Falstaff Magazin Österreich Nr. 6/2022
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GENIESSEN WEIN ESSEN REISEN<br />
/ aug <strong>2022</strong><br />
FURMINT<br />
ALTE REBSORTE<br />
NEU ENTDECKT<br />
WEINSTADT GENF<br />
DIE METROPOLE<br />
FÜR GENIESSER<br />
GOURMET AM SEE<br />
ÖSTERREICHS<br />
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ÖSTERREICHISCHE POST AG, MZ 02Z030053 M, FALSTAFF VERLAGS-GMBH, FÜHRICHGASSE 8, 1010 WIEN<br />
So isst der Norden!<br />
06<br />
EINE KULINARISCHE REISE VON OSLO BIS HELSINKI<br />
ÖSTERREICH-AUSGABE 06/<strong>2022</strong><br />
€ 10,50 WWW.FALSTAFF.COM<br />
9 004524 129521<br />
06
KEIN SPA<br />
WIE JEDES<br />
ANDERE<br />
Wie schön wäre es, einmal nur das<br />
Wasser rauschen zu hören.<br />
Nichts tun zu müssen. Nur da sein. Die Augen<br />
schließen. Die Welt draußen lassen. Kein morgen,<br />
kein gestern. Kein Tag wie jeder andere.<br />
Einzigartige Architektur, unverwechselbares Ambiente<br />
und eine unnachahmlich entspannende Atmosphäre:<br />
Im gekonnten Zusammenspiel großer Ideen und fein<br />
durchdachter Details liegt das Geheimnis des Stille-<br />
Erlebnisses SILENT SPA.<br />
Das SILENT SPA bietet neben komfortablen Liegebetten<br />
für Rückzug und Erholung auch ein Solebecken,<br />
Spa-Suiten und ein Dampfbad. Ein hochwertiger<br />
Saunabereich mit besonderen Aufguss-Zeremonien,<br />
ein Bewegungsraum sowie das Restaurant & Bar komplettieren<br />
dieses einzigartige Bauwerk.<br />
Lass die Zeit einfach mal still stehen. Für einen kostbaren<br />
Augenblick. Für einen wunderbaren Tag, um Ruhe<br />
zu finden und Entspannung zu erleben. Willkommen im<br />
SILENT SPA, dem Premium Day SPA der Therme Laa –<br />
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Grafik: Studio Ideenladen, Krems; Foto: VAMED Vitality World / Andreas Bitesnich
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THALHEIM<br />
QUELL STEIRISCHER<br />
LEBENSFREUDE.<br />
Dass das Wasser aus der ältesten Heilwasserquelle der Steiermark für<br />
die gute Laune der Steirer verantwortlich ist, mag etwas übertrieben<br />
sein. Es erfrischt auch das viele Grün, die liebliche Landschaft und das<br />
gute Wetter. Allerdings ist es auch nicht von der Hand zu weisen, dass<br />
schon die Kelten sich an dem Thalheimer Wasser mit seiner einzigartigen<br />
Mineralzusammensetzung und Lithium erfrischt haben. Und diese Kelten<br />
waren trotz ihrer Riten und Bräuche alles andere als düster. Sie waren<br />
auch bekannt als Volk des Frohsinns.<br />
01.08.22 12:40
Unsere<br />
Verantwortung<br />
für <strong>Österreich</strong>.<br />
Innovationen und Investitionen für Wachstum und Lebensqualität.<br />
A1 übernimmt Verantwortung, um die Zukunft <strong>Österreich</strong>s<br />
nachhaltig zu gestalten. Mit einem Investitionsvolumen von<br />
mehr als 2 Milliarden Euro in den letzten 5 Jahren sorgen<br />
wir, als digitale Lebensader, für einen sicheren Wirtschaftsstandort,<br />
Arbeitsplätze, mehr Lebensqualität und natürlich<br />
für die besten und schnellsten Verbindungen. Damit jedes<br />
Unternehmen und jeder Privathaushalt von allen digitalen<br />
Möglichkeiten profitieren kann.<br />
A1.net/verantwortung<br />
A1. Verantwortung für <strong>Österreich</strong>.
HERAUSGEBERBRIEF<br />
VORBILD NORDEN<br />
LIEBE FEINSCHMECKERINNEN,<br />
LIEBE FEINSCHMECKER!<br />
Der ärmere Süden Europas hat immer schon neidvoll<br />
auf den reicheren Norden geschielt. Umgekehrt<br />
beneiden die Nordländer die Südländer um<br />
ihre unbeschwerte Lebensfreude, das Klima, das »Dolce<br />
Vita«, das im Norden doch anders aussieht. Dennoch<br />
sind die glücklicheren Menschen – glaubt man der Meinungsforschung<br />
der Vereinten Nationen – im Norden zu<br />
Hause: Platz eins bis drei belegen Finnland, Dänemark<br />
und Island, dann kommen die Schweizer, die Holländer,<br />
die Luxemburger gefolgt von – immer noch unter den<br />
Top Ten – Schweden und Norwegen! Das ist einerseits<br />
dem Lebensstandard geschuldet, andererseits wohl auch<br />
der Mentalität, der Sicherheit und vielleicht der Politik.<br />
In diesem Heft dreht sich aber alles um die Kulinarik<br />
des Nordens. Was und wie isst man in diesem Teil Europas?<br />
Daher berichtet Autor Tobias Müller über sein<br />
»erstes Mal Surströmming«, denn das war die grauenvollste<br />
Speise, die er je hinunterwürgte. Nicht minder<br />
übel schmeckend sind Lutefisk, Hákarl oder Kiwiak.<br />
Viele Trends kamen aus Nordeuropa. Zum Beispiel<br />
Orange-Wein und Co. oder Restaurants, die weltweit ein<br />
Umdenken einleiteten, wie etwa das »Noma« in Kopenhagen.<br />
Sollten Sie dennoch Stockholm, Oslo, Helsinki<br />
oder Kopenhagen demnächst nicht am Reiseplan haben,<br />
empfehlen wir Ihnen Genf. Unser Long-Weekend führt<br />
uns in diese wunderbare französisch-schweizerische<br />
Weinstadt der Superlative. Und: Weil Sommer ist, hat<br />
sich unsere Weinredaktion dem fruchtig-leichten Sauvignon<br />
Blanc gewidmet.<br />
Plus: »Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute<br />
liegt so nah?« – lautet auch heuer die Devise der Urlauber,<br />
die unsere heimischen Trinkwasser-Seen besuchen.<br />
Genießen Sie die nächsten Wochen – niemand von uns<br />
weiß in diesen furchtbaren Zeiten, was das Morgen<br />
bringt. Also leben wir noch stärker als sonst – im Heute!<br />
Wolfgang und Angelika Rosam<br />
Herausgeber <strong>Falstaff</strong><br />
Der Norden ist<br />
wunderbar! Dort<br />
leben die<br />
glücklichsten<br />
Menschen, viele<br />
Trends hatten dort<br />
ihren Ursprung,<br />
aber es gibt auch<br />
einige wenige<br />
Speisen, die zu den<br />
»grausigsten« der<br />
Welt zählen.<br />
Geplant für Ihre<br />
Bedürfnisse.<br />
Gebaut für die<br />
Ewigkeit.<br />
Einfamilien- und Kleingartenhäuser in<br />
CO 2<br />
-neutraler Massivholz-Bauweise.<br />
Vom ersten Planungsschritt bis zur<br />
Hausübergabe, wir realisieren Ihren<br />
persönlichen Traum vom individuellen<br />
Eigenheim.<br />
Foto: Michael Nagl<br />
Foto: Ingo Pertramer<br />
WOLFGANG M. ROSAM<br />
wolfgang.rosam@falstaff.com<br />
@RosamWolfgang<br />
ANGELIKA ROSAM<br />
angelika.rosam@falstaff.com<br />
@angelikarosam<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
9<br />
Magnum Vollholz.Design<br />
Blaue Lagune | Parzelle 66<br />
2351 Wiener Neudorf<br />
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9 004524 129521<br />
06<br />
06<br />
AUGUST<br />
20<br />
<strong>Falstaff</strong> führt in den frischen Norden<br />
Europas: mit einer ganz speziellen<br />
Weinkultur und immer mehr eigenen<br />
Winzern, mit der trendigen nordischen<br />
Küche und ihren gefeierten Gourmet-<br />
Tempeln bis hin zu Genießer-<br />
Kreuzfahrten unter Polarlicht-<br />
Panorama.<br />
COVER<br />
FOTO: JOHNER RF / GETTY IMAGES<br />
/ aug <strong>2022</strong><br />
ÖSTERREICHISCHE POST AG, MZ 02Z030053 M, FALSTAFF VERLAGS-GMBH, FÜHRICHGASSE 8, 1010 WIEN<br />
FURMINT<br />
ALTE REBSORTE<br />
NEU ENTDECKT<br />
ÖSTERREICH-AUSGABE 06/<strong>2022</strong><br />
GENIESSEN WEIN ESSEN REISEN<br />
WEINSTADT GENF<br />
DIE METROPOLE<br />
FÜR GENIESSER<br />
EINE KULINARISCHE REISE VON OSLO BIS HELSINKI<br />
€ 10,50 WWW.FALSTAFF.COM<br />
GOURMET AM SEE<br />
ÖSTERREICHS<br />
SCHÖNSTE PLÄTZE<br />
So isst der Norden!<br />
156<br />
Großes Feingefühl für die Qualität<br />
der Zutaten zeichnet nordische<br />
Rezepte von drei internationalen<br />
Top-Köchen aus.<br />
40<br />
Der weltweite Sauvignon-Blanc-Boom<br />
lässt auch Klassiker wie Château<br />
Margaux nicht unberührt.<br />
COVER: SO ISST DER NORDEN!<br />
20 DER TREND AUS DEM NORDEN<br />
Dass Naturwein zum globalen Trend wurde, liegt<br />
vor allem an skandinavischen Spitzengastronomen<br />
32 DAS GUTE LIEGT SO NÖRDLICH<br />
Skandinavien entwickelt zusehends eine eigene<br />
önologische Kultur – auch mit eigenen Weinen<br />
104 VØLLIG ÅNDERS TRINKEN<br />
Nordic Spirits bedeutet mehr als Wodka und Aquavit<br />
116 GENUSS HOCH VIER<br />
Eine kulinarische Erkundung in<br />
Stockholm, Kopenhagen, Oslo und Helsinki<br />
144 EXOTE DES NORDENS<br />
Island schmeckt (überraschend) anders<br />
154 GUT GEHT ES DÄNEN …<br />
Eine skandinavische Lektion im Glücklichsein<br />
156 PURER GENUSS<br />
Die Essenz skandinavischer Küche in drei Rezepten<br />
164 ZEIT FÜR EINEN NEUEN AKT<br />
Stockholms traditionsreicher »Opernkeller«<br />
bricht in neue Zeiten auf<br />
170 SERIE: CORTIS KÜCHENZETTEL<br />
Skandinavischer als »Smørrebrød« geht nicht<br />
172 DIE NEUE NORDISCHE KOST<br />
Regionalität und Saisonalität bedeutet auch<br />
»gesunder« Genuss – der Norden macht es vor<br />
176 NORDIC CUISINE FÜR FORTGESCHRITTENE<br />
Die skandinavische Küche kennt einige der übel<br />
schmeckendsten Gerichte der Welt<br />
9 HERAUSGEBERBRIEF<br />
204 LESERBRIEFE<br />
297 IMPRESSUM<br />
306 SAGEN SIE EINMAL …<br />
90<br />
Den besten Grünen Veltliner<br />
zu küren, fiel angesichts<br />
der hochkarätigen<br />
Einreichungen nicht leicht.<br />
Fotos: beigestellt, Lena Staal, mauritius images / Danita Delimont / Per Karlsson, Peter Moser, Shutterstock<br />
10 falstaff aug <strong>2022</strong>
AUGUST<br />
222<br />
Eine Genusstour entlang der Seeufer in<br />
<strong>Österreich</strong>, vom klaren Gebirgssee im<br />
Westen bis zu sonnigen Weiten im Osten.<br />
94 WEINKOST AM POGUSCH<br />
Nach zwei Jahren Pause konnte die<br />
beste Networking-Veranstaltung<br />
des Landes wieder stattfinden<br />
96 WEINSTADT DE LUXE<br />
Kaum wo wird so viel guter Wein<br />
getrunken wie in Genf<br />
Herbsturlaub<br />
in der<br />
Steiermark<br />
Von der Ernte zum Genuss:<br />
Der farbenfrohe Herbst umrahmt das<br />
Grüne Herz <strong>Österreich</strong>s mit kulinarischen<br />
Köstlichkeiten. Ein wahrer<br />
Geheimtipp, denn dann ist Erntezeit<br />
in der Steiermark. Da öffnen die Gastgeber<br />
ihre Hof-, Keller- und Stalltüren<br />
und laden zum Miterleben ein.<br />
steiermark.com<br />
184 MEHR ALS NUR ESSEN<br />
Die Künstler Honey & Bunny<br />
über Küchenwunder des Nordens<br />
190 SERIE: KUNST & KULINARIK<br />
Astrid Lindgrens Liebe zur Küche<br />
findet sich auch in ihren Werken<br />
212 AUF GROSSER<br />
GESCHMACKS-EXPEDITION<br />
Gourmet-Kreuzfahrten bis über<br />
den Polarkreis hinaus<br />
WEIN & MEHR<br />
18 WEIN-NOTIZEN<br />
Wein-Chefredakteur Peter Moser<br />
mit Neuem aus der Welt des Weins<br />
40 WELTWEIT HEISS BEGEHRT<br />
Eine Suche nach den Wurzeln der<br />
globalen Erfolgsgeschichte des<br />
Sauvignon Blanc<br />
60 IM HERZEN FRANKREICHS<br />
Eine Weinreise zu den Sauvignon-<br />
Blanc-Klassikern von Sancerre<br />
und Pouilly-Fumé<br />
72 DREIFACHE PERFEKTION<br />
Drei Neuzugänge für die ewige<br />
Bestenliste heimischer Weine<br />
78 RÜCKKEHR EINER LEGENDE<br />
Der altehrwürdige weiße Furmint<br />
feiert eine frische Renaissance<br />
90 GRÜNER VELTLINER<br />
GRAND PRIX <strong>2022</strong><br />
Ein formidabler Jahrgang brachte<br />
eine Vielzahl von Topweinen<br />
GOURMET<br />
114 GOURMET-NOTIZEN<br />
Kulinarik-News von Chefredakteurin<br />
Elisabeth Brandlmaier<br />
188 ELDORADO<br />
Stylishe Tischkultur-Accessoires<br />
199 SIXPACK<br />
Sechs Restaurants im Test<br />
REISE<br />
210 TRAVEL-NOTIZEN<br />
Reise-Tipps von Chefredakteurin<br />
Elisabeth Brandlmaier<br />
222 GENUSS IN SEEWEITE<br />
<strong>Österreich</strong>s Seen servieren Genuss<br />
für Auge, Seele und Gaumen<br />
262 LONG WEEKEND GENF<br />
Tipps für ein perfektes<br />
Wochenende an der Rhone<br />
JOURNAL<br />
206 GUT ZU GAST<br />
298 EVENTS<br />
TASTING<br />
272 GRÜNER VELTLINER<br />
GRAND PRIX<br />
280 FURMINT<br />
286 TROPHY ROMAGNA<br />
290 TROPHY SIZILIEN<br />
DIE NÄCHSTE FALSTAFF-AUSGABE ERSCHEINT AM 9. SEPTEMBER <strong>2022</strong><br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
11<br />
© Steiermark Tourismus | Tom Lamm
cover / INTRO<br />
COOL …<br />
Brücke nach Sommarøy, Tromsø, Norwegen Foto: Moment RF / Getty Images<br />
12 falstaff aug <strong>2022</strong>
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
13
cover / INTRO<br />
… DURCH DEN …<br />
Breidavik-Kirche, Island Foto: Moment RF / Getty Images<br />
14 falstaff aug <strong>2022</strong>
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
15
cover / INTRO<br />
Haus am Wasser, Göteborg, Schweden Foto: Maskot / Getty Images<br />
16 falstaff aug <strong>2022</strong>
… SOMMER!<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
17
Wein-Chefredakteur<br />
PETER MOSER<br />
WEIN<br />
NEUES ABKOMMEN<br />
FÜR DIE ALTE WELT<br />
Ein neues EU-Handelsabkommen mit<br />
Neuseeland wird es Winzern künftig<br />
leichter machen, ihre Weine in der<br />
Alten Welt anzubieten, denn bereits jetzt ist<br />
Europa ein signifikanter Markt. Im letzten<br />
Jahr wurden rund 20 Millionen Liter abgesetzt<br />
und das, obwohl der Jahrgang 2021<br />
ein sehr schwacher auf Seiten der Produktion<br />
war. Man hat nun auch technische Barrieren<br />
ausgeräumt und gegenseitig die<br />
geschützten Herkünfte anerkannt. Dank<br />
einer sehr guten Ernte <strong>2022</strong> – in Marlborough<br />
wurden 44 Prozent mehr Sauvignon<br />
Blanc als im Vorjahr geerntet – wird man<br />
nun auch bei uns künftig ein breiteres<br />
Angebot der beiden Inseln vorfinden. Bleibt<br />
zu hoffen, dass die allgemeinen Preissteigerungen<br />
den positiven Effekt der Zollfreiheit<br />
nicht gleich wieder zunichte machen.<br />
PENFOLDS-PREMIERE<br />
FÜR MÉDOC-WEINE<br />
Nur ein Jahr nachdem der australische<br />
Weingigant seine ersten Weine aus Kalifornien<br />
präsentiert hatte, wurden nun zwei<br />
Weine mit DNA aus dem französischen<br />
Médoc präsentiert. Für den brandneuen<br />
»Penfolds II 2019«, einer Cuvée aus<br />
Cabernet Sauvignon, Merlot und Shiraz,<br />
wurde die eine Komponente von Dourthe in<br />
Bordeaux vinifiziert und in Australien mit<br />
dem Penfoldsanteil vermählt. Der »FTW<br />
585« stammt zur Gänze aus den Penfoldsgütern<br />
im Médoc – Cru Bourgeois Château<br />
Cambon la Pelouse und weitere drei (Château<br />
Belle-Vue, 15 ha, Château Gironville,<br />
5 ha, Château Bolaire, 7 ha), und sehr bald<br />
könnte ein großes Château dazukommen.<br />
penfolds.com<br />
JAPAN VERDOPPELT<br />
BEAUJOLAIS-PREISE<br />
Japan ist der mit Abstand größte Importeur<br />
von Beaujolais Nouveau. Nun haben die<br />
wichtigsten Händler angekündigt, die<br />
Preise aufgrund der hohen Energiekosten,<br />
die sich auf den Transport niederschlagen,<br />
zu verdoppeln und die Sortimente zurückzustutzen.<br />
Ein Markteinbruch ist garantiert.<br />
18 falstaff aug <strong>2022</strong>
NOTIZEN<br />
»Den ersten österreichischen<br />
Wein am Platz Bordeaux, das<br />
hätte Vater Luis gefallen.«<br />
GERHARD KRACHER Süßweinpapst aus Illmitz<br />
Fotos: Shutterstock, Peter Moser, Herbert Lehmann / picturedesk.com<br />
KRACHER IN BORDEAUX<br />
Mit der Trockenbeerenauslese Grande Cuvée<br />
Nouvelle Vague, die einst der Illmitzer Dessertweinspezialist<br />
Alois Kracher nach französischem<br />
Stil im neuen Holzfass entwickelt hat,<br />
wird ab Herbst <strong>2022</strong> erstmals ein heimischer<br />
Wein exklusiv über den Place de Bordeaux<br />
gehandelt, Ein Ritterschlag für Gerhard<br />
Kracher. kracher.at<br />
LVMH KAUFT JOSEPH PHELPS<br />
SANCERRE FÜR<br />
BOLLINGER<br />
Das Champagnerhaus<br />
war bereits im Loiretal<br />
mit Maison Langlois-<br />
Chateau »Château de<br />
Thauvenay« in Sancerre<br />
vertreten. Nun ließ man<br />
sich die Gelegenheit nicht<br />
entgehen, die Domaine<br />
Hubert Brochard in<br />
Chavignol zu kaufen, die<br />
über 60 Hektar bestes<br />
Terroir in Sancerre und<br />
Pouilly-Fumé verfügt.<br />
hubert-brochard.fr<br />
Wie Philippe Schmaus, CEO der Moët Hennessy von LVMH, bekannt<br />
gab, hat das Unternehmen das legendäre Weingut erworben, das<br />
1973 von Joseph Phelps in Napa Valley in Kalifornien gegründet wurde.<br />
Nicht weniger als 172 Hektar bester Weingärten verteilen sich auf<br />
neun verschiedene Plots von St. Helena, Rutherford, Oakville, Stags<br />
Leap District, Oak Knoll District, South Napa and Carneros, dazu noch<br />
weitere 40 Hektar in Western Sonoma Coast. Mit dem roten »Insignia«<br />
hat die Gruppe eine weitere Ikone im Programm. lvmh.com<br />
HOMMAGE À JACQUES PERRIN<br />
ZU GAST IN ÖSTERREICH<br />
Matthieu Perrin, einer der sieben Vertreter<br />
der großen Besitzerfamilie in seiner<br />
Generation, kam Mitte Juni nach<br />
<strong>Österreich</strong>, um einer geladenden Schar<br />
von Gastronomen, Sommeliers und<br />
Journalisten den Top-Rotwein und Top-<br />
Weißwein von Château de Beaucastel in<br />
Châteauneuf-du-Pape zu präsentieren.<br />
Die legendäre Cuvée »Hommage à<br />
Jacques Perrin« zählt seit ihrer Einführung<br />
zu den gesuchtesten Weinen der<br />
Welt, ist also ein sogenannter Trophy<br />
Wine. Gleich sechs Jahrgänge aus drei<br />
Jahrzehnten stellten das tolle Reifepotenzial<br />
dieser Ikone sehr eindrucksvoll<br />
unter Beweis. 2019 wurde zuletzt bei der<br />
Place de Bordeaux-Probe gezeigt, wo<br />
Hommage für den Weltmarkt gehandelt<br />
wird. Hermann Stöckmann von der Agentur<br />
Veritable Vins & Domaines in Hattenheim<br />
hat diese tolle Probe organisiert und<br />
in Wien sowie Salzburg möglich gemacht.<br />
Verfügbar sind die Weine bei den besten<br />
Weinhändlern <strong>Österreich</strong>s, wie Wein&Co,<br />
Dersken, Wagner oder Krachers Fine<br />
Wine Shop. m.familleperrin.com<br />
SÜSSWEIN-JUWEL CLIMENS<br />
BEKOMMT NEUE BESITZER<br />
Nachdem bereits 2021 Château Guiraud<br />
einen neuen Mehrheitsbesitzer bekam,<br />
folgt nun Château Climens, der Pionier-<br />
Betrieb in Sachen Biodynamie. Bérénice<br />
Lurton, die weiter als Beraterin zur<br />
Verfügung stehen wird, verkaufte den<br />
Premier Grand Cru aus 1855 an Jean-<br />
Hubert Moitry und dessen familieneigene<br />
Patrimonia Développement group.<br />
chateau-climens.fr<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
19
wein / NORDISCHER NATURWEIN-BOOM<br />
Naturwein hat sich zu einem fixen Bestandteil der Weinwelt entwickelt. Auch<br />
in der Spitzengastronomie spielen Low-Intervention-Weine eine immer größere<br />
Rolle – darunter viele Gewächse aus dem deutschsprachigen Raum. Diesen<br />
Siegeszug haben die Naturwein-Winzer nicht zuletzt Skandinavien zu verdanken.<br />
<strong>Falstaff</strong> ist der Entwicklung auf den Grund gegangen.<br />
TEXT DOMINIK VOMBACH UND BENJAMIN HERZOG<br />
DER TREND AUS<br />
20 falstaff aug <strong>2022</strong>
Naturwein – Wein aus natürlich<br />
produzierten Trauben und ohne<br />
Eingriffe im Keller – ist weltweit<br />
gefragt. Das ist zu einem<br />
Gutteil der skandinavischen<br />
Spitzengastronomie zu verdanken.<br />
Foto: Shutterstock<br />
DEM NORDEN<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
21
wein / NORDISCHER NATURWEIN-BOOM<br />
Der Pionier von der Mosel: Rudolf Trossen ist<br />
Bio-Winzer und produziert genauso klassische,<br />
restsüße Moselrieslinge mit Schwefeleinsatz<br />
wie auch Naturweine ganz ohne Zusätze.<br />
RUDOLF TROSSEN IST<br />
EIN BIO-PIONIER.<br />
DANK DER ÜBER-<br />
ZEUGUNGSARBEIT<br />
DÄNISCHER SOMMELIERS<br />
PRODUZIERT ER HEUTE<br />
AUCH NATURWEIN.<br />
Fotos: beigestellt<br />
22 falstaff aug <strong>2022</strong>
Am meisten forderten Mads<br />
Kleppe die Gäste aus dem<br />
deutschsprachigen Raum.<br />
Der ehemalige Head<br />
Sommelier des Restaurants<br />
»Noma« in Kopenhagen schmunzelt, als er<br />
dies beim Gespräch mit <strong>Falstaff</strong> erzählt:<br />
»Deutsche, Schweizer und <strong>Österreich</strong>er<br />
hatten zu Beginn die größte Mühe mit den<br />
natürlich produzierten Weinen, die ich in<br />
der Speisebegleitung im Noma servierte. Ich<br />
spreche hier von einer bestimmten Generation,<br />
die nur Burgunder, Bordeaux, Champagner<br />
oder deutschen Riesling trinken<br />
wollte. Heute sind zum Glück alle offener.«<br />
Selbst er, einer der großen Botschafter der<br />
Natural Wine-Bewegung, begann einst ganz<br />
klassisch. Die erste Flasche Wein, die<br />
Kleppe mit zarten sechzehn Jahren in ihren<br />
Bann zog, war kein trüber Natural Wine,<br />
sondern eine Flasche Faustino I aus dem<br />
Jahr 1964. Ein Wein, der alles andere als<br />
zurückhaltend produziert wird. Seine<br />
Karriere als Sommelier startete der gebürtige<br />
Norweger in Eyvind Hellstrøms<br />
Restaurant »Bagatelle« in Oslo – dem<br />
ersten mit Michelin-Stern in ganz Skandinavien.<br />
Er trug damals gerne Anzug, nahm an<br />
Sommelier-Meisterschaften teil und<br />
beschäftigte sich mit den sogenannten<br />
großen Weinen der Welt aus Burgund,<br />
Bordeaux und Co. »Ich habe schon damals<br />
ein Verständnis dafür entwickelt, dass es<br />
mehr als nur kon ventionellen Wein gibt,<br />
obwohl ich damit größtenteils aufwuchs«,<br />
erzählt Kleppe. Dieses Verständnis für die<br />
Komplexität der Weinwelt hat sich in den<br />
letzten Jahren zum Konsens entwickelt.<br />
Konventionell und unkonventionell<br />
existieren friedlich nebeneinander, befruchten<br />
einander gegenseitig und machen die<br />
Weinwelt so divers wie nie.<br />
Die häufig leichten, trüben und manchmal<br />
aromatisch fordernden Natural Wines<br />
sorgen zwar immer noch bei manchen<br />
gestandenen Weinkennern für Kopfschütteln,<br />
haben sich mittlerweile<br />
aber als fixer Bestandteil der<br />
Weinwelt etabliert. Mehr noch:<br />
Sie haben die ganze Branche<br />
zum Nachdenken angeregt,<br />
auch Großproduzenten<br />
hinterfragen<br />
heute den Einsatz<br />
von Chemie,<br />
Zusatz- und Hilfsstoffen, ein Verdienst<br />
der zurückhaltend arbeitenden Winzer.<br />
Beim Siegeszug der Naturweine spielte die<br />
nordische Spitzengastronomie, allen voran<br />
das »Noma« in Kopenhagen, eine wichtige<br />
Rolle. Eine bessere Bühne, als beim<br />
fünfmaligen Spitzenreiter der »The World’s<br />
50 Best Restaurants«-Liste ausgeschenkt zu<br />
werden, gibt es für einen Wein und seinen<br />
Produzenten kaum.<br />
KEIMZELLE NOMA<br />
Sommelier Mads Kleppe lernte das »Noma«<br />
schon kurz nach dessen Eröffnung im Jahr<br />
2003 gemeinsam mit seinem damaligen<br />
Chef Eyvind Hellstrøm kennen. Immer<br />
wieder flogen sie nach Kopenhagen und<br />
besuchten Rene Redzepis Restaurant, dem<br />
Hellstrøm schon damals attestierte, dass es<br />
einst die Zukunft der Gastronomie einläuten<br />
würde. Als das »Bagatelle« im Jahr 2009<br />
schloss, wollte Kleppe eigentlich bei einem<br />
Drei-Sterne-Restaurant in New York anheuern.<br />
»Als ich Eyven davon erzählte, wurde<br />
er plötzlich ganz still am Telefon. Er fragte<br />
mich, was ich glaube, weshalb er mich wohl<br />
so häufig mit ins ›Noma‹ genommen habe<br />
und dass er wolle, dass ich dort anfange.<br />
Das war das einzige Mal, dass er mich während<br />
unserer Zusammenarbeit angeschrien<br />
hat.« Seine ursprünglichen Pläne verwarf<br />
Kleppe daraufhin, ging nach Kopenhagen<br />
und begann, im »Noma« zu arbeiten.<br />
Pontus Elofsson, der erste Head Sommelier<br />
des Restaurants »Noma«, fokussierte<br />
bereits zu diesem Zeitpunkt sehr stark auf<br />
biologisch und biodynamisch produzierte<br />
Weine und begann langsam, auch Natural<br />
Wines in die Weinbegleitung einzubauen.<br />
Darunter auch Weine des Winzers Rudolf<br />
Trossen von der Mosel, eines der Biopioniere<br />
und Urgesteine der deutschen Natural-<br />
Wine-Szene. Irgendwann, so gibt Trossen<br />
zu Protokoll, standen zwei junge Dänen vor<br />
seiner Tür, die auf der Suche nach biologisch<br />
produzierten Weinen aus Deutschland<br />
waren. Beide in der Gastronomie tätig, gut<br />
in der Kopenhagener Spitzengastronomie<br />
vernetzt und gerade dabei, ihre eigene Weinhandlung<br />
namens Krone Vin aufzubauen.<br />
Lasse Kruse Rasmussen und Chris tian<br />
Brinch sorgten dafür, dass Trossens Weine –<br />
damals zwar biologisch an- und ausgebaut,<br />
jedoch moderat traditionell vinifiziert – unter<br />
anderem im »Noma« landeten.<br />
<<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
23
wein / NORDISCHER NATURWEIN-BOOM<br />
Als das dänische Komitee das nächste Mal<br />
an der Mosel war, holte Trossen zwei Weine<br />
zum Probieren. Denselben Riesling, einmal<br />
filtriert und geschwefelt, einmal völlig ohne<br />
Eingriffe. »Die Schar der Besucher hat sich<br />
sofort in zwei Hälften geteilt. Die einen<br />
haben gefragt, wo die Frucht hin sei, die<br />
anderen haben gejubelt«, erzählt Trossen.<br />
Seitdem vinifiziert der Winzer Naturweine<br />
genauso wie klassische trockene bis restsüße<br />
Moseltropfen, die ohne Schwefelzugabe<br />
nicht möglich wären. Trossen ist alles andere<br />
als ein Dogmatiker und schätzt vor allem<br />
die Freiheit und Diversität, die mit den<br />
Naturweinen Einzug in die Weinwelt und in<br />
sein Schaffen gehalten hat. Diese Haltung<br />
teilt er mit vielen seiner Kollegen.<br />
DIE WEINE VON<br />
CHRISTIAN<br />
TSCHIDA SIND SEIT<br />
JAHREN WICHTIGER<br />
BESTANDTEIL DER<br />
WEINBEGLEITUNG IM<br />
RESTAURANT »NOMA«.<br />
<<br />
»Unser erster Wein, der dort ausgeschenkt<br />
wurde, war ein restsüßer Riesling<br />
aus dem Jahr 2006 mit 100 Gramm<br />
Restzucker und neun Promille Säure. Eine<br />
richtige Granate«, erzählt Trossen. Der<br />
Wein kam gut an, die Dänen brachten regelmäßig<br />
Topsommeliers aus Kopenhagen<br />
an die Mosel, unter anderem Mads Kleppe,<br />
der Trossen irgendwann fragte, ob er nicht<br />
auch Wein ganz ohne Schwefeleinsatz produzieren<br />
könne. Ohne Risiko für ihn, denn<br />
die Menge würde fix abgenommen, unabhängig<br />
davon, ob die Weine gelingen oder<br />
nicht. »Es war mir wichtig, ihn zu unterstützen,<br />
damit er genau das tun kann, wovon<br />
er immer geträumt hat«, berichtet Kleppe.<br />
Christian Tschida baut seine Trauben so natürlich<br />
wie nur möglich an, manche sind so dicht gepflanzt,<br />
dass sie nur mit dem Pferd bearbeitet werden<br />
können. Seine Gewächse sind weltweit gefragt.<br />
EIN NEUES WEINVERSTÄNDNIS<br />
Nachdem Mads Kleppe Head Sommelier<br />
des »Noma« wurde, sah er nach eigenen<br />
Aussagen die große Chance, das, was<br />
Elofsson begonnen hatte, auf die Spitze zu<br />
treiben. »Ich wollte den nächsten Schritt<br />
gehen und das ›Noma‹ zum ersten Restaurant<br />
der Welt machen, das im Natural<br />
Wine-Bereich voll durchstartet«, erzählt er.<br />
Für ihn bedeutete das, ein neues Weinverständnis<br />
zu entwickeln, das nichts<br />
mit den klassischen Weinen zu tun hatte,<br />
mit denen er zuvor arbeitete. Natürlich<br />
machte er dabei auch Fehler, gesteht er<br />
rückblickend, servierte Weine, die er heute<br />
nicht mehr servieren würde. Die Weine des<br />
Burgendländer Ausnahmewinzers Christian<br />
Tschida gehören hier nicht dazu. Sie waren<br />
unter Kleppe jahrelang fixer Bestandteil<br />
der Weinbegleitung im »Noma«. Erstmals<br />
servierte der damals noch junge Kleppe<br />
Christian Tschidas Laissez-Faire 2009 zu<br />
einem Austerngang im Jahr 2011. Eine<br />
<<br />
Fotos: beigestellt<br />
24 falstaff aug <strong>2022</strong>
wein / NORDISCHER NATURWEIN-BOOM<br />
<<br />
gewagte Kombination, die den Gästen<br />
des Restaurants jedoch so gut schmeckte,<br />
dass der vorrätige Wein bereits drei Wochen<br />
vor Ende des Menüs zur Neige ging. »Ich<br />
bekam am Wochenende einen sehr nervösen<br />
Anruf vom ›Noma‹. Sie fragten mich,<br />
ob ich denn noch Wein hätte und ob es<br />
irgendeine Möglichkeit gäbe, diesen in zwei<br />
Tagen nach Kopenhagen zu liefern«, erzählt<br />
Christian Tschida. Statt die Weine mittels<br />
Spedition zu liefern – die fünf Tage dafür<br />
gebraucht hätte –, packte Christian Tschida<br />
seinen Kombi bis oben hin voll mit Kartons<br />
Laissez-Faire 2009 und fuhr um fünf Uhr<br />
morgens vom burgenländischen Illmitz in<br />
Richtung Kopenhagen los. Nach siebzehn<br />
Stunden abenteuerlicher Fahrt durch ganz<br />
Deutschland erreichte er das »Noma«<br />
gegen zehn Uhr Abends, wo er mit großer<br />
Freude empfangen wurde. »Wir haben den<br />
Laissez-Faire dann gemeinsam mit dem<br />
Team ausgeladen, fünf Tage später war<br />
ich wieder zu Hause«, berichtet Christian<br />
Tschida. Alles, was dazwischen geschah, ist<br />
Geschichte. Christian Tschida und Mads<br />
Kleppe verbindet seit dieser Zeit eine innige<br />
Freundschaft. Beide teilen die Ansicht, dass<br />
sich die Weinwelt in den letzten Jahren<br />
rasant entwickelt hat und die Akzeptanz<br />
gegenüber natürlich produzierten Weinen<br />
deutlich gestiegen ist. Überall auf der<br />
Welt gibt es heute Restaurants, Bars und<br />
Händler, die natürlich produzierte Weine<br />
anbieten. »Es werden immer mehr, und das<br />
ist wirklich toll, denn das Thema schließt<br />
niemanden aus. Die Leute können sich frei<br />
DIE WEINWELT IST<br />
HEUTE SO DIVERS<br />
UND FREI WIE NOCH<br />
NIE – MITUNTER DANK<br />
DER GASTRONOMIE<br />
SKANDINAVIENS.<br />
UND DAS IST GUT SO.<br />
fühlen und das genießen, was sie wollen«,<br />
sagt Kleppe.<br />
Darüber, warum Skandinavien Vorreiter<br />
beim Konsum von Naturwein war und warum<br />
die Akzeptanz hierzulande lange klein<br />
war, lässt sich nur spekulieren. Wichtig ist<br />
sicher, dass Skandinavien kaum eigenen<br />
Wein produziert und darum möglicherweise<br />
offener ist. »In Skandinavien ist eine ganze<br />
Generation mit naturbelassenem Wein<br />
aufgewachsen«, gibt Christian Tschida zu<br />
bedenken. »Ich habe letztens erst eine Spitzensommeliere<br />
kennengelernt, die – wissentlich<br />
– noch nie einen gefilterten Wein<br />
getrunken hat. Das kann man natürlich<br />
zuerst als riesiges Manko sehen, aber ich<br />
finde so ein Faktum extrem spannend.«<br />
KOPENHAGEN, TOKYO,<br />
NEW YORK<br />
Neben Dänemark attestiert Christian Tschida<br />
auch Japan eine Pionierrolle im Naturweinbereich.<br />
»In unserer europäischen Blase<br />
haben wir davon nicht so viel mitbekom-<br />
<<br />
Ausgangspunkt für alle Naturweine<br />
ist ein naturnaher Anbau – mit<br />
oder ohne Bio-Zertifizierung, mit<br />
Einsatz biodynamischer oder noch<br />
strikterer Methoden. Im Keller wird<br />
Verzicht geübt. Auf Mythopia im<br />
Schweizer Wallis werden die Grenzen<br />
des Möglichen ausgelotet und die<br />
Biodiversität im Rebberg gefördert.<br />
Foto: Mythopia<br />
26 falstaff aug <strong>2022</strong>
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nach WLTP. Weitere Informationen unter www.autoverbrauch.at. Symbolfoto.
wein / NORDISCHER NATURWEIN-BOOM<br />
Für den ehemaligen<br />
Head Sommelier im<br />
Restaurant »Noma« in<br />
Kopenhagen, Mads Kleppe<br />
(o.), ist der Rebberg der Domaine<br />
Mythopia im Schweizer Wallis (l.) einer der<br />
schönsten der Welt. Biodiversität steht hier im<br />
Zentrum, die Monokultur wird durchbrochen.<br />
Die Bezeichnung Naturwein ist gesetzlich weder<br />
geschützt noch geregelt. Was unter Naturwein,<br />
Natural Wine oder Vin naturel verstanden wird,<br />
ist extrem vielfältig. Grundsätzlich werden so<br />
Weine bezeichnet, die mit möglichst wenigen<br />
Eingriffen produziert werden: Ausgangspunkt ist<br />
ein naturnaher Anbau – mit oder ohne Bio-Zertifizierung,<br />
mit Einsatz biodynamischer oder noch<br />
strikterer Methoden. Im Keller wird Verzicht geübt.<br />
Weder Reinzuchthefen noch stabilisierende<br />
Schönungen oder Filtrationen werden eingesetzt,<br />
und auch Schwefeldioxid wird nicht oder nur<br />
in moderaten Dosen verwendet. Naturweine<br />
bestehen im Idealfall also nur aus Trauben und<br />
Zeit. Übrigens: Der Begriff Orangewein hat mit<br />
Naturwein direkt nichts zu tun und ist schon gar<br />
nicht als Synonym zu verwenden. Orangeweine<br />
sind maischevergorene Weißweine – Weißweine<br />
WAS IST<br />
NATURWEIN?<br />
also, die mit Stielen und Beerenhäuten eingemaischt<br />
und vergoren werden. Diese existieren<br />
als Naturweine, können aber auch konventionell<br />
hergestellt werden. Der Ursprung der Naturweinbewegung<br />
ist in den 1970er-Jahren im französischen<br />
Beaujolais zu verorten. Als Urvater<br />
der Bewegung gilt Weinfachmann und Négociant<br />
Jules Chauvet (1907–1989). Als Gegenbewegung<br />
zu den damals industriell hergestellten Beaujolais-Weinen<br />
führte er umfangreiche Analysen<br />
durch. Er wurde so zu einem leidenschaftlichen<br />
Vertreter von möglichst natürlich hergestellten<br />
Weinen und sprach sich beispielsweise vehement<br />
gegen Chaptalisation, Filtration und im Idealfall<br />
auch gegen Schwefeln aus. Seine berühmteste<br />
Aussage lautete: »Le vin, moins on le touche,<br />
mieux ça vaut« – »Je weniger man den Wein<br />
berührt, desto besser wird er.«<br />
<<br />
men. Dänemark war aber schon eine Art<br />
Speerspitze der Szene.« Auch London und<br />
New York spielten eine wichtige Rolle als<br />
Plattformen für Naturweine. Beide Städte<br />
gehören beispielsweise zu den Hauptabsatzmärkten<br />
der von Hans-Peter Schmidt<br />
geführten Domaine Mythopia aus dem<br />
Schweizer Kanton Wallis. Rund 90 Prozent<br />
seiner Weine werden exportiert. In der<br />
Schweiz finden die teuren Tropfen wenige<br />
Liebhaber – im Gegensatz zu Kopenhagen,<br />
wo die experimentellen, naturbelassenen<br />
Weine nicht nur im »Noma«, sondern in<br />
vielen weiteren Lokalen ange boten werden.<br />
Schmidt ist in seiner Heimat bis heute<br />
weitgehend unbekannt, in der weltweit<br />
vernetzten Naturweinszene aber so etwas<br />
wie ein Guru. Er entwarf ein völlig neuartiges<br />
Konzept des Rebbergs – eines, das auf<br />
Biodiversität beruht und viele Winzer inspiriert.<br />
Dort, wo eigentlich Reben in Reih<br />
und Glied stehen sollten, findet sich ein<br />
wilder Dschungel: kopfhohes Gras, Obstbäume,<br />
Sträucher, dazwischen Rebstöcke,<br />
die man nur mit etwas Geduld erspähen<br />
kann. Jeder gelernte Weinbauer würde ob<br />
der Wildheit der Anlagen die Hände über<br />
dem Kopf zusammenschlagen. Für Schmidt<br />
und seine Fans aber ist dieser Rebberg die<br />
Grundlage von einigen der fantastischsten<br />
Naturweine aus dem Alpenraum, in sich<br />
ruhenden Tropfen, die ihren Charakter oft<br />
erst nach Stunden im Glas preisgeben. »Für<br />
mich ist das der schönste Weinberg der<br />
Welt«, sagt etwa Mads Kleppe, als wir ihn<br />
auf Hans-Peter Schmidts Arbeit ansprechen.<br />
Die Weinwelt ist heute so divers und<br />
frei wie noch nie – zu einem Gutteil dank<br />
Skandinavien. Und das ist gut so.<br />
<<br />
Fotos: Mythopia, Katia Ceolin<br />
28 falstaff aug <strong>2022</strong>
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wein / NORDISCHER NATURWEIN-BOOM<br />
BEST OF<br />
NATURWEIN-IKONEN<br />
96<br />
94<br />
93<br />
2017 CHARDONNAY LES<br />
MIRACULÉS<br />
Domaine Ganevat, Jura,<br />
Frankreich<br />
Reifte für drei Jahre in 600-Liter-<br />
Fässern, die spundvoll gehalten<br />
wurden. Sehr elegant und frisch in<br />
der Nase mit Noten von Apfel, Nüssen<br />
und Gewürzen, auch zitrische<br />
Noten. Am Gaumen extrem kraftvoll,<br />
dabei aber lebendig und dank<br />
der vifen Säure auch sehr frisch. Ein<br />
Jura-Monument der modernen Art.<br />
weinskandal.at<br />
Preis: k. A.<br />
2017 FLEUR DE SAVAGNIN<br />
Domaine Labet, Jura, Frankreich<br />
Sehr aromatische, typische Savagnin-Aromatik<br />
mit Noten von Zitrusfrüchten,<br />
weißen Blüten und reifem<br />
Obst, dezent nussig-würzig. Am<br />
Gaumen zwar von schöner Fülle,<br />
gleichzeitig aber enormer Frische<br />
und Lebendigkeit. Zeigt mit Luft und<br />
etwas erhöhter Temperatur immer<br />
neue Facetten. Kann viele Jahre<br />
weiter reifen.<br />
weinskandal.at<br />
Preis: k. A.<br />
2016 MÂCON-CHAINTRÉ<br />
VIEILLES VIGNES<br />
Domaine Valette, Burgund,<br />
Frankreich<br />
Haselnuss, Orangenzeste und Nougat<br />
de Montélimar, Anklänge an<br />
Tropenfrucht. Im Mund ist der Wein<br />
seidig und saftig, verbindet Fülle<br />
und Schmelz mit einer lebendigen<br />
Säure und großer mineralischer<br />
Frische. Hat noch große weitere<br />
Reserven, ist aber jetzt schon ein<br />
ausgezeichneter Tischgenosse.<br />
passion-vin.de<br />
€ 39,50<br />
96<br />
94<br />
93<br />
2018 LAISSEZ FAIRE<br />
Christian Tschida, Burgenland,<br />
<strong>Österreich</strong><br />
Mineralisch wirkende Feuersteinnoten,<br />
mit Luft angenehme Steinfrucht-<br />
und reife Zitrusnoten. Am<br />
Gaumen frisch mit seidiger Struktur<br />
und dabei geradlinigem Säurenerv.<br />
Gewisser Grip im langen, kühl-steinigen<br />
Abgang. Ein Wein, der jetzt<br />
schon seine Größe zeigt, aber auch<br />
lange reifen kann.<br />
wagners-weinshop.com<br />
weinskandal.at<br />
ca. € 59,–<br />
2014 PI-NO<br />
Mythopia, Wallis, Schweiz<br />
Schon in der Nase sehr kräftig für<br />
einen Pinot Noir. Dunkle Kirschen,<br />
schwarze Waldbeeren, dazu Waldbodennuancen<br />
und eine eigenständige,<br />
wilde Würzigkeit. Am Gaumen<br />
überaus sanft, ja samtig mit feinem<br />
Tannin, spürbarer, aber reifer Säure<br />
und guter Länge. Kräftig in der<br />
Nase, am Gaumen aber elegant und<br />
überraschend leicht. Profitiert stark<br />
von Belüftung.<br />
treat.wine<br />
€ 74,50<br />
2017 SANCERRE BLANC<br />
»AKMÉNINÉ«<br />
Sébastien Riffault, Loire,<br />
Frankreich<br />
Reife, eigenständige Aromatik mit<br />
Noten von Honig, Quitte; reife Zitrusfrüchte,<br />
auch hefige Nuancen<br />
sind auszumachen. Sehr vielschichtig<br />
und komplex. Am Gaumen dann<br />
überraschend trocken und präzise.<br />
Endet sehr lang mit Gewürznoten.<br />
naturalwinedealers.com<br />
€ 23,–<br />
95<br />
93<br />
93<br />
EX VERRO III 2019<br />
Weingut Werlitsch, Steiermark,<br />
<strong>Österreich</strong><br />
Extrem tiefgründiger, aber noch junger<br />
Wein, der in diesem Stadium viel<br />
Luft benötigt. In der Nase reif wirkend<br />
mit natürlich wirkenden Obstnoten<br />
wie Quitte, auch exotische<br />
Anklänge wie Ananas und Passionsfrucht,<br />
dezent Honig. Endet sehr<br />
lang mit mineralisch-würzigem<br />
Einschlag.<br />
gute-weine.de<br />
€ 44,–<br />
2017 MORGON CUVÉE 3,14<br />
Jean Foillard, Beaujolais,<br />
Frankreich<br />
Die Morgon Cuvée 3,14 zeigt sich<br />
noch jung und verschlossen mit<br />
Noten von Walderdbeere, Schwarzkirsche<br />
und Himbeere, dazu blumige<br />
Nuancen. Weiter zeigt der Wein eine<br />
dunkle Würze, die an Wildbret, Sojasauce<br />
und Lakritze erinnert. Am<br />
Gaumen intensiv und mundfüllend<br />
mit spürbarem, aber reifem Tannin<br />
und schöner Länge. Muss reifen.<br />
passion-vin.de<br />
€ 59,90<br />
2020 MADONNA PURUS<br />
Rudolf Trossen, Mosel,<br />
Deutschland<br />
Liegt in hellem Gold im Glas. Zeigt<br />
eine extrem dynamische Entwicklung<br />
im Glas. Zunächst etwas verschlossen-würzig,<br />
dann zusehends<br />
fruchtiger mit Noten von Apfel und<br />
hellen Steinfrüchten, auch tropische<br />
Nuancen sowie eine an Kümmel<br />
erinnernde Würzigkeit. Am Gaumen<br />
geschmeidig und weich mit einer<br />
gewissen Phenolik. Endet lang.<br />
weinskandal.at<br />
€ 33,–<br />
Fotos: Benjamin Herzog<br />
30 falstaff aug <strong>2022</strong>
wein / WEIN AUS DEM NORDEN<br />
DAS GUTE<br />
LIEGT SO<br />
NÖRDLICH<br />
Blick über die Weingärten<br />
von Slinde Vineyards im<br />
norwegischen Sognefjord.<br />
Foto: beigestellt<br />
32 falstaff aug <strong>2022</strong>
Wein aus Dänemark, Schweden und sogar Norwegen? Das ist auch<br />
wegen des Klimawandels keine Utopie und es gibt immer mehr davon.<br />
Ein Ausflug zu exotischen Winzern, abenteuerlichen Experimenten<br />
und singulären Weinkulturen vor unserer nördlichen Haustüre.<br />
TEXT PETER MOSER<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
33
wein / WEIN AUS DEM NORDEN<br />
Die blauen Trauben reifen in<br />
Südschweden bereits sehr gut:<br />
Weingarten von Flaedie in der<br />
Region Skane.<br />
A<br />
quavit, Wodka und<br />
Leichtbier; anderes gibt es<br />
in Dänemark, Schweden,<br />
Norwegen und Finnland<br />
nicht zu trinken. Dieses<br />
Klischee war nie richtig und ist somit<br />
einfach falsch: Nicht nur dank immer<br />
informierteren Konsums von Importweinen,<br />
sondern auch einer jungen Winzerkultur<br />
im Norden, die aus der Not spezieller<br />
Rahmenbedingungen oft eine Tugend<br />
macht. Die Dänen etwa konsumieren<br />
aktuell zu zwei Drittel vor allem importierten<br />
Rotwein inklusive zehn Prozent<br />
Rosé, auch der Markt für Schaumwein<br />
wächst. Und wenn Natural Wines am<br />
Weltmarkt mit rund zwei Prozent der<br />
Produktion alles andere als Big Players<br />
sind, in Kopenhagen liebt man diese Weine:<br />
Die Stadt nimmt beim Konsum dieser<br />
Kategorie Platz drei hinter Paris und Tokio<br />
am Weltmarkt ein.<br />
Seit 2000 ist Dänemark, wo keine<br />
Monopolbehörde den Verkauf alkoholischer<br />
Getränke reguliert, selbst offizielles<br />
europäisches Weinbauland mit den vier<br />
Hauptregionen Bornholm, Fünen, Jütland<br />
und Seeland. Dank der Klimaerwärmung<br />
steigen Fläche und Produktion ständig an<br />
– die Produktion von Schaumwein steht<br />
im Vordergrund. Die Unterregion Dons<br />
in Jütland ist dafür mittlerweile eine erste<br />
geschützte Herkunft (PDO) – es ist die<br />
nördlichste in der EU überhaupt und um-<br />
Die norwegischen Hobby-Winzer sind für die<br />
Zukunft optimistisch und voller Tatendrang.<br />
fasst potenzielle 500 Hektar. Die Neusorten<br />
Souvignier Gris, Solaris und Johanniter<br />
sowie die roten Sorten Rondo und Regent<br />
für Rosé eignen sich für das dänische Klima<br />
besonders gut. Abgesehen von den<br />
Sparklings aus Dons scheint sich der<br />
Nordwesten Seelands am besten für den<br />
Weinbau zu eignen. In der Danish Vine Association<br />
waren 2017 dort bereits 96 Winzer<br />
mit 98 Hektar Rebfläche als kommerzielle<br />
Produzenten registriert. Dazu kommen<br />
mehr als 1000 registrierte Hobbyweingärtner.<br />
Die Weine sind fast ausschließlich<br />
regional erhältliche Nischenprodukte im<br />
Preisband von 15 bis 30 Euro ab Hof.<br />
Dyrehøj Vingaard bei Kalundborg ist<br />
heute mit 30.000 Rebstöcken das größte<br />
Weingut Dänemarks. Hier, in der sonnigsten<br />
Ecke, sorgt der neuseeländische<br />
Winemaker Zach Brierly für gute Qualitäten<br />
wie die »Solaris Reserve«. Niels und<br />
Nina Fink vom Weingut Vejrhøj in Fårevejle<br />
machen seit 2011 mit Weinen wie dem<br />
»Solaris Sterling« auf sich aufmerksam.<br />
Stolz ist man auf die Schaumweine von<br />
Skærsøgaard, aus Almind im Dons PDO –<br />
die Cuvée Brut 2015 aus den Sorten Solaris<br />
und Orion wurde mit 90 Parker-Punkten<br />
geadelt. Der andere Winzer, der es bisher zu<br />
Bewertungen von Wine Advocate schaffte,<br />
ist Jacob Stokkebye, der heute neben Kaviar<br />
auch rund 10.000 Flaschen Weiß- und<br />
Schaumwein in Fünen erzeugt. Er arbeitete<br />
als Sommelier in französischen Sternenrestaurants<br />
und auf dem Weingut des<br />
dänischen Königshauses in Cahors, bevor<br />
er sich 2009 entschloss, der beste Winzer<br />
Dänemarks werden zu wollen. Hervorzuheben<br />
ist der Solaris namens »Liva«, ausgebaut<br />
in gebrauchten Barriques von der<br />
Domaine de Chevalier in Bordeaux.<br />
Und Rotwein? Da wären etwa Susanne<br />
und Søren Hartvig Jensen vom Kelleris<br />
Vingård in Kvistgård, die neben Rondo<br />
sogar Cabernet Sauvignon auspflanzten.<br />
»Ich bin nicht nur ein wenig verrückt, ich<br />
bin komplett crazy, weil ich mich auf Rotwein<br />
spezialisiert habe,« so Søren, »aber<br />
nachdem die Konsumenten Weine mit längerem<br />
Fassausbau lieben, bin ich auf diese<br />
Herausforderung mit Freude eingegangen.«<br />
»ENORMES POTENZIAL«<br />
Schweden ist ein starker Markt für Wein, es<br />
werden jährlich rund 25 Liter pro Kopf –<br />
Fotos: AFP / Getty Images, beigestellt<br />
34 falstaff aug <strong>2022</strong>
etwa so viel wie in Deutschland –<br />
konsumiert, rund zur Hälfte werden Weine<br />
aus der Neuen Welt, vor allem aus Südafrika,<br />
importiert. Von den drei nordischen<br />
Ländern wächst der Eigenanbau von Wein<br />
in Schweden am schnellsten, aktuell<br />
bewirtschaften die schwedischen Winzer<br />
etwa 150 Hektar. Glaubt man allerdings<br />
Emma Serner, selbst Winzerin und Präsidentin<br />
der Schwedischen Handelsorganisation<br />
für Önologie und Weinbau, so könnten<br />
rund 10.000 Hektar vor allem im Süden<br />
des Landes gute Voraussetzungen zum Anbau<br />
von Weintrauben besitzen. Auch Lotta<br />
Nordmark von der schwedischen Landwirtschaftsuniversität<br />
sieht »enormes Potenzial<br />
für Winzer in Schweden, dank des verbesserten<br />
Klimas und der neuen pilzresistenten<br />
Piwi-Rebsorten« hier gute, nachhaltig<br />
erzeugte Weine zu produzieren. Das<br />
schwedische Monopol Systembolaget bietet<br />
heute bereits rund 240 klassische Traubenweine<br />
aus Schweden an, die Format zeigen.<br />
Wer sich vor Ort einen Überblick über<br />
den schwedischen Wein machen will, besucht<br />
in Malmö das Swedish Wine Center<br />
(swedishwinecenter.se), hier kann man die<br />
besten Weine glasweise probieren. Bei den<br />
Weißweinen dominiert klar die Piwi-Sorte<br />
Solaris, dazu etwas Muscaris, Souvignier<br />
Gris, aber sogar auch Donauriesling wie im<br />
»Cuvée Lyckeri« vom Weingut Kullaberg,<br />
das von österreichischen Önologen vom<br />
Kaliber eines Robert Steidl beraten wird.<br />
DER KLIMAWANDEL<br />
UND WACHSENDES<br />
KNOW HOW LASSEN<br />
BEREITS HEUTE IM<br />
HOHEN NORDEN<br />
ÜBERRASCHEND GUTE<br />
WEINE WACHSEN.<br />
MEHR SONNE ALS IN BORDEAUX<br />
Bei den seltener erzeugten schwedischen<br />
Rotweinen – sie kommen von den Weingütern<br />
Arild, Skeppard und Snårestad –<br />
kommen die Sorten Pinot Noir, Rondo,<br />
Siramé und Cabernet Cortis zum Einsatz.<br />
Auch Rosé, Schaumwein (Sekt heißt hier<br />
»Mousserande«) und Orangeweine werden<br />
angeboten. Weinproben bieten selbstverständlich<br />
auch die Weingüter. Besonders<br />
die Regionen Scania und Södermanland<br />
haben sich inzwischen für den Weinbau<br />
als geeignet erwiesen. Südlich von Malmö<br />
führen Lena Jörgensen und Murre Sofrakis<br />
das Weingut Vingården i Klagshamn, 2001<br />
wurden die ersten Solaris-Reben gepflanzt.<br />
Weiter östlich bei Skåne liegen die 6,5<br />
Hektar der Hällåkra Vingård, hier entsteht<br />
eine große Vielfalt an Weinen, man arbeitet<br />
mit Solaris, Rondo, Regent, Leon Millot,<br />
Pinot Noir, Pinot Gris, and Auxerrois<br />
Blanc. Bereits 2008 wurde hier der erste<br />
Rotwein aus Rondo abgefüllt. Ein weiteres<br />
Weingut ist Nordic Sea in Simrishamn Winery<br />
mit seiner ultramodernen Kellerei samt<br />
Weinbar und Restaurant. Hier erzeugt die<br />
Oenoforos Group, gegründet von Takis Soldatos,<br />
einige der bestverkauften Weine des<br />
Landes. Das Weingut Blaxsta gilt nicht nur<br />
als eines der ersten Weingüter Schwedens,<br />
seine 3,5 Hektar in der Södermanland-Region<br />
südwestlich von Stockholm gelten als<br />
die nördlichsten Weinlagen der Welt. Kaum<br />
zu glauben, dass hier um 25 Prozent mehr<br />
Sonnenstunden verzeichnet werden als<br />
beispielsweise in Bordeaux. Entsprechend<br />
werden hier Chardonnay, Vidal Blanc, Merlot<br />
und auch Cabernet Franc kultiviert. Im<br />
Herzen der Östgöta-Ebene bei Väderstad<br />
bewirtschaften Niclas und Anna Albinsson<br />
von Särtshöga Vingård ihre 8000 Stöcke<br />
Solaris, voll Zuversicht, in Zukunft den<br />
weltbesten Schaumwein aus dieser Sorte<br />
herstellen zu können. Aktuell sind es bereits<br />
4000 Flaschen Blanc de Blancs und Brut<br />
Nature jährlich, die Produktion wächst. Die<br />
Weingüter unterhalten oft selbst Restaurants<br />
und Beherbergungsbetriebe, auch wegen<br />
der Absatzbeschränkungen angesichts<br />
des Systembolaget-Monopols.<br />
CHIANTI, RIOJA UND MET<br />
Norwegen ist bei der Auswahl seiner Weine<br />
sehr konservativ, hier zeigen die Konsumenten<br />
wenig Interesse an der Neuen Welt,<br />
man bevorzugt zu 75 Prozent Rotwein und<br />
tendiert zu Chianti, Rioja oder Bordeaux.<br />
Für klassischen Weinbau ist das Klima in<br />
Norwegen zu rau. Dazu kommt, dass der<br />
Verkauf von alkoholischen Getränken mit<br />
Ausnahme von Leichtbier ein staatliches<br />
Monopol darstellt. Ab-Hof-Verkauf wäre<br />
einem Winzer nicht gestattet, ausschließlich<br />
über die Lokale des »Vinmonopolet«<br />
wird an Interessenten verkauft. Wie die<br />
<<br />
Beim schwedischen<br />
Weingut Kullabergs Vingard<br />
in Kullahalvön werden<br />
mittlerweile zehn Hektar<br />
mit pilzwiderstandsfähigen<br />
Reben bewirtschaftet.<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
35
wein / WEIN AUS DEM NORDEN<br />
<<br />
Wikinger trinken Norweger nach<br />
wie vor Met (»Mjød«), der aus Honig<br />
und Würzkräutern hergestellt wird.<br />
Erzeugt wird auch Beerenwein aus<br />
der schwarzen Krähenbeere, die hier<br />
»Krekling« heißt. Und allen Widrigkeiten<br />
zum Trotz gibt es auch bereits<br />
in Norwegen ein halbes Dutzend<br />
kommerzieller Weingüter. Auch ein<br />
Winzerverband wurde bereits gegründet,<br />
und hat eine Schar an Hobbywinzern<br />
als weitere Mitglieder. Der Lerkekåsa<br />
Vineyard ist wohl der nördlichst gelegene<br />
Weinbaubetrieb in der Provinz Telemark,<br />
jener Region, in der die gleichnamige Skitechnik<br />
entwickelt wurde. Der wohl prominenteste<br />
Winzer-Konsultant Norwegens ist<br />
der deutsche Winzerstar Klaus-Peter Keller<br />
aus Rheinhessen, der mit seiner ehemaligen<br />
Praktikantin Anne Enggrav in Kirstiansand<br />
Kelleris Vingaard im dänischen Kvistgard<br />
erzeugt neben Schaum- und Weißweinen auch<br />
erstaunliche Rotweine, die im Château von<br />
Susanne und Søren Hartvig Jensen<br />
gereift werden.<br />
erste Erfolge einfährt, natürlich mit<br />
Riesling.<br />
TRAUBEN AUS FINNLAND<br />
Finnland schließlich ist definitiv Teil<br />
des »Wodka-Gürtels«. Auch wenn<br />
der Konsum von Hochprozentigem<br />
in den letzten Jahren deutlich abgenommen<br />
hat, hat Vodka immer noch<br />
einen Marktanteil von einem Viertel<br />
aller alkoholischen Getränke. Die Finnen<br />
schätzen kräftige, fruchtigere Weine, auch<br />
eine gewisse Süße, hier sind die saftigen,<br />
roten Chilenen sehr gefragt. Eine eigene<br />
Weinproduktion hat Finnland noch nicht.<br />
Rund 100 Kilo Trauben wachsen allerdings<br />
auf einer Felseninsel namens Olkiuoto,<br />
wo Warmabwasserröhren von Atomkraftwerken<br />
für eine Versuchanlage den Boden<br />
eisfrei halten. <<br />
SCHWEDISCHER WEIN<br />
Eine kleine Selektion schwedischer Weine wurde uns von Weinhändler Tobias<br />
Lindblom von Nordic Vineyards (nordicvineyards.com) zur Verfügung gestellt.<br />
Hier können diese Produkte auch online bestellt werden.<br />
91<br />
2020 KULLABERGS IMMELEN<br />
(SOUVIGNIER GRIS/SOLARIS)<br />
Kullabergs Vingard; Nyhamnslage<br />
13,5%, NK, kullabergs.se<br />
Helles Goldgelb, Silberreflexe. Kandierte<br />
Orangenzesten, ein Hauch Muskatnuss, weiße<br />
Tropenfrucht, florale Nuancen, dezente Kräuterwürze.<br />
Saftig, kraftvoll, mineralisch, dezente<br />
fruchtige Süße, feiner Säurebogen, Birnen im<br />
Abgang, zarte Holzwürze im Nachhall, salzig<br />
und gut anhaftend, Entwicklungspotenzial.<br />
nordicvineyards.com, € 55,50<br />
89<br />
ARLIDS VINGARD SOLARIS<br />
Arlids Vingard, Kullaberg, Skane<br />
12%, NK<br />
Helles Gelbgrün, Silberreflexe. Nuancen von<br />
frischen Wiesenkräutern, weißer Apfel, ein<br />
zarter Hauch von Limetten, eher verhaltenes<br />
Bukett. Leichtfüßig, zart nach Walnuss und<br />
Honigmelone, angenehme, leicht reduktive<br />
Würze, zitronig-mineralisch im Abgang, ein<br />
lebendiger, frischer Speisenbegleiter,<br />
salziger Nachhall.<br />
nordicvineyards.com, € 16,50<br />
88<br />
2020 SKEPPARPS VINGARD SOLARIS<br />
GRAND PRIX<br />
Skepparps Vingard, Kivik<br />
12%, DV, (500 ml)<br />
skepparpsvingard.se<br />
Helles Gelbgrün, Silberreflexe. Nuancen von<br />
weißem Pfirsich, frischer Apfel, Zitruszesten,<br />
floraler Touch. Schlank, feine Fruchtsüße,<br />
etwas Steinobst, frischer Säurebogen, apfelige<br />
Note im Abgang, dezente Mineralität, sauber,<br />
aber wenig komplex.<br />
nordicvineyards.com, € 19,–<br />
90<br />
2020 FLÄDIE ANIARA RENÄSSANS<br />
(95% Solaris, 5% Phönix)<br />
Flädie Vinproduktion, Bjärred<br />
13,5%, NK, fladievinproduktion.se<br />
Helles Gelbgrün, Silberreflexe. Weiße Tropenfrucht,<br />
ein Hauch von Melone und Limette,<br />
floraler Touch, mineralisch. Straff, grüner<br />
Apfel, rassig strukturiert, salzig-zitronig im Abgang,<br />
klar und frisch wie ein Gebirgsbach, toller<br />
Rieslingersatz, auch als Aperitif gut einsetzbar<br />
nordicvineyards.com, € 25,10<br />
89<br />
2019 LOTIMA SELENSE<br />
(30% Muscaris/ 70% Solaris)<br />
Lottenlund Estate, Allerum,<br />
12,5%, NK, lottenlundestate.se<br />
Helles Goldgelb, Silberreflexe. Frische<br />
Wiesenkräuter, grüner Apfel, etwas Birne,<br />
tabakige Nuancen, ein Hauch von Walnuss.<br />
Schlank, weiße Frucht, frische Säurestruktur,<br />
zart blättrig, zitronig-salziger Nachhall, bietet<br />
unkomplizierten Trinkspaß.<br />
nordicvineyards.com, € 37,–<br />
88<br />
NV KLAGSHAMN EGO 7 SOLARIS<br />
Vingarden i Klagshamn,<br />
15%, NK , vingardeniklagshamn.se<br />
Helles Goldgelb, Silberreflexe. In Solera<br />
entstandener Multivintagewein. Weiße<br />
Tropenfrucht, Limetten, grüner Apfel, ein<br />
Hauchvon Blütenhonig, blumiges, einladendes<br />
Bukett. Kraftvoll, sehr mineralisch, rassiger<br />
Säurekern, Limetten im Abgang, mittlere<br />
Länge, zarte vegetale Nuancen im Nachhall.<br />
nordicvineyards.com, € 36,–<br />
Foto: beigestellt<br />
36 falstaff aug <strong>2022</strong>
www.die3.eu<br />
Euram Bank AG<br />
Palais Schottenring<br />
Schottenring 18<br />
1010 Wien<br />
T: +43 1 512 38 80 0<br />
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www.eurambank.com
HANS SCHWARZ
wein / SAUVIGNON BLANC<br />
WELTWEIT HEISS<br />
BEGEHRT:<br />
SAUVIGNON<br />
BLANC<br />
Von Sancerre bis Südafrika, von Marlborough über<br />
Chile bis nach Bordeaux ist Sauvignon Blanc der<br />
Lieblingswein vieler. Eine Suche nach den Wurzeln<br />
eines außerordentlichen Erfolgs.<br />
TEXT ANNE KREBIEHL MW<br />
Foto: Andreas Tischler / picturedesk.com<br />
40 falstaff aug <strong>2022</strong>
Sauvignon-Blanc-Trauben,<br />
hier beim Reifen in der<br />
südsteirischen Sonne – all<br />
jene Aromen sammelnd,<br />
die die Welt im Sturm<br />
erobert haben.<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
41
wein / SAUVIGNON BLANC<br />
Ausdrucksstark, und doch<br />
jederzeit voll unkomplizierter<br />
Trinkfreude: Es ist kein Wunder,<br />
dass sich der Anbau von<br />
Sauvignon Blanc allein in den<br />
letzten 20 Jahren weltweit<br />
verdoppelt hat.<br />
Der Duft ist unverkennbar:<br />
Anklänge von Brennnessel<br />
und Buchsbaum, von Passionsfrucht<br />
und Pfirsich, gefolgt<br />
von spritziger Limettenfrische<br />
– das ist der Sauvignon Blanc, den wir<br />
alle kennen. Dezentere Versionen haben<br />
zurückhaltende Aromen und hoffentlich<br />
auch wunderbare Tiefe, die von Lage und<br />
Boden spricht, rundere Versionen sind sanft<br />
vom Eichenausbau, die die exquisite,<br />
vollfruchtige Saftigkeit dieser Sorte<br />
hervorbringt. Ihre offene Aromatik ist ihr<br />
Erfolg, am überzeugendsten ist sie jedoch in<br />
Zurückhaltung. Sauvignon Blanc ist eine<br />
der begehrtesten Rebsorten der Welt. Ihre<br />
Geschichte ist lang, ihr Aufstieg ist steil.<br />
Die weltweite Anbaufläche von Sauvignon<br />
Blanc hat sich von knapp über<br />
65.000 Hektar im Jahr 2000 auf fast<br />
130.000 Hektar im Jahr 2020 verdoppelt.<br />
Blickt man ein Jahrzehnt weiter zurück,<br />
nämlich auf nur 46.000 Hektar im Jahr<br />
1990, so hat sich die weltweite Anbaufläche<br />
von Sauvignon Blanc in drei Jahrzehnten<br />
fast verdreifacht. Welchen besseren Beweis<br />
könnte es für die absolute und anhaltende<br />
Beliebtheit von Sauvignon Blanc geben?<br />
Laut Berechnungen der Universität<br />
von Adelaide war Sauvignon Blanc im<br />
vergangenen Jahrzehnt die weltweit am<br />
stärksten expandierende weiße Rebsorte,<br />
vor allem in der Neuen Welt, weit entfernt<br />
von den Ursprüngen der Sorte in den<br />
gemäßigten Regionen Zentralfrankreichs.<br />
Rund um den Globus – wie hier im chilenischen<br />
Casablanca – punktet Sauvignon Blanc als<br />
perfekter Botschafter von Terroir und Klima.<br />
DIE ANFÄNGE<br />
Genetische Untersuchungen lassen vermuten,<br />
dass der Sauvignon Blanc seinen Ursprung in<br />
Zentralfrankreich hat. Seine früheste Erwähnung<br />
stammt aus 1534 aus dem Loire-Tal,<br />
als der französische Schriftsteller François<br />
Rabelais ihn unter dem lokalen Namen Fiers<br />
erwähnte. Die Sorte tauchte erstmals als<br />
Sauvignon Fumé oder Blanc Fumé an der<br />
mittleren Loire auf und ist jene Traube, aus<br />
der die berühmten Weine von Sancerre und<br />
Pouilly-Fumé hergestellt werden. In Bordeaux<br />
wird sie erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts<br />
erwähnt, wo sie eine der wichtigsten<br />
Rebsorten für die trockenen Weißweine<br />
von Bordeaux ist, insbesondere für die von<br />
Graves und Pessac-Léognan, wo die Sorte<br />
gewöhnlich mit Sémillon verschnitten wird.<br />
Sauvignon Blanc liebt kühlere Klimazonen<br />
und fühlt sich in den gemäßigten<br />
Breiten der nördlichen und südlichen<br />
Hemisphäre wohl. Klima ist der Schlüssel<br />
zu seinen ausdrucksstarken Aromen: Von<br />
kühleren zu wärmeren Gebieten umspannt<br />
er Anklänge von grüner Paprikaschote, ge-<br />
Fotos: Shutterstock, R. Ian Lloyd / Masterfile / Mauritius Images, Lee Foster / Alamy Stock Photos / Mauritius Images, beigestellt<br />
42 falstaff aug <strong>2022</strong>
BEST OF<br />
Neuseeland<br />
GREYWACKE – WILD SAUVIGNON<br />
95 2020<br />
FRAMINGHAM – F-SERIES MARLBO-<br />
94 ROUGH SAUVIGNON BLANC 2021<br />
VILLA MARIA – SINGLE VINEYARD<br />
94 TAYLORS PASS SAUV. BLANC 2020<br />
HUIA – ORGANIC SAUVIGNON<br />
94 BLANC 2020<br />
SAINT CLAIR WAIRAU RESERVE<br />
94 SAUVIGNON BLANC 2021<br />
mähtem Gras und Brennnessel über Buchsbaum<br />
bis hin zu Tomatenblättern. Sein<br />
Fruchtspektrum umfasst die frischen Zitrusfrüchte<br />
von Limette über Grapefruit bis<br />
Zitrone sowie säuerlichen Apfel bis hin zu<br />
tropischer Fülle – insbesondere die spritzige<br />
Reife der Maracuja. Diese Aromen waren<br />
zwar schon immer vorhanden, es bedurfte<br />
jedoch eines bestimmten Stils der Vinifizierung,<br />
um sie zum Ausdruck zu bringen.<br />
ENDLICH GESCHMACK<br />
Mitte der 1980er-Jahre sah die Weinwelt<br />
noch ganz anders aus: Die klassischen<br />
europäischen Weine hatten die Oberhand,<br />
Appellationen wie Chablis, Sancerre und<br />
Graves waren oft die bevorzugten trockenen<br />
Weißweine. Als dann plötzlich Weißweine<br />
mit verführerisch starkem Duft eingeschenkt<br />
wurden, die trotz ihrer Kraft einfach zu genießen<br />
waren, war die Aufregung groß. Der<br />
neuseeländische Sauvignon Blanc hatte die<br />
Szene betreten. Ein Weißwein, wie man ihn<br />
noch nie zuvor gekostet hatte.<br />
Damals war die neuseeländische Weinindustrie<br />
klein und von ertragsstarkem<br />
Müller-Thurgau dominiert, der in dem kühlen<br />
Klima reifte, aber eher uninteressante<br />
Weine ergab. Die Regierung zahlte Prämien<br />
für die Rodung von Weinbergen, und 1981<br />
gab es in Neuseeland gerade einmal 2600<br />
Hektar Reben. Aber einige unternehmungs-<br />
Im<br />
neuseeländischen<br />
Marlborough wurde<br />
dem Sauvignon<br />
Blanc sein neues<br />
Leben eingehaucht.<br />
MITTE DER 1980ER-<br />
JAHRE SAH DIE<br />
WEINWELT NOCH GANZ<br />
ANDERS AUS.<br />
DANN KAM DER<br />
NEUSEELÄNDISCHE<br />
SAUVIGNON BLANC.<br />
In seiner chilenischen Spielart punktet<br />
Sauvignon Blanc mit kerniger Frische.<br />
lustige Geister hatten<br />
Sauvignon Blanc<br />
gepflanzt, weil sie<br />
dachten, dass er zum<br />
Klima passen könnte.<br />
Sie lagen richtig. Das<br />
kühle, aber sonnige<br />
Küstenklima von Marlborough<br />
und die kargen, gut<br />
durchlässigen Böden kamen<br />
der Sorte sehr entgegen. Auch die<br />
Wein bereitung spielte eine entscheidende<br />
Rolle. Die Vinifizierung des Sauvignon<br />
Blanc in temperaturkontrolliertem Edelstahl<br />
setzte sein gesamtes lebhaftes Aromenpotenzial<br />
frei. Der Marlborough Sauvignon<br />
Blanc mit seinem vollen Geschmack<br />
und seiner tropischen Würze war ein völlig<br />
neuer Weinstil.<br />
DER COUP DER KIWIS<br />
Als der Konzern Montana, heute als Brancott<br />
Estate bekannt, seinen Landbesitz in<br />
Marlborough für Sauvignon Blanc zu nutzen<br />
begann und 1980 den ersten Jahrgang<br />
auf den Markt brachte, gewann das Phänomen<br />
an Fahrt, kleinere Unternehmen hatten<br />
auch bereits den Anbau begonnen. Auch<br />
der Australier David Hohnen vom Weingut<br />
Cape Mentelle in Margaret River witterte<br />
seine Chance. Er gründete Cloudy Bay,<br />
brachte 1985 den ersten Jahrgang heraus,<br />
und der Rest ist Geschichte. Marlborough<br />
Sauvignon Blanc wurde ein durchschlagender<br />
Erfolg: Obwohl im oberen Segment<br />
angesiedelt, war er dennoch weit<br />
<<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
43
wein / SAUVIGNON BLANC<br />
In Chile ist auch der<br />
Weintourismus im<br />
Aufschwung. Das malerische<br />
Colchagua-Tal ist dabei ein<br />
Fixpunkt.<br />
<<br />
verfügbar. Mit seiner einfachen Sortenbezeichnung<br />
erforderte er kein Eingeweihten-Wissen<br />
und überzeugte eine ganz neue<br />
Gruppe von Menschen vom Weintrinken.<br />
Sein Aufkommen veränderte nicht nur die<br />
neuseeländische Wein industrie, sondern die<br />
der ganzen Welt.<br />
NEUSEELAND HEUTE<br />
Marlborough im Norden der neuseeländischen<br />
Südinsel ist heute wie damals das<br />
Zentrum des Sauvignon Blanc im Land.<br />
Heute gibt es in Neuseeland 26.559 Hektar<br />
Sauvignon Blanc, davon 23.834 in<br />
Marlborough. Das breite Wairau-Tal bringt<br />
Weine mit fruchtigeren, reiferen Aromen<br />
hervor. Das südlich gelegene Awatere Valley<br />
ist kühler und bringt grünere Noten<br />
hervor, die manchmal an Erbsenschößlinge<br />
und grünen Spargel erinnern. Wo einst<br />
Überschwang die Regel war, hat ein heute<br />
immer noch lebendiger, aber eleganterer<br />
Stil die Oberhand gewonnen. Die Noten<br />
von Maracuja, Pfirsich und Limette<br />
sind so klar wie eh und je, aber die Weine<br />
insgesamt harmonischer als früher. Und<br />
obwohl Marl borough Sauvignon Blanc<br />
in der Tat ein erkennbarer Stil ist, gibt es<br />
zwischen den Winzern und Weingütern<br />
echte stilistische Unterschiede. Der kühle,<br />
in Edelstahl vergorene Stil hat zwar die<br />
BEST OF<br />
Chile<br />
MORANDÉ WINERY – GRAN<br />
94 RESERVA SAUVIGNON BLANC 2019<br />
VIÑA CASA SILVA – COOL COAST<br />
94 SAUVIGNON BLANC 2021<br />
CARMEN – GRAN RESERVA<br />
94 SAUVIGNON BLANC 2021<br />
GARCES SILVA – AMAYNA CORDÓN<br />
94 HUINCA SAUVIGNON BLANC 2021<br />
CASA MARIN CIPRESES VINEYARD<br />
93 SAUVIGNON BLANC 2021<br />
SAUVIGNON BLANC<br />
PUNKTET MIT<br />
UNENDLICHER<br />
VIELFALT, WENN ER<br />
MIT DEM KLIMA UND<br />
DEM TERRAIN IN<br />
DIALOG TRETEN KANN.<br />
Oberhand, aber es gibt mehr: in gebrauchter<br />
und neuer Eiche ausgebaute Weine<br />
ebenso wie Weine, die durch die Hefe zusätzliche<br />
Textur erhalten, und es gibt sogar<br />
ein Angebot an gereiften Jahrgängen – ein<br />
textureller und sensorischer Genuss, der<br />
Anmutungen von Stein, Rauch und tiefgründiger<br />
Frucht vermittelt.<br />
CHILE<br />
Auf der anderen Seite des Südpazifiks, in<br />
Chile, ist es derselbe Ozean, der dem chilenischen<br />
Sauvignon Blanc einzigartige Aromen<br />
verleiht. Die chilenische Weinindustrie<br />
konzentrierte sich zunächst auf das Central<br />
Valley – jenen langen, flachen Landstrich<br />
zwischen den Anden und den Küstengebirgen<br />
mit perfekten Bedingungen für den Anbau<br />
roter Trauben wie Cabernet Sauvignon,<br />
Carmenère und Merlot. Seitdem haben sich<br />
sowohl die Ausläufer der Anden als auch die<br />
kühlen Regionen entlang der Küstengebirge<br />
zu neuen Weinregionen entwickelt. Chile<br />
hatte seine eigenen Pioniere wie Pablo Morandé,<br />
der als erster im Casablanca-Tal, das<br />
vom Pazifik gekühlt wird, Reben anpflanzte.<br />
Ricardo Baettig, Chefwinzer bei Morandé,<br />
sieht die Küstenregion weiterhin als den<br />
»idealen Ort für Sauvignon Blanc in Chile,<br />
da sie aufgrund des Humboldtstroms recht<br />
kühl ist. Bis Morandé 1982 Pionierar-<br />
<<br />
Fotos: Jose Luis Stephens / Shutterstock, beigestellt<br />
44 falstaff aug <strong>2022</strong>
Für die Momente,<br />
die uns bewegen.<br />
Der neue Kia Niro EV.<br />
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WLTP-Idealwerte, tats. Verbrauch hängt von Fahrprofil, Umgebungstemperatur und Fahrbahnbedingungen ab.
wein / SAUVIGNON BLANC<br />
<<br />
beit in diesem Gebiet leistete, war die<br />
Region kein Weinbaugebiet«. Heute sind<br />
Leyda, Casablanca und Paredones an der<br />
sogenannten Costa Fría, der kalten Küste<br />
des Colchagua-Tals, die Schlüsselregionen<br />
für Sauvignon Blanc. Es gibt auch Sauvignon<br />
Blancs aus dem Landesinneren: Die Küstenweine<br />
strotzen vor Limettenfrische, während<br />
die Weine aus dem Landesinneren mehr tropische<br />
Früchte aufweisen. Für Baettig ist der<br />
chilenische Sauvignon Blanc »eine Mischung<br />
aus starkem Zitruscharakter und Zurückhaltung,<br />
irgendwo zwischen der alten und<br />
der neuen Welt, mit einzigartigem Charakter:<br />
Frucht mit pikanten Zitrusfrüchten und<br />
einer steinigen Salzigkeit im Mund.« Kein<br />
Wunder, dass die Anbaufläche von 6662<br />
Hektar im Jahr 2000 auf heute mehr als<br />
15.000 Hektar gestiegen ist.<br />
BEST OF<br />
Südafrika<br />
REYNEKE – RESERVE WHITE 2020<br />
96<br />
IONA – MONOPOLE WILD FERMENT<br />
94 SAUVIGNON BLANC 2021<br />
RESTLESS RIVER – WANDERLUST<br />
94 SAUVIGNON BLANC 2018<br />
THORNE & DAUGHTERS – SNAKES &<br />
94 LADDERS SAUVIGNON BLANC 2020<br />
BOSCHENDAL – APPELLATION<br />
93 SERIES ELGIN SAUV. BLANC 2021<br />
SÜDAFRIKA<br />
Auch die Geschichte des südafrikanischen<br />
Sauvignon Blanc in ist eine der Expansion:<br />
Die Anbaufläche stieg von 5436<br />
Hektar im Jahr 2000 auf 9.844 Hektar im<br />
Jahr 2020. Sie ist die am dritthäufigsten<br />
angebaute weiße Rebsorte, ihre Präsenz<br />
hat zugenommen, obwohl Südafrikas<br />
Weinbauflächen abnahmen – umso mehr<br />
ein Beweis für die zunehmende Bedeutung<br />
des Sauvignon Blanc für Südafrika.<br />
Er gedeiht praktisch im gesamten<br />
Weinbaugebiet am Kap und ist in Lagen<br />
in Meeresnähe hervorragend. Während<br />
Südafrika wie Chile zunächst mit einem<br />
grünbetonten Stil in die Fußstapfen Neuseelands<br />
trat, ist Südafrika heute eines der<br />
spannendsten Länder für unterschiedliche<br />
Ausprägungen des Sauvignon Blanc.<br />
<<br />
Um Stellenbosch wachsen nicht nur einige der edelsten Weine<br />
Südafrikas – die Universitätsstadt beherbergt auch viele<br />
Forschungseinrichtungen in Sachen Wein und Weinbau.<br />
SAUVIGNON BLANC UND<br />
DER KLIMAWANDEL<br />
Wie kommt die Rebsorte mit veränderten Bedingungen zurecht?<br />
Für Dr. Mike Trought von der neuseeländischen<br />
Lincoln University hängt jede Diskussion über<br />
die Anpassungsfähigkeit des Sauvignon Blanc<br />
an den Klimawandel »von der Interpretation des<br />
Begriffs anpassungsfähig« ab. Sauvignon Blanc<br />
gedeihe zwar in einer Reihe von Klimazonen,<br />
seine aromatische Ausprägung hänge aber direkt<br />
mit dem Klima zusammen. Der bahnbrechende<br />
Stil von Marlborough mit seiner Mischung aus<br />
grünen und tropischen Aromen ist daher durch<br />
die Klimaerwärmung gefährdet. Sauvignon Blanc<br />
eignet sich zwar für wärmere Klimazonen wie Kalifornien,<br />
bestimmte Aspekte seines aromatischen<br />
Ausdrucks könnten dabei aber verlorengehen.<br />
Trought meint, dass der Erhalt der faszinierenden<br />
Mischung aus grünen und tropischen Noten bis zu<br />
einem gewissen Grad »durch eine Reihe alternativer<br />
Bewirtschaftungsstrategien« wie »Aufbau<br />
von Weinbergen in kühleren, höheren Breiten und/<br />
oder Höhenlagen« erreicht werden kann. Weinbaumethoden<br />
wie »frühere Ernte, eine erhöhte<br />
Laubbedeckung, die Vergrößerung der Blattfläche<br />
können eingesetzt werden, um die derzeitigen<br />
Geschmacksprofile in einem sich erwärmenden<br />
Klima zu erhalten.« Das funktioniere aber nur bis<br />
zu einem gewissen Grad: »Diese Praktiken können<br />
einem geringen Anstieg der durchschnittlichen<br />
Tagestemperatur entgegenwirken« – etwa +0,5<br />
Grad Celsius –, »sodass die derzeitigen Rebsorten<br />
in den traditionellen Regionen weiterhin angebaut<br />
werden können. Bei einem stärkeren Temperaturanstieg<br />
könnten diese veränderten Praktiken<br />
jedoch unzureichend sein«.<br />
Fotos: Shutterstock, beigestellt<br />
46 falstaff aug <strong>2022</strong>
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im Münze <strong>Österreich</strong>-Shop Wien sowie unter www.muenzeoesterreich.at. MÜNZE ÖSTERREICH – ANLEGEN. SAMMELN. SCHENKEN.
wein / SAUVIGNON BLANC<br />
<<br />
Rüdiger Gretschel, technischer Direktor<br />
bei Vinimark und langjähriger Winzer<br />
bei Reyneke Wines, resümiert: »Sauvignon<br />
Blanc aus den südafrikanischen<br />
Weinregionen unterscheiden sich alle<br />
deutlich voneinander – das ist spannend.<br />
So soll es auch sein, er ist eine wunderbare<br />
Rebsorte, die, regional betrachtet,<br />
eine große Vielseitigkeit aufweist.« Die<br />
Weine ohne Eichenholz weisen tropische<br />
oder grünere Noten auf, je nachdem, wie<br />
sehr die Weinberge von der Meeresbrise<br />
gekühlt werden. Einige sind erstaunlich<br />
salzig und erinnern fast an das Meer. Die<br />
in Eichenholz ausgebauten Weine sind<br />
faszinierend, komplex reife- und sogar<br />
sammelwürdig. Südafrika ist ein Land, das<br />
man als Liebhaber eines guten Sauvignon<br />
Blanc im Auge behalten sollte.<br />
KALIFORNIEN<br />
Kalifornien hat ein bedeutendes Kapitel<br />
in der Geschichte des Sauvignon Blanc<br />
geschrieben. Es gibt fast 6500 Hektar Anbaufläche<br />
im US-Bundesstaat, ein beträchtlicher<br />
Teil davon in Sonoma und Napa Valley.<br />
Seit dem 19. Jahrhundert in Kalifornien<br />
angebaut, wurde Sauvignon Blanc noch zur<br />
Mitte des 20. Jahrhunderts zu süßlichen,<br />
einfachen Weinen gekeltert. Doch Qualitätspionier<br />
Robert Mondavi (1913–2008)<br />
wollte einen feinen, trockenen Wein machen,<br />
inspiriert von den eleganten Sancerres<br />
und Pouilly-Fumés, die er in Frankreich<br />
probiert hatte. Er begann, zu experimentieren,<br />
und war überrascht, wie beliebt der<br />
Wein schon ab dem ersten Jahrgang 1966<br />
wurde, und beschloss, seinen Wein Fumé<br />
Blanc zu nennen. In seiner Autobiografie<br />
»Harvests of Joy« (Ernten der Freude) erinnerte<br />
er sich: »Ich dachte nicht, dass unser<br />
Fumé Blanc gut ankommen würde. Als<br />
wir den Wein 1968 offiziell auf den Markt<br />
brachten, waren der Name und der Wein<br />
ein Riesenerfolg.« Sein Erfolg etablierte die<br />
Sorte in den USA.<br />
Sogar im To-Kalon-Weinberg wird<br />
Sauvignon Blanc angebaut. Der To Kalon<br />
Vineyard I-Block Fumé Blanc wird<br />
aus den ältesten und knorrigsten Sauvignon-Blanc-Reben<br />
gemacht: ein Wein<br />
von ungewöhnlicher Intensität und tiefem<br />
Ausdruck, in Eichenholz vergoren und<br />
zum Reifen bestimmt. Er ist so selten, dass<br />
er nur auf dem Weingut verkauft wird.<br />
Weinliebhaber können sich jedoch ein Bild<br />
davon machen, indem sie den To Kalon<br />
Fumé Blanc (von jüngeren Rebstöcken)<br />
<<br />
BEST OF<br />
Kalifornien<br />
MONDAVI – FUMÉ BLANC TO KALON<br />
96 VINEYARD 2020<br />
BUCCELLA – SAUVIGNON BLANC<br />
95 2019<br />
STONESTREET – AURORA POINT<br />
94 VINEYARD SAUVIGNON BLANC 2018<br />
ST SUPERY – DOLLARHIDE<br />
93 SAUVIGNON BLANC 2021<br />
TWOMEY – SAUVIGNON BLANC<br />
93 2020<br />
Cabernet ist nicht alles:<br />
Nicht umsonst setzte<br />
auch Weinlegende Robert<br />
Mondavi mit seinem<br />
Weingut (im Kreis) im<br />
Napa Valley in Kalifornien<br />
auf Sauvignon Blanc.<br />
Fotos: Moment RF / Getty Images, Michael Overstreet / Shutterstock, beigestellt<br />
48 falstaff aug <strong>2022</strong>
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wein / SAUVIGNON BLANC<br />
BEST OF<br />
Die Familie Tement steht für<br />
österreichische Sauvignon<br />
Blancs der Weltklasse.<br />
Steiermark<br />
TEMENT – SAUVIGNON BLANC<br />
99 RIED ZIEREGG IZ RESERVE 2015<br />
SATTLERHOF – SAUVIGNON BLANC<br />
99 TRINKAUS KELLERRESERVE RIED<br />
KRANACHBERG 2017<br />
ERWIN SABATHI – SAUVIGNON<br />
98 BLANC RIED PÖSSNITZBERGER<br />
KAPELLE 2017<br />
NEUMEISTER – SAUVIGNON BLANC<br />
98 ALTE REBEN 2017<br />
GROSS – SAUVIGNON BLANC<br />
97 PRIVAT 2017<br />
<<br />
probieren. Kalifornischer Sauvignon<br />
Blanc ist generell runder und reifer als jener<br />
aus Neuseeland, Chile oder Südafrika.<br />
Mark de Vere MW, Direktor des Weinguts<br />
Mondavi, ist überzeugt, »dass es<br />
einen Platz für qualitativ hochwertigen,<br />
im Holz vergorenen Sauvignon Blanc gibt,<br />
der eine ganz andere Komplexität und<br />
einen ganz anderen Charakter hat als die<br />
Weine, die in kühlem Klima in Edelstahl<br />
vergoren werden«. Wer weiß, wie viele<br />
hervorragende Sauvignon Blancs es in<br />
Napa noch geben könnte, wenn nicht in<br />
den meisten der besten Lagen Cabernet<br />
Sauvignon stünden? Es ist jedoch eine<br />
kommerzielle Realität, dass mit Rotweinen<br />
weit mehr Geld verdient wird, wobei<br />
gerade kalifornische Stile die klimatische<br />
Vielseitigkeit und Wandlungsfähigkeit der<br />
Sorte zeigen.<br />
STEIERMARK<br />
In den letzten zwei Jahrzehnten<br />
ist ein weiterer Hotspot für Sauvignon<br />
Blanc an einem überraschenden Ort<br />
entstanden: in der Steiermark, tief im<br />
Süden <strong>Österreich</strong>s. Die Rebsorte ist in der<br />
Region seit Langem bekannt, wurde aber<br />
als Muskat-Sylvaner bezeichnet und erst<br />
viel später als Sauvignon Blanc identifiziert.<br />
Die Höhenlage, die kalkhaltigen<br />
und vulkanischen Böden und das milde<br />
Klima ermöglichen hier das langsame<br />
Reifen des Sauvignon Blanc, was in sehr<br />
aromatischen, besonders leichten, dennoch<br />
tiefgründigen und vollmundigen Weinen<br />
resultiert. Armin Tement, ein führender<br />
steirischer Sauvignon-Blanc-Winzer,<br />
findet, »dass die Steiermark aufgrund<br />
dieser Reizbedingungen mit dem kühlen,<br />
feuchten Klima ganz besondere Bedingungen<br />
für Sauvignon<br />
Blanc bietet. Die<br />
aromatischen Facetten, die<br />
wir erreichen können, sind auf die späte<br />
Reifung zurückzuführen, die sehr elegante<br />
Weine mit großem Alterungspotenzial hervorbringt.«<br />
Typisch steirischer Sauvignon<br />
Blanc hat für ihn »sehr leise Aromen, die<br />
in Richtung von Johannisbeerblättern<br />
und Salz zitrone gehen, am Gaumen ist er<br />
durch seine straffe und feste Struktur zu<br />
erkennen.« Die steirischen Einzellagen-<br />
Sauvignon-Blancs spielen in einer Liga<br />
mit den Besten der Welt und sind eine der<br />
großen österreichischen Erfolgsgeschichten<br />
der letzten Jahre.<br />
Mittlerweile gibt es in <strong>Österreich</strong> 1650<br />
Hektar Sauvignon Blanc, davon liegen<br />
aktuell 902 Hektar in den drei steirischen<br />
Weinbaugebieten Vulkanland Steier-<br />
<<br />
Fotos: beigestellt<br />
50 falstaff aug <strong>2022</strong>
wein / SAUVIGNON BLANC<br />
BEST OF<br />
Südtirol<br />
CANTINA TERLAN – QUARZ<br />
96 SAUVIGNON BLANC 2019<br />
KELLEREI ST. MICHAEL-EPPAN –<br />
96 THE WINE COLLECTION SAUVIGNON<br />
BLANC 2018<br />
WEINGUT PLONERHOF – EXCLUSIV<br />
95 SAUVIGNON 2019<br />
CANTINA COLTERENZIO – LAFÓA<br />
94 SAUVIGNON 2019<br />
ANSITZ WALDGRIES – MYRA<br />
94 SAUVIGNON 2019<br />
<<br />
mark, Weststeiermak und Südsteiermark,<br />
wobei letztere klar die Themenführerschaft<br />
in Sachen Sauvignon Blanc aus<br />
<strong>Österreich</strong> übernommen hat. Signifikant<br />
hoch ist die Zahl der organisch und biodynamisch<br />
arbeitenden Betriebe der Region.<br />
In den vergangenen 15 Jahren wurde die<br />
Bedeutung dieser Sorte klar erkannt und<br />
die Anbaufläche um nicht weniger als 200<br />
Prozent vergrößert.<br />
Stilistisch bietet die Steiermark heute eine<br />
große Bandbreite an. Diese reicht von Gebietsweinen<br />
über feine, meist im Edelstahltank<br />
auf Frische ausgelegte Ortsweine bis<br />
hin zu den Riedweinen aus markanten Einzellagen,<br />
wo auch biologischer Säureabbau<br />
und Ausbau in französischen Barriques zur<br />
Anwendung kommen. Zahlreiche Erfolge<br />
bei internationalen Vergleichsproben geben<br />
den ambitionierten Steirern Recht.<br />
Die Höhenlagen<br />
und der in seiner<br />
Zusammensetzung<br />
einzigartige Boden<br />
verleihen dem<br />
Südtiroler Sauvignon<br />
Blanc Aromen wie<br />
keinem anderen.<br />
SÜDTIROL<br />
Ein viel kleineres Sauvignon-Blanc-Gebiet<br />
ist Südtirol, wo der Wein in Höhenlagen<br />
von bis zu 600 Höhenmetern hauptsächlich<br />
auf Porphyr-, Schotter-, Kalk- und<br />
Dolomitböden wächst. Die Rebsorte ist<br />
relativ spät in das Gebiet gekommen, aber<br />
ihre Präsenz hat seit Anfang der 1990er-<br />
Jahre stetig zugenommen und liegt heute<br />
bei knapp 500 Hektar. Die Kombination<br />
<<br />
WIRD<br />
SAUVIGNON<br />
BLANC<br />
ZU JUNG<br />
GETRUNKEN?<br />
Ein Plädoyer dafür, guten<br />
Sauvignon reifen zu lassen<br />
Es war eine Flasche Sancerre Le Monts<br />
Damnés 2008 von Gérard Boulay, die mich<br />
aufhorchen ließ. Sie wurde Ende 2020 getrunken,<br />
nachdem sie seit 2010 in meinem Keller<br />
geschlummert hatte. Der Wein<br />
hatte seine primären Fruchtaromen verloren,<br />
stattdessen gab es eine unglaubliche Konzentration<br />
und Tiefe, die tiefste Kreidigkeit zum<br />
Ausdruck brachte. Natürlich ist Boulay einer<br />
der besten Winzer von Sancerre und der Weinberg<br />
eine der besten Lagen von Sancerre – er<br />
sollte also die Fähigkeit haben, zu reifen und<br />
sich zu entwickeln. Und hier liegt der Haken:<br />
Während Weinsammler weiße Burgunder,<br />
Chablis und andere Chardonnays reifen<br />
lassen, lagern sie Weißweine auf der Basis<br />
von Sauvignon Blanc viel seltener. Weißer<br />
Bordeaux ist die Ausnahme, die diese Regel<br />
bestätigt. Mit zunehmendem Alter verliert der<br />
Sauvignon Blanc seine jugendliche Aromatik<br />
und wird zu einem Geschmacks-Ausdruck des<br />
Ortes. Dies geschieht nicht nur im Loire-Tal,<br />
sondern überall auf der Welt.<br />
Fotos: Shutterstock, beigestellt<br />
52 falstaff aug <strong>2022</strong>
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wein / SAUVIGNON BLANC<br />
Château Margaux und andere Bordeaux-<br />
Legenden liefern weiterhin Klassiker in Weiß,<br />
der Sauvignon-Blanc-Traube sei Dank.<br />
<<br />
aus intensiver südlicher Sonneneinstrahlung<br />
und Höhenlage macht den Unterschied<br />
aus: Die Weine können vollmundig<br />
sein und vertragen den Ausbau in Eichenholz<br />
gut, haben aber die Präzision und das<br />
säurebetonte Rückgrat, um dies auszugleichen.<br />
BORDEAUX<br />
Viele assoziieren mit Bordeaux nur Rotweine,<br />
doch die großen Weißweine der<br />
Region, insbesondere die aus Pessac-Léognan<br />
und Graves, gehören zu den besten<br />
der Welt. Sie stehen zwar im Schatten ihrer<br />
roten Pendants, sind aber eigenständige<br />
Klassiker. In der Tat gab es früher viel mehr<br />
Weißwein in Bordeaux; ein verheerender<br />
Frost im Jahr 1956 verursachte eine Neuorientierung.<br />
In der gesamten Region gibt<br />
es etwa 5000 Hektar Sauvignon Blanc.<br />
Während die Anbaufläche des Weißweins<br />
schrumpfte, ist die Qualität indes enorm gestiegen.<br />
Das ist vor allem den Forschungen<br />
von Winzer und Önologieprofessor Denis<br />
Dubordieu (1949–2016) zu verdanken.<br />
Seine Erkenntnisse hatten tiefgreifenden<br />
Einfluss auf den Weinbau und Weinbereitung.<br />
Die wichtigsten Appellationen für trockene<br />
Weißweine aus Bordeaux sind Entredeux-Mers,<br />
Graves und Pessac- Léognan.<br />
Auf den sandigen, kiesigen und lehmigen<br />
Ablagerungen zweier Flüsse, Dorgogne und<br />
Garonne, die über die Gironde-Mündung<br />
in den Atlantik münden, sind hervorragende<br />
Weinberge entstanden. In Bordeaux<br />
wird Sauvignon Blanc in der Regel mit Sémillon<br />
verschnitten, der dem Wein Körper<br />
und Rundheit verleiht, während Sauvignon<br />
Blanc für Frische und Aroma sorgt. Einige<br />
Weine werden auch reinsortig aus Sauvignon<br />
Blanc gemacht. Am bekanntesten ist<br />
der Pavillon Blanc du Château Margaux,<br />
der seit 1920 unter diesem Namen bekannt<br />
ist und immer noch das gleiche historische<br />
Etikett trägt. Die Weine unserer Best-of-Liste<br />
sind (meist) entweder reiner Sauvignon<br />
oder Sauvignon-dominiert.<br />
SANCERRE UND POUILLY-FUMÉ<br />
Sauvignon Blanc ist auch die Rebsorte des<br />
klassischen Weißweins Sancerre: schlank,<br />
straff, frisch, zurückhaltend und zart<br />
<<br />
BEST OF<br />
Bordeaux<br />
CHÂTEAU HAUT-BRION BLANC –<br />
98 PESSAC-LÉOGNAN 2019<br />
CHÂTEAU MARGAUX – PAVILLON<br />
96 BLANC – BORDEAUX 2019<br />
CHÂTEAU SMITH HAUT LAFITTE –<br />
96 BLANC – PESSAC-LÉOGNAN 2019<br />
CHÂTEAU DE FIEUZAL –<br />
95 PESSAC-LÉOGNAN 2019<br />
CHÂTEAU CARBONNIEUX –<br />
93 PESSAC-LÉOGNAN 2019<br />
Fotos: Per Karlsson / Danita Delimont / Mauritius Images, beigestellt<br />
54 falstaff aug <strong>2022</strong>
wein / SAUVIGNON BLANC<br />
<<br />
duftend. Auf der anderen Seite der Loire<br />
liegt sein berühmter Nachbar Pouilly- Fumé,<br />
der für seine rauchigen Aromen von Feuerstein<br />
bekannt ist. Diese Appellationen, die<br />
berühmtesten für Sauvignon Blanc in Frankreich,<br />
alle auf Kalkstein basierend, haben<br />
mitunter auch Kiesel, Ton und Feuersteinanteile.<br />
Die Böden und das milde Klima<br />
bestimmen den Stil der Weine: Hier gibt<br />
es weder kalte Meeresbrisen noch endlos<br />
strahlende Sonne. Das Klima im Zentrum<br />
Frank reichs ist gemäßigt und war früher<br />
noch kühler. So entstand der zurückhaltende,<br />
knackige Weißwein, der auch heute<br />
noch auf so gut wie jeder Weinkarte steht.<br />
In der Region gibt es fast 4200 Hektar Sauvignon<br />
Blanc, der zwar schon 1534 erwähnt<br />
wurde, aber erst Ende des 19. Jahrhunderts<br />
zur dominanten Sorte wurde. Sie erwies sich<br />
als wegdeutend, als es darum ging, die Böden<br />
und Lagen auszudrücken und zu reflektieren.<br />
Arnaud Bourgeois von der Domaine<br />
Henri Bourgeois in Chavignol – und Clos<br />
Henri in Marlborough, Neuseeland – sieht<br />
in Sauvignon Blanc einen »wunderbaren<br />
Verstärker des Terroirs. Es ist wichtig, die<br />
Rebsorte als ein Echo des Ortes zu betrachten«,<br />
meint er. Seine Weine sind Ausdruck<br />
der Lagen, vor allem mit etwas Flaschenreife.<br />
Den weltweiten Erfolg der Sorte sieht<br />
er positiv: »Ich denke, der Erfolg hat neue<br />
Möglichkeiten eröffnet. Die Leute entde-<br />
BEST OF<br />
Sancerre und<br />
Pouilly-Fumé<br />
HENRI BOURGEOIS – LE COTELIN<br />
96 SANCERRE 2016<br />
PAUL THOMAS – LA CÔTE DES<br />
94 MONTS DAMNÉES 2020<br />
LA PERRIÈRE – MÉGALITHE<br />
94 SANCERRE 2017<br />
VINCENT PINARD – CHÊNE<br />
94 MARCHAND SANCERRE 2019<br />
JEAN MAX ROGER – SANCERRE<br />
93 LA CÔTE DE BUÉ 2021<br />
cken unsere Weine vielleicht durch Weine,<br />
die anderswo produziert wurden.«<br />
NEUBEWERTUNG NÖTIG?<br />
Ist es Zeit für ein neues Kapitel des Sauvignon<br />
Blanc? Ist es an der Zeit, ihn als<br />
Spiegel des Ortes, als Übersetzer der Lage<br />
zu sehen? Die neuseeländische Geschmacksexplosion<br />
in den 1980er-Jahren war ein<br />
weltweiter Wendepunkt, der die Sorte ins<br />
Rampenlicht rückte. In Sancerre und Pouilly-Fumé,<br />
in Graves und Pessac-Léognan<br />
hat sie bereits die Anerkennung gefunden,<br />
die sie verdient. In ihren jüngeren Heimatländern,<br />
ob in der Neuen Welt oder in der<br />
Steiermark und Südtirol, ist sie inzwischen<br />
erwachsen geworden. Weiterhin stellt der<br />
Sauvignon Blanc jedoch die Weinwelt auf<br />
den Kopf: Gerade sein Erfolg verbirgt sein<br />
exquisites Potenzial und seine Zugänglichkeit<br />
seine Subtilität und Tiefe – und das ist<br />
allemal Anreiz für Entdeckungen abseits<br />
ausgetretener Pfade.<br />
<<br />
DIE FASZINIERENDEN AROMEN DES SAUVIGNON BLANC<br />
Die Weinbereitung von Sauvignon Blanc bei<br />
kontrollierten kühlen Temperaturen in<br />
Edelstahl – und nicht in Holzfässern oder<br />
Zementtanks, wie es in der französischen Heimat<br />
der Rebsorte traditionell üblich ist –<br />
hat eine Reihe von Aromen freigesetzt, nach<br />
denen die Welt verrückt wurde. Die Chemie hat<br />
die Verbindungen, die für diese Aromen verantwortlich<br />
sind, eindeutig identifiziert. Die wichtigsten<br />
Verbindungen lassen sich klar in zwei<br />
Gruppen unterteilen: Methoxypyrazine und<br />
Thiole.<br />
METHOXY-PYRAZINE:<br />
Grüne Paprika oder Jalapeño:<br />
2-Methoxy-3-isobutylpyrazin (MIBP)<br />
Grüner Spargel, Erbsensprossen:<br />
2-Methoxy-3-isopropylpyrazin (MIPP)<br />
THIOLE:<br />
Buchsbaum und Gewürzgrün:<br />
4-Mercapto-4-methylpentan-2-one (4MMP)<br />
Zitrusschalen wie Limette und Grapefruit:<br />
3-Mercaptohexan-1-ol (3MH)<br />
Passionsfrucht:<br />
3-Mercaptohexyl-Acetat (3MHA)<br />
DAS GESAMTE SPEKTRUM<br />
Wie kann es ein so breites Spektrum an Aromen<br />
geben – von grün bis tropisch? Dieses Rätsel<br />
lässt sich durch Erntedaten erklären. Sauvignon<br />
Blanc kann in verschiedenen Reifestadien geerntet<br />
werden: früh, wenn die Aromen und ihre Vorstufen<br />
im grünen Spektrum liegen, wenn er etwas reifer<br />
ist, um Apfel und Steinobst zu zeigen, und vollreif,<br />
wenn die Aromen üppiger und tropischer sind. Weine<br />
aus verschiedenen Erntedaten können zu einem<br />
perfekten Cocktail aus knackigem, duftendem Grün<br />
und saftiger Frucht verschnitten werden.<br />
Fotos: beigestellt, Shutterstock<br />
56 falstaff aug <strong>2022</strong>
WEINGUT SCHNEEBERGER<br />
Die Familie hat durch viel Fleiß<br />
und Zusammenhalt in den<br />
vergangenen Jahrzehnten neue<br />
Dimensionen im Weinbau erreicht.<br />
IM ZEICHEN<br />
DES SCHMETTERLINGS<br />
Seit 1870 bauen die Schneebergers in der Südsteiermark Wein an. Das Wissen über<br />
Böden, Trauben, Wind und Wetter wurde von Generation zu Generation weitergegeben.<br />
ADVERTORIAL Fotos: © C. Mavric; beigestellt<br />
Die Schneebergers keltern ihren<br />
Wein im Sausal, einem der ältesten<br />
urkundlich erwähnten Weinbaugebiete.<br />
Dabei sind die Weine<br />
geprägt von den Besonderheiten der Böden,<br />
der Witterung und der Höhenlage des Sausals.<br />
Die mineralischen Schiefer- und<br />
Muschelkalkböden, das Klima und das<br />
jahrhundertelange Wissen ermöglichen es,<br />
beste Weine zu keltern.<br />
EIN FEST FÜR DIE SINNE<br />
Einer dieser vinophilen Besonderheiten ist<br />
der mit 93 <strong>Falstaff</strong>-Punkten ausgezeichnete<br />
Sauvignon Blanc Hochbrudersegg, der rund<br />
zehn Monate in Holzfässern reift. In der<br />
Nase ist er röstig und erinnert an Karamell.<br />
Salzig am Gaumen mit schöner Kräuterwürze,<br />
bietet er eine tolle Struktur und ist kraftvoll<br />
lang. Ein weiterer souveräner Vertreter<br />
ist der Weißburgunder Südsteiermark DAC<br />
Ried Kreuzegg. Mit 91 <strong>Falstaff</strong>-Punkten ausgezeichnet<br />
besticht er durch ein ausgewogenes<br />
Zusammenspiel saftiger Fruchtnoten<br />
und Säure. Exotische Frucht und heimische<br />
Birne reichen sich nach 9 Monaten im Holzfass<br />
die Hand. Vielseitig einsetzbar ist dieser<br />
Wein ein Begleiter für jeden Anlass.<br />
YOGA IM WEINGARTEN<br />
Entspannen kann man nicht nur<br />
bei einem Glaserl Wein. Denn<br />
diesen Sommer wird im Herzen<br />
der Sausaler Weinberge Yoga<br />
mit der erfahrenen Yogatrainerin<br />
Karin Grasch praktiziert.<br />
Traditionelles Hatha Yoga bringt Körper und<br />
Geist wieder in Einklang. Im Anschluss kann<br />
man bei einer Tasse Tee, einem Glas Saft oder<br />
Wasser den Ausblick auf das Sausal genießen.<br />
YOGA<br />
IM<br />
WEIN<br />
GARTEN<br />
Termine:<br />
14.08 | 28.08 | 11.09<br />
Beginn: 8.30 Uhr Dauer: 60 – 75 Minuten<br />
Weitere Informationen und Anmeldung unter:<br />
sarina@weingut-schneeberger.at<br />
10.07 / 24.07 / 14.08 / 28.08 INFO / 11.09.<br />
WEINGUT SCHNEEBERGER<br />
Weitere Informationen unter<br />
weingut-schneeberger.at<br />
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aug <strong>2022</strong> falstaff 57
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Rabatten und Wertgutscheinen.
