist es nicht besonders

gut bestellt. Umso wichtiger ist es, in Kontakt zu bleiben

und die jungen Menschen zu fragen, was sie brauchen – ganz im

Sinne des Beteiligungsgedankens, der seit der Verabschiedung

des Kinder- und Jugendstärkungsgesetzes (KJSG) am 9. Juni 2021

eine noch größere Bedeutung erlangt hat. Ich bedanke mich bei

der stjg für ihr unermüdliches Engagement!“

Dr. Susanne Heynen


6 Vorwort des Geschäftsführers

Liebe Leserinnen,

liebe Leser!

Wir haben klare und schnörkellose

Antworten erhalten, als wir im Mai

2021 im Rahmen unserer stjg goes

green Themenwoche gefragt haben,

wie wir alle nachhaltiger handeln und

warum wir achtsamer mit der Umwelt

umgehen sollten.

„Weil es nicht gut für die Welt ist“, erklärte

ein kleines Kita-Mädchen, darum wirft sie kein

Papier mehr weg. Stattdessen schöpfte sie aus

Bastelresten zusammen mit ihrer Gruppe schöne neue

Papierbögen in der stjg-Kita Starennest. Da eine Zigarettenkippe

40 Liter Grundwasser verschmutzt, sammelten Jugendliche

mit langen Greifzangen rund um das Kinder- und Jugendhaus

Hallschlag Kippenstummel auf. Weil sie weniger Fleisch essen

wollen, probierten Schüler der Fritz-Leonard-Realschule neue

vegane Kochrezepte aus und im Stadtteil- und Familienzentrum

Giebel testeten Senior*innen die neuen E-Rikschas für einen

umweltfreundlichen Hol- und Bringdienst.

Trotz Pandemieeinschränkungen haben über 60 stjg-Einrichtungen

in ganz Stuttgart generationenübergreifend Impulse

rund um das wichtige Thema Nachhaltigkeit gesetzt. Zugleich

zeigte die Themenwoche auch in schwierigen Pandemiezeiten,

dass das stjg-Netzwerk in allen Quartieren sozialräumlich aktiv

ist, für die Menschen und den Sozialraum, als Anlaufstelle

vor Ort für alle Generationen mit all ihren unterschiedlichen

Bedarfen.

stjg-Netzwerk gestaltet

Stuttgarts Sozialräume mit

Nachdem das zweite Pandemiejahr

die Problemlagen innerhalb

unserer Gesellschaft noch

verschärft hat und die sozialen

Unterschiede weiter sichtbar

wurden, war es für die stjg 2021

von besonderer Bedeutung,

Kompetenzen und Kräfte bereichsübergreifend

zu bündeln, um vor

allem jene zu erreichen, die durch die

Einschränkungen besonders hart getroffen

waren. Neben Familien, Alleinerziehenden

und Senior*innen waren dies vor allem

junge Menschen aus prekären Verhältnissen.

Nicht nur bundesweite Studien, auch eine stjg-Befragung unter

110 Schüler*innen legte die Auswirkungen auf ihren Alltag offen.

Die jungen Menschen galt (und gilt) es wieder einzubinden. Im

schulischen Kontext, konnten wir viele Schüler*innen durch

die erfolgreiche Kooperation von Offener Arbeit und unseren

Teams an den Schulen passgenau erreichen und unterstützen.

Vor allem gaben wir ihnen Raum und Gehör, gestalteten mit

ihnen einen aktiven Alltag, gingen gemeinsam ins Gespräch

mit anderen Akteuren der Stadtgesellschaft wie den Rotariern,

Vorbildern aus der Musikszene oder der Politik. Wahrgenommen

und berücksichtigt zu werden, war einer der wesentlichen

Wünsche der jungen Menschen in der Pandemie.

Insgesamt gilt es, in den Quartieren so aufgestellt zu sein, dass

Menschen über alle Generationen hinweg von der Wirk-Kraft

unserer sozialräumlichen Angebote in den Kitas, Schulen, den

offenen Einrichtungen und betreuten Plätzen sowie in den

Stadtteil- und Familienzentren profitieren. Und zwar so, dass

ihre individuelle Biografie sich gut entfalten kann, ihre Persönlichkeiten

sich entwickeln und Übergänge gelingen, für einen

erfolgreichen Lebensweg und eine starke Gesellschaft.


7

Weil

es (nicht)

gut für

die Welt

ist

Innovative Ideen für heute und morgen

Unsere Mitarbeiter*innen vor Ort sind mit feinem Gespür, großer

Energie und bunter Kreativität an die Herausforderungen

gegangen und haben weitere Lösungsansätze in unsere Organisation

zurückgespielt. So entwickeln wir die digitale Sozialarbeit

weiter, die in den vergangenen zwei Jahren innerhalb der stjg

aufgebaut wurde, nutzen das sozialräumliche Netzwerk der stjg

für weitere Angebote im Übergang von der Schule in den Beruf

und sind mit der Eröffnung des ersten Stadtteilhauses in Neugereut

mit ein Vorreiter in Stuttgart.

Ich bedanke mich sehr für die großzügige Unterstützung Vieler,

die an unsere Arbeit glauben und uns immer wieder bei Programmen,

Aktionen und inklusiver Arbeit weiterhelfen und

somit Kindern, Jugendlichen, Familien und Senior*innen guttun.

Allen Kolleg*innen der stjg danke ich von ganzem Herzen für

ihre sehr engagierte Arbeit unter erschwerten Rahmenbedingungen.

Die Herausforderungen und Belastungen haben nicht

nachgelassen, aber ebenso wenig ihr Einsatz. Ohne Frage: Ihr

Einsatz war und ist gut für die Welt, und vor allem für die Menschen

hier in Stuttgart.

Herzlichst, Ihr

Ingo-Felix Meier

Geschäftsführer der stjg


8 Inhalt


Glossar 9

Inhaltsverzeichnis

Glossar 2

Vorworte der Gesellschafter und des Geschäftsführers 4 - 7

Inhalt 9

„Übergängen zwischen den Einrichtungen schaffen.“

Bärenstark – Vortragsreihe für Eltern 10

„Ein Fixpunkt im Stadtbezirk“

25 Jahre Offene Arbeit im Kindertreff Münster. 12

„Krabbelgruppe selbstgemacht“

...im Stadtteil- und Familienzentrum Obertürkheim 14

„Ich weiß etwas, was du nicht weißt“

Erzieher*innenaustausch in der stjg 16

„Wenn alle im gleichen Boot sitzen...“

50 Jahre Bootshaus & Erlebnispädagogik am Max-Eyth-See 18

„Eine Win-Win-Situation“

„Mitmachen Ehrensache“ feiert 20 Jahre ehrenamtliches Engagement von Jugendlichen 20

„Let’s create our future“

Das B10 öffnet neu als Kinder- und Jugendhaus 22

„Nachhaltig mobil, mit Spaß“

Rikschas für die Stadtteil- und Familienzentren 24

„Impulse geben, anschieben, Brücken bauen“

Kinder- und Jugendbeteiligung in der stjg 26

„Wolkenschleim und Tonpapier“

Mehrgenerationenbasteln im Stadtteilhaus Neugereut 28

„So ein schöner Tag!“

Der stjg-Mädchenaktionstag 30

„Die Welt mit Musik erobern“

open records - das Mentoring-Programm 32

„Eine Woche voller Nachhaltigkeit“

stjg goes green – die Themenwoche 2021 34

Mehr voneinander erfahren

Rotarier begegnen Jugendlichen 38

„Gemeinsam sind wir richtig gut in Krisen“

Homeschooling außer Haus 40

“Warum ist Teamgeist eigentlich so wichtig?“

Soziales Gruppentraining auf dem ErlebnisParcours 42

„Intensive Begleitung in der Notbetreuung“ 44

„Präsenz im virtuellen Raum“

Lernort Geschichte im 15. Jahr des Bestehens 46

„Im Gespräch bleiben“

stjg kommuniziert – drei Beispiele 48

Stars und „stille Alltagsheld*innen“ bei der stjg 50

Das Jahr im Rückblick: Persönliche Eindrücke unserer Mitarbeiter 52

Unsere Spender und Sponsoren 54

Unsere Organisationsstruktur 56

Kinder- und Jugendschutz in der stjg 57

Auf einen Blick – Grafiken zur Besuchererhebung 58

GuV 60

Bilanz 2020 61

Einrichtungsadressen 62

Impressum 66


10 „Bärenstark“ Vortragsreihe für Eltern ///// Kindertagesstätten // Kinder- und Jugendhäuser // Stadtteil- und Familienzentren

Übergänge zwischen den

Einrichtungen schaffen

Wie können wir in den Stadtteilen Schwellenängste abbauen

und unser Programm so bewerben, dass wir unsere

Zielgruppen erreichen? Das ist eine Frage die viele Einrichtungen

beschäftigt. Eine Lösung lautet: durch Kooperation.

Die einrichtungsübergreifende Veranstaltungsreihe „Bärenstark“

ist dafür ein gutes Beispiel.

Viele Einrichtungen der stjg sind in ihren Sozialräumen

seit Jahren vernetzt und nutzen

gemeinsam Ressourcen. Das gilt auch für

Weilimdorf, wo das FaZ Giebel gemeinsam mit

dem Treffpunkt Pfaffenäcker sowie den Kitas

Schwalbennest und Spatzennest seit mehreren

Jahren gemeinsam Eltern-Veranstaltungen

anbietet. Mit der Reihe „Bärenstark – kreuz und

quer durch den Familienalltag“ wird diese Zusammenarbeit

nun gezielt ausgeweitet und vertieft. Die

Idee: Nicht nur vier, sondern alle zehn Weilimdorfer Einrichtungen

veranstalten gemeinsam eine Veranstaltungsreihe.

Neben den vier genannten Einrichtungen sind die Kinder- und

Jugendhäuser Hausen und Giebel, das Jugendhaus Weilimdorf,

die GTS der Maria Montessori Schule, das pädagogische Team

der Gemeinschaftsschule und die Jugendfarm Weilimdorf mit im

Boot.

Im Mittelpunkt der Reihe stehen Themen aus dem Familienalltag,

die aktuell vor allem Eltern mit Kindern und Teenagern

betreffen. Eine Veranstaltung widmet sich z. B. der Erziehung

zur Sauberkeit bei Kleinkindern, eine andere dem wertschätzenden

Umgang untereinander in der Familie. Mütter stehen im

Mittelpunkt beim Vortrag „Wie werde ich als Mutter allen und

allem gerecht?“ Die Veranstaltungen finden im Wechsel in den

verschiedenen Einrichtungen statt. Es geht also nicht nur kreuz

und quer durch den Familienalltag – wie der Untertitel verspricht

– sondern auch kreuz und quer durch den Stadtteil.

Die Kooperation bringt viele Vorteile: Durch das

gemeinsame Veranstaltungsformat können die

einzelnen Veranstaltungen offensiver beworben

und mehr Familien aus Weilimdorf angesprochen

werden. Das Bärenstark-Logo, ein Flyer mit allen

Veranstaltungsangeboten und eine gemeinsame

Plakatvorlage sorgen dafür, dass die Reihe auch

tatsächlich als Reihe wahrgenommen wird. „Im besten

Fall entscheiden sich die Teilnehmer*innen einer

Veranstaltung gleich, die nächste zu besuchen“, erläutert

Claudia Jablonowski, Leiterin des FaZ Giebel, das Konzept.

Positiver Nebeneffekt für die Einrichtungen: Sie profitieren vom

engeren Austausch unter den Kolleg*innen und den geteilten

Netzwerken.

So gut der Plan war: 2021 machte Corona ein Strich durchs

Programm. Von den sieben geplanten Veranstaltungen konnten

nicht alle stattfinden. Entmutigen lässt sich davon jedoch niemand:

Die Bärenstark-Reihe wird 2022 (neu) aufgenommen und

weitergeführt. Geplant ist es, die Reihe thematisch auszuweiten

– so zum Beispiel auf das Thema Kinderpflege.


11

Ich bin schon zum dritten Mal bei dieser

Veranstaltung dabei und bekomme

jedes Mal neue Anregungen.

Teilnehmerin des Gesprächsabends „Plötzlich sind sie so

anders – Mit Kindern durch die Pubertät“

Unser Ziel ist

es, unseren

Besucher*innen den

Übergang von einer

Einrichtung zur anderen

und von einem Thema zum nächsten

zu ebnen. Ideal wäre es, wenn die

Teilnehmer*innen durch die Reihe

auch auf Veranstaltungen aufmerksam

werden, die sie normalerweise nicht

besucht hätten.

Claudia Jablonowski, FaZ Giebel

KONZEPT

Die Veranstaltungsreihe „Bärenstark“ steht für

Austausch, Anregungen und Tipps von pädagogischen

Fachreferent*innen zu allem, was Familien interessiert.

Thematisch bewegt sie sich kreuz und quer durch

den Familienalltag und betrifft alle Altersstufen. Die

Veranstaltungen wurden in Kooperation der zehn stjg-

Einrichtungen vor Ort entwickelt und finden reihum

statt. Ziel ist es, Besucher*innen gezielt an andere

Einrichtungen heranzuführen und für neue Themen zu

begeistern.

ZIELGRUPPE

Menschen jeden Alters

KONTAKT

baerenstark@jugendhaus.net


12

Die Anforderungen an die Arbeit mit Kindern hat sich in den letzten 25 Jahren stark

gewandelt. Wir sind um jeden Besucher des Kinder- und Jugendtreffs glücklich, da er

sich in seiner Besuchszeit mit anderen Kindern trifft, ein Sportangebot wahrnimmt oder

an Projekte herangeführt wird und nicht allein vor dem PC sitzt. /// Der Bezirksbeirat

und ich sprechen allen Mitarbeiter*innen der letzten 25 Jahre unseren Dank und unsere

Anerkennung für die großartige Kinder- und Jugendarbeit aus. Der Kindertreff ist aus dem

Stadtbezirk nicht mehr wegzudenken. Besonders wichtig ist mir, dass die Kinder an Projekte

herangeführt werden und auch die Erfahrung machen, dass es oft vieler Schritte bedarf, bis eine

Idee umgesetzt werden kann. ///Besonders begeistert uns die Nachhaltigkeit der Projekte, sei es ein Staudenbeet

für Insekten, Kräutertröge für den Kochclub oder der Bau eines Insektenhotels inmitten einer Blühfläche. Alle Projekte

werden mit den Kindern erarbeitet und nachhaltig betreut. Beispielhaft war der Wunsch der Kinder 2021 nach

Scooterständern für ihre Tretroller und Skateboards. Zwischenzeitlich gibt es drei solcher Standorte und ein vierter

folgt. Somit wurde die Idee der Kinder flächendeckend im Bezirk umgesetzt. Ein Gewinn für alle Kinder! // Wir freuen

uns auf weitere spannende Jahre mit unserm Kinder- und Jugendtreff /// Herzlichst Ihre Renate Polinski


25 Jahre Kinder- und Jugendtreff Münster ///// Kinder- und Jugendhäuser

13

Ein Fixpunkt

im Stadtbezirk

Im März 1996 wurde der Kindertreff Münster gegründet. Als

Einrichtung für Kinder und Jugendliche ist der soziale Treff

der stjg heute nicht mehr aus dem Stadtbezirk wegzudenken.

Die beliebte Einrichtung repräsentiert Offene Arbeit

mit einer breiten Angebotspalette und einem verlässlichen

pädagogischen Team. Statt einer einzigen Feier organisierte

das Team gleich eine ganze Jubiläumswoche für Kinder in

den Herbstferien.

Eine gute Orientierung im Strudel der Zeit

Für Treff-Leiterin Stefanie Feil ist ihre Einrichtungen vergleichbar

mit einem Anker, der ihre jungen Besucher*innen hält und

stärkt, um Zutrauen in sich und in die Welt drumherum aufzubauen.

„Der Kinder- und Jugendtreff Münster stellt in seinem

Bestehen über die Jahre, im Wandel der Gesellschaften und

ihren veränderten Wegen, Zielen und unwägbaren Entwicklungen

ohne Zweifel für die Kinder und Erwachsenen eine wichtige

und gute Orientierung im Strudel der Turbulenzen, Meinungen

und Diskurse der Zeit dar“, sagt sie. Eine verlässliche Größe für

die Kinder und Jugendlichen ist dabei das pädagogische Team,

dem drei Mitarbeiter*innen angehören, die schon seit 20 Jahren

dort arbeiten – kaum kürzer, als der Treff besteht. Nur wenige

im Stadtbezirk kennen die generationenübergreifenden Abläufe

und Entwicklungen im Stadtteil besser. Denn die Pädagog*innen

haben viele Münster*innen beim Großwerden begleitet,

ihnen den Rücken, ihre Persönlichkeit gestärkt.

Ein Ort zum Spielen, Lernen, Erleben und Erfahren

Ob Zirkus, Mädchen- und Jungentage, Werk-Kurse oder Projekte

wie „Knete und Konsum“: Der pädagogische betreute Spielraum

bot und bietet den Kindern und Jugendlichen eine breite zeitgemäße

Palette an Angeboten, Ausflügen, Projekten und Veranstaltungen

im Alltag und in den Ferien. Dabei fördert der Treff

spielerisch soziale Kompetenzen und die Kommunikation seiner

Besucher*innen. „Geduld, Ausdauer und Kreativitätsentfaltung

bestimmen im Werkstattbereich den gestalterischen Prozess,

damit sich zum Beispiel beim Malen, Drucken und Modellieren

eigene Ideen entwickeln und verwirklichen lassen“, beschreibt

Stefanie Feil den pädagogischen Effekt. Um möglichst viele

Ideen umzusetzen und größere Projekte zu realisieren, ist der

Treff zudem allerbestens im Stadtbezirk vernetzt, kooperiert mit

Vereinen, mit Schule, Bezirksverwaltung und vielen weiteren

Institutionen und Vereinigungen. Nach 25 Jahren ist die Einrichtung

gut aufgestellt, um Offene Arbeit noch breiter anzubieten.

Mit Unterstützung des Bezirks sollen nun auch Jugendliche

ihren eigenen Treff in Münster erhalten.

KONZEPT / ZAHLEN UND FAKTEN

Als Einrichtung der offenen Kinder- und Jugendarbeit ist der

Treff kulturell, politisch und weltanschaulich ungebunden.

Kinder und Jugendliche können ohne Voraussetzungen die

Angebote und Räume dort nutzen. Sie entscheiden selbstständig,

wann und welche Angebote sie nutzen und dürfen diese auch

mitgestalten und initiieren. Der Treff bietet einen Spiel-, Werkund

Bewegungsbereich an, feststehende Programmpunkte sind

z.B. der Kinderkochclub oder der Kinderkinotag. Der Jugendtreff

ist an ausgewählten Abenden mit einem speziellen Angebot für

Teenies geöffnet.

ZIELGRUPPE

Kinder von sechs bis 12 Jahren und Teenies von 11 bis 16 Jahren

ANGEBOTE (AUSZUG):

Projekt „Waldgestalten“, Feste für Kinder, Faschingsfeste, Tage

der offenen Tür, Kinder machen Radio, Kinderkunsttage, Zirkus-

AG, Jahrmärkte, Olympiaden, Aktionen in verkehrsberuhigten

Bereichen, Laternenumzüge, Märchenreise, Weltkindertage,

Experimentierwerkstatt, Fair Trade Kunstobjekte, Drachenfeste

PARTNER

Bezirksrathaus Münster, Bezirksbeirat und Bezirksvorsteherin,

Arbeitskreis Kinder, Jugendliche und Familien,

Stadtteilbibliothek, Elise von König-Gemeinschaftsschule,

Pflegezentrum Münster, HGV Münster, Jugendamt Stuttgart,

Spielmobil „Mobifant“, Circus Circuli u.v.m.

KONTAKT

muenster@jugendhaus.net

MEHR LESEN UND SEHEN

Info: www.jugendhaus.net/muenster

TEAM KINDER- UND JUGENDTREFF MÜNSTER

Olivia Peter Patrik Nothelfer Stefanie Feil Ulrike Schmieg


14

Vanessa

aus der Heidelbeere

war sofort aufgeschlossen, als

ich sie fragte, ob wir eine Krabbelgruppe

aufbauen könnten. Sie ist

quasi unser Backoffice. Man kann sie

immer ansprechen – ob es nun um

aktuelle Corona-Bestimmungen, einen

Liederordner oder eine neue Uhr im

Raum geht.

Henrike Johannkemper

(Initiatorin und ehrenamtliche Organisation)


Die Krabbelgruppe im SFZ ///// Kindertagesstätten 15

Krabbelgruppe

selbstgemacht

Angebote machen ist silber – das Fördern von Initiativen gold: Dieser

Gedanke steht hinter den sieben Stadtteil- und Familienzentren (SFZ) der

stjg. Ein Paradebeispiel für gelungene Förderung, ist die Krabbelgruppe im

SFZ Heidelbeere in Obertürkheim.

Hoppla – wo ist denn die Krabbelgruppe hin? Mit viel Begeisterung

hatte Henrike, eine Mutter aus Obertürkheim, mit ihrem

ersten Kind eine Krabbelgruppe besucht. Doch als sie einige

Jahre später ihr zweites Kind anmelden wollte, stellte sie fest,

dass das Angebot nicht mehr existierte. In dieser Situation hätte

sie in andere Stadtteile gehen können, um dort eine Eltern-

Kind-Gruppe zu besuchen. Doch warum? Kleinkinder gibt es in

Obertürkheim schließlich eine Menge – und damit auch Bedarf.

Henrike wurde selbst aktiv und trat in Kontakt mit dem 2021

neu eingerichteten Stadtteil- und Familienzentrum Heidelbeere.

