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NRW KULTURsekretariat_Bericht 2020-2021

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NRW KULTURsekretariat

Bericht

2020/2021


Grußwort

2

Das NRW KULTURsekretariat

3

Kulturstrolche

20

Next Level – Festival

for Games

36

Nach dem Beaufsichtigen

der Maschinen

54

Bielefeld

Team

4

Musikkulturen

22

TANZweb NRW

40

Fonds Neues

Musiktheater

56

Münster

Impulse Theater

Festival

5

Klanglandschaften

25

Digitale Performance

42

Internationales

Besucherprogramm

58

Krefeld

Moers

Duisburg

Gelsenkirchen

Oberhausen

Essen

Mülheim/Ruhr

Recklinghausen

Dortmund

Bochum

Hagen

FAVORITEN:

Artist Summit

8

NOperas! /feXm

10

Soundtrips NRW

26

popNRW-Preis

28

Werkproben

44

Literarischer Sommer /

Literaire Zomer

46

Neue Wege

60

Europäische Netzwerke

62

Corona und die Folgen

63

Neuss

Düsseldorf

Wuppertal

Mönchengladbach

Solingen

Tanzrecherche NRW

14

CityARTists

30

Kooperierte Projekte

48

Das NRWKS im Netz

64

Aachen

Köln

Bonn

Landschaftsverband Rheinland

PerformAktiv

16

Interkultur und

Diversität

32

Stadtviertel-

Förderung

50

Unsere Arbeit

in Zahlen

68

Die Kulturdezernate

der Mitgliedsstädte

70

Kindertheater des

Monats / Junges Theater

18

Kultur der | Freiheit |

der Kultur

34

1700 Jahre jüdisches

Leben in Deutschland

52

Die Kulturämter

und -büros der

Mitgliedsstädte

71


Das NRW KULTURsekretariat (NRWKS)

– 2/3 – – 2020/21 –

Grußwort

Vor zwei Jahren war an dieser Stelle, wie konnte es

anders sein, von der Pandemie die Rede und von den erwartbaren

Einschnitten in den öffentlichen Haushalten.

Aktuell zeichnen sich in unseren Städten massive

Einbrüche ab, als Folge der Pandemie und nun

auch des Krieges. Weitere enorme Herausforderungen

werden also den pandemischen Ausnahmejahren

2020/21 folgen.

Was wir in dieser Zeit gefördert bzw. veranstaltet

haben und wie das geschah, können Sie diesem

Bericht entnehmen. Den Umständen zum Trotz konnten

wir, auch mit Unterstützung der zuständigen Bezirksregierung,

eine Reihe von Vorhaben ermöglichen und

viele Kulturakteur:innen unterstützen. Vor dem Hintergrund,

dass vor allem das Land NRW Erhebliches

ermöglicht hat, damit die größten wirtschaftlichen

Schwierigkeiten für Kulturschaffende und Institutionen

abgewendet werden können, durften wir selbst dann

viele unserer Mittel vergeben und so einen Beitrag zur

Sicherung der Kulturszene leisten, als das meiste nicht

mehr stattfinden konnte. Gleichzeitig haben wir weitere

Förderlinien entwickelt, mit dem Blick über die Pandemie

hinaus und in der Gewissheit, dass vieles nicht so

bleiben wird, wie es war.

Den Veränderungen wollen und müssen wir

uns stellen, und Impulse aus der Krise gewinnen. Nur

ein Beispiel: die oft vernachlässigte Digitalität in den

Künsten, die wir – besonders mit dem »Next Level –

Festival for Games« – bereits seit vielen Jahren in den

Mittelpunkt gestellt haben. So haben wir 2020 der

langjährigen Förderlinie »Digitale Performance« neuerdings

die För derung von ausgewiesenen Konzepten

einer »Digitalen Dramaturgie« an die Seite gestellt,

damit sich Performance und Theater mehr als bisher

künstlerisch mit der Digitalität ausein andersetzen.

Aber auch ins »Internationale Besucherprogramm« hat

mit »ToGather« die Digitalität verstärkt Einzug gehalten,

unserer zukunftsweisenden virtuellen Plattform

für internationalen Austausch. Das ersetzt keine Reisen,

aber ermöglicht die nachhaltige Kommuni kation

vor und im Anschluss an die unverzichtbare direkte

Begegnung.

Die ökologische Seite der Nachhaltigkeit ist seit

2021 ein Schwerpunkt thema. Seit längerem schon nehmen

wir gesellschaftliche Veränderungen, manchmal

auch Verwerfungen, in den Blick, ausgewiesen durch

das Programm »Kultur der | Freiheit | der Kultur«, u.a.

mit der Diskursreihe »Was heißt hier: WIR?« und vor

allem mit dem Vorantreiben des bereits 2016 durch das

NRWKS etab lierten Runden Tisches Diversität.

Vieles ist unsicher geworden, und doch ist klar:

Wir werden auch zukünftig mit Mut und Leidenschaft

kommunal arbeiten, regional vernetzen und international

kooperieren, gemäß dem alten Satz »Act local, think

global«. Jetzt, wo knappe Kassen und das Problem des

gesellschaftlichen Zusammenhalts unser Handeln und

Planen prägen werden, bekommen Koope ra tion und

Weitsicht neue Dringlichkeit. Wir bleiben selbstverständlich

dran, gemeinsam mit unseren Partner:innen,

in NRW und darüber hinaus.