wein / WEINREISE SANCERRE & POUILLY<br />
WEIN AUS<br />
DEM HERZEN<br />
FRANKREICHS<br />
»Les Culs de Beaujeu«<br />
bei Chavignol – eine der<br />
bedeutendsten Weinlagen<br />
im Sancerrois.<br />
Foto: Collection Mix: Subjects RF / Getty Images<br />
60 falstaff aug <strong>2022</strong>
WEINREISE<br />
Die Loire bildet eine Trennlinie zwischen<br />
Sancerre am westlichen und Pouilly-Fumé<br />
am östlichen Ufer. Was die beiden Regionen<br />
jedoch eint, sind ihre exquisiten Weine –<br />
allen voran der Sauvignon Blanc.<br />
SANCERRE &<br />
POUILLY<br />
TEXT MATTHIAS NESKE<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
61
wein / WEINREISE SANCERRE & POUILLY<br />
Eine kräftezehrende<br />
Angelegenheit ist das<br />
Arbeiten in den steinigen<br />
Weinbergen der Region.<br />
Das Familienweingut Vigneron<br />
au Petit Chambre von Vincent<br />
Gaudry zählt zu den Vorreitern<br />
des biodynamischen Weinbaus.<br />
Hat man den »Tour des Fiefs«<br />
erklommen, letztes Überbleibsel<br />
der Stadtbefestigung<br />
von Sancerre, bietet sich<br />
dem Auge ein kompletter<br />
Rundumblick. Direkt zu Füßen befindet sich<br />
Sancerre selbst mit seinem geschlossenen<br />
Ortsbild ohne Industrie und Hochhäuser,<br />
erbaut auf einem 316 Meter hohen Hügel.<br />
Im Westen erstrecken sich Weinberge die<br />
steinigen Hänge hoch bis zur Waldkuppe.<br />
Im Osten schließlich fällt der Blick auf<br />
ein weites Flusstal, in dem breit und<br />
ruhig die Loire gerade auf der Hälfte<br />
ihrer Reise zwischen Zentralmassiv und<br />
Atlantik angekommen ist. Mit anderen<br />
Worten: Dies ist das ländliche Frankreich<br />
schlechthin, entsprungen dem<br />
Bilderbuch der Idealtypen.<br />
Nicht nur die kleinen Läden und Cafés<br />
wie das »Café Librairie de Sancerre« mit<br />
ein paar Tischen mitten im Buchladen<br />
Fotos: Gianni Villa, Shutterstock, beigestellt Karte: Stefanie Hilgarth / carolineseidler.com<br />
62 falstaff aug <strong>2022</strong>
Vier Fünftel der<br />
Rebfläche des<br />
Sancerrois sind<br />
mit Sauvignon<br />
Blanc<br />
bestockt.<br />
leben dieses Urfranzösische, im ganzen<br />
Sancerrois schwingt immer etwas leicht Nostalgisches<br />
mit. Da passt es gut, dass am Ufer<br />
der Loire einst die legendäre N7 entlanglief,<br />
die Route du Soleil, besungen von Charles<br />
Trenet und Zeuge von Staus, Vorfreude und<br />
vollgepackten Urlaubswagen auf dem Weg<br />
von Paris ans Mittelmeer. Mittlerweile hat<br />
eine Autobahn die alte Nationalstraße<br />
ersetzt, aber hier und da finden sich noch<br />
alte Zeitzeugen. Wie beispielsweise das<br />
»Relais Les 200 Bornes« vor den Toren von<br />
Pouilly, ein frisch aus den 50ern entsprungenes<br />
Motel mit Tankstelle, an dem sich oft<br />
Liebhaber historischer Automobile treffen.<br />
Während die Loire auf diese Weise<br />
Norden und Süden miteinander verbindet,<br />
dient sie in anderer Hinsicht bis heute als<br />
Trennlinie. Die beiden Weinbaugebiete von<br />
Pouilly-sur-Loire (AOC Pouilly-Fumé) und<br />
Sancerre (AOC Sancerre) befinden sich<br />
nämlich nicht nur an entgegengesetzten<br />
Ufern. Pouilly im Osten gehört darüber<br />
hinaus administrativ schon zum Burgund<br />
mit seiner Hauptstadt Dijon. Sancerre<br />
hingegen, nur gute zehn Kilometer entfernt,<br />
liegt in der Region Centre mit der Hauptstadt<br />
Orléans und orientiert sich deshalb seit<br />
jeher in Richtung Westen.<br />
Nicht immer allerdings waren obere und<br />
untere Loire dabei freundschaftlich miteinander<br />
verbunden. Eine viel erzählte<br />
Anekdote berichtet, dass die Behörden in<br />
Orléans die Verschiffung der Weine aus<br />
Sancerre oft so lange aufhielten, bis aus<br />
ihnen Essig geworden war. Auf diese Weise<br />
sei Orléans zur Essighauptstadt Frankreichs<br />
aufgestiegen.<br />
Unabhängig vom Wahrheitsgehalt der<br />
Geschichte lässt sie jedoch durchscheinen,<br />
dass die Weine der Region auch in früheren<br />
Zeiten schon hochbegehrt waren. Bereits die<br />
Römer, für die der Hügel von Sancerre als<br />
Festung eine große strategische Bedeutung<br />
besaß, legten hier Weinberge an. Für eine<br />
Rebsorte ist die Region dabei mindestens<br />
seit der frühen Neuzeit berühmt: Sauvignon<br />
Blanc.<br />
Die Besonderheit der Weine von Sancerre<br />
hängt dabei nicht nur mit der Rebsorte<br />
zusammen, sondern auch ganz eng mit dem<br />
Terroir. Geologisch ist das Sancerrois der<br />
Rand des Pariser Beckens und damit die<br />
Uferzone eines Meeres, das sich einst-<br />
<<br />
Sauvignon Blanc trat von Sancerre an<br />
seinen Triumphzug um die Welt an (oben).<br />
La Charité-sur-Loire – ein charmantes<br />
Städtchen am großen ruhigen Fluss<br />
(rechts).<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
63
wein / WEINREISE SANCERRE & POUILLY<br />
<<br />
mals von der Obermosel über Südengland<br />
bis in die Touraine erstreckte. Ähnlich<br />
wie in Chablis und in der Champagne ist<br />
also auch die Gegend von Sancerre geprägt<br />
von kreidig-kalkigem Untergrund mit<br />
vielen Fossilien. Zwei Formationen<br />
wetteifern dabei um die Krone des besten<br />
Weinbergbodens: die »Caillottes« aus<br />
verwittertem Kalkstein und die »Terres<br />
Blanches« mit ihrem so typischen Kalkmergel,<br />
der die Weinberge auch im Winter aus<br />
der Entfernung wie verschneit aussehen<br />
lässt.<br />
Der Name einer der berühmtesten<br />
Terres-Blanches-Lagen, Monts Damnés<br />
(»verdammte Berge«), deutet darauf hin,<br />
dass nicht jeder Bauer die Beschaffenheit<br />
der Landschaft gleichermaßen schätzte. Wer<br />
einmal versucht hat, die Anzahl der Steine<br />
auf einem Quadratmeter Rebfläche zu<br />
zählen, wird verstehen, weshalb der Anbau<br />
von Getreide wenig Freude bereiten würde.<br />
Andererseits war die Kargheit der Böden<br />
sozusagen Geburtshelfer für die wichtigste<br />
kulinarische Spezialität der Region, den<br />
Ziegenkäse Crottin de Chavignol. Ziegen,<br />
für eine Stallhaltung ungeeignet, lieben die<br />
Zwei kulturelle Botschafter<br />
aus dem französischen<br />
Zentrum: die Kathedrale<br />
Saint-Etienne in Bourges<br />
(oben) und der Ziegenkäse<br />
Crottin de Chavignol<br />
(im Kreis).<br />
Das Gästehaus »Prieuré Saint Agnan« ist eine<br />
eigene kleine Welt.<br />
DER ZIEGENKÄSE<br />
CROTTIN DE<br />
CHAVIGNOL – EINE<br />
SPEZIALITÄT AUS<br />
SANCERRE –PASST<br />
HERVORRAGEND ZUM<br />
SAUVIGNON BLANC.<br />
mageren, steinigen und kräuteraffinen<br />
Böden. Und der Sauvignon Blanc wiederum<br />
liebt den Crottin de Chavignol.<br />
EINZIGARTIGE AROMEN<br />
Auf der anderen Seite der Loire hat Pouilly<br />
mit der AOC Pouilly-Fumé (fumé = geräuchert)<br />
nicht umsonst das Rauchige in den<br />
Weinen hervorgehoben. Angeblich käme<br />
der Rauchton von den vielen Feuersteinen<br />
im Untergrund. Wahrscheinlicher aber ist,<br />
dass der hohe natürliche Eisengehalt des<br />
Bodens seinen Teil zum Geschmacksprofil<br />
beiträgt.<br />
So einmalig sich die Weinlandschaft<br />
mit ihren pittoresken<br />
Dörfern ausnimmt, ein<br />
touristisches Highlight, das<br />
den Guides drei Sterne<br />
wert wäre, ist in Sancerre<br />
und Pouilly direkt nicht<br />
zu finden. Einige<br />
Kilometer flussaufwärts<br />
liegt dafür das alte<br />
Städtchen La Charité-sur-<br />
Loire. Die romanische<br />
Basilika Notre-Dame auf<br />
dem Jakobsweg ist seit gut 20<br />
Jahren als Teil des UNESCO-Weltkulturerbes<br />
anerkannt. Ohnehin lohnt<br />
der Ort einen Besuch, beherbergt er doch in<br />
den Altstadtstraßen eine große Zahl von<br />
Antiquariaten. Winzer der Region hingegen<br />
empfehlen oft die schlicht betitelte Weinhandlung<br />
Le Vin.<br />
In Richtung Südwesten erreicht man von<br />
Sancerre in einer Dreiviertelstunde Bourges,<br />
den altehrwürdigen Hauptort des Départements<br />
Cher. Hier locken nicht nur die<br />
Überbleibsel aus römischer Zeit, sondern<br />
vor allem die gotische Kathedrale Saint-Etienne,<br />
der ebenfalls gotische Palais Jacques-<br />
Coeur und etliche schmucke Fachwerkhäuser<br />
aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Ist<br />
man eine Weile in der Gegend um Sancerre<br />
herum unterwegs gewesen, kommt einem<br />
das aus der Ebene aufsteigende Bourges mit<br />
Markthalle, Ampeln und Parkhäusern<br />
verblüffend großstädtisch vor. Das allerdings<br />
mag mit dem Entwöhnungseffekt<br />
zusammenhängen: Selbst in Mecklenburg-Vorpommern<br />
ist die Bevölkerungsdichte<br />
doppelt so hoch wie hier im Herzen<br />
Frankreichs, in der Heimat des Sauvignon<br />
Blancs.<br />
<<br />
Fotos: Shutterstock, beigestellt<br />
64 falstaff aug <strong>2022</strong>
A-NOBIS<br />
Sektkellerei<br />
Muskat Ottonel brut Sekt<br />
Burgenländischer Landessieger <strong>2022</strong><br />
<strong>Falstaff</strong> - 92 Punkte<br />
Kellerführungen<br />
Verkostungen<br />
Ab Hof Verkauf<br />
www.a-nobis.at
wein / WEINREISE SANCERRE & POUILLY<br />
andere, aber ebenso hochklassige Sauvignon-Welt.<br />
Route de Sancerre, 18300 Sury-en-Vaux<br />
T: +33 2 48793257<br />
DOMAINE ALEXANDRE BAIN<br />
Als »enfant terrible« des rechten Loire-Ufers trat<br />
Alexandre aus dem Herkunftssystem aus und verkauft<br />
seine reifen und ungeschwefelten Pouilly-<br />
Fumés seitdem als Vins de France.<br />
18 Rue des Levées, 58150 Tracy-sur-Loire<br />
T: +33 6 77111305<br />
WEINGÜTER<br />
DOMAINE VINCENT GAUDRY<br />
Elf Hektar, biodynamisch, einer der qualitativen<br />
Aufsteiger der letzten Jahre. Bereits sein vorzüglicher<br />
Einstiegs-Sancerre Le Tournebride für weniger<br />
als 20 € wurde über 18 Monate ausgebaut.<br />
Petit Chambre, 18300 Sury-en-Vaux<br />
T: +33 2 48794925<br />
DOMAINE GÉRARD BOULAY<br />
Modernes Gebäude östlich des Ortes an der D183,<br />
Sohn Thibaut führt die Tradition seines Vaters<br />
Gérard fort. Egal ob Clos de Beaujeu, La Côte oder<br />
Monts Damnés, alle Weine stammen von erstklassigen<br />
Lagen, sind intensiv und haltbar.<br />
Chavignol, 18300 Sancerre<br />
T: +33 2 48543637<br />
DOMAINE VINCENT PINARD<br />
Die Brüder Florent und Clément Pinard haben das<br />
Weingut an die Spitze gehievt. Chêne Marchand<br />
und Petit Chemarin ruhen in sich, die Pinot Noirs<br />
können mit Premiers Crus aus dem Burgund rivalisieren<br />
– nur preislich nicht.<br />
42 Rue Saint-Vincent, 18300 Bué<br />
T: +33 2 48543389, domaine-pinard.com<br />
DOMAINE VACHERON<br />
Biodynamisch zertifiziert seit 2006, haben die<br />
Vacherons nicht weniger als sechs verschiedene<br />
Parzellen-Sancerres im Programm. Guigne-<br />
Chèvres besitzt vielleicht die größte Eleganz.<br />
1 Rue du Puits Poulton, 18300 Sancerre<br />
T: +33 2 48540993<br />
Mittelalterliche Gassen<br />
im seit der Römerzeit<br />
besiedelten Sancerre.<br />
DOMAINE ALPHONSE MELLOT<br />
Legendäres Weingut mit dem »aktuellen« Alphonse<br />
als 19. Generation. Genauso heißt auch einer<br />
seiner beiden großen Sancerres. Noch bekannter<br />
sind vielleicht die Roten mit dem Le Paradis an der<br />
Spitze. Besitzt auch 18 Hektar Les Pénitents außerhalb<br />
der Appellation, teils bestockt mit Chardonnay.<br />
6 Rue Porte César, 18300 Sancerre<br />
T: +33 2 48540741, mellot.com<br />
DOMAINE FRANÇOIS COTAT<br />
Zusammen mit seinem Cousin Pascal Cotat einer<br />
der Gralshüter des alten Stils. Fast überreife Ernte,<br />
kurzer Ausbau, gelegentlich etwas Restsüße – und<br />
eine Trinkempfehlung nach 15 Jahren Lagerzeit.<br />
Chavignol, 18300 Sancerre<br />
T: +33 2 48542127<br />
DOMAINE SÉBASTIEN RIFFAULT<br />
Als »enfant terrible« des linken Loire-Ufers wagte<br />
es Sébastien vor einigen Jahren, unbehandelte,<br />
naturtrübe Weiße auf den Markt zu bringen. Eine<br />
Die Brüder Pinard führen eines der besten<br />
Weingüter der Region.<br />
DOMAINE DIDIER DAGUENEAU<br />
Die Geschwister Louis-Benjamin und Charlotte<br />
führen das Erbe ihres Vaters Didier weiter. Legendäre<br />
Weiße, weltweit bekannt und begehrt.<br />
L’Astéroïde aus einer winzigen wurzelechten Parzelle<br />
führt die Reihe der teuersten Weine der<br />
Region an.<br />
Le Bourg, 58150 Saint-Andelain<br />
T: +33 3 86391562<br />
DOMAINE JONATHAN DIDIER PABIOT<br />
Alleinlage in den Weinbergen, informative Website,<br />
deutsche Ehefrau, das Weingut auf der östlichen<br />
Loire-Seite macht einen zugänglicheren Eindruck<br />
als viele andere Kollegen. Biodynamisch hergestellte,<br />
sehr präzise Weine, darunter der vielleicht<br />
beste Chasselas Frankreichs.<br />
1 Rue Saint-Vincent, 58150 Pouilly-sur-Loire<br />
T: +33 3 86390132, jonathanpabiot.fr<br />
LA BRASSERIE SANCERROISE<br />
Die lokale Brauerei hat alles im Angebot, wonach<br />
man sich nach einem ausgiebigen Weintasting<br />
sehnt. Spezialität ist das Blonde »La Sancerroise à<br />
la Lentille Verte du Berry«, dessen Zutat, die grüne<br />
Linse nämlich, eine geschützte geographische Herkunftsbezeichnung<br />
besitzt.<br />
256 Route d’Amigny, 18300 Sancerre<br />
T: +33 2 48542991, brasserie-sancerroise.com<br />
* ANMERKUNG: Etliche Weingüter verfügen über keine<br />
Website und auch keine offiziellen Öffnungszeiten. Wer<br />
nicht vor verschlossenen Toren stehen möchte, sollte entweder<br />
anrufen – oder sein Anliegen einem Weinhändler im<br />
Ort schildern, der die Produkte des Weinguts führt.<br />
RESTAURANTS<br />
LA CÔTE DES MONTS DAMNÉS<br />
Die Familie Bourgeois bietet im zentralen Gebäudekomplex<br />
von Chavignol das gesamte Programm:<br />
Hotel, Weingut und Restaurant mit einer modernisierten<br />
Form der regionalen Küche.<br />
Place de l’Orme, Chavignol, 18300 Sancerre<br />
T: +33 2 48540172, hotel-restaurant-chavignol.fr<br />
MOMENTO<br />
Einer der schönsten Ausblicke von Bué in die Weinberge,<br />
dazu eine innovative Jahreszeiten-Küche.<br />
Strikt lokal bei den Produkten, nur bei den Protagonistinnen<br />
nicht: Küchenchefin Mariana Mateos<br />
stammt aus Mexiko.<br />
5 Rue de la Cure, 18300 Bué<br />
T: +33 2 48780799, momentosancerre.com<br />
<<br />
Fotos: Julian Elliott / robertharding / picturedesk.com, beigestellt<br />
66 falstaff aug <strong>2022</strong>
Wir sind die<br />
Kraft der Wende.<br />
Die Klimakrise ist die größte Krise<br />
der Menschheit, während gleichzeitig<br />
die Versorgungsabhängigkeit<br />
spürbare Auswirkungen auf die<br />
Lebenssituation vieler Menschen<br />
hat. Die Lösung für beide Probleme<br />
ist jedoch dieselbe: die Energiewende.<br />
Nur die Energiewende befreit<br />
uns von klimaschädlichen Energieträgern<br />
und hilft, die Erderwärmung<br />
einzubremsen. Nur die<br />
Energiewende erlaubt Unabhängigkeit<br />
von fossiler Energie und<br />
eine Senkung und Stabilisierung<br />
des Strompreises.<br />
VERBUND steht seit 75 Jahren für<br />
erneuerbare Energie und will die<br />
Energiewende weiter beschleunigen.<br />
Das Erzeugungsvolumen von<br />
Wind soll verdreifacht und von<br />
Photovoltaik verzehnfacht werden.<br />
Auch in Zukunftstechnologien wie<br />
Wasserstoff wird investiert.<br />
Wasserkraft<br />
• Stromerzeugung aus Wasserkraftanlagen:<br />
30 TWh<br />
• Emissionsvermeidung<br />
dadurch: ca. 21.500 kt* CO 2<br />
• Neubau Laufkraftwerk Murkraftwerk<br />
Gratkorn (Versorgung<br />
von ca. +15.000 Haushalten)<br />
• Neubau Pumpspeicherkraftwerke<br />
Limberg III<br />
zur Netzstabilisierung mit<br />
480 MW Leistung<br />
Windkraft<br />
• Stromerzeugung aus Windkraftanlagen:<br />
839 GWh<br />
• Emissionsvermeidung<br />
dadurch: ca. 610 kt* CO 2<br />
• Neubau Windkraft Wasserberg:<br />
20 gemeindeübergreifende<br />
Windenergieanlagen in Gaal<br />
und Seckau (Versorgung von<br />
ca. +85.000 Haushalten)<br />
Sonnenkraft<br />
• Stromerzeugung aus Sonnenkraftanlagen:<br />
2 GWh<br />
• Emissionsvermeidung<br />
dadurch: ca. 1,5 kt* CO 2<br />
• Ausbau Photovoltaikanlagen<br />
Schönkirchen: Energiekooperation<br />
OMV & VERBUND auf der Fläche<br />
einer OMV Deponie (Versorgung<br />
von ca. 4.800 Haushalten)<br />
Den Anteil von aktuell 5 % Wind- und Sonnenkraft am<br />
Erzeugungsportfolio erhöht VERBUND bis 2030 auf 25 %-30 %.<br />
* Kilotonnen
wein / WEINREISE SANCERRE & POUILLY<br />
LA POMME D’OR<br />
Traditionelle Küche der Region, mit einem Bib<br />
Gourmand ausgezeichnet. Veronika und Didier Turpin<br />
servieren dazu Sancerre in allen drei Farben.<br />
1 Rue de la Panneterie, 18300 Sancerre<br />
T: +33 2 48541330, lapommedorsancerre.fr<br />
LA TOUR<br />
Vielleicht das schickste Ambiente von Sancerre in<br />
diesem direkt am Marktplatz gelegenen Haus.<br />
31 Nouvelle Place, 18300 Sancerre<br />
T: +33 2 48540081, latoursancerre.fr<br />
MAISON MEDARD (früher L’Ardoise du Marché)<br />
Das einzige Sterne-Restaurant der Region bildet<br />
das Zentrum des kleinen Dorfes Boulleret, etwa<br />
15 km nördlich von Sancerre. Hier ist alles durchdacht<br />
bis ins letzte Detail. Die Menus »Plaisir des<br />
Sens« und »Découverte« bieten wunderbare Rundreisen<br />
durch Frankreich in fünf bis acht Gängen.<br />
19 Place des Tilleuls, 18240 Boulleret<br />
T: +33 2 48723962, maisonmedard.com<br />
Reges Treiben herrscht auf<br />
dem schmucken Marktplatz<br />
von Sancerre.<br />
L’ÉPICERIE<br />
In einem Dorf mitten im Wald gelegen, bietet das<br />
kleine Restaurant Erstaunliches: kurze Karte, ausschließlich<br />
lokale Produkte, raffiniert angerichtet,<br />
und das zu sehr moderaten Preisen.<br />
Chemin des Usages, 18250 La Borne<br />
T: +33 2 48595750, facebook.com/lepicerielaborne<br />
LE CHAT<br />
Eine ehemalige Dorfkneipe von 1856 mit wenig vertrauenswürdigem<br />
Eingang wurde in einen behaglichen<br />
Ort mit kreativer Bistroküche umgewandelt.<br />
42 Rue des Guérins, 58200 Cosne-Cours-sur-Loire<br />
T: +33 3 86284903<br />
lechatsarljuleau.site-solocal.com<br />
LA SUITE<br />
Zwei Brüder führen das geschmackvolle Haus mit<br />
schönem Innenhof. Das gotische Gebäude wurde<br />
Die Sterneküche im »Maison Medard« ist in<br />
der Region unübertroffen.<br />
ebenso modernisiert wie die aromenreiche Küche.<br />
50 Rue Bourbonnoux, 18000 Bourges<br />
T: +33 2 48659626, lasuite-bourges.com<br />
AU P’TIT GOÛTER<br />
Unkompliziertes und sympathisches Dorfbistro mit<br />
frischen lokalen Produkten.<br />
876–878, Chavignol, 18300 Sancerre<br />
T: +33 2 48540166<br />
HOTELS<br />
LE PANORAMIC ***<br />
Den schönsten Blick auf Landschaft und Weinberge<br />
genießt man in diesem kürzlich komplett renovierten<br />
Haus.<br />
113 Rempart des Augustins, 18300 Sancerre<br />
T: +33 2 48542244, panoramic-hotel.com<br />
LOGIS VILLA C ****<br />
Nahe des Bahnhofs von Bourges gelegenes, aber<br />
dennoch sehr ruhiges Haus in einem Gebäude aus<br />
dem 19. Jahrhundert. Schick und schön.<br />
20 Avenue Henri Laudier, 18000 Bourges<br />
T: +33 2 18150400<br />
hotelvillac.com<br />
LE PRIEURÉ SAINT AGNAN ****<br />
Pro forma vier Sterne, aber eigentlich ein eigenes<br />
kleines Reich. Romantischer Blick über die Loire<br />
von der großen Terrasse aus, Pool und andere<br />
Annehmlichkeiten inklusive.<br />
1 Rue des Forges, 58200 Cosne-Cours-sur-Loire<br />
T: +33 6 19919682<br />
prieuresaintagnan.com<br />
LA CÔTE DES MONTS DAMNÉES ***<br />
Das Hotel zum Restaurant (s. o.), damit Schlafen,<br />
Schlemmen, Shoppen und Wandern in den Weinbergen<br />
fast gleichzeitig passieren können.<br />
Place de l’Orme, Chavignol, 18300 Sancerre<br />
T: +33 2 48540172<br />
hotel-restaurant-chavignol.fr<br />
LE COQ HARDI ***<br />
Ein sehr klassisches Etablissement an der Loire,<br />
das auch ein gutes Restaurant beherbergt.<br />
42 Avenue de la Tuilerie, 58150 Pouilly-sur-Loire<br />
T: +33 3 86391299<br />
lecoqhardi.fr<br />
SHOPPING ETC.<br />
LE VIN, 7 PLACE DES PÊCHEURS<br />
Die einzige Weinhandlung der Region, die ausnahmslos<br />
alle Winzer empfehlen. Ein wahrer<br />
»caverne d’Ali Baba«, wie die Franzosen sagen.<br />
7 Place des Pêcheurs, 58400 La Charité-sur-Loire<br />
T: +33 3 86702130<br />
MAISON DES SANCERRE<br />
Alles über den Wein, die Stadt, die Region – plus<br />
Shoppingmöglichkeit.<br />
3 Rue du Méridien, 18300 Sancerre<br />
T: +33 2 48541135, maison-des-sancerre.com<br />
LA CONFISERIE DU PRIEURÉ<br />
Für Liebhaber süßer Traditionen. Spezialität ist<br />
»Le Charitois«, ein weicher Karamell mit Charente-Butter,<br />
dazu gibt es hausgemachtes Eis.<br />
11 Pl. des Pêcheurs, 58400 La Charité-sur-Loire<br />
T: +33 3 86700181<br />
FERME DU PORT AUBRY<br />
Ein traditioneller Bauernhof für die ganze Familie<br />
mit Ziegenhüten, Kettcar und einer Boutique für<br />
den eigenen Crottin de Chavignol, dazu Ferienhaus.<br />
58200 Cosne-Cours-sur-Loire<br />
T: +33 3 86266361, ferme-portaubry.fr<br />
FROMAGERIE DUBOIS-BOULAY<br />
Letzter Crottin-Affineur direkt in Chavignol. Die<br />
eigentliche Fromagerie mit großem Verkaufsraum<br />
liegt östlich des Ortes an der D183, es gibt aber<br />
auch ein Ladengeschäft in Sancerre.<br />
Verkauf: 1 Rue des Juifs, 18300 Sancerre<br />
T: +33 2 48541058, dubois-boulay.fr <<br />
Fotos: JEAN MARC QUINET / Reporters / picturedesk.com, Thierry Vayne<br />
68 falstaff aug <strong>2022</strong>
DAS KREMSTAL<br />
entdecken & genießen.<br />
Mehr Infos zu den Heurigenterminen und Events unter<br />
www.weingutmueller.at
Sabrina Ferner hat für den<br />
Sommer eine feine Auswahl<br />
an Weinen für Lidl-Kunden<br />
zusammengestellt.<br />
VIELFALT HAT<br />
EINEN NAMEN<br />
Sabrina Ferner hat im kleinen Weinbauort Hadersdorf am Kamp für Lidl<br />
eine Weinkellerei aufgespürt, die von Familie Toifl auf einem sehr hohen Level<br />
betrieben wird und sowohl Weine aus der Umgebung als auch unter<br />
dem Firmennamen Weinkellerei Pannonia feine burgenländische Weine zu bieten hat.<br />
Familie Toifl zählt zu den Big<br />
Playern in der Weinproduktion.<br />
Dass man Wein in großer Menge<br />
erzeugen kann, den Preis niedrig<br />
hält, die Qualität dabei aber nicht zu kurz<br />
kommt, zeigt das familiengeführte Unternehmen.<br />
Vor einigen Jahren schon haben<br />
sie für eine vorbildliche Qualitätssicherung<br />
viel Geld in ihren Betrieb investiert,<br />
um ihren Kunden höchste Standards<br />
zu bieten.<br />
ten die beiden von ihrem Vater Michael, der<br />
den Beiden mit Rat und Tat zur Seite steht,<br />
hat er doch von seinem Vater das Geschäft<br />
von der Pike auf gelernt.<br />
Eine der modernsten Weinfüllanlagen, wo<br />
jeder Tank genauestens kontrolliert werden<br />
kann, bietet Christoph Toifl, der immer<br />
schon auch einen Hang zur Technik hatte,<br />
sämtliche Möglichkeiten, die Weinwerdung<br />
präzise zu begleiten. Das Ergebnis sind<br />
jedoch keine technischen Weine, sondern<br />
70<br />
Die Weinkellerei wurde in den 50er-Jahren<br />
des letzten Jahrhunderts von Artur Toifl,<br />
dem Großvater der heutigen Betreiber und<br />
Geschwister Barbara und Christoph,<br />
gegründet. Er war eigentlich Weinkommisonär<br />
und hatte deshalb viele gute Kontakte<br />
zu kleineren und größeren Winzern. Diese<br />
Verbindungen nutzen bis heute die Touristikkauffrau<br />
Barbara Toifl, die die Geschäfte<br />
führt, und ihr Bruder Christoph, der im Keller<br />
das Regiment führt. Unterstützung erhalfalstaff<br />
aug <strong>2022</strong>
LIDL<br />
ADVERTORIAL Fotos: © 747 Studios; beigestellt<br />
sehr gut ausgesuchte Grundweine und<br />
Moste, die hier veredelt werden und dem<br />
Kunden ein qualitativ gleichbleibendes Produkt<br />
bieten, das wiedererkannt wird und<br />
deshalb immer wieder gerne in den Einkaufskorb<br />
wandert. Natürlich geht man<br />
auch hier mit der Zeit und einige Weine des<br />
breiten Sortiments sind sogar biozertifiziert.<br />
Familie Toifl kann sich Jahr für Jahr<br />
über zahlreiche nationale und internationale<br />
Auszeichnungen freuen und bei mehreren<br />
Weinwettbewerben werden ihre<br />
Weine für absolut empfehlenswert befunden.<br />
Mit der IFS-Zertifizierung, die drei<br />
Buchstaben stehen übrigens für International<br />
Food Standard, entsprechen sie auch<br />
den hohen Ansprüchen, die Lidl seinen<br />
Kunden bietet.<br />
INFO<br />
Weitere Informmtionen unter<br />
lidl.at<br />
89<br />
2020 BLAUER ZWEIGELT NÖ<br />
Toifl GmbH<br />
12,5 Vol.-%, DV. Mittleres Rubingranat, violette<br />
Reflexe, breitere Ockerrandaufhellung. Zart floral<br />
unterlegte reife Kirschenfrucht, ein Hauch von<br />
Nougat, kandierte Mandarinenzesten. Mittlerer<br />
Körper, feine Fruchtsüße, zart nach Erdbeeren,<br />
feine Tannine, ausgewogen und gut antrinkbar.<br />
89<br />
2021 GRÜNER VELTLINER KAMPTAL DAC<br />
»DER FRISCHE«<br />
Toifl GmbH<br />
12 Vol.-%, DV. Helles Gelbgrün, Silberreflexe. Feine<br />
Wiesenkräuter, weiße Birne, ein Hauch von Mango<br />
und grünem Apfel, Nuancen von Limettenzesten.<br />
Mittlerer Körper, weißes Steinobst, rassig-animierendes<br />
Säurespiel, feinfruchtige Süße im Abgang,<br />
lebendiger, vielseitiger Speisenbegleiter.<br />
89<br />
2020 CUVÉE EXCLUSIV NO. 1<br />
Weinkellerei Pannonia<br />
13 Vol.-%, halbtrocken, DV. Kräftiges Rubingranat,<br />
violette Reflexe, breitere Ockerrandaufhellung.<br />
Nuancen von Brombeeren und schwarzen Herzkirschen,<br />
feiner Blütenhonig, kandierte Orangenzesten.<br />
Saftig, rund und fruchtgeprägt, reife rote Beeren,<br />
dezenter Säurebogen, eingebundene Fruchtsüße,<br />
zitroniger Touch im Nachhall, salziges Finish.<br />
88<br />
2020 ZWEIGELT CUVÉE BA<br />
Toifl GmbH<br />
13 Vol.-%, DV. Kräftiges Rubingranat, violette<br />
Reflexe, breitere Randaufhellung. Frische Pflaumenfrucht,<br />
zarte Kräuterwürze, ein Hauch von<br />
dunklen Beeren und Eichentouch. Mittlere Komplexität,<br />
seidig, süße Erdbeernuancen, samtig und<br />
bereits gut antrinkbar, etwas Nougat im Nachhall.<br />
87<br />
2020 HEIDEBODEN CUVÉE PERFEKTION<br />
Weinkellerei Pannonia<br />
13 Vol.-%, DV. Kräftiges Rubingranat, violette<br />
Reflexe, dezente Ockerrandaufhellung. Zart nach<br />
Vanille und Karamell, reife Zwetschgen, eingelegte<br />
Kirschen, Schokotouch. Mittlerer Körper, süße,<br />
rotbeerige Nuancen, zarte Holzwürze, kirschiger<br />
Anklang im Abgang.<br />
87<br />
2020 ZWEIGELT EXCLUSIV NO. 1<br />
Weinkellerei Pannonia<br />
12,5 Vol.-%, halbtrocken, DV. Mittleres Karmingranat,<br />
violette Reflexe, breite Ockerrandaufhellung.<br />
Zurückhaltend, rote Kirschen, Nuancen von Waldbeerkonfit,<br />
zart nach Feigen. Saftig und süß, reife<br />
Fruchtnuancen, etwas Honig im Abgang, unkompliziert-fruchtbetonter<br />
Stil.<br />
aug <strong>2022</strong> falstaff 71
wein / 100-PUNKTE-IKONEN<br />
Das Weingut Franz Hirtzberger<br />
aus Spitz in der Wachau<br />
hat bisher am öftesten die<br />
Topmarke von 100 <strong>Falstaff</strong>-<br />
Punkten erreicht. Riesling<br />
Smaragd Ried Singerriedel ist<br />
der Primus inter Pares.<br />
100 PUNKTE FÜR<br />
ÖSTERREICH:<br />
DREIFACHE<br />
PERFEKTION<br />
Ein superlativer Weißweinjahrgang 2021 machte es erstmals möglich: Gleich<br />
dreimal wurde im aktuellen <strong>Falstaff</strong> Weinguide <strong>2022</strong>/2023 die maximale<br />
Zahl von 100 Punkten vergeben. Das bedeutet, nichts hätte man bei<br />
diesen Weinen noch besser machen können. Ein Blick zurück in die jüngere<br />
Bewertungsgeschichte von <strong>Falstaff</strong> zeigt, wie selten diese Spitzenbewertung<br />
für österreichische Weine bisher zur Anwendung kam.<br />
TEXT PETER MOSER<br />
Fotos: Monika Löff, Peter Moser<br />
72 falstaff aug <strong>2022</strong>
100 PUNKTE<br />
WEISSWEIN<br />
WEINGUT F. X. PICHLER –<br />
RIESLING WACHAU DAC RIED KELLERBERG<br />
2021<br />
WEINGUT FRANZ HIRTZBERGER –<br />
RIESLING WACHAU DAC RIED<br />
SINGERRIEDEL SMARAGD 2021<br />
WEINGUT PRAGER – GRÜNER VELTLINER<br />
WACHAU DAC RIED ZWERITHALER<br />
KAMMERGUT SMARAGD 2021<br />
WEINGUT PRAGER –<br />
GRÜNER VELTLINER SMARAGD RIED<br />
ZWERITHALER KAMMERGUT 2019<br />
WEINGUT BRÜNDLMAYER –<br />
RIESLING KAMPTAL DAC RIED ZÖBINGER<br />
HEILIGENSTEIN 1ÖTW ALTE REBEN 2019<br />
WEINGUT FRANZ HIRTZBERGER –<br />
RIESLING SMARAGD RIED SINGERRIEDEL<br />
2017<br />
WEINGUT F. X. PICHLER –<br />
GRÜNER VELTLINER UNENDLICH 2017<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
73
wein / 100-PUNKTE-IKONEN<br />
Franz Xaver und Lucas<br />
Pichler aus Oberloiben haben<br />
sich mehrfach in die Topliste<br />
eingetragen.<br />
Das Suchergebnis in der digitalen<br />
<strong>Falstaff</strong>-Datenbank macht<br />
rasch klar: Sehr großzügig geht<br />
<strong>Falstaff</strong> mit der absoluten<br />
Spitzenmarke nicht gerade um.<br />
27 Mal wurden 100 Punkte vergeben, davon<br />
waren sieben junge Weißweine, fünf aktuelle<br />
Rotweine, vier aktuelle Süßweine und elf<br />
gereifte Topweine aus den drei genannten<br />
Kategorien. Wir möchten dies zum Anlass<br />
nehmen und diese Ergebnisse einmal<br />
resümieren. Die meisten 100 Punkte hat<br />
bisher das Weingut Franz Hirtzberger aus<br />
Spitz in der Wachau einheimsen können.<br />
Fünfmal davon ging diese Wertung an die<br />
Riesling-Ikone Ried Singerriedel Smaragd,<br />
die damit den Titel des bis dato höchstprämierten<br />
österreichischen Weins bei <strong>Falstaff</strong><br />
überhaupt in Anspruch nehmen darf. Die<br />
Jahrgänge waren 1990, 1997, 2007, 2017<br />
und zuletzt 2021, dazu gesellt sich noch der<br />
1997er-Riesling Ried Hochrain. Mit diesen<br />
sechs Spitzenbewertungen ist Hirtzberger<br />
auch das höchstbewertete Weingut. Mit je<br />
viermal 100 Punkten teilen sich aktuell zwei<br />
Weingüter den zweiten Rang. F. X. Pichler<br />
aus Oberloiben in der Wachau liegt hier<br />
gleichauf mit dem Weinlaubenhof Kracher<br />
aus Illmitz. Anders als bei Hirtzberger sind<br />
es bei Pichler vier verschiedene Weine, davon<br />
zwei Rieslinge, aber auch zwei Grüne<br />
Veltliner, mit denen man die volle Punktzahl<br />
abholen konnte. Den Anfang machte der<br />
1992 Riesling Smaragd M, später folgte<br />
2008 mit Smaragd Ried Kellerberg der<br />
allererste Grüne Veltliner mit der Topbewertung.<br />
2017 kam der Grüne Veltliner<br />
Unendlich dazu, und nun brandaktuell der<br />
Riesling Wachau DAC Ried Kellerberg. Beim<br />
Süßweinspezialisten Kracher aus Illmitz im<br />
burgenländischen Seewinkel haben bereits<br />
drei Generationen 100-<strong>Falstaff</strong>- Punkte-<br />
Weine erzeugt. Die legendäre Welschriesling<br />
TBA aus dem Traumjahr 1981 hat Gerhard<br />
Krachers Großvater Alois senior auf die<br />
Flasche gebracht, ein Monument für den<br />
klassischen edelsüßen Wein <strong>Österreich</strong>s.<br />
Der unvergessene Alois Kracher vinifizierte<br />
mit der 2005 TBA Welschriesling No. 8<br />
Zwischen den Seen und der 2007 TBA<br />
Scheurebe No. 9 Zwischen den Seen sein<br />
önologisches Vermächtnis, Gerhard Kracher<br />
trug sich mit der TBA Welschriesling No. 9<br />
von 2017 ebenfalls in diese Erfolgs liste ein.<br />
Dreimal über 100 Punkte freuen konnte<br />
man sich im Haus Prager in Weißenkirchen<br />
in der Wachau. Eröffnet wird dort der<br />
Reigen vom bis dato faszinierenden Riesling<br />
Smaragd aus der Ried Steinriegl, rezente<br />
Erfolge wurden mit den Jahrgängen eines<br />
<<br />
100 PUNKTE<br />
WEISS GEREIFT<br />
WEINGUT F. X. PICHLER –<br />
GRÜNER VELTLINER SMARAGD RIED<br />
DÜRNSTEINER KELLERBERG 2008<br />
WEINGUT FRANZ HIRTZBERGER –<br />
RIESLING SMARAGD SINGERRIEDEL 2007<br />
WEINGUT FRANZ HIRTZBERGER –<br />
RIESLING SMARAGD HOCHRAIN 1997<br />
WEINGUT FRANZ HIRTZBERGER –<br />
RIESLING SMARAGD SINGERRIEDEL 1997<br />
WEINGUT F. X. PICHLER –<br />
RIESLING SMARAGD M 1992<br />
WEINGUT FRANZ HIRTZBERGER –<br />
RIESLING SMARAGD RIED SPITZER<br />
SINGERRIEDEL 1990<br />
WEINGUT PRAGER –<br />
RIESLING SMARAGD RIED<br />
WEISSENKIRCHENER STEINRIEGL 1990<br />
MANTLERHOF –<br />
GELBER MUSKATELLER 1951<br />
Fotos: beigestellt, Peter Moser<br />
74 falstaff aug <strong>2022</strong>
BURGENLAND.<br />
WEIN AUS DEM<br />
GROSSE KUNST. OHNE ALLÜREN.<br />
Burgenland – eine geschützte<br />
Ursprungsbezeichnung der EU für<br />
österreichischen Qualitätswein.<br />
Burgenländischer Wein wächst unter<br />
der pannonischen Sonne. Einzigartig<br />
und rassig. Hochdekoriert, international<br />
begehrt und dennoch am Boden<br />
geblieben. österreichwein.at
wein / 100-PUNKTE-IKONEN<br />
100 PUNKTE<br />
ROTWEIN<br />
WEINGUT ERNST TRIEBAUMER –<br />
BLAUFRÄNKISCH RIED MARIENTAL 2018<br />
WEINGUT KOLLWENTZ –<br />
CABERNET SAUVIGNON 2018<br />
WEINGUT WERNER ACHS –<br />
WERNER ACHS RESERVE 2017<br />
WEINGUT ANITA UND HANS NITTNAUS –<br />
LEITHABERG DAC RIED JOISER<br />
JUNGENBERG 2017<br />
Aus Straden im Vulkanland Steiermark kommt der<br />
bislang einzige 100-Punkte-Wein der Steiermark:<br />
Frauwallner Gelber Muskateller Essenz 2017.<br />
CLUB BATONNAGE –<br />
BATONNAGE 2015<br />
100 PUNKTE<br />
SÜSSWEIN<br />
WEINGUT FRAUWALLNER –<br />
GELBER MUSKATELLER ESSENZ 2017<br />
WEINLAUBENHOF KRACHER –<br />
WELSCHRIESLING ZWISCHEN DEN SEEN<br />
NO. 5 TBA 2017<br />
DOMÄNE WACHAU –<br />
RIESLING KELLERBERG<br />
TROCKENBEERENAUSLESE 2015<br />
WEINLAUBENHOF KRACHER –<br />
SCHEUREBE TBA NO. 9 ZWISCHEN DEN<br />
SEEN 2007<br />
WEINGUT HEINZ VELICH –<br />
WELSCHRIESLING TBA 2006<br />
WEINLAUBENHOF KRACHER –<br />
WELSCHRIESLING TBA<br />
NO. 8 ZWISCHEN DEN SEEN 2005<br />
WEINLAUBENHOF KRACHER –<br />
WELSCHRIESLING TBA 1981<br />
<<br />
einzigartigen Grünen Veltliners gefeiert,<br />
bereits 2019 holte dieser 100 Punkte, nun<br />
steht die Ried Zwerithaler Kammergut mit<br />
Jahrgang 2021 wiederum ganz oben. Zu<br />
den Betrieben, die ebenfalls mit trockenen<br />
Weißweinen 100 Punkte erreichen konnten,<br />
zählen Willi Bründlmayer mit »Riesling<br />
Kamptal DAC Ried Zöbinger Heiligenstein<br />
1ÖTW Alte Reben« und rezent wurde der<br />
Mantlerhof aus Brunn im Kremstal für<br />
seinen unfassbar jugendlichen Gelben<br />
Muskateller aus dem Jahrgang 1951<br />
ausgezeichnet.<br />
ROTWEIN IM KOMMEN<br />
Fünf Rotweinerzeuger durften sich bisher<br />
im Rahmen offizieller <strong>Falstaff</strong>-Proben über<br />
die 100 Punkte freuen. Den viel beachteten<br />
Anfang in dieser erst kurzen Reihe<br />
machte die herausragende Rotwein-Cuvée<br />
Batonnage des Jahrgangs 2015, hergestellt<br />
vom Club Batonnage rund um Erich<br />
Scheiblhofer aus Andau, der bei einer<br />
großen Vergleichsprobe mit Beteiligung von<br />
Premiers Grands Crus aus Bordeaux voll<br />
überzeugte. Ebenfalls 100 Punkte gingen<br />
an zwei Rotweine aus dem Jahrgang 2017.<br />
Da war es Werner Achs aus Gols, der mit<br />
seiner Werner Achs Reserve voll überzeugte,<br />
Anita und Hans Nittnaus präsentierten mit<br />
dem Blaufränkisch Leithaberg DAC Ried<br />
Joiser Jungenberg 2017 den ersten reinsortigen<br />
100-Punkte-Rotwein der <strong>Falstaff</strong>-<br />
Geschichte. Im vergangen Herbst gesellten<br />
sich in der Reserve-Trophy-Kategorie der<br />
alljährlichen <strong>Falstaff</strong>-Rotweinprämierung<br />
zwei legendäre Weine und Winzer in den<br />
Club der höchstbewerteten Weine dazu:<br />
2018 Blaufränkisch Ried Mariental von<br />
Ernst Triebaumer aus Rust, dessen 1986er-<br />
Mariental schon lange als »100-Punkte-<br />
Wein der Herzen« fungierte, und andererseits<br />
der Cabernet Sauvignon 2018 von<br />
Andi Kollwentz, ein Wein, der ebenfalls<br />
schon seit Jahrzehnten österreichische<br />
Rotwein geschichte mitgeschrieben hat.<br />
Drei edelsüße Ausnahmeweine komplettieren<br />
die Auflistung der allerbesten Weine<br />
des Landes: die Welschriesling TBA von<br />
Heinz Velich aus Apetlon im Seewinkel,<br />
die Riesling TBA von der Ried Kellerberg<br />
der Domäne Wachau und zuletzt der erste<br />
100-Punkte-Wein für die Steiermark mit<br />
dem Gelben Muskateller Essenz 2017 vom<br />
Weingut Frauwallner in Straden. Ohne<br />
Zweifel wird diese Liste in den kommenden<br />
Jahren weiterwachsen. Zum einen, weil<br />
immer öfter große Weine in <strong>Österreich</strong><br />
entstehen werden, zum anderen, weil bei<br />
Nachverkostungen und Vertikalen jene Anwärter,<br />
die einst als Fassmuster oder Jungweine<br />
schon an der Marke gekratzt haben,<br />
die Höchstpunkte nach entsprechender<br />
Flaschenreife zugesprochen bekommen werden.<br />
Fazit: Das Weinland <strong>Österreich</strong> kann<br />
in allen Kategorien mit den Weltbesten mithalten.<br />
Zudem bewegen sich diese Weine ab<br />
Hof bei Preisen, die keinen internationalen<br />
Vergleich scheuen müssen.<br />
<<br />
Fotos: Flor, Peter Moser<br />
76 falstaff aug <strong>2022</strong>
ÖTW<br />
BEST OF 1ÖTW<br />
ERSTE LAGEN<br />
Die ÖTW-Winzer vor<br />
der Kulisse von Schloss<br />
Grafenegg.<br />
Samstag, 3. September <strong>2022</strong>, 14–18 Uhr<br />
(Einlass bis 17 Uhr)<br />
auf dem Areal von Schloss Grafenegg<br />
Keine Anmeldung notwendig<br />
Eintritt € 25,– (kein Vorverkauf,<br />
bar zu bezahlen)<br />
Gratis für Besucher des Konzerts<br />
am selben Tag:<br />
Wiener Philharmoniker mit<br />
Rudolf Buchbinder<br />
Konzerttickets: grafenegg.com<br />
JAHRE<br />
TR ADITIONSWEINGÜTER<br />
Am 3. September findet die Publikumsverkostung<br />
»Best of 1ÖTW Erste Lagen« im Rahmen des Grafenegg Festivals statt.<br />
ADVERTORIAL Foto: © ÖTW/Herbert Lehmann<br />
Nicht überall, wo Reben gepflanzt<br />
sind, wächst die gleiche Qualität<br />
heran. Es ist eine alte Weisheit<br />
unter Winzern, dass es Weingärten<br />
gibt, die – bei sorgfältiger Pflege –<br />
jedes Jahr außergewöhnliche Weine hervorbringen.<br />
Im Jahr 1991 beschlossen daher<br />
17 Weingüter rund um Langenlois und<br />
Krems, sich diesem Thema zu widmen. Fast<br />
zwei Jahrzehnte hat der stetig wachsende<br />
Verein damit verbracht, die Weinbergs lagen<br />
zu beobachten und zu analysieren.<br />
ÖTW.LAGENKLASSIFIZIERUNG<br />
Im Jahr 2010 wurde das Ergebnis dieser<br />
Analyse mit der ÖTW.Klassifikation vorgestellt,<br />
in der 53 Weingärten als »1ÖTW<br />
Erste Lagen« gekennzeichnet wurden. Damit<br />
erleichtert man Weinliebhabern, die bedeutendsten<br />
Herkünfte <strong>Österreich</strong>s zu erkennen.<br />
Die 77 <strong>Österreich</strong>ischen Traditionsweingüter<br />
sind auf vier Regionalvereine<br />
aufgeteilt: die ÖTW.Donau mit Mitgliedern<br />
in den Weinbaugebieten Kamptal, Kremstal,<br />
Traisental und Wagram sowie ÖTW.Wien<br />
und ÖTW.Carnuntum.<br />
ERWEITERUNG DER ÖTW<br />
Mit Anfang Mai <strong>2022</strong> wurde der Regionalverein<br />
ÖTW.Thermenregion gegründet.<br />
Neun Weingüter aus der Thermenregion<br />
können sich nunmehr »<strong>Österreich</strong>ische Traditionsweingüter«<br />
nennen: Alphart, Familie<br />
Auer, Leo Aumann, Gebeshuber, Heinrich<br />
Hartl III, Landauer-Gisperg, Schneider,<br />
Johanneshof Reinisch und Stadlmann.<br />
Der Obmann des ÖTW.Bundesverbands,<br />
Michael Moosbrugger vom Weingut<br />
Schloss Gobelsburg, sieht es als oberstes<br />
Ziel der Traditionsweingüter, von einer<br />
regionalen Vereinigung zu einem nationalen<br />
Verband heranzuwachsen. Fixiert ist<br />
bereits, dass es auch im Weinviertel zur<br />
Gründung eines Regionalvereins kommt.<br />
Voraussetzung für den Beitritt zu den ÖTW<br />
ist übrigens, dass ein Weingut biologisch<br />
oder nachhaltig zertifiziert ist und dass im<br />
Weingarten weder Herbizide noch Insektizide<br />
verwendet werden. Mit 3000 Hektar<br />
Rebfläche decken die ÖTW derzeit rund<br />
sieben Prozent des gesamten österreichischen<br />
Weins ab und rechnen in den nächsten<br />
Jahren mit einer Steigerung auf bis zu zehn<br />
Prozent. Aktuell sind 95 Weinbergslagen –<br />
auch Rieden genannt – als ÖTW.ERSTE<br />
LAGEN klassifiziert. Es wird daran gearbeitet,<br />
dass die Lagenklassifizierung, die<br />
die Traditionsweingüter vor etwa 30 Jahren<br />
in Angriff genommen haben, in naher<br />
Zukunft als allgemeingültige und für alle<br />
Weingüter <strong>Österreich</strong>s anwendbare<br />
Verordnung ins Weingesetz Eingang findet.<br />
INFO<br />
traditionsweingueter.at<br />
aug <strong>2022</strong> falstaff 77
wein / FURMINT-RENAISSANCE<br />
RÜCKKEHR<br />
EINER<br />
LEGENDE<br />
In den Windischen Bühel zwischen den<br />
Flüssen Mur und Drau findet der Furmint<br />
seit Jahrhunderten beste Bedingungen vor.<br />
Foto: Stefan Leitner<br />
78 falstaff aug <strong>2022</strong>
Der weiße Furmint galt in der Donaumonarchie als die beste<br />
Rebsorte Pannoniens. Als edelsüßer Wein aus Tokaj, Rust oder<br />
Ödenburg zierte der Furmint die feinsten Tafeln. Nun kehrt<br />
er zurück, allerdings in seiner trockenen Form. Facettenreich,<br />
frisch strukturiert und mit dezenter Frucht erlebt die Sorte als<br />
gut reifender Speisenbegleiter eine wahre Renaissance.<br />
TEXT PETER MOSER<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
79
wein / FURMINT-RENAISSANCE<br />
DER FURMINT<br />
ERLEBT DANK<br />
SEINER GUTEN<br />
ANPASSUNG AN DEN<br />
KLIMAWANDEL IM<br />
PANNONISCHEN RAUM<br />
EINE WIEDERGEBURT.<br />
In Rust am See hat der Furmint eine<br />
lange Tradition, Michael Wenzel ist die<br />
treibende Kraft der Renaissance.<br />
Der Furmint ist eine alte<br />
Kultursorte, über seine<br />
Herkunft wurde bereits<br />
in der ersten Hälfte des 19.<br />
Jahrhundert viel diskutiert.<br />
Heute herrscht ziemliche Einigkeit darüber,<br />
dass man Furmint als ungarische Rebsorte<br />
ansehen kann, denn sie verdankt ihre<br />
Bekanntheit den edelsüßen Weinen aus<br />
Tokaj, wo sie seit jeher den Hauptsatz der<br />
Rebberge bildet und im Jahr 1623 erstmal<br />
urkundlich benannt wird. Frühe Ampelografen<br />
vermuteten den Ursprung der<br />
Rebsorte irgendwo in Syrmien, der Region<br />
zwischen Donau und Save, die heute zum<br />
größeren Teil in Serbien liegt. Genetische<br />
Forschungen haben gezeigt, dass es sich um<br />
einen Sämling aus Heunisch und Alba<br />
Imputato als zweiten Elternteil handelt,<br />
eine Rebsorte, die heute Rumänien<br />
zugeordnet ist. Dass deren bekannter<br />
Elternteil, den zweiten kennt man noch<br />
nicht, die Visparola aus Italien ist, macht<br />
die Sache auch nicht transparenter. Heute<br />
steht mit rund 4000 Hektar der Löwenanteil<br />
der Furmintreben im ungarischen<br />
Anbaugebiet von Tokaj-Hegyalja. In der<br />
Donaumonarchie hat sich der Furmint<br />
auch in anderen Regionen verbreitet. Im<br />
Herzogtum Steiermark erringt die Sorte<br />
unter dem Namen Mosler, slowenisch als<br />
Sipon im Raum der Windischen Bühel<br />
zwischen Mur und Drau einige Bedeutung,<br />
süße Ausbruchweine aus bestimmten<br />
Lagen wie der Jerusalemer, Kerschbacher<br />
oder Nachtigaller sind begehrt.<br />
Eine wichtige Anbauzone entwickelt<br />
sich im Raum von Ödenburg, wo<br />
vor allem die Freistadt Rust auf eine<br />
lange Tradition in der Herstellung<br />
von edelsüßen Weinen mit der<br />
Rebsorte Furmint verweisen kann. Im<br />
Laufe des 20. Jahrhunderts geriet de<br />
Sorte aber auch hier fast in Vergessenheit.<br />
1984 gelang es dem Ruster Winzer Robert<br />
Wenzel Edelreiser aus Ungarn durch den<br />
Eisernen Vorhang zu bringen und im Laufe<br />
der Jahre haben auch andere Erzeuger den<br />
Wert dieser alten autochthonen Sorte<br />
erkannt. Das Weingut Wenzel, heute<br />
geführt von Michael Wenzel, hat sich um<br />
die wachsende Anerkennung der Traditionssorte<br />
verdient gemacht. Neben Beerenauslese<br />
und dem klassischen Ruster<br />
Ausbruch setzt Wenzel auch auf trockene<br />
Fotos: Sonja Priller, Kinga Szepsy, Ferenc Dancsecs, Shutterstock<br />
80 falstaff aug <strong>2022</strong>
Varianten der Sorte. Weine<br />
wie Vogelsang und Garten<br />
Eden genießen heute in der<br />
gehobenen Gastronomie<br />
einen tollen Ruf, auch im<br />
Segment der Natural Wines,<br />
bereits 2014 brachte Wenzel den<br />
ersten Furmint Raw natural auf den<br />
Markt, macht sich die rare Sorte mit<br />
ihrem ausgefallenen Geschmacksspektrum<br />
viele Freunde.<br />
István Szepsy, Senior<br />
und Junior, sind die<br />
renommiertesten Winzer<br />
in Tokaj, der Vater berühmt<br />
mit seinen edelsüßen, der<br />
Sohn auch mit trockenen<br />
Furmintweinen.<br />
TROCKENER ERFOLGSTYP<br />
Mit dem internationalen Abschwung der<br />
Nachfrage nach hochkonzentrierten<br />
Edelsüßweinen wie Tokaji Aszú, Sauternes<br />
oder Ruster Ausbruch, gingen die Winzer<br />
dieser Regionen immer mehr dazu über,<br />
auch trockene Weine aus ihren Lagen zu<br />
vinifizieren. So wie Château d’Yquem heute<br />
die Produktion ihres »Ygrec« forciert, so<br />
sind auch die führenden Hersteller von<br />
Tokaj dazu übergegangen, ihre Weine auch<br />
trocken anzubieten. Und mit der Rebsorte<br />
Furmint haben sie dazu eine jener Varietäten,<br />
die ganz offensichtlich mit dem<br />
Klimawandel sehr gut zurechtkommt.<br />
Isvtán Szepsy Junior aus Mád, dessen<br />
Die unterirdische Welt von<br />
Tokaj: hier reifen die Weine<br />
in Günzer Holzfässern.<br />
gleichnamiger Vater bereits mit seinen<br />
Weltklassesüßweinen internationale<br />
Anerkennung errang, und gemeinsam mit<br />
Egon Müller vom Scharzhof an der<br />
deutschen Saar, Comte Alexander de<br />
Lur-Saluces von Yquem und Alois Kracher<br />
aus Illmitz im Quartett der weltbesten<br />
Süßweinerzeuger dabei war, konzentriert<br />
sich heute sehr erfolgreich, aus seinen<br />
Spitzenlagen in Tokaj facettenreiche<br />
Furmintweine im trockenen Bereich zu<br />
keltern. Die trockenen Szepsy-Furmints<br />
spielen im Moment genauso in einer<br />
eigenen Liga, wie dies jene von Michael<br />
Wenzel in Rust tun, und in beiden Regionen<br />
hat sich in deren Windschatten bereits<br />
die Verfolgergruppe gebildet. Ungarn hat<br />
mit allein 4000 Hektar Furmint in Tokaj<br />
gegenüber der Konkurrenz einen enormen<br />
Vorteil, dazu kommen Weine aus Eger, der<br />
Balaton-Region und den Schomlauer<br />
Vulkanbergen, aber auch in <strong>Österreich</strong> ist<br />
der Furmint nun spürbar auf dem<br />
Vormarsch.<br />
<<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
81
wein / FURMINT-RENAISSANCE<br />
<<br />
Wer nun denkt, der österreichische<br />
Furmint wäre eine rein pannonische<br />
Angelegenheit und auf das Burgenland<br />
begrenzt, der irrt. So hat in Niederösterreich<br />
zum Beispiel Artur Toifl in Rohrendorf<br />
Furmint in der Toplage Gebling<br />
gepflanzt, auch im Wiener Gemischten<br />
Satz hat so mancher Stock überdauert. In<br />
Niederösterreich bezeichnete man die<br />
Sorte einst als Seeweinbeere oder Seestock<br />
(lat. Uva Peisonis). 1779 nennt sie Helbling<br />
in seiner Beschreibung der Rebsorten,<br />
die man in und um Wien findet: »Die<br />
weiße Seeweinbeere ist in Breitensee (heute<br />
Penzing), nahe zu Schönbrunn, und in einigen<br />
Weingärten des Gumpoldskirchner<br />
Bezirks nicht selten. Die fruchtbaren<br />
Seestöcke kommen aus Ungarn aus der<br />
Michael und Maria Gross<br />
erzeugen im slowenischen<br />
Haloze herausragende Weine.<br />
DIE ZUKUNFT DES<br />
FURMINTS ALS<br />
TROCKENER WEIN<br />
SCHEINT GESICHERT,<br />
IMMER MEHR WINZER<br />
ERKENNEN DAS<br />
POTENZIAL DER SORTE.<br />
Gegend von Ödenburg und<br />
Rust am Neusiedler See, wo<br />
sie häufig gebaut werden<br />
und davon in <strong>Österreich</strong><br />
den Namen haben.« Hier<br />
wieder hieß der Furmint bei<br />
den Rustern »Zapfner« und<br />
bei den Ödenburger Winzern<br />
trug er den Namen »Zapfete«. Der<br />
genaue Hintergrund dieser Namen<br />
bleibt unklar, weil weder Beeren noch<br />
Trauben des Furmints zapfenförmig sind.<br />
Vielleicht ist es eine Anspielung auf seine<br />
relative Ergiebigkeit, weil der Wein dann<br />
brav vom Zapfen des Fasses rinnt. Im<br />
Vulkanland Steiermark knüpft Gottfried<br />
Lamprecht – er hat 2010 begonnen<br />
Furmint reinsortig auszusetzen – in Markt<br />
Hartmannsdorf an die altsteirische<br />
Tradition des Moslers an, der in der<br />
Monarchie in den Windischen Bühel<br />
zwischen Mur und Drau große Weine<br />
hervorbrachte. Und hier wird im heutigen<br />
Slowenien die Furmintrebe alias »Mosler«<br />
unter dem Namen »Sipon« gepflegt und<br />
bringt heute im trockenen Bereich sehr<br />
vielversprechende Ergebnisse, wie unter<br />
anderem jene von Vino Gross oder Dveri<br />
Pax, dem Weingut des Stifts Admont.<br />
Die Stiftsherren aus<br />
Admont erfreuen sich<br />
an den Weingärten von<br />
Dveri Pax in Slowenien.<br />
<<br />
Reifer Furmint garantiert feine Fruchtnuancen,<br />
lebendige Säurestruktur und viel Terroirausdruck.<br />
Fotos: Stella Kager, Stefan Leitner, Ferenc Dancsecs<br />
82 falstaff aug <strong>2022</strong>
wein / FURMINT-RENAISSANCE<br />
BACK IN PANNONIA<br />
Im Burgenland breitet sich der Furmint<br />
heute auf geeigneten Böden weiter aus. In<br />
Frage kommen Muschelkalkböden wie in<br />
der Ried Edelberg am Leithaberg in<br />
Purbach, wo Toni Hartl Furmint gepflanzt<br />
hat, oder die kalkreiche Ried Tannenberg in<br />
Jois, wo John Nittnaus seinen jungen<br />
Furmint stehen hat, ebenfalls am Leithaberg<br />
zu Werk ist das Weingut Esterházy.<br />
Hannes Schuster aus Zagersdorf versucht<br />
sich ebenfalls an der Sorte wie Judith Beck<br />
mit ihrem »Furmint Bambule« aus Gols.<br />
Auf den Geschmack gekommen sind auch<br />
einige experimentierfreudige Winzer aus<br />
dem Mittelburgenland. Hier füllt Franz<br />
Weninger aus Horitschon einen Furmint<br />
»vom Kalk« und einen vom Schiefer,<br />
gewachsen auf der Spitzenlage Steiner in<br />
Balf bei Sopron in Ungarn. Unter seinem<br />
Boutique-Label »Kolfok« beweist Stefan<br />
Wellanschitz aus Neckenmarkt, dass sich<br />
der Furmint auf den Orthogneisböden<br />
seiner Lage Bodigraben sichtlich sehr wohl<br />
fühlt. Auch im Südburgenland ist die<br />
Rarität bereits anzutreffen, so bei Andreas<br />
Grosz oder bei Rainer Gargers Weingut<br />
Nador auf der ungarischen Seite des<br />
Eisenberges. Ein wichtiger Promotor für die<br />
Furmint-Welle ist ein Winzer, der sich<br />
bereits für Blaufränkisch einen internationalen<br />
Namen gemacht hat, Roland Velich,<br />
für den Furmint die weiße Rebsorte<br />
Pannoniens schlechthin ist. Er feiert diese in<br />
seinem Projekt »Hidden Treasures«, wo er<br />
Furmint in Kooperation mit Spitzenwinzer<br />
aus unterschiedlichen ungarischen Terroirs<br />
in die Welt hinausträgt. Auch der önologische<br />
Weltenbummler Lenz M. Moser hat<br />
jüngst einen Furmint für den internationalen<br />
Markt entwickelt, ein Joint Venture<br />
namens »Ma’d Moser« in Tokaj. Dieser<br />
saftig-mineralische Furmint entsteht in<br />
Zusammenarbeit mit Rita Takaro in Mád.<br />
Schritt für Schritt erobern sich die lebendig-mineralischen<br />
trockenen Furmintweine<br />
die Weinkarten Europas zurück und speziell<br />
in <strong>Österreich</strong> darf man sich schon in der<br />
nahen Zukunft über ein wachsendes<br />
Angebot von Weinen aus dieser traditionsreichen<br />
Rebsorte freuen. Halten sie also<br />
Ausschau nach diesem versatilen Speisenbegleiter<br />
– es lohnt sich!<br />
Károly Barta aus Tokaj und seine<br />
hochtalentierte Kellermeisterin Vivien<br />
Ujvári von Barta Pince.<br />
<<br />
Der Furmint kommt mit Glimmerschiefer,<br />
Orthogneis und Quartz, wie hier bei<br />
Kolfok in Neckenmarkt, ebenso zurecht<br />
wie mit Muschelkalk.<br />
Fotos: Barta, beigestellt<br />
84 falstaff aug <strong>2022</strong>
wein / FURMINT-RENAISSANCE<br />
BEST OF<br />
FURMINT<br />
TASTING<br />
INFO<br />
WEITERE BEWERTUNGEN<br />
UND BESCHREIBUNGEN<br />
FINDEN SIE SIE AB<br />
AB SEITE 280. 148.<br />
97<br />
94<br />
93<br />
SZEPSY ÚRÁGYA FURMINT 2017<br />
Istvan Szepsy, Mád, Ungarn<br />
Mittleres Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Feuchter Kies und Blütenhonig,<br />
feine gelbe Frucht, rauchig-nussig<br />
unterlegt, mit Luft reife Birnen und<br />
Mango sowie kandierte Orangenzesten.<br />
Komplex, straff, puristische<br />
weiße Frucht, finessenreicher,<br />
mundwässernder Säurebogen,<br />
zitronig und leichtfüßig wirkend,<br />
Limetten und Salz im Abgang, bleibt<br />
lange haften, frische Orangen im<br />
Nachhall, eine Benchmark.<br />
bortarsasag.hu, € 42,16<br />
BALASSA SZENT TAMÁS TOKAJI<br />
FURMINT 2019<br />
Balassa Bor, Tokaj, Ungarn<br />
Helles Grüngelb, Silberreflexe. Feine<br />
frische Birne, zart nach Mango,<br />
florale Nuancen, ein Hauch von<br />
Rhabarber, zarter Blütenhonig, sehr<br />
einladendes Bukett. Saftig, straff,<br />
engmaschig, weißes Kernobst,<br />
finessenreicher Säurebogen, salzig<br />
und lange anhaftend, feine Limettennoten<br />
im Nachhall, animierend<br />
und jugendlich, sehr präziser Stil,<br />
gutes Entwicklungspotenzial.<br />
bortarsasag.hu, € 32,35<br />
FURMINT 2020<br />
Weingut Peter Schandl<br />
Rust, Burgenland<br />
Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Zarte Nuancen von Wiesenkräutern,<br />
weißer Pfirsich, frische Quitte und<br />
Grapefruit, frische Orangenschalen.<br />
Saftig, elegant, mineralischer Körper,<br />
feine Fruchtsüße, kraftvoll und<br />
elegant zugleich, lebendige<br />
Säurestruktur unterlegt, salzigzitronig<br />
im Abgang, mineralischer<br />
Nachhall, besitzt gute Länge und<br />
sicheres Reifepotenzial.<br />
selektion-burgenland.at, € 17,20<br />
96<br />
94<br />
93<br />
FURMINT GARTEN EDEN<br />
»AUTARK« 2019<br />
Michael Wenzel, Rust<br />
Helles Goldgelb, Silberreflexe. Zart<br />
kräuterwürzig unterlegte gelbe<br />
Apfel-Quittennote, ein Hauch von<br />
Marille und Blütenhonig, einladendes<br />
Bukett, zart nach feuchtem<br />
Kies. Saftig, elegant, ausgewogen,<br />
feiner Säurebogen, Nuancen von<br />
Mango am Gaumen, mineralisch,<br />
kandierte Zitruszesten im Abgang,<br />
delikat und harmonisch, toller Trinkfluß,<br />
zart salzig im Finish.<br />
waltersfeineweine.berl.at, € 42,90<br />
TOKAJI FURMINT ÖREG KIRÁLY<br />
2020 BIO<br />
Barta Pince, Mád, Ungarn<br />
Sehr helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Feine frische Birnenfrucht, ein<br />
Hauch von Walnuss und Wiesenkräutern,<br />
zart nach Papaya im Hintergrund,<br />
frische Orangenzesten, mineralischer<br />
Anklang. Elegant, feines<br />
weißes Kernobst, finessenreicher<br />
Säurebogen, harmonisch, dezente<br />
Fruchtsüße im Abgang, zitronigsalzig,<br />
ein fein balancierter Speisenbegleiter,<br />
sicheres Reifepotenzial.<br />
wagners-weinshop.com, € 38,–<br />
HIDDEN TREASURES NR.1 TOKAJ<br />
FEAT. GERGÖ FILEP 2020<br />
Hidden Treasures –<br />
a Moric project Tokaj, Ungarn<br />
Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Zarte Kräuterwürze, ein Hauch von<br />
reifen Birnen, ein Hauch von Feigen,<br />
gelbe Kernobstnuancen, kandierte<br />
Orangenzesten. Saftig, mineralisch,<br />
straffe Textur, weißer Apfel, finessenreich<br />
und salzig, leichtfüßiger<br />
Speisenbegleiter, zitroniger Touch<br />
im Rückgeschmack, vielseitig einsetzbar.<br />
vinospirit.at, € 18,54<br />
95<br />
94<br />
93<br />
IGLIČ HALOZE (FURMINT) SVL<br />
LEGA 2019<br />
Vino Gross,<br />
Štajerska Slovenija, Slowenien<br />
Helles Goldgelb, Silberreflexe. Feine<br />
Nuancen von Honigmelone, gelber<br />
Pfirsich, zarte Kräuterwürze,<br />
kandierte Orangenzesten, etwas<br />
Blütenhonig, helles Nougat. Saftig<br />
und frisch, ein Hauch von frischen<br />
Feigen, finessenreicher Säurebogen,<br />
mineralisch und lange anhaftend,<br />
feine gelbe Tropenfrucht im Abgang,<br />
ein seidiger Speisenbegleiter.<br />
gross.at, € 45,–<br />
OREMUS PETRÁCS TOKAJI<br />
FURMINT 2017<br />
Tokaj-Oremus, Tolscva, Ungarn<br />
Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Kandierte Grapefruitzesten, feine<br />
gelbe Kernobstnuancen, ein Hauch<br />
von Marzipan und Wachs, Tropenfruchtanklänge<br />
unterlegt,<br />
vielschichtiges Bukett, dunkle Mineralität.<br />
Straff, engmaschig, feine<br />
Kräuterwürze, weißer Apfel, lebendiger<br />
Säurebogen, zart nussig im<br />
Nachhall, saliner Touch, Limetten<br />
im Abgang, großes Reifepotenzial.<br />
bortarsasag.hu, € 61,48<br />
FURMINT DRY MM5 TOKAJ 2021<br />
Ma’d Moser<br />
Tokaj, Ungarn<br />
Helles Gelbgrün, silberfarbene<br />
Reflexe. Feine Kräuterwürze, etwas<br />
nach Guaven, ein Hauch von<br />
Ringlotten, zart nach weißem Apfel,<br />
tabakiger Touch. Saftig, gute<br />
Komplexität, elegant, facettenreiche<br />
Säurestruktur, mineralisch, weiße<br />
Tropenfrucht, etwas nach Zitrus im<br />
Abgang, bleibt gut haften, sehr gute<br />
Länge und Balance, vielseitiger<br />
Speisenbegleiter.<br />
madmoser.com, € 20,–<br />
Fotos: Peter Moser<br />
86 falstaff aug <strong>2022</strong>
WEINGUT EDLINGER<br />
Am Weingut Edlinger ist<br />
man mit viel Sorgfalt<br />
bemüht, die von der Natur<br />
aus bestmögliche Qualität<br />
der Trauben zu erreichen.<br />
MITANAUND<br />
ERFOLGREICH!<br />
Bereits seit 1842 werden auf dem Weingut Edlinger in Furth-Palt,<br />
am Fuße des Göttweigers, Weine bester Qualität hergestellt.<br />
ADVERTORIAL Fotos: © www.charakter.photos / Philipp Monihart; beigestellt<br />
Mitanaund« heißt einer der<br />
Spitzenweine aus dem Hause<br />
Edlinger in Palt. »Mitanaund«<br />
scheint auch das Motto des<br />
Familienbetriebes zu sein, der im Kremstal<br />
und in der Wachau insgesamt 35 Hektar<br />
Weingärten bewirtschaftet. Dabei legt die<br />
Familie Edlinger großen Wert auf Nachhaltigkeit<br />
und die Handarbeit bei der<br />
Wein herstellung.<br />
VIELFALT, DIE ÜBERZEUGT<br />
Die Freude über den Sieg beim Grünen<br />
Veltliner Grand Prix im Hause Edlinger<br />
(Josef Edlinger und Frau Gabi, Sohn Paul<br />
und Schwester Anna, Großeltern Josef sen.<br />
und Karoline) ist entsprechend groß. »Dieser<br />
Wein ist ungewöhnlich. Ein Grüner Veltliner<br />
auf Wachauer Rieslingboden ist nicht üblich.<br />
Aber ich mag die Mineralität, die diese Lage<br />
hervorbringt, der Grüne Veltliner von hier ist<br />
straff, hat Struktur«, so Josef Edlinger. Viele<br />
Kunden des Weinguts Edlinger verbinden<br />
einen Verkostungsbesuch auch gleich mit<br />
einem Kurzurlaub. Denn im Haus warten<br />
fünf Gäste zimmer auf müde Häupter. So sind<br />
die Edlingers auch immer ganz nah am Kunden<br />
und erkennen schnell, was gefragt ist.<br />
Vielfalt zum Beispiel. »In unserem Sortiment<br />
ist für jeden Geschmack etwas dabei«, weiß<br />
Sohn Paul Edlinger. »Von Grünen Veltlinern<br />
und Rieslingen in unterschiedlicher Tiefe und<br />
Ausbauart, über Chardonnay, Sauvignon<br />
Blanc bis zu Merlot und Pinot Noir.«<br />
INFO<br />
Weitere Informationen unter<br />
edlingerwein.at<br />
aug <strong>2022</strong> falstaff 87
NEWS AUS DEM<br />
ERLEBNISWELT<br />
NORDBURGENLAND:<br />
RUND UM DEN SEE<br />
Ganze 300 Sonnentage zählt man im<br />
Burgenland über das Jahr verteilt.<br />
In Kombination mit einem vielseitigen<br />
Angebot rund um Genuss, Kultur,<br />
Wellness, Bewegung, Naturentdeckungen<br />
und Abenteuern bietet die Sonnenseite<br />
<strong>Österreich</strong>s die idealen Voraussetzungen für<br />
einen unvergesslichen Aufenthalt mit Erinnerungen,<br />
die lange nachwirken. Weinliebhaber<br />
überzeugt das Nordburgenland nicht<br />
nur durch die Vielfalt, sondern auch durch<br />
herausragende Qualität der Weine. Die<br />
Nähe zum Neusiedler See begünstigt vollmundige<br />
Rot- und gehaltvolle Weißweine,<br />
sowie regionstypische Spezialitäten. Aber<br />
auch der Blick auf die Veranstaltungs-Highlights<br />
zeigt: Hier wird für jeden Geschmack<br />
etwas geboten. burgenland.info<br />
DER NEUSIEDLER SEE<br />
Der Neusiedler See ist der größte Steppensee<br />
Mitteleuropas. Zahlreiche Segel-, Surf<br />
und Kiteschulen laden Sportlerinnen und<br />
Sportler ein, den Neusiedler See besser<br />
kennenzulernen. Strandbäder rund um den<br />
See bieten genügend Möglichkeiten für<br />
Badespaß. 2000 Sonnenstunden am<br />
Neusiedler See laden zum Entspannen ein.<br />
MIT DEM RAD<br />
AUF DER ROUTE<br />
DER SEEN-SUCHT<br />
Es gibt viel zu erleben, auf einer Runde<br />
um den See. Der B10 NEUSIEDLER<br />
SEE-RADWEG ist wohl der bekannteste<br />
Radweg der gesamten Region, mit<br />
mehrere Verleihstellen für E-Bikes entlang<br />
der Strecke. Mit einer Schifffahrt zwischen<br />
Illmitz und Mörbisch am See lässt sich<br />
die Tour variieren. Auf dem über 1000 km<br />
langen Radwegenetz warten nicht nur<br />
unvergleichliche Aussichtspunkte, auch<br />
der Gaumen kommt bei vielen Einkehrmöglichkeiten<br />
auf seine Kosten. Ideal<br />
auch für Genussradler und Familien.<br />
88 falstaff aug <strong>2022</strong>
BURGENLAND<br />
ADVERTORIAL Fotos: © Burgenland Tourismus GmbH / Birgit Machtinger; Burgenland Tourismus GmbH / Oliver Mast; Jerzy Biń; Neusiedler See; beigestellt<br />
MUSICAL UND OPER<br />
IN UNVERGLEICHLICHEM AMBIENTE<br />
Der Neusiedler See ist der imposante<br />
Hintergrund großer Bühnen. Die Seefestspiele<br />
Mörbisch bieten mit »Der König<br />
und ich« eine Liebesgeschichte nach<br />
wahrer Begebenheit. Die Seebühne wird<br />
bis 15.8. zum Königreich Siam. In St. Margarethen<br />
bietet die Oper im Steinbruch<br />
bis 14.8. Giuseppe Verdi’s »Nabucco«,<br />
Ende August melden sich die »Musicalstars<br />
im Steinbruch« mit »The Grand<br />
Show« zurück. operimsteinbruch.at,<br />
seefestspiele-moerbisch.at<br />
WELTERBE, NATIONALPARK UND NATURPARK:<br />
DIE GÄRTEN PANNONIENS<br />
Das UNESCO Welterbe Fertö-Neusiedler<br />
See verbindet sich auf einzigartige Art<br />
und Weise mit Natur, Lebensgefühl, Kulturgeschichte<br />
und Genuss. Die Region<br />
überzeugt mit dem Nationalpark Neusiedler<br />
See – Seewinkel, dem Naturpark<br />
Neusiedler See – Leithagebirge und kulturell<br />
bedeutsamen Schauplätzen. Alte<br />
Kellergassen oder auch Ortskerne aus<br />
dem 16. Jahrhundert ergeben in Kombination<br />
mit Natur, Kulinarik und Kultur<br />
eine außergewöhnliche Reisedestination.<br />
EXKLUSIVE WEINREISE<br />
Ganztägige Weintouren und mehrtägige Weinreisen<br />
in die Region Neusiedler See boomen.<br />
Weingenuss und pannonische Gaumenfreuden<br />
erwarten Weinliebhaber, erfahrene Wein-Guides<br />
führen zu Winzern der beiden Herkunftsweine<br />
DAC Leithaberg & DAC Neusiedlersee! So wird<br />
ein Besuch am Neusiedler See zum ganz besonderen<br />
vinophilen Erlebnis – durchorganisiert,<br />
ohne Planungsstress und individuell angepasst.<br />
neusiedlersee.com<br />
WEINGUT ADRIAN<br />
Am Ostrand des Neusiedlersees im<br />
Herzen des Nationalparks Neusiedlersee<br />
und des Naturschutzgebietes Lange<br />
Lacke liegen die Weingärten vom Weingut<br />
Adrian. Das breite Sortiment an Weinen,<br />
die ihren Herkunftscharakter widerspiegeln<br />
und somit ein Erlebnis für jeden Gaumen<br />
sind, lockt Weinkenner und Kulinarikliebhaber<br />
aus dem In- und Ausland an,<br />
denn mit dem Heurigenhof »Die Laberei«<br />
in Apetlon vervollständigt die Familie das<br />
Konzept und bietet Entspannung, Gemütlichkeit<br />
und Kulinarik. weingut-adrian.at<br />
WEINGUT CHRISTA<br />
UND RUDI SALZL<br />
Umgeben von einem der weltweit<br />
schönsten Naturschutzgebiete, entfaltet<br />
sich inmitten des burgenländischen<br />
I llmitz ein ganz besonderes Gut: Am<br />
Rande des Nationalparks Neusiedlersee-<br />
Seewinkel gelegen, befindet sich das<br />
Weingut der Familie Salzl. Bedingt durch<br />
den nahegelegenen Neusiedlersee tragen<br />
das milde Mikroklima, die perfekte Thermik<br />
und die sandigen Böden ideal zur Reife<br />
und Fülle des Weins bei. So kommen<br />
Weinfreunde- und kritiker mit Sicherheit<br />
auf den Geschmack! salzlwein.at<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
89
Die Winzerfamilie<br />
Edlinger aus Furth-Palt<br />
im Kremstal freut sich<br />
über den Grand-Prix-<br />
Sieg <strong>2022</strong>.<br />
GRÜNER<br />
GRÜNER<br />
VELTLINER<br />
EDLINGER<br />
1. PLATZ<br />
<strong>2022</strong><br />
VELTLINER<br />
GRAND PRIX <strong>2022</strong><br />
Fotos: beigestellt<br />
90 falstaff aug <strong>2022</strong>
wein / 28. FALSTAFF GRÜNER VELTLINER GRAND PRIX<br />
Der <strong>Falstaff</strong> Grüner Veltliner Grand Prix konnte nach zwei<br />
Jahren Covid-bedingter Pause mit der Gala <strong>2022</strong> endlich<br />
wieder auf die Bühne und zum Publikum zurückkehren.<br />
TEXT PETER MOSER<br />
DER JAHRGANG 2021<br />
WAR FÜR DEN<br />
GRÜNEN VELTLINER IN<br />
JEDER HINSICHT IDEAL.<br />
VIELE TOPWEINE<br />
UNTERSTREICHEN DIES<br />
EINDRUCKSVOLL.<br />
Man freute sich bei <strong>Falstaff</strong><br />
gemeinsam mit den<br />
langjährigen Kooperationspartnern,<br />
dem niederösterreichischen<br />
Weinbauverband<br />
und der Niederösterreichischen<br />
Versicherung, endlich wieder zur Verkostung<br />
der besten Grünen Veltliner einladen<br />
und dem klassischen Grünen Veltliner mit<br />
dem Palais Ferstel in Wien wieder die ihm<br />
zustehende Bühne geben zu können. Rund<br />
700 Weinfreunde waren trotz erheblicher<br />
Das Weingut Meinhard Forstreiter aus<br />
Hollenburg belegt mit dem Ried Kogl den<br />
ausgezeichneten zweiten Rang.<br />
GRÜNER<br />
VELTLINER<br />
FORSTREITER<br />
2. PLATZ<br />
<strong>2022</strong><br />
Außentemperaturen nicht daran zu<br />
hindern, dabei zu sein, als im Rahmen der<br />
<strong>Falstaff</strong> Grüner Veltliner Gala die besten<br />
Sortenvertreter zur Verkostung angeboten<br />
und die Grand-Prix-Sieger geehrt wurden.<br />
Und so gab es bei den Verkostungstischen<br />
der ausstellenden Spitzenbetriebe regen<br />
Andrang und großen Applaus für die<br />
Grand-Prix-Sieger Edlinger, Forstreiter und<br />
Groiss, als diese aus den Händen von<br />
Generaldirektor Mag. Stefan Jauk, dem<br />
NÖ Weinbaupräsidenten Reinhard<br />
Zöchmann und <strong>Falstaff</strong>-Chefredakteur<br />
Peter Moser die hochverdienten Urkunden<br />
überreicht bekamen.<br />
Das Weinjahr 2021 brachte in Niederösterreich<br />
so gut wie überall perfekt ausgereifte,<br />
kristallklare Weine aus makellosem<br />
Traubengut. Die Winzer wussten die insgesamt<br />
günstigen klimatischen Bedingungen<br />
in allen Weinbaugebieten des Landes zu<br />
nutzen: Es gelangen balancierte, elegante<br />
Weißweine mit tiefer Frucht und rassiger<br />
Struktur. Auf einen trockenen Winter war<br />
ein später Austrieb gefolgt sowie eine durch<br />
den kühlen Frühling verspätete Blüte. Im<br />
Sommer hatten allerdings Winzer im nördlichen<br />
Weinviertel sowie in der Wachau,<br />
im Kremstal und im Traisental punktuell<br />
mit schweren Unwettern zu<br />
kämpfen, mit September setzte<br />
jedoch goldenes Herbstwetter ein,<br />
das ganze sechs Wochen strahlenden<br />
Sonnenschein brachte,<br />
begleitet von kühlen Nächten –<br />
ideale Voraussetzungen für die<br />
ausgezeichnete Aromenbildung in<br />
Weißweinen. Dem Grünen Veltliner<br />
haben diese Umstände ganz besonders<br />
gefallen. Die Weine zeigen einen einladenden<br />
Fruchtcharme, eine sortentypische<br />
Würze, aber auch eine vitale Säurestruktur,<br />
die zur Harmonie und zum Trinkanimo<br />
entscheidend beiträgt. Auch die leichteren<br />
Weine gefallen daher mit Komplexität und<br />
Länge, sie weisen zudem auch ein sicheres<br />
Reifepotenzial auf. Der Jahrgang 2021 ist<br />
also <strong>Österreich</strong>s weißer Nationalsorte ganz<br />
besonders entgegengekommen, und so war<br />
es keine Überraschung, dass auch die Zahl<br />
der Einreichungen bei der NÖ Landesprämierung<br />
mit über 6243 Weinen von<br />
insgesamt 955 Betrieben ein neues Rekordniveau<br />
erreicht hat. So hatten die Experten<br />
in der Vorausscheidung wahrlich keine<br />
<<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
91
wein / 28. FALSTAFF GRÜNER VELTLINER GRAND PRIX<br />
<<br />
leichte Aufgabe, aus der Vielzahl an<br />
ausgezeichneten Mustern jene Finalisten zu<br />
ermitteln, die zum Antreten beim <strong>Falstaff</strong><br />
Grüner Veltliner Grand Prix berechtigt waren.<br />
Denn um an dieser Ausgabe des Grand<br />
Prix teilnehmen zu können, gab es zwei<br />
Wege in den Bewerb. Zum einen wurden<br />
anhand der umfangreichen Vorverkostungen<br />
zur Ermittlung der niederösterreichischen<br />
Landessieger von vier Kommissionen<br />
aus rund 2000 Sortenvertretern die etwa<br />
50 besten Grünen Veltliner in Blindprobe<br />
ausgewählt. Um das Stilbild des klassischen<br />
Grünen Veltliners zu fördern, sind die Vorgaben<br />
für eine Teilnahme am Grand Prix<br />
sehr strikt angelegt. Es darf der tatsächliche<br />
Alkoholgehalt des Weines die<br />
Grenze von 13 Volumenprozent<br />
FAST EINTAUSEND<br />
WEINE NAHMEN<br />
AN DEN VORRUNDEN<br />
ZUR FINALTEILNAHME<br />
DES GRAND PRIXS<br />
<strong>2022</strong> TEIL.<br />
GRÜNER<br />
VELTLINER<br />
INGRID GROISS<br />
3. PLATZ<br />
<strong>2022</strong><br />
Ingrid Groiss aus<br />
Breitenwaida im<br />
Weinviertel belegt<br />
den dritten Platz.<br />
nicht übersteigen und der Wein maximal<br />
vier Gramm Restzucker aufweisen – diese<br />
Werte wurden mittels amtlichen Prüfzeugnisses<br />
belegt. Zudem wurden jene<br />
niederösterreichischen Weingüter, die im<br />
aktuellen <strong>Falstaff</strong> Weinguide <strong>2022</strong>/23 als<br />
Betrieb mit drei Sternen oder mehr eingestuft<br />
wurden, eingeladen, einen der vorgegebenen<br />
Kategorie entsprechenden Sortenvertreter<br />
einzureichen. Da auch hier der Andrang<br />
groß war, gab es auch für diese Gruppe eine<br />
interne Vorverkostung. Am Ende standen<br />
sich 80 Finalisten im Ringen um den<br />
diesjährigen Grand-Prix-Sieg gegenüber.<br />
Die Jury mit Vertretern von NÖ Wein und<br />
von <strong>Falstaff</strong> verkostete diese Weine Mitte<br />
Juni bei einer Blindprobe in » Meixner’s<br />
Gastwirtschaft« in Wien-Favoriten.<br />
Fotos: beigestellt, Peter Moser<br />
92 falstaff aug <strong>2022</strong>
TASTING<br />
INFO<br />
WEITERE BEWERTUNGEN<br />
UND BESCHREIBUNGEN<br />
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AB SEITE 272. 148.<br />
1. Grand-Prix-Sieger<br />
•<br />
Grüner Veltliner Wachau DAC<br />
Mautern »Mitanaund« 2021<br />
Weingut Josef Edlinger, Furth-Palt<br />
12,5 Vol.-%. Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Zart nach Wiesenkräutern und weißem Apfel,<br />
Nuancen von Honigmelone und Orangenzesten<br />
unterlegt. Saftig, mittlere Komplexität, frisches<br />
Kernobst, lebendiger Säurebogen, salzig im<br />
Abgang, ein vielseitiger Speisenbegleiter.<br />
edlingerwein.at, € 7,50<br />
2. Grand-Prix-Sieger<br />
•<br />
Grüner Veltliner Kremstal DAC<br />
Krems Ried Kogl 2021<br />
Weingut Meinhard Forstreiter<br />
Krems-Hollenburg<br />
12,5 Vol.-%. Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Zart floral unterlegte weiße Kernobstnuancen,<br />
ein Hauch von Limetten und Mandarinenzesten.<br />
Saftig, elegant, feine Fruchtsüße,<br />
finessenreich strukturiert, salziger Nachhall,<br />
macht Lust auf ein zweites Glas.<br />
forstreiter.at, € 8,50<br />
3. Grand-Prix-Sieger<br />
•<br />
Grüner Veltliner Weinviertel DAC<br />
Braitenpuechtorff 2021<br />
Weingut Ingrid Groiss<br />
Breitenwaida<br />
12,5 Vol.-%. Helles Grüngelb, Silberreflexe.<br />
Einladender Duft nach gelbem Apfel und<br />
frischen Wiesenkräutern, zart nach Grapefruit.<br />
Saftig, engmaschig, weißes Kernobst im<br />
Abgang, würziger Nachhall, bleibt gut haften,<br />
guter Speisenbegleiter.<br />
ingrid-groiss.at, € 12,90<br />
<<br />
94<br />
Punkte<br />
93<br />
Punkte<br />
93<br />
Punkte<br />
Alle Verkostungsnotizen<br />
online unter<br />
go.falstaff.com/gruenerveltlinger-grand-prix-<strong>2022</strong><br />
Ein goldener Herbst<br />
mit kühlen Nächten<br />
sorgte für klares<br />
Aroma und große<br />
Frische.<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
93
wein / WEINKOST AM POGUSCH <strong>2022</strong><br />
Winzerspitze: Walter Frauwallner,<br />
Erwin Sabathi, Michael Ostrowski,<br />
Stefan Potzinger, Hilde Dalik,<br />
Armin Tement (v. l. n. r.).<br />
WEINKOST<br />
AM POGUSCH<br />
Sie haben es wieder getan! Nach der Covid-Pause lud die<br />
»Kleine Zeitung« zur 25. Weinkost am Pogusch. Wer das<br />
Privileg hatte, dabei sein zu »dürfen«, kam in den Genuss<br />
der besten Networking-Veranstaltung der Republik.<br />
TEXT WOLFGANG ROSAM<br />
Topköche: Heinz Reitbauer, Andreas Döllerer, Toni<br />
Mörwald, Christof Widakovich, Franz Kulmer und<br />
Hubert Wallner (v. l. n. r.).<br />
Bereits zum 25. Mal rief die »Kleine<br />
Zeitung«, allen voran Chef-<br />