Dort traf sie auf offene Ohren, denn die Einrichtung steht Eigeninitiativen

aller Generationen offen – natürlich auch Eltern mit

Kleinkindern. Heinrikes Initiative brachte den Stein ins Rollen.

Schon zwei Wochen später fand das erste Krabbelgruppen-Treffen

statt.

Für alle ein Gewinn

Henrike ist auch jetzt noch eine wichtige Kommunikationsperson

zwischen Krabbelgruppe und Stadtteil- und Familienzentrum.

Allerdings organisiert sich die Gruppe selbst, die Eltern

entscheiden gemeinsam über den Ablauf der Stunden. Manchmal

stehen Lieder und Kniereiter-Spiele im Vordergrund, dann

wieder Toben mit Rutschautos oder Indoor-Spielgeräte.

Die Krabbelgruppe ist für alle Beteiligten ein Gewinn: Kleinkindern

ermöglicht sie, gemeinsam zu spielen und dabei positive

emotionale Erfahrungen zu sammeln. Eltern haben bei den

Treffen Gelegenheit, die eigenen Kinder im Kontakt mit Gleichaltrigen

zu erleben und sich darüber auszutauschen. Dabei

entstehen Kontakte unter den Bewohner*innen des Stadtteils,

die weit über die Kleinkinderzeit hinausreichen können.

Für das Heidelbeere-Team, das in einer schwierigen Zeit die

Arbeit aufnahm, ist die Krabbelgruppe ein positives Zeichen: Bei

allen Einschränkungen durch die Pandemie wird die neue Einrichtung

wahrgenommen. Die Krabbelgruppe darf gerne Schule

machen. Neue Initiativen sind willkommen.

KONZEPT

Das SFZ Heidelbeere wurde 2020 im Haus der Andreaskirche

eröffnet. Als Ort der Begegnung bietet es einen offenen,

lebendigen Austausch aller Bewohner*innen im Quartier.

Ehrenamtlich Engagierte ermöglichen ein breites Angebot und

bringen dort ihre Ideen ein. Einwohner*innen mit und ohne

Fluchtgeschichte finden im benachbarten Willkommensraum

zusätzlich einen Ort der Begegnung und des Austauschs.

ZIELGRUPPE

Kinder von 0-3 Jahren und ihre Begleitpersonen

KONTAKT

vanessa.spieth@stjg.de

Philipp.Heinritz@sfz-obertuerkheim-jugendhaus.net

INFOS

www.sfz-obertuerkheim.de

KOORDINATION SFZ & WILLKOMMENSRAUM

Vanessa Spieth

Philipp Heinritz


16


Erzieherinnenaustausch ///// Kindertagesstätten

17

„Ich weiß etwas,

was du nicht weißt!“

Im Team ist man stärker, vor allem, wenn der Gemeinschaftsgedanke

einrichtungsübergreifend gedacht

wird. Das ist ein wesentliches Anliegen der im jüngsten

Geschäftsbereich „Kinder und Familie“ eingebundenen

fünf stjg-Kitas. Mit dem internen Fortbildungsmodul „Ich

weiß etwas, was du nicht weißt“, wollen sie sich regelmäßig

untereinander austauschen und häuserübergreifend

Qualitätsstandards umsetzen, die zuvor in einem ersten

Kita-Fachtag erarbeitet wurden. 2021 fand die erste

Runde statt, in der die grundsätzliche Sichtweise auf alle

Mitmenschen im Kita-Alltag ausgelotet wurde.

Der Alltag in Kindertagesstätten ist vielfältig und sehr lebhaft.

Die Teams in den Einrichtungen stehen vor wechselnden

Herausforderungen und müssen viele unterschiedliche

Charaktere unter einen Hut bringen. Kinder und ihre Eltern

kommen mit wechselnden Bedürfnissen und aus unterschiedlichsten

Verhältnissen in die Einrichtungen. Das zeigt

sich schon beim Start in den Tag, wenn die einen ganz unkompliziert

ankommen und andere viel Zeit und Ansprache

benötigen. Da sind klar strukturierte Abläufe und nachvollziehbare

Qualitätsstandards für Familien und pädagogische

Teams eine unschätzbare Unterstützung.

Einrichtungsübergreifender Ideentransport

Die stjg-Kitas haben deshalb auf ihrem ersten Fachtag beschlossen,

die in langen Prozessen erarbeiteten Qualitätsstandards

– zum Beispiel eine grundsätzlich wertschätzende

Haltung, Förderung von Gemeinschaftlichkeit und Selbstständigkeit

– gemeinsam zu etablieren und sich gegenseitig

zu beraten. Denn nicht nur die Familien in den Einrichtungen

sind unterschiedlich, auch die Teams und die Stadtteile,

in denen sich die Einrichtungen befinden, arbeiten unter

verschiedenen Voraussetzungen. Indem einrichtungsübergreifend

miteinander die konkrete Verankerung der Qualitätsstandards

beraten wird, schärfen die Erzieher*innen

auch nach außen das Profil der stjg-Kitas.

„Ich bin wertvoll – ich achte mich

und meine Stärken“

2021 tauschten sich die Kolleg*innen unter der Moderation

zweier Einrichtungsleitungen über die Qualitätsstandards

auf der Ebene des „ICH“ aus. Dabei ging es nicht nur darum,

sich selbst wertschätzend anzunehmen. Zudem sollte auch

der stärkenorientierte Blick auf die Fähigkeiten der Menschen

als Qualitätsstandard in den Kitas reflektiert und

gefestigt werden.

Die beteiligten pädagogischen Fachkräfte formulierten

zum Abschluss für die eigene Kita Ziele, um den Standard

der stärkenorientierten Betrachtung dort zu verankern. Als

Expert*innen bringen sie ihre Erkenntnisse aus der ersten

internen Fortbildung ein und arbeiten mit ihren Kolleg*innen

vor Ort gemeinsam an der konkreten Umsetzung. Vom

gelebten wertschätzenden Blick aufeinander profitieren alle:

Eltern, Kinder und das Team.

INFO

Der einrichtungsübergreifende Ideentransport dient längerfristig

der Vernetzung und dem Austausch von Fachkräften.

Die Etablierung von Qualitätsstandards schärft weiterhin das

Profil der stjg-Kitas und macht in allen Einrichtungen die wertschätzende

Haltung und den umfassend verant wortungsvollen

Alltagsansatz transparent.

Inhaltlich steht in jedem Fortbildungsmodul von „Ich weiß

etwas, was du nicht weißt“ eine der vier ILKE – Ebenen (ICH-WIR-

RAUM-STRUKTUR) als Reflexionsgrundlage im Vordergrund. Die

teilnehmenden Fachkräfte dokumentieren und präsentieren

anhand von mitgebrachten Fotos die Umsetzung der Qualitätsstandards

bzgl. der im Fokus stehenden Ebene in ihrer jeweiligen

Einrichtung unter Berücksichtigung der am Kita-Alltag beteiligten

Personengruppen „Kinder“, „Eltern“ und „Fachkräfte“.

QUALITÄTSSTANDARDS

1. Wir schauen mit einem stärkenorientierten

Blick auf die Fähigkeiten der Menschen. „Ich bin

wertvoll – ich achte mich und meine Stärken.“

2. In unserem Haus wird eine wertschätzende

Haltung gelebt.

3. Unser Alltag ist geprägt von gemeinschaftlichem

Lernen und Erleben.

4. Die Bildungs- und Lernräume regen zum

selbsttätigen Lernen an.

5. Die stjg-Kitas spiegeln klare Strukturen und

Transparenz wieder.

KONTAKT

bettina.veller@stjg.de

Bettina Veller

Bereichsleitung „Kinder und Familie“


18

Wenn alle im

gleichen Boot

sitzen…

In der Tat, die

Geschichte dieses

Hauses ist spannend

und geprägt

von persönlichem

Engagement und Einsatz

einzelner Menschen, die den Kindern

und der Jugend am See einen Platz

sichern wollten.

Ralf Bohlmann, Bezirksvorsteher Mühlhausen


50 Jahre Bootshaus am Max-Eyth-See ///// Kinder- und Jugendhäuser 19

1971 entstand am Rande des Max-Eyth-Sees das erste Bootshaus der stjg. Der markante „Schuppen“

mit dem Reetdach wurde am 10. Juli feierlich eröffnet und diente neben Kajaks und Kanus einem ganz

besonderen Gefährt als Unterschlupf: dem Einbaum „Tigekadopemic“. Peter Sonder, Künstler und Pädagoge

aus Münster, hatte das Auslegeboot zusammen mit Jugendlichen aus einer gefällten Pappel in

zweijähriger Arbeit nach einem Vorbild aus der Südsee gebaut. Der alte Einbaum ist schon lange nicht

mehr seetüchtig und auch das Bootshaus musste mehrfach erneuert werden. Erlebnispädagogische

Angebote auf dem Wasser sind seitdem am Max-Eyth-See gesetzt.

Seit 50 Jahren profitieren Stuttgarts Kinder und Jugendliche

vom offenen, betreuten „Paddelangebot“ der stjg. Das erlebnispädagogische

Programm fußt auf dem Prinzip einer Gruppenerfahrung

in der Natur, um persönliche und soziale Kompetenzen

zu entwickeln. Flüchtig betrachtet, erscheinen die Angebote

rund um das Bootshaus lediglich als eine heitere Mischung

aus Spiel, Sport und Spaß. Und das kann man beim Floßbauen,

Kanufahren oder lustigen Wasserspielen auch denken. Die

erfahrenen Erlebnispädagog*innen der stjg jedoch schwärmen

von der Wirkmacht dieser anerkannten Teildisziplin der Pädagogik

ebenso wie viele Lehrkräfte, die mit ihren Schüler*innen

an dem Programm teilnehmen. Schließlich stehen hier, anders

als bei kopf- und sprachbasierten pädagogischen Ansätzen, das

Erleben und Empfinden im Vordergrund. Und diese Erlebnisse

lassen sich nach der dazu gehörigen Reflexion hervorragend in

den Alltag übertragen.

…sollten alle auf den Steuermann hören

Denn, wenn alle im gleichen Boot sitzen, braucht es eine

Steuerperson, die den Weg vorgibt – und eine Gruppe, die sich

zu einem gemeinsamen Takt zusammenfinden muss. Wenn dennoch

alles aus dem Ruder gerät, lässt es sich hinterher bestens

in Gesprächsrunden darüber sinnieren, was eine Führungsposition

ausmacht und wie Teamarbeit gut funktioniert. Nicht wenige

Schulklassen und Freizeitgruppen haben daraus Lösungen

für konkrete Problemlagen gezogen. Und das allein wäre Grund

genug für ein Fest am Max-Eyth-See.

Ein schönes Jubiläum mitten in der Pandemie

So hat, trotz Pandemie, das Team des Kinder- und Jugendhaus

Neugereut mit einer kleinen Historie auf Bannern und einer

stimmungsvollen Feier in kleinem Kreis die 50jährige Erfolgsgeschichte

erlebnispädagogischer Angebote rund um das

Bootshaus gewürdigt. Schließlich wird es pro Jahr rund 100 Mal

vermietet, von sozialen Einrichtungen und Schulklassen besucht

und für Ferienangebote oder Kooperationen begeistert genutzt.

KONZEPT / ZAHLEN UND FAKTEN

Das Bootshaus mit seinen Kanadiern und Kajaks bietet freizeitund

erlebnispädagogische Angebote, ist für Privatpersonen zu

mieten und wird als Ort für Ferienangebote und Kooperationen

gerne genutzt. Koordinierende Einrichtung ist das Kinder- und

Jugendhaus Neugereut.

ZIELGRUPPE

Kinder, Jugendliche, Familien

ANGEBOTE (AUSZUG)

Erlebnispädagogische Trainings, offenes Paddelangebot,

Geburtstage…

GESCHICHTE

Eingeweiht im Juli 1971 als Bootsschuppen für den Südsee-

Einbaum von Peter Sonder und Jugendlichen aus dem Werkraum

Münster. Seitdem Herberge für Surfbretter und Segeljollen

(80er Jahre), ein selbst gebautes Solarboot (2000er Jahre),

weitere Einbäume und viele Kanus. Mehrere Sanierungen (1997

Teilabriss, 2011 Gelände-Vergrößerung und neues Reetdach).

Seit Beginn der 2000er Jahre vermehrt Projekte („Steinzeit“)

und Schulkooperationen. Heute fester Bestandteil im Programm

vieler sozialer Einrichtungen.

KONTAKT

bootshaus@jugendhaus.net

MEHR ERFAHREN

https://bootshaus.jugendhaus.net/home/

KOORDINATION BOOTSHAUS

Alexandra Wolf

Thomas Rapp


20

Eine Win-Win-

Win-Situation

Wie finden junge Leute mit Spaß ins Ehrenamt? Eine Antwort

auf diese Frage ist die landesweite Aktion „Mitmachen

Ehrensache“. Rund um den Tag des Ehrenamts am 5. Dezember

jobben Jugendliche im ganzen Land bei lokalen Firmen

und spenden das verdiente Geld. Davon haben alle etwas.

Die Spendenempfänger*innen, die Arbeitgeber*innen und

natürlich auch die Jugendlichen.

144.432 engagierte Jugendliche, 89.541 Arbeitgeber*innen und

eine Spendensumme von 3.557.228 Millionen Euro: Das ist die

stolze Bilanz aus über zwanzig Jahren „Mitmachen Ehrensache“

(MME). Den Anfang machte im Jahr 2000 ein Ehrenamtsprojekt

des Vereins „Mitmachen Ehrensache“. 2003 übernahmen die

stjg und die Jugendstiftung Baden-Württemberg die Trägerschaft

der Aktion. Mittlerweile hat sich aus dem Projekt die

größte regelmäßige Jugendbeteiligungsaktion in Baden-Württemberg

entwickelt.

Die Grundidee ist einfach

Unter dem Motto „Mitmachen Ehrensache“ suchen sich Jugendliche

rund um den 5. Dezember, dem Internationalen Tag des

Ehrenamts, einen Job. Sie verzichten auf das verdiente Geld und

spenden es regional für gemeinnützige Zwecke. „Mitmachen

Ehrensache verbindet niedrigschwellige Berufsorientierung mit

sozialem Engagement und vernetzt obendrein Träger*innen der

Jugendarbeit mit Schulen, Wirtschaft und Politik“, erklärt Gabi

Kircher, Leiterin des Aktionsbüros in Stuttgart und langjährige

landesweite Koordinatorin. „Das ist genau genommen eine Win-

Win-Win-Situation.“

Das Erfolgsrezept: Ein landesweites Netzwerk

Wenn etwas gut funktioniert, gibt es dafür in der Regel auch

gute Gründe. Bei MME ist einer dieser Gründe das erfolgreiche

Netzwerken: Jugendliche, die mit Spaß bei der Aktion dabei

waren, können Botschafter*innen des Projekts werden. Aktuell

sind im ganzen Land rund 300 Schüler*innen als Mitmachen-

Ehrensache-Botschafter*innen aktiv. Sie werben in Schulen,

Vereinen sowie bei Arbeitgeber*innen für die Aktion und helfen

vor Ort bei der Pressearbeit und der Organisation von Veranstaltungen.

In regionalen Botschafter*innen-Treffen und im

jährlich stattfindenden landesweiten Botschafter*innen-Seminar

auf der Burg Liebenzell lernen sie, die Grundlagen ihrer

Botschafter*innen-Arbeit kennen, darunter Präsentieren, Moti-


„Mitmachen Ehrensache“ ///// Projekte und Aktionen 21

„Bei „Mitmachen

Ehrensache“ habe

ich gelernt, die

Aktion selbstbewusst

vor Klassen zu

präsentieren und Presseinterviews zu

geben. Mit wenig Aufwand kann ich

was Gutes tun. Für meinen Einsatz als

Botschafterin bekomme ich ein Zertifikat,

das mir bei späteren Bewerbungen nützt“.

Lucie Kober, 17 Jahre, Schülerin am

Wirtemberg-Gymnasium in Untertürkheim

vieren und Überzeugen. Der Funke sprang selbst in den beiden

Corona-Jahren über. Trotz Pandemie beteiligten sich 2020 und

2021 erneut mehrere tausend Schüler*innen. Weil Jobben

nur eingeschränkt möglich war, verpackten etliche von ihnen

Nikolaus-Päckchen, die dann in Tafelläden und an engagierte

Personen als Dankeschön verschenkt wurden.

„Mitmachen Ehrensache“ feiert #mme20plus1

Es gab also guten Grund, 2020 das 20-jährige Bestehen der

Aktion zu feiern. Corona machte hier – wie bei so vielen Veranstaltungen

– einen Strich durch die Rechnung. Im Juli 2021

konnte die Feier dann in coronagerechter Form nachgeholt

werden – sowohl online als auch in Präsenz im Jugendhaus

Mitte. Ministerpräsident Winfried Kretschmann sowie zahlreiche

Teilnehmer*innen, Botschafter*innen sowie landesweite Partner*innen

aus Schule, Wirtschaft, Kultur und Politik würdigten

die erfolgreiche Arbeit der Aktion. Begleitend wurde online die

Jubiläumsseite https://mme20plus1.de freigeschaltet. Mit dabei:

Der neue MME-Trailer, Videobotschaften, Highlights aus 20plus1

Jahren, Fotos, viele Geschichten und die Video-Grußbotschaft

von Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

„Ich habe schon mehrmals

bei Mitmachen Ehrensache

teilgenommen und

dadurch einen Einblick in

die Berufswelt bekommen.

Gleichzeitig konnte ich mich

sozial engagieren, weil das

erarbeitete Geld gespendet wird.“

Faris Hamada, 17 Jahre, Schülersprecher am Neuen

Gymnasium Leibniz in Feuerbach, ist schon einige Jahre im

Botschafterteam des Aktionsbüros Stuttgart.

KONZEPT / ZAHLEN UND FAKTEN

Träger: stjg und die Jugendstiftung Baden-Württemberg

MME 2000-2020: 144.432 teilnehmende Jugendliche, 3.557.228

Millionen Euro Spenden, 89.541 Arbeitgeber*innen und 6.976

beteiligte Schulen

ZIELGRUPPE

Schüler*innen der weiterführenden Schulen ab Klassenstufe 5

FÖRDERUNG

Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration / Börse

Stuttgart

PARTNER

landesweit 24 Aktionsbüros (Träger*innen der öffentlichen oder

freien Kinder- und Jugendhilfe) / Arbeitgeber*innen / Schulen

/ regionale Schirmherr*innen / Landesschüler*innenbeirat /

DASDING – Jugendsender des SWR

KONTAKT

kircher@mitmachen-ehrensache.de

INFOS

https://www.mitmachen-ehrensache.de

facebook: mitmachen.ehrensache

Instagram: mitmachenehrensache.bw

MEHR SEHEN

https://mme20plus1.de/

LEITUNG

Gabi Kircher


22

Let’s create our future

Ein riesiges, buntes Wandbild zieht sich über die Stockwerke des neuen Kinder- und

Jugendhauses B10 in Wangen. Mut machende Slogans wie „Be yourself“ oder „Never

lose hope“ empfangen die Besucher*innen beim Hinaufgehen. Ganz oben prangt

die Aufforderung, gemeinsam die Zukunft zu gestalten. Beiläufig visualisieren die

Graffitis den Auftrag des Hauses: Kinder und Jugendliche in ihrer Selbstfindung

und Selbstverwirklichung zu unterstützen, sie zu empowern.

Nach rund zweijähriger Bauzeit hat das B10 im Juli 2021 offiziell

seine Türen wiedereröffnet – als Kinder- und Jugendhaus. 38

Jahre lang war das markante Holzgebäude mit seinem begrünten

Dach, von den Wangener Bürger*innen liebevoll als „Burg“

bezeichnet, das Jugendhaus Wangen. Viele Teenies, Jugendliche

und Studenten hatten bei der Entstehung der ersten Einrichtung

1983 selbst mit Hand angelegt, unter Federführung von Professor

Peter Hübner, dessen Architekturbüro plus bauplanung auch

das neue Gebäude geplant hat. Die hellen, modernen Räume

stehen dank der Bewilligung einer zusätzlichen Stelle durch den

Gemeinderat nun auch Kindern zur Verfügung. Als neue Zielgruppe

profitieren sie ebenso wie die langjährigen jugendlichen

Nutzer*innen vom Kern der pädagogischen Arbeit:

Die Beziehungen stärken

„Uns ist die Beziehung zwischen den Menschen wichtig. Alle

sollen hier miteinander reden und etwas tun. Sie können hier

lachen, streiten, sich versöhnen und sich stärken“, beschreibt

Einrichtungsleiter Oliver Bechen den Kern der pädagogischen

Arbeit, die in den bunten Leitsätzen im Gebäude zum Ausdruck

kommen soll. Gemeinsame Aktivitäten wie kreatives Gestalten,

Ausflüge, Sport oder Kochen sind deshalb ein zentraler Baustein

im Angebot, das zudem viel Freiraum für eigene Aktivitäten und

Entwicklung lässt – für Jugendliche und nun auch für Kinder.

Ihnen allein steht das Haus an einem Tag in der Woche offen,

inklusive eines gemeinsamen Mittagssnacks, wechselnder betreuter

Angebote und mit viel Zeit zum Spielen und Reden. „Die

Kinder bringen gute Energie in unsere Einrichtung. Jugendliche,

die anfangs eher skeptisch waren, bringen jetzt ihre kleinen

Geschwister mit ins Haus oder helfen bei den Angeboten mit“,

erklärt Oliver Bechen. Nach und nach sollen die Spielräume der

Kinder im Haus vergrößert werden.

