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Falstaff Magazin Österreich Nr. 6/2022

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GENIESSEN WEIN ESSEN REISEN<br />

/ aug <strong>2022</strong><br />

FURMINT<br />

ALTE REBSORTE<br />

NEU ENTDECKT<br />

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DIE METROPOLE<br />

FÜR GENIESSER<br />

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So isst der Norden!<br />

06<br />

EINE KULINARISCHE REISE VON OSLO BIS HELSINKI<br />

ÖSTERREICH-AUSGABE 06/<strong>2022</strong><br />

€ 10,50 WWW.FALSTAFF.COM<br />

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06


KEIN SPA<br />

WIE JEDES<br />

ANDERE<br />

Wie schön wäre es, einmal nur das<br />

Wasser rauschen zu hören.<br />

Nichts tun zu müssen. Nur da sein. Die Augen<br />

schließen. Die Welt draußen lassen. Kein morgen,<br />

kein gestern. Kein Tag wie jeder andere.<br />

Einzigartige Architektur, unverwechselbares Ambiente<br />

und eine unnachahmlich entspannende Atmosphäre:<br />

Im gekonnten Zusammenspiel großer Ideen und fein<br />

durchdachter Details liegt das Geheimnis des Stille-<br />

Erlebnisses SILENT SPA.<br />

Das SILENT SPA bietet neben komfortablen Liegebetten<br />

für Rückzug und Erholung auch ein Solebecken,<br />

Spa-Suiten und ein Dampfbad. Ein hochwertiger<br />

Saunabereich mit besonderen Aufguss-Zeremonien,<br />

ein Bewegungsraum sowie das Restaurant & Bar komplettieren<br />

dieses einzigartige Bauwerk.<br />

Lass die Zeit einfach mal still stehen. Für einen kostbaren<br />

Augenblick. Für einen wunderbaren Tag, um Ruhe<br />

zu finden und Entspannung zu erleben. Willkommen im<br />

SILENT SPA, dem Premium Day SPA der Therme Laa –<br />

einem Resort der VAMED Vitality World!<br />

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Thermenplatz 1, A-2136 Laa a. d. Thaya<br />

Tel. +43 (0)2522/84 700 770<br />

silentspa@therme-laa.at


TBL Therme Laa a.d. Thaya Betriebsgesellschaft m.b.H., Thermenplatz 1, 2136 Laa an der Thaya<br />

Grafik: Studio Ideenladen, Krems; Foto: VAMED Vitality World / Andreas Bitesnich


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THALHEIM<br />

QUELL STEIRISCHER<br />

LEBENSFREUDE.<br />

Dass das Wasser aus der ältesten Heilwasserquelle der Steiermark für<br />

die gute Laune der Steirer verantwortlich ist, mag etwas übertrieben<br />

sein. Es erfrischt auch das viele Grün, die liebliche Landschaft und das<br />

gute Wetter. Allerdings ist es auch nicht von der Hand zu weisen, dass<br />

schon die Kelten sich an dem Thalheimer Wasser mit seiner einzigartigen<br />

Mineralzusammensetzung und Lithium erfrischt haben. Und diese Kelten<br />

waren trotz ihrer Riten und Bräuche alles andere als düster. Sie waren<br />

auch bekannt als Volk des Frohsinns.<br />

01.08.22 12:40


Unsere<br />

Verantwortung<br />

für <strong>Österreich</strong>.<br />

Innovationen und Investitionen für Wachstum und Lebensqualität.<br />

A1 übernimmt Verantwortung, um die Zukunft <strong>Österreich</strong>s<br />

nachhaltig zu gestalten. Mit einem Investitionsvolumen von<br />

mehr als 2 Milliarden Euro in den letzten 5 Jahren sorgen<br />

wir, als digitale Lebensader, für einen sicheren Wirtschaftsstandort,<br />

Arbeitsplätze, mehr Lebensqualität und natürlich<br />

für die besten und schnellsten Verbindungen. Damit jedes<br />

Unternehmen und jeder Privathaushalt von allen digitalen<br />

Möglichkeiten profitieren kann.<br />

A1.net/verantwortung<br />

A1. Verantwortung für <strong>Österreich</strong>.


HERAUSGEBERBRIEF<br />

VORBILD NORDEN<br />

LIEBE FEINSCHMECKERINNEN,<br />

LIEBE FEINSCHMECKER!<br />

Der ärmere Süden Europas hat immer schon neidvoll<br />

auf den reicheren Norden geschielt. Umgekehrt<br />

beneiden die Nordländer die Südländer um<br />

ihre unbeschwerte Lebensfreude, das Klima, das »Dolce<br />

Vita«, das im Norden doch anders aussieht. Dennoch<br />

sind die glücklicheren Menschen – glaubt man der Meinungsforschung<br />

der Vereinten Nationen – im Norden zu<br />

Hause: Platz eins bis drei belegen Finnland, Dänemark<br />

und Island, dann kommen die Schweizer, die Holländer,<br />

die Luxemburger gefolgt von – immer noch unter den<br />

Top Ten – Schweden und Norwegen! Das ist einerseits<br />

dem Lebensstandard geschuldet, andererseits wohl auch<br />

der Mentalität, der Sicherheit und vielleicht der Politik.<br />

In diesem Heft dreht sich aber alles um die Kulinarik<br />

des Nordens. Was und wie isst man in diesem Teil Europas?<br />

Daher berichtet Autor Tobias Müller über sein<br />

»erstes Mal Surströmming«, denn das war die grauenvollste<br />

Speise, die er je hinunterwürgte. Nicht minder<br />

übel schmeckend sind Lutefisk, Hákarl oder Kiwiak.<br />

Viele Trends kamen aus Nordeuropa. Zum Beispiel<br />

Orange-Wein und Co. oder Restaurants, die weltweit ein<br />

Umdenken einleiteten, wie etwa das »Noma« in Kopenhagen.<br />

Sollten Sie dennoch Stockholm, Oslo, Helsinki<br />

oder Kopenhagen demnächst nicht am Reiseplan haben,<br />

empfehlen wir Ihnen Genf. Unser Long-Weekend führt<br />

uns in diese wunderbare französisch-schweizerische<br />

Weinstadt der Superlative. Und: Weil Sommer ist, hat<br />

sich unsere Weinredaktion dem fruchtig-leichten Sauvignon<br />

Blanc gewidmet.<br />

Plus: »Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute<br />

liegt so nah?« – lautet auch heuer die Devise der Urlauber,<br />

die unsere heimischen Trinkwasser-Seen besuchen.<br />

Genießen Sie die nächsten Wochen – niemand von uns<br />

weiß in diesen furchtbaren Zeiten, was das Morgen<br />

bringt. Also leben wir noch stärker als sonst – im Heute!<br />

Wolfgang und Angelika Rosam<br />

Herausgeber <strong>Falstaff</strong><br />

Der Norden ist<br />

wunderbar! Dort<br />

leben die<br />

glücklichsten<br />

Menschen, viele<br />

Trends hatten dort<br />

ihren Ursprung,<br />

aber es gibt auch<br />

einige wenige<br />

Speisen, die zu den<br />

»grausigsten« der<br />

Welt zählen.<br />

Geplant für Ihre<br />

Bedürfnisse.<br />

Gebaut für die<br />

Ewigkeit.<br />

Einfamilien- und Kleingartenhäuser in<br />

CO 2<br />

-neutraler Massivholz-Bauweise.<br />

Vom ersten Planungsschritt bis zur<br />

Hausübergabe, wir realisieren Ihren<br />

persönlichen Traum vom individuellen<br />

Eigenheim.<br />

Foto: Michael Nagl<br />

Foto: Ingo Pertramer<br />

WOLFGANG M. ROSAM<br />

wolfgang.rosam@falstaff.com<br />

@RosamWolfgang<br />

ANGELIKA ROSAM<br />

angelika.rosam@falstaff.com<br />

@angelikarosam<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

9<br />

Magnum Vollholz.Design<br />

Blaue Lagune | Parzelle 66<br />

2351 Wiener Neudorf<br />

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06<br />

06<br />

AUGUST<br />

20<br />

<strong>Falstaff</strong> führt in den frischen Norden<br />

Europas: mit einer ganz speziellen<br />

Weinkultur und immer mehr eigenen<br />

Winzern, mit der trendigen nordischen<br />

Küche und ihren gefeierten Gourmet-<br />

Tempeln bis hin zu Genießer-<br />

Kreuzfahrten unter Polarlicht-<br />

Panorama.<br />

COVER<br />

FOTO: JOHNER RF / GETTY IMAGES<br />

/ aug <strong>2022</strong><br />

ÖSTERREICHISCHE POST AG, MZ 02Z030053 M, FALSTAFF VERLAGS-GMBH, FÜHRICHGASSE 8, 1010 WIEN<br />

FURMINT<br />

ALTE REBSORTE<br />

NEU ENTDECKT<br />

ÖSTERREICH-AUSGABE 06/<strong>2022</strong><br />

GENIESSEN WEIN ESSEN REISEN<br />

WEINSTADT GENF<br />

DIE METROPOLE<br />

FÜR GENIESSER<br />

EINE KULINARISCHE REISE VON OSLO BIS HELSINKI<br />

€ 10,50 WWW.FALSTAFF.COM<br />

GOURMET AM SEE<br />

ÖSTERREICHS<br />

SCHÖNSTE PLÄTZE<br />

So isst der Norden!<br />

156<br />

Großes Feingefühl für die Qualität<br />

der Zutaten zeichnet nordische<br />

Rezepte von drei internationalen<br />

Top-Köchen aus.<br />

40<br />

Der weltweite Sauvignon-Blanc-Boom<br />

lässt auch Klassiker wie Château<br />

Margaux nicht unberührt.<br />

COVER: SO ISST DER NORDEN!<br />

20 DER TREND AUS DEM NORDEN<br />

Dass Naturwein zum globalen Trend wurde, liegt<br />

vor allem an skandinavischen Spitzengastronomen<br />

32 DAS GUTE LIEGT SO NÖRDLICH<br />

Skandinavien entwickelt zusehends eine eigene<br />

önologische Kultur – auch mit eigenen Weinen<br />

104 VØLLIG ÅNDERS TRINKEN<br />

Nordic Spirits bedeutet mehr als Wodka und Aquavit<br />

116 GENUSS HOCH VIER<br />

Eine kulinarische Erkundung in<br />

Stockholm, Kopenhagen, Oslo und Helsinki<br />

144 EXOTE DES NORDENS<br />

Island schmeckt (überraschend) anders<br />

154 GUT GEHT ES DÄNEN …<br />

Eine skandinavische Lektion im Glücklichsein<br />

156 PURER GENUSS<br />

Die Essenz skandinavischer Küche in drei Rezepten<br />

164 ZEIT FÜR EINEN NEUEN AKT<br />

Stockholms traditionsreicher »Opernkeller«<br />

bricht in neue Zeiten auf<br />

170 SERIE: CORTIS KÜCHENZETTEL<br />

Skandinavischer als »Smørrebrød« geht nicht<br />

172 DIE NEUE NORDISCHE KOST<br />

Regionalität und Saisonalität bedeutet auch<br />

»gesunder« Genuss – der Norden macht es vor<br />

176 NORDIC CUISINE FÜR FORTGESCHRITTENE<br />

Die skandinavische Küche kennt einige der übel<br />

schmeckendsten Gerichte der Welt<br />

9 HERAUSGEBERBRIEF<br />

204 LESERBRIEFE<br />

297 IMPRESSUM<br />

306 SAGEN SIE EINMAL …<br />

90<br />

Den besten Grünen Veltliner<br />

zu küren, fiel angesichts<br />

der hochkarätigen<br />

Einreichungen nicht leicht.<br />

Fotos: beigestellt, Lena Staal, mauritius images / Danita Delimont / Per Karlsson, Peter Moser, Shutterstock<br />

10 falstaff aug <strong>2022</strong>


AUGUST<br />

222<br />

Eine Genusstour entlang der Seeufer in<br />

<strong>Österreich</strong>, vom klaren Gebirgssee im<br />

Westen bis zu sonnigen Weiten im Osten.<br />

94 WEINKOST AM POGUSCH<br />

Nach zwei Jahren Pause konnte die<br />

beste Networking-Veranstaltung<br />

des Landes wieder stattfinden<br />

96 WEINSTADT DE LUXE<br />

Kaum wo wird so viel guter Wein<br />

getrunken wie in Genf<br />

Herbsturlaub<br />

in der<br />

Steiermark<br />

Von der Ernte zum Genuss:<br />

Der farbenfrohe Herbst umrahmt das<br />

Grüne Herz <strong>Österreich</strong>s mit kulinarischen<br />

Köstlichkeiten. Ein wahrer<br />

Geheimtipp, denn dann ist Erntezeit<br />

in der Steiermark. Da öffnen die Gastgeber<br />

ihre Hof-, Keller- und Stalltüren<br />

und laden zum Miterleben ein.<br />

steiermark.com<br />

184 MEHR ALS NUR ESSEN<br />

Die Künstler Honey & Bunny<br />

über Küchenwunder des Nordens<br />

190 SERIE: KUNST & KULINARIK<br />

Astrid Lindgrens Liebe zur Küche<br />

findet sich auch in ihren Werken<br />

212 AUF GROSSER<br />

GESCHMACKS-EXPEDITION<br />

Gourmet-Kreuzfahrten bis über<br />

den Polarkreis hinaus<br />

WEIN & MEHR<br />

18 WEIN-NOTIZEN<br />

Wein-Chefredakteur Peter Moser<br />

mit Neuem aus der Welt des Weins<br />

40 WELTWEIT HEISS BEGEHRT<br />

Eine Suche nach den Wurzeln der<br />

globalen Erfolgsgeschichte des<br />

Sauvignon Blanc<br />

60 IM HERZEN FRANKREICHS<br />

Eine Weinreise zu den Sauvignon-<br />

Blanc-Klassikern von Sancerre<br />

und Pouilly-Fumé<br />

72 DREIFACHE PERFEKTION<br />

Drei Neuzugänge für die ewige<br />

Bestenliste heimischer Weine<br />

78 RÜCKKEHR EINER LEGENDE<br />

Der altehrwürdige weiße Furmint<br />

feiert eine frische Renaissance<br />

90 GRÜNER VELTLINER<br />

GRAND PRIX <strong>2022</strong><br />

Ein formidabler Jahrgang brachte<br />

eine Vielzahl von Topweinen<br />

GOURMET<br />

114 GOURMET-NOTIZEN<br />

Kulinarik-News von Chefredakteurin<br />

Elisabeth Brandlmaier<br />

188 ELDORADO<br />

Stylishe Tischkultur-Accessoires<br />

199 SIXPACK<br />

Sechs Restaurants im Test<br />

REISE<br />

210 TRAVEL-NOTIZEN<br />

Reise-Tipps von Chefredakteurin<br />

Elisabeth Brandlmaier<br />

222 GENUSS IN SEEWEITE<br />

<strong>Österreich</strong>s Seen servieren Genuss<br />

für Auge, Seele und Gaumen<br />

262 LONG WEEKEND GENF<br />

Tipps für ein perfektes<br />

Wochenende an der Rhone<br />

JOURNAL<br />

206 GUT ZU GAST<br />

298 EVENTS<br />

TASTING<br />

272 GRÜNER VELTLINER<br />

GRAND PRIX<br />

280 FURMINT<br />

286 TROPHY ROMAGNA<br />

290 TROPHY SIZILIEN<br />

DIE NÄCHSTE FALSTAFF-AUSGABE ERSCHEINT AM 9. SEPTEMBER <strong>2022</strong><br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

11<br />

© Steiermark Tourismus | Tom Lamm


cover / INTRO<br />

COOL …<br />

Brücke nach Sommarøy, Tromsø, Norwegen Foto: Moment RF / Getty Images<br />

12 falstaff aug <strong>2022</strong>


aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

13


cover / INTRO<br />

… DURCH DEN …<br />

Breidavik-Kirche, Island Foto: Moment RF / Getty Images<br />

14 falstaff aug <strong>2022</strong>


aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

15


cover / INTRO<br />

Haus am Wasser, Göteborg, Schweden Foto: Maskot / Getty Images<br />

16 falstaff aug <strong>2022</strong>


… SOMMER!<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

17


Wein-Chefredakteur<br />

PETER MOSER<br />

WEIN<br />

NEUES ABKOMMEN<br />

FÜR DIE ALTE WELT<br />

Ein neues EU-Handelsabkommen mit<br />

Neuseeland wird es Winzern künftig<br />

leichter machen, ihre Weine in der<br />

Alten Welt anzubieten, denn bereits jetzt ist<br />

Europa ein signifikanter Markt. Im letzten<br />

Jahr wurden rund 20 Millionen Liter abgesetzt<br />

und das, obwohl der Jahrgang 2021<br />

ein sehr schwacher auf Seiten der Produktion<br />

war. Man hat nun auch technische Barrieren<br />

ausgeräumt und gegenseitig die<br />

geschützten Herkünfte anerkannt. Dank<br />

einer sehr guten Ernte <strong>2022</strong> – in Marlborough<br />

wurden 44 Prozent mehr Sauvignon<br />

Blanc als im Vorjahr geerntet – wird man<br />

nun auch bei uns künftig ein breiteres<br />

Angebot der beiden Inseln vorfinden. Bleibt<br />

zu hoffen, dass die allgemeinen Preissteigerungen<br />

den positiven Effekt der Zollfreiheit<br />

nicht gleich wieder zunichte machen.<br />

PENFOLDS-PREMIERE<br />

FÜR MÉDOC-WEINE<br />

Nur ein Jahr nachdem der australische<br />

Weingigant seine ersten Weine aus Kalifornien<br />

präsentiert hatte, wurden nun zwei<br />

Weine mit DNA aus dem französischen<br />

Médoc präsentiert. Für den brandneuen<br />

»Penfolds II 2019«, einer Cuvée aus<br />

Cabernet Sauvignon, Merlot und Shiraz,<br />

wurde die eine Komponente von Dourthe in<br />

Bordeaux vinifiziert und in Australien mit<br />

dem Penfoldsanteil vermählt. Der »FTW<br />

585« stammt zur Gänze aus den Penfoldsgütern<br />

im Médoc – Cru Bourgeois Château<br />

Cambon la Pelouse und weitere drei (Château<br />

Belle-Vue, 15 ha, Château Gironville,<br />

5 ha, Château Bolaire, 7 ha), und sehr bald<br />

könnte ein großes Château dazukommen.<br />

penfolds.com<br />

JAPAN VERDOPPELT<br />

BEAUJOLAIS-PREISE<br />

Japan ist der mit Abstand größte Importeur<br />

von Beaujolais Nouveau. Nun haben die<br />

wichtigsten Händler angekündigt, die<br />

Preise aufgrund der hohen Energiekosten,<br />

die sich auf den Transport niederschlagen,<br />

zu verdoppeln und die Sortimente zurückzustutzen.<br />

Ein Markteinbruch ist garantiert.<br />

18 falstaff aug <strong>2022</strong>


NOTIZEN<br />

»Den ersten österreichischen<br />

Wein am Platz Bordeaux, das<br />

hätte Vater Luis gefallen.«<br />

GERHARD KRACHER Süßweinpapst aus Illmitz<br />

Fotos: Shutterstock, Peter Moser, Herbert Lehmann / picturedesk.com<br />

KRACHER IN BORDEAUX<br />

Mit der Trockenbeerenauslese Grande Cuvée<br />

Nouvelle Vague, die einst der Illmitzer Dessertweinspezialist<br />

Alois Kracher nach französischem<br />

Stil im neuen Holzfass entwickelt hat,<br />

wird ab Herbst <strong>2022</strong> erstmals ein heimischer<br />

Wein exklusiv über den Place de Bordeaux<br />

gehandelt, Ein Ritterschlag für Gerhard<br />

Kracher. kracher.at<br />

LVMH KAUFT JOSEPH PHELPS<br />

SANCERRE FÜR<br />

BOLLINGER<br />

Das Champagnerhaus<br />

war bereits im Loiretal<br />

mit Maison Langlois-<br />

Chateau »Château de<br />

Thauvenay« in Sancerre<br />

vertreten. Nun ließ man<br />

sich die Gelegenheit nicht<br />

entgehen, die Domaine<br />

Hubert Brochard in<br />

Chavignol zu kaufen, die<br />

über 60 Hektar bestes<br />

Terroir in Sancerre und<br />

Pouilly-Fumé verfügt.<br />

hubert-brochard.fr<br />

Wie Philippe Schmaus, CEO der Moët Hennessy von LVMH, bekannt<br />

gab, hat das Unternehmen das legendäre Weingut erworben, das<br />

1973 von Joseph Phelps in Napa Valley in Kalifornien gegründet wurde.<br />

Nicht weniger als 172 Hektar bester Weingärten verteilen sich auf<br />

neun verschiedene Plots von St. Helena, Rutherford, Oakville, Stags<br />

Leap District, Oak Knoll District, South Napa and Carneros, dazu noch<br />

weitere 40 Hektar in Western Sonoma Coast. Mit dem roten »Insignia«<br />

hat die Gruppe eine weitere Ikone im Programm. lvmh.com<br />

HOMMAGE À JACQUES PERRIN<br />

ZU GAST IN ÖSTERREICH<br />

Matthieu Perrin, einer der sieben Vertreter<br />

der großen Besitzerfamilie in seiner<br />

Generation, kam Mitte Juni nach<br />

<strong>Österreich</strong>, um einer geladenden Schar<br />

von Gastronomen, Sommeliers und<br />

Journalisten den Top-Rotwein und Top-<br />

Weißwein von Château de Beaucastel in<br />

Châteauneuf-du-Pape zu präsentieren.<br />

Die legendäre Cuvée »Hommage à<br />

Jacques Perrin« zählt seit ihrer Einführung<br />

zu den gesuchtesten Weinen der<br />

Welt, ist also ein sogenannter Trophy<br />

Wine. Gleich sechs Jahrgänge aus drei<br />

Jahrzehnten stellten das tolle Reifepotenzial<br />

dieser Ikone sehr eindrucksvoll<br />

unter Beweis. 2019 wurde zuletzt bei der<br />

Place de Bordeaux-Probe gezeigt, wo<br />

Hommage für den Weltmarkt gehandelt<br />

wird. Hermann Stöckmann von der Agentur<br />

Veritable Vins & Domaines in Hattenheim<br />

hat diese tolle Probe organisiert und<br />

in Wien sowie Salzburg möglich gemacht.<br />

Verfügbar sind die Weine bei den besten<br />

Weinhändlern <strong>Österreich</strong>s, wie Wein&Co,<br />

Dersken, Wagner oder Krachers Fine<br />

Wine Shop. m.familleperrin.com<br />

SÜSSWEIN-JUWEL CLIMENS<br />

BEKOMMT NEUE BESITZER<br />

Nachdem bereits 2021 Château Guiraud<br />

einen neuen Mehrheitsbesitzer bekam,<br />

folgt nun Château Climens, der Pionier-<br />

Betrieb in Sachen Biodynamie. Bérénice<br />

Lurton, die weiter als Beraterin zur<br />

Verfügung stehen wird, verkaufte den<br />

Premier Grand Cru aus 1855 an Jean-<br />

Hubert Moitry und dessen familieneigene<br />

Patrimonia Développement group.<br />

chateau-climens.fr<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

19


wein / NORDISCHER NATURWEIN-BOOM<br />

Naturwein hat sich zu einem fixen Bestandteil der Weinwelt entwickelt. Auch<br />

in der Spitzengastronomie spielen Low-Intervention-Weine eine immer größere<br />

Rolle – darunter viele Gewächse aus dem deutschsprachigen Raum. Diesen<br />

Siegeszug haben die Naturwein-Winzer nicht zuletzt Skandinavien zu verdanken.<br />

<strong>Falstaff</strong> ist der Entwicklung auf den Grund gegangen.<br />

TEXT DOMINIK VOMBACH UND BENJAMIN HERZOG<br />

DER TREND AUS<br />

20 falstaff aug <strong>2022</strong>


Naturwein – Wein aus natürlich<br />

produzierten Trauben und ohne<br />

Eingriffe im Keller – ist weltweit<br />

gefragt. Das ist zu einem<br />

Gutteil der skandinavischen<br />

Spitzengastronomie zu verdanken.<br />

Foto: Shutterstock<br />

DEM NORDEN<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

21


wein / NORDISCHER NATURWEIN-BOOM<br />

Der Pionier von der Mosel: Rudolf Trossen ist<br />

Bio-Winzer und produziert genauso klassische,<br />

restsüße Moselrieslinge mit Schwefeleinsatz<br />

wie auch Naturweine ganz ohne Zusätze.<br />

RUDOLF TROSSEN IST<br />

EIN BIO-PIONIER.<br />

DANK DER ÜBER-<br />

ZEUGUNGSARBEIT<br />

DÄNISCHER SOMMELIERS<br />

PRODUZIERT ER HEUTE<br />

AUCH NATURWEIN.<br />

Fotos: beigestellt<br />

22 falstaff aug <strong>2022</strong>


Am meisten forderten Mads<br />

Kleppe die Gäste aus dem<br />

deutschsprachigen Raum.<br />

Der ehemalige Head<br />

Sommelier des Restaurants<br />

»Noma« in Kopenhagen schmunzelt, als er<br />

dies beim Gespräch mit <strong>Falstaff</strong> erzählt:<br />

»Deutsche, Schweizer und <strong>Österreich</strong>er<br />

hatten zu Beginn die größte Mühe mit den<br />

natürlich produzierten Weinen, die ich in<br />

der Speisebegleitung im Noma servierte. Ich<br />

spreche hier von einer bestimmten Generation,<br />

die nur Burgunder, Bordeaux, Champagner<br />

oder deutschen Riesling trinken<br />

wollte. Heute sind zum Glück alle offener.«<br />

Selbst er, einer der großen Botschafter der<br />

Natural Wine-Bewegung, begann einst ganz<br />

klassisch. Die erste Flasche Wein, die<br />

Kleppe mit zarten sechzehn Jahren in ihren<br />

Bann zog, war kein trüber Natural Wine,<br />

sondern eine Flasche Faustino I aus dem<br />

Jahr 1964. Ein Wein, der alles andere als<br />

zurückhaltend produziert wird. Seine<br />

Karriere als Sommelier startete der gebürtige<br />

Norweger in Eyvind Hellstrøms<br />

Restaurant »Bagatelle« in Oslo – dem<br />

ersten mit Michelin-Stern in ganz Skandinavien.<br />

Er trug damals gerne Anzug, nahm an<br />

Sommelier-Meisterschaften teil und<br />

beschäftigte sich mit den sogenannten<br />

großen Weinen der Welt aus Burgund,<br />

Bordeaux und Co. »Ich habe schon damals<br />

ein Verständnis dafür entwickelt, dass es<br />

mehr als nur kon ventionellen Wein gibt,<br />

obwohl ich damit größtenteils aufwuchs«,<br />

erzählt Kleppe. Dieses Verständnis für die<br />

Komplexität der Weinwelt hat sich in den<br />

letzten Jahren zum Konsens entwickelt.<br />

Konventionell und unkonventionell<br />

existieren friedlich nebeneinander, befruchten<br />

einander gegenseitig und machen die<br />

Weinwelt so divers wie nie.<br />

Die häufig leichten, trüben und manchmal<br />

aromatisch fordernden Natural Wines<br />

sorgen zwar immer noch bei manchen<br />

gestandenen Weinkennern für Kopfschütteln,<br />

haben sich mittlerweile<br />

aber als fixer Bestandteil der<br />

Weinwelt etabliert. Mehr noch:<br />

Sie haben die ganze Branche<br />

zum Nachdenken angeregt,<br />

auch Großproduzenten<br />

hinterfragen<br />

heute den Einsatz<br />

von Chemie,<br />

Zusatz- und Hilfsstoffen, ein Verdienst<br />

der zurückhaltend arbeitenden Winzer.<br />

Beim Siegeszug der Naturweine spielte die<br />

nordische Spitzengastronomie, allen voran<br />

das »Noma« in Kopenhagen, eine wichtige<br />

Rolle. Eine bessere Bühne, als beim<br />

fünfmaligen Spitzenreiter der »The World’s<br />

50 Best Restaurants«-Liste ausgeschenkt zu<br />

werden, gibt es für einen Wein und seinen<br />

Produzenten kaum.<br />

KEIMZELLE NOMA<br />

Sommelier Mads Kleppe lernte das »Noma«<br />

schon kurz nach dessen Eröffnung im Jahr<br />

2003 gemeinsam mit seinem damaligen<br />

Chef Eyvind Hellstrøm kennen. Immer<br />

wieder flogen sie nach Kopenhagen und<br />

besuchten Rene Redzepis Restaurant, dem<br />

Hellstrøm schon damals attestierte, dass es<br />

einst die Zukunft der Gastronomie einläuten<br />

würde. Als das »Bagatelle« im Jahr 2009<br />

schloss, wollte Kleppe eigentlich bei einem<br />

Drei-Sterne-Restaurant in New York anheuern.<br />

»Als ich Eyven davon erzählte, wurde<br />

er plötzlich ganz still am Telefon. Er fragte<br />

mich, was ich glaube, weshalb er mich wohl<br />

so häufig mit ins ›Noma‹ genommen habe<br />

und dass er wolle, dass ich dort anfange.<br />

Das war das einzige Mal, dass er mich während<br />

unserer Zusammenarbeit angeschrien<br />

hat.« Seine ursprünglichen Pläne verwarf<br />

Kleppe daraufhin, ging nach Kopenhagen<br />

und begann, im »Noma« zu arbeiten.<br />

Pontus Elofsson, der erste Head Sommelier<br />

des Restaurants »Noma«, fokussierte<br />

bereits zu diesem Zeitpunkt sehr stark auf<br />

biologisch und biodynamisch produzierte<br />

Weine und begann langsam, auch Natural<br />

Wines in die Weinbegleitung einzubauen.<br />

Darunter auch Weine des Winzers Rudolf<br />

Trossen von der Mosel, eines der Biopioniere<br />

und Urgesteine der deutschen Natural-<br />

Wine-Szene. Irgendwann, so gibt Trossen<br />

zu Protokoll, standen zwei junge Dänen vor<br />

seiner Tür, die auf der Suche nach biologisch<br />

produzierten Weinen aus Deutschland<br />

waren. Beide in der Gastronomie tätig, gut<br />

in der Kopenhagener Spitzengastronomie<br />

vernetzt und gerade dabei, ihre eigene Weinhandlung<br />

namens Krone Vin aufzubauen.<br />

Lasse Kruse Rasmussen und Chris tian<br />

Brinch sorgten dafür, dass Trossens Weine –<br />

damals zwar biologisch an- und ausgebaut,<br />

jedoch moderat traditionell vinifiziert – unter<br />

anderem im »Noma« landeten.<br />

<<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

23


wein / NORDISCHER NATURWEIN-BOOM<br />

Als das dänische Komitee das nächste Mal<br />

an der Mosel war, holte Trossen zwei Weine<br />

zum Probieren. Denselben Riesling, einmal<br />

filtriert und geschwefelt, einmal völlig ohne<br />

Eingriffe. »Die Schar der Besucher hat sich<br />

sofort in zwei Hälften geteilt. Die einen<br />

haben gefragt, wo die Frucht hin sei, die<br />

anderen haben gejubelt«, erzählt Trossen.<br />

Seitdem vinifiziert der Winzer Naturweine<br />

genauso wie klassische trockene bis restsüße<br />

Moseltropfen, die ohne Schwefelzugabe<br />

nicht möglich wären. Trossen ist alles andere<br />

als ein Dogmatiker und schätzt vor allem<br />

die Freiheit und Diversität, die mit den<br />

Naturweinen Einzug in die Weinwelt und in<br />

sein Schaffen gehalten hat. Diese Haltung<br />

teilt er mit vielen seiner Kollegen.<br />

DIE WEINE VON<br />

CHRISTIAN<br />

TSCHIDA SIND SEIT<br />

JAHREN WICHTIGER<br />

BESTANDTEIL DER<br />

WEINBEGLEITUNG IM<br />

RESTAURANT »NOMA«.<br />

<<br />

»Unser erster Wein, der dort ausgeschenkt<br />

wurde, war ein restsüßer Riesling<br />

aus dem Jahr 2006 mit 100 Gramm<br />

Restzucker und neun Promille Säure. Eine<br />

richtige Granate«, erzählt Trossen. Der<br />

Wein kam gut an, die Dänen brachten regelmäßig<br />

Topsommeliers aus Kopenhagen<br />

an die Mosel, unter anderem Mads Kleppe,<br />

der Trossen irgendwann fragte, ob er nicht<br />

auch Wein ganz ohne Schwefeleinsatz produzieren<br />

könne. Ohne Risiko für ihn, denn<br />

die Menge würde fix abgenommen, unabhängig<br />

davon, ob die Weine gelingen oder<br />

nicht. »Es war mir wichtig, ihn zu unterstützen,<br />

damit er genau das tun kann, wovon<br />

er immer geträumt hat«, berichtet Kleppe.<br />

Christian Tschida baut seine Trauben so natürlich<br />

wie nur möglich an, manche sind so dicht gepflanzt,<br />

dass sie nur mit dem Pferd bearbeitet werden<br />

können. Seine Gewächse sind weltweit gefragt.<br />

EIN NEUES WEINVERSTÄNDNIS<br />

Nachdem Mads Kleppe Head Sommelier<br />

des »Noma« wurde, sah er nach eigenen<br />

Aussagen die große Chance, das, was<br />

Elofsson begonnen hatte, auf die Spitze zu<br />

treiben. »Ich wollte den nächsten Schritt<br />

gehen und das ›Noma‹ zum ersten Restaurant<br />

der Welt machen, das im Natural­<br />

Wine-Bereich voll durchstartet«, erzählt er.<br />

Für ihn bedeutete das, ein neues Weinverständnis<br />

zu entwickeln, das nichts<br />

mit den klassischen Weinen zu tun hatte,<br />

mit denen er zuvor arbeitete. Natürlich<br />

machte er dabei auch Fehler, gesteht er<br />

rückblickend, servierte Weine, die er heute<br />

nicht mehr servieren würde. Die Weine des<br />

Burgendländer Ausnahmewinzers Christian<br />

Tschida gehören hier nicht dazu. Sie waren<br />

unter Kleppe jahrelang fixer Bestandteil<br />

der Weinbegleitung im »Noma«. Erstmals<br />

servierte der damals noch junge Kleppe<br />

Christian Tschidas Laissez-Faire 2009 zu<br />

einem Austerngang im Jahr 2011. Eine<br />

<<br />

Fotos: beigestellt<br />

24 falstaff aug <strong>2022</strong>


wein / NORDISCHER NATURWEIN-BOOM<br />

<<br />

gewagte Kombination, die den Gästen<br />

des Restaurants jedoch so gut schmeckte,<br />

dass der vorrätige Wein bereits drei Wochen<br />

vor Ende des Menüs zur Neige ging. »Ich<br />

bekam am Wochenende einen sehr nervösen<br />

Anruf vom ›Noma‹. Sie fragten mich,<br />

ob ich denn noch Wein hätte und ob es<br />

irgendeine Möglichkeit gäbe, diesen in zwei<br />

Tagen nach Kopenhagen zu liefern«, erzählt<br />

Christian Tschida. Statt die Weine mittels<br />

Spedition zu liefern – die fünf Tage dafür<br />

gebraucht hätte –, packte Christian Tschida<br />

seinen Kombi bis oben hin voll mit Kartons<br />

Laissez-Faire 2009 und fuhr um fünf Uhr<br />

morgens vom burgenländischen Illmitz in<br />

Richtung Kopenhagen los. Nach siebzehn<br />

Stunden abenteuerlicher Fahrt durch ganz<br />

Deutschland erreichte er das »Noma«<br />

gegen zehn Uhr Abends, wo er mit großer<br />

Freude empfangen wurde. »Wir haben den<br />

Laissez-Faire dann gemeinsam mit dem<br />

Team ausgeladen, fünf Tage später war<br />

ich wieder zu Hause«, berichtet Christian<br />

Tschida. Alles, was dazwischen geschah, ist<br />

Geschichte. Christian Tschida und Mads<br />

Kleppe verbindet seit dieser Zeit eine innige<br />

Freundschaft. Beide teilen die Ansicht, dass<br />

sich die Weinwelt in den letzten Jahren<br />

rasant entwickelt hat und die Akzeptanz<br />

gegenüber natürlich produzierten Weinen<br />

deutlich gestiegen ist. Überall auf der<br />

Welt gibt es heute Restaurants, Bars und<br />

Händler, die natürlich produzierte Weine<br />

anbieten. »Es werden immer mehr, und das<br />

ist wirklich toll, denn das Thema schließt<br />

niemanden aus. Die Leute können sich frei<br />

DIE WEINWELT IST<br />

HEUTE SO DIVERS<br />

UND FREI WIE NOCH<br />

NIE – MITUNTER DANK<br />

DER GASTRONOMIE<br />

SKANDINAVIENS.<br />

UND DAS IST GUT SO.<br />

fühlen und das genießen, was sie wollen«,<br />

sagt Kleppe.<br />

Darüber, warum Skandinavien Vorreiter<br />

beim Konsum von Naturwein war und warum<br />

die Akzeptanz hierzulande lange klein<br />

war, lässt sich nur spekulieren. Wichtig ist<br />

sicher, dass Skandinavien kaum eigenen<br />

Wein produziert und darum möglicherweise<br />

offener ist. »In Skandinavien ist eine ganze<br />

Generation mit naturbelassenem Wein<br />

aufgewachsen«, gibt Christian Tschida zu<br />

bedenken. »Ich habe letztens erst eine Spitzensommeliere<br />

kennengelernt, die – wissentlich<br />

– noch nie einen gefilterten Wein<br />

getrunken hat. Das kann man natürlich<br />

zuerst als riesiges Manko sehen, aber ich<br />

finde so ein Faktum extrem spannend.«<br />

KOPENHAGEN, TOKYO,<br />

NEW YORK<br />

Neben Dänemark attestiert Christian Tschida<br />

auch Japan eine Pionierrolle im Naturweinbereich.<br />

»In unserer europäischen Blase<br />

haben wir davon nicht so viel mitbekom-<br />

<<br />

Ausgangspunkt für alle Naturweine<br />

ist ein naturnaher Anbau – mit<br />

oder ohne Bio-Zertifizierung, mit<br />

Einsatz biodynamischer oder noch<br />

strikterer Methoden. Im Keller wird<br />

Verzicht geübt. Auf Mythopia im<br />

Schweizer Wallis werden die Grenzen<br />

des Möglichen ausgelotet und die<br />

Biodiversität im Rebberg gefördert.<br />

Foto: Mythopia<br />

26 falstaff aug <strong>2022</strong>


DER NEUE RANGE ROVER SPORT<br />

PLUG-IN HYBRID<br />

CHARGE UP<br />

landrover.at<br />

Range Rover Sport PHEV: Kraftstoffverbrauch (komb. gewichtet): 0,9–0,8 l/100 km; CO₂-Emissionen (komb.): 20–18 g/km; Stromverbrauch (komb. gewichtet): 29,7–28,1 kWh/100 km;<br />

nach WLTP. Weitere Informationen unter www.autoverbrauch.at. Symbolfoto.


wein / NORDISCHER NATURWEIN-BOOM<br />

Für den ehemaligen<br />

Head Sommelier im<br />

Restaurant »Noma« in<br />

Kopenhagen, Mads Kleppe<br />

(o.), ist der Rebberg der Domaine<br />

Mythopia im Schweizer Wallis (l.) einer der<br />

schönsten der Welt. Biodiversität steht hier im<br />

Zentrum, die Monokultur wird durchbrochen.<br />

Die Bezeichnung Naturwein ist gesetzlich weder<br />

geschützt noch geregelt. Was unter Naturwein,<br />

Natural Wine oder Vin naturel verstanden wird,<br />

ist extrem vielfältig. Grundsätzlich werden so<br />

Weine bezeichnet, die mit möglichst wenigen<br />

Eingriffen produziert werden: Ausgangspunkt ist<br />

ein naturnaher Anbau – mit oder ohne Bio-Zertifizierung,<br />

mit Einsatz biodynamischer oder noch<br />

strikterer Methoden. Im Keller wird Verzicht geübt.<br />

Weder Reinzuchthefen noch stabilisierende<br />

Schönungen oder Filtrationen werden eingesetzt,<br />

und auch Schwefeldioxid wird nicht oder nur<br />

in moderaten Dosen verwendet. Naturweine<br />

bestehen im Idealfall also nur aus Trauben und<br />

Zeit. Übrigens: Der Begriff Orangewein hat mit<br />

Naturwein direkt nichts zu tun und ist schon gar<br />

nicht als Synonym zu verwenden. Orangeweine<br />

sind maischevergorene Weißweine – Weißweine<br />

WAS IST<br />

NATURWEIN?<br />

also, die mit Stielen und Beerenhäuten eingemaischt<br />

und vergoren werden. Diese existieren<br />

als Naturweine, können aber auch konventionell<br />

hergestellt werden. Der Ursprung der Naturweinbewegung<br />

ist in den 1970er-Jahren im französischen<br />

Beaujolais zu verorten. Als Urvater<br />

der Bewegung gilt Weinfachmann und Négociant<br />

Jules Chauvet (1907–1989). Als Gegenbewegung<br />

zu den damals industriell hergestellten Beaujolais-Weinen<br />

führte er umfangreiche Analysen<br />

durch. Er wurde so zu einem leidenschaftlichen<br />

Vertreter von möglichst natürlich hergestellten<br />

Weinen und sprach sich beispielsweise vehement<br />

gegen Chaptalisation, Filtration und im Idealfall<br />

auch gegen Schwefeln aus. Seine berühmteste<br />

Aussage lautete: »Le vin, moins on le touche,<br />

mieux ça vaut« – »Je weniger man den Wein<br />

berührt, desto besser wird er.«<br />

<<br />

men. Dänemark war aber schon eine Art<br />

Speerspitze der Szene.« Auch London und<br />

New York spielten eine wichtige Rolle als<br />

Plattformen für Naturweine. Beide Städte<br />

gehören beispielsweise zu den Hauptabsatzmärkten<br />

der von Hans-Peter Schmidt<br />

geführten Domaine Mythopia aus dem<br />

Schweizer Kanton Wallis. Rund 90 Prozent<br />

seiner Weine werden exportiert. In der<br />

Schweiz finden die teuren Tropfen wenige<br />

Liebhaber – im Gegensatz zu Kopenhagen,<br />

wo die experimentellen, naturbelassenen<br />

Weine nicht nur im »Noma«, sondern in<br />

vielen weiteren Lokalen ange boten werden.<br />

Schmidt ist in seiner Heimat bis heute<br />

weitgehend unbekannt, in der weltweit<br />

vernetzten Naturweinszene aber so etwas<br />

wie ein Guru. Er entwarf ein völlig neuartiges<br />

Konzept des Rebbergs – eines, das auf<br />

Biodiversität beruht und viele Winzer inspiriert.<br />

Dort, wo eigentlich Reben in Reih<br />

und Glied stehen sollten, findet sich ein<br />

wilder Dschungel: kopfhohes Gras, Obstbäume,<br />

Sträucher, dazwischen Rebstöcke,<br />

die man nur mit etwas Geduld erspähen<br />

kann. Jeder gelernte Weinbauer würde ob<br />

der Wildheit der Anlagen die Hände über<br />

dem Kopf zusammenschlagen. Für Schmidt<br />

und seine Fans aber ist dieser Rebberg die<br />

Grundlage von einigen der fantastischsten<br />

Naturweine aus dem Alpenraum, in sich<br />

ruhenden Tropfen, die ihren Charakter oft<br />

erst nach Stunden im Glas preisgeben. »Für<br />

mich ist das der schönste Weinberg der<br />

Welt«, sagt etwa Mads Kleppe, als wir ihn<br />

auf Hans-Peter Schmidts Arbeit ansprechen.<br />

Die Weinwelt ist heute so divers und<br />

frei wie noch nie – zu einem Gutteil dank<br />

Skandinavien. Und das ist gut so.<br />

<<br />

Fotos: Mythopia, Katia Ceolin<br />

28 falstaff aug <strong>2022</strong>


WENN IHR ZIEL<br />

ZUFRIEDENHEIT IST<br />

WIR LEISTEN GERNE MEHR FÜR SIE.


wein / NORDISCHER NATURWEIN-BOOM<br />

BEST OF<br />

NATURWEIN-IKONEN<br />

96<br />

94<br />

93<br />

2017 CHARDONNAY LES<br />

MIRACULÉS<br />

Domaine Ganevat, Jura,<br />

Frankreich<br />

Reifte für drei Jahre in 600-Liter-<br />

Fässern, die spundvoll gehalten<br />

wurden. Sehr elegant und frisch in<br />

der Nase mit Noten von Apfel, Nüssen<br />

und Gewürzen, auch zitrische<br />

Noten. Am Gaumen extrem kraftvoll,<br />

dabei aber lebendig und dank<br />

der vifen Säure auch sehr frisch. Ein<br />

Jura-Monument der modernen Art.<br />

weinskandal.at<br />

Preis: k. A.<br />

2017 FLEUR DE SAVAGNIN<br />

Domaine Labet, Jura, Frankreich<br />

Sehr aromatische, typische Savagnin-Aromatik<br />

mit Noten von Zitrusfrüchten,<br />

weißen Blüten und reifem<br />

Obst, dezent nussig-würzig. Am<br />

Gaumen zwar von schöner Fülle,<br />

gleichzeitig aber enormer Frische<br />

und Lebendigkeit. Zeigt mit Luft und<br />

etwas erhöhter Temperatur immer<br />

neue Facetten. Kann viele Jahre<br />

weiter reifen.<br />

weinskandal.at<br />

Preis: k. A.<br />

2016 MÂCON-CHAINTRÉ<br />

VIEILLES VIGNES<br />

Domaine Valette, Burgund,<br />

Frankreich<br />

Haselnuss, Orangenzeste und Nougat<br />

de Montélimar, Anklänge an<br />

Tropenfrucht. Im Mund ist der Wein<br />

seidig und saftig, verbindet Fülle<br />

und Schmelz mit einer lebendigen<br />

Säure und großer mineralischer<br />

Frische. Hat noch große weitere<br />

Reserven, ist aber jetzt schon ein<br />

ausgezeichneter Tischgenosse.<br />

passion-vin.de<br />

€ 39,50<br />

96<br />

94<br />

93<br />

2018 LAISSEZ FAIRE<br />

Christian Tschida, Burgenland,<br />

<strong>Österreich</strong><br />

Mineralisch wirkende Feuersteinnoten,<br />

mit Luft angenehme Steinfrucht-<br />

und reife Zitrusnoten. Am<br />

Gaumen frisch mit seidiger Struktur<br />

und dabei geradlinigem Säurenerv.<br />

Gewisser Grip im langen, kühl-steinigen<br />

Abgang. Ein Wein, der jetzt<br />

schon seine Größe zeigt, aber auch<br />

lange reifen kann.<br />

wagners-weinshop.com<br />

weinskandal.at<br />

ca. € 59,–<br />

2014 PI-NO<br />

Mythopia, Wallis, Schweiz<br />

Schon in der Nase sehr kräftig für<br />

einen Pinot Noir. Dunkle Kirschen,<br />

schwarze Waldbeeren, dazu Waldbodennuancen<br />

und eine eigenständige,<br />

wilde Würzigkeit. Am Gaumen<br />

überaus sanft, ja samtig mit feinem<br />

Tannin, spürbarer, aber reifer Säure<br />

und guter Länge. Kräftig in der<br />

Nase, am Gaumen aber elegant und<br />

überraschend leicht. Profitiert stark<br />

von Belüftung.<br />

treat.wine<br />

€ 74,50<br />

2017 SANCERRE BLANC<br />

»AKMÉNINÉ«<br />

Sébastien Riffault, Loire,<br />

Frankreich<br />

Reife, eigenständige Aromatik mit<br />

Noten von Honig, Quitte; reife Zitrusfrüchte,<br />

auch hefige Nuancen<br />

sind auszumachen. Sehr vielschichtig<br />

und komplex. Am Gaumen dann<br />

überraschend trocken und präzise.<br />

Endet sehr lang mit Gewürznoten.<br />

naturalwinedealers.com<br />

€ 23,–<br />

95<br />

93<br />

93<br />

EX VERRO III 2019<br />

Weingut Werlitsch, Steiermark,<br />

<strong>Österreich</strong><br />

Extrem tiefgründiger, aber noch junger<br />

Wein, der in diesem Stadium viel<br />

Luft benötigt. In der Nase reif wirkend<br />

mit natürlich wirkenden Obstnoten<br />

wie Quitte, auch exotische<br />

Anklänge wie Ananas und Passionsfrucht,<br />

dezent Honig. Endet sehr<br />

lang mit mineralisch-würzigem<br />

Einschlag.<br />

gute-weine.de<br />

€ 44,–<br />

2017 MORGON CUVÉE 3,14<br />

Jean Foillard, Beaujolais,<br />

Frankreich<br />

Die Morgon Cuvée 3,14 zeigt sich<br />

noch jung und verschlossen mit<br />

Noten von Walderdbeere, Schwarzkirsche<br />

und Himbeere, dazu blumige<br />

Nuancen. Weiter zeigt der Wein eine<br />

dunkle Würze, die an Wildbret, Sojasauce<br />

und Lakritze erinnert. Am<br />

Gaumen intensiv und mundfüllend<br />

mit spürbarem, aber reifem Tannin<br />

und schöner Länge. Muss reifen.<br />

passion-vin.de<br />

€ 59,90<br />

2020 MADONNA PURUS<br />

Rudolf Trossen, Mosel,<br />

Deutschland<br />

Liegt in hellem Gold im Glas. Zeigt<br />

eine extrem dynamische Entwicklung<br />

im Glas. Zunächst etwas verschlossen-würzig,<br />

dann zusehends<br />

fruchtiger mit Noten von Apfel und<br />

hellen Steinfrüchten, auch tropische<br />

Nuancen sowie eine an Kümmel<br />

erinnernde Würzigkeit. Am Gaumen<br />

geschmeidig und weich mit einer<br />

gewissen Phenolik. Endet lang.<br />

weinskandal.at<br />

€ 33,–<br />

Fotos: Benjamin Herzog<br />

30 falstaff aug <strong>2022</strong>


wein / WEIN AUS DEM NORDEN<br />

DAS GUTE<br />

LIEGT SO<br />

NÖRDLICH<br />

Blick über die Weingärten<br />

von Slinde Vineyards im<br />

norwegischen Sognefjord.<br />

Foto: beigestellt<br />

32 falstaff aug <strong>2022</strong>


Wein aus Dänemark, Schweden und sogar Norwegen? Das ist auch<br />

wegen des Klimawandels keine Utopie und es gibt immer mehr davon.<br />

Ein Ausflug zu exotischen Winzern, abenteuerlichen Experimenten<br />

und singulären Weinkulturen vor unserer nördlichen Haustüre.<br />

TEXT PETER MOSER<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

33


wein / WEIN AUS DEM NORDEN<br />

Die blauen Trauben reifen in<br />

Südschweden bereits sehr gut:<br />

Weingarten von Flaedie in der<br />

Region Skane.<br />

A<br />

quavit, Wodka und<br />

Leichtbier; anderes gibt es<br />

in Dänemark, Schweden,<br />

Norwegen und Finnland<br />

nicht zu trinken. Dieses<br />

Klischee war nie richtig und ist somit<br />

einfach falsch: Nicht nur dank immer<br />

informierteren Konsums von Importweinen,<br />

sondern auch einer jungen Winzerkultur<br />

im Norden, die aus der Not spezieller<br />

Rahmenbedingungen oft eine Tugend<br />

macht. Die Dänen etwa konsumieren<br />

aktuell zu zwei Drittel vor allem importierten<br />

Rotwein inklusive zehn Prozent<br />

Rosé, auch der Markt für Schaumwein<br />

wächst. Und wenn Natural Wines am<br />

Weltmarkt mit rund zwei Prozent der<br />

Produktion alles andere als Big Players<br />

sind, in Kopenhagen liebt man diese Weine:<br />

Die Stadt nimmt beim Konsum dieser<br />

Kategorie Platz drei hinter Paris und Tokio<br />

am Weltmarkt ein.<br />

Seit 2000 ist Dänemark, wo keine<br />

Monopolbehörde den Verkauf alkoholischer<br />

Getränke reguliert, selbst offizielles<br />

europäisches Weinbauland mit den vier<br />

Hauptregionen Bornholm, Fünen, Jütland<br />

und Seeland. Dank der Klimaerwärmung<br />

steigen Fläche und Produktion ständig an<br />

– die Produktion von Schaumwein steht<br />

im Vordergrund. Die Unterregion Dons<br />

in Jütland ist dafür mittlerweile eine erste<br />

geschützte Herkunft (PDO) – es ist die<br />

nördlichste in der EU überhaupt und um-<br />

Die norwegischen Hobby-Winzer sind für die<br />

Zukunft optimistisch und voller Tatendrang.<br />

fasst potenzielle 500 Hektar. Die Neusorten<br />

Souvignier Gris, Solaris und Johanniter<br />

sowie die roten Sorten Rondo und Regent<br />

für Rosé eignen sich für das dänische Klima<br />

besonders gut. Abgesehen von den<br />

Sparklings aus Dons scheint sich der<br />

Nordwesten Seelands am besten für den<br />

Weinbau zu eignen. In der Danish Vine Association<br />

waren 2017 dort bereits 96 Winzer<br />

mit 98 Hektar Rebfläche als kommerzielle<br />

Produzenten registriert. Dazu kommen<br />

mehr als 1000 registrierte Hobbyweingärtner.<br />

Die Weine sind fast ausschließlich<br />

regional erhältliche Nischenprodukte im<br />

Preisband von 15 bis 30 Euro ab Hof.<br />

Dyrehøj Vingaard bei Kalundborg ist<br />

heute mit 30.000 Rebstöcken das größte<br />

Weingut Dänemarks. Hier, in der sonnigsten<br />

Ecke, sorgt der neuseeländische<br />

Winemaker Zach Brierly für gute Qualitäten<br />

wie die »Solaris Reserve«. Niels und<br />

Nina Fink vom Weingut Vejrhøj in Fårevejle<br />

machen seit 2011 mit Weinen wie dem<br />

»Solaris Sterling« auf sich aufmerksam.<br />

Stolz ist man auf die Schaumweine von<br />

Skærsøgaard, aus Almind im Dons PDO –<br />

die Cuvée Brut 2015 aus den Sorten Solaris<br />

und Orion wurde mit 90 Parker-Punkten<br />

geadelt. Der andere Winzer, der es bisher zu<br />

Bewertungen von Wine Advocate schaffte,<br />

ist Jacob Stokkebye, der heute neben Kaviar<br />

auch rund 10.000 Flaschen Weiß- und<br />

Schaumwein in Fünen erzeugt. Er arbeitete<br />

als Sommelier in französischen Sternenrestaurants<br />

und auf dem Weingut des<br />

dänischen Königshauses in Cahors, bevor<br />

er sich 2009 entschloss, der beste Winzer<br />

Dänemarks werden zu wollen. Hervorzuheben<br />

ist der Solaris namens »Liva«, ausgebaut<br />

in gebrauchten Barriques von der<br />

Domaine de Chevalier in Bordeaux.<br />

Und Rotwein? Da wären etwa Susanne<br />

und Søren Hartvig Jensen vom Kelleris<br />

Vingård in Kvistgård, die neben Rondo<br />

sogar Cabernet Sauvignon auspflanzten.<br />

»Ich bin nicht nur ein wenig verrückt, ich<br />

bin komplett crazy, weil ich mich auf Rotwein<br />

spezialisiert habe,« so Søren, »aber<br />

nachdem die Konsumenten Weine mit längerem<br />

Fassausbau lieben, bin ich auf diese<br />

Herausforderung mit Freude eingegangen.«<br />

»ENORMES POTENZIAL«<br />

Schweden ist ein starker Markt für Wein, es<br />

werden jährlich rund 25 Liter pro Kopf –<br />

Fotos: AFP / Getty Images, beigestellt<br />

34 falstaff aug <strong>2022</strong>


etwa so viel wie in Deutschland –<br />

konsumiert, rund zur Hälfte werden Weine<br />

aus der Neuen Welt, vor allem aus Südafrika,<br />

importiert. Von den drei nordischen<br />

Ländern wächst der Eigenanbau von Wein<br />

in Schweden am schnellsten, aktuell<br />

bewirtschaften die schwedischen Winzer<br />

etwa 150 Hektar. Glaubt man allerdings<br />

Emma Serner, selbst Winzerin und Präsidentin<br />

der Schwedischen Handelsorganisation<br />

für Önologie und Weinbau, so könnten<br />

rund 10.000 Hektar vor allem im Süden<br />

des Landes gute Voraussetzungen zum Anbau<br />

von Weintrauben besitzen. Auch Lotta<br />

Nordmark von der schwedischen Landwirtschaftsuniversität<br />

sieht »enormes Potenzial<br />

für Winzer in Schweden, dank des verbesserten<br />

Klimas und der neuen pilzresistenten<br />

Piwi-Rebsorten« hier gute, nachhaltig<br />

erzeugte Weine zu produzieren. Das<br />

schwedische Monopol Systembolaget bietet<br />

heute bereits rund 240 klassische Traubenweine<br />

aus Schweden an, die Format zeigen.<br />

Wer sich vor Ort einen Überblick über<br />

den schwedischen Wein machen will, besucht<br />

in Malmö das Swedish Wine Center<br />

(swedishwinecenter.se), hier kann man die<br />

besten Weine glasweise probieren. Bei den<br />

Weißweinen dominiert klar die Piwi-Sorte<br />

Solaris, dazu etwas Muscaris, Souvignier<br />

Gris, aber sogar auch Donauriesling wie im<br />

»Cuvée Lyckeri« vom Weingut Kullaberg,<br />

das von österreichischen Önologen vom<br />

Kaliber eines Robert Steidl beraten wird.<br />

DER KLIMAWANDEL<br />

UND WACHSENDES<br />

KNOW HOW LASSEN<br />

BEREITS HEUTE IM<br />

HOHEN NORDEN<br />

ÜBERRASCHEND GUTE<br />

WEINE WACHSEN.<br />

MEHR SONNE ALS IN BORDEAUX<br />

Bei den seltener erzeugten schwedischen<br />

Rotweinen – sie kommen von den Weingütern<br />

Arild, Skeppard und Snårestad –<br />

kommen die Sorten Pinot Noir, Rondo,<br />

Siramé und Cabernet Cortis zum Einsatz.<br />

Auch Rosé, Schaumwein (Sekt heißt hier<br />

»Mousserande«) und Orangeweine werden<br />

angeboten. Weinproben bieten selbstverständlich<br />

auch die Weingüter. Besonders<br />

die Regionen Scania und Södermanland<br />

haben sich inzwischen für den Weinbau<br />

als geeignet erwiesen. Südlich von Malmö<br />

führen Lena Jörgensen und Murre Sofrakis<br />

das Weingut Vingården i Klagshamn, 2001<br />

wurden die ersten Solaris-Reben gepflanzt.<br />

Weiter östlich bei Skåne liegen die 6,5<br />

Hektar der Hällåkra Vingård, hier entsteht<br />

eine große Vielfalt an Weinen, man arbeitet<br />

mit Solaris, Rondo, Regent, Leon Millot,<br />

Pinot Noir, Pinot Gris, and Auxerrois<br />

Blanc. Bereits 2008 wurde hier der erste<br />

Rotwein aus Rondo abgefüllt. Ein weiteres<br />

Weingut ist Nordic Sea in Simrishamn Winery<br />

mit seiner ultramodernen Kellerei samt<br />

Weinbar und Restaurant. Hier erzeugt die<br />

Oenoforos Group, gegründet von Takis Soldatos,<br />

einige der bestverkauften Weine des<br />

Landes. Das Weingut Blaxsta gilt nicht nur<br />

als eines der ersten Weingüter Schwedens,<br />

seine 3,5 Hektar in der Södermanland-Region<br />

südwestlich von Stockholm gelten als<br />

die nördlichsten Weinlagen der Welt. Kaum<br />

zu glauben, dass hier um 25 Prozent mehr<br />

Sonnenstunden verzeichnet werden als<br />

beispielsweise in Bordeaux. Entsprechend<br />

werden hier Chardonnay, Vidal Blanc, Merlot<br />

und auch Cabernet Franc kultiviert. Im<br />

Herzen der Östgöta-Ebene bei Väderstad<br />

bewirtschaften Niclas und Anna Albinsson<br />

von Särtshöga Vingård ihre 8000 Stöcke<br />

Solaris, voll Zuversicht, in Zukunft den<br />

weltbesten Schaumwein aus dieser Sorte<br />

herstellen zu können. Aktuell sind es bereits<br />

4000 Flaschen Blanc de Blancs und Brut<br />

Nature jährlich, die Produktion wächst. Die<br />

Weingüter unterhalten oft selbst Restaurants<br />

und Beherbergungsbetriebe, auch wegen<br />

der Absatzbeschränkungen angesichts<br />

des Systembolaget-Monopols.<br />

CHIANTI, RIOJA UND MET<br />

Norwegen ist bei der Auswahl seiner Weine<br />

sehr konservativ, hier zeigen die Konsumenten<br />

wenig Interesse an der Neuen Welt,<br />

man bevorzugt zu 75 Prozent Rotwein und<br />

tendiert zu Chianti, Rioja oder Bordeaux.<br />

Für klassischen Weinbau ist das Klima in<br />

Norwegen zu rau. Dazu kommt, dass der<br />

Verkauf von alkoholischen Getränken mit<br />

Ausnahme von Leichtbier ein staatliches<br />

Monopol darstellt. Ab-Hof-Verkauf wäre<br />

einem Winzer nicht gestattet, ausschließlich<br />

über die Lokale des »Vinmonopolet«<br />

wird an Interessenten verkauft. Wie die<br />

<<br />

Beim schwedischen<br />

Weingut Kullabergs Vingard<br />

in Kullahalvön werden<br />

mittlerweile zehn Hektar<br />

mit pilzwiderstandsfähigen<br />

Reben bewirtschaftet.<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

35


wein / WEIN AUS DEM NORDEN<br />

<<br />

Wikinger trinken Norweger nach<br />

wie vor Met (»Mjød«), der aus Honig<br />

und Würzkräutern hergestellt wird.<br />

Erzeugt wird auch Beerenwein aus<br />

der schwarzen Krähenbeere, die hier<br />

»Krekling« heißt. Und allen Widrigkeiten<br />

zum Trotz gibt es auch bereits<br />

in Norwegen ein halbes Dutzend<br />

kommerzieller Weingüter. Auch ein<br />

Winzerverband wurde bereits gegründet,<br />

und hat eine Schar an Hobbywinzern<br />

als weitere Mitglieder. Der Lerkekåsa<br />

Vineyard ist wohl der nördlichst gelegene<br />

Weinbaubetrieb in der Provinz Telemark,<br />

jener Region, in der die gleichnamige Skitechnik<br />

entwickelt wurde. Der wohl prominenteste<br />

Winzer-Konsultant Norwegens ist<br />

der deutsche Winzerstar Klaus-Peter Keller<br />

aus Rheinhessen, der mit seiner ehemaligen<br />

Praktikantin Anne Enggrav in Kirstiansand<br />

Kelleris Vingaard im dänischen Kvistgard<br />

erzeugt neben Schaum- und Weißweinen auch<br />

erstaunliche Rotweine, die im Château von<br />

Susanne und Søren Hartvig Jensen<br />

gereift werden.<br />

erste Erfolge einfährt, natürlich mit<br />

Riesling.<br />

TRAUBEN AUS FINNLAND<br />

Finnland schließlich ist definitiv Teil<br />

des »Wodka-Gürtels«. Auch wenn<br />

der Konsum von Hochprozentigem<br />

in den letzten Jahren deutlich abgenommen<br />

hat, hat Vodka immer noch<br />

einen Marktanteil von einem Viertel<br />

aller alkoholischen Getränke. Die Finnen<br />

schätzen kräftige, fruchtigere Weine, auch<br />

eine gewisse Süße, hier sind die saftigen,<br />

roten Chilenen sehr gefragt. Eine eigene<br />

Weinproduktion hat Finnland noch nicht.<br />

Rund 100 Kilo Trauben wachsen allerdings<br />

auf einer Felseninsel namens Olkiuoto,<br />

wo Warmabwasserröhren von Atomkraftwerken<br />

für eine Versuchanlage den Boden<br />

eisfrei halten. <<br />

SCHWEDISCHER WEIN<br />

Eine kleine Selektion schwedischer Weine wurde uns von Weinhändler Tobias<br />

Lindblom von Nordic Vineyards (nordicvineyards.com) zur Verfügung gestellt.<br />

Hier können diese Produkte auch online bestellt werden.<br />

91<br />

2020 KULLABERGS IMMELEN<br />

(SOUVIGNIER GRIS/SOLARIS)<br />

Kullabergs Vingard; Nyhamnslage<br />

13,5%, NK, kullabergs.se<br />

Helles Goldgelb, Silberreflexe. Kandierte<br />

Orangenzesten, ein Hauch Muskatnuss, weiße<br />

Tropenfrucht, florale Nuancen, dezente Kräuterwürze.<br />

Saftig, kraftvoll, mineralisch, dezente<br />

fruchtige Süße, feiner Säurebogen, Birnen im<br />

Abgang, zarte Holzwürze im Nachhall, salzig<br />

und gut anhaftend, Entwicklungspotenzial.<br />

nordicvineyards.com, € 55,50<br />

89<br />

ARLIDS VINGARD SOLARIS<br />

Arlids Vingard, Kullaberg, Skane<br />

12%, NK<br />

Helles Gelbgrün, Silberreflexe. Nuancen von<br />

frischen Wiesenkräutern, weißer Apfel, ein<br />

zarter Hauch von Limetten, eher verhaltenes<br />

Bukett. Leichtfüßig, zart nach Walnuss und<br />

Honigmelone, angenehme, leicht reduktive<br />

Würze, zitronig-mineralisch im Abgang, ein<br />

lebendiger, frischer Speisenbegleiter,<br />

salziger Nachhall.<br />

nordicvineyards.com, € 16,50<br />

88<br />

2020 SKEPPARPS VINGARD SOLARIS<br />

GRAND PRIX<br />

Skepparps Vingard, Kivik<br />

12%, DV, (500 ml)<br />

skepparpsvingard.se<br />

Helles Gelbgrün, Silberreflexe. Nuancen von<br />

weißem Pfirsich, frischer Apfel, Zitruszesten,<br />

floraler Touch. Schlank, feine Fruchtsüße,<br />

etwas Steinobst, frischer Säurebogen, apfelige<br />

Note im Abgang, dezente Mineralität, sauber,<br />

aber wenig komplex.<br />

nordicvineyards.com, € 19,–<br />

90<br />

2020 FLÄDIE ANIARA RENÄSSANS<br />

(95% Solaris, 5% Phönix)<br />

Flädie Vinproduktion, Bjärred<br />

13,5%, NK, fladievinproduktion.se<br />

Helles Gelbgrün, Silberreflexe. Weiße Tropenfrucht,<br />

ein Hauch von Melone und Limette,<br />

floraler Touch, mineralisch. Straff, grüner<br />

Apfel, rassig strukturiert, salzig-zitronig im Abgang,<br />

klar und frisch wie ein Gebirgsbach, toller<br />

Rieslingersatz, auch als Aperitif gut einsetzbar<br />

nordicvineyards.com, € 25,10<br />

89<br />

2019 LOTIMA SELENSE<br />

(30% Muscaris/ 70% Solaris)<br />

Lottenlund Estate, Allerum,<br />

12,5%, NK, lottenlundestate.se<br />

Helles Goldgelb, Silberreflexe. Frische<br />

Wiesenkräuter, grüner Apfel, etwas Birne,<br />

tabakige Nuancen, ein Hauch von Walnuss.<br />

Schlank, weiße Frucht, frische Säurestruktur,<br />

zart blättrig, zitronig-salziger Nachhall, bietet<br />

unkomplizierten Trinkspaß.<br />

nordicvineyards.com, € 37,–<br />

88<br />

NV KLAGSHAMN EGO 7 SOLARIS<br />

Vingarden i Klagshamn,<br />

15%, NK , vingardeniklagshamn.se<br />

Helles Goldgelb, Silberreflexe. In Solera<br />

entstandener Multivintagewein. Weiße<br />

Tropenfrucht, Limetten, grüner Apfel, ein<br />

Hauchvon Blütenhonig, blumiges, einladendes<br />

Bukett. Kraftvoll, sehr mineralisch, rassiger<br />

Säurekern, Limetten im Abgang, mittlere<br />

Länge, zarte vegetale Nuancen im Nachhall.<br />

nordicvineyards.com, € 36,–<br />

Foto: beigestellt<br />

36 falstaff aug <strong>2022</strong>


www.die3.eu<br />

Euram Bank AG<br />

Palais Schottenring<br />

Schottenring 18<br />

1010 Wien<br />

T: +43 1 512 38 80 0<br />

F: +43 1 512 38 80 888<br />

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www.eurambank.com


HANS SCHWARZ


wein / SAUVIGNON BLANC<br />

WELTWEIT HEISS<br />

BEGEHRT:<br />

SAUVIGNON<br />

BLANC<br />

Von Sancerre bis Südafrika, von Marlborough über<br />

Chile bis nach Bordeaux ist Sauvignon Blanc der<br />

Lieblingswein vieler. Eine Suche nach den Wurzeln<br />

eines außerordentlichen Erfolgs.<br />

TEXT ANNE KREBIEHL MW<br />

Foto: Andreas Tischler / picturedesk.com<br />

40 falstaff aug <strong>2022</strong>


Sauvignon-Blanc-Trauben,<br />

hier beim Reifen in der<br />

südsteirischen Sonne – all<br />

jene Aromen sammelnd,<br />

die die Welt im Sturm<br />

erobert haben.<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

41


wein / SAUVIGNON BLANC<br />

Ausdrucksstark, und doch<br />

jederzeit voll unkomplizierter<br />

Trinkfreude: Es ist kein Wunder,<br />

dass sich der Anbau von<br />

Sauvignon Blanc allein in den<br />

letzten 20 Jahren weltweit<br />

verdoppelt hat.<br />

Der Duft ist unverkennbar:<br />

Anklänge von Brennnessel<br />

und Buchsbaum, von Passionsfrucht<br />

und Pfirsich, gefolgt<br />

von spritziger Limettenfrische<br />

– das ist der Sauvignon Blanc, den wir<br />

alle kennen. Dezentere Versionen haben<br />

zurückhaltende Aromen und hoffentlich<br />

auch wunderbare Tiefe, die von Lage und<br />

Boden spricht, rundere Versionen sind sanft<br />

vom Eichenausbau, die die exquisite,<br />

vollfruchtige Saftigkeit dieser Sorte<br />

hervorbringt. Ihre offene Aromatik ist ihr<br />

Erfolg, am überzeugendsten ist sie jedoch in<br />

Zurückhaltung. Sauvignon Blanc ist eine<br />

der begehrtesten Rebsorten der Welt. Ihre<br />

Geschichte ist lang, ihr Aufstieg ist steil.<br />

Die weltweite Anbaufläche von Sauvignon<br />

Blanc hat sich von knapp über<br />

65.000 Hektar im Jahr 2000 auf fast<br />

130.000 Hektar im Jahr 2020 verdoppelt.<br />

Blickt man ein Jahrzehnt weiter zurück,<br />

nämlich auf nur 46.000 Hektar im Jahr<br />

1990, so hat sich die weltweite Anbaufläche<br />

von Sauvignon Blanc in drei Jahrzehnten<br />

fast verdreifacht. Welchen besseren Beweis<br />

könnte es für die absolute und anhaltende<br />

Beliebtheit von Sauvignon Blanc geben?<br />

Laut Berechnungen der Universität<br />

von Adelaide war Sauvignon Blanc im<br />

vergangenen Jahrzehnt die weltweit am<br />

stärksten expandierende weiße Rebsorte,<br />

vor allem in der Neuen Welt, weit entfernt<br />

von den Ursprüngen der Sorte in den<br />

gemäßigten Regionen Zentralfrankreichs.<br />

Rund um den Globus – wie hier im chilenischen<br />

Casablanca – punktet Sauvignon Blanc als<br />

perfekter Botschafter von Terroir und Klima.<br />

DIE ANFÄNGE<br />

Genetische Untersuchungen lassen vermuten,<br />

dass der Sauvignon Blanc seinen Ursprung in<br />

Zentralfrankreich hat. Seine früheste Erwähnung<br />

stammt aus 1534 aus dem Loire-Tal,<br />

als der französische Schriftsteller François<br />

Rabelais ihn unter dem lokalen Namen Fiers<br />

erwähnte. Die Sorte tauchte erstmals als<br />

Sauvignon Fumé oder Blanc Fumé an der<br />

mittleren Loire auf und ist jene Traube, aus<br />

der die berühmten Weine von Sancerre und<br />

Pouilly-Fumé hergestellt werden. In Bordeaux<br />

wird sie erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts<br />

erwähnt, wo sie eine der wichtigsten<br />

Rebsorten für die trockenen Weißweine<br />

von Bordeaux ist, insbesondere für die von<br />

Graves und Pessac-Léognan, wo die Sorte<br />

gewöhnlich mit Sémillon verschnitten wird.<br />

Sauvignon Blanc liebt kühlere Klimazonen<br />

und fühlt sich in den gemäßigten<br />

Breiten der nördlichen und südlichen<br />

Hemisphäre wohl. Klima ist der Schlüssel<br />

zu seinen ausdrucksstarken Aromen: Von<br />

kühleren zu wärmeren Gebieten umspannt<br />

er Anklänge von grüner Paprikaschote, ge-<br />

Fotos: Shutterstock, R. Ian Lloyd / Masterfile / Mauritius Images, Lee Foster / Alamy Stock Photos / Mauritius Images, beigestellt<br />

42 falstaff aug <strong>2022</strong>


BEST OF<br />

Neuseeland<br />

GREYWACKE – WILD SAUVIGNON<br />

95 2020<br />

FRAMINGHAM – F-SERIES MARLBO-<br />

94 ROUGH SAUVIGNON BLANC 2021<br />

VILLA MARIA – SINGLE VINEYARD<br />

94 TAYLORS PASS SAUV. BLANC 2020<br />

HUIA – ORGANIC SAUVIGNON<br />

94 BLANC 2020<br />

SAINT CLAIR WAIRAU RESERVE<br />

94 SAUVIGNON BLANC 2021<br />

mähtem Gras und Brennnessel über Buchsbaum<br />

bis hin zu Tomatenblättern. Sein<br />

Fruchtspektrum umfasst die frischen Zitrusfrüchte<br />

von Limette über Grapefruit bis<br />

Zitrone sowie säuerlichen Apfel bis hin zu<br />

tropischer Fülle – insbesondere die spritzige<br />

Reife der Maracuja. Diese Aromen waren<br />

zwar schon immer vorhanden, es bedurfte<br />

jedoch eines bestimmten Stils der Vinifizierung,<br />

um sie zum Ausdruck zu bringen.<br />

ENDLICH GESCHMACK<br />

Mitte der 1980er-Jahre sah die Weinwelt<br />

noch ganz anders aus: Die klassischen<br />

europäischen Weine hatten die Oberhand,<br />

Appellationen wie Chablis, Sancerre und<br />

Graves waren oft die bevorzugten trockenen<br />

Weißweine. Als dann plötzlich Weißweine<br />

mit verführerisch starkem Duft eingeschenkt<br />

wurden, die trotz ihrer Kraft einfach zu genießen<br />

waren, war die Aufregung groß. Der<br />

neuseeländische Sauvignon Blanc hatte die<br />

Szene betreten. Ein Weißwein, wie man ihn<br />

noch nie zuvor gekostet hatte.<br />

Damals war die neuseeländische Weinindustrie<br />

klein und von ertragsstarkem<br />

Müller-Thurgau dominiert, der in dem kühlen<br />

Klima reifte, aber eher uninteressante<br />

Weine ergab. Die Regierung zahlte Prämien<br />

für die Rodung von Weinbergen, und 1981<br />

gab es in Neuseeland gerade einmal 2600<br />

Hektar Reben. Aber einige unternehmungs-<br />

Im<br />

neuseeländischen<br />

Marlborough wurde<br />

dem Sauvignon<br />

Blanc sein neues<br />

Leben eingehaucht.<br />

MITTE DER 1980ER-<br />

JAHRE SAH DIE<br />

WEINWELT NOCH GANZ<br />

ANDERS AUS.<br />

DANN KAM DER<br />

NEUSEELÄNDISCHE<br />

SAUVIGNON BLANC.<br />

In seiner chilenischen Spielart punktet<br />

Sauvignon Blanc mit kerniger Frische.<br />

lustige Geister hatten<br />

Sauvignon Blanc<br />

gepflanzt, weil sie<br />

dachten, dass er zum<br />

Klima passen könnte.<br />

Sie lagen richtig. Das<br />

kühle, aber sonnige<br />

Küstenklima von Marlborough<br />

und die kargen, gut<br />

durchlässigen Böden kamen<br />

der Sorte sehr entgegen. Auch die<br />

Wein bereitung spielte eine entscheidende<br />

Rolle. Die Vinifizierung des Sauvignon<br />

Blanc in temperaturkontrolliertem Edelstahl<br />

setzte sein gesamtes lebhaftes Aromenpotenzial<br />

frei. Der Marlborough Sauvignon<br />

Blanc mit seinem vollen Geschmack<br />

und seiner tropischen Würze war ein völlig<br />

neuer Weinstil.<br />

DER COUP DER KIWIS<br />

Als der Konzern Montana, heute als Brancott<br />

Estate bekannt, seinen Landbesitz in<br />

Marlborough für Sauvignon Blanc zu nutzen<br />

begann und 1980 den ersten Jahrgang<br />

auf den Markt brachte, gewann das Phänomen<br />

an Fahrt, kleinere Unternehmen hatten<br />

auch bereits den Anbau begonnen. Auch<br />

der Australier David Hohnen vom Weingut<br />

Cape Mentelle in Margaret River witterte<br />

seine Chance. Er gründete Cloudy Bay,<br />

brachte 1985 den ersten Jahrgang heraus,<br />

und der Rest ist Geschichte. Marlborough<br />

Sauvignon Blanc wurde ein durchschlagender<br />

Erfolg: Obwohl im oberen Segment<br />

angesiedelt, war er dennoch weit<br />

<<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

43


wein / SAUVIGNON BLANC<br />

In Chile ist auch der<br />

Weintourismus im<br />

Aufschwung. Das malerische<br />

Colchagua-Tal ist dabei ein<br />

Fixpunkt.<br />

<<br />

verfügbar. Mit seiner einfachen Sortenbezeichnung<br />

erforderte er kein Eingeweihten-Wissen<br />

und überzeugte eine ganz neue<br />

Gruppe von Menschen vom Weintrinken.<br />

Sein Aufkommen veränderte nicht nur die<br />

neuseeländische Wein industrie, sondern die<br />

der ganzen Welt.<br />

NEUSEELAND HEUTE<br />

Marlborough im Norden der neuseeländischen<br />

Südinsel ist heute wie damals das<br />

Zentrum des Sauvignon Blanc im Land.<br />

Heute gibt es in Neuseeland 26.559 Hektar<br />

Sauvignon Blanc, davon 23.834 in<br />

Marlborough. Das breite Wairau-Tal bringt<br />

Weine mit fruchtigeren, reiferen Aromen<br />

hervor. Das südlich gelegene Awatere Valley<br />

ist kühler und bringt grünere Noten<br />

hervor, die manchmal an Erbsenschößlinge<br />

und grünen Spargel erinnern. Wo einst<br />

Überschwang die Regel war, hat ein heute<br />

immer noch lebendiger, aber eleganterer<br />

Stil die Oberhand gewonnen. Die Noten<br />

von Maracuja, Pfirsich und Limette<br />

sind so klar wie eh und je, aber die Weine<br />

insgesamt harmonischer als früher. Und<br />

obwohl Marl borough Sauvignon Blanc<br />

in der Tat ein erkennbarer Stil ist, gibt es<br />

zwischen den Winzern und Weingütern<br />

echte stilistische Unterschiede. Der kühle,<br />

in Edelstahl vergorene Stil hat zwar die<br />

BEST OF<br />

Chile<br />

MORANDÉ WINERY – GRAN<br />

94 RESERVA SAUVIGNON BLANC 2019<br />

VIÑA CASA SILVA – COOL COAST<br />

94 SAUVIGNON BLANC 2021<br />

CARMEN – GRAN RESERVA<br />

94 SAUVIGNON BLANC 2021<br />

GARCES SILVA – AMAYNA CORDÓN<br />

94 HUINCA SAUVIGNON BLANC 2021<br />

CASA MARIN CIPRESES VINEYARD<br />

93 SAUVIGNON BLANC 2021<br />

SAUVIGNON BLANC<br />

PUNKTET MIT<br />

UNENDLICHER<br />

VIELFALT, WENN ER<br />

MIT DEM KLIMA UND<br />

DEM TERRAIN IN<br />

DIALOG TRETEN KANN.<br />

Oberhand, aber es gibt mehr: in gebrauchter<br />

und neuer Eiche ausgebaute Weine<br />

ebenso wie Weine, die durch die Hefe zusätzliche<br />

Textur erhalten, und es gibt sogar<br />

ein Angebot an gereiften Jahrgängen – ein<br />

textureller und sensorischer Genuss, der<br />

Anmutungen von Stein, Rauch und tiefgründiger<br />

Frucht vermittelt.<br />

CHILE<br />

Auf der anderen Seite des Südpazifiks, in<br />

Chile, ist es derselbe Ozean, der dem chilenischen<br />

Sauvignon Blanc einzigartige Aromen<br />

verleiht. Die chilenische Weinindustrie<br />

konzentrierte sich zunächst auf das Central<br />

Valley – jenen langen, flachen Landstrich<br />

zwischen den Anden und den Küstengebirgen<br />

mit perfekten Bedingungen für den Anbau<br />

roter Trauben wie Cabernet Sauvignon,<br />

Carmenère und Merlot. Seitdem haben sich<br />

sowohl die Ausläufer der Anden als auch die<br />

kühlen Regionen entlang der Küstengebirge<br />

zu neuen Weinregionen entwickelt. Chile<br />

hatte seine eigenen Pioniere wie Pablo Morandé,<br />

der als erster im Casablanca-Tal, das<br />

vom Pazifik gekühlt wird, Reben anpflanzte.<br />

Ricardo Baettig, Chefwinzer bei Morandé,<br />

sieht die Küstenregion weiterhin als den<br />

»idealen Ort für Sauvignon Blanc in Chile,<br />

da sie aufgrund des Humboldtstroms recht<br />

kühl ist. Bis Morandé 1982 Pionierar-<br />

<<br />

Fotos: Jose Luis Stephens / Shutterstock, beigestellt<br />

44 falstaff aug <strong>2022</strong>


Für die Momente,<br />

die uns bewegen.<br />

Der neue Kia Niro EV.<br />

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WLTP-Idealwerte, tats. Verbrauch hängt von Fahrprofil, Umgebungstemperatur und Fahrbahnbedingungen ab.


wein / SAUVIGNON BLANC<br />

<<br />

beit in diesem Gebiet leistete, war die<br />

Region kein Weinbaugebiet«. Heute sind<br />

Leyda, Casablanca und Paredones an der<br />

sogenannten Costa Fría, der kalten Küste<br />

des Colchagua-Tals, die Schlüsselregionen<br />

für Sauvignon Blanc. Es gibt auch Sauvignon<br />

Blancs aus dem Landesinneren: Die Küstenweine<br />

strotzen vor Limettenfrische, während<br />

die Weine aus dem Landesinneren mehr tropische<br />

Früchte aufweisen. Für Baettig ist der<br />

chilenische Sauvignon Blanc »eine Mischung<br />

aus starkem Zitruscharakter und Zurückhaltung,<br />

irgendwo zwischen der alten und<br />

der neuen Welt, mit einzigartigem Charakter:<br />

Frucht mit pikanten Zitrusfrüchten und<br />

einer steinigen Salzigkeit im Mund.« Kein<br />

Wunder, dass die Anbaufläche von 6662<br />

Hektar im Jahr 2000 auf heute mehr als<br />

15.000 Hektar gestiegen ist.<br />

BEST OF<br />

Südafrika<br />

REYNEKE – RESERVE WHITE 2020<br />

96<br />

IONA – MONOPOLE WILD FERMENT<br />

94 SAUVIGNON BLANC 2021<br />

RESTLESS RIVER – WANDERLUST<br />

94 SAUVIGNON BLANC 2018<br />

THORNE & DAUGHTERS – SNAKES &<br />

94 LADDERS SAUVIGNON BLANC 2020<br />

BOSCHENDAL – APPELLATION<br />

93 SERIES ELGIN SAUV. BLANC 2021<br />

SÜDAFRIKA<br />

Auch die Geschichte des südafrikanischen<br />

Sauvignon Blanc in ist eine der Expansion:<br />

Die Anbaufläche stieg von 5436<br />

Hektar im Jahr 2000 auf 9.844 Hektar im<br />

Jahr 2020. Sie ist die am dritthäufigsten<br />

angebaute weiße Rebsorte, ihre Präsenz<br />

hat zugenommen, obwohl Südafrikas<br />

Weinbauflächen abnahmen – umso mehr<br />

ein Beweis für die zunehmende Bedeutung<br />

des Sauvignon Blanc für Südafrika.<br />

Er gedeiht praktisch im gesamten<br />

Weinbaugebiet am Kap und ist in Lagen<br />

in Meeresnähe hervorragend. Während<br />

Südafrika wie Chile zunächst mit einem<br />

grünbetonten Stil in die Fußstapfen Neuseelands<br />

trat, ist Südafrika heute eines der<br />

spannendsten Länder für unterschiedliche<br />

Ausprägungen des Sauvignon Blanc.<br />

<<br />

Um Stellenbosch wachsen nicht nur einige der edelsten Weine<br />

Südafrikas – die Universitätsstadt beherbergt auch viele<br />

Forschungseinrichtungen in Sachen Wein und Weinbau.<br />

SAUVIGNON BLANC UND<br />

DER KLIMAWANDEL<br />

Wie kommt die Rebsorte mit veränderten Bedingungen zurecht?<br />

Für Dr. Mike Trought von der neuseeländischen<br />

Lincoln University hängt jede Diskussion über<br />

die Anpassungsfähigkeit des Sauvignon Blanc<br />

an den Klimawandel »von der Interpretation des<br />

Begriffs anpassungsfähig« ab. Sauvignon Blanc<br />

gedeihe zwar in einer Reihe von Klimazonen,<br />

seine aromatische Ausprägung hänge aber direkt<br />

mit dem Klima zusammen. Der bahnbrechende<br />

Stil von Marlborough mit seiner Mischung aus<br />

grünen und tropischen Aromen ist daher durch<br />

die Klimaerwärmung gefährdet. Sauvignon Blanc<br />

eignet sich zwar für wärmere Klimazonen wie Kalifornien,<br />

bestimmte Aspekte seines aromatischen<br />

Ausdrucks könnten dabei aber verlorengehen.<br />

Trought meint, dass der Erhalt der faszinierenden<br />

Mischung aus grünen und tropischen Noten bis zu<br />

einem gewissen Grad »durch eine Reihe alternativer<br />

Bewirtschaftungsstrategien« wie »Aufbau<br />

von Weinbergen in kühleren, höheren Breiten und/<br />

oder Höhenlagen« erreicht werden kann. Weinbaumethoden<br />

wie »frühere Ernte, eine erhöhte<br />

Laubbedeckung, die Vergrößerung der Blattfläche<br />

können eingesetzt werden, um die derzeitigen<br />

Geschmacksprofile in einem sich erwärmenden<br />

Klima zu erhalten.« Das funktioniere aber nur bis<br />

zu einem gewissen Grad: »Diese Praktiken können<br />

einem geringen Anstieg der durchschnittlichen<br />

Tagestemperatur entgegenwirken« – etwa +0,5<br />

Grad Celsius –, »sodass die derzeitigen Rebsorten<br />

in den traditionellen Regionen weiterhin angebaut<br />

werden können. Bei einem stärkeren Temperaturanstieg<br />

könnten diese veränderten Praktiken<br />

jedoch unzureichend sein«.<br />

Fotos: Shutterstock, beigestellt<br />

46 falstaff aug <strong>2022</strong>


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wein / SAUVIGNON BLANC<br />

<<br />

Rüdiger Gretschel, technischer Direktor<br />

bei Vinimark und langjähriger Winzer<br />

bei Reyneke Wines, resümiert: »Sauvignon<br />

Blanc aus den südafrikanischen<br />

Weinregionen unterscheiden sich alle<br />

deutlich voneinander – das ist spannend.<br />

So soll es auch sein, er ist eine wunderbare<br />

Rebsorte, die, regional betrachtet,<br />

eine große Vielseitigkeit aufweist.« Die<br />

Weine ohne Eichenholz weisen tropische<br />

oder grünere Noten auf, je nachdem, wie<br />

sehr die Weinberge von der Meeresbrise<br />

gekühlt werden. Einige sind erstaunlich<br />

salzig und erinnern fast an das Meer. Die<br />

in Eichenholz ausgebauten Weine sind<br />

faszinierend, komplex reife- und sogar<br />

sammelwürdig. Südafrika ist ein Land, das<br />

man als Liebhaber eines guten Sauvignon<br />

Blanc im Auge behalten sollte.<br />

KALIFORNIEN<br />

Kalifornien hat ein bedeutendes Kapitel<br />

in der Geschichte des Sauvignon Blanc<br />

geschrieben. Es gibt fast 6500 Hektar Anbaufläche<br />

im US-Bundesstaat, ein beträchtlicher<br />

Teil davon in Sonoma und Napa Valley.<br />

Seit dem 19. Jahrhundert in Kalifornien<br />

angebaut, wurde Sauvignon Blanc noch zur<br />

Mitte des 20. Jahrhunderts zu süßlichen,<br />

einfachen Weinen gekeltert. Doch Qualitätspionier<br />

Robert Mondavi (1913–2008)<br />

wollte einen feinen, trockenen Wein machen,<br />

inspiriert von den eleganten Sancerres<br />

und Pouilly-Fumés, die er in Frankreich<br />

probiert hatte. Er begann, zu experimentieren,<br />

und war überrascht, wie beliebt der<br />

Wein schon ab dem ersten Jahrgang 1966<br />

wurde, und beschloss, seinen Wein Fumé<br />

Blanc zu nennen. In seiner Autobiografie<br />

»Harvests of Joy« (Ernten der Freude) erinnerte<br />

er sich: »Ich dachte nicht, dass unser<br />

Fumé Blanc gut ankommen würde. Als<br />

wir den Wein 1968 offiziell auf den Markt<br />

brachten, waren der Name und der Wein<br />

ein Riesenerfolg.« Sein Erfolg etablierte die<br />

Sorte in den USA.<br />

Sogar im To-Kalon-Weinberg wird<br />

Sauvignon Blanc angebaut. Der To Kalon<br />

Vineyard I-Block Fumé Blanc wird<br />

aus den ältesten und knorrigsten Sauvignon-Blanc-Reben<br />

gemacht: ein Wein<br />

von ungewöhnlicher Intensität und tiefem<br />

Ausdruck, in Eichenholz vergoren und<br />

zum Reifen bestimmt. Er ist so selten, dass<br />

er nur auf dem Weingut verkauft wird.<br />

Weinliebhaber können sich jedoch ein Bild<br />

davon machen, indem sie den To Kalon<br />

Fumé Blanc (von jüngeren Rebstöcken)<br />

<<br />

BEST OF<br />

Kalifornien<br />

MONDAVI – FUMÉ BLANC TO KALON<br />

96 VINEYARD 2020<br />

BUCCELLA – SAUVIGNON BLANC<br />

95 2019<br />

STONESTREET – AURORA POINT<br />

94 VINEYARD SAUVIGNON BLANC 2018<br />

ST SUPERY – DOLLARHIDE<br />

93 SAUVIGNON BLANC 2021<br />

TWOMEY – SAUVIGNON BLANC<br />

93 2020<br />

Cabernet ist nicht alles:<br />

Nicht umsonst setzte<br />

auch Weinlegende Robert<br />

Mondavi mit seinem<br />

Weingut (im Kreis) im<br />

Napa Valley in Kalifornien<br />

auf Sauvignon Blanc.<br />

Fotos: Moment RF / Getty Images, Michael Overstreet / Shutterstock, beigestellt<br />

48 falstaff aug <strong>2022</strong>


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wein / SAUVIGNON BLANC<br />

BEST OF<br />

Die Familie Tement steht für<br />

österreichische Sauvignon<br />

Blancs der Weltklasse.<br />

Steiermark<br />

TEMENT – SAUVIGNON BLANC<br />

99 RIED ZIEREGG IZ RESERVE 2015<br />

SATTLERHOF – SAUVIGNON BLANC<br />

99 TRINKAUS KELLERRESERVE RIED<br />

KRANACHBERG 2017<br />

ERWIN SABATHI – SAUVIGNON<br />

98 BLANC RIED PÖSSNITZBERGER<br />

KAPELLE 2017<br />

NEUMEISTER – SAUVIGNON BLANC<br />

98 ALTE REBEN 2017<br />

GROSS – SAUVIGNON BLANC<br />

97 PRIVAT 2017<br />

<<br />

probieren. Kalifornischer Sauvignon<br />

Blanc ist generell runder und reifer als jener<br />

aus Neuseeland, Chile oder Südafrika.<br />

Mark de Vere MW, Direktor des Weinguts<br />

Mondavi, ist überzeugt, »dass es<br />

einen Platz für qualitativ hochwertigen,<br />

im Holz vergorenen Sauvignon Blanc gibt,<br />

der eine ganz andere Komplexität und<br />

einen ganz anderen Charakter hat als die<br />

Weine, die in kühlem Klima in Edelstahl<br />

vergoren werden«. Wer weiß, wie viele<br />

hervorragende Sauvignon Blancs es in<br />

Napa noch geben könnte, wenn nicht in<br />

den meisten der besten Lagen Cabernet<br />

Sauvignon stünden? Es ist jedoch eine<br />

kommerzielle Realität, dass mit Rotweinen<br />

weit mehr Geld verdient wird, wobei<br />

gerade kalifornische Stile die klimatische<br />

Vielseitigkeit und Wandlungsfähigkeit der<br />

Sorte zeigen.<br />

STEIERMARK<br />

In den letzten zwei Jahrzehnten<br />

ist ein weiterer Hotspot für Sauvignon<br />

Blanc an einem überraschenden Ort<br />

entstanden: in der Steiermark, tief im<br />

Süden <strong>Österreich</strong>s. Die Rebsorte ist in der<br />

Region seit Langem bekannt, wurde aber<br />

als Muskat-Sylvaner bezeichnet und erst<br />

viel später als Sauvignon Blanc identifiziert.<br />

Die Höhenlage, die kalkhaltigen<br />

und vulkanischen Böden und das milde<br />

Klima ermöglichen hier das langsame<br />

Reifen des Sauvignon Blanc, was in sehr<br />

aromatischen, besonders leichten, dennoch<br />

tiefgründigen und vollmundigen Weinen<br />

resultiert. Armin Tement, ein führender<br />

steirischer Sauvignon-Blanc-Winzer,<br />

findet, »dass die Steiermark aufgrund<br />

dieser Reizbedingungen mit dem kühlen,<br />

feuchten Klima ganz besondere Bedingungen<br />

für Sauvignon<br />

Blanc bietet. Die<br />

aromatischen Facetten, die<br />

wir erreichen können, sind auf die späte<br />

Reifung zurückzuführen, die sehr elegante<br />

Weine mit großem Alterungspotenzial hervorbringt.«<br />

Typisch steirischer Sauvignon<br />

Blanc hat für ihn »sehr leise Aromen, die<br />

in Richtung von Johannisbeerblättern<br />

und Salz zitrone gehen, am Gaumen ist er<br />

durch seine straffe und feste Struktur zu<br />

erkennen.« Die steirischen Einzellagen-<br />

Sauvignon-Blancs spielen in einer Liga<br />

mit den Besten der Welt und sind eine der<br />

großen österreichischen Erfolgsgeschichten<br />

der letzten Jahre.<br />

Mittlerweile gibt es in <strong>Österreich</strong> 1650<br />

Hektar Sauvignon Blanc, davon liegen<br />

aktuell 902 Hektar in den drei steirischen<br />

Weinbaugebieten Vulkanland Steier-<br />

<<br />

Fotos: beigestellt<br />

50 falstaff aug <strong>2022</strong>


wein / SAUVIGNON BLANC<br />

BEST OF<br />

Südtirol<br />

CANTINA TERLAN – QUARZ<br />

96 SAUVIGNON BLANC 2019<br />

KELLEREI ST. MICHAEL-EPPAN –<br />

96 THE WINE COLLECTION SAUVIGNON<br />

BLANC 2018<br />

WEINGUT PLONERHOF – EXCLUSIV<br />

95 SAUVIGNON 2019<br />

CANTINA COLTERENZIO – LAFÓA<br />

94 SAUVIGNON 2019<br />

ANSITZ WALDGRIES – MYRA<br />

94 SAUVIGNON 2019<br />

<<br />

mark, Weststeiermak und Südsteiermark,<br />

wobei letztere klar die Themenführerschaft<br />

in Sachen Sauvignon Blanc aus<br />

<strong>Österreich</strong> übernommen hat. Signifikant<br />

hoch ist die Zahl der organisch und biodynamisch<br />

arbeitenden Betriebe der Region.<br />

In den vergangenen 15 Jahren wurde die<br />

Bedeutung dieser Sorte klar erkannt und<br />

die Anbaufläche um nicht weniger als 200<br />

Prozent vergrößert.<br />

Stilistisch bietet die Steiermark heute eine<br />

große Bandbreite an. Diese reicht von Gebietsweinen<br />

über feine, meist im Edelstahltank<br />

auf Frische ausgelegte Ortsweine bis<br />

hin zu den Riedweinen aus markanten Einzellagen,<br />

wo auch biologischer Säureabbau<br />

und Ausbau in französischen Barriques zur<br />

Anwendung kommen. Zahlreiche Erfolge<br />

bei internationalen Vergleichsproben geben<br />

den ambitionierten Steirern Recht.<br />

Die Höhenlagen<br />

und der in seiner<br />

Zusammensetzung<br />

einzigartige Boden<br />

verleihen dem<br />

Südtiroler Sauvignon<br />

Blanc Aromen wie<br />

keinem anderen.<br />

SÜDTIROL<br />

Ein viel kleineres Sauvignon-Blanc-Gebiet<br />

ist Südtirol, wo der Wein in Höhenlagen<br />

von bis zu 600 Höhenmetern hauptsächlich<br />

auf Porphyr-, Schotter-, Kalk- und<br />

Dolomitböden wächst. Die Rebsorte ist<br />

relativ spät in das Gebiet gekommen, aber<br />

ihre Präsenz hat seit Anfang der 1990er-<br />

Jahre stetig zugenommen und liegt heute<br />

bei knapp 500 Hektar. Die Kombination<br />

<<br />

WIRD<br />

SAUVIGNON<br />

BLANC<br />

ZU JUNG<br />

GETRUNKEN?<br />

Ein Plädoyer dafür, guten<br />

Sauvignon reifen zu lassen<br />

Es war eine Flasche Sancerre Le Monts<br />

Damnés 2008 von Gérard Boulay, die mich<br />

aufhorchen ließ. Sie wurde Ende 2020 getrunken,<br />

nachdem sie seit 2010 in meinem Keller<br />

geschlummert hatte. Der Wein<br />

hatte seine primären Fruchtaromen verloren,<br />

stattdessen gab es eine unglaubliche Konzentration<br />

und Tiefe, die tiefste Kreidigkeit zum<br />

Ausdruck brachte. Natürlich ist Boulay einer<br />

der besten Winzer von Sancerre und der Weinberg<br />

eine der besten Lagen von Sancerre – er<br />

sollte also die Fähigkeit haben, zu reifen und<br />

sich zu entwickeln. Und hier liegt der Haken:<br />

Während Weinsammler weiße Burgunder,<br />

Chablis und andere Chardonnays reifen<br />

lassen, lagern sie Weißweine auf der Basis<br />

von Sauvignon Blanc viel seltener. Weißer<br />

Bordeaux ist die Ausnahme, die diese Regel<br />

bestätigt. Mit zunehmendem Alter verliert der<br />

Sauvignon Blanc seine jugendliche Aromatik<br />

und wird zu einem Geschmacks-Ausdruck des<br />

Ortes. Dies geschieht nicht nur im Loire-Tal,<br />

sondern überall auf der Welt.<br />

Fotos: Shutterstock, beigestellt<br />

52 falstaff aug <strong>2022</strong>


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wein / SAUVIGNON BLANC<br />

Château Margaux und andere Bordeaux-<br />

Legenden liefern weiterhin Klassiker in Weiß,<br />

der Sauvignon-Blanc-Traube sei Dank.<br />

<<br />

aus intensiver südlicher Sonneneinstrahlung<br />

und Höhenlage macht den Unterschied<br />

aus: Die Weine können vollmundig<br />

sein und vertragen den Ausbau in Eichenholz<br />

gut, haben aber die Präzision und das<br />

säurebetonte Rückgrat, um dies auszugleichen.<br />

BORDEAUX<br />

Viele assoziieren mit Bordeaux nur Rotweine,<br />

doch die großen Weißweine der<br />

Region, insbesondere die aus Pessac-Léognan<br />

und Graves, gehören zu den besten<br />

der Welt. Sie stehen zwar im Schatten ihrer<br />

roten Pendants, sind aber eigenständige<br />

Klassiker. In der Tat gab es früher viel mehr<br />

Weißwein in Bordeaux; ein verheerender<br />

Frost im Jahr 1956 verursachte eine Neuorientierung.<br />

In der gesamten Region gibt<br />

es etwa 5000 Hektar Sauvignon Blanc.<br />

Während die Anbaufläche des Weißweins<br />

schrumpfte, ist die Qualität indes enorm gestiegen.<br />

Das ist vor allem den Forschungen<br />

von Winzer und Önologieprofessor Denis<br />

Dubordieu (1949–2016) zu verdanken.<br />

Seine Erkenntnisse hatten tiefgreifenden<br />

Einfluss auf den Weinbau und Weinbereitung.<br />

Die wichtigsten Appellationen für trockene<br />

Weißweine aus Bordeaux sind Entredeux-Mers,<br />

Graves und Pessac- Léognan.<br />

Auf den sandigen, kiesigen und lehmigen<br />

Ablagerungen zweier Flüsse, Dorgogne und<br />

Garonne, die über die Gironde-Mündung<br />

in den Atlantik münden, sind hervorragende<br />

Weinberge entstanden. In Bordeaux<br />

wird Sauvignon Blanc in der Regel mit Sémillon<br />

verschnitten, der dem Wein Körper<br />

und Rundheit verleiht, während Sauvignon<br />

Blanc für Frische und Aroma sorgt. Einige<br />

Weine werden auch reinsortig aus Sauvignon<br />

Blanc gemacht. Am bekanntesten ist<br />

der Pavillon Blanc du Château Margaux,<br />

der seit 1920 unter diesem Namen bekannt<br />

ist und immer noch das gleiche historische<br />

Etikett trägt. Die Weine unserer Best-of-Liste<br />

sind (meist) entweder reiner Sauvignon<br />

oder Sauvignon-dominiert.<br />

SANCERRE UND POUILLY-FUMÉ<br />

Sauvignon Blanc ist auch die Rebsorte des<br />

klassischen Weißweins Sancerre: schlank,<br />

straff, frisch, zurückhaltend und zart<br />

<<br />

BEST OF<br />

Bordeaux<br />

CHÂTEAU HAUT-BRION BLANC –<br />

98 PESSAC-LÉOGNAN 2019<br />

CHÂTEAU MARGAUX – PAVILLON<br />

96 BLANC – BORDEAUX 2019<br />

CHÂTEAU SMITH HAUT LAFITTE –<br />

96 BLANC – PESSAC-LÉOGNAN 2019<br />

CHÂTEAU DE FIEUZAL –<br />

95 PESSAC-LÉOGNAN 2019<br />

CHÂTEAU CARBONNIEUX –<br />

93 PESSAC-LÉOGNAN 2019<br />

Fotos: Per Karlsson / Danita Delimont / Mauritius Images, beigestellt<br />

54 falstaff aug <strong>2022</strong>


wein / SAUVIGNON BLANC<br />

<<br />

duftend. Auf der anderen Seite der Loire<br />

liegt sein berühmter Nachbar Pouilly- Fumé,<br />

der für seine rauchigen Aromen von Feuerstein<br />

bekannt ist. Diese Appellationen, die<br />

berühmtesten für Sauvignon Blanc in Frankreich,<br />

alle auf Kalkstein basierend, haben<br />

mitunter auch Kiesel, Ton und Feuersteinanteile.<br />

Die Böden und das milde Klima<br />

bestimmen den Stil der Weine: Hier gibt<br />

es weder kalte Meeresbrisen noch endlos<br />

strahlende Sonne. Das Klima im Zentrum<br />

Frank reichs ist gemäßigt und war früher<br />

noch kühler. So entstand der zurückhaltende,<br />

knackige Weißwein, der auch heute<br />

noch auf so gut wie jeder Weinkarte steht.<br />

In der Region gibt es fast 4200 Hektar Sauvignon<br />

Blanc, der zwar schon 1534 erwähnt<br />

wurde, aber erst Ende des 19. Jahrhunderts<br />

zur dominanten Sorte wurde. Sie erwies sich<br />

als wegdeutend, als es darum ging, die Böden<br />

und Lagen auszudrücken und zu reflektieren.<br />

Arnaud Bourgeois von der Domaine<br />

Henri Bourgeois in Chavignol – und Clos<br />

Henri in Marlborough, Neuseeland – sieht<br />

in Sauvignon Blanc einen »wunderbaren<br />

Verstärker des Terroirs. Es ist wichtig, die<br />

Rebsorte als ein Echo des Ortes zu betrachten«,<br />

meint er. Seine Weine sind Ausdruck<br />

der Lagen, vor allem mit etwas Flaschenreife.<br />

Den weltweiten Erfolg der Sorte sieht<br />

er positiv: »Ich denke, der Erfolg hat neue<br />

Möglichkeiten eröffnet. Die Leute entde-<br />

BEST OF<br />

Sancerre und<br />

Pouilly-Fumé<br />

HENRI BOURGEOIS – LE COTELIN<br />

96 SANCERRE 2016<br />

PAUL THOMAS – LA CÔTE DES<br />

94 MONTS DAMNÉES 2020<br />

LA PERRIÈRE – MÉGALITHE<br />

94 SANCERRE 2017<br />

VINCENT PINARD – CHÊNE<br />

94 MARCHAND SANCERRE 2019<br />

JEAN MAX ROGER – SANCERRE<br />

93 LA CÔTE DE BUÉ 2021<br />

cken unsere Weine vielleicht durch Weine,<br />

die anderswo produziert wurden.«<br />

NEUBEWERTUNG NÖTIG?<br />

Ist es Zeit für ein neues Kapitel des Sauvignon<br />

Blanc? Ist es an der Zeit, ihn als<br />

Spiegel des Ortes, als Übersetzer der Lage<br />

zu sehen? Die neuseeländische Geschmacksexplosion<br />

in den 1980er-Jahren war ein<br />

weltweiter Wendepunkt, der die Sorte ins<br />

Rampenlicht rückte. In Sancerre und Pouilly-Fumé,<br />

in Graves und Pessac-Léognan<br />

hat sie bereits die Anerkennung gefunden,<br />

die sie verdient. In ihren jüngeren Heimatländern,<br />

ob in der Neuen Welt oder in der<br />

Steiermark und Südtirol, ist sie inzwischen<br />

erwachsen geworden. Weiterhin stellt der<br />

Sauvignon Blanc jedoch die Weinwelt auf<br />

den Kopf: Gerade sein Erfolg verbirgt sein<br />

exquisites Potenzial und seine Zugänglichkeit<br />

seine Subtilität und Tiefe – und das ist<br />

allemal Anreiz für Entdeckungen abseits<br />

ausgetretener Pfade.<br />

<<br />

DIE FASZINIERENDEN AROMEN DES SAUVIGNON BLANC<br />

Die Weinbereitung von Sauvignon Blanc bei<br />

kontrollierten kühlen Temperaturen in<br />

Edelstahl – und nicht in Holzfässern oder<br />

Zementtanks, wie es in der französischen Heimat<br />

der Rebsorte traditionell üblich ist –<br />

hat eine Reihe von Aromen freigesetzt, nach<br />

denen die Welt verrückt wurde. Die Chemie hat<br />

die Verbindungen, die für diese Aromen verantwortlich<br />

sind, eindeutig identifiziert. Die wichtigsten<br />

Verbindungen lassen sich klar in zwei<br />

Gruppen unterteilen: Methoxypyrazine und<br />

Thiole.<br />

METHOXY-PYRAZINE:<br />

Grüne Paprika oder Jalapeño:<br />

2-Methoxy-3-isobutylpyrazin (MIBP)<br />

Grüner Spargel, Erbsensprossen:<br />

2-Methoxy-3-isopropylpyrazin (MIPP)<br />

THIOLE:<br />

Buchsbaum und Gewürzgrün:<br />

4-Mercapto-4-methylpentan-2-one (4MMP)<br />

Zitrusschalen wie Limette und Grapefruit:<br />

3-Mercaptohexan-1-ol (3MH)<br />

Passionsfrucht:<br />

3-Mercaptohexyl-Acetat (3MHA)<br />

DAS GESAMTE SPEKTRUM<br />

Wie kann es ein so breites Spektrum an Aromen<br />

geben – von grün bis tropisch? Dieses Rätsel<br />

lässt sich durch Erntedaten erklären. Sauvignon<br />

Blanc kann in verschiedenen Reifestadien geerntet<br />

werden: früh, wenn die Aromen und ihre Vorstufen<br />

im grünen Spektrum liegen, wenn er etwas reifer<br />

ist, um Apfel und Steinobst zu zeigen, und vollreif,<br />

wenn die Aromen üppiger und tropischer sind. Weine<br />

aus verschiedenen Erntedaten können zu einem<br />

perfekten Cocktail aus knackigem, duftendem Grün<br />

und saftiger Frucht verschnitten werden.<br />

Fotos: beigestellt, Shutterstock<br />

56 falstaff aug <strong>2022</strong>


WEINGUT SCHNEEBERGER<br />

Die Familie hat durch viel Fleiß<br />

und Zusammenhalt in den<br />

vergangenen Jahrzehnten neue<br />

Dimensionen im Weinbau erreicht.<br />

IM ZEICHEN<br />

DES SCHMETTERLINGS<br />

Seit 1870 bauen die Schneebergers in der Südsteiermark Wein an. Das Wissen über<br />