Organisator Gerhard Nöhrer<br />
und Chefredakteur Hubert Patterer,<br />
zur legendärsten Weinkost<br />
des Landes: am Pogusch. Während das »Steirereck<br />
am Pogusch« nach dem Umbau ein<br />
völlig neues Bild ergibt und sich Heinz Reitbauer<br />
zwischen Kräuterwelten, »Jugendherbergs-Betten«<br />
und ganz viel Glas neu definierte,<br />
blieb die bunte Gästeschar der »Kleinen<br />
Zeitung« nahezu unverändert. Der<br />
Charme ist zweifelsohne – neben der<br />
unglaublich guten Laune, Lockerheit und<br />
dem unfassbaren Leckerli-Angebot – der<br />
Gäste-Mix: Da treffen sich die Elite der heimischen<br />
Wirtschaft, die Spitzen der Landesund<br />
Bundespolitik auf Augenhöhe mit Winzern,<br />
Top-Köchen und vielen Künstlern. Es<br />
gibt keine zweite Veranstaltung wie diese.<br />
Abwegige Gedanken, sie irgendwann einmal<br />
doch nicht mehr vonstattengehen zu lassen,<br />
wurden vom Styria-Vorstand, allen voran<br />
Markus Mair und dem »Kleine Zeitung«-<br />
Geschäftsführer Thomas Spann, Gott sei<br />
Dank rasch wieder verworfen. Zu groß wäre<br />
der Aufschrei der Gäste gewesen, die seit<br />
Jahrzehnten dabei sind. Die »Weinkost am<br />
Pogusch« ist nämlich für viele Teilnehmer<br />
ein Fixpunkt ihres gesellschaftlichen, aber<br />
auch vinophilen Jahreslaufes.<br />
Erstaunlich hoch das Niveau der diesjährigen<br />
Weine. Der Jahrgang 2021 war in der<br />
Steiermark zwar nicht so herausragend wie<br />
etwa in der Wachau, aber dennoch zählt er<br />
zu den besten. Und wer steirischen Wein<br />
liebt, der hat mit den Jahrgangs-Nuancen<br />
sowieso kein Problem.<br />
In diesem Jahr war die Lust des Wiedersehens<br />
auch deshalb besonders groß, weil<br />
dank des verdammten Virus’ die Weinkost<br />
zwei Jahre lang nicht stattfinden konnte.<br />
Man spürte förmlich die Sehnsucht nach<br />
Nähe, angstfreiem Miteinander-Kommunizieren<br />
und Networken. Die »Kleine Zeitung«<br />
macht das sehr unaufgeregt, jeder Minister,<br />
jede Ministerin, jeder Landeshauptmann<br />
oder Top-Manager/Unternehmer schätzt den<br />
entspannten Austausch mit allen anderen<br />
Teilnehmern. Für einen Nachmittag sind alle<br />
per du und alle halten sich an die Diskretion<br />
dieser Seitenblicke-freien Veranstaltung, die<br />
auch gleichzeitig eine tiefe Verbeugung vor<br />
den großartigen Leistungen der steirischen<br />
Weinmacher ist.<br />
<<br />
Fotos: Oliver Wolf, Jürgen Fuchs<br />
94 falstaff aug <strong>2022</strong>
Dienstlich: Wirtschaftsminister<br />
Martin Kocher (l.) mit<br />
Ex-Volkswagen-Chef Herbert Diess.<br />
Politisch: Hermann Schützenhöfer,<br />
Michael Ludwig,<br />
Faccus Christopher ilit veria Drexler quideli (v. l.).<br />
quasperum harumqu<br />
Wichtig:<br />
Thomas Spann, Markus Kaser<br />
und Fritz Poppmeier<br />
(Spar-Chefs), Horst Leitner<br />
(Hofer-Chef) (v. l.).<br />
Junge Wilde: Katharina Thaller,<br />
Christoph Polz, Hannes Sabathi,<br />
Erich Polz, Armin Tement, Erwin Sabathi,<br />
Tamara Kögl, Wolfgang Maitz, Johannes<br />
Gross, Jürgen Trummer (v. l. n. r.).<br />
Vier Jedermänner und<br />
eine Buhlschaft: Peter<br />
Simonischek, Philipp<br />
Hochmair, Sunnyi Melles,<br />
Klaus Maria Brandauer,<br />
Cornelius Obonya (v. l. n. r.).<br />
Philosophisch:<br />
Bogdan Roščić und<br />
Schriftstellerin<br />
Valerie Fritsch.<br />
Energetisch: Michael<br />
Strugl (Verbund), Alfred<br />
Stern (OMV), IV-<br />
Präsident Georg Knill<br />
(v. l. n. r.).<br />
SIEGER »WEINKOST<br />
AM POGUSCH« <strong>2022</strong><br />
Welschriesling 2021<br />
1. Weingut Germuth<br />
Stammhaus<br />
2. Weingut Jauk<br />
3. Weingut Sabathihof<br />
Dillinger<br />
Schilcher 2021<br />
1. Weingut Jöbstl Hannes<br />
und Luise<br />
2. Weingut Trapl<br />
3. Weingut Kremser<br />
Gelber Muskateller 2021<br />
1. Weingut Schmölzer<br />
2. Weingut Hiden<br />
3. Weingut Kollerhof<br />
Weißburgunder 2021<br />
1. Weingut Potzinger<br />
2. Weingut Pilch<br />
3. Weingut Posch<br />
Traminer Ortsw./Riede<br />
1. Weingut Frauwallner<br />
2. Weingut Müller<br />
3. Weingut Hirschmugl<br />
Morillon Ortswein<br />
1. Weingut Erwin Sabathi<br />
2. Weingut Krispel<br />
3. Weingut Trummer am<br />
Obegg<br />
4. Weingut Thurner-<br />
Seebacher<br />
Obegg<br />
Genießer:<br />
<strong>Falstaff</strong>-Herausgeber<br />
Wolfgang Rosam mit<br />
NÖ-Landeshauptfrau<br />
Johanna Mikl-Leitner.<br />
Sauvignon Blanc Ortsw.<br />
1. Weingut Hunter<br />
2. Weingut Kapper<br />
3. Weingut Schauer<br />
Sauvignon Blanc Riede<br />
1. Weingut Tement<br />
2. Weingut Polz<br />
3. Weingut Wohlmuth<br />
Alternativwein<br />
1. Biohof Kobatl<br />
2. Weingut Ploder-Rosenberg<br />
3. Weingut Michi Lorenz<br />
Sauvignon Blanc 2021<br />
1. Weingut Albrecher<br />
2. Weingut Marko<br />
3. Weingut Primus<br />
Burgunder Riede<br />
1. Weingut Erwin Sabathi<br />
2. Weingut Sternat-Lenz<br />
3. Weingut Trummer am<br />
Rotwein<br />
1. Weingut Pauritsch<br />
2. Weinbau Wurzinger<br />
3. Weingut Hutter<br />
aug <strong>2022</strong> falstaff 95
wein / WEINSTADT GENF<br />
GENF:<br />
WEINSTADT<br />
DELUXE<br />
Das Genfer<br />
Weingebiet startet<br />
unmittelbar vor den<br />
Toren der Stadt. Der<br />
lokale Wein wird zum<br />
größten Teil in der<br />
Region getrunken.<br />
Foto: Samuel Borges / Depositphotos<br />
96 falstaff aug <strong>2022</strong>
Genf ist die zweitgrößte Stadt der Schweiz, ein internationales<br />
Zentrum für Handel und Diplomatie und – wen wundert's? –<br />
eine Fine-Wine-Stadt. Der Konsum bester Weine ist hier<br />
rekordverdächtig hoch, ebenso der Absatz lokaler Crus, und<br />
obendrein ist Genf ein Eldorado für Naturwein-Fans.<br />
TEXT BENJAMIN HERZOG<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
97
wein / WEINSTADT GENF<br />
Luxus wird in Genf in all seinen<br />
Facetten gelebt. Am Quai du<br />
Mont-Blanc direkt am Genfersee<br />
reihen sich die Grandhotels<br />
förmlich aneinander – alle mit<br />
einem standesgemäß ausgestatteten Keller<br />
natürlich. Zu den Ikonen der Stadt gehört<br />
unter anderem das »Beau-Rivage«. 1865<br />
erbaut, ist es das älteste Hotel in Genf, das<br />
sich in Privatbesitz befindet. Die Weinkarte<br />
im Fünfsternehaus, in dem auch das<br />
Sternerestaurant »Chat-Botté« untergebracht<br />
ist, lässt keine Wünsche offen, wie<br />
es sich für ein Haus dieser Liga gehört.<br />
Bemerkenswert jedoch ist die Reihung<br />
und damit Gewichtung der Crus auf der<br />
Weinkarte. Nach den Offenweinen folgen<br />
die Schaumweine und Champagner, und<br />
gleich dann beginnt ein langer Reigen von<br />
regionalen und überregionalen Schweizer<br />
Weinen. Das »Beau-Rivage« ist hier nicht<br />
die Ausnahme.<br />
Der Genfer Wein wächst vor den Toren<br />
der Stadt und wird zum größten Teil in<br />
eben dieser konsumiert. Nicht nur in den<br />
Luxushäusern, aber eben auch dort – neben<br />
vielen Flaschen Champagner, Bordeaux,<br />
Burgunder & Co.<br />
DIE LUXUSHOTELS<br />
VON GENF HABEN<br />
ALLE ERSTKLASSIGE<br />
WEINKARTEN. NEBEN<br />
CHAMPAGNER SPIELT<br />
REGIONALER WEIN<br />
EINE GROSSE ROLLE .<br />
Der Schaumweinkonsum in Genf ist beachtlich.<br />
Das ist auch der großen internationalen<br />
Gemeinschaft in der Westschweizer Metropole<br />
zu verdanken.<br />
WIE WEIN IN FRANKREICH<br />
Der Genfer Wein wächst im Hinterland der<br />
Stadt, unweit der Metropole – einer idyllischen<br />
Landschaft mit weitläufigen Reblagen<br />
und intakten kleinen Dörfern. Nichts<br />
erinnert hier an die Enge, die sonst in vielen<br />
Teilen der Schweiz zu spüren ist. Man<br />
wähnt sich in Frankreich. Geschweige denn<br />
erahnt man, dass die Weinregion Genf der<br />
drittgrößte Weinbaukanton der Schweiz ist<br />
und etwa zehn Prozent der Gesamtfläche<br />
ausmacht. Zu den Hotspots des lokalen<br />
Weins gehört das Winzerdorf Satigny. Hier<br />
sind einige der besten Winzer der Region<br />
zu finden. Jean-Michelle Novelle etwa,<br />
die Domaine du Paradis oder das Weingut<br />
Les Perrières, um nur einige Beispiele zu<br />
nennen.<br />
Eine förmliche Speerspitze der<br />
Region ist Jean-Pierre Pellegrin,<br />
ein Winzer, der weit über die<br />
Grenzen Genfs hinaus bekannt<br />
ist. Damit ist aber<br />
vor allem die Deutschschweiz<br />
gemeint, denn<br />
Genfer Weine schaffen<br />
es kaum in den<br />
Norden des Landes.<br />
Die Weite des Genfer Umlands<br />
ist einzigartig – man wähnt<br />
sich hier in Frankreich. Im Bild<br />
die Domaine Les Perrières im<br />
Winzerdorf Satigny.<br />
Fotos: beigestellt, Shutterstock<br />
98 falstaff aug <strong>2022</strong>
Das »Beau-Rivage«<br />
befindet sich gegenüber<br />
des »Jet d’eau« – der<br />
Wasserfontäne, die ein<br />
Genfer Wahrzeichen ist.<br />
Nicht nur der Ausblick<br />
beeindruckt, auch der<br />
Weinkeller kann sich<br />
sehen lassen.<br />
Mit seiner Domaine Grand’Cour gehörte<br />
Pellegrin zu den ersten Mitgliedern der<br />
2002 gegründeten Vereinigung Mémoire<br />
des Vins Suisses. Diese lagert jährlich<br />
Weine von ihren rund sechzig Mitgliedern<br />
in der gesamten Schweiz zentral ein, um<br />
den Beweis anzutreten, dass Schweizer<br />
Wein reifen kann. Pellegrins Flaggschiff<br />
Grand’Cour hat das bereits mit 17 Jahrgängen<br />
bewiesen. Die Cuvée aus 70 Prozent<br />
Cabernet Franc und 30 Prozent Cabernet<br />
Sauvignon ist auf den ersten Blick<br />
vielleicht nicht sehr schweizerisch – zur<br />
durch und durch international geprägten<br />
Stadt Genf passt sie aber wie kaum ein<br />
zweites Gewächs.<br />
Genf ist Standort des europäischen<br />
Hauptsitzes der Vereinten Nationen, Sitz<br />
von rund 100 internationalen Organisationen<br />
wie der Welthandelsorganisation<br />
(WTO), von mehreren Hundert NGOs<br />
und fast 200 diplomatischen Vertretungen.<br />
Die internationale Gemeinschaft<br />
in der zweitgrößten Stadt der Schweiz<br />
umfasst rund 40.000 Personen.<br />
VIELFÄLTIGES GENF<br />
So weltoffen wie die Stadt sind auch die<br />
Winzer der Region, und die Bordeaux-Cuvée<br />
von Jean-Pierre Pellegrin ist in diesem<br />
Sinne keine Ausnahme. Verbindendes Element<br />
der Genfer Weinproduzenten ist die<br />
Sortenvielfalt. Hier wird mit allem experimentiert,<br />
das vielversprechend scheint.<br />
Erwähnenswert sind hierbei auch teilweise<br />
Ausnahmekoch<br />
Philippe Chevrier<br />
serviert in seinem<br />
Restaurant »Domaine<br />
de Châteauvieux«<br />
Erstklassiges.<br />
abenteuerliche aber durchaus gelungene Assemblagen.<br />
Etwa der Wein Bertholier Rouge<br />
der Domaine Les Hutins in Dardagny,<br />
der aus Gamaret, Merlot und Cabernet<br />
Sauvignon assembliert wird.<br />
Einer der kulinarischen Hotspot für<br />
Weinfreaks in der Region Genf ist die<br />
»Domaine de Châteauvieux«. Umgeben<br />
von Weinbergen, fernab des Trubels der<br />
<<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
99
wein / WEINSTADT GENF<br />
Philippe Chevrier<br />
(r.) im Gespräch<br />
mit Nicolas<br />
Bonnet, der für<br />
die eigenen Weine<br />
des Restaurants<br />
»Domaine de<br />
Châteauvieux«<br />
verantwortlich<br />
zeichnet.<br />
DIE INTERNATIONALE<br />
GEMEINSCHAFT IN<br />
GENF SORGT MIT IHRER<br />
KAUFKRAFT FÜR EINE<br />
GROSSE DYNAMIK – NUR<br />
DIE EDELSTEN TROPFEN<br />
SIND HIER GUT GENUG.<br />
Das Château de Crest liegt eingebettet in den<br />
Rebbergen der Ortschaft Jussy bei Genf.<br />
<<br />
Stadt, wirkt der zweifach besternte Ausnahmekoch<br />
Philippe Chevrier. Der Weinkeller<br />
der Domaine lässt keine Wünsche offen.<br />
Hier sind die besten Genfer Crus ebenso<br />
zu finden wie Weine unter eigenem Etikett,<br />
gereifte Raritäten oder auch Weine, die im<br />
Naturweinspektrum anzusiedeln sind – in<br />
der Region und insbesondere der Stadt kein<br />
Novum.<br />
Die internationale Gemeinschaft in Genf<br />
sorgt mit ihrer Kaufkraft nicht nur für ein<br />
großes Interesse an der lokalen Produktion,<br />
sondern auch für eine unglaubliche Dynamik<br />
in der Weinmetropole, und das betrifft<br />
eben auch die alternative Weinbereitung<br />
oder den Hang zu Raritäten. Der Weinhändler<br />
Passeur de Vin verbindet quasi<br />
beides. Dieser gehört zu den Vorreitern der<br />
naturbelassenen Weine in der Schweiz und<br />
importiert einige der gefragtesten Winzer<br />
in diesem Bereich – etwa die Jura-Domänen<br />
Overnoy und Ganevat. Und so ist es in<br />
Genf durchaus im Bereich des Möglichen,<br />
diese Weine auf den Weinkarten zu finden.<br />
Zu den Hotstpots für Naturweinfreaks<br />
gehört etwa das »Bombar« das 2019 von<br />
Gastronom Marc Popper eröffnet wurde.<br />
Das Lokal ist nicht nur der gut bestückten<br />
Weinkarte wegen einen Besuch wert: Auch<br />
die Küche ist exzellent. Koch Victor Freiburghaus<br />
kombiniert hochwertige Zutaten<br />
zu stimmigen Gerichten ganz ohne Chichi.<br />
Ein ganz neuer Food- und Wein-Hot spot<br />
in Genf ist das »Natürlich« des jungen<br />
Küchenchefs Jonas Bolle. Er arbeitet mit<br />
Produkten aus der Region, auf der Weinkarte<br />
sind rund 120 wechselnde Positionen<br />
zu finden. Einerseits Naturweine, aber<br />
auch Raritäten, etwa aus dem Sortiment<br />
des Raritätenhändlers Baghera Wines. Seit<br />
2019 eröffnet dieser den Gastronomen der<br />
Stadt die Möglichkeit, zusätzlich zur existierenden<br />
Weinkarte einige rare und teure<br />
Weine anbieten zu können. Ein blühendes<br />
Konzept in einer Stadt wie Genf, wo die<br />
edelsten Tropfen gerade gut genug sind.<br />
Egal, ob aus heimischer oder internationaler<br />
Produktion.<br />
<<br />
Fotos: Schweiz Tourismus, Shutterstock, beigestellt<br />
100 falstaff aug <strong>2022</strong>
OFYR - GENUSSERLEBNISSE<br />
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wein / WEINSTADT GENF<br />
Der Rebbau<br />
beginnt in Genf<br />
unmittelbar vor<br />
den Toren der<br />
Stadt.<br />
DOMAINE DU PARADIS<br />
Auf 45 Hektar produziert das in den 1980ern<br />
gegründete Weingut zahlreiche Tropfen aus über<br />
zwanzig Rebsorten. Steckenpferd des Hauses sind<br />
Rhône-Sorten wie Viognier, Syrah und Grenache.<br />
Zudem produziert man auch einen für unsere Breiten<br />
seltenen Zinfandel, der vom vorherrschenden<br />
warmen Seeklima profitiert. Neben kalk- und<br />
tonreichen Böden verfügt das Weingut auch über<br />
Lagen mit Molasse-Sedimentschichten, die sich<br />
besonders im Vorland des Juragebirges finden.<br />
Rte du Mandement 275, 1242 Satigny<br />
T: +41 (022) 7531855, domaine-du-paradis.ch<br />
DIE BESTEN<br />
WINZER AUS GENF<br />
JEAN-MICHEL NOVELLE<br />
Ins Leben gerufen wurde das gleichnamige Weingut<br />
im Jahr 1984 vom international tätigen Önologen<br />
Jean-Michel Novelle. Auf sieben Hektar<br />
Rebfläche produziert er heute jährlich mehr als<br />
35 verschiedene Weine aus siebzehn unterschiedlichen<br />
Rebsorten. Novelles Steckenpferd ist die<br />
Kreation von aussagekräftigen Assemblagen.<br />
153 rte du Mandement, 1242 Satigny<br />
T: +41 (22) 7531230, novelle.wine<br />
DOMAINE GRAND’COUR<br />
Jean-Pierre Pellegrin auf seiner Domaine<br />
Grand’Cour in Peissy gilt als zurückhaltend – hat<br />
man aber sein Vertrauen gewonnen, erhält man<br />
Einblicke in eine Weinwelt von höchster Komplexität.<br />
Pellegrin pflegt auf sanft geneigten Hängen<br />
25 Rebsorten – das ist rekordverdächtig. Er keltert<br />
sie einfühlsam und baut sie sortenrein oder in<br />
Assemblagen zu präzisen, subtilen Weinen aus.<br />
Route de Peissy 48, 1242 Satigny<br />
T: +41 (22) 7531500<br />
DOMAINE LES HUTINS<br />
Emilienne Zumbach-Hutin führt die Domaine Les<br />
Hutins in fünfter Generation. Das Familienweingut<br />
zählt seit Langem zu den sicheren Werten im Genfer<br />
Weinbau. Müsste man aus dem breiten Sortiment<br />
einen Wein herauspflücken, wäre das wohl<br />
die Cuvée Bertholier Rouge, in der die Schweizer<br />
Neuzüchtung Gamaret im gemischten Satz mit<br />
Cabernet und Merlot beweist, dass sie in Genf zu<br />
Recht hohe Wertschätzung besitzt.<br />
Chemin de Brive 8, 1283 Dardagny<br />
T: +41 (22) 7541205, domaineleshutins.ch<br />
CAVE & DOMAINE LES PERRIÈRES<br />
Das traditionsreiche Weingut mit über 220-jähriger<br />
Geschichte wird heute in der achten Generation von<br />
der Familie Rochaix geführt. Getreu dem Motto der<br />
geschichtsträchtigen und gleichzeitig pulsierenden<br />
Stadt Genf verbindet das Weingut die hiesige Tradition<br />
mit modernsten önologischen Kenntnissen und<br />
kreiert aus den gängigen Rebsorten Weine, die durch<br />
ihre Fülligkeit und moderne Ausrichtung bei gleichzeitig<br />
moderaten Preisen glänzen.<br />
Route de Peissy 54, 1242 Satigny<br />
T: +41 (22) 7539000, lesperrieres.ch<br />
CAVE DE GENÈVE<br />
Die bewegte Geschichte der Cave de Genève<br />
beginnt Ende des Ersten Weltkriegs. 1929 gründeten<br />
einige Winzer der Region Arve et Lac eine Kooperative,<br />
die sich bis in die 1970er zum größten<br />
Produzenten der Region entwickelte. Damals verarbeitete<br />
man nahezu 80 Prozent der gesamten<br />
Genfer Produktion. Seit 2007 ist sie in Satigny<br />
ansässig, wo immer noch die Ernte von satten<br />
350 Hektar verarbeitet werden. Und das auf<br />
erstaunlich hohem Niveau.<br />
Rue du Pré-Bouvier 30, 1242 Satigny<br />
T: +41 (22) 7531133, cavedegeneve.ch<br />
DOMAINE DE LA COMTESSE ELDEGARDE -<br />
NICOLAS BONNET<br />
Nicolas Bonnet ist Genossenschaftsmitglied bei der<br />
Cave de Genève, keltert aber aus einem Teil seiner<br />
Trauben selber Wein. Die kleine Anzahl Flaschen ist<br />
meist schon vor der Füllung ausverkauft. Wer sie<br />
kosten will, bestellt am besten in der Genfer<br />
Gastronomie eine Flasche. Der geniale Önologe<br />
Bonnet zeichnet auch verantwortlich für die Weine<br />
von Spitzenkoch Philippe Chevrier.<br />
Chemin Bornalet 17, 1242 Satigny<br />
T: +41 (22) 7530665<br />
DOMAINE DU CLOS DES PINS<br />
Der damals schon sehr erfahrene Marc Ramu übernahm<br />
das Familienweingut Clos des Pins im Jahr<br />
2000. Er setzt auf einen naturnahen Anbau und viel<br />
Begrünung im Rebberg sowie auf eine breite Produktpalette.<br />
Sogar die in der Region eher seltene<br />
Sorte Scheurebe kultiviert Raum erfolgreich.<br />
Route du Mandement 458, 1283 Dardagny<br />
T +41 (22) 7541457, closdespins.ch<br />
DOMAINE VILLARD & FILS<br />
Philippe Villard ist ein Bilderbuchwinzer: ehrlich,<br />
bescheiden, selbstkritisch. Seine Rebflächen fallen<br />
sanft zum Genfer See hin ab. Gerade mal rund<br />
sechs Hektar bewirtschaftet er. Seine Gewächse<br />
zeigen musterhaft, wofür Genfer Weine stehen: Sie<br />
verbinden Eleganz mit einer schon fast französisch<br />
anmutenden Souplesse, Finesse und Trinkigkeit.<br />
Rue Centrale 46, 1247 Anières<br />
T +41 (22) 7512556, vinsvillards.ch<br />
Die Cave de<br />
Genève ist<br />
der wichtigste<br />
Weinerzeuger in<br />
der Region.<br />
<<br />
Fotos: GenèveTourisme / geneve.com / Loris von Siebenthal, beigestellt<br />
102 falstaff aug <strong>2022</strong>
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Spirituosenwelt, doch die Reglementierung der<br />
Heimmärkte macht es Brennern nicht leicht.<br />
Dennoch gibt es mehr als Aquavit und Wodka.<br />
TEXT ROLAND GRAF<br />
Cocktail-Rezepte unter<br />
falstaff.com/cocktails<br />
Der Brand aus der Kälte.<br />
Aquavit ist in Skandinavien<br />
Speisebegleiter – etwa zu<br />
Smørrebrød und Krebsen – und<br />
nicht als Digestiv im Einsatz.<br />
Foto: Martina Urban / StockFood<br />
104 falstaff aug <strong>2022</strong>
Die Geschichte von Schweden-<br />
Reisenden, die beim Bierkaufen<br />
im Urlaub ihren<br />
Ausweis vorlegen mussten,<br />
gehört zu den Standards,<br />
wenn die Rede vom »hohen Norden« ist.<br />
Über die Hintergründe allerdings weiß<br />
man in Mitteleuropa nur wenig Bescheid.<br />
Bereits 1917 wurde Schweden weitgehend<br />
»trocken«, Alkohol gab es nur gegen<br />
Bezugsschein. Auch die Produktion von<br />
Spirituosen wurde zum staatlichen<br />
Monopol, das erst 1995 (!) mit dem<br />
EU-Beitritt fiel. Zudem wechselte damals<br />
die bekannte Wodka-Weltmarke Absolut<br />
vom schwedischen Ärar in die Hände von<br />
Pernod-Ricard. Man darf diesen Moment<br />
als eine Art Urknall der modernen<br />
Brennkultur des Nordens betrachten. Denn<br />
im langsamen Abschied von der staatlichen<br />
Totalkontrolle des Destillierens ähneln sich<br />
die meisten skandinavischen Staaten.<br />
WELTMARKEN, GEBOREN<br />
AUS DEM VERBOT<br />
Finnlands Prohibition etwa dauerte länger<br />
als die weitaus bekanntere in den USA<br />
und wurde von einem Staatsmonopol auf<br />
Destillation abgelöst. Bis heute verstehen<br />
sich die Monopolverwaltungen Alko<br />
(Finnland), Vinmonopolet (Norwegen)<br />
oder Systembolaget (Schweden) eher als<br />
Verbraucherschutz- denn als Verbotsorganisationen.<br />
Und nicht zu Unrecht:<br />
Sie waren etwa maßgeblich beteiligt,<br />
mit unanfechtbaren Messungen die<br />
<<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
105
spirits / AQUAVIT & CO.<br />
<<br />
hohen Zuckerwerte in Import-Rums<br />
nachzuweisen – seit dem Vorjahr gilt in<br />
der EU ein Grenzwert von 20 Gramm<br />
pro Liter. Die unterschiedlich strenge<br />
Gesetzgebung erlaubte aber vor allem in<br />
Norwegen und Dänemark eine blühende<br />
Aquavit-Produktion. Führend rund<br />
um die Baltische See ist dabei Anora, der<br />
2021 genehmigte Zusammenschluss des<br />
finnischen Produzenten Altia und des<br />
norwegischen Aquavit-Platzhirschs Arcus.<br />
Neben dem weltbekannten Linie Aquavit,<br />
der bei seiner Reifung im Containerschiff<br />
zweimal den Äquator kreuzt, gehören<br />
auch Opland, Taffel oder Malteserkreuz<br />
zum hochprozentigen Kümmel-Imperium,<br />
das aus der Deregulierung geboren<br />
wurde.<br />
Vor diesem Hintergrund ist es auch zu<br />
verstehen, dass der altvertraute Aquavit<br />
dennoch ein durchaus junges Image besitzt.<br />
Sichtbares Zeichen dafür ist etwa<br />
die norwegische Variante des Gin Tonic,<br />
die Aquavit mit Ginger-Ale und Limette<br />
kombiniert. Den »nordischen« Touch<br />
geben dann Heidelbeeren.<br />
Whisky ist der<br />
neue Wodka: Die<br />
skandinavische<br />
Malt-Szene boomt.<br />
Design spielt immer mit, z. B. bei den kantigen<br />
Flaschen der Copenhagen Distillery.<br />
DER AQUAVIT PASST<br />
ALS NORDISCHER<br />
COUSIN DES GINS IN<br />
ÜBERRASCHEND VIELE<br />
KLASSISCHE COCKTAIL-<br />
REZEPTE.<br />
»Klarer Aquavit funktioniert in vielen<br />
Gin-Rezepturen gut, im Fass gelagerter<br />
passt oft statt Whisky, aber auch<br />
anstelle von Cognac«, beschreibt etwa<br />
Bargründer Nick Kobbernagel Hovind<br />
(»Lidkoeb«, Kopenhagen) die Vielseitigkeit<br />
der panskandinavischen Spirituose.<br />
Einen Tipp hat er auch für alle, die mit<br />
dem starken Aroma »fremdeln«, parat:<br />
»Dann einfach die Hälfte des Aquavits<br />
mit der Spirituose der Wahl ersetzen.«<br />
Selbst das Thema »Food Pairing«, in allen<br />
Bars dieser Welt stark angesagt, bedient<br />
der wahlweise nach Dille (Dänemark)<br />
oder Kümmel (Schweden, Norwegen)<br />
schmeckende »Gin des Nordens« bestens.<br />
Seit Jahrzehnten zu den offenen<br />
Smørrebrød-Sandwichs gereicht, kommen<br />
nun spezielle Abfüllungen passend zu Gegrilltem<br />
oder für Fisch und Krustentiere<br />
(»fisk og skaldyr«) in Mode.<br />
EXPORTKAISER<br />
UND MONOPOLBEAMTE<br />
Angesichts der starken Verhandlungspartner<br />
mit nationalem Vertriebsmonopol<br />
suchen etliche Craft-Brenner ihr Heil lieber<br />
im Export. Dabei kommt ihnen die unter<br />
Experten als erstklassig bekannte Rohstoffqualität<br />
zugute. In etlichen globalen<br />
Whisk(e)y-Brennblasen findet sich schließlich<br />
das winterharte Getreide – vor allem<br />
Roggen – aus Skandinavien. »Wenn die<br />
Qualität so gefragt ist, warum nutzen wir<br />
sie dann nicht in Finnland?«, fragte sich<br />
etwa Kai Kilpinen. Er hat sich mit der<br />
Helsinki Distillery Company den dornigen<br />
Weg der Destillerie-Genehmigung angetan<br />
– und liefert bis nach Japan. Gleich<br />
direkt mit einer Vertriebsniederlassung in<br />
Berlin, die Mitgründer Miika Lipiäinen<br />
betreut, hat sich auch Gin- und Whisky-<br />
Brenner Kyrö einen Namen unter<br />
Bartendern gemacht.<br />
Vor allem im Whisky-Bereich finden<br />
sich die aktuell erfolgreichsten Start-ups<br />
im Norden: Mackmyra aus Schweden<br />
destilliert Brände für Hardrock-Fans<br />
( Motörhead oder Scorpions), die<br />
isländische Eimverk Distillery räuchert<br />
das Gerstenmalz mit Schafdung (!) und<br />
die Copenhagen Distillery wiederum setzt<br />
auf Buchenholz, wie es in Bornholm zur<br />
Fischräucherung verwendet wurde. »Auch<br />
die größten Experimente müssen bei uns<br />
<<br />
Fotos: beigestellt<br />
106 falstaff aug <strong>2022</strong>
AT-BIO-301<br />
EU-/Nicht-EU<br />
-Landwirtschaft
spirits / AQUAVIT & CO.<br />
Aalborg Aquavit trägt dieses Erbe weiter.<br />
Genau genommen, schreibt man ihn<br />
in seiner Heimat ja »Akvavit«, doch die<br />
bekannte Jubiläumsedition (Aalborg<br />
Jubilæums Akvavit) wird in deutschen<br />
Landen meist ohnehin nur als »Jubi« geordert.<br />
Und auch eine moderne dänische<br />
Tradition wurde vor 40 Jahren in Aalborg<br />
begründet: 1982 kam der kräftigere (47 Volumenprozent)<br />
Jule Akvavit erstmalig auf<br />
den Markt; diese Weihnachtsabfüllung wird<br />
seither als Sammelobjekt mit wechselnden<br />
Künstleretiketten angeboten.<br />
<<br />
<<br />
in der dänischen Tradition wurzeln«,<br />
gibt dazu Brennerei-Gründer Henrik Brinks<br />
als Parole aus. Deutschsprachigen Besuchern<br />
schenkt er auch gerne ein Destillat<br />
namens »Schweiss« ein – in der Sprache der<br />
Jäger, die den Kräuterbrand schätzen, steht<br />
das Wort für Tierblut.<br />
DÄNISCHE DILLE UND WHISKYS<br />
Dänemark hat sich im Vergleich zu den<br />
Nachbarn stets die liberalste Attitüde in<br />
Sachen Schnaps erhalten. Immerhin war<br />
man historisch sogar im Rum-Geschäft (bis<br />
zum Verkauf der »Zuckerinsel« Saint Croix<br />
an die USA 1917) aktiv. Die Tradition des<br />
Rum-Blendens im deutschen Flensburg<br />
etwa geht unmittelbar auf die Rolle der<br />
Exportstark sind die<br />
lustigen Gin- und<br />
Whiskybrenner von<br />
Kyrö aus Finnland<br />
unterwegs.<br />
Stadt als einstiger<br />
dänischer<br />
Überseehafen zurück.<br />
Heute allerdings dominieren andere fassgelagerte<br />
Spirituosen zwischen Aalborg<br />
und Kopenhagen. Mit Stauning und der<br />
Copenhagen Distillery finden sich zwei<br />
viel beachtete Whiskybrennereien in<br />
Dänemark. »Wir versuchen, keinen<br />
dänischen Whisky zu machen, der wie<br />
Scotch schmeckt. Es ist Whisky, der anders<br />
schmeckt«, betont Stauning-Mitbegründer<br />
Axel Munch.<br />
International verbindet man aber vor<br />
allem Aalborg, die Stadt am Limfjord, mit<br />
Spirituosen. Zwar gibt es keine 100 Brennereien<br />
mehr wie anno 1846, doch der<br />
ISLANDS WASSER FÜR<br />
DIE BARS<br />
Schmucklos hingegen ist der Beitrag eines<br />
früheren dänischen Territoriums: Island<br />
mischt groß im Spirituosengeschäft mit,<br />
auch wenn man das nicht immer weiß.<br />
Während Reyka, der Wodka aus dem Hause<br />
William Grant & Sons, das altnordische<br />
Wort für »Rauch« (Reykjavík bedeutet<br />
»Rauchbucht«) im Namen trägt, verweist<br />
verbal bei Martin Miller’s Gin nichts<br />
auf die Herkunft. In beiden Fällen<br />
aber ist isländisches Wasser der<br />
Schlüssel – und stellt auch<br />
60 Prozent des Flascheninhalts<br />
dar. Es muss nämlich weder<br />
entmineralisiert noch aufbereitet<br />
werden. Während Reyka<br />
im westisländischen Borgarnes<br />
auch destilliert wird, füllt<br />
man den britischen Gin nur in<br />
dieser Region ab. Denn wie in<br />
der »Nordic Cuisine«, die zum<br />
Welt erfolg wurde, schätzt man die<br />
Rohstoffe der nordischen Natur.<br />
Bisweilen greifen sogar die Vorlieben der<br />
»Skandi-Küche« in die Destillation ein:<br />
Für Spitzenkoch Christian André Pettersen<br />
(»Mondo«, Sandnes) kreierte Ingrid Skistad<br />
vom Aquavit-König Anora eine eigene<br />
Abfüllung mit einer nach Trüffel schmeckenden<br />
Alge, die daher auch den Namen<br />
» trøffeltang« trägt. Die Inspiration aus der<br />
Sterneküche kam offenbar bestens an. In ihrem<br />
neuen Gin fügte die Destillateurin dem<br />
»Best-of« skandinavischer Geschmacksnoten<br />
neben Sanddorn, Hagebutte und<br />
Kümmel auch Rotalgen alias »Lappentang«<br />
hinzu. Der Name dieser Kreation fiel so unverkennbar<br />
nordisch wie die Kombination<br />
der Botanicals aus: »Skagerrak«.<br />
<<br />
Fotos: Kyrö Distillery, Moment RF / Getty Images<br />
108 falstaff aug <strong>2022</strong>
spirits / AQUAVIT & CO.<br />
BEST OF<br />
SCANDINAVIAN SPIRITS<br />
93<br />
92<br />
91<br />
MADEIRA CASK<br />
LINIE AQUAVIT<br />
41,5 Vol.-%<br />
Oslo, Norwegen<br />
Etwas Weihnachtliches begleitet<br />
den Duftkern aus Kümmel! Schokolade,<br />
Orange und auch Sternanis<br />
sind zu riechen. Überaus weich am<br />
Gaumen, kommen hier Weichkaramellen<br />
und eine feine Vanillenote<br />
hinzu, die den würzigen<br />
Charakter abrunden und verlängern.<br />
ludwig-von-kapff.de<br />
€ 25,95<br />
AQUAVIT MULBERRY ROSE<br />
COPENHAGEN DISTILLERY<br />
41 Vol.-%<br />
Kopenhagen, Dänemark<br />
Süß und herb zugleich fällt das<br />
Duftbild aus: Feinste Blütendüfte<br />
treffen auf rotfruchtige<br />
Marmelade und ein Quäntchen<br />
Kümmel. Die feine Gewürznote<br />
besteht auch am Gaumen perfekt<br />
neben der Frucht. Unkonventionelle<br />
und sehr gelungene<br />
Kreation.<br />
charleshosie.de<br />
€ 34,95<br />
DILD AKVAVIT<br />
AALBORG<br />
38 Vol.-%<br />
Aalborg, Dänemark<br />
Man denkt an Salatgurkenschalen<br />
bei diesem kühlen, klar kräutrigen<br />
Duft, der immer klarer als Dille<br />
erkennbar wird. Etwas Limettenabrieb<br />
und Zitronenmelisse ergänzen<br />
im Finish die Kräuterkraft des<br />
dänischen Aquavits. Eine Topempfehlung<br />
zu gegrillten Garnelen.<br />
dänemark.shop<br />
€ 16,50<br />
92<br />
92<br />
91<br />
BATCH 03-2021<br />
STAUNING RYE<br />
48 Vol.-%<br />
Stauning, Dänemark<br />
Schöner Bernsteinton und die<br />
unverkennbare Schokosüße von<br />
Roggen-Whisky im Duft, gefolgt<br />
von Kräutern wie Ysop. Zum<br />
Beißen dicht am Gaumen; hier<br />
kommt bei aller Power wieder<br />
die Malzsüße (Pumpernickel)<br />
durch. Überaus balancierter<br />
dänischer Rye!<br />
kirschwhisky.de<br />
€ 61,90<br />
AQUAVIT NO. 52<br />
LYSHOLM<br />
40 Vol.-%<br />
Oslo, Norwegen<br />
Kümmel-kräftig im Duft, dazu<br />
auch Röstnoten (Knäckebrot)<br />
und Anis. Am Gaumen sind die<br />
Kräuternoten des »botanischen«<br />
Aquavits sofort da. Ein<br />
Touch Kreuzkümmel samt<br />
zarter Süße begleitet Estragon<br />
und Koriandergrün. Schmeckt<br />
auch Gin-Fans!<br />
bottleworld.de<br />
€ 23,99<br />
SHEEP DUNG SMOKED<br />
SINGLE MALT, FLÓKI<br />
47 Vol.-%<br />
Reykjavík, Island<br />
Duftnoten von Rauchmandeln und<br />
»graved« Lachs legen sich über<br />
einen fruchtigen Kern, der an Dörrmarille<br />
erinnert. Druckvoll und mit<br />
komplexer Würze zwischen Haselnuss,<br />
Muskatabrieb, Pfeffer und<br />
salzigen Erdnüssen. Bei aller Kraft<br />
sehr feine Nuancen!<br />
weisshaus.at<br />
€ 57,90<br />
92<br />
91<br />
90<br />
PYY GIN<br />
TEERENPELI<br />
45 Vol.-%<br />
Teerenpeli, Finnland<br />
Kräftige, grüne Kräuterfrische mit<br />
zartem Hopfenanklang bereits<br />
in der Nase. Von Beginn an<br />
pfeffrige Töne lassen keine<br />
Zweifel an der Eignung für<br />
einen »G&T« aufkommen.<br />
Würzig-herb und mit erneut<br />
saftigem Kräuter-Hopfen-Mix<br />
klingt dieser Power-Gin aus.<br />
kirschwhisky.de<br />
€ 36,99<br />
ELYX<br />
ABSOLUT VODKA<br />
42,3 Vol.-%<br />
Åhus, Schweden<br />
Cremige Anmutung schon im Duft<br />
nach Vanille, geröstetem Reis und<br />
auch exotischen Früchten. Volles<br />
Mundgefühl, dabei eine zart grasige<br />
Art, aber auch Anklänge von<br />
Milchkaffee und weißem Pfeffer.<br />
Schokoladiger Schmelz im etwas<br />
pfeffrigeren Abgang.<br />
weisshaus.at<br />
€ 34,90<br />
AYUUK<br />
EMPIRICAL SPIRITS<br />
43 Vol.-%<br />
Kopenhagen, Dänemark<br />
Intensive Kaffee-Röstnoten und<br />
der leichte Rauchton erinnern an<br />
Mezcal, erst danach setzt im<br />
Geruch die milde Chilischärfe ein.<br />
Malzige Töne im Mund, die erneut<br />
von der Pikanz des Pasilla-Chilis<br />
konterkariert werden. Top als<br />
Digestiv zum Kaffee einsetzbar!<br />
charleshosie.de<br />
€ 60,–<br />
Fotos: Ludwig Von Kapff, beigestellt<br />
110 falstaff aug <strong>2022</strong>
DIE WELT<br />
DER COCKTAILS<br />
Es gibt viel Wissenswertes rund um den Trend im Glas. Kreative, bunte und<br />
erfrischende Cocktail-Variationen begleiten uns durch den Sommer –<br />
egal ob selbst geshakt, »ready to drink« oder als alkoholfreier Aperitif.<br />
Aber welches Glas zu welchem<br />
Cocktail und wie war das noch<br />
gleich mit dem Eis? Und was war<br />
noch einmal genau ein Highball?<br />
Das ABC für die sommerliche Bar schafft<br />
Ordnung und übersetzt den Jargon der<br />
Profis auch für alle Hobby-Mixologen.<br />
WHO’S WHO IM GLAS<br />
In der klassischen Lehre wurde der Cocktail<br />
noch von den »mixed drinks« unterschieden.<br />
Da zeichneten den Cocktail zumindest<br />
drei Zutaten aus. Heute wird das Wort<br />
deutlich breiter und als Gattungsbezeichnung<br />
alkoholischer Mixgetränke bezeichnet.<br />
Ein Highball unterscheidet sich vom<br />
Longdrink im wahrsten Sinne des Wortes<br />
fließend. Beide nutzen eine Spirituose und<br />
einen »Filler« (Tonic, Soda, Ginger-Ale etc.),<br />
wobei der Highball die »leichtere« – weil<br />
»gespritzte« – Bezeichnung des Spirituosengenusses<br />
darstellt, etwa ein »Whisky-Soda«<br />
oder ein »Gin Tonic«.<br />
Der Longdrink definiert sich klassischerweise<br />
nicht über die Zutaten wie der Highball,<br />
sondern über das Volumen. Es sollten<br />
zumindest 200 ml sein. So sind die in bauchigen<br />
Gläsern mit bis zu 400 ml servierten<br />
Riesen-Drinks wie der »Singapore Sling«<br />
oder »Hurricane« klar Longdrinks, aber<br />
keine Highballs. Die ursprüngliche Form<br />
eines »kleinen« Mixgetränks (meist unter<br />
10 cl), dessen bekannteste Variante der<br />
»Dry Martini« ist, ist ein Shortdrink. Sie<br />
kommen gerne in der Cocktailschale, einer<br />
sogenannten Coupette, und meistens ohne<br />
Eis daher. Noch kleiner ist der Shot. Der<br />
»Schuss« meint zwar oft lediglich eine kleine<br />
Menge von puren Spirituosen, also etwa<br />
»einen Shot Tequila«, doch mittlerweile<br />
werden in Bars auch gemixte Drinks in<br />
dieser Größe mit maximal 5 cl angeboten.<br />
Zu guter Letzt gibt es noch den Mocktail.<br />
Er ist nur scheinbar ein Cocktail, denn<br />
sämtliche Zutaten sind komplett alkoholfrei.<br />
KÜHLE OPTIONEN<br />
Eis ist das unscheinbarste Geheimnis perfekter<br />
Heimbar-Drinks. Doch wann nimmt<br />
man welche Eisformen? Ein kleiner Guide<br />
zu perfekt gekühlten Cocktails und zum<br />
112<br />
falstaff aug <strong>2022</strong>
WEINWELT INTERSPAR<br />
ADVERTORIAL Fotos: beigestellt<br />
Mysterium der »Dilution«. Auch wenn die<br />
Vielfalt der Eisvarianten den angehenden<br />
Heimbartender verwirren kann, gilt ein<br />
einfaches Prinzip für die perfekte Cocktail-<br />
Kühlung: Je größer und kompakter eine Eismasse<br />
ist, desto langsamer schmilzt sie. Die<br />
überdimensionalen Eiswürfel im Tumbler<br />
dienen also mehr dem Kühlen des Getränks<br />
als dem aromatischen Einfluss. Denn genau<br />
zwischen diesen beiden Aspekten gilt es, sich<br />
zu entscheiden: Will ich Schmelzwasser als<br />
Zutat in den gemixten Drink integrieren<br />
oder »nur« kühlen. Diese Frage beantwortet<br />
der Profi mit dem Wörtchen »Dilution«, das<br />
man für den Heimgebrauch auch einfach als<br />
»Schmelzfaktor« übersetzen könnte. Konkret<br />
geht es dabei um die Schnelligkeit des<br />
Schmelzens und ob diese erwünscht ist.<br />
EINFACH UND EISKALT:<br />
DIE BASISREGEL<br />
Das »Verwässern« eines Drinks kann nämlich<br />
durchaus erwünscht sein. Dann etwa,<br />
wenn er sehr stark ist, aber nicht geshakt<br />
wurde. Denn auch im Shaker schmilzt<br />
bereits etwas Wasser ab. Das erklärt auch,<br />
warum manche Cocktails »straight up« –<br />
also ohne Eis – serviert werden. Sie haben<br />
bereits die perfekte Dosis Dilution und sind<br />
kalt gerührt oder geschüttelt worden.<br />
Weiteres Eis würde die Balance stören.<br />
Das Gegenbeispiel stellen im Glas »gebaute«<br />
Drinks dar, die noch an Aromen gewinnen.<br />
Der bekannteste ist wohl der »Mojito«,<br />
der mit Crushed Ice die Süße des sich auflösenden<br />
Zuckers ausbalanciert. Auch etliche<br />
Tiki-Cocktails, in denen ein Rum-Mix mit<br />
einem hochprozentigen »Overproof« (über<br />
56 Vol.-% Füllstärke) eine Rolle spielt,<br />
gewinnen durch Crushed Ice.<br />
In einem »Gin Tonic« hingegen wäre der<br />
Crushed-Ice-Einsatz ein Fehler, auch wenn er<br />
vielleicht im gleichen Glas serviert wird.<br />
Denn seine perfekte Balance würde zu<br />
schnell in Richtung Verwässerung entschwinden.<br />
Hierfür wären Eisquader, die mit<br />
einem einzigen Stück ein Longdrink-Glas<br />
füllen, die beste Wahl. Die einfachere stellen<br />
sogenannte doppelt gefrostete oder gehärtete<br />
Eiswürfel dar. Da ist der Drink lange genossen,<br />
ehe sie abschmelzen. Und genau so<br />
hätten wir das im Sommer ja gerne.<br />
Alles, was man für erfrischende<br />
Sommercocktails braucht, findet man bei<br />
INTERSPAR oder auf weinwelt.at.<br />
COCKTAIL-<br />
EMPFEHLUNGEN<br />
GRASOVKA BISONGRASS VODKA<br />
<strong>Falstaff</strong>-Punkte: 91<br />
Der berühmte Wodka aus Polen zeigt deutliche<br />
Erinnerungen an Heu, Gras und Mostäpfel in<br />
der Nase. Am Gaumen wirkt er anfangs eher<br />
neutral, Anklänge von Kamille und grünem Tee<br />
kommen durch. Im Abgang weich und cremig.<br />
Funktioniert perfekt mit Apfelsaft, Ginger- Ale<br />
und einem Spritzer Zitrone. € 11,99<br />
Einfach Ja! Zutaten: 5 cl Grasovka,<br />
3 cl naturtrüber Apfelsaft, 8 cl Ginger-Ale,<br />
1 Barlöffel Zitronensaft<br />
MANGAROCA BATIDA DE CÔCO<br />
Batida nennen die Brasilianer ihre erfrischenden<br />
Mixdrinks mit viel Geschmack und wenig<br />
Alkohol. Und Batida mit dem exotischen Flair<br />
der Kokosnuss ist genauso wenig aus dem<br />
fröhlichen Alltag der Brasilianer wegzudenken<br />
wie Samba oder Rumba. Batida de Côco<br />
trinkt man gut gekühlt oder auf Eis aus dem<br />
Longdrinkglas. Gemixt mit Wodka, Kokosnusswasser<br />
und Latte macchiato verwandelt sich<br />
der Likör in eine Kokolada. € 13,99<br />
Kokolada Zutaten: 4 cl Mangaroca Batida de<br />
Côco, 2–3 cl Wodka, 5 cl Kokosnusswasser,<br />
Latte macchiato<br />
ESPRESSO MARTINI WITH<br />
SALTED CARAMEL VON PUNCHCLUB<br />
Dieser Espresso Martini wird aus dem Punch<br />
Club Vodka (bio), kalt gebrühtem Kaffee und<br />
gesalzenem Karamell gemixt. Gesalzenes Karamell<br />
verleiht dem Cocktail eine schöne subtile<br />
Note. Für das spezielle Mundgefühl Flasche<br />
schütteln und das cremige Finish genießen.<br />
Ein Muss für jeden Kaffeeliebhaber!<br />
Serviervorschlag: in einem Martiniglas ohne<br />
Eis, mit 3 Kaffeebohnen als Garnitur. € 12,99<br />
CRODINO BIONDO ODER ROSSO<br />
Bitter-süßer Aperitif, der kalt auf Eis mit Wein,<br />
Sekt oder Soda und nach Belieben mit einer<br />
Scheibe Orange serviert wird. Eine prickelnde<br />
Alternative zum Kultklassiker Aperol Spritz,<br />
aber ohne Alkohol oder »virgin«, wie Bartender<br />
dazu sagen. 8er-Pack um € 4,99<br />
INFO<br />
Weitere Informationen unter<br />
weinwelt.at<br />
aug <strong>2022</strong> falstaff 113
Chefredakteurin<br />
ELISABETH<br />
BRANDLMAIER<br />
GOURMET<br />
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go.falstaff.com/newsletter<br />
ERÖFFNUNG<br />
NACHHALTIGER<br />
BROTGENUSS<br />
Acht Jahre nach der Eröffnung des<br />
ersten »Ströck-Feierabend« folgt<br />
ein zweiter im siebten Bezirk in<br />
Wien. Auf 260 Quadratmetern serviert<br />
Ströck Lifestyle mit Nachhaltigkeit. Erst<br />
kürzlich wählten die <strong>Falstaff</strong>-Leser das<br />
Restaurant zum beliebtesten Streetfood-<br />
Lokal der Bundeshauptstadt in der Kategorie<br />
»Brote & Sandwiches« und auch die<br />
Familie Ströck selbst konnte sich heuer über<br />
den Sonderpreis für »Innovation und Nachhaltigkeit«<br />
im Rahmen der Präsentation des<br />
<strong>Falstaff</strong> Restaurant- und Gasthausguide<br />
<strong>2022</strong> freuen. Ganz in diesem Sinne wird<br />
hier auch das »Wiederbrioche« zubereitet<br />
und zum Verkauf angeboten. Dafür wird<br />
die nicht verkaufte Ware am Ende des Tages<br />
in den Filialen eingesammelt und mit Wasser<br />
zu einem Brei gekocht, den man dem<br />
Briocheteig beimengt. feierabend.stroeck.at<br />
KULINARIK-ROADTRIP<br />
MOCHI ON TOUR<br />
Die japanisch-kalifornische Cross-over-Küche<br />
dieser Restaurant-Legende ist seit Tobias<br />
Müller, Sandra Jedliczka, Eduard und Nicole<br />
Dimant 2010 das »Mochi« eröffnet haben,<br />
um einige Adressen gewachsen. Unverändert<br />
geblieben ist die Begeisterung der Gastgeber<br />
für japanische Esskultur, hochwertige, frische<br />
Zutaten und gemeinsames Essen in gemütlicher,<br />
familiärer Atmosphäre. Damit nicht nur<br />
Wiener in den Genuss der japanischen Köstlichkeiten<br />
kommen, wurde »Mochi on tour«<br />
ins Leben gerufen. Hier werden gemeinsam<br />
mit Starköchen wie Haya Molcho, Philip<br />
Rachinger, Konstantin Filippou und vielen<br />
mehr die Kochlöffel geschwungen. Alle<br />
Termine findet man auf mochi-on-tour.com<br />
ANKÜNDIGUNG<br />
HOTSPOT AM SEE<br />
Nur 10 Minuten vom Grazer Stadtgebiet<br />
entfernt, eröffnet erstmals eine Location,<br />
die Gastronomie und Hotellerie mit Design<br />
paart. Das »Waldcafé Thalersee« wird mit<br />
ästhetisch ausgestatteten Gästezimmern<br />
zum Staycation-Domizil. Die Eröffnung ist<br />
für Ende August geplant.<br />
114 falstaff aug <strong>2022</strong>
NOTIZEN<br />
KÄRNTEN MEETS PALMA DE MALLORCA<br />
Auf der Baleareninsel<br />
zählt das Restaurant<br />
»FERA« mit Simon<br />
Petutschnig als Chefkoch<br />
nun endgültig zu<br />
den besten Adressen<br />
der Stadt. Das Kärntner<br />
Ausnahmetalent überzeugt<br />
mit originellen,<br />
spanisch-asiatischen,<br />
manchmal auch österreichisch<br />
angehauchten,<br />
Gerichten. Das sieht und<br />
schmeckt man auch.<br />
ferapalma.com<br />
TREND: BOTTLED COCKTAILS<br />
Bei diesem Trend werden uns fertig<br />
gemixte Cocktails frisch nach Hause<br />
geliefert. Beam Suntory präsentieren<br />
daher die neuen »House of Suntory<br />
Bottled Cocktails«, die auf Roku Gin, Toki<br />
Whisky und Haku Wodka basieren und<br />
sich perfekt für japanisches Foodpairing<br />
und Fingerfood eignen. Mehr Infos unter<br />
rokugin.at.<br />
Fotos: Andreas Buchberger, beigestellt, archiguards, Philipp M. Ernst, Stefan Gergely, Neue Hoheit, Adrian Almasan<br />
NUR FÜR INSIDER<br />
Die Wiener Bar-Szene ist um ein<br />
neues Juwel reicher. Hank Ge und<br />
Gastronom Sammy Walfisch eröffneten<br />
kürzlich in der Neubaugasse die<br />
Speakeasy-Bar »Fitzcarraldo«. Hinter<br />
dem versteckten Eingang (einem<br />
Getränkeautomaten) tauchen die<br />
Besucher in eine multisensuale,<br />
hedonistische Fantasiewelt ein. Doch<br />
erst nachdem ein Knopf gedrückt<br />
wurde, wird der Eingang freigegeben.<br />
Zum extravaganten Interior passt die<br />
mondäne Cocktailkarte mit »Experimental<br />
Drinks«. fitzcarraldo-bar.com<br />
»PLANT BASED FOOD«<br />
IM LUXUS-RESTAURANT<br />
Ein Trend, der sich in der gehobenen Gastronomie<br />
immer mehr durchsetzt ist die auf Pflanzen<br />
basierte Küche. Doch nicht Soja, Tofu & Co stehen<br />
dabei im Fokus. Die Stars der Küche rücken Gemüse,<br />
Obst und heimisches Superfood in den Mittelpunkt<br />
(des Tellers). Ein Beispiel, wo dies bereits<br />
regelmäßig serviert wird, ist das schicke Restaurant<br />
»Veranda« im noblen Hotel »Sans Souci«.<br />
sanssouci-wien.com<br />
DER NAME IST PROGRAMM<br />
Im Herzen von Wien eröffnet im August<br />
im »Rosewood Vienna« eine Brasserie<br />
und Rooftop-Bar, die ihrem Namen alle<br />
Ehre macht und frischen Wind in die<br />
Stadt bringt: »Die NEUE HOHEIT«. Gäste<br />
dürfen sich auf saisonale, regionale<br />
Brasserie-Speisen, Wiener Klassiker und<br />
ausgewählte europäische Spezialitäten<br />
freuen. rosewoodhotels.com/en/vienna<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
115
gourmet / NORDISCHE HAUPTSTÄDTE<br />
In Nordeuropa sind die<br />
Jahreszeiten besonders<br />
ausgeprägt, was sich stark<br />
auf die Kulinarik auswirkt.<br />
Fisch und Meeresfrüchte<br />
haben ab Herbst wieder<br />
Hochsaison.<br />
GENUSS<br />
HOCH VIER<br />
So unterschiedlich die Hauptstädte der nordischen Länder<br />
auch sind: Gemeinsam haben sie die Nähe zum Meer sowie die<br />
Vorliebe für einheimische Zutaten und ehrliches Handwerk in<br />
der Küche.<br />
Foto: E+ / Getty Images<br />
116 falstaff aug <strong>2022</strong>
STOCKHOLM – S. 118<br />
Für Schöngeister: Mit ihren vielen<br />
Uferwegen ist die schwedische Hauptstadt<br />
wie zum Flanieren gemacht. Die<br />
Spezialitäten schmecken am besten<br />
mit Wasserblick.<br />
KOPENHAGEN – S. 124<br />
Für Trendaffine: Wo die berühmte<br />
»New Nordic Cuisine« zu Hause ist,<br />
wagen Köche und Bäcker immer<br />
neue Experimente und bieten Foodies<br />
unvergessliche Erlebnisse.<br />
OSLO – S. 130<br />
Für Vorwärtsdenker: Die zukunftsorientierte<br />
Metropole lehrt Besucher<br />
mit moderner Architektur, Kunst im<br />
öffentlichen Raum und innovativen<br />
Museen das Staunen.<br />
HELSINKI – S. 138<br />
Für Insider: Wer nicht nur die Ostsee,<br />
sondern auch die mächtige Sprachbarriere<br />
überwindet, wird in Finnland<br />
mit zeitlosem Design und leistbarem<br />
Genuss belohnt.<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
117
gourmet / NORDISCHE HAUPTSTÄDTE<br />
MARITIME<br />
SCHÖNHEIT<br />
Vom Panoramaweg<br />
Monteliusvägen<br />
hat man einen<br />
unglaublichen Blick<br />
auf die Stockholmer<br />
Altstadt – tagsüber,<br />
aber auch bei<br />
Sonnenuntergang.<br />
Foto: E+ / Getty Images<br />
118 falstaff aug <strong>2022</strong>
Die Prinzessin unter den Hauptstädten fasziniert<br />
mit ihrem vielen Wasser und der eleganten<br />
Architektur. Auf Feinschmecker warten in<br />
Stockholm nordische Menüs und gemütliche<br />
Kaffeepausen.<br />
TEXT LISA ARNOLD<br />
aug <strong>2022</strong> falstaff 119
gourmet / NORDISCHE HAUPTSTÄDTE<br />
Eine kulinarische Show<br />
der Extraklasse bietet<br />
das »Frantzén«, das als<br />
erstes schwedisches<br />
Restaurant drei Sterne<br />
erkocht hat.<br />
biet. Der Spaziergang auf dem Panoramaweg<br />
Monteliusvägen ist bei Sonnenuntergang<br />
besonders romantisch.<br />
Und überall gleiten Boote übers Wasser –<br />
vom Kreuzfahrtschiff bis zum Einerkajak.<br />
Stockholm gehört zu den wenigen Städten,<br />
in denen man paddelnd Sightseeing<br />
betreiben kann. Eine pittoreske Strecke<br />
führt vom »Sjöcaféet« in die ruhige Bucht<br />
Djurgårdsbrunnsviken, vorbei an der Insel<br />
Djurgården mit Kulturhighlights wie dem<br />
Vasamuseum und dem ABBA-Museum.<br />
Nach dem aktiven Erkunden schmeckt das<br />
Abendessen besonders gut. Egal, ob man<br />
einen der 23 Plätze im »Frantzén« ergattert<br />
oder spontan durch die Markthalle<br />
von Östermalm schlendert: Die Stockholmer<br />
Gastroszene wartet mit immer neuen<br />
Überraschungen auf, die nordische Zutaten<br />
gekonnt in Szene setzen.<br />
GESELLIGER GENUSS<br />
Zu einem Besuch der schwedischen<br />
Hauptstadt gehört außerdem eine »Fika«.<br />
Bei dieser unschuldigen Kaffeepause am<br />
Vor- oder Nachmittag geht es darum, zu<br />
entschleunigen und in Ruhe zu plaudern.<br />
Neben Kaffee und Gebäck (am besten eine<br />
»Kanelbulle«, also Zimtschnecke) gehört<br />
mindestens ein Gesprächspartner zu diesem<br />
Ritual, das sowohl im Büro als auch in der<br />
Freizeit zelebriert wird. Zahlreiche hippe<br />
Bäckereien verführen mit ihren Germteilchen<br />
– etwa »Lillebrors Bageri« im Viertel<br />
Vasastan oder »Bröd & Salt« beim Schloss.<br />
Smaklig måltid!<br />
<<br />
Weil die Stockholmer<br />
Innenstadt von Wasserläufen<br />
durchzogen<br />
ist, hat jedes Viertel<br />
seinen ganz eigenen<br />
Charakter. In Gamla Stan (wörtlich »alte<br />
Stadt«) verläuft man sich gerne in krummen<br />
Pflastergassen mit roten und ockerfarbenen<br />
Häusern aus dem 17. Jahrhundert.<br />
Dort erhebt sich auch das königliche<br />
Schloss mit historischen Gemäuern und<br />
pompösen Paraderäumen.<br />
Nördlich davon beherbergt Norrmalm<br />
alias »City« die Geschäfte großer nordischer<br />
Modelabels, wo Trends gemacht<br />
werden. Auf der südlichen Insel Södermalm<br />
brodelt die kreative Szene, und dort findet<br />
man die höchsten Erhebungen im Stadtge-<br />
Das ABBA-<br />
Museum<br />
würdigt<br />
Schwedens<br />
großen<br />
Exportschlager<br />
(oben).<br />
Zimtschnecken<br />
versüßen jeden<br />
Citytrip nach<br />
Stockholm.<br />
Fotos: beigestellt, Åke Eson Lindman / ABBA The Museum, Shutterstock<br />
120 falstaff aug <strong>2022</strong>
Because you give your dreams the love you deserve.<br />
Entdecken Sie jetzt das drēmər® Bett bei Ihrem Hästens-Händler vor Ort.<br />
HASTENS.COM<br />
HÄSTENS STORE WIEN<br />
Heinrichgasse 4<br />
1010 Wien<br />
HÄSTENS STORE SALZBURG<br />
Neutorstraße 18<br />
5020 Salzburg<br />
HÄSTENS STORE LIENZ<br />
Egger-Lienz-Platz 6<br />
9900 Lienz<br />
HÄSTENS STORE DORNBIRN<br />
Lusternauerstraße 58<br />
6850 Dornbirn
gourmet / NORDISCHE HAUPTSTÄDTE<br />
Klara Norra kyrkogata 26, 111 22 Stockholm<br />
T: +46 8 208580, restaurantfrantzen.com<br />
OAXEN KROG ** & OAXEN SLIP<br />
Kulinarisches Doppelgestirn auf der Museumsinsel<br />
Djurgården: Während im schummrigen<br />
»Krog« abends das Überraschungsmenü<br />
kredenzt wird (ca. 310 Euro zzgl. Getränke), lädt<br />
der lichtdurchflutete »Slip« mit Terrasse am<br />
Wasser zum entspannten Mittag- oder Abendessen<br />
ein. Beide Konzepte haben gemeinsam, dass<br />
die Gerichte aus hochwertigen nordischen<br />
Zutaten bestehen und von New-Nordic-Pionier<br />
Magnus Ek komponiert werden.<br />
Beckholmsvägen 26, 115 21 Stockholm<br />
T: +46 8 55153105, oaxen.com<br />
HOTELS<br />
PRINCE VAN ORANGIËN<br />
Die Inselstadt Stockholm vom Wasser aus zu<br />
erleben, ist einfach Pflicht. Wer dann auch noch auf<br />
einem Boot übernachtet, erlebt ihren ganzen maritimen<br />
Charme. Besonders schön geht das auf diesem<br />
1935 gebauten Schiff mit sechs exklusiven<br />
Kabinen. Die gepflegte Originaleinrichtung mit<br />
Ebenholz, Eiche und Palisander sowie fünf verschiedene<br />
Marmorsorten verrät, dass hier schon<br />
beim Bau nicht gespart wurde. DZ ab ca. 200 Euro<br />
Beckholmsvägen 26, 115 21 Stockholm<br />
T: +46 8 55153105<br />
oaxen.com/prince-van-orangien<br />
ETT HEM ****<br />
Nur zwölf Zimmer hat das Boutiquehotel, dessen<br />
Name übersetzt »Ein Zuhause« bedeutet. Es ist<br />
vielfach ausgezeichnet und gilt als eines der<br />
Top-Häuser der Stadt. Die geschmackvolle Einrichtung<br />
trägt die Handschrift der britischen Designerin<br />
Ilse Crawford. DZ ab ca. 375 Euro<br />
Sköldungagatan 2, 114 27 Stockholm<br />
T: +46 8 200590, etthem.se<br />
HAYMARKET BY SCANDIC ****<br />
Das 2016 eröffnete Mittelklasse-Haus befindet sich<br />
in dem früheren Kaufhaus, wo einst die junge Greta<br />
Garbo arbeitete und als Hutmodel ihre Karriere<br />
begann. Die Art-déco-Gestaltung erinnert an die<br />
Goldenen Zwanziger. Direkt gegenüber liegt die<br />
Markthalle Hötorgshallen. Bei der Reservierung<br />
darauf achten, ein Zimmer mit Fenster zu buchen.<br />
DZ ab ca. 150 Euro<br />
Hötorget 13-15, 111 57 Stockholm<br />
T: +46 8 51726700, scandichotels.de<br />
Im Hotel »Haymarket by Scandic«<br />
macht der nordische Minimalismus<br />
Pause und weicht filmreifem<br />
Glamour im Stil der 20er-Jahre.<br />
RESTAURANTS<br />
FRANTZÉN ***<br />
Küchenchef Björn Frantzén war der erste, der drei<br />
Michelin-Sterne in ein schwedisches Restaurant<br />
holte. Mit unbändigem Ehrgeiz und kompromisslos<br />
auf der Suche nach den besten Aromen zaubert er<br />
mit seinem Team ein raffiniertes Menü. Das ganzheitliche<br />
Erlebnis findet in einem durchdesignten<br />
Lokal auf drei Etagen statt. Kostenpunkt: ca. 400<br />
Euro zzgl. Getränke.<br />
»Schwedens Natur schenkt mir immer neue Energie<br />
für meine Arbeit«, so Chefkoch Niklas Ekstedt, der<br />
fast alle Gerichte über offenem Feuer zubereitet.<br />
EKSTEDT *<br />
Als der gebürtige Nordschwede Niklas Ekstedt<br />
seine Wurzeln suchte, fand er sie in Form eines<br />
offenen Feuers. Sein Restaurant kommt ohne<br />
elektrische Grillplatte und Gasherd aus; der<br />
Großteil des Verkostungsmenüs entsteht mit<br />
natürlicher Hitze.<br />
Humlegårdsgatan 17, 114 46 Stockholm<br />
T: +46 8 6111210, ekstedt.nu<br />
PELIKAN<br />
Schwedischer geht’s nicht: Dieses stilvoll-urige<br />
Gasthaus mit Fliesenboden und dunkler Holzvertäfelung<br />
steht für traditionelle Hausmannskost<br />
auf hohem Niveau. Zur Zeit der Gründung im<br />
Jahr 1904 war es die letzte Station im Süden<br />
Stockholms, bevor die ländliche Umgebung mit<br />
Feldern und Wiesen anfing.<br />
Blekingegatan 40, 116 62 Stockholm<br />
T: +46 8 55609090, pelikan.se<br />
ÖSTERMALMS SALUHALL<br />
Die elegante Markthalle von 1888 wurde vor<br />
wenigen Jahren renoviert und erstrahlt in neuer<br />
Pracht. Im Inneren gibt’s an den Ständen<br />
nordische Delikatessen zum Mitnehmen, und<br />
nach außen bieten mehrere Lokale mit längeren<br />
Öffnungszeiten Gerichte zum Gleichessen an.<br />
Östermalmstorg, 114 39 Stockholm<br />
ostermalmshallen.se<br />
A BAR CALLED GEMMA<br />
Eine der besten Cocktailbars des Landes, untergebracht<br />
in einem exklusiven Coworking-Gebäude<br />
im gehobenen Stadtteil Östermalm. Der<br />
charakteristische »Gemma« enthält Gin, 24<br />
Stunden lang mazerierten Pistazien-Saké, Ingwer<br />
und in Apfelessig eingelegte Zitrusfrüchte.<br />
Grev Turegatan 30, 114 38 Stockholm<br />
T: +46 70 5845090<br />
abarcalledgemma.se<br />
LILLEBRORS BAGERI<br />
Stefan Bergs Bäckerei namens »kleiner Bruder«<br />
spielt längst bei den Großen mit: Seine Zimtschnecken,<br />
Erdbeertaschen und Sauerteigbrote<br />
locken Feinschmecker aus allen Stadtteilen nach<br />
Vasastan und oft bildet sich eine Schlange. Aber<br />
das Warten lohnt sich.<br />
Rörstrandsgatan 10, 113 40 Stockholm<br />
lillebrors.se<br />
<<br />
Fotos: beigestellt, Emma Johansson<br />
122 falstaff aug <strong>2022</strong>
WIEN Kärntner Strasse 9 Plankengasse 3 Auhof Center – Albert-Schweitzer-Gasse 6<br />
WIEN<br />
ST. PÖLTEN<br />
Kärntner<br />
Kremsergasse<br />
Strasse 9<br />
27<br />
Plankengasse<br />
TULLN Hauptplatz<br />
3 Auhof<br />
28<br />
Center<br />
KREMS<br />
– Albert-Schweitzer-Gasse<br />
Untere Landstrasse 20<br />
6<br />
ST.<br />
LINZ<br />
PÖLTEN<br />
Linzerie<br />
Kremsergasse<br />
– Landstrasse<br />
27<br />
12<br />
TULLN<br />
PASCHING<br />
Hauptplatz<br />
Plus City<br />
28<br />
–<br />
KREMS<br />
Pluskaufstrasse<br />
Untere Landstrasse<br />
7 WELS Schmidtgasse<br />
20<br />
24<br />
LINZ<br />
RIED IM<br />
Linzerie<br />
INNKREIS<br />
– Landstrasse<br />
Hauptplatz<br />
12<br />
44<br />
PASCHING<br />
SALZBURG<br />
Plus<br />
Sigmund-Haffner-Gasse<br />
City – Pluskaufstrasse<br />
6<br />
7 WELS<br />
Europark<br />
Schmidtgasse<br />
– Europastrasse<br />
24<br />
1<br />
RIED IM INNKREIS Hauptplatz 44 SALZBURG Sigmund-Haffner-Gasse 6 Europark – Europastrasse 1<br />
MARC O’POLO STORES
gourmet / NORDISCHE HAUPTSTÄDTE<br />
Frühmorgens zeigt Kopenhagen<br />
noch seine beschauliche Seite.<br />
Sobald das Leben erwacht, wartet<br />
die Stadt mit einer anziehenden<br />
Mischung aus kontinentalem Flair<br />
und nordischer Coolness auf.<br />
Foto: Moment RF / Getty Images<br />
124 falstaff aug <strong>2022</strong>
SO SCHMECKEN<br />
TRENDS<br />
Kopenhagen – das Mekka der »New Nordic Cuisine« verspricht<br />
Feinschmeckern unvergessliche Erlebnisse vom süßen Gebäck<br />
zwischendurch bis hin zum ausgedehnten Gourmetmenü.<br />
Kulinarische Neuheiten findet man hier zuerst.<br />
TEXT LISA ARNOLD<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
125
gourmet / NORDISCHE HAUPTSTÄDTE<br />
Seit bald 20<br />
Jahren zeigt das<br />
»Noma«, welche<br />
kulinarischen<br />
Höhenflüge mit<br />
Zutaten aus<br />
Nordeuropa<br />
möglich sind.<br />
Gemessen an der Anzahl der<br />
Restaurants mit einem oder<br />
mehreren Michelin-Sternen<br />
liegt Kopenhagen im nordischen<br />
Vergleich vorne: Seit<br />
der letzten Vergabe im Juli sind 15 Adressen<br />
mit insgesamt 24 Sternen versehen.<br />
Doch hätte das ein Hellseher vor 20 Jahren<br />
behauptet, wäre er bestimmt auf taube<br />
Ohren gestoßen: Damals galt Skandinavien<br />
unter Kritikern als kulinarisches Brachland.<br />
Fast trotzig beriefen die Köche Claus Meyer<br />
und René Redzepi 2004 – ein Jahr nach der<br />
gemeinsamen Gründung des »Noma« – in<br />
Kopenhagen eine Tagung ein, wo zwölf<br />
Pioniere aus Nordeuropa das »Manifest<br />
der neuen nordischen Küche« mit zehn<br />
Vorsätzen entwickelten. Einer davon lautet,<br />
Produkte zu verwenden, die durch Klima,<br />
Landschaft und Gewässer des Nordens besonders<br />
köstlich sind. Das war die Geburtsstunde<br />
einer »regional und saisonal«-Bewegung,<br />
die Europas nördlichen Rand in die<br />
Mitte der kulinarischen Weltkarte gerückt<br />
hat. Die so entstandene New Nordic Cuisine<br />
stellt die Zutaten ins Rampenlicht und<br />
bleibt in Erinnerung statt auf den Hüften.<br />
Im kommenden Jubiläumsjahr werden<br />
die 42 Plätze des »Noma« noch begehrter<br />
sein als sonst. Es soll nämlich der letzte Zyklus<br />
nach dem aktuellen Konzept sein, das<br />
jährlich drei Menüs mit unterschiedlichen<br />
Schwerpunkten vorsieht; für 2024 ist eine<br />
grundlegende Erneuerung geplant. Ungleich<br />
leichter fällt eine Reservierung im von<br />
Claus Meyer gegründeten Restaurant »Radio«,<br />
im designorientierten »Høst« und im<br />
wortwörtlich informellen Lokal »Uformel«.<br />
SÜSSE VERSUCHUNGEN<br />
Der kulinarische Genuss beschränkt sich<br />
bei Weitem nicht auf die Abendstunden.<br />
Schon morgens zum Kaffee oder beim<br />
nachmittäglichen Durchhänger nach einem<br />
intensiven Museumsbesuch bietet sich das<br />
unwiderstehliche Kopenhagener Gebäck an.<br />
Dabei handelt es sich um Gebäck aus bis zu<br />
27-lagigem Plunderteig, dessen Zubereitung<br />
die Dänen sich ursprünglich in <strong>Österreich</strong><br />
abgeschaut haben: Als einheimische<br />
Bäckergesellen im 19. Jahrhundert wegen<br />
Lohnkonflikten streikten, rekrutierten die<br />
Meister Mitarbeiter aus Wien. Die hielten<br />
nicht nur das Tagesgeschäft am Laufen,<br />
sondern bereicherten die Bäckereien mit<br />
ihrem Fachwissen. Noch heute sprechen die<br />
Dänen (wie auch die Schweden) bei Plunderteiggebäck<br />
von »Wienerbrød«. Seitdem<br />
haben sich lokale Spezialitäten entwickelt,<br />
unter anderem die mit Vanillecreme gefüllte<br />
Sorte »Spandauer«.<br />
Gute Cafés gibt es in Kopenhagen schon<br />
lange, aber seit ein paar Jahren erlebt die<br />
Fotos: Ditte Isager, Shutterstock, beigestellt<br />
126 falstaff aug <strong>2022</strong>
Stadt einen regelrechten Backboom. Erst<br />
kam der Sauerteig und mit ihm die Wiederentdeckung<br />
des Handwerks und dann die<br />
postpandemische Lust auf Süßes. Gleich<br />
vier ehemalige »Noma«-Köche verwirklichen<br />
sich mittlerweile am Ofen, und zwar<br />
in den Bäckereien »Benji«, »Alice«, »Hart<br />
Bageri« und »Juno the Bakery«. Dort muss<br />
man manchmal sogar Schlange stehen, um<br />
in den Genuss der perfekt geschichteten,<br />
buttrigen Kunstwerke zu kommen.<br />
Das 1606 erbaute Schloss Rosenborg<br />
beherbergt die Schatzkammer mit den<br />
Kronjuwelen des dänischen Königshauses.<br />
MIT DEN SCHIFFEN<br />
KAMEN NICHT NUR<br />
WAREN, SONDERN<br />
AUCH NEUE IDEEN.<br />
TRENDS FINDEN IN<br />
KOPENHAGEN EINEN<br />
GUTEN NÄHRBODEN.<br />
KOPENHAGEN AKTIV<br />
ENTDECKEN<br />
Nur keine falsche Bescheidenheit beim<br />
Essen: Um Kopenhagen zu erkunden,<br />
braucht man viel Energie, denn meistens<br />
geht man doch überall zu Fuß hin.<br />
Zu einladend sind der Strøget und die<br />
anderen Einkaufsstraßen, zu kurz die<br />
Abstände, um auf ein anderes Verkehrsmittel<br />
auszuweichen. Und doch kommen<br />
sechs, sieben Kilometer zusammen, wenn<br />
man vom Stadtkern Indre By zum Schloss<br />
Rosenborg geht, von dort aus der kleinen<br />
Meerjungfrau einen Besuch abstattet, am<br />
Wasser zum fotogenen Hafen Nyhavn mit<br />
den bunten Häusern schlendert und über<br />
die autofreie Brücke Inderhavnsbroen in<br />
die alternative Kommune Christiania<br />
übersetzt.<br />
Die Wasserwege erinnern daran, dass<br />
Kopenhagen auf eine über 850-jährige<br />
Geschichte als Hafen- und Handelsstadt<br />
zurückblickt. Mit den Schiffen sind nicht<br />
nur Waren, sondern auch neue Ideen<br />
gekommen. Ob aufgeschnappt wie das<br />
Wiener Gebäck oder neu konzipiert wie<br />
die nordische Küche: Trends finden in der<br />
dänischen Hauptstadt einen guten Nährboden<br />
und machen sie immer wieder zu<br />
einer spannenden Destination.<br />
<<br />
Erfrischendes Design: Im<br />
Hotel »Skt. Petri« sorgen<br />
wohldosierte Farbtupfer für eine<br />
ungezwungene Atmosphäre.<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
127
gourmet / NORDISCHE HAUPTSTÄDTE<br />
HOTELS<br />
ADMIRAL HOTEL ****<br />
Das Hotel am Wasser ist in einem früheren Lagerhaus<br />
von 1787 untergebracht. In einigen der 366 renovierten<br />
Zimmer sind noch die ursprünglichen Holzbalken<br />
zu sehen. Die berühmte Statue der kleinen<br />
Meerjungfrau erreicht man zu Fuß in einer Viertelstunde.<br />
Dank Mietfahrrädern können sich Gäste wie<br />
richtige Kopenhagener fühlen. DZ ab ca. 270 Euro<br />
Toldbodgade 24–28, 1253 Kopenhagen<br />
T: +45 3374 1414, admiralhotel.dk<br />
SKT. PETRI *****<br />
Ein ehemaliges Kaufhaus beherbergt heute dieses<br />
entspannte Luxushotel mit fünf Sternen am Puls<br />
der Zeit. Drumherum verspricht das quirlige Viertel<br />
Latinerkvarteret mit Geschäften, Cafés und Nachtleben<br />
ein ebenso einladendes Flair. Auch die Altstadt<br />
mit der Fußgängerzone Strøget ist gleich<br />
um die Ecke. Zugang zu Sauna und Dampfbad<br />
inklusive. DZ ab ca. 350 Euro<br />
Krystalgade 22, 1172 Kopenhagen<br />
T: +45 33 459100, sktpetri.com<br />
Im »Geranium« kreiert<br />
Küchenchef Rasmus Kofoed<br />
im Rhythmus der Jahreszeiten<br />
Menüs aus etwa 16 liebevoll<br />
angerichteten Kunstwerken.<br />
SANDERS *****<br />
Elegantes Boutiquehotel mit 54 Zimmern in einem<br />
wohnlichen Retrostil mit Holzmöbeln und gedeckten<br />
Farben. Bei schönem Wetter kann man auf der<br />
Dachterrasse sitzen, sich von einem leichten Menü<br />
mit Wein und Cocktails verwöhnen lassen und die<br />
Umgebung überblicken. Der zentrale Hafen Nyhavn<br />
ist nur 200 Meter entfernt. DZ ab ca. 400 Euro<br />
Tordenskjoldsgade 15, 1055 Kopenhagen<br />
T: +45 46 400040, hotelsanders.com<br />
RESTAURANTS<br />
NOMA ***<br />
Die Ikone der neuen nordischen Küche ist nach wie<br />
vor ein Sehnsuchtsort für Foodies aus aller Welt.<br />
René Redzepi unterteilt das Jahr in drei Phasen, die<br />
jeweils mit einem eigenen Verkostungsmenü zelebriert<br />
werden. Im Frühling liegt der Schwerpunkt auf<br />
Meeresfrüchten, im Sommer steht Gemüse im Mittelpunkt,<br />
im Winter dreht sich alles um Wald und<br />
Wild. Das Menü wird mittags und abends serviert<br />
(ca. 400 Euro zzgl. Wein- oder Saftbegleitung).<br />
Refshalevej 96, 1432 Kopenhagen<br />
T: +45 32 963297, noma.dk<br />
GERANIUM ***<br />
Im Jahr 2016 war es Dänemarks erstes Restaurant<br />
mit drei Michelin-Sternen. Heuer führt es die Liste der<br />
50 besten Restaurants weltweit an und ersetzt damit<br />
das »Noma«, das 2021 am ersten Platz lag. Das<br />
Lokal in der 8. Etage des Fußballstadions hat einen<br />
Panoramablick auf den idyllischen Fælledparken.<br />
Menü ca. 430 Euro, Weinbegleitung ab ca. 270 Euro.<br />
Per Henrik Lings Allé 4, 2100 Kopenhagen<br />
T: +45 6996 0020, geranium.dk<br />
ALCHEMIST **<br />
In einer ehemaligen Lagerhalle des dänischen Theaters,<br />
hinter einem vier Meter hohen Bronzeportal,<br />
definiert Küchenchef Rasmus Munk den Begriff<br />
»Erlebnisgastronomie« neu: An fünf Orten und in<br />
fünf Akten wird ein Menü aus 50 (!) Gängen serviert.<br />
Einer der Schauplätze ist unter einer spektakulären<br />
Kuppel mit Videoeffekten. Menü ca. 600<br />
Euro, Getränkebegleitung ab ca. 215 Euro.<br />
Refshalevej 173C, 1432 Kopenhagen<br />
T: +45 31 716161, alchemist.dk<br />
BJØRNEKÆLDEREN<br />
Im »Bärenkeller« wird seit 130 Jahren gut<br />
gespeist: Mittags gibt’s Smørrebrød und abends<br />
wird eine Mischung aus klassischer und moderner<br />
dänischer Küche aufgetischt. Dennoch hat das<br />
historische Gasthaus erst heuer eine Auszeichnung<br />
bekommen, nämlich den »Bib Gourmand« des<br />
Guide Michelin für hochwertige Speisen mit außergewöhnlichem<br />
Preis-Leistungs-Verhältnis.<br />
Frederiksberg Allé 55, 1820 Frederiksberg<br />
T: +45 47 477747, bjoernekaelderen.dk<br />
GASOLINE GRILL<br />
Es war ein Auslandsaufenthalt in den USA mit 16<br />
Jahren, der Klaus Wittrup später zur Gründung seiner<br />
erfolgreichen Burgerkette inspirierte. Die erste<br />
Filiale eröffnete 2016 in einer ehemaligen Tankstelle<br />
– daher der Name. Mittlerweile versorgen acht<br />
Filialen die Kopenhagener sowie Urlauber mit deftigen<br />
Stärkungen. Die meisten öffnen gegen elf Uhr<br />
Jeder Gang<br />
ein Hingucker:<br />
effektvolle Erlebnisgastronomie<br />
beim<br />
»Alchemist«.<br />
und schließen, sobald die limitierte Anzahl der<br />
Burger ausverkauft ist.<br />
Landgreven 10, 1300 Kopenhagen<br />
gasolinegrill.com<br />
CAFÉS<br />
BAGERIET BENJI<br />
Der coronabedingte Sauerteig-Hype hat Nørrebro<br />
mehrere Bäckereien beschert, die keinen Kilometer<br />
voneinander entfernt liegen. Diese Adresse gehört<br />
»Noma«-Absolvent Rasmus Kristensen. Kultverdächtig<br />
sind die mit Vanillecreme gefüllten »Spandauer«,<br />
die es im Herbst auch mit Kürbisnote gibt.<br />
Ganz in der Nähe liegt das ebenso empfehlenswerte<br />
Café »Andersen & Maillard« (Nørrebrogade 62).<br />
Fælledvej 23, 2200 Kopenhagen<br />
instagram.com/bageriet_benji<br />
HART BAGERI<br />
Hinter dieser erstklassigen Sauerteigbäckerei stecken<br />
Richard Hart (vormals bei »Tartine Bakery« in<br />
San Francisco) und »Noma«-Chefkoch René Redzepi.<br />
Hier entstehen unter anderem Kardamom-<br />
Muffins, Croissants und Mandelteilchen zum<br />
Niederknien.<br />
Gammel Kongevej 109, 1850 Frederiksberg<br />
T: +45 31 111850, hartbageri.com<br />
ØSTERBERG ICE CREAM<br />
In einer unscheinbaren kleinen Eisdiele fünf Gehminuten<br />
von der Bäckerei »Hart« entfernt gibt es das<br />
handgemachte Qualitätseis von Inhaberin Cathrine<br />
Østerberg. Als Tochter einer Familie, die ein globales<br />
Fruchtverarbeitungsunternehmen aufgebaut<br />
hat, weiß sie, wo sie die besten Beeren und Obstsorten<br />
für ihr Gelato herbekommt. Es gibt noch<br />
eine zweite Filiale im Stadtteil Østerbro (Rosenvængets<br />
Allé 7C).<br />
Tullinsgade 25, 1618 Kopenhagen<br />
T: +45 61 423289, osterberg-ice.dk<br />
<<br />
Fotos: Cläs Bech-Poulsen, Søren Gammelmark<br />
128 falstaff aug <strong>2022</strong>
IT’S TEA. BUT NOT AS YOU KNOW IT…®<br />
Copenhagen Sparkling<br />
Tea Company<br />
Sparkling Tea ist eine Kombination aus skandinavischer<br />
Innovation und asiatischen Teetraditionen. Ein von<br />
Hand gebrautes, niedrigalkoholisches oder alkoholfreies<br />
moussierendes Bio-Getränk, das jedem Gourmeterlebnis<br />
und feierlichen Ereignis eine besondere Note<br />
verleiht. Mit jeder einzelnen Flasche Sparkling Tea beweisen<br />
wir, dass es mit Hingabe und guten Rohstoffen<br />
gelingen kann, einen komplexen und guten Geschmack<br />
zu erzielen – ohne einen hohen Alkoholgehalt.<br />
„Die Sparkling Teas sind eine komplett<br />
neue Getränkekategorie und absolut<br />
grenzgenial für jede Gelegenheit oder<br />
Feierlichkeit einzusetzen. Wer seinen Gästen<br />
eine „Non-Stoff“-Variante am Puls der Zeit<br />
bieten möchte, kommt um die Teas<br />
nicht mehr herum.“<br />
- SABINE & RAIMUND DÖLLERER<br />
DÖLLERER WEINHAUS<br />
KELLAU 160 . A-5431 KUCHL<br />
SHOP.DOELLERER.AT<br />
Geschmack mit Charakter.
gourmet / NORDISCHE HAUPTSTÄDTE<br />
DIE FUTURISTISCHE CITY<br />
AM FJORD<br />
Foto: Didrick Stenersen<br />
130 falstaff aug <strong>2022</strong>
Es scheint, als blicke Norwegens Hauptstadt Oslo immer<br />
nur nach vorne: mit bahnbrechender Architektur, modernen<br />
Museen und frischen Gastrokonzepten.<br />
TEXT LISA ARNOLD<br />
Oslo öffnet sich zum Wasser<br />
hin. Das Opernhaus mit<br />
dem begehbaren Dach<br />
war der erste Meilenstein<br />
einer umfassenden<br />
Stadterneuerung.<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
131
gourmet / NORDISCHE HAUPTSTÄDTE<br />
Auf der Speisekarte des Hotels<br />
»Amerikalinjen« stehen allerlei<br />
Meeresfrüchte, darunter<br />
Kaiserhummer.<br />
SEIT DEM JAHR 2000<br />
VERFOLGT OSLO<br />
DEN TRAUM EINER<br />
LEBENSWERTEN<br />
»FJORD CITY« MIT<br />
DURCHGEHENDER<br />
UFERPROMENADE.<br />
Das erst 2021 eröffnete Munch-Museum zu<br />
besuchen, ist in Oslo der letzte Schrei.<br />
Ein Wochenende<br />
in Oslo ist wie<br />
eine Reise in die<br />
Zukunft. Während<br />
andere Metropolen mit<br />
mittelalterlichen Stadtkernen locken, sind<br />
die lebendigsten Ecken der norwegischen<br />
Hauptstadt von Architektur aus den<br />
vergangenen Jahrzehnten geprägt. Die<br />
spektakulärsten Gebäude liegen am<br />
Wasser – und das ist kein Zufall: Seit der<br />
Jahrtausendwende verfolgt die Stadt den<br />
Traum einer lebenswerten »Fjord City«.<br />
Dieses gigantische Stadtentwicklungsprojekt<br />
umfasst den Uferbereich von<br />
Frognerkilen im Nordwesten bis Bekkelaget<br />
im Südwesten. Wo früher Autobahnen<br />
und Industriegebiete die Innenstadt vom<br />
Oslofjord abschnitten, hat sich die Stadt<br />
nun zum Wasser hin geöffnet. Es soll sogar<br />
einen durchgehenden, neun Kilometer<br />
langen Spazierweg am Ufer entlang geben.<br />
Große Bereiche im Zentrum sind schon<br />
fertig: Aker Brygge mit Tjuvholmen, der<br />
Vorplatz des Rathauses und das Viertel<br />
Bjørvika. Diese<br />
Ecken halten<br />
herausragende Sehenswürdigkeiten<br />
und Restaurants<br />
bereit. Die prominentesten<br />
Neuzugänge im Kulturbereich sind<br />
das 2021 eröffnete Munch-Museum mit<br />
13 Etagen voller Kunst sowie das Nationalmuseum<br />
(<strong>2022</strong>). Letzteres zeigt einen Querschnitt<br />
der norwegischen Kunst, Architektur<br />
und Produktgestaltung anhand von<br />
6500 Exponaten. Höhepunkte wie diese –<br />
sowie auch das private Astrup- Fearnley-<br />
Museum und das im Sommer begehbare<br />
Schloss – trösten an Regentagen. Statistisch<br />
gesehen tröpfelt es in Oslo nämlich (leider)<br />
fast jeden zweiten Tag.<br />
UNTER FREIEM HIMMEL<br />
Bei schönem Wetter hat die Stadt im Freien<br />
einiges zu bieten. Dann gehört es dazu,<br />
dem Opernhaus aufs Dach zu steigen. Das<br />
2008 fertiggestellte Gebäude zählt zu den<br />
Paradewerken der modernen norwegischen<br />
Baukunst und zu den ersten tatsächlich<br />
<<br />
Fotos: beigestellt, Rebecca Amber Photography, Aleksandra Suzi / Shutterstock<br />
132 falstaff aug <strong>2022</strong>
Nordische Spezialität:<br />
8 Gänge purer Luxus.<br />
DER VOLVO XC90 RECHARGE PLUG-IN HYBRID<br />
MIT GEARTRONIC.<br />
Kraftstoffverbrauch: 1,2 – 1,4 l/100 km, Stromverbrauch: 20,5 – 22,6 kWh/100 km, CO 2 -Emission: 28 – 31 g/km. Jeweils kombiniert, nach WLTP-Prüfverfahren. Irrtümer, Fehler und Änderungen<br />
vorbehalten. Stand: Juli <strong>2022</strong>.
