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HANDWERK MG
Magazin der Kreishandwerkerschaft Mönchengladbach August | September 2022
For Future!
Wer macht Morgen? Oder anders
gefragt: Wer macht Handwerk?
Erste Antworten geben rund 400
junge Menschen, die in diesen
Wochen in dieser Stadt ihre Ausbildung
in einem handwerklichen
Beruf aufnehmen.
Editorial
Das Ausbildungsjahr 2022 hat begonnen!
Wie werden wir
erfolgreich nachhaltig
und nachhaltig
erfolgreich?
Zum 1. August hat das neue Ausbildungsjahr
begonnen und feststeht: Genügend
Fachkräfte wird es nur durch Ausbildung
geben. Feststeht ferner, dass nur mit diesen
ausgebildeten Fachkräften die großen
Zukunftsaufgaben des Klimaschutzes, der
Energie- und Mobilitätswende sowie der
Digitalisierung umgesetzt werden können.
Die Sicherung des für die Umsetzung der
Energiewende erforderlichen Fachkräftebedarfs
erfolgt in den Handwerksbetrieben
vorwiegend über die eigene Ausbildung.
Diese steht jedoch aufgrund des deutlichen
Rückgangs der Nachfrage nach
Ausbildungsplätzen, welcher sich während
der Corona-Pandemie noch einmal
deutlich verstärkt hat, vor wachsenden
Herausforderungen.
In den vergangenen beiden Jahren haben
sich rund 56.000 weniger junge Menschen
bei der Bundesagentur für Arbeit
als ausbildungssuchend gemeldet als noch
vor der Pandemie. Alleine im Handwerk
konnten im vergangenen Ausbildungsjahr
18.600 Ausbildungsplätze bundesweit
nicht besetzt werden. Es fehlen schlicht
die Bewerberinnen und Bewerber. Dabei
werden dringend beruflich qualifizierte
Fachkräfte im Handwerk benötigt. Nach
wie vor sind es schätzungsweise 250.000
Stellen, die im Handwerk nicht besetzt
werden können, weil qualifiziertes Fachpersonal
fehlt.
Das Handwerk bietet aktuell mehr als
30.000 unbesetzte Ausbildungsplätze mit
Zukunftschancen. Fachkräftenachwuchs
wird im Handwerk nicht nur für Fachund
Führungskarrieren, sondern auch
für 125.000 Betriebsübernahmen in den
kommenden fünf Jahren gesucht.
Herausragend gut sind die Aussichten in
Handwerksberufen, die zur Umsetzung
der Energie- und Mobilitätswende benötigt
werden. Eine Ausbildung im Handwerk
schafft eine Schlüsselqualifikation zur
Energiewende.
Damit der Beitrag der beruflichen Bildung
zur Gestaltung der Zukunft unseres Landes
sowohl stärker sichtbar als auch gesichert
wird, brauchen wir eine Bildungswende.
In dieser Legislaturperiode muss die
Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer
Bildung echte Realität werden,
damit sich möglichst viele junge Menschen
für eine duale Ausbildung entscheiden.
Flächendeckend muss daher die Berufsorientierung
auf die gymnasiale Oberstufe
ausgeweitet werden. Die Gleichwertigkeit
von beruflicher und akademischer Bildung
muss durch ein Gesetz fixiert werden.
Leistungsstarke junge Menschen müssen
durch die Stärkung und den Ausbau von
attraktiven Berufsbildungsangeboten eine
gleichwertige Alternative zum Hochschulstudium
erhalten.
Darüber hinaus wird der Wirtschaftszweig
Handwerk das machen, was er schon
seit vielen Jahren macht: Wir alle werben
gemeinsam bei jungen Menschen dafür,
dass sie sich für den beruflichen Bildungsweg
entscheiden, der zur Zeit wirklich die
besten Berufsperspektiven eröffnet.
In diesem Sinne hoffen wir auf ein gutes
Ausbildungsjahr 2022.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Stefan Bresser
Geschäftsführer
Gemeinsam finden wir
die Antworten für morgen.
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helfen wir Ihnen, aus den großen Herausforderungen
der Zukunft noch größere Chancen für Ihr Unternehmen
zu machen. Lassen Sie sich beraten.
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Impressum
Das Magazin HANDWERK MG ist das Mitteilungsmagazin der Kreishandwerkerschaft Mönchengladbach
(Herausgeber). Verantwortlich für den Inhalt zeichnet Kreishandwerksmeister
Frank Mund. Das Magazin erscheint alle zwei Monate in einer Auflage von 3.500 Stück, das
nächste Mal am 15. Oktober 2022. Für Mitglieder ist der Bezugspreis im Beitrag enthalten.
*Bezogen auf die Sparkassen-Finanzgruppe.
Weil’s um mehr als Geld geht.
Kreishandwerkerschaft Mönchengladbach
Körperschaft des öffentlichen Rechts
Platz des Handwerks 1 . 41065 Mönchengladbach
Tel.: 02161 4915-0 . Fax: 02161 4915-50
info@kh-mg.de . handwerk-mg.de
2 3
Titelfoto: Julia Vogel
Wir sind für Sie und Ihre Interessen da
Aus dem Inhalt
Liebe Kolleginnen,
liebe Kollegen,
die Kreishandwerkerschaft Mönchengladbach
ist die Geschäftsstelle von
17 engagierten Innungen in Ihrer Region.
Es gibt viele gute Gründe, die eine
Innungsmitgliedschaft interessant und
empfehlenswert machen:
Kreishandwerksmeister
Frank Mund
Tel.: 02161 4915-0
info@kh-mg.de
Stellvertretender
Kreishandwerksmeister
Reinhard Esser
Tel.: 02161 4915-0
info@kh-mg.de
Franz-Josef
Rademacher:
seit 65 Jahren
ein Vorbild
des ehrbaren
Handwerks
• Kostengünstige Versicherung
• Kostenfreie Rechtsberatung
• Reduzierte Lehrgangsgebühren
für Ausbildungsbetriebe
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Seminarangebot
• Effektives Forderungsmanagement
• Abmahnung von Wettbewerbsverstößen
• Bessere Werbung und Öffentlichkeitsarbeit
• Wirksame Interessenvertretung
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starken Partners vor Ort und werden Sie
Innungsmitglied!
Geschäftsführung
Allgemeine
Rechtsberatung
Stefan Bresser
Tel.: 02161 4915-25
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Kassenleiter
René Jansen
Tel.: 02161 4915-27
jansen@kh-mg.de
Stellvertretende
Geschäftsführung
Rechtsberatung
und Schiedsstellen
Claudia Berg
Tel.: 02161 4915-26
berg@kh-mg.de
Kassen- und
Rechnungswesen
Michaela
Vanflorep
Tel.: 02161 4915-21
m.vanflorep@kh-mg.de
Wer macht Morgen? Das machen vor allem überzeugte und
leistungsstarke Azubis wie Sarah Oertel, die im Juni als
„Lehrling des Monats“ im Kammerbezirk ausgezeichnet wurde.
Oder der angehende Maler und Lackierer Domenic Heynckes,
der auf dem Titelblatt alle neuen Berufsstarter im Gladbacher
Handwerk willkommen heißt.
Titelthema: For Future!
Willkommensgruß an die neuen Azubis 2022 Seite 6
Erfolgsbilanz: Azubi des Monats Sarah Oertel Seite 8
Zusage für Vielfalt an der Hochschule Seite 11
Neue Wege in der Berufsorientierung Seite 12
Nächste Gladbacher Messe „Beruf Konkret“ Seite 13
Fest- und Feiertage Seite 28
Handwerk MG Kosmos
Das Handwerk nimmt Abschied Seite 30
Handwerk und Brauchtum Seite 31
Abschlussfeier der Tischler-Junggesellen Seite 32
Handwerksrolle
AU-Beauftragte
Cornelia Lemkens
Tel.: 02161 4915-25
lemkens@kh-mg.de
Lehrlingsrolle
Organisation
überbetrieblicher
Unterweisungsmaßnahmen
Claudia Bihn
Tel.: 02161 4915-42
bihn@kh-mg.de
Inkasso und
Jubiläen
Saalmiete
Catrin Hammer
Tel.: 02161 4915-55
hammer@kh-mg.de
Lehrlings- und
Prüfungswesen
Birgitt Schoenen
Tel.: 02161 4915-41
schoenen@kh-mg.de
Handwerk MG Kosmos
Innungsversammlung der Dachdecker Seite 14
Ehrungen der Elektro-Innung MG Seite 15
Jahresbilanzen der EWMG und WFMG Seite 16
Eiserner Meisterbrief Franz-Josef Rademacher Seite 18
40 Jahre Karosseriebau Reiner Brenner Seite 20
Firma Haaß testet Exoskelette Seite 22
HV-Kurse am Platz des Handwerks gestartet Seite 23
Handwerker-Golf-Cup MG 2022 Seite 24
„Meister.Werk.NRW“ für Heinemann Seite 27
u Termine
Events & Service
100 Jahre Gladbacher Bank AG Seite 42
Baurechtstipp zu Beschädigung Seite 43
Expansion ASG Aluminium & Stahl Seite 44
Steuertipp: betriebliche E-Autos Seite 46
Arbeitsrechtstipp: Vertragsänderungen Seite 48
Sommerkino Schloss Rheydt Seite 49
Nächste Online-Seminare der IKK Seite 53
Versicherung automatisierten Fahrens Seite 54
Auszubildende im
Büromanagement
Mittwoch, 28. September 2022, 19:00 Uhr
Innungsversammlung des Bau-Handwerks
Haus des Handwerks, 1. Etage, Platz des Handwerks 1
Montag, 17. Oktober 2022, 16:00 Uhr
Innungsversammlung der Bäcker
Haus Heiligenpesch, Mönchengladbach
Lara Safarik
Tel.: 02161 4915-22
safarik@kh-mg.de
Mittwoch, 12. Oktober 2022, 20:00 Uhr
Innungsversammlung Informationstechniker
Haus des Handwerks, 1. Etage, Platz des Handwerks 1
4 5
Domenic hat da schon mal
was vorbereitet, kann den
Chef Marco Bönnen aber
noch nicht überzeugen.
Das ist alles noch viel zu blass,
findet der Meister. Da muss
mehr Farbe drauf. So flach ist
das auch nichts – wirkt nicht.
Jetzt ist voller Körpereinsatz gefragt, Arme hoch!
Geht das je wieder ab?, fragt sich Domenic.
Bodypainting ist total angesagt, meint der Chef.
Und nun ab zum Foto, Lächeln nicht vergessen!
For Future!
Als Willkommensgruß für die neuen Azubis des Gladbacher Handwerks haben die Konditoren 2020
eine Torte mit Marzipan-Buchstaben gebacken und die Metallbauer 2021 ein Schild mit Laserschnitt-Schriftzug
gefertigt. In diesem Jahr waren die Maler und Lackierer an der Reihe und brachten
Farbe ins Spiel.
Fotos: Julia Vogel
Wer macht Morgen? Oder anders gefragt: Wer macht Handwerk?
Erste Antworten geben rund 400 junge Menschen, die in diesen
Wochen in dieser Stadt ihre Ausbildung in einem handwerklichen
Beruf aufnehmen. Sie werden Teil eines Wirtschaftszweigs, der
einen wichtigen Beitrag zur Aufrechterhaltung der dringend benötigten
Infrastruktur leistet. Ohne die handwerklichen Ausbildungsberufe
wären der Kauf von Brillen, Hörgeräten und
Orthesen, die Reparatur des Fahrrads oder Fahrzeugs, der Gang
zum Bäcker oder Konditor, die Aufrechterhaltung von Kühlsystemen
und Klimaanlagen, Notfalleinsätze im Sanitärbereich, der
Weiterbau von Wohnungen und digitaler Infrastruktur und vieles
mehr nicht möglich gewesen. Die duale Ausbildung bietet jungen
Menschen gerade in diesen ungewissen und bewegten Zeiten
zukunftssichere und anspruchsvolle Berufe mit hervorragenden
Fortbildungs- und Karrieremöglichkeiten. Corona ändert nichts
daran, dass die Arbeit im Handwerk in der Zukunft nicht ausgehen
wird und beruflich qualifizierte Fachkräfte mit Sicherheit
nachgefragt werden. Die Allianzpartner – im Handwerk insbesondere
die Handwerkskammern, Zentralfachverbände, Innungen
und Kreishandwerkerschaften – unterstützen bei der Berufswahl.
Sie informieren mit vielfältigen Angeboten und stehen mit Rat
und Tat zur Seite. Auch wenn das neue Ausbildungsjahr in Mönchengladbach
schon am 1. August begonnen hat, gibt es noch
alle Chancen, um im Handwerk genau die richtige Ausbildungsstelle
zu finden. Alles ist noch möglich. Es gibt Angebote
in nahezu allen Handwerksberufen.
Die Welt des Handwerks ist bunt!
In jedem Handwerksberuf stehen attraktive Karrierewege bis hin
zum geprüften Betriebswirt, geprüften Restaurator im Handwerk
und nicht zuletzt einem Master-Studium offen, für Maler- und
Lackierermeister zum Beispiel in den Fachrichtungen Chemieingenieurwesen
Farbe und Lack, Bauingenieurwesen, Innenarchitektur
oder Kunstmalerei. Für das selbstständige Führen eines
Handwerksbetriebs ist nach Handwerksordnung die Meisterprüfung
oder eine der Meisterprüfung gleichwertige Prüfung,
beispielsweise der staatlich geprüfte Techniker, erforderlich.
In Mönchengladbach bereitet das Triale Studium in Kooperation
mit der Hochschule Niederrhein junge Menschen gezielt auf die
Führungsaufgaben im Handwerksbetrieb vor.
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Fotos: Julia Vogel
werksmanagement warb, war Sarah sich
schnell sicher: „Das will ich machen!“ Nun
peilt Sarah in dem zehnsemestrigen Ausbildungs-Studiengang
an der Hochschule
Niederrhein doch noch akademische
Weihen an – und durchläuft als Schlussabschnitt
dieses modellhaften Qualifizierungs-Angebots
für angehende Führungskräfte
die Fortbildung zur Installateur- und
Heizungsbauermeisterin gleich mit.
Der eingeschlagene, ambitionierte Berufsweg
der 21-Jährigen hat jetzt eine erste
markante Bestätigung erfahren. Am 24.
Juni würdigten die Handwerkskammer
Düsseldorf und die Kreishandwerkerschaft
im Beisein von Oberbürgermeister Felix
Heinrichs Sarah Oertel als „Lehrling des
Monats“ Juni 2022 im Kammer-Bezirk.
Tenor der Laudatio von Kreishandwerksmeister
Frank Mund, der in Abwesenheit
des erkrankten Kammerpräsidenten für
beide auslobenden Organisationen sprach:
„Eine außergewöhnlich kompetente Auszubildende,
technisch wie fachkundlich
gleichermaßen versiert, dabei gut organisiert
und sehr zielorientiert unterwegs:
Eine, die das Anstehende systematisch
und akribisch anpackt – und das mit
Schwung“, so Mund. Eine, „die immer
neugierig ist auf den nächsten Schritt,
den sie machen kann“, wie ihr Vater und
Ausbilder beim Pressetermin aus Anlass
der Ehrung im eigenen Familienbetrieb
ergänzte.
„Sie sind eine Mutmacherin und ein
eminent wichtiges Stück Zukunft für
unsere Heimatstadt!“, bekundete
Oberbürgermeister Heinrichs seinerseits
hohe Wertschätzung für die leistungsstarke
Nachwuchspersönlichkeit aus dem
Mönchengladbacher Handwerk. Natürlich
hat der vielversprechenden Begabung von
Sarah nicht geschadet, dass ihr Vater ihr
schon zum sechsten Geburtstag einen
ersten Werkzeugkoffer schenkte. Mit 15
Jahren konnte die Technikbegeisterte bereits
alle Arbeiten bei der Neueinrichtung
der Duschanlage für ein Schulzentrum
ausführen. Selbstverständlich zerlegte und
montierte sie in dieser Zeit auch schon
ihren ersten Motorroller komplett selbst.
Die Mehrfachanstrengung einer Berufsausbildung
mit kombiniertem Vollstudium
muss jedoch auch ein echtes Talent wie
Sarah erst einmal stemmen: Werktags
die Mitarbeit als Azubi im Betrieb, dazu
die Lernorte Berufskolleg und Überbetriebliche
Lehrwerkstatt; Freitag abends
und samstags Lehrveranstaltungen, dazu
Büffeln, Hausarbeiten, Lerngruppen,
Prüfungsvorbereitungen. Für romantische
Vorstellungen von einem Studentenleben
ist aber auch deshalb kaum Raum, weil
Sarah während der Hochphase der Pandemie
„ihre“ Hochschule kaum je von
innen gesehen hat. Ein Umstand, den sie
pragmatisch nimmt: „Es ging ja allen so.“
Ihr Anreiz, ihre Eigenmotivation liegen
woanders: „Zu sehen, wie ein Arbeitsstück
entsteht, wie es fertig wird.“
Funken dieser Leidenschaft Sarahs für die
Werkaufgabe und den Umgang mit Werkzeug
sind bei Berufsinformationstagen
der Kreishandwerkerschaft, an denen sie
mitwirkte, auch schon auf andere Schülerinnen
und Schüler übergesprungen und
haben zu Hospitanzen in Ausbildungsbetrieben
geführt. Fortsetzung auf Seite 10 >
Sarah Oertel als „Lehrling des
Monats“ ausgezeichnet
Wasser kennt keine Grenzen - Wir auch nicht!
8
Die Handwerkskammer Düsseldorf und die Kreishandwerkerschaften im Kammerbezirk ehren Monat
für Monat einen jungen Menschen mit außerordentlichem Engagement in der Ausbildung. Im
Juni kam die Urkunde unter großem Applaus wieder nach Mönchengladbach.
Häuser entwerfen und die Bauausführung
koordinieren – das war einmal Sarah Oertels
berufliche Wunschvorstellung. Nach
einem Schnupperpraktikum im Planungsbüro
und intensiver Auseinandersetzung
mit dem Curriculum eines Architekturstudiums
entschied sich Sarah nach dem Abi
jedoch anders. Eine Gestaltungsaufgabe
am Gebäude? – Ja. Aber eine derart
theorielastige Ausbildung? – Nein. „Zu
wenig ‚Machen können‘, zu wenig Arbeit
in konkreten Projekten.“ Sarah löste sich
vom Sog des vorgebahnten Wegs an die
Uni und besann sich auf eine Möglichkeit,
die ihr immer plausibler schien, je länger
sie darüber nachdachte: „Ich war schon
als Kind an Papas Arbeit interessiert und
hab später an der Seite meines Vaters angepackt,
wo es nur ging.“ Ihre neue Wahl
fiel auf den größten versorgungs- und
energietechnischen Handwerksberuf – die
Ausbildung zur Anlagenmechanikerin für
Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, im
familieneigenen Unternehmen.
