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vsao Journal Nr. 4 - August 2022

Spuren - Von Lupen und Teleskopen Politik - Wohin geht das Geld für die Weiterbildung? Onkologie - Keimzelltumoren des Mannes Infektiologie - Pathologie von Infektionskrankheiten

Spuren - Von Lupen und Teleskopen
Politik - Wohin geht das Geld für die Weiterbildung?
Onkologie - Keimzelltumoren des Mannes
Infektiologie - Pathologie von Infektionskrankheiten

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<strong>vsao</strong><br />

<strong>Nr</strong>. 4, <strong>August</strong> <strong>2022</strong><br />

<strong>Journal</strong><br />

Das <strong>Journal</strong> des Verbandes Schweizerischer Assistenz- und Oberärztinnen und -ärzte<br />

Spuren<br />

Von Lupen und Teleskopen<br />

Seite 20<br />

Politik<br />

Wohin geht das Geld<br />

für die Weiterbildung?<br />

Seite 6<br />

Onkologie<br />

Keimzelltumoren<br />

des Mannes<br />

Seite 30<br />

Infektiologie<br />

Pathologie von<br />

Infektionskrankheiten<br />

Seite 35


Allgemeine<br />

Anzeigen<br />

Innere Medizin<br />

16. – 19.11.<strong>2022</strong> Zürich<br />

32 h<br />

24. – 28.01.2023 Basel<br />

40 h<br />

Innere Medizin<br />

06. – 10.12.<strong>2022</strong> Zürich<br />

40 h<br />

Hausarzt<br />

Fortbildungstage<br />

08. – 09.09.<strong>2022</strong> Bern<br />

08. – 09.09.<strong>2022</strong> Basel<br />

23. – 24.09.<strong>2022</strong> Luzern<br />

14 h<br />

Allergologie<br />

14. – 15.11.<strong>2022</strong> Zürich<br />

13 h<br />

Diabetes<br />

03. – 05.11.<strong>2022</strong> Zürich<br />

21 Credits SGAIM<br />

18 Credits SVDE<br />

21 Credits SSED SGED<br />

EKG<br />

25. – 28.10.<strong>2022</strong> Zürich<br />

26 h<br />

Gynäkologie<br />

24. – 26.11.<strong>2022</strong> Zürich<br />

24 h<br />

Kardiologie<br />

04. – 05.11.<strong>2022</strong> Zürich<br />

14 h<br />

Pädiatrie<br />

24. – 26.10.<strong>2022</strong> Zürich<br />

24 h<br />

Psychiatrie und<br />

Psychotherapie<br />

24. – 26.11.<strong>2022</strong> Zürich<br />

21 h<br />

Psychologie<br />

30.11. – 03.12.22 Zürich<br />

28 h<br />

Update Refresher<br />

Information / Anmeldung<br />

Tel.: 041 567 29 80 | info@fomf.ch<br />

www.fomf.ch<br />

Hybrid: Teilnahme vor Ort oder via Livestream<br />

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Inhalt<br />

Spuren<br />

Von Lupen und Teleskopen<br />

Coverbild: Stephan Schmitz<br />

Editorial<br />

5 Mit Lupe und Teleskop<br />

Politik<br />

6 Wortungetüm mit 39 Buchstaben<br />

9 Auf den Punkt gebracht<br />

Weiterbildung /<br />

Arbeitsbedingungen<br />

10 Eine Rose für gute Dienstplanung<br />

12 Konstruktiv, angenehm, intensiv<br />

<strong>vsao</strong><br />

14 Neues aus den Sektionen<br />

16 <strong>vsao</strong>-Inside<br />

18 <strong>vsao</strong>-Rechtsberatung<br />

Perspektiven<br />

30 Aktuelles aus der Onkologie:<br />

Keimzelltumoren des Mannes<br />

Aktuelle Therapiestrategien<br />

35 Aus der «Therapeutischen Umschau» –<br />

Übersichtsarbeit: Pathologie von<br />

Infektionskrankheiten<br />

41 Im Einsatz auf Haiti<br />

mediservice<br />

42 Briefkasten<br />

44 Sieben Schritte zum Eigenheim<br />

46 Was können Online-Portale und Apps?<br />

48 Kochen für Gaumen und Gesundheit<br />

Kühles für heisse Tage<br />

50 Impressum<br />

Fokus: Spuren<br />

20 Auf Spurensuche im All<br />

22 Tierspuren<br />

24 Die Sprache des Blutes<br />

28 Auf Du und Du mit den Vorfahren<br />

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<strong>vsao</strong> /asmac <strong>Journal</strong> 4/22 3


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Editorial<br />

Mit Lupe und<br />

Teleskop<br />

Catherine Aeschbacher<br />

Chefredaktorin <strong>vsao</strong> <strong>Journal</strong><br />

Zwei Objekte können sich nicht begegnen, ohne wechselseitig<br />

Spuren zu hinterlassen. So lautet – vereinfacht – die<br />

Locard’sche Regel. Der französische Jurist und Mediziner<br />

Edmond Locard formulierte Anfang des 20. Jahrhunderts<br />

eines der wichtigsten Prinzipien der Forensik. Jeder Mensch hinterlässt<br />

andauernd und überall Spuren, sie müssen nur entdeckt werden.<br />

Dazu reichte Sherlock Holmes und seinen realen Kollegen anfänglich<br />

noch eine Lupe. Modernen Forensikern steht ein grosses Instrumentarium<br />

zur Verfügung, um biologische Spuren, aber auch Fasern und<br />

anorganische Materialien zu entdecken und zu sichern. In unserm<br />

Fokus beschreibt eine Blutspurenexpertin ihre Tätigkeit.<br />

Um andern Objekten auf die Spur zu kommen, braucht es ganz andere<br />

Mittel. 2019 erhielten die beiden Genfer Physiker Michel Mayor und<br />

Didier Queloz den Nobelpreis für die Entdeckung des ersten Exoplaneten<br />

im Jahr 1995. Dass es auch ausserhalb unseres Sonnensystems<br />

Planeten geben könnte, war bis zu jenem Moment reine Spekulation –<br />

Stoff für Science-Fiction-Romane oder philosophische Überlegungen.<br />

Mit der Entdeckung des ersten Exoplaneten wurde die Annahme,<br />

dass es ausserhalb unseres Sonnensystems Leben geben könnte,<br />

deutlich wahrscheinlicher. Entsprechend hat die Spurensuche in der<br />

Astronomie eine neue Richtung erhalten, wie unser Beitrag zeigt.<br />

Eine Lupe oder ein Teleskop braucht es dazu nicht immer, auch nicht<br />

einen Tatort oder ein Laboratorium. Doch ohne Ausdauer und Planung<br />

geht es nie. Wer zum Beispiel wissen möchte, wie viele Geschwister<br />

seine beiden Urgrossmütter väterlicherseits gehabt haben und was aus<br />

diesen geworden ist, kann seine persönliche Suche starten. Im Fokus<br />

erklärt eine professionelle Genealogin, wie sie vorgeht, um einen<br />

Familienstammbaum zu erstellen und gibt Tipps für einen Selbstversuch.<br />

Sommerzeit ist Rosenzeit, auch für den <strong>vsao</strong>. Im Juli wurde die Spitalrose<br />

feierlich dem Luzerner Kantonsspital LUKS übergeben. Damit<br />

zeichnet der <strong>vsao</strong> das LUKS für seine Anstrengungen in Sachen Dienstplanung<br />

aus. Was man in Luzern sonst noch unternimmt, um als<br />

Arbeitgeber möglichst attraktiv zu sein, steht in der Rubrik «Weiterbildung/Arbeitsbedingungen».<br />

Das Ding heisst Weiterbildungsfinanzierungsvereinbarung, kurz WFV.<br />

2023 soll es in Kraft treten. Damit verpflichten sich die Kantone, die<br />

Weiterbildung mit einem Mindestbetrag von 15 000 Franken pro Kopf<br />

und Jahr zu unterstützen. Nun muss kontrolliert werden, wohin<br />

das Geld fliesst und ob die vereinbarte Weiterbildung von den Weiterbildungsstätten<br />

wirklich angeboten wird. Mehr hierzu im Politikteil.<br />

Mit diesem Beitrag verabschiedet sich Marcel Marti, Leiter Politik<br />

und Kommunikation, vom <strong>vsao</strong>, um eine neue Herausforderung anzupacken.<br />

Die Redaktion des <strong>vsao</strong> <strong>Journal</strong>s dankt Marcel Marti für<br />

seinen grossen Einsatz.<br />

<strong>vsao</strong> /asmac <strong>Journal</strong> 4/22 5


Politik<br />

Wortungetüm mit<br />

39 Buchstaben<br />

Die Weiterbildungsfinanzierungsvereinbarung (WFV) bezweckt<br />

die Förderung der ärztlichen Weiterbildung. Nach über sieben Jahren haben<br />

sie nun genügend Kantone ratifiziert, um sie in Kraft zu setzen.<br />

Aber was bedeutet das konkret?<br />

Marcel Marti, Leiter Politik und Kommunikation / stv. Geschäftsführer <strong>vsao</strong> (bis Juli <strong>2022</strong>)<br />

Für manche dürfte die Weiterbildungsfinanzierungsvereinbarung schon sprachlich eine Herausforderung sein. Für alle und erst recht ist es die<br />

Umsetzung, damit die monetäre Unterstützung tatsächlich in die ärztliche Weiterbildung fliesst.<br />

Alles fing damit an, dass Bund<br />

und Kantone die Erlangung<br />

der Facharzttitel auch mit<br />

der neuen Spitalfinanzierung<br />

sicherstellen wollten (DRG: diagnosebezogene<br />

Fallgruppen, seit 1. Januar 2012).<br />

Hierzu wurde im Rahmen des «Dialogs<br />

Nationale Gesundheitspolitik» das Modell<br />

PEP (pragmatisch, einfach, pauschal)<br />

entwickelt. Es entstand in einer Themengruppe<br />

der Plattform «Zukunft ärztliche<br />

Bildung» des Bundesamts für Gesundheit<br />

(BAG). Mit beteiligt: der <strong>vsao</strong>. Kern des<br />

Modells ist, sämtliche Spitäler und Kliniken<br />

auf der Spitalliste zu verpflichten,<br />

gemäss ihren Möglichkeiten Assistenzärztinnen<br />

und -ärzte weiterzubilden. Die<br />

genaue Zahl der Weiterbildungsstellen<br />

bildet Bestandteil der Leistungsvereinbarungen<br />

mit den Kantonen.<br />

Pauschale pro Kopf und Jahr<br />

«PEP» sieht vor, dass die Kantone die Weiterbildung<br />

mit einem Mindestbetrag von<br />

15000 Franken pro Kopf und Jahr unterstützen,<br />

wobei die Auszahlung der Beiträge<br />

von der Erfüllung bestimmter Qualitätskriterien<br />

abhängt. Zudem sind unterschiedliche<br />

Belastungen interkantonal<br />

auszugleichen. «Aus einem einfachen<br />

Grund», erklärt Patrizia Kündig, Leiterin<br />

Bild: <strong>vsao</strong><br />

6<br />

4/22 <strong>vsao</strong> /asmac <strong>Journal</strong>


Politik<br />

des <strong>vsao</strong>-Ressorts Weiterbildung: «Die<br />

Situation etwa in Zürich mit vielen und<br />

gros sen Spitälern ist völlig anders als zum<br />

Beispiel jene in der Innerschweiz.»<br />

In diesem Sinn hat die Schweizerische<br />

Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen<br />

und -direktoren (GDK) im<br />

November 2014 eine Vereinbarung verabschiedet.<br />

Eben die Vereinbarung zur Finanzierung<br />

der ärztlichen Weiterbildung<br />

(WFV). Dabei bekräftigte die GDK, dass die<br />

Versorgung der Bevölkerung langfristig<br />

mit genügend Fachärztinnen und -ärzten<br />

garantiert werden müsse. Bund, Kantone<br />

und Universitäten müssten sich folglich<br />

vermehrt in der Weiterbildung engagieren.<br />

Endlich 18!<br />

Soweit die Theorie und die hehren Absichten.<br />

In der Praxis folgten dann die teils<br />

langwierigen kantonalen Ratifikationsverfahren.<br />

Erst vor gut einem halben Jahr<br />

war schliesslich das Quorum von 18 Kantonen<br />

erreicht – und damit der Weg frei,<br />

die WBV in Kraft zu setzen. Zu den nächsten<br />

Schritten teilte die GDK anschliessend<br />

in einer Medienmitteilung mit, die konstituierende<br />

Sitzung der beigetretenen Kantone<br />

sei am 24. November <strong>2022</strong> geplant.<br />

Bei dieser Gelegenheit sollen auch die<br />

definitiven Ausgleichsbeiträge für 2023<br />

beschlossen werden. «Je mehr Kantone<br />

der Vereinbarung beitreten, desto grösser<br />

ist ihre Wirkung. Die noch nicht beigetretenen<br />

Kantone sind deshalb eingeladen,<br />

die politischen Prozesse für einen Beitritt<br />

in die Wege zu leiten.»<br />

Auch das Schweizerische Institut für<br />

ärztliche Weiter- und Fortbildung (SIWF)<br />

stand der Geburt der WFV Pate. Für Geschäftsführer<br />

Christoph Hänggeli geht es<br />

jetzt insbesondere um die Verwendung der<br />

Unterstützungsbeiträge. In der «Schweizerischen<br />

Ärztezeitung» hielt er dazu fest,<br />

das Geld dürfe ausschliesslich für die Kosten<br />

der erteilten strukturierten Weiterbildung<br />

eingesetzt werden. Das SIWF sei für<br />

die korrekte Umsetzung und Einhaltung<br />

der Weiterbildungsregelungen verantwortlich.<br />

«Im Rahmen der Weiterbildungsordnung<br />

(WBO) sind die anerkannten<br />

Weiterbildungsstätten dazu verpflichtet,<br />

strukturierte Weiterbildung im Umfang<br />

von vier Stunden pro Woche anzubieten.<br />

Sie müssen überdies aufzeigen, wie die<br />

vom Kanton gesprochenen Beiträge tatsächlich<br />

verwendet werden.»<br />

Als Hilfestellung für die 2500 Weiterbildungsstätten<br />

hat das SIWF den Begriff<br />

der strukturierten Weiterbildung in einer<br />

Richtlinie klar definiert und mit Beispielen<br />

illustriert. Man werde die zweckgerichtete<br />

Verwendung der Gelder vor allem im Rahmen<br />

der Visitationen und der Umfrage bei<br />

den Assistenzärztinnen und -ärzten überwachen,<br />

so Hänggeli: «Ein wirkungsvoller<br />

Hebel zur Sicherstellung der Weiterbildungsqualität!»<br />

Visitatoren noch mehr schulen<br />

Im <strong>vsao</strong> macht man sich ebenfalls Gedanken,<br />

was die neue Ausgangslage für den<br />

Verband bedeutet. Anlässlich einer Standortbestimmung<br />

im Geschäftsausschuss<br />

zeigte man sich mit dem SIWF einig. «Wir<br />

unterstützen dessen Bestrebungen unter<br />

anderem, in dem wir die Schulung unserer<br />

Visitatorinnen und Visitatoren verstärken»,<br />

sagt Patrizia Kündig. Unabhängig<br />

davon bleibe zentral, dass die jungen Ärztinnen<br />

und Ärzte ihre Rechte gemäss<br />

Weiterbildungsprogramm, -konzept und<br />

-vertrag einfordern. «Dazu hat der Zentralvorstand<br />

ein mehrstufiges Verfahren<br />

genehmigt, das von Gesprächen mit den<br />

Weiterbildungs- und Klinikverantwortlichen<br />

vor Ort bis zu Anzeigen und verstärktem<br />

politischen Druck reicht.»<br />

Bezüglich Erfolgsmeldungen verweist<br />

Kündig auf einen <strong>vsao</strong>-Antrag im Vorstand<br />

des SIWF. «Jede Weiterbildungsstätte<br />

muss neu in ihrem Weiterbildungskonzept<br />

bestätigen, dass sie Assistenzärztinnen<br />

und -ärzten pro Woche mindestens vier<br />

Stunden strukturierte Weiterbildung anbietet.<br />

Im nächsten Schritt geht es darum,<br />

diese Vorgabe in alle Weiterbildungsprogramme<br />

aufzunehmen.»<br />

Offen ist derweil, zu welchen anderen<br />

Punkten sich der Verband im Kontext<br />

der WFV äussern wird. Wie sieht es beispielsweise<br />

mit den 15 000 Franken pro<br />

Assistenz ärztin/-arzt aus – reicht das? Und<br />

an welche (zusätzlichen) Auflagen könnte/<br />

sollte man den Betrag knüpfen? «Das sind<br />

gute Fragen», räumt die Leiterin des Ressorts<br />

Weiterbildung ein. «Über mögliche<br />

Antworten wollen wir so bald als möglich<br />

in unseren Entscheidungsgremien diskutieren.»<br />

Mehr zum Thema unter<br />

<strong>vsao</strong>.ch/aerztliche-weiterbilduntg/<br />

finanzierung<br />

@<strong>vsao</strong>asmac<br />

So – oder wieder<br />

anders …<br />

Dass der Weg in die berufliche Selbständigkeit<br />

hürdenreich ist, wissen unsere<br />

Mitglieder. Umso mehr setzen wir uns<br />

bei der neuen Zulassungssteuerung<br />

dafür ein, dass die Karriere nicht frühzeitig<br />

in einem Labyrinth aus Beschränkungen<br />

endet. Doch noch während an<br />

der Umsetzung der Regeln getüftelt<br />

wird, will sie die Gesundheitskommission<br />

des Nationalrats (SGK-N) teilweise<br />

wieder ändern.<br />

Die SGK-N möchte, dass die Kantone<br />

bei einer Unterversorgung Haus- und<br />

Kinderärztinnen und -ärzte sowie<br />

Kinder- und Jugendpsychiater und<br />

-psychotherapeutinnen auch dann<br />

zulassen können, wenn diese zuvor<br />

nicht drei Jahre lang in ihrem Fachgebiet<br />

an einer anerkannten schweizerischen<br />

Weiterbildungsstätte gearbeitet<br />

haben. Gelten soll die Ausnahme für<br />

Inhaberinnen und Inhaber gleichwertiger<br />

ausländischer Diplome. Zum Vorentwurf<br />

ist eine verkürzte Vernehmlassung<br />

geplant, an der sich der <strong>vsao</strong><br />

beteiligen wird.<br />

Mehr zum Thema unter<br />

<strong>vsao</strong>.ch/politik/zulassungssteuerung<br />

<strong>vsao</strong> /asmac <strong>Journal</strong> 4/22 7


Ihre Bedürfnisse<br />

im Mittelpunkt<br />

Visitationen<br />

Bewertungen, Löhne, Arbeitszeiten,<br />

Kitas, Jobs - und noch viel<br />

mehr: Medicus ist das umfassende<br />

Portal für Ihre Karriere. Dort<br />

finden Sie die optimal zu Ihnen<br />

passende Stelle!<br />

Die Spitäler und <strong>vsao</strong>-Sektionen<br />

bieten Ihnen wichtige Informationen<br />

zu den Arbeitsbedingungen. Den<br />

wichtigsten Beitrag leisten jedoch<br />

Sie: Bewerten Sie anonym Ihren<br />

bisherigen Arbeitgeber. Damit<br />

helfen Sie anderen – und profitieren<br />

selber von deren Erfahrungen.<br />

www.medicus.ch<br />

Wie gut ist die Weiterbildung in<br />

den Kliniken? Dieser Frage gehen<br />

die Visitationen auf den Grund. Zu<br />

den Expertenteams gehört immer<br />

jemand vom <strong>vsao</strong>. Die Besuche vor<br />

Ort dienen dazu, Verbesserungsmöglichkeiten<br />

zu erkennen. Denn<br />

Sie als unser Mitglied sollen von<br />

einer hohen Weiterbildungsqualität<br />

profitieren.<br />

Falls Sie selber Visitationen<br />

begleiten möchten: eine E-Mail<br />

an ribeaud@<strong>vsao</strong>.ch, und Sie<br />

erfahren mehr!<br />

www.<strong>vsao</strong>.ch/visitationen<br />

Feedback-<br />

Pool<br />

Für Sie als Mitglied ist sie zentral:<br />

die Weiterbildung. Deshalb fühlen<br />

wir unserer Basis mit Umfragen<br />

regelmässig den Puls dazu. Dank<br />

dieses Feedback-Pools können wir<br />

unsere Verbandsarbeit gezielt auf<br />

Ihre Anliegen ausrichten.<br />

Wollen Sie mitmachen? Dann<br />

schreiben Sie an ribeaud@<strong>vsao</strong>.ch.<br />

www.<strong>vsao</strong>.ch/studien-undumfragen<br />

Arztberuf<br />

und Familie<br />

• Wie bringe ich Familie, Freizeit und<br />

Beruf unter einen Hut?<br />

• Wie steige ich nach der Babypause<br />

wieder ein?<br />

• Wie meistere ich die täglichen<br />

Herausforderungen?<br />

Antworten auf solche Fragen erhalten Sie<br />

als <strong>vsao</strong>-Mitglied bei unserem kostenlosen<br />

Coaching. Die Beratung erfolgt telefonisch<br />

durch die Fachstelle UND.<br />

044 462 71 23<br />

info@und-online.ch<br />

www.<strong>vsao</strong>.ch/telefoncoaching


Politik<br />

Knacknuss<br />

Zulassungssteuerung<br />

Bild: zvg<br />

«Wie wird das in deinem Kanton gemacht?»<br />

«Bei uns ist das noch überhaupt kein Thema!»<br />

«Echt? Ganz anders bei uns: Da hat man schon<br />

per 1. April <strong>2022</strong> Nägel mit Köpfen gemacht<br />

und gleich einen Teilstopp verhängt!»<br />

«Und wie wird denn bei euch die Überversorgung definiert?»<br />

«Kennen wir nicht – gibts bei uns nicht!»<br />

So ungefähr tönt es, wenn sich die <strong>vsao</strong>-Sektionsjuristinnen<br />

und -juristen zu einer Sitzung treffen,<br />

um über die Umsetzung der Zulassungssteuerung<br />

zu diskutieren. Denn Leistungser<br />

bringerinnen und -erbringer,<br />

welche neu zulasten der obligatorischen<br />

Krankenpflegeversicherung<br />

(OKP) tätig sein möchten, dürfen<br />

dies seit 1. Januar <strong>2022</strong> nur, wenn<br />

sie vom Kanton zugelassen sind,<br />

auf dessen Gebiet sie arbeiten. Darüber<br />

hinaus müssen die Kantone<br />

bis spätestens Ende Juni 2025 in einem<br />

oder mehreren Fachgebieten<br />

oder in bestimmten Regionen die Anzahl<br />

Medizinerinnen und Mediziner<br />

beschränken, die im ambulanten Bereich<br />

Leistungen erbringen.<br />

Der Bundesrat ist beauftragt, dazu die Kriterien<br />

und die methodischen Grundsätze zu bestimmen.<br />

Die Festlegung der Höchstzahlen soll auf einem<br />

Modell beruhen, mit dem die regionalen Versorgungsgrade<br />

pro Fachgebiet berechnet werden. Mit dem Ziel, eine «Überversorgung»<br />

im Gesundheitswesen zu vermeiden. Oder direkter: um<br />

Geld zu sparen.<br />

Vor gut zwei Jahren hat das Parlament mit den entsprechenden<br />

Gesetzesänderungen die Grundlage für die künftige<br />

Zulassungssteuerung geschaffen. Seither hält die Umsetzung<br />

der Zulassungssteuerung sämtliche Kantone, unzählige Behörden<br />

sowie alle Leistungserbringerinnen und -erbringer auf Trab.<br />

Und damit eben auch den <strong>vsao</strong>. Wie so oft in der Schweiz gibt<br />

der Bundesrat nämlich nur die Rahmenbedingungen vor, auf<br />

deren Grundlage dann die Kantone getreu dem föderalistischen<br />

Prinzip praxistaugliche Lösungen (er)finden sollen. Während<br />

einige Kantone nun also bereits mit der Umsetzung begonnen<br />

und für gewisse Fachgebiete Beschränkungen erlassen haben,<br />

steckt diese bei anderen noch in den Kinderschuhen. Dabei sind<br />

diverse und alles andere als kleine Probleme anzugehen.<br />

Auf den<br />

Punkt<br />

gebracht<br />

So stellt sich etwa die Frage, wie mit den vom Bund ermittelten<br />

Versorgungsgraden umzugehen ist, gibt es doch bei<br />

der Definition von Höchstzahlen einen von den Kantonen<br />

recht frei interpretierbaren Gewichtungsfaktor. Weiter besteht<br />

die Gefahr, dass heutige Inhaberinnen und Inhaber von Arztpraxen<br />

diese interessierten Nachfolgerinnen/Nachfolgern zu<br />

überhöhten Preisen verkaufen wollen. Was vielen jungen<br />

Ärztinnen und Ärzten den Schritt in die berufliche<br />

Selbstständigkeit verunmöglicht und kaum<br />

im Sinne einer guten Patientenversorgung<br />

geschweige denn der Nachwuchsförderung<br />

sein kann.<br />

Und noch bevor die Kantone die<br />

Zulassungssteuerung flächendeckend<br />

umgesetzt haben, verlangt<br />

jetzt eine neue parlamentarische<br />

Initiative schon eine Ausnahmeregelung.<br />

Konkret geht es um eine<br />

Ausnahme bei der Anforderung,<br />

während dreier Jahre an einer<br />

anerkannten schweizerischen<br />

Weiterbildungsstätte gearbeitet zu<br />

haben, und zwar in solchen Fällen:<br />

a. Allgemeine Innere Medizin als<br />

einziger Weiterbildungstitel<br />

b. Praktischer Arzt oder praktische Ärztin<br />

als einziger Weiterbildungstitel<br />

c. Kinder- und Jugendmedizin.<br />

Diese Lösung soll «bei unzureichender medizinischer<br />

Versorgung» greifen …<br />

Ja was jetzt?<br />

Überversorgung, Unterversorgung, kantonale Umsetzung …<br />

Mir scheint, es braucht noch einiges an Arbeit, bis die Geschichte<br />

«auf den Punkt gebracht» sein wird!<br />

Yvonne Stadler,<br />

Leiterin Recht / stv. Geschäftsführerin <strong>vsao</strong><br />

<strong>vsao</strong> /asmac <strong>Journal</strong> 4/22 9


Weiterbildung / Arbeitsbedingungen<br />

Eine Rose für gute<br />

Dienstplanung<br />

Die neunte Verleihung der <strong>vsao</strong>-Spitalrose wartete gleich<br />

mit zwei Premieren auf: einer frisch gestalteten Skulptur und der<br />

Dienstplanung als Thema. Besondere Meriten hat sich bei Letzterer<br />

das Luzerner Kantonsspital (LUKS) erworben.<br />

Marcel Marti, Leiter Politik und Kommunikation / stv. Geschäftsführer <strong>vsao</strong> (bis Juli <strong>2022</strong>)<br />

