Schwachhauser I Magazin für Bremen I Ausgabe 86
Mögen Sie Pessimisten? Ich nicht. Ich bin der Typ: „Gibt Dir das Leben Zitronen, dann mach Limonade daraus.“ Deshalb hat es diese Zitrone, wenn sie auch in Wasser fällt, auf den Titel geschafft. Auch in diesem Magazin möchte ich Ihnen die schönen Seiten der Bremer Kulturszene zeigen und sie optimistisch auf den Spätsommer einstimmen. Sommer Summarum läuft noch! Der September bietet weitere tolle kulturelle Höhepunkte! Für das Musikfest Bremen können Sie noch Karten kaufen und ganz umsonst kommt auch endlich wieder die Musik und das Licht an den Hollersee!! Am 11. September! Am Focke Museum werden Sie im September viele Kunsthandwerker antreffen, deren kleine Schätze Ihr Leben sicher schöner machen können! Ab ins Grüne! Ins Grüne oder auf das Rote, den Tennisplatz vom BTV 1896, und was Herr Becker damit zu tun hat, erzählt Ihnen Christine Renken. Die Künstlerin Marina Schulze wird auch bald in der Kunsthalle Bremen vertreten sein, hier beschreibt Anja Brinckmann schon einmal ihren Stil und ihren Blick auf's Detail. Karla Götz hatte im Gespräch mit Barbara Lison viel Spaß in der Bremer Stadtbibliothek, die so viel mehr zu bieten hat, als „nur" Bücher! Til Mettes Cartoon fast am Ende des Magazins, zeigt uns diesmal besonders tiefsinnig, wie sehr wir es in der Hand haben, ein Licht am Ende des Tunnels sehen zu wollen. Feingesponnen hat Anja Brinckmann ihre Kolumne für Sie, die den Gedanken Optimismus weiter spinnt....Danke dafür! Ich wünsche Ihnen einen schönen Restsommer, bleiben Sie gesund! Ihre Susanne Lolk
Mögen Sie Pessimisten? Ich nicht. Ich bin der Typ: „Gibt Dir das Leben Zitronen, dann mach Limonade daraus.“ Deshalb hat es diese Zitrone, wenn sie auch in Wasser fällt, auf den Titel geschafft.
Auch in diesem Magazin möchte ich Ihnen die schönen Seiten der Bremer Kulturszene zeigen und sie optimistisch auf den Spätsommer einstimmen. Sommer Summarum läuft noch!
Der September bietet weitere tolle kulturelle Höhepunkte! Für das Musikfest Bremen können Sie noch Karten kaufen und ganz umsonst kommt auch endlich wieder die Musik und das Licht an den Hollersee!! Am 11. September! Am Focke Museum werden Sie im September viele Kunsthandwerker antreffen, deren kleine Schätze Ihr Leben sicher schöner machen können! Ab ins Grüne!
Ins Grüne oder auf das Rote, den Tennisplatz vom BTV 1896, und was Herr Becker damit zu tun hat, erzählt Ihnen Christine Renken.
Die Künstlerin Marina Schulze wird auch bald in der Kunsthalle Bremen vertreten sein, hier beschreibt Anja Brinckmann schon einmal ihren Stil und ihren Blick auf's Detail.
Karla Götz hatte im Gespräch mit Barbara Lison viel Spaß in der Bremer Stadtbibliothek, die so viel mehr zu bieten hat, als „nur" Bücher!
Til Mettes Cartoon fast am Ende des Magazins, zeigt uns diesmal besonders tiefsinnig, wie sehr wir es in der Hand haben, ein Licht am Ende des Tunnels sehen zu wollen. Feingesponnen hat Anja Brinckmann ihre Kolumne für Sie, die den Gedanken Optimismus weiter spinnt....Danke dafür!
Ich wünsche Ihnen einen schönen Restsommer, bleiben Sie gesund! Ihre Susanne Lolk
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Veranstaltungen<br />
Theater<br />
Konzerte<br />
Ausstellungen<br />
Kunst<br />
Marina Schulze<br />
Zu Besuch im<br />
Deutschen Museum<br />
Plauderei<br />
Barbara Lison<br />
Bremer<br />
Empfehlungen<br />
Spurensuche<br />
Spiel-Satz-Sieg...<br />
Becker?<br />
<strong>86</strong><br />
August / September 2022<br />
4,50 €<br />
1
Editorial<br />
Liebe Leserin, lieber Leser,<br />
mögen Sie Pessimisten? Ich nicht. Ich bin der Typ:<br />
„Gibt Dir das Leben Zitronen, dann mach Limonade<br />
daraus.“ Deshalb hat es diese Zitrone, wenn sie auch<br />
in Wasser fällt, auf den Titel geschafft.<br />
Auch in diesem <strong>Magazin</strong> möchte ich Ihnen die schönen<br />
Seiten der Bremer Kulturszene zeigen und sie<br />
optimistisch auf den Spätsommer einstimmen. Sommer<br />
Summarum läuft noch!<br />
Der September bietet weitere tolle kulturelle Höhepunkte!<br />
Für das Musikfest <strong>Bremen</strong> können Sie noch<br />
Karten kaufen und ganz umsonst kommt auch endlich<br />
wieder die Musik und das Licht an den Hollersee!! Am<br />
11. September! Am Focke Museum werden Sie im September<br />
viele Kunsthandwerker antreffen, deren kleine<br />
Schätze Ihr Leben sicher schöner machen können! Ab<br />
ins Grüne!<br />
Ins Grüne oder auf das Rote, den Tennisplatz vom BTV<br />
1896, und was Herr Becker damit zu tun hat, erzählt<br />
Ihnen Christine Renken.<br />
Die Künstlerin Marina Schulze wird auch bald in der<br />
Kunsthalle <strong>Bremen</strong> vertreten sein, hier beschreibt Anja<br />
Brinckmann schon einmal ihren Stil und ihren Blick<br />
auf's Detail.<br />
Karla Götz hatte im Gespräch mit Barbara Lison viel<br />
Spaß in der Bremer Stadtbibliothek, die so viel mehr zu<br />
bieten hat, als „nur" Bücher!<br />
Til Mettes Cartoon fast am Ende des <strong>Magazin</strong>s, zeigt<br />
uns diesmal besonders tiefsinnig, wie sehr wir es in<br />
der Hand haben, ein Licht am Ende des Tunnels sehen<br />
zu wollen. Feingesponnen hat Anja Brinckmann ihre<br />
Kolumne für Sie, die den Gedanken Optimismus weiter<br />
spinnt….Danke dafür!<br />
Ich wünsche Ihnen einen schönen<br />
Restsommer, bleiben Sie gesund!<br />
Ihre Susanne Lolk<br />
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mit dem QR-Code<br />
3
Inhalt<br />
<strong>86</strong><br />
16<br />
PLAUDEREI<br />
Barbara Lison<br />
30<br />
DEUTSCHES MUSEUM<br />
Ein Besuch<br />
06<br />
KUNST<br />
Marina Schulze<br />
SPIEL-SATZ-SIEG<br />
24 Tennis seit 1896<br />
34<br />
SHOP LOCAL<br />
Tipps für Schönes<br />
aus <strong>Bremen</strong><br />
4
38<br />
MUSIKFEST BREMEN<br />
42 Konzerte aus unterschiedlichen<br />
Epochen<br />
Immobilienverkauf?<br />
Dafür hab ich<br />
jemanden!<br />
46<br />
PHILHARMONIKER<br />
Großes Opening in Woltmershausen<br />
61<br />
50<br />
VERANSTALTUNGEN<br />
Theater<br />
Ausstellungen<br />
Veranstaltungen<br />
UNTERHALTUNG<br />
Cartoon<br />
Kreuzworträtsel<br />
Kolumne<br />
Melanie Kritzer,<br />
Haus & Grund-Mitglied seit 2013<br />
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5
Die Schönheit<br />
liegt im Detail<br />
KUNST<br />
Marina Schulze in ihrem Atelier, Foto: Cosima Hanebeck<br />
6
Ohne Titel (A XX), 2020/2021, Acryl auf Leinwand, 180 x 360 cm, Foto: Frank Scheffka © Marina Schulze bei VG Bild-Kunst, Bonn<br />
Die Künstlerin Marina Schulze nimmt mit ihrer Kunst ins<br />
Visier, was sonst übersehen wird, und führt mit ihren Bildern<br />
vor Augen: Schönheit liegt nicht nur auf der Oberfläche,<br />
sondern gerade auch darunter im Detail.<br />
Es gibt sie überall auf unserer Welt<br />
diese Schönheit, die offensichtlich<br />
ins Auge fällt. Daneben besteht<br />
aber noch jene andere, nicht ganz<br />
so offensichtliche Schönheit, die es<br />
zu entdecken gilt. In der Natur, im<br />
Menschen, in den unscheinbaren<br />
Dingen des Alltags, im Großen und<br />
vor allem im Kleinen.<br />
Marina Schulze beschäftigt sich<br />
in ihren oft großformatigen Bildserien<br />
mit der Weite des Himmels<br />
und den Ansichten von Wasser,<br />
mit dem Licht und seiner Wirkung, mit dem menschlichen<br />
Körper, mit Pilzen und vielem anderen, das sie<br />
mit stets wachem und auf ihre Kunst konzentrierten<br />
Blick oft ganz nebenbei aufspürt. Aber sie beschäftigt<br />
sich nicht einfach mit derlei Ansichten, indem sie<br />
sofort zum Pinsel greift, sondern gibt sich bei jedem<br />
einzelnen ihrer Bilder einem komplexen Prozess hin,<br />
den es zu begreifen gilt. Zunächst einmal greift sie zur<br />
Kamera und sucht sich mit einer Fotografie den sehr<br />
realistischen Eindruck, friert etwas ein in seinem Moment,<br />
das sie manches Mal erst sehr viel später in Öl<br />
oder Acryl auf Leinwand malt. Ein Grund, warum ihre<br />
Marina Schulze, Foto: Cosima Hanebeck<br />
Arbeiten unter den Begriff Realismus<br />
oder auch Fotorealismus<br />
fallen dürften. Wogegen die Künstlerin<br />
sich streng genommen nicht<br />
als Fotorealistin bezeichnen würde,<br />
auch wenn sie sehr realistisch und<br />
mit Fotos arbeitet. Ein ganzes Archiv<br />
hat sie davon, weil sie ihre fotografisch<br />
fest gehaltenen Eindrücke<br />
beständig sammelt. So kann sie<br />
stets darauf zurückgreifen, wenn<br />
sich eine Idee zu einem ihrer Bilder<br />
formt. Wenn ihre Gedanken sich zu<br />
Fragen aufwerfen wie: Was sehe<br />
ich da? Was kann ich daraus entwickeln? Was ins Bild<br />
bringen? Wie wirkt der unterschiedliche Einfall von<br />
Licht? Wohin will ich überhaupt mit diesem Bild?<br />
„Ich möchte dabei aber nicht dem Foto entsprechen“,<br />
führt Marina Schulze aus, „sondern über den Eindruck<br />
auf dem Foto hinaus etwas sichtbar machen. Etwas<br />
anderes sichtbar machen. Etwas, das sich allein aus<br />
dem Foto nicht erschließt. Ich entdecke Beiläufiges<br />
in meinem Umfeld, wie etwa eine blaue Plastiktüte,<br />
und gebe ihm eine Bedeutung. Der Plastiktüte eine<br />
Bedeutung über die Plastiktüte hinaus.“ An das Meer<br />
7
8<br />
Ohne Titel (GA LXXIX), 2020/21, Öl und Acryl auf Leinwand, 100 x 120 cm<br />
Foto: Tobias Hübel © Marina Schulze bei VG Bild-Kunst, Bonn
erinnert das fertige blaue oder bläuliche Bild dann<br />
oder an Eisberge oder an etwas ganz anderes.<br />
Es ist also nie allein das fotografierte Bild, sondern es<br />
ist die damit einhergehende Ideen- und Gedankenwelt<br />
von Marina Schulze, die ihrer Kunst eine solche<br />
Faszination verleiht. Diese entsteht aus ihrer eigenen<br />
Begeisterung für das, was zunächst scheinbar unergründlich<br />
unter der Oberfläche von etwas schlummert<br />
und entdeckt werden will. Diese nährt sich von ihrer<br />
eigenen unermüdlichen Neugier auf das, was mit<br />
bloßem Auge zunächst nicht unbedingt wahrgenommen<br />
wird. So untersucht die Künstlerin Oberflächen<br />
aller Art und geht ihnen mit einem fast schon mikroskopischen<br />
Blick und fotorealistischer Genauigkeit<br />
auf den Grund. Sie wählt aus ihnen einen Ausschnitt,<br />
Vertrautes wird gewohnter Umgebung entnommen,<br />
und vergrößert ihn stark. Eine Verfremdung entsteht.<br />
Dann malt sie in mehreren Schichten, Farb- oder auch<br />
Bildschichten, und erzeugt ein Gemenge, das diese<br />
eindrückliche Tiefe in ihren Bildern hervorruft.<br />
Da sind die Serien zu Pilzen, die sie als Sujet immer<br />
wieder faszinieren. „Vielleicht einfach, weil es von<br />
ihnen so viele gibt und der nächste Griff danach der<br />
falsche sein könnte, weil der Pilz ungenießbar ist“,<br />
sagt die Künstlerin dazu und erzählt von dem weißen<br />
Pilz, den sie auf einem Spaziergang durch den<br />
Wald entdeckt hat. Nachdem sie ihn im richtigen<br />
Winkel und bei bestimmtem Lichteinfall fotografiert<br />
hatte, folgte die Idee und dann die Entwicklung hin<br />
zum fertigen Bild. Aus dem weißbläulichen Pilzhut<br />
ist schließlich etwas entstanden, das, Farbschicht für<br />
Farbschicht gemalt, aussieht wie eine Weltkugel oder<br />
den Eindruck erweckt, einen Globus vor sich zu haben<br />
oder Eisberge oder einfach eine Eisschicht. Erst auf<br />
den zweiten und dritten Blick auf das fertige Bild ist zu<br />
erahnen, dass es sich um etwas ganz anderes als das<br />
so Wahrgenommene handelt, nämlich um die sogenannten<br />
Hüllreste aus jenem weißen Pilz.<br />
Mit solchen Resten, die entstehen, wenn ein Pilz<br />
aus seiner Hülle herausbricht, beschäftigt sich Marina<br />
Schulze immer wieder. Es inspiriert sie, was da<br />
schwimmt auf der Huthaut, es vervollständigt ihre<br />
Ideen um den Zustand unserer Welt. Also enthebt<br />
sie es seinem natürlichen Zustand, vergrößert es zur<br />
Raum füllende Facette und lässt so den Eindruck von<br />
etwas Unbekannten entstehen. Etwas, nach dem die<br />
Betrachter:innen ihrer Kunst geistig tasten, das sie zu<br />
erfassen versuchen und spätestens beim Lesen des<br />
Kataloges mit den aufgeführten Titeln als das erkennen,<br />
was es tatsächlich ist.<br />
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weiß, le dernier cri gibt’s immer bei:<br />
9
10<br />
Ohne Titel (P LXXIX), 2022, Öl und Acryl auf Leinwand, 180 x 190 cm<br />
Foto: Frank Scheffka © Marina Schulze bei VG Bild-Kunst, Bonn
Ohne Titel (P LXXXI), 2022, Öl und Acryl auf Leinwand, 180 x 190 cm<br />
Foto: Frank Scheffka © Marina Schulze bei VG Bild-Kunst, Bonn<br />
11
12<br />
Ohne Titel (FRaWP II), 2022, Acryl auf Leinwand, 56 x 42 cm<br />
Foto: Frank Scheffka © Marina Schulze bei VG Bild-Kunst, Bonn
Nachbearbeitung am Computer, die Digitalisierung hat viel verändert<br />
Foto: Jürgen Bohlken<br />
Ganz bewusst lässt die Künstlerin die Titel ihrer Werke<br />
sachlich und benennt sie lediglich nach der Stückzahl<br />
einer Serie. Nichts soll offensichtlich sein. Den<br />
Betrachter:innen soll die Chance gegeben sein, gedanklich<br />
eigene Wege zu gehen und nicht direkt darauf<br />
gestoßen zu werden. Nicht selten nämlich landen<br />
sie mit ihren Eindrücken zunächst ganz woanders.<br />
Und wenn die Bilder noch so abstrakt werden, geben<br />
die Titel keine Auskunft über deren Inhalt. In einer Serie<br />
mit dem Namen Drehpunkt, an der die Künstlerin<br />
seit 2016 arbeitet, entscheidet sie sich nicht einmal<br />
für ein oben und ein unten, die Bilder können um 180<br />
Grad gedreht werden, geben immer noch ihre sinnhaften<br />
Inhalte her und belassen vollkommen gedankliche<br />
Freiheit bei ihrer Betrachtung und Wahrnehmung.<br />
Offensichtlich ist aber, Marina Schulze vermag es<br />
mit ihren Werken die Schönheit und Zerbrechlichkeit<br />
unserer Welt zum Ausdruck zu bringen. Sie lenkt den<br />
Blick in Richtung zerbrechlich dünne Eisschichten,<br />
Kontinente, die wie Eisschollen schwimmen, Gletscher,<br />
die schmelzen. Oder sie lenkt ihn in Richtung<br />
Schönheit und Verletzlichkeit eines Menschen, wenn<br />
sie entblößte Körper, Frauenakte, oft in Rückenansicht,<br />
und in sich gekehrte Gesichter in Muster jeglicher<br />
Art hüllt und ihnen mit den gitterhaften Streifen<br />
oder Punkten noch einmal eine ganz andere Anziehungskraft<br />
verleiht. Oder wenn sie in gigantischem<br />
Bildformat den Teil eines, in eine Netz-Strumpfhose<br />
gehüllten, enthüllten Beines malt. Unter der Netz- und<br />
dann der präzise gemalten Hautoberfläche mit ihren<br />
Unebenheiten konzentriert sie sich mit Präzision auch<br />
auf das, was darunter zu sehen ist und gewährt einen<br />
intensiven Blick, der im wahrsten Sinne des Wortes<br />