Diese Entscheidung hat Sarah, mittlerweile
im dritten Lehrjahr, bislang keine
Minute bereut. Im Gegenteil – sie hat
explizit verworfen, von der Verkürzung der
Lehrzeit um ein Jahr Gebrauch zu machen,
die Abiturienten zusteht: „Ich will alles
von der Pike auf inwendig beherrschen
lernen.“ Als ihr Vater Jörg Oertel einige
Monate nach dem Ausbildungsstart mit
einem Schreiben der Handwerkskammer
bei seiner Tochter anklopfte, welches für
ein „triales“ Bachelorstudium in Hand-
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9
Bild links: Als Mutmacherin
für alle Nachwuchskräfte
und eminent wichtig für die
Zukunft Mönchengladbachs
wurde Sarah Oertel von
Oberbürgermeister Felix
Heinrichs gelobt.
Fotos: Julia Vogel
Hochschule Niederrhein
unterzeichnet
Charta der Vielfalt
Bild oben: In Vertretung für den erkrankten
Präsidenten überbrachte Dr. Christian Henke,
Geschäftsführer Bildungsrecht und Bildungspolitik,
die Glückwünsche der Handwerkskammer
Düsseldorf.
Bild rechts: Für die SHK-Innung Mönchengladbach
gratulierten Obermeister Thorsten
Caspers und Lehrlingswart Stefan Eckers mit
einem dicken Blumenstrauß.
Toleranz und Vielfalt werden an der Hochschule
Niederrhein großgeschrieben. Um die Bedeutung
dieser beiden Werte zu unterstreichen, hat der
Präsident der Hochschule, Dr. Thomas Grünewald,
die Charta der Vielfalt unterschrieben.
Und Sarahs eigene Zukunft? Ihre berufliche
Zielperspektive auf Basis der speziellen
Fach- und Führungskraftausbildung
läuft konsequenterweise auf eine spätere
Firmenverantwortung hinaus. Sie ist sich
bewusst, dass da noch eine ganze Strecke
mit vielen Herausforderungen und jede
Menge an weiterem Verantwortungszuwachs
vor ihr liegt. Zunächst wird Sarah
Oertel auf diesem Weg ganz aktuell schon
jetzt immer intensiver auch in die unternehmerischen
Alltagsanforderungen des
Vaters und Firmenchefs einbezogen; sie
Steigern Sie Ihre Chancen
durch eine Weiterbildung in Ihrem Wunschberuf
beim Berufsbildungszentrum Mönchengladbach
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Unser Angebot:
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wirkt mal an Kostenkalkulationen,
mal an arbeitsrechtlichen Fragestellungen
mit.
Eines noch nicht definierten Tages
wird sie dann voraussichtlich selbst
das zehn Mitarbeiter große, ausbildende
und jüngst in einen neuerrichteten
Hallen- und Bürokomplex in Odenkirchen
umgezogene SHK-Unternehmen leiten.
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Borussia – und, am Ende der intensiven
Qualifizierungsstrecke, als Belohnung für
dann erfolgreich bewältigte Anstrengung
– gerne auch noch die ersehnte Fernreise:
„nach Thailand“, verrät Sarah Oertel.
Foto: Hochschule Niederrhein
Die Charta der Vielfalt ist eine Initiative zur Förderung von
Diversity-Themen in Unternehmen und Institutionen. Sie wurde
im Jahr 2006 ins Leben gerufen und wird von der Beauftragten
der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration,
Staatsministerin Reem Alabali-Radovan, unterstützt.
Das Ziel der Initiative ist es, Anerkennung, Wertschätzung und
Einbeziehung von Vielfalt in der Arbeitswelt in Deutschland
voranzubringen. Mit der Unterzeichnung der Charta signalisiert
die Hochschule Niederrhein die Wertschätzung aller Mitarbeitenden,
unabhängig von ihrem Alter, ihrer ethnischen Herkunft, ihrer
geschlechtlichen Identität oder ihren Lebensentwürfen.
„Wir verpflichten uns als Arbeitgeberin – und das nicht erst mit
dem Setzen dieser Unterschrift –, divers und offen unseren Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern gegenüber zu sein. Wir sprechen
uns klar gegen Diskriminierung aus und möchten mit unserem
Einsatz in der Charta der Vielfalt unsere Haltung deutlich machen,
dass unserer Gesellschaft die Anpassung an gesellschaftliche und
wirtschaftliche Veränderungen ausschließlich als Gemeinschaft
gelingen kann“, sagt Dr. Thomas Grünewald.
Diversity-Management ist ein Querschnittsthema. Die Idee dahinter:
Eine Organisationskultur, in der Vielfalt selbstverständlich
gelebt wird, führt dazu, dass alle Beschäftigten ihr Potenzial bestmöglich
einbringen. Sie befördert die Vielfalt sowie das Potenzial
der Lehre und somit auch der Ideen, die aus dem Bildungsbereich
und der Forschung entstehen.
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verbessern und sie auf Klimaschutz
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www.hs-niederrhein.de/transfer
Marion Noathnick
Die Hochschule Niederrhein gliedert sich in die Reihe von 4.500
Platz des Handwerks 1
41065 Mönchengladbach
Unternehmen ein, die die Charta der Vielfalt unterschrieben haben.
Somit gehören die knapp 1.000 Mitarbeitenden der HSNR zu
Tel.: 02161 4915-14
personal@bbz-mg.de
den 14,5 Millionen Beschäftigten, die von der Charta profitieren.
10 11
Berufsorientierung to go „Beruf Konkret 2022“
Mit neuen und außergewöhnlichen Formaten sind die Handwerkskammer Düsseldorf und die Agentur
für Arbeit Mönchengladbach Anfang August in die nächste Runde des Azubi-Marketings gestartet.
V. l.: Dr. Christian Henke und Ann-Kathrin Lauf, HWK Düsseldorf,
sowie Ulla Backes, Monika Breuer und Clemens Urbanek, IHK Düsseldorf -
Fotos: HWK Düsseldorf/Wilfried Meyer
Ausbildungs-Pop-Up-Store im Einkaufszentrum
Die IHK Düsseldorf und die Handwerkskammer Düsseldorf haben
am 1. August und noch bis zum 30. September 2022 in den
Bilker Arcaden die Türen zu einem landesweit ersten Ausbildungs-
Pop-Up-Store geöffnet. Der Store soll Jugendliche im Alter von
15 bis 25 Jahren für eine Ausbildung unter dem Motto: „future
to go“ begeistern. Das Programm reicht vom Berufsparcours,
der dabei hilft, seine eigenen Talente zu erkennen, über Bewerbungstraining
für Schulklassen bis hin zu Mitmach-Aktionen wie
einem Bagger-Simulator. Feste Beratungsinseln bieten eine direkte
Vermittlung offener Ausbildungsplätze an.
„Auch wenn das Ausbildungsjahr im Regierungsbezirk Düsseldorf
schon am 1. August begonnen hat: Es gibt noch alle Chancen,
um im Handwerk genau die richtige Ausbildungsstelle zu finden.
Denn jetzt ist Endspurt angesagt“, sagt Andreas Ehlert, Präsident
der Handwerkskammer Düsseldorf. „Das heißt: Alles ist noch
möglich. Es gibt Angebote in nahezu allen Handwerksberufen.
Machern und Macherinnen bieten sich beste Karriere- und Entwicklungschancen.
Zum Beispiel im Klimaschutz. Unser Beraterteam
steht interessierten Jugendlichen im Pop-Up-Store mit Rat und Tat
zur Seite, um die besten Wege ins Handwerk aufzuzeigen.“
erwartet mehr als
5.000 Jugendliche
Von 22. bis 24. September präsentieren sich an
die 100 Unternehmen, Institutionen, Hochschulen
und andere Bildungseinrichtungen auf der
Berufsorientierungsmesse „Beruf Konkret“.
Diese findet 2022 erstmals im ehemaligen
Karstadt-Gebäude am Rheydter Markt statt.
„Ich freue mich für die Schülerinnen und Schüler sehr, dass die
Messe in diesem Jahr wieder in Präsenz stattfinden kann. Die
Frage ,Wohin führt mich mein beruflicher Weg?‘ ist für junge
Menschen ganz wichtig. Sie begeben sich damit auf ein für sie
sehr sensibles Feld, auf dem der persönliche Austausch von großer
Bedeutung ist“, erklärt Christiane Schüßler, Dezernentin für
Bildung, Kultur und Sport der Stadt Mönchengladbach.
Seit 1994 gibt es die Messe „Beruf Konkret“ in Mönchengladbach.
Alle zwei Jahre bringt sie Schülerinnen und Schüler der
neunten und zehnten Klasse mit Unternehmen, Hochschulen
und anderen Institutionen aus der Region in Kontakt. Pandemiebedingt
waren die Organisatoren von MGconnect, Stadt und
Agentur für Arbeit Mönchengladbach vor zwei Jahren auf ein
digitales Messeformat gewechselt, das im Internet auch weiterhin
als Informationsplattform besucht werden kann.
V. l.: Christiane Schüßler, Dezernentin für Bildung Kultur und Sport der Stadt
Mönchengladbach, Axel Tillmanns, Teamleiter des MGconnect-Teams der
WFMG, sowie Rainer Imkamp, Leiter der Agentur für Arbeit Mönchengladbach –
Foto: WFMG/Andreas Baum
Wanderung zum Berufseinstieg
Der Berufsweg beginnt immer mit dem ersten Schritt. Sprichwörtlich
galt das in diesem Sommer für ein Angebot, das die Berufsberatung
der Arbeitsagentur am 8. August machte. Schülerinnen
und Schüler, die für nächstes Jahr ihren Schulabschluss planen,
Erwartet werden auf der „Beruf Konkret 2022“ bis zu 100 Aussteller.
konnten sich mit mehreren Berufsberatern auf eine zwölf Kilometer
Auf der digitalen Plattform Beruf-Konkret.de präsentieren
lange Wanderung begeben. An sechs Stationen wurden
sich derzeit sogar mehr als 160 Anbieter von Ausbildungsstellen
Fragen der Berufswahl thematisiert und auf den Wegstrecken dazwischen
und Studienmöglichkeiten. „Dort zu finden sind teilweise auch
in Einzel- und Gruppengesprächen vertieft. Die Strecke
kleinere Betriebe, die eine dreitägige Messe personell nicht
führte von der Lürriper Straße aus durch den Volksgarten, vorbei
bestreiten könnten, die für Ausbildungssuchende aber nicht weniger
an Schloss Rheydt und entlang der Niers, bevor die Gruppe über
interessant sind“, rät Axel Tillmanns dazu, sich auch dieses
Neersbroich den Rückweg antrat.
Angebot einmal anzuschauen. Nach den Sommerferien haben
die Organisatoren damit begonnen, an alle Schulen in Mönchen-
12 13
gladbach Informationsbroschüren zur Messe zu verteilen, die vom
22. bis zum 24. September besucht werden kann. Ausgegeben
werden sie an die neunten und zehnten Klassen. „Wir haben
uns gemeinsam entschieden, darüber hinaus erstmalig alle elften
Klassen einzuladen, weil sie pandemiebedingt keine Messe in
Präsenz hatten erleben dürfen“, ergänzt Christiane Schüßler.
Eingeladen fühlen sollen sich am dritten Messetag, Samstag, 24.
September, 9 bis 14 Uhr, außerdem Eltern, die mit ihren Kindern
über die Messe gehen möchten, sowie andere Menschen, die sich
beruflich verändern und dazu informieren möchten.
Beratung und Förderung
Mitarbeiter weiterbilden -
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für Arbeit Mönchengladbach und erfahren dort,
wie Sie Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
zu Fachkräften der Zukunft weiterbilden und
qualifizieren können - und wie Sie dabei finanziell
gefördert werden können. Rufen Sie an unter
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u Der Store adressiert neben den Jugendlichen und den Eltern
auch die Unternehmen, deren Bedarf an Fachkräften unvermindert
hoch ist. Der Pop-Up-Store ist täglich (montags bis samstags)
von 10:00 Uhr bis 20:00 Uhr geöffnet. Das komplette Programm
ist auf der Internetseite future-togo.de zu finden.
Berufsberatung in Badesachen
An einem sonnigen Tag im Freibad den richtigen Ausbildungsplatz
finden – das konnte Jugendlichen und jungen Erwachsenen am
2. August im Volksbad Mönchengladbach passieren. Das Ziel des
Veranstalters Arbeitsagentur: junge Menschen erfahren zu lassen,
wie sie die Berufswahl mit neuen Blickwinkeln vorantreiben
können. Im Freibad gab es eine Aktionsfläche mit kleinen Spielen.
Zusätzlich brachte die Berufsberatung Virtual-Reality-Brillen mit,
mit denen unterschiedliche Berufe realitätsnah erkundet werden
konnten. Vor allem aber genossen die Berufsberater und Ausbildungsvermittler,
in lockerer Atmosphäre mit Ausbildungs- und
Studienplatzsuchenden ins Gespräch zu kommen.
Messestandort war zuvor das Berufskolleg für Technik und
Medien mit dem angrenzenden Platz der Republik. Weil dieser allerdings
momentan umgestaltet wird, mussten die Organisatoren
einen alternativen Standort suchen, an dem die Messe 2022 wieder
in Präsenz stattfinden kann. „Gefunden haben wir als neuen
Standort das ehemalige, zurzeit noch leerstehende Karstadt‐Gebäude
am zentral gelegenen Marktplatz in Rheydt“, erklärt Axel
Tillmanns, Teamleiter des MGconnect-Teams der Wirtschaftsförderung
Mönchengladbach (WFMG).
„Die Chancen auf dem Ausbildungsmarkt sind großartig“: Mit
diesen Worten ermutigt Rainer Imkamp, Leiter der Agentur für
Arbeit Mönchengladbach, die Jugend, mit Optimismus in den
Berufswahlprozess zu starten. „Wir haben zwei Jahre der Pandemie
hinter uns, wir erleben einen Angriffskrieg in Europa und die
Wirtschaft muss mit gestörten Lieferketten umgehen – eigentlich
steht der Arbeitsmarkt unter negativen Einflüssen. Und dennoch
melden die Unternehmen in Mönchengladbach und der Region
deutlich mehr Ausbildungsstellen als vor einem Jahr und noch
mehr als vor zwei Jahren. Denn: Sie wissen, dass sie Fachkräfte
benötigen. Deshalb halten sie auch in der aktuellen Situation ihre
Fachkräfte und bilden weitere für die Zukunft aus.“
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stehen wir für umfangreiche Serviceleistungen,
Qualität und ein breites Sortiment.
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Besuch von Jochen Klenner
Auf der Innungsversammlung der Dachdecker am 9. Juni im Haus
des Handwerks Mönchengladbach sprach sich der Landtagsabgeordnete
für den offenen Austausch zwischen Politik und Handwerk
aus, um gemeinsam voran zu kommen. Im Anschluss stellte
er sich unter Moderation von Obermeister Reinhard Esser den
Fragen der Teilnehmer. Dabei wurden die bürokratischen Hürden
beim Einsatz von Lehrkräften aus den Reihen der Altmeister an
den Berufskollegs ebenso thematisiert wie die Möglichkeiten zu
mehr gesellschaftlicher Akzeptanz der dualen im Vergleich zur
akademischen Ausbildung. Die Diskussionspartner verständigten
sich im Anschluss darauf, den offenen Austausch in regelmäßigen
Abständen fortsetzen zu wollen.
Bund kürzt Gelder für energetische
Gebäudesanierung
Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) reformiert erneut die Bundesförderung für effiziente
Gebäude (BEG). Damit möglichst viele von der Sanierungsförderung profitieren können, werden
die Fördersätze allerdings reduziert.
Seit 28. Juli 2022 greifen die neuen
Förderbedingungen für Anträge auf
Komplettsanierungen. Für Einzelmaßnahmen
bei der Sanierung gelten die neuen
Förderbedingungen für die Antragstellung
seit dem 15. August 2022. Die Fördersätze
wurden um fünf bis zehn Prozentpunkte
reduziert. Konkret liegen sie jetzt bei den
Einzelmaßnahmen (maximal förderfähige
Kosten von 60.000 Euro) zwischen bis zu
20 Prozent bei Dämmmaßnahmen und
bis zu 40 Prozent bei Wärmepumpen.
Bei den Komplettsanierungen (maximal
förderfähige Kosten von 150.000 Euro),
bei denen auf zinsgünstige Kredite und
Tilgungszuschüsse umgestellt wird, liegen
sie zwischen bis zu 25 Prozent für eine
Sanierung auf die EH 85-Stufe als neuer
Eingangsförderstufe und bis zu 45 Prozent
für eine Sanierung auf EH 40-Stufe.
Wer eine Komplettsanierung umsetzen
und dafür Förderung beantragen will,
wendet sich an die staatliche Förderbank
KfW. Für die Einzelmaßnahmen, also beim
Austausch von Fenstern oder Türen, ist
künftig nur noch das Bundesamt für
Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)
Foto: Ben Kercks, pixabay
Ehrungen des Elektro-Handwerks
Am 18. Juli fand im Haus des Handwerks die Sommerversammlung der Elektro-Innung Mönchengladbach
statt. Zusammengerechnet waren es an diesem Abend 150 Jubeljahre sowie zahllose
Verdienste, die mit Urkunden der Handwerkskammer gewürdigt wurden.
Die Gratulationen zu den Ehrungen wurden von Kreishandwerksmeister
Frank Mund, Obermeister Heinz-Willi Ober, dem stellvertretenden
Obermeister Gisbert Janssen sowie Geschäftsführer
Stefan Bresser ausgesprochen.
Ludger Albertz, Radio- und Fernsehtechnikermeister, Mönchengladbach,
wurde in Anerkennung und Würdigung seiner um
die Förderung des Handwerks erworbenen Verdienste die Bronzene
Medaille der Handwerkskammer Düsseldorf verliehen.
Helmut Steigels erhielt anlässlich des 25-jährigen Betriebsjubiläums
seines Elektrotechnikerbetriebs in Korschenbroich am 16.