gourmet / NORDISCHE HAUPTSTÄDTE<br />
Der Vigeland-Skulpturenpark<br />
mit einer riesigen Säule<br />
im Zentrum (oben). Im<br />
»Lofoten Fiskerestaurant«<br />
isst das Auge mit.<br />
<<br />
verwirklichten<br />
Projekten der »Fjord<br />
City«. Bei der Gestaltung<br />
ließ sich das Architekturbüro<br />
Snøhetta von<br />
einem treibenden Eisberg inspirieren.<br />
Wie ein Wohnzimmer »al fresco«<br />
mutet das Viertel Aker Brygge an: Oslos<br />
Treffpunkt schlechthin und auch eine beliebte<br />
Shoppinggegend. Dort spaziert man<br />
zwischen umfunktionierten Werkstatthallen<br />
und verglasten Neubauten hindurch, die<br />
insgesamt rund 70 Geschäfte und 40 Gaststätten<br />
beherbergen, darunter das »Lofoten<br />
Fiskerestaurant«. Auffällig sind aber auch<br />
die vielen Skulpturen: Hat man erst einmal<br />
Das Fischrestaurant<br />
»Lofoten« entführt<br />
seine Gäste<br />
geschmacklich nach<br />
Nordnorwegen,<br />
wo Spezialitäten<br />
wie Meeresfrüchte<br />
und Skrei gefangen<br />
werden.<br />
angefangen, die<br />
Kunst im öffentlichen<br />
Raum zu bemerken,<br />
entdeckt man sie an den<br />
verwunderlichsten Orten.<br />
Etwas abseits vereint der<br />
Frognerpark 212 Stein- und Bronzeskulpturen<br />
des Bildhauers Gustav Vigeland<br />
(1869–1943) an einem Ort. Damit ist die<br />
Vigeland-Anlage der größte Skulpturenpark<br />
der Welt, der von einem einzigen<br />
Künstler geschaffen wurde. Die ausdrucksstarken<br />
Figuren beschäftigen sich mit dem<br />
Lebenszyklus des Menschen und zeigen<br />
ihn mal ausgelassen und verspielt, mal<br />
nachdenklich und frustriert.<br />
DER GESCHMACK VON OSLO<br />
So einfallsreich und ehrgeizig wie in der<br />
Gestaltung der Stadt sind die Osloer auch<br />
beim Kochen. Vor allem der Zugang zu<br />
frischem Fisch und Meeresfrüchten macht<br />
die innovative Metropole zu einer wahren<br />
Foodie-Destination. Norwegen verzeichnet<br />
– nach Kanada – die zweitlängste Küste<br />
der Welt: über 100.000 Kilometer. Außerdem<br />
haben in dem dünn besiedelten Land<br />
viele essbare Pflanzen und Wildtiere Platz.<br />
Und aus diesen ursprünglichen Zutaten<br />
machen Meisterköche kleine Kunstwerke.<br />
»Unsere Küche ist persönlich und<br />
geht von den Zutaten aus«, sagt Esben<br />
Holmboe Bang, Chefkoch des »Maaemo«.<br />
»Wir servieren nur das, was Sinn macht,<br />
und konzentrieren uns auf die Fülle und<br />
Schönheit der heimischen Produkte. Dieser<br />
Fokus führt zu einem norwegischen<br />
Terroir in all unseren Gerichten.« Seit gut<br />
zehn Jahren geht er erfolgreich den Weg<br />
der »New Nordic Cuisine« und zieht viele<br />
andere Köche mit.<br />
Andererseits wird aber auch die traditionelle<br />
Hausmannskost zelebriert, unter<br />
anderem im »Smalhans«. Eingelegter<br />
Hering und ein Lammgericht gehören zu<br />
einer Reise nach Oslo genauso dazu wie ein<br />
erhebender Streifzug durch die neue nordische<br />
Küche. Denn selbst die aufregendste<br />
Zeitreise macht nur dann Spaß, wenn man<br />
weiß, wo man herkommt.<br />
<<br />
Fotos: Maykova Galina / Shutterstock, beigestellt, Oivind Haug<br />
134 falstaff aug <strong>2022</strong>
Zeitlose Frische.<br />
Langer Genuss.<br />
Bei Lebensmitteln achten Sie auf höchste<br />
Qualität und maximal authentischen<br />
Genuss. Wir auch. Unsere innovativen<br />
Frische-Technologien sorgen dafür,<br />
dass lecker, lange lecker bleibt. Mehr<br />
über unsere neuen Standgeräte auf<br />
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Kühlen und Gefrieren<br />
XRFst 5295<br />
Peak-Serie
gourmet / NORDISCHE HAUPTSTÄDTE<br />
HOTELS<br />
CAMILLAS HUS ***<br />
Das exklusive Boutiquehotel in der vornehmen<br />
Wohngegend Frogner hat nur sieben Zimmer. Sie<br />
sind geräumig, gemütlich und individuell gestaltet –<br />
mit femininen Details und ein bisschen wie von<br />
früher. Das Frühstück wird im Restaurant nebenan<br />
serviert. DZ ab ca. 290 Euro<br />
Parkveien 31 B, 0350 Oslo<br />
T: +47 948 56015, camillashus.no<br />
THE THIEF *****<br />
Das Lifestylehotel auf der Insel Tjuvholmen<br />
(» Diebesinsel«) vor Aker Brygge stiehlt anderen<br />
Unterkünften mit seiner spektakulären Architektur,<br />
privaten Balkons, Wasserblick und erstklassigem<br />
Design die Schau. Der Wellnessbereich wartet<br />
mit Schwimmbecken, türkischem Hamam und<br />
marokkanischen Rasul-Behandlungen mit Heilerde<br />
auf. DZ ab ca. 330 Euro<br />
Landgangen 1, 0252 Oslo<br />
T: +47 24 004000, thethief.com<br />
AMERIKALINJEN ****<br />
Das Boutiquehotel ist in einem ehemaligen Bürogebäude<br />
aus dem Jahr 1919 untergebracht. Dort hatte<br />
früher die namensgebende Reederei ihre Zentrale,<br />
die bis 1995 Kreuzfahrtschiffe über den Atlantik<br />
schickte. Zimmer in modernem Design, Frühstück<br />
im fotogenen Innenhof und die Nähe zum Bahnhof<br />
machen das Hotel zu einer beliebten Unterkunft für<br />
trendaffine Städtereisende. DZ ab ca. 245 Euro<br />
Jernbanetorget 2, 0154 Oslo<br />
T: +47 21 405900, amerikalinjen.com<br />
GASTRONOMIE<br />
MAAEMO ***<br />
Das Flaggschiff der norwegischen High-End-Küche<br />
(mit dem Dänen Esben Holmboe Bang als Kapitän)<br />
ankert im hypermodernen Barcode-Viertel. Im<br />
Speisesaal mit der hohen Decke wird die offene<br />
Die Küche im Hotel<br />
»The Thief« ist<br />
zeitgenössisch nordisch<br />
mit internationalen<br />
Einflüssen.<br />
Küche theatralisch beleuchtet. Das Überraschungsmenü<br />
(ca. 400 Euro zzgl. Getränke) ist eine<br />
Abfolge unvergesslicher Gerichte mit erhabenem<br />
Geschmack und Textur. Der Name bedeutet<br />
übrigens »Mutter Erde« auf Finnisch.<br />
Dronning Eufemias gate 23, 0194 Oslo<br />
T: +47 22 179969, maaemo.no<br />
HOT SHOP *<br />
In einem ehemaligen Sexshop, dessen Name<br />
übernommen wurde, betreibt »Noma«-Absolvent<br />
Jo Bøe Klakegg ein freundliches, unprätentiöses<br />
Nachbarschaftsbistro. Das Degustationsmenü<br />
basiert auf den besten regionalen Zutaten der<br />
Saison (Essen ca. 110 Euro, Weinbegleitung ca.<br />
90 Euro).<br />
Københavngata 18, 0566 Oslo<br />
T: +47 466 73718, restauranthotshop.no<br />
LOFOTEN FISKERESTAURANT<br />
Das gehobene Fischrestaurant am Wasser bringt<br />
das kulinarische Erbe des nordnorwegischen<br />
Archipels in die Hauptstadt. Auf der Karte stehen<br />
Der Kaffeeguru Tim Wendelboe<br />
führt im Trendviertel Grünerløkka<br />
seine weltbekannte Espressobar.<br />
Meeresfrüchte nach traditioneller Art sowie moderne<br />
Kreationen mit Fisch, Muscheln und Schalentieren.<br />
Ein Klassiker ist der Eintopf mit dem Fang<br />
des Tages, der auch schon mittags gereicht wird.<br />
Stranden 75, 0250 Oslo<br />
T: +47 22 830808, lofoten-fiskerestaurant.no<br />
SMALHANS<br />
Ungezwungenes Lokal mit freundlichem Personal<br />
und urbanem Flair. Am späten Nachmittag gibt’s<br />
die »Hausmannskost des Tages« (ca. 20 Euro),<br />
bevor täglich ab 18 Uhr das Verkostungsmenü<br />
mit fünf oder neun Gängen serviert wird (ca.<br />
63/75 Euro). Für die schmackhaften rustikalen<br />
Gerichte zu angemessenen Preisen vergibt der<br />
»Guide Michelin« hier einen Bib Gourmand.<br />
Ullevålsveien 43, 0171 Oslo<br />
T: +47 22 696000, smalhans.no<br />
BRASSERIE OUEST<br />
In seinem Lokal im Altbauviertel Frogner zeigt<br />
der gebürtige Wiener Matthias Bernwieser, was er<br />
bei Heinz Reitbauer im »Steirereck« gelernt hat.<br />
Raffiniert verarbeitet er regionale Zutaten nach den<br />
zeitlosen Methoden der französischen Küche.<br />
Elisenbergveien 19, 0265 Oslo<br />
T: +47 464 33555, brasserieouest.no<br />
OSLO STREET FOOD<br />
Der Food-Court ist die ideale Adresse für Paare und<br />
Gruppen, bei denen jeder andere Vorlieben hat.<br />
Die 16 Stände mit Gerichten aus aller Welt bieten<br />
eine Auswahl, wo jeder etwas findet. Gegessen<br />
wird trotzdem zusammen: an einem der langen<br />
Holztische in der Mitte.<br />
Torggata 16, 0181 Oslo<br />
T: +47 22 040044, oslo-streetfood.no<br />
TIM WENDELBOE<br />
Eine Espressobar für Kenner und Genießer: Hier<br />
werden Bohnen aus der eigenen, vielfach preisgekrönten<br />
Rösterei gebraut. Die Verkostung von vier<br />
liebevoll komponierten Sorten gibt einen Einblick in<br />
die geschmackliche Vielfalt des Kaffees.<br />
Grünersgate 1, 0552 Oslo<br />
T: +47 944 31627, timwendelboe.no<br />
<<br />
Fotos: beigestellt, Klaudia Koldras<br />
136 falstaff aug <strong>2022</strong>
Erfolg fängt an,<br />
wo man vertraut.<br />
Was auch immer Ihre Ziele sind, wir unterstützen Sie auf all<br />
Ihren Wegen, um diese gemeinsam mit Ihnen zu erreichen.<br />
VOLKSBANK. Vertrauen verbindet.<br />
www.volksbank.at
gourmet / NORDISCHE HAUPTSTÄDTE<br />
DER COOLE<br />
KLEINE<br />
BRUDER<br />
Helsinki gibt sich<br />
nordisch entspannt: im<br />
neuen Schwimmband<br />
Allas mit Meerespool<br />
und Saunen, im<br />
klassizistisch erbauten<br />
Zentrum mit dem<br />
stolz aufragenden<br />
Dom sowie auf dem<br />
zentralen Marktplatz<br />
am Wasser.<br />
Foto: Eetu Ahanen / Helsinki Partners<br />
138<br />
falstaff<br />
aug <strong>2022</strong>
Mit rund 660.000 Einwohnern ist Helsinki die kleinste der<br />
vier nordischen Hauptstädte. Und trotzdem – oder gerade<br />
deswegen – ist die kulinarische und kulturelle Szene<br />
immer in Bewegung.<br />
TEXT LISA ARNOLD<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
139
gourmet / NORDISCHE HAUPTSTÄDTE<br />
Auf dem Holzweg in die<br />
Zukunft: Die Bibliothek<br />
»Oodi« zählt zu Helsinkis<br />
modernen Vorzeigebauten.<br />
DESIGN UND ARCHITEKTUR<br />
Dass sich der gute Geschmack der<br />
finnischen Hauptstadt nicht auf Küchen<br />
und Cafés beschränkt, beweist das ausgedehnte<br />
Designviertel namens Design<br />
District Helsinki. Die meisten Geschäfte<br />
und Galerien, die diesem Verband von rund<br />
160 Mitgliedsbetrieben angehören, liegen<br />
südwestlich der Esplanade. Dort findet<br />
man Keramik, Schmuck, Mode (Stichwort<br />
Marimekko!) und nachhaltige Life style-<br />
Produkte. Einen informativen Streifzug<br />
durch die Geschichte der finnischen<br />
Formensprache bietet das Designmuseum.<br />
Helsinki ist aber auch eine Metropole der<br />
modernen Architektur. Erst 2019 wurde die<br />
neue Zentralbücherei »Oodi« eröffnet, die<br />
mit ihrer sanft geschwungenen Fassade aus<br />
Fichtenholz und Glas zeigt, was in Sachen<br />
Holzarchitektur 2.0 möglich ist.<br />
<<br />
Das Zentrum zeigt<br />
sich als Sammlung<br />
eleganter Gebäude<br />
im neoklassizistischen<br />
Stil. Eine Altstadt<br />
gibt es nicht, denn erst 1812<br />
löste Helsinki das 170 Kilometer<br />
entfernte Turku als Hauptstadt ab und<br />
wurde mit entsprechend repräsentativen<br />
Bauwerken und Straßenzügen versehen.<br />
Zwischen der begrünten Flaniermeile<br />
namens Esplanade und dem Senatsplatz<br />
mit dem monumentalen Dom liegt das<br />
Torikorttelit-Viertel. In den vergangenen<br />
Jahren hat es sich in einen lebhaften<br />
Komplex aus Cafés, Restaurants, stimmungsvollen<br />
Innenhöfen und individuellen<br />
Geschäften verwandelt, der die historische<br />
Kulisse zeitgemäß nutzt. Dort findet man<br />
unter anderem die angesagte Kaffee- und<br />
Weinbar »El Fant«.<br />
Am Hafen erhebt sich das »Hotel<br />
Palace«, dessen gleichnamiges Restaurant<br />
erst im Juli seinen zweiten Stern bekommen<br />
hat – eine Premiere in Finnland.<br />
Schon 1987 stellte das Restaurant seine<br />
Kochkünste unter Beweis, als es den ersten<br />
Michelin-Stern überhaupt ins Land holte.<br />
Ein Gericht, das die Tester besonders beeindruckte,<br />
bestand aus rohen Garnelen,<br />
Paradeisern und gegrillten Jalapeños an<br />
Reserve-Kaviar, süßen Erbsen und Bioei.<br />
Feine Fische:<br />
Geräucherter<br />
Lachs ist ein<br />
Grundnahrungsmittel<br />
der Finnen.<br />
Einkehren und aufleben: Das zentral<br />
gelegene Hotel »St. George« ist eine<br />
stilvolle Basis für die Städtereise.<br />
Fotos: Finn Stock / Shutterstock, beigestellt, Elina Manninen & Keksit<br />
140 falstaff aug <strong>2022</strong>
Ungewöhnlich p ersönlich
gourmet / NORDISCHE HAUPTSTÄDTE<br />
FINNJÄVEL SALONKI* & FINNJÄVEL SALI<br />
Wenn sich ein Restaurant selbst beleidigt (mit<br />
»Finnenteufel« beschimpften früher Schweden<br />
Einwanderer aus dem Nachbarland), zeugt das von<br />
Leichtigkeit am Kochtopf – und Stolz auf die heimische<br />
Esskultur. Im Fine-Dining-Bereich »Salonki«<br />
mit nur zehn Tischen wird das feste Menü serviert,<br />
das eine Hommage an finnische Zutaten und<br />
Rezepte ist. Im »Sali« gibt’s dasselbe Grundkonzept<br />
in ungezwungener Atmosphäre und auch mittags.<br />
Ainonkatu 3, 00100 Helsinki,<br />
T: +358 300 472340, finnjavel.fi<br />
Das Hotel »Lilla<br />
Roberts« passt mit<br />
seiner Einrichtung<br />
im Industriechic<br />
gut ins umliegende<br />
Designviertel.<br />
HOTELS<br />
ST. GEORGE ****<br />
Das prächtige historische Gebäude nahe der<br />
Esplanade hat eine zentrale und dennoch ruhige<br />
Lage. Ganze 400 Kunstwerke in Zimmern und<br />
öffentlichen Bereichen, die Wellnessabteilung<br />
sowie die helle Einrichtung im nordischen Design<br />
machen das Hotel zu einer ansprechenden<br />
Ruheoase. DZ ab ca. 240 Euro<br />
Yrjönkatu 13, 00120 Helsinki<br />
T: +358 9 42460011, stgeorgehelsinki.com<br />
F6 ****<br />
Mia, die Inhaberin des 76 Zimmer starken<br />
Boutique hotels, tut alles dafür, um ihren Gästen<br />
ein Gefühl von Zuhause zu vermitteln: von den<br />
einladenden Zimmern mit dem richtigen Hauch<br />
Gemütlichkeit über die quirlige Lobby bis hin zum<br />
Innenhof, wo sie im Gewächshaus Kräuter fürs<br />
Frühstück anbaut. Die zentrale Lage eignet sich<br />
für Spaziergänge, aber man kann sich auch ein<br />
Fahrrad ausleihen. DZ ab ca. 230 Euro<br />
Fabianinkatu 6, 00130 Helsinki<br />
T: +358 9 68999666, hotelf6.fi<br />
LILLA ROBERTS *****<br />
Die Unterkunft bietet ihren Gästen nicht nur<br />
stylische Zimmer, sondern auch einen abgeschiedenen<br />
Innenhof zum Durchatmen und ein rund<br />
um die Uhr geöffnetes Fitnesscenter. In der<br />
hoteleigenen Bar »Lilla e« gönnen sich auch<br />
viele Passanten einen Cocktail, die auf dem Weg<br />
durch das nahe Designviertel vorbeikommen.<br />
DZ ab ca. 175 Euro<br />
Pieni Roobertinkatu 1, 00130 Helsinki<br />
T: +358 9 6899880, lillaroberts.com<br />
RESTAURANTS<br />
PALACE **<br />
Finnlands Gourmetpalast liegt im zehnten Stock<br />
eines modernistischen Gebäudes, das 1952 für<br />
die Olympischen Spiele erbaut wurde und einen<br />
atemberaubenden Hafenblick hat. Eero Vottonen<br />
und sein Team bieten ein raffiniertes Degustationsmenü<br />
(180 Euro zzgl. Getränke), bei dem<br />
moderne nordische Rezepte auf französische und<br />
japanische Einflüsse stoßen.<br />
Eteläranta 10, 00130 Helsinki<br />
T: +358 50 5020718, palacerestaurant.fi<br />
Das Homestyle-Frühstück im »F6« verspricht mit<br />
karelischen Piroggen einen guten Start in den Tag.<br />
NATURA<br />
Für sein Streben nach Nachhaltigkeit, Gemüse aus<br />
eigenem Anbau, die Verwendung von regionalen<br />
Zutaten und den Einsatz von traditionellen Zubereitungstechniken<br />
wie Fermentieren, Einlegen und<br />
Räuchern hat das naturverliebte Restaurant einen<br />
grünen Stern im »Guide Michelin« bekommen. Wer<br />
sich angesichts der Speisekarte nicht entscheiden<br />
kann, lässt sich vom Menü mit wahlweise vier,<br />
sieben oder 15 Gängen überraschen (ca. 40 bis<br />
90 Euro).<br />
Iso Roobertinkatu 11, 00120 Helsinki<br />
T: +358 40 6891111, restaurantnatura.com<br />
SEA HORSE<br />
Das 1934 eröffnete Restaurant im Süden von<br />
Helsinki ist eine kulinarische Institution. Mit Blick<br />
auf das namensgebende Wandgemälde mit zwei<br />
grafischen Seepferdchen genießt man finnische<br />
Klassiker wie gebackenen Hering, Fleischbällchen<br />
und Rindersteak nach Art des Hauses.<br />
Kapteeninkatu 11, 00140 Helsinki<br />
T: +358 9 628169, seahorse.fi<br />
CAFÉS & BARS<br />
FAZER CAFÉ<br />
Was für Wien das »Café Sacher« ist, ist für<br />
Helsinki das »Café Fazer«: Das 1891 eröffnete<br />
Lokal mit der markanten Glaskuppel ist ein Kaffeehaus<br />
mit Tradition. In der Vitrine stapeln sich<br />
süße und herzhafte Köstlichkeiten und im Shop<br />
nebenan gibt’s schön verpackte Schokospezialitäten,<br />
die sich als essbare Mitbringsel eignen.<br />
Kluuvikatu 3, 00100 Helsinki<br />
T: +358 20 7296702, fazer.com/visit-us<br />
EL FANT COFFEE & WINE BAR<br />
Gleich um die Ecke vom Stadtmuseum liegt diese<br />
hippe Adresse im angesagten Skandi-Style. Ob<br />
Muntermacher am Morgen, gesunde Stärkung zu<br />
Mittag, süße Versuchung am Nachmittag oder<br />
ein Gläschen Rosé am frühen Abend: Hier ist<br />
man immer gut aufgehoben.<br />
Katariinankatu 3, 00170 Helsinki<br />
T: +358 44 2369953, elfant.info<br />
VIN-VIN<br />
Im Herzen von Helsinki liegt diese schicke Weinbar<br />
mit dunklen Holzmöbeln und weichen Samtbänken.<br />
Das Sortiment besteht hauptsächlich<br />
aus Bioweinen von kleinen Produzenten.<br />
Kalevankatu 6, 00120 Helsinki<br />
T: +358 10 6668459, vin-vin.fi<br />
<<br />
Fotos: beigestellt<br />
142 falstaff aug <strong>2022</strong>
IKLIMA<br />
COOL DURCH<br />
DEN SOMMER<br />
Damit man während der Sommermonate einen kühlen Kopf bewahren<br />
kann und einem im Winter wohlig warm ist, hat man mit den Anlagen von<br />
iKlima den perfekten Begleiter gefunden.<br />
Mit der richtigen<br />
Klimaanlage fühlen<br />
sich sogar die<br />
Kleinsten wohl.<br />
ADVERTORIAL Foto: Daikin Airconditioning Central Europe HandelsgmbH<br />
Ob Einfamilienhaus, Dachgeschoß-Wohnung<br />
oder Bürogebäude<br />
– während der Sommermonate<br />
kann es in den Räumen<br />
extrem heiß werden. Mit einer Klimaanlage<br />
wird die Lebensqualität für sich und die<br />
ganze Familie gesteigert. Und auch in den<br />
beruflichen Räumlichkeiten sorgt man als<br />
Unternehmer wortwörtlich für gutes Klima<br />
und unterstützt das effektive Arbeiten der<br />
gesamten Mitarbeiter.<br />
WOHLIG WARM DURCH DIE<br />
KALTE JAHRESZEIT<br />
Schon gewusst? Klimaanlagen können nicht<br />
nur kühlen, sondern während der kalten<br />
Monate auch heizen! Besonders für Ferienhütten<br />
oder Wochenendhäuser bietet sich<br />
eine Klimaanlage bestens als Heizgerät an.<br />
Der Vorteil daran ist, dass es im Sommer<br />
angenehm kühl und im Winter schön warm<br />
ist und das alles mit nur einem Gerät. Die<br />
Klimaanlagen bieten sich außerdem optimal<br />
als Ersatz für einen ausgedienten<br />
Nachtspeicherofen an. Man benötigt lediglich<br />
Strom, was sich vor allem in jenen<br />
Regionen auszahlt, in denen keine andere<br />
Quelle zur Verfügung steht. Die Anlagen<br />
sind auch bequem per App steuerbar,<br />
sodass man schon vor der Ankunft die<br />
Raumtemperatur anpassen kann, bevor<br />
man das Haus überhaupt betreten hat.<br />
BESTENS BERATEN<br />
Auf der Suche nach einem service- und<br />
lösungsorientiertem Unternehmen, das<br />
österreichweit kostenfrei und auf individuellen<br />
Wunsch ein hochwertiges Klimagerät<br />
liefert und die Kunden mit einem Full-Service-Angebot<br />
zum Fixpreis betreut? Dann<br />
ist man bei iKlima genau richtig.<br />
Unser erfahrenes Team setzen auf eine<br />
persönliche Beratung, damit jedes Zuhause<br />
das perfekte Klimagerät für individuelle<br />
Anforderungen findet.<br />
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Nähere Informationen und<br />
Termin Vereinbarung unter iklima.at<br />
oder +43 676 3524892<br />
aug <strong>2022</strong> falstaff 143
gourmet / ISLAND<br />
EXOTE DES<br />
NORDENS<br />
Ausgeprägte Jahreszeiten, die isolierte Lage und eine komplexe, archaische<br />
Sprache machen Island zu einem Land der Extreme. Die vulkanische Landschaft<br />
prägt nicht nur den Lebensstil, sondern auch die Essgewohnheiten. Wer sich<br />
durch Island kostet, den erwarten Spezialitäten mit langer Tradition sowie mutige<br />
Experimente mit der neuen nordischen Küche. Eine Kostprobe der Hauptstadt<br />
Reykjavík und darüber hinaus.<br />
TEXT LISA ARNOLD<br />
Foto: Stone RF / Getty Images<br />
144 falstaff aug <strong>2022</strong>
Naturgewalten, so weit das Auge reicht:<br />
Island wartet mit einer faszinierenden<br />
Landschaft auf. Der Wasserfall Háifoss<br />
ist mit einer Fallhöhe von 122 Metern der<br />
dritthöchste des Landes.<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
145
gourmet / ISLAND<br />
Der Inselstaat Island zählt<br />
gerade einmal 366.000<br />
Einwohner – etwa so viel wie<br />
Linz und Salzburg zusammen.<br />
Ein Drittel davon lebt in<br />
Reykjavík, der nördlichsten Hauptstadt der<br />
Welt. Ihr Name bedeutet »rauchige Bucht«<br />
und geht auf den Dampf von heißen<br />
Quellen zurück. Die unwirkliche Vulkanlandschaft<br />
prägt nicht nur viele Begriffe,<br />
sondern die ganze Lebensart und damit<br />
auch die Küche der Isländer.<br />
Die Slow-Food-Bewegung führt unter<br />
dem Namen »Ark of Taste« eine Liste mit<br />
traditionellen Spezialitäten aus aller Welt,<br />
die vom Aussterben bedroht sind. Das<br />
Verzeichnis ist ein verlässlicher Indikator<br />
für Gerichte, die man vor Ort probieren<br />
sollte, solange es noch möglich ist. Unter<br />
den 23 isländischen Einträgen sind fermentierter<br />
Haifisch (Kæstur hákarl) und das<br />
Fladenbrot »Laufabrauð«, das gerne in der<br />
Weihnachtszeit gebacken wird.<br />
Auch der magere Frischkäse »Skyr«,<br />
den schon die Wikinger aus Kuh- oder<br />
Schafmilch zubereiteten, ist dort gelistet.<br />
Angeblich haben nur drei Betriebe Zugriff<br />
auf die Originalrezeptur. Ein weiterer<br />
Passagier der »Arche des Geschmacks«<br />
ist die Islandziege: Von dieser ältesten<br />
Ziegenrasse Europas gibt es nur noch<br />
ein paar Hunderte, die meisten auf<br />
dem Bauernhof Háafell.<br />
Im Hochland haben die<br />
Schafe viel Platz zum Grasen.<br />
Die vielseitige Ernährung<br />
verleiht ihrem Fleisch ein<br />
besonderes Aroma, das an<br />
Wild erinnert.<br />
Das »Óx« verspricht große Gourmeterlebnisse<br />
im kleinen Rahmen: Nur<br />
elf Gäste finden dort Platz. Kürzlich<br />
erhielt es seinen ersten Stern.<br />
DIE KRAFT AUS DER<br />
KRUSTE<br />
Wenn einer weiß, wie man aus dem<br />
kulinarischen Erbe des Landes das<br />
Maximum herausholt, dann ist das Thrainn<br />
Freyr Vigfusson. Seit 2017 betreibt er die<br />
beiden Restaurants »Óx« und »Sümac«,<br />
die als Doppelgestirn an derselben Adresse<br />
begannen. Ein ungleicheres Paar hat<br />
Reykjavík wohl noch nicht gesehen: Während<br />
das »Sümac« libanesische Kreationen<br />
mit viel Gemüse in den hohen Norden holt<br />
und überwiegend Locals eine kulinarische<br />
Reise bietet, verspricht das »Óx« mit seinem<br />
20-gängigen Verkostungsmenü einen eindrucksvollen<br />
Streifzug durch die gehobene<br />
isländische Küche, die vor allem Reisende<br />
begeistert. »Destination Foodies« nennt<br />
Vigfusson seine internationalen Gäste.<br />
Fotos: Image Source / Getty Images, Shutterstock, beigestellt, Moment RF / Getty Images<br />
146 falstaff aug <strong>2022</strong>
MIT DER HITZE AUS<br />
DEM ERDINNEREN<br />
BACKEN DIE ISLÄNDER<br />
»GEYSIRBROT« UND<br />
BEHEIZEN WOHN- UND<br />
GEWÄCHSHÄUSER –<br />
KLIMANEUTRAL.<br />
als nachhaltige Energiequelle im Anbau von<br />
Obst und Gemüse. Es ist kein Hindernis<br />
mehr, dass der Inselstaat selbst im Sommer<br />
kaum Außentemperaturen über 20 Grad<br />
verzeichnet: Mittels Geothermie werden<br />
Gewächshäuser beheizt und beleuchtet –<br />
und zwar klimaneutral. So gedeihen ganzjährig<br />
Tomaten, Gurken, Paprika und Gartensalat,<br />
aber auch Beeren und Bananen.<br />
Vor der Gründung seiner eigenen Restaurants<br />
arbeitete Vigfusson im Restaurant<br />
»Lava« an der berühmten Blauen Lagune<br />
auf der Reykjanes-Halbinsel. Auch dieses<br />
Thermalbad verdankt seine Wärme der<br />
Aktivität in der Erdkruste. In der Tiefe von<br />
2000 Metern kann das Wasser 240 Grad<br />
heiß werden. Zuerst wird die Energie zur<br />
Stromerzeugung und für Fernwärme genutzt,<br />
bevor das nur mehr 37 bis 42 Grad<br />
warme Wasser – quasi als Abfallprodukt –<br />
in das Lavafeld abfließt.<br />
<<br />
»Genau genommen haben wir nur einen<br />
Tisch mit elf Plätzen. Die Einrichtung<br />
stammt vom Bauernhof meiner Großeltern«,<br />
sagt der Küchenchef. »Die Gäste<br />
sitzen um die offene Küche herum. Das war<br />
meine Vision von Anfang an: die Gerichte<br />
selbst zu servieren und in Kontakt mit den<br />
Gästen zu sein.«<br />
Ein Signature-Gericht besteht aus<br />
Räucherforelle, Skyr sowie Roggenbrot, das<br />
mit geothermischer Energie gebacken wird.<br />
Dafür kommt der Teig für das »Rúgbrauð«<br />
oder auch »Geysirbrot« in einen Tontopf,<br />
der in der Nähe von heißen Quellen vergraben<br />
wird, und nach etwa 24 Stunden<br />
Dünsten ist das weiche Gebäck fertig.<br />
Mit der Hitze aus dem Erdinneren beheizen<br />
die Isländer nicht nur seit gut hundert<br />
Jahren ihre Häuser, sondern sie dient auch<br />
Egal ob Kabeljau, Schellfisch,<br />
Heilbut oder Seewolf: Schon<br />
die Wikinger haben Fisch<br />
mittels Trocknen haltbar<br />
gemacht.<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
147
gourmet / ISLAND<br />
<<br />
Doch die Blaue Lagune ist bei<br />
Weitem nicht das einzige Spa mit Erdwärme<br />
in Island. Erst im Mai hat bei Akureyri<br />
die »Forest Lagoon« eröffnet: ein 1300<br />
Quadratmeter großer Wellnesskomplex mit<br />
zwei Infinitypools, Bars am Wasser, Sauna<br />
und Gastronomie. Im Gegensatz zur Blauen<br />
Lagune ist es in die Landschaft mit Felsen<br />
und Wald eingebettet. Und das ist in Island<br />
keine Selbstverständlichkeit: Weniger als<br />
ein Prozent der Landfläche ist von Wald<br />
bedeckt – die geringste Bewaldung in ganz<br />
Europa.<br />
Auf den ungleich weiter verbreiteten<br />
Hochweiden grasen im hellen Halbjahr<br />
die Islandschafe. Mit etwa 400.000 Tieren<br />
machen sie den Großteil der isländischen<br />
Nutztiere aus. Während des langen Winters<br />
werden sie drinnen gehalten, doch im<br />
Frühling geht’s mit den neugeborenen Lämmern<br />
an die frische Luft. Sie streifen auf<br />
den Bergweiden frei umher und ernähren<br />
sich von Gras, Kräutern und Beeren. Diese<br />
Diät macht das isländische Lammfleisch<br />
außergewöhnlich aromatisch und zart. Es<br />
verleiht ihm einen unverwechselbaren, wildähnlichen<br />
Geschmack, und das Probieren<br />
Heimaey und<br />
die restlichen<br />
Westmännerinseln<br />
liegen südöstlich<br />
von Reykjavík. Dort<br />
kocht Gísli Matt<br />
(im Kreis unten) im<br />
Familienrestaurant<br />
»Slippurinn«.<br />
der traditionellen Lammfleischsuppe<br />
(Kjötsúpa) ist im Islandurlaub Pflicht.<br />
Die berühmte Blaue<br />
Lagune verdankt ihr<br />
warmes Wasser der<br />
Geothermie und ihre<br />
herrliche Farbe den<br />
kieselsäurehaltigen<br />
Algen.<br />
WO GUTER GESCHMACK IN<br />
DER FAMILIE LIEGT<br />
Zu den kreativen Köpfen der jungen<br />
isländischen Kochelite zählt auch Gísli<br />
Matthías Auðunsson. Er stammt von<br />
den Vestmannaeyjar, einem vulkanischen<br />
Archipel mit gut 4300 Einwohnern, ist<br />
jedoch in Reykjavík aufgewachsen. »Auf<br />
den Westmännerinseln fühlt es sich an, als<br />
ob die Tage mehr Stunden hätten«, sagt er.<br />
Seit 2012 betreibt er zusammen mit seinen<br />
Eltern und einer älteren Schwester das<br />
Restaurant »Slippurinn« (dt. Bootsrampe)<br />
am Hafen von Heimaey, der größten und<br />
einzigen ständig bewohnten Insel des<br />
Archipels. »Wir kochen mit lokalen<br />
Zutaten und Techniken aus aller Welt«,<br />
sagt Gísli Matt, wie er sich selbst nennt.<br />
»Im Zentrum stehen Fisch und Meeresfrüchte,<br />
denn mein Vater Auðunn arbeitet<br />
seit 50 Jahren als Fischer und bringt den<br />
Fang des Tages.«<br />
<<br />
Fotos: Moment RF / Getty Images, Karl Petersson, Blue Lagoon Iceland<br />
148 falstaff aug <strong>2022</strong>
DIGITAL<br />
VORAUS<br />
KATTUS VERTRAUT AUF DIE DIGITALE KOMPETENZ<br />
VON MAGENTA BUSINESS.<br />
Das österreichische Familienunternehmen KATTUS produziert Schaumwein mit<br />
höchster Qualität und ist langjähriger Kunde von Magenta Business. Neben einer<br />
flexiblen Pool-Lösung setzt KATTUS auf eine All-In-Communication-Lösung,<br />
die Mobilfunk und Festnetz in einem cloudbasierten Telefonie-System vereint.<br />
Erfahren Sie, wie Magenta Business auch Ihr Unternehmen mit innovativen<br />
Lösungen unterstützen kann, unter 0800 676 800 oder magentabusiness.at
gourmet / ISLAND<br />
<<br />
Zum zehnjährigen Jubiläum des<br />
»Slippurinn« gab es eine große Feier für den<br />
ganzen Ort, die gleichzeitig auch als Releaseparty<br />
für das 2021 erschienene Buch »Slippurinn:<br />
Recipes and Stories from Iceland«<br />
diente (nur auf Englisch, Phaidon Verlag).<br />
Die Gaststätte hat jeweils von Mai bis<br />
September geöffnet. »Jede Saison starten<br />
wir mit neuem Personal und haben den<br />
Eindruck, ein neues Restaurant zu eröffnen.<br />
Aus aller Welt finden ehrgeizige Köche den<br />
Weg zu uns, die miterleben wollen, wie rasant<br />
sich die isländische Natur im Sommer<br />
verändert und wie man unter so extremen<br />
Bedingungen lokal und im Takt der Jahreszeiten<br />
arbeitet.«<br />
Gísli Matt schätzt den internationalen<br />
Austausch unter Küchenprofis: Er hat selbst<br />
zahlreiche Winter in ausländischen Küchen<br />
verbracht, um sich weiterzubilden und den<br />
Großstadtpuls zu erleben. »Wenn man weggeht,<br />
lernt man überraschend viel über sein<br />
eigenes Land«, sagt er. »Beim Praktikum im<br />
New Yorker Drei-Sterne-Restaurant ›Eleven<br />
Madison Park‹ ist mir aufgefallen, wie<br />
Blätter von Küsten-Blauglöckchen teuer aus<br />
KÖCHE AUS ALLER<br />
WELT WOLLEN<br />
MITERLEBEN, WIE MAN<br />
UNTER SO EXTREMEN<br />
BEDINGUNGEN LOKAL<br />
UND SAISONAL<br />
ARBEITET.<br />
Alaska importiert wurden. In Island wächst<br />
diese nach Austern schmeckende Pflanze<br />
wild, es hat sie damals nur niemand verwendet.<br />
Mittlerweile steht sie im ›Slippurinn‹<br />
immer auf der Karte.«<br />
Obwohl Gísli Matt seit einigen Jahren mit<br />
Frau und Kindern wieder auf den Westmännerinseln<br />
lebt, kommt er geschäftlich regelmäßig<br />
in die Hauptstadt. 2015 gründete<br />
er dort das »Matur og Drykkur«,<br />
stieg jedoch aufgrund<br />
von Unstimmigkeiten mit<br />
den Geschäftspartnern<br />
nach einem Jahr wieder<br />
aus. Seitdem kooperiert er lieber mit Menschen,<br />
die ihm nahestehen. Neben seiner Familie<br />
sind das zwei Freunde, mit denen er im<br />
Foodcourt »Hlemmur Mathöll« das Bistro<br />
»Skál« eröffnet hat. Dort steht seit dem<br />
ersten Tag gebackener Seesaibling mit Kartoffelpüree,<br />
Fenchel, Kapern-Zwiebel-Butter<br />
und Mandeln auf der Speisekarte. Zu diesem<br />
Signature-Gericht empfiehlt er Bier aus<br />
einer isländischen Brauerei, etwa von »Borg<br />
Brugghús« oder »Húsavík Öl«.<br />
Wenn Gísli Matt Inspiration für<br />
seine kulinarischen Projekte sucht, geht<br />
er in die Markthalle Kolaportið in Reykjavík,<br />
die jeden Samstag und Sonntag aufsperrt.<br />
An einen Flohmarkt mit allerlei<br />
Kuriosem schließt dort ein Lebensmittelmarkt<br />
»wie aus einer anderen Zeit« an:<br />
»Es gibt Dinge, die man in den Geschäften<br />
längst nicht mehr findet, zum Beispiel fermentierten<br />
Walspeck oder<br />
Eier von Meeresvögeln.<br />
Die Gespräche mit den<br />
älteren Verkäufern<br />
bringen mich immer<br />
auf neue Ideen.«<br />
<<br />
Im »Slippurinn«, das nur<br />
während der warmen<br />
Jahreshälfte geöffnet<br />
ist, dreht sich alles um<br />
die essbaren Schätze der<br />
isländischen Landschaft.<br />
Fotos: Karl Petersson<br />
150 falstaff aug <strong>2022</strong>
BIO<br />
DIVERSITÄT<br />
LEBT VON UNSEREM HÖCHSTEN<br />
BIO WISSEN<br />
Je mehr verschiedene Tiere und Pflanzen unsere Landschaften bereichern, je mehr Vielfalt über<br />
und unter der Erde herrscht, je mehr Arten und Sorten die verschiedenen Lebensräume beleben,<br />
desto besser ist es um die Biodiversität bestellt. Wenn unsere Bauern und Bäuerinnen dieses<br />
Wissen über den Nutzen der Vielfalt umsetzen, dann kommt es allen zugute: den Bienen, den<br />
selten gewordenen Schmetterlingen genauso wie den zahlreichen kleinen Helferlein im Boden.<br />
Letztendlich aber unserer Ernte – und das schmeckt man.<br />
Weitere Infos auf janatuerlich.at<br />
Gibt’s bei:
gourmet / ISLAND<br />
für umgerechnet 40 Euro ungehemmt schlemmen.<br />
Es gibt den Fang des Tages in allerlei Darreichungsformen.<br />
Gegessen wird an langen Holztischen, Schulter<br />
an Schulter mit anderen Gästen, Gespräche ergeben<br />
sich mühelos. Auch mittags lohnt ein Stopp, um<br />
beispielsweise die grandiose Fischsuppe zu probieren.<br />
Neðstakaupstað, 400 Ísafjörður, T: +3544564419<br />
STRIKIÐ<br />
Im 18.000-Seelen-Ort Akureyri im Norden von<br />
Island dient der »Strich« als vielseitiger Treffpunkt<br />
für Brunch, Dinner und Happy Hour.<br />
Im fünften Stock eines nüchternen Bürogebäudes.<br />
eröffnet sich ganz unverhofft<br />
eine Penthouse-artige Lounge<br />
mit großzügiger Dachterrasse und<br />
Blick auf den Fjord Eyjafjörður.<br />
Skipagata 14, 600 Akureyri<br />
T: +3544627100, strikid.is<br />
Schon Bill Clinton hat sich in<br />
Reykjavík eines der »besten<br />
Würstchen der Stadt« gegönnt.<br />
Seitdem heißt ein Hotdog mit<br />
Senf dort »Clinton«.<br />
HOTELS<br />
HOTEL BORG****<br />
Islands allererstes Luxushotel wurde 1930 eröffnet<br />
und hat seinen Art-déco-Stil trotz mehrerer Renovierungen<br />
weitestgehend beibehalten. Direkt am grünen<br />
Platz Austurvöllur, hat man das Parlament und den<br />
klassizistischen Dom als Nachbarn. DZ ab ca. 200 Euro<br />
Pósthússtræti 11, 101 Reykjavík<br />
T: +354 551 1440, keahotels.is/hotel-borg<br />
ION ADVENTURE HOTEL***<br />
Das Designhotel ist geografisch und optisch in die<br />
verwunschene Lavalandschaft des Thingvellir-Nationalparks<br />
eingebettet, der zum UNESCO-Welterbe gehört.<br />
Es verfügt über einen warmen Außenpool mit<br />
fesselnder Aussicht, Gastronomie und einen Wellnessbereich.<br />
Ideale Basis für Naturerlebnisse – ob Nordlichtjagd,<br />
Wanderung oder Angeln. DZ ab ca. 300 Euro<br />
Nesjavellir, 801 Nesjavellir<br />
T: +354 482 3415, ionadventure.ioniceland.is<br />
RESTAURANTS<br />
DILL<br />
Im landesweit ersten Restaurant mit einem Michelin-Stern<br />
leistet Gunnar Karl Gíslasson seit 2009<br />
Pionierarbeit. Seine Interpretation der neuen nordischen<br />
Küche bezeichnet er als »unorthodox«. Die<br />
Gänge des Verkostungsmenüs spiegeln die Jahreszeiten<br />
wider und werden aufwendig und kreativ<br />
präsentiert. Dazu fließen überwiegend Naturweine.<br />
Laugavegur 59, 101 Reykjavík<br />
T: +354 552 1522, dillrestaurant.is<br />
ÓX<br />
Küchenchef Thrainn Freyr Vigfusson setzt isländisches<br />
Fine Dining ganz radikal um: Die dreistündige<br />
Gourmetshow umfasst 20 Gänge, die jeweils elf<br />
glücklichen Gästen an<br />
einem L-förmigen Tisch um<br />
eine offene Küche serviert werden.<br />
Vor Kurzem wurde diese herausragende Küchenleistung<br />
erstmals mit einem Michelin-Stern honoriert.<br />
Laugavegur 55, 101 Reykjavík, ox.restaurant<br />
MATUR OG DRYKKUR<br />
Bei »Essen und Trinken« werden alte Rezepte neu<br />
interpretiert. Aus heimischen Zutaten entstehen einfallsreiche<br />
Gerichte, die in der isländischen Kochtradition<br />
verankert sind – serviert als sechsgängiges<br />
Verkostungsmenü. Das Restaurant ist nicht umsonst<br />
nach einem Kochbuch benannt, das die Kochgewohnheiten<br />
des Landes seit 1947 prägt. Nostalgisch ist<br />
auch das Lokal in der fast hundertjährigen Fischfabrik.<br />
Grandagarður 2, 101 Reykjavík<br />
T: +354 571 8877, maturogdrykkur.is<br />
FISKFÉLAGIÐ – FISH COMPANY<br />
Im stylisch eingerichteten Keller mit dunklen Steinwänden,<br />
schwarzen Möbeln und Design-Farbtupfern<br />
werden die Gäste auf eine kulinarische Reise durch<br />
ganz Island entführt. Zur Wahl stehen Verkostungsmenüs<br />
mit drei bis fünf Gängen und ausgeklügelte<br />
Gerichte nach Karte.<br />
Vesturgötu 2a, Grófartorg, 101 Reykjavík<br />
T: +354 552 5300, fiskfelagid.is<br />
SLIPPURINN<br />
Von Reykjavík fährt man zwei Stunden durch die malerische<br />
Landschaft und setzt von Landeyjahöfn auf<br />
die Westmännerinseln über. In einer ehemaligen Werkstatthalle<br />
am Hafen zaubert der Familienbetrieb von<br />
Mai bis September Köstlichkeiten aus lokalen Zutaten.<br />
Strandvegur 76, 900 Vestmannaeyjabær<br />
T: +354 481 1515, slippurinn.com<br />
TJÖRUHÚSIÐ<br />
Beim abendlichen Buffet im »Teerhaus« kann man<br />
CAFÉS & SNACKS<br />
MATHÖLL HLEMMUR<br />
Der 2017 eröffnete Foodcourt in einer<br />
ehemaligen Buswartehalle vereint acht<br />
Gastronome unter einem Dach. Der Hunger<br />
auf Herzhaftes wird mit Tacos, Steaks,<br />
Pizza, vietnamesischem Streetfood oder isländischen<br />
Gerichten gestillt. Danach warten Eis, süße<br />
Teilchen und Kaffee aus einer städtischen Rösterei.<br />
Laugavegur 107, 105 Reykjavík<br />
T: +354 787 6200, hlemmurmatholl.is<br />
LOKI<br />
Das unscheinbare Lokal bietet einen Crashkurs in<br />
Sachen isländische Spezialitäten: allerlei Roggenbrot-Schnittchen<br />
mit Fisch, Lammsuppe u.v.m. Die<br />
wahren Highlights sind aber die Desserts, darunter<br />
Skyr und die Spezialität des Hauses: Roggenbroteis<br />
mit Schlagsahne. Aus der zweiten Etage hat man<br />
einen guten Blick auf die monumentale Hallgrímskirche<br />
gegenüber.<br />
Lokastígur 28, 101 Reykjavík<br />
T: +354 466 2828, loki.is<br />
BÆJARINS BEZTU PYLSUR<br />
Am Rand der Altstadt verspricht dieser Hotdog-Stand<br />
von 1937 »die besten Würstchen der Stadt«. Sein<br />
Kultstatus gibt ihm recht: Sogar Bill Clinton hat sich<br />
hier schon gestärkt. Landestypisches Lammfleisch<br />
verleiht den Würstchen ihren charakteristischen Geschmack.<br />
Inzwischen gibt es sechs weitere Filialen.<br />
Tryggvagata 1, 101 Reykjavík<br />
T: +354 511 1566, bbp.is<br />
MÓÐIR JÖRÐ<br />
Bei »Mutter Erde« ist der Name Programm: Zur Erntezeit<br />
im August und September wird mittags ein<br />
vegetarisches Büffet aus frischem Freilandgemüse<br />
aufgetischt. Die Zutaten kommen vom benachbarten<br />
Bauernhof Vallanes. Wer sich in die Landschaft von<br />
Ostisland verliebt hat, kann vor Ort auch übernachten.<br />
Das B&B bietet von April bis Oktober rustikale<br />
Zimmer mit Kulinarik an.<br />
Vallanes, 701 Egilsstaðir<br />
T: +354 471 1747, modirjord.is<br />
<<br />
Fotos: beigestellt<br />
152 falstaff aug <strong>2022</strong>
AMA<br />
MEHR WERTSCHÄTZUNG<br />
Weil das, was selbstverständlich scheint, eben nicht selbstverständlich ist:<br />
Lebensmittel sind wertvoll und sollten dementsprechende Wertschätzung erfahren.<br />
Die Rolling Stones müssen es nicht<br />
mehr tun. Placido Domingo<br />
muss es ebenso wenig. Auch der<br />
84-jährige Milchbauer Josef, der<br />
seinen Hof längst an die Tochter übergeben<br />
hat, bräuchte nicht mehr zu arbeiten. Sie, ja<br />
genau Sie, liebe Leserinnen und Leser.<br />
Sie kümmern sich zusätzlich zu Ihren<br />
Berufen ehrenamtlich um alte Menschen,<br />
trainieren eine Fußballmannschaft, oder<br />
engagieren sich anderweitig für die Gesellschaft.<br />
Und dann, nach einem anstrengenden<br />
Tag, tun Sie sich noch immer die Arbeit<br />
an, für Freunde ein gutes Abendessen vorzubereiten.<br />
Das ist auch nicht im Handumdrehen<br />
erledigt.<br />
Landwirtschaft arbeiten, tun, können wir<br />
nur tun, weil die Bäuerinnen und Bauern<br />
tagtäglich unsere Lebensmittel erzeugen.<br />
Dafür müssen wir nicht dankbar sein im<br />
Sinne von »Sag der netten Tante Danke für<br />
die Schokolade.« Aber wir sollten es wertschätzen.<br />
Wir sollten wertschätzen, was wir<br />
hierzulande haben, von welch hervorragender<br />
Qualität die Lebensmittel sind, die wir<br />
uns täglich mit gedankenloser Selbstverständlichkeit<br />
einverleiben. Wir sollten die<br />
Lebensmittel wertschätzen und die Leis-<br />
tung, die dahintersteht. Schon aus ganz<br />
eigenem Interesse sollten wir das tun. In<br />
den letzten 50 Jahren hat sich die Zahl der<br />
Landwirte in <strong>Österreich</strong> halbiert. Und jedes<br />
Jahr werden es noch weniger.<br />
Das Ticket für Herrn Domingo kostet<br />
Geld. Doch ohne eine entsprechende Wertschätzung<br />
seiner Leistung gäbe es kein<br />
Ticket zu kaufen. Lebensmittel kosten Geld.<br />
Doch was eigentlich zählt, ist der Wert.<br />
Genauer: Die Wertschätzung für Lebensmittel<br />
und für jene, die sie herstellen.<br />
ADVERTORIAL Fotos: © Netzwerk Kulinarik / wildbild.at; Shutterstock<br />
DIE WAHREN GRÜNDE<br />
Für sie alle, die Stones, ihre Familie,<br />
den alten Bauern und Sie,<br />
werte Leserschaft, gibt es einen<br />
entscheidenden Grund, diese Dinge<br />
mit Hingabe zu tun. Und in<br />
diesem Fall ist es, wenn auch aus<br />
ganz unterschiedlichen Gründen,<br />
nicht das Geld. Es ist die Wertschätzung,<br />
die andere dieser Arbeit entgegenbringen.<br />
Das gute Gefühl, etwas für die<br />
Gemeinschaft getan zu haben, anderen<br />
Freude zu bereiten oder ihnen nützlich zu<br />
sein. Das ehrliche Lob fürs gelungene<br />
Abendessen, der Jubel nach dem gewonnenen<br />
Spiel, der Applaus am Ende des Auftritts.<br />
Das entschädigt für so manche Frustration<br />
und für viele Rückschläge.<br />
Wer reich werden will, wird nicht Bäuerin<br />
oder Bauer. Landwirt ist ein Beruf mit einer<br />
Sieben-Tage-Woche, und jeden Tag wird von<br />
Sonnenauf- bis oft weit nach Sonnenuntergang<br />
gearbeitet. Landwirt ist ein Beruf, bei<br />
dem es keine zwei Wochen Urlaub im Sommer<br />
gibt und keine arbeitsfreien Feiertage.<br />
Ein Beruf mit viel Verantwortung für Pflanzen<br />
und Tiere, für Umwelt und die Mitmenschen.<br />
Und alles was wir, die wir nicht in der<br />
INFO<br />
Weitere Informationen unter<br />
amainfo.at<br />
aug <strong>2022</strong> falstaff 153
gourmet / ESSAY<br />
GUT GEHT ES<br />
DÄNEN …<br />
… und denen, denen Dänen nahestehen. Der alte Kalauer wird alle Jahre<br />
wieder mit der Liste der glücklichsten Nationen der Welt bestätigt. Autor<br />
und Gastrokritiker Severin Corti weiß aus eigener Erfahrung, warum die<br />
Dänen ganz offiziell am glücklichsten sind.<br />
Beschissenes Wetter, doppelt so<br />
viele Schweine wie Einwohner,<br />
dazu noch Fantasiepreise für<br />
alles vom Hotelzimmer bis zum<br />
kleinen Bier – von den notorisch<br />
hohen Steuern gar nicht zu reden: Man<br />
kann sich schon wundern, wie die Dänen es<br />
schaffen, alle Jahre wieder als glücklichstes<br />
Volk des Planeten gewertet zu werden.<br />
Auf den ersten Blick spricht wahrhaftig<br />
wenig dafür, den Nordfrauen und -männern<br />
irgendetwas neidig zu sein. Okay, sie haben<br />
die vielleicht aufregendsten Spitzenrestaurants<br />
des Planeten auch abseits der beiden Wunderbuden<br />
»Noma« und »Geranium« – aber<br />
sonst? So gut wie kein gastronomischer Mittelbau,<br />
nicht existente Landgasthäuser, auch<br />
keine Wochenmärkte mit Qualitätsviktualien<br />
für die Selbstversorgung. In Wahrheit gibt es<br />
verdammt viele Gründe, da oben trübsinnig<br />
zu werden, gerade in kulinarischer Hinsicht.<br />
Und dennoch sind die Wikinger auf eine<br />
Art mit sich und ihrem Schicksal im Reinen,<br />
die durchaus Anlass zum Nachdenken gibt.<br />
Wie das geht? Die Kultur ist da stets ein<br />
guter erster Anhaltspunkt.<br />
Dass sie die aufregendsten Netflix-Serien<br />
des Kontinents machen und auch bei klassischen<br />
Filmen international begehrtes Talent<br />
zum Storytelling beweisen, hat sich auch bei<br />
uns längst herumgesprochen. Auch, dass die<br />
Kultur des Wohnens und das Bewusstsein<br />
für qualitätsvolle Möbel seit Jahrhunderten<br />
Teil des Selbstverständnisses sind, wissen wir<br />
dank der globalen Designklassiker von Arne<br />
Jacobsen, Louis Poulsen, Poul Kjærholm<br />
oder Hans J. Wegner. Dass diese Ikonen der<br />
Moderne in den Wohnungen und Häusern<br />
ganz Dänemarks ebenso selbstverständlich<br />
Teil der Einrichtung sind wie in unseren<br />
Breiten das »Billy«-Regal einer etwas<br />
anderen skandinavischen Möbelmanufaktur,<br />
wissen wir schon weniger.<br />
Sogar dänische Ämter, kommunale Kindergärten,<br />
Schulen und Bibliotheken sind<br />
ganz selbstverständlich – und bis ins kleinste<br />
Provinznest – mit Ikonen des nordischen<br />
Designs möbliert. Natürlich, weil diese<br />
Möbel Teil des nationalen Selbstverständnisses<br />
sind. Aber auch, weil gewisse Standards<br />
an die Qualität des öffentlichen Raums im<br />
Heimatland von Hygge und Design eben<br />
nicht unterschritten werden. Dass es glücklich<br />
macht, in einer wirklich schönen Schule<br />
zu lernen, in einem wirklich schönen Standesamt<br />
zu heiraten – oder auch nur in einer<br />
wirklich gut gemachten Polizeistation sein<br />
Organstrafmandat zu beeinspruchen,<br />
können sich unsereins von Amts wegen zu<br />
Billigmöblage Verurteilte nur vorstellen.<br />
Foto: John Gay / Mary Evans / picturedesk.com, Johannes Kernmayer<br />
154 falstaff aug <strong>2022</strong>
SEVERIN CORTI<br />
ist zweifelsohne einer der<br />
profiliertesten Gastro-<br />
Kritiker und Gourmet-<br />
Journalisten des Landes.<br />
In seinem »Küchenzettel«<br />
(S. 184) beschreibt der<br />
Autor in jeder <strong>Falstaff</strong>-<br />
Ausgabe Gerichte mit<br />
Geschichte – Rezept<br />
inklusive.<br />
Spitzbergen-Linie<br />
Designqualität im öffentlichen Raum schön<br />
und gut: Irgendwo müssen die ganzen Horrorsteuern,<br />
die da oben angeblich fällig werden,<br />
ja hininvestiert werden. Aber wie soll<br />
sich die ein Durchschnittsdäne leisten können?<br />
Das Durchschnittsgehalt kann dafür<br />
wertvolle Hinweise geben. Während es in<br />
unseren Breiten als gottgegeben hingenommen<br />
wird, dass Schlüsselarbeitskräfte der<br />
entwickelten Gesellschaft wie Krankenschwestern,<br />
Pflegepersonal, Kindergärtner,<br />
Supermarktkassiererinnen und andere »klassische<br />
Frauenjobs« nun einmal, leider, leider<br />
nicht einmal ansatzweise anständig bezahlt<br />
werden, schätzen die Dänen eine diametral<br />
andere Sicht der Dinge: Wer ordentlich<br />
arbeitet, muss ordentlich bezahlt werden.<br />
Die Supermarktkassiererin geht deshalb bald<br />
einmal mit 3000 Euro nach Hause, die<br />
Krankenschwester sowieso. Wäre ja noch<br />
schöner: Arbeit machen, die sich sonst<br />
keiner antun will – und dann im ewigen<br />
Nord-Winter nicht einmal nach Thailand<br />
entfliehen dürfen? Sicher nicht.<br />
LIEBEND GERNE<br />
STEUERN ZAHLEN<br />
Solche Wertschätzung macht glücklich, und<br />
zwar ein Leben lang. Ordentliche Gehälter,<br />
gerade auch im öffentlichen Dienst und der<br />
kommunalen Verwaltung, kosten natürlich.<br />
DIE DÄNEN HABEN<br />
WIRKLICH VIELE<br />
GRÜNDE, SICH<br />
GEGENSEITIG ZU<br />
IHREM GLÜCK ZU<br />
GRATULIEREN.<br />
Für diese Kosten kommen die Dänen aber<br />
sehr gerne auf. Steuern zahlen gilt im hohen<br />
Norden nicht als lästige Pflicht, die man im<br />
Zweifel lieber den anderen überlässt – und,<br />
wie in unseren Breiten üblich, vorzugsweise<br />
jenen, die es sich nicht richten können. Die<br />
hohe Steuerlast gilt vielmehr allen als<br />
Garant für die Sicherung des einzigartig<br />
hohen Lebensstandards, und damit als<br />
Fundament des Glücks.<br />
Apropos Frauen: Im Land der Wikinger<br />
ist die Stellung der hierorts immer noch<br />
gerne als »schwaches Geschlecht« niedergehaltenen<br />
Weiblichkeit seit Urzeiten eine<br />
extrem starke. Die gläserne Decke mag im<br />
Rest Europas grausame Realität sein – in<br />
Dänemark ist sie ein Fremdwort. Schon zu<br />
der Zeit, als die Männer mit den behörnten<br />
Helmen ganz Europa und den Rest der Welt<br />
mit ihren Raubzügen und Eroberungen in<br />
Angst und Schrecken versetzten, waren die<br />
eigentlich Mächtigen jene, die zuhause bleiben<br />
durften: Die Frauen der Wikinger hatten<br />
ganz eindeutig die Hosen an – ihnen<br />
mussten all die Schätze und Preziosen, das<br />
Gold und die Gewürze zur Verwaltung und<br />
Verwahrung ausgehändigt werden, die auf<br />
den Plünderfahrten mittels wildem Gebrüll<br />
und grundsätzlicher Angstbefreitheit erbeutet<br />
worden waren. Daheim hatten die Frauen<br />
das Sagen. Dass sich das bis heute erhalten<br />
hat, zeigt die Tradition weiblicher Staatenlenker<br />
von Königin Margrethe und<br />
Premierministerin Mette Frederiksen –<br />
Birgitte Nyborg aus der Kultserie »Borgen«<br />
hat jede Menge Vorbilder im echten Leben.<br />
Wie lässt sich eine so starke Identität und<br />
Gemeinsamkeit im Staatsganzen aufrecht<br />
erhalten? Eine lange Tradition, im Zweifel<br />
auf der richtigen Seite der Geschichte zu<br />
stehen, hilft bei der Ausformung eines<br />
gesunden Patriotismus ebenso wie ein starker<br />
sozialer Impetus, auf dem Weg in die<br />
Zukunft möglichst niemanden zurückzulassen.<br />
Dass die geografische Lage und damit<br />
einhergehend die meteorologische Situation<br />
ebenso wie eine über Jahrhunderte dezidiert<br />
protestantische Herangehensweise an den<br />
leiblichen Genuss nicht eben zu großer<br />
Anziehungskraft für Migranten geführt hat,<br />
half bei der Ausformung einer sehr homogenen<br />
Gesellschaft, die mit sich im Reinen<br />
ist. Das hat sich erst vor wenigen Jahren mit<br />
den großen Flüchtlingswellen geändert, als<br />
die Sozialleistungen des Königreichs für<br />
er heblichen Zustrom sorgten – und zu<br />
durchaus unschönen Bemühungen, das<br />
Glück der Dänen auch fürderhin nur solchen<br />
zukommen zu lassen, die auch tatsächlich im<br />
Königreich geboren wurden. Das ist der<br />
Preis des Glücks in einem so homogen von<br />
nur einer Volksgruppe bewohnten Reich: Für<br />
Einflüsse oder gar Zuzug von außen ist man<br />
nur sehr eingeschränkt aufnahmefähig.<br />
<<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
155
gourmet / REZEPTE<br />
<strong>Falstaff</strong> Rezept-Newsletter -<br />
Rezeptideen kostenlos<br />
via E-Mail erhalten:<br />
go.falstaff.com/rezept-newsletter<br />
156 falstaff aug <strong>2022</strong>
Lokal, regional und saisonal –<br />
das sind die Eckpfeiler der<br />
neuen nordischen Küche.<br />
Einfache, unverfälschte<br />
Produkte bester Qualität<br />
vereinen sich zu wahren<br />
Geschmacksexplosionen.<br />
Drei Top-Köche haben für uns<br />
die Essenz des Nordens auf<br />
den Teller gebracht.<br />
PURER<br />
FOTOS LENA STAAL<br />
KONZEPT & PRODUKTION ISABELLA HUBER &<br />
ANTON-GEORG KIENER<br />
FOODSTYLIST GITTE JAKOBSEN<br />
GENUSS<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
157
gourmet / REZEPTE<br />
158 falstaff aug <strong>2022</strong>
DÄNISCHE HOT DOG-INTERPRETATION<br />
(FÜR 5 – 10 MINI-HOTDOGS)<br />
Den ersten Pølsevogn (Hot Dog-Stand) sah man im Jahr 1921 auf Kopenhagens<br />
Straßen. Heute ist das beliebte Streetfood längst fester Bestandteil der dänischen Kultur.<br />
Unsere fleischlose Interpretation lässt die Geschmacksknospen nicht minder tanzen.<br />
Foto: Yannik Steer<br />
ZUTATEN FÜR DIE BAO BUNS<br />
100 ml Wasser<br />
25 ml Milch (oder Kokosmilch)<br />
250 g Mehl<br />
1 EL Öl<br />
1 TL Zucker<br />
8 g frischer Germ<br />
½ TL Backpulver<br />
½ TL Reisessig<br />
ZUBEREITUNG DER BAO BUNS<br />
– Alle Zutaten zu einem glatten Teig mischen und<br />
30 – 60 Minuten gehen lassen (bis sich der Teig<br />
verdoppelt hat).<br />
– Danach 50 – 80-Gramm-Bällchen abwiegen und<br />
diese jeweils zu einer Wurst formen.<br />
– Auf einem Blech mit Backpapier mit Folie zugedeckt<br />
nochmals 30 – 60 Minuten rasten lassen.<br />
– Bei 85°C und Dampf acht bis zehn Minuten mit<br />
Folie abgedeckt dämpfen. Am besten funktioniert<br />
das im Dampfgarer. Beim Backofen zusätzlich<br />
eine Form mit reichlich Wasser hineinstellen.<br />
ZUTATEN FÜR DIE SHIO KOJI KAROTTEN<br />
10 junge Karotten<br />
Sonnenblumen- oder Rapsöl<br />
ZUBEREITUNG DER SHIO KOJI KAROTTEN<br />
– Die Karotten schälen und bissfest kochen.<br />
– Dann die Karotten in Shio Koji 12 bis 24 Stunden<br />
einlegen. (Shio Koji ist z.B. bei Augora Fermente<br />
erhältlich.)<br />
– Danach die Karotten im Öl bei 180 °C frittieren.<br />
SHIO KOJI SELBST MACHEN<br />
500 g frischer Koji (erhältlich bei Augora Fermente)<br />
500 g Wasser<br />
50 g Salz<br />
1 Rex-Glas<br />
– Alle Zutaten in einen Mixer geben, durchmixen<br />
und 7 Tage in einem Rex Glas mit einem Käsetuch<br />
abgedeckt fermentieren.<br />
– Täglich 1 – 2-mal umrühren.<br />
ZUTATEN FÜR DIE SCHNELLEN ESSIGGURKEN<br />
1 Salatgurke<br />
3 EL Senfkaviar<br />
2 EL Weißweinessig<br />
½ Zitrone, nur der Saft<br />
1 TL Zucker<br />
½ TL Salz<br />
ZUBEREITUNG DER SCHNELLEN ESSIGGURKEN<br />
– Die Gurke waschen und in 2 mm dicke Scheiben<br />
schneiden.<br />
– Gemeinsam mit allen anderen Zutaten in ein<br />
verschraubbares Glas geben, verschließen und<br />
30 Sekunden fest schütteln.<br />
– Danach probieren und gegebenenfalls nachsalzen.<br />
ZUTATEN FÜR DEN SENFKAVIAR<br />
180 ml Weißweinessig<br />
1 Zitrone<br />
80 ml Wasser<br />
50 g Zucker<br />
5 g Salz<br />
130 g Senfkörner, gelb<br />
Wasser<br />
ZUBEREITUNG DES SENFKAVIARS<br />
– Zuerst wird die Marinade vorbereitet. Dazu den<br />
Weißweinessig, den Saft der Zitrone, das<br />
Wasser, den Zucker und das Salz in ein Gefäß<br />
geben und verrühren, bis sich der Zucker und<br />
das Salz vollständig aufgelöst haben. Das kann<br />
ein wenig dauern.<br />
– In der Zwischenzeit die Senfkörner in einen Topf<br />
geben und mit Wasser übergießen.<br />
– Diese dann fünf Minuten sprudelnd kochen.<br />
– Danach die Körner abseihen, erneut mit frischem<br />
Wasser übergießen und ein weiteres Mal kochen.<br />
Rezept von Johannes Schartner, Restaurant<br />
»Das Kraus«, Wien, <strong>Österreich</strong><br />
Mit dem »Kraus« bringt Johannes Schartner<br />
»Casual Fine Dining« und einen Ort für zwanglose<br />
passionierte Gastronomie in die Leopoldstadt. Der<br />
junge Salzburger machte zuvor in der »Frau<br />
Bernhard« und davor im »Hotel Schartner« von sich<br />
reden. Der Fokus seiner Küche liegt ganz klar auf<br />
Internationalität. Bei den Produkten wird gerne auf<br />
Regionales von kleinen landwirtschaftlichen Betrieben<br />
aus dem Wiener Umland gesetzt.<br />
– Diesen Vorgang vier bis fünf Mal wiederholen, um<br />
die Bitterstoffe aus den Senfkörnern zu bekommen<br />
und sie weich werden zu lassen.<br />
– Anschließend die weich gekochten Senfkörner in<br />
saubere Gläser geben und mit der Marinade<br />
übergießen.<br />
– Die Gläser verschließen und im Kühlschrank<br />
aufbewahren.<br />
ZUTATEN FÜR DIE DIJONNAISE<br />
3 Eigelb<br />
5 TL Dijonsenf<br />
1 Bio-Zitrone<br />
1 TL Meersalz, grob<br />
weißer Pfeffer<br />
50 ml Olivenöl<br />
250 ml Sonnenblumenöl<br />
ZUBEREITUNG DER DIJONNAISE<br />
– Das Eigelb, den Senf, den Abrieb und den Saft<br />
der Zitrone, das Salz und den Pfeffer in eine<br />
Schüssel geben und verrühren.<br />
– Ganz langsam das Öl hinzufügen, bis eine<br />
Mayonnaise entsteht.<br />
– Gegebenenfalls noch abschmecken.<br />
ZUTATEN FÜR DIE RÖSTSCHALOTTEN<br />
3 – 4 Schalotten<br />
Mehl<br />
ZUBEREITUNG DER RÖSTSCHALOTTEN<br />
– Zunächst die Schalotten schälen und fein<br />
schneiden.<br />
– Die Schalotten in Mehl wälzen und anschließend<br />
frittieren. Darauf achten, dass sie nicht zu dunkel<br />
werden.<br />
– Um die Zwiebeln sehr knusprig zu bekommen,<br />
können sie zusätzlich noch dehydriert werden.<br />
Entweder in einem Dörrautomaten bei 40°C oder<br />
im Haushaltsofen mit einem Kochlöffel in der<br />
Tür, sodass die Feuchtigkeit entweichen kann und<br />
nicht zu viel Hitze entsteht.<br />
ANRICHTEN<br />
Zuerst die Dijonnaise in den Bun füllen. Danach die<br />
Karotte hinzufügen und mit den Essiggurken, dem<br />
Senfkaviar und den Röstschalotten garnieren.<br />
FALSTAFF-WEINEMPFEHLUNG<br />
2020 Kolfok Querschnitt Weiss, Kolfok,<br />
Burgenland, <strong>Österreich</strong><br />
Die leichtgewichtige und doch saftig-würzige<br />
Weißweinkreation stammt von Stefan<br />
Wellanschitz, der einen spontan vergorenen<br />
Grünen Veltliner mit etwas Chardonnay zu einem<br />
lebendigen Speisenbegleiter vermählt.<br />
zankls.at, € 16,50<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
159
gourmet / REZEPTE<br />
LAMMBAUCH<br />
mit Kräutermayonnaise, Brezelchips und Blüten<br />
(FÜR 4 PERSONEN)<br />
Zartes Lammfleisch in allen möglichen Variationen ist aus der nordischen Küche<br />
nicht wegzudenken. Dank seines Reichtums an Eiweiß, Vitaminen, Eisen<br />
sowie des geringen Fettanteils, kann man es unbeschwert genießen. Der milde<br />
Geschmack macht Lammfleisch zu einer wahren Delikatesse.<br />
ZUTATEN FÜR DEN LAMMBAUCH<br />
1 kg Lammbauch<br />
Salz, Pfeffer<br />
4 Zweige Thymian<br />
Etwas neutrales Öl (z.B. Sonnenblumenöl)<br />
ZUBEREITUNG DES LAMMBAUCHS<br />
– Zuerst den Lammbauch zuputzen und mit Salz<br />
und Pfeffer würzen.<br />
– Danach den Lammbauch zusammen mit dem<br />
Thymian und etwas neutralem Öl vakuumieren.<br />
– Das Ganze im Wasserbad bei 80°C für etwa<br />
24 Stunden garen.<br />
– Nach dem Garen aus dem Wasserbad nehmen,<br />
mit einem Topf beschweren und auskühlen lassen.<br />
– Den Lammbauch in Riegel von ca. 7 cm x 3 cm<br />
Größe schneiden.<br />
ZUTATEN FÜR DIE KRÄUTERMAYONNAISE<br />
Je 1 Bund, Kerbel, Schnittlauch, Petersilie<br />
½ Bund Estragon<br />
1 Liter Traubenkernöl<br />
100 ml Sojamilch<br />
Salz, Pfeffer, Cayenne<br />
1 Zitrone<br />
ZUBEREITUNG DER KRÄUTERMAYONNAISE<br />
– Den Kerbel, den Estragon, den Schnittlauch und<br />
die Petersilie waschen und gut trocknen lassen.<br />
– Die Kräuter zusammen mit dem Traubenkernöl<br />
im Thermomix bei 60°C für 20 Minuten mixen.<br />
– Danach passieren.<br />
– Jetzt 200 ml von dem Kräuteröl mit der Sojamilch<br />
zur Mayonnaise mixen.<br />
– Anschließend mit dem Salz, dem Pfeffer, dem<br />
Cayenne sowie dem Zitronensaft und dem Abrieb<br />
abschmecken.<br />
– Beiseite stellen.<br />
ZUTATEN FÜR DIE BREZELCHIPS<br />
2 Zwiebeln<br />
1 EL Honig<br />
1 EL Knoblauchpulver<br />
Rezept von Kevin Bürmann, Restaurant<br />
»haebel«, Hamburg, Deutschland<br />
Seit über zwölf Jahren begeistert das kleine<br />
Restaurant in Hamburg mit regionalen Produkten<br />
und einem besonders intimen Restauranterlebnis.<br />
Nach Stationen bei Dieter Müller, dem Münchner<br />
»Les Deux« und dem Zürcher »Mesa« ist Kevin<br />
Bürmann seit März 2020 im »haebel« mit dabei<br />
und seit August desselben Jahres Headchef. Der<br />
nachhaltige Umgang mit Ressourcen ist ihm bei<br />
seiner Tätigkeit besonders wichtig.<br />
20 ml Öl (z.B. Sonnenblumenöl)<br />
2 Stück Laugenstangen<br />
ZUBEREITUNG DER BREZELCHIPS<br />
– Die Zwiebeln in Streifen schneiden und<br />
anschließend anschwitzen.<br />
– Nun den Honig und das Knoblauchpulver<br />
dazugeben.<br />
– Mit dem Öl auffüllen und leicht simmern lassen.<br />
– Die Laugenstangen im Tiefkühler kurz anfrieren<br />
und in dünne Scheiben schneiden.<br />
– Die Stangen mit dem Zwiebelknoblauchöl bestreichen<br />
bzw. marinieren und anschließen bei<br />
160 °C für zehn bis zwölf Minuten backen.<br />
– Beiseite stellen.<br />
ZUTATEN FÜR DAS ANRICHTEN<br />
Kräuter und Blüten divers<br />
ANRICHTEN<br />
Die Kräuter und die Blüten von eventuellen<br />
Verunreinigungen befreien.<br />
Die Lammbauchriegel auf der Hautseite kross<br />
anbraten und die Mayonnaise darauf verteilen.<br />
Mit den Kräutern, den Chips und den Blüten<br />
ausdekorieren.<br />
FALSTAFF-WEINEMPFEHLUNG<br />
RosaMati Rosato di Toscana IGT 2021,<br />
Fattoria Le Pupille, Toskana, Italien<br />
Helles Rosa mit leuchtenden Reflexen, so<br />
präsentiert sich der RosaMati im Glas. In der<br />
Nase klare Noten von Blutorange, Walderdbeeren<br />
und ein Hauch von Oregano. Am Gaumen<br />
elegant und ausgewogen, leichte Würze und<br />
ansprechende Länge, angenehm ausbalanciert<br />
und trinkig. fattorialepupille.it, € 11,90<br />
160 falstaff aug <strong>2022</strong>
Foto: @wimjansen<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
161
gourmet / REZEPTE<br />
162 falstaff aug <strong>2022</strong>
SCHWEDISCHE ROSETTENWAFFELN<br />
mit Flusskrebsen<br />
(FÜR 4 – 6 PERSONEN)<br />
Tradtitionell werden Rosettenwaffeln in Schweden und Norwegen gerne zur<br />
Weihnachtszeit gebacken. Schmecken tun sie aber natürlich das ganze Jahr<br />
über. Unsere pikante Variante mit Flusskrebsen ist ein echter Hingucker und<br />
bringt nordische Leichtigkeit auf den Teller.<br />
Foto: Alexander Jakob<br />
ZUTATEN FÜR DIE FLUSSKREBSE<br />
250 g frische Flusskrebsschwänze<br />
(oder Crevetten)<br />
500 g Wasser<br />
10 g Salz<br />
15 g Dill<br />
10 g Kronendill<br />
10 g Zucker<br />
ZUBEREITUNG DER FLUSSKREBSE<br />
– Zuerst den Kopf und den Darm der Flusskrebse<br />
entfernen.<br />
– Nun das Wasser, das Salz, den Dill, den Kronendill<br />
und den Zucker in einem Topf vermengen<br />
und alles zum Kochen bringen.<br />
– Die Flusskrebse für 30 – 40 Sekunden in der<br />
Lake kochen.<br />
– Dann die Flusskrebse im Eisbad herunterkühlen<br />
und die Schalen der Krebse entfernen.<br />
– Die Lake abkühlen lassen, die Flusskrebse in<br />
die Lake legen und alles gut verschlossen im<br />
Kühlschrank lagern.<br />
ZUTATEN FÜR DIE WAFFELN<br />
55 g Eier (ca. 1 kleines Demeter-Ei)<br />
15 g Puderzucker<br />
50 g Rahm<br />
15 g Zitronensaft<br />
Zitronenzesten<br />
95 g Weizenmehl (00)<br />
30 g Kartoffelmehl<br />
35 g Mandelmehl<br />
100 g Milch<br />
2 g Fleur de sel<br />
1 Liter neutrales Öl<br />
ZUBEREITUNG DER WAFFELN<br />
– In einer KitchenAid das Ei, den Zucker und<br />
den Rahm gut miteinander vermengen.<br />
– Die Zitronenzesten und den Zitronensaft<br />
hinzufügen.<br />
– Nun das Weizenmehl, das Kartoffelmehl und<br />
das Mandelmehl mischen.<br />
– Die Mehlmischung abwechselnd mit der Milch<br />
zur Masse hinzufügen.<br />
– Nun das Salz hinzugeben.<br />
– Das Rosettenwaffeleisen in einem Liter neutralem<br />
Öl auf 170 °C erwärmen.<br />
– Jetzt das Waffeleisen in den Teig tunken und<br />
dann zurück in das Öl geben.<br />
– So die Waffeln nacheinander jeweils für ca. eine<br />
Minute frittieren. Wenn kein Rosettenwaffeleisen<br />
vorhanden ist, kann man auch ein normales<br />
Waffeleisen benutzen. Das Rezept funktioniert<br />
auch gut mit Toast statt Waffeln.<br />
ZUTATEN FÜR DEN GURKENSALAT<br />
10 g Salz<br />
20 g Apfelessig<br />
Rezept von David Heimer, Restaurant<br />
»Josef«, Zürich, Schweiz<br />
Das Szene-Lokal »Josef« in Zürich ist längst Kult.<br />
David Heimer, aufgewachsen in Karlstad in<br />
Schweden, bringt dort seit 2020 als Küchenchef<br />
nordisches Flair auf die Teller der Gäste. Zuvor war<br />
er u.a. bei Kultkoch Magnus Nilsson im »Fäviken«<br />
und im »Wermut« im Riffraff-Kino, ebenfalls in<br />
Zürich, tätig. Kochen über offenem Feuer oder das<br />
Fermentieren gehören zu den elementaren<br />
Aspekten von Heimers Küche.<br />
30 g Wasser<br />
15 g Zucker<br />
5 g Petersilie<br />
250 g Gurken<br />
ZUBEREITUNG DES GURKENSALATS<br />
– Zuerst das Salz, den Essig, das Wasser, den<br />
Zucker und die Petersilie vermengen.<br />
– Das Ganze für eine Minute mixen und das<br />
Dressing danach durch ein Sieb passieren.<br />
– Die Gurke in dünne Scheiben schneiden und mit<br />
dem Dressing für drei bis sechs Stunden oder<br />
über Nacht marinieren.<br />
ZUTATEN FÜR DIE CRÉME<br />
150 g Crème Fraîche<br />
40 g Zitronenöl<br />
15 g Flusskrebslake<br />
2 g Salz<br />
ZUBEREITUNG DER CRÉME<br />
– Die Crème Fraîche, das Zitronenöl, die Flusskrebslake<br />
und das Salz mischen und die Masse<br />
in einen Spritzbeutel füllen.<br />
ZUTATEN FÜR DAS ANRICHTEN<br />
Fencheldill, Forellenrogen<br />
ANRICHTEN<br />
Die frisch gebackenen Waffeln mit der Crème<br />
füllen und die Flusskrebse darüber platzieren.<br />
Als Dekoration eignet sich Fencheldill und Forellenrogen.<br />
Serviert wird die Waffel auf einem Beet von<br />
Gurkensalat.<br />
FALSTAFF-WEINEMPFEHLUNG<br />
2017 Blanc de Noir Extra Brut<br />
Tom Litwan, Aargau, Schweiz<br />
Helle lachsrosa Farbe. In der Nase reif wirkend<br />
mit Noten von weißen Blüten, Agrumen, Nougat<br />
sowie Mandeln. Am Gaumen von schöner Fülle<br />
mit feiner, aber präsenter Perlage, reifer Säure<br />
und mittellangem Nachhall auf rauchige Würzund<br />
Reifenoten.<br />
studiowino.ch, ca. € 40,–<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
163
gourmet / OPERAKÄLLAREN<br />
ZEIT FÜR EINEN<br />
NEUEN AKT<br />
Der »Opernkeller« in der schwedischen Hauptstadt<br />
Stockholm zählt zu den besten und traditionsreichsten<br />
Restaurants des Landes. Mit dem jungen Küchenchef<br />
Viktor Westerlind ist kürzlich eine angenehme Dosis<br />
Moderne eingezogen.<br />
TEXT LISA ARNOLD<br />
Frischer Wind in alten Gemäuern:<br />
Im renommierten Restaurant des<br />
Opernhauses kocht jetzt ein junger<br />
Schwede. Bestimmte Traditionen<br />
werden weiterhin gepflegt.<br />
Foto: Beatrice Graalheim<br />
164 falstaff aug <strong>2022</strong>
RESTAURANT-<br />
LEGENDEN<br />
TEIL 6<br />
Alle Teile der Serie unter<br />
go.falstaff.com/<br />
restaurant-legenden<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
165
gourmet / OPERAKÄLLAREN<br />
Holzvertäfelung, Reliefs,<br />
Kronleuchter und sinnliche<br />
Wandgemälde: Im<br />
Speisesaal von 1895 isst<br />
das Auge definitiv mit.<br />
Blühende Beete, grüne Alleen,<br />
Springbrunnen, übergroße<br />
Schachspiele und gläserne<br />
Esslokale mit Plätzen im Freien:<br />
Im Kungsträdgården – dem<br />
»Garten des Königs« – kann man sich im<br />
Sommer herrlich die Zeit vertreiben. Dann<br />
verwandelt sich der Park in eine Art<br />
Wohnzimmer für Stockholmer und<br />
Urlauber, die auf dem Spaziergang zwischen<br />
der Altstadt und der shoppingfreundlichen<br />
City im Schatten von Kirschbäumen<br />
innehalten können. Am Südende des fast<br />
400-jährigen Lustgartens türmt sich die<br />
schwedische Staatsoper mit ihren über<br />
tausend Räumen auf. Einer der schönsten<br />
davon ist der Speisesaal des angesehenen<br />
Restaurants »Operakällaren«.<br />
Stockholm verdankt sein Opernhaus dem<br />
feingeistigen König Gustav III. (1746–<br />
1792), der 1787 auch die erste Gaststätte<br />
einrichten ließ. Sie lag buchstäblich<br />
im Keller und bestand aus einfachen<br />
Holztischen. Kurz darauf fiel der Regent<br />
– Ironie des Schicksals – bei einem<br />
Maskenball in »seinem« Schauspielhaus<br />
einem Attentat zum Opfer, und<br />
ALS HOFLIEFERANT<br />
BEWIRTET DER<br />
›OPERAKÄLLAREN‹<br />
STAATSBESUCHE UND<br />
EMPFÄNGT AUCH<br />
REGELMÄSSIG DAS<br />
KÖNIGSPAAR.<br />
Zutaten aus Schweden und Nordeuropa<br />
spielen im Verkostungsmenü die Hauptrolle.<br />
dieses Ereignis diente wiederum als Vorlage<br />
für Verdis Oper »Un ballo in maschera«.<br />
Obwohl Stockholm also vielleicht keine internationale<br />
Kulturdestination wie London,<br />
Wien und Mailand ist, birgt zumindest die<br />
Oper einige saftige Anekdoten.<br />
SPEISEN WIE EIN<br />
KLEINER KÖNIG<br />
Seit der Renovierung und Wiedereröffnung<br />
des (mittlerweile ebenerdigen) Restaurants<br />
im Jahr 1961 bietet sie außerdem Kulinarik<br />
von Weltklasse. Den Grundstein legte einst<br />
der gebürtige Schweizer Werner Vögeli<br />
(1930 – 2007). 1996 übernahm Stefano<br />
Catenacci die Leitung in der Küche und<br />
verhalf dem »Operakällaren« zu seinem<br />
ersten Stern im »Guide Michelin«. Im<br />
August 2021 ging der Staffelstab an den<br />
jetzt 39-jährigen Viktor Westerlind.<br />
»Meine Vorgänger waren hier 35 bzw.<br />
25 Jahre tätig. Es ist also ein Ort, an<br />
dem man alt werden kann«, sagt er.<br />
Für seine »Ära« hat er einiges vor:<br />
Vor allem möchte er das Restaurant<br />
einem internationaleren und breiteren<br />
Publikum zugänglich machen. Erste<br />
Fotos: Samuel Unéus, beigestellt<br />
166 falstaff aug <strong>2022</strong>
Meilensteine wurden schon erreicht: »Ein<br />
ausgebuchtes Restaurant und ein neues<br />
Produkt: Das Menü dauert jetzt nicht mehr<br />
fünf, sechs Stunden, sondern drei bis vier.«<br />
Außerdem gibt es Gerichte à la carte, um<br />
die Hemmschwelle für neue, jüngere Gäste<br />
niedriger zu legen.<br />
Dass dieses zweigleisige Konzept die<br />
Dinge komplizierter gestaltet, nimmt Westerlind<br />
in Kauf – obwohl er ohnehin genug<br />
zu tun hätte. »Operakällaren« ist nämlich<br />
auch königlicher Hoflieferant und sorgt<br />
für die Bewirtung bei etwa acht Staatsbesuchen<br />
jährlich. »König Carl XVI. Gustaf und<br />
Königin Silvia kennen sich mit Essen gut<br />
aus«, sagt er. »Jedes Jahr kommen sie ein-,<br />
zweimal in den ›Operakällaren‹.«<br />
VORHANG AUF FÜR<br />
NORDISCHE AROMEN<br />
Der gebürtige Stockholmer hat die meisten<br />
Stationen seiner bisherigen Karriere in der<br />
schwedischen Hauptstadt absolviert. Unter<br />
anderem kochte er sechs Jahre lang im<br />
»Frantzén«, Schwedens Ausnahmelokal mit<br />
drei Sternen. Außerdem war er dabei, als<br />
»Bocuse d’Or Europe«-Gewinner Tommy<br />
Myllymäki sein Restaurant »Aira« eröffnete.<br />
Die Treue zur Heimat hat Westerlind ein<br />
solides Netzwerk an Lieferanten hochwertiger<br />
Zutaten eingebracht. Auf seiner<br />
Einkaufsliste stehen schwedische Erzeugnisse<br />
der Saison an erster Stelle – seien es<br />
Makrelen von der Westküste oder Eier<br />
und Hühnchen aus dem südschwedischen<br />
Schonen. »Als Küchenchef und Hoflieferant<br />
habe ich die Aufgabe, zu zeigen und immer<br />
wieder neu zu erfinden, was mit heimischen<br />
Zutaten möglich ist«, sagt er. Ergänzt wird<br />
mit Spezialitäten aus dem Rest Nordeuropas<br />
(Stichwort Seeteufel aus Island, aber<br />
lieber nicht googeln!) und handverlesenen<br />
Akzenten aus aller Welt.<br />
Das Restaurant bietet ein Verkostungsmenü<br />
in zwei Varianten: das »Opernmenü«<br />
mit sechs Gängen und das »Grand Menu«<br />
mit acht. Manche Gänge bestehen aus mehreren<br />
Portionen, unter anderem die passend<br />
benannte »Ouvertüre«: einfallsreiche<br />
Canapés, ein Tartar mit Kaviar in Anlehnung<br />
an Tore Wretmans traditionsreiches<br />
»Tigerbiff« sowie die Eispezialität, die als<br />
Signature Dish durchgeht. Jedes Menü<br />
beinhaltet nämlich eine Kreation, die in<br />
»Als Küchenchef muss man ein bisschen<br />
Renaissance-Mensch sein und bei allen Gerichten<br />
seine Finger im Spiel haben«, so Viktor Westerlind.<br />
MEHR ALS ZWEI<br />
GERICHTE MIT<br />
HISTORISCHER<br />
VERANKERUNG SOLL ES<br />
NICHT GEBEN: »DER<br />
›OPERAKÄLLAREN‹ IST<br />
KEIN MUSEUM.«<br />
Das Opernhaus liegt mitten<br />
im Zentrum von Stockholm<br />
am Wasserlauf Norrström,<br />
wo der See Mälaren in die<br />
Ostsee übergeht.<br />
einer Eierschale gereicht wird und Ei als<br />
Grundzutat hat, während die restlichen<br />
Aromen je nach Jahreszeit variieren.<br />
Das aufregendste Gericht des großen<br />
Menüs ist die Gänseleberterrine auf knusprigen<br />
Pistazien, umgeben von flambierter<br />
Ananas. Das Spiel mit dem Feuer findet an<br />
jedem einzelnen Tisch statt. Auch dieser<br />
Gang ist eine Hommage an Westerlinds<br />
Vorgänger. Mehr als zwei Gerichte mit<br />
historischer Verankerung soll es aber nicht<br />
geben, denn »der ›Operakällaren‹ ist kein<br />
Museum.«<br />
Und mit dem Dessert fängt Westerlind<br />
den schwedischen Sommer makellos ein:<br />
Das cremige Vanilleeis harmoniert mit<br />
pochiertem Rhabarber und einem Sorbet<br />
aus Waldsauerklee und wilder Kamille.<br />
Dazu fließt eine Sauvignon-Blanc-Beerenauslese<br />
vom südsteirischen »Sattlerhof« –<br />
übrigens der zweite <strong>Österreich</strong>er in der<br />
Weinbegleitung. Wer auf Alkohol verzichtet,<br />
kann sich stattdessen auf einen wohl<br />
kuratierten Reigen aus hausgemachten<br />
Säften freuen.<br />
EINMALIGE LOCATION<br />
Das Team des »Operakällaren« hält einen<br />
angenehmen Takt und serviert die Gänge<br />
ohne ausgedehnte Pausen in einer<br />
<<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
167
gourmet / OPERAKÄLLAREN<br />
Das Verkostungsmenü beginnt<br />
auf der verglasten Veranda mit<br />
Blick auf das Schloss. Die<br />
Canapés (re.) bilden den<br />
vielversprechenden Auftakt.<br />
ZU GAST IN<br />
DER OPER<br />
<<br />
leichtfüßigen<br />
Choreografie.<br />
Trotzdem bleibt Zeit<br />
zum Bewundern der<br />
einzigartigen Lokalität.<br />
Im denkmalgeschützten<br />
Speisesaal stammt die<br />
Einrichtung von 1895. Man<br />
speist unter einer Kassettendecke mit<br />
Kronleuchtern, umgeben von Eichenvertäfelung<br />
und geschnitzten Reliefs, die alle<br />
erdenklichen Zutaten abbilden. Die Wandgemälde<br />
mit leicht bekleideten Damen und<br />
sinnlichen Faunen erregten damals einen<br />
mächtigen Skandal.<br />
Im Vergleich mit jüngeren, gehypten<br />
Spitzenlokalen kann der elegante Speisesaal<br />
OB FÜR EIN<br />
EINZELNES<br />
GERICHT ODER DIE<br />
GROSSE KULINARISCHE<br />
OPER – VIELE<br />
GOURMETS SOLLEN IN<br />
DEN GENUSS KOMMEN.<br />
des »Operakällaren«<br />
relativ viele Gäste<br />
fassen (ca. 50 Plätze),<br />
und meistens sind<br />
Reservierungen bis zu<br />
wenige Tage oder Wochen<br />
im Voraus möglich. Freitags<br />
und samstags wird sogar mittags<br />
aufgesperrt. Wer trotzdem keinen Tisch<br />
bekommt, kann auf die anderen Lokale<br />
im Opernhaus ausweichen: Bei »Operabaren«<br />
und »Bakfickan« gibt’s schwedische<br />
Hausmannskost und im Nachtclub »Café<br />
Opera« wird stilvoll abgefeiert.<br />
In der Zukunft sieht Viktor Westerlind<br />
den »Operakällaren« als selbstverständliche<br />
Gourmet-Destination für schwedische<br />
und internationale Besucher. Er besteht<br />
darauf, dass möglichst viele Feinschmecker<br />
in den Genuss des reizvollen, lebendigen<br />
Speisesaals kommen sollen – sei es<br />
für ein einzelnes Gericht oder für die ganz<br />
große kulinarische Oper mit exklusiver<br />
Grand-Cru-Weinbegleitung. Gleichzeitig<br />
liebäugelt er mit dem Versuch, einen<br />
zweiten Stern zu erkochen: »Das hat es<br />
hier nämlich noch nie gegeben.« Ein Jahr<br />
nach Westerlinds Einstand ist noch alles<br />
offen – doch sein Akt verspricht schon jetzt<br />
Spannung und Überraschung pur.<br />
<<br />
Vielseitige Gastronomie<br />
seit 1787<br />
OPERAKÄLLAREN<br />
Karl XII:s torg 3, 103 22 Stockholm<br />
T: +46 86765800, operakallaren.se<br />
Das Flagship-Restaurant in der Staatsoper<br />
hat seit seiner Gründung vor 235 Jahren einen<br />
unglaublichen Wandel durchgemacht:<br />
vom verruchten Keller hin zum Gourmettempel<br />
mit internationalem Ansehen. Vor der<br />
historischen Kulisse kredenzt Küchenchef<br />
Viktor Westerlind ein Menü, das erstklassiges<br />
Handwerk und frische Überraschungen<br />
gekonnt vereint. Menü ab ca. 160 Euro, zzgl.<br />
Weinbegleitung ab ca. 140 Euro.<br />
OPERABAREN<br />
Im Jahr 1905 wurde das gastronomische<br />
Angebot der Oper um diese Bar im Jugendstil<br />
erweitert. Mittlerweile gibt es vor der<br />
stimmungsvollen Kulisse nicht nur Drinks,<br />
sondern auch schwedische Hausmannskost.<br />
Jakobs torg 12, 111 52 Stockholm<br />
operakallaren.se/en/restaurants/<br />
the-opera-bar<br />
BAKFICKAN<br />
Im gemütlichen »Hinterstübchen« haben nur<br />
28 Gäste Platz, und die Tische können nicht<br />
reserviert werden. Auch dort stehen schwedische<br />
Wohlfühlgerichte auf der Speisekarte.<br />
Jakobs torg 12, 111 52 Stockholm<br />
operakallaren.se/en/restaurants/<br />
bakfickan<br />
Fotos: Samuel Unéus, Lisa Arnold<br />
168 falstaff aug <strong>2022</strong>
Fotos © Michael Weller, Christian Husar<br />
ALLES AUSSER GEWÖHNLICH!<br />
FESTE FEIERN. KASEMATTEN BUCHEN.
KÜCHENZETTEL<br />
Gourmet-Autor<br />
SEVERIN CORTI<br />
DIE JUNGFER UND<br />
DAS BUTTERBROT<br />
Skandinavischer als Smørrebrød geht gar nicht, das wissen wir alle aus der<br />
»Muppet Show«. Das wohl elaborierteste Sandwich der Welt schmeckt<br />
aber auch unvergleichlich köstlich.<br />
Smørrebrød, Smørrebrød, Römpömpömpöm!<br />
Die Melodie, zu der<br />
die TV-Kochpuppe der Muppets<br />
zu immer neuen, stets absurden<br />
Kochabenteuern ansetzte, liegt<br />
vielen von uns noch im Ohr. Es war die Zeit,<br />
als sogar die Amerikaner meinten, sich über<br />
die Untiefen der skandinavischen Kochkunst<br />
lustig machen zu dürfen. Stimmt ja auch: Bis<br />
zur der Mitte der 2000er-Jahre gab es kaum<br />
einen kulinarischen Grund, nach Kopenhagen,<br />
Oslo oder Stockholm aufzubrechen –<br />
stümperhaft pseudofranzösische Ödnis bestimmte<br />
das Essen selbst in den vornehmsten<br />
Restaurants, von den endlosen Weiten der<br />
skandinavischen Provinz ganz zu schweigen.<br />
Jedoch: Ausgerechnet das als festliches<br />
Mittagsmahl seit Jahrhunderten traditionelle<br />
Smørrebrød, auf gut Dänisch »Butterbrot«,<br />
ist eine Delikatesse, die weltweit ihresgleichen<br />
sucht. Das unvernünftig reich belegte<br />
Roggenbrot gilt Auskennern als vielleicht<br />
raffinierteste Form des Sandwiches überhaupt.<br />
Sie existiert in zahllosen, meist streng<br />
kodifizierten Varianten mit Fisch und<br />
Fleisch, mit Kaviar und Ei, sogar mit Kartoffeln<br />
und roter Rübe – und wird immer ebenso<br />
reichhaltig wie stringent durchdacht<br />
garniert. Ihre Vorrichtung verlangt spezielles<br />
Wissen kulturhistorischer wie gastronomischer<br />
Art ebenso wie fortgeschrittene Handwerkskunst,<br />
weshalb es in Dänemark bis<br />
heute einen eigenen Beruf gibt, der sich<br />
explizit und ausschließlich der fachgerechten<br />
Vorrichtung elaboriert belegter Brötchen<br />
widmet – jener der Smørrebrødjomfru, was<br />
sich korrekt gegendert als Butterbrotjungfer<br />
übersetzen lässt.<br />
Beispiel gefällig? »Sol over Gudhjem«, zu<br />
Deutsch »Sonne über Gudhjem« (ein für seine<br />
Räuchereien berühmter Ort auf Bornholm,<br />
Anm.), ist so ein Monument von<br />
einem Smørrebrød: Körniges Kastenroggenbrot<br />
wird mit der zart salzigen, dänischen<br />
Sauerrahmbutter bestrichen. Darauf kommt<br />
frisch und heiß geräucherter Hering, frisch<br />
filetiert und entgrätet, darauf nicht zu fein<br />
geschnittener Schnittlauch und hauchfein<br />
gestifteltes Radieschen. Den Abschluss bildet<br />
ein Zwiebelring (rote Zwiebel!), in dessen<br />
Mitte ganz sachte ein rohes Eigelb platziert<br />
wird. Der Gast mahlt großzügig schwarzen<br />
Pfeffer drauf, salzt verhalten und schneidet<br />
so, dass der Dotter sich wie sonnige Lava<br />
über die Kreation ergießt. Das ist exorbitant<br />
gut, lässt sich aber nur mit fangfrischen,<br />
frisch geräucherten Heringen machen – und<br />
ist deshalb eine den Dänen vorbehaltene,<br />
typisch sommerliche Delikatesse.<br />
Nebenstehendes Rezept ist um nichts<br />
weniger aufwändig, lässt sich aber auch in<br />
unseren Breiten zurechtmachen. Achtung,<br />
wichtig: Dazu trinkt man Bier – und<br />
eisgekühlten Aquavit.<br />
FALSTAFF-GETRÄNKETIPP:<br />
Lysholm Aquavit No 52<br />
Ein Aquavit neuer Generation, der neben<br />
dem traditionellen Kümmel 52 Kräuter<br />
und Gewürze enthält. Frisch!<br />
feingeist.at, € 30,45<br />
EINGELEGTER<br />
HERING MIT CURRY<br />
(für 4 Personen)<br />
ZUTATEN<br />
300 g Hering in Kräutermarinade (Schenkel)<br />
1 milde rote Zwiebel (Tropea)<br />
3 Eier, hart gekocht<br />
3 Karotten, geschält<br />
1 körniges Kasten-Roggenbrot oder Finnenbrot<br />
Gesalzene Butter<br />
ZUTATEN FÜR DIE SAUCE<br />
3 EL Mayonnaise<br />
2 EL griechisches Joghurt<br />
1 TL Senf<br />
3 cm Ingwer, geschält, fein gerieben<br />
1 EL Curry Masala<br />
Cayennepfeffer nach Geschmack<br />
1 TL Worcester Sauce<br />
Saft einer halben Zitrone<br />
Schwarzer Pfeffer, Salz<br />
ZUBEREITUNG<br />
– Alle Zutaten für die Currysauce vermengen,<br />
abschmecken und kühl stellen.<br />
– Die Heringshappen auf einem Teller verteilen. Die<br />
Zwiebel schälen, in feine Ringe schneiden und darüber<br />
verteilen. Die Sauce so darauf löffeln, dass<br />
Heringe und Zwiebelringe am Rand hervorlugen.<br />
– Die Karotte in der Küchenmaschine zu feinen,<br />
knackigen Stückchen hacken. Die Eier mit einem<br />
Messer fein hacken. Erst die gehackten Eier so<br />
über der Currysauce verteilen, dass außen ein<br />
Rand von ca. 1 bis 2 cm frei bleibt. Dann die<br />
Karottenschnipsel so über dem Ei verteilen, dass<br />
am Rand ca. 1 cm gehacktes Ei sichtbar bleibt.<br />
– Bei Tisch Roggenbrot mit Butter bestreichen,<br />
reichlich Curryhering darauf geben und<br />
unbedingt mit Messer und Gabel genießen.<br />
Fotos: Lena Staal, Johannes Kernmayer<br />
170 falstaff aug <strong>2022</strong>
Gesammelte Rezepttipps<br />
von Severin Corti unter<br />
go.falstaff.com/corti<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
171
gourmet / WISSENSCHAFT<br />
DIE NEUE<br />
NORDISCHE<br />
KOST<br />
Die Küche im Norden ist wie jene im mediterranen<br />
Raum mit einem Gesundheitsnimbus behaftet.<br />
Das war nicht immer so. Was steckt dahinter und<br />
vor allem – was ist dran?<br />
TEXT MARLIES GRUBER<br />
ILLUSTRATION GINA MÜLLER / CAROLINESEIDLER.COM<br />
Fotos: Shutterstock<br />
172 falstaff aug <strong>2022</strong>
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
173
gourmet / WISSENSCHAFT<br />
Traditionelles Essen in Europas<br />
nördlichen Ländern ist durchaus<br />
deftig. Die übliche nordische<br />
Küche wird daher auch<br />
nicht unbedingt als sonderlich<br />
gesund angesehen. Doch weil vor etwa vier<br />
Jahrzehnten noch, insbesondere in Finnland,<br />
die frühzeitige Sterberate vor allem aufgrund<br />
koronarer Herzkrankheit (KHK) sehr hoch<br />
war, wurde in umfassende Gesundheitsaufklärungsprogramme<br />
investiert. Ein Teil davon<br />
bezog sich auf Ernährungsumstellungen.<br />
So wurde anfänglich die mediterrane Ernährung<br />
beworben, die grundsätzlich im Norden<br />
ebenso ihre Vorteile brachte wie sie das<br />
im Süden tut: Bei Menschen, die sich daran<br />
halten, sinkt das Gesamt- und LDL-Cholesterin<br />
um bis zu 20 Prozent, sowie etwaiger<br />
Bluthochdruck. Großes Manko war jedoch:<br />
Die lokale Bevölkerung akzeptierte die mediterrane<br />
Diät nicht in dem Ausmaß, wie<br />
man sich das erwartete. Zu schwierig schien<br />
die Umstellung gewohnter Ernährungsgewohnheiten,<br />
zu groß waren die Unterschiede<br />
bei den Geschmacksvorlieben und in kultureller<br />
Hinsicht. Zu all dem kam noch die<br />
begrenzte Verfügbarkeit der für die mediterrane<br />
Kost relevanten Lebensmittel.<br />
MEHR AUS DER REGION<br />
Gastronomie, Ernährungs- und Umweltexperten<br />
entwickelten daher mit dem Anspruch<br />
auf eine in den Kulturkreis eingebettete,<br />
wohlschmeckende, gesunde und nachhaltige<br />
Ernährung 2009 die »Neue Nordische<br />
Diät« (NND). Das Konzept entspricht<br />
im Wesentlichen den aktuellen Ernährungsempfehlungen<br />
der skandinavischen Länder<br />
Schweden, Norwegen und Dänemark und<br />
berücksichtigt vor allem die regionalen<br />
Essmuster. Im Fokus stehen dabei: heimische<br />
(d. h. wilde) Beeren, Kohl, heimischer Fisch<br />
und Meeresfrüchte, heimische Wild- und<br />
Weidetiere, Rapsöl sowie Haferflocken und<br />
Roggenbrot – vor allem in der Vollkornvariante.<br />
Hinzu kommen Wurzelgemüse, Äpfel<br />
und Birnen sowie Kartoffeln und Nüsse.<br />
AUS WILDNIS UND WASSER<br />
Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so<br />
wirken mag, die neue nordische Küche ist<br />
der mediterranen in ihren Grundzügen recht<br />
ähnlich. Die wesentlichen Unterschiede liegen<br />
bei der Fettempfehlung (statt Olivenöl<br />
kommt Rapsöl zum Zug), im Schwerpunkt<br />
Fotos: Shutterstock<br />
174 falstaff aug <strong>2022</strong>
DIE NORDISCHE ERNÄHRUNG PASST SICH AN DEN GE-<br />
SCHMACKSVORLIEBEN DER SKANDINAVIER AN UND LEGT<br />
IHREN FOKUS AUF DIE REGIONALEN LEBENSMITTEL DES<br />
NORDENS. IN IHREN GRUNDZÜGEN IST SIE DER MEDITER-<br />
RANEN KÜCHE ÄHNLICH – AUCH IN DER »NORDIC DIET«<br />
LASSEN SICH GESUNDHEITLICHE VORTEILE BEOBACHTEN.<br />
auf Vollkorngetreide sowie dem Fokus auf<br />
Wildpflanzen und Fleisch von Wildtieren. Im<br />
Vergleich zur typischen Dänischen Kost ist<br />
um etwa ein Drittel weniger Fleisch vorgesehen.<br />
Die Konzentration auf Wild ist indes<br />
unter Gesundheits- und Nachhaltigkeitsaspekten<br />
günstig. Denn Wildtiere veredeln das<br />
für Menschen nicht verdauliche Gras zu verwertbarem<br />
Fleisch. Wildbret weist zudem im<br />
Schnitt einen niedrigeren Fett- und höheren<br />
Eiweißgehalt auf. Weiters ist die Fettsäurezusammensetzung<br />
vom Fleisch frei lebendender<br />
Rehe, Hasen oder Hirschen günstiger<br />
als das Fleisch von im Stall gehaltenen Tieren<br />
(mehr ungesättigte Fettsäuren). Das liegt<br />
an der uneingeschränkten Bewegungsfreiheit<br />
und der freien Nahrungsselektion von Wildkräutern<br />
und -gräsern. Omega-3-Fettsäuren<br />
stammen sonst – und in deutlich höheren<br />
Mengen – von den Fettfischen und Rapsöl.<br />
Beeren wiederum werden wegen des Gehalts<br />
an Vitamin C und vor allem an sekundären<br />
Pflanzenstoffen, die antientzündlich wirken,<br />
sowie der Ballaststoffe geschätzt.<br />
ZAHLREICHE BENEFITS<br />
Studien rund um die gesundheitlichen Effekte<br />
der neuen nordischen Diät häufen sich zunehmend.<br />
Freilich ist immer einschränkend<br />
zu berücksichtigen, dass sich an solchen Experimenten<br />
stets Freiwillige beteiligen, die<br />
ein gewisse Affinität zu gesunder Ernährung<br />
haben und sich in den Ergebnissen weder die<br />
Studienabbrecher noch die weniger an Gesundheit<br />
interessierte Bevölkerung widerspiegeln.<br />
Dennoch, bei jenen, die sich an das<br />
Konzept halten, lassen sich einige Benefits<br />
beobachten. Da ist zum einen der Effekt auf<br />
das Körpergewicht. Übergewichtige, die ein<br />
halbes Jahr lang nach Lust und Laune bei<br />
der nordischen Diät zulangten, hatten im<br />
Schnitt 4,7 kg abgenommen. Weil sie mit<br />
den Speisen durchaus zufrieden waren, nahmen<br />
sie auch nach Ende der Intervention<br />
weniger an Körpergewicht wieder zu als<br />
Probanden mit der üblichen Dänischen Kost.<br />
Das Konzept wird daher auch als Weg raus<br />
aus dem Jo-Jo-Effekt erachtet. Davon abgesehen<br />
wirkt die Neue Nordische Diät positiv<br />
auf den Blutdruck und verbessert das Blutfettprofil.<br />
Das bedeutet weniger vom bösen<br />
LDL-Cholesterin und Gesamtcholesterin.<br />
Gleichzeitig verbessert sich die Insulinsensitivität.<br />
Das liegt am hohen Anteil an ballaststoffreichen,<br />
pflanzlichen Lebensmitteln, wie<br />
Obst, Beeren, Gemüse und Vollkornprodukten,<br />
sowie an den günstigen Fettsäurelieferanten<br />
Rapsöl, Nüssen, Fisch. Die Kost kann<br />
aber nicht nur für Erwachsene, sondern<br />
auch für Kinder von Vorteil sein. Bei ihnen<br />
waren die hohen Spiegel an Omega-3-Fettsäuren<br />
im Blut mit einer besseren Lesefähigkeit,<br />
höheren Aufmerksamkeit im Alltag und<br />
insgesamt einer stärkeren schulischen Leistung<br />
verbunden. In Summe also hat die<br />
Neue Nordische Diät vergleichbare gesundheitliche<br />
Effekte wie die mediterrane Ernährung.<br />
Zudem scheint sie durch die lokalen<br />
Anpassungen im Alltag gelandet zu sein. <<br />
Weitere Food-Facts<br />
aus der Welt der Wissenschaft:<br />
go.falstaff.com/science<br />
aug aug <strong>2022</strong> <strong>2022</strong>falstaff<br />
175
gourmet / SURSTRÖMMING & CO.<br />
NORDIC<br />
CUISINE<br />
FÜR FORTGESCHRITTENE<br />
Surströmming, Lutefisk, Hákarl oder Kiviak: Die skandinavische Küche<br />
kennt einige der seltsamsten und übelschmeckendsten Gerichte der<br />
Welt. Das liegt nicht nur daran, dass die Nachfahren der Wikinger auch<br />
kulinarisch unerschrockene Menschen sind, sondern vor allem an den<br />
klimatischen Extrembedingungen im hohen Norden. Das Ergebnis sind<br />
mehr als zweifelhafte Spezialitäten – Achtung: Ekelgefahr!<br />
TEXT MARTIN KUBESCH<br />
Foto: Moment RF / Getty Images<br />
176 falstaff aug <strong>2022</strong>
Ausgewachsene Heringe werden<br />
in Salzlake eingelegt, durch<br />
Milchsäurebakterien beginnt der Fisch<br />
daraufhin, zu gären. Etwa einen Monat,<br />
bevor er in den Verkauf kommt, wird<br />
der Hering in Dosen abgefüllt, wo er<br />
weiter gärt. Das ist Surströmming –<br />
saurer Hering – , ein schwedisches<br />
Nationalgericht und eine der<br />
übelriechendsten Speisen der Welt.<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
177
gourmet / SURSTRÖMMING & CO.<br />
Das erste Mal vergisst<br />
man nie – und es endet<br />
nur selten wirklich gut.<br />
Der erste Alkohol, die<br />
erste Zigarette, das erste<br />
Mal verliebt sein, das erste Mal Surströmming<br />
essen. Doch während man sich an die<br />
unangenehmen Begleiterscheinungen der<br />
meisten Verlockungen rasch gewöhnt,<br />
behält Surströmming, diese kulinarische<br />
Icebucket-Challenge für Gaumen-Extremisten,<br />
seinen Schrecken ein Leben lang.<br />
»Kein Essen davor oder danach hat jemals<br />
wieder solch eine Reaktion bei mir hervorgerufen«,<br />
erinnert sich der österreichische<br />
Gastronomiejournalist Tobias Müller.<br />
»Gleich beim ersten Bissen überkam mich<br />
ein Brechreiz wie bei einer akuten Fischvergiftung.<br />
Und nur durch rasches Schlucken<br />
und große Selbstbeherrschung konnte ich<br />
das Schlimmste verhindern.«<br />
Lutefisk kennt man in ganz<br />
Skandinavien. Dafür wird<br />
getrockneter Kabeljau in<br />
einer Lauge aus Ätznatron<br />
rehydriert, anschließend<br />
zubereitet und mit Kartoffeln<br />
und Erbsenpüree serviert.<br />
PHÄNOMEN SURSTRÖMMING<br />
Tobias Müllers Erfahrung (seinen gesamten<br />
Bericht finden Sie auf der letzten Seite dieses<br />
Artikels) ist wahrlich kein Einzelfall. Seit<br />
jeher gilt Surströmming, in Salzlake<br />
eingelegter Hering, der durch Milchsäurebakterien<br />
gärt, als Herausforderung nicht<br />
nur für zarte Nasen und Gaumen. Auf<br />
YouTube finden sich unzählige Videos von<br />
kulinarischen Abenteurern, die ihre Surströmming-Erlebnisse<br />
festgehalten haben.<br />
Vom Öffnen der aufgeblähten Dosen – Profis<br />
machen das in einem mit Wasser gefüllten<br />
Eimer, weil die übelriechende Lake sonst<br />
durch die ganze Wohnung spritzt – über die<br />
Geruchserfahrung bis zum Probieren.<br />
»Surströmming ist eigentlich eine sehr<br />
lokale Tradition, die sich zu einem Internet-Phänomen<br />
entwickelt hat«, sagt Anders<br />
Wigh. Der Koch arbeitet in der schwedischen<br />
Botschaft in Wien und kennt die<br />
kulinarischen Traditionen seines Heimatlandes<br />
ganz genau. Und dort ist Surströmming<br />
eine große Sache, der eine exakte<br />
zeitliche Choreografie zugrunde liegt: Die<br />
frisch gefangenen Heringe werden im<br />
Frühjahr in die Salzlake eingelegt. Einen<br />
Monat vor Verkaufsstart des neuen<br />
Jahrgangs (am dritten Donnerstag im<br />
August) werden die Fische schließlich in<br />
Dosen abgepackt, wo sie weiter gären.<br />
»Surströmming ist heute vor allem ein<br />
Event«, so Anders Wigh, »der unter dem<br />
Motto steht: Wer traut sich?«<br />
Eisfischer auf Grönland: Unwirtliche<br />
Bedingungen bestimmen das Leben in<br />
weiten Teilen Skandinaviens. Nahrung<br />
kommt aus dem Meer oder muss über<br />
lange Zeit haltbar gemacht werden.<br />
<<br />
Fotos: iStockphoto / Getty Images, Shutterstock, Stone RF / Getty Images<br />
178 falstaff aug <strong>2022</strong>
der garten als statement<br />
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gourmet / SURSTRÖMMING & CO.<br />
Kiviak ist eine grönländische<br />
Spezialität: Dafür werden<br />
Alkenvögel (im Kreis) getötet<br />
und komplett (inklusive<br />
Gefieder und Schnäbel) in<br />
eine Seehundhaut eingenäht.<br />
ERNSTER HINTERGRUND<br />
Doch was heute neben Traditionalisten vor<br />
allem kulinarische Abenteurer und Selbstdarsteller<br />
im Internet anspricht, hat einen<br />
jahrhundertealten, ernsten Hintergrund.<br />
Anders Wigh: »In der traditionellen<br />
schwedischen Küche geht es primär um die<br />
Frage der Haltbarmachung von Lebensmitteln.«<br />
Und Fermentation, das bei der<br />
Surströmming-Herstellung verwendete<br />
biologische Prinzip, wird seit Jahrtausenden<br />
genau dafür erfolgreich eingesetzt.<br />
Anders als in südlicheren Gefilden gibt es<br />
in weiten Teilen Skandinaviens nur eine<br />
sehr kurze Vegetationsperiode, und oftmals<br />
ist hier überhaupt kein Ackerbau möglich.<br />
Die Nährstoffzufuhr musste daher nahezu<br />
ausschließlich aus den vorhandenen<br />
tierischen Produkten gedeckt werden – und<br />
diese müssen möglichst lange haltbar sein.<br />
Das alles hat in Verbindung mit einem<br />
eingeschränkten Angebot an Nutztieren die<br />
Menschen im hohen Norden über die<br />
Jahrhunderte bei der Suche nach Lebensmitteln,<br />
die sich aus lokalen Rohstoffen<br />
gewinnen lassen und lange haltbar sind,<br />
erfinderisch gemacht. Der kulinarischen<br />
Fantasie waren dabei lange Zeit keine<br />
Grenzen gesetzt.<br />
Blodplättar sind Palatschinken, die<br />
aus einem Teig aus Rentierblut (oben)<br />
gemacht werden. Hákarl wird auf Island<br />
aus dem fermentierten, getrockneten<br />
Fleisch des Grönlandhais gewonnen.<br />
VON KIVIAK BIS<br />
BLODPLÄTTAR<br />
Eine besonders<br />
außer gewöhnliche Form<br />
der Konservierung haben<br />
die Einwohner von Grönland<br />
etabliert. Für Kiviak<br />
werden Alken vögel getötet und<br />
komplett (also mit Eingeweiden, Federn<br />
und Schnäbeln) in eine Seehundhaut<br />
gefüllt. Aus dieser wird dann alle Luft<br />
herausgepresst, man vernäht sie und<br />
schließt allfällige Luftlöcher mit Seehundfett.<br />
Dann kommt der Sack für etwa drei<br />
Monate unter einen Steinhaufen, und die<br />
Vögel fermentieren darin. Danach werden<br />
sie als Festmahlzeit, bevorzugt bei Geburtstagen<br />
und Hochzeiten, verzehrt. »Allerdings<br />
muss man sehr darauf achten, welche<br />
Vögel man einnäht«, so Koch Anders Wigh.<br />
Erst 2013 wurde irrtümlich eine Eiderente<br />
mitfermentiert, diese Tiere eignen sich<br />
jedoch nicht für diese Art der Behandlung.<br />
Ergebnis: 13 Menschen einer Hochzeitsgesellschaft<br />
starben an einer Botulismusvergiftung.<br />
Ungleich ungefährlicher sind da die<br />
Blodplättar genannten Palatschinken aus<br />
einem Teig aus geschlagenem Rentierblut,<br />
Bier, Milch und Eiern. Sie gelten vor allem<br />
in Finnland, aber auch im Norden von<br />
Schweden und Norwegen als Spezialität.<br />
HÁKARL – FISCH, EXTRA DRY<br />
Wie alle Plattenkiemer reichert der<br />
Grönlandhai Harnstoff in seinem Blut an,<br />
um den osmotischen Druck des Meerwassers<br />
auszugleichen. Damit sein Fleisch<br />
dennoch verzehrt werden kann, muss erst<br />
der Harnstoff abgebaut werden, wobei<br />
große Mengen Ammoniak freigesetzt<br />
werden. Traditionell wird dazu auf Island<br />
das Fleisch zuerst für einige Wochen unter<br />
Steinen begraben und ausgepresst und<br />
dann mehrere Monate zum Trocknen<br />
aufgehängt, ehe es gegessen werden kann.<br />
Ganz ähnlich verfährt man in Norwegen<br />
mit Kabeljau für den traditionellen<br />
Lutefisk, aber aus anderem Grund. Hier<br />
wird der Fisch getrocknet, um ihn lagerfähig<br />
zu machen. Soll er verzehrt werden,<br />
rehydriert man den Fisch, indem man ihn<br />
in einer Lauge aus Ätznatron wässert und<br />
anschließend zubereitet. Das Fleisch wird<br />
dadurch wie Gelatine – Mahlzeit!<br />
<<br />
Fotos: Shutterstock, mauritius images / Alamy Stock Photos / Seabird, Tea Karvinen / Lehtikuva / picturedesk.com, Gerald Haenel / laif / picturedesk.com<br />
180 falstaff aug <strong>2022</strong>
Die Presse - <strong>Österreich</strong>er des Jahres - Kategorie Humanitäres Engagement • Lotterien Tag im Kunsthistorischen<br />
Museum mit Extraführungen in Gebärdensprache • Lotterien Tag im Naturhistorischen Museum mit sprachsensiblen<br />
Führungen für Kinder aus einem benachteiligten Umfeld • Licht ins Dunkel • Tiergarten Schönbrunn •<br />
<strong>Österreich</strong>ische Bergrettung • Hospiz <strong>Österreich</strong> • Lotterien Tag im Belvedere mit einer Führung für Sehbehinderte<br />
und Demenzkranke • Lotterien Tag im Joanneum Graz mit dem inklusivem Projekt „Museum für alle“ • Lotterien<br />
Tag in der Josefstadt • Lotterien Tag im Kunsthaus Wien mit Führungen in Gebärdensprache • Lotterien Tag<br />
beim Wiener Kabarettfestival mit Vergabe von VIP Tickets an die Caritas Frauenhäuser • Wien Work - integrative<br />
Betriebe • Ein Funken Wärme - Heizkostenunterstützung für Menschen in schwieriger Situation • Exoskelett<br />
Bewegungshilfe für gehbehinderte Menschen • Lotterien Tag im MuseumsQuartier • Weltrotkreuztag • IMBA -<br />
Forschung Spielsucht • Lotterien Tag im Technischen Museum mit Führungen in Gebärdensprache • Lotterien<br />
Tag im Wiener Lustspielhaus mit Ticketvergabe ans Neunerhaus • Neunerhaus - Wohnhaus für Obdachlose • Special Olympics <strong>Österreich</strong> • e.motion<br />
Lichtblickhof - Unterstützung von Familien bei traumatischen Erlebnissen • Nationalpark Hohe Tauern - Projekt barrierefreie Nationalpark-Themenwege<br />
im Kalser Klödnitztal • Debra - Patientenorganisation für an Epidermolysis bullose Erkrankte („Schmetterlingskinder“) • Red Noses Clowndoctors •<br />
Auftakt - betreut Menschen mit Behinderungen beim Wohnen und in der Freizeit • Homeless Worldcup der Caritas Steiermark - die soziale Straßenfußball-<br />
Weltmeisterschaft • Literaturpreis Ohrenschmaus - fördert das Schreiben von lernbehinderten AutorInnen mit Schreibtalent • Simultania Kunstpreis<br />
des Hilfswerks Steiermark • Coca Cola Inclusion Run zugunsten Special Olympics • Club NÖ - Turnier zur Unterstützung von Menschen in schwierigen<br />
Lebenssituationen • Marianne Hengl / Verein RollOn Austria für Menschen mit Behinderung • Caritas Haus Immanuel meets Märchensommer<br />
Niederösterreich • Verein Rainbows - Betreuung von Kinder und Jugendlichen in schwierigen Lebenssituationen • Verein Rainbows Niederösterreich -<br />
Benefizveranstaltung • Verein Pilgrim - betreut Menschen mit Behinderung in deren Freizeit • ArbeiterSamariterBund Alkoven - Krankentransport,<br />
Rettungsdienst, Hilfeleistungen • Benefizkonzert zugunsten der Kinderburg Rappottenstein • Salzburger Gehörlosenvereine • Vienna Charity Run/Austria<br />
Charity Run zugunsten Sterntalerhof • Ghost Run zugunsten PH Austria - Initiative Lungenhochdruck • Sozialmärkte SOMA + Caritas • Lebenshilfe<br />
Inklusionspreis + Förderpreis • Lotterien Tag in Parndorf • TAfIE-Ball Inklusionsveranstaltung • Charity „Laufen hilft“ zugunsten St. Anna Kinderspital<br />
und Neunerhaus • LOK Verein Leben ohne Krankenhaus • Wiener Zoolauf zugunsten PH Austria - Initiative Lungenhochdruck • Lotterien Tag im Museum<br />
Kärnten • NÖ Berg- und Naturwacht • <strong>Österreich</strong>ische Kinderhilfe • <strong>Österreich</strong>ische Seniorenhilfe • <strong>Österreich</strong>ische Sporthilfe • Sporthilfe/Sportler<br />
mit Herz • Sporthilfe/Millionenshow • <strong>Österreich</strong>isches Olympisches Comité • <strong>Österreich</strong>isches Paralympisches Committee • <strong>Österreich</strong>isches<br />
Paralympisches Committee -Talent Days <strong>2022</strong> • Caritas Haus Immanuel • Diakonie <strong>Österreich</strong>/Gartenhof de la Tour • Theater Delphin - Verein zur<br />
Förderung von integrativer Kunst, Kreativität und Kommunikation • Forschungsverein Lungenhochdruck • Soziale Projekte Steiermark• Caritas Socialis<br />
Hospiz Rennweg • <strong>Österreich</strong>ischer Seniorenbund • Östereichisches Hilfswerk • <strong>Österreich</strong>ische Volkshilfe • Pensionistenverband <strong>Österreich</strong> • s Häferl<br />
der Diakonie Wien • SOMA Märkte <strong>Österreich</strong> • Caritas - Le + O Lager und Sammlung • Die Presse - <strong>Österreich</strong>er des Jahres - Kategorie Humanitäres<br />
Engagement • Lotterien Tag im Kunsthistorischen Museum mit Extraführungen in Gebärdensprache • Lotterien Tag im Naturhistorischen Museum mit<br />
sprachsensiblen<br />
GLÜCK<br />
Führungen für Kinder aus einem benachteiligten Umfeld • Licht<br />
IST,<br />
ins Dunkel • Tiergarten Schönbrunn • <strong>Österreich</strong>ische Bergrettung •<br />
Hospiz <strong>Österreich</strong> • Lotterien Tag im Belvedere mit einer Führung für Sehbehinderte und Demenzkranke • Lotterien Tag im Joanneum Graz mit dem<br />
inklusivem Projekt „Museum für alle“ • Lotterien Tag in der Josefstadt • Lotterien Tag im Kunsthaus Wien mit Führungen in Gebärdensprache • Lotterien<br />
Tag beim Wiener Kabarettfestival mit Vergabe von VIP Tickets an die Caritas Frauenhäuser • Wien Work - integrative Betriebe • Ein Funken Wärme -<br />
Heizkostenunterstützung für Menschen in schwieriger Situation • Exoskelett Bewegungshilfe für gehbehinderte Menschen • Lotterien Tag im<br />
MuseumsQuartier • Weltrotkreuztag • IMBA - Forschung Spielsucht • Lotterien Tag im Technischen Museum mit Führungen in Gebärdensprache •<br />
Lotterien Tag im Wiener Lustspielhaus mit Ticketvergabe ans Neunerhaus • Neunerhaus - Wohnhaus für Obdachlose • Special Olympics <strong>Österreich</strong> •<br />
e.motion Lichtblickhof - Unterstützung von Familien bei traumatischen Erlebnissen • Nationalpark Hohe Tauern - Projekt barrierefreie Nationalpark-<br />
Themenwege im Kalser Klödnitztal • Debra - Patientenorganisation für an Epidermolysis bullose Erkrankte („Schmetterlingskinder“) • Red Noses<br />
Clowndoctors • Auftakt - betreut Menschen mit Behinderungen beim Wohnen und in der Freizeit • Homeless Worldcup der Caritas Steiermark - die<br />
soziale<br />
WENN<br />
Straßenfußball-Weltmeisterschaft • Literaturpreis Ohrenschmaus - fördert<br />
ALLE<br />
das Schreiben von lernbehinderten AutorInnen mit Schreibtalent •<br />
Simultania Kunstpreis des Hilfswerks Steiermark • Coca Cola Inclusion Run zugunsten Special Olympics • Club NÖ - Turnier zur Unterstützung von<br />
Menschen in schwierigen Lebenssituationen • Marianne Hengl / Verein RollOn Austria für Menschen mit Behinderung • Caritas Haus Immanuel meets<br />
Märchensommer Niederösterreich • Verein Rainbows - Betreuung von Kinder und Jugendlichen in schwierigen Lebenssituationen • Verein Rainbows<br />
Niederösterreich - Benefizveranstaltung • Verein Pilgrim - betreut Menschen mit Behinderung in deren Freizeit • ArbeiterSamariterBund Alkoven -<br />
Krankentransport, Rettungsdienst, Hilfeleistungen • Benefizkonzert zugunsten der Kinderburg Rappottenstein • Salzburger Gehörlosenvereine • Vienna<br />
Charity Run/Austria Charity Run zugunsten Sterntalerhof • Ghost Run zugunsten PH Austria - Initiative Lungenhochdruck • Sozialmärkte SOMA +<br />
Caritas • Lebenshilfe Inklusionspreis + Förderpreis • Lotterien Tag in Parndorf • TAfIE-Ball Inklusionsveranstaltung • Charity „Laufen hilft“ zugunsten St.<br />
Anna Kinderspital und Neunerhaus • LOK Verein Leben ohne Krankenhaus • Wiener Zoolauf zugunsten PH Austria - Initiative Lungenhochdruck •<br />
Lotterien Tag im Museum Kärnten • NÖ Berg- und Naturwacht • <strong>Österreich</strong>ische Kinderhilfe • <strong>Österreich</strong>ische Seniorenhilfe • <strong>Österreich</strong>ische Sporthilfe •<br />
Sporthilfe/Sportler<br />
WAS<br />
mit Herz • Sporthilfe/Millionenshow<br />
DAVON<br />
• <strong>Österreich</strong>isches Olympisches Comité • <strong>Österreich</strong>isches Paralympisches Committee •<br />
<strong>Österreich</strong>isches Paralympisches Committee -Talent Days <strong>2022</strong> • Caritas Haus Immanuel • Diakonie <strong>Österreich</strong>/Gartenhof de la Tour • Theater Delphin -<br />
Verein zur Förderung von integrativer Kunst, Kreativität und Kommunikation • Forschungsverein Lungenhochdruck • Soziale Projekte Steiermark•<br />
Caritas Socialis Hospiz Rennweg • <strong>Österreich</strong>ischer Seniorenbund • Östereichisches Hilfswerk • <strong>Österreich</strong>ische Volkshilfe • Pensionistenverband<br />
<strong>Österreich</strong> • s Häferl der Diakonie Wien • SOMA Märkte <strong>Österreich</strong> • Caritas - Le + O Lager und Sammlung • Die Presse - <strong>Österreich</strong>er des Jahres -<br />
Kategorie Humanitäres Engagement • Lotterien Tag im Kunsthistorischen Museum mit Extraführungen in Gebärdensprache • Lotterien Tag im<br />
Naturhistorischen Museum mit sprachsensiblen Führungen für Kinder aus einem benachteiligten Umfeld • Licht ins Dunkel • Tiergarten Schönbrunn •<br />
<strong>Österreich</strong>ische Bergrettung • Hospiz <strong>Österreich</strong> • Lotterien Tag im Belvedere mit einer Führung für Sehbehinderte und Demenzkranke • Lotterien Tag<br />
im Joanneum Graz mit dem inklusivem Projekt „Museum für alle“ • Lotterien Tag in der Josefstadt • Lotterien Tag im Kunsthaus Wien mit Führungen<br />
in Gebärdensprache • Lotterien Tag beim Wiener Kabarettfestival mit Vergabe von VIP Tickets an die Caritas Frauenhäuser • Wien Work - integrative<br />
Betriebe<br />
HABEN.<br />
• Ein Funken Wärme - Heizkostenunterstützung für Menschen in schwieriger Situation • Exoskelett Bewegungshilfe für gehbehinderte Menschen •<br />
Lotterien Tag im MuseumsQuartier • Weltrotkreuztag • IMBA - Forschung Spielsucht • Lotterien Tag im Technischen Museum mit Führungen in<br />
Gebärdensprache • Lotterien Tag im Wiener Lustspielhaus mit Ticketvergabe ans Neunerhaus • Neunerhaus - Wohnhaus für Obdachlose • Special<br />
Olympics <strong>Österreich</strong> • e.motion Lichtblickhof - Unterstützung von Familien bei traumatischen Erlebnissen • Nationalpark Hohe Tauern - Projekt<br />
barrierefreie Nationalpark-Themenwege im Kalser Klödnitztal • Debra - Patientenorganisation für an Epidermolysis bullose Erkrankte<br />
(„Schmetterlingskinder“) • Red Noses Clowndoctors • Auftakt - betreut Menschen mit Behinderungen beim Wohnen und in der Freizeit • Homeless<br />
Worldcup der Caritas Steiermark - die soziale Straßenfußball-Weltmeisterschaft • Literaturpreis Ohrenschmaus - fördert das Schreiben von lernbehinderten<br />
AutorInnen mit Schreibtalent • Simultania Kunstpreis des Hilfswerks Steiermark • Coca Cola Inclusion Run zugunsten Special Olympics • Club NÖ -<br />
Turnier zur Unterstützung von Menschen in schwierigen Lebenssituationen • Marianne Hengl / Verein RollOn Austria für Menschen mit Behinderung •<br />
Caritas Haus Immanuel meets Märchensommer Niederösterreich • Verein Rainbows - Betreuung von Kinder und Jugendlichen in schwierigen<br />
Lebenssituationen • Verein Rainbows Niederösterreich - Benefizveranstaltung •<br />
„Glücksspiel mit Verantwortung“ ist Leitgedanke für alle unsere wirtschaftlichen Aktivitäten. Die gesellschaftliche Verantwortung der <strong>Österreich</strong>ischen<br />
Lotterien geht daher weit über den Spielerschutz hinaus. Das Engagement im humanitären und sozialen Bereich ist im Unternehmen von Beginn<br />
an fest verankert. So unterstützen wir in <strong>Österreich</strong> auch zahlreiche Institutionen im sozialen und gemeinnützigen Bereich. Von Caritas bis<br />
Volkshilfe, von Frauenhäusern bis Rotes Kreuz. Keine andere Unternehmensgruppe in <strong>Österreich</strong> verfügt über ein derartig vielfältiges und breites<br />
Unterstützungsprogramm. Damit alle etwas vom Glück haben.