Böden, Trauben, Wind und Wetter wurde von Generation zu Generation weitergegeben.<br />

ADVERTORIAL Fotos: © C. Mavric; beigestellt<br />

Die Schneebergers keltern ihren<br />

Wein im Sausal, einem der ältesten<br />

urkundlich erwähnten Weinbaugebiete.<br />

Dabei sind die Weine<br />

geprägt von den Besonderheiten der Böden,<br />

der Witterung und der Höhenlage des Sausals.<br />

Die mineralischen Schiefer- und<br />

Muschelkalkböden, das Klima und das<br />

jahrhundertelange Wissen ermöglichen es,<br />

beste Weine zu keltern.<br />

EIN FEST FÜR DIE SINNE<br />

Einer dieser vinophilen Besonderheiten ist<br />

der mit 93 <strong>Falstaff</strong>-Punkten ausgezeichnete<br />

Sauvignon Blanc Hochbrudersegg, der rund<br />

zehn Monate in Holzfässern reift. In der<br />

Nase ist er röstig und erinnert an Karamell.<br />

Salzig am Gaumen mit schöner Kräuterwürze,<br />

bietet er eine tolle Struktur und ist kraftvoll<br />

lang. Ein weiterer souveräner Vertreter<br />

ist der Weißburgunder Südsteiermark DAC<br />

Ried Kreuzegg. Mit 91 <strong>Falstaff</strong>-Punkten ausgezeichnet<br />

besticht er durch ein ausgewogenes<br />

Zusammenspiel saftiger Fruchtnoten<br />

und Säure. Exotische Frucht und heimische<br />

Birne reichen sich nach 9 Monaten im Holzfass<br />

die Hand. Vielseitig einsetzbar ist dieser<br />

Wein ein Begleiter für jeden Anlass.<br />

YOGA IM WEINGARTEN<br />

Entspannen kann man nicht nur<br />

bei einem Glaserl Wein. Denn<br />

diesen Sommer wird im Herzen<br />

der Sausaler Weinberge Yoga<br />

mit der erfahrenen Yogatrainerin<br />

Karin Grasch praktiziert.<br />

Traditionelles Hatha Yoga bringt Körper und<br />

Geist wieder in Einklang. Im Anschluss kann<br />

man bei einer Tasse Tee, einem Glas Saft oder<br />

Wasser den Ausblick auf das Sausal genießen.<br />

YOGA<br />

IM<br />

WEIN<br />

GARTEN<br />

Termine:<br />

14.08 | 28.08 | 11.09<br />

Beginn: 8.30 Uhr Dauer: 60 – 75 Minuten<br />

Weitere Informationen und Anmeldung unter:<br />

sarina@weingut-schneeberger.at<br />

10.07 / 24.07 / 14.08 / 28.08 INFO / 11.09.<br />

WEINGUT SCHNEEBERGER<br />

Weitere Informationen unter<br />

weingut-schneeberger.at<br />

WWW.WEINGUT-SCHNEEBERGER.AT<br />

aug <strong>2022</strong> falstaff 57


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Blaufränkisch und Merlot sorgt für kraftvolle, dunkle<br />

Beerenfrucht, die von Kräuter- und Gewürzaromen<br />

elegant untermalt wird. Noten von Heidelbeeren,<br />

Orangenzesten, Eukalyptus, Minze und Fichtennadeln,<br />

umspielt von der wohldosierten Fasswürze, vermitteln<br />

fast gereiften Charakter. Am Gaumen ist der Wein<br />

saftig, fleischig und samtig weich, zeigt aber<br />

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aufgrund abweichender Steuern und Abgaben zu Preisänderungen kommen.<br />

Nicht gültig bei Konsumationen an der Bar und in Kombination mit weiteren<br />

Rabatten und Wertgutscheinen.


wein / WEINREISE SANCERRE & POUILLY<br />

WEIN AUS<br />

DEM HERZEN<br />

FRANKREICHS<br />

»Les Culs de Beaujeu«<br />

bei Chavignol – eine der<br />

bedeutendsten Weinlagen<br />

im Sancerrois.<br />

Foto: Collection Mix: Subjects RF / Getty Images<br />

60 falstaff aug <strong>2022</strong>


WEINREISE<br />

Die Loire bildet eine Trennlinie zwischen<br />

Sancerre am westlichen und Pouilly-Fumé<br />

am östlichen Ufer. Was die beiden Regionen<br />

jedoch eint, sind ihre exquisiten Weine –<br />

allen voran der Sauvignon Blanc.<br />

SANCERRE &<br />

POUILLY<br />

TEXT MATTHIAS NESKE<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

61


wein / WEINREISE SANCERRE & POUILLY<br />

Eine kräftezehrende<br />

Angelegenheit ist das<br />

Arbeiten in den steinigen<br />

Weinbergen der Region.<br />

Das Familienweingut Vigneron<br />

au Petit Chambre von Vincent<br />

Gaudry zählt zu den Vorreitern<br />

des biodynamischen Weinbaus.<br />

Hat man den »Tour des Fiefs«<br />

erklommen, letztes Überbleibsel<br />

der Stadtbefestigung<br />

von Sancerre, bietet sich<br />

dem Auge ein kompletter<br />

Rundumblick. Direkt zu Füßen befindet sich<br />

Sancerre selbst mit seinem geschlossenen<br />

Ortsbild ohne Industrie und Hochhäuser,<br />

erbaut auf einem 316 Meter hohen Hügel.<br />

Im Westen erstrecken sich Weinberge die<br />

steinigen Hänge hoch bis zur Waldkuppe.<br />

Im Osten schließlich fällt der Blick auf<br />

ein weites Flusstal, in dem breit und<br />

ruhig die Loire gerade auf der Hälfte<br />

ihrer Reise zwischen Zentralmassiv und<br />

Atlantik angekommen ist. Mit anderen<br />

Worten: Dies ist das ländliche Frankreich<br />

schlechthin, entsprungen dem<br />

Bilderbuch der Idealtypen.<br />

Nicht nur die kleinen Läden und Cafés<br />

wie das »Café Librairie de Sancerre« mit<br />

ein paar Tischen mitten im Buchladen<br />

Fotos: Gianni Villa, Shutterstock, beigestellt Karte: Stefanie Hilgarth / carolineseidler.com<br />

62 falstaff aug <strong>2022</strong>


Vier Fünftel der<br />

Rebfläche des<br />

Sancerrois sind<br />

mit Sauvignon<br />

Blanc<br />

bestockt.<br />

leben dieses Urfranzösische, im ganzen<br />

Sancerrois schwingt immer etwas leicht Nostalgisches<br />

mit. Da passt es gut, dass am Ufer<br />

der Loire einst die legendäre N7 entlanglief,<br />

die Route du Soleil, besungen von Charles<br />

Trenet und Zeuge von Staus, Vorfreude und<br />

vollgepackten Urlaubswagen auf dem Weg<br />

von Paris ans Mittelmeer. Mittlerweile hat<br />

eine Autobahn die alte Nationalstraße<br />

ersetzt, aber hier und da finden sich noch<br />

alte Zeitzeugen. Wie beispielsweise das<br />

»Relais Les 200 Bornes« vor den Toren von<br />

Pouilly, ein frisch aus den 50ern entsprungenes<br />

Motel mit Tankstelle, an dem sich oft<br />

Liebhaber historischer Automobile treffen.<br />

Während die Loire auf diese Weise<br />

Norden und Süden miteinander verbindet,<br />

dient sie in anderer Hinsicht bis heute als<br />

Trennlinie. Die beiden Weinbaugebiete von<br />

Pouilly-sur-Loire (AOC Pouilly-Fumé) und<br />

Sancerre (AOC Sancerre) befinden sich<br />

nämlich nicht nur an entgegengesetzten<br />

Ufern. Pouilly im Osten gehört darüber<br />

hinaus administrativ schon zum Burgund<br />

mit seiner Hauptstadt Dijon. Sancerre<br />

hingegen, nur gute zehn Kilometer entfernt,<br />

liegt in der Region Centre mit der Hauptstadt<br />

Orléans und orientiert sich deshalb seit<br />

jeher in Richtung Westen.<br />

Nicht immer allerdings waren obere und<br />

untere Loire dabei freundschaftlich miteinander<br />

verbunden. Eine viel erzählte<br />

Anekdote berichtet, dass die Behörden in<br />

Orléans die Verschiffung der Weine aus<br />

Sancerre oft so lange aufhielten, bis aus<br />

ihnen Essig geworden war. Auf diese Weise<br />

sei Orléans zur Essighauptstadt Frankreichs<br />

aufgestiegen.<br />

Unabhängig vom Wahrheitsgehalt der<br />

Geschichte lässt sie jedoch durchscheinen,<br />

dass die Weine der Region auch in früheren<br />

Zeiten schon hochbegehrt waren. Bereits die<br />

Römer, für die der Hügel von Sancerre als<br />

Festung eine große strategische Bedeutung<br />

besaß, legten hier Weinberge an. Für eine<br />

Rebsorte ist die Region dabei mindestens<br />

seit der frühen Neuzeit berühmt: Sauvignon<br />

Blanc.<br />

Die Besonderheit der Weine von Sancerre<br />

hängt dabei nicht nur mit der Rebsorte<br />

zusammen, sondern auch ganz eng mit dem<br />

Terroir. Geologisch ist das Sancerrois der<br />

Rand des Pariser Beckens und damit die<br />

Uferzone eines Meeres, das sich einst-<br />

<<br />

Sauvignon Blanc trat von Sancerre an<br />

seinen Triumphzug um die Welt an (oben).<br />

La Charité-sur-Loire – ein charmantes<br />

Städtchen am großen ruhigen Fluss<br />

(rechts).<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

63


wein / WEINREISE SANCERRE & POUILLY<br />

<<br />

mals von der Obermosel über Südengland<br />

bis in die Touraine erstreckte. Ähnlich<br />

wie in Chablis und in der Champagne ist<br />

also auch die Gegend von Sancerre geprägt<br />

von kreidig-kalkigem Untergrund mit<br />

vielen Fossilien. Zwei Formationen<br />

wetteifern dabei um die Krone des besten<br />

Weinbergbodens: die »Caillottes« aus<br />

verwittertem Kalkstein und die »Terres<br />

Blanches« mit ihrem so typischen Kalkmergel,<br />

der die Weinberge auch im Winter aus<br />

der Entfernung wie verschneit aussehen<br />

lässt.<br />

Der Name einer der berühmtesten<br />

Terres-Blanches-Lagen, Monts Damnés<br />

(»verdammte Berge«), deutet darauf hin,<br />

dass nicht jeder Bauer die Beschaffenheit<br />

der Landschaft gleichermaßen schätzte. Wer<br />

einmal versucht hat, die Anzahl der Steine<br />

auf einem Quadratmeter Rebfläche zu<br />

zählen, wird verstehen, weshalb der Anbau<br />

von Getreide wenig Freude bereiten würde.<br />

Andererseits war die Kargheit der Böden<br />

sozusagen Geburtshelfer für die wichtigste<br />

kulinarische Spezialität der Region, den<br />

Ziegenkäse Crottin de Chavignol. Ziegen,<br />

für eine Stallhaltung ungeeignet, lieben die<br />

Zwei kulturelle Botschafter<br />

aus dem französischen<br />

Zentrum: die Kathedrale<br />

Saint-Etienne in Bourges<br />

(oben) und der Ziegenkäse<br />

Crottin de Chavignol<br />

(im Kreis).<br />

Das Gästehaus »Prieuré Saint Agnan« ist eine<br />

eigene kleine Welt.<br />

DER ZIEGENKÄSE<br />

CROTTIN DE<br />

CHAVIGNOL – EINE<br />

SPEZIALITÄT AUS<br />

SANCERRE –PASST<br />

HERVORRAGEND ZUM<br />

SAUVIGNON BLANC.<br />

mageren, steinigen und kräuteraffinen<br />

Böden. Und der Sauvignon Blanc wiederum<br />

liebt den Crottin de Chavignol.<br />

EINZIGARTIGE AROMEN<br />

Auf der anderen Seite der Loire hat Pouilly<br />

mit der AOC Pouilly-Fumé (fumé = geräuchert)<br />

nicht umsonst das Rauchige in den<br />

Weinen hervorgehoben. Angeblich käme<br />

der Rauchton von den vielen Feuersteinen<br />

im Untergrund. Wahrscheinlicher aber ist,<br />

dass der hohe natürliche Eisengehalt des<br />

Bodens seinen Teil zum Geschmacksprofil<br />

beiträgt.<br />

So einmalig sich die Weinlandschaft<br />

mit ihren pittoresken<br />

Dörfern ausnimmt, ein<br />

touristisches Highlight, das<br />

den Guides drei Sterne<br />

wert wäre, ist in Sancerre<br />

und Pouilly direkt nicht<br />

zu finden. Einige<br />

Kilometer flussaufwärts<br />

liegt dafür das alte<br />

Städtchen La Charité-sur-<br />

Loire. Die romanische<br />

Basilika Notre-Dame auf<br />

dem Jakobsweg ist seit gut 20<br />

Jahren als Teil des UNESCO-Weltkulturerbes<br />

anerkannt. Ohnehin lohnt<br />

der Ort einen Besuch, beherbergt er doch in<br />

den Altstadtstraßen eine große Zahl von<br />

Antiquariaten. Winzer der Region hingegen<br />

empfehlen oft die schlicht betitelte Weinhandlung<br />

Le Vin.<br />

In Richtung Südwesten erreicht man von<br />

Sancerre in einer Dreiviertelstunde Bourges,<br />

den altehrwürdigen Hauptort des Départements<br />

Cher. Hier locken nicht nur die<br />

Überbleibsel aus römischer Zeit, sondern<br />

vor allem die gotische Kathedrale Saint-Etienne,<br />

der ebenfalls gotische Palais Jacques-<br />

Coeur und etliche schmucke Fachwerkhäuser<br />

aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Ist<br />

man eine Weile in der Gegend um Sancerre<br />

herum unterwegs gewesen, kommt einem<br />

das aus der Ebene aufsteigende Bourges mit<br />

Markthalle, Ampeln und Parkhäusern<br />

verblüffend großstädtisch vor. Das allerdings<br />

mag mit dem Entwöhnungseffekt<br />

zusammenhängen: Selbst in Mecklenburg-Vorpommern<br />

ist die Bevölkerungsdichte<br />

doppelt so hoch wie hier im Herzen<br />

Frankreichs, in der Heimat des Sauvignon<br />

Blancs.<br />

<<br />

Fotos: Shutterstock, beigestellt<br />

64 falstaff aug <strong>2022</strong>


A-NOBIS<br />

Sektkellerei<br />

Muskat Ottonel brut Sekt<br />

Burgenländischer Landessieger <strong>2022</strong><br />

<strong>Falstaff</strong> - 92 Punkte<br />

Kellerführungen<br />

Verkostungen<br />

Ab Hof Verkauf<br />

www.a-nobis.at


wein / WEINREISE SANCERRE & POUILLY<br />

andere, aber ebenso hochklassige Sauvignon-Welt.<br />

Route de Sancerre, 18300 Sury-en-Vaux<br />

T: +33 2 48793257<br />

DOMAINE ALEXANDRE BAIN<br />

Als »enfant terrible« des rechten Loire-Ufers trat<br />

Alexandre aus dem Herkunftssystem aus und verkauft<br />

seine reifen und ungeschwefelten Pouilly-<br />

Fumés seitdem als Vins de France.<br />

18 Rue des Levées, 58150 Tracy-sur-Loire<br />

T: +33 6 77111305<br />

WEINGÜTER<br />

DOMAINE VINCENT GAUDRY<br />

Elf Hektar, biodynamisch, einer der qualitativen<br />

Aufsteiger der letzten Jahre. Bereits sein vorzüglicher<br />

Einstiegs-Sancerre Le Tournebride für weniger<br />

als 20 € wurde über 18 Monate ausgebaut.<br />

Petit Chambre, 18300 Sury-en-Vaux<br />

T: +33 2 48794925<br />

DOMAINE GÉRARD BOULAY<br />

Modernes Gebäude östlich des Ortes an der D183,<br />

Sohn Thibaut führt die Tradition seines Vaters<br />

Gérard fort. Egal ob Clos de Beaujeu, La Côte oder<br />

Monts Damnés, alle Weine stammen von erstklassigen<br />

Lagen, sind intensiv und haltbar.<br />

Chavignol, 18300 Sancerre<br />

T: +33 2 48543637<br />

DOMAINE VINCENT PINARD<br />

Die Brüder Florent und Clément Pinard haben das<br />

Weingut an die Spitze gehievt. Chêne Marchand<br />

und Petit Chemarin ruhen in sich, die Pinot Noirs<br />

können mit Premiers Crus aus dem Burgund rivalisieren<br />

– nur preislich nicht.<br />

42 Rue Saint-Vincent, 18300 Bué<br />

T: +33 2 48543389, domaine-pinard.com<br />

DOMAINE VACHERON<br />

Biodynamisch zertifiziert seit 2006, haben die<br />

Vacherons nicht weniger als sechs verschiedene<br />

Parzellen-Sancerres im Programm. Guigne-<br />

Chèvres besitzt vielleicht die größte Eleganz.<br />

1 Rue du Puits Poulton, 18300 Sancerre<br />

T: +33 2 48540993<br />

Mittelalterliche Gassen<br />

im seit der Römerzeit<br />

besiedelten Sancerre.<br />

DOMAINE ALPHONSE MELLOT<br />

Legendäres Weingut mit dem »aktuellen« Alphonse<br />

als 19. Generation. Genauso heißt auch einer<br />

seiner beiden großen Sancerres. Noch bekannter<br />

sind vielleicht die Roten mit dem Le Paradis an der<br />

Spitze. Besitzt auch 18 Hektar Les Pénitents außerhalb<br />

der Appellation, teils bestockt mit Chardonnay.<br />

6 Rue Porte César, 18300 Sancerre<br />

T: +33 2 48540741, mellot.com<br />

DOMAINE FRANÇOIS COTAT<br />

Zusammen mit seinem Cousin Pascal Cotat einer<br />

der Gralshüter des alten Stils. Fast überreife Ernte,<br />

kurzer Ausbau, gelegentlich etwas Restsüße – und<br />

eine Trinkempfehlung nach 15 Jahren Lagerzeit.<br />

Chavignol, 18300 Sancerre<br />

T: +33 2 48542127<br />

DOMAINE SÉBASTIEN RIFFAULT<br />

Als »enfant terrible« des linken Loire-Ufers wagte<br />

es Sébastien vor einigen Jahren, unbehandelte,<br />

naturtrübe Weiße auf den Markt zu bringen. Eine<br />

Die Brüder Pinard führen eines der besten<br />

Weingüter der Region.<br />

DOMAINE DIDIER DAGUENEAU<br />

Die Geschwister Louis-Benjamin und Charlotte<br />

führen das Erbe ihres Vaters Didier weiter. Legendäre<br />

Weiße, weltweit bekannt und begehrt.<br />

L’Astéroïde aus einer winzigen wurzelechten Parzelle<br />

führt die Reihe der teuersten Weine der<br />

Region an.<br />

Le Bourg, 58150 Saint-Andelain<br />

T: +33 3 86391562<br />

DOMAINE JONATHAN DIDIER PABIOT<br />

Alleinlage in den Weinbergen, informative Website,<br />

deutsche Ehefrau, das Weingut auf der östlichen<br />

Loire-Seite macht einen zugänglicheren Eindruck<br />

als viele andere Kollegen. Biodynamisch hergestellte,<br />

sehr präzise Weine, darunter der vielleicht<br />

beste Chasselas Frankreichs.<br />

1 Rue Saint-Vincent, 58150 Pouilly-sur-Loire<br />

T: +33 3 86390132, jonathanpabiot.fr<br />

LA BRASSERIE SANCERROISE<br />

Die lokale Brauerei hat alles im Angebot, wonach<br />

man sich nach einem ausgiebigen Weintasting<br />

sehnt. Spezialität ist das Blonde »La Sancerroise à<br />

la Lentille Verte du Berry«, dessen Zutat, die grüne<br />

Linse nämlich, eine geschützte geographische Herkunftsbezeichnung<br />

besitzt.<br />

256 Route d’Amigny, 18300 Sancerre<br />

T: +33 2 48542991, brasserie-sancerroise.com<br />

* ANMERKUNG: Etliche Weingüter verfügen über keine<br />

Website und auch keine offiziellen Öffnungszeiten. Wer<br />

nicht vor verschlossenen Toren stehen möchte, sollte entweder<br />

anrufen – oder sein Anliegen einem Weinhändler im<br />

Ort schildern, der die Produkte des Weinguts führt.<br />

RESTAURANTS<br />

LA CÔTE DES MONTS DAMNÉS<br />

Die Familie Bourgeois bietet im zentralen Gebäudekomplex<br />

von Chavignol das gesamte Programm:<br />

Hotel, Weingut und Restaurant mit einer modernisierten<br />

Form der regionalen Küche.<br />

Place de l’Orme, Chavignol, 18300 Sancerre<br />

T: +33 2 48540172, hotel-restaurant-chavignol.fr<br />

MOMENTO<br />

Einer der schönsten Ausblicke von Bué in die Weinberge,<br />

dazu eine innovative Jahreszeiten-Küche.<br />

Strikt lokal bei den Produkten, nur bei den Protagonistinnen<br />

nicht: Küchenchefin Mariana Mateos<br />

stammt aus Mexiko.<br />

5 Rue de la Cure, 18300 Bué<br />

T: +33 2 48780799, momentosancerre.com<br />

<<br />

Fotos: Julian Elliott / robertharding / picturedesk.com, beigestellt<br />

66 falstaff aug <strong>2022</strong>


Wir sind die<br />

Kraft der Wende.<br />

Die Klimakrise ist die größte Krise<br />

der Menschheit, während gleichzeitig<br />

die Versorgungsabhängigkeit<br />

spürbare Auswirkungen auf die<br />

Lebenssituation vieler Menschen<br />

hat. Die Lösung für beide Probleme<br />

ist jedoch dieselbe: die Energiewende.<br />

Nur die Energiewende befreit<br />

uns von klimaschädlichen Energieträgern<br />

und hilft, die Erderwärmung<br />

einzubremsen. Nur die<br />

Energiewende erlaubt Unabhängigkeit<br />

von fossiler Energie und<br />

eine Senkung und Stabilisierung<br />

des Strompreises.<br />

VERBUND steht seit 75 Jahren für<br />

erneuerbare Energie und will die<br />

Energiewende weiter beschleunigen.<br />

Das Erzeugungsvolumen von<br />

Wind soll verdreifacht und von<br />

Photovoltaik verzehnfacht werden.<br />

Auch in Zukunftstechnologien wie<br />

Wasserstoff wird investiert.<br />

Wasserkraft<br />

• Stromerzeugung aus Wasserkraftanlagen:<br />

30 TWh<br />

• Emissionsvermeidung<br />

dadurch: ca. 21.500 kt* CO 2<br />

• Neubau Laufkraftwerk Murkraftwerk<br />

Gratkorn (Versorgung<br />

von ca. +15.000 Haushalten)<br />

• Neubau Pumpspeicherkraftwerke<br />

Limberg III<br />

zur Netzstabilisierung mit<br />

480 MW Leistung<br />

Windkraft<br />

• Stromerzeugung aus Windkraftanlagen:<br />

839 GWh<br />

• Emissionsvermeidung<br />

dadurch: ca. 610 kt* CO 2<br />

• Neubau Windkraft Wasserberg:<br />

20 gemeindeübergreifende<br />

Windenergieanlagen in Gaal<br />

und Seckau (Versorgung von<br />

ca. +85.000 Haushalten)<br />

Sonnenkraft<br />

• Stromerzeugung aus Sonnenkraftanlagen:<br />

2 GWh<br />

• Emissionsvermeidung<br />

dadurch: ca. 1,5 kt* CO 2<br />

• Ausbau Photovoltaikanlagen<br />

Schönkirchen: Energiekooperation<br />

OMV & VERBUND auf der Fläche<br />

einer OMV Deponie (Versorgung<br />

von ca. 4.800 Haushalten)<br />

Den Anteil von aktuell 5 % Wind- und Sonnenkraft am<br />

Erzeugungsportfolio erhöht VERBUND bis 2030 auf 25 %-30 %.<br />

* Kilotonnen


wein / WEINREISE SANCERRE & POUILLY<br />

LA POMME D’OR<br />

Traditionelle Küche der Region, mit einem Bib<br />

Gourmand ausgezeichnet. Veronika und Didier Turpin<br />

servieren dazu Sancerre in allen drei Farben.<br />

1 Rue de la Panneterie, 18300 Sancerre<br />

T: +33 2 48541330, lapommedorsancerre.fr<br />

LA TOUR<br />

Vielleicht das schickste Ambiente von Sancerre in<br />

diesem direkt am Marktplatz gelegenen Haus.<br />

31 Nouvelle Place, 18300 Sancerre<br />

T: +33 2 48540081, latoursancerre.fr<br />

MAISON MEDARD (früher L’Ardoise du Marché)<br />

Das einzige Sterne-Restaurant der Region bildet<br />

das Zentrum des kleinen Dorfes Boulleret, etwa<br />

15 km nördlich von Sancerre. Hier ist alles durchdacht<br />

bis ins letzte Detail. Die Menus »Plaisir des<br />

Sens« und »Découverte« bieten wunderbare Rundreisen<br />

durch Frankreich in fünf bis acht Gängen.<br />

19 Place des Tilleuls, 18240 Boulleret<br />

T: +33 2 48723962, maisonmedard.com<br />

Reges Treiben herrscht auf<br />

dem schmucken Marktplatz<br />

von Sancerre.<br />

L’ÉPICERIE<br />

In einem Dorf mitten im Wald gelegen, bietet das<br />

kleine Restaurant Erstaunliches: kurze Karte, ausschließlich<br />

lokale Produkte, raffiniert angerichtet,<br />

und das zu sehr moderaten Preisen.<br />

Chemin des Usages, 18250 La Borne<br />

T: +33 2 48595750, facebook.com/lepicerielaborne<br />

LE CHAT<br />

Eine ehemalige Dorfkneipe von 1856 mit wenig vertrauenswürdigem<br />

Eingang wurde in einen behaglichen<br />

Ort mit kreativer Bistroküche umgewandelt.<br />

42 Rue des Guérins, 58200 Cosne-Cours-sur-Loire<br />

T: +33 3 86284903<br />

lechatsarljuleau.site-solocal.com<br />

LA SUITE<br />

Zwei Brüder führen das geschmackvolle Haus mit<br />

schönem Innenhof. Das gotische Gebäude wurde<br />

Die Sterneküche im »Maison Medard« ist in<br />

der Region unübertroffen.<br />

ebenso modernisiert wie die aromenreiche Küche.<br />

50 Rue Bourbonnoux, 18000 Bourges<br />

T: +33 2 48659626, lasuite-bourges.com<br />

AU P’TIT GOÛTER<br />

Unkompliziertes und sympathisches Dorfbistro mit<br />

frischen lokalen Produkten.<br />

876–878, Chavignol, 18300 Sancerre<br />

T: +33 2 48540166<br />

HOTELS<br />

LE PANORAMIC ***<br />

Den schönsten Blick auf Landschaft und Weinberge<br />

genießt man in diesem kürzlich komplett renovierten<br />

Haus.<br />

113 Rempart des Augustins, 18300 Sancerre<br />

T: +33 2 48542244, panoramic-hotel.com<br />

LOGIS VILLA C ****<br />

Nahe des Bahnhofs von Bourges gelegenes, aber<br />

dennoch sehr ruhiges Haus in einem Gebäude aus<br />

dem 19. Jahrhundert. Schick und schön.<br />

20 Avenue Henri Laudier, 18000 Bourges<br />

T: +33 2 18150400<br />

hotelvillac.com<br />

LE PRIEURÉ SAINT AGNAN ****<br />

Pro forma vier Sterne, aber eigentlich ein eigenes<br />

kleines Reich. Romantischer Blick über die Loire<br />

von der großen Terrasse aus, Pool und andere<br />

Annehmlichkeiten inklusive.<br />

1 Rue des Forges, 58200 Cosne-Cours-sur-Loire<br />

T: +33 6 19919682<br />

prieuresaintagnan.com<br />

LA CÔTE DES MONTS DAMNÉES ***<br />

Das Hotel zum Restaurant (s. o.), damit Schlafen,<br />

Schlemmen, Shoppen und Wandern in den Weinbergen<br />

fast gleichzeitig passieren können.<br />

Place de l’Orme, Chavignol, 18300 Sancerre<br />

T: +33 2 48540172<br />

hotel-restaurant-chavignol.fr<br />

LE COQ HARDI ***<br />

Ein sehr klassisches Etablissement an der Loire,<br />

das auch ein gutes Restaurant beherbergt.<br />

42 Avenue de la Tuilerie, 58150 Pouilly-sur-Loire<br />

T: +33 3 86391299<br />

lecoqhardi.fr<br />

SHOPPING ETC.<br />

LE VIN, 7 PLACE DES PÊCHEURS<br />

Die einzige Weinhandlung der Region, die ausnahmslos<br />

alle Winzer empfehlen. Ein wahrer<br />

»caverne d’Ali Baba«, wie die Franzosen sagen.<br />

7 Place des Pêcheurs, 58400 La Charité-sur-Loire<br />

T: +33 3 86702130<br />

MAISON DES SANCERRE<br />

Alles über den Wein, die Stadt, die Region – plus<br />

Shoppingmöglichkeit.<br />

3 Rue du Méridien, 18300 Sancerre<br />

T: +33 2 48541135, maison-des-sancerre.com<br />

LA CONFISERIE DU PRIEURÉ<br />

Für Liebhaber süßer Traditionen. Spezialität ist<br />

»Le Charitois«, ein weicher Karamell mit Charente-Butter,<br />

dazu gibt es hausgemachtes Eis.<br />

11 Pl. des Pêcheurs, 58400 La Charité-sur-Loire<br />

T: +33 3 86700181<br />

FERME DU PORT AUBRY<br />

Ein traditioneller Bauernhof für die ganze Familie<br />

mit Ziegenhüten, Kettcar und einer Boutique für<br />

den eigenen Crottin de Chavignol, dazu Ferienhaus.<br />

58200 Cosne-Cours-sur-Loire<br />

T: +33 3 86266361, ferme-portaubry.fr<br />

FROMAGERIE DUBOIS-BOULAY<br />

Letzter Crottin-Affineur direkt in Chavignol. Die<br />

eigentliche Fromagerie mit großem Verkaufsraum<br />

liegt östlich des Ortes an der D183, es gibt aber<br />

auch ein Ladengeschäft in Sancerre.<br />

Verkauf: 1 Rue des Juifs, 18300 Sancerre<br />

T: +33 2 48541058, dubois-boulay.fr <<br />

Fotos: JEAN MARC QUINET / Reporters / picturedesk.com, Thierry Vayne<br />

68 falstaff aug <strong>2022</strong>


DAS KREMSTAL<br />

entdecken & genießen.<br />

Mehr Infos zu den Heurigenterminen und Events unter<br />

www.weingutmueller.at


Sabrina Ferner hat für den<br />

Sommer eine feine Auswahl<br />

an Weinen für Lidl-Kunden<br />

zusammengestellt.<br />

VIELFALT HAT<br />

EINEN NAMEN<br />

Sabrina Ferner hat im kleinen Weinbauort Hadersdorf am Kamp für Lidl<br />

eine Weinkellerei aufgespürt, die von Familie Toifl auf einem sehr hohen Level<br />

betrieben wird und sowohl Weine aus der Umgebung als auch unter<br />

dem Firmennamen Weinkellerei Pannonia feine burgenländische Weine zu bieten hat.<br />

Familie Toifl zählt zu den Big<br />

Playern in der Weinproduktion.<br />

Dass man Wein in großer Menge<br />

erzeugen kann, den Preis niedrig<br />

hält, die Qualität dabei aber nicht zu kurz<br />

kommt, zeigt das familiengeführte Unternehmen.<br />

Vor einigen Jahren schon haben<br />

sie für eine vorbildliche Qualitätssicherung<br />

viel Geld in ihren Betrieb investiert,<br />

um ihren Kunden höchste Standards<br />

zu bieten.<br />

ten die beiden von ihrem Vater Michael, der<br />

den Beiden mit Rat und Tat zur Seite steht,<br />

hat er doch von seinem Vater das Geschäft<br />

von der Pike auf gelernt.<br />

Eine der modernsten Weinfüllanlagen, wo<br />

jeder Tank genauestens kontrolliert werden<br />

kann, bietet Christoph Toifl, der immer<br />

schon auch einen Hang zur Technik hatte,<br />

sämtliche Möglichkeiten, die Weinwerdung<br />

präzise zu begleiten. Das Ergebnis sind<br />

jedoch keine technischen Weine, sondern<br />

70<br />

Die Weinkellerei wurde in den 50er-Jahren<br />

des letzten Jahrhunderts von Artur Toifl,<br />

dem Großvater der heutigen Betreiber und<br />

Geschwister Barbara und Christoph,<br />

gegründet. Er war eigentlich Weinkommisonär<br />

und hatte deshalb viele gute Kontakte<br />

zu kleineren und größeren Winzern. Diese<br />

Verbindungen nutzen bis heute die Touristikkauffrau<br />

Barbara Toifl, die die Geschäfte<br />

führt, und ihr Bruder Christoph, der im Keller<br />

das Regiment führt. Unterstützung erhalfalstaff<br />

aug <strong>2022</strong>


LIDL<br />

ADVERTORIAL Fotos: © 747 Studios; beigestellt<br />

sehr gut ausgesuchte Grundweine und<br />

Moste, die hier veredelt werden und dem<br />

Kunden ein qualitativ gleichbleibendes Produkt<br />

bieten, das wiedererkannt wird und<br />

deshalb immer wieder gerne in den Einkaufskorb<br />

wandert. Natürlich geht man<br />

auch hier mit der Zeit und einige Weine des<br />

breiten Sortiments sind sogar biozertifiziert.<br />

Familie Toifl kann sich Jahr für Jahr<br />

über zahlreiche nationale und internationale<br />

Auszeichnungen freuen und bei mehreren<br />

Weinwettbewerben werden ihre<br />

Weine für absolut empfehlenswert befunden.<br />

Mit der IFS-Zertifizierung, die drei<br />

Buchstaben stehen übrigens für International<br />

Food Standard, entsprechen sie auch<br />

den hohen Ansprüchen, die Lidl seinen<br />

Kunden bietet.<br />

INFO<br />

Weitere Informmtionen unter<br />

lidl.at<br />

89<br />

2020 BLAUER ZWEIGELT NÖ<br />

Toifl GmbH<br />

12,5 Vol.-%, DV. Mittleres Rubingranat, violette<br />

Reflexe, breitere Ockerrandaufhellung. Zart floral<br />

unterlegte reife Kirschenfrucht, ein Hauch von<br />

Nougat, kandierte Mandarinenzesten. Mittlerer<br />

Körper, feine Fruchtsüße, zart nach Erdbeeren,<br />

feine Tannine, ausgewogen und gut antrinkbar.<br />

89<br />

2021 GRÜNER VELTLINER KAMPTAL DAC<br />

»DER FRISCHE«<br />

Toifl GmbH<br />

12 Vol.-%, DV. Helles Gelbgrün, Silberreflexe. Feine<br />

Wiesenkräuter, weiße Birne, ein Hauch von Mango<br />

und grünem Apfel, Nuancen von Limettenzesten.<br />

Mittlerer Körper, weißes Steinobst, rassig-animierendes<br />

Säurespiel, feinfruchtige Süße im Abgang,<br />

lebendiger, vielseitiger Speisenbegleiter.<br />

89<br />

2020 CUVÉE EXCLUSIV NO. 1<br />

Weinkellerei Pannonia<br />

13 Vol.-%, halbtrocken, DV. Kräftiges Rubingranat,<br />

violette Reflexe, breitere Ockerrandaufhellung.<br />

Nuancen von Brombeeren und schwarzen Herzkirschen,<br />

feiner Blütenhonig, kandierte Orangenzesten.<br />

Saftig, rund und fruchtgeprägt, reife rote Beeren,<br />

dezenter Säurebogen, eingebundene Fruchtsüße,<br />

zitroniger Touch im Nachhall, salziges Finish.<br />

88<br />

2020 ZWEIGELT CUVÉE BA<br />

Toifl GmbH<br />

13 Vol.-%, DV. Kräftiges Rubingranat, violette<br />

Reflexe, breitere Randaufhellung. Frische Pflaumenfrucht,<br />

zarte Kräuterwürze, ein Hauch von<br />

dunklen Beeren und Eichentouch. Mittlere Komplexität,<br />

seidig, süße Erdbeernuancen, samtig und<br />

bereits gut antrinkbar, etwas Nougat im Nachhall.<br />

87<br />

2020 HEIDEBODEN CUVÉE PERFEKTION<br />

Weinkellerei Pannonia<br />

13 Vol.-%, DV. Kräftiges Rubingranat, violette<br />

Reflexe, dezente Ockerrandaufhellung. Zart nach<br />

Vanille und Karamell, reife Zwetschgen, eingelegte<br />

Kirschen, Schokotouch. Mittlerer Körper, süße,<br />

rotbeerige Nuancen, zarte Holzwürze, kirschiger<br />

Anklang im Abgang.<br />

87<br />

2020 ZWEIGELT EXCLUSIV NO. 1<br />

Weinkellerei Pannonia<br />

12,5 Vol.-%, halbtrocken, DV. Mittleres Karmingranat,<br />

violette Reflexe, breite Ockerrandaufhellung.<br />

Zurückhaltend, rote Kirschen, Nuancen von Waldbeerkonfit,<br />

zart nach Feigen. Saftig und süß, reife<br />

Fruchtnuancen, etwas Honig im Abgang, unkompliziert-fruchtbetonter<br />

Stil.<br />

aug <strong>2022</strong> falstaff 71


wein / 100-PUNKTE-IKONEN<br />

Das Weingut Franz Hirtzberger<br />

aus Spitz in der Wachau<br />

hat bisher am öftesten die<br />

Topmarke von 100 <strong>Falstaff</strong>-<br />

Punkten erreicht. Riesling<br />

Smaragd Ried Singerriedel ist<br />

der Primus inter Pares.<br />

100 PUNKTE FÜR<br />

ÖSTERREICH:<br />

DREIFACHE<br />

PERFEKTION<br />

Ein superlativer Weißweinjahrgang 2021 machte es erstmals möglich: Gleich<br />

dreimal wurde im aktuellen <strong>Falstaff</strong> Weinguide <strong>2022</strong>/2023 die maximale<br />

Zahl von 100 Punkten vergeben. Das bedeutet, nichts hätte man bei<br />

diesen Weinen noch besser machen können. Ein Blick zurück in die jüngere<br />

Bewertungsgeschichte von <strong>Falstaff</strong> zeigt, wie selten diese Spitzenbewertung<br />

für österreichische Weine bisher zur Anwendung kam.<br />

TEXT PETER MOSER<br />

Fotos: Monika Löff, Peter Moser<br />

72 falstaff aug <strong>2022</strong>


100 PUNKTE<br />

WEISSWEIN<br />

WEINGUT F. X. PICHLER –<br />

RIESLING WACHAU DAC RIED KELLERBERG<br />

2021<br />

WEINGUT FRANZ HIRTZBERGER –<br />

RIESLING WACHAU DAC RIED<br />

SINGERRIEDEL SMARAGD 2021<br />

WEINGUT PRAGER – GRÜNER VELTLINER<br />

WACHAU DAC RIED ZWERITHALER<br />

KAMMERGUT SMARAGD 2021<br />

WEINGUT PRAGER –<br />

GRÜNER VELTLINER SMARAGD RIED<br />

ZWERITHALER KAMMERGUT 2019<br />

WEINGUT BRÜNDLMAYER –<br />

RIESLING KAMPTAL DAC RIED ZÖBINGER<br />

HEILIGENSTEIN 1ÖTW ALTE REBEN 2019<br />

WEINGUT FRANZ HIRTZBERGER –<br />

RIESLING SMARAGD RIED SINGERRIEDEL<br />

2017<br />

WEINGUT F. X. PICHLER –<br />

GRÜNER VELTLINER UNENDLICH 2017<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

73


wein / 100-PUNKTE-IKONEN<br />

Franz Xaver und Lucas<br />

Pichler aus Oberloiben haben<br />

sich mehrfach in die Topliste<br />

eingetragen.<br />

Das Suchergebnis in der digitalen<br />

<strong>Falstaff</strong>-Datenbank macht<br />

rasch klar: Sehr großzügig geht<br />

<strong>Falstaff</strong> mit der absoluten<br />

Spitzenmarke nicht gerade um.<br />

27 Mal wurden 100 Punkte vergeben, davon<br />

waren sieben junge Weißweine, fünf aktuelle<br />

Rotweine, vier aktuelle Süßweine und elf<br />

gereifte Topweine aus den drei genannten<br />

Kategorien. Wir möchten dies zum Anlass<br />

nehmen und diese Ergebnisse einmal<br />

resümieren. Die meisten 100 Punkte hat<br />

bisher das Weingut Franz Hirtzberger aus<br />

Spitz in der Wachau einheimsen können.<br />

Fünfmal davon ging diese Wertung an die<br />

Riesling-Ikone Ried Singerriedel Smaragd,<br />

die damit den Titel des bis dato höchstprämierten<br />

österreichischen Weins bei <strong>Falstaff</strong><br />

überhaupt in Anspruch nehmen darf. Die<br />

Jahrgänge waren 1990, 1997, 2007, 2017<br />

und zuletzt 2021, dazu gesellt sich noch der<br />

1997er-Riesling Ried Hochrain. Mit diesen<br />

sechs Spitzenbewertungen ist Hirtzberger<br />

auch das höchstbewertete Weingut. Mit je<br />

viermal 100 Punkten teilen sich aktuell zwei<br />

Weingüter den zweiten Rang. F. X. Pichler<br />

aus Oberloiben in der Wachau liegt hier<br />

gleichauf mit dem Weinlaubenhof Kracher<br />

aus Illmitz. Anders als bei Hirtzberger sind<br />

es bei Pichler vier verschiedene Weine, davon<br />

zwei Rieslinge, aber auch zwei Grüne<br />

Veltliner, mit denen man die volle Punktzahl<br />

abholen konnte. Den Anfang machte der<br />

1992 Riesling Smaragd M, später folgte<br />

2008 mit Smaragd Ried Kellerberg der<br />

allererste Grüne Veltliner mit der Topbewertung.<br />

2017 kam der Grüne Veltliner<br />

Unendlich dazu, und nun brandaktuell der<br />

Riesling Wachau DAC Ried Kellerberg. Beim<br />

Süßweinspezialisten Kracher aus Illmitz im<br />

burgenländischen Seewinkel haben bereits<br />

drei Generationen 100-<strong>Falstaff</strong>- Punkte-<br />

Weine erzeugt. Die legendäre Welschriesling<br />

TBA aus dem Traumjahr 1981 hat Gerhard<br />

Krachers Großvater Alois senior auf die<br />

Flasche gebracht, ein Monument für den<br />

klassischen edelsüßen Wein <strong>Österreich</strong>s.<br />

Der unvergessene Alois Kracher vinifizierte<br />

mit der 2005 TBA Welschriesling No. 8<br />

Zwischen den Seen und der 2007 TBA<br />

Scheurebe No. 9 Zwischen den Seen sein<br />

önologisches Vermächtnis, Gerhard Kracher<br />

trug sich mit der TBA Welschriesling No. 9<br />

von 2017 ebenfalls in diese Erfolgs liste ein.<br />

Dreimal über 100 Punkte freuen konnte<br />

man sich im Haus Prager in Weißenkirchen<br />

in der Wachau. Eröffnet wird dort der<br />

Reigen vom bis dato faszinierenden Riesling<br />

Smaragd aus der Ried Steinriegl, rezente<br />

Erfolge wurden mit den Jahrgängen eines<br />

<<br />

100 PUNKTE<br />

WEISS GEREIFT<br />

WEINGUT F. X. PICHLER –<br />

GRÜNER VELTLINER SMARAGD RIED<br />

DÜRNSTEINER KELLERBERG 2008<br />

WEINGUT FRANZ HIRTZBERGER –<br />

RIESLING SMARAGD SINGERRIEDEL 2007<br />

WEINGUT FRANZ HIRTZBERGER –<br />

RIESLING SMARAGD HOCHRAIN 1997<br />

WEINGUT FRANZ HIRTZBERGER –<br />

RIESLING SMARAGD SINGERRIEDEL 1997<br />

WEINGUT F. X. PICHLER –<br />

RIESLING SMARAGD M 1992<br />

WEINGUT FRANZ HIRTZBERGER –<br />

RIESLING SMARAGD RIED SPITZER<br />

SINGERRIEDEL 1990<br />

WEINGUT PRAGER –<br />

RIESLING SMARAGD RIED<br />

WEISSENKIRCHENER STEINRIEGL 1990<br />

MANTLERHOF –<br />

GELBER MUSKATELLER 1951<br />

Fotos: beigestellt, Peter Moser<br />

74 falstaff aug <strong>2022</strong>


BURGENLAND.<br />

WEIN AUS DEM<br />

GROSSE KUNST. OHNE ALLÜREN.<br />

Burgenland – eine geschützte<br />

Ursprungsbezeichnung der EU für<br />

österreichischen Qualitätswein.<br />

Burgenländischer Wein wächst unter<br />

der pannonischen Sonne. Einzigartig<br />

und rassig. Hochdekoriert, international<br />

begehrt und dennoch am Boden<br />

geblieben. österreichwein.at


wein / 100-PUNKTE-IKONEN<br />

100 PUNKTE<br />

ROTWEIN<br />

WEINGUT ERNST TRIEBAUMER –<br />

BLAUFRÄNKISCH RIED MARIENTAL 2018<br />

WEINGUT KOLLWENTZ –<br />

CABERNET SAUVIGNON 2018<br />

WEINGUT WERNER ACHS –<br />

WERNER ACHS RESERVE 2017<br />

WEINGUT ANITA UND HANS NITTNAUS –<br />

LEITHABERG DAC RIED JOISER<br />

JUNGENBERG 2017<br />

Aus Straden im Vulkanland Steiermark kommt der<br />

bislang einzige 100-Punkte-Wein der Steiermark:<br />

Frauwallner Gelber Muskateller Essenz 2017.<br />

CLUB BATONNAGE –<br />

BATONNAGE 2015<br />

100 PUNKTE<br />

SÜSSWEIN<br />

WEINGUT FRAUWALLNER –<br />

GELBER MUSKATELLER ESSENZ 2017<br />

WEINLAUBENHOF KRACHER –<br />

WELSCHRIESLING ZWISCHEN DEN SEEN<br />

NO. 5 TBA 2017<br />

DOMÄNE WACHAU –<br />

RIESLING KELLERBERG<br />

TROCKENBEERENAUSLESE 2015<br />

WEINLAUBENHOF KRACHER –<br />

SCHEUREBE TBA NO. 9 ZWISCHEN DEN<br />

SEEN 2007<br />

WEINGUT HEINZ VELICH –<br />

WELSCHRIESLING TBA 2006<br />

WEINLAUBENHOF KRACHER –<br />

WELSCHRIESLING TBA<br />

NO. 8 ZWISCHEN DEN SEEN 2005<br />

WEINLAUBENHOF KRACHER –<br />

WELSCHRIESLING TBA 1981<br />

<<br />

einzigartigen Grünen Veltliners gefeiert,<br />

bereits 2019 holte dieser 100 Punkte, nun<br />

steht die Ried Zwerithaler Kammergut mit<br />

Jahrgang 2021 wiederum ganz oben. Zu<br />

den Betrieben, die ebenfalls mit trockenen<br />

Weißweinen 100 Punkte erreichen konnten,<br />

zählen Willi Bründlmayer mit »Riesling<br />

Kamptal DAC Ried Zöbinger Heiligenstein<br />

1ÖTW Alte Reben« und rezent wurde der<br />

Mantlerhof aus Brunn im Kremstal für<br />

seinen unfassbar jugendlichen Gelben<br />

Muskateller aus dem Jahrgang 1951<br />

ausgezeichnet.<br />

ROTWEIN IM KOMMEN<br />

Fünf Rotweinerzeuger durften sich bisher<br />

im Rahmen offizieller <strong>Falstaff</strong>-Proben über<br />

die 100 Punkte freuen. Den viel beachteten<br />

Anfang in dieser erst kurzen Reihe<br />

machte die herausragende Rotwein-Cuvée<br />

Batonnage des Jahrgangs 2015, hergestellt<br />

vom Club Batonnage rund um Erich<br />

Scheiblhofer aus Andau, der bei einer<br />

großen Vergleichsprobe mit Beteiligung von<br />

Premiers Grands Crus aus Bordeaux voll<br />

überzeugte. Ebenfalls 100 Punkte gingen<br />

an zwei Rotweine aus dem Jahrgang 2017.<br />

Da war es Werner Achs aus Gols, der mit<br />

seiner Werner Achs Reserve voll überzeugte,<br />

Anita und Hans Nittnaus präsentierten mit<br />

dem Blaufränkisch Leithaberg DAC Ried<br />

Joiser Jungenberg 2017 den ersten reinsortigen<br />

100-Punkte-Rotwein der <strong>Falstaff</strong>-<br />

Geschichte. Im vergangen Herbst gesellten<br />

sich in der Reserve-Trophy-Kategorie der<br />

alljährlichen <strong>Falstaff</strong>-Rotweinprämierung<br />

zwei legendäre Weine und Winzer in den<br />

Club der höchstbewerteten Weine dazu:<br />

2018 Blaufränkisch Ried Mariental von<br />

Ernst Triebaumer aus Rust, dessen 1986er-<br />

Mariental schon lange als »100-Punkte-<br />

Wein der Herzen« fungierte, und andererseits<br />

der Cabernet Sauvignon 2018 von<br />

Andi Kollwentz, ein Wein, der ebenfalls<br />

schon seit Jahrzehnten österreichische<br />

Rotwein geschichte mitgeschrieben hat.<br />

Drei edelsüße Ausnahmeweine komplettieren<br />

die Auflistung der allerbesten Weine<br />

des Landes: die Welschriesling TBA von<br />

Heinz Velich aus Apetlon im Seewinkel,<br />

die Riesling TBA von der Ried Kellerberg<br />

der Domäne Wachau und zuletzt der erste<br />

100-Punkte-Wein für die Steiermark mit<br />

dem Gelben Muskateller Essenz 2017 vom<br />

Weingut Frauwallner in Straden. Ohne<br />

Zweifel wird diese Liste in den kommenden<br />

Jahren weiterwachsen. Zum einen, weil<br />

immer öfter große Weine in <strong>Österreich</strong><br />

entstehen werden, zum anderen, weil bei<br />

Nachverkostungen und Vertikalen jene Anwärter,<br />

die einst als Fassmuster oder Jungweine<br />

schon an der Marke gekratzt haben,<br />

die Höchstpunkte nach entsprechender<br />

Flaschenreife zugesprochen bekommen werden.<br />

Fazit: Das Weinland <strong>Österreich</strong> kann<br />

in allen Kategorien mit den Weltbesten mithalten.<br />

Zudem bewegen sich diese Weine ab<br />

Hof bei Preisen, die keinen internationalen<br />

Vergleich scheuen müssen.<br />

<<br />

Fotos: Flor, Peter Moser<br />

76 falstaff aug <strong>2022</strong>


ÖTW<br />

BEST OF 1ÖTW<br />

ERSTE LAGEN<br />

Die ÖTW-Winzer vor<br />

der Kulisse von Schloss<br />

Grafenegg.<br />

Samstag, 3. September <strong>2022</strong>, 14–18 Uhr<br />

(Einlass bis 17 Uhr)<br />

auf dem Areal von Schloss Grafenegg<br />

Keine Anmeldung notwendig<br />

Eintritt € 25,– (kein Vorverkauf,<br />

bar zu bezahlen)<br />

Gratis für Besucher des Konzerts<br />

am selben Tag:<br />

Wiener Philharmoniker mit<br />

Rudolf Buchbinder<br />

Konzerttickets: grafenegg.com<br />

JAHRE<br />

TR ADITIONSWEINGÜTER<br />

Am 3. September findet die Publikumsverkostung<br />

»Best of 1ÖTW Erste Lagen« im Rahmen des Grafenegg Festivals statt.<br />

ADVERTORIAL Foto: © ÖTW/Herbert Lehmann<br />

Nicht überall, wo Reben gepflanzt<br />

sind, wächst die gleiche Qualität<br />

heran. Es ist eine alte Weisheit<br />

unter Winzern, dass es Weingärten<br />

gibt, die – bei sorgfältiger Pflege –<br />

jedes Jahr außergewöhnliche Weine hervorbringen.<br />

Im Jahr 1991 beschlossen daher<br />

17 Weingüter rund um Langenlois und<br />

Krems, sich diesem Thema zu widmen. Fast<br />

zwei Jahrzehnte hat der stetig wachsende<br />

Verein damit verbracht, die Weinbergs lagen<br />

zu beobachten und zu analysieren.<br />

ÖTW.LAGENKLASSIFIZIERUNG<br />

Im Jahr 2010 wurde das Ergebnis dieser<br />

Analyse mit der ÖTW.Klassifikation vorgestellt,<br />

in der 53 Weingärten als »1ÖTW<br />

Erste Lagen« gekennzeichnet wurden. Damit<br />

erleichtert man Weinliebhabern, die bedeutendsten<br />

Herkünfte <strong>Österreich</strong>s zu erkennen.<br />

Die 77 <strong>Österreich</strong>ischen Traditionsweingüter<br />

sind auf vier Regionalvereine<br />

aufgeteilt: die ÖTW.Donau mit Mitgliedern<br />

in den Weinbaugebieten Kamptal, Kremstal,<br />

Traisental und Wagram sowie ÖTW.Wien<br />

und ÖTW.Carnuntum.<br />

ERWEITERUNG DER ÖTW<br />

Mit Anfang Mai <strong>2022</strong> wurde der Regionalverein<br />

ÖTW.Thermenregion gegründet.<br />

Neun Weingüter aus der Thermenregion<br />

können sich nunmehr »<strong>Österreich</strong>ische Traditionsweingüter«<br />

nennen: Alphart, Familie<br />

Auer, Leo Aumann, Gebeshuber, Heinrich<br />

Hartl III, Landauer-Gisperg, Schneider,<br />

Johanneshof Reinisch und Stadlmann.<br />

Der Obmann des ÖTW.Bundesverbands,<br />

Michael Moosbrugger vom Weingut<br />

Schloss Gobelsburg, sieht es als oberstes<br />

Ziel der Traditionsweingüter, von einer<br />

regionalen Vereinigung zu einem nationalen<br />

Verband heranzuwachsen. Fixiert ist<br />

bereits, dass es auch im Weinviertel zur<br />

Gründung eines Regionalvereins kommt.<br />

Voraussetzung für den Beitritt zu den ÖTW<br />

ist übrigens, dass ein Weingut biologisch<br />

oder nachhaltig zertifiziert ist und dass im<br />

Weingarten weder Herbizide noch Insektizide<br />

verwendet werden. Mit 3000 Hektar<br />

Rebfläche decken die ÖTW derzeit rund<br />

sieben Prozent des gesamten österreichischen<br />

Weins ab und rechnen in den nächsten<br />

Jahren mit einer Steigerung auf bis zu zehn<br />

Prozent. Aktuell sind 95 Weinbergslagen –<br />

auch Rieden genannt – als ÖTW.ERSTE<br />

LAGEN klassifiziert. Es wird daran gearbeitet,<br />

dass die Lagenklassifizierung, die<br />

die Traditionsweingüter vor etwa 30 Jahren<br />

in Angriff genommen haben, in naher<br />

Zukunft als allgemeingültige und für alle<br />

Weingüter <strong>Österreich</strong>s anwendbare<br />

Verordnung ins Weingesetz Eingang findet.<br />

INFO<br />

traditionsweingueter.at<br />

aug <strong>2022</strong> falstaff 77


wein / FURMINT-RENAISSANCE<br />

RÜCKKEHR<br />

EINER<br />

LEGENDE<br />

In den Windischen Bühel zwischen den<br />

Flüssen Mur und Drau findet der Furmint<br />

seit Jahrhunderten beste Bedingungen vor.<br />

Foto: Stefan Leitner<br />

78 falstaff aug <strong>2022</strong>


Der weiße Furmint galt in der Donaumonarchie als die beste<br />

Rebsorte Pannoniens. Als edelsüßer Wein aus Tokaj, Rust oder<br />

Ödenburg zierte der Furmint die feinsten Tafeln. Nun kehrt<br />

er zurück, allerdings in seiner trockenen Form. Facettenreich,<br />

frisch strukturiert und mit dezenter Frucht erlebt die Sorte als<br />

gut reifender Speisenbegleiter eine wahre Renaissance.<br />

TEXT PETER MOSER<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

79


wein / FURMINT-RENAISSANCE<br />

DER FURMINT<br />

ERLEBT DANK<br />

SEINER GUTEN<br />

ANPASSUNG AN DEN<br />

KLIMAWANDEL IM<br />

PANNONISCHEN RAUM<br />

EINE WIEDERGEBURT.<br />

In Rust am See hat der Furmint eine<br />

lange Tradition, Michael Wenzel ist die<br />

treibende Kraft der Renaissance.<br />

Der Furmint ist eine alte<br />

Kultursorte, über seine<br />

Herkunft wurde bereits<br />

in der ersten Hälfte des 19.<br />

Jahrhundert viel diskutiert.<br />

Heute herrscht ziemliche Einigkeit darüber,<br />

dass man Furmint als ungarische Rebsorte<br />

ansehen kann, denn sie verdankt ihre<br />

Bekanntheit den edelsüßen Weinen aus<br />

Tokaj, wo sie seit jeher den Hauptsatz der<br />

Rebberge bildet und im Jahr 1623 erstmal<br />

urkundlich benannt wird. Frühe Ampelografen<br />

vermuteten den Ursprung der<br />

Rebsorte irgendwo in Syrmien, der Region<br />

zwischen Donau und Save, die heute zum<br />

größeren Teil in Serbien liegt. Genetische<br />

Forschungen haben gezeigt, dass es sich um<br />

einen Sämling aus Heunisch und Alba<br />

Imputato als zweiten Elternteil handelt,<br />

eine Rebsorte, die heute Rumänien<br />

zugeordnet ist. Dass deren bekannter<br />

Elternteil, den zweiten kennt man noch<br />

nicht, die Visparola aus Italien ist, macht<br />

die Sache auch nicht transparenter. Heute<br />

steht mit rund 4000 Hektar der Löwenanteil<br />

der Furmintreben im ungarischen<br />

Anbaugebiet von Tokaj-Hegyalja. In der<br />

Donaumonarchie hat sich der Furmint<br />

auch in anderen Regionen verbreitet. Im<br />

Herzogtum Steiermark erringt die Sorte<br />

unter dem Namen Mosler, slowenisch als<br />

Sipon im Raum der Windischen Bühel<br />

zwischen Mur und Drau einige Bedeutung,<br />

süße Ausbruchweine aus bestimmten<br />

Lagen wie der Jerusalemer, Kerschbacher<br />

oder Nachtigaller sind begehrt.<br />

Eine wichtige Anbauzone entwickelt<br />

sich im Raum von Ödenburg, wo<br />

vor allem die Freistadt Rust auf eine<br />

lange Tradition in der Herstellung<br />

von edelsüßen Weinen mit der<br />

Rebsorte Furmint verweisen kann. Im<br />

Laufe des 20. Jahrhunderts geriet de<br />

Sorte aber auch hier fast in Vergessenheit.<br />

1984 gelang es dem Ruster Winzer Robert<br />

Wenzel Edelreiser aus Ungarn durch den<br />

Eisernen Vorhang zu bringen und im Laufe<br />

der Jahre haben auch andere Erzeuger den<br />

Wert dieser alten autochthonen Sorte<br />

erkannt. Das Weingut Wenzel, heute<br />

geführt von Michael Wenzel, hat sich um<br />

die wachsende Anerkennung der Traditionssorte<br />

verdient gemacht. Neben Beerenauslese<br />

und dem klassischen Ruster<br />

Ausbruch setzt Wenzel auch auf trockene<br />

Fotos: Sonja Priller, Kinga Szepsy, Ferenc Dancsecs, Shutterstock<br />

80 falstaff aug <strong>2022</strong>


Varianten der Sorte. Weine<br />

wie Vogelsang und Garten<br />

Eden genießen heute in der<br />

gehobenen Gastronomie<br />

einen tollen Ruf, auch im<br />

Segment der Natural Wines,<br />

bereits 2014 brachte Wenzel den<br />

ersten Furmint Raw natural auf den<br />

Markt, macht sich die rare Sorte mit<br />

ihrem ausgefallenen Geschmacksspektrum<br />

viele Freunde.<br />

István Szepsy, Senior<br />

und Junior, sind die<br />

renommiertesten Winzer<br />

in Tokaj, der Vater berühmt<br />

mit seinen edelsüßen, der<br />

Sohn auch mit trockenen<br />

Furmintweinen.<br />

TROCKENER ERFOLGSTYP<br />

Mit dem internationalen Abschwung der<br />

Nachfrage nach hochkonzentrierten<br />

Edelsüßweinen wie Tokaji Aszú, Sauternes<br />

oder Ruster Ausbruch, gingen die Winzer<br />

dieser Regionen immer mehr dazu über,<br />

auch trockene Weine aus ihren Lagen zu<br />

vinifizieren. So wie Château d’Yquem heute<br />

die Produktion ihres »Ygrec« forciert, so<br />

sind auch die führenden Hersteller von<br />

Tokaj dazu übergegangen, ihre Weine auch<br />

trocken anzubieten. Und mit der Rebsorte<br />

Furmint haben sie dazu eine jener Varietäten,<br />

die ganz offensichtlich mit dem<br />

Klimawandel sehr gut zurechtkommt.<br />

Isvtán Szepsy Junior aus Mád, dessen<br />

Die unterirdische Welt von<br />

Tokaj: hier reifen die Weine<br />

in Günzer Holzfässern.<br />

gleichnamiger Vater bereits mit seinen<br />

Weltklassesüßweinen internationale<br />

Anerkennung errang, und gemeinsam mit<br />

Egon Müller vom Scharzhof an der<br />

deutschen Saar, Comte Alexander de<br />

Lur-Saluces von Yquem und Alois Kracher<br />

aus Illmitz im Quartett der weltbesten<br />

Süßweinerzeuger dabei war, konzentriert<br />

sich heute sehr erfolgreich, aus seinen<br />

Spitzenlagen in Tokaj facettenreiche<br />

Furmintweine im trockenen Bereich zu<br />

keltern. Die trockenen Szepsy-Furmints<br />

spielen im Moment genauso in einer<br />

eigenen Liga, wie dies jene von Michael<br />

Wenzel in Rust tun, und in beiden Regionen<br />

hat sich in deren Windschatten bereits<br />

die Verfolgergruppe gebildet. Ungarn hat<br />

mit allein 4000 Hektar Furmint in Tokaj<br />

gegenüber der Konkurrenz einen enormen<br />

Vorteil, dazu kommen Weine aus Eger, der<br />

Balaton-Region und den Schomlauer<br />

Vulkanbergen, aber auch in <strong>Österreich</strong> ist<br />

der Furmint nun spürbar auf dem<br />

Vormarsch.<br />

<<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

81


wein / FURMINT-RENAISSANCE<br />

<<br />

Wer nun denkt, der österreichische<br />

Furmint wäre eine rein pannonische<br />

Angelegenheit und auf das Burgenland<br />

begrenzt, der irrt. So hat in Niederösterreich<br />

zum Beispiel Artur Toifl in Rohrendorf<br />

Furmint in der Toplage Gebling<br />

gepflanzt, auch im Wiener Gemischten<br />

Satz hat so mancher Stock überdauert. In<br />

Niederösterreich bezeichnete man die<br />

Sorte einst als Seeweinbeere oder Seestock<br />

(lat. Uva Peisonis). 1779 nennt sie Helbling<br />

in seiner Beschreibung der Rebsorten,<br />

die man in und um Wien findet: »Die<br />

weiße Seeweinbeere ist in Breitensee (heute<br />

Penzing), nahe zu Schönbrunn, und in einigen<br />

Weingärten des Gumpoldskirchner<br />

Bezirks nicht selten. Die fruchtbaren<br />

Seestöcke kommen aus Ungarn aus der<br />

Michael und Maria Gross<br />

erzeugen im slowenischen<br />

Haloze herausragende Weine.<br />

DIE ZUKUNFT DES<br />

FURMINTS ALS<br />

TROCKENER WEIN<br />

SCHEINT GESICHERT,<br />

IMMER MEHR WINZER<br />

ERKENNEN DAS<br />

POTENZIAL DER SORTE.<br />

Gegend von Ödenburg und<br />

Rust am Neusiedler See, wo<br />

sie häufig gebaut werden<br />

und davon in <strong>Österreich</strong><br />

den Namen haben.« Hier<br />

wieder hieß der Furmint bei<br />

den Rustern »Zapfner« und<br />

bei den Ödenburger Winzern<br />

trug er den Namen »Zapfete«. Der<br />

genaue Hintergrund dieser Namen<br />

bleibt unklar, weil weder Beeren noch<br />

Trauben des Furmints zapfenförmig sind.<br />

Vielleicht ist es eine Anspielung auf seine<br />

relative Ergiebigkeit, weil der Wein dann<br />

brav vom Zapfen des Fasses rinnt. Im<br />

Vulkanland Steiermark knüpft Gottfried<br />

Lamprecht – er hat 2010 begonnen<br />

Furmint reinsortig auszusetzen – in Markt<br />

Hartmannsdorf an die altsteirische<br />

Tradition des Moslers an, der in der<br />

Monarchie in den Windischen Bühel<br />

zwischen Mur und Drau große Weine<br />

hervorbrachte. Und hier wird im heutigen<br />

Slowenien die Furmintrebe alias »Mosler«<br />

unter dem Namen »Sipon« gepflegt und<br />

bringt heute im trockenen Bereich sehr<br />

vielversprechende Ergebnisse, wie unter<br />

anderem jene von Vino Gross oder Dveri<br />

Pax, dem Weingut des Stifts Admont.<br />

Die Stiftsherren aus<br />

Admont erfreuen sich<br />

an den Weingärten von<br />

Dveri Pax in Slowenien.<br />

<<br />

Reifer Furmint garantiert feine Fruchtnuancen,<br />

lebendige Säurestruktur und viel Terroirausdruck.<br />

Fotos: Stella Kager, Stefan Leitner, Ferenc Dancsecs<br />

82 falstaff aug <strong>2022</strong>


wein / FURMINT-RENAISSANCE<br />

BACK IN PANNONIA<br />

Im Burgenland breitet sich der Furmint<br />

heute auf geeigneten Böden weiter aus. In<br />

Frage kommen Muschelkalkböden wie in<br />

der Ried Edelberg am Leithaberg in<br />

Purbach, wo Toni Hartl Furmint gepflanzt<br />

hat, oder die kalkreiche Ried Tannenberg in<br />

Jois, wo John Nittnaus seinen jungen<br />

Furmint stehen hat, ebenfalls am Leithaberg<br />

zu Werk ist das Weingut Esterházy.<br />

Hannes Schuster aus Zagersdorf versucht<br />

sich ebenfalls an der Sorte wie Judith Beck<br />

mit ihrem »Furmint Bambule« aus Gols.<br />

Auf den Geschmack gekommen sind auch<br />

einige experimentierfreudige Winzer aus<br />

dem Mittelburgenland. Hier füllt Franz<br />

Weninger aus Horitschon einen Furmint<br />

»vom Kalk« und einen vom Schiefer,<br />

gewachsen auf der Spitzenlage Steiner in<br />

Balf bei Sopron in Ungarn. Unter seinem<br />

Boutique-Label »Kolfok« beweist Stefan<br />

Wellanschitz aus Neckenmarkt, dass sich<br />

der Furmint auf den Orthogneisböden<br />

seiner Lage Bodigraben sichtlich sehr wohl<br />

fühlt. Auch im Südburgenland ist die<br />

Rarität bereits anzutreffen, so bei Andreas<br />

Grosz oder bei Rainer Gargers Weingut<br />

Nador auf der ungarischen Seite des<br />

Eisenberges. Ein wichtiger Promotor für die<br />

Furmint-Welle ist ein Winzer, der sich<br />

bereits für Blaufränkisch einen internationalen<br />

Namen gemacht hat, Roland Velich,<br />

für den Furmint die weiße Rebsorte<br />

Pannoniens schlechthin ist. Er feiert diese in<br />

seinem Projekt »Hidden Treasures«, wo er<br />

Furmint in Kooperation mit Spitzenwinzer<br />

aus unterschiedlichen ungarischen Terroirs<br />

in die Welt hinausträgt. Auch der önologische<br />

Weltenbummler Lenz M. Moser hat<br />

jüngst einen Furmint für den internationalen<br />

Markt entwickelt, ein Joint Venture<br />

namens »Ma’d Moser« in Tokaj. Dieser<br />

saftig-mineralische Furmint entsteht in<br />

Zusammenarbeit mit Rita Takaro in Mád.<br />

Schritt für Schritt erobern sich die lebendig-mineralischen<br />

trockenen Furmintweine<br />

die Weinkarten Europas zurück und speziell<br />

in <strong>Österreich</strong> darf man sich schon in der<br />

nahen Zukunft über ein wachsendes<br />

Angebot von Weinen aus dieser traditionsreichen<br />

Rebsorte freuen. Halten sie also<br />

Ausschau nach diesem versatilen Speisenbegleiter<br />

– es lohnt sich!<br />

Károly Barta aus Tokaj und seine<br />

hochtalentierte Kellermeisterin Vivien<br />

Ujvári von Barta Pince.<br />

<<br />

Der Furmint kommt mit Glimmerschiefer,<br />

Orthogneis und Quartz, wie hier bei<br />

Kolfok in Neckenmarkt, ebenso zurecht<br />

wie mit Muschelkalk.<br />

Fotos: Barta, beigestellt<br />

84 falstaff aug <strong>2022</strong>


wein / FURMINT-RENAISSANCE<br />

BEST OF<br />

FURMINT<br />

TASTING<br />

INFO<br />

WEITERE BEWERTUNGEN<br />

UND BESCHREIBUNGEN<br />

FINDEN SIE SIE AB<br />

AB SEITE 280. 148.<br />

97<br />

94<br />

93<br />

SZEPSY ÚRÁGYA FURMINT 2017<br />

Istvan Szepsy, Mád, Ungarn<br />

Mittleres Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Feuchter Kies und Blütenhonig,<br />

feine gelbe Frucht, rauchig-nussig<br />

unterlegt, mit Luft reife Birnen und<br />

Mango sowie kandierte Orangenzesten.<br />

Komplex, straff, puristische<br />

weiße Frucht, finessenreicher,<br />

mundwässernder Säurebogen,<br />

zitronig und leichtfüßig wirkend,<br />

Limetten und Salz im Abgang, bleibt<br />

lange haften, frische Orangen im<br />

Nachhall, eine Benchmark.<br />

bortarsasag.hu, € 42,16<br />

BALASSA SZENT TAMÁS TOKAJI<br />

FURMINT 2019<br />

Balassa Bor, Tokaj, Ungarn<br />

Helles Grüngelb, Silberreflexe. Feine<br />

frische Birne, zart nach Mango,<br />

florale Nuancen, ein Hauch von<br />

Rhabarber, zarter Blütenhonig, sehr<br />

einladendes Bukett. Saftig, straff,<br />

engmaschig, weißes Kernobst,<br />

finessenreicher Säurebogen, salzig<br />

und lange anhaftend, feine Limettennoten<br />

im Nachhall, animierend<br />

und jugendlich, sehr präziser Stil,<br />

gutes Entwicklungspotenzial.<br />

bortarsasag.hu, € 32,35<br />

FURMINT 2020<br />

Weingut Peter Schandl<br />

Rust, Burgenland<br />

Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Zarte Nuancen von Wiesenkräutern,<br />

weißer Pfirsich, frische Quitte und<br />

Grapefruit, frische Orangenschalen.<br />

Saftig, elegant, mineralischer Körper,<br />

feine Fruchtsüße, kraftvoll und<br />

elegant zugleich, lebendige<br />

Säurestruktur unterlegt, salzigzitronig<br />

im Abgang, mineralischer<br />

Nachhall, besitzt gute Länge und<br />

sicheres Reifepotenzial.<br />

selektion-burgenland.at, € 17,20<br />

96<br />

94<br />

93<br />

FURMINT GARTEN EDEN<br />

»AUTARK« 2019<br />

Michael Wenzel, Rust<br />

Helles Goldgelb, Silberreflexe. Zart<br />

kräuterwürzig unterlegte gelbe<br />

Apfel-Quittennote, ein Hauch von<br />

Marille und Blütenhonig, einladendes<br />

Bukett, zart nach feuchtem<br />

Kies. Saftig, elegant, ausgewogen,<br />

feiner Säurebogen, Nuancen von<br />

Mango am Gaumen, mineralisch,<br />

kandierte Zitruszesten im Abgang,<br />

delikat und harmonisch, toller Trinkfluß,<br />

zart salzig im Finish.<br />

waltersfeineweine.berl.at, € 42,90<br />

TOKAJI FURMINT ÖREG KIRÁLY<br />

2020 BIO<br />

Barta Pince, Mád, Ungarn<br />

Sehr helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Feine frische Birnenfrucht, ein<br />

Hauch von Walnuss und Wiesenkräutern,<br />

zart nach Papaya im Hintergrund,<br />

frische Orangenzesten, mineralischer<br />

Anklang. Elegant, feines<br />

weißes Kernobst, finessenreicher<br />

Säurebogen, harmonisch, dezente<br />

Fruchtsüße im Abgang, zitronigsalzig,<br />

ein fein balancierter Speisenbegleiter,<br />

sicheres Reifepotenzial.<br />

wagners-weinshop.com, € 38,–<br />

HIDDEN TREASURES NR.1 TOKAJ<br />

FEAT. GERGÖ FILEP 2020<br />

Hidden Treasures –<br />

a Moric project Tokaj, Ungarn<br />

Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Zarte Kräuterwürze, ein Hauch von<br />

reifen Birnen, ein Hauch von Feigen,<br />

gelbe Kernobstnuancen, kandierte<br />

Orangenzesten. Saftig, mineralisch,<br />

straffe Textur, weißer Apfel, finessenreich<br />

und salzig, leichtfüßiger<br />

Speisenbegleiter, zitroniger Touch<br />

im Rückgeschmack, vielseitig einsetzbar.<br />

vinospirit.at, € 18,54<br />

95<br />

94<br />

93<br />

IGLIČ HALOZE (FURMINT) SVL<br />

LEGA 2019<br />

Vino Gross,<br />

Štajerska Slovenija, Slowenien<br />

Helles Goldgelb, Silberreflexe. Feine<br />

Nuancen von Honigmelone, gelber<br />

Pfirsich, zarte Kräuterwürze,<br />

kandierte Orangenzesten, etwas<br />

Blütenhonig, helles Nougat. Saftig<br />

und frisch, ein Hauch von frischen<br />

Feigen, finessenreicher Säurebogen,<br />

mineralisch und lange anhaftend,<br />

feine gelbe Tropenfrucht im Abgang,<br />

ein seidiger Speisenbegleiter.<br />

gross.at, € 45,–<br />

OREMUS PETRÁCS TOKAJI<br />

FURMINT 2017<br />

Tokaj-Oremus, Tolscva, Ungarn<br />

Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Kandierte Grapefruitzesten, feine<br />

gelbe Kernobstnuancen, ein Hauch<br />

von Marzipan und Wachs, Tropenfruchtanklänge<br />

unterlegt,<br />

vielschichtiges Bukett, dunkle Mineralität.<br />

Straff, engmaschig, feine<br />

Kräuterwürze, weißer Apfel, lebendiger<br />

Säurebogen, zart nussig im<br />

Nachhall, saliner Touch, Limetten<br />

im Abgang, großes Reifepotenzial.<br />

bortarsasag.hu, € 61,48<br />

FURMINT DRY MM5 TOKAJ 2021<br />

Ma’d Moser<br />

Tokaj, Ungarn<br />

Helles Gelbgrün, silberfarbene<br />

Reflexe. Feine Kräuterwürze, etwas<br />

nach Guaven, ein Hauch von<br />

Ringlotten, zart nach weißem Apfel,<br />

tabakiger Touch. Saftig, gute<br />

Komplexität, elegant, facettenreiche<br />

Säurestruktur, mineralisch, weiße<br />

Tropenfrucht, etwas nach Zitrus im<br />

Abgang, bleibt gut haften, sehr gute<br />

Länge und Balance, vielseitiger<br />

Speisenbegleiter.<br />

madmoser.com, € 20,–<br />

Fotos: Peter Moser<br />

86 falstaff aug <strong>2022</strong>


WEINGUT EDLINGER<br />

Am Weingut Edlinger ist<br />

man mit viel Sorgfalt<br />

bemüht, die von der Natur<br />

aus bestmögliche Qualität<br />

der Trauben zu erreichen.<br />

MITANAUND<br />

ERFOLGREICH!<br />

Bereits seit 1842 werden auf dem Weingut Edlinger in Furth-Palt,<br />

am Fuße des Göttweigers, Weine bester Qualität hergestellt.<br />

ADVERTORIAL Fotos: © www.charakter.photos / Philipp Monihart; beigestellt<br />

Mitanaund« heißt einer der<br />

Spitzenweine aus dem Hause<br />

Edlinger in Palt. »Mitanaund«<br />

scheint auch das Motto des<br />

Familienbetriebes zu sein, der im Kremstal<br />

und in der Wachau insgesamt 35 Hektar<br />

Weingärten bewirtschaftet. Dabei legt die<br />

Familie Edlinger großen Wert auf Nachhaltigkeit<br />

und die Handarbeit bei der<br />

Wein herstellung.<br />

VIELFALT, DIE ÜBERZEUGT<br />

Die Freude über den Sieg beim Grünen<br />

Veltliner Grand Prix im Hause Edlinger<br />

(Josef Edlinger und Frau Gabi, Sohn Paul<br />

und Schwester Anna, Großeltern Josef sen.<br />

und Karoline) ist entsprechend groß. »Dieser<br />

Wein ist ungewöhnlich. Ein Grüner Veltliner<br />

auf Wachauer Rieslingboden ist nicht üblich.<br />

Aber ich mag die Mineralität, die diese Lage<br />

hervorbringt, der Grüne Veltliner von hier ist<br />

straff, hat Struktur«, so Josef Edlinger. Viele<br />

Kunden des Weinguts Edlinger verbinden<br />

einen Verkostungsbesuch auch gleich mit<br />

einem Kurzurlaub. Denn im Haus warten<br />

fünf Gäste zimmer auf müde Häupter. So sind<br />

die Edlingers auch immer ganz nah am Kunden<br />

und erkennen schnell, was gefragt ist.<br />

Vielfalt zum Beispiel. »In unserem Sortiment<br />

ist für jeden Geschmack etwas dabei«, weiß<br />

Sohn Paul Edlinger. »Von Grünen Veltlinern<br />

und Rieslingen in unterschiedlicher Tiefe und<br />

Ausbauart, über Chardonnay, Sauvignon<br />

Blanc bis zu Merlot und Pinot Noir.«<br />

INFO<br />

Weitere Informationen unter<br />

edlingerwein.at<br />

aug <strong>2022</strong> falstaff 87


NEWS AUS DEM<br />

ERLEBNISWELT<br />

NORDBURGENLAND:<br />

RUND UM DEN SEE<br />

Ganze 300 Sonnentage zählt man im<br />

Burgenland über das Jahr verteilt.<br />

In Kombination mit einem vielseitigen<br />

Angebot rund um Genuss, Kultur,<br />

Wellness, Bewegung, Naturentdeckungen<br />

und Abenteuern bietet die Sonnenseite<br />

<strong>Österreich</strong>s die idealen Voraussetzungen für<br />

einen unvergesslichen Aufenthalt mit Erinnerungen,<br />

die lange nachwirken. Weinliebhaber<br />

überzeugt das Nordburgenland nicht<br />

nur durch die Vielfalt, sondern auch durch<br />

herausragende Qualität der Weine. Die<br />

Nähe zum Neusiedler See begünstigt vollmundige<br />

Rot- und gehaltvolle Weißweine,<br />

sowie regionstypische Spezialitäten. Aber<br />

auch der Blick auf die Veranstaltungs-Highlights<br />

zeigt: Hier wird für jeden Geschmack<br />

etwas geboten. burgenland.info<br />

DER NEUSIEDLER SEE<br />

Der Neusiedler See ist der größte Steppensee<br />

Mitteleuropas. Zahlreiche Segel-, Surf<br />

und Kiteschulen laden Sportlerinnen und<br />

Sportler ein, den Neusiedler See besser<br />

kennenzulernen. Strandbäder rund um den<br />

See bieten genügend Möglichkeiten für<br />

Badespaß. 2000 Sonnenstunden am<br />

Neusiedler See laden zum Entspannen ein.<br />

MIT DEM RAD<br />

AUF DER ROUTE<br />

DER SEEN-SUCHT<br />

Es gibt viel zu erleben, auf einer Runde<br />

um den See. Der B10 NEUSIEDLER<br />

SEE-RADWEG ist wohl der bekannteste<br />

Radweg der gesamten Region, mit<br />

mehrere Verleihstellen für E-Bikes entlang<br />

der Strecke. Mit einer Schifffahrt zwischen<br />

Illmitz und Mörbisch am See lässt sich<br />

die Tour variieren. Auf dem über 1000 km<br />

langen Radwegenetz warten nicht nur<br />

unvergleichliche Aussichtspunkte, auch<br />

der Gaumen kommt bei vielen Einkehrmöglichkeiten<br />

auf seine Kosten. Ideal<br />

auch für Genussradler und Familien.<br />

88 falstaff aug <strong>2022</strong>


BURGENLAND<br />

ADVERTORIAL Fotos: © Burgenland Tourismus GmbH / Birgit Machtinger; Burgenland Tourismus GmbH / Oliver Mast; Jerzy Biń; Neusiedler See; beigestellt<br />

MUSICAL UND OPER<br />

IN UNVERGLEICHLICHEM AMBIENTE<br />

Der Neusiedler See ist der imposante<br />

Hintergrund großer Bühnen. Die Seefestspiele<br />

Mörbisch bieten mit »Der König<br />

und ich« eine Liebesgeschichte nach<br />

wahrer Begebenheit. Die Seebühne wird<br />

bis 15.8. zum Königreich Siam. In St. Margarethen<br />

bietet die Oper im Steinbruch<br />

bis 14.8. Giuseppe Verdi’s »Nabucco«,<br />

Ende August melden sich die »Musicalstars<br />

im Steinbruch« mit »The Grand<br />

Show« zurück. operimsteinbruch.at,<br />

seefestspiele-moerbisch.at<br />

WELTERBE, NATIONALPARK UND NATURPARK:<br />

DIE GÄRTEN PANNONIENS<br />

Das UNESCO Welterbe Fertö-Neusiedler<br />

See verbindet sich auf einzigartige Art<br />

und Weise mit Natur, Lebensgefühl, Kulturgeschichte<br />

und Genuss. Die Region<br />

überzeugt mit dem Nationalpark Neusiedler<br />

See – Seewinkel, dem Naturpark<br />

Neusiedler See – Leithagebirge und kulturell<br />

bedeutsamen Schauplätzen. Alte<br />

Kellergassen oder auch Ortskerne aus<br />

dem 16. Jahrhundert ergeben in Kombination<br />

mit Natur, Kulinarik und Kultur<br />

eine außergewöhnliche Reisedestination.<br />

EXKLUSIVE WEINREISE<br />

Ganztägige Weintouren und mehrtägige Weinreisen<br />

in die Region Neusiedler See boomen.<br />

Weingenuss und pannonische Gaumenfreuden<br />

erwarten Weinliebhaber, erfahrene Wein-Guides<br />

führen zu Winzern der beiden Herkunftsweine<br />

DAC Leithaberg & DAC Neusiedlersee! So wird<br />

ein Besuch am Neusiedler See zum ganz besonderen<br />

vinophilen Erlebnis – durchorganisiert,<br />

ohne Planungsstress und individuell angepasst.<br />

neusiedlersee.com<br />

WEINGUT ADRIAN<br />

Am Ostrand des Neusiedlersees im<br />

Herzen des Nationalparks Neusiedlersee<br />

und des Naturschutzgebietes Lange<br />

Lacke liegen die Weingärten vom Weingut<br />

Adrian. Das breite Sortiment an Weinen,<br />

die ihren Herkunftscharakter widerspiegeln<br />

und somit ein Erlebnis für jeden Gaumen<br />

sind, lockt Weinkenner und Kulinarikliebhaber<br />

aus dem In- und Ausland an,<br />

denn mit dem Heurigenhof »Die Laberei«<br />

in Apetlon vervollständigt die Familie das<br />

Konzept und bietet Entspannung, Gemütlichkeit<br />

und Kulinarik. weingut-adrian.at<br />

WEINGUT CHRISTA<br />

UND RUDI SALZL<br />

Umgeben von einem der weltweit<br />

schönsten Naturschutzgebiete, entfaltet<br />

sich inmitten des burgenländischen<br />

I llmitz ein ganz besonderes Gut: Am<br />

Rande des Nationalparks Neusiedlersee-<br />

Seewinkel gelegen, befindet sich das<br />

Weingut der Familie Salzl. Bedingt durch<br />

den nahegelegenen Neusiedlersee tragen<br />

das milde Mikroklima, die perfekte Thermik<br />

und die sandigen Böden ideal zur Reife<br />

und Fülle des Weins bei. So kommen<br />

Weinfreunde- und kritiker mit Sicherheit<br />

auf den Geschmack! salzlwein.at<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

89


Die Winzerfamilie<br />

Edlinger aus Furth-Palt<br />

im Kremstal freut sich<br />

über den Grand-Prix-<br />

Sieg <strong>2022</strong>.<br />

GRÜNER<br />

GRÜNER<br />

VELTLINER<br />

EDLINGER<br />

1. PLATZ<br />

<strong>2022</strong><br />

VELTLINER<br />

GRAND PRIX <strong>2022</strong><br />

Fotos: beigestellt<br />

90 falstaff aug <strong>2022</strong>


wein / 28. FALSTAFF GRÜNER VELTLINER GRAND PRIX<br />

Der <strong>Falstaff</strong> Grüner Veltliner Grand Prix konnte nach zwei<br />

Jahren Covid-bedingter Pause mit der Gala <strong>2022</strong> endlich<br />

wieder auf die Bühne und zum Publikum zurückkehren.<br />

TEXT PETER MOSER<br />

DER JAHRGANG 2021<br />

WAR FÜR DEN<br />

GRÜNEN VELTLINER IN<br />

JEDER HINSICHT IDEAL.<br />

VIELE TOPWEINE<br />

UNTERSTREICHEN DIES<br />

EINDRUCKSVOLL.<br />

Man freute sich bei <strong>Falstaff</strong><br />

gemeinsam mit den<br />

langjährigen Kooperationspartnern,<br />

dem niederösterreichischen<br />

Weinbauverband<br />

und der Niederösterreichischen<br />

Versicherung, endlich wieder zur Verkostung<br />

der besten Grünen Veltliner einladen<br />

und dem klassischen Grünen Veltliner mit<br />

dem Palais Ferstel in Wien wieder die ihm<br />

zustehende Bühne geben zu können. Rund<br />

700 Weinfreunde waren trotz erheblicher<br />

Das Weingut Meinhard Forstreiter aus<br />

Hollenburg belegt mit dem Ried Kogl den<br />

ausgezeichneten zweiten Rang.<br />

GRÜNER<br />

VELTLINER<br />

FORSTREITER<br />

2. PLATZ<br />

<strong>2022</strong><br />

Außentemperaturen nicht daran zu<br />

hindern, dabei zu sein, als im Rahmen der<br />

<strong>Falstaff</strong> Grüner Veltliner Gala die besten<br />

Sortenvertreter zur Verkostung angeboten<br />

und die Grand-Prix-Sieger geehrt wurden.<br />

Und so gab es bei den Verkostungstischen<br />

der ausstellenden Spitzenbetriebe regen<br />

Andrang und großen Applaus für die<br />

Grand-Prix-Sieger Edlinger, Forstreiter und<br />

Groiss, als diese aus den Händen von<br />

Generaldirektor Mag. Stefan Jauk, dem<br />

NÖ Weinbaupräsidenten Reinhard<br />

Zöchmann und <strong>Falstaff</strong>-Chefredakteur<br />

Peter Moser die hochverdienten Urkunden<br />

überreicht bekamen.<br />

Das Weinjahr 2021 brachte in Niederösterreich<br />

so gut wie überall perfekt ausgereifte,<br />

kristallklare Weine aus makellosem<br />

Traubengut. Die Winzer wussten die insgesamt<br />

günstigen klimatischen Bedingungen<br />

in allen Weinbaugebieten des Landes zu<br />

nutzen: Es gelangen balancierte, elegante<br />

Weißweine mit tiefer Frucht und rassiger<br />

Struktur. Auf einen trockenen Winter war<br />

ein später Austrieb gefolgt sowie eine durch<br />

den kühlen Frühling verspätete Blüte. Im<br />

Sommer hatten allerdings Winzer im nördlichen<br />

Weinviertel sowie in der Wachau,<br />

im Kremstal und im Traisental punktuell<br />

mit schweren Unwettern zu<br />

kämpfen, mit September setzte<br />

jedoch goldenes Herbstwetter ein,<br />

das ganze sechs Wochen strahlenden<br />

Sonnenschein brachte,<br />

begleitet von kühlen Nächten –<br />

ideale Voraussetzungen für die<br />

ausgezeichnete Aromenbildung in<br />

Weißweinen. Dem Grünen Veltliner<br />

haben diese Umstände ganz besonders<br />

gefallen. Die Weine zeigen einen einladenden<br />

Fruchtcharme, eine sortentypische<br />

Würze, aber auch eine vitale Säurestruktur,<br />

die zur Harmonie und zum Trinkanimo<br />

entscheidend beiträgt. Auch die leichteren<br />

Weine gefallen daher mit Komplexität und<br />

Länge, sie weisen zudem auch ein sicheres<br />

Reifepotenzial auf. Der Jahrgang 2021 ist<br />

also <strong>Österreich</strong>s weißer Nationalsorte ganz<br />

besonders entgegengekommen, und so war<br />

es keine Überraschung, dass auch die Zahl<br />

der Einreichungen bei der NÖ Landesprämierung<br />

mit über 6243 Weinen von<br />

insgesamt 955 Betrieben ein neues Rekordniveau<br />

erreicht hat. So hatten die Experten<br />

in der Vorausscheidung wahrlich keine<br />

<<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

91


wein / 28. FALSTAFF GRÜNER VELTLINER GRAND PRIX<br />

<<br />

leichte Aufgabe, aus der Vielzahl an<br />

ausgezeichneten Mustern jene Finalisten zu<br />

ermitteln, die zum Antreten beim <strong>Falstaff</strong><br />

Grüner Veltliner Grand Prix berechtigt waren.<br />

Denn um an dieser Ausgabe des Grand<br />

Prix teilnehmen zu können, gab es zwei<br />

Wege in den Bewerb. Zum einen wurden<br />

anhand der umfangreichen Vorverkostungen<br />

zur Ermittlung der niederösterreichischen<br />

Landessieger von vier Kommissionen<br />

aus rund 2000 Sortenvertretern die etwa<br />

50 besten Grünen Veltliner in Blindprobe<br />

ausgewählt. Um das Stilbild des klassischen<br />

Grünen Veltliners zu fördern, sind die Vorgaben<br />

für eine Teilnahme am Grand Prix<br />

sehr strikt angelegt. Es darf der tatsächliche<br />

Alkoholgehalt des Weines die<br />

Grenze von 13 Volumenprozent<br />

FAST EINTAUSEND<br />

WEINE NAHMEN<br />

AN DEN VORRUNDEN<br />

ZUR FINALTEILNAHME<br />

DES GRAND PRIXS<br />

<strong>2022</strong> TEIL.<br />

GRÜNER<br />

VELTLINER<br />

INGRID GROISS<br />

3. PLATZ<br />

<strong>2022</strong><br />

Ingrid Groiss aus<br />

Breitenwaida im<br />

Weinviertel belegt<br />

den dritten Platz.<br />

nicht übersteigen und der Wein maximal<br />

vier Gramm Restzucker aufweisen – diese<br />

Werte wurden mittels amtlichen Prüfzeugnisses<br />

belegt. Zudem wurden jene<br />

niederösterreichischen Weingüter, die im<br />

aktuellen <strong>Falstaff</strong> Weinguide <strong>2022</strong>/23 als<br />

Betrieb mit drei Sternen oder mehr eingestuft<br />

wurden, eingeladen, einen der vorgegebenen<br />

Kategorie entsprechenden Sortenvertreter<br />

einzureichen. Da auch hier der Andrang<br />

groß war, gab es auch für diese Gruppe eine<br />

interne Vorverkostung. Am Ende standen<br />

sich 80 Finalisten im Ringen um den<br />

diesjährigen Grand-Prix-Sieg gegenüber.<br />

Die Jury mit Vertretern von NÖ Wein und<br />

von <strong>Falstaff</strong> verkostete diese Weine Mitte<br />

Juni bei einer Blindprobe in » Meixner’s<br />

Gastwirtschaft« in Wien-Favoriten.<br />

Fotos: beigestellt, Peter Moser<br />

92 falstaff aug <strong>2022</strong>


TASTING<br />

INFO<br />

WEITERE BEWERTUNGEN<br />

UND BESCHREIBUNGEN<br />

FINDEN SIE SIE AB<br />

AB SEITE 272. 148.<br />

1. Grand-Prix-Sieger<br />

•<br />

Grüner Veltliner Wachau DAC<br />

Mautern »Mitanaund« 2021<br />

Weingut Josef Edlinger, Furth-Palt<br />

12,5 Vol.-%. Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Zart nach Wiesenkräutern und weißem Apfel,<br />