Januar 2021 eine Ehrenurkunde der Handwerkskammer Düsseldorf
für meisterliches Schaffen, Wahrung der Standesehre und
berufsständische Treue.
Wahl neuer Meisterbeisitzer
Bei der nächsten Versammlung der Elektro-Innung Mönchengladbach
stehen Neuwahlen des Vorstands auf der Tagesordnung. Bereits
bei dieser Versammlung im Juli waren in zwei Zwischen- und
Gesellenprüfungsausschüssen Meisterbeisitzer für die Amtsdauer
vom 1. September 2022 bis zum 31. August 2027 neu zu wählen.
Für den Ausbildungsberuf Elektroniker für Maschinen- und
Antriebstechnik wurden vorgeschlagen und einstimmig gewählt:
Georg Ober und Horst Loerper, Neuss. Für den Ausbildungsberuf
Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik wurden vorgeschlagen
und ebenfalls einstimmig gewählt: Uwe Quack, André Breuer,
Sascha Rönneper, Ralf Pöstges, Timo Quade und Philipp Rodeck.
Alle Gewählten nahmen die Wahl an.
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zuständig. In einem weiteren, späteren
Schritt will die Bundesregierung die Neubauförderung
ab 2023 umgestalten. Bis
zur Neukonzipierung laufe das Programm
EH 40-Nachhaltigkeit bis Jahresende
weiter. Ab dann wird weitgehend auf
zinsverbilligte Kredite umgestellt. Tilgungszuschüsse
im Neubau würden auf nur
noch fünf Prozent gesenkt. Hintergrund
der Reform sind die angespannte Lage
bei der Energieversorgung und die hohen
Preise infolge des russischen Angriffskriegs
auf die Ukraine sowie die Zuspitzung
der Klimakrise. Beides erhöhe die Dringlichkeit,
auch im Gebäudebereich fossile
Technologien zügig zu ersetzen und einen
höheren Fokus auf erneuerbare Energien
und Energieeffizienz zu legen.
Dirk Hermanns, Elektrotechnikermeister, Mönchengladbach,
konnte diese Ehrenurkunde ebenfalls in Empfang nehmen. Die
Gründung seiner Firma datiert auf den 1. November 1996 zurück.
Eines seiner Spezialgebiete sind heute Sicherheitstechniken und
Einbruchschutz.
Von Prois
ür Prois
Renate und Günter Quade feierten am 18. Juli ihren Hochzeitstag.
Die Innung fand aber noch zwei weitere gewichtige
Wir haben passende Abfallbehälter, mobile Toiletten
Gründe für eine herzliche Gratulation. Das Goldene Ehrenzeichen
und Raumcontainer. Maßgeschneidert für Ihre
der Handwerkskammer wurde dem Ehrenobermeister der Elektro- Ansprüche und Leistungen.
Innung bereits 2006 verliehen. Nun kann er seinen Auszeichnungen
auch den Goldenen Meisterbrief hinzufügen. Günter Quade
legte am 6. Januar 1972 die Meisterprüfung ab und wagte nur
knapp drei Monate später den Schritt in die Selbstständigkeit. Aus
den Anfängen mit der Fertigung von Schaltschränken entwickelte
er mit tatkräftiger Unterstützung seiner Frau Renate die Günter
Quade Elektroanlagen GmbH zu einer international operierenden
Firmengruppe für Automatisierungstechnik mit rund 70 Mitarbeitenden.
Sohn Timo Quade wurde 2011 zum Mitgeschäftsführer
Ihr Partner für nachhaltigen Transport
ernannt. Aus Anlass des 50-jährigen Firmenjubiläums stellte die
AUTOHAUS HEINRICH SENDEN GMBH, Tel. +49 2451 6208‐0
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Handwerkskammer eine weitere Ehrenurkunde aus, die Renate
Geilenkirchen | Kerpen‐Türnich | Mönchengladbach
Quade entgegennahm.
14 15
EWMG: seit 20 Jahren erfolgreich für die Stadt
Auf ihrer Jahrespressekonferenz am 7. Juni berichtete die Entwicklungsgesellschaft der Stadt Mönchengladbach:
Auch das zweite Corona-Jahr konnte sie positiv abschließen. 2022 werden gemeinsam
mit der Verwaltung weitere Impulse für die nachhaltige Entwicklung des Standorts gesetzt.
WFMG: trotz Pandemie sehr positive Bilanz
Auf ihrer Jahrespressekonferenz am 8. Juni berichtete die Wirtschaftsförderung Mönchengladbach
GmbH: Für Investitionsprojekte im Mittelstand konnten Zuschüsse in Rekordhöhe von 9,3 Millionen
Euro eingeworben werden. Unternehmen brachten zahlreiche nachhaltige Bauprojekte auf den Weg.
V. l.: Vorsitzender der EWMG-Geschäftsführung Dr. Ulrich Schückhaus, Aufsichtsratsvorsitzender
Janann Safi, EWMG-Geschäftsführer und Technischer
Beigeordneter Dr. Gregor Bonin – Foto: EWMG / Carlos Albuquerque
Die Umsatzerlöse lagen im Jahr 2021 mit 12,4 Mio. Euro auf
Vorjahresniveau. Das Geschäft mit Vermietung und Verpachtung
ist mit prognostizierten 4,5 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr
gestiegen. „Die großen Einbußen der ersten Lockdowns im Jahr
2020 vor allem bei den gewerblichen Vermietungsobjekten hatten
wir im letzten Jahr zum Glück nicht mehr“, erläuterte Dr. Ulrich
Schückhaus, Vorsitzender der EWMG-Geschäftsführung. „Wir
erwarten ein positives Betriebsergebnis von über 100.000 Euro
und einen Jahresüberschuss von 2,6 Mio. Euro. Hier schlägt vor
allem die NEW-Dividende zu Buche.“ Mit strategischen Ankäufen
wie dem Areal an der Lilienthalstraße, das den angrenzenden
Nordpark erweitern soll, hat die EWMG 2021 Raum geschaffen
für Wachstum. „Hier können wir in einigen Jahren neue innovative
Unternehmen ansiedeln und bestehende Arbeitsplätze sichern
und damit auch den Standort Mönchengladbach langfristig
stärken“, so Dr. Schückhaus.
Bedarfsgerechten Wohnraum zu schaffen, ist nach wie vor eines
der Fokusthemen. „Gemeinsam mit Politik und vielfältigen Playern
im Bereich Bau- und Wohnungswirtschaft prüfen wir Optionen
für Wohnraumentwicklung im gesamten Stadtgebiet. Dazu
gehören auch öffentlich geförderter Wohnungsbau und Wohnen
im Bestand“, sagte Stadtdirektor und EWMG-Geschäftsführer
Dr. Gregor Bonin. „In unserem Handlungskonzept verknüpfen
wir kommunale Planungen und Strategien mit den entsprechenden
Maßnahmen.“ Der jährliche Wohnungsmarktbericht gibt
Auskunft über den aktuellen Status und analysiert Trends und
Entwicklungen. „Trotz steigender Preise beim Immobilien- beziehungsweise
Grundstückskauf sind die Rahmenbedingungen
in Mönchengladbach immer noch günstig für Investitionen in
Eigentum“, erläuterte Dr. Bonin.
in mehreren Baugebieten ist anteilig geförderter Wohnungsbau
geplant. „Das sind gute Nachrichten für Mönchengladbach“,
betonte Janann Safi, EWMG-Aufsichtsratsvorsitzender. „Über
eine projektbezogene Ausweisung für geförderten Wohnraum in
Ausschreibungsverfahren und verschiedene Vermarktungsoptionen
bei Einzelgrundstücken, unter anderem über Sozialpunkte,
schaffen wir größtmögliche Chancengleichheit.“
20 Jahre im Dienst der Stadt
Die EWMG arbeitet daran, Menschen in Mönchengladbach
zu halten und neue Bürgerinnen und Bürger von der Stadt
zu überzeugen. Gemeinsam mit der Verwaltung sorgt sie seit
nunmehr 20 Jahren dafür, dass Menschen in Mönchengladbach
eine Heimat finden können. Seit der Gründung der städtischen
Gesellschaft im Jahr 2002 hat die EWMG 820 Wohnbaugrundstücke
verkauft und so bis heute Wohnraum für 1.640 Singles,
Paare und Familien geschaffen. 23 Bebauungspläne sind in den
vergangenen Jahren abgeschlossen beziehungsweise umgesetzt
worden, für weitere fünf hat die Verwaltung das Bauleitplanverfahren
gestartet. Die EWMG hat in den vergangenen 20 Jahren
67,2 Mio. Euro in Mönchengladbach investiert und insgesamt
2.600 Grundstücksgeschäfte beurkundet.
20
JAHRE
EWMG
25
JAHRE
WFMG
WIR SPRÜHEN VOR IDEEN
FÜR UNSERE STADT
auch in den kommenden 20 / 25 Jahren
Gemeinsam mit Stadtverwaltung
und Wirtschaft bewegen wir viel in
Mönchengladbach. Nach 20 Jahren
EWMG und 25 Jahren WFMG ist jetzt
nicht die Zeit, sich auf die Schultern
zu klopfen, sondern beherzt weiter
zu machen. Damit unsere Stadt noch
lebenswerter wird.
„Alle relevanten Kennzahlen lassen den Schluss zu, dass der
Wirtschaftsstandort der Pandemie erfolgreich getrotzt hat“, sagte
Oberbürgermeister Felix Heinrichs. Bestwerte konnte die WFMG
in erster Linie im Unternehmensservice erzielen. „Die 9,3 Mio.
Euro, die 2021 an Zuschüssen über das Regionale Wirtschaftsförderungsprogram
RWP in Richtung ortsansässiger Unternehmen
geflossen sind, sind absoluter Rekord“, sagte Geschäftsführer Dr.
Ulrich Schückhaus. „Besonders froh stimmt uns, dass sich unsere
Mittelständler auch in schwierigen Zeiten, die nicht zuletzt durch
eine ungünstige Zinsentwicklung, Baukostensteigerungen und
reduzierte Fördertöpfe geprägt sind, investitionswillig zeigen.“
Insgesamt stehe die WFMG im Jahr 2021 für 1.454 geschaffene
oder gesicherte Arbeitsplätze bei den Unternehmen in der Stadt,
ebenso wie 67 bearbeitete Firmenfälle: zwölf Ansiedlungen, elf
Bestandssicherungen, 17 Gründungen sowie 27 Verlagerungen
beziehungsweise Expansionen. Zwölf städtische beziehungsweise
EWMG-Grundstücke mit insgesamt 39.000 Quadratmetern Fläche
wurden durch die WFMG verkauft.
Im Fachkräftenachwuchs-Management hat das MGconnect-Team
der WFMG in den vergangenen fünf Jahren die Fördersumme für
MINT-Kurse und Ferienangebote für Schülerinnen und Schüler aus
Mönchengladbach verzehnfachen können. „Insgesamt stehen
Wir sichern Sie ab – mit passgenauen
Lösungen für Ihren Betrieb.
Egal ob Tischler, Bäcker, Fleischer oder ein anderes
Handwerk – mit BetriebsPolice select sichern Sie Ihren
Handwerksbetrieb ganz individuell gegen alle Risiken
ab und wählen nur Leistungen, die Sie auch wirklich
benötigen. Setzen Sie auf ein Versicherungspaket, das
immer für Sie da ist – ganz nach Ihren Wünschen.
V. l.: Prokurist David Bongartz, Oberbürgermeister Felix Heinrichs und Geschäftsführer
Dr. Ulrich Schückhaus – Foto: WFMG / Andreas Baum
beim zdi-Zentrum für das laufende Jahr rund 306.000 Euro an
Fördergeldern zur Verfügung – das ist ein Rekordwert, der unmittelbar
dem Fachkräfte-Nachwuchs zugutekommt“, sagte Prokurist
David Bongartz. Wieder in Präsenz gestartet sind unterdessen die
Businesstage. Die Berufs- und Informationsmesse „Beruf Konkret“
im September soll folgen, ebenso wie ein ganz neues Berufsorientierungs-
und Comedy-Event namens „Ich lach‘ mich Job!“ im
November.
Im Tätigkeitsfeld Digitale Infrastruktur schritt der Glasfaserausbau
2021 sukzessive voran. „Hierüber sollen bis 2024 12.000 Adressen
und mehr als 45.000 Haushalte ans Glasfasernetz angeschlossen
werden“, so Bongartz. Neue Impulse konnte die WFMG
im Bereich Innenstadtentwicklung und Einzelhandel setzen.
Im Rahmen des Förderprojekts „Stadtlabore für Deutschland“
wurden ein Leerstandsmelder auf der WFMG-Website integriert
und die Workshopreihe „Ansiedlungslabor vor Ort“ sowie eine
dazugehörige Marketingkampagne auf den Weg gebracht. In der
WFMG-Säule „Netzwerke, Trendscouting & Kollaboration“ konnten
2021 wesentliche Pflöcke im Sinne der Weiterentwicklung
des Wirtschaftsstandorts eingeschlagen werden. Besonders im
Fokus stehen dabei Ansiedlung und Entwicklung wissensbasierter
Arbeitsplätze, konkret vor dem Hintergrund der Förderkulisse des
Rheinischen Reviers.
25 Jahre im Dienst der Stadt
Seit nunmehr einem Vierteljahrhundert sorgt die Wirtschaftsförderung
im engen Schulterschluss mit ihren Partnern dafür, den
Wirtschaftsstandort Mönchengladbach zukunftsfähig weiterzuentwickeln.
„In diesem Zeitraum hat sie insgesamt rund 250 Hektar
an Grundstücksflächen veräußert, im Schnitt also zehn Hektar
pro Jahr“, berichtete Oberbürgermeister Heinrichs. Dazu seien
weitere 500.000 Quadratmetern an vermittelten Objektflächen zu
nennen, also Hallen, Büros sowie Lager. Auch die Bevölkerungszahl
hat sich in den 25 Jahren WFMG-Geschichte positiv entwickelt:
Bis Ende 2021 ist sie auf 272.398 geklettert.
Noch in diesem Jahr geht ein neues Baugebiet auf der Fläche
Geschäftsstelle Mönchengladbach
Platz des Handwerks 1, 41065 Mönchengladbach
des ehemaligen Parkplatzes zum Freibad Giesenkirchen in die
Telefon 02161 698380, Fax 02161 6983828
Vermarktung. Fünf Mehrfamilienhäuser sind auch auf der Fläche
gs.moenchengladbach@signal-iduna.de
an der Winkelner Straße im Stadtteil Hardt geplant. Zudem startet
www.signal-iduna-agentur.de/moenchengladbach
die Vermarktung der Maria Hilf Terrassen. Insgesamt entstehen ewmg.de wfmg.de
in diesem Jahr so mehrere hundert vielfältige Wohneinheiten,
16 17
Zusammen mit seiner Frau Elisabeth, seinem Sohn Wim und der Enkeltochter Esther nahm Franz-Josef Rademacher bei der Lossprechungsfeier der Tischler-Innung
am 21. Juni den Eisernen Meisterbrief entgegen. Stellvertretend für die Handwerksorganisation gratulierten ihm Kreishandwerksmeister Frank Mund und
Obermeister Hans-Wilhelm Klomp. – Foto: Carlos Albuquerque
Franz-Josef Rademacher
als „Eiserner Meister“ geehrt
Zum 65-jährigen Jubiläum seiner Meisterprüfung gratulierte die Tischler-Innung Mönchengladbach/
Rheydt ihrem Ehrenobermeister mit dem äußerst seltenen Eisernen Meisterbrief der Handwerkskammer
Düsseldorf. Kurz darauf vollendete Franz-Josef Rademacher sein 90. Lebensjahr.
lenstück: Das waren zwei Nacht-Konsolen, die das Schlafzimmer
ergänzten, das sich sein Ausbilder im Rahmen seiner Meisterprüfung
gebaut hatte. Sein eigenes Meisterstück wurde im Jahr 1957
dann ein stattlicher Wohnzimmerschrank, der später Eingang in
die repräsentativen Kanzleiräume eines Vetters fand.
Bereits 1954 übernahm er im Familienunternehmen die Verantwortung
des Betriebsleiters, 1960 wurde er Teilhaber und 1964
avancierte er schließlich zum alleinigen Geschäftsführer in dritter
Generation. In den Folgejahren machte er die Tischlerei nicht nur
in der Stadt, sondern auch weit darüber hinaus bekannt. Der
Treppenbau ist bis heute ein Tätigkeitsschwerpunkt geblieben,
aber Franz-Josef Rademacher verstand es auch, das schon von
seinem Großvater gehegte Kunsthandwerk über die Generationen
hinweg fortzuführen. Die Kunst hat in seinem Privatleben
ebenfalls einen hohen Stellenwert. Er bezeichnet sich bis heute
als Realist und Bauhaus-Anhänger. Urlaub habe er eigentlich nie
gemacht, sondern sei gemeinsam mit seiner Frau „immer nur der
Kunst hinterher gefahren“.
Elisabeth und Franz-Josef Rademacher lernten sich 1953 auf dem
Schützenfest in Hehn über Freunde von Freunden kennen. Sie
wurde als Tochter eines Maler-Meisters geboren, der mit seinem
Bruder, einem Tischler-Meister, zusammen ein Bauunternehmen
betrieb, zu dem auch ein Sägewerk gehörte. 1960 heirateten die
beiden, nachdem Franz-Josef Rademacher die Teilhaberschaft
erreicht, einen Baum gepflanzt und ein Wohnhaus der Familie
zumindest mitgebaut hatte. „Wenn man damals heiratete,
musste man ‚fertig‘ sein“, erinnert er sich heute. „Fertig“ meinte
soviel wie „gestanden“, um das Familienunternehmen erfolgreich
durch das nächste Kapitel in der nunmehr dritten Generation zu
führen. Ohne die Unterstützung seiner Ehefrau wäre das nicht
möglich gewesen. Sie kümmerte sich nicht nur um die drei Kinder
und den Haushalt, sondern hielt auch im Büro alle Fäden zusammen
und übernahm sogar den Fahrdienst, wenn es nötig war,
neues Werkmaterial zum Beispiel aus dem benachbarten Brüggen
heranzuschaffen. Eins der Kinder ist Peter Wilhelm Rademacher,
Rufname Wim, der ebenfalls das Tischlerhandwerk erlernte und
dem sein Vater 1997 ein wohlbestelltes Unternehmen übergeben
konnte. Und auch die fünfte Geschäftsführer-Generation bewegt
sich bereits auf die Startlöcher zu: Enkelin Esther Rademacher
legte im Sommer 2021 unter den Augen des stolzen Großvaters
die Gesellenprüfung als Beste ihres Jahrgangs ab und wird im
kommenden Jahr die Meisterschule besuchen.