Sozialräumliche Möglichkeiten nutzen

Geschützt von einer dicken Schallmauer liegt der zweistöckige

Neubau direkt an der Schnellstraße B10. Mit seiner freundlichen

Holzfassade, den großen, hellen Fenstern und einer einladenden

Terrasse wendet er sich dem Stadtteil zu. Auch konzeptionell

steht die Einrichtung den Vereinen, Kooperationspartnern

und Privatleuten offen. Schon vor dem Abriss wurden die sozialräumlichen

Verbindungen zur nahegelegenen Schule und vielen

weiteren Einrichtungen im Stadtteil genutzt. Nach seiner Eröffnung

und dank neuer Räume werden diese Möglichkeiten nun

erweitert. Vereine wie die Naturfreunde oder die Sportkultur

Stuttgart nutzen das Gebäude ebenso wie der Jugendrat oder

das Festival der Generationen. Die Kooperation mit der benachbarten

Wilhelmschule wird ausgebaut und der schon vor Corona

beliebte generationenübergreifende Ansatz weiter belebt.


Neues Kinder- und Jugendhaus in Wangen ///// Kinder- und Jugendhäuser

23

Wir sind zwar in den

Stuttgarter Osten gezogen.

Aber meine

Tochter besucht in

Wangen die Schule und

sehr gerne auch das Kinderund

Jugendhaus. Sie ist ein Einzelkind

und liebt es mit anderen Kindern zu

spielen, Filme zu schauen und dabei

Popcorn zu essen.

Zina Aljuidi, Mutter von Hala

KONZEPT / ZAHLEN UND FAKTEN

Montag: Kindertag – das ganze Haus steht ab 15.00 Uhr

den Kindern offen

Dienstag: Kreativwerkstatt – Beginn 16.00 Uhr

Mittwoch: Kinder-Club – Beginn 16.00 Uhr mit wechselnden

Angeboten

ZIELGRUPPE

Kinder, Jugendliche, Familien

ANGEBOTE (AUSZUG)

Kreatives Gestalten, Ausflüge, Medien, Sport, Spiele oder

Kochen, Raum zum selber spielen und entdecken sowie für den

Austausch mit dem pädagogischen Team.

GESCHICHTE

Grundsteinlegung im Juli 1983. Als Eigenbau unter Leitung

von Professor Peter Hübner und dank ehrenamtlicher Mithilfe

sowie großzügiger Spenden 1984 eröffnet. Das „Not-machterfinderisch-Haus“

mit dem ersten Gras-Dach der stjg hielt

unerwartete 34 Jahre, bevor es 2019 abgerissen wurde.

Wiedereröffnung nach zweijähriger Bauzeit im Sommer 2021.

KONTAKT

wangen@jugendhaus.net

Ich finde es toll,

dass wir hier sehr

viele Sachen unternehmen

können. Eine

neue Freundin habe ich auch schon

gefunden. Jetzt wünsche ich mir nur noch

einen Nähkurs oder, dass wir Makramee

machen können.“

MEHR SEHEN

wangen.jugendhaus.net

TEAM KINDERBEREICH KJH WANGEN

Hala Almasri, 9 Jahre

Oliver Bechen Sara Tatzel Ruiz Johan Bylund


24


E-Rikschas in den SFZ ///// Kindertagesstätten 25

Nachhaltig

mobil, mit Spaß

Man muss nicht immer am ganz großen Rad drehen, um einen Stadtteil in Bewegung

zu setzen – manchmal reicht es, in die Pedale einer Fahrrad-Rikscha zu

treten. Die stjg hat im Herbst 2021 fünf E-Fahrzeuge für die insgesamt sieben

Stadtteil- und Familienzentren (SFZ) angeschafft. Eines davon ist nun im Treffpunkt

Pfaffenäcker im Einsatz.

Probleme können zu Chancen werden – das ist eine Erkenntnis,

die schon so oft formuliert wurde, dass man fast nicht mehr

daran glauben mag. Ein tolles Beispiel dafür, wie sich Nachteile

in Vorteile verwandeln können, ist der Hol- und Bringdienst mit

elektrischen Fahrrad-Rikschas, den die stjg seit 2021 in ihren

Stadtteil- und Familienzentren anbietet.

Zunächst einmal das Problem: Um das Angebot im SFZ wahrzunehmen,

müssen die Bewohner*innen der Stadtteile die

Einrichtungen aufsuchen, zu Fuß, mit dem Fahrrad oder – wenn

nötig – mit dem Auto. Wer körperlich eingeschränkt ist, kann

sich dabei schwertun. Elektrisch betriebene Fahrrad-Rikschas

lösen dieses Problem nachhaltig und bringen darüber hinaus

Bewegung und Spaß ins Spiel.

Im Treffpunkt Pfaffenäcker können neben den Nachbar*innen

aus dem Stadtteil auch die Bewohner*innen des Seniorenzentrums,

das etwa zehn Fahrradminuten entfernt liegt, den Service

nützen. Wer sich für eine Veranstaltung interessiert oder einfach

auf einen Kaffee vorbeikommen möchte, kann die Fahrrad-Rikscha

telefonisch oder per E-Mail bestellen. Die Fahrgäste nehmen

gut angeschnallt alleine oder zu zweit auf der Vorderbank

Platz. Zum leichteren Einsteigen kann die Fußplatte abgesenkt

werden. Aktuell treten vier Ehrenamtliche im Wechsel in die Pedale

– bei Bedarf mit kräftiger Unterstützung des Elektromotors.

Da sich das Gefährt leicht steuern lässt, sind Umwege vorbei am

Lindenbachsee oder durch ein kleines Waldgebiet möglich.

Beste Laune auf den vorderen Plätzen

Schon bei den ersten Fahrten zeigten sich positive Nebeneffekte.

„Auf der Vorderbank wird viel gekichert“, berichtet Nina

Weisenheimer, Koordinatorin im Treffpunkt Pfaffenäcker. „Viele

berichten, die Fahrt vermittle ein majestätisches Gefühl.” Für

die Fahrgäste ist es etwas Besonderes auf der Vorderbank in

flottem Tempo so unmittelbar an der frischen Luft zu sein. Auch

die Reaktionen von Passant*innen sind durch die Bank positiv.

„Wir begegnen praktisch nur lächelnden Gesichtern“, so Nina

Weisenheimer. Das stärkt das Wir-Gefühl im Stadtviertel und

fördert zugleich das Bewusstsein für neue Formen der Mobilität.

Schön ist auch, dass das Angebot generationenübergreifend

genutzt wird. So kutschieren die Ehrenamtlichen immer wieder

Kinder und ältere Menschen gemeinsam durch den Stadtteil.

Beworben wird die E-Rikscha unter anderem durch Flyer

und Gutscheine, die in der Seniorenwohnanlage vergeben

werden. Auch die Sichtbarkeit, wenn das Gefährt vor dem

Treffpunkt parkt, zeigt Wirkung. Die beste Werbung sind aber

die Veranstaltungen selbst, zum Beispiel das Filmfest der

Generationen im Herbst 2021, bei dem die E-Rikscha erstmals

zum Einsatz kam.

„Wir sind mit unserer Fahrrad-Rikscha rundum glücklich“, betont

Nina Weisenheimer und lacht. „Wenn es nach uns geht, darf

der Dienst von morgens bis abends angefordert werden. Dafür

haben wir das Fahrzeug schließlich angeschafft.

KONZEPT

Die Idee, mit Fahrrad-Rikschas zu arbeiten entstand, um auch

bewegungseingeschränkte Personen und Senior*innen in das

Angebot der SFZ einzubinden und ihnen den Zugang zum Treff

zu erleichtern. Finanziert wurde das Fahrzeug im Pfaffenäcker im

Wesentlichen durch die Großspende einer lokalen Firma. Weitere

Spenden machten es möglich, dass die Rikscha inzwischen einen

trocken und sicheren Tiefgaragenstellplatz hat.

ZIELGRUPPE

Menschen jeden Alters

KONTAKT

Pfaffenaecker@jugendhaus.net

INFOS

www.treffpunkt-pfaffenaecker.de

KOORDINATION SFZ PFAFFENÄCKER

Nina Weisenheimer

Lisa Alsaadi-Maurer


26

Impulse geben,

Anschieben, Brücken

bauen

An

Angeboten zur politischen Bildung von Kindern und Jugendlichen mangelt es in

Stuttgart nicht. In der Praxis ist es jedoch oft schwer, mit jungen Menschen in einen

für beide Seiten gewinnbringenden Austausch zu treten – nicht zuletzt, weil die

klassischen Bildungsformate oft wenig mit der Lebensrealität der Jugendlichen zu

tun haben. Gerade hier bringen sich die Mitarbeiter*innen der stjg mit einer großen

Bandbreite von Beteiligungsformen als Brückenbauer*innen ein: Sie geben vielfältige

Impulse, motivieren und begleiten. Das funktioniert beispielsweise so:

MENTOR*INNENPROGRAMM NORD

Im Dialog für meine Stadt – Stuttgart

besser machen

Befragungen kennen die Jugendlichen in Stuttgart Nord zur

Genüge - die Skepsis, dass sie durch Beteiligung etwas verändern

können, ist groß. Hier setzte das Mentor*innenprojekt an,

das die offene Jugendarbeit im Kinder- und Jugendhaus Nord

in Kooperation mit der Bürgerstiftung Stuttgart umgesetzt hat.

Idee war es, junge Erwachsene so zu empowern, dass sie Beteiligungsprozesse

unter Jugendlichen anregen und moderieren

können. Der geringe Altersunterschied erleichterte dabei den

Zugang. Über 50 Interessierte nahmen an den vier digitalen

Workshops der Bürgerstiftung teil. Im zweiten Teil des Projekts

steuerten die frisch ausgebildeten Moderator*innen mit dem

Lastenrad die Gebiete Killesberg, Bismarckturm und Nordbahnhof

an. Ziel war es, Ideen zu sammeln und diese im Sozialraum

gemeinsam mit den Jugendlichen umzusetzen. „Manchmal

diskutierten sie noch spätabends bei Softdrinks darüber, was in

Stuttgart besser werden sollte“, berichtet Kirsten Maiba, die das

Jugendhaus Nord leitet. Vorläufiges Ergebnis: Die Jugendlichen

haben jetzt ein Tonstudio im ihrem Jugi.

KINDERVERSAMMLUNG

Mitmischen erwünscht

Stuttgart kann nur eine kinderfreundliche Kommune sein, wenn

Kinder die Möglichkeit zur Mitsprache haben. Genau dieses Ziel

verfolgt die Kinderversammlung, eine jährliche Veranstaltung,

die es seit 2020 gibt und die 2021 erstmals virtuell durchgeführt

wurde. Beteiligen konnten sich Kinder zwischen acht und zehn

Jahren im gesamten Stadtgebiet, darunter Schulklassen, Kinder

aus der Ganztagesbetreuung und Gruppen aus der offenen Kinder-

und Jugendarbeit. Ziel war es, gute Ideen für die Freizeitgestaltung

zu entwickeln und zu realisieren. Zugleich konnten

die jungen Teilnehmer*innen Erfahrungen mit demokratischen

Prozessen sammeln. „Wichtig ist, dass die Kinder erkennen, dass

sich ihre Teilhabe lohnt – auch wenn nicht alle Wünsche erfüllt

werden können“, erklärt Benjamin Seidl, der auch künftig für die

stjg im Koordinationsteam sitzt. Kinder aus über zehn Einrichtungen

und Gruppen der stjg waren zahlreich vertreten.

Die enge Vernetzung der Einrichtungen hat sich hier bewährt.


Bandbreite von Kinder- und Jugendbeteiligung in der stjg ///// Kinder- und Jugendhäuser 27

JUGENDRATSBEGLEITUNG

Das Jugendhaus ist Schnittstelle

Der Jugendrat gehört zu den ältesten demokratischen Gremien

für Jugendliche in Stuttgart. Um junge Leute beim Hineinwachsen

in politische Strukturen zu unterstützen, werden sie

in den Bezirken von Tandems aus Verwaltung und Pädagogik

begleitet. Den pädagogischen Part übernehmen dabei in vielen

Stadtbezirken Mitarbeitende der stjg. Das Besondere an der

Aufgabe: Hier treffen Jugendliche aus allen Altersgruppen,

Bildungsschichten und Kulturen aufeinander. Das gilt auch für

dem Jugendrat Obere Neckarvororte, der seine monatlichen

Sitzungen reihum in den örtlichen Bezirksämtern und in den Jugendhäusern

abhält: „Jugendhäuser sind Schnittstellen“, erklärt

Silvia Rehm, die den Jugendrat von Anfang an begleitet. „Die

Mitglieder können hier hautnah erleben, wie unterschiedlich die

Jugendlichen denken, für die sie sich einsetzen.“ Die Jugendhausbesucher*innen

wiederum nehmen umgekehrt auf die

diese Weise den Jugendrat wahr. Davon profitieren beide Seiten.

NEUBAUPROJEKT B10

Gemeinsam das neue Kinder- und

Jugendhaus gestalten

Wie soll das neue Kinder- und Jugendhaus B10 aussehen?

Diese Frage beschäftigte in den vergangenen zwei Jahren rund

12 Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 20 Jahren. Bei

insgesamt sechs Treffen brachten sie ihre Ideen und Wünsche

ein – meist in Präsenz und im Freien. Diskutiert wurde nicht

nur über die Funktion von Räumen, sondern auch über Möbel,

Pflanzen und Dekoration. Bei gefühlt 40° Grad Celsius im Schatten

fuhr eine Gruppe sogar zum Sofakauf. „Die Jugendlichen

haben erfahren, dass sie Wünsche realisieren können, wenn sie

gute Argumente haben“, sagt Oliver Bechen, der das B10 leitet.

Erfreuliche Begleiterscheinung: Die Gruppe knüpfte einige

Kontakte – unter anderem zu Annemarie Berg, einer Wangener

Bezirksbeirätin.

DIGITALE JUGENDKONFERENZ

Brücken bauen zwischen den Systemen

Rund 12 Prozent der Stuttgarter Jugendlichen im Alter von 14 bis

18 Jahren beteiligten sich im Herbst 2020 an einer Online-Befragung,

die die Landeshauptstadt gemeinsam mit der stjg und

weiteren Akteur*innen im Rahmen des Aktionsplans „Kinderfreundliche

Kommune“ durchführte. Im April 2021 diskutierten

rund 40 Jugendliche, darunter Jugendrät*innen und Teilnehmer*innen

aus der offenen Jugendarbeit die Ergebnisse in

einer digitalen Jugendkonferenz. Im dritten Schritt wurden die

wichtigsten Thesen dann in einer Präsenzsitzung Kultusministerin

Theresia Schopper, Oberbürgermeister Frank Nopper und

Bürgermeisterin Isabel Fezer vorgestellt. Mit dabei waren auch

vier Jugendliche aus dem Jugendhaus Fasanenhof. „Jugendliche

haben oft ein anderes Verständnis von Beteiligung. Das

parlamentarische System ist im Grunde ein System der Erwachsenen“,

bemerkt Vanessa Fritz, die die Gruppe betreut und

begleitet hat – mit Erfolg: Den Austausch im Gremium erlebten

alle Seiten als Bereicherung.


28

Wolkenschleim

und Tonpapier

Kleinkinder, Jugendliche, Eltern, Senior*innen: Die Stadtteil-

und Familienzentren (SFZ) der stjg stehen als Orte der

Begegnung, des Austauschs und Kontakts für alle offen.

Ein Ziel ist es, die einzelnen Altersgruppen durch generationenübergreifende

Angebote miteinander in Kontakt

zu bringen. Das gelingt unter anderem bei den „Bunten

Bastelstunden“ in der Neugereuter Einrichtung, die als

brandneues Stadtteilhaus den generationenübergreifenden

Ansatz noch deutlicher betont.

Bügelperlen, Federn, Tonpapier, bunter Sand oder Wolkenschleim:

Bei der Bunten Bastelstunde im Stadtteilhaus Neugereut

liegt für die Teilnehmer*innen jedes Mal etwas anderes

zum Ausprobieren bereit. Stephanie Kurrle fährt mit ihrem

Hightech-Rollstuhl einmal um den vorbereiteten Basteltisch

und begutachtet die verschiedenen Materialien. Heute sollen

Buttons hergestellt werden. Die 62-Jährige wird neugierig und

greift auch gleich zu.

Neben ihr stehen Jana und Nina, die mit ihrer Oma Elke Rosner

gekommen sind. Die beiden sind vom ersten Tag an bei den

Bunten Bastelstunden dabei und haben seitdem keinen Nachmittag

verpasst. Wenn Elke Rosner mal keine Zeit hat, bastelt

die andere Oma mit den beiden Mädchen. Auch die Mama

war schon dabei. Kreativ und fleißig ist die ganze Familie: Die

Werke, die sie im Laufe eines Nachmittags produzieren, sind so

zahlreich, dass sie oft einen Karton zum Transport organisieren

müssen. Auch zwei Freundinnen von Jana und Nina sind inzwischen

regelmäßig dabei. Zum Abschluss ist es Tradition, dass

alle noch gemeinsam ein Eis im Stadtteilbistro essen.


Generationenübergreifende Bastelstunden im Stadtteilhaus ///// Stadtteil- und Familienzentren

29

„Was macht ihr denn heute Schönes?“

„Wir sind ein Haus für alle“, lautet das Motto des Stadtteilhauses,

das im Juli 2018 seine Türen geöffnet hat. Besucht wird es

seitdem von Menschen bis 99 Jahren. Die bunten Bastelstunden

sind ein Angebot, um die Begegnung der Generationen

zu erleichtern und das gegenseitige Verständnis zu fördern.

Wichtig war und ist dabei, dass die Veranstaltung für alle offen

ist – deshalb ist der Bastelnachmittag kostenlos. So kann wirklich

jede*r unkompliziert und spontan mitmachen.

„Was macht ihr nächstes Mal?“, fragt Stephanie Kurrle am Ende

der Stunde und macht auch gleich einen Vorschlag: „Wie wäre

es mit Partyhüten? Bald ist ja Karneval.“ Die Idee wird gerne

aufgegriffen. “Wünsche und Anregungen sind für uns das

schönste Feedback“, bemerkt Nadja Pauzar, Koordinatorin des

Stadtteilhauses. „Ob es sich dabei nun um neue Inspirationen

für den Bastelnachmittag oder generelle Vorschläge für die

Programmgestaltung handelt: Wir haben ein offenes Ohr!“

Die Idee mit den Partyhüten wird bereits eine Woche später

umgesetzt. Neben dem Stammpublikum ist an diesem Nachmittag

auch der zweijährige Artur mit seiner Oma dabei. Wie

ein Großer sitzt er auf einem Barhocker am Basteltisch. Den

Hochstuhl möchte er nicht, denn der ist schließlich für Babys.

Neu dabei ist auch eine Seniorin ü80, die sich heute auch mal

den Bastelbetrieb anschauen möchte. Konzentriert schneidet

Artur ein Stück Glitzerklebeband zurecht, wackelt dabei aber

mit seinem Bein und stößt immer wieder gegen den Tisch. „He,

junger Mann, nicht so doll!“, kommt prompt die Reaktion der

Seniorin. Artur kichert, reißt sich aber von da an zusammen.

Dafür hilft ihm die ältere Dame, wenn ihm mal die Schere

herunterfällt. Gegenseitige Rücksichtnahme und Unterstützung

sind das A und O, wenn so große Altersunterschiede aufeinandertreffen.

Eines ist sicher: Alle haben großen Spaß und sind

beim nächsten Mal wieder mit dabei!

Das Angebot ist

wunderbar! Meine

Enkel sind hier

jeden zweiten

Dienstag gut betreut

und kommen gern

hierher. Gerade zu

Coronazeiten weiß man ja gar nicht

mehr, was man mit den Kleinen noch

machen soll.

Elke Rosner (Besucherin)

KONZEPT

SFZ: Das Stadtteilhaus Neugereut ist ein Treffpunkt im Quartier

mit Angeboten zur Begegnung für alle Generationen und

Kulturen. Es ist ein Ort des Austauschs und der Möglichkeit,

eigene Ideen umzusetzen. Die Einwohner*innen können an

vielen informativen, kreativen, sportlichen und pädagogischen

Angeboten teilnehmen.

Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10:00 bis 17:00 Uhr

Angebot „Bunte Bastelstunden für Groß und Klein

und Alt und Jung“: Bei dem intergenerativen Angebot basteln

die Besucher*innen gemeinsam mit verschiedenen Materialien

und Techniken und lernen dabei miteinander und voneinander;

seit September 2021 jeden 2. und 4. Dienstag im Monat von 15 bis

17 Uhr im SFZ Neugereut

ZIELGRUPPE

Menschen in und um Neugereut im Alter von 0 bis 99 Jahren

KONTAKT

Nadja Pauzar, Larissa Demuth, familienzentrum-neugereut@

jugendhaus.net

INFOS

www.stadtteilhaus-neugereut.de

KOORDINATION SFZ NEUGEREUT

Nadja Pauzar

Larissa Demuth


30

Der Mädchen*aktionstag

hat mir sehr viel Spaß

gemacht, vor allem das

Fahrradfahren und die Aktionen mit

den Freundschafts-Armbändern. Ich mag

auch die Angebote für Mädchen im Jugendhaus Heslach.

Am liebsten würde ich jede Woche mit dem GirlstClub

einen Ausflug machen. Defne, 11 Jahre


Mädchenaktionstag ///// Projekte und Aktionen

„So ein

schöner Tag!“

31

Die Pandemie hat Mädchen oft anders betroffen als Jungen. Untersuchungen zufolge

wurden sie stärker in Haushalts- und Familienaufgaben eingebunden und entwickelten

vielfach Ängste, den Anforderungen der Schule und des Lebens nicht mehr gerecht zu

werden. Störungen im Ess- und Bewegungsverhalten nahmen zu. Bei zwei Mädchenaktionstagen

im Kinder- und Jugendhaus Stammheim konnten Mädchen im Alter von 8 – 16

Jahren 2021 eine wertvolle und unbeschwerte Zeit in geschütztem Rahmen verbringen.