Nuancen von Honigmelone und Orangenzesten<br />

unterlegt. Saftig, mittlere Komplexität, frisches<br />

Kernobst, lebendiger Säurebogen, salzig im<br />

Abgang, ein vielseitiger Speisenbegleiter.<br />

edlingerwein.at, € 7,50<br />

2. Grand-Prix-Sieger<br />

•<br />

Grüner Veltliner Kremstal DAC<br />

Krems Ried Kogl 2021<br />

Weingut Meinhard Forstreiter<br />

Krems-Hollenburg<br />

12,5 Vol.-%. Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Zart floral unterlegte weiße Kernobstnuancen,<br />

ein Hauch von Limetten und Mandarinenzesten.<br />

Saftig, elegant, feine Fruchtsüße,<br />

finessenreich strukturiert, salziger Nachhall,<br />

macht Lust auf ein zweites Glas.<br />

forstreiter.at, € 8,50<br />

3. Grand-Prix-Sieger<br />

•<br />

Grüner Veltliner Weinviertel DAC<br />

Braitenpuechtorff 2021<br />

Weingut Ingrid Groiss<br />

Breitenwaida<br />

12,5 Vol.-%. Helles Grüngelb, Silberreflexe.<br />

Einladender Duft nach gelbem Apfel und<br />

frischen Wiesenkräutern, zart nach Grapefruit.<br />

Saftig, engmaschig, weißes Kernobst im<br />

Abgang, würziger Nachhall, bleibt gut haften,<br />

guter Speisenbegleiter.<br />

ingrid-groiss.at, € 12,90<br />

<<br />

94<br />

Punkte<br />

93<br />

Punkte<br />

93<br />

Punkte<br />

Alle Verkostungsnotizen<br />

online unter<br />

go.falstaff.com/gruenerveltlinger-grand-prix-<strong>2022</strong><br />

Ein goldener Herbst<br />

mit kühlen Nächten<br />

sorgte für klares<br />

Aroma und große<br />

Frische.<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

93


wein / WEINKOST AM POGUSCH <strong>2022</strong><br />

Winzerspitze: Walter Frauwallner,<br />

Erwin Sabathi, Michael Ostrowski,<br />

Stefan Potzinger, Hilde Dalik,<br />

Armin Tement (v. l. n. r.).<br />

WEINKOST<br />

AM POGUSCH<br />

Sie haben es wieder getan! Nach der Covid-Pause lud die<br />

»Kleine Zeitung« zur 25. Weinkost am Pogusch. Wer das<br />

Privileg hatte, dabei sein zu »dürfen«, kam in den Genuss<br />

der besten Networking-Veranstaltung der Republik.<br />

TEXT WOLFGANG ROSAM<br />

Topköche: Heinz Reitbauer, Andreas Döllerer, Toni<br />

Mörwald, Christof Widakovich, Franz Kulmer und<br />

Hubert Wallner (v. l. n. r.).<br />

Bereits zum 25. Mal rief die »Kleine<br />

Zeitung«, allen voran Chef-<br />

Organisator Gerhard Nöhrer<br />

und Chefredakteur Hubert Patterer,<br />

zur legendärsten Weinkost<br />

des Landes: am Pogusch. Während das »Steirereck<br />

am Pogusch« nach dem Umbau ein<br />

völlig neues Bild ergibt und sich Heinz Reitbauer<br />

zwischen Kräuterwelten, »Jugendherbergs-Betten«<br />

und ganz viel Glas neu definierte,<br />

blieb die bunte Gästeschar der »Kleinen<br />

Zeitung« nahezu unverändert. Der<br />

Charme ist zweifelsohne – neben der<br />

unglaublich guten Laune, Lockerheit und<br />

dem unfassbaren Leckerli-Angebot – der<br />

Gäste-Mix: Da treffen sich die Elite der heimischen<br />

Wirtschaft, die Spitzen der Landesund<br />

Bundespolitik auf Augenhöhe mit Winzern,<br />

Top-Köchen und vielen Künstlern. Es<br />

gibt keine zweite Veranstaltung wie diese.<br />

Abwegige Gedanken, sie irgendwann einmal<br />

doch nicht mehr vonstattengehen zu lassen,<br />

wurden vom Styria-Vorstand, allen voran<br />

Markus Mair und dem »Kleine Zeitung«-<br />

Geschäftsführer Thomas Spann, Gott sei<br />

Dank rasch wieder verworfen. Zu groß wäre<br />

der Aufschrei der Gäste gewesen, die seit<br />

Jahrzehnten dabei sind. Die »Weinkost am<br />

Pogusch« ist nämlich für viele Teilnehmer<br />

ein Fixpunkt ihres gesellschaftlichen, aber<br />

auch vinophilen Jahreslaufes.<br />

Erstaunlich hoch das Niveau der diesjährigen<br />

Weine. Der Jahrgang 2021 war in der<br />

Steiermark zwar nicht so herausragend wie<br />

etwa in der Wachau, aber dennoch zählt er<br />

zu den besten. Und wer steirischen Wein<br />

liebt, der hat mit den Jahrgangs-Nuancen<br />

sowieso kein Problem.<br />

In diesem Jahr war die Lust des Wiedersehens<br />

auch deshalb besonders groß, weil<br />

dank des verdammten Virus’ die Weinkost<br />

zwei Jahre lang nicht stattfinden konnte.<br />

Man spürte förmlich die Sehnsucht nach<br />

Nähe, angstfreiem Miteinander-Kommunizieren<br />

und Networken. Die »Kleine Zeitung«<br />

macht das sehr unaufgeregt, jeder Minister,<br />

jede Ministerin, jeder Landeshauptmann<br />

oder Top-Manager/Unternehmer schätzt den<br />

entspannten Austausch mit allen anderen<br />

Teilnehmern. Für einen Nachmittag sind alle<br />

per du und alle halten sich an die Diskretion<br />

dieser Seitenblicke-freien Veranstaltung, die<br />

auch gleichzeitig eine tiefe Verbeugung vor<br />

den großartigen Leistungen der steirischen<br />

Weinmacher ist.<br />

<<br />

Fotos: Oliver Wolf, Jürgen Fuchs<br />

94 falstaff aug <strong>2022</strong>


Dienstlich: Wirtschaftsminister<br />

Martin Kocher (l.) mit<br />

Ex-Volkswagen-Chef Herbert Diess.<br />

Politisch: Hermann Schützenhöfer,<br />

Michael Ludwig,<br />

Faccus Christopher ilit veria Drexler quideli (v. l.).<br />

quasperum harumqu<br />

Wichtig:<br />

Thomas Spann, Markus Kaser<br />

und Fritz Poppmeier<br />

(Spar-Chefs), Horst Leitner<br />

(Hofer-Chef) (v. l.).<br />

Junge Wilde: Katharina Thaller,<br />

Christoph Polz, Hannes Sabathi,<br />

Erich Polz, Armin Tement, Erwin Sabathi,<br />

Tamara Kögl, Wolfgang Maitz, Johannes<br />

Gross, Jürgen Trummer (v. l. n. r.).<br />

Vier Jedermänner und<br />

eine Buhlschaft: Peter<br />

Simonischek, Philipp<br />

Hochmair, Sunnyi Melles,<br />

Klaus Maria Brandauer,<br />

Cornelius Obonya (v. l. n. r.).<br />

Philosophisch:<br />

Bogdan Roščić und<br />

Schriftstellerin<br />

Valerie Fritsch.<br />

Energetisch: Michael<br />

Strugl (Verbund), Alfred<br />

Stern (OMV), IV-<br />

Präsident Georg Knill<br />

(v. l. n. r.).<br />

SIEGER »WEINKOST<br />

AM POGUSCH« <strong>2022</strong><br />

Welschriesling 2021<br />

1. Weingut Germuth<br />

Stammhaus<br />

2. Weingut Jauk<br />

3. Weingut Sabathihof<br />

Dillinger<br />

Schilcher 2021<br />

1. Weingut Jöbstl Hannes<br />

und Luise<br />

2. Weingut Trapl<br />

3. Weingut Kremser<br />

Gelber Muskateller 2021<br />

1. Weingut Schmölzer<br />

2. Weingut Hiden<br />

3. Weingut Kollerhof<br />

Weißburgunder 2021<br />

1. Weingut Potzinger<br />

2. Weingut Pilch<br />

3. Weingut Posch<br />

Traminer Ortsw./Riede<br />

1. Weingut Frauwallner<br />

2. Weingut Müller<br />

3. Weingut Hirschmugl<br />

Morillon Ortswein<br />

1. Weingut Erwin Sabathi<br />

2. Weingut Krispel<br />

3. Weingut Trummer am<br />

Obegg<br />

4. Weingut Thurner-<br />

Seebacher<br />

Obegg<br />

Genießer:<br />

<strong>Falstaff</strong>-Herausgeber<br />

Wolfgang Rosam mit<br />

NÖ-Landeshauptfrau<br />

Johanna Mikl-Leitner.<br />

Sauvignon Blanc Ortsw.<br />

1. Weingut Hunter<br />

2. Weingut Kapper<br />

3. Weingut Schauer<br />

Sauvignon Blanc Riede<br />

1. Weingut Tement<br />

2. Weingut Polz<br />

3. Weingut Wohlmuth<br />

Alternativwein<br />

1. Biohof Kobatl<br />

2. Weingut Ploder-Rosenberg<br />

3. Weingut Michi Lorenz<br />

Sauvignon Blanc 2021<br />

1. Weingut Albrecher<br />

2. Weingut Marko<br />

3. Weingut Primus<br />

Burgunder Riede<br />

1. Weingut Erwin Sabathi<br />

2. Weingut Sternat-Lenz<br />

3. Weingut Trummer am<br />

Rotwein<br />

1. Weingut Pauritsch<br />

2. Weinbau Wurzinger<br />

3. Weingut Hutter<br />

aug <strong>2022</strong> falstaff 95


wein / WEINSTADT GENF<br />

GENF:<br />

WEINSTADT<br />

DELUXE<br />

Das Genfer<br />

Weingebiet startet<br />

unmittelbar vor den<br />

Toren der Stadt. Der<br />

lokale Wein wird zum<br />

größten Teil in der<br />

Region getrunken.<br />

Foto: Samuel Borges / Depositphotos<br />

96 falstaff aug <strong>2022</strong>


Genf ist die zweitgrößte Stadt der Schweiz, ein internationales<br />

Zentrum für Handel und Diplomatie und – wen wundert's? –<br />

eine Fine-Wine-Stadt. Der Konsum bester Weine ist hier<br />

rekordverdächtig hoch, ebenso der Absatz lokaler Crus, und<br />

obendrein ist Genf ein Eldorado für Naturwein-Fans.<br />

TEXT BENJAMIN HERZOG<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

97


wein / WEINSTADT GENF<br />

Luxus wird in Genf in all seinen<br />

Facetten gelebt. Am Quai du<br />

Mont-Blanc direkt am Genfersee<br />

reihen sich die Grandhotels<br />

förmlich aneinander – alle mit<br />

einem standesgemäß ausgestatteten Keller<br />

natürlich. Zu den Ikonen der Stadt gehört<br />

unter anderem das »Beau-Rivage«. 1865<br />

erbaut, ist es das älteste Hotel in Genf, das<br />

sich in Privatbesitz befindet. Die Weinkarte<br />

im Fünfsternehaus, in dem auch das<br />

Sternerestaurant »Chat-Botté« untergebracht<br />

ist, lässt keine Wünsche offen, wie<br />

es sich für ein Haus dieser Liga gehört.<br />

Bemerkenswert jedoch ist die Reihung<br />

und damit Gewichtung der Crus auf der<br />

Weinkarte. Nach den Offenweinen folgen<br />

die Schaumweine und Champagner, und<br />

gleich dann beginnt ein langer Reigen von<br />

regionalen und überregionalen Schweizer<br />

Weinen. Das »Beau-Rivage« ist hier nicht<br />

die Ausnahme.<br />

Der Genfer Wein wächst vor den Toren<br />

der Stadt und wird zum größten Teil in<br />

eben dieser konsumiert. Nicht nur in den<br />

Luxushäusern, aber eben auch dort – neben<br />

vielen Flaschen Champagner, Bordeaux,<br />

Burgunder & Co.<br />

DIE LUXUSHOTELS<br />

VON GENF HABEN<br />

ALLE ERSTKLASSIGE<br />

WEINKARTEN. NEBEN<br />

CHAMPAGNER SPIELT<br />

REGIONALER WEIN<br />

EINE GROSSE ROLLE .<br />

Der Schaumweinkonsum in Genf ist beachtlich.<br />

Das ist auch der großen internationalen<br />

Gemeinschaft in der Westschweizer Metropole<br />

zu verdanken.<br />

WIE WEIN IN FRANKREICH<br />

Der Genfer Wein wächst im Hinterland der<br />

Stadt, unweit der Metropole – einer idyllischen<br />

Landschaft mit weitläufigen Reblagen<br />

und intakten kleinen Dörfern. Nichts<br />

erinnert hier an die Enge, die sonst in vielen<br />

Teilen der Schweiz zu spüren ist. Man<br />

wähnt sich in Frankreich. Geschweige denn<br />

erahnt man, dass die Weinregion Genf der<br />

drittgrößte Weinbaukanton der Schweiz ist<br />

und etwa zehn Prozent der Gesamtfläche<br />

ausmacht. Zu den Hotspots des lokalen<br />

Weins gehört das Winzerdorf Satigny. Hier<br />

sind einige der besten Winzer der Region<br />

zu finden. Jean-Michelle Novelle etwa,<br />

die Domaine du Paradis oder das Weingut<br />

Les Perrières, um nur einige Beispiele zu<br />

nennen.<br />

Eine förmliche Speerspitze der<br />

Region ist Jean-Pierre Pellegrin,<br />

ein Winzer, der weit über die<br />

Grenzen Genfs hinaus bekannt<br />

ist. Damit ist aber<br />

vor allem die Deutschschweiz<br />

gemeint, denn<br />

Genfer Weine schaffen<br />

es kaum in den<br />

Norden des Landes.<br />

Die Weite des Genfer Umlands<br />

ist einzigartig – man wähnt<br />

sich hier in Frankreich. Im Bild<br />

die Domaine Les Perrières im<br />

Winzerdorf Satigny.<br />

Fotos: beigestellt, Shutterstock<br />

98 falstaff aug <strong>2022</strong>


Das »Beau-Rivage«<br />

befindet sich gegenüber<br />

des »Jet d’eau« – der<br />

Wasserfontäne, die ein<br />

Genfer Wahrzeichen ist.<br />

Nicht nur der Ausblick<br />

beeindruckt, auch der<br />

Weinkeller kann sich<br />

sehen lassen.<br />

Mit seiner Domaine Grand’Cour gehörte<br />

Pellegrin zu den ersten Mitgliedern der<br />

2002 gegründeten Vereinigung Mémoire<br />

des Vins Suisses. Diese lagert jährlich<br />

Weine von ihren rund sechzig Mitgliedern<br />

in der gesamten Schweiz zentral ein, um<br />

den Beweis anzutreten, dass Schweizer<br />

Wein reifen kann. Pellegrins Flaggschiff<br />

Grand’Cour hat das bereits mit 17 Jahrgängen<br />

bewiesen. Die Cuvée aus 70 Prozent<br />

Cabernet Franc und 30 Prozent Cabernet<br />

Sauvignon ist auf den ersten Blick<br />

vielleicht nicht sehr schweizerisch – zur<br />

durch und durch international geprägten<br />

Stadt Genf passt sie aber wie kaum ein<br />

zweites Gewächs.<br />

Genf ist Standort des europäischen<br />

Hauptsitzes der Vereinten Nationen, Sitz<br />

von rund 100 internationalen Organisationen<br />

wie der Welthandelsorganisation<br />

(WTO), von mehreren Hundert NGOs<br />

und fast 200 diplomatischen Vertretungen.<br />

Die internationale Gemeinschaft<br />

in der zweitgrößten Stadt der Schweiz<br />

umfasst rund 40.000 Personen.<br />

VIELFÄLTIGES GENF<br />

So weltoffen wie die Stadt sind auch die<br />

Winzer der Region, und die Bordeaux-Cuvée<br />

von Jean-Pierre Pellegrin ist in diesem<br />

Sinne keine Ausnahme. Verbindendes Element<br />

der Genfer Weinproduzenten ist die<br />

Sortenvielfalt. Hier wird mit allem experimentiert,<br />

das vielversprechend scheint.<br />

Erwähnenswert sind hierbei auch teilweise<br />

Ausnahmekoch<br />

Philippe Chevrier<br />

serviert in seinem<br />

Restaurant »Domaine<br />

de Châteauvieux«<br />

Erstklassiges.<br />

abenteuerliche aber durchaus gelungene Assemblagen.<br />

Etwa der Wein Bertholier Rouge<br />

der Domaine Les Hutins in Dardagny,<br />

der aus Gamaret, Merlot und Cabernet<br />

Sauvignon assembliert wird.<br />

Einer der kulinarischen Hotspot für<br />

Weinfreaks in der Region Genf ist die<br />

»Domaine de Châteauvieux«. Umgeben<br />

von Weinbergen, fernab des Trubels der<br />

<<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

99


wein / WEINSTADT GENF<br />

Philippe Chevrier<br />

(r.) im Gespräch<br />

mit Nicolas<br />

Bonnet, der für<br />

die eigenen Weine<br />

des Restaurants<br />

»Domaine de<br />

Châteauvieux«<br />

verantwortlich<br />

zeichnet.<br />

DIE INTERNATIONALE<br />

GEMEINSCHAFT IN<br />

GENF SORGT MIT IHRER<br />

KAUFKRAFT FÜR EINE<br />

GROSSE DYNAMIK – NUR<br />

DIE EDELSTEN TROPFEN<br />

SIND HIER GUT GENUG.<br />

Das Château de Crest liegt eingebettet in den<br />

Rebbergen der Ortschaft Jussy bei Genf.<br />

<<br />

Stadt, wirkt der zweifach besternte Ausnahmekoch<br />

Philippe Chevrier. Der Weinkeller<br />

der Domaine lässt keine Wünsche offen.<br />

Hier sind die besten Genfer Crus ebenso<br />

zu finden wie Weine unter eigenem Etikett,<br />

gereifte Raritäten oder auch Weine, die im<br />

Naturweinspektrum anzusiedeln sind – in<br />

der Region und insbesondere der Stadt kein<br />

Novum.<br />

Die internationale Gemeinschaft in Genf<br />

sorgt mit ihrer Kaufkraft nicht nur für ein<br />

großes Interesse an der lokalen Produktion,<br />

sondern auch für eine unglaubliche Dynamik<br />

in der Weinmetropole, und das betrifft<br />

eben auch die alternative Weinbereitung<br />

oder den Hang zu Raritäten. Der Weinhändler<br />

Passeur de Vin verbindet quasi<br />

beides. Dieser gehört zu den Vorreitern der<br />

naturbelassenen Weine in der Schweiz und<br />

importiert einige der gefragtesten Winzer<br />

in diesem Bereich – etwa die Jura-Domänen<br />

Overnoy und Ganevat. Und so ist es in<br />

Genf durchaus im Bereich des Möglichen,<br />

diese Weine auf den Weinkarten zu finden.<br />

Zu den Hotstpots für Naturweinfreaks<br />

gehört etwa das »Bombar« das 2019 von<br />

Gastronom Marc Popper eröffnet wurde.<br />

Das Lokal ist nicht nur der gut bestückten<br />

Weinkarte wegen einen Besuch wert: Auch<br />

die Küche ist exzellent. Koch Victor Freiburghaus<br />

kombiniert hochwertige Zutaten<br />

zu stimmigen Gerichten ganz ohne Chichi.<br />

Ein ganz neuer Food- und Wein-Hot spot<br />

in Genf ist das »Natürlich« des jungen<br />

Küchenchefs Jonas Bolle. Er arbeitet mit<br />

Produkten aus der Region, auf der Weinkarte<br />

sind rund 120 wechselnde Positionen<br />

zu finden. Einerseits Naturweine, aber<br />

auch Raritäten, etwa aus dem Sortiment<br />

des Raritätenhändlers Baghera Wines. Seit<br />

2019 eröffnet dieser den Gastronomen der<br />

Stadt die Möglichkeit, zusätzlich zur existierenden<br />

Weinkarte einige rare und teure<br />

Weine anbieten zu können. Ein blühendes<br />

Konzept in einer Stadt wie Genf, wo die<br />

edelsten Tropfen gerade gut genug sind.<br />

Egal, ob aus heimischer oder internationaler<br />

Produktion.<br />

<<br />

Fotos: Schweiz Tourismus, Shutterstock, beigestellt<br />

100 falstaff aug <strong>2022</strong>


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wein / WEINSTADT GENF<br />

Der Rebbau<br />

beginnt in Genf<br />

unmittelbar vor<br />

den Toren der<br />

Stadt.<br />

DOMAINE DU PARADIS<br />

Auf 45 Hektar produziert das in den 1980ern<br />

gegründete Weingut zahlreiche Tropfen aus über<br />

zwanzig Rebsorten. Steckenpferd des Hauses sind<br />

Rhône-Sorten wie Viognier, Syrah und Grenache.<br />

Zudem produziert man auch einen für unsere Breiten<br />

seltenen Zinfandel, der vom vorherrschenden<br />

warmen Seeklima profitiert. Neben kalk- und<br />

tonreichen Böden verfügt das Weingut auch über<br />

Lagen mit Molasse-Sedimentschichten, die sich<br />

besonders im Vorland des Juragebirges finden.<br />

Rte du Mandement 275, 1242 Satigny<br />

T: +41 (022) 7531855, domaine-du-paradis.ch<br />

DIE BESTEN<br />

WINZER AUS GENF<br />

JEAN-MICHEL NOVELLE<br />

Ins Leben gerufen wurde das gleichnamige Weingut<br />

im Jahr 1984 vom international tätigen Önologen<br />

Jean-Michel Novelle. Auf sieben Hektar<br />

Rebfläche produziert er heute jährlich mehr als<br />

35 verschiedene Weine aus siebzehn unterschiedlichen<br />

Rebsorten. Novelles Steckenpferd ist die<br />

Kreation von aussagekräftigen Assemblagen.<br />

153 rte du Mandement, 1242 Satigny<br />

T: +41 (22) 7531230, novelle.wine<br />

DOMAINE GRAND’COUR<br />

Jean-Pierre Pellegrin auf seiner Domaine<br />

Grand’Cour in Peissy gilt als zurückhaltend – hat<br />

man aber sein Vertrauen gewonnen, erhält man<br />

Einblicke in eine Weinwelt von höchster Komplexität.<br />

Pellegrin pflegt auf sanft geneigten Hängen<br />

25 Rebsorten – das ist rekordverdächtig. Er keltert<br />

sie einfühlsam und baut sie sortenrein oder in<br />

Assemblagen zu präzisen, subtilen Weinen aus.<br />

Route de Peissy 48, 1242 Satigny<br />

T: +41 (22) 7531500<br />

DOMAINE LES HUTINS<br />

Emilienne Zumbach-Hutin führt die Domaine Les<br />

Hutins in fünfter Generation. Das Familienweingut<br />

zählt seit Langem zu den sicheren Werten im Genfer<br />

Weinbau. Müsste man aus dem breiten Sortiment<br />

einen Wein herauspflücken, wäre das wohl<br />

die Cuvée Bertholier Rouge, in der die Schweizer<br />

Neuzüchtung Gamaret im gemischten Satz mit<br />

Cabernet und Merlot beweist, dass sie in Genf zu<br />

Recht hohe Wertschätzung besitzt.<br />

Chemin de Brive 8, 1283 Dardagny<br />

T: +41 (22) 7541205, domaineleshutins.ch<br />

CAVE & DOMAINE LES PERRIÈRES<br />

Das traditionsreiche Weingut mit über 220-jähriger<br />

Geschichte wird heute in der achten Generation von<br />

der Familie Rochaix geführt. Getreu dem Motto der<br />

geschichtsträchtigen und gleichzeitig pulsierenden<br />

Stadt Genf verbindet das Weingut die hiesige Tradition<br />

mit modernsten önologischen Kenntnissen und<br />

kreiert aus den gängigen Rebsorten Weine, die durch<br />

ihre Fülligkeit und moderne Ausrichtung bei gleichzeitig<br />

moderaten Preisen glänzen.<br />

Route de Peissy 54, 1242 Satigny<br />

T: +41 (22) 7539000, lesperrieres.ch<br />

CAVE DE GENÈVE<br />

Die bewegte Geschichte der Cave de Genève<br />

beginnt Ende des Ersten Weltkriegs. 1929 gründeten<br />

einige Winzer der Region Arve et Lac eine Kooperative,<br />

die sich bis in die 1970er zum größten<br />

Produzenten der Region entwickelte. Damals verarbeitete<br />

man nahezu 80 Prozent der gesamten<br />

Genfer Produktion. Seit 2007 ist sie in Satigny<br />

ansässig, wo immer noch die Ernte von satten<br />

350 Hektar verarbeitet werden. Und das auf<br />

erstaunlich hohem Niveau.<br />

Rue du Pré-Bouvier 30, 1242 Satigny<br />

T: +41 (22) 7531133, cavedegeneve.ch<br />

DOMAINE DE LA COMTESSE ELDEGARDE -<br />

NICOLAS BONNET<br />

Nicolas Bonnet ist Genossenschaftsmitglied bei der<br />

Cave de Genève, keltert aber aus einem Teil seiner<br />

Trauben selber Wein. Die kleine Anzahl Flaschen ist<br />

meist schon vor der Füllung ausverkauft. Wer sie<br />

kosten will, bestellt am besten in der Genfer<br />

Gastronomie eine Flasche. Der geniale Önologe<br />

Bonnet zeichnet auch verantwortlich für die Weine<br />

von Spitzenkoch Philippe Chevrier.<br />

Chemin Bornalet 17, 1242 Satigny<br />

T: +41 (22) 7530665<br />

DOMAINE DU CLOS DES PINS<br />

Der damals schon sehr erfahrene Marc Ramu übernahm<br />

das Familienweingut Clos des Pins im Jahr<br />

2000. Er setzt auf einen naturnahen Anbau und viel<br />

Begrünung im Rebberg sowie auf eine breite Produktpalette.<br />

Sogar die in der Region eher seltene<br />

Sorte Scheurebe kultiviert Raum erfolgreich.<br />

Route du Mandement 458, 1283 Dardagny<br />

T +41 (22) 7541457, closdespins.ch<br />

DOMAINE VILLARD & FILS<br />

Philippe Villard ist ein Bilderbuchwinzer: ehrlich,<br />

bescheiden, selbstkritisch. Seine Rebflächen fallen<br />

sanft zum Genfer See hin ab. Gerade mal rund<br />

sechs Hektar bewirtschaftet er. Seine Gewächse<br />

zeigen musterhaft, wofür Genfer Weine stehen: Sie<br />

verbinden Eleganz mit einer schon fast französisch<br />

anmutenden Souplesse, Finesse und Trinkigkeit.<br />

Rue Centrale 46, 1247 Anières<br />

T +41 (22) 7512556, vinsvillards.ch<br />

Die Cave de<br />

Genève ist<br />

der wichtigste<br />

Weinerzeuger in<br />

der Region.<br />

<<br />

Fotos: GenèveTourisme / geneve.com / Loris von Siebenthal, beigestellt<br />

102 falstaff aug <strong>2022</strong>


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Spirituosenwelt, doch die Reglementierung der<br />

Heimmärkte macht es Brennern nicht leicht.<br />

Dennoch gibt es mehr als Aquavit und Wodka.<br />

TEXT ROLAND GRAF<br />

Cocktail-Rezepte unter<br />

falstaff.com/cocktails<br />

Der Brand aus der Kälte.<br />

Aquavit ist in Skandinavien<br />

Speisebegleiter – etwa zu<br />

Smørrebrød und Krebsen – und<br />

nicht als Digestiv im Einsatz.<br />

Foto: Martina Urban / StockFood<br />

104 falstaff aug <strong>2022</strong>


Die Geschichte von Schweden-<br />

Reisenden, die beim Bierkaufen<br />

im Urlaub ihren<br />

Ausweis vorlegen mussten,<br />

gehört zu den Standards,<br />

wenn die Rede vom »hohen Norden« ist.<br />

Über die Hintergründe allerdings weiß<br />

man in Mitteleuropa nur wenig Bescheid.<br />

Bereits 1917 wurde Schweden weitgehend<br />

»trocken«, Alkohol gab es nur gegen<br />

Bezugsschein. Auch die Produktion von<br />

Spirituosen wurde zum staatlichen<br />

Monopol, das erst 1995 (!) mit dem<br />

EU-Beitritt fiel. Zudem wechselte damals<br />

die bekannte Wodka-Weltmarke Absolut<br />

vom schwedischen Ärar in die Hände von<br />

Pernod-Ricard. Man darf diesen Moment<br />

als eine Art Urknall der modernen<br />

Brennkultur des Nordens betrachten. Denn<br />

im langsamen Abschied von der staatlichen<br />

Totalkontrolle des Destillierens ähneln sich<br />

die meisten skandinavischen Staaten.<br />

WELTMARKEN, GEBOREN<br />

AUS DEM VERBOT<br />

Finnlands Prohibition etwa dauerte länger<br />

als die weitaus bekanntere in den USA<br />

und wurde von einem Staatsmonopol auf<br />

Destillation abgelöst. Bis heute verstehen<br />

sich die Monopolverwaltungen Alko<br />

(Finnland), Vinmonopolet (Norwegen)<br />

oder Systembolaget (Schweden) eher als<br />

Verbraucherschutz- denn als Verbotsorganisationen.<br />

Und nicht zu Unrecht:<br />

Sie waren etwa maßgeblich beteiligt,<br />

mit unanfechtbaren Messungen die<br />

<<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

105


spirits / AQUAVIT & CO.<br />

<<br />

hohen Zuckerwerte in Import-Rums<br />

nachzuweisen – seit dem Vorjahr gilt in<br />

der EU ein Grenzwert von 20 Gramm<br />

pro Liter. Die unterschiedlich strenge<br />

Gesetzgebung erlaubte aber vor allem in<br />

Norwegen und Dänemark eine blühende<br />

Aquavit-Produktion. Führend rund<br />

um die Baltische See ist dabei Anora, der<br />

2021 genehmigte Zusammenschluss des<br />

finnischen Produzenten Altia und des<br />

norwegischen Aquavit-Platzhirschs Arcus.<br />

Neben dem weltbekannten Linie Aquavit,<br />

der bei seiner Reifung im Containerschiff<br />

zweimal den Äquator kreuzt, gehören<br />

auch Opland, Taffel oder Malteserkreuz<br />

zum hochprozentigen Kümmel-Imperium,<br />

das aus der Deregulierung geboren<br />

wurde.<br />

Vor diesem Hintergrund ist es auch zu<br />

verstehen, dass der altvertraute Aquavit<br />

dennoch ein durchaus junges Image besitzt.<br />

Sichtbares Zeichen dafür ist etwa<br />

die norwegische Variante des Gin Tonic,<br />

die Aquavit mit Ginger-Ale und Limette<br />

kombiniert. Den »nordischen« Touch<br />

geben dann Heidelbeeren.<br />

Whisky ist der<br />

neue Wodka: Die<br />

skandinavische<br />

Malt-Szene boomt.<br />

Design spielt immer mit, z. B. bei den kantigen<br />

Flaschen der Copenhagen Distillery.<br />

DER AQUAVIT PASST<br />

ALS NORDISCHER<br />

COUSIN DES GINS IN<br />

ÜBERRASCHEND VIELE<br />

KLASSISCHE COCKTAIL-<br />

REZEPTE.<br />

»Klarer Aquavit funktioniert in vielen<br />

Gin-Rezepturen gut, im Fass gelagerter<br />

passt oft statt Whisky, aber auch<br />

anstelle von Cognac«, beschreibt etwa<br />

Bargründer Nick Kobbernagel Hovind<br />

(»Lidkoeb«, Kopenhagen) die Vielseitigkeit<br />

der panskandinavischen Spirituose.<br />

Einen Tipp hat er auch für alle, die mit<br />

dem starken Aroma »fremdeln«, parat:<br />

»Dann einfach die Hälfte des Aquavits<br />

mit der Spirituose der Wahl ersetzen.«<br />

Selbst das Thema »Food Pairing«, in allen<br />

Bars dieser Welt stark angesagt, bedient<br />

der wahlweise nach Dille (Dänemark)<br />

oder Kümmel (Schweden, Norwegen)<br />

schmeckende »Gin des Nordens« bestens.<br />

Seit Jahrzehnten zu den offenen<br />

Smørrebrød-Sandwichs gereicht, kommen<br />

nun spezielle Abfüllungen passend zu Gegrilltem<br />

oder für Fisch und Krustentiere<br />

(»fisk og skaldyr«) in Mode.<br />

EXPORTKAISER<br />

UND MONOPOLBEAMTE<br />

Angesichts der starken Verhandlungspartner<br />

mit nationalem Vertriebsmonopol<br />

suchen etliche Craft-Brenner ihr Heil lieber<br />

im Export. Dabei kommt ihnen die unter<br />

Experten als erstklassig bekannte Rohstoffqualität<br />

zugute. In etlichen globalen<br />

Whisk(e)y-Brennblasen findet sich schließlich<br />

das winterharte Getreide – vor allem<br />

Roggen – aus Skandinavien. »Wenn die<br />

Qualität so gefragt ist, warum nutzen wir<br />

sie dann nicht in Finnland?«, fragte sich<br />

etwa Kai Kilpinen. Er hat sich mit der<br />

Helsinki Distillery Company den dornigen<br />

Weg der Destillerie-Genehmigung angetan<br />

– und liefert bis nach Japan. Gleich<br />

direkt mit einer Vertriebsniederlassung in<br />

Berlin, die Mitgründer Miika Lipiäinen<br />

betreut, hat sich auch Gin- und Whisky-<br />

Brenner Kyrö einen Namen unter<br />

Bartendern gemacht.<br />

Vor allem im Whisky-Bereich finden<br />

sich die aktuell erfolgreichsten Start-ups<br />

im Norden: Mackmyra aus Schweden<br />

destilliert Brände für Hardrock-Fans<br />

( Motörhead oder Scorpions), die<br />

isländische Eimverk Distillery räuchert<br />

das Gerstenmalz mit Schafdung (!) und<br />

die Copenhagen Distillery wiederum setzt<br />

auf Buchenholz, wie es in Bornholm zur<br />

Fischräucherung verwendet wurde. »Auch<br />

die größten Experimente müssen bei uns<br />

<<br />

Fotos: beigestellt<br />

106 falstaff aug <strong>2022</strong>


AT-BIO-301<br />

EU-/Nicht-EU<br />

-Landwirtschaft


spirits / AQUAVIT & CO.<br />

Aalborg Aquavit trägt dieses Erbe weiter.<br />

Genau genommen, schreibt man ihn<br />

in seiner Heimat ja »Akvavit«, doch die<br />

bekannte Jubiläumsedition (Aalborg<br />

Jubilæums Akvavit) wird in deutschen<br />

Landen meist ohnehin nur als »Jubi« geordert.<br />

Und auch eine moderne dänische<br />

Tradition wurde vor 40 Jahren in Aalborg<br />

begründet: 1982 kam der kräftigere (47 Volumenprozent)<br />

Jule Akvavit erstmalig auf<br />

den Markt; diese Weihnachtsabfüllung wird<br />

seither als Sammelobjekt mit wechselnden<br />

Künstleretiketten angeboten.<br />

<<br />

<<br />

in der dänischen Tradition wurzeln«,<br />

gibt dazu Brennerei-Gründer Henrik Brinks<br />

als Parole aus. Deutschsprachigen Besuchern<br />

schenkt er auch gerne ein Destillat<br />

namens »Schweiss« ein – in der Sprache der<br />

Jäger, die den Kräuterbrand schätzen, steht<br />

das Wort für Tierblut.<br />

DÄNISCHE DILLE UND WHISKYS<br />

Dänemark hat sich im Vergleich zu den<br />

Nachbarn stets die liberalste Attitüde in<br />

Sachen Schnaps erhalten. Immerhin war<br />

man historisch sogar im Rum-Geschäft (bis<br />

zum Verkauf der »Zuckerinsel« Saint Croix<br />

an die USA 1917) aktiv. Die Tradition des<br />

Rum-Blendens im deutschen Flensburg<br />

etwa geht unmittelbar auf die Rolle der<br />

Exportstark sind die<br />

lustigen Gin- und<br />

Whiskybrenner von<br />

Kyrö aus Finnland<br />

unterwegs.<br />

Stadt als einstiger<br />

dänischer<br />

Überseehafen zurück.<br />

Heute allerdings dominieren andere fassgelagerte<br />

Spirituosen zwischen Aalborg<br />

und Kopenhagen. Mit Stauning und der<br />

Copenhagen Distillery finden sich zwei<br />

viel beachtete Whiskybrennereien in<br />

Dänemark. »Wir versuchen, keinen<br />

dänischen Whisky zu machen, der wie<br />

Scotch schmeckt. Es ist Whisky, der anders<br />

schmeckt«, betont Stauning-Mitbegründer<br />

Axel Munch.<br />

International verbindet man aber vor<br />

allem Aalborg, die Stadt am Limfjord, mit<br />

Spirituosen. Zwar gibt es keine 100 Brennereien<br />

mehr wie anno 1846, doch der<br />

ISLANDS WASSER FÜR<br />

DIE BARS<br />

Schmucklos hingegen ist der Beitrag eines<br />

früheren dänischen Territoriums: Island<br />

mischt groß im Spirituosengeschäft mit,<br />

auch wenn man das nicht immer weiß.<br />

Während Reyka, der Wodka aus dem Hause<br />

William Grant & Sons, das altnordische<br />

Wort für »Rauch« (Reykjavík bedeutet<br />

»Rauchbucht«) im Namen trägt, verweist<br />

verbal bei Martin Miller’s Gin nichts<br />

auf die Herkunft. In beiden Fällen<br />

aber ist isländisches Wasser der<br />

Schlüssel – und stellt auch<br />

60 Prozent des Flascheninhalts<br />

dar. Es muss nämlich weder<br />

entmineralisiert noch aufbereitet<br />

werden. Während Reyka<br />

im westisländischen Borgarnes<br />

auch destilliert wird, füllt<br />

man den britischen Gin nur in<br />

dieser Region ab. Denn wie in<br />

der »Nordic Cuisine«, die zum<br />

Welt erfolg wurde, schätzt man die<br />

Rohstoffe der nordischen Natur.<br />

Bisweilen greifen sogar die Vorlieben der<br />

»Skandi-Küche« in die Destillation ein:<br />

Für Spitzenkoch Christian André Pettersen<br />

(»Mondo«, Sandnes) kreierte Ingrid Skistad<br />

vom Aquavit-König Anora eine eigene<br />

Abfüllung mit einer nach Trüffel schmeckenden<br />

Alge, die daher auch den Namen<br />

» trøffeltang« trägt. Die Inspiration aus der<br />

Sterneküche kam offenbar bestens an. In ihrem<br />

neuen Gin fügte die Destillateurin dem<br />

»Best-of« skandinavischer Geschmacksnoten<br />

neben Sanddorn, Hagebutte und<br />

Kümmel auch Rotalgen alias »Lappentang«<br />

hinzu. Der Name dieser Kreation fiel so unverkennbar<br />

nordisch wie die Kombination<br />

der Botanicals aus: »Skagerrak«.<br />

<<br />

Fotos: Kyrö Distillery, Moment RF / Getty Images<br />

108 falstaff aug <strong>2022</strong>


spirits / AQUAVIT & CO.<br />

BEST OF<br />

SCANDINAVIAN SPIRITS<br />

93<br />

92<br />

91<br />

MADEIRA CASK<br />

LINIE AQUAVIT<br />

41,5 Vol.-%<br />

Oslo, Norwegen<br />

Etwas Weihnachtliches begleitet<br />

den Duftkern aus Kümmel! Schokolade,<br />

Orange und auch Sternanis<br />

sind zu riechen. Überaus weich am<br />

Gaumen, kommen hier Weichkaramellen<br />

und eine feine Vanillenote<br />

hinzu, die den würzigen<br />

Charakter abrunden und verlängern.<br />

ludwig-von-kapff.de<br />

€ 25,95<br />

AQUAVIT MULBERRY ROSE<br />

COPENHAGEN DISTILLERY<br />

41 Vol.-%<br />

Kopenhagen, Dänemark<br />

Süß und herb zugleich fällt das<br />

Duftbild aus: Feinste Blütendüfte<br />

treffen auf rotfruchtige<br />

Marmelade und ein Quäntchen<br />

Kümmel. Die feine Gewürznote<br />

besteht auch am Gaumen perfekt<br />

neben der Frucht. Unkonventionelle<br />

und sehr gelungene<br />

Kreation.<br />

charleshosie.de<br />

€ 34,95<br />

DILD AKVAVIT<br />

AALBORG<br />

38 Vol.-%<br />

Aalborg, Dänemark<br />

Man denkt an Salatgurkenschalen<br />

bei diesem kühlen, klar kräutrigen<br />

Duft, der immer klarer als Dille<br />

erkennbar wird. Etwas Limettenabrieb<br />

und Zitronenmelisse ergänzen<br />

im Finish die Kräuterkraft des<br />

dänischen Aquavits. Eine Topempfehlung<br />

zu gegrillten Garnelen.<br />

dänemark.shop<br />

€ 16,50<br />

92<br />

92<br />

91<br />

BATCH 03-2021<br />

STAUNING RYE<br />

48 Vol.-%<br />

Stauning, Dänemark<br />

Schöner Bernsteinton und die<br />

unverkennbare Schokosüße von<br />

Roggen-Whisky im Duft, gefolgt<br />

von Kräutern wie Ysop. Zum<br />

Beißen dicht am Gaumen; hier<br />

kommt bei aller Power wieder<br />

die Malzsüße (Pumpernickel)<br />

durch. Überaus balancierter<br />

dänischer Rye!<br />

kirschwhisky.de<br />

€ 61,90<br />

AQUAVIT NO. 52<br />

LYSHOLM<br />

40 Vol.-%<br />

Oslo, Norwegen<br />

Kümmel-kräftig im Duft, dazu<br />

auch Röstnoten (Knäckebrot)<br />

und Anis. Am Gaumen sind die<br />

Kräuternoten des »botanischen«<br />

Aquavits sofort da. Ein<br />

Touch Kreuzkümmel samt<br />

zarter Süße begleitet Estragon<br />

und Koriandergrün. Schmeckt<br />

auch Gin-Fans!<br />

bottleworld.de<br />

€ 23,99<br />

SHEEP DUNG SMOKED<br />

SINGLE MALT, FLÓKI<br />

47 Vol.-%<br />

Reykjavík, Island<br />

Duftnoten von Rauchmandeln und<br />

»graved« Lachs legen sich über<br />

einen fruchtigen Kern, der an Dörrmarille<br />

erinnert. Druckvoll und mit<br />

komplexer Würze zwischen Haselnuss,<br />

Muskatabrieb, Pfeffer und<br />

salzigen Erdnüssen. Bei aller Kraft<br />

sehr feine Nuancen!<br />

weisshaus.at<br />

€ 57,90<br />

92<br />

91<br />

90<br />

PYY GIN<br />

TEERENPELI<br />

45 Vol.-%<br />

Teerenpeli, Finnland<br />

Kräftige, grüne Kräuterfrische mit<br />

zartem Hopfenanklang bereits<br />

in der Nase. Von Beginn an<br />

pfeffrige Töne lassen keine<br />

Zweifel an der Eignung für<br />

einen »G&T« aufkommen.<br />

Würzig-herb und mit erneut<br />

saftigem Kräuter-Hopfen-Mix<br />

klingt dieser Power-Gin aus.<br />

kirschwhisky.de<br />

€ 36,99<br />

ELYX<br />

ABSOLUT VODKA<br />

42,3 Vol.-%<br />

Åhus, Schweden<br />

Cremige Anmutung schon im Duft<br />

nach Vanille, geröstetem Reis und<br />

auch exotischen Früchten. Volles<br />

Mundgefühl, dabei eine zart grasige<br />

Art, aber auch Anklänge von<br />

Milchkaffee und weißem Pfeffer.<br />

Schokoladiger Schmelz im etwas<br />

pfeffrigeren Abgang.<br />

weisshaus.at<br />

€ 34,90<br />

AYUUK<br />

EMPIRICAL SPIRITS<br />

43 Vol.-%<br />

Kopenhagen, Dänemark<br />

Intensive Kaffee-Röstnoten und<br />

der leichte Rauchton erinnern an<br />

Mezcal, erst danach setzt im<br />

Geruch die milde Chilischärfe ein.<br />

Malzige Töne im Mund, die erneut<br />

von der Pikanz des Pasilla-Chilis<br />

konterkariert werden. Top als<br />

Digestiv zum Kaffee einsetzbar!<br />

charleshosie.de<br />

€ 60,–<br />

Fotos: Ludwig Von Kapff, beigestellt<br />

110 falstaff aug <strong>2022</strong>


DIE WELT<br />

DER COCKTAILS<br />

Es gibt viel Wissenswertes rund um den Trend im Glas. Kreative, bunte und<br />

erfrischende Cocktail-Variationen begleiten uns durch den Sommer –<br />

egal ob selbst geshakt, »ready to drink« oder als alkoholfreier Aperitif.<br />

Aber welches Glas zu welchem<br />

Cocktail und wie war das noch<br />

gleich mit dem Eis? Und was war<br />

noch einmal genau ein Highball?<br />

Das ABC für die sommerliche Bar schafft<br />

Ordnung und übersetzt den Jargon der<br />

Profis auch für alle Hobby-Mixologen.<br />

WHO’S WHO IM GLAS<br />

In der klassischen Lehre wurde der Cocktail<br />

noch von den »mixed drinks« unterschieden.<br />

Da zeichneten den Cocktail zumindest<br />

drei Zutaten aus. Heute wird das Wort<br />

deutlich breiter und als Gattungsbezeichnung<br />

alkoholischer Mixgetränke bezeichnet.<br />

Ein Highball unterscheidet sich vom<br />

Longdrink im wahrsten Sinne des Wortes<br />

fließend. Beide nutzen eine Spirituose und<br />

einen »Filler« (Tonic, Soda, Ginger-Ale etc.),<br />

wobei der Highball die »leichtere« – weil<br />

»gespritzte« – Bezeichnung des Spirituosengenusses<br />

darstellt, etwa ein »Whisky-Soda«<br />

oder ein »Gin Tonic«.<br />

Der Longdrink definiert sich klassischerweise<br />

nicht über die Zutaten wie der Highball,<br />

sondern über das Volumen. Es sollten<br />

zumindest 200 ml sein. So sind die in bauchigen<br />

Gläsern mit bis zu 400 ml servierten<br />

Riesen-Drinks wie der »Singapore Sling«<br />

oder »Hurricane« klar Longdrinks, aber<br />

keine Highballs. Die ursprüngliche Form<br />

eines »kleinen« Mixgetränks (meist unter<br />

10 cl), dessen bekannteste Variante der<br />

»Dry Martini« ist, ist ein Shortdrink. Sie<br />

kommen gerne in der Cocktailschale, einer<br />

sogenannten Coupette, und meistens ohne<br />

Eis daher. Noch kleiner ist der Shot. Der<br />

»Schuss« meint zwar oft lediglich eine kleine<br />

Menge von puren Spirituosen, also etwa<br />

»einen Shot Tequila«, doch mittlerweile<br />

werden in Bars auch gemixte Drinks in<br />

dieser Größe mit maximal 5 cl angeboten.<br />

Zu guter Letzt gibt es noch den Mocktail.<br />

Er ist nur scheinbar ein Cocktail, denn<br />

sämtliche Zutaten sind komplett alkoholfrei.<br />

KÜHLE OPTIONEN<br />

Eis ist das unscheinbarste Geheimnis perfekter<br />

Heimbar-Drinks. Doch wann nimmt<br />

man welche Eisformen? Ein kleiner Guide<br />

zu perfekt gekühlten Cocktails und zum<br />

112<br />

falstaff aug <strong>2022</strong>


WEINWELT INTERSPAR<br />

ADVERTORIAL Fotos: beigestellt<br />

Mysterium der »Dilution«. Auch wenn die<br />

Vielfalt der Eisvarianten den angehenden<br />

Heimbartender verwirren kann, gilt ein<br />

einfaches Prinzip für die perfekte Cocktail-<br />

Kühlung: Je größer und kompakter eine Eismasse<br />

ist, desto langsamer schmilzt sie. Die<br />

überdimensionalen Eiswürfel im Tumbler<br />

dienen also mehr dem Kühlen des Getränks<br />

als dem aromatischen Einfluss. Denn genau<br />

zwischen diesen beiden Aspekten gilt es, sich<br />

zu entscheiden: Will ich Schmelzwasser als<br />

Zutat in den gemixten Drink integrieren<br />

oder »nur« kühlen. Diese Frage beantwortet<br />

der Profi mit dem Wörtchen »Dilution«, das<br />

man für den Heimgebrauch auch einfach als<br />

»Schmelzfaktor« übersetzen könnte. Konkret<br />

geht es dabei um die Schnelligkeit des<br />

Schmelzens und ob diese erwünscht ist.<br />

EINFACH UND EISKALT:<br />

DIE BASISREGEL<br />

Das »Verwässern« eines Drinks kann nämlich<br />

durchaus erwünscht sein. Dann etwa,<br />

wenn er sehr stark ist, aber nicht geshakt<br />

wurde. Denn auch im Shaker schmilzt<br />

bereits etwas Wasser ab. Das erklärt auch,<br />

warum manche Cocktails »straight up« –<br />

also ohne Eis – serviert werden. Sie haben<br />

bereits die perfekte Dosis Dilution und sind<br />

kalt gerührt oder geschüttelt worden.<br />

Weiteres Eis würde die Balance stören.<br />

Das Gegenbeispiel stellen im Glas »gebaute«<br />

Drinks dar, die noch an Aromen gewinnen.<br />

Der bekannteste ist wohl der »Mojito«,<br />

der mit Crushed Ice die Süße des sich auflösenden<br />

Zuckers ausbalanciert. Auch etliche<br />

Tiki-Cocktails, in denen ein Rum-Mix mit<br />

einem hochprozentigen »Overproof« (über<br />

56 Vol.-% Füllstärke) eine Rolle spielt,<br />

gewinnen durch Crushed Ice.<br />

In einem »Gin Tonic« hingegen wäre der<br />

Crushed-Ice-Einsatz ein Fehler, auch wenn er<br />

vielleicht im gleichen Glas serviert wird.<br />

Denn seine perfekte Balance würde zu<br />

schnell in Richtung Verwässerung entschwinden.<br />

Hierfür wären Eisquader, die mit<br />

einem einzigen Stück ein Longdrink-Glas<br />

füllen, die beste Wahl. Die einfachere stellen<br />

sogenannte doppelt gefrostete oder gehärtete<br />

Eiswürfel dar. Da ist der Drink lange genossen,<br />

ehe sie abschmelzen. Und genau so<br />

hätten wir das im Sommer ja gerne.<br />

Alles, was man für erfrischende<br />

Sommercocktails braucht, findet man bei<br />

INTERSPAR oder auf weinwelt.at.<br />

COCKTAIL-<br />

EMPFEHLUNGEN<br />

GRASOVKA BISONGRASS VODKA<br />

<strong>Falstaff</strong>-Punkte: 91<br />

Der berühmte Wodka aus Polen zeigt deutliche<br />

Erinnerungen an Heu, Gras und Mostäpfel in<br />

der Nase. Am Gaumen wirkt er anfangs eher<br />

neutral, Anklänge von Kamille und grünem Tee<br />

kommen durch. Im Abgang weich und cremig.<br />

Funktioniert perfekt mit Apfelsaft, Ginger- Ale<br />

und einem Spritzer Zitrone. € 11,99<br />

Einfach Ja! Zutaten: 5 cl Grasovka,<br />

3 cl naturtrüber Apfelsaft, 8 cl Ginger-Ale,<br />

1 Barlöffel Zitronensaft<br />

MANGAROCA BATIDA DE CÔCO<br />

Batida nennen die Brasilianer ihre erfrischenden<br />

Mixdrinks mit viel Geschmack und wenig<br />

Alkohol. Und Batida mit dem exotischen Flair<br />

der Kokosnuss ist genauso wenig aus dem<br />

fröhlichen Alltag der Brasilianer wegzudenken<br />

wie Samba oder Rumba. Batida de Côco<br />

trinkt man gut gekühlt oder auf Eis aus dem<br />

Longdrinkglas. Gemixt mit Wodka, Kokosnusswasser<br />

und Latte macchiato verwandelt sich<br />

der Likör in eine Kokolada. € 13,99<br />

Kokolada Zutaten: 4 cl Mangaroca Batida de<br />

Côco, 2–3 cl Wodka, 5 cl Kokosnusswasser,<br />

Latte macchiato<br />

ESPRESSO MARTINI WITH<br />

SALTED CARAMEL VON PUNCHCLUB<br />

Dieser Espresso Martini wird aus dem Punch<br />

Club Vodka (bio), kalt gebrühtem Kaffee und<br />

gesalzenem Karamell gemixt. Gesalzenes Karamell<br />

verleiht dem Cocktail eine schöne subtile<br />

Note. Für das spezielle Mundgefühl Flasche<br />

schütteln und das cremige Finish genießen.<br />

Ein Muss für jeden Kaffeeliebhaber!<br />

Serviervorschlag: in einem Martiniglas ohne<br />

Eis, mit 3 Kaffeebohnen als Garnitur. € 12,99<br />

CRODINO BIONDO ODER ROSSO<br />

Bitter-süßer Aperitif, der kalt auf Eis mit Wein,<br />

Sekt oder Soda und nach Belieben mit einer<br />

Scheibe Orange serviert wird. Eine prickelnde<br />

Alternative zum Kultklassiker Aperol Spritz,<br />

aber ohne Alkohol oder »virgin«, wie Bartender<br />

dazu sagen. 8er-Pack um € 4,99<br />

INFO<br />

Weitere Informationen unter<br />

weinwelt.at<br />

aug <strong>2022</strong> falstaff 113


Chefredakteurin<br />

ELISABETH<br />

BRANDLMAIER<br />

GOURMET<br />

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ERÖFFNUNG<br />

NACHHALTIGER<br />

BROTGENUSS<br />

Acht Jahre nach der Eröffnung des<br />

ersten »Ströck-Feierabend« folgt<br />

ein zweiter im siebten Bezirk in<br />

Wien. Auf 260 Quadratmetern serviert<br />

Ströck Lifestyle mit Nachhaltigkeit. Erst<br />

kürzlich wählten die <strong>Falstaff</strong>-Leser das<br />

Restaurant zum beliebtesten Streetfood-<br />

Lokal der Bundeshauptstadt in der Kategorie<br />

»Brote & Sandwiches« und auch die<br />

Familie Ströck selbst konnte sich heuer über<br />

den Sonderpreis für »Innovation und Nachhaltigkeit«<br />

im Rahmen der Präsentation des<br />

<strong>Falstaff</strong> Restaurant- und Gasthausguide<br />

<strong>2022</strong> freuen. Ganz in diesem Sinne wird<br />

hier auch das »Wiederbrioche« zubereitet<br />

und zum Verkauf angeboten. Dafür wird<br />

die nicht verkaufte Ware am Ende des Tages<br />

in den Filialen eingesammelt und mit Wasser<br />

zu einem Brei gekocht, den man dem<br />

Briocheteig beimengt. feierabend.stroeck.at<br />

KULINARIK-ROADTRIP<br />

MOCHI ON TOUR<br />

Die japanisch-kalifornische Cross-over-Küche<br />

dieser Restaurant-Legende ist seit Tobias<br />

Müller, Sandra Jedliczka, Eduard und Nicole<br />

Dimant 2010 das »Mochi« eröffnet haben,<br />

um einige Adressen gewachsen. Unverändert<br />

geblieben ist die Begeisterung der Gastgeber<br />

für japanische Esskultur, hochwertige, frische<br />

Zutaten und gemeinsames Essen in gemütlicher,<br />

familiärer Atmosphäre. Damit nicht nur<br />

Wiener in den Genuss der japanischen Köstlichkeiten<br />

kommen, wurde »Mochi on tour«<br />

ins Leben gerufen. Hier werden gemeinsam<br />

mit Starköchen wie Haya Molcho, Philip<br />

Rachinger, Konstantin Filippou und vielen<br />

mehr die Kochlöffel geschwungen. Alle<br />

Termine findet man auf mochi-on-tour.com<br />

ANKÜNDIGUNG<br />

HOTSPOT AM SEE<br />

Nur 10 Minuten vom Grazer Stadtgebiet<br />

entfernt, eröffnet erstmals eine Location,<br />

die Gastronomie und Hotellerie mit Design<br />

paart. Das »Waldcafé Thalersee« wird mit<br />

ästhetisch ausgestatteten Gästezimmern<br />

zum Staycation-Domizil. Die Eröffnung ist<br />

für Ende August geplant.<br />

114 falstaff aug <strong>2022</strong>


NOTIZEN<br />

KÄRNTEN MEETS PALMA DE MALLORCA<br />

Auf der Baleareninsel<br />

zählt das Restaurant<br />

»FERA« mit Simon<br />

Petutschnig als Chefkoch<br />

nun endgültig zu<br />

den besten Adressen<br />

der Stadt. Das Kärntner<br />

Ausnahmetalent überzeugt<br />

mit originellen,<br />

spanisch-asiatischen,<br />

manchmal auch österreichisch<br />

angehauchten,<br />

Gerichten. Das sieht und<br />

schmeckt man auch.<br />

ferapalma.com<br />

TREND: BOTTLED COCKTAILS<br />

Bei diesem Trend werden uns fertig<br />

gemixte Cocktails frisch nach Hause<br />

geliefert. Beam Suntory präsentieren<br />

daher die neuen »House of Suntory<br />

Bottled Cocktails«, die auf Roku Gin, Toki<br />

Whisky und Haku Wodka basieren und<br />

sich perfekt für japanisches Foodpairing<br />

und Fingerfood eignen. Mehr Infos unter<br />

rokugin.at.<br />

Fotos: Andreas Buchberger, beigestellt, archiguards, Philipp M. Ernst, Stefan Gergely, Neue Hoheit, Adrian Almasan<br />

NUR FÜR INSIDER<br />

Die Wiener Bar-Szene ist um ein<br />

neues Juwel reicher. Hank Ge und<br />

Gastronom Sammy Walfisch eröffneten<br />

kürzlich in der Neubaugasse die<br />

Speakeasy-Bar »Fitzcarraldo«. Hinter<br />

dem versteckten Eingang (einem<br />

Getränkeautomaten) tauchen die<br />

Besucher in eine multisensuale,<br />

hedonistische Fantasiewelt ein. Doch<br />

erst nachdem ein Knopf gedrückt<br />

wurde, wird der Eingang freigegeben.<br />

Zum extravaganten Interior passt die<br />

mondäne Cocktailkarte mit »Experimental<br />

Drinks«. fitzcarraldo-bar.com<br />

»PLANT BASED FOOD«<br />

IM LUXUS-RESTAURANT<br />

Ein Trend, der sich in der gehobenen Gastronomie<br />

immer mehr durchsetzt ist die auf Pflanzen<br />

basierte Küche. Doch nicht Soja, Tofu & Co stehen<br />

dabei im Fokus. Die Stars der Küche rücken Gemüse,<br />

Obst und heimisches Superfood in den Mittelpunkt<br />

(des Tellers). Ein Beispiel, wo dies bereits<br />

regelmäßig serviert wird, ist das schicke Restaurant<br />

»Veranda« im noblen Hotel »Sans Souci«.<br />

sanssouci-wien.com<br />

DER NAME IST PROGRAMM<br />

Im Herzen von Wien eröffnet im August<br />

im »Rosewood Vienna« eine Brasserie<br />

und Rooftop-Bar, die ihrem Namen alle<br />

Ehre macht und frischen Wind in die<br />

Stadt bringt: »Die NEUE HOHEIT«. Gäste<br />

dürfen sich auf saisonale, regionale<br />

Brasserie-Speisen, Wiener Klassiker und<br />

ausgewählte europäische Spezialitäten<br />

freuen. rosewoodhotels.com/en/vienna<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

115


gourmet / NORDISCHE HAUPTSTÄDTE<br />

In Nordeuropa sind die<br />

Jahreszeiten besonders<br />

ausgeprägt, was sich stark<br />

auf die Kulinarik auswirkt.<br />

Fisch und Meeresfrüchte<br />

haben ab Herbst wieder<br />

Hochsaison.<br />

GENUSS<br />

HOCH VIER<br />

So unterschiedlich die Hauptstädte der nordischen Länder<br />

auch sind: Gemeinsam haben sie die Nähe zum Meer sowie die<br />

Vorliebe für einheimische Zutaten und ehrliches Handwerk in<br />

der Küche.<br />

Foto: E+ / Getty Images<br />

116 falstaff aug <strong>2022</strong>


STOCKHOLM – S. 118<br />

Für Schöngeister: Mit ihren vielen<br />

Uferwegen ist die schwedische Hauptstadt<br />

wie zum Flanieren gemacht. Die<br />

Spezialitäten schmecken am besten<br />

mit Wasserblick.<br />

KOPENHAGEN – S. 124<br />

Für Trendaffine: Wo die berühmte<br />

»New Nordic Cuisine« zu Hause ist,<br />

wagen Köche und Bäcker immer<br />

neue Experimente und bieten Foodies<br />

unvergessliche Erlebnisse.<br />

OSLO – S. 130<br />

Für Vorwärtsdenker: Die zukunftsorientierte<br />

Metropole lehrt Besucher<br />

mit moderner Architektur, Kunst im<br />

öffentlichen Raum und innovativen<br />

Museen das Staunen.<br />

HELSINKI – S. 138<br />

Für Insider: Wer nicht nur die Ostsee,<br />

sondern auch die mächtige Sprachbarriere<br />

überwindet, wird in Finnland<br />

mit zeitlosem Design und leistbarem<br />

Genuss belohnt.<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

117


gourmet / NORDISCHE HAUPTSTÄDTE<br />

MARITIME<br />

SCHÖNHEIT<br />

Vom Panoramaweg<br />

Monteliusvägen<br />

hat man einen<br />

unglaublichen Blick<br />

auf die Stockholmer<br />

Altstadt – tagsüber,<br />

aber auch bei<br />

Sonnenuntergang.<br />

Foto: E+ / Getty Images<br />

118 falstaff aug <strong>2022</strong>


Die Prinzessin unter den Hauptstädten fasziniert<br />

mit ihrem vielen Wasser und der eleganten<br />

Architektur. Auf Feinschmecker warten in<br />

Stockholm nordische Menüs und gemütliche<br />

Kaffeepausen.<br />

TEXT LISA ARNOLD<br />

aug <strong>2022</strong> falstaff 119


gourmet / NORDISCHE HAUPTSTÄDTE<br />

Eine kulinarische Show<br />

der Extraklasse bietet<br />

das »Frantzén«, das als<br />

erstes schwedisches<br />

Restaurant drei Sterne<br />

erkocht hat.<br />

biet. Der Spaziergang auf dem Panoramaweg<br />

Monteliusvägen ist bei Sonnenuntergang<br />

besonders romantisch.<br />

Und überall gleiten Boote übers Wasser –<br />

vom Kreuzfahrtschiff bis zum Einerkajak.<br />

Stockholm gehört zu den wenigen Städten,<br />

in denen man paddelnd Sightseeing<br />

betreiben kann. Eine pittoreske Strecke<br />

führt vom »Sjöcaféet« in die ruhige Bucht<br />

Djurgårdsbrunnsviken, vorbei an der Insel<br />

Djurgården mit Kulturhighlights wie dem<br />

Vasamuseum und dem ABBA-Museum.<br />

Nach dem aktiven Erkunden schmeckt das<br />

Abendessen besonders gut. Egal, ob man<br />

einen der 23 Plätze im »Frantzén« ergattert<br />

oder spontan durch die Markthalle<br />

von Östermalm schlendert: Die Stockholmer<br />

Gastroszene wartet mit immer neuen<br />

Überraschungen auf, die nordische Zutaten<br />

gekonnt in Szene setzen.<br />

GESELLIGER GENUSS<br />

Zu einem Besuch der schwedischen<br />

Hauptstadt gehört außerdem eine »Fika«.<br />

Bei dieser unschuldigen Kaffeepause am<br />

Vor- oder Nachmittag geht es darum, zu<br />

entschleunigen und in Ruhe zu plaudern.<br />

Neben Kaffee und Gebäck (am besten eine<br />

»Kanelbulle«, also Zimtschnecke) gehört<br />

mindestens ein Gesprächspartner zu diesem<br />

Ritual, das sowohl im Büro als auch in der<br />

Freizeit zelebriert wird. Zahlreiche hippe<br />

Bäckereien verführen mit ihren Germteilchen<br />

– etwa »Lillebrors Bageri« im Viertel<br />

Vasastan oder »Bröd & Salt« beim Schloss.<br />

Smaklig måltid!<br />

<<br />

Weil die Stockholmer<br />

Innenstadt von Wasserläufen<br />

durchzogen<br />

ist, hat jedes Viertel<br />

seinen ganz eigenen<br />

Charakter. In Gamla Stan (wörtlich »alte<br />

Stadt«) verläuft man sich gerne in krummen<br />

Pflastergassen mit roten und ockerfarbenen<br />

Häusern aus dem 17. Jahrhundert.<br />

Dort erhebt sich auch das königliche<br />

Schloss mit historischen Gemäuern und<br />

pompösen Paraderäumen.<br />

Nördlich davon beherbergt Norrmalm<br />

alias »City« die Geschäfte großer nordischer<br />

Modelabels, wo Trends gemacht<br />

werden. Auf der südlichen Insel Södermalm<br />

brodelt die kreative Szene, und dort findet<br />

man die höchsten Erhebungen im Stadtge-<br />

Das ABBA-<br />

Museum<br />

würdigt<br />

Schwedens<br />

großen<br />

Exportschlager<br />

(oben).<br />

Zimtschnecken<br />

versüßen jeden<br />

Citytrip nach<br />

Stockholm.<br />

Fotos: beigestellt, Åke Eson Lindman / ABBA The Museum, Shutterstock<br />

120 falstaff aug <strong>2022</strong>


Because you give your dreams the love you deserve.<br />

Entdecken Sie jetzt das drēmər® Bett bei Ihrem Hästens-Händler vor Ort.<br />

HASTENS.COM<br />

HÄSTENS STORE WIEN<br />

Heinrichgasse 4<br />

1010 Wien<br />

HÄSTENS STORE SALZBURG<br />

Neutorstraße 18<br />

5020 Salzburg<br />

HÄSTENS STORE LIENZ<br />

Egger-Lienz-Platz 6<br />

9900 Lienz<br />

HÄSTENS STORE DORNBIRN<br />

Lusternauerstraße 58<br />

6850 Dornbirn


gourmet / NORDISCHE HAUPTSTÄDTE<br />

Klara Norra kyrkogata 26, 111 22 Stockholm<br />

T: +46 8 208580, restaurantfrantzen.com<br />

OAXEN KROG ** & OAXEN SLIP<br />

Kulinarisches Doppelgestirn auf der Museumsinsel<br />

Djurgården: Während im schummrigen<br />

»Krog« abends das Überraschungsmenü<br />

kredenzt wird (ca. 310 Euro zzgl. Getränke), lädt<br />

der lichtdurchflutete »Slip« mit Terrasse am<br />

Wasser zum entspannten Mittag- oder Abendessen<br />

ein. Beide Konzepte haben gemeinsam, dass<br />

die Gerichte aus hochwertigen nordischen<br />

Zutaten bestehen und von New-Nordic-Pionier<br />

Magnus Ek komponiert werden.<br />

Beckholmsvägen 26, 115 21 Stockholm<br />

T: +46 8 55153105, oaxen.com<br />

HOTELS<br />

PRINCE VAN ORANGIËN<br />

Die Inselstadt Stockholm vom Wasser aus zu<br />

erleben, ist einfach Pflicht. Wer dann auch noch auf<br />

einem Boot übernachtet, erlebt ihren ganzen maritimen<br />

Charme. Besonders schön geht das auf diesem<br />

1935 gebauten Schiff mit sechs exklusiven<br />

Kabinen. Die gepflegte Originaleinrichtung mit<br />

Ebenholz, Eiche und Palisander sowie fünf verschiedene<br />

Marmorsorten verrät, dass hier schon<br />

beim Bau nicht gespart wurde. DZ ab ca. 200 Euro<br />

Beckholmsvägen 26, 115 21 Stockholm<br />

T: +46 8 55153105<br />

oaxen.com/prince-van-orangien<br />

ETT HEM ****<br />

Nur zwölf Zimmer hat das Boutiquehotel, dessen<br />

Name übersetzt »Ein Zuhause« bedeutet. Es ist<br />

vielfach ausgezeichnet und gilt als eines der<br />

Top-Häuser der Stadt. Die geschmackvolle Einrichtung<br />

trägt die Handschrift der britischen Designerin<br />

Ilse Crawford. DZ ab ca. 375 Euro<br />

Sköldungagatan 2, 114 27 Stockholm<br />

T: +46 8 200590, etthem.se<br />

HAYMARKET BY SCANDIC ****<br />

Das 2016 eröffnete Mittelklasse-Haus befindet sich<br />

in dem früheren Kaufhaus, wo einst die junge Greta<br />

Garbo arbeitete und als Hutmodel ihre Karriere<br />

begann. Die Art-déco-Gestaltung erinnert an die<br />

Goldenen Zwanziger. Direkt gegenüber liegt die<br />

Markthalle Hötorgshallen. Bei der Reservierung<br />

darauf achten, ein Zimmer mit Fenster zu buchen.<br />

DZ ab ca. 150 Euro<br />

Hötorget 13-15, 111 57 Stockholm<br />

T: +46 8 51726700, scandichotels.de<br />

Im Hotel »Haymarket by Scandic«<br />

macht der nordische Minimalismus<br />

Pause und weicht filmreifem<br />

Glamour im Stil der 20er-Jahre.<br />

RESTAURANTS<br />

FRANTZÉN ***<br />

Küchenchef Björn Frantzén war der erste, der drei<br />

Michelin-Sterne in ein schwedisches Restaurant<br />

holte. Mit unbändigem Ehrgeiz und kompromisslos<br />

auf der Suche nach den besten Aromen zaubert er<br />

mit seinem Team ein raffiniertes Menü. Das ganzheitliche<br />

Erlebnis findet in einem durchdesignten<br />

Lokal auf drei Etagen statt. Kostenpunkt: ca. 400<br />

Euro zzgl. Getränke.<br />

»Schwedens Natur schenkt mir immer neue Energie<br />

für meine Arbeit«, so Chefkoch Niklas Ekstedt, der<br />

fast alle Gerichte über offenem Feuer zubereitet.<br />

EKSTEDT *<br />

Als der gebürtige Nordschwede Niklas Ekstedt<br />

seine Wurzeln suchte, fand er sie in Form eines<br />

offenen Feuers. Sein Restaurant kommt ohne<br />

elektrische Grillplatte und Gasherd aus; der<br />

Großteil des Verkostungsmenüs entsteht mit<br />

natürlicher Hitze.<br />

Humlegårdsgatan 17, 114 46 Stockholm<br />

T: +46 8 6111210, ekstedt.nu<br />

PELIKAN<br />

Schwedischer geht’s nicht: Dieses stilvoll-urige<br />

Gasthaus mit Fliesenboden und dunkler Holzvertäfelung<br />

steht für traditionelle Hausmannskost<br />

auf hohem Niveau. Zur Zeit der Gründung im<br />

Jahr 1904 war es die letzte Station im Süden<br />

Stockholms, bevor die ländliche Umgebung mit<br />

Feldern und Wiesen anfing.<br />

Blekingegatan 40, 116 62 Stockholm<br />

T: +46 8 55609090, pelikan.se<br />

ÖSTERMALMS SALUHALL<br />

Die elegante Markthalle von 1888 wurde vor<br />

wenigen Jahren renoviert und erstrahlt in neuer<br />

Pracht. Im Inneren gibt’s an den Ständen<br />

nordische Delikatessen zum Mitnehmen, und<br />

nach außen bieten mehrere Lokale mit längeren<br />

Öffnungszeiten Gerichte zum Gleichessen an.<br />

Östermalmstorg, 114 39 Stockholm<br />

ostermalmshallen.se<br />

A BAR CALLED GEMMA<br />

Eine der besten Cocktailbars des Landes, untergebracht<br />

in einem exklusiven Coworking-Gebäude<br />

im gehobenen Stadtteil Östermalm. Der<br />

charakteristische »Gemma« enthält Gin, 24<br />

Stunden lang mazerierten Pistazien-Saké, Ingwer<br />

und in Apfelessig eingelegte Zitrusfrüchte.<br />

Grev Turegatan 30, 114 38 Stockholm<br />

T: +46 70 5845090<br />

abarcalledgemma.se<br />

LILLEBRORS BAGERI<br />

Stefan Bergs Bäckerei namens »kleiner Bruder«<br />

spielt längst bei den Großen mit: Seine Zimtschnecken,<br />

Erdbeertaschen und Sauerteigbrote<br />

locken Feinschmecker aus allen Stadtteilen nach<br />

Vasastan und oft bildet sich eine Schlange. Aber<br />

das Warten lohnt sich.<br />

Rörstrandsgatan 10, 113 40 Stockholm<br />

lillebrors.se<br />

<<br />

Fotos: beigestellt, Emma Johansson<br />

122 falstaff aug <strong>2022</strong>


WIEN Kärntner Strasse 9 Plankengasse 3 Auhof Center – Albert-Schweitzer-Gasse 6<br />

WIEN<br />

ST. PÖLTEN<br />

Kärntner<br />

Kremsergasse<br />

Strasse 9<br />

27<br />

Plankengasse<br />

TULLN Hauptplatz<br />

3 Auhof<br />

28<br />

Center<br />

KREMS<br />

– Albert-Schweitzer-Gasse<br />

Untere Landstrasse 20<br />

6<br />

ST.<br />

LINZ<br />

PÖLTEN<br />

Linzerie<br />

Kremsergasse<br />

– Landstrasse<br />

27<br />

12<br />

TULLN<br />

PASCHING<br />

Hauptplatz<br />

Plus City<br />

28<br />

–<br />

KREMS<br />

Pluskaufstrasse<br />

Untere Landstrasse<br />

7 WELS Schmidtgasse<br />

20<br />

24<br />

LINZ<br />

RIED IM<br />

Linzerie<br />

INNKREIS<br />

– Landstrasse<br />

Hauptplatz<br />

12<br />

44<br />

PASCHING<br />

SALZBURG<br />

Plus<br />

Sigmund-Haffner-Gasse<br />

City – Pluskaufstrasse<br />

6<br />

7 WELS<br />

Europark<br />

Schmidtgasse<br />

– Europastrasse<br />

24<br />

1<br />

RIED IM INNKREIS Hauptplatz 44 SALZBURG Sigmund-Haffner-Gasse 6 Europark – Europastrasse 1<br />

MARC O’POLO STORES


gourmet / NORDISCHE HAUPTSTÄDTE<br />

Frühmorgens zeigt Kopenhagen<br />

noch seine beschauliche Seite.<br />

Sobald das Leben erwacht, wartet<br />

die Stadt mit einer anziehenden<br />

Mischung aus kontinentalem Flair<br />

und nordischer Coolness auf.<br />

Foto: Moment RF / Getty Images<br />

124 falstaff aug <strong>2022</strong>


SO SCHMECKEN<br />

TRENDS<br />

Kopenhagen – das Mekka der »New Nordic Cuisine« verspricht<br />

Feinschmeckern unvergessliche Erlebnisse vom süßen Gebäck<br />

zwischendurch bis hin zum ausgedehnten Gourmetmenü.<br />

Kulinarische Neuheiten findet man hier zuerst.<br />

TEXT LISA ARNOLD<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

125


gourmet / NORDISCHE HAUPTSTÄDTE<br />

Seit bald 20<br />

Jahren zeigt das<br />

»Noma«, welche<br />

kulinarischen<br />

Höhenflüge mit<br />

Zutaten aus<br />

Nordeuropa<br />

möglich sind.<br />

Gemessen an der Anzahl der<br />

Restaurants mit einem oder<br />

mehreren Michelin-Sternen<br />

liegt Kopenhagen im nordischen<br />

Vergleich vorne: Seit<br />

der letzten Vergabe im Juli sind 15 Adressen<br />

mit insgesamt 24 Sternen versehen.<br />

Doch hätte das ein Hellseher vor 20 Jahren<br />

behauptet, wäre er bestimmt auf taube<br />

Ohren gestoßen: Damals galt Skandinavien<br />

unter Kritikern als kulinarisches Brachland.<br />

Fast trotzig beriefen die Köche Claus Meyer<br />

und René Redzepi 2004 – ein Jahr nach der<br />

gemeinsamen Gründung des »Noma« – in<br />

Kopenhagen eine Tagung ein, wo zwölf<br />

Pioniere aus Nordeuropa das »Manifest<br />

der neuen nordischen Küche« mit zehn<br />

Vorsätzen entwickelten. Einer davon lautet,<br />

Produkte zu verwenden, die durch Klima,<br />

Landschaft und Gewässer des Nordens besonders<br />

köstlich sind. Das war die Geburtsstunde<br />

einer »regional und saisonal«-Bewegung,<br />

die Europas nördlichen Rand in die<br />

Mitte der kulinarischen Weltkarte gerückt<br />

hat. Die so entstandene New Nordic Cuisine<br />

stellt die Zutaten ins Rampenlicht und<br />

bleibt in Erinnerung statt auf den Hüften.<br />

Im kommenden Jubiläumsjahr werden<br />

die 42 Plätze des »Noma« noch begehrter<br />

sein als sonst. Es soll nämlich der letzte Zyklus<br />

nach dem aktuellen Konzept sein, das<br />

jährlich drei Menüs mit unterschiedlichen<br />

Schwerpunkten vorsieht; für 2024 ist eine<br />

grundlegende Erneuerung geplant. Ungleich<br />

leichter fällt eine Reservierung im von<br />

Claus Meyer gegründeten Restaurant »Radio«,<br />

im designorientierten »Høst« und im<br />

wortwörtlich informellen Lokal »Uformel«.<br />

SÜSSE VERSUCHUNGEN<br />

Der kulinarische Genuss beschränkt sich<br />

bei Weitem nicht auf die Abendstunden.<br />

Schon morgens zum Kaffee oder beim<br />

nachmittäglichen Durchhänger nach einem<br />

intensiven Museumsbesuch bietet sich das<br />

unwiderstehliche Kopenhagener Gebäck an.<br />

Dabei handelt es sich um Gebäck aus bis zu<br />

27-lagigem Plunderteig, dessen Zubereitung<br />

die Dänen sich ursprünglich in <strong>Österreich</strong><br />

abgeschaut haben: Als einheimische<br />

Bäckergesellen im 19. Jahrhundert wegen<br />

Lohnkonflikten streikten, rekrutierten die<br />

Meister Mitarbeiter aus Wien. Die hielten<br />

nicht nur das Tagesgeschäft am Laufen,<br />

sondern bereicherten die Bäckereien mit<br />

ihrem Fachwissen. Noch heute sprechen die<br />

Dänen (wie auch die Schweden) bei Plunderteiggebäck<br />

von »Wienerbrød«. Seitdem<br />

haben sich lokale Spezialitäten entwickelt,<br />

unter anderem die mit Vanillecreme gefüllte<br />

Sorte »Spandauer«.<br />

Gute Cafés gibt es in Kopenhagen schon<br />

lange, aber seit ein paar Jahren erlebt die<br />

Fotos: Ditte Isager, Shutterstock, beigestellt<br />

126 falstaff aug <strong>2022</strong>


Stadt einen regelrechten Backboom. Erst<br />

kam der Sauerteig und mit ihm die Wiederentdeckung<br />

des Handwerks und dann die<br />

postpandemische Lust auf Süßes. Gleich<br />

vier ehemalige »Noma«-Köche verwirklichen<br />

sich mittlerweile am Ofen, und zwar<br />

in den Bäckereien »Benji«, »Alice«, »Hart<br />

Bageri« und »Juno the Bakery«. Dort muss<br />

man manchmal sogar Schlange stehen, um<br />

in den Genuss der perfekt geschichteten,<br />

buttrigen Kunstwerke zu kommen.<br />

Das 1606 erbaute Schloss Rosenborg<br />

beherbergt die Schatzkammer mit den<br />

Kronjuwelen des dänischen Königshauses.<br />

MIT DEN SCHIFFEN<br />

KAMEN NICHT NUR<br />

WAREN, SONDERN<br />

AUCH NEUE IDEEN.<br />

TRENDS FINDEN IN<br />

KOPENHAGEN EINEN<br />

GUTEN NÄHRBODEN.<br />

KOPENHAGEN AKTIV<br />

ENTDECKEN<br />

Nur keine falsche Bescheidenheit beim<br />

Essen: Um Kopenhagen zu erkunden,<br />

braucht man viel Energie, denn meistens<br />

geht man doch überall zu Fuß hin.<br />

Zu einladend sind der Strøget und die<br />

anderen Einkaufsstraßen, zu kurz die<br />

Abstände, um auf ein anderes Verkehrsmittel<br />

auszuweichen. Und doch kommen<br />

sechs, sieben Kilometer zusammen, wenn<br />

man vom Stadtkern Indre By zum Schloss<br />

Rosenborg geht, von dort aus der kleinen<br />

Meerjungfrau einen Besuch abstattet, am<br />

Wasser zum fotogenen Hafen Nyhavn mit<br />

den bunten Häusern schlendert und über<br />

die autofreie Brücke Inderhavnsbroen in<br />

die alternative Kommune Christiania<br />

übersetzt.<br />

Die Wasserwege erinnern daran, dass<br />

Kopenhagen auf eine über 850-jährige<br />

Geschichte als Hafen- und Handelsstadt<br />

zurückblickt. Mit den Schiffen sind nicht<br />

nur Waren, sondern auch neue Ideen<br />

gekommen. Ob aufgeschnappt wie das<br />

Wiener Gebäck oder neu konzipiert wie<br />

die nordische Küche: Trends finden in der<br />

dänischen Hauptstadt einen guten Nährboden<br />

und machen sie immer wieder zu<br />

einer spannenden Destination.<br />

<<br />

Erfrischendes Design: Im<br />

Hotel »Skt. Petri« sorgen<br />

wohldosierte Farbtupfer für eine<br />

ungezwungene Atmosphäre.<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

127


gourmet / NORDISCHE HAUPTSTÄDTE<br />

HOTELS<br />

ADMIRAL HOTEL ****<br />

Das Hotel am Wasser ist in einem früheren Lagerhaus<br />

von 1787 untergebracht. In einigen der 366 renovierten<br />

Zimmer sind noch die ursprünglichen Holzbalken<br />

zu sehen. Die berühmte Statue der kleinen<br />

Meerjungfrau erreicht man zu Fuß in einer Viertelstunde.<br />

Dank Mietfahrrädern können sich Gäste wie<br />

richtige Kopenhagener fühlen. DZ ab ca. 270 Euro<br />

Toldbodgade 24–28, 1253 Kopenhagen<br />

T: +45 3374 1414, admiralhotel.dk<br />

SKT. PETRI *****<br />

Ein ehemaliges Kaufhaus beherbergt heute dieses<br />

entspannte Luxushotel mit fünf Sternen am Puls<br />

der Zeit. Drumherum verspricht das quirlige Viertel<br />

Latinerkvarteret mit Geschäften, Cafés und Nachtleben<br />

ein ebenso einladendes Flair. Auch die Altstadt<br />

mit der Fußgängerzone Strøget ist gleich<br />

um die Ecke. Zugang zu Sauna und Dampfbad<br />

inklusive. DZ ab ca. 350 Euro<br />

Krystalgade 22, 1172 Kopenhagen<br />

T: +45 33 459100, sktpetri.com<br />

Im »Geranium« kreiert<br />

Küchenchef Rasmus Kofoed<br />

im Rhythmus der Jahreszeiten<br />

Menüs aus etwa 16 liebevoll<br />

angerichteten Kunstwerken.<br />

SANDERS *****<br />

Elegantes Boutiquehotel mit 54 Zimmern in einem<br />

wohnlichen Retrostil mit Holzmöbeln und gedeckten<br />

Farben. Bei schönem Wetter kann man auf der<br />

Dachterrasse sitzen, sich von einem leichten Menü<br />

mit Wein und Cocktails verwöhnen lassen und die<br />

Umgebung überblicken. Der zentrale Hafen Nyhavn<br />

ist nur 200 Meter entfernt. DZ ab ca. 400 Euro<br />

Tordenskjoldsgade 15, 1055 Kopenhagen<br />

T: +45 46 400040, hotelsanders.com<br />

RESTAURANTS<br />

NOMA ***<br />

Die Ikone der neuen nordischen Küche ist nach wie<br />

vor ein Sehnsuchtsort für Foodies aus aller Welt.<br />

René Redzepi unterteilt das Jahr in drei Phasen, die<br />

jeweils mit einem eigenen Verkostungsmenü zelebriert<br />

werden. Im Frühling liegt der Schwerpunkt auf<br />

Meeresfrüchten, im Sommer steht Gemüse im Mittelpunkt,<br />

im Winter dreht sich alles um Wald und<br />

Wild. Das Menü wird mittags und abends serviert<br />

(ca. 400 Euro zzgl. Wein- oder Saftbegleitung).<br />

Refshalevej 96, 1432 Kopenhagen<br />

T: +45 32 963297, noma.dk<br />

GERANIUM ***<br />

Im Jahr 2016 war es Dänemarks erstes Restaurant<br />

mit drei Michelin-Sternen. Heuer führt es die Liste der<br />

50 besten Restaurants weltweit an und ersetzt damit<br />

das »Noma«, das 2021 am ersten Platz lag. Das<br />

Lokal in der 8. Etage des Fußballstadions hat einen<br />

Panoramablick auf den idyllischen Fælledparken.<br />

Menü ca. 430 Euro, Weinbegleitung ab ca. 270 Euro.<br />

Per Henrik Lings Allé 4, 2100 Kopenhagen<br />

T: +45 6996 0020, geranium.dk<br />

ALCHEMIST **<br />

In einer ehemaligen Lagerhalle des dänischen Theaters,<br />

hinter einem vier Meter hohen Bronzeportal,<br />

definiert Küchenchef Rasmus Munk den Begriff<br />

»Erlebnisgastronomie« neu: An fünf Orten und in<br />

fünf Akten wird ein Menü aus 50 (!) Gängen serviert.<br />

Einer der Schauplätze ist unter einer spektakulären<br />

Kuppel mit Videoeffekten. Menü ca. 600<br />

Euro, Getränkebegleitung ab ca. 215 Euro.<br />

Refshalevej 173C, 1432 Kopenhagen<br />

T: +45 31 716161, alchemist.dk<br />

BJØRNEKÆLDEREN<br />

Im »Bärenkeller« wird seit 130 Jahren gut<br />

gespeist: Mittags gibt’s Smørrebrød und abends<br />

wird eine Mischung aus klassischer und moderner<br />

dänischer Küche aufgetischt. Dennoch hat das<br />

historische Gasthaus erst heuer eine Auszeichnung<br />

bekommen, nämlich den »Bib Gourmand« des<br />

Guide Michelin für hochwertige Speisen mit außergewöhnlichem<br />

Preis-Leistungs-Verhältnis.<br />

Frederiksberg Allé 55, 1820 Frederiksberg<br />

T: +45 47 477747, bjoernekaelderen.dk<br />

GASOLINE GRILL<br />

Es war ein Auslandsaufenthalt in den USA mit 16<br />

Jahren, der Klaus Wittrup später zur Gründung seiner<br />

erfolgreichen Burgerkette inspirierte. Die erste<br />

Filiale eröffnete 2016 in einer ehemaligen Tankstelle<br />

– daher der Name. Mittlerweile versorgen acht<br />

Filialen die Kopenhagener sowie Urlauber mit deftigen<br />

Stärkungen. Die meisten öffnen gegen elf Uhr<br />

Jeder Gang<br />

ein Hingucker:<br />

effektvolle Erlebnisgastronomie<br />

beim<br />

»Alchemist«.<br />

und schließen, sobald die limitierte Anzahl der<br />

Burger ausverkauft ist.<br />

Landgreven 10, 1300 Kopenhagen<br />

gasolinegrill.com<br />

CAFÉS<br />

BAGERIET BENJI<br />

Der coronabedingte Sauerteig-Hype hat Nørrebro<br />

mehrere Bäckereien beschert, die keinen Kilometer<br />

voneinander entfernt liegen. Diese Adresse gehört<br />

»Noma«-Absolvent Rasmus Kristensen. Kultverdächtig<br />

sind die mit Vanillecreme gefüllten »Spandauer«,<br />

die es im Herbst auch mit Kürbisnote gibt.<br />

Ganz in der Nähe liegt das ebenso empfehlenswerte<br />

Café »Andersen & Maillard« (Nørrebrogade 62).<br />

Fælledvej 23, 2200 Kopenhagen<br />

instagram.com/bageriet_benji<br />

HART BAGERI<br />

Hinter dieser erstklassigen Sauerteigbäckerei stecken<br />

Richard Hart (vormals bei »Tartine Bakery« in<br />

San Francisco) und »Noma«-Chefkoch René Redzepi.<br />

Hier entstehen unter anderem Kardamom-<br />

Muffins, Croissants und Mandelteilchen zum<br />

Niederknien.<br />

Gammel Kongevej 109, 1850 Frederiksberg<br />

T: +45 31 111850, hartbageri.com<br />

ØSTERBERG ICE CREAM<br />

In einer unscheinbaren kleinen Eisdiele fünf Gehminuten<br />

von der Bäckerei »Hart« entfernt gibt es das<br />

handgemachte Qualitätseis von Inhaberin Cathrine<br />

Østerberg. Als Tochter einer Familie, die ein globales<br />

Fruchtverarbeitungsunternehmen aufgebaut<br />

hat, weiß sie, wo sie die besten Beeren und Obstsorten<br />

für ihr Gelato herbekommt. Es gibt noch<br />

eine zweite Filiale im Stadtteil Østerbro (Rosenvængets<br />

Allé 7C).<br />

Tullinsgade 25, 1618 Kopenhagen<br />

T: +45 61 423289, osterberg-ice.dk<br />

<<br />

Fotos: Cläs Bech-Poulsen, Søren Gammelmark<br />

128 falstaff aug <strong>2022</strong>


IT’S TEA. BUT NOT AS YOU KNOW IT…®<br />

Copenhagen Sparkling<br />

Tea Company<br />

Sparkling Tea ist eine Kombination aus skandinavischer<br />

Innovation und asiatischen Teetraditionen. Ein von<br />

Hand gebrautes, niedrigalkoholisches oder alkoholfreies<br />

moussierendes Bio-Getränk, das jedem Gourmeterlebnis<br />

und feierlichen Ereignis eine besondere Note<br />

verleiht. Mit jeder einzelnen Flasche Sparkling Tea beweisen<br />

wir, dass es mit Hingabe und guten Rohstoffen<br />

gelingen kann, einen komplexen und guten Geschmack<br />

zu erzielen – ohne einen hohen Alkoholgehalt.<br />

„Die Sparkling Teas sind eine komplett<br />

neue Getränkekategorie und absolut<br />

grenzgenial für jede Gelegenheit oder<br />

Feierlichkeit einzusetzen. Wer seinen Gästen<br />

eine „Non-Stoff“-Variante am Puls der Zeit<br />

bieten möchte, kommt um die Teas<br />

nicht mehr herum.“<br />

- SABINE & RAIMUND DÖLLERER<br />

DÖLLERER WEINHAUS<br />

KELLAU 160 . A-5431 KUCHL<br />

SHOP.DOELLERER.AT<br />

Geschmack mit Charakter.


gourmet / NORDISCHE HAUPTSTÄDTE<br />

DIE FUTURISTISCHE CITY<br />

AM FJORD<br />

Foto: Didrick Stenersen<br />

130 falstaff aug <strong>2022</strong>


Es scheint, als blicke Norwegens Hauptstadt Oslo immer<br />

nur nach vorne: mit bahnbrechender Architektur, modernen<br />

Museen und frischen Gastrokonzepten.<br />

TEXT LISA ARNOLD<br />

Oslo öffnet sich zum Wasser<br />

hin. Das Opernhaus mit<br />

dem begehbaren Dach<br />

war der erste Meilenstein<br />

einer umfassenden<br />

Stadterneuerung.<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

131


gourmet / NORDISCHE HAUPTSTÄDTE<br />

Auf der Speisekarte des Hotels<br />

»Amerikalinjen« stehen allerlei<br />

Meeresfrüchte, darunter<br />

Kaiserhummer.<br />

SEIT DEM JAHR 2000<br />

VERFOLGT OSLO<br />

DEN TRAUM EINER<br />

LEBENSWERTEN<br />

»FJORD CITY« MIT<br />

DURCHGEHENDER<br />

UFERPROMENADE.<br />

Das erst 2021 eröffnete Munch-Museum zu<br />

besuchen, ist in Oslo der letzte Schrei.<br />

Ein Wochenende<br />

in Oslo ist wie<br />

eine Reise in die<br />

Zukunft. Während<br />

andere Metropolen mit<br />

mittelalterlichen Stadtkernen locken, sind<br />

die lebendigsten Ecken der norwegischen<br />

Hauptstadt von Architektur aus den<br />

vergangenen Jahrzehnten geprägt. Die<br />

spektakulärsten Gebäude liegen am<br />

Wasser – und das ist kein Zufall: Seit der<br />

Jahrtausendwende verfolgt die Stadt den<br />

Traum einer lebenswerten »Fjord City«.<br />

Dieses gigantische Stadtentwicklungsprojekt<br />

umfasst den Uferbereich von<br />

Frognerkilen im Nordwesten bis Bekkelaget<br />

im Südwesten. Wo früher Autobahnen<br />

und Industriegebiete die Innenstadt vom<br />

Oslofjord abschnitten, hat sich die Stadt<br />

nun zum Wasser hin geöffnet. Es soll sogar<br />

einen durchgehenden, neun Kilometer<br />

langen Spazierweg am Ufer entlang geben.<br />

Große Bereiche im Zentrum sind schon<br />

fertig: Aker Brygge mit Tjuvholmen, der<br />

Vorplatz des Rathauses und das Viertel<br />

Bjørvika. Diese<br />

Ecken halten<br />

herausragende Sehenswürdigkeiten<br />

und Restaurants<br />

bereit. Die prominentesten<br />

Neuzugänge im Kulturbereich sind<br />

das 2021 eröffnete Munch-Museum mit<br />

13 Etagen voller Kunst sowie das Nationalmuseum<br />

(<strong>2022</strong>). Letzteres zeigt einen Querschnitt<br />

der norwegischen Kunst, Architektur<br />

und Produktgestaltung anhand von<br />

6500 Exponaten. Höhepunkte wie diese –<br />

sowie auch das private Astrup- Fearnley-<br />

Museum und das im Sommer begehbare<br />

Schloss – trösten an Regentagen. Statistisch<br />

gesehen tröpfelt es in Oslo nämlich (leider)<br />

fast jeden zweiten Tag.<br />

UNTER FREIEM HIMMEL<br />

Bei schönem Wetter hat die Stadt im Freien<br />

einiges zu bieten. Dann gehört es dazu,<br />

dem Opernhaus aufs Dach zu steigen. Das<br />

2008 fertiggestellte Gebäude zählt zu den<br />

Paradewerken der modernen norwegischen<br />

Baukunst und zu den ersten tatsächlich<br />

<<br />

Fotos: beigestellt, Rebecca Amber Photography, Aleksandra Suzi / Shutterstock<br />

132 falstaff aug <strong>2022</strong>


Nordische Spezialität:<br />

8 Gänge purer Luxus.<br />

DER VOLVO XC90 RECHARGE PLUG-IN HYBRID<br />

MIT GEARTRONIC.<br />

Kraftstoffverbrauch: 1,2 – 1,4 l/100 km, Stromverbrauch: 20,5 – 22,6 kWh/100 km, CO 2 -Emission: 28 – 31 g/km. Jeweils kombiniert, nach WLTP-Prüfverfahren. Irrtümer, Fehler und Änderungen<br />

vorbehalten. Stand: Juli <strong>2022</strong>.


gourmet / NORDISCHE HAUPTSTÄDTE<br />

Der Vigeland-Skulpturenpark<br />

mit einer riesigen Säule<br />

im Zentrum (oben). Im<br />

»Lofoten Fiskerestaurant«<br />

isst das Auge mit.<br />

<<br />

verwirklichten<br />

Projekten der »Fjord<br />

City«. Bei der Gestaltung<br />

ließ sich das Architekturbüro<br />

Snøhetta von<br />

einem treibenden Eisberg inspirieren.<br />

Wie ein Wohnzimmer »al fresco«<br />

mutet das Viertel Aker Brygge an: Oslos<br />

Treffpunkt schlechthin und auch eine beliebte<br />

Shoppinggegend. Dort spaziert man<br />

zwischen umfunktionierten Werkstatthallen<br />

und verglasten Neubauten hindurch, die<br />

insgesamt rund 70 Geschäfte und 40 Gaststätten<br />

beherbergen, darunter das »Lofoten<br />

Fiskerestaurant«. Auffällig sind aber auch<br />

die vielen Skulpturen: Hat man erst einmal<br />

Das Fischrestaurant<br />

»Lofoten« entführt<br />

seine Gäste<br />

geschmacklich nach<br />

Nordnorwegen,<br />

wo Spezialitäten<br />

wie Meeresfrüchte<br />

und Skrei gefangen<br />

werden.<br />

angefangen, die<br />

Kunst im öffentlichen<br />

Raum zu bemerken,<br />

entdeckt man sie an den<br />

verwunderlichsten Orten.<br />

Etwas abseits vereint der<br />

Frognerpark 212 Stein- und Bronzeskulpturen<br />

des Bildhauers Gustav Vigeland<br />

(1869–1943) an einem Ort. Damit ist die<br />

Vigeland-Anlage der größte Skulpturenpark<br />

der Welt, der von einem einzigen<br />

Künstler geschaffen wurde. Die ausdrucksstarken<br />

Figuren beschäftigen sich mit dem<br />

Lebenszyklus des Menschen und zeigen<br />

ihn mal ausgelassen und verspielt, mal<br />

nachdenklich und frustriert.<br />

DER GESCHMACK VON OSLO<br />

So einfallsreich und ehrgeizig wie in der<br />

Gestaltung der Stadt sind die Osloer auch<br />

beim Kochen. Vor allem der Zugang zu<br />

frischem Fisch und Meeresfrüchten macht<br />

die innovative Metropole zu einer wahren<br />

Foodie-Destination. Norwegen verzeichnet<br />

– nach Kanada – die zweitlängste Küste<br />

der Welt: über 100.000 Kilometer. Außerdem<br />

haben in dem dünn besiedelten Land<br />

viele essbare Pflanzen und Wildtiere Platz.<br />

Und aus diesen ursprünglichen Zutaten<br />

machen Meisterköche kleine Kunstwerke.<br />

»Unsere Küche ist persönlich und<br />

geht von den Zutaten aus«, sagt Esben<br />

Holmboe Bang, Chefkoch des »Maaemo«.<br />

»Wir servieren nur das, was Sinn macht,<br />

und konzentrieren uns auf die Fülle und<br />

Schönheit der heimischen Produkte. Dieser<br />

Fokus führt zu einem norwegischen<br />

Terroir in all unseren Gerichten.« Seit gut<br />

zehn Jahren geht er erfolgreich den Weg<br />

der »New Nordic Cuisine« und zieht viele<br />

andere Köche mit.<br />

Andererseits wird aber auch die traditionelle<br />

Hausmannskost zelebriert, unter<br />

anderem im »Smalhans«. Eingelegter<br />

Hering und ein Lammgericht gehören zu<br />

einer Reise nach Oslo genauso dazu wie ein<br />

erhebender Streifzug durch die neue nordische<br />

Küche. Denn selbst die aufregendste<br />

Zeitreise macht nur dann Spaß, wenn man<br />

weiß, wo man herkommt.<br />

<<br />

Fotos: Maykova Galina / Shutterstock, beigestellt, Oivind Haug<br />

134 falstaff aug <strong>2022</strong>


Zeitlose Frische.<br />

Langer Genuss.<br />

Bei Lebensmitteln achten Sie auf höchste<br />

Qualität und maximal authentischen<br />

Genuss. Wir auch. Unsere innovativen<br />

Frische-Technologien sorgen dafür,<br />

dass lecker, lange lecker bleibt. Mehr<br />

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Kühlen und Gefrieren<br />

XRFst 5295<br />

Peak-Serie


gourmet / NORDISCHE HAUPTSTÄDTE<br />

HOTELS<br />

CAMILLAS HUS ***<br />

Das exklusive Boutiquehotel in der vornehmen<br />

Wohngegend Frogner hat nur sieben Zimmer. Sie<br />

sind geräumig, gemütlich und individuell gestaltet –<br />

mit femininen Details und ein bisschen wie von<br />

früher. Das Frühstück wird im Restaurant nebenan<br />

serviert. DZ ab ca. 290 Euro<br />

Parkveien 31 B, 0350 Oslo<br />

T: +47 948 56015, camillashus.no<br />

THE THIEF *****<br />

Das Lifestylehotel auf der Insel Tjuvholmen<br />

(» Diebesinsel«) vor Aker Brygge stiehlt anderen<br />

Unterkünften mit seiner spektakulären Architektur,<br />

privaten Balkons, Wasserblick und erstklassigem<br />

Design die Schau. Der Wellnessbereich wartet<br />

mit Schwimmbecken, türkischem Hamam und<br />

marokkanischen Rasul-Behandlungen mit Heilerde<br />

auf. DZ ab ca. 330 Euro<br />

Landgangen 1, 0252 Oslo<br />

T: +47 24 004000, thethief.com<br />

AMERIKALINJEN ****<br />

Das Boutiquehotel ist in einem ehemaligen Bürogebäude<br />

aus dem Jahr 1919 untergebracht. Dort hatte<br />

früher die namensgebende Reederei ihre Zentrale,<br />

die bis 1995 Kreuzfahrtschiffe über den Atlantik<br />

schickte. Zimmer in modernem Design, Frühstück<br />

im fotogenen Innenhof und die Nähe zum Bahnhof<br />

machen das Hotel zu einer beliebten Unterkunft für<br />

trendaffine Städtereisende. DZ ab ca. 245 Euro<br />

Jernbanetorget 2, 0154 Oslo<br />

T: +47 21 405900, amerikalinjen.com<br />

GASTRONOMIE<br />

MAAEMO ***<br />

Das Flaggschiff der norwegischen High-End-Küche<br />

(mit dem Dänen Esben Holmboe Bang als Kapitän)<br />

ankert im hypermodernen Barcode-Viertel. Im<br />

Speisesaal mit der hohen Decke wird die offene<br />

Die Küche im Hotel<br />

»The Thief« ist<br />

zeitgenössisch nordisch<br />

mit internationalen<br />

Einflüssen.<br />

Küche theatralisch beleuchtet. Das Überraschungsmenü<br />

(ca. 400 Euro zzgl. Getränke) ist eine<br />

Abfolge unvergesslicher Gerichte mit erhabenem<br />

Geschmack und Textur. Der Name bedeutet<br />

übrigens »Mutter Erde« auf Finnisch.<br />

Dronning Eufemias gate 23, 0194 Oslo<br />

T: +47 22 179969, maaemo.no<br />

HOT SHOP *<br />

In einem ehemaligen Sexshop, dessen Name<br />

übernommen wurde, betreibt »Noma«-Absolvent<br />

Jo Bøe Klakegg ein freundliches, unprätentiöses<br />

Nachbarschaftsbistro. Das Degustationsmenü<br />

basiert auf den besten regionalen Zutaten der<br />

Saison (Essen ca. 110 Euro, Weinbegleitung ca.<br />

90 Euro).<br />

Københavngata 18, 0566 Oslo<br />

T: +47 466 73718, restauranthotshop.no<br />

LOFOTEN FISKERESTAURANT<br />

Das gehobene Fischrestaurant am Wasser bringt<br />

das kulinarische Erbe des nordnorwegischen<br />

Archipels in die Hauptstadt. Auf der Karte stehen<br />

Der Kaffeeguru Tim Wendelboe<br />

führt im Trendviertel Grünerløkka<br />

seine weltbekannte Espressobar.<br />

Meeresfrüchte nach traditioneller Art sowie moderne<br />

Kreationen mit Fisch, Muscheln und Schalentieren.<br />

Ein Klassiker ist der Eintopf mit dem Fang<br />

des Tages, der auch schon mittags gereicht wird.<br />

Stranden 75, 0250 Oslo<br />

T: +47 22 830808, lofoten-fiskerestaurant.no<br />

SMALHANS<br />

Ungezwungenes Lokal mit freundlichem Personal<br />

und urbanem Flair. Am späten Nachmittag gibt’s<br />

die »Hausmannskost des Tages« (ca. 20 Euro),<br />

bevor täglich ab 18 Uhr das Verkostungsmenü<br />

mit fünf oder neun Gängen serviert wird (ca.<br />

63/75 Euro). Für die schmackhaften rustikalen<br />

Gerichte zu angemessenen Preisen vergibt der<br />

»Guide Michelin« hier einen Bib Gourmand.<br />

Ullevålsveien 43, 0171 Oslo<br />

T: +47 22 696000, smalhans.no<br />

BRASSERIE OUEST<br />

In seinem Lokal im Altbauviertel Frogner zeigt<br />

der gebürtige Wiener Matthias Bernwieser, was er<br />

bei Heinz Reitbauer im »Steirereck« gelernt hat.<br />

Raffiniert verarbeitet er regionale Zutaten nach den<br />

zeitlosen Methoden der französischen Küche.<br />

Elisenbergveien 19, 0265 Oslo<br />

T: +47 464 33555, brasserieouest.no<br />

OSLO STREET FOOD<br />

Der Food-Court ist die ideale Adresse für Paare und<br />

Gruppen, bei denen jeder andere Vorlieben hat.<br />

Die 16 Stände mit Gerichten aus aller Welt bieten<br />

eine Auswahl, wo jeder etwas findet. Gegessen<br />

wird trotzdem zusammen: an einem der langen<br />

Holztische in der Mitte.<br />

Torggata 16, 0181 Oslo<br />

T: +47 22 040044, oslo-streetfood.no<br />

TIM WENDELBOE<br />

Eine Espressobar für Kenner und Genießer: Hier<br />

werden Bohnen aus der eigenen, vielfach preisgekrönten<br />

Rösterei gebraut. Die Verkostung von vier<br />

liebevoll komponierten Sorten gibt einen Einblick in<br />

die geschmackliche Vielfalt des Kaffees.<br />

Grünersgate 1, 0552 Oslo<br />

T: +47 944 31627, timwendelboe.no<br />

<<br />

Fotos: beigestellt, Klaudia Koldras<br />

136 falstaff aug <strong>2022</strong>


Erfolg fängt an,<br />

wo man vertraut.<br />

Was auch immer Ihre Ziele sind, wir unterstützen Sie auf all<br />

Ihren Wegen, um diese gemeinsam mit Ihnen zu erreichen.<br />

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gourmet / NORDISCHE HAUPTSTÄDTE<br />

DER COOLE<br />

KLEINE<br />

BRUDER<br />

Helsinki gibt sich<br />

nordisch entspannt: im<br />

neuen Schwimmband<br />

Allas mit Meerespool<br />

und Saunen, im<br />

klassizistisch erbauten<br />

Zentrum mit dem<br />

stolz aufragenden<br />

Dom sowie auf dem<br />

zentralen Marktplatz<br />

am Wasser.<br />

Foto: Eetu Ahanen / Helsinki Partners<br />

138<br />

falstaff<br />

aug <strong>2022</strong>


Mit rund 660.000 Einwohnern ist Helsinki die kleinste der<br />

vier nordischen Hauptstädte. Und trotzdem – oder gerade<br />

deswegen – ist die kulinarische und kulturelle Szene<br />

immer in Bewegung.<br />

TEXT LISA ARNOLD<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

139


gourmet / NORDISCHE HAUPTSTÄDTE<br />

Auf dem Holzweg in die<br />

Zukunft: Die Bibliothek<br />

»Oodi« zählt zu Helsinkis<br />

modernen Vorzeigebauten.<br />

DESIGN UND ARCHITEKTUR<br />

Dass sich der gute Geschmack der<br />

finnischen Hauptstadt nicht auf Küchen<br />

und Cafés beschränkt, beweist das ausgedehnte<br />

Designviertel namens Design<br />

District Helsinki. Die meisten Geschäfte<br />

und Galerien, die diesem Verband von rund<br />

160 Mitgliedsbetrieben angehören, liegen<br />

südwestlich der Esplanade. Dort findet<br />

man Keramik, Schmuck, Mode (Stichwort<br />

Marimekko!) und nachhaltige Life style-<br />

Produkte. Einen informativen Streifzug<br />

durch die Geschichte der finnischen<br />

Formensprache bietet das Designmuseum.<br />

Helsinki ist aber auch eine Metropole der<br />

modernen Architektur. Erst 2019 wurde die<br />

neue Zentralbücherei »Oodi« eröffnet, die<br />

mit ihrer sanft geschwungenen Fassade aus<br />

Fichtenholz und Glas zeigt, was in Sachen<br />

Holzarchitektur 2.0 möglich ist.<br />

<<br />

Das Zentrum zeigt<br />

sich als Sammlung<br />

eleganter Gebäude<br />

im neoklassizistischen<br />

Stil. Eine Altstadt<br />

gibt es nicht, denn erst 1812<br />

löste Helsinki das 170 Kilometer<br />

entfernte Turku als Hauptstadt ab und<br />

wurde mit entsprechend repräsentativen<br />

Bauwerken und Straßenzügen versehen.<br />

Zwischen der begrünten Flaniermeile<br />

namens Esplanade und dem Senatsplatz<br />

mit dem monumentalen Dom liegt das<br />

Torikorttelit-Viertel. In den vergangenen<br />

Jahren hat es sich in einen lebhaften<br />

Komplex aus Cafés, Restaurants, stimmungsvollen<br />

Innenhöfen und individuellen<br />

Geschäften verwandelt, der die historische<br />

Kulisse zeitgemäß nutzt. Dort findet man<br />

unter anderem die angesagte Kaffee- und<br />

Weinbar »El Fant«.<br />

Am Hafen erhebt sich das »Hotel<br />

Palace«, dessen gleichnamiges Restaurant<br />

erst im Juli seinen zweiten Stern bekommen<br />

hat – eine Premiere in Finnland.<br />

Schon 1987 stellte das Restaurant seine<br />

Kochkünste unter Beweis, als es den ersten<br />

Michelin-Stern überhaupt ins Land holte.<br />

Ein Gericht, das die Tester besonders beeindruckte,<br />

bestand aus rohen Garnelen,<br />

Paradeisern und gegrillten Jalapeños an<br />

Reserve-Kaviar, süßen Erbsen und Bioei.<br />

Feine Fische:<br />

Geräucherter<br />

Lachs ist ein<br />

Grundnahrungsmittel<br />

der Finnen.<br />

Einkehren und aufleben: Das zentral<br />

gelegene Hotel »St. George« ist eine<br />

stilvolle Basis für die Städtereise.<br />

Fotos: Finn Stock / Shutterstock, beigestellt, Elina Manninen & Keksit<br />

140 falstaff aug <strong>2022</strong>


Ungewöhnlich p ersönlich


gourmet / NORDISCHE HAUPTSTÄDTE<br />

FINNJÄVEL SALONKI* & FINNJÄVEL SALI<br />

Wenn sich ein Restaurant selbst beleidigt (mit<br />

»Finnenteufel« beschimpften früher Schweden<br />

Einwanderer aus dem Nachbarland), zeugt das von<br />

Leichtigkeit am Kochtopf – und Stolz auf die heimische<br />

Esskultur. Im Fine-Dining-Bereich »Salonki«<br />

mit nur zehn Tischen wird das feste Menü serviert,<br />

das eine Hommage an finnische Zutaten und<br />

Rezepte ist. Im »Sali« gibt’s dasselbe Grundkonzept<br />

in ungezwungener Atmosphäre und auch mittags.<br />

Ainonkatu 3, 00100 Helsinki,<br />

T: +358 300 472340, finnjavel.fi<br />

Das Hotel »Lilla<br />

Roberts« passt mit<br />

seiner Einrichtung<br />

im Industriechic<br />

gut ins umliegende<br />

Designviertel.<br />

HOTELS<br />

ST. GEORGE ****<br />

Das prächtige historische Gebäude nahe der<br />

Esplanade hat eine zentrale und dennoch ruhige<br />

Lage. Ganze 400 Kunstwerke in Zimmern und<br />

öffentlichen Bereichen, die Wellnessabteilung<br />

sowie die helle Einrichtung im nordischen Design<br />

machen das Hotel zu einer ansprechenden<br />

Ruheoase. DZ ab ca. 240 Euro<br />

Yrjönkatu 13, 00120 Helsinki<br />

T: +358 9 42460011, stgeorgehelsinki.com<br />

F6 ****<br />

Mia, die Inhaberin des 76 Zimmer starken<br />

Boutique hotels, tut alles dafür, um ihren Gästen<br />

ein Gefühl von Zuhause zu vermitteln: von den<br />

einladenden Zimmern mit dem richtigen Hauch<br />

Gemütlichkeit über die quirlige Lobby bis hin zum<br />

Innenhof, wo sie im Gewächshaus Kräuter fürs<br />

Frühstück anbaut. Die zentrale Lage eignet sich<br />

für Spaziergänge, aber man kann sich auch ein<br />

Fahrrad ausleihen. DZ ab ca. 230 Euro<br />

Fabianinkatu 6, 00130 Helsinki<br />

T: +358 9 68999666, hotelf6.fi<br />

LILLA ROBERTS *****<br />

Die Unterkunft bietet ihren Gästen nicht nur<br />

stylische Zimmer, sondern auch einen abgeschiedenen<br />

Innenhof zum Durchatmen und ein rund<br />

um die Uhr geöffnetes Fitnesscenter. In der<br />

hoteleigenen Bar »Lilla e« gönnen sich auch<br />

viele Passanten einen Cocktail, die auf dem Weg<br />

durch das nahe Designviertel vorbeikommen.<br />

DZ ab ca. 175 Euro<br />

Pieni Roobertinkatu 1, 00130 Helsinki<br />

T: +358 9 6899880, lillaroberts.com<br />

RESTAURANTS<br />

PALACE **<br />

Finnlands Gourmetpalast liegt im zehnten Stock<br />

eines modernistischen Gebäudes, das 1952 für<br />

die Olympischen Spiele erbaut wurde und einen<br />

atemberaubenden Hafenblick hat. Eero Vottonen<br />

und sein Team bieten ein raffiniertes Degustationsmenü<br />

(180 Euro zzgl. Getränke), bei dem<br />

moderne nordische Rezepte auf französische und<br />

japanische Einflüsse stoßen.<br />

Eteläranta 10, 00130 Helsinki<br />

T: +358 50 5020718, palacerestaurant.fi<br />

Das Homestyle-Frühstück im »F6« verspricht mit<br />

karelischen Piroggen einen guten Start in den Tag.<br />

NATURA<br />

Für sein Streben nach Nachhaltigkeit, Gemüse aus<br />

eigenem Anbau, die Verwendung von regionalen<br />

Zutaten und den Einsatz von traditionellen Zubereitungstechniken<br />

wie Fermentieren, Einlegen und<br />

Räuchern hat das naturverliebte Restaurant einen<br />

grünen Stern im »Guide Michelin« bekommen. Wer<br />

sich angesichts der Speisekarte nicht entscheiden<br />

kann, lässt sich vom Menü mit wahlweise vier,<br />

sieben oder 15 Gängen überraschen (ca. 40 bis<br />

90 Euro).<br />

Iso Roobertinkatu 11, 00120 Helsinki<br />

T: +358 40 6891111, restaurantnatura.com<br />

SEA HORSE<br />

Das 1934 eröffnete Restaurant im Süden von<br />

Helsinki ist eine kulinarische Institution. Mit Blick<br />

auf das namensgebende Wandgemälde mit zwei<br />

grafischen Seepferdchen genießt man finnische<br />

Klassiker wie gebackenen Hering, Fleischbällchen<br />

und Rindersteak nach Art des Hauses.<br />

Kapteeninkatu 11, 00140 Helsinki<br />

T: +358 9 628169, seahorse.fi<br />

CAFÉS & BARS<br />

FAZER CAFÉ<br />

Was für Wien das »Café Sacher« ist, ist für<br />

Helsinki das »Café Fazer«: Das 1891 eröffnete<br />

Lokal mit der markanten Glaskuppel ist ein Kaffeehaus<br />

mit Tradition. In der Vitrine stapeln sich<br />

süße und herzhafte Köstlichkeiten und im Shop<br />

nebenan gibt’s schön verpackte Schokospezialitäten,<br />

die sich als essbare Mitbringsel eignen.<br />

Kluuvikatu 3, 00100 Helsinki<br />

T: +358 20 7296702, fazer.com/visit-us<br />

EL FANT COFFEE & WINE BAR<br />

Gleich um die Ecke vom Stadtmuseum liegt diese<br />

hippe Adresse im angesagten Skandi-Style. Ob<br />

Muntermacher am Morgen, gesunde Stärkung zu<br />

Mittag, süße Versuchung am Nachmittag oder<br />

ein Gläschen Rosé am frühen Abend: Hier ist<br />

man immer gut aufgehoben.<br />

Katariinankatu 3, 00170 Helsinki<br />

T: +358 44 2369953, elfant.info<br />

VIN-VIN<br />

Im Herzen von Helsinki liegt diese schicke Weinbar<br />

mit dunklen Holzmöbeln und weichen Samtbänken.<br />

Das Sortiment besteht hauptsächlich<br />

aus Bioweinen von kleinen Produzenten.<br />

Kalevankatu 6, 00120 Helsinki<br />

T: +358 10 6668459, vin-vin.fi<br />

<<br />

Fotos: beigestellt<br />

142 falstaff aug <strong>2022</strong>


IKLIMA<br />

COOL DURCH<br />

DEN SOMMER<br />

Damit man während der Sommermonate einen kühlen Kopf bewahren<br />

kann und einem im Winter wohlig warm ist, hat man mit den Anlagen von<br />

iKlima den perfekten Begleiter gefunden.<br />

Mit der richtigen<br />

Klimaanlage fühlen<br />

sich sogar die<br />

Kleinsten wohl.<br />

ADVERTORIAL Foto: Daikin Airconditioning Central Europe HandelsgmbH<br />

Ob Einfamilienhaus, Dachgeschoß-Wohnung<br />

oder Bürogebäude<br />

– während der Sommermonate<br />

kann es in den Räumen<br />

extrem heiß werden. Mit einer Klimaanlage<br />

wird die Lebensqualität für sich und die<br />

ganze Familie gesteigert. Und auch in den<br />

beruflichen Räumlichkeiten sorgt man als<br />

Unternehmer wortwörtlich für gutes Klima<br />

und unterstützt das effektive Arbeiten der<br />

gesamten Mitarbeiter.<br />

WOHLIG WARM DURCH DIE<br />

KALTE JAHRESZEIT<br />

Schon gewusst? Klimaanlagen können nicht<br />

nur kühlen, sondern während der kalten<br />

Monate auch heizen! Besonders für Ferienhütten<br />

oder Wochenendhäuser bietet sich<br />

eine Klimaanlage bestens als Heizgerät an.<br />

Der Vorteil daran ist, dass es im Sommer<br />

angenehm kühl und im Winter schön warm<br />

ist und das alles mit nur einem Gerät. Die<br />

Klimaanlagen bieten sich außerdem optimal<br />

als Ersatz für einen ausgedienten<br />

Nachtspeicherofen an. Man benötigt lediglich<br />

Strom, was sich vor allem in jenen<br />

Regionen auszahlt, in denen keine andere<br />

Quelle zur Verfügung steht. Die Anlagen<br />

sind auch bequem per App steuerbar,<br />

sodass man schon vor der Ankunft die<br />

Raumtemperatur anpassen kann, bevor<br />

man das Haus überhaupt betreten hat.<br />

BESTENS BERATEN<br />

Auf der Suche nach einem service- und<br />

lösungsorientiertem Unternehmen, das<br />

österreichweit kostenfrei und auf individuellen<br />

Wunsch ein hochwertiges Klimagerät<br />

liefert und die Kunden mit einem Full-Service-Angebot<br />

zum Fixpreis betreut? Dann<br />

ist man bei iKlima genau richtig.<br />

Unser erfahrenes Team setzen auf eine<br />

persönliche Beratung, damit jedes Zuhause<br />

das perfekte Klimagerät für individuelle<br />

Anforderungen findet.<br />

INFO<br />

Nähere Informationen und<br />

Termin Vereinbarung unter iklima.at<br />

oder +43 676 3524892<br />

aug <strong>2022</strong> falstaff 143


gourmet / ISLAND<br />

EXOTE DES<br />

NORDENS<br />

Ausgeprägte Jahreszeiten, die isolierte Lage und eine komplexe, archaische<br />

Sprache machen Island zu einem Land der Extreme. Die vulkanische Landschaft<br />

prägt nicht nur den Lebensstil, sondern auch die Essgewohnheiten. Wer sich<br />

durch Island kostet, den erwarten Spezialitäten mit langer Tradition sowie mutige<br />