Neben seiner beruflichen Tätigkeit stellte sich Franz-Josef Rademacher
immer ehrenamtlichen Aufgaben in der Handwerksorganisation
zur Verfügung, eine Selbstverständlichkeit, die ihm schon
von seinem Vater vorgelebt wurde. Er war ab 1963 Vorstandsmitglied
der Tischler-Innung Mönchengladbach und übernahm 1979
das Amt des Obermeisters. Er behielt dieses Amt auch, als durch
Zusammenschluss der Tischler-Innungen Mönchengladbach und
Rheydt die Tischler-Innung Mönchengladbach/Rheydt gebildet
wurde. Ab 1985 gehörte er dem Vorstand der Kreishandwerkerschaft
Mönchengladbach an und wurde im selben Jahr Mitglied
des Meisterprüfungsausschusses bei der Handwerkskammer
Düsseldorf. 1993 verlieh ihm der Fachverband Holz und Kunststoff
Nordrhein-Westfalen die Silberne Ehrennadel. Im Januar
1995, als er sich für das Amt des Obermeisters nicht mehr zur
Verfügung stellte, wurde er in Anerkennung seiner Verdienste
zum Ehrenobermeister der Innung gewählt.
Seinen 90.
Geburtstag feierte
der „Eiserne Meister“
am 6. Juli im
Kreis von Familie
und Freunden in
seiner Heimat,
dem Marien-Wallfahrtsort
Hehn. Als
Überraschungsgast
besuchte ihn aus
Düsseldorf Landesinnungsmeister
Thomas Klode, der
bei ihm seinerzeit
die Meisterprüfung
abgelegt hatte.
18
Tischlermeister Franz Xaverius Josef Rademacher, Rufname Franz-
Josef, hat längst einen festen Platz in der Handwerksgeschichte
Mönchengladbachs eingenommen. Aus den Zeiten des Wiederaufbaus
nach dem Krieg zeugen noch viele Eigenheime von seiner
Leistung, und als nur eins von mehreren prominenten Beispielen
genannt, trägt auch die beeindruckende Innenarchitektur des
Museums Abteiberg an verschiedenen Stellen seine Handschrift.
Die Handwerksorganisation verdankt ihm einen außerordentlichen
ehrenamtlichen Beitrag nicht nur in den Vorständen von
Innung und Kreishandwerkerschaft, sondern auch im Meisterprüfungsausschuss
der Handwerkskammer Düsseldorf. Eine ganze
Reihe von Tischlermeistern, die mittlerweile mit ihren Unternehmen
Erfolgsgeschichte schreiben, haben bei ihm ihre Meisterprüfung
abgelegt, darunter auch der heutige Landesinnungsmeister
und Vorsitzende des Fachverbands Tischler NRW Thomas Klode.
Seine eigene Meisterprüfung legte Franz-Josef Rademacher, der
eigentlich Berufsschullehrer werden wollte, am 9. April 1957 ab.
Zum 65-jährigen Jubiläum dieses Tages stellte die Handwerkskammer
Düsseldorf nun den Eisernen Meisterbrief aus, der zu
den Raritäten im Urkundenprogramm gehört. 65 Jahre lang als
Vorbild des ehrbaren Handwerks gewirkt zu haben, ist ein sowohl
würdevolles als auch seltenes Verdienst. Franz-Josef Rademacher
wurde dafür mit der Verleihung der Ehrenurkunde bei der Lossprechungsfeier
der Tischler-Innung am 21. Juni in der Hauptgeschäftsstelle
der Stadtsparkasse Mönchengladbach hoher Respekt
gezollt. Vor 18 frisch examinierten Junggesellen trat ein Mann an
die Seite von Kreishandwerksmeister Frank Mund und Obermeister
Hans-Wilhelm Klomp, der 1964 die Leitung eines Familienbetriebs
übernahm, dessen Gründung auf den Großvater und das
Jahr 1883 zurückgeht – das ist Handwerksgeschichte pur.
Franz-Josef Rademacher wurde am 6. Juli 1932 im Ortsteil Hehn
als Enkel des Betriebsgründers Wilhelm Balthasar Rademacher
geboren. Er besuchte das Gymnasium, musste diesen Weg aber
kriegsbedingt noch vor Erlangen der Hochschulreife beenden.
Stattdessen nahm er die Lehre im Familienbetrieb auf und wurde
dabei maßgeblich von einem Mitarbeiter gefördert, der dem
Unternehmen letztlich 53 Jahre lang angehören sollte. Von ihm
lernte er viel und dankte es ihm unter anderem mit seinem Gesel-
Silberner
Meisterbrief für
Jörg Wassenhoven
Auf der Lossprechungsfeier der Tischler-
Innung Mönchengladbach/Rheydt wurde
auch Jörg Wassenhoven zum Jubiläum
seiner Meisterprüfung geehrt. Obermeister
Hans-Wilhelm Klomp überreichte ihm für
25 Jahre den Silbernen Meisterbrief der
Handwerkskammer Düsseldorf.
Jörg Wassenhoven ist seit dem Jahr 2000
alleiniger Gesellschafter und Geschäftsführer
der Sillmanns GmbH Tischlerwerkstätten,
deren Gründung auf das Jahr
1910 zurückreicht.
19
Das Unternehmen genießt auch über die lokalen Grenzen hinaus
einen ausgezeichneten Ruf, ist anerkannt in Innungen und
Verbänden. Seit der Gründung vor nunmehr vier Jahrzehnten ist
das Unternehmen Mitglied in der Karosserie- und Fahrzeugbauer-
Innung Mönchengladbach und damit fester Teil der Kreishandwerkerschaft
Mönchengladbach sowie der HWK Düsseldorf. Seit
vierzehn Jahren ist der Inhaber Reiner Brenner Obermeister der
Karosserie- und Fahrzeugbauer-Innung in Mönchengladbach.
Ausbildung hat im Hause Brenner Tradition. Jährlich bildet das
Unternehmen einen Auszubildenden im Beruf des Karosserie- und
Fahrzeugbau-Mechanikers sowie des Fahrzeuglackierers aus. 101
Auszubildende hat das Unternehmen in den letzten vierzig Jahren
ausgebildet und zur erfolgreichen Gesellenprüfung geführt. Nicht
wenige der im Unternehmen Brenner ausgebildeten jungen Menschen
gehörten zu den Besten ihres Ausbildungsjahrgangs.
Neben Privat- und Firmenkunden aus dem Großraum Mönchengladbach
zählen heute viele namhafte Versicherungsgesellschaften,
große Industrieunternehmen mit ihren Fahrzeugflotten
und zahlreiche Schadenslenker zu den zufriedenen Kunden des
Unternehmens Reiner Brenner.
Das Unternehmen wurde am 1. Juli 40 Jahre alt und blickt mit
Stolz auf das Erreichte und mit Vertrauen in die Zukunft. Mit
Christian Brenner, dem heutigen Betriebsleiter des Gesamtunternehmens,
steht bereits die nächste Generation vor der Übergabe
des Staffelstabes. Reiner und Christian Brenner – eine gelungene,
zukunftsorientierte Verbindung zwischen Tradition und Moderne.
Hochwertige Unfallinstandsetzung seit 40 Jahren
Hochwertige Unfallinstandsetzung
seit 40 Jahren
Am 1. Juli 1982 legte Reiner Brenner den Grundstein für sein eigenes Unternehmen und gründete
die Reiner Brenner Karosseriebau und Autolackierungs-GmbH in Mönchengladbach. Vor 20 Jahren
trat sein Sohn Christian Brenner ins Unternehmen ein und ist heute dessen Betriebsleiter.
Bei der Gründung mit am Start war damals ein Mitarbeiter. Sechs
Monate später beschäftigte das Unternehmen bereits sieben
Mitarbeiter, mit steigender Mitarbeiterzahl wurde auch der Platzbedarf
größer. Zu Beginn waren es lediglich 500 Quadratmeter,
heute liegt die Werkstattfläche bei 3.000 Quadratmetern auf
einem Firmenareal von 6.750 Quadratmetern.
15 Jahre nach der Gründung erweiterte Reiner Brenner sein
Unternehmen durch den Zukauf eines Fachbetriebs mit gleicher
Ausrichtung in Brüggen. Heute arbeiten an den beiden Standorten
insgesamt 30 Mitarbeiter, hierzu gehören unter anderem auch
fünf Meister des Karosseriehandwerks.
Gewerbekunden gleichermaßen erfolgreich. So kam es, dass im
Jahre 1985 die Nissan Deutschland auf das Unternehmen Reiner
Brenner aufmerksam wurde und den Inhaber für den Umbau von
Sondermodellen gewinnen konnte. In den folgenden fünf Jahren
arbeitete das Brenner-Team in zwei Schichten, von morgens 6:00
Uhr bis abends 22:00 Uhr, und macht bis zu 120 Sondermodelle
des Automobilherstellers in der Woche verkaufsfertig – und das
alles neben dem normalen Betrieb.
2020 noch so bleiben. Wer auf Dauer in diesem Markt bestehen
will, muss visionär denken und auch danach handeln und braucht
hochwertiges Equipment – eine Investition in die Zukunft. Reiner
und Christian Brenner zögerten nicht lange und entschieden sich
für eine Investition von mehr als 1,1 Millionen Euro.
Nach vorausschauender Planung entschied man sich für einen
Komplettumbau der gesamten Lackiererei und vereinbarte mit der
Firma Wolf Anlagen-Technik die Installation von zwei hochmodernen
Taifuno-Kombikabinen mit höchster Energie-Effizienz, hohem
Bedienkomfort und bester Produktionskapazität.
Wenn Umbau, dann auch richtig – so war schnell klar, dass auch
der Energiebedarf des Unternehmens in Zukunft mit einem
hauseigenen Kraftwerk geregelt werden soll. Gedacht, getan! Der
selbsterzeugte Strom versorgt heute den ganzen Betrieb, und der
„Überschuss“ wird in das öffentliche Netz eingespeist – effektiv,
professionell und zeitgemäß. Die Planung und die Leitung für den
Komplettumbau lagen in den Händen von Christian Brenner.
Für den reibungslosen Ablauf sorgte neben dem handwerklichen
Können der Mitarbeiter auch die im Jahr 1986 installierte Lackieranlage
mit zwei Trockenplätzen. Als Christian Brenner, der heutige
Vor vierzig Jahren genauso wie heute arbeitet das Unternehmen
Betriebsleiter des Gesamtunternehmens, vor 20 Jahren in das
nach einer eindeutigen Wertevorstellung: „Mit großer Leiden-
www.reiner-brenner.de
Die Zeit verging und das Unternehmen stellte sich den wachsenden
Unternehmen eintrat, war die Anlage bereits 14 Jahre alt, lieferte
schaft zum Wohle unserer Kunden und der im Unternehmen
Anforderungen des Marktes, arbeitete für Privat- und aber immer noch hervorragende Ergebnisse. Das sollte auch bis
tätigen Mitarbeiter – und das Tag für Tag!“
20 21
Foto: Reiner Brenner
Hochvolt-Kurse gestartet
In der Ausbildungswerkstatt der Kfz-Innung Mönchengladbach am Platz des Handwerks
werden ab sofort Grundlagenseminare zur Qualifizierung Stufe 2S, Fachkundige Person (FHV),
angeboten. Ende Juni fand der erste Kurs mit Beschäftigten aus zwei Karosseriebau-Firmen statt.
Weiterbildung
Sanitärspezialist Haaß testet
Einsatz von Exoskeletten
Die Haaß GmbH & Co. KG aus Mönchengladbach, ausgewiesener Spezialist im Bereich Sanitär, Heizung
und Klimatechnik, beteiligt sich in Kooperation mit dem Unternehmen ExoIQ am Forschungsprojekt
„Handwerksgeselle 4.0” des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.
Fotos: Haaß
Allgemeine Arbeiten an Hybridfahrzeugen
und anderen Fahrzeugen mit Hochvolt-
Systemen können von allen Mitarbeitern
in Kfz-Werkstätten und Karosserie-Fachbetrieben
durchgeführt werden, die eine abgeschlossene
Berufsausbildung haben und
zu den Besonderheiten und Gefährdungen
an Kraftfahrzeugen mit HV-Systemen
unterwiesen wurden.
Um spezielle Arbeiten an den Hochvolt-Systemen
durchführen zu dürfen,
müssen die Mitarbeiter in Kfz-Werkstätten
und Karosserie-Fachbetrieben
zusätzlich die Fachkunde für Arbeiten
an HV-Systemen im spannungsfreien
Zustand (Stufe 2S) erwerben.
Das von der Bundesregierung geförderte Projekt „Handwerksgeselle
4.0“ entwickelt digitale Assistenzsysteme speziell für SHK-
Handwerksbetriebe. In einem betrieblichen Experimentierraum,
dem „Handwerker-Lab”, werden die Systeme gemeinsam mit den
Beschäftigten weiterentwickelt sowie in realitätsnahen Laborumgebungen
und auf Baustellen getestet.
Die Techniker auf den Baustellen des Familienunternehmens Haaß
testeten im Arbeitsalltag verschiedene sogenannte Exoskelette,
die ihre Bewegungsabläufe aktiv unterstützten und so ihre jeweilige
Tätigkeit deutlich erleichtern sollen.
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In der Summe konnten die Vorzügen dieser zukunftsweisenden
Technik Chefin Kathrin de Blois überzeugen: „Die körperliche
Belastung wird reduziert, dadurch wird einer Übermüdung vorgebeugt
und damit einem Nachlassen der Konzentration entgegengewirkt.”
Auch die Mitarbeiter sehen die Vorteile, doch, wie es
sich für eine erste Testphase gehört, gibt es auch Optimierungsanregungen
aus dem Praxisalltag: Die bei Haaß ausprobierten
Systeme unterstützen vorwiegend den Rücken beim Anheben
und Tragen von Lasten. Es muss jedoch beispielsweise für das
Arbeiten über Kopf ein anderes Exoskelett angelegt werden.
„Ideal wären ganzheitliche Systeme, das heißt ein einziges Exoskelett
für alle anfallenden Arbeiten wie Heben, Tragen, Über-
Kopf-Arbeiten, sodass man nicht zwischendurch wechseln muss“,
so die Familienunternehmerin, denn gerade die Arbeiten im
Handwerk sind sehr vielseitig.
Eine weitere Empfehlung ist die Integration der Exoskelette in
die Arbeitskleidung. Dann entfielen außerdem die Probleme
mit den unterschiedlichen Konfektionsgrößen. Auch die Gefahren
am Arbeitsplatz durch Gurte und Schlaufen, mit denen man
zum Beispiel an Türen hängen bleiben kann, könnten so reduziert
werden. Zudem könnten die Mitarbeiter die ganzheitliche Exoskelette
auch beim Fahren zur Baustelle anbehalten; derzeit darf
man das nicht.
Die Gesamtbilanz der Testphase fällt bei Kathrin de Blois und
ihren Mitarbeitern positiv aus. Die Unternehmerin bilanziert:
„Die Exoskelette schonen, sobald das System ausgereift ist,
deutlich die Gesundheit der Mitarbeiter – das ist gerade in Zeiten
einer alternden Gesellschaft ein besonders wichtiger Fortschritt.“
Ihr Bruder Bernd Haaß, der das Unternehmen gemeinsam mit
seiner Schwester leitet, sieht einen weiteren Vorteil: „Die Aussicht
auf einen gutbezahlten Job, der neueste Technologien nutzt, ist
für viele ziemlich verlockend.“
Über die Ergebnisse der ersten Testphase berichtete Kathrin
de Blois am 14. Juni in einem Vortrag anlässlich der Präsentation
des Forschungsprojekts „Handwerksgeselle 4.0“ im „Futurium“
in Berlin. Das Familienunternehmen Haaß kennt die zentralen
Herausforderungen im Handwerk und weiß: Fachkräftemangel,
Überalterung und Konkurrenzdruck erfordern innovative Lösungen.
Diese anspruchsvolle Qualifizierung wird
nun auch im Berufsbildungszentrum
des Gladbacher Handwerks angeboten.
Seminar-Premiere war am 25. Juni und
2. Juli für Mitarbeiter der Karosserie-Fachfirmen
Reiner Brenner und Kolahi unter
Leitung von Ausbildungsmeister Ludger
Feldhans-Becker. Unternehmernah organisiert
sind die Kurstage immer Samstage.
Mitarbeiternah wird bei der Schulung auf
größtmöglichen Praxisbezug geachtet. Die
Seminarinhalte wurden unter Federführung
des Zentralverbands des Deutschen
Kraftfahrzeuggewerbes auf Grundlage
der DGUV Information 209-093 (Stand:
8/2021) erstellt.
Willkommen!
Als neue Mitglieder begrüßt die Kreishandwerkerschaft Mönchengladbach herzlich
in der Elektro-Innung
Mönchengladbach
Klaus Dieter Hoheisel und
Norbert Mayer
M&H Elektrotechnik GbR
Rheydter Str. 155
41065 Mönchengladbach
Jens-Patrick Koch
Ueddinger Str. 284
41066 Mönchengladbach
Die erfolgreiche Qualifizierung nach der
Stufe 2S befähigt den Fachkundigen,
selbstständig und sicher an spannungsfreien
Hochvolt-Systemen und -Komponenten
oder in deren Gefährdungsbereich
zu arbeiten. Zu den Arbeiten zählen zum
Beispiel das Messen von Isolationswiderständen,
das Instandsetzen, Auswechseln,
Ändern und Prüfen. Die Fachkundige Person
muss in der Lage sein, den spannungsfreien
Zustand entsprechend den „Fünf
Sicherheitsregeln“ und den Herstellerangaben
herzustellen.
in der Innung des Kraftfahrzeuggewerbes
Mönchengladbach
Jan Althoetmar
Künkelstr. 140
41063 Mönchengladbach
Kolahi e. K.