Den Preis nahmen für das LUKS Edith Muff, Personalwesen, Barbara Flubacher, Leiterin Personalwesen, und Prof. Dr. med. Christoph Henzen,<br />

Chief Operating Officer, COO, entgegen (v. l.). Helen Manser und Mirjam Ulmi, die beiden Co-Präsidentinnen der Sektion Zentralschweiz,<br />

sowie Marcel Marti, Leiter Politik und Kommunikation des Dachverbands (v. r.), vertraten den <strong>vsao</strong>.<br />

Bilder: zvg; <strong>vsao</strong><br />

10<br />

4/22 <strong>vsao</strong> /asmac <strong>Journal</strong>


Weiterbildung / Arbeitsbedingungen<br />

Es gäbe viel zu tun, würde der<br />

<strong>vsao</strong> Kakteen verteilen. «Denn<br />

leider sind Missstände bei der<br />

Arbeitssituation unserer Mitglieder<br />

nach wie vor verbreitet», sagt<br />

Vize präsidentin Nora Bienz. Sie verweist<br />

hierzu auf die verbandseigenen Studien,<br />

die insbesondere bei den Arbeitszeiten<br />

vielfach unhaltbare und illegale Zustände<br />

offenbaren. «Aber wir legen den Finger<br />

nicht nur auf wunde Punkte. Ebenso<br />

wichtig ist uns, Lösungen aufzuzeigen<br />

und den Daumen hochzustrecken, wenn<br />

wir sehen, dass sich Arbeitgeber ernsthaft<br />

um Veränderungen bemühen.»<br />

Zu solchen Lösungen zählt die verbandseigene<br />

Dienstplanberatung. Seit<br />

dem Start vor rund acht Jahren wollen immer<br />

mehr Kliniken und Spitäler vom Angebot<br />

profitieren. «2021 waren wir an bereits<br />

über 40 Standorten aktiv, quer durchs<br />

Land», zieht Bienz Bilanz. Zu den Themenschwerpunkten<br />

zählen dabei unter<br />

anderem die Stellenplanung, die Senkung<br />

der Soll- und Tagesarbeitszeiten, Schwangerschaft<br />

und Mutterschaft, die Weiterbildung<br />

sowie der Umgang mit Überzeiten.<br />

Zusätzlich finden Schulungsveranstaltungen<br />

statt.<br />

Neu präsentiert sich die Auszeichnung des <strong>vsao</strong><br />

als Kristallglas in Wellenform mit inwendiger<br />

dreidimensionaler Gravur der Rose, Verbandslogo<br />

und Inschrift. Eine LED-Beleuchtung lässt<br />

die Rose auch bei Dunkelheit erstrahlen.<br />

«Die Türen geöffnet»<br />

Angesichts ihrer Bedeutung stand die<br />

diesjährige Vergabe der <strong>vsao</strong>-Spitalrose<br />

deshalb ganz im Zeichen der Dienstplanung.<br />

Und Daumen hoch heisst es konkret<br />

für das Luzerner Kantonsspital. Mirjam<br />

Ulmi, Co-Präsidentin der <strong>vsao</strong>-Sektion<br />

Zentralschweiz, berichtet, die Personalabteilung<br />

des LUKS sei bereits 2016 erstmals<br />

mit der Bitte um Unterstützung an den<br />

Verband gelangt. «Seither besteht eine<br />

kontinuierliche und auf Vertrauen basierende<br />

Kooperation. Die Geschäftsleitung<br />

hat den Kliniken die Inanspruchnahme unserer<br />

Dienstleistung empfohlen und damit<br />

die Türen geöffnet. Wir konnten zahlreiche<br />

Kliniken und Bereiche sowohl auf Assistenz-<br />

wie auch auf Oberarztebene beraten<br />

und dadurch die Planung verbessern.»<br />

Christoph Henzen, Chief Operating<br />

Officer (COO) des LUKS Luzern, zeigte sich<br />

anlässlich der Preisübergabe erfreut über<br />

die Würdigung seines Spitals. Das LUKS<br />

habe eine vertiefte Prozessanalyse der Tätigkeiten<br />

von Ärztinnen und Ärzten<br />

durchgeführt. Mit der Erkenntnis, «dass<br />

wir die einzelnen Aufgaben und Verantwortlichkeiten<br />

klarer eingrenzen müssen».<br />

Als Konsequenz wurden fixe Zeitblöcke<br />

für einzelne Dienste wie etwa den Notfall<br />

eingeführt.<br />

Als Arbeitgeber attraktiver sein<br />

Im zweiten Schritt stand die Dienstplanung<br />

im Fokus. Dabei stellten die Human<br />

Resources (HR) des Kantonsspitals die<br />

Zeiterfassungsdaten zur Verfügung, um<br />

gemeinsam mit dem <strong>vsao</strong> fortschrittliche<br />

Einsatzplanungen zu entwickeln, die den<br />

geltenden Rahmenbedingungen entsprechen.<br />

Mit dem Ziel, als Arbeitgeber an Attraktivität<br />

zu gewinnen. «Wir wollen unseren<br />

Mitarbeitenden eine berufs- und bereichsübergreifende<br />

Zusammenarbeit,<br />

persönliche und fachliche Förderung sowie<br />

zeitgemässe Arbeitsbedingungen bieten»,<br />

sagt Henzen. Motivierte Mitarbeitende<br />

seien der Schlüsselfaktor eines Spitals,<br />

nicht zuletzt für das Wohl von Patientinnen<br />

und Patienten.<br />

Das LUKS will den eingeschlagenen<br />

Weg konsequent weiterverfolgen. Henzen<br />

betont, dass man dazu auch die Zusammenarbeit<br />

mit dem <strong>vsao</strong> fortsetze. «Angesichts<br />

des akuten Fachkräftemangels liegt<br />

es im ureigenen Interesse des Spitals, Sorge<br />

zum Personal zu tragen.»<br />

Mehr zum Thema unter<br />

<strong>vsao</strong>.ch/aerztliche-weiterbildung/<br />

<strong>vsao</strong>-spitalrose<br />

@<strong>vsao</strong>asmac<br />

Darum gehts<br />

Tue Gutes und rede darüber:<br />

Diese Devise steht der Spitalrose,<br />

die der <strong>vsao</strong> seit 2014 vergibt, Pate.<br />

Gutes zu tun, obliegt den Gesundheitseinrichtungen,<br />

welche die Arbeitssituation<br />

der jungen Ärzteschaft mit<br />

gezielten Massnahmen verbessern<br />

wollen. Und darüber zu reden, macht<br />

sich der <strong>vsao</strong> zu seiner vornehmen<br />

Pflicht, indem er mit seinem Preis<br />

jährlich eine Institution für gelungene<br />

Ergebnisse ehrt.<br />

<strong>vsao</strong> /asmac <strong>Journal</strong> 4/22 11


Weiterbildung / Arbeitsbedingungen<br />

Konstruktiv,<br />

angenehm, intensiv<br />

Das vom <strong>vsao</strong> mitlancierte Mentoring-Programm<br />

«Coach my Career» bleibt auf der Erfolgsspur. Dies zeigen sowohl<br />

neuste Zahlen als auch Rückmeldungen der Teilnehmenden.<br />

Gutes soll jetzt aber noch besser werden.<br />

Marcel Marti, Leiter Politik und Kommunikation / stv. Geschäftsführer <strong>vsao</strong> (bis Juli <strong>2022</strong>)<br />

Bei «Coach my Career» engagieren sich mittlerweile schon 118 erfahrene Ärztinnen und Ärzte.<br />

Rund 20 davon trafen sich in Olten zum Erfahrungsaustausch.<br />

«Mentor, der: Fürsprecher,<br />

Förderer, erfahrener Berater.<br />

Synonyme: Anleiter,<br />

Beistand, Berater.» Kurz<br />

und nüchtern umschreibt der Duden, was<br />

derzeit 118 gestandene Ärztinnen und<br />

Ärzte bei «Coach my Career» für den beruflichen<br />

Nachwuchs leisten. Mit Herzblut<br />

und ehrenamtlich. Knapp 20 von ihnen<br />

fanden sich in Olten zu einem Workshop<br />

zusammen, der von <strong>vsao</strong>-Vizepräsidentin<br />

Nora Bienz moderiert wurde.<br />

Einerseits für eine Zwischenbilanz und<br />

Standortbestimmung, andererseits zur<br />

(selbst)kritischen Reflexion, um das Angebot<br />

weiterzuentwickeln. Inspiration boten<br />

zwei Referate.<br />

Doch eins nach dem andern und<br />

damit zuerst noch etwas mehr Zahlen.<br />

Gemäss Markus Gubler, Projektverantwortlicher<br />

beim Verein der Leitenden<br />

Spitalärztinnen und -ärzte der Schweiz<br />

(VLSS), decken die Mentorinnen und<br />

Mentoren aktuell 47 Fachdisziplinen inklusive<br />

Schwerpunkte ab. Das sind viele.<br />

Allerdings beileibe (noch) nicht alle. Zumal<br />

sich die Bedürfnisse immer wieder<br />

ändern. «Im Moment ist etwa die plastische<br />

Chirurgie sehr gefragt», so Gubler.<br />

«Wir greifen solche Trends auf und versuchen,<br />

der Nachfrage gerecht zu werden.»<br />

Denn diese wächst seit dem Start von<br />

«Coach my Career» stetig und hat bisher<br />

zu 117 Beratungsgesprächen geführt.<br />

Positiv für beide Seiten<br />

Bei einer Umfrage im Saal zeigte sich, dass<br />

die Coaches den Dialog und die Auseinandersetzung<br />

mit den jungen Ärztinnen und<br />

Ärzten in erster Linie als konstruktiv, angenehm<br />

und intensiv erleben. Die positive<br />

Einschätzung deckt sich mit jener der betreuten<br />

Personen: Speziell gelobt wurden<br />

bei Evaluationen 2019 und <strong>2022</strong> die angenehme<br />

Atmosphäre beim Austausch und<br />

Bilder: <strong>vsao</strong><br />

12<br />

4/22 <strong>vsao</strong> /asmac <strong>Journal</strong>


Weiterbildung / Arbeitsbedingungen<br />

die Gesprächsdauer sowie das spürbare<br />

Interesse der Beraterinnen und Berater<br />

plus deren Fachkompetenz. Als sehr gut<br />

beurteilte man auch die Konkretisierung<br />

der beruflichen Ziele, den langfristigen<br />

Nutzen des Coachings und das Aufzeigen<br />

neuer Möglichkeiten.<br />

Da sich die Idee für das Mentoring-<br />

Angebot aus einem Beispiel bei ABB<br />

Schweiz entwickelt hatte, war es naheliegend,<br />

zwei Vertreterinnen des weltumspannend<br />

tätigen Konzerns einzuladen.<br />

Wobei die Ausführungen von Nicole<br />

Kamm Steiner und Barbara Fehr deutlich<br />

machten, wie vielschichtig, differenziert<br />

und mit welchem Aufwand ihr Arbeitgeber<br />

die Wissensvermittlung betreibt.<br />

Entsprechend nicht beschränkt auf die<br />

Karriereentwicklung mit Fokus auf Frauen,<br />

sondern ebenso für ältere Arbeitnehmende<br />

und zu Fragestellungen wie Diversität<br />

und Inklusion.<br />

Von «Aiming Higher» lernen<br />

Den anderen Gastbeitrag steuerte Marie-Claire<br />

Flynn bei, Oberärztin an der<br />

Klinik für Medizinische Onkologie und<br />

Hämatologie am Kantonsspital St. Gallen.<br />

Sie berichtete von den Erfahrungen bei<br />

«Aiming Higher». Dabei handelt es sich<br />

um ein Mentoring-Programm der Universität<br />

St. Gallen (HSG) für Assistenzärztinnen<br />

ab dem zweiten Jahr, welche eine Karriere<br />

im Spital anstreben. Zu den Schwerpunkten<br />

zählen Führung / Selbstführung,<br />

Verhandlungs- und Auftrittskompetenz<br />

sowie die Laufbahnplanung. «Und das<br />

Netzwerk stärken, denn es macht alles<br />

einfacher und ist extrem bereichernd», betonte<br />

Flynn.<br />

Aus ihrer Sicht ist das A und O einer<br />

erfolgreichen Beratung, dass die betreute<br />

und die betreuende Person zusammenpassen.<br />

Es brauche gegenseitiges Wohlwollen<br />

und Respekt und ein Gleichgewicht<br />

zwischen Unterstützung und Herausforderung.<br />

Zudem bei den Coaches die<br />

Fähigkeit zu Rückmeldungen und bei den<br />

jungen Ärztinnen und Ärzten ein Verantwortungsbewusstsein,<br />

d.h., «dass sie sich<br />

um die Organisation des Gesprächs kümmern,<br />

sich darauf vorbereiten und die<br />

Themen festlegen». Nicht zu vergessen sei<br />

die Formulierung der eigenen Ziele.<br />

<strong>vsao</strong>-Vizepräsidentin Nora Bienz stellte das Programm des Workshops vor.<br />

Dazu gehörten auch zwei Gastreferate zu anderen Mentoring-Programmen.<br />

Die Weggabelungen<br />

Anschauungsunterricht hierzu lieferte<br />

den Workshop-Teilnehmenden Christof<br />

Bieri. Der Berner Medizinstudent im<br />

sechsten Jahr schilderte, wie er vor der<br />

Begegnung der beiden Mentoren über seine<br />

Interessen nachgedacht und diese<br />

in einem Schema strukturiert und mit<br />

Schnittmengen dargestellt hatte. Man hege<br />

in seinem Alter bzw. in seiner Situation<br />

viele Ideen, wisse aber noch nicht, wohin<br />

diese führen sollen, sagte Bieri. Gestützt<br />

auf das Schema hätten seine Berater dann<br />

die möglichen Weggabelungen aufgezeigt.<br />

«Was schon sehr hilfreich war. Zudem ist<br />

mir vermittelt worden, dass sich nicht<br />

alles planen lässt. Ich fange jetzt mal in<br />

einer Klinik an und gehe vielleicht in Richtung<br />

Allgemeine Innere Medizin.»<br />

Während der Veranstaltung ergaben<br />

sich immer wieder Fragen. Namentlich<br />

die, wie viel Vorwissen für die rund zweistündigen<br />

Coachings nötig und sinnvoll<br />

ist. Die Mentorinnen und Mentoren fanden,<br />

je mehr Informationen über die zu<br />

betreuenden Personen, desto besser.<br />

<strong>vsao</strong>-Vizepräsidentin Nora Bienz versprach,<br />

bei diesem Punkt nochmals über<br />

die Bücher zu gehen, und unterstrich,<br />

man bemühe sich immer, aufgrund der<br />

Angaben der jungen Ärztinnen und Ärzte<br />

zielgerichtet nach passenden Beraterinnen<br />

und Beratern zu suchen.<br />

Allgemeines Kopfnicken erntete jedoch<br />

auch folgendes Votum aus dem<br />

Publikum: «Vieles, was zu unserem Mentoring-Programm<br />

gehört, müssten doch<br />

eigentlich die Vorgesetzten machen. Ganz<br />

selbstverständlich.»<br />

Mehr zum Thema unter<br />

www.vlss.ch/karriere/coach-my-career<br />

@<strong>vsao</strong>asmac<br />

Darum gehts<br />

Hinter «Coach my Career» steht die<br />

FMH zusammen mit den Partnern<br />

VLSS, <strong>vsao</strong>, mfe, swimsa und SIWF.<br />

Das Angebot richtet sich an Medizinstudierende<br />

im letzten Studienjahr<br />

und junge Assistenz- und Oberärztinnen<br />

/-ärzte vor wichtigen beruflichen<br />

Weichenstellungen. Für die Beratung<br />

und Förderung stellen sich sowohl<br />

kürzlich pensionierte als auch aktive<br />

Chef- und Kader- sowie Hausärztinnen<br />

und -ärzte zur Verfügung. Wichtig ist<br />

nebst dem fachlichen Beziehungsnetz<br />

die Erfahrung in Weiterbildungsfragen.<br />

Assistenz- und Oberärztinnen /-ärzte<br />

bezahlen 150 Franken, Studierende<br />

50 Franken. Coaches leisten Freiwilligenarbeit,<br />

können aber bei Bedarf<br />

ihre Reisespesen geltend machen.<br />

<strong>vsao</strong> /asmac <strong>Journal</strong> 4/22 13


<strong>vsao</strong><br />

Neues aus<br />

den Sektionen<br />

St. Gallen /<br />

Appenzell<br />

Im Osten etwas Neues<br />

«Scho wieder nünt vo de Sektion St. Galle /<br />

Appezell gopferd*****. Schaffed die im Vorstand<br />

überhaupt?»<br />

So oder ähnlich dachte der eine oder<br />

die andere vielleicht des Öfteren, wenn er/<br />

sie im Abschnitt «Neues aus den Sektionen»<br />

nach Nachrichten aus dem Fernen<br />

Osten stöberte. Wir können Euch beruhigen,<br />

der Vorstand unserer Sektion bleibt<br />

weiterhin am Ball. Vieles ist derzeit im<br />

Fluss: Die Auswertung unserer Umfrage<br />

zur Arbeitssituation unserer Mitglieder,<br />

welche letzten Herbst versandt wurde, befindet<br />

sich auf der Zielgeraden. Und auch<br />

sonst bewegt sich einiges. Da sich unser<br />

Vorstand aus ausschliesslich jüngeren<br />

Mitgliedern zusammensetzt, sind Überraschungen<br />

vorprogrammiert. So verliess<br />

Lorena Rohner unseren Vorstand, um sich<br />

aufgrund des Stellenwechsels in den<br />

Thurgau voll auf ihre dortige Stelle konzentrieren<br />

zu können. Danke für deinen<br />

Einsatz bei uns Lorena! Und da uns unser<br />

Nachwuchs am Herzen liegt, erfreuen uns<br />

fast halbjährlich Meldungen von werdenden<br />

Eltern. Das hat zur Folge, dass sich<br />

unser Vorstand neu konzipieren wird. Das<br />

Präsidium wird von den beiden Co-Präsidentinnen<br />

Claudia Enz und Deborah Seitz<br />

schrittweise an Severin Baerlocher übergeben.<br />

Die offizielle Übernahme erfolgt an<br />

der nächsten Mitgliederversammlung im<br />

November. Dass der Vorstand auch heute<br />

noch gut aufgestellt ist und mit zahlreichen<br />

guten Ideen bestückt auch in Zukunft<br />

präsent bleiben wird, ist keine<br />

Selbstverständlichkeit und fusst auf der<br />

umsichtigen Führung durch die beiden<br />

Präsidentinnen und der Arbeit engagierter<br />

Vorstandsmitglieder. Die räumliche<br />

Grösse unseres Sektionsgebietes macht<br />

die Arbeit bisweilen etwas herausfordernder.<br />

Es gelang dem Vorstand jedoch, das<br />

Gefäss der Spitalvertretungen zu etablieren<br />

und so in regelmässigem Austausch<br />

mit den Mitgliedern der verschiedenen<br />

Kliniken zu sein. Um aktiv werden zu können,<br />

sind wir jedoch weiterhin auf Eure<br />

Meldungen und Eure Kontaktaufnahme<br />

angewiesen. Wer solch eine Mitteilung<br />

nicht über einen persönlichen Kontakt<br />

vornehmen möchte, dem steht seit April<br />

neu die Meldestelle auf <strong>vsao</strong>.ch zur Verfügung.<br />

Die Meldung gelangt sodann an<br />

unseren Vorstand und wird überprüft. Wir<br />

werden schliesslich, wo möglich, nach Lösungen<br />

suchen.<br />

Ihr seht also, St. Gallen / Appenzell<br />

bleibt am Ball, auch wenn das mit dem<br />

Cup-Final … Naja, Ihr wisst schon. Darum<br />

meldet Euch, wenn Euch irgendwo der<br />

Schuh drückt, Euch die Arbeit mal wieder<br />

über den Kopf zu wachsen droht, oder Ihr<br />

einfach Bock habt, in einem jungen und<br />

motivierten Vorstand an der Spitalzukunft<br />

der Ostschweiz mitzuarbeiten. Wir<br />

freuen uns auf Eure Nachrichten!<br />

Severin Baerlocher, Vorstandsmitglied Sektion<br />

St. Gallen / Appenzell<br />

Anzeige<br />

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Wir freuen uns auf Ihren Anruf.<br />

