22.07.2022 Aufrufe

Alnatura Magazin August 2022

Alles für Bio - 7 Jahre "Gemeinsam Boden gut machen" // Entdecken Sie unsere sommerlichen Thai-Gerichte - mit KostBar-Rezeptkarten zum Heraustrennen

Alles für Bio - 7 Jahre "Gemeinsam Boden gut machen" // Entdecken Sie unsere sommerlichen Thai-Gerichte - mit KostBar-Rezeptkarten zum Heraustrennen

MEHR ANZEIGEN
WENIGER ANZEIGEN

Sie wollen auch ein ePaper? Erhöhen Sie die Reichweite Ihrer Titel.

YUMPU macht aus Druck-PDFs automatisch weboptimierte ePaper, die Google liebt.

August 2022

ISSN 1612-7153

Entdecken Sie unsere

sommerlichen Thai-Gerichte

Mit KostBar-

Rezeptkarten zum

Heraustrennen

Alles

für Bio

7 Jahre »Gemeinsam

Boden gut machen«


ANZEIGE

Alnatura ist die

beste Bio-Marke

Alnatura ist die bestplatzierte

Bio-Marke

in der Kategorie

»Food & Beverages«

Ermittelt vom Marktforschungs

institut GfK. *

* Ergebnis der repräsentativen empirischen Studie »Best Brands 2022«, Online-Befragung. Land: Deutschland, Fallzahl: n=12.000, Messmodell: vier spezifische Messmodelle (Beliebtheit,

Erfolg im Markt, Wachstumsperspektive, Fachkompetenz für Food & Beverages) unter Einbindung von 396 Marken aus 50 Branchen. Mehr unter gfk.com


AUGUST 2022

Seite 17

Lasst uns kochen

Thailändisch ist aromatisch

und frisch, dabei einfach

und günstig umzusetzen.

Wir zeigen Ihnen wie.

Prof. Dr. Götz E. Rehn,

Gründer und

Geschäfts führer Alnatura

Liebe Kundinnen, liebe Kunden,

Seite 56

Interview

Das Alnatura Magazin trifft

Oscar-Preisträger

Volker Schlöndorff für

ein Gespräch zu seiner

Doku »Der Waldmacher«.

4 Aktuelles von Alnatura

14 Alnatura bewegt Gentechnik bleibt Gentechnik

28 Alles über … Asiatische Nudeln

30 Einkaufen bei Alnatura So günstig geht Asia-Küche

32 Zu Besuch bei Arche

42 Gut zu wissen Fernöstliche Inspirationen

44 Natürliche Pflege Mundhygiene

50 Zu Besuch bei Taoasis

52 Aktuelles aus Bio-Welt und Gesellschaft

54 Lust auf Kultur Die Künstlerin Joan Mitchell

58 Vorschau, Impressum

Seite 7

Alnatura

bewegt

Auch in diesem

Jahr unterstützen

wir mit der

Alnatura Bio-

Bauern-Initiative

wieder Höfe bei

der Umstellung

auf Bio-Landbau.

Ausgewählte Beiträge finden Sie

auch im Alnatura Magazin Online:

alnatura.de/magazin

der biologische Anbau richtet sich an den

Lebensprinzipien der Natur aus. Bio-Landbau

ist eine Methode, die durch die Natur Lebensmittel

hervorbringt – ohne den Einsatz von

Substanzen, die nicht aus der Natur stammen.

Dementsprechend ist im Bio-Land bau der

Einsatz von chemischem Dünger, chemischen

Spritzmitteln und von Gentechnik verboten.

Die agrarindustrielle Landwirtschaft

wirtschaftet seit Jahren auf immer größeren

Flächen, um ihre Produktivität zu erhöhen.

Der Bio-Familienbetrieb kann auch auf

kleineren Flächen produktiv sein. Weltweit

erzeugen Kleinbäuerinnen und -bauern auf

24 Prozent der genutzten Landbauflächen

30 Prozent der Nahrungsmittel. Die kleineren

Bio-Betriebe sollten sich idealerweise rund

um die Ballungsräume ansiedeln und so die

Stadtbevölkerung mit frischen Bio-Produkten

versorgen. Die kurzen Transportwege sind

nicht nur nachhaltig, sondern garantieren zum

Beispiel Bio-Obst und -Gemüse in ernte frischer

Qualität. Das entspricht auch unserem Verständnis.

Deshalb arbeiten wir in Deutschland

mit circa 60 Bio-Bauernhöfen direkt zusammen

und bieten Bio-Produkte frisch vom Bio-Hof aus

der Region in unseren Alnatura Märkten an.

An dieser Stelle möchte ich mich persönlich

und im Namen aller Mitglieder der Alnatura

Arbeits gemeinschaft bei Ihnen, liebe Kundinnen

und Kunden, bedanken. Sie »geben uns unsere

Arbeit«, indem Sie bei Alnatura einkaufen.

Mit sommerlichen Grüßen

Alnatura Magazin August 2022

3


Aktuelles

von Alnatura

Alnatura

Sofagespräche:

Expertinnen im Dialog!

Sie interessieren sich für Nachhaltigkeitsthemen? Sie

möchten wissen, wie Bio und Klima zusammenhängen

und wie Sie selbst aktiv werden können?

Dann laden wir Sie herzlich ein zu diesem Online-

Live-Event. Regelmäßig treten wir in den Dialog mit

Nachhaltigkeits-Fachleuten. Und Sie können online live

dabei sein.

Neben Ihren Fragen stehen vor allem konkrete Alltagstipps

und spannende Zusammenhänge im Vordergrund.

Bisher konnten wir mit Themen wie »Faszination Bio«,

»Was kann Naturkosmetik?« und »Gesunde Böden für gesundes

Klima« schon viele Zuschauende begeistern.

Haben auch Sie Lust, ein Sofagespräch mitzuerleben? Dann

registrieren Sie sich jetzt unter alnatura.de/meinalnatura und

erfahren per Newsletter, wann das nächste Event stattfindet.

Dann einfach auf alnatura.de in Mein Alnatura einloggen,

unter »Online-Sofagespräch« anmelden und dabei sein.

Wir freuen uns auf den Austausch

mit Ihnen!

Jetzt

registrieren!

24 Tonnen

Pappe gespart

Wir verzichten bei der Verpackung unserer

Falafelmischung auf die Faltschachtel.

Statt dessen wird sie nur noch in einen

bedruck ten Folienbeutel verpackt. Damit

sparen wir nicht nur 24,1 Tonnen Pappe

pro Jahr (Bezugsjahr 2020), sondern

machen die Verpackung auch um

87 Prozent leichter. Das wirkt sich positiv

auf die CO 2-Emis sio nen beim Transport aus, weil für

leichtere Produkte auch weniger Treibstoff benötigt wird.

Erfahren Sie mehr unter alnatura.de/verpackung

Leicht verständlich und

praxisnah beantworten unsere

Fachleute Ihre Fragen.

Neu

Asia-Sonderartikel

im August

Den ganzen August über finden Sie viele

asiatische Sonderartikel in den Alnatura Super

Natur Märkten – wie beispielsweise die

krossen Bio-Krabbenchips von Yakso. Sie

haben einen Garnelenanteil von

19,3 Prozent, werden mit Meersalz, Ingwer

und Knoblauch verfeinert und sind der ideale Begleiter

zu asiatischen Gerichten. Weitere Sonderartikel wie

Gewürzmischungen, Kimchi, Ramen-Brühe oder Saucen

können Sie ab sofort in Ihrem Alnatura Markt entdecken.

Für fleischlosen

Grillgenuss

Die Basis dieser Bio-Würstchen

ist Seitan (Weizeneiweiß); Paprika

sorgt für den fein würzigen

Geschmack. Ob vom Grill oder

in der Pfanne gebraten – mit ihrer

saftigen Konsistenz schmeckt die

vegane rote Bratwurst von Alnatura

zu Gemüse oder Salat und auch

als kalter Snack. Praktisch: Die

Würstchen sind ungekühlt haltbar.

4 Alnatura Magazin August 2022


Neu

Mehr Spaß

in der Schüssel

Die beiden neuen Bowls

von Alnatura sind vegan,

sofort verzehrfertig und

mit Zutaten aus biologischer

Landwirtschaft hergestellt. Die Bowl nach

indischer Art enthält Reis, Linsen sowie Kokosmilch und

ist mit Koriander samen, Ingwer, Kurkuma und Kümmel

verfeinert. Die Bowl nach mexikanischer Art vereint

Quinoa, Reis und Bohnen und ist mit Paprika, Chili

und Kurkuma gewürzt. Beide können je nach Geschmack

noch mit frischen Zutaten wie Babyspinat,

Mango, Gurke oder Cocktail tomaten und Romanasalat

angerichtet werden. Sie sind kalt und warm

zu genießen – für noch mehr aromati schen Spaß

in Ihrer Schüssel!

Dauerhaft

günstig einkaufen

Alnatura Dauerpreise: Unser gesamtes Sortiment 1

mit mehreren Tausend Bio-Produkten erhalten Sie

dauerhaft günstig 2 . alnatura.de/dauerpreise

Unser Geschenk

zum Schulstart

Im August lädt Alnatura

bundesweit alle Erstklässle -

rinnen und Erst klässler dazu ein,

ihre leere Schultüte bei einem

Alnatura Super Natur Markt

ihrer Wahl abzugeben. Wenige

Tage später können sie diese gut

gefüllt mit köstlichen Bio-Produkten

wieder abholen – unser Geschenk für

einen schönen Start in die Schulzeit.

Die Schultüten können bis zu zwei

Wochen vor Schulbeginn in den Märkten

ab gegeben werden. Die Aktionsbedingungen

und -zeiträume erfahren Sie im

Markt und unter alnatura.de/schultuete

Hinweis: Die abgebildeten Produkte sind rein exemplarisch.

Exklusiv

Tierwohl von Anfang an

Der »Bio-Kalb&Kuh« von Baldauf, den es aktuell

exklusiv in den Alnatura Märkten gibt, ist der erste

Bioland-zertifizierte Heumilchkäse aus dem Allgäu aus

kuhgebundener Kälberaufzucht. Das bedeutet, dass

die weiblichen und männlichen Kälber mindestens drei

Monate bei ihren Müttern, beziehungsweise einer

Amme, bleiben. Der cremige Käse hat eine essbare

Rotschmierrinde und eine milchig-nussige Duftnote.

Seit 1862 steht der Name des Herstellers, Baldauf Käse,

für beste Allgäuer Käsespezialitäten aus Heumilch,

her gestellt in einer Sennerei in Goßholz und in der

Dorfsennerei Hopfen – nach traditioneller Rezeptur, mit

hauseigenen Käsekulturen und in alter Handwerkskunst.

Alnatura zahlt den Landwirtinnen und Land wirten, die

die Haltungs form der kuhgebundenen Kälberaufzucht

umsetzen, einen Aufschlag.

Neu:

Wir liefern Bio auf Bestellung

Ihre Lieblingsprodukte können Sie online bestellen

und sie bequem liefern lassen oder im Markt

vorgepackt abholen. Im August wird das Angebot

auf folgende Liefergebiete ausgeweitet:

Frankfurt, Nordend Ost

Berlin-Lichterfelde

Berlin-Reinickendorf

Berlin-Tegel

Mehr unter

shop.alnatura.de

Im Markt abholen

oder nach Hause

liefern lassen

1

Ausgenommen sind frisches Obst und Gemüse, Artikel von der Backwarentheke sowie Sonderangebote bei Auslistung und Haltbarkeits-Preisreduzierungen.

2

Dauerpreise gelten mindestens einen Monat.

Alnatura Magazin August 2022

5


ANZEIGE

LEBE DEN MOMENT

Premium-Qualität

100% Bio Zutaten

Ohne Aromen

Rainforest Alliance-zertifiziert

blumig

&

duftend

markant

&

klar

Scanne mich

für weitere Tee-

Inspirationen:

www.ra.org

choice-organic.com


ALNATURA BEWEGT

Die Alnatura Bio-

Bauern-Initiative

Seit 2015 engagiert sich

Alnatura im Rahmen der

Alnatura Bio-Bauern-Initiative

(ABBI) für das Förderprojekt

»Gemeinsam Boden gut machen«

des Naturschutzbundes

Deutschland e. V. (NABU), das

Bäuerinnen und Bauern bei der

Umstellung auf den Bio-Landbau

finanziell unterstützt. 90 Höfe mit

ins gesamt mehr als 17 000 Hektar

haben bereits erfolgreich auf Bio

umgestellt oder die ökologische

Bewirtschaftung erweitert.

Voraus setzung ist, einem Verband

(Naturland, Bioland und Demeter)

beizutreten. Mehr unter

alnatura.de/biobauern

Bio-Landbau erfordert zunächst

viel Durchhaltevermögen, sorgt

aber langfristig für mehr Vielfalt

und fruchtbare Böden.

Gemeinsam stark für

den Bio-Landbau

Im Mai feierte das NABU-

Förderprojekt »Gemeinsam Boden

gut machen« und somit auch die

Alnatura Bio-Bauern-Initiative

siebten Geburtstag und ehrte

zwölf neue Preistragende.

Die kurzweilige Veranstaltung im

Naturtheater auf dem Alnatura

Campus in Darmstadt würdigte den

mühsamen Weg der Umstellung

auf Bio, der aber für alle

Beteiligten der einzig wahre ist.

W

ir grüßen die Sonne!« – Alle strecken die Arme in den

Himmel. »Wir grüßen die Erde!« – Alle beugen den Oberkörper

und die Hände Richtung Boden. Sandra Meier vom

Wasselbauernhof soll uns, einem gut gelaunten Publikum, spontan

zeigen, was es mit ihrem beliebten Kuh-Yoga auf sich hat. Es handelt

sich um bekannte Yoga-Übungen, die ihre Kursteilnehmer aber auf

der Kuhweide machen dürfen. Sie erzählt kurz von ihrer Entscheidung,

ihren Hof auf Bio umzustellen: »Der Bauch sagte Ja!« Und sie ist ihm

gefolgt. Auf dem Bauernhof bewirtschaftet sie circa hundert Hektar

landwirtschaftliche Nutzfläche und versorgt damit 60 Fleck- und

Braunvieh-Kühe und deren Nachzucht. Seit 2020 ist sie Direktvermarktende

und verkauft auch ihre Milch und Milchprodukte frisch in ihrem

Hofladen. Der Wasselbauernhof ist ein Erlebnisbauernhof für Schulen

und Gruppen, die hier wieder Zugang zur Natu r, Einklang mit ihr,

Erdung finden können.

Sandra Meier ist eine von zwölf Preisträgerinnen und Preisträgern,

die sich im Rahmen der Jubiläumsfeier »7 Jahre ABBI, 7 Jahre gemeinsam

Boden gut gemacht« heute vorstellen dürfen. Wir spüren an

diesem Tag, warum Hardy Vogtmann, NABU-Beirats- und Fachgremiumsvorsitzender

»Gemeinsam Boden gut machen«, in seiner Begrüßungsrede

von »ganz besonderen Menschen« spricht. Man brauche viel

7


ALNATURA BEWEGT

Der Bio-Landbau leistet einen wichtigen

Beitrag für den Klimaschutz, weil er

Ressourcen schont und den Humusaufbau

fördert. Im Bio-Landbau bilden Mensch,

Boden, Pflanzen und Tiere einen Kreislauf.

Rückgrat für eine Umstellung auf Bio-Landbau. »Alle sich bewerbenden

Betriebe sollten die Förderung bekommen, es sind

ganz tolle Bewerbungen!«, schwärmt er. Es sei jedoch gut und

führe zu einer sehr sachlichen Entscheidung, dass unabhängige

Gremien für die Preisvergabe zuständig sind.

In seiner Eröffnungsrede bedankt sich Alnatura Geschäftsführer

Götz Rehn bei Vogtmann und NABU- Bundesgeschäftsführer

Leif Miller für sieben Jahre gute Zusammenarbeit.

»Wir sehen uns als Brückenbauer zwischen Bio-Landbau und

den Kundinnen und Kunden«, so Rehn. Die Umstellung sei

erschreckend mühsam, viele Höfe mussten aufgeben, und

es sei noch ein weiter Weg, bis 2030 30 Prozent Bio-Landbau

zu erreichen, das Ziel des Bundeslandwirtschaftsministeriums.

Denn die Nachfrage nach Bio ist noch immer zu gering.

Für die Bio-Höfe aber lohnt sich die Mühe: Sie stehen hinter

dem, was sie tun, und arbeiten nicht nur für den Profit. Und

irgendwann kann man dann doch »mehr ernten als das Mitleid

der Nachbarn«, scherzt Bauer Manfred Fockenbrock vom Biohof

Fockenbrock in Nordrhein-Westfalen, als er seinen Förderpreis

entgegennimmt.

VIEL MUT FÜR MEHR SINN UND GEMEINSCHAFT

Viele der Preistragenden sind ganz traditionell in Tracht gekommen.

»Bergbauern müssen ja das Klischee erfüllen, also haben

wir uns in Tracht geschmissen«, bringt uns Familie Höß aus Bayern

zum Lachen. Bauer Höß spricht für viele hier: »Die Auszeichnung

ist eine große Wertschätzung.« Andreas

Knobloch vom InnHof in Bayern, der unter

anderem eine Solaranlage für 2 000 Haushalte

bereitstellt, dankt seinen beiden

Natur land-Beratern und zollt Rehn und

Vogtmann Respekt für ihren Pioniergeist.

Die Umstellung sei eine stürmische Zeit

gewesen, man brauche erst einmal starke

Nerven, wenn die ersten Kulturen im Unkraut

untergingen. Auch Nadja Poppen vom

Bioland-Hof Sonnenschein in Aurich, die mit

ihrer Familie aufgrund eines schweren Unfalls

letztes Jahr nicht an der Preisverleihung

teilnehmen konnte und stattdessen heute

mitgeehrt wird, bekräftigt: »Als Ostfriesen

macht Sturm uns nur stärker. Der Preis hat

uns viel Mut gegeben, die Krisen meistern

zu können.« Und er zeige, dass Bio eine gemeinschaftliche

Leistung sei.

Für die Schirmherrin Bundesumweltministerin

Steffi Lemke und den Schirmherren

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir

nimmt stellvertretend Ophelia Nick,

»Die Umstellung

auf Bio war für

uns ein befreiender

Schlag. Das

macht uns viel

kreativer!«

Preisträgerin

Silke Krostitz vom

Hofgut Behlitz in

Sachsen

Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung

und Landwirtschaft, an der Feier teil. Zu ihr gehen auch

die Blicke, wenn Hardy Vogtmann bittet:

»Die Politik muss Weichen stellen.« Nicks

Rede ist offen, herzlich und voller Überzeugung.

Die Politik wolle transformieren, sie

wolle den Umbau der Landwirtschaft und

der Nutztierhaltung vorantreiben. Geopolitisch

müsse man raus aus der Abhängigkeit.

Sie interessiere, was auf dem Teller, was im

Trog, was im Tank lande. »Die Klimakrise

pausiert nicht. (…) Danke, dass Sie weiter

Boden gut machen!«

Preisträger Jürgen Speinle von der

Speinle Agrar GbR blickt in seiner Dankes-

Preisträgerin Kathrin Summerer

spricht über die Anstrengungen, die

Bio-Landbau mit sich bringt. Zu ihrer

Linken Götz Rehn und Ophelia Nick,

rechts Felix Meyer und Leif Miller.

Ein enger Mitstreiter von

Alnatura, wenn es um

»Gemeinsam Boden gut

machen« geht:

Hardy Vogtmann.

8 Alnatura Magazin August 2022


ALNATURA BEWEGT

Götz Rehn, Ophelia Nick, Hardy

Vogtmann und Leif Miller mit den

diesjährigen Preisträgerinnen und

Preisträgern von »Gemeinsam

Boden gut machen«.

rede auf 20 Jahre Arbeit in der bayernweiten Milchvermarktung

zurück. Bei den Versammlungen bemerkte er irgendwann: Die

Menschen schauten immer leerer! Es ging bei konventioneller

Milchproduktion zunehmend um Masse, 60 Prozent der Betriebe

mussten unter dem Druck aufgeben, die Bleibenden litten unter

dem Stress. Bei Bio hingegen geht es um die Tiere, um mehr Platz

für sie. »Jeder Stall ist ein Kompromiss. Die Tiere gehören raus!«,

ist Speinle überzeugt. Bio ist der Weg für Mensch, Tier und Erde,

für das Gemeinwohl aller. Das machen alle Anwesenden deutlicher

denn je.