Langmaar 17
41238 Mönchengladbach
u Die Kurse finden an jeweils zwei Samstagen
ab 8 Uhr in der Ausbildungswerkstatt
der Kfz-Innung Mönchengladbach,
Platz des Handwerks 1, statt. Die Teilnehmerpauschale
für Innungsmitglieder,
inklusive Frühstück, Schulungshandbuch,
Prüfungsunterlagen und Fachkunde-Zertifikat,
beläuft sich auf 450 Euro zuzüglich
Umsatzsteuer. Die nächsten Termine sind
angesetzt für den 3. und 17. September
2022 sowie den 24. September und
1. Oktober 2022. Ansprechpartnerin für
weitere Informationen und die Anmeldung
ist Claudia Bihn, Telefon 02161 4915-42,
bihn@kh-mg.de.
in der Innung Sanitär-Heizung-Klima
Mönchengladbach
Haustechnik Commes GmbH
Siemensstr. 42 (Halle 5)
41063 Mönchengladbach
Henning Kürten
Heinrich-Hütten-Str. 23
41238 Mönchengladbach
LKL Service GmbH
Beethovener Str. 43
41061 Mönchengladbach
Peter Kurt Stockhammer
Volksbadstr. 87
41065 Mönchengladbach
22
23
Der Veranstalter bedankte sich bei den Spielerinnen und Spielern
für ihre Teilnahme und lud sie nach dem Frischmachen zu einem
Barbecue ein. Dieses wurde freudig begrüßt und die Teller mehrfach
gefüllt, es wurde gegessen, getrunken, gescherzt, gelacht
und der Tag nahm seinen gewohnt ruhigen Ausklang. Zwei
gestandene Musikprofis im Schotten-Look, genannt „Das Duo“,
untermalten den Tag musikalisch. Sie spielten Hits und Evergreens
von Interpreten, die jeder kennt und die jeder mag. Eine echte
Bereicherung des Tages und ein schönes musikalisches Erlebnis.
Der Ruf des Veranstalters zur Siegerehrung weckte freudige
Erwartungen. Alle von der Spielleitung verkündeten Ergebnisse
wurden beklatscht und bejubelt. Auch hier wurde wieder deutlich,
wie beliebt der Handwerker Golf Cup ist. Die Sieger trafen
sich im Anschluss an die Ehrungen zum traditionellen „Foto der
Champions“ auf dem Übungsgrün.
Ein rundum gelungener Tag ging zu Ende und Reiner Brenner
nutzte die Gelegenheit, sich ausdrücklich bei den Sponsoren für
die überaus großzügigen und wohlwollenden Spenden zu bedanken.
Das Ergebnis war überragend. Mit großer Freude übergab
Reiner Brenner bereits am 22. Juni den Mitgliedern des Vorstands
der Insel Tobi, Michaela Hölzle und Marc Hölzle, einen Scheck in
Höhe von 18.200 Euro für die Einrichtung. Eine tolle Aktion!
u 2023 findet die Erfolgsgeschichte natürlich eine
Fortsetzung: Der 12. Handwerker Golf Cup wird am
Montag, 12. Juni 2023, ausgetragen.
Bereits in der Einladung hatte der Veranstalter unter anderem
auf die Gemeinnützigkeit des Turniers hingewiesen und das diesjährige
Projekt vorgestellt. Reiner Brenner erteilte nach der Siegerehrung
das Wort an das Vorstandsmitglied des Insel Tobi e. V.,
Michaela Hölzle. Diese stellte die palliative Kurzzeitpflege für
chronisch kranke Kinder in beeindruckender Art vor, gab einen
Einblick in den Tagesablauf der Einrichtung und machte den Zuhörern
deutlich, wie wichtig die Arbeit der Insel Tobi für Familien
mit schwerstkranken Kindern in Mönchengladbach ist.
Handwerker Golf Cup Mönchengladbach 2022
Unter dem Motto „Gute Laune – gutes Spiel!“ gingen Ende Mai 55 Golferinnen und Golfer an den
Start, um einen rundum gelungenen Tag zu erleben und nicht nur sich selbst eine Freude zu machen:
Das Turnier erbrachte die stolze Spendensumme von über 18.000 Euro für den Verein „Insel Tobi“.
Fotos: Markus Rick
Die im Anschluss folgende Score-Karten-Verlosung, bei der wirklich
jede Karte mit einem Gewinn versehen war, hielt eine Menge
Überraschungen bereit und wurde vielfach mit großem Applaus
begleitet. Zu gewinnen gab es Reisen, Cabrio-Wochenenden, Trainerstunden
und vieles Schönes mehr. Für jeden war etwas dabei.
Fortsetzung auf Seite 26 u
Es ist immer montags und es ist immer Punkt 13:00 Uhr, wenn
die Spieler auf dem Gelände des Golf- und Landclubs Schmitzhof
ihren ersten Abschlag machen. So war es auch am 30. Mai 2022:
Nach zwei Jahren ungewollter Pandemie-Pause startete der 11.
Handwerker Golf Cup wie immer pünktlich auf den Abschlägen
1 und 10. Das beliebte Turnier wurde, wie auch in den Jahren
vorher, federführend von Reiner Brenner, Obermeister der Karosserie-
und Fahrzeugbauer-Innung Mönchengladbach, geplant,
organisiert und souverän umgesetzt.
An den Start gingen in diesem Jahr 55 Golferinnen und Golfer
mit unterschiedlichsten Spielstärken und ebensolchen Handicaps.
Die ersten Teilnehmer trafen bereits gegen 11 Uhr im Landclub
Schmitzhof ein, wurden vom Veranstalter freudig begrüßt, erhielten
ihr persönliches H-G-C-Shirt, eine gut gefüllte Tasche mit
„Tee-Gifts“ und natürlich ihre Score-Karte. Der Club informierte
die Flights bereits im Vorfeld per SMS über die jeweiligen Partner
und die Startzeiten.
den Golferinnen und Golfern breit. Motto: „Gute Laune – gute
Spiel!“ – und das Wetter spielte auch mit. Während einige
Teilnehmer die Driving Range nutzten, um ihrem Schwung den
letzten Schliff zu geben, waren andere auf dem Putting Grün,
um die meist entscheidenden Meter und Zentimeter zu erfühlen.
Denn auf dem Platz zählt jeder Schlag.
Nach dem traditionellen Gruppenfoto im Outfit des Tages begaben
sich die Spielerinnen und Spieler zu ihren Flight-Partnern auf
den jeweiligen Startplätzen und dann ging es los. Hoch konzentriert
und mit großer Fairness wurde in den Flights um jeden Strich
auf der Score-Karte gespielt. Die Bälle flogen, auch manchmal
dahin, wo sie nicht hinsollten, aber dafür immer gerade. Birdies,
Pars, Boogies fielen in Folge, dann wollte natürlich jeder den
längsten Abschlag machen und auch jeder so nah wie möglich
an der Fahne liegen. Hauptsache immer auf dem Fairway bleiben.
Die Stimmung auf dem Platz war wie bei jedem Handwerker Golf
Cup ausgezeichnet, die Spieler locker und gelassen.
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Nach der Begrüßung und im einheitlichen Dress-Code tummelten Nachdem die letzten Spieler ihr Ziel erreicht und alle 18 Löcher
sich die Starter, mit Kaffee und Brötchen ausgestattet, auf der gespielt hatten, fanden sich alle auf der Terrasse des Clubs bei
Platz des Handwerks 1 . 41065 Mönchengladbach
Terrasse des Clubs. Wiedersehensfreude, gepaart mit Fachsimpelei
über Platz, Ausstattung und Tagesform, machte sich unter Spielergebnisse aus.
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einem erfrischenden Getränk zusammen und tauschten dabei ihre
25
Ehrenpreis des Landes für Heinemann
Chocolatier Heinz-Richard Heinemann nahm in Düsseldorf die Auszeichnung „Meister.Werk.NRW“
von Landwirtschaftsminister Lutz Lienenkämper entgegen. Damit werden Lebensmittelhandwerker
ausgezeichnet, die mit ihren herausragenden Produkten ein Stück Heimat verkörpern.
Fotos: Markus Rick
Die 2022er-Platzierungen im Überblick:
Brutto-Sieger
Dirk Steigels
Netto Handicap-Klasse A
1. Bernd Pulheim
2. Carsten Pawlik
3. Jörg Tophoven
Netto Handicap-Klasse B
1. Lucy David
2. Roland Willems
3. Dr. Oliver Hölkermann
Netto Handicap-Klasse C
1. Wolfgang Knor
2. Armin Schalm
3. Dieter Pipping
Longest Drive
Maximilian Lamparter
Nearest to the Pin
Frank Zimmermanns
52 Bäckereien, 21 Fleischereien, 13 Konditoreien und sieben
Brauereien erhielten Ende Juni für ihre Produkte und ihre Betriebsführung
den Ehrenpreis des Landes „Meister.Werk.NRW“, den
das Landwirtschaftsministerium in diesem Jahr bereits zum zehnten
Mal verlieh. Die Auszeichnung wird an Betriebe vergeben, die
sich um eine besonders hohe Qualität ihrer Erzeugnisse bemühen.
Dazu gehören unter anderem ein selbst hergestelltes Sortiment,
regionale Spezialitäten und die Bereitstellung von Ausbildungsplätzen.
Die Kriterien für die Auszeichnung wurden mit den
Fachverbänden des jeweiligen Gewerks erarbeitet.
Ganz bewusst sprach Landwirtschaftsminister Lutz Lienenkämper
bei der Preisverleihung in Düsseldorf von Lebensmittelhandwerkern,
die mit ihren kulinarischen Qualitätsprodukten prägend
für die Region seien. Diesen Aspekt seiner Arbeit betont auch
Heinz-Richard Heinemann: „Wir legen großen Wert auf die besten
und frischesten Zutaten, die wir dann in unserer Manufaktur
mit Liebe zur Sorgfalt verarbeiten. Gutes Handwerk ist eine Kunst
und eine wesentliche Zutat unseres Erfolgs.“ Die Heimat und ihre
Traditionen liegen Heinemann am Herzen: „Darum gibt es unsere
Weihnachtsleckereien nicht schon im Herbst und Obsttorten erst
dann, wenn die Früchte auf unseren heimischen Wiesen gereift
sind.“ Vorfreude mache das Leben reicher.
Foto: Konditorei Heinemann
Dank an die Sponsoren des Golf-Turniers zu Gunsten der Insel Tobi:
Stadtsparkasse Mönchengladbach, Ernst Kreuder, DEKRA, BMW FABA, Fleischhauer AUDI und VW, Lepsy das Fischrestaurant, Hubert Herzog Abbruch
+ Entsorgung, Elektro Hecking, Mercedes Lamparter, Elektro Geiser, Raeder Straßenbau, Sistemo Elektro, Frank Zimmermanns, DIPA, Jochen Maaßen,
Return, VEU Honsbein, Sportpark Hi-Fly, Drekopf Entsorgung, EP Bodewitz, Roland Beckers Steuerbüro, Bähren Druck, Traveltime Glatzel, Rieck Bedachung,
Kroppen, E. Zimmermanns GmbH, Schweißtechnische Kursstätte, Röders Zimmerei, Contex, Breuer & Buscher Versicherungen, Holzweiler, Stefan Vasovic,
Jürgen Spiekerhoff, Salvatore Prato, Golf- und Landclub Schmitzhof, David Esser im Engels, Fliesen Willems, David Esser, Kemp Holzverarbeitung, Loewenor
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Vorstandsmitglieder
und Obermeister
29.08.2022: Thorsten Caspers
Installateur- und
Heizungsbauermeister
Obermeister der Innung Sanitär
Heizung Klima Mönchengladbach
31.08.2022: Georg Haaß
Gas- und Wasserinstallateur- und
Zentralheizungs- und
Lüftungsbauermeister
Vorstandsmitglied der Kreishandwerkerschaft
Mönchengladbach
02.09.2022: Marco Bönnen
Maler- und Lackierermeister
Obermeister der Maler- und
Lackierer-Innung
Mönchengladbach
17.09.2022: Petra Dahmen
Dachdeckermeisterin
Kooptiertes Vorstandsmitglied
der Kreishandwerkerschaft
Mönchengladbach
17.10.2022: Dirk Weduwen
Informationstechnikermeister
Obermeister der
Informationstechniker-Innung
Mönchengladbach/Kreis Neuss
Geburtstage
Innungsmitglieder
85 JAHRE
03.10.2022:
Margaretha Sieberichs
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Johann Sieberichs e. K
Am Fußfall 1
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75 JAHRE
03.09.2022:
Hans Bernd Steppkes
Gebäudereinigermeister
Lüpertzender Str. 15
41061 Mönchengladbach
70 JAHRE
23.09.2022: Hans Kehren
Maler- und Lackierermeister
Seidenweberstr. 2
41189 Mönchengladbach
24.09.2022: Willi Kamphausen
Elektroinstallateurmeister
Orffstr. 53
41189 Mönchengladbach
Geburtstage
Innungsmitglieder
65 JAHRE
26.08.2022: Andreas Prudlo
Karosseriebaumeister
Waldnieler Str. 247
41068 Mönchengladbach
01.09.2022: Wilfried Theves
Betonstein- und
Terrazzoherstellermeister
Bungstr. 35
41065 Mönchengladbach
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28.08.2022: Paul-Udo Effertz
Gas- und Wasserinstallateur- sowie
Zentralheizungs- und
Lüftungsbauermeister
Bonnenbroicher Str. 93
41238 Mönchengladbach
04.09.2022:
Dipl.-Ing. Achim Bautz
Inhaber eines Metallbauerbetriebes
Hocksteiner Weg 33
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Geburtstage
Innungsmitglieder
60 JAHRE
03.10.2022:
Hans-Peter Kaulhausen
Inhaber eines
Elektrotechnikerbetriebes
Schwalmstr. 301
41238 Mönchengladbach
09.10.2022:
Dipl.-Ing. Stefan Löb
Inhaber eines
Elektrotechnikerbetriebes
Borsigstr. 25
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10.10.2022:
Frank Zimmermanns
Raumausstattermeister
Rheindahlener Str. 14
41189 Mönchengladbach
Güdderather Weg 32
41189 Mönchengladbach
Geburtstage
Innungsmitglieder
50 JAHRE
04.09.2022: Roland Hering
Geschäftsführer der
Elektro Leven GmbH
Engelsholt 102
41069 Mönchengladbach
21.09.2022: Ingo Windeln
Geschäftsführer der
Autohaus Heinrich Senden GmbH
Süchtelner Str. 32-34
41066 Mönchengladbach
Betriebsjubiläen
125-JÄHRIGES
26.09.2022: Edmund Erkens,
Inh. Christina Erkens e. K.
Maler- und Lackiererbetrieb
Kopernikusstr. 46
41065 Mönchengladbach
100-JÄHRIGES
01.09.2022: Karl-Heinz Jansen
Friseursalon
Hauptstr. 17-21
41236 Mönchengladbach
Betriebsjubiläen
50-JÄHRIGES
01.10.2022: Dieter Stümpges
Kraftfahrzeugmechanikerbetrieb
Beckrather Dorfstr. 65
41189 Mönchengladbach
40-JÄHRIGES
01.09.2022: Christian Kroker
Stuckateurbetrieb
Alt Venner Weg 26
41068 Mönchengladbach
25-JÄHRIGES
14.10.2022: Glykeria Kiokaki
Friseursalon
Bendhecker Str. 64
41236 Mönchengladbach
ARBEITNEHMERJUBILÄEN
25-JÄHRIGES
Holger Lehnen-Schubert
war am 01.08.2022 25 Jahre in
der Firma Gebr. Hartmann GmbH,
Hanns-Martin-Schleyer-Str. 20,
41199 Mönchengladbach, tätig.
Wir erhalten lediglich Informationen
BESTANDENE
MEISTERPRÜFUNGEN
ELEKTROTECHNIKER
Marius Michael Hepenstrich
KRAFTFAHRZEUGTECHNIKER
Frank Lieven
MALER UND LACKIERER
Christoph Hüsgen
Domenic Hützen
Wir erhalten lediglich Informationen
über die vor der Handwerkskammer
Düsseldorf abgelegten
Meisterprüfungen. Wenn aus Ihrem
Betrieb jemand seine Meisterprüfung
vor einer anderen Handwerkskammer
abgelegt und bestanden
hat, bitten wir um einen entsprechenden
Hinweis. Auch diesen Jungmeistern
möchten wir auf diesem
Wege gern herzlich gratulieren.
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Die Kreishandwerkerschaft Mönchengladbach trauert
um ihre verstorbenen Mitglieder Hubert Theo Feldmann,
Karl Schönen, Karl Purrio, Edmund Smolarek und
Leo Kaesmacher. Wir werden diese besonderen
Menschen vermissen und nicht vergessen.
Ihren Familien und Freunden gilt unser Mitgefühl.
1. Juni 2022
Hubert Theo Feldmann
Friseurmeister
im Alter von 68 Jahren
21. Juni 2022
Edmund Smolarek
Kraftfahrzeugmechanikermeister
im Alter von 79 Jahren
Kondolenzanschrift:
Trauerhaus
Hubert Theo Feldmann
c/o Bestattungshaus
Karl Frentzen & Winkels,
Inh. Ilona Winkels e. K.
Friedrich-Ebert-Str. 91-93
41236 Mönchengladbach
11. Juni 2022
Karl Schönen
Raumausstattermeister
im Alter von 93 Jahren
16. Juni 2022
Karl Purrio
Tischlermeister
im Alter von 86 Jahren
Kondolenzanschrift:
Karl Purrio KG/Purrio
Andreas-Bornes-Str. 53
41179 Mönchengladbach
Kondolenzanschrift:
Bönninghausenstr. 68
41066 Mönchengladbach
14. Juli 2022
Leo Kaesmacher
Kraftfahrzeugmechanikermeister
im Alter von 81 Jahren
Kondolenzanschrift:
Bestattungsinstitut Heinrichs/
Kaesmacher
Am Mühlentor 2-4
41179 Mönchengladbach
Ev. Friedhof am Wasserturm Mönchengladbach
Foto: Isabella Raupold
Sie sind Freunde seit der ersten Grundschulklasse: Udo Nösen, Bernd Müller und Werner Schuhmacher beschlossen mit einem Pakt, dass egal wer von ihnen
den Vogel von der Stange holt, die beiden anderen dann Brudermeister werden. – Foto: St. Michaels Bruderschaft Mönchengladbach Holt e. V. / Detlef Ilgner
Handwerk und Brauchtum
Maler- und Lackierermeister Udo Nösen ist seit langem ehrenamtlich engagiert: über seine Innung
fürs Handwerk und noch länger als „Weißer Husar“ für den Zusammenhalt der Gemeinschaft in
seinem Ortsteil. Als Schützenkönig konnte er sich jüngst einen Kindheitstraum erfüllen.