unter die Haut geht.<br />
1973 in Delmenhorst geboren, wusste Marina Schulze<br />
bereits, als sie eine dreijährige Ausbildung zur Schauwerbegestalterin<br />
absolvierte, danach würde sie Kunst<br />
studieren. Zwei Jahre des Studiums der Freien Kunst<br />
an der FH Ottersberg folgten und dann 1999 bis 2004<br />
die Zeit des Studiums an der Hochschule für Künste<br />
<strong>Bremen</strong>. Die zu diesem Zeitpunkt bereits anerkannten<br />
Künstlerinnen Karin Kneffel und Katharina Grosse unterwiesen<br />
sie und ermutigten sie ihrem künstlerischen<br />
Weg, auf dem sie sich schon früh mit dem Kleinen<br />
im Großen, wie mit der Schönheit in Blumenkelchen,<br />
beschäftigte zu folgen. Sie wurde Meisterschülerin<br />
13
14<br />
Ohne Titel (NW I), 2020, Acryl auf Wand, Wandgröße 300 x 550 x 550 cm
ei Karin Kneffel und konzentrierte sich neben der<br />
Darstellung großformatiger Pflanzen auf das Thema<br />
Haut. Das darauf folgende Studium an der Iceland<br />
Academy of the Arts Reykjavik und seither immer<br />
wieder unternommene Arbeitsaufenthalte - sie erhielt<br />
ein DAAD Reisestipendium für Graduierte - und Reisen<br />
nach Island prägten außerdem ihren Arbeitsstil.<br />
Die Insel mit ihrer rauen Schönheit faszinierte sie und<br />
inspirierte sie in verschiedene neue Richtungen. Erste<br />
Studien zu Wasserfällen und Quellen, Gletschern und<br />
nicht zuletzt dem Meer entstanden, die eingehende<br />
Darstellung von Wasseroberflächen ist bis heute ihr<br />
Thema genauso wie die Konzentration auf die Darstellung<br />
von Wolkenansichten.<br />
Marina Schulze überzeugte mit dieser Kunst von Anfang<br />
an, erhielt verschiedene Stipendien und bekam<br />
mehrere Preise verliehen wie 2001 den 1. Preis, Nordwestkunst<br />
der Kunsthalle Wilhelmshaven, 2008 den<br />
2. Rang des Kunst am Bau Wettbewerb, Bundesministerium<br />
für Landwirtschaft, Berlin, und 2009 den 2.<br />
Platz des 1. Nordseekunstpreis Spiekeroog. Bis heute<br />
nimmt sie regelmäßig an Gruppenausstellungen teil<br />
und hat kontinuierlich zahlreiche Einzelausstellungen<br />
im Norddeutschen Raum in Städten wie <strong>Bremen</strong>, Oldenburg,<br />
Hamburg, Hannover, aber auch im Süddeutschen<br />
Raum in Freiburg und München.<br />
In Augsburg ist gerade eine Ausstellung mit zahlreichen<br />
ihrer Bilder zu Ende gegangen. Sie trug den<br />
Titel „Falsche Fährten“, weil die Künstlerin mit solcher<br />
Benennung dann doch gerne einen Hinweis auf die<br />
richtige Fährte zum Inhalt ihrer Bilder gibt.<br />
Ab 06.11. 2022 wird sie ihre Arbeiten in einer Einzelausstellung<br />
mit dem Titel „Auf’s Eis führen“ in der<br />
Galerie Falkenberg, Hannover, zeigen. Außerdem ist<br />
in der Kunsthalle <strong>Bremen</strong> ab 26.11.2022 eine Ausstellung<br />
mit den Titel „Sunset-Ein Hoch auf die sinkende<br />
Sonne“ geplant und es wird voraussichtlich eines<br />
ihrer beeindruckenden Arbeiten in Gelb und Orange<br />
zu sehen sein.<br />
Die Künstlerin Marina Schulze enthüllt mit ihrer Kunst,<br />
wie magisch die Dinge wirklich sind. Sie nimmt sich<br />
alle Freiheit und entführt aus dem Großen ins Kleine<br />
und aus dem Kleinen wieder zurück ins Große. Winzige<br />
getrocknete Farbreste, auf der Schulter einer Malerkollegin<br />
abfotografiert, haben Marina Schulzes Gedanken<br />
zur Tiefsee ins Rollen gebracht. Unsere Welt<br />
ist voller Dichte und Fülle, und daran zu erinnern hat<br />
sie sich mit jedem ihrer Werke zur Aufgabe gemacht.<br />
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15
Bremer Persönlichkeiten<br />
Barbara Lison<br />
Bibliothekarin und<br />
Kulturbotschafterin<br />
SERIE<br />
Barbara Lison, Direktorin der Stadtbibliothek <strong>Bremen</strong>, Trägerin des Bundesverdienstkreuzes am Bande<br />
16
Beeindruckend standfest – das einstige Polizeihaus von 1906<br />
beherbergt nun die Stadtbibliothek <strong>Bremen</strong>, Foto: Konstantin Zigmann<br />
Wissen Sie, was ein Coffee Table Book ist? Also, ich<br />
wusste es nicht, bis ich mit <strong>Bremen</strong>s berühmtester<br />
Bibliothekarin plaudern durfte. Die Auflösung gleich<br />
vorab. Ein Coffee Table Book, zu deutsch „Couchtischbuch“,<br />
ist ein dekoratives Wohnaccessoire, das<br />
zum Blättern und Schwelgen einlädt. Nicht nur für<br />
Gäste ist es ein Blickfang. Barbara Lison liebt schöne<br />
Bildbände: Über Kunst, über Reisen, übers Kochen.<br />
Und sie freut sich, wenn das „Publikum“, wie sie Leserinnen<br />
und Leser der Stadtbibliothek nennt, solche<br />
Kostbarkeiten ausleihen kann – in ihrer Bibliothek,<br />
der Stadtbibliothek am Wall, deren Direktorin sie ist.<br />
Lison. Da stand so ein Wagen mit der Aufschrift „just<br />
returned“. Prompt hat sie das auch in ihrer Bibliothek<br />
eingeführt. Klappt.<br />
33 Jahre UNI HIFI - 33 Jahre Spaß an Musik<br />
Die schlanke Frau, stets in schicke Kleider gewandet,<br />
geht voraus. Klack, klack, klack, federt sie elastisch<br />
in spitzen Pumps mit bemerkenswerten Pfennigabsätzen<br />
die Treppen des Gebäudes hinauf und hinab.<br />
Grüßt nach links und nach rechts. Das so genannte<br />
„Polizeihaus“, 1906 im historisierenden Stil der Neorenaissance<br />
erbaut und denkmalgeschützt, ist top in<br />
Schuss. Für Bürgerinnen und Bürger ist die Zentralbibliothek<br />
ein Treffpunkt, ein Ort der Kommunikation.<br />
Und ein idealer Platz zum Schlendern. „Wir fördern<br />
den Stöbereffekt“, sagt die Direktorin im Vorbeigehen<br />
und weist auf einen Wagen, auf dem jüngst zurückgegebene<br />
Bücher stehen. „Leserinnen und Leser,<br />
die ohne festen Lektürewunsch hierherkommen,<br />
interessiert das“, berichtet sie. Was andere vor ihnen<br />
ausgeliehen haben, gibt offenbar angesichts der Fülle<br />
von mehr als 500.000 Medien Halt. „Ich habe das<br />
zum ersten Mal in Australien gesehen“, sagt Barbara<br />
Fast das gesamte Portfolio von der britischen<br />
Traditionsmanufaktur bei uns vorführbereit.<br />
So auch der neuste Verstärker:<br />
der Elicit in der fünften Generation (Bild) -<br />
der erste Vollverstärker in der Geschichte<br />
von rega mit Digitaleingang!<br />
17
Karla Götz im Gespräch mit Barbara Lison, umgeben von Klassikern der deutschen Literatur im 1. Stock der Stadtbibliothek<br />
Bei den Sonntagsöffnungszeiten, die in einem Probelauf<br />
gut angenommen wurden, hat sie sich allerdings<br />
die Zähne ausgebissen. Was für Museen gilt, darf für<br />
Bibliotheken nicht gelten. „Das Bundesarbeitszeitgesetz<br />
erlaubt das nicht“, bedauert die rührige Chefin,<br />
die nach eigener Aussage seit 20 Jahren an diesem<br />
Strang zieht. „Wir haben so viel Bestätigung von unserem<br />
Publikum bekommen, als wir das im Pilotprojekt<br />
getestet haben.“ Endlich könne die ganze Familie<br />
mal gemeinsam in die Bibliothek, zitiert sie ein Lob<br />
eines Familienvaters.<br />
Aufgeben? Eher nicht. Die eloquente Frau hat etwas<br />
Kämpferisches an sich. Das haben andere offenbar<br />
auch bemerkt. Seit August 2021 ist sie die Präsidentin<br />
des Bibliotheksweltverbandes, der International<br />
Federation of Library Associations. „Wow, höher<br />
hinauf geht es nicht“, kommentiert unser Art Director<br />
Konstantin Zigmann, der das Interview fotografierend<br />
flankiert. Ein kurzer Blick auf Barbara Lisons<br />
biografische Vorgeschichte: Nach dem Studium der<br />
Slawistik und Geschichte und einem Intermezzo als<br />
Russischlehrerin in Düsseldorf wechselte sie ins Bibliotheksfach.<br />
Bis 1992 leitete sie die Stadtbibliothek<br />
Oldenburg, um dann im selben Jahr an eine der<br />
größten kommunalen Bibliotheken Deutschlands zu<br />
wechseln – nach <strong>Bremen</strong>. „Schon in Oldenburg habe<br />
ich mit Verbandsarbeit begonnen“, sagt sie. Warum?<br />
„Ich wollte deutlich machen, dass Bibliotheken wichtige<br />
Akteure im gesellschaftlichen und kulturellen<br />
Leben sind. Dafür werbe ich seither um politische und<br />
finanzielle Unterstützung. Wenn Sie so wollen, Lobbyarbeit.<br />
Aber nicht nur regional auf eine Einrichtung<br />
begrenzt, sondern systemisch.“ Bibliotheksmitarbeiterinnen<br />
und -mitarbeiter seien in der Regel sehr<br />
bescheidene Leute. „Sie stellen nicht selten ihr Licht<br />
unter den Scheffel.“ Über gute Arbeit müsse man aber<br />
auch sprechen, meint die Direktorin und jetzige Präsidentin.<br />
Das tut sie nun nicht nur in <strong>Bremen</strong>, Deutschland<br />
oder Europa, sondern inzwischen auch weltweit.<br />
Andreas Bovenschulte, <strong>Bremen</strong>s Bürgermeister und<br />
zugleich Kultursenator, pries ihre Ernennung mit den<br />
Worten, <strong>Bremen</strong> habe eine „Kulturbotschafterin auf<br />
internationalem Parkett“.<br />
18
Wie sieht das nun ganz praktisch aus? In einem Onlineartikel<br />
stand sinngemäß zu lesen, sie frühstücke<br />
selten in ihrem gemütlichen Altbremer Haus im Viertel,<br />
sondern in irgendeinem Hotelzimmer in einem<br />
anderen Land. Stimmt das? „Unsere Geschäftsstelle<br />
ist in Den Haag, da muss ich öfter hin“, beginnt die<br />
Gesprächspartnerin ihre Aufzählung. Kürzlich war sie<br />
auf einem dreitägigen Kongress in Washington. Der<br />
nächste ist in Dublin, im kommenden Jahr in Rotterdam.<br />
Zuvor war sie in Ankara, in Athen und in Katar.<br />
Das fällt ihr jetzt so auf die Schnelle ein. Wer leitet<br />
während ihrer Abwesenheit die Bremer Bibliothek?<br />
„Ich habe eine wunderbare Stellvertreterin und einen<br />
wunderbaren Stellvertreter“, sagt die Direktorin. „Ohne<br />
die ginge das nicht.“ Auch Kulturstaatsrätin Carmen<br />
Emigholz unterstütze sie stetig. Außerdem sei sie mit<br />
ihrer Bibliothek stets online verbunden, egal wo sie<br />
gerade sei.<br />
Kunst auf Zeit – 2600 Bilder, Grafiken, Unikate in der Kunstausleihe<br />
Womit beschäftigt sich denn der Bibliotheksweltverband,<br />
in dem sie zwei Jahre oberste Chefin ist? „Wir<br />
erarbeiten für die Bibliotheken Formate, Standards<br />
und Richtlinien. 160 Länder sind bei uns Mitglied.“<br />
Wichtig sei auch die Vernetzung mit UNO, UNESCO,<br />
dem Verlegerverband und dem internationalen Museumsverband,<br />
um nur einige zu nennen. Momentan<br />
stehe Nachhaltigkeit im Fokus. Dazu hält sie Vorträge<br />
oder gibt Impulse, so genannte Keynotes. Es geht<br />
um die 17 Ziele auf der Agenda der Vereinten Nationen,<br />
um die „Sustainable Development Goals“. Freier<br />
Zugang zu Informationen und damit zur Bildung sei<br />
eines davon, unterstreicht die Präsidentin. Sie habe<br />
sich gedacht, wenn sie schon so aufklärend unterwegs<br />
sei, müsse das eigene Haus auch etwas Besonderes<br />
vorweisen können. „Bei uns hat sich sofort<br />
eine Arbeitsgruppe gebildet“, berichtet Barbara Lison<br />
nicht ohne Stolz. Für Kolleginnen und Kollegen wurde<br />
19
Gesellschaftsspiele haben einen eigenen Bereich in der Bibliothek und können dort auch gleich gespielt werden.<br />
eine Kleidertauschbörse organisiert, in einer internen<br />
Nachhaltigkeitsecke werden nicht abgelaufene Lebensmittel<br />
angeboten. „Kopien der Nachhaltigkeitsziele<br />
hängen bei uns sogar in allen Toiletten“, nennt<br />
sie ein Kuriosum. Natürlich finden auch Vorträge und<br />
Diskussionen statt. Ein zweites ganz wichtiges Thema<br />
ihrer internationalen Arbeit sei das Urheberrecht. Dabei<br />
stehe die Zusammenarbeit mit der Weltorganisation<br />
für geistiges Eigentum im Mittelpunkt.<br />
Schlaucht Sie die ständige Reiserei nicht? Lautet die<br />
nächste Frage an die 65-Jährige. „Eigentlich nur vorher,<br />
wenn ich den Koffer packen muss“, kommt es<br />
zurück. Sei sie dann erst einmal unterwegs, habe sie<br />
Spaß daran. Es dürfe nur nicht so etwas passieren wie<br />
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vor ein paar Tagen, als sie auf der Rückfahrt von einem<br />
Kongress in Münster steckenblieb und erfuhr, der<br />
Zug habe 180 Minuten Verspätung. „Das schlaucht<br />
dann schon.“<br />
Nun kommt eigentlich die allerwichtigste Frage an<br />
die Expertin: Hat das Buch eine Zukunft oder wird es<br />
aussterben? So wie die Vinylplatten, die heute nur<br />
noch Liebhaberstücke sind und dann von CD’s abgelöst<br />
wurden, die inzwischen durch Streamingdienste<br />
ersetzt werden? „Die Bedeutung von physischen<br />
Büchern nimmt nicht ab“, antwortet die Fachfrau im<br />
Brustton der Überzeugung. „Es gibt viel Bedarf zum<br />
Beispiel an Romanen, Kochbüchern und an schönen<br />
Bildbänden. Den wird es immer geben.“ Sicherlich sei<br />
im Wissenschaftsbereich das Gros inzwischen digitalisiert.<br />
„Außer vielleicht bei den Geistes- und Sozialwissenschaften.“<br />
Aber in einer öffentlichen Bibliothek<br />
habe das Buch Bestand. „Die digitale Entwicklung<br />
machen wir mit, aber nicht unkritisch“, unterstreicht<br />
Barbara Lison. Lehr- und Lernangebote, Tutorials und<br />
Anleitungen sowie E-Books seien für das Publikum<br />
selbstverständlich verfügbar. Dazu gebe es technische<br />
Möglichkeiten, die man zu Hause nicht habe. „Wir<br />
bieten eine Virtual Reality Station mit Brille oder eine<br />
TagScreen Wand an, wo auf digitalem Wege zum<br />
Beispiel Graffiti erstellt werden können.“ Die Ausleihe<br />
erhole sich nach dem Corona-Knick langsam wieder,<br />
sagt sie. Allerdings gibt es auch Veränderungen, auf<br />
20
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EINFACH. IT‘S ELEMENTS!<br />
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3D-Badplaner und Video-Beratung<br />
Dafür ist ELEMENTS wie gemacht. Im<br />
einladenden Ambiente arbeiten Fachhandwerker<br />
und Badverkäufer Hand in<br />
Hand mit viel Herz und Leidenschaft, von<br />
der ersten Planungsidee bis zur finalen<br />
Badübergabe. Wer sich vorab ein Bild<br />
vom künftigen Bad machen möchte: Die<br />
Website www.elements-show.de ist<br />
mit digitalen Features vom 3D-Badplaner<br />
bis zur exklusiven Video-Beratung eine<br />
Top-Anlaufstelle. Nicht grundlos wird<br />
ELEMENTS von Deutschlands Verbraucherinnen<br />
und Verbrauchern regelmäßig im<br />
größten Service-Ranking hierzulande<br />
zum „Besten Badausstatter“ gewählt.<br />
Viele wissen: Der einfachste Weg zum<br />
neuen Bad beginnt mit ELEMENTS.<br />
Mehr als nur Schwarz und Weiß:<br />
ELEMENTS bringt Farbe ins Bad<br />
Hier trifft sich das „Who is who“ der<br />
deutschen und internationalen Markenhersteller.<br />
Von der Designer-Wanne, frei<br />
im Raum stehend, bis zur Walk-in-Dusche<br />
im urbanen Loft-Style liefern sie jene Elemente,<br />
aus denen ELEMENTS dann den individuellen<br />
Traum vom Bad „komponiert“.<br />