Experimente mit der neuen nordischen Küche. Eine Kostprobe der Hauptstadt<br />

Reykjavík und darüber hinaus.<br />

TEXT LISA ARNOLD<br />

Foto: Stone RF / Getty Images<br />

144 falstaff aug <strong>2022</strong>


Naturgewalten, so weit das Auge reicht:<br />

Island wartet mit einer faszinierenden<br />

Landschaft auf. Der Wasserfall Háifoss<br />

ist mit einer Fallhöhe von 122 Metern der<br />

dritthöchste des Landes.<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

145


gourmet / ISLAND<br />

Der Inselstaat Island zählt<br />

gerade einmal 366.000<br />

Einwohner – etwa so viel wie<br />

Linz und Salzburg zusammen.<br />

Ein Drittel davon lebt in<br />

Reykjavík, der nördlichsten Hauptstadt der<br />

Welt. Ihr Name bedeutet »rauchige Bucht«<br />

und geht auf den Dampf von heißen<br />

Quellen zurück. Die unwirkliche Vulkanlandschaft<br />

prägt nicht nur viele Begriffe,<br />

sondern die ganze Lebensart und damit<br />

auch die Küche der Isländer.<br />

Die Slow-Food-Bewegung führt unter<br />

dem Namen »Ark of Taste« eine Liste mit<br />

traditionellen Spezialitäten aus aller Welt,<br />

die vom Aussterben bedroht sind. Das<br />

Verzeichnis ist ein verlässlicher Indikator<br />

für Gerichte, die man vor Ort probieren<br />

sollte, solange es noch möglich ist. Unter<br />

den 23 isländischen Einträgen sind fermentierter<br />

Haifisch (Kæstur hákarl) und das<br />

Fladenbrot »Laufabrauð«, das gerne in der<br />

Weihnachtszeit gebacken wird.<br />

Auch der magere Frischkäse »Skyr«,<br />

den schon die Wikinger aus Kuh- oder<br />

Schafmilch zubereiteten, ist dort gelistet.<br />

Angeblich haben nur drei Betriebe Zugriff<br />

auf die Originalrezeptur. Ein weiterer<br />

Passagier der »Arche des Geschmacks«<br />

ist die Islandziege: Von dieser ältesten<br />

Ziegenrasse Europas gibt es nur noch<br />

ein paar Hunderte, die meisten auf<br />

dem Bauernhof Háafell.<br />

Im Hochland haben die<br />

Schafe viel Platz zum Grasen.<br />

Die vielseitige Ernährung<br />

verleiht ihrem Fleisch ein<br />

besonderes Aroma, das an<br />

Wild erinnert.<br />

Das »Óx« verspricht große Gourmeterlebnisse<br />

im kleinen Rahmen: Nur<br />

elf Gäste finden dort Platz. Kürzlich<br />

erhielt es seinen ersten Stern.<br />

DIE KRAFT AUS DER<br />

KRUSTE<br />

Wenn einer weiß, wie man aus dem<br />

kulinarischen Erbe des Landes das<br />

Maximum herausholt, dann ist das Thrainn<br />

Freyr Vigfusson. Seit 2017 betreibt er die<br />

beiden Restaurants »Óx« und »Sümac«,<br />

die als Doppelgestirn an derselben Adresse<br />

begannen. Ein ungleicheres Paar hat<br />

Reykjavík wohl noch nicht gesehen: Während<br />

das »Sümac« libanesische Kreationen<br />

mit viel Gemüse in den hohen Norden holt<br />

und überwiegend Locals eine kulinarische<br />

Reise bietet, verspricht das »Óx« mit seinem<br />

20-gängigen Verkostungsmenü einen eindrucksvollen<br />

Streifzug durch die gehobene<br />

isländische Küche, die vor allem Reisende<br />

begeistert. »Destination Foodies« nennt<br />

Vigfusson seine internationalen Gäste.<br />

Fotos: Image Source / Getty Images, Shutterstock, beigestellt, Moment RF / Getty Images<br />

146 falstaff aug <strong>2022</strong>


MIT DER HITZE AUS<br />

DEM ERDINNEREN<br />

BACKEN DIE ISLÄNDER<br />

»GEYSIRBROT« UND<br />

BEHEIZEN WOHN- UND<br />

GEWÄCHSHÄUSER –<br />

KLIMANEUTRAL.<br />

als nachhaltige Energiequelle im Anbau von<br />

Obst und Gemüse. Es ist kein Hindernis<br />

mehr, dass der Inselstaat selbst im Sommer<br />

kaum Außentemperaturen über 20 Grad<br />

verzeichnet: Mittels Geothermie werden<br />

Gewächshäuser beheizt und beleuchtet –<br />

und zwar klimaneutral. So gedeihen ganzjährig<br />

Tomaten, Gurken, Paprika und Gartensalat,<br />

aber auch Beeren und Bananen.<br />

Vor der Gründung seiner eigenen Restaurants<br />

arbeitete Vigfusson im Restaurant<br />

»Lava« an der berühmten Blauen Lagune<br />

auf der Reykjanes-Halbinsel. Auch dieses<br />

Thermalbad verdankt seine Wärme der<br />

Aktivität in der Erdkruste. In der Tiefe von<br />

2000 Metern kann das Wasser 240 Grad<br />

heiß werden. Zuerst wird die Energie zur<br />

Stromerzeugung und für Fernwärme genutzt,<br />

bevor das nur mehr 37 bis 42 Grad<br />

warme Wasser – quasi als Abfallprodukt –<br />

in das Lavafeld abfließt.<br />

<<br />

»Genau genommen haben wir nur einen<br />

Tisch mit elf Plätzen. Die Einrichtung<br />

stammt vom Bauernhof meiner Großeltern«,<br />

sagt der Küchenchef. »Die Gäste<br />

sitzen um die offene Küche herum. Das war<br />

meine Vision von Anfang an: die Gerichte<br />

selbst zu servieren und in Kontakt mit den<br />

Gästen zu sein.«<br />

Ein Signature-Gericht besteht aus<br />

Räucherforelle, Skyr sowie Roggenbrot, das<br />

mit geothermischer Energie gebacken wird.<br />

Dafür kommt der Teig für das »Rúgbrauð«<br />

oder auch »Geysirbrot« in einen Tontopf,<br />

der in der Nähe von heißen Quellen vergraben<br />

wird, und nach etwa 24 Stunden<br />

Dünsten ist das weiche Gebäck fertig.<br />

Mit der Hitze aus dem Erdinneren beheizen<br />

die Isländer nicht nur seit gut hundert<br />

Jahren ihre Häuser, sondern sie dient auch<br />

Egal ob Kabeljau, Schellfisch,<br />

Heilbut oder Seewolf: Schon<br />

die Wikinger haben Fisch<br />

mittels Trocknen haltbar<br />

gemacht.<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

147


gourmet / ISLAND<br />

<<br />

Doch die Blaue Lagune ist bei<br />

Weitem nicht das einzige Spa mit Erdwärme<br />

in Island. Erst im Mai hat bei Akureyri<br />

die »Forest Lagoon« eröffnet: ein 1300<br />

Quadratmeter großer Wellnesskomplex mit<br />

zwei Infinitypools, Bars am Wasser, Sauna<br />

und Gastronomie. Im Gegensatz zur Blauen<br />

Lagune ist es in die Landschaft mit Felsen<br />

und Wald eingebettet. Und das ist in Island<br />

keine Selbstverständlichkeit: Weniger als<br />

ein Prozent der Landfläche ist von Wald<br />

bedeckt – die geringste Bewaldung in ganz<br />

Europa.<br />

Auf den ungleich weiter verbreiteten<br />

Hochweiden grasen im hellen Halbjahr<br />

die Islandschafe. Mit etwa 400.000 Tieren<br />

machen sie den Großteil der isländischen<br />

Nutztiere aus. Während des langen Winters<br />

werden sie drinnen gehalten, doch im<br />

Frühling geht’s mit den neugeborenen Lämmern<br />

an die frische Luft. Sie streifen auf<br />

den Bergweiden frei umher und ernähren<br />

sich von Gras, Kräutern und Beeren. Diese<br />

Diät macht das isländische Lammfleisch<br />

außergewöhnlich aromatisch und zart. Es<br />

verleiht ihm einen unverwechselbaren, wildähnlichen<br />

Geschmack, und das Probieren<br />

Heimaey und<br />

die restlichen<br />

Westmännerinseln<br />

liegen südöstlich<br />

von Reykjavík. Dort<br />

kocht Gísli Matt<br />

(im Kreis unten) im<br />

Familienrestaurant<br />

»Slippurinn«.<br />

der traditionellen Lammfleischsuppe<br />

(Kjötsúpa) ist im Islandurlaub Pflicht.<br />

Die berühmte Blaue<br />

Lagune verdankt ihr<br />

warmes Wasser der<br />

Geothermie und ihre<br />

herrliche Farbe den<br />

kieselsäurehaltigen<br />

Algen.<br />

WO GUTER GESCHMACK IN<br />

DER FAMILIE LIEGT<br />

Zu den kreativen Köpfen der jungen<br />

isländischen Kochelite zählt auch Gísli<br />

Matthías Auðunsson. Er stammt von<br />

den Vestmannaeyjar, einem vulkanischen<br />

Archipel mit gut 4300 Einwohnern, ist<br />

jedoch in Reykjavík aufgewachsen. »Auf<br />

den Westmännerinseln fühlt es sich an, als<br />

ob die Tage mehr Stunden hätten«, sagt er.<br />

Seit 2012 betreibt er zusammen mit seinen<br />

Eltern und einer älteren Schwester das<br />

Restaurant »Slippurinn« (dt. Bootsrampe)<br />

am Hafen von Heimaey, der größten und<br />

einzigen ständig bewohnten Insel des<br />

Archipels. »Wir kochen mit lokalen<br />

Zutaten und Techniken aus aller Welt«,<br />

sagt Gísli Matt, wie er sich selbst nennt.<br />

»Im Zentrum stehen Fisch und Meeresfrüchte,<br />

denn mein Vater Auðunn arbeitet<br />

seit 50 Jahren als Fischer und bringt den<br />

Fang des Tages.«<br />

<<br />

Fotos: Moment RF / Getty Images, Karl Petersson, Blue Lagoon Iceland<br />

148 falstaff aug <strong>2022</strong>


DIGITAL<br />

VORAUS<br />

KATTUS VERTRAUT AUF DIE DIGITALE KOMPETENZ<br />

VON MAGENTA BUSINESS.<br />

Das österreichische Familienunternehmen KATTUS produziert Schaumwein mit<br />

höchster Qualität und ist langjähriger Kunde von Magenta Business. Neben einer<br />

flexiblen Pool-Lösung setzt KATTUS auf eine All-In-Communication-Lösung,<br />

die Mobilfunk und Festnetz in einem cloudbasierten Telefonie-System vereint.<br />

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gourmet / ISLAND<br />

<<br />

Zum zehnjährigen Jubiläum des<br />

»Slippurinn« gab es eine große Feier für den<br />

ganzen Ort, die gleichzeitig auch als Releaseparty<br />

für das 2021 erschienene Buch »Slippurinn:<br />

Recipes and Stories from Iceland«<br />

diente (nur auf Englisch, Phaidon Verlag).<br />

Die Gaststätte hat jeweils von Mai bis<br />

September geöffnet. »Jede Saison starten<br />

wir mit neuem Personal und haben den<br />

Eindruck, ein neues Restaurant zu eröffnen.<br />

Aus aller Welt finden ehrgeizige Köche den<br />

Weg zu uns, die miterleben wollen, wie rasant<br />

sich die isländische Natur im Sommer<br />

verändert und wie man unter so extremen<br />

Bedingungen lokal und im Takt der Jahreszeiten<br />

arbeitet.«<br />

Gísli Matt schätzt den internationalen<br />

Austausch unter Küchenprofis: Er hat selbst<br />

zahlreiche Winter in ausländischen Küchen<br />

verbracht, um sich weiterzubilden und den<br />

Großstadtpuls zu erleben. »Wenn man weggeht,<br />

lernt man überraschend viel über sein<br />

eigenes Land«, sagt er. »Beim Praktikum im<br />

New Yorker Drei-Sterne-Restaurant ›Eleven<br />

Madison Park‹ ist mir aufgefallen, wie<br />

Blätter von Küsten-Blauglöckchen teuer aus<br />

KÖCHE AUS ALLER<br />

WELT WOLLEN<br />

MITERLEBEN, WIE MAN<br />

UNTER SO EXTREMEN<br />

BEDINGUNGEN LOKAL<br />

UND SAISONAL<br />

ARBEITET.<br />

Alaska importiert wurden. In Island wächst<br />

diese nach Austern schmeckende Pflanze<br />

wild, es hat sie damals nur niemand verwendet.<br />

Mittlerweile steht sie im ›Slippurinn‹<br />

immer auf der Karte.«<br />

Obwohl Gísli Matt seit einigen Jahren mit<br />

Frau und Kindern wieder auf den Westmännerinseln<br />

lebt, kommt er geschäftlich regelmäßig<br />

in die Hauptstadt. 2015 gründete<br />

er dort das »Matur og Drykkur«,<br />

stieg jedoch aufgrund<br />

von Unstimmigkeiten mit<br />

den Geschäftspartnern<br />

nach einem Jahr wieder<br />

aus. Seitdem kooperiert er lieber mit Menschen,<br />

die ihm nahestehen. Neben seiner Familie<br />

sind das zwei Freunde, mit denen er im<br />

Foodcourt »Hlemmur Mathöll« das Bistro<br />

»Skál« eröffnet hat. Dort steht seit dem<br />

ersten Tag gebackener Seesaibling mit Kartoffelpüree,<br />

Fenchel, Kapern-Zwiebel-Butter<br />

und Mandeln auf der Speisekarte. Zu diesem<br />

Signature-Gericht empfiehlt er Bier aus<br />

einer isländischen Brauerei, etwa von »Borg<br />

Brugghús« oder »Húsavík Öl«.<br />

Wenn Gísli Matt Inspiration für<br />

seine kulinarischen Projekte sucht, geht<br />

er in die Markthalle Kolaportið in Reykjavík,<br />

die jeden Samstag und Sonntag aufsperrt.<br />

An einen Flohmarkt mit allerlei<br />

Kuriosem schließt dort ein Lebensmittelmarkt<br />

»wie aus einer anderen Zeit« an:<br />

»Es gibt Dinge, die man in den Geschäften<br />

längst nicht mehr findet, zum Beispiel fermentierten<br />

Walspeck oder<br />

Eier von Meeresvögeln.<br />

Die Gespräche mit den<br />

älteren Verkäufern<br />

bringen mich immer<br />

auf neue Ideen.«<br />

<<br />

Im »Slippurinn«, das nur<br />

während der warmen<br />

Jahreshälfte geöffnet<br />

ist, dreht sich alles um<br />

die essbaren Schätze der<br />

isländischen Landschaft.<br />

Fotos: Karl Petersson<br />

150 falstaff aug <strong>2022</strong>


BIO<br />

DIVERSITÄT<br />

LEBT VON UNSEREM HÖCHSTEN<br />

BIO WISSEN<br />

Je mehr verschiedene Tiere und Pflanzen unsere Landschaften bereichern, je mehr Vielfalt über<br />

und unter der Erde herrscht, je mehr Arten und Sorten die verschiedenen Lebensräume beleben,<br />

desto besser ist es um die Biodiversität bestellt. Wenn unsere Bauern und Bäuerinnen dieses<br />

Wissen über den Nutzen der Vielfalt umsetzen, dann kommt es allen zugute: den Bienen, den<br />

selten gewordenen Schmetterlingen genauso wie den zahlreichen kleinen Helferlein im Boden.<br />

Letztendlich aber unserer Ernte – und das schmeckt man.<br />

Weitere Infos auf janatuerlich.at<br />

Gibt’s bei:


gourmet / ISLAND<br />

für umgerechnet 40 Euro ungehemmt schlemmen.<br />

Es gibt den Fang des Tages in allerlei Darreichungsformen.<br />

Gegessen wird an langen Holztischen, Schulter<br />

an Schulter mit anderen Gästen, Gespräche ergeben<br />

sich mühelos. Auch mittags lohnt ein Stopp, um<br />

beispielsweise die grandiose Fischsuppe zu probieren.<br />

Neðstakaupstað, 400 Ísafjörður, T: +3544564419<br />

STRIKIÐ<br />

Im 18.000-Seelen-Ort Akureyri im Norden von<br />

Island dient der »Strich« als vielseitiger Treffpunkt<br />

für Brunch, Dinner und Happy Hour.<br />

Im fünften Stock eines nüchternen Bürogebäudes.<br />

eröffnet sich ganz unverhofft<br />

eine Penthouse-artige Lounge<br />

mit großzügiger Dachterrasse und<br />

Blick auf den Fjord Eyjafjörður.<br />

Skipagata 14, 600 Akureyri<br />

T: +3544627100, strikid.is<br />

Schon Bill Clinton hat sich in<br />

Reykjavík eines der »besten<br />

Würstchen der Stadt« gegönnt.<br />

Seitdem heißt ein Hotdog mit<br />

Senf dort »Clinton«.<br />

HOTELS<br />

HOTEL BORG****<br />

Islands allererstes Luxushotel wurde 1930 eröffnet<br />

und hat seinen Art-déco-Stil trotz mehrerer Renovierungen<br />

weitestgehend beibehalten. Direkt am grünen<br />

Platz Austurvöllur, hat man das Parlament und den<br />

klassizistischen Dom als Nachbarn. DZ ab ca. 200 Euro<br />

Pósthússtræti 11, 101 Reykjavík<br />

T: +354 551 1440, keahotels.is/hotel-borg<br />

ION ADVENTURE HOTEL***<br />

Das Designhotel ist geografisch und optisch in die<br />

verwunschene Lavalandschaft des Thingvellir-Nationalparks<br />

eingebettet, der zum UNESCO-Welterbe gehört.<br />

Es verfügt über einen warmen Außenpool mit<br />

fesselnder Aussicht, Gastronomie und einen Wellnessbereich.<br />

Ideale Basis für Naturerlebnisse – ob Nordlichtjagd,<br />

Wanderung oder Angeln. DZ ab ca. 300 Euro<br />

Nesjavellir, 801 Nesjavellir<br />

T: +354 482 3415, ionadventure.ioniceland.is<br />

RESTAURANTS<br />

DILL<br />

Im landesweit ersten Restaurant mit einem Michelin-Stern<br />

leistet Gunnar Karl Gíslasson seit 2009<br />

Pionierarbeit. Seine Interpretation der neuen nordischen<br />

Küche bezeichnet er als »unorthodox«. Die<br />

Gänge des Verkostungsmenüs spiegeln die Jahreszeiten<br />

wider und werden aufwendig und kreativ<br />

präsentiert. Dazu fließen überwiegend Naturweine.<br />

Laugavegur 59, 101 Reykjavík<br />

T: +354 552 1522, dillrestaurant.is<br />

ÓX<br />

Küchenchef Thrainn Freyr Vigfusson setzt isländisches<br />

Fine Dining ganz radikal um: Die dreistündige<br />

Gourmetshow umfasst 20 Gänge, die jeweils elf<br />

glücklichen Gästen an<br />

einem L-förmigen Tisch um<br />

eine offene Küche serviert werden.<br />

Vor Kurzem wurde diese herausragende Küchenleistung<br />

erstmals mit einem Michelin-Stern honoriert.<br />

Laugavegur 55, 101 Reykjavík, ox.restaurant<br />

MATUR OG DRYKKUR<br />

Bei »Essen und Trinken« werden alte Rezepte neu<br />

interpretiert. Aus heimischen Zutaten entstehen einfallsreiche<br />

Gerichte, die in der isländischen Kochtradition<br />

verankert sind – serviert als sechsgängiges<br />

Verkostungsmenü. Das Restaurant ist nicht umsonst<br />

nach einem Kochbuch benannt, das die Kochgewohnheiten<br />

des Landes seit 1947 prägt. Nostalgisch ist<br />

auch das Lokal in der fast hundertjährigen Fischfabrik.<br />

Grandagarður 2, 101 Reykjavík<br />

T: +354 571 8877, maturogdrykkur.is<br />

FISKFÉLAGIÐ – FISH COMPANY<br />

Im stylisch eingerichteten Keller mit dunklen Steinwänden,<br />

schwarzen Möbeln und Design-Farbtupfern<br />

werden die Gäste auf eine kulinarische Reise durch<br />

ganz Island entführt. Zur Wahl stehen Verkostungsmenüs<br />

mit drei bis fünf Gängen und ausgeklügelte<br />

Gerichte nach Karte.<br />

Vesturgötu 2a, Grófartorg, 101 Reykjavík<br />

T: +354 552 5300, fiskfelagid.is<br />

SLIPPURINN<br />

Von Reykjavík fährt man zwei Stunden durch die malerische<br />

Landschaft und setzt von Landeyjahöfn auf<br />

die Westmännerinseln über. In einer ehemaligen Werkstatthalle<br />

am Hafen zaubert der Familienbetrieb von<br />

Mai bis September Köstlichkeiten aus lokalen Zutaten.<br />

Strandvegur 76, 900 Vestmannaeyjabær<br />

T: +354 481 1515, slippurinn.com<br />

TJÖRUHÚSIÐ<br />

Beim abendlichen Buffet im »Teerhaus« kann man<br />

CAFÉS & SNACKS<br />

MATHÖLL HLEMMUR<br />

Der 2017 eröffnete Foodcourt in einer<br />

ehemaligen Buswartehalle vereint acht<br />

Gastronome unter einem Dach. Der Hunger<br />

auf Herzhaftes wird mit Tacos, Steaks,<br />

Pizza, vietnamesischem Streetfood oder isländischen<br />

Gerichten gestillt. Danach warten Eis, süße<br />

Teilchen und Kaffee aus einer städtischen Rösterei.<br />

Laugavegur 107, 105 Reykjavík<br />

T: +354 787 6200, hlemmurmatholl.is<br />

LOKI<br />

Das unscheinbare Lokal bietet einen Crashkurs in<br />

Sachen isländische Spezialitäten: allerlei Roggenbrot-Schnittchen<br />

mit Fisch, Lammsuppe u.v.m. Die<br />

wahren Highlights sind aber die Desserts, darunter<br />

Skyr und die Spezialität des Hauses: Roggenbroteis<br />

mit Schlagsahne. Aus der zweiten Etage hat man<br />

einen guten Blick auf die monumentale Hallgrímskirche<br />

gegenüber.<br />

Lokastígur 28, 101 Reykjavík<br />

T: +354 466 2828, loki.is<br />

BÆJARINS BEZTU PYLSUR<br />

Am Rand der Altstadt verspricht dieser Hotdog-Stand<br />

von 1937 »die besten Würstchen der Stadt«. Sein<br />

Kultstatus gibt ihm recht: Sogar Bill Clinton hat sich<br />

hier schon gestärkt. Landestypisches Lammfleisch<br />

verleiht den Würstchen ihren charakteristischen Geschmack.<br />

Inzwischen gibt es sechs weitere Filialen.<br />

Tryggvagata 1, 101 Reykjavík<br />

T: +354 511 1566, bbp.is<br />

MÓÐIR JÖRÐ<br />

Bei »Mutter Erde« ist der Name Programm: Zur Erntezeit<br />

im August und September wird mittags ein<br />

vegetarisches Büffet aus frischem Freilandgemüse<br />

aufgetischt. Die Zutaten kommen vom benachbarten<br />

Bauernhof Vallanes. Wer sich in die Landschaft von<br />

Ostisland verliebt hat, kann vor Ort auch übernachten.<br />

Das B&B bietet von April bis Oktober rustikale<br />

Zimmer mit Kulinarik an.<br />

Vallanes, 701 Egilsstaðir<br />

T: +354 471 1747, modirjord.is<br />

<<br />

Fotos: beigestellt<br />

152 falstaff aug <strong>2022</strong>


AMA<br />

MEHR WERTSCHÄTZUNG<br />

Weil das, was selbstverständlich scheint, eben nicht selbstverständlich ist:<br />

Lebensmittel sind wertvoll und sollten dementsprechende Wertschätzung erfahren.<br />

Die Rolling Stones müssen es nicht<br />

mehr tun. Placido Domingo<br />

muss es ebenso wenig. Auch der<br />

84-jährige Milchbauer Josef, der<br />

seinen Hof längst an die Tochter übergeben<br />

hat, bräuchte nicht mehr zu arbeiten. Sie, ja<br />

genau Sie, liebe Leserinnen und Leser.<br />

Sie kümmern sich zusätzlich zu Ihren<br />

Berufen ehrenamtlich um alte Menschen,<br />

trainieren eine Fußballmannschaft, oder<br />

engagieren sich anderweitig für die Gesellschaft.<br />

Und dann, nach einem anstrengenden<br />

Tag, tun Sie sich noch immer die Arbeit<br />

an, für Freunde ein gutes Abendessen vorzubereiten.<br />

Das ist auch nicht im Handumdrehen<br />

erledigt.<br />

Landwirtschaft arbeiten, tun, können wir<br />

nur tun, weil die Bäuerinnen und Bauern<br />

tagtäglich unsere Lebensmittel erzeugen.<br />

Dafür müssen wir nicht dankbar sein im<br />

Sinne von »Sag der netten Tante Danke für<br />

die Schokolade.« Aber wir sollten es wertschätzen.<br />

Wir sollten wertschätzen, was wir<br />

hierzulande haben, von welch hervorragender<br />

Qualität die Lebensmittel sind, die wir<br />

uns täglich mit gedankenloser Selbstverständlichkeit<br />

einverleiben. Wir sollten die<br />

Lebensmittel wertschätzen und die Leis-<br />

tung, die dahintersteht. Schon aus ganz<br />

eigenem Interesse sollten wir das tun. In<br />

den letzten 50 Jahren hat sich die Zahl der<br />

Landwirte in <strong>Österreich</strong> halbiert. Und jedes<br />

Jahr werden es noch weniger.<br />

Das Ticket für Herrn Domingo kostet<br />

Geld. Doch ohne eine entsprechende Wertschätzung<br />

seiner Leistung gäbe es kein<br />

Ticket zu kaufen. Lebensmittel kosten Geld.<br />

Doch was eigentlich zählt, ist der Wert.<br />

Genauer: Die Wertschätzung für Lebensmittel<br />

und für jene, die sie herstellen.<br />

ADVERTORIAL Fotos: © Netzwerk Kulinarik / wildbild.at; Shutterstock<br />

DIE WAHREN GRÜNDE<br />

Für sie alle, die Stones, ihre Familie,<br />

den alten Bauern und Sie,<br />

werte Leserschaft, gibt es einen<br />

entscheidenden Grund, diese Dinge<br />

mit Hingabe zu tun. Und in<br />

diesem Fall ist es, wenn auch aus<br />

ganz unterschiedlichen Gründen,<br />

nicht das Geld. Es ist die Wertschätzung,<br />

die andere dieser Arbeit entgegenbringen.<br />

Das gute Gefühl, etwas für die<br />

Gemeinschaft getan zu haben, anderen<br />

Freude zu bereiten oder ihnen nützlich zu<br />

sein. Das ehrliche Lob fürs gelungene<br />

Abendessen, der Jubel nach dem gewonnenen<br />

Spiel, der Applaus am Ende des Auftritts.<br />

Das entschädigt für so manche Frustration<br />

und für viele Rückschläge.<br />

Wer reich werden will, wird nicht Bäuerin<br />

oder Bauer. Landwirt ist ein Beruf mit einer<br />

Sieben-Tage-Woche, und jeden Tag wird von<br />

Sonnenauf- bis oft weit nach Sonnenuntergang<br />

gearbeitet. Landwirt ist ein Beruf, bei<br />

dem es keine zwei Wochen Urlaub im Sommer<br />

gibt und keine arbeitsfreien Feiertage.<br />

Ein Beruf mit viel Verantwortung für Pflanzen<br />

und Tiere, für Umwelt und die Mitmenschen.<br />

Und alles was wir, die wir nicht in der<br />

INFO<br />

Weitere Informationen unter<br />

amainfo.at<br />

aug <strong>2022</strong> falstaff 153


gourmet / ESSAY<br />

GUT GEHT ES<br />

DÄNEN …<br />

… und denen, denen Dänen nahestehen. Der alte Kalauer wird alle Jahre<br />

wieder mit der Liste der glücklichsten Nationen der Welt bestätigt. Autor<br />

und Gastrokritiker Severin Corti weiß aus eigener Erfahrung, warum die<br />

Dänen ganz offiziell am glücklichsten sind.<br />

Beschissenes Wetter, doppelt so<br />

viele Schweine wie Einwohner,<br />

dazu noch Fantasiepreise für<br />

alles vom Hotelzimmer bis zum<br />

kleinen Bier – von den notorisch<br />

hohen Steuern gar nicht zu reden: Man<br />

kann sich schon wundern, wie die Dänen es<br />

schaffen, alle Jahre wieder als glücklichstes<br />

Volk des Planeten gewertet zu werden.<br />

Auf den ersten Blick spricht wahrhaftig<br />

wenig dafür, den Nordfrauen und -männern<br />

irgendetwas neidig zu sein. Okay, sie haben<br />

die vielleicht aufregendsten Spitzenrestaurants<br />

des Planeten auch abseits der beiden Wunderbuden<br />

»Noma« und »Geranium« – aber<br />

sonst? So gut wie kein gastronomischer Mittelbau,<br />

nicht existente Landgasthäuser, auch<br />

keine Wochenmärkte mit Qualitätsviktualien<br />

für die Selbstversorgung. In Wahrheit gibt es<br />

verdammt viele Gründe, da oben trübsinnig<br />

zu werden, gerade in kulinarischer Hinsicht.<br />

Und dennoch sind die Wikinger auf eine<br />

Art mit sich und ihrem Schicksal im Reinen,<br />

die durchaus Anlass zum Nachdenken gibt.<br />

Wie das geht? Die Kultur ist da stets ein<br />

guter erster Anhaltspunkt.<br />

Dass sie die aufregendsten Netflix-Serien<br />

des Kontinents machen und auch bei klassischen<br />

Filmen international begehrtes Talent<br />

zum Storytelling beweisen, hat sich auch bei<br />

uns längst herumgesprochen. Auch, dass die<br />

Kultur des Wohnens und das Bewusstsein<br />

für qualitätsvolle Möbel seit Jahrhunderten<br />

Teil des Selbstverständnisses sind, wissen wir<br />

dank der globalen Designklassiker von Arne<br />

Jacobsen, Louis Poulsen, Poul Kjærholm<br />

oder Hans J. Wegner. Dass diese Ikonen der<br />

Moderne in den Wohnungen und Häusern<br />

ganz Dänemarks ebenso selbstverständlich<br />

Teil der Einrichtung sind wie in unseren<br />

Breiten das »Billy«-Regal einer etwas<br />

anderen skandinavischen Möbelmanufaktur,<br />

wissen wir schon weniger.<br />

Sogar dänische Ämter, kommunale Kindergärten,<br />

Schulen und Bibliotheken sind<br />

ganz selbstverständlich – und bis ins kleinste<br />

Provinznest – mit Ikonen des nordischen<br />

Designs möbliert. Natürlich, weil diese<br />

Möbel Teil des nationalen Selbstverständnisses<br />

sind. Aber auch, weil gewisse Standards<br />

an die Qualität des öffentlichen Raums im<br />

Heimatland von Hygge und Design eben<br />

nicht unterschritten werden. Dass es glücklich<br />

macht, in einer wirklich schönen Schule<br />

zu lernen, in einem wirklich schönen Standesamt<br />

zu heiraten – oder auch nur in einer<br />

wirklich gut gemachten Polizeistation sein<br />

Organstrafmandat zu beeinspruchen,<br />

können sich unsereins von Amts wegen zu<br />

Billigmöblage Verurteilte nur vorstellen.<br />

Foto: John Gay / Mary Evans / picturedesk.com, Johannes Kernmayer<br />

154 falstaff aug <strong>2022</strong>


SEVERIN CORTI<br />

ist zweifelsohne einer der<br />

profiliertesten Gastro-<br />

Kritiker und Gourmet-<br />

Journalisten des Landes.<br />

In seinem »Küchenzettel«<br />

(S. 184) beschreibt der<br />

Autor in jeder <strong>Falstaff</strong>-<br />

Ausgabe Gerichte mit<br />

Geschichte – Rezept<br />

inklusive.<br />

Spitzbergen-Linie<br />

Designqualität im öffentlichen Raum schön<br />

und gut: Irgendwo müssen die ganzen Horrorsteuern,<br />

die da oben angeblich fällig werden,<br />

ja hininvestiert werden. Aber wie soll<br />

sich die ein Durchschnittsdäne leisten können?<br />

Das Durchschnittsgehalt kann dafür<br />

wertvolle Hinweise geben. Während es in<br />

unseren Breiten als gottgegeben hingenommen<br />

wird, dass Schlüsselarbeitskräfte der<br />

entwickelten Gesellschaft wie Krankenschwestern,<br />

Pflegepersonal, Kindergärtner,<br />

Supermarktkassiererinnen und andere »klassische<br />

Frauenjobs« nun einmal, leider, leider<br />

nicht einmal ansatzweise anständig bezahlt<br />

werden, schätzen die Dänen eine diametral<br />

andere Sicht der Dinge: Wer ordentlich<br />

arbeitet, muss ordentlich bezahlt werden.<br />

Die Supermarktkassiererin geht deshalb bald<br />

einmal mit 3000 Euro nach Hause, die<br />

Krankenschwester sowieso. Wäre ja noch<br />

schöner: Arbeit machen, die sich sonst<br />

keiner antun will – und dann im ewigen<br />

Nord-Winter nicht einmal nach Thailand<br />

entfliehen dürfen? Sicher nicht.<br />

LIEBEND GERNE<br />

STEUERN ZAHLEN<br />

Solche Wertschätzung macht glücklich, und<br />

zwar ein Leben lang. Ordentliche Gehälter,<br />

gerade auch im öffentlichen Dienst und der<br />

kommunalen Verwaltung, kosten natürlich.<br />

DIE DÄNEN HABEN<br />

WIRKLICH VIELE<br />

GRÜNDE, SICH<br />

GEGENSEITIG ZU<br />

IHREM GLÜCK ZU<br />

GRATULIEREN.<br />

Für diese Kosten kommen die Dänen aber<br />

sehr gerne auf. Steuern zahlen gilt im hohen<br />

Norden nicht als lästige Pflicht, die man im<br />

Zweifel lieber den anderen überlässt – und,<br />

wie in unseren Breiten üblich, vorzugsweise<br />

jenen, die es sich nicht richten können. Die<br />

hohe Steuerlast gilt vielmehr allen als<br />

Garant für die Sicherung des einzigartig<br />

hohen Lebensstandards, und damit als<br />

Fundament des Glücks.<br />

Apropos Frauen: Im Land der Wikinger<br />

ist die Stellung der hierorts immer noch<br />

gerne als »schwaches Geschlecht« niedergehaltenen<br />

Weiblichkeit seit Urzeiten eine<br />

extrem starke. Die gläserne Decke mag im<br />

Rest Europas grausame Realität sein – in<br />

Dänemark ist sie ein Fremdwort. Schon zu<br />

der Zeit, als die Männer mit den behörnten<br />

Helmen ganz Europa und den Rest der Welt<br />

mit ihren Raubzügen und Eroberungen in<br />

Angst und Schrecken versetzten, waren die<br />

eigentlich Mächtigen jene, die zuhause bleiben<br />

durften: Die Frauen der Wikinger hatten<br />

ganz eindeutig die Hosen an – ihnen<br />

mussten all die Schätze und Preziosen, das<br />

Gold und die Gewürze zur Verwaltung und<br />

Verwahrung ausgehändigt werden, die auf<br />

den Plünderfahrten mittels wildem Gebrüll<br />

und grundsätzlicher Angstbefreitheit erbeutet<br />

worden waren. Daheim hatten die Frauen<br />

das Sagen. Dass sich das bis heute erhalten<br />

hat, zeigt die Tradition weiblicher Staatenlenker<br />

von Königin Margrethe und<br />

Premierministerin Mette Frederiksen –<br />

Birgitte Nyborg aus der Kultserie »Borgen«<br />

hat jede Menge Vorbilder im echten Leben.<br />

Wie lässt sich eine so starke Identität und<br />

Gemeinsamkeit im Staatsganzen aufrecht<br />

erhalten? Eine lange Tradition, im Zweifel<br />

auf der richtigen Seite der Geschichte zu<br />

stehen, hilft bei der Ausformung eines<br />

gesunden Patriotismus ebenso wie ein starker<br />

sozialer Impetus, auf dem Weg in die<br />

Zukunft möglichst niemanden zurückzulassen.<br />

Dass die geografische Lage und damit<br />

einhergehend die meteorologische Situation<br />

ebenso wie eine über Jahrhunderte dezidiert<br />

protestantische Herangehensweise an den<br />

leiblichen Genuss nicht eben zu großer<br />

Anziehungskraft für Migranten geführt hat,<br />

half bei der Ausformung einer sehr homogenen<br />

Gesellschaft, die mit sich im Reinen<br />

ist. Das hat sich erst vor wenigen Jahren mit<br />

den großen Flüchtlingswellen geändert, als<br />

die Sozialleistungen des Königreichs für<br />

er heblichen Zustrom sorgten – und zu<br />

durchaus unschönen Bemühungen, das<br />

Glück der Dänen auch fürderhin nur solchen<br />

zukommen zu lassen, die auch tatsächlich im<br />

Königreich geboren wurden. Das ist der<br />

Preis des Glücks in einem so homogen von<br />

nur einer Volksgruppe bewohnten Reich: Für<br />

Einflüsse oder gar Zuzug von außen ist man<br />

nur sehr eingeschränkt aufnahmefähig.<br />

<<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

155


gourmet / REZEPTE<br />

<strong>Falstaff</strong> Rezept-Newsletter -<br />

Rezeptideen kostenlos<br />

via E-Mail erhalten:<br />

go.falstaff.com/rezept-newsletter<br />

156 falstaff aug <strong>2022</strong>


Lokal, regional und saisonal –<br />

das sind die Eckpfeiler der<br />

neuen nordischen Küche.<br />

Einfache, unverfälschte<br />

Produkte bester Qualität<br />

vereinen sich zu wahren<br />

Geschmacksexplosionen.<br />

Drei Top-Köche haben für uns<br />

die Essenz des Nordens auf<br />

den Teller gebracht.<br />

PURER<br />

FOTOS LENA STAAL<br />

KONZEPT & PRODUKTION ISABELLA HUBER &<br />

ANTON-GEORG KIENER<br />

FOODSTYLIST GITTE JAKOBSEN<br />

GENUSS<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

157


gourmet / REZEPTE<br />

158 falstaff aug <strong>2022</strong>


DÄNISCHE HOT DOG-INTERPRETATION<br />

(FÜR 5 – 10 MINI-HOTDOGS)<br />

Den ersten Pølsevogn (Hot Dog-Stand) sah man im Jahr 1921 auf Kopenhagens<br />

Straßen. Heute ist das beliebte Streetfood längst fester Bestandteil der dänischen Kultur.<br />

Unsere fleischlose Interpretation lässt die Geschmacksknospen nicht minder tanzen.<br />

Foto: Yannik Steer<br />

ZUTATEN FÜR DIE BAO BUNS<br />

100 ml Wasser<br />

25 ml Milch (oder Kokosmilch)<br />

250 g Mehl<br />

1 EL Öl<br />

1 TL Zucker<br />

8 g frischer Germ<br />

½ TL Backpulver<br />

½ TL Reisessig<br />

ZUBEREITUNG DER BAO BUNS<br />

– Alle Zutaten zu einem glatten Teig mischen und<br />

30 – 60 Minuten gehen lassen (bis sich der Teig<br />

verdoppelt hat).<br />

– Danach 50 – 80-Gramm-Bällchen abwiegen und<br />

diese jeweils zu einer Wurst formen.<br />

– Auf einem Blech mit Backpapier mit Folie zugedeckt<br />

nochmals 30 – 60 Minuten rasten lassen.<br />

– Bei 85°C und Dampf acht bis zehn Minuten mit<br />

Folie abgedeckt dämpfen. Am besten funktioniert<br />

das im Dampfgarer. Beim Backofen zusätzlich<br />

eine Form mit reichlich Wasser hineinstellen.<br />

ZUTATEN FÜR DIE SHIO KOJI KAROTTEN<br />

10 junge Karotten<br />

Sonnenblumen- oder Rapsöl<br />

ZUBEREITUNG DER SHIO KOJI KAROTTEN<br />

– Die Karotten schälen und bissfest kochen.<br />

– Dann die Karotten in Shio Koji 12 bis 24 Stunden<br />

einlegen. (Shio Koji ist z.B. bei Augora Fermente<br />

erhältlich.)<br />

– Danach die Karotten im Öl bei 180 °C frittieren.<br />

SHIO KOJI SELBST MACHEN<br />

500 g frischer Koji (erhältlich bei Augora Fermente)<br />

500 g Wasser<br />

50 g Salz<br />

1 Rex-Glas<br />

– Alle Zutaten in einen Mixer geben, durchmixen<br />

und 7 Tage in einem Rex Glas mit einem Käsetuch<br />

abgedeckt fermentieren.<br />

– Täglich 1 – 2-mal umrühren.<br />

ZUTATEN FÜR DIE SCHNELLEN ESSIGGURKEN<br />

1 Salatgurke<br />

3 EL Senfkaviar<br />

2 EL Weißweinessig<br />

½ Zitrone, nur der Saft<br />

1 TL Zucker<br />

½ TL Salz<br />

ZUBEREITUNG DER SCHNELLEN ESSIGGURKEN<br />

– Die Gurke waschen und in 2 mm dicke Scheiben<br />

schneiden.<br />

– Gemeinsam mit allen anderen Zutaten in ein<br />

verschraubbares Glas geben, verschließen und<br />

30 Sekunden fest schütteln.<br />

– Danach probieren und gegebenenfalls nachsalzen.<br />

ZUTATEN FÜR DEN SENFKAVIAR<br />

180 ml Weißweinessig<br />

1 Zitrone<br />

80 ml Wasser<br />

50 g Zucker<br />

5 g Salz<br />

130 g Senfkörner, gelb<br />

Wasser<br />

ZUBEREITUNG DES SENFKAVIARS<br />

– Zuerst wird die Marinade vorbereitet. Dazu den<br />

Weißweinessig, den Saft der Zitrone, das<br />

Wasser, den Zucker und das Salz in ein Gefäß<br />

geben und verrühren, bis sich der Zucker und<br />

das Salz vollständig aufgelöst haben. Das kann<br />

ein wenig dauern.<br />

– In der Zwischenzeit die Senfkörner in einen Topf<br />

geben und mit Wasser übergießen.<br />

– Diese dann fünf Minuten sprudelnd kochen.<br />

– Danach die Körner abseihen, erneut mit frischem<br />

Wasser übergießen und ein weiteres Mal kochen.<br />

Rezept von Johannes Schartner, Restaurant<br />

»Das Kraus«, Wien, <strong>Österreich</strong><br />

Mit dem »Kraus« bringt Johannes Schartner<br />

»Casual Fine Dining« und einen Ort für zwanglose<br />

passionierte Gastronomie in die Leopoldstadt. Der<br />

junge Salzburger machte zuvor in der »Frau<br />

Bernhard« und davor im »Hotel Schartner« von sich<br />

reden. Der Fokus seiner Küche liegt ganz klar auf<br />

Internationalität. Bei den Produkten wird gerne auf<br />

Regionales von kleinen landwirtschaftlichen Betrieben<br />

aus dem Wiener Umland gesetzt.<br />

– Diesen Vorgang vier bis fünf Mal wiederholen, um<br />

die Bitterstoffe aus den Senfkörnern zu bekommen<br />

und sie weich werden zu lassen.<br />

– Anschließend die weich gekochten Senfkörner in<br />

saubere Gläser geben und mit der Marinade<br />

übergießen.<br />

– Die Gläser verschließen und im Kühlschrank<br />

aufbewahren.<br />

ZUTATEN FÜR DIE DIJONNAISE<br />

3 Eigelb<br />

5 TL Dijonsenf<br />

1 Bio-Zitrone<br />

1 TL Meersalz, grob<br />

weißer Pfeffer<br />

50 ml Olivenöl<br />

250 ml Sonnenblumenöl<br />

ZUBEREITUNG DER DIJONNAISE<br />

– Das Eigelb, den Senf, den Abrieb und den Saft<br />

der Zitrone, das Salz und den Pfeffer in eine<br />

Schüssel geben und verrühren.<br />

– Ganz langsam das Öl hinzufügen, bis eine<br />

Mayonnaise entsteht.<br />

– Gegebenenfalls noch abschmecken.<br />

ZUTATEN FÜR DIE RÖSTSCHALOTTEN<br />

3 – 4 Schalotten<br />

Mehl<br />

ZUBEREITUNG DER RÖSTSCHALOTTEN<br />

– Zunächst die Schalotten schälen und fein<br />

schneiden.<br />

– Die Schalotten in Mehl wälzen und anschließend<br />

frittieren. Darauf achten, dass sie nicht zu dunkel<br />

werden.<br />

– Um die Zwiebeln sehr knusprig zu bekommen,<br />

können sie zusätzlich noch dehydriert werden.<br />

Entweder in einem Dörrautomaten bei 40°C oder<br />

im Haushaltsofen mit einem Kochlöffel in der<br />

Tür, sodass die Feuchtigkeit entweichen kann und<br />

nicht zu viel Hitze entsteht.<br />

ANRICHTEN<br />

Zuerst die Dijonnaise in den Bun füllen. Danach die<br />

Karotte hinzufügen und mit den Essiggurken, dem<br />

Senfkaviar und den Röstschalotten garnieren.<br />

FALSTAFF-WEINEMPFEHLUNG<br />

2020 Kolfok Querschnitt Weiss, Kolfok,<br />

Burgenland, <strong>Österreich</strong><br />

Die leichtgewichtige und doch saftig-würzige<br />

Weißweinkreation stammt von Stefan<br />

Wellanschitz, der einen spontan vergorenen<br />

Grünen Veltliner mit etwas Chardonnay zu einem<br />

lebendigen Speisenbegleiter vermählt.<br />

zankls.at, € 16,50<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

159


gourmet / REZEPTE<br />

LAMMBAUCH<br />

mit Kräutermayonnaise, Brezelchips und Blüten<br />

(FÜR 4 PERSONEN)<br />

Zartes Lammfleisch in allen möglichen Variationen ist aus der nordischen Küche<br />

nicht wegzudenken. Dank seines Reichtums an Eiweiß, Vitaminen, Eisen<br />

sowie des geringen Fettanteils, kann man es unbeschwert genießen. Der milde<br />

Geschmack macht Lammfleisch zu einer wahren Delikatesse.<br />

ZUTATEN FÜR DEN LAMMBAUCH<br />

1 kg Lammbauch<br />

Salz, Pfeffer<br />

4 Zweige Thymian<br />

Etwas neutrales Öl (z.B. Sonnenblumenöl)<br />

ZUBEREITUNG DES LAMMBAUCHS<br />

– Zuerst den Lammbauch zuputzen und mit Salz<br />

und Pfeffer würzen.<br />

– Danach den Lammbauch zusammen mit dem<br />

Thymian und etwas neutralem Öl vakuumieren.<br />

– Das Ganze im Wasserbad bei 80°C für etwa<br />

24 Stunden garen.<br />

– Nach dem Garen aus dem Wasserbad nehmen,<br />

mit einem Topf beschweren und auskühlen lassen.<br />

– Den Lammbauch in Riegel von ca. 7 cm x 3 cm<br />

Größe schneiden.<br />

ZUTATEN FÜR DIE KRÄUTERMAYONNAISE<br />

Je 1 Bund, Kerbel, Schnittlauch, Petersilie<br />

½ Bund Estragon<br />

1 Liter Traubenkernöl<br />

100 ml Sojamilch<br />

Salz, Pfeffer, Cayenne<br />

1 Zitrone<br />

ZUBEREITUNG DER KRÄUTERMAYONNAISE<br />

– Den Kerbel, den Estragon, den Schnittlauch und<br />

die Petersilie waschen und gut trocknen lassen.<br />

– Die Kräuter zusammen mit dem Traubenkernöl<br />

im Thermomix bei 60°C für 20 Minuten mixen.<br />

– Danach passieren.<br />

– Jetzt 200 ml von dem Kräuteröl mit der Sojamilch<br />

zur Mayonnaise mixen.<br />

– Anschließend mit dem Salz, dem Pfeffer, dem<br />

Cayenne sowie dem Zitronensaft und dem Abrieb<br />

abschmecken.<br />

– Beiseite stellen.<br />

ZUTATEN FÜR DIE BREZELCHIPS<br />

2 Zwiebeln<br />

1 EL Honig<br />

1 EL Knoblauchpulver<br />

Rezept von Kevin Bürmann, Restaurant<br />

»haebel«, Hamburg, Deutschland<br />

Seit über zwölf Jahren begeistert das kleine<br />

Restaurant in Hamburg mit regionalen Produkten<br />

und einem besonders intimen Restauranterlebnis.<br />

Nach Stationen bei Dieter Müller, dem Münchner<br />

»Les Deux« und dem Zürcher »Mesa« ist Kevin<br />

Bürmann seit März 2020 im »haebel« mit dabei<br />

und seit August desselben Jahres Headchef. Der<br />

nachhaltige Umgang mit Ressourcen ist ihm bei<br />

seiner Tätigkeit besonders wichtig.<br />

20 ml Öl (z.B. Sonnenblumenöl)<br />

2 Stück Laugenstangen<br />

ZUBEREITUNG DER BREZELCHIPS<br />

– Die Zwiebeln in Streifen schneiden und<br />

anschließend anschwitzen.<br />

– Nun den Honig und das Knoblauchpulver<br />

dazugeben.<br />

– Mit dem Öl auffüllen und leicht simmern lassen.<br />

– Die Laugenstangen im Tiefkühler kurz anfrieren<br />

und in dünne Scheiben schneiden.<br />

– Die Stangen mit dem Zwiebelknoblauchöl bestreichen<br />

bzw. marinieren und anschließen bei<br />

160 °C für zehn bis zwölf Minuten backen.<br />

– Beiseite stellen.<br />

ZUTATEN FÜR DAS ANRICHTEN<br />

Kräuter und Blüten divers<br />

ANRICHTEN<br />

Die Kräuter und die Blüten von eventuellen<br />

Verunreinigungen befreien.<br />

Die Lammbauchriegel auf der Hautseite kross<br />

anbraten und die Mayonnaise darauf verteilen.<br />

Mit den Kräutern, den Chips und den Blüten<br />

ausdekorieren.<br />

FALSTAFF-WEINEMPFEHLUNG<br />

RosaMati Rosato di Toscana IGT 2021,<br />

Fattoria Le Pupille, Toskana, Italien<br />

Helles Rosa mit leuchtenden Reflexen, so<br />

präsentiert sich der RosaMati im Glas. In der<br />

Nase klare Noten von Blutorange, Walderdbeeren<br />

und ein Hauch von Oregano. Am Gaumen<br />

elegant und ausgewogen, leichte Würze und<br />

ansprechende Länge, angenehm ausbalanciert<br />

und trinkig. fattorialepupille.it, € 11,90<br />

160 falstaff aug <strong>2022</strong>


Foto: @wimjansen<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

161


gourmet / REZEPTE<br />

162 falstaff aug <strong>2022</strong>


SCHWEDISCHE ROSETTENWAFFELN<br />

mit Flusskrebsen<br />

(FÜR 4 – 6 PERSONEN)<br />

Tradtitionell werden Rosettenwaffeln in Schweden und Norwegen gerne zur<br />

Weihnachtszeit gebacken. Schmecken tun sie aber natürlich das ganze Jahr<br />

über. Unsere pikante Variante mit Flusskrebsen ist ein echter Hingucker und<br />

bringt nordische Leichtigkeit auf den Teller.<br />

Foto: Alexander Jakob<br />

ZUTATEN FÜR DIE FLUSSKREBSE<br />

250 g frische Flusskrebsschwänze<br />

(oder Crevetten)<br />

500 g Wasser<br />

10 g Salz<br />

15 g Dill<br />

10 g Kronendill<br />

10 g Zucker<br />

ZUBEREITUNG DER FLUSSKREBSE<br />

– Zuerst den Kopf und den Darm der Flusskrebse<br />

entfernen.<br />

– Nun das Wasser, das Salz, den Dill, den Kronendill<br />

und den Zucker in einem Topf vermengen<br />

und alles zum Kochen bringen.<br />

– Die Flusskrebse für 30 – 40 Sekunden in der<br />

Lake kochen.<br />

– Dann die Flusskrebse im Eisbad herunterkühlen<br />

und die Schalen der Krebse entfernen.<br />

– Die Lake abkühlen lassen, die Flusskrebse in<br />

die Lake legen und alles gut verschlossen im<br />

Kühlschrank lagern.<br />

ZUTATEN FÜR DIE WAFFELN<br />

55 g Eier (ca. 1 kleines Demeter-Ei)<br />

15 g Puderzucker<br />

50 g Rahm<br />

15 g Zitronensaft<br />

Zitronenzesten<br />

95 g Weizenmehl (00)<br />

30 g Kartoffelmehl<br />

35 g Mandelmehl<br />

100 g Milch<br />

2 g Fleur de sel<br />

1 Liter neutrales Öl<br />

ZUBEREITUNG DER WAFFELN<br />

– In einer KitchenAid das Ei, den Zucker und<br />

den Rahm gut miteinander vermengen.<br />

– Die Zitronenzesten und den Zitronensaft<br />

hinzufügen.<br />

– Nun das Weizenmehl, das Kartoffelmehl und<br />

das Mandelmehl mischen.<br />

– Die Mehlmischung abwechselnd mit der Milch<br />

zur Masse hinzufügen.<br />

– Nun das Salz hinzugeben.<br />

– Das Rosettenwaffeleisen in einem Liter neutralem<br />

Öl auf 170 °C erwärmen.<br />

– Jetzt das Waffeleisen in den Teig tunken und<br />

dann zurück in das Öl geben.<br />

– So die Waffeln nacheinander jeweils für ca. eine<br />

Minute frittieren. Wenn kein Rosettenwaffeleisen<br />

vorhanden ist, kann man auch ein normales<br />

Waffeleisen benutzen. Das Rezept funktioniert<br />

auch gut mit Toast statt Waffeln.<br />

ZUTATEN FÜR DEN GURKENSALAT<br />

10 g Salz<br />

20 g Apfelessig<br />

Rezept von David Heimer, Restaurant<br />

»Josef«, Zürich, Schweiz<br />

Das Szene-Lokal »Josef« in Zürich ist längst Kult.<br />

David Heimer, aufgewachsen in Karlstad in<br />

Schweden, bringt dort seit 2020 als Küchenchef<br />

nordisches Flair auf die Teller der Gäste. Zuvor war<br />

er u.a. bei Kultkoch Magnus Nilsson im »Fäviken«<br />

und im »Wermut« im Riffraff-Kino, ebenfalls in<br />

Zürich, tätig. Kochen über offenem Feuer oder das<br />

Fermentieren gehören zu den elementaren<br />

Aspekten von Heimers Küche.<br />

30 g Wasser<br />

15 g Zucker<br />

5 g Petersilie<br />

250 g Gurken<br />

ZUBEREITUNG DES GURKENSALATS<br />

– Zuerst das Salz, den Essig, das Wasser, den<br />

Zucker und die Petersilie vermengen.<br />

– Das Ganze für eine Minute mixen und das<br />

Dressing danach durch ein Sieb passieren.<br />

– Die Gurke in dünne Scheiben schneiden und mit<br />

dem Dressing für drei bis sechs Stunden oder<br />

über Nacht marinieren.<br />

ZUTATEN FÜR DIE CRÉME<br />

150 g Crème Fraîche<br />

40 g Zitronenöl<br />

15 g Flusskrebslake<br />

2 g Salz<br />

ZUBEREITUNG DER CRÉME<br />

– Die Crème Fraîche, das Zitronenöl, die Flusskrebslake<br />

und das Salz mischen und die Masse<br />

in einen Spritzbeutel füllen.<br />

ZUTATEN FÜR DAS ANRICHTEN<br />

Fencheldill, Forellenrogen<br />

ANRICHTEN<br />

Die frisch gebackenen Waffeln mit der Crème<br />

füllen und die Flusskrebse darüber platzieren.<br />

Als Dekoration eignet sich Fencheldill und Forellenrogen.<br />

Serviert wird die Waffel auf einem Beet von<br />

Gurkensalat.<br />

FALSTAFF-WEINEMPFEHLUNG<br />

2017 Blanc de Noir Extra Brut<br />

Tom Litwan, Aargau, Schweiz<br />

Helle lachsrosa Farbe. In der Nase reif wirkend<br />

mit Noten von weißen Blüten, Agrumen, Nougat<br />

sowie Mandeln. Am Gaumen von schöner Fülle<br />

mit feiner, aber präsenter Perlage, reifer Säure<br />

und mittellangem Nachhall auf rauchige Würzund<br />

Reifenoten.<br />

studiowino.ch, ca. € 40,–<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

163


gourmet / OPERAKÄLLAREN<br />

ZEIT FÜR EINEN<br />

NEUEN AKT<br />

Der »Opernkeller« in der schwedischen Hauptstadt<br />

Stockholm zählt zu den besten und traditionsreichsten<br />

Restaurants des Landes. Mit dem jungen Küchenchef<br />

Viktor Westerlind ist kürzlich eine angenehme Dosis<br />

Moderne eingezogen.<br />

TEXT LISA ARNOLD<br />

Frischer Wind in alten Gemäuern:<br />

Im renommierten Restaurant des<br />

Opernhauses kocht jetzt ein junger<br />

Schwede. Bestimmte Traditionen<br />

werden weiterhin gepflegt.<br />

Foto: Beatrice Graalheim<br />

164 falstaff aug <strong>2022</strong>


RESTAURANT-<br />

LEGENDEN<br />

TEIL 6<br />

Alle Teile der Serie unter<br />

go.falstaff.com/<br />

restaurant-legenden<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

165


gourmet / OPERAKÄLLAREN<br />

Holzvertäfelung, Reliefs,<br />

Kronleuchter und sinnliche<br />

Wandgemälde: Im<br />

Speisesaal von 1895 isst<br />

das Auge definitiv mit.<br />

Blühende Beete, grüne Alleen,<br />

Springbrunnen, übergroße<br />

Schachspiele und gläserne<br />

Esslokale mit Plätzen im Freien:<br />

Im Kungsträdgården – dem<br />

»Garten des Königs« – kann man sich im<br />

Sommer herrlich die Zeit vertreiben. Dann<br />

verwandelt sich der Park in eine Art<br />

Wohnzimmer für Stockholmer und<br />

Urlauber, die auf dem Spaziergang zwischen<br />

der Altstadt und der shoppingfreundlichen<br />

City im Schatten von Kirschbäumen<br />

innehalten können. Am Südende des fast<br />

400-jährigen Lustgartens türmt sich die<br />

schwedische Staatsoper mit ihren über<br />

tausend Räumen auf. Einer der schönsten<br />

davon ist der Speisesaal des angesehenen<br />

Restaurants »Operakällaren«.<br />

Stockholm verdankt sein Opernhaus dem<br />

feingeistigen König Gustav III. (1746–<br />

1792), der 1787 auch die erste Gaststätte<br />

einrichten ließ. Sie lag buchstäblich<br />

im Keller und bestand aus einfachen<br />

Holztischen. Kurz darauf fiel der Regent<br />

– Ironie des Schicksals – bei einem<br />

Maskenball in »seinem« Schauspielhaus<br />

einem Attentat zum Opfer, und<br />

ALS HOFLIEFERANT<br />

BEWIRTET DER<br />

›OPERAKÄLLAREN‹<br />

STAATSBESUCHE UND<br />

EMPFÄNGT AUCH<br />

REGELMÄSSIG DAS<br />

KÖNIGSPAAR.<br />

Zutaten aus Schweden und Nordeuropa<br />

spielen im Verkostungsmenü die Hauptrolle.<br />

dieses Ereignis diente wiederum als Vorlage<br />

für Verdis Oper »Un ballo in maschera«.<br />

Obwohl Stockholm also vielleicht keine internationale<br />

Kulturdestination wie London,<br />

Wien und Mailand ist, birgt zumindest die<br />

Oper einige saftige Anekdoten.<br />

SPEISEN WIE EIN<br />

KLEINER KÖNIG<br />

Seit der Renovierung und Wiedereröffnung<br />

des (mittlerweile ebenerdigen) Restaurants<br />

im Jahr 1961 bietet sie außerdem Kulinarik<br />

von Weltklasse. Den Grundstein legte einst<br />

der gebürtige Schweizer Werner Vögeli<br />

(1930 – 2007). 1996 übernahm Stefano<br />

Catenacci die Leitung in der Küche und<br />

verhalf dem »Operakällaren« zu seinem<br />

ersten Stern im »Guide Michelin«. Im<br />

August 2021 ging der Staffelstab an den<br />

jetzt 39-jährigen Viktor Westerlind.<br />

»Meine Vorgänger waren hier 35 bzw.<br />

25 Jahre tätig. Es ist also ein Ort, an<br />

dem man alt werden kann«, sagt er.<br />

Für seine »Ära« hat er einiges vor:<br />

Vor allem möchte er das Restaurant<br />

einem internationaleren und breiteren<br />

Publikum zugänglich machen. Erste<br />

Fotos: Samuel Unéus, beigestellt<br />

166 falstaff aug <strong>2022</strong>


Meilensteine wurden schon erreicht: »Ein<br />

ausgebuchtes Restaurant und ein neues<br />

Produkt: Das Menü dauert jetzt nicht mehr<br />

fünf, sechs Stunden, sondern drei bis vier.«<br />

Außerdem gibt es Gerichte à la carte, um<br />

die Hemmschwelle für neue, jüngere Gäste<br />

niedriger zu legen.<br />

Dass dieses zweigleisige Konzept die<br />

Dinge komplizierter gestaltet, nimmt Westerlind<br />

in Kauf – obwohl er ohnehin genug<br />

zu tun hätte. »Operakällaren« ist nämlich<br />

auch königlicher Hoflieferant und sorgt<br />

für die Bewirtung bei etwa acht Staatsbesuchen<br />

jährlich. »König Carl XVI. Gustaf und<br />

Königin Silvia kennen sich mit Essen gut<br />

aus«, sagt er. »Jedes Jahr kommen sie ein-,<br />

zweimal in den ›Operakällaren‹.«<br />

VORHANG AUF FÜR<br />

NORDISCHE AROMEN<br />

Der gebürtige Stockholmer hat die meisten<br />

Stationen seiner bisherigen Karriere in der<br />

schwedischen Hauptstadt absolviert. Unter<br />

anderem kochte er sechs Jahre lang im<br />

»Frantzén«, Schwedens Ausnahmelokal mit<br />

drei Sternen. Außerdem war er dabei, als<br />

»Bocuse d’Or Europe«-Gewinner Tommy<br />

Myllymäki sein Restaurant »Aira« eröffnete.<br />

Die Treue zur Heimat hat Westerlind ein<br />

solides Netzwerk an Lieferanten hochwertiger<br />

Zutaten eingebracht. Auf seiner<br />

Einkaufsliste stehen schwedische Erzeugnisse<br />

der Saison an erster Stelle – seien es<br />

Makrelen von der Westküste oder Eier<br />

und Hühnchen aus dem südschwedischen<br />

Schonen. »Als Küchenchef und Hoflieferant<br />

habe ich die Aufgabe, zu zeigen und immer<br />

wieder neu zu erfinden, was mit heimischen<br />

Zutaten möglich ist«, sagt er. Ergänzt wird<br />

mit Spezialitäten aus dem Rest Nordeuropas<br />

(Stichwort Seeteufel aus Island, aber<br />

lieber nicht googeln!) und handverlesenen<br />

Akzenten aus aller Welt.<br />

Das Restaurant bietet ein Verkostungsmenü<br />

in zwei Varianten: das »Opernmenü«<br />

mit sechs Gängen und das »Grand Menu«<br />

mit acht. Manche Gänge bestehen aus mehreren<br />

Portionen, unter anderem die passend<br />

benannte »Ouvertüre«: einfallsreiche<br />

Canapés, ein Tartar mit Kaviar in Anlehnung<br />

an Tore Wretmans traditionsreiches<br />

»Tigerbiff« sowie die Eispezialität, die als<br />

Signature Dish durchgeht. Jedes Menü<br />

beinhaltet nämlich eine Kreation, die in<br />

»Als Küchenchef muss man ein bisschen<br />

Renaissance-Mensch sein und bei allen Gerichten<br />

seine Finger im Spiel haben«, so Viktor Westerlind.<br />

MEHR ALS ZWEI<br />

GERICHTE MIT<br />

HISTORISCHER<br />

VERANKERUNG SOLL ES<br />

NICHT GEBEN: »DER<br />

›OPERAKÄLLAREN‹ IST<br />

KEIN MUSEUM.«<br />

Das Opernhaus liegt mitten<br />

im Zentrum von Stockholm<br />

am Wasserlauf Norrström,<br />

wo der See Mälaren in die<br />

Ostsee übergeht.<br />

einer Eierschale gereicht wird und Ei als<br />

Grundzutat hat, während die restlichen<br />

Aromen je nach Jahreszeit variieren.<br />

Das aufregendste Gericht des großen<br />

Menüs ist die Gänseleberterrine auf knusprigen<br />

Pistazien, umgeben von flambierter<br />

Ananas. Das Spiel mit dem Feuer findet an<br />

jedem einzelnen Tisch statt. Auch dieser<br />

Gang ist eine Hommage an Westerlinds<br />

Vorgänger. Mehr als zwei Gerichte mit<br />

historischer Verankerung soll es aber nicht<br />

geben, denn »der ›Operakällaren‹ ist kein<br />

Museum.«<br />

Und mit dem Dessert fängt Westerlind<br />

den schwedischen Sommer makellos ein:<br />

Das cremige Vanilleeis harmoniert mit<br />

pochiertem Rhabarber und einem Sorbet<br />

aus Waldsauerklee und wilder Kamille.<br />

Dazu fließt eine Sauvignon-Blanc-Beerenauslese<br />

vom südsteirischen »Sattlerhof« –<br />

übrigens der zweite <strong>Österreich</strong>er in der<br />

Weinbegleitung. Wer auf Alkohol verzichtet,<br />

kann sich stattdessen auf einen wohl<br />

kuratierten Reigen aus hausgemachten<br />

Säften freuen.<br />

EINMALIGE LOCATION<br />

Das Team des »Operakällaren« hält einen<br />

angenehmen Takt und serviert die Gänge<br />

ohne ausgedehnte Pausen in einer<br />

<<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

167


gourmet / OPERAKÄLLAREN<br />

Das Verkostungsmenü beginnt<br />

auf der verglasten Veranda mit<br />

Blick auf das Schloss. Die<br />

Canapés (re.) bilden den<br />

vielversprechenden Auftakt.<br />

ZU GAST IN<br />

DER OPER<br />

<<br />

leichtfüßigen<br />

Choreografie.<br />

Trotzdem bleibt Zeit<br />

zum Bewundern der<br />

einzigartigen Lokalität.<br />

Im denkmalgeschützten<br />

Speisesaal stammt die<br />

Einrichtung von 1895. Man<br />

speist unter einer Kassettendecke mit<br />

Kronleuchtern, umgeben von Eichenvertäfelung<br />

und geschnitzten Reliefs, die alle<br />

erdenklichen Zutaten abbilden. Die Wandgemälde<br />

mit leicht bekleideten Damen und<br />

sinnlichen Faunen erregten damals einen<br />

mächtigen Skandal.<br />

Im Vergleich mit jüngeren, gehypten<br />

Spitzenlokalen kann der elegante Speisesaal<br />

OB FÜR EIN<br />

EINZELNES<br />

GERICHT ODER DIE<br />

GROSSE KULINARISCHE<br />

OPER – VIELE<br />

GOURMETS SOLLEN IN<br />

DEN GENUSS KOMMEN.<br />

des »Operakällaren«<br />

relativ viele Gäste<br />

fassen (ca. 50 Plätze),<br />

und meistens sind<br />

Reservierungen bis zu<br />

wenige Tage oder Wochen<br />

im Voraus möglich. Freitags<br />

und samstags wird sogar mittags<br />

aufgesperrt. Wer trotzdem keinen Tisch<br />

bekommt, kann auf die anderen Lokale<br />

im Opernhaus ausweichen: Bei »Operabaren«<br />

und »Bakfickan« gibt’s schwedische<br />

Hausmannskost und im Nachtclub »Café<br />

Opera« wird stilvoll abgefeiert.<br />

In der Zukunft sieht Viktor Westerlind<br />

den »Operakällaren« als selbstverständliche<br />

Gourmet-Destination für schwedische<br />

und internationale Besucher. Er besteht<br />

darauf, dass möglichst viele Feinschmecker<br />

in den Genuss des reizvollen, lebendigen<br />

Speisesaals kommen sollen – sei es<br />

für ein einzelnes Gericht oder für die ganz<br />

große kulinarische Oper mit exklusiver<br />

Grand-Cru-Weinbegleitung. Gleichzeitig<br />

liebäugelt er mit dem Versuch, einen<br />

zweiten Stern zu erkochen: »Das hat es<br />

hier nämlich noch nie gegeben.« Ein Jahr<br />

nach Westerlinds Einstand ist noch alles<br />

offen – doch sein Akt verspricht schon jetzt<br />

Spannung und Überraschung pur.<br />

<<br />

Vielseitige Gastronomie<br />

seit 1787<br />

OPERAKÄLLAREN<br />

Karl XII:s torg 3, 103 22 Stockholm<br />

T: +46 86765800, operakallaren.se<br />

Das Flagship-Restaurant in der Staatsoper<br />

hat seit seiner Gründung vor 235 Jahren einen<br />

unglaublichen Wandel durchgemacht:<br />

vom verruchten Keller hin zum Gourmettempel<br />

mit internationalem Ansehen. Vor der<br />

historischen Kulisse kredenzt Küchenchef<br />

Viktor Westerlind ein Menü, das erstklassiges<br />

Handwerk und frische Überraschungen<br />

gekonnt vereint. Menü ab ca. 160 Euro, zzgl.<br />

Weinbegleitung ab ca. 140 Euro.<br />

OPERABAREN<br />

Im Jahr 1905 wurde das gastronomische<br />

Angebot der Oper um diese Bar im Jugendstil<br />

erweitert. Mittlerweile gibt es vor der<br />

stimmungsvollen Kulisse nicht nur Drinks,<br />

sondern auch schwedische Hausmannskost.<br />

Jakobs torg 12, 111 52 Stockholm<br />

operakallaren.se/en/restaurants/<br />

the-opera-bar<br />

BAKFICKAN<br />

Im gemütlichen »Hinterstübchen« haben nur<br />

28 Gäste Platz, und die Tische können nicht<br />

reserviert werden. Auch dort stehen schwedische<br />

Wohlfühlgerichte auf der Speisekarte.<br />

Jakobs torg 12, 111 52 Stockholm<br />

operakallaren.se/en/restaurants/<br />

bakfickan<br />

Fotos: Samuel Unéus, Lisa Arnold<br />

168 falstaff aug <strong>2022</strong>


Fotos © Michael Weller, Christian Husar<br />

ALLES AUSSER GEWÖHNLICH!<br />

FESTE FEIERN. KASEMATTEN BUCHEN.


KÜCHENZETTEL<br />

Gourmet-Autor<br />

SEVERIN CORTI<br />

DIE JUNGFER UND<br />

DAS BUTTERBROT<br />

Skandinavischer als Smørrebrød geht gar nicht, das wissen wir alle aus der<br />

»Muppet Show«. Das wohl elaborierteste Sandwich der Welt schmeckt<br />

aber auch unvergleichlich köstlich.<br />

Smørrebrød, Smørrebrød, Römpömpömpöm!<br />

Die Melodie, zu der<br />

die TV-Kochpuppe der Muppets<br />

zu immer neuen, stets absurden<br />

Kochabenteuern ansetzte, liegt<br />

vielen von uns noch im Ohr. Es war die Zeit,<br />

als sogar die Amerikaner meinten, sich über<br />

die Untiefen der skandinavischen Kochkunst<br />

lustig machen zu dürfen. Stimmt ja auch: Bis<br />

zur der Mitte der 2000er-Jahre gab es kaum<br />

einen kulinarischen Grund, nach Kopenhagen,<br />

Oslo oder Stockholm aufzubrechen –<br />

stümperhaft pseudofranzösische Ödnis bestimmte<br />

das Essen selbst in den vornehmsten<br />

Restaurants, von den endlosen Weiten der<br />

skandinavischen Provinz ganz zu schweigen.<br />

Jedoch: Ausgerechnet das als festliches<br />

Mittagsmahl seit Jahrhunderten traditionelle<br />

Smørrebrød, auf gut Dänisch »Butterbrot«,<br />

ist eine Delikatesse, die weltweit ihresgleichen<br />

sucht. Das unvernünftig reich belegte<br />

Roggenbrot gilt Auskennern als vielleicht<br />

raffinierteste Form des Sandwiches überhaupt.<br />

Sie existiert in zahllosen, meist streng<br />

kodifizierten Varianten mit Fisch und<br />

Fleisch, mit Kaviar und Ei, sogar mit Kartoffeln<br />

und roter Rübe – und wird immer ebenso<br />

reichhaltig wie stringent durchdacht<br />

garniert. Ihre Vorrichtung verlangt spezielles<br />

Wissen kulturhistorischer wie gastronomischer<br />

Art ebenso wie fortgeschrittene Handwerkskunst,<br />

weshalb es in Dänemark bis<br />

heute einen eigenen Beruf gibt, der sich<br />

explizit und ausschließlich der fachgerechten<br />

Vorrichtung elaboriert belegter Brötchen<br />

widmet – jener der Smørrebrødjomfru, was<br />

sich korrekt gegendert als Butterbrotjungfer<br />

übersetzen lässt.<br />

Beispiel gefällig? »Sol over Gudhjem«, zu<br />

Deutsch »Sonne über Gudhjem« (ein für seine<br />

Räuchereien berühmter Ort auf Bornholm,<br />

Anm.), ist so ein Monument von<br />

einem Smørrebrød: Körniges Kastenroggenbrot<br />

wird mit der zart salzigen, dänischen<br />

Sauerrahmbutter bestrichen. Darauf kommt<br />

frisch und heiß geräucherter Hering, frisch<br />

filetiert und entgrätet, darauf nicht zu fein<br />

geschnittener Schnittlauch und hauchfein<br />

gestifteltes Radieschen. Den Abschluss bildet<br />

ein Zwiebelring (rote Zwiebel!), in dessen<br />

Mitte ganz sachte ein rohes Eigelb platziert<br />

wird. Der Gast mahlt großzügig schwarzen<br />

Pfeffer drauf, salzt verhalten und schneidet<br />

so, dass der Dotter sich wie sonnige Lava<br />

über die Kreation ergießt. Das ist exorbitant<br />

gut, lässt sich aber nur mit fangfrischen,<br />

frisch geräucherten Heringen machen – und<br />

ist deshalb eine den Dänen vorbehaltene,<br />

typisch sommerliche Delikatesse.<br />

Nebenstehendes Rezept ist um nichts<br />

weniger aufwändig, lässt sich aber auch in<br />

unseren Breiten zurechtmachen. Achtung,<br />

wichtig: Dazu trinkt man Bier – und<br />

eisgekühlten Aquavit.<br />

FALSTAFF-GETRÄNKETIPP:<br />

Lysholm Aquavit No 52<br />

Ein Aquavit neuer Generation, der neben<br />

dem traditionellen Kümmel 52 Kräuter<br />

und Gewürze enthält. Frisch!<br />

feingeist.at, € 30,45<br />

EINGELEGTER<br />

HERING MIT CURRY<br />

(für 4 Personen)<br />

ZUTATEN<br />

300 g Hering in Kräutermarinade (Schenkel)<br />

1 milde rote Zwiebel (Tropea)<br />

3 Eier, hart gekocht<br />

3 Karotten, geschält<br />

1 körniges Kasten-Roggenbrot oder Finnenbrot<br />

Gesalzene Butter<br />

ZUTATEN FÜR DIE SAUCE<br />

3 EL Mayonnaise<br />

2 EL griechisches Joghurt<br />

1 TL Senf<br />

3 cm Ingwer, geschält, fein gerieben<br />

1 EL Curry Masala<br />

Cayennepfeffer nach Geschmack<br />

1 TL Worcester Sauce<br />

Saft einer halben Zitrone<br />

Schwarzer Pfeffer, Salz<br />

ZUBEREITUNG<br />

– Alle Zutaten für die Currysauce vermengen,<br />

abschmecken und kühl stellen.<br />

– Die Heringshappen auf einem Teller verteilen. Die<br />

Zwiebel schälen, in feine Ringe schneiden und darüber<br />

verteilen. Die Sauce so darauf löffeln, dass<br />

Heringe und Zwiebelringe am Rand hervorlugen.<br />

– Die Karotte in der Küchenmaschine zu feinen,<br />

knackigen Stückchen hacken. Die Eier mit einem<br />

Messer fein hacken. Erst die gehackten Eier so<br />

über der Currysauce verteilen, dass außen ein<br />

Rand von ca. 1 bis 2 cm frei bleibt. Dann die<br />

Karottenschnipsel so über dem Ei verteilen, dass<br />

am Rand ca. 1 cm gehacktes Ei sichtbar bleibt.<br />

– Bei Tisch Roggenbrot mit Butter bestreichen,<br />

reichlich Curryhering darauf geben und<br />

unbedingt mit Messer und Gabel genießen.<br />

Fotos: Lena Staal, Johannes Kernmayer<br />

170 falstaff aug <strong>2022</strong>


Gesammelte Rezepttipps<br />

von Severin Corti unter<br />

go.falstaff.com/corti<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

171


gourmet / WISSENSCHAFT<br />

DIE NEUE<br />

NORDISCHE<br />

KOST<br />

Die Küche im Norden ist wie jene im mediterranen<br />

Raum mit einem Gesundheitsnimbus behaftet.<br />

Das war nicht immer so. Was steckt dahinter und<br />

vor allem – was ist dran?<br />

TEXT MARLIES GRUBER<br />

ILLUSTRATION GINA MÜLLER / CAROLINESEIDLER.COM<br />

Fotos: Shutterstock<br />

172 falstaff aug <strong>2022</strong>


aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

173


gourmet / WISSENSCHAFT<br />

Traditionelles Essen in Europas<br />

nördlichen Ländern ist durchaus<br />

deftig. Die übliche nordische<br />

Küche wird daher auch<br />

nicht unbedingt als sonderlich<br />

gesund angesehen. Doch weil vor etwa vier<br />

Jahrzehnten noch, insbesondere in Finnland,<br />

die frühzeitige Sterberate vor allem aufgrund<br />

koronarer Herzkrankheit (KHK) sehr hoch<br />

war, wurde in umfassende Gesundheitsaufklärungsprogramme<br />

investiert. Ein Teil davon<br />

bezog sich auf Ernährungsumstellungen.<br />

So wurde anfänglich die mediterrane Ernährung<br />

beworben, die grundsätzlich im Norden<br />

ebenso ihre Vorteile brachte wie sie das<br />

im Süden tut: Bei Menschen, die sich daran<br />

halten, sinkt das Gesamt- und LDL-Cholesterin<br />

um bis zu 20 Prozent, sowie etwaiger<br />

Bluthochdruck. Großes Manko war jedoch:<br />

Die lokale Bevölkerung akzeptierte die mediterrane<br />

Diät nicht in dem Ausmaß, wie<br />

man sich das erwartete. Zu schwierig schien<br />

die Umstellung gewohnter Ernährungsgewohnheiten,<br />

zu groß waren die Unterschiede<br />

bei den Geschmacksvorlieben und in kultureller<br />

Hinsicht. Zu all dem kam noch die<br />

begrenzte Verfügbarkeit der für die mediterrane<br />

Kost relevanten Lebensmittel.<br />

MEHR AUS DER REGION<br />

Gastronomie, Ernährungs- und Umweltexperten<br />

entwickelten daher mit dem Anspruch<br />

auf eine in den Kulturkreis eingebettete,<br />

wohlschmeckende, gesunde und nachhaltige<br />

Ernährung 2009 die »Neue Nordische<br />

Diät« (NND). Das Konzept entspricht<br />

im Wesentlichen den aktuellen Ernährungsempfehlungen<br />

der skandinavischen Länder<br />

Schweden, Norwegen und Dänemark und<br />

berücksichtigt vor allem die regionalen<br />

Essmuster. Im Fokus stehen dabei: heimische<br />

(d. h. wilde) Beeren, Kohl, heimischer Fisch<br />

und Meeresfrüchte, heimische Wild- und<br />

Weidetiere, Rapsöl sowie Haferflocken und<br />

Roggenbrot – vor allem in der Vollkornvariante.<br />

Hinzu kommen Wurzelgemüse, Äpfel<br />

und Birnen sowie Kartoffeln und Nüsse.<br />

AUS WILDNIS UND WASSER<br />

Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so<br />

wirken mag, die neue nordische Küche ist<br />

der mediterranen in ihren Grundzügen recht<br />

ähnlich. Die wesentlichen Unterschiede liegen<br />

bei der Fettempfehlung (statt Olivenöl<br />

kommt Rapsöl zum Zug), im Schwerpunkt<br />

Fotos: Shutterstock<br />

174 falstaff aug <strong>2022</strong>


DIE NORDISCHE ERNÄHRUNG PASST SICH AN DEN GE-<br />

SCHMACKSVORLIEBEN DER SKANDINAVIER AN UND LEGT<br />

IHREN FOKUS AUF DIE REGIONALEN LEBENSMITTEL DES<br />

NORDENS. IN IHREN GRUNDZÜGEN IST SIE DER MEDITER-<br />

RANEN KÜCHE ÄHNLICH – AUCH IN DER »NORDIC DIET«<br />

LASSEN SICH GESUNDHEITLICHE VORTEILE BEOBACHTEN.<br />

auf Vollkorngetreide sowie dem Fokus auf<br />

Wildpflanzen und Fleisch von Wildtieren. Im<br />

Vergleich zur typischen Dänischen Kost ist<br />

um etwa ein Drittel weniger Fleisch vorgesehen.<br />

Die Konzentration auf Wild ist indes<br />

unter Gesundheits- und Nachhaltigkeitsaspekten<br />

günstig. Denn Wildtiere veredeln das<br />

für Menschen nicht verdauliche Gras zu verwertbarem<br />

Fleisch. Wildbret weist zudem im<br />

Schnitt einen niedrigeren Fett- und höheren<br />

Eiweißgehalt auf. Weiters ist die Fettsäurezusammensetzung<br />

vom Fleisch frei lebendender<br />

Rehe, Hasen oder Hirschen günstiger<br />

als das Fleisch von im Stall gehaltenen Tieren<br />

(mehr ungesättigte Fettsäuren). Das liegt<br />

an der uneingeschränkten Bewegungsfreiheit<br />

und der freien Nahrungsselektion von Wildkräutern<br />

und -gräsern. Omega-3-Fettsäuren<br />

stammen sonst – und in deutlich höheren<br />

Mengen – von den Fettfischen und Rapsöl.<br />

Beeren wiederum werden wegen des Gehalts<br />

an Vitamin C und vor allem an sekundären<br />

Pflanzenstoffen, die antientzündlich wirken,<br />

sowie der Ballaststoffe geschätzt.<br />

ZAHLREICHE BENEFITS<br />

Studien rund um die gesundheitlichen Effekte<br />

der neuen nordischen Diät häufen sich zunehmend.<br />

Freilich ist immer einschränkend<br />

zu berücksichtigen, dass sich an solchen Experimenten<br />

stets Freiwillige beteiligen, die<br />

ein gewisse Affinität zu gesunder Ernährung<br />

haben und sich in den Ergebnissen weder die<br />

Studienabbrecher noch die weniger an Gesundheit<br />

interessierte Bevölkerung widerspiegeln.<br />

Dennoch, bei jenen, die sich an das<br />

Konzept halten, lassen sich einige Benefits<br />

beobachten. Da ist zum einen der Effekt auf<br />

das Körpergewicht. Übergewichtige, die ein<br />

halbes Jahr lang nach Lust und Laune bei<br />

der nordischen Diät zulangten, hatten im<br />

Schnitt 4,7 kg abgenommen. Weil sie mit<br />

den Speisen durchaus zufrieden waren, nahmen<br />

sie auch nach Ende der Intervention<br />

weniger an Körpergewicht wieder zu als<br />

Probanden mit der üblichen Dänischen Kost.<br />

Das Konzept wird daher auch als Weg raus<br />

aus dem Jo-Jo-Effekt erachtet. Davon abgesehen<br />

wirkt die Neue Nordische Diät positiv<br />

auf den Blutdruck und verbessert das Blutfettprofil.<br />

Das bedeutet weniger vom bösen<br />

LDL-Cholesterin und Gesamtcholesterin.<br />

Gleichzeitig verbessert sich die Insulinsensitivität.<br />

Das liegt am hohen Anteil an ballaststoffreichen,<br />

pflanzlichen Lebensmitteln, wie<br />

Obst, Beeren, Gemüse und Vollkornprodukten,<br />

sowie an den günstigen Fettsäurelieferanten<br />

Rapsöl, Nüssen, Fisch. Die Kost kann<br />

aber nicht nur für Erwachsene, sondern<br />

auch für Kinder von Vorteil sein. Bei ihnen<br />

waren die hohen Spiegel an Omega-3-Fettsäuren<br />

im Blut mit einer besseren Lesefähigkeit,<br />

höheren Aufmerksamkeit im Alltag und<br />

insgesamt einer stärkeren schulischen Leistung<br />

verbunden. In Summe also hat die<br />

Neue Nordische Diät vergleichbare gesundheitliche<br />

Effekte wie die mediterrane Ernährung.<br />

Zudem scheint sie durch die lokalen<br />

Anpassungen im Alltag gelandet zu sein. <<br />

Weitere Food-Facts<br />

aus der Welt der Wissenschaft:<br />

go.falstaff.com/science<br />

aug aug <strong>2022</strong> <strong>2022</strong>falstaff<br />

175


gourmet / SURSTRÖMMING & CO.<br />

NORDIC<br />

CUISINE<br />

FÜR FORTGESCHRITTENE<br />

Surströmming, Lutefisk, Hákarl oder Kiviak: Die skandinavische Küche<br />

kennt einige der seltsamsten und übelschmeckendsten Gerichte der<br />

Welt. Das liegt nicht nur daran, dass die Nachfahren der Wikinger auch<br />

kulinarisch unerschrockene Menschen sind, sondern vor allem an den<br />

klimatischen Extrembedingungen im hohen Norden. Das Ergebnis sind<br />

mehr als zweifelhafte Spezialitäten – Achtung: Ekelgefahr!<br />

TEXT MARTIN KUBESCH<br />

Foto: Moment RF / Getty Images<br />

176 falstaff aug <strong>2022</strong>


Ausgewachsene Heringe werden<br />

in Salzlake eingelegt, durch<br />

Milchsäurebakterien beginnt der Fisch<br />

daraufhin, zu gären. Etwa einen Monat,<br />

bevor er in den Verkauf kommt, wird<br />

der Hering in Dosen abgefüllt, wo er<br />

weiter gärt. Das ist Surströmming –<br />

saurer Hering – , ein schwedisches<br />

Nationalgericht und eine der<br />

übelriechendsten Speisen der Welt.<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

177


gourmet / SURSTRÖMMING & CO.<br />

Das erste Mal vergisst<br />

man nie – und es endet<br />

nur selten wirklich gut.<br />

Der erste Alkohol, die<br />

erste Zigarette, das erste<br />

Mal verliebt sein, das erste Mal Surströmming<br />

essen. Doch während man sich an die<br />

unangenehmen Begleiterscheinungen der<br />

meisten Verlockungen rasch gewöhnt,<br />

behält Surströmming, diese kulinarische<br />

Icebucket-Challenge für Gaumen-Extremisten,<br />

seinen Schrecken ein Leben lang.<br />

»Kein Essen davor oder danach hat jemals<br />

wieder solch eine Reaktion bei mir hervorgerufen«,<br />

erinnert sich der österreichische<br />

Gastronomiejournalist Tobias Müller.<br />

»Gleich beim ersten Bissen überkam mich<br />

ein Brechreiz wie bei einer akuten Fischvergiftung.<br />

Und nur durch rasches Schlucken<br />

und große Selbstbeherrschung konnte ich<br />

das Schlimmste verhindern.«<br />

Lutefisk kennt man in ganz<br />

Skandinavien. Dafür wird<br />

getrockneter Kabeljau in<br />

einer Lauge aus Ätznatron<br />

rehydriert, anschließend<br />

zubereitet und mit Kartoffeln<br />

und Erbsenpüree serviert.<br />

PHÄNOMEN SURSTRÖMMING<br />

Tobias Müllers Erfahrung (seinen gesamten<br />

Bericht finden Sie auf der letzten Seite dieses<br />

Artikels) ist wahrlich kein Einzelfall. Seit<br />

jeher gilt Surströmming, in Salzlake<br />

eingelegter Hering, der durch Milchsäurebakterien<br />

gärt, als Herausforderung nicht<br />

nur für zarte Nasen und Gaumen. Auf<br />

YouTube finden sich unzählige Videos von<br />

kulinarischen Abenteurern, die ihre Surströmming-Erlebnisse<br />

festgehalten haben.<br />

Vom Öffnen der aufgeblähten Dosen – Profis<br />

machen das in einem mit Wasser gefüllten<br />

Eimer, weil die übelriechende Lake sonst<br />

durch die ganze Wohnung spritzt – über die<br />

Geruchserfahrung bis zum Probieren.<br />

»Surströmming ist eigentlich eine sehr<br />

lokale Tradition, die sich zu einem Internet-Phänomen<br />

entwickelt hat«, sagt Anders<br />

Wigh. Der Koch arbeitet in der schwedischen<br />

Botschaft in Wien und kennt die<br />

kulinarischen Traditionen seines Heimatlandes<br />

ganz genau. Und dort ist Surströmming<br />

eine große Sache, der eine exakte<br />

zeitliche Choreografie zugrunde liegt: Die<br />

frisch gefangenen Heringe werden im<br />

Frühjahr in die Salzlake eingelegt. Einen<br />

Monat vor Verkaufsstart des neuen<br />

Jahrgangs (am dritten Donnerstag im<br />

August) werden die Fische schließlich in<br />

Dosen abgepackt, wo sie weiter gären.<br />

»Surströmming ist heute vor allem ein<br />

Event«, so Anders Wigh, »der unter dem<br />

Motto steht: Wer traut sich?«<br />

Eisfischer auf Grönland: Unwirtliche<br />

Bedingungen bestimmen das Leben in<br />

weiten Teilen Skandinaviens. Nahrung<br />

kommt aus dem Meer oder muss über<br />

lange Zeit haltbar gemacht werden.<br />

<<br />

Fotos: iStockphoto / Getty Images, Shutterstock, Stone RF / Getty Images<br />

178 falstaff aug <strong>2022</strong>


der garten als statement<br />

hennerbichler naturdesign macht Ihren Garten zum erweiterten Wohnraum.<br />

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gourmet / SURSTRÖMMING & CO.<br />

Kiviak ist eine grönländische<br />

Spezialität: Dafür werden<br />

Alkenvögel (im Kreis) getötet<br />

und komplett (inklusive<br />

Gefieder und Schnäbel) in<br />

eine Seehundhaut eingenäht.<br />

ERNSTER HINTERGRUND<br />

Doch was heute neben Traditionalisten vor<br />

allem kulinarische Abenteurer und Selbstdarsteller<br />

im Internet anspricht, hat einen<br />

jahrhundertealten, ernsten Hintergrund.<br />

Anders Wigh: »In der traditionellen<br />

schwedischen Küche geht es primär um die<br />

Frage der Haltbarmachung von Lebensmitteln.«<br />

Und Fermentation, das bei der<br />

Surströmming-Herstellung verwendete<br />

biologische Prinzip, wird seit Jahrtausenden<br />

genau dafür erfolgreich eingesetzt.<br />

Anders als in südlicheren Gefilden gibt es<br />

in weiten Teilen Skandinaviens nur eine<br />

sehr kurze Vegetationsperiode, und oftmals<br />

ist hier überhaupt kein Ackerbau möglich.<br />

Die Nährstoffzufuhr musste daher nahezu<br />

ausschließlich aus den vorhandenen<br />

tierischen Produkten gedeckt werden – und<br />

diese müssen möglichst lange haltbar sein.<br />

Das alles hat in Verbindung mit einem<br />

eingeschränkten Angebot an Nutztieren die<br />

Menschen im hohen Norden über die<br />

Jahrhunderte bei der Suche nach Lebensmitteln,<br />

die sich aus lokalen Rohstoffen<br />

gewinnen lassen und lange haltbar sind,<br />

erfinderisch gemacht. Der kulinarischen<br />

Fantasie waren dabei lange Zeit keine<br />

Grenzen gesetzt.<br />

Blodplättar sind Palatschinken, die<br />

aus einem Teig aus Rentierblut (oben)<br />

gemacht werden. Hákarl wird auf Island<br />

aus dem fermentierten, getrockneten<br />

Fleisch des Grönlandhais gewonnen.<br />

VON KIVIAK BIS<br />

BLODPLÄTTAR<br />

Eine besonders<br />

außer gewöhnliche Form<br />

der Konservierung haben<br />

die Einwohner von Grönland<br />

etabliert. Für Kiviak<br />

werden Alken vögel getötet und<br />

komplett (also mit Eingeweiden, Federn<br />

und Schnäbeln) in eine Seehundhaut<br />

gefüllt. Aus dieser wird dann alle Luft<br />

herausgepresst, man vernäht sie und<br />

schließt allfällige Luftlöcher mit Seehundfett.<br />

Dann kommt der Sack für etwa drei<br />

Monate unter einen Steinhaufen, und die<br />

Vögel fermentieren darin. Danach werden<br />

sie als Festmahlzeit, bevorzugt bei Geburtstagen<br />

und Hochzeiten, verzehrt. »Allerdings<br />

muss man sehr darauf achten, welche<br />

Vögel man einnäht«, so Koch Anders Wigh.<br />

Erst 2013 wurde irrtümlich eine Eiderente<br />

mitfermentiert, diese Tiere eignen sich<br />

jedoch nicht für diese Art der Behandlung.<br />

Ergebnis: 13 Menschen einer Hochzeitsgesellschaft<br />

starben an einer Botulismusvergiftung.<br />

Ungleich ungefährlicher sind da die<br />

Blodplättar genannten Palatschinken aus<br />

einem Teig aus geschlagenem Rentierblut,<br />

Bier, Milch und Eiern. Sie gelten vor allem<br />

in Finnland, aber auch im Norden von<br />

Schweden und Norwegen als Spezialität.<br />

HÁKARL – FISCH, EXTRA DRY<br />

Wie alle Plattenkiemer reichert der<br />

Grönlandhai Harnstoff in seinem Blut an,<br />

um den osmotischen Druck des Meerwassers<br />

auszugleichen. Damit sein Fleisch<br />

dennoch verzehrt werden kann, muss erst<br />

der Harnstoff abgebaut werden, wobei<br />

große Mengen Ammoniak freigesetzt<br />

werden. Traditionell wird dazu auf Island<br />

das Fleisch zuerst für einige Wochen unter<br />

Steinen begraben und ausgepresst und<br />

dann mehrere Monate zum Trocknen<br />

aufgehängt, ehe es gegessen werden kann.<br />

Ganz ähnlich verfährt man in Norwegen<br />

mit Kabeljau für den traditionellen<br />

Lutefisk, aber aus anderem Grund. Hier<br />

wird der Fisch getrocknet, um ihn lagerfähig<br />

zu machen. Soll er verzehrt werden,<br />

rehydriert man den Fisch, indem man ihn<br />

in einer Lauge aus Ätznatron wässert und<br />

anschließend zubereitet. Das Fleisch wird<br />

dadurch wie Gelatine – Mahlzeit!<br />

<<br />

Fotos: Shutterstock, mauritius images / Alamy Stock Photos / Seabird, Tea Karvinen / Lehtikuva / picturedesk.com, Gerald Haenel / laif / picturedesk.com<br />

180 falstaff aug <strong>2022</strong>


Die Presse - <strong>Österreich</strong>er des Jahres - Kategorie Humanitäres Engagement • Lotterien Tag im Kunsthistorischen<br />

Museum mit Extraführungen in Gebärdensprache • Lotterien Tag im Naturhistorischen Museum mit sprachsensiblen<br />

Führungen für Kinder aus einem benachteiligten Umfeld • Licht ins Dunkel • Tiergarten Schönbrunn •<br />

<strong>Österreich</strong>ische Bergrettung • Hospiz <strong>Österreich</strong> • Lotterien Tag im Belvedere mit einer Führung für Sehbehinderte<br />

und Demenzkranke • Lotterien Tag im Joanneum Graz mit dem inklusivem Projekt „Museum für alle“ • Lotterien<br />

Tag in der Josefstadt • Lotterien Tag im Kunsthaus Wien mit Führungen in Gebärdensprache • Lotterien Tag<br />

beim Wiener Kabarettfestival mit Vergabe von VIP Tickets an die Caritas Frauenhäuser • Wien Work - integrative<br />

Betriebe • Ein Funken Wärme - Heizkostenunterstützung für Menschen in schwieriger Situation • Exoskelett<br />

Bewegungshilfe für gehbehinderte Menschen • Lotterien Tag im MuseumsQuartier • Weltrotkreuztag • IMBA -<br />

Forschung Spielsucht • Lotterien Tag im Technischen Museum mit Führungen in Gebärdensprache • Lotterien<br />

Tag im Wiener Lustspielhaus mit Ticketvergabe ans Neunerhaus • Neunerhaus - Wohnhaus für Obdachlose • Special Olympics <strong>Österreich</strong> • e.motion<br />

Lichtblickhof - Unterstützung von Familien bei traumatischen Erlebnissen • Nationalpark Hohe Tauern - Projekt barrierefreie Nationalpark-Themenwege<br />

im Kalser Klödnitztal • Debra - Patientenorganisation für an Epidermolysis bullose Erkrankte („Schmetterlingskinder“) • Red Noses Clowndoctors •<br />

Auftakt - betreut Menschen mit Behinderungen beim Wohnen und in der Freizeit • Homeless Worldcup der Caritas Steiermark - die soziale Straßenfußball-<br />

Weltmeisterschaft • Literaturpreis Ohrenschmaus - fördert das Schreiben von lernbehinderten AutorInnen mit Schreibtalent • Simultania Kunstpreis<br />

des Hilfswerks Steiermark • Coca Cola Inclusion Run zugunsten Special Olympics • Club NÖ - Turnier zur Unterstützung von Menschen in schwierigen<br />

Lebenssituationen • Marianne Hengl / Verein RollOn Austria für Menschen mit Behinderung • Caritas Haus Immanuel meets Märchensommer<br />

Niederösterreich • Verein Rainbows - Betreuung von Kinder und Jugendlichen in schwierigen Lebenssituationen • Verein Rainbows Niederösterreich -<br />

Benefizveranstaltung • Verein Pilgrim - betreut Menschen mit Behinderung in deren Freizeit • ArbeiterSamariterBund Alkoven - Krankentransport,<br />

Rettungsdienst, Hilfeleistungen • Benefizkonzert zugunsten der Kinderburg Rappottenstein • Salzburger Gehörlosenvereine • Vienna Charity Run/Austria<br />