gourmet / SURSTRÖMMING & CO.<br />
»MEIN ERSTES MAL SURSTRÖMMING«<br />
Der österreichische Kulinarikjournalist Tobias Müller<br />
über sein erstes Surströmming-Erlebnis:<br />
»Der Geschmack ist schwer zu beschreiben – Tod, Verderben<br />
und salzige Senkgrube fallen mir spontan ein …«<br />
Meine erste Begegnung mit Surströmming war<br />
der absolute Tiefpunkt einer sonst wunderbaren<br />
Schweden-Reise. Wir waren bei einem Freund in<br />
seinem Sommerhaus zu Gast, ein wenig außerhalb<br />
Stockholms, haben uns in der Holzofensauna<br />
betrunken, sind spätnachts im Fjord geschwommen<br />
– und haben Surströmming probiert.<br />
Nach dem ersten Bissen überkam mich ein<br />
Brechreiz wie bei einer akuten Fischvergiftung,<br />
den ich nur durch sehr schnelles Schlucken und<br />
große Selbstbeherrschung unterdrücken konnte –<br />
eine Reaktion, die kein Essen davor oder danach je<br />
wieder bei mir hervorgerufen hat. Der Geschmack<br />
ist schwer zu beschreiben: Tod, Verderben und<br />
salzige Senkgrube fallen mir spontan ein, eine<br />
wohlwollendere Formulierung wäre vielleicht<br />
»eine Mischung aus uraltem Parmesan und schon<br />
lange totem Fisch«. Mein schwedischer Freund<br />
sagt schlicht: »Umami, Salz, Meer und Furz.«<br />
Wer jetzt meint, das klinge wie eine klassische<br />
Fischsauce, hat noch nie Surströmming probiert.<br />
Es gibt tatsächlich eine gewisse Verwandtschaft<br />
im Aroma, aber die ist ungefähr so wie jene zwischen<br />
einer Adventskerze und einem Waldbrand.<br />
Surströmming ist Fisch, der in Dosen von speziellen<br />
Bakterien unter Luftabschluss vergoren wird.<br />
Meist wird dafür Hering verwendet (Strömming<br />
ist Schwedisch für Hering), in Norwegen gibt es<br />
auch eine Variante mit Lachs (»Rakfisk«), die als<br />
edler und geschmacklich runder gilt. Die meisten<br />
Menschen würden beide Speisen trotzdem als<br />
ungenießbar beschreiben, der bloße Geschmack<br />
würde auch das Attribut »gesundheitsschädlich«<br />
nahelegen. In Schweden aber ist Surströmming<br />
ein geschmackliches Nationalheiligtum: Das<br />
jährliche Surströmming-Essen gilt als einer von<br />
drei kulinarischen Höhepunkten des Jahres (die<br />
anderen sind der eingelegte Hering zur Sommersonnenwende<br />
und »Kräftskiva«, das Flusskrebsessen).<br />
Zwar ist Surströmmig als Dosenessen das<br />
ganze Jahr über erhältlich, traditionell werden<br />
Surströmming-Partys aber im August gefeiert:<br />
Um die ausreichende Versorgung des ganzen<br />
Landes mit Surströmming sicherzustellen, erlaubte<br />
die schwedische Regierung nämlich einst<br />
den Verkauf der frischen Dosen immer erst im<br />
Spätsommer.<br />
Aber nicht nur der Geschmack ist fordernd. Eine<br />
frisch geöffnete Dose Surströmming gilt als einer<br />
der übelsten Gerüche der Welt. Und weil die Dose<br />
unter Druck steht, spritzt der stinkende Saft<br />
außerdem beim Öffnen in hohem Bogen heraus,<br />
weswegen Profis ihre Dosen stets im Freien und<br />
in einem Eimer Wasser öffnen. Wir haben das bei<br />
unserem Surströmming-Essen genauso gemacht,<br />
und es hat auch kaum gestunken – das war<br />
einerseits gut, weil die Dose zunächst harmlos<br />
gerochen hat. Und andererseits schlecht, weil<br />
mich das übermütig machte …<br />
Mein erster Bissen war daher ein klassischer Anfängerfehler.<br />
Ich habe nicht nur gleich ein großes<br />
Stück probiert, sondern auch noch den Schwanz<br />
samt Knochen und Flosse, was den Geschmack<br />
angeblich noch einmal intensiviert. Beim zweiten<br />
Bissen hatte ich schon dazugelernt: Surströmming<br />
wird wie die meisten schwedischen Spezialitäten<br />
traditionell mit Kartoffeln, Sauerrahm und<br />
eingelegten Zwiebeln genossen (nur ganz harte<br />
Hunde essen ihn pur). Ich habe also ein winziges<br />
Stückchen Surströmming mit einem Haufen<br />
Zwiebel, reichlich Erdäpfel und einem Meer aus<br />
Sauerrahm bedeckt, das ganze in »Tunnbröd«<br />
(ein schwedisches Flachbrot) gewickelt und<br />
nochmals probiert – und es war gar nicht mehr so<br />
schlecht. Seither sehe ich Surströmming eher als<br />
Gewürz, dass man in homöopathischen Mengen<br />
genießt, denn als eine Speise, von der man satt<br />
wird. Mein schwedischer Freund sagt, dass mir<br />
wahre Fans da heftig widersprechen würden …<br />
TOBIAS MÜLLER<br />
ist ein österreichischer<br />
Gourmetjournalist, der im<br />
Rahmen seiner Reisen bereits<br />
die unterschiedlichsten<br />
Küchen und Speisen der<br />
Welt entdeckt und lieben gelernt<br />
hat. Müller lebt in Wien<br />
und in Neapel.<br />
Foto: Pauline Conradsson / AFP / picturedesk.com<br />
182 falstaff aug <strong>2022</strong>
Perfekt am Gaumen.<br />
Schmeichelt der Hüfte.<br />
Neu!<br />
Zuckerfrei
gourmet / GRUSS AUS DER KÜCHE<br />
MEHR ALS<br />
NUR ESSEN<br />
Das Künstlerduo Honey & Bunny geht dem Erfolgsgeheimnis<br />
der skandinavischen Küche auf den Grund – und entdeckt dabei<br />
auch das großartige Zusammenspiel zwischen Kochen, Kunst<br />
und Wissenschaft.<br />
TEXT SONJA STUMMERER UND MARTIN HABLESREITER<br />
FOTOS HONEY & BUNNY | ULRIKE KÖB | DAISUKE AKITA<br />
Alle Teile der Serie unter<br />
go.falstaff.com/grussaus-der-kueche<br />
Pflanzlich und regional ist die Küche<br />
des hohen Nordens, vor allem aber<br />
ist sie radikal neu gedacht. Wie fast<br />
alle Trends aus Skandinavien kommt<br />
diese neue Sicht auf das Kochen<br />
langsam auch bei uns an.<br />
184 falstaff aug <strong>2022</strong>
FALSTAFF<br />
SERIE<br />
GRUSS<br />
AUS DER<br />
KUCHE<br />
Teil 10<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
185
gourmet / GRUSS AUS DER KÜCHE<br />
In der nordischen Küche<br />
liegt der Fokus auf<br />
richtig guten, regionalen<br />
Grundprodukten. Der<br />
Fehler, beim Einkauf nur<br />
in Landesgrenzen zu<br />
denken, wird hier aber<br />
kaum begangen.<br />
Erinnerungen grenzen manchmal<br />
an das Unvorstellbare:<br />
Martin bereiste als vierzehnjähriger<br />
Schüler den hohen<br />
Norden Europas. Doch<br />
inmitten der berühmten Landschaften war<br />
es beinahe unmöglich, Wirtshäuser zu<br />
finden. Wenn es ausnahmsweise gelang,<br />
war das Essen eh essbar. Es ist also gar<br />
nicht so lange her, dass Skandinavien auf<br />
der kulinarischen Landkarte nicht ganz so<br />
kräftig punktete. Höhenflüge am Teller,<br />
derentwegen heute Foodies aus aller Welt in<br />
den hohen Norden pilgern, waren selten. Es<br />
gab gebratene Lachsfilets mit Kartoffelpüree,<br />
Hering in drei verschiedenen, essigsauren<br />
Ausführungen und Krabbenbrötchen.<br />
Eh nicht schlecht, aber tendenziell eintönig.<br />
Alkohol (für den Vater) war sündhaft teuer<br />
und schwer zu bekommen. Okay, beschwingende<br />
Getränke sind immer noch<br />
ziemlich kostspielig, aber das Essen wurde<br />
innerhalb weniger Jahre gewaltig gut.<br />
REGIONALE EXOTIK<br />
Na gut, das skandinavische Küchenwunder<br />
ist bekannt und rauf und runter gehuldigt,<br />
aber es betrifft nicht nur die recht<br />
weltberühmten »big names«, sondern auch<br />
einfache Lokale ums Eck. Knapp vor der<br />
Pandemie flüchteten wir zum Beispiel vor<br />
strömendem Regen in ein unscheinbares<br />
Wirtshaus gegenüber der Kunstakademie<br />
in Göteborg. Das servierte Essen war<br />
REGIONALITÄT<br />
SCHMECKT IN<br />
SKANDINAVIEN AUCH<br />
IN EINFACHEN<br />
WIRTSHÄUSERN OFT<br />
UNGEWÖHNLICH,<br />
RADIKAL UND<br />
WIRKLICH GUT.<br />
extrem kreativ und richtig gut. Hauptsächlich<br />
kam Pflanzliches auf den Tisch und<br />
weil das Zeug aus der Umgebung stammte,<br />
wurde es gleich exotisch für uns <strong>Österreich</strong>er.<br />
Einige Zutaten kannten wir gar nicht<br />
und andere nur vom Hörensagen. Regionalität<br />
schmeckte ungewöhnlich, radikal<br />
und wirklich gut. Das ist uns vorher nur<br />
bei einem gastronomischen Projekt im<br />
Mühlviertel passiert. Dabei verkochte der<br />
oberösterreichische Koch Georg Friedl an<br />
ungewöhnlichen Orten jene Zutaten, die<br />
einst im Mühlviertel Verwendung fanden.<br />
Er berief sich auf alte Rezepte und suchte<br />
tatsächlich auf Wiesen und in Wäldern<br />
nach Wildpflanzen, um sie zu verkochen.<br />
Das Ergebnis war radikal ungewöhnlich.<br />
Damals kamen wir gerade von unserem<br />
Arbeitsaufenthalt in Tokio zurück und die<br />
japanische Küche kam uns weniger<br />
exotisch vor als die Gerichte, die uns<br />
Friedl servierte. Dabei ist Martin im<br />
Mühlviertel aufgewachsen.<br />
186 falstaff aug <strong>2022</strong>
Mit solchen Ideen käme Regionalität weg<br />
von dieser durchgelutschten Marketingmasche,<br />
die dem Begriff sonst überall anhaftet.<br />
Das ist dann eben nicht der folierte<br />
A4-Zettel beim Skiortfrühstücksbuffet,<br />
der regionalen Fruchtsalat aus Pinzgauer<br />
Ananas und Gailtaler Wintermelone anpreist.<br />
Es ist auch nicht dieser widerwärtige<br />
Kulinariknationalismus, der Regionalität<br />
als kulturellen Grenzschutz missversteht.<br />
Ungarn zum Beispiel liegt deutlich näher<br />
an Wien dran als Vorarlberg. Bayrische Produkte<br />
in Berlin sind etwas weniger regional<br />
als polnische. Gelebte Auseinandersetzung<br />
mit lokalen, essbaren Produkten hat auch<br />
wenig mit jenen betrügerischen Methoden<br />
zu tun, die immer wieder durch die Gastronomie<br />
geistern. Vor wenigen Wochen<br />
erzählte uns beispielsweise ein wohlmeinender<br />
und engagierter Salzburger Fleischhauer<br />
und Autor, dass Wirte beim ihm wenige<br />
Stücke einkaufen, um dann mit seinem<br />
Namen und seiner radikalen Regionalität<br />
zu werben. Bloß werden bei ihm dann statt<br />
der gebrauchten zwanzig Tafelspitz nur<br />
zwei gekauft. Der Rest stammt aus dem<br />
Großhandel. Betrug ist so alt wie das Essen<br />
selbst, aber immer ekelhaft!<br />
KOCHEN ALS WISSENSCHAFT<br />
Zurück nach Skandinavien. Den internationalen<br />
Erfolg der dortigen kulinarischen<br />
Szene einzig auf die Verwendung regionaler<br />
Produkte zurückzuführen wäre eine<br />
Frechheit, eine Missachtung der kreativen<br />
Leistung der nordischen Köche. Diese Leute<br />
haben Ideen und sie trauen sich etwas. Sie<br />
sind vergleichbar mit richtig guten und<br />
kreativen Designern oder Künstlern.<br />
Gestaltung heißt – zumindest für uns –<br />
immer Research, Research, Research und<br />
dann: »Nichts scheißen«. Das internationale<br />
Handwerk, wissenschaftliche Erkenntnisse<br />
und kulturelle Entwicklungen zu<br />
kennen ist unerlässlich. Es ist kein Zufall,<br />
dass Köche wie René Redzepi bei Ferran<br />
und Albert Adrià lernten und arbeiteten.<br />
In Barcelona und mittlerweile auch im<br />
Baskenland suchen kreative Gastronomen<br />
seit Jahrzehnten die interdisziplinäre Kooperation<br />
mit Wissenschaftlern, Designern<br />
und Künstlern, und die Köche dort pfeifen<br />
seit Jahren auf Traditionen, Konventionen<br />
und Restaurantguides. Sie fürchten weder<br />
(gesellschaftlichen) Tod noch (schreibende)<br />
Teufel. In Spanien und später in Skandinavien<br />
wurde vorgemacht, was später die<br />
Kunstszene als »Arts & Science« entdeckte.<br />
Kochen als weitgefasste, wissensbasierte<br />
Kreativdisziplin war plötzlich die absolute<br />
Avantgarde. Hell yeah!<br />
KULINARISCHE GRENZGÄNGER<br />
Renommierte Neurowissenschaftler wie<br />
der Oxforder Universitätsprofessor Charles<br />
Spence bemühten sich plötzlich nicht mehr<br />
um eine Reservierung, sondern um Zusammenarbeit.<br />
Und genau diesen Arbeitsansatz<br />
von Research und Risiko verbanden die<br />
Nordköche mit der aufkeimenden Notwendigkeit,<br />
sich mit Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen.<br />
In gewisser Weise nahm die<br />
skandinavische Küche sogar Greta vornweg.<br />
Das führt auch dazu, dass ein ganzer<br />
Landstrich eine neue Attraktion hat. Das<br />
Essen repräsentiert immer eine Kultur.<br />
Manchmal ist das berühmter und manchmal<br />
nicht so. Im Norden hat’s geklappt.<br />
Und unter uns: In <strong>Österreich</strong> geht auch was<br />
weiter momentan. Vom Burgenland bis<br />
zum Arlberg machen sich verdammt gute,<br />
intelligente und radikale Köche Gedanken<br />
über die Zukunft des Essens. Das machen<br />
sie gut und auch bei uns sollten sich<br />
weiters Wissenschaftler, Designer und<br />
Künstler schleunigst darum bemühen, mit<br />
diesen Leuten zusammenzuarbeiten.<br />
HONEY & BUNNY<br />
Sonja Stummerer und Martin Hablesreiter studierten<br />
Architektur. Während eines Arbeitsaufenthalts in Tokio<br />
begannen sie, sich für Food Design zu interessieren,<br />
seither gestalten und kuratieren sie Ausstellungen<br />
und Filme, realisieren Eat-Art-Performances und<br />
schreiben bzw. illustrieren Bücher.<br />
<<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
187
ANGELIKA ROSAM<br />
TRENDY,<br />
AKTUELL,<br />
CHIC<br />
PRAKTISCH<br />
AUFBEWAHRT<br />
Es kann gar nicht genug Möglichkeiten<br />
geben, um die wertvollen<br />
Flaschen gut sortiert zu<br />
wissen. Das »Oyer«-Weinregal<br />
macht Ihre Weinaufbewahrung<br />
ganz einfach und noch dazu<br />
elegant. Schmücken Sie Ihre<br />
Küchentheke mit diesem Stück,<br />
damit Sie Ihre Lieblingsweine<br />
immer griffbereit haben. Das<br />
solide Design fasst bis zu sechs<br />
Flaschen, die Verarbeitung von<br />
Akazienholz verspricht eine lange<br />
Lebensdauer. Ausprobieren!<br />
Ca. € 45,–/Stück;<br />
skandinaviandesigns.com<br />
BUNT WIE WARHOL & LICHTENSTEIN<br />
Das »Popglas« war ebenso kühn und farbenfroh wie radikal, als es<br />
1967 in der konservativen Kunstglasszene eingeführt wurde. Unter<br />
diesem Aspekt besuchte der junge schwedische Designer Gunnar<br />
Cyrén das öffentliche Aquarium in Kopenhagen, um sich von Fischen<br />
zu neuen, unerwarteten Farbkombinationen inspirieren zu lassen.<br />
Das vielseitige »Popglas« eignet sich für Wein, Bier, Cocktails oder<br />
Limonaden, wird in sorgfältiger Handarbeit mit einer klaren Schale<br />
und einem Fuß hergestellt und in den kommenden Jahren in neuen<br />
Farbnuancen präsentiert. gunnarcyren.se/projekt/popglas<br />
KUGELFÖRMIG<br />
Von traditionellen Teeritualen inspiriert,<br />
ist die »Still«-Glaskaraffe<br />
ein dezentes, aber nicht weniger<br />
elegantes Stück, das Beauty<br />
und Funktion miteinander verbindet.<br />
Ein kugelförmiger gefärbter<br />
Glaskorken liegt wie eine<br />
Luftblase auf der Öffnung der<br />
mundgeblasenen Karaffe, die für<br />
vielerlei Gebrauch geeignet ist.<br />
€ 29,99; connox.at<br />
EINFACH ELEGANT<br />
Die hübsche Porzellanserie<br />
»Lines« der schwedischen Marke<br />
NJRD besticht durch grafisches<br />
und funktionelles Design, das<br />
aus den hochwertigsten Materialien<br />
hergestellt wird. Dank der<br />
exklusiven Kollektion mit einer<br />
einzigartigen Auswahl finden Sie<br />
für alle Wünsche das perfekte<br />
Stück. € 60,50; nordicnest.com<br />
Fotos: Rafaela Pröll, beigestellt<br />
188 falstaff aug <strong>2022</strong>
eldorado<br />
LIFESTYLE<br />
GIB MIR ZUCKER!<br />
Ein Klassiker! Die »Bernadotte«-<br />
Zuckerdose mit Löffel von Georg<br />
Jensen wurde von Sigvard<br />
Bernadottes frühen Arbeiten aus<br />
den 1940ern inspiriert. Die Schale<br />
präsentiert sich mit einer polierten,<br />
gerillten Oberfläche, die<br />
diesem alltäglichen Objekt einen<br />
Hauch von Luxus verleiht.<br />
€ 59,50; georgjensen.com<br />
Kolumnistin ANGELIKA ROSAM<br />
ist Herausgeberin und Miteigentümerin<br />
des <strong>Falstaff</strong>-Verlags. Mit einem großen<br />
Faible für die schönen Dinge des Lebens<br />
präsentiert sie ihre Lieblings-Items aus<br />
der Gourmetwelt.<br />
FARBEXPLOSION<br />
Hübsch sind sie anzusehen und<br />
noch dazu aus Öko-Baumwolle.<br />
Die kunterbunten Küchentücher<br />
»Artichoke« von Gudrun Sjoden<br />
bringen gute Laune in Ihre Küche.<br />
Somit haben auch die großen<br />
Kochmuffel eine Möglichkeit,<br />
Herd & Co hübsch sauber<br />
zu halten. Im Sale € 12,–/2er-<br />
Pack; gudrunsjoden.com<br />
HANDMADE CHIC<br />
Die handgemachten Porzellan-<br />
Körbe »XL« von ferm Living bestechen<br />
durch geflochtene Optik,<br />
die Traditionelles mit glasierter<br />
Keramik verbindet. Das multifunktionale<br />
Design ist ein ästhetisches<br />
Tool, das, kunstvoll geformt,<br />
für viele Dinge im Haus<br />
eingesetzt werden kann.<br />
€ 259,–; nordicnest.com<br />
STILVOLL GESCHWUNGEN<br />
Ein perfektes Geschenk oder auch für den Eigenbedarf! In der vom<br />
finnischen Architekten Alvar Aalto entworfenen gleichnamigen<br />
Vase – hier in Moosgrün – werden Blumen stilvoll präsentiert. Die<br />
geschwungene Pretiose ist fraglos ein Klassiker von Iittala und ein<br />
berühmtes Symbol für skandinavisches Design. Sie wurde 1936 erstmals<br />
am Markt gezeigt und ist dank ihrer Form, dem funktionalem<br />
Design und dem mundgeblasenen Glas ein beliebtes Dekor-Highlight.<br />
€ 108,–; debijenkorf.at<br />
GUT SERVIERT<br />
Das »Platform«-Tray verbindet<br />
die Funktion des skandinavischen<br />
Designs mit japanischer<br />
Handwerkskunst zu einem stapelbaren<br />
Tablett mit einer Vielzahl<br />
von Verwendungsmöglichkeiten.<br />
Das praktische Stück ist<br />
in mehreren Farben erhältlich<br />
und passt sich jedem Umfeld an.<br />
€ 59,–; muuto.com<br />
Skandinavisches<br />
Design hat eine starke<br />
Emotion auf Umgebung<br />
und Räume. Das<br />
Zuhause steht im<br />
Mittelpunkt und<br />
fördert die Intention,<br />
ein Gefühl von Harmonie<br />
zu schaffen.<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
189
gourmet / ASTRID LINDGREN<br />
FALSTAFF SERIE<br />
Teil 15<br />
»VOM ESSEN MUSS<br />
MAN SCHREIBEN«<br />
Von Afrikaans bis Zulu wurden Astrid Lindgrens Werke in über 100 Sprachen<br />
übersetzt. Die wohl berühmteste Kinderbuchautorin schrieb, inspiriert von ihrer<br />
eigenen Kindheit, für das »Kind in ihr selbst« und erreichte damit die ganze Welt.<br />
Eines haben all ihre Protagonisten gemeinsam: die Leidenschaft fürs Essen.<br />
TEXT JUDITH HECHT<br />
Begonnen hat alles in Südschweden<br />
in Småland. Genauer<br />
gesagt auf dem Pfarrhof Näs<br />
bei Vimmerby. Dort lebte die<br />
kleine Astrid mit ihren Eltern<br />
und ihren drei Geschwistern in einem roten<br />
Häuschen mit weißen Holzfenstern,<br />
umgeben von Wäldern, Wiesen und Bächen.<br />
Hier spielte sie mit den Kindern der<br />
Nachbarhöfe, versteckte sich in Scheunen<br />
und Schuppen, kletterte auf hohe Bäume,<br />
brachte den Knechten Kaffee aufs Feld und<br />
aß mit ihnen Butterbrote.<br />
In ihrem autobiografischen Buch »Das<br />
verschwundene Land« schreibt Astrid<br />
Lindgren: »Es war schön, auf Näs Kind zu<br />
sein, und schön, Kind von Samuel August<br />
und Hanna zu sein. Warum war es schön?<br />
Darüber habe ich oft nachgedacht, und ich<br />
glaube, ich weiß es. Zweierlei hatten wir, das<br />
unsere Kindheit zu dem gemacht hat, was sie<br />
gewesen ist – Geborgenheit und Freiheit.«<br />
Die Erinnerung an die Kindheitstage<br />
waren der berühmten Kinderbuchautorin<br />
lebenslange Inspirationsquelle. Einige der<br />
Menschen, die sie damals umgaben,<br />
wurden Vorbilder für die wunderbaren und<br />
eigentümlichen Figuren ihrer Bücher: In<br />
dem Lausbuben Michel aus Lönneberga,<br />
der mit seiner Familie auf dem Hof<br />
Katthult lebt, hat sie ihren Vater als Kind<br />
gesehen. Samuel August hatte seiner<br />
Tochter oft von seinen Streichen erzählt.<br />
Für Michels Mutter ist Astrids eigene<br />
Mutter Hanna Patin gestanden und für ihre<br />
Romanfigur »Madita« ihre Schulfreundin<br />
Anne-Marie Ingeström, die Tochter des<br />
Bankdirektors von Vimmerby. Mit dem<br />
<<br />
Foto: Astrid Lindgren Aktiebloag<br />
190 falstaff aug <strong>2022</strong>
Alle Teile der Serie unter<br />
go.falstaff.com/kunstkulinarik<br />
Erst mit 37 Jahren begann<br />
Astrid Lindgrens literarische<br />
Karriere, dabei hatte man<br />
ihr bereits in ihrer Schulzeit<br />
prophezeit, dass sie einmal<br />
Schriftstellerin werden würde.<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
191
gourmet / ASTRID LINDGREN<br />
Rote Grütze<br />
(für 4 Personen)<br />
ZUTATEN<br />
500 g säuerliche Beeren<br />
200 ml Wasser<br />
3 – 4 EL Stärkemehl<br />
Zucker<br />
ZUBEREITUNG<br />
– Die Beeren waschen und entstielen, mit<br />
dem Wasser in einem Topf erhitzen und<br />
unter Rühren zu einem Brei zerkochen.<br />
Nach Belieben durch ein Sieb streichen.<br />
– Einige Esslöffel Saft abkühlen lassen und<br />
die Stärke darin anrühren. Den Brei nach<br />
Geschmack süßen, wieder erhitzen und<br />
unter Rühren das Stärkemehlgemisch zugeben.<br />
Etwa zwei Minuten lang kochen, bis<br />
der Brei dicklich wird. Vor dem Servieren<br />
mindestens zwei Stunden in den Kühlschrank<br />
stellen. Dazu passt Vanilleeis,<br />
Vanillesauce oder Schlagobers.<br />
<<br />
aufgeweckten Buben Lasse hat sie in den<br />
»Bullerbü-Büchern« ihrem geliebten Bruder<br />
Gunnar ein Denkmal gesetzt. Er übernahm<br />
später den elterlichen Hof.<br />
DEM ZUFALL SEI DANK<br />
An die 40 Kinderromane hat Astrid Lindgren<br />
bis an ihr Lebensende verfasst. Dabei<br />
wollte sie nie Schriftstellerin werden. Ihr<br />
erstes Buch »Pippi Langstrumpf« entstand<br />
eher zufällig. Als Astrids Tochter Karin im<br />
ESSEN IST FÜR ASTRID<br />
LINDGRENS<br />
PROTAGONISTEN VIEL<br />
MEHR ALS EINE NOT-<br />
WENDIGKEIT. ES IST<br />
GENUSS, GESELLIGKEIT –<br />
UND ABENTEUER.<br />
Winter 1941 mit einer Lungenentzündung<br />
im Bett lag, sagte sie eines Abends zu ihrer<br />
Mutter: »Erzähl mir von Pippi Langstrumpf«.<br />
Diesen Namen hatte sich das<br />
Mädchen ausgedacht, einfach so. Astrid<br />
begann also, von Pippi zu erzählen. Später<br />
schrieb sie die Abenteuer von der selbstbewussten<br />
Seemannstochter mit den roten<br />
Zöpfen auf, und zwar auf die ihr so eigene<br />
Weise: »Ich habe geschrieben, wie ich mir<br />
selbst ein Buch wünschen würde, wenn ich<br />
ein Kind wäre. Ich schreibe für das Kind in<br />
mir selbst«, sagte sie später. Und dieses Kind<br />
in ihr hatte eine unerschöpfliche Fantasie.<br />
So unterschiedlich Michel aus Lönneberga,<br />
Madita, Pippi Langstrumpf, Ronja oder<br />
Karlsson vom Dach auch sind, eines haben<br />
sie alle gemeinsam: Sie essen für ihre Leben<br />
gern. Das ist kein Zufall. Das gemeinsame<br />
Essen hatte auch am Hof von August und<br />
Hanna Ericsson einen hohen Stellenwert<br />
und war nach getaner Arbeit Fixpunkt für<br />
alle. Astrids Eltern kannten kein Dünkel.<br />
Für sie war es selbstverständlich, dass die<br />
Familie mit ihren Knechten, Mägden und<br />
Tagelöhnern gemeinsam am großen<br />
Küchentisch aß.<br />
Nachdem die Männer von Sonnenaufbis<br />
Sonnenuntergang schwere Arbeit auf<br />
den Feldern zu verrichten hatten, servierte<br />
ihnen Mutter Hanna eine deftigere Kost als<br />
ihren Kindern. Schon in der Früh hatten sie<br />
neben Grütze, Kartoffeln, Milch und Brot<br />
auch Hering und fetten Speck auf ihren<br />
Tellern. »Manchmal bekam auch ich eine<br />
Speckschwarte ab«, erinnerte sich Lindgren<br />
als alte Frau. »Ich kaute sie genüsslich und<br />
langsam. Das war das Beste.«<br />
Wie eng das Verhältnis der Ericssons mit<br />
ihrem Gesinde war, zeigte sich daran, dass<br />
die kleine Astrid und ihre Geschwister in<br />
deren bescheidenem Häuschen stets<br />
willkommen waren. Viel Zeit verbrachten<br />
Astrid und ihr Bruder Gunnar etwa in der<br />
Küche von Kristin, der Frau des Küchenknechts.<br />
Wenn die beiden Kinder auf der<br />
Ausziehbank beim Ofen saßen und Pfannkuchen<br />
naschten, begann Kristins Tochter,<br />
den beiden Märchen vorzulesen, und<br />
»versetzte meine Kinderseele dadurch in<br />
Schwingungen, die bis heute noch nicht<br />
ganz abgeklungen sind. In einer seit Langem<br />
verschwundenen, armseligen, kleinen<br />
Häuslerküche geschah dieses Wunder und<br />
seit jenem Tag gibt es für mich in der<br />
<<br />
Foto: StockFood / Eising Studio / Food Photo & Video<br />
192 falstaff aug <strong>2022</strong>
LEHRE STÄRKEN<br />
#schaffenwir<br />
Und dass auch Gemüse schmeckt.<br />
HUEBER der Wirt<br />
Die Gäste rundum zufriedenstellen ist ein Herzensanliegen im Gasthof HUEBER.<br />
Das gelingt, wenn alle als Team zusammenspielen. Schon in der Lehrausbildung<br />
wird auf kreatives, qualitatives und selbstständiges Arbeiten Wert gelegt.<br />
Mit Produkten aus der unmittelbaren Region werden Gerichte zubereitet, die<br />
Genuss und Heimat verbinden. Wirtschaft sind wir alle. Alle, die was unternehmen.<br />
Eine Initiative der<br />
schaffenwir.wko.at
gourmet / ASTRID LINDGREN<br />
<<br />
Welt keine andere Küche.« In ihren<br />
Büchern ist das »Herz des Hauses« immer<br />
ein wunderbarer Ort, wo es nach Zimt,<br />
Käsekuchen, Kirschkompott oder gebratenem<br />
Speck riecht. Wo es warm ist, auch,<br />
wenn es draußen klirrend kalt ist, wo die<br />
Menschen beisammensitzen, essen, sich<br />
Geschichten erzählen, streiten und sich<br />
wieder vertragen.<br />
Im Haushalt der Ericssons hatte Astrids<br />
Mutter Hanna allein das Sagen. Astrid<br />
beschrieb sie als sparsame und fleißige<br />
Frau, die »sich auf das meiste versteht: Sie<br />
kann Kühe melken, ein Pferdegespann<br />
lenken, sie kann weben und alles, was zum<br />
Schlachten dazugehört. Sie kann Käse<br />
zubereiten, spinnen und backen, und sie<br />
kann ohne Unterlass schaffen und das<br />
Gesinde anleiten.« Und sie hatte ein Herz<br />
für »die Armen und Elenden und half<br />
überall dort, wo Hilfe nötig war«. Beeindruckt<br />
hat Astrid, welche Unmengen an<br />
Köstlichkeiten ihre Mutter für diverse<br />
Festessen zubereiten konnte. Was es zu<br />
Weihnachten oder dem großen Mittsommerfest<br />
alles zu essen gab, hat sie in den<br />
»Die Kinder von Bullerbü«-Romanen und<br />
in ihren »Michel aus Lönneberga«-Ge-<br />
VIEL MEHR ALS DIE<br />
STADT FASZINIERTE<br />
ASTRID DIE NATUR, MIT<br />
DER SIE SICH »ALS<br />
BAUERNMÄDCHEN« SO<br />
VERBUNDEN FÜHLTE.<br />
schichten festgehalten: Vor dem großen<br />
Sommerfest stand Michels Mutter tagelang<br />
von früh bis spät in der Küche, um für den<br />
Festtag vorzukochen. In der Vorratskammer<br />
türmten sich Schweinebraten, Kalbsrouladen,<br />
Heringssalat, Aal in Gelee,<br />
Kartoffelmus, köstliche Würste, Fleischbällchen,<br />
verschiedene Puddings, Apfelkuchen,<br />
Käsetorten, Kirschkompott, Rote Grütze<br />
und vieles mehr.<br />
Ganz bewusst hat die Schriftstellerin der<br />
småländischen Küche viele Seiten gewidmet.<br />
Sie wollte, dass den kleinen und<br />
großen Lesern das Wasser im Mund<br />
zusammenrinnt: «Vom Essen zu erzählen,<br />
ist wichtig«, sagte sie. »Es wäre fast ein<br />
Verbrechen, zu schreiben, dass die<br />
Bullerbü-Kinder bei einem Ausflug Essen<br />
dabeihatten, und dann nicht aufzuzählen,<br />
dass ihr Korb Eierpfannkuchen mit<br />
Marmelade und Milch und Saft und<br />
Wurstbrote und Kuchen und sechs Fischklöße<br />
enthielt.«<br />
ESSEN IST EIN ABENTEUER<br />
Essen ist für Astrid Lindgrens Protagonisten<br />
viel mehr als eine Notwendigkeit. Es ist<br />
Genuss, Geselligkeit – und Abenteuer. So<br />
freut sich Herr Karlsson jedes Mal diebisch,<br />
wenn er mit seinem Propeller von seinem<br />
Dach zum Küchenfenster im vierten Stock<br />
fliegt und die »weltbesten« Zimtschnecken,<br />
die zum Auskühlen auf der Fensterbank<br />
stehen, stibitzen kann. Mit den Fleischbällchen<br />
macht er es nicht anders. »Karlsson<br />
vom Dach« ist übrigens eine der wenigen<br />
Geschichten, die Lindgren in Stockholm<br />
spielen lässt. Viel mehr als die Stadt<br />
faszinierte sie die Natur, mit der sie sich<br />
»als Bauernmädchen«, wie sie sich stets<br />
nannte, so verbunden fühlte.<br />
In den »Bullerbü-Büchern« schreibt sie,<br />
dass die Kinder jede Jahreszeit mögen. Der<br />
Sommer mit seinen warmen, langen Tagen<br />
ist ihnen aber am liebsten. Vor allem der<br />
<<br />
Zahlreiche Werke von<br />
Astrid Lindgren fanden<br />
ihren Weg auf die<br />
Leinwand. Inger Nilsson<br />
wurde in der Rolle der<br />
Pippi Langstrumpf zum<br />
Kinderstar.<br />
Foto: United Archives GmbH / Action Press / picturedesk.com<br />
194 falstaff aug <strong>2022</strong>
GRAFENEGG FESTIVAL<br />
13. August–4. September <strong>2022</strong><br />
ENDLICH WIEDER<br />
SOMMER.<br />
grafenegg.com<br />
© Sebastian Philipp
gourmet / ASTRID LINDGREN<br />
ASTRID<br />
LINDGREN<br />
Ihre Geschichten machen sie<br />
unsterblich.<br />
Astrid Lindgren setzte sich<br />
nicht nur in ihrem Werk für<br />
Kinder ein, sie engagierte<br />
sich auch politisch für deren<br />
Rechte. Und am Set wurde<br />
gemeinsam gegessen.<br />
Astrid Lindgren wurde am 14. November 1907<br />
in Südschweden geboren und wuchs mit drei<br />
Geschwistern auf einem Hof bei Vimmerby auf.<br />
Nach der Schule absolvierte sie bei der Ortszeitung<br />
»Vimmerby Tidning« ein Praktikum und<br />
lernte das Journalistenhandwerk. Als sie von<br />
dem verheirateten Chefredakteur schwanger<br />
wurde, ging sie nach Stockholm, arbeitete als<br />
Sekretärin und brachte 1926 Sohn Lars zur<br />
Welt, der sodann zu Pflegeeltern kam, bis sie<br />
ihn 1930 – mittlerweile verheiratet – wieder zu<br />
sich holte. 1934 wurde Tochter Karin geboren.<br />
<<br />
August, denn erst da darf man mit dem<br />
Krebsfangen beginnen. »Der Tag, bevor es<br />
losgeht, ist beinahe so schön wie Heiligabend«,<br />
sagt die siebenjährige Lisa. Am<br />
Abend dürfen die Kinder mit ihrem Papa<br />
und ihrem Onkel zum Nocken, einem See<br />
im Wald, wandern: Dort angelangt, rudern<br />
sie auf das Wasser hinaus und setzen die<br />
Käfige, mit denen sie die Krebse fangen<br />
wollen, aus. Dann bauen sie sich mit<br />
Wacholderzweigen Hütten, machen ein<br />
Lagerfeuer und essen ihre Butterbrote.<br />
Schlafen können die Kinder nicht lang:<br />
»Als es vier Uhr morgens war, kam Papa<br />
und weckte uns. Und da war ich froh, wenn<br />
ich auch fror wie ein Hund. Die Sonne<br />
schien (...) und von Papa bekamen wir<br />
warmen Kakao. Über dem See lag ein<br />
wenig Nebel, aber der ging bald fort.« Ein<br />
Erlebnis, das Lisa um nichts missen möchte:<br />
»Mir tun alle Menschen leid, die niemals<br />
um vier Uhr morgens auf einen See hinausgerudert<br />
sind, um Krebskäfige einzuholen.«<br />
Für all jene Kinder, die nie erlebt haben,<br />
wie es ist, Krebse zu fangen, heimlich<br />
Würste im Schuppen zu essen oder<br />
Prinzessinnentorte in einer Baumkrone, hat<br />
Lindgren ihre Geschichten geschrieben.<br />
Lindgren starb 2002 im Alter von 94<br />
Jahren. Sie wurde an ihrem Geburtsort<br />
Vimmerby beigesetzt. Auf ihrem Grabstein<br />
ist Folgendes zu lesen: »Wenn ich auch nur<br />
eine einzige düstere Kindheit erhellen<br />
konnte, bin ich zufrieden.«<br />
MIT IHRER FÄHIGKEIT,<br />
SICH IN KINDER IN<br />
DEN VERSCHIEDENSTEN<br />
LEBENSLAGEN EINZU-<br />
FÜHLEN, SCHRIEB SIE<br />
SICH IN DIE HERZEN<br />
IHRER LESER.<br />
<<br />
Nachdem Lindgren einige Kurzgeschichten<br />
veröffentlicht hatte, widmete sie sich Mitte<br />
der 1940er-Jahre verstärkt dem Schreiben.<br />
Ihr erstes Buch »Pippi Langstrumpf« wurde<br />
1944 vom Albert Bonniers Verlag abgelehnt.<br />
Ein Jahr später verlegte Rabén & Sjögren eine<br />
überarbeitete Version und stellte Lindgren als<br />
Lektorin ein. Sie baute die Kinderbuchabteilung<br />
des Verlages auf und schrieb eigene Bücher.<br />
Zu ihren größten Erfolgen zählen »Pippi Langstrumpf«,<br />
»Kalle Blomquist«, »Wir Kinder aus<br />
Bullerbü«, »Karlsson vom Dach«, »Madita«,<br />
»Michel aus Lönneberga«, »Die Brüder Löwenherz«<br />
und »Ronja Räubertochter«.<br />
Mit einer Gesamtauflage von über 165 Millionen<br />
Büchern, übersetzt in mehr als 100 Sprachen,<br />
ist sie eine der bekanntesten und erfolgreichsten<br />
Kinder- und Jugendbuchautorinnen und eine der<br />
meistübersetzten Schriftstellerinnen weltweit.<br />
Sie erhielt die höchsten Auszeichnungen und<br />
wurde 1999 zur »Schwedin des Jahrhunderts«<br />
gewählt. Den Nobelpreis jedoch erhielt sie nie.<br />
Am 28. Jänner 2002 starb Astrid Lindgren im<br />
Alter von 94 Jahren in Stockholm.<br />
Fotos: ullstein bild / Getty Images, Verlagsgruppe Oetinger<br />
196 falstaff aug <strong>2022</strong>
ORF KULTUR-<br />
SOMMER<br />
<strong>2022</strong><br />
HOCHKARÄTIGE KONZERTE, GLANZVOLLES MUSIKTHEATER, ANREGENDE KULTUR-<br />
& LITERATURGESPRÄCHE IN ALLEN MEDIEN DES ORF. ALLE INFOS AUF: DER.ORF.AT<br />
AUS DEM GROSSEN FESTSPIELHAUS: GIACOMO PUCCINI – IL TRITTICO | 13. AUGUST | 22:00 | ORF 2 LIVE<br />
AUS DEM GOLDENEN SAAL: RICCARDO MUTI UND DIE WIENER PHILHARMONIKER | 21. AUGUST | 21:45 | ORF III<br />
ERÖFFNUNGSPREMIERE DER VOLKSOPER WIEN: DIE DUBARRY | 4. SEPTEMBER | 20:15 | ORF III
Ehrlich:<br />
Für Tiroler<br />
Spezialitäten<br />
brauchts Tiroler<br />
Bergbauernmilch.<br />
TIROL MILCH, EHRLICH GUAT!
SIXPACK<br />
ALEXANDER BACHL<br />
ist einer der profiliertesten<br />
Gourmetjournalisten <strong>Österreich</strong>s.<br />
In seinem »Sixpack« stellt er Neues<br />
aus der Restaurantszene vor.<br />
alexander.bachl@falstaff.com<br />
1<br />
2<br />
3<br />
4<br />
5<br />
6<br />
THE BANK<br />
BRASSERIE & BAR<br />
Bognergasse 4<br />
1010 Wien<br />
HIMMELREICH<br />
Ortsstraße 4<br />
3701 Zaußenberg<br />
DER SCHNELLIMBISS<br />
Vorgartenmarkt Stand 40+41<br />
1020 Wien<br />
ZUM GOLDENEN HIRSCHEN<br />
Linzerstraße 4<br />
4810 Gmunden<br />
BRASSERIE POLDIE<br />
Taborstraße 81<br />
1020 Wien<br />
R&BAR<br />
Lindengasse 1<br />
1070 Wien<br />
Subtile feine Küche im »neuen«<br />
»Himmelreich«: Kopfsalatcreme,<br />
confiertes geräuchertes Eigelb,<br />
Frühlingskräutersalat und<br />
Meyer-Zitrone.<br />
NEU EINGEDECKT<br />
Foto: Andreas Jakwerth<br />
JETZT<br />
GRATIS<br />
RESTAURANT-<br />
GUIDE APP<br />
Das »Himmelreich« hat einen neuen Koch und der Vorgartenmarkt<br />
ein grandioses Bistro. In Gmunden wurde ein alter Gasthof neu belebt.<br />
Die Leopoldstadt bekam eine neue Brasserie, eine altbekannte wird<br />
immer besser. Und die »R&Bar« wird nun von »Weinskandal« bespielt.<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
199
gourmet / SIXPACK<br />
THE BANK<br />
BRASSERIE & BAR<br />
Innere Stadt, Wien<br />
1Es wäre den einstigen Bankdirektoren<br />
wohl nie in den Sinn gekommen, dass<br />
ihre marmornen Kassenhallen zu<br />
Orten der Kulinarik mutieren könnten. Während<br />
man in der Creditanstalt am Schot tentor<br />
im Luxus-Interspar nur einkaufen kann und<br />
die Pracht nur am Rande mitbekommt, kann<br />
das Publikum in der alten Länderbank am<br />
Hof verweilen und sich sattsehen an der<br />
Schönheit der 1913 errichteten Kubatur des<br />
Geldes. Man darf es aussprechen – viel schöner<br />
kann man in Wien nicht speisen. Zum<br />
Glück ist es den Betreibern des »Park Hyatt«<br />
auch gelungen, hier eines der erfolgreichsten<br />
Hotel-Restaurants der Stadt zu etablieren –<br />
wer nicht frühzeitig bucht, geht leer aus. Basis<br />
dieses Zuspruchs ist das nach Kurswechseln<br />
nun gut etablierte Brasserie-Konzept mit diesen<br />
Zutaten: dreierlei Austern. Beef Tatar<br />
endlich wirklich handgeschnitten und mit<br />
confiertem Eigelb, Senfkaviar und etwas Trüffelhobel<br />
auf Olivenholzbrett aufgetragen –<br />
mild abgeschmeckt, ergo mit ganz viel Fleischaroma.<br />
Ein gelungener Luxus-Snack: Hummer-Flammkuchen<br />
mit Dill-Crème-fraîche und<br />
Lachskaviar. Wer ein sehr rustikales Gröstl<br />
mag, greift zum Brassoi vom Boa-Schwein mit<br />
Spitzpaprika und Speck. Auf der eleganteren<br />
Seite: Zander Matelote – ein milder Eintopf –<br />
mit Rauchmuscheln und Vongole. Alte Wiener<br />
Schule: cremiger Sauerrahmschmarrn mit<br />
Heumilcheis. Ganz anders, als man es in Fünf-<br />
Sterne-Häusern gewohnt ist, liest sich die rechte<br />
Spalte der außergewöhnlich gut assortierten<br />
Weinkarte. Da macht’s gleich noch mal Spaß,<br />
die Damen und Herren beim Besteigen der<br />
Leitern zu beobachten, die zu den Bouteillen<br />
in den Hochschränken geleiten. Logisch,<br />
dass »The Bank« zu den Aufsteigern im<br />
<strong>Falstaff</strong>-Guide <strong>2022</strong> zählt.<br />
Wiens schönste<br />
Brasserie im »Park<br />
Hyatt« wird immer<br />
besser.<br />
BEWERTUNG<br />
Alexander Bachl<br />
Essen<br />
Service<br />
Weinkarte<br />
Ambiente<br />
GESAMT<br />
46 von 50<br />
18 von 20<br />
18 von 20<br />
10 von 10<br />
92 von 100<br />
<strong>Falstaff</strong> Restaurantguide <strong>2022</strong><br />
Essen<br />
Service<br />
Weinkarte<br />
Ambiente<br />
GESAMT<br />
46 von 50<br />
18 von 20<br />
18 von 20<br />
10 von 10<br />
92 von 100<br />
THE BANK<br />
BRASSERIE & BAR<br />
Bognergasse 4<br />
1010 Wien<br />
T: +43 1 227401236<br />
restaurant-thebank.at<br />
HIMMELREICH<br />
Zaußenberg, Niederösterreich<br />
2Im Ranking der unbekanntesten<br />
Weinbauorte der Nation wäre<br />
Zaußenberg am Wagram eine Topplatzierung.<br />
Dabei gibt es gleich zwei Argumente,<br />
das 30-Häuser-Nest anzusteuern. Da<br />
wäre Winzer Josef Fritz, der mit grandiosen<br />
Roten Veltlinern belegt, was man aus dieser<br />
raren Sorte keltern kann. Und da ist das von<br />
ihm vor drei Jahren gebaute Restaurant<br />
»Himmelreich« in einem 300 Jahre alten<br />
Streckhof gleich neben der gleichnamigen<br />
Spitzen-Riede und seinem Weingut, mit zwei<br />
wunderschönen Gaststuben und einem mit<br />
architektonischem Feingefühl adaptierten<br />
Innenhof. Drei Jahre war das Lokal an Josef<br />
Kellner und Jasmin Wiegand erfolgreich<br />
verpachtet, als sich die zwei in den Lungau<br />
verlagerten, standen Interessenten Schlange.<br />
Den Zuschlag bekam der 29-jährige Steirer<br />
Marco Gangl, zuvor im »Landhaus Bacher«<br />
und zuletzt im legendären Dreisterner<br />
»Frantzén« in Stockholm. Geboten wird ein<br />
leichtes detailverliebtes Vier- oder Sechs-<br />
Gänge-Menü (64/84 Euro), das mit dezenter<br />
Aromatik startet. Lachsforelle kommt in<br />
Gurkenwasser gebeizt in Ribisel-Wacholder-<br />
Sud mit eben zuvor im Hofbeet gezupften<br />
Borretsch-Blüten – ein hocheleganter Gang.<br />
Bei gegrilltem Sommerkürbis mit Pinienkernen,<br />
Basilikum, Kapern und Rapsöl-Sauce<br />
wird’s langsam intensiver. Über Kohlrabi mit<br />
Zitronenverbene, Pistazien und Rhabarber-<br />
Erdbeer-Sauce schwebt ein Duft von Purple<br />
Curry. Und dann doch noch kraftvoll – zwei<br />
Gänge vom Höllerschmid’schen Ötscherblickschwein<br />
mit Paprika und Brokkoli. Die<br />
Weinkarte listet viel von Josef Fritz in großer<br />
Jahrgangstiefe, dazu ein paar <strong>Österreich</strong>er,<br />
Italiener und Franzosen. Exzellent: das weinkundige<br />
Service von Sven Wessel, bislang im<br />
»Park Hyatt« zu Diensten.<br />
BEWERTUNG<br />
Alexander Bachl<br />
Essen<br />
Service<br />
Weinkarte<br />
Ambiente<br />
GESAMT<br />
46 von 50<br />
18 von 20<br />
16 von 20<br />
9 von 10<br />
89 von 100<br />
Für dieses Lokal liegt im<br />
<strong>Falstaff</strong> Restaurantguide<br />
noch keine Bewertung vor.<br />
Das nach einer<br />
Weinlage benannte<br />
»Himmelreich«<br />
wurde neu<br />
übernommen.<br />
HIMMELREICH<br />
Ortsstraße 4<br />
3701 Zaußenberg<br />
T: +43 2278 28241<br />
restaurant-himmelreich.at<br />
Fotos: beigestellt, Andreas Jakwerth<br />
200 falstaff aug <strong>2022</strong>
DER<br />
SCHNELLIMBISS<br />
Leopoldstadt, Wien<br />
3Von den kulinarisch extravaganten<br />
Umtrieben des Gerd Wolfgang Sievers<br />
am Wiener Vorgartenmarkt war hier<br />
schon zu lesen. Lange betätigte er sich primär<br />
als Buchautor über Venedig, Schnecken,<br />
Edelkonserven und Co. Seit ein paar Jahren<br />
ist der in der Witzigmann-Ära ausgebildete<br />
Koch Vollblutgastronom mit seinem Stand<br />
»Die Palette« und einem Ableger gegenüber.<br />
Lange war nicht ganz klar, was es auf der<br />
einen und anderen Seite gab. Nun wurden<br />
die beiden Betriebe getrennt. In der »Palette«<br />
gibt’s einen Chef’s Table mit edelsten Produkten<br />
zu Tarifen, die mit dem Chef abzustimmen<br />
sind und jedenfalls Genuss der Spitzenklasse<br />
garantieren. Der vis-à-vis gelegene<br />
einstige »Schnellimbiss« fungiert nun als<br />
Bistro – das Interieur im »Brandineser«-Stil<br />
und der originelle Name blieben erhalten. Als<br />
Gastgeber fand Sievers den Ex-Werbefilmer<br />
Michael Stefanofsky, gekocht wird alles in<br />
der »Palette« von Souschef Imran Sheik.<br />
Und es ist erneut unglaublich, was da aus<br />
einer Winzküche hinter der Vitrine herausgeschossen<br />
wird. Bauernsalat mit griechischem<br />
Tropföl aus Achaia – »per Liter teurer als<br />
ein Menü in der Palette«. Irish Rock Oysters<br />
von David Hervé dezent »à la japonaise«<br />
mariniert. Carpaccio von der Wildfang-<br />
Dorade mit Fliegenfisch-Kaviar. Beim Wildkräutersalat<br />
darf man sich nicht wundern,<br />
dass auf relativ wenig Grünzeug ziemlich<br />
viel von gebackenen Hahnenkämmen liegt –<br />
äußerst delikat. Cotoletta milanese, Salzwiesenlamm,<br />
angelgefangene Frösche aus<br />
Albanien. Der Kühlschrank voll mit<br />
Champagnern aller Art und rheinhessischen<br />
Lagen-Rieslingen. Und man notiert schon<br />
geistig, was man beim nächsten Mal in<br />
diesem exzeptionellen Bistro nehmen wird.<br />
Optisch ein »Brandineser«.<br />
Kulinarisch ein Bistro der<br />
Luxusklasse.<br />
BEWERTUNG<br />
Alexander Bachl<br />
Essen<br />
Service<br />
Weinkarte<br />
Ambiente<br />
GESAMT<br />
47 von 50<br />
16 von 20<br />
18 von 20<br />
7 von 10<br />
88 von 100<br />
Für dieses Lokal liegt im<br />
<strong>Falstaff</strong> Restaurantguide<br />
noch keine Bewertung vor.<br />
DER SCHNELLIMBISS<br />
Vorgartenmarkt Stand 40 + 41<br />
1020 Wien<br />
T: +43 664 3077582<br />
derschnellimbiss.at<br />
ZUM GOLDENEN<br />
HIRSCHEN<br />
Gmunden, Oberösterreich<br />
4<br />
Das Salzkammergut ist landschaftlich<br />
einer der Schätze der Nation. Nicht<br />
wenige ziehen das entspannte Dasein<br />
an Atter-, Mond- oder Wolfgangsee dem aufgeregten<br />
Treiben an den prominenteren Seen<br />
im Süden vor. Der Nachteil: Die Zahl gepflegter<br />
Unterkünfte und Gaststätten ist knapp<br />
bemessen. So auch am Traunsee, wo bisweilen<br />
kein Bett zu finden ist. Die Gmundner<br />
Architektin Inge Krebs- Hinterwirth hat sich<br />
daher zum Anliegen gemacht, das lange leer<br />
gestandene Hotel »Zum Goldenen Hirschen«<br />
zu einem der besten Häuser der Region zu<br />
machen. Dass man auch gastronomisch was<br />
vorhat, belegt die Personalauswahl. Der<br />
Gmundner Koch Maximilian Aichinger<br />
(»Panzerhalle«, »Landhaus zu Appesbach«<br />
u. v. m.) wirkte beim Start mit und ging überraschend<br />
schnell ab. Der aufgerückte Souschef<br />
Giovanni Montagnuolo ist Italiener und<br />
weist eine internationale Vita vor – von<br />
diversen Konzepten des Briten Gordon<br />
Ramsay bis Pastakochen in Florenz. Von<br />
Aichingers Asia-Liebe blieb etwa eine Umami<br />
Bowl von Traunsee fischen mit mariniertem<br />
Sushireis, Wiesenkräutern und Avocado – ein<br />
äußerst frisches Sommergericht mit Pep. Ein<br />
Black Cod mit karamellisierten Zwiebeln in<br />
Beurre blanc war zuvor am Traunsee noch<br />
nicht vertreten. Auch Regionales steht auf der<br />
Karte: tagesfrischer Traunseefang mit Petersilienerdäpfeln.<br />
Detto Schnitzel und Backhuhn<br />
für Traditionsesser. Spannender wird’s bei<br />
Garnelen-Ravioli mit pochiertem Hummer<br />
und Bisque. Und vielleicht kann die Küche ja<br />
gelegentlich das grandiose Reh-Carpaccio<br />
mit Yuzu-Trüffel-Dressing und Shisokresse<br />
der ersten Tage wieder auf die Karte setzen.<br />
Sehr aufmerksames Service. Weltgewandte<br />
Weinkarte. Eine tolle neue Adresse.<br />
BEWERTUNG<br />
Alexander Bachl<br />
Essen<br />
Service<br />
Weinkarte<br />
Ambiente<br />
GESAMT<br />
46 von 50<br />
17 von 20<br />
17 von 20<br />
8 von 10<br />
88 von 100<br />
Für dieses Lokal liegt im<br />
<strong>Falstaff</strong> Restaurantguide<br />
noch keine Bewertung vor.<br />
Ein alter Gasthof mit<br />
neuem Leben und<br />
spannender Küche.<br />
ZUM GOLDENEN HIRSCHEN<br />
Linzerstraße 4<br />
4810 Gmunden<br />
T: +43 7612 23444<br />
hirschengmunden.at<br />
95–100 Punkte 90–94 Punkte 85–89 Punkte 80–84 Punkte<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
201
gourmet / SIXPACK<br />
BRASSERIE POLDIE<br />
Leopoldstadt, Wien<br />
Tagsüber Senioren-Lokal.<br />
Abends gibt’s Austern und<br />
Champagner.<br />
5Huitres, Plats und Spécialités waren<br />
in diesem Teil Wiens bislang unbekannt.<br />
Das hält ein Quartett lustiger<br />
Pensionisten nicht davon ab, »Choix du<br />
Chef« zu wählen und sich vier Gänge lang<br />
ohne Hemmung bekochen zu lassen. Daneben<br />
genießt ein Paar Puligny Montrachet<br />
Les Folatières 1er Cru 2014 von Etienne<br />
Sauzet zu 295 Euro. Neue kulinarische<br />
Demokratie à la française im Volkertviertel.<br />
Das Konzept erinnert an Tim Raues Brasserie<br />
»Colette«, die der Berliner in Seniorenresidenzen<br />
der besseren Art betreibt. Tagsüber<br />
sind – wie in Zukunft auch hier – die Bewohner<br />
zu Gast, abends Menschen von<br />
über-all. Das » Poldie« – man denke an den<br />
mittleren Wortteil von Leopoldstadt – wird<br />
von Christine und Reinhold Stix betrieben,<br />
die man vom innerstädtischen »Paul« kennt,<br />
das demnächst zu »Pauli« mutiert. Wobei er<br />
zugleich Gastgeber und Sommelier gibt. Denn<br />
um eines festzuhalten – das ist auch sehr ein<br />
Ort des Trinkens. Die Distanz zur City merkt<br />
man bei der Kalkulation. Einen prächtigen<br />
weißen Einstiegs-Burgunder gibt’s um<br />
52 Euro, einen Lagen-Meursault um 84 Euro.<br />
Und Apero Champagne Tarlant Zero Brut zu<br />
ganz lieben 9,50 Euro. Solchermaßen eingestimmt<br />
nimmt man etwa Fines de Claire<br />
No. 2, zart gedämpft mit Liebstöckel, Belper<br />
Knolle und Speck. Liest sich deftig. Mundet<br />
allerfeinst. Für das und alles Folgende sorgt<br />
Sebastian Slavicek, einst im »Goldfisch« am<br />
Herd und nun samt Meeresgetier-Know-how<br />
hierher übersiedelt. Weiters zu haben: Salade<br />
niçoise à la Poldie – mit glasig geflämmter<br />
Makrele. Moules-frites oder Lammbauch mit<br />
Linsen-Kapern-Ragout. Und – danke, dass<br />
Crêpes Suzette noch irgendwo serviert werden,<br />
hier extravagant mit Lavendelsorbet.<br />
BEWERTUNG<br />
Alexander Bachl<br />
Essen<br />
Service<br />
Weinkarte<br />
Ambiente<br />
GESAMT<br />
45 von 50<br />
17 von 20<br />
17 von 20<br />
8 von 10<br />
87 von 100<br />
Für dieses Lokal liegt im<br />
<strong>Falstaff</strong> Restaurantguide<br />
noch keine Bewertung vor.<br />
BRASSERIE POLDIE<br />
Taborstraße 81<br />
1020 Wien<br />
T: +43 1 356350015<br />
poldie.wien<br />
R&BAR<br />
Neubau, Wien<br />
6<br />
Trinker klassischer Weine dürften<br />
hier allenfalls mit Champagne Larmandier-Bernier<br />
ihre Freude haben.<br />
Zwar naturnah, aber vom Geschmacksprofil<br />
kein »richtiger« Naturwein. Alle anderen<br />
können sich im Paradies der ganz großen<br />
Auswahl wähnen. Moritz Herzog hat seinen<br />
Laden »Weinskandal« in den letzten Jahren<br />
zum Kompetenzzentrum dieser recht ausgedehnten<br />
Nische des Weinhandels entwickelt.<br />
Neuerdings kam eine Ausschank dazu.<br />
Herzog übernahm die »R&Bar« – sprich<br />
»Rundbar« – in Wien-Neubau. Gastgeber ist<br />
Stephan Martin, zuvor Sommelier im<br />
»ænd«. Mit ihm werken weitere Weinfreaks<br />
im Service, darunter der Brite Dave Ferris,<br />
zuletzt in der »Bar Brutal« in Barcelona –<br />
einer der Keimzellen der globalen Naturweinbarszene.<br />
Das zum Wein gereichte<br />
Essen ist weit mehr als nur »Barfutter«.<br />
Mario Galbavy fabriziert eine Liste kleinerer<br />
sorgfältig komponierter Gerichte. Ein gar<br />
köstlicher Hochsommerhappen: »Ciabatta<br />
tostata«, eine dicke Schnitte knuspriges Brot<br />
von der Bäckerei Joseph mit Feta und eingeschmolzenen<br />
Kirschtomaten. Knackige<br />
Kräuterseitlinge mit ordentlich Liebstöckel<br />
darauf mischt man selbst mit einem Dotter<br />
zu einer cremigen Masse. Richtig aufwendig:<br />
junge Rote Rübe in drei Konsistenzen mit<br />
Schafstopfen und Zedernuss. Subtil: auf der<br />
Haut kross gebratener Saibling mit Senfblatt<br />
und Senfkaviar. Puristisch: »Wagyu Skirt<br />
Steak« – sprich Zwerchfell, ein weithin<br />
unterschätzter Cut, hier vom Demeter-Hof<br />
Herta Bernold im niederösterreichischen<br />
Stronsdorf. Nicht ganz so raffiniert: die<br />
Desserts. Mascarpone mit Erdbeere und<br />
Salzkaramell ist eher »WG-Style«. Wer mit<br />
den Öffnungszeiten (24 Uhr) nicht zurande<br />
kommt, greift zu den Flaschen im Regal.<br />
BEWERTUNG<br />
Alexander Bachl<br />
Essen<br />
Service<br />
Weinkarte<br />
Ambiente<br />
GESAMT<br />
44 von 50<br />
17 von 20<br />
17 von 20<br />
8 von 10<br />
86 von 100<br />
<strong>Falstaff</strong> Restaurantguide <strong>2022</strong><br />
Essen<br />
Service<br />
Weinkarte<br />
Ambiente<br />
GESAMT<br />
Die altbekannte kleine<br />
Ess-Bar wird nun von<br />
»Weinskandal«<br />
betrieben.<br />
43 von 50<br />
17 von 20<br />
15 von 20<br />
8 von 10<br />
83 von 100<br />
R&BAR<br />
Lindengasse 1<br />
1070 Wien<br />
T: +43 676 83858696<br />
dasrund.com<br />
Fotos: Brasserie Poldie, beigestellt<br />
202 falstaff aug <strong>2022</strong><br />
95–100 Punkte 90–94 Punkte 85–89 Punkte 80–84 Punkte
hungrigaufecht.at<br />
Hungrig auf echt? Auf Geschmack, der zum Erlebnis wird, auf Begegnungen mit leidenschaftlichen<br />
Gastgebern? Oberösterreichs vielfältige Kulinarik zeigt sich ursprünglich und inspiriert.<br />
Für genussvolle Momente. Ehrlich.
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9 004524 129521<br />
05<br />
05<br />
leserbriefe<br />
GENIESSEN WEIN ESSEN REISEN<br />
/ jul <strong>2022</strong><br />
WEINGUIDE<br />
DIE BESTEN AUS<br />
ÖSTERREICH<br />
HAMPTONS<br />
WO DER SAND<br />
GOLD WERT IST<br />
GOLF & GENUSS<br />
TOPPLÄTZE FÜR<br />
JEDEN GESCHMACK<br />
ÖSTERREICHISCHE POST AG, MZ 02Z030053 M, FALSTAFF VERLAGS-GMBH, FÜHRICHGASSE 8, 1010 WIEN<br />
Immer Meer!<br />
SEHNSUCHT NACH DEM MEDITERRANEN LEBENSGEFÜHL<br />
Lesermeinung ist uns wichtig, egal,<br />
ob Lob oder Tadel. Schreiben Sie uns einfach an<br />
redaktion@falstaff.at oder posten Sie auf<br />
falstaff.com bzw. unserer Facebook-Seite.<br />
ÖSTERREICH-AUSGABE 05/<strong>2022</strong><br />
€ 10,50 WWW.FALSTAFF.COM<br />
»Es ist nicht nur für<br />
die beiden eine hohe<br />
Auszeichnung für ihre<br />
harte Arbeit, sondern<br />
auch für die Region<br />
eine Bestätigung,<br />
dass das Weinviertel<br />
Top-Weine<br />
produziert!«<br />
DAVID JILLI<br />
GROSSE FREUDE ÜBER<br />
WINZER DES JAHRES <strong>2022</strong><br />
Lieber Wolfgang!<br />
Ich freue mich sehr über die<br />
Wahl von Marion und Manfred<br />
Ebner-Ebenauer zum Winzerpaar<br />
<strong>2022</strong>. Es ist nicht nur für die<br />
beiden eine hohe Auszeichnung<br />
für ihre harte Arbeit, sondern<br />
auch für die Region eine Bestätigung,<br />
dass das Weinviertel Top-<br />
Weine produziert!<br />
Liebe Grüße aus der Weinstadt<br />
Poysdorf!<br />
David Jilli<br />
Poysdorf, E-Mail<br />
VIEL LOB IM NACHHINEIN<br />
FÜR DIE SPANIEN-AUSGABE!<br />
Liebes <strong>Falstaff</strong>-Team,<br />
ich wollte mich schon früher<br />
melden, um zu sagen, wie wunderbar<br />
die Spanien-Ausgabe des<br />
<strong>Falstaff</strong> geworden ist. Bestimmt<br />
haben Sie es mittlerweile von allen<br />
Seiten gehört. Wir freuen uns<br />
sehr über solch professionell recherchierten<br />
und wundervoll<br />
aufbereiteten Gastro- und Weinjournalismus.<br />
Ein Riesenlob an<br />
alle Beteiligten und »muchas<br />
gracias« aus Hamburg aus dem<br />
»Portomarin«.<br />
Herzliche Grüße<br />
Patricia Pérez y Hilker<br />
Hamburg (DE), E-Mail<br />
DER FALSTAFF IM ZEICHEN<br />
DER FREIHEIT<br />
Sehr geehrter Herr Rosam,<br />
heute möchte ich einen Dank<br />
loswerden. Eigentlich hatte ich<br />
vor, den <strong>Falstaff</strong> nur für ein Jahr<br />
zu bestellen. Von einer Kündigung<br />
habe ich dann abgesehen,<br />
weil ich mich jedes Mail sehr<br />
freue, wenn ich die Zeitschrift in<br />
meinem Briefkasten sehe.<br />
Insbesondere – und das ist die<br />
Motivation für meinen heutigen<br />
Dank – bin ich sehr angetan von<br />
dem freiheitlichen Geist, der im<br />
<strong>Falstaff</strong> jedes Mal aufs Neue zu<br />
spüren ist. Das ist so wohltuend<br />
im derzeitigen Zeitgeist-Klima,<br />
in dem es nur Schwarz und Weiß<br />
gibt und wo die davon abweichende<br />
Meinung (egal bei welchem<br />
Sachthema mittlerweile)<br />
stets des Teufels ist. Demokratie<br />
sagt ja eigentlich etwas anderes.<br />
Nur leider scheint die niemand<br />
wirklich mehr zu mögen.<br />
In diesem Sinne: bleiben Sie<br />
bitte standhaft und weiter weinliebend<br />
und eben auch freiheitlich<br />
bewegt!<br />
Vielen Dank und freundliche<br />
Grüße,<br />
Dr. Stephan Schleef<br />
Syke (DE), E-Mail<br />
Die Redaktion behält sich vor, dem<br />
<strong>Falstaff</strong> zugesandte Leserbriefe<br />
aus Platzgründen für die Ver öf fent <br />
lichung zu kürzen.<br />
204 falstaff aug <strong>2022</strong>
LIVE Life - aber verantwortungsvoll<br />
LEBENSLUST.<br />
LIEBEN WIR.<br />
MIT<br />
www.wienerdirndl.at
GASTRONOMIE<br />
Die 19.000 Mitglieder des <strong>Falstaff</strong> Gourmetclubs besuchen<br />
und bewerten die besten Restaurants <strong>Österreich</strong>s. In dieser<br />
Rubrik stellen wir Restaurants aus unserem Guide vor, die wir<br />
Ihnen wärmstens empfehlen wollen. Alle 1950 Restaurants<br />
dieses Guides finden Sie auf falstaff.at.<br />
Wirtshauskultur<br />
mit Tradition<br />
Nur wenige Wiener Wirtshäuser<br />
haben sich über die Jahrzehnte<br />
weiterentwickelt und die Tradition der<br />
Wirtshauskultur hochgehalten. In der<br />
Wilhelminenstraße steht seit 1873 so<br />
ein Wirtshaus. Seit 14 Jahren pflegt<br />
Alexander Laskowsky hier typische<br />
Wirtshauskultur. Man verwöhnt die<br />
Gäste mit traditioneller Wiener Küche.<br />
Die Produkte stammen aus österreichischer<br />
Landwirtschaft – Fleisch<br />
vom Fleischhauer Gissinger, der Fisch<br />
von der Familie Aibler. Das Angebot<br />
an österreichischen Spitzenweinen<br />
kann sich übrigens sehen lassen. Die<br />
warme Jahreszeit genießen die Gäste<br />
im schattigen Gastgarten. Mehrmals<br />
im Jahr werden saisonale Spezialitäten<br />
aufgetischt – Fische, Wild, Heringsschmaus<br />
oder die Schwammerlwochen<br />
sind Fixpunkte im Jahr.<br />
GELBMANNS GASTSTUBE<br />
83 Punkte im <strong>Falstaff</strong><br />
Restaurantguide <strong>2022</strong><br />
Wilhelminenstraße 62, 1160 Wien<br />
Di.–Sa. 10–23 Uhr<br />
T: +43 1 4861599<br />
gelbmanns.at<br />
Kulinarischer Hochgenuss<br />
im Herzen der<br />
Wiener Mariahilfer Straße<br />
In der »stadt.Allee« im ruhigen Innenhof<br />
der Mariahilfer Straße 101 befindet<br />
sich die grüne Oase mit eigenem<br />
Gastgarten, in der man sich sofort<br />
wohlfühlt. Neben ausgezeichnetem<br />
Service punktet die »stadt.Allee« mit<br />
herausragender Küche. Traditionelle<br />
Speisen werden hier neu interpretiert:<br />
Die Speisekarte, mit Fokus auf<br />
traditionelle Wiener Küche und BBQ,<br />
bietet mit reichhaltigem Frühstück,<br />
Business-Lunch und ausgiebigem<br />
Dinner ein Rundum-sorglos-Paket.<br />
Spitzenkoch Matthias Pospisil setzt<br />
auf Vielfalt durch saisonal wechselnde<br />
Gerichte. Zubereitet, gekocht und<br />
geprägt wird der Innenraum von einer<br />
offenen Schauküche, deren Star der<br />
Robata-Grill ist. Der angeschlossene<br />
Barbereich samt Cocktailstation lädt<br />
zusätzlich nach einem anstrengenden<br />
Arbeitstag zum Genießen ein.<br />
STADT.ALLEE<br />
Mariahilfer Straße 101, 1060 Wien<br />
T: +43 1 3669090<br />
info@stadtallee.at<br />
stadtallee.at<br />
206<br />
falstaff aug <strong>2022</strong>
Eine traditionsreiche<br />
Wiener Institution<br />
Mit über 160 Jahren zählt der<br />
»Gmoa keller« zu den ältesten Wirtshäusern<br />
Wiens. Joe Zawinul spielte<br />
einst im Keller und Kronprinz Rudolf<br />
traf hier seine Mary Vetsera. Reisende<br />
aus aller Welt und Prominente aus<br />
Politik und Kultur genießen die einzigartige<br />
Atmosphäre und schätzen<br />
die typischen Wiener Gerichte, Innereien<br />
und saisonalen Spezialitäten.<br />
Hervorragende Weine und Biere<br />
begleiten die umfangreiche Speisekarte.<br />
Über den Onlineshop kann<br />
auch zur Abholung bestellt werden.<br />
Seit mehr als zehn Jahren um das<br />
Wohl der Gäste bemüht: Restaurantleiter<br />
Daniela Steiner und Thomas<br />
Staudner.<br />
GMOAKELLER<br />
83 Punkte im <strong>Falstaff</strong><br />
Restaurantguide <strong>2022</strong><br />
Am Heumarkt 25, 1030 Wien<br />
T: +43 1 7125310<br />
reservierung@gmoakeller.at<br />
gmoakeller.at<br />
Genuss mit Tradition<br />
2015 übernahmen die Brüder<br />
Laskowsky das ehrwürdige Gasthaus.<br />
Interieur und Ambiente wurden<br />
gepflegt und behutsam erneuert.<br />
2015 übernahmen die Brüder Laskowsky das ehrwürdige Gasthaus<br />
in der Schönbrunner Strasse. Interieur und Ambiente wurden<br />
gepflegt oder behutsam erneuert. Verschiedene Stuben<br />
und Räume blieben eine Besonderheit des Lokals – im Sommer<br />
lädt der ruhige, schattige Gastgarten zum Genießen ein.<br />
Geführt wird das Lokal von Restaurantleiter Armend Gjocaj.<br />
Küchenchef ist Stefan Hartl, der profunde Kenner der österreichischen<br />
Küche hat das Angebot so arrangiert, dass neue Gäste<br />
auf den Geschmack kommen und Stammgäste begeistert<br />
treu blieben (selbstverständlich mit AMA-Gastrosiegel). Geboten<br />
wird typische Wiener Küche mit Waldviertler Einschlag und<br />
saisonale Spezialitäten, wie z.B. Fische, Pilze oder Wild. Auswahl<br />
und Qualität der angebotenen Weine können sich übrigens<br />
sehen lassen.<br />
Die Räume blieben eine Besonderheit<br />
des Lokals – im Sommer lädt der<br />
ruhige Gastgarten zum Genießen<br />
ein. Geführt wird das Lokal von<br />
Restaurantleiter Armend Gjocaj.<br />
Küchenchef ist Stefan Hartl, der das<br />
Angebot (selbstverständlich mit<br />
AMA-Gastrosiegel) so arrangiert hat,<br />
dass neue Gäste auf den Geschmack<br />
kommen und Stammgäste begeistert<br />
treu bleiben. Geboten wird saisonal<br />
typische Wiener Küche mit Waldviertler<br />
Einschlag – begleitet von<br />
einem besonderen Weinangebot.<br />
WALDVIERTLERHOF<br />
83 Punkte im <strong>Falstaff</strong><br />
Restaurantguide <strong>2022</strong><br />
Schönbrunner Straße 20, 1050 Wien<br />
T: +43 1 5863512<br />
reservierung@waldviertlerhof.at<br />
waldviertlerhof.at<br />
ADVERTORIAL Foto: © GeWalt / Gerhard Walter; Blumenwiese; StadtAllee; Beigestellt<br />
Place to be für<br />
heiße Sommertage<br />
Wer Beach-Feeling in der Großstadt<br />
sucht oder mit Stil und Rhythmus<br />
in eine aufregende Nacht starten<br />
will, ist bei der »Blumenwiese«<br />
richtig. DJs und Live-Acts sorgen<br />
täglich für eine lebendige Atmosphäre<br />
mit feierlicher Stimmung.<br />
Eine Relax-Zone inklusive Sandstrand<br />
und der Lokalbereich mit<br />
über 240 Sitzplätzen und Blick aufs<br />
Wasser laden ein, die Sommertage<br />
zu genießen. Für das leibliche Wohl<br />
wird auch gesorgt: Gäste erwarten<br />
ein umfassendes Frühstücksangebot,<br />
hausgemachte Limonaden, erfrischende<br />
Cocktails, frisch gezapfte<br />
Biere und kulinarische Köstlichkeiten<br />
wie Dry Aged, Pulled Pork oder<br />
vegane Burger, saftige Steaks vom<br />
Grill sowie kreative Salatvarianten.<br />
Zusätzlich findet man edle Tropfen<br />
von heimischen Weingütern bis hin<br />
zu französischen Besonderheiten.<br />
BLUMENWIESE<br />
Höhe Obere Donaustraße 100<br />
1020 Wien<br />
T: +43 1 3665555<br />
dieblumenwiese.at<br />
Dolce Vita im »PiNO«!<br />
Das Ristorante »PiNO« in der<br />
pittoresken Fußgängerzone von<br />
Mödling ist bereits seit 13 Jahren<br />
ein Treffpunkt vieler Liebhaber der<br />
italienischen Kulinarik. Pino Barbieri<br />
aus Apulien führt sein Ristorante mit<br />
großer Leidenschaft. Der Sommer<br />
bietet besondere Gaumenfreuden wie<br />
Thunfisch-Tatar mit Jakobsmuscheln<br />
und Limettendressing, Spaghetti<br />
Chitarra mit Knoblauch, Chili, Rosmarin,<br />
Pistazien und Bottarga oder<br />
gebratenen Wolfbarsch auf Linsen<br />
mit Aceto balsamico und Gemüse<br />
in Begleitung von edlen Weinen aus<br />
Italien. Die Pizza, hauchdünn und<br />
knusprig mit leckeren Auflagen, ist<br />
allzeit beliebt. Dolci wie Sgroppino<br />
oder Averna-Tiramisu bieten den<br />
krönenden Abschluss. Der<br />
Patrone bemüht sich um das Wohl<br />
seiner Gäste und vermittelt ein<br />
Urlaubsfeeling wie in Bella Italia.<br />
PINO<br />
83 Punkte im <strong>Falstaff</strong><br />
Restaurantguide <strong>2022</strong><br />
Brühler Straße 6, 2340 Mödling<br />
T: +43 2236 860187<br />
pino-ristorante.at<br />
95–100 Punkte 90–94 Punkte 85–89 Punkte 80–84 Punkte<br />
aug <strong>2022</strong> falstaff 207
GASTRONOMIE<br />
Hotspot für Genießer<br />
Es ist Zeit für einen Sommer voller<br />
Lifestyle am See. »Die Möwe« im<br />
»VILA VITA Pannonia« kombiniert<br />
gehobenes Restaurant, chillige Lounge<br />
sowie Bar und Café unter einem Dach<br />
und liegt malerisch am hauseigenen<br />
Naturbadesee. Die Seeterrasse mit<br />
herrlichem Ausblick ist ein einzigartiger<br />
Platz, um sich kulinarisch<br />
verwöhnen zu lassen. Neben Drinks<br />
und Food serviert »die Möwe« ihren<br />
Gästen vor allem eines: absolutes<br />
Urlaubsfeeling am See und jede Menge<br />
Emotionen bei unvergesslichen<br />
Sonnenuntergängen. Von regionalen<br />
Schmankerln des Burgenlands über<br />
internationale Buffets bis hin zur<br />
Gourmetküche bietet das »VILA VITA<br />
Pannonia« in vier Restaurants und<br />
drei Bars ein vielfältiges kulinarisches<br />
Konzept. Hier findet garantiert jeder<br />
Gaumen seine Freuden.<br />
DIE MÖWE<br />
im VILA VITA Pannonia<br />
86 Punkte im <strong>Falstaff</strong><br />
Restaurantguide <strong>2022</strong><br />
Storchengasse 1, 7152 Pamhagen<br />
T: +43 2175 21800<br />
vilavitapannonia.at<br />
Genuss am schönsten<br />
Seeort der Welt<br />
Wo einst Persönlichkeiten wie Sisi und<br />
Franz oder Agatha Christie residierten,<br />
verbringen heute Gäste aus aller Welt<br />
einen unbeschwerten Aufenthalt. Im<br />
»Restaurant zum Salzbaron« wird man<br />
mit regionalen Spezialitäten von ausgewählten<br />
Bauern und Produzenten verwöhnt.<br />
Besonders die Seeterrasse und<br />
die Lounge laden zum Entspannen und<br />
Genießen ein. Das Wagyu-Rind kommt<br />
aus Ohlsdorf bei Gmunden. Der Käse<br />
wird am A2-Bauernhof speziell für<br />
unser Haus komponiert und kann auch<br />
für zu Hause mitgenommen werden.<br />
Das Gemüse wird von regionalen Bauern<br />
geliefert, und so haben wir auch<br />
alte Sorten wiederentdeckt und lieben<br />
gelernt. Und auch Saibling, Reinanke<br />
oder Forelle sind gebürtige Hallstätter.<br />
Das Seehotel »Grüner Baum« ist Mitglied<br />
beim Genussland und wurden mit<br />
dem AMA-Gastrosiegel ausgezeichnet,<br />
weil wir gutes Essen lieben.<br />
SEEHOTEL GRÜNER BAUM<br />
81 Punkte im <strong>Falstaff</strong><br />
Restaurantguide <strong>2022</strong><br />
Marktplatz 104, 4830 Hallstatt<br />
T: +43 6134 82630, gruenerbaum.cc<br />
»Der Luis« –<br />
gschmackig und echt<br />
Am Hauptplatz von Anger verwöhnt<br />
Luis Thaller unter dem Motto<br />
»purer Genuss mit Herzlichkeit« seine<br />
Gäste im Drei-Hauben-Restaurant<br />
»DER LUIS« seit 2012 mit Überraschungsmenüs.<br />
Der Fokus liegt auf<br />
regionalen, aber vor allem saisonalen<br />
Produkten, die zu gschmackigen<br />
Gerichten kombiniert werden. Bioeidotter<br />
mit Sellerie, Grammeln und<br />
Schweinskopf oder die Bachforelle,<br />
gebeizt und geräuchert, sind wahre<br />
Gaumenfreuden. Mit knapp 500 nationalen<br />
und internationalen Weinen wird<br />
auch eine große Auswahl an Bio- und<br />
Naturalweinen angeboten, die von<br />
Sommelière Viki präsentiert wird. Um<br />
auch die Weinbegleitung in vollen Zügen<br />
genießen zu können, kann man im<br />
Vier-Sterne-Hotel mit Wellnessbereich<br />
übernachten.<br />
DER LUIS<br />
91 Punkte<br />
im <strong>Falstaff</strong><br />
Restaurantguide <strong>2022</strong><br />
Hauptplatz 3, 8184 Anger<br />
T: +43 3175 2206<br />
restaurant-derluis.at<br />
Unvergessliche<br />
Alm-Momente<br />
Die Gastfreundschaft, der Charme<br />
und das spezielle Ambiente der<br />
»Oberforsthofalm«, gepaart mit<br />
feinster Spitzengastronomie, sind<br />
weit über die Grenzen Salzburgs<br />
hinaus bekannt. Im alpinen Wohnzimmer,<br />
in der wunderschön<br />
gestalteten Panoramalounge, in<br />
den gemütlichen Stuben, im Almgarten<br />
oder im Troadkasten, einem<br />
umgebauten Getreidespeicher, wird<br />
mit viel Liebe zum Genuss verführt.<br />
Feierlichkeiten aller Art werden<br />
nicht nur zu einem kulinarischen,<br />
sondern auch zu einem persönlichen<br />
Festtagserlebnis. Das Team<br />
der »Oberforsthofalm« sorgt für die<br />
Erfüllung höchster Ansprüche und<br />
für unvergessliche Momente auf<br />
der Alm.<br />
OBERFORSTHOFALM<br />
90 Punkte im <strong>Falstaff</strong><br />
Restaurantguide <strong>2022</strong><br />
Familie Mayr, Alpendorf 12<br />
5600 St. Johann im Pongau<br />
T: +43 6412 6396<br />
oberforsthofalm.at<br />
208<br />
falstaff aug <strong>2022</strong>
ADVERTORIAL Foto: © Gerhard Friedrich Kunz; tomdesign-Tom; Viktor Fertsak; Werner Krug; Rene Strasser; Sonja Neukirchen; Beigestellt<br />
Kulinarik und Wein mit<br />
Dorli Muhr in der »Mayrei«<br />
Zur feinfühligen Küche von Chefkoch<br />
Andi Maier passen am besten<br />
elegante und nuancierte Weine – wie<br />
die Weine von Dorli Muhr, die von<br />
internationalen Weinkritikern ob ihrer<br />
seidigen Struktur in den höchsten<br />
Tönen gelobt werden. Mit viel Feingefühl,<br />
Geduld und Wissen hat Dorli<br />
Muhr ihr inzwischen international<br />
bekanntes Weingut aufgebaut:<br />
Am 2. September stellt sie ihre<br />
exzellenten Weine vor, begleitet von<br />
ihrer persönlichen Erfolgsgeschichte<br />
Asiatischer Hochgenuss<br />
in »Chen’s Dining Bar«<br />
Dies ist kein gewöhnliches fernöstliches<br />
Speiserestaurant. Vielmehr<br />
entstehen hier fantasievolle Kreationen<br />
aus allen Teilen Asiens, welche<br />
aus erlesenen, frischen Produkten<br />
gemacht werden. Diese werden von<br />
unseren asiatischen Spitzenköchen<br />
mit Leidenschaft und Engagement<br />
zubereitet. In den Innenräumen von<br />
»Chen’s Dining Bar« am See haben<br />
80 Gäste und auf der anschließenden<br />
Terrasse 50 Gäste Platz. Eintauchen,<br />
den Orient sowie den Okzident<br />
und dem ausgewählten Vier-Gänge-<br />
Menü in gewohnter »Mayrei«-Spitzenqualität.<br />
Wir bitten um Reservierung.<br />
Die »Mayrei« – ein neuer Stern<br />
der Kulinarik in Altaussee.<br />
Winzerin Dorli Muhr zu Gast in der<br />
»Mayrei«: 2. September, 18:30 Uhr<br />
MAYREI<br />
88 Punkte im <strong>Falstaff</strong><br />
Restaurantguide <strong>2022</strong><br />
Fischerndorf 80<br />
8992 Altaussee<br />
T: +43 3622 20478<br />
mayrei.at<br />
zusammen erleben und verwöhnen<br />
lassen!<br />
Eines der bekanntesten Asia-Lokale<br />
in Vorarlberg. Das Team in der<br />
Küche hat alle Spielarten exotischer<br />
Küchen im Programm. Dazu eine für<br />
Asia-Lokale unüblich reichhaltige<br />
Weinauswahl.<br />
CHEN’S DINING BAR<br />
85 Punkte im <strong>Falstaff</strong><br />
Restaurantguide <strong>2022</strong><br />
Seestraße 6, 6900 Bregenz<br />
T: +43 5574 5280811<br />
chens@asiagourmet.at<br />
chens-bregenz.at<br />
It’s Always »SOL« Time<br />
Von Mai bis September lädt der<br />
Hotspot am Wörthersee ein, sonnige<br />
Stunden direkt am Wasser bei chilligen<br />
DJ-Beats und höchster Kulinarik<br />
zu genießen. Diesen Sommer widmet<br />
man sich dem Thema Fleisch, ganz<br />
speziell der Spezialität Wagyu. Wie<br />
immer werden heuer keine Kompromisse<br />
gemacht und nur die beste<br />
Qualität angeboten – auch wenn<br />
das bedeutet, manchmal gewisse<br />
Speisen nicht serviert zu bekommen.<br />
Egal ob heiß oder kalt: fancy Drinks<br />
in gemütlichen Lounges, feinstes<br />
Nur das Beste für Genießer!<br />
<strong>Falstaff</strong> gibt Ihnen hier einen Überblick<br />
über aktuelle Topprodukte von<br />
höchster Qualität sowie Einkaufsund<br />
Eventtipps.<br />
Buchungsinfos zu dieser<br />
Rubrik erhalten Sie telefonisch<br />
unter +43 1 9042141-472 oder per<br />
E-Mail an sales@falstaff.at.<br />
Sushi im Restaurant, das türkis-blaue<br />
Wörthersee-Wasser zu Füßen und<br />
Topservice sorgen für ein unvergleichliches<br />
Feeling am See. Unser Tipp:<br />
Daybeds reservieren und einen gemütlichen<br />
Badetag im »SOL BEACH«<br />
Velden am Wörthersee genießen.<br />
#solicious<br />
SOL BEACH VELDEN<br />
81 Punkte im <strong>Falstaff</strong><br />
Restaurantguide <strong>2022</strong><br />
Seecorso 68<br />
9220 Velden<br />
T: +43 664 9642338<br />
solbeach.at<br />
Vinothek »St. Stephan« –<br />
beste Beratung und<br />
faire Preise<br />
Neben einer tollen Weinauswahl<br />
findet man auch hochwertige Single<br />
Malts und Rum bei hervorragendem<br />
Service. <br />
vinothek1.at<br />
Vinothek »Vini per tutti«<br />
Weine und mediterrane Köstlichkeiten:<br />
Treffpunkt für Gastfreundschaft,<br />
Qualität und Geschmack.<br />
Das Lokal kann auch für<br />
Events gemietet werden. <br />
vinipertutti.at<br />
95–100 Punkte 90–94 Punkte 85–89 Punkte 80–84 Punkte<br />
aug <strong>2022</strong> falstaff 209
Chefredakteurin<br />
ELISABETH<br />
BRANDLMAIER<br />
REISE<br />
NEUHEIT IN SPANIEN<br />
ERSTES AUTARKES KAPSELHOTEL<br />
E<br />
ingebettet in der Natur der spanischen Wüste von Gorafe ist<br />
»DistrictHive« das erste komplett autarke Kapselhotel der Zukunft.<br />
Für dieses hat Architektin Nora von Nordenskjöld mit dem Team<br />
von Atelier »Novono« ein nachhaltiges Interior Design für den Luxustourismus<br />
entwickelt. Auf einer Fläche von 35m² umfasst das Modul Bad,<br />
Wohnküche, Schlafzimmer, Kleiderschränke und einen kleinen Raum, in<br />
dem die gesamte technische Ausrüstung untergebracht ist. novono.com<br />
Jetzt anmelden –<br />
Wöchentlich aktuelle Nachrichten<br />
go.falstaff.com/newsletter<br />
ZILLERTAL<br />
NEUER HOTSPOT<br />
AM BERG<br />
Bei dem neuen »ZillergrundRock Luxury<br />
Mountain Resort« handelt es sich ohne<br />
Zweifel um Innovation par excellence. Bei<br />
der Ankunft schwebt der Gast mit dem<br />
Panoramalift nach oben in das Sky Atrium.<br />
Zudem gibt es neue, stilvolle Genuss-Areas,<br />
wie die »Ziller Lodge«, »Mountain Lodge«<br />
und »Alpin Lodge«, die durch imposante<br />
Bergbrücken miteinander verbunden sind.<br />
Ein besonderes Highlight aber ist das »Sky<br />
Spa«, wo einem ein doppelter 25-Meter-Pool<br />
auf zwei Ebenen mit Rundum-Blick ins Freie<br />
das Gefühl von grenzenloser Freiheit gibt.<br />
zillergrund.at<br />
SCHWEIZ<br />
REISEN MIT DEM ZUG<br />
Die Fahrt mit dem eleganten »Glacier Pullmann<br />
Express« durch die Schweizer Alpen<br />
verspricht ein echtes Abenteuer. In zwei<br />
Tagen führt die Hochgebirgs-Fahrt von<br />
Zermatt nach St. Moritz. Dabei zieht eine<br />
historische Lokomotive den Original-Luxuszug<br />
aus den 30er-Jahren. Heuer geht es am<br />
25. und 26. August wieder auf die Schienen.<br />
210 falstaff aug <strong>2022</strong>
NOTIZEN<br />
ITALIEN<br />
EINE VILLA ZUM<br />
VERLIEBEN<br />
Das denkmalgeschützte<br />
»Relais & Châteaux Villa Cordevigo«<br />
besteht aus 33 Zimmern<br />
und Suiten, die alle unterschiedlich<br />
eingerichtet wurden.<br />
Ein besonderes Highlight ist<br />
aber das mit einem Michelin-<br />
Stern ausgezeichnete Restaurant<br />
»Oseleta«, wo Marco<br />
Marras seine Gäste verwöhnt.<br />
villacordevigo.com<br />
PARISER KULTRESTAURANT<br />
ERÖFFNET IN NEW YORK<br />
Nachdem das erste »Caviar Kaspia« 1927<br />
im achten Pariser Arrondissement an der<br />
Place de la Madeleine eröffnete, expandierte<br />
es bereits nach Dubai und Sao<br />
Paulo. Nun folgt die erste Dependance in<br />
den USA, im legendären Upper East Side<br />
Hotel »The Mark« in New York.<br />
caviarkaspia.com<br />
SYLT<br />
OPENING FÜR<br />
WEINBEGEISTERTE<br />
Fotos: Dani Guindo, Carmen Huter / Zillergrund Rock, Rhätische Bahn, Relais & Châteaux, Belmond, beigestellt<br />
WIEN<br />
MIT VIEL LIEBE ZUM DESIGN<br />
Abseits des Wiener Stadttrubels und doch in<br />
zentraler Lage können sich ab August exklusiv<br />
Mitglieder und ihre Gäste in vertrauter Atmosphäre<br />
auf mehreren top-designten Etagen<br />
zurückziehen. »Am Hof 8« soll laut Johannes<br />
Kattus ein Ort zum Netzwerken, Genießen,<br />
Feiern und Weiterbilden sein. Zudem gibt es für<br />
Mitglieder Gästezimmer. amhof8.com<br />
Das Konzept des privaten Members Club für<br />
Weinbegeisterte wurde nach den Entwurfsplänen<br />
des Innenarchitekturbüros »FORMWÆN-<br />
DE« in Westerland auf Sylt realisiert und kürzlich<br />
eröffnet. Großformatige Glasfassaden und<br />
viel Tageslicht zeugen von Offenheit und Transparenz<br />
und kehren typische Gewölbekellerkonzepte<br />
um. Die neue »wineBANK« verfügt über<br />
insgesamt 370m² auf fünf Ebenen, zu der auch<br />
die integrierte Wein- und Champagnerbar<br />
»VITIS« gehört. Das Herzstück ist der Weinkeller<br />
im Untergeschoß mit 276 Weinfächern in 18<br />
Tresoren. winebank.de/clubs/sylt<br />
ERSTES POP-UP SPA VON DIOR<br />
IN PORTOFINO<br />
Belmond und Dior eröffnen in einer exklusiven<br />
Kooperation zwei besondere Wohlfühloasen<br />
in Portofino: zwei Dior-Spa-<br />
Pavillons in den legendären Gärten des<br />
»Splendido«, »A Belmond Hotel«, Portofino<br />
sowie einen Pop-Up Spa im Bagni Fiori<br />
an einem der schönsten und exklusivsten<br />
Strände der Bucht von Paraggi.<br />
belmond.com<br />
NEUES GESETZ AUF MALLORCA<br />
Um die Schöhnheit der Insel zu erhalten,<br />
schreibt ein neues Gesetz Hotels vor, mit<br />
Heizöl oder Diesel betriebene Heizanlagen<br />
gegen umweltfreundliche Alternativen<br />
auszutauschen. Die Innenraumtemperatur<br />
muss künftig kontrolliert werden. In den<br />
Badezimmern gib es künftig nur noch<br />
wassersparende Sanitäranlagen. Auch<br />
mit Einmalplastik ist nun Schluss.<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
211
eise / KREUZFAHRTEN<br />
AUF GROSSER<br />
GESCHMACKS<br />
Die Reederei Hurtigruten bringt ihre Passagiere seit über<br />
hundert Jahren in Norwegens faszinierende Fjord-Welt<br />
und bietet gleichzeitig Essen der Spitzenklasse. Aber auch<br />
andere Anbieter verbinden mittlerweile Kreuzfahrten mit<br />
kulinarischen Erlebnissen.<br />
TEXT LISA ARNOLD<br />
Genuss unterm Polarlicht: Die<br />
Reederei Havila Voyages fährt – wie<br />
auch Hurtigruten – in den höchsten<br />
Norden der norwegischen Fjordwelt.<br />
Beide Anbieter servieren unterwegs<br />
anspruchsvolle Gerichte aus<br />
regionalen Zutaten.<br />
Foto: Havila Voyages<br />
212 falstaff aug <strong>2022</strong>
EXPEDITION<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
213
eise / KREUZFAHRTEN<br />
Nirgendwo sonst taucht man<br />
so tief in die Welt der<br />
norwegischen Küche ein wie<br />
bei einer Fahrt mit Hurtigruten.<br />
Die Reederei wurde<br />
1893 gegründet und hat dank der atemberaubenden<br />
Fjordlandschaft, die sie abfährt,<br />
längst Kultstatus. Doch sie wurde nicht<br />
zum Urlaubsvergnügen gegründet, sondern<br />
weil Norwegen eine verlässliche Verbindung<br />
für Post und Passagiere entlang der<br />
etwa 2500 Kilometer langen Strecke<br />
zwischen Bergen im Süden und Kirkenes<br />
im Norden brauchte. Ein Visionär mit<br />
einem einzigen Dampfschiff startete die<br />
»schnelle Route«. Seitdem ist die Flotte<br />
auf 16 Schiffe angewachsen.<br />
Øistein Nilsen ist Chefkoch der klassischen<br />
Postschiffroute. Nachdem er zehn<br />
Jahre lang in Oslo gelernt hatte, begann<br />
er 2012 bei der Reederei. Wer mit einem<br />
Hurtigruten-Schiff auf der Strecke zwischen<br />
Bergen und Kirkenes fährt, kommt<br />
in den Genuss seiner ausgeklügelten<br />
DIE GERICHTE DES<br />
TAGES ENTSPRECHEN<br />
DEN ANGEFAHRENEN<br />
HÄFEN. SO WIRD<br />
NORWEGISCHE KULTUR<br />
ÜBER DAS ESSEN<br />
VERMITTELT.<br />
Ein Hurtigruten-Dessert: weiße<br />
Schokoladenmousse mit pochiertem<br />
Rhabarber und Rhabarbereis vom<br />
Hof Livland Gård auf<br />
den Lofoten.<br />
Gerichte. »Seit 2014 verfolgen wir das<br />
Konzept ›The Coastal Kitchen‹«, sagt er.<br />
»Seitdem wurde die Verpflegung an Bord<br />
radikal umgestellt: von komplizierten Gerichten<br />
mit zehn Elementen auf dem Teller,<br />
Lobster aus Kanada und Tiefkühlpizza hin<br />
zu einer lokalen Küche.«<br />
Heute stammen über 80 Prozent der Zutaten<br />
von einheimischen Lieferanten. Die<br />
Gerichte des Tages stimmen mit den Orten<br />
überein, die wir passieren oder wo wir<br />
anlegen. Zum Beispiel sieht man bei Hellesylt<br />
die Schafherde grasen, aus der das<br />
Fleisch auf dem Teller stammt. So vermitteln<br />
wir die norwegische Kultur auch über<br />
das Essen – greifbar und authentisch.«<br />
Zum kulinarischen Kulturgut des skandinavischen<br />
Landes gehören unter anderem<br />
Rentierfleisch und Stockfisch –<br />
zwei Zutaten, die trotz des halbjährlichen<br />
Menüwechsels immer<br />
auf der Speisekarte stehen. Auch<br />
zarter Seesaibling aus Vesterålen,<br />
Käse von den Lofoten und<br />
Das Hurtigruten-Schiff »MS Nordlys« im<br />
Geirangerfjord. Dieser erstreckt sich mehr<br />
als hundert Kilometer weit von Ålesund bis<br />
ins namensgebende Dorf Geiranger.<br />
Fotos: Hurtigruten Norway, Hurtigruten, Shutterstock<br />
214 falstaff aug <strong>2022</strong>
diverse Kreationen aus Algen – »dem Regenwald<br />
der Küste« laut Nilsen – finden<br />
ihren Weg auf die Teller.<br />
Øistein Nilsen ist schon als Kind mit<br />
seinem Vater angeln gegangen; der Fang<br />
wurde über einem Lagerfeuer zubereitet.<br />
Als gebürtiger Nordnorweger weiß er,<br />
dass einige der besten Meeresfrüchte aus<br />
seiner Heimatregion stammen: »In Troms<br />
haben Garnelen die höchste Qualität, was<br />
wir dem kalten Wasser und den Nährstoffen<br />
aus dem Golfstrom verdanken. Aber<br />
im Varangerfjord in Finnmark werden<br />
sie außergewöhnlich groß, wie kleine<br />
Kaisergranate.«<br />
Wer sich zusätzlich zur inkludierten<br />
Verpflegung ein<br />
besonderes Highlight<br />
gönnen möchte, kann<br />
im À-la-carte-Restaurant<br />
eine Königskrabbe<br />
bestellen.<br />
Die Delikatessen<br />
stammen aus Kirkenes,<br />
dem letzten<br />
Anlegepunkt an der<br />
Hurtigruten-Strecke,<br />
und werden lebend<br />
in einem Aquarium<br />
an Bord mitgeführt. Dort<br />
kann sich der Gast eine Krabbe<br />
aussuchen. Ein QR-Code verrät außerdem,<br />
wo und von wem er gefangen wurde.<br />
Jedes der Hurtigruten-Schiffe, die täglich<br />
die Küste abfahren, hat für seine 300<br />
Passagiere vier Gaststätten an Bord: den<br />
Speisesaal für die Vollpension, das Fine-<br />
Dining-Restaurant, das auf Hausmannskost<br />
spezialisierte Bistro und die Bäckerei.<br />
»Dort gibt es nicht nur Zimtschnecken<br />
und anderes typisches Gebäck, sondern<br />
auch Eis von der Manufaktur ›Arktis‹ auf<br />
den Lofoten. Die Sorten wurden gemeinsam<br />
entwickelt«, sagt Nilsen. »Es gibt<br />
doch nichts Besseres, als auf dem Sonnendeck<br />
zu sitzen und eine Waffel mit Moltebeeren-<br />
und Braunkäseeis zu naschen.<br />
Einmal sollte man auch die ultimative<br />
Bucketlist-Sorte probieren: Eis mit Stockfisch-Geschmack!«<br />
Und weil sich ein Traditionsunternehmen<br />
wie Hurtigruten immer wieder<br />
neu erfinden muss, werden neben der<br />
klassischen Postschiffroute auch abenteuerliche<br />
Kreuzfahrten in alle Welt<br />
<<br />
Typische Fischerhütten namens Rorbuer auf den Lofoten (oben).<br />
Geschmortes Lamm aus der Hurtigruten-Küche (im Kreis).<br />
Frisch renoviert fährt<br />
das Hurtigrouten-Schiff<br />
»MS Trollfjord« ab 2023 nach<br />
Spitzbergen und zum Nordkap<br />
und verwöhnt die Gäste an Bord in<br />
seinem im À-la-carte-Restaurant.<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
215
eise / KREUZFAHRTEN<br />
Der fotogene Hafen Nyhavn<br />
ist ein Muss in Kopenhagen. In<br />
Norwegen werden Waffeln dünn<br />
gebacken und gerne mit Beeren<br />
serviert (im Kreis).<br />
Royal Caribbean ist im<br />
Ostseeraum mit dem in<br />
Finnland gebauten Schiff<br />
»Voyager of the Seas«<br />
unterwegs. Es fasst über<br />
3800 Passagiere.<br />
<<br />
angeboten, und zwar<br />
unter dem Zweitlabel Hurtigruten<br />
Expeditions. Der<br />
130. Geburtstag der Reederei<br />
wird 2023 mit zwei neuen<br />
Linien gefeiert: nach Spitzbergen<br />
und zum Nordkap. Auch dabei wird<br />
kulinarischer Genuss großgeschrieben:<br />
mit Schaukochen, Wein- und Whiskyverkostungen<br />
sowie erstmals Picknicks<br />
und Gourmetexkursionen.<br />
UMWELTFREUNDLICH UND<br />
GESCHMACKVOLL REISEN<br />
Seit 2021 verkehrt noch eine weitere<br />
Reederei zwischen Bergen und Kirkenes:<br />
Havila Voyages. Neben der faszinierenden<br />
Route und komfortablem Platz für 640<br />
Passagiere hat sie sich das Streben nach<br />
Nachhaltigkeit auf die Fahne geschrieben.<br />
Die vier Schiffe haben jeweils eine der<br />
größten Batterien der Welt eingebaut, mit<br />
der sie vier Stunden lang emissionsfrei –<br />
und damit geräuschlos – durch die Fjordwelt<br />
gleiten. Wenn die Batterien an den<br />
<<br />
Fotos: Princess Cruises, Shutterstock, Royal Caribbean<br />
216 falstaff aug <strong>2022</strong>
eise / KREUZFAHRTEN<br />
Havila Voyages fährt<br />
erst seit 2021 durch<br />
Norwegens rau-schöne<br />
Meereslandschaft. In einer<br />
Juniorsuite (im Kreis) mit<br />
eigenem Balkon haben bis<br />
zu vier Personen Platz.<br />
und Essen auf verschiedenen Ebenen<br />
servieren – von der einfachen, knusprigen<br />
Waffel im Café bis hin zum feinsten<br />
Rentierfilet im À-la-carte-Restaurant«,<br />
sagt Chefkoch und Bocuse-d’Or-<br />
Finalist Gunnar Hvarnes. »Das Essen<br />
sollte min destens der halbe Grund<br />
sein, warum Gäste mit Havila<br />
Voyages reisen.«<br />
IM REICH DER POLARLICHTER<br />
Von den 34 Häfen zwischen Bergen und<br />
Kirkenes, die sowohl Hurtigruten als<br />