Bei Deutschlands Verbrauchern kommt<br />
die Rundum-sorglos-Betreuung mit der<br />
persönlichen Note, die an mittlerweile<br />
260 Standorten miterlebt werden kann,<br />
bestens an. Auf dem einfachsten Weg zum<br />
neuen Bad ist zeitloses Weiß noch immer<br />
nachgefragt, an der Wand, bei der Keramik<br />
wie bei den Badmöbeln. Doch immer<br />
mehr bekennen Farbe – und setzen neue<br />
Akzente. Statt klassischem Chrom ziehen<br />
heute Schwarz oder Kupfer ein.<br />
Mattschwarz und gebürstetes Kupfer<br />
„Immer mehr Kunden finden den Kontrast<br />
zwischen den schwarzmatten Armaturen<br />
und der weißen Keramik sehr stylisch.<br />
Auch Oberflächen wie gebürstetes Kupfer<br />
sind bei Armaturen sehr beliebt“, sagt<br />
ELEMENTS-Expertin Rita Janssen. Dazu<br />
stoßen farbige Duschwannen, die an<br />
die Bodenfliesen angepasst werden, auf<br />
immer regeres Interesse. Funktion trifft<br />
auf Form – und Farbe: Das gilt für die modernen<br />
Heizkörper, die in Lindgrün und<br />
warmen Naturtönen ebenso strahlen wie<br />
im coolen Anthrazitgrau. Das Ende eines<br />
Klassikers? „Auf keinen Fall. Weiß bleibt<br />
und blüht sogar neu auf. Gefragt sind neuerdings<br />
Keramikoberflächen in Mattweiß,<br />
die auch in der Haptik höchst spannend<br />
sind.“ Grundsätzlich stelle man fest, so Rita<br />
Janssen, dass viele etwas haben möchten,<br />
das nicht dem Standard entspricht, was<br />
einfach mal „was anderes ist“.<br />
ELEMENTS-SHOW.DE<br />
21
Lesegarten oberhalb des Eingangsfoyers<br />
die die Bibliothek reagiert. Reagieren muss, denn der<br />
pauschale Etat ist endlich. Wenn also, wie die Mitarbeiterinnen<br />
und Mitarbeiter evaluiert haben,<br />
das Ausleihverhalten bei DVDs nachlässt<br />
(Lison: „Netflix und Co haben übernommen“),<br />
dann wird nachgesteuert. Hingegen<br />
gehe die Nachfrage nach CDs kaum<br />
zurück.<br />
Sie selbst mag dieses Medium. Barbara<br />
Lison liebt Jazz, Rock und Blues. Dafür<br />
braucht sie auch die kompakten Scheiben. „Ich<br />
habe ein altes Auto, das hat noch einen Player,<br />
und ich höre gern Musik während des Fahrens.“<br />
Naja, zugegeben, einen Streamingdienst<br />
hat sie trotzdem abonniert. Von<br />
schönen, repräsentativen Büchern<br />
einmal abgesehen, sprechen<br />
sie Architektur, Bildende Kunst<br />
und vor allem Fotografie stark an.<br />
„Ich selbst fotografiere nur mit dem Handy. Das<br />
macht Spaß. Ich stelle gern gelungene Fotos<br />
bei Instagram ein.“ Wenn sie einmal mit der<br />
Arbeit aufhört, soll der 150 Quadratmeter große<br />
Garten an ihrem Altbremer Haus auf Vordermann<br />
gebracht werden. „Den will ich dann für mich nutzen.“<br />
Im August 2023 endet ihre Tätigkeit als Präsidentin<br />
des Weltverbandes. Im September desselben Jahres<br />
wird sie dann auch ihren Chefsessel räumen und<br />
die Stadtbibliothek verlassen. „Das ist dann vorbei für<br />
mich.“ Sie wünscht sich eine gute Nachfolgerin oder<br />
einen guten Nachfolger. „Jemand, der nicht<br />
das macht, was ich gemacht habe, sondern<br />
eigene, vielleicht ganz andere Ziele hat.“ Für<br />
die Zukunft „ihrer“ Bibliothek hofft sie, „dass<br />
die politisch Verantwortlichen sie nach wie vor<br />
als wichtige Kultureinrichtung sehen“.<br />
Für ihr beharrliches Engagement in Sachen<br />
Vermittlung von Büchern und Medien hat Barbara<br />
Lison die höchste Auszeichnung erhalten,<br />
die man sich denken kann. Im Februar dieses<br />
Jahres überreichte ihr Bürgermeister Bovenschulte<br />
das Bundesverdienstkreuz am Bande.<br />
„Auch während der Corona-Pandemie<br />
setzt sie sich für gesellschaftlichen<br />
Zusammenhalt, Vernetzung<br />
und Austausch innerhalb der Bibliothekswelt<br />
ein, aber auch dafür,<br />
dass diese für Bremerinnen und Bremer wieder<br />
geöffnet wird“, lobte der Chef des Bremer Senats.<br />
Ein großartiges Kompliment.<br />
Text: Karla Götz<br />
Fotos: Konstantin Zigmann und Stadtbibliothek<br />
Illustrationen: AAT FURNITURE, vecteezy.com<br />
22
Wie<br />
nachhaltig<br />
sind wir?<br />
TIPP<br />
So bewirken wir Gutes mit unserem Geld<br />
An guten Ideen mangelt es wahrlich nicht. Unternehmen setzen sich Ziele zur Nachhaltigkeit<br />
und auch Verbraucherinnen und Verbraucher können ihren Einkauf inzwischen nachhaltig<br />
gestalten. Aber wie sieht es bei Finanzen aus? Geld ist schließlich Geld...<br />
Tatsächlich geht es bei der Sparkasse <strong>Bremen</strong> in<br />
jedem Anlagegespräch darum, wie nachhaltig Kundinnen<br />
und Kunden Geld anlegen möchten. Auf den<br />
ersten Blick ungewöhnlich. „Das ist bei uns mehr als<br />
die Umsetzung gesetzlicher Regelungen“, erklärt Ulrike<br />
Nietsch, Vermögensberaterin in der Stadtteilfiliale<br />
Horn-Lehe. „Wer investiert, schaut nicht nur auf die<br />
Rendite – viele möchten, dass ihr Geld zusätzlich Sinn<br />
stiftet.“ Möglich machen dies verschiedene Anlageformen.<br />
Bekannt sind Investmentfonds, die allgemein<br />
auf nachhaltige Aktien oder auf einzelne Themen wie<br />
Umweltschutz, Wasserversorgung<br />
und Mikrofinanzierung<br />
setzen. Relativ<br />
neu hingegen sind Roboadvisor,<br />
die in nachhaltige<br />
Wertpapiere investieren. Hierbei werden die Anlageentscheidungen<br />
maßgeblich von einer künstlichen<br />
Intelligenz „errechnet“.<br />
„Entscheidend ist die Frage, ob ich persönlich nachhaltiger<br />
werden möchte“, gibt Nietsch zu bedenken.<br />
Erst danach sollte es eine Rolle spielen, ob sich wie bei<br />
<strong>Bremen</strong>Kapital eine Person oder bei Smavesto ein Algorithmus<br />
um die Anlage kümmert. Daneben sieht die<br />
Beraterin einen weiteren Vorteil: „Bei der Geldanlage<br />
entscheide ich mich nur einmal für Nachhaltigkeit. Im<br />
Alltag treffe ich die Entscheidung immer wieder neu,<br />
zum Beispiel indem ich das Fahrrad oder das Auto<br />
benutze.“<br />
„Mein Tipp: Nehmen Sie sich 30 Minuten Zeit<br />
für ein Anlagegespräch – digital oder vor Ort.“<br />
Herzstück eines nachhaltigen Investmentfonds ist<br />
die Auswahl der infrage kommenden Aktien. Im Fall<br />
von <strong>Bremen</strong>Kapital FairInvest erfolgt sie durch einen<br />
unabhängigen Partner, der transparente und feste<br />
Kriterien aufstellt. Das ist wichtig, um das nachhaltige<br />
Anlageziel zu erreichen. Unternehmen haben vielleicht<br />
den CO2-Austoß gesenkt, aber die Produkte oder<br />
Handelspartner richten Umweltschäden an.<br />
Bei klassischen Anlagen spielt es zudem eine Rolle,<br />
wem die Menschen ihr Geld anvertrauen: Bleibt es in<br />
der Region, steht es dem<br />
lokalen Wirtschaftskreislauf<br />
in Form von Krediten<br />
wieder zur Verfügung?<br />
Firmenkredite sind eine<br />
wichtige Voraussetzung, um Innovationen voranzutreiben<br />
und Arbeitsplätze vor Ort zu sichern. So verwundert<br />
es nicht, dass die Sparkasse <strong>Bremen</strong> alleine<br />
aus ihrer Historie heraus ein nachhaltiges Geschäftsmodell<br />
betreibt. Hinzugekommen ist eine Nachhaltigkeitsstrategie,<br />
die Teil der Unternehmensstrategie<br />
ist. So bekennt sich das Kreditinstitut zum Prinzip der<br />
Nachhaltigkeit, das den wirtschaftlichen Fortschritt mit<br />
sozialer Gerechtigkeit und dem Schutz der Umwelt<br />
verbindet. Insgesamt fokussiert die Sparkasse <strong>Bremen</strong><br />
in ihrer Nachhaltigkeitsstrategie auf vier Themenbereiche:<br />
Natur und Umwelt, Mensch, Produkte und<br />
Dienstleistungen und Transparenz.<br />
Ulrike Nietsch, Sparkasse <strong>Bremen</strong><br />
23
SPIEL, SATZ UND SIEG…<br />
BECKER!?<br />
Haus Paula Becker, <strong>Schwachhauser</strong> Heerstraße 23<br />
HISTORIE<br />
24
See auf dem Riensberger Friedhof<br />
Lesen Sie die Überschrift, dann sind Sie, ohne es zu<br />
wollen, auf einer Spur, die Sie aus <strong>Bremen</strong> herausführt.<br />
Was daraus wurde, ist hinlänglich bekannt.<br />
Es gibt aber auch einen „Weg“ durch Schwachhausen,<br />
wo dieser Satz gefallen ist. Dabei geht es nicht<br />
nur um den „Bremer Lawn Tennis Verein von 1896“,<br />
sondern auch um das „Piepenbrink’sche Grundstück“<br />
an der Georg-Gröning-Straße, ein Tennisturnier von<br />
1894, die Familie Becker, einen Garten mit Tennisplatz,<br />
einen Bruder und einen „Tunnel“. Aber der Reihe<br />
nach.<br />
Starten wir in Gedanken auf dem Dobbenweg. Wir<br />
fahren „stadtauswärts“. Vorbei an der Bismarckstraße<br />
gelangt man zur Eisenbahnbrücke und somit automatisch<br />
auf die <strong>Schwachhauser</strong> Heerstraße.<br />
Unsere besondere Aufmerksamkeit gilt dabei dem<br />
Haus Nummer 23. Das befindet sich direkt hinter der<br />
Eisenbahn auf der rechten Seite. (FOTO 1)<br />
Man hat fast keine Chance, sich einen Eindruck zu<br />
verschaffen, wie es hier zu Zeiten von der Familie<br />
Becker ausgesehen hat. Abhilfe schafft dabei ein Besuch<br />
im Internet-Lexikon Wikipedia. Geben Sie dazu<br />
den Namen Paula Becker Haus ein. Führen wir uns<br />
vor Augen: Bis 1899 stand der Name „Becker“ auf<br />
dem Klingelschild. Das Grundstück gehörte der Bremer<br />
Staatsbahn, bei der Paulas Vater als Baurat tätig<br />
war.<br />
Gönnen wir uns mal einen Blick auf Paulas Familie. Da<br />
sind zunächst die Eltern Carl Woldemar und Mathilde<br />
Becker. Ihr Mädchenname ist „von Bültzingslöwen“.<br />
Ihre letzte Ruhestätte haben sie übrigens auf dem<br />
Riensberger Friedhof. Ebenso finden wir in der Grabstelle<br />
auch einige ihrer Geschwister. Die Wurzeln der<br />
Familie liegen väterlicherseits in der Ukraine und mütterlicherseits<br />
in Schleswig-Holstein. Gewohnt haben<br />
Carl Woldemar und seine Frau in Dresden. Das ist<br />
auch der Geburtsort der Kinder.<br />
Da ergibt sich eine Frage, die man sich so nicht stellt,<br />
oder…? Was führt die Familie nach <strong>Bremen</strong>? Der<br />
Grund ist ein Attentat. Der Täter war Paulas Onkel<br />
Oskar Becker. Ein Bruder ihres Vaters. Das Opfer war<br />
Wilhelm Friedrich Ludwig von Preußen. Aus diesem<br />
wird im Laufe der Geschichte Kaiser Wilhelm I. Rufen<br />
wir uns hier zur Disziplin. Wer das weiterverfolgen<br />
Authentisch bleiben –<br />
bis zuletzt.<br />
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25
der Scharnhorststraße beim „1. Bremer-Lawn-Tennis<br />
Club“? Die Antwort liegt näher als man denkt. Im Garten<br />
des Hauses Nummer 23 befand sich bereits ein<br />
Tennisplatz.<br />
Die heutige Tennis-Halle vom Bremer Tennisverein von 1896 e.V.<br />
in der Scharnhorststraße 75<br />
möchte, dem sei das Buch „Clara und Paula“ von der<br />
Autorin Gunna Wendt sehr ans Herz gelegt.<br />
Kommen wir zurück zu Paula und blicken mal auf ihre<br />
Geschwister. Paulas ältester Bruder ist Kurt. Er wird<br />
später als Dr. med. Kurt Becker-Glauch bekannt. Es<br />
folgt Schwester Bianca Emilie (genannt Milly). Diese<br />
wird den Kaufmann Johannes Rohland aus Basel heiraten.<br />
Dann kommt Minna Hermine Paula – so lautet<br />
ihr vollständiger Name. Es folgen mit Günther und<br />
Hans zwei weitere Brüder. Den Abschluss der Kinderschar<br />
bilden 1885 die Zwillinge Herma und Henry<br />
(„Henner“).<br />
Beschäftigen wir uns nun wieder mit dem Haus an<br />
der <strong>Schwachhauser</strong> Heerstraße 23. Betritt man das<br />
Haus, dann kann man an den Wänden im Flur das ein<br />
oder andere Foto der Familie entdecken. Ganz in Ruhe<br />
kann man diese auch unter haus-paula-becker.de<br />
betrachten. Auffallend ist das Foto, wo ein Großteil der<br />
Familie einen Tennisschläger in der Hand hält.<br />
Wo konnten sie denn ihrem Hobby nachgehen? In<br />
Machen wir an dieser Stelle mal einen kurzen Ausflug<br />
in die Sportgeschichte, vielmehr Tennissport-<br />
Geschichte, in Schwachhausen. Der „weiße Sport“<br />
wurde „mitgebracht“. Und zwar von den Bremern, die<br />
ihn in England oder den Kolonien kennengelernt hatten.<br />
So gab es erste Plätze in den Gärten der Privat-<br />
Häuser. Man findet auch Hinweise auf einen Tennisplatz<br />
an der Meierei im Bürgerpark. Ferner werden<br />
mehrfach drei Tennisplätze an der Georg-Gröning-<br />
Straße erwähnt. Entstanden sind diese auf dem<br />
„Piepenbrink`schen Grundstück“. Das lag zwischen<br />
der heutigen Joseph Haydn Straße und Schubertstraße.<br />
Laut Bremer Adressbuch aus dem Jahre 1893<br />
kann man den Rest der Straße als „Bauplatz“ bezeichnen.<br />
Die Liste derer, die Anteile für das „Projekt“<br />
gezeichnet haben, liest sich wie ein „Who is Who“ der<br />
Bremischen Kaufmannschaft. Mit den Herren Kulenkampff,<br />
Fritze, Knoop und Melchers seien nur einige<br />
genannt. Schon ein Jahr später findet dort ein erstes<br />
größeres Turnier statt. Folgt man den Quellen, dann<br />
markiert das einen Meilenstein in der Bremer Sportgeschichte.<br />
Relativ in Vergessenheit geraten ist, dass<br />
es auch eine begeisterte Tennisspielerin gab, ohne die<br />
das Turnier nie hätte realisiert werden können. Wenn<br />
man so möchte, dann kann man sie durchaus als<br />
Sponsorin bezeichnen. Ihr Name: Stephanie Deetjen.<br />
Vermutlich sind Sie gedanklich im gleichnamigen<br />
„Tunnel“? Der Namensgeber war ihr Vater Gustav<br />
Deetjen. Über die finanziellen Verhältnisse der Familie<br />
kann man übrigens im Bremischen Jahrbuch eine<br />
Antwort finden. Im Band Nummer 78 aus dem Jahre<br />
1999 findet sich ein Aufsatz von Günter Rohdenburg<br />
mit dem Titel „Straßen der Millionäre“. Darin finden<br />
wir die TOP 10 der reichsten Personen <strong>Bremen</strong>s. Auf<br />
Martina Ritscher<br />
Goldschmiedemeisterin<br />
Auf dem Alrusch 15 I 27751 Delmenhorst I 0171 9501055<br />
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26
dem ersten Platz ist Stephanie Deetjen. Mit einigem<br />
Abstand folgen klangvolle Namen wie Melchers, Wätjen,<br />
Marwede und Schütte.<br />
Nun zurück zu Paulas Bruder. Laut den Teilnehmerlisten,<br />
die man im Internet einsehen kann, gehörte<br />
er auch zu den Teilnehmern des „1. Bremer-Lawn-<br />
Tennis-Turniers“ im Jahr 1894. Also kann man sagen,<br />
dass in der Georg Gröning Straße „Spiel, Satz und<br />
Sieg… Becker“ durchaus gefallen ist.<br />
Da man das Turnier als einen Erfolg betrachten<br />
konnte, sollte es bereits ein Jahr später zur Neuauflage<br />
kommen. Allerdings waren alle dafür, dass eine<br />
modernere Tennis-Anlage her musste. Dazu setzen<br />
wir unseren „Weg“ fort und begeben uns in die<br />
Scharnhorststraße. Halten wir vor der Nummer 75,<br />
dann befindet sich dort <strong>Bremen</strong>s ältester Tennisclub.<br />
Besuchen Sie die Internetseite des Vereins unter<br />