Kathrin Grüneis<br />

14<br />

4/22 <strong>vsao</strong> /asmac <strong>Journal</strong>


<strong>vsao</strong><br />

Glanzvoll wiedergewählt: Sektionspräsidentin Anna Wang<br />

Bild: zvg<br />

Zürich /<br />

Schaffhausen<br />

Wechsel im Vorstand<br />

Die jährliche Mitgliederversammlung des<br />

VSAO Zürich / Schaffhausen erfreute sich<br />

wieder reger Teilnahme. Diesmal im<br />

Zunfthaus zur Meisen, passend zu den<br />

schönen Lokalitäten verbunden mit der<br />

Vernissage der Bilderausstellung «Künstler<br />

der Medizin» von Bettina Reichl und<br />

einem Pianokonzert von Anna-Li Hanneforth<br />

und Vorstandsmitglied Richard<br />

Mansky. Zu hören waren unter anderem<br />

vierhändige Stücke von Mozart und Grieg.<br />

Unsere Präsidentin Anna Wang wurde<br />

einstimmig wiedergewählt, verbunden<br />

mit Dank an sie und den gesamten Vorstand<br />

für das grosse Engagement. Mit Tabea<br />

Cincera (Assistenzärztin Gynäkologie<br />

und Geburtshilfe am Spital Männedorf)<br />

für das Ressort Vereinbarkeit und Chancengleichheit<br />

sowie Philipp Kron (Oberarzt<br />

Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie<br />

am Universitätsspital Zürich)<br />

für das Ressort Chirurgie erhält die<br />

Leitung der Sektion Verstärkung. Wir heissen<br />

die beiden herzlich willkommen und<br />

freuen uns auf die Zusammenarbeit!<br />

Ein grosses Dankeschön geht auch an<br />

unsere zurückgetretenen, langjährigen<br />

Vorstandsmitglieder Reto Thomasin und<br />

Laura Münst und die zahlreichen Mitglieder<br />

für ihr Kommen und ihre Treue – auf<br />

ein baldiges Wiedersehen beim nächsten<br />

Anlass!<br />

Dominique Iseppi, Kommunikationsassistentin,<br />

VSAO Zürich<br />

Save the Date:<br />

Time to cut!<br />

Am Samstag, 1. Oktober <strong>2022</strong>, findet<br />

die erste Ausgabe unseres neuen<br />

Formats «Time to cut! Karriereseminar<br />

und Hands on Training by VSAO<br />

Zürich» an der Universität Zürich statt.<br />

Der exklusive Event richtet sich an<br />

Assistenz- und Oberärztinnen und<br />

-ärzte chirurgischer Fächer. Er beinhaltet<br />

neben Karrieregesprächen auch<br />

die Möglichkeit eines Trainings endoskopischer<br />

Verfahren und die mikrochirurgische<br />

Handhabung an Simulatoren.<br />

Melde Dich schon jetzt unter<br />

<strong>vsao</strong>-zh.ch an!<br />

<strong>vsao</strong> /asmac <strong>Journal</strong> 4/22 15


<strong>vsao</strong><br />

<strong>vsao</strong>-Inside<br />

Severin Baerlocher<br />

Wohnort: St. Gallen<br />

Beim <strong>vsao</strong> seit: 2017<br />

Der <strong>vsao</strong> für Dich in Kürze:<br />

Essentiell, jung, dynamisch<br />

Severin wer?<br />

Eine Frage, die sich spätestens seit<br />

diesem Jahr nicht mehr stellt, wenn es<br />

um Severin Baerlocher und den <strong>vsao</strong><br />

geht. Denn der 34-Jährige wird immer<br />

mehr zum Hansdampf in allen Gassen:<br />

Ende November Wahl in den Geschäftsausschuss,<br />

im Frühling erstmals Delegierter<br />

in der Ärztekammer, neu Mitglied<br />

der Arbeitsgruppe für die Durchsetzung<br />

des Arbeitsgesetzes und der ärztlichen<br />

Weiterbildung sowie der Senkung der<br />

Arbeitszeiten. Punkt, Schluss? I wo! Nach<br />

rund drei Jahren im Vorstand der Sektion<br />

St. Gallen steht die Übernahme des<br />

Präsidiums bevor.<br />

Wer sich derart ins Zeug legt, muss<br />

sehr interessiert und motiviert sein.<br />

Letzteres spürt rasch, wer den Assistenzarzt<br />

an der Klinik für Allgemeine Innere<br />

Medizin am St. Galler Kantonsspital<br />

reden hört. Er drückt es so aus: «Mich<br />

motivieren politische Aufgaben, mir<br />

gefällt der Dialog, und ich freue mich<br />

über den Kontakt mit verschiedenen<br />

Menschen.» Damit zu Ersterem – warum<br />

das alles gerade im <strong>vsao</strong>? «Unser Verband<br />

ist alternativlos. Es braucht ihn, weil er<br />

dafür sorgt, dass in Schweizer Spitälern<br />

auch in Zukunft motiviertes und topausgebildetes<br />

Ärztepersonal seinen<br />

Dienst leistet.»<br />

Severin Baerlocher wünscht sich<br />

dafür insbesondere familien- und freizeitverträgliche<br />

Arbeitsbedingungen.<br />

Für seine Kolleginnen und Kollegen wie<br />

für sich, reicht doch sein Interessenspektrum<br />

weit über den Verband hinaus.<br />

Den Ausgleich zur Weiterbildung zum<br />

Facharzttitel Allgemeine Innere Medizin /<br />

Notarzt findet er im Sommer beim Klettern<br />

und im Winter auf Skitouren. Dazwischen<br />

trifft man ihn öfters am Klavier<br />

an oder bei der Lektüre eines Artikels der<br />

«Neuen Zürcher Zeitung» (NZZ). Und<br />

dann noch das: «Wenn ich Zeit und Geld<br />

habe, fliege ich eine Cessna oder segle<br />

für mein Leben gern.»<br />

Bei seinem Einsatz für den <strong>vsao</strong> versteht<br />

er es ebenfalls, Ernstes und Lockerheit<br />

zu verbinden. Die Mitarbeit in einem<br />

Vorstand stellen sich ja viele trocken<br />

und öde vor. «Dabei lachen wir viel, essen<br />

gemeinsam Pizza und entwickeln so in<br />

ungezwungener Atmosphäre Lösungen<br />

für Probleme, die unsere Mitglieder an<br />

uns herantragen.» Mindestens mit einem<br />

Augenzwinkern äussert sich Severin<br />

Baerlocher schliesslich zu seinen persönlichen<br />

Perspektiven: «Vorgestern war ich<br />

Flugbegleiter, gestern Medizinstudent,<br />

heute bin ich Assistenzarzt und morgen<br />

Oberarzt in Wil. Übermorgen sitze ich<br />

im Nationalrat und in zwei Wochen im<br />

Bundesrat. So viele Pläne hatte ich schon<br />

und genauso viele musste ich wieder<br />

über den Haufen werfen. Es bleibt also<br />

spannend!»<br />

Bild: zvg<br />

16<br />

4/22 <strong>vsao</strong> /asmac <strong>Journal</strong>


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Telefon 031 350 44 22<br />

info@mediservice-<strong>vsao</strong>.ch<br />

www.mediservice-<strong>vsao</strong>.ch


<strong>vsao</strong><br />

<strong>vsao</strong>-Rechtsberatung<br />

Maximale Arbeitszeit von<br />

neun Stunden pro Tag bei<br />

Schwangerschaft und das<br />

Verhältnis zu einer höheren<br />

Sollarbeitszeit<br />

Wieso kann in der<br />

Schwangerschaft keine<br />

Überzeit geltend gemacht<br />

werden, wenn<br />

über die 45 Stunden pro Woche<br />

gearbeitet wird?<br />

Der Arbeitgeber hat schwangere Frauen<br />

so zu beschäftigen und ihre Arbeitsbedingungen<br />

so zu gestalten, dass ihre<br />

Gesundheit und diejenige des Kindes<br />

nicht beeinträchtigt werden (Art. 35<br />

Abs. 1 ArG). Schwangere dürfen nicht<br />

über die vereinbarte ordentliche Dauer<br />

der täglichen Arbeit hinaus beschäftigt<br />

werden. Liegt die vereinbarte ordentliche<br />

Dauer der täglichen Arbeit über neun<br />

Stunden, so ist diese auf maximal neun<br />

Stunden zu begrenzen (Art. 60 Abs. 1<br />

ArGV 1).<br />

Schlechte Arbeitsbedingungen<br />

wirken sich über die Mutter auch auf das<br />

Kind aus und können sein Wohlbefinden<br />

und seine Gesundheit beeinträchtigen.<br />

Die vorgenannte Gesundheitsschutzbestimmung<br />

dient daher nicht nur der<br />

Schwangeren, sondern in erster Linie<br />

dem Schutz des ungeborenen Kindes.<br />

Sie sollte daher von allen Seiten respektiert<br />

werden, nicht nur seitens Arbeit geber<br />

und Arbeitskolleginnen und -kol legen,<br />

sondern insbesondere auch von den<br />

Schwangeren selbst, die ihre Rechte im<br />

Sinne des Wohls des Ungebo renen<br />

bedingungslos einfordern sollen. Die<br />

ärztliche Beistandspflicht gegenüber<br />

den Patienten ist in diesem Fall kein<br />

übergeordnetes Interesse. Gerade im<br />

Spitalumfeld kann dies problemlos durch<br />

Arbeitskolleginnen und -kollegen<br />

aufgefangen werden. Im Übrigen entsteht<br />

die meiste Überzeit nicht aufgrund der<br />

Dienstleistung an den Patientinnen,<br />

sondern aufgrund von administrativer<br />

Arbeit, die in jedem Fall warten oder<br />

delegiert werden kann.<br />

Der Gesetzgeber hat eine Maximalbelastungsgrenze<br />

festgehalten. Mehr<br />

als neun Stunden pro Tag darf nicht<br />

gearbeitet werden, weniger wäre somit<br />

generell wünschenswert und ist daher<br />

immer zulässig. Es kann daher in der<br />

Schwangerschaft auch keine Minuszeit<br />

generiert werden, die sich die Schwangere<br />

anlasten muss (während oder nach<br />

dem Mutterschutz). Leider gilt in vielen<br />

Spitälern immer noch die vereinbarte<br />

Sollarbeitszeit von 50 Stunden, welche<br />

gleichzeitig die arbeitsgesetzliche,<br />

wöchentliche Höchstarbeitszeit darstellt,<br />

in der Regel verteilt auf fünf Tage.<br />

Daher sind die Dienstzeiten der Schwangeren<br />

anzupassen und auf neun Stunden<br />

zu reduzieren. Auch in Ausnahmesituationen<br />

dürfen keine Zusatzarbeiten<br />

verlangt werden, die über diese neun<br />

Stunden hinausgehen. Auch die Verteilung<br />

auf mehr als fünf Tage wäre<br />

unzulässig.<br />

Bilder: Adobe Stock; zvg<br />

18<br />

4/22 <strong>vsao</strong> /asmac <strong>Journal</strong>


<strong>vsao</strong><br />

Wie steht es nun damit, wenn der<br />

Arbeitgeber keine Zusatzarbeiten – Überzeiten<br />

– verlangt, oder nur indirekt, und/<br />

oder die Schwangere einfach ein schlechtes<br />

Gewissen hat, nach neun Stunden<br />

alles stehen und liegen zu lassen, und<br />

die Zusatzarbeiten trotzdem verrichtet?<br />

Kann sie diese Zeit in den folgenden<br />

Tagen kompensieren?<br />

Einen gesetzlichen Kompensationsanspruch<br />

darauf hat sie nicht. Auch der<br />

Lohn wurde grundsätzlich für 50 Stunden<br />

pro Woche vereinbart, und nicht für die<br />

45 Stunden, welche der Gesetzgeber zum<br />

Schutz der Schwangeren als maximale<br />

Arbeitszeit vorschreibt.<br />

Entsprechend kann in der Schwangerschaft<br />

bei einem 100 %-Arbeitspensum<br />

weder Minus- noch Überzeit generiert<br />

werden. Anders kann es jedoch bei einem<br />

Teilzeitpensum aussehen, z.B. bei einem<br />

50 %-Arbeitspensum verteilt auf fünf<br />

Tage, da auch dort lediglich die tägliche<br />

Höchstarbeitszeit von neun Stunden zu<br />

beachten ist, die gar nie erreicht wird.<br />

Entsprechend braucht es auch keine<br />

Anpassung des Dienstplanes, und die<br />

Arbeitszeiten können wie immer dokumentiert<br />

werden. In diesem Beispiel hat<br />

dies zwar eine Ungleichbehandlung der<br />

Vollzeit und Teilzeit tätigen Schwangeren<br />

zur Folge, dies ist aber vertretbar, da die<br />

gesetzliche Bestimmung der täglichen<br />

Maximalarbeitszeit in erster Linie zum<br />

Schutz des Ungeborenen erlassen wurde.<br />

Fortschrittliche Arbeitgeber haben<br />

die Problematik rund um die Planung an<br />

der Höchstarbeitsgrenze von 50 Stunden<br />

erkannt, und die Probleme, auch diejenige<br />

mit den schwangeren Mitarbeiterinnen,<br />

konnten am einfachsten mit einer<br />

verminderten Sollarbeitszeit für alle<br />

Mitarbeitenden gelöst werden. Einige<br />

Arbeitgeber, die die 50 Stunden zwar<br />

noch kennen, sind immerhin dazu<br />

übergegangen, eine separate Zeiterfassung<br />

von Schwangeren zu etablieren.<br />

Im Idealfall werden die Zeitsaldi bei<br />

Bekanntgabe der Schwangerschaft<br />

«eingefroren» und nach dem Mutterschaftsurlaub<br />

wieder fortgeführt. In der<br />

Zwischenzeit gilt die Höchstarbeitszeit<br />

von 45 Stunden pro Woche bzw. maximal<br />

neun Stunden pro Tag. Die Schwangeren<br />

werden durch Vorgesetzte gar angehalten,<br />

die vorgeschriebene Maximaldauer<br />

pro Tag absolut einzuhalten und – falls es<br />

die betrieblichen Bedürfnisse zulassen –<br />

eher Minuszeiten zu generieren, welche<br />

in der Folge keine Relevanz haben und<br />

ersatzlos gestrichen werden. Sollte es im<br />

betrieblichen Notfall doch einmal zur<br />

Überschreitung der maximal zulässigen<br />

neun Stunden kommen, was häufig gar<br />

nicht erst erfasst werden kann, dann soll<br />

die Schwangere in den darauffolgenden<br />

Tagen auch einmal grundlos etwas früher<br />

gehen dürfen bzw. Mut zur Minuszeit<br />

aufbringen.<br />

Wichtig ist aber auch, dass der<br />

Arbeitsinhalt der Schwangeren auf das<br />

reduzierte Pensum angepasst wird,<br />

genauso wie mittels Risikobeurteilung<br />

allenfalls beschwerliche und gefährliche<br />

Arbeiten zu eliminieren sind (Art. 35<br />

Abs. 2 ArG).<br />

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17 Uhr, Casino Bern<br />

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Patronatskomitee:<br />

Alec von Graffenried, Stadtpräsident Bern<br />

Flavia Wasserfallen, Nationalrätin<br />

Christa Markwalder, Nationalrätin<br />

Prof. Thierry Carrel, Herzchirurgie USZ<br />

Prof. Steffen Eychmüller, Palliativmedizin Inselspital<br />

Tickets:<br />

Susanne Hasse,<br />

Rechtsanwältin<br />

und Geschäftsführerin<br />

VSAO Zürich<br />

<strong>vsao</strong> /asmac <strong>Journal</strong> 4/22 19


Fokus<br />

Ein wahrer Zoo von Planeten: Seit 1995<br />

wurden mehr als 5000 Exoplaneten entdeckt.<br />

Sie unterscheiden sich in Grösse, Masse und<br />

Entfernung von ihren Sternen. Nun geht es<br />

darum, ihre chemische Zusammensetzung und<br />

ihre Atmosphäre zu erforschen.<br />

Auf Spurensuche<br />

im All<br />

1995 entdeckten die Genfer Astronomen Michel Mayor und Didier<br />

Queloz mit ihrem Team den ersten Exoplanten und veränderten<br />

damit die Sicht auf die Welt. Heute suchen ihre Nachfolger nach Leben<br />

auf diesen Planeten.<br />

Willy Benz, Professor für Weltraumforschung und Planetologie am physikalischen Institut<br />