Charity Run zugunsten Sterntalerhof • Ghost Run zugunsten PH Austria - Initiative Lungenhochdruck • Sozialmärkte SOMA + Caritas • Lebenshilfe<br />

Inklusionspreis + Förderpreis • Lotterien Tag in Parndorf • TAfIE-Ball Inklusionsveranstaltung • Charity „Laufen hilft“ zugunsten St. Anna Kinderspital<br />

und Neunerhaus • LOK Verein Leben ohne Krankenhaus • Wiener Zoolauf zugunsten PH Austria - Initiative Lungenhochdruck • Lotterien Tag im Museum<br />

Kärnten • NÖ Berg- und Naturwacht • <strong>Österreich</strong>ische Kinderhilfe • <strong>Österreich</strong>ische Seniorenhilfe • <strong>Österreich</strong>ische Sporthilfe • Sporthilfe/Sportler<br />

mit Herz • Sporthilfe/Millionenshow • <strong>Österreich</strong>isches Olympisches Comité • <strong>Österreich</strong>isches Paralympisches Committee • <strong>Österreich</strong>isches<br />

Paralympisches Committee -Talent Days <strong>2022</strong> • Caritas Haus Immanuel • Diakonie <strong>Österreich</strong>/Gartenhof de la Tour • Theater Delphin - Verein zur<br />

Förderung von integrativer Kunst, Kreativität und Kommunikation • Forschungsverein Lungenhochdruck • Soziale Projekte Steiermark• Caritas Socialis<br />

Hospiz Rennweg • <strong>Österreich</strong>ischer Seniorenbund • Östereichisches Hilfswerk • <strong>Österreich</strong>ische Volkshilfe • Pensionistenverband <strong>Österreich</strong> • s Häferl<br />

der Diakonie Wien • SOMA Märkte <strong>Österreich</strong> • Caritas - Le + O Lager und Sammlung • Die Presse - <strong>Österreich</strong>er des Jahres - Kategorie Humanitäres<br />

Engagement • Lotterien Tag im Kunsthistorischen Museum mit Extraführungen in Gebärdensprache • Lotterien Tag im Naturhistorischen Museum mit<br />

sprachsensiblen<br />

GLÜCK<br />

Führungen für Kinder aus einem benachteiligten Umfeld • Licht<br />

IST,<br />

ins Dunkel • Tiergarten Schönbrunn • <strong>Österreich</strong>ische Bergrettung •<br />

Hospiz <strong>Österreich</strong> • Lotterien Tag im Belvedere mit einer Führung für Sehbehinderte und Demenzkranke • Lotterien Tag im Joanneum Graz mit dem<br />

inklusivem Projekt „Museum für alle“ • Lotterien Tag in der Josefstadt • Lotterien Tag im Kunsthaus Wien mit Führungen in Gebärdensprache • Lotterien<br />

Tag beim Wiener Kabarettfestival mit Vergabe von VIP Tickets an die Caritas Frauenhäuser • Wien Work - integrative Betriebe • Ein Funken Wärme -<br />

Heizkostenunterstützung für Menschen in schwieriger Situation • Exoskelett Bewegungshilfe für gehbehinderte Menschen • Lotterien Tag im<br />

MuseumsQuartier • Weltrotkreuztag • IMBA - Forschung Spielsucht • Lotterien Tag im Technischen Museum mit Führungen in Gebärdensprache •<br />

Lotterien Tag im Wiener Lustspielhaus mit Ticketvergabe ans Neunerhaus • Neunerhaus - Wohnhaus für Obdachlose • Special Olympics <strong>Österreich</strong> •<br />

e.motion Lichtblickhof - Unterstützung von Familien bei traumatischen Erlebnissen • Nationalpark Hohe Tauern - Projekt barrierefreie Nationalpark-<br />

Themenwege im Kalser Klödnitztal • Debra - Patientenorganisation für an Epidermolysis bullose Erkrankte („Schmetterlingskinder“) • Red Noses<br />

Clowndoctors • Auftakt - betreut Menschen mit Behinderungen beim Wohnen und in der Freizeit • Homeless Worldcup der Caritas Steiermark - die<br />

soziale<br />

WENN<br />

Straßenfußball-Weltmeisterschaft • Literaturpreis Ohrenschmaus - fördert<br />

ALLE<br />

das Schreiben von lernbehinderten AutorInnen mit Schreibtalent •<br />

Simultania Kunstpreis des Hilfswerks Steiermark • Coca Cola Inclusion Run zugunsten Special Olympics • Club NÖ - Turnier zur Unterstützung von<br />

Menschen in schwierigen Lebenssituationen • Marianne Hengl / Verein RollOn Austria für Menschen mit Behinderung • Caritas Haus Immanuel meets<br />

Märchensommer Niederösterreich • Verein Rainbows - Betreuung von Kinder und Jugendlichen in schwierigen Lebenssituationen • Verein Rainbows<br />

Niederösterreich - Benefizveranstaltung • Verein Pilgrim - betreut Menschen mit Behinderung in deren Freizeit • ArbeiterSamariterBund Alkoven -<br />

Krankentransport, Rettungsdienst, Hilfeleistungen • Benefizkonzert zugunsten der Kinderburg Rappottenstein • Salzburger Gehörlosenvereine • Vienna<br />

Charity Run/Austria Charity Run zugunsten Sterntalerhof • Ghost Run zugunsten PH Austria - Initiative Lungenhochdruck • Sozialmärkte SOMA +<br />

Caritas • Lebenshilfe Inklusionspreis + Förderpreis • Lotterien Tag in Parndorf • TAfIE-Ball Inklusionsveranstaltung • Charity „Laufen hilft“ zugunsten St.<br />

Anna Kinderspital und Neunerhaus • LOK Verein Leben ohne Krankenhaus • Wiener Zoolauf zugunsten PH Austria - Initiative Lungenhochdruck •<br />

Lotterien Tag im Museum Kärnten • NÖ Berg- und Naturwacht • <strong>Österreich</strong>ische Kinderhilfe • <strong>Österreich</strong>ische Seniorenhilfe • <strong>Österreich</strong>ische Sporthilfe •<br />

Sporthilfe/Sportler<br />

WAS<br />

mit Herz • Sporthilfe/Millionenshow<br />

DAVON<br />

• <strong>Österreich</strong>isches Olympisches Comité • <strong>Österreich</strong>isches Paralympisches Committee •<br />

<strong>Österreich</strong>isches Paralympisches Committee -Talent Days <strong>2022</strong> • Caritas Haus Immanuel • Diakonie <strong>Österreich</strong>/Gartenhof de la Tour • Theater Delphin -<br />

Verein zur Förderung von integrativer Kunst, Kreativität und Kommunikation • Forschungsverein Lungenhochdruck • Soziale Projekte Steiermark•<br />

Caritas Socialis Hospiz Rennweg • <strong>Österreich</strong>ischer Seniorenbund • Östereichisches Hilfswerk • <strong>Österreich</strong>ische Volkshilfe • Pensionistenverband<br />

<strong>Österreich</strong> • s Häferl der Diakonie Wien • SOMA Märkte <strong>Österreich</strong> • Caritas - Le + O Lager und Sammlung • Die Presse - <strong>Österreich</strong>er des Jahres -<br />

Kategorie Humanitäres Engagement • Lotterien Tag im Kunsthistorischen Museum mit Extraführungen in Gebärdensprache • Lotterien Tag im<br />

Naturhistorischen Museum mit sprachsensiblen Führungen für Kinder aus einem benachteiligten Umfeld • Licht ins Dunkel • Tiergarten Schönbrunn •<br />

<strong>Österreich</strong>ische Bergrettung • Hospiz <strong>Österreich</strong> • Lotterien Tag im Belvedere mit einer Führung für Sehbehinderte und Demenzkranke • Lotterien Tag<br />

im Joanneum Graz mit dem inklusivem Projekt „Museum für alle“ • Lotterien Tag in der Josefstadt • Lotterien Tag im Kunsthaus Wien mit Führungen<br />

in Gebärdensprache • Lotterien Tag beim Wiener Kabarettfestival mit Vergabe von VIP Tickets an die Caritas Frauenhäuser • Wien Work - integrative<br />

Betriebe<br />

HABEN.<br />

• Ein Funken Wärme - Heizkostenunterstützung für Menschen in schwieriger Situation • Exoskelett Bewegungshilfe für gehbehinderte Menschen •<br />

Lotterien Tag im MuseumsQuartier • Weltrotkreuztag • IMBA - Forschung Spielsucht • Lotterien Tag im Technischen Museum mit Führungen in<br />

Gebärdensprache • Lotterien Tag im Wiener Lustspielhaus mit Ticketvergabe ans Neunerhaus • Neunerhaus - Wohnhaus für Obdachlose • Special<br />

Olympics <strong>Österreich</strong> • e.motion Lichtblickhof - Unterstützung von Familien bei traumatischen Erlebnissen • Nationalpark Hohe Tauern - Projekt<br />

barrierefreie Nationalpark-Themenwege im Kalser Klödnitztal • Debra - Patientenorganisation für an Epidermolysis bullose Erkrankte<br />

(„Schmetterlingskinder“) • Red Noses Clowndoctors • Auftakt - betreut Menschen mit Behinderungen beim Wohnen und in der Freizeit • Homeless<br />

Worldcup der Caritas Steiermark - die soziale Straßenfußball-Weltmeisterschaft • Literaturpreis Ohrenschmaus - fördert das Schreiben von lernbehinderten<br />

AutorInnen mit Schreibtalent • Simultania Kunstpreis des Hilfswerks Steiermark • Coca Cola Inclusion Run zugunsten Special Olympics • Club NÖ -<br />

Turnier zur Unterstützung von Menschen in schwierigen Lebenssituationen • Marianne Hengl / Verein RollOn Austria für Menschen mit Behinderung •<br />

Caritas Haus Immanuel meets Märchensommer Niederösterreich • Verein Rainbows - Betreuung von Kinder und Jugendlichen in schwierigen<br />

Lebenssituationen • Verein Rainbows Niederösterreich - Benefizveranstaltung •<br />

„Glücksspiel mit Verantwortung“ ist Leitgedanke für alle unsere wirtschaftlichen Aktivitäten. Die gesellschaftliche Verantwortung der <strong>Österreich</strong>ischen<br />

Lotterien geht daher weit über den Spielerschutz hinaus. Das Engagement im humanitären und sozialen Bereich ist im Unternehmen von Beginn<br />

an fest verankert. So unterstützen wir in <strong>Österreich</strong> auch zahlreiche Institutionen im sozialen und gemeinnützigen Bereich. Von Caritas bis<br />

Volkshilfe, von Frauenhäusern bis Rotes Kreuz. Keine andere Unternehmensgruppe in <strong>Österreich</strong> verfügt über ein derartig vielfältiges und breites<br />

Unterstützungsprogramm. Damit alle etwas vom Glück haben.


gourmet / SURSTRÖMMING & CO.<br />

»MEIN ERSTES MAL SURSTRÖMMING«<br />

Der österreichische Kulinarikjournalist Tobias Müller<br />

über sein erstes Surströmming-Erlebnis:<br />

»Der Geschmack ist schwer zu beschreiben – Tod, Verderben<br />

und salzige Senkgrube fallen mir spontan ein …«<br />

Meine erste Begegnung mit Surströmming war<br />

der absolute Tiefpunkt einer sonst wunderbaren<br />

Schweden-Reise. Wir waren bei einem Freund in<br />

seinem Sommerhaus zu Gast, ein wenig außerhalb<br />

Stockholms, haben uns in der Holzofensauna<br />

betrunken, sind spätnachts im Fjord geschwommen<br />

– und haben Surströmming probiert.<br />

Nach dem ersten Bissen überkam mich ein<br />

Brechreiz wie bei einer akuten Fischvergiftung,<br />

den ich nur durch sehr schnelles Schlucken und<br />

große Selbstbeherrschung unterdrücken konnte –<br />

eine Reaktion, die kein Essen davor oder danach je<br />

wieder bei mir hervorgerufen hat. Der Geschmack<br />

ist schwer zu beschreiben: Tod, Verderben und<br />

salzige Senkgrube fallen mir spontan ein, eine<br />

wohlwollendere Formulierung wäre vielleicht<br />

»eine Mischung aus uraltem Parmesan und schon<br />

lange totem Fisch«. Mein schwedischer Freund<br />

sagt schlicht: »Umami, Salz, Meer und Furz.«<br />

Wer jetzt meint, das klinge wie eine klassische<br />

Fischsauce, hat noch nie Surströmming probiert.<br />

Es gibt tatsächlich eine gewisse Verwandtschaft<br />

im Aroma, aber die ist ungefähr so wie jene zwischen<br />

einer Adventskerze und einem Waldbrand.<br />

Surströmming ist Fisch, der in Dosen von speziellen<br />

Bakterien unter Luftabschluss vergoren wird.<br />

Meist wird dafür Hering verwendet (Strömming<br />

ist Schwedisch für Hering), in Norwegen gibt es<br />

auch eine Variante mit Lachs (»Rakfisk«), die als<br />

edler und geschmacklich runder gilt. Die meisten<br />

Menschen würden beide Speisen trotzdem als<br />

ungenießbar beschreiben, der bloße Geschmack<br />

würde auch das Attribut »gesundheitsschädlich«<br />

nahelegen. In Schweden aber ist Surströmming<br />

ein geschmackliches Nationalheiligtum: Das<br />

jährliche Surströmming-Essen gilt als einer von<br />

drei kulinarischen Höhepunkten des Jahres (die<br />

anderen sind der eingelegte Hering zur Sommersonnenwende<br />

und »Kräftskiva«, das Flusskrebsessen).<br />

Zwar ist Surströmmig als Dosenessen das<br />

ganze Jahr über erhältlich, traditionell werden<br />

Surströmming-Partys aber im August gefeiert:<br />

Um die ausreichende Versorgung des ganzen<br />

Landes mit Surströmming sicherzustellen, erlaubte<br />

die schwedische Regierung nämlich einst<br />

den Verkauf der frischen Dosen immer erst im<br />

Spätsommer.<br />

Aber nicht nur der Geschmack ist fordernd. Eine<br />

frisch geöffnete Dose Surströmming gilt als einer<br />

der übelsten Gerüche der Welt. Und weil die Dose<br />

unter Druck steht, spritzt der stinkende Saft<br />

außerdem beim Öffnen in hohem Bogen heraus,<br />

weswegen Profis ihre Dosen stets im Freien und<br />

in einem Eimer Wasser öffnen. Wir haben das bei<br />

unserem Surströmming-Essen genauso gemacht,<br />

und es hat auch kaum gestunken – das war<br />

einerseits gut, weil die Dose zunächst harmlos<br />

gerochen hat. Und andererseits schlecht, weil<br />

mich das übermütig machte …<br />

Mein erster Bissen war daher ein klassischer Anfängerfehler.<br />

Ich habe nicht nur gleich ein großes<br />

Stück probiert, sondern auch noch den Schwanz<br />

samt Knochen und Flosse, was den Geschmack<br />

angeblich noch einmal intensiviert. Beim zweiten<br />

Bissen hatte ich schon dazugelernt: Surströmming<br />

wird wie die meisten schwedischen Spezialitäten<br />

traditionell mit Kartoffeln, Sauerrahm und<br />

eingelegten Zwiebeln genossen (nur ganz harte<br />

Hunde essen ihn pur). Ich habe also ein winziges<br />

Stückchen Surströmming mit einem Haufen<br />

Zwiebel, reichlich Erdäpfel und einem Meer aus<br />

Sauerrahm bedeckt, das ganze in »Tunnbröd«<br />

(ein schwedisches Flachbrot) gewickelt und<br />

nochmals probiert – und es war gar nicht mehr so<br />

schlecht. Seither sehe ich Surströmming eher als<br />

Gewürz, dass man in homöopathischen Mengen<br />

genießt, denn als eine Speise, von der man satt<br />

wird. Mein schwedischer Freund sagt, dass mir<br />

wahre Fans da heftig widersprechen würden …<br />

TOBIAS MÜLLER<br />

ist ein österreichischer<br />

Gourmetjournalist, der im<br />

Rahmen seiner Reisen bereits<br />

die unterschiedlichsten<br />

Küchen und Speisen der<br />

Welt entdeckt und lieben gelernt<br />

hat. Müller lebt in Wien<br />

und in Neapel.<br />

Foto: Pauline Conradsson / AFP / picturedesk.com<br />

182 falstaff aug <strong>2022</strong>


Perfekt am Gaumen.<br />

Schmeichelt der Hüfte.<br />

Neu!<br />

Zuckerfrei


gourmet / GRUSS AUS DER KÜCHE<br />

MEHR ALS<br />

NUR ESSEN<br />

Das Künstlerduo Honey & Bunny geht dem Erfolgsgeheimnis<br />

der skandinavischen Küche auf den Grund – und entdeckt dabei<br />

auch das großartige Zusammenspiel zwischen Kochen, Kunst<br />

und Wissenschaft.<br />

TEXT SONJA STUMMERER UND MARTIN HABLESREITER<br />

FOTOS HONEY & BUNNY | ULRIKE KÖB | DAISUKE AKITA<br />

Alle Teile der Serie unter<br />

go.falstaff.com/grussaus-der-kueche<br />

Pflanzlich und regional ist die Küche<br />

des hohen Nordens, vor allem aber<br />

ist sie radikal neu gedacht. Wie fast<br />

alle Trends aus Skandinavien kommt<br />

diese neue Sicht auf das Kochen<br />

langsam auch bei uns an.<br />

184 falstaff aug <strong>2022</strong>


FALSTAFF<br />

SERIE<br />

GRUSS<br />

AUS DER<br />

KUCHE<br />

Teil 10<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

185


gourmet / GRUSS AUS DER KÜCHE<br />

In der nordischen Küche<br />

liegt der Fokus auf<br />

richtig guten, regionalen<br />

Grundprodukten. Der<br />

Fehler, beim Einkauf nur<br />

in Landesgrenzen zu<br />

denken, wird hier aber<br />

kaum begangen.<br />

Erinnerungen grenzen manchmal<br />

an das Unvorstellbare:<br />

Martin bereiste als vierzehnjähriger<br />

Schüler den hohen<br />

Norden Europas. Doch<br />

inmitten der berühmten Landschaften war<br />

es beinahe unmöglich, Wirtshäuser zu<br />

finden. Wenn es ausnahmsweise gelang,<br />

war das Essen eh essbar. Es ist also gar<br />

nicht so lange her, dass Skandinavien auf<br />

der kulinarischen Landkarte nicht ganz so<br />

kräftig punktete. Höhenflüge am Teller,<br />

derentwegen heute Foodies aus aller Welt in<br />

den hohen Norden pilgern, waren selten. Es<br />

gab gebratene Lachsfilets mit Kartoffelpüree,<br />

Hering in drei verschiedenen, essigsauren<br />

Ausführungen und Krabbenbrötchen.<br />

Eh nicht schlecht, aber tendenziell eintönig.<br />

Alkohol (für den Vater) war sündhaft teuer<br />

und schwer zu bekommen. Okay, beschwingende<br />

Getränke sind immer noch<br />

ziemlich kostspielig, aber das Essen wurde<br />

innerhalb weniger Jahre gewaltig gut.<br />

REGIONALE EXOTIK<br />

Na gut, das skandinavische Küchenwunder<br />

ist bekannt und rauf und runter gehuldigt,<br />

aber es betrifft nicht nur die recht<br />

weltberühmten »big names«, sondern auch<br />

einfache Lokale ums Eck. Knapp vor der<br />

Pandemie flüchteten wir zum Beispiel vor<br />

strömendem Regen in ein unscheinbares<br />

Wirtshaus gegenüber der Kunstakademie<br />

in Göteborg. Das servierte Essen war<br />

REGIONALITÄT<br />

SCHMECKT IN<br />

SKANDINAVIEN AUCH<br />

IN EINFACHEN<br />

WIRTSHÄUSERN OFT<br />

UNGEWÖHNLICH,<br />

RADIKAL UND<br />

WIRKLICH GUT.<br />

extrem kreativ und richtig gut. Hauptsächlich<br />

kam Pflanzliches auf den Tisch und<br />

weil das Zeug aus der Umgebung stammte,<br />

wurde es gleich exotisch für uns <strong>Österreich</strong>er.<br />

Einige Zutaten kannten wir gar nicht<br />

und andere nur vom Hörensagen. Regionalität<br />

schmeckte ungewöhnlich, radikal<br />

und wirklich gut. Das ist uns vorher nur<br />

bei einem gastronomischen Projekt im<br />

Mühlviertel passiert. Dabei verkochte der<br />

oberösterreichische Koch Georg Friedl an<br />

ungewöhnlichen Orten jene Zutaten, die<br />

einst im Mühlviertel Verwendung fanden.<br />

Er berief sich auf alte Rezepte und suchte<br />

tatsächlich auf Wiesen und in Wäldern<br />

nach Wildpflanzen, um sie zu verkochen.<br />

Das Ergebnis war radikal ungewöhnlich.<br />

Damals kamen wir gerade von unserem<br />

Arbeitsaufenthalt in Tokio zurück und die<br />

japanische Küche kam uns weniger<br />

exotisch vor als die Gerichte, die uns<br />

Friedl servierte. Dabei ist Martin im<br />

Mühlviertel aufgewachsen.<br />

186 falstaff aug <strong>2022</strong>


Mit solchen Ideen käme Regionalität weg<br />

von dieser durchgelutschten Marketingmasche,<br />

die dem Begriff sonst überall anhaftet.<br />

Das ist dann eben nicht der folierte<br />

A4-Zettel beim Skiortfrühstücksbuffet,<br />

der regionalen Fruchtsalat aus Pinzgauer<br />

Ananas und Gailtaler Wintermelone anpreist.<br />

Es ist auch nicht dieser widerwärtige<br />

Kulinariknationalismus, der Regionalität<br />

als kulturellen Grenzschutz missversteht.<br />

Ungarn zum Beispiel liegt deutlich näher<br />

an Wien dran als Vorarlberg. Bayrische Produkte<br />

in Berlin sind etwas weniger regional<br />

als polnische. Gelebte Auseinandersetzung<br />

mit lokalen, essbaren Produkten hat auch<br />

wenig mit jenen betrügerischen Methoden<br />

zu tun, die immer wieder durch die Gastronomie<br />

geistern. Vor wenigen Wochen<br />

erzählte uns beispielsweise ein wohlmeinender<br />

und engagierter Salzburger Fleischhauer<br />

und Autor, dass Wirte beim ihm wenige<br />

Stücke einkaufen, um dann mit seinem<br />

Namen und seiner radikalen Regionalität<br />

zu werben. Bloß werden bei ihm dann statt<br />

der gebrauchten zwanzig Tafelspitz nur<br />

zwei gekauft. Der Rest stammt aus dem<br />

Großhandel. Betrug ist so alt wie das Essen<br />

selbst, aber immer ekelhaft!<br />

KOCHEN ALS WISSENSCHAFT<br />

Zurück nach Skandinavien. Den internationalen<br />

Erfolg der dortigen kulinarischen<br />

Szene einzig auf die Verwendung regionaler<br />

Produkte zurückzuführen wäre eine<br />

Frechheit, eine Missachtung der kreativen<br />

Leistung der nordischen Köche. Diese Leute<br />

haben Ideen und sie trauen sich etwas. Sie<br />

sind vergleichbar mit richtig guten und<br />

kreativen Designern oder Künstlern.<br />

Gestaltung heißt – zumindest für uns –<br />

immer Research, Research, Research und<br />

dann: »Nichts scheißen«. Das internationale<br />

Handwerk, wissenschaftliche Erkenntnisse<br />

und kulturelle Entwicklungen zu<br />

kennen ist unerlässlich. Es ist kein Zufall,<br />

dass Köche wie René Redzepi bei Ferran<br />

und Albert Adrià lernten und arbeiteten.<br />

In Barcelona und mittlerweile auch im<br />

Baskenland suchen kreative Gastronomen<br />

seit Jahrzehnten die interdisziplinäre Kooperation<br />

mit Wissenschaftlern, Designern<br />

und Künstlern, und die Köche dort pfeifen<br />

seit Jahren auf Traditionen, Konventionen<br />

und Restaurantguides. Sie fürchten weder<br />

(gesellschaftlichen) Tod noch (schreibende)<br />

Teufel. In Spanien und später in Skandinavien<br />

wurde vorgemacht, was später die<br />

Kunstszene als »Arts & Science« entdeckte.<br />

Kochen als weitgefasste, wissensbasierte<br />

Kreativdisziplin war plötzlich die absolute<br />

Avantgarde. Hell yeah!<br />

KULINARISCHE GRENZGÄNGER<br />

Renommierte Neurowissenschaftler wie<br />

der Oxforder Universitätsprofessor Charles<br />

Spence bemühten sich plötzlich nicht mehr<br />

um eine Reservierung, sondern um Zusammenarbeit.<br />

Und genau diesen Arbeitsansatz<br />

von Research und Risiko verbanden die<br />

Nordköche mit der aufkeimenden Notwendigkeit,<br />

sich mit Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen.<br />

In gewisser Weise nahm die<br />

skandinavische Küche sogar Greta vornweg.<br />

Das führt auch dazu, dass ein ganzer<br />

Landstrich eine neue Attraktion hat. Das<br />

Essen repräsentiert immer eine Kultur.<br />

Manchmal ist das berühmter und manchmal<br />

nicht so. Im Norden hat’s geklappt.<br />

Und unter uns: In <strong>Österreich</strong> geht auch was<br />

weiter momentan. Vom Burgenland bis<br />

zum Arlberg machen sich verdammt gute,<br />

intelligente und radikale Köche Gedanken<br />

über die Zukunft des Essens. Das machen<br />

sie gut und auch bei uns sollten sich<br />

weiters Wissenschaftler, Designer und<br />

Künstler schleunigst darum bemühen, mit<br />

diesen Leuten zusammenzuarbeiten.<br />

HONEY & BUNNY<br />

Sonja Stummerer und Martin Hablesreiter studierten<br />

Architektur. Während eines Arbeitsaufenthalts in Tokio<br />

begannen sie, sich für Food Design zu interessieren,<br />

seither gestalten und kuratieren sie Ausstellungen<br />

und Filme, realisieren Eat-Art-Performances und<br />

schreiben bzw. illustrieren Bücher.<br />

<<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

187


ANGELIKA ROSAM<br />

TRENDY,<br />

AKTUELL,<br />

CHIC<br />

PRAKTISCH<br />

AUFBEWAHRT<br />

Es kann gar nicht genug Möglichkeiten<br />

geben, um die wertvollen<br />

Flaschen gut sortiert zu<br />

wissen. Das »Oyer«-Weinregal<br />

macht Ihre Weinaufbewahrung<br />

ganz einfach und noch dazu<br />

elegant. Schmücken Sie Ihre<br />

Küchentheke mit diesem Stück,<br />

damit Sie Ihre Lieblingsweine<br />

immer griffbereit haben. Das<br />

solide Design fasst bis zu sechs<br />

Flaschen, die Verarbeitung von<br />

Akazienholz verspricht eine lange<br />

Lebensdauer. Ausprobieren!<br />

Ca. € 45,–/Stück;<br />

skandinaviandesigns.com<br />

BUNT WIE WARHOL & LICHTENSTEIN<br />

Das »Popglas« war ebenso kühn und farbenfroh wie radikal, als es<br />

1967 in der konservativen Kunstglasszene eingeführt wurde. Unter<br />

diesem Aspekt besuchte der junge schwedische Designer Gunnar<br />

Cyrén das öffentliche Aquarium in Kopenhagen, um sich von Fischen<br />

zu neuen, unerwarteten Farbkombinationen inspirieren zu lassen.<br />

Das vielseitige »Popglas« eignet sich für Wein, Bier, Cocktails oder<br />

Limonaden, wird in sorgfältiger Handarbeit mit einer klaren Schale<br />

und einem Fuß hergestellt und in den kommenden Jahren in neuen<br />

Farbnuancen präsentiert. gunnarcyren.se/projekt/popglas<br />

KUGELFÖRMIG<br />

Von traditionellen Teeritualen inspiriert,<br />

ist die »Still«-Glaskaraffe<br />

ein dezentes, aber nicht weniger<br />

elegantes Stück, das Beauty<br />

und Funktion miteinander verbindet.<br />

Ein kugelförmiger gefärbter<br />

Glaskorken liegt wie eine<br />

Luftblase auf der Öffnung der<br />

mundgeblasenen Karaffe, die für<br />

vielerlei Gebrauch geeignet ist.<br />

€ 29,99; connox.at<br />

EINFACH ELEGANT<br />

Die hübsche Porzellanserie<br />

»Lines« der schwedischen Marke<br />

NJRD besticht durch grafisches<br />

und funktionelles Design, das<br />

aus den hochwertigsten Materialien<br />

hergestellt wird. Dank der<br />

exklusiven Kollektion mit einer<br />

einzigartigen Auswahl finden Sie<br />

für alle Wünsche das perfekte<br />

Stück. € 60,50; nordicnest.com<br />

Fotos: Rafaela Pröll, beigestellt<br />

188 falstaff aug <strong>2022</strong>


eldorado<br />

LIFESTYLE<br />

GIB MIR ZUCKER!<br />

Ein Klassiker! Die »Bernadotte«-<br />

Zuckerdose mit Löffel von Georg<br />

Jensen wurde von Sigvard<br />

Bernadottes frühen Arbeiten aus<br />

den 1940ern inspiriert. Die Schale<br />

präsentiert sich mit einer polierten,<br />

gerillten Oberfläche, die<br />

diesem alltäglichen Objekt einen<br />

Hauch von Luxus verleiht.<br />

€ 59,50; georgjensen.com<br />

Kolumnistin ANGELIKA ROSAM<br />

ist Herausgeberin und Miteigentümerin<br />

des <strong>Falstaff</strong>-Verlags. Mit einem großen<br />

Faible für die schönen Dinge des Lebens<br />

präsentiert sie ihre Lieblings-Items aus<br />

der Gourmetwelt.<br />

FARBEXPLOSION<br />

Hübsch sind sie anzusehen und<br />

noch dazu aus Öko-Baumwolle.<br />

Die kunterbunten Küchentücher<br />

»Artichoke« von Gudrun Sjoden<br />

bringen gute Laune in Ihre Küche.<br />

Somit haben auch die großen<br />

Kochmuffel eine Möglichkeit,<br />

Herd & Co hübsch sauber<br />

zu halten. Im Sale € 12,–/2er-<br />

Pack; gudrunsjoden.com<br />

HANDMADE CHIC<br />

Die handgemachten Porzellan-<br />

Körbe »XL« von ferm Living bestechen<br />

durch geflochtene Optik,<br />

die Traditionelles mit glasierter<br />

Keramik verbindet. Das multifunktionale<br />

Design ist ein ästhetisches<br />

Tool, das, kunstvoll geformt,<br />

für viele Dinge im Haus<br />

eingesetzt werden kann.<br />

€ 259,–; nordicnest.com<br />

STILVOLL GESCHWUNGEN<br />

Ein perfektes Geschenk oder auch für den Eigenbedarf! In der vom<br />

finnischen Architekten Alvar Aalto entworfenen gleichnamigen<br />

Vase – hier in Moosgrün – werden Blumen stilvoll präsentiert. Die<br />

geschwungene Pretiose ist fraglos ein Klassiker von Iittala und ein<br />

berühmtes Symbol für skandinavisches Design. Sie wurde 1936 erstmals<br />

am Markt gezeigt und ist dank ihrer Form, dem funktionalem<br />

Design und dem mundgeblasenen Glas ein beliebtes Dekor-Highlight.<br />

€ 108,–; debijenkorf.at<br />

GUT SERVIERT<br />

Das »Platform«-Tray verbindet<br />

die Funktion des skandinavischen<br />

Designs mit japanischer<br />

Handwerkskunst zu einem stapelbaren<br />

Tablett mit einer Vielzahl<br />

von Verwendungsmöglichkeiten.<br />

Das praktische Stück ist<br />

in mehreren Farben erhältlich<br />

und passt sich jedem Umfeld an.<br />

€ 59,–; muuto.com<br />

Skandinavisches<br />

Design hat eine starke<br />

Emotion auf Umgebung<br />

und Räume. Das<br />

Zuhause steht im<br />

Mittelpunkt und<br />

fördert die Intention,<br />

ein Gefühl von Harmonie<br />

zu schaffen.<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

189


gourmet / ASTRID LINDGREN<br />

FALSTAFF SERIE<br />

Teil 15<br />

»VOM ESSEN MUSS<br />

MAN SCHREIBEN«<br />

Von Afrikaans bis Zulu wurden Astrid Lindgrens Werke in über 100 Sprachen<br />

übersetzt. Die wohl berühmteste Kinderbuchautorin schrieb, inspiriert von ihrer<br />

eigenen Kindheit, für das »Kind in ihr selbst« und erreichte damit die ganze Welt.<br />

Eines haben all ihre Protagonisten gemeinsam: die Leidenschaft fürs Essen.<br />

TEXT JUDITH HECHT<br />

Begonnen hat alles in Südschweden<br />

in Småland. Genauer<br />

gesagt auf dem Pfarrhof Näs<br />

bei Vimmerby. Dort lebte die<br />

kleine Astrid mit ihren Eltern<br />

und ihren drei Geschwistern in einem roten<br />

Häuschen mit weißen Holzfenstern,<br />

umgeben von Wäldern, Wiesen und Bächen.<br />

Hier spielte sie mit den Kindern der<br />

Nachbarhöfe, versteckte sich in Scheunen<br />

und Schuppen, kletterte auf hohe Bäume,<br />

brachte den Knechten Kaffee aufs Feld und<br />

aß mit ihnen Butterbrote.<br />

In ihrem autobiografischen Buch »Das<br />

verschwundene Land« schreibt Astrid<br />

Lindgren: »Es war schön, auf Näs Kind zu<br />

sein, und schön, Kind von Samuel August<br />

und Hanna zu sein. Warum war es schön?<br />

Darüber habe ich oft nachgedacht, und ich<br />

glaube, ich weiß es. Zweierlei hatten wir, das<br />

unsere Kindheit zu dem gemacht hat, was sie<br />

gewesen ist – Geborgenheit und Freiheit.«<br />

Die Erinnerung an die Kindheitstage<br />

waren der berühmten Kinderbuchautorin<br />

lebenslange Inspirationsquelle. Einige der<br />

Menschen, die sie damals umgaben,<br />

wurden Vorbilder für die wunderbaren und<br />

eigentümlichen Figuren ihrer Bücher: In<br />

dem Lausbuben Michel aus Lönneberga,<br />

der mit seiner Familie auf dem Hof<br />

Katthult lebt, hat sie ihren Vater als Kind<br />

gesehen. Samuel August hatte seiner<br />

Tochter oft von seinen Streichen erzählt.<br />

Für Michels Mutter ist Astrids eigene<br />

Mutter Hanna Patin gestanden und für ihre<br />

Romanfigur »Madita« ihre Schulfreundin<br />

Anne-Marie Ingeström, die Tochter des<br />

Bankdirektors von Vimmerby. Mit dem<br />

<<br />

Foto: Astrid Lindgren Aktiebloag<br />

190 falstaff aug <strong>2022</strong>


Alle Teile der Serie unter<br />

go.falstaff.com/kunstkulinarik<br />

Erst mit 37 Jahren begann<br />

Astrid Lindgrens literarische<br />

Karriere, dabei hatte man<br />

ihr bereits in ihrer Schulzeit<br />

prophezeit, dass sie einmal<br />

Schriftstellerin werden würde.<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

191


gourmet / ASTRID LINDGREN<br />

Rote Grütze<br />

(für 4 Personen)<br />

ZUTATEN<br />

500 g säuerliche Beeren<br />

200 ml Wasser<br />

3 – 4 EL Stärkemehl<br />

Zucker<br />

ZUBEREITUNG<br />

– Die Beeren waschen und entstielen, mit<br />

dem Wasser in einem Topf erhitzen und<br />

unter Rühren zu einem Brei zerkochen.<br />

Nach Belieben durch ein Sieb streichen.<br />

– Einige Esslöffel Saft abkühlen lassen und<br />

die Stärke darin anrühren. Den Brei nach<br />

Geschmack süßen, wieder erhitzen und<br />

unter Rühren das Stärkemehlgemisch zugeben.<br />

Etwa zwei Minuten lang kochen, bis<br />

der Brei dicklich wird. Vor dem Servieren<br />

mindestens zwei Stunden in den Kühlschrank<br />

stellen. Dazu passt Vanilleeis,<br />

Vanillesauce oder Schlagobers.<br />

<<br />

aufgeweckten Buben Lasse hat sie in den<br />

»Bullerbü-Büchern« ihrem geliebten Bruder<br />

Gunnar ein Denkmal gesetzt. Er übernahm<br />

später den elterlichen Hof.<br />

DEM ZUFALL SEI DANK<br />

An die 40 Kinderromane hat Astrid Lindgren<br />

bis an ihr Lebensende verfasst. Dabei<br />

wollte sie nie Schriftstellerin werden. Ihr<br />

erstes Buch »Pippi Langstrumpf« entstand<br />

eher zufällig. Als Astrids Tochter Karin im<br />

ESSEN IST FÜR ASTRID<br />

LINDGRENS<br />

PROTAGONISTEN VIEL<br />

MEHR ALS EINE NOT-<br />

WENDIGKEIT. ES IST<br />

GENUSS, GESELLIGKEIT –<br />

UND ABENTEUER.<br />

Winter 1941 mit einer Lungenentzündung<br />

im Bett lag, sagte sie eines Abends zu ihrer<br />

Mutter: »Erzähl mir von Pippi Langstrumpf«.<br />

Diesen Namen hatte sich das<br />

Mädchen ausgedacht, einfach so. Astrid<br />

begann also, von Pippi zu erzählen. Später<br />

schrieb sie die Abenteuer von der selbstbewussten<br />

Seemannstochter mit den roten<br />

Zöpfen auf, und zwar auf die ihr so eigene<br />

Weise: »Ich habe geschrieben, wie ich mir<br />

selbst ein Buch wünschen würde, wenn ich<br />

ein Kind wäre. Ich schreibe für das Kind in<br />

mir selbst«, sagte sie später. Und dieses Kind<br />

in ihr hatte eine unerschöpfliche Fantasie.<br />

So unterschiedlich Michel aus Lönneberga,<br />

Madita, Pippi Langstrumpf, Ronja oder<br />

Karlsson vom Dach auch sind, eines haben<br />

sie alle gemeinsam: Sie essen für ihre Leben<br />

gern. Das ist kein Zufall. Das gemeinsame<br />

Essen hatte auch am Hof von August und<br />

Hanna Ericsson einen hohen Stellenwert<br />

und war nach getaner Arbeit Fixpunkt für<br />

alle. Astrids Eltern kannten kein Dünkel.<br />

Für sie war es selbstverständlich, dass die<br />

Familie mit ihren Knechten, Mägden und<br />

Tagelöhnern gemeinsam am großen<br />

Küchentisch aß.<br />

Nachdem die Männer von Sonnenaufbis<br />

Sonnenuntergang schwere Arbeit auf<br />

den Feldern zu verrichten hatten, servierte<br />

ihnen Mutter Hanna eine deftigere Kost als<br />

ihren Kindern. Schon in der Früh hatten sie<br />

neben Grütze, Kartoffeln, Milch und Brot<br />

auch Hering und fetten Speck auf ihren<br />

Tellern. »Manchmal bekam auch ich eine<br />

Speckschwarte ab«, erinnerte sich Lindgren<br />

als alte Frau. »Ich kaute sie genüsslich und<br />

langsam. Das war das Beste.«<br />

Wie eng das Verhältnis der Ericssons mit<br />

ihrem Gesinde war, zeigte sich daran, dass<br />

die kleine Astrid und ihre Geschwister in<br />

deren bescheidenem Häuschen stets<br />

willkommen waren. Viel Zeit verbrachten<br />

Astrid und ihr Bruder Gunnar etwa in der<br />

Küche von Kristin, der Frau des Küchenknechts.<br />

Wenn die beiden Kinder auf der<br />

Ausziehbank beim Ofen saßen und Pfannkuchen<br />

naschten, begann Kristins Tochter,<br />

den beiden Märchen vorzulesen, und<br />

»versetzte meine Kinderseele dadurch in<br />

Schwingungen, die bis heute noch nicht<br />

ganz abgeklungen sind. In einer seit Langem<br />

verschwundenen, armseligen, kleinen<br />

Häuslerküche geschah dieses Wunder und<br />

seit jenem Tag gibt es für mich in der<br />

<<br />

Foto: StockFood / Eising Studio / Food Photo & Video<br />

192 falstaff aug <strong>2022</strong>


LEHRE STÄRKEN<br />

#schaffenwir<br />

Und dass auch Gemüse schmeckt.<br />

HUEBER der Wirt<br />

Die Gäste rundum zufriedenstellen ist ein Herzensanliegen im Gasthof HUEBER.<br />

Das gelingt, wenn alle als Team zusammenspielen. Schon in der Lehrausbildung<br />

wird auf kreatives, qualitatives und selbstständiges Arbeiten Wert gelegt.<br />

Mit Produkten aus der unmittelbaren Region werden Gerichte zubereitet, die<br />

Genuss und Heimat verbinden. Wirtschaft sind wir alle. Alle, die was unternehmen.<br />

Eine Initiative der<br />

schaffenwir.wko.at


gourmet / ASTRID LINDGREN<br />

<<br />

Welt keine andere Küche.« In ihren<br />

Büchern ist das »Herz des Hauses« immer<br />

ein wunderbarer Ort, wo es nach Zimt,<br />

Käsekuchen, Kirschkompott oder gebratenem<br />

Speck riecht. Wo es warm ist, auch,<br />

wenn es draußen klirrend kalt ist, wo die<br />

Menschen beisammensitzen, essen, sich<br />

Geschichten erzählen, streiten und sich<br />

wieder vertragen.<br />

Im Haushalt der Ericssons hatte Astrids<br />

Mutter Hanna allein das Sagen. Astrid<br />

beschrieb sie als sparsame und fleißige<br />

Frau, die »sich auf das meiste versteht: Sie<br />

kann Kühe melken, ein Pferdegespann<br />

lenken, sie kann weben und alles, was zum<br />

Schlachten dazugehört. Sie kann Käse<br />

zubereiten, spinnen und backen, und sie<br />

kann ohne Unterlass schaffen und das<br />

Gesinde anleiten.« Und sie hatte ein Herz<br />

für »die Armen und Elenden und half<br />

überall dort, wo Hilfe nötig war«. Beeindruckt<br />

hat Astrid, welche Unmengen an<br />

Köstlichkeiten ihre Mutter für diverse<br />

Festessen zubereiten konnte. Was es zu<br />

Weihnachten oder dem großen Mittsommerfest<br />

alles zu essen gab, hat sie in den<br />

»Die Kinder von Bullerbü«-Romanen und<br />

in ihren »Michel aus Lönneberga«-Ge-<br />

VIEL MEHR ALS DIE<br />

STADT FASZINIERTE<br />

ASTRID DIE NATUR, MIT<br />

DER SIE SICH »ALS<br />

BAUERNMÄDCHEN« SO<br />

VERBUNDEN FÜHLTE.<br />

schichten festgehalten: Vor dem großen<br />

Sommerfest stand Michels Mutter tagelang<br />

von früh bis spät in der Küche, um für den<br />

Festtag vorzukochen. In der Vorratskammer<br />

türmten sich Schweinebraten, Kalbsrouladen,<br />

Heringssalat, Aal in Gelee,<br />

Kartoffelmus, köstliche Würste, Fleischbällchen,<br />

verschiedene Puddings, Apfelkuchen,<br />

Käsetorten, Kirschkompott, Rote Grütze<br />

und vieles mehr.<br />

Ganz bewusst hat die Schriftstellerin der<br />

småländischen Küche viele Seiten gewidmet.<br />

Sie wollte, dass den kleinen und<br />

großen Lesern das Wasser im Mund<br />

zusammenrinnt: «Vom Essen zu erzählen,<br />

ist wichtig«, sagte sie. »Es wäre fast ein<br />

Verbrechen, zu schreiben, dass die<br />

Bullerbü-Kinder bei einem Ausflug Essen<br />

dabeihatten, und dann nicht aufzuzählen,<br />

dass ihr Korb Eierpfannkuchen mit<br />

Marmelade und Milch und Saft und<br />

Wurstbrote und Kuchen und sechs Fischklöße<br />

enthielt.«<br />

ESSEN IST EIN ABENTEUER<br />

Essen ist für Astrid Lindgrens Protagonisten<br />

viel mehr als eine Notwendigkeit. Es ist<br />

Genuss, Geselligkeit – und Abenteuer. So<br />

freut sich Herr Karlsson jedes Mal diebisch,<br />

wenn er mit seinem Propeller von seinem<br />

Dach zum Küchenfenster im vierten Stock<br />

fliegt und die »weltbesten« Zimtschnecken,<br />

die zum Auskühlen auf der Fensterbank<br />

stehen, stibitzen kann. Mit den Fleischbällchen<br />

macht er es nicht anders. »Karlsson<br />

vom Dach« ist übrigens eine der wenigen<br />

Geschichten, die Lindgren in Stockholm<br />

spielen lässt. Viel mehr als die Stadt<br />

faszinierte sie die Natur, mit der sie sich<br />

»als Bauernmädchen«, wie sie sich stets<br />

nannte, so verbunden fühlte.<br />

In den »Bullerbü-Büchern« schreibt sie,<br />

dass die Kinder jede Jahreszeit mögen. Der<br />

Sommer mit seinen warmen, langen Tagen<br />

ist ihnen aber am liebsten. Vor allem der<br />

<<br />

Zahlreiche Werke von<br />

Astrid Lindgren fanden<br />

ihren Weg auf die<br />

Leinwand. Inger Nilsson<br />

wurde in der Rolle der<br />

Pippi Langstrumpf zum<br />

Kinderstar.<br />

Foto: United Archives GmbH / Action Press / picturedesk.com<br />

194 falstaff aug <strong>2022</strong>


GRAFENEGG FESTIVAL<br />

13. August–4. September <strong>2022</strong><br />

ENDLICH WIEDER<br />

SOMMER.<br />

grafenegg.com<br />

© Sebastian Philipp


gourmet / ASTRID LINDGREN<br />

ASTRID<br />

LINDGREN<br />

Ihre Geschichten machen sie<br />

unsterblich.<br />

Astrid Lindgren setzte sich<br />

nicht nur in ihrem Werk für<br />

Kinder ein, sie engagierte<br />

sich auch politisch für deren<br />

Rechte. Und am Set wurde<br />

gemeinsam gegessen.<br />

Astrid Lindgren wurde am 14. November 1907<br />

in Südschweden geboren und wuchs mit drei<br />

Geschwistern auf einem Hof bei Vimmerby auf.<br />

Nach der Schule absolvierte sie bei der Ortszeitung<br />

»Vimmerby Tidning« ein Praktikum und<br />

lernte das Journalistenhandwerk. Als sie von<br />

dem verheirateten Chefredakteur schwanger<br />

wurde, ging sie nach Stockholm, arbeitete als<br />

Sekretärin und brachte 1926 Sohn Lars zur<br />

Welt, der sodann zu Pflegeeltern kam, bis sie<br />

ihn 1930 – mittlerweile verheiratet – wieder zu<br />

sich holte. 1934 wurde Tochter Karin geboren.<br />

<<br />

August, denn erst da darf man mit dem<br />

Krebsfangen beginnen. »Der Tag, bevor es<br />

losgeht, ist beinahe so schön wie Heiligabend«,<br />

sagt die siebenjährige Lisa. Am<br />

Abend dürfen die Kinder mit ihrem Papa<br />

und ihrem Onkel zum Nocken, einem See<br />

im Wald, wandern: Dort angelangt, rudern<br />

sie auf das Wasser hinaus und setzen die<br />

Käfige, mit denen sie die Krebse fangen<br />

wollen, aus. Dann bauen sie sich mit<br />

Wacholderzweigen Hütten, machen ein<br />

Lagerfeuer und essen ihre Butterbrote.<br />

Schlafen können die Kinder nicht lang:<br />

»Als es vier Uhr morgens war, kam Papa<br />

und weckte uns. Und da war ich froh, wenn<br />

ich auch fror wie ein Hund. Die Sonne<br />

schien (...) und von Papa bekamen wir<br />

warmen Kakao. Über dem See lag ein<br />

wenig Nebel, aber der ging bald fort.« Ein<br />

Erlebnis, das Lisa um nichts missen möchte:<br />

»Mir tun alle Menschen leid, die niemals<br />

um vier Uhr morgens auf einen See hinausgerudert<br />

sind, um Krebskäfige einzuholen.«<br />

Für all jene Kinder, die nie erlebt haben,<br />

wie es ist, Krebse zu fangen, heimlich<br />

Würste im Schuppen zu essen oder<br />

Prinzessinnentorte in einer Baumkrone, hat<br />

Lindgren ihre Geschichten geschrieben.<br />

Lindgren starb 2002 im Alter von 94<br />

Jahren. Sie wurde an ihrem Geburtsort<br />

Vimmerby beigesetzt. Auf ihrem Grabstein<br />

ist Folgendes zu lesen: »Wenn ich auch nur<br />

eine einzige düstere Kindheit erhellen<br />

konnte, bin ich zufrieden.«<br />

MIT IHRER FÄHIGKEIT,<br />

SICH IN KINDER IN<br />

DEN VERSCHIEDENSTEN<br />

LEBENSLAGEN EINZU-<br />

FÜHLEN, SCHRIEB SIE<br />

SICH IN DIE HERZEN<br />

IHRER LESER.<br />

<<br />

Nachdem Lindgren einige Kurzgeschichten<br />

veröffentlicht hatte, widmete sie sich Mitte<br />

der 1940er-Jahre verstärkt dem Schreiben.<br />

Ihr erstes Buch »Pippi Langstrumpf« wurde<br />

1944 vom Albert Bonniers Verlag abgelehnt.<br />

Ein Jahr später verlegte Rabén & Sjögren eine<br />

überarbeitete Version und stellte Lindgren als<br />

Lektorin ein. Sie baute die Kinderbuchabteilung<br />

des Verlages auf und schrieb eigene Bücher.<br />

Zu ihren größten Erfolgen zählen »Pippi Langstrumpf«,<br />

»Kalle Blomquist«, »Wir Kinder aus<br />

Bullerbü«, »Karlsson vom Dach«, »Madita«,<br />

»Michel aus Lönneberga«, »Die Brüder Löwenherz«<br />

und »Ronja Räubertochter«.<br />

Mit einer Gesamtauflage von über 165 Millionen<br />

Büchern, übersetzt in mehr als 100 Sprachen,<br />

ist sie eine der bekanntesten und erfolgreichsten<br />

Kinder- und Jugendbuchautorinnen und eine der<br />

meistübersetzten Schriftstellerinnen weltweit.<br />

Sie erhielt die höchsten Auszeichnungen und<br />

wurde 1999 zur »Schwedin des Jahrhunderts«<br />

gewählt. Den Nobelpreis jedoch erhielt sie nie.<br />

Am 28. Jänner 2002 starb Astrid Lindgren im<br />

Alter von 94 Jahren in Stockholm.<br />

Fotos: ullstein bild / Getty Images, Verlagsgruppe Oetinger<br />

196 falstaff aug <strong>2022</strong>


ORF KULTUR-<br />

SOMMER<br />

<strong>2022</strong><br />

HOCHKARÄTIGE KONZERTE, GLANZVOLLES MUSIKTHEATER, ANREGENDE KULTUR-<br />

& LITERATURGESPRÄCHE IN ALLEN MEDIEN DES ORF. ALLE INFOS AUF: DER.ORF.AT<br />

AUS DEM GROSSEN FESTSPIELHAUS: GIACOMO PUCCINI – IL TRITTICO | 13. AUGUST | 22:00 | ORF 2 LIVE<br />

AUS DEM GOLDENEN SAAL: RICCARDO MUTI UND DIE WIENER PHILHARMONIKER | 21. AUGUST | 21:45 | ORF III<br />

ERÖFFNUNGSPREMIERE DER VOLKSOPER WIEN: DIE DUBARRY | 4. SEPTEMBER | 20:15 | ORF III


Ehrlich:<br />

Für Tiroler<br />

Spezialitäten<br />

brauchts Tiroler<br />

Bergbauernmilch.<br />

TIROL MILCH, EHRLICH GUAT!


SIXPACK<br />

ALEXANDER BACHL<br />

ist einer der profiliertesten<br />

Gourmetjournalisten <strong>Österreich</strong>s.<br />

In seinem »Sixpack« stellt er Neues<br />

aus der Restaurantszene vor.<br />

alexander.bachl@falstaff.com<br />

1<br />

2<br />

3<br />

4<br />

5<br />

6<br />

THE BANK<br />

BRASSERIE & BAR<br />

Bognergasse 4<br />

1010 Wien<br />

HIMMELREICH<br />

Ortsstraße 4<br />

3701 Zaußenberg<br />

DER SCHNELLIMBISS<br />

Vorgartenmarkt Stand 40+41<br />

1020 Wien<br />

ZUM GOLDENEN HIRSCHEN<br />

Linzerstraße 4<br />

4810 Gmunden<br />

BRASSERIE POLDIE<br />

Taborstraße 81<br />

1020 Wien<br />

R&BAR<br />

Lindengasse 1<br />

1070 Wien<br />

Subtile feine Küche im »neuen«<br />

»Himmelreich«: Kopfsalatcreme,<br />

confiertes geräuchertes Eigelb,<br />

Frühlingskräutersalat und<br />

Meyer-Zitrone.<br />

NEU EINGEDECKT<br />

Foto: Andreas Jakwerth<br />

JETZT<br />

GRATIS<br />

RESTAURANT-<br />

GUIDE APP<br />

Das »Himmelreich« hat einen neuen Koch und der Vorgartenmarkt<br />

ein grandioses Bistro. In Gmunden wurde ein alter Gasthof neu belebt.<br />

Die Leopoldstadt bekam eine neue Brasserie, eine altbekannte wird<br />

immer besser. Und die »R&Bar« wird nun von »Weinskandal« bespielt.<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

199


gourmet / SIXPACK<br />

THE BANK<br />

BRASSERIE & BAR<br />

Innere Stadt, Wien<br />

1Es wäre den einstigen Bankdirektoren<br />

wohl nie in den Sinn gekommen, dass<br />

ihre marmornen Kassenhallen zu<br />

Orten der Kulinarik mutieren könnten. Während<br />

man in der Creditanstalt am Schot tentor<br />

im Luxus-Interspar nur einkaufen kann und<br />

die Pracht nur am Rande mitbekommt, kann<br />

das Publikum in der alten Länderbank am<br />

Hof verweilen und sich sattsehen an der<br />

Schönheit der 1913 errichteten Kubatur des<br />

Geldes. Man darf es aussprechen – viel schöner<br />

kann man in Wien nicht speisen. Zum<br />

Glück ist es den Betreibern des »Park Hyatt«<br />

auch gelungen, hier eines der erfolgreichsten<br />

Hotel-Restaurants der Stadt zu etablieren –<br />

wer nicht frühzeitig bucht, geht leer aus. Basis<br />

dieses Zuspruchs ist das nach Kurswechseln<br />

nun gut etablierte Brasserie-Konzept mit diesen<br />

Zutaten: dreierlei Austern. Beef Tatar<br />

endlich wirklich handgeschnitten und mit<br />

confiertem Eigelb, Senfkaviar und etwas Trüffelhobel<br />

auf Olivenholzbrett aufgetragen –<br />

mild abgeschmeckt, ergo mit ganz viel Fleischaroma.<br />

Ein gelungener Luxus-Snack: Hummer-Flammkuchen<br />

mit Dill-Crème-fraîche und<br />

Lachskaviar. Wer ein sehr rustikales Gröstl<br />

mag, greift zum Brassoi vom Boa-Schwein mit<br />

Spitzpaprika und Speck. Auf der eleganteren<br />

Seite: Zander Matelote – ein milder Eintopf –<br />

mit Rauchmuscheln und Vongole. Alte Wiener<br />

Schule: cremiger Sauerrahmschmarrn mit<br />

Heumilcheis. Ganz anders, als man es in Fünf-<br />

Sterne-Häusern gewohnt ist, liest sich die rechte<br />

Spalte der außergewöhnlich gut assortierten<br />

Weinkarte. Da macht’s gleich noch mal Spaß,<br />

die Damen und Herren beim Besteigen der<br />

Leitern zu beobachten, die zu den Bouteillen<br />

in den Hochschränken geleiten. Logisch,<br />

dass »The Bank« zu den Aufsteigern im<br />

<strong>Falstaff</strong>-Guide <strong>2022</strong> zählt.<br />

Wiens schönste<br />

Brasserie im »Park<br />

Hyatt« wird immer<br />

besser.<br />

BEWERTUNG<br />

Alexander Bachl<br />

Essen<br />

Service<br />

Weinkarte<br />

Ambiente<br />

GESAMT<br />

46 von 50<br />

18 von 20<br />

18 von 20<br />

10 von 10<br />

92 von 100<br />

<strong>Falstaff</strong> Restaurantguide <strong>2022</strong><br />

Essen<br />

Service<br />

Weinkarte<br />

Ambiente<br />

GESAMT<br />

46 von 50<br />

18 von 20<br />

18 von 20<br />

10 von 10<br />

92 von 100<br />

THE BANK<br />

BRASSERIE & BAR<br />

Bognergasse 4<br />

1010 Wien<br />

T: +43 1 227401236<br />

restaurant-thebank.at<br />

HIMMELREICH<br />

Zaußenberg, Niederösterreich<br />

2Im Ranking der unbekanntesten<br />

Weinbauorte der Nation wäre<br />

Zaußenberg am Wagram eine Topplatzierung.<br />

Dabei gibt es gleich zwei Argumente,<br />

das 30-Häuser-Nest anzusteuern. Da<br />

wäre Winzer Josef Fritz, der mit grandiosen<br />

Roten Veltlinern belegt, was man aus dieser<br />

raren Sorte keltern kann. Und da ist das von<br />

ihm vor drei Jahren gebaute Restaurant<br />

»Himmelreich« in einem 300 Jahre alten<br />

Streckhof gleich neben der gleichnamigen<br />

Spitzen-Riede und seinem Weingut, mit zwei<br />

wunderschönen Gaststuben und einem mit<br />

architektonischem Feingefühl adaptierten<br />

Innenhof. Drei Jahre war das Lokal an Josef<br />

Kellner und Jasmin Wiegand erfolgreich<br />

verpachtet, als sich die zwei in den Lungau<br />

verlagerten, standen Interessenten Schlange.<br />

Den Zuschlag bekam der 29-jährige Steirer<br />

Marco Gangl, zuvor im »Landhaus Bacher«<br />

und zuletzt im legendären Dreisterner<br />

»Frantzén« in Stockholm. Geboten wird ein<br />

leichtes detailverliebtes Vier- oder Sechs-<br />

Gänge-Menü (64/84 Euro), das mit dezenter<br />

Aromatik startet. Lachsforelle kommt in<br />

Gurkenwasser gebeizt in Ribisel-Wacholder-<br />

Sud mit eben zuvor im Hofbeet gezupften<br />

Borretsch-Blüten – ein hocheleganter Gang.<br />

Bei gegrilltem Sommerkürbis mit Pinienkernen,<br />

Basilikum, Kapern und Rapsöl-Sauce<br />

wird’s langsam intensiver. Über Kohlrabi mit<br />

Zitronenverbene, Pistazien und Rhabarber-<br />

Erdbeer-Sauce schwebt ein Duft von Purple<br />

Curry. Und dann doch noch kraftvoll – zwei<br />

Gänge vom Höllerschmid’schen Ötscherblickschwein<br />

mit Paprika und Brokkoli. Die<br />

Weinkarte listet viel von Josef Fritz in großer<br />

Jahrgangstiefe, dazu ein paar <strong>Österreich</strong>er,<br />

Italiener und Franzosen. Exzellent: das weinkundige<br />

Service von Sven Wessel, bislang im<br />

»Park Hyatt« zu Diensten.<br />

BEWERTUNG<br />

Alexander Bachl<br />

Essen<br />

Service<br />

Weinkarte<br />

Ambiente<br />

GESAMT<br />

46 von 50<br />

18 von 20<br />

16 von 20<br />

9 von 10<br />

89 von 100<br />

Für dieses Lokal liegt im<br />

<strong>Falstaff</strong> Restaurantguide<br />

noch keine Bewertung vor.<br />

Das nach einer<br />

Weinlage benannte<br />

»Himmelreich«<br />

wurde neu<br />

übernommen.<br />

HIMMELREICH<br />

Ortsstraße 4<br />

3701 Zaußenberg<br />

T: +43 2278 28241<br />

restaurant-himmelreich.at<br />

Fotos: beigestellt, Andreas Jakwerth<br />

200 falstaff aug <strong>2022</strong>


DER<br />

SCHNELLIMBISS<br />

Leopoldstadt, Wien<br />

3Von den kulinarisch extravaganten<br />

Umtrieben des Gerd Wolfgang Sievers<br />

am Wiener Vorgartenmarkt war hier<br />

schon zu lesen. Lange betätigte er sich primär<br />

als Buchautor über Venedig, Schnecken,<br />

Edelkonserven und Co. Seit ein paar Jahren<br />

ist der in der Witzigmann-Ära ausgebildete<br />

Koch Vollblutgastronom mit seinem Stand<br />

»Die Palette« und einem Ableger gegenüber.<br />

Lange war nicht ganz klar, was es auf der<br />

einen und anderen Seite gab. Nun wurden<br />

die beiden Betriebe getrennt. In der »Palette«<br />

gibt’s einen Chef’s Table mit edelsten Produkten<br />

zu Tarifen, die mit dem Chef abzustimmen<br />

sind und jedenfalls Genuss der Spitzenklasse<br />

garantieren. Der vis-à-vis gelegene<br />

einstige »Schnellimbiss« fungiert nun als<br />

Bistro – das Interieur im »Brandineser«-Stil<br />

und der originelle Name blieben erhalten. Als<br />

Gastgeber fand Sievers den Ex-Werbefilmer<br />

Michael Stefanofsky, gekocht wird alles in<br />

der »Palette« von Souschef Imran Sheik.<br />

Und es ist erneut unglaublich, was da aus<br />

einer Winzküche hinter der Vitrine herausgeschossen<br />

wird. Bauernsalat mit griechischem<br />

Tropföl aus Achaia – »per Liter teurer als<br />

ein Menü in der Palette«. Irish Rock Oysters<br />

von David Hervé dezent »à la japonaise«<br />

mariniert. Carpaccio von der Wildfang-<br />

Dorade mit Fliegenfisch-Kaviar. Beim Wildkräutersalat<br />

darf man sich nicht wundern,<br />

dass auf relativ wenig Grünzeug ziemlich<br />

viel von gebackenen Hahnenkämmen liegt –<br />

äußerst delikat. Cotoletta milanese, Salzwiesenlamm,<br />

angelgefangene Frösche aus<br />

Albanien. Der Kühlschrank voll mit<br />

Champagnern aller Art und rheinhessischen<br />

Lagen-Rieslingen. Und man notiert schon<br />

geistig, was man beim nächsten Mal in<br />

diesem exzeptionellen Bistro nehmen wird.<br />

Optisch ein »Brandineser«.<br />

Kulinarisch ein Bistro der<br />

Luxusklasse.<br />

BEWERTUNG<br />

Alexander Bachl<br />

Essen<br />

Service<br />

Weinkarte<br />

Ambiente<br />

GESAMT<br />

47 von 50<br />

16 von 20<br />

18 von 20<br />

7 von 10<br />

88 von 100<br />

Für dieses Lokal liegt im<br />

<strong>Falstaff</strong> Restaurantguide<br />

noch keine Bewertung vor.<br />

DER SCHNELLIMBISS<br />

Vorgartenmarkt Stand 40 + 41<br />

1020 Wien<br />

T: +43 664 3077582<br />

derschnellimbiss.at<br />

ZUM GOLDENEN<br />

HIRSCHEN<br />

Gmunden, Oberösterreich<br />

4<br />

Das Salzkammergut ist landschaftlich<br />

einer der Schätze der Nation. Nicht<br />

wenige ziehen das entspannte Dasein<br />

an Atter-, Mond- oder Wolfgangsee dem aufgeregten<br />

Treiben an den prominenteren Seen<br />

im Süden vor. Der Nachteil: Die Zahl gepflegter<br />

Unterkünfte und Gaststätten ist knapp<br />

bemessen. So auch am Traunsee, wo bisweilen<br />

kein Bett zu finden ist. Die Gmundner<br />

Architektin Inge Krebs- Hinterwirth hat sich<br />

daher zum Anliegen gemacht, das lange leer<br />

gestandene Hotel »Zum Goldenen Hirschen«<br />

zu einem der besten Häuser der Region zu<br />

machen. Dass man auch gastronomisch was<br />

vorhat, belegt die Personalauswahl. Der<br />

Gmundner Koch Maximilian Aichinger<br />

(»Panzerhalle«, »Landhaus zu Appesbach«<br />

u. v. m.) wirkte beim Start mit und ging überraschend<br />

schnell ab. Der aufgerückte Souschef<br />

Giovanni Montagnuolo ist Italiener und<br />

weist eine internationale Vita vor – von<br />

diversen Konzepten des Briten Gordon<br />

Ramsay bis Pastakochen in Florenz. Von<br />

Aichingers Asia-Liebe blieb etwa eine Umami<br />

Bowl von Traunsee fischen mit mariniertem<br />

Sushireis, Wiesenkräutern und Avocado – ein<br />

äußerst frisches Sommergericht mit Pep. Ein<br />

Black Cod mit karamellisierten Zwiebeln in<br />

Beurre blanc war zuvor am Traunsee noch<br />

nicht vertreten. Auch Regionales steht auf der<br />

Karte: tagesfrischer Traunseefang mit Petersilienerdäpfeln.<br />

Detto Schnitzel und Backhuhn<br />

für Traditionsesser. Spannender wird’s bei<br />

Garnelen-Ravioli mit pochiertem Hummer<br />

und Bisque. Und vielleicht kann die Küche ja<br />

gelegentlich das grandiose Reh-Carpaccio<br />

mit Yuzu-Trüffel-Dressing und Shisokresse<br />

der ersten Tage wieder auf die Karte setzen.<br />

Sehr aufmerksames Service. Weltgewandte<br />

Weinkarte. Eine tolle neue Adresse.<br />

BEWERTUNG<br />

Alexander Bachl<br />

Essen<br />

Service<br />

Weinkarte<br />

Ambiente<br />

GESAMT<br />

46 von 50<br />

17 von 20<br />

17 von 20<br />

8 von 10<br />

88 von 100<br />

Für dieses Lokal liegt im<br />

<strong>Falstaff</strong> Restaurantguide<br />

noch keine Bewertung vor.<br />

Ein alter Gasthof mit<br />

neuem Leben und<br />

spannender Küche.<br />

ZUM GOLDENEN HIRSCHEN<br />

Linzerstraße 4<br />

4810 Gmunden<br />

T: +43 7612 23444<br />

hirschengmunden.at<br />

95–100 Punkte 90–94 Punkte 85–89 Punkte 80–84 Punkte<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

201


gourmet / SIXPACK<br />

BRASSERIE POLDIE<br />

Leopoldstadt, Wien<br />

Tagsüber Senioren-Lokal.<br />

Abends gibt’s Austern und<br />

Champagner.<br />

5Huitres, Plats und Spécialités waren<br />

in diesem Teil Wiens bislang unbekannt.<br />

Das hält ein Quartett lustiger<br />

Pensionisten nicht davon ab, »Choix du<br />

Chef« zu wählen und sich vier Gänge lang<br />

ohne Hemmung bekochen zu lassen. Daneben<br />

genießt ein Paar Puligny Montrachet<br />

Les Folatières 1er Cru 2014 von Etienne<br />

Sauzet zu 295 Euro. Neue kulinarische<br />

Demokratie à la française im Volkertviertel.<br />

Das Konzept erinnert an Tim Raues Brasserie<br />

»Colette«, die der Berliner in Seniorenresidenzen<br />

der besseren Art betreibt. Tagsüber<br />

sind – wie in Zukunft auch hier – die Bewohner<br />

zu Gast, abends Menschen von<br />

über-all. Das » Poldie« – man denke an den<br />

mittleren Wortteil von Leopoldstadt – wird<br />

von Christine und Reinhold Stix betrieben,<br />

die man vom innerstädtischen »Paul« kennt,<br />

das demnächst zu »Pauli« mutiert. Wobei er<br />

zugleich Gastgeber und Sommelier gibt. Denn<br />

um eines festzuhalten – das ist auch sehr ein<br />

Ort des Trinkens. Die Distanz zur City merkt<br />

man bei der Kalkulation. Einen prächtigen<br />

weißen Einstiegs-Burgunder gibt’s um<br />

52 Euro, einen Lagen-Meursault um 84 Euro.<br />

Und Apero Champagne Tarlant Zero Brut zu<br />

ganz lieben 9,50 Euro. Solchermaßen eingestimmt<br />

nimmt man etwa Fines de Claire<br />

No. 2, zart gedämpft mit Liebstöckel, Belper<br />

Knolle und Speck. Liest sich deftig. Mundet<br />

allerfeinst. Für das und alles Folgende sorgt<br />

Sebastian Slavicek, einst im »Goldfisch« am<br />

Herd und nun samt Meeresgetier-Know-how<br />

hierher übersiedelt. Weiters zu haben: Salade<br />

niçoise à la Poldie – mit glasig geflämmter<br />

Makrele. Moules-frites oder Lammbauch mit<br />

Linsen-Kapern-Ragout. Und – danke, dass<br />

Crêpes Suzette noch irgendwo serviert werden,<br />

hier extravagant mit Lavendelsorbet.<br />

BEWERTUNG<br />

Alexander Bachl<br />

Essen<br />

Service<br />

Weinkarte<br />

Ambiente<br />

GESAMT<br />

45 von 50<br />

17 von 20<br />

17 von 20<br />

8 von 10<br />

87 von 100<br />

Für dieses Lokal liegt im<br />

<strong>Falstaff</strong> Restaurantguide<br />

noch keine Bewertung vor.<br />

BRASSERIE POLDIE<br />

Taborstraße 81<br />

1020 Wien<br />

T: +43 1 356350015<br />

poldie.wien<br />

R&BAR<br />

Neubau, Wien<br />

6<br />

Trinker klassischer Weine dürften<br />

hier allenfalls mit Champagne Larmandier-Bernier<br />

ihre Freude haben.<br />

Zwar naturnah, aber vom Geschmacksprofil<br />

kein »richtiger« Naturwein. Alle anderen<br />

können sich im Paradies der ganz großen<br />

Auswahl wähnen. Moritz Herzog hat seinen<br />

Laden »Weinskandal« in den letzten Jahren<br />

zum Kompetenzzentrum dieser recht ausgedehnten<br />

Nische des Weinhandels entwickelt.<br />

Neuerdings kam eine Ausschank dazu.<br />

Herzog übernahm die »R&Bar« – sprich<br />

»Rundbar« – in Wien-Neubau. Gastgeber ist<br />

Stephan Martin, zuvor Sommelier im<br />

»ænd«. Mit ihm werken weitere Weinfreaks<br />

im Service, darunter der Brite Dave Ferris,<br />

zuletzt in der »Bar Brutal« in Barcelona –<br />

einer der Keimzellen der globalen Naturweinbarszene.<br />

Das zum Wein gereichte<br />

Essen ist weit mehr als nur »Barfutter«.<br />

Mario Galbavy fabriziert eine Liste kleinerer<br />

sorgfältig komponierter Gerichte. Ein gar<br />

köstlicher Hochsommerhappen: »Ciabatta<br />

tostata«, eine dicke Schnitte knuspriges Brot<br />

von der Bäckerei Joseph mit Feta und eingeschmolzenen<br />

Kirschtomaten. Knackige<br />

Kräuterseitlinge mit ordentlich Liebstöckel<br />

darauf mischt man selbst mit einem Dotter<br />

zu einer cremigen Masse. Richtig aufwendig:<br />

junge Rote Rübe in drei Konsistenzen mit<br />

Schafstopfen und Zedernuss. Subtil: auf der<br />

Haut kross gebratener Saibling mit Senfblatt<br />

und Senfkaviar. Puristisch: »Wagyu Skirt<br />

Steak« – sprich Zwerchfell, ein weithin<br />

unterschätzter Cut, hier vom Demeter-Hof<br />

Herta Bernold im niederösterreichischen<br />

Stronsdorf. Nicht ganz so raffiniert: die<br />

Desserts. Mascarpone mit Erdbeere und<br />

Salzkaramell ist eher »WG-Style«. Wer mit<br />

den Öffnungszeiten (24 Uhr) nicht zurande<br />

kommt, greift zu den Flaschen im Regal.<br />

BEWERTUNG<br />

Alexander Bachl<br />

Essen<br />

Service<br />

Weinkarte<br />

Ambiente<br />

GESAMT<br />

44 von 50<br />

17 von 20<br />

17 von 20<br />

8 von 10<br />

86 von 100<br />

<strong>Falstaff</strong> Restaurantguide <strong>2022</strong><br />

Essen<br />

Service<br />

Weinkarte<br />

Ambiente<br />

GESAMT<br />

Die altbekannte kleine<br />

Ess-Bar wird nun von<br />

»Weinskandal«<br />

betrieben.<br />

43 von 50<br />

17 von 20<br />

15 von 20<br />

8 von 10<br />

83 von 100<br />

R&BAR<br />

Lindengasse 1<br />

1070 Wien<br />

T: +43 676 83858696<br />

dasrund.com<br />

Fotos: Brasserie Poldie, beigestellt<br />

202 falstaff aug <strong>2022</strong><br />

95–100 Punkte 90–94 Punkte 85–89 Punkte 80–84 Punkte


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Hungrig auf echt? Auf Geschmack, der zum Erlebnis wird, auf Begegnungen mit leidenschaftlichen<br />

Gastgebern? Oberösterreichs vielfältige Kulinarik zeigt sich ursprünglich und inspiriert.<br />

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05<br />

05<br />

leserbriefe<br />

GENIESSEN WEIN ESSEN REISEN<br />

/ jul <strong>2022</strong><br />

WEINGUIDE<br />

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Lesermeinung ist uns wichtig, egal,<br />

ob Lob oder Tadel. Schreiben Sie uns einfach an<br />

redaktion@falstaff.at oder posten Sie auf<br />

falstaff.com bzw. unserer Facebook-Seite.<br />

ÖSTERREICH-AUSGABE 05/<strong>2022</strong><br />

€ 10,50 WWW.FALSTAFF.COM<br />

»Es ist nicht nur für<br />

die beiden eine hohe<br />

Auszeichnung für ihre<br />

harte Arbeit, sondern<br />

auch für die Region<br />

eine Bestätigung,<br />

dass das Weinviertel<br />

Top-Weine<br />

produziert!«<br />

DAVID JILLI<br />

GROSSE FREUDE ÜBER<br />

WINZER DES JAHRES <strong>2022</strong><br />

Lieber Wolfgang!<br />

Ich freue mich sehr über die<br />

Wahl von Marion und Manfred<br />

Ebner-Ebenauer zum Winzerpaar<br />

<strong>2022</strong>. Es ist nicht nur für die<br />

beiden eine hohe Auszeichnung<br />

für ihre harte Arbeit, sondern<br />

auch für die Region eine Bestätigung,<br />

dass das Weinviertel Top-<br />

Weine produziert!<br />

Liebe Grüße aus der Weinstadt<br />

Poysdorf!<br />

David Jilli<br />

Poysdorf, E-Mail<br />

VIEL LOB IM NACHHINEIN<br />

FÜR DIE SPANIEN-AUSGABE!<br />

Liebes <strong>Falstaff</strong>-Team,<br />

ich wollte mich schon früher<br />

melden, um zu sagen, wie wunderbar<br />

die Spanien-Ausgabe des<br />

<strong>Falstaff</strong> geworden ist. Bestimmt<br />

haben Sie es mittlerweile von allen<br />

Seiten gehört. Wir freuen uns<br />

sehr über solch professionell recherchierten<br />

und wundervoll<br />

aufbereiteten Gastro- und Weinjournalismus.<br />

Ein Riesenlob an<br />

alle Beteiligten und »muchas<br />

gracias« aus Hamburg aus dem<br />

»Portomarin«.<br />

Herzliche Grüße<br />

Patricia Pérez y Hilker<br />

Hamburg (DE), E-Mail<br />

DER FALSTAFF IM ZEICHEN<br />

DER FREIHEIT<br />

Sehr geehrter Herr Rosam,<br />

heute möchte ich einen Dank<br />

loswerden. Eigentlich hatte ich<br />

vor, den <strong>Falstaff</strong> nur für ein Jahr<br />

zu bestellen. Von einer Kündigung<br />

habe ich dann abgesehen,<br />

weil ich mich jedes Mail sehr<br />

freue, wenn ich die Zeitschrift in<br />

meinem Briefkasten sehe.<br />

Insbesondere – und das ist die<br />

Motivation für meinen heutigen<br />

Dank – bin ich sehr angetan von<br />

dem freiheitlichen Geist, der im<br />

<strong>Falstaff</strong> jedes Mal aufs Neue zu<br />

spüren ist. Das ist so wohltuend<br />

im derzeitigen Zeitgeist-Klima,<br />

in dem es nur Schwarz und Weiß<br />

gibt und wo die davon abweichende<br />

Meinung (egal bei welchem<br />

Sachthema mittlerweile)<br />

stets des Teufels ist. Demokratie<br />

sagt ja eigentlich etwas anderes.<br />

Nur leider scheint die niemand<br />

wirklich mehr zu mögen.<br />

In diesem Sinne: bleiben Sie<br />

bitte standhaft und weiter weinliebend<br />

und eben auch freiheitlich<br />

bewegt!<br />

Vielen Dank und freundliche<br />

Grüße,<br />

Dr. Stephan Schleef<br />

Syke (DE), E-Mail<br />

Die Redaktion behält sich vor, dem<br />

<strong>Falstaff</strong> zugesandte Leserbriefe<br />

aus Platzgründen für die Ver öf fent ­<br />

lichung zu kürzen.<br />

204 falstaff aug <strong>2022</strong>


LIVE Life - aber verantwortungsvoll<br />

LEBENSLUST.<br />

LIEBEN WIR.<br />

MIT<br />

www.wienerdirndl.at


GASTRONOMIE<br />

Die 19.000 Mitglieder des <strong>Falstaff</strong> Gourmetclubs besuchen<br />

und bewerten die besten Restaurants <strong>Österreich</strong>s. In dieser<br />

Rubrik stellen wir Restaurants aus unserem Guide vor, die wir<br />

Ihnen wärmstens empfehlen wollen. Alle 1950 Restaurants<br />

dieses Guides finden Sie auf falstaff.at.<br />

Wirtshauskultur<br />

mit Tradition<br />

Nur wenige Wiener Wirtshäuser<br />

haben sich über die Jahrzehnte<br />

weiterentwickelt und die Tradition der<br />

Wirtshauskultur hochgehalten. In der<br />

Wilhelminenstraße steht seit 1873 so<br />

ein Wirtshaus. Seit 14 Jahren pflegt<br />

Alexander Laskowsky hier typische<br />

Wirtshauskultur. Man verwöhnt die<br />

Gäste mit traditioneller Wiener Küche.<br />

Die Produkte stammen aus österreichischer<br />

Landwirtschaft – Fleisch<br />

vom Fleischhauer Gissinger, der Fisch<br />

von der Familie Aibler. Das Angebot<br />

an österreichischen Spitzenweinen<br />

kann sich übrigens sehen lassen. Die<br />

warme Jahreszeit genießen die Gäste<br />

im schattigen Gastgarten. Mehrmals<br />

im Jahr werden saisonale Spezialitäten<br />

aufgetischt – Fische, Wild, Heringsschmaus<br />

oder die Schwammerlwochen<br />

sind Fixpunkte im Jahr.<br />

GELBMANNS GASTSTUBE<br />

83 Punkte im <strong>Falstaff</strong><br />

Restaurantguide <strong>2022</strong><br />

Wilhelminenstraße 62, 1160 Wien<br />

Di.–Sa. 10–23 Uhr<br />

T: +43 1 4861599<br />

gelbmanns.at<br />

Kulinarischer Hochgenuss<br />

im Herzen der<br />

Wiener Mariahilfer Straße<br />

In der »stadt.Allee« im ruhigen Innenhof<br />

der Mariahilfer Straße 101 befindet<br />

sich die grüne Oase mit eigenem<br />

Gastgarten, in der man sich sofort<br />

wohlfühlt. Neben ausgezeichnetem<br />

Service punktet die »stadt.Allee« mit<br />

herausragender Küche. Traditionelle<br />

Speisen werden hier neu interpretiert:<br />

Die Speisekarte, mit Fokus auf<br />

traditionelle Wiener Küche und BBQ,<br />

bietet mit reichhaltigem Frühstück,<br />

Business-Lunch und ausgiebigem<br />

Dinner ein Rundum-sorglos-Paket.<br />

Spitzenkoch Matthias Pospisil setzt<br />

auf Vielfalt durch saisonal wechselnde<br />

Gerichte. Zubereitet, gekocht und<br />

geprägt wird der Innenraum von einer<br />

offenen Schauküche, deren Star der<br />

Robata-Grill ist. Der angeschlossene<br />

Barbereich samt Cocktailstation lädt<br />

zusätzlich nach einem anstrengenden<br />

Arbeitstag zum Genießen ein.<br />

STADT.ALLEE<br />

Mariahilfer Straße 101, 1060 Wien<br />

T: +43 1 3669090<br />

info@stadtallee.at<br />

stadtallee.at<br />

206<br />

falstaff aug <strong>2022</strong>


Eine traditionsreiche<br />

Wiener Institution<br />

Mit über 160 Jahren zählt der<br />

»Gmoa keller« zu den ältesten Wirtshäusern<br />

Wiens. Joe Zawinul spielte<br />

einst im Keller und Kronprinz Rudolf<br />

traf hier seine Mary Vetsera. Reisende<br />

aus aller Welt und Prominente aus<br />

Politik und Kultur genießen die einzigartige<br />

Atmosphäre und schätzen<br />

die typischen Wiener Gerichte, Innereien<br />

und saisonalen Spezialitäten.<br />

Hervorragende Weine und Biere<br />

begleiten die umfangreiche Speisekarte.<br />

Über den Onlineshop kann<br />

auch zur Abholung bestellt werden.<br />

Seit mehr als zehn Jahren um das<br />

Wohl der Gäste bemüht: Restaurantleiter<br />

Daniela Steiner und Thomas<br />

Staudner.<br />

GMOAKELLER<br />

83 Punkte im <strong>Falstaff</strong><br />

Restaurantguide <strong>2022</strong><br />

Am Heumarkt 25, 1030 Wien<br />

T: +43 1 7125310<br />

reservierung@gmoakeller.at<br />

gmoakeller.at<br />

Genuss mit Tradition<br />

2015 übernahmen die Brüder<br />

Laskowsky das ehrwürdige Gasthaus.<br />

Interieur und Ambiente wurden<br />

gepflegt und behutsam erneuert.<br />

2015 übernahmen die Brüder Laskowsky das ehrwürdige Gasthaus<br />

in der Schönbrunner Strasse. Interieur und Ambiente wurden<br />

gepflegt oder behutsam erneuert. Verschiedene Stuben<br />

und Räume blieben eine Besonderheit des Lokals – im Sommer<br />

lädt der ruhige, schattige Gastgarten zum Genießen ein.<br />

Geführt wird das Lokal von Restaurantleiter Armend Gjocaj.<br />

Küchenchef ist Stefan Hartl, der profunde Kenner der österreichischen<br />

Küche hat das Angebot so arrangiert, dass neue Gäste<br />

auf den Geschmack kommen und Stammgäste begeistert<br />

treu blieben (selbstverständlich mit AMA-Gastrosiegel). Geboten<br />

wird typische Wiener Küche mit Waldviertler Einschlag und<br />

saisonale Spezialitäten, wie z.B. Fische, Pilze oder Wild. Auswahl<br />

und Qualität der angebotenen Weine können sich übrigens<br />

sehen lassen.<br />

Die Räume blieben eine Besonderheit<br />

des Lokals – im Sommer lädt der<br />

ruhige Gastgarten zum Genießen<br />

ein. Geführt wird das Lokal von<br />

Restaurantleiter Armend Gjocaj.<br />

Küchenchef ist Stefan Hartl, der das<br />

Angebot (selbstverständlich mit<br />

AMA-Gastrosiegel) so arrangiert hat,<br />

dass neue Gäste auf den Geschmack<br />

kommen und Stammgäste begeistert<br />

treu bleiben. Geboten wird saisonal<br />

typische Wiener Küche mit Waldviertler<br />

Einschlag – begleitet von<br />

einem besonderen Weinangebot.<br />

WALDVIERTLERHOF<br />

83 Punkte im <strong>Falstaff</strong><br />

Restaurantguide <strong>2022</strong><br />

Schönbrunner Straße 20, 1050 Wien<br />

T: +43 1 5863512<br />

reservierung@waldviertlerhof.at<br />

waldviertlerhof.at<br />

ADVERTORIAL Foto: © GeWalt / Gerhard Walter; Blumenwiese; StadtAllee; Beigestellt<br />

Place to be für<br />

heiße Sommertage<br />

Wer Beach-Feeling in der Großstadt<br />

sucht oder mit Stil und Rhythmus<br />

in eine aufregende Nacht starten<br />

will, ist bei der »Blumenwiese«<br />

richtig. DJs und Live-Acts sorgen<br />

täglich für eine lebendige Atmosphäre<br />

mit feierlicher Stimmung.<br />

Eine Relax-Zone inklusive Sandstrand<br />

und der Lokalbereich mit<br />

über 240 Sitzplätzen und Blick aufs<br />

Wasser laden ein, die Sommertage<br />

zu genießen. Für das leibliche Wohl<br />

wird auch gesorgt: Gäste erwarten<br />

ein umfassendes Frühstücksangebot,<br />

hausgemachte Limonaden, erfrischende<br />

Cocktails, frisch gezapfte<br />

Biere und kulinarische Köstlichkeiten<br />

wie Dry Aged, Pulled Pork oder<br />

vegane Burger, saftige Steaks vom<br />

Grill sowie kreative Salatvarianten.<br />

Zusätzlich findet man edle Tropfen<br />

von heimischen Weingütern bis hin<br />

zu französischen Besonderheiten.<br />

BLUMENWIESE<br />

Höhe Obere Donaustraße 100<br />

1020 Wien<br />

T: +43 1 3665555<br />

dieblumenwiese.at<br />

Dolce Vita im »PiNO«!<br />

Das Ristorante »PiNO« in der<br />

pittoresken Fußgängerzone von<br />

Mödling ist bereits seit 13 Jahren<br />

ein Treffpunkt vieler Liebhaber der<br />

italienischen Kulinarik. Pino Barbieri<br />

aus Apulien führt sein Ristorante mit<br />

großer Leidenschaft. Der Sommer<br />

bietet besondere Gaumenfreuden wie<br />

Thunfisch-Tatar mit Jakobsmuscheln<br />

und Limettendressing, Spaghetti<br />

Chitarra mit Knoblauch, Chili, Rosmarin,<br />

Pistazien und Bottarga oder<br />

gebratenen Wolfbarsch auf Linsen<br />

mit Aceto balsamico und Gemüse<br />

in Begleitung von edlen Weinen aus<br />

Italien. Die Pizza, hauchdünn und<br />

knusprig mit leckeren Auflagen, ist<br />

allzeit beliebt. Dolci wie Sgroppino<br />

oder Averna-Tiramisu bieten den<br />

krönenden Abschluss. Der<br />

Patrone bemüht sich um das Wohl<br />

seiner Gäste und vermittelt ein<br />

Urlaubsfeeling wie in Bella Italia.<br />

PINO<br />

83 Punkte im <strong>Falstaff</strong><br />

Restaurantguide <strong>2022</strong><br />

Brühler Straße 6, 2340 Mödling<br />

T: +43 2236 860187<br />

pino-ristorante.at<br />

95–100 Punkte 90–94 Punkte 85–89 Punkte 80–84 Punkte<br />

aug <strong>2022</strong> falstaff 207


GASTRONOMIE<br />

Hotspot für Genießer<br />

Es ist Zeit für einen Sommer voller<br />

Lifestyle am See. »Die Möwe« im<br />

»VILA VITA Pannonia« kombiniert<br />

gehobenes Restaurant, chillige Lounge<br />

sowie Bar und Café unter einem Dach<br />

und liegt malerisch am hauseigenen<br />

Naturbadesee. Die Seeterrasse mit<br />

herrlichem Ausblick ist ein einzigartiger<br />

Platz, um sich kulinarisch<br />

verwöhnen zu lassen. Neben Drinks<br />

und Food serviert »die Möwe« ihren<br />

Gästen vor allem eines: absolutes<br />

Urlaubsfeeling am See und jede Menge<br />

Emotionen bei unvergesslichen<br />

Sonnenuntergängen. Von regionalen<br />

Schmankerln des Burgenlands über<br />

internationale Buffets bis hin zur<br />

Gourmetküche bietet das »VILA VITA<br />

Pannonia« in vier Restaurants und<br />

drei Bars ein vielfältiges kulinarisches<br />

Konzept. Hier findet garantiert jeder<br />

Gaumen seine Freuden.<br />

DIE MÖWE<br />

im VILA VITA Pannonia<br />

86 Punkte im <strong>Falstaff</strong><br />

Restaurantguide <strong>2022</strong><br />

Storchengasse 1, 7152 Pamhagen<br />

T: +43 2175 21800<br />

vilavitapannonia.at<br />

Genuss am schönsten<br />

Seeort der Welt<br />

Wo einst Persönlichkeiten wie Sisi und<br />

Franz oder Agatha Christie residierten,<br />

verbringen heute Gäste aus aller Welt<br />

einen unbeschwerten Aufenthalt. Im<br />

»Restaurant zum Salzbaron« wird man<br />

mit regionalen Spezialitäten von ausgewählten<br />

Bauern und Produzenten verwöhnt.<br />

Besonders die Seeterrasse und<br />

die Lounge laden zum Entspannen und<br />

Genießen ein. Das Wagyu-Rind kommt<br />

aus Ohlsdorf bei Gmunden. Der Käse<br />

wird am A2-Bauernhof speziell für<br />

unser Haus komponiert und kann auch<br />

für zu Hause mitgenommen werden.<br />

Das Gemüse wird von regionalen Bauern<br />

geliefert, und so haben wir auch<br />

alte Sorten wiederentdeckt und lieben<br />

gelernt. Und auch Saibling, Reinanke<br />

oder Forelle sind gebürtige Hallstätter.<br />

Das Seehotel »Grüner Baum« ist Mitglied<br />

beim Genussland und wurden mit<br />

dem AMA-Gastrosiegel ausgezeichnet,<br />

weil wir gutes Essen lieben.<br />

SEEHOTEL GRÜNER BAUM<br />

81 Punkte im <strong>Falstaff</strong><br />

Restaurantguide <strong>2022</strong><br />

Marktplatz 104, 4830 Hallstatt<br />

T: +43 6134 82630, gruenerbaum.cc<br />

»Der Luis« –<br />

gschmackig und echt<br />

Am Hauptplatz von Anger verwöhnt<br />

Luis Thaller unter dem Motto<br />

»purer Genuss mit Herzlichkeit« seine<br />

Gäste im Drei-Hauben-Restaurant<br />

»DER LUIS« seit 2012 mit Überraschungsmenüs.<br />

Der Fokus liegt auf<br />

regionalen, aber vor allem saisonalen<br />

Produkten, die zu gschmackigen<br />

Gerichten kombiniert werden. Bioeidotter<br />

mit Sellerie, Grammeln und<br />

Schweinskopf oder die Bachforelle,<br />

gebeizt und geräuchert, sind wahre<br />

Gaumenfreuden. Mit knapp 500 nationalen<br />

und internationalen Weinen wird<br />

auch eine große Auswahl an Bio- und<br />

Naturalweinen angeboten, die von<br />

Sommelière Viki präsentiert wird. Um<br />

auch die Weinbegleitung in vollen Zügen<br />

genießen zu können, kann man im<br />

Vier-Sterne-Hotel mit Wellnessbereich<br />

übernachten.<br />

DER LUIS<br />

91 Punkte<br />

im <strong>Falstaff</strong><br />

Restaurantguide <strong>2022</strong><br />

Hauptplatz 3, 8184 Anger<br />

T: +43 3175 2206<br />

restaurant-derluis.at<br />

Unvergessliche<br />

Alm-Momente<br />

Die Gastfreundschaft, der Charme<br />

und das spezielle Ambiente der<br />

»Oberforsthofalm«, gepaart mit<br />

feinster Spitzengastronomie, sind<br />

weit über die Grenzen Salzburgs<br />

hinaus bekannt. Im alpinen Wohnzimmer,<br />

in der wunderschön<br />

gestalteten Panoramalounge, in<br />

den gemütlichen Stuben, im Almgarten<br />

oder im Troadkasten, einem<br />

umgebauten Getreidespeicher, wird<br />

mit viel Liebe zum Genuss verführt.<br />

Feierlichkeiten aller Art werden<br />

nicht nur zu einem kulinarischen,<br />

sondern auch zu einem persönlichen<br />

Festtagserlebnis. Das Team<br />

der »Oberforsthofalm« sorgt für die<br />

Erfüllung höchster Ansprüche und<br />

für unvergessliche Momente auf<br />

der Alm.<br />

OBERFORSTHOFALM<br />

90 Punkte im <strong>Falstaff</strong><br />

Restaurantguide <strong>2022</strong><br />

Familie Mayr, Alpendorf 12<br />

5600 St. Johann im Pongau<br />

T: +43 6412 6396<br />

oberforsthofalm.at<br />

208<br />

falstaff aug <strong>2022</strong>


ADVERTORIAL Foto: © Gerhard Friedrich Kunz; tomdesign-Tom; Viktor Fertsak; Werner Krug; Rene Strasser; Sonja Neukirchen; Beigestellt<br />

Kulinarik und Wein mit<br />

Dorli Muhr in der »Mayrei«<br />

Zur feinfühligen Küche von Chefkoch<br />

Andi Maier passen am besten<br />

elegante und nuancierte Weine – wie<br />

die Weine von Dorli Muhr, die von<br />

internationalen Weinkritikern ob ihrer<br />

seidigen Struktur in den höchsten<br />

Tönen gelobt werden. Mit viel Feingefühl,<br />

Geduld und Wissen hat Dorli<br />

Muhr ihr inzwischen international<br />

bekanntes Weingut aufgebaut:<br />

Am 2. September stellt sie ihre<br />

exzellenten Weine vor, begleitet von<br />

ihrer persönlichen Erfolgsgeschichte<br />

Asiatischer Hochgenuss<br />

in »Chen’s Dining Bar«<br />

Dies ist kein gewöhnliches fernöstliches<br />

Speiserestaurant. Vielmehr<br />

entstehen hier fantasievolle Kreationen<br />

aus allen Teilen Asiens, welche<br />

aus erlesenen, frischen Produkten<br />

gemacht werden. Diese werden von<br />

unseren asiatischen Spitzenköchen<br />

mit Leidenschaft und Engagement<br />

zubereitet. In den Innenräumen von<br />

»Chen’s Dining Bar« am See haben<br />

80 Gäste und auf der anschließenden<br />

Terrasse 50 Gäste Platz. Eintauchen,<br />

den Orient sowie den Okzident<br />

und dem ausgewählten Vier-Gänge-<br />

Menü in gewohnter »Mayrei«-Spitzenqualität.<br />

Wir bitten um Reservierung.<br />

Die »Mayrei« – ein neuer Stern<br />

der Kulinarik in Altaussee.<br />

Winzerin Dorli Muhr zu Gast in der<br />

»Mayrei«: 2. September, 18:30 Uhr<br />

MAYREI<br />

88 Punkte im <strong>Falstaff</strong><br />

Restaurantguide <strong>2022</strong><br />

Fischerndorf 80<br />

8992 Altaussee<br />

T: +43 3622 20478<br />

mayrei.at<br />

zusammen erleben und verwöhnen<br />

lassen!<br />

Eines der bekanntesten Asia-Lokale<br />

in Vorarlberg. Das Team in der<br />

Küche hat alle Spielarten exotischer<br />

Küchen im Programm. Dazu eine für<br />

Asia-Lokale unüblich reichhaltige<br />

Weinauswahl.<br />

CHEN’S DINING BAR<br />

85 Punkte im <strong>Falstaff</strong><br />

Restaurantguide <strong>2022</strong><br />

Seestraße 6, 6900 Bregenz<br />

T: +43 5574 5280811<br />

chens@asiagourmet.at<br />

chens-bregenz.at<br />

It’s Always »SOL« Time<br />

Von Mai bis September lädt der<br />

Hotspot am Wörthersee ein, sonnige<br />

Stunden direkt am Wasser bei chilligen<br />

DJ-Beats und höchster Kulinarik<br />

zu genießen. Diesen Sommer widmet<br />

man sich dem Thema Fleisch, ganz<br />

speziell der Spezialität Wagyu. Wie<br />

immer werden heuer keine Kompromisse<br />

gemacht und nur die beste<br />

Qualität angeboten – auch wenn<br />

das bedeutet, manchmal gewisse<br />

Speisen nicht serviert zu bekommen.<br />

Egal ob heiß oder kalt: fancy Drinks<br />

in gemütlichen Lounges, feinstes<br />

Nur das Beste für Genießer!<br />

<strong>Falstaff</strong> gibt Ihnen hier einen Überblick<br />

über aktuelle Topprodukte von<br />

höchster Qualität sowie Einkaufsund<br />

Eventtipps.<br />

Buchungsinfos zu dieser<br />

Rubrik erhalten Sie telefonisch<br />

unter +43 1 9042141-472 oder per<br />

E-Mail an sales@falstaff.at.<br />

Sushi im Restaurant, das türkis-blaue<br />

Wörthersee-Wasser zu Füßen und<br />

Topservice sorgen für ein unvergleichliches<br />

Feeling am See. Unser Tipp:<br />

Daybeds reservieren und einen gemütlichen<br />

Badetag im »SOL BEACH«<br />

Velden am Wörthersee genießen.<br />

#solicious<br />

SOL BEACH VELDEN<br />

81 Punkte im <strong>Falstaff</strong><br />

Restaurantguide <strong>2022</strong><br />

Seecorso 68<br />

9220 Velden<br />

T: +43 664 9642338<br />

solbeach.at<br />

Vinothek »St. Stephan« –<br />

beste Beratung und<br />

faire Preise<br />

Neben einer tollen Weinauswahl<br />

findet man auch hochwertige Single<br />

Malts und Rum bei hervorragendem<br />

Service. <br />

vinothek1.at<br />

Vinothek »Vini per tutti«<br />

Weine und mediterrane Köstlichkeiten:<br />

Treffpunkt für Gastfreundschaft,<br />

Qualität und Geschmack.<br />

Das Lokal kann auch für<br />

Events gemietet werden. <br />

vinipertutti.at<br />

95–100 Punkte 90–94 Punkte 85–89 Punkte 80–84 Punkte<br />

aug <strong>2022</strong> falstaff 209


Chefredakteurin<br />

ELISABETH<br />

BRANDLMAIER<br />

REISE<br />

NEUHEIT IN SPANIEN<br />

ERSTES AUTARKES KAPSELHOTEL<br />

E<br />

ingebettet in der Natur der spanischen Wüste von Gorafe ist<br />

»DistrictHive« das erste komplett autarke Kapselhotel der Zukunft.<br />

Für dieses hat Architektin Nora von Nordenskjöld mit dem Team<br />

von Atelier »Novono« ein nachhaltiges Interior Design für den Luxustourismus<br />

entwickelt. Auf einer Fläche von 35m² umfasst das Modul Bad,<br />

Wohnküche, Schlafzimmer, Kleiderschränke und einen kleinen Raum, in<br />

dem die gesamte technische Ausrüstung untergebracht ist. novono.com<br />

Jetzt anmelden –<br />

Wöchentlich aktuelle Nachrichten<br />

go.falstaff.com/newsletter<br />

ZILLERTAL<br />

NEUER HOTSPOT<br />

AM BERG<br />

Bei dem neuen »ZillergrundRock Luxury<br />

Mountain Resort« handelt es sich ohne<br />

Zweifel um Innovation par excellence. Bei<br />

der Ankunft schwebt der Gast mit dem<br />

Panoramalift nach oben in das Sky Atrium.<br />

Zudem gibt es neue, stilvolle Genuss-Areas,<br />

wie die »Ziller Lodge«, »Mountain Lodge«<br />

und »Alpin Lodge«, die durch imposante<br />

Bergbrücken miteinander verbunden sind.<br />

Ein besonderes Highlight aber ist das »Sky<br />

Spa«, wo einem ein doppelter 25-Meter-Pool<br />

auf zwei Ebenen mit Rundum-Blick ins Freie<br />

das Gefühl von grenzenloser Freiheit gibt.<br />

zillergrund.at<br />

SCHWEIZ<br />

REISEN MIT DEM ZUG<br />

Die Fahrt mit dem eleganten »Glacier Pullmann<br />

Express« durch die Schweizer Alpen<br />

verspricht ein echtes Abenteuer. In zwei<br />

Tagen führt die Hochgebirgs-Fahrt von<br />

Zermatt nach St. Moritz. Dabei zieht eine<br />

historische Lokomotive den Original-Luxuszug<br />

aus den 30er-Jahren. Heuer geht es am<br />

25. und 26. August wieder auf die Schienen.<br />

210 falstaff aug <strong>2022</strong>


NOTIZEN<br />

ITALIEN<br />

EINE VILLA ZUM<br />

VERLIEBEN<br />

Das denkmalgeschützte<br />

»Relais & Châteaux Villa Cordevigo«<br />

besteht aus 33 Zimmern<br />

und Suiten, die alle unterschiedlich<br />

eingerichtet wurden.<br />

Ein besonderes Highlight ist<br />

aber das mit einem Michelin-<br />

Stern ausgezeichnete Restaurant<br />

»Oseleta«, wo Marco<br />

Marras seine Gäste verwöhnt.<br />

villacordevigo.com<br />

PARISER KULTRESTAURANT<br />

ERÖFFNET IN NEW YORK<br />

Nachdem das erste »Caviar Kaspia« 1927<br />

im achten Pariser Arrondissement an der<br />

Place de la Madeleine eröffnete, expandierte<br />

es bereits nach Dubai und Sao<br />

Paulo. Nun folgt die erste Dependance in<br />

den USA, im legendären Upper East Side<br />

Hotel »The Mark« in New York.<br />

caviarkaspia.com<br />

SYLT<br />

OPENING FÜR<br />

WEINBEGEISTERTE<br />

Fotos: Dani Guindo, Carmen Huter / Zillergrund Rock, Rhätische Bahn, Relais & Châteaux, Belmond, beigestellt<br />

WIEN<br />

MIT VIEL LIEBE ZUM DESIGN<br />

Abseits des Wiener Stadttrubels und doch in<br />

zentraler Lage können sich ab August exklusiv<br />

Mitglieder und ihre Gäste in vertrauter Atmosphäre<br />

auf mehreren top-designten Etagen<br />

zurückziehen. »Am Hof 8« soll laut Johannes<br />

Kattus ein Ort zum Netzwerken, Genießen,<br />

Feiern und Weiterbilden sein. Zudem gibt es für<br />

Mitglieder Gästezimmer. amhof8.com<br />

Das Konzept des privaten Members Club für<br />

Weinbegeisterte wurde nach den Entwurfsplänen<br />

des Innenarchitekturbüros »FORMWÆN-<br />

DE« in Westerland auf Sylt realisiert und kürzlich<br />

eröffnet. Großformatige Glasfassaden und<br />

viel Tageslicht zeugen von Offenheit und Transparenz<br />

und kehren typische Gewölbekellerkonzepte<br />

um. Die neue »wineBANK« verfügt über<br />

insgesamt 370m² auf fünf Ebenen, zu der auch<br />

die integrierte Wein- und Champagnerbar<br />

»VITIS« gehört. Das Herzstück ist der Weinkeller<br />

im Untergeschoß mit 276 Weinfächern in 18<br />

Tresoren. winebank.de/clubs/sylt<br />

ERSTES POP-UP SPA VON DIOR<br />

IN PORTOFINO<br />

Belmond und Dior eröffnen in einer exklusiven<br />

Kooperation zwei besondere Wohlfühloasen<br />

in Portofino: zwei Dior-Spa-<br />

Pavillons in den legendären Gärten des<br />

»Splendido«, »A Belmond Hotel«, Portofino<br />

sowie einen Pop-Up Spa im Bagni Fiori<br />

an einem der schönsten und exklusivsten<br />

Strände der Bucht von Paraggi.<br />

belmond.com<br />

NEUES GESETZ AUF MALLORCA<br />

Um die Schöhnheit der Insel zu erhalten,<br />

schreibt ein neues Gesetz Hotels vor, mit<br />

Heizöl oder Diesel betriebene Heizanlagen<br />

gegen umweltfreundliche Alternativen<br />

auszutauschen. Die Innenraumtemperatur<br />

muss künftig kontrolliert werden. In den<br />

Badezimmern gib es künftig nur noch<br />

wassersparende Sanitäranlagen. Auch<br />

mit Einmalplastik ist nun Schluss.<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