www.btv1896.de, dann lohnt sich das „Anklicken“ des<br />
Wortes „Der Verein“. Dort wird darauf verwiesen, dass<br />
die ersten Bälle des Vereins auf dem Turnier 1894<br />
geschlagen wurden. Es kam zur Gründung und zum<br />
Umzug des Vereins an die heutige Adresse. Miterlebt<br />
und kommentiert hat dies eine andere bekannte<br />
Dame aus Schwachhausen. Die Rede ist von Elisabeth<br />
Segelken. Das Buch heißt „Eine Fahrt in die Vergangenheit“.<br />
Was ist denn nun mit Henner Becker? Seine Tenniskarriere<br />
hat er nicht weiter folgt. Ganz im Gegenteil.<br />
Er beginnt eine Ausbildung beim Norddeutschen<br />
Lloyd. Später wird er als Steuermann und Kapitän zur<br />
See fahren. Nach dem Ersten Weltkrieg ist er bereits<br />
Werftdirektor. Seine frühe Liebe zur Seefahrt mag<br />
man vielleicht schon auf einem Porträt von ihm erkennen.<br />
Selbstredend, dass dieses von seiner Schwester<br />
Paula Becker ist. Im Hintergrund kann man einen<br />
Fluss und Schiffe sehen. Möchte man einen Blick auf<br />
das Bild „riskieren“, dann wird man im Internet fündig.<br />
Geben Sie dazu ein: „Bildnis eines Bruders Henner<br />
Becker“.<br />
Henner Becker wird auch eine Familie gründen. Seine<br />
Frau Charlotte ist eine geborene Nielsen. Eine ihrer<br />
Schwestern war übrigens mit Senator Hermann Apelt<br />
verheiratet. Charlotte war in erster Ehe mit dem Maler<br />
Anton Albers d.J. verheiratet. Eines ihrer Kinder war<br />
<strong>Bremen</strong>s erfolgreichster Segler Dirk Albers. Laut Bremer<br />
Adressbuch wohnte die Familie „Im Buschdeel“<br />
in Rönnebeck. Viel zu früh verstirbt Henry Becker im<br />
Jahr 1949. Seine letzte Ruhestätte ist auf dem kirchlichen<br />
Friedhof in <strong>Bremen</strong>-Farge.<br />
Text: Christine Renken<br />
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Bremerhaven: A27 /Abfahrt Universität<br />
Osnabrück /Hannover: A1 /Abfahrt Hemelingen<br />
Oldenburg: A28, B75 Richtung Hauptbahnhof<br />
Bus- und Straßenbahnverbindungen:<br />
Stern: Linie 6/8<br />
Hollerallee (Stern): Linie 24<br />
<strong>Schwachhauser</strong> Heerstr.(Hollerallee): Linie 1/4/5<br />
Hollerallee 45 ·28209 <strong>Bremen</strong><br />
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27
BTV<br />
VEREIN<br />
1896<br />
Tennisplätze und Gastronomie inmitten von Schwachhausen, Foto: BTV<br />
Der Bremer Tennisverein von 1896 ist <strong>Bremen</strong>s ältester<br />
Tennisverein. Er befindet sich auf einer wunderschönen<br />
grünen Oase mitten in der Stadt – im<br />
Herzen von Schwachhausen.<br />
Der Verein verfügt über 10 gepflegte Außenplätze,<br />
eingefasst zwischen Hecken, die eine ideale Spielfläche<br />
darstellen für Anfänger und Profis gleichermaßen.<br />
Eine großflächige Grünanlage mit hochgewachsenen<br />
Kastanien lädt zum Verweilen und Zuschauen ein. Für<br />
den Winter verfügt der Verein über 3 Hallenplätze, so<br />
dass hier ganzjährig Tennis gespielt werden kann. Man<br />
erreicht den Verein über die Scharnhorststraße 75.<br />
die das Tennis spielen erst noch erlernen oder in ihrer<br />
Freizeit die schöne Anlage bei einem entspannten<br />
Spiel genießen wollen. Der Verein nimmt gerne<br />
noch Mitglieder auf – alle dazu notwendigen<br />
Informationen findet man<br />
auf der Webseite des Vereins unter<br />
btv1896.de<br />
Diverse Mannschaften vertreten den Verein im<br />
Tennisverband <strong>Bremen</strong>-Niedersachsen und überregional.<br />
Und natürlich ist der Verein sehr stolz, dass<br />
seine 1. Herren in diesem Jahr in die Nordliga aufgestiegen<br />
sind. Genauso stolz ist der Verein auf die<br />
Jugendarbeit, die in diesem Jahr zu 13 gemeldeten<br />
Mannschaften im Juniorenbereich geführt hat, und<br />
von denen ganze 9 Mannschaften den Gruppensieg<br />
errungen haben.<br />
Tennisspielerinnen und Tennisspieler mit Interesse<br />
am Wettkampf und Mannschaftserlebnis sind genauso<br />
herzlich willkommen wie auch alle anderen,<br />
28
Für die neuen Mitglieder organisiert der Verein am<br />
Anfang der Sommersaison gemischte Turniere, so<br />
dass man sich gut kennenlernen kann. Es existiert<br />
eine aktive Hobbyliga, die auch Freizeitspielerinnen<br />
und -spielern die Möglichkeit bietet, Spielerfahrung zu<br />
sammeln oder neue tolle Freundschaften zu knüpfen.<br />
Der Verein ist sehr stolz, mit der Tennisschule von<br />
Mike Cole zusammenzuarbeiten, die äußerst engagiert<br />
und routiniert den Weg ins Tennisleben ebnet<br />
oder weiter an der Technik und Spielstärke für Punktund<br />
Turnierspieler aller Niveaus feilt. Mit Mike Cole<br />
hat der Verein den renommiertesten Tennisspieler in<br />
<strong>Bremen</strong>, von dessen Spielklasse und Training schon<br />
viele Jahrgänge profitiert haben und weiter profitieren<br />
werden.<br />
Die Jugendarbeit ist dem Verein äußerst wichtig. Momentan<br />
hat der Verein 200 Kinder und Jugendliche<br />
im Alter von 4 – 18 Jahre im Training auf dem Gelände.<br />
Für diese Altersgruppen bietet die Tennisschule<br />
Mike Cole in der ersten und letzten Sommerferienwoche<br />
Tenniscamps an, die Kindern ganztägig Tennis,<br />
Spaß und Unterhaltung bietet samt gemeinsamem<br />
Mittagessen.<br />
Der Verein freut sich, einen neuen Gastwirt auf seiner<br />
Anlage begrüßen zu dürfen. Die schöne Terrasse des<br />
Lokals lädt über das Spiel hinaus im Sommer zum<br />
Verweilen ein. Im Winter findet man im gemütlichen<br />
Innenbereich Platz. Geselliges Beisammensein<br />
bei leckeren Speisen und Getränken<br />
mit Blick auf die Plätze und das Grün<br />
ist für Mitglieder als auch für Gäste<br />
des Vereins möglich.<br />
Innenplätze, Foto: BTV<br />
Corona bedingt konnte die 125 Jahrfeier leider nicht<br />
stattfinden, doch im kommenden Sommer möchte der<br />
Verein endlich wieder gemeinsam feiern. Wir bauen<br />
hier auf rege Unterstützung der Vereinsmitglieder bei<br />
der Organisation des Fests und möchten an diesem<br />
Tag auch die Tür für Gäste öffnen – zum Kennenlernen<br />
und Feiern, sowie Spielen und für viele weitere<br />
Events.<br />
Wer jetzt neugierig geworden ist auf den Verein, der<br />
erreicht das Herz und die Seele des Vereins unter der<br />
Telefonnummer 0421 230 096 und der Mailadresse<br />
btv.1896@t-online.de<br />
„ Jeder Quadratmeter zählt!“<br />
Wohnflächenberechnung<br />
Grundrisse<br />
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Wohnzimmer<br />
Schlafzimmer<br />
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05<br />
Grundsteuerreform?<br />
Waren Sie am 1. Januar 2022 Eigentümer:in von<br />
Grundbesitz? Dann müssen Sie bis zum 31. Oktober 2022<br />
eine Erklärung abgeben.<br />
Carport<br />
Gern helfe ich Ihnen bei der Berechnung Ihrer Wohnfläche.<br />
29
Deutsches<br />
Museum<br />
ERLEBEN<br />
Blick auf das Deutsche Museum von Südwesten mit<br />
dem neuen Eingangsgebäude an der Uferstraße.<br />
Foto: Alexander Goettert | Deutsches Museum<br />
Das Deutsche Museum in München ist<br />
eines der größten, bedeutendsten und<br />
traditionsreichsten naturwissenschaftlichtechnischen<br />
Museen der Welt. Auf derzeit rund<br />
40 000 Quadratmetern Ausstellungsfläche<br />
an fünf verschiedenen Standorten gibt es gut<br />
30 Ausstellungen zu sehen, die eine riesige<br />
thematische Bandbreite zeigen: von der<br />
Atomphysik bis zur Luft- und Raumfahrt, von<br />
der Chemie bis zum Brücken- und Wasserbau,<br />
von den Musikinstrumenten bis hin zur<br />
Gesundheit.<br />
30
Die Besucherinnen und Besucher kommen ins Deutsche<br />
Museum, um eine einzigartige Sammlung zu sehen:<br />
vom ersten Benzinauto, den Druckmaschinen und<br />
Motoren bis zu den großen Flugzeugen. Sie kommen,<br />
weil hier naturwissenschaftliche Zusammenhänge so<br />
einfach erklärt werden, dass sie auch Kinder verstehen.<br />
Sie kommen, um einmalige Vorführungen zu sehen –<br />
wie die Modellbahn, das Mikroskopische Theater oder<br />
die Chemie-Shows – oder um am Foucault’schen Pendel<br />
die Drehung der Erde live zu erleben.<br />
Das Deutsche Museum gibt es seit 1903. Der Gründervater<br />
des Museums, Oskar von Miller, wollte einen Ort<br />
schaffen, an dem ein Gesamtüberblick über Naturwissenschaft<br />
und Technik gegeben wird – und zwar auch<br />
mit spielerischen Ansätzen, die es den Besucherinnen<br />
und Besuchern erlauben, Zusammenhänge mithilfe<br />
von Demonstrationen und Experimenten zu begreifen.<br />
1925 wurde sein Traum wahr: Das Ausstellungsgebäude<br />
auf der Museumsinsel, wie wir es heute kennen,<br />
wurde eröffnet.<br />
Doch das Deutsche Museum ist weit mehr als dieses<br />
Ausstellungsgebäude. Es besteht aus fünf Standorten,<br />
die jeder für sich ein Highlight sind: Im Verkehrszentrum<br />
werden mehr als 275 historische Autos, Züge,<br />
Über den Medientisch im Vordergrund lassen sich Informationen zu<br />
allen ausgestellten Objekten im großen Lebensmittelregal anzeigen.<br />
Foto: Deutsches Museum | Christian Illing<br />
Fahrräder und vieles mehr zum Thema Mobilität<br />
gezeigt – vom Benz-Motorwagen bis zum ICE. Die<br />
Flugwerft Schleißheim beherbergt einen Großteil der<br />
Luftfahrtsammlung des Deutschen Museums und<br />
zeigt mehr als 70 Fluggeräte – vom Lilienthalgleiter<br />
bis zum Eurofighter. Das Deutsche Museum Bonn ist<br />
das erste Museum für zeitgenössische Forschung und<br />
Technik in Deutschland und wird gerade zum zentralen<br />
Erlebnisort für Künstliche Intelligenz erweitert. Und<br />
im Deutschen Museum Nürnberg geht es um das<br />
Thema Zukunft – und um die Frage, wie aus Visionen<br />
Innovationen werden.<br />
Blick in die Ausstellungshalle am Standort Flugwerft Schleißheim, Foto: Deutsches Museum<br />
31
Fürther Straße • 28215 <strong>Bremen</strong><br />
Telefon 04 21 / 35 30 31<br />
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Geöffnet: Mo. – Fr. 8.00 – 18.00 Uhr<br />
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Tel. 0421 320077<br />
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Tel. 0471 44012<br />
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Der Moog IIIp: Den heute legendären Synthesizer entwickelte<br />
Robert Moog (1934–2005) 1968. Trotz seiner Größe ist der IIIp tragbar –<br />
„p“ steht für portable. Die beinahe 40 Module können über Kabel beliebig miteinander<br />
verbunden werden und ermöglichen unzählige Klangkombinationen. Dieser Moog IIIp ist eines<br />
der ersten Geräte dieser Bauart und der erste Synthesizer dieses Typs, der durch den Komponisten<br />
Eberhard Schoener nach Deutschland kam. Foto: Deutsches Museum München | Reinhard Krause<br />
Aber das Deutsche Museum ist viel mehr als ein Ausstellungsraum. Denn<br />
der Sinn eines Museums ist nicht nur das Ausstellen, sondern auch das<br />
Bewahren von Kulturgut. Zu den Sammlungen des Museums gehören<br />
mehr als 100 000 Exponate – wovon normalerweise gerade mal etwa<br />
25 000 ausgestellt sind, und Jahr für Jahr kommen rund 1000 Objekte<br />
dazu. Außerdem beherbergt das Museum mit fast einer Million Bänden<br />
die größte Museumsbibliothek Deutschlands. Das Archiv des Deutschen<br />
Museums ist mit fast fünf Regalkilometern das führende Spezialarchiv<br />
zur Geschichte von Naturwissenschaft und Technik. Hinzu kommen die<br />
Werkstätten des Museums, in denen einmalige Dioramen und Demon-<br />
Ihr Energie-Berater<br />
für <strong>Bremen</strong> und umzu<br />
32<br />
Blick in die Ausstellung zum Deutschen Zukunftspreis. Mit individuellen, modernen Modulen<br />
werden jeweils die Preisträger der vergangenen zehn Jahre präsentiert. Foto: Ansgar Pudenz
Reinthalerstraße 17A . D-28213 <strong>Bremen</strong><br />
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Erde werden. Die erste Etappe dieses Jahrhundertprojekts<br />
ist bereits geschafft. Der erste Teil des Ausstellungsgebäudes<br />
auf der Münchner Museumsinsel<br />
ist saniert und auf den Stand der Technik gebracht.<br />
Hier zeigen wir nun 20 völlig neu konzipierte oder<br />
aktualisierte Dauerausstellungen. Parallel dazu läuft<br />
jetzt die Modernisierung in der zweiten Hälfte des<br />
Gebäudes und die Entwicklung des Komplexes an der<br />
Ludwigsbrücke zum Forum der Zukunft.<br />
strationen geschaffen und Exponate restauriert werden.<br />
Und schließlich spielen auch das Forschungsinstitut<br />
und die Bildungsprogramme des Deutschen<br />
Museums eine große Rolle für die Wissensvermittlung.<br />
Alles in allem: Das Deutsche Museum ist schon<br />
jetzt weit mehr als einfach nur ein Museum.<br />
Aber die Institution ist noch längst nicht am Ziel. Im<br />
Rahmen der großen Zukunftsinitiative des Deutschen<br />
Museums wollen wir das modernste Museum der<br />
Denn Naturwissenschaft und Technik unterliegen<br />
einem steten Wandel – ebenso wie die Möglichkeiten<br />
zur Vermittlung des Wissens. Wir möchten auch im<br />
21. Jahrhundert Wissen aufregend und spannend<br />
erlebbar machen. Und wir wollen das Museum zu<br />
einem Ort machen, an dem die Gesellschaft ihre Zukunft<br />
verhandelt, an dem Menschen sich darüber<br />
austauschen können, was für einen Fortschritt sie sich<br />
wünschen und welche Aufgaben Wissenschaft und<br />
Technik dazu erfüllen müssen. Zudem wollen wir mit<br />
vielen digitalen Formaten die Sammlung des Deutschen<br />
Museums global sichtbar machen und neue<br />
Kommunikationsformen nutzen, um mit Menschen<br />
auf der ganzen Erde in Dialog zu treten.<br />
Museumsinsel 1<br />
80538 München<br />
deutsches-museum.de<br />
Weitere Standorte<br />
Verkehrszentrum München<br />
Flugwerk Oberschleißheim<br />
Deutsches Museum Nürnberg<br />
Deutsches Museum Bonn<br />
Preise<br />
Tageskarte 15 €<br />
Familienkarte 31 €<br />
Ermäßigt<br />
Tageskarte 8 €<br />
Kinder bis 5 Jahre frei<br />
Kinder unter 12 Jahren<br />
nur in Begleitung von<br />
Erwachsenen<br />
Der „Schrotttornado“ wirbelt durch die Wegwerfgesellschaft. Das Periskop<br />
auf ein Element gerichtet, starten Filme zu Rohstoffen oder Recycling.<br />
Foto: Deutsches Museum, München | Reinhard Krause Deutsches Museum<br />
Öffnungszeiten<br />
357 Tage im Jahr, täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet.<br />
33
EINKAUFSTIPPS<br />
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Sie sich etwas Neues zum Sommer. Mit diesen wunderbaren<br />
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35
<strong>Bremen</strong>s größtes Klassik Open Air!<br />
Wir freuen uns, endlich wieder im stimmungsvollen<br />
Umfeld des Bürgerparks an die Tradition der vielen<br />
unvergessenen Konzertabende anknüpfen zu dürfen.<br />