der Universität Bern, ehemaliger Doktorand von Michel Mayor<br />

Konserthuset Theater, Stockholm,<br />

10. Dezember 2019. Auf<br />

der einen Seite der Bühne<br />

stehen der König und die<br />

Kö nigin von Schweden zusammen mit<br />

Würden trägern. Ihnen gegenüber auf der<br />

anderen Seite eine kleine Gruppe prominenter<br />

Wissenschaftler. Musik erklingt,<br />

der Moment ist wichtig. Der König ruft<br />

die Namen der Wissenschaftler nacheinander<br />

auf, um ihnen den Nobelpreis in<br />

ihrem jeweiligen Fachgebiet zu verleihen.<br />

Unter ihnen sind Michel Mayor und Didier<br />

Queloz, die sich den Physikpreis 2019 mit<br />

einem amerikanischen Kollegen teilen.<br />

Wieder Beifall und Musik.<br />

Verloren in der Menge hält eine kleine<br />

Delegation der Universitäten Genf und<br />

Bern den Atem an. Die Fliege, die zu dem<br />

am Vortag gemieteten Smoking gehört, ist<br />

dafür nur zum Teil verantwortlich. Es ist<br />

ein feierlicher Moment, und jeder spürt,<br />

dass danach nichts mehr so sein würde,<br />

wie es war. Das Nobelkomitee schreibt:<br />

«Ihre Entdeckungen haben unsere Vorstellung<br />

von der Welt für immer verändert.»<br />

Der Preis hat auch ihr Leben verändert und<br />

in gewissem Masse auch das unsere.<br />

Was haben sie entdeckt? 1995 entdeckten<br />

sie den ersten Planeten ausserhalb unseres<br />

eigenen Sonnensystems, der einen<br />

Stern wie die Sonne umkreist. Zum ersten<br />

Mal wurde die Existenz solcher «Exoplaneten»<br />

wissenschaftlich nachgewiesen.<br />

Exoplaneten waren nicht länger theoretische<br />

Spekulationen, philosophische Hypothesen<br />

oder Science-Fiction-Geschichten,<br />

sondern wurden zur Realität. Eine bedeutsame<br />

Errungenschaft. Eine neue Tür<br />

öffnete sich für die Suche nach Leben im<br />

Universum.<br />

Bild: NASA / JPL-Caltech<br />

20<br />

4/22 <strong>vsao</strong> /asmac <strong>Journal</strong>


Fokus<br />

Monumentale Herausforderung für<br />

die moderne Astronomie<br />

Warum hat es so lange gedauert, diesen<br />

ersten Exoplaneten zu finden? Die Antwort<br />

auf diese Frage liegt in der Natur der Planeten<br />

selbst. Im Vergleich zu Sternen sind<br />

sie winzig und leuchten viel weniger. Die<br />

Grös se der Erde zum Beispiel beträgt weniger<br />

als ein Prozent der Sonne und sie<br />

leuchtet eine Milliarde Mal schwächer als<br />

diese. Hinzu kommt, dass diese winzigen<br />

und lichtschwachen Planeten von der Erde<br />

aus gesehen sehr nahe an ihrem hellen<br />

Stern stehen. Sie zu sehen und ihr Licht<br />

zu analysieren, ist eine monumentale Herausforderung<br />

für die moderne Astronomie.<br />

Eine Herausforderung, die nur bei<br />

den massereichsten und am weitesten entfernten<br />

Planeten zu bewältigen ist.<br />

Unsere Schweizer Kollegen lösten das<br />

Problem, indem sie eine indirekte Methode<br />

zum Nachweis des Planeten verwendeten.<br />

Sie beobachteten den Stern und massen<br />

seine Bewegung, die durch die Anwesenheit<br />

eines kleineren, nahe gelegenen<br />

Planeten ausgelöst wurde. Sowohl Stern<br />

als auch Planeten üben eine Anziehungskraft<br />

aufeinander aus, die sie auf ihrer Umlaufbahn<br />

bewegt. Je grösser die Anziehungskraft,<br />

desto grösser die Geschwindigkeit.<br />

Durch die Messung der Geschwindigkeit<br />

des Sterns lässt sich die Masse des<br />

Planeten bestimmen. Das Problem dabei<br />

ist, dass Planeten viel weniger Masse haben<br />

als Sterne, so dass die Geschwindigkeit<br />

der Sterne immer klein bleibt. Um diese<br />

kleinen Geschwindigkeiten aufzuspüren,<br />

sind Messungen mit höchster Präzision erforderlich.<br />

Das war vor den 1990er Jahren<br />

schlicht nicht möglich.<br />

Ein unmöglicher Planet<br />

Im Fall unserer Nobelpreisträger haben sie<br />

die Geschwindigkeit des Sterns 51 Pegasus<br />

über die Zeit gemessen. Sie entdeckten,<br />

dass die Geschwindigkeit des Sterns mit<br />

einer Periode von 4,23 Tagen schwankt.<br />

Nach einigen Analysen kamen sie zu dem<br />

Schluss, dass diese Schwankungen auf<br />

die Anwesenheit eines Planeten zurückzuführen<br />

sind. Dieser Planet muss eine<br />

Masse von fast der Hälfte unseres Jupiters<br />

haben und den Stern alle 4,23 Tage – nicht<br />

Jahre – einmal umkreisen! Einen Riesenplaneten<br />

so nahe an seinem Stern hätte<br />

man nie für möglich gehalten. Aber er war<br />

da, ohne Zweifel. Die Geschichte über die<br />

Entstehung von Planeten wurde plötzlich<br />

viel komplexer.<br />

Damals erlaubten die Maschine und<br />

die Technik, welche die Forscher verwendeten,<br />

eine Genauigkeit von etwa 10 m/s.<br />

Ein Jahrzehnt später gelang es ihnen, ein<br />

Instrument zu bauen, das Geschwindigkeiten<br />

mit einer Genauigkeit von 1 m/s<br />

messen konnte. Heute erreicht die neueste<br />

Generation, die am grössten Teleskop<br />

eingesetzt wird, 10 cm/s. Mit dieser Präzision<br />

ist ein erdähnlicher Planet zum Greifen<br />

nah. Um diese Präzision zu erreichen,<br />

waren über 30 Jahre Instrumentenentwicklung<br />

nötig. Astronomen und Instrumentenbauer<br />

sind sehr ausdauernd, und<br />

die Gesellschaft muss Geduld bei ihrer<br />

Unterstützung haben.<br />

Mehr als 5000 bekannte Planeten<br />

Seit 1995 haben die Astronomen mehr als<br />

5000 Exoplaneten entdeckt. Nicht alle mit<br />

der gleichen indirekten Entdeckungstechnik.<br />

Eine besonders erfolgreiche Technik<br />

besteht in der Beobachtung des Lichteinfalls<br />

von Sternen. Wenn ein Planet vor einem<br />

Stern vorbeizieht, verbirgt er einen<br />

kleinen Teil seiner Oberfläche. Während<br />

dieses Transits ist die Lichtmenge, die wir<br />

empfangen, leicht reduziert. Mit ausreichender<br />

Genauigkeit lässt sich eine kleine<br />

periodische Verminderung der Helligkeit<br />

feststellen. Diese Helligkeitsveränderung<br />

liefert ein Mass nicht für die Masse, sondern<br />

für den Radius des Planeten. Aus<br />

Masse und Radius lässt sich die mittlere<br />

Dichte berechnen. Dies ist ein erster<br />

Schritt in der physikalischen Charakterisierung<br />

von Exoplaneten.<br />

Der CHEOPS-Satellit unter der Leitung<br />

der Universität Bern nutzt diese<br />

Transitmethode. Er wurde am 18. Dezember<br />

2019, kurz vor dem Ausbruch der<br />

Pandemie, gestartet und hat zweieinhalb<br />

Jahre lang Exoplaneten untersucht. Seine<br />

einzigartige Präzision hat es ermöglicht,<br />

genauere Radien und viele andere einzigartige<br />

Merkmale zu messen. Neue Planeten<br />

in Systemen und die Gezeitenverformung<br />

eines Planeten in unmittelbarer<br />

Nähe seines Sterns sind zwei Beispiele<br />

dafür. CHEOPS setzt seine unermüdliche<br />

Messkampagne fort und umkreist die Erde<br />

einmal in 90 Minuten.<br />

Nächster Schritt: die Suche<br />

nach Leben<br />

Mit der Zeit entdeckten wir, dass es Planeten<br />

in allen Grössen, Massen und Entfernungen<br />

zu ihren Sternen gibt. Es gibt einen<br />

regelrechten Zoo von Planeten da<br />

draussen! Die Herausforderung besteht<br />

heute nicht mehr darin, sie zu entdecken,<br />

sondern sie zu charakterisieren. Wir wollen<br />

ihre chemische Zusammensetzung<br />

und die Struktur ihrer Atmosphäre kennen.<br />

Wir wollen wissen, wie heiss es auf<br />

ihrer Oberfläche ist, ob sie Seen oder Ozeane<br />

haben. Und natürlich, ob es Leben auf<br />

ihnen gibt!<br />

Dafür werden grössere und präzisere<br />

Instrumente benötigt. In den letzten Jahren<br />

wurden mehrere Projekte zum Bau riesiger<br />

Teleskope gestartet. Diese Teleskope<br />

auf dem Boden oder im Weltraum werden<br />

mit der nächsten Generation von Instrumenten<br />

ausgestattet. Mit ihnen werden<br />

wir endlich die erdähnlichen Planeten<br />

«sehen» und sie im Detail studieren können.<br />

Die nächste Phase steht vor der Tür.<br />

Wohin sie uns führen wird, weiss niemand.<br />

Das ist der aufregende Teil der<br />

Grundlagenforschung: Wir gehen dorthin,<br />

wohin uns die Beobachtungen und die<br />

Physik treiben.<br />

Wir sind die erste Generation, die<br />

über die Instrumente verfügt, um möglicherweise<br />

Leben auf anderen Planeten zu<br />

entdecken. Ob wir es entdecken werden,<br />

hängt davon ab, wie häufig es ist. Die Herausforderung<br />

wird darin bestehen, sicher<br />

zu sein, dass die Signatur, die wir in unseren<br />

Messungen sehen, tatsächlich auf Leben<br />

zurückzuführen ist und nichts anderes.<br />

Es wird viel Streit und Kontroversen<br />

geben, aber so schreitet die Wissenschaft<br />

voran.<br />

In der Zwischenzeit ist die Nobelpreisverleihung<br />

zu Ende und wir werden<br />

mit dem Bus zum Stockholmer Rathaus<br />

gefahren, wo das Galadinner stattfindet.<br />

Wir sind nicht wirklich auf Augenhöhe<br />

mit den Preisträgern, aber wir geniessen<br />

das Essen mit den anderen 1200 Gästen.<br />

Die Reden und Musikstücke sind über das<br />

Abendessen verstreut. Wir kehren erst<br />

recht spät ins Hotel zurück. Erschöpft,<br />

aber mit dem Gefühl, an einer Veranstaltung<br />

teilgenommen zu haben, die eine der<br />

wichtigsten Entdeckungen der letzten<br />

Zeit in der Astronomie krönte.<br />

<strong>vsao</strong> /asmac <strong>Journal</strong> 4/22 21


Fokus<br />

Bild: Adobe Stock<br />

22<br />

4/22 <strong>vsao</strong> /asmac <strong>Journal</strong>


Fokus<br />

<strong>vsao</strong> /asmac <strong>Journal</strong> 4/22 23


Fokus<br />

Die Sprache<br />

des Blutes<br />

Wenn bei Unfällen oder Verbrechen Blut fliesst, kann diese Spur helfen,<br />

das Geschehen zu analysieren. Was sind Blutspurenmuster?<br />

Und vor allem: Weshalb sind Blutspurenmuster von Wichtigkeit,<br />

wenn man auf der Notaufnahme oder in der Praxis damit<br />

konfrontiert wird?<br />

Dr. Silke M. C. Brodbeck, Blutspureninstitut, Usingen, Deutschland<br />

Schon Goethe wusste zu sagen,<br />

dass Blut ein ganz besonderer<br />

Saft sei. Und während Mediziner<br />

in ihrem Studium lernen, Erythrozyten,<br />

Leukozyten und Thrombozyten<br />

zu betrachten und zu quantifizieren<br />

sowie die Bedeutung der Anzahl und<br />

Form zu verstehen, so ist Blut in der Tat<br />

eine Flüssigkeit, zu der<br />

selbst kleine Kinder ein<br />

Verhältnis haben und zu<br />

der es noch weitere analytische<br />

Methoden gibt.<br />

Bereits bei der ersten<br />

Blutabnahme sieht das<br />

Kind, verbunden mit einem<br />

kurzen Schmerz, die rote<br />

Flüssigkeit aus dem eigenen<br />

Körper kommen. Im Erwachsenenalter<br />

will es die<br />

Natur, dass Frauen im Rahmen ihrer Menstruation<br />

regelmässig ihrem eigenen Blut<br />

begegnen. Selbst wenn einige Menschen<br />

Blut fälschlicherweise mit Ekelgefühlen belegen,<br />

so kann man der Flüssigkeit bei sachlicher<br />

Betrachtung nur eine Würdigung<br />

zukommen lassen: Blut ist die Flüssigkeit<br />

des Lebens. In einer medizinischen Welt,<br />

in der wir künstliche Gelenke in die unterschiedlichsten<br />

Stellen einsetzen und Geräte<br />

temporär Lungen-, Nieren- und Herzfunktionen<br />

übernehmen können, ist es bis<br />

heute nicht möglich, künstliches Blut herzustellen.<br />

Und so benötigen die Blutbanken<br />

regelmässig die Gunst ihrer Spender, um<br />

die Patienten auf den OP-Tischen und in<br />

den Kliniken mit Blut versorgen zu können.<br />

Interdisziplinäre Wissenschaft<br />

Aber Blut enthält noch eine weitere Dimension,<br />

ausserhalb der Medizin, die in<br />

Ermittlungen von Körperverletzungen,<br />

Unfällen und Tötungsdelikten zum Tragen<br />

kommt und bei der im Wesentlichen<br />

die Physik der Flüssigkeit Blut betrachtet<br />

wird.<br />

«Keinem vernünftigen Menschen<br />

wird es einfallen, Tintenflecken mit<br />

Tinte, Ölflecken mit Öl wegwaschen<br />

zu wollen. Nur Blut soll immer wieder<br />

mit Blut abgewaschen werden.»<br />

Bertha von Suttner<br />

Die Blutspurenmusteranalyse ist eine<br />

angewandte, interdisziplinäre Wissenschaft,<br />

die Anteile aus der Physik, der<br />

Chemie, der Medizin, den Materialwissenschaften<br />

und der Mathematik in sich<br />

vereint und sich mit den Entstehungsmechanismen<br />

von Blutspuren beschäftigt.<br />

Die Betrachtung von Blutspuren hat<br />

wie die Medizin ihren Ursprung in der Empirie<br />

und wurde erst mit ihrer Weiterentwicklung<br />

auf eine moderne, wissenschaftliche<br />

Basis gestellt. Als wissenschaftlicher<br />

Ursprung ist heute das Kapitel «Über Blutspuren»<br />

in dem 1893 erschienenen Buch<br />

«Handbuch für Untersuchungsrichter, Polizeibeamte,<br />

Gendarmen u.s.w.» (Autor:<br />

Hanns Gross) zu bezeichnen. Hier wird<br />

erstmalig eine systematische Auswertung<br />

von Blutspuren an Tatorten beschrieben.<br />

Die erste wissenschaftliche Arbeit erscheint<br />

zwei Jahre später von einem Arzt an der<br />

Universität Krakau. Dr. Eduard Piotrowski<br />

beschrieb Blutspuren nach unterschiedlichen<br />

Einwirkungen auf Kaninchenschädel.<br />

Bedauerlicherweise waren jedoch seine<br />

Versuche nur wenig standardisiert.<br />

Als der erste blutspurenmusteranalytische<br />

Fall<br />

in der Moderne wird der<br />

Sam- Sheppard-Fall bezeichnet.<br />

Diesen müsste man eigentlich<br />

als Marilyn-Reese-<br />

Sheppard­ Fall bezeichnen,<br />

da der Osteopath Dr. Sam<br />

Sheppard in erster Instanz<br />

im Jahre 1954 wegen der<br />

Tötung seiner Frau aufgrund<br />

von Blutspurenmuster auf dem Kopfkissen<br />

verurteilt wurde und viele Jahre später aus<br />

Mangel an Beweisen freigesprochen wurde.<br />

Tropfen, Spritzer, Kontaktspuren<br />

Was aber ist die Blutspurenmusteranalyse,<br />

die im Deutschen auch mit der Abkürzung<br />

ihres englischen Fachbegriffes<br />

(BPA für «Bloodstain Pattern Analysis»)<br />

bezeichnet wird? Die Blutspurenmusteranalyse<br />

ist die optisch-visuelle Auswertung<br />

von Blutspuren zum Zwecke der Definition<br />

ihres Entstehungsmechanismus.<br />

Sie gehört in den Kanon vielfältiger Blutspurenanalysemethoden,<br />

in die z.B. auch<br />

die Toxikologie von Blutspuren oder die<br />

DNA-Analyse fallen. Die Blutspurenmus­<br />

24<br />

4/22 <strong>vsao</strong> /asmac <strong>Journal</strong>


Fokus<br />

Nicht erst seit CSI ist bekannt, dass Blutspuren wichtige Hinweise darauf geben können, wie ein Unfall oder ein Verbrechen abgelaufen ist.<br />

Entsprechend sollten solche Spuren möglichst gut gesichert und dokumentiert werden.<br />

Bild: zvg<br />

teranalyse dient im Wesentlichen der Rekonstruktion<br />

von Tatgeschehen. Dies sei<br />

an einem Beispiel erläutert.<br />

Blutspuren an Tatorten oder auf Bekleidungsstücken<br />

an beteiligten Personen<br />

dokumentieren physikalisch oftmals, wie<br />

sie entstanden sind. Dadurch kann z.B.<br />

in Fällen unterschieden werden, ob eine<br />

Blutspur abgetropft ist oder aber mittels<br />

einer Bewegung als Kontaktspur übertragen<br />

wurde. Auch Spritzspuren sind ein<br />

wesentlicher Bestandteil der Blutspurenmusteranalyse.<br />

Allerdings entstehen diese<br />

Spuren aufgrund von vielen Mechanismen<br />

und sind nicht immer direkt hinweisend<br />

auf das Tatgeschehen. So können Spritzspuren<br />

z.B. auch durch das Ausatmen von<br />

Blut aus den Atemwegen entstehen.<br />

Die Blutspurenmusteranalyse beschäftigt<br />

sich in der Regel mit sogenannten<br />

komplexen Blutspurenmustern. Dabei<br />

betrachtet man am Tatort Blutspurenmuster<br />

und dechiffriert die einzelnen<br />

Mustertypen. Der nächste Schritt ist die<br />

Frage: Welche dieser Blutspuren sind<br />

durch die gleiche mechanische Einwirkung<br />

entstanden? Am Ende der professionellen<br />

Fragenkette steht die Antwort, mit<br />

welchem Mechanismus die Blutspuren<br />

entstanden sind und wie sie sich in das<br />

Tatgeschehen vor Ort einfügen.<br />

Umgang mit Blutspuren<br />

Ärzte begegnen im Alltagsleben oftmals<br />

Asservaten und Beweisen, häufig auch<br />

ohne sich dessen bewusst zu sein. Sei es in<br />

der Notaufnahme nach Aufnahme einer<br />

verletzten Person im Schockraum oder in<br />

der hausärztlichen Praxis, z.B. bei Opfern<br />

von häuslicher Gewalt.<br />

An erster Stelle stehen stets die Behandlung<br />

und die Versorgung der Verletzungen.<br />

Dennoch muss an dieser Stelle<br />

auch festgehalten werden, dass es gerade<br />

die medizinischen Einsatzkräfte sind, die<br />

frühzeitig nach einem Tatgeschehen und<br />

nach ihrem ersten Arbeitsdruck in der<br />

Lage sind, Ermittlungen zu unterstützen.<br />

Das beginnt im Schockraum, wenn die<br />

Bekleidung der betroffenen Personen aufbewahrt<br />

oder dokumentiert werden muss.<br />

Im Fällen von körperlichen Verletzungen<br />

oder sexueller Gewalt finden sich oftmals<br />

relevante Spuren auf der Kleidung. In Fällen<br />

von sehr stark bebluteten Kleidungsstücken<br />

macht es Sinn, Trennpapier zwischen<br />

die textilen Schichten zu legen, um<br />

eine Durchtränkung des Blutes auf die<br />

ggf. unbebluteten Stellen des Textils zu<br />

vermeiden. Prinzipiell sollte auf die Verwendung<br />

von Plastiktüten verzichtet werden,<br />

da die Feuchtigkeit damit in den<br />

Textilien gehalten wird und die Spuren<br />

verändert. Papiertüten sind an dieser<br />

Stelle geeigneter. Wichtig ist auch die Dokumentation<br />

von Verletzungen, welche<br />

zum Glück durch das Fortschreiten der<br />

digitalen Technik und der Benutzung von<br />

Handykameras heutzutage erheblich vereinfacht<br />

wird.<br />

Bereits in den 70er Jahren wurde die<br />

Wichtigkeit der Spurenbewahrung in Notaufnahmen<br />

und Schockräumen durch<br />

Fernsehserien wie Quincy M. E. thematisiert<br />

(z.B. in der Folge «Let me light the<br />

way»). Selbst wenn es nur selten wahrgenommen<br />

wird, ist doch jede Sicherung<br />

und Dokumentation von Spuren, die später<br />

vernichtet sind, durch medizinische<br />

Kräfte wichtig. Damit unterstützt man<br />

die Ermittlungen und somit auch die Aufklärung<br />

von Fällen, auch wenn die Beurteilung<br />

hernach den Gerichten obliegt.<br />

Denn oftmals gilt: Je früher dokumentiert,<br />

desto wichtiger für die Beurteilung und<br />

ein Urteil.<br />

<strong>vsao</strong> /asmac <strong>Journal</strong> 4/22 25


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Fokus<br />

Auf Du und Du<br />

mit den Vorfahren<br />

Über die Grosseltern weiss man in der Regel einiges,<br />

eventuell sogar über die Urgrosseltern. Doch was war vorher?<br />

Wie weit lässt sich die eigene Familie zurückverfolgen?<br />

Wer den Aufwand nicht scheut, kann sich auf die Spurensuche begeben,<br />

allein oder mit professioneller Unterstützung.<br />

Nicole Weil, lic. phil. Historikerin<br />

Man muss nicht unbedingt auf eine solche illustre Ahnenreihe zurückblicken können wie die Bourbonen, hier ein Stammbaum aus dem 17. Jahrhundert<br />

(Sylvain Bonnet, 1682), um Interessantes über die eigene Herkunft zu erfahren.<br />

Ahnenforschung, auch Genealogie<br />

genannt (aus dem Altgriechischen<br />

«genealogéo»),<br />

befasst sich mit den menschlichen<br />

Verwandtschaftsverhältnissen und<br />

deren Darstellung (in Form von Stammbäumen<br />

oder Ahnenlisten), mit dem biologischen<br />

und dem sozialen gemeinsamen<br />

Nenner. Die «Nachkommen» in ihrer<br />

Gesamtheit werden als «Deszendenz» (lateinisch<br />

«absteigend», «nachkommend»)<br />

und die «Vorfahren» in ihrer Gesamtheit<br />

als «Aszendenz» («aufsteigend», «vorgehend»)<br />

eines Individuums bezeichnet. [1]<br />

Eigene Spurensuche<br />

Ist Ihre Neugier geweckt worden und<br />

möchten Sie den Spuren Ihrer Vorfahren<br />

nachgehen? Die Heiratsurkunde der Urgrosseltern,<br />

das Tagebuch der Grosstante<br />

oder die im Familienkreis mündlich vorgetragenen<br />

Erinnerungen der Grosseltern<br />

Bild: Genealogie der Bourbonen [Sylvain Bonnet, 1682], Wikimedia<br />

28<br />

4/22 <strong>vsao</strong> /asmac <strong>Journal</strong>


Fokus<br />

sind Beispiele von Quellen, aufgrund welcher<br />

der Wunsch nach mehr Wissen oft<br />

überhaupt entsteht.<br />

Ein guter Einstieg in die Ahnenforschung<br />

ist das Befragen von Familienmitgliedern<br />

und weiteren Verwandten. Jeder<br />

Mensch hat individuelle Erinnerungen,<br />

unabhängig davon, ob er sich nur an wenige<br />

frühere Gegebenheiten erinnert und<br />

daher auch nur vereinzelte Angaben machen<br />

kann oder ob er vieles aus vergangenen<br />

Zeiten zu erzählen hat.<br />

Für den Anfänger ist das Forschen<br />

nach den Ahnen allerdings schwierig,<br />

denn die Daten stehen im Normalfall<br />

nicht ohne weiteres auf dem Serviertablett<br />

zur Verfügung; dies gilt auch für die Suche<br />

auf Online-Portalen. Der Besuch eines<br />

Kurses in diesem Bereich oder der Austausch<br />

mit Gleichgesinnten in Vereinen<br />

für Ahnenforschung können beim Einstieg<br />

hilfreich sein.<br />

Systematisches Arbeiten in diesem<br />

Bereich muss erlernt werden. Bei umfassenderen<br />

Nachforschungen mit aus zeitlichen,<br />

räumlichen, zahlenmässigen und<br />

aus weiteren Gründen schwierigeren Abklärungen<br />

und Recherchen empfiehlt es<br />

sich, einen professionellen Ahnenforscher<br />

mit der Forschungsarbeit zu beauftragen.<br />

Der Suchende soll zu Beginn «seines Projekts»<br />

überlegen, wie viel Zeit er überhaupt<br />

aufwenden möchte und welchen finanziellen<br />

Aufwand er zu leisten bereit ist.<br />

Je weniger Daten bzw. Unterlagen am Anfang<br />

zur Verfügung stehen und je detaillierter<br />

auch zu einem späteren Zeitpunkt<br />

geforscht werden soll, desto grösser wird<br />

der zeitliche und der finanzielle Aufwand<br />

werden.<br />

Die Suche definieren<br />

1) Normalerweise startet eine Recherche<br />

nach den Vorfahren bei den jüngsten Familienmitgliedern<br />

bzw. der jüngsten Generation.<br />

Es sei denn, der Suchende oder<br />

Auftraggeber will auf seinen besonderen<br />

Wunsch hin mit seiner Person als Ausgangspunkt<br />

für diese Recherchen beginnen,<br />

obwohl er selbst nicht der Jüngste<br />

in dieser Familienhierarchie ist, sondern<br />

selbst auch Nachkommen hat.<br />

2) Soll nur nach der männlichen Linie geforscht<br />

werden?<br />

3) Soll auch nach der weiblichen Linie geforscht<br />

werden? Wenn ja, dann bedeutet<br />

dies einen deutlichen grösseren Aufwand,<br />

sowohl in zeitlicher als auch in<br />

finanzieller Hinsicht.<br />

4) Sollen nur die direkten Vorfahren in gerader<br />

Linie gesucht werden (Kinder –<br />

Eltern – Grosseltern – usw.)?<br />

5) Oder sind auch die jeweiligen «Seitenlinien»,<br />

also die Geschwister und deren<br />

Nachkommen einer jeden Generation<br />

ein Thema?<br />

6) Sind die Ehegatten miteinbezogen?<br />

7) Sollen möglichst viele Generationen zurückverfolgt<br />

werden oder nur eine bestimmte<br />

Anzahl (auch letzterer Wunsch<br />

kommt manchmal vor)?<br />

8) Falls im Laufe der Recherche festgestellt<br />

wird, dass sich Vorfahren nicht<br />

nur in der Schweiz, sondern auch im<br />

Ausland niedergelassen haben: Soll die<br />

Suche auf die ausgewanderten Familien<br />

ausgedehnt werden?<br />

Quellen finden<br />

Es empfiehlt sich, die Daten der jüngsten<br />

Generationen bei den zuständigen Zivilstandsämtern<br />

einzuholen und von dort<br />

aus auch die Daten weiterer Generationen<br />

soweit möglich zu erfragen. (Mit der Einführung/Inkraftsetzung<br />

des eidgenössischen<br />

Zivilstandsgesetzes von 1876 wurde<br />

ein schweizweit einheitliches Verfahren<br />

geschaffen.) [2]<br />

Vor 1876 finden sich von Kirchgemeinden<br />

erfasste Personendaten wie Geburten,<br />

Taufen, Eheschliessungen und Todesfälle<br />

in den sogenannten «Kirchenbüchern».<br />

Diese Register werden heutzutage normalerweise<br />

in den Staatsarchiven aufbewahrt<br />

und sind meistens online erfasst.<br />

Für den Laien sind solche Dokumente<br />

schwierig zu interpretieren. Es braucht<br />

mindestens Grundkenntnisse, um die im<br />

deutschen Sprachraum gängige «alte deutsche<br />

Schrift» («deutsche Kurrentschrift»<br />

oder «deutsche Kanzleischrift»), eine an<br />

sich schwierige Schrift, zu entziffern. Zudem<br />

war nicht jeder Verfasser eines Dokuments<br />

ein Genie im Schönschreiben!<br />

Zwischen den Zeilen lesen<br />

Sind einmal die Daten der Vorfahren erforscht<br />

und erfasst, sei dies in Form eines<br />

bildlich dargestellten Stammbaums, sei<br />

dies in Form einer Ahnenliste, kann man<br />

sich die Originalunterlagen (gilt auch für<br />

online erfasste Unterlagen) genauer anschauen.<br />

Die Angaben zu einer Person<br />

enthalten Begriffe, die sowohl den heutigen<br />

Anforderungen im Sinne der Zivilstandsämter<br />

als auch solchen in den «Kirchenbüchern»<br />

entsprechen. Dazu gehören<br />

beispielsweise Familiennamen (bei Frauen<br />

auch ledige Namen), Vornamen, Übernamen<br />

Geburtsdaten, Geburtsorte, Taufdaten,<br />

Datum der Eheschliessungen, Todestage,<br />

Berufsbezeichnungen, Wohnort<br />

oder die Anzahl Kinder. Wenn man «zwischen<br />

den Zeilen liest», erzählen die Daten<br />

eine eigene Geschichte. Dazu einige<br />

Beispiele:<br />

Ein Vermerk bei einem Sterbedatum<br />

gibt Auskunft über die Todesursache,<br />

bspw. «ertrunken». In anderen Fällen sind<br />

dank der eidgenössischen Zivilstandsregister,<br />

beispielsweise der Totenregister,<br />

die Berufe von Vorfahren bekannt.<br />

Wer sich auch immer mit Ahnenforschung<br />

befasst, darf nicht vergessen, dass<br />

er mit den Resultaten kritisch umgehen<br />

muss und diese sorgfältig überprüft.<br />

(Auch wenn im ganzen Text nur die männliche<br />

Schreibweise verwendet wird, beinhaltet diese<br />

Schreibweise stets sowohl die männliche als auch<br />

die weibliche Form).<br />

Literatur<br />

[1] Wikipedia deutsch, Definition<br />

Ahnenforschung/Genealogie, konsultiert<br />

am 2.5.<strong>2022</strong>.<br />

[2] Perrenoud, Alfred: «Zivilstandswesen»,<br />

in: Historisches Lexikon der<br />

Schweiz (HLS), Version vom 21.1.2021,<br />

übersetzt aus dem Französischen. Online:<br />

https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/<br />

007986/2021-01-21/, konsultiert am<br />

04.05.<strong>2022</strong>.<br />

Das Büro für historische Projekte<br />

Dieser Artikel basiert auf der jahrelangen beruflichen Erfahrung der Verfasserin<br />

als Historikerin und Ahnenforscherin. Weitere Informationen unter:<br />

www.geschichtsagentur.ch / geschichtsagentur@bluewin.ch<br />

<strong>vsao</strong> /asmac <strong>Journal</strong> 4/22 29


Perspektiven<br />

Aktuelles aus der Onkologie: Keimzelltumoren des Mannes<br />

Aktuelle Therapiestrategien<br />

Sie sind zwar eher selten, doch bei jungen Männern die häufigste<br />

Krebserkrankung. Je nach Lokalisation und Stadium der Keimzelltumoren<br />

stehen gute Therapieansätze und Leitlinien zur Verfügung.<br />

Anja Lorch, Leitende Ärztin Klinik für Medizinische Onkologie und Hämatologie, Universitätsspital Zürich<br />