211


eise / KREUZFAHRTEN<br />

AUF GROSSER<br />

GESCHMACKS<br />

Die Reederei Hurtigruten bringt ihre Passagiere seit über<br />

hundert Jahren in Norwegens faszinierende Fjord-Welt<br />

und bietet gleichzeitig Essen der Spitzenklasse. Aber auch<br />

andere Anbieter verbinden mittlerweile Kreuzfahrten mit<br />

kulinarischen Erlebnissen.<br />

TEXT LISA ARNOLD<br />

Genuss unterm Polarlicht: Die<br />

Reederei Havila Voyages fährt – wie<br />

auch Hurtigruten – in den höchsten<br />

Norden der norwegischen Fjordwelt.<br />

Beide Anbieter servieren unterwegs<br />

anspruchsvolle Gerichte aus<br />

regionalen Zutaten.<br />

Foto: Havila Voyages<br />

212 falstaff aug <strong>2022</strong>


EXPEDITION<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

213


eise / KREUZFAHRTEN<br />

Nirgendwo sonst taucht man<br />

so tief in die Welt der<br />

norwegischen Küche ein wie<br />

bei einer Fahrt mit Hurtigruten.<br />

Die Reederei wurde<br />

1893 gegründet und hat dank der atemberaubenden<br />

Fjordlandschaft, die sie abfährt,<br />

längst Kultstatus. Doch sie wurde nicht<br />

zum Urlaubsvergnügen gegründet, sondern<br />

weil Norwegen eine verlässliche Verbindung<br />

für Post und Passagiere entlang der<br />

etwa 2500 Kilometer langen Strecke<br />

zwischen Bergen im Süden und Kirkenes<br />

im Norden brauchte. Ein Visionär mit<br />

einem einzigen Dampfschiff startete die<br />

»schnelle Route«. Seitdem ist die Flotte<br />

auf 16 Schiffe angewachsen.<br />

Øistein Nilsen ist Chefkoch der klassischen<br />

Postschiffroute. Nachdem er zehn<br />

Jahre lang in Oslo gelernt hatte, begann<br />

er 2012 bei der Reederei. Wer mit einem<br />

Hurtigruten-Schiff auf der Strecke zwischen<br />

Bergen und Kirkenes fährt, kommt<br />

in den Genuss seiner ausgeklügelten<br />

DIE GERICHTE DES<br />

TAGES ENTSPRECHEN<br />

DEN ANGEFAHRENEN<br />

HÄFEN. SO WIRD<br />

NORWEGISCHE KULTUR<br />

ÜBER DAS ESSEN<br />

VERMITTELT.<br />

Ein Hurtigruten-Dessert: weiße<br />

Schokoladenmousse mit pochiertem<br />

Rhabarber und Rhabarbereis vom<br />

Hof Livland Gård auf<br />

den Lofoten.<br />

Gerichte. »Seit 2014 verfolgen wir das<br />

Konzept ›The Coastal Kitchen‹«, sagt er.<br />

»Seitdem wurde die Verpflegung an Bord<br />

radikal umgestellt: von komplizierten Gerichten<br />

mit zehn Elementen auf dem Teller,<br />

Lobster aus Kanada und Tiefkühlpizza hin<br />

zu einer lokalen Küche.«<br />

Heute stammen über 80 Prozent der Zutaten<br />

von einheimischen Lieferanten. Die<br />

Gerichte des Tages stimmen mit den Orten<br />

überein, die wir passieren oder wo wir<br />

anlegen. Zum Beispiel sieht man bei Hellesylt<br />

die Schafherde grasen, aus der das<br />

Fleisch auf dem Teller stammt. So vermitteln<br />

wir die norwegische Kultur auch über<br />

das Essen – greifbar und authentisch.«<br />

Zum kulinarischen Kulturgut des skandinavischen<br />

Landes gehören unter anderem<br />

Rentierfleisch und Stockfisch –<br />

zwei Zutaten, die trotz des halbjährlichen<br />

Menüwechsels immer<br />

auf der Speisekarte stehen. Auch<br />

zarter Seesaibling aus Vesterålen,<br />

Käse von den Lofoten und<br />

Das Hurtigruten-Schiff »MS Nordlys« im<br />

Geirangerfjord. Dieser erstreckt sich mehr<br />

als hundert Kilometer weit von Ålesund bis<br />

ins namensgebende Dorf Geiranger.<br />

Fotos: Hurtigruten Norway, Hurtigruten, Shutterstock<br />

214 falstaff aug <strong>2022</strong>


diverse Kreationen aus Algen – »dem Regenwald<br />

der Küste« laut Nilsen – finden<br />

ihren Weg auf die Teller.<br />

Øistein Nilsen ist schon als Kind mit<br />

seinem Vater angeln gegangen; der Fang<br />

wurde über einem Lagerfeuer zubereitet.<br />

Als gebürtiger Nordnorweger weiß er,<br />

dass einige der besten Meeresfrüchte aus<br />

seiner Heimatregion stammen: »In Troms<br />

haben Garnelen die höchste Qualität, was<br />

wir dem kalten Wasser und den Nährstoffen<br />

aus dem Golfstrom verdanken. Aber<br />

im Varangerfjord in Finnmark werden<br />

sie außergewöhnlich groß, wie kleine<br />

Kaisergranate.«<br />

Wer sich zusätzlich zur inkludierten<br />

Verpflegung ein<br />

besonderes Highlight<br />

gönnen möchte, kann<br />

im À-la-carte-Restaurant<br />

eine Königskrabbe<br />

bestellen.<br />

Die Delikatessen<br />

stammen aus Kirkenes,<br />

dem letzten<br />

Anlegepunkt an der<br />

Hurtigruten-Strecke,<br />

und werden lebend<br />

in einem Aquarium<br />

an Bord mitgeführt. Dort<br />

kann sich der Gast eine Krabbe<br />

aussuchen. Ein QR-Code verrät außerdem,<br />

wo und von wem er gefangen wurde.<br />

Jedes der Hurtigruten-Schiffe, die täglich<br />

die Küste abfahren, hat für seine 300<br />

Passagiere vier Gaststätten an Bord: den<br />

Speisesaal für die Vollpension, das Fine-<br />

Dining-Restaurant, das auf Hausmannskost<br />

spezialisierte Bistro und die Bäckerei.<br />

»Dort gibt es nicht nur Zimtschnecken<br />

und anderes typisches Gebäck, sondern<br />

auch Eis von der Manufaktur ›Arktis‹ auf<br />

den Lofoten. Die Sorten wurden gemeinsam<br />

entwickelt«, sagt Nilsen. »Es gibt<br />

doch nichts Besseres, als auf dem Sonnendeck<br />

zu sitzen und eine Waffel mit Moltebeeren-<br />

und Braunkäseeis zu naschen.<br />

Einmal sollte man auch die ultimative<br />

Bucketlist-Sorte probieren: Eis mit Stockfisch-Geschmack!«<br />

Und weil sich ein Traditionsunternehmen<br />

wie Hurtigruten immer wieder<br />

neu erfinden muss, werden neben der<br />

klassischen Postschiffroute auch abenteuerliche<br />

Kreuzfahrten in alle Welt<br />

<<br />

Typische Fischerhütten namens Rorbuer auf den Lofoten (oben).<br />

Geschmortes Lamm aus der Hurtigruten-Küche (im Kreis).<br />

Frisch renoviert fährt<br />

das Hurtigrouten-Schiff<br />

»MS Trollfjord« ab 2023 nach<br />

Spitzbergen und zum Nordkap<br />

und verwöhnt die Gäste an Bord in<br />

seinem im À-la-carte-Restaurant.<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

215


eise / KREUZFAHRTEN<br />

Der fotogene Hafen Nyhavn<br />

ist ein Muss in Kopenhagen. In<br />

Norwegen werden Waffeln dünn<br />

gebacken und gerne mit Beeren<br />

serviert (im Kreis).<br />

Royal Caribbean ist im<br />

Ostseeraum mit dem in<br />

Finnland gebauten Schiff<br />

»Voyager of the Seas«<br />

unterwegs. Es fasst über<br />

3800 Passagiere.<br />

<<br />

angeboten, und zwar<br />

unter dem Zweitlabel Hurtigruten<br />

Expeditions. Der<br />

130. Geburtstag der Reederei<br />

wird 2023 mit zwei neuen<br />

Linien gefeiert: nach Spitzbergen<br />

und zum Nordkap. Auch dabei wird<br />

kulinarischer Genuss großgeschrieben:<br />

mit Schaukochen, Wein- und Whiskyverkostungen<br />

sowie erstmals Picknicks<br />

und Gourmetexkursionen.<br />

UMWELTFREUNDLICH UND<br />

GESCHMACKVOLL REISEN<br />

Seit 2021 verkehrt noch eine weitere<br />

Reederei zwischen Bergen und Kirkenes:<br />

Havila Voyages. Neben der faszinierenden<br />

Route und komfortablem Platz für 640<br />

Passagiere hat sie sich das Streben nach<br />

Nachhaltigkeit auf die Fahne geschrieben.<br />

Die vier Schiffe haben jeweils eine der<br />

größten Batterien der Welt eingebaut, mit<br />

der sie vier Stunden lang emissionsfrei –<br />

und damit geräuschlos – durch die Fjordwelt<br />

gleiten. Wenn die Batterien an den<br />

<<br />

Fotos: Princess Cruises, Shutterstock, Royal Caribbean<br />

216 falstaff aug <strong>2022</strong>


eise / KREUZFAHRTEN<br />

Havila Voyages fährt<br />

erst seit 2021 durch<br />

Norwegens rau-schöne<br />

Meereslandschaft. In einer<br />

Juniorsuite (im Kreis) mit<br />

eigenem Balkon haben bis<br />

zu vier Personen Platz.<br />

und Essen auf verschiedenen Ebenen<br />

servieren – von der einfachen, knusprigen<br />

Waffel im Café bis hin zum feinsten<br />

Rentierfilet im À-la-carte-Restaurant«,<br />

sagt Chefkoch und Bocuse-d’Or-<br />

Finalist Gunnar Hvarnes. »Das Essen<br />

sollte min destens der halbe Grund<br />

sein, warum Gäste mit Havila<br />

Voyages reisen.«<br />

IM REICH DER POLARLICHTER<br />

Von den 34 Häfen zwischen Bergen und<br />

Kirkenes, die sowohl Hurtigruten als<br />

auch Havila Voyages anlaufen, liegen<br />

ganze 21 über dem Polarkreis. Je nördlicher<br />

man kommt, desto höher sind die<br />

Chancen auf Nordlichtsichtungen. Um<br />

das berührende Naturschauspiel namens<br />

»Aurora Borealis« zu erleben, muss man<br />

auch gar nicht auf den tiefen Winter warten.<br />

Die richtige geografische Position und<br />

ein dunkler, wolkenfreier Himmel – mehr<br />

braucht man nämlich nicht.<br />

<<br />

<<br />

Ladestationen am<br />

Kai geladen werden,<br />

geschieht dies mit<br />

Strom aus Wasserkraft.<br />

Die Kombination aus<br />

Elektro- und Erdgasantrieb<br />

senkt den CO 2<br />

-Ausstoß<br />

um 25 Prozent und<br />

den Stickstoffoxid-Ausstoß<br />

um etwa 90 Prozent.<br />

Wie Hurtigruten setzt auch<br />

Havila Voyages in der Küche auf<br />

norwegische Spezialitäten. Das Angebot<br />

der drei Gaststätten an Bord – Restaurant,<br />

Café und Fine-Dining-Saal – ist von<br />

den vier Jahreszeiten gekennzeichnet, die<br />

in den Nordischen Ländern besonders<br />

ausgeprägt sind. Was nach dem kurzen,<br />

inten siven Sommer geerntet wird,<br />

hält sich dank traditioneller Konservierungsmethoden<br />

über die kalte Jahreszeit<br />

und bekommt dadurch einen anderen<br />

Geschmack. Gepökeltes Hirschfleisch,<br />

Räucherlachs und die gesalzene und getrocknete<br />

Lammkeule namens »Fenalår«<br />

sind nur drei Beispiele.<br />

»Ich möchte die guten norwegischen<br />

Zutaten auf machbare Weise hervor heben<br />

Der 3500-Seelen-Ort Kirkenes<br />

markiert das nördliche<br />

Ende der traditionellen<br />

Postschiffroute.<br />

Fotos: Havila Voyages / Per Eide, Havila Voyages, Shutterstock<br />

218 falstaff aug <strong>2022</strong>


VOR UNS DIE WELT<br />

WEIHNACHTEN IM LAND DER<br />

KÄNGURUS UND KOALAS<br />

Verbringen Sie an Bord des modernen Luxusschiffes MS EUROPA 2 im<br />

kleinen Kreis von maximal 500 Gästen unvergessliche Weihnachtstage.<br />

Das laut Berlitz Cruise Guide 2020 beste Kreuzfahrtschiff der Welt<br />

begeistert mit ausschließlich Außensuiten mit eigener Veranda. Auch Ihre<br />

Zeit an Land lässt keine Wünsche offen – spazieren Sie durch Australiens<br />

lässige Metropolen, erkunden Sie die atemberaubende Natur von Down<br />

Under, und träumen Sie unter Südseepalmen. Was für ein Jahresausklang!<br />

www.hl-cruises.at/eux2300<br />

Benoa (Bali) – Fidschi<br />

20.12.<strong>2022</strong> – 06.01.2023 | 17 Tage | <strong>Nr</strong>. EUX2300<br />

Darwin – Lizard Island – Cairns – Airlie Beach – Brisbane –<br />

Noumea – Ile des Pins – Port Denarau<br />

pro Person ab € 14.090<br />

Seereise (Doppelbelegung, Kat. 1)<br />

JETZT SICHER UND FLEXIBEL BUCHEN.<br />

Bis zu 90 Tage vor Abreise können Sie kostenfrei umbuchen<br />

oder für € 200 p. P. stornieren (betrifft die Seereise).<br />

Reisevermittler: Ruefa GmbH, Jakov-Lind-Straße 15, 1020 Wien.<br />

Veranstalter: Hapag-Lloyd Cruises, eine Unternehmung der<br />

TUI Cruises GmbH, Heidenkampsweg 58, 20097 Hamburg,<br />

Deutschland. Versicherer: Deutscher Reisepreis-Sicherungsverein<br />

VVaG. Abwickler: Europäische Reiseversicherung AG,<br />

Tel. +49 89 4166-1570. Es gelten die AGB von Hapag Lloyd Cruises,<br />

eine Unternehmung der TUI Cruises GmbH. Preisänderungen<br />

vorbehalten. Pass-/Visa-/gesundheitspolizeiliche Informationen<br />

abrufbar auf: www.bmeia.gv.at/reise-aufenthalt/reiseinformation


eise / KREUZFAHRTEN<br />

Im Hauptspeisesaal<br />

der Schiffe von<br />

Celebrity Cruises<br />

werden Gerichte<br />

serviert, die aus<br />

der Feder eines<br />

Sternekochs<br />

stammen.<br />

ANBIETER<br />

HURTIGRUTEN<br />

Die Traditionsreederei bietet mittlerweile<br />

zwei Konzepte an: »Das Original« steht<br />

für die klassische Postschiffroute entlang<br />

der norwegischen Fjordküste, die 34 Häfen<br />

zwischen Bergen und Kirkenes anläuft. Die<br />

»Expeditions« hingegen bringen Gäste in weit<br />

entfernte Gefilde: nach Spitzbergen und Grönland<br />

und sogar Alaska und Südamerika.<br />

hurtigruten.de<br />

HAVILA VOYAGES<br />

Die erst 2021 gegründete Reederei fährt mit<br />

batteriebetriebenen Schiffen die norwegische<br />

Küste ab. Passagiere haben die Wahl zwischen<br />

der ganzen Strecke und Teilstrecken mit<br />

Fahrzeiten von zwei bis drei Tagen.<br />

havilavoyages.com<br />

<<br />

Deswegen ist der Herbst eine ideale<br />

Zeit für Expeditionen in den hohen Norden.<br />

Dann bieten die etwa gleich langen<br />

Tage und Nächte beste Voraussetzungen<br />

für Unternehmungen im Hellen und<br />

Nordlichtjagden in der Dunkelheit. Weil<br />

noch kein Schnee liegt, sind selbst schwache<br />

grüne Lichtschleier sichtbar. Und<br />

außerdem schöpfen die Köche aus dem<br />

Vollen, weil Mutter Natur gerade ihre<br />

Schätze in Form von reifen Beeren und<br />

Pilzen preisgibt.<br />

KULTUR IM OSTSEERAUM<br />

Auch internationale Reedereien wie Princess<br />

Cruises, Celebrity Cruises und Royal<br />

Caribbean haben die Nordischen Länder<br />

längst in ihrem Portfolio. Im Gegensatz zu<br />

den beiden norwegischen Anbietern machen<br />

sie größere Sprünge und verbinden<br />

mehrere Länder ein, zwei Wochen. Beim<br />

Buchen haben Gäste die Auswahl zwischen<br />

abenteuerlich angehauchten Reisen<br />

nach Norwegen, Island und Grönland und<br />

Rundfahrten im Ostseeraum mit Fokus<br />

auf Kultur, Architektur und Geschichte. So<br />

steuert beispielsweise die »Voyager of the<br />

Seas« vom Anbieter Royal Caribbean in<br />

zwölf Tagen Dänemark, Schweden, Finnland<br />

und die baltischen Staaten an.<br />

Weil die Schiffe in aller Welt unterwegs<br />

sind, gestaltet sich auch das kulinarische<br />

Angebot an Bord weltoffen mit Einflüssen<br />

aus Europa und Fernost. Auf diesen<br />

Kreuzfahrten warten die regionstypischen<br />

Delikatessen eher an Land: Karelische<br />

Piroggen in Helsinki, eine »Fika« mit<br />

Zimtschnecke in Stockholm, verführerischer<br />

Milchreisauflauf mit Safran auf<br />

Gotland, herrlich deftige Kartoffelklöße<br />

namens »Cepelinai« im litauischen<br />

Klaipeda und Smørrebrød in Kopenhagen.<br />

Die Tagesausflüge lassen genug Zeit für<br />

einen kulinarischen Streifzug und Begegnungen<br />

mit den Highlights der jeweiligen<br />

Hafenstadt.<br />

<<br />

ROYAL CARIBBEAN<br />

Das zweitgrößte Kreuzfahrtunternehmen der<br />

Welt hat Reisen im Ostseeraum, nach Island<br />

und nach Norwegen im Portfolio. Die Flotte<br />

umfasst knapp 30 Megaschiffe mit Erlebnisbädern<br />

und vielem mehr.<br />

royalcaribbean.com<br />

CELEBRITY CRUISES<br />

Der zu Royal Caribbean gehörende Anbieter<br />

verbindet die Länder Nordeuropas auf<br />

vielseitige Weise. Neben der zweiwöchigen<br />

Skandinavien-Rundreise kann man Island<br />

mit wahlweise Grönland und Irland kombinieren.<br />

celebritycruises.de/nordeuropa-kreuzfahrten.php<br />

PRINCESS CRUISES<br />

Die US-amerikanische Kreuzfahrtreederei<br />

fährt mit Schiffen, die an sich schon<br />

Reiseziele mit mehreren Restaurants, Wellnessbereich<br />

und Entertainment sind.<br />

Für Naturfreunde gibt es Reisen nach Norwegen<br />

und Island, während Kulturinteressierte<br />

den Ostseeraum erkunden.<br />

princess.com<br />

Fotos: Celebrity Cruises<br />

220 falstaff aug <strong>2022</strong>


ÖBB<br />

EINSTEIGEN UND DURCHSTARTEN:<br />

DAS ÖBB BUSINESSKONTO<br />

Geschäftsreisen mit der Bahn rentieren sich mehrfach:<br />

Das ÖBB Businesskonto bietet mehr Übersichtlichkeit, erweiterte<br />

Zahlungsoptionen und Top-Konditionen bei bester Betreuung.<br />

Man atmet durch. Die<br />

Umwelt atmet auf. Wer seine<br />

Geschäftsreisen mit den ÖBB<br />

auf Schiene bringt, schafft<br />

eine klare Win-Win-Situation.<br />

Und hat auch die Kosten<br />

jederzeit unter Kontrolle.<br />

GÜNSTIG, GRÜN<br />

UND GRENZENLOS<br />

Und das Budget? Wird ebenfalls optimiert.<br />

Mit den ÖBB Business Konditionen spart<br />

man ab der der ersten Buchung und dem<br />

ersten Euro Umsatz – und zwar bis zu<br />

25 Prozent im Vergleich zu Standard-Einzeltickets.<br />

Auch bei Auslandreisen und<br />

Fahrten mit dem ÖBB Nightjet gelten<br />

günstige ÖBB Businesspreise – denn gute<br />

Geschäfte kennen keine Grenzen: Mit dem<br />

Zug werden internationale Businessmetropolen<br />

und <strong>Österreich</strong>s urbane Zentren<br />

entspannt erreicht. Falls eine Weiterreise<br />

ab dem Bahnhof gefragt ist, kommen<br />

Geschäftsreisende dank unterschiedlichen<br />

Mobilitätsformen (Rail & Drive, etc)<br />

garantiert bis zum Ziel.<br />

ADVERTORIAL Fotos: beigestellt<br />

Eine ÖBB Businessreise schont<br />

nicht nur die Umwelt, sondern<br />

auch die Nerven. Denn bereits<br />

bevor man in das Office auf<br />

Schienen steigt, bieten die ÖBB eine einfache<br />

und schnelle Buchungslösung für Firmen<br />

an. Effektiv, effizient und entspannt –<br />

mit dem kostenlosen ÖBB Businesskonto<br />

werden Buchung, Zahlungsoptionen und<br />

Reporting übersichtlich gemanagt, unabhängig<br />

von der Größe des Unternehmens<br />

und seiner Strukturen. Noch nie zuvor war<br />

die Verwaltung von Dienstreisen so einfach,<br />

falls Fragen und spezielle Wünsche aufkommen,<br />

steht das Team von ÖBB Key Account<br />

Manager:innen mit einer optimalen Betreuung<br />

gern zur Verfügung. Um in den Genuss<br />

des ÖBB Geschäftsreisens zu kommen,<br />

braucht es nur wenige Klicks und schon<br />

kann in der Web-Version des Businesskontos,<br />

über die App am Mobiltelefon, am<br />

Ticketschalter oder über die ÖBB Business<br />

Hotline gebucht werden. Ebensolche Flexibilität<br />

gilt auch bei den Zahlungsmöglichkeiten<br />

und der Administration, die<br />

Reportingfunktion wiederum bietet einen<br />

Überblick über zurückliegende, aktuelle<br />

und gebuchte Reisen.<br />

NACHHALTIGKEIT AUF SCHIENE<br />

Geschäftsreisen stellen mittlerweile einen<br />

erheblichen Anteil des Reiseaufkommens<br />

dar, wer also heute um-und einsteigt,<br />

gestaltet die Zukunft im Sinne der Nachhaltigkeit<br />

mit. Denn die Bahn ist gemessen<br />

an den CO2-Emissionen 30-mal klimafreundlicher<br />

als ein durchschnittlicher<br />

PKW und 50-mal klimafreundlicher als<br />

das Flugzeug. Und entspannter reist es<br />

sich allemal: An Bord können Präsentationen<br />

und Besprechungen besser vorbereitet<br />

werden, am Heimweg dann wird in Ruhe<br />

nachgearbeitet – oder man genießt einfach<br />

die schöne Aussicht. Fazit: Wir atmen<br />

durch. Die Umwelt atmet auf. Und auch<br />

die Kosten sind jederzeit unter Kontrolle<br />

Eine klare Win-Win-Situation für<br />

Mensch und Natur.<br />

INFO<br />

Weitere Informationen unter<br />

oebb.at/business<br />

aug <strong>2022</strong> falstaff 221


eise / GOURMET AM SEE<br />

GENUSS IN<br />

SEEWEITE<br />

TIROL & SALZBURG – SEITE 224<br />

Die beliebten Winterdestinationen erleben im<br />

Sommer mittlerweile eine vitale zweite Hauptsaison –<br />

Seen, Genuss und herrliches Bergpanorama.<br />

SALZKAMMERGUT – SEITE 232<br />

Vom Wolfgangsee über den Traunsee bis hin zum<br />

Attersee – im Salzkammergut wird auf höchstem<br />

Niveau gekocht und gekostet.<br />

KÄRNTEN – SEITE 244<br />

Die Kärntner Seen sind nicht nur für ihre Vielseitigkeit<br />

bekannt, ihr klares Wasser wird besonders in den<br />

Sommermonaten herrlich warm.<br />

NEUSIEDLER SEE – SEITE 252<br />

Neben Radfahrern und Sonnenanbetern sind auch<br />

Gourmets sowie Weinliebhaber am Neusiedler See an<br />

der goldrichtigen Adresse.<br />

<<br />

Foto: Kärnten Werbung / Franz Gerdl<br />

222 falstaff aug <strong>2022</strong>


Berge, Flüsse, Äcker, Kirchen: Alles wird in der<br />

Bundeshymne besungen. Die Seen nicht. Ein Versäumnis.<br />

Denn auch als »Land der Seen« braucht sich <strong>Österreich</strong><br />

nicht zu verstecken. Im Gegenteil.<br />

Ob ein Picknick am Steg, ein Dinner<br />

auf einer Privatinsel, ein Drink an der<br />

Strandbar oder ein Brunch auf einer<br />

Sonnenterrasse: Die österreichischen<br />

Seen bieten Genusskulissen für jeden<br />

Geschmack. Wie etwa hier in Pörtschach<br />

am Wörthersee.<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

223


eise / GOURMET AM SEE – TIROL & SALZBURG<br />

TIROL & SALZBURG:<br />

GIPFELTREFF<br />

Sonnenliege statt Sessellift, T-Shirt statt Anorak, Sandalen statt<br />

Schneeschuhe: Skigebiete wie Zell am See oder Kitzbühel servieren<br />

auch in der warmen Jahreszeit eine hohe Genussdichte.<br />

TEXT KLAUS HÖFLER<br />

Wandern und baden: Vom Zeller See<br />

am Fuße der Schmittenhöhe hat man<br />

freien Blick auf den Gletscher des<br />

Kitzsteinhorns.<br />

Foto: Zell am See-Kaprun Tourismus / Nikolaus Faistauer Photography<br />

224 falstaff aug <strong>2022</strong>


EN AM SEE<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

225


eise / GOURMET AM SEE – TIROL & SALZBURG<br />

Der Sommer in einem Skigebiet<br />

– das hatte früher, als<br />

es noch Langspielplatten gab,<br />

den Ruf einer klassischen<br />

B-Seite: bemüht, aber<br />

irgendwie halt kein großer Hit. Heute<br />

gelten LP-Sammlungen als veraltet und<br />

museumsreif und auch das angeknackste<br />

Sommerimage der Skiorte ist Schnee von<br />

gestern. Längst ist die warme Jahreszeit<br />

nicht mehr nur ein müdes Intermezzo<br />

zwischen pulsierenden Wintermonaten,<br />

sondern eine vitale zweite Hauptsaison mit<br />

Wandern, Radfahren, Schwimmen und<br />

kulinarischen Höhepunkten.<br />

DEN KAISER IM BLICK<br />

Davon überzeugen kann man sich, wenn<br />

einem auf einer Strandliege am Ufer des<br />

Schwarzsees die Sonnenstrahlen den<br />

Ausblick erwärmen. Auf der einen Seite<br />

das Kitzbüheler Horn, über das sich ein<br />

samtgrüner Mantel aus saftigen Almwiesen<br />

und vereinzelten Nadelbaumgruppen<br />

gelegt hat. Auf<br />

der anderen Seite der<br />

schroffe Gebirgsstock<br />

des Wilden Kaisers, der<br />

eine impo sante, silbriggrau<br />

glitzernde Horizontbegrenzung<br />

in den tiefblauen<br />

Himmel zeichnet. Im Rest des<br />

Panoramas wechseln sich Hügel- und<br />

Fernsicht ab. Ganz ohne Schnee. Man<br />

kann zwar versuchen, sich daran sattzusehen,<br />

es wird aber nicht gelingen. Zu einem<br />

ausgewogenen Diätplan für Körper und<br />

Geist braucht es mehr. Serviert wird dieses<br />

»Mehr« zum Beispiel im »Seebichl«,<br />

einem Haus mit Geschichte.<br />

Einst entworfen von Architekt Alfons<br />

Walde, dann provisorisches Schneidestudio<br />

für Filmemacherin Leni Riefenstahl,<br />

war es später Kitzbühels erstes Hotel mit<br />

Bädern in sämtlichen Zimmern. Heute<br />

bewerben die beiden Hausherren, die<br />

Brüder Sebastian und Max Witzmann,<br />

ihr Haus als »Wohnzimmer des guten<br />

Die zwei Terrassen im »Seebichl« laden<br />

stilecht zu Aperitivo und Sundowner ein.<br />

RUND UM DEN<br />

SCHWARZSEE IST<br />

DIE RUHE STAMMGAST.<br />

AUCH IM NAHEN<br />

KITZBÜHEL MACHT<br />

DER RUMMEL<br />

SOMMERPAUSE.<br />

Kleinod am Rande der<br />

Skimetropole. Der Schwarzsee ist<br />

einer der wärmsten Alpenseen.<br />

Große Teile des Ufers stehen<br />

unter Naturschutz.<br />

Fotos: Collection Mix: Subjects RF / Getty Images, SEEBICHL / haus.am.see / producermunichwithus, Alpenhotel Kitzbühel / Jukka Pehkonen<br />

226 falstaff aug <strong>2022</strong>


Geschmacks und froher Menschen«. Sie<br />

setzen auf radikal regionale Küchenkultur,<br />

extra vagantes Design und ein kreatives<br />

Kleinklima fernab von Alpenklischees.<br />

Brennnesselpressknödel treffen hier auf<br />

Fieberbrunner Lachsforelle und arabisch<br />

angehauchte Gemüsepürees.<br />

EIN SOMMER AM SEE<br />

Am kurzen Fußweg zum Schwarzsee<br />

kann man zum neu gebauten »Alpenhotel<br />

Kitzbühel« abbiegen. Der moderne Komplex<br />

aus hellem Holz verfügt nicht nur<br />

über Suiten, Lodges und ein großzügiges<br />

Wellnessareal, sondern auch über eigene<br />

Seezugänge für Hotelgäste und externe<br />

Besucher sowie mit dem »Steghaus«<br />

über ein À-la-carte-Restaurant<br />

samt gut bestücktem Weinkeller.<br />

Für Kurzausflüge ins Zentrum<br />

von Kitzbühel stehen E-Golf-<br />

Cars zu Verfügung. Zwecks<br />

Naturgenuss empfohlen<br />

werden aber ohnehin<br />

Restaurant »Steghaus« am<br />

Schwarzsee. Neuer Hafen für<br />

Genuss-Suchende.<br />

Spaziergänge. Entweder zwanzig Minuten<br />

in die Stadt oder direkt von der Haustür<br />

eine Runde um den Schwarzsee. Er zählt<br />

zu den wärmsten Badeseen der Alpen<br />

und wird zu gut zwei Drittel von einem<br />

Naturschutzgebiet eingerahmt, weil in<br />

der sensiblen Mooruferlandschaft seltene<br />

Pflanzen wachsen und besondere<br />

Schmetterlingsarten wohnen.<br />

Von der Schutzzone ausgenommen<br />

ist jene Bucht, in der das altehrwürdige<br />

Strandbad mit seinem imposanten dunklen<br />

Holzbau und mit dem »Pipino’s« ein<br />

Hafen für Gourmetliebhaber liegen. Feine<br />

Fischkreationen treffen hier auf selbst<br />

gemachte Pasta und internationale Steak-<br />

Spezialitäten – und das auf der Sonnenterrasse<br />

alles »erste Reihe, fußfrei« direkt<br />

an der Wasserkante mit Blick auf Horn<br />

und Kaiser.<br />

Nicht weniger eindrucksvoll ist die<br />

Bergkulisse, die den Zeller See einrahmt.<br />

30 Berggipfel über 3000 Meter sollen es<br />

sein, die man vom Plateau des Hausbergs<br />

von Zell am See, der Schmittenhöhe, bestaunen<br />

kann – vom Großvenediger über<br />

Kitzsteinhorn und Großglockner bis zum<br />

Steinernen Meer und zum Watzmann.<br />

<<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

227


eise / GOURMET AM SEE – TIROL & SALZBURG<br />

<<br />

Wie eine Perle liegt der Zeller See<br />

inmitten dieser steinernen Riesen. Einst als<br />

winterliche Gewinnungsstätte für Eis als<br />

Kältemittel für die Eiskeller auch deutscher<br />

Brauereien genutzt (sie wurden per<br />

Bahn beliefert), zieht das Wasser heute<br />

ganzjährig Gäste aus der ganzen Welt an.<br />

Sie treffen auf eine entsprechend internationale,<br />

aber auch regional tief verwurzelte<br />

Spitzengastronomie. Sei es im »Erlhof«<br />

mit eigenem Seezugang und einer gut<br />

bestückten Weinkarte, die die kreative<br />

Küche vielseitig begleitet, oder im<br />

» Salzburgerhof«, wo zwischen hoteleigenem<br />

Badeteich und Blick auf die Berge<br />

Küchenchef Stefan Reiter in traditionsreichem<br />

Rahmen für Gaumengenüsse auf<br />

höchstem Niveau sorgt.<br />

ALTE MAUERN, JUNGE KÜCHE<br />

Auch am gegenüberliegenden Seeufer liegt<br />

die Qualitätslatte hoch. Dafür sorgt unter<br />

anderem Michael Schnell im Restaurant<br />

»Seensucht« im »Seehotel Bellevue«. Der<br />

Name des Hauses ist Programm, der Blick<br />

auf das Kitzsteinhorn und den See von<br />

der Hausterrasse unverstellt. Serviert<br />

wird eine Cross-over-Küche mit<br />

regionalen Klassikern<br />

in Kombination mit<br />

mediterranem Flair.<br />

Hochkarätig kulinarisch<br />

versorgt<br />

wird man auch<br />

ein paar Häuser<br />

weiter, in der<br />

»Speisenmeisterei«<br />

im Ortskern von<br />

Thumersbach. So<br />

alt die Mauern des<br />

Lohninghofs sind –<br />

nämlich über eintausend<br />

Jahre –, so jung<br />

und modern präsentiert sich<br />

das Küchenkonzept von Thomas<br />

Schwab. Im Restaurant mit seinen gerade<br />

einmal 25 Sitzplätzen kann man sich sein<br />

Menü selbst aus dem Fleischreifeschrank<br />

und der Fischvitrine zusammenstellen. Ob<br />

Bio-Entrecote, Tomahawk-Steak, Duroc-<br />

Schwein oder Austern, Seeteufel oder<br />

Black-Tiger-Garnelen: Saisonalität, Nachhaltigkeit<br />

und Frische stehen beim Angebot<br />

an oberster Stelle – der entsprechende<br />

Genuss ist garantiert.<br />

IN DEN<br />

HOCHDEKORIERTEN<br />

KÜCHEN RUND UM DEN<br />

ZELLER SEE TREFFEN<br />

SICH INTERNATIONALES<br />

FLAIR UND REGIONALE<br />

QUALITÄT.<br />

Am Seeweg Richtung Genuss: In herrlicher Alpinkulisse<br />

kredenzt Küchenchef Michael Schnell im Restaurant<br />

»Seensucht« kreativ-moderne Gaumenfreuden.<br />

An der Nordspitze des Sees rundet sich<br />

das Angebot ab. Im Schloss Prielau<br />

verwöhnt Andreas Mayer seine Gäste mit<br />

aromareicher Küche und überraschenden<br />

Kreationen und mutigen Kombinationen.<br />

Der ehemalige Wohnsitz der Familie Hugo<br />

von Hofmannsthals wurde 1425 erstmals<br />

urkundlich erwähnt. Seit 1980 ist Schloss<br />

Prielau im Besitz der Familie Porsche, die<br />

es zu einem Hafen für Liebhaber der<br />

österreichischen Gastlichkeit und Kulinarik<br />

gemacht hat. Dafür sorgen nicht<br />

zuletzt ein sehr gut sortierter Weinkeller<br />

und ein Ambiente, das den entsprechenden<br />

Rahmen liefert.<br />

<<br />

Fotos: Schmittenhöhe, beigestellt<br />

228 falstaff aug <strong>2022</strong>


VON ALPEN<br />

DAS BESTE<br />

GLETSCHER | BERG | SEE<br />

Mehr Sommer passt in keinen Urlaub<br />

Erleben Sie das ewige Eis des Gletschers, einen Sonnenaufgang<br />

am Berg oder entspannen Sie am glasklaren Wasser des Sees.<br />

www.zellamsee-kaprun.com/sommer


eise / GOURMET AM SEE – TIROL & SALZBURG<br />

Natur- und<br />

Geschmacksgenuss:<br />

Bei<br />

Almwanderungen<br />

wächst jener<br />

Hunger, der,<br />

zurück am See, auf<br />

höchstem Niveau<br />

gestillt wird.<br />

TIROL & SALZBURG<br />

ERLHOF<br />

Tradition trifft Moderne: frische Ideen für<br />

regionale Produkte, begleitet von edlen Tropfen<br />

aus dem gut sortierten Weinkeller. Bei schönem<br />

Wetter sollte man sich den Panoramaseeblick<br />

auf der Sonnenterrasse nicht entgehen lassen.<br />

Erlhofweg 11, 5700 Zell am See<br />

T: +43 6542 56637, erlhof.at<br />

MAYER’S AUF SCHLOSS PRIELAU<br />

Ob Gänseleber, Perlhuhnbrust, geschmorte<br />

Zickleinkeule oder Alpengarnelen: Andreas Mayer<br />

liefert Geschmacksexplosionen am ehemaligen<br />

Wohnsitz der Familie Hugo von Hofmannsthals<br />

am Nordufer des Sees.<br />

Hofmannsthalstraße 10, 5700 Zell am See<br />

T: +43 6542 72911, mayers-restaurant.at<br />

SALZBURGERSTUBE<br />

Zwischen See und hoteleigenem Badeteich –<br />

ein Rundumgenusserlebnis, das sich in der Küche<br />

dank Chef Stefan Reiter auf höchstem Niveau<br />

fortsetzt.<br />

Auerspergstraße 11, 5700 Zell am See<br />

T: +43 6542 765, salzburgerhof.at<br />

Steak-Kultur. Eine kreative Gourmetküche mit<br />

überaus originellen Zugängen.<br />

Am See 4, 6370 Kitzbühel<br />

T: +43 5356 62658, pipinos-restaurant.com<br />

SEENSUCHT RESTAURANT AM SEE<br />

Die Lage und der Blick auf den See konkurrieren<br />

mit den mediterranen Küchenkreationen von<br />

Michael Schnell, der großen Wert auf regionale<br />

Produkte legt. Eine echte Cross-over-Küche mit<br />

exklusivem Touch, die sich sehen (und natürlich<br />

auch schmecken) lassen kann.<br />

Seeuferstraße 41, 5700 Zell am See<br />

T: +43 6542 21828, restaurant-am-see.at<br />

SEEBICHL<br />

Regionale, authentische Küche in einem<br />

schlüssigen Gesamtambiente, das einen bewusst<br />

kreativ-coolen Kontrapunkt zu traditioneller<br />

Alpininszenierung setzt. Eine Art Wohnzimmer für<br />

das Wohnzimmer für Freigeister, Lebenskünstler<br />

und Liebhaber des Schönen und Köstlichen.<br />

Seebichlweg 37, 6370 Kitzbühel<br />

T: +43 5356 62525, restaurant-seebichl.at<br />

DAS STEGHAUS<br />

Neu am Schwarzsee: Das Restaurant des<br />

»Alpenhotels Kitzbühel« lockt mit regionalen Spezialitäten<br />

in moderner Kulisse und freier Sicht auf<br />

den Wilden Kaiser. In der »See-Stube« setzt man<br />

dagegen auf traditionell alpinrustikales Ambiente.<br />

Seebichlweg 37 a, 6370 Kitzbühel<br />

T: +43 5356 64254-0, alpenhotel-kitzbuehel.at<br />

<<br />

KRAFTWERK<br />

Ein altes Kraftwerk aus den 1930er-Jahren<br />

bildet die Kulisse für modern interpretierte und<br />

inspirierte Küche mit zahlreichen Produkten aus<br />

der hauseigenen Biolandwirtschaft. Dazu feine<br />

Weinauswahl.<br />

Schmittenstraße 12 a, 5700 Zell am See<br />

T: +43 664 3888016, kraftwerk-restaurant.at<br />

PIPINO’S<br />

Direkt am Ufer des Schwarzsees wird hier<br />

das Mittelmeer in die Alpen geholt. Italienische<br />

Nudelspezialitäten treffen auf internationale<br />

Stilvollendete Eleganz<br />

im Schloss Prielau.<br />

Andreas Mayers Küche<br />

sorgt für adäquate<br />

kulinarische Expertise.<br />

Fotos: beigestellt<br />

230 falstaff aug <strong>2022</strong><br />

95–100 Punkte 90 – 94 Punkte 85 – 89 Punkte 80 – 84 Punkte – Mehr Infos auf falstaff.com


HOTEL GOLDENER HIRSCH<br />

HOTEL GOLDENER HIRSCH<br />

Indian Summer in der Mozartstadt spüren und das Spiel<br />

der Farben in der Natur und am Teller erleben. Mitten im Herzen<br />

der Stadt Salzburg gelegen lädt das »Hotel Goldener Hirsch«<br />

als idealer Ausgangspunkt zu einem romantischen Städtetrip.<br />

ADVERTORIAL Fotos: © Hotel Goldener Hirsch; beigestellt<br />

Ein Spaziergang durch die charmanten<br />

Gassen der Salzburger<br />

Altstadt und die romantische<br />

Herbst stimmung genießen –<br />

mitten im Herzen der Getreidegasse<br />

gelegen, ist das Fünf-Sterne-Superior-Hotel<br />

»Goldener Hirsch« der ideale Ausgangspunkt<br />

für eine romantische Auszeit in der<br />

Mozartstadt. Zahlreiche kleine Boutiquen<br />

laden zum Bummeln durch Salzburgs<br />

Altstadt ein und auch das Geburtshaus<br />

Mozarts, das nur wenige Gehminuten<br />

vom »Hotel Goldener Hirsch« entfernt<br />

liegt, ist einen Besuch wert. Den legendären<br />

Kaiserschmarrn im hoteleigenen<br />

»Restaurant Herzl« mit einladendem<br />

Gastgarten, der besonders zum Einkehren<br />

unter freiem Himmel einlädt, den vielfach<br />

prämierten Kompositionen von Chefkoch<br />

Daniel Mild im Fine Dining »Restaurant<br />

Goldener Hirsch«, oder einen exklusiven<br />

Cocktail oder Afternoon Tea an der Hotelbar<br />

genießen – das exklusive Haus ist mit<br />

seiner ausgezeichneten Lage inmitten der<br />

Getreidegasse und gegenüber den weltbekannten<br />

Festspielhäusern, seinem exquisiten<br />

kulinarischen Angebot, dem einzigartigen<br />

Interieur sowie der herzlichen Gastfreundschaft<br />

ein ideales Refugium für<br />

eine Auszeit zu zweit.<br />

AUSZEIT ZU ZWEIT<br />

Mit dem Romantic Getaway-Paket können<br />

sich Gäste bei Ankunft im »Hotel Goldener<br />

Hirsch« zudem über Blumen und einen<br />

Winzersekt freuen. Buchbar ist das Paket<br />

ab 666 Euro für zwei Übernachtungen<br />

inklusive täglichem Frühstücksbuffet, das<br />

keine Wünsche offen lässt.<br />

INFO<br />

Hotel Goldener Hirsch<br />

A Luxury Collection Hotel, Salzburg<br />

Getreidegasse 37, 5020 Salzburg<br />

goldenerhirsch.com<br />

aug <strong>2022</strong> falstaff 231


eise / GOURMET AM SEE – SALZKAMMERGUT<br />

Im Salzkammergut hat <strong>Österreich</strong> einen<br />

»Mehr-Zugang«: Mehr Seen, mehr regionalen Fisch,<br />

mehr lokale Schifffahrt gibt es sonst nirgendwo im<br />

Land. Das zieht Künstler, Kaiser und Köche an.<br />

TEXT KLAUS HÖFLER<br />

Foto: Shutterstock<br />

232 falstaff aug <strong>2022</strong>


SALZKAMMERGUT:<br />

NAHE AM<br />

WASSER<br />

GEBAUT<br />

In den Ortschaften rund um<br />

Atter-, Traun-, Mond- und Wolfgangsee<br />

(im Bild: St. Wolfgang) hat sich<br />

eine vitale und qualitätsbewusste<br />

gastronomische Szene etabliert.<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

233


eise / GOURMET AM SEE – SALZKAMMERGUT<br />

Piraten? Gehören in Kinofilme,<br />

die in der Karibik spielen. In<br />

Asterixhefte. Stecken in<br />

Nachrichtenmeldungen aus<br />

Somalia oder dem südchinesischen<br />

Meer. Mit dem Traunsee in<br />

Oberösterreich hat man Seeräuberei wohl<br />

eher nicht in Verbindung gebracht. Bis zu<br />

einem Spaziergang rund um die Landzunge<br />

bei Traunkirchen. Hier, wo der See am<br />

schmalsten ist und der Felsvorsprung des<br />

Johannesbergs einen guten Überblick<br />

bietet, sollen im 11. Jahrhundert Piraten<br />

ihr Unwesen getrieben haben. Sie hatten es<br />

auf das Wertvollste ihrer Zeit abgesehen:<br />

Salz, das in den umliegenden Bergen<br />

gewonnen und am See Richtung Alpenvorland<br />

transportiert wurde.<br />

600 Jahre danach siedelte der Papst hier<br />

Jesuitenmönche an. Sie sollten im Salzkammergut,<br />

wo die Menschen sich der<br />

DAS<br />

SALZKAMMERGUT<br />

IST NICHT GEIZIG. ES<br />

VERTEILT SEINE<br />

LANDSCHAFTLICHE<br />

SCHÖNHEIT AUF DREI<br />

BUNDESLÄNDER.<br />

Das »Bootshaus« lockt mit<br />

Traumaussicht und Kulinarik-<br />

Highlights von Küchenchef<br />

Lukas Nagl.<br />

protestantischen Kirche zugewandt hatten,<br />

die katholische Ordnung wiederherstellen.<br />

Später kamen Musik- und Literaturgrößen<br />

wie Hugo Wolf, Franz Schubert und<br />

Adalbert Stifter zur Sommerfrische. Wo<br />

einst also gelauert und geraubt, gebetet<br />

und gedichtet wurde, wird heute auf<br />

höchstem Niveau gekocht und gekostet.<br />

Charismatische österreichische Weine<br />

und kleine portugiesische Spezialitäten<br />

beispielsweise in der »Klosterstube« gleich<br />

neben der Johanneskapelle. Das Lokal mit<br />

dem idyllischen Innenhof, dem Rosengarten,<br />

direkt am Seeufer wird als Bodega<br />

geführt. In unmittelbarer<br />

Nachbarschaft liefert das Restaurant<br />

»Das Bootshaus«<br />

im Seehotel Traunsee<br />

eine der besten Küchen<br />

Oberösterreichs. Von<br />

der Terrasse aus lässt<br />

Gmunden mit<br />

dem im See<br />

»schwimmenden«<br />

Schloss Ort ist<br />

zentrale Hafenstadt<br />

am Traunsee.<br />

Fotos: <strong>Österreich</strong> Werbung / Ctrip, traunseehotels.at / Lukas Kirchgasser, TVB Attersee-Attergau / Moritz Ablinger, beigestellt, Michael Maritsch<br />

234 falstaff aug <strong>2022</strong>


»Die Heimat muss man schmecken«, so<br />

das Motto im »Das Attersee«; gespeist wird<br />

mit Blick auf den gleichnamigen See.<br />

sich die Aussicht auf die imposanten Felswände<br />

des Traunsteins auf der gegenüberliegenden<br />

Uferseite und der weite Blick<br />

über den See bis hinüber nach Gmunden<br />

genießen. Hier liegt das erste schwimmende<br />

Denkmalschutz-Objekt <strong>Österreich</strong>s:<br />

Die »Gisela« ist der älteste kohlenbefeuerte<br />

Raddampfer der Welt. Mit ihm ist<br />

schon Kaiser Franz Josef gefahren.<br />

Auch die kalkweißen Mauern und die<br />

Zwiebeltürme der Doppel-Schlossanlage<br />

Ort am Stadtrand Gmundens sind weithin<br />

sichtbar. Das fernsehserienbekannte Seeschloss<br />

mit dem schmuckvollen Arkadeninnenhof<br />

ist durch eine Holzbrücke mit<br />

dem Landschloss verbunden. Im Vorhof<br />

der Pracht, an der Nahtstelle zwischen<br />

Parkanlage und Parkplatz, findet sich mit<br />

dem »Fisch & Pasta« der architektonische<br />

Kontrapunkt. In dem schmucklosen,<br />

braunen Kubus werden aber fantasie- und<br />

geschmackvolle Spezialitäten vom Wolfsbarsch<br />

in Salzkruste über Traunkrebssuppe<br />

bis zu Sugo von der Lachsforelle, Kaviar-Variationen<br />

und einer extravaganten<br />

Alpenfischsalami (!) in legerer Bistro-<br />

Atmosphäre geboten.<br />

ZWÖLF-MILLIONEN-MOTIV<br />

Fisch spielt auch einen See weiter westlich<br />

die Hauptrolle auf diversen Speisekarten.<br />

So im »Das Attersee« im gleichnamigen<br />

Ort am gleichnamigen See. Dank Angebot<br />

und Ambiente schafft man hier einen<br />

unverkrampften, aber stilvollen Spagat<br />

zwischen traditionellem Herrgottswinkerl<br />

und stylishem Rooftop-Flair. Der Attersee<br />

ist nicht nur der größte, ganz in <strong>Österreich</strong><br />

liegende See, die im Wind und Sonnenlicht<br />

sich ständig wandelnde Wasserfläche<br />

hat auch schon Gustav Klimt nachdrücklich<br />

begeistert und inspiriert. Der Maler<br />

entdeckte den See als Refugium für seine<br />

Sommerfrische, verbrachte hier mehrere<br />

Jahre und setzte dem See in über 40<br />

Gemälden ein künstlerisches Denkmal in<br />

Bildern. So ist auf einem Werk in Motiv<br />

und Namen der »Litzlberger Keller« zu sehen<br />

– ein Bild, das 1997 in New York um<br />

zwölf Millionen Euro versteigert wurde.<br />

Darauf festgehalten ist das einst von<br />

<<br />

DER ATTERSEE WAR<br />

FÜR GUSTAV KLIMT<br />

DAS, WAS DIE PROVENCE<br />

FÜR PAUL CÉZANNE UND<br />

KRUMAU FÜR EGON<br />

SCHIELE WAR: EINE<br />

SOMMERROMANZE.<br />

Topadresse am Attersee: In Aichingers<br />

»Das Bräu« setzt man auf überlieferte<br />

Rezepte und einen Schuss Modernität.<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

235


eise / GOURMET AM SEE – SALZKAMMERGUT<br />

<<br />

der örtlichen Brauerei als Lagerkeller<br />

genutzte und später zum Gasthaus ausgebaute<br />

Gebäude. Das Gasthaus gibt es noch<br />

immer. Es überzeugt durch hohe Qualität<br />

und Kreativität (Lachsforellenceviche,<br />

Flusskrebsbisque, Wachtel mit Harissa)<br />

und zählt dieser Tage zu den spannendsten<br />

Gastro-Adressen am See, wirken und werken<br />

an der geschichtsträchtigen Adresse<br />

über den Sommer doch junge Köche im<br />

Rahmen eines integrierten Pop-up-Restaurants.<br />

Das Genussexperiment auf Zeit<br />

setzt dabei auf »Soulfood« – Essen also,<br />

das die Seele glücklich macht. Die Augen<br />

werden es bei der freien Sicht auf das<br />

blautürkis funkelnde Wasser ohnehin.<br />

GASTRO-ZOO AM SEE<br />

Auch am nahen Wolfgangsee wird dieses<br />

»Menü« aus genussreicher Kulinarik und<br />

prachtvollem Panorama serviert. »Abersee«<br />

hieß er früher, abgeleitet vom lateinischen<br />

Namen in der ersten urkundlichen<br />

Erwähnung im Jahr 788. Heute erinnert<br />

Grenzverkehr: Am Wolfgangsee pendeln<br />

die Schiffe zwischen Anlegestellen in<br />

Oberösterreich und Salzburg.<br />

Kleines Lokal für großen Genuss: Das »See-Eck«<br />

am Wolfgangsee.<br />

DIE SEEN LIEGEN<br />

WIE GEMALT IN<br />

DER LANDSCHAFT. DER<br />

KÜNSTLER HATTE EINE<br />

VORLIEBE FÜR GRÜN-<br />

UND BLAUTÖNE.<br />

daran nur noch eine Ortsbezeichnung beim<br />

Zinkenbach, in der Nähe des Naturschutzgebiets<br />

Blinklingmoos mit freier Sicht<br />

auf den Schafberg gegenüber. Die landschaftliche<br />

Pracht müssen sich allerdings<br />

zwei Bundesländer teilen. Direkt an der<br />

kleinen Schleuse bei Strobl, am Eingang<br />

zum sehenswerten Bürglstein-Rundwanderweg,<br />

wechselt man von Oberösterreich<br />

nach Salzburg. Direkt in St. Wolfgang geht<br />

es dann – ohne Grenzwartezeit – wieder<br />

zurück nach Oberösterreich. Der Ort ist<br />

auch gastronomisches Zentrum des Sees:<br />

»Weisses Rössl«, »Weisser Hirsch«, »Weißer<br />

Bär«, »Schwarzes Rössl«. Etwas aus<br />

der Reihe des lautmalerischen Zoos fällt<br />

das »Ledererhaus«, wo man mit Showküche<br />

und Weinhaus ein Genuss-Statement<br />

setzt. See und Meer lassen sich hier<br />

auf einmal genießen. Gestartet wird mit<br />

Austern und knusprigen Shrimps, gefolgt<br />

von Seesaibling und Wolfgangsee-Lachs.<br />

Im benachbarten »See-Eck« haben sich<br />

Brigitte und Bernhard Reiter ihren Traum<br />

eines kleinen Lokals verwirklicht und bieten<br />

Kochkurse und Winzerabende an. Sehr<br />

nobel der Sonntag mit Weißwürsten und<br />

Champagner. Gleich daneben kann man<br />

im »Cortisen« ein 6-Gang-Menü bereits in<br />

der Früh (!) und am Abend internationalen<br />

Gourmetgenuss mit Meeresfrüchten oder<br />

rosa gebratenem Thunfisch probieren.<br />

PEMSE, PUNZE & CO<br />

Und dazwischen? Von der nahen Anlegestelle<br />

der Wolfgangseeflotte nach St. Gilgen<br />

oder Fürberg übersetzen und den Falkenstein<br />

und die steil abfallenden Felswände<br />

vom Sonnendeck aus bestaunen. Zur Vollendung<br />

des Landschaftsgenusses empfiehlt<br />

sich der Gipfelsturm per Zahnradbahn auf<br />

den Schafberg oder Gondel aufs Zwölferhorn.<br />

Von oben sieht man die Seen des<br />

Salzkammerguts am besten. Und wer geschmackliche<br />

Neuentdeckungen abseits<br />

des reichhaltigen gastronomischen Angebots<br />

machen möchte, dem sei zu Zwispitz,<br />

Bidling, Pemse, Punze, Roter Spilling oder<br />

Ziparte geraten. Noch nie gehört? Es handelt<br />

sich um Pflaumenarten, die alle in der<br />

Gegend rund um den Attersee und Traunsee<br />

im neu ausgewiesenen Naturpark beheimatet<br />

sind und im »Zwetschkenreich«<br />

verkostet werden können – als reifes Obst<br />

oder zu Schnaps veredelt.<br />

<<br />

Fotos: Salzburg AG Tourismus / Christian Schartner, beigestellt<br />

236 falstaff aug <strong>2022</strong>


-DAS NEUE WOHNPROJEKT AM ATTERSEE-<br />

Die Wohnlandschaften<br />

Dem Attersee ganz nah<br />

Architektonischer Kontrast auf höchstem<br />

Niveau mit zeitlos modernem<br />

Design in idyllischer Ruhelage und<br />

Blick auf die naheliegende Hügellandschaft.<br />

Der türkisfarbene Attersee liegt<br />

nur wenige Gehminuten von der Haustür<br />

entfernt.<br />

Das Wohnprojekt besteht aus 27 clever<br />

geplanten Wohnungen mit großzügigem<br />

Raumangebot, bestehend<br />

aus 3 und 4 Zimmerwohnungen in<br />

unterschiedlichen Größen ab 70m².<br />

Eigengärten bis zu 120m², Loggien<br />

sowie eine Tiefgarage mit ausreichend<br />

Plätzen bilden die Hochwertigkeit dieses<br />

Projektes. Nachhaltige Energiegewinnung<br />

dank Luftwärmepumpe.<br />

Prüfen Sie auch die attraktiven Anlagemöglichkeiten.<br />

Wir beraten Sie gerne.<br />

Wasser und Land in harmonischem Einklang<br />

Atemberaubende Klettersteige, die<br />

modernsten Reitanlagen, Wassersport,<br />

Golfplätze und schwindelerregende<br />

Hochseilgärten in greifbarer<br />

Nähe. Ob Wandern und Radfahren im<br />

Gebirge oder lange Morgenspaziergänge<br />

entlang der Promenade- das<br />

Angebot ist vielseitig. Mit den Kindern<br />

erkunden Sie die ausgiebigen Spielplätze<br />

direkt am See.<br />

DIE SCHÖNSTEN IMMOBILIEN IM SEENGEBIET<br />

DIESES BAUPROJEKT UND VIELE WEITERE IMMOBILIEN AM SEE FINDEN SIE UNTER<br />

+43 677 64590740 | WWW.ZEITAMSEE.AT


eise / GOURMET AM SEE – SALZKAMMERGUT<br />

Gasthaus-Kultur mit<br />

regionalen Spezialitäten<br />

im »Batzenhäusl« am<br />

Wolfgangsee.<br />

WOLFGANGSEE<br />

BATZENHÄUSL<br />

Gehoben aber nicht abgehoben, so lautet das<br />

Motto des Landgasthofs. Und schon allein wegen<br />

des Weinkellers besuchenswert. In der gehobenen<br />

Wirtshausküche sticht der frische Fisch aus dem<br />

Mondsee und der herrliche Hirsch aus dem Salzkammergut<br />

heraus.<br />

Schmalnau 1, 5340 St. Gilgen<br />

T: +43 6227 2356, batzenhaeusl.com<br />

HAUS AM HANG<br />

Lucas Bosca serviert südliches Slowfood mit<br />

absoluter Frische als Ergebnis eines kreativen Mix<br />

aus österreichischer und mediterraner Küche in<br />

modernem Ambiente.<br />

Mondsee-Bundesstraße 10, 5340 St. Gilgen<br />

T: +43 664 4435701, haus-am-hang.at<br />

ZUR POST<br />

Auf der Speisekarte spiegelt sich das Salzkammergut<br />

in der Vielfalt der Jahreszeiten wider –<br />

vom Fisch bis zum Wild, dazu saisonales Gemüse.<br />

Mozartplatz 8, 5340 St. Gilgen<br />

T: +43 6227 2157, gasthofzurpost.at<br />

TRAUNSEE<br />

BOOTSHAUS RESTAURANT<br />

Lukas Nagl holt die ganze Region auf den<br />

Teller: Unverfälscht und unkompliziert lässt er<br />

sowohl regionale als auch internationale Elemente<br />

in seine Gerichte einfließen.<br />

Klosterplatz 4, 4801 Traunkirchen<br />

T: +43 7617 2216, dastraunsee.at<br />

DIE STUBE IM MAXIMILIANHOF<br />

Eine der ältesten Weinstuben <strong>Österreich</strong>s ist<br />

iKulisse für die von Sabine Eisner und Florian<br />

Eckmair geführte kulinarische Schmankerl-Werkstatt<br />

am Westufer des Sees.<br />

Maximilianstraße 1, 4813 Altmünster<br />

T: +43 664 1821188, maximilianstube.at<br />

KLOSTERSTUBE<br />

Der Blick über den Tellerrand verfängt sich in<br />

der Klosterstube in Portugal. Christopher Oliveira<br />

Malveiro bietet einen kulinarischen Streifzug durch<br />

das Land seiner Eltern an – samt dazu passender<br />

Weinkarte.<br />

<<br />

BRANDAUER’S VILLEN<br />

Drei Zutaten für einen wundervollen Urlaub:<br />

See, Berge und ein Wohlfühlhotel. Zudem beweist<br />

das Haus, dass traditionell und innovativ kein<br />

Widerspruch sein muss und die kulinarische Vielfalt<br />

zwischen Berg und See steht im Zentrum.<br />

Moosgasse 6, 5350 Strobl<br />

T: +43 6137 7205, brandauers.info<br />

Mauern mit Geschichte, Weine<br />

mit Geschmack in der Stube des<br />

»Maximilanhof«.<br />

Fotos: beigestellt<br />

238 falstaff aug <strong>2022</strong><br />

95–100 Punkte 90 – 94 Punkte 85 – 89 Punkte 80 – 84 Punkte – Mehr Infos auf falstaff.com


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Natur. Genuss.<br />

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Nehmen Sie sich eine Auszeit vom Alltag und genießen<br />

Sie einen Wohlfühlaufenthalt im Mühlviertel. Idyllische<br />

Ruhe sowie entspannte Momente im Acquapura SPA<br />

bringen Körper und Geist wieder in Balance.<br />

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eise / GOURMET AM SEE – SALZKAMMERGUT<br />

Tradition und<br />

Moderne treffen<br />

sich in der<br />

»Bachtaverne« von<br />

der Einrichtung<br />

bis zum<br />

Speiseangebot.<br />

<<br />

Klosterplatz 2, 4801 Traunkirchen<br />

T: +43 664 99062870<br />

klosterstube-traunkirchen.at<br />

FISCH & PASTA<br />

Johann Parzer lebt hier seine Kreativität aus<br />

und bietet Alpenfischsalami, Knabberfisch und<br />

Stanglfisch. Die Fische kommen vorwiegend aus<br />

dem Traunsee, aber auch aus dem Meer.<br />

Toscanapark 2, 4810 Gmunden<br />

T: +43 676 3804499<br />

fischundpasta.com<br />

ATTERSEE<br />

AICHINGER DAS BRÄU<br />

Den See vor den Füßen und für die Gaumenfreude<br />

eine umfangreiche Weinkarte mit zahlreichen<br />

edlen Tropfen und eine große Auswahl an<br />

hochkarätigen Fischgerichten<br />

und köstlichen,<br />

heimischen Klassikern.<br />

Dieses Lokal ist wirklich<br />

immer einen Besuch wert!<br />

Am Anger 1, 4865 Nußdorf<br />

T: +43 7666 8007, hotel-aichinger.at<br />

BACHTAVERNE<br />

Rustikale Gaststube, moderne Lounge,<br />

gemütlicher Gastgarten: abwechslungsreiche<br />

Kulissen für hausgemachte Wildgerichte, fangfrischen<br />

Fisch, individuelle Burger-Kreationen und<br />

ein uriges Weinkellergewölbe.<br />

Bach 24, 4852 Weyregg<br />

T: +43 7664 20753, bachtaverne.at<br />

DAS ATTERSEE<br />

Hausmannskost und gehobene Küche in<br />

schickem Designmix zwischen Wirtshausstube,<br />

Restaurant und Terrasse. Michaela Prem und<br />

Kilian Angermeyer betreiben ihre Genussoase<br />

mit Herzblut. Das schmeckt nicht nur den<br />

Touristen, sondern auch vielen Einheimischen.<br />

Hauptstraße 2, 4864 Attersee<br />

T: +43 664 9278572, dasattersee.at<br />

Farben- und<br />

Geschmacksvielfalt<br />

aus der<br />

Kreativküche des<br />

»Aichinger«.<br />

LITZLBERGER KELLER<br />

Genussprojekt auf Zeit in diesem Sommer:<br />

Moritz Schwenk, Antonia Schmiedleitner und Eva<br />

Schnabl kochen – wo einst schon Gustav Klimt<br />

malte – im neuen Pop-up Restaurant »Soul« mit<br />

Seeblick auf. Das sollte man sich auf keinen Fall<br />

entgehen lassen.<br />

Moos 8, 4863 Seewalchen am Attersee<br />

T: +43 7662 2312, litzlbergerkeller.at<br />

<<br />

Fotos: beigestellt<br />

240 falstaff aug <strong>2022</strong><br />

95–100 Punkte 90 – 94 Punkte 85 – 89 Punkte 80 – 84 Punkte – Mehr Infos auf falstaff.com


TRAUNSEE-ALMTAL TOURISMUS<br />

KULINARIK<br />

AM TRAUNSEE<br />

Der Traunsee bietet nicht nur erfrischendes Nass, sondern auch kulinarische<br />

Highlights in Verbindung mit wissenswerter und musikalischer Unterhaltung.<br />

Der Traunsee ist<br />

mit 191 Metern<br />

der tiefste See<br />

<strong>Österreich</strong>s.<br />

ADVERTORIAL Fotos: © brainpark.traunsee; Foto Klemens Fellner; beigestellt<br />

Was kann schöner sein, als<br />

bei Kerzenlicht, mit guter<br />

Musik und kulinarischer<br />

Begleitung inklusive erlesener<br />

Getränke mit Freunden oder Partnern<br />

über den See zu »schweben«? Die Traunseeschifffahrt<br />

macht diesen Traum wahr.<br />

Schmankerlfahrten mit Spezialitäten aus<br />

dem Salzkammergut und einer zünftigen<br />

Musik sowie Candlelight-Dinner mit Pianomusik<br />

werden von Juni bis September am<br />

Traunsee angeboten.<br />

DEM SALZ AUF DER SPUR<br />

Wissbegierige sind bei der »Brot & Salz«-<br />

Führung in Gmunden richtig. Durch<br />

Austria-Guide Doris Murray erfährt man<br />

so einiges an geschichtlichem Wissen über<br />

die Altstadt von Gmunden. Insbesondere<br />

lässt man sich – nach alter Tradition – mit<br />

Brot und Salz auf die Führung einstimmen<br />

und begibt sich eine Stunde lang auf die<br />

Spuren des weißen Goldes.<br />

KULINARIK-TIPP<br />

»FELIX« – das Wirtshausfestival der Region<br />

Traunsee-Almtal von 24. März bis 1. Mai 2023.<br />

Die Wirte am Traunsee und im Almtal laden<br />

zu einem Festival der Wirtshauskultur ein, wo<br />

Tradition mit Zukunft und Regionalität mit<br />

Weltoffenheit verbunden werden.<br />

wirtshausfestival.at<br />

INFO<br />

Weitere Informationen<br />

und Anmeldung unter<br />

Traunseeschifffahrt<br />

info@traunseeschifffahrt.at<br />

traunseeschifffahrt.at<br />

NEPOMUK TOUR GUIDES<br />

T: +43 664 1512944<br />

nepomuk@traunsee.at<br />

nepomuk-tourguides.traunsee.at<br />

aug <strong>2022</strong> falstaff 241


EHRLICH GUT<br />

Am Wolfgangsee gehen die Genießer und<br />

Feinschmecker auf Entdeckungsreise. Ein großer<br />

Reichtum kulinarischer Schätze aus besten<br />

regionalen Lebensmitteln zeichnet die idyllische<br />

Salzkammergut-Region aus. Es schmeckt –<br />

von der Alm bis zum Gourmet-Restaurant.<br />

Die Kombination aus See<br />

und umliegender Bergwelt<br />

macht den Wolfgangsee, oder<br />

auch Abersee wie man ihn<br />

früher nannte, zu einem ganz<br />

besonderen Kraftplatz.<br />

242 falstaff aug <strong>2022</strong>


WOLFGANGSEE<br />

Was gibt es<br />

Schöneres, als sich<br />

nach einem Tag am<br />

See oder in den<br />

Bergen kulinarisch<br />

verwöhnen zu lassen?<br />

ADVERTORIAL Fotos: © Wolfgangsee Tourismus Gesellschaft; <strong>Österreich</strong> Werbung / Sebastian Stiphout; Salzburger Land Tourismus / Strobl; beigestellt<br />

Wenn die Köch:innen,<br />

Almwirt:innen und<br />

Bäuer:innen rund um den<br />

Wolfgangsee aufkochen,<br />

dann geraten ihre Gäste ins Schwärmen. Die<br />

natürlichen Produkte, die zwischen Berg und<br />

See gedeihen, schmecken nach mehr. Gut,<br />

dass es hier so viele Menschen gibt, die leidenschaftlich<br />

gerne kochen, alte Rezepte<br />

bewahren und neue Trends setzen. <strong>Falstaff</strong><br />

Gabeln, Gault&Millau Hauben und A la<br />

Carte Sterne bescheinigen zahlreichen Restaurants<br />

höchstes Niveau. Wanderer und<br />

Biker stärken sich in den Almen mit Spezialitäten,<br />

die direkt vor Ort produziert werden –<br />

Käse, Milch, Speck, Brot, herzhafte Mehlspeisen<br />

und ein gutes Schnapserl. Wer in frischer<br />

Berg- und Seeluft und vor einem<br />

sagenhaften Panorama einkehrt, der lässt<br />

sich frischen Topfenstrudel, g’schmackige<br />

Kaspressknödel, fluffigen Kaiserschmarrn<br />

und würziges Essigfleisch auf der Zunge zergehen<br />

– ganz so, wie Oma früher gekocht<br />

hat. Direkt von den Bauernhöfen und Betrieben<br />

der Region kommen die Zutaten für<br />

Aberseer Schnitten, für geröstete Wildleber<br />

oder das deftige Salzburger Schnitzel. Es<br />

lohnt sich, zu probieren und zu schlemmen:<br />

Wenn im »Primushäusl« die besten Destillate<br />

eingeschenkt werden oder bei »Eisl Eis«<br />

Bio-Schafmilcheis ins Stanitzel kommt.<br />

Wenn der Metzger von Abersee feinste<br />

Fleisch- und Wurstwaren anbietet, Dominik<br />

Edlinger aus fangfrischem Fisch herrliche<br />

SeeSushi zaubert und viele weitere Genussspezialisten<br />

ein kulinarisches Erlebnis bieten.<br />

Dass sprichwörtlich »das Auge mitisst«,<br />

das ist am Wolfgangsee ein klarer Fall. Die<br />

Region ist eine Augenweide – das ganze<br />

Jahr über, und ganz besonders im Herbst.<br />

Die Natur ist bunt, der See spiegelglatt.<br />

SAG MIR, WO DU GENIESST<br />

Ein kulinarischer (Herbst)Urlaub am Wolfgangsee<br />

ist eingebettet in eine unvergleichliche<br />

Naturkulisse. An der Hausmauer einer<br />

Almhütte in der wohlig warmen Sonne sitzen,<br />

eine gute Jause vor sich, der tiefblaue Himmel,<br />

die bunt leuchtenden Wälder – da blühen<br />

Körper und Seele auf. Der Schafberg, das<br />

Zwölferhorn und die Postalm – <strong>Österreich</strong>s<br />

größtes Almplateau – gehören zu den<br />

bekanntesten Bergen rund um den See. Eine<br />

Fahrt mit der Zahnradbahn auf den Schafberg<br />

sollte man auf keinen Fall auslassen. Bis<br />

auf 1.782 Meter Höhe bringt einen die<br />

Dampflok hinauf. Bei klarem Herbstwetter<br />

eröffnet sich dort ein 360° Panoramablick<br />

über die glitzernden Seen des Salzkammerguts.<br />

Bis spät in den Herbst haben die Radfahrer<br />

Saison. Viele einzigartige Radtouren<br />

warten rund um den Wolfgangsee – idyllische<br />

Naturimpressionen inklusive. Wenn die<br />

Wolfgangseeschiffe in der Herbstsonne in<br />

See stechen, sind Groß und Klein begeistert.<br />

Auf den Wanderungen, Radrouten und<br />

Spaziergängen begegnet einem ein Schmankerl<br />

hier, ein Gustohäppchen da, man findet<br />

einen Sonnenplatz auf einer Terrasse<br />

direkt am See und kehrt in den gemütlichen<br />

Stuben der Restaurants ein. In bester<br />

Handwerkstradition hergestellte Spezialitäten<br />

mit unverfälschten und natürlichen<br />

Lebens mitteln – dafür steht die Kulinarik<br />

am Wolfgangsee. Sich durchkosten, ist die<br />

Devise – durch eine alpine Küche, die mit<br />

Liebe gehegt und gepflegt wird. Eine Freude<br />

für den »Hausmannskoster« ebenso wie<br />

für den »Feinspitz«.<br />

INFO<br />

Weitere Informationen unter<br />

wolfgangsee.at<br />

aug <strong>2022</strong> falstaff 243


eise / GOURMET AM SEE – KÄRNTEN<br />

KÄRNTEN:<br />

GENUSSINSELN<br />

INMITTEN<br />

DER BERGE<br />

Mehr exklusive<br />

Romantik geht nicht.<br />

»Kollers Hotel« in<br />

Seeboden bietet<br />

ein siebengängiges<br />

»Dinner for two«<br />

mitten im bzw. am<br />

Millstätter See.<br />

Foto: Archiv Millstätter See Tourismus GmbH / Franz Gerdl<br />

244 falstaff aug <strong>2022</strong>


»Wasser ist das schönste Ding der Welt«, meinte<br />

einst der griechische Philosoph Thales von Milet.<br />

Er könnte damit die Kärntner Seen gemeint haben.<br />

TEXT KLAUS HÖFLER<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

245


eise / GOURMET AM SEE – KÄRNTEN<br />

Schön umwaldet sind seine<br />

jenseitigen Begrenzungen; ohne<br />

Dorf, ohne Haus, sondert nur hie<br />

und da ein schmaler Wiesenstreif<br />

das hochstämmige Grün der<br />

Berge, welche sich weit hinein in den<br />

Seespiegel schattieren, ohne daß ein<br />

schaukelnder Kahn die Flächen zu wirbeln<br />

oft pflegt.« So beschreibt der Wiener<br />

Alpinist Josef Kyselak im Zuge seiner<br />

<strong>Österreich</strong>wanderung 1825 den Millstätter<br />

See.<br />

Das Naturidyll gibt es immer noch, aber<br />

ein paar »Dörfer« und Häuser sind dazugekommen.<br />

Vor allem der zentrale Ort Millstatt<br />

wird an seiner Seeseite von prachtvollen<br />

historischen Villen eingerahmt, die<br />

nicht nur architektonisch reizvoll, sondern<br />

Erbaut von der Familie<br />

Rothschild fungiert<br />

die »Villa Verdin« (im<br />

Kreis) heute als Hide<br />

away für Erholungs- und<br />

Genusssuchende am Ufer des<br />

Millstätter Sees (oben).<br />

DIE SEEVILLEN SIND<br />

ZEUGEN EINER<br />

MONDÄNEN SOMMER-<br />

FRISCHE-KULTUR IN<br />

DER MONARCHIE. DER<br />

GENUSSFAKTOR HAT<br />

SICH KONSERVIERT.<br />

auch gastronomisch<br />

genussversprechend sind.<br />

So verbindet die rund um<br />

1870 erbaute »See Villa« heute<br />

als Schlosshotel die Eleganz der Vergangenheit<br />

mit dem Luxus der Gegenwart.<br />

Reh, Hirsch, Fasan und Wildschwein aus<br />

der eigenen Jagd werden hier ebenso serviert<br />

wie fangfrischer Fisch aus der Region.<br />

Eingerahmt wird die »See Villa« von<br />

zwei weiteren gastronomischen Fixsternen:<br />

Östlich von der »Villa Verdin«, die tagsüber<br />

mit Strandbar und Hängematte lockt<br />

und am Abend zum feinen À la Carte-Restaurant<br />

mutiert. Im Westen vom »Seeglück<br />

Hotel Forelle«, wo man ebenfalls großen<br />

Wert auf regionale Zutaten und Produkte<br />

legt. Dieser Prämisse hat man sogar einen<br />

Fotos: <strong>Österreich</strong> Werbung / Susanne Einzenberger, beigestellt, Falkensteiner Hotels & Residences, Gert Perauer<br />

246 falstaff aug <strong>2022</strong>


eigenen Namen gegeben: »R99 – Chiffre«<br />

für den Umstand, dass die verarbeiteten<br />

Lebensmittel aus einem Umkreis von maximal<br />

99 Kilometern kommen. Dieser Radius<br />

ermöglicht es nicht nur vom »Landwirt<br />

um die Ecke« hoffrische Produkte oder<br />

Spezialitäten vom lokalen Nudelproduzenten<br />

und Käse aus den Nockbergen zu<br />

beziehen, sondern auch das regionstypische<br />

Alpe-Adria-Feeling zu verbreiten.<br />

KAISER, KLOSTER, PRÄSIDENT<br />

Dazu kommt die Küchenlinie K&K, die<br />

kreative Genussmomente aus den Ländern<br />

der ehemaligen Doppelmonarchie (Ungarn,<br />

Schlesien, Mähren, Böhmen) mit traditionellen<br />

Gerichten aus <strong>Österreich</strong> verbindet.<br />

Nicht zufällig. Denn zur Zeit der <strong>Österreich</strong>isch-Ungarischen<br />

Monarchie wurden<br />

dem Haus »Forelle« vom Kaiser die<br />

Fischereirechte am Millstätter See übertragen<br />

– aufgrund des natürlichen Fischreichtums<br />

des Sees seit Jahrhunderten ein einträgliches<br />

Geschäft. Schon im 12. Jahrhundert<br />

sicherten sich die Benediktinermönche<br />

des Stifts Millstatt die Fischereirechte. Im<br />

15. Jahrhundert ließ sich der damalige<br />

Kaiser Friedrich III. als Gegenleistung dafür<br />

vom Kloster vierteljährlich 59 »gesprengte<br />

Lachsforchn« (gepunktete Seeforellen),<br />

die größer sind als die »gemainen Zollfirchn«<br />

(Bachforellen) an den Hof liefern.<br />

Auch befahl der Kaiser dem Abt damals,<br />

einem ortsansässigen Fischer in Döbriach<br />

ein Gut zu überlassen. Dieses Gebäude gilt<br />

als Grundstein und Namensgeber für das<br />

heutige Romantik Hotel »Seefischer« in der<br />

Ostbucht des Sees. Einer der ersten Gäste<br />

des Anfang des 20. Jahrhunderts eröffneten<br />

hauseigenen Seebads war 1910 mit Karl<br />

Seitz der erste österreichische Bundespräsident.<br />

Heute ziert ein eigener Yachthafen die<br />

Hotelanlage und sorgt für fast mondänes<br />

Flair, jedenfalls aber für eine romantische<br />

Atmosphäre vor der Terrasse des Restaurants,<br />

wo internationale Gourmetküche mit<br />

Spezialitäten aus der Region und Kräutern<br />

aus dem eigenen Garten verfeinert werden.<br />

Dazu gibt es vom renommierten burgenländischen<br />

Weingut Weninger eigens für den<br />

Familienbetrieb ausgebaute Cuvées aus der<br />

neuen »Weinbibliothek« des Hauses.<br />

Auch am – vor dem Millstätter See –<br />

größten See Kärntens, dem Wörthersee,<br />

steht Genuss ganz oben auf der Speisekarte.<br />

Beispielsweise<br />

im »Portofino«,<br />

wo<br />

Gäste zwischen<br />

Fisch, Kasnudeln<br />

und ausgewählten<br />

Fleischstücken wählen<br />

können. Weit braucht<br />

man in Velden nicht zu gehen,<br />

um auf weitere kulinarische Hotspots zu<br />

stoßen. Wie auf einer Perlenkette aufgereiht<br />

warten beispielsweise das »Caramé«,<br />

wo Küchenchef Thomas Guggenberger die<br />

ganze Bandbreite seines Könnens in ein<br />

zehngängiges Überraschungsmenü gesteckt<br />

hat, das für seine Steakspezialitäten aus der<br />

hauseigenen Metzgerei und die Salatvielfalt<br />

berühmte »Goritschniggs« oder das »Seespitz«<br />

gleich vor dem ortsbildprägenden<br />

Schloss, wo man sich auf der Seeterrasse<br />

einem Slow-Food-Konzept verschrieben<br />

hat, das regionale Produkte, asiatische Einflüsse<br />

und einen direkten Blick auf den See<br />

verbindet.<br />

Richtung Klagenfurt lohnen sich Zwischenstopps<br />

in Pörtschach, Krumpendorf<br />

und später in Maria Wörth. Als Reiseroute<br />

drängt sich der Seeweg auf. Das<br />

türkisblaugrün schimmernde Wasser<br />

Pool oder See? Im »Seespitz« in Velden<br />

gibt es eine doppelte Genussversicherung.<br />

<<br />

Nomen est omen: Der »Seefischer« am Millstätter<br />

See überzeugt mit fangfrischen Forellen-Feinheiten.<br />

SCHON VOR 600<br />

JAHREN<br />

ÜBERZEUGTEN KAISER<br />

FRIEDRICH III.<br />

»GESPRENGTE<br />

LACHSFORCHN« AUS<br />

DEM MILLSTÄTTER SEE.<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

247


eise / GOURMET AM SEE – KÄRNTEN<br />

Von den Sonnenterrassen der<br />

Restaurants kann man die<br />

Blicke auf Fernreise über den<br />

Wörthersee schicken.<br />

<<br />

verströmt Karibikflair und ist biophysikalisches<br />

Ergebnis einer Mischung aus<br />

Algengehalt, Kalkpartikel aus den, den<br />

See speisenden Alpenflüssen und dem<br />

Einstrahlungswinkel des Sonnenlichts. Am<br />

besten überblickbar ist dieses impressionistische<br />

Naturgemälde vom elegant »verdrehten«<br />

Aussichtsturm am Pyramidenkogel.<br />

Die samt Antenne 100 Meter hohe<br />

Holz-Stahl-Konstruktion ist mit elf Ebenen,<br />

davon sechs Aussichtsplattformen,<br />

der höchste Holzaussichtsturm der Welt.<br />

Am besten spürbar ist es beim Wassersport<br />

direkt am und im See. Am<br />

erholsamsten genießbar ist es von<br />

den zahlreichen Sonnenterrassen<br />

am Ufer, beispielsweise im nicht<br />

zufällig »La Terrasse« benannten<br />

Restaurant im »Schloss Seefels«<br />

in Pörtschach. 80 Prozent der von<br />

ihm verarbeiteten Lebensmittel bezieht<br />

Küchenchef Richard Hessl aus<br />

dem Umkreis von 70 Kilometern, Fische<br />

notabene aus dem Wörthersee. Auch im<br />

»Soleo« in Krumpendorf verwöhnt Kochkünstler<br />

Florian Schnurrer mit Produkten<br />

aus der Genussregion rund um den See –<br />

vom Fleisch über den Fisch bis zu saisonalem<br />

Obst und Gemüse. Daraus ergibt<br />

sich eine nicht alltägliche Karte mit einem<br />

Schuss Exotik, einer Prise Mittelmeer und<br />

exklusiven Weinthemenmenüs.<br />

ES IST DIE MISCHUNG<br />

AUS SONNE UND<br />

SCHWEBSTOFFEN, DIE<br />

DEM WÖRTHERSEE<br />

SEINE PASTELLFARBE<br />

SCHENKT.<br />

Blick auf den Pyramidenkogel<br />

von der »Seefels«-Terrasse.<br />

KARIBIK VOR KARAWANKEN<br />

Aber auch auf der gegenüberliegenden<br />

Seeseite gibt es mit dem »Lakeside« in<br />

Reifnitz eine Adresse, die Gaumen- und<br />

Sonnen-See-Genuss garantiert. Geboten<br />

wird ein Potpourri aus leichten Snacks,<br />

saftigen Steaks, zarten Fischgerichten und<br />

kreativen Cocktails. Und das alles in chilliger<br />

Lounge-Atmosphäre direkt am Wasser.<br />

Und da ist es wieder: das Karibikfeeling.<br />

Nur mit Blick auf die Karawanken statt<br />

auf Kokospalmen.<br />

<<br />

Fotos: Wörthersee Tourismus GmbH / Gert Steinthaler, Hotel Schloss Seefels / Daniel Waschnig Photography<br />

248 falstaff aug <strong>2022</strong>


ECHT EINZIGARTIG.<br />

Auf 1.200 Metern liegt die Region Seefeld − Tirols Hochplateau.<br />

Umrahmt vom Wettersteingebirge und dem weitläufigen<br />

Naturpark Karwendel bieten die fünf Orte südlich der Zugspitze<br />

echt vielfältige Erlebnisse.<br />

#tirolshochplateau


eise / GOURMET AM SEE – KÄRNTEN<br />

WÖRTHERSEE<br />

HUBERT WALLNER<br />

GOURMETRESTAURANT<br />

Das neue Refugium von Hubert Wallner ist<br />

gewaltig! Dem Spitzenkoch bereitet es sichtlich<br />

Freude – meisterlich gelingen kreative Gerichte,<br />

Wallner in Höchstform! Genial dazu Andreas Katona<br />

als Sommelier.<br />

Seeplatz 6, 9082 Maria Wörth<br />

T: +43 4273 38589, hubertwallner.com<br />

CARAMÉ<br />

Die hochdekorierte Kreativküche von<br />

Küchenchef Thomas Guggenberger garantiert<br />

Gaumengenuss zwischen Alpenkaviar, Cremesuppe<br />

mit Thunfisch und Ingwer, Taschenkrebs und<br />

Jakobsmuscheln auf Paella.<br />

Am Corso 10, 9220 Velden<br />

T: +43 4274 3000, restaurant-carame.at<br />

SEESPITZ – FALKENSTEINER<br />

SCHLOSSHOTEL VELDEN<br />

Zwischen Schloss und See, auf der Terrasse oder<br />

im feinen Rahmen der Lounge wird die aromareiche<br />

Geschmacksvielfalt Kärntens auf japanische Art<br />

puristisch inspiriert und im Slow Food-Modus<br />

zelebriert.<br />

Schlosspark 1, 9220 Velden<br />

T: +43 4274 520000, falkensteiner.com<br />

LA TERRASSE IM SCHLOSS SEEFELS<br />

Chefkoch Richard Hessl dekoriert die sagenhafte<br />

Seesicht mit ebensolcher Kochkunst, die sich<br />

zu 80 Prozent aus Produkten aus der Region speist.<br />

Im »Caramé« , in bester<br />

Lage gegenüber dem Casino,<br />

kocht Thomas Guggenberger<br />

kreative Menüs auf hohem<br />

Niveau.<br />

Kurze Lieferketten für einen langen Genuss.<br />

Töschling 1, 9212 Pörtschach<br />

T: +43 4272 2377, seefels.at<br />

DIE YACHT IM CASINO<br />

Mediterrane und asiatische Geschmacksidee,<br />

umgesetzt mit heimischen Produkten und auf<br />

hohem Niveau, garniert mit unverstelltem Terrasssenblick<br />

auf den See.<br />

Am Corso 17, 9220 Velden<br />

T: +43 4274 2064, casinos.at<br />

Hubert Wallner zählt völlig<br />

zu Recht zu den besten<br />

Köchen des Landes. In seinem<br />

Gourmetrestaurant kreiert er<br />

innovativ interpretierte<br />

Alpe-Adria-Küche.<br />

PORTOFINO<br />

Die ganze Bandbreite von Gemüsecurry über<br />

Steak-Spezialitäten bis zu »Kärntner Lax’n« auf<br />

der Karte, den See vor der Beachclub-artigen<br />

Terrasse und gekühlter Champagner im Glas.<br />

Genuss, hochdosiert.<br />

Wrannpark 1-3, 9220 Velden<br />

T: +43 4274 2770, seehotel-europa.at<br />

LAKESIDE<br />

Die eigene Marina verstärkt die schicke<br />

Strandbar-Atmosphäre. Serviert wird leichte<br />

Sommerküche (Garnelen-Kokos-Suppe), feine<br />

Fleischgerichte und coole Cocktails.<br />

Südufer-Straße 104c, 9081 Reifnitz<br />

T: +43 664 4300990, lakesidelounge.at<br />

SOLEO<br />

Slow-Food-Produkte aus der Region füllen die<br />

Speisekarte von Maria und Ines Frank. Curry vom<br />

Bio-Lamm und Steaks verwöhnen den Gast.<br />

Am Föhrenwald 17, 9201 Krumpendorf<br />

T: +43 4229 2476, soleo.at<br />

MILLSTÄTTER SEE<br />

MOERISCH<br />

Julia Kerschbaumer schafft mit regionalen<br />

Produkten – das Wild stammt sogar aus Eigenjagd<br />

– eine junge Interpretation österreichischer Küche<br />

mit mediterranem Einschlag.<br />

Tangern 2, 9871 Seeboden<br />

T: +43 4762 81372, moerisch.at<br />

PEPPINO<br />

Mediterranes Flair am See: Zu feinem Hummer,<br />

frischen Austern und Kaviar kann man aus 600<br />

Spitzenweinen aus der ganzen Welt wählen. Im »Gin<br />

Club« warten 1300 verschiedene Spirituosen.<br />

Seemuehlgasse 57, 9872 Millstatt<br />

T: +43 4766 2036, pizzeria-peppino.at<br />

SEEFISCHER<br />

Fisch aus dem See und aus dem Meer, mit viel<br />

Fingerspitzengefühl zubereitet und auf der Hafenveranda<br />

an der Südspitze des Sees serviert. Neue<br />

Weinbibliothek und eigens gekelterte Hausweine.<br />

Fischerweg 1, 9873 Döbriach<br />

T: +43 4246 77120, seefischer.at<br />

SEE-VILLA<br />

Fisch aus dem See vor der Terrasse, Kräuter<br />

aus dem eigenen Garten und Wild von der eigenen<br />

Jagd. Im Schlosshotel weiß man, Genuss lokal zu<br />

zelebrieren.<br />

Seestraße 68, 9872 Millstatt<br />

T: +43 4766 2102, see-villa.eu<br />

VILLA VERDIN<br />

Kulinarisches Hideaway für Künstler<br />

und Kreative. Interessantes Publikum, interessante<br />

Speisekarte am vielleicht romantischsten<br />

Platz am See. Tipp: Unbedingt ein Zimmer<br />

nehmen und die Inneneinrichtung genießen.<br />

Seestraße 69, 9872 Millstatt<br />

T: +43 699 12029862, villaverdin.at<br />

<<br />

Fotos: Günter Standl, beigestellt<br />

250 falstaff aug <strong>2022</strong><br />

95–100 Punkte 90 – 94 Punkte 85 – 89 Punkte 80 – 84 Punkte – Mehr Infos auf falstaff.com


MILLSTÄTTER SEE<br />

TAFELN ZWISCHEN<br />

SEE UND BERG<br />

Ob auf der Millstätter Alpe vor dem imposanten Granattor, auf dem Schiff am<br />

Millstätter See oder am Sonnenplateau mit Blick auf See und Berge. Das »Kulinarische<br />

Tafeln rund um den Millstätter See« in Kärnten ist ein Fest für alle Sinne.<br />

ADVERTORIAL Fotos: © Gert Perauer; Martin Hofer; beigestellt<br />

Haben Sie schon einmal auf<br />

2000 Metern Seehöhe an einer<br />

gedeckten Tafel Platz genommen?<br />

Rundum nichts – nur<br />

Natur, und der smaragdgrün schimmernde<br />

Millstätter See, der einem zu Füßen liegt.<br />

Wollten Sie schon immer einmal japanische<br />

Gastfreundschaft erleben, ohne weit zu reisen?<br />

Der »Geist des Zen« wird in Europas<br />

größtem Bonsaigarten auf eine besondere<br />

Weise spürbar – und das im Herzen Kärntens.<br />

Vielleicht lieben Sie romantische Sonnenuntergänge?<br />

– Oder wollen Sie nach<br />

Ihrem persönlichen »Stein der Liebe«<br />

schürfen? Am Millstätter See werden diese<br />

Träume wahr und in Verbindung mit Kulinarik<br />

zu einem unvergesslichen Erlebnis für<br />

alle Sinne.<br />

KULINARISCHE LANDSCHAFTEN<br />

Bis Anfang November verwandeln sich die<br />

Logenplätze rund um Kärntens zweitgrößten<br />

See in außergewöhnliche Tafel-Schauplätze.<br />

Die »kulinarischen Tafeln rund um den Millstätter<br />

See« vereinen faszinierende<br />

Naturerlebnisse, sinnliche See- und Bergbe-<br />

rührungen ®, die Leichtigkeit des Südens und<br />

authentische Landwirtschaft im Sinne des<br />

Slow Food Gedankens. Wer Kulinarik mit<br />

allen Sinnen denkt, wird diese Tafeln lieben.<br />

TIPP: EXKLUSIVES SLOW FOOD-<br />

DINNER IN DER GLASKUPPEL<br />

Die schönsten Momente des Lebens brauchen<br />

einen besonderen Ort, um sie zu feiern.<br />

Mit edler Slow Food-Haubenküche im<br />

Garten Eden des Genießerhotels Das<br />

Moerisch****s »Eden« werden (Glücks)<br />

Träume wahr. Das drei- oder viergängige<br />

Menü ist bis 31. Oktober täglich buchbar.<br />

INFO<br />

Weitere Informationen unter<br />

millstaettersee.com/tafeln<br />

aug <strong>2022</strong> falstaff 251


eise / GOURMET AM SEE – NEUSIEDLER SEE<br />

NEUSIEDLER SEE:<br />

HAFEN DER<br />

SEENSUCHT<br />

Der Neusiedler See und<br />

die vielen Sonnenstunden<br />

machen das Burgenland<br />

nicht nur zum Traum-<br />

Ausflugsziel, sondern durch<br />

das Klima auch zur Heimat<br />

regionaler Köstlichkeiten<br />

und von Weinen von Weltruf.<br />

Foto: Panther Media / Depositphotos<br />

252 falstaff aug <strong>2022</strong>


Am Neusiedler See treffen sich Wein, Wasser und das<br />

Wissen um kreative Küchenkunst. Dazu kommen im<br />

Sommer durchschnittlich täglich zwölf Sonnenstunden –<br />

ein vielgängiges Genussmenü.<br />

TEXT KLAUS HÖFLER<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

253


WIND LÄSST WEIN REIFEN<br />

Zudem wirkt das Salz, das der See und<br />

die entlang von tektonischen Bruchlinien<br />

auftretenden Salz- und Sodalacken liefern,<br />

wie ein natürlicher Dünger. Die Verbreitung<br />

übernimmt der Wind. Er wirbelt die salzigen<br />

Rückstände, die übrig bleiben, wenn die<br />

Salzlacken im Sommer austrocknen, auf und<br />

bläst sie in die Weingärten, wo Boden und<br />

Reben das Salz aufnehmen. Das schmeckt<br />

man – beispielsweise im typischen Neusiedler<br />

Zweigelt. »Der kühle, voralpine Wind<br />

trifft auf kompakte, karge, aber ausdrucksstarke<br />

Böden«, erklärt Eduard Tscheppe-Eselböck:<br />

»Dem Wein bringt das eine<br />

besondere Frucht-Säure-Balance aus satter<br />

Reife, aber guter Frische.« Zusammen mit<br />

seiner Frau Stephanie, Tochter des hochdekorierten<br />

Kochs Walter Eselböck (»Taureise<br />

/ GOURMET AM SEE – NEUSIEDLER SEE<br />

Gut, die Aussicht von der oberen<br />

Weinbergkante hart an der<br />

österreichisch-ungarischen<br />

Grenze hinunter auf Mörbisch,<br />

die schnurgerade<br />

Straße hinaus zur Festspielbühne und den<br />

im Sonnenlicht funkelnden See: auch nicht<br />

schlecht. In seiner Gesamtheit noch eindrucksvoller<br />

ist aber der Blick von der<br />

anderen Uferseite Richtung Westen, von den<br />

Strandbädern in Illmitz oder Podersdorf oder<br />

der Aussichtswarte dazwischen, die sich<br />

wenig verheißungsvoll »In der Hölle« nennt.<br />

Von hier aus, die aufgehende Sonne und die<br />

pannonische Steppenlandschaft im Rücken<br />

und das Rascheln des Schilfs im Ohr,<br />

wandert der Blick über das Wasser Richtung<br />

Leithagebirge und verfängt sich am Horizont<br />

am Schneeberg, dem östlichsten Außenposten<br />

des Alpenbogens. Mehr landschaftliche<br />

Vielfalt geht fast nicht.<br />

In dieser Kulisse, zwischen Mörbisch,<br />

Rust, Neusiedl und Illmitz, werden Weine<br />

von Weltruf gekeltert. Daran ist nicht zuletzt<br />

der See schuld. Oder besser: seine mikroklimatologischen<br />

und geologischen Besonderheiten.<br />

Denn der – nach dem Plattensee<br />

– zweitgrößte Steppensee Mitteleuropas<br />

DIE WASSERFLÄCHE<br />

DES SEES WIRKT<br />

IN VERBINDUNG MIT<br />

DEM HERBSTLICHEN<br />

NEBEL ALS WÄRME-<br />

SPEICHER. GUT FÜR<br />

DEN WEIN.<br />

Die flach abfallenden Weinhänge<br />

Richtung Mörbisch und See lassen<br />

ausdrucksstarke Trauben reifen.<br />

Dazu liefert die regionale Küche<br />

finessenreiche Kreationen.<br />

wirkt für die Region wie eine ganzjährige<br />

Klimaanlage. Im heißen, trockenen Sommer<br />

funktioniert die Wasseroberfläche als<br />

Wärmespeicher, der die Abende in ein laues<br />

Kleid hüllt. Bis in den Herbst hinein gibt<br />

es dieses verzögerte Abkühlen bodennaher<br />

Luftschichten in Ufernähe – was den Weinstöcken<br />

guttut.<br />

254 falstaff aug <strong>2022</strong>


enkobel«), betreibt er ein Weingut samt<br />

Heurigen in Oggau.<br />

Im nahen, nördlich davon gelegenen Purbach<br />

betreibt Spitzenkoch Max Stiegl mit<br />

dem »Gut Purbach« sein außergewöhnliches<br />

gastronomisches Headquarter und interpretiert<br />

die pannonische Küche extravagant und<br />

allumfassend. Der Bogen spannt sich dabei<br />

vom Gemüse des Seewinkels über edles<br />

Wildgeflügel des Leithabergs bis zu frischem<br />

Fisch aus dem See und, wenn es sich ergibt,<br />

auch einmal Pferdekopf und Schilfrohr.<br />

Fotos: iStockphoto / Getty Images, beigestellt, Neusiedler See Tourismus / alexlangphoto.com, Burgenland Tourismus GmbH / Birgit Machtinger, Ingo Pertramer<br />

UNTIEFEN UND HÖHENFLÜGE<br />

Näher am Wasser findet man sich in Weiden<br />

am See und dem Strandbad von Neusiedl. In<br />

Letzterem gibt es mit der »Mole West« eine<br />

Fixadresse für chilligen Weingenuss, in Weiden<br />

locken mit dem »Fritz« und der »Blauen<br />

Gans« – ebenfalls direkt im Strand- und<br />

Hafenareal – zwei weitere Wein-Paradiese<br />

mit großzügiger Auswahl und ausgesucht<br />

guter Küche. Oliver Wiegands<br />

Fünf- und Sechs-Gang-Menüs liefern<br />

den kreativen Beweis. Da reihen sich<br />

glacierte Welsleber mit Kräuterrisotto<br />

an Mandel-Frischkäse-Pralinen mit<br />

Himbeersorbet und hausgeräucherte<br />

Burrata an marinierte Wasabi-Wassermelone<br />

mit Kokos-Ingwercreme und<br />

Schafskäse.<br />

Weiter im Süden, im »Presshaus« in<br />

Illmitz, setzt sich die Genussgarantie lückenlos<br />

fort. Hier lässt sich der regionale<br />

Wein zudem ausführlich mit Produkten aus<br />

anderen europäischen und transatlantischen<br />

Anbauregionen querverkosten. Über Geschmack<br />

lässt sich ja bekanntlich diskutieren.<br />

Nicht zu vergleichen ist freilich der Ausblick:<br />

See, Schilf, Hügel, Berge oder – in die<br />

andere Richtung – Steppe – das gibt es weder<br />

in Frankreich noch in Kalifornien, Niederösterreich,<br />

Deutschland oder Australien.<br />

Mit der Bootsfähre kann man dann wieder<br />

nach Mörbisch übersetzen. Wobei <strong>Österreich</strong>s<br />

größter See die Kapitäne vor immer neue<br />

Prüfungen stellt. Durch den Wind verändert<br />

sich auch die Wassertiefe sehr kleinräumig<br />

um bis zu 20 Zentimeter. Da muss man sehr<br />

genau wissen, wo die seichten Stellen sind,<br />

sonst graben sich nämlich die Antriebspropeller<br />

in den Schlammboden. Schwacher<br />

Trost: Bei Niedrigwasser und in Ufernähe<br />

könnte man einfach über Bord gehen und zu<br />

Fuß an Land stapfen.<br />

<<br />

Der See bietet zahlreiche Bühnen für<br />

Wassersport, Erholung und Genuss.<br />

Herrliche Gerichte mit Seeblick gibt’s im<br />

Lokal »Mole West« (oben). Etwas weiter<br />

weg interpretiert Max Stiegl die pannonische<br />

Küche mit eigener Handschrift (links).<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

255


eise / GOURMET AM SEE – NEUSIEDLER SEE<br />

Rund um den Leuchtturm<br />

in Podersdorf versprüht<br />

der größte See <strong>Österreich</strong>s<br />

Meer-Atmosphäre.<br />

NEUSIEDLER SEE<br />

TAUBENKOBEL<br />

Gründe, zu Barbara Eselböck und Alain<br />

Weissgerber zu kommen, gibt es viele: selbstgezogenes<br />

Gemüse, weltbeste Hechtnockerl, Naturwein-Karte<br />

und natürlich das Ambiente, das ein<br />

wahrer Zaubergarten ist.<br />

Hauptstraße 33, 7081 Schützen<br />

T: +43 2684 2297, taubenkobel.com<br />

GUT PURBACH<br />

Max Stiegl steht längst für eine eigene Linie<br />

der pannonischen Küche, die dem »Nose to<br />

Tail«-Prinzip folgt und dabei kreative Kombinationen<br />

und Kreationen schafft, die eines eint:<br />

höchste Qualität.<br />

Hauptgasse 64, 7083 Purbach<br />

T: +43 2683 56086, gutpurbach.at<br />

Dimension eines Buches. Genuss garantiert.<br />

Apetloner Straße 13, 7142 Illmitz<br />

T: +43 2175 2730, presshaus.com<br />

ZUR BLAUEN GANS<br />

Wels, Bauernhendl oder eine andere Köstlichkeit<br />

aus Oliver Wiegands schnörkelloser, aber<br />

immer wieder überraschender Küche, begleitet<br />

vom richtigen Wein aus der großzügigen Auswahl.<br />

Seepark, 7121 Weiden am See<br />

T: +43 2167 70000<br />

zurblauengans.at<br />

DAS SCHMIDT<br />

Im Arkadenhof des Hotels werden regionale<br />

Gerichte und Fisch wie Wolfsbarsch auf<br />

Safran-Wirsingkohl aus dem See zu feinen Weinen<br />

aus eigenem Anbau serviert. Ein Rundum-Genussvergnügen.<br />

Raiffeisenstraße 8, 7072 Mörbisch am See<br />

T: +43 2685 8294, das-schmidt.at<br />

LANGGUSTO<br />

Exotik im Schatten der Festspielbühne: Pinsa<br />

mit hausgebeiztem Lachs, Curry mit Zitronengras,<br />

Wulka-Prosciutto, Steak oder ein Frühstück am<br />

Sonnendeck. Alles mit Gratisblick auf den See.<br />

Nordhafen 1, 7072 Mörbisch am See<br />

T: +43 676 7333838, langgusto.at<br />

MOLE WEST<br />

»Best of Streetfood« direkt am See.<br />

Vom schnellen Burger über knackige Salate<br />

bis zum üppigen Surf & Turf. Dazu feine Weine<br />

aus der Nachbarschaft rund um den See oder<br />

bunte Cocktails.<br />

Seegelände 9, 7100 Neusiedl am See<br />

T: +43 664 2086600, mole-west.at<br />

<<br />

ZU DANKBARKEIT<br />

Josef Roiss verwöhnt mit einer kulinarischen<br />

Spannweite zwischen geschmorten Schweinewangerl,<br />

jiddischer Hühnerleberpastete und<br />

burgenländischer Krautsuppe. Dazu Wein aus<br />

eigenem Anbau.<br />

Hauptstraße 39, 7141 Podersdorf<br />

T: +43 2177 2223, dankbarkeit.at<br />

DAS FRITZ<br />

Fritz Tösch kreiert ein kulinarisches Wunderland<br />

zwischen »Segelbrot«, geflämmtem Ziegentopfen<br />

und gegrilltem Zanderfilet. Dazu 450 Positionen<br />

auf der Weinkarte. Seeglück pur.<br />

Seebad 1, 7121 Weiden am See<br />

T: +43 2167 40222, dasfritz.at<br />

PRESSHAUS<br />

Wild-Tortilla, Ibericoschweinsschnitzel mit<br />

Erdbeer-Chili-Dip, Fisch aus dem See, hausgemachte<br />

Sorbets und dazu eine Weinkarte in der<br />

Alain Weissgerber und Barbara<br />

Eselböck sorgen im »Taubenkobel«<br />

für frischen Wind und Gourmetküche<br />

der Extraklasse.<br />

Fotos: Burgenland Tourismus GmbH / Birgit Machtinger, beigestellt<br />

256 falstaff aug <strong>2022</strong><br />

95–100 Punkte 90 – 94 Punkte 85 – 89 Punkte 80 – 84 Punkte – Mehr Infos auf falstaff.com


DAS FRITZ<br />

Stimmungsvolles<br />

Ambiente auf<br />

der »das Fritz«-<br />

Seeterrasse.<br />

DER HOTSPOT<br />

AM NEUSIEDLER SEE<br />

Unmittelbar am Ufer des Neusiedler Sees gelegen,<br />

bietet der kulinarische Heimathafen 365 Tage im Jahr Genuss für alle Sinne.<br />