Buntes Programm – coronakonform

Nichts gegen Jungs, aber bei den Mädchenaktionstagen im Juni

und Oktober 2021 blieben die jeweils 36 Mädchen aus sechs

Einrichtungen der stjg, bewusst unter sich. An beiden Tagen

war das Wetter bestens, so konnten viele Angebote im Freien

stattfinden – ganz im Sinne der Hygienebestimmungen. Eine

persönliche Laufkarte zum Abhaken führte die Mädchen durch

den Nachmittag: Auf dem Programm standen Fotoshooting im

Wunschkostüm, Buttons herstellen, Freundschaftsbändchen

knüpfen, eine Schnitzeljagd, ein Fahrradparcours, gegenseitiges

Tattoo-Auftragen, Hautpeeling herstellen, gemeinsames Tanzen

bei Discolicht zum satten Sound von JUST DANCE und Marshmallows

schmoren am Lagerfeuer. Im Juni war das verbindende

Element ein Planschbecken mit kühlem Wasser. Hier konnten

die Mädchen bei sommerlichen Temperaturen die Füße erfrischen,

die Seele baumeln lassen und dabei über alles Mögliche

plaudern.

Wertschätzung und Gemeinschaft erleben

An diesen kurzweiligen Nachmittagen in wertschätzender Atmosphäre

hatten alle sichtlich Spaß. Selbst der Altersunterschied

der Mädchen spielte bei den Veranstaltungen keine große Rolle.

Alle waren froh, nach einer langen Zeit der geschlossenen Türen

endlich einmal wieder an einer solchen Veranstaltung teilnehmen

zu können.

„Das war mal wieder ein schöner Tag!“ sagte – stellvertretend

für viele andere – eine Teilnehmerin aus der Mädchengruppe

der Schickhardt-Gemeinschaftsschule. Diesem Fazit konnten

sich auch alle beteiligten Mitarbeiterinnen anschließen.

Treff Mädchenarbeit als Netzwerk für

Fachaustausch und Veranstaltungsplanung

Organisiert wurden die Aktionstage vom Treff Mädchenarbeit

der stjg. Dort tauschen sich regelmäßig Mitarbeiterinnen über

die Lebenswelten von Mädchen, ihre Interessen, Bedarfe und

ihre Nöte aus, um passende Angebote zu planen. Der Lockdown

hat nicht nur die Einrichtungen vor besondere Herausforderungen

gestellt, denn die Kommunikation mit den Mädchen lief in

dieser Zeit eingeschränkt über Social Media, Einzelspaziergänge

oder Gespräche am offenen Fenster. Die Einschränkung der

persönlichen Kontakte in Schule und Freizeit verstärkten das

Rückzugsverhalten und die Verunsicherung vieler Mädchen.

Ihnen fehlten Erfahrungen der Selbstwirksamkeit durch Begegnungen,

gemeinsames Handeln, die erfolgreiche Bewältigung

von Aufgaben oder unbeschwerte Freizeitgestaltung. Deshalb

waren selbstverstärkende Angebote wie die Mädchenaktionstage

enorm wichtig. Quer durch die Stadt fahren, ein neues

Jugendhaus und andere Mädchen kennen lernen, als Mensch

wertgeschätzt sein, sich der Herausforderung des Unbekannten

stellen, miteinander spielen, tanzen, lachen, entspannen,

Freundschaftsbänder knüpfen… das alles stärkt Mädchen.

KONZEPT / ZAHLEN UND FAKTEN

Mädchenaktionstage der stjg am 18. Juni und 1. Oktober 2021

Kooperationsveranstaltung mehrerer Einrichtungen der stjg

mit jeweils 36 Mädchen

Angebot:

Attraktive und neue Erfahrungsräume

für Mädchen, positive Bezugnahme zum

Mädchensein, Angebote zur Selbstwirksamkeit

und Gemeinschaft trotz Verschiedenheit.

Koordination: Gabi Kircher, Fachbeauftragte für

Mädchenarbeit/Gender der stjg

Organisation: Treff Mädchenarbeit der stjg

ZIELGRUPPE

Mädchen aus der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, aus

Mädchen-AGs an Schulen, von Abenteuerspielplätzen und

Jugendfarmen

FÖRDERUNG

Etat Mädchenarbeit/Gender der stjg, Landesjugendplan

PARTNER

Kinder- und Jugendhäuser Stammheim und Hausen,

Jugendhäuser Heslach und Cann, Schickhardt-

Gemeinschaftsschule, Abenteuerspielplatz Mauganescht

KONTAKT

gkircher@jugendhaus.net

LEITUNG

Gabi Kirchner


32

Bei Open Records macht es Spaß,

gemeinsam Musik zu machen und Neues zu

lernen. Außerdem kann ich hier kreative Ideen musikalisch umsetzen

und verschiedene digitale und analoge Instrumente ausprobieren.

Wilo, Teilnehmer einer Masterclass


open records ///// Projekte und Aktionen

33

Die Welt

mit Musik

erobern

Musik ist vielleicht nicht alles im Leben – aber aus dem

Alltag junger Menschen ist sie nicht wegzudenken. Lebensgefühl,

Stil und Haltung lassen sich damit ebenso ausdrücken,

wie Individualität und Gruppenzugehörigkeit. Viele

Jugendliche träumen zudem von einer beruflichen Karriere

in der Musikbranche. Mit „open records“ bieten die stjg und

das Pop-Büro Region Stuttgart Jugendlichen und jungen

Erwachsenen einen echten Realitäts-Check.

Fünf Jugendhäuser haben für dieses besondere Mentoring-Programm

ihre Tonstudios mit neu aufgerüsteten, professionellen

Workstations geöffnet. Schon der dreitägige digitale Kick-Off-

Event ermöglichte es den teilnehmenden Jugendlichen, sich

intensiv schlau zu machen.

Echte Branchen-Insider lieferten dort wertvollen Input rund um

das Thema Musikproduktion und DJs ließen sich bei ihren Live-

Sets über die Schulter blicken.

In den Einrichtungen nahmen sich zehn Mentor*innen in so

genannten Masterclasses weitere Zeit für vertiefende, ganz

persönliche Fragen und konkrete Tipps. Im Jugendhaus Mitte

berichtete der bei Jugendlichen angesehene Hip-Hop Produzent

und Rapper Dexter ausführlich von seinen ersten Bühnenerfahrungen

und Anfängen in der Musikwelt. Rapper Slowmoe und

Yung Obama teilten eigenes Wissen als Mentoren und profitierten

selbst von Open Records: „Wir haben die erste Open Records

Masterclass im Jugendhaus Weilimdorf abgehalten und sind

auch darüber hinaus regelmäßig an dem Projekt beteiligt. Als

Newcomer-Artists konnten wir unser eigenes Netzwerk weiter

ausbauen und neue Live-Performance-Möglichkeiten sichern.“

Von diesem Setting aus Workshopleitung, technischem Equipment

und praktischer Umsetzung profitierten alle jugendlichen

Teilnehmenden der Masterclasses. Denn sie konnten sich in

vielen Feldern, wie Musikproduktion, DJing, Bühnenerfahrungen

und Stimmbildung professionalisieren. Dabei boten die

hochmodernen Tonstudios den perfekten Raum für die eigenen

Aufnahmen. Die FLINTA+ artist space bot darüber hinaus gezielt

Musiker*innen die Möglichkeit, sich im Rahmen der Mädchenarbeit

auszuprobieren, auszutauschen und sich zu vernetzen.

Bei den von Open Records organisierten Auftrittsmöglichkeiten

für die jugendlichen Musiker*innen kam auch Newcomer-Artist

Yung Obama zum Zug: Er war im Rahmen der kleinen Abendmusik

auf dem kleinen Schlossplatz zu hören.

KONZEPT / ZAHLEN UND FAKTEN

Open Records bietet außerschulische Jugendbildung im Bereich

Musik. Sie erfolgt über Netzwerkarbeit, Plattformbildung und

Professionalisierung der Interessierten. 2021 wurden drei Masterclasses

mit renommierten Produzent*innen aus der Branche

angeboten sowie eine eigene Veranstaltungsreihe für FINTA*

(Frauen, inter, nicht-binäre, trans und agender Personen) etabliert.

Darüber hinaus stehen allen Interessierten zwei Mal wöchentlich

Tonstudios offen – begleitet von den Projektmitarbeitenden.

Durchschnittlich nahmen 12 Teilnehmer*innen an den Master -

classes und dem FINTA+ artist space teil, an den betreuungsintensiveren

wöchentlichen Workshops waren es drei Personen

pro Termin. Bei der dreitägigen Auftaktveranstaltung nahmen

pro Tag 50 Personen teil.

ZIELGRUPPE

Junge Menschen bis 27 Jahre

KOSTEN / FÖRDERUNG

Projektmittelfonds „Zukunft der Jugend“

BETEILIGTE EINRICHTUNGEN

Jugendhäusern dasCann, Mitte, Ostend, Weilimdorf/Giebel und

Zuffenhausen

PARTNER

Jugendamt Stuttgart, Pop-Büro Region Stuttgart

KONTAKT

jakob.maeder@region-stuttgart.de

INFOS

https://www.popbuero.de/

bildung-service/openrecords/

https://www.instagram.com/

openrecords0711/

PROJEKTLEITUNG

Jakob Mäder


34

stjg goes green ///// Projekte // Ganztagsschulbetreuung // Kindertagesstätten // Kinder- und Jugendhäuser // Stadtteil- und Familienzentren

Es ist superwichtig,

dass nachhaltiges

Denken und Handeln

alltäglich werden. Auch

für die Kleinsten, denn sie müssen die

Konsequenzen tragen und sind die

Entscheider von morgen.

Moritz Riedacher, Fridays-for-Future Stuttgart


35

Eine Woche voller

Nachhaltigkeit

Mit ihrer jährlichen Themenwoche präsentiert sich die stjg der Stadtgesellschaft

und lädt alle Generationen ein, sich zu beteiligen. Vom 16. bis zum 21. Mai 2021

widmete sich der Träger unter dem Motto stjg goes green dem Schwerpunkt

Ökologische Bildung.

Ökologische Bildung ist nicht nur ein Thema innerhalb

von Schulen oder Universitäten. Über die

Bedeutung von Tierhaltung, Mobilität oder Produktionsformen

und deren Folgen auf Klima und Umwelt wird gesellschaftlich

breit diskutiert. Die stjg hat diese Debatte mit unterschiedlichen

Ansätzen generationenübergreifend in ihrem Netzwerk sozialer

Einrichtungen überall in Stuttgart aufgegriffen und intensiv

bespielt. „Wir wollten damit bei möglichst vielen Stuttgarter*innen

Impulse setzen und sie in die Debatte mit einbeziehen,“

sagt stjg-Geschäftsführer Ingo-Felix Meier. „Das Thema hat eine

gesamtgesellschaftliche Relevanz und ist von hoher Bedeutung

für nachfolgende Generationen, die viele unserer Einrichtungen

besuchen.“

Das Gegenteil

davon ist: Du lässt

das Wasser an. Weil:

die Wasserspiegel sinken

sowieso. Und du sollst Plastik

nicht ins Meer reinwerfen, sonst

sterben die Fische.

Lennard, 8

// Fildern // Wald und Wiesen // Nord-Ost //

Untertürkheim bergauf // Max-Eyth-See //

Stamm-Zuff-Burg //

Sechs Touren

zum Auftakt

Fast 700 Müsliriegel, 5.000 Samenbomben und viele verschiedene

To-Go-Basteltüten produzierten die Einrichtungen

der stjg zum Auftakt der Themenwoche. Ein Teil

davon lag zum Mitnehmen bei 34 Einrichtungen bereit,

die zum Start von stjg goes green auf einer von sechs

besonderen Routen erreichbar waren – mit öffentlichen

Verkehrsmitteln, mit dem Fahrrad oder zu Fuß. Den Besucher*innen

erschloss sich auf den dortigen „temporären

Spielflächen“, die unter geltenden Corona-Regeln

betreten werden durften, ein fulminanter Einblick in die

vielen Facetten ökologischer Bildung: Natursuchbilder,

Müllsortierparcours, Selbstbedienungsstationen, Bienenwegweiser,

Kanufahrten… . Unter der Woche wurde

der Schwerpunkt dann in 65 Einrichtungen vielfältig

und altersgemäß vertieft.


36

stjg goes green ///// Projekte // Ganztagsschulbetreuung // Kindertagesstätten // Kinder- und Jugendhäuser // Stadtteil- und Familienzentren

Ich fange morgens das Wasser auf,

das läuft, bis es warm ist. Damit koche ich

Tee oder gieße Blumen. Nachhaltig finde ich

auch das Gelände des Abi Feuerbach, mit den

Hühnern und dem alten Kater. Da wird einem

noch viel bewusster, dass der Mensch nicht ohne

Natur sein kann.

Ulrike Rupp, Mutter

Lecker essen

ohne Fleisch

Ernährung hat viel mit Nachhaltigkeit zu tun, deshalb

lernten Schüler*innen der Fritz-Leonard-Realschule im

Rahmen einer einwöchigen Umwelt-Challenge an einem

Tag voller saftiger Muffins, indischem Curry und knusprigen

Falafel-Bällchen die Bandbreite veganer Möglichkeiten

kennen. Das Jugendhaus Sillenbuch überzeugte

Jugendliche mit einem vegetarischen Burger-Test-Essen

davon, sich einem vielfältigeren Speiseplan zu öffnen.

Aus Alt mach Neu

Über Recycling kann man schon mit Kitakindern sprechen, ebenso über

die Folgen der Abholzung des Regenwaldes und über die Achtsamkeit

anderen gegenüber, auch Pflanzen und Tieren. In der Botnanger Kita

Starennest führte dies zu der Idee, aus den vielen beim Basteln übrig

gebliebenen Papierresten neues Papier zu schöpfen. Von den schönen

Blüten, die gepresst die Bögen verzierten, sammelten die Kinder nur so

viele, wie sie tatsächlich benötigten.

5.000 Liter

Grundwasser retten

Umweltverschmutzung durch Müll ist für Heranwachsende ein wiederkehrendes

Thema, über das sie auch in den Kinder- und Jugendhäusern

sprechen. Viele von ihnen waren deshalb während der Themenwoche mit

Greifzange und Müllbeutel unterwegs, um die Umgebung der Einrichtungen

zu säubern. Statt bunter Wimpel flatterte grauer Müll an einer „Girlande

der Schande“ vorm Kinder- und Jugendhaus Hallschlag. In einem

skalierten Kippen-Behälter häuften sich Zigarettenreste, von denen jede

einzelne 40 Liter Grundwasser verschmutzt. Müll-Sammler Usaf rechnete

nach: „5.000 Liter Grundwasser haben wir schon gerettet.“


37

65 Einrichtungen

sorgten in allen Stadtteilen

für Präsenz: Kitas, Stadtteil- und

Familienzentren, Abenteuerspielplätze

und Jugendfarmen, die Spielmobile,

Teams in Schulen und in Kinder- und

Jugendhäusern setzten mit guten

Ideen das Thema in Szene.

Dass Plastiktüten abgeschafft

wurden und mehr Papiertüten

benutzt werden. Oder dass

Brennstoffmotoren abgeschafft

und mehr Elektromotoren

genutzt werden.

Eray, 16

Wir sammeln auf dem Schulhof

mit Greifzangen Müll auf. Manche

Leute, die vorbei kommen denken

bestimmt, es ist eine Strafarbeit, aber

das ist es nicht.

Viktoria, Tamara und Emilie, alle 9

Gemeinsam

pflanzen und gärtnern

Eine Stadtteil-Terrasse zum selber Gärtnern, darüber

freuen sich im Pfaffenäcker viele Familien, die weder

Garten noch Balkon besitzen. Das dortige Stadtteil- und

Familienzentrum nutzte die Themenwoche als Kickoff

zum Begrünen seiner 65 qm großen Terrasse. Nachdem

dort lange der Beton dominierte, wachsen nun in Trögen

und Töpfen Kräuter, Beeren und Gemüse. Eltern und

Kinder der Einrichtung hatten diese gemeinsam eingepflanzt.

Seither ziehen sie dort nun ihre Pflanzen und

verfolgen, wie aus Setzlingen Tellergerichte werden – die

man auch im Stadtteil- und Familienzentrum zubereiten

kann.

KONZEPT / ZAHLEN UND FAKTEN

Die Themenwochen der stjg sind gelebte Demokratie: Alle

Mitarbeitenden sind aufgerufen, ihre Ideen vorzuschlagen, und

die mit den meisten Stimmen wird realisiert. 2019 überzeugte

das Thema Partizipation. Die zweite Themenwoche der stjg

wurde pandemiebedingt auf 2021 verschoben und unter

„Spielplatzbedingungen“ durchgeführt – mit viel Abstand und in

familiären Kleingruppen, um Ansteckungen zu vermeiden.

ZIEL

Das einzigartige Netzwerk aus sozialen Einrichtungen für

einen Schwerpunkt im Jahr so zu aktivieren, dass es stadtweit

möglichst viele Bürger*innen erreicht, einbezieht und

sensibilisiert.

ZIELGRUPPE

alle Generationen von null bis 99 Jahre

TERMIN

Immer in der Woche vor den Pfingstferien

MEHR ERFAHREN

stjg goes green-Film

youtube.com/watch?v=AwELEhzJORg


38

Mehr

voneinander

erfahren

Fake News

sind eine Waffe

Alexander Paasch

Es geht auch um die eigene

Sicherheit – Fake News

können gefährlich werden.

Raimondo


Rotarier begegnen Jugendlichen ///// Kinder- und Jugendhäuser

39

Trotz aller Mobilität bewegen sich die meisten Menschen

heute in engen Kreisen. Um zu erfahren, was Jugendliche

in den verschiedenen Stuttgarter Stadtteilen heute bewegt,

hat der Rotary Club Stuttgart zusammen mit der stjg

ein Leuchtturmprojekt gestartet: Clubmitglieder besuchen

Jugendhäuser und diskutieren mit den Jugendlichen. Im

Kinder- und Jugendhaus Fasanenhof stand das Thema

„Fake News“ im Mittelpunkt.

„Wer von Euch informiert sich vor allem über die Tageszei tung?“

Maria Schneider, Leiterin des Kinder- und Jugendhauses Fasanenhof,

steht auf einer Bank und schaut in die Runde. Es ist kurz

nach 18 Uhr; normalerweise wäre im Jugi ganz normaler Betrieb,

doch heute ist alles etwas anders. 11 Mitglie der des Rotary Clubs

Stuttgart sind gekommen, um mit projektbeteiligten Jugendlichen

über das Thema „Fake News“ zu diskutieren.

Insta oder Peergroup?

Weil so etwas nicht einfach auf Knopfdruck funktioniert, haben

Alexandra Hartmann, derzeitige Präsidentin des Rotary Club

Stuttgart, und die Einrichtungsleitungen aus Möhringen und

dem Fasanenhof, Andreas Bernhard und Maria Schneider, im

Dreiergespann das Treffen gut vorbereitet. Nach einer kurzen

Vorstellungsrunde startet der Abend mit einem Umfragespiel

zur Mediennutzung. Um einen Eindruck zu bekommen, wer sich

auf welche Weise informiert, sind alle Teilnehmenden aufgefordert,

sich im Raum zu positionieren. Wer ein Medium häufig

nutzt, geht nach links, wer es nicht nutzt, nach rechts.

Für uns ist dies ein Projekt

bei dem wir bewusst einander

zuhören. Nur so können wir

Verständnis füreinander

entwickeln.

Alexandra Hartmann,

Präsidentin 2021/22 Rotary Club Stuttgart

Schnell kommt Bewegung in die Gruppe. Manche Ergebnisse

sind vorhersehbar: So zum Beispiel, dass Tageszeitung und

Fernsehen für die anwesenden Jugendlichen praktisch keine

Rolle spielen. Wer jedoch glaubt, dass sie stattdessen auf Instagram

setzen, wird überrascht: Das Gros misst dem Medium

wenig Bedeutung zu. „Die Meinungen im unmittelbaren Umfeld

sind für viele hier wichtiger als Influencer“ bemerkt Maria

Schneider.

Fake-News sind keine Seltenheit

In einem zweiten Spiel gilt es ausgeteilte Zettel mit Begriffen

und Definitionen rund um das Thema soziale Medien zusammenzuführen.

In der kurzen Diskussion zeigt sich, dass praktisch

alle Teilnehmenden bereits Erfahrungen mit Fake News gesammelt

haben. Die Beispiele der Jugendlichen stammen zum

Großteil aus der Welt des Sports – etwa im Zusammenhang mit

Spielertransfers im Fußball. Beim dritten Gruppenspiel werden

Jugendliche und Erwachsene in kleinen Gruppen selbst aktiv

und erfinden Fake-Storys zu vorgegebenen Fotomotiven. Im

Plenum wird danach abgestimmt, welche Version real und welche

erfunden sein könnte.

Man möchte ja selbst nicht,

dass über einen Gerüchte

verbreitet werden.

Sabina

Ein Gespür füreinander entwickeln

– das ist es, was zählt

Fast noch wichtiger als das Thema „Fake News“ ist den Gästen

an diesem Abend, generell mit den Jugendlichen ins Gespräch

zu kommen und ein Gespür füreinander zu entwickeln. „Mich

interessiert, wie Jugendliche die sozialen Medien wahrnehmen“,

erklärt Hagen, der wie alle an diesem Abend nur mit Vornamen

und per Du im Gespräch ist. Auch umgekehrt interessieren sich

die Jugendlichen für die in der Regel beruflich sehr erfolgreichen

Rotarier. Der heutige Austausch war bereits der dritte

dieser Art. Besonders aufschlussreich für Jugendliche war dabei

der Einstieg: Am ersten Abend der Reihe ging es um Lebensläufe.