Der männliche Keimzelltumor<br />

ist insgesamt eine seltene<br />

Entität, jedoch der häufigste<br />

Tumor im jungen Alter. Die<br />

adäquate, stadiengerechte Therapie der<br />

Erkrankung ist daher von hoher Relevanz<br />

und kann, insbesondere bei fortgeschrittenen<br />

Tumoren, manchmal eine Herausforderung<br />

darstellen. Nationale und internationale<br />

Leitlinien geben hier durch<br />

Daten gut belegte Therapieempfehlungen.<br />

Diese umfassen neben dem richtigen<br />

Einsatz von Chemotherapie, Chirurgie<br />

und Strahlentherapie auch die Auswahl<br />

der erforderlichen Medikamente sowie<br />

die Dauer ihrer Anwendung. Es soll so eine<br />

Übertherapie der Patienten genauso<br />

wie eine Untertherapie vermieden werden.<br />

Selbst bei weit fortgeschrittener Erkrankung<br />

ist das Therapieziel kurativ und<br />

die Heilungschancen sind insgesamt<br />

hoch [1].<br />

Diagnostik und Therapie<br />

Histologisch unterscheidet man Semi nome<br />

von Nichtseminomen. Während 95 Prozent<br />

der Hodentumoren bei den Männern<br />

im Hoden auftreten, sind ca. 5 Prozent primär<br />

extragonadal lokalisiert.<br />

Ein häufiges Symptom ist die nicht<br />

schmerzhafte Vergrösserung oder Schwellung<br />

des Hodens. Seltener bemerken die<br />

Patienten auch Zeichen einer weiter fortgeschrittenen<br />

Erkrankung wie z.B. Rückenschmerzen,<br />

Dyspnoe, Gewichtsverlust oder<br />

neurologische Symptome.<br />

Diagnostisch ist neben der klinischen<br />

Untersuchung mit Palpation der Hoden,<br />

die Sonographie beider Hoden sowie die<br />

ergänzende Bestimmung der Tumormarker<br />

HCG, AFP und LDH obligat. Diese<br />

beweisen oftmals bereits die Neoplasie,<br />

dienen als Monitoring unter Therapie und<br />

in der Nachsorge. Staging-Untersuchungen<br />

mit Computertomographie des Thorax,<br />

Abdomen und Beckens sind obligat.<br />

Eine Bildgebung des Kopfs oder der Knochen<br />

ist hingegen fakultativ (nur bei ausgedehnter,<br />

insbesondere pulmonaler Metastasierung,<br />

sehr hohen Tumormarkern,<br />

klinischen Symptomen oder im Rezidiv).<br />

Bei bestehendem Kinderwunsch gehört<br />

immer eine Spermienanalyse und nachfolgende<br />

Kryokonservierung zur Komplettierung<br />

des Stagings. Eine 18 F-Fluordesoxygluose-Positronen-Emissions-Tomographie<br />

(FDG PET-CT) ist nicht erforderlich<br />

[2].<br />

Die Orchiektomie ist häufig der erste<br />

und oft bereits kurative Therapieschritt.<br />

Nur bei Keimzelltumoren mit sehr hoher<br />

Tumorlast, sehr hohen Markern oder bei<br />

ausgeprägt symptomatischer Metastasierung<br />

erfolgt sie erst nach Abschluss der<br />

Systemtherapie.<br />

Alle Patienten sollten nachfolgend an<br />

einem interdisziplinären Tumorboard<br />

vorgestellt werden. Vor allem bei seltenen<br />

Szenarien und bei Patienten mit weit fortgeschrittener<br />

Erkrankung ist eine frühzeitige<br />

zusätzliche Kontaktaufnahme mit einem<br />

Expertenzentrum unbedingt ratsam.<br />

Therapie des lokalisierten Stadiums<br />

(Stadium I)<br />

Die Erkrankung ist im Stadium I auf den<br />

Hoden beschränkt, und die Tumormarker<br />

sind nach erfolgter Orchiektomie normalisiert.<br />

Sollten sich die Marker nicht normalisieren<br />

oder gar im Verlauf wieder ansteigen<br />

liegt, auch ohne Nachweis von Metastasen<br />

in der Bildgebung, ein metastasiertes<br />

Stadium vor.<br />

Im Stadium I ist die alleinige Überwachung<br />

(Active Surveillance) häufig ausreichend.<br />

Bei Vorliegen bestimmter Risikofaktoren<br />

kann im lokalisierten Stadium<br />

auch eine adjuvante Chemo- oder Bestrahlungstherapie<br />

notwendig werden, selten<br />

auch eine operative Resektion der retroperitonealen<br />

Lymphknoten (RPLND).<br />

Beim Seminom beträgt das Rezidivrisiko<br />

bei aktiver Überwachung je nach<br />

Risikofaktoren ca. 9–26 Prozent. Das Rezidivrisiko<br />

kann durch eine adjuvante Chemotherapie<br />

mit einem Zyklus Carboplatin<br />

AUC 7 auf etwa 5 Prozent gesenkt werden.<br />

Risikofaktoren beim Seminom sind Rete-testis-Infiltration<br />

und Grösse des Tumors<br />

[3].<br />

Beim Nichtseminom ist das Rezidivrisiko<br />

von den Risikofaktoren lymphogene<br />

und/oder vaskuläre Invasion abhängig. Bei<br />

ihrem Vorliegen beträgt es ca. 50 Prozent,<br />

bei Fehlen 15 Prozent. Durch die Gabe von<br />

einem Zyklus adjuvanter Chemotherapie<br />

mit PEB (Cisplatin, Etoposid und Bleomycin)<br />

kann das Rezidivrisiko auf etwa 1 Prozent<br />

gesenkt werden. Auch ein hoher Anteil<br />

an embryonalem Karzinom trägt zur<br />

Erhöhung des Rezidivrisikos bei [4].<br />

Prognosefaktoren des metastasierten<br />

Tumorstadiums<br />

Ab dem Stadium II spricht man von einer<br />

metastasierten Erkrankung. Alle Patienten<br />

mit einem Tumorstadium > IIB und III be­<br />

30<br />

4/22 <strong>vsao</strong> /asmac <strong>Journal</strong>


Perspektiven<br />

Tabelle 1. Klassifikation nach IGCCCG in den metastasierten Tumorstadien<br />

Günstigeres Risikoprofil (ca. 56 % der Patienten)<br />

Nichtseminome<br />

Seminome<br />

Klinik<br />

gonadaler oder retroperitonealer<br />

Primärtumor und «niedrige»<br />

Markerkonstellation und keine<br />

extrapulmonalen Organmetastasen<br />

jede Primärlokalisation und keine<br />

extrapulmonalen Organmetastasen<br />

Intermediäres Risikoprofil (ca. 28 % der Patienten)<br />

Nichtseminome<br />

Seminome<br />

Klinik<br />

gonadaler oder retroperitonealer<br />

Primärtumor und «intermediäre»<br />

Markerkonstellation und keine<br />

extrapulmonalen Organmetastasen<br />

jede Primärlokalisation und<br />

extrapulmonalen Organmetastasen<br />

Schlechte Prognose (ca. 16 % der Patienten)<br />

Nichtseminome<br />

Klinik<br />

mediastinaler Primärtumor oder<br />

«hohe» Markerkonstellation oder<br />

extrapulmonale Organmetastasen<br />

Aus: Deutsches Ärzteblatt Jg. 102, Heft 47, 25. November 2005 (A3273)<br />

Tabelle 2. Erstlinientherapie. Quelle: adaptiert an Onkopedia-Leitlinie<br />

PEB Cisplatin 20 mg/m²<br />

Tag 1–5<br />

Etoposid<br />

100 mg/m²<br />

Tag 1–5<br />

alle 21 Tage<br />

ca. 90 % überleben<br />

niedrige Marker<br />

AFP 1000 ng/mL<br />

HCG 5000 U/L<br />

LDH 1,5 normal<br />

ca. 78 % überleben<br />

intermediäre Marker<br />

AFP 1000 –10 000 ng/mL<br />

HCG 5000–50 000 U/L<br />

LDH 1,5 –10 normal<br />

ca. 45 % überleben<br />

hohe Marker<br />

AFP 10 000 ng/mL<br />

HCG 50 000 U/L<br />

LDH 10 normal<br />

3–4 Zyklen<br />

auf Daten, die vor 1990 erhoben worden<br />

sind. Eine Initiative des IGCCCG Update<br />

Consortium hat aktuell nochmals eine<br />

grosse Anzahl von Daten ausgewertet, um<br />

die ursprüngliche Klassifikation mit moderner<br />

Diagnostik und Therapie zu überprüfen<br />

[6; 7]. Die drei Prognosegruppen<br />

konnten in der aktuellen Analyse bestätigt<br />

werden.<br />

Therapie des metastasierten<br />

Tumorstadiums<br />

Stadium IIA/B<br />

Im seltenen Stadium IIA eines Seminoms<br />

bleibt ausserhalb von klinischen Studien<br />

die Strahlentherapie (Involved-Field-Radiatio)<br />

die erste Behandlungsoption. Alle<br />

Seminomstadien ab Stadium IIB werden<br />

primär mit drei Zyklen einer Kombinationschemotherapie<br />

mit PEB alle 21 Tage oder<br />

alternativ mit vier Zyklen Cisplatin und<br />

Etoposid (PE) therapiert. Es kann alternativ<br />

eine Radiotherapie diskutiert werden<br />

[8].<br />

Derzeit können Patienten in der<br />

Schweiz auch in eine klinische Phase-II­<br />

Studie (SAKK 01/18) eingeschlossen werden.<br />

Die Patienten erhalten hier eine kombinierte<br />

Chemoradiotherapie (ein Zyklus<br />

Carboplatin AUC 7 gefolgt von einer Involved-Node-Bestrahlung<br />

mit 24 Gy bei II A<br />

bzw. ein Zyklus PE und anschliessende Involved-Node-Radiatio<br />

mit 30 Gy bei II B).<br />

Eine Therapie, insbesondere im Stadium<br />

IIA, sollte erst eingeleitet werden,<br />

wenn die Diagnose definitiv gesichert ist.<br />

Eine RPLND kann bei Patienten mit<br />

Nichtseminomen angestrebt werden, deren<br />

Lymphknoten (LK) sich bei weiter<br />

normwertigen Tumormarkern unverändert<br />

darstellen, um ein reines Teratom<br />

auszuschliessen.<br />

Bleomycin<br />

30 mg absolut<br />

Tag 1, 8, 15<br />

PE Cisplatin 20 mg/m²<br />

Tag 1–5<br />

Etoposid<br />

100 mg/m²<br />

Tag 1–5<br />

PEI Cisplatin 20 mg/m²<br />

Tag 1–5<br />

Etoposid<br />

Ifosfamid<br />

75–100 mg/m²<br />

Tag 1–5<br />

1,2 g/m²<br />

Tag 1–5<br />

nötigen eine primäre Chemotherapie und<br />

werden zusätzlich einer bestimmten Risikogruppe<br />

nach der sog. IGCCCG-Risikoklassifikation<br />

(International Germ Cell<br />

Cancer Colaborative Group) zugeteilt [5]<br />

(s. Tabelle 1). Diese Klassifikation basiert<br />

alle 21 Tage<br />

alle 21 Tage<br />

4 Zyklen<br />

3–4 Zyklen<br />

Stadium IIC/ III<br />

Die Standardtherapie ist entsprechend der<br />

Risikostratifizierung nach der IGCCCG-<br />

Risikoklassifikation unabhängig von der<br />

Histologie eine Chemotherapie mit drei<br />

(bei guter Prognosegruppe) oder vier Zyklen<br />

(bei intermediärer oder schlechter Prognosegruppe)<br />

PEB im Abstand von jeweils<br />

21 Tagen (alternativ 4 Zyklen PE bzw. 3–4<br />

Zyklen Cisplatin, Etoposid, Ifosfamid<br />

[PEI]). Eine Verzögerung der Applikation<br />

oder Dosisreduktion sollte unbedingt vermieden<br />

werden [2] (s. Tabelle 2).<br />

In den vergangenen Jahren sind besonders<br />

für die Patienten der schlechten<br />

Prognosegruppe auch intensivierte Therapiestrategien<br />

untersucht worden. Dabei<br />

konnte erstmalig in einer prospektiv randomisierten<br />

Studie (GETUG13) bei Patienten<br />

mit inadäquatem Markerabfall im<br />

ersten Zyklus ein Überlebensvorteil mit<br />

einer nachfolgenden Therapieintensivierung<br />

gezeigt werden, jedoch ohne<br />

<strong>vsao</strong> /asmac <strong>Journal</strong> 4/22 31


Das <strong>Journal</strong> des Verbandes Schweizerischer Assistenz- und Oberärztinnen und -ärzte<br />

<strong>Nr</strong>. 3, Juni 2021<br />

Seite 27<br />

Kardiologie<br />

Neue Therapien für die<br />

kardiale Amyloidose<br />

Seite 36<br />

Hämatologie<br />

Neoplasien ohne<br />

Chemotherapie behandeln?<br />

Seite 39<br />

Politik<br />

Arbeitszeiten müssen sinken<br />

Seite 6<br />

Perspektiven<br />

Nachweis eines signifikanten Überlebensvorteils<br />

[9]. Auch amerikanische Daten<br />

für das bislang nur in der Salvagetherapie<br />

eingesetzte TIP-Regime mit Paclitaxel,<br />

Ifosfamid und Cisplatin zeigten in einer<br />

Phase-II-Studie sehr gute Langzeitergebnisse<br />

in dieser Patientenpopulation, jedoch<br />

bei höherem Nebenwirkungsprofil<br />

ohne signifikanten Vorteil im Vergleich<br />

zur Standardtherapie [10].<br />

Vielfach wurde auch der Stellenwert<br />

der primären Hochdosis-Chemotherapie<br />

(HDCT) mit autologem Stammzellsupport<br />

in der Primärtherapie erforscht. In allen<br />

durchgeführten Studien zeigte sich für die<br />

Gesamtgruppe der Patienten kein statistisch<br />

signifikanter Vorteil zugunsten der<br />

HDCT [11; 12].<br />

Der Einsatz einer HDCT in der Primärtherapie<br />

bei Patienten mit ungünstigen<br />

Prognosefaktoren ist somit gegenwärtig<br />

weiterhin kein Standard, kann jedoch im<br />

Einzelfall sinnvoll sein. Die Entscheidung<br />

hierüber sollte immer in Absprache mit einem<br />

Expertenzentrum getroffen werden.<br />

Residualtumorresektion (RTR) nach<br />

Erstlinientherapie<br />

Bei Patienten mit Seminom und postchemotherapeutischen<br />

Tumorresiduen ist<br />

die RTR nicht obligat. Bei Residuen > 3 cm<br />

kann frühestens acht Wochen nach Abschluss<br />

der Chemotherapie ein PET-CT<br />

diskutiert werden. Nur in dieser Konstellation<br />

bildet das PET überhaupt eine überlegenswerte<br />

Indikation. Bei PET-positiven<br />

Patienten muss die Untersuchung im Intervall<br />

zunächst mittels konventionellen<br />

bildgebenden Verlaufskontrollen wiederholt<br />

oder ggf. eine Biopsie evaluiert werden,<br />

um mögliche falsch-positive Befunde<br />

sicher auszuschliessen [13].<br />

Bei allen Nichtseminompatienten mit<br />

Tumorresiduen > 1 cm erfolgt eine RTR etwa<br />

vier bis maximal acht Wochen nach<br />

Abschluss der Chemotherapie mit dem<br />

Ziel einer kompletten Entfernung aller<br />

Tumorresiduen. Dieser oftmals komplexe<br />

Eingriff sollte nur an einem Zentrum mit<br />

entsprechender Expertise durchgeführt<br />

werden [14].<br />

Salvagetherapie<br />

Etwa 5 bis 10 Prozent aller Patienten und<br />

30 Prozent der primär bereits metasta sierten<br />

Patienten erleiden im Verlauf ein Rezidiv.<br />

Die Behandlung von Patienten mit einem<br />

Rezidiv aus einem Stadium I erfolgt<br />

dabei analog den Therapiealgorithmen für<br />

Patienten mit primär metastasierter Erkrankung.<br />

Patienten mit einem Rezidiv nach<br />

primärer Chemotherapie erhalten eine<br />

erneute intensive chemotherapeutische<br />

Behandlung mit anschliessender RTR<br />

(bei Nicht seminomen). Es kommen prinzipiell<br />

die kon ventionelle Cisplatin-basierte<br />

Salvage therapie (CDCT) oder die<br />

sequentielle Hochdosis-Chemotherapie<br />

mit autologer Stammzellentransplantation<br />

(HDCT) in Frage. In bestimmten Szenarien<br />

ist auch eine alleinige Salvageoperation<br />

indiziert (z.B. Growing Teratoma).<br />

Welche Behandlung für den einzelnen<br />

Patienten erfolgt, hängt vom Zeitpunkt des<br />

Rezidivs sowie von bestimm ten Risikofaktoren<br />

ab. In Abhängigkeit dieser Risikofak­<br />

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4/22 <strong>vsao</strong> /asmac <strong>Journal</strong>