auch Havila Voyages anlaufen, liegen<br />
ganze 21 über dem Polarkreis. Je nördlicher<br />
man kommt, desto höher sind die<br />
Chancen auf Nordlichtsichtungen. Um<br />
das berührende Naturschauspiel namens<br />
»Aurora Borealis« zu erleben, muss man<br />
auch gar nicht auf den tiefen Winter warten.<br />
Die richtige geografische Position und<br />
ein dunkler, wolkenfreier Himmel – mehr<br />
braucht man nämlich nicht.<br />
<<br />
<<br />
Ladestationen am<br />
Kai geladen werden,<br />
geschieht dies mit<br />
Strom aus Wasserkraft.<br />
Die Kombination aus<br />
Elektro- und Erdgasantrieb<br />
senkt den CO 2<br />
-Ausstoß<br />
um 25 Prozent und<br />
den Stickstoffoxid-Ausstoß<br />
um etwa 90 Prozent.<br />
Wie Hurtigruten setzt auch<br />
Havila Voyages in der Küche auf<br />
norwegische Spezialitäten. Das Angebot<br />
der drei Gaststätten an Bord – Restaurant,<br />
Café und Fine-Dining-Saal – ist von<br />
den vier Jahreszeiten gekennzeichnet, die<br />
in den Nordischen Ländern besonders<br />
ausgeprägt sind. Was nach dem kurzen,<br />
inten siven Sommer geerntet wird,<br />
hält sich dank traditioneller Konservierungsmethoden<br />
über die kalte Jahreszeit<br />
und bekommt dadurch einen anderen<br />
Geschmack. Gepökeltes Hirschfleisch,<br />
Räucherlachs und die gesalzene und getrocknete<br />
Lammkeule namens »Fenalår«<br />
sind nur drei Beispiele.<br />
»Ich möchte die guten norwegischen<br />
Zutaten auf machbare Weise hervor heben<br />
Der 3500-Seelen-Ort Kirkenes<br />
markiert das nördliche<br />
Ende der traditionellen<br />
Postschiffroute.<br />
Fotos: Havila Voyages / Per Eide, Havila Voyages, Shutterstock<br />
218 falstaff aug <strong>2022</strong>
VOR UNS DIE WELT<br />
WEIHNACHTEN IM LAND DER<br />
KÄNGURUS UND KOALAS<br />
Verbringen Sie an Bord des modernen Luxusschiffes MS EUROPA 2 im<br />
kleinen Kreis von maximal 500 Gästen unvergessliche Weihnachtstage.<br />
Das laut Berlitz Cruise Guide 2020 beste Kreuzfahrtschiff der Welt<br />
begeistert mit ausschließlich Außensuiten mit eigener Veranda. Auch Ihre<br />
Zeit an Land lässt keine Wünsche offen – spazieren Sie durch Australiens<br />
lässige Metropolen, erkunden Sie die atemberaubende Natur von Down<br />
Under, und träumen Sie unter Südseepalmen. Was für ein Jahresausklang!<br />
www.hl-cruises.at/eux2300<br />
Benoa (Bali) – Fidschi<br />
20.12.<strong>2022</strong> – 06.01.2023 | 17 Tage | <strong>Nr</strong>. EUX2300<br />
Darwin – Lizard Island – Cairns – Airlie Beach – Brisbane –<br />
Noumea – Ile des Pins – Port Denarau<br />
pro Person ab € 14.090<br />
Seereise (Doppelbelegung, Kat. 1)<br />
JETZT SICHER UND FLEXIBEL BUCHEN.<br />
Bis zu 90 Tage vor Abreise können Sie kostenfrei umbuchen<br />
oder für € 200 p. P. stornieren (betrifft die Seereise).<br />
Reisevermittler: Ruefa GmbH, Jakov-Lind-Straße 15, 1020 Wien.<br />
Veranstalter: Hapag-Lloyd Cruises, eine Unternehmung der<br />
TUI Cruises GmbH, Heidenkampsweg 58, 20097 Hamburg,<br />
Deutschland. Versicherer: Deutscher Reisepreis-Sicherungsverein<br />
VVaG. Abwickler: Europäische Reiseversicherung AG,<br />
Tel. +49 89 4166-1570. Es gelten die AGB von Hapag Lloyd Cruises,<br />
eine Unternehmung der TUI Cruises GmbH. Preisänderungen<br />
vorbehalten. Pass-/Visa-/gesundheitspolizeiliche Informationen<br />
abrufbar auf: www.bmeia.gv.at/reise-aufenthalt/reiseinformation
eise / KREUZFAHRTEN<br />
Im Hauptspeisesaal<br />
der Schiffe von<br />
Celebrity Cruises<br />
werden Gerichte<br />
serviert, die aus<br />
der Feder eines<br />
Sternekochs<br />
stammen.<br />
ANBIETER<br />
HURTIGRUTEN<br />
Die Traditionsreederei bietet mittlerweile<br />
zwei Konzepte an: »Das Original« steht<br />
für die klassische Postschiffroute entlang<br />
der norwegischen Fjordküste, die 34 Häfen<br />
zwischen Bergen und Kirkenes anläuft. Die<br />
»Expeditions« hingegen bringen Gäste in weit<br />
entfernte Gefilde: nach Spitzbergen und Grönland<br />
und sogar Alaska und Südamerika.<br />
hurtigruten.de<br />
HAVILA VOYAGES<br />
Die erst 2021 gegründete Reederei fährt mit<br />
batteriebetriebenen Schiffen die norwegische<br />
Küste ab. Passagiere haben die Wahl zwischen<br />
der ganzen Strecke und Teilstrecken mit<br />
Fahrzeiten von zwei bis drei Tagen.<br />
havilavoyages.com<br />
<<br />
Deswegen ist der Herbst eine ideale<br />
Zeit für Expeditionen in den hohen Norden.<br />
Dann bieten die etwa gleich langen<br />
Tage und Nächte beste Voraussetzungen<br />
für Unternehmungen im Hellen und<br />
Nordlichtjagden in der Dunkelheit. Weil<br />
noch kein Schnee liegt, sind selbst schwache<br />
grüne Lichtschleier sichtbar. Und<br />
außerdem schöpfen die Köche aus dem<br />
Vollen, weil Mutter Natur gerade ihre<br />
Schätze in Form von reifen Beeren und<br />
Pilzen preisgibt.<br />
KULTUR IM OSTSEERAUM<br />
Auch internationale Reedereien wie Princess<br />
Cruises, Celebrity Cruises und Royal<br />
Caribbean haben die Nordischen Länder<br />
längst in ihrem Portfolio. Im Gegensatz zu<br />
den beiden norwegischen Anbietern machen<br />
sie größere Sprünge und verbinden<br />
mehrere Länder ein, zwei Wochen. Beim<br />
Buchen haben Gäste die Auswahl zwischen<br />
abenteuerlich angehauchten Reisen<br />
nach Norwegen, Island und Grönland und<br />
Rundfahrten im Ostseeraum mit Fokus<br />
auf Kultur, Architektur und Geschichte. So<br />
steuert beispielsweise die »Voyager of the<br />
Seas« vom Anbieter Royal Caribbean in<br />
zwölf Tagen Dänemark, Schweden, Finnland<br />
und die baltischen Staaten an.<br />
Weil die Schiffe in aller Welt unterwegs<br />
sind, gestaltet sich auch das kulinarische<br />
Angebot an Bord weltoffen mit Einflüssen<br />
aus Europa und Fernost. Auf diesen<br />
Kreuzfahrten warten die regionstypischen<br />
Delikatessen eher an Land: Karelische<br />
Piroggen in Helsinki, eine »Fika« mit<br />
Zimtschnecke in Stockholm, verführerischer<br />
Milchreisauflauf mit Safran auf<br />
Gotland, herrlich deftige Kartoffelklöße<br />
namens »Cepelinai« im litauischen<br />
Klaipeda und Smørrebrød in Kopenhagen.<br />
Die Tagesausflüge lassen genug Zeit für<br />
einen kulinarischen Streifzug und Begegnungen<br />
mit den Highlights der jeweiligen<br />
Hafenstadt.<br />
<<br />
ROYAL CARIBBEAN<br />
Das zweitgrößte Kreuzfahrtunternehmen der<br />
Welt hat Reisen im Ostseeraum, nach Island<br />
und nach Norwegen im Portfolio. Die Flotte<br />
umfasst knapp 30 Megaschiffe mit Erlebnisbädern<br />
und vielem mehr.<br />
royalcaribbean.com<br />
CELEBRITY CRUISES<br />
Der zu Royal Caribbean gehörende Anbieter<br />
verbindet die Länder Nordeuropas auf<br />
vielseitige Weise. Neben der zweiwöchigen<br />
Skandinavien-Rundreise kann man Island<br />
mit wahlweise Grönland und Irland kombinieren.<br />
celebritycruises.de/nordeuropa-kreuzfahrten.php<br />
PRINCESS CRUISES<br />
Die US-amerikanische Kreuzfahrtreederei<br />
fährt mit Schiffen, die an sich schon<br />
Reiseziele mit mehreren Restaurants, Wellnessbereich<br />
und Entertainment sind.<br />
Für Naturfreunde gibt es Reisen nach Norwegen<br />
und Island, während Kulturinteressierte<br />
den Ostseeraum erkunden.<br />
princess.com<br />
Fotos: Celebrity Cruises<br />
220 falstaff aug <strong>2022</strong>
ÖBB<br />
EINSTEIGEN UND DURCHSTARTEN:<br />
DAS ÖBB BUSINESSKONTO<br />
Geschäftsreisen mit der Bahn rentieren sich mehrfach:<br />
Das ÖBB Businesskonto bietet mehr Übersichtlichkeit, erweiterte<br />
Zahlungsoptionen und Top-Konditionen bei bester Betreuung.<br />
Man atmet durch. Die<br />
Umwelt atmet auf. Wer seine<br />
Geschäftsreisen mit den ÖBB<br />
auf Schiene bringt, schafft<br />
eine klare Win-Win-Situation.<br />
Und hat auch die Kosten<br />
jederzeit unter Kontrolle.<br />
GÜNSTIG, GRÜN<br />
UND GRENZENLOS<br />
Und das Budget? Wird ebenfalls optimiert.<br />
Mit den ÖBB Business Konditionen spart<br />
man ab der der ersten Buchung und dem<br />
ersten Euro Umsatz – und zwar bis zu<br />
25 Prozent im Vergleich zu Standard-Einzeltickets.<br />
Auch bei Auslandreisen und<br />
Fahrten mit dem ÖBB Nightjet gelten<br />
günstige ÖBB Businesspreise – denn gute<br />
Geschäfte kennen keine Grenzen: Mit dem<br />
Zug werden internationale Businessmetropolen<br />
und <strong>Österreich</strong>s urbane Zentren<br />
entspannt erreicht. Falls eine Weiterreise<br />
ab dem Bahnhof gefragt ist, kommen<br />
Geschäftsreisende dank unterschiedlichen<br />
Mobilitätsformen (Rail & Drive, etc)<br />
garantiert bis zum Ziel.<br />
ADVERTORIAL Fotos: beigestellt<br />
Eine ÖBB Businessreise schont<br />
nicht nur die Umwelt, sondern<br />
auch die Nerven. Denn bereits<br />
bevor man in das Office auf<br />
Schienen steigt, bieten die ÖBB eine einfache<br />
und schnelle Buchungslösung für Firmen<br />
an. Effektiv, effizient und entspannt –<br />
mit dem kostenlosen ÖBB Businesskonto<br />
werden Buchung, Zahlungsoptionen und<br />
Reporting übersichtlich gemanagt, unabhängig<br />
von der Größe des Unternehmens<br />
und seiner Strukturen. Noch nie zuvor war<br />
die Verwaltung von Dienstreisen so einfach,<br />
falls Fragen und spezielle Wünsche aufkommen,<br />
steht das Team von ÖBB Key Account<br />
Manager:innen mit einer optimalen Betreuung<br />
gern zur Verfügung. Um in den Genuss<br />
des ÖBB Geschäftsreisens zu kommen,<br />
braucht es nur wenige Klicks und schon<br />
kann in der Web-Version des Businesskontos,<br />
über die App am Mobiltelefon, am<br />
Ticketschalter oder über die ÖBB Business<br />
Hotline gebucht werden. Ebensolche Flexibilität<br />
gilt auch bei den Zahlungsmöglichkeiten<br />
und der Administration, die<br />
Reportingfunktion wiederum bietet einen<br />
Überblick über zurückliegende, aktuelle<br />
und gebuchte Reisen.<br />
NACHHALTIGKEIT AUF SCHIENE<br />
Geschäftsreisen stellen mittlerweile einen<br />
erheblichen Anteil des Reiseaufkommens<br />
dar, wer also heute um-und einsteigt,<br />
gestaltet die Zukunft im Sinne der Nachhaltigkeit<br />
mit. Denn die Bahn ist gemessen<br />
an den CO2-Emissionen 30-mal klimafreundlicher<br />
als ein durchschnittlicher<br />
PKW und 50-mal klimafreundlicher als<br />
das Flugzeug. Und entspannter reist es<br />
sich allemal: An Bord können Präsentationen<br />
und Besprechungen besser vorbereitet<br />
werden, am Heimweg dann wird in Ruhe<br />
nachgearbeitet – oder man genießt einfach<br />
die schöne Aussicht. Fazit: Wir atmen<br />
durch. Die Umwelt atmet auf. Und auch<br />
die Kosten sind jederzeit unter Kontrolle<br />
Eine klare Win-Win-Situation für<br />
Mensch und Natur.<br />
INFO<br />
Weitere Informationen unter<br />
oebb.at/business<br />
aug <strong>2022</strong> falstaff 221
eise / GOURMET AM SEE<br />
GENUSS IN<br />
SEEWEITE<br />
TIROL & SALZBURG – SEITE 224<br />
Die beliebten Winterdestinationen erleben im<br />
Sommer mittlerweile eine vitale zweite Hauptsaison –<br />
Seen, Genuss und herrliches Bergpanorama.<br />
SALZKAMMERGUT – SEITE 232<br />
Vom Wolfgangsee über den Traunsee bis hin zum<br />
Attersee – im Salzkammergut wird auf höchstem<br />
Niveau gekocht und gekostet.<br />
KÄRNTEN – SEITE 244<br />
Die Kärntner Seen sind nicht nur für ihre Vielseitigkeit<br />
bekannt, ihr klares Wasser wird besonders in den<br />
Sommermonaten herrlich warm.<br />
NEUSIEDLER SEE – SEITE 252<br />
Neben Radfahrern und Sonnenanbetern sind auch<br />
Gourmets sowie Weinliebhaber am Neusiedler See an<br />
der goldrichtigen Adresse.<br />
<<br />
Foto: Kärnten Werbung / Franz Gerdl<br />
222 falstaff aug <strong>2022</strong>
Berge, Flüsse, Äcker, Kirchen: Alles wird in der<br />
Bundeshymne besungen. Die Seen nicht. Ein Versäumnis.<br />
Denn auch als »Land der Seen« braucht sich <strong>Österreich</strong><br />
nicht zu verstecken. Im Gegenteil.<br />
Ob ein Picknick am Steg, ein Dinner<br />
auf einer Privatinsel, ein Drink an der<br />
Strandbar oder ein Brunch auf einer<br />
Sonnenterrasse: Die österreichischen<br />
Seen bieten Genusskulissen für jeden<br />
Geschmack. Wie etwa hier in Pörtschach<br />
am Wörthersee.<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
223
eise / GOURMET AM SEE – TIROL & SALZBURG<br />
TIROL & SALZBURG:<br />
GIPFELTREFF<br />
Sonnenliege statt Sessellift, T-Shirt statt Anorak, Sandalen statt<br />
Schneeschuhe: Skigebiete wie Zell am See oder Kitzbühel servieren<br />
auch in der warmen Jahreszeit eine hohe Genussdichte.<br />
TEXT KLAUS HÖFLER<br />
Wandern und baden: Vom Zeller See<br />
am Fuße der Schmittenhöhe hat man<br />
freien Blick auf den Gletscher des<br />
Kitzsteinhorns.<br />
Foto: Zell am See-Kaprun Tourismus / Nikolaus Faistauer Photography<br />
224 falstaff aug <strong>2022</strong>
EN AM SEE<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
225
eise / GOURMET AM SEE – TIROL & SALZBURG<br />
Der Sommer in einem Skigebiet<br />
– das hatte früher, als<br />
es noch Langspielplatten gab,<br />
den Ruf einer klassischen<br />
B-Seite: bemüht, aber<br />
irgendwie halt kein großer Hit. Heute<br />
gelten LP-Sammlungen als veraltet und<br />
museumsreif und auch das angeknackste<br />
Sommerimage der Skiorte ist Schnee von<br />
gestern. Längst ist die warme Jahreszeit<br />
nicht mehr nur ein müdes Intermezzo<br />
zwischen pulsierenden Wintermonaten,<br />
sondern eine vitale zweite Hauptsaison mit<br />
Wandern, Radfahren, Schwimmen und<br />
kulinarischen Höhepunkten.<br />
DEN KAISER IM BLICK<br />
Davon überzeugen kann man sich, wenn<br />
einem auf einer Strandliege am Ufer des<br />
Schwarzsees die Sonnenstrahlen den<br />
Ausblick erwärmen. Auf der einen Seite<br />
das Kitzbüheler Horn, über das sich ein<br />
samtgrüner Mantel aus saftigen Almwiesen<br />
und vereinzelten Nadelbaumgruppen<br />
gelegt hat. Auf<br />
der anderen Seite der<br />
schroffe Gebirgsstock<br />
des Wilden Kaisers, der<br />
eine impo sante, silbriggrau<br />
glitzernde Horizontbegrenzung<br />
in den tiefblauen<br />
Himmel zeichnet. Im Rest des<br />
Panoramas wechseln sich Hügel- und<br />
Fernsicht ab. Ganz ohne Schnee. Man<br />
kann zwar versuchen, sich daran sattzusehen,<br />
es wird aber nicht gelingen. Zu einem<br />
ausgewogenen Diätplan für Körper und<br />
Geist braucht es mehr. Serviert wird dieses<br />
»Mehr« zum Beispiel im »Seebichl«,<br />
einem Haus mit Geschichte.<br />
Einst entworfen von Architekt Alfons<br />
Walde, dann provisorisches Schneidestudio<br />
für Filmemacherin Leni Riefenstahl,<br />
war es später Kitzbühels erstes Hotel mit<br />
Bädern in sämtlichen Zimmern. Heute<br />
bewerben die beiden Hausherren, die<br />
Brüder Sebastian und Max Witzmann,<br />
ihr Haus als »Wohnzimmer des guten<br />
Die zwei Terrassen im »Seebichl« laden<br />
stilecht zu Aperitivo und Sundowner ein.<br />
RUND UM DEN<br />
SCHWARZSEE IST<br />
DIE RUHE STAMMGAST.<br />
AUCH IM NAHEN<br />
KITZBÜHEL MACHT<br />
DER RUMMEL<br />
SOMMERPAUSE.<br />
Kleinod am Rande der<br />
Skimetropole. Der Schwarzsee ist<br />
einer der wärmsten Alpenseen.<br />
Große Teile des Ufers stehen<br />
unter Naturschutz.<br />
Fotos: Collection Mix: Subjects RF / Getty Images, SEEBICHL / haus.am.see / producermunichwithus, Alpenhotel Kitzbühel / Jukka Pehkonen<br />
226 falstaff aug <strong>2022</strong>
Geschmacks und froher Menschen«. Sie<br />
setzen auf radikal regionale Küchenkultur,<br />
extra vagantes Design und ein kreatives<br />
Kleinklima fernab von Alpenklischees.<br />
Brennnesselpressknödel treffen hier auf<br />
Fieberbrunner Lachsforelle und arabisch<br />
angehauchte Gemüsepürees.<br />
EIN SOMMER AM SEE<br />
Am kurzen Fußweg zum Schwarzsee<br />
kann man zum neu gebauten »Alpenhotel<br />
Kitzbühel« abbiegen. Der moderne Komplex<br />
aus hellem Holz verfügt nicht nur<br />
über Suiten, Lodges und ein großzügiges<br />
Wellnessareal, sondern auch über eigene<br />
Seezugänge für Hotelgäste und externe<br />
Besucher sowie mit dem »Steghaus«<br />
über ein À-la-carte-Restaurant<br />
samt gut bestücktem Weinkeller.<br />
Für Kurzausflüge ins Zentrum<br />
von Kitzbühel stehen E-Golf-<br />
Cars zu Verfügung. Zwecks<br />
Naturgenuss empfohlen<br />
werden aber ohnehin<br />
Restaurant »Steghaus« am<br />
Schwarzsee. Neuer Hafen für<br />
Genuss-Suchende.<br />
Spaziergänge. Entweder zwanzig Minuten<br />
in die Stadt oder direkt von der Haustür<br />
eine Runde um den Schwarzsee. Er zählt<br />
zu den wärmsten Badeseen der Alpen<br />
und wird zu gut zwei Drittel von einem<br />
Naturschutzgebiet eingerahmt, weil in<br />
der sensiblen Mooruferlandschaft seltene<br />
Pflanzen wachsen und besondere<br />
Schmetterlingsarten wohnen.<br />
Von der Schutzzone ausgenommen<br />
ist jene Bucht, in der das altehrwürdige<br />
Strandbad mit seinem imposanten dunklen<br />
Holzbau und mit dem »Pipino’s« ein<br />
Hafen für Gourmetliebhaber liegen. Feine<br />
Fischkreationen treffen hier auf selbst<br />
gemachte Pasta und internationale Steak-<br />
Spezialitäten – und das auf der Sonnenterrasse<br />
alles »erste Reihe, fußfrei« direkt<br />
an der Wasserkante mit Blick auf Horn<br />
und Kaiser.<br />
Nicht weniger eindrucksvoll ist die<br />
Bergkulisse, die den Zeller See einrahmt.<br />
30 Berggipfel über 3000 Meter sollen es<br />
sein, die man vom Plateau des Hausbergs<br />
von Zell am See, der Schmittenhöhe, bestaunen<br />
kann – vom Großvenediger über<br />
Kitzsteinhorn und Großglockner bis zum<br />
Steinernen Meer und zum Watzmann.<br />
<<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
227
eise / GOURMET AM SEE – TIROL & SALZBURG<br />
<<br />
Wie eine Perle liegt der Zeller See<br />
inmitten dieser steinernen Riesen. Einst als<br />
winterliche Gewinnungsstätte für Eis als<br />
Kältemittel für die Eiskeller auch deutscher<br />
Brauereien genutzt (sie wurden per<br />
Bahn beliefert), zieht das Wasser heute<br />
ganzjährig Gäste aus der ganzen Welt an.<br />
Sie treffen auf eine entsprechend internationale,<br />
aber auch regional tief verwurzelte<br />
Spitzengastronomie. Sei es im »Erlhof«<br />
mit eigenem Seezugang und einer gut<br />
bestückten Weinkarte, die die kreative<br />
Küche vielseitig begleitet, oder im<br />
» Salzburgerhof«, wo zwischen hoteleigenem<br />
Badeteich und Blick auf die Berge<br />
Küchenchef Stefan Reiter in traditionsreichem<br />
Rahmen für Gaumengenüsse auf<br />
höchstem Niveau sorgt.<br />
ALTE MAUERN, JUNGE KÜCHE<br />
Auch am gegenüberliegenden Seeufer liegt<br />
die Qualitätslatte hoch. Dafür sorgt unter<br />
anderem Michael Schnell im Restaurant<br />
»Seensucht« im »Seehotel Bellevue«. Der<br />
Name des Hauses ist Programm, der Blick<br />
auf das Kitzsteinhorn und den See von<br />
der Hausterrasse unverstellt. Serviert<br />
wird eine Cross-over-Küche mit<br />
regionalen Klassikern<br />
in Kombination mit<br />
mediterranem Flair.<br />
Hochkarätig kulinarisch<br />
versorgt<br />
wird man auch<br />
ein paar Häuser<br />
weiter, in der<br />
»Speisenmeisterei«<br />
im Ortskern von<br />
Thumersbach. So<br />
alt die Mauern des<br />
Lohninghofs sind –<br />
nämlich über eintausend<br />
Jahre –, so jung<br />
und modern präsentiert sich<br />
das Küchenkonzept von Thomas<br />
Schwab. Im Restaurant mit seinen gerade<br />
einmal 25 Sitzplätzen kann man sich sein<br />
Menü selbst aus dem Fleischreifeschrank<br />
und der Fischvitrine zusammenstellen. Ob<br />
Bio-Entrecote, Tomahawk-Steak, Duroc-<br />
Schwein oder Austern, Seeteufel oder<br />
Black-Tiger-Garnelen: Saisonalität, Nachhaltigkeit<br />
und Frische stehen beim Angebot<br />
an oberster Stelle – der entsprechende<br />
Genuss ist garantiert.<br />
IN DEN<br />
HOCHDEKORIERTEN<br />
KÜCHEN RUND UM DEN<br />
ZELLER SEE TREFFEN<br />
SICH INTERNATIONALES<br />
FLAIR UND REGIONALE<br />
QUALITÄT.<br />
Am Seeweg Richtung Genuss: In herrlicher Alpinkulisse<br />
kredenzt Küchenchef Michael Schnell im Restaurant<br />
»Seensucht« kreativ-moderne Gaumenfreuden.<br />
An der Nordspitze des Sees rundet sich<br />
das Angebot ab. Im Schloss Prielau<br />
verwöhnt Andreas Mayer seine Gäste mit<br />
aromareicher Küche und überraschenden<br />
Kreationen und mutigen Kombinationen.<br />
Der ehemalige Wohnsitz der Familie Hugo<br />
von Hofmannsthals wurde 1425 erstmals<br />
urkundlich erwähnt. Seit 1980 ist Schloss<br />
Prielau im Besitz der Familie Porsche, die<br />
es zu einem Hafen für Liebhaber der<br />
österreichischen Gastlichkeit und Kulinarik<br />
gemacht hat. Dafür sorgen nicht<br />
zuletzt ein sehr gut sortierter Weinkeller<br />
und ein Ambiente, das den entsprechenden<br />
Rahmen liefert.<br />
<<br />
Fotos: Schmittenhöhe, beigestellt<br />
228 falstaff aug <strong>2022</strong>
VON ALPEN<br />
DAS BESTE<br />
GLETSCHER | BERG | SEE<br />
Mehr Sommer passt in keinen Urlaub<br />
Erleben Sie das ewige Eis des Gletschers, einen Sonnenaufgang<br />
am Berg oder entspannen Sie am glasklaren Wasser des Sees.<br />
www.zellamsee-kaprun.com/sommer
eise / GOURMET AM SEE – TIROL & SALZBURG<br />
Natur- und<br />
Geschmacksgenuss:<br />
Bei<br />
Almwanderungen<br />
wächst jener<br />
Hunger, der,<br />
zurück am See, auf<br />
höchstem Niveau<br />
gestillt wird.<br />
TIROL & SALZBURG<br />
ERLHOF<br />
Tradition trifft Moderne: frische Ideen für<br />
regionale Produkte, begleitet von edlen Tropfen<br />
aus dem gut sortierten Weinkeller. Bei schönem<br />
Wetter sollte man sich den Panoramaseeblick<br />
auf der Sonnenterrasse nicht entgehen lassen.<br />
Erlhofweg 11, 5700 Zell am See<br />
T: +43 6542 56637, erlhof.at<br />
MAYER’S AUF SCHLOSS PRIELAU<br />
Ob Gänseleber, Perlhuhnbrust, geschmorte<br />
Zickleinkeule oder Alpengarnelen: Andreas Mayer<br />
liefert Geschmacksexplosionen am ehemaligen<br />
Wohnsitz der Familie Hugo von Hofmannsthals<br />
am Nordufer des Sees.<br />
Hofmannsthalstraße 10, 5700 Zell am See<br />
T: +43 6542 72911, mayers-restaurant.at<br />
SALZBURGERSTUBE<br />
Zwischen See und hoteleigenem Badeteich –<br />
ein Rundumgenusserlebnis, das sich in der Küche<br />
dank Chef Stefan Reiter auf höchstem Niveau<br />
fortsetzt.<br />
Auerspergstraße 11, 5700 Zell am See<br />
T: +43 6542 765, salzburgerhof.at<br />
Steak-Kultur. Eine kreative Gourmetküche mit<br />
überaus originellen Zugängen.<br />
Am See 4, 6370 Kitzbühel<br />
T: +43 5356 62658, pipinos-restaurant.com<br />
SEENSUCHT RESTAURANT AM SEE<br />
Die Lage und der Blick auf den See konkurrieren<br />
mit den mediterranen Küchenkreationen von<br />
Michael Schnell, der großen Wert auf regionale<br />
Produkte legt. Eine echte Cross-over-Küche mit<br />
exklusivem Touch, die sich sehen (und natürlich<br />
auch schmecken) lassen kann.<br />
Seeuferstraße 41, 5700 Zell am See<br />
T: +43 6542 21828, restaurant-am-see.at<br />
SEEBICHL<br />
Regionale, authentische Küche in einem<br />
schlüssigen Gesamtambiente, das einen bewusst<br />
kreativ-coolen Kontrapunkt zu traditioneller<br />
Alpininszenierung setzt. Eine Art Wohnzimmer für<br />
das Wohnzimmer für Freigeister, Lebenskünstler<br />
und Liebhaber des Schönen und Köstlichen.<br />
Seebichlweg 37, 6370 Kitzbühel<br />
T: +43 5356 62525, restaurant-seebichl.at<br />
DAS STEGHAUS<br />
Neu am Schwarzsee: Das Restaurant des<br />
»Alpenhotels Kitzbühel« lockt mit regionalen Spezialitäten<br />
in moderner Kulisse und freier Sicht auf<br />
den Wilden Kaiser. In der »See-Stube« setzt man<br />
dagegen auf traditionell alpinrustikales Ambiente.<br />
Seebichlweg 37 a, 6370 Kitzbühel<br />
T: +43 5356 64254-0, alpenhotel-kitzbuehel.at<br />
<<br />
KRAFTWERK<br />
Ein altes Kraftwerk aus den 1930er-Jahren<br />
bildet die Kulisse für modern interpretierte und<br />
inspirierte Küche mit zahlreichen Produkten aus<br />
der hauseigenen Biolandwirtschaft. Dazu feine<br />
Weinauswahl.<br />
Schmittenstraße 12 a, 5700 Zell am See<br />
T: +43 664 3888016, kraftwerk-restaurant.at<br />
PIPINO’S<br />
Direkt am Ufer des Schwarzsees wird hier<br />
das Mittelmeer in die Alpen geholt. Italienische<br />
Nudelspezialitäten treffen auf internationale<br />
Stilvollendete Eleganz<br />
im Schloss Prielau.<br />
Andreas Mayers Küche<br />
sorgt für adäquate<br />
kulinarische Expertise.<br />
Fotos: beigestellt<br />
230 falstaff aug <strong>2022</strong><br />
95–100 Punkte 90 – 94 Punkte 85 – 89 Punkte 80 – 84 Punkte – Mehr Infos auf falstaff.com
HOTEL GOLDENER HIRSCH<br />
HOTEL GOLDENER HIRSCH<br />
Indian Summer in der Mozartstadt spüren und das Spiel<br />
der Farben in der Natur und am Teller erleben. Mitten im Herzen<br />
der Stadt Salzburg gelegen lädt das »Hotel Goldener Hirsch«<br />
als idealer Ausgangspunkt zu einem romantischen Städtetrip.<br />
ADVERTORIAL Fotos: © Hotel Goldener Hirsch; beigestellt<br />
Ein Spaziergang durch die charmanten<br />
Gassen der Salzburger<br />
Altstadt und die romantische<br />
Herbst stimmung genießen –<br />
mitten im Herzen der Getreidegasse<br />
gelegen, ist das Fünf-Sterne-Superior-Hotel<br />
»Goldener Hirsch« der ideale Ausgangspunkt<br />
für eine romantische Auszeit in der<br />
Mozartstadt. Zahlreiche kleine Boutiquen<br />
laden zum Bummeln durch Salzburgs<br />
Altstadt ein und auch das Geburtshaus<br />
Mozarts, das nur wenige Gehminuten<br />
vom »Hotel Goldener Hirsch« entfernt<br />
liegt, ist einen Besuch wert. Den legendären<br />
Kaiserschmarrn im hoteleigenen<br />
»Restaurant Herzl« mit einladendem<br />
Gastgarten, der besonders zum Einkehren<br />
unter freiem Himmel einlädt, den vielfach<br />
prämierten Kompositionen von Chefkoch<br />
Daniel Mild im Fine Dining »Restaurant<br />
Goldener Hirsch«, oder einen exklusiven<br />
Cocktail oder Afternoon Tea an der Hotelbar<br />
genießen – das exklusive Haus ist mit<br />
seiner ausgezeichneten Lage inmitten der<br />
Getreidegasse und gegenüber den weltbekannten<br />
Festspielhäusern, seinem exquisiten<br />
kulinarischen Angebot, dem einzigartigen<br />
Interieur sowie der herzlichen Gastfreundschaft<br />
ein ideales Refugium für<br />
eine Auszeit zu zweit.<br />
AUSZEIT ZU ZWEIT<br />
Mit dem Romantic Getaway-Paket können<br />
sich Gäste bei Ankunft im »Hotel Goldener<br />
Hirsch« zudem über Blumen und einen<br />
Winzersekt freuen. Buchbar ist das Paket<br />
ab 666 Euro für zwei Übernachtungen<br />
inklusive täglichem Frühstücksbuffet, das<br />
keine Wünsche offen lässt.<br />
INFO<br />
Hotel Goldener Hirsch<br />
A Luxury Collection Hotel, Salzburg<br />
Getreidegasse 37, 5020 Salzburg<br />
goldenerhirsch.com<br />
aug <strong>2022</strong> falstaff 231
eise / GOURMET AM SEE – SALZKAMMERGUT<br />
Im Salzkammergut hat <strong>Österreich</strong> einen<br />
»Mehr-Zugang«: Mehr Seen, mehr regionalen Fisch,<br />
mehr lokale Schifffahrt gibt es sonst nirgendwo im<br />
Land. Das zieht Künstler, Kaiser und Köche an.<br />
TEXT KLAUS HÖFLER<br />
Foto: Shutterstock<br />
232 falstaff aug <strong>2022</strong>
SALZKAMMERGUT:<br />
NAHE AM<br />
WASSER<br />
GEBAUT<br />
In den Ortschaften rund um<br />
Atter-, Traun-, Mond- und Wolfgangsee<br />
(im Bild: St. Wolfgang) hat sich<br />
eine vitale und qualitätsbewusste<br />
gastronomische Szene etabliert.<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
233
eise / GOURMET AM SEE – SALZKAMMERGUT<br />
Piraten? Gehören in Kinofilme,<br />
die in der Karibik spielen. In<br />
Asterixhefte. Stecken in<br />
Nachrichtenmeldungen aus<br />
Somalia oder dem südchinesischen<br />
Meer. Mit dem Traunsee in<br />
Oberösterreich hat man Seeräuberei wohl<br />
eher nicht in Verbindung gebracht. Bis zu<br />
einem Spaziergang rund um die Landzunge<br />
bei Traunkirchen. Hier, wo der See am<br />
schmalsten ist und der Felsvorsprung des<br />
Johannesbergs einen guten Überblick<br />
bietet, sollen im 11. Jahrhundert Piraten<br />
ihr Unwesen getrieben haben. Sie hatten es<br />
auf das Wertvollste ihrer Zeit abgesehen:<br />
Salz, das in den umliegenden Bergen<br />
gewonnen und am See Richtung Alpenvorland<br />
transportiert wurde.<br />
600 Jahre danach siedelte der Papst hier<br />
Jesuitenmönche an. Sie sollten im Salzkammergut,<br />
wo die Menschen sich der<br />
DAS<br />
SALZKAMMERGUT<br />
IST NICHT GEIZIG. ES<br />
VERTEILT SEINE<br />
LANDSCHAFTLICHE<br />
SCHÖNHEIT AUF DREI<br />
BUNDESLÄNDER.<br />
Das »Bootshaus« lockt mit<br />
Traumaussicht und Kulinarik-<br />
Highlights von Küchenchef<br />
Lukas Nagl.<br />
protestantischen Kirche zugewandt hatten,<br />
die katholische Ordnung wiederherstellen.<br />
Später kamen Musik- und Literaturgrößen<br />
wie Hugo Wolf, Franz Schubert und<br />
Adalbert Stifter zur Sommerfrische. Wo<br />
einst also gelauert und geraubt, gebetet<br />
und gedichtet wurde, wird heute auf<br />
höchstem Niveau gekocht und gekostet.<br />
Charismatische österreichische Weine<br />
und kleine portugiesische Spezialitäten<br />
beispielsweise in der »Klosterstube« gleich<br />
neben der Johanneskapelle. Das Lokal mit<br />
dem idyllischen Innenhof, dem Rosengarten,<br />
direkt am Seeufer wird als Bodega<br />
geführt. In unmittelbarer<br />
Nachbarschaft liefert das Restaurant<br />
»Das Bootshaus«<br />
im Seehotel Traunsee<br />
eine der besten Küchen<br />
Oberösterreichs. Von<br />
der Terrasse aus lässt<br />
Gmunden mit<br />
dem im See<br />
»schwimmenden«<br />
Schloss Ort ist<br />
zentrale Hafenstadt<br />
am Traunsee.<br />
Fotos: <strong>Österreich</strong> Werbung / Ctrip, traunseehotels.at / Lukas Kirchgasser, TVB Attersee-Attergau / Moritz Ablinger, beigestellt, Michael Maritsch<br />
234 falstaff aug <strong>2022</strong>
»Die Heimat muss man schmecken«, so<br />
das Motto im »Das Attersee«; gespeist wird<br />
mit Blick auf den gleichnamigen See.<br />
sich die Aussicht auf die imposanten Felswände<br />
des Traunsteins auf der gegenüberliegenden<br />
Uferseite und der weite Blick<br />
über den See bis hinüber nach Gmunden<br />
genießen. Hier liegt das erste schwimmende<br />
Denkmalschutz-Objekt <strong>Österreich</strong>s:<br />
Die »Gisela« ist der älteste kohlenbefeuerte<br />
Raddampfer der Welt. Mit ihm ist<br />
schon Kaiser Franz Josef gefahren.<br />
Auch die kalkweißen Mauern und die<br />
Zwiebeltürme der Doppel-Schlossanlage<br />
Ort am Stadtrand Gmundens sind weithin<br />
sichtbar. Das fernsehserienbekannte Seeschloss<br />
mit dem schmuckvollen Arkadeninnenhof<br />
ist durch eine Holzbrücke mit<br />
dem Landschloss verbunden. Im Vorhof<br />
der Pracht, an der Nahtstelle zwischen<br />
Parkanlage und Parkplatz, findet sich mit<br />
dem »Fisch & Pasta« der architektonische<br />
Kontrapunkt. In dem schmucklosen,<br />
braunen Kubus werden aber fantasie- und<br />
geschmackvolle Spezialitäten vom Wolfsbarsch<br />
in Salzkruste über Traunkrebssuppe<br />
bis zu Sugo von der Lachsforelle, Kaviar-Variationen<br />
und einer extravaganten<br />
Alpenfischsalami (!) in legerer Bistro-<br />
Atmosphäre geboten.<br />
ZWÖLF-MILLIONEN-MOTIV<br />
Fisch spielt auch einen See weiter westlich<br />
die Hauptrolle auf diversen Speisekarten.<br />
So im »Das Attersee« im gleichnamigen<br />
Ort am gleichnamigen See. Dank Angebot<br />
und Ambiente schafft man hier einen<br />
unverkrampften, aber stilvollen Spagat<br />
zwischen traditionellem Herrgottswinkerl<br />
und stylishem Rooftop-Flair. Der Attersee<br />
ist nicht nur der größte, ganz in <strong>Österreich</strong><br />
liegende See, die im Wind und Sonnenlicht<br />
sich ständig wandelnde Wasserfläche<br />
hat auch schon Gustav Klimt nachdrücklich<br />
begeistert und inspiriert. Der Maler<br />
entdeckte den See als Refugium für seine<br />
Sommerfrische, verbrachte hier mehrere<br />
Jahre und setzte dem See in über 40<br />
Gemälden ein künstlerisches Denkmal in<br />
Bildern. So ist auf einem Werk in Motiv<br />
und Namen der »Litzlberger Keller« zu sehen<br />
– ein Bild, das 1997 in New York um<br />
zwölf Millionen Euro versteigert wurde.<br />
Darauf festgehalten ist das einst von<br />
<<br />
DER ATTERSEE WAR<br />
FÜR GUSTAV KLIMT<br />
DAS, WAS DIE PROVENCE<br />
FÜR PAUL CÉZANNE UND<br />
KRUMAU FÜR EGON<br />
SCHIELE WAR: EINE<br />
SOMMERROMANZE.<br />
Topadresse am Attersee: In Aichingers<br />
»Das Bräu« setzt man auf überlieferte<br />
Rezepte und einen Schuss Modernität.<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
235
eise / GOURMET AM SEE – SALZKAMMERGUT<br />
<<br />
der örtlichen Brauerei als Lagerkeller<br />
genutzte und später zum Gasthaus ausgebaute<br />
Gebäude. Das Gasthaus gibt es noch<br />
immer. Es überzeugt durch hohe Qualität<br />
und Kreativität (Lachsforellenceviche,<br />
Flusskrebsbisque, Wachtel mit Harissa)<br />
und zählt dieser Tage zu den spannendsten<br />
Gastro-Adressen am See, wirken und werken<br />
an der geschichtsträchtigen Adresse<br />
über den Sommer doch junge Köche im<br />
Rahmen eines integrierten Pop-up-Restaurants.<br />
Das Genussexperiment auf Zeit<br />
setzt dabei auf »Soulfood« – Essen also,<br />
das die Seele glücklich macht. Die Augen<br />
werden es bei der freien Sicht auf das<br />
blautürkis funkelnde Wasser ohnehin.<br />
GASTRO-ZOO AM SEE<br />
Auch am nahen Wolfgangsee wird dieses<br />
»Menü« aus genussreicher Kulinarik und<br />
prachtvollem Panorama serviert. »Abersee«<br />
hieß er früher, abgeleitet vom lateinischen<br />
Namen in der ersten urkundlichen<br />
Erwähnung im Jahr 788. Heute erinnert<br />
Grenzverkehr: Am Wolfgangsee pendeln<br />
die Schiffe zwischen Anlegestellen in<br />
Oberösterreich und Salzburg.<br />
Kleines Lokal für großen Genuss: Das »See-Eck«<br />
am Wolfgangsee.<br />
DIE SEEN LIEGEN<br />
WIE GEMALT IN<br />
DER LANDSCHAFT. DER<br />
KÜNSTLER HATTE EINE<br />
VORLIEBE FÜR GRÜN-<br />
UND BLAUTÖNE.<br />
daran nur noch eine Ortsbezeichnung beim<br />
Zinkenbach, in der Nähe des Naturschutzgebiets<br />
Blinklingmoos mit freier Sicht<br />
auf den Schafberg gegenüber. Die landschaftliche<br />
Pracht müssen sich allerdings<br />
zwei Bundesländer teilen. Direkt an der<br />
kleinen Schleuse bei Strobl, am Eingang<br />
zum sehenswerten Bürglstein-Rundwanderweg,<br />
wechselt man von Oberösterreich<br />
nach Salzburg. Direkt in St. Wolfgang geht<br />
es dann – ohne Grenzwartezeit – wieder<br />
zurück nach Oberösterreich. Der Ort ist<br />
auch gastronomisches Zentrum des Sees:<br />
»Weisses Rössl«, »Weisser Hirsch«, »Weißer<br />
Bär«, »Schwarzes Rössl«. Etwas aus<br />
der Reihe des lautmalerischen Zoos fällt<br />
das »Ledererhaus«, wo man mit Showküche<br />
und Weinhaus ein Genuss-Statement<br />
setzt. See und Meer lassen sich hier<br />
auf einmal genießen. Gestartet wird mit<br />
Austern und knusprigen Shrimps, gefolgt<br />
von Seesaibling und Wolfgangsee-Lachs.<br />
Im benachbarten »See-Eck« haben sich<br />
Brigitte und Bernhard Reiter ihren Traum<br />
eines kleinen Lokals verwirklicht und bieten<br />
Kochkurse und Winzerabende an. Sehr<br />
nobel der Sonntag mit Weißwürsten und<br />
Champagner. Gleich daneben kann man<br />
im »Cortisen« ein 6-Gang-Menü bereits in<br />
der Früh (!) und am Abend internationalen<br />
Gourmetgenuss mit Meeresfrüchten oder<br />
rosa gebratenem Thunfisch probieren.<br />
PEMSE, PUNZE & CO<br />
Und dazwischen? Von der nahen Anlegestelle<br />
der Wolfgangseeflotte nach St. Gilgen<br />
oder Fürberg übersetzen und den Falkenstein<br />
und die steil abfallenden Felswände<br />
vom Sonnendeck aus bestaunen. Zur Vollendung<br />
des Landschaftsgenusses empfiehlt<br />
sich der Gipfelsturm per Zahnradbahn auf<br />
den Schafberg oder Gondel aufs Zwölferhorn.<br />
Von oben sieht man die Seen des<br />
Salzkammerguts am besten. Und wer geschmackliche<br />
Neuentdeckungen abseits<br />
des reichhaltigen gastronomischen Angebots<br />
machen möchte, dem sei zu Zwispitz,<br />
Bidling, Pemse, Punze, Roter Spilling oder<br />
Ziparte geraten. Noch nie gehört? Es handelt<br />
sich um Pflaumenarten, die alle in der<br />
Gegend rund um den Attersee und Traunsee<br />
im neu ausgewiesenen Naturpark beheimatet<br />
sind und im »Zwetschkenreich«<br />
verkostet werden können – als reifes Obst<br />
oder zu Schnaps veredelt.<br />
<<br />
Fotos: Salzburg AG Tourismus / Christian Schartner, beigestellt<br />
236 falstaff aug <strong>2022</strong>
-DAS NEUE WOHNPROJEKT AM ATTERSEE-<br />
Die Wohnlandschaften<br />
Dem Attersee ganz nah<br />
Architektonischer Kontrast auf höchstem<br />
Niveau mit zeitlos modernem<br />
Design in idyllischer Ruhelage und<br />
Blick auf die naheliegende Hügellandschaft.<br />
Der türkisfarbene Attersee liegt<br />
nur wenige Gehminuten von der Haustür<br />
entfernt.<br />
Das Wohnprojekt besteht aus 27 clever<br />
geplanten Wohnungen mit großzügigem<br />
Raumangebot, bestehend<br />
aus 3 und 4 Zimmerwohnungen in<br />
unterschiedlichen Größen ab 70m².<br />
Eigengärten bis zu 120m², Loggien<br />
sowie eine Tiefgarage mit ausreichend<br />
Plätzen bilden die Hochwertigkeit dieses<br />
Projektes. Nachhaltige Energiegewinnung<br />
dank Luftwärmepumpe.<br />
Prüfen Sie auch die attraktiven Anlagemöglichkeiten.<br />
Wir beraten Sie gerne.<br />
Wasser und Land in harmonischem Einklang<br />
Atemberaubende Klettersteige, die<br />
modernsten Reitanlagen, Wassersport,<br />
Golfplätze und schwindelerregende<br />
Hochseilgärten in greifbarer<br />
Nähe. Ob Wandern und Radfahren im<br />
Gebirge oder lange Morgenspaziergänge<br />
entlang der Promenade- das<br />
Angebot ist vielseitig. Mit den Kindern<br />
erkunden Sie die ausgiebigen Spielplätze<br />
direkt am See.<br />
DIE SCHÖNSTEN IMMOBILIEN IM SEENGEBIET<br />
DIESES BAUPROJEKT UND VIELE WEITERE IMMOBILIEN AM SEE FINDEN SIE UNTER<br />
+43 677 64590740 | WWW.ZEITAMSEE.AT
eise / GOURMET AM SEE – SALZKAMMERGUT<br />
Gasthaus-Kultur mit<br />
regionalen Spezialitäten<br />
im »Batzenhäusl« am<br />
Wolfgangsee.<br />
WOLFGANGSEE<br />
BATZENHÄUSL<br />
Gehoben aber nicht abgehoben, so lautet das<br />
Motto des Landgasthofs. Und schon allein wegen<br />
des Weinkellers besuchenswert. In der gehobenen<br />
Wirtshausküche sticht der frische Fisch aus dem<br />
Mondsee und der herrliche Hirsch aus dem Salzkammergut<br />
heraus.<br />
Schmalnau 1, 5340 St. Gilgen<br />
T: +43 6227 2356, batzenhaeusl.com<br />
HAUS AM HANG<br />
Lucas Bosca serviert südliches Slowfood mit<br />
absoluter Frische als Ergebnis eines kreativen Mix<br />
aus österreichischer und mediterraner Küche in<br />
modernem Ambiente.<br />
Mondsee-Bundesstraße 10, 5340 St. Gilgen<br />
T: +43 664 4435701, haus-am-hang.at<br />
ZUR POST<br />
Auf der Speisekarte spiegelt sich das Salzkammergut<br />
in der Vielfalt der Jahreszeiten wider –<br />
vom Fisch bis zum Wild, dazu saisonales Gemüse.<br />
Mozartplatz 8, 5340 St. Gilgen<br />
T: +43 6227 2157, gasthofzurpost.at<br />
TRAUNSEE<br />
BOOTSHAUS RESTAURANT<br />
Lukas Nagl holt die ganze Region auf den<br />
Teller: Unverfälscht und unkompliziert lässt er<br />
sowohl regionale als auch internationale Elemente<br />
in seine Gerichte einfließen.<br />
Klosterplatz 4, 4801 Traunkirchen<br />
T: +43 7617 2216, dastraunsee.at<br />
DIE STUBE IM MAXIMILIANHOF<br />
Eine der ältesten Weinstuben <strong>Österreich</strong>s ist<br />
iKulisse für die von Sabine Eisner und Florian<br />
Eckmair geführte kulinarische Schmankerl-Werkstatt<br />
am Westufer des Sees.<br />
Maximilianstraße 1, 4813 Altmünster<br />
T: +43 664 1821188, maximilianstube.at<br />
KLOSTERSTUBE<br />
Der Blick über den Tellerrand verfängt sich in<br />
der Klosterstube in Portugal. Christopher Oliveira<br />
Malveiro bietet einen kulinarischen Streifzug durch<br />
das Land seiner Eltern an – samt dazu passender<br />
Weinkarte.<br />
<<br />
BRANDAUER’S VILLEN<br />
Drei Zutaten für einen wundervollen Urlaub:<br />
See, Berge und ein Wohlfühlhotel. Zudem beweist<br />
das Haus, dass traditionell und innovativ kein<br />
Widerspruch sein muss und die kulinarische Vielfalt<br />
zwischen Berg und See steht im Zentrum.<br />
Moosgasse 6, 5350 Strobl<br />
T: +43 6137 7205, brandauers.info<br />
Mauern mit Geschichte, Weine<br />
mit Geschmack in der Stube des<br />
»Maximilanhof«.<br />
Fotos: beigestellt<br />
238 falstaff aug <strong>2022</strong><br />
95–100 Punkte 90 – 94 Punkte 85 – 89 Punkte 80 – 84 Punkte – Mehr Infos auf falstaff.com
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Natur. Genuss.<br />
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Nehmen Sie sich eine Auszeit vom Alltag und genießen<br />
Sie einen Wohlfühlaufenthalt im Mühlviertel. Idyllische<br />
Ruhe sowie entspannte Momente im Acquapura SPA<br />
bringen Körper und Geist wieder in Balance.<br />
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falkensteiner.com/badleonfelden<br />
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FB-Gericht: Wien · Firmensitz: Wien · Betriebsstätte: Wallseerstraße 10 · A-4190 Bad Leonfelden
eise / GOURMET AM SEE – SALZKAMMERGUT<br />
Tradition und<br />
Moderne treffen<br />
sich in der<br />
»Bachtaverne« von<br />
der Einrichtung<br />
bis zum<br />
Speiseangebot.<br />
<<br />
Klosterplatz 2, 4801 Traunkirchen<br />
T: +43 664 99062870<br />
klosterstube-traunkirchen.at<br />
FISCH & PASTA<br />
Johann Parzer lebt hier seine Kreativität aus<br />
und bietet Alpenfischsalami, Knabberfisch und<br />
Stanglfisch. Die Fische kommen vorwiegend aus<br />
dem Traunsee, aber auch aus dem Meer.<br />
Toscanapark 2, 4810 Gmunden<br />
T: +43 676 3804499<br />
fischundpasta.com<br />
ATTERSEE<br />
AICHINGER DAS BRÄU<br />
Den See vor den Füßen und für die Gaumenfreude<br />
eine umfangreiche Weinkarte mit zahlreichen<br />
edlen Tropfen und eine große Auswahl an<br />
hochkarätigen Fischgerichten<br />
und köstlichen,<br />
heimischen Klassikern.<br />
Dieses Lokal ist wirklich<br />
immer einen Besuch wert!<br />
Am Anger 1, 4865 Nußdorf<br />
T: +43 7666 8007, hotel-aichinger.at<br />
BACHTAVERNE<br />
Rustikale Gaststube, moderne Lounge,<br />
gemütlicher Gastgarten: abwechslungsreiche<br />
Kulissen für hausgemachte Wildgerichte, fangfrischen<br />
Fisch, individuelle Burger-Kreationen und<br />
ein uriges Weinkellergewölbe.<br />
Bach 24, 4852 Weyregg<br />
T: +43 7664 20753, bachtaverne.at<br />
DAS ATTERSEE<br />
Hausmannskost und gehobene Küche in<br />
schickem Designmix zwischen Wirtshausstube,<br />
Restaurant und Terrasse. Michaela Prem und<br />
Kilian Angermeyer betreiben ihre Genussoase<br />
mit Herzblut. Das schmeckt nicht nur den<br />
Touristen, sondern auch vielen Einheimischen.<br />
Hauptstraße 2, 4864 Attersee<br />
T: +43 664 9278572, dasattersee.at<br />
Farben- und<br />
Geschmacksvielfalt<br />
aus der<br />
Kreativküche des<br />
»Aichinger«.<br />
LITZLBERGER KELLER<br />
Genussprojekt auf Zeit in diesem Sommer:<br />
Moritz Schwenk, Antonia Schmiedleitner und Eva<br />
Schnabl kochen – wo einst schon Gustav Klimt<br />
malte – im neuen Pop-up Restaurant »Soul« mit<br />
Seeblick auf. Das sollte man sich auf keinen Fall<br />
entgehen lassen.<br />
Moos 8, 4863 Seewalchen am Attersee<br />
T: +43 7662 2312, litzlbergerkeller.at<br />
<<br />
Fotos: beigestellt<br />
240 falstaff aug <strong>2022</strong><br />
95–100 Punkte 90 – 94 Punkte 85 – 89 Punkte 80 – 84 Punkte – Mehr Infos auf falstaff.com
TRAUNSEE-ALMTAL TOURISMUS<br />
KULINARIK<br />
AM TRAUNSEE<br />
Der Traunsee bietet nicht nur erfrischendes Nass, sondern auch kulinarische<br />
Highlights in Verbindung mit wissenswerter und musikalischer Unterhaltung.<br />
Der Traunsee ist<br />
mit 191 Metern<br />
der tiefste See<br />
<strong>Österreich</strong>s.<br />
ADVERTORIAL Fotos: © brainpark.traunsee; Foto Klemens Fellner; beigestellt<br />
Was kann schöner sein, als<br />
bei Kerzenlicht, mit guter<br />
Musik und kulinarischer<br />
Begleitung inklusive erlesener<br />
Getränke mit Freunden oder Partnern<br />
über den See zu »schweben«? Die Traunseeschifffahrt<br />
macht diesen Traum wahr.<br />
Schmankerlfahrten mit Spezialitäten aus<br />
dem Salzkammergut und einer zünftigen<br />
Musik sowie Candlelight-Dinner mit Pianomusik<br />
werden von Juni bis September am<br />
Traunsee angeboten.<br />
DEM SALZ AUF DER SPUR<br />
Wissbegierige sind bei der »Brot & Salz«-<br />
Führung in Gmunden richtig. Durch<br />
Austria-Guide Doris Murray erfährt man<br />
so einiges an geschichtlichem Wissen über<br />
die Altstadt von Gmunden. Insbesondere<br />
lässt man sich – nach alter Tradition – mit<br />
Brot und Salz auf die Führung einstimmen<br />
und begibt sich eine Stunde lang auf die<br />
Spuren des weißen Goldes.<br />
KULINARIK-TIPP<br />
»FELIX« – das Wirtshausfestival der Region<br />
Traunsee-Almtal von 24. März bis 1. Mai 2023.<br />
Die Wirte am Traunsee und im Almtal laden<br />
zu einem Festival der Wirtshauskultur ein, wo<br />
Tradition mit Zukunft und Regionalität mit<br />
Weltoffenheit verbunden werden.<br />
wirtshausfestival.at<br />
INFO<br />
Weitere Informationen<br />
und Anmeldung unter<br />
Traunseeschifffahrt<br />
info@traunseeschifffahrt.at<br />
traunseeschifffahrt.at<br />
NEPOMUK TOUR GUIDES<br />
T: +43 664 1512944<br />
nepomuk@traunsee.at<br />
nepomuk-tourguides.traunsee.at<br />
aug <strong>2022</strong> falstaff 241
EHRLICH GUT<br />
Am Wolfgangsee gehen die Genießer und<br />
Feinschmecker auf Entdeckungsreise. Ein großer<br />
Reichtum kulinarischer Schätze aus besten<br />
regionalen Lebensmitteln zeichnet die idyllische<br />
Salzkammergut-Region aus. Es schmeckt –<br />
von der Alm bis zum Gourmet-Restaurant.<br />
Die Kombination aus See<br />
und umliegender Bergwelt<br />
macht den Wolfgangsee, oder<br />
auch Abersee wie man ihn<br />
früher nannte, zu einem ganz<br />
besonderen Kraftplatz.<br />
242 falstaff aug <strong>2022</strong>
WOLFGANGSEE<br />
Was gibt es<br />
Schöneres, als sich<br />
nach einem Tag am<br />
See oder in den<br />
Bergen kulinarisch<br />
verwöhnen zu lassen?<br />
ADVERTORIAL Fotos: © Wolfgangsee Tourismus Gesellschaft; <strong>Österreich</strong> Werbung / Sebastian Stiphout; Salzburger Land Tourismus / Strobl; beigestellt<br />
Wenn die Köch:innen,<br />
Almwirt:innen und<br />
Bäuer:innen rund um den<br />
Wolfgangsee aufkochen,<br />
dann geraten ihre Gäste ins Schwärmen. Die<br />
natürlichen Produkte, die zwischen Berg und<br />
See gedeihen, schmecken nach mehr. Gut,<br />
dass es hier so viele Menschen gibt, die leidenschaftlich<br />
gerne kochen, alte Rezepte<br />
bewahren und neue Trends setzen. <strong>Falstaff</strong><br />
Gabeln, Gault&Millau Hauben und A la<br />
Carte Sterne bescheinigen zahlreichen Restaurants<br />
höchstes Niveau. Wanderer und<br />
Biker stärken sich in den Almen mit Spezialitäten,<br />
die direkt vor Ort produziert werden –<br />
Käse, Milch, Speck, Brot, herzhafte Mehlspeisen<br />
und ein gutes Schnapserl. Wer in frischer<br />
Berg- und Seeluft und vor einem<br />
sagenhaften Panorama einkehrt, der lässt<br />
sich frischen Topfenstrudel, g’schmackige<br />
Kaspressknödel, fluffigen Kaiserschmarrn<br />
und würziges Essigfleisch auf der Zunge zergehen<br />
– ganz so, wie Oma früher gekocht<br />
hat. Direkt von den Bauernhöfen und Betrieben<br />
der Region kommen die Zutaten für<br />
Aberseer Schnitten, für geröstete Wildleber<br />
oder das deftige Salzburger Schnitzel. Es<br />
lohnt sich, zu probieren und zu schlemmen:<br />
Wenn im »Primushäusl« die besten Destillate<br />
eingeschenkt werden oder bei »Eisl Eis«<br />
Bio-Schafmilcheis ins Stanitzel kommt.<br />
Wenn der Metzger von Abersee feinste<br />
Fleisch- und Wurstwaren anbietet, Dominik<br />
Edlinger aus fangfrischem Fisch herrliche<br />
SeeSushi zaubert und viele weitere Genussspezialisten<br />
ein kulinarisches Erlebnis bieten.<br />
Dass sprichwörtlich »das Auge mitisst«,<br />
das ist am Wolfgangsee ein klarer Fall. Die<br />
Region ist eine Augenweide – das ganze<br />
Jahr über, und ganz besonders im Herbst.<br />
Die Natur ist bunt, der See spiegelglatt.<br />
SAG MIR, WO DU GENIESST<br />
Ein kulinarischer (Herbst)Urlaub am Wolfgangsee<br />
ist eingebettet in eine unvergleichliche<br />
Naturkulisse. An der Hausmauer einer<br />
Almhütte in der wohlig warmen Sonne sitzen,<br />
eine gute Jause vor sich, der tiefblaue Himmel,<br />
die bunt leuchtenden Wälder – da blühen<br />
Körper und Seele auf. Der Schafberg, das<br />
Zwölferhorn und die Postalm – <strong>Österreich</strong>s<br />
größtes Almplateau – gehören zu den<br />
bekanntesten Bergen rund um den See. Eine<br />
Fahrt mit der Zahnradbahn auf den Schafberg<br />
sollte man auf keinen Fall auslassen. Bis<br />
auf 1.782 Meter Höhe bringt einen die<br />
Dampflok hinauf. Bei klarem Herbstwetter<br />
eröffnet sich dort ein 360° Panoramablick<br />
über die glitzernden Seen des Salzkammerguts.<br />
Bis spät in den Herbst haben die Radfahrer<br />
Saison. Viele einzigartige Radtouren<br />
warten rund um den Wolfgangsee – idyllische<br />
Naturimpressionen inklusive. Wenn die<br />
Wolfgangseeschiffe in der Herbstsonne in<br />
See stechen, sind Groß und Klein begeistert.<br />
Auf den Wanderungen, Radrouten und<br />
Spaziergängen begegnet einem ein Schmankerl<br />
hier, ein Gustohäppchen da, man findet<br />
einen Sonnenplatz auf einer Terrasse<br />
direkt am See und kehrt in den gemütlichen<br />
Stuben der Restaurants ein. In bester<br />
Handwerkstradition hergestellte Spezialitäten<br />
mit unverfälschten und natürlichen<br />
Lebens mitteln – dafür steht die Kulinarik<br />
am Wolfgangsee. Sich durchkosten, ist die<br />
Devise – durch eine alpine Küche, die mit<br />
Liebe gehegt und gepflegt wird. Eine Freude<br />
für den »Hausmannskoster« ebenso wie<br />
für den »Feinspitz«.<br />
INFO<br />
Weitere Informationen unter<br />
wolfgangsee.at<br />
aug <strong>2022</strong> falstaff 243
eise / GOURMET AM SEE – KÄRNTEN<br />
KÄRNTEN:<br />
GENUSSINSELN<br />
INMITTEN<br />
DER BERGE<br />
Mehr exklusive<br />
Romantik geht nicht.<br />
»Kollers Hotel« in<br />
Seeboden bietet<br />
ein siebengängiges<br />
»Dinner for two«<br />
mitten im bzw. am<br />
Millstätter See.<br />
Foto: Archiv Millstätter See Tourismus GmbH / Franz Gerdl<br />
244 falstaff aug <strong>2022</strong>
»Wasser ist das schönste Ding der Welt«, meinte<br />
einst der griechische Philosoph Thales von Milet.<br />
Er könnte damit die Kärntner Seen gemeint haben.<br />
TEXT KLAUS HÖFLER<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
245
eise / GOURMET AM SEE – KÄRNTEN<br />
Schön umwaldet sind seine<br />
jenseitigen Begrenzungen; ohne<br />
Dorf, ohne Haus, sondert nur hie<br />
und da ein schmaler Wiesenstreif<br />
das hochstämmige Grün der<br />
Berge, welche sich weit hinein in den<br />
Seespiegel schattieren, ohne daß ein<br />
schaukelnder Kahn die Flächen zu wirbeln<br />
oft pflegt.« So beschreibt der Wiener<br />
Alpinist Josef Kyselak im Zuge seiner<br />
<strong>Österreich</strong>wanderung 1825 den Millstätter<br />
See.<br />
Das Naturidyll gibt es immer noch, aber<br />
ein paar »Dörfer« und Häuser sind dazugekommen.<br />
Vor allem der zentrale Ort Millstatt<br />
wird an seiner Seeseite von prachtvollen<br />
historischen Villen eingerahmt, die<br />
nicht nur architektonisch reizvoll, sondern<br />
Erbaut von der Familie<br />
Rothschild fungiert<br />
die »Villa Verdin« (im<br />
Kreis) heute als Hide<br />
away für Erholungs- und<br />
Genusssuchende am Ufer des<br />
Millstätter Sees (oben).<br />
DIE SEEVILLEN SIND<br />
ZEUGEN EINER<br />
MONDÄNEN SOMMER-<br />
FRISCHE-KULTUR IN<br />
DER MONARCHIE. DER<br />
GENUSSFAKTOR HAT<br />
SICH KONSERVIERT.<br />
auch gastronomisch<br />
genussversprechend sind.<br />
So verbindet die rund um<br />
1870 erbaute »See Villa« heute<br />
als Schlosshotel die Eleganz der Vergangenheit<br />
mit dem Luxus der Gegenwart.<br />
Reh, Hirsch, Fasan und Wildschwein aus<br />
der eigenen Jagd werden hier ebenso serviert<br />
wie fangfrischer Fisch aus der Region.<br />
Eingerahmt wird die »See Villa« von<br />
zwei weiteren gastronomischen Fixsternen:<br />
Östlich von der »Villa Verdin«, die tagsüber<br />
mit Strandbar und Hängematte lockt<br />
und am Abend zum feinen À la Carte-Restaurant<br />
mutiert. Im Westen vom »Seeglück<br />
Hotel Forelle«, wo man ebenfalls großen<br />
Wert auf regionale Zutaten und Produkte<br />
legt. Dieser Prämisse hat man sogar einen<br />
Fotos: <strong>Österreich</strong> Werbung / Susanne Einzenberger, beigestellt, Falkensteiner Hotels & Residences, Gert Perauer<br />
246 falstaff aug <strong>2022</strong>
eigenen Namen gegeben: »R99 – Chiffre«<br />
für den Umstand, dass die verarbeiteten<br />
Lebensmittel aus einem Umkreis von maximal<br />
99 Kilometern kommen. Dieser Radius<br />
ermöglicht es nicht nur vom »Landwirt<br />
um die Ecke« hoffrische Produkte oder<br />
Spezialitäten vom lokalen Nudelproduzenten<br />
und Käse aus den Nockbergen zu<br />
beziehen, sondern auch das regionstypische<br />
Alpe-Adria-Feeling zu verbreiten.<br />
KAISER, KLOSTER, PRÄSIDENT<br />
Dazu kommt die Küchenlinie K&K, die<br />
kreative Genussmomente aus den Ländern<br />
der ehemaligen Doppelmonarchie (Ungarn,<br />
Schlesien, Mähren, Böhmen) mit traditionellen<br />
Gerichten aus <strong>Österreich</strong> verbindet.<br />
Nicht zufällig. Denn zur Zeit der <strong>Österreich</strong>isch-Ungarischen<br />
Monarchie wurden<br />
dem Haus »Forelle« vom Kaiser die<br />
Fischereirechte am Millstätter See übertragen<br />
– aufgrund des natürlichen Fischreichtums<br />
des Sees seit Jahrhunderten ein einträgliches<br />
Geschäft. Schon im 12. Jahrhundert<br />
sicherten sich die Benediktinermönche<br />
des Stifts Millstatt die Fischereirechte. Im<br />
15. Jahrhundert ließ sich der damalige<br />
Kaiser Friedrich III. als Gegenleistung dafür<br />
vom Kloster vierteljährlich 59 »gesprengte<br />
Lachsforchn« (gepunktete Seeforellen),<br />
die größer sind als die »gemainen Zollfirchn«<br />
(Bachforellen) an den Hof liefern.<br />
Auch befahl der Kaiser dem Abt damals,<br />
einem ortsansässigen Fischer in Döbriach<br />
ein Gut zu überlassen. Dieses Gebäude gilt<br />
als Grundstein und Namensgeber für das<br />
heutige Romantik Hotel »Seefischer« in der<br />
Ostbucht des Sees. Einer der ersten Gäste<br />
des Anfang des 20. Jahrhunderts eröffneten<br />
hauseigenen Seebads war 1910 mit Karl<br />
Seitz der erste österreichische Bundespräsident.<br />
Heute ziert ein eigener Yachthafen die<br />
Hotelanlage und sorgt für fast mondänes<br />
Flair, jedenfalls aber für eine romantische<br />
Atmosphäre vor der Terrasse des Restaurants,<br />
wo internationale Gourmetküche mit<br />
Spezialitäten aus der Region und Kräutern<br />
aus dem eigenen Garten verfeinert werden.<br />
Dazu gibt es vom renommierten burgenländischen<br />
Weingut Weninger eigens für den<br />
Familienbetrieb ausgebaute Cuvées aus der<br />
neuen »Weinbibliothek« des Hauses.<br />
Auch am – vor dem Millstätter See –<br />
größten See Kärntens, dem Wörthersee,<br />
steht Genuss ganz oben auf der Speisekarte.<br />
Beispielsweise<br />
im »Portofino«,<br />
wo<br />
Gäste zwischen<br />
Fisch, Kasnudeln<br />
und ausgewählten<br />
Fleischstücken wählen<br />
können. Weit braucht<br />
man in Velden nicht zu gehen,<br />
um auf weitere kulinarische Hotspots zu<br />
stoßen. Wie auf einer Perlenkette aufgereiht<br />
warten beispielsweise das »Caramé«,<br />
wo Küchenchef Thomas Guggenberger die<br />
ganze Bandbreite seines Könnens in ein<br />
zehngängiges Überraschungsmenü gesteckt<br />
hat, das für seine Steakspezialitäten aus der<br />
hauseigenen Metzgerei und die Salatvielfalt<br />
berühmte »Goritschniggs« oder das »Seespitz«<br />
gleich vor dem ortsbildprägenden<br />
Schloss, wo man sich auf der Seeterrasse<br />
einem Slow-Food-Konzept verschrieben<br />
hat, das regionale Produkte, asiatische Einflüsse<br />
und einen direkten Blick auf den See<br />
verbindet.<br />
Richtung Klagenfurt lohnen sich Zwischenstopps<br />
in Pörtschach, Krumpendorf<br />
und später in Maria Wörth. Als Reiseroute<br />
drängt sich der Seeweg auf. Das<br />
türkisblaugrün schimmernde Wasser<br />
Pool oder See? Im »Seespitz« in Velden<br />
gibt es eine doppelte Genussversicherung.<br />
<<br />
Nomen est omen: Der »Seefischer« am Millstätter<br />
See überzeugt mit fangfrischen Forellen-Feinheiten.<br />
SCHON VOR 600<br />
JAHREN<br />
ÜBERZEUGTEN KAISER<br />
FRIEDRICH III.<br />
»GESPRENGTE<br />
LACHSFORCHN« AUS<br />
DEM MILLSTÄTTER SEE.<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
247
eise / GOURMET AM SEE – KÄRNTEN<br />
Von den Sonnenterrassen der<br />
Restaurants kann man die<br />
Blicke auf Fernreise über den<br />
Wörthersee schicken.<br />
<<br />
verströmt Karibikflair und ist biophysikalisches<br />
Ergebnis einer Mischung aus<br />
Algengehalt, Kalkpartikel aus den, den<br />
See speisenden Alpenflüssen und dem<br />
Einstrahlungswinkel des Sonnenlichts. Am<br />
besten überblickbar ist dieses impressionistische<br />
Naturgemälde vom elegant »verdrehten«<br />
Aussichtsturm am Pyramidenkogel.<br />
Die samt Antenne 100 Meter hohe<br />
Holz-Stahl-Konstruktion ist mit elf Ebenen,<br />
davon sechs Aussichtsplattformen,<br />
der höchste Holzaussichtsturm der Welt.<br />
Am besten spürbar ist es beim Wassersport<br />
direkt am und im See. Am<br />
erholsamsten genießbar ist es von<br />
den zahlreichen Sonnenterrassen<br />
am Ufer, beispielsweise im nicht<br />
zufällig »La Terrasse« benannten<br />
Restaurant im »Schloss Seefels«<br />
in Pörtschach. 80 Prozent der von<br />
ihm verarbeiteten Lebensmittel bezieht<br />
Küchenchef Richard Hessl aus<br />
dem Umkreis von 70 Kilometern, Fische<br />
notabene aus dem Wörthersee. Auch im<br />
»Soleo« in Krumpendorf verwöhnt Kochkünstler<br />
Florian Schnurrer mit Produkten<br />
aus der Genussregion rund um den See –<br />
vom Fleisch über den Fisch bis zu saisonalem<br />
Obst und Gemüse. Daraus ergibt<br />
sich eine nicht alltägliche Karte mit einem<br />
Schuss Exotik, einer Prise Mittelmeer und<br />
exklusiven Weinthemenmenüs.<br />
ES IST DIE MISCHUNG<br />
AUS SONNE UND<br />
SCHWEBSTOFFEN, DIE<br />
DEM WÖRTHERSEE<br />
SEINE PASTELLFARBE<br />
SCHENKT.<br />
Blick auf den Pyramidenkogel<br />
von der »Seefels«-Terrasse.<br />
KARIBIK VOR KARAWANKEN<br />
Aber auch auf der gegenüberliegenden<br />
Seeseite gibt es mit dem »Lakeside« in<br />
Reifnitz eine Adresse, die Gaumen- und<br />
Sonnen-See-Genuss garantiert. Geboten<br />
wird ein Potpourri aus leichten Snacks,<br />
saftigen Steaks, zarten Fischgerichten und<br />
kreativen Cocktails. Und das alles in chilliger<br />
Lounge-Atmosphäre direkt am Wasser.<br />
Und da ist es wieder: das Karibikfeeling.<br />
Nur mit Blick auf die Karawanken statt<br />
auf Kokospalmen.<br />
<<br />
Fotos: Wörthersee Tourismus GmbH / Gert Steinthaler, Hotel Schloss Seefels / Daniel Waschnig Photography<br />
248 falstaff aug <strong>2022</strong>
ECHT EINZIGARTIG.<br />
Auf 1.200 Metern liegt die Region Seefeld − Tirols Hochplateau.<br />
Umrahmt vom Wettersteingebirge und dem weitläufigen<br />
Naturpark Karwendel bieten die fünf Orte südlich der Zugspitze<br />
echt vielfältige Erlebnisse.<br />
#tirolshochplateau
eise / GOURMET AM SEE – KÄRNTEN<br />
WÖRTHERSEE<br />
HUBERT WALLNER<br />
GOURMETRESTAURANT<br />
Das neue Refugium von Hubert Wallner ist<br />
gewaltig! Dem Spitzenkoch bereitet es sichtlich<br />
Freude – meisterlich gelingen kreative Gerichte,<br />
Wallner in Höchstform! Genial dazu Andreas Katona<br />
als Sommelier.<br />
Seeplatz 6, 9082 Maria Wörth<br />
T: +43 4273 38589, hubertwallner.com<br />
CARAMÉ<br />
Die hochdekorierte Kreativküche von<br />
Küchenchef Thomas Guggenberger garantiert<br />
Gaumengenuss zwischen Alpenkaviar, Cremesuppe<br />
mit Thunfisch und Ingwer, Taschenkrebs und<br />
Jakobsmuscheln auf Paella.<br />
Am Corso 10, 9220 Velden<br />
T: +43 4274 3000, restaurant-carame.at<br />
SEESPITZ – FALKENSTEINER<br />
SCHLOSSHOTEL VELDEN<br />
Zwischen Schloss und See, auf der Terrasse oder<br />
im feinen Rahmen der Lounge wird die aromareiche<br />
Geschmacksvielfalt Kärntens auf japanische Art<br />
puristisch inspiriert und im Slow Food-Modus<br />
zelebriert.<br />
Schlosspark 1, 9220 Velden<br />
T: +43 4274 520000, falkensteiner.com<br />
LA TERRASSE IM SCHLOSS SEEFELS<br />
Chefkoch Richard Hessl dekoriert die sagenhafte<br />
Seesicht mit ebensolcher Kochkunst, die sich<br />
zu 80 Prozent aus Produkten aus der Region speist.<br />
Im »Caramé« , in bester<br />
Lage gegenüber dem Casino,<br />
kocht Thomas Guggenberger<br />
kreative Menüs auf hohem<br />
Niveau.<br />
Kurze Lieferketten für einen langen Genuss.<br />
Töschling 1, 9212 Pörtschach<br />
T: +43 4272 2377, seefels.at<br />
DIE YACHT IM CASINO<br />
Mediterrane und asiatische Geschmacksidee,<br />
umgesetzt mit heimischen Produkten und auf<br />
hohem Niveau, garniert mit unverstelltem Terrasssenblick<br />
auf den See.<br />
Am Corso 17, 9220 Velden<br />
T: +43 4274 2064, casinos.at<br />
Hubert Wallner zählt völlig<br />
zu Recht zu den besten<br />
Köchen des Landes. In seinem<br />
Gourmetrestaurant kreiert er<br />
innovativ interpretierte<br />
Alpe-Adria-Küche.<br />
PORTOFINO<br />
Die ganze Bandbreite von Gemüsecurry über<br />
Steak-Spezialitäten bis zu »Kärntner Lax’n« auf<br />
der Karte, den See vor der Beachclub-artigen<br />
Terrasse und gekühlter Champagner im Glas.<br />
Genuss, hochdosiert.<br />
Wrannpark 1-3, 9220 Velden<br />
T: +43 4274 2770, seehotel-europa.at<br />
LAKESIDE<br />
Die eigene Marina verstärkt die schicke<br />
Strandbar-Atmosphäre. Serviert wird leichte<br />
Sommerküche (Garnelen-Kokos-Suppe), feine<br />
Fleischgerichte und coole Cocktails.<br />
Südufer-Straße 104c, 9081 Reifnitz<br />
T: +43 664 4300990, lakesidelounge.at<br />
SOLEO<br />
Slow-Food-Produkte aus der Region füllen die<br />
Speisekarte von Maria und Ines Frank. Curry vom<br />
Bio-Lamm und Steaks verwöhnen den Gast.<br />
Am Föhrenwald 17, 9201 Krumpendorf<br />
T: +43 4229 2476, soleo.at<br />
MILLSTÄTTER SEE<br />
MOERISCH<br />
Julia Kerschbaumer schafft mit regionalen<br />
Produkten – das Wild stammt sogar aus Eigenjagd<br />
– eine junge Interpretation österreichischer Küche<br />
mit mediterranem Einschlag.<br />
Tangern 2, 9871 Seeboden<br />
T: +43 4762 81372, moerisch.at<br />
PEPPINO<br />
Mediterranes Flair am See: Zu feinem Hummer,<br />
frischen Austern und Kaviar kann man aus 600<br />
Spitzenweinen aus der ganzen Welt wählen. Im »Gin<br />
Club« warten 1300 verschiedene Spirituosen.<br />
Seemuehlgasse 57, 9872 Millstatt<br />
T: +43 4766 2036, pizzeria-peppino.at<br />
SEEFISCHER<br />
Fisch aus dem See und aus dem Meer, mit viel<br />
Fingerspitzengefühl zubereitet und auf der Hafenveranda<br />
an der Südspitze des Sees serviert. Neue<br />
Weinbibliothek und eigens gekelterte Hausweine.<br />
Fischerweg 1, 9873 Döbriach<br />
T: +43 4246 77120, seefischer.at<br />
SEE-VILLA<br />
Fisch aus dem See vor der Terrasse, Kräuter<br />
aus dem eigenen Garten und Wild von der eigenen<br />
Jagd. Im Schlosshotel weiß man, Genuss lokal zu<br />
zelebrieren.<br />
Seestraße 68, 9872 Millstatt<br />
T: +43 4766 2102, see-villa.eu<br />
VILLA VERDIN<br />
Kulinarisches Hideaway für Künstler<br />
und Kreative. Interessantes Publikum, interessante<br />
Speisekarte am vielleicht romantischsten<br />
Platz am See. Tipp: Unbedingt ein Zimmer<br />
nehmen und die Inneneinrichtung genießen.<br />
Seestraße 69, 9872 Millstatt<br />
T: +43 699 12029862, villaverdin.at<br />
<<br />
Fotos: Günter Standl, beigestellt<br />
250 falstaff aug <strong>2022</strong><br />
95–100 Punkte 90 – 94 Punkte 85 – 89 Punkte 80 – 84 Punkte – Mehr Infos auf falstaff.com
MILLSTÄTTER SEE<br />
TAFELN ZWISCHEN<br />
SEE UND BERG<br />
Ob auf der Millstätter Alpe vor dem imposanten Granattor, auf dem Schiff am<br />
Millstätter See oder am Sonnenplateau mit Blick auf See und Berge. Das »Kulinarische<br />
Tafeln rund um den Millstätter See« in Kärnten ist ein Fest für alle Sinne.<br />
ADVERTORIAL Fotos: © Gert Perauer; Martin Hofer; beigestellt<br />
Haben Sie schon einmal auf<br />
2000 Metern Seehöhe an einer<br />
gedeckten Tafel Platz genommen?<br />
Rundum nichts – nur<br />
Natur, und der smaragdgrün schimmernde<br />
Millstätter See, der einem zu Füßen liegt.<br />
Wollten Sie schon immer einmal japanische<br />
Gastfreundschaft erleben, ohne weit zu reisen?<br />
Der »Geist des Zen« wird in Europas<br />
größtem Bonsaigarten auf eine besondere<br />
Weise spürbar – und das im Herzen Kärntens.<br />
Vielleicht lieben Sie romantische Sonnenuntergänge?<br />
– Oder wollen Sie nach<br />
Ihrem persönlichen »Stein der Liebe«<br />
schürfen? Am Millstätter See werden diese<br />
Träume wahr und in Verbindung mit Kulinarik<br />
zu einem unvergesslichen Erlebnis für<br />
alle Sinne.<br />
KULINARISCHE LANDSCHAFTEN<br />
Bis Anfang November verwandeln sich die<br />
Logenplätze rund um Kärntens zweitgrößten<br />
See in außergewöhnliche Tafel-Schauplätze.<br />
Die »kulinarischen Tafeln rund um den Millstätter<br />
See« vereinen faszinierende<br />
Naturerlebnisse, sinnliche See- und Bergbe-<br />
rührungen ®, die Leichtigkeit des Südens und<br />
authentische Landwirtschaft im Sinne des<br />
Slow Food Gedankens. Wer Kulinarik mit<br />
allen Sinnen denkt, wird diese Tafeln lieben.<br />
TIPP: EXKLUSIVES SLOW FOOD-<br />
DINNER IN DER GLASKUPPEL<br />
Die schönsten Momente des Lebens brauchen<br />
einen besonderen Ort, um sie zu feiern.<br />
Mit edler Slow Food-Haubenküche im<br />
Garten Eden des Genießerhotels Das<br />
Moerisch****s »Eden« werden (Glücks)<br />
Träume wahr. Das drei- oder viergängige<br />
Menü ist bis 31. Oktober täglich buchbar.<br />
INFO<br />
Weitere Informationen unter<br />
millstaettersee.com/tafeln<br />
aug <strong>2022</strong> falstaff 251
eise / GOURMET AM SEE – NEUSIEDLER SEE<br />
NEUSIEDLER SEE:<br />
HAFEN DER<br />
SEENSUCHT<br />
Der Neusiedler See und<br />
die vielen Sonnenstunden<br />
machen das Burgenland<br />
nicht nur zum Traum-<br />
Ausflugsziel, sondern durch<br />
das Klima auch zur Heimat<br />
regionaler Köstlichkeiten<br />
und von Weinen von Weltruf.<br />
Foto: Panther Media / Depositphotos<br />
252 falstaff aug <strong>2022</strong>
Am Neusiedler See treffen sich Wein, Wasser und das<br />
Wissen um kreative Küchenkunst. Dazu kommen im<br />
Sommer durchschnittlich täglich zwölf Sonnenstunden –<br />
ein vielgängiges Genussmenü.<br />
TEXT KLAUS HÖFLER<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
253
WIND LÄSST WEIN REIFEN<br />
Zudem wirkt das Salz, das der See und<br />
die entlang von tektonischen Bruchlinien<br />
auftretenden Salz- und Sodalacken liefern,<br />
wie ein natürlicher Dünger. Die Verbreitung<br />
übernimmt der Wind. Er wirbelt die salzigen<br />
Rückstände, die übrig bleiben, wenn die<br />
Salzlacken im Sommer austrocknen, auf und<br />
bläst sie in die Weingärten, wo Boden und<br />
Reben das Salz aufnehmen. Das schmeckt<br />
man – beispielsweise im typischen Neusiedler<br />
Zweigelt. »Der kühle, voralpine Wind<br />
trifft auf kompakte, karge, aber ausdrucksstarke<br />
Böden«, erklärt Eduard Tscheppe-Eselböck:<br />
»Dem Wein bringt das eine<br />
besondere Frucht-Säure-Balance aus satter<br />
Reife, aber guter Frische.« Zusammen mit<br />
seiner Frau Stephanie, Tochter des hochdekorierten<br />
Kochs Walter Eselböck (»Taureise<br />
/ GOURMET AM SEE – NEUSIEDLER SEE<br />
Gut, die Aussicht von der oberen<br />
Weinbergkante hart an der<br />
österreichisch-ungarischen<br />
Grenze hinunter auf Mörbisch,<br />
die schnurgerade<br />
Straße hinaus zur Festspielbühne und den<br />
im Sonnenlicht funkelnden See: auch nicht<br />
schlecht. In seiner Gesamtheit noch eindrucksvoller<br />
ist aber der Blick von der<br />
anderen Uferseite Richtung Westen, von den<br />
Strandbädern in Illmitz oder Podersdorf oder<br />
der Aussichtswarte dazwischen, die sich<br />
wenig verheißungsvoll »In der Hölle« nennt.<br />
Von hier aus, die aufgehende Sonne und die<br />
pannonische Steppenlandschaft im Rücken<br />
und das Rascheln des Schilfs im Ohr,<br />
wandert der Blick über das Wasser Richtung<br />
Leithagebirge und verfängt sich am Horizont<br />
am Schneeberg, dem östlichsten Außenposten<br />
des Alpenbogens. Mehr landschaftliche<br />
Vielfalt geht fast nicht.<br />
In dieser Kulisse, zwischen Mörbisch,<br />
Rust, Neusiedl und Illmitz, werden Weine<br />
von Weltruf gekeltert. Daran ist nicht zuletzt<br />
der See schuld. Oder besser: seine mikroklimatologischen<br />
und geologischen Besonderheiten.<br />
Denn der – nach dem Plattensee<br />
– zweitgrößte Steppensee Mitteleuropas<br />
DIE WASSERFLÄCHE<br />
DES SEES WIRKT<br />
IN VERBINDUNG MIT<br />
DEM HERBSTLICHEN<br />
NEBEL ALS WÄRME-<br />
SPEICHER. GUT FÜR<br />
DEN WEIN.<br />
Die flach abfallenden Weinhänge<br />
Richtung Mörbisch und See lassen<br />
ausdrucksstarke Trauben reifen.<br />
Dazu liefert die regionale Küche<br />
finessenreiche Kreationen.<br />
wirkt für die Region wie eine ganzjährige<br />
Klimaanlage. Im heißen, trockenen Sommer<br />
funktioniert die Wasseroberfläche als<br />
Wärmespeicher, der die Abende in ein laues<br />
Kleid hüllt. Bis in den Herbst hinein gibt<br />
es dieses verzögerte Abkühlen bodennaher<br />
Luftschichten in Ufernähe – was den Weinstöcken<br />
guttut.<br />
254 falstaff aug <strong>2022</strong>
enkobel«), betreibt er ein Weingut samt<br />
Heurigen in Oggau.<br />
Im nahen, nördlich davon gelegenen Purbach<br />
betreibt Spitzenkoch Max Stiegl mit<br />
dem »Gut Purbach« sein außergewöhnliches<br />
gastronomisches Headquarter und interpretiert<br />
die pannonische Küche extravagant und<br />
allumfassend. Der Bogen spannt sich dabei<br />
vom Gemüse des Seewinkels über edles<br />
Wildgeflügel des Leithabergs bis zu frischem<br />
Fisch aus dem See und, wenn es sich ergibt,<br />
auch einmal Pferdekopf und Schilfrohr.<br />
Fotos: iStockphoto / Getty Images, beigestellt, Neusiedler See Tourismus / alexlangphoto.com, Burgenland Tourismus GmbH / Birgit Machtinger, Ingo Pertramer<br />
UNTIEFEN UND HÖHENFLÜGE<br />
Näher am Wasser findet man sich in Weiden<br />
am See und dem Strandbad von Neusiedl. In<br />
Letzterem gibt es mit der »Mole West« eine<br />
Fixadresse für chilligen Weingenuss, in Weiden<br />
locken mit dem »Fritz« und der »Blauen<br />
Gans« – ebenfalls direkt im Strand- und<br />
Hafenareal – zwei weitere Wein-Paradiese<br />
mit großzügiger Auswahl und ausgesucht<br />
guter Küche. Oliver Wiegands<br />
Fünf- und Sechs-Gang-Menüs liefern<br />
den kreativen Beweis. Da reihen sich<br />
glacierte Welsleber mit Kräuterrisotto<br />
an Mandel-Frischkäse-Pralinen mit<br />
Himbeersorbet und hausgeräucherte<br />
Burrata an marinierte Wasabi-Wassermelone<br />
mit Kokos-Ingwercreme und<br />
Schafskäse.<br />
Weiter im Süden, im »Presshaus« in<br />
Illmitz, setzt sich die Genussgarantie lückenlos<br />
fort. Hier lässt sich der regionale<br />
Wein zudem ausführlich mit Produkten aus<br />
anderen europäischen und transatlantischen<br />
Anbauregionen querverkosten. Über Geschmack<br />
lässt sich ja bekanntlich diskutieren.<br />
Nicht zu vergleichen ist freilich der Ausblick:<br />
See, Schilf, Hügel, Berge oder – in die<br />
andere Richtung – Steppe – das gibt es weder<br />
in Frankreich noch in Kalifornien, Niederösterreich,<br />
Deutschland oder Australien.<br />
Mit der Bootsfähre kann man dann wieder<br />
nach Mörbisch übersetzen. Wobei <strong>Österreich</strong>s<br />
größter See die Kapitäne vor immer neue<br />
Prüfungen stellt. Durch den Wind verändert<br />
sich auch die Wassertiefe sehr kleinräumig<br />
um bis zu 20 Zentimeter. Da muss man sehr<br />
genau wissen, wo die seichten Stellen sind,<br />
sonst graben sich nämlich die Antriebspropeller<br />
in den Schlammboden. Schwacher<br />
Trost: Bei Niedrigwasser und in Ufernähe<br />
könnte man einfach über Bord gehen und zu<br />
Fuß an Land stapfen.<br />
<<br />
Der See bietet zahlreiche Bühnen für<br />
Wassersport, Erholung und Genuss.<br />
Herrliche Gerichte mit Seeblick gibt’s im<br />
Lokal »Mole West« (oben). Etwas weiter<br />
weg interpretiert Max Stiegl die pannonische<br />
Küche mit eigener Handschrift (links).<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
255
eise / GOURMET AM SEE – NEUSIEDLER SEE<br />
Rund um den Leuchtturm<br />
in Podersdorf versprüht<br />
der größte See <strong>Österreich</strong>s<br />
Meer-Atmosphäre.<br />
NEUSIEDLER SEE<br />
TAUBENKOBEL<br />
Gründe, zu Barbara Eselböck und Alain<br />
Weissgerber zu kommen, gibt es viele: selbstgezogenes<br />
Gemüse, weltbeste Hechtnockerl, Naturwein-Karte<br />
und natürlich das Ambiente, das ein<br />
wahrer Zaubergarten ist.<br />
Hauptstraße 33, 7081 Schützen<br />
T: +43 2684 2297, taubenkobel.com<br />
GUT PURBACH<br />
Max Stiegl steht längst für eine eigene Linie<br />
der pannonischen Küche, die dem »Nose to<br />
Tail«-Prinzip folgt und dabei kreative Kombinationen<br />
und Kreationen schafft, die eines eint:<br />
höchste Qualität.<br />
Hauptgasse 64, 7083 Purbach<br />
T: +43 2683 56086, gutpurbach.at<br />
Dimension eines Buches. Genuss garantiert.<br />
Apetloner Straße 13, 7142 Illmitz<br />
T: +43 2175 2730, presshaus.com<br />
ZUR BLAUEN GANS<br />
Wels, Bauernhendl oder eine andere Köstlichkeit<br />
aus Oliver Wiegands schnörkelloser, aber<br />
immer wieder überraschender Küche, begleitet<br />
vom richtigen Wein aus der großzügigen Auswahl.<br />
Seepark, 7121 Weiden am See<br />
T: +43 2167 70000<br />
zurblauengans.at<br />
DAS SCHMIDT<br />
Im Arkadenhof des Hotels werden regionale<br />
Gerichte und Fisch wie Wolfsbarsch auf<br />
Safran-Wirsingkohl aus dem See zu feinen Weinen<br />
aus eigenem Anbau serviert. Ein Rundum-Genussvergnügen.<br />
Raiffeisenstraße 8, 7072 Mörbisch am See<br />
T: +43 2685 8294, das-schmidt.at<br />
LANGGUSTO<br />
Exotik im Schatten der Festspielbühne: Pinsa<br />
mit hausgebeiztem Lachs, Curry mit Zitronengras,<br />
Wulka-Prosciutto, Steak oder ein Frühstück am<br />
Sonnendeck. Alles mit Gratisblick auf den See.<br />
Nordhafen 1, 7072 Mörbisch am See<br />
T: +43 676 7333838, langgusto.at<br />
MOLE WEST<br />
»Best of Streetfood« direkt am See.<br />
Vom schnellen Burger über knackige Salate<br />
bis zum üppigen Surf & Turf. Dazu feine Weine<br />
aus der Nachbarschaft rund um den See oder<br />
bunte Cocktails.<br />
Seegelände 9, 7100 Neusiedl am See<br />
T: +43 664 2086600, mole-west.at<br />
<<br />
ZU DANKBARKEIT<br />
Josef Roiss verwöhnt mit einer kulinarischen<br />
Spannweite zwischen geschmorten Schweinewangerl,<br />
jiddischer Hühnerleberpastete und<br />
burgenländischer Krautsuppe. Dazu Wein aus<br />
eigenem Anbau.<br />
Hauptstraße 39, 7141 Podersdorf<br />
T: +43 2177 2223, dankbarkeit.at<br />
DAS FRITZ<br />
Fritz Tösch kreiert ein kulinarisches Wunderland<br />
zwischen »Segelbrot«, geflämmtem Ziegentopfen<br />
und gegrilltem Zanderfilet. Dazu 450 Positionen<br />
auf der Weinkarte. Seeglück pur.<br />
Seebad 1, 7121 Weiden am See<br />
T: +43 2167 40222, dasfritz.at<br />
PRESSHAUS<br />
Wild-Tortilla, Ibericoschweinsschnitzel mit<br />
Erdbeer-Chili-Dip, Fisch aus dem See, hausgemachte<br />
Sorbets und dazu eine Weinkarte in der<br />
Alain Weissgerber und Barbara<br />
Eselböck sorgen im »Taubenkobel«<br />
für frischen Wind und Gourmetküche<br />
der Extraklasse.<br />
Fotos: Burgenland Tourismus GmbH / Birgit Machtinger, beigestellt<br />
256 falstaff aug <strong>2022</strong><br />
95–100 Punkte 90 – 94 Punkte 85 – 89 Punkte 80 – 84 Punkte – Mehr Infos auf falstaff.com
DAS FRITZ<br />
Stimmungsvolles<br />
Ambiente auf<br />
der »das Fritz«-<br />
Seeterrasse.<br />
DER HOTSPOT<br />
AM NEUSIEDLER SEE<br />
Unmittelbar am Ufer des Neusiedler Sees gelegen,<br />
bietet der kulinarische Heimathafen 365 Tage im Jahr Genuss für alle Sinne.<br />
ADVERTORIAL Fotos: © Alex Lang, beigestellt<br />
Egal ob man einen kulinarischen<br />
Heimathafen sucht oder genussvolle<br />
Entdeckungsreisen unternehmen<br />
will, ob man hinradelt<br />
oder -segelt – im »das Fritz« kann man in<br />
jedem Fall vor Anker gehen.<br />
Den Fuß an Land gesetzt, darf man sich<br />
von der Gastronomenfamilie Tösch, die Leidenschaft<br />
für Kulinarik, Engagement und<br />
Qualitätsbewusstsein beweist, und deren<br />
Team bewirten lassen. Fritz Tösch prägt mit<br />
seinem reichen Erfahrungsschatz die<br />
Küchenlinie. Auf der Speisekarte finden sich<br />
österreichische Klassiker ebenso wie kreative<br />
Neuinterpretationen der pannonischen<br />
Küche mit starkem regionalem Produktbezug.<br />
Ein besonderes Augenmerk wird auf<br />
die umfangreiche regional und international<br />
gespickte Weinkarte gelegt, und an den drei<br />
Bars – indoor, auf der Terrasse und auf dem<br />
Oberdeck – kann man zu den »Pannonischen<br />
Koststücken« beim Cocktail-Angebot<br />
aus dem Vollen schöpfen. Das Lokal ist mit<br />
seiner ökologischen Bauweise optimal in die<br />
sensible Uferzone des Neusiedler Sees eingebettet.<br />
Ankommende Besucher genießen von<br />
der Uferstraße einen freien Blick auf den See,<br />
ehe sie von der gegliederten, mit Schilf ver-<br />
kleideten rückwärtigen Fassade des Gebäudes<br />
empfangen werden. In Richtung See öffnet<br />
sich das Lokal mit großen, verschiebbaren<br />
Glaselementen und geht nahtlos in die<br />
dreistufige Seeterrasse über, an die eine großzügige<br />
Marina mit ihren Bootsanlegeplätzen<br />
anschließt. Bei einem vitalisierenden Frühstück,<br />
einer der köstlichen Kaffeekreationen<br />
auf der Loungeterrasse mit vorgelagertem<br />
Sandspielplatz, einem romantischen Candle-<br />
Light-Dinner unmittelbar am Seeufer oder<br />
aber auch einem Sundowner zu DJ-Klängen<br />
am Steg findet jeder seinen Platz im »das<br />
Fritz«. Der spektakuläre Seeblick vom Oberdeck<br />
im ersten Stock ist die perfekte Kulisse,<br />
vor der Feste und Partys in Szene gehen.<br />
SEEMINAR<br />
BILDUNG IN BESTER LAGE<br />
NEUSIEDLER SEE, ERSTE REIHE<br />
Wir bieten ein professionelles Umfeld für<br />
Seminare, Tagungen oder<br />
Produktpräsentationen. Modernstes<br />
Equipment, maßgeschneiderte<br />
Komplettangebote und geschultes Personal<br />
machen unser Haus zum idealen Partner für<br />
den Erfolg. Bildung mit Genuss, inmitten des<br />
malerischen Schilfgürtels.<br />
Nähere Informationen und Preise unter<br />
dasfritz.at<br />
INFO<br />
Seebad 1<br />
7121 Weiden am See<br />
T: +43 2167 40222<br />
info@dasfritz.at<br />
dasfritz.at<br />
aug <strong>2022</strong> falstaff<br />
257
GENUSS AM<br />
SEE<br />
Mit Blick aufs Wasser genießt es sich<br />
gleich doppelt so gut. Wir präsentieren<br />
die schönsten Plätze, die zum<br />
kulinarischen Verweilen einladen.<br />
Genuss am schönsten<br />
Seeort der Welt<br />
Wo einst Persönlichkeiten wie Sisi und<br />
Franz oder Agatha Christie residierten,<br />
verbringen heute Gäste aus aller Welt<br />
einen unbeschwerten Aufenthalt.<br />
Im »Restaurant zum Salzbaron«<br />
wird man mit regionalen Spezialitäten<br />
von ausgewählten Bauern und<br />
Produzenten verwöhnt. Besonders<br />
die Seeterrasse und die Lounge laden<br />
zum Entspannen und Genießen ein.<br />
Das Wagyu-Rind kommt aus Ohlsdorf<br />
bei Gmunden. Der Käse wird am<br />
A2-Bauernhof speziell für unser Haus<br />
komponiert und kann auch für zu<br />
Hause mitgenommen werden. Das<br />
Gemüse wird von regionalen Bauern<br />
geliefert, und so haben wir auch alte<br />
Sorten wiederentdeckt und lieben<br />
gelernt. Und auch Saibling, Reinanke<br />
oder Forelle sind gebürtige Hallstätter.<br />
Das Seehotel »Grüner Baum« ist Mitglied<br />
beim Genussland und wurde mit<br />
dem AMA-Gastrosiegel ausgezeichnet,<br />
weil wir gutes Essen lieben.<br />
SEEHOTEL GRÜNER BAUM<br />
Marktplatz 104, 4830 Hallstatt<br />
T: +43 6134 8263-0<br />
gruenerbaum.cc<br />
Zauberhafte Sommer-Genießertage<br />
im Herzen von Kärnten<br />
Das »Hotel Moerisch****S« liegt in absoluter<br />
Ruhelage im Garten Eden mit mehreren Teichen,<br />
Terrassen und exklusiven Cavanas auf der<br />
Beletage des Millstätter Sees. Die Nockberge<br />
liegen den Gästen zu Füßen und laden zu einzigartigen<br />
Wanderrunden oder Mountainbiketouren<br />
ein – ein Urlaubsspaß für die ganze Familie.<br />
Für jene, die auf der Suche nach purer Entspannung<br />
sind, steht ein 18 Meter langes Edelstahlbecken<br />
mit Massagedüsen und Wasserfall wohlig<br />
warm beheizt mit Liegen und Schirmen zur<br />
Verfügung und lädt zum Genießen ein. Das Spa<br />
verwöhnt mit fünf unterschiedlichen Saunen,<br />
beheizten Wasserbetten, Ruheräumen und entspannenden<br />
Treatments. Ganz einfach in einem<br />
der 40 Zimmer und Suiten einchecken, den Alltag<br />
hinter sich lassen und in vollen Zügen genießen.<br />
Für Familien stehen eigene Familiensuiten zur<br />
Verfügung. Alle Räumlichkeiten sind geschmackvoll<br />
und individuell eingerichtet. Und das absolute<br />
Highlight im Sommer: Der »Moerisch Strand« – ein<br />
traumhaftes privates Strandbad am See, das nur<br />
für unsere Hotelgäste zugänglich ist. Daybeds,<br />
Liegen, Sonnenschirme und Badetasche sorgen<br />
für den perfekten Urlaubstag im Sommer. Und<br />
auch in Sachen Kulinarik werden die Gäste bestens<br />
versorgt: die 3/4-Gourmet-Verwöhnpension oder<br />
À-la-carte-Alpe-Adria-Kulinarik sorgen für das<br />
kulinarische Wohl der Gäste.<br />
Exklusives Golfvergnügen<br />
Das »Hotel Moerisch****S« liegt direkt am<br />
18-Loch-Golfclub Millstätter See. Das Golfvergnügen<br />
beginnt quasi direkt am Hoteleingang, denn<br />
neben der kostenlosen Nutzung der Tennisplätze<br />
bringen einen die hoteleigenen Golfcarts direkt<br />
zum nächsten Abschlag.<br />
HOTEL MOERISCH****S<br />
Tangern 2<br />
9871 Seeboden am Millstätter See<br />
T: +43 4762 81372<br />
info@moerisch.at<br />
moerisch.at<br />
258<br />
falstaff aug <strong>2022</strong>
GENUSS AM SEE<br />
»Das Fritz« – der Hotspot<br />
am Neusiedler See<br />
Egal ob man einen kulinarischen<br />
Heimathafen sucht oder genussvolle<br />
Entdeckungsreisen unternehmen<br />
will, im »das Fritz« kann man in<br />
jedem Fall vor Anker gehen. Den<br />
Fuß an Land gesetzt, wird man von<br />
Familie Tösch und deren Crew, die<br />
Leidenschaft für Kulinarik, Engagement<br />
und Qualität beweist, verwöhnt.<br />
DAS FRITZ<br />
Seebad 1, 7121 Weiden am See<br />
T: +43 2167 40222<br />
dasfritz.at<br />
Herzlich Willkommen …<br />
… auf dem »Veldener Traumschiff«!<br />
Zwischen Ostern und Oktober kann<br />
man an diesem magischen Ort die<br />
ausgezeichnete Küche und das exklusive<br />
Weinangebot genießen. Beim<br />
romantischen Dinner für zwei oder<br />
dem Mitternachtscocktail an der<br />
Seebar hat man einen traumhaften<br />
Blick auf die Veldener Bucht.<br />
HOTEL-RESTAURANT<br />
VELDENER TRAUMSCHIFF<br />
Seecorso 40<br />
9220 Velden am Wörthersee<br />
veldener-traumschiff.at<br />
»Schlosshotel<br />
Iglhauser« am See<br />
Das »Festspielhaus am See« bietet<br />