Dabei zeigte sich, dass auch bei Rotariern die Lebenswege

nicht schnurgerade nach oben verlaufen. Drei „Relationships“

haben sich damals ergeben, es dürfen gerne mehr werden. Das

Projekt soll fortgesetzt werden.

KONZEPT

In Kooperation mit dem Rotary Club Stuttgart organisieren

wechselnde Jugendhäuser der stjg moderierte Treffen zwischen

Erwachsenen und Jugendlichen. Drei Treffen zu den Themen

„Lebensläufe“, „Rassismus“ und „Fake News“ haben bislang

stattgefunden. Für den Rotary Club Stuttgart ist dies ein

Leuchtturmprojekt. Ein Ziel ist es, Tandems zwischen Rotariern

und Jugendhausbesucher*innen zu bilden. So kann Jugendlichen

aus benachteiligten Verhältnissen der Einstieg ins Berufsleben

unter Umständen erleichtert werden. Die Rotarier wiederum

lernen durch den Austausch die Realität der Jugendlichen kennen.

ZIELGRUPPE

Jugendliche der verschiedenen Jugendhäuser,

Mitglieder des Rotary Clubs Stuttgart

PARTNER

Bezirksrathaus Münster, Bezirksbeirat und Bezirksvorsteherin,

Arbeitskreis Kinder, Jugendliche und Familien,

Stadtteilbibliothek, Elise von König-Gemeinschaftsschule,

Pflegezentrum Münster, HGV Münster, Jugendamt Stuttgart,

Spielmobil „Mobifant“, Circus Circuli u.v.m.

KONTAKT

marcus.moreno@stjg.de

Marcus Moreno

Bereichsleitung Offene Kinder- und

Jugendarbeit, Regionen Nord & Neckar


40

Das Homeschooling im Jugi war fantastisch. Ich hab es

geliebt. Zu Hause hatten wir zu der Zeit kein Internet,

also war ich froh, dass ich im Jugi am Unterricht

teilnehmen konnte.


Homeschooling ///// Kinder- und Jugendhäuser // Ganztagsschulbetreuung 41

„Gemeinsam sind

wir richtig gut in Krisen“

Wir haben gemeinsam gelernt, dass Situationen

wie die Coronapandemie nicht unabänderbar sind,

sondern dass wir Gestaltungsmöglichkeiten

haben, durch die wir in das System

eingreifen können.

Karin Müller, Leiterin Team Pädagogische Fachkräfte an der

Gemeinschaftsschule Weilimdorf

Wenn die Welt Kopf steht, braucht es Menschen, die ihre Perspektive ändern. Die

Pandemiejahre lieferten hierzu eine Steilvorlage. Mehrere Jugendhäuser haben

in dieser Zeit gemeinsam mit den Schulen vor Ort hilfreiche Ideen entwickelt. Das

Homeschooling-Angebot der Jugendhäuser Giebel und Weilimdorf mit der Gemeinschaftsschule

Weilimdorf ist eines von vielen gelungenen Beispielen dafür, was

entstehen kann, wenn die Kooperation stimmt.

Vormittag für Vormittag vor dem Rechner sitzen und im Homeschooling

dem Unterricht folgen? Für einige Schülerinnen und

Schüler war das im vergangenen Jahr schlichtweg unmöglich.

Manchmal fehlte „nur“ die technische Ausstattung. Manchmal

verhinderte die Wohnsituation das konzentrierte Arbeiten. In

den meisten Fällen aber fehlte eine geregelte äußere Struktur.

„Diese Kinder konnten einfach nicht

am Ball bleiben“,

erinnert sich Karin Müller, die an der Gemeinschaftsschule Weilimdorf

das Team der pädagogischen Fachkräfte leitet. Die Lehrenden

bemerkten dies natürlich schnell, doch vom Bildschirm

aus konnten sie wenig dagegen ausrichten. Wie kann man diese

Schüler*innen unterstützen, wenn das Schulhaus nicht betreten

werden darf, lautete deshalb die entscheidende Frage unter den

pädagogischen Fachkräften der Schule und im Jugendhausteam

vor Ort. Einfach herumsitzen und Regale auswischen wollte

hier niemand. Ressourcen an Raum, Personal und Zeit sollten

sinnvoll eingesetzt werden. Gemeinsam entwickelten die Teams

eine Lösung: Betreutes Homeschooling in den Räumen der

beiden Jugendhäuser. Nach Rücksprache des Einrichtungsleiters

mit der Schulleitung und den Lernbegleiter*innen konnten in

Weilimdorf zwölf Schüler*innen der Gemeinschaftsschule zum

Homeschooling in die beiden Jugendhäuser vor Ort kommen.

Corona-Verordnungen als Hürde

Morgens um 7.45 Uhr ging es aufgeteilt in kleine und kleinste

Gruppen los. Individuell an die Bedürfnisse der Schüler*innen

angepasst, gestalteten pädagogische Fachkräfte und Jugendhausteam

die Betreuung samt Pausen. Am Nachmittag boten

die Pädagog*innen zusätzlich Lernunterstützung und Hausaufgabenbetreuung

an.

Rückblickend mag eine solche Lösung naheliegend erscheinen,

doch das täuscht. Tatsächlich galt es bei der Umsetzung große

Hürden zu bewältigen. „Wenn Daimler sich entscheidet, Fahrräder

statt Autos zu produzieren, geht das auch nicht von heute

auf morgen“, bemerkt Martin Kapler, der die beiden Jugendhäuser

in Weilimdorf und Giebel leitet. Um etwas Neues zu entwickeln,

musste man Profi in Sachen Corona-Verordnung sein.

Was ist erlaubt? Was nicht? Die Verordnungen für Schule und

Jugendhaus waren nicht identisch – und änderten sich rasch.

„Wir wollten die Schule nicht über die Hintertür Jugendhaus

wieder öffnen“, fährt Martin Kapler fort. „Zugleich war uns

jedoch klar: Da wir nicht nur ein Freizeitort sind, sondern immer

auch Kindern und Jugendlichen effektiv helfen wollen, mussten

wir Antworten auf solche Probleme finden.“ Ein gemeinsames

Rundschreiben von Bürgermeisterin Isabel Fezer und dem

Staatlichen Schulamt, mit dem Aufruf der Zusammenarbeit von

Schulen und Jugendhäusern, brachte den Knoten schließlich

zum Platzen – und das Homeschooling in den Jugendhäusern

zum Laufen.

Übergreifende Zusammenarbeit als Plus

Dass die Umsetzung bei allen Schwierigkeiten dann spontan

reibungslos funktionierte, ist kein Zufall. Jugendhausteam, Lehrkräfte

und Pädagog*innen kannten sich bereits vor der Pandemie

gut. Bereits bei der Umwandlung der Gemeinschaftsschule

2018 hatten viele im Team zusammengearbeitet. Erleichternd

kam hinzu, dass Mitarbeiter*innen in beiden Teams verortet

waren. „Das war ein riesiges Plus“, bemerkt Martin Kapler

rückblickend. Das Beispiel zeigt: Stetiger Austausch und enge

Kooperation im Sozialraum sind die beste Vorbereitung auf

unvorhersehbare Situationen. In Weilimdorf ging die über Jahre

gehegte Saat in der Coronazeit auf. Oder, mit den Worten von

Karin Müller: „Gemeinsam sind wir richtig gut in Krisen“.


42


Soziales Gruppentraining für Schulklassen ///// Kinder- und Jugendhäuser // Ganztagsschulbetreuung 43

Das Programm vom ErlebnisParcours war für unsere Klassendynamik sinnvoll

insbesondere nach der Corona-Situation. Das Team war professionell und die

SuS haben sich bei den verschiedenen Aktionen sicher und bestärkt gefühlt.

Julian Krumrey, Lehrer am Fanny Leicht Gymnasium

Warum ist Teamgeist

eigentlich wichtig?

Starke Gruppenerlebnisse fördern die individuelle soziale

Kompetenz. Lehrkräfte erhoffen sich von ihnen ein besseres

Miteinander innerhalb ihrer Klassen. An einem besonderen Ort

außerhalb der Schule lassen sich die Schüler*innen gerne auf

die erlebnispädagogischen Angebote ein. Mit dem ErlebnisParcours

bietet die stjg Schulklassen genau dies: ereignisreiche

Programme im Hochseilgarten, am Wasser oder im Wald.

Die Pandemie hat bei Schüler*innen ihre Spuren hinterlassen.

Seit der Wieder-Aufnahme der erlebnispädagogischen Programme

im Sommer 2021 hat Sebastian Meindl eine Zunahme

von Defiziten bei den Teilnehmer*innen beobachtet. „Durch das

lange Homeschooling fiel es den Schüler*innen schwerer als

sonst, sich auf ihre Klassenkamerad*innen einzulassen und mit

ihnen zu interagieren“, erklärt der Koordinator des ErlebnisParcours

der stjg, der seit 2013 mit seinem Team eng mit Schulen

zusammenarbeitet. „Gerade in der Kommunikation und im

Durchhaltevermögen kamen sie während der von uns gestellten

Aufgaben oft an ihre Grenzen.“

„Nach der GPS-Aktion kenne ich meine

Mitschüler*innen ein Stückchen besser als davor!“

Die Teams erlebten ihren Mangel an Zusammenarbeit ebenso

im Hochseilgarten in schwindelerregenden Höhen wie mit ihren

GPS-Geräten auf verschlungenen Waldpfaden oder als große

Mannschaft auf einem kleinen Boot. Diese Erfahrungen waren

jedoch nicht entmutigend für die Schüler*innen. Denn in den

abschließenden Reflexionsrunden nahmen sie wahr, dass die

aufgetretenen Konflikte dieselben waren, wie innerhalb der

Klasse. „Sie erkannten, dass ihnen Vertrauen zueinander fehlte

oder gegenseitiges Verständnis oder eine wertschätzende

Kommunikation“, erläutert Koordinator Meindl. Lehrkräfte und

Klassen verließen die Programme dennoch in guter Stimmung.

Denn die Denkanstöße und die gemachten Erfahrungen ermöglichten

den Schüler*innen einen neuen Blick auf ihre Klassenkamerad*innen

– und den Lehrkräften neue Blickwinkel auf ihre

Schüler*innen in Interaktion mit der Gruppe in einem außerschulischen

Kontext. Die Gruppen starteten gestärkt, mit einem

besseren Verständnis füreinander und in einem entspannteren

Klassenklima zurück in ihren Alltag, versehen mit Impulsen für

eine wertschätzende Kommunikation und ein besseres Vertrauen

in die Mitschüler*innen.

Auf der Überholspur

„Nach einem sehr späten Start in die Saison 2021, konnten wir

im Juli endlich voll durchstarten“, bilanziert Sebastian Meindl,

der mit seinem Team tageweise bis zu vier Klassen in den Programmen

des ErlebnisParcours betreute. Die schon vor der Pandemie

große Nachfrage von Schulen hatte sich 2021 dramatisch

gesteigert. „Die ersten Termine mit Schulklassen im TeamPark in

Zuffenhausen, am Bootshaus mit dem Floßbau-Programm oder

bei den GPS-Orientierungen waren nach der langen Phase des

Lockdowns ein wahrer Segen für die Schüler*innen. Unsere Programme

zeigten sehr deutlich, wie notwendig der direkte Kontakt

untereinander war. Hilfreich war dabei das spezielle Setting

außerhalb des Schulalltags und des Schulgebäudes.“ Auch nach

den Sommerferien hatte das Team alle Hände voll zu tun, als

eine Schule für ihre 16 Klassen den ErlebnisParcours buchte.

Das für das Vaihinger Fanny-Leicht-Gymnasium konzipierte

„GPS-Strategiespiel“ ist nach seinem erfolgreichen Testlauf neu

in das erlebnispädagogische Programm des ErlebnisParcours

aufgenommen worden.

KONZEPT / ZAHLEN UND FAKTEN

Der ErlebnisParcours bietet mehrere erlebnispädagogische

Programme an: Auf dem Gelände des Kinder- und Jugendhauses

Zuffenhausen befindet sich im „Teampark“ ein großer Hoch- und

Niedrigseilgarten. Am Max-Eyth-See finden Teamerlebnisse auf

dem Wasser statt, in den umliegenden Waldgebieten GPS- und

Bikesportangebote. Gruppen erleben dort einen pädagogischen

Tag, Projekt- oder Wandertage.

ZIEL

Verbesserung des Klassenklimas und der Kommunikation,

neue Impulse für Gruppen

ZIELGRUPPE

Schulklassen, Kinder und Jugendliche, Privatpersonen und

Firmen

FÖRDERUNG

Etat Mädchenarbeit/Gender der stjg, Landesjugendplan

KONTAKT

sebastian.meindl@jugendhaus.net

INFO

www.erlebnis-parcours.de

KOORDINATOR ERLEBNISPARCOURS

Sebastian Meindl


44

Intensive Begleitung

in der Notbetreuung

„Verlieren meine Eltern ihre Arbeit?”, „Was passiert, wenn

Oma sich mit Corona infiziert?”, „Wird es nie mehr wie früher?“

– Viele Kinder, die im vergangenen Jahr die Notbetreuung

an ihren Schulen besuchten, brachten ihre Sorgen und

Nöte mit. Die pädagogischen Fachkräfte an den Gemeinschaftsschulen

machten vielerorts aus der Pflicht eine Kür.

Notbetreuung“ – bei diesem Stichwort denken viele zunächst

an die sichere Unterbringung und schulische Betreuung von

Kindern in der Coronazeit. Das ist richtig – aber nicht alles.

Die Pandemie hatte im zweiten Coronajahr bei vielen Kindern

ihre Spuren hinterlassen. Etliche litten unter der allgemeinen

Verunsicherung und sorgten sich um Angehörige. Während der

Kontakt zu Freund*innen und die Bewegung im Freien fehlte,

stieg der Medienkonsum oft erheblich. Mangelnde Konzentrationsfähigkeit

war die Folge.

Die Seelen haben gelitten

„Wir haben deutlich gemerkt, welche Kinder zu lange vor dem

Bildschirm saßen“, erinnert sich Anne-Katrin Wanner, die an der

Silcher-Gesamtschule in Zuffenhausen das pädagogische Team

leitet. „Das äußerte sich unter anderem in mangelnder Konfliktfähigkeit

und geringer Frustrationstoleranz.“ Die Pädagogischen

Fachkräfte der stjg an den Gesamtschulen standen überall im

Stadtgebiet vor ähnlichen Aufgaben: Sie mussten – im Rahmen

wechselnder Bestimmungen – die Kinder auffangen, stärken,

Ängste lindern, Kreativität wecken und die Verbindung zur

Ganztagesgrundschule wiederherstellen – möglichst auch bei

den Schüler*innen, die zuhause bleiben mussten.

Erstmal die Persönlichkeit stärken und

Vertrauen aufbauen

Das ist erstaunlich gut gelungen und hatte bei allen Herausforderungen

doch einen Vorteil: Der Personalschlüssel erlaubte

es, die Kinder in der Notbetreuung intensiv zu begleiten. „Wir

konnten uns um die Sorgen der Kinder zu kümmern und haben

dadurch in vielen Fällen zu einer intensiveren Beziehung gefunden.

Das Vertrauen und soziale Miteinander ist dadurch gestärkt

worden“, berichtet Sabine Helmer von der Pestalozzi-Schule

in Rohr. Möglich war dies allerdings nur, weil andere Kinder zu

Hause blieben. Um sie nicht alleine zu lassen, besuchten die

pädagogischen Fachkräfte die Kinder vielerorts zu Fuß oder mit

dem Rad. Sie führten Gespräche über den Gartenzaun und am

Fenster, brachten Grußkarten und Bastelpakete. „Die Kinder haben

das sehr geschätzt“, bemerkt Sabine Helmer weiter. „Es war

wichtig, ihnen auf diese Weise zu zeigen, dass wir an sie denken.“


Notbetreuung ///// Ganztagsschulbetreuung

45

„Ich fand das viel besser, als zu

Hause zu sein, weil es für mich

besser ist in der Schule zu lernen.

Wir haben gemoodelt und es waren

immer Erwachsene da, die wir um

Hilfe fragen konnten.“

„Wir hatten viel mehr Platz

auf dem Schulhof als sonst.“

„Ich habe in der Zeit nochmal

andere Kinder kennengelernt

und neue Freundschaften

geschlossen.“

Noah, 9 Jahre, Julian, 8 Jahre, Aliza, 10 Jahre und Friederike, 10 Jahre. Ihr Fazit zur Notbetreuung

„Wir konnten hier

konzentriert arbeiten

und die Aufgaben am

Stück auch fertig stellen.

Zu Hause war auch mein

kleiner Bruder und da war

viel mehr Ablenkung.“

„Es waren weniger Kinder in den

Gruppen als sonst und es war immer

ruhig zum Arbeiten. Nachmittags haben

wir auch Sachen gemacht, die wir sonst

nicht machen konnten, da wir weniger

Kinder waren.“

„Einmal habe ich die Anleitung

für einen tollen Papierflieger

mitgebracht und das habe ich dann

den anderen Kindern erklärt und

den haben dann alle Kinder mit mir

zusammengemacht.“

NOTBETREUUNG IN CORONAZEITEN

HERAUSFORDERUNGEN

Über das Spiel wieder ins Lernen kommen

Eine Chance, alle Kinder zu erreichen, boten interaktive Spiel-,

Bastel- und Bewegungsangebote, die die Teams an praktisch

allen Orten entwickelten. An einigen Schulen gestalteten die

Kinder zum Beispiel bunte Steine, die dann im Schulhof zu

Ketten aneinandergereiht wurden. Betreuer*innen drehten

Sport-, Musik- und Kochvideos zum Mitmachen und ermunterten

die Schüler*innen ihre Ergebnisse online zu stellen. An der

Eichendorffschule in Bad-Cannstatt gelang es, das Themenfest,

bei dem Kinder einmal im Jahr die Ergebnisse ihrer Projekte vorstellen,

online zu feiern. „Die Schüler*innen bereiteten zuhause

etwas vor, fotografierten das Ergebnis oder ließen sich zum

Beispiel beim Tanzen filmen. In Präsenz wurden exakt dieselben

Themen vorbereitet und aufgenommen“, berichtet Brigitte

Lineal-Valet, die das Team in Bad-Cannstatt leitet.

Rückblickend fasst die Pädagogin die Erfahrungen, die viele

Betreuer*innen gemacht haben, in einem Bild zusammen: „Wir

haben alle zusammen einen Berg bestiegen. Dafür mussten wir

oft neue Wege finden. Aber wir haben es geschafft und treten

jetzt den Rückweg in die Normalität an.“

• Sich selbst organisieren, um anderen zu helfen.

• Bindung zur Schule erhalten, Gemeinschaft pflegen

• Sorgen und Nöte erkennen und lindern

LÖSUNGEN FÜR DIE KINDER

(IN NOTBETREUUNG, ZUHAUSE & ÜBERGREIFEND):

• Motorische Förderung, Bewegung im Freien

• Kreativer Austausch über digitale Plattformen:

Sportangebote, Hits des Tages

• Extra Quatschstunde auf Moodle

• Gemeinsames Erstellen eines Rezeptbuchs

KONTAKT

gts-pestalozzischule@jugendhaus.net

gts-silcherschule@jugendhaus.net

gts-eichendorffschule@jugendhaus.net

LEITUNGEN GANZTAGSBILDUNG UND BETREUUNG

Sabine Helmer Anne Katrin Wanner Brigitte Lineal Valet


46

Präsenz im

virtuellen

Raum

Die Geschichte der Deportation jüdischer Bürger*innen vor

Ort an Schulklassen vermitteln – diese Idee verfolgt Lernort

Geschichte. Doch was tun, wenn Schulen aufgrund der Pandemie

geschlossen sind? Um das Angebot aufrechtzuerhalten,

boten die Mitarbeiter*innen der stjg das Programm der

Präsenzführungen als moderierte digitale Präsentationen an.

Mehr als 10.000 Schüler*innen haben in den vergangenen 15

Jahren gemeinsam mit Mitarbeiter*innen von Lernort Geschichte

das ehemalige Sammellager auf der Killesberghöhe und den

Güterbahnhof im Inneren Nordbahnhof besucht. Mit Beginn

der Pandemie mussten diese und weitere Präsenzangebote

eingestellt werden. Um das Programm aufrechtzuerhalten,

bewies das Team um die damalige Leiterin Beate Müller wieder

einmal sein Streben nach Innovation, das seit 15 Jahren ein

Kennzeichen der Programmgestaltung von Lernort Geschichte

ist. Gemeinsam mit externen Fachleuten erarbeiteten sie eine in

dieser Form bisher noch nicht in Deutschland etablierte digitale

Führung für Schüler*innen. Das so entstandene Online-Angebot

orientiert sich an den Präsenzführungen: Es arbeitet zu einem

großen Teil mit denselben Texten und Bildern. Ein mit Musik

unterlegter Film sorgt dafür, dass sich die Schüler*innen auch

optisch einen Eindruck von den Schauplätzen machen können

Rund 20 Mal wurde das Angebot während der Einschränkungen

gebucht, die Lehrkräfte gaben positive Rückmeldungen.

Auch die Moderator*innen waren gerne dabei – mit durchaus

ambivalenten Erfahrungen: Wie Lehrer*innen machten auch sie

die Erfahrung, dass es schwer ist, eine Gruppe online im Blick

zu behalten – zumal manche Schüler*innen den Bildschirm

gar nicht aktivieren. Ab und an störten Trolle die Führungen.