»Machen Sie Werbung, erzählen Sie von diesem Preis!«, beschließt

Leif Miller den offiziellen Teil der Veranstaltung, denn Höfe

können sich weiterhin beim NABU bewerben. »Ich bin stolz darauf,

für dieses Projekt Verantwortung tragen zu dürfen.« Bei Kaffee und

Kuchen haben wir nun die Gelegenheit, die bunte und inspirierende

Ansammlung von Bäuerinnen und Bauern persönlich kennenzulernen.

Tiefe Erdung ist ansteckend. MGK

Beim Kauf von Alnatura Produkten

mit diesem Hinweis fließt je 1 Cent

in die Bio-Bauern-Initiative.

Die diesjährigen Preistragenden von

»Gemeinsam Boden gut machen«

auf einen Blick:

• Gairenhof GbR (Simone Straub), Demeter, Baden-

Württemberg

• Markgräflich Badischer Gutsbetrieb (Roman

Strasser), Naturland, Baden-Württemberg

• Familie Höß, Naturland, Bayern

• InnHof Bio (Andreas Knobloch), Naturland, Bayern

• Pürner GbR/Wasselbauernhof (Sandra Meier),

Bioland, Bayern

• Obermoar (Georg Mayerhofer), Naturland, Bayern

• Speinle Agrar GbR (Familie Speinle), Bioland, Bayern

• Summererhof Hausham (Kathrin Summerer),

Naturland, Bayern

• Biohof Fockenbrock (Familie Fockenbrock), Bioland,

Nordrhein-Westfalen

• Bioland-Sandsteinhof Kückmann (André Kückmann),

Bioland, Nordrhein-Westfalen

• Hofgut Behlitz (Silke Krostitz), Gäa, Sachsen

• Neu-Rehberg (Familie Espermüller), Naturland,

Schleswig-Holstein


ALNATURA BEWEGT

Der Summererhof im bayerischen

Hausham am Schliersee ist einer der in

diesem Jahr mit dem Förderpreis

»Gemeinsam Boden gut machen«

ausgezeichneten landwirt schaftlichen

Betriebe.

Kühe kennen kein

Wochenende

Die Förderpreisträger des

Summererhofs im bayerischen

Hausham sind in jeder

Hinsicht die jüngsten bei der

diesjährigen Jubiläumsfeier

des von Alnatura und dem

NABU vor sieben Jahren ins

Leben gerufenen Projektes

»Gemeinsam Boden gut

machen«. Das Alnatura

Magazin hat den Hof

einen Tag nach der

Preisverleihung besucht.

D

amit sie am Samstag zur Preisverleihung

von »Gemeinsam Boden

gut machen« auf den Alnatura

Campus in Darmstadt fahren konnten, hatten

Kathrin Summerer und ihr Lebensgefährte

Felix Meyer Kathrins Eltern als Ver tretung

gewinnen müssen. Denn den Kühen ist

Wochenende ziemlich egal: Zweimal am

Tag wollen sie gemolken werden. Überhaupt

macht so ein Bauern hof viel mehr

Arbeit, als man vielleicht meinen könnte,

erst recht, wenn man auf Bio umstellt. Darauf

wies in schönstem Ober bayerisch die

erst 27-jährige Kathrin Summerer, die jüngste

der ausgezeich neten Landwirtinnen und

Landwirte bei der Preisverleihung 2022,

bei ihrer Dankesrede hin. Sie zog alle mit

ihrer authentischen, herz lichen und anpack

enden Art in ihren Bann. So auch das

Alnatura Magazin, sodass wir uns spontan

noch am besagten Samstag in Darmstadt

für den nächsten Tag zum Kaffee auf dem

Summererhof in Hausham am Schliersee

verabredeten.

»Die Leute sind immer wieder erstaunt,

wie viel Arbeit so ein Bauernhof macht!«,

erzählt uns Georg Summerer, Kathrins

Vater. »Wir hatten oft über die Umstellung

auf Bio nachgedacht, aber es brauch te

dann doch die junge Generation, um es umzusetzen.«

»Wir hatten den Schritt einfach

nicht gewagt«, ergänzt Ehefrau Birgit. »Im

Grunde hat sich gar nicht so viel ge ändert.

Meine Eltern haben zum Beispiel bereits

auf minera lische Dünger auf den Weiden

verzichtet «, sagt Kathrin. Felix Meyer er-

10 Alnatura Magazin August 2022


gänzt: »Der Hof meiner angehenden

Schwiegereltern beteiligte sich bereits

an dem Kulturlandschaft programm,

sodass die Umstellung auf Bio in der Anerkennung

auf sechs statt zwölf Monate

verkürzt werden konnte.« Aber für einen

Ackerbetrieb bedeute in diesem Fall die

Umstellung auf Bio deutlich mehr Aufwand

als für einen Hof mit nur Tierhaltung.

In der Tat hatten bei der Förderpreis- Feier

auf dem Alnatura Campus zahlreiche Preisträgerinnen

und Preis träger davon erzählt,

dass sie den Aufwand hinter der Zertifizierung

als zu klein eingestuft hatten. Die

Familie Summerer setzte auf die Naturland-

Zertifi zierung. Vor einem Jahr wurde ihnen

das Zertifikat überreicht. »Wir hatten uns

im Grunde von der Vieh wirtschaft bereits

ganz verab schiedet und nur noch Ferien

auf dem Bauern hof anbieten wollen, aber

dann kam die Kathrin mit ihrem Felix und

sagte, sie wolle den Hof übernehmen und

in dem Zuge auf Bio umstellen.«

BALD HEUMILCH UND HEUMILCHKÄSE

Der Hof zählt aktuell 18 Milchkühe mit

Nachzucht. Doch schon bald werden es

mehr sein, wenn der neue Laufstall fertig

ist. Die Milch der Kühe liefert die Familie

an die örtliche Molkerei. »Viel leicht machen

wir irgendwann auch einmal einen Hofladen

auf«, erzählt Kathrin. »Die Fläche des Hofes

mit 19 Hek tar ist nicht so groß, daher wird

es sicherlich bei dem Mix an Hof und Ferienwohnungen

bleiben«, meint Felix. Aber

die beiden jungen Landwirte haben einiges

vor. »Wir bekommen im Herbst eine neue

Anlage zur Heutrocknung, die das Heu

ganz schonend trocknet und viel aromatischer

hinterlässt, sodass wir mit erstklassigem

Heu zum einen den Hof noch unabhängiger

machen, zum anderen die Grundlage

für die Produktion von Heumilch und

Heumilchkäse schaffen werden.«

Die Familie hätte noch weiter mit uns

plaudern mögen, doch die Kühe können

nicht warten: Kathrin und Felix haben sich

in Windeseile umgezogen und holen nun

die Kühe von der Weide und führen sie

in den Stall zum Melken, wo schon Birgit

und Georg warten. Alle helfen, viele Hände

sind nötig. Georg sagt dankbar: »Es geht

nur gemeinsam, so viel steht fest.« Als

wir uns am Sonntagabend auf den Weg

machen, ist die Arbeit im Stall noch lange

nicht zu Ende. MF

18 Milchkühe wollen jeden Tag

zweimal gemolken werden.

Dafür müssen sie in den Stall

gebracht werden.

Gemeinsam führen Kathrin

Summerer und Felix Meyer die

Kühe von der Weide in den Stall.

»Für uns ist

die Förderung

durch Alnatura

eine ganz große

Sache und hat

unserer Familie

viel Mut gegeben,

den Weg

weiterzugehen.«

Kathrin Summerer


ALNATURA BEWEGT

Wie die Kuh

im Haferstroh

Die Wertschätzung für Lebensmittel,

Natur und Tier liegt

Familie Aller vom Wiesenhof

im Westerwald sehr am Herzen.

Sie setzt sich dafür ein, dass

Verbraucherinnen und Verbraucher

einen realistischen

Einblick in Landwirtschaft und

Lebensmittelproduktion erhalten.

Letztes Jahr erhielten sie den

ABBI-Förderpreis für ihre Umstellung

auf Bio. Wir haben mit

Tochter Antonia gesprochen und

viel über das Leben der Kühe,

Kälber und Bullen erfahren.

G

uten Morgen, Madita, Lisanne,

Lucia!« Um sieben Uhr morgens

unterstützt Antonia Aller ihre Mutter

Annette beim Melken und füttert alle Tiere

auf dem Hof. Jetzt in den Sommermonaten

sind alle Kühe, Bullen und die Nachzucht

auf der Weide. Dort schaut Antonia täglich

nach, ob es allen gut geht. Sie gibt ihnen

Getreideschrot, um den menschlichen Kontakt

beizubehalten und damit die Bullen

gut an Gewicht zulegen. »Auch als Bio-Hof

muss man natürlich schauen, dass man

seine Tiere vermarkten kann«, erklärt sie.

Nach ihrem Studium der Agrarwissenschaften

und zwei Jahren in der Landwirtschaftskammer

kehrte Antonia 2019 zurück

auf den Hof ihrer Eltern. Da waren sie gerade

im Begriff, den Hof auf ökologische

Landwirtschaft umzustellen. Lange vor der

Umstellung stießen ihre Eltern bereits ein

Umdenken im Konsumverhalten an. Sie installierten

eine Hackschnitzelheizung sowie

eine Photovoltaikanlage und versuchten,

nur regionale Futtermittel zu verwenden.

Vor allem für Andreas Aller war das Thema

Pflanzenschutzmittel und seine negativen Folgen

sehr präsent: Sein Vater hatte Parkinson,

eine Krankheit, die häufiger bei Menschen

auftritt, die vermehrt Pestiziden ausgesetzt

sind. Und wie ist das so, jeden Tag mit den

Eltern zu arbeiten? »Meine Eltern sind zwar

meine Chefs, aber als Kind lernt man na -

tür lich auch, eher mal was dagegen zu sagen.

Es wird nicht immer alles sachlich betrachtet,

weil andere Dinge mitschwingen. Grundsätzlich

ist es aber ein sehr harmo nisches

Miteinander«, grinst Antonia. Die Grundeinstellung

und die Werte sind dieselben:

»Ich bin sehr froh, dass ich diese Eltern

habe, weil der Betrieb immer ziemlich fortschrittlich

geführt worden ist.«

UMSTELLUNG AUF ÖKOLOGISCHEN

LANDBAU

Bei der Umstellung auf Bio hatten die Allers

eher wegen des Ackerbaus als wegen der

Tiere Bedenken: 200 Hektar Land müssen

bewirtschaftet werden mit Getreide, Mais

und Leguminosen. Vieles muss man neu

lernen, neue Erfahrungen sammeln. Man

wälzt eine ganze Weile Verordnungen, bis

man genau weiß, was erlaubt ist und was

nicht, welche Produkte man verwenden

darf und woher man sie beziehen kann.

12 Alnatura Magazin August 2022


ALNATURA BEWEGT

Die Allers mussten den Bullenstall umbauen,

damit die Tiere neben dem Spaltenboden

auch einen Bereich mit Stroh haben, in dem

sie sich gemütlich hinlegen können. Das

nehmen sie jetzt sehr gerne wahr. »Es fühlt

sich einfach gut an, die Bullen so gemütlich

im Stroh liegen oder im Sommer auf den

Weiden stolzieren zu sehen. Wir sind froh,

dass wir weiterhin alle männlichen Tiere

aufziehen können und nicht schon als Kälber

abgeben müssen.« Wenn sich am Schluss

alles insgesamt rechne, könne man sich

auch Dinge leisten, die einem ideologisch

wichtig sind und sich finanziell eigentlich

nicht lohnen. Es gleiche sich alles irgendwann

aus, der Hof stehe jetzt nach der

Umstellung nicht schlechter da als vorher.

Vor allem fällt jetzt aber mehr Papierkram

an als vorher; alles muss genauer dokumentiert

werden. Da die Tiere mehr draußen

sein sollen, muss die Familie beispielsweise

ein Weidetagebuch führen. Für die Zukunft

möchten die Allers ihren Hof noch klimaverträglicher

machen; beim Stromkonsum

wollen sie so autark wie möglich werden.

JEDE KUH IST ANDERS

Der Frühling ist Antonias Lieblingsjahreszeit,

denn da kommen die Tiere wieder auf die

Weide. Beim ersten Mal sind sie immer fröhlich

am Rumtoben, und man muss aufpassen,

dass die Kälber nicht durch den Zaun

springen. Die Wiesenhof-Herde wird gerade

auf die Zweinutzungsrasse Fleckvieh umgestellt,

um die Mastleistung zu erhöhen und

gleichzeitig eine gute Milchleistung beizubehalten.

Vorher bestand sie aus verschiedenen

Rassen, die vor allem eine gute

Milchleistung hatten.

Ob sie zu den Tieren eine Beziehung

entwickelt, wollen wir noch von Antonia

wissen. »Zu manchen mehr und manchen

weniger. Es ist wie in der Schule: Von den

Chaotischen und den besonders Fleißigen

weiß man die Namen am schnellsten«, erzählt

sie. »Wenn ein Kälbchen beispielsweise

krank ist, muss man sich kümmern, dann

wird es zahmer, und schon hat man eine

größere Bindung zu ihm.« Die Kühe, die

die Allers täglich melken, können bis zu

14 Jahre alt werden, wenn alles gut geht.

Nach so langer Zeit entwickelt sich auf jeden

Fall eine Beziehung. Und jede Kuh hat

einen eigenen Charakter: Die Kuh Madita

liegt lieber auf dem Spaltenboden als in ihrem

gemüt lichen Bett. Wenn sie Antonia

sieht, kommt sie sofort angelaufen und

will gekrault werden. Sie ist ganz verspielt

und tobt gerne. Kuh Lucia hingegen ist

sehr gemütlich, langsam und verfressen.

Beim Treiben bleibt sie immer stehen und

hofft noch auf eine kleine Schmuseeinheit.

VERMARKTUNG VON BIO-MILCH

UND -FLEISCH

Eine Herausforderung bei der Umstellung

war auch, einen Absatz für die Bio-Milch

zu finden. In ganz Rheinland-Pfalz gibt es

keine Molkereien, die Bio-Milch vermarkten.

Die Lösung für die Allers war die Milcherzeugergemeinschaft

Rheinland- Pfalz/

Saar, ein Zusammenschluss von Bäuerinnen

und Bauern für die Vermarktung ihrer Milch.

Sie sind nicht an Molkereien gebunden,

sondern machen immer wieder neue Verträge

über drei Jahre. Dort gibt es auch

Öko-Landwirtinnen und -Landwirte und es

kann ein besserer Preis erzielt werden. Das

Fleisch vom Wiesenhof vermarktet Bio-Rind

Rheinland-Pfalz, denn in der Gegend gibt

es nur eine Bio-Metzgerei. Die Allers würden

sich eine stärkere Nachfrage der Verbraucherinnen

und Verbraucher nach ökologisch

erzeugten Lebensmitteln wünschen,

damit mehr Molkereien und Metzgereien

eine Bio-Sparte aufbauen.

Andreas, Annette und

Antonia Aller (v. l. n. r.)

mit ihren irischen

Wolfshunden.

ÖKOLOGIE UND ÖKONOMIE

Seit 2021 werden die Kälber auf dem Hof in

ammengestützter Aufzucht großgezogen,

das heißt, eine Mutterkuh darf ihr Kälbchen

komplett aufziehen und bekommt noch

zwei dazu. Die Kälbchen werden also nicht

über Frischmilch-Automaten oder Eimer

großgezogen. Ob öko oder konven tionell –

Antonia nimmt uns ein wenig die romantischen

Vorstellungen: »Man darf bei Kühen

nicht vergessen, dass es gezüchtete Tiere

sind. Sie geben mehr Milch, als ein Kälbchen

trinken kann. Bei Bio wird mehr auf die Natur

geachtet, trotzdem ist es nicht völlig natürlich.«

Wenn die Kühe zu alt für die Milchproduktion

sind, werden sie geschlachtet

und alles wird so gut wie möglich verwertet.

Alle Kälbchen, die auf dem Wiesenhof

das Licht der Welt erblicken, werden großgezogen,

auch die Bullen kälb chen. Diese

werden nach zwei Jahren geschlachtet.

ÖFFENTLICHKEITSARBEIT UND

ENGAGEMENT

Wie sehr Familie Aller ihr Hof, das Wohl

der Tiere und der Bio-Landbau am Herzen

liegen, merkt man an ihrem unermüdlichen

Engagement. Die Allers öffnen ihren Hof

gerne für Gruppen, besonders Schulklassen,

und organisieren Infoveranstaltungen. Auf

Instagram kann man regelmäßig Antonias

Alltag verfolgen und ihr auch Fragen zu

Tierhaltung, Tierwohl und Landwirtschaft

stellen. Wir können nachvollziehen, warum

das Motto auf der Wiesenhof- Website

lautet: »Bauern aus Leidenschaft«. MGK

Familie Aller bewirtschaftet mit ihrem

Wiesenhof in Maxsain im Westerwald die

Betriebszweige Milchvieh, Bullenmast und

Futterbau. 2018 haben sie den Hof auf

ökologischen Landbau umgestellt und

erhielten 2021 den Förderpreis »Gemeinsam

Boden gut machen«.

Mehr Infos unter aller-wiesenhof.de

oder auf Instagram: @allers_wiesenhof


ALNATURA BEWEGT

Gentechnik ist und

bleibt Gentechnik!

D

ie bisherige Gentechnik beruht vielfach auf

Verfahren, bei denen artfremde Gene – also

Erbinformationen von anderen Tier- oder

Pflanzenarten – in Zellen eingebracht werden. Ziel

ist die Veränderung der DNA, der Speichersubstanz

unserer Erbinformationen. Damit werden die Pflanzen

mit all ihren Nachkommen über Generationen hinweg

verändert. Die bisherigen Verfahren sind nicht sehr

genau, deshalb braucht es viele Versuche, um den gewünschten

Effekt – beispielsweise die Resistenz einer

Kulturpflanze gegen Schädlinge – zu erzielen.

Bio-Kundinnen und -Kunden können sich

darauf verlassen: Wo Bio draufsteht, ist keine

Gentechnik drin. Aktuell wird aber eine

Debatte geführt, bei der eine Lockerung der

strengen Gentechnik-Regeln gefordert wird.

Hintergrund sind neue Verfahren der

Gentechnik und die Diskussionen zur

Regulierung der Technik.

NEUE GENTECHNIK – WAS IST ANDERS?

Vor wenigen Jahren ist es gelungen, zielgenauere

Verfah ren zu entwickeln, die als neue Gentechnik

bezeich net werden. Dabei wird die DNA an vorher

festgelegten Stellen durch sogenannte Gen-Scheren

geschnitten, das bekannteste Beispiel ist CRISPR/Cas.

Dadurch sollen zelleigene Reparaturmechanismen

ausgelöst werden, welche die Erbinformation in der

Zelle umschreiben. Daher wird dies auch als Genom-

Editierung bezeichnet. Das Verfahren ist im Vergleich

zu bisherig en präziser und es müssen keine artfremden

Gene mehr in die Zellen eingeschleust werden. Die

Befür wortenden der Genom- Editierung fordern daher,

diese rechtlich nicht als Gentechnik einzustufen, was

gravierende Auswirkungen hätte. Denn die Gentechnik

unterliegt in der EU strengen Regeln. Vor einer Zulassung

bedarf es einer Risikoprüfung und Produkte

mit gentechnisch veränderten Organismen müssen

gekennzeichnet werden. Wenn die Genom-Editierung

hingegen rechtlich gar nicht als Gentechnik gilt, braucht

es keine Risikoprüfung und keine Kennzeichnung.

Eine Wahlfreiheit wäre nicht mehr gegeben, da die

Produkte der neuen Gentechnik für Verbraucherinnen

und Verbraucher nicht mehr von anderen unterscheidbar

wären. Ohne Kennzeichnung würde der Anbau von

derart gentechnisch veränderten Pflanzen zunehmen.

Um den Ausschluss von Produkten mit neuer Gentechnik

weiterhin zu gewährleisten, würde ein erheblicher

Mehraufwand in der Roh waren beschaffung entstehen.

Selbst der Bio-Sektor müsste seine umfangreichen

14 Alnatura Magazin August 2022


ALNATURA BEWEGT

Gunther Weiss, Autor dieses

Beitrages, ist studierter

Oecotrophologe und verantwortet

bei Alnatura

das Qualitätsmanagement.

Qualitätssicherungsmaßnahmen ausweiten, um eine

Verunreinigung der eigenen Produkte zu verhindern.

Mit dem Wegfall der Risikoprüfung bei der neuen

Gentechnik würde zudem ignoriert werden, dass auch

diese neuen Verfahren Risiken mit sich bringen, die

nicht wirklich kalkulierbar sind.