ADVERTORIAL Fotos: © Alex Lang, beigestellt<br />

Egal ob man einen kulinarischen<br />

Heimathafen sucht oder genussvolle<br />

Entdeckungsreisen unternehmen<br />

will, ob man hinradelt<br />

oder -segelt – im »das Fritz« kann man in<br />

jedem Fall vor Anker gehen.<br />

Den Fuß an Land gesetzt, darf man sich<br />

von der Gastronomenfamilie Tösch, die Leidenschaft<br />

für Kulinarik, Engagement und<br />

Qualitätsbewusstsein beweist, und deren<br />

Team bewirten lassen. Fritz Tösch prägt mit<br />

seinem reichen Erfahrungsschatz die<br />

Küchenlinie. Auf der Speisekarte finden sich<br />

österreichische Klassiker ebenso wie kreative<br />

Neuinterpretationen der pannonischen<br />

Küche mit starkem regionalem Produktbezug.<br />

Ein besonderes Augenmerk wird auf<br />

die umfangreiche regional und international<br />

gespickte Weinkarte gelegt, und an den drei<br />

Bars – indoor, auf der Terrasse und auf dem<br />

Oberdeck – kann man zu den »Pannonischen<br />

Koststücken« beim Cocktail-Angebot<br />

aus dem Vollen schöpfen. Das Lokal ist mit<br />

seiner ökologischen Bauweise optimal in die<br />

sensible Uferzone des Neusiedler Sees eingebettet.<br />

Ankommende Besucher genießen von<br />

der Uferstraße einen freien Blick auf den See,<br />

ehe sie von der gegliederten, mit Schilf ver-<br />

kleideten rückwärtigen Fassade des Gebäudes<br />

empfangen werden. In Richtung See öffnet<br />

sich das Lokal mit großen, verschiebbaren<br />

Glaselementen und geht nahtlos in die<br />

dreistufige Seeterrasse über, an die eine großzügige<br />

Marina mit ihren Bootsanlegeplätzen<br />

anschließt. Bei einem vitalisierenden Frühstück,<br />

einer der köstlichen Kaffeekreationen<br />

auf der Loungeterrasse mit vorgelagertem<br />

Sandspielplatz, einem romantischen Candle-<br />

Light-Dinner unmittelbar am Seeufer oder<br />

aber auch einem Sundowner zu DJ-Klängen<br />

am Steg findet jeder seinen Platz im »das<br />

Fritz«. Der spektakuläre Seeblick vom Oberdeck<br />

im ersten Stock ist die perfekte Kulisse,<br />

vor der Feste und Partys in Szene gehen.<br />

SEEMINAR<br />

BILDUNG IN BESTER LAGE<br />

NEUSIEDLER SEE, ERSTE REIHE<br />

Wir bieten ein professionelles Umfeld für<br />

Seminare, Tagungen oder<br />

Produktpräsentationen. Modernstes<br />

Equipment, maßgeschneiderte<br />

Komplettangebote und geschultes Personal<br />

machen unser Haus zum idealen Partner für<br />

den Erfolg. Bildung mit Genuss, inmitten des<br />

malerischen Schilfgürtels.<br />

Nähere Informationen und Preise unter<br />

dasfritz.at<br />

INFO<br />

Seebad 1<br />

7121 Weiden am See<br />

T: +43 2167 40222<br />

info@dasfritz.at<br />

dasfritz.at<br />

aug <strong>2022</strong> falstaff<br />

257


GENUSS AM<br />

SEE<br />

Mit Blick aufs Wasser genießt es sich<br />

gleich doppelt so gut. Wir präsentieren<br />

die schönsten Plätze, die zum<br />

kulinarischen Verweilen einladen.<br />

Genuss am schönsten<br />

Seeort der Welt<br />

Wo einst Persönlichkeiten wie Sisi und<br />

Franz oder Agatha Christie residierten,<br />

verbringen heute Gäste aus aller Welt<br />

einen unbeschwerten Aufenthalt.<br />

Im »Restaurant zum Salzbaron«<br />

wird man mit regionalen Spezialitäten<br />

von ausgewählten Bauern und<br />

Produzenten verwöhnt. Besonders<br />

die Seeterrasse und die Lounge laden<br />

zum Entspannen und Genießen ein.<br />

Das Wagyu-Rind kommt aus Ohlsdorf<br />

bei Gmunden. Der Käse wird am<br />

A2-Bauernhof speziell für unser Haus<br />

komponiert und kann auch für zu<br />

Hause mitgenommen werden. Das<br />

Gemüse wird von regionalen Bauern<br />

geliefert, und so haben wir auch alte<br />

Sorten wiederentdeckt und lieben<br />

gelernt. Und auch Saibling, Reinanke<br />

oder Forelle sind gebürtige Hallstätter.<br />

Das Seehotel »Grüner Baum« ist Mitglied<br />

beim Genussland und wurde mit<br />

dem AMA-Gastrosiegel ausgezeichnet,<br />

weil wir gutes Essen lieben.<br />

SEEHOTEL GRÜNER BAUM<br />

Marktplatz 104, 4830 Hallstatt<br />

T: +43 6134 8263-0<br />

gruenerbaum.cc<br />

Zauberhafte Sommer-Genießertage<br />

im Herzen von Kärnten<br />

Das »Hotel Moerisch****S« liegt in absoluter<br />

Ruhelage im Garten Eden mit mehreren Teichen,<br />

Terrassen und exklusiven Cavanas auf der<br />

Beletage des Millstätter Sees. Die Nockberge<br />

liegen den Gästen zu Füßen und laden zu einzigartigen<br />

Wanderrunden oder Mountainbiketouren<br />

ein – ein Urlaubsspaß für die ganze Familie.<br />

Für jene, die auf der Suche nach purer Entspannung<br />

sind, steht ein 18 Meter langes Edelstahlbecken<br />

mit Massagedüsen und Wasserfall wohlig<br />

warm beheizt mit Liegen und Schirmen zur<br />

Verfügung und lädt zum Genießen ein. Das Spa<br />

verwöhnt mit fünf unterschiedlichen Saunen,<br />

beheizten Wasserbetten, Ruheräumen und entspannenden<br />

Treatments. Ganz einfach in einem<br />

der 40 Zimmer und Suiten einchecken, den Alltag<br />

hinter sich lassen und in vollen Zügen genießen.<br />

Für Familien stehen eigene Familiensuiten zur<br />

Verfügung. Alle Räumlichkeiten sind geschmackvoll<br />

und individuell eingerichtet. Und das absolute<br />

Highlight im Sommer: Der »Moerisch Strand« – ein<br />

traumhaftes privates Strandbad am See, das nur<br />

für unsere Hotelgäste zugänglich ist. Daybeds,<br />

Liegen, Sonnenschirme und Badetasche sorgen<br />

für den perfekten Urlaubstag im Sommer. Und<br />

auch in Sachen Kulinarik werden die Gäste bestens<br />

versorgt: die 3/4-Gourmet-Verwöhnpension oder<br />

À-la-carte-Alpe-Adria-Kulinarik sorgen für das<br />

kulinarische Wohl der Gäste.<br />

Exklusives Golfvergnügen<br />

Das »Hotel Moerisch****S« liegt direkt am<br />

18-Loch-Golfclub Millstätter See. Das Golfvergnügen<br />

beginnt quasi direkt am Hoteleingang, denn<br />

neben der kostenlosen Nutzung der Tennisplätze<br />

bringen einen die hoteleigenen Golfcarts direkt<br />

zum nächsten Abschlag.<br />

HOTEL MOERISCH****S<br />

Tangern 2<br />

9871 Seeboden am Millstätter See<br />

T: +43 4762 81372<br />

info@moerisch.at<br />

moerisch.at<br />

258<br />

falstaff aug <strong>2022</strong>


GENUSS AM SEE<br />

»Das Fritz« – der Hotspot<br />

am Neusiedler See<br />

Egal ob man einen kulinarischen<br />

Heimathafen sucht oder genussvolle<br />

Entdeckungsreisen unternehmen<br />

will, im »das Fritz« kann man in<br />

jedem Fall vor Anker gehen. Den<br />

Fuß an Land gesetzt, wird man von<br />

Familie Tösch und deren Crew, die<br />

Leidenschaft für Kulinarik, Engagement<br />

und Qualität beweist, verwöhnt.<br />

DAS FRITZ<br />

Seebad 1, 7121 Weiden am See<br />

T: +43 2167 40222<br />

dasfritz.at<br />

Herzlich Willkommen …<br />

… auf dem »Veldener Traumschiff«!<br />

Zwischen Ostern und Oktober kann<br />

man an diesem magischen Ort die<br />

ausgezeichnete Küche und das exklusive<br />

Weinangebot genießen. Beim<br />

romantischen Dinner für zwei oder<br />

dem Mitternachtscocktail an der<br />

Seebar hat man einen traumhaften<br />

Blick auf die Veldener Bucht.<br />

HOTEL-RESTAURANT<br />

VELDENER TRAUMSCHIFF<br />

Seecorso 40<br />

9220 Velden am Wörthersee<br />

veldener-traumschiff.at<br />

»Schlosshotel<br />

Iglhauser« am See<br />

Das »Festspielhaus am See« bietet<br />

Festspielküche bis zwei Uhr früh! Im<br />

»Glaspalast am See« kann man in<br />

neuen Traumsuiten logieren, Feste<br />

feiern, Firmenevents veranstalten<br />

und die hervor ragende Küche genießen.<br />

Der »Iglhauser« verarbeitet<br />

aus schließ lich Naturprodukte: das<br />

Bes te aus Wald, Feld und Flur, aus<br />

den Stallungen des Nachbar bauern<br />

und aus dem hauseigenen Fischwasser.<br />

Das gewisse Bodenständige,<br />

Gemütliche und Leichtfüßige<br />

spiegelt sich auch in der Einrichtung<br />

der Zim mer und Suiten wider. Man<br />

lebt in dieser ehemaligen Schlossbrauerei<br />

zwischen massiven mittelalterlichen<br />

Mau ern, deren Bausubstanz<br />

noch von einem im Jahr 1200<br />

errichteten Fronhaus stammt.<br />

SCHLOSSHOTEL IGLHAUSER<br />

Schlossbergweg 4<br />

5163 Mattsee<br />

T: +43 6217 5205<br />

schlosshotel@iglhauser.at<br />

schlosshotel-igl.at<br />

ADVERTORIAL Foto: © Shutterstock; Beigestellt<br />

Ein Paradies für Seeliebhaber<br />

und Genussmensch<br />

In der »Seevilla« Wolfgangsee sorgen ein traumhafter<br />

Ausblick auf die Berge und den See, ein<br />

ausgiebiges Frühstück, das keinerlei Wünsche<br />

offenlässt, und feine Kulinarik im Restaurant<br />

»Ledererhaus« für eine entspannte Auszeit im<br />

Herzen des Salzkammerguts. Der ganzjährig auf<br />

circa 30 Grad beheizte Outdoor-Infinitypool, der<br />

Saunabereich mit direktem Seezugang und wohltuende<br />

Massagebehandlungen lassen Wellnessherzen<br />

höherschlagen. Für aktive Urlauber bietet<br />

das Salzkammergut die perfekten Bedingungen:<br />

Neben zahlreichen Möglichkeiten für traumhafte<br />

Wanderungen, Radtouren und Golfanlagen für den<br />

nächsten Abschlag befinden sich Kulturstädte wie<br />

Bad Ischl, Hallstatt und Salzburg nur unweit vom<br />

Hotel entfernt und warten nur darauf, entdeckt zu<br />

werden. Und als wäre das alles noch nicht genug,<br />

zeigt sich die »Seevilla« auch in Sachen Kulinarik<br />

von ihrer besten Seite. Dabei begeistert das Restaurant<br />

»Ledererhaus« nicht nur mit der Sonnenterrasse<br />

und dem Blick auf den Wolfgangsee,<br />

sondern auch mit eigener Showküche und neuem<br />

Weinhaus. Die Gäste erwarten kreative und regelmäßig<br />

neue Kompositionen in stilvoll-gemütlichem<br />

Ambiente. Dabei wird stets ein Augenmerk auf<br />

saisonale und regionale Produkte gelegt. Und das<br />

schmeckt man!<br />

Innovativ und authentisch, gemütlich und<br />

familiär: die »Seevilla« am Wolfgangsee.<br />

HOTEL SEEVILLA WOLFGANGSEE E.U.<br />

Markt 17<br />

5360 St. Wolfgang<br />

T: +43 6138 20055<br />

welcome@seevilla.co.at<br />

seevilla-wolfgangsee.at<br />

aug <strong>2022</strong> falstaff 259


GENUSS AM SEE<br />

»Zur blauen Gans«.<br />

»Strandbar«.<br />

Ein Tag am Wasser in der »Strandbar«<br />

und in der »Blauen Gans«<br />

Die »Strandbar« in Weiden ist mehr als nur eine Bar<br />

am See. Das Südufer einer Halbinsel im Seepark<br />

Weiden steht den Gästen der »Strandbar« exklusiv<br />

zur Verfügung. Chillen mit Blick auf den Hafen oder<br />

in den Nationalpark, baden in einer Lagune des<br />

Sees oder einfach nur mit Freunden bei Freunden<br />

abhängen. Die kleine, aber feine Speisekarte ist den<br />

Temperaturen angepasst, leichte Sommerküche mit<br />

internationaler Ausrichtung. Da finden sich diverse<br />

Salate, Sprotten oder etwa ein Surf-’n’-Pork-Spieß.<br />

Die Küche der »Blauen Gans« ist hingegen<br />

regional orientiert. Oliver Wiegand ist ein Meister der<br />

Kreativität. Da findet sich eine glacierte Welsleber<br />

mit Kräuterrisotto oder eine Buttermilch-Joghurt-<br />

Minze-Kaltschale. Oder wie wär es mit gebackenen<br />

Zanderflossen auf diversen Salaten?<br />

Man sitzt im schönen Gastgarten mit Blick auf den<br />

Weidener Yachthafen oder in einer der gemütlichen<br />

Stuben mit dem knarrenden alten Holzboden aus<br />

dem Palais Liechtenstein.<br />

Schöne Stunden bei netten Menschen in gemütlicher<br />

Atmosphäre bei gutem Essen und Trinken.<br />

So einfach ist das Leben.<br />

Öffnungszeiten:<br />

Restaurant Zur blauen Gans<br />

Do. u. Fr. 11:30–14 Uhr, 18–21 Uhr<br />

Sa. 12–21 Uhr durchgehend Küche<br />

So. 12–19 Uhr durchgehend Küche<br />

Öffnungszeiten:<br />

Strandbar<br />

Mi.–Fr. 12–22 Uhr<br />

Sa. 10–22 Uhr<br />

So. 10–20 Uhr<br />

ZUR BLAUEN GANS<br />

T: +43 2167 70000<br />

blaue-gans@seepark.at<br />

zurblauengans.at<br />

STRANDBAR<br />

T: +43 2167 7322136<br />

strandbar@seepark.at<br />

strandbar-weiden.at<br />

Wo die Liebe Urlaub<br />

macht!<br />

Traumhafte Ausblicke auf den<br />

Sonnenaufgang, wo sich die ersten<br />

Sonnenstrahlen im See spiegeln<br />

und die Umgebung in eine Traumlandschaft<br />

verzaubern, liebevoll und<br />

modern eingerichtete Zimmer mit<br />

dieser wunderbaren Aussicht, ein<br />

Wellnessbereich mit Indoor-Infinity-<br />

Panorama-Pool und großer Dachterrasse<br />

sowie köstliche und mit viel<br />

Liebe gekochte Kreationen, die man<br />

auf der Seeterrasse genießen kann …<br />

das sind nur ein paar Erlebnisse<br />

während eines Urlaubs im Adultsonly-Hotel<br />

»Seewirt Mattsee«!<br />

Der Ort Mattsee zählt mit seiner<br />

idyllischen Lage zwischen zwei<br />

Seen und nur wenige Kilometer<br />

von Salzburg entfernt für viele<br />

noch immer als Geheimtipp für<br />

erholsame Urlaubstage am See!<br />

SEEWIRT MATTSEE****<br />

KUSCHELHOTEL & SPA AM SEE<br />

Seestraße 4<br />

5163 Mattsee<br />

T: +43 6217 5271<br />

hotel@seewirt-mattsee.at<br />

seewirt-mattsee.at<br />

evenTZ by foodaffairs<br />

bei den Bregenzer<br />

Festspielen<br />

Seit einigen Jahren ist foodaffairs<br />

FEINE ESSKULTUR fester Bestandteil<br />

des Festspielhauses in Bregenz,<br />

worauf man einmal im Jahr ganz<br />

besonders blickt. Dann nämlich,<br />

wenn jeweils im Juli die alljährlichen<br />

Festspiele eröffnet werden. Für<br />

unser Team vor Ort ist es eine große<br />

Freude, kulturaffine Gäste mit allerfeinsten<br />

Gustostückerln kulinarisch<br />

zu verwöhnen, ob im »Gourmetzelt«<br />

direkt am Ufer des Bodensees oder<br />

im angrenzenden, ganzjährig geöffneten<br />

Restaurant »buehnedrei«<br />

im Festspielhaus. Dabei setzen wir<br />

auf Regionalität, Nachhaltigkeit und<br />

erstklassige Gastronomie.<br />

Wir freuen uns sehr, die Gäste<br />

vielleicht noch heuer, spätestens<br />

jedoch kommendes Jahr in Bregenz<br />

begrüßen zu dürfen.<br />

EVENTZ BY FOODAFFAIRS<br />

Platz der Wiener Symphoniker 1<br />

6900 Bregenz<br />

T: +43 5574 41380278<br />

kultur.kulinarium@food-affairs.at<br />

eventz.cc<br />

260<br />

falstaff aug <strong>2022</strong>


ADVERTORIAL Foto: © evenTZ by foodaffairs; Alex Lang; Beigestellt<br />

»Peter & Paul« –<br />

die Kunst der Begegnung!<br />

Der Name Peter, im lateinischen »der Fels«, steht<br />

für das traditionelle und geschichtsträchtige Hotel,<br />

während Paul, der jüngere Apostel, den innovativen<br />

und kreativen Stil in Führung und Gastronomie<br />

kennzeichnet. Gegensätze, die sich anziehen – das<br />

spürt man im ganzen Haus.<br />

Das »Hotel Peter« liegt im malerischen<br />

St. Wolfgang. Nach dem herzlichen »Griaß di«<br />

beginnt der Urlaub mit einem ersten Blick auf den<br />

See und einem Zauber, dem niemand widerstehen<br />

kann: klares, glitzerndes Wasser, in dem sich die<br />

Berge spiegeln. Ein unbeschreibliches Gefühl der<br />

Ruhe breitet sich aus. Einmal auf diesen besonderen<br />

Ort eingelassen, kann man sich ihm schwer<br />

entziehen. Seit 1882 schätzen die Gäste den<br />

traumhaften Seeblick von jedem der 22 Zimmer<br />

aus. Das kleine und feine Traditionshaus hat über<br />

die Jahre nicht nur den Namen, sondern auch<br />

seinen charmanten Salzkammergut-Stil erhalten.<br />

So ist auch die Renovierung der Seeterrasse<br />

wunderbar gelungen. Mit einem einzigartigen<br />

Weitblick über den Wolfgangsee und die Bergkulisse<br />

sowie einer entspannten und hochwertigen<br />

Form der Gastronomie steht einer Genusszeit im<br />

Wirtshaus und Restaurant »Paul der Wirt« nichts<br />

im Wege. Kulinarischer Genuss, edle Tropfen und<br />

prickelnde Drinks sind die Hauptprotagonisten,<br />

die Seeterrasse ihre<br />

Bühne. Eine moderne<br />

Wirtshausküche und<br />

ein herrlicher Platz an der<br />

Sonne, wo die Leidenschaft für<br />

eine zeitgemäß interpretierte Küche<br />

aus besten Bioprodukten der Region lodert.<br />

Inmitten des Salzkammerguts gelegen, ist<br />

das Hotel Ausgangspunkt für viele Ausflüge<br />

und Aktivitäten. Ganz egal ob kulturelle oder<br />

sportliche Pläne, ob man lieber am See entlangspaziert<br />

oder den ganzen Tag am Wasser<br />

verbringt. Fazit: Wer sich für<br />

einen Urlaub im »Hotel Peter«<br />

entscheidet, wählt qualitativ hochwertige<br />

Zeit. Ein einzigartiger Kraftplatz,<br />

an dem man sich wunderbar treiben und<br />

inspirieren lassen kann. »Peter & Paul« ist nicht<br />

nur ein Ort, »Peter & Paul« ist ein Gefühl.<br />

HOTEL PETER<br />

Markt 54, 5360 St. Wolfgang<br />

T: +43 6138 2304<br />

hotelpeter.at<br />

aug <strong>2022</strong> falstaff 261


eise / LONG WEEKEND – GENF<br />

BIENVENUE À.<br />

GENÈVE<br />

Mehr Städtereise-Tipps<br />

für lange Wochenenden<br />

go.falstaff.com/longweekend<br />

Foto: Shutterstock<br />

262 falstaff aug <strong>2022</strong>


In der multikulturellen Metropole der Westschweiz vereinen<br />

sich französisches Flair und Schweizer Bodenständigkeit.<br />

<strong>Falstaff</strong> nimmt Sie mit auf ein Wochenende voller Kulinarik<br />

und Kultur in der zweitgrößten Stadt der Schweiz.<br />

TEXT DOMINIK VOMBACH<br />

Mondän und dabei doch<br />

heimelig, weltoffen und<br />

urschweizerisch zugleich –<br />

Genf überzeugt mit seinem<br />

ganz speziellen Charme.<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

263


eise / LONG WEEKEND – GENF<br />

Die Kathedrale Saint-<br />

Pierre in der Altstadt<br />

gehört zu den echten<br />

Wahrzeichen der Stadt.<br />

FREITAG<br />

Ein einmaliger Ausblick<br />

über die Dächer von<br />

Genf, ein Spaziergang<br />

durch den Englischen<br />

Garten, erfrischendes<br />

Nass und kantonesische<br />

Sterneküche.<br />

W<br />

ohin Genf-Reisende auch blicken,<br />

Wasser ist nie weit entfernt.<br />

Die Rhone, die mitten<br />

durch die Stadt zieht, und natürlich der<br />

Genfersee beeinflussen das Leben maßgeblich.<br />

Auch unser Hotel, das »Beau Rivage«,<br />

eines der legendären Grandhotels, die sich<br />

am Quai du Mont-Blanc aneinanderreihen,<br />

liegt am Ufer des Genfersees. Es ist das<br />

älteste Hotel der Stadt, das sich immer noch<br />

in privater Hand befindet. Das Luxushaus<br />

wurde im Jahr 1865 von Jean-Jacques<br />

Mayer gegründet und wird heute von seinem<br />

Urenkel Jacques Mayer geleitet. Nachdem<br />

wir eingecheckt haben, machen wir uns zur<br />

gegenüberliegenden Seite des Sees auf,<br />

genauer zur Kathedrale Saint-Pierre. Der<br />

perfekte Ort, um sich einen Überblick über<br />

die zweitgrößte Stadt der Schweiz zu verschaffen.<br />

Wir nehmen die 157 Stufen hinauf<br />

zur Kirchturmspitze und werden mit einem<br />

einzigartigen Panoramablick auf die Stadt<br />

und den See belohnt. Nach dieser kurzen<br />

sportlichen Betätigung schlendern wir die<br />

Rue du Rhône entlang Richtung Wasser, wo<br />

sich eine Nobelboutique an die nächste<br />

Das »Le Tsé Fung« im Hotel<br />

»La Réserve« ist das einzige<br />

chinesische Restaurant der<br />

Schweiz mit Michelin-Stern.<br />

reiht. Unser Ziel: der Englische Garten. Im<br />

Jahr 1854 angelegt und seitdem stetig<br />

vergrößert, schmückt er das linke Ufer des<br />

Genfersees. Hier lässt sich zum einen das<br />

Nationaldenkmal bestaunen, das als Erinnerung<br />

an Genfs Betritt in den Schweizer<br />

Bund errichtet wurde, zum anderen eine<br />

weltweit einzigartige Blumenuhr, die<br />

aus 6500 Pflanzen besteht. Mitten im<br />

Englischen Garten fällt ein Pavillon mit<br />

Rundumverglasung und Terrasse auf: das<br />

»La Pointière«. Hier genießen wir bei bester<br />

Sicht aufs Wasser und die berühmte Fontäne<br />

»Jet d’eau« einen leichten Lunch. Mit<br />

einem der gelben Genfer Bootstaxis, auch<br />

Mouette (deutsch: Möwe) genannt, geht es<br />

anschließend wieder ans andere Ufer. Hier<br />

befindet sich am Quai du Mont-Blanc der<br />

Zugang zu »Les Bains des Pâquis«, einer<br />

Art öffentlichen Badeanstalt, in der sich<br />

»tout le monde« trifft, um im Wasser des<br />

Lac Léman zu baden oder ein Gläschen<br />

Wein zu genießen. Danach geht’s ins »Hotel<br />

d’Angleterre« zum klassischen Afternoon<br />

Tea, bevor wir uns gleich nebenan in<br />

unserem Hotel für den Abend chic machen.<br />

Den verbringen wir etwas außerhalb im<br />

Fünf-Sterne-Hotel »La Réserve«, wo wir<br />

das einzige chinesische Restaurant der<br />

Schweiz mit Stern besuchen. Chefkoch<br />

Frank Xu serviert im schönen »Le Tsé<br />

Fung« kantonesische Klassiker, die mit viel<br />

Feingefühl neu interpretiert werden. Xus<br />

Pekingente in zwei Gängen ist legendär. ><br />

Fotos: The Red Carnation Hotel Collection, Stone RF / Getty Images, beigestellt, Shutterstock, gauvin.pictures<br />

264 falstaff aug <strong>2022</strong>


Wie gemalt: Das Genfer Seebecken vom »Hotel<br />

d’Angleterre« aus gesehen (oben). Das Hotel<br />

»Beau Rivage« gleich nebenan gehört zu den<br />

luxuriösesten Häusern in Genf (unten).<br />

Der 1854 angelegte Englische<br />

Garten wurde immer wieder<br />

vergrößert. Er schmückt das linke<br />

Seeufer des Genfersees.<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

265


eise / LONG WEEKEND – GENF<br />

Das »Le Flacon« in Carouge ist seit 2013 mit einem Michelin-Stern<br />

ausgezeichnet (oben). Im »Fiskebar« (links) wird eine von<br />

Skandinavien inspirierte, moderne Küche serviert.<br />

SAMSTAG<br />

Im Hotel »The<br />

Woodward« hat der<br />

legendäre französische<br />

Koch Joël Robuchon<br />

letztes Jahr eine<br />

Dependance eröffnet.<br />

Südländischer Charme und hervorragende<br />

lokale Produkte im Städtchen Carouge, auf<br />

den Spuren der Zeitmesser und hochstehende<br />

Küche.<br />

Nach unserem Frühstück machen wir<br />

uns auf nach Carouge. Die Kleinstadt,<br />

die nur durch den Fluss Arve<br />

von Genf getrennt ist, wurde von italienischen<br />

Architekten entworfen und versprüht durchweg<br />

südländischen Charme. In den von<br />

neoklassizistischen Häusern und Innenhöfen<br />

gesäumten Straßen wirkt das Leben fast dörflich.<br />

Wir besuchen den Wochenmarkt, der hier<br />

immer donnerstags und samstags stattfindet,<br />

kosten uns durch die Stände der lokalen und<br />

französischen Produzenten und kaufen ein<br />

paar Mitbringsel für zu Hause ein. Nur wenige<br />

Minuten vom Marktplatz entfernt liegt die<br />

Pâtisserie Mr & Mrs Renou, unser nächster<br />

Halt. Geführt wird sie vom gebürtigen<br />

Franzosen Christophe Renou und seiner Frau<br />

Vanessa. Christophe Renou lernte sein Handwerk<br />

unter anderem bei der Schweizer Patisseriegröße<br />

Lucien Moutarlier in Chexbres<br />

und gehört der Vereinigung der »Meilleurs<br />

Ouvriers de France« an – den besten Handwerkern<br />

Frankreichs. Egal ob Mac’Sablés,<br />

Schokolade, Gebäck, alles in der schlicht<br />

de signten Konditorei sieht zum Anbeißen aus.<br />

Die Croissants von Mr & Mrs Renou zählen<br />

unter Einheimischen übrigens zu den besten<br />

überhaupt. Wir schlendern noch ein wenig<br />

durch die hübschen Straßen von Carouge –<br />

Schokoladenfans sei noch ein Stopp bei<br />

Martel Chocolatier empfohlen. Und dann geht<br />

es zurück nach Genf, wo wir uns ins noble<br />

Hotel »The Woodward« begeben. Seit letztem<br />

Jahr gibt es hier einen Ableger des legendären<br />

französischen Kochs Joël Robuchon. Im Genfer<br />

»L’Atelier Robuchon« wirkt Küchenchef<br />

Olivier Jean und legt eine umfangreiche Karte<br />

vor. Uns wird unter anderem Makrelentarte<br />

mit hauchdünnem Teigboden und wunderbar<br />

saftigem Belag serviert sowie ein kurz gebratenes<br />

Stück vom Rind mit Malabar-Pfeffer,<br />

Kohlrabi und dem legendären Robuchon-Erdäpfelpüree.<br />

Nach unserem Lunch, der durchweg<br />

von hoher Kochkunst gekennzeichnet<br />

war, machen wir uns auf zum Uhrenmuseum<br />

von Patek Philippe. Schließlich ist kaum eine<br />

andere Stadt mit der Herstellung hochwertiger<br />

Zeitmesser so stark verknüpft wie Genf.<br />

Das Museum vereint die wohl bedeutendsten<br />

und kostbarsten Uhrenkollektionen der Welt.<br />

Etwa 2500 Uhren, Automaten und Porträts in<br />

Miniaturmalerei entführen zu einer fantastischen<br />

Reise durch fünf Jahrhunderte Uhrmacherkunst<br />

aus Genf, der Schweiz und<br />

Europa. Den Apéro nehmen wir in der<br />

» Fiskebar«, einer nordischen Enklave im<br />

Genfer »Ritz-Carlton«, die feinstes Seafood<br />

und eine erlesene Auswahl an Weinen führt.<br />

Zum Dinner geht es dann zurück nach<br />

Carouge, ins »Le Flacon«. Ein bezauberndes<br />

Restaurant, das seit dem Jahr 2013 einen<br />

Stern innehat. Küchenchefin Lucrèce Lacchio<br />

verwöhnt uns mit raffinierten, wunderschön<br />

inszenierten Gerichten, in deren Zentrum frische,<br />

sorgfältig ausgewählte Produkte stehen.<br />

Zurück in Genf lassen wir den Abend im<br />

»Little Barrel« ausklingen. Eine Bar, in deren<br />

Logbuch sich nicht weniger als einhundert<br />

Rumsorten aus dreißig Ländern finden. ><br />

Fotos: The Woodward, beigestellt<br />

266 falstaff aug <strong>2022</strong>


eise / LONG WEEKEND – GENF<br />

Genf ist Museumsstadt:<br />

links das<br />

Musée d’art et<br />

d’histoire, unten das<br />

Mamco, das Museum<br />

für zeitgenössische<br />

Kunst.<br />

SONNTAG<br />

An unserem letzten Tag steht Kultur auf dem<br />

Programm: Es geht ins Mamco, das bedeutendste<br />

Museum für zeitgenössische Kunst in der<br />

Schweiz, und in das Musée d’art et d’histoire.<br />

Blick von der Rhone auf das Zentrum<br />

Genfs – der Genfersee im Hintergrund.<br />

Bevor wir uns heute gänzlich der<br />

Kultur verschreiben, genießen wir<br />

einen ausgiebigen Brunch im »Café<br />

du Centre«. Die traditionelle Brasserie zählt<br />

zu den schönsten der Stadt und ist vor allem<br />

für ihre herrliche Austerntheke bekannt. Wir<br />

tauchen in die Belle Époque ein und lassen<br />

uns von Meeresfrüchten, Eierspeisen, Pancakes<br />

und Feingebäck verführen. Nur zehn<br />

Minuten zu Fuß entfernt liegt das Musée<br />

d’art et d’histoire de Genève, dem wir<br />

anschließend einen Besuch abstatten. Das<br />

Museum, das 1910 seine Türen öffnete, ist<br />

eines der drei größten Museen der ganzen<br />

Schweiz. Schon die Fassade des von Marc<br />

Camoletti entworfenen Gebäudes ist eindrücklich.<br />

Geziert wird sie von Skulpturen<br />

des Bildhauers Paul Amlen. In der archäologischen<br />

Abteilung besichtigen wir Fundstücke<br />

aus der europäischen Vorgeschichte,<br />

dem antiken Ägypten, der Kerma-Kultur des<br />

Sudans sowie dem Römischen Reich. Die<br />

Kunstabteilung zeigt Gemälde vom Mittelalter<br />

bis zum 20. Jahrhundert mit Werken der<br />

italienischen, holländischen, französischen,<br />

englischen, Genfer und Schweizer Schulen.<br />

Darunter finden sich diverse Gemälde von<br />

Ferdinand Hodler, der zu den bekanntesten<br />

Schweizer Malern des 19. Jahrhunderts<br />

zählt. Zum Pflichtprogramm für Kunstliebhaber<br />

in Genf zählt außerdem das Musée<br />

d’art moderne et contemporain oder<br />

Mamco, wie es auch genannt wird – das<br />

größte und jüngste Museum für zeitgenössische<br />

Kunst in der Schweiz. Das weltweit<br />

anerkannte Museum ist in einer alten Industrieanlage<br />

untergebracht, in der früher technische<br />

Geräte produziert wurden. Wirklich<br />

jeder Winkel hier ist wie gemacht für die<br />

Präsentation der Werke. Dreimal jährlich<br />

und ohne klassische Trennung von Dauerund<br />

Wechselausstellung wird die Ausstellung<br />

komplett neu gestaltet. Zum Bestand des<br />

Mamco zählen Arbeiten von Christo, Martin<br />

Kippenberger, Jenny Holzer, Sylvie Fleury<br />

und vielen anderen. Dreimal im Jahr findet<br />

hier die »Nuit des Bains« statt, bei der sich<br />

das gesamte Quartier in eine einzige große<br />

Galerie verwandelt. Wir haben Glück, denn<br />

es ist der erste Sonntag im Monat. Dann<br />

ist der Eintritt ins Museum kostenlos und<br />

wir kommen zudem in den Genuss einer<br />

geführten Tour. Ein gelungener Abschluss<br />

unseres Wochenendes in der kleinen, feinen<br />

Schweizer Metropole mit internationalem<br />

Flair, die uns mit kulinarischen Highlights,<br />

Kultur und »Savoir-vivre« verwöhnt hat.<br />

><br />

Fotos: godongphoto / Depositphotos, Annik Wetter / MAMCO, Shutterstock<br />

268 falstaff aug <strong>2022</strong>


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eise / LONG WEEKEND – GENF<br />

TIPPS &<br />

ADRESSEN<br />

HOTELS<br />

HOTEL BEAU RIVAGE GENÈVE***** (1)<br />

Das historische Hotel wurde 1865 eröffnet.<br />

Einer der distinguiertesten Plätze der Schweiz.<br />

DZ ab ca. € 650,–<br />

Quai du Mont-Blanc 13, 1201 Genf<br />

T: +41 22 7166666, beau-rivage.ch<br />

HOTEL D’ANGLETERRE***** (2)<br />

Eines der besten Fünf-Sterne-Hotels der Welt.<br />

Berühmt für den stilvollen Afternoon Tea.<br />

DZ ab ca. € 800,–<br />

Quai du Mont-Blanc 17, 1201 Genf<br />

T: +41 22 9065522, hoteldangleterre.ch<br />

N’VY MANOTEL**** (3)<br />

Urbanes Designhotel, das nur 300 Meter vom Ufer<br />

des Genfersees liegt. DZ ab ca. € 186,–<br />

Rue de Richemont 18, 1202 Genf<br />

T: +41 22 5446666, manotel.com<br />

RESTAURANTS<br />

LA POTINIÈRE (1)<br />

Rundum verglaster Pavillon im Englischen<br />

Garten mit bester Sicht auf den Genfersee.<br />

Promenade du Lac 2, 1204 Genf<br />

T: +41 22 3102828<br />

lapotinieregeneve.com<br />

LE TSÉ FUNG (2)<br />

Einziges chinesisches Restaurant in der Schweiz<br />

mit einem Stern. Die Pekingente ist legendär.<br />

Route de Lausanne 301, 1293 Bellevue<br />

T: +41 22 9595888, lareserve.ch<br />

LE FLACON (3)<br />

Mit einem Stern gekürtes Bistronomie-Restaurant<br />

im Herzen der Altstadt von Carouge. Entspannte,<br />

warme Atmosphäre und farbenfrohe, geschmackvolle<br />

Gerichte.<br />

Rue Vautier 45, 1227 Carouge<br />

T: +41 22 3421520, leflacon.ch<br />

BOMBAR (4)<br />

Vor allem in naturweinaffinen Kreisen genießt das<br />

moderne Bistro einen guten Ruf. Die Weinkarte ist<br />

entsprechend gut bestückt, die Küche produkteorientiert<br />

und köstlich.<br />

Place des Augustins 3, 1205 Genf<br />

T: +41 22 3299111, bombar.ch<br />

FISKEBAR (5)<br />

Das moderne Restaurant im »Ritz-Carlton«<br />

verwöhnt die Gaumen mit moderner nordischer<br />

Küche, die hauptsächlich auf Meeresfrüchten<br />

basiert.<br />

Quai du Mont-Blanc 11, 1201 Genf<br />

T: +41 22 9096071, geneva-fiskebar.com<br />

DOMAINE DE CHÂTEAUVIEUX (6)<br />

Philippe Chevriers Küche ist immer einen Abstecher<br />

nach Satigny wert. Eine der besten Adressen<br />

der Schweiz, mit bezaubernden Zimmern zur<br />

Übernachtung.<br />

Chemin de Châteauvieux, Peney-Dessus 16,<br />

1242 Satigny<br />

T: +41 22 7531511, chateauvieux.ch<br />

L’ATELIER ROBUCHON (7)<br />

Genfer Ableger des legendären Kochs Joël<br />

Robuchon im Hotel »The Woodward«. Hier trifft<br />

Weltläufigkeit auf hohe Kochkunst.<br />

Quai Wilson 37, 1201 Genf<br />

T: +41 22 9013770, oetkercollection.com<br />

CAFÉ DU CENTRE (8)<br />

Eine der schönsten Brasserien der Stadt, die auf<br />

dem berühmten Place du Molard liegt. Vor allem<br />

die herrliche Austerntheke ist legendär. Hier taucht<br />

man in die Belle Époque ein.<br />

Place du Molard 5, 1204 Genf<br />

T: +41 22 3118586, cafeducentre.ch<br />

GENUSS<br />

MR & MRS RENOU (1)<br />

Einheimische besuchen Christophe Renous Laden<br />

in Carouge nicht nur wegen der süßen Köstlichkeiten,<br />

sondern auch wegen der Croissants.<br />

Rue Saint-Joseph 39, 1227 Carouge<br />

T: +41 22 3475003<br />

patisserie-renou.ch<br />

MARTEL CHOCOLATIER (2)<br />

Die Chocolaterie besitzt nicht nur in Genf, sondern<br />

weltweit einen hervorragenden Ruf. Ein perfekter<br />

Zwischenstopp für Schokoliebhaber.<br />

Rue du Marché 8, 1227 Carouge<br />

T: +41 22 3420045, martel-chocolatier.ch<br />

BARS<br />

L’ALAMBIC (1)<br />

Bar im Stil der Prohibitionsjahre mit intimer, auch<br />

herzlicher Atmosphäre. Die Cocktailkreationen sind<br />

finessenreich und die Gin-Tonic-Kombinationen<br />

mehr als raffiniert.<br />

Rue des Alpes 7, Sq. du Mont-Blanc, 1201 Genf<br />

T: +41 22 5758707<br />

LITTLE BARREL (2)<br />

Rund 100 Rums aus 30 Ländern stehen im Logbuch<br />

der Bar und werden als Cocktail oder pur serviert.<br />

Rue du Lac 15, 1207 Genf<br />

T: +41 22 7007340, littlebarrel.ch<br />

SEHENSWERT<br />

MAMCO (1)<br />

Das größte Museum für moderne Kunst der Schweiz<br />

residiert in einer ehemaligen Industrieanlage.<br />

Rue des Vieux-Grenadiers 10, 1205 Genf<br />

T: +41 22 3206122, mamco.ch<br />

PATEK PHILIPPE MUSEUM (2)<br />

Das Museum lädt zu einer fantastischen Reise<br />

durch fünf Jahrhunderte Uhrmacherkunst aus<br />

Genf, der Schweiz und Europa.<br />

Rue des Vieux-Grenadiers 7, 1205 Genf<br />

T: +41 22 7073010, patek.com<br />

MUSÉES D’ART ET D’HISTOIRE DE GENÈVE (3)<br />

Das Museum für Kunst und Geschichte gehört zu<br />

den größten Museen der Schweiz. Die Sammlung<br />

umfasst rund 650.000 Objekte aus den Bereichen<br />

Archäologie und Kunst.<br />

Rue Charles-Galland 2, 1206 Genf<br />

T: +41 22 4182600, institutions.ville-geneve.ch<br />

><br />

Karte: Stefanie Hilgarth / carolineseidler.com<br />

270 falstaff aug <strong>2022</strong>


DIE PERFEKTEN BADESHORTS<br />

Schwimme stilvoll mit den perfekten Badeshorts<br />

von MR MARVIS. Du erkennst die Badeshorts an<br />

ihrer optimalen Mittellänge, dem Kordelzug, der<br />

innen oder außen getragen werden kann, dem<br />

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tasting / GRÜNER VELTLINER GRAND PRIX <strong>2022</strong><br />

Blick über die Weingärten unterhalb der<br />

Hollenburger Wetterkreuzkirchen am<br />

rechten Donauufer bei Krems mit<br />

Stift Göttweig im Hintergrund.<br />

Alle Verkostungsnotizen<br />

online unter<br />

go.falstaff.com/tasting-gruenerveltliner-grand-prix-<strong>2022</strong><br />

WÜRZIGE<br />

FRISCHE<br />

Foto: beigestellt<br />

272 falstaff aug <strong>2022</strong>


Für die traditionsreiche <strong>Falstaff</strong> Grüne Veltliner Trophy wurden auch heuer wieder die<br />

klassischen Sortenvertreter aus Niederösterreich kritisch betrachtet. Der Jahrgang 2021<br />

brachte eine Vielzahl von exzellenten Weinen und würdige Sieger hervor.<br />

TEXT & NOTIZEN VON PETER MOSER<br />

Die sehr zahlreichen Besucher<br />

der <strong>Falstaff</strong> Veltliner Gala, die<br />

erstmals nach zwei Covidbedingten<br />

Absagen wieder im<br />

Palais Ferstel in Wien über die<br />

Bühne gehen konnte, waren von der gebotenen<br />

Qualität unisono begeistert. Rund<br />

siebenhundert Weinfreunde waren trotz der<br />

enormen Hitze von über 35°C im Schatten<br />

gekommen, um in den temperierten Räumen<br />

der heimischen Nationalsorte die Ehre<br />

zu erweisen. Punkt 17:30 Uhr wurden dann<br />

die diesjährigen Sieger auf die Bühne gebe-<br />

ten und durften die Ehrenurkunden aus den<br />

Händen der Repräsentanten der langjährigen<br />

Kooperationspartner »Die Niederösterreichische<br />

Versicherung«, vertreten durch<br />

Generaldirektor Mag. Stefan Jauk, und die<br />

»Niederösterreichische Landwirtschaftskammer«<br />

durch NÖ Weinbaupräsidenten<br />

Reinhard Zöchmann entgegennehmen. Der<br />

dritte Rang ging diesmal an Winzerin<br />

Ingrid Groiss aus Breitenwaida im Weinviertel,<br />

die mit dem Weinviertel DAC Ortswein<br />

Braitenpuechtorff erfolgreich war. Der<br />

zweite Rang ging an das Weingut Meinhard<br />

Forstreiter aus Hollenburg im Kremstal für<br />

den Kremstal DAC Ried Kogl. Den Trophy-<br />

Sieg holte das Weingut Josef Edlinger aus<br />

Furth-Palt im Kremstal, der siegreiche Ortswein<br />

allerdings stammt aus Mautern in der<br />

Wachau, trägt den Namen »Mitanaund«<br />

und wurde mit stattlichen 94 Punkten ausgezeichnet.<br />

Wie hoch die Qualität im letzten<br />

Finalstechen war, beweist die Tatsache,<br />

dass noch neben Zweit- und Drittplatzierten<br />

weitere fünf Weine mit tollen 93 Punkten<br />

bewertet wurden. Es lohnt sich also,<br />

sich um diese Veltliner zu bemühen.<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

273


tasting / GRÜNER VELTLINER GRAND PRIX <strong>2022</strong><br />

94<br />

LEGENDE<br />

Weißwein, trocken<br />

•<br />

Rotwein, trocken<br />

• Süßwein<br />

95 – 100 Klassiker<br />

93 – 94 ausgezeichnet<br />

91 – 92 exzellent<br />

88 – 90 sehr gut<br />

85 – 87 empfehlenswert<br />

DIAM<br />

DV<br />

PK<br />

KK<br />

NK<br />

VL<br />

Verschluss aus<br />

gepresstem<br />

Korkgranulat<br />

Drehverschluss<br />

Presskorken<br />

Kunststoffkork<br />

Naturkork<br />

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zertifiziert nachhaltig<br />

(<strong>Österreich</strong>)<br />

1. Platz<br />

•<br />

Grüner Veltliner Wachau DAC<br />

Mautern »Mitanaund« 2021<br />

Weingut Josef Edlinger, Furth/Palt<br />

12,5 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Zart nach Wiesenkräutern und weißem<br />

Apfel, Nuancen von Honigmelone und<br />

Orangenzesten unterlegt. Saftig, mittlere<br />

Komplexität, frisches Kernobst, lebendiger<br />

Säurebogen, salzig im Abgang, ein vielseitiger<br />

Speisenbegleiter.<br />

edlingerwein.at, € 7,50<br />

93<br />

2. Platz<br />

•<br />

Grüner Veltliner Kremstal DAC<br />

Krems Ried Kogl 2021, Weingut Meinhard<br />

Forstreiter, Krems-Hollenburg<br />

12,5 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Zart floral unterlegte weiße Kernobstnuancen,<br />

ein Hauch von Limetten und Mandarinenzesten.<br />

Saftig, elegant, feine<br />

Fruchtsüße, finessenreich strukturiert,<br />

salziger Nachhall, macht Lust auf ein zweites<br />

Glas. forstreiter.at, € 8,50<br />

3. Platz<br />

•<br />

Grüner Veltliner Weinviertel DAC<br />

Braitenpuechtorff 2021<br />

Weingut Ingrid Groiss, Breitenwaida<br />

12,5 Vol.-%, Helles Grüngelb, Silberreflexe.<br />

Einladender Duft nach gelbem Apfel und<br />

frischen Wiesenkräutern, zart nach Grapefruit.<br />

Saftig, engmaschig, weißes Kernobst<br />

im Abgang, würziger Nachhall, bleibt gut<br />

haften, guter Speisenbegleiter.<br />

ingrid-groiss.at, € 12,90<br />

•<br />

BIO Grüner Veltliner Wagram DAC<br />

Wagramer Selektion 2021<br />

BIO Weingut Urbanihof – Familie<br />

Paschinger, Fels am Wagram<br />

13 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Mit frischen Mandarinenzesten unterlegt,<br />

gelbe Apfelfrucht, etwas Mango, Orangen<br />

im Hintergrund. Straff, engmaschig,<br />

weißes Kernobst, lebendige Säurestruktur,<br />

feine Fruchtsüße im Nachhall, bereits gut<br />

antrinkbar. urbanihof.at, € 11,–<br />

•<br />

Grüner Veltliner Kremstal DAC<br />

Krems Sandgrube 2021<br />

Weingut Aigner, Krems<br />

12,5 Vol.-%, Helles Grüngelb, Silberreflexe.<br />

Zart kräuterwürzig unterlegte Nuancen<br />

von Ananas und Mango, feine tabakige Noten.<br />

Saftig, elegant, reife gelbe Frucht, feiner<br />

Säurebogen, harmonisch, mineralisch<br />

im Nachhall, ein vielseitiger Speisenwein.<br />

aigner-wein.at, € 9,–<br />

•<br />

Grüner Veltliner Wachau DAC<br />

Joching Ried Pichl Point Federspiel<br />

2021, Weingut Schmelz, Joching<br />

12,5 Vol.-%, Helles Gelbgrün, silberfarbene<br />

Reflexe. Zart nach Anis und Kräutern,<br />

gelbe Apfelfrucht, etwas Mango, feinwürziges<br />

Bukett, tabakiger Touch. Komplex, saftig,<br />

reifer Apfel, feiner Säurebogen, etwas<br />

opulenterer Stil, süße Frucht im Nachhall,<br />

ein stoffiger Begleiter bei Tisch.<br />

schmelzweine.at, € 10,10<br />

•<br />

Grüner Veltliner Ried Loibenberg<br />

Federspiel 2021<br />

Domäne Wachau, Dürnstein<br />

12,5 Vol.-%, Helles Grüngelb, silberfarbene<br />

Reflexe. Dezente Fruchtnuancen sind mit<br />

Blütenhonig unterlegt, etwas nach Ananas<br />

und Honigmelone, feiner Kräutertouch<br />

klingt an. Straff, elegant, facettenreiche<br />

Säurestruktur, mineralisch, feine Apfelfrucht,<br />

trinkanimierendes Finish, sicherer<br />

Speisenbegleiter.<br />

domaene-wachau.at, € 12,50<br />

•<br />

Grüner Veltliner Wachau DAC<br />

Federspiel Peunt 2021<br />

Weingut Johann Donabaum,<br />

Spitz an der Donau<br />

12,5 Vol.-%, Mittleres Grüngelb, silberfarbene<br />

Reflexe. Frische Wiesenkräuter, feine<br />

gelbe Tropenfrucht, etwas Papaya und<br />

Mango, ein Hauch von Orangenzesten, tabakige<br />

Würze. Saftig und mit guter Komplexität<br />

ausgestattet, frische Honigmelone,<br />

mineralisch, zitronig-salzig im Abgang,<br />

gutes Entwicklungspotenzial.<br />

weingut-donabaum.at, € 13,–<br />

92<br />

•<br />

Grüner Veltliner Der Röschitzer 2021<br />

Weingut Schneider, Röschitz<br />

12,9 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Feine Wiesenkräuter, frisches Kernobst,<br />

einladendes florales Bukett, ein Hauch von<br />

Mandarinen unterlegt. Saftig, harmonisch,<br />

zart nach Honigmelone, balanciertes Säurespiel,<br />

fruchtige Süße, gut anhaftend,<br />

vielseitig einsetzbar.<br />

weingutschneider.at<br />

€ 6,50<br />

•<br />

Grüner Veltliner Weinviertel DAC<br />

2021, Weingut Epp, Waidendorf<br />

12,3 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Floral, weißer Apfel, ein Hauch von<br />

frischen Orangenzesten, mineralisch<br />

unterlegt. Mittlere Komplexität, frischer<br />

Säurebogen, Limetten, salziger Touch, ein<br />

vielseitiger Speisenbegleiter, verfügt über<br />

gute Länge.<br />

weingut-epp.at, € 6,50<br />

•<br />

Grüner Veltliner Weinviertel DAC<br />

Maissau 2021, Buschenschank Familie<br />

Humer, Maissau<br />

12,8 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Tabakige Nuancen, etwas Wiesenkräuter,<br />

Anklänge von Mango, Limettenzesten im<br />

Hintergrund. Saftig, feine Fruchtsüße,<br />

lebendig strukturiert, bleibt gut haften, ein<br />

facettenreicher Speisenbegleiter.<br />

humerwein.at, € 6,70<br />

•<br />

Grüner Veltliner Weinviertel DAC<br />

Ried Alte Geringen 2021<br />

Weingut Kalser, Poysdorf<br />

12,7 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Frische Wiesenkräuter, Mango, Mandarinenzesten,<br />

einladende Birnenfrucht unterlegt.<br />

Komplex, straff, weißer Apfel, frischer<br />

Säurebogen, mineralisch-zitroniger Touch<br />

im Abgang, gutes Reifepotenzial.<br />

weingut-kalser.com, € 6,70<br />

•<br />

Grüner Veltliner Ried Galgenberg<br />

Exklusiv 2021<br />

Weingut Blaha, Röschitz<br />

12,8 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Zarte Kernobstnuancen, feiner Blütenhonig,<br />

ein Hauch von Mandarinenzesten.<br />

Schlank, saftiger grüner Apfel, dezente<br />

Mineralität, zitroniger Touch, bietet, facettenreiches<br />

und unkompliziertes Trinkvergnügen.<br />

weingut-blaha.at, € 6,80<br />

•<br />

Grüner Veltliner Hummlisch 2021<br />

Weingut Kurt und Beatrix Hummel,<br />

Niederschleinz<br />

12,2 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Zart nach Golden Delicious-Apfel, frische<br />

Orangenzesten, ein Hauch von Blütenhonig.<br />

Straff, lebendig, feine weiße Kernobstnuancen,<br />

frischer Säurebogen, mineralisch<br />

und anhaftend, ein leichtfüßiger Speisenbegleiter.<br />

hummel-kurt.at, € 6,80<br />

•<br />

Grüner Veltliner Kremstal DAC Ried<br />

Gernlissen 2021<br />

Weingut Eder, Gedersdorf<br />

13 Vol.-%, Mittleres Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Zart nach Mango und Marille, ein Hauch<br />

von Wiesenkräutern und Honigmelone,<br />

kandierte Orangenzesten unterlegt. Mittlere<br />

Komplexität, weiße Apfelfrucht, frisch<br />

strukturiert, Limettentouch im Abgang,<br />

bleibt gut haften, verfügt über Reifepotenzial.<br />

weinguteder.at, € 8,10<br />

•<br />

Grüner Veltliner Kamptal DAC<br />

Ried Hasel 2021, Weingut Eichinger,<br />

Fotos: Peter Moser<br />

274 falstaff aug <strong>2022</strong>


Straß im Straßertale<br />

12,5 Vol.-%, Leuchtendes Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Feine Wiesenkräuter, ein Hauch<br />

von Maracuja, zart nach Papaya, etwas<br />

nach Bergamotte, einladendes Bukett.<br />

Mittlere Komplexität, saftig, straff, feine<br />

Säurestruktur, mineralisch, Mangonoten<br />

im Abgang, extraktsüß im Nachhall, guter<br />

Speisenbegleiter.<br />

weingut-eichinger.at, € 8,50<br />

•<br />

Grüner Veltliner Ried Galgenberg<br />

2021, Weingut Gschweicher, Röschitz<br />

13 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Zart nach gelbem Apfel und Kardamom,<br />

etwas nach Orangen, Wiesenkräuter<br />

klingen an. Saftig, elegant, feine Struktur,<br />

gelbe Fruchtnoten im Abgang, guter<br />

Speisenbegleiter. gschweicher.at, € 8,50<br />

•<br />

Grüner Veltliner Kremstal DAC Ried<br />

Frauengrund 2021<br />

Winzerhof Familie Dockner, Höbenbach<br />

12,8 Vol.-%, Helles Grüngelb, Silberreflexe.<br />

Florale Nuancen, ein Hauch von Limettenzesten,<br />

weißer Apfel, mineralischer Touch,<br />

Noten von Blütenhonig. Saftig, feine fruchtige<br />

Süße, finessenreiche Säurestruktur,<br />

zarte Nuancen von Birne und Honig im<br />

Nachhall, zitroniger Touch, gute Länge,<br />

verfügt über Reifepotenzial.<br />

dockner.at, € 9,–<br />

•<br />

Grüner Veltliner Kremstal DAC<br />

Ried Neuberg 2021<br />

Weingut Müller, Krustetten<br />

13 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Zarte gelbe Tropenfrucht, ein Hauch von<br />

Marille, kandierte Mandarinenzesten. Saftig,<br />

elegant, weißer Apfel, zarte Fruchtsüße,<br />

finessenreich und anhaftend, ein<br />

facettenreicher Speisenwein, verfügt über<br />

Reifepotenzial.<br />

weingutmueller.at, € 9,–<br />

•<br />

Grüner Veltliner Traisental DAC<br />

Classic 2021<br />

Winzerhof Erber, Oberwölbling<br />

12,5 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Zart blumig, weiße Blüten, zarte Nuancen<br />

von Apfel, etwas Blütenhonig. Mittlere<br />

Komplexität, weißes Kernobst, feine Säurestruktur,<br />

mineralisch-zitronig im Nachhall,<br />

bleibt gut haften, vielseitig einsetzbar.<br />

erber-wein.at, € 9,–<br />

•<br />

Grüner Veltliner Wachau DAC Ried<br />

Setzberg Federspiel 2021<br />

Weingut Roman Gritsch,<br />

Spitz an der Donau<br />

12,5 Vol.-%, Helles Gelbgrün, silberfarbene<br />

Reflexe. Einladender Duft nach gelbem<br />

Apfel, unterlegt mit Kardamom, zart nach<br />

Drachenfrucht. Saftig, elegant, feine<br />

Säurestruktur, mineralisch-salzig, Mangonoten,<br />

bereits gut antrinkbar, guter<br />

Speisenbegleiter. romangritsch.at, € 9,–<br />

•<br />

Grüner Veltliner Weinviertel DAC<br />

Ried Galgenberg 2021<br />

Weinhof Hannes Edlinger, Röschitz<br />

13 Vol.-%, Leuchtendes Gelbgrün, silberfarbene<br />

Reflexe. Einladender Duft nach<br />

gelber Tropenfrucht, zart nach Papaya,<br />

etwas Ananas, kandierte Clementinen,<br />

floraler Touch. Saftig, straff, feine, balancierte<br />

Säurestruktur, Weingartenpfirsich,<br />

unterlegt mit dunkler Mineralik, vielschichtige<br />

Länge, gutes Potenzial.<br />

edlinger-wein.at, € 9,–<br />

•<br />

Grüner Veltliner Kremstal DAC<br />

Pfarrweingarten 2021<br />

Weingut Josef Schmid, Stratzing<br />

12,5 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Zart nach Anis und Kräuterwürze, Grapefruitzesten,<br />

weißes Kernobst, mineralischer<br />

Touch. Mittlerer Körper, frischer<br />

Apfel, lebendig strukturiert, mineralischzitronig,<br />

ein vielseitiger Speisenbegleiter.<br />

j-schmid.at, € 9,20<br />

•<br />

Grüner Veltliner Wachau DAC Ried<br />

Frauenweingärten 2021<br />

Weingut Heinz und Adrienne Sigl,<br />

Rossatz<br />

12,5 Vol.-%, Mittleres Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Zart nach Ananas und Blütenhonig, ein<br />

Hauch von kandierten Orangenzesten,<br />

einladendes Bukett. Saftig, elegant, feine,<br />

gut integrierte Fruchtsüße, zart nach<br />

Pfirsich und Melone, frisch, mineralisch<br />

und bereits gut antrinkbar.<br />

weingut-sigl.at, € 10,–<br />

•<br />

Grüner Veltliner Wagram DAC Ried<br />

Schlossberg 2021, Weingut Ecker –<br />

Eckhof, Kirchberg am Wagram<br />

12,5 Vol.-%, Mittleres Grüngelb, silberfarbene<br />

Reflexe. Reife Tropenfrucht, etwas nach<br />

Kräutern, Blütenhonig, Papaya und Orangenzesten.<br />

Saftig, straff, elegant, lebendige<br />

Säurestruktur, leichtfüßig, feinwürzig,<br />

mineralischer Abgang, Apfelfrucht im<br />

Nachhall, guter Speisenbegleiter.<br />

eckhof.at, € 10,–<br />

•<br />

Grüner Veltliner Weinviertel DAC<br />

Nussberg 2021<br />

Weingut Wolfgang Seher, Platt<br />

13 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Gelbes Kernobst, zart nach Kräutern,<br />

Limettenzesten, Maracuja, ein Hauch von<br />

Guaven. Saftig, straff, feine Säurestruktur,<br />

mineralisch-salzig, feine Tabakwürze im<br />

Abgang, Apfelfrucht im Nachhall, bereits<br />

gut antrinkbar. weingutseher.at, € 10,–<br />

•<br />

Grüner Veltliner Ried Hengsberg<br />

2021, Weingut Stift Klosterneuburg,<br />

Klosterneuburg<br />

13 Vol.-%, Helles Grüngelb, silberfarbene<br />

Reflexe. Zart nach Kräutern, etwas nach<br />

Blütenhonig, reife Tropenfrucht, kandierte<br />

Orangenschalen. Saftig, elegant, gut<br />

eingebundene Säurestruktur, mineralisch,<br />

feinwürzig, zart nach Mango im Abgang,<br />

Birne im Nachhall, guter Speisenbegleiter.<br />

stift-klosterneuburg.at, € 10,90<br />

•<br />

Grüner Veltliner Wachau DAC Ried<br />

Frauenweingärten Federspiel 2021<br />

Weingut Georg Frischengruber, Rossatz<br />

12,5 Vol.-%, Mittleres Gelbgrün, Apero.<br />

Feiner Blütenhonig unterlegt reife Mango<br />

und Honigmelone, ein Hauch von Melisse,<br />

zart nach Orangenzesten. Saftig, elegant,<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

275<br />

BESTE LAGEN –<br />

NACHHALTIG – VEGAN<br />

Erstklassige<br />

Grüne Veltliner<br />

und Rieslinge<br />

mit Herkunft!<br />

Die Löss- und Rollschotterböden<br />

des südlichen Kamptales<br />

prägen die Weine des Weingutes<br />

auf eindrucksvolle Art.<br />

Weingut Schmid<br />

Schloss Straße 56, A-3550 Gobelsburg<br />

WWW.SCHMIDWEIN.AT


tasting / GRÜNER VELTLINER GRAND PRIX <strong>2022</strong><br />

integrierter Säurebogen, mineralisch, Golden<br />

Delicious im Abgang, guter Speisenbegleiter.<br />

frischengruber.at, € 11,–<br />

•<br />

Grüner Veltliner Kremstal DAC<br />

Rohrendorf Kaiserstiege 2021<br />

Weingut Hermann Moser, Rohrendorf<br />

12,5 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Ein Hauch von Anis und Ananas, feiner Blütenhonig,<br />

kandierte Orangenzesten unterlegt.<br />

Komplex, frischer Apfel, feine fruchtige<br />

Süße, angenehme Säurestruktur, bleibt<br />

haften, gutes Entwicklungspotenzial.<br />

moser-hermann.at, € 11,50<br />

•<br />

Grüner Veltliner Kremstal DAC<br />

Kaiserstiege 2021<br />

Weingut Josef & Philipp Bründlmayer,<br />

Grunddorf<br />

13 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Zart nach frischer Birne, ein Hauch von<br />

Mango, feine Kräuterwürze, ein Hauch von<br />

Biskuit, Orangenzesten. Saftig, elegant, frischer<br />

Apfel, feine Säurestruktur, mineralisch,<br />

bleibt hängen, gutes Reifepotenzial,<br />

feinwürziger Nachhall.<br />

philipp-bruendlmayer.at, € 12,–<br />

•<br />

BIO Grüner Veltliner Traisental<br />

DAC Nussdorf Obere Steigen 2021<br />

Weingut Markus Huber, Reichersdorf<br />

12,5 Vol.-%, Helles Gelbgrün, silberfarbene<br />

Reflexe. Zarte gelbe Apfelfrucht, etwas<br />

Ananas und Mango, frische Wiesenkräuter,<br />

einladendes Bukett. Mittlerer Körper, feine<br />

Kernobstnuancen, frischer Säurebogen, lebendig<br />

und gut anhaftend, ein vielseitiger<br />

Speisenbegleiter.<br />

weingut-huber.at, € 12,–<br />

•<br />

BIO Grüner Veltliner Kamptal<br />

DAC Langenlois Ried Berg Vogelsang<br />

2021, Weingut Bründlmayer,<br />

Langenlois<br />

12,5 Vol.-%, Helles Grüngelb, Silberreflexe.<br />

Dunkle Mineralik, etwas nach Maracuja, ein<br />

Hauch von Kräutern, zart nach Blütenhonig,<br />

Orangenblüten klingen an. Saftig,<br />

straff, engmaschig, extraktsüß nach Apfel,<br />

frisch und mineralisch-salzig, würziger<br />

Nachhall, ein leichtfüßiger Speisenbegleiter.<br />

bruendlmayer.at, € 14,90<br />

•<br />

Grüner Veltliner Kremstal DAC Ried<br />

Schnabel 2021<br />

Weingut Felsner, Grunddorf<br />

13 Vol.-%, Mittleres Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Feine Wiesenkräuter, gelbe Apfelfrucht,<br />

ein Hauch von Gewürzen, etwas nach<br />

Orangenschalen. Saftig, elegant, facettenreiche<br />

Säurestruktur, kraftvoll, Kernobstnoten<br />

im Abgang, fruchtsüßer Nachhall,<br />

guter Speisenbegleiter.<br />

weingut-felsner.at, € 15,90<br />

•<br />

Grüner Veltliner Kremstal DAC<br />

Wieden 2021, Weingut Salomon<br />

Undhof, Stein an der Donau<br />

12,9 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Zarte Gewürznuancen, ein Hauch von Anis,<br />

gelbes Kernobst, frische Wiesenkräuter.<br />

Mittlere Komplexität, elegant, schlanke<br />

Textur, weißer Apfel, frische Struktur,<br />

mineralisch-salzig im Abgang, verfügt über<br />

Entwicklungspotenzial.<br />

salomonwein.at, € 15,95<br />

91<br />

•<br />

Grüner Veltliner 2021<br />

Weingut Berger, Röschitz<br />

12,6 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Frischer weißer Apfel, Limettenzesten, tabakige<br />

Nuancen, leichtfüßig, dabei kernig<br />

und frisch, lebendig strukturiert, weißes<br />

Kernobst, zitroniger Touch im Nachhall.<br />

bergerwein.at, € 4,90<br />

•<br />

Grüner Veltliner Ried Reipersberg<br />

2021, Weingut Daffert, Roggendorf<br />

12,2 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Zart nach Wiesenkräutern, weißer Apfel,<br />

floraler Touch, Limettenzesten. Mittlerer<br />

Körper, weißer Apfel, feine Säurestruktur,<br />

zitroniger Touch, mineralisch-salziger<br />

Nachhall, gutes Reifepotenzial.<br />

winzerhof-daffert.com, € 6,40<br />

•<br />

Grüner Veltliner Wagram DAC<br />

Sandstein 2021<br />

Weingut Josef Fritz, Zaußenberg<br />

12,8 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Mit Zitruszesten unterlegte weiße Kernobstnuancen,<br />

ein Hauch von Mandarinen<br />

und Wiesenkräutern im Hintergrund.<br />

Saftig, gelber Apfel, frischer Säurebogen,<br />

zarte Fruchtsüße, mineralisch und gut<br />

anhaftend. weingut-fritz.at, € 6,50<br />

•<br />

Grüner Veltliner Weinviertel DAC<br />

Classic 2021, Weingut Humer, Hohenwarth-Mühlbach<br />

am Manhartsberg<br />

12,5 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Zart nach Wiesenkräutern, gelbe Kernobstnuancen,<br />

etwas Mango, ein Hauch von<br />

Orangenzesten. Straff, mittlerer Körper,<br />

frischer Säurebogen, zitroniger Touch im<br />

Abgang, ein leichtfüßiger Speisenbegleiter.<br />

weingut-humer.at, € 6,80<br />

•<br />

Grüner Veltliner Ried Reipersberg<br />

2021, Weingut Blaha, Röschitz<br />

13 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Frischer weißer Apfel, zart nach Birnen<br />

und Mandarinenzesten. Straff, mineralisch,<br />

weiße Frucht, lebendiger Säurebogen,<br />

Limetten im Abgang, salziger Nachhall,<br />

vielseitig einsetzbar.<br />

weingut-blaha.at, € 6,90<br />

•<br />

Grüner Veltliner Weinviertel DAC<br />

Selection 2021, Kellerheuriger Weinbau<br />

Fröschl, Staatz-Kautendorf<br />

13 Vol.-%, Helles Grüngelb, Silberreflexe.<br />

Reife gelbe Apfelfrucht, zart nach Marille,<br />

Nuancen von Orangenzesten, tabakiger<br />

Anklang. Mittlerer Körper, weiße Fruchtnuancen,<br />

eingebundene Säurestruktur,<br />

mineralisch und gut anhaftend, ein<br />

eleganter Speisenbegleiter.<br />

froeschl.leo@aon.at, € 6,90<br />

•<br />

Grüner Veltliner Weinviertel DAC<br />

Grüner Veltliner Optimus 2021<br />

Weinbau Mattes, Dürnleis<br />

12,5 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Zart nach Wiesenkräuter, gelbe Apfelfrucht,<br />

etwas Mango, ein Hauch von Blütenhonig.<br />

Saftig, weiße Kernobstnuancen,<br />

frischer Säurebogen, zitronig-salzig im<br />

Abgang, ein lebendiger Speisenbegleiter.<br />

weingut.weinbaumattes.at<br />

€ 7,–<br />

•<br />

Grüner Veltliner Weinviertel DAC<br />

Ried Breiteln 2021, Weingut Harald<br />

Breitenfelder, Kleinriedenthal<br />

12,8 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Zart nach weißem Apfel, Limettenzesten,<br />

etwas Mango, mineralischer Touch. Mittlerer<br />

Körper, zarte Birnenfrucht, frisch<br />

strukturiert, ausgewogen, ein vielseitiger<br />

Speisenbegleiter mit Reifepotenzial.<br />

weingut-breitenfelder.at, € 7,50<br />

•<br />

Grüner Veltliner Kremstal DAC<br />

Furth Ziesel 2021<br />

Weingut Petra Unger, Furth-Palt<br />

12,5 Vol.-%, Mittleres Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Frischer gelber Apfel, etwas<br />

Mango, dezente Kräuterwürze, tabakige<br />

Nuancen. Mittlerer Körper, weißer Apfel,<br />

frischer Säurebogen, zitronig-salzig im Abgang,<br />

ein schwungvoller Speisenbegleiter.<br />

ungerwein.at, € 7,90<br />

•<br />

Grüner Veltliner Wachau DAC<br />

Mautern Tassilo 2021<br />

Weingut Müller, Krustetten<br />

12,7 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Zart floral, zitronige Nuancen, frischer<br />

Apfel, ein Hauch von Kräutern. Schlank,<br />

dezent Noten von Kernobst, mineralischer<br />

Kern, frisch strukturiert, tabakiger Nachhall,<br />

vielseitiger Speisenbegleiter.<br />

weingutmueller.at, € 7,90<br />

•<br />

Grüner Veltliner Passion 2021<br />

Weingut Petricek, Unternalb<br />

13 Vol.-%, Helles Grüngelb, Silberreflexe.<br />

Verhalten, zarte gelbe Apfelfrucht, tabakige<br />

Nuancen, ein Hauch von Orangenzesten.<br />

Mittlerer Körper, weißer Apfel,<br />

frisch strukturiert, lebendig, salziger Touch<br />

im Abgang, knackiger Stil, bleibt haften.<br />

petricek-wein.at, € 7,90<br />

•<br />

Grüner Veltliner Kremstal DAC<br />

Kalk & Stein 2021, Weingut Meinhard<br />

Forstreiter, Krems-Hollenburg<br />

12,5 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Frische Wiesenkräuter, ein Hauch von Apfel,<br />

Nuancen von gelber Birne und Honigmelone.<br />

Mittlerer Körper, feines Kernobst,<br />

frisch strukturiert, mineralisch-salzig,<br />

leichtfüßiger, dabei engmaschiger Stil.<br />

forstreiter.at, € 8,–<br />

•<br />

Grüner Veltliner Ausstich 2021<br />

Weingut Setzer, Hohenwarth<br />

12,5 Vol.-%, Helles Gelbgrün, silberne<br />

Reflexe. Einladende gelbe Tropenfruchtnoten,<br />

ein Hauch von Blütenhonig, zarte<br />

Gewürznoten. Saftig, elegant, mineralisch,<br />

gut integrierter Säurebogen, Maracuja im<br />

Abgang, guter Speisenbegleiter.<br />

weingut-setzer.at, € 8,70<br />

•<br />

Grüner Veltliner Vinea Marlene 2021<br />

Bioweingut Staringer, Stillfried<br />

12 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Limettenzesten, weiße Apfelfrucht,<br />

mineralisch, noch etwas zurückhaltendes<br />

Bukett. Straff, elegant, gute Frische,<br />

zitronig-mineralisch im Abgang, ein<br />

lebendiger Speisenbegleiter.<br />

weingut-staringer.at, € 8,80<br />

•<br />

Grüner Veltliner 2021<br />

Weinbau Schuster,<br />

Alberndorf im Pulkautal<br />

12,7 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Floral, zart gewürzig, weiße Apfelfrucht,<br />

ein Hauch von Mandarinenzesten. Straff,<br />

engmaschig, lebendiger Säurebogen, zitronig<br />

im Abgang, bleibt haften, ein lebendiger<br />

Sommerwein, bereits gut antrinkbar.<br />

wein-schuster.at, € 9,–<br />

•<br />

Grüner Veltliner Wagram DAC Ried<br />

Steinberg 2021, Weingut Ecker –<br />

Eckhof, Kirchberg am Wagram<br />

12,5 Vol.-%, Helles Grüngelb, silberfarbene<br />

Reflexe. Weiße Tropenfrucht, zarte Kräuterwürze,<br />

etwas nach Orangenzesten,<br />

gelbe Apfelfrucht. Staff, elegant, feine<br />

Säurestruktur, mineralisch-salzig, Pfirsich-<br />

Fotos: Peter Moser<br />

276 falstaff aug <strong>2022</strong>


touch, bleibt gut haften, vielseitiger Speisenbegleiter.<br />

eckhof.at, € 9,50<br />

•<br />

Grüner Veltliner Weinviertel DAC<br />

Alte Reben 2021, Dürnberg, Falkenstein<br />

12,5 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Zart nach frischem gelbem Apfel, ein<br />

Hauch von Birne und Mango im Hintergrund,<br />

zart nach Wiesenkräutern. Mittlere<br />

Komplexität, weißes Kernobst, frischer<br />

Säurebogen, mineralisch-zitronig im<br />

Abgang, vielseitig einsetzbar.<br />

duernberg.at, € 10,90<br />

•<br />

Grüner Veltliner Kamptal DAC<br />

Ried Wechselberg 2021<br />

Weingut Johann Topf,<br />

Straß im Straßertale<br />

12,5 Vol.-%, Mittleres Gelbgrün, silberfarbene<br />

Reflexe. Zart nach Wiesenkräutern,<br />

etwas reife Apfelfrucht, dunkle Mineralik,<br />

mit Orangenschalen unterlegt. Mittlerer<br />

Körper, kraftvoll, facettenreich, feinwürzig,<br />

leichtfüßig, etwas nach Kernobst im<br />

Abgang, unkomplizierter Speisenbegleiter.<br />

weingut-topf.at, € 12,40<br />

•<br />

Grüner Veltliner Wagram DAC<br />

Ried Schafflerberg 2021<br />

Weingut Leth, Fels am Wagram<br />

12,5 Vol.-%, Mittleres Grüngelb, silberfarbene<br />

Reflexe. Feiner Blütenhonig, etwas nach<br />

Mango, zart nach Quitte, kandierte Orangenzesten.<br />

Saftig, straff, extraktsüß nach<br />

Maracuja, feinwürziger Abgang, balancierte<br />

Säurestruktur, guter Speisenbegleiter.<br />

weingut-leth.at, € 12,40<br />

•<br />

Grüner Veltliner Ried Piri 2021<br />

Wein-Gut Nigl, Senftenberg<br />

12,5 Vol.-%, Mittleres Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Frische Orangenzesten, ein Hauch von<br />

Mango, Nuancen von Blütenhonig, einladendes<br />

Bukett. Mittlerer Körper, süße<br />

Birnennuancen, frisch strukturiert,<br />

mineralisch-zitronig, ein vielseitiger,<br />

bereits gut entwickelter Speisenbegleiter.<br />

weingutnigl.at<br />

€ 14,95<br />

•<br />

Grüner Veltliner Kremstal DAC<br />

Palt Ried Höhlgraben 2021<br />

Weingut Malat, Furth bei Göttweig<br />

12,5 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Zart rauchige Kräuterwürze, feine weiße<br />

Apfelfrucht, ein Hauch von Mandarinenzesten,<br />

tabakige Würze. Mittlerer Körper,<br />

frisches Kernobst, etwas Melone, feiner<br />

Säurebogen, mineralisch-zitronig im Nachhall,<br />

vielseitig einsetzbar. malat.at, € 15,–<br />

•<br />

Grüner Veltliner Kamptal DAC<br />

Langenlois 2021<br />

Weingut Fred Loimer, Langenlois<br />

12,5 Vol.-%, Mittleres Goldgelb, Silberreflexe.<br />

Feine gelbe Apfelfrucht, Kräuterwürze,<br />

tabakige Nuancen, Quittenfrucht, mit<br />

Bergamotte unterlegt. Saftig, elegant,<br />

straff, gelbes Kernobst, mineralisch,<br />

bereits gut antrinkbar. loimer.at, € 16,–<br />

90<br />

•<br />

Grüner Veltliner Weinviertel DAC<br />

Selection 2021<br />

Weingut Johannes Hofer, Auersthal<br />

12,8 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Zart tabakig-kräuterwürzig unterlegte gelbe<br />

Kernobstnuancen, mineralischer Touch.<br />

Straff, elegant, feine weiße Apfelfrucht,<br />

integrierter Säurebogen, zitronig-mineralischer<br />

Nachhall. cat-wine.at, € 5,50<br />

•<br />

Grüner Veltliner Ried Brenner 2021<br />

Weingut Pröll, Radlbrunn<br />

12,5 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Zarte Kräuterwürze, ein Hauch von Tabak,<br />

zarte gelbe Apfelfrucht, mineralischer<br />

Touch. Mittlerer Körper, weiße Birnenfrucht,<br />

feine Säurestruktur, zart salzig-zit-<br />

Wer sagt, Gelassenheit<br />

könne kein Herzklopfen<br />

bereiten?<br />

Der neue Nissan ARIYA<br />

100 % elektrisch. Bis zu 533 km* Reichweite.<br />

Nissan ARIYA: Stromverbrauch kombiniert für Nissan ARIYA 87 kWh (178 kW): 17,5 kWh/100 km;<br />

CO₂-Emissionen kombiniert: 0 g/km.<br />

*Die Angaben zur Reichweite wurden im gemischten Zyklus gemäß WLTP ermittelt und entsprechen<br />

u. U. nicht der tatsächlichen Reichweite.<br />

nissan.at


tasting / GRÜNER VELTLINER GRAND PRIX <strong>2022</strong><br />

ronig im Abgang.<br />

weingut-proell.at, € 6,–<br />

•<br />

Grüner Veltliner Weinviertel DAC<br />

Altes Gebirge 2021<br />

Weingut Lachinger, Prottes<br />

12,5 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Zart nach frischen Orangenzesten, ein<br />

Hauch von Golden Delicious-Apfel,<br />

tabakige Nuancen, etwas Wiesenkräuter.<br />

Schlank, weiße Frucht, zitroniger Kern,<br />

mineralisch-salziger Nachhall.<br />

lachinger-wein.at, € 6,50<br />

•<br />

Grüner Veltliner Weinviertel DAC<br />

Classic 2021, Winzerhof Stift, Röschitz<br />

12,5 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Zart nach Wiesenkräutern, weiße Apfelfrucht,<br />

ein Hauch von Limette, mineralischer<br />

Touch. Saftig, kernig, zart nach<br />

reifem grünen Apfel, feiner Säurebogen,<br />

leichtfüßiger, animierender Stil.<br />

winzerhof-stift.at, € 6,80<br />

•<br />

Grüner Veltliner Kamptal DAC<br />

Classic 2021, Winzerhof Burgstaller,<br />

Schönberg am Kamp<br />

11,9 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Zart nach Mandarinenzesten, gelbe Apfelfrucht,<br />

etwas Birne, feiner Blütenhonig.<br />

Saftig, ausgewogen, frisch strukturiert,<br />

salzig-zitronig im Nachhall, ein lebendiger<br />

Speisenbegleiter.<br />

winzerhof-burgstaller.at, € 6,90<br />

•<br />

Grüner Veltliner Weinviertel DAC<br />

Ladenbau 2021<br />

Weingut Puhr, Obermarkersdorf<br />

12,8 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Etwas verhaltenes Bukett, zart nach Apfel,<br />

etwas Mango, auch ein Hauch von Birne.<br />

Leichtfüßig, weißes Kernobst, frisch<br />

Der Grüne Veltliner ist<br />

<strong>Österreich</strong>s dominante<br />

Sorte. Im Jahrgang 2021<br />

zeigt er sich von seiner<br />

allerbesten Seite.<br />

strukturiert, balanciert, bietet unkompliziertes<br />

Trinkvergnügen.<br />

weingutpuhr.at, € 6,90<br />

•<br />

Grüner Veltliner Kamptal DAC<br />

Langenlois 2021<br />

Weingut Rudolf Rabl, Langenlois<br />

12,5 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Feine Tabakwürze, ein Hauch von Orangenzesten,<br />

zart nach gelber Apfelfrucht,<br />

Melisse klingt an. Saftig, feine Säurestruktur,<br />

mineralisch-zitronig, ein Hauch von<br />

Apfelfrucht, frisches Finish, trinkanimierender<br />

Stil. weingut-rabl.at, € 7,50<br />

•<br />

Grüner Veltliner Kamptal DAC<br />

2021, Weingut Steininger, Langenlois<br />

12,5 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Feine Apfelfrucht, etwas nach Maracuja,<br />

zart nach Wiesenkräutern, mit einem<br />

Hauch von Birne unterlegt. Mittlerer<br />

Körper, feine Säurestruktur, extraktsüß,<br />

gelbe Tropenfrucht im Abgang, sehr gutes<br />

Trinkanimo.<br />

weingut-steininger.at, € 8,–<br />

•<br />

Grüner Veltliner Kamptal DAC vom<br />

Löss 2021, Weingut Eitzinger,<br />

Langenlois<br />

12,2 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Zart nach gelbem Apfel, Nuancen von<br />

Honigmelone, ein Hauch von Wiesenkräutern.<br />

Straff strukturiert, kernig, ein Hauch<br />

von Birne, Lindenblüten im Abgang,<br />

zitroniger Touch im Finale, süßer<br />

Nachhall. eitzinger.at, € 8,–<br />

•<br />

Grüner Veltliner Weinviertel DAC<br />

2021, Weingut Frank, Herrnbaumgarten<br />

12,5 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Feine Kräuterwürze, etwas nach Apfel, ein<br />

Hauch von Orangenzesten, frisches Bukett.<br />

Saftig, elegant, feine Säurestruktur,<br />

mineralisch-salzig, weißes Kernobst, bereits<br />

gut antrinkbar.<br />

weingutfrank.at, € 8,50<br />

•<br />

Grüner Veltliner Weinviertel DAC<br />

2021, Weingut Ingrid Groiss,<br />

Breitenwaida<br />

12,5 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Zart nach frischem Apfel,<br />

tabakige Nuancen, ein<br />

Hauch von Wiesenkräutern.<br />

Mittlere Komplexität,<br />

Kernobstnuancen,<br />

lebendig strukturiert,<br />

fruchtige<br />

Süße im Abgang,<br />

bietet unkompliziertes<br />

Trinkvergnügen.<br />

ingrid-groiss.at<br />

€ 8,50<br />

•<br />

Grüner Veltliner<br />

Kies 2021<br />

Weingut Kurt Angerer,<br />

Lengenfeld<br />

12,5 Vol.-%, Helles Gelbgrün, silberfarbene<br />

Reflexe. Zarte Kräuternoten, ein<br />

Hauch von Quitte, dezente Note von Melisse,<br />

dunkle Mineralik. Saftig, feine<br />

Struktur, würzig, balanciert, weiße Apfelfrucht,<br />

frisches Finish, bereits gut antrinkbar.<br />

kurt-angerer.at, € 8,60<br />

•<br />

BIO Grüner Veltliner Weinviertel<br />

DAC Bio 2021, BIO Weingut Gruber<br />

Röschitz, Röschitz<br />

12,4 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Feine Wiesenkräuter, etwas nach Granny-<br />

Smith-Apfel, ein Hauch von Clementinen,<br />

etwas Limetten. Mittlerer Körper, balancierte<br />

Säurestruktur, leichtfüßig, Birnenfrucht<br />

im Abgang, bereits gut antrinkbar,<br />

unkomplizierter, vielseitiger Stil.<br />

gruber-roeschitz.at<br />

€ 8,60<br />

•<br />

Grüner Veltliner Weinviertel DAC<br />

Haiden 2021, Weingut R. & A. Pfaffl,<br />

Stetten<br />

13 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Zarte Kräuternoten, unterlegt mit Blütenhonig,<br />

ein Hauch von Maracuja und Papaya.<br />

Saftig, feine Säurestruktur, weitmaschig,<br />

zart nach Apfelfrucht, würziger Nachhall,<br />

bereits gut antrinkbar.<br />

pfaffl.at, € 8,70<br />

•<br />

Grüner Veltliner Kremstal DAC Ried<br />

Wolfsgraben Mayr 2021<br />

Weingut Buchegger, Droß<br />

12,5 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Zart nach Mandarinenzesten, gelber Apfel,<br />

ein Hauch von Honigmelone, einladendes<br />

Bukett. Mittlerer Körper, frischer weißer<br />

Apfel, mineralisch-zitronig im Abgang,<br />

bereits gut antrinkbar.<br />

buchegger.at, € 8,90<br />

•<br />

Grüner Veltliner Kamptal DAC Ried<br />

Stangl 2021, Weingut Weixelbaum,<br />

Straß im Straßertale<br />

13 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Feine Kräuternoten, zart nach weißem<br />

Apfel, tabakig, Guaven und Zitruszesten<br />

klingen an. Saftig, elegant, feine Säurestruktur,<br />

feinwürzig, Kernobstnoten im<br />

Abgang, bereits gut antrinkbar.<br />

invinoweix.at, € 9,–<br />

•<br />

Grüner Veltliner Wagram Ried<br />

Rosengarten 2021, Weingut Meinhard<br />

Forstreiter, Krems-Hollenburg<br />

13 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Zart nach Orangenzesten, Golden<br />

Delicious-Apfel, ein Hauch von Honigmelone,<br />

einladendes Bukett. Saftig, elegant,<br />

runde Textur, dezenter Säurebogen, zart<br />

nach Birne, milder, dezent fruchtsüßer<br />

Abgang.<br />

forstreiter.at, € 9,50<br />

•<br />

Grüner Veltliner Wachau DAC<br />

Mautern Ried Süssenberg Federspiel<br />

2021, Weingut Hutter Silberbichlerhof,<br />

Mautern an der Donau<br />

12,5 Vol.-%, Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Frischer grüner Apfel, ein Hauch von<br />

Melone, zarter Limettentouch, mineralisch<br />

unterlegt. Mittlerer Körper, zart nach<br />

weißem Kernobst, frischer Säurebogen,<br />

zitronig im Abgang, vielseitig einsetzbar.<br />

hutter-wachau.at, € 9,90<br />

Fotos: Shutterstock, Peter Moser<br />

278 falstaff aug <strong>2022</strong>


GRÜNER VELTLINER<br />

GRÜNER<br />

GENUSS MIT<br />

TR ADITION<br />

Grüner Veltliner erfreut sich hierzulande<br />

größter Beliebtheit. Damit hat sich die<br />

Rebsorte den Titel der wichtigsten<br />

Weinsorte <strong>Österreich</strong>s auch redlich verdient.<br />

Tradition und Innovation<br />

im Kreislauf der Natur<br />

Es sind die Begeisterung und die<br />

Faszination für Wein, die unser Schaffen<br />

begleiten. Die Einzigartigkeit der<br />

Weine liegt im besonderen Zusammenspiel<br />

von Natur und Handwerk.<br />

Die vom Manhartsberg geprägten<br />

Urgesteinsböden aus Granit und Gneis<br />

verleihen den Weinen Mineralität und<br />

Tiefgang. Kombiniert mit jahrzehntelanger<br />

Erfahrung, modernem Wissen<br />

und der Liebe zur Natur bringen wir<br />

den Geschmack der Traube in die Flasche.<br />

Die Erwartungen, die Zufriedenheit<br />

und die Freude der Kunden stehen<br />

im Mittelpunkt und motivieren uns<br />

Jahr für Jahr aufs Neue. Gerald Pass<br />

führt in vierter Generation den Weinbaubetrieb<br />

im westlichen Weinviertel.<br />

Tradition kombiniert mit stetiger<br />

Weiterentwicklung, modernem Wissen<br />

und Mut zur Veränderung sind die<br />

Grundpfeiler für sein Handwerk. Sein<br />

Augenmerk liegt in der vielfältigen<br />

Zusammenarbeit mit der Natur.<br />

WEINGUT PASS<br />

Etzmannsdorf 11<br />

3722 Straning-Grafenberg<br />

T: +43 2984 3381<br />

weingut-pass.at<br />

ADVERTORIAL Foto: Shutterstock; © Martin Lifka; Nimo Zimmerhackl; Beigestellt<br />

Ried Karl – das kleine Kar<br />

Kamptals »große« Lage für<br />

Grünen Veltliner<br />

Die Riede Karl ist eine Kamptaler<br />

Toplage, gelegen auf einer Seehöhe<br />

von 330 Meter, höher als die<br />

allermeisten Lagen des Kamptals.<br />

Die Bezeichnung »Karl« stammt<br />

ursprünglich vom althochdeutschen<br />

Ausdruck »char« und wird mit Gefäß<br />

oder Trog gleichgesetzt. Gemeint ist<br />

ihre Form, die einem Kessel ähnelt.<br />

»Die spezielle Topografie mit dem<br />

angrenzenden Wald, die für ideale<br />

klimatische Bedingungen sorgt, sowie<br />

der tiefgründige Löss und die nach<br />

Südosten bzw. Südwesten ausgerichteten<br />

Terrassen sind die besten<br />

Voraussetzungen für unsere Veltliner.<br />

Mit einer Fläche von rund zehn Hektar<br />

verteilt auf 13 Terrassen, ist die Riede<br />

Karl eine der Säulen unseres Weinguts.<br />

Das Ergebnis sind ausdrucksstarke<br />

und komplexe Veltliner, die wir<br />

jedes Jahr lagenrein als DAC Reserve<br />

abfüllen«, erläutert Winzer Franz Etz.<br />

WEINGUT ETZ<br />

Hauptstraße 27, 3492 Walkersdorf<br />

T: +43 676 9006955<br />

office@etzwine.at<br />

etzwine.at<br />

Im Genuss des<br />

Röschitzer Terroirs<br />

Franz Stift nutzt die einzigartigen<br />

klimatischen und geologischen Gegebenheiten<br />

um Röschitz geschickt, um<br />

Weine mit prägnantem Charakter zu<br />

keltern. Im Einklang mit der Natur und<br />

durch einfühlsame Arbeit im Keller<br />

entstehen finessenreiche Weine.<br />

Der Betrieb wurde 2020 um einen<br />

modernen Kellerneubau ergänzt.<br />

Dem Terroir entsprechend dominieren<br />

Weißweinsorten an den Abhängen des<br />

Manhartsbergs, wo Urgesteinsinseln<br />

zwischen Lösshängen für Pikanz,<br />

Fruchtfülle und feine Mineralität<br />

sorgen. Als Leitsorte dient der<br />

Grüne Veltliner, den es hier in etlichen<br />

Varianten gibt – von leicht und spritzig<br />

bis kraftvoll und extraktreich. Auf dem<br />

so typischen Verwitterungsgranit um<br />

Röschitz vinifizieren die Stifts auch<br />

sehr erfolgreich ausdrucksstarke<br />

Rieslinge.<br />

Event-Tipp: Jazz im Winzerhof Stift<br />

am 3. September<br />

WINZERHOF STIFT<br />

Lange Zeile 6, 3743 Röschitz<br />

T: +43 2984 3144<br />

winzerhof-stift.at<br />

aug <strong>2022</strong> falstaff 279


tasting / FURMINT<br />

Die Böden vulkanischen<br />

Ursprungs prägen die<br />

Weinberge in Tokaj und<br />

sind für Furmint perfekt.<br />

TOK AJI'S<br />

TROCK ENE<br />

VERWANDTE<br />

Foto: Shutterstock<br />

280<br />

falstaff<br />

aug <strong>2022</strong>


Seit die Nachfrage nach den legendären Süßweinen aus dem Nordosten schwindet, bauen<br />

viele Betriebe vermehrt trockene Weißweine aus. Mit großem Erfolg gelingt dies mit dem<br />

Furmint, der nun auch in den westlichen Nachbarländern eine Renaissance erfährt.<br />

TEXT & NOTIZEN VON PETER MOSER<br />

Die weiße Rebsorte Furmint<br />

scheint das pannonische<br />

Klima zu schätzen und kommt<br />

mit der zunehmenden Wärme<br />

und Trockenheit besser<br />

zurecht als andere, vergleichbare Varietäten.<br />

Ihr Hauptverbreitungsgebiet liegt in<br />

Ungarn, wo sie als wichtigste Zutat für den<br />

süßen Tokajer seit Jahrhunderten kultiviert<br />

wird. In der Epoche der Donaumonarchie<br />

war sie unter den Synonymen Zapfner, Seeweinstock<br />

oder Mosler auch in anderen<br />

Teilen des Habsburgerreiches verbreitet,<br />

heute kehrt sie wieder vermehrt in Gebiete<br />

zurück, die in der Slowakei, <strong>Österreich</strong><br />

oder Slowenien liegen. Eine junge Generation<br />

von Winzern macht sich nun daran,<br />

dieser facettenreichen Sorte mit ihrem<br />

feinen Quittenton auch als trockenem<br />

Weißwein bislang unbekannte Nuancen zu<br />

entlocken. Die Resultate sind beeindruckend.<br />

Denn der Furmint scheint gerade in<br />

Zeiten des fortschreitenden Klimawandels<br />

an Bedeutung zu gewinnen, weil er die<br />

Bedingungen gut annimmt und der Wein<br />

mit einer angenehm präsenten Säurestruktur<br />

aufwartet, der ihn in eine Reihe mit<br />

Spitzensorten von Riesling bis zum griechischen<br />

Assyrtiko stellt. Wir haben versucht,<br />

eine erste Bilanz zu ziehen, und reinsortige<br />

trockene Muster aus den angesprochenen<br />

Ländern gesammelt und verkostet. Auf den<br />

folgenden Seiten finden sich die Verkostungsnotizen<br />

aller Weine bis zu erreichten<br />

92 Punkten, weitere Exemplare haben wir<br />

in der <strong>Falstaff</strong>-Online-Datenbank bereit<br />

gestellt. Insgesamt waren es 56 Furmintweine,<br />

die für eine sehr hochwertige und<br />

spannende Verkostung sorgten.<br />

aug <strong>2022</strong> falstaff 281


tasting / FURMINT<br />

97<br />

•<br />

Szepsy Úrágya Furmint 2017<br />

Szepsy István, Mád<br />

14 Vol.-%, VL. Mittleres Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Feuchter Kies und Blütenhonig, feine<br />

gelbe Frucht, rauchig-nussig unterlegt,<br />

mit Luft, reife Birnen und Mango sowie<br />

kandierte Orangenzesten. Komplex, straff,<br />

puristische weiße Frucht, finessenreicher,<br />

mundwässernder Säurebogen, zitronig und<br />

leichtfüßig wirkend, Limetten und Salz im<br />

Abgang, bleibt lange haften, frische Orangen<br />

im Nachhall, eine Benchmark für die<br />

neue Generation der trockenen Furmintweine<br />

aus diesem einzigartigen Terroir.<br />

bortarsasag.hu, € 42,16<br />

96<br />

•<br />

Furmint Garten Eden »Autark« 2019<br />

Weinbau Wenzel, Rust<br />

13 Vol.-%, NK. Helles Goldgelb, Silberreflexe.<br />

Zart kräuterwürzig unterlegte gelbe<br />

Apfel-Quittennote, ein Hauch von Marille<br />

und Blütenhonig, einladendes Bukett, zart<br />

nach feuchtem Kies. Saftig, elegant, ausgewogen,<br />

feiner Säurebogen, Nuancen von<br />

Mango am Gaumen, mineralisch, kandierte<br />

Zitruszesten im Abgang, delikat und harmonisch,<br />

toller Trinkfluss, zart salzig im<br />

Finish, ungemein animierender Stil, bereits<br />

perfekt trinkreif.<br />

waltersfeineweine.berl.at, € 42,90<br />

•<br />

Szepsy Szent Tamás Tokaji Furmint<br />

2016, Szepsy István, Mád<br />

13,5 Vol.-%, VL. Helles Goldgelb, Silberreflexe.<br />

Kandierte Mandarinenzesten, etwas<br />

Quittengelee, Ginsterblüten, Orangen, zarter<br />

Honig, sehr facettenreiches Bukett.<br />

Engmaschig, feiner Walnusstouch, gelbe<br />

Birnenfrucht, angenehmer Säurebogen,<br />

elegant, Apfeltouch im Abgang, saliner<br />

Anklang, mineralisch und gut anhaftend,<br />

ein harmonischer Speisenbegleiter, gut<br />

entwickelt, mit weiterem Reifepotenzial<br />

ausgestattet. bortarsasag.hu, € 65,24<br />

95<br />

•<br />

Szepsy Percze Tokaji Furmint 2018<br />

Szepsy István, Mád<br />

15 Vol.-%, VL. Helles Goldgelb, Silberreflexe.<br />

Zart rauchig unterlegte Nuancen von<br />

kandierten Orangenzesten, reife Birne, ein<br />

Hauch von Mandeln, ein Hauch von Blütenhonig<br />

und Quitten. Saftig, komplex, weißes<br />

Kernobst, rassiger Säurebogen, salzige Mineralität,<br />

intensiver Abgang, weiße Apfelfrucht,<br />

fast pfeffrig im Nachhall, zarter Eichenwürzetouch<br />

im Rückgeschmack, große<br />

Länge, sicheres Potenzial. Percze ist<br />

die kleinste Riede in Mád, die 1730 als Erstgewächs<br />

eingestuft wurde, 1.440 Fl.<br />

wurden erzeugt. bortarsasag.hu, € 36,64<br />

•<br />

Furmint Garten Eden 2016<br />

Weinbau Wenzel, Rust<br />

13,5 Vol.-%, NK. Mittleres Goldgelb, Silberreflexe.<br />

Kandierte Orangenzesten, ein<br />

Hauch von Quittengelee und Dörrbirnen,<br />

etwas Walnuss, dezente Kräuterwürze,<br />

Mandarinenfilets. Saftig, komplex, weißer<br />

Apfel, feine Säurestruktur, etwas Marille,<br />

dezente Fruchtsüße im Abgang, elegant<br />

und ausgewogen, straffe Mineralität im<br />

Abgang, ein facettenreicher Begleiter bei<br />

Tisch, bereits sehr gut entwickelt, verfügt<br />

über weiteres Entwicklungspotenzial.<br />

waltersfeineweine.berl.at, € 43,68<br />

•<br />

Iglič Haloze (Furmint) SVL Lega 2019<br />

Vino Gross, Podlehnik<br />

13 Vol.-%, NK. Helles Goldgelb, Silberreflexe.<br />

Feine Nuancen von Honigmelone, gelber<br />

Pfirsich, zarte Kräuterwürze, kandierte<br />

Die goldgelbe Furmint-<br />

Traube in perfekter Reife.<br />

Orangenzesten, etwas Blütenhonig, helles<br />

Nougat. Saftig und frisch, ein Hauch von<br />

frischen Feigen, finessenreicher Säurebogen,<br />

mineralisch und lange anhaftend, feine<br />

gelbe Tropenfrucht im Abgang, ein seidiger<br />

Speisenbegleiter mit großem Reifepotenzial.<br />

gross.at, € 45,–<br />

94<br />

•<br />

BIO Barta Furmint Öreg Kiraly Dülö<br />

Mad 2019<br />

Barta Pince, Mád<br />

13 Vol.-%, NK. Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Zart nach Wiesenkräuter und Limetten,<br />

Nuancen von weißem Pfirsich, mineralisch<br />

unterlegt, feines Bukett. Saftig, elegant,<br />

zart nach Mango, integrierte Säurestruktur,<br />

Honigtouch im Abgang, ausgewogener<br />

Speisenbegleiter, sicheres Reifepotenzial.<br />

weinkomplott.de, € 22,90<br />

•<br />

Furmint Ried Vogelsang 2017<br />

Weinbau Wenzel, Rust<br />

13,5 Vol.-%, NK. Leuchtendes Grüngelb,<br />

Goldreflexe. Frische Orangenzesten, ein<br />

Hauch von Marille, zart nach Kletzen und<br />

Wiesenkräuter, mineralischer Touch, zart<br />

nach Schiefer. Saftig, feine weiße Fruchtnuancen,<br />

ein Hauch von Ringlotte und Birne,<br />

zarte, steinige Gerbstoffnote im Abgang,<br />

gute Frische, bleibt haften, salziger<br />

Nachhall, zeigt gute Länge und Würze, feiner<br />

nussiger Rancio-Hauch, ein komplexer<br />

Speisenbegleiter mit erster Genussreife.<br />

waltersfeineweine.berl.at, € 27,60<br />

•<br />

Balassa Szent Tamás Tokaji Furmint<br />

2019, Balassa Bor, Tokaj<br />

13,5 Vol.-%, NK. Helles Grüngelb, Silberreflexe.<br />

Feine frische Birne, zart nach Mango,<br />

florale Nuancen, ein Hauch von Rhabarber,<br />

zarter Blütenhonig, sehr einladendes Bukett.<br />

Saftig, straff, engmaschig, weißes<br />

Kernobst, finessenreicher Säurebogen, salzig<br />

und lange anhaftend, feine Limettennoten<br />

im Nachhall, animierend und jugendlich,<br />

sehr präziser Stil, gutes Entwicklungspotenzial,<br />

macht Lust auf mehr.<br />

bortarsasag.hu, € 32,35<br />

•<br />

BIO Barta Tokaji Furmint Öreg Kiraly<br />

2020, Barta Pince, Mád<br />

12,5 Vol.-%, NK. Sehr helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Feine frische Birnenfrucht, ein<br />