Zwei lange Jahre mussten wir pausieren - das ist für<br />
ein Jugendorchester eine lange Zeit!<br />
Aus der Besetzung des letzten Open Air Konzertes<br />
2019 sind nicht mehr viele Jugendliche aktiv. Viele<br />
haben inzwischen die Schule beendet und sind in<br />
der weiten Welt verstreut. 2022 werden also viele<br />
Jugendliche zum ersten Mal auf dieser Bühne sitzen<br />
und die beeindruckende Kulisse geniessen. Gut, dass<br />
Das Jugendsinfonieorchester <strong>Bremen</strong> unter der Leitung von Martin Lentz<br />
Das große Feuerwerk aus der Mitte des Hollersees<br />
36
Sonntag<br />
11.09.2022, 20 Uhr<br />
Panoramablick über den Hollersee, Fotos: Konstantin Zigmann<br />
das JSO im Juli eine Konzertreise mit acht Konzerten<br />
auf großen Festivals in Deutschland, Serbien, Montenegro<br />
und Bosnien-Herzegowina unternahm und so<br />
bestens vorbereitet ist.<br />
Das Jugendsinfonieorchester der Musikschule <strong>Bremen</strong><br />
präsentiert unter der Leitung von Martin Lentz in<br />
diesem Jahr gleich vier Solisten: Rocco Zedler (Klarinette)<br />
und Sebastian Büstgens (Bassetthorn) werden<br />
eines der wunderbaren Konzertstücke von Felix Mendelssohn<br />
Bartholdy interpretieren, Julia Bachmann<br />
(Sopran) und Patrick Zielke (Bass) als Gesangssolisten<br />
mit Werken von Mozart, Lortzing, Donizetti und Verdi<br />
auftreten. Dazu erklingt wie immer die „Feuerwerksmusik“<br />
von Georg Friedrich Händel und eine Reihe<br />
weiterer „Hollersee-Klassiker“ sowie einige Überraschungen.<br />
Herzlichen Dank an dieser Stelle auch an den Bürgerparkdirektor<br />
Herrn Tim Großmann, welcher ebenfalls<br />
während der vergangenen zwei Jahre auf dieses 32.<br />
Konzert hingearbeitet hat!<br />
37
Aug/Sep<br />
2022<br />
Abschluss, der Bauarbeiten, die Bremer Philharmoniker in ihren neuen Räumlichkeiten im Tabak-Quartier, Foto: xxxx<br />
Musikfest <strong>Bremen</strong>, Marktplatz, Foto: fotoetage<br />
33. Musikfest <strong>Bremen</strong><br />
20. August bis 10. September 2022<br />
38
Musikfest <strong>Bremen</strong>, Marktplatz, Foto: Nikolai Wolfffotoetage<br />
Vorhang auf für das 33. Musikfest <strong>Bremen</strong>! Weltoffen, ganz im hanseatischen<br />
Selbstverständnis, lockt es mit Musik aus fünf Jahrhunderten,<br />
dargeboten von den Besten ihres Fachs. Das verspricht Konzerterlebnisse,<br />
die mal verführen, anrühren, mal aufrütteln und aufwühlen, aber<br />
einen nie unbeteiligt zurücklassen. Vom 20. August bis zum 10. September<br />
präsentieren in 42 Konzerten Stars und entdeckungswürdige Newcomer*innen<br />
fesselnde Interpretationen von Musik verschiedener Epochen und Genres – in<br />
<strong>Bremen</strong>, Bremerhaven und im Nordwesten.<br />
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39
Bergen Philharmonic Orchestra, Foto: Oddleiv Apneseth<br />
Gleich die Eröffnung „Eine große Nachtmusik“ bietet<br />
als aufregendes Mit- und Nebeneinander von Klassik,<br />
Jazz und Weltmusik einen repräsentativen Querschnitt<br />
des Festivalprogramms – in neun Spielstätten<br />
zeitversetzt in drei Zeitschienen. Zu den Gästen zählen<br />
das Bergen Philharmonic Orchestra, die Niederländische<br />
Bachvereinigung, die Cappella Mariana, das<br />
delian::quartett & Ulrich Noethen, die Camerata RCO,<br />
das Capricornus Consort Basel, Rosy Frater-Taylor,<br />
das Hypnotic Brass Ensemble und das Babylon Orchestra.<br />
Hypnotic Brass Ensemble, Foto: Saddhi Khali<br />
Le Cercle de l’Harmonie & Jérémie Rhorer, Foto: Michael Bahlo<br />
Zu den hochkarätigen Darbietungen in den folgenden<br />
drei Wochen zählen Kammermusik mit Nicolas<br />
Altstaedt & Alexander Lonquich, ein Klavierabend<br />
mit Yulianna Avdeeva sowie das Festival-Debüt von<br />
Pablo Heras-Casado am Pult von Anima Eterna Brugge<br />
mit Bruckners siebter Sinfonie im Orignalklang. Der<br />
diesjährige Musikfest-Preisträger Philippe Jaroussky<br />
wiederum lässt seinen betörenden Countertenor mit<br />
den Gitarrenklängen von Thibaut Garcia verschmelzen.<br />
Doch damit nicht genug der Stimmenzauberei!<br />
Giuseppe Verdis berühmte Oper „Rigoletto“ erklingt<br />
wie zur Zeit des Komponisten. Jérémie Rhorer wird<br />
mit seinem auf historischen Instrumenten spielenden<br />
Orchester Le Cercle de l’Harmonie die Partitur neu<br />
erstrahlen lassen. Die hochkarätige Gesangsbesetzung<br />
um Stars wie Dalibor Jenis und Olga Peretyatko<br />
verspricht für dieses tiefgründige Musikdrama auch in<br />
konzertanter Form eine höchst lebendige Aufführung.<br />
40
Musik erinnern die Tallis Scholars in Sillenstede an das<br />
Goldene Zeitalter Spaniens, während die Akademie für<br />
Alte Musik Berlin und der RIAS Kammerchor in Löningen<br />
Händels Wirken in Rom nachspüren und das Vokalensemble<br />
Vox Luminis in Verden mit Werken von<br />
Thomas Tallis und Alessandro Striggio 40 Stimmen<br />
der Hoffnung aufblühen lässt.<br />
Zu den weiteren eingeladenen renommierten Klangkörpern<br />
zählen das Orchester des 18. Jahrhunderts,<br />
Il Giardino Armonico und das Chamber Orchestra of<br />
Europe. Dazu gesellen sich renommierte Solist*innen<br />
wie Alexander Melnikov, Patricia Kopatchinskaja, Avi<br />
Avital und Francesco Piemontesi. Während Die Deutsche<br />
Kammerphilharmonie <strong>Bremen</strong> die fünfte Sinfonie<br />
von Fazıl Say aus der Taufe hebt, wandeln die Bremer<br />
Patricia Kopatchinskaja, Foto: Julia Wesely<br />
Das Arp-Schnitger-Festival bietet im Orgelparadies<br />
rund um <strong>Bremen</strong> erneut nicht nur Solokonzerte,<br />
sondern unter Einbeziehung der Orgel in Grasberg<br />
Einblicke in die Kirchenmusik des Baltikums sowie in<br />
Ganderkesee eine Würdigung des 350. Todestags<br />
von Heinrich Schütz. Ebenfalls im Bereich der sakralen<br />
China Moses, Foto: Sylvain Norget<br />
Theo Croker, Foto: Cred Leighton Pope<br />
Philharmoniker zwischen den Welten – mit Antonín<br />
Dvořáks achter Sinfonie und Auszügen aus George<br />
Gershwins „Porgy and Bess“. Trompeter Theo Croker<br />
und Sängerin China Moses wiederum spüren den<br />
Wurzeln des Jazz in der afroamerikanischen Musik<br />
nach. Und bei der Reihe „Musikfest Surprise“ im BLG-<br />
Forum in der Überseestadt sind musikalische Grenzüberschreitungen<br />
und unerwartete Brückenschläge<br />
eh schon vorprogrammiert. Spektakulärer Abschluss<br />
am 10. September ist schließlich das Open Air auf dem<br />
Marktplatz mit Martin Grubinger & The Percussive Planet<br />
Ensemble (Buchung von Einlasstickets ab 12. August<br />
nur online möglich unter: musikfest-bremen.de)<br />
41
Yaron Herman, Foto: Julien Mignot<br />
Als gezielte Nachwuchsförderung finden drei Musikfest-Ateliers<br />
als einwöchige Werkstätten für junge<br />
Musiker*innen aus aller Welt unter der Leitung<br />
angesehener Dozent*innen statt. Alfredo Bernardini<br />
widmet sich in Jever „Katharinas Hofmusik IV“ Kammermusik<br />
aus der Zeit der Zarin, Lionel Meunier beleuchtet<br />
in Ganderkesee im Atelier „Wege zu Bach“<br />
die Vorläufer des Thomaskantors und Yaron Herman<br />
vermittelt in der Glocke mit jungen Mitstreitenden die<br />
Kunst der Improvisation.<br />
Alfredo Bernardini<br />
Foto: Foppe Schut<br />
Lionel Meunier<br />
Foto: Tom Blaton<br />
Karten unter:<br />
musikfest-bremen.de<br />
Nordwest-Ticket in allen angeschlossenen<br />
Vorverkaufsstellen<br />
T 0421 36 36 36<br />
nordwest-ticket.de<br />
Ticket-Service in der Glocke,<br />
T 0421 33 66 99, Mo-Fr 12-18<br />
Uhr, Sa 11-14 Uhr<br />
Busshuttle<br />
Das Musikfest bietet zu den<br />
Konzerten außerhalb <strong>Bremen</strong>s<br />
einen Bus-Shuttle ab der Domsheide<br />
an, Buchung möglich<br />
beim Ticket-Service in der Glocke<br />
und unter:<br />
musikfest-bremen.de<br />
Konzert im Innenhof des Atlantic Grand Hotel, Foto: fotoetage<br />
42
RIGOLETTO<br />
So 28. Aug / 19.30 Uhr / Die Glocke, <strong>Bremen</strong><br />
2022 | www.kleinerundbold.com | Bild: akg-images.de, shutterstock.com<br />
Le Cercle de l’Harmonie & Solist*innen<br />
Musikfest <strong>Bremen</strong> Chor<br />
Jérémie Rhorer Dirigent<br />
Giuseppe Verdi: »Rigoletto« (konzertant)<br />
Tickets: www.musikfest-bremen.de / www.nordwest-ticket.de / in der Glocke /<br />
im Pressehaus / 0421.33 66 99 und 36 36 36<br />
28<br />
08<br />
gefördert durch die<br />
43
September 2022<br />
Saisonstart in der<br />
bremer shakespeare company<br />
Foto: Susana Hidalgo<br />
Szenische Lesung<br />
CHILE: AUF DEM WEG ZU EINER NEUEN DEMOKRATIE?<br />
18. Projekt aus der Reihe »Aus den Akten auf die Bühne«.<br />
Kooperation bremer shakespeare company und Universität <strong>Bremen</strong>.<br />
Einrichtung Text/Szene: Peter Lüchinger. Mit Ensemblemitgliedern der bsc.<br />
Chile ist mit Deutschland seit über 100 Jahren wirtschaftlich verbunden, der Salpeterhandel hat nicht zuletzt<br />
Bremer und Hamburger Kaufleute reich gemacht. Doch die Bedingungen, unter denen die Arbeiter, die „Pampinos“,<br />
in der Atacama-Wüste den Salpeter abbauen mussten, sind kaum bekannt.<br />
Nach Salpeter folgten Kupfer und Lithium, seit 2019 verhandeln die beiden Länder über Grünen Wasserstoff.<br />
Die Folgen des Rohstoffabbau und der Produktion für die Umwelt Chiles wird in den Medien kaum thematisiert.<br />
Dazu sind die Folgen der Militärdiktatur (1973-1990) noch nicht überwunden. Die von jungen Menschen am 18.<br />
Oktober 2019 ausgelöste soziale Revolte (Estallido social) mündete in ein Plebiszit und in Wahlen zu einem Verfassungskonvent,<br />
der seit Anfang Juli 2021 arbeitet. Es ist global die erste verfassungsgebende Versammlung,<br />
die geschlechterparitätisch zusammengesetzt ist und Plätze für Vertreter*innen der indigenen Völker reservierte.<br />
Die Wahl einer Frau und Mapuche zur ersten Präsidentin des Konvents war ein Zeichen, dass sich Chile auf den<br />
Weg zu einer neuen Demokratie aufgemacht hat. Am 4. September stimmen die Chilen*innen über diese Verfassung<br />
ab. Aber wie stark wird der Widerstand der politischen Rechten sein? Allen voran kämpft der gescheiterte<br />
rechtsradikale Präsidentschaftskandidat José Antonio Kast, Sohn eines 1945 nach Chile geflüchteten Nazis,<br />
für ein „weißes Chile“ und gegen einen „plurinationalen“ Staat.<br />
TERMINE: Premiere am Fr 30.9. im Theater am Leibnizplatz. Vorschau auf Oktober: Do 20.10., Fr 28.10.22.<br />
44
Neue musikalische Reihe ab 27. September<br />
Lieder, Chansons und Texte für eine friedliche Welt<br />
IM NÄCHSTEN FRIEDEN<br />
Gesang / Rezitation: Anna Haentjens. Am Klavier: Sven Selle: Klavier<br />
Während des Dreißigjährigen Krieges schrieb der 1607 geborene Poet<br />
und Pastor Johann Rist ein Gedicht mit dem Titel »Die Welt«: „Seh’ ich<br />
an dies Tun, dies Lassen / Suchen, Sorgen Tag und Nacht / Fürchten,<br />
Trotzen, Lieben, Hassen / nur auf Reichtum sein bedacht / Kriegen,<br />
Spielen, Saufen, Fechten / Schlagen, Heilen, Zanken, Rechten so bekenn<br />
ich ohne Scheu / dass die Welt ein Tollhaus sei.“<br />
Im Falstaff startet die vielseitige Sängerin und Rezitatorin<br />
Anna Haentjens eine neue Reihe mit Liedern,<br />
Texten und Chansons. Bemerkenswert ist ihr thematisch<br />
breites Repertoire an anspruchsvollen, unterhaltsamen,<br />
heiter-melancholischen und auch kämpferischen<br />
Liedern. Aus gegebenem Anlass startet sie mit<br />
Liedern zu Krieg und Frieden.<br />
Mehr denn je haben diese vor über 400 Jahren geschriebenen Worte<br />
ihre traurige Bedeutung. Anna Haentjens präsentiert Lieder, Chansons<br />
und Texte, die den Krieg thematisieren und die Sehnsucht nach einem<br />
friedlichen Miteinander zum Ausdruck bringen von Bertolt Brecht,<br />
Heinrich Heine, Mascha Kaléko, Heinz Kahlau, Erich Kästner, James<br />
Krüss, Erika Mann und Kurt Tucholsky wie auch aus dem Repertoire<br />
von Ernst Busch, Marlene Dietrich, Udo Jürgens, Hannes Wader oder<br />
der Rockbands „Karat“ und „Puhdys“ u.a..<br />
Anna Haentjens, Foto Karin Gabriel<br />
TERMIN: Di 27. 9. im Falstaff.<br />
Vorschau: Premiere am 14. Oktober<br />
DON QUIJOTE DE LA MANCHA<br />
Nach Miguel de Cervantes Saavedra. Regie: Jörg Steinberg.<br />
Quijote ist eine Legende: der Ritter von der traurigen Gestalt, der auf seinem alten Klepper gemeinsam mit seinem<br />
treuen Knappen Sancho Pansa durch ein längst vergessenes Spanien zieht und im Namen des untergehenden<br />
Ordens der Irrenden Ritter für Gerechtigkeit, die Ehre und die wahre Liebe kämpft.<br />
Abenteuer scheinen diese beiden Gestalten geradezu zu verfolgen: da wird ein Wirtshaus zum Kastell, Hammelherden<br />
werden zu feindlichen Heeren, Rasierbecken zu Helmen edler Ritter und Windmühlen zu Riesen. Die<br />
alte Kraft des Spiels eröffnet uns, den Gegenwartsmenschen, längst vergessene Möglichkeiten. Das Stück ist ein<br />
Votum für die Fantasie, ein Votum für die Kunst des Lebens jenseits karger Realitäten. Aber hat die ungebundene<br />
Phantasie, gar der vermeintliche Irrsinn, überhaupt noch einen Platz in unserer Gegenwart?<br />
TERMINE: Öffentliche Proben: Mi 28.9, Mi 5.10. Premiere am Fr 14.10. im Theater am Leibnizplatz.<br />
bremer shakespeare company<br />
Theater am Leibnizplatz<br />
Schulstr. 26<br />
28199 <strong>Bremen</strong><br />
Tickets<br />
Vorverkauf: Stadtbibliothek am Wall<br />
Di-Fr 15-18 Uhr, Sa 12-16 Uhr<br />
T 0421 500 333 | Mo-Fr 15-18 Uhr<br />
Spielplan<br />
und Online-Kartenverkauf<br />
shakespeare-company.com<br />
45
Die Bremer Philharmoniker<br />
September/Oktober 22<br />
Abschluss der Bauarbeiten, die Bremer Philharmoniker in ihren neuen Räumlichkeiten im Tabak-Quartier, Foto: Caspar Sessler<br />
Zwischen den Welten<br />
Musikfestkonzert<br />
Die Glocke<br />
Mi. 7.9.2022, 20:00 Uhr<br />
Antonín Dvořák – Symphonie Nr. 8 G-Dur op. 88<br />
George Gershwin – Auszüge aus „Porgy and Bess“<br />
Marko Letonja, Dirigat<br />
Nicole Cabell, Sopran<br />
Eric Greene, Bariton<br />
Die Bremer Philharmoniker und ihr Generalmusikdirektor<br />
Marko Letonja wandeln zwischen den Welten<br />
– und zwar dies- und jenseits des Atlantiks. In Antonín<br />
Dvořáks 1890 in Prag uraufgeführter 8. Symphonie<br />
schwingt Heiterkeit, ungetrübte Lebensfreude und viel<br />
böhmische Volksmusik mit. Damit wurde sie zu einem<br />
Bindeglied zwischen der europäischen Tradition und<br />
den Klängen der Neuen Welt, in die er schon bald als<br />
Direktor des National Conservatory of Music in New<br />
York eintauchen sollte. Stilistische Vielseitigkeit bewies<br />
auch George Gershwin mit seiner Südstaaten-Oper<br />
»Porgy and Bess«. Indem er spätromantische Klänge<br />