DER BLICK FÜR DAS GANZE IST WICHTIG!

Die wissenschaftliche Forschung hat uns ein enormes

Wissen beschert und ermöglicht es uns, die kompliziertesten

Maschinen zu bauen. Bei Eingriffen in natürliche

Ökosysteme gibt es aber immer wieder Überraschungen,

wie ein einfaches Beispiel aus China zeigt. In den

1950er-Jahren wollte die chinesische Regierung die

starken Verluste durch Schädlinge in der Landwirtschaft

minimieren. Dabei wurden Spatzen für große

Ernteverluste verantwortlich gemacht. Chinesische

Wissenschaftler hatten ausgerechnet, dass ein Spatz

pro Jahr über vier Kilogramm an Getreide verzehrt.

Die Ausrottung der Spatzen schien die logische Konsequenz,

um die hohen Ernteverluste zu verhindern.

Ganz China jagte Spatzen und dezimierte die Anzahl

der Vögel massiv. Das Problem mit den Ernteverlusten

wurde vermeintlich gelöst. Die Getreideernte fiel aber

deutlich schlechter aus als erwartet. Was war die Ursache?

Spatzen fressen eben nicht nur Reis, sie ernähren

sich hauptsächlich von Insekten. Ohne die Spatzen

konnten sich Heuschrecken stark vermehren und sorgten

so für viel größere Ernteschäden. Das mangelnde

Wissen über die natürlichen Zusammenhänge im Ökosystem

hatte fatale Konsequenzen und führte zu einer

Hungersnot in China. Dieser Fall zeigt, dass die Reduzierung

eines Phänomens auf eine Ursache oft nicht ausreicht.

Es braucht immer die Betrachtung des ganzen

Ökosystems.

Alnatura bleibt gentechnikfrei

Bio-Bäuerinnen und -Bauern zeigen, dass es auch ohne

Gen technik geht. Sie arbeiten mit der Natur. Züchtung erfolgt nicht

im Molekularlabor, sondern durch traditionelle Auslesezüchtung

der Pflanzen auf dem Feld. Alnatura unterstützt diese sinnvolle

Arbeit und fördert die biologische Saatgutentwicklung unter

anderem mit der Alnatura Saatgut-Initiative.

Alnatura setzt sich zudem dafür ein, dass auch zukünftig

Lebensmittel ohne Gentechnik hergestellt werden können –

egal ob bisherige oder neue Gentechnik. Kundinnen und Kunden

können sich darauf verlassen, dass Alnatura Produkte ohne

Gentechnik hergestellt werden. Und das bleibt auch so.

Lebensvorgänge in natürlichen

Ökosystemen lassen sich nicht

auf eine Art Baukasten von

Molekülen, Genen und Zellen

reduzieren.

Mit Blick auf die Gentechnik wissen wir zwar, dass wir

in Laboren die Regeln der Chemie entschlüsseln können,

aber die Komplexität der Natur haben wir noch lange

nicht vollständig verstanden. Lebensvorgänge in natürlichen

Ökosystemen lassen sich nicht auf eine Art Baukasten

von Molekülen, Genen und Zellen reduzieren.

Die Freisetzung von gentechnisch veränderten Orga nismen

in der Natur führt immer wieder zu unerwünschten

Wechselwirkungen, die trotz aller Forschung nicht

vorhergesagt werden können. Mal blühen beispielsweise

die Petunien in einer unerwarteten Farbe oder

es entstehen nicht vorhersehbare Resistenzen bei Wildpflanzen.

Hinzu kommt, dass sich einmal in der Natur

freigelassene Organismen nicht mehr ins Labor zurückholen

lassen. Das ist sehr riskant, wenn man bedenkt,

dass ein funktionierendes Ökosystem die Grundlage

für unsere Ernährung ist.

Die Arbeit an den molekularen Grundlagen des

Lebens, ohne ausreichend zu verstehen, was dadurch

in der Natur passieren kann, ist ein zentraler Grund,

wa rum viele Menschen und die gesamte Bio-Branche –

darunter auch Alnatura – Gentechnik in der Landwirtschaft

und in Lebensmitteln ablehnen. GW

Alnatura Magazin August 2022

15


ANZEIGE


fermentiertes Kimchi

Geschmackserlebnis mit aktiven Kulturen

für dein gutes Bauchgefühl

INNOVATIVE

FOOD IDEE

Food

GEWINNER

neu

im Kühlregal

als Topping oder Beilage

zu fast jedem Gericht

auf Sandwiches,

Burgern oder zum Käsebrot

in Bowls oder

asiatischen Salaten

asiatische Reisnudel-Bowl

mit dem originalen Kimchi


Rezepte & Infos unter:

completeorganics.de


LASST UNS KOCHEN

Thailands

Sommerküche

In Thailand lieben die Menschen frisches Essen,

die bekannten Garküchen sind allgegenwärtig.

Viel Gemüse wird hier verwendet – meist

knackig durch kurze Garzeiten. Dabei lebt

die Thai-Küche von Einflüssen aus China, Indien

und Indonesien, behält aber trotzdem ihren

eigenständigen Charakter bei. Neben Reis

spielen alle Arten von Nudeln eine wichtige

Rolle. Thailändisch ist aromatisch, frisch

und vielseitig, dabei einfach umzusetzen.

Lassen Sie sich inspirieren!

Alnatura Magazin August 2022

17


LASST UNS KOCHEN

Einfach die doppelte Menge

Dressing zubereiten und die

Hälfte davon für einen exotischfruchtigen

Mango-Papaya-Salat

verwenden (Rezept auf Seite 26).

Anstatt Limetten können Sie

auch grüne oder gelbe Zitronen

verwenden.

Bunter Glasnudelsalat mit

Erdnüssen und Edamame

ZUTATEN FÜR 4 PORTIONEN

1 rote Spitzpaprika

2 Karotten

400 g Rotkohl

¼ TL Salz

20 g Ingwer

4 EL Erdnussmus fein

5 EL Sojasauce Shoyu-Art

Saft von 1 Limette

2 EL Ahornsirup

100 ml Wasser

100 g Glasnudeln

1 rote Peperoni

4 Lauchzwiebeln

4 Stängel Koriander

4 EL Erdnüsse geröstet und

gesalzen

4 EL Edamame (vorgegart)

Zubereitungszeit: 25 Min.

Nährwerte pro Portion: Energie 446 kcal,

Eiweiß 15 g, Fett 19 g, Kohlenhydrate 48 g

ZUBEREITUNG

Paprika waschen, vierteln, entkernen und in

feine Streifen schneiden. Karotten schälen,

Rotkohl waschen. Beides fein raspeln. Gemüse

mit Salz würzen und leicht einreiben.

Für das Dressing Ingwer schälen und klein

schneiden. Zusammen mit Erdnussmus, Sojasauce,

Limettensaft, Ahornsirup und Wasser in

einen Rührbecher geben und mit einem Stabmixer

fein pürieren. Für die richtige Konsistenz

gegebenenfalls noch etwas Wasser hinzufügen.

Glasnudeln in reichlich kochendem Wasser

nach Packungsanweisung zubereiten. Anschlie

ßend abgießen, kurz abtropfen lassen

und sofort mit dem Gemüse und dem Dressing

vermengen.

Peperoni, Lauchzwiebeln und Koriander

waschen. Peperoni halbieren und Samen

entfernen. Lauchzwiebeln und Peperoni in

feine Ringe schneiden, Korianderblätter

abzupfen. Alles zusammen mit den Erdnüssen

und den Edamame über den Salat geben.

18 Alnatura Magazin August 2022

Arche

Glasnudeln

Rapunzel

Erdnüsse

Bio Planète

Ölkomposition für

Wokgerichte


LASST UNS KOCHEN

Beim Zubereiten von

Gerichten mit Peperoni

und Chili Hände

anschließend gut

waschen.

Scharfe Suppe

mit Mungobohnensprossen

ZUTATEN FÜR 4 PORTIONEN

15 g Ingwer

2 Stängel Zitronengras

3 Karotten

80 g braune Champignons

4 Lauchzwiebeln

600 ml Wasser

1 EL Gemüsebouillon (Pulver)

3 EL Rote Thai-Curry-Paste

400 ml Kokosmilch

Saft von 2 Limetten

1 kleine rote Zwiebel

5 Stängel Koriander

5 Stängel glatte Petersilie

100 g Mungobohnensprossen

Was

sind grüne

Zitronen?

Fairtrade Original

Kokosmilch,

Fairtrade-zertifiziert*

Sie sehen aus wie große

Limetten, doch es sind

grüne Zitronen, die es im Sommer

bei Alnatura im Sortiment gibt. Denn im

Sommer geerntete Zitronen sind normalerweise

grün. Eine gelbe Schale haben Früchte, die

im Winter geerntet werden. Da viele Kundinnen

und Kunden bei solchen mit grüner Schale

fälschlicherweise auf deren Unreife schließen,

setzt der konventionelle Handel häufig auf gelbe

im Sommer, erzeugt durch chemische

Nachbehandlung, klimatisierte Lagerhallen oder

Anbau in Übersee. Bei Alnatura kommen die

Sommerzitronen aus Südspanien, vom

langjährigen, Naturland-zertifizierten

Bio-Partner Vegaverde. Probieren Sie

unsere köstlichen grünen Zitronen mit

dem Geschmack von gelben.

Alnatura

Rote Thai-

Curry-Paste

Feuriges Chiliöl

ZUTATEN FÜR 1 FLASCHE À 250 ML

4 Chilischoten

250 ml Woköl

ZUBEREITUNG

Chilis waschen, von den Stielen befreien

und fein hacken. Mit Woköl

vermengen und in eine kleine Glasflasche

füllen. Gut verschließen und

mindestens 2 Wochen an einem

dunklen Ort ziehen lassen.

Zubereitungszeit: 5 Min. + 2 Wochen Ruhezeit

Nährwerte pro Flasche: Energie 2075 kcal,

Eiweiß 0 g, Fett 230 g, Kohlenhydrate 1 g

ZUBEREITUNG

Ingwer schälen und fein hacken.

Zitronengras waschen, der Länge

nach aufschneiden und die holzigen

Enden abschneiden. Karotten schälen,

Champignons putzen, Lauchzwiebeln

waschen und alles in feine Scheiben

schneiden.

Wasser in einem Topf aufkochen,

Gemüsebrühpulver einrühren, Gemüse

dazugeben und 8–10 Min. bissfest

garen. Zitronengras heraus nehmen

und Curry-Paste unterrühren. Kokosmilch

und den Saft von 1 Limette dazugeben

und kurz aufkochen lassen. Je

nach Geschmack nochmals mit etwas

Curry-Paste nachwürzen.

Zwiebel schälen und in Ringe schneiden.

Koriander und Petersilie waschen

und grob hacken. Suppe auf Schalen

verteilen. Zwiebelringe, Kräuter und

Sprossen darübergeben und mit dem

Saft von 1 Limette beträufeln.

Zubereitungszeit: 30 Min.

Nährwerte pro Portion: Energie 125 kcal,

Eiweiß 4 g, Fett 2 g, Kohlenhydrate 19 g

Gut dazu passt selbst

gemachtes Chiliöl. Einfach

zum Schluss über die

angerichtete Suppe träufeln.

* Nicht in allen Märkten erhältlich.

Alnatura Magazin August 2022

19


LASST UNS KOCHEN

Grünes Thai-Curry

mit Tofu

ZUTATEN FÜR 4 PORTIONEN

3 Lauchzwiebeln

2 Knoblauchzehen

20 g Ingwer

8 Stängel Koriander

1 grüne Peperoni

1 Stängel Zitronengras

¼ TL Koriandersamen

¼ TL Kreuzkümmel

6 TL helle Misopaste

2 EL No-Fish-Sauce

Saft von 1/2 Limette

+ 1 Limette zum Garnieren

1 EL Ahornsirup

300 g Brokkoli

150 g braune Champignons

200 g Zucchini

120 g grüne Bohnen

1 kleine rote Paprika

2 EL Kokosöl nativ

800 ml Kokosmilch

125 g Tofu Natur

250 g Himalaya-Basmatireis

60 g Cashewkerne

3 EL Edamame (vorgegart)

Wer mag, kann Zitronengras auch

selbst anpflanzen: An einem sehr

warmen und geschützten Platz im

Garten oder auf dem Balkon

wächst die tropische Pflanze auch

hierzulande. Die Anzucht gelingt

mit Samen oder frischen Stängeln.

Das Rezept für dieses rote

Curry finden Sie auf

unseren Rezeptkarten in

der Mitte des Magazins.

ZUBEREITUNG

Lauchzwiebeln waschen und klein schneiden.

Knob lauch und Ingwer schälen und in feine Scheiben

schneiden. Koriander waschen, grob hacken und die

Hälfte beiseitestellen. Den Strunk der Peperoni entfernen,

Peperoni waschen und klein schneiden. Zitronengras

waschen, der Länge nach aufschneiden und

grob zerkleinern. Alles in einen Mixer geben, Koriandersamen,

Kreuz kümmel, Misopaste, No-Fish-Sauce,

Limettensaft und Ahornsirup hinzufügen und fein

pürieren – fertig ist die Curry-Paste.

Brokkoli waschen und in kleine Röschen teilen.

Champignons putzen und in feine Scheiben schneiden.

Zucchini und Bohnen waschen, jeweils halbieren und

Zucchini in Scheiben schneiden. Paprika waschen,

vierteln, entkernen und in Würfel schneiden.

Kokosöl in einem Topf erhitzen, Curry-Paste hinzugeben

und unter Rühren bei mittlerer Hitze 2–3

Min. anbraten. Mit Kokosmilch ablöschen und aufkochen.

Tofu in Würfel schneiden, mit dem Gemüse

in den Topf geben und bei mittlerer Hitze 15 Min.

köcheln lassen, bis das Gemüse bissfest ist.

Inzwischen Reis nach Packungsanleitung zubereiten.

Limette waschen und in Spalten schneiden. Reis

auf Schalen verteilen und mit Limettenspalten, dem

übrigen Koriander, Cashewkernen und Edamame

garnieren.

Zubereitungszeit: 40 Min.

Nährwerte pro Portion: Energie 493 kcal, Eiweiß 20 g,

Fett 12 g, Kohlenhydrate 70 g

20 Alnatura Magazin August 2022

Bio Inside

Edamame

fairment

Misopaste

Shiro-Koshi

Arche

No-Fish-

Sauce*

* Nicht in allen Märkten erhältlich.


LASST UNS KOCHEN

Pikante Gemüsepfanne

mit Nudeln

ZUTATEN FÜR 4 PORTIONEN

6 Lauchzwiebeln

1 Blumenkohl

2 Karotten

350 g Spitzkohl

1 rote Peperoni

2 Knoblauchzehen

5 EL Sojasauce Shoyu-Art

3 TL Rote Thai-Curry-Paste

2 TL Rohrohrzucker

3 EL Kokosöl nativ

60 ml Wasser

250 g Udon-Nudeln

etwas Salz

etwas schwarzer Pfeffer

gemahlen

2 EL Sesam ungeschält

ZUBEREITUNG

Lauchzwiebeln waschen und in Ringe schneiden.

Blumen kohl waschen und in kleine Röschen schneiden.

Karotten schälen und in feine Streifen schneiden. Spitzkohl

in mundgerechte Stücke schneiden. Peperoni waschen,

halbieren, Samen entfernen und Peperoni fein

hacken. Knoblauch schälen und fein hacken.

Für die Sauce Sojasauce, Curry-Paste und Zucker verrühren.

Kokosöl in eine heiße Pfanne (oder Wok) geben und die

Hälfte der Lauchzwiebeln darin scharf anbraten. Restliches

Gemüse dazugeben und 3–4 Min. unter Rühren bei

großer Hitze weiterbraten. Wasser hinzufügen, mit einem

Deckel abdecken und 5–7 Min. bissfest garen.

Inzwischen Udon-Nudeln nach Packungsanweisung zubereiten.

Anschließend mit kaltem Wasser abschrecken.

Sauce unter das Gemüse rühren und 2–3 Min. einkochen.

Nudeln dazugeben und nach Belieben mit Salz und Pfeffer

abschmecken. Auf Schalen verteilen und mit restlichen

Lauchzwiebeln sowie Sesam garnieren.

Das grüne Thai-Curry

schmeckt auch zu Jasminreis.

Das Gemüse lässt sich nach

Belieben variieren.

Zubereitungszeit: 35 Min.

Nährwerte pro Portion: Energie 443 kcal, Eiweiß 16 g, Fett 12 g,

Kohlenhydrate 62 g

Doppelte Menge Currypaste

auf Vorrat zubereiten und

für das nächste Currygericht

aufbewahren.

Im Kühlschrank ist die Paste

1–2 Wochen haltbar.

Gut dazu passen gebratene

Garnelen, Tofu oder

Hühnchen.

Statt mit Udon-Nudeln lässt

sich die Gemüse pfanne

ebenso gut mit Mie-Nudeln

zubereiten.

Arche

Udon-

Weizennudeln*

Alnatura

Mie-Nudeln


ANZEIGE


LASST UNS KOCHEN

Hühnchen, Tofu oder Tempeh

in Teriyaki-Sauce marinieren

Dazu

passt …

Kimchi

stammt aus der

traditionellen

koreanischen Küche und ist eine

Zubereitungsart, um Gemüse zu

fermentieren. Es passt prima in Bowls

und als Beilage asiatischer Gerichte. Bei

Alnatura finden Sie Kimchi-Produkte

von Complete Organics.

ZUTATEN FÜR 2 PORTIONEN

6 EL Sojasauce Shoyu-Art

6 EL Sake

4 EL Rübenzucker

180 ml Wasser (heiß)

300 g Mariniergut nach Wahl

ZUBEREITUNG

Sojasauce, Sake, Zucker und Wasser

in einem Topf verrühren und bei mittlerer

Hitze aufkochen, bis der Zucker

sich aufgelöst hat.

Direkt weiterverwenden oder in ein

Schraubglas füllen und mit offenem

Deckel auskühlen lassen. Im Kühlschrank

Wein und asiatische Küche

ist die Teriyaki-Sauce 2–3 Wochen haltbar.

Die Teriyaki-Sauce eignet sich ideal zum

Mari nieren von Hühnchen, Tofu oder

Tempeh und reicht für 300 Gramm Mariniergut.

Je länger dieses eingelegt wird,

desto intensiver ist der Geschmack. Wenn

es schnell gehen soll, kann die Sauce auch

direkt beim Anbraten mit in die Pfanne

gegeben werden.

Zubereitungszeit: 10 Min.

Nährwerte pro Portion: variieren je

nach Mariniergut

Die asiatische Küche steht für ausgefallene, abwechslungsreiche

und intensive Aromen. Für die Wahl der passenden

Weinbegleitung ist es wichtig zu wissen, dass Alkohol die

Schärfe verstärkt. Die Süße des Weines und die der Speise sollten

immer im Einklang sein. Fruchtige Weine passen zu würzigen

Speisen, tannin reiche Weine sollten insbe sondere bei

säurereichen Speisen vermieden werden. Zu scharfen Speisen

reicht man besser keine säurebetonten Weine. Ausgewogene,

leichte, nicht zu trockene Weißweine mit feinen Fruchtaromen

untermalen asia tische Gerichte perfekt. So kann beispielsweise

ein Riesling oder ein fruchtiger Weiß burgunder gut zu Sushi,

exotischen, leichten Vorspeisen und Sa laten gereicht werden.

Zu einem kräftigen Curry eignet sich ein Sauvignon Blanc.

Sake lässt sich

ersetzen durch den

japa ni schen Reiswein

Mirin oder auch durch

süßen Sherry,

anderen Süßwein,

Whisky oder

Weinbrand.

Wenn es

mal schnell

gehen muss …

Arche

Teriyaki-Marinade

und -Würzsauce

Übrigens:

Tofu kann man auch

selbst machen!

Mehr Infos auf der

nächsten Seite

Terra Sana

Sake

Tempeh manufaktur

Soja-Tempeh Curry

Alnatura Magazin August 2022

23


LASST UNS KOCHEN

Von der Bohne

Diesen Beitrag und Bewegtbilder

dazu finden Sie im Alnatura

Magazin Online.

alnatura.de/tofu-diy

zum Tofu

1

Um Sojamilch und Tofu selbst zu machen, braucht

es kaum mehr als Sojabohnen, Wasser und etwas

Zeit. Wir haben einen Workshop bei Huadou

besucht und uns zeigen lassen, wie es funktioniert.