Hauch von Walnuss und Wiesenkräuter,<br />

zart nach Papaya im Hintergrund, frische<br />

Orangenzesten, mineralischer Anklang.<br />

Elegant, feines weißes Kernobst, finessenreicher<br />

Säurebogen, harmonisch, dezente<br />

Fruchtsüße im Abgang, zitronig-salzig, ein<br />

fein balancierter leichtfüßiger Speisenbegleiter,<br />

sicheres Reifepotenzial.<br />

wagners-weinshop.com, € 38,–<br />

•<br />

Oremus Petrács Tokaji Furmint 2017<br />

Tokaj-Oremus, Tolcsva<br />

13 Vol.-%, NK. Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Kandierte Grapefruitzesten, feine gelbe<br />

Kernobstnuancen, ein Hauch von Marzipan<br />

und Wachs, Tropenfruchtanklänge unterlegt,<br />

vielschichtiges Bukett, dunkle Mineralität.<br />

Straff, engmaschig, feine Kräuterwürze,<br />

weißer Apfel, lebendiger Säurebogen,<br />

zart nussig im Nachhall, saliner Touch, Limetten<br />

im Abgang, ein feiner Speisenbegleiter,<br />

sehr kulinarischer Stil, noch enorm<br />

jung, großes Reifepotenzial.<br />

bortarsasag.hu, € 61,48<br />

93<br />

•<br />

Kolfok Furmint »Remember« 2019<br />

Kolfok, Neckenmarkt<br />

12 Vol.-%, NK. Mittleres Goldgelb, Silberreflexe.<br />

Zart nach Mandarinenzesten, ein<br />

Hauch von Karamell und Blütenhonig, zarter<br />

Quittentouch, schiefrige Nuancen. Saftig,<br />

elegant, weiße Fruchtnuancen, dazu<br />

Marille, hefiger Batonnageanklang, feiner<br />

Fotos: Shutterstock, Peter Moser<br />

282 falstaff aug <strong>2022</strong>


Säurebogen, zitroniger Touch, salziger Nachhall, saftig und<br />

leichtfüßig im Abgang, kühle Stilistik, vielseitig einsetzbar<br />

und bereits gut entwickelt.<br />

kolfok.com (ausverkauft)<br />

•<br />

Furmint Vogelklang 2019<br />

Weinbau Wenzel, Rust<br />

13 Vol.-%, NK. Leuchtendes Goldgelb, Silberreflexe. Zart<br />

nach Mandarinenzesten, gelber Pfirsich, ein Hauch von<br />

Quitten, zarte Kräuterwürze, mineralisch, schiefriger<br />

Touch. Saftig, straff, weiße Frucht, lebendiger Säurebogen,<br />

zart nussiger Ranciotouch, Nuancen von Mandeln, mineralisch<br />

und gut anhaftend, ein vielseitiger Speisenbegleiter,<br />

zart salziger Nachhall.<br />

waltersfeineweine.berl.at, € 27,90<br />

•<br />

Gilvesy Varadi Furmint 2017<br />

Gilvesy Winery, Ungarn<br />

12 Vol.-%, NK. Helles Goldgelb, Silberreflexe. Dezentes Bukett<br />

mit Nuancen von gelben Ringlotten, frischen Marillen,<br />

etwas Blütenhonig, mineralischer Touch unterlegt. Straff,<br />

elegant, feine Extraktsüße, weißer Pfirsich, zartes Säurespiel,<br />

bleibt gut haften, feine salzige Nuancen im Nachhall,<br />

gutes Entwicklungspotenzial, blitzsauberer, leichtfüßiger<br />

Stil. gilvesy.hu, € 17,–<br />

•<br />

Furmint 2020<br />

Weingut Peter Schandl, Rust<br />

13,5 Vol.-%, DV. Helles Gelbgrün, Silberreflexe. Zarte Nuancen<br />

von Wiesenkräuter, weißer Pfirsich, frische Quitte und<br />

Grapefruit, frische Orangenschalen. Saftig, elegant, mineralischer<br />

Körper, feine Fruchtsüße, kraftvoll und elegant<br />

zugleich, lebendige Säurestruktur unterlegt, salzig-zitronig<br />

im Abgang, mineralischer Nachhall, besitzt gute Länge und<br />

sicheres Reifepotenzial. selektion-burgenland.at, € 17,20<br />

•<br />

Hidden Treasures <strong>Nr</strong>.1 Tokaj feat. Gergö Filep 2020<br />

Hidden Treasures – a Moric project, Großhöflein<br />

12,5 Vol.-%, NK. Helles Gelbgrün, Silberreflexe. Zarte Kräuterwürze,<br />

ein Hauch von reifen Birnen, ein Hauch von Feigen,<br />

gelbe Kernobstnuancen, kandierte Orangenzesten.<br />

Saftig, mineralisch, straffe Textur, weißer Apfel, finessenreich<br />

und salzig, leichtfüßiger Speisenbegleiter, zitroniger<br />

Touch im Rückgeschmack. vinospirit.at, € 18,54<br />

•<br />

Hidden Treasures <strong>Nr</strong>.2 Somlo feat. Kis Tamás 2020<br />

Hidden Treasures – a Moric project, Großhöflein<br />

12,5 Vol.-%, NK. Leuchtendes Grüngelb, Silberreflexe. Zart<br />

rauchig-nussig, feine gelbe Apfelfrucht, tabakige Nuancen,<br />

ein Hauch von Orangenzesten, mineralischer Touch, Limettenzesten.<br />

Saftig, weiße Kernobstnuancen, feiner Säurebogen,<br />

lebendig, frisch und sehr animierend, Limettentouch<br />

im Nachhall, feiner Speisenbegleiter.<br />

vinospirit.at, € 18,54<br />

•<br />

Gorca Haloze (Furmint) SVL Lega 2020<br />

Vino Gross, Podlehnik<br />

12,5 Vol.-%, NK. Helles Grüngelb, Silberreflexe. Zart nach<br />

frischer Quitte, Orangenzesten, mit feiner gelber Birnenfrucht<br />

unterlegt. Saftig, elegant, weißer Apfel, feine Säurenoten,<br />

saftig und gut anhaftend, angenehme zitronige Nuancen,<br />

lebendig, ein rassiger Speisenbegleiter, feiner saliner<br />

Nachhall. gross.at, € 19,90<br />

•<br />

Furmint Dry MM5 Tokaj 2021<br />

Ma'd Moser, Tokaj<br />

14 Vol.-%, DV. Helles Gelbgrün, silberfarbene Reflexe. Feine<br />

Kräuterwürze, etwas nach Guaven, ein Hauch von Ringlotten,<br />

zart nach weißem Apfel, tabakiger Touch. Saftig, gute<br />

Komplexität, elegant, facettenreiche Säurestruktur, mineralisch,<br />

weiße Tropenfrucht, etwas nach Zitrus im Abgang,<br />

bleibt gut haften, vielseitiger Speisenbegleiter.<br />

madmoser.com, € 20,–<br />

•<br />

Holdvölgy Tokaji Furmint Kiraly Meditation 2018<br />

Holdvölgy Birtok, Mád<br />

13,5 Vol.-%, DIAM. Helles Gelbgrün, Silberreflexe. Zart nach<br />

Mandarinenzesten und Kamille, Limette und frische Quitte,<br />

mineralischer Touch. Saftig, frische Birne, lebendiger<br />

Säurebogen, mineralisch-salzig im Abgang, etwas grüner<br />

Apfel und Zitrone im Nachhall, ein schwungvoller Speisenbegleiter<br />

mit Reifepotenzial und guter Länge.<br />

weinkomplott.de, € 21,50<br />

•<br />

Juliet Victor Tokaji Furmint Bomboly 2017<br />

Juliet Victor Vineyards, Mád<br />

13,5 Vol.-%, NK. Mittleres Goldgelb, Silberreflexe. Zart nach<br />

Mandarinenzesten, zarte Nuancen von gelber Tropenfrucht,<br />

etwas Mango, Orangen, Noten von Blütenhonig. Saftig, zart<br />

nach Mandeln, elegant und ausgewogen, saftiger gelber<br />

Pfirsich, frischer Säurebogen, mineralisch, feine salzige<br />

Nuancen im Abgang, gute Länge, sicheres Entwicklungspotenzial.<br />

weinkomplott.de, € 21,90<br />

•<br />

Kovács Nimród Egri Furmint Sky 2018<br />

Kovács Nimród Winery Kft., Eger<br />

15,5 Vol.-%, NK. Leuchtendes mittleres Goldgelb, Silberreflexe.<br />

Kandierte Orangenzesten, Kletzen, reife Quitten,<br />

feine Kräuterwürze, etwas Blütenhonig unterlegt. Kraftvoll,<br />

betont mineralisch, lebendiger Säurebogen, saliner<br />

Abgang, etwas nussig und trocken im Finale, ein stoffiger<br />

Speisenbegleiter mit Reifepotenzial.<br />

weinkomplott.de, € 21,90<br />

•<br />

Furmint Kristallin 2020<br />

Weingut Ernst Triebaumer, Rust<br />

12,5 Vol.-%, NK. Leuchtendes Grüngelb, Silberreflexe.<br />

Zart nussig-kräuterwürzig, unterlegte gelbe Fruchtnoten<br />

nach Pfirsich, geröstete Ananas, etwas Bergamotte, dunkle<br />

Mineralität, facettenreiches Bukett. Saftig, elegant, feine<br />

weiße Steinobstnuancen, finessenreich strukturiert, sehr<br />

harmonisch eingebundener Säurebogen, salzig, gelbe<br />

Apfelfrucht im Abgang, bleibt haften, gutes Reifepotenzial.<br />

triebaumer.com, € 23,–<br />

•<br />

Furmint Ried Geyerumriss 2020<br />

Günter + Regina Triebaumer, Rust<br />

13,5 Vol.-%, DV. Helles Grüngelb. Feine Holzwürze, etwas<br />

nach Kardamom, ein Hauch von Birne, zart nach Quitte,<br />

dunkle Mineralik, ein Hauch von Schiefer. Saftig, elegant,<br />

straffer Säurebogen, extraktsüß nach Papaya, zart nach<br />

Muskatnuss im Nachhall, bleibt gut haften, vielschichtiger<br />

Speisenbegleiter mit Potenzial. triebaumer.at, € 25,–<br />

•<br />

Sanzon Tokaji Furmint Rány Vineyard Selection<br />

2020, SanzonTokaj, Erdőbénye<br />

13 Vol.-%, Vino. Helles Gelbgrün, Silberreflexe. Apfelblüten,<br />

zart nach Birne und kandierten Orangenzesten, nussiger<br />

Touch nach frischen Mandeln. Saftig, gute Komplexität,<br />

reifes Kernobst, frischer Säurebogen, mineralisch und gut<br />

anhaftend, feiner saliner Touch, angenehme Fruchtsüße,<br />

zeigt Länge und Potenzial.<br />

wagners-weinshop.com, € 25,90<br />

•<br />

Furmint 2020<br />

Weingut Toni Hartl, Reisenberg<br />

13,5 Vol.-%, NK. Leuchtendes Goldgelb, Silberreflexe. Nuancen<br />

von frischer Quitte, gelbe Birne, etwas Walnuss und<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

283<br />

Brut Furmint 2017<br />

Furmint 2019<br />

Weingut DVERI PAX<br />

Polički vrh 1<br />

2221 Jarenina, Slowenien<br />

Tel.: +386 (0) 2 644 00 82<br />

office@dveri-pax.com<br />

www.dveri-pax.com<br />

Furmint Ilovci 2016<br />

mit dem RABATTCODE<br />

„Furmint20“ auf die<br />

oben angeführten<br />

Weine.


tasting / FURMINT<br />

Nougat, kandierte Orangenzesten. Stoffig,<br />

weißer Apfel, feine Säurestruktur, dezente<br />

Süße, wieder Kernobstnuancen, elegant<br />

und ausgewogen, mineralisch, bleibt haften,<br />

ein feiner Speisenwein.<br />

toni-hartl.at, € 39,–<br />

•<br />

Furmint Analogue No. 3 2020<br />

Weinbau Wenzel, Rust<br />

12,5 Vol.-%, DIAM. Helles, zart trübes, Grüngelb,<br />

Silberreflexe. Frische Quitte, ein<br />

Hauch von gelbem Apfel, frische Wiesenkräuter,<br />

Stangensellerie, Fenchel, mineralischer<br />

Touch. Saftig, straff, gute Komplexität,<br />

frischer Säurebogen, zitronig-salzig,<br />

feine fruchtige Süße im Abgang, bleibt gut<br />

haften, gutes Reifepotenzial.<br />

selektion-burgenland.at, € 45,–<br />

92<br />

•<br />

Artur Toifl Furmint 2021<br />

Weingut Thiery-Weber, Rohrendorf<br />

12,5 Vol.-%, NK. Helles Grüngelb, Silberreflexe.<br />

Feine Hefenuancen, weiße Tropenfruchtnuancen,<br />

etwas Pfirsich, ein Hauch<br />

von frischer Quitte unterlegt, floral-zitriger<br />

Touch, attraktives Bukett. Straff, engmaschig,<br />

weißer Apfel, lebendige Säure, finessenreich<br />

und mit Limetten im Abgang,<br />

bleibt haften, sehr vielversprechender<br />

Speisenbegleiter. arturtoifl.at, k. A.<br />

•<br />

Balassa Tokaji Furmint »Marty<br />

McFly« 2020<br />

Balassa Bor, Tokaj<br />

12 Vol.-%, DV. Helles Goldgelb, Silberreflexe.<br />

Frische Wiesenkräuter, zart nach Vanille,<br />

weißer Pfirsich, ein Hauch von Quitte,<br />

Orangenzesten und feiner Blütenhonig,<br />

einladendes Bukett. Saftig, weiße Frucht<br />

auch am Gaumen, leichtfüßig und frisch<br />

strukturiert, feiner Kernobsttouch, zitronige<br />

Nuancen im Abgang, lebendig und vielseitig<br />

einsetzbar. Tolles Preis-Leistungsverhältnis.<br />

borstore.de, € 9,90<br />

•<br />

Oremus Mandolás Tokaji Furmint<br />

2019, Tokaj-Oremus, Tolcsva<br />

13,5 Vol.-%, NK. Mittleres Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Zart nach Kräutern und frischen<br />

Quitten, zart nach Lindenblüten und Apfelschalen,<br />

floraler Touch, etwas Marzipan.<br />

Mittlerer Körper, weißer Apfel, frisch strukturiert,<br />

salziger Touch, ein Hauch von Birne,<br />

lebendiger Stil, gute Balance, mineralischer<br />

Nachhall, animierender Speisenbegleiter,<br />

zitronig-salziger Nachhall. Sehr gutes<br />

Preis-Leistungsverhältnis.<br />

bortarsasag.hu, € 13,17<br />

•<br />

BIO Furmint vom Sandstein 2020<br />

Herrenhof Lamprecht,<br />

Markt Hartmannsdorf<br />

12 Vol.-%, DV. Leuchtendes helles Grüngelb,<br />

Silberreflexe. Feine gelbe Tropenfrucht<br />

nach Mango und Papaya, frische<br />

Mandarinen, Orangenzesten unterlegt, floraler<br />

Touch, einladendes Bukett. Saftig,<br />

zeigt gute Komplexität, weißes Kernobst,<br />

feines Karamell, frischer Säurebogen,<br />

mineralisch und gut balanciert, salzig,<br />

ein leichtfüßiger, facettenreicher<br />

Speisenbegleiter.<br />

herrenhof.net, € 14,50<br />

•<br />

Kog Furmint SVL Lega 2019<br />

Roka Winery, Kog<br />

13 Vol.-%, NK. Helles Grüngelb, Silberreflexe.<br />

Zart tabakig unterlegte feine Birnenfrucht,<br />

zart nach Wiesenkräutern, etwas<br />

Walnuss im Hintergrund, kandierte Orangenzesten.<br />

Straff, engmaschig, weißes<br />

Kernobst, mineralisch, nussig auch im Abgang,<br />

feines Säurespiel, salzige Nuancen<br />

im Finish, bleibt haften, zart nach Birne<br />

im Nachhall.<br />

roka-winery.business.site, € 16,–<br />

•<br />

Wetzer Tokaji Furmint 2018<br />

Wetzer, Sopron<br />

13,5 Vol.-%, NK. Leuchtendes, zartes Gelbgrün,<br />

Silberreflexe. Zart nach Walnuss und<br />

grünem Apfel, frische Kräuter, feuchter<br />

Kies. Mittlerer Körper, gelbes Kernobst,<br />

kraftvoll und mit fruchtiger Süße ausgestattet,<br />

dezenter Gerbstoff, pfeffrige Nuancen<br />

im Abgang, etwas Pfirsich und Blütenhonig,<br />

besitzt gute Länge, Marillen im<br />

Finale. vinocentral.de, € 16,50<br />

•<br />

Somlói Vándor Furmint 2021<br />

Somlói Vándor Pince, Somlószőlős<br />

12,5 Vol.-%, DV. Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Frische Birne, ein Hauch von Wiesenkräutern,<br />

Walnuss und etwas Quitte, mineralischer<br />

Touch, feines Bukett. Saftig, ele-<br />

gant, zarte Fruchtsüße, gelber Apfel,<br />

angenehmer Säurebogen, ein Hauch von<br />

Honig, feiner Ranciotouch im Nachhall,<br />

verfügt über einige Länge, ein<br />

facettenreicher Speisenbegleiter.<br />

wagners-weinshop.com, € 17,95<br />

•<br />

Furmint Weisse Erde 2021<br />

Kraft aus Rust, Rust<br />

12 Vol.-%, DV. Mittleres Grüngelb,<br />

Silberreflexe. Mit frischen Orangenzesten<br />

unterlegte weiße Birnenfrucht, ein Hauch<br />

von Honigmelone, etwas Blütenhonig.<br />

Straff, mineralisch, saftige weiße Tropenfrucht,<br />

zitroniger Touch, lebendiger, leichtfüßiger<br />

Stil, salziger Nachhall, ein animierender<br />

Speisenbegleiter.<br />

kraftausrust.at, € 19,–<br />

•<br />

Kreinbacher Furmint Selection<br />

Nagy-Somló PDO 2017<br />

Kreinbacher, Somlóvásárhely<br />

13,5 Vol.-%, NK. Leuchtendes Goldgelb,<br />

Silberreflexe. Kandierte Mandarinenzesten,<br />

etwas Quittengelee, mineralischer<br />

Touch, zart Wiesenkräuterwürze. Mittlerer<br />

Körper, salzig, weiße Birne, angenehme<br />

Säurestruktur, ein trockener Speisenwein<br />

mit Honig und Zitrone im Rückgeschmack.<br />

weinco.at, € 19,95<br />

•<br />

BIO Bott Frigyes Furmint 2019<br />

Bott Frigyes, Komárno<br />

13,5 Vol.-%, NK. Zart getrübtes Gelbgold,<br />

Silberreflexe. Frische Wiesenkräuter, reife<br />

Quitten- und Birnenfrucht, kandierte Mandarinenzesten,<br />

ein Hauch von Mandeln,<br />

weißer Nougat, sehr einladendes Bukett.<br />

Saftig, feinwürzig unterlegter grüner Apfel,<br />

frischer Säurebogen, mineralischkalkiger<br />

Abgang, ein Hauch frische Marille,<br />

zitroniger Touch, ein lebendig-pikanter<br />

Speisenbegleiter, gutes Entwicklungspotenzial.<br />

borstore.de, € 21,90<br />

•<br />

Királyudvar Tokaji Furmint Sec 2019<br />

Királyudvar Winery, Tarcal<br />

13,5 Vol.-%, NK. Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Mit kandierten Limettenzesten<br />

unterlegt weiße Kernobstnuancen, zart<br />

nach Birne und Walnuss, mineralisch, einladendes<br />

Bukett. Saftig, elegant, feine reife<br />

Frucht, dezente Süße im Kern, integrierter<br />

Säurebogen, bereits ausgewogen und<br />

gut entwickelt, ein Hauch von Feigen,<br />

zugänglicher Stil.<br />

weinco.at, € 21,95<br />

•<br />

Bott Judit Tokaji Furmint Csontos<br />

2019, Bott Pince, Bodrogkeresztúr<br />

14 Vol.-%, NK. Leuchtendes helles Goldgelb,<br />

Silberreflexe. Reife gelbe Birne, Nuancen<br />

von Quitten und Blütenhonig, zart<br />

nach frischen Wiesenkräutern, kandierte<br />

Orangenzesten. Saftig, gute Komplexität,<br />

weißes Kernobst, frischer Säurebogen, mineralisch-zitronig<br />

im Nachhall, gut entwickelt,<br />

Limetten im Rückgeschmack.<br />

weinkomplott.de, € 22,90<br />

•<br />

BIO Weninger Stein Furmint 2020<br />

Weninger Pincészet Sopron|Balf, Balf<br />

11,5 Vol.-%, NK. Leuchtendes Grüngelb, Silberreflexe.<br />

Zart rauchig-reduktive Kräuterwürze,<br />

weißes Kernobst unterlegt, nussiger<br />

Touch, ein Hauch von Feuerstein und<br />

Schiefer. Saftig, feiner Pfirsich, elegant, dezente<br />

fruchtige Süße, leichtfüßig und mineralisch<br />

im Abgang, salziger Nachhall,<br />

sehr gute Balance, vielseitig einsetzbar,<br />

mittlere Länge.<br />

vinocentral.de, € 24,–<br />

•<br />

BIO Weninger Soproni Steiner<br />

Furmint 2019<br />

Weninger Pincészet Sopron|Balf, Balf<br />

13 Vol.-%, NK. Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Zart nach Wiesenkräutern und frischen<br />

Orangenzesten, ein Hauch von Earl Grey-<br />

Bergamotte, etwas Brioche, zart nach<br />

Schiefer, eher verhaltenes Bukett. Mittlere<br />

Komplexität, reife Quitte, dezenter Blütenhonig,<br />

etwas weißer Pfirsich, integrierter<br />

Säurebogen, mineralisch-salzig im Abgang,<br />

zitroniger Nachhall, individuelle Aromatik.<br />

vinocentral.de, € 24,–<br />

•<br />

Majoros Tokaji Furmint Deák Basic<br />

Instincts 2011<br />

Majoros Birtok & Borbár, Tarcal<br />

11,5 Vol.-%, DV. Mittleres Grüngelb, Silberreflexe.<br />

Feine Reifenuancen nach Safran,<br />

gelbe Tropenfrucht, zart nach Maracuja,<br />

Mandarinenzesten und Blütenhonig,<br />

mineralisch unterlegt. Straff, leichtfüßig,<br />

weißer Pfirsich, frischer Säurebogen,<br />

etwas Papaya im Abgang, Salz und Honig<br />

im Nachhall, ein lebendiger, gut gereifter<br />

Speisenbegleiter.<br />

wagners-weinshop.com, € 29,50<br />

•<br />

Homonna Tokaji Furmint Határi<br />

2018, Attila Homonna, Erdőbénye<br />

13,5 Vol.-%, DIAM. Mittleres Grüngelb,<br />

Silberreflexe. Nuancen von reifer Birne,<br />

ein Hauch von gelber Tropenfrucht<br />

und Blütenhonig, zart nach kandierten<br />

Limettenzesten, floraler Touch. Stoffig,<br />

weißes Kernobst, feine, integrierte<br />

Säure, mineralisch und gut anhaftend,<br />

ein staubtrockener Speisenbegleiter,<br />

gelbe Frucht im Abgang, vielseitig einsetzbar,<br />

mittlere Länge, insgesamt<br />

etwas verhalten.<br />

vinocentral.de, € 45,–<br />

Alle Verkostungsnotizen<br />

online unter<br />

go.falstaff.com/tastingfurmint-<strong>2022</strong><br />

Fotos: Peter Moser<br />

284 falstaff aug <strong>2022</strong>


SEVEN SEALS<br />

DER GESCHMACK<br />

ENTSCHEIDET<br />

Exklusiv, gehaltvoll, innovativ und unvergleichlich genussreich –<br />

die Whiskys von Seven Seals überzeugen auf allen Linien.<br />

ADVERTORIAL Fotos: beigestellt<br />

Über Jahrtausende hat sich die<br />

Herstellung von Whisky – auch<br />

»Wasser des Lebens« genannt –<br />

entwickelt, wobei sie durch den<br />

technischen Fortschritt und wahre Meister<br />

dieses Kunsthandwerks stetig perfektioniert<br />

wurde. Die Schweizer Brennerei<br />

Seven Seals konnte in der Entwicklung der<br />

Whiskyherstellung einen weiteren Meilenstein<br />

setzen. Durch ein spezielles Fast-Forward-Finishing-Verfahren,<br />

getreu dem<br />

Motto »Es kommt nicht auf die Zeit an,<br />

sondern auf den Geschmack«, verringerte<br />

man kurzer hand die Reifezeit. Wie genau<br />

dies geschieht, ist ein geheimes Patent. Das<br />

Ergebnis ist ein unvergleichlicher Genuss.<br />

GENUSSVOLLE CLASSIC LINE<br />

Das Urgestein der Seven Seals Whiskys ist<br />

die Classic Line. Die Linie umfasst vier Produkte<br />

– den süßlichen Sherry, den runden<br />

Port und den getorften Peated Port Wood<br />

Finish. Mit 46 Volumenprozent sind alle<br />

drei Classics perfekt für einen gemütlichen<br />

Abend, um Whisky neat zu trinken, aber<br />

auch für einen Cocktail wie Old Fashioned.<br />

Gekrönt wird die Classic Line vom fassstarken<br />

Double Wood, der sogar prominente<br />

Whiskykenner wie Jim Murray überzeugt.<br />

Die edlen Tropfen nehmen den Whiskyliebhaber<br />

auf eine unvergesslich genussvolle<br />

Reise mit. Torf, Stärke und die charakteris-<br />

tische Vollmundigkeit eines Seven Seals<br />

Whiskys – das findet sich in einer Flasche.<br />

HIMMLISCHE ZODIAC LINE<br />

Gibt es etwas Vielfältigeres als Sternzeichen?<br />

Vom bulligen Stier über die zarte Jungfrau<br />

könnten die Charakteristiken nicht unterschiedlicher<br />

sein. Daher war es für Seven<br />

Seals klar, dass jeder Zodiac genau dies zeigen<br />

soll. Die »Seven Seals Zodiac«-Linie<br />

steht für die große Geschmacksvielfalt der<br />

Whiskys und die beeindruckenden Möglichkeiten<br />

des Fast-Forward-Finishing-Verfahrens.<br />

Das Resultat sind schmackhafte, starke<br />

und einzigartige Single Malt Whiskys. Die<br />

»Seven Seals Zodiacs« werden in limitierten<br />

Batches von 365 Flaschen abgefüllt.<br />

INFO<br />

Weitere Informationen unter<br />

7sealswhisky.at<br />

aug <strong>2022</strong> falstaff 285


tasting / TROPHY ROMAGNA<br />

ROMAGNA<br />

SANGIOVESE<br />

Sangiovese ist die wichtigste Rotweinsorte Italiens. Berühmt sind vor allem die Weine aus der<br />

Toskana. Aber auch auf der Nordseite des Apennins, in der Romagna, wird Sangiovese<br />

angebaut. Darunter sind einige sehr spannende Weine. Einige behaupten sogar, Sangiovese sei<br />

ursprünglich in der Romagna beheimatet gewesen und habe sich von hier aus verbreitet.<br />

TEXT OTHMAR KIEM NOTIZEN OTHMAR KIEM, SIMON STAFFLER<br />

Fotos: ermess / Shutterstock, Othmar Kiem<br />

286<br />

falstaff aug <strong>2022</strong>


A<br />

ls Romagna wird der östliche<br />

Teil der Region Emilia<br />

Romagna zwischen Bologna<br />

und dem Meer bei Rimini<br />

bezeichnet. Von der alten<br />

Römerstraße Via Emilia erstreckt sich der<br />

Weinbau über die Hügel hinauf. Dominierende<br />

Sorte ist Sangiovese, gut 60 Prozent<br />

der Rebflächen der Romagna sind damit<br />

bestockt, der Wein nennt sich Romagna<br />

Sangiovese, den es auch als Superiore und<br />

Riserva gibt. Rund die Hälfte des Weinbaus<br />

befindet sich in der Ebene, die andere<br />

Hälfte in Hügellage bis auf Höhen von 300<br />

Meter. Das Zentrum des Weinbaus liegt um<br />

die Orte Imola, Faenza, Forli, Cesena und<br />

im Hinterland von Rimini. Das Hügelgebiet<br />

wird in zwölf Unterzonen eingeteilt, von<br />

denen die bekanntesten Brisighella, Modigliana<br />

und Marzeno im Hinterland von<br />

Faenza sowie Predappio und Bertinoro im<br />

Hinterland von Forlì sind. Durch Böden<br />

und Klima – die Temperaturen in der<br />

Romagna sind milder als im Chianti –<br />

unterscheiden sich die Sangiovese-Weine<br />

der Romagna merklich von ihren Verwandten<br />

in der Toskana. Sie besitzen in der Regel<br />

etwas weniger Säure und weisen milderes<br />

Tannin auf. Während alle Welt von der Toskana<br />

spricht, steht die Romagna im Schatten.<br />

Das hat für den Weinliebhaber aber<br />

auch einen beachtlichen Vorteil: Romagna<br />

Sangiovese ist preislich deutlich günstiger.<br />

Das Herz von Cristina Geminiani schlägt<br />

für Sangiovese. Ihre Fattoria Zerbina auf<br />

den Hügeln hinter Faenza gilt schon lange<br />

als Leitbetrieb der Region. Cristina Geminianis<br />

Monografia Romagna Sangiovese<br />

Marzeno Riserva ist das Resultat jahrelanger<br />

Versuche und wurde 2016 erstmals<br />

abgefüllt. Die Trauben für den Monografia<br />

2017 entstammen einer Kleinlage von<br />

Sangiovese in Stockerziehung. Dieser Wein<br />

war unser klarer Favorit! Sergio Navacchio<br />

gründete in den 70er-Jahren das Weingut<br />

»Tre Monti«. Mittlerweile leiten seine<br />

Söhne Vittorio und David sowie sein Neffe<br />

Francesco das Weingut. Ihre Spitzenweine<br />

sind der verstorbenen Mama Thea gewidmet.<br />

Thea Rosso 2019 hat uns mit seiner<br />

Fülle und seiner Frucht begeistert. Er belegt<br />

den zweiten Platz. Der dritte Platz geht an<br />

den Vigna del Pruno aus der gleichnamigen<br />

Einzellage der Tenuta La Palazza, die sich<br />

seit gut 100 Jahren im Eigentum der<br />

Familie Drei Donà befindet. ><br />

PLATZ<br />

MONOGRAFIA /2 2017<br />

FATTORIA ZERBINA<br />

Getrocknete Rosen, Zedernholz,<br />

Leder, kompakt und saftig.<br />

Die Lagen um<br />

die Ortschaft<br />

Predappio sind<br />

bekannt für<br />

mineralische,<br />

stoffige<br />

Sangiovese.<br />

aug <strong>2022</strong> falstaff 287


tasting / TROPHY ROMAGNA<br />

94<br />

•<br />

Monografia /2 Romagna Sangiovese<br />

Marzeno Riserva DOC 2017<br />

Fattoria Zerbina, Faenza<br />

14,5 Vol.-%, Dunkles, elegantes Rubinrot,<br />

aufhellender Rand. Komplexe, einladende<br />

Nase, nach feinem Edelholz, dann<br />

reife Kirschen, Walderdbeeren, auch ein<br />

Hauch getrocknete rote Rosenblätter,<br />

Leder und Zedernholz im Nachhall. Am<br />

Gaumen engmaschig und kompakt,<br />

öffnet sich mit saftigem Unterton, schöne<br />

elegante rote Frucht, dunkle Kirsche<br />

und Brombeere, aktuell noch etwas von<br />

Holz gezeichnet, wird sich prächtig zusammenfügen,<br />

lange. zerbina.com, k. A.<br />

93<br />

•<br />

BIO Thea Romagna Sangiovese<br />

Superiore Riserva DOC 2019<br />

Tre Monti, Imola<br />

14,5 Vol.-%, Dunkles Rubinrot mit einem<br />

Tropfen Violett. In der Nase einladende<br />

harzige Töne, Tabak, Leder, im zweiten<br />

Nachhall Waldheidelbeeen, Bitterschokolade<br />

sowie etwas Erdbeermarmelade.<br />

Zeigt sich am Gaumen mit toller Ausgewogenheit<br />

und Saftigkeit, klare Frucht,<br />

spannt einen eleganten Bogen, hallt lange<br />

nach, macht viel Spaß.<br />

tremonti.it, € 22,–<br />

•<br />

Vigna del Pruno Romagna Sangiovese<br />

Superiore Riserva DOC 2018<br />

Drei Donà - Tenuta la Palazza, Forlì<br />

14,5 Vol.-%, Dunkles, elegantes Rubinrot.<br />

Öffnet sich mit feiner Würze in der Nase,<br />

dann satte Beerenfrucht, nach Nelken,<br />

im Nachhall Anklänge von Rumtopf und<br />

Amarenakirschen. Am Gaumen dicht und<br />

engmaschig, öffnet sich stoffig und<br />

präsent, tolles Extrakt, ohne dabei zu<br />

überladen zu wirken, im Nachhall noch<br />

junges Holztannin, weglegen und in ein<br />

paar Jahren voll genießen.<br />

dreidona.it<br />

€ 25,–<br />

92<br />

•<br />

Notturno Romagna Sangiovese<br />

Predappio DOC 2020<br />

Drei Donà - Tenuta la Palazza, Forlì<br />

14 Vol.-%, Dunkles Rubinrot. In der Nase<br />

nach Gewürznelken, Bitterschokolade,<br />

einem Hauch Pflaumenkompott und<br />

Amarenakirschen. Am Gaumen mit<br />

wuchtig-präsentem Eintritt, dunkle<br />

Würze und dunkle Frucht überfließen die<br />

Zunge, konzentriert und mit Druck, aber<br />

auch mit schöner Saftigkeit, aktuell noch<br />

sehr jung, wird sich gut entwickeln.<br />

dreidona.it<br />

€ 11,–<br />

•<br />

BIO Vitalba Romagna<br />

Albana DOCG 2021<br />

Tre Monti, Imola<br />

14,5 Vol.-%, Funkelndes, helles Bernstein.<br />

In der Nase zunächst feine Muskatnoten,<br />

dann geröstete Haselnuss, hat auch<br />

leicht harzigen Unterton, dann im Nachhall<br />

auf Orangen und getrocknete<br />

Marillen. Am Gaumen mit kühlem Kern<br />

und feinen Honignuancen, öffnet sich mit<br />

zartem Tannin, griffig, jedoch nicht<br />

störend, im Nachhall auch feine salzige<br />

Töne, mit Nachdruck.<br />

tremonti.it, € 22,–<br />

•<br />

Tauleto Sangiovese<br />

Rubicone IGT 2015<br />

Umberto Cesari, Castel San Pietro<br />

14 Vol.-%, Dunkles, dichtes Rubinrot mit<br />

dunklem Kern. In der Nase intensive<br />

Aromen von Malz, Kirsche, Pflaume und<br />

Rumtopf, Schokolade sowie Tabaknoten.<br />

Am Gaumen körperreich und gehaltvoll,<br />

ausgewogene Balance von Säure und<br />

Tannin, im stoffigen Nachhall mit<br />

spürbarem Holzeinsatz, auch schöne<br />

Saftigkeit, will noch reifen.<br />

umbertocesari.com, € 53,–<br />

91<br />

•<br />

Solano Romagna<br />

Sangiovese Superiore DOC 2020<br />

Podere La Berta, Brisighella<br />

13 Vol.-%, Leuchtendes Rubinrot mit<br />

aufhellendem Rand. In der Nase etwas<br />

verschlossen, dann von einer grünlichen<br />

Pfeffernote durchzogen, auch nach Leder<br />

und Amarenakirschen. Am Gaumen<br />

betont würzig, mit viel Schmelz und etwas<br />

weitmaschigem Tannin, aber auch<br />

schöner Saftigkeit im Finale.<br />

poderelaberta.com, € 7,50<br />

•<br />

BIO I Croppi Romagna<br />

Albana Secco DOCG 2021<br />

Celli, Bertinoro<br />

14 Vol.-%, Sattes Goldgelb, leicht moussierend.<br />

Duftet angenehm nach tropischen<br />

Früchten, nach Ananas und Mango,<br />

im Nachhall ein Touch Zitrusfrucht sowie<br />

leichte würzige Noten. Am Gaumen knochentrocken,<br />

frisch und saftig, zeigt salzigen<br />

Unterton, minimal austrocknend<br />

im Finish. celli-vini.com, € 9,–<br />

•<br />

Olmatello Romagna Sangiovese<br />

Superiore Riserva DOC 2019<br />

Podere La Berta, Brisighella<br />

13 Vol.-%, Leuchtendes Rubinrot. In der<br />

Nase zunächst etwas verhalten, zeigt<br />

dann deutlich würzige Komponenten,<br />

getrocknete Tomate, Kirsche, Geranie.<br />

Am Gaumen mit klarer Frucht und<br />

engem Tannin, zeigt schöne Saftigkeit<br />

bei frischem Verlauf, im Nachhall auf<br />

roten Beeren, aktuell noch jung.<br />

poderelaberta.com, € 13,50<br />

PLATZ<br />

THEA 2019 - TRE MONTI<br />

Waldheidelbeeren und Schokolade,<br />

ausgewogen und saftig.<br />

•<br />

Costa di Rose Sangiovese<br />

Rubicone Rosé IGT 2021<br />

Umberto Cesari, Castel San Pietro<br />

12,5 Vol.-%, Sehr helles Blassrosa. In der<br />

Nase nach Blaubeeren, Waldhimbeeren,<br />

und frischen Veilchen, im Nachhall Noten<br />

von Papaya, Honigmelone und Vollmilchschokolade.<br />

Knackige Frische am Gaumen,<br />

nimmt viel Platz ein, spannt sich samtig<br />

und mit klarem Druck über den Gaumen.<br />

umbertocesari.com<br />

€ 16,–<br />

•<br />

Rebola Colli di Rimini DOC 2021<br />

Enio Ottaviani<br />

San Giovanni in Marignano<br />

14 Vol.-%, Leuchtendes Strohgelb. Duftet<br />

in der Nase nach reifem Pfirsich und<br />

goldenem Apfel, hat im Nachhall feine<br />

Birnen-Nuancen sowie Bananenjoghurt.<br />

Am Gaumen mit schönem Fruchtkern und<br />

gut integrierter Saftigkeit, ausgewogen,<br />

endet im Finale mit vibrierendem Nerv.<br />

enioottaviani.it, € 16,–<br />

•<br />

Iko Romagna Sangiovese<br />

Superiore DOP 2018<br />

Tenute Tozzi<br />

Terra dei Gessi, Mezzano<br />

13,5 Vol.-%, Mittleres Rubinrot mit<br />

leichter Transparenz. In der Nase nach<br />

Maulbeere, Eukalyptus, Brombeere und<br />

roter Johannisbeere, zudem leichte<br />

Unterholzaromatik gepaart mit Würze.<br />

Am Gaumen elegant und saftig mit guter<br />

Balance zwischen Säure und Tannin,<br />

schöne Länge, feiner Druck.<br />

arianna.tarroni@tozzigreen.com<br />

€ 19,–<br />

•<br />

Amarcord d'un Ross Romagna<br />

Sangiovese Superiore Riserva DOC<br />

2019<br />

Trerè, Faenza<br />

14,5 Vol.-%, Helles Rubinrot mit mittlerer<br />

Transparenz und leicht aufhellenden<br />

Rändern. In der Nase Minze, Brombeere,<br />

rote Johannisbeere, Kirsche, Muskat und<br />

schwarzer Pfeffer. Am Gaumen elegant<br />

und harmonisch, schöne Säurestruktur,<br />

zeigt junges Tannin mit Reifepotenzial,<br />

kann auch etwas gekühlt genossen<br />

werden.<br />

morenatrere.com, € 20,–<br />

•<br />

Bursôn Longanesi Ravenna IGT<br />

2017<br />

Randi Vini, Fusignano<br />

14,5 Vol.-%, Dunkles Rubin mit Violett,<br />

fast undurchdringlich. In der Nase sehr<br />

fruchtbetont, gezuckerte Brombeeren,<br />

Veilchen, frischer Pflaumensaft, dann im<br />

Nachhall auf edle Würze-Noten, Gewürznelken<br />

und ein Hauch frisch gebackenes<br />

Schwarzbrot. Am Gaumen mit dunkler<br />

Frucht und feiner Würze, zeigt griffiges<br />

Tannin, spannungsgeladen, im Finale<br />

dann minimal nachtrocknend.<br />

randivini.it, € 25,–<br />

Fotos: Othmar Kiem<br />

288 falstaff aug <strong>2022</strong>


•<br />

BIO Romagna Sangiovese Superiore<br />

Riserva DOC 2018<br />

Bissoni, Bertinoro<br />

14,5 Vol.-%, Dunkles Rubinrot mit leicht<br />

aufhellendem Rand. In der Nase im Vordergrund<br />

getoastete Noten vom Holzausbau,<br />

Zuckerwatte, Wassermelone, Erdbeere,<br />

im Nachhall Johannisbeeren und<br />

ein Touch Minze. Wirkt am Gaumen sehr<br />

satt, gut eingebundene Tannine, auch gut<br />

ausbalanciert, saftig, balsamische Noten,<br />

im Finale mit Druck.<br />

vinibissoni.com, € 25,–<br />

•<br />

Predappio di Predappio Vigna del<br />

Generale Romagna Sangiovese<br />

Superiore Riserva DOC 2019<br />

Fattoria Nicolucci, Predappio<br />

14,5 Vol.-%, Aufhellendes Rubinrot.<br />

Öffnet sich schüchtern, in der Nase nach<br />

kaltem Rauch, dunklem Leder, Brombeeren<br />

und schwarzen Johannisbeeren,<br />

Pfeffer. Am Gaumen mit schöner<br />

Spannung, zeigt klare, rotbeerige Frucht,<br />

auch schöne Würze, im Finale minimal<br />

trocknend.<br />

vininicolucci.com, € 30,–<br />

•<br />

BIO Vigna Colecchio Romagna<br />

Sangiovese Bertinoro Riserva DOC<br />

2018<br />

Bissoni, Bertinoro<br />

14 Vol.-%, Sattes Rubinrot. In der Nase<br />

Nuancen von Brombeeren und Zwetschgen<br />

sowie Salbei, im Nachhall getoastete<br />

Noten vom Holzausbau. Am Gaumen gut<br />

ausbalanciert, mit fein cremigem Verlauf,<br />

zeigt viel Frucht sowie gut<br />

integriertes Tannin, im Finale lange.<br />

vinibissoni.com<br />

€ 42,–<br />

•<br />

Vigna Raggio Brusa Romagna<br />

Sangiovese Predappio Riserva DOC<br />

2018, Condé, Predappio<br />

14 Vol.-%, Mittleres, leuchtendes Rubinrot.<br />

In der Nase deutliche Röstaromen,<br />

fasswürzig, nach Brombeeren und<br />

Kirschen, leichter Siegellack und getrocknete<br />

Kräuter. Am Gaumen würzig<br />

und mundfüllend, mit präsenter Säure-<br />

Tannin-Struktur, will noch etwas<br />

gelagert werden.<br />

conde.it, € 60,–<br />

•<br />

Massera Merlot Forlì<br />

Rosso IGT 2015<br />

Condé, Predappio<br />

14,5 Vol.-%, Sattes Rubinrot mit leicht<br />

aufhellendem Rand. Intensiv und komplex<br />

in der Nase, erinnert an schwarzen<br />

Trüffel, Amarenakirsche und Rumtopf,<br />

im Nachhall satte balsamische und<br />

getoastete Noten vom Holzausbau. Am<br />

Gaumen mit kompaktem, dichtem Tannin,<br />

zeigt gewisse Frische und Saftigkeit,<br />

mit fruchtsüßem Schmelz, im Finale<br />

etwas unausgewogen mit sattem Druck.<br />

conde.it, € 125,–<br />

90<br />

•<br />

BIO Romagna Albana<br />

Passito DOCG 2018<br />

Bissoni, Bertinoro<br />

13 Vol.-%, Leuchtend Bernsteinfarben.<br />

Komplexe Nase, duftet nach gedörrten<br />

Marillen, Feigen und Datteln, im Nachhall<br />

Safran- und Honignoten, aber auch nach<br />

Siegellack. Am Gaumen mit feiner Süße,<br />

öffnet sich mundfüllend, leicht tanninhaltig,<br />

gleichzeitig mit feiner Frische und<br />

Saftigkeit, hallt schön nach.<br />

vinibissoni.com, k. A.<br />

•<br />

Bianco di Ceparano Romagna<br />

Albana Secco DOCG 2021<br />

Fattoria Zerbina, Faenza<br />

12 Vol.-%, Hell leuchtendes Strohgelb. In<br />

der Nase frische Kräuter, Minze, getrocknete<br />

Zitronenzesten, ein Hauch weiße<br />

Schokolade und weißer Pfirsich. Am<br />

Gaumen frisch und saftig, vertikal, mit<br />

animierender Säure und eleganter Bitternote<br />

bei mittlerer Länge, trinkt sich gut.<br />

zerbina.com, k. A.<br />

•<br />

Borgo dei Guidi Rubicone IGT 2018<br />

Poderi dal Nespoli<br />

Civitella di Romagna<br />

14,5 Vol.-%, Dunkles Rubinrot mit leicht<br />

aufhellenden Rändern. In der Nase intensiv<br />

duftend nach reifer Pflaume, dunkler<br />

Herzkirsche, schwarzem Pfeffer und<br />

dunkler Schokolade sowie Röstaromen.<br />

Am Gaumen gut integrierte Säure bei viel<br />

Süße, cremige Tanninstruktur, zeigt<br />

schöne Länge und harmonische Balance,<br />

im Finale auf süßlichen Nuancen.<br />

poderidalnespoli.com, € 19,–<br />

•<br />

Amarcord d'un Bianc Romagna<br />

Albana secco DOCG 2019<br />

Trerè, Faenza<br />

14 Vol.-%, Leuchtend, helles Bernstein.<br />

Sehr vielschichtige Nase mit Nuancen<br />

von reifer Marille und Pfirsich, dann<br />

Blutorangezesten sowie leicht vegetale<br />

Noten mit würzigem Touch. Am Gaumen<br />

trocken, mit gut integriertem Säurespiegel<br />

und feiner Saftigkeit, endet mit mittellangem<br />

Finale.<br />

morenatrere.com, € 20,–<br />

•<br />

Liano Chardonnay Sauvignon<br />

Blanc Rubicone IGT 2020<br />

Umberto Cesari, Castel San Pietro<br />

14 Vol.-%, Satt leuchtendes Strohgelb. In<br />

der Nase intensiver Duft nach Banane,<br />

Mango und reifer Ananas sowie Anklänge<br />

von Akazienhonig und weißer Schokolade.<br />

Am Gaumen saftig, angenehm frisch, ausgewogen,<br />

mit feinem, fruchtbetontem<br />

Nachklang von mittlerer Länge.<br />

umbertocesari.com, € 21,–<br />

•<br />

Colle del Re Romagna<br />

Albana Passito DOCG 2013<br />

PLATZ<br />

PRUNO 2018 - DREI DONÀ<br />

Rumtopf und Amarenakirschen,<br />

feine Würze, stoffig.<br />

Umberto Cesari Castel San Pietro<br />

14,5 Vol.-%, Intensives Bernstein. In der<br />

Nase Noten von gedörrter Marille, Pfirsich<br />

und Feigen, dann im Nachhall Nuancen<br />

von Akazienhonig, Ginster, Safran und<br />

gerösteten Haselnüssen, zudem Holzwürze.<br />

Am Gaumen süßer, strukturvoller<br />

Wein, wirkt mundfüllend, gewisse Saftigkeit,<br />

langanhaltend, endet auf deutliche<br />

Holznoten und weißer Schokolade.<br />

umbertocesari.com, € 22,50<br />

•<br />

Liano Sangiovese Cabernet<br />

Sauvignon Rubicone IGT 2019<br />

Umberto Cesari, Castel San Pietro<br />

14 Vol.-%, Rubinrot mit dunklem Kern und<br />

aufhellenden Rändern. In der Nase intensives<br />

Aroma nach dunklen Kirschen und<br />

Pflaumen, leichter Würze und Tabakaromatik.<br />

Am Gaumen mit malzig-süßlichen<br />

Aromen, satte Würze und Frucht, mit<br />

sattem Gewicht und leicht austrocknendem<br />

Tannin im Abgang.<br />

umbertocesari.com, € 27,50<br />

89<br />

•<br />

Dogheria Pinot Bianco<br />

Rubicone IGT 2021<br />

Poderi dal Nespoli<br />

Civitella di Romagna<br />

12,5 Vol.-%, Helles Strohgelb mit<br />

grünlichen Reflexen. In der Nase<br />

Nuancen von grüner Birne und Apfel,<br />

dann würzige Aromen von Rosmarin<br />

und Salbei. Am Gaumen frisch und<br />

saftig, knackig, aber auch sehr einfach.<br />

poderidalnespoli.com, € 12,–<br />

•<br />

Prugneto Romagna Sangiovese<br />

Superiore DOC 2020<br />

Poderi dal Nespoli<br />

Civitella di Romagna<br />

13,5 Vol.-%, Leuchtendes Violett-Rubin.<br />

In der Nase präzise Töne von Pflaumen,<br />

Brombeeren und Kirschen, im Nachhall<br />

nach Veilchen. Am Gaumen jung, feine<br />

Textur, hat gewisse Saftigkeit, würziger<br />

Nachhall mit mittellangem Finale.<br />

poderidalnespoli.com, € 12,–<br />

•<br />

Tre Rocche Romagna Sangiovese<br />

Superiore DOC 2021<br />

Fattoria Nicolucci, Predappio<br />

14 Vol.-%, Mittleres Rubinrot mit leicht<br />

aufhellenden Rändern. In der Nase<br />

Aromen von Erdbeere, Himbeere und<br />

Kirsche sowie Gewürznoten. Am Gaumen<br />

saftige Säure, mittlerer Körper und leicht<br />

austrocknendes Tannin.<br />

vininicolucci.com, € 14,–<br />

Alle Verkostungsnotizen<br />

online unter<br />

go.falstaff.com/romagnatrophy-22<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

289


tasting / SIZILIEN-TROPHY<br />

FRUCHT UND<br />

FINESSE<br />

Sizilien und seine Weine können immer wieder begeistern. Dank akkurater<br />

Weinbergarbeit und moderner Kühltechnik ist die Zeit barocker und<br />

brandiger Südweine überwunden. Es dominieren frische Frucht, Präzision<br />

und Finesse. Und das gilt nicht nur für die begehrten Weine vom Ätna.<br />

TEXT OTHMAR KIEM NOTIZEN OTHMAR KIEM, SIMON STAFFLER<br />

Foto: Shutterstock<br />

290 falstaff aug <strong>2022</strong>


Faszinierender Meerblick:<br />

Weingärten im<br />

Naturpark Zingaro .<br />

Der Ätna ist in letzter Zeit bei<br />

Weinliebhabern auf aller Welt<br />

ein Thema. Nicht weil er der<br />

höchste aktive Vulkan Europas<br />

ist und mit seiner Rauchund<br />

Staubfahne immer wieder den Flugverkehr<br />

in Catania lahmlegt, sondern wegen<br />

der Weine, die an seinen Hängen gedeihen.<br />

Die Weine, die in Höhenlagen von 400 bis<br />

1000 Metern angebaut werden, sind so<br />

völlig anders als alle übrigen Weine Siziliens.<br />

Die Weißweine, zumeist Cuvées aus<br />

Carricante mit Beigaben von Catarratto<br />

und Minella, sind salzig und zeigen spürbare<br />

Säure. Die Rotweine aus der lokalen<br />

Sorte Nerello Mascalese, reinsortig oder<br />

mit einer kleinen Beigabe von Nerello<br />

Cappuccio, sind hellfarben, zeigen straffes<br />

Tannin und knackige Säure. Trotzdem sind<br />

das die Weine, mit denen der Weinkontinent<br />

Sizilien in den letzten Jahren am meisten<br />

trumpfen kann. Weinliebhaber reißen<br />

sich regelrecht um Abfüllungen in kleinen<br />

Mengen aus begrenzten Einzellagen. Dabei<br />

ist das Weinbaugebiet Ätna mit seinen<br />

knapp 1000 Hektar nur ein kleiner Tropfen<br />

in der großen Weinvielfalt Siziliens. Insgesamt<br />

erstrecken sich die Weingärten Siziliens<br />

auf 98.000 Hektar. Ein wahrer Wein-<br />

Koloss! Nicht nur am Ätna, auch auf den<br />

übrigen Gebieten der Wein-Insel hat sich<br />

viel getan. Statt opulenter Fülle und üppigem<br />

Alkohol dominieren nun zunehmend<br />

frische, klare Frucht und Finesse. Unter den<br />

Rotweinen ist Nero d’Avola die angesagte<br />

Sorte. Ursprünglich stammt sie aus der Ortschaft<br />

Avola im Südosten der Insel und hat<br />

sich von dort über die gesamte Insel verbreitet.<br />

Je nach Lage, Gebiet und Ausbau<br />

bringt sie verschiedene Nuancen hervor.<br />

Gemeinsamer Nenner ist stets die dunkle,<br />

rubinviolette Farbe, eine Nase nach dunkler<br />

Beerenfrucht, gepaart mit leicht harzigen<br />

Noten, sowie am Gaumen griffiges Tannin<br />

und erstaunlich hohe Säure, die dem Wein<br />

guten Trinkfluss verleiht. Bei den Weißweinen<br />

hat sich Grillo unter der Bezeichnung<br />

Sicilia DOC zu einem wahren Exportschlager<br />

entwickelt. Grillo behält auch bei hoher<br />

Reife sehr gute Säurewerte und kann gut<br />

reifen. In den vergangenen Jahren gab es<br />

vermehrt auch spannende Weine auf der<br />

Basis von Catarratto, den manche schon als<br />

den Chardonnay Siziliens sehen.<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

291


tasting / SIZILIEN-TROPHY<br />

Carricante ist die<br />

wichtigste Sorte für die<br />

Weißweine vom Ätna.<br />

SIZILIEN<br />

WEISSWEINE<br />

PLATZ<br />

BEN RYÉ 2020<br />

DONNAFUGATA<br />

Nach Orangenzesten, Bergamotte<br />

und getrockneten Marillen, tolles<br />

Spiel zwischen Süße und Frische.<br />

Bei den besten Weißweinen<br />

zeigt sich die<br />

ganze Vielfalt Siziliens.<br />

Der Reigen<br />

reicht vom herrlich<br />

süßen Ben Ryé von Donnafugata<br />

über einen wunderbar komplexen<br />

trockenen Marsala Vergine<br />

von Florio (steht da eine<br />

Renaissance an?) bis zum knackig-frischen<br />

A’Puddara von<br />

Tenuta di Fessina am Ätna.<br />

94<br />

Weißweine<br />

•<br />

Ben Ryé Passito di Pantelleria DOC<br />

2020, Donnafugata, Marsala<br />

14,5 Vol.-%, NK. Kraftvoll leuchtendes<br />

Bernstein, leicht rötliche Nuancen. Intensive<br />

und einladende Nase mit Noten nach<br />

Orangenzesten und Bergamotte, viel getrocknete<br />

Marille, etwas Feige. Am Gaumen<br />

tolles Spiel zwischen Süße und frischer<br />

Säure, nach Marille, Orangenblüte<br />

und Feige, im Finale lange und klar.<br />

donnafugata.it, € 56,–<br />

•<br />

VR1003 Marsala Vergine Riserva<br />

DOC 2003<br />

Florio, Marsala<br />

19 Vol.-%, PK. Kraftvoll leuchtendes, intensives<br />

Bernstein. Vielschichtig in der<br />

Nase, intensive Noten nach Datteln und<br />

Feigen, etwas Rauch, heller Tabak und<br />

Marille. Am Gaumen Noten nach Wachs<br />

und Bienenwabe, breitet sich gut aus, viel<br />

getrocknete Feigen, zugleich auch betont<br />

salzige Noten, wirkt ausgewogen, angenehm<br />

trocken, schwingt sehr lange nach.<br />

duca.it, € 75,–<br />

93<br />

•<br />

BIO A’Puddara Etna Bianco DOC<br />

2020, Tenuta di Fessina<br />

Castiglione di Sicilia<br />

12,5 Vol.-%, NK. Funkelndes, helles Strohgelb<br />

mit grünen Noten. Ansprechende<br />

Nase mit Noten nach Mango, Salzzitrone<br />

und Ginster. Am Gaumen gute Spannung,<br />

zeigt im Verlauf feine Zitrusnoten, etwas<br />

weißer Pfirsich, saftig, gutes Potenzial.<br />

tenutadifessina.com, € 40,–<br />

•<br />

VR0308 Marsala Vergine Riserva<br />

DOC 2008<br />

Florio, Marsala<br />

18,5 Vol.-%, PK. Leuchtendes, helles<br />

Bernstein. Spannend und vielschichtig in<br />

der Nase, nach Orangenschale, Salzman-<br />

Fotos: Shutterstock, Othmar Kiem<br />

292 falstaff aug <strong>2022</strong>


deln, frischer Dattel, goldener Apfel, etwas<br />

Jod. Im vorderen Verlauf mittleres<br />

Gewicht, gewinnt dann zunehmend an<br />

Fülle, auch da wieder viel Salzmandeln,<br />

heller Tabak, getrocknete Feige, klar und<br />

staubtrocken, langer Nachhall, salzig!<br />

duca.it, € 43,–<br />

•<br />

Contrada PC Terre Siciliane IGT<br />

2020<br />

Passopisciaro – Vini Franchetti<br />

Castiglione di Sicilia<br />

13 Vol.-%, NK. Glänzendes helles Strohgelb<br />

mit silbernen Reflexen. Eröffnet mit<br />

Noten nach Feuerstein, dann nach frischem<br />

Apfel, Birne und etwas Kapern.<br />

Am Gaumen gute Spannung, sehr saftig,<br />

zeigt gut herausgearbeitete Frucht,<br />

langer Nachhall.<br />

vinifranchetti.com, € 65,–<br />

92<br />

•<br />

Lalùci Grillo Sicilia DOC 2021<br />

Baglio del Cristo di Campobello<br />

Campobello di Licata<br />

13,5 Vol.-%, DIAM. Helles Zitronengelb<br />

mit grünen Reflexen. In der Nase intensiver<br />

Duft nach gelber Frucht, Banane und<br />

leicht nussig. Am Gaumen ausgewogen<br />

und saftig, mit schöner Säure und<br />

Mineralität sowie kompaktem Körper und<br />

langem Nachhall.<br />

cristodicampobello.it, € 18,–<br />

•<br />

Etna Bianco Superiore DOC 2020<br />

Barone di Villagrande, Milo<br />

13 Vol.-%, DIAM. Strahlendes Strohgelb<br />

mit grünlichen Reflexen. In der Nase eher<br />

verhalten, duftet nach weißem Pfirsich<br />

und Orangenzesten im Nachhall Anklänge<br />

von Lindenblüten und Zitrusfrüchten.<br />

Am Gaumen saftig und frisch, mit tollem<br />

Säurespektrum, gut ausbalanciert, mit<br />

langem und mineralischem Nachhall.<br />

villagrande.it, € 18,–<br />

•<br />

BIO Grillo Vigna di Mandranova<br />

Sicilia DOC 2021<br />

Alessandro di Camporeale<br />

Camporeale<br />

13 Vol.-%, KK. Hell leuchtendes Strohgelb<br />

mit grünen Reflexen. In der Nase Aromen<br />

von Holunderblüten und grünem Apfel,<br />

Zitronenzesten und leicht laktischen Noten.<br />

Am Gaumen saftig, mit animierender<br />

Säure, schönem Trinkfluss und langem<br />

Finale.<br />

alessandrodicamporeale.it, € 20,–<br />

•<br />

BIO Monreale Bianco Vigna di<br />

Mandranova Sicilia DOC 2020<br />

Alessandro di Camporeale<br />

Camporeale<br />

12,5 Vol.-%, NK. Leuchtend helles Strohgelb.<br />

In der Nase reifer Pfirsich und Quitte,<br />

sowie weiße Blüten und Kräuteraromen.<br />

Frischer Spannungsbogen, lebhafte<br />

Säure und tolle Saftigkeit, sehr präzise<br />

und animierend mit schönem Trinkfluss,<br />

hallt lange nach.<br />

alessandrodicamporeale.it, € 25,–<br />

•<br />

BIO Trainara Etna Bianco DOC<br />

2020<br />

Generazione Alessandro<br />

Linguaglossa<br />

12,5 Vol.-%, NK. Helles Strohgelb mit ausgeprägt<br />

grünen Nuancen. Eröffnet in der<br />

Nase mit Noten nach Meer und Gischt,<br />

dann etwas Zitrone und grüner Apfel. Am<br />

Gaumen sehr gute Spannung, zeigt rassige<br />

Säure, die dem Wein aber gut steht, im<br />

Finale betont salzige Noten.<br />

generazionealessandro.it, € 27,–<br />

•<br />

Passobianco Terre Siciliane IGT<br />

2020<br />

Passopisciaro – Vini Franchetti<br />

Castiglione di Sicilia<br />

13 Vol.-%, NK. Helles, funkelndes Strohgelb.<br />

Offene und fein gezeichnete Nase<br />

mit Noten nach Marille und Melone, im<br />

Hintergrund etwas Grapefruit. Am<br />

Gaumen rund und geschmeidig, breitet<br />

sich mit cremigem Schmelz aus,<br />

geschmeidig, im Finale viel Marille.<br />

vinifranchetti.com, € 30,–<br />

•<br />

SR2715 Marsala Semisecco<br />

Superiore Riserva DOC 2015<br />

Florio, Marsala<br />

19 Vol.-%, PK. Kraftvolles, dunkles Kupfer.<br />

Eröffnet in der Nase mit Noten nach Rumtopf,<br />

etwas Leinölfirnis, geröstete Kaffeebohnen,<br />

dunkler Tabak und getrocknete<br />

Marillen. Am Gaumen fein abgestimmte<br />

Süße, nach Haselnusstorte und Brioche,<br />

schwingt lange nach, schön ausgewogen<br />

zwischen Süße und Saftigkeit.<br />

duca.it, € 35,–<br />

•<br />

Bianca di Valguarnera Insolia Terre<br />

Siciliane IGT 2019<br />

Duca di Salaparuta, Marsala<br />

13 Vol.-%, NK. Sattes Goldgelb. In der<br />

Nase Noten von tropischen Früchten und<br />

von Zitronenzesten, im Nachhall ein<br />

Touch Vanille und weiße Schokolade vom<br />

Holzausbau sowie eine kräutrige Note<br />

nach mediterraner Macchia. Am Gaumen<br />

mundfüllend und weich, leicht tanninhaltig,<br />

beachtliches Finale, sollte aus einem<br />

Burgunderglas genossen werden.<br />

duca.it, € 37,50<br />

•<br />

SR0207 Marsala Semisecco<br />

Superiore Riserva DOC 2007<br />

Florio, Marsala<br />

19 Vol.-%, PK. Funkelndes, dunkles Bernstein<br />

mit Tendenz zu Kupfer. Intensive<br />

und vielschichtige Nase, duftet nach<br />

Salzmandeln, schwarzen Nüssen, nassem<br />

Laub und Melasse, auch etwas Dattel.<br />

Rund und ausgewogen am Gaumen,<br />

schönes Spiel zwischen Süße, Körper und<br />

Alkohol, wirkt wie aus einem Guss, hallt<br />

PLATZ<br />

MARSALA VERGINE 2003<br />

FLORIO<br />

Nach Bienenwachs und Marille,<br />

salzig und angenehm trocken.<br />

lange nach, nach Haselnussgebäck und<br />

Brioche.<br />

duca.it, € 57,–<br />

91<br />

•<br />

BIO Kebrilla Grillo Sicilia DOC 2021<br />

Cantine Fina, Marsala<br />

13,5 Vol.-%, KK. Strohgelb mit grünlichen<br />

Reflexen. Duftet nach Stachelbeere,<br />

Holunderblüten und Eisbonbon. Am Gaumen<br />

zunächst leicht cremig, einladend,<br />

mit ausgewogener Säure, feine Salzigkeit,<br />

sehr schöne Preis-Leistung.<br />

cantinefina.it, € 9,50<br />

•<br />

BIO Fondo Filara Grillo Sicilia DOC<br />

2021<br />

Nicosia, Trecastagni<br />

13 Vol.-%, PK. Intensiv leuchtendes Strohgelb.<br />

In der Nase satter Duft nach Kräuter,<br />

Zitrone und weißen Blüten. Am Gaumen<br />

mit viel Druck, Zug und Saftigkeit,<br />

zieht sich bis zum Ende fein über den<br />

Gaumen, mit langem Finale.<br />

cantinenicosia.it, € 9,50<br />

•<br />

Fileno Grillo Sicilia DOC 2021<br />

CVA Canicattì, Canicattì<br />

13 Vol.-%, KK. Noten von frischem Apfel<br />

und Steinobst, im Nachhall Anklänge von<br />

weißen Blüten. Am Gaumen fruchtbetont,<br />

frisch und saftig, zeigt sich gut<br />

PLATZ<br />

A’ PUDDARA 2020<br />

TENUTA DI FESSINA<br />

Mango, Salzzitrone und Ginster,<br />

gute Spannung.<br />

ausbalanciert, lang anhaltendes Finale.<br />

cvacanicatti.it, € 10,–<br />

•<br />

Grillo Sicilia DOC 2021<br />

Feudo Disisa, Palermo<br />

12,5 Vol.-%, KK. Nach mediterraner Macchia,<br />

dann Noten von frischen Birnen und<br />

Zitrusfrüchten. Am Gaumen mit sehr<br />

knackiger Säure, salzig und gut ausbalanciert,<br />

animiert zum Trinken,<br />

salziger Abgang.<br />

feudodisisa.it, € 10,–<br />

•<br />

Olli Grillo Sicilia DOC 2021<br />

Feudo Maccari, Noto<br />

13 Vol.-%, DIAM. Intensiver Duft nach<br />

Kräutern, weißem Pfirsich, Zitrusfrucht<br />

und Holunderblüten. Am Gaumen frisch,<br />

mit straffem Zug und angenehmer<br />

Saftigkeit, sowie frischem und<br />

minz betontem Finale.<br />

feudomaccari.it, € 11,50<br />

•<br />

Sentiero del Vento Vermentino<br />

Terre Siciliane IGT 2021<br />

Duca di Salaparuta, Marsala<br />

13 Vol.-%, NK. Noten von Zitrusfrüchten<br />

und frischen Äpfeln, im Nachhall Zitronenverbene<br />

und ein Touch Feuerstein.<br />

Wirkt am Gaumen sehr frisch und saftig,<br />

geht mit Zug über die Zunge, animiert<br />

zum Trunk, endet mit leicht cremigem<br />

und kräutrigem Finale.<br />

duca.it, € 12,–<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

293


tasting / SIZILIEN-TROPHY<br />

Nerello Cappuccio ist in<br />

vielen Rotweinen vom Ätna<br />

der Juniorpartner zum<br />

Nerello Mascalese.<br />

SIZILIEN<br />

ROTWEINE<br />

PLATZ<br />

CONTRADA G 2020<br />

PASSOPISCIARO<br />

Nach reifen Kirschen, Himbeeren,<br />

Granatapfel und kaltem Rauch;<br />

finessenreich und geschliffen.<br />

A<br />

ndrea Franchetti<br />

verstarb im vergangen<br />

Jahr. Mit<br />

2020 aber hat er<br />

ein großartiges<br />

Vermächtnis hinterlassen. Am<br />

besten gefiel uns dieses Mal der<br />

Contrada G, ein reinsortiger<br />

Nerello Mascalese aus hohen<br />

Lagen. Dahinter folgen sein<br />

Franchetti und der große Klassiker<br />

Rosso del Conte von Tasca.<br />

97<br />

•<br />

Rotweine<br />

Contrada G Terre Siciliane IGT<br />

2020, Passopisciaro – Vini Franchetti<br />

Castiglione di Sicilia<br />

15 Vol.-%, NK. Elegantes Rubinrot mit<br />

funkelndem Kern und aufhellendem<br />

Rand. In der Nase elegant und einladend,<br />

nach reifen Kirschen, Minze, kaltem<br />

Rauch, dann wieder reife Himbeeren,<br />

Granatapfel und Blutorange, verführerisch.<br />

Am Gaumen geschliffen und kompakt,<br />

öffnet sich langsam und in vielen<br />

Schichten, äußerst finessenreich und mit<br />

salzigem, langem Ausklang.<br />

vinifranchetti.com, € 65,–<br />

96<br />

•<br />

Franchetti Terre Sicliane IGT 2020<br />

Passopisciaro – Vini Franchetti<br />

Castiglione di Sicilia<br />

15,5 Vol.-%, NK. Dunkles Rubinrot mit<br />

zart aufhellendem Rand. Nach reifen<br />

Herzkirschen, gepaart mit kaltem<br />

Rauch, Maulbeeren, sowie frisch gerösteter<br />

Kaffee und ein Hauch Ras-El-Hanout.<br />

Am Gaumen geschliffen und kompakt,<br />

öffnet sich saftigem Tannin, druckvoll<br />

und mit viel Finesse, kommt ständig<br />

wieder, dicht, lange und ausgewogen.<br />

vinifranchetti.com, € 140,–<br />

95<br />

•<br />

Rosso del Conte Sicilia DOC 2017<br />

Tasca d’Almerita, Castiglione di Sicilia<br />

14,5 Vol.-%, NK. Elegant leuchtendes<br />

Rubinrot mit zart aufhellendem Rand.<br />

Spannende und einladende Nase nach<br />

reifen Himbeeren, Walderdbeeren, ein<br />

Hauch Holunderbeeren, dann nach Minze<br />

und Salbei, zart nach Eisen. Am Gaumen<br />

kompakt und mit engmaschig-salzigem<br />

Tannin, spannt sich hervorragend auf,<br />

leicht harzig-fruchtiger Unterton, fines-<br />

Fotos: Shutterstock, Othmar Kiem<br />

294 falstaff aug <strong>2022</strong>


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tasting / SIZILIEN-TROPHY<br />

senreich und lange.<br />

tascadalmerita.it, € 42,–<br />

•<br />

Vigna San Francesco Cabernet<br />

Sauvignon Sicilia DOC 2018<br />

Tasca d’Almerita, Castiglione di Sicilia<br />

14 Vol.-%, NK. Leuchtendes, elegantes<br />

Rubinrot. In der Nase präzise nach Holunderbeeren<br />

und Cassis, edle Note nach<br />

grüner Paprika und einem Anklang vom<br />

Efeu, im Nachhall nach Preiselbeermarmelade<br />

und edler Würze, vielschichtig.<br />

Am Gaumen ausgewogen mit tollem<br />

Spiel zwischen Frucht, Würze und Tannin,<br />

auch sehr saftig, auf Anis im Nachhall,<br />

lange und komplex, sehr gut gelungen.<br />

tascadalmerita.it, € 37,50<br />

94<br />

•<br />

BIO Vrucara Nero d’Avola Sicilia<br />

DOC 2018<br />

Feudo Montoni, Cammarata<br />

14 Vol.-%, NK. Elegantes, leuchtendes Rubinrot.<br />

Einladende Nase, nach getrockneten<br />

Hagebutten, reifen Kirschen, feinen<br />

harzigen Nuancen, sowie deutlich nach<br />

Rooibos. Am Gaumen sehr ausgewogen<br />

und mit klarem Fruchtkern, saftig und<br />

kompakt, spannt sich mit balsamischen<br />

Nuancen über die Zunge, strahlend,<br />

prächtig.<br />

feudomontoni.it, € 25,–<br />

•<br />

Maharis Syrah Sicilia DOC 2019<br />

Feudo Maccari, Noto<br />

14,5 Vol.-%, KK. Leuchtendes Rubinrot.<br />

Eröffnet die Nase auf kalten Rauch, dann<br />

frisch gemahlener Kaffee, Brombeeren,<br />

Preiselbeeren sowie getrocknetes Rosenblatt<br />

und grüner Pfeffer. Am Gaumen mit<br />

tollem Schmelz, öffnet sich präsent und<br />

klar, zeigt auch feine Süße, im Finale lange<br />

und mit saftig-salzigem Nachdruck.<br />

feudomaccari.it, € 31,–<br />

•<br />

BIO Il Musmeci Etna Rosso DOC<br />

2018, Tenuta di Fessina<br />

Castiglione di Sicilia<br />

13,5 Vol.-%, NK. Funkelndes, mitteldichtes<br />

Rubin. Ansprechende und fein gezeichnete<br />

Nase mit Noten nach Rhabarber,<br />

Erdbeere, frische Himbeere, etwas<br />

Siegellack im Hintergrund. Salzig und<br />

saftig am Gaumen, breitet sich mit feiner<br />

Frucht aus, viel feinmaschiges Tannin,<br />

klar und geradlinig, salziges Finale.<br />

tenutadifessina.com, € 40,–<br />

•<br />

Duca Enrico Nero d’Avola Terre<br />

Siciliane IGT 2018<br />

Duca di Salaparuta, Marsala<br />

14,5 Vol.-%, NK. Dunkel leuchtendes<br />

Rubinrot. Fruchtbetonte Nase mit zart<br />

floralen Anklängen, nach saftigen Brombeeren,<br />

Cassis sowie ein Hauch Schwarzbrot,<br />

dann Nugat und getrocknetes Rosenblatt.<br />

Am Gaumen sehr saftig und<br />

sehr fruchtbetont, ohne dabei seine<br />

Spannung zu vermissen, kommt in vielen<br />

Schichten daher, im Finale auf eleganten<br />

Beerennuancen.<br />

duca.it, € 59,–<br />

93<br />

•<br />

Contesa dei Venti Nero D’Avola<br />

Vittoria DOC 2020<br />

Donnafugata, Marsala<br />

13 Vol.-%, KK. Helles Rubinrot mit leicht<br />

aufhellendem Rand. In der Nase fruchtbetont,<br />

nach roten Waldbeeren und Kirschen,<br />

floral nach Lavendelblüten und<br />

Veilchen, im Nachhall ein Touch Würze.<br />

Am Gaumen filigran, frisch und saftig,<br />

mit gut eingebundenem Tannin sowie<br />

langem und elegantem Finale.<br />

donnafugata.it, € 16,–<br />

•<br />

Contrada Pianodario Etna Rosso<br />

DOC 2019, Tasca d’Almerita<br />

Castiglione di Sicilia<br />

13 Vol.-%, NK. Sehr helles Kirschrot mit<br />

funkelndem Kern und aufhellendem<br />

Rand. Zeigt in der Nase feine junge<br />

Kirschfrucht, gepaart mit leicht vegetalen<br />

Nuancen, ein Hauch kalter Rauch und<br />

Blutorangen runden das Bukett ab. Zeigt<br />

sich am Gaumen sehr ausgewogen und<br />

mit geschliffenem Tannin, klare und<br />

strahlende rote Beerenfrucht, unterlegt<br />

von feinen salzigen Noten, lange und<br />

finessenreich.<br />

tascadalmerita.it, € 39,–<br />

•<br />

Contrada Zottorinoto Etna Rosso<br />

Riserva DOC 2017<br />

Cottanera, Castiglione di Sicilia<br />

14 Vol.-%, NK. Funkelndes Rubin mit aufhellendem<br />

Rand. Intensive und ansprechende<br />

Nase mit feinen Noten nach<br />

dunklen Himbeeren, etwas Zwetschge<br />

und feine Kräuterwürze. Am Gaumen fest<br />

und zupackend, öffnet sich mit viel feinmaschigem,<br />

präsentem Tannin, ausbalanciert<br />

und lange, salzig im Nachhall.<br />

cottanera.it, € 100,–<br />

92<br />

•<br />

BIO Don Pietro Rosso Terre Siciliane<br />

IGT 2019, Spadafora, Palermo<br />

14 Vol.-%, KK. Vegetale Noten, nachTomatenblatt,<br />

dann Himbeeren und getrocknete<br />

Waldfrüchte, im Nachhall ein Hauch<br />

Pfeffer. Am Gaumen mundfüllend und<br />

saftig, zeigt Noten von Cassis und Pfeffer,<br />

eng gewoben, mit würzigem Tannin, hat<br />

viel Charakter, sollte dekantiert werden,<br />

mit viel Druck. spadafora.com, € 15,–<br />

•<br />

Adènzia Rosso Sicilia DOC 2019<br />

PLATZ<br />

FRANCHETTI 2020<br />

PASSOPISCIARO<br />

Geschliffen und kompakt, öffnet<br />

sich mit saftigem Tannin.<br />

Baglio del Cristo di Campobello,<br />

Campobello di Licata<br />

14 Vol.-%, DIAM. Intensiv nach Waldbeeren,<br />

Bitterschokolade und Anklängen an<br />

Veilchen, im Nachhall feine Würze. Am<br />

Gaumen sehr fruchtbetont, gut integrierter<br />

Gerbstoff, dicht und kompakt mit satter<br />

Länge. cristodicampobello.it, € 16,–<br />

•<br />

BIO Vurria Nero d’Avola Sicilia DOC<br />

2020 Di Giovanna<br />

Sambuca Di Sicilia<br />

13,5 Vol.-%, DIAM. In der Nase Kirschen<br />

und Erdbeeren sowie vegetale Anklänge<br />

und etwas Zedernholz. Am Gaumen feine<br />

Würze und deutliche Fruchtnoten, guter<br />

Trinkfluss, sehr stimmig und aktuell noch<br />

mit etwas jugendlichem Gerbstoff.<br />

di-giovanna.com, € 16,–<br />

•<br />

BIO Cerasuolo di Vittoria Classico<br />

DOCG 2019<br />

Valle dell’Acate, Acate<br />

13 Vol.-%, DIAM. Klare und präzise Nase,<br />

satt nach reifen Erdbeeren und Blutorangen,<br />

etwas Würze im Hintergrund.<br />

Am Gaumen frisch und saftig, mit gut<br />

eingebundenem Gerbstoff, mittellanges,<br />

animierendes Finale.<br />

valledellacate.com, € 18,–<br />

•<br />

BIO Kaid Syrah Sicilia DOC 2019<br />

PLATZ<br />

ROSSO DEL CONTE 2017<br />

TASCA D’ALMERITA<br />

Nach Himbeeren und Walderdbeeren,<br />

Minze und Salbei.<br />

Alessandro di Camporeale<br />

Camporeale<br />

14 Vol.-%, NK. Im Vordergrund leichte<br />

pfeffrige Note, fruchtig nach reifer Amarenakirsche<br />

und Waldbeeren, im Nachhall<br />

ein feiner balsamischer Touch. Am<br />

Gaumen mit frischem Fruchtkern und<br />

feinem Gerbstoff, harmonisch und gut<br />

ausbalanciert, feines Finale.<br />

alessandrodicamporeale.it, € 25,–<br />

•<br />

Contrada Diciassettesalme Etna<br />

Rosso DOC 2020<br />

Cottanera, Castiglione di Sicilia<br />

13,5 Vol.-%, NK. Zu Beginn etwas reduktiv,<br />

dann kalter Rauch, fast schon speckig, im<br />

Nachhall nach Geranien. Am Gaumen<br />

dicht und sehr saftig, zeigt auch feine<br />

fruchtsüße Komponenten, wirkt im<br />

hinteren Bereich schön geschliffen,<br />

endet saftig-salzig.<br />

cottanera.it, € 25,–<br />

•<br />

BIO Croceferro Etna Rosso DOC<br />

2020<br />

Generazione Alessandro,<br />

Linguaglossa<br />

13 Vol.-%, NK. Zu Beginn metallisch, dann<br />

rote Früchte wie Himbeeren und rote Johannisbeeren,<br />

im Nachhall etwas Minze.<br />

Am Gaumen frisch und saftig, guter<br />

Trinkfluss, schöner Spannungsbogen mit<br />

feinem Finale.<br />

generazionealessandro.it, € 25,–<br />

Alle Verkostungsnotizen<br />

online unter<br />

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Fotos: Othmar Kiem<br />

296 falstaff aug <strong>2022</strong>


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AUGUST <strong>2022</strong><br />

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Die in dieser Ausgabe veröffentlichten Beiträge sind<br />

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202122021<br />

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REDAKTIONSASSISTENZ Anja Kleinschuster<br />

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REDAKTION ITALIEN Dr. Othmar Kiem, Simon Staffler<br />

MITARBEITER DIESER AUSGABE<br />

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<strong>Falstaff</strong> <strong>Österreich</strong>: 45.900 Exemplare (ÖAK 2. HJ / 2021)<br />

<strong>Falstaff</strong> Deutschland: 69.352 Exemplare (IVW II / <strong>2022</strong>)<br />

<strong>Falstaff</strong> Schweiz: 25.000 Exemplare<br />

GESELLSCHAFTER DER FALSTAFF VERLAGS-GMBH<br />

67 % Wolfgang Rosam Privatstiftung<br />

23 % JOFE Immobilienverwaltung GmbH<br />

10 % Angelika Rosam<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

297


events<br />

NACHBERICHT<br />

UNA SERATA ITALIANA<br />

DAS LEBENSGEFÜHL DER ITALIENER<br />

Spitzenkoch Oliver<br />

Glowig ist gebürtiger<br />

Deutscher, seine Wahlheimat<br />

jedoch seit vielen Jahren<br />

Italien – somit ist der Zwei-<br />

Sterne-Koch tief verwurzelt in<br />

der Cucina Italiana, was er im<br />

Rahmen eines exklusiven<br />

Gourmet-Events in Salzburg<br />

vor Kurzem eindrucksvoll<br />

unter Beweis stellte. In Kooperation<br />

mit <strong>Falstaff</strong> fand im<br />

Fine-Dining-Restaurant »Goldener<br />

Hirsch« ein Dinner ganz<br />

im Zeichen der italienischen<br />

Genusskultur statt. Gemeinsam<br />

mit dem »Goldener Hirsch«-<br />

Chefkoch Daniel Mild kreierte<br />

Glowig als Gastkoch ein Sechs-<br />

Gang-Menü, das dem Titel der<br />

Veranstaltung »Una Serata<br />

Italiana« alle Ehre machte.<br />

Angefangen von mariniertem<br />

Tatar von der Forelle mit<br />

Kaffeepulver, hausgemachten<br />

Ravioli und Osso Bucco über<br />

Octopus an Burrata Creme<br />

und Basilikum bis hin zu Kartoffelgnocchi<br />

mit Bottarga oder<br />

Petersilienrisotto mit Eigelb –<br />

die Gerichte ließen keine Wünsche<br />

offen. Für den süßen<br />

Abschluss sorgten Cannoli mit<br />

Ricotta und Kirsche – La Dolce<br />

Vita vom Feinsten. Abgerundet<br />

wurden die exquisiten Speisen<br />

mit einer kuratierten italienischen<br />

Weinbegleitung und<br />

einer gehörigen Portion herzlicher<br />

Gastfreundschaft, für die<br />

das Hotel »Goldener Hirsch«<br />

so bekannt ist.<br />

Einen Abend<br />

lang wurde die<br />

Italo-Küche im<br />

Hotel »Goldener<br />

Hirsch«<br />

zelebriert.<br />

Fotos: Shutterstock, Goldener Hirsch, ESKOLE / Edgar Knaack<br />

298 falstaff aug <strong>2022</strong>


NACHBERICHT<br />

ESKOLE LINZ<br />

KÜCHEN MIT AMORE<br />

Liebe geht bekanntlich durch den Magen – und so wird in den<br />

Eskole Küchen gelebt, gefeiert, verkostet; gerne auch mit<br />

Schmetterlingen im Bauch.<br />

Was gehört zum<br />

guten Leben? Ganz<br />

sicher: Essen,<br />

Kochen – und das Leben, kurz:<br />

Eskole, die Marke der wohl<br />

spannendsten Küchenstudios in<br />

Wien, Graz und Linz. Unter<br />

dem Motto »Kulinarische<br />

Liebesgeschichten« lud der<br />

Küchenspezialist gemeinsam<br />

mit <strong>Falstaff</strong> Anfang Juni in sein<br />

Studio in Linz. Einmal mehr<br />

wurde an diesem Abend klar,<br />

dass es um eine ganzheitliche<br />

Auffassung der Küche als<br />

Lebensraum geht: Die Küche<br />

ist das Zentrum jeder Wohnung,<br />

jedes Hauses, das<br />

bewusst gestaltet werden sollte.<br />

Die vielfältigen Küchen für<br />

jeden Geschmack, die sich im<br />

großzügigen Studio auf drei<br />

Ebenen erstrecken, wurden<br />

inszeniert von großartigen<br />

Partnern aus der regionalen<br />

Gastronomie: Die Hauptgänge<br />

zauberte der »Gasthof Rahofer«,<br />

der süße Abschluss kam<br />

vom Linzer Traditionsbetrieb<br />

»Jindrak«. Weine und Champagner<br />

präsentierte Robert<br />

Stark und Hochprozentiges der<br />

Local Hero, die Qualitätsbrennerei<br />

Reisetbauer. Das Eskole<br />

Team zeigte sich begeistert vom<br />

Feedback der Gäste und freut<br />

sich auf die nächsten Events<br />

und Besuche.<br />

NACHBERICHT<br />

ESKOLE GRAZ<br />

SCHÖN KOCHEN<br />

Rechtzeitig zum Start<br />

der warmen Jahreszeit<br />

lud Eskole, das wahrscheinlich<br />

schönste Küchenstudio<br />

von Graz, Ende Juni<br />

gemeinsam mit <strong>Falstaff</strong> zu<br />

einem genussvollen Abend<br />

voller Sommergefühle in sein<br />

Grazer Studio.<br />

Studioleiter Leon Sevsek<br />

und sein Team begrüßten rund<br />

80 Gäste in der vielfältigen<br />

Küchenwelt von Eskole, die<br />

von steirischen Kulinarik-Profis<br />

inszeniert wurde. Die Themen<br />

»Essen, Kochen, Leben«<br />

standen im Mittelpunkt des<br />

Abends, an dessen Ende sich<br />

alle Gäste einig waren: Gutes<br />

Essen braucht einen großartigen<br />

Rahmen, kulinarische<br />

Virtuosität und eine wunderbare<br />

Küche. Mit Gesprächen über<br />

Küchen und das Leben sowie<br />

edlen Tropfen, für die das<br />

Weingut Wohlmuth aus der<br />

Südsteiermark sorgte, und kulinarischen<br />

Erlebnissen von<br />

Martin Steinkellner, Küchenchef<br />

im Restaurant des obersteirischen<br />

»Hotel Steirerschlössl«<br />

in Zeltweg, wurde es<br />

ein einzigartiger Sommerabend.<br />

Lukullisch abgerundet wurde<br />

das Event mit Premiumschinken<br />

von Vulcano, einer Käsevielfalt<br />

von Almenland Stollenkäse,<br />

fruchtigen Schmankerln<br />

von Jamsession sowie einer<br />

köstlichen Brotstation der<br />

Bäckerei Alpenbrot Jechart aus<br />

Edelschrott.<br />

Eine exklusive<br />

Entdeckungsreise<br />

zum Thema<br />

regionale und lokale<br />

Schmankerl durch<br />

die Erlebniswelt von<br />

Eskole in Graz.<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

299


NACHBERICHT<br />

VW CITY GARDEN IN WIEN<br />

GARTEN DES GENUSSES<br />

Von 29. Juni bis 1. Juli<br />

öffnete der VW City<br />

Store auf der Wiener<br />

Kärntnerstraße seine Tore zum<br />

»City Garden«. Im Garten des<br />

Genusses wurde Nachhaltigkeit<br />

von technologischer wie kulinarischer<br />

Seite gedacht: Neben der<br />

Vorstellung der vollelektrischen<br />

ID.Modelle von Volkswagen erwartete<br />

die Gäste eine Reihe von<br />

österreichischen Genussproduzenten,<br />

die an urbanen Marktständen<br />

zur Verkostung baten:<br />

Neben der Bäckerei Kasses,<br />

Markta, der Spezerey und der<br />

Käse-Manufaktur Cultured präsentierten<br />

auch Zirp Insects,<br />

Pona und Krut ihre feinen Delikatessen<br />

aus klimafreundlichem,<br />

regionalem Anbau. Der ökologische<br />

Gedanke wurde auch im<br />

Rahmen einer exklusiven Abendveranstaltung<br />

am 30. Juni konsequent<br />

weitergeführt. Das Restaurant<br />

»Jola Wien« rund um<br />

Küchenchef Jonathan Wittenbrink<br />

sorgte dabei mit einem außergewöhnlichen<br />

Flying Dinner für<br />

vegane Gaumenfreuden, für die<br />

passende Bio- und Naturweinbegleitung<br />

zeichnete das Weingut<br />

Payr aus Höflein verantwortlich.<br />

Zum Aperitif gab<br />

es für die rund 40 geladenen<br />

Gäste einen Trachten-Spritz<br />

von Wiener Dirndl. Nachhaltiger<br />

Genuss auf allen Ebenen...<br />

Eintauchen in die Welt der Elektromobilität und<br />

herausragender Kulinarik: Beim »VW City Garden«<br />

stand alles im Zeichen der Nachhaltigkeit.<br />

ANKÜNDIGUNG<br />

FALSTAFF SCHAUMWEINFESTIVAL <strong>2022</strong> IN WIEN<br />

PREMIERE FÜR DEN PRICKELNDEN GENUSS<br />

Im September lädt <strong>Falstaff</strong><br />

erstmalig zum Schaumwein-Tasting<br />

der Extraklasse<br />

ins Wiener Palais Coburg.<br />

Ob Sekt aus <strong>Österreich</strong>,<br />

Franciacorta und Prosecco aus<br />

Italien, spanischer Cava, oder<br />

der König aller Schaumweine –<br />

der Champagner: Die Gäste<br />

erhalten im Rahmen des Festivals<br />

die einzigartige Möglichkeit,<br />

eine Vielzahl europäischer<br />

Schaumweine zu verkosten und<br />

in die prickelnde Welt des Sprudels<br />

einzutauchen. Rund<br />

30 Produzenten zeigen, weshalb<br />

Crémant und Co aus<br />

gutem Grund als Synonym für<br />

Genuss und Lebensfreude gelten.<br />

Tickets für das Festival<br />

sind ab sofort erhältlich!<br />

INFO<br />

TERMIN:<br />

Montag, 26. September <strong>2022</strong><br />

ZEIT:<br />

14–16 Uhr: Fachbesucher<br />

16–21 Uhr: Privatbesucher<br />

ORT:<br />

Palais Coburg, Coburgbastei 4,<br />

1010 Wien<br />

TICKETS:<br />

• Vorverkauf: € 55,–<br />

(Gourmetclub: €49,–)<br />

• Abendkassa: € 75,–<br />

(Gourmetclub: € 65,–)<br />

• Fachbesucher: € 10,–<br />

WEITERE INFOS:<br />

falstaff.com/events<br />

Ein Hoch auf die feinen Perlen: Neben<br />

Wien macht das <strong>Falstaff</strong> Schaumweinfestival<br />

am 12.9. auch in München und<br />

am 21.9. in Zürich Halt.<br />

Fotos: Matthias Pristach, Shutterstock, Clemens Schmiedbauer, Matthias Pristach<br />

300 falstaff aug <strong>2022</strong>


NACHBERICHT<br />

RANGE ROVER<br />

BRITISH MOMENTS: EIN AUFREGENDER MIX<br />

AUS KULINARIK UND PFERDESTÄRKEN<br />

Seit mehr als 50 Jahren<br />

setzt Land Rover mit<br />

seinen SUVs Maßstäbe in<br />

Sachen Luxus und Geländegängigkeit.<br />

1970 wurde der<br />

erste Range Rover gelauncht –<br />

damals wie heute vereint der<br />

Automobilhersteller dabei<br />

inspirierendes Design mit fortschrittlicher<br />

Technik, was die<br />

Fahrzeuge zu einer Klasse für<br />

sich macht. Mit der fünften<br />

Generation des Range Rovers<br />

fügt Land Rover nun ein weiteres<br />

Kapitel zu dieser beispiellosen<br />

Erfolgsgeschichte hinzu.<br />

Mit einem noch höheren Maß<br />

an Eleganz, Exklusivität und<br />

Luxus schreibt das neue<br />

Modell abermals Geschichte.<br />

An insgesamt 14 Standorten in<br />

ganz <strong>Österreich</strong> wurde das<br />

Fahrzeug nun – in Kooperation<br />

mit <strong>Falstaff</strong> – vorgestellt. Für<br />

die »kulinarische Untermalung«<br />

sorgten Spitzenköche<br />

und Top-Betriebe wie Harald<br />

Brunner, die »Hofmeisterei<br />

Hirtzberger«, Lukas Lacina<br />

vom »MAST Weinbistro«,<br />

Josef Steffner vom »Mesnerhaus«<br />

und Matteo Lopez vom<br />

»Bullinarium«. Weiters lieferten<br />

auch Hubert Wallner, Sandra<br />

Scheidl, Christoph Bickel<br />

vom »Oniriq«, Harald Irka<br />

sowie Florian Zillner unvergessliche<br />

Genussmomente. Und<br />

da zu gutem Essen auch guter<br />

Wein gehört, gab es edle Tropfen<br />

von Hannes Reeh, dem<br />

Weingut Esterhazy, dem Weingut<br />

Netzl, dem Weingut Jurtschitsch<br />

sowie dem »<strong>Falstaff</strong><br />

Winzerpaar des Jahres <strong>2022</strong>«,<br />

Marion und Manfred Ebner-<br />

Ebenauer zu verkosten. Top<br />

Spirits sorgte mit Hendrick´s<br />

Gin, Tonics von Thomas Henry<br />

und The Botanist Gin für<br />

urbane Drinks.<br />

Markantes<br />

Design, intuitive<br />

Technologie und<br />

verbesserte<br />

Performance –<br />

die fünfte<br />

Generation des<br />

Range Rovers<br />

begeistert auf<br />

allen Ebenen.<br />

Barkeeper Kenny<br />

Klein kreierte für<br />

die geladenen Gäste<br />

außergewöhnliche<br />

Drinks mit den<br />

Spirituosen von<br />

Top Spirits.<br />

Die feinen Gaumenfreuden der<br />

Spitzenköche wurden ergänzt durch<br />

ausgewählte Weine österreichischer<br />

Top-Weingüter.<br />

aug <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

301


NACHBERICHT FALSTAFF GRÜNER ROTWEINGALA VELTLINER GALA <strong>2022</strong><br />

ÖSTERREICHS NATIONALSORTE<br />

IM FOKUS DER WEINWELT<br />

Im historischen<br />

Ambiente des Wiener<br />

Palais Ferstel wurde<br />

dem Grünen Veltliner<br />

gefrönt.<br />

Am 27. Juni fand im<br />

Wiener Palais Ferstel<br />

die »<strong>Falstaff</strong> Grüner<br />

Veltliner Gala <strong>2022</strong>« statt. Im<br />

Rahmen dessen wurden die<br />

drei besten Weine der beliebten<br />

Rebsorte gewählt, die heuer<br />

vom Weingut Josef Edlinger,<br />

dem Weingut Meinhard Forstreiter<br />

sowie vom Weingut<br />

Ingrid Groiss kommen. »Der<br />

Grüne Veltliner ist mit großem<br />

Abstand die wichtigste und<br />

verbreitetste Rebsorte <strong>Österreich</strong>s<br />

– rund ein Drittel der<br />

gesamten Rebfläche <strong>Österreich</strong>s<br />

ist mit Grünem Veltliner<br />

bestockt. Mit der ›<strong>Falstaff</strong><br />

Grüner Veltliner Gala <strong>2022</strong>‹<br />

schenken wir der österreichischen<br />

Nationalsorte die ihr<br />

gebührende Aufmerksamkeit<br />

und lenken den Blick auf die<br />

hochkarätigsten Vertreter dieses<br />

köstlichen Weins«, so<br />

<strong>Falstaff</strong>-Herausgeber Wolfgang<br />

M. Rosam. Bei der Gala präsentierten<br />

über 40 Winzer verschiedenste<br />

Kreationen des<br />

Weines mit der charakteristisch<br />

grünen Färbung. Besucher konten<br />

die besten Grünen Veltliner<br />

des Landes in all ihrer spannenden<br />

Vielfalt entdecken<br />

sowie gereifte Jahrgänge der<br />

beliebten Rebsorte verkosten.<br />

<strong>Falstaff</strong> Wein-Chefredakteur Peter Moser (re.)<br />

übergab die Urkunden an die drei besten Grüner<br />

Veltliner-Produzenten des Landes.<br />

Volle Aufmerksamkeit auf<br />

<strong>Österreich</strong>s Parade-Rebsorte;<br />

dazu gab's kulinarische<br />

Schmankerln.<br />

Fotos: Mila Zytka, Kirill Lialin<br />

302 falstaff aug <strong>2022</strong>


WIENER STÄDTISCHE<br />

SPORT IST GENUSS<br />

Michael Buchleitner, Organisator des WACHAUmarathon und Laufcoach<br />

der Wiener Städtischen, im Interview über den WACHAUmarathon, Laufen<br />

und wie man im Hochsommer am besten trainiert.<br />

ADVERTORIAL Fotos: © Rainer Hackstock und Benjamin Butschell<br />

FALSTAFF Im September findet der<br />

WACHAUmarathon endlich wieder statt.<br />

Was macht den WACHAUmarathon so<br />

attraktiv?<br />

MICHAEL BUCHLEITNER Es ist die<br />

Mischung aus einzigartiger Landschaft,<br />

schnellem Kurs und dem für uns so<br />

wichtigen Läufer-Service von der Anmeldung,<br />

dem Transport, der Verpflegung<br />

bis zum finalen Urkundendruck. Wir<br />

haben den Slogan weinmalig® kreiert,<br />

um die Bedeutung des Weinbaus für die<br />

Region, aber auch für unseren Event<br />

hervorzuheben.<br />

Lauftraining im Hochsommer<br />

kann aufgrund der Temperaturen<br />

eine Herausforderung sein –<br />

Ihre Tipps, wenn man für den<br />

WACHAUmarathon trainiert?<br />

MICHAEL BUCHLEITNER Trainingszeiten<br />

sollten in die Morgenstunden<br />

verlegt werden, um den hohen Temperaturen<br />

und der erhöhten Ozonbelastung<br />

auszuweichen. Man kann auch einige<br />

Belastungen am Laufband im Fitnesscenter<br />

absolvieren. Mein Geheimtipp im<br />

Sommer ist Aquajogging, verbindet es<br />

doch die Erfrischung des Wassers mit der<br />

natürlichen Laufbewegung.<br />

Und für all jene, die (noch) nicht laufen:<br />

Wie startet man am besten?<br />

MICHAEL BUCHLEITNER Es braucht<br />

Motivation, Laufschuhe und Geduld.<br />

Wenn man lange keinen Sport gemacht<br />

hat, kann es bis zu zwölf Wochen dauern,<br />

bis man eine Stunde durchlaufen kann. Mit<br />

Lauf-/Gehphasen starten und sukzessive<br />

den Anteil des Laufens steigern. Wichtig<br />

ist, nicht auf die Regeneration zu vergessen<br />

sowie Gymnastik und Kräftigung<br />

einzubauen.<br />

Sie sind selbst begeisterter Läufer: Was<br />

macht den Laufsport für Sie so besonders?<br />

MICHAEL BUCHLEITNER Die Einfachheit!<br />

Laufen ist die einfachste Sportart der<br />

Welt. Man kann überall und bei jeder<br />

Witterung laufen, braucht kein besonderes<br />

Equipment und sammelt rasch Erfolgserlebnisse.<br />

Mein spezieller Reiz im<br />

Urlaub: Sightrunning. Laufend morgens<br />

Städte erkunden!<br />

Nur wer gut versichert ist,<br />

kann im Sport alles geben.<br />

Die Wiener Städtische ist offizieller<br />

Partner des WACHAUmarathon und<br />

steht mit maßgeschneiderten Unfallund<br />

Gesundheitsvorsorgelösungen<br />

bei sportlichen Aktivitäten verlässlich<br />

zur Seite.<br />

Michael Buchleitner, einst bester<br />

österreichischer Marathonläufer<br />

mit drei Olympiateilnahmen, hat<br />

sein Hobby zum Beruf gemacht<br />

und begeistert heute viele<br />

Menschen für das Laufen.<br />

Wie genießen Sie, wenn Sie nicht laufen?<br />

MICHAEL BUCHLEITNER Für mich ist Sport<br />

Genuss, auch wenn es manchmal anstrengend<br />

ist. Vielleicht schaffe ich mir mit dem<br />

Sport die Grundlage, mit gutem Gewissen<br />

kulinarisch genießen zu können. Ich koche,<br />

esse und trinke gerne und das am liebsten im<br />

Kreis von Freunden und Familie. Frei nach<br />

unserem Firmenmotto: LAUFEN.LEBEN.<br />

LACHEN – nicht mehr und nicht weniger!<br />

INFO<br />

Weitere Informationen unter<br />

wienerstaedtische.at<br />

aug <strong>2022</strong> falstaff 303


IM ZEICHEN DES<br />

SCHMETTERLINGS<br />

Bereits seit 1870 baut die Familie Schneeberger in der Südsteiermark,<br />

im Sausal, Wein an. Das Wissen über Böden, Trauben, Wind und Wetter wurde<br />

von Generation zu Generation weitergegeben.<br />

Im Sausal, dem ältesten Weinbaugebiet<br />

der Steiermark, wachsen auf<br />

dem Weingut Schneeberger Weine<br />

höchster Qualität und das bereits<br />

seit 1870. Dabei sind die lebendigen, fruchtigen<br />

und eleganten Weine geprägt von den<br />

Besonderheiten der Böden, der Witterung<br />

und der Höhenlage des Sausals. Die Südsteiermark<br />

verfügt über ausgezeichnete<br />

Bedingungen für den Weinbau. Die Böden<br />

sind steil und karg, die Trauben benötigen<br />

mehr Zeit im Wachstum. Die großen Temperaturunterschiede<br />

im Spätsommer und<br />

Herbst wirken sich günstig auf die Aromenbildung<br />

aus. Die mineralischen Schieferund<br />

Muschelkalkböden, die klimatischen<br />

Verhältnisse und das jahrhundertelang kultivierte<br />

Wissen ermöglichen es, herausragende<br />

Weine zu keltern.<br />

FRUCHTIG – FRISCH – STEIRISCH<br />

Ein entscheidendes Kriterium beim Heranwachsen<br />

eines gelungenen Weins ist es, die<br />

Trauben bei der Reifung zu unterstützen<br />

und ihre Aromen in vollem Ausmaß zu<br />

erhalten. Das moderne Presshaus am Weingut<br />

garantiert einen schonenden Umgang<br />

mit den Trauben. Der Ausbau erfolgt mit<br />

viel Fingerspitzengefühl in Edelstahl, im<br />

großen Holzfass und in Barique. »Für uns<br />

muss die Herkunft und die jeweilige Sorte<br />

der Weine klar am Gaumen erkennbar<br />

sein«, so Hansi Junior, der am Weingut für<br />

Weinberge- und keller verantwortlich ist.<br />

GARANTIERT NACHHALTIG<br />

Die Familie Schneeberger legt höchsten<br />

Wert auf Arbeiten im Einklang mit der<br />

Natur. Dafür wurde das Weingut mit dem<br />

Zertifikat für Nachhaltigkeit des österreichischen<br />

Weinbauverbandes ausgezeichnet.<br />

Geprüft werden ökologische, wirtschaftli­<br />

304 falstaff aug <strong>2022</strong>


WEINGUT SCHNEEBERGER<br />

PRÄMIERUNGEN<br />

Drinks Business <strong>Magazin</strong><br />

Als renommiertes internationales Weinmagazin<br />

vergibt das Drinks Business <strong>Magazin</strong> jährliche<br />

Prämierungen an herausragende Weine.<br />

ADVERTORIAL Fotos: © C. Mavric; Stiefkind_Fotografie; beigestellt<br />

che und soziale Faktoren. Damit soll der<br />

gesamte Prozess, von der Ernte über den<br />

Ausbau der Weine bis zur Abfüllung,<br />

transparent gemacht werden. Nur wenn<br />

alle Kriterien erfüllt sind, erhält der<br />

Betrieb das Gütesiegel. Ziel des Weinguts<br />

Schneeberger ist es, diesen Status weiter<br />

auszubauen.<br />

AUSGEZEICHNET GUT!<br />

Die Familie hat in den vergangenen<br />

Jahrzehnten durch viel Fleiß und Zusammenhalt<br />

neue Dimensionen im Weinbau<br />

erreicht. Ihr Betrieb gehört zu den größten<br />

Im Buschenschank können<br />

von Dienstag bis Sonntag<br />

(Montag Ruhetag) regionale<br />

Köstlichkeiten und die besten<br />

Weine der Schneebergers<br />

genossen werden.<br />

in der steirischen Weinregion, die Buschenschank<br />

samt der Vielzahl an regionalen<br />

Köstlichkeiten ist weithin bekannt und<br />

beliebt. Dieser Weg konnte bereits durch<br />

viele Auszeichnungen bestätigt werden.<br />

Erst vor kurzem wurden zahlreiche Schneeberger<br />

Weine bei internationalen Weinwettbewerben<br />

prämiert. Unter anderem bei der<br />

Berliner Wein Trophy, beim renommierten<br />

Mundus Vini Spring Tasting und vom<br />

Drinks Business <strong>Magazin</strong>.<br />

Die prämierten Weine sind erhältlich ab<br />

Hof am Weingut Schneeberger oder online<br />

unter weingut-schneeberger.at/onlineshop.<br />

Master<br />

Steiermark Sauvignon Blanc Ried<br />

Hochbrudersegg DAC 2020<br />

Gold<br />

Südsteiermark DAC Muskateller<br />

Ried Kittenberg 2020<br />

Gold<br />

Südsteiermark DAC Chardonnay<br />

Ried Flamberg 2019<br />

Gold<br />

Südsteiermark DAC Chardonnay<br />

Ried Flamberg 2020<br />

Berliner Wein Trophy<br />

Die Berliner Wein Trophy gilt mit über<br />

15.000 Anmeldungen pro Jahr als die bedeutendste<br />

Weinverkostung in Deutschland und<br />

zur größten der Welt.<br />

Gold<br />

Sauvignon blanc Hochbrudersegg DAC 2020<br />

Gold<br />

Sauvignon blanc Kitzeck-Sausal DAC 2020<br />

Gold<br />

Weissburgunder Kreuzegg DAC 2019<br />

Mundus Vini Spring Tasting <strong>2022</strong><br />

Vom Meininger Verlag zählt MUNDUS VINI<br />

zu den bedeutendsten Weinwettbewerben<br />

der Welt.<br />

Gold<br />

Weissburgunder Süsteiermark<br />

Kreuzegg DAC 2019<br />

Silber<br />

Chardonay Südsteiermark<br />

Ried Flamberg DAC 2019<br />

INFO<br />

Weitere Informationen unter<br />

weingut-schneeberger.at<br />

aug <strong>2022</strong> falstaff 305


epilog / NACHGEFRAGT<br />

SAGEN SIE EINMAL,<br />

KIM STEUERWALD …<br />

KIM STEUERWALD<br />

Nach ihrem Studium in Public<br />

Relations in Mannheim und dem<br />

Master in Unternehmenskommunikation<br />

an der Uni Landau kam die 27-Jährige<br />

zu Ikea Deutschland, wo sie seit fünf<br />

Jahren in der Funktion des Public Relation<br />

Leaders tätig ist. In ihren Arbeitsalltag<br />

fallen alle Themen, die Ikea als<br />

Marke und Unternehmen in der<br />

öffentlichen Wahrnehmung<br />

betreffen.<br />

WARUM LIEBT DIE WELT<br />

NORDISCHES DESIGN?<br />

INTERVIEW ELISABETH BRANDLMAIER<br />

FALSTAFF Was zeichnet das typisch nordische Design aus? Wie viel Minimalismus, wie viel Gemütlichkeit ist zu finden?<br />

KIM STEUERWALD Wir sind der Überzeugung, dass das Ikea-Design einerseits die schwedischen Wurzeln widerspiegelt<br />

und andererseits für viele Menschen auf der ganzen Welt ansprechend ist. Wir lieben Minimalismus im Sinne von<br />

Einfachheit und Funktionalität, aber um der Ikea-Rezeptur treu zu bleiben, dürfen Verspieltheit und Farben nicht<br />

fehlen. Deshalb versteifen wir uns nicht zu sehr auf eine Stilrichtung. Für uns geht es vielmehr darum, an unserem Fundament<br />

aus funktionalem, modernem skandinavischem Design festzuhalten, das seit jeher Einflüsse aus der ganzen Welt<br />

vereint. Wir mischen und kombinieren Stile, Farben und Materialien. Das kann minimalistisch sein, aber auch gemütlich.<br />

Warum ist dieses Design weltweit so gefragt und in fast jedem Haushalt zu finden?<br />

In Schweden bzw. Skandinavien verbringen die Menschen viel Zeit zu Hause und haben daher auch eine große Leidenschaft<br />

für die Einrichtung und Gestaltung ihres Zuhauses. Zahlreiche Menschen investieren sehr viel Liebe, Zeit und<br />

Mühe in ihren Lebensraum, um ihn in einen Ort zu verwandeln, der sie widerspiegelt und ihren Bedürfnissen und<br />

Wünschen entspricht. Um sich nicht zu schnell sattzusehen, ist das skandinavische Design einfach und zeitlos.<br />

Gerade diese Einfachheit hat das skandinavische Design auf der ganzen Welt beliebt gemacht. Es lässt sich leicht<br />

mit anderen Stilen kombinieren und macht es auch jederzeit möglich, dass wir unserer Einrichtung eine ganz<br />

persönliche Note hinzufügen.<br />

Nordisches Design wird gerne mit demokratischem Design gleichgesetzt. Was steckt dahinter?<br />

Unsere Geschäftsidee und unsere Philosophie sind, ein breites Sortiment formschöner und funktionsgerechter<br />

Einrichtungsgegenstände zu Preisen anzubieten, die für möglichst viele<br />

Menschen leistbar sind. Aus unserer Sicht muss gutes Design nicht teuer oder exklusiv<br />

sein. Das ist die Idee von Ikea, die wir »demokratisches Design« nennen –<br />

eine Idee, die eine lange Tradition in Schweden hat. Immer im Mittelpunkt<br />

stehen fünf Dinge: gutes Design, überzeugende<br />

Funktionalität, eine hohe Qualität, Nachhaltigkeit<br />

und günstiger Preis.<br />

Fotos: Shutterstock, Formatoriginal / Shutterstock<br />

306 falstaff aug <strong>2022</strong>


Wetscher<br />

Wohngalerien<br />

im Zillertal.<br />

5* Hotel MalisGarten in Zell am Ziller<br />

– eingerichtet von Wetscher.<br />

WETSCHER — Corporate-Design Basic Graphics — Version 1.0<br />

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