„In Coronazeiten war der virtuelle Klassenraum dennoch eine

sehr gute Lösung“, fasst es Pia Preu zusammen, die den Lernort

Geschichte seit September 2021 leitet. „Wir wissen jetzt, dass wir

unsere Themen auch online vermitteln und interaktiv mit den

Schüler*innen arbeiten können – wenn auch mit Abstrichen.“

Die Atmosphäre der realen Schauplätze kann der virtuelle Klassenraum

nicht ersetzen. Das ist indirekt eine Bestätigung des

pädagogischen Leitgedankens, der hinter Lernort Geschichte

steht. Präsenzführungen werden deshalb nach Ende der Pandemie

wieder klar im Mittelpunkt stehen. „Vielen Jugendlichen

wird erst vor Ort bewusst, dass diese Stätten teilweise in ihren

Sozialräumen liegen“, erklärt Pia Preu weiter, „zum Beispiel in

Nachbarschaft zum Jugendhaus Nord.“

Das digitale Programm

bietet eine gute

Möglichkeit, sich auch

in Coronazeiten mit

der Ausgrenzung und

Deportation der Juden in

Stuttgart zu beschäftigen. Vor

allem die Arbeit mit den Biografien von Stuttgarter

Juden helfen den Schüler*innen dabei, das Leid mit

der eigenen Nachbarschaft und bekannten Orten zu

verbinden und nachzuvollziehen.

Elena Matalik, Ehrenamtliche bei Lernort Geschichte

und Studentin an der PH Ludwigsburg

Das virtuelle Angebot wird deshalb nicht in der Schublade verschwinden:

„Das Online-Programm bleibt für uns interessant“,

erklärt Pia Preu. Denn einerseits bleibt es eine Ergänzung zum

bestehenden Präsenz-Angebot für Stuttgarter Schulen, das Aufwand

erspart. Und andererseits kann es Schulen aus entlegeneren

Teilen Baden-Württembergs ansprechen, denen die Fahrt

nach Stuttgart zu weit ist. Die Einrichtung kann auf diese Weise

ihren Wirkungskreis ausweiten.


Lernort Geschichte ///// Projekte und Aktionen 47

DIGITALES KLASSENZIMMER

Erste Überlegungen für eine digitale Variante zur Geschichte

der Juden in Stuttgart 1933-1945 entstanden unmittelbar nach

Beginn der Pandemie im April 2020. Nach einem erfolgreichen

Testlauf im Dezember 2020 wurde das Programm mittlerweile

mit 21 Schulklassen durchgeführt.

15 Jahre Lernort Geschichte

2006 wurde die Einrichtung als „lernort gedenkstätte“

gegründet. Das Jubiläum konnte trotz Pandemie gefeiert

werden. Mit dabei waren Barbara Traub, Vorstandsvorsitzende

und Sprecherin der Israelitischen Religionsgemeinschaft

Württemberg und Bürgermeisterin Isabel Fezer. Im Rahmen

der Feier wurde die langjährige Einrichtungsleiterin Beate

Müller in den Ruhestand verabschiedet und ihre Nachfolgerin

Pia Preu offiziell begrüßt.

Für die Realisation ihrer Programme arbeitet die 2017 in

Lernort Geschichte umbenannte Einrichtung mit vielen

Institutionen zusammen, so etwa dem Verein Zeichen der Erinnerung

e. V., dem Stuttgarter Stadtarchiv, dem StadtPalais,

der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs, der

Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg

und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit

Stuttgart e. V.

ZIELGRUPPE

Klassen ab dem 9. Schuljahr

ABLAUF

Das digitale Programm umfasst zwei Schulstunden und wird von

Ehrenamtlichen der Einrichtung moderiert.

KOSTEN / FÖRDERUNG

60 Euro pro Präsentation

PARTNER

Gefördert von Zeichen der Erinnerung e.V. und der Stadt

Stuttgart

KONTAKT

pia.preu@jugendhaus.net

INFOS

www.lernortgeschichte.de/

virtueller-klassenraum

www.instagram.com/lernortgeschichte

EINRICHTUNGSLEITUNG

Pia Preu


48

stjg kommuniziert

Im Gespräch bleiben

Was früher einmal Fax, Funk und Fernsehen waren, sind

heute Messenger, Podcast und YouTube… Zwar bleiben die

klassischen Medien weiterhin wichtig, die stjg kommuniziert

jedoch über viele weitere Kanäle und bezieht in die Redaktion

immer wieder Kinder, Jugendliche oder Kolleg*innen mit ein.

Dabei wird manches zum festen Format und anderes bleibt

ein Projekt. Drei Beispiele

Der Klassiker Print

Kesselgrün

Für wen: Ein Magazin für neugierige Kinder und ihre Eltern

Idee: Ein umfassendes, knapp hundertseitiges Jahresmagazin

mit einem Schwerpunktthema. 2021 lautete es „Was macht dich

stark?“. Aufbereitet mit vielen Bildern und Illustrationen sowie

prominenten und lokalen Stuttgarter Interviewpartner*innen.

Kinder kommen ebenfalls zu Wort und sind in das Redaktionsteam

eingebunden.

Das sagt die Redaktion: „Wenn Kinder etwas interessiert, können

sie sich stundenlang darin vertiefen. Mit Kesselgrün haben

wir für sie ein eigenes, schön gestaltetes Magazin entwickelt,

das sie genau dazu einlädt: Einzutauchen in ein Thema, immer

wieder, wenn sie Zeit und Lust dazu haben. Außerdem dürfen

sie sich – ganz nach dem Prinzip der offenen Arbeit der stjg –

an Kesselgrün aktiv beteiligen: mit Bildern, Geschichten und

Ideen.“

Auflage: 10.000 Stück

Mehr Information: www.kesselgruen.de

Aktuelle Ausgabe:


stjg kommuniziert

49

Der Hipster Podcast

stjg.LAUT!

Für wen: Alle, die sich für die stjg interessieren – auch als künftige

Kolleg*innen oder Besucher*innen

Idee: Ein absolut hörenswertes Format, in dem Kolleg*innen

aus allen Arbeitsfeldern der stjg erzählen – aus ihrem Alltag,

über ihre Motivation und ihre Erfahrungen.

Das sagt das Moderations-Duo Tim & Miriam: „In der ersten

Staffel von stjg.LAUT! wollten wir die Vielfalt der stjg darstellen.

Das, so der Plan, klappt am besten mit Kolleg*innen, die für

ihre Arbeit brennen. Geeignete Gesprächspartner*innen zu

finden, war nicht schwer, doch dann hat sich das Format quasi

selbst weiterentwickelt. Das Resümee am Ende der ersten Staffel:

Unser Podcast hat einen besonders tollen Mehrwert für die

interne Kommunikation, ein echter Zugewinn. Wir lernen nicht

nur die unterschiedlichsten Bereiche der stjg kennen. Wir sprechen

auch darüber, woher die unterschiedlichen Persönlichkeiten

kommen und welche Erfahrungen sie auf dem Weg zur stjg

oder mit der stjg gemacht haben – davon profitieren wir gleich

mehrfach. Im Moment konzipieren wir das Konzept für die

zweite Staffel von stjg.LAUT! Mit 15 Episoden haben wir mehr

als 3.500 Hörer*innen erreicht. Das hätten wir nie gedacht.“

Mehr hören:

Der Augenschmaus Video

KiWi – das Journal

Für wen: Kinder zwischen acht und

zwölf Jahren aus Stuttgart und der

Region.

Idee: Ein digitales, kindgerechtes

Stuttgarter Nachrichtenformat mit

verständlich erklärten Wissensthemen,

aktuellen Informationen und

vielen Tipps. Kinder durften eigene

Beiträge produzieren und wurden dafür

mit einem ausleihbaren Moderationskoffer

ausgestattet und pädagogisch

begleitet. Das Nachrichtenjournal ging

2021 für sechs Folgen online.

Redaktion: Kolleg*innen der Spielmobile

und aus den offenen Einrichtungen

Das sagt Aylin, die Moderatorin: „Es hat bisher noch kein Online-Format

gegeben, das KiWi – Kinderwissen – für Stuttgarter

Kinder transportiert. Wir wollten das Magazin dazu nutzen,

Kinder mit lebensweltnahen Informationen auszustatten, ohne

dass Spiel und Spaß zu kurz kommen. Dabei war es uns besonders

wichtig, Kindern die Möglichkeit zu geben, ihre eigenen

Anliegen und Bedarfe in eigenen Beiträgen aufzuzeigen.“

Mehr Information: www.kiwi-journal.de

Mehr sehen:


50

Choreo-Workshop mit Memi

Floßbau mit Wladimir Klitschko

Die Erlebnispädagog*innen von move & do brachten im Juni

2021 mit Wladimir Klitschko einen ganz besonderen Mentor

mit an den Max-Eyth-See. Dort trafen sich zwölf Schüler*innen

der Jörg-Ratgeb-Schule, um nach langen Pandemie-Einschränkungen

ein Teambuilding-Angebot wahrzunehmen. Gemeinsam

mit dem mehrfachen Box-Weltmeister bauten sie ein Floß aus

Plastikfässern, Brettern und Seilen. Die Konstruktion testete

der ehemalige Profisportler höchstpersönlich, bevor es für die

Gruppe aufs Wasser ging. Klitschko war gemeinsam mit der Laureus

Sport for Good Foundation Germany & Austria zu Besuch,

die maßgeblich das erlebnispädagogische Programm move & do

fördert. In gemeinsamer Trägerschaft von Sportkreis Stuttgart

und stjg stärkt move & do junge Menschen in ihrem Selbstbewusstsein

und fördert ihre Kompetenz. Für die zwölf Siebtklässler

war der Besuch des berühmten Schwergewicht-Boxers ein

besonderer Impuls. Er spornte die Gruppe nicht nur an, ihr vier

mal sechs Meter großes Floß erfolgreich wasserfest zu machen,

sondern bestärkte sie auch, sich anschließend weiteren Team-

Aufgaben zu stellen.

Der erfolgreiche Tanztrainer Muharem Demiri aka MEMI, mehrfacher

Deutscher Meister im HipHop und Breakdance, trainierte

gemeinsam mit 16 Teilnehmerinnen im Jugendhaus Mitte. Aufgrund

der Corona-Situation fand das Angebot hybrid statt und

wurde in weitere Jugendhäuser übertragen. Der Coreo-Workshop

ersetzte den jährlichen Streetdance Contest und wurde als

Alternative begeistert angenommen. Schließlich konnten viele

Mädchen während des Lockdowns gar nicht und im Anschluss

nur eingeschränkt trainieren. MEMI kennt die Jugendhaus-

Szene aus eigener Erfahrung und weiß um die Bedeutung von

Tanzangeboten in der Jugendarbeit. Es gelang ihm, die Mädchen

zu fördern und zu motivieren, indem er ihnen von sich und von

seinem Werdegang als Tänzer erzählte. Er bestärkte die Teilnehmerinnen

darin, zu sich selbst zu stehen, authentisch zu bleiben

und den eigenen Stil zu pflegen

Im Gespräch mit Kultusministerin

Theresia Schopper

Wie sieht die Schule der Zukunft aus? Darüber sprachen im Juli

2021Jugendliche aus unseren Einrichtungen und Jugendratsvertreter*innen

mit der Ministerin für Kultus, Jugend und Sport,

Theresia Schopper im Rathaus. Mit dabei waren auch Oberbürgermeister

Frank Nopper, die Bürgermeisterin für Jugend

und Bildung, Isabel Fezer und die Kinderbeauftragte Maria

Haller-Kindler. In großer Runde präsentierten die Schüler*innen

zunächst die Ergebnisse einer großen Stuttgarter Jugendbefragung

und einer digitalen Jugendkonferenz. Im Anschluss sprachen

sie mit der Ministerin darüber, wie Schule ein Lebensraum

und ein Ort der Persönlichkeitsentwicklung werden kann und

wie sich ein wertschätzendes Zusammenleben dort gestalten

lässt. Im anschließenden Interview mit dem stjg-Nachrichtenformat

KiWi-Journal brachte Theresia Schopper ihre Idee von

einer Schule der Zukunft auf den Punkt: „Schule ist nicht nur ein

Ort, wo man etwas lernt, sondern ein Lebensraum, wo man viel

Freude miteinander hat.“ Schließlich erinnerte sich die Ministerin

beim Zurückdenken an ihre eigene Schulzeit zuallererst

an schöne Ausflüge und besondere Erlebnisse. Die

wichtigste Lehre für sie: „Dass man weiß, wie man

sich Wissen organisiert.“ Das ganze Interview:

youtube.com/watch?v=xQuL-NCn7K8


Stars und stille Alltagsheld*innen 51

Danke für die Unterstützung

Ob mit oder ohne großen Namen: Die stjg gewinnt immer wieder die Unterstützung von

Prominenten und von Menschen, die wir stille Alltagsheld*innen nennen. Sie bereichern

unsere Arbeit und sorgen für besondere Momente bei unseren Zielgruppen.

Fit mit

Christine

Döring

Seit fünf Jahren leitet

die 78 jährige Christine

Döring die Bewegungsgruppe

„Fit und aktiv

im Alter“ im Stadtteilund

Familienzentrum

Pfaffenäcker. „Dort“, sagt

Christine Döring, „geht es weniger um Leistung und absolute

Verbindlichkeit als darum, sich selbst und seinem Körper etwas

Gutes zu tun und in Verbindung mit der Gemeinschaft zu sein.“

Tatsächlich helfen und unterstützen sich die Frauen im Alter

zwischen 50 und 80 Jahren untereinander, besprechen offen

sensible Themen wie den Umgang mit Patientenverfügungen,

Krankheiten oder Erfahrungen mit Ärzten. Die Gruppe bietet

sich älteren Zugezogenen als erste Kontaktmöglichkeit an und

ermöglicht immer wieder neue Bekanntschaften und Freundschaften.

Als Kursleiterin ist Christine Döring eine wesentliche

Anlaufstelle im SFZ bei körperlichen Problemen. Sie freut sich,

„wenn Frauen wieder ohne Probleme Treppen steigen können

oder ihre Rückenschmerzen überwinden. Das sind wertvolle

Erfolge“. Für die SFZ-Koordinatorinnen ist Christine Döring eine

stille Alltagsheldin, die verlässlich das Miteinander fördert,

ganz gleich, ob viele oder wenige Frauen am Kurs teilnehmen.

Ferienangebot mit

Oberbürgermeister

Frank Nopper

Nähen und Schneidern

mit Marion Loges

„Handarbeit ist ein wunderschönes Hobby, denn es entsteht etwas“,

sagt Marion Loges, die das Kinder- und Jugendhaus in Degerloch

seit seiner Eröffnung im Jahr 2007 mit Kreativangeboten

unterstützt. Zuerst waren ihre eigenen Kinder im dortigen Circus

Circuli aktiv, dann nähte die selbstständige Taschendesignerin

zusammen mit den Zirkuskindern ihre Kostüme. Mittlerweile

leitet Marion Loges im Jugendhaus „eine kleine Schneiderei für

kleine Leute“ und bekommt dafür von großen Bekleidungsfirmen

reichlich Stoffspenden. Zahlreiche Kinder sind mittlerweile

aus ihren Kursen „rausgewachsen“, doch noch immer ist das

Nachmittagsangebot beliebt. Das liegt sicher auch daran, dass

Marion Loges ihre Werkstatt liebt und sich freut, wenn Kinder

mit Geduld und voller Motivation etwas Handwerkliches lernen.

„Marion Loges“, sagt Einrichtungsleiter Terje Lange, „unterstützt

uns nicht nur seit Jahren mit der Leitung einer beliebten Werkstatt,

sondern auch in unseren Ferienprogrammen. Für uns ist

sie eine echte Alltagsheld*in!“

Im Jugendhaus Sillenbuch haben die Teilnehmer*innen der

Ferien-Technikwoche Besuch aus dem Rathaus erhalten. Im

Rahmen seiner Tour durch die Stuttgarter Stadtbezirke nahm

sich Oberbürgermeister Frank Nopper Zeit, um die Einrichtung

und das „Ich will Action“-Ferienprogramm der stjg kennenzulernen.

Eine Woche lang hatten die Heranwachsenden Lego

Mindstorms Roboter konstruiert und programmiert. Bevor zum

Abschluss der Ferienwoche die gebauten Roboter im Sumo-

Kampf gegeneinander antraten, stellten die Kinder und Jugendlichen

dem Oberbürgermeister ihr Wochenprojekt vor – voller

Stolz und Aufregung. Frank Nopper nahm von seinem Besuch

nicht nur einen guten Einblick in die vielfältigen Freizeit- und

Hilfsangebote des Jugendhauses für den Stadtteil mit, sondern

auch ein kleines Robotermodell.


52

Das Jahr im Rückblick

Carla Bergen und Simone Beier sind beide als

Fachberatungen für die Abenteuerspielplätze und

Jugendfarmen (ASP/Jufa) im Einsatz. Carla, die 2016

als Koordinatorin des Mobifants für Flüchtlingsunterkünfte

bei der stjg startete, kümmert sich seit

Februar 2021 als pädagogische Fachberatung um die

Mitarbeiter*innen der betreuten Plätze. Simone ist im

August 2020 als Fachberaterin für die ehrenamtlichen

Vorstände bei der stjg eingestiegen. Beide wohnen direkt

in Stuttgart, sind aber gerne unterwegs – Carla mit dem Fahrrad

oder ihrem Camper, Simone in den Bergen oder irgendwo in der

Natur mit ihrem Pferd. Als Team, sagt Carla, haben sie sich eine

so stabile Vertrauensbasis geschaffen, dass sie sich auch ohne

Absprache ergänzen und unterstützen können. An den Abend

zwischen zwei Fortbildungstagen mit Lagerfeuer und den darüber

gekochten Köstlichkeiten erinnern sich beide besonders

gerne. Nicht nur der Nachtisch, sagt Simone, war der Hit!

Im Rückblick auf das Jahr 2021 ist Carla „unheimlich dankbar

für das Miteinander, das die Kolleg*innen auf den Plätzen und

wir miteinander entwickelt haben. Das ist ein „Wertschätzungs-

Kreislauf“, der mich ungemein in meiner Arbeit stärkt. Ich freu’

mich jedes Mal, wenn ich auf einen der Plätze komme und so

viel Herzlichkeit und Wärme erlebe. Das macht meinen Beruf

definitiv zum Traumjob. Unsere Stellen sind ein recht neues

Konzept innerhalb der stjg. Mit meinem starken Team ist es gelungen,

diese mit Leben zu füllen. Nachdem ich im Februar 2021

angetreten bin, hatte ich im März alle Plätze, die meisten Mitarbeitenden

– und viele Tiere wie Kalle, das Ur-Pony auf der Jufa

Freibarg/Rot – kennengelernt. Das war mein erstes Ziel. Dazu

kamen der Frühjahrs- und der Herbstaustausch online, der alle

Kolleg*innen zusammenbringen soll. Als großes Highlight für

mich fanden im November in Kooperation mit dem Bund der

Jugendfarmen und Aktivspielplätze die FortbildungsTage statt,

voller Vorträge, Workshops und Austausch.“

Nach ihrem Start bei der stjg im Spätsommer 2020 erlebte

Simone das Jahr 2021 „als ständige Auseinandersetzung mit

den Begrenzungen der Pandemie“, während wir uns gleichzeitig

als Team zusammengefunden und den Bereich kennengelernt

haben. Ein Highlight war das erste Fest nur für die Vorstände im

Sommer. Es war ein großer Erfolg und etwas ganz Besonderes,

weil wir die Menschen, die sich täglich für ihre Plätze engagieren,

willkommen heißen, mit ihnen einen schönen Abend

verbringen und uns bei ihnen herzlich bedanken konnten. 2021

ging zudem die „Kopfgenuss“-Reihe an den Start, mit Vorträgen

von hochkarätigen Referent*innen. Damit konnten wir den

Vorständen ein sehr gutes Weiterbildungsangebot machen.

Mich motiviert es, ihre Arbeit zu unterstützen, weil das Thema

wirklich komplex ist und die Vorstände diese Arbeit ehrenamtlich

machen. Ich kenne die Plätze schon seit Jahren und aus der

Perspektive einer Vorständin. Ich mag einerseits

die stillen, entspannenden Momente, wenn

der Platz geschlossen ist, die Tiere friedlich

über das Gelände schlendern und

grasen. Andererseits liebe ich es, wenn

ich Kindern zusehen kann, wie sie beispielsweise

einen Parcours aufbauen,

ihre eigenen Ideen umsetzen und dann

gemeinsam spielen.“

Carla Bergen

Hülya Akbas ist in Stuttgart-Nord aufgewachsen und findet

Stuttgart schön – bis auf die Baustellen, von denen es in der

Stadt einfach zu viele gibt. In ihrer Kindheit hat sie viel Zeit im

Jugendhaus Nord verbracht. Dort hat ihre Mutter vom Eröffnungstag

an als Reinigungskraft gearbeitet. Sie ist eine starke

Frau und ihr Vorbild, sagt Hülya Akbas, die vor zehn Jahren,

im November 2012, in die Fußstapfen ihrer Mutter getreten ist.