mit Avantgarde-Techniken und afroamerikanischen<br />
Elementen aus Jazz, Spiritual und Blues verband,<br />
schuf er eine American Folk Opera. Wenn die Sopranistin<br />
Nicole Cabell und der Bariton Eric Greene nun<br />
in <strong>Bremen</strong> aus Gershwins Wurf einige der unsterblich<br />
gewordenen Titel anstimmen, die zu Jazz-Standards<br />
wurden, wird die Bühne der Glocke zum berühmt gewordenen<br />
Straßenzug »Catfish Row« in Charleston,<br />
South Carolina!<br />
Festakt zur Eröffnung der Halle 1<br />
Halle 1 im Tabakquartier<br />
Sa 10.9.2022, 18:00 Uhr<br />
das Orchester nicht nur über einen hervorragenden<br />
Probensaal, sondern auch über einen eigenen Veranstaltungssaal<br />
– wenn das kein Grund zur Freude ist!<br />
John Adams – Short Ride in a Fast Machine<br />
Dmitrij Schostakowitsch – Auszüge aus der Jazz-<br />
Suite Nr. 2 und Highlights aus der Filmmusik<br />
Marko Letonja, Dirigat<br />
Christian Kötter-Lixfeld, Moderation<br />
Einmal quer durch die Stadt und rüber über die Weser<br />
- weit ist es nicht zum neuen Domizil der Bremer<br />
Philharmoniker im Tabakquartier. In der Halle 1 verfügt<br />
Das erste Konzert dort wird mit einem rasanten Ritt<br />
eröffnet: John Adams „Short Ride in a Fast Machine“,<br />
ein „helles, fröhliches Stück Musik“, das „sehr schwierig<br />
zu spielen ist, aber ziemlich viel Spaß macht“, so<br />
Adams. Mit Auszügen aus Dmitrij Schostakowitschs<br />
Jazz-Suite Nr. 2 und beliebten Werken aus der Filmmusik<br />
geht es nicht minder launig und unterhaltsam<br />
weiter. Die Musik bei so einem freudigen Anlass ist<br />
natürlich Chefsache: Marko Letonja dirigiert, Intendant<br />
Christian Kötter-Lixfeld moderiert.<br />
46
Tag für alle<br />
Halle 1 im Tabakquartier<br />
So. 11.9.2022 ab 11 Uhr<br />
Ein Kaleidoskop der Vielfalt klassischer Musik – wenn<br />
die Bremer Philharmoniker zum „Tag für alle“ laden,<br />
öffnen sie nicht nur die Türen ihres neuen Zuhauses,<br />
sondern auch Horizonte. Über den ganzen Tag verteilt<br />
finden im neuen Orchestersaal sowie in der angrenzenden<br />
Lounge und der Musikwerkstatt abwechslungsreiche<br />
Konzerte und Veranstaltungen statt, die<br />
überraschende Einblicke in den faszinierenden Klangkosmos<br />
eines Orchesters bieten.<br />
Das Orchester startet mit einem festlichen musikalischen<br />
Auftakt unter dem Dirigat von Generalmusikdirektor<br />
Marko Letonja in den Tag. Danach verteilen<br />
sich die Musiker:innen auf verschiedene Konzerte,<br />
wobei der Vormittag vor allem Familien und Junggebliebenen<br />
gehört und das Nachmittags- und Abendprogramm<br />
insbesondere für Erwachsene interessant<br />
sein wird. Vom märchenhaften Kinderkonzert für<br />
die ganz Kleinen und Familienkonzerten mit dem<br />
fröhlich-frechen Frosch Eduard über Igor Strawinsky<br />
Kinderoper „Die Geschichte des Soldaten“ und das<br />
berührende Quartett „Quatour pour la fin du temps“<br />
von Olivier Messiaen.Gegen Abend verwandeln sich<br />
die Bremer Philharmoniker in ein Tanzorchester: Zu<br />
flotten Rhythmen darf dann das Tanzbein geschwungen<br />
werden. Während des ganzen Tages ist auch die<br />
Musikwerkstatt mit einem bunten Angebot vertreten:<br />
klassische Orchesterinstrumente ausprobieren, Cajon-<br />
Workshops, Bastelwerkstatt oder temperamentvolle<br />
Percussionsessions – hier ist Mitmachen erwünscht!<br />
Pusdorf Pictures – so klingen wir!<br />
Musikalischer Spaziergang durch Woltmershausen<br />
mit Abschlusskonzert in der Halle 1 im Tabakquartier<br />
Woltmershausen<br />
So. 25.9.2022, 15:00 Uhr<br />
Wie tönt ein Stadtteil? 180 musizierende<br />
Stadtteilbewohner:innen – Kinder, Jugendliche und<br />
Erwachsene – und Mitglieder der Bremer Philharmoniker<br />
nehmen das Publikum mit auf einen musikalischen<br />
Stadtteilspaziergang durch Woltmershausen bis ins<br />
Tabakquartier, dem neuen Zuhause des Orchesters.<br />
Komponist und Musiker Peter Friemer bildet mit einem<br />
kontrastreichen Arrangement des beliebten Orchesterwerks<br />
„Bilder einer Ausstellung“ von Modest<br />
Mussorgsky die vielfältigen musikalischen Stimmen<br />
aus dem Stadtteil ab. An verschiedenen Orten entlang<br />
der Spazierroute werden so Geschichten über Vergangenes<br />
und Zukünftiges, über Gegensätze und Gemeinsamkeiten,<br />
über Tradition und Wandel hörbar. Ein<br />
Kooperationsprojekt mit dem Kulturhaus Pusdorf e.V.<br />
und Quartier gGmbH.<br />
Spiel der Elemente<br />
1.Philharmonisches Konzert<br />
Die Glocke<br />
So. 2.10.2022, 11 Uhr<br />
Mo. 3.10.2022, 19:30 Uhr<br />
Di. 4.10.2022, 19:30 Uhr<br />
Benjamin Britten – Four Sea Interludes op. 33a aus<br />
der Oper „Peter Grimes“ op.33<br />
Peter Sculthorpe – Earth Cry<br />
Igor Strawinsky – Le Sacre du Printemps<br />
Marko Letonja, Dirigat<br />
William Barton, Didgeridoo<br />
Das Wasser ist das Element von Peter Grimes, der<br />
tragischen Titelfigur der gleichnamigen Oper von<br />
Benjamin Britten. Die vier „Meeres-Zwischenspiele“<br />
daraus vermitteln suggestive Bilder und tiefe Emotionen<br />
aus der maritimen Welt. Eine ganz andere Welt,<br />
nämlich die in Down Under, beschreibt Earth Cry von<br />
Peter Sculthorpe. Dieser „Schrei der Erde“ ist auch<br />
eine Hommage an die Heimat und die Riten der Ureinwohner<br />
des in Tasmanien geborenen Komponisten.<br />
Um Riten geht es auch in Igor Strawinskys Sacre du<br />
Printemps. Diese elektrisierende Musik beschreibt mit<br />
all ihrer Mystik und Archaik eine Art (Frühlings-)Wunder<br />
und ist ein Klassiker des 20. Jahrhunderts.<br />
Karten unter:<br />
bremerphilharmoniker.de<br />
Ticket-Service in der Glocke<br />
Domsheide 6-8 I 28195 <strong>Bremen</strong><br />
T 0421 33 66 99<br />
Nordwest-Ticket in allen angeschlossenen<br />
Vorverkaufsstellen<br />
T 0421 36 36 36<br />
47
Pre-Opening<br />
im Tabakquartier<br />
Ensemble New Babylon, Foto: Jakob Adolphi<br />
Mit einer Leistungsschau innovativer Projekte der freien<br />
Bremer Musikszene wartet das neue Zentrum für<br />
Kunst im Tabakquartier auf – und zwar schon vor der<br />
offiziellen Eröffnung des Hauses: als Pre-Opening mit<br />
verschiedenen Konzerten und einer Probenwerkstatt.<br />
Diverse Bremer Ensembles haben für ihre oft genreübergreifenden<br />
Projekte eine Förderung aus den renommierten<br />
Programmen des Deutschen Musikrates<br />
bzw. des Musikfonds im Rahmen von Neustart Kultur<br />
erhalten. Anstatt als Einzelkämpfer ihre Projekte umzusetzen,<br />
schließen sich nun 16 Bremer Akteure der<br />
freien Musikszene zu einem Festival zusammen und<br />
präsentieren vom 28. August 2022 bis 26. März 2023<br />
ihre Konzerte, Aufführungen und Installationen im<br />
Zentrum für Kunst (ZFK) im Tabakquartier.<br />
So wird das ZFK bereits vor seiner eigentlichen Eröffnung<br />
zum Schauplatz spannender interdisziplinärer<br />
Projekte aus den Bereichen Alte Musik, Neue Musik<br />
und Klassik in Kombination mit Tanz, Theater oder Installationen.<br />
Mit dabei sind u.a. Ensemble New Babylon,<br />
Bremer Barockorchester, Signum Quartett, franz<br />
ensemble, La Ninfea, Ensemble Etendis und Prisma.<br />
Vielfalt und Diversität prägen die „Pre-Opening“-Reihe<br />
– einem Schaufenster, das den musikalischen Reichtum<br />
der Musik und ihrer Akteurinnen und Akteure in<br />
der Freien Hansestadt <strong>Bremen</strong> beispielhaft zeigt.<br />
Tickets bei Nordwestticket & Abendkasse<br />
17€, ermäßigt: 12€<br />
Abo 3 Konzerte: 45€ /30€, Abo 5 Konzerte: 75€ / 50€<br />
48
28.08.22-26.03.33<br />
Konzerte 2022<br />
SONNTAG 28.8.22, 20 Uhr<br />
Ensemble New Babylon/Elnaz Seyedi<br />
10 JAHRE ENSEMBLE NEW BABYLON, KONZERT VII<br />
Auftragswerk an Elnaz Seyedi (*1982, Iran) für Flöte,<br />
Oboe, Klarinette, Klavier, Violine, Violoncello + Elektronik<br />
SONNTAG 11.9.22, 18:30 Uhr<br />
Bremer Geigenconsort/Hanse Pfeyfferey/Vocalensemble<br />
IN FESTA PRAETORII<br />
Prachtvolle Renaissancemusik von Michael Praetorius<br />
in mehrchöriger Besetzung, weitläufig im Raum verteilt,<br />
als besonderes räumlich-akustisches Erlebnis.<br />
DONNERSTAG 15.9.22, 19 Uhr<br />
Puls Ensemble<br />
PULS<br />
Außergewöhnliche Triobesetzung und neue Klangsphären<br />
mit Geige, Klarinette und Marimba.<br />
SAMSTAG 15.10.22, 19 UHR<br />
Ensemble Phaeton/Johannes Mitternacht (Regie)<br />
DIE JAHRESZEITEN GETANZT – GESPIELT –<br />
GESUNGEN: HERBST<br />
Eine kammermusikalische Bearbeitung der „Vier Jahreszeiten“<br />
verbindet sich mit originalen Tänzen um<br />
1700 und szenischen Elementen.<br />
SONNTAG 23.10.22, 17 Uhr<br />
Concierto Ibérico/Daniela Niemitz (Tanz)<br />
FANDANGO – INSPIRACIÓN<br />
Zeitreise zu den Ursprüngen des Fandango.<br />
SAMSTAG 29.10.22, 19 Uhr<br />
false consonance<br />
IL SASSONE – HÄNDEL OPER FÜR ZU HAUSE<br />
false consonance wiederbelebt die vielfältige Musizierpraxis<br />
von Opernbearbeitungen für den privaten Gebrauch<br />
und ergänzt sie mit eigenen Bearbeitungen.<br />
SAMSTAG 5.11.22 und SONNTAG 6.11.22, 20 Uhr<br />
unspoken consort<br />
HIDDEN MONSTERS<br />
Ein performatives Konzert mit multimedialer Bühneninstallation<br />
rund um Gegen- und Miteinander.<br />
SONNTAG 11.12.22, 19 Uhr<br />
ensemble etendis<br />
MOVEMENT<br />
Von den Wurzeln der Moderne ins Heute, von „Mars“<br />
von Gustav Holst bis zu Auftragskompositionen.<br />
MITTWOCH 21.12.22, 20 Uhr<br />
Signum Quartett/Juan Kruz Diaz de Garaio Esnaola &<br />
Martí Corbera (Tanz)<br />
SCHUBERT UND TANZ (WERKSTATTKONZERT)<br />
Neue Blickwinkel auf Schuberts Werke durch eine<br />
interagierende Begegnung von Musik und Tanz.<br />
DONNERSTAG 22.12.22, 19 UHR<br />
Ensemble Phaeton/Johannes Mitternacht (Regie)<br />
DIE JAHRESZEITEN GETANZT – GESPIELT –<br />
GESUNGEN: WINTER<br />
Eine kammermusikalische Bearbeitung der „Vier Jahreszeiten“<br />
verbindet sich mit originalen Tänzen um<br />
1700 und szenischen Elementen.<br />
freie-ensembles-bremen.de<br />
Delikatessen · Deli · Catering<br />
Graf Moltke Str. 35<br />
Bestelltelefon: 517 04 240<br />
Hamitbach<br />
Artisan Brot & Einzigartige Kuchen<br />
Graf Moltke Str. 35<br />
Bestelltelefon: 517 04 240<br />
49
Foto: Jörg Landsberg<br />
VORANKÜNDIGUNG PREMIEREN<br />
Drei Schwestern<br />
Premiere am Sonntag, dem 28. August, 18 Uhr im Theater am Goetheplatz<br />
Die Tage ziehen vorüber, die Jahre kommen und gehen, die Wehmut bleibt. In ihrem ruhigen Landleben blicken<br />
die Schwestern auf die vorüberfließende Zeit. Olga, Mascha und Irina führen ein Leben in der Provinz. Ihr Alltag<br />
ist lustlos und immer gleich. Ihre Sehnsucht gilt dem fernen Moskau. Aber der stete Fluss der Zeit, die Ruhe auf<br />
dem Landgut, all das wirkt gleichzeitig betäubend, erstickt die Lebensgeister.<br />
In <strong>Bremen</strong> führt bei Tschechows „Drei Schwestern“ Dušan David Pařízek Regie, der hier schon eine vielbesprochene<br />
Inszenierung von „Die zehn Gebote“ auf die Bühne gebracht hat. Seine drei Schwestern sind zu zweit auf<br />
der Bühne, gespielt von Irene Kleinschmidt und Verena Reichhardt. In ihren lückenhaften Erinnerungen tauchen<br />
die anderen Figuren auf, bleiben Leerstellen, verschwimmen …<br />
„Unsere Schwestern blicken auf ihr Leben zurück – und zwar nicht nur als junge Frauen Anfang zwanzig, so<br />
wie ursprünglich von Tschechow geschrieben, sondern als reife Persönlichkeiten, die das ganze zwanzigste<br />
Jahrhundert überschauen. Und wenn man mit ihnen gemeinsam auf die Geschichte Russlands zurückblickt,<br />
gewinnen ihre Sätze wie: ‚Uns Schwestern gefallen Männer in Uniform‘ oder ‚Ich leide, also bin ich‘ noch mehr<br />
an Bedeutung“, so Viktorie Knotková, die den Abend als Dramaturgin begleitet: „Dušan David Pařízek arbeitet<br />
aktuelle Themen aus dem 1901 geschriebenen Stück ganz behutsam heraus: Symptome der gelernten Hilflosigkeit,<br />
Konsequenzen von Demütigung oder Bewunderung starker Männer-/Vaterfiguren.“<br />
Theater <strong>Bremen</strong><br />
Goetheplatz 1-3<br />
28203 <strong>Bremen</strong><br />
T 0421 3653 0<br />
Kartenverkauf<br />
Kartenbüro Theater <strong>Bremen</strong><br />
Goetheplatz 1-3<br />
T 0421 3653333<br />
Geschäftszeiten:<br />
Mo-Fr 13-18 Uhr, Sa 11-14 Uhr<br />
Spielplan und Kartenverkauf<br />
theaterbremen.de<br />
Über die Vorstellung im<br />
Spielplan erreichen Sie das<br />
online Buchungsportal.<br />
50<br />
50
Don Carlo<br />
Premiere am Sonntag, dem 18. September, um 18 Uhr im Theater am Goetheplatz<br />
Weitere Spieltermine: Samstag, 24. September 2022, 18:00 Uhr, Freitag, 30. September 2022, 19:00 Uhr,<br />
Sonntag, 16. Oktober 2022, 15:30 Uhr, Samstag, 22. Oktober 2022, 18:00 Uhr, Montag, 31. Oktober 2022, 18:00<br />
Uhr, Sonntag, 13. November 2022, 15:30 Uhr, Sonntag, 20. November 2022, 18:00 Uhr, Samstag, 03. Dezember<br />
2022, 19:00 Uhr, Samstag, 10. Dezember 2022, 18:00 Uhr, Freitag, 16. Dezember 2022, 19:00 Uhr<br />
Muss das Paradies eine Utopie sein oder kann es ein Staatssystem geben, das seine Bürger:innen wirklich frei<br />
macht? In seinem „Don Karlos“ hat Friedrich Schiller – und mit ihm Giuseppe Verdi – die Bruchstelle vom Mittelalter<br />
zur Neuzeit beleuchtet: Der spanische König Philipp II. regiert sein immenses Reich nach streng christlichen<br />
Prinzipien, er ist erklärter Gegner der Reformation und Befürworter der spanischen Inquisition. Sein Sohn Don<br />
Carlo steht ihm als unverfälscht und freiheitsliebend beschrieben gegenüber. „Die Frage nach der persönlichen<br />
Freiheit inmitten eines Klimas gesellschaftlicher und politischer Repression, die Frage, was vermeintlich zivilisierte<br />
Gesellschaften dem Individuum antun, zieht sich durch alle Opern Verdis, besonders scharf formuliert er sie in<br />
‚Don Carlo‘“, sagt Frank Hilbrich, der die Spielzeit im Musiktheater als neuer leitender Regisseur mit „Don Carlo“<br />
eröffnet. „Was mich an dieser Oper einfach immer wieder in den Bann zieht, ist, dass Verdi Sympathie hat für<br />
alle seine Figuren, auch für die, für die man eigentlich keine haben kann. Verdi liebt die Menschen, aber er hat<br />
wenig Hoffnung für sie.“<br />
Auf der Bühne in <strong>Bremen</strong> gibt Patrick Zielke sein Debüt als Philipp II., ebenfalls als Gast ist der Bass Taras<br />
Shtonda als Großinquisitor dabei. Gleich drei neue Ensemblemitglieder stellen sich mit „Don Carlo“ dem Bremer<br />
Publikum vor: Sarah-Jane Brandon als Elisabeth, Elisa Birkenheier als deren Page Tebaldo und Michał Partyka<br />
als Marquis von Posat. Am Pult ist der Generalmusikdirektor der Bremer Philharmoniker Marko Letonja.