Im Handwerk haben die Pflege des Gemeinsinns und der Tradition
seit Jahrhunderten einen ausgeprägt hohen Stellenwert. Viele der
Gladbacher Meister engagieren sich ehrenamtlich nicht nur für
die Handwerksorganisation, sondern wirken auch aktiv in den
Heimat-, Schützen- und Karnevalsvereinen ihrer Stadt- und Ortsteile
mit. Ihre Betriebe sind häufig Tür an Tür mit Wohnhäusern
angesiedelt und nicht selten dort seit Generationen verwurzelt.
Man kennt einander, hilft einander, lebt und feiert miteinander.
So ist es auch bei Maler- und Lackierermeister Udo Nösen an der
Aachener Straße im Stadtbezirk West. Schon als kleiner Junge
träumte er davon, einmal Schützenkönig von Holt zu werden.
2019 erfüllte sich dieser Traum beim Vogelschuss, 2020 übernahm
er die Regentschaft – und hielt sie bis zu diesem Sommer,
in dem das Volks- und Heimatfest der St. Michaels Bruderschaft
Holt endlich wieder stattfinden konnte. Die Bruderschaft ist das
ganze Jahr über für soziale Projekte im Ortsteil und in der Stadt
aktiv. Am Sonntag der feierlichen Parade zu Ehren der Könige
wurde dann noch mal ein besonderer Spendenzweck bedacht:
Udo Nösen sowie einige Holter Bürger stifteten 3.500 Euro für die
Aktion „Ein Herz für Kinder“.
Die Residenz des Königs war meisterhaft herausgeputzt: Meterhohe
Stellwände zu drei Seiten simulierten die Fassaden einer
prächtigen Schlossanlage, darauf in großen Lettern zu lesen:
„Glaube – Sitte – Heimat“. Die Liebe zur Heimat und deren
Brauchtum springt einem auch aus jeder Zeile entgegen, die Udo
Nösen für die diesjährige Festschrift der St. Michaels Bruderschaft
Holt verfasste – wenn er etwa beschreibt: „Als kleiner Junge
war die Holter Kirmes, welche früher noch direkt neben meinem
Elternhaus im Hehnerholt aufgebaut wurde, mein Jahreshighlight.
Fasziniert schaute ich den Paraden und Umzügen der bunten
Gruppen zu. In dieser Zeit wurde der Traum geboren, auch einmal
Schützenkönig von Holt zu werden.“ Über 50 Jahre später war es
nun so weit: Der Traum ging in Erfüllung.
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30 31
Großen Applaus für ihre Leistung erhielten die Junggesellen im Tischler-Handwerk als erstes von
Ralf Grewe, der am Abend des 21. Juni die Feierstunde und gleichzeitig auch die Ausstellung im
Namen des Vorstands der Stadtsparkasse Mönchengladbach als Gastgeber offiziell eröffnete.
Fotos: Carlos Albuquerque
wir planen
und realisieren
zum Beispiel
ergonomische
Arbeitsplätze
Möbel-Design in der Kundenhalle
Die Tischler-Innung Mönchengladbach/Rheydt freut sich über 18 neue Junggesellinnen und Junggesellen.
Sie wurden am Abend des 21. Juni in der Hauptgeschäftsstelle der Stadtsparkasse gefeiert.
Zeitgleich fiel dort der Startschuss für eine zehntägige Ausstellung der Gesellenstücke.
Nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause durfte die Abschlussklasse
2022 die große Kundenhalle der Stadtsparkasse Mönchengladbach
wieder für die Ausstellung ihrer Möbelentwürfe nutzen.
Zuvor fanden an gleicher Stelle die Fachgespräche und die
Bewertung der Jury im Wettbewerb „Die Gute Form“ statt. Die
Ergebnisse wurden über 24 Stunden hinweg vor den Absolventen
geheim gehalten und erst am darauffolgenden Abend im Rahmen
einer Feierstunde vor rund 100 Gästen verkündet. Damit fiel zeitgleich
der Startschuss für die Ausstellung vor großem Publikum:
Die praktischen Gesellenstücke präsentierten sich im Anschluss
noch zehn Tage lang den täglich mehreren hundert Besuchern der
Hauptgeschäftsstelle am Bismarckplatz.
Stellvertretend für den gesamten Vorstand der Stadtsparkasse
eröffnete Ralf Grewe die Azubi-Abschlussfeier am 21. Juni mit
einer Gratulation zum Erfolg der vier jungen Frauen und 14
jungen Männern. Er hatte sich als einer der drei Juroren für den
Gestaltungswettbewerb „Die Gute Form 2022“ bereits am Vortag
eingehend mit den praktischen Gesellenstücken beschäftigt und
freute sich, diese als Gastgeber nun einer breiten Öffentlichkeit
zugängig machen zu können. Fortsetzung Seite 34
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Franz Rademacher & Sohn · Hehn 116a · 41069 Mönchengladbach · Tel.: 02161-541470 · Fax: www.rademacher-tischlerei.de
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Fotos Junggesellinnen und Junggesellen (alphabetisch):
Carlos Albuquerque
Florian Bröckers
Sideboard in Nussbaum
Ausbilder: Heyer Schreinerei-Innenausbau GmbH
Leif Torben Fontana
Sideboard in Eiche
Ausbilder: Friedhelm Schaffrath GmbH & Co. KG
Annika Breuer
2. Platz „Die Gute Form 2022“
Zeichentisch in Nussbaum, MDF und HPL
Ausbilder: Klomp GmbH & Co. KG
Peter Claßen
Schreibtisch in Eiche und MDF schwarz
Ausbilder: Mantz GmbH & Co. KG
Unter den Möbeln dominierte in diesem Jahr wieder das Thema
Sideboard, aber es waren auch außergewöhnliche Entwürfe wie
eine Mini-Camping-Küche, ein Vinyl-Platten-Schrank und eine
Garderobe zu finden. Ein Prüfling präsentierte eine Haustür aus
Eiche mit profiliertem Füllungsrahmen. Weil daran weder ein gezinkter
Schubkasten noch eine Klappe unterzubringen waren, wie
es für das Prüfungsstück vorgegeben ist, ergänzte er kurzerhand
ein Vogelhäuschen mit den fehlenden Elementen.
Jedes Stück ein Unikat
Für ihre Möbel bekommen die Jungtischler keine Themenvorgabe
und können daher ihre ganze Kreativität einbringen. Impulse holen
sie sich von Fachmessen, aus den aktuellen Serien der großen
Hersteller und auch aus den Entwürfen, die bereits Designgeschichte
geschrieben haben. Die individuelle Interpretation der
Konzepte nehmen die Nachwuchskräfte meist bei der Formgebung
vor, denn die folgt in aller Regel der privaten Wohnumgebung,
in die sie ihr Gesellenstück nach Prüfung und Ausstellung
mitnehmen dürfen. Für die Realisation haben sie offiziell 80
Stunden Zeit, so mancher investiert aber noch mal das Gleiche
an Freizeit, um rechtzeitig fertig zu werden oder aber auch, um
es besonders gut zu machen. Am Ende ist jedes Stück ein Unikat
und erzählt seine ganz eigene Geschichte.
Wertschätzung der Ausbildungsleistung
Die handwerklichen Fähigkeiten, um ihre Ideen möglichst fehlerfrei
in die Tat umzusetzen, erlernen die Jungtischler während
ihrer dreieinhalbjährigen Lehrzeit, bei der sie von ihren Ausbildungsbetrieben,
dem Berufskolleg für Technik und Medien am
Platz der Republik und der innungseigenen ÜBL-Werkstatt im
Berufsbildungszentrum des Handwerks gefördert werden. Alle
Ausbildungsbeteiligte einschließlich derer, die ihr Engagement
zum Beispiel in der Prüfungskommission ehrenamtlich leisten,
setzen sich in der Regel weit über das vorgeschriebene Maß für
die Entwicklung der Nachwuchskräfte ein.
Dafür sprach Hans-Wilhelm Klomp, Obermeister der Tischler-
Innung Mönchengladbach/Rheydt, bei der Abschlussfeier am
21. Juni im Namen des gesamten Vorstands ein herzliches
Dankeschön aus. Dem schloss sich Kreishandwerksmeister Frank
Mund in seinem Grußwort vollumfänglich an und lobte auch die
Junggesellen für ihr Durchhaltevermögen unter den durch die
Pandemie teils massiv erschwerten Bedingungen.
Fortsetzung Seite 36
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Wir gratulieren allen Junggesellinnen
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Abschluss ihrer Tischler-Ausbildung!
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Philip Hermann
Sideboard in Eiche und Lack weiß
Ausbilder: Helmut Hermann Holzbearbeitung GmbH
Luis Löffler
Hänge-Sideboard „Orbit“ in Lack schwarz und Tineo-Furnier-Intarsien
Ausbilder: Mantz GmbH & Co. KG
Glenn Philippe Gobus
Vinyl-Platten-Schrank in Eiche
Ausbilder: Helmut Hermann Holzbearbeitung GmbH
Michael Hirsch
Sideboard in Palisander und Schwarz
Ausbilder: Friedhelm Schaffrath GmbH & Co. KG
Lea Nauen
1. Platz „Die Gute Form 2022“
2. Innungsbeste
Sideboard in Nussbaum furniert, Schichtstoff HPL schwarz,
Metall-Gestell schwarz
Ausbilder: Jürgen Zimmermanns
„Das Besondere an meinem Stück ist die Frontgestaltung, die in das Metallgestell
übergeht. Die Intarsienarbeit aus europäischem Nussbaum ist sowohl auf
der Vorder- als auch auf der Rückseite, so dass das Möbel als Raumteiler
fungieren kann. Das wilde Furnierbild ist willkürlich angelegt. Es ist auf
durchgefärbtes schwarzes MDF furniert und anschließend mit einer V-Fuge
ausgefräst. Der Korpus wurde mit matt schwarzem HPL ummantelt. Im Korpus
befinden sich zwei innenliegende Schubkästen mit Schwalbenschwanzverbindungen,
die auf einer klassischen Nutführung laufen. Zudem befinden sich dort
zwei Fachböden als Stauraum.“
Projekt: Heimat.Kontor | Stadtwerke Ratingen | April 2022
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Matthias Purrio
3. Innungsbester
Schrank „Spinne“ in Nussbaum und Lack schwarz
Ausbilder: Ulrich Maaßen und Christian Maaßen
Vasilios Valopoulos
Sideboard in Nussbaum und Ahorn
Ausbilder: 2M Holztechnik GmbH & Co. KG
Bruno Leon Reich
Mini-Camping-Küche in Nussbaum und Multiplex
Ausbilder: Tischlers Art UG
Patrizia Jozefa Mirbach
Garderobe in Lack weiß und Eiche
Ausbilder: Franz Classen GmbH & Co. KG
Die Abschlussklasse 2022
Nach den Grußworten zur Absolventenfeier rief Klaus Holzweiler,
Vorsitzender des Prüfungsausschusses, die Prüflinge aus der rund
100-köpfigen Gästeschar in alphabetischer Reihenfolge nach
vorn. Parallel wurden auf einer großen Leinwand zu ihren Namen
auch ihre Stücke gezeigt.
Nachdem jeder unter Applaus sein Zeugnis und ein Präsent der
Stadtsparkasse entgegengenommen hatte, folgten für jeden noch
weitere persönliche Glückwünsche entlang eines Spaliers von
Gastgeber, Innungsvorstand, Prüfern, Ausbildern und den beiden
Berufsschullehrerinnen Judith Lieth und Daniela Steinhauser.
Drei Namen fehlten in der ersten Aufrufrunde. Diese Prüflinge
durften sich auf etwas Besonderes gefasst machen: Sie hatten im
theoretischen und praktischen Teil einschließlich der vom Fachverband
NRW vorgegebenen Arbeitsprobe die insgesamt beste
Leistung erbracht. Die drei Innungsbesten erhielten zusätzlich zu
Zeugnis und Gratulation Geldpreise, die von der Stadtsparkasse
Mönchengladbach ausgelobt wurden. Ihre Gesellenbriefe, das
heißt die Schmuckurkunden, erhalten die Nachwuchskräfte dann
im Rahmen der großen, gewerkeübergreifenden Lossprechungsfeier
des Mönchengladbacher Handwerks, die im Frühjahr 2023
ebenfalls wieder in der Hauptgeschäftsstelle der Stadtsparkasse
stattfinden wird, sofern die Infektionslage es dann zulässt.
Die Innungsbesten im Sommer 2022
1. Pia Verhufen, ausgebildet bei der Tischlerei Rademacher
2. Lea Nauen, ausgebildet bei der Schreinerei Zimmermanns
3. Matthias Purrio, ausgebildet bei Ulrich Maaßen und
Christian Maaßen
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Pia Verhufen
3. Platz „Die Gute Form 2022“
1. Innungsbeste
Sideboard „Wood Meets Stone and Metal”
Ausbilder: Franz Rademacher & Sohn GmbH & Co. KG
„Meine Idee für das Gesellenstück stand schnell fest. Es sollte
auf jeden Fall ein Sideboard werden. Ein Sideboard, das in
einem Wohnzimmer steht und den Raum aufwertet.
Eine Kombination aus modernem Design und altem Stil, industrieller
Funktionalität und exquisiten Werkstoffen. Nach einigen Skizzen,
vielem Überlegen und Kombinieren verschiedener Materialien entwarf
ich, unter Berücksichtigung verschiedener Gestaltungsregeln,
dieses Sideboard: Wood Meets Stone And Metal – Nussbaumfurnier,
massive profilierte Fronten, brünierte Messinggriffe, ein schwarzes
Metallgestell und die Marmor Verde Guatemala-Platte.“
Die Laudatio der Jury im Wettbewerb „Die Gute Form“ hielt
Landtagsabgeordnete Vanessa Odermatt.
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Haustür in Eiche mit profiliertem Füllungsrahmen und Vogelhaus
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Martin Wölki
Schreibtisch in Eiche
Ausbilder: Friedhelm Schaffrath GmbH & Co. KG
Wettbewerb „Die Gute Form 2022“
Alle Neugesellinnen und Neugesellen nehmen mit ihren praktischen
Gesellenstücken automatisch an einem Design-Wettbewerb
teil. „Die Gute Form“ im Tischler- und Schreinerhandwerk
zeichnet exzellent gestaltete Entwürfe aus und wird zunächst
auf Innungs-, dann auf Landes- und schließlich auf Bundesebene
ausgetragen. Eine Experten-Jury wählt auf jeder Ebene die Stücke
aus, die eine Runde weiter kommen. Als Juroren auf Innungsebene
konnten die Mönchengladbacher Tischler in diesem Jahr
den Vorstand und Geschäftsführer der WohnBau Dipl.-Ing. Frank
Meier, die Landtagsabgeordnete Vanessa Odermatt und Vorstand
Ralf Grewe vom Gastgeber Stadtsparkasse gewinnen.
Die Jury entschied sich getreu dem Wettbewerbsmotto für drei
Gesellenstücke mit außergewöhnlicher zeitgemäßer Formgebung.
Weitere Kategorien, die bei ihrem Urteil herangezogen wurden,
waren die Materialauswahl, die Ausführung sowie der Gesamteindruck.
Die Laudatio der Jury am Abend des 21. Juni hielt Vanessa
Odermatt, die sich besonders über die eindeutige Quote von 100
Prozent freute: Auf den drei Siegertreppchen standen ausschließlich
Frauen.
Den ersten Preis sicherte sich Lea Nauen, ausgebildet bei der
Schreinerei Zimmermanns, mit einem Sideboard Nussbaum
furniert. Das Möbel besticht durch das Fug-Bild sowohl der
Funktionsfront als auch der Rückfront, wodurch es sich ideal als
Raumteiler einsetzen lässt. Auf den zweiten Platz kam Annika
Breuer, ausgebildet bei der Tischlerei Klomp, mit einem Zeichentisch
aus Nussbaum, MDF und HPL, dessen Grafik-Tableau gegen
ein Flächenelement aus Holz gewechselt werden kann, was den
Tisch multifunktional macht. Die dritte Preisträgerin im Bunde
ist Pia Verhufen, ausgebildet bei der Tischlerei Rademacher, mit
ihrem Sideboard „Wood Meets Stone And Metal“, das sich in
seiner Formgebung wie auch der Materialauswahl stark an die
Zeit des Art déco anlehnt.
Die Preisträgerinnen des Wettbewerbs
1. Lea Nauen, ausgebildet bei der Schreinerei Zimmermanns
2. Annika Breuer, ausgebildet bei der Tischlerei Klomp
3. Pia Verhufen, ausgebildet bei der Tischlerei Rademacher
Nach dem offiziellen Teil mit Lossprechung, Leistungs- und
Designkür durfte auf Einladung der Stadtsparkasse ganz zunftgerecht
„gesellig“ gefeiert werden. Die Musik kam nicht aus der
Dose, sondern Handwerks-live vom Künstler-Duo Rob Collins &
Paddy Boy.
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Entsteht aus jeder Beschädigung ein Schaden?
Bei der Bauabwicklung, Sanierung und/oder Reparaturarbeiten kommt es mitunter vor, dass
das Eigentum des Auftraggebers beschädigt wird. Hier stellt sich regelmäßig die Frage, ob der
Auftragnehmer zum Schadenersatz verpflichtet ist, und wenn ja, in welcher Höhe.
Mitglieder von Aufsichtsrat und Vorstand bei der Hauptversammlung (von links): Marcus Waerder, Sven Witteck, Hans-Peter Ulepic, Ludwig Quacken,
Peter Achten, Roger Brandts, Karl-Heinz Moll und Thomas Lenders – Foto: Gladbacher Bank/Markus Rick
100 Jahre Gladbacher Bank
Mit ihrer Hauptversammlung am 1. Juni im Borussia-Park feierte die Gladbacher Bank AG gleichzeitig
ihren runden Geburtstag. Zusätzlich zur Dividende wurde ein Jubiläumsbonus für die Aktionäre
beschlossen. Der Vorstand setzt darauf, auch in Zukunft als unabhängige Bank zu agieren.
Das Geschäftsjahr 2021 der Gladbacher
Bank AG, über das der Vorstand auf der
Jahreshauptversammlung am 1. Juni im
Borussia-Park berichtete, weist eine Bilanzsumme
von 852 Millionen Euro, einen
Überschuss vor Steuern von etwas über
7,5 Millionen Euro und einen Bilanzgewinn
von knapp 1,7 Millionen Euro aus.
Über die Verwendung des Bilanzgewinns
wurde die Zahlung einer Dividende von
15 Euro zuzüglich eines Jubiläumsbonus‘
von zwei Euro pro dividendenberechtigte
Stückaktie beschlossen. Die Gesamtzahl
der Stückaktien liegt seit über 30 Jahren
bei 99.838; ihr Wert wird heute mit 570
Euro pro Stück beziffert.