Von ihr hat sie auch ein wichtiges Motto übernommen: „Das

kriegen wir schon hin!“

„Für meine Arbeit muss ich früh aufstehen, denn ich putze das

Jugendhaus Nord zwischen sechs und zehn Uhr morgens. Das

ist der Normalfall. Es gibt aber immer wieder Ausnahmen, zum

Beispiel, wenn schon morgens früh eine Schulveranstaltung

im Haus stattfindet. 2021 waren die Räume oft für das Homeschooling

besetzt, da musste ich flexibel sein und mich entsprechend

anpassen. Das mache ich wie meine Mutter – ich

schaffe das schon. Im vergangenen Jahr hatte ich mehr Zeit,

um Feinarbeiten zu erledigen. Das Arbeiten kam mir zeitweise

sogar wir „Urlaub“ vor, da ich von zu Hause rauskam und trotz

Corona meinen Alltag weiter erledigen konnte. Ich fühle mich

im Jugendhaus Nord wie zu Hause und habe guten Kontakt

zu den Kindern und Jugendlichen dort.

Ich selbst lebe ja auch im Stadtteil

und meine Kinder besuchen die

Einrichtung, so wie ich früher. Mit

den Kolleg*innen kann ich über

vieles sprechen. Ich fühle mich

gut aufgehoben.“

Hülya Akbas

Simone Beier


Das Jahr im Rückblick 53

Sebastian Frey

Mein

Jahr

bei der

stjg

Sebastian Frey und Ole Erichsen teilen sich

als Fachberater für Schulsozialarbeit die Aufgaben.

Ole ist für die Kolleg*innen der Grundschulen

da, Sebastian für diejenigen, die an

der Sekundarstufe, den SBBZ und den Gemeinschaftsschulen

arbeiten. Beide sind diplomierte

Erziehungswissenschaftler und haben zuvor noch

ein Sozialpädagogikstudium absolviert. In ihrem Blick

auf Stuttgart sind sie sich einig: Die Stadt besticht durch ihre

Nähe zur Natur. Während Sebastian gerne die Reformpädagogin

Maria Montessori zitiert („Hilf mir, es selbst zu tun.“), hält sich

Ole an den aktuellen Dalai Lama, Tenzin Gyatso („Eine Voraussetzung

für den Frieden ist der Respekt vor dem Anderssein und

vor der Vielfältigkeit des Lebens.“). Förderung von Selbstvertrauen

und Toleranz als Grundhaltung – keine schlechte Voraussetzung

für die Zusammenarbeit der beiden Kollegen.

„Wir sind beide 2021 als Fachberater für Schulsozialarbeit bei

der stjg eingestiegen. Pandemiebedingt war es kein gewöhnliches

Jahr, alles und alle waren irgendwie davon tangiert.

Dennoch hat jeder von uns über 40 Einrichtungen und noch

viel mehr neue Kolleg*innen kennengelernt. Das sind alles sehr

besondere Menschen, weil sie Schüler*innen am wichtigen

Lebensort Schule Halt und Orientierung geben und dort zu

guten Lebensbedingungen beitragen. Sie sind verlässliche Ansprechpartner*innen

in jugendpädagogischen Fragestellungen!

Wir selbst bieten ihnen neben einer individuellen Fachberatung

auch Klausuren und Werkstätten an, in denen wir alle miteinander

aktuelle und grundsätzliche pädagogische Fragen erörtern.

Neuen Kolleg*innen geben wir zudem strukturelles und fachliches

Knowhow an die Hand. Während wir mit unserer Expertise

den Onboarding-Prozess begleiten, legen wir viel Wert auf

den Aspekt einer pädagogischen Haltung und darauf, was es

bedeutet, Schulsozialarbeiter*in bei der stjg zu sein. Wir sind

ja mit unseren Büros in der Verwaltung eine Schnittstelle in die

Geschäftsstelle hinein. Unser Einstieg dort war sehr positiv, die

Kolleg*innen und Vorgesetzten haben uns einen tollen Start ermöglicht.

Die Schulsozialarbeitenden sind eine fachlich

sehr gut aufgestellte Gruppe mit vielen Kooperationspartner*innen

und Schulleitungen

an ihrer Seite, die uns beeindruckt haben. An

dieser Stelle ein Dank und Gruß an alle, die

vor Ort und unter Druck die Stellung halten

für Kinder und Jugendliche!“

Ole Erichsen


54 Spender und Sponsoren

Herzlichen Dank

unseren Spendern

und Sponsoren


Spender und Sponsoren

55

ANDRETTA Fruchtimport GmbH

Anette Biermann Villa Probst

Baugenossenschaft Bad Cannstatt e.G.

Baugenossenschaft Münster a.N. e.G.

BG Gartenstadt Luginsland e.G.

BW Bank

Biolandgärtnerei Bender

Carmen Siewert

Christiane Härter

Corinna Hofferbert

Cornelia Tauß-Stihler

CREATIVEMOTION Deniz Dincer, Halil Kigin,

Samuel Agbeme Attila GbR

Daimler AG

Degerloch hilft e.V. c/o huttmedia

Desiree Wilke

Deutsche Lebensbrücke e. V.

dm-drogerie markt GmbH + Co.

Ed. Züblin AG

Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG

Förderverein Deutsche Lebensbrücke e. V.

Förderverein Helfende Hände e. V. – Generationenhaus Heslach

hagebaucentrum bolay GmbH & Co. KG

Hans Braun

Hans Peter Rei

Jasmin Feyh

Johanna Backmund

Kalina Haack

Kleintierpraxis Tina Mazen

Landesbank Baden-Württermberg

Margaretha Müller

Margaretta Müller

Markus Schipprack

Matthias Ellinger

Neckar Käpt’n

Neckar-Personen-Schiffahrt

Berta Epple GmbH & Co. KG

Neues Heim – Die Baugenossenschaft e.G.

Nina Weisenheimer

Ott-Goebel-Jugendstiftung

Postcode Lotterie DT gGmbH

Rehm Arbeitsbühnen GmbH

Roland Köhler

Sabine Wehinger

Schwäbische BauWerk GmbH

Siedlungswerk GmbH

Sprungbuden GmbH

Stefan Rockenstein

strandgutmedia GmbH

SV SparkassenVersicherung Holding AG

Textilreinigung TRIEB e. K.

Thomas Gonzalez

Til Bolland

Tobias Wölfle – Mandelbrennerei Stuttgart

Vector Stiftung

Wüstenrot Stiftung

Jede Unterstützung zählt!

Wir freuen uns sehr über Ihre Spende,

denn sie kommt den Menschen in dieser

Stadt zugute. Dank Ihrer Hilfe konnten

wir 2021 viel bewegen – im Großen und

im Kleinen.


56 Organisation

Organigramm

der Stuttgarter

Jugendhaus gGmbH

Stand 01.2022

GESELLSCHAFTERVERSAMMLUNG

FÖRDERVEREIN

STUTTGARTER JUGENDHAUS E.V.

GESCHÄFTSFÜHRUNG

Ingo-Felix Meier

Betriebsrat

Mitmachen Ehrensache, Gender

Gabi Kircher

Öffentlichkeitarbeit

Sylke Bernet, Miriam Röser

Kinder- & Jugendschutz

Anja Stock-Hüttl

PERSONAL

Angela Rübling

FINANZEN & RECHNUNGSWESEN

Andrea Glock

Offene Kinder- &

Jugendarbeit

Clemens Kullmann

Offene Kinder- &

Jugendarbeit

Marcus Moreno

Betreute Plätze,

Kinder- und

Jugendprojekte

Tim Velinsky

Kinder- und

Familie

Bettina Veller

Ganztagesbildung

und

Betreuung

Andreas Dobers

Bauunterhaltung

Kai Glaser

Gebäude

Neubau

Nadia Nüsse

Kinder- &

Jugendeinrichtungen

Filder und Mitte

Kinder- &

Jugendeinrichtungen

Neckar und Nord

Abenteuerspielplätze

und Jugendfarmen

Stadtteilbauernhof

Bad Cannstatt

Kindertagesstätten

Ganztagesschulen

Gemeinschaftsschulen

Schülerhäuser / Hort

Bauunterhaltung

Betriebshandwerker

Neubauten

Lernort Geschichte

StuggiTV

Popbüro

Skatehalle Stuttpark

ProjekWERK, Circus

Circuli, Silky, WIR,

Zukunftshelden,

Move&Do, Slow Mobil

Familien- und

Stadtteilzentren

Schulsozialarbeit

Erweiterte

Betreuungsangebote

Bauunterhaltung

Betriebshandwerker

Neubauten

Internationale

Jugendbegegnung

Berufseinstiegsbegleitung

Ferienbetreuung


Kinder- und Jugendschutz

57

Kinder- und

Jugendschutz

in der stjg

Die stjg arbeitet seit vielen Jahren mit einem breit angelegten Schutzauftrag zum Kindes- und

Jugendwohl. Seit Inkrafttreten des Bundeskinderschutzgesetzes 2012 wurde das Verfahren zum

Kinder- und Jugendschutz durch die Themenbereiche sexuelle Bildung, insbesondere durch ein

Schutzkonzept gegen sexuelle Gewalt, sowie durch ein Beschwerdemanagement ergänzt und

2016 umgesetzt.

Verfahren

Diagnoseinstrumente

Dokumentation

Notfallpläne

Verantwortlichkeiten

Datenschutz

K INDE S - UND J UG E NDWO HLG E FÄ HR DUNG

Bereiche und Themen auf

der Grundlage des

Bundeskinderschutzgesetzes

von 2012

K INDE R - UND J UG E NDS C HUTZ IN DE R S TJ G

BETEILIGUNG VON KINDERN UND JUGENDLICHEN

B E

Feedbackkultur

UNG

R DE R O NF A

Rolle

Auftrag

Aufgabe

A N E HR E NA M TL IC HE

Prävention

Intervention

Aufarbeitung/

Aufklärung

S C HUT Z KO NZ E P T S E X UE L L E

Verhaltenskodex für alle

Mitarbeiter*innen

der stjg

G E WALT IN O R G ANIS ATIO NE N

SEXUELLE BILDUNG

Positionen

Konzepte

Geschlechterbewusste

Pädagogik

G E NDE R

B E S C HW E R DE M ANAG E M E NT

Strukturen

und Verfahren

Umgang mit

Fehlverhalten

FEHLE R KULTUR

FE HLE R K ULTUR


58

Besucherbefragung

Ergebnisse der Besucherbefragung

Juli und August 2021

Die Befragten bewerteten Aussagen zur Corona-Pandemie auf einer fünfstufigen Skala von

„sehr große Sorgen“ (+2) bis „überhaupt keine Sorgen“ (-2).

Wie sehr bereiten dir in der Corona-Pandemie

die folgenden Bereiche Sorgen?

n = 100, Top-Boxen aus +2 (sehr große Sorgen) und +1

Die Gesundheit von Familienangehörigen und Freunden 72,7 %

Meine persönlichen Freiheiten 61,2 %

Die finanzielle Lage der Familie 49,5 %

Den friedlichen Zusammenhalt in der Gesellschaft 45,9%

Meine eigene Gesundheit 42,4 %

Die Bewertung dieser fünf Aussagen ermöglichte das Erstellen einer Clusteranalyse, die drei

charakteristische Typen identifiziert: „die Freiheitsliebenden“, „die Sorglosen“ und „die Vorsichtigen“.

In der Bewertung der Pandemie unterscheiden sie sich signifikant.

Corona-Typen

n = 76, Mittelwerte auf Basis einer fünfstufigen Skala von

-2 (überhaupt keine Sorgen) bis +2 (sehr große Sorgen)

die Freiheitsliebenden die Sorglosen die Vorsichtigen

Meine eigene Gesundheit -1,53 -0,47 0,83

Die Gesundheit von Familienangehörigen und Freunden -0,27 0,47 1,67

Den friedlichen Zusammenhalt in der Gesellschaft -0,13 -0,32 1,26

Die finanzielle Lage der Familie -0,27 -1,00 0,88

Meine persönlichen Freiheiten 1,47 -1,74 1,12

Die Freiheitsliebenden stellen knapp 20% der Befragten

und die Sorglosen 25%. Deutlich über 50% der

Teilnehmer*innen sind der Gruppe der Vorsichtigen

zuzuordnen.

19,7 %

25,0 %

55,3 %

Bei den Sorglosen sind die männlichen Befragten

deutlich überrepräsentiert, bei den Freiheitsliebenden

leicht. Bei der quantitativ größten Gruppe, den

Vorsichtigen, sind dagegen die weiblichen Befragten

deutlich überrepräsentiert.

männlich

69,2 %

75,0 %

55,9 %

weiblich

23,1 % 25,0 %

41,2 %

Geschlecht

n = 82

männlich 64,6 %

weiblich 32,9 %

divers 1,2 %

keine Angabe 1,2 %


Besucherbefragung

59

Um einen tieferen, systematischen Einblick in die

Gefühlswelt der Kinder und Jugendlichen in Pandemie-Zeiten

zu bekommen, befragt die stjg im Juli und August 2021 online

insgesamt 110 Jugendliche. Die Ergebnisse sind aufgrund des

pandemiebedingt geringen Rücklaufs und einer selbstselektiven

Stichprobe als Schlaglichter auf den Pandemiealltag

der befragten Kinder und Jugendlichen zu interpretieren und

nicht repräsentativ. An der Befragung haben mehr Jungen als

Mädchen teilgenommen, die meisten gehen noch zur Schule.

Zwei Drittel der Befragten sind unter 18 Jahre alt, über 60 Prozent

haben die deutsche Staatsbürgerschaft.

Ergebnisse und Interpretationen: Die Jugendlichen

erleben als „Freiheitsliebende“, „Sorglose“ oder „Vorsichtige“

ihren Pandemie-Alltag unterschiedlich. Diejenigen

aus prekären Verhältnissen hat die Pandemie härter getroffen.

Sozial schwächer gestellte Heranwachsende scheinen

sensibler auf Krisensituationen zu reagieren, da die sozialen

Systemen, in denen sie leben, deutliche fragiler sind als die

der finanziell und räumlich besser gestellten Jugendlichen.

Befragte, die ein eigenes Zimmer zur Verfügung haben.

n = 96, Personen, die auf die Frage „Hast du ein eigenes Zimmer?“

geantwortet haben: „Ja, ich habe ein eigenes Zimmer.“

Insgesamt verfügen 60,4% der Befragten über ein

eigenes Zimmer. Während die Vorsichtigen dabei

im Durchschnitt lagen, ist der Anteil der Sorglosen

mit einem eigenen Zimmer bei 67 % deutlich höher.

Letztere machen sich am wenigsten Sorgen über die

finanzielle Ausstattung ihrer Familie. Bei den Freiheitsliebenden

ist die Verfügbarkeit eines eigenen

Zimmers am geringsten ausgeprägt und weist auf

einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen räumlicher

Enge zu Hause und der Sorge um die eigenen

persönlichen Freiheiten hin.

die Freiheitsliebenden die Sorglosen die Vorsichtigen

66,7 % 60,0 % 53,3 %

Zufriedenheit mit dem Einkommen der Familie.

n = 104; Personen, die auf die Frage „Wie zufrieden bist du mit dem Einkommen eurer Familie?“ geantwortet

haben, dass sie mit dem Einkommen zufrieden sind; Top-Boxen aus +2 (sehr zufrieden) und +1

Die materielle Sicherheit prägt das jeweilige Zufriedenheitsgefühl

der genannten Gruppen: Die Freiheitsliebenden

und die Vorsichtigen befinden sich

knapp unter dem Durchschnitt. Insgesamt drei Viertel

der Sorglosen sind zufrieden mit dem Haushaltseinkommen.

die Freiheitsliebenden die Sorglosen die Vorsichtigen

73,7 % 60,0 % 59,5 %

Ich sehe meine Zukunft positiv.

n = 103; Personen, die die Aussage „Ich sehe meine Zukunft positiv“ zustimmend

bewertet haben; Top-Boxen aus +2 (stimme voll und ganz zu) und +1

Ihre eigene Zukunft bewerten die drei Gruppen

höchst unterschiedlich: Knapp 85% der Sorglosen

sehen ihre Zukunft positiv, knapp 66% sind des bei

den Vorsichtigen, der größten Gruppe unter den

Befragten. Die Freiheitsliebenden bewegen sich mit

rund 73% dazwischen. Kurz: Wer sich weniger Sorgen

während und wegen der Pandemie macht, der sieht

auch seine eigene Zukunft eher positiv.

die Freiheitsliebenden die Sorglosen die Vorsichtigen

84,2 % 73,3 % 65,9 %


60 Gewinn- und Verlustrechnung 2021

Gewinn- und

Verlustrechnung 2021

für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021

Gewinn- und Verlustrechnung 2021 für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021

Ergebnis 2021 Ergebnis 2020

1. Umsatzerlöse 44.235.724,51 42.943.154,08

2. Sonstige betriebliche Erträge 7.538.003,91 8.383.360,28

51.773.728,42 51.326.514,36

3. Materialaufwand

a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 132.911,95 190.188,01

b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 2.276.877,55 2.173.088,85

Rohergebnis 49.363.938,92 48.963.237,50

4. Personalaufwand

a) Löhne und Gehälter 28.433.695,54 27.210.143,23

b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 8.421.484,69 7.957.088,52

- davon für Altersversorgung 2.376.982,71 2.242.293,73

36.855.180,23 35.167.231,75

5. Abschreibungen

a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des

Anlagevermögens und Sachanlagen 1.275.082,01 1.003.353,05

6. Sonstige betriebliche Aufwendungen 11.020.773,24 12.667.050,21

7. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 0,00 181,00

8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 53.387,07 54.213,48

9. Ergebnis vor Steuern 159.516,37 71.570,01

10. Steuern vom Einkommen und Ertrag 30.109,57 -11.046,57

11. Sonstige Steuern 90.621,53 48.399,49

12. Jahresergebnis 38.785,27 34.217,09

13. Einstellungen in Gewinnrücklagen 42.665,00 41.828,00

14. Bilanzergebnis -3.879,73 -7.610,91


Bilanz 2021

61

Bilanz 2021

Aktivseite 31.12.2021 31.12.2020

A

B

ANLAGEVERMÖGEN

I Immaterielle Vermögensgegenstände

1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte

und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 56.446,00 65.899,00

II

Sachanlagen

1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten

einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 20.633.206,00 14.226.658,00

2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.345.590,00 1.026.732,00

3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 34.153,40 0,00

22.069.395,40 15.319.289,00

UMLAUFVERMÖGEN

I Vorräte

1. Fertige Erzeugnisse und Waren 18.111,10 16.759,34

II

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4.451.423,99 7.754.551,03

2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 700,00 0,00

3. Sonstige Vermögensgegenstände 139.795,11 126.758,53

4.591.919,10 7.881.309,56

III Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 13.034.148,10 4.029.527,71

17.644.178,30 11.927.596,61

Summe der Aktivseite 39.713.573,70 27.246.885,61

Passivseite 31.12.2021 31.12.2020

A

B

C

D

EIGENKAPITAL

I Gezeichnetes Kapital 25.000,00 25.000,00

II Kapitalrücklage 52.423,60 60.034,51

III

Gewinnrücklagen

Instandhaltungsrücklage „Das CANN“ 470.923,06 428.258,06

IV Bilanzergebnis -3.879,73 -7.610,91

544.466,93 505.681,66

SONDERPOSTEN PASSIVA

1. Sonderposten aus Zuwendungen zur Finanzierung des Sachanlagevermögens 17.469.386,00 10.547.497,00

17.469.386,00 10.547.497,00

RÜCKSTELLUNGEN

1. Sonstige Rückstellungen 5.756.403,81 5.687.000,00

5.756.403,81 5.687.000,00

VERBINDLICHKEITEN

1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 4.037.389,97 4.295.058,51

2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 965.653,34 910.313,45

3. Sonstige Verbindlichkeiten 1.588.836,05 1.861.494,74

6.591.879,36 7.066.866,70

E RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 9.351.437,60 3.439.840,25

9.351.437,60 3.439.840,25

Summe der Passivseite 39.713.573,70 27.246.885,61


62 Adressen

Adressen der Einrichtungen der Stuttgarter Jugendhaus gGmbH Stand 01.2022

Einrichtung Adresse PLZ Telefon / Fax E-Mail

Geschäftsstelle Kegelenstr. 21 70372 23728-0 / 23728-210 kontakt@stjg.de

Geschäftsstelle Außenstelle Waiblinger Str. 1 – 3 70372 57713029 kontakt@stjg.de

Geschäftsstelle Außenstelle König-Karl-Straße 54 70372 23728-0 kontakt@stjg.de

Fachbeauftragte Mädchenarbeit/Gender Hohe Str. 9 70174 9978599 / 90712926 gkircher@jugendhaus.net

Beauftragte Kinder- und Jugendschutz Hohe Str. 9 70174 72231947 / 0151 anja.stock-huettl@jugendhaus.net

12002392

CIRCUS CIRCULI Heiligenwiesen 18 70327 2296898 / 2296899 circuscirculi@jugendhaus.net

ProjektWerk Heiligenwiesen 18 70327 9071693 / 9978962 projektwerk@jugendhaus.net

Lernort Geschichte Hohe Str. 9 70174 9978598 / 90713955 pia.preu@jugendhaus.net

STUGGI.TV Hohe Str. 9 70174 22967176 redaktion@stuggi.tv

Skatehalle STUTTPARK Kegelenstr. 19 70372 55372758 info@stuttpark.net

Kinder- und Jugendhaus Birkach Grüninger Str. 18 70599 4587914 / 4530566 birkach@jugendhaus.net

Jugendtreff Lauchhau Im Lauchhau 5 70569 6742671 / 6788883 buesnau@jugendhaus.net

Kindertreff Botnang Griegstr. 18 70195 692623 / 6960355 botnang@jugendhaus.net

Jugendtreff Botnang Franz-Schubert-Str. 18 70195 6990744 / 6960355 botnang@jugendhaus.net

Kinderhaus Büsnau Adolf-Engster-Weg 4 70569 681159 / 6788883 buesnau@jugendhaus.net