Dietrich Heller, DICHTUNG<br />
RaumBildBewegung XVI,<br />
(EZECHIEL), 2016, Italienischer<br />
Kalkstein (Bassano del Grappa)<br />
© VG Bild-Kunst, Bonn 2022<br />
AUSSTELLUNG<br />
Dietrich Heller<br />
Ungebremst<br />
Die Sommerausstellung im Gerhard-Marcks-Haus<br />
zeigt in diesem Jahr zwölf große Steinskulpturen aus<br />
Marmor, Travertin und Kalkstein des Bildhauers Dietrich<br />
Heller (geb. 1965). Seine Reihe interpretiert Michelangelos<br />
(1475-1564) Deckenfresken der Sibyllen<br />
und Propheten in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan.<br />
Vor zehn Jahren besuchte der Bildhauer zum ersten<br />
Mal diesen für ihn magischen Ort und war nachhaltig<br />
beeindruckt von den perspektivisch gemalten Figuren<br />
in den Fresken. Unmittelbar eingenommen über diese<br />
fast greifbare physische Präsenz erlebte Heller durch<br />
Michelangelos Malerei einen Impuls, der ihn in seiner<br />
eigenen Bildhauerei umtreiben sollte. Wie behauptet<br />
sich eine Figur im Raum und mit welchen künstlerischen<br />
Mitteln lässt sich diese Wirkung verändern?<br />
Hellers Grundthema ist die räumliche Tiefe der Skulptur.<br />
Durch eine leichte Neigung des Steins nach vorn<br />
und einen auf die vordere Ebene gesetzten Fluchtpunkt<br />
erhält das massive Material eine Art »Zoom-<br />
Effekt« und eine eigene Dynamik. Bei der gewohnten<br />
Zentralperspektive laufen die gedachten Fluchtlinien<br />
auf einen Punkt im Hintergrund zu. Bei Hellers Skulpturen<br />
ist es umgekehrt: Er erzeugt Spannung, Wucht<br />
und Bewegung. Der Bildhauer kalkuliert mit den Sehgewohnheiten<br />
des Betrachters und lotet zudem aus,<br />
wann sich eine Form in der Wahrnehmung aufzulösen<br />
beginnt.<br />
TERMINE<br />
Dietrich Heller<br />
Dynamische Steine<br />
31. Juli bis 23. Oktober 2022<br />
Gerhard-Marcks-Haus<br />
Am Wall 208, 28195 <strong>Bremen</strong><br />
marcks.de<br />
52
Ansichtssache. Gerhard Marcks<br />
2022 gelang unserem Museum dank großzügiger<br />
privater Unterstützung der Ankauf von Gerhard<br />
Marcks‘ (1889–1981) »Schreitende Frau mit Tuch«<br />
von 1926. Es war die erste lebensgroße Bronzefigur<br />
im Werk des Bildhauers.<br />
Das Format zeigt seinen Anspruch: Der Künstler wollte<br />
eine große Figur schaffen, um sich mit der Konkurrenz<br />
zu messen. Er wollte auch deutlich zeigen, wie er nach<br />
seiner Zeit am Bauhaus durch die Auseinandersetzung<br />
mit Auguste Rodin (1840–1917) zu der Lösung<br />
eines Dilemmas gekommen war, das die deutsche<br />
Bildhauerei seit 1900 beschäftigte: Soll eine Skulptur<br />
auf »Einansichtigkeit« hin komponiert werden, wie es<br />
in der Tradition Adolf von Hildebrands (1847–1921)<br />
hieß, oder gibt es unendliche Ansichten, wie Rodin<br />
behauptete?<br />
Die Ausstellung zeigt, wie Marcks (s)eine Antwort fand<br />
und sich damit in einem europäischen Diskurs positionierte.<br />
Sie zeigt auch die Querverbindungen im Werk,<br />
die zurückreichen bis zur ersten Paris-Reise von 1914.<br />
TERMIN<br />
Gerhard Marcks<br />
Ansichtssache<br />
31. Juli bis 23. Oktober 2022<br />
Gerhard-Marcks-Haus<br />
Am Wall 208, 28195 <strong>Bremen</strong><br />
marcks.de<br />
Gerhard Marcks, Schreitende Frau mit Tuch, 1926, Bronze<br />
© VG Bild-Kunst, Bonn 2022<br />
Pavillon. Wir haben Pläne…<br />
Die Zukunft des Gerhard-Marcks-Hauses ist mehrgleisig.<br />
Wir sind ein Museum in und für <strong>Bremen</strong> und<br />
wir betreiben Wissenschaft, die weit über die Stadt<br />
hinaus wahrgenommen wird. Wir wollen diese As-<br />
pekte stärker verzahnen, indem wir inhaltliche Arbeit<br />
sichtbar machen, Besucher*innen in Forschungsfragen<br />
einbeziehen und ihnen Einblicke in aktuelle Diskussionen<br />
innerhalb unseres Fachgebiets vermitteln.<br />
Dazu holen wir unsere Bibliothek aus dem Keller des<br />
Museums in die Öffentlichkeit.<br />
Wir werden Museum und Bibliothek für moderne<br />
und zeitgenössische Bildhauerei. In der Ausstellung<br />
im Pavillon zeigen wir die Idee des Architektenbüros<br />
Schulze Pampus und unsere zukünftige Vision für das<br />
Gerhard-Marcks-Haus. Ziel ist es mit unserem Publikum<br />
über Nutzungsformen und -möglichkeiten ins<br />
Gespräch zu kommen.<br />
53
SOMMER<br />
BREMER<br />
KULTUR<br />
SUMMARUM<br />
OPEN AIR<br />
54
Bereits zum dritten Mal summt ab Juli wieder der<br />
„Bremer KulturSommer Summarum“. Wer im Sommer<br />
etwas erleben will, muss nicht in den Urlaub fahren.<br />
Vom 2. Juli bis zum 31.08. bietet das stadtweite Open-<br />
Air-Festival wieder für Jung und Alt eine Kulturreise<br />
durch die Stadt an. Zahlreiche KünstlerInnen und Formate<br />
sorgen für ein außergewöhnliches Programm an<br />
21 Veranstaltungsorten verteilt über <strong>Bremen</strong>. Von Hemelingen<br />
bis Blumenthal, von Huchting bis Schwachhausen.<br />
Die Stadt wird klingen und vibrieren und auch zu besinnlichen<br />
Momenten einladen. Knapp 70 Veranstaltungen<br />
hat das Team 2022 kuratiert und zahlreiche<br />
von Bremer KulturakteurInnen initiierte Sonderformate<br />
werden vom KulturSommer Summarum präsentiert.<br />
Der Bremer KulturSommer Summarum verpflichtet sich<br />
weiter den kleineren Formaten (jeweils nicht länger als<br />
60 Minuten) und im Orchester mit den wieder möglichen<br />
großen Kulturformaten hält er über die Sommermonate<br />
den Takt für den Genuss der Kunst an der<br />
frischen Luft.<br />
Atmosphäre bei SOMMER SUMMARUM 2021, Foto: Blackwork<br />
Etwas für alle und für jeden etwas<br />
Die angebotenen Programme und Veranstaltungsformate<br />
sind ebenso zahlreich und vielfältig wie die<br />
KünstlerInnen und die Veranstaltungsorte: Es gibt<br />
Theater, Akrobatik, Literatur, Musik aller Stilrichtungen,<br />
Clownstheater, Varieté und ein Programm für das ganz<br />
junge Publikum. Bekannte und zu entdeckende Akteure<br />
zeigen ihre Kunst an bekannten und neu zu entdeckenden<br />
Orten.<br />
TERMIN<br />
Sommer Summarum<br />
Open Air Festival<br />
2. Juli- 31. August 2022<br />
Unterschiedliche Spielstätten<br />
Programm unter:<br />
sommer-summarum.de<br />
55
KONZERTREIHE<br />
19. GartenKultur-<br />
Musikfestival<br />
Burg Blomedahl<br />
40 Konzerte in 19 Städten<br />
und Gemeinden in der<br />
Region <strong>Bremen</strong> und umzu<br />
Schöne Veranstaltungsorte in <strong>Bremen</strong> und umzu,<br />
das Kreismuseum Syke<br />
Von Freitag, 29. Juli, bis einschließlich Sonntag, 28. August,<br />
veranstaltet der Kommunalverbund Niedersachsen/<br />
<strong>Bremen</strong> e.V. das 19. GartenKultur-Musikfestival. Von<br />
Großenkneten im Westen bis Ottersberg im Osten und<br />
von Schwanewede im Norden bis Asendorf im Süden finden<br />
in 19 Städten und Gemeinden insgesamt 40 Konzerte<br />
in privaten sowie öffentlichen Gärten und Parks statt, darunter<br />
11 Konzerte in <strong>Bremen</strong>.<br />
Von Pop und Swing über Rock und Jazz bis zu klassischer<br />
Musik, von Soul und Blues über internationale Folkmusik<br />
bis zu Chansons: Auch in diesem Jahr bietet das Garten-<br />
Kultur- Musikfestival wieder eine große Bandbreite an Musikrichtungen<br />
für jeden Geschmack. Parks, Ritterburgen,<br />
Museen, Höfe, Privatgärten, Schlösser und Stadtgärten<br />
öffnen ihre Pforten und bieten dem Publikum vielfältige<br />
Musik regionaler und überregionaler Künstlerinnen und<br />
Künstler im Grünen.<br />
Martin Heckmann, Matthias Entrup und Klaus Fischer<br />
56
Das Eröffnungskonzert findet am<br />
Freitag, 29. Juli, um 19 Uhr im<br />
Garten des Focke-Museums in<br />
<strong>Bremen</strong> statt. Los Temperamentos<br />
läuten dort das GartenKultur-<br />
Musikfestival 2022 ein. Das<br />
Ensemble präsentiert ein Konzert<br />
mit Fokus auf lateinamerikanischer Musik. Zur Einstimmung auf das<br />
Eröffnungskonzert wird ein geführter Kulturspaziergang durch den<br />
Park und das Haus Riensberg angeboten.<br />
Les Amazones spielen im Erbhof Thedinghausen<br />
Los Temperamentos eröffnen das Festival<br />
Alle Veranstaltungen hat der Kommunalverbund wieder in einem<br />
übersichtlichen Programmheft zusammengefasst, in dem alle teilnehmenden<br />
Künstlerinnen und Künstler und Gärten sowie das Begleitprogramm<br />
mit Fahrradtouren vorgestellt werden. Das Programmheft liegt<br />
ab sofort in den Mitgliedskommunen des Kommunalverbunds sowie<br />
an vielen weiteren öffentlichen Stellen aus und ist auf gartenkulturmusikfestival.de<br />
einzusehen. Die Facebook-Seite facebook.com/gartenkulturmusikfestival<br />
bietet zudem laufend aktuelle Informationen.<br />
Der Großteil der Konzerte ist kostenlos,<br />
Karten für kostenpflichtige<br />
Konzerte können bei dem jeweiligen<br />
Veranstalter und teilweise<br />
bei Nordwest Ticket erworben<br />
werden. Unter dem Motto „Mit dem Rad zum Konzert“ werden sieben<br />
geführte Radtouren zu Konzertorten angeboten.<br />
Das GartenKultur-Musikfestival ist ein Gemeinschaftsprojekt verschiedener<br />
Kulturschaffender aus Städten und Gemeinden unter dem Dach<br />
des Kommunalverbunds. Zudem wirken auch private Gartenbesitzende<br />
und Vereine sowie Fördernde und Sponsernde am Festival mit.<br />
TERMIN<br />
19. GartenKultur-Musikfestival<br />
40 Konzerte in 19 Städten in <strong>Bremen</strong> und umzu<br />
29. Juli- 28 August 2022<br />
Unterschiedliche Spielstätten, Programm unter:<br />
gartenkultur-musikfestival.de<br />
57
KörperIch<br />
THEATER<br />
Foto: Manja Hermann<br />
„Wie oft habe ich gedacht: eigentlich sind wir Menschen<br />
doch alle gleich / Auge, Nase, Mund, Bauch<br />
Beine, Po – kleine Abweichungen, aber doch sehr<br />
ähnlich und wenn ich an unser Skelett denke, so ähneln<br />
wir uns noch viel mehr: Der Körper - die äußere<br />
Hülle des Menschen - ist gleich. Wir haben denselben<br />
Bauplan! Doch – wer bin dann Ich? Was macht<br />
mich aus?“<br />
9 Schauspieler*innen des Blaumeier-Ateliers erforschen<br />
Möglichkeiten und Grenzen in der Bewegung:<br />
mit sich, im Raum und im Kontakt mit anderen. Tastend<br />
und erspürend nehmen sie das Publikum mit<br />
auf eine Suche nach dem eigenen Ich und dessen<br />
Verhältnis zu den jeweils Anderen. Über improvisierte<br />
Dialoge, Bewegungssequenzen und Filmprojektionen<br />
kreieren die Akteur*innen einen klangvoll musikalisch<br />
begleiteten Bilderreigen voller starker Emotionen aber<br />
auch voller Zartheit und Leichtigkeit.<br />
Feinsinnige und kraftvolle Bühnenmomente laden<br />
die Zuschauenden ein, sich dem Zusammenspiel von<br />
Identität und Körpererleben durch Assoziationen und<br />
Emotionen zu nähern. Die Schauspieler*innen öffnen<br />
einen Erlebnisraum für das Publikum und ermöglichen<br />
eine individuelle Resonanz und Begegnungen, die<br />
unter die Haut gehen.<br />
Aufführungen<br />
Fr. 16.9. // 19 Uhr<br />
Sa. 17.6. // 19 Uhr<br />
So. 18.9. // 19 Uhr<br />
Fr. 23.9. // 19 Uhr<br />
Sa. 24.9. // 19 Uhr<br />
So. 25.9. // 19 Uhr<br />
Ort<br />
Blaumeier-Atelier<br />
Travemünder Str. 7a<br />
28219 <strong>Bremen</strong><br />
Tickets ab 29.8.<br />
blaumeier.de<br />
T 0421 835 06 66<br />
Alle Räumlichkeiten sind barrierefrei zugänglich.<br />
Audiodeskription buchbar unter T 0421 39 53 40<br />
BESTATTUNG<br />
Dem Leben<br />
einen würdevollen<br />
Abschied geben<br />
Friedhofstraße 19<br />
28213 <strong>Bremen</strong> Tag und Nacht 0421- 20 22 30 www.tielitz.de<br />
58
KONZERT<br />
Das Bremer Orchester<br />
musica viva und der musica<br />
viva Chor unter der Leitung<br />
von Nicolas Hrudnik mit<br />
den Solisten Iris Kupke,<br />
Stefanie Schäfer, Daniel<br />
Kim und Adam Kim<br />
Foto: Amtsgarten e.V.<br />
„Sterne der Musik“ im Amtsgarten<br />
Zum 9. Mal werden am 19. und 20. August 2022 die „Sterne der<br />
Musik“ im historischen Amtsgarten von Lilienthal erklingen.<br />
Open-Air–Konzerte gibt es vielerorts – in Parks, auf<br />
freien Wiesenflächen oder auf Bauernhöfen. Aber<br />
ein Konzert unter freiem Himmel, mitten im historisch<br />
wichtigsten Kern eines 790 Jahre alten Ortes, in einem<br />
ab 1730 entstandenen Amtsgarten, dessen Rasenfläche<br />
mit viel altem Baumbestand durch die 1262<br />
erbaute Klosterkirche und dem Rathaus malerisch<br />
eingerahmt wird, gibt es nur in Lilienthal.<br />
Der Amtsgarten und die Sterne haben in der Vergangenheit<br />
eine große Rolle gespielt, hat doch hier vor<br />
etwas mehr als 200 Jahren der Oberamtmann und<br />
Astronom Johann Hieronymus Schroeter gewirkt und<br />
im Amtsgarten eine Sternwarte bauen lassen. Astronomen<br />
und hohe Staatsbeamte aus aller Welt gaben<br />
sich in Lilienthal die Klinke in die Hand. Verstärkt wird<br />
dieser Eindruck bei den klassischen Amtsgartenkonzerten<br />
durch die vielen Veranstaltungshelfer in altbäuerlicher<br />
Kleidung, die den Besuchern beim Aufsuchen<br />
ihrer Platzkategorie behilflich sind. Das alles ist ein<br />
einmaliges Erlebnis und lockt viele Liebhaber klassischer<br />
Musik schon Stunden vor Konzertbeginn in den<br />
Amtsgarten, um sich die besten Plätze in den bestuhlten<br />
Sitzblöcken der verschiedenen Preiskategorien<br />
zu sichern.<br />
Wie in den vorherigen Jahren erwartet die Besucher<br />
mit dem Bremer Orchester musica viva und dem musica<br />
viva Chor unter der Leitung von Nicolas Hrudnik<br />
sowie den international bekannten Gesangssolisten<br />
Stefanie Schäfer (Mezzosopran)<br />
Elena Harsányi (Sopran)<br />
Daniel Kim (Tenor) und<br />
Adam Kim (Bariton)<br />
wieder ein herausragendes Konzertereignis im tollen<br />
Ambiente des Lilienthaler Amtsgartens, den Sie sehr<br />
bequem mit der Linie 4 erreichen. Haltestelle Lilienthal<br />
Mitte. Am Samstag wird es auch eine eigene Bahn<br />
zurück geben. Selbstverständlich ist auch für Ihr leibliches<br />
Wohl gesorgt.<br />
Das Konzert ist in drei Preiskategorien aufgeteilt, für<br />
den Block A kostet die Eintrittskarte pro Person 41 €,<br />
für den Block B 36 € und für den Block C 31 €.<br />
Freie Platzwahl innerhalb der Blöcke; frühes Kommen<br />
sichert den Platz der Wahl.<br />
Freitag, 19. August 2022, Beginn 18 Uhr<br />
Samstag, 20. August 2022, Beginn 19 Uhr<br />
Die Eintrittskarten können in der Buchhandlung Buchstäblich T 04298 699196, bei<br />
musica viva T 0421 4987535, beim Weser-Kurier Pressehaus mit den regionalen<br />
Zeitungshäusern weser-kurier.de/ticket sowie Nordwest Ticket T 0421 363636<br />
bzw. Amtsgarten Online: amtsgarten.de erworben werden.<br />
59
KUNSTHANDWERK<br />
INS GRÜNE<br />
Eine ganz besondere Atmosphäre bei „Ins Grüne“<br />
Unter den Augen der Göttinnen Terra und Diana und<br />
des Gottes Apoll, Skulpturen des 18. Jahrhunderts im<br />
Park von Haus Riensberg, präsentieren die Mitglieder<br />
der Angewandten Kunst <strong>Bremen</strong> (AKB) am letzten<br />
Wochenende im September ihre Schätze. Dann werden<br />
wieder Tausende Menschen ihrem Aufruf „Ins<br />
Grüne“ folgen und in dieser reizenden Grünanlage<br />
Objekte entdecken, die sich durch ihre besondere<br />
Gestaltung auszeichnen. Die Schönheit der Dinge korrespondiert<br />
mit der Schönheit des im 19. Jahrhundert<br />
als Landschaftsgarten angelegten Parks, in dem die<br />
Schöpferinnen und Schöpfer ihre Exponate mit Witz<br />
und Stil darbieten. Etwa 35 Aktive der Angewandten<br />
Kunst <strong>Bremen</strong> und einige Gäste zeigen unter den<br />