»Huadou« kommt aus dem Chinesischen und bedeutet

»großartige Bohnen«. Der Name ist Programm! Das merken wir

sofort, als wir den Konzeptladen von Huadou in Berlin betreten.

Hier schätzt man den originellen Geschmack der Sojabohne und

sieht es als Mission an, die Kultur und Herstellung von Sojaprodukten

weiterzugeben. Begeistert erklärt uns Mengya Huang,

die Leiterin des Workshops, Schritt für Schritt, wie man Sojamilch

und Tofu selbst herstellt. Das Ergebnis überzeugt uns auf ganzer

Linie: Selbst gemacht schmeckt einfach immer am besten.

Um 3 l Sojamilch selbst

herzustellen 300 g

getrocknete Sojabohnen

6–8 Std. bei Zimmer temperatur

in ausreichend Wasser einweichen.

Anschließend abgießen,

Bohnen waschen und

mit 2 l frischem Trinkwasser

in einen Mixer geben. Auf höchster

Stufe 1–5 Min. mixen.

2

Passiertuch auf einem

Topf befestigen und

Sojamasse durch das

Tuch in den Topf

sieben.

3

Mit einem Löffel

umrühren, damit die

Flüssigkeit schneller

abfließt.

4

Dann das Tuch an allen Enden zusammennehmen

und mit beiden Händen die

restliche Flüssigkeit auswringen. Was im

Tuch zurück bleibt, ist Sojapülpe (auch

bekannt als »Okara«). Sie wird in der

traditionellen asiatischen Küche vielseitig

eingesetzt, zum Beispiel als Einlage in

Suppen und Eintöpfen.

Alnatura

Tofu Natur und

Räuchertofu

24 Alnatura Magazin August 2022


LASST UNS KOCHEN

5

Die hochkonzentrierte rohe Sojamilch mit

1 l Wasser auffüllen und unter gelegentlichem

Rühren aufkochen. Darauf achten,

dass nichts überkocht. Dabei den Schaum,

der sich an der Oberfläche bildet, so lange

abschöpfen, bis kein Schaum mehr entsteht.

Weitere 10–15 Min. köcheln lassen, damit

sich der Geschmack optimal entfalten kann.

Fertig ist die selbst ge machte Sojamilch!

Abkühlen lassen und direkt genießen oder

weiter zu Tofu verarbeiten.

Wer weder Magnesium-, noch

Kalziumpulver zu Hause hat, kann einfach

Essig oder Zitronensaft verwenden.

Traditionell nimmt man für die Gerinnung

das Koagulationsmittel Nigari.

7

Tofutuch mit lauwarmem

Wasser befeuchten und

über einer großen

Tofubox ausbreiten. Die

Soja-Bruchmasse mithilfe

eines Siebes aus dem Topf schöpfen, in eine Box füllen und mit

einem Löffel glatt streichen. Die Enden des Tuches vorsichtig

einschlagen und so die Sojamasse abdecken.

6

Für die Tofuherstellung 100 ml Wasser in eine kleine

Schüssel geben, 9 g Magnesiumchlorid hinzu fügen

und so lange rühren, bis sich das Pulver aufgelöst hat.

Selbst gemachte Sojamilch in einen Topf geben und auf

85–90 °C erhitzen. Dabei die Hautschicht entfernen, die

sich an der Oberfläche bildet. Magnesium-Lösung unter

Rühren hinzufügen, mit einem Deckel abdecken und

ohne Hitze 5 Min. ziehen lassen. Die Gerinnung ist

abgeschlossen, sobald sich das gesamte Sojaeiweiß vom

Wasser ge trennt hat und dieses klar ist. Durch leichtes

Rütteln am Topf lässt sich der Prozess beschleunigen.

8

Die kleine Tofubox in eine große Box auf die eingewickelte

Masse legen und ein Marmorsteingewicht

darauf platzieren, um den Pressvorgang zu starten.

Wichtig für die Herstellung

von Tofu ist eine Tofupresse,

zum Beispiel ein Tofubox-Set

mit Passiertuch und

Marmorsteingewicht.

9

Nach 5 Min. das Gewicht entfernen und den

Tofu aus dem Tuch wickeln. Dieser ist fertig,

wenn ein quadratisches Stück von mittlerer

Konsistenz und etwa 400 g entstanden ist.

Der Tofu reicht für 2 Portionen.

Schnelle Alternativen

für die asiatische

Küche

Jetzt wieder

im Sortiment

Sanft geräuchert und mit

Kümmel, Zwiebeln und Kräutern

verfeinert: der Black-Forest-Tofu

von Taifun.

Alnatura Magazin August 2022

25


LASST UNS KOCHEN

Fruchtiger Mango-Papaya-Salat

mit Erdnuss-Limetten-Dressing

ZUTATEN FÜR 4 PORTIONEN

1/2 Mango

1/2 Papaya

1 kleine Ananas

1 Granatapfel

1 Mini-Gurke

1 große Karotte

4 Lauchzwiebeln

20 g Ingwer

4 EL Erdnussmus fein

5 EL Sojasauce Shoyu-Art

Saft von 1 Limette

2 EL Ahornsirup

100 ml Wasser

3 Stängel Minze

10 Stängel Koriander

4 EL Sesam ungeschält

ZUBEREITUNG

Mango, Papaya und Ananas jeweils von der Schale befreien

und in mundgerechte Stücke schneiden. Granatapfel halbieren

und die Kerne vorsichtig herauslösen. Gurke schälen und

würfeln. Karotte schälen und raspeln. Lauchzwiebeln waschen

und in feine Ringe schneiden.

Für das Dressing Ingwer schälen und klein schneiden.

Zusammen mit Erdnussmus, Sojasauce, Limettensaft,

Ahornsirup und Wasser in einen Rührbecher geben und mit

einem Stabmixer fein pürieren. Für die richtige Konsistenz

gegebenenfalls noch etwas Wasser hinzufügen.

Minze und Koriander waschen und grob hacken. Obst,

Gemüse und Dressing vermengen und mit Kräutern und

Sesam garnieren.

Zubereitungszeit: 30 Min.

Nährwerte pro Portion: Energie 463 kcal, Eiweiß 13 g,

Fett 19 g, Kohlenhydrate 53 g

Einfach die doppelte

Menge Dressing zubereiten

und die Hälfte

davon für einen sommer lichleichten

Glasnudelsalat

verwenden (Rezept auf

Seite 18).

Die asiatische

Rezeptvielfalt von

Alnatura entdecken:

Pinterest-App öffnen,

den bunten Pincode

scannen und loslegen.

26 Alnatura Magazin August 2022


Erfrischender Ingwer-

Limetten-Eistee

Den Tee kann man am

Vorabend ansetzen, damit er

genug Zeit zum Abkühlen hat.

Für zusätzliche Erfrischung

sorgen Eiswürfel.

ZUTATEN FÜR 8 GLÄSER À 200 ML

30 g Ingwer

2 Stängel Zitronengras

1,75 l Wasser

Saft von 2 Limetten + 1 Limette

2 EL Rohrohrzucker

2 Beutel Grüner Tee Jasmin

ZUBEREITUNG

Ingwer schälen und in dünne Scheiben

schneiden. Zitronengras waschen, der Länge

nach auf schnei den und in kleinere Stücke

zerteilen. 750 ml Wasser, Ingwer, Zitronengras,

Limettensaft und Rohrohrzucker in einen Topf

geben, aufkochen und 5 Min. köcheln lassen.

Dann die Flüssigkeit durch ein Sieb in ein Gefäß

gießen und abkühlen lassen.

Teebeutel mit 1 l heißem Wasser aufgießen. Je

nach gewünschter Stärke ziehen und abkühlen

lassen. Anschließend mit dem Ingwer-Limetten-

Sud vermischen.

Limette heiß abspülen und in Scheiben schneiden.

Auf Gläser verteilen und mit Eistee aufgießen.

Zubereitungszeit: 15 Min. + 2 Std. Abkühlzeit.

Nährwerte pro Glas: Energie 44 kcal,

Eiweiß 0 g, Fett 1 g, Kohlenhydrate 7 g

Je länger die Zutaten

durchziehen, desto

intensiver wird der

Geschmack. Für ein kräftiges

Aroma den Ingwer-Limetten-

Sud über Nacht im Topf

abkühlen lassen und dann

erst abfüllen.

Wer es etwas bitterer mag,

verwendet schwarzen statt

grünen Tee.

Sticky Rice mit Mango

Traditionelles Gericht wird trendy

Naturata

Demerara-

Rohrohrzucker

Lebensbaum

Jasmin-

Grüntee

Mango Sticky Rice ist ein

thailändischer Dessertklassiker,

dessen Nachfrage zuletzt enorm stieg. In

Thailand heißt das beliebte Gericht

»Khao Niaow Ma Muang« und findet sich

auch hierzulande auf den Speisekarten

thailändischer Restaurants.

Übrigens: Eine reife Mango erkennt man

am stark süßlichen Geruch und daran,

dass die Schale leicht nachgibt, wenn

man sie eindrückt.

Dieses Rezept

finden SIe auf den

Rezeptkarten in der Mitte

des Magazins.

bett'r

Erdnussmus

fein

Arche

Shoyu-

Sojasauce

Alnatura Magazin August 2022

27


ALLES ÜBER …

Asiatische

Nudeln

Ramen-Nudeln

Was meinen Sie, wo die Heimat der Nudel liegt?

Falls Ihre Antwort »Italien« lautet, würde man im

Stiefel land sicher wohlwollend nicken. Doch asiatische

Gelehrte könnten Einspruch einlegen, denn die

vermutlich ältesten Nudeln hat man in der Provinz

Shandong gefunden. Man schätzt sie auf ein Alter

von 4 000 Jahren. Grund genug, dass wir uns einmal

der großen asiatischen Nudelvielfalt widmen. AW

Mie- und Ramen-Nudeln

Hier haben wir die traditionelle Nudel für asiatische Suppen.

Ramen-Nudeln gehören nach Japan, während man mit Mie-

Nudeln eher im südostasiatischen Raum kocht. Beide Sorten

werden klassisch aus Weizenmehl hergestellt, es gibt sie

mitunter aber auch aus Reis. Typisch für beide ist ihre wellige

Form und der kompakte Block, in dem sie zu kaufen sind.

Gekocht sind sie schnell – so bleibt mehr Zeit für die

Zubereitung der Suppe; in Japan ebenfalls Ramen genannt.

Diese besteht aus Brühe, die meist durch Misopaste und

Sojasauce ihren kräftigen Geschmack erhält. Hinzu kommen

Frühlingszwiebeln, Gemüse, Tofu und Co. sowie oft auch

gekochte, halbierte Eier. Und wenn Sie einmal in ein japanisches

Ramen-Restaurant gehen, dann bitte nicht wundern: Es ist

durchaus üblich, die Suppe direkt aus der Schüssel zu schlürfen.

Doch man tut den Nudeln Unrecht, wenn man sie nur aus der

Suppe »fischt«, denn Mie und Ramen sind auch perfekt als

gebratene Nudeln aus dem Wok.

Soba-Nudeln

Udon-Nudeln

Soba- und Udon-Nudeln

Soba sind traditionelle japanische Buchweizen-Nudeln, die es in

verschiedenen Längen und Dicken gibt. Ihr Geschmack ist, dank des

Buchweizens, recht nussig. Serviert werden sie bevorzugt kalt, und das in

speziellen Bambus-Sieben. Dazu reicht man Ingwer, klein geschnittene

Frühlingszwiebeln und eine würzige Sauce namens Tsuyu, bestehend aus Soja-

(Shoyu) und Fischsauce (Dashi) sowie süßem Reiswein (Mirin). Mit Stäbchen

werden die Soba-Nudeln dann in die Sauce getunkt, was für Ungeübte

zugegebenermaßen eine etwas komplizierte Angelegenheit ist. Mit Udon-Nudeln

gelingt das schon etwas besser, denn sie sind die dicksten asiatischen Nudeln.

Ihre Hauptzutat ist Weizenmehl und genau wie Soba-Nudeln werden sie sowohl kalt als

auch warm gegessen. Sie haben ein mildes Aroma und eine weiche, elastische Konsistenz –

perfekt in Suppen, gedippt mit Saucen, aber auch gebraten im Wok.

28 Alnatura Magazin August 2022


Mie-Nudeln

Shirataki-Nudeln

Oft geht Nudelgenuss einher mit dem Gefühl, sich kohlenhydratund

kalorienreich zu ernähren. Nicht so bei Shirataki-Nudeln.

Ihre Hauptzutat ist Konjakmehl, welches aus der Wurzel der

Teufelszunge gewonnen wird, einer in Ostasien weit

verbreite ten krautigen Pflanze. Shirataki-Nudeln wie

die der Firma Arche Naturkost enthalten lediglich

56 Kilojoule pro 100 Gramm; ihr Kohlenhydratgehalt

liegt bei niedrigen 1,4 Gramm pro 100 Gramm.

Hier zulande gibt es Shirataki meist vorgegart,

sodass sie lediglich erwärmt werden müssen.

Ihr Ge schmack ist neutral, deshalb passen sie

gut in kräftig gewürzte Suppen, sind eine

beliebte Asia-Bowl-Zutat und bereichern

auch kräftig angebraten viele Wokgerichte.

Shirataki-Nudeln

Glas-Nudeln

Glas- und Reis-Nudeln

Sie bestehen aus Stärke, Erstere aus der

von Soja- und Mungobohnen, Letztere –

der Name sagt es schon – aus der Stärke

von Reis. Daher haben die Nudeln auch

diese helle Farbe und scheinen fast

durchsichtig. Im ungekochten Zustand

sehen sie sich zum Verwechseln ähnlich,

nach dem Garen aller dings bleiben Glas-

Nudeln durchscheinend, während Reis-

Nudeln schneeweiß werden. Und wie gart

man sie eigentlich? Beide müssen lediglich

mit kochendem Wasser übergossen werden

und dann einige Minuten ziehen. Geschmacklich

sind sie eher zurückhaltend. Sie passen gut –

kombiniert mit knackigem Gemüse, Tofu oder

Hühnchen sowie asiatischen Gewürzen – in

Wok gerichte. Aber auch in Suppen, beispielsweise

fein abgeschmeckt mit Miso paste, sind sie bestens

aufgehoben. Doch besonders beliebt sind sie wohl

im Glasnudelsalat, der übrigens auch mit Reis-Nudeln

hervorragend schmeckt.

Reis-Nudeln

Entdecken Sie unsere typisch asiatischen Rezepte

wie beispielsweise einen asiatischen Nudelsalat mit

Sweet-Chili-Dressing oder eine Instant-

Curry-Nudelsuppe mit Gemüse und Tofu –

einfach durchklicken unter alnatura.de/rezepte

Alnatura Magazin August 2022

29


EINKAUFEN BEI ALNATURA*

So günstig geht asiatische

Küche mit Alnatura

Um asiatisch zu kochen, muss man nicht tief in die Tasche greifen. Eine große

Auswahl an günstigen und qualitativ hoch wertigen typisch asiatischen

Bio-Produkten gibt es im Alnatura Super Natur Markt. Kombiniert mit frischem

Obst und Gemüse sowie den passenden Kräutern holt man sich einen Hauch

Asien direkt in die eigenen vier Wände.

Die cremige Kokosmilch von

Alnatura, die wir auch bei unserem

Grünen Curry verwenden, ist ein

wichtiger Bestandteil vieler

asiatischer Gerichte und sollte

in keinem Vorratsschrank fehlen.

Spare dauerhaft am Preis,

nicht am Geschmack

Alnatura

Sojasauce Shoyu-Art

250 ml

Alnatura

Kokosmilch

200 ml

Alnatura

Mie-Nudeln

250 g

Alnatura

Rote Thai-Curry-Paste

135 g

Alnatura

Kokoscurry thailändische Art

325 ml

Dauerpreis

2,99

Dauerpreis

1,49

Dauerpreis

1,69

Dauerpreis

2,49

Dauerpreis

1,99

30 Alnatura Magazin August 2022

*

Bei den Produktvorstellungen auf dieser Seite handelt es sich um Anzeigen. Sie erhalten die Produkte in Ihrem Alnatura Super Natur Markt.

Hinweis Dauerpreise: Ausgenommen sind frisches Obst und Gemüse, Artikel von der Backwarentheke sowie Sonderangebote bei Auslistung und

Haltbarkeits-Preisreduzierungen. Dauerpreise gelten mindestens einen Monat.


ANZEIGE

Entdecke die

Vielfalt der

asiatischen Küche

Vegan & glutenfrei

*

Authentische Zutaten für japanische,

indische und thailändische Gerichte

Reine

Rezepturen

ohne Zusätze

*Nicht in allen Märkten erhältlich.

terrasana.de


ZU BESUCH BEI ARCHE

Die Algen für die

No-Fish-Sauce

stammen aus der

Bretagne. Man

benötigt etwa eine

Tonne Frischalgen

für 50 Kilogramm

getrocknete Ware.

Mit

Geduld

und

Algen

Die Gründer der Arche

Naturprodukte GmbH waren

inspiriert von der traditionellen

asiatischen Ernährungsweise und

jahrhundertealten Rezepturen.

Auch nach knapp 40 Jahren steht

Arche noch dafür, sorgsames

Handwerk und die zeitaufwendige

und werterhaltende Verarbeitung

von Lebensmitteln zu bewahren. Das

Alnatura Magazin sprach mit

Geschäftsführer Stefan Schmidt über

die Entwicklung neuer Produkte,

seine Beziehung zu Alnatura,

Inspiration aus Asien sowie seinen

Einsatz für eine gerechtere und

nachhaltigere Wirtschaft.

Weitere Infos zu Arche finden

Sie auch online unter

alnatura.de/arche

32 Alnatura Magazin August 2022

* Nicht in allen Märkten erhältlich.


Die No-Fish-Sauce*

kann beim Kochen

genau wie eine

Fischsauce eingesetzt

werden.

ZU BESUCH BEI ARCHE

W

ann kommt denn Ihre asiatische Fischsauce?«,

fragte Frank Becker, Sortimentsmanager

bei Alnatura, Stefan Schmidt,

Geschäftsführer von Arche Naturprodukte GmbH, bei

einem Herstellergespräch auf dem Alnatura Campus.

»Ich musste Herrn Becker enttäuschen, da wir ein rein

veganes Sortiment haben«, erzählt uns Stefan Schmidt

im Interview. In Japan wird Fischsauce mit Flocken aus

getrocknetem Echten Bonito hergestellt, einem Thun -

fisch. Er ist ein reiner Wildfisch und daher auch nicht

Bio-zertifizierbar. Als Frank Becker bei weiteren Gesprächen

wieder eine Fischsauce anregt, lässt Stefan

Schmidt der Gedanke nicht mehr los. Er denkt an die

vielen Sorten Meeresalgen, die sie bei Arche im Sortiment

haben. Er erinnert sich, dass manche ja doch

einen ziemlich starken Meeresgeschmack haben. Also

fährt er direkt vom Termin bei Alnatura in den Unternehmenssitz

in Hilden, sucht verschiedene Algenmuster

zusammen, packt sie in sein Auto und beginnt in der

Küche seiner Dienstwohnung, verschiedene Algensude

zu kochen. Mitten in der Nacht stehen dann um die

zwölf verschiedene in Fläschchen abgefüllte Muster auf

dem Tisch, die er am nächsten Morgen in der Firma seinen

Kolleginnen und Kollegen vorstellt. »Wir fanden

eine ziemlich kräftige Variante, denn es geht ja um

eine gewisse Intensität des Geschmacks, wenn auch

nicht mit der extremen Salzigkeit wie in Asien. Wir

haben das dann weiterentwickelt mit Sojasauce und

noch ein paar anderen Zutaten und einem Fermentationsverfahren

unterzogen. Schließlich hatten wir ein

Produkt, das einen sehr guten Meeresgeschmack hatte,

und waren der Meinung, diesen Weg weitergehen zu

können«, erzählt der Geschäftsführer.

MEERESALGEN SORGEN FÜR MARITIMEN GESCHMACK

Algen sind der wichtige Bestandteil, der die vegane

Würzsauce zur »Fischsauce« macht. Es ist eine Herausforderung,

die entsprechenden Mengen zu sichern,

denn sie wachsen nicht einfach im Überfluss. In der

Für unser Grünes Thai-Curry auf

Seite 20 haben wir die No-Fish-

Sauce von Arche verwendet.