„Die Gratifikation für die Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter sowie die Reservestärkungen
haben wir natürlich nicht vergessen“,
betonte Hans-Peter Ulepic, Sprecher des
Vorstands, im Geschäftsbericht 2021. „Um
auch im 100. Jahr solide dastehen zu können,
waren in der Vergangenheit unzählige
bedeutsame Entscheidungen durch den
Vorstand und den Aufsichtsrat zu treffen“,
führte er an anderer Stelle des Geschäftsberichts
aus. „Wegweisende Entscheidungen
waren sicherlich die Mitgliedschaft
im genossenschaftlichen Bankenverbund
seit 1974 sowie die Fusion 2003 mit der
Volksbank Rheydt e.G. Die Jahre nach der
Fusion waren die wirtschaftlich erfolgreichsten
unserer Geschichte.“
Diese Geschichte begann am 16. Juni
1922 mit der Eintragung im Handelsregister
unter der damaligen Firmierung „Kreisbank
Gladbach Aktiengesellschaft“. In der
Zeit nach dem Ersten Weltkrieg stand das
Rheinland unter belgischer Besatzung. In
Zeiten hoher Kriegsschulden, weltweiten
Konjunktureinbruchs und einer galoppierenden
Inflation war es bemerkenswert,
gerade zu diesem Zeitpunkt eine neue
Bank zu gründen.
Der hohe kriegsbedingte Finanzierungsbedarf
des Staates hatte dazu geführt,
dass sich die Sparkassen das Effektenemissionsgeschäft
zur Unterbringung
von Kriegsanleihen eingliederten. Dieses
Geschäft nahm bei der örtlichen Kreissparkasse
eine solch hohe Ausdehnung
an, dass die Kreissparkasse sowie der
Landkreis beschlossen, die sogenannten
„bankmäßigen Geschäfte“ von der örtlichen
Kreissparkasse zur neuen Kreisbank
zu übertragen. Die neue kommunale
Ortsbank sollte sich darauf konzentrieren,
die Spargelder der Region den örtlichen
Unternehmen als Kredite zur Verfügung zu
stellen. Die Gründungsaktionäre setzten
sich ausschließlich aus der Kreissparkasse
(Zwei-Drittel-Anteil) und den umliegenden
Gemeinden Odenkirchen, Kleinenbroich,
Schiefbahn, Giesenkirchen-Schelsen, Korschenbroich,
Neersen, Hardt und Liedberg
zusammen. Die Geschäftsräume befanden
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sich im Haus der Kreissparkasse Mönchen-
und Unternehmer“.
42 43
gladbach an der Bismarckstraße, Ecke
Steinmetzstraße, das später von der Kreisbank
übernommen werden sollte. 1941
wurde die Kreisbank unter dem Namen
„Kreditbank Gladbach AG“ privatisiert.
Seither ist ein Großteil der Aktien in Privatbesitz.
Die Stadt Mönchengladbach hält
als zweitgrößte Aktionärin aktuell einen
Anteil von etwas mehr als drei Prozent.
Im Jubiläumsjahr zählt die Gladbacher
Bank AG etwa 2.000 Aktionäre und etwa
24.000 Kunden, die von 132 Mitarbeitern
in den vier Geschäftsstellen Mönchengladbach,
Rheydt, Giesenkirchen und
Korschenbroich betreut werden. Im Jahr
2020 bezifferte sich das Spendenvolumen
für die Region auf 60.000 Euro.
Nach Beendigung des offiziellen Teils der
Jubiläums-Hauptversammlung am 1. Juni
2022, die nach zweijähriger Pause wieder
als Präsenzveranstaltung gehalten wurde,
folgten Grußworte des Oberbürgermeisters
der Stadt Mönchengladbach Felix Heinrichs,
des Bürgermeisters von Korschenbroich
Marc Venten sowie des Vorstandsmitglieds
des Genossenschaftsverbands Siegfried
Mehring. Zu einem Gastreferat hatte die
Gladbacher Bank den Ökonom Professor
Clemens Fuest, Präsident des ifo-Instituts,
eingeladen. Er sprach zum Thema „Wirtschaftsentwicklung
in Deutschland: Aktuelle
Lage und Herausforderungen für Politik
GUT BERATEN
IM BUSINESS.
BWS legal
Autor: Dirk Nießner, Rechtsanwalt, Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht
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Das Oberlandesgericht Hamm und zuletzt
der Bundesgerichtshof hatten Ende des
Jahres 2021 darüber zu entscheiden,
ob bei der Beschädigung einer Sache
auch immer ein Schaden entsteht. Der
entsprechende Fall: Ein Landwirt hatte
einen Tiefbauunternehmer mit diversen
Arbeiten auf seinem Hofgrundstück beauftragt.
Dort befand sich auch ein mehrere
Jahrzehnte alter Güllebehälter, der vom
Landwirt noch regelmäßig benutzt wurde.
Im Rahmen der Tiefbauarbeiten ist es zu
einer Beschädigung dieses Güllebehälters
gekommen, wobei die Frage, inwiefern
daran schon massive Vorschäden bestanden
hatten, zwischen den Parteien streitig
gewesen war. Der Landwirt behauptete,
den Güllebehälter nicht mehr benutzen zu
können, und verweigerte die Zahlung der
Werklohnvergütung des Tiefbauunternehmers.
Das erkennende Gericht gab dem
Tiefbauunternehmer recht und verpflichtete
den Landwirt, die offen stehende
Werklohnvergütung nebst Zinsen und
Kosten zu zahlen.
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berät sowohl Unternehmen als auch Privatpersonen auf allen Rechtsgebieten kompetent und zielorientiert.
Maßgeblich hierfür war, dass das Gericht
in seiner Urteilsbegründung nochmals
ausführte, dass es aus Sicht des Gerichts
dahinstehen kann, wer die konkreten
Schäden tatsächlich verursacht hat. Aus
Sicht des Gerichts war der Güllebehälter
aufgrund des Alters und des unstreitigen
Zustands wirtschaftlich wertlos, so dass
es dem Gericht auch nicht darauf ankam,
dass der Landwirt diesen Güllebehälter
trotzdem noch regelmäßig nutzte. Das
Gericht wies darauf hin, dass eine Schadenersatzforderung
immer durch den
Wiederbeschaffungswert des beschädigten
Gegenstands begrenzt ist. Da der
Güllebehälter im vorliegenden Fall wirtschaftlich
wertlos war, war der Wiederbeschaffungswert
gleich Null. In rechtlicher
Hinsicht ist dem Landwirt vor diesem
Hintergrund kein Schaden entstanden.
Er war somit auch nicht berechtigt, Zahlungen
zu verweigern.
Der Fall zeigt beispielhaft, dass nicht jeder
faktisch eingetretene Schaden auch zu
einer Schadenersatzzahlung führen muss.
Hinzu kommt, dass es auch nicht Aufgabe
des vermeintlichen Schädigers ist, die
Werthaltigkeit der beschädigten Sache zu
beweisen. Vielmehr muss der Geschädigte
die Höhe des bei ihm eingetretenen Schadens
und damit auch die Wertlosigkeit der
beschädigten Sache darlegen und beweisen.
Dies wird insbesondere bei älteren
Gebrauchsgegenständigen regelmäßig
extrem schwer fallen. Insoweit ist insbesondere
bei vorgelegten Reparaturangeboten
Vorsicht geboten, da diese regelmäßig
nicht den Wiederbeschaffungswert der
beschädigten Sache mit ausweisen. Im
Zweifel sollte man besser früh rechtliche
Beratung in Anspruch nehmen.
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Hintergrundbild: Adobe Stock
ASG Aluminium expandiert nach Güdderath
Die ASG Aluminium und Stahl GmbH hat von der Wirtschaftsförderung ein 7.270 Quadratmeter
großes städtisches Grundstück am Regioparkring in Güdderath erworben. In zwei Etappen sollen dort
von 2024 bis 2027 acht Millionen Euro investiert und bis zu 25 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.
Grafik: ASG Aluminium und Stahl GmbH
Der Grundstückskauf war vom Stadtrat
und vom Aufsichtsrat der Wirtschaftsförderung
Mönchengladbach (WFMG)
bewilligt und im Dezember 2021 notariell
beurkundet worden. Damit steht nun,
20 Jahre nach der Gründung am 17. Mai
2002, fest, dass das Unternehmen mit
den drei Geschäftsfeldern Herstellung und
Vertrieb von Sonderprofilen, Außen-Fensterbänken
sowie Terrassenüberdachungen
aus stranggepresstem Aluminium neben
dem bisherigen Standort an der Erftstraße
im Gewerbegebiet Giesenkirchen einen
zweiten Produktions- und Distributionsstandort
betreiben wird. Konkret geplant
wird am neuen Standort in Güdderath der
Bau einer Halle von zirka 4.800 Quadratmetern
mit Hochregallager sowie eines
Verwaltungsgebäudes.
Die Investitionssumme soll rund acht
Millionen Euro betragen, in zwei Bauabschnitten
von 2024 bis 2027. „Die ASG
wird ihre Lagerkapazität somit verdoppeln,
auf dann rund 10.000 Quadratmeter“,
sagt der Geschäftsführende Gesellschafter
Muhittin Usta. „Es wird dadurch mit
dem Aufbau von bis zu 25 zusätzlichen
Arbeitsplätzen gerechnet.“ Das geplante
Hochregallager umfasse 5.000 Palettenstellplätze.
„Wir werden in die neuesten
Lagertechnologien investieren. Ebenfalls
wollen wir all unsere Arbeitsabläufe
optimieren und digitalisieren, so dass wir
unseren Kunden eine kürzere Lieferzeit
ermöglichen können“, so Usta weiter.
Die Eigentümerfamilie habe in Zeiten der
einsetzenden Deglobalisierung infolge
der Corona-Pandemie sowie weltweiter
Krisen nicht lange gezögert, diesen Schritt
zu gehen, obwohl am Standort Giesenkirchen
erst im August 2021 eine neue
Halle mit 1.300 Quadratmetern und einem
Investitionswert von zirka einer Million
Euro eingeweiht worden war. Am jetzigen
Standort im Industriegebiet Giesenkirchen
sei danach schlichtweg kein weiteres
Wachstum mehr möglich gewesen.
Gemäß den Gremienbeschlüssen sind etliche
Auflagen hinsichtlich Nachhaltigkeit
zu berücksichtigen, etwa die Errichtung
einer Photovoltaik-Anlage auf dem Hallendach,
die Anlage einer Wildblumenwiese
zur Förderung der Artenvielfalt sowie der
Aufbau einer Ladeinfrastruktur für E-Autos
und E-Bikes. „Wir freuen uns, einem
Mönchengladbacher ‚Hidden Champion‘
aus dem produzierenden Gewerbe die
Expansion ermöglichen zu können“, sagt
Dr. Ulrich Schückhaus, Geschäftsführer der
WFMG. Mit dem Verkauf des Gewerbeareals
an ASG sei die Vermarktung des Regioparks
nun abgeschlossen, mit Ausnahme
einer letzten optionierten Fläche.
Rafael Lendzion, Teamleiter für den
Unternehmensservice bei der WFMG,
fügt hinzu: „Mit der individuellen Förderberatung
der Wirtschaftsförderung ist es
ASG gelungen, den attraktiven RWP-Zuschuss
für die Durchführung der Investition
vonseiten des Landes zu erhalten.“
Beim Regionalen Wirtschaftsförderungsprogramm
des Landes (RWP) profitieren
kleine und mittelständische Unternehmen
von der Förderung, sofern sie Investitionen
in Mönchengladbach tätigen und damit
einhergehend neues Personal einstellen.
44 45
Steuerliche Besonderheiten von betrieblichen
Elektro- und Hybridfahrzeugen
Autor: Markus Coletti,
Wirtschaftsprüfer und Steuerberater,
Partner bei Kniebaum Bocks und Partner,
m.coletti@kb-mg.de
Privatnutzung von Fahrzeugen
Werden betriebliche Pkw auch privat
genutzt, unterliegt die private Nutzung
der Ertrags- beziehungsweise Lohnsteuer.
Unternehmer und Arbeitnehmer müssen
diesen geldwerten Vorteil versteuern.
Häufig erfolgt dies über die sogenannte
Ein-Prozent-Regelung, bei der der geldwerte
Vorteil pauschal mit einem Prozent
des Bruttolistenpreises des Fahrzeuges (im
Zeitpunkt der Erstzulassung!) pro Monat
bewertet wird.
Alternativ kann der geldwerte Vorteil mittels
Fahrtenbuch anhand der tatsächlich
angefallenen Kosten ermittelt werden, was
bei einem hohen Anteil von betrieblichen
Fahrten in der Regel günstiger für den
Steuerpflichtigen ist. Die Finanzverwaltung
stellt sehr hohe formale Anforderungen
an die Führung von Fahrtenbüchern, und
Immer mehr Unternehmer entscheiden sich, auf ein Elektro- oder
Hybridfahrzeug umzusteigen. Im Jahr 2021 hatten bereits zirka 14
Prozent der neuzugelassenen Pkw einen rein elektrischen Antrieb.
Bei den im Handwerk oft eingesetzten leichten Nutzfahrzeugen
(zum Beispiel Sprinter) lag der Anteil lediglich bei drei Prozent,
gleichwohl ist auch hier ein stetiger Anstieg zu beobachten. Neben
den direkten Förderungen (Umweltbonus) hat der Gesetzgeber
für Elektro- und Hybridfahrzeuge steuerliche Anreize geschaffen.
häufig ist dies Streitpunkt bei steuerlichen
Prüfungen. Digitale Fahrtenbücher können
die ordnungsmäßige Führung eines Fahrtenbuchs
erleichtern.
Die Regelungen zur Versteuerung der privaten
Nutzung gelten ebenso für betriebliche
(leichte) Nutzfahrzeuge. Hier kann
eine Versteuerung verhindert werden,
wenn eine private Nutzung durch den Mitarbeiter
ausgeschlossen wird. Auch hier
sind formale Aspekte zu beachten, und
es sollten schriftliche Vereinbarungen zur
Dokumentation getroffen werden.
Ertragssteuerliche Förderung
Die steuerliche Förderung der Elektromobilität
setzt bei der Versteuerung der Privatnutzung
an. Für reine Elektrofahrzeuge
mit einem Bruttolistenpreis von maximal
60.000 Euro wird die Privatnutzung
lediglich mit 0,25 Prozent des Bruttolistenpreises
angesetzt. Bei teureren Elektrofahrzeugen
oder bestimmten Plug-In-Hybrid-
Fahrzeugen wird die Privatnutzung mit 0,5
Prozent des Bruttolistenpreises angesetzt.
Die Führung eines Fahrtenbuchs bleibt bei
einem hohen Anteil betrieblicher Fahrten
vorteilhaft, da auch hier die steuerliche Förderung
durch einen entsprechend reduzierten
Anteil (ein Viertel beziehungsweise die
Hälfte) für die Privatnutzung gewährt wird.
Ob ein Plug-In-Hybrid die steuerliche
Vergünstigung erhält, hängt von der rein
elektrischen Reichweite (aktuell mindestens
60 Kilometer; Erstzulassung entscheidend!)
sowie der CO 2
-Emission (max. 50 Gramm
pro Kilometer) ab. Hilfreich ist hier die Zulassungsbescheinigung:
die Codierung im
Teil I Feld 10 lautet bei Elektrofahrzeugen
0004 und 0005, bei Hybridelektrofahrzeugen
0016-0019 und 0025-0031. In jedem
Fall muss ein sachgerechter Nachweis (in
der Personalakte) vorhanden sein, um im
Falle späterer Prüfungen die Voraussetzungen
für die begünstigte Behandlung
nachweisen zu können.
Ermittlung der Stromkosten
Die Ermittlung der Kfz-Kosten unterscheidet
sich bei der Elektrofahrzeugen
grundsätzlich nicht von herkömmlichen
Fahrzeugen (Abschreibung, Leasingraten,
Versicherung und so weiter). Die Ermittlung
der Verbrauchs-, sprich Stromkosten,
kann sich in der Praxis schwieriger darstellen.
Bei Ladevorgängen von externen Anbietern
können die in Rechnung gestellten
Beträge als laufende Kfz-Kosten verbucht
werden.
Wird das Fahrzeug auch an der privaten
Wohnung oder im Betrieb aufgeladen,
ist es empfehlenswert, einen separaten
Stromzähler für diese Ladestation zu
installieren. Alternativ muss der Verbrauch
über Daten des Fahrzeugs ermittelt werden
(zurückgelegte Kilometer, technische
Daten). Wichtig: Ein Vorsteuerabzug aus
der Rechnung des Energieunternehmens
darf nur erfolgen, wenn die Rechnung
ordnungsgemäß auf den Unternehmer
ausgestellt wurde.
Alternativ zum Einzelnachweis können privat
getragene Stromkosten eines betrieblichen
Fahrzeugs über Pauschalen abgegolten
werden. Diese können als steuerfreier
Auslagenersatz erstattet werden. Die
Finanzverwaltung lässt folgende Monatspauschalen
zu, die auch der Unternehmer
selbst beanspruchen kann:
• Elektrofahrzeuge ohne (mit)
Lademöglichkeit beim Arbeitgeber:
70 Euro (30 Euro)
• Hybridfahrzeuge ohne (mit)
Lademöglichkeit beim Arbeitgeber:
35 Euro (15 Euro)
Keine umsatzsteuerliche
Vergünstigung
Die private Nutzung eines Fahrzeuges
durch den Unternehmer oder seine Arbeitnehmer
unterliegt neben der Ertragsteuer
auch der Umsatzsteuer. Dabei kann für die
Ermittlung der umsatzsteuerlichen Bemessungsgrundlage
auf die ertragsteuerliche
Ein-Prozent-Regelung zurückgegriffen
werden, so dass es hier in der Vergangenheit
keine Abweichungen gab. Die
ertragssteuerliche Förderung von Elektrobeziehungsweise
Hybridfahrzeugen findet
bei der Umsatzsteuer keine Anwendung.
Dies hat das Bundesfinanzministerium
zuletzt mit Schreiben vom 7. Februar 2022
klargestellt.
Daher ist für die umsatzsteuerliche
Berechnung auch bei Elektrofahrzeugen
die Ein-Prozent-Regelung anzuwenden.