Perspektiven<br />

toren unterscheidet man fünf Prognosekategorien<br />

mit zwei Jahren unterschiedlichem<br />

progressionsfreiem Überleben [15].<br />

Konventionelle Cisplatin-haltige<br />

Salvagetherapie<br />

Die Schemata kombinieren Cisplatin und<br />

Ifosfamid entweder mit Etoposid (PEI),<br />

Vinblastin (VeIP) oder mit Paclitaxel (TIP)<br />

ohne klare Überlegenheit einer bestimmten<br />

Therapiekombination. Standard der<br />

Kombinationschemotherapie ist die Gabe<br />

von jeweils vier Zyklen im Abstand von 21<br />

Tagen (s. Tabelle 3).<br />

Sequentielle Hochdosis-Chemotherapie<br />

mit autologer Stammzellentransfusion<br />

(HDCT)<br />

Die Kombination von Carboplatin und<br />

Etoposid (CE) bildet das Grundgerüst der<br />

HDCT-Kombination. Diese wird heute an<br />

nahezu allen Zentren weltweit in Form einer<br />

sequentiellen Therapie mit zwei bis<br />

drei hochdosierten Zyklen CE durchgeführt<br />

(s. Tabelle 4).<br />

Tabelle 3. Konventionelle Chemotherapie in der Salvagetherapie<br />

Umstritten und weiterhin Gegenstand<br />

aktueller Diskussionen ist bis heute<br />

der Stellenwert einer HDCT bereits im ersten<br />

Rezidiv. Eine Subgruppenanalyse einer<br />

retrospektiven Studie von knapp 1600<br />

Datensätzen von Patienten mit primärer<br />

Salvagetherapie konnte einen Vorteil zugunsten<br />

der HDCT im Vergleich zur CDCT<br />

zeigen. Diese Ergebnisse sind konträr zu<br />

den Daten aus einer prospektiven, randomisierten<br />

Studie, die keinen eindeutigen<br />

Nutzen für die HDCT im ersten Rezidiv<br />

aufzeigte [16; 17].<br />

Im Rahmen einer weltweiten randomisierten<br />

Phase-III-Studie, die das konventionelle<br />

Regime mit TIP versus eine<br />

sequentielle Hochdosis-Chemotherapie<br />

(CE) vergleicht (TIGER), wird der Nutzen<br />

der HDCT im ersten Rezidiv derzeit prospektiv<br />

validiert. Auch Patienten aus der<br />

Schweiz können in diese Studie eingeschlossen<br />

werden.<br />

Im zweiten oder nachfolgenden Rezidiv<br />

kann mittels einer HDCT noch eine langfristige<br />

Remission erzielt werden. Allerdings<br />

PEI (Wiederholung Tag 22) 4 Zyklen<br />

Cisplatin 20 mg/m² Tag 1–5<br />

Ifosfamid 1,2 g/m² Tag 1–5<br />

Etoposid 75 mg/m² Tag 1–5<br />

TIP (Wiederholung Tag 22) 4 Zyklen<br />

Cisplatin 20 mg/m² Tag 1–5<br />

Ifosfamid 1,2 g/m² Tag 1–5<br />

Paclitaxel 250 mg Tag 1<br />

VeIP (Wiederholung Tag 22) 4 Zyklen<br />

Cisplatin 20 mg/m² Tag 1–5<br />

Ifosfamid 1,2 g/m² Tag 1–5<br />

Vinblastin 0,11 mg/kg Tag 1+2<br />

Tabelle 4. Hochdosis-Chemotherapie mit autoSZT und Behandlungsstrategie<br />

Typ Risikoprofil HD-regimes Medikamente<br />

Erstlinie –<br />

metastasierte<br />

Erkrankung<br />

Zu evaluieren bei<br />

– in adäquatem Markerabfall<br />

– primär mediastinalem<br />

Nichtseminom<br />

– ausgedehnter<br />

ZNS/Leber/ossären<br />

Metastasen<br />

HD-PEI<br />

Cisplatin<br />

Etoposid<br />

Ifosfamid<br />

erschwert auch hier die geringe Grösse und<br />

Heterogenität der untersuchten Patientenkollektive<br />

die Interpretation vorliegender<br />

Studienergebnisse. Insgesamt scheinen jedoch<br />

trotz des Einsatzes einer HDCT nur ein<br />

kleiner Teil der Patienten von der Behandlung<br />

langfristig zu profitieren [18].<br />

Palliative Therapie<br />

Patienten mit mehrfachen Rezidiven oder<br />

Patienten mit Rezidiven nach einer Hochdosis-Chemotherapie<br />

werden nur noch<br />

selten geheilt. Der gut abgestimmte Einsatz<br />

von palliativer Chemotherapie, gegebenenfalls<br />

palliativer Tumorresektion<br />

oder auch palliativer Bestrahlung, kann<br />

jedoch häufig zu einer Linderung der Symptome<br />

und dadurch zu einer besseren Lebensqualität<br />

führen.<br />

Neben Paclitaxel zeigen auch die Substanzen<br />

Oxaliplatin und Gemcitabin<br />

Wirksamkeit und werden entweder als<br />

Einzelsubstanzen oder in verschiedenen<br />

Kombinationen eingesetzt. Diese Substanzen<br />

vermögen bei einzelnen Patienten<br />

selbst im Rezidiv nach vorausgegangener<br />

HDCT nochmals längerfristige Remissionen<br />

zu bewirken Eine palliative Wirksamkeit<br />

konnte auch für den Einsatz von oralem<br />

Etoposid gezeigt werden.<br />

Leider besteht bislang neben der Chemotherapie<br />

keine wirksame Alternative, insbesondere<br />

die Tyrosinkinase- und Checkpointinhibitoren<br />

zeigten in klinischen Studien<br />

keine Wirksamkeit [2; 20; 21].<br />

Take Home Message<br />

––<br />

Der Keimzelltumor ist der häufigste Tumor<br />

des jungen Mannes.<br />

––<br />

Im metastasierten Stadium erfolgt die<br />

Einteilung in drei Prognosegruppen:<br />

gut, intermediär und schlecht, je nach<br />

Markerhöhe und viszeraler Beteiligung.<br />

––<br />

Chemotherapie mit PEB ist weiterhin<br />

Standardtherapie bei metastasierten<br />

Tumoren, alternativ kann PE oder PEI<br />

eingesetzt werden.<br />

––<br />

Die Zyklenzahl in der Primärtherapie<br />

richtet sich nach der Prognosegruppe.<br />

––<br />

Bei Nichtseminomen ist die RTR obligat<br />

bei Residuen > 1 cm.<br />

––<br />

In der Salvagesituation wird entweder<br />

die konventionelle oder die Hochdosis­<br />

Chemotherapie mit autologem Stammzellsupport<br />

durchgeführt.<br />

Rezidiv –<br />

metastasierte<br />

Erkrankung<br />

– erstes Rezidiv nach<br />

Cisplatin-basierter Kombinationschemotherapie<br />

– zweites oder nachfolgendes<br />

Rezidiv<br />

HD-CE<br />

Carboplatin<br />

Etoposid<br />

Kontakt:<br />

anja.lorch@usz.ch<br />

Es bestehen keine Interessenskonflikte für diesen<br />

Artikel.<br />

<strong>vsao</strong> /asmac <strong>Journal</strong> 4/22 33


Perspektiven<br />

Literatur<br />

[1] Beyer J, Berthold D,<br />

Bode KP, et al. Swiss germ-cell<br />

cancer consensus recommendations.<br />

Swiss Med Wkly 2021; 151:<br />

w30023.<br />

[2] ESMO Consensus<br />

Conference on testicular germ cell<br />

cancer: diagnosis, treatment and<br />

follow-up. Honecker F, Aparicio J,<br />

Berney D, Beyer J, Bokemeyer C,<br />

Cathomas R, Clarke N, Cohn-Cedermark<br />

G, Daugaard G,<br />

Dieckmann KP, Fizazi K, Fosså S,<br />

Germa-Lluch JR, Giannatempo P,<br />

Gietema JA, Gillessen S, Haugnes<br />

HS, Heidenreich A, Hemminki K,<br />

Huddart R, Jewett MAS, Joly F,<br />

Lauritsen J, Lorch A, Necchi A,<br />

Nicolai N, Oing C, Oldenburg J,<br />

Ondruš D, Papachristofilou A,<br />

Powles T, Sohaib A, Ståhl O,<br />

Tandstad T, Toner G, Horwich A.<br />

Ann Oncol. 2018 Aug 1; 29(8):<br />

1658–1686.<br />

[3] Chung P, Daugaard G,<br />

Tyldesley S, et al. Evaluation of a<br />

prognostic model for risk of relapse<br />

in stage I seminoma surveillance.<br />

Cancer Med 2015; 1: 155–160.<br />

[4] Daugaard G, Gundgaard<br />

MG, Mortensen MS, et al.<br />

Surveillance for stage I Nonseminoma<br />

testicular cancer: outcomes<br />

and long-term follow-up in a<br />

population-based cohort. J Clin<br />

Oncol 2014; 32: 3817–3823.<br />

[5] International Germ Cell<br />

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34<br />

4/22 <strong>vsao</strong> /asmac <strong>Journal</strong>


Perspektiven<br />

Aus der «Therapeutischen Umschau»* – Übersichtsarbeit<br />

Pathologie<br />

von Infektionskrankheiten<br />

Daniel Turek, Anne Graber, Ronny Nienhold und Gieri Cathomas<br />

Institut für Pathologie des Kantonsspitals Baselland, Liestal, Schweiz<br />

* Der Artikel erschien ursprünglich in der<br />

«Therapeutischen Umschau» (2019), 76(7),<br />

391–396. mediservice <strong>vsao</strong>-Mitglieder können<br />

die «Therapeutische Umschau» zu äusserst<br />

günstigen Konditionen abonnieren. Details<br />

s. unter www.hogrefe.ch/downloads/<strong>vsao</strong>.<br />

Die Diagnose von Infektionen<br />

ist ein integraler Bestandteil<br />

der Pathologie und Pathologinnen<br />

und Pathologen sind<br />

in ihrer diagnostischen Tätigkeit täglich<br />

mit der Frage nach einem möglichen<br />

Infekt konfrontiert. Die Dominanz der<br />

wichtigen und zunehmend komplexer<br />

werdenden Diagnostik von Tumorerkrankungen<br />

auf der einen Seite und<br />

die Organorientierung der Pathologie auf<br />

der anderen Seite führt dazu, dass die<br />

Möglichkeiten der Infektionsdiagnostik<br />

in der Pathologie weniger wahrgenommen<br />

und manchmal unterschätzt werden.<br />

Dazu kommt, dass im Alltag der<br />

Erregernachweis natürlich primär durch<br />

die Mikrobiologie erbracht wird, welche<br />

zusätzlich auch die wichtige Resistenzprüfung<br />

für die verschiedenen antiinfektiösen<br />

Medi kamente durchführt. Die<br />

häufigsten Untersuchungsma terialien<br />

sind Körperflüssigkeiten wie Urin oder<br />

Stuhl, Abstriche, Spülungen oder Blut,<br />

dies häufig auch ohne einen offensichtlichen<br />

Herdbefund bei infektionsverdächtigen<br />

Allgemeinsymptomen. Die Pathologie<br />

kommt im Allgemeinen erst ins Spiel,<br />

wenn Gewebsproben entnommen werden,<br />

meistens nachdem sich eine erkennbare<br />

Läsion ausgebildet hat. Dazu kommen<br />

aber auch zytologische Proben wie<br />

Punktionen oder Lavagen, welche als<br />

Untersuchungsmaterial sowohl von der<br />

Pathologie wie auch von der Mikrobiologie<br />

verwendet werden können.<br />

Historisch gesehen haben beide, Pathologie<br />

und Mikrobiologie, einen gemeinsamen<br />

Ursprung; erinnert sei hier<br />

nur kurz an Edwin Klebs (1834 – 1913) der<br />

also Ordinarius für Pathologie in Zürich<br />

und Bern als erster den Hypophysentumor<br />

bei einem Patienten mit Akromegalie<br />

beschrieb, aber besser bekannt ist als<br />

Beschreiber und Namensgeber des Bakteriums<br />

Klebsiella. Aber auch nach der Auftrennung<br />

der beiden Fächer hat die Pathologie<br />

von Infektionskrankheiten immer<br />

wieder wegweisende Erkenntnisse bei der<br />

Entdeckung von Erkrankungen erbracht,<br />

erinnert sei dabei z. B. an die Entdeckung<br />

und Beschreibung von AIDS, bei der die<br />

Befunde aus der Pathologie, nicht zuletzt<br />

gewonnen an Autopsien, wesentlich zum<br />

Verständnis dieser komplexen Erkrankung<br />

beigetragen haben [1].<br />

Die Besonderheit der Diagnostik von<br />

Infektionskrankheiten in der Pathologie<br />

beruht auf der gleichzeitigen Beurteilung<br />

der entzündlichen Reaktion mit einem<br />

allfälligen Erregernachweis [2]. Dies ist<br />

die grosse Stärke der Pathologie, weil erst<br />

durch die Kombination von Erregernachweis<br />

und Entzündungsreaktion die krankmachende<br />

Wirkung des Erregers untermauert<br />

wird. Dies ist heute nicht zuletzt<br />

deshalb besonders wichtig, weil durch<br />

hochempfindliche Nachweismethoden<br />

von Erregern oder auch Erregerbestandteilen<br />

der kausale Zusammenhang dieses<br />

Nachweises mit einer gegebenen Erkrankung<br />

schwierig sein kann. Dies lässt sich<br />

eindrücklich an einem aktuellen Beispiel,<br />

nämlich der Erkrankung durch Zika-Viren<br />

veranschaulichen, bei welcher die Epidemiologie<br />

zwar den dringenden Verdacht<br />

eines Zusammenhanges zwischen dem<br />

Virus und dem Auftreten von Hirnmissbildungen<br />

ergab, aber erst der direkte Erregernachweis<br />

in dem erkrankten Hirngewebe<br />

den abschliessenden Beweis erbringen<br />

konnte [3].<br />

Ausgangspunkt Entzündung<br />

Eine Entzündung im Gewebe ist ein wichtiges<br />

Verdachtsmoment für einen Infekt.<br />

Natürlich können eine Reihe von anderen<br />

schädigenden Einwirkungen auf das Gewebe<br />

zu entzündlichen Veränderungen<br />

führen, namentlich ischämische Gewebsschädigungen,<br />

physikalischen Einwirkungen<br />

wie Verletzungen oder Verätzungen<br />

und auch endogene Entzündungsreaktionen,<br />

z. B. im Rahmen einer Autoimmunerkrankung.<br />

Ausserdem muss v. a. im Bereich<br />

der Schleimhäute wie im Magen-<br />

Darm-Trakt oder in der Lunge das physiologische<br />

Infiltrat von Entzündungszellen,<br />

welche das Gleichgewicht zwischen unserem<br />

Mikrobiom auf der einen Seite und<br />

unserem Körper auf der anderen Seite, aufrechterhält,<br />

von pathologischen, krankmachenden<br />

Entzündungsinfiltraten abgegrenzt<br />

werden.<br />

<strong>vsao</strong> /asmac <strong>Journal</strong> 4/22 35


Perspektiven<br />

Die Art des Entzündungsinfiltrates<br />

gibt erste und wichtige Hinweise, welche<br />

Rückschlüsse auf einen möglichen Erreger<br />

erlauben (Tabelle 1). Am häufigsten<br />

findet sich eine granulozytär-eitrige Entzündung,<br />

sei es in Form eines einschmelzenden<br />

Abszesses, sei es in einer mehr infiltrativen,<br />

phlegmonösen Form. Ursächlich<br />

liegen hier meistens Bakterien vor,<br />

häufig die typischen Eitererregen Staphylokokken<br />

oder Streptokokken, aber auch,<br />

abhängig von der Körperregion, gramnegative<br />

Keime, v. a. der Darmflora wie E. coli<br />

oder Klebsiellen. Eine granulozytäre Entzündung<br />

weckt immer den Verdacht auf<br />

einen Infekt, dies namentlich in primär<br />

sterilen Geweben wie parenchymatösen<br />

Organen. In gewissen Situationen können<br />

sogar schon kleinste Mengen von neutrophilen<br />

Granulozyten Hinweise auf einen<br />

bakteriellen Infekt sein, dies ist typischerweise<br />

bei periprothetischen Membranen<br />

nach Gelenksprothesen der Fall, wo bereits<br />

eine limitierte Zahl von Granulozyten<br />

ein guter Indikator für einen chronischen<br />

bakteriellen Protheseninfekt ist.<br />

Granulozyten sind die Entzündungszellen<br />

des akuten Infekts. Demgegenüber<br />

sind eosinophile Leukozyten Ausdruck einer<br />

chronischen Entzündung und bei gewissen<br />

Parasiten vermehrt wie z. B. Schistosomen<br />

oder Coccidioides (Abbildung 1).<br />

Natürlich zeigen entzündliche Infiltrate<br />

immer einen gewissen gemischten Charakter,<br />

aber meistens findet sich ein prädominanter<br />

Zelltyp wie z. B. die eosinophilen<br />

Granulozyten. Herdförmige Ansammlungen<br />

von eosinophilen Leukozyten sollten<br />

den Pathologen dazu veranlassen, weitere<br />

Stufenschnitte durchzuführen (weiteres<br />

Gewebe zu untersuchen), um keine Parasitenlarven<br />

zu verpassen. Die wichtigste Differentialdiagnose<br />

ist eine allergische Reaktion;<br />

diese kann ihre Ursache aber auch<br />

in einem persistierenden Infekt haben, wie<br />

z. B. bei der allergischen Aspergillose der<br />

Nasennebenhöhle.<br />

Ein Entzündungsinfiltrat, welches<br />

von Lymphozyten mit mehr oder weniger<br />

Plasmazellen dominiert wird, eine s. g.<br />

lymphoplasmozelluläre Entzündung, ist<br />

charakteristisch für einen chronischen Infekt.<br />

Eine spezielle Form ist die chronisch-aktive<br />

Entzündung, bei welcher sowohl<br />

das lymphoplasmozelluläre Entzündungsinfiltrat<br />

wie auch eine granulozytäre<br />

Komponente vorliegt. Dieses Muster findet<br />

sich z. B. bei einer Helicobacter-Gastritis<br />

mit der typischen Verteilung und einer<br />

chronisch-aktiven Entzündung mit oder<br />

ohne Lymphfollikel. Finden sich bei diesem<br />

histologischen Bild keine Bakterien,<br />

lohnt sich eine Zusatzuntersuchung mit<br />

z. B. einer Polymerasen Ketten Reaktion<br />

(PCR). In eigenen Untersuchungen konnten<br />

wir in diesen Fällen in 20 bis 50 % die­<br />

Abbildung 1. Nachweis von Entzündung und Erregern: A: Schistosomen-Ei mit ausgeprägter<br />

eosinophiler Begleitentzündung (H&E-färbung). B: Cladophialophora bantiana, ein pigmentierter Pilz,<br />

welcher zu einem Hirnabszess mit granulomatöser Reaktion führte (PAS-Färbung).<br />

Tabelle 1. Typische Entzündungsmuster im Gewebe bei verschiedenen Infektionen.<br />

Vorherrschendes Entzündungsinfiltrat Häufiges Vorkommen Selteneres Vorkommen<br />

Neutrophile Granulozyten<br />

• Bakterielle Infektionen<br />

• Pilzinfekte<br />

• Mykobakteriosen<br />

(v.a. schnell wachsende Mykobakterien,<br />

z.B. Mycobaterium fortuitum)<br />

Eosinophile Granulozyten • Parasitosen (v. a. Würmer) • Pilzinfektion (z.B. Aspergillom)<br />

Lymphozyten / Plasmazellen<br />

Granulomatöse Entzündung<br />

• Virusinfekte<br />

• Treponematosen (Syphilis, Borreliose)<br />

• Chronische bakterielle Infektionen<br />

(z.B. Helicobactergastritis)<br />

• Mykobakteriosen (Tuberkulose, Lepra)<br />

• Bartonellose (Katzenkratz-Krankheit)<br />

• Tularämie (Hasenpest)<br />

• Brucellose<br />

• Lymphogranuloma venereum<br />

• Pilzinfektion (z.B. Histoplasmose,<br />

Blastomykose)<br />

• Schistostomiasis<br />

• Nicht-infektiöse Ursachen<br />

(Morbus Crohn, Fremdkörper,<br />

Sarkoidose)<br />

36<br />

4/22 <strong>vsao</strong> /asmac <strong>Journal</strong>


Perspektiven<br />

ser negativen Biopsien mittels PCR Helicobacter-DNA<br />

als Ausdruck einer bakteriellen<br />

okkulten Gastritis nachweisen [4, 5].<br />

Granulomatöse Entzündung<br />

Die granulomatöse Entzündung verdient<br />

eine eigene Betrachtung, da sie einerseits<br />

nur histologisch verifiziert werden kann,<br />

andererseits gewisse klinische Schlussfolgerungen<br />

nach sich zieht. In der Radiologie<br />

wird traditionell der Begriff Granulome<br />

auch verwendet, allerdings können<br />

sich dahinter, neben eigentlichen Granulomen,<br />

verschiedene andere Veränderungen<br />

verbergen, nicht zuletzt auch Tumoren<br />

und Metastasen. Granulome sind<br />

definiert als knötchenförmige Ansammlungen<br />

von Histiozyten, Epitheloidzellen<br />

mit den charakteristischen «schuhsohlenförmigen»<br />

Kernen, mit oder ohne Riesenzellen<br />

sowie mit oder ohne Nekrosen. Dazu<br />

kann ein lymphozytärer Randsaum das<br />

Knötchen abgrenzen. Die Differenzialdiagnose<br />

einer granulomatösen Entzündung<br />

ist breit, sie umfasst neben Infekten andere<br />

Ursachen wie die Sarkoidose oder den<br />

Morbus Crohn im Darm. Bei der Beurteilung<br />

der Granulome spielen die Nekrosen<br />

in der Differentialdia gnose eine wichtige<br />

Rolle. Granulome mit Nekrosen sind<br />

v erdächtig auf einen Infekt, bei der azellulären<br />

Nekrose (makroskopisch käsige<br />

Nekrose) natürlich besonders auf eine<br />

Tuberkulose. Ist die Nekrose granulozytär<br />

(suppurativ) oder mit einer starken Beteiligung<br />

von eosinophilen Leukozyten charakterisiert,<br />

besteht ein erhöhter Verdacht<br />

auf einen Infekt, welcher sowohl bakteriell<br />

als auch z. B. durch Pilze bedingt sein<br />

kann. Ein solches Bild mit einer suppurativen,<br />

zentralen Nekrose zeigt typischerweise<br />

die Tularämie. Vor einigen Jahren<br />

haben wir an unserem Institut einen ersten<br />

Fall von Tularämie, den wir dank der<br />

Zusatzuntersuchungen (vgl. rechts) als<br />

solche beweisen konnten, diagnostiziert<br />

und im Laufe der letzten Jahre haben wir<br />

über 30 Fälle mit Tularämie aus der ganzen<br />

Schweiz an unserem Institut in der<br />

Histologie mit dem entsprechenden Erregernachweis<br />

diagnostizieren können (Abbildungen<br />

2, 3).<br />

Abbildung 2. Granulomatöse Lymphadenitis bei Tularämie: A: Übersicht des Lymphknotens mit<br />

ausgedehnter Nekrose mit Detritus und Granulozyten. B: Detail mit Nekrose und granulomatöser<br />

Reaktion (Färbung H&E). In der PCR-Untersuchung wurde Francisella tularensis holarctica<br />

nachgewiesen.<br />

140<br />

120<br />

120<br />

100<br />

100<br />

80<br />

80<br />

60<br />

40 60<br />

20<br />

40<br />

0<br />

20<br />

0<br />

14 14<br />

3 1 3 1<br />

28<br />

Abbildung 3. Nachweis der Tularämie-Fälle von 2010 – 2019 (Stand 30.9.) in der Schweiz und am<br />

Institut für Pathologie des Kantonsspital Basel-Land.<br />

41<br />

41<br />

28<br />

38<br />

38<br />

5<br />

50<br />

1 2<br />

57<br />

131 131<br />

9<br />

121<br />

121<br />

3 5<br />

2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019<br />

14 14<br />

9<br />

hausintern diagnostizierte und gemeldete Fälle<br />

3<br />

1<br />

3<br />

5<br />

1<br />

1 2<br />

3<br />

5<br />

gemeldete Fälle gesamte Schweiz<br />

2010 2011 2012 hausintern 2013 diagnostizierte 2014 und 2015gemeldete 2016 Fälle 2017 2018 2019<br />

hausintern diagnostizierte gemeldete und Fälle gemeldete gesamte Fälle Schweizgemeldete Fälle gesamte Schweiz<br />

50<br />

57<br />

95<br />

Der morphologische Erregernachweis<br />

im Gewebe<br />

Wie aufgeführt basiert die Diagnose einer<br />

Infektionskrankheit in der Histologie auf<br />

dem gleichzeitigen Nachweis einer Entzündungsreaktion<br />

und dem Erreger. Der<br />

Erregernachweis ist einerseits abhängig<br />

von der Grösse des Erregers und der Anfärbbarkeit,<br />

ausserdem führt eine heftige<br />

Entzündungsreaktion schnell zu einer<br />

Zerstörung des Erregers, was unter Umständen<br />

den Nachweis schwierig macht.<br />

Die häufigsten Erreger, die Bakterien, sind<br />

auch von ihrer Grösse her in der konventionellen<br />

Histologie (und speziell auch für<br />

den / die Pathologen / in, der / die meistens<br />

mit Trockenobjektiven, maximal 400fache<br />

Vergrösserung arbeitet) an der Grenze<br />

der Nachweisbarkeit. Allerdings gibt es<br />

auch sehr charakterische Morphologien,<br />

95<br />

<strong>vsao</strong> /asmac <strong>Journal</strong> 4/22 37


Perspektiven<br />

namentlich die bereits erwähnten Helicobacter-Bakterien,<br />

die morphologisch eindeutig<br />

nachgewiesen werden können.<br />

Andere Beispiele sind die intestinale<br />

Spirochätose oder Aktinomyzes-Drusen.<br />

Grundsätzlich sind auch Spezialfärbungen<br />

möglich, namentlich eine Gramfärbung,<br />

welche eine Unterscheidung zwischen<br />

grampositiven und gramnegativen<br />

Bakterien erlaubt, die Unterscheidung<br />

allerdings und die Spezifi zierung v. a. der<br />

gramnegativen Bakterien, ist schwierig.<br />

Selbstverständlich kommen auch Spezialfärbungen<br />

zum Einsatz, namentlich die<br />

modifizierte Ziehl-Neelson­ Färbung für<br />

Mykobakterien. Bei der Tuberkulose sind<br />

allerdings meistens nur wenige Keime<br />

vorhanden und der Nachweis ist wenig zuverlässig,<br />

hier haben Spezialuntersuchungen<br />

wie die PCR heute eine wichtige Funktion.<br />

Dem gegenüber sind Pilze häufig gut<br />

erkennbar, v. a. die Fadenpilze wie Aspergillus<br />

oder Mucorales, allerdings sollten<br />

hier Zusatzfärbungen wie die PAS-Färbungen<br />

oder Versilberungen (z. B. Groccott)<br />

zur Anwendung kommen (Abbildung<br />

1). Die Morphologie, unterteilt nach<br />

Hefen oder Fadenpilzen, erlaubt durchaus<br />

eine Einteilung, die Subspezies ist allerdings<br />

morphologisch häufig nicht mit Sicherheit<br />

diagnos tizierbar. Dazu kommen<br />

v. a. bei Nekrosen degenerative Veränderungen,<br />

welche die morphologische Beurteilung<br />

zusätzlich erschweren. Parasiten<br />

wie Protozoen oder Helminthen sind in<br />

der Histologie meistens gut und erkennbar<br />

und zu diagnostizieren. Die Form erlaubt<br />

häufig eine Diagnose, allerdings ist<br />

hier der fokale Befall zu berücksichtigen<br />

und Stufenschnitte sind notwendig, die<br />

Erreger nachzuweisen. Die kleinsten Erreger<br />

schliesslich, die Viren, entziehen sich<br />

grundsätzlich der Visualisierung durch<br />

das Lichtmikroskop, da sie aber obligat intrazelluläre<br />

Keime sind, welche häufig zu<br />

sekundären Zellveränderungen führen<br />

(zytopathogener Effekt) lassen sich Viruserkrankungen<br />

zum Teil sehr gut und genau<br />

diagnostizieren. Dazu gehören die<br />

Herpesviren, namentlich Herpes simplex<br />

oder zoster, die Infektion mit dem humanen<br />

Papilloma-Virus (HPV), aber auch andere<br />

wie z. B. Parvoviren. Die wichtigste<br />

und die am besten etablierte Technik zum<br />

Nachweis von Erregern am Gewebe, welche<br />

gleichzeitig erlaubt, die Morphologie<br />

zu beurteilen, ist die Immunhistochemie.<br />

Es gibt eine, allerdings begrenzte, Reihe<br />

von kommerziell erhält lichen Antikörpern,<br />

welche am formalinfixierten und in<br />

Paraffin eingebetteten Material verwendet<br />

38<br />

Abbildung 4. Ausschnitt aus der Histologie eines Condyloma lata: A. Hyperkeratose und chronisch-aktive<br />