»Die No-Fish-Sauce ist ein schönes

Beispiel dafür, wie ein Produkt aus einer

guten Zusammenarbeit zwischen

Hersteller und Handels unternehmen

entstehen kann, wenn man Vertrauen

zueinander hat und auch ein bisschen

wechselseitige Geduld mitbringt.«

Stefan Schmidt

Geschäftsführer Arche Naturprodukte GmbH

Bretagne, in diesem Fall die Hauptbezugsregion für

Arche, gedeihen die Lebewesen wild im Meer. Die

Meeresabschnitte sind zwar Bio-zertifiziert, doch

mischen sich hier an die tausend verschiedene Algen-

Varietäten, die alle durcheinander wachsen. Sie

müssen daher einzeln geerntet werden, nachhaltig

und schonend gemäß der Bio-Verordnung, besser

noch nach den noch strengeren Naturland-Richt linien,

damit nicht zu viel entnommen wird. Danach werden

sie sortiert, dann gereinigt von Muscheln und allem,

was sich sonst noch darin verfängt, anschließend getrocknet.

Ein aufwendiger Prozess, schließlich benötigt

man etwa eine Tonne Frischalgen für 50 Kilogramm

getrocknete Ware. Das Wachstum ist auch nicht beständig:

Es variiert von Jahr zu Jahr, abhängig vom

Wetter und anderen Gegebenheiten. Schmidt besucht

oft die Hersteller in der Bretagne, hilft auch mal bei

der Ernte. Viele Algen sind nötig, um eine intensive

No-Fish-Sauce zu erhalten.

Meeresalgen sollte man in Maßen konsumieren.

Auf der Verpackung muss immer eine Empfehlung

für die maximale Tagesverzehrmenge stehen, da

sie Jod enthalten. Alles wird bei Arche streng und

sehr regelmäßig analysiert, Verantwortung für die

Kundinnen und Kunden wird großgeschrieben. Beim

Jodgehalt hält sich Arche an die Maßstäbe der Deutschen

Gesellschaft für Ernährung (DGE), die noch

strenger sind als die der UN. Algensorten, die den

offiziellen Regeln widersprechen, finden sich nicht

im Sortiment wieder.

GEMEINSAM ZUM ERFOLG

Nun muss die vegane Fischsauce ja noch einen griffigen,

verständlichen Produktnamen bekommen. Als

Arbeitstitel hat Stefan Schmidt immer »No-Fish-Fischsauce«

im Kopf – zu lang. Irgendjemand im Team

schlägt schließlich »No-Fish-Sauce« vor. »Vielleicht verrückt,

aber die Menschen verstehen das, wie wir heute

wissen«, so Schmidt. Als das Produkt eingeführt wird,

verkauft es sich weit besser als erwartet, unter anderem

weil Fischsauce natürlich in vielen asiatischen

Gerichten vorkommt. »Und auch Frank Becker war

begeis tert!« So kam es, dass Alnatura der Impulsgeber

Alnatura Magazin August 2022

33


ZU BESUCH BEI ARCHE

Was nehmen Sie von Ihren regelmäßigen

Geschäftsreisen nach Asien mit?

»In Vietnam zum Beispiel ist es beeindruckend,

wie einfach die Menschen dort leben, welche

große Zufriedenheit sie ausstrahlen und welche

Freundlichkeit uns begegnet. Dort wird uns klar:

Das Glück liegt eben nicht im Besitz von mögfür

die Erfolgsgeschichte der No-Fish-Sauce von Arche

war; die Nachfrage nach dem Produkt hat sich in den

letzten drei Jahren fast vervierfacht.

BIO-WASABI AUS OBERBAYERN?

Inspirationen für neue Produktideen bekommt Stefan

Schmidt auch immer wieder auf seinen Reisen nach

Japan oder in andere asiatische Länder, in denen

er regelmäßig die Hersteller der Arche-Rohstoffe aufsucht.

In Korea kam er zum Beispiel auf die Idee, ein

Kimchi ins Sortiment aufzunehmen. Er probiert viel

vor Ort, besucht Restaurants und Lebensmittelläden.

Auch japanische Wasabi-Kulturen hat er besucht: Die

Pflanze, die als scharfe Gewürzpaste zu Sushi serviert

wird, wächst an wilden Gebirgsbächen. Das im Handel

erhältliche konventionelle Wasabi ist meistens ein Gemisch

aus Meer rettich, Senf und anderen Zutaten, da echter

Wasabi sehr teuer und knapp ist. Das Wasabi-Pulver

von Arche enthält dagegen einen besonders hohen Anteil

von zehn Prozent Bio-Wasabi. Als der einzige Produzent

über längere Zeit ausfällt, kommt Arche vorübergehend in

Versorgungsschwierigkeiten für den Rohstoff. So entsteht

die Idee, den Wassermeerrettich selbst anzubauen, um

unabhängiger zu werden. Da Schmidt mit seiner Familie

in Oberbayern wohnt, sucht er dort einen Bio-Betrieb, der

etwas Land übrig hat, besorgt mit viel Mühe Bio-Pflanzen

aus Asien und beginnt ohne Erfahrung, das empfindliche

und eigenwillige Gewächs anzubauen. Er studiert es

monatelang, telefoniert viel und testet verschiedenste

Standorte und Böden. Nach einigen Rückschlägen gedeihen

die Pflanzen jetzt. Bis er wirklich ernten kann, werden

Jahre vergangen sein, aber bald kann er mit seinem

»Das Glück liegt nicht im Besitz von möglichst vielen Dingen«

Im Gespräch mit Stefan

Schmidt, Geschäftsführer der

Arche GmbH.

Herr Schmidt, was verbindet Sie mit

Alnatura?

»Ich habe bereits mit 15 beschlossen, dass ich in

die Wirtschaft gehen und sie verändern möchte.

Ich habe meine Familie – glaube ich – ein wenig

tyrannisiert, war sehr unbequem, der ›Obergrüne‹.

Nach einer Ausbildung zum Industriekaufmann

und einem Trainee im Bereich Edelmetallhandel

studierte ich Wirtschaft an der

Universität Witten/Herdecke. Das war damals

eine neu gegründete Hochschule – reformerisch

und kritisch, die den Ansatz hatte, Wirtschaft

anders zu denken, sodass sie wieder dem Menschen

dient. So kam ich auch mit Prof. Dr. Rehn

in Kontakt, der dort einen Vortrag hielt. Nach

einem Zwischenstopp bei einer großen amerikanischen

Unternehmensberatung kam ich dann

zu Alnatura und habe dort zuletzt einen Teil der

Produktentwicklung der Eigenmarke verantwortet.

Zeitweilig war ich auch zuständig für

die Betreuung einiger großer Kunden. Da habe

ich sehr viel gelernt.«

Wie kamen Sie zu Arche?

»Die Eigentümergruppe, der das Unternehmen

damals noch gehörte, sprach mich 2011 an, ob

ich nicht Lust hätte, Arche weiterzuentwickeln.

Nach zwei bis drei Jahren Grundlagenarbeit

kamen wir gut voran, sind vermehrt in die Innovation

gegangen und haben das Sortiment und

das Team stark weiterentwickelt. Geholfen

hat uns dabei immer die hohe Wertschätzung

unserer Marke bei den Verbraucherinnen und

Verbrauchern und unseren Handelspartnern.

Wir müssen allerdings in sehr schlanken

Strukturen wirtschaften, da die Rohstoffe und

Produkte ein so hohes Qualitätsniveau haben,

dass man sie eigentlich zu einem viel höheren

Preis verkaufen müsste. Das liegt auch am Faktor

Zeit: Manche unserer Sojasaucen und Misos

fermentieren 20 Monate und länger in über

hundert Jahre alten Fässern. Sie entstehen in

hoher Kunstfertigkeit, die auch in Japan vom

Verschwinden bedroht ist. Das bringt einen hohen

Aufwand mit sich, den man aber auch

schmecken kann.

Wir möchten alte Traditionen und Herstellungsverfahren

bewahren und vor dem Aussterben

retten, daher der Name Arche. Deshalb legen

wir Wert auf natürliche Fermentation, lange

Reifezeiten, sorgsame Rohstoffauswahl, Liebe

bei der Produktion, das Weglassen unnötiger

Zutaten sowie authentische Produktionsprozesse,

bei denen manchmal auch das wechselnde

Klima im Verlauf der Jahreszeiten eine Rolle

spielt.«

lichst vielen Dingen, sondern in der Familie, in der

Gemeinschaft mit anderen Menschen und in Respekt

und Wertschätzung. Wir Europäer sind ja

oft ruppiger miteinander und selbstbezogener.«

»Wir möchten alte Traditionen und

Herstellungsverfahren bewahren

und vor dem Verschwinden retten,

daher der Name Arche.«

Stefan Schmidt

Wie konnten Sie sich bei Arche für Ihr Anliegen

einer gerechteren und nachhaltigeren

Wirtschaft einsetzen?

»Nachdem ich sechs Jahre als angestellter Geschäftsführer

bei Arche gearbeitet hatte, boten

mir die Eigentümer das Unternehmen zum

Kauf an. Zu dem Zeitpunkt war ich schon 55

und hatte plötzlich ein Entscheidungs problem.

Da brachte mich ein Freund auf die Purpose-

Stiftung und das Konzept des Verantwor tungs -

eigentums. Das hat mich sofort über zeugt: So

konnte ich außer in den Produkten auch in der

Organisation des Unternehmens einen Beitrag

zu einer menschengerechteren Veränderung

von Wirtschaft leisten. Ich wollte einfach nicht

›auf der Zielgeraden‹ noch falsch abbiegen

und den klassischen kapitalistischen Weg

gehen, sondern den Stiftungsweg. Purpose ermöglicht,

dass auch ein kleines oder mittelständisches

Unternehmen wie wir diesen Weg

gehen kann. Das Vermögen ist zweck gebun-

34 Alnatura Magazin August 2022


ZU BESUCH BEI ARCHE

Die Wasabi-Pflanze ist

sehr empfindlich und

pflegebedürftig. Für

das Gewürz werden die

Rhizome verwendet.

Team vielleicht schon ein paar Testprodukte entwickeln. »Wasabi

hat ganz besondere, komplexe Bedürfnisse, ist sehr schädlingsanfällig

und überhaupt eine Diva. Aktuell wird noch jede

Pflanze persönlich betreut«, sagt er lächelnd.

Ob kreativer Reifungsprozess, 20-monatige Fermentation

der Sojasaucen in uralten Fässern oder jahrelanges Aufpäppeln

von Wasabi-Pflanzen – bei Arche weiß man: Gut Ding braucht

Weile. MGK

den wie in einer Stiftung. Zudem

müssen bei uns die Gewinne im Unternehmen

bleiben oder können gespendet

werden, sie werden also nicht privatisiert. Außerdem

darf ich Arche nicht verkaufen, sondern nur

zum Nominalwert, also ohne Verkaufsgewinn, an

einen werteverwandten Nachfolger weitergeben.

Arche ist also kein Spekulationsgut. Alnatura ist

auch ein Stiftungs unternehmen, was ich sehr

schätze und konsequent finde.« (Mehr zu Purpose

unter purpose­ economy.org)

Leben Sie selbst vegan?

»Größtenteils, ja, aber im Familiengeschehen muss

man natürlich ein bisschen mitmachen, da koche ich

schon mal Fleisch und esse auch

davon. Aber wir achten streng auf

Bio-Qualität. Man kann mit wenig

Fleisch viel Geschmack erzeugen,

wenn man statt Salz eines unserer

Misos nimmt. Dann hat man den

Umami-Geschmack. Das kommt

auch gut bei Gästen an! Auch wenn

ich eine vegetarische italienische

Pastasauce koche, nehme ich Misos

zum Abschmecken.

Man kann unsere Produkte sehr

kreativ einsetzen und muss nicht

viel wissen. Bei Misos ist es wie bei

Wein: Nicht der Wein, den die Fachleute

empfehlen, ist der beste,

sondern der, der mir am besten

schmeckt. Es gibt da keine Vorschriften.

Ich rege also immer dazu an,

mit unseren Produkten zu experimentieren.«

Das Interview führte Maren Kratz.

Das Alnatura Magazin durfte

in Oberbayern im Wald die

Anfänge des Wasabi-Anbaus

begutachten.

Stefan Schmidt bei der

Algenernte in der Bretagne.

ÜBER ARCHE

NATURPRODUKTE GMBH

• unter der Dachmarke Arche

Naturküche bietet das Unternehmen

feine Bio-Produkte,

japanische und asiatische

Spezialitäten, europäische

Spezialpro dukte und funktionale

Küchenhelfer an

• 1985 gegründet

• 20 Mitarbeitende

• Standort: Hilden, Nordrhein-

Westfalen

• Unternehmensorganisation:

Verantwortungseigentum seit

2019; als Purpose-Unternehmen

arbeitet die GmbH sinngetrieben

und entscheidet eigenver antwortlich

über die strate gische

und inhaltliche Ausrichtung

• in den frühen 1980er-Jahren in

Ravensburg als kleiner Makrobiotik

laden gestartet, der die

ersten Misos und Sojasaucen

aus Japan nach Deutschland

importierte

Alnatura Magazin August 2022

35


AUS UNSEREM SORTIMENT*

Asiatisch

genießen

Die Geschmackserlebnisse Asiens nachkochen: Das ist möglich mit

den Reissorten von Davert und den Currypasten von Sanchon.

Seit über 35 Jahren steht Davert für kontrolliert biologischen Anbau,

Weiterentwicklung der Verarbeitungsverfahren, Transparenz,

sorgfältige Kontrolle jedes Abschnitts – und duftend-aromatischen

Reisgenuss. Die Marke Sanchon bietet Spezialitäten aus aller Welt.

Damit sie so authentisch wie möglich schmecken, werden für die

thailändischen Currypasten typische Zutaten wie Zitronengras

oder Kaffirlimettenblätter verwendet.

Davert

Bio-Jasmin-Reis

Weißer Jasmin-Reis besticht durch einen intensiven

Duft. Er wird im Rahmen des »Ibis Rice Project« von

Reisbäuerinnen und -bauern in Kambodscha angebaut.

Die Projektrichtlinien schützen den bedrohten

Wasservogel Ibis und seinen Lebensraum.

500 g 2,99 € (1 kg = 5,98 €)

Davert

Bio-Thai-Reis, Naturland- und Fairtrade-zertifiziert

Dieser Duftreis zeichnet sich durch ein besonders

feines Aroma und ein weißes langes Reiskorn aus. Er

wird von Kleinbäuerinnen und -bauern in einer Fairtrade-

Kooperative im Osten Thailands nach den strengen

Naturland-Kriterien angebaut.

500 g 3,79 € (1 kg = 7,58 €)

36 Alnatura Magazin August 2022

* Bei den Produktvorstellungen auf dieser Doppelseite handelt es sich um Anzeigen. Sie erhalten die Produkte in Ihrem Alnatura Super Natur Markt.

** Nicht in allen Märkten erhältlich.


Sanchon

Bio-Currypaste Green Thai**

oder Yellow Thai **

Die Currypaste Green Thai enthält

eine feine Koriandernote, die sie

außer gewöhnlich macht. Die Currypaste

Yellow Thai hingegen ist eine aromatische

Würzpaste mit einer feinen

Kurkumanote. Beide eignen sich gut für

authentische thailändische Curry gerichte.

je 190 g 3,79 € (1 kg = 19,95 €)

Davert

Echter Bio-Basmati-Reis, Demeterund

Fairtrade-zertifiziert

Dieser echte Basmati-Reis stammt

vom Fuße des Himalajas in Indien. Für

exotische asiatische Gerichte, auch mit

Früchten und Gewürzen wie Curry,

Ingwer und Safran. Basmati-Reis kocht

locker und körnig und verbreitet bei der

Zubereitung einen wunderbaren Duft.

1 kg 7,99 €

Der Markentisch des Monats

Die hier abgebildeten Bio-Produkte finden

Sie in Ihrem Alnatura Super Natur Markt

auf dem Markentisch und im Regal.

Alnatura Magazin August 2022

37


AUS UNSEREM SORTIMENT*

Schon probiert?

Lebensbaum

Bio-Gewürzmischung 5 Gewürze Chinesische

Küche, We-Care-zertifiziert oder Thai-Küche,

We-Care-zertifiziert

Mit ihrer feinen, aromatischen Würze ist die

5-Gewürze-Mischung charakteristisch für die

chinesische Küche. Sie passt zu verschiedenen

asiatischen Gerichten mit Tofu, Fleisch, Fisch und

Gemüse. Die Thai-Küche-

Gewürzmischung mit Chili,

Ingwer und Galgant, Limette

und Zitronengras sorgt für eine

angenehme Schärfe und Frische

der Speisen. Schmeckt in Thai-

Currys, Reis- und Gemüsegerichten.

je 40 g 2,99 € (1 kg = 74,75 €)

Dauerhaft

günstig einkaufen

Alnatura Dauerpreise: Unser gesamtes Sortiment 1

mit mehreren Tausend Bio-Produkten erhalten Sie

dauerhaft günstig 2 . alnatura.de/dauerpreise

Zwergenwiese

Bio-Brotaufstrich streich’s drauf Ingwery vegan

oder streich’s drauf Thayenne vegan

Cremige Brotaufstriche mit Ingwer, Curry und

Kokos oder mit Thai-Curry und Cayennepfeffer. Die

Basis beider Aufstriche bilden Sonnenblumenkerne

aus Deutschland sowie Rapsöl. Geeignet zum

Verfeinern von Saucen, Dressings, Dips oder Currys.

Außerdem bei Alnatura erhältlich ist der Aufstrich

streich‘s drauf Currika mit rotem Curry und Paprika.

je 160 g 2,59 € (1 kg = 16,19 €)

Yogi Tea

Bio-Teekaltgetränk

Krauseminze-Zitrone vegan

Kalter Teeaufguss von Kräutern

und Gewürzen mit Minze und

Zitrone; angenehm fruchtig-scharf

und aromatisch-würzig im

Geschmack. Der frisch gebrühte

Kalttee ist verfeinert mit Süßholz

und Kardamom. Mit 30 Prozent

weniger Zucker als vergleichbare

Produkte. Ohne Kohlensäure,

glutenfrei.

330 ml 1,69 € (1 l = 5,12 €)

Dr. Antonio Martins

Bio-Kokosmilch,

Fairtrade-zertifiziert vegan

Ein Hauch von Exotik für die kreative

Küche: mit Kokosmilch vollreifer

Kokosnüsse von ausgewählten

Kokosnussgärten. Mit neun Prozent

Fett anteil ist diese Kokosmilch zum

Kochen besonders cremig und

intensiv im Geschmack. Ideal für

Currys und Desserts, zum Backen,

in Smoothies oder Cocktails.

500 ml 2,99 € (1 l = 5,98 €)

* Bei den Produktvorstellungen auf dieser Doppelseite handelt es sich um Anzeigen. Sie erhalten die Produkte in Ihrem Alnatura Super Natur Markt.

** Nicht in allen Märkten erhältlich.

38 Alnatura Magazin August 2022

1

Ausgenommen sind frisches Obst und Gemüse, Artikel von der Backwarentheke sowie Sonderangebote bei Auslistung und Haltbarkeits- Preisreduzierungen.

2

Dauerpreise gelten mindestens einen Monat.


AUS UNSEREM SORTIMENT*

Heimatgut

Bio-Erdnussflips vegan

Aus besten Bio-Zutaten schonend im

Ofen gebacken: Klassische

Erdnussflips mit Meersalz,

glutenfrei. Hergestellt aus

Maisgrieß, mit Erdnusscreme

und Sonnenblumenöl. Knusprig

und zugleich luftig im Biss.

Ein aromatisch-nussiger Snack,

ideal für den Abend zu Hause

oder zwischendurch.

115 g 1,75 € (1 kg = 15,22 €)

Arche

Bio-Pulvertee Matcha

und Bambusbesen

Feiner japanischer Matcha-Pulvertee, vermahlen

aus den Blattspitzen des Teestrauchs. Er stammt

aus der weltbekannten Uji-Region, südlich von

Kyōto. Der Matcha ist angenehm feinherb im

Geschmack und ideal für den täglichen Teegenuss.

Der Bambusbesen eignet sich mit seinen

feinen Fasern perfekt zum Verrühren

und Aufschlagen des Tees.

Matcha 30 g 15,99 €

(1 kg = 533,– €)

Bambusbesen 1 St. 17,99 €

The Ginger People

Bio-Sushi-Ingwer vegan

Hauchdünne, zarte Ingwerscheiben;

in Reisessig eingelegt.

Ideal als Beilage zu Sushi,

Sashimi, Frühlingsrollen und

geräuchertem Fisch oder zum

Verfeinern von Salaten. Die

Ingwer-Essig- Flüssigkeit eignet

sich außerdem zum Anrühren

von Salatdressings.