Jugendtreff Burgholzhof J.-F.-Byrnes-Str. 37 70376 5408280 / 5408281 burgholzhof@jugendhaus.net

Jugendhaus das CANN Kegelenstr. 21 70372 553417400 cannstatt@jugendhaus.net

Kinder- und Jugendhaus Degerloch Obere Weinsteige 9 70597 6747713 / 7194210 degerloch@jugendhaus.net

Kinder- und Jugendhaus Fasanenhof Fasanenhofstr. 171 70565 7157408 / 7156260 fasanenhof@jugendhaus.net

Jugendtreff/Camp Feuerbach Wiener Str. 317 70469 8177476 / 8568585 feuerbach@jugendhaus.net

Kinderhaus Feuerbach Mühlstr. 2a 70469 858923 / 8104389 feuerbach-kinderhaus@jugendhaus.net

Kinder- und Jugendhaus M9 Freiberg Makrelenweg 9a 70378 843946 / 8493644 freiberg@jugendhaus.net

Kinder- und Jugendhaus Giebel Mittenfeldstr. 61 70499 55072490 / 55072491 giebel@jugendhaus.net

Kinder- und Jugendhaus Hallschlag Düsseldorfer Str. 59 70376 55059590 / 550595911 hallschlag@jugendhaus.net

Kinder- und Jugendhaus Hausen Hausenring 93 70499 8874813 / 8823930 hausen@jugendhaus.net

Jugendtreff Hedelfingen Hedelfinger Str. 163 70329 90116048 wangen@jugendhaus.net

Jugendhaus Heslach Böblinger Straße 92 70199 6456970 heslach@jugendhaus.net

Abenteuerspielplatz Neu-Stein-Hofen Hartwaldstr. 150 70378 5300851 abenteuerspielplatz.hofen@web.de

Jugendagentur Stuttgart Esslinger Straße 42 70182 25518288 info@jugendagentur.net

KifU-Kindertreff Brückenstr. 45A 70376 546690 / 5401527 kifu@jugendhaus.net

Jugendhaus Mitte Hohe Str. 9 70174 99783670 / 99783678 mitte@jugendhaus.net

Jugendhaus Möhringen Filderbahnplatz 26 70567 7168284 / 7199580 moehringen@jugendhaus.net

Mobifant für Flüchtlingsunterkünfte Filderbahnplatz 26 70567 25518288 mobifant-stuttgart@jugendhaus.net

Mobifant Region Filder-Mitte Filderbahnplatz 26 70567 6872733 / 681925 mobifant-mitte-filder@jugendhaus.net

Kinder- und Jugendtreff Münster Moselstr. 25 70376 594303 / 594303 muenster@jugendhaus.net

Kinder- und Jugendhaus Neugereut Flamingoweg 24 70378 531770 / 5360102 neugereut@jugendhaus.net

Kinder- und Jugendhaus Nord Mittnachtstr. 20 70191 2576488 / 2597363 nord@jugendhaus.net

Kinder- und Jugendhaus Obertürkheim Eybacher Str. 19 70329 9971913 / 9971917 obertuerkheim@jugendhaus.net

Werkstatthaus Gerokstr. 7 70188 241849 / 2366010 werkstatthaus@jugendhaus.net

Kinder- und Jugendhaus Ostend Schönbühlstraße 75 70188 264633 / 2624702 ostend@jugendhaus.net

Plieninger Werkraum Goezstr. 1 70599 4586550 / 4530566 birkach@jugendhaus.net

Jugendhaus Sillenbuch Gorch-Fock-Str. 30 70619 471829 / 032124793734 sillenbuch@jugendhaus.net

Spielhaus Unterer Schloßgarten Kegelenstr. 21 70372 2626163 / 2846579 spielhaus@jugendhaus.net

Stadtteilbauernhof OKJA In den Wannenäckern 27 70374 9079718 team@stadtteilbauernhof-stuttgart.de

Kinder- und Jugendhaus Stammheim Marco-Polo-Weg 2a 70439 825540 / 8262081 stammheim@jugendhaus.net

Mobifant Region Nord Marco-Polo-Weg 2a 70439 8262082 / 8262081 mobifant-nord@jugendhaus.net

Jugendtreff Sieben Morgen Asperger Str.41a 70439 8060004 / 8820223 jugendtreff-7-morgen@jugendhaus.net

KJH „CAFE RATZ“ Untertürkheim Margaretenstr. 67 70327 33652340 / 33652344 untertuerkheim@jugendhaus.net

Mobifant Region Neckar Margaretenstr. 67 70327 33652340 / 33652344 mobifant-neckar@jugendhaus.net

Mobifant Region Bad Cannstatt Margaretenstr. 67 70327 33652340 / 33652344 mobifant-cannstatt@jugendhaus.net

Kindertreff Untertürkheim Strümpfelbacher Str. 38 70327 3361045 / 3361045 kt-untertuerkheim@jugendhaus.net

Kinder- und Jugendhaus Vaihingen Walter-Heller-Str. 29 70563 7353516 / 9977716 vaihingen@jugendhaus.net


Adressen

63

Einrichtung Adresse PLZ Telefon / Fax E-Mail

Jugendhaus B10 Wangen Eybacher Str. 19 70329 9971913 / 9971917 wangen@jugendhaus.net

Jugendhaus Weilimdorf Solitudestr. 129 70499 861215 / 8600565 weilimdorf@jugendhaus.net

Jugendhaus West Bebelstr. 26 70193 630821 / 6362428 west@jugendhaus.net

Haus 11 – Kinder- und Jugendhaus Zuffenhausen Bartensteiner Str. 11 70435 871990 / 9877906 zuffenhausen@jugendhaus.net

Betriebshandwerkerei Bellingweg 15 70372 543223 / 5059568 betriebshandwerkerei@jugendhaus.net

Kooperationen & Projekte

Cannstatter INZEL Wilhelmastr. 6 70376 560048 / 5401670 inzel@jugendhaus.net

move & do Fritz-Walter-Weg 19 70372 28077660 / 28077652 info@moveanddo.de

Popbüro Naststr. 11a 70376 4890970 / 48909729 popbuero@region-stuttgart.de

SILKY – Social Inclusion Lab für Kids und Youngsters

Standorte: FAZ Mäulentreff und FAZ Raitelsberg Mäulenstr. Abelsbergstraße 5

9A

70327

70190

Laura di Muzio

SlowMobil Heiligenwiesen 18 70327 slowmobil@stjg.de

Zukunftswelten Heiligenwiesen 18 70372 01573 2592990 Franziska.hidiroglu@stjg.de

NEXTdigiSTEP Heiligenwiesen 18 70372 jessica.buskirk@stjg.de

Mitmachen Ehrensache Hohe Str. 9 70174 9978599 / 90712926 kircher@mitmachen-ehrensache.de

Projekte im Übergang Schule in den Beruf: Berufseinstiegsbegleitung

Altenburgschule Auf der Altenburg 10 70376 0157 31840657 carmen.froehlich@jugendhaus.net

tobias.muckenhaupt@jugendhaus.net

Schickardtschule Schickardtstraße 30 70199 0176 23385086 anja.pietrowski@jugendhaus.net

Wilhelmsschule Hedelfinger Str. 9 70327 0151 23591925

0152 03605411

0157 31840657

ralf.nisch@jugendhaus.net

waltraud.geisser@jugendhaus.net

carmen.froehlich@jugendhaus.net

Eichendorffschule Ebitzweg 57 70374 01577 1979791 philip.marco.pfeiffer@jugendhaus.net

Pestalozzischule Krehlstr. 60 70565 0152 07591818

0157 56992086

michaela.bathe@jugendhaus.net

axel.bodensteiner@jugendhaus.net

Anne-Frank-Gemeinschafts- und Realschule Hechinger Str. 73 70439 0178 5127742

0172 7207981

0151 12982343

0163 1828494

isabel.schuermeyer@jugendhaus.net

Andrea Micheler@jugendhaus.net

robin.lueck@jugendhaus.net

cinzia.mangiavillano@jugendhaus.net

Vaihingen Pestalozzischule Krehlstr. 60 70565 0152 25440432 sah.pestalozzischule@jugendhaus.net

Wangen Wilhelmsschule Hedelfinger Str. 9 70327 0176 39221156 sah.wilhelmsschule@jugendhaus.net

Schulsozialarbeit an Grundschulen

Vaihingen Österfeldschule Katzenbachstr. 27 70563 0152 52186687 sag.oesterfeldschule@jugendhaus.net

Bad Cannstatt Carl-Benz-Schule Weckherlinstr. 8 70376 0163 251 6277 sag.carl-benz-schule@jugendhaus.net

Zuffenhausen Silcherschule Schwabbacherstr. 25 70437 0157 33351450 sag.silcherschule@jugendhaus.net

Mitte Vogelsangschule Paulusstr. 30 70197 21633605 sag.vogelsangschule@jugendhaus.net

Neugereut Pelikanschule Pelikanstr. 71 70378 216 985 04 sag.pelikanschule@jugendhaus.net

Nord Pragschule Friedhofstr. 74 70191 216 696753 sag.pragschule@jugendhaus.net

Stammheim Grundschule Stammheim Fliegenweg 4 70439 8104787 sah.ghs-stammheim@jugendhaus.net

Bad Cannstatt Schillerschule Wiesbadener Str. 40 70372 0163 2516277 sah.schillerschule@jugendhaus.net

Hedelfingen Steinenbergschule Am Steinenberg 5 70329 0152 03605411 sah.steinenbergschule@jugendhaus.net

Möhringen Riedseeschule Sigmaringer Str. 85 70567 0157 36486252 sah.riedseeschule@jugendhaus.net

Untertürkheim Luginslandschule Margaretenstr. 71 70327 0176 50706125 sah.luginslandschule@jugendhaus.net

Büsnau Steinbachschule Büsnauer Platz 2 70569 216 25347 sah.steinbachschule@jugendhaus.net

Botnang Franz-Schubert-Schule Schumannstraße 8-10 70195 216 57557 sag.franz-schubert-schule@jugendhaus.net

Botnang Kirchhaldenschule Corelliweg 7 70195 0152 29 64 79 85 sag.kirchhaldenschule@jugendhaus.net

Feuerbach Grundschule Hohewartstr. 95 70469 0152 29 64 79 85 sag.hohewartschule@jugendhaus.net

Burgholzhof Grundschule James-F.-Byrnes-Straße 3 70376 0178 3663617 sag.burgholzhof@jugendhaus.net

Obertürkheim Grundschule Uhlbacher Straße 18 70329 21633984 sag.obertuerkheim@jugendhaus.net

Schulsozialarbeit an Förderschulen

West Hasenbergschule Bebelstr. 28 70193 0163 1272652 saf.hasenbergschule@jugendhaus.net

Untertürkheim Auschule Augsburger Str. 541-543 70327 0159 05520251 saf.auschule@jugendhaus.net

Möhringen Heilbrunnenschule Dornröschenweg 30 70567 216 60396 saf.heilbrunnenschule@jugendhaus.net


64 Adressen

Einrichtung Adresse PLZ Telefon / Fax E-Mail

Schulsozialarbeit an Werkrealschulen

Neugereut Jörg-Ratgeb-Schule Seeadlerstr. 3 70378 21689379 sah.joerg-ratgeb-schule@jugendhaus.net

Schulsozialarbeit an Realschulen

Degerloch Fritz-Leonhardt-Realschule Wurmlinger Str. 63 70597 0176-87949655 sar.fritz-leonhardt-realschule@jugendhaus.net

Neugereut Jörg-Ratgeb-Schule Seeadlerstr. 3 70378 21689379 sar.joerg-ratgeb-schule@jugendhaus.net

Untertürkheim Linden-Realschule Lindenschulstr. 20 70327 21660953 sar.linden-realschule@jungendhaus.net

Vaihingen Robert-Koch-Realschule Vischerstr. 21 70563 216-98738 sar.robert-koch-realschule@jugendhaus.net

Zuffenhausen Park-Realschule Marconistr. 65 70435 0157-34958326 sar.park-realschule@jugendhaus.net

Feuerbach Realschule Feuerbach Hohewartstr. 95 70469 0160-4539620 sar.realschule-feuerbach@jugendhaus.net

Schulsozialarbeit an Gymnasien

Stuttgart Süd Schickhardt-Gymnasium Schickhardtstr. 26 70199 0174-5369122 sagym.schickhardt@jugendhaus.net

Untertürkheim Wirtemberg-Gymnasium Lindenschulstr. 20 70327 0175-5596076 sagym.wirtemberg@jugendhaus.net

Vaihingen Hegel-Gymnasium Krehlstr. 65 70563 0157-33860498 sagym.hegel@jugendhaus.net

Bad Cannstatt Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium Remstalstr. 35 70374 21634812 sagym.elly-heuss-knapp@jugendhaus.net

Neugereut Jörg-Ratgeb-Gymnasium Seeadlerstr. 3 70378 216-89379 sagym.joerg-ratgeb-schule@jugendhaus.net

Vaihingen Fanny-Leicht-Gymnasium Fanny-Leicht-Str. 13 70563 0163-1828494 sagym.fanny-leicht@jugendhaus.net

Ost Wagenburg-Gymnasium Wagenburgstr. 30 70184 0163 1471141 sagym.wagenburg@jugendhaus.net

Möhringen Königin-Charlotte-Gymnasium Sigmaringer Str. 85 70567 01573 7632776 sagym.koenigin-charlotte@jugendhaus.net

Schulsozialarbeit an Gemeinschaftsschulen

Hallschlag Altenburgschule Auf der Altenburg 10 70376 65206170 sah.altenburgschule@jugendhaus.net

Möhringen Anne-Frank-GMS Hechinger Str. 73 70567 216 59799 sar.anne.frank-realschule@jugendhaus.net

Bad Cannstatt Eichendorffschule Ebitzweg 57 70374 21657109 sah.eichendorffschule@jugendhaus.net

Heslach Schickhardt-Gemeinschaftsschule Schickhardtstr. 30 70199 21691640 sar.schickhardt-realschule@jugendhaus.net

Schülerhaus an Grundschulen

Schülerhaus an der Pragschule Friedhofstr. 72 70191 2537226 gts-pragschule@jugendhaus.net

Hort an den Schulen

Hort an der Fuchsrainschule Gablenberger Weg 10 70186 2201467 hort-fuchsrainschule@jugendhaus.net

Bildung und Betreuung an Ganztagsgrundschulen

Altenburgschule Auf der Altenburg 10 70376 0175-9695797 gts-altenburgschule@jugendhaus.net

Carl-Benz-Schule Weckherlinstr. 8 70376 21689138 gts-carlbenzschule@jugendhaus.net

Pelikanschule Pelikanstr. 71 70378 0176-85413199 gts-pelikanschule@jugendhaus.net

Bachschule Dieterlestr. 26 70469 21660473 gts-bachschule@jugendhaus.net

Silcherschule Schwabbacher Str. 25 70437 21660340 gts-silcherschule@jugendhaus.net

Eichendorffschule Ebitzweg 57 70374 0176-95410119 gts-eichendorffschule@jugendhaus.net

Schillerschule Wiesbadener Str. 40 70372 0176-83641727 gts-schillerschule@jugendhaus.net

Luginslandschule Margaretenstr. 71 70327 21692370 gts-luginslandschule@jugendhaus.net

Steinenbergschule Am Steinenberg 5 70329 0170-6541249 gts-steinenbergschule@jugendhaus.net

Riedseeschule Vaihinger Str. 28 70567 21696845 gts-riedseeschule@jugendhaus.net

Pestalozzischule Krehlstr. 60 70565 0162 6618469 gts-pestalozzischule@jugendhaus.net

Maria Montessori Schule Beim Fasanengarten 9 70499 21657097 gts-maria-montessori-schule@jugendhaus.net

Grundschule Obertürkheim Uhlbacher Str. 18 70329 21633996 gts-obertuerkheim@jugendhaus.net

Deutsch-Französische Grundschule Sillenbuch Silberwaldstr. 22 70619 1622611 gts-sillenbuch@jugendhaus.net

Kirchhaldenschule Corelliweg 7 70195 26346865 gts-kirchhaldenschule@jugendhaus.net

Bildung und Betreuung an Gemeinschaftsschulen

GMS Anne-Frank-Schule Hechinger Str. 73 70567 0151 68142684 gms-anne-frank@jugendhaus.net

GMS Schickhardtschule (1. Standort) Schickhardtstraße 30 70199 21691640 gms-schickhardt@jugendhaus.net

GMS Schickhardtschule (2. Standort) Heusteigstraße 97 70180 21691640 gms-schickhardt@jugendhaus.net


Adressen

65

Einrichtung Adresse PLZ Telefon / Fax E-Mail

GMS Altenburgschule Auf der Altenburg 10 70376 0176 89294353 gms-altenburgschule@jugendhaus.net

GMS Weilimdorf Engelbergstraße 81 70499 21691041 gms-weilimdorf@jugendhaus.net

Erweitertes Betreuungsangebot an Werkrealschulen und Förderschulen

Wilhelmschule Hedelfingerstr.9 70327 216 98344 wilhelmschule-wangen@stuttgart.de

Berger Schule Schwarenbergstr. 34 70190 216 33370 bergerschule@stuttgart.de

Hasenbergschule Bebelstraße 28 70193 216-96701 poststelle.hasenbergschule@stuttgart.de

Heilbrunnenschule Dornröschenweg 30 70567 216 60333 heilbrunnenschule@stuttgart.de

KiTa Einrichtungen

Kindertagesstätte Bad Cannstatt Storchennest Kegelenstr. 16 70372 90052832 kita.cannstatt@jugendhaus.net

Kindertagesstätte Giebel Schwalbennest Mittenfeldstr. 61 70499 55072486 kita.giebel@jugendhaus.net

Kindertagesstätte Weilimdorf Spatzennest Solitudestr. 119 70499 84999714 kita.weilimdorf@jugendhaus.net

Kindertagesstätte Botnang Starennest Oberer Kirchhaldenweg 25 70195 67412330 kita.botnang@jugendhaus.net

Kindertagesstätte Hallschlag Zaunkönige Sigmund Lindauer Weg 9 70376 0176-46118347 lena.krauss@stjg.de

SFZ Einrichtungen

Familien- und Stadtteilzentrum/

Mehrgenerationenhaus Nord Heilbronner Str. 109 70191 2535616

familienzentrum_nord@jugendhaus.net

mehrgenerationenhaus-nord@jugendhaus.net

Stadtteil- und Familienzentrum Mäulentreff Mäulenstr. 5 70327 12037675 familienzentrum-untertuerkheim@jugendhaus.net

Stadtteil- und Familienzentrum

Kaiserslauterer Str. 14 70499 36591347 pfaffenaecker@jugendhaus.net

Treffpunkt Pfaffenäcker

Stadtteil- und Familienzentrum FaZ Giebel Mittenfeldstr. 61 70499 55072489 familienzentrum-giebel@jugendhaus.net

Stadtteil- und Familienzentrum Neugereut Flamingoweg 24 70378 53070930 familienzentrum-neugereut@jugendhaus.net

Stadtteil- und Familienzentrum Obertürkheim Heidelbeerstr. 5 70329 25296799 sfz.obertuerkheim@jugendhaus.net

Willkommensraum Obertürkheim Heidelbeerstr. 5 70329 willkommensraum.obertuerkheim@jugendhaus.net

Familien- und Begegungszentrum Raitelsberg

T-RiO 9a

Abelsbergstr. 9A

Heidlesäcker 1

70190 99790681 familienzentrum-raitelsberg@jugendhaus.net


66 Impressum

Herausgeber: Stuttgarter Jugendhaus gGmbH / Kegelenstraße 21 / 70372 Stuttgart

Telefon: 0711 – 23728 – 0, Fax: 0711 – 237282 – 10, E-Mail: kontakt@stjg.de, Internet: www.stjg.de

ViSdP: Ingo-Felix Meier

Text & Redaktion: Sylke Bernet, Angelika Brunke

Autor*innen und Mitarbeit: Stefanie Feil (Seite 12), Vanessa Spieth & Henrike Johannkemper (Seite 14), Gabi Kircher (Seite 20 & 30),

Oliver Bechen (Seite 22), Nadja Pauzar (Seite 28), Jacob Maeder (Seite 32), Sebastian Meindl (Seite 44), Pia Preu (Seite 46)

Lektorat: Nikoline Wagner, Angelika Brunke

Gestaltung: FAISS. Büro für Gestaltung / www.faiss-design.de

Druck: Colorpress, klimaneutraler Druck auf Papier aus nachhaltiger Forstwirtschaft

Fotografie: Mitarbeiterfotos, sofern nicht anders ausgewiesen: alle privat, Statementfotos, sofern nicht anders ausgewiesen: alle privat,

3/51 (Gruppenfoto mit Oberbürgermeister Dr. Nopper)/66: Steffen Scheyhing, 4/5/6/14/15/38/39 (Statementfoto Sabina): Markus Wagner,

1/8/28/29: Sander Pitl, 10: iStock, 16: misskaterina – stock.adobe.com, 12: Kinder- und Jugendtreff Münster, 17/21/31/39/54: Peter Jagusch

(Mitarbeiterfotos Bettina Veller, Gabi Kircher, Marcus Moreno, Ole Erichsen, 18/19/50 (Wladimir Klitschko): move & do, 20/21: Marc Doradillo,

22: KJH Wangen, 24: Stadtteil- und Familienzentrum Pfaffenäcker, 26/34/35/40/42/44/45/48/49/50: stjg, 30: Gabi Kircher, 32: Pop-Büro

Region Stuttgart, 35: Karin Ait Atmane (Statement), 36/37: Karin Ait Atmane (auch Statementfotos), 46/47: Lernort Geschichte

Erscheinungsort: Stuttgart, im Juli 2022



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