Blätterdächern alter Bäume Schmuck und Keramik,<br />
Textilien, Holzarbeiten, Objekte aus Metall und Glas,<br />
aus Stein und Papier.<br />
60
TERMIN<br />
Kunsthandwerker aus <strong>Bremen</strong> und umzu verwandeln<br />
die grünen Flächen und Waldstückchen rund um das<br />
Haus Riensberg für zwei Tage in einen Ausstellungsraum<br />
der besonderen Art.<br />
Angewandte Kunst im Park<br />
des Focke-Museums und im<br />
Haus Riensberg<br />
<strong>Schwachhauser</strong> Heerstr. 240<br />
24. und 25. September<br />
11-18 Uhr<br />
akbbremen.de<br />
Einige werden ihre Objekte auch wieder in Haus Riensberg<br />
ausstellen, wo das Focke-Museum – Bremer<br />
Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte seine<br />
bedeutende Glassammlung, Zeugnisse der bürgerlichen<br />
Wohnkultur, u.a. das Zimmer einer jungen Frau<br />
von Heinrich Vogeler, Porträts und eine Spielzeugsammlung<br />
präsentiert. Die zeitgenössische angewandte<br />
Kunst trifft hier auf herausragende Stücke aus<br />
mehreren Jahrhunderten.<br />
Eine Besonderheit in diesem Jahr im Park sind wunderbare<br />
Korbarbeiten von Christof Martin, sowie Einzelstücke<br />
aus dem Holzbrand von Martin Mc William.<br />
stätten entworfene und angefertigte kleine Objekte.<br />
Die beliebten und schnell vergriffenen Wundertüten<br />
kosten 13€.<br />
Weil bei den Besucherinnen und Besuchern besonders<br />
beliebt, wird es den Pavillon mit „Wundertüten“<br />
auch wieder geben: In 400 kleinen, orangeroten<br />
Papiertüten stecken eigens in den Ateliers und Werk-<br />
Schon fast ein Geheimtipp, die Wundertüte<br />
61
Ewig währt am längsten<br />
BUCHEMPFEHLUNG<br />
Ein liebenswerter Roman aus der Provinz<br />
Eine Buchbesprechung von Gretel Sattler<br />
Foto: Flora Westbrook, Pexels<br />
Benno, Ende dreißig, ist auf dem Weg zu seinen alten<br />
Eltern nach Niederkrüchten am Niederrhein. Dort ist<br />
er aufgewachsen und alles ist eigentlich genau so wie<br />
es schon immer war. Die Garderobe im Elternhaus ist<br />
immer noch schief montiert und alle Einrichtungsgegenstände<br />
befinden sich an den gewohnten Plätzen.<br />
Nebenan, mit offener Verbindungstür zwischen den<br />
Doppelhaushälften, wohnt die beste Freundin seiner<br />
Mutter: das Klärchen. Im alten Kinderzimmer ihrer<br />
Tochter Sibille lebt inzwischen die 99-jährige Tante<br />
Erna, die von Klärchen versorgt wird.<br />
Unverändert ist auch der Redeschwall von Bennos<br />
Mutter. Viele dieser „Muttermonologe“ hat er heimlich<br />
aufgenommen und hört sich diese als Gegenmittel gegen<br />
„Halt-und Heimatlosigkeit“ oder als Einschlafhilfe<br />
an. Natürlich kocht seine Mutter wie immer, wenn er zu<br />
Besuch kommt, Hefeknödel mit Vanillesoße.<br />
Seinem Vater, klein, zerbrechlich und gesundheitlich<br />
angeschlagen, sitzt immer noch der Schalk im Nacken<br />
und die Witze gehen ihm nicht aus. Er hatte gerade<br />
seinen Freund Magelei, einen ehemaligen Bestatter,<br />
besucht und ist gedanklich noch bei ihren Gesprächen<br />
über den Tod, Beerdigungen und Grabsteine.<br />
Klärchen ist ganz neidisch darauf, dass Benno seine<br />
Eltern besucht, denn ihre Tochter Sibille nimmt sich nie<br />
die Zeit sie zu besuchen. So nutzt Klärchen eine List um<br />
sie zu sich zu locken. Sie behauptet kurzerhand, dass<br />
Tante Erna gestorben ist und sie Unterstützung bei der<br />
Beerdigung von ihr braucht. Obwohl Benno sich auf<br />
seine alte Freundin freut, können er und seine Eltern<br />
die Aktion nicht gutheißen, aber die Dinge nehmen bereits<br />
ihren Lauf, denn Sibille ist schon unterwegs nach<br />
Niederkrüchten...<br />
Erzählt wird eine skurrile Geschichte mit liebenswerten<br />
Figuren. Orths lässt sie sich mit ihrer eigenen Endlichkeit<br />
beschäftigen und wir erfahren, was Jesus und<br />
Winnetou gemeinsam haben, und können uns auf 150<br />
Seiten kurzweilige Unterhaltung mit einer ordentlichen<br />
Prise schwarzen Humors freuen. Wer sich gern vorlesen<br />
lässt, sollte unbedingt das Hörbuch hören. Es wird<br />
vom Schauspieler Bjarne Mädel gelesen und ist ein<br />
echtes Hörvergnügen.<br />
Markus Orths<br />
TANTE ERNAS<br />
LETZTER TANZ<br />
dtv, 150 Seiten<br />
Gebunden<br />
10,00 €<br />
Buchhandlung Sattler<br />
<strong>Schwachhauser</strong> Heerstr. 13 I 28203 <strong>Bremen</strong><br />
T 0421 72228 I buchhandlungsattler.de<br />
62
Cartoon von Til Mette<br />
63
Ortsamt Schwachhausen/Vahr<br />
Wilhelm-Leuschner-Str. 27 A, Block D, 28329 <strong>Bremen</strong><br />
(Straßenbahn Linie 1 Haltestelle Wilhelm-Leuschner-Str.)<br />
T 0421 361-3063 oder -3064 oder -18039<br />
office@oaschwachhausen.bremen.de<br />
ORTSAMTSLEITER: Ralf Möller<br />
ÖFFNUNGSZEITEN:<br />
Mo-Do von 09:00 – 15:00 Uhr, Fr. von 09:00 - 13:30 Uhr<br />
nur nach vorheriger Terminvereinbarung unter Tel. 361-3063<br />
Hinweis: Im Ortsamt gibt es bereits seit 2002 KEINE Meldestelle mehr!<br />
Für Pass-,Ausweis-, Meldeangelegenheiten u. ä. wenden Sie sich bitte an das Bürger-<br />
ServiceCenter, Stresemannstr. 48, oder an das BürgerServiceCenter Mitte, Pelzerstr. 40<br />
MITGLIEDER DES BEIRATES SCHWACHHAUSEN:<br />
Beiratssprecherin: Gudrun Eickelberg, GRÜNE<br />
Stellv. Beiratssprecher: Christian Carstens, SPD<br />
Aslan, Songül, SPD<br />
Benz, Miriam, CDU<br />
Brockmann, Jan SPD<br />
Dumas, Hela, CDU<br />
Dr. Christine Börner CDU<br />
Augis, Evelyne, GRÜNE<br />
Golinski, York, GRÜNE<br />
Herms, Sandor Herms, Die PARTEI<br />
Dr. Helling, Vera, GRÜNE<br />
Hoffmann-Land, Antje GRÜNE<br />
Land, Klaus-Peter, GRÜNE<br />
Linnertz, Jörn, CDU<br />
Middendorf, Kay, CDU<br />
Schmidt, Gabriele, DIE LINKE<br />
Schmidt, Maria, FDP<br />
Dr. Schober, Wolfgang, DIE LINKE<br />
Dr. Volkmann, Hans-Peter, CDU<br />
Die nächsten öffentlichen Hybrid-Sitzungen des Beirats Schwachhausen werden am<br />
25.08.2022 und am 22.09.2022 jeweils um 19:30 Uhrim Focke-Museum stattfinden.<br />
Weitere Details sowie die Tagesordnung zur Sitzung werden auf der Homepage des<br />
Ortsamtes ortsamtschwachhausenvahr.bremen.de bekanntgegeben.<br />
Impressum <strong>86</strong><br />
Herausgeberin und Chefredakteurin<br />
Verlag Susanne Lolk I T 0421 25 75 747<br />
<strong>Schwachhauser</strong> Heerstraße 47<br />
28211 <strong>Bremen</strong><br />
Online<br />
schwachhauser.de/ausgaben/<br />
facebook.com/schwachhauser.de/<br />
instagram.com/schwachhauser/<br />
Redaktionelle Mitarbeiter<br />
Anja Edith Brinckmann<br />
Karla Götz<br />
Christine Renken<br />
Layout /Art Direction<br />
Konstantin Zigmann<br />
PR- und Anzeigenberatung<br />
Susanne Lolk I T 0421 2575747<br />
lolk@schwachhauser.de<br />
Erscheinungsweise<br />
Zweimonatlich<br />
<strong>Ausgabe</strong> 87<br />
Oktober / November 2022<br />
Anzeigenschluss: 20. September 2022<br />
Erhältlich und zu lesen<br />
Erhältlich im Zeitschriftenhandel sowie<br />
bei Anzeigenkunden und zu lesen an über<br />
2000 Auslegestellen in Arztpraxen, bei<br />
Friseuren, in der Gastronomie und in<br />
Vereinen und Institutionen.<br />
Vertrieb<br />
Lesezirkel Leserkreis Daheim,<br />
Haferwende 29/a1, 28357 <strong>Bremen</strong><br />
Titelbild<br />
Sergey Yurchenko<br />
stock.adobe.com<br />
64
Nährmutter<br />
Paddelboot<br />
Fruchtmasse<br />
z.<br />
Marmeladenherst.<br />
feucht<br />
und kühl<br />
zerknittert<br />
Unterführung<br />
Erbfaktor<br />
Blutader<br />
zum<br />
Herzen<br />
Netzhaut<br />
des<br />
Auges<br />
Welle im<br />
Stadion<br />
(span.,<br />
2 Wörter)<br />
Sternschnuppe<br />
Behörde<br />
Abzählreim:<br />
..., mene,<br />
muh<br />
von etw. Atmungsorgan<br />
der<br />
völlig beherrscht<br />
Fische<br />
Vermögensstamm<br />
zwei<br />
Rhein-<br />
Zuflüsse<br />
5<br />
22<br />
zaubern<br />
indian.<br />
Stammeszeichen<br />
Kommando<br />
an<br />
einen<br />
Hund<br />
EU-Beitrittsstaat<br />
2004<br />
Abk.:<br />
Messerspitze<br />
(Rezepte)<br />
Angelstock<br />
Aschegefäß<br />
„Schneeschuh“<br />
heiße<br />
Springquelle<br />
3<br />
in der<br />
Tiefe<br />
Rehabilitation<br />
(Kf.)<br />
Mietauto<br />
Werbung<br />
Kleiderschädling<br />
Szenenaufbau<br />
beim Film<br />
Schulfach<br />
(Kurzwort)<br />
Pflanzenfaser<br />
prächtig,<br />
ausgezeichnet<br />
Windrichtung<br />
Gebetsabschluss<br />
Geheimbündler<br />
7 15<br />
4<br />
20<br />
Sternbild<br />
Altar (lat.)<br />
des<br />
Weiteren<br />
17<br />
Teil des<br />
Mundes<br />
äußern<br />
alt<br />
Ferment<br />
eine Verwandte<br />
(frz.)<br />
Meerbusen<br />
ungefährdet,<br />
geschützt<br />
altperuanischer<br />
Adliger<br />
dumme,<br />
törichte<br />
Handlung<br />
Filter am<br />
Verbrennungsmotor<br />
19<br />
Beruhigungs-,<br />
Schmerzmittel<br />
Aufgussgetränk<br />
ungebraucht<br />
6<br />
24<br />
14<br />
elektr.<br />
Anschlussteil<br />
11<br />
21<br />
Schuhteil<br />
Funktionsleiste<br />
(EDV)<br />
Stopp<br />
1<br />
Bezeichnung,<br />
Benennung<br />
hoher<br />
Fabrikschornstein<br />
ugs.:<br />
widerwärtiger<br />
Mensch<br />
10<br />
innerer<br />
Antrieb<br />
Moralbegriff<br />
Heilkundiger<br />
Geliebte<br />
des Zeus<br />
Knobelbecherzubehör<br />
gallertartiges<br />
Nesseltier<br />
2<br />
9<br />
empfehlenswert<br />
Geldstück<br />
Teil des<br />
Fußes<br />
in<br />
Raten<br />
begleichen<br />
eng bemessen,<br />
dürftig<br />
beiliegend<br />
Starrköpfigkeit<br />
Küchengerät<br />
Fischfett<br />
Teil des<br />
Auges<br />
Unterarmknochen<br />
junges<br />
Rind<br />
18<br />
Figur<br />
aus der<br />
„Sesamstraße“<br />
freundlich<br />
8<br />
Verbindung<br />
zwischen<br />
Muskel und<br />
Knochen<br />
12<br />
16<br />
23<br />
Greifzange,<br />
Federzange<br />
®<br />
13<br />
svd1719-0422<br />
1<br />
2<br />
3<br />
4<br />
5<br />
6<br />
7<br />
8<br />
9<br />
10<br />
11<br />
12<br />
13<br />
14<br />
15<br />
16<br />
17<br />
18<br />
19<br />
20<br />
21<br />
22<br />
23<br />
24<br />
W-K-WINTERHOFF GMBH<br />
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65
Morgenstund hat<br />
Gold im Mund<br />
von Anja E. Brinckmann<br />
FEINGESPONNENES<br />
uch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole:<br />
A Diesen Satz, der in seiner Bedeutung zum ersten Mal<br />
auf Lateinisch in einem Brief von Erasmus von Rotterdam<br />
mit den Worten Aurora musis amica - die Morgenstund ist<br />
die Freundin der Musen - gesichtet wurde, kann ich mir<br />
immer wieder auf der Zunge zergehen lassen. Und das heute<br />
so lange, bis ich ihn bildlich vor Augen habe und die<br />
Morgenstund ein Gesicht erhält. Ein ausgeschlafenes Gesicht,<br />
umrahmt von glänzendem Haar, mit großen wachen<br />
Augen und einem breit lachenden Mund aus dem das Gold<br />
wie sonniger Honig in den Morgen leuchtet, verführerisch<br />
funkelt, magisch glitzert. Kann schon sein, die drückende,<br />
alles verschlingende Hitze der letzten Tage ist mir zu Kopf<br />
gestiegen. Dabei hat sie zur Morgenstund noch nicht diese<br />
Kraft, mit der sie spätestens ab Mittag sämtliche Sinneseindrücke<br />
aufzuweichen vermag. Da duftet es noch nach dem<br />
Grün der Wiesen und bunten Sommerblumen. Das Versprechen<br />
eines neuen Tages liegt in der Luft. Alles ist möglich,<br />
alles reine Chance, nach der man nur greifen muss,<br />
wenn man selbst dann nicht zu träge ist. Jeder nach seiner<br />
Facon. Schließlich was soll’s, es ist Sommer und die Zeit<br />
hat ohnehin andere Dimensionen angenommen.<br />
Also lasse ich vor meinem inneren Auge das grün und blau<br />
schimmernde Meer auftauchen und mit seinen schäumenden<br />
Wellen wohlig an den Strand meines Bewusstseins rollen.<br />
Das Zirpen unzähliger Grillen dringt an meine Ohren.<br />
Schon morgens reißen sie mit ihrem alles durchdringenden<br />
Geflügelgerassel das Auditorium an sich und jedenfalls mir<br />
signalisieren sie, ich bin im Süden und habe Ferien. Vor<br />
vielen Jahren allerdings war ich nicht in den Ferien und<br />
hatte eine Grille – echt jetzt – sogar als Haustier. Das Tier<br />
hauste in einem Schacht, der sich hinter der Terrassentür<br />
meiner studentischen Souterrain-Wohnung in den mal<br />
nebligen, mal blauen San Francisco Himmel reckte. Hockte<br />
dort und zirpte sich die Seele aus dem Leib, ohne dass<br />
es eine Antwort irgendwelcher Genossen bekäme. Ich gab<br />
ihm einen Namen und erklärte Cäsar kurzerhand zu meinem<br />
Haustier. Seine schiere Präsenz mit seinem unermüdlichen<br />
Gezirpe tröstete mich in den ersten Wochen dort<br />
über dem großen Teich und ich fühlte mich weniger allein.<br />
Soviel zu wohligen Bildern und Erinnerungen. Bevor ich<br />
mich gleich schwungvoll an den Schreibtisch setze, um die<br />
Kolumne zu schreiben, dürstet es mich nach einer Tasse<br />
grünen Tee. Dazu könnte ich mir die Tageszeitung aus<br />
dem Briefkasten angeln. Die fällt in diesen Wochen ohnehin<br />
dünner aus und verlangt nicht allzu viel Aufmerksamkeit.<br />
Als ob es im Sommer regelmäßig weniger zu berichten<br />
gäbe. Aber die dünn gesäten Nachrichten haben es zur Zeit<br />
in sich und sind so wenig erquickend, dass sogar sie es vermögen,<br />
meine glänzende Morgenstimmung gefährlich aus<br />
dem Gleichgewicht zu bringen. Ist doch so, es gehört schon<br />
eine gewisse Unerschrockenheit dazu, sich wirklich jeden<br />
Morgen den Berichten über das Weltgeschehen zu stellen.<br />
Mir ist heute eher danach, die Welt zur Seite zu legen. Es<br />
hat sich bei mir nämlich etwas eingestellt, dem sogar ein<br />
Name gegeben worden ist: News Fatigue - wörtlich Nachrichtenmüdigkeit.<br />
Weil die Welt sich nicht zur Seite legen<br />
lässt, hält man sich von den Nachrichten darüber schlichtweg<br />
fern. Da geht es mir wie vielen anderen Menschen,<br />
sonst hätte dieser Zustand keinen eigenen Namen bekommen.<br />
Experten befassen sich damit und sprechen von „alarmierenden<br />
Symptomen eines psychischen Unwohlseins“.<br />
Die Menschen sind erschöpft, unruhig und gestresst, weil<br />
die Krise kein Ende, sondern nur immer wieder ein anderes<br />
Gesicht annimmt. Das Klimagesicht, das Kriegsgesicht,<br />
das Coronagesicht und so weiter. Bildlich ist nichts mehr<br />
übrig von der strahlenden Aurora als der personifizierten<br />
Morgenröte mit Gold im Haar und Gold im Mund. Traurige<br />
Augen sind es vielmehr, die aus einem grauen Gesicht<br />
gucken, der Mund schmerzlich verzogen bis verkniffen<br />
und mit zusammen gepressten Lippen. Das ist nun wirklich<br />
nichts für den Beginn eines neuen vielversprechenden<br />
Sommertages. Da muss das Phänomen News Fatigue mir<br />
nicht die Schamesröte ins Gesicht treiben. Für Nachrichten<br />
aus der Welt ist auch noch Zeit zur Abendstund. Mit meinen<br />
von der Hitze des Tages aufgeweichten Sinnen lasse ich<br />
sie mir dann von aufgeräumten Nachrichtensprecher:innen<br />
verlesen, und sie gehen mir bestimmt nicht so unter die<br />
Haut. Jeder nach seiner Facon.<br />
Aurora habet amrum in ore. Jetzt ist Morgenstund mit<br />
Gold im Mund und ganz bestimmt küssen mich gleich die<br />
Musen.<br />
66
DER EINFACHSTE<br />
WEG ZUM<br />
NEUEN BAD<br />
DIE BADAUSSTELLUNG IN IHRER NÄHE.<br />
BREMEN / STUHR-SECKENHAUSEN /<br />
BREMERHAVEN / OLDENBURG / WALSRODE<br />
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Weil’s um mehr als Geld geht.