190 g 3,49 € (1 kg = 18,37 €)

Govinda

Bio-Porridge Erdmandel Chufli Basic** vegan

Natursüßes Erdmandel-Porridge mit Buchweizen

und Teff, ballaststoffreich und glutenfrei. Die

verwendeten Erdmandeln

stammen aus einem An bauprojekt

im westafri ka nischen

Niger. Einfach mit heißem

Wasser aufgießen, zwei

Minuten quellen lassen und

genießen. Der fruchtige

Frühstücksbrei mit Apfel und

Zimt schmeckt zu Joghurt

und Früchten.

500 g 6,79 € (1 kg = 13,58 €)

Wein des Monats

Kesselring Sauvignon Blanc QbA

Fruchtig, erfrischend, rund und knackig. Mit

einer Ausgeglichenheit zwischen reifen,

tropischen Noten wie Maracuja und Ananas

und der sortentypisch grünen, vegetabilen

Spielart des Sauvignons, die an Stachelbeere

und grüne Paprika erinnert. Dank seiner

spritzigen Säure und des komplexen

Aromenspiels ergänzt er scharfe

asiatische Gerichte prima.

0,75 l 7,49 € (1 l = 9,99 €)

Dazu passt:

ÖMA L’amour Rouge

d’Antoine

Ein Genuss für alle

Weichkäse-Begeisterten: cremig im

Teig und sahnig-herzhaft im Geschmack.

Die Pflege mit Rotkulturen

verleiht dem Käse aus Heumilch g.t.S.

die charaktervolle Note. Aus der

handwerklichen Allgäuer Sennerei

Zurwies.

Alnatura Magazin August 2022

39


AUS UNSEREM SORTIMENT*

Schon probiert?

Dauerhaft

günstig einkaufen

Alnatura Dauerpreise: Unser gesamtes Sortiment 1

mit mehreren Tausend Bio-Produkten erhalten Sie

dauerhaft günstig 2 . alnatura.de/dauerpreise

Bio Mare

Bio-Lachs geräuchert,

Naturland-zertifiziert oder

Bio-Garnelen mit Kräutern

und Knoblauch, Naturlandzertifiziert

Der Lachs wächst im Atlantik

nach strengen Naturland-

Richtlinien heran; die schonende

Nutzung der Netzgehege

schützt das maritime Ökosystem.

Er wird mit Buchenholzrauch

und Wacholderbeeren

geräuchert. Die Garnelen stammen

aus Ecuador, wo sie nach den

Naturland- Richtlinien, die auch die

angrenzen den Mangrovenwälder schützen, gezüchtet

werden. Mit dem Aroma der Kräuter-Knoblauch-Marinade

ideal zu Nudeln oder Salat sowie am Spieß auf dem Grill.

Lachs 100 g 7,99 € (1 kg = 79,90 €)

Garnelen 90 g 4,99 € (1 kg = 55,44 €)

Kato

Tofu Erdnuss**

Dieser herzhafte Tofu ist mit gerösteten

Erdnüssen verfeinert. Er ist handwerklich hergestellt

mit Sojabohnen aus Österreich und

Quellwasser unter Zugabe des Gerinnungsmittels

Kalziumsulfat. Zart und schnitt fest

zugleich, eignet er

sich für Pfannengerichte,

Salate,

Suppen oder Süßspeisen.

200 g 2,19 €

(1 kg = 10,95 €)

Açaí

Bio-Açaí-

Fruchtpüree

Für das Premium-

Açaí-Fruchtpüree

werden die klei nen

violetten Açaí-

Beeren im

brasilianischen Amazonas-Regenwald

gepflückt, binnen 48 Stunden verarbeitet

und dank Tiefkühlung schonend

konserviert. In praktischen 100-Gramm-

Portions packungen, ideal für die

Zubereitung von Açaí-Bowls.

300 g 4,29 € (1 kg = 14,30 €)

Youkon

Alaska-Kabeljau-Rückenfilets,

MSC-zertifiziert**

Dieser Kabeljau aus Wildfang

stammt aus den kalten Ozeangewässern

im Westen Alaskas.

Die Fische leben dort in frischem, klarem Wasser und

legen in ihrem Leben Tausende Meilen im Meer zurück.

Den zarten Rückenfilets sind Bio-Alpenkräuter für eine

schmackhafte Zubereitung beigelegt.

250 g 5,99 € (1 kg = 23,96 €)

* Bei den Produktvorstellungen auf dieser Seite handelt es sich um Anzeigen. Sie erhalten die Produkte in Ihrem Alnatura Super Natur Markt.

** Nicht in allen Märkten erhältlich.

40 Alnatura Magazin August 2022

1

Ausgenommen sind frisches Obst und Gemüse, Artikel von der Backwarentheke sowie Sonderangebote bei Auslistung und Haltbarkeits- Preisreduzierungen.

2

Dauerpreise gelten mindestens einen Monat.


ANZEIGE

›› ›› ›› Wir bringen Bio in die Welt!

Die Kokoswelt von MorgenLand

MorgenLand ist seit über 40 Jahren mit dem Anbau und der Verarbeitung von Kokosprodukten befasst

und bietet ein vielfältiges Kokosnusssortiment.

›› MorgenLand Kokosöl wird kaltgepresst und ist in

Konsistenz und Hitzestabilität optimal zum Kochen und

Backen.

›› MorgenLand Kokosmilch* ist eine vegane Sahnealternative,

die ohne Zusätze auskommt und in der Küche

vielseitig eingesetzt werden kann.

›› MorgenLand Creamed Coconut* bestehen aus

reinem, gemahlenem Kokosfruchtfleisch, das leicht zu

portionieren ist.

›› MorgenLand Kokoschips werden aus frischem

Kokosfruchtfleisch geschnitten und getrocknet.

* Nicht in allen Märkten erhältlich.

DE­ÖKO­001

morgenland.bio

Alnatura Magazin August 2022

41


GUT ZU WISSEN

Fernöstliche

Inspirationen

Bei den Landesküchen Asiens gleicht keine der anderen. Was wir

oft als eins sehen, ist in Wirklichkeit viel abwechslungsreicher und

bunter als das, was wir hier in Mitteleuropa serviert bekommen.

Eine kleine panasiatische Auswahl soll auf weitere spannende

Zutaten neugierig machen. NT / JK

Goji-Beere

Manchen zieht sich beim Gedanken an die Goji-

Beere schon der Mund zusammen, denn meist

kommt sie getrocknet daher und schmeckt

leicht säuerlich. Dieses cranberrygroße und beinahe

ebenso rote Kraftpaket ist mit Vitamin C

vollgepackt und enthält darüber hinaus auch Kalzium.

Ursprünglich stammt die Goji-Beere aus Asien und ist

die Frucht des Bocksdorns, der auch in unseren Gärten

wachsen kann. Wer seine eigenen Goji-Beeren auf dem

Balkon oder im Beet züchten möchte, hat die Gewissheit,

dass dieses Nachtschattengewächs nicht mit

Pflanzen giften besprüht wurde. Alle anderen

sollten auf das Bio-Siegel achten und den

relativ hohen Zuckergehalt der Trockenvariante

nicht vergessen. Und womit

kann man diese Beere kombinieren?

Sie macht sich hervorragend in

Smoothies, in Müsli, aber auch auf

Milchreis oder anderen Desserts.

Miso

Miso ist aus der japanischen Küche nicht

wegzudenken, und viele kennen diese Paste

als Zutat in der salzigen Miso-Suppe, die oft als

Starter vor dem Sushi gegessen wird. Dabei lassen sich mit

der Paste, die aus vergorenen Sojabohnen, Reis oder Gerste

besteht, noch ganz andere Köstlichkeiten zaubern: Man

kann damit Nudeln verfeinern, Fleisch marinieren,

Salatdressings anrühren oder es

in die Fischpanade einarbeiten. Wer

Sojabohnen meiden möchte, kann

auf Miso aus vergorenem Reis

oder Gerste zurückgreifen.

Kurkuma

Wer hat in den letzten Jahren nicht den

Rat bekommen, mehr Kurkuma zu essen?

Glaubt man den Gerüchten, könnte

man fast meinen, es handele sich um

ein Geheimmittel gegen sämtliche Wehwehchen.

Völlig vergessen wird darüber

häufig, welch wunderbares Gewürz Kurkuma

ist, das viele Gerichte in eine bunte

und schmackhafte Augenweide verwandelt.

Der leicht bittere Geschmack gibt beispielsweise

Currys erst den richtigen Pfiff. Botanisch gesehen

gehört Kurkuma zu den Ingwerpflanzen, tatsächlich sieht die kleine

Knolle aus Asien im frischen Zustand der gemeinen Ingwerknolle

überaus ähnlich. Ihr alternativer Name »Gelbwurz« verrät, dass sie

eine stark färbende Wirkung hat. Man sollte bei der Verarbeitung

also besser Handschuhe tragen. Wer es sich einfacher machen

möchte, findet Kurkuma auch als Pulver im Gewürzregal.

Matcha

Bekannt geworden ist Matcha, das Grünteepulver

aus Japan, hierzulande in Verbindung zu

Milch – als Matcha Latte. Dieses Teegetränk

verdrängte den Latte macchiato kurzzeitig

als Lieblingsstärkung gestresster Großstädterinnen

und Großstädter. Das Besondere

an Matcha ist, dass der Grüntee nicht als

Blatt oder Beutel aufgegossen wird. Stattdessen

werden die zu Pulver verarbeiteten,

getrockneten Blätter mit heißem Wasser aufgegossen

und mit einem speziellen Bambusbesen

aufgeschäumt, sodass auf dem bitteren

Getränk eine Crema entsteht. Doch wer bei Matcha

nur an Tee denkt, dem entgeht das Beste: Das Grünteepulver

kann Käsekuchen oder Eis verfeinern, indem

es Süßspeisen einen geschmack lichen Gegenpol bietet.

Doch Vorsicht: Matcha ist koffeinhaltig und sollte nur

in Maßen genossen werden.

42 Alnatura Magazin August 2022


Algen

Flohsamen(schalen)

Die recht unscheinbaren Flohsamen sind die Samen bestimmter

Pflanzen aus der Gattung der Wegeriche (lat. Plantago psyllium).

Das lateinische Wort »psyllium« bedeutet Floh – daher der Name.

Man kann sowohl die Samen als auch nur die Samenschalen verzehren.

Die ganzen Flohsamen enthalten neben den Schalen

auch noch einen Kern. Und das hat einen Unterschied im Quellvermögen

zur Folge. Denn die ganzen Samen binden weniger

Flüssigkeit und quellen entsprechend weniger auf. Sie werden

hauptsächlich in Pakistan und Indien angebaut und ihre Schalen

werden als Ballaststofflieferant angeboten. Denn sie bestehen zu

etwa 85 Prozent aus Ballaststoffen. Eingeweicht nehmen sie ein Vielfaches

ihres Eigengewichts an Flüssigkeit auf. Bei der Zubereitung gibt

es vielfältige Möglichkeiten: Flohsamen und Flohsamenschalen kann

man mit Joghurt, Müsli, im Smoothie oder Saft genießen oder als

Zutat beim Backen verwenden. Wichtig: Beim Verzehr immer darauf

achten, genügend, also mindestens zwei Liter am Tag, zu trinken.

In Asien stehen Algen auf dem täglichen

Speiseplan. Zu den populärsten Speisealgen-Produkten,

die man auch in

Euro pa isst, gehört Nori (lat. Porphyra

tenera) – papierartige Blättchen aus

getrockneten Rotalgen, die man als

Ummantelung für Sushi-Röllchen

benutzt. Kombu (lat. Saccharina

japonica) hingegen ist eine Braunalge,

die mehrere Meter lang werden

kann. Sie ist vor allem in Nordostasien

als Speisealge weit verbreitet. In Nahrungsergänzungsmitteln

werden Algen ebenfalls

verwendet: beispielsweise die Mikro alge

Chlorella. Ihr Name bedeutet so viel wie »kleines, junges Grün«.

Der bekannteste Vertreter der Süßwasseralge ist die Chlorella

vulgaris. Sie verfügt – im Gegensatz zur Spirulina- Alge, die

auch in Nahrungsergänzungsmitteln eingesetzt wird –, über

einen Zellkern, der sie als Mikroalge auszeichnet. Spiru lina

hingegen gehört zur Gattung der Cyanobakterien, wird aber

oftmals auch als Mikroalge bezeichnet.

Tipps aus dem

Sortiment*

Govinda

Flohsamenschalen** vegan

Diese Flohsamenschalen haben

einen hohen Ballaststoffgehalt

und quellen bei Kontakt mit

Wasser auf das 20-fache ihres

Volumens auf. Ideal als Zutat

im Müsli, Shake oder zum

Brotbacken.

250 g 7,99 € (1 kg = 31,96 €)

Sanatur

BioSpirulina-Tabletten »Vitalität und

Immunsystem« vegan oder BioChlorella-

Tabletten »Stoffwechsel und Psyche« vegan

BioSpirulina besteht zu hundert Prozent aus

der blau-grünen Mikroalge Spirulina platensis

in Premium-Qualität und enthält hochwertiges

Eisen. Eisen trägt zur normalen

Funktion des Immunsystems

bei. BioChlorella besteht zu

hundert Prozent aus der

grünen Mikroalge Chlorella

pyrenoidosa (sorokinaina)

in Premium-Qualität und

enthält veganes B12. Vitamin

B12 trägt zur normalen

psychischen Funktion bei.

je 1 Pck. = 100 St. 10,99 €

(1 St. = 0,11 €)

Raab Vitalfood

Curcumapulver mit Pfeffer**

vegan

Die Gelbwurz, auch Kurkuma

genannt, gehört zur Familie

der Ingwergewächse.

Kurkuma enthält natürlicherweise

den sekundären

Pflanzenstoff Kurkumin,

welcher der Pflanze die gelborange

Färbung verleiht. Zusätzlich

enthält die Mischung Piperin aus

gemahlenem Pfeffer. Ideal zum Einrühren

in Smoothies, Säfte oder Suppen.

100 g 11,99 € (1 kg = 119,90 €)

In Japan isst man die geschälten Samen des Ginkgos (lat. Ginkgo

biloba) in kleinen Mengen als Beilage oder genießt sie geröstet

und gesalzen als Knabberei. Auch als Gewürz finden die

gerösteten und gehackten Samenkerne im asiatischen Raum

Verwendung. Die Blätter nutzt man dort für die Zubereitung von

Tee. In Europa hingegen ist Ginkgo nicht als Lebensmittel

zugelassen; man setzt seine Extrakte jedoch in

Nahrungs ergänzungsmitteln ein.

Sanct Bernhard

Ginkgo-Kapseln**

Schon seit Jahrhunderten werden

die Inhaltsstoffe der Blätter des ja panischen

Tempelbaums Ginkgo biloba

geschätzt. Jede Kapsel enthält 75 Milligramm

des Ginkgo-biloba-Spezialextraktes

mit jeweils 18,4 Milli gramm

Flavonglykosiden und 4,9 Milligramm

Ginkgolid-Terpenlactonen.

1 Pck. = 30 St. 5,49 € (1 St. = 0,18 €)

* Bei den Produktvorstellungen auf dieser Seite handelt es sich um Anzeigen.

Sie erhalten die Produkte in Ihrem Alnatura Super Natur Markt.

** Nicht in allen Märkten erhältlich.

Alnatura Magazin August 2022

43


NATÜRLICHE PFLEGE

Rundum gesund

im Mund

Im Alnatura Magazin

Online erfahren Sie mehr

zum Thema Ölziehen.

alnatura.de/mundziehen

44 Alnatura Magazin August 2022


NATÜRLICHE PFLEGE

Schon als Kind lernt man, dass die Zähne zweimal

am Tag geputzt werden müssen. Denn eine gute

Mundhygiene erhält Zähne und Zahnfleisch und

sorgt so für ein strahlendes Lächeln.

I

n unserem Mund tummeln sich mehrere Milliarden

Bakterien. Forscherinnen und Forscher schätzen,

dass es durchschnittlich etwa 150 verschiedene Arten

sind. Was erst einmal unangenehm klingt, ist aber

völlig normal. Denn die Mikroorganismen können in

»gut« und »krank machend« eingeteilt werden und

halten sich in der Regel die Waage. Gerät die Mundflora

allerdings aus dem Gleichgewicht, zum Beispiel

durch zu viel Stress, ein geschwächtes Immunsystem

oder Zahnbeläge (Plaque), können sich die schlechten

Bakterien vermehren und so Karies oder Zahnfleischentzündungen

hervorrufen.

GRÜNDLICH ZÄHNE PUTZEN

Das beste Gegenmittel ist regelmäßiges und gründliches

Zähneputzen: morgens und abends, mindestens

zwei bis drei Minuten, mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta.

Denn die langjährige Forschung sieht es als erwiesen

an, dass fluoridhaltige Zahncremes vor Karies

schützen, und die Leitlinien der zahnmedizinischen

Fachgesellschaften empfehlen Erwachsenen Zahn pasta

mit Fluorid. Verwenden Sie zudem Zahnpflegeprodukte

in Naturkosmetik-Qualität, können Sie sich darauf verlassen,

dass nur natürliche, unbedenkliche Inhaltsstoffe

in Ihrem Mund landen.

Bei der Zahnpflege mit einer elektrischen Zahnbürste

sollte man nie zu viel Druck ausüben, da dies

die Zähne schädigen kann. Stattdessen sollte man den

Bürstenkopf langsam an den Zähnen entlangführen.

Mittlerweile gibt es aber viele elektrische Zahnbürsten,

die ein Warnsignal bei zu starkem Druck von sich geben.

Spätestens nach einer Nutzung von drei Monaten

sollte man den Bürstenkopf beziehungsweise die

Handzahnbürste wechseln.

Ebenso wichtig ist die Reinigung der Zahnzwischenräume.

Da die Zahnbürste nur etwa 70 Prozent der

Zahnoberflächen erreicht, sollte einmal am Tag Zahnseide

oder eine spezielle Zahnzwischenraumbürste zum

Einsatz kommen – je nach Abstand zwischen den Zähnen.

So können Speisereste effektiv beseitigt werden

und man beugt einer Parodontitis, also einer Zahn bettentzündung,

vor.

Alnatura Magazin August 2022

45


NATÜRLICHE PFLEGE

Seit 1991 stellt der

»Tag der Zahngesundheit« jährlich am

25. September die Vorsorge und die

Verhütung von Mund-, Zahn- und

Kiefererkrankungen in den Mittelpunkt.

Bakterielle Beläge auf der Zunge können unangenehmen

Mundgeruch verursachen. Sie lassen sich

mit einem Zungenreiniger oder einer Zungenbürste

entfernen.

VIEL KAUEN, WENIG ZUCKER

Ein weiterer wichtiger Faktor für eine gute Mundflora

ist unsere Ernährung. Es gilt: Was gut für Kinder ist, ist

auch gut für Erwachsene – gemeint ist der zuckerfreie

Vormittag. Hierbei werden nach dem Zähneputzen am

Morgen bis zum Mittag nur Lebensmittel gegessen,

die kräftiges Kauen anregen, frisch und naturbelassen

sind sowie keinen zugesetzten Zucker enthalten. Das

können frisches Obst, rohes Gemüse wie Gurke, Pa -

p rika, Tomate oder Karotte oder ein belegtes Brot sein.

Nach den Mahlzeiten ist es ratsam, zuckerfreien Kaugummi

zu kauen. Er regt nämlich den Speichelfluss an,

der schädliche Säuren neutralisiert. Hat man sehr saure

Getränke oder Lebensmittel konsumiert, sollte man

eine Stunde mit dem Putzen warten, um den Zahn-

schmelz nicht zu schädigen. Stattdessen kann man

den Mund mit einer fluoridhaltigen Mundspülung ausspülen.

Das schützt die Zähne vor den Säuren, stärkt

den Zahnschmelz und gibt zusätzlich ein frisches

Gefühl im Mund.

Und nicht zuletzt trägt natürlich auch eine regelmäßige

Kontrolle – zweimal im Jahr – und eine professionelle

Zahnreinigung bei der Zahnärztin oder

dem Zahnarzt zu einer guten Mundgesundheit bei.

ÖLZIEHEN – WAS IST DAS?