Entzündung (H&E Färbung). B: Immunhistochemische Darstellung von Treponema<br />

pallidum, typischerweise entlang den Desmosomen der Plattenepithelien (rot).<br />

werden können. Bewährt haben sich Antikörper<br />

gegen die gängigen Viren wie Herpes<br />

simplex, Hepatitis B oder Varizellen,<br />

für andere Erreger gibt es nach wie vor<br />

keine zuverlässigen Antikörper (z. B. Hepatitis<br />

C), nicht zuletzt, weil ein Markt für<br />

diese Reagenzien relativ klein ist. Auch<br />

für gewisse Bakterien gibt es gut funktionierende<br />

Antikörper, namentlich für<br />

Treponemen (erfasst Spirochäten und<br />

T. pallidum) oder für Helicobacter (Abbildung<br />

4). Weniger zuverlässig und auch<br />

weniger gebräuchlich ist die Immunhistochemie<br />

für Pilze, weil diese meistens eine<br />

ungenügende Spezifität aufweisen. Kaum<br />

erhältlich, da die Morphologie häufig ausreicht,<br />

ist die Immunhistochemie für Protozoen<br />

oder andere Parasiten.<br />

Molekulare Diagnostik<br />

und integrierte Diagnose<br />

Wie überall in der Pathologie hat sich auch<br />

in der Diagnostik von Infektionskrankheiten<br />

in den letzten Jahrzehnten die molekulare<br />

Diagnostik als wichtige Zusatzuntersuchung<br />

etabliert. Wegen der hohen<br />

Empfindlichkeit haben sich v. a. PCR-Untersuchungen<br />

zum Nachweis von Erreger­<br />

Nukleinsäure, v. a. von DNA und in geringem<br />

Ausmass auch von RNA, durchgesetzt.<br />

Das Institut für Pathologie des Kantonsspital<br />

Baselland hat in den letzten 20 Jahren<br />

mehrere tausend PCR-Untersuchungen<br />

für Erreger durchgeführt, z. B. mit der<br />

Frage nach Mykobakterien, aber auch einer<br />

Reihe andere Erreger welche zum Teil<br />

schwierig oder nicht züchtbar sind wie<br />

Tropheryma whipplei, Treponema pallidum<br />

oder M. leprae. Ebenfalls mit der<br />

PCR wurde die oben aufgeführte Tularämie<br />

bestätigt. Dabei kommt ein weiterer<br />

Vorteil der Pathologie zum Tragen, dass<br />

nämlich für die Diagnose keine Anzüchtung<br />

der Bakterien notwendig ist, was bei<br />

Francisella tularensis erhöhte Sicherheitsvorkehrung<br />

erfordert. Ausserdem erlaubt<br />

die PCR nicht nur den Nachweis von<br />

Erreger-DNA, sondern es ist auch möglich,<br />

Untersuchungen auf Resistenz-Gene<br />

durchzuführen, z. B. bei Helicobacter-Bakterien.<br />

Die Untersuchung am formalinfixierten<br />

und in Paraffin eingebetteten<br />

Material unterscheidet sich von Analysen<br />

anderer Untersuchungsmaterialien. DNA<br />

aus paraffineingebettetem Material ist<br />

stark fragmentiert (< 250 – 300 Basen paare)<br />

und entsprechend müssen alle Essays so<br />

ausgerichtet sein, dass diese kurzen Fragmente<br />

auch erfasst werden können. Kurze<br />

Fragmente haben zusätzlich den Nachteil,<br />

dass Sequenzierungen beschränkt möglich<br />

sind und entsprechend auch die Subtypisierungen<br />

nicht immer abschliessend<br />

möglich sind. Gleichzeitig ist es sehr wichtig,<br />

dass strengste Vorsichtsmassnahmen<br />

getroffen werden, um Kontamination von<br />

vorgehenden Untersuchungen und damit<br />

falsch positive Resultate zu vermeiden.<br />

4/22 <strong>vsao</strong> /asmac <strong>Journal</strong>


Perspektiven<br />

Schliesslich ist das molekulare Resultat<br />

immer auch mit dem morphologischen<br />

Befund zu korrelieren und abweichende<br />

oder nicht erklärbare Resultate sind zu<br />

re-evaluieren.<br />

Als weiteres Beispiel der molekularen<br />

Untersuchungen sei die PCR mit anschliessender<br />

Sequenzierung für humanpathogene<br />

Pilze erwähnt. Pilze lassen sich<br />

zwar morphologisch einordnen, die genaue<br />

Diagnose ist allerdings häufig<br />

schwierig. Je nach klinischer Situation,<br />

z. B. bei Mucor, ist es bedeutsam, eine<br />

schnelle und eindeutige Diagnose zu<br />

stellen; kann doch eine Infektion mit<br />

Mucor bei immunsupprimierten Patienten<br />

schnell fortschreiten oder sogar tödlich<br />

enden. Ausserdem kann die Anzucht<br />

der Pilze aus nativem Material mehrere<br />

Wochen dauern, bis ein abschliessendes<br />

Resultat vorliegt. Ein schnelleres Ergebnis<br />

kann die Molekularpathologie mittels<br />

der PCR und anschliessender Sanger-Sequenzierung<br />

bieten, zusätzlich erlaubt<br />

diese Technik auch die Erkennung von<br />

Mehrfachinfekten [6].<br />

Bereits 2011 wurde die ITS (internal<br />

transcribed Spacer) Region in der ribosomalen<br />

DNA als universeller Barcode für die<br />

Identifizierung von Pilzen angesehen. Diese<br />

enthält neben konservierten Regionen<br />

viele variable Bereiche, die es ermöglicht<br />

Pilze inter- und intraspezifisch zu identifizieren<br />

[7]. Im Gegensatz zur Array-Methode,<br />

die nur definierte Pilzspezies identifiziert,<br />

ist das System der PCR mit degenerierten<br />

Primern ergebnisoffen. Dadurch<br />

können neben bekannten Arten wie Aspergillus<br />

sp., Trichophyton sp. und Candida<br />

sp. auch seltenere humanpathogene Spezies<br />

wie Exophiala jeanselmei, Coccoidioides<br />

immitis oder Cladophialophora bantiana<br />

nachgewiesen werden (Abbildung 1B) [8].<br />

Die Identifizierung der Pilze mittels<br />

PCR am Institut für Pathologie des KSBL<br />

ist für Paraffinmaterial (FFPE) etabliert,<br />

das heisst, eine Diagnose ist auch noch<br />

möglich, wenn kein natives Material mehr<br />

zur Verfügung steht.<br />

Zukünftige Entwicklungen<br />

In Zukunft muss mit einer Zunahme von<br />

komplexen Infektionen gerechnet werden.<br />

Ursache dafür sind vermehrt Patienten<br />

mit Immunsuppression, sei es iatrogen<br />

medikamentös, aber auch durch die<br />

nach wie vor bestehende HIV-Infektion<br />

und die zunehmend älter werdende Bevölkerung.<br />

Dazu muss durch Migration und<br />

Flüchtlingsbewegungen, aber auch durch<br />

die klimatischen Veränderungen oder die<br />

rasante Entwicklung von Antibiotikaresistenzen<br />

vermehrt mit ungewöhnlichen<br />

und «exotischen» Infektionen gerechnet<br />

werden.<br />

Bei der Fixation mit Formalin und der<br />

anschliessenden Einbettung in Paraffin,<br />

werden sowohl die Gewebezellen als auch<br />

die Erreger in der Probe abgetötet. Ausserdem<br />

führt die Behandlung mit Formalin<br />

zur erwähnten Fragmentierung der Chromosomen<br />

und zur Bildung von Querverbindungen<br />

zwischen einzelnen DNA­<br />

Fragmenten. Wegen dieser Vorbehandlung<br />

können in der Pathologie gewisse Untersuchungen<br />

wie z. B. die Massenspektrometrie-basierte<br />

Identifikation der Krankheitserreger<br />

(MALDI-TOF) nicht durchgeführt<br />

werden. Andererseits erlaubt das fixierte<br />

Material auch retrospektive Untersuchungen<br />

an archiviertem Material durchzuführen.<br />

Die PCR erlaubt relativ gut, einzelne<br />

Erreger in den Gewebsproben nachzuweisen.<br />

Der Nachteil dieser PCR-Tests ist,<br />

dass jeder Test für sich nur eine bestimmte<br />

Erregerspezies nachweisen kann. Bei histologischem<br />

Verdacht aber fehlendem Erregernachweis<br />

wäre ein breiterer, ergebnisoffener<br />

Ansatz von Vorteil. Eine Lösung<br />

für dieses Problem sind PCR-Tests, die auf<br />

Zusammenfassung<br />

ein Gen abzielen, das in allen Bakterien<br />

gleichermassen vorhanden ist das 16S rRNA­<br />

Gen. Als Teil der Genkassette, die die Ribosomen<br />

codiert, ist es in jedem Bakterium<br />

vertreten. Ausserdem kann anhand der<br />

genauen DNA Sequenz des Gens die Spezies<br />

des Bakteriums ermittelt werden. Allerdings<br />

gilt hier: Je länger die analysierte<br />

DNA Sequenz ist, desto verlässlicher die<br />

Speziesbestimmung. Erneut macht in der<br />

Infektionspathologie hier die Probenverarbeitung<br />

einen Strich durch die Rechnung:<br />

DNA aus FFPE Proben ist selten lang<br />

genug um diese PCR-Tests erfolgreich einsetzen<br />

zu können.<br />

Diese Lücke kann durch Next Generation<br />

Sequencing (NGS) Technologie, auch<br />

Tiefensequenzierung genannt, geschlossen<br />

werden: In sogenannten Metagenomics<br />

NGS Tests wird die DNA Sequenz<br />

vieler kurzer Fragmente gelesen und zusammengesetzt<br />

um für eine verlässliche<br />

Speziesidentifikation zu sorgen. Weil diese<br />

Tests so entworfen sind, dass sie alle der<br />

bekannten Bakterienspezies detektieren<br />

können (aktuell über 400 000), ist die Validierung<br />

der Tests für die klinische Anwendung<br />

äusserst aufwändig. Aber die<br />

NGS Technologie kann mehr: So lassen<br />

Die gewebebasierte histopathologische und molekularpathologische Diagnostik von<br />

Infektionskrankheiten ist ein sehr spannendes interdisziplinäres Feld, das in der<br />

Wahrnehmung nicht nur der fachfremden Kolleginnen und Kollegen manchmal etwas<br />

im Schatten der Tumordiagnostik steht. Die Stärke der Pathologie im Bereich der<br />

Infektionsdia gnostik liegt jedoch in der Korrelation von Entzündungsmustern und dem<br />

direkten Erregernachweis. Zudem erlauben entsprechende Untersuchungen am Gewebe<br />

häufig eine rasche Diagnose, und Zusatzuntersuchungen, wie Immunhistochemie oder<br />

molekulare Pathologie, ermöglichen einen schnellen Erregernachweis mit einer hohen<br />

Sensitivität und Spezifität. Des Weiteren erlaubt die molekulare Untersuchung den<br />

Nachweis von Erregern, welche schwierig, gefährlich oder überhaupt nicht zu züchten<br />

sind. Es ist davon auszugehen, dass komplexe Infektionskrankheiten durch iatrogene<br />

Interventionen, Migration, Antibiotikaresistenz und Klimaveränderungen zunehmen<br />

werden und die Pathologie in enger Zusammenarbeit mit den behandelnden Kolleginnen<br />

und Kollegen hier weiterhin und zunehmend eine wichtige Aufgabe in der Betreuung<br />

der Patientinnen und Patienten wahrnehmen wird.<br />

Abstract: Pathology of infectious diseases<br />

The pathology of infectious diseases is an exciting interdisciplinary field, despite<br />

its niche existence that is somewhat overshadowed by tumor diagnostics. However,<br />

the strength of pathology lies in the correlation of the inflammatory patterns and<br />

pathogen detection. Moreover, corresponding tissue investigations often allow a rapid<br />

diagnosis of the disease, and additional investigations, such as immunohistochemistry<br />

or molecular pathology, enable a rapid pathogen characterization with a high sensitivity<br />

and specificity. In addition, the molecular analysis allows the detection of pathogens<br />

that are difficult, dangerous or not at all to breed. It can be assumed that complex infectious<br />

diseases will increase due to iatrogenic interventions, migration, antibiotic resistance<br />

and climate change, and that pathology, in close cooperation with its treating<br />

colleagues, will increasingly play an important role in the care of patients.<br />

<strong>vsao</strong> /asmac <strong>Journal</strong> 4/22 39


Perspektiven<br />

sich aus der Erreger-DNA nicht nur Spezies<br />

diagnostizieren, sondern auch Antibiotikaresistenzen<br />

beurteilen.<br />

Die Diagnose von Infektionskrankheiten<br />

ist ein sehr spezielles, aber äusserst<br />

wichtiges Teilgebiet der Pathologie und<br />

kann wesentlich zur richtigen Behandlung<br />

und Betreuung von Patientinnen und Patienten<br />

beitragen. Die gezielte Verwendung<br />

von Spezialtechniken sollte in der Zukunft<br />

ermöglichen, neben dem Erregernachweis<br />

analog zur Tumordiagnostik auch Aussagen<br />

über Prognose und Therapieansprechen<br />

(Prädiktion) zu machen. Innerhalb<br />

der Pathologie muss dafür aber auch die<br />

Weiter- und Fortbildung in diesem Bereich<br />

verstärkt werden und gegenüber den behandelnden<br />

Kolleginnen und Kollegen ein<br />

vermehrter Austausch zum Beispiel in<br />

Form von klinisch-pathologischen Besprechungen<br />

angestrebt werden.<br />

Prof. Dr. med. Gieri Cathomas<br />

Chefarzt<br />

Institut für Pathologie<br />

Kantonsspital Baselland<br />

Mühlemattstrasse 11<br />

4410 Liestal<br />

gieri.cathomas@ksbl.ch<br />

Literatur<br />

[1] Schwartz DA, Bryan RT, Hughes<br />

JM. Pathology and emerging infections – quo<br />

vadimus? Am J Pathol. 1995; 147: 1525 – 33.<br />

[2] Hofman P, Lucas S, Jouvion G,<br />

Tauziede-Espariat A, Chretien F, Cathomas G.<br />

Pathology of infectious diseases: what does<br />

the future hold? Virchows Arch.<br />

2017; 470: 483 – 92.<br />

[3] Martines RB, Bhatnagar J, de<br />

Oliveira Ramos AM, Davi HP, Iglezias SD,<br />

Kanamura CT, et al. Pathology of congenital<br />

Zika syndrome in Brazil: a case series. Lancet.<br />

2016; 388: 898 – 904.<br />

[4] Kiss S, Zsikla V, Frank A, Willi N,<br />

Cathomas G. Helico bacter-negative gastritis:<br />

polymerase chain reaction for Helicobacter<br />

DNA is a valuable tool to elucidate the<br />

diagnosis. Aliment Pharmacol Ther.<br />

2016; 43: 924 – 32.<br />

[5] Zsikla V, Hailemariam S, Baumann<br />

M, Mund MT, Schaub N, Meier R, et al.<br />

Increased rate of Helicobacter pylori infection<br />

detected by PCR in biopsies with chronic<br />

gastritis. Am J Surg Pathol. 2006; 30: 242 – 8.<br />

[6] Hofman V, Dhouibi A, Butori C,<br />

Padovani B, Gari-Toussaint M, Garcia-<br />

Hermoso D, et al. Usefulness of molecular<br />

biology performed with formaldehyde­ fixed<br />

paraffin embedded tissue for the diagnosis of<br />

combined pulmonary invasive mucormycosis<br />

and aspergillosis in an immunocompromised<br />

patient. Diagn Pathol. 2010; 5: 1.<br />

[7] Schoch CL, Seifert KA, Huhndorf S,<br />

Robert V, Spouge JL, Levesque CA, et al.<br />

Nuclear ribosomal internal transcribed spacer<br />

(ITS) region as a universal DNA barcode<br />

marker for Fungi. Proc Natl Acad Sci U S A.<br />

2012; 109: 6241 – 6.<br />

[8] Schweizer LA, Barlocher L, Graber<br />

A, Boggian K. Brain abscess caused by<br />

Clado phialophora bantiana: Total remission<br />

after full resection and short-course<br />

Voriconazole treatment. Med Mycol Case Rep.<br />

2019; 23: 43 – 5.<br />

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4/22 <strong>vsao</strong> /asmac <strong>Journal</strong>


Perspektiven<br />

Im Einsatz auf Haiti<br />

Improvisation im OP<br />

Andrej M. Nowakowski, Chefarzt Klinik für Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates,<br />

Kantonsspital Baselland<br />

Bilder: zvg<br />

Zum ersten Mal nach Haiti<br />

kam ich 2014, vier Jahre nach<br />

dem verheerenden Erdbeben.<br />

Eigentlich eher per Zufall,<br />

aufgrund eines Inserats, und mit dem<br />

Ziel, ein halbes Jahr im Ausland klinisch<br />

zu arbeiten. Die sechs Monate Auslandaufenthalt<br />

waren eine Auflage für die<br />

Habilitation. Geforscht hatte ich bereits<br />

ausreichend, so dass der Aufruf des<br />

«Hôpital Albert Schweitzer Haiti» an<br />

Traumatologen/Orthopäden auf mein<br />

Interesse stiess. Nach einem Treffen mit<br />

Rolf Maibach, der als Ärztlicher Direktor<br />

das Hôpital Albert Schweitzer leitete<br />

und die Schweizer Partnerschaft HAS<br />

gegründet hatte, nahm ich unbezahlten<br />

Urlaub und reiste ab. Meine grösste Angst<br />

war anfänglich, dass ich den Anforderungen<br />

und Bedingungen vor Ort nicht<br />

gewachsen wäre. Haiti ist auch nicht<br />

ganz ungefährlich; das Spital wird zwar<br />

bewacht, aber sich allein im Lande<br />

zu bewegen, ist nicht unbedingt empfehlenswert.<br />

Die Operationssäle im Albert<br />

Schweitzer Spital sind recht gut ausgestattet,<br />

die personellen Ressourcen sind<br />

allerdings knapp. Meist stand ich allein<br />

ohne Assistenzen am Operationstisch.<br />

Voraussetzung ist folglich, dass man über<br />

die nötige Erfahrung verfügt, um improvisieren<br />

zu können. Da die einheimischen<br />

Abläufe nicht immer verlässlich und vorhersehbar<br />

sind, sollte man alle benötigten<br />

Instrumente sowie Platten, Nägel, Schrauben<br />

usw. bereits am Vorabend zusammensuchen.<br />

Mit der Zeit weiss man aus Erfahrung,<br />

wie die Dinge funktionieren und<br />

worauf man achten muss. Deshalb ist es<br />

wichtig, dass man nicht nur schnell eine<br />

Woche vorbeikommt, möglichst viel<br />

operiert und dann wieder verschwindet.<br />

Die Kontrolluntersuchungen sollten gewährleistet<br />

sein, und das ist nur während<br />

eines längeren Aufenthalts möglich.<br />

Bei meinem dritten Aufenthalt 2016 habe<br />

ich die komplexesten Fälle meiner früheren<br />

Aufenthalte nochmals kontrolliert.<br />

Hierzu bin ich in verschiedenste Bergdörfer<br />

gereist, um meine früheren Patienten<br />

zu sehen.<br />

Viele der Patienten sind Kinder,<br />

die vor allem Opfer von Unfällen werden<br />

oder mit angeborenen Fehlstellungen ins<br />

Spital kommen. Wobei eine offene Fraktur<br />

nicht unbedingt als Notfall gilt. Dass 20<br />

Patienten stundenlang geduldig im Wartezimmer<br />

sitzen, gehört ebenfalls zu einem<br />

normalen Arbeitstag.<br />

Rolf Maibach pflegt zu sagen: «Diese<br />

Zeit wird einen verändern.» Ich konnte<br />

mir zwar vor meinem ersten Aufenthalt<br />

die Zustände vor Ort recht gut vorstellen.<br />

Bei jedem Morgenrapport jedoch erfährt<br />

man, wie viele Patienten in der Nacht<br />

verstorben sind. Auf dem Weg vom einen<br />

ins andere Gebäude geht man regelmässig<br />

auch an kleinen Särgen vorbei, ein Anblick,<br />

an den man sich nicht so einfach<br />

gewöhnen kann.<br />

Ein Gewinn ist ein solcher Aufenthalt<br />

indes für alle Seiten. Man behandelt nicht<br />

nur Patienten, sondern versucht auch<br />

etwas aufzubauen, das nachhaltig wirken<br />

soll. Ich habe gemerkt, wie weit man mit<br />

wenigen Mitteln und mit Improvisation<br />

kommen kann. Heute benutze ich beispielsweise<br />

das Röntgengerät sicher sparsamer,<br />

weil ich gelernt habe, dass es<br />

nicht immer nötig ist.<br />

Wer auf Haiti einen Einsatz leisten<br />

möchte, sollte bereits über ausreichende<br />

fachliche Kenntnisse verfügen<br />

und sich für eine gewisse Dauer verpflichten<br />

können.<br />

Weitere Informa tionen auf<br />

www.hopitalalbertschweitzer.org.<br />

Viele Eindrücke aus den Einsätzen hier:<br />

ortho-haiti.blogspot.com.<br />

<strong>vsao</strong> /asmac <strong>Journal</strong> 4/22 41


mediservice<br />

Briefkasten<br />

Was ist ein Grobfahrlässigkeitsschutz?<br />

Ein Unglück ist schnell passiert:<br />

Nur kurz nicht aufgepasst<br />

und schon wurde eine<br />

doppelte Sicherheitslinie<br />

überfahren. Oder ein Rotlicht missachtet<br />

und ein Unfall verursacht. Das<br />

stellt im Strassenverkehrsgesetz in<br />

der Regel eine Grobfahrlässigkeit dar.<br />

Übernimmt die Versicherung bei<br />

grob fahrlässig verursachten Unfällen<br />

den gesamten Schaden?<br />

Die rote Ampel übersehen. Die Handbremse<br />

nicht richtig angezogen. Oder<br />

während der Fahrt mal schnell aufs<br />

Handy geschaut und deshalb beim<br />

Ab biegen die Radfahrerin nicht gesehen.<br />

Laut Strassenverkehrsgesetz handelt<br />

der Schadensverursacher grob fahrlässig,<br />

wenn dieser durch grobe Verletzung der<br />

Verkehrsregeln eine ernsthafte Gefahr<br />

für die Sicherheit anderer hervorruft oder<br />

in Kauf nimmt. Eine grobe Verletzung der<br />

Verkehrsregeln entsteht sowohl bei der<br />

Verletzung einer oder mehrerer wichtiger<br />

Verkehrsregeln als auch bei der Nichtbeachtung<br />

elementarer Vorsichtsgebote,<br />

die jeder vernünftige Mensch in der<br />

gleichen Lage befolgt hätte.<br />

Der Auffahrunfall hat glücklicherweise<br />

nur einen Sachschaden verursacht.<br />

Die Versicherung zahlt. Und fordert dann<br />

plötzlich doch Geld von Ihnen zurück. Ist<br />

das korrekt? Ja, das ist korrekt. Denn das<br />

sogenannte Regress- oder Rückgriffsrecht<br />

erlaubt es der Versicherung, Geld von<br />

Ihnen zurückzuverlangen, wenn Sie<br />

einen Schaden durch grob fahrlässiges<br />

Handeln verursacht haben. Und zwar bis<br />

zu 60 Prozent der Kosten. Grobfahrlässigkeit<br />

kann also ziemlich teuer werden.<br />

Für eine kleine Unachtsamkeit gleich<br />

so viel Geld bezahlen? Das können Sie<br />

vermeiden. Wie die meisten Versicherungen<br />

bietet auch die Allianz Suisse eine<br />

Zusatzdeckung mit einem sogenannten<br />

Regressverzicht bei Grobfahrlässigkeit<br />

bzw. Grobfahrlässigkeitsschutz an. Die<br />

zusätzliche Prämie dafür ist sehr gering<br />

und lohnt sich definitiv. Denn auch bei<br />

grobfahrlässig verursachten Unfällen<br />

übernimmt die Versicherung den gesamten<br />

Schaden.<br />

Aber aufgepasst: Ausgenommen<br />

sind Schäden, die im angetrunkenen<br />

oder fahrunfähigen Zustand, also unter<br />

Drogeneinfluss, bei Medikamentenmissbrauch<br />

oder Übermüdung verursacht<br />

wurden. Und auch bei Geschwindigkeitsexzessen<br />

kommt die Versicherung trotz<br />

Grobfahrlässigkeitsschutz verständlicherweise<br />

nicht für den gesamten<br />

Schaden auf.<br />

Allianz Suisse<br />

Die Allianz Suisse bietet ihren privaten<br />

wie auch geschäftlichen Kundinnen<br />

und Kunden umfassenden und<br />

individuell angepassten Schutz.<br />

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erfolgreich zusammen. Ihr Mehrwert<br />

als Mitglied bei mediservice: vorteilhafte<br />

Konditionen beim Abschluss<br />

einer Versicherung bei der Allianz<br />

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Bild: zvg<br />

42<br />

4/22 <strong>vsao</strong> /asmac <strong>Journal</strong>


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Sieben Schritte<br />

zum Eigenheim<br />

Glücklich, wer sich den Wunsch vom eigenen Zuhause erfüllen kann.<br />

Denn besonders in finanzieller Hinsicht muss vieles berücksichtigt werden –<br />