Festspielküche bis zwei Uhr früh! Im<br />
»Glaspalast am See« kann man in<br />
neuen Traumsuiten logieren, Feste<br />
feiern, Firmenevents veranstalten<br />
und die hervor ragende Küche genießen.<br />
Der »Iglhauser« verarbeitet<br />
aus schließ lich Naturprodukte: das<br />
Bes te aus Wald, Feld und Flur, aus<br />
den Stallungen des Nachbar bauern<br />
und aus dem hauseigenen Fischwasser.<br />
Das gewisse Bodenständige,<br />
Gemütliche und Leichtfüßige<br />
spiegelt sich auch in der Einrichtung<br />
der Zim mer und Suiten wider. Man<br />
lebt in dieser ehemaligen Schlossbrauerei<br />
zwischen massiven mittelalterlichen<br />
Mau ern, deren Bausubstanz<br />
noch von einem im Jahr 1200<br />
errichteten Fronhaus stammt.<br />
SCHLOSSHOTEL IGLHAUSER<br />
Schlossbergweg 4<br />
5163 Mattsee<br />
T: +43 6217 5205<br />
schlosshotel@iglhauser.at<br />
schlosshotel-igl.at<br />
ADVERTORIAL Foto: © Shutterstock; Beigestellt<br />
Ein Paradies für Seeliebhaber<br />
und Genussmensch<br />
In der »Seevilla« Wolfgangsee sorgen ein traumhafter<br />
Ausblick auf die Berge und den See, ein<br />
ausgiebiges Frühstück, das keinerlei Wünsche<br />
offenlässt, und feine Kulinarik im Restaurant<br />
»Ledererhaus« für eine entspannte Auszeit im<br />
Herzen des Salzkammerguts. Der ganzjährig auf<br />
circa 30 Grad beheizte Outdoor-Infinitypool, der<br />
Saunabereich mit direktem Seezugang und wohltuende<br />
Massagebehandlungen lassen Wellnessherzen<br />
höherschlagen. Für aktive Urlauber bietet<br />
das Salzkammergut die perfekten Bedingungen:<br />
Neben zahlreichen Möglichkeiten für traumhafte<br />
Wanderungen, Radtouren und Golfanlagen für den<br />
nächsten Abschlag befinden sich Kulturstädte wie<br />
Bad Ischl, Hallstatt und Salzburg nur unweit vom<br />
Hotel entfernt und warten nur darauf, entdeckt zu<br />
werden. Und als wäre das alles noch nicht genug,<br />
zeigt sich die »Seevilla« auch in Sachen Kulinarik<br />
von ihrer besten Seite. Dabei begeistert das Restaurant<br />
»Ledererhaus« nicht nur mit der Sonnenterrasse<br />
und dem Blick auf den Wolfgangsee,<br />
sondern auch mit eigener Showküche und neuem<br />
Weinhaus. Die Gäste erwarten kreative und regelmäßig<br />
neue Kompositionen in stilvoll-gemütlichem<br />
Ambiente. Dabei wird stets ein Augenmerk auf<br />
saisonale und regionale Produkte gelegt. Und das<br />
schmeckt man!<br />
Innovativ und authentisch, gemütlich und<br />
familiär: die »Seevilla« am Wolfgangsee.<br />
HOTEL SEEVILLA WOLFGANGSEE E.U.<br />
Markt 17<br />
5360 St. Wolfgang<br />
T: +43 6138 20055<br />
welcome@seevilla.co.at<br />
seevilla-wolfgangsee.at<br />
aug <strong>2022</strong> falstaff 259
GENUSS AM SEE<br />
»Zur blauen Gans«.<br />
»Strandbar«.<br />
Ein Tag am Wasser in der »Strandbar«<br />
und in der »Blauen Gans«<br />
Die »Strandbar« in Weiden ist mehr als nur eine Bar<br />
am See. Das Südufer einer Halbinsel im Seepark<br />
Weiden steht den Gästen der »Strandbar« exklusiv<br />
zur Verfügung. Chillen mit Blick auf den Hafen oder<br />
in den Nationalpark, baden in einer Lagune des<br />
Sees oder einfach nur mit Freunden bei Freunden<br />
abhängen. Die kleine, aber feine Speisekarte ist den<br />
Temperaturen angepasst, leichte Sommerküche mit<br />
internationaler Ausrichtung. Da finden sich diverse<br />
Salate, Sprotten oder etwa ein Surf-’n’-Pork-Spieß.<br />
Die Küche der »Blauen Gans« ist hingegen<br />
regional orientiert. Oliver Wiegand ist ein Meister der<br />
Kreativität. Da findet sich eine glacierte Welsleber<br />
mit Kräuterrisotto oder eine Buttermilch-Joghurt-<br />
Minze-Kaltschale. Oder wie wär es mit gebackenen<br />
Zanderflossen auf diversen Salaten?<br />
Man sitzt im schönen Gastgarten mit Blick auf den<br />
Weidener Yachthafen oder in einer der gemütlichen<br />
Stuben mit dem knarrenden alten Holzboden aus<br />
dem Palais Liechtenstein.<br />
Schöne Stunden bei netten Menschen in gemütlicher<br />
Atmosphäre bei gutem Essen und Trinken.<br />
So einfach ist das Leben.<br />
Öffnungszeiten:<br />
Restaurant Zur blauen Gans<br />
Do. u. Fr. 11:30–14 Uhr, 18–21 Uhr<br />
Sa. 12–21 Uhr durchgehend Küche<br />
So. 12–19 Uhr durchgehend Küche<br />
Öffnungszeiten:<br />
Strandbar<br />
Mi.–Fr. 12–22 Uhr<br />
Sa. 10–22 Uhr<br />
So. 10–20 Uhr<br />
ZUR BLAUEN GANS<br />
T: +43 2167 70000<br />
blaue-gans@seepark.at<br />
zurblauengans.at<br />
STRANDBAR<br />
T: +43 2167 7322136<br />
strandbar@seepark.at<br />
strandbar-weiden.at<br />
Wo die Liebe Urlaub<br />
macht!<br />
Traumhafte Ausblicke auf den<br />
Sonnenaufgang, wo sich die ersten<br />
Sonnenstrahlen im See spiegeln<br />
und die Umgebung in eine Traumlandschaft<br />
verzaubern, liebevoll und<br />
modern eingerichtete Zimmer mit<br />
dieser wunderbaren Aussicht, ein<br />
Wellnessbereich mit Indoor-Infinity-<br />
Panorama-Pool und großer Dachterrasse<br />
sowie köstliche und mit viel<br />
Liebe gekochte Kreationen, die man<br />
auf der Seeterrasse genießen kann …<br />
das sind nur ein paar Erlebnisse<br />
während eines Urlaubs im Adultsonly-Hotel<br />
»Seewirt Mattsee«!<br />
Der Ort Mattsee zählt mit seiner<br />
idyllischen Lage zwischen zwei<br />
Seen und nur wenige Kilometer<br />
von Salzburg entfernt für viele<br />
noch immer als Geheimtipp für<br />
erholsame Urlaubstage am See!<br />
SEEWIRT MATTSEE****<br />
KUSCHELHOTEL & SPA AM SEE<br />
Seestraße 4<br />
5163 Mattsee<br />
T: +43 6217 5271<br />
hotel@seewirt-mattsee.at<br />
seewirt-mattsee.at<br />
evenTZ by foodaffairs<br />
bei den Bregenzer<br />
Festspielen<br />
Seit einigen Jahren ist foodaffairs<br />
FEINE ESSKULTUR fester Bestandteil<br />
des Festspielhauses in Bregenz,<br />
worauf man einmal im Jahr ganz<br />
besonders blickt. Dann nämlich,<br />
wenn jeweils im Juli die alljährlichen<br />
Festspiele eröffnet werden. Für<br />
unser Team vor Ort ist es eine große<br />
Freude, kulturaffine Gäste mit allerfeinsten<br />
Gustostückerln kulinarisch<br />
zu verwöhnen, ob im »Gourmetzelt«<br />
direkt am Ufer des Bodensees oder<br />
im angrenzenden, ganzjährig geöffneten<br />
Restaurant »buehnedrei«<br />
im Festspielhaus. Dabei setzen wir<br />
auf Regionalität, Nachhaltigkeit und<br />
erstklassige Gastronomie.<br />
Wir freuen uns sehr, die Gäste<br />
vielleicht noch heuer, spätestens<br />
jedoch kommendes Jahr in Bregenz<br />
begrüßen zu dürfen.<br />
EVENTZ BY FOODAFFAIRS<br />
Platz der Wiener Symphoniker 1<br />
6900 Bregenz<br />
T: +43 5574 41380278<br />
kultur.kulinarium@food-affairs.at<br />
eventz.cc<br />
260<br />
falstaff aug <strong>2022</strong>
ADVERTORIAL Foto: © evenTZ by foodaffairs; Alex Lang; Beigestellt<br />
»Peter & Paul« –<br />
die Kunst der Begegnung!<br />
Der Name Peter, im lateinischen »der Fels«, steht<br />
für das traditionelle und geschichtsträchtige Hotel,<br />
während Paul, der jüngere Apostel, den innovativen<br />
und kreativen Stil in Führung und Gastronomie<br />
kennzeichnet. Gegensätze, die sich anziehen – das<br />
spürt man im ganzen Haus.<br />
Das »Hotel Peter« liegt im malerischen<br />
St. Wolfgang. Nach dem herzlichen »Griaß di«<br />
beginnt der Urlaub mit einem ersten Blick auf den<br />
See und einem Zauber, dem niemand widerstehen<br />
kann: klares, glitzerndes Wasser, in dem sich die<br />
Berge spiegeln. Ein unbeschreibliches Gefühl der<br />
Ruhe breitet sich aus. Einmal auf diesen besonderen<br />
Ort eingelassen, kann man sich ihm schwer<br />
entziehen. Seit 1882 schätzen die Gäste den<br />
traumhaften Seeblick von jedem der 22 Zimmer<br />
aus. Das kleine und feine Traditionshaus hat über<br />
die Jahre nicht nur den Namen, sondern auch<br />
seinen charmanten Salzkammergut-Stil erhalten.<br />
So ist auch die Renovierung der Seeterrasse<br />
wunderbar gelungen. Mit einem einzigartigen<br />
Weitblick über den Wolfgangsee und die Bergkulisse<br />
sowie einer entspannten und hochwertigen<br />
Form der Gastronomie steht einer Genusszeit im<br />
Wirtshaus und Restaurant »Paul der Wirt« nichts<br />
im Wege. Kulinarischer Genuss, edle Tropfen und<br />
prickelnde Drinks sind die Hauptprotagonisten,<br />
die Seeterrasse ihre<br />
Bühne. Eine moderne<br />
Wirtshausküche und<br />
ein herrlicher Platz an der<br />
Sonne, wo die Leidenschaft für<br />
eine zeitgemäß interpretierte Küche<br />
aus besten Bioprodukten der Region lodert.<br />
Inmitten des Salzkammerguts gelegen, ist<br />
das Hotel Ausgangspunkt für viele Ausflüge<br />
und Aktivitäten. Ganz egal ob kulturelle oder<br />
sportliche Pläne, ob man lieber am See entlangspaziert<br />
oder den ganzen Tag am Wasser<br />
verbringt. Fazit: Wer sich für<br />
einen Urlaub im »Hotel Peter«<br />
entscheidet, wählt qualitativ hochwertige<br />
Zeit. Ein einzigartiger Kraftplatz,<br />
an dem man sich wunderbar treiben und<br />
inspirieren lassen kann. »Peter & Paul« ist nicht<br />
nur ein Ort, »Peter & Paul« ist ein Gefühl.<br />
HOTEL PETER<br />
Markt 54, 5360 St. Wolfgang<br />
T: +43 6138 2304<br />
hotelpeter.at<br />
aug <strong>2022</strong> falstaff 261
eise / LONG WEEKEND – GENF<br />
BIENVENUE À.<br />
GENÈVE<br />
Mehr Städtereise-Tipps<br />
für lange Wochenenden<br />
go.falstaff.com/longweekend<br />
Foto: Shutterstock<br />
262 falstaff aug <strong>2022</strong>
In der multikulturellen Metropole der Westschweiz vereinen<br />
sich französisches Flair und Schweizer Bodenständigkeit.<br />
<strong>Falstaff</strong> nimmt Sie mit auf ein Wochenende voller Kulinarik<br />
und Kultur in der zweitgrößten Stadt der Schweiz.<br />
TEXT DOMINIK VOMBACH<br />
Mondän und dabei doch<br />
heimelig, weltoffen und<br />
urschweizerisch zugleich –<br />
Genf überzeugt mit seinem<br />
ganz speziellen Charme.<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
263
eise / LONG WEEKEND – GENF<br />
Die Kathedrale Saint-<br />
Pierre in der Altstadt<br />
gehört zu den echten<br />
Wahrzeichen der Stadt.<br />
FREITAG<br />
Ein einmaliger Ausblick<br />
über die Dächer von<br />
Genf, ein Spaziergang<br />
durch den Englischen<br />
Garten, erfrischendes<br />
Nass und kantonesische<br />
Sterneküche.<br />
W<br />
ohin Genf-Reisende auch blicken,<br />
Wasser ist nie weit entfernt.<br />
Die Rhone, die mitten<br />
durch die Stadt zieht, und natürlich der<br />
Genfersee beeinflussen das Leben maßgeblich.<br />
Auch unser Hotel, das »Beau Rivage«,<br />
eines der legendären Grandhotels, die sich<br />
am Quai du Mont-Blanc aneinanderreihen,<br />
liegt am Ufer des Genfersees. Es ist das<br />
älteste Hotel der Stadt, das sich immer noch<br />
in privater Hand befindet. Das Luxushaus<br />
wurde im Jahr 1865 von Jean-Jacques<br />
Mayer gegründet und wird heute von seinem<br />
Urenkel Jacques Mayer geleitet. Nachdem<br />
wir eingecheckt haben, machen wir uns zur<br />
gegenüberliegenden Seite des Sees auf,<br />
genauer zur Kathedrale Saint-Pierre. Der<br />
perfekte Ort, um sich einen Überblick über<br />
die zweitgrößte Stadt der Schweiz zu verschaffen.<br />
Wir nehmen die 157 Stufen hinauf<br />
zur Kirchturmspitze und werden mit einem<br />
einzigartigen Panoramablick auf die Stadt<br />
und den See belohnt. Nach dieser kurzen<br />
sportlichen Betätigung schlendern wir die<br />
Rue du Rhône entlang Richtung Wasser, wo<br />
sich eine Nobelboutique an die nächste<br />
Das »Le Tsé Fung« im Hotel<br />
»La Réserve« ist das einzige<br />
chinesische Restaurant der<br />
Schweiz mit Michelin-Stern.<br />
reiht. Unser Ziel: der Englische Garten. Im<br />
Jahr 1854 angelegt und seitdem stetig<br />
vergrößert, schmückt er das linke Ufer des<br />
Genfersees. Hier lässt sich zum einen das<br />
Nationaldenkmal bestaunen, das als Erinnerung<br />
an Genfs Betritt in den Schweizer<br />
Bund errichtet wurde, zum anderen eine<br />
weltweit einzigartige Blumenuhr, die<br />
aus 6500 Pflanzen besteht. Mitten im<br />
Englischen Garten fällt ein Pavillon mit<br />
Rundumverglasung und Terrasse auf: das<br />
»La Pointière«. Hier genießen wir bei bester<br />
Sicht aufs Wasser und die berühmte Fontäne<br />
»Jet d’eau« einen leichten Lunch. Mit<br />
einem der gelben Genfer Bootstaxis, auch<br />
Mouette (deutsch: Möwe) genannt, geht es<br />
anschließend wieder ans andere Ufer. Hier<br />
befindet sich am Quai du Mont-Blanc der<br />
Zugang zu »Les Bains des Pâquis«, einer<br />
Art öffentlichen Badeanstalt, in der sich<br />
»tout le monde« trifft, um im Wasser des<br />
Lac Léman zu baden oder ein Gläschen<br />
Wein zu genießen. Danach geht’s ins »Hotel<br />
d’Angleterre« zum klassischen Afternoon<br />
Tea, bevor wir uns gleich nebenan in<br />
unserem Hotel für den Abend chic machen.<br />
Den verbringen wir etwas außerhalb im<br />
Fünf-Sterne-Hotel »La Réserve«, wo wir<br />
das einzige chinesische Restaurant der<br />
Schweiz mit Stern besuchen. Chefkoch<br />
Frank Xu serviert im schönen »Le Tsé<br />
Fung« kantonesische Klassiker, die mit viel<br />
Feingefühl neu interpretiert werden. Xus<br />
Pekingente in zwei Gängen ist legendär. ><br />
Fotos: The Red Carnation Hotel Collection, Stone RF / Getty Images, beigestellt, Shutterstock, gauvin.pictures<br />
264 falstaff aug <strong>2022</strong>
Wie gemalt: Das Genfer Seebecken vom »Hotel<br />
d’Angleterre« aus gesehen (oben). Das Hotel<br />
»Beau Rivage« gleich nebenan gehört zu den<br />
luxuriösesten Häusern in Genf (unten).<br />
Der 1854 angelegte Englische<br />
Garten wurde immer wieder<br />
vergrößert. Er schmückt das linke<br />
Seeufer des Genfersees.<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
265
eise / LONG WEEKEND – GENF<br />
Das »Le Flacon« in Carouge ist seit 2013 mit einem Michelin-Stern<br />
ausgezeichnet (oben). Im »Fiskebar« (links) wird eine von<br />
Skandinavien inspirierte, moderne Küche serviert.<br />
SAMSTAG<br />
Im Hotel »The<br />
Woodward« hat der<br />
legendäre französische<br />
Koch Joël Robuchon<br />
letztes Jahr eine<br />
Dependance eröffnet.<br />
Südländischer Charme und hervorragende<br />
lokale Produkte im Städtchen Carouge, auf<br />
den Spuren der Zeitmesser und hochstehende<br />
Küche.<br />
Nach unserem Frühstück machen wir<br />
uns auf nach Carouge. Die Kleinstadt,<br />
die nur durch den Fluss Arve<br />
von Genf getrennt ist, wurde von italienischen<br />
Architekten entworfen und versprüht durchweg<br />
südländischen Charme. In den von<br />
neoklassizistischen Häusern und Innenhöfen<br />
gesäumten Straßen wirkt das Leben fast dörflich.<br />
Wir besuchen den Wochenmarkt, der hier<br />
immer donnerstags und samstags stattfindet,<br />
kosten uns durch die Stände der lokalen und<br />
französischen Produzenten und kaufen ein<br />
paar Mitbringsel für zu Hause ein. Nur wenige<br />
Minuten vom Marktplatz entfernt liegt die<br />
Pâtisserie Mr & Mrs Renou, unser nächster<br />
Halt. Geführt wird sie vom gebürtigen<br />
Franzosen Christophe Renou und seiner Frau<br />
Vanessa. Christophe Renou lernte sein Handwerk<br />
unter anderem bei der Schweizer Patisseriegröße<br />
Lucien Moutarlier in Chexbres<br />
und gehört der Vereinigung der »Meilleurs<br />
Ouvriers de France« an – den besten Handwerkern<br />
Frankreichs. Egal ob Mac’Sablés,<br />
Schokolade, Gebäck, alles in der schlicht<br />
de signten Konditorei sieht zum Anbeißen aus.<br />
Die Croissants von Mr & Mrs Renou zählen<br />
unter Einheimischen übrigens zu den besten<br />
überhaupt. Wir schlendern noch ein wenig<br />
durch die hübschen Straßen von Carouge –<br />
Schokoladenfans sei noch ein Stopp bei<br />
Martel Chocolatier empfohlen. Und dann geht<br />
es zurück nach Genf, wo wir uns ins noble<br />
Hotel »The Woodward« begeben. Seit letztem<br />
Jahr gibt es hier einen Ableger des legendären<br />
französischen Kochs Joël Robuchon. Im Genfer<br />
»L’Atelier Robuchon« wirkt Küchenchef<br />
Olivier Jean und legt eine umfangreiche Karte<br />
vor. Uns wird unter anderem Makrelentarte<br />
mit hauchdünnem Teigboden und wunderbar<br />
saftigem Belag serviert sowie ein kurz gebratenes<br />
Stück vom Rind mit Malabar-Pfeffer,<br />
Kohlrabi und dem legendären Robuchon-Erdäpfelpüree.<br />
Nach unserem Lunch, der durchweg<br />
von hoher Kochkunst gekennzeichnet<br />
war, machen wir uns auf zum Uhrenmuseum<br />
von Patek Philippe. Schließlich ist kaum eine<br />
andere Stadt mit der Herstellung hochwertiger<br />
Zeitmesser so stark verknüpft wie Genf.<br />
Das Museum vereint die wohl bedeutendsten<br />
und kostbarsten Uhrenkollektionen der Welt.<br />
Etwa 2500 Uhren, Automaten und Porträts in<br />
Miniaturmalerei entführen zu einer fantastischen<br />
Reise durch fünf Jahrhunderte Uhrmacherkunst<br />
aus Genf, der Schweiz und<br />
Europa. Den Apéro nehmen wir in der<br />
» Fiskebar«, einer nordischen Enklave im<br />
Genfer »Ritz-Carlton«, die feinstes Seafood<br />
und eine erlesene Auswahl an Weinen führt.<br />
Zum Dinner geht es dann zurück nach<br />
Carouge, ins »Le Flacon«. Ein bezauberndes<br />
Restaurant, das seit dem Jahr 2013 einen<br />
Stern innehat. Küchenchefin Lucrèce Lacchio<br />
verwöhnt uns mit raffinierten, wunderschön<br />
inszenierten Gerichten, in deren Zentrum frische,<br />
sorgfältig ausgewählte Produkte stehen.<br />
Zurück in Genf lassen wir den Abend im<br />
»Little Barrel« ausklingen. Eine Bar, in deren<br />
Logbuch sich nicht weniger als einhundert<br />
Rumsorten aus dreißig Ländern finden. ><br />
Fotos: The Woodward, beigestellt<br />
266 falstaff aug <strong>2022</strong>
eise / LONG WEEKEND – GENF<br />
Genf ist Museumsstadt:<br />
links das<br />
Musée d’art et<br />
d’histoire, unten das<br />
Mamco, das Museum<br />
für zeitgenössische<br />
Kunst.<br />
SONNTAG<br />
An unserem letzten Tag steht Kultur auf dem<br />
Programm: Es geht ins Mamco, das bedeutendste<br />
Museum für zeitgenössische Kunst in der<br />
Schweiz, und in das Musée d’art et d’histoire.<br />
Blick von der Rhone auf das Zentrum<br />
Genfs – der Genfersee im Hintergrund.<br />
Bevor wir uns heute gänzlich der<br />
Kultur verschreiben, genießen wir<br />
einen ausgiebigen Brunch im »Café<br />
du Centre«. Die traditionelle Brasserie zählt<br />
zu den schönsten der Stadt und ist vor allem<br />
für ihre herrliche Austerntheke bekannt. Wir<br />
tauchen in die Belle Époque ein und lassen<br />
uns von Meeresfrüchten, Eierspeisen, Pancakes<br />
und Feingebäck verführen. Nur zehn<br />
Minuten zu Fuß entfernt liegt das Musée<br />
d’art et d’histoire de Genève, dem wir<br />
anschließend einen Besuch abstatten. Das<br />
Museum, das 1910 seine Türen öffnete, ist<br />
eines der drei größten Museen der ganzen<br />
Schweiz. Schon die Fassade des von Marc<br />
Camoletti entworfenen Gebäudes ist eindrücklich.<br />
Geziert wird sie von Skulpturen<br />
des Bildhauers Paul Amlen. In der archäologischen<br />
Abteilung besichtigen wir Fundstücke<br />
aus der europäischen Vorgeschichte,<br />
dem antiken Ägypten, der Kerma-Kultur des<br />
Sudans sowie dem Römischen Reich. Die<br />
Kunstabteilung zeigt Gemälde vom Mittelalter<br />
bis zum 20. Jahrhundert mit Werken der<br />
italienischen, holländischen, französischen,<br />
englischen, Genfer und Schweizer Schulen.<br />
Darunter finden sich diverse Gemälde von<br />
Ferdinand Hodler, der zu den bekanntesten<br />
Schweizer Malern des 19. Jahrhunderts<br />
zählt. Zum Pflichtprogramm für Kunstliebhaber<br />
in Genf zählt außerdem das Musée<br />
d’art moderne et contemporain oder<br />
Mamco, wie es auch genannt wird – das<br />
größte und jüngste Museum für zeitgenössische<br />
Kunst in der Schweiz. Das weltweit<br />
anerkannte Museum ist in einer alten Industrieanlage<br />
untergebracht, in der früher technische<br />
Geräte produziert wurden. Wirklich<br />
jeder Winkel hier ist wie gemacht für die<br />
Präsentation der Werke. Dreimal jährlich<br />
und ohne klassische Trennung von Dauerund<br />
Wechselausstellung wird die Ausstellung<br />
komplett neu gestaltet. Zum Bestand des<br />
Mamco zählen Arbeiten von Christo, Martin<br />
Kippenberger, Jenny Holzer, Sylvie Fleury<br />
und vielen anderen. Dreimal im Jahr findet<br />
hier die »Nuit des Bains« statt, bei der sich<br />
das gesamte Quartier in eine einzige große<br />
Galerie verwandelt. Wir haben Glück, denn<br />
es ist der erste Sonntag im Monat. Dann<br />
ist der Eintritt ins Museum kostenlos und<br />
wir kommen zudem in den Genuss einer<br />
geführten Tour. Ein gelungener Abschluss<br />
unseres Wochenendes in der kleinen, feinen<br />
Schweizer Metropole mit internationalem<br />
Flair, die uns mit kulinarischen Highlights,<br />
Kultur und »Savoir-vivre« verwöhnt hat.<br />
><br />
Fotos: godongphoto / Depositphotos, Annik Wetter / MAMCO, Shutterstock<br />
268 falstaff aug <strong>2022</strong>
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eise / LONG WEEKEND – GENF<br />
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ADRESSEN<br />
HOTELS<br />
HOTEL BEAU RIVAGE GENÈVE***** (1)<br />
Das historische Hotel wurde 1865 eröffnet.<br />
Einer der distinguiertesten Plätze der Schweiz.<br />
DZ ab ca. € 650,–<br />
Quai du Mont-Blanc 13, 1201 Genf<br />
T: +41 22 7166666, beau-rivage.ch<br />
HOTEL D’ANGLETERRE***** (2)<br />
Eines der besten Fünf-Sterne-Hotels der Welt.<br />
Berühmt für den stilvollen Afternoon Tea.<br />
DZ ab ca. € 800,–<br />
Quai du Mont-Blanc 17, 1201 Genf<br />
T: +41 22 9065522, hoteldangleterre.ch<br />
N’VY MANOTEL**** (3)<br />
Urbanes Designhotel, das nur 300 Meter vom Ufer<br />
des Genfersees liegt. DZ ab ca. € 186,–<br />
Rue de Richemont 18, 1202 Genf<br />
T: +41 22 5446666, manotel.com<br />
RESTAURANTS<br />
LA POTINIÈRE (1)<br />
Rundum verglaster Pavillon im Englischen<br />
Garten mit bester Sicht auf den Genfersee.<br />
Promenade du Lac 2, 1204 Genf<br />
T: +41 22 3102828<br />
lapotinieregeneve.com<br />
LE TSÉ FUNG (2)<br />
Einziges chinesisches Restaurant in der Schweiz<br />
mit einem Stern. Die Pekingente ist legendär.<br />
Route de Lausanne 301, 1293 Bellevue<br />
T: +41 22 9595888, lareserve.ch<br />
LE FLACON (3)<br />
Mit einem Stern gekürtes Bistronomie-Restaurant<br />
im Herzen der Altstadt von Carouge. Entspannte,<br />
warme Atmosphäre und farbenfrohe, geschmackvolle<br />
Gerichte.<br />
Rue Vautier 45, 1227 Carouge<br />
T: +41 22 3421520, leflacon.ch<br />
BOMBAR (4)<br />
Vor allem in naturweinaffinen Kreisen genießt das<br />
moderne Bistro einen guten Ruf. Die Weinkarte ist<br />
entsprechend gut bestückt, die Küche produkteorientiert<br />
und köstlich.<br />
Place des Augustins 3, 1205 Genf<br />
T: +41 22 3299111, bombar.ch<br />
FISKEBAR (5)<br />
Das moderne Restaurant im »Ritz-Carlton«<br />
verwöhnt die Gaumen mit moderner nordischer<br />
Küche, die hauptsächlich auf Meeresfrüchten<br />
basiert.<br />
Quai du Mont-Blanc 11, 1201 Genf<br />
T: +41 22 9096071, geneva-fiskebar.com<br />
DOMAINE DE CHÂTEAUVIEUX (6)<br />
Philippe Chevriers Küche ist immer einen Abstecher<br />
nach Satigny wert. Eine der besten Adressen<br />
der Schweiz, mit bezaubernden Zimmern zur<br />
Übernachtung.<br />
Chemin de Châteauvieux, Peney-Dessus 16,<br />
1242 Satigny<br />
T: +41 22 7531511, chateauvieux.ch<br />
L’ATELIER ROBUCHON (7)<br />
Genfer Ableger des legendären Kochs Joël<br />
Robuchon im Hotel »The Woodward«. Hier trifft<br />
Weltläufigkeit auf hohe Kochkunst.<br />
Quai Wilson 37, 1201 Genf<br />
T: +41 22 9013770, oetkercollection.com<br />
CAFÉ DU CENTRE (8)<br />
Eine der schönsten Brasserien der Stadt, die auf<br />
dem berühmten Place du Molard liegt. Vor allem<br />
die herrliche Austerntheke ist legendär. Hier taucht<br />
man in die Belle Époque ein.<br />
Place du Molard 5, 1204 Genf<br />
T: +41 22 3118586, cafeducentre.ch<br />
GENUSS<br />
MR & MRS RENOU (1)<br />
Einheimische besuchen Christophe Renous Laden<br />
in Carouge nicht nur wegen der süßen Köstlichkeiten,<br />
sondern auch wegen der Croissants.<br />
Rue Saint-Joseph 39, 1227 Carouge<br />
T: +41 22 3475003<br />
patisserie-renou.ch<br />
MARTEL CHOCOLATIER (2)<br />
Die Chocolaterie besitzt nicht nur in Genf, sondern<br />
weltweit einen hervorragenden Ruf. Ein perfekter<br />
Zwischenstopp für Schokoliebhaber.<br />
Rue du Marché 8, 1227 Carouge<br />
T: +41 22 3420045, martel-chocolatier.ch<br />
BARS<br />
L’ALAMBIC (1)<br />
Bar im Stil der Prohibitionsjahre mit intimer, auch<br />
herzlicher Atmosphäre. Die Cocktailkreationen sind<br />
finessenreich und die Gin-Tonic-Kombinationen<br />
mehr als raffiniert.<br />
Rue des Alpes 7, Sq. du Mont-Blanc, 1201 Genf<br />
T: +41 22 5758707<br />
LITTLE BARREL (2)<br />
Rund 100 Rums aus 30 Ländern stehen im Logbuch<br />
der Bar und werden als Cocktail oder pur serviert.<br />
Rue du Lac 15, 1207 Genf<br />
T: +41 22 7007340, littlebarrel.ch<br />
SEHENSWERT<br />
MAMCO (1)<br />
Das größte Museum für moderne Kunst der Schweiz<br />
residiert in einer ehemaligen Industrieanlage.<br />
Rue des Vieux-Grenadiers 10, 1205 Genf<br />
T: +41 22 3206122, mamco.ch<br />
PATEK PHILIPPE MUSEUM (2)<br />
Das Museum lädt zu einer fantastischen Reise<br />
durch fünf Jahrhunderte Uhrmacherkunst aus<br />
Genf, der Schweiz und Europa.<br />
Rue des Vieux-Grenadiers 7, 1205 Genf<br />
T: +41 22 7073010, patek.com<br />
MUSÉES D’ART ET D’HISTOIRE DE GENÈVE (3)<br />
Das Museum für Kunst und Geschichte gehört zu<br />
den größten Museen der Schweiz. Die Sammlung<br />
umfasst rund 650.000 Objekte aus den Bereichen<br />
Archäologie und Kunst.<br />
Rue Charles-Galland 2, 1206 Genf<br />
T: +41 22 4182600, institutions.ville-geneve.ch<br />
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Karte: Stefanie Hilgarth / carolineseidler.com<br />
270 falstaff aug <strong>2022</strong>
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tasting / GRÜNER VELTLINER GRAND PRIX <strong>2022</strong><br />
Blick über die Weingärten unterhalb der<br />
Hollenburger Wetterkreuzkirchen am<br />
rechten Donauufer bei Krems mit<br />
Stift Göttweig im Hintergrund.<br />
Alle Verkostungsnotizen<br />
online unter<br />
go.falstaff.com/tasting-gruenerveltliner-grand-prix-<strong>2022</strong><br />
WÜRZIGE<br />
FRISCHE<br />
Foto: beigestellt<br />
272 falstaff aug <strong>2022</strong>
Für die traditionsreiche <strong>Falstaff</strong> Grüne Veltliner Trophy wurden auch heuer wieder die<br />
klassischen Sortenvertreter aus Niederösterreich kritisch betrachtet. Der Jahrgang 2021<br />
brachte eine Vielzahl von exzellenten Weinen und würdige Sieger hervor.<br />
TEXT & NOTIZEN VON PETER MOSER<br />
Die sehr zahlreichen Besucher<br />
der <strong>Falstaff</strong> Veltliner Gala, die<br />
erstmals nach zwei Covidbedingten<br />
Absagen wieder im<br />
Palais Ferstel in Wien über die<br />
Bühne gehen konnte, waren von der gebotenen<br />
Qualität unisono begeistert. Rund<br />
siebenhundert Weinfreunde waren trotz der<br />
enormen Hitze von über 35°C im Schatten<br />
gekommen, um in den temperierten Räumen<br />
der heimischen Nationalsorte die Ehre<br />
zu erweisen. Punkt 17:30 Uhr wurden dann<br />
die diesjährigen Sieger auf die Bühne gebe-<br />
ten und durften die Ehrenurkunden aus den<br />
Händen der Repräsentanten der langjährigen<br />
Kooperationspartner »Die Niederösterreichische<br />
Versicherung«, vertreten durch<br />
Generaldirektor Mag. Stefan Jauk, und die<br />
»Niederösterreichische Landwirtschaftskammer«<br />
durch NÖ Weinbaupräsidenten<br />
Reinhard Zöchmann entgegennehmen. Der<br />
dritte Rang ging diesmal an Winzerin<br />
Ingrid Groiss aus Breitenwaida im Weinviertel,<br />
die mit dem Weinviertel DAC Ortswein<br />
Braitenpuechtorff erfolgreich war. Der<br />
zweite Rang ging an das Weingut Meinhard<br />
Forstreiter aus Hollenburg im Kremstal für<br />
den Kremstal DAC Ried Kogl. Den Trophy-<br />
Sieg holte das Weingut Josef Edlinger aus<br />
Furth-Palt im Kremstal, der siegreiche Ortswein<br />
allerdings stammt aus Mautern in der<br />
Wachau, trägt den Namen »Mitanaund«<br />
und wurde mit stattlichen 94 Punkten ausgezeichnet.<br />
Wie hoch die Qualität im letzten<br />
Finalstechen war, beweist die Tatsache,<br />
dass noch neben Zweit- und Drittplatzierten<br />
weitere fünf Weine mit tollen 93 Punkten<br />
bewertet wurden. Es lohnt sich also,<br />
sich um diese Veltliner zu bemühen.<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
273
tasting / GRÜNER VELTLINER GRAND PRIX <strong>2022</strong><br />
94<br />
LEGENDE<br />
Weißwein, trocken<br />
•<br />
Rotwein, trocken<br />
• Süßwein<br />
95 – 100 Klassiker<br />
93 – 94 ausgezeichnet<br />
91 – 92 exzellent<br />
88 – 90 sehr gut<br />
85 – 87 empfehlenswert<br />
DIAM<br />
DV<br />
PK<br />
KK<br />
NK<br />
VL<br />
Verschluss aus<br />
gepresstem<br />
Korkgranulat<br />
Drehverschluss<br />
Presskorken<br />
Kunststoffkork<br />
Naturkork<br />
Vinolok<br />
zertifiziert nachhaltig<br />
(<strong>Österreich</strong>)<br />
1. Platz<br />
•<br />
Grüner Veltliner Wachau DAC<br />
Mautern »Mitanaund« 2021<br />
Weingut Josef Edlinger, Furth/Palt<br />
12,5 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Zart nach Wiesenkräutern und weißem<br />
Apfel, Nuancen von Honigmelone und<br />
Orangenzesten unterlegt. Saftig, mittlere<br />
Komplexität, frisches Kernobst, lebendiger<br />
Säurebogen, salzig im Abgang, ein vielseitiger<br />
Speisenbegleiter.<br />
edlingerwein.at, € 7,50<br />
93<br />
2. Platz<br />
•<br />
Grüner Veltliner Kremstal DAC<br />
Krems Ried Kogl 2021, Weingut Meinhard<br />
Forstreiter, Krems-Hollenburg<br />
12,5 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Zart floral unterlegte weiße Kernobstnuancen,<br />
ein Hauch von Limetten und Mandarinenzesten.<br />
Saftig, elegant, feine<br />
Fruchtsüße, finessenreich strukturiert,<br />
salziger Nachhall, macht Lust auf ein zweites<br />
Glas. forstreiter.at, € 8,50<br />
3. Platz<br />
•<br />
Grüner Veltliner Weinviertel DAC<br />
Braitenpuechtorff 2021<br />
Weingut Ingrid Groiss, Breitenwaida<br />
12,5 Vol.-%, Helles Grüngelb, Silberreflexe.<br />
Einladender Duft nach gelbem Apfel und<br />
frischen Wiesenkräutern, zart nach Grapefruit.<br />
Saftig, engmaschig, weißes Kernobst<br />
im Abgang, würziger Nachhall, bleibt gut<br />
haften, guter Speisenbegleiter.<br />
ingrid-groiss.at, € 12,90<br />
•<br />
BIO Grüner Veltliner Wagram DAC<br />
Wagramer Selektion 2021<br />
BIO Weingut Urbanihof – Familie<br />
Paschinger, Fels am Wagram<br />
13 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Mit frischen Mandarinenzesten unterlegt,<br />
gelbe Apfelfrucht, etwas Mango, Orangen<br />
im Hintergrund. Straff, engmaschig,<br />
weißes Kernobst, lebendige Säurestruktur,<br />
feine Fruchtsüße im Nachhall, bereits gut<br />
antrinkbar. urbanihof.at, € 11,–<br />
•<br />
Grüner Veltliner Kremstal DAC<br />
Krems Sandgrube 2021<br />
Weingut Aigner, Krems<br />
12,5 Vol.-%, Helles Grüngelb, Silberreflexe.<br />
Zart kräuterwürzig unterlegte Nuancen<br />
von Ananas und Mango, feine tabakige Noten.<br />
Saftig, elegant, reife gelbe Frucht, feiner<br />
Säurebogen, harmonisch, mineralisch<br />
im Nachhall, ein vielseitiger Speisenwein.<br />
aigner-wein.at, € 9,–<br />
•<br />
Grüner Veltliner Wachau DAC<br />
Joching Ried Pichl Point Federspiel<br />
2021, Weingut Schmelz, Joching<br />
12,5 Vol.-%, Helles Gelbgrün, silberfarbene<br />
Reflexe. Zart nach Anis und Kräutern,<br />
gelbe Apfelfrucht, etwas Mango, feinwürziges<br />
Bukett, tabakiger Touch. Komplex, saftig,<br />
reifer Apfel, feiner Säurebogen, etwas<br />
opulenterer Stil, süße Frucht im Nachhall,<br />
ein stoffiger Begleiter bei Tisch.<br />
schmelzweine.at, € 10,10<br />
•<br />
Grüner Veltliner Ried Loibenberg<br />
Federspiel 2021<br />
Domäne Wachau, Dürnstein<br />
12,5 Vol.-%, Helles Grüngelb, silberfarbene<br />
Reflexe. Dezente Fruchtnuancen sind mit<br />
Blütenhonig unterlegt, etwas nach Ananas<br />
und Honigmelone, feiner Kräutertouch<br />
klingt an. Straff, elegant, facettenreiche<br />
Säurestruktur, mineralisch, feine Apfelfrucht,<br />
trinkanimierendes Finish, sicherer<br />
Speisenbegleiter.<br />
domaene-wachau.at, € 12,50<br />
•<br />
Grüner Veltliner Wachau DAC<br />
Federspiel Peunt 2021<br />
Weingut Johann Donabaum,<br />
Spitz an der Donau<br />
12,5 Vol.-%, Mittleres Grüngelb, silberfarbene<br />
Reflexe. Frische Wiesenkräuter, feine<br />
gelbe Tropenfrucht, etwas Papaya und<br />
Mango, ein Hauch von Orangenzesten, tabakige<br />
Würze. Saftig und mit guter Komplexität<br />
ausgestattet, frische Honigmelone,<br />
mineralisch, zitronig-salzig im Abgang,<br />
gutes Entwicklungspotenzial.<br />
weingut-donabaum.at, € 13,–<br />
92<br />
•<br />
Grüner Veltliner Der Röschitzer 2021<br />
Weingut Schneider, Röschitz<br />
12,9 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Feine Wiesenkräuter, frisches Kernobst,<br />
einladendes florales Bukett, ein Hauch von<br />
Mandarinen unterlegt. Saftig, harmonisch,<br />
zart nach Honigmelone, balanciertes Säurespiel,<br />
fruchtige Süße, gut anhaftend,<br />
vielseitig einsetzbar.<br />
weingutschneider.at<br />
€ 6,50<br />
•<br />
Grüner Veltliner Weinviertel DAC<br />
2021, Weingut Epp, Waidendorf<br />
12,3 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Floral, weißer Apfel, ein Hauch von<br />
frischen Orangenzesten, mineralisch<br />
unterlegt. Mittlere Komplexität, frischer<br />
Säurebogen, Limetten, salziger Touch, ein<br />
vielseitiger Speisenbegleiter, verfügt über<br />
gute Länge.<br />
weingut-epp.at, € 6,50<br />
•<br />
Grüner Veltliner Weinviertel DAC<br />
Maissau 2021, Buschenschank Familie<br />
Humer, Maissau<br />
12,8 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Tabakige Nuancen, etwas Wiesenkräuter,<br />
Anklänge von Mango, Limettenzesten im<br />
Hintergrund. Saftig, feine Fruchtsüße,<br />
lebendig strukturiert, bleibt gut haften, ein<br />
facettenreicher Speisenbegleiter.<br />
humerwein.at, € 6,70<br />
•<br />
Grüner Veltliner Weinviertel DAC<br />
Ried Alte Geringen 2021<br />
Weingut Kalser, Poysdorf<br />
12,7 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Frische Wiesenkräuter, Mango, Mandarinenzesten,<br />
einladende Birnenfrucht unterlegt.<br />
Komplex, straff, weißer Apfel, frischer<br />
Säurebogen, mineralisch-zitroniger Touch<br />
im Abgang, gutes Reifepotenzial.<br />
weingut-kalser.com, € 6,70<br />
•<br />
Grüner Veltliner Ried Galgenberg<br />
Exklusiv 2021<br />
Weingut Blaha, Röschitz<br />
12,8 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Zarte Kernobstnuancen, feiner Blütenhonig,<br />
ein Hauch von Mandarinenzesten.<br />
Schlank, saftiger grüner Apfel, dezente<br />
Mineralität, zitroniger Touch, bietet, facettenreiches<br />
und unkompliziertes Trinkvergnügen.<br />
weingut-blaha.at, € 6,80<br />
•<br />
Grüner Veltliner Hummlisch 2021<br />
Weingut Kurt und Beatrix Hummel,<br />
Niederschleinz<br />
12,2 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Zart nach Golden Delicious-Apfel, frische<br />
Orangenzesten, ein Hauch von Blütenhonig.<br />
Straff, lebendig, feine weiße Kernobstnuancen,<br />
frischer Säurebogen, mineralisch<br />
und anhaftend, ein leichtfüßiger Speisenbegleiter.<br />
hummel-kurt.at, € 6,80<br />
•<br />
Grüner Veltliner Kremstal DAC Ried<br />
Gernlissen 2021<br />
Weingut Eder, Gedersdorf<br />
13 Vol.-%, Mittleres Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Zart nach Mango und Marille, ein Hauch<br />
von Wiesenkräutern und Honigmelone,<br />
kandierte Orangenzesten unterlegt. Mittlere<br />
Komplexität, weiße Apfelfrucht, frisch<br />
strukturiert, Limettentouch im Abgang,<br />
bleibt gut haften, verfügt über Reifepotenzial.<br />
weinguteder.at, € 8,10<br />
•<br />
Grüner Veltliner Kamptal DAC<br />
Ried Hasel 2021, Weingut Eichinger,<br />
Fotos: Peter Moser<br />
274 falstaff aug <strong>2022</strong>
Straß im Straßertale<br />
12,5 Vol.-%, Leuchtendes Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Feine Wiesenkräuter, ein Hauch<br />
von Maracuja, zart nach Papaya, etwas<br />
nach Bergamotte, einladendes Bukett.<br />
Mittlere Komplexität, saftig, straff, feine<br />
Säurestruktur, mineralisch, Mangonoten<br />
im Abgang, extraktsüß im Nachhall, guter<br />
Speisenbegleiter.<br />
weingut-eichinger.at, € 8,50<br />
•<br />
Grüner Veltliner Ried Galgenberg<br />
2021, Weingut Gschweicher, Röschitz<br />
13 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Zart nach gelbem Apfel und Kardamom,<br />
etwas nach Orangen, Wiesenkräuter<br />
klingen an. Saftig, elegant, feine Struktur,<br />
gelbe Fruchtnoten im Abgang, guter<br />
Speisenbegleiter. gschweicher.at, € 8,50<br />
•<br />
Grüner Veltliner Kremstal DAC Ried<br />
Frauengrund 2021<br />
Winzerhof Familie Dockner, Höbenbach<br />
12,8 Vol.-%, Helles Grüngelb, Silberreflexe.<br />
Florale Nuancen, ein Hauch von Limettenzesten,<br />
weißer Apfel, mineralischer Touch,<br />
Noten von Blütenhonig. Saftig, feine fruchtige<br />
Süße, finessenreiche Säurestruktur,<br />
zarte Nuancen von Birne und Honig im<br />
Nachhall, zitroniger Touch, gute Länge,<br />
verfügt über Reifepotenzial.<br />
dockner.at, € 9,–<br />
•<br />
Grüner Veltliner Kremstal DAC<br />
Ried Neuberg 2021<br />
Weingut Müller, Krustetten<br />
13 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Zarte gelbe Tropenfrucht, ein Hauch von<br />
Marille, kandierte Mandarinenzesten. Saftig,<br />
elegant, weißer Apfel, zarte Fruchtsüße,<br />
finessenreich und anhaftend, ein<br />
facettenreicher Speisenwein, verfügt über<br />
Reifepotenzial.<br />
weingutmueller.at, € 9,–<br />
•<br />
Grüner Veltliner Traisental DAC<br />
Classic 2021<br />
Winzerhof Erber, Oberwölbling<br />
12,5 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Zart blumig, weiße Blüten, zarte Nuancen<br />
von Apfel, etwas Blütenhonig. Mittlere<br />
Komplexität, weißes Kernobst, feine Säurestruktur,<br />
mineralisch-zitronig im Nachhall,<br />
bleibt gut haften, vielseitig einsetzbar.<br />
erber-wein.at, € 9,–<br />
•<br />
Grüner Veltliner Wachau DAC Ried<br />
Setzberg Federspiel 2021<br />
Weingut Roman Gritsch,<br />
Spitz an der Donau<br />
12,5 Vol.-%, Helles Gelbgrün, silberfarbene<br />
Reflexe. Einladender Duft nach gelbem<br />
Apfel, unterlegt mit Kardamom, zart nach<br />
Drachenfrucht. Saftig, elegant, feine<br />
Säurestruktur, mineralisch-salzig, Mangonoten,<br />
bereits gut antrinkbar, guter<br />
Speisenbegleiter. romangritsch.at, € 9,–<br />
•<br />
Grüner Veltliner Weinviertel DAC<br />
Ried Galgenberg 2021<br />
Weinhof Hannes Edlinger, Röschitz<br />
13 Vol.-%, Leuchtendes Gelbgrün, silberfarbene<br />
Reflexe. Einladender Duft nach<br />
gelber Tropenfrucht, zart nach Papaya,<br />
etwas Ananas, kandierte Clementinen,<br />
floraler Touch. Saftig, straff, feine, balancierte<br />
Säurestruktur, Weingartenpfirsich,<br />
unterlegt mit dunkler Mineralik, vielschichtige<br />
Länge, gutes Potenzial.<br />
edlinger-wein.at, € 9,–<br />
•<br />
Grüner Veltliner Kremstal DAC<br />
Pfarrweingarten 2021<br />
Weingut Josef Schmid, Stratzing<br />
12,5 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Zart nach Anis und Kräuterwürze, Grapefruitzesten,<br />
weißes Kernobst, mineralischer<br />
Touch. Mittlerer Körper, frischer<br />
Apfel, lebendig strukturiert, mineralischzitronig,<br />
ein vielseitiger Speisenbegleiter.<br />
j-schmid.at, € 9,20<br />
•<br />
Grüner Veltliner Wachau DAC Ried<br />
Frauenweingärten 2021<br />
Weingut Heinz und Adrienne Sigl,<br />
Rossatz<br />
12,5 Vol.-%, Mittleres Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Zart nach Ananas und Blütenhonig, ein<br />
Hauch von kandierten Orangenzesten,<br />
einladendes Bukett. Saftig, elegant, feine,<br />
gut integrierte Fruchtsüße, zart nach<br />
Pfirsich und Melone, frisch, mineralisch<br />
und bereits gut antrinkbar.<br />
weingut-sigl.at, € 10,–<br />
•<br />
Grüner Veltliner Wagram DAC Ried<br />
Schlossberg 2021, Weingut Ecker –<br />
Eckhof, Kirchberg am Wagram<br />
12,5 Vol.-%, Mittleres Grüngelb, silberfarbene<br />
Reflexe. Reife Tropenfrucht, etwas nach<br />
Kräutern, Blütenhonig, Papaya und Orangenzesten.<br />
Saftig, straff, elegant, lebendige<br />
Säurestruktur, leichtfüßig, feinwürzig,<br />
mineralischer Abgang, Apfelfrucht im<br />
Nachhall, guter Speisenbegleiter.<br />
eckhof.at, € 10,–<br />
•<br />
Grüner Veltliner Weinviertel DAC<br />
Nussberg 2021<br />
Weingut Wolfgang Seher, Platt<br />
13 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Gelbes Kernobst, zart nach Kräutern,<br />
Limettenzesten, Maracuja, ein Hauch von<br />
Guaven. Saftig, straff, feine Säurestruktur,<br />
mineralisch-salzig, feine Tabakwürze im<br />
Abgang, Apfelfrucht im Nachhall, bereits<br />
gut antrinkbar. weingutseher.at, € 10,–<br />
•<br />
Grüner Veltliner Ried Hengsberg<br />
2021, Weingut Stift Klosterneuburg,<br />
Klosterneuburg<br />
13 Vol.-%, Helles Grüngelb, silberfarbene<br />
Reflexe. Zart nach Kräutern, etwas nach<br />
Blütenhonig, reife Tropenfrucht, kandierte<br />
Orangenschalen. Saftig, elegant, gut<br />
eingebundene Säurestruktur, mineralisch,<br />
feinwürzig, zart nach Mango im Abgang,<br />
Birne im Nachhall, guter Speisenbegleiter.<br />
stift-klosterneuburg.at, € 10,90<br />
•<br />
Grüner Veltliner Wachau DAC Ried<br />
Frauenweingärten Federspiel 2021<br />
Weingut Georg Frischengruber, Rossatz<br />
12,5 Vol.-%, Mittleres Gelbgrün, Apero.<br />
Feiner Blütenhonig unterlegt reife Mango<br />
und Honigmelone, ein Hauch von Melisse,<br />
zart nach Orangenzesten. Saftig, elegant,<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
275<br />
BESTE LAGEN –<br />
NACHHALTIG – VEGAN<br />
Erstklassige<br />
Grüne Veltliner<br />
und Rieslinge<br />
mit Herkunft!<br />
Die Löss- und Rollschotterböden<br />
des südlichen Kamptales<br />
prägen die Weine des Weingutes<br />
auf eindrucksvolle Art.<br />
Weingut Schmid<br />
Schloss Straße 56, A-3550 Gobelsburg<br />
WWW.SCHMIDWEIN.AT
tasting / GRÜNER VELTLINER GRAND PRIX <strong>2022</strong><br />
integrierter Säurebogen, mineralisch, Golden<br />
Delicious im Abgang, guter Speisenbegleiter.<br />
frischengruber.at, € 11,–<br />
•<br />
Grüner Veltliner Kremstal DAC<br />
Rohrendorf Kaiserstiege 2021<br />
Weingut Hermann Moser, Rohrendorf<br />
12,5 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Ein Hauch von Anis und Ananas, feiner Blütenhonig,<br />
kandierte Orangenzesten unterlegt.<br />
Komplex, frischer Apfel, feine fruchtige<br />
Süße, angenehme Säurestruktur, bleibt<br />
haften, gutes Entwicklungspotenzial.<br />
moser-hermann.at, € 11,50<br />
•<br />
Grüner Veltliner Kremstal DAC<br />
Kaiserstiege 2021<br />
Weingut Josef & Philipp Bründlmayer,<br />
Grunddorf<br />
13 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Zart nach frischer Birne, ein Hauch von<br />
Mango, feine Kräuterwürze, ein Hauch von<br />
Biskuit, Orangenzesten. Saftig, elegant, frischer<br />
Apfel, feine Säurestruktur, mineralisch,<br />
bleibt hängen, gutes Reifepotenzial,<br />
feinwürziger Nachhall.<br />
philipp-bruendlmayer.at, € 12,–<br />
•<br />
BIO Grüner Veltliner Traisental<br />
DAC Nussdorf Obere Steigen 2021<br />
Weingut Markus Huber, Reichersdorf<br />
12,5 Vol.-%, Helles Gelbgrün, silberfarbene<br />
Reflexe. Zarte gelbe Apfelfrucht, etwas<br />
Ananas und Mango, frische Wiesenkräuter,<br />
einladendes Bukett. Mittlerer Körper, feine<br />
Kernobstnuancen, frischer Säurebogen, lebendig<br />
und gut anhaftend, ein vielseitiger<br />
Speisenbegleiter.<br />
weingut-huber.at, € 12,–<br />
•<br />
BIO Grüner Veltliner Kamptal<br />
DAC Langenlois Ried Berg Vogelsang<br />
2021, Weingut Bründlmayer,<br />
Langenlois<br />
12,5 Vol.-%, Helles Grüngelb, Silberreflexe.<br />
Dunkle Mineralik, etwas nach Maracuja, ein<br />
Hauch von Kräutern, zart nach Blütenhonig,<br />
Orangenblüten klingen an. Saftig,<br />
straff, engmaschig, extraktsüß nach Apfel,<br />
frisch und mineralisch-salzig, würziger<br />
Nachhall, ein leichtfüßiger Speisenbegleiter.<br />
bruendlmayer.at, € 14,90<br />
•<br />
Grüner Veltliner Kremstal DAC Ried<br />
Schnabel 2021<br />
Weingut Felsner, Grunddorf<br />
13 Vol.-%, Mittleres Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Feine Wiesenkräuter, gelbe Apfelfrucht,<br />
ein Hauch von Gewürzen, etwas nach<br />
Orangenschalen. Saftig, elegant, facettenreiche<br />
Säurestruktur, kraftvoll, Kernobstnoten<br />
im Abgang, fruchtsüßer Nachhall,<br />
guter Speisenbegleiter.<br />
weingut-felsner.at, € 15,90<br />
•<br />
Grüner Veltliner Kremstal DAC<br />
Wieden 2021, Weingut Salomon<br />
Undhof, Stein an der Donau<br />
12,9 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Zarte Gewürznuancen, ein Hauch von Anis,<br />
gelbes Kernobst, frische Wiesenkräuter.<br />
Mittlere Komplexität, elegant, schlanke<br />
Textur, weißer Apfel, frische Struktur,<br />
mineralisch-salzig im Abgang, verfügt über<br />
Entwicklungspotenzial.<br />
salomonwein.at, € 15,95<br />
91<br />
•<br />
Grüner Veltliner 2021<br />
Weingut Berger, Röschitz<br />
12,6 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Frischer weißer Apfel, Limettenzesten, tabakige<br />
Nuancen, leichtfüßig, dabei kernig<br />
und frisch, lebendig strukturiert, weißes<br />
Kernobst, zitroniger Touch im Nachhall.<br />
bergerwein.at, € 4,90<br />
•<br />
Grüner Veltliner Ried Reipersberg<br />
2021, Weingut Daffert, Roggendorf<br />
12,2 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Zart nach Wiesenkräutern, weißer Apfel,<br />
floraler Touch, Limettenzesten. Mittlerer<br />
Körper, weißer Apfel, feine Säurestruktur,<br />
zitroniger Touch, mineralisch-salziger<br />
Nachhall, gutes Reifepotenzial.<br />
winzerhof-daffert.com, € 6,40<br />
•<br />
Grüner Veltliner Wagram DAC<br />
Sandstein 2021<br />
Weingut Josef Fritz, Zaußenberg<br />
12,8 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Mit Zitruszesten unterlegte weiße Kernobstnuancen,<br />
ein Hauch von Mandarinen<br />
und Wiesenkräutern im Hintergrund.<br />
Saftig, gelber Apfel, frischer Säurebogen,<br />
zarte Fruchtsüße, mineralisch und gut<br />
anhaftend. weingut-fritz.at, € 6,50<br />
•<br />
Grüner Veltliner Weinviertel DAC<br />
Classic 2021, Weingut Humer, Hohenwarth-Mühlbach<br />
am Manhartsberg<br />
12,5 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Zart nach Wiesenkräutern, gelbe Kernobstnuancen,<br />
etwas Mango, ein Hauch von<br />
Orangenzesten. Straff, mittlerer Körper,<br />
frischer Säurebogen, zitroniger Touch im<br />
Abgang, ein leichtfüßiger Speisenbegleiter.<br />
weingut-humer.at, € 6,80<br />
•<br />
Grüner Veltliner Ried Reipersberg<br />
2021, Weingut Blaha, Röschitz<br />
13 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Frischer weißer Apfel, zart nach Birnen<br />
und Mandarinenzesten. Straff, mineralisch,<br />
weiße Frucht, lebendiger Säurebogen,<br />
Limetten im Abgang, salziger Nachhall,<br />
vielseitig einsetzbar.<br />
weingut-blaha.at, € 6,90<br />
•<br />
Grüner Veltliner Weinviertel DAC<br />
Selection 2021, Kellerheuriger Weinbau<br />
Fröschl, Staatz-Kautendorf<br />
13 Vol.-%, Helles Grüngelb, Silberreflexe.<br />
Reife gelbe Apfelfrucht, zart nach Marille,<br />
Nuancen von Orangenzesten, tabakiger<br />
Anklang. Mittlerer Körper, weiße Fruchtnuancen,<br />
eingebundene Säurestruktur,<br />
mineralisch und gut anhaftend, ein<br />
eleganter Speisenbegleiter.<br />
froeschl.leo@aon.at, € 6,90<br />
•<br />
Grüner Veltliner Weinviertel DAC<br />
Grüner Veltliner Optimus 2021<br />
Weinbau Mattes, Dürnleis<br />
12,5 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Zart nach Wiesenkräuter, gelbe Apfelfrucht,<br />
etwas Mango, ein Hauch von Blütenhonig.<br />
Saftig, weiße Kernobstnuancen,<br />
frischer Säurebogen, zitronig-salzig im<br />
Abgang, ein lebendiger Speisenbegleiter.<br />
weingut.weinbaumattes.at<br />
€ 7,–<br />
•<br />
Grüner Veltliner Weinviertel DAC<br />
Ried Breiteln 2021, Weingut Harald<br />
Breitenfelder, Kleinriedenthal<br />
12,8 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Zart nach weißem Apfel, Limettenzesten,<br />
etwas Mango, mineralischer Touch. Mittlerer<br />
Körper, zarte Birnenfrucht, frisch<br />
strukturiert, ausgewogen, ein vielseitiger<br />
Speisenbegleiter mit Reifepotenzial.<br />
weingut-breitenfelder.at, € 7,50<br />
•<br />
Grüner Veltliner Kremstal DAC<br />
Furth Ziesel 2021<br />
Weingut Petra Unger, Furth-Palt<br />
12,5 Vol.-%, Mittleres Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Frischer gelber Apfel, etwas<br />
Mango, dezente Kräuterwürze, tabakige<br />
Nuancen. Mittlerer Körper, weißer Apfel,<br />
frischer Säurebogen, zitronig-salzig im Abgang,<br />
ein schwungvoller Speisenbegleiter.<br />
ungerwein.at, € 7,90<br />
•<br />
Grüner Veltliner Wachau DAC<br />
Mautern Tassilo 2021<br />
Weingut Müller, Krustetten<br />
12,7 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Zart floral, zitronige Nuancen, frischer<br />
Apfel, ein Hauch von Kräutern. Schlank,<br />
dezent Noten von Kernobst, mineralischer<br />
Kern, frisch strukturiert, tabakiger Nachhall,<br />
vielseitiger Speisenbegleiter.<br />
weingutmueller.at, € 7,90<br />
•<br />
Grüner Veltliner Passion 2021<br />
Weingut Petricek, Unternalb<br />
13 Vol.-%, Helles Grüngelb, Silberreflexe.<br />
Verhalten, zarte gelbe Apfelfrucht, tabakige<br />
Nuancen, ein Hauch von Orangenzesten.<br />
Mittlerer Körper, weißer Apfel,<br />
frisch strukturiert, lebendig, salziger Touch<br />
im Abgang, knackiger Stil, bleibt haften.<br />
petricek-wein.at, € 7,90<br />
•<br />
Grüner Veltliner Kremstal DAC<br />
Kalk & Stein 2021, Weingut Meinhard<br />
Forstreiter, Krems-Hollenburg<br />
12,5 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Frische Wiesenkräuter, ein Hauch von Apfel,<br />
Nuancen von gelber Birne und Honigmelone.<br />
Mittlerer Körper, feines Kernobst,<br />
frisch strukturiert, mineralisch-salzig,<br />
leichtfüßiger, dabei engmaschiger Stil.<br />
forstreiter.at, € 8,–<br />
•<br />
Grüner Veltliner Ausstich 2021<br />
Weingut Setzer, Hohenwarth<br />
12,5 Vol.-%, Helles Gelbgrün, silberne<br />
Reflexe. Einladende gelbe Tropenfruchtnoten,<br />
ein Hauch von Blütenhonig, zarte<br />
Gewürznoten. Saftig, elegant, mineralisch,<br />
gut integrierter Säurebogen, Maracuja im<br />
Abgang, guter Speisenbegleiter.<br />
weingut-setzer.at, € 8,70<br />
•<br />
Grüner Veltliner Vinea Marlene 2021<br />
Bioweingut Staringer, Stillfried<br />
12 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Limettenzesten, weiße Apfelfrucht,<br />
mineralisch, noch etwas zurückhaltendes<br />
Bukett. Straff, elegant, gute Frische,<br />
zitronig-mineralisch im Abgang, ein<br />
lebendiger Speisenbegleiter.<br />
weingut-staringer.at, € 8,80<br />
•<br />
Grüner Veltliner 2021<br />
Weinbau Schuster,<br />
Alberndorf im Pulkautal<br />
12,7 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Floral, zart gewürzig, weiße Apfelfrucht,<br />
ein Hauch von Mandarinenzesten. Straff,<br />
engmaschig, lebendiger Säurebogen, zitronig<br />
im Abgang, bleibt haften, ein lebendiger<br />
Sommerwein, bereits gut antrinkbar.<br />
wein-schuster.at, € 9,–<br />
•<br />
Grüner Veltliner Wagram DAC Ried<br />
Steinberg 2021, Weingut Ecker –<br />
Eckhof, Kirchberg am Wagram<br />
12,5 Vol.-%, Helles Grüngelb, silberfarbene<br />
Reflexe. Weiße Tropenfrucht, zarte Kräuterwürze,<br />
etwas nach Orangenzesten,<br />
gelbe Apfelfrucht. Staff, elegant, feine<br />
Säurestruktur, mineralisch-salzig, Pfirsich-<br />
Fotos: Peter Moser<br />
276 falstaff aug <strong>2022</strong>
touch, bleibt gut haften, vielseitiger Speisenbegleiter.<br />
eckhof.at, € 9,50<br />
•<br />
Grüner Veltliner Weinviertel DAC<br />
Alte Reben 2021, Dürnberg, Falkenstein<br />
12,5 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Zart nach frischem gelbem Apfel, ein<br />
Hauch von Birne und Mango im Hintergrund,<br />
zart nach Wiesenkräutern. Mittlere<br />
Komplexität, weißes Kernobst, frischer<br />
Säurebogen, mineralisch-zitronig im<br />
Abgang, vielseitig einsetzbar.<br />
duernberg.at, € 10,90<br />
•<br />
Grüner Veltliner Kamptal DAC<br />
Ried Wechselberg 2021<br />
Weingut Johann Topf,<br />
Straß im Straßertale<br />
12,5 Vol.-%, Mittleres Gelbgrün, silberfarbene<br />
Reflexe. Zart nach Wiesenkräutern,<br />
etwas reife Apfelfrucht, dunkle Mineralik,<br />
mit Orangenschalen unterlegt. Mittlerer<br />
Körper, kraftvoll, facettenreich, feinwürzig,<br />
leichtfüßig, etwas nach Kernobst im<br />
Abgang, unkomplizierter Speisenbegleiter.<br />
weingut-topf.at, € 12,40<br />
•<br />
Grüner Veltliner Wagram DAC<br />
Ried Schafflerberg 2021<br />
Weingut Leth, Fels am Wagram<br />
12,5 Vol.-%, Mittleres Grüngelb, silberfarbene<br />
Reflexe. Feiner Blütenhonig, etwas nach<br />
Mango, zart nach Quitte, kandierte Orangenzesten.<br />
Saftig, straff, extraktsüß nach<br />
Maracuja, feinwürziger Abgang, balancierte<br />
Säurestruktur, guter Speisenbegleiter.<br />
weingut-leth.at, € 12,40<br />
•<br />
Grüner Veltliner Ried Piri 2021<br />
Wein-Gut Nigl, Senftenberg<br />
12,5 Vol.-%, Mittleres Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Frische Orangenzesten, ein Hauch von<br />
Mango, Nuancen von Blütenhonig, einladendes<br />
Bukett. Mittlerer Körper, süße<br />
Birnennuancen, frisch strukturiert,<br />
mineralisch-zitronig, ein vielseitiger,<br />
bereits gut entwickelter Speisenbegleiter.<br />
weingutnigl.at<br />
€ 14,95<br />
•<br />
Grüner Veltliner Kremstal DAC<br />
Palt Ried Höhlgraben 2021<br />
Weingut Malat, Furth bei Göttweig<br />
12,5 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Zart rauchige Kräuterwürze, feine weiße<br />
Apfelfrucht, ein Hauch von Mandarinenzesten,<br />
tabakige Würze. Mittlerer Körper,<br />
frisches Kernobst, etwas Melone, feiner<br />
Säurebogen, mineralisch-zitronig im Nachhall,<br />
vielseitig einsetzbar. malat.at, € 15,–<br />
•<br />
Grüner Veltliner Kamptal DAC<br />
Langenlois 2021<br />
Weingut Fred Loimer, Langenlois<br />
12,5 Vol.-%, Mittleres Goldgelb, Silberreflexe.<br />
Feine gelbe Apfelfrucht, Kräuterwürze,<br />
tabakige Nuancen, Quittenfrucht, mit<br />
Bergamotte unterlegt. Saftig, elegant,<br />
straff, gelbes Kernobst, mineralisch,<br />
bereits gut antrinkbar. loimer.at, € 16,–<br />
90<br />
•<br />
Grüner Veltliner Weinviertel DAC<br />
Selection 2021<br />
Weingut Johannes Hofer, Auersthal<br />
12,8 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Zart tabakig-kräuterwürzig unterlegte gelbe<br />
Kernobstnuancen, mineralischer Touch.<br />
Straff, elegant, feine weiße Apfelfrucht,<br />
integrierter Säurebogen, zitronig-mineralischer<br />
Nachhall. cat-wine.at, € 5,50<br />
•<br />
Grüner Veltliner Ried Brenner 2021<br />
Weingut Pröll, Radlbrunn<br />
12,5 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Zarte Kräuterwürze, ein Hauch von Tabak,<br />
zarte gelbe Apfelfrucht, mineralischer<br />
Touch. Mittlerer Körper, weiße Birnenfrucht,<br />
feine Säurestruktur, zart salzig-zit-<br />
Wer sagt, Gelassenheit<br />
könne kein Herzklopfen<br />
bereiten?<br />
Der neue Nissan ARIYA<br />
100 % elektrisch. Bis zu 533 km* Reichweite.<br />
Nissan ARIYA: Stromverbrauch kombiniert für Nissan ARIYA 87 kWh (178 kW): 17,5 kWh/100 km;<br />
CO₂-Emissionen kombiniert: 0 g/km.<br />
*Die Angaben zur Reichweite wurden im gemischten Zyklus gemäß WLTP ermittelt und entsprechen<br />
u. U. nicht der tatsächlichen Reichweite.<br />
nissan.at
tasting / GRÜNER VELTLINER GRAND PRIX <strong>2022</strong><br />
ronig im Abgang.<br />
weingut-proell.at, € 6,–<br />
•<br />
Grüner Veltliner Weinviertel DAC<br />
Altes Gebirge 2021<br />
Weingut Lachinger, Prottes<br />
12,5 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Zart nach frischen Orangenzesten, ein<br />
Hauch von Golden Delicious-Apfel,<br />
tabakige Nuancen, etwas Wiesenkräuter.<br />
Schlank, weiße Frucht, zitroniger Kern,<br />
mineralisch-salziger Nachhall.<br />
lachinger-wein.at, € 6,50<br />
•<br />
Grüner Veltliner Weinviertel DAC<br />
Classic 2021, Winzerhof Stift, Röschitz<br />
12,5 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Zart nach Wiesenkräutern, weiße Apfelfrucht,<br />
ein Hauch von Limette, mineralischer<br />
Touch. Saftig, kernig, zart nach<br />
reifem grünen Apfel, feiner Säurebogen,<br />
leichtfüßiger, animierender Stil.<br />
winzerhof-stift.at, € 6,80<br />
•<br />
Grüner Veltliner Kamptal DAC<br />
Classic 2021, Winzerhof Burgstaller,<br />
Schönberg am Kamp<br />
11,9 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Zart nach Mandarinenzesten, gelbe Apfelfrucht,<br />
etwas Birne, feiner Blütenhonig.<br />
Saftig, ausgewogen, frisch strukturiert,<br />
salzig-zitronig im Nachhall, ein lebendiger<br />
Speisenbegleiter.<br />
winzerhof-burgstaller.at, € 6,90<br />
•<br />
Grüner Veltliner Weinviertel DAC<br />
Ladenbau 2021<br />
Weingut Puhr, Obermarkersdorf<br />
12,8 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Etwas verhaltenes Bukett, zart nach Apfel,<br />
etwas Mango, auch ein Hauch von Birne.<br />
Leichtfüßig, weißes Kernobst, frisch<br />
Der Grüne Veltliner ist<br />
<strong>Österreich</strong>s dominante<br />
Sorte. Im Jahrgang 2021<br />
zeigt er sich von seiner<br />
allerbesten Seite.<br />
strukturiert, balanciert, bietet unkompliziertes<br />
Trinkvergnügen.<br />
weingutpuhr.at, € 6,90<br />
•<br />
Grüner Veltliner Kamptal DAC<br />
Langenlois 2021<br />
Weingut Rudolf Rabl, Langenlois<br />
12,5 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Feine Tabakwürze, ein Hauch von Orangenzesten,<br />
zart nach gelber Apfelfrucht,<br />
Melisse klingt an. Saftig, feine Säurestruktur,<br />
mineralisch-zitronig, ein Hauch von<br />
Apfelfrucht, frisches Finish, trinkanimierender<br />
Stil. weingut-rabl.at, € 7,50<br />
•<br />
Grüner Veltliner Kamptal DAC<br />
2021, Weingut Steininger, Langenlois<br />
12,5 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Feine Apfelfrucht, etwas nach Maracuja,<br />
zart nach Wiesenkräutern, mit einem<br />
Hauch von Birne unterlegt. Mittlerer<br />
Körper, feine Säurestruktur, extraktsüß,<br />
gelbe Tropenfrucht im Abgang, sehr gutes<br />
Trinkanimo.<br />
weingut-steininger.at, € 8,–<br />
•<br />
Grüner Veltliner Kamptal DAC vom<br />
Löss 2021, Weingut Eitzinger,<br />
Langenlois<br />
12,2 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Zart nach gelbem Apfel, Nuancen von<br />
Honigmelone, ein Hauch von Wiesenkräutern.<br />
Straff strukturiert, kernig, ein Hauch<br />
von Birne, Lindenblüten im Abgang,<br />
zitroniger Touch im Finale, süßer<br />
Nachhall. eitzinger.at, € 8,–<br />
•<br />
Grüner Veltliner Weinviertel DAC<br />
2021, Weingut Frank, Herrnbaumgarten<br />
12,5 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Feine Kräuterwürze, etwas nach Apfel, ein<br />
Hauch von Orangenzesten, frisches Bukett.<br />
Saftig, elegant, feine Säurestruktur,<br />
mineralisch-salzig, weißes Kernobst, bereits<br />
gut antrinkbar.<br />
weingutfrank.at, € 8,50<br />
•<br />
Grüner Veltliner Weinviertel DAC<br />
2021, Weingut Ingrid Groiss,<br />
Breitenwaida<br />
12,5 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Zart nach frischem Apfel,<br />
tabakige Nuancen, ein<br />
Hauch von Wiesenkräutern.<br />
Mittlere Komplexität,<br />
Kernobstnuancen,<br />
lebendig strukturiert,<br />
fruchtige<br />
Süße im Abgang,<br />
bietet unkompliziertes<br />
Trinkvergnügen.<br />
ingrid-groiss.at<br />
€ 8,50<br />
•<br />
Grüner Veltliner<br />
Kies 2021<br />
Weingut Kurt Angerer,<br />
Lengenfeld<br />
12,5 Vol.-%, Helles Gelbgrün, silberfarbene<br />
Reflexe. Zarte Kräuternoten, ein<br />
Hauch von Quitte, dezente Note von Melisse,<br />
dunkle Mineralik. Saftig, feine<br />
Struktur, würzig, balanciert, weiße Apfelfrucht,<br />
frisches Finish, bereits gut antrinkbar.<br />
kurt-angerer.at, € 8,60<br />
•<br />
BIO Grüner Veltliner Weinviertel<br />
DAC Bio 2021, BIO Weingut Gruber<br />
Röschitz, Röschitz<br />
12,4 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Feine Wiesenkräuter, etwas nach Granny-<br />
Smith-Apfel, ein Hauch von Clementinen,<br />
etwas Limetten. Mittlerer Körper, balancierte<br />
Säurestruktur, leichtfüßig, Birnenfrucht<br />
im Abgang, bereits gut antrinkbar,<br />
unkomplizierter, vielseitiger Stil.<br />
gruber-roeschitz.at<br />
€ 8,60<br />
•<br />
Grüner Veltliner Weinviertel DAC<br />
Haiden 2021, Weingut R. & A. Pfaffl,<br />
Stetten<br />
13 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Zarte Kräuternoten, unterlegt mit Blütenhonig,<br />
ein Hauch von Maracuja und Papaya.<br />
Saftig, feine Säurestruktur, weitmaschig,<br />
zart nach Apfelfrucht, würziger Nachhall,<br />
bereits gut antrinkbar.<br />
pfaffl.at, € 8,70<br />
•<br />
Grüner Veltliner Kremstal DAC Ried<br />
Wolfsgraben Mayr 2021<br />
Weingut Buchegger, Droß<br />
12,5 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Zart nach Mandarinenzesten, gelber Apfel,<br />
ein Hauch von Honigmelone, einladendes<br />
Bukett. Mittlerer Körper, frischer weißer<br />
Apfel, mineralisch-zitronig im Abgang,<br />
bereits gut antrinkbar.<br />
buchegger.at, € 8,90<br />
•<br />
Grüner Veltliner Kamptal DAC Ried<br />
Stangl 2021, Weingut Weixelbaum,<br />
Straß im Straßertale<br />
13 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Feine Kräuternoten, zart nach weißem<br />
Apfel, tabakig, Guaven und Zitruszesten<br />
klingen an. Saftig, elegant, feine Säurestruktur,<br />
feinwürzig, Kernobstnoten im<br />
Abgang, bereits gut antrinkbar.<br />
invinoweix.at, € 9,–<br />
•<br />
Grüner Veltliner Wagram Ried<br />
Rosengarten 2021, Weingut Meinhard<br />
Forstreiter, Krems-Hollenburg<br />
13 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Zart nach Orangenzesten, Golden<br />
Delicious-Apfel, ein Hauch von Honigmelone,<br />
einladendes Bukett. Saftig, elegant,<br />
runde Textur, dezenter Säurebogen, zart<br />
nach Birne, milder, dezent fruchtsüßer<br />
Abgang.<br />
forstreiter.at, € 9,50<br />
•<br />
Grüner Veltliner Wachau DAC<br />
Mautern Ried Süssenberg Federspiel<br />
2021, Weingut Hutter Silberbichlerhof,<br />
Mautern an der Donau<br />
12,5 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Frischer grüner Apfel, ein Hauch von<br />
Melone, zarter Limettentouch, mineralisch<br />
unterlegt. Mittlerer Körper, zart nach<br />
weißem Kernobst, frischer Säurebogen,<br />
zitronig im Abgang, vielseitig einsetzbar.<br />
hutter-wachau.at, € 9,90<br />
Fotos: Shutterstock, Peter Moser<br />
278 falstaff aug <strong>2022</strong>
GRÜNER VELTLINER<br />
GRÜNER<br />
GENUSS MIT<br />
TR ADITION<br />
Grüner Veltliner erfreut sich hierzulande<br />
größter Beliebtheit. Damit hat sich die<br />
Rebsorte den Titel der wichtigsten<br />
Weinsorte <strong>Österreich</strong>s auch redlich verdient.<br />
Tradition und Innovation<br />
im Kreislauf der Natur<br />
Es sind die Begeisterung und die<br />
Faszination für Wein, die unser Schaffen<br />
begleiten. Die Einzigartigkeit der<br />
Weine liegt im besonderen Zusammenspiel<br />
von Natur und Handwerk.<br />
Die vom Manhartsberg geprägten<br />
Urgesteinsböden aus Granit und Gneis<br />
verleihen den Weinen Mineralität und<br />
Tiefgang. Kombiniert mit jahrzehntelanger<br />
Erfahrung, modernem Wissen<br />
und der Liebe zur Natur bringen wir<br />
den Geschmack der Traube in die Flasche.<br />
Die Erwartungen, die Zufriedenheit<br />
und die Freude der Kunden stehen<br />
im Mittelpunkt und motivieren uns<br />
Jahr für Jahr aufs Neue. Gerald Pass<br />
führt in vierter Generation den Weinbaubetrieb<br />
im westlichen Weinviertel.<br />
Tradition kombiniert mit stetiger<br />
Weiterentwicklung, modernem Wissen<br />
und Mut zur Veränderung sind die<br />
Grundpfeiler für sein Handwerk. Sein<br />
Augenmerk liegt in der vielfältigen<br />
Zusammenarbeit mit der Natur.<br />
WEINGUT PASS<br />
Etzmannsdorf 11<br />
3722 Straning-Grafenberg<br />
T: +43 2984 3381<br />
weingut-pass.at<br />
ADVERTORIAL Foto: Shutterstock; © Martin Lifka; Nimo Zimmerhackl; Beigestellt<br />
Ried Karl – das kleine Kar<br />
Kamptals »große« Lage für<br />
Grünen Veltliner<br />
Die Riede Karl ist eine Kamptaler<br />
Toplage, gelegen auf einer Seehöhe<br />
von 330 Meter, höher als die<br />
allermeisten Lagen des Kamptals.<br />
Die Bezeichnung »Karl« stammt<br />
ursprünglich vom althochdeutschen<br />
Ausdruck »char« und wird mit Gefäß<br />
oder Trog gleichgesetzt. Gemeint ist<br />
ihre Form, die einem Kessel ähnelt.<br />
»Die spezielle Topografie mit dem<br />
angrenzenden Wald, die für ideale<br />
klimatische Bedingungen sorgt, sowie<br />
der tiefgründige Löss und die nach<br />
Südosten bzw. Südwesten ausgerichteten<br />
Terrassen sind die besten<br />
Voraussetzungen für unsere Veltliner.<br />
Mit einer Fläche von rund zehn Hektar<br />
verteilt auf 13 Terrassen, ist die Riede<br />
Karl eine der Säulen unseres Weinguts.<br />
Das Ergebnis sind ausdrucksstarke<br />
und komplexe Veltliner, die wir<br />
jedes Jahr lagenrein als DAC Reserve<br />
abfüllen«, erläutert Winzer Franz Etz.<br />
WEINGUT ETZ<br />
Hauptstraße 27, 3492 Walkersdorf<br />
T: +43 676 9006955<br />
office@etzwine.at<br />
etzwine.at<br />
Im Genuss des<br />
Röschitzer Terroirs<br />
Franz Stift nutzt die einzigartigen<br />
klimatischen und geologischen Gegebenheiten<br />
um Röschitz geschickt, um<br />
Weine mit prägnantem Charakter zu<br />
keltern. Im Einklang mit der Natur und<br />
durch einfühlsame Arbeit im Keller<br />
entstehen finessenreiche Weine.<br />
Der Betrieb wurde 2020 um einen<br />
modernen Kellerneubau ergänzt.<br />
Dem Terroir entsprechend dominieren<br />
Weißweinsorten an den Abhängen des<br />
Manhartsbergs, wo Urgesteinsinseln<br />
zwischen Lösshängen für Pikanz,<br />
Fruchtfülle und feine Mineralität<br />
sorgen. Als Leitsorte dient der<br />
Grüne Veltliner, den es hier in etlichen<br />
Varianten gibt – von leicht und spritzig<br />
bis kraftvoll und extraktreich. Auf dem<br />
so typischen Verwitterungsgranit um<br />
Röschitz vinifizieren die Stifts auch<br />
sehr erfolgreich ausdrucksstarke<br />
Rieslinge.<br />
Event-Tipp: Jazz im Winzerhof Stift<br />
am 3. September<br />
WINZERHOF STIFT<br />
Lange Zeile 6, 3743 Röschitz<br />
T: +43 2984 3144<br />
winzerhof-stift.at<br />
aug <strong>2022</strong> falstaff 279
tasting / FURMINT<br />
Die Böden vulkanischen<br />
Ursprungs prägen die<br />
Weinberge in Tokaj und<br />
sind für Furmint perfekt.<br />
TOK AJI'S<br />
TROCK ENE<br />
VERWANDTE<br />
Foto: Shutterstock<br />
280<br />
falstaff<br />
aug <strong>2022</strong>
Seit die Nachfrage nach den legendären Süßweinen aus dem Nordosten schwindet, bauen<br />
viele Betriebe vermehrt trockene Weißweine aus. Mit großem Erfolg gelingt dies mit dem<br />
Furmint, der nun auch in den westlichen Nachbarländern eine Renaissance erfährt.<br />
TEXT & NOTIZEN VON PETER MOSER<br />
Die weiße Rebsorte Furmint<br />
scheint das pannonische<br />
Klima zu schätzen und kommt<br />
mit der zunehmenden Wärme<br />
und Trockenheit besser<br />
zurecht als andere, vergleichbare Varietäten.<br />
Ihr Hauptverbreitungsgebiet liegt in<br />
Ungarn, wo sie als wichtigste Zutat für den<br />
süßen Tokajer seit Jahrhunderten kultiviert<br />
wird. In der Epoche der Donaumonarchie<br />
war sie unter den Synonymen Zapfner, Seeweinstock<br />
oder Mosler auch in anderen<br />
Teilen des Habsburgerreiches verbreitet,<br />
heute kehrt sie wieder vermehrt in Gebiete<br />
zurück, die in der Slowakei, <strong>Österreich</strong><br />
oder Slowenien liegen. Eine junge Generation<br />
von Winzern macht sich nun daran,<br />
dieser facettenreichen Sorte mit ihrem<br />
feinen Quittenton auch als trockenem<br />
Weißwein bislang unbekannte Nuancen zu<br />
entlocken. Die Resultate sind beeindruckend.<br />
Denn der Furmint scheint gerade in<br />
Zeiten des fortschreitenden Klimawandels<br />
an Bedeutung zu gewinnen, weil er die<br />
Bedingungen gut annimmt und der Wein<br />
mit einer angenehm präsenten Säurestruktur<br />
aufwartet, der ihn in eine Reihe mit<br />
Spitzensorten von Riesling bis zum griechischen<br />
Assyrtiko stellt. Wir haben versucht,<br />
eine erste Bilanz zu ziehen, und reinsortige<br />
trockene Muster aus den angesprochenen<br />
Ländern gesammelt und verkostet. Auf den<br />
folgenden Seiten finden sich die Verkostungsnotizen<br />
aller Weine bis zu erreichten<br />
92 Punkten, weitere Exemplare haben wir<br />
in der <strong>Falstaff</strong>-Online-Datenbank bereit<br />
gestellt. Insgesamt waren es 56 Furmintweine,<br />
die für eine sehr hochwertige und<br />
spannende Verkostung sorgten.<br />
aug <strong>2022</strong> falstaff 281
tasting / FURMINT<br />
97<br />
•<br />
Szepsy Úrágya Furmint 2017<br />
Szepsy István, Mád<br />
14 Vol.-%, VL. Mittleres Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Feuchter Kies und Blütenhonig, feine<br />
gelbe Frucht, rauchig-nussig unterlegt,<br />
mit Luft, reife Birnen und Mango sowie<br />
kandierte Orangenzesten. Komplex, straff,<br />
puristische weiße Frucht, finessenreicher,<br />
mundwässernder Säurebogen, zitronig und<br />
leichtfüßig wirkend, Limetten und Salz im<br />
Abgang, bleibt lange haften, frische Orangen<br />
im Nachhall, eine Benchmark für die<br />
neue Generation der trockenen Furmintweine<br />
aus diesem einzigartigen Terroir.<br />
bortarsasag.hu, € 42,16<br />
96<br />
•<br />
Furmint Garten Eden »Autark« 2019<br />
Weinbau Wenzel, Rust<br />
13 Vol.-%, NK. Helles Goldgelb, Silberreflexe.<br />
Zart kräuterwürzig unterlegte gelbe<br />
Apfel-Quittennote, ein Hauch von Marille<br />
und Blütenhonig, einladendes Bukett, zart<br />
nach feuchtem Kies. Saftig, elegant, ausgewogen,<br />
feiner Säurebogen, Nuancen von<br />
Mango am Gaumen, mineralisch, kandierte<br />
Zitruszesten im Abgang, delikat und harmonisch,<br />
toller Trinkfluss, zart salzig im<br />
Finish, ungemein animierender Stil, bereits<br />
perfekt trinkreif.<br />
waltersfeineweine.berl.at, € 42,90<br />
•<br />
Szepsy Szent Tamás Tokaji Furmint<br />
2016, Szepsy István, Mád<br />
13,5 Vol.-%, VL. Helles Goldgelb, Silberreflexe.<br />
Kandierte Mandarinenzesten, etwas<br />
Quittengelee, Ginsterblüten, Orangen, zarter<br />
Honig, sehr facettenreiches Bukett.<br />
Engmaschig, feiner Walnusstouch, gelbe<br />
Birnenfrucht, angenehmer Säurebogen,<br />
elegant, Apfeltouch im Abgang, saliner<br />
Anklang, mineralisch und gut anhaftend,<br />
ein harmonischer Speisenbegleiter, gut<br />
entwickelt, mit weiterem Reifepotenzial<br />
ausgestattet. bortarsasag.hu, € 65,24<br />
95<br />
•<br />
Szepsy Percze Tokaji Furmint 2018<br />
Szepsy István, Mád<br />
15 Vol.-%, VL. Helles Goldgelb, Silberreflexe.<br />
Zart rauchig unterlegte Nuancen von<br />
kandierten Orangenzesten, reife Birne, ein<br />
Hauch von Mandeln, ein Hauch von Blütenhonig<br />
und Quitten. Saftig, komplex, weißes<br />
Kernobst, rassiger Säurebogen, salzige Mineralität,<br />
intensiver Abgang, weiße Apfelfrucht,<br />
fast pfeffrig im Nachhall, zarter Eichenwürzetouch<br />
im Rückgeschmack, große<br />
Länge, sicheres Potenzial. Percze ist<br />
die kleinste Riede in Mád, die 1730 als Erstgewächs<br />
eingestuft wurde, 1.440 Fl.<br />
wurden erzeugt. bortarsasag.hu, € 36,64<br />
•<br />
Furmint Garten Eden 2016<br />
Weinbau Wenzel, Rust<br />
13,5 Vol.-%, NK. Mittleres Goldgelb, Silberreflexe.<br />
Kandierte Orangenzesten, ein<br />
Hauch von Quittengelee und Dörrbirnen,<br />
etwas Walnuss, dezente Kräuterwürze,<br />
Mandarinenfilets. Saftig, komplex, weißer<br />
Apfel, feine Säurestruktur, etwas Marille,<br />
dezente Fruchtsüße im Abgang, elegant<br />
und ausgewogen, straffe Mineralität im<br />
Abgang, ein facettenreicher Begleiter bei<br />
Tisch, bereits sehr gut entwickelt, verfügt<br />
über weiteres Entwicklungspotenzial.<br />
waltersfeineweine.berl.at, € 43,68<br />
•<br />
Iglič Haloze (Furmint) SVL Lega 2019<br />
Vino Gross, Podlehnik<br />
13 Vol.-%, NK. Helles Goldgelb, Silberreflexe.<br />
Feine Nuancen von Honigmelone, gelber<br />
Pfirsich, zarte Kräuterwürze, kandierte<br />
Die goldgelbe Furmint-<br />
Traube in perfekter Reife.<br />
Orangenzesten, etwas Blütenhonig, helles<br />
Nougat. Saftig und frisch, ein Hauch von<br />
frischen Feigen, finessenreicher Säurebogen,<br />
mineralisch und lange anhaftend, feine<br />
gelbe Tropenfrucht im Abgang, ein seidiger<br />
Speisenbegleiter mit großem Reifepotenzial.<br />
gross.at, € 45,–<br />
94<br />
•<br />
BIO Barta Furmint Öreg Kiraly Dülö<br />
Mad 2019<br />
Barta Pince, Mád<br />
13 Vol.-%, NK. Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Zart nach Wiesenkräuter und Limetten,<br />
Nuancen von weißem Pfirsich, mineralisch<br />
unterlegt, feines Bukett. Saftig, elegant,<br />
zart nach Mango, integrierte Säurestruktur,<br />
Honigtouch im Abgang, ausgewogener<br />
Speisenbegleiter, sicheres Reifepotenzial.<br />
weinkomplott.de, € 22,90<br />
•<br />
Furmint Ried Vogelsang 2017<br />
Weinbau Wenzel, Rust<br />
13,5 Vol.-%, NK. Leuchtendes Grüngelb,<br />
Goldreflexe. Frische Orangenzesten, ein<br />
Hauch von Marille, zart nach Kletzen und<br />
Wiesenkräuter, mineralischer Touch, zart<br />
nach Schiefer. Saftig, feine weiße Fruchtnuancen,<br />
ein Hauch von Ringlotte und Birne,<br />
zarte, steinige Gerbstoffnote im Abgang,<br />
gute Frische, bleibt haften, salziger<br />
Nachhall, zeigt gute Länge und Würze, feiner<br />
nussiger Rancio-Hauch, ein komplexer<br />
Speisenbegleiter mit erster Genussreife.<br />
waltersfeineweine.berl.at, € 27,60<br />
•<br />
Balassa Szent Tamás Tokaji Furmint<br />
2019, Balassa Bor, Tokaj<br />
13,5 Vol.-%, NK. Helles Grüngelb, Silberreflexe.<br />
Feine frische Birne, zart nach Mango,<br />
florale Nuancen, ein Hauch von Rhabarber,<br />
zarter Blütenhonig, sehr einladendes Bukett.<br />
Saftig, straff, engmaschig, weißes<br />
Kernobst, finessenreicher Säurebogen, salzig<br />
und lange anhaftend, feine Limettennoten<br />
im Nachhall, animierend und jugendlich,<br />
sehr präziser Stil, gutes Entwicklungspotenzial,<br />
macht Lust auf mehr.<br />
bortarsasag.hu, € 32,35<br />
•<br />
BIO Barta Tokaji Furmint Öreg Kiraly<br />
2020, Barta Pince, Mád<br />
12,5 Vol.-%, NK. Sehr helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Feine frische Birnenfrucht, ein<br />
Hauch von Walnuss und Wiesenkräuter,<br />
zart nach Papaya im Hintergrund, frische<br />
Orangenzesten, mineralischer Anklang.<br />
Elegant, feines weißes Kernobst, finessenreicher<br />
Säurebogen, harmonisch, dezente<br />
Fruchtsüße im Abgang, zitronig-salzig, ein<br />
fein balancierter leichtfüßiger Speisenbegleiter,<br />
sicheres Reifepotenzial.<br />
wagners-weinshop.com, € 38,–<br />
•<br />
Oremus Petrács Tokaji Furmint 2017<br />
Tokaj-Oremus, Tolcsva<br />
13 Vol.-%, NK. Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Kandierte Grapefruitzesten, feine gelbe<br />
Kernobstnuancen, ein Hauch von Marzipan<br />
und Wachs, Tropenfruchtanklänge unterlegt,<br />
vielschichtiges Bukett, dunkle Mineralität.<br />
Straff, engmaschig, feine Kräuterwürze,<br />
weißer Apfel, lebendiger Säurebogen,<br />
zart nussig im Nachhall, saliner Touch, Limetten<br />
im Abgang, ein feiner Speisenbegleiter,<br />
sehr kulinarischer Stil, noch enorm<br />
jung, großes Reifepotenzial.<br />
bortarsasag.hu, € 61,48<br />
93<br />
•<br />
Kolfok Furmint »Remember« 2019<br />
Kolfok, Neckenmarkt<br />
12 Vol.-%, NK. Mittleres Goldgelb, Silberreflexe.<br />
Zart nach Mandarinenzesten, ein<br />
Hauch von Karamell und Blütenhonig, zarter<br />
Quittentouch, schiefrige Nuancen. Saftig,<br />
elegant, weiße Fruchtnuancen, dazu<br />
Marille, hefiger Batonnageanklang, feiner<br />
Fotos: Shutterstock, Peter Moser<br />
282 falstaff aug <strong>2022</strong>
Säurebogen, zitroniger Touch, salziger Nachhall, saftig und<br />
leichtfüßig im Abgang, kühle Stilistik, vielseitig einsetzbar<br />
und bereits gut entwickelt.<br />
kolfok.com (ausverkauft)<br />
•<br />
Furmint Vogelklang 2019<br />
Weinbau Wenzel, Rust<br />
13 Vol.-%, NK. Leuchtendes Goldgelb, Silberreflexe. Zart<br />
nach Mandarinenzesten, gelber Pfirsich, ein Hauch von<br />
Quitten, zarte Kräuterwürze, mineralisch, schiefriger<br />
Touch. Saftig, straff, weiße Frucht, lebendiger Säurebogen,<br />
zart nussiger Ranciotouch, Nuancen von Mandeln, mineralisch<br />
und gut anhaftend, ein vielseitiger Speisenbegleiter,<br />
zart salziger Nachhall.<br />
waltersfeineweine.berl.at, € 27,90<br />
•<br />
Gilvesy Varadi Furmint 2017<br />
Gilvesy Winery, Ungarn<br />
12 Vol.-%, NK. Helles Goldgelb, Silberreflexe. Dezentes Bukett<br />
mit Nuancen von gelben Ringlotten, frischen Marillen,<br />
etwas Blütenhonig, mineralischer Touch unterlegt. Straff,<br />
elegant, feine Extraktsüße, weißer Pfirsich, zartes Säurespiel,<br />
bleibt gut haften, feine salzige Nuancen im Nachhall,<br />
gutes Entwicklungspotenzial, blitzsauberer, leichtfüßiger<br />
Stil. gilvesy.hu, € 17,–<br />
•<br />
Furmint 2020<br />
Weingut Peter Schandl, Rust<br />
13,5 Vol.-%, DV. Helles Gelbgrün, Silberreflexe. Zarte Nuancen<br />
von Wiesenkräuter, weißer Pfirsich, frische Quitte und<br />
Grapefruit, frische Orangenschalen. Saftig, elegant, mineralischer<br />
Körper, feine Fruchtsüße, kraftvoll und elegant<br />
zugleich, lebendige Säurestruktur unterlegt, salzig-zitronig<br />
im Abgang, mineralischer Nachhall, besitzt gute Länge und<br />
sicheres Reifepotenzial. selektion-burgenland.at, € 17,20<br />
•<br />
Hidden Treasures <strong>Nr</strong>.1 Tokaj feat. Gergö Filep 2020<br />
Hidden Treasures – a Moric project, Großhöflein<br />
12,5 Vol.-%, NK. Helles Gelbgrün, Silberreflexe. Zarte Kräuterwürze,<br />
ein Hauch von reifen Birnen, ein Hauch von Feigen,<br />
gelbe Kernobstnuancen, kandierte Orangenzesten.<br />
Saftig, mineralisch, straffe Textur, weißer Apfel, finessenreich<br />
und salzig, leichtfüßiger Speisenbegleiter, zitroniger<br />
Touch im Rückgeschmack. vinospirit.at, € 18,54<br />
•<br />
Hidden Treasures <strong>Nr</strong>.2 Somlo feat. Kis Tamás 2020<br />
Hidden Treasures – a Moric project, Großhöflein<br />
12,5 Vol.-%, NK. Leuchtendes Grüngelb, Silberreflexe. Zart<br />
rauchig-nussig, feine gelbe Apfelfrucht, tabakige Nuancen,<br />
ein Hauch von Orangenzesten, mineralischer Touch, Limettenzesten.<br />
Saftig, weiße Kernobstnuancen, feiner Säurebogen,<br />
lebendig, frisch und sehr animierend, Limettentouch<br />
im Nachhall, feiner Speisenbegleiter.<br />
vinospirit.at, € 18,54<br />
•<br />
Gorca Haloze (Furmint) SVL Lega 2020<br />
Vino Gross, Podlehnik<br />
12,5 Vol.-%, NK. Helles Grüngelb, Silberreflexe. Zart nach<br />
frischer Quitte, Orangenzesten, mit feiner gelber Birnenfrucht<br />
unterlegt. Saftig, elegant, weißer Apfel, feine Säurenoten,<br />
saftig und gut anhaftend, angenehme zitronige Nuancen,<br />
lebendig, ein rassiger Speisenbegleiter, feiner saliner<br />
Nachhall. gross.at, € 19,90<br />
•<br />
Furmint Dry MM5 Tokaj 2021<br />
Ma'd Moser, Tokaj<br />
14 Vol.-%, DV. Helles Gelbgrün, silberfarbene Reflexe. Feine<br />
Kräuterwürze, etwas nach Guaven, ein Hauch von Ringlotten,<br />
zart nach weißem Apfel, tabakiger Touch. Saftig, gute<br />
Komplexität, elegant, facettenreiche Säurestruktur, mineralisch,<br />
weiße Tropenfrucht, etwas nach Zitrus im Abgang,<br />
bleibt gut haften, vielseitiger Speisenbegleiter.<br />
madmoser.com, € 20,–<br />
•<br />
Holdvölgy Tokaji Furmint Kiraly Meditation 2018<br />
Holdvölgy Birtok, Mád<br />
13,5 Vol.-%, DIAM. Helles Gelbgrün, Silberreflexe. Zart nach<br />
Mandarinenzesten und Kamille, Limette und frische Quitte,<br />
mineralischer Touch. Saftig, frische Birne, lebendiger<br />
Säurebogen, mineralisch-salzig im Abgang, etwas grüner<br />
Apfel und Zitrone im Nachhall, ein schwungvoller Speisenbegleiter<br />
mit Reifepotenzial und guter Länge.<br />
weinkomplott.de, € 21,50<br />
•<br />
Juliet Victor Tokaji Furmint Bomboly 2017<br />
Juliet Victor Vineyards, Mád<br />
13,5 Vol.-%, NK. Mittleres Goldgelb, Silberreflexe. Zart nach<br />
Mandarinenzesten, zarte Nuancen von gelber Tropenfrucht,<br />
etwas Mango, Orangen, Noten von Blütenhonig. Saftig, zart<br />
nach Mandeln, elegant und ausgewogen, saftiger gelber<br />
Pfirsich, frischer Säurebogen, mineralisch, feine salzige<br />
Nuancen im Abgang, gute Länge, sicheres Entwicklungspotenzial.<br />
weinkomplott.de, € 21,90<br />
•<br />
Kovács Nimród Egri Furmint Sky 2018<br />
Kovács Nimród Winery Kft., Eger<br />
15,5 Vol.-%, NK. Leuchtendes mittleres Goldgelb, Silberreflexe.<br />
Kandierte Orangenzesten, Kletzen, reife Quitten,<br />
feine Kräuterwürze, etwas Blütenhonig unterlegt. Kraftvoll,<br />
betont mineralisch, lebendiger Säurebogen, saliner<br />
Abgang, etwas nussig und trocken im Finale, ein stoffiger<br />
Speisenbegleiter mit Reifepotenzial.<br />
weinkomplott.de, € 21,90<br />
•<br />
Furmint Kristallin 2020<br />
Weingut Ernst Triebaumer, Rust<br />
12,5 Vol.-%, NK. Leuchtendes Grüngelb, Silberreflexe.<br />
Zart nussig-kräuterwürzig, unterlegte gelbe Fruchtnoten<br />
nach Pfirsich, geröstete Ananas, etwas Bergamotte, dunkle<br />
Mineralität, facettenreiches Bukett. Saftig, elegant, feine<br />
weiße Steinobstnuancen, finessenreich strukturiert, sehr<br />
harmonisch eingebundener Säurebogen, salzig, gelbe<br />
Apfelfrucht im Abgang, bleibt haften, gutes Reifepotenzial.<br />
triebaumer.com, € 23,–<br />
•<br />
Furmint Ried Geyerumriss 2020<br />
Günter + Regina Triebaumer, Rust<br />
13,5 Vol.-%, DV. Helles Grüngelb. Feine Holzwürze, etwas<br />
nach Kardamom, ein Hauch von Birne, zart nach Quitte,<br />
dunkle Mineralik, ein Hauch von Schiefer. Saftig, elegant,<br />
straffer Säurebogen, extraktsüß nach Papaya, zart nach<br />
Muskatnuss im Nachhall, bleibt gut haften, vielschichtiger<br />
Speisenbegleiter mit Potenzial. triebaumer.at, € 25,–<br />
•<br />
Sanzon Tokaji Furmint Rány Vineyard Selection<br />
2020, SanzonTokaj, Erdőbénye<br />
13 Vol.-%, Vino. Helles Gelbgrün, Silberreflexe. Apfelblüten,<br />
zart nach Birne und kandierten Orangenzesten, nussiger<br />
Touch nach frischen Mandeln. Saftig, gute Komplexität,<br />
reifes Kernobst, frischer Säurebogen, mineralisch und gut<br />
anhaftend, feiner saliner Touch, angenehme Fruchtsüße,<br />
zeigt Länge und Potenzial.<br />
wagners-weinshop.com, € 25,90<br />
•<br />
Furmint 2020<br />
Weingut Toni Hartl, Reisenberg<br />
13,5 Vol.-%, NK. Leuchtendes Goldgelb, Silberreflexe. Nuancen<br />
von frischer Quitte, gelbe Birne, etwas Walnuss und<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
283<br />
Brut Furmint 2017<br />
Furmint 2019<br />
Weingut DVERI PAX<br />
Polički vrh 1<br />
2221 Jarenina, Slowenien<br />
Tel.: +386 (0) 2 644 00 82<br />
office@dveri-pax.com<br />
www.dveri-pax.com<br />
Furmint Ilovci 2016<br />
mit dem RABATTCODE<br />
„Furmint20“ auf die<br />
oben angeführten<br />
Weine.