Wer darüber hinaus noch etwas tun möchte, kann das

Ölziehen ausprobieren. Ursprünglich stammt diese alternative

Methode aus der ayurvedischen Medizin. In Indien

wendet man sie seit Jahrhunderten bei den unterschiedlichsten

Beschwerden an. Dabei wird morgens nach

dem Aufstehen und vor dem Zähne putzen ein Esslöffel

hochwertiges kalt gepresstes (natives) Öl oder spezielles

Mundziehöl für etwa 15 Minuten im Mund zwischen

den Zähnen hin- und hergezogen. Anschließend wird

es auf ein Stück Toilettenpapier gespuckt und im Hausmüll

entsorgt. Mit dieser Methode, deren Wirksamkeit

jedoch wissen schaftlich nicht bewiesen ist, sollen

Schadstoffe und krank machende Bakterien aus dem

Mund entfernt und Entzündungen des Zahnfleischs

vorgebeugt werden. JK

Tipps aus dem

Sortiment*

Unser

Preistipp

Besonders

ergiebig

Bélice

Feste Bio-Zahnpasta Pfefferminz**

Die feste Zahnpasta wird in Frankreich

hergestellt und besteht zu hundert Prozent

aus natürlichen Inhaltsstoffen wie

Kalziumkarbonat, Bio-Kokosöl, -Bienenwachs

und ätherischem Pfeffer minz öl.

Anwendung: Zahnbürste befeuchten und

damit über die feste Zahnpasta reiben.

Anschließend Zähne wie gewohnt putzen;

für ein frisches Gefühl im Mund.

18 g 4,99 € (1 kg = 277,22 €)

apeiron

Auromère Zahnfleischpflege

Prophylaxe-Gel** vegan

Das Prophylaxe-Gel mit Salbei, Nelke und

Pfeffer minz ist lokal anwendbar und pflegt

sensibles und zu Reiz ungen neigendes

Zahnfleisch. Die Kombi nation der Inhalts stoffe

lindert Reiz ungen und Druck stellen im Mundraum.

Anwendung: mehr mals täglich mit

einem sauberen Finger oder Watte stäbchen

auftra gen und einmassieren.

30 ml 8,99 € (1 l = 299,67 €)

alviana

Zahngel Sensitiv vegan

Dieses Zahngel mit hochwertigen Auszügen

aus Bio-Echinacea, Bio-Calendula und

Bio-Hamamelis bietet eine schonende und

gründliche Reinigung für schmerzempfindliche

Zähne. Es entfernt Zahnbelag sanft und sorgt für

einen angenehm frischen Atem. Das Zahngel

ist homöopathieverträglich und durch den

Verzicht auf Natriumfluorid für die ganze

Familie geeignet.

75 ml 1,75 € (1 l = 23,33 €)

46 Alnatura Magazin August 2022


Zu den Hausmitteln, die helfen können,

die Mundflora natürlich aufzubauen,

zählen Naturjoghurt, Schwarzund

Grüntee sowie Mund spülungen

aus Kamille, Ringelblume, Salbei

oder Thymian.

Spätestens nach einer Nutzung

von drei Monaten sollte man den

Bürstenkopf beziehungsweise die

Handzahnbürste wechseln.

Folgende Faktoren

stören die Mundflora:

• sehr zuckerhaltige Ernährung

• schlechte Mundhygiene

• Rauchen

• Stress

• hoher Alkoholkonsum

• Lebensalter

• geschwächtes Immunsystem

• Krankheiten wie Krebs oder

Diabetes

• Einnahme von Medikamenten

wie Antibiotika

Chinchilla

Natur-Zahnseide** vegan oder

Natur-Zahnseide Nachfüller** vegan

Die 30-Meter-Naturzahnseide besteht aus Maisstärke

sowie Candelillawachs und ist eine umweltfreundliche

Alternative zu herkömm lichen Zahnseiden aus Kunststoff

wie Nylon. Im praktischen Glas flakon zum

einfachen Nach füllen; mit frischem Minzgeschmack.

Der Nachfüller enthält zwei 30-Meter-Zahnseiden,

mit denen der Glasflakon wieder befüllt und

weiter verwendet werden kann.

Zahnseide 1 St. 5,99 € Nachfüller mit 2 St. 6,99 €

CMD Naturkosmetik

Mundwasser-Konzentrat

Teebaumöl Classic** vegan

Dieses Mundwasser enthält Thymianöl,

Myrrhenöl sowie Pfefferminz- und

Teebaumöl in Bio-Qualität. Einfach zwei

bis fünf Tropfen in ein halbes Glas Wasser

geben und den Mund damit spülen.

Ideal bei empfind lichen Zahnhälsen.

50 ml 8,49 € (1 l = 169,80 €)

Elixr

Mundziehöl Energy oder Harmony**

Im Mundziehöl Energy stecken Orangen-,

Rosmarin- und Ingweröl, im Produkt Harmony

Krauseminz- und Grapefruitöl. Beide pflegen

Zähne und Zahnfleisch und sorgen für ein

angenehmes Mundgefühl. Einfach morgens,

direkt nach dem Aufstehen, Öl im Mund

hin- und herspülen, durch die Zähne ziehen

und anschließend ausspucken.

je 200 ml 14,99 € (1 l = 74,95 €)

* Bei den Produktvorstellungen auf dieser Doppelseite handelt es sich um Anzeigen. Sie erhalten die Produkte in Ihrem Alnatura Super Natur Markt.

** Nicht in allen Märkten erhältlich.

Alnatura Magazin August 2022

47


AUS UNSEREM SORTIMENT*

Ein Hauch

von Provence

Beim Duft frischen Lavendels denkt man automatisch an einen Sommer in der Provence.

Denn der Echte Lavendel (lat. Lavendula angustifolia) gedeiht besonders gut im milden

Mittelmeerklima. Doch der Strauch kann mehr als nur die Landschaft verschönern:

Das ätherische Öl, das aus seinen Blüten gewonnen wird, riecht intensiv-blumig und wird

in Badeölen, Seifen, Wasch- und Putzmitteln sowie Raumsprays eingesetzt.

Egal, in welcher Form Sie Lavendel verwenden, am besten greifen Sie auf Produkte

zurück, bei denen er aus kontrolliert biologischem Anbau stammt.

Sodasan

Handspülmittel Lavendel & Minze** vegan

Das Spülmittel mit ätherischen Bio-Duftessenzen

und Bio-Aloe-vera bringt frischen Schwung ins

Spülbecken: Ausgesuchte pflanzliche Inhaltsstoffe

reinigen das Geschirr auf natürliche, kraftvolle

Weise und sind dabei sanft zur Haut.

500 ml 1,99 € (1 l = 3,98 €)

Savon du Midi

Karité-Seife Lavendel** vegan

Diese Seife wird mit Bio-Sheabutter und Lavendelöl

veredelt und traditionell in der Provence in

Frankreich hergestellt. Für die Verseifung werden

ausschließlich pflanzliche Öle aus kontrolliert

biologischem Anbau verwendet. Die Seife ist mild

und duftet herrlich nach Lavendel.

100 g 1,99 € (1 kg = 19,90 €)

Dr. Bronner’s

18-in-1 Naturseife Lavendel**

vegan

Die Naturseife wird aus fair

gehandelten und Bio-zertifizierten

Ölen wie Oliven-, Jojoba- und

Lavendelöl hergestellt. Sie ist

ergiebig, biologisch abbaubar und

mit ihren 18 Anwendungs möglichkeiten

– etwa als Handseife, Reiseshampoo,

zum Duschen oder als

Wasch- oder Geschirrspülmittel –

der ideale Reisebegleiter für

Camping- oder Rucksack-

Urlaube.

120 ml 5,95 € (1 l = 49,58 €)

48 Alnatura Magazin August 2022

* Bei den Produktvorstellungen auf dieser Doppelseite handelt es sich um

Anzeigen. Sie erhalten die Produkte in Ihrem Alnatura Super Natur Markt.

** Nicht in allen Märkten erhältlich.


Almawin

Weichspüler Lavendel vegan

Der Weichspüler mit Inhaltsstoffen

auf rein pflanzlicher Basis und

natürlichen ätherischen Ölen aus

kontrolliert biologischem Anbau

verwöhnt mit angenehmem

Lavendelduft. Er punktet mit sehr

guter Hautverträglichkeit, schont

die Fasern und die Wäsche wird

angenehm weich. Nachhaltig

verpackt in einer Flasche aus

hundert Prozent recyceltem Altplastik

(ohne Deckel und Etikett).

750 ml 2,49 € (1 l = 3,32 €)

Der Markentisch des Monats

Die hier abgebildeten Naturdrogerie-Produkte

finden Sie in Ihrem Alnatura Super Natur Markt

auf dem Markentisch und im Regal.

Baldini

Bio-Raumspray Lavendel** vegan

Der Klassiker der Aromatherapie aus deutschem

Anbau: das Lavendel-Raumspray aus hundert

Prozent naturreinem ätherischem demeter-

Lavendelöl und demeter-Alkohol in einer

hochwertigen Glasflasche mit Pumpsprüher.

Wohltuend und entspannend.

50 ml 7,99 € (1 l = 159,80 €)

Alnatura Magazin August 2022 49


ZU BESUCH BEI TAOASIS

Govinda und Axel Meyer in

ihren Lavendelfeldern – der

»Petite Provence« in Lippe.

Auf Duftreise

Die Naturduft-Manufaktur Taoasis – Hersteller der Marke Baldini –

bietet ausschließlich Produkte in Bio- und Demeter-Qualität an und

setzt sich für die Natur in der eigenen Region ein. Wie das

Unternehmen das umsetzt und welche Herausforderungen der

Qualitätsanspruch mit sich bringt, erfahren wir im Gespräch.

A

us einem Buch wurde eine Keller-Produktion, die in

Windeseile zu einem eigenen Firmengebäude führte.

Aus heutiger Sicht scheint die Gründung von Taoasis

recht unorthodox. Nachdem Axel Meyer 1991 sein Buch

»Lexi kon der Düfte« veröffentlichte, war die Nachfrage nach

den beschriebenen 33 Düften so groß, dass er sie in Form von

ätherischen Ölen selbst herstellte und verkaufte. Produktionsstätte

war der eigene Keller. Sein fleißiger Helfer: Sohn Govinda,

der von Anfang an mit im Boot war. Ein Jahr nach Beginn ihrer

Duftreise war die Nach frage so

gestiegen, dass sie in ihr erstes

Firmengebäude umziehen konnten.

Damals wurden die ätherischen

Öle noch ausschließlich in

Apotheken verkauft. Seither ist

Taoasis noch einige Male umgezogen,

aber nie weiter als im Umkreis

von zehn Kilometern um ihre

Heimat Detmold. »Heimat und die

Verbundenheit zur Region sind wichtig, wenn es um das

Thema Nachhaltigkeit geht. Deswegen hat es uns nie weiter

weggetrieben«, berichten die beiden Geschäftsführer.

»Wir haben schon immer auf Nachhaltigkeit gesetzt.

Sowohl beim Anbau unserer Rohstoffe als auch bei

unseren Arbeitsbedingungen. Deswegen sind wir

als einer von wenigen Betrieben in Deutschland

Gemeinwohl-zertifiziert.«

Govinda Meyer, Geschäftsführer Taoasis

IM EINKLANG MIT DER NATUR

Auch 30 Jahre nach Gründung gehen Axel und Govinda

Meyer einen eigenen, nachhaltigen Weg: »Taoasis setzt sich

aus Tao, was Lebensenergie und Natur bedeutet, und Oasis

zusammen. Wir wollen diese Verbundenheit zur Natur und

das Leben im Einklang mit ihr konsequent in unserem Unternehmen

umsetzen«, berichtet Axel Meyer. Deswegen finden

sich im Sortiment ausschließlich Produkte in Bio- oder Demeter-

Qualität. »Was dem nicht entspricht, werden Sie bei uns nicht

finden. Das schränkt manchmal

ein, bietet aber auch die Möglichkeit

für kreative Alternativen«,

sagt Govinda Meyer. In

den letzten Jahren haben sie

viele Anbauprojekte in Indien,

Frankreich, Bulgarien oder Bosnien

mit Vertragslandwirtinnen

und -landwirten realisiert, die

ausschließlich für Taoasis anbauen.

Doch Nachhaltigkeit bezieht das Unternehmen nicht

nur auf seine Rohstoffe, sondern auch auf die Arbeitsbedingungen.

»Die sind manchmal nur schwer sicherzustellen,

50 Alnatura Magazin August 2022


Im botanischen Garten können

Besucherinnen und Besucher auf

Duftreise gehen.

ÜBER TAOASIS NATURDUFT-MANUFAKTUR

• 1991 gegründet

• Standort: Lage in Nordrhein-Westfalen

• rund 75 Mitarbeitende

• Akademie der Düfte mit Seminaren und

Fachvorträgen, Lavendelwochen und

öffentlichem botanischem Duftgarten

• bei Alnatura im Sortiment: viele Produkte

der Marke Baldini, von Raumdüften über

Öle bis hin zu Raumsprays

Mit der TaoFarm stellt

das Unternehmen ehemals

konventionelle Ackerflächen

auf Demeter-

Bewirtschaftung um.

wenn Anbau und Ernte in Bosnien oder Bulgarien stattfinden.

Nachhaltigkeit ist schließlich immer ein Prozess, der etwas

Zeit braucht«, gesteht Govinda Meyer. Deshalb suchten sie

eine Möglichkeit, die ihre Ansprüche wie nachhaltiger Anbau,

faire Arbeits bedingungen und kurze Transportwege schon

jetzt vereint. »Mein Vater hatte dann die Idee, mithilfe von

Testfeldern zu schauen, welche Pflanzen und Früchte in unserer

Region wachsen, um sie so einfach selbst anbauen zu können.

Wegen des Klimas und der Bodenbeschaffenheit können wir

zwar noch nicht alles hier in der Region anbauen, aber wir gehen

diesen Weg weiter«, so Govinda Meyer. Den Anfang hat

der Lavendel gemacht.

FELDER IN DUFTENDEM LILA

2011 baute der Taoasis-eigene landwirtschaftliche Betrieb

TaoFarm seine ersten 3 000 Lavendelpflanzen an, die trotz der

regenreichen Region hervorragend wuchsen. An einem steinigen

Acker, auf dem sonst nur wilde Pflanzen gediehen, legten

sie 2014 ihren ersten Feldversuch an – auf zwei Hektar mit

50 000 Lavendelpflanzen. Wurde am Anfang noch mithilfe

einer Sichel geerntet, kommt inzwischen eine Maschine zum

Einsatz. »Wir ernten nur bei schönem Wetter, was im Juni

natür lich oft der Fall ist. So können wir

für das Antrocknen der Blüten die Sonne

nutzen«, erklärt Govinda Meyer. Danach

kommt der Laven del in Destillierkessel

aus Edelstahl, die mit Wasserdampf

geflutet werden. Der Dampf

transportiert die Destillate in eine Florentiner

Vase, wo sich die ätherischen Öle

vom Wasser trennen, da das Öl leichter

ist und oben schwimmt. Nachdem die Öle extrahiert wurden,

kommen sie pur als Duftöle, in Naturkosmetik oder Raumsprays

zum Einsatz. Bei Alna tura finden sich zahl reiche Produkte der

Taoasis- Marke Baldini im Sortiment.

Übrigens: Zur Feier der Ernte veranstal tet

das Unternehmen jährlich die Lavendelwochen

mit Firmen- und Destilla tions führungen,

Yoga- und Qigong-Kursen und Heilkrautseminaren.

Und natürlich können die Besucherinnen

und Be sucher den botanischen

Garten be sichtigen und so ihre eigene kleine

Duft reise machen. DR

Der Lavendel für die Produkte der

hauseigenen Marke Baldini

stammt aus heimischem Anbau.

Alnatura Magazin August 2022

51


Aktuelles

aus Bio-Welt und

Gesellschaft

PEOPLE WEAR ORGANIC

Neu: Kleiderbügel

aus Cotton Recycled Paper

Ein großes Ziel von People Wear Organic ist es, Verpackungsmaterial

so weit wie möglich zu minimieren.

Die Etiketten werden deshalb schon seit geraumer Zeit

aus Cotton Recycled Paper hergestellt, nun folgen

auch die Kleiderbügel. Aus Zuschnittresten, die in der

Herstellung von Bio-Baumwolltextilien anfallen, fertigt

der People-Wear-Organic-Partner in Indien das Cotton

Recycled Paper für die neuen Bügel. Diese können

beim Textilkauf von Kundinnen und Kunden mitgenommen

werden, als Ersatzbügel im Markt bleiben

oder im Altpapier entsorgt werden.

PUNKTE SPENDEN – GUTES TUN

Ukraine-Krieg: Hilfe für Betroffene

Durch den Krieg in der Ukraine sind mehr als 15 Millionen Menschen auf

der Flucht. Über neun Millionen Menschen sind außer Landes geflohen,

viele davon nach Polen. Auch in Deutschland sind inzwischen mehr als

800 000 Geflüchtete angekommen. Die meisten von ihnen sind Frauen

und Kinder, aber auch alte Menschen machen sich auf den Weg. Viele

sind jedoch in der Ukraine geblieben und suchen als Binnenvertriebene

Schutz in bislang weniger stark umkämpften Regionen. Die Diakonie

Katas trophenhilfe unterstützt die Betroffenen in der Ukraine, den Nachbarländern,

Tschechien und Deutschland mithilfe ihres zuverlässigen

Netzwerks von Partnerorganisationen. Die Hilfsmaßnahmen umfassen

unter anderem die Verteilung von Lebensmitteln, Trinkwasser, Hygieneartikeln

und Medikamenten, psychologischen Beistand für Traumatisierte,

Hilfe bei der Unterkunftssuche, finanzielle Soforthilfen sowie den Bau

einer Erstaufnahmeeinrichtung in der Republik Moldau.

PAYBACK Kundinnen und Kunden können das Engagement der

Diakonie Katastrophenhilfe unterstützen, indem sie ihre PAYBACK

Punkte spenden. Das ist bereits ab einem Stand von 200 Punkten

möglich. Einfach unter payback.de/spendenwelt Projekt aussuchen,

Log-in- Daten eingeben und Punkte spenden.

BUCHTIPP

Asien auf dem

Teller

Die asiatische Küche ist aromatisch,

besticht durch ihre Vielfalt

und macht es überdies leicht,

sich vegan zu ernähren. Ob thailändisch,

vietnamesisch, japanisch,

chinesisch oder koreanisch – im Kochbuch

»Asien vegan« von Foodbloggerin Jeeca Uy gibt es

moderne authentische Rezepte, die ganz einfach

zuzubereiten sind: Von Reis-Bowls, Gemüse- Frühlingsrollen,

gebratenen Nudeln, Tofu-Gerich ten und

Suppen bis zu Salaten und Desserts ist für jeden

Geschmack etwas Passendes dabei. Erschie nen im

Riva-Verlag und für 20 Euro erhältlich.

TIERWOHL

Söbbeke stellt komplett

auf Weidehaltung um

Der Bio-Molkerei Söbbeke liegen das Wohl und

die Gesundheit ihrer Kühe sehr am Herzen.

Deshalb ist die Milch ihrer Bioland-Landwirtinnen

und -Landwirte ab sofort zu

hundert Prozent Weidemilch. Doch

nicht nur das: Die Kühe haben besonders

viel Bewegungsfreiheit. Im Durchschnitt

grast jede Kuh auf 3 600 Quadratmetern

– das ist mehr als ein halbes

Fußballfeld. Damit übererfüllt Söbbeke die

Weidemilch-Bedingungen um das Fünffache. Die

»fünfmal mehr Weide«-Weidemilch steckt in fast

allen Bio-Produkten von Söbbeke – Milch, Joghurt,

Sahne, Desserts und Käselaibe – die Sie in Ihrem

Alna tura Markt kaufen können.

52 Alnatura Magazin August 2022


ANZEIGE ANZEIGE

Neu

Die neue

Kollektion

ist da!

Mit den liebevoll gestalteten Designs auf unseren

lässigen Styles laden wir alle kleinen Entdeckerinnen

und Entdecker ein, die spannende Tierwelt

kennenzulernen.

Wir verwenden ausschließlich hochwertige,

qualitätsgeprüfte Bio-Baumwolle.

Im Bio-Landbau bewirtschafteter

Boden bindet besonders gut CO 2 .

In unserer transparenten textilen Kette

werden gemäß Global Organic Textile

Standard ausschließlich unbedenkliche,

nicht allergisierende Färbemittel und

Ausrüstungen eingesetzt.

Photos by Stefan Großjohann

Wir bieten nachhaltig Freude am Tragen

mit unseren sorgfältig ausgewählten

Stoffqualitäten.

Alle unsere Textilien sind mit dem Global Organic

Textile Standard zertifiziert durch Ecocert Greenlife|

Liz. Nr. 151811 und mit dem Grünen Knopf ausgezeichnet.