von den monatlichen Kosten bis zu Versicherung und Vorsorge.<br />

Giovanni Campanile, Head of ImmoWorld, Helvetia Versicherungen<br />

Nachfolgend haben wir die wichtigsten<br />

sieben Punkte rund um<br />

die Finanzierung von Wohneigentum<br />

zusammengefasst:<br />

1. Monatliche Kosten berechnen<br />

Viele Finanzinstitute bieten auf ihren<br />

Websites Hypotheken- und Tragbarkeitsrechner<br />

an. Diese Rechner geben eine erste<br />

Einschätzung, wie ein Eigenheim das<br />

Haushaltsbudget beeinflusst und wie viel<br />

es kosten darf. Neben den Zinskosten für<br />

die Hypothek gilt es, Unterhalt, Nebenkosten<br />

sowie allenfalls höhere Steuern<br />

aufgrund des Eigenmietwerts zu berücksichtigen.<br />

Als Faustregel gilt, dass die<br />

Wohnkosten nicht mehr als ein Drittel des<br />

Haushaltseinkommens betragen. Dies<br />

prüfen Finanzinstitute vor der Kreditvergabe.<br />

Dabei rechnen sie allerdings nicht<br />

mit den aktuellen Zinsen, sondern mit einem<br />

langjährigen Durchschnitt – in der<br />

Regel 4,5 bis 5 Prozent. Dies, damit Kreditnehmerinnen<br />

und Kreditnehmer bei steigenden<br />

Zinsen keine Schwierigkeiten betreffend<br />

Zahlung haben. Die jährlichen<br />

Unterhalts- und Nebenkosten betragen je<br />

nach Alter der Immobilie etwa ein Prozent<br />

ihres Werts. Bei Stockwerkeigentum kommen<br />

Ausgaben für Verwaltungskosten<br />

oder Hauswart- und Gärtnerarbeiten dazu.<br />

Ebenfalls im Budget einzuplanen ist<br />

die Amortisation, also die Rückzahlung<br />

der Hypothek, bis auf 65 Prozent des Liegenschaftswerts<br />

bis zur ordentlichen Pensionierung.<br />

Bilder: Adobe Stock; zvg<br />

44<br />

4/22 <strong>vsao</strong> /asmac <strong>Journal</strong>


mediservice<br />

2. Verfügbare Eigenmittel festlegen<br />

Beim Kauf von Wohneigentum unterstützen<br />

Finanzinstitute mit Hypotheken –<br />

also Krediten, bei denen die Liegenschaft<br />

als Sicherheit dient. In der Regel werden<br />

80 Prozent der Kauf- oder Bausumme als<br />

Hypothek gewährt. Käuferinnen und Käufer<br />

müssen also mindestens 20 Prozent<br />

eigene Mittel beitragen. Maximal die Hälfte<br />

davon darf aus der beruflichen Vorsorge<br />

(Pensionskasse) stammen. Auch Guthaben<br />

aus der Säule 3a dürfen zum Kauf von<br />

Wohneigentum verwendet werden. Wer<br />

sich ein Eigenheim wünscht, kommt also<br />

nicht umhin, Eigenkapital aufzubauen.<br />

Oft ergänzen Schenkungen oder ein Erbvorbezug<br />

das Ersparte. Auch private Darlehen<br />

– etwa von Familienmitgliedern –<br />

akzeptieren Banken, allerdings nur unter<br />

bestimmten Bedingungen.<br />

3. Bezug der beruflichen Vorsorge<br />

prüfen<br />

Wer Pensionskassengelder für den Kauf<br />

eines Hauses oder einer Wohnung bezieht,<br />

muss verschiedene Bestimmungen beachten.<br />

Etwa, dass Bezüge nur alle fünf Jahre<br />

möglich und ab dem Alter 50 limitiert sind.<br />

Der Mindestbetrag beträgt 20 000 Franken,<br />

und jeder Vorbezug muss versteuert<br />

werden, wenn auch zu einem reduzierten<br />

Satz. Und er beeinflusst die Altersrente.<br />

Es empfiehlt sich deshalb, die Details mit<br />

einer Fachperson zu besprechen – insbesondere<br />

bezüglich der Leistungen im Alter.<br />

Anstelle eines Vorbezugs ist auch eine<br />

Verpfändung möglich. Dabei bleiben die<br />

Leistungen unverändert, allerdings sind<br />

die Zinskosten insgesamt höher.<br />

nach der Pensionierung einen Umzug<br />

plant, nutzt ein flexibles Produkt mit kürzerem<br />

Zeithorizont. Einzelne Pensionskassen<br />

und Versicherungen bieten Hypotheken,<br />

die mehr Flexibilität punkto vorzeitiger<br />

Auflösung, Amortisation oder<br />

Verlängerung bieten als die Produkte der<br />

Banken. Konditionen unbedingt vergleichen!<br />

Übrigens: Fürs Unterbreiten eines<br />

verbindlichen Kaufangebots wird oft eine<br />

Finanzierungsbestätigung des Kreditgebers<br />

verlangt. Umso wichtiger also, frühzeitig<br />

nach dem richtigen Finanzpartner<br />

zu suchen.<br />

6. Weitere Kosten einkalkulieren<br />

Beim Kauf und Verkauf von Liegenschaften<br />

fallen Steuern und Gebühren an. Diese<br />

variieren je nach Kanton, sollten im Budget<br />

aber unbedingt berücksichtigt werden.<br />

Dazu gehören Notariatskosten, Grundbuchgebühren,<br />

Handänderungssteuer,<br />

Grundstückgewinnsteuer und Maklergebühren.<br />

7. Zum Schluss: Absicherung nicht<br />

vergessen<br />

Hausrat-, Gebäude- oder gar eine Todesfallversicherung,<br />

um die Liebsten abzusichern?<br />

Beim Kauf eines Eigenheims stellen<br />

sich viele Fragen zu Versicherung und<br />

Vorsorge, bei denen Expertinnen und Experten<br />

Hand bieten können. Es lohnt sich,<br />

diese Themen ganzheitlich zu betrachten.<br />

www.helvetia.ch/immoworld<br />

Helvetia<br />

mediservice <strong>vsao</strong>-asmac und Helvetia<br />

arbeiten seit vielen Jahren erfolgreich<br />

zusammen. Mitglieder von mediservice<br />

profitieren von vorteilhaften<br />

Konditionen.<br />

Wenden Sie sich an Ihren Ansprechpartner<br />

bei mediservice: telefonisch<br />

unter 031 350 44 22 oder per E-Mail an<br />

info@mediservice-<strong>vsao</strong>.ch.<br />

4. Wunschimmobilie bewerten<br />

Ein passendes Objekt entdeckt? Dann sollte<br />

in jedem Fall eine Besichtigung vereinbart<br />

werden, am besten in Begleitung einer<br />

Fachperson. Denn nicht immer entspricht<br />

der geforderte Preis auch dem tatsächlichen<br />

Wert der Wunschimmobilie.<br />

Eine Bewertung schützt vor bösen Überraschungen.<br />

So oder so ist es wichtig, sich<br />

ein umfassendes Bild zu machen und<br />

sämtliche Unterlagen zur Immobilie einzufordern.<br />

Dazu gehören Grundrisspläne,<br />

ein aktueller Grundbuchauszug oder eine<br />

der Liste der getätigten Renovationen.<br />

5. Passende Hypothek finden<br />

Die beste Lösung hängt von individuellen<br />

Bedürfnissen und finanziellen Voraussetzungen<br />

ab. Junge Familien streben oft<br />

nach Stabilität und wählen einen festen<br />

Zinssatz über eine lange Laufzeit. Wer<br />

<strong>vsao</strong> /asmac <strong>Journal</strong> 4/22 45


mediservice<br />

Was können<br />

Online-Portale<br />

und Apps?<br />

Die Möglichkeit, seine Versicherungspolice online zu verwalten<br />

und Rechnungen ins Kundenportal hochzuladen, existiert bei einigen<br />

Krankenversicherern schon seit weit über zehn Jahren. Aber erst<br />

die Corona-Pandemie sorgte dafür, dass die Versicherten das Angebot<br />

derart intensiv nutzten.<br />

Stephan Fischer, Chefredaktor Visana-Kundenmagazine<br />

Die Vision des papierlosen Büros<br />

wird schon seit einigen<br />

Jahrzehnten propagiert. Realität<br />

geworden ist es trotzdem<br />

noch nicht – und wird es auch nicht so<br />

schnell. Aber wir sind auf einem guten<br />

Weg, den Papierverbrauch – zu Hause<br />

und im Büro – weiter massiv zu reduzieren.<br />

Digitalisierung sei Dank. Dabei darf<br />

nicht vergessen gehen, dass die Digitalisierung<br />

kein Selbstläufer ist, sie muss aktiv<br />

vorangetrieben werden. Sinnvoll ist sie<br />

nur dort, wo sie Mehrwerte für die Versicherten<br />

schafft und sie auch sichtbar<br />

macht.<br />

Zeit und Geld sparen – aber nicht nur<br />

Den Papierverbrauch spürbar zu reduzieren<br />

und damit die Umwelt zu schonen, ist<br />

unbestritten ökologisch sinnvoll. Dies bieten<br />

Online-Kundenportale in Kombination<br />

mit einer App. Keine Briefe mehr verschicken<br />

spart Zeit und Portokosten. In<br />

Zeiten von Corona ging es indes um etwas,<br />

das für viele noch wichtiger war: den<br />

Schutz der Gesundheit – der eigenen und<br />

derjenigen der Mitmenschen.<br />

Pandemie beschleunigt<br />

Digitalisierung<br />

Warum persönlich in eine Geschäftsstelle<br />

gehen und sich einem gesundheitlichen<br />

Risiko aussetzen, wenn sich Belege be­<br />

Bilder: zvg<br />

46<br />

4/22 <strong>vsao</strong> /asmac <strong>Journal</strong>


mediservice<br />

quem mit dem Smartphone einscannen<br />

und der Krankenkasse mit ein paar wenigen<br />

Klicks übermitteln lassen? Die Pandemie<br />

hat den Krankenkassen einen gewaltigen<br />

Digitalisierungsschub verliehen. Die<br />

meisten haben ihre Online-Portale und<br />

Apps während der letzten beiden Jahre<br />

weiterentwickelt und um neue Funktionen<br />

erweitert. Und der Serviceausbau<br />

wird weitergehen, denn kaum jemand will<br />

auch nach Corona auf liebgewonnene<br />

praktische Funktionen verzichten.<br />

Das können Sie dank Online-<br />

Kunden portalen* und Apps*<br />

––<br />

Leistungsabrechnungen, Prämienrechnungen<br />

oder Policen der ganzen Familie<br />

jederzeit einsehen<br />

––<br />

Rechnungen per App einscannen und<br />

übermitteln<br />

––<br />

Versicherungskarten hinterlegen und<br />

beim Arztbesuch stets griffbereit haben<br />

––<br />

Status von Franchise und Selbstbehalt<br />

überprüfen<br />

––<br />

Franchise ändern<br />

––<br />

Kundendienst via verschlüsselte Kanäle<br />

(E-Mail, Chat) kontaktieren<br />

––<br />

Von Gesundheitsberatung, Tipps und<br />

Checklisten profitieren<br />

––<br />

Rechnungen kontrollieren und mit Tarmed-Rechner<br />

übersetzen lassen<br />

––<br />

Chatten mit medizinischen Fachleuten<br />

––<br />

Symptomchecker zurate ziehen bei Beschwerden<br />

––<br />

Mit Deckungscheck überprüfen, ob und<br />

welche Leistungen bezahlt werden<br />

––<br />

Impfausweise hinterlegen<br />

––<br />

An Bonusprogrammen teilnehmen und<br />

Geld verdienen usw.<br />

*Nicht jede Krankenkasse bietet alle Funktonen an.<br />

Visana-App – Silber<br />

beim SIQT-App-Award<br />

2021<br />

Das Schweizer<br />

Institut für Qualitätstests<br />

(SIQT)<br />

prüfte 2021 die<br />

Smartphone-Apps<br />

verschiedener<br />

Branchen bezüglich<br />

Kundenzufriedenheit.<br />

Mehr als 63 000 Kundinnen und Kunden<br />

gaben ihre Meinung ab. Wichtigste<br />

Kriterien: Neben einer hohen Funktionalität<br />

und Zuverlässigkeit sollte die<br />

perfekte Smartphone-App auch benutzerfreundlich<br />

und optisch ansprechend<br />

gestaltet sein.<br />

In der Branche Krankenversicherung<br />

nahm die Visana-App beim Vergleich<br />

von insgesamt 17 Apps in dieser Kategorie<br />

teil. Dabei erreichte sie mit 7,24<br />

von möglichen 10 Punkten ein tolles<br />

Resultat und sicherte sich so den<br />

hervorragenden Silberplatz.<br />

Exklusive Prämienrabatte<br />

auf die Zusatzversicherungen<br />

Dank der Partnerschaft zwischen<br />

mediservice <strong>vsao</strong>-asmac und Visana<br />

erhalten Sie und alle Mitglieder in<br />

Ihrem Haushalt 15 Prozent Kollektivrabatt<br />

auf die Spitalzusatzversicherung<br />

von Visana.<br />

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30 Franken. Gerne beraten wir Sie in<br />

einer Visana-Agentur oder bei Ihnen<br />

zu Hause. Hier können Sie uns<br />

erreichen:<br />

Visana Services AG<br />

Weltpoststrasse 19<br />

3000 Bern 16<br />

Telefon 0848 848 899<br />

www.visana.ch/hk/ms-<strong>vsao</strong><br />

www.visana.ch/myvisana<br />

www.visana.ch/app<br />

<strong>vsao</strong> /asmac <strong>Journal</strong> 4/22 47


mediservice<br />

Kochen für Gaumen und Gesundheit<br />

Kühles<br />

für heisse Tage<br />

Martina Novak, Fachspezialistin SWICA Unternehmenskommunikation<br />

Bilder: zvg; Adobe Stock<br />

48<br />

4/22 <strong>vsao</strong> /asmac <strong>Journal</strong>


mediservice<br />

Kalte Kopfsalatsuppe<br />

Rezept für 4 Personen<br />

Zutaten<br />

Knäckebrot<br />

125 g Roggenmehl<br />

125 g Weissmehl<br />

2,5 g Salz<br />

125 ml Wasser<br />

10 g Leinsamen<br />

Kopfsalatsuppe<br />

400 g Kopfsalat<br />

50 g Spinat<br />

150 g Salatgurke<br />

1 kleine Knoblauchzehe<br />

1 Schalotte<br />

200 ml Gemüsefond<br />

120 ml Sonnenblumenöl<br />

10 g Crème fraîche<br />

Salz und Pfeffer zum Würzen<br />

Und so wirds gemacht<br />

Für das Knäckebrot<br />

Roggenmehl, Weissmehl, Salz, Leinsamen<br />

und Wasser in einer Schüssel zu einem<br />

glatten Teig vermengen und 30 Minuten<br />

ruhenlassen. Sehr dünn auswallen, in<br />

eine beliebige Form schneiden und<br />

auf ein Backblech legen. Bei 180° C ohne<br />

Umluft etwa 45 Minuten backen.<br />

Für die Kopfsalatsuppe<br />

Den Kopfsalat blanchieren. Gurke, Schalotte<br />

und Knoblauch in Würfel schneiden<br />

und anschliessend mit dem Gemüsefond,<br />

dem Spinat und dem Kopfsalat im Mixer<br />

pürieren. Öl und Crème fraîche beigeben,<br />

nochmals mixen, abschmecken und<br />

kühl stellen.<br />

Mehrfache<br />

Prämien rabatte<br />

Als Mitglied von mediservice <strong>vsao</strong>asmac<br />

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Tomatensalsa<br />

300 g Tomaten<br />

5 g Knoblauch<br />

10 g Zwiebeln<br />

50 ml Olivenöl<br />

Basilikum<br />

Salz und Pfeffer zum Würzen<br />

Für die Tomatensalsa<br />

Tomaten vierteln, vom Kerngehäuse<br />

befreien und in kleine Würfel schneiden.<br />

Knoblauch und Zwiebeln fein hacken.<br />

Die Zutaten mit dem Öl vermischen und<br />

würzen. Am Schluss das Basilikum in<br />

Streifen schneiden und beigeben.<br />

Mayonnaise<br />

50 g Petersilie<br />

1 Eigelb<br />

80 ml Rapsöl<br />

1 TL Kressi-Essig (Kräuteressig)<br />

1 TL Senf<br />

Salz und Pfeffer zum Würzen<br />

Für die Mayonnaise<br />

Eigelb mit dem Senf und dem Essig in<br />

einen zylinderförmigen Behälter geben.<br />

Nach und nach das Öl beigeben und<br />

mit dem Stabmixer zu einer homogenen<br />

Masse mischen. Petersilie fein hacken<br />

und zu der fertig gewürzten Mayonnaise<br />

geben.<br />

Tipp<br />

Am besten die Suppe vor dem Servieren<br />

nochmals pürieren.<br />

Die Gesundheitsorganisation SWICA ist Sponsorin der Schweizer Kochnationalmannschaft,<br />

aus deren Repertoire dieses Rezept stammt.<br />

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Impressum<br />

Kontaktadressen der Sektionen<br />

<strong>Nr</strong>. 4 • 41. Jahrgang • <strong>August</strong> <strong>2022</strong><br />

Herausgeber/Verlag<br />

AG<br />

VSAO Sektion Aargau, Geschäftsstelle: lic. iur. Eric Vultier,<br />

Auf der Mauer 2, 8001 Zürich, vultier@schai-vultier.ch,<br />

Tel. 044 250 43 23, Fax 044 250 43 20<br />

mediservice <strong>vsao</strong>-asmac<br />

Bollwerk 10, Postfach, 3001 Bern<br />

Telefon 031 350 44 88<br />

journal@<strong>vsao</strong>.ch, journal@asmac.ch<br />

www.<strong>vsao</strong>.ch, www.asmac.ch<br />

Im Auftrag des <strong>vsao</strong><br />

Redaktion<br />

Catherine Aeschbacher (Chefredaktorin),<br />

Kerstin Jost, Fabian Kraxner, Bianca Molnar,<br />

Patricia Palten, Léo Pavlopoulos, Lukas<br />

Staub, Anna Wang<br />

Geschäfts ausschuss <strong>vsao</strong><br />

Angelo Barrile (Präsident), Nora Bienz<br />

(Vizepräsidentin), Severin Baerlocher,<br />

Christoph Bosshard (Gast), Marius Grädel,<br />

Patrizia Kündig, Richard Mansky,<br />

Gert Printzen, Svenja Ravioli, Patrizia Rölli,<br />

Martin Sailer, Jana Siroka, Clara Ehrenzeller<br />

(swimsa)<br />

Druck, Herstellung und Versand<br />

Stämpfli AG, Kommunikationsunternehmen,<br />

Wölflistrasse 1, 3001 Bern<br />

Telefon +41 31 300 66 66<br />

info@staempfli.com, www.staempfli.com<br />

BL/BS<br />

VSAO Sektion beider Basel, Geschäftsleiterin und Sekretariat:<br />

lic. iur. Claudia von Wartburg, Advokatin, Hauptstrasse 104,<br />

4102 Binningen, Tel. 061 421 05 95, Fax 061 421 25 60,<br />

sekretariat@<strong>vsao</strong>-basel.ch, www.<strong>vsao</strong>-basel.ch<br />

BE VSAO Sektion Bern, Schwarztorstrasse 7, 3007 Bern, Tel. 031 381 39 39,<br />

info@<strong>vsao</strong>-bern.ch, www.<strong>vsao</strong>-bern.ch<br />

FR<br />

ASMAC Sektion Freiburg, Gabriela Kaufmann-Hostettler,<br />

Wattenwylweg 21, 3006 Bern, Tel. 031 332 41 10, Fax 031 332 41 12,<br />

info@gkaufmann.ch<br />

GE Associations des Médecins d’Institutions de Genève, Postfach 23,<br />

Rue Gabrielle-Perret-Gentil 4, 1211 Genf 14, amig@amig.ch, www.amig.ch<br />

GR<br />

JU<br />

NE<br />

VSAO Sektion Graubünden, 7000 Chur, Samuel B. Nadig, lic. iur. HSG,<br />

RA Geschäftsführer/Sektionsjurist, Tel. 081 256 55 55, info@<strong>vsao</strong>-gr.ch,<br />

www.<strong>vsao</strong>-gr.ch<br />

ASMAC Jura, 6, chemin des Fontaines, 2800 Delémont,<br />

marie.maulini@h-ju.ch<br />

ASMAC Sektion Neuenburg, Joël Vuilleumier, Jurist,<br />

Rue du Musée 6, Postfach 2247, 2001 Neuenburg,<br />

Tel. 032 725 10 11, vuilleumier@valegal.ch<br />

SG/AI/AR VSAO Sektion St. Gallen-Appenzell, Bettina Surber, Oberer Graben 44,<br />

9000 St. Gallen, Tel. 071 228 41 11, Fax 071 228 41 12,<br />

Surber@anwaelte44.ch<br />

Layout<br />

Oliver Graf<br />

Titelillustration<br />

Stephan Schmitz<br />

Inserate<br />

Zürichsee Werbe AG, Fachmedien,<br />

Markus Haas, Laubisrütistrasse 44, 8712 Stäfa<br />

Telefon 044 928 56 53<br />

E-Mail <strong>vsao</strong>@fachmedien.ch<br />

SO<br />

TI<br />

TG<br />

VSAO Sektion Solothurn, Geschäftsstelle: lic. iur. Eric Vultier,<br />

Auf der Mauer 2, 8001 Zürich, vultier@schai-vultier.ch,<br />

Tel. 044 250 43 23, Fax 044 250 43 20<br />

ASMAC Ticino, Via Cantonale 8-Stabile Qi, 6805 Mezzovico-Vira,<br />

segretariato@asmact.ch<br />

VSAO Sektion Thurgau, Geschäftsstelle: lic. iur. Eric Vultier,<br />

Auf der Mauer 2, 8001 Zürich, vultier@schai-vultier.ch,<br />

Tel. 044 250 43 23, Fax 044 250 43 20<br />

Auflagen<br />

Druckauflage: 21 800 Expl.<br />

WEMF/KS-Beglaubigung 2021: 21 778 Expl.<br />

Erscheinungshäufigkeit: 6 Hefte pro Jahr.<br />

Für <strong>vsao</strong>-Mitglieder im Jahresbeitrag<br />

inbegriffen.<br />

ISSN 1422-2086<br />

Ausgabe <strong>Nr</strong>. 5/<strong>2022</strong> erscheint im<br />

Oktober <strong>2022</strong>. Thema: Form<br />

© <strong>2022</strong> by <strong>vsao</strong>, 3001 Bern<br />

Printed in Switzerland<br />

VD<br />

VS<br />

ASMAV, case postale 9, 1011 Lausanne-CHUV,<br />

asmav@asmav.ch, www.asmav.ch<br />

ASMAVal, p.a. Maître Valentine Gétaz Kunz,<br />

Ruelle du Temple 4, CP 20, 1096 Cully, contact@asmaval.ch<br />

Zentralschweiz (LU, ZG, SZ, GL, OW, NW, UR)<br />

VSAO Sektion Zentralschweiz, Geschäftsstelle: lic. iur. Eric Vultier,<br />

Auf der Mauer 2, 8001 Zürich, vultier@schai-vultier.ch,<br />

Tel. 044 250 43 23, Fax 044 250 43 20<br />

ZH/SH<br />

VSAO ZH/SH, RA lic. iur. Susanne Hasse,<br />

Geschäftsführerin, Nordstrasse 15, 8006 Zürich, Tel. 044 941 46 78,<br />

susanne.hasse@<strong>vsao</strong>-zh.ch, www.<strong>vsao</strong>-zh.ch<br />

Publikation<strong>2022</strong><br />

FOKUSSIERT<br />

KOMPETENT<br />

TRANSPARENT<br />

Gütesiegel Q-Publikation<br />

des Verbandes Schweizer Medien<br />

50<br />

4/22 <strong>vsao</strong> /asmac <strong>Journal</strong>


Privat<br />

Hausrat<br />

Privathaftpflicht<br />

Rechtsschutz<br />

Gebäude<br />

Wertsachen / Kunst<br />

Motorfahrzeug<br />

Ausland / Expat<br />

Reise / Assistance<br />

Krankenkasse<br />

Taggeld<br />

Unfall<br />

Leben<br />

Stellenunterbruch<br />

Beruf<br />

Arztpraxis<br />

Gebäude<br />

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Rechtsschutz<br />

Cyber<br />

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– Swica<br />

– Versicherung der Schweizer Ärzte<br />

Genossenschaft<br />

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haftet Ihre Fahrzeugversicherung. Daneben bezahlt MediDRIVE die Reinigung Ihres Autos, sollte diese nach einem Einsatz nötig sein.<br />

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Sie wissen, was die Folgen eines Verkehrsunfalles sein können. Vorsichtig fahren lohnt sich deshalb doppelt: das bringt Ihnen ganz konkrete<br />

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• Bonusschutz bei Dienstfahrten<br />

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