Dies muss zwingend in der Buchhaltung
beachtet werden, um eine vollständige
Anmeldung der Umsatzsteuer im Rahmen
der Voranmeldungen sicherzustellen. Von
den Betrieben eingesetzte Lohn- oder
Buchhaltungssoftware sollte dahingehend
überprüft und aktualisiert werden.
Insbesondere sollten auch ältere Zeiträume
untersucht werden, da die umsatzsteuerlichen
Klarstellungen erst in diesem Jahr
erfolgten, ertragsteuerlichen Begünstigungen
für Elektro- oder Hybridfahrzeuge
aber bereits in Vorjahren geltend gemacht
werden konnten. Betriebs- beziehungsweise
Lohnsteuerprüfer werden derartige
Sachverhalte im Rahmen ihrer Prüfungen
genau untersuchen.
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Änderungen im Nachweisgesetz
Die EU-Richtlinie 2019/1152 über transparente und vorhersehbare Arbeitsbedingungen bedeutet
für Arbeitgeber erheblich erweiterte Unterrichtungspflichten gegenüber ihren Arbeitnehmern.
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Im Nachweisgesetz festgehalten war
bisher, dass der Arbeitgeber verpflichtet
ist, dem Arbeitnehmer auf Anforderung
innerhalb eines Monats eine schriftliche
Zusammenfassung der arbeitsvertraglichen
Bedingungen zur Verfügung zu stellen,
wenn nicht ohnehin ein schriftlicher
Arbeitsvertrag geschlossen wurde. Das
Unterlassen war bisher nicht mit Sanktionen
bedroht, sondern führte lediglich
zu einer Umkehrung der Beweislast bei
widerstreitenden Behauptungen zu den
Arbeitsbedingungen.
Der Bundestag hat nun am 23. Juni 2022
das Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie
der Europäischen Union über transparente
und vorhersehbare Arbeitsbedingungen
im Bereich des Zivilrechts (die sogenannte
„Arbeitsbedingungenrichtlinie“) verabschiedet.
Das Gesetz trat bereits zum
1. August in Kraft und ist bei Neuabschluss
von Arbeitsverträgen ab diesem Datum
beziehungsweise bei der Änderung von
bereits bestehenden Arbeitsverträgen ab
diesem Datum zu beachten.
Von: Daniel Aretz, Rechtsanwalt, Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht, Fachanwalt
für Arbeitsrecht, Partner der Kanzlei Korn Vitus Rechtsanwälte – die Fachanwaltskanzlei,
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Wie bisher sind Arbeitgeber weiterhin verpflichtet,
ihren Arbeitnehmern die wesentlichen
Vertragsbedingungen schriftlich zu
bestätigen. Allerdings führt die Änderung
des Gesetzes zu einer Vielzahl von weiteren
Angaben, die hier gemacht werden
müssen. So müssen unter anderem die
Dauer einer Probezeit, die Zusammensetzung
des Arbeitsentgelts, die Möglichkeit
der Anordnung von Überstunden, die
Wirkung von Tarifverträgen sowie vereinbarte
Ruhepausen und Ruhezeiten explizit
aufgeführt werden. Darüber hinaus muss
allerdings auch noch ein Hinweis auf die
Möglichkeit der Erhebung einer Kündigungsschutzklage
im Falle der Kündigung
durch den Arbeitgeber sowie auf die einzuhaltende
Drei-Wochen-Frist aufgenommen
werden. Die Änderungen sehen noch
eine Vielzahl weiterer Angaben vor, die
nun im Arbeitsvertrag aufzuführen sind.
Anders als bisher müssen Arbeitnehmer
seit dem 1. August bereits am ersten Tag
der Arbeitsleistung über diese Umstände
informiert sein. Auf Anforderung des
Arbeitnehmers muss der Arbeitgeber die
Auskünfte innerhalb von sieben Tagen
erteilen (bisher ein Monat). Außerdem
drohen im Falle der Zuwiderhandlung
Bußgelder von bis zu 2.000 Euro.
Geändert wurde auch die Gewerbeordnung
dahingehend, dass unter bestimmten
Voraussetzungen Fortbildungspflichten
für Arbeitnehmer vorgesehen sind, deren
Kosten der Arbeitgeber zu tragen hat.
Damit besteht Handlungsbedarf zur
Überarbeitung und Anpassung der verwendeten
Arbeitsverträge für alle Arbeitgeber,
die in der Zukunft Mitarbeiter
einstellen oder auch nur Änderungen
einzelner Arbeitsbedingungen, wie etwa
die Erhöhung des Gehalts, vornehmen.
u Bei Redaktionsschluss arbeiteten die
Handwerkskammern in NRW bereits an
der Ausarbeitung neuer Arbeitsvertragsmuster.
Nach Fertigstellung werden diese
auf der Webseite des Westdeutschen
Handwerkskammertags in der Rubrik
Downloads veröffentlicht:
WHKT.de/downloads/formulare
Open-Air-Kino vor historischer Kulisse
Von 1. bis 11. September wird Schloss Rheydt wieder Gastgeber für das Mönchengladbacher
Sommerkino. Die große Resonanz beim Auftakt 2019 hat die Veranstalter angespornt, den elf
Film-Events in diesem Jahr mit einem attraktiven Vorprogramm den roten Teppich auszurollen.
2019 feierte das Sommerkino auf dem Gelände von Schloss Rheydt
mit großer Resonanz Premiere. Was sich damals niemand vorstellen
konnte: Die Fortsetzung sollte ganze drei Jahre dauern. Am
1. September, noch sommerlich warm, aber schon etwas früher
dunkel, geht das nun größte Freiluft-Kino-Spektakel am linken
Niederrhein mit der NEW als Namensgeber erneut an den Start.
An jedem der elf Abende werden über 1.000 Besucher erwartet.
Das Motto „Großes Kino für kleines Geld“ haben die Veranstalter
erhalten, bieten für den Ticketpreis aber nun zusätzlich ein attraktives
Vorprogramm.
Film ab!
Schon ab 18 Uhr können die Kinofans im Schloss-Ambiente etwas
essen, ein Glas an der Weinbar oder im Biergarten trinken und
täglich andere Live-Auftritte genießen, bevor dann bei Einbruch
der Dunkelheit kurz nach halb neun der Film auf der großen Leinwand
beginnt. Für die 1.000 Plätze zu 15 Euro gilt freie Platzwahl.
Im VIP-Zelt gibt es für 49 Euro einen festen Sitzplatz inklusive All-
You-Can-Eat-Buffet. Der Kartenvorverkauf läuft über die Webseite:
NEWSommerkino.de
Fortsetzung mit dem kompletten Programm auf Seite 50 u
Wir wünschen gute Unterhaltung beim Sommerkino.
Interessante Autos zeigen wir Ihnen gerne in unserer Ausstellung.
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Sonntag, 4. September 2022
LIEBESDINGS
Produktion: Deutschland 2021
Darsteller: Elyas M’Barek, Lucie Heinze, Peri Baumeister
Regie: Anika Decker
Donnerstag, 8. September 2022
CONTRA
Produktion: Deutschland 2020
Darsteller: Christoph Maria Herbst, Nilam Farooq, Hassan Akkouch
Regie: Sönke Wortmann
Programm 2022
Donnerstag, 1. September 2022
ELVIS
Produktion: USA 2022
Darsteller: Austin Butler, Tom Hanks, Olivia DeJonge
Regie: Baz Luhrmann
Grand Opening!
Elvis Presley beherrschte die Bühne wie kaum ein anderer Star
jemals zuvor. Umso erschreckender war sein bodenloser Sturz
vom Star-Olymp.
Freitag, 2. September 2022
JAMES BOND 007: KEINE ZEIT ZU STERBEN
Produktion: USA 2020
Darsteller: Daniel Craig, Rami Malek, Léa Seydoux, Ana de Armas
Regie: Cary Joi Fukunaga
Die Musikschule der Stadt Mönchengladbach spielt live
vor dem Film!
Samstag, 3. September 2022
CRUELLA
Produktion: USA 2021
Darsteller: Emma Stone, Emma Thompson, Paul Walter Hauser,
Mark Strong, Emily Beecham / Regie: Craig Gillespie
Montag, 5. September 2022
MONSIEUR CLAUDE UND SEIN GROSSES FEST
Produktion: Frankreich 2021
Darsteller: Christian Clavier, Chantal Lauby, Ary Abittan
Regie: Philippe de Chauveron
Dienstag, 6. September 2022
TOP GUN: MAVERICK
Produktion: USA 2022
Darsteller: Tom Cruise, Miles Teller, Val Kilmer, Jennifer Connelly,
Jon Hamm, Glen Powell, Lewis Pullman, Ed Harris
Regie: Joseph Kosinski
Mittwoch, 7. September 2022
WUNDERSCHÖN
Produktion: Deutschland 2020
Darsteller: Martina Gedeck, Joachim Król, Emilia Schüle
Regie: Karoline Herfurth
Lady’s Night mit kostenlosem Sekt-Empfang
auf dem roten Teppich!
„Wunderschön“ erzählt die Geschichten von Frauen und Männern,
Alten und Jungen, vom schön sein Wollen und all den
Zweifeln, die mit der eigenen Persönlichkeit einhergehen.
Professor Pohl ist bekannt für seine fremdenfeindlichen Sprüche,
mit denen er schon öfter Studenten im Hörsaal angegriffen hat.
Aber dann geht er einmal zu weit ...
Freitag, 9. September 2022
JURASSIC WORLD: EIN NEUES ZEITALTER
Produktion: USA 2022
Darsteller: Chris Pratt, Bryce Dallas Howard, DeWanda Wise
Regie: Colin Trevorrow
Die Musikschule der Stadt Mönchengladbach spielt live
vor dem Film!
Samstag, 10. September 2022
MINIONS – AUF DER SUCHE NACH DEM MINI-BOSS
Produktion: USA 2022
Darsteller: Steve Carell, Alan Arkin, Cinco Paul
Regie: Kyle Balda
Sonntag, 11. September 2022
ES IST NUR EINE PHASE, HASE
Produktion: Deutschland 2020
Darsteller: Christoph Maria Herbst, Christiane Paul, Jürgen Vogel
Regie: Florian Gallenberger
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und Fachkräfte vom Büro oder von zu Hause aus weiterbilden können. Hier eine Übersicht
der Themen und Termine im zweiten Halbjahr 2022.
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Ein besonderes Angebot hält die IKK
classic für Gesundheitssportler und die,
die es werden wollen, bereit: Wer nach
längerer sportlicher Auszeit oder nach
längerer Erkrankung wieder sportlich
durchstarten möchte, ist oft unsicher, wie
es um seine körperlichen Voraussetzungen
bestellt ist. Wer Verletzungsgefahren oder
Gesundheitsrisiken vermeiden will, ist mit
der sportärztlichen Vorsorgeuntersuchung
gut beraten. Über die Untersuchung wird
abgeklärt, ob Risikofaktoren vorliegen
und wie sich orthopädische oder kardiale
Erkrankungen verhüten lassen beziehungsweise
deren Verschlimmerung vermieden
werden kann.
Auch für Trainierte macht eine regelmäßige
sportärztliche Überprüfung Sinn, um
Defizite oder einseitige Überlastungen
aufzudecken. So können die sportlichen
Aktivitäten genau den persönlichen
Voraussetzungen angepasst werden.
Die Vorsorgeuntersuchung kann bei allen
Vertragsärzten mit der Zusatzqualifikation
Sportmedizin durchgeführt werden.
Die Basisuntersuchung umfasst die Anamnese,
die Erhebung des Ganzkörperstatus,
ein Ruhe-EKG sowie eine abschließende
Besprechung. Zusätzlich zur Basisuntersuchung
können bei Bedarf erweiterte
Untersuchungen wie ein Belastungs-EKG,
eine Lungenfunktionsuntersuchung oder
eine Laktatbestimmung durchgeführt
werden. Die IKK classic erstattet ihren
Versicherten die entstandenen Kosten alle
zwei Kalenderjahre in Höhe von insgesamt
maximal 130 Euro. Hierfür wird lediglich
die entsprechende ärztliche Bescheinigung
benötigt.
u Ansprechpartnerin für das
Mönchengladbacher Handwerk:
Andrea Peters, Regionalgeschäftsführerin
IKK classic, Tel. 0241 4776-471001 oder
andrea.peters@ikk-classic.de
30.08.2022, 11 Uhr | Beitragsberechnung
von A-Z | Alles rund um Beitragsberechnung
und -abführung, Aufzeichnungs-
und Nachweispflichten
08.09.2022, 11 Uhr | Update Mini-/Midijobs
| Anhebung der Verdienstgrenzen
und neue Regelungen im Rahmen der vom
Gesetzgeber beabsichtigten Erhöhung des
Mindestlohns auf 12 Euro
13.09.2022, 11 Uhr | Flexi-Rente:
Beschäftigung älterer Arbeitnehmer |
Arten der Beschäftigung, versicherungsrechtliche
Beurteilung sowie Hinzuverdienstmöglichkeiten
von älteren Beschäftigten
22.09.2022, 10 Uhr | Beschäftigte aus
dem Nicht-EU-Ausland (Schwerpunkt
Ukraine) | Was bei der Einstellung von Mitarbeitenden
aus dem Nicht-EU-Ausland,
insbesondere der Ukraine, zu beachten ist
27.09.2022, 15 Uhr | Stress erfolgreich
managen | Zum Umgang mit Stress in
einer guten Weise sowie dem besseren
Kennenlernen von persönlichen Stressverstärkern,
aber auch von Ressourcen
05.10.2022, 17 Uhr | Patientenverfügung,
Vorsorgevollmacht & Co. | Welche
Möglichkeiten es gibt, was unbedingt beachtet
werden sollte und wie Vollmachten
und Verfügungen rechtssicher dokumentiert
werden
03.11.2022, 17 Uhr | Grübelst du noch
oder schläfts du schon? Tipps und Tricks
für eine gedankenlose Nacht: So werden
Ein- und Durchschlafstörungen überwunden.
17.11.2022, 11 Uhr | Baulohn und
Sozialversicherung | Besonderheiten wie
zum Beispiel Überbrückungsgeld, Saisonkurzarbeitergeld
oder die korrekte Berechnung
der Beiträge für die Zusatzversorgungskasse
Jahreswechselseminare
01.12.2022, 11 und 15 Uhr
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11.10.2022, 11 Uhr | EFZG 3 Elektronische
AU – Ausblick 2023 | Die vollständige
Einführung der eAU steht unmittelbar
bevor. Dieses Seminar beschreibt die
Auswirkung auf Betriebe und Beschäftigte
und gibt Hilfestellung bei der Umsetzung.
18.10.2022, 15 Uhr | Resilienztraining –
die gezielte Entwicklung persönlicher
Resilienz | Wie sich die psychische Gesundheit
während oder nach widrigen Lebensereignissen
und -umständen aufrechterhalten
beziehungsweise zurückgewinnen lässt
27.10.2022, 11 Uhr | Elterngeld +
Elternzeit | Regelungen zu Elterngeld und
Partnerschaftsbonus, gesetzliche Grundlagen
zur Elternzeit und die sozialversicherungsrechtliche
Absicherung der Arbeitnehmerinnen
52 53
Automatisiertes Fahren: Versicherungsschutz
Das Kraftfahrtbundesamt hat einem Automobilhersteller Ende vergangenen Jahres das erste hochautomatisierte
Fahrsystem zugelassen. Damit können Pkw bis zu einer Geschwindigkeit von 60
Stundenkilometern selbstständig auf Autobahnen fahren, ohne dass die Fahrer auf den Verkehr
achten müssten.
Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft
(GDV) begrüßt, dass im Sinne
der Verkehrssicherheit das System zunächst nur
in einem begrenzten Geschwindigkeitsbereich
und auf Autobahnen zum Einsatz kommt. Also
in Verkehrssituationen ohne Gegen- und Querverkehr,
ohne Fußgänger und ohne Radfahrer.
„Für die Nutzer automatisierter Fahrsysteme
muss jederzeit erkennbar sein, was das System
leistet und in welchem Maß sich der Fahrer anderen
Dingen widmen darf“, erläutert die stellvertretende
GDV-Hauptgeschäftsführerin Anja
Käfer-Rohrbach dazu. Die Versicherer hatten
daher gefordert, dass Fahrer sich erst auf etwas
anderes als den Verkehr konzentrieren dürfen,
wenn ein System so ausgereift ist, dass
• der Fahrer nur noch selten eingreifen muss,
• er in solchen Fällen genug Zeit für eine
Reaktion hat und
• das Auto auch ohne Hilfe des Fahrers sicher
zum Stehen kommt.
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Wie aber sieht es mit dem Versicherungsschutz aus, wenn es zu
einem Verkehrsunfall mit einem automatisiert fahrenden Auto
kommt? Das geltende Recht hat dazu eine einfache und klare
Antwort: Das macht die Kfz-Haftpflichtversicherung des Halters.
So ist ein Höchstmaß an Opferschutz gewährleistet, was wesentlich
zur gesellschaftlichen Akzeptanz automatisierter Autos beitragen
wird. Komplexer wird es allerdings in solchen Fällen, den
Unfallverursacher herauszufinden. Der Fahrer könnte ebenso gut
einen Fehler gemacht haben wie der Hersteller, ein IT-Dienstleister,
Mobilfunkanbieter, Netzbetreiber oder Kartenanbieter.
Fahrzeuge mit hochautomatisierten Funktionen müssen daher
einen Datenspeicher an Bord haben, fordert der GDV. Anhand
der Aufzeichnungen ließe sich beispielsweise nachvollziehen, ob
Mensch oder Computer in einer bestimmten Situation die Fahraufgabe
innehatte oder ob eine technische Störung aufgetreten
war. Zudem würden sich die Versicherer vorbehalten, eventuelle
Produkthaftungsansprüche zu prüfen und durchzusetzen, sollte
ein System mangelhaft sein.
Assistenzsysteme und automatisierte Fahrfunktionen verbreiten
sich allerdings nur langsam im Fahrzeugbestand und machen Reparaturen
gleichzeitig teurer. „Unter dem Strich werden durch die
neuen Systeme bis 2040 die Unfallzahlen um 13 bis 19 Prozent,
die Entschädigungsleistungen der Kfz-Versicherer nur um rund
zwölf Prozent sinken“, sagt Käfer-Rohrbach. Die Datengrundlage
dazu liefert eine Studie des GDV aus dem Jahr 2021, die als
Bezugsjahr das Jahr 2019 hatte, in dem die Versicherer Schäden
in Höhe von rund 25 Milliarden Euro regulierten.
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