Photos by Stefan Großjohann

Mehr erfahren unter www.peoplewearorganic.de


Lust auf

Kultur

Joan Mitchell

Bilder voller Bewegung

Haben Sie schon einmal von Joan Mitchell

gehört? Sie galt in den Nachkriegsjahren

in den USA als »Frau unter den Wilden«,

als hervorragende, unangepasste Künstlerin

des abstrakten Expressionismus.

Diesen Herbst widmet die Pariser Fondation

Louis Vuitton der 1925 geborenen und

bis zu ihrem Tod in Frankreich lebenden

Künstlerin eine große Schau.

Z

unächst ein Exkurs: Den Namen der kraftvollen

mexikanischen Malerin Frida Kahlo kennen viele.

Wie sieht es mit Meret Oppenheim aus? Obwohl

sie als Surrealistin in den 1960er- und 1970er-Jahren

ikonische Fotografien und Objekte schuf, gilt sie eher

als »Muse der Surrealisten«, und wir verbinden mit dem

Surrealismus häufig männliche Namen wie André Breton,

Luis Buñuel, Max Ernst oder Man Ray. Bei Georgia O’Keeffe

wird es für viele noch ein bisschen schwieriger, dabei zählt

sie zu den bekanntesten US-amerikanischen Malerinnen

des 20. Jahrhunderts. Sie gilt nicht nur als eine Begründerin

der amerikanischen Moderne, sondern auch als

Ikone der Frauenbewegung. Aber wenn man an die amerikanische

Moderne denkt, dann fallen dazu auch eher

männliche Künstlernamen wie Edward Hopper, Roy Lichtenstein,

Andy Warhol oder Robert Rauschenberg.

Warum die Auseinandersetzung

mit Kunst im Alnatura Magazin?

Alnatura entspringt aus einem Denken,

das die Welt nicht nur auf das Materielle

reduziert – vielmehr geht es um die

Förderung der menschlichen Entwicklung.

Die Auseinandersetzung mit Kunst kann

diese stimulieren und uns inspirieren,

selbst kreativ zu werden.

54 Alnatura Magazin August 2022


Links: Joan Mitchell in ihrem Atelier,

77 rue Daguerre, Paris, 1956

Unten: Joan Mitchell, »To the Harbo r­

master«, 1957

KUNST – EINE MÄNNERDOMÄNE?

Den abstrakten Expressionismus der späten 1940er- und

1950er-Jahre in New York prägen wiederum Männer wie

Jackson Pollock oder Willem de Kooning, so meinen wir.

Frauen treten in unserer Erinnerung und in der Kunstwelt

New Yorks nur selten aus ihrem Schatten. Das Museum

Ludwig in Köln schrieb anlässlich der 2015 dort ausgerichteten

Ausstellung über Joan Mitchell: »Die Avantgarden

des 20. Jahrhunderts, auch die Malerei des

ab strakten Expressionismus, wurden angeführt von

Männern – doch Jackson Pollock und all die anderen

konnten Joan Mitchell nicht stoppen.« Dabei ist Joan

Mitchell keine Feministin, sie will einfach ihre kreative

Neigung aus leben, zu der sie schon früh gefunden hatte.

Einfach das leben, was sie liebt: das schöpferische Schaffen.

IM ELTERNHAUS AN DAS SCHÖPFERISCHE

HERANGEFÜHRT

Joan Mitchell wird 1925 in Chicago geboren und bereits

früh an Poesie und Kunst herangeführt. Ihre Mutter ist

Dichterin und ihr Vater ein angesehener Dermatologe, der

in seiner Freizeit malt. Als Joan Mitchell 23 Jahre alt ist,

erhält sie ein Stipendium, welches sie nutzt, um nach

Frankreich zu reisen. Sie verliebt sich in jeder Hinsicht in

Paris und zieht wenig später mit ihrem Verlobten Barney

Rosset an die Côte d’Azur, um zu malen. In diesen Jahren

löst sich Mitchell von den formalistischen Strukturen, die

ihre Malerei in den USA noch stark geprägt haben, und

die Farben in ihren Arbeiten stehen fortan im Vordergrund.

Später lässt sie sich in Vétheuil, einer kleinen Gemeinde in

der Île-de- France an der Seine, unweit von Paris, nieder,

in der auch Claude Monet für einige Jahre lebte.

Der neue Wohnsitz verstärkt ihre Naturverbundenheit,

was sich auch in ihren Arbeiten widerspiegelt. Doch

ihre Liebe zu Großstadtszenen verliert Mitchell nicht,

bezeichnet diese vielmehr als menschengemachte Natur.

FREIER AUSDRUCK TRIFFT EIGENE

EMOTIONEN

Sie geht vor dem Malen häufig spazieren

und lässt sich von der Natur

inspi rieren. Doch Mitchell malt

nicht die Natur selbst, sondern vielmehr

die Gefühle, die die Natur in

ihr auslöst. Damit steht Joan Mitchell

in der Tradition von Piet

Mondrian oder Claude Monet, allerdings

wirkt ihre Kunst spontaner,

ist deutlich abstrakter, freier und

von einer überwältigen den Farbigkeit

eines wilden Pinsel striches.

Bereits früh, 1959, erhielt sie

eine Einladung, an der documenta

II in Kassel teilzunehmen (die in diesem

Jahr wieder in Kassel stattfindet).

1982 ist sie mit »Joan Mitchell:

Choix de Peintures, 1970–1982« die

erste amerikanische Frau, der eine

Solo- Ausstellung im Musée d’art moderne de la Ville

de Paris gewidmet wird. Dieses Jahr sind die Werke der

1992 in Paris verstorbenen Künstlerin in der Fondation

Louis Vuitton im Pariser Bois de Boulogne zu sehen. MF

Der amerikanische Architekt Frank O. Gehry

zeichnet für die spektakuläre Architektur des

2014 eröffneten Museums für zeitgenössische

Kunst im Pariser Westen, im Bois de Boulogne,

im Jardin d’Acclimatation verantwortlich.

Das außergewöhnliche Bauwerk um fasst elf

Galerien mit 3 850 Quadratmetern Ausstel lungsfläche.

Unter den gläsernen »Segeln« wird

voraussichtlich ab 5. Oktober 2022 die

Retrospektive Joan Mitchell präsentiert.

fondationlouisvuitton.fr

Alnatura Magazin August 2022

55


INTERVIEW

»Ich möchte mit

›Der Waldmacher‹

zeigen, wie lohnend

es ist, die Erde zu

bearbeiten und

von den Früchten

der eigenen Arbeit

zu leben.«

Alnatura trifft

Volker

Schlöndorff

56 Alnatura Magazin August 2022


INTERVIEW

Ein Hotel in Berlin-Mitte. Wir

treffen Volker Schlöndorff zum

Gespräch anlässlich des Starts

seines Films »Der Waldmacher«.

Er ist einer der wichtigsten

Regisseure des Landes: Seine

»Blechtrommel«, die Verfilmung

des gleichnamigen Romans

von Günter Grass, wurde 1980

mit dem ersten Oscar für einen

deutschen Spielfilm ausgezeichnet.

Schlöndorff hat zahlreiche

weitere Romane verfilmt, wie

»Homo Faber« von Max Frisch.

Mit »Der Wald macher« hat er

etwas ganz anderes gemacht.

Herr Schlöndorff, »Der Waldmacher«

setzt sich mit dem Thema Aufforstung

in Afrika auseinander. War es

Ihre erste Begegnung mit Afrika und

war Landwirtschaft vor dem Filmprojekt

ein Thema für Sie?

»Für Afrika interessiere ich mich aufgrund

einer Reise, zu der mich der damalige Bundespräsident

Horst Köhler eingeladen hat.

Da wird ja oft ein Paradiesvogel aus der

Kultur mit eingeladen – und das war ich.

Die Reise war für mich der Augenöffner bezüglich

Afrika. Und zum Zweiten: Ich bin

vom Land, aus dem hessischen Taunus, und

1968, als andere mit Steinen geworfen

haben, habe ich mir einen Haufen Steine gekauft.

Nämlich in der Toskana, ein zerfallenes

Bauernhaus mit 20 Hektar Land. Dort

habe ich über 30 Jahre lang mit örtlicher

Hilfe Weinbau und vor allem Oliven anbau

betrieben. Ich habe gemerkt, es ist für mich

eine ganz große Freude, wenn ich irgendwo

mit Stiefeln auf dem Acker stehen und

was machen kann.«

»Der Waldmacher« ist ein 90-minütiger

Film über Tony Rinaudo, ein australischer

Agrarwissenschaftler, der 2018 den

»Alternativen Nobelpreis« für seine Arbeit

erhalten hat: Vor rund 40 Jahren hat er

eine Methode der Aufforstung in Niger

entwickelt. Wie genau funktioniert diese

Methode?

»Tony hat die Methode nicht entwickelt,

sondern wiederentdeckt. Bauern in Afrika

und Europa wissen seit jeher, dass bald

wieder Triebe aus dem Stumpf herauswachsen,

wenn man einen Baum abschneidet.

Das ist eine nachhaltige Art und Weise,

Forstwirtschaft zu betreiben.«

Muss man die Wurzeln freilegen?

»Nicht die Wurzeln, sondern die Triebe.

Die kommen manchmal auch aus einem

Wurzelableger aus dem Boden.

Der große Vorteil: Es sind einheimische

Bäume, die an das Klima

und den Boden gewöhnt sind und

außerdem schon eine Wurzel haben.

Bei Neupflanzungen gelingt es

fast nie, dass die Pflanze solche

Wurzeln bildet.

Regisseur Volker Schlöndorff

(links) und »Der Waldmacher«

Tony Rinaudo bei den Dreharbeiten

in Afrika.

Worauf führen Sie es zurück, dass in

Afrika so viele Bäume gefällt wurden?

»In den letzten Jahren der Kolonialisierung

wollte man intensive, großflächige Landwirtschaft

betreiben, bei der man mit

Traktoren usw. überall hinkommt. Die

Rodungen hatten die verheerende Folge,

dass die Böden ausgetrocknet sind. Sandstürme

trugen die erste Humusschicht ab,

der gelegentliche sturzflutartige Regen

wusch den Rest weg, und die Erosion hatte

zur Folge, dass nichts mehr wuchs. Dann hat

man gedacht, man müsse neu pflanzen, doch

das geht nicht. Aber unter der Erde – das war

sozusagen die Entdeckung von Tony – lagen

die alten Wurzeln. Er nennt es auch einen

unterirdischen Wald, und den kann man

wieder an die Oberfläche bringen.«

Die Bevölkerung in Afrika nimmt zu,

nicht aber das Land. Wo liegt der

Ausweg? Kann Afrika von seiner

eigenen Bevölkerung gerettet werden?

»Das ist die Frage, die Tony Rinaudo sich

auch stellt. Gerade durch seine Methode

konnten die Landwirte wieder mehr erwirtschaften,

aber mit dem Ergebnis, dass

sie ihre Familien vergrößert haben und

der Fortschritt, den er der Landwirtschaft

gebracht hat, wird durch die Bevölkerungsexplosion

aufgefressen. Das Thema Familienplanung

ist in fast allen afrikanischen

Ländern tabu. Immer noch herrscht dieser

Irrglaube, wenn ich viele Kinder habe,

dann wird es mir mal besser gehen.«

Gegen Ende des Filmes sagen Sie, dass

die Methode von Tony Rinaudo heute

in 23 Ländern in Afrika erfolgreich umgesetzt

wird. Wie gelangt die Methode

in andere afrikanische Länder?

»Das habe ich selbst miterleben dürfen auf

einer Konferenz in Bamako, wo die Bauern

aus verschiedenen Ländern zusammenkamen:

Ein Dorf lernt vom Nachbardorf,

das es wiederum ans nächste weitergibt.

In Tansania und Kenia zum Beispiel ist diese

Technik inzwischen in jedem Dorf bekannt,

und daher hofft man, dass ohne große

Geldmittel ein Umdenken einsetzt. Bei dieser

nachhaltigen Art von Landwirtschaft ist

auch wichtig, dass einheimisches Getreide

wie zum Beispiel Hirse angebaut wird; Mais

hingegen wächst nicht ohne Düngemittel.

Und mit denen kommt man wieder in einen

Kreislauf von Kosten und auch gesundheitlichen

Risiken. Also auch hier ein Umdenken

im Sinne von: zurück zu den Wurzeln.«

Das Interview führte Matthias Fuchs.

Der Film »Der Waldmacher«

ist ab 26. August 2022 auf

DVD erhältlich.

Stöbern Sie außerdem mal durch unseren

Alnatura Kiosk: Im Juni-Magazin aus dem

Jahr 2020 stellten wir Tony Rinaudo auf

Seite 42 bereits vor. kiosk.alnatura.de

Alnatura Magazin August 2022

57


VORSCHAU: SEPTEMBER

Der pralle Süden Italiens

Im September entdecken wir die süditalienische

Region Apulien und bringen authentische Rezepte

sowie Geschichten spannender Produzenten mit.

Das Beste: Deren Produkte finden Sie in Ihrem

Alnatura Markt – einfach Italien pur!

Die Alnatura Super Natur Märkte sind

zertifizierte Naturkost Fach geschäfte und

nutzen zu hundert Prozent Öko-Strom.

1

Typisches aus der apulischen

Küche: Öhrchenpasta mit

Brokkoli und mit Mandeln

gefüllte schokolierte Feigen.

Wir besuchen unsere

Produzenten in Italien!

2

Wir sind auf den Spuren des Olivenöls

von De Carlo (1), schauen Deliziosa bei

der Burrata- und Mozzarellaherstellung

über die Schulter (2) und verkosten

Wein von Polvanera (3).

Impressum

Herausgeber Alnatura Produktions- und Han dels GmbH, Mahatma-Gandhi-

Straße 7, 64295 Darmstadt, Tel. 06151 356-6000, alnatura.de

Öko-Kontrollstelle DE-ÖKO-001

Geschäftsführung von Alnatura Prof. Dr. Götz E. Rehn, Alexander Hüge,

Rüdiger Kasch, Lucas Rehn, Petra Schäfer, Jessica Schwarz

Redaktions leitung Tina Schneyer, Matthias Fuchs, magazin.redaktion@

alnatura.de

Anzeigen Lena Vollrath, Mahatma-Gandhi-Straße 7, 64295 Darmstadt

Redaktion Anna Brill, Nicole Coombe, Matthias Fuchs (MF), Sebastian

Fuchs, Dr. Manon Haccius, Janina Hinkelbein, Katrin Kasch, Constanze

Klengel, Julia Klewer (JK), Dr. Maren Kratz (MGK), Verena Kraus, Daniel

Nedelka, Stefanie Neumann, Dinah Refflinghaus (DR), Sibylle Sturm, Natalie

Tenberg (NT), Jana van Treeck, Christian Tremper, Veronika Vötterl, Anja

Waldmann (AW), Gunther Weiss (GW), Eva Wohlgemuth

Schlusslektorat Monika Klingemann

Verlag mfk corporate pub lishing GmbH, Prinz- Christians- Weg 1, 64287

Darmstadt, Tel. 06151 9696-00

Abbildungen Antonia Aller: 13; Alnatura: 3 Porträt Rehn, 4 / Annika List: 3

ABBI, 8–9; Arche Naturprodukte GmbH: 32 Algen, 33 u. 35 Porträts Schmidt;

D. Bär: 15 Porträt Weiss; Bernward Bertram: 1, 7, 12; Loomis Dean/The LIFE

Picture Collection/Shutterstock: 54 Joan Mitchell in her studio at 77 rue

Daguerre, Paris, 1956; © Jean Diouf: 3 u. 57 Szenenfoto »Der Waldmacher«;

Eberle Werbeagentur: 5 Illustration Schultüte; © Estate of Joan Mitchell/Tony

Prikryl: 55 Joan Mitchell, To the Harbormaster, 1957 AKSArt LP; Sergio Ferri:

58 De Carlo, Deliziosa u. Polvanera; Matthias Fuchs: 10–11, 18 grüne Zitronen,

24–25, 34/35 Wasabi-Pflanze, 35 Rhizome u. Wald, 55 Fondation Louis Vuitton,

56 Porträt Schlöndorff; Claudia Guse: 20 Illustration Zitronengras; Ezgi Polat:

3 Rezepte, 17, 18 Glasnudelsalat, 19, 20/21 Thai-Curry, 21, 23, 26–30, 32

No-Fish-Sauce, 33 Thai-Curry; Christoph Püschner/Diakonie Katastrophenhilfe:

52; Shutterstock/Amarita: 43 Algen / beats1: 42/43 Flohsamenschalen / K321:

42 Matcha / successo images: 42 Miso; Stocksy/Alessio Bogani: 42 Kurkuma /

Di Na: 47 / Milles Studio: 44/45 / Jeff Wasserman: 42 Goji-Beeren; TAOASIS

GmbH: 50–51; Unsplash/Tim Foster: 15 Feld / Jesse Gardner: 14; VISCOM

Fotografie: 36/37, 48/49; Cettina Vicenzino: 58 Öhrchenpasta u. Schoko-

Feigen; © World Vision: 57 Szenenbild Schlöndorff u. Rinaudo

Fotos Rezeptkarten: Oliver Brachat (Gado-Gado u. Sommerrollen), Ezgi Polat

(Sticky Rice u. Rotes Curry)

Gestaltung Katrin Ehm, Veronika de Haas, Jenny Heutehaus,

Esther Sternkopf (mfk corporate publishing GmbH)

Litho/Druckvorstufe: Lasertype, Darmstadt

Druck Mayr Miesbach GmbH, Am Windfeld 15, 83714 Miesbach, gedruckt

auf 100 % Recyclingpapier, ausgezeichnet mit dem Blauen Engel

3

Gastbeiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder –

sie sind aus der Perspektive der Verfassenden geschrieben. Nachdruck,

Aufnahme in Online-Dienste und Internet und Vervielfältigung auf Datenträger

wie CD-ROM, DVD-ROM etc. nur nach vor heriger schrift licher

Zu stimmung des Verlags. Für unverlangte Einsendungen keine Gewähr.

Irrtümer und Druckfehler vorbehalten.

Mein Alnatura ist Ihr persönlicher Mitglieder

bereich auf unserer Website. Jetzt

regis trieren und Vorteile sichern unter

alnatura.de/meinalnatura

alnatura.de/dauerpreise

alnatura.de/mitarbeit

alnatura.de/newsletter

alnatura.de/payback

Alle Alnatura Märkte unter alnatura.de/marktsuche


ANZEIGE

Sonett – so gut.

Waschmittel flüssig mit zartem Duft

von ätherischem Lavendelöl

und hoher Waschkraft

• Mit Bio-Pflanzenölseife ohne Enzyme

und ohne Gentechnik

• Für bunte und weiße Wäsche

• Im Sonett-Baukastensystem mit Enthärter

und Bleichkomplex ökologisch waschen

• 100 % biologisch abbaubar

Mit Sonett-Produkten reinigen und pflegen

Sie ökologisch, nachhaltig und natürlich. Sonett

Produkte sind frei von petrochemischen Tensiden,

Enzymen und Bleichaktivatoren. Sie enthalten

keine synthetischen Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe.

Alle Öle stammen aus kontrolliert

biologischem oder biologisch-dynamischem

Anbau. Sonett-Produkte werden ohne Gentechnik,

Mikroplastik oder Nanotechnologie

hergestellt und sind zu 100 % biologisch

abbaubar. | www.sonett.eu

reddot design

award winner &

iF communication

design award

winner

Mittel für Waschen und Reinigen,

die das Wasser achten als Träger alles

Lebendigen

Sonett – so gut.

Sonett ist Sieger des

Deutschen Nachhaltigkeitspreises

2022


ANZEIGE

Spare dauerhaft am Preis,

nicht am Genuss

Bio dauerhaft günstig einkaufen

Alnatura arbeitet täglich daran, dass sich möglichst viele

Menschen den Genuss von Bio-Lebensmitteln leisten

können. Unsere Dauerpreise* helfen dabei. Sie gelten

für das gesamte Sortiment in den Alnatura Märkten

mit mehreren Tausend Bio-Produkten. Bio-Qualität und

Vielfalt für jeden Tag – und das überraschend günstig!

Dauerpreis

3,99

4 x 48 ml

(1 l = 20,78 €)

* Ausgenommen sind frisches Obst und Gemüse, Artikel von der Backwarentheke sowie

Sonderangebote bei Auslistung und Haltbarkeits-Preisreduzierungen. Dauerpreise gelten mindestens einen Monat.

Hurra! Ihre Datei wurde hochgeladen und ist bereit für die Veröffentlichung.

Erfolgreich gespeichert!

Leider ist etwas schief gelaufen!