tasting / FURMINT<br />
Nougat, kandierte Orangenzesten. Stoffig,<br />
weißer Apfel, feine Säurestruktur, dezente<br />
Süße, wieder Kernobstnuancen, elegant<br />
und ausgewogen, mineralisch, bleibt haften,<br />
ein feiner Speisenwein.<br />
toni-hartl.at, € 39,–<br />
•<br />
Furmint Analogue No. 3 2020<br />
Weinbau Wenzel, Rust<br />
12,5 Vol.-%, DIAM. Helles, zart trübes, Grüngelb,<br />
Silberreflexe. Frische Quitte, ein<br />
Hauch von gelbem Apfel, frische Wiesenkräuter,<br />
Stangensellerie, Fenchel, mineralischer<br />
Touch. Saftig, straff, gute Komplexität,<br />
frischer Säurebogen, zitronig-salzig,<br />
feine fruchtige Süße im Abgang, bleibt gut<br />
haften, gutes Reifepotenzial.<br />
selektion-burgenland.at, € 45,–<br />
92<br />
•<br />
Artur Toifl Furmint 2021<br />
Weingut Thiery-Weber, Rohrendorf<br />
12,5 Vol.-%, NK. Helles Grüngelb, Silberreflexe.<br />
Feine Hefenuancen, weiße Tropenfruchtnuancen,<br />
etwas Pfirsich, ein Hauch<br />
von frischer Quitte unterlegt, floral-zitriger<br />
Touch, attraktives Bukett. Straff, engmaschig,<br />
weißer Apfel, lebendige Säure, finessenreich<br />
und mit Limetten im Abgang,<br />
bleibt haften, sehr vielversprechender<br />
Speisenbegleiter. arturtoifl.at, k. A.<br />
•<br />
Balassa Tokaji Furmint »Marty<br />
McFly« 2020<br />
Balassa Bor, Tokaj<br />
12 Vol.-%, DV. Helles Goldgelb, Silberreflexe.<br />
Frische Wiesenkräuter, zart nach Vanille,<br />
weißer Pfirsich, ein Hauch von Quitte,<br />
Orangenzesten und feiner Blütenhonig,<br />
einladendes Bukett. Saftig, weiße Frucht<br />
auch am Gaumen, leichtfüßig und frisch<br />
strukturiert, feiner Kernobsttouch, zitronige<br />
Nuancen im Abgang, lebendig und vielseitig<br />
einsetzbar. Tolles Preis-Leistungsverhältnis.<br />
borstore.de, € 9,90<br />
•<br />
Oremus Mandolás Tokaji Furmint<br />
2019, Tokaj-Oremus, Tolcsva<br />
13,5 Vol.-%, NK. Mittleres Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Zart nach Kräutern und frischen<br />
Quitten, zart nach Lindenblüten und Apfelschalen,<br />
floraler Touch, etwas Marzipan.<br />
Mittlerer Körper, weißer Apfel, frisch strukturiert,<br />
salziger Touch, ein Hauch von Birne,<br />
lebendiger Stil, gute Balance, mineralischer<br />
Nachhall, animierender Speisenbegleiter,<br />
zitronig-salziger Nachhall. Sehr gutes<br />
Preis-Leistungsverhältnis.<br />
bortarsasag.hu, € 13,17<br />
•<br />
BIO Furmint vom Sandstein 2020<br />
Herrenhof Lamprecht,<br />
Markt Hartmannsdorf<br />
12 Vol.-%, DV. Leuchtendes helles Grüngelb,<br />
Silberreflexe. Feine gelbe Tropenfrucht<br />
nach Mango und Papaya, frische<br />
Mandarinen, Orangenzesten unterlegt, floraler<br />
Touch, einladendes Bukett. Saftig,<br />
zeigt gute Komplexität, weißes Kernobst,<br />
feines Karamell, frischer Säurebogen,<br />
mineralisch und gut balanciert, salzig,<br />
ein leichtfüßiger, facettenreicher<br />
Speisenbegleiter.<br />
herrenhof.net, € 14,50<br />
•<br />
Kog Furmint SVL Lega 2019<br />
Roka Winery, Kog<br />
13 Vol.-%, NK. Helles Grüngelb, Silberreflexe.<br />
Zart tabakig unterlegte feine Birnenfrucht,<br />
zart nach Wiesenkräutern, etwas<br />
Walnuss im Hintergrund, kandierte Orangenzesten.<br />
Straff, engmaschig, weißes<br />
Kernobst, mineralisch, nussig auch im Abgang,<br />
feines Säurespiel, salzige Nuancen<br />
im Finish, bleibt haften, zart nach Birne<br />
im Nachhall.<br />
roka-winery.business.site, € 16,–<br />
•<br />
Wetzer Tokaji Furmint 2018<br />
Wetzer, Sopron<br />
13,5 Vol.-%, NK. Leuchtendes, zartes Gelbgrün,<br />
Silberreflexe. Zart nach Walnuss und<br />
grünem Apfel, frische Kräuter, feuchter<br />
Kies. Mittlerer Körper, gelbes Kernobst,<br />
kraftvoll und mit fruchtiger Süße ausgestattet,<br />
dezenter Gerbstoff, pfeffrige Nuancen<br />
im Abgang, etwas Pfirsich und Blütenhonig,<br />
besitzt gute Länge, Marillen im<br />
Finale. vinocentral.de, € 16,50<br />
•<br />
Somlói Vándor Furmint 2021<br />
Somlói Vándor Pince, Somlószőlős<br />
12,5 Vol.-%, DV. Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Frische Birne, ein Hauch von Wiesenkräutern,<br />
Walnuss und etwas Quitte, mineralischer<br />
Touch, feines Bukett. Saftig, ele-<br />
gant, zarte Fruchtsüße, gelber Apfel,<br />
angenehmer Säurebogen, ein Hauch von<br />
Honig, feiner Ranciotouch im Nachhall,<br />
verfügt über einige Länge, ein<br />
facettenreicher Speisenbegleiter.<br />
wagners-weinshop.com, € 17,95<br />
•<br />
Furmint Weisse Erde 2021<br />
Kraft aus Rust, Rust<br />
12 Vol.-%, DV. Mittleres Grüngelb,<br />
Silberreflexe. Mit frischen Orangenzesten<br />
unterlegte weiße Birnenfrucht, ein Hauch<br />
von Honigmelone, etwas Blütenhonig.<br />
Straff, mineralisch, saftige weiße Tropenfrucht,<br />
zitroniger Touch, lebendiger, leichtfüßiger<br />
Stil, salziger Nachhall, ein animierender<br />
Speisenbegleiter.<br />
kraftausrust.at, € 19,–<br />
•<br />
Kreinbacher Furmint Selection<br />
Nagy-Somló PDO 2017<br />
Kreinbacher, Somlóvásárhely<br />
13,5 Vol.-%, NK. Leuchtendes Goldgelb,<br />
Silberreflexe. Kandierte Mandarinenzesten,<br />
etwas Quittengelee, mineralischer<br />
Touch, zart Wiesenkräuterwürze. Mittlerer<br />
Körper, salzig, weiße Birne, angenehme<br />
Säurestruktur, ein trockener Speisenwein<br />
mit Honig und Zitrone im Rückgeschmack.<br />
weinco.at, € 19,95<br />
•<br />
BIO Bott Frigyes Furmint 2019<br />
Bott Frigyes, Komárno<br />
13,5 Vol.-%, NK. Zart getrübtes Gelbgold,<br />
Silberreflexe. Frische Wiesenkräuter, reife<br />
Quitten- und Birnenfrucht, kandierte Mandarinenzesten,<br />
ein Hauch von Mandeln,<br />
weißer Nougat, sehr einladendes Bukett.<br />
Saftig, feinwürzig unterlegter grüner Apfel,<br />
frischer Säurebogen, mineralischkalkiger<br />
Abgang, ein Hauch frische Marille,<br />
zitroniger Touch, ein lebendig-pikanter<br />
Speisenbegleiter, gutes Entwicklungspotenzial.<br />
borstore.de, € 21,90<br />
•<br />
Királyudvar Tokaji Furmint Sec 2019<br />
Királyudvar Winery, Tarcal<br />
13,5 Vol.-%, NK. Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Mit kandierten Limettenzesten<br />
unterlegt weiße Kernobstnuancen, zart<br />
nach Birne und Walnuss, mineralisch, einladendes<br />
Bukett. Saftig, elegant, feine reife<br />
Frucht, dezente Süße im Kern, integrierter<br />
Säurebogen, bereits ausgewogen und<br />
gut entwickelt, ein Hauch von Feigen,<br />
zugänglicher Stil.<br />
weinco.at, € 21,95<br />
•<br />
Bott Judit Tokaji Furmint Csontos<br />
2019, Bott Pince, Bodrogkeresztúr<br />
14 Vol.-%, NK. Leuchtendes helles Goldgelb,<br />
Silberreflexe. Reife gelbe Birne, Nuancen<br />
von Quitten und Blütenhonig, zart<br />
nach frischen Wiesenkräutern, kandierte<br />
Orangenzesten. Saftig, gute Komplexität,<br />
weißes Kernobst, frischer Säurebogen, mineralisch-zitronig<br />
im Nachhall, gut entwickelt,<br />
Limetten im Rückgeschmack.<br />
weinkomplott.de, € 22,90<br />
•<br />
BIO Weninger Stein Furmint 2020<br />
Weninger Pincészet Sopron|Balf, Balf<br />
11,5 Vol.-%, NK. Leuchtendes Grüngelb, Silberreflexe.<br />
Zart rauchig-reduktive Kräuterwürze,<br />
weißes Kernobst unterlegt, nussiger<br />
Touch, ein Hauch von Feuerstein und<br />
Schiefer. Saftig, feiner Pfirsich, elegant, dezente<br />
fruchtige Süße, leichtfüßig und mineralisch<br />
im Abgang, salziger Nachhall,<br />
sehr gute Balance, vielseitig einsetzbar,<br />
mittlere Länge.<br />
vinocentral.de, € 24,–<br />
•<br />
BIO Weninger Soproni Steiner<br />
Furmint 2019<br />
Weninger Pincészet Sopron|Balf, Balf<br />
13 Vol.-%, NK. Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Zart nach Wiesenkräutern und frischen<br />
Orangenzesten, ein Hauch von Earl Grey-<br />
Bergamotte, etwas Brioche, zart nach<br />
Schiefer, eher verhaltenes Bukett. Mittlere<br />
Komplexität, reife Quitte, dezenter Blütenhonig,<br />
etwas weißer Pfirsich, integrierter<br />
Säurebogen, mineralisch-salzig im Abgang,<br />
zitroniger Nachhall, individuelle Aromatik.<br />
vinocentral.de, € 24,–<br />
•<br />
Majoros Tokaji Furmint Deák Basic<br />
Instincts 2011<br />
Majoros Birtok & Borbár, Tarcal<br />
11,5 Vol.-%, DV. Mittleres Grüngelb, Silberreflexe.<br />
Feine Reifenuancen nach Safran,<br />
gelbe Tropenfrucht, zart nach Maracuja,<br />
Mandarinenzesten und Blütenhonig,<br />
mineralisch unterlegt. Straff, leichtfüßig,<br />
weißer Pfirsich, frischer Säurebogen,<br />
etwas Papaya im Abgang, Salz und Honig<br />
im Nachhall, ein lebendiger, gut gereifter<br />
Speisenbegleiter.<br />
wagners-weinshop.com, € 29,50<br />
•<br />
Homonna Tokaji Furmint Határi<br />
2018, Attila Homonna, Erdőbénye<br />
13,5 Vol.-%, DIAM. Mittleres Grüngelb,<br />
Silberreflexe. Nuancen von reifer Birne,<br />
ein Hauch von gelber Tropenfrucht<br />
und Blütenhonig, zart nach kandierten<br />
Limettenzesten, floraler Touch. Stoffig,<br />
weißes Kernobst, feine, integrierte<br />
Säure, mineralisch und gut anhaftend,<br />
ein staubtrockener Speisenbegleiter,<br />
gelbe Frucht im Abgang, vielseitig einsetzbar,<br />
mittlere Länge, insgesamt<br />
etwas verhalten.<br />
vinocentral.de, € 45,–<br />
Alle Verkostungsnotizen<br />
online unter<br />
go.falstaff.com/tastingfurmint-<strong>2022</strong><br />
Fotos: Peter Moser<br />
284 falstaff aug <strong>2022</strong>
SEVEN SEALS<br />
DER GESCHMACK<br />
ENTSCHEIDET<br />
Exklusiv, gehaltvoll, innovativ und unvergleichlich genussreich –<br />
die Whiskys von Seven Seals überzeugen auf allen Linien.<br />
ADVERTORIAL Fotos: beigestellt<br />
Über Jahrtausende hat sich die<br />
Herstellung von Whisky – auch<br />
»Wasser des Lebens« genannt –<br />
entwickelt, wobei sie durch den<br />
technischen Fortschritt und wahre Meister<br />
dieses Kunsthandwerks stetig perfektioniert<br />
wurde. Die Schweizer Brennerei<br />
Seven Seals konnte in der Entwicklung der<br />
Whiskyherstellung einen weiteren Meilenstein<br />
setzen. Durch ein spezielles Fast-Forward-Finishing-Verfahren,<br />
getreu dem<br />
Motto »Es kommt nicht auf die Zeit an,<br />
sondern auf den Geschmack«, verringerte<br />
man kurzer hand die Reifezeit. Wie genau<br />
dies geschieht, ist ein geheimes Patent. Das<br />
Ergebnis ist ein unvergleichlicher Genuss.<br />
GENUSSVOLLE CLASSIC LINE<br />
Das Urgestein der Seven Seals Whiskys ist<br />
die Classic Line. Die Linie umfasst vier Produkte<br />
– den süßlichen Sherry, den runden<br />
Port und den getorften Peated Port Wood<br />
Finish. Mit 46 Volumenprozent sind alle<br />
drei Classics perfekt für einen gemütlichen<br />
Abend, um Whisky neat zu trinken, aber<br />
auch für einen Cocktail wie Old Fashioned.<br />
Gekrönt wird die Classic Line vom fassstarken<br />
Double Wood, der sogar prominente<br />
Whiskykenner wie Jim Murray überzeugt.<br />
Die edlen Tropfen nehmen den Whiskyliebhaber<br />
auf eine unvergesslich genussvolle<br />
Reise mit. Torf, Stärke und die charakteris-<br />
tische Vollmundigkeit eines Seven Seals<br />
Whiskys – das findet sich in einer Flasche.<br />
HIMMLISCHE ZODIAC LINE<br />
Gibt es etwas Vielfältigeres als Sternzeichen?<br />
Vom bulligen Stier über die zarte Jungfrau<br />
könnten die Charakteristiken nicht unterschiedlicher<br />
sein. Daher war es für Seven<br />
Seals klar, dass jeder Zodiac genau dies zeigen<br />
soll. Die »Seven Seals Zodiac«-Linie<br />
steht für die große Geschmacksvielfalt der<br />
Whiskys und die beeindruckenden Möglichkeiten<br />
des Fast-Forward-Finishing-Verfahrens.<br />
Das Resultat sind schmackhafte, starke<br />
und einzigartige Single Malt Whiskys. Die<br />
»Seven Seals Zodiacs« werden in limitierten<br />
Batches von 365 Flaschen abgefüllt.<br />
INFO<br />
Weitere Informationen unter<br />
7sealswhisky.at<br />
aug <strong>2022</strong> falstaff 285
tasting / TROPHY ROMAGNA<br />
ROMAGNA<br />
SANGIOVESE<br />
Sangiovese ist die wichtigste Rotweinsorte Italiens. Berühmt sind vor allem die Weine aus der<br />
Toskana. Aber auch auf der Nordseite des Apennins, in der Romagna, wird Sangiovese<br />
angebaut. Darunter sind einige sehr spannende Weine. Einige behaupten sogar, Sangiovese sei<br />
ursprünglich in der Romagna beheimatet gewesen und habe sich von hier aus verbreitet.<br />
TEXT OTHMAR KIEM NOTIZEN OTHMAR KIEM, SIMON STAFFLER<br />
Fotos: ermess / Shutterstock, Othmar Kiem<br />
286<br />
falstaff aug <strong>2022</strong>
A<br />
ls Romagna wird der östliche<br />
Teil der Region Emilia<br />
Romagna zwischen Bologna<br />
und dem Meer bei Rimini<br />
bezeichnet. Von der alten<br />
Römerstraße Via Emilia erstreckt sich der<br />
Weinbau über die Hügel hinauf. Dominierende<br />
Sorte ist Sangiovese, gut 60 Prozent<br />
der Rebflächen der Romagna sind damit<br />
bestockt, der Wein nennt sich Romagna<br />
Sangiovese, den es auch als Superiore und<br />
Riserva gibt. Rund die Hälfte des Weinbaus<br />
befindet sich in der Ebene, die andere<br />
Hälfte in Hügellage bis auf Höhen von 300<br />
Meter. Das Zentrum des Weinbaus liegt um<br />
die Orte Imola, Faenza, Forli, Cesena und<br />
im Hinterland von Rimini. Das Hügelgebiet<br />
wird in zwölf Unterzonen eingeteilt, von<br />
denen die bekanntesten Brisighella, Modigliana<br />
und Marzeno im Hinterland von<br />
Faenza sowie Predappio und Bertinoro im<br />
Hinterland von Forlì sind. Durch Böden<br />
und Klima – die Temperaturen in der<br />
Romagna sind milder als im Chianti –<br />
unterscheiden sich die Sangiovese-Weine<br />
der Romagna merklich von ihren Verwandten<br />
in der Toskana. Sie besitzen in der Regel<br />
etwas weniger Säure und weisen milderes<br />
Tannin auf. Während alle Welt von der Toskana<br />
spricht, steht die Romagna im Schatten.<br />
Das hat für den Weinliebhaber aber<br />
auch einen beachtlichen Vorteil: Romagna<br />
Sangiovese ist preislich deutlich günstiger.<br />
Das Herz von Cristina Geminiani schlägt<br />
für Sangiovese. Ihre Fattoria Zerbina auf<br />
den Hügeln hinter Faenza gilt schon lange<br />
als Leitbetrieb der Region. Cristina Geminianis<br />
Monografia Romagna Sangiovese<br />
Marzeno Riserva ist das Resultat jahrelanger<br />
Versuche und wurde 2016 erstmals<br />
abgefüllt. Die Trauben für den Monografia<br />
2017 entstammen einer Kleinlage von<br />
Sangiovese in Stockerziehung. Dieser Wein<br />
war unser klarer Favorit! Sergio Navacchio<br />
gründete in den 70er-Jahren das Weingut<br />
»Tre Monti«. Mittlerweile leiten seine<br />
Söhne Vittorio und David sowie sein Neffe<br />
Francesco das Weingut. Ihre Spitzenweine<br />
sind der verstorbenen Mama Thea gewidmet.<br />
Thea Rosso 2019 hat uns mit seiner<br />
Fülle und seiner Frucht begeistert. Er belegt<br />
den zweiten Platz. Der dritte Platz geht an<br />
den Vigna del Pruno aus der gleichnamigen<br />
Einzellage der Tenuta La Palazza, die sich<br />
seit gut 100 Jahren im Eigentum der<br />
Familie Drei Donà befindet. ><br />
PLATZ<br />
MONOGRAFIA /2 2017<br />
FATTORIA ZERBINA<br />
Getrocknete Rosen, Zedernholz,<br />
Leder, kompakt und saftig.<br />
Die Lagen um<br />
die Ortschaft<br />
Predappio sind<br />
bekannt für<br />
mineralische,<br />
stoffige<br />
Sangiovese.<br />
aug <strong>2022</strong> falstaff 287
tasting / TROPHY ROMAGNA<br />
94<br />
•<br />
Monografia /2 Romagna Sangiovese<br />
Marzeno Riserva DOC 2017<br />
Fattoria Zerbina, Faenza<br />
14,5 Vol.-%, Dunkles, elegantes Rubinrot,<br />
aufhellender Rand. Komplexe, einladende<br />
Nase, nach feinem Edelholz, dann<br />
reife Kirschen, Walderdbeeren, auch ein<br />
Hauch getrocknete rote Rosenblätter,<br />
Leder und Zedernholz im Nachhall. Am<br />
Gaumen engmaschig und kompakt,<br />
öffnet sich mit saftigem Unterton, schöne<br />
elegante rote Frucht, dunkle Kirsche<br />
und Brombeere, aktuell noch etwas von<br />
Holz gezeichnet, wird sich prächtig zusammenfügen,<br />
lange. zerbina.com, k. A.<br />
93<br />
•<br />
BIO Thea Romagna Sangiovese<br />
Superiore Riserva DOC 2019<br />
Tre Monti, Imola<br />
14,5 Vol.-%, Dunkles Rubinrot mit einem<br />
Tropfen Violett. In der Nase einladende<br />
harzige Töne, Tabak, Leder, im zweiten<br />
Nachhall Waldheidelbeeen, Bitterschokolade<br />
sowie etwas Erdbeermarmelade.<br />
Zeigt sich am Gaumen mit toller Ausgewogenheit<br />
und Saftigkeit, klare Frucht,<br />
spannt einen eleganten Bogen, hallt lange<br />
nach, macht viel Spaß.<br />
tremonti.it, € 22,–<br />
•<br />
Vigna del Pruno Romagna Sangiovese<br />
Superiore Riserva DOC 2018<br />
Drei Donà - Tenuta la Palazza, Forlì<br />
14,5 Vol.-%, Dunkles, elegantes Rubinrot.<br />
Öffnet sich mit feiner Würze in der Nase,<br />
dann satte Beerenfrucht, nach Nelken,<br />
im Nachhall Anklänge von Rumtopf und<br />
Amarenakirschen. Am Gaumen dicht und<br />
engmaschig, öffnet sich stoffig und<br />
präsent, tolles Extrakt, ohne dabei zu<br />
überladen zu wirken, im Nachhall noch<br />
junges Holztannin, weglegen und in ein<br />
paar Jahren voll genießen.<br />
dreidona.it<br />
€ 25,–<br />
92<br />
•<br />
Notturno Romagna Sangiovese<br />
Predappio DOC 2020<br />
Drei Donà - Tenuta la Palazza, Forlì<br />
14 Vol.-%, Dunkles Rubinrot. In der Nase<br />
nach Gewürznelken, Bitterschokolade,<br />
einem Hauch Pflaumenkompott und<br />
Amarenakirschen. Am Gaumen mit<br />
wuchtig-präsentem Eintritt, dunkle<br />
Würze und dunkle Frucht überfließen die<br />
Zunge, konzentriert und mit Druck, aber<br />
auch mit schöner Saftigkeit, aktuell noch<br />
sehr jung, wird sich gut entwickeln.<br />
dreidona.it<br />
€ 11,–<br />
•<br />
BIO Vitalba Romagna<br />
Albana DOCG 2021<br />
Tre Monti, Imola<br />
14,5 Vol.-%, Funkelndes, helles Bernstein.<br />
In der Nase zunächst feine Muskatnoten,<br />
dann geröstete Haselnuss, hat auch<br />
leicht harzigen Unterton, dann im Nachhall<br />
auf Orangen und getrocknete<br />
Marillen. Am Gaumen mit kühlem Kern<br />
und feinen Honignuancen, öffnet sich mit<br />
zartem Tannin, griffig, jedoch nicht<br />
störend, im Nachhall auch feine salzige<br />
Töne, mit Nachdruck.<br />
tremonti.it, € 22,–<br />
•<br />
Tauleto Sangiovese<br />
Rubicone IGT 2015<br />
Umberto Cesari, Castel San Pietro<br />
14 Vol.-%, Dunkles, dichtes Rubinrot mit<br />
dunklem Kern. In der Nase intensive<br />
Aromen von Malz, Kirsche, Pflaume und<br />
Rumtopf, Schokolade sowie Tabaknoten.<br />
Am Gaumen körperreich und gehaltvoll,<br />
ausgewogene Balance von Säure und<br />
Tannin, im stoffigen Nachhall mit<br />
spürbarem Holzeinsatz, auch schöne<br />
Saftigkeit, will noch reifen.<br />
umbertocesari.com, € 53,–<br />
91<br />
•<br />
Solano Romagna<br />
Sangiovese Superiore DOC 2020<br />
Podere La Berta, Brisighella<br />
13 Vol.-%, Leuchtendes Rubinrot mit<br />
aufhellendem Rand. In der Nase etwas<br />
verschlossen, dann von einer grünlichen<br />
Pfeffernote durchzogen, auch nach Leder<br />
und Amarenakirschen. Am Gaumen<br />
betont würzig, mit viel Schmelz und etwas<br />
weitmaschigem Tannin, aber auch<br />
schöner Saftigkeit im Finale.<br />
poderelaberta.com, € 7,50<br />
•<br />
BIO I Croppi Romagna<br />
Albana Secco DOCG 2021<br />
Celli, Bertinoro<br />
14 Vol.-%, Sattes Goldgelb, leicht moussierend.<br />
Duftet angenehm nach tropischen<br />
Früchten, nach Ananas und Mango,<br />
im Nachhall ein Touch Zitrusfrucht sowie<br />
leichte würzige Noten. Am Gaumen knochentrocken,<br />
frisch und saftig, zeigt salzigen<br />
Unterton, minimal austrocknend<br />
im Finish. celli-vini.com, € 9,–<br />
•<br />
Olmatello Romagna Sangiovese<br />
Superiore Riserva DOC 2019<br />
Podere La Berta, Brisighella<br />
13 Vol.-%, Leuchtendes Rubinrot. In der<br />
Nase zunächst etwas verhalten, zeigt<br />
dann deutlich würzige Komponenten,<br />
getrocknete Tomate, Kirsche, Geranie.<br />
Am Gaumen mit klarer Frucht und<br />
engem Tannin, zeigt schöne Saftigkeit<br />
bei frischem Verlauf, im Nachhall auf<br />
roten Beeren, aktuell noch jung.<br />
poderelaberta.com, € 13,50<br />
PLATZ<br />
THEA 2019 - TRE MONTI<br />
Waldheidelbeeren und Schokolade,<br />
ausgewogen und saftig.<br />
•<br />
Costa di Rose Sangiovese<br />
Rubicone Rosé IGT 2021<br />
Umberto Cesari, Castel San Pietro<br />
12,5 Vol.-%, Sehr helles Blassrosa. In der<br />
Nase nach Blaubeeren, Waldhimbeeren,<br />
und frischen Veilchen, im Nachhall Noten<br />
von Papaya, Honigmelone und Vollmilchschokolade.<br />
Knackige Frische am Gaumen,<br />
nimmt viel Platz ein, spannt sich samtig<br />
und mit klarem Druck über den Gaumen.<br />
umbertocesari.com<br />
€ 16,–<br />
•<br />
Rebola Colli di Rimini DOC 2021<br />
Enio Ottaviani<br />
San Giovanni in Marignano<br />
14 Vol.-%, Leuchtendes Strohgelb. Duftet<br />
in der Nase nach reifem Pfirsich und<br />
goldenem Apfel, hat im Nachhall feine<br />
Birnen-Nuancen sowie Bananenjoghurt.<br />
Am Gaumen mit schönem Fruchtkern und<br />
gut integrierter Saftigkeit, ausgewogen,<br />
endet im Finale mit vibrierendem Nerv.<br />
enioottaviani.it, € 16,–<br />
•<br />
Iko Romagna Sangiovese<br />
Superiore DOP 2018<br />
Tenute Tozzi<br />
Terra dei Gessi, Mezzano<br />
13,5 Vol.-%, Mittleres Rubinrot mit<br />
leichter Transparenz. In der Nase nach<br />
Maulbeere, Eukalyptus, Brombeere und<br />
roter Johannisbeere, zudem leichte<br />
Unterholzaromatik gepaart mit Würze.<br />
Am Gaumen elegant und saftig mit guter<br />
Balance zwischen Säure und Tannin,<br />
schöne Länge, feiner Druck.<br />
arianna.tarroni@tozzigreen.com<br />
€ 19,–<br />
•<br />
Amarcord d'un Ross Romagna<br />
Sangiovese Superiore Riserva DOC<br />
2019<br />
Trerè, Faenza<br />
14,5 Vol.-%, Helles Rubinrot mit mittlerer<br />
Transparenz und leicht aufhellenden<br />
Rändern. In der Nase Minze, Brombeere,<br />
rote Johannisbeere, Kirsche, Muskat und<br />
schwarzer Pfeffer. Am Gaumen elegant<br />
und harmonisch, schöne Säurestruktur,<br />
zeigt junges Tannin mit Reifepotenzial,<br />
kann auch etwas gekühlt genossen<br />
werden.<br />
morenatrere.com, € 20,–<br />
•<br />
Bursôn Longanesi Ravenna IGT<br />
2017<br />
Randi Vini, Fusignano<br />
14,5 Vol.-%, Dunkles Rubin mit Violett,<br />
fast undurchdringlich. In der Nase sehr<br />
fruchtbetont, gezuckerte Brombeeren,<br />
Veilchen, frischer Pflaumensaft, dann im<br />
Nachhall auf edle Würze-Noten, Gewürznelken<br />
und ein Hauch frisch gebackenes<br />
Schwarzbrot. Am Gaumen mit dunkler<br />
Frucht und feiner Würze, zeigt griffiges<br />
Tannin, spannungsgeladen, im Finale<br />
dann minimal nachtrocknend.<br />
randivini.it, € 25,–<br />
Fotos: Othmar Kiem<br />
288 falstaff aug <strong>2022</strong>
•<br />
BIO Romagna Sangiovese Superiore<br />
Riserva DOC 2018<br />
Bissoni, Bertinoro<br />
14,5 Vol.-%, Dunkles Rubinrot mit leicht<br />
aufhellendem Rand. In der Nase im Vordergrund<br />
getoastete Noten vom Holzausbau,<br />
Zuckerwatte, Wassermelone, Erdbeere,<br />
im Nachhall Johannisbeeren und<br />
ein Touch Minze. Wirkt am Gaumen sehr<br />
satt, gut eingebundene Tannine, auch gut<br />
ausbalanciert, saftig, balsamische Noten,<br />
im Finale mit Druck.<br />
vinibissoni.com, € 25,–<br />
•<br />
Predappio di Predappio Vigna del<br />
Generale Romagna Sangiovese<br />
Superiore Riserva DOC 2019<br />
Fattoria Nicolucci, Predappio<br />
14,5 Vol.-%, Aufhellendes Rubinrot.<br />
Öffnet sich schüchtern, in der Nase nach<br />
kaltem Rauch, dunklem Leder, Brombeeren<br />
und schwarzen Johannisbeeren,<br />
Pfeffer. Am Gaumen mit schöner<br />
Spannung, zeigt klare, rotbeerige Frucht,<br />
auch schöne Würze, im Finale minimal<br />
trocknend.<br />
vininicolucci.com, € 30,–<br />
•<br />
BIO Vigna Colecchio Romagna<br />
Sangiovese Bertinoro Riserva DOC<br />
2018<br />
Bissoni, Bertinoro<br />
14 Vol.-%, Sattes Rubinrot. In der Nase<br />
Nuancen von Brombeeren und Zwetschgen<br />
sowie Salbei, im Nachhall getoastete<br />
Noten vom Holzausbau. Am Gaumen gut<br />
ausbalanciert, mit fein cremigem Verlauf,<br />
zeigt viel Frucht sowie gut<br />
integriertes Tannin, im Finale lange.<br />
vinibissoni.com<br />
€ 42,–<br />
•<br />
Vigna Raggio Brusa Romagna<br />
Sangiovese Predappio Riserva DOC<br />
2018, Condé, Predappio<br />
14 Vol.-%, Mittleres, leuchtendes Rubinrot.<br />
In der Nase deutliche Röstaromen,<br />
fasswürzig, nach Brombeeren und<br />
Kirschen, leichter Siegellack und getrocknete<br />
Kräuter. Am Gaumen würzig<br />
und mundfüllend, mit präsenter Säure-<br />
Tannin-Struktur, will noch etwas<br />
gelagert werden.<br />
conde.it, € 60,–<br />
•<br />
Massera Merlot Forlì<br />
Rosso IGT 2015<br />
Condé, Predappio<br />
14,5 Vol.-%, Sattes Rubinrot mit leicht<br />
aufhellendem Rand. Intensiv und komplex<br />
in der Nase, erinnert an schwarzen<br />
Trüffel, Amarenakirsche und Rumtopf,<br />
im Nachhall satte balsamische und<br />
getoastete Noten vom Holzausbau. Am<br />
Gaumen mit kompaktem, dichtem Tannin,<br />
zeigt gewisse Frische und Saftigkeit,<br />
mit fruchtsüßem Schmelz, im Finale<br />
etwas unausgewogen mit sattem Druck.<br />
conde.it, € 125,–<br />
90<br />
•<br />
BIO Romagna Albana<br />
Passito DOCG 2018<br />
Bissoni, Bertinoro<br />
13 Vol.-%, Leuchtend Bernsteinfarben.<br />
Komplexe Nase, duftet nach gedörrten<br />
Marillen, Feigen und Datteln, im Nachhall<br />
Safran- und Honignoten, aber auch nach<br />
Siegellack. Am Gaumen mit feiner Süße,<br />
öffnet sich mundfüllend, leicht tanninhaltig,<br />
gleichzeitig mit feiner Frische und<br />
Saftigkeit, hallt schön nach.<br />
vinibissoni.com, k. A.<br />
•<br />
Bianco di Ceparano Romagna<br />
Albana Secco DOCG 2021<br />
Fattoria Zerbina, Faenza<br />
12 Vol.-%, Hell leuchtendes Strohgelb. In<br />
der Nase frische Kräuter, Minze, getrocknete<br />
Zitronenzesten, ein Hauch weiße<br />
Schokolade und weißer Pfirsich. Am<br />
Gaumen frisch und saftig, vertikal, mit<br />
animierender Säure und eleganter Bitternote<br />
bei mittlerer Länge, trinkt sich gut.<br />
zerbina.com, k. A.<br />
•<br />
Borgo dei Guidi Rubicone IGT 2018<br />
Poderi dal Nespoli<br />
Civitella di Romagna<br />
14,5 Vol.-%, Dunkles Rubinrot mit leicht<br />
aufhellenden Rändern. In der Nase intensiv<br />
duftend nach reifer Pflaume, dunkler<br />
Herzkirsche, schwarzem Pfeffer und<br />
dunkler Schokolade sowie Röstaromen.<br />
Am Gaumen gut integrierte Säure bei viel<br />
Süße, cremige Tanninstruktur, zeigt<br />
schöne Länge und harmonische Balance,<br />
im Finale auf süßlichen Nuancen.<br />
poderidalnespoli.com, € 19,–<br />
•<br />
Amarcord d'un Bianc Romagna<br />
Albana secco DOCG 2019<br />
Trerè, Faenza<br />
14 Vol.-%, Leuchtend, helles Bernstein.<br />
Sehr vielschichtige Nase mit Nuancen<br />
von reifer Marille und Pfirsich, dann<br />
Blutorangezesten sowie leicht vegetale<br />
Noten mit würzigem Touch. Am Gaumen<br />
trocken, mit gut integriertem Säurespiegel<br />
und feiner Saftigkeit, endet mit mittellangem<br />
Finale.<br />
morenatrere.com, € 20,–<br />
•<br />
Liano Chardonnay Sauvignon<br />
Blanc Rubicone IGT 2020<br />
Umberto Cesari, Castel San Pietro<br />
14 Vol.-%, Satt leuchtendes Strohgelb. In<br />
der Nase intensiver Duft nach Banane,<br />
Mango und reifer Ananas sowie Anklänge<br />
von Akazienhonig und weißer Schokolade.<br />
Am Gaumen saftig, angenehm frisch, ausgewogen,<br />
mit feinem, fruchtbetontem<br />
Nachklang von mittlerer Länge.<br />
umbertocesari.com, € 21,–<br />
•<br />
Colle del Re Romagna<br />
Albana Passito DOCG 2013<br />
PLATZ<br />
PRUNO 2018 - DREI DONÀ<br />
Rumtopf und Amarenakirschen,<br />
feine Würze, stoffig.<br />
Umberto Cesari Castel San Pietro<br />
14,5 Vol.-%, Intensives Bernstein. In der<br />
Nase Noten von gedörrter Marille, Pfirsich<br />
und Feigen, dann im Nachhall Nuancen<br />
von Akazienhonig, Ginster, Safran und<br />
gerösteten Haselnüssen, zudem Holzwürze.<br />
Am Gaumen süßer, strukturvoller<br />
Wein, wirkt mundfüllend, gewisse Saftigkeit,<br />
langanhaltend, endet auf deutliche<br />
Holznoten und weißer Schokolade.<br />
umbertocesari.com, € 22,50<br />
•<br />
Liano Sangiovese Cabernet<br />
Sauvignon Rubicone IGT 2019<br />
Umberto Cesari, Castel San Pietro<br />
14 Vol.-%, Rubinrot mit dunklem Kern und<br />
aufhellenden Rändern. In der Nase intensives<br />
Aroma nach dunklen Kirschen und<br />
Pflaumen, leichter Würze und Tabakaromatik.<br />
Am Gaumen mit malzig-süßlichen<br />
Aromen, satte Würze und Frucht, mit<br />
sattem Gewicht und leicht austrocknendem<br />
Tannin im Abgang.<br />
umbertocesari.com, € 27,50<br />
89<br />
•<br />
Dogheria Pinot Bianco<br />
Rubicone IGT 2021<br />
Poderi dal Nespoli<br />
Civitella di Romagna<br />
12,5 Vol.-%, Helles Strohgelb mit<br />
grünlichen Reflexen. In der Nase<br />
Nuancen von grüner Birne und Apfel,<br />
dann würzige Aromen von Rosmarin<br />
und Salbei. Am Gaumen frisch und<br />
saftig, knackig, aber auch sehr einfach.<br />
poderidalnespoli.com, € 12,–<br />
•<br />
Prugneto Romagna Sangiovese<br />
Superiore DOC 2020<br />
Poderi dal Nespoli<br />
Civitella di Romagna<br />
13,5 Vol.-%, Leuchtendes Violett-Rubin.<br />
In der Nase präzise Töne von Pflaumen,<br />
Brombeeren und Kirschen, im Nachhall<br />
nach Veilchen. Am Gaumen jung, feine<br />
Textur, hat gewisse Saftigkeit, würziger<br />
Nachhall mit mittellangem Finale.<br />
poderidalnespoli.com, € 12,–<br />
•<br />
Tre Rocche Romagna Sangiovese<br />
Superiore DOC 2021<br />
Fattoria Nicolucci, Predappio<br />
14 Vol.-%, Mittleres Rubinrot mit leicht<br />
aufhellenden Rändern. In der Nase<br />
Aromen von Erdbeere, Himbeere und<br />
Kirsche sowie Gewürznoten. Am Gaumen<br />
saftige Säure, mittlerer Körper und leicht<br />
austrocknendes Tannin.<br />
vininicolucci.com, € 14,–<br />
Alle Verkostungsnotizen<br />
online unter<br />
go.falstaff.com/romagnatrophy-22<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
289
tasting / SIZILIEN-TROPHY<br />
FRUCHT UND<br />
FINESSE<br />
Sizilien und seine Weine können immer wieder begeistern. Dank akkurater<br />
Weinbergarbeit und moderner Kühltechnik ist die Zeit barocker und<br />
brandiger Südweine überwunden. Es dominieren frische Frucht, Präzision<br />
und Finesse. Und das gilt nicht nur für die begehrten Weine vom Ätna.<br />
TEXT OTHMAR KIEM NOTIZEN OTHMAR KIEM, SIMON STAFFLER<br />
Foto: Shutterstock<br />
290 falstaff aug <strong>2022</strong>
Faszinierender Meerblick:<br />
Weingärten im<br />
Naturpark Zingaro .<br />
Der Ätna ist in letzter Zeit bei<br />
Weinliebhabern auf aller Welt<br />
ein Thema. Nicht weil er der<br />
höchste aktive Vulkan Europas<br />
ist und mit seiner Rauchund<br />
Staubfahne immer wieder den Flugverkehr<br />
in Catania lahmlegt, sondern wegen<br />
der Weine, die an seinen Hängen gedeihen.<br />
Die Weine, die in Höhenlagen von 400 bis<br />
1000 Metern angebaut werden, sind so<br />
völlig anders als alle übrigen Weine Siziliens.<br />
Die Weißweine, zumeist Cuvées aus<br />
Carricante mit Beigaben von Catarratto<br />
und Minella, sind salzig und zeigen spürbare<br />
Säure. Die Rotweine aus der lokalen<br />
Sorte Nerello Mascalese, reinsortig oder<br />
mit einer kleinen Beigabe von Nerello<br />
Cappuccio, sind hellfarben, zeigen straffes<br />
Tannin und knackige Säure. Trotzdem sind<br />
das die Weine, mit denen der Weinkontinent<br />
Sizilien in den letzten Jahren am meisten<br />
trumpfen kann. Weinliebhaber reißen<br />
sich regelrecht um Abfüllungen in kleinen<br />
Mengen aus begrenzten Einzellagen. Dabei<br />
ist das Weinbaugebiet Ätna mit seinen<br />
knapp 1000 Hektar nur ein kleiner Tropfen<br />
in der großen Weinvielfalt Siziliens. Insgesamt<br />
erstrecken sich die Weingärten Siziliens<br />
auf 98.000 Hektar. Ein wahrer Wein-<br />
Koloss! Nicht nur am Ätna, auch auf den<br />
übrigen Gebieten der Wein-Insel hat sich<br />
viel getan. Statt opulenter Fülle und üppigem<br />
Alkohol dominieren nun zunehmend<br />
frische, klare Frucht und Finesse. Unter den<br />
Rotweinen ist Nero d’Avola die angesagte<br />
Sorte. Ursprünglich stammt sie aus der Ortschaft<br />
Avola im Südosten der Insel und hat<br />
sich von dort über die gesamte Insel verbreitet.<br />
Je nach Lage, Gebiet und Ausbau<br />
bringt sie verschiedene Nuancen hervor.<br />
Gemeinsamer Nenner ist stets die dunkle,<br />
rubinviolette Farbe, eine Nase nach dunkler<br />
Beerenfrucht, gepaart mit leicht harzigen<br />
Noten, sowie am Gaumen griffiges Tannin<br />
und erstaunlich hohe Säure, die dem Wein<br />
guten Trinkfluss verleiht. Bei den Weißweinen<br />
hat sich Grillo unter der Bezeichnung<br />
Sicilia DOC zu einem wahren Exportschlager<br />
entwickelt. Grillo behält auch bei hoher<br />
Reife sehr gute Säurewerte und kann gut<br />
reifen. In den vergangenen Jahren gab es<br />
vermehrt auch spannende Weine auf der<br />
Basis von Catarratto, den manche schon als<br />
den Chardonnay Siziliens sehen.<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
291
tasting / SIZILIEN-TROPHY<br />
Carricante ist die<br />
wichtigste Sorte für die<br />
Weißweine vom Ätna.<br />
SIZILIEN<br />
WEISSWEINE<br />
PLATZ<br />
BEN RYÉ 2020<br />
DONNAFUGATA<br />
Nach Orangenzesten, Bergamotte<br />
und getrockneten Marillen, tolles<br />
Spiel zwischen Süße und Frische.<br />
Bei den besten Weißweinen<br />
zeigt sich die<br />
ganze Vielfalt Siziliens.<br />
Der Reigen<br />
reicht vom herrlich<br />
süßen Ben Ryé von Donnafugata<br />
über einen wunderbar komplexen<br />
trockenen Marsala Vergine<br />
von Florio (steht da eine<br />
Renaissance an?) bis zum knackig-frischen<br />
A’Puddara von<br />
Tenuta di Fessina am Ätna.<br />
94<br />
Weißweine<br />
•<br />
Ben Ryé Passito di Pantelleria DOC<br />
2020, Donnafugata, Marsala<br />
14,5 Vol.-%, NK. Kraftvoll leuchtendes<br />
Bernstein, leicht rötliche Nuancen. Intensive<br />
und einladende Nase mit Noten nach<br />
Orangenzesten und Bergamotte, viel getrocknete<br />
Marille, etwas Feige. Am Gaumen<br />
tolles Spiel zwischen Süße und frischer<br />
Säure, nach Marille, Orangenblüte<br />
und Feige, im Finale lange und klar.<br />
donnafugata.it, € 56,–<br />
•<br />
VR1003 Marsala Vergine Riserva<br />
DOC 2003<br />
Florio, Marsala<br />
19 Vol.-%, PK. Kraftvoll leuchtendes, intensives<br />
Bernstein. Vielschichtig in der<br />
Nase, intensive Noten nach Datteln und<br />
Feigen, etwas Rauch, heller Tabak und<br />
Marille. Am Gaumen Noten nach Wachs<br />
und Bienenwabe, breitet sich gut aus, viel<br />
getrocknete Feigen, zugleich auch betont<br />
salzige Noten, wirkt ausgewogen, angenehm<br />
trocken, schwingt sehr lange nach.<br />
duca.it, € 75,–<br />
93<br />
•<br />
BIO A’Puddara Etna Bianco DOC<br />
2020, Tenuta di Fessina<br />
Castiglione di Sicilia<br />
12,5 Vol.-%, NK. Funkelndes, helles Strohgelb<br />
mit grünen Noten. Ansprechende<br />
Nase mit Noten nach Mango, Salzzitrone<br />
und Ginster. Am Gaumen gute Spannung,<br />
zeigt im Verlauf feine Zitrusnoten, etwas<br />
weißer Pfirsich, saftig, gutes Potenzial.<br />
tenutadifessina.com, € 40,–<br />
•<br />
VR0308 Marsala Vergine Riserva<br />
DOC 2008<br />
Florio, Marsala<br />
18,5 Vol.-%, PK. Leuchtendes, helles<br />
Bernstein. Spannend und vielschichtig in<br />
der Nase, nach Orangenschale, Salzman-<br />
Fotos: Shutterstock, Othmar Kiem<br />
292 falstaff aug <strong>2022</strong>
deln, frischer Dattel, goldener Apfel, etwas<br />
Jod. Im vorderen Verlauf mittleres<br />
Gewicht, gewinnt dann zunehmend an<br />
Fülle, auch da wieder viel Salzmandeln,<br />
heller Tabak, getrocknete Feige, klar und<br />
staubtrocken, langer Nachhall, salzig!<br />
duca.it, € 43,–<br />
•<br />
Contrada PC Terre Siciliane IGT<br />
2020<br />
Passopisciaro – Vini Franchetti<br />
Castiglione di Sicilia<br />
13 Vol.-%, NK. Glänzendes helles Strohgelb<br />
mit silbernen Reflexen. Eröffnet mit<br />
Noten nach Feuerstein, dann nach frischem<br />
Apfel, Birne und etwas Kapern.<br />
Am Gaumen gute Spannung, sehr saftig,<br />
zeigt gut herausgearbeitete Frucht,<br />
langer Nachhall.<br />
vinifranchetti.com, € 65,–<br />
92<br />
•<br />
Lalùci Grillo Sicilia DOC 2021<br />
Baglio del Cristo di Campobello<br />
Campobello di Licata<br />
13,5 Vol.-%, DIAM. Helles Zitronengelb<br />
mit grünen Reflexen. In der Nase intensiver<br />
Duft nach gelber Frucht, Banane und<br />
leicht nussig. Am Gaumen ausgewogen<br />
und saftig, mit schöner Säure und<br />
Mineralität sowie kompaktem Körper und<br />
langem Nachhall.<br />
cristodicampobello.it, € 18,–<br />
•<br />
Etna Bianco Superiore DOC 2020<br />
Barone di Villagrande, Milo<br />
13 Vol.-%, DIAM. Strahlendes Strohgelb<br />
mit grünlichen Reflexen. In der Nase eher<br />
verhalten, duftet nach weißem Pfirsich<br />
und Orangenzesten im Nachhall Anklänge<br />
von Lindenblüten und Zitrusfrüchten.<br />
Am Gaumen saftig und frisch, mit tollem<br />
Säurespektrum, gut ausbalanciert, mit<br />
langem und mineralischem Nachhall.<br />
villagrande.it, € 18,–<br />
•<br />
BIO Grillo Vigna di Mandranova<br />
Sicilia DOC 2021<br />
Alessandro di Camporeale<br />
Camporeale<br />
13 Vol.-%, KK. Hell leuchtendes Strohgelb<br />
mit grünen Reflexen. In der Nase Aromen<br />
von Holunderblüten und grünem Apfel,<br />
Zitronenzesten und leicht laktischen Noten.<br />
Am Gaumen saftig, mit animierender<br />
Säure, schönem Trinkfluss und langem<br />
Finale.<br />
alessandrodicamporeale.it, € 20,–<br />
•<br />
BIO Monreale Bianco Vigna di<br />
Mandranova Sicilia DOC 2020<br />
Alessandro di Camporeale<br />
Camporeale<br />
12,5 Vol.-%, NK. Leuchtend helles Strohgelb.<br />
In der Nase reifer Pfirsich und Quitte,<br />
sowie weiße Blüten und Kräuteraromen.<br />
Frischer Spannungsbogen, lebhafte<br />
Säure und tolle Saftigkeit, sehr präzise<br />
und animierend mit schönem Trinkfluss,<br />
hallt lange nach.<br />
alessandrodicamporeale.it, € 25,–<br />
•<br />
BIO Trainara Etna Bianco DOC<br />
2020<br />
Generazione Alessandro<br />
Linguaglossa<br />
12,5 Vol.-%, NK. Helles Strohgelb mit ausgeprägt<br />
grünen Nuancen. Eröffnet in der<br />
Nase mit Noten nach Meer und Gischt,<br />
dann etwas Zitrone und grüner Apfel. Am<br />
Gaumen sehr gute Spannung, zeigt rassige<br />
Säure, die dem Wein aber gut steht, im<br />
Finale betont salzige Noten.<br />
generazionealessandro.it, € 27,–<br />
•<br />
Passobianco Terre Siciliane IGT<br />
2020<br />
Passopisciaro – Vini Franchetti<br />
Castiglione di Sicilia<br />
13 Vol.-%, NK. Helles, funkelndes Strohgelb.<br />
Offene und fein gezeichnete Nase<br />
mit Noten nach Marille und Melone, im<br />
Hintergrund etwas Grapefruit. Am<br />
Gaumen rund und geschmeidig, breitet<br />
sich mit cremigem Schmelz aus,<br />
geschmeidig, im Finale viel Marille.<br />
vinifranchetti.com, € 30,–<br />
•<br />
SR2715 Marsala Semisecco<br />
Superiore Riserva DOC 2015<br />
Florio, Marsala<br />
19 Vol.-%, PK. Kraftvolles, dunkles Kupfer.<br />
Eröffnet in der Nase mit Noten nach Rumtopf,<br />
etwas Leinölfirnis, geröstete Kaffeebohnen,<br />
dunkler Tabak und getrocknete<br />
Marillen. Am Gaumen fein abgestimmte<br />
Süße, nach Haselnusstorte und Brioche,<br />
schwingt lange nach, schön ausgewogen<br />
zwischen Süße und Saftigkeit.<br />
duca.it, € 35,–<br />
•<br />
Bianca di Valguarnera Insolia Terre<br />
Siciliane IGT 2019<br />
Duca di Salaparuta, Marsala<br />
13 Vol.-%, NK. Sattes Goldgelb. In der<br />
Nase Noten von tropischen Früchten und<br />
von Zitronenzesten, im Nachhall ein<br />
Touch Vanille und weiße Schokolade vom<br />
Holzausbau sowie eine kräutrige Note<br />
nach mediterraner Macchia. Am Gaumen<br />
mundfüllend und weich, leicht tanninhaltig,<br />
beachtliches Finale, sollte aus einem<br />
Burgunderglas genossen werden.<br />
duca.it, € 37,50<br />
•<br />
SR0207 Marsala Semisecco<br />
Superiore Riserva DOC 2007<br />
Florio, Marsala<br />
19 Vol.-%, PK. Funkelndes, dunkles Bernstein<br />
mit Tendenz zu Kupfer. Intensive<br />
und vielschichtige Nase, duftet nach<br />
Salzmandeln, schwarzen Nüssen, nassem<br />
Laub und Melasse, auch etwas Dattel.<br />
Rund und ausgewogen am Gaumen,<br />
schönes Spiel zwischen Süße, Körper und<br />
Alkohol, wirkt wie aus einem Guss, hallt<br />
PLATZ<br />
MARSALA VERGINE 2003<br />
FLORIO<br />
Nach Bienenwachs und Marille,<br />
salzig und angenehm trocken.<br />
lange nach, nach Haselnussgebäck und<br />
Brioche.<br />
duca.it, € 57,–<br />
91<br />
•<br />
BIO Kebrilla Grillo Sicilia DOC 2021<br />
Cantine Fina, Marsala<br />
13,5 Vol.-%, KK. Strohgelb mit grünlichen<br />
Reflexen. Duftet nach Stachelbeere,<br />
Holunderblüten und Eisbonbon. Am Gaumen<br />
zunächst leicht cremig, einladend,<br />
mit ausgewogener Säure, feine Salzigkeit,<br />
sehr schöne Preis-Leistung.<br />
cantinefina.it, € 9,50<br />
•<br />
BIO Fondo Filara Grillo Sicilia DOC<br />
2021<br />
Nicosia, Trecastagni<br />
13 Vol.-%, PK. Intensiv leuchtendes Strohgelb.<br />
In der Nase satter Duft nach Kräuter,<br />
Zitrone und weißen Blüten. Am Gaumen<br />
mit viel Druck, Zug und Saftigkeit,<br />
zieht sich bis zum Ende fein über den<br />
Gaumen, mit langem Finale.<br />
cantinenicosia.it, € 9,50<br />
•<br />
Fileno Grillo Sicilia DOC 2021<br />
CVA Canicattì, Canicattì<br />
13 Vol.-%, KK. Noten von frischem Apfel<br />
und Steinobst, im Nachhall Anklänge von<br />
weißen Blüten. Am Gaumen fruchtbetont,<br />
frisch und saftig, zeigt sich gut<br />
PLATZ<br />
A’ PUDDARA 2020<br />
TENUTA DI FESSINA<br />
Mango, Salzzitrone und Ginster,<br />
gute Spannung.<br />
ausbalanciert, lang anhaltendes Finale.<br />
cvacanicatti.it, € 10,–<br />
•<br />
Grillo Sicilia DOC 2021<br />
Feudo Disisa, Palermo<br />
12,5 Vol.-%, KK. Nach mediterraner Macchia,<br />
dann Noten von frischen Birnen und<br />
Zitrusfrüchten. Am Gaumen mit sehr<br />
knackiger Säure, salzig und gut ausbalanciert,<br />
animiert zum Trinken,<br />
salziger Abgang.<br />
feudodisisa.it, € 10,–<br />
•<br />
Olli Grillo Sicilia DOC 2021<br />
Feudo Maccari, Noto<br />
13 Vol.-%, DIAM. Intensiver Duft nach<br />
Kräutern, weißem Pfirsich, Zitrusfrucht<br />
und Holunderblüten. Am Gaumen frisch,<br />
mit straffem Zug und angenehmer<br />
Saftigkeit, sowie frischem und<br />
minz betontem Finale.<br />
feudomaccari.it, € 11,50<br />
•<br />
Sentiero del Vento Vermentino<br />
Terre Siciliane IGT 2021<br />
Duca di Salaparuta, Marsala<br />
13 Vol.-%, NK. Noten von Zitrusfrüchten<br />
und frischen Äpfeln, im Nachhall Zitronenverbene<br />
und ein Touch Feuerstein.<br />
Wirkt am Gaumen sehr frisch und saftig,<br />
geht mit Zug über die Zunge, animiert<br />
zum Trunk, endet mit leicht cremigem<br />
und kräutrigem Finale.<br />
duca.it, € 12,–<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
293
tasting / SIZILIEN-TROPHY<br />
Nerello Cappuccio ist in<br />
vielen Rotweinen vom Ätna<br />
der Juniorpartner zum<br />
Nerello Mascalese.<br />
SIZILIEN<br />
ROTWEINE<br />
PLATZ<br />
CONTRADA G 2020<br />
PASSOPISCIARO<br />
Nach reifen Kirschen, Himbeeren,<br />
Granatapfel und kaltem Rauch;<br />
finessenreich und geschliffen.<br />
A<br />
ndrea Franchetti<br />
verstarb im vergangen<br />
Jahr. Mit<br />
2020 aber hat er<br />
ein großartiges<br />
Vermächtnis hinterlassen. Am<br />
besten gefiel uns dieses Mal der<br />
Contrada G, ein reinsortiger<br />
Nerello Mascalese aus hohen<br />
Lagen. Dahinter folgen sein<br />
Franchetti und der große Klassiker<br />
Rosso del Conte von Tasca.<br />
97<br />
•<br />
Rotweine<br />
Contrada G Terre Siciliane IGT<br />
2020, Passopisciaro – Vini Franchetti<br />
Castiglione di Sicilia<br />
15 Vol.-%, NK. Elegantes Rubinrot mit<br />
funkelndem Kern und aufhellendem<br />
Rand. In der Nase elegant und einladend,<br />
nach reifen Kirschen, Minze, kaltem<br />
Rauch, dann wieder reife Himbeeren,<br />
Granatapfel und Blutorange, verführerisch.<br />
Am Gaumen geschliffen und kompakt,<br />
öffnet sich langsam und in vielen<br />
Schichten, äußerst finessenreich und mit<br />
salzigem, langem Ausklang.<br />
vinifranchetti.com, € 65,–<br />
96<br />
•<br />
Franchetti Terre Sicliane IGT 2020<br />
Passopisciaro – Vini Franchetti<br />
Castiglione di Sicilia<br />
15,5 Vol.-%, NK. Dunkles Rubinrot mit<br />
zart aufhellendem Rand. Nach reifen<br />
Herzkirschen, gepaart mit kaltem<br />
Rauch, Maulbeeren, sowie frisch gerösteter<br />
Kaffee und ein Hauch Ras-El-Hanout.<br />
Am Gaumen geschliffen und kompakt,<br />
öffnet sich saftigem Tannin, druckvoll<br />
und mit viel Finesse, kommt ständig<br />
wieder, dicht, lange und ausgewogen.<br />
vinifranchetti.com, € 140,–<br />
95<br />
•<br />
Rosso del Conte Sicilia DOC 2017<br />
Tasca d’Almerita, Castiglione di Sicilia<br />
14,5 Vol.-%, NK. Elegant leuchtendes<br />
Rubinrot mit zart aufhellendem Rand.<br />
Spannende und einladende Nase nach<br />
reifen Himbeeren, Walderdbeeren, ein<br />
Hauch Holunderbeeren, dann nach Minze<br />
und Salbei, zart nach Eisen. Am Gaumen<br />
kompakt und mit engmaschig-salzigem<br />
Tannin, spannt sich hervorragend auf,<br />
leicht harzig-fruchtiger Unterton, fines-<br />
Fotos: Shutterstock, Othmar Kiem<br />
294 falstaff aug <strong>2022</strong>
Will neue Märkte erschließen.<br />
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tasting / SIZILIEN-TROPHY<br />
senreich und lange.<br />
tascadalmerita.it, € 42,–<br />
•<br />
Vigna San Francesco Cabernet<br />
Sauvignon Sicilia DOC 2018<br />
Tasca d’Almerita, Castiglione di Sicilia<br />
14 Vol.-%, NK. Leuchtendes, elegantes<br />
Rubinrot. In der Nase präzise nach Holunderbeeren<br />
und Cassis, edle Note nach<br />
grüner Paprika und einem Anklang vom<br />
Efeu, im Nachhall nach Preiselbeermarmelade<br />
und edler Würze, vielschichtig.<br />
Am Gaumen ausgewogen mit tollem<br />
Spiel zwischen Frucht, Würze und Tannin,<br />
auch sehr saftig, auf Anis im Nachhall,<br />
lange und komplex, sehr gut gelungen.<br />
tascadalmerita.it, € 37,50<br />
94<br />
•<br />
BIO Vrucara Nero d’Avola Sicilia<br />
DOC 2018<br />
Feudo Montoni, Cammarata<br />
14 Vol.-%, NK. Elegantes, leuchtendes Rubinrot.<br />
Einladende Nase, nach getrockneten<br />
Hagebutten, reifen Kirschen, feinen<br />
harzigen Nuancen, sowie deutlich nach<br />
Rooibos. Am Gaumen sehr ausgewogen<br />
und mit klarem Fruchtkern, saftig und<br />
kompakt, spannt sich mit balsamischen<br />
Nuancen über die Zunge, strahlend,<br />
prächtig.<br />
feudomontoni.it, € 25,–<br />
•<br />
Maharis Syrah Sicilia DOC 2019<br />
Feudo Maccari, Noto<br />
14,5 Vol.-%, KK. Leuchtendes Rubinrot.<br />
Eröffnet die Nase auf kalten Rauch, dann<br />
frisch gemahlener Kaffee, Brombeeren,<br />
Preiselbeeren sowie getrocknetes Rosenblatt<br />
und grüner Pfeffer. Am Gaumen mit<br />
tollem Schmelz, öffnet sich präsent und<br />
klar, zeigt auch feine Süße, im Finale lange<br />
und mit saftig-salzigem Nachdruck.<br />
feudomaccari.it, € 31,–<br />
•<br />
BIO Il Musmeci Etna Rosso DOC<br />
2018, Tenuta di Fessina<br />
Castiglione di Sicilia<br />
13,5 Vol.-%, NK. Funkelndes, mitteldichtes<br />
Rubin. Ansprechende und fein gezeichnete<br />
Nase mit Noten nach Rhabarber,<br />
Erdbeere, frische Himbeere, etwas<br />
Siegellack im Hintergrund. Salzig und<br />
saftig am Gaumen, breitet sich mit feiner<br />
Frucht aus, viel feinmaschiges Tannin,<br />
klar und geradlinig, salziges Finale.<br />
tenutadifessina.com, € 40,–<br />
•<br />
Duca Enrico Nero d’Avola Terre<br />
Siciliane IGT 2018<br />
Duca di Salaparuta, Marsala<br />
14,5 Vol.-%, NK. Dunkel leuchtendes<br />
Rubinrot. Fruchtbetonte Nase mit zart<br />
floralen Anklängen, nach saftigen Brombeeren,<br />
Cassis sowie ein Hauch Schwarzbrot,<br />
dann Nugat und getrocknetes Rosenblatt.<br />
Am Gaumen sehr saftig und<br />
sehr fruchtbetont, ohne dabei seine<br />
Spannung zu vermissen, kommt in vielen<br />
Schichten daher, im Finale auf eleganten<br />
Beerennuancen.<br />
duca.it, € 59,–<br />
93<br />
•<br />
Contesa dei Venti Nero D’Avola<br />
Vittoria DOC 2020<br />
Donnafugata, Marsala<br />
13 Vol.-%, KK. Helles Rubinrot mit leicht<br />
aufhellendem Rand. In der Nase fruchtbetont,<br />
nach roten Waldbeeren und Kirschen,<br />
floral nach Lavendelblüten und<br />
Veilchen, im Nachhall ein Touch Würze.<br />
Am Gaumen filigran, frisch und saftig,<br />
mit gut eingebundenem Tannin sowie<br />
langem und elegantem Finale.<br />
donnafugata.it, € 16,–<br />
•<br />
Contrada Pianodario Etna Rosso<br />
DOC 2019, Tasca d’Almerita<br />
Castiglione di Sicilia<br />
13 Vol.-%, NK. Sehr helles Kirschrot mit<br />
funkelndem Kern und aufhellendem<br />
Rand. Zeigt in der Nase feine junge<br />
Kirschfrucht, gepaart mit leicht vegetalen<br />
Nuancen, ein Hauch kalter Rauch und<br />
Blutorangen runden das Bukett ab. Zeigt<br />
sich am Gaumen sehr ausgewogen und<br />
mit geschliffenem Tannin, klare und<br />
strahlende rote Beerenfrucht, unterlegt<br />
von feinen salzigen Noten, lange und<br />
finessenreich.<br />
tascadalmerita.it, € 39,–<br />
•<br />
Contrada Zottorinoto Etna Rosso<br />
Riserva DOC 2017<br />
Cottanera, Castiglione di Sicilia<br />
14 Vol.-%, NK. Funkelndes Rubin mit aufhellendem<br />
Rand. Intensive und ansprechende<br />
Nase mit feinen Noten nach<br />
dunklen Himbeeren, etwas Zwetschge<br />
und feine Kräuterwürze. Am Gaumen fest<br />
und zupackend, öffnet sich mit viel feinmaschigem,<br />
präsentem Tannin, ausbalanciert<br />
und lange, salzig im Nachhall.<br />
cottanera.it, € 100,–<br />
92<br />
•<br />
BIO Don Pietro Rosso Terre Siciliane<br />
IGT 2019, Spadafora, Palermo<br />
14 Vol.-%, KK. Vegetale Noten, nachTomatenblatt,<br />
dann Himbeeren und getrocknete<br />
Waldfrüchte, im Nachhall ein Hauch<br />
Pfeffer. Am Gaumen mundfüllend und<br />
saftig, zeigt Noten von Cassis und Pfeffer,<br />
eng gewoben, mit würzigem Tannin, hat<br />
viel Charakter, sollte dekantiert werden,<br />
mit viel Druck. spadafora.com, € 15,–<br />
•<br />
Adènzia Rosso Sicilia DOC 2019<br />
PLATZ<br />
FRANCHETTI 2020<br />
PASSOPISCIARO<br />
Geschliffen und kompakt, öffnet<br />
sich mit saftigem Tannin.<br />
Baglio del Cristo di Campobello,<br />
Campobello di Licata<br />
14 Vol.-%, DIAM. Intensiv nach Waldbeeren,<br />
Bitterschokolade und Anklängen an<br />
Veilchen, im Nachhall feine Würze. Am<br />
Gaumen sehr fruchtbetont, gut integrierter<br />
Gerbstoff, dicht und kompakt mit satter<br />
Länge. cristodicampobello.it, € 16,–<br />
•<br />
BIO Vurria Nero d’Avola Sicilia DOC<br />
2020 Di Giovanna<br />
Sambuca Di Sicilia<br />
13,5 Vol.-%, DIAM. In der Nase Kirschen<br />
und Erdbeeren sowie vegetale Anklänge<br />
und etwas Zedernholz. Am Gaumen feine<br />
Würze und deutliche Fruchtnoten, guter<br />
Trinkfluss, sehr stimmig und aktuell noch<br />
mit etwas jugendlichem Gerbstoff.<br />
di-giovanna.com, € 16,–<br />
•<br />
BIO Cerasuolo di Vittoria Classico<br />
DOCG 2019<br />
Valle dell’Acate, Acate<br />
13 Vol.-%, DIAM. Klare und präzise Nase,<br />
satt nach reifen Erdbeeren und Blutorangen,<br />
etwas Würze im Hintergrund.<br />
Am Gaumen frisch und saftig, mit gut<br />
eingebundenem Gerbstoff, mittellanges,<br />
animierendes Finale.<br />
valledellacate.com, € 18,–<br />
•<br />
BIO Kaid Syrah Sicilia DOC 2019<br />
PLATZ<br />
ROSSO DEL CONTE 2017<br />
TASCA D’ALMERITA<br />
Nach Himbeeren und Walderdbeeren,<br />
Minze und Salbei.<br />
Alessandro di Camporeale<br />
Camporeale<br />
14 Vol.-%, NK. Im Vordergrund leichte<br />
pfeffrige Note, fruchtig nach reifer Amarenakirsche<br />
und Waldbeeren, im Nachhall<br />
ein feiner balsamischer Touch. Am<br />
Gaumen mit frischem Fruchtkern und<br />
feinem Gerbstoff, harmonisch und gut<br />
ausbalanciert, feines Finale.<br />
alessandrodicamporeale.it, € 25,–<br />
•<br />
Contrada Diciassettesalme Etna<br />
Rosso DOC 2020<br />
Cottanera, Castiglione di Sicilia<br />
13,5 Vol.-%, NK. Zu Beginn etwas reduktiv,<br />
dann kalter Rauch, fast schon speckig, im<br />
Nachhall nach Geranien. Am Gaumen<br />
dicht und sehr saftig, zeigt auch feine<br />
fruchtsüße Komponenten, wirkt im<br />
hinteren Bereich schön geschliffen,<br />
endet saftig-salzig.<br />
cottanera.it, € 25,–<br />
•<br />
BIO Croceferro Etna Rosso DOC<br />
2020<br />
Generazione Alessandro,<br />
Linguaglossa<br />
13 Vol.-%, NK. Zu Beginn metallisch, dann<br />
rote Früchte wie Himbeeren und rote Johannisbeeren,<br />
im Nachhall etwas Minze.<br />
Am Gaumen frisch und saftig, guter<br />
Trinkfluss, schöner Spannungsbogen mit<br />
feinem Finale.<br />
generazionealessandro.it, € 25,–<br />
Alle Verkostungsnotizen<br />
online unter<br />
go.falstaff.com/sizilientrophy-<strong>2022</strong><br />
Fotos: Othmar Kiem<br />
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<strong>Falstaff</strong> <strong>Österreich</strong>: 45.900 Exemplare (ÖAK 2. HJ / 2021)<br />
<strong>Falstaff</strong> Deutschland: 69.352 Exemplare (IVW II / <strong>2022</strong>)<br />
<strong>Falstaff</strong> Schweiz: 25.000 Exemplare<br />
GESELLSCHAFTER DER FALSTAFF VERLAGS-GMBH<br />
67 % Wolfgang Rosam Privatstiftung<br />
23 % JOFE Immobilienverwaltung GmbH<br />
10 % Angelika Rosam<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
297
events<br />
NACHBERICHT<br />
UNA SERATA ITALIANA<br />
DAS LEBENSGEFÜHL DER ITALIENER<br />
Spitzenkoch Oliver<br />
Glowig ist gebürtiger<br />
Deutscher, seine Wahlheimat<br />
jedoch seit vielen Jahren<br />
Italien – somit ist der Zwei-<br />
Sterne-Koch tief verwurzelt in<br />
der Cucina Italiana, was er im<br />
Rahmen eines exklusiven<br />
Gourmet-Events in Salzburg<br />
vor Kurzem eindrucksvoll<br />
unter Beweis stellte. In Kooperation<br />
mit <strong>Falstaff</strong> fand im<br />
Fine-Dining-Restaurant »Goldener<br />
Hirsch« ein Dinner ganz<br />
im Zeichen der italienischen<br />
Genusskultur statt. Gemeinsam<br />
mit dem »Goldener Hirsch«-<br />
Chefkoch Daniel Mild kreierte<br />
Glowig als Gastkoch ein Sechs-<br />
Gang-Menü, das dem Titel der<br />
Veranstaltung »Una Serata<br />
Italiana« alle Ehre machte.<br />
Angefangen von mariniertem<br />
Tatar von der Forelle mit<br />
Kaffeepulver, hausgemachten<br />
Ravioli und Osso Bucco über<br />
Octopus an Burrata Creme<br />
und Basilikum bis hin zu Kartoffelgnocchi<br />
mit Bottarga oder<br />
Petersilienrisotto mit Eigelb –<br />
die Gerichte ließen keine Wünsche<br />
offen. Für den süßen<br />
Abschluss sorgten Cannoli mit<br />
Ricotta und Kirsche – La Dolce<br />
Vita vom Feinsten. Abgerundet<br />
wurden die exquisiten Speisen<br />
mit einer kuratierten italienischen<br />
Weinbegleitung und<br />
einer gehörigen Portion herzlicher<br />
Gastfreundschaft, für die<br />
das Hotel »Goldener Hirsch«<br />
so bekannt ist.<br />
Einen Abend<br />
lang wurde die<br />
Italo-Küche im<br />
Hotel »Goldener<br />
Hirsch«<br />
zelebriert.<br />
Fotos: Shutterstock, Goldener Hirsch, ESKOLE / Edgar Knaack<br />
298 falstaff aug <strong>2022</strong>
NACHBERICHT<br />
ESKOLE LINZ<br />
KÜCHEN MIT AMORE<br />
Liebe geht bekanntlich durch den Magen – und so wird in den<br />
Eskole Küchen gelebt, gefeiert, verkostet; gerne auch mit<br />
Schmetterlingen im Bauch.<br />
Was gehört zum<br />
guten Leben? Ganz<br />
sicher: Essen,<br />
Kochen – und das Leben, kurz:<br />
Eskole, die Marke der wohl<br />
spannendsten Küchenstudios in<br />
Wien, Graz und Linz. Unter<br />
dem Motto »Kulinarische<br />
Liebesgeschichten« lud der<br />
Küchenspezialist gemeinsam<br />
mit <strong>Falstaff</strong> Anfang Juni in sein<br />
Studio in Linz. Einmal mehr<br />
wurde an diesem Abend klar,<br />
dass es um eine ganzheitliche<br />
Auffassung der Küche als<br />
Lebensraum geht: Die Küche<br />
ist das Zentrum jeder Wohnung,<br />
jedes Hauses, das<br />
bewusst gestaltet werden sollte.<br />
Die vielfältigen Küchen für<br />
jeden Geschmack, die sich im<br />
großzügigen Studio auf drei<br />
Ebenen erstrecken, wurden<br />
inszeniert von großartigen<br />
Partnern aus der regionalen<br />
Gastronomie: Die Hauptgänge<br />
zauberte der »Gasthof Rahofer«,<br />
der süße Abschluss kam<br />
vom Linzer Traditionsbetrieb<br />
»Jindrak«. Weine und Champagner<br />
präsentierte Robert<br />
Stark und Hochprozentiges der<br />
Local Hero, die Qualitätsbrennerei<br />
Reisetbauer. Das Eskole<br />
Team zeigte sich begeistert vom<br />
Feedback der Gäste und freut<br />
sich auf die nächsten Events<br />
und Besuche.<br />
NACHBERICHT<br />
ESKOLE GRAZ<br />
SCHÖN KOCHEN<br />
Rechtzeitig zum Start<br />
der warmen Jahreszeit<br />
lud Eskole, das wahrscheinlich<br />
schönste Küchenstudio<br />
von Graz, Ende Juni<br />
gemeinsam mit <strong>Falstaff</strong> zu<br />
einem genussvollen Abend<br />
voller Sommergefühle in sein<br />
Grazer Studio.<br />
Studioleiter Leon Sevsek<br />
und sein Team begrüßten rund<br />
80 Gäste in der vielfältigen<br />
Küchenwelt von Eskole, die<br />
von steirischen Kulinarik-Profis<br />
inszeniert wurde. Die Themen<br />
»Essen, Kochen, Leben«<br />
standen im Mittelpunkt des<br />
Abends, an dessen Ende sich<br />
alle Gäste einig waren: Gutes<br />
Essen braucht einen großartigen<br />
Rahmen, kulinarische<br />
Virtuosität und eine wunderbare<br />
Küche. Mit Gesprächen über<br />
Küchen und das Leben sowie<br />
edlen Tropfen, für die das<br />
Weingut Wohlmuth aus der<br />
Südsteiermark sorgte, und kulinarischen<br />
Erlebnissen von<br />
Martin Steinkellner, Küchenchef<br />
im Restaurant des obersteirischen<br />
»Hotel Steirerschlössl«<br />
in Zeltweg, wurde es<br />
ein einzigartiger Sommerabend.<br />
Lukullisch abgerundet wurde<br />
das Event mit Premiumschinken<br />
von Vulcano, einer Käsevielfalt<br />
von Almenland Stollenkäse,<br />
fruchtigen Schmankerln<br />
von Jamsession sowie einer<br />
köstlichen Brotstation der<br />
Bäckerei Alpenbrot Jechart aus<br />
Edelschrott.<br />
Eine exklusive<br />
Entdeckungsreise<br />
zum Thema<br />
regionale und lokale<br />
Schmankerl durch<br />
die Erlebniswelt von<br />
Eskole in Graz.<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
299
NACHBERICHT<br />
VW CITY GARDEN IN WIEN<br />
GARTEN DES GENUSSES<br />
Von 29. Juni bis 1. Juli<br />
öffnete der VW City<br />
Store auf der Wiener<br />
Kärntnerstraße seine Tore zum<br />
»City Garden«. Im Garten des<br />
Genusses wurde Nachhaltigkeit<br />
von technologischer wie kulinarischer<br />
Seite gedacht: Neben der<br />
Vorstellung der vollelektrischen<br />
ID.Modelle von Volkswagen erwartete<br />
die Gäste eine Reihe von<br />
österreichischen Genussproduzenten,<br />
die an urbanen Marktständen<br />
zur Verkostung baten:<br />
Neben der Bäckerei Kasses,<br />
Markta, der Spezerey und der<br />
Käse-Manufaktur Cultured präsentierten<br />
auch Zirp Insects,<br />
Pona und Krut ihre feinen Delikatessen<br />
aus klimafreundlichem,<br />
regionalem Anbau. Der ökologische<br />
Gedanke wurde auch im<br />
Rahmen einer exklusiven Abendveranstaltung<br />
am 30. Juni konsequent<br />
weitergeführt. Das Restaurant<br />
»Jola Wien« rund um<br />
Küchenchef Jonathan Wittenbrink<br />
sorgte dabei mit einem außergewöhnlichen<br />
Flying Dinner für<br />
vegane Gaumenfreuden, für die<br />
passende Bio- und Naturweinbegleitung<br />
zeichnete das Weingut<br />
Payr aus Höflein verantwortlich.<br />
Zum Aperitif gab<br />
es für die rund 40 geladenen<br />
Gäste einen Trachten-Spritz<br />
von Wiener Dirndl. Nachhaltiger<br />
Genuss auf allen Ebenen...<br />
Eintauchen in die Welt der Elektromobilität und<br />
herausragender Kulinarik: Beim »VW City Garden«<br />
stand alles im Zeichen der Nachhaltigkeit.<br />
ANKÜNDIGUNG<br />
FALSTAFF SCHAUMWEINFESTIVAL <strong>2022</strong> IN WIEN<br />
PREMIERE FÜR DEN PRICKELNDEN GENUSS<br />
Im September lädt <strong>Falstaff</strong><br />
erstmalig zum Schaumwein-Tasting<br />
der Extraklasse<br />
ins Wiener Palais Coburg.<br />
Ob Sekt aus <strong>Österreich</strong>,<br />
Franciacorta und Prosecco aus<br />
Italien, spanischer Cava, oder<br />
der König aller Schaumweine –<br />
der Champagner: Die Gäste<br />
erhalten im Rahmen des Festivals<br />
die einzigartige Möglichkeit,<br />
eine Vielzahl europäischer<br />
Schaumweine zu verkosten und<br />
in die prickelnde Welt des Sprudels<br />
einzutauchen. Rund<br />
30 Produzenten zeigen, weshalb<br />
Crémant und Co aus<br />
gutem Grund als Synonym für<br />
Genuss und Lebensfreude gelten.<br />
Tickets für das Festival<br />
sind ab sofort erhältlich!<br />
INFO<br />
TERMIN:<br />
Montag, 26. September <strong>2022</strong><br />
ZEIT:<br />
14–16 Uhr: Fachbesucher<br />
16–21 Uhr: Privatbesucher<br />
ORT:<br />
Palais Coburg, Coburgbastei 4,<br />
1010 Wien<br />
TICKETS:<br />
• Vorverkauf: € 55,–<br />
(Gourmetclub: €49,–)<br />
• Abendkassa: € 75,–<br />
(Gourmetclub: € 65,–)<br />
• Fachbesucher: € 10,–<br />
WEITERE INFOS:<br />
falstaff.com/events<br />
Ein Hoch auf die feinen Perlen: Neben<br />
Wien macht das <strong>Falstaff</strong> Schaumweinfestival<br />
am 12.9. auch in München und<br />
am 21.9. in Zürich Halt.<br />
Fotos: Matthias Pristach, Shutterstock, Clemens Schmiedbauer, Matthias Pristach<br />
300 falstaff aug <strong>2022</strong>
NACHBERICHT<br />
RANGE ROVER<br />
BRITISH MOMENTS: EIN AUFREGENDER MIX<br />
AUS KULINARIK UND PFERDESTÄRKEN<br />
Seit mehr als 50 Jahren<br />
setzt Land Rover mit<br />
seinen SUVs Maßstäbe in<br />
Sachen Luxus und Geländegängigkeit.<br />
1970 wurde der<br />
erste Range Rover gelauncht –<br />
damals wie heute vereint der<br />
Automobilhersteller dabei<br />
inspirierendes Design mit fortschrittlicher<br />
Technik, was die<br />
Fahrzeuge zu einer Klasse für<br />
sich macht. Mit der fünften<br />
Generation des Range Rovers<br />
fügt Land Rover nun ein weiteres<br />
Kapitel zu dieser beispiellosen<br />
Erfolgsgeschichte hinzu.<br />
Mit einem noch höheren Maß<br />
an Eleganz, Exklusivität und<br />
Luxus schreibt das neue<br />
Modell abermals Geschichte.<br />
An insgesamt 14 Standorten in<br />
ganz <strong>Österreich</strong> wurde das<br />
Fahrzeug nun – in Kooperation<br />
mit <strong>Falstaff</strong> – vorgestellt. Für<br />
die »kulinarische Untermalung«<br />
sorgten Spitzenköche<br />
und Top-Betriebe wie Harald<br />
Brunner, die »Hofmeisterei<br />
Hirtzberger«, Lukas Lacina<br />
vom »MAST Weinbistro«,<br />
Josef Steffner vom »Mesnerhaus«<br />
und Matteo Lopez vom<br />
»Bullinarium«. Weiters lieferten<br />
auch Hubert Wallner, Sandra<br />
Scheidl, Christoph Bickel<br />
vom »Oniriq«, Harald Irka<br />
sowie Florian Zillner unvergessliche<br />
Genussmomente. Und<br />
da zu gutem Essen auch guter<br />
Wein gehört, gab es edle Tropfen<br />
von Hannes Reeh, dem<br />
Weingut Esterhazy, dem Weingut<br />
Netzl, dem Weingut Jurtschitsch<br />
sowie dem »<strong>Falstaff</strong><br />
Winzerpaar des Jahres <strong>2022</strong>«,<br />
Marion und Manfred Ebner-<br />
Ebenauer zu verkosten. Top<br />
Spirits sorgte mit Hendrick´s<br />
Gin, Tonics von Thomas Henry<br />
und The Botanist Gin für<br />
urbane Drinks.<br />
Markantes<br />
Design, intuitive<br />
Technologie und<br />
verbesserte<br />
Performance –<br />
die fünfte<br />
Generation des<br />
Range Rovers<br />
begeistert auf<br />
allen Ebenen.<br />
Barkeeper Kenny<br />
Klein kreierte für<br />
die geladenen Gäste<br />
außergewöhnliche<br />
Drinks mit den<br />
Spirituosen von<br />
Top Spirits.<br />
Die feinen Gaumenfreuden der<br />
Spitzenköche wurden ergänzt durch<br />
ausgewählte Weine österreichischer<br />
Top-Weingüter.<br />
aug <strong>2022</strong><br />
falstaff<br />
301
NACHBERICHT FALSTAFF GRÜNER ROTWEINGALA VELTLINER GALA <strong>2022</strong><br />
ÖSTERREICHS NATIONALSORTE<br />
IM FOKUS DER WEINWELT<br />
Im historischen<br />
Ambiente des Wiener<br />
Palais Ferstel wurde<br />
dem Grünen Veltliner<br />
gefrönt.<br />
Am 27. Juni fand im<br />
Wiener Palais Ferstel<br />
die »<strong>Falstaff</strong> Grüner<br />
Veltliner Gala <strong>2022</strong>« statt. Im<br />
Rahmen dessen wurden die<br />
drei besten Weine der beliebten<br />
Rebsorte gewählt, die heuer<br />
vom Weingut Josef Edlinger,<br />
dem Weingut Meinhard Forstreiter<br />
sowie vom Weingut<br />
Ingrid Groiss kommen. »Der<br />
Grüne Veltliner ist mit großem<br />
Abstand die wichtigste und<br />
verbreitetste Rebsorte <strong>Österreich</strong>s<br />
– rund ein Drittel der<br />
gesamten Rebfläche <strong>Österreich</strong>s<br />
ist mit Grünem Veltliner<br />
bestockt. Mit der ›<strong>Falstaff</strong><br />
Grüner Veltliner Gala <strong>2022</strong>‹<br />
schenken wir der österreichischen<br />
Nationalsorte die ihr<br />
gebührende Aufmerksamkeit<br />
und lenken den Blick auf die<br />
hochkarätigsten Vertreter dieses<br />
köstlichen Weins«, so<br />
<strong>Falstaff</strong>-Herausgeber Wolfgang<br />
M. Rosam. Bei der Gala präsentierten<br />
über 40 Winzer verschiedenste<br />
Kreationen des<br />
Weines mit der charakteristisch<br />
grünen Färbung. Besucher konten<br />
die besten Grünen Veltliner<br />
des Landes in all ihrer spannenden<br />
Vielfalt entdecken<br />
sowie gereifte Jahrgänge der<br />
beliebten Rebsorte verkosten.<br />
<strong>Falstaff</strong> Wein-Chefredakteur Peter Moser (re.)<br />
übergab die Urkunden an die drei besten Grüner<br />
Veltliner-Produzenten des Landes.<br />
Volle Aufmerksamkeit auf<br />
<strong>Österreich</strong>s Parade-Rebsorte;<br />
dazu gab's kulinarische<br />
Schmankerln.<br />
Fotos: Mila Zytka, Kirill Lialin<br />
302 falstaff aug <strong>2022</strong>
WIENER STÄDTISCHE<br />
SPORT IST GENUSS<br />
Michael Buchleitner, Organisator des WACHAUmarathon und Laufcoach<br />
der Wiener Städtischen, im Interview über den WACHAUmarathon, Laufen<br />
und wie man im Hochsommer am besten trainiert.<br />
ADVERTORIAL Fotos: © Rainer Hackstock und Benjamin Butschell<br />
FALSTAFF Im September findet der<br />
WACHAUmarathon endlich wieder statt.<br />
Was macht den WACHAUmarathon so<br />
attraktiv?<br />
MICHAEL BUCHLEITNER Es ist die<br />
Mischung aus einzigartiger Landschaft,<br />
schnellem Kurs und dem für uns so<br />
wichtigen Läufer-Service von der Anmeldung,<br />
dem Transport, der Verpflegung<br />
bis zum finalen Urkundendruck. Wir<br />
haben den Slogan weinmalig® kreiert,<br />
um die Bedeutung des Weinbaus für die<br />
Region, aber auch für unseren Event<br />
hervorzuheben.<br />
Lauftraining im Hochsommer<br />
kann aufgrund der Temperaturen<br />
eine Herausforderung sein –<br />
Ihre Tipps, wenn man für den<br />
WACHAUmarathon trainiert?<br />
MICHAEL BUCHLEITNER Trainingszeiten<br />
sollten in die Morgenstunden<br />
verlegt werden, um den hohen Temperaturen<br />
und der erhöhten Ozonbelastung<br />
auszuweichen. Man kann auch einige<br />
Belastungen am Laufband im Fitnesscenter<br />
absolvieren. Mein Geheimtipp im<br />
Sommer ist Aquajogging, verbindet es<br />
doch die Erfrischung des Wassers mit der<br />
natürlichen Laufbewegung.<br />
Und für all jene, die (noch) nicht laufen:<br />
Wie startet man am besten?<br />
MICHAEL BUCHLEITNER Es braucht<br />
Motivation, Laufschuhe und Geduld.<br />
Wenn man lange keinen Sport gemacht<br />
hat, kann es bis zu zwölf Wochen dauern,<br />
bis man eine Stunde durchlaufen kann. Mit<br />
Lauf-/Gehphasen starten und sukzessive<br />
den Anteil des Laufens steigern. Wichtig<br />
ist, nicht auf die Regeneration zu vergessen<br />
sowie Gymnastik und Kräftigung<br />
einzubauen.<br />
Sie sind selbst begeisterter Läufer: Was<br />
macht den Laufsport für Sie so besonders?<br />
MICHAEL BUCHLEITNER Die Einfachheit!<br />
Laufen ist die einfachste Sportart der<br />
Welt. Man kann überall und bei jeder<br />
Witterung laufen, braucht kein besonderes<br />
Equipment und sammelt rasch Erfolgserlebnisse.<br />
Mein spezieller Reiz im<br />
Urlaub: Sightrunning. Laufend morgens<br />
Städte erkunden!<br />
Nur wer gut versichert ist,<br />
kann im Sport alles geben.<br />
Die Wiener Städtische ist offizieller<br />
Partner des WACHAUmarathon und<br />
steht mit maßgeschneiderten Unfallund<br />
Gesundheitsvorsorgelösungen<br />
bei sportlichen Aktivitäten verlässlich<br />
zur Seite.<br />
Michael Buchleitner, einst bester<br />
österreichischer Marathonläufer<br />
mit drei Olympiateilnahmen, hat<br />
sein Hobby zum Beruf gemacht<br />
und begeistert heute viele<br />
Menschen für das Laufen.<br />
Wie genießen Sie, wenn Sie nicht laufen?<br />
MICHAEL BUCHLEITNER Für mich ist Sport<br />
Genuss, auch wenn es manchmal anstrengend<br />
ist. Vielleicht schaffe ich mir mit dem<br />
Sport die Grundlage, mit gutem Gewissen<br />
kulinarisch genießen zu können. Ich koche,<br />
esse und trinke gerne und das am liebsten im<br />
Kreis von Freunden und Familie. Frei nach<br />
unserem Firmenmotto: LAUFEN.LEBEN.<br />
LACHEN – nicht mehr und nicht weniger!<br />
INFO<br />
Weitere Informationen unter<br />
wienerstaedtische.at<br />
aug <strong>2022</strong> falstaff 303
IM ZEICHEN DES<br />
SCHMETTERLINGS<br />
Bereits seit 1870 baut die Familie Schneeberger in der Südsteiermark,<br />
im Sausal, Wein an. Das Wissen über Böden, Trauben, Wind und Wetter wurde<br />
von Generation zu Generation weitergegeben.<br />
Im Sausal, dem ältesten Weinbaugebiet<br />
der Steiermark, wachsen auf<br />
dem Weingut Schneeberger Weine<br />
höchster Qualität und das bereits<br />
seit 1870. Dabei sind die lebendigen, fruchtigen<br />
und eleganten Weine geprägt von den<br />
Besonderheiten der Böden, der Witterung<br />
und der Höhenlage des Sausals. Die Südsteiermark<br />
verfügt über ausgezeichnete<br />
Bedingungen für den Weinbau. Die Böden<br />
sind steil und karg, die Trauben benötigen<br />
mehr Zeit im Wachstum. Die großen Temperaturunterschiede<br />
im Spätsommer und<br />
Herbst wirken sich günstig auf die Aromenbildung<br />
aus. Die mineralischen Schieferund<br />
Muschelkalkböden, die klimatischen<br />
Verhältnisse und das jahrhundertelang kultivierte<br />
Wissen ermöglichen es, herausragende<br />
Weine zu keltern.<br />
FRUCHTIG – FRISCH – STEIRISCH<br />
Ein entscheidendes Kriterium beim Heranwachsen<br />
eines gelungenen Weins ist es, die<br />
Trauben bei der Reifung zu unterstützen<br />
und ihre Aromen in vollem Ausmaß zu<br />
erhalten. Das moderne Presshaus am Weingut<br />
garantiert einen schonenden Umgang<br />
mit den Trauben. Der Ausbau erfolgt mit<br />
viel Fingerspitzengefühl in Edelstahl, im<br />
großen Holzfass und in Barique. »Für uns<br />
muss die Herkunft und die jeweilige Sorte<br />
der Weine klar am Gaumen erkennbar<br />
sein«, so Hansi Junior, der am Weingut für<br />
Weinberge- und keller verantwortlich ist.<br />
GARANTIERT NACHHALTIG<br />
Die Familie Schneeberger legt höchsten<br />
Wert auf Arbeiten im Einklang mit der<br />
Natur. Dafür wurde das Weingut mit dem<br />
Zertifikat für Nachhaltigkeit des österreichischen<br />
Weinbauverbandes ausgezeichnet.<br />
Geprüft werden ökologische, wirtschaftli<br />
304 falstaff aug <strong>2022</strong>
WEINGUT SCHNEEBERGER<br />
PRÄMIERUNGEN<br />
Drinks Business <strong>Magazin</strong><br />
Als renommiertes internationales Weinmagazin<br />
vergibt das Drinks Business <strong>Magazin</strong> jährliche<br />
Prämierungen an herausragende Weine.<br />
ADVERTORIAL Fotos: © C. Mavric; Stiefkind_Fotografie; beigestellt<br />
che und soziale Faktoren. Damit soll der<br />
gesamte Prozess, von der Ernte über den<br />
Ausbau der Weine bis zur Abfüllung,<br />
transparent gemacht werden. Nur wenn<br />
alle Kriterien erfüllt sind, erhält der<br />
Betrieb das Gütesiegel. Ziel des Weinguts<br />
Schneeberger ist es, diesen Status weiter<br />
auszubauen.<br />
AUSGEZEICHNET GUT!<br />
Die Familie hat in den vergangenen<br />
Jahrzehnten durch viel Fleiß und Zusammenhalt<br />
neue Dimensionen im Weinbau<br />
erreicht. Ihr Betrieb gehört zu den größten<br />
Im Buschenschank können<br />
von Dienstag bis Sonntag<br />
(Montag Ruhetag) regionale<br />
Köstlichkeiten und die besten<br />
Weine der Schneebergers<br />
genossen werden.<br />
in der steirischen Weinregion, die Buschenschank<br />
samt der Vielzahl an regionalen<br />
Köstlichkeiten ist weithin bekannt und<br />
beliebt. Dieser Weg konnte bereits durch<br />
viele Auszeichnungen bestätigt werden.<br />
Erst vor kurzem wurden zahlreiche Schneeberger<br />
Weine bei internationalen Weinwettbewerben<br />
prämiert. Unter anderem bei der<br />
Berliner Wein Trophy, beim renommierten<br />
Mundus Vini Spring Tasting und vom<br />
Drinks Business <strong>Magazin</strong>.<br />
Die prämierten Weine sind erhältlich ab<br />
Hof am Weingut Schneeberger oder online<br />
unter weingut-schneeberger.at/onlineshop.<br />
Master<br />
Steiermark Sauvignon Blanc Ried<br />
Hochbrudersegg DAC 2020<br />
Gold<br />
Südsteiermark DAC Muskateller<br />
Ried Kittenberg 2020<br />
Gold<br />
Südsteiermark DAC Chardonnay<br />
Ried Flamberg 2019<br />
Gold<br />
Südsteiermark DAC Chardonnay<br />
Ried Flamberg 2020<br />
Berliner Wein Trophy<br />
Die Berliner Wein Trophy gilt mit über<br />
15.000 Anmeldungen pro Jahr als die bedeutendste<br />
Weinverkostung in Deutschland und<br />
zur größten der Welt.<br />
Gold<br />
Sauvignon blanc Hochbrudersegg DAC 2020<br />
Gold<br />
Sauvignon blanc Kitzeck-Sausal DAC 2020<br />
Gold<br />
Weissburgunder Kreuzegg DAC 2019<br />
Mundus Vini Spring Tasting <strong>2022</strong><br />
Vom Meininger Verlag zählt MUNDUS VINI<br />
zu den bedeutendsten Weinwettbewerben<br />
der Welt.<br />
Gold<br />
Weissburgunder Süsteiermark<br />
Kreuzegg DAC 2019<br />
Silber<br />
Chardonay Südsteiermark<br />
Ried Flamberg DAC 2019<br />
INFO<br />
Weitere Informationen unter<br />
weingut-schneeberger.at<br />
aug <strong>2022</strong> falstaff 305
epilog / NACHGEFRAGT<br />
SAGEN SIE EINMAL,<br />
KIM STEUERWALD …<br />
KIM STEUERWALD<br />
Nach ihrem Studium in Public<br />
Relations in Mannheim und dem<br />
Master in Unternehmenskommunikation<br />
an der Uni Landau kam die 27-Jährige<br />
zu Ikea Deutschland, wo sie seit fünf<br />
Jahren in der Funktion des Public Relation<br />
Leaders tätig ist. In ihren Arbeitsalltag<br />
fallen alle Themen, die Ikea als<br />
Marke und Unternehmen in der<br />
öffentlichen Wahrnehmung<br />
betreffen.<br />
WARUM LIEBT DIE WELT<br />
NORDISCHES DESIGN?<br />
INTERVIEW ELISABETH BRANDLMAIER<br />
FALSTAFF Was zeichnet das typisch nordische Design aus? Wie viel Minimalismus, wie viel Gemütlichkeit ist zu finden?<br />
KIM STEUERWALD Wir sind der Überzeugung, dass das Ikea-Design einerseits die schwedischen Wurzeln widerspiegelt<br />
und andererseits für viele Menschen auf der ganzen Welt ansprechend ist. Wir lieben Minimalismus im Sinne von<br />
Einfachheit und Funktionalität, aber um der Ikea-Rezeptur treu zu bleiben, dürfen Verspieltheit und Farben nicht<br />
fehlen. Deshalb versteifen wir uns nicht zu sehr auf eine Stilrichtung. Für uns geht es vielmehr darum, an unserem Fundament<br />
aus funktionalem, modernem skandinavischem Design festzuhalten, das seit jeher Einflüsse aus der ganzen Welt<br />
vereint. Wir mischen und kombinieren Stile, Farben und Materialien. Das kann minimalistisch sein, aber auch gemütlich.<br />
Warum ist dieses Design weltweit so gefragt und in fast jedem Haushalt zu finden?<br />
In Schweden bzw. Skandinavien verbringen die Menschen viel Zeit zu Hause und haben daher auch eine große Leidenschaft<br />
für die Einrichtung und Gestaltung ihres Zuhauses. Zahlreiche Menschen investieren sehr viel Liebe, Zeit und<br />
Mühe in ihren Lebensraum, um ihn in einen Ort zu verwandeln, der sie widerspiegelt und ihren Bedürfnissen und<br />
Wünschen entspricht. Um sich nicht zu schnell sattzusehen, ist das skandinavische Design einfach und zeitlos.<br />
Gerade diese Einfachheit hat das skandinavische Design auf der ganzen Welt beliebt gemacht. Es lässt sich leicht<br />
mit anderen Stilen kombinieren und macht es auch jederzeit möglich, dass wir unserer Einrichtung eine ganz<br />
persönliche Note hinzufügen.<br />
Nordisches Design wird gerne mit demokratischem Design gleichgesetzt. Was steckt dahinter?<br />
Unsere Geschäftsidee und unsere Philosophie sind, ein breites Sortiment formschöner und funktionsgerechter<br />
Einrichtungsgegenstände zu Preisen anzubieten, die für möglichst viele<br />
Menschen leistbar sind. Aus unserer Sicht muss gutes Design nicht teuer oder exklusiv<br />
sein. Das ist die Idee von Ikea, die wir »demokratisches Design« nennen –<br />
eine Idee, die eine lange Tradition in Schweden hat. Immer im Mittelpunkt<br />
stehen fünf Dinge: gutes Design, überzeugende<br />
Funktionalität, eine hohe Qualität, Nachhaltigkeit<br />
und günstiger Preis.<br />
Fotos: Shutterstock, Formatoriginal / Shutterstock<br />
306 falstaff aug <strong>2022</strong>
Wetscher<br />
Wohngalerien<br />
im Zillertal.<br />
5* Hotel MalisGarten in Zell am Ziller<br />
– eingerichtet von Wetscher.<br />
WETSCHER — Corporate-Design Basic Graphics — Version 1.0<br />
himmel. Studio für Design und Kommunikation | © Alle Rechte vorbehalten. 03.2019 | www.himmel.co.at<br />
Basic Elements<br />
Sponsorenlogos<br />
Die Wetscher Wohngalerien sind einzigartig in <strong>Österreich</strong>.<br />
Hier vereint sich internationales Spitzendesign mit Arbeiten<br />
aus den eigenen Meisterwerkstätten. Besuchen Sie uns<br />
und erleben Sie persönlich, was Wetscher heute zu einem<br />
der führenden Einrichtungshäuser in <strong>Österreich</strong> macht.<br />
Seit 1912.<br />
PLANUNG. WERKSTÄTTEN. WOHNGALERIEN.<br />
Fügen, Zillertal / Tirol • www.wetscher.com I f
B DIMENSION COLLECTION<br />
Available in all Bucherer stores and on bucherer.com<br />
Vienna - Kärntner Strasse 2