Gemeinsam mit den Kolleg:innen im NRWKS

wünsche ich Ihnen nun viele Einsichten bei der Lektüre!

Dr. Christian Esch

Direktor

Wuppertal, Juli 2022

Das NRW KULTURsekretariat (NRWKS) ist eine öffentlich-rechtliche

Kulturförderinitiative der theater- und

orchestertragenden Städte und eines Landschaftsverbands

in Nordrhein-Westfalen.

Gemeinsam mit den 21 Städten und einem Landschaftsverband

sowie weiteren kommunalen, überregionalen

und internationalen Kulturpartner:innen

initiiert, fördert und organisiert das NRWKS, getragen

durch die Stadt Wuppertal, eine Vielzahl von Programmen,

Projekten und Veranstaltungen in den Bereichen

Theater, Musik, Bildende Kunst, Literatur und Tanz –

oft spartenübergreifend und experimentell.

Schwerpunkte liegen auf der internationalen

und digitalen Kultur sowie den Themen Diversität und

Interkultur. Kooperativ, dialogisch und partizipativ

verbindet das NRWKS Akteur:innen und Multiplikator:innen

aus allen Kulturfeldern, setzt Impulse in

kulturpolitischen Diskursen und beteiligt sich darüber

hinaus an der Initiative »DIE VIELEN« für die zunehmend

bedrohte Freiheit der Kunst.

HAND IN HAND MIT DEM LAND

Im Rahmen seiner internationalen Aktivitäten koordiniert

das NRWKS in enger Abstimmung mit dem

Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes

NRW das »Internationale Besucherprogramm«.

Ebenfalls in Kooperation mit dem Kulturministerium

NRW steuert das NRWKS seit Ende 2018 die

Profilförderung »Neue Wege« für kommunale Theater

und Orchester in NRW.

Darüber hinaus stellt das Kulturministerium

NRW dem NRWKS jährlich Sondermittel für den

»Fonds Neues Musiktheater« zur Verfügung.

STRUKTUR, FINANZIERUNG

UND FÖRDERUNG

Das NRWKS besteht aus einem Team fester und freier

Mitarbeiter:innen, das die Programmarbeit in enger

Kooperation mit den einzelnen Kulturpartner:innen

organisiert und koordiniert. Vorsitzende des NRWKS

ist Dr. Christiane Zangs (Beigeordnete für Schule,

Bildung und Kultur der Stadt Neuss); den stellvertretenden

Vorsitz hat Jörg Stüdemann (Stadtdirektor

der Stadt Dortmund) inne. Direktor ist seit 2004

Dr. Christian Esch.

Gelenkt wird die Arbeit durch die Gremien Arbeitsausschuss

und Vollversammlung. Darüber hinaus

gibt es einen regelmäßigen Programmausschuss auf der

Arbeitsebene der beteiligten Kommunen. Zahlreiche

Programme und Projekte werden in Beiräten, Jurys

und Kuratorien beraten und entschieden.

Die Projektmittel werden vom Land NRW zur

Verfügung gestellt, aber programmbezogen auch von

Stiftungen und anderen Förderern auf Landes- und

Bundesebene beigesteuert.

Finanziert wird die Institution NRWKS von

ihren Mitgliedsstädten. Der Jahresbeitrag wurde auf

Beschluss der Vollversammlung seit 2019 schrittweise

angehoben und liegt seit 2021 bei 26.000 Euro. Neben

dem Landschaftsverband Rheinland waren in diesem

Zeitraum beteiligt: Aachen, Bielefeld, Bochum, Bonn,

Dortmund, Düsseldorf, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen,

Hagen, Köln, Krefeld, Mönchengladbach, Moers,

Mülheim an der Ruhr, Münster, Neuss, Oberhausen,

Recklinghausen, Solingen und Wuppertal.

Gefördert wird im Rahmen eines jährlich von

der Vollversammlung der Mitgliedsstädte verabschiedeten

Programms. Eine Förderung durch das NRWKS

ist nur im Rahmen seiner Förderprogramme möglich

und steht dabei ausschließlich Kulturakteur:innen in

den Mitgliedsstädten offen.


Tea m

Impulse Theater Festival

– 4/5 – – 2020/21 –

MITARBEITER:INNEN

NRWKS 2020/2021

Christina Dath: Verwaltungsleiterin

Dr. Christian Esch: Direktor

Martin Maruschka: Referent

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Annette Schlichter: Assistentin

des Direktors

Henrike Ströh: Mitarbeiterin

Direktion und Verwaltung

Christiana van Osenbrüggen:

Verwaltungsleiterin (Elternzeitvertretung

von April 2020 bis

Juni 2021)

Stephanie Vernholz: Sachbearbeiterin

Fonds Neues Musiktheater

Dorota Zaccato: Sachbearbeiterin

Verwaltung (seit April 2020)

MITARBEITER:INNEN

IMPULSE THEATER

FESTIVAL 2020/2021

Armin Leoni: Produktions leiter

Haiko Pfost: Künstlerischer Leiter

Wilma Renfordt: Dramaturgin

MITARBEITER:INNEN

INTERNATIONALES

BESUCHERPROGRAMM

2020/2021

Anna-Lisa Langhoff: Projektmanagerin

(bis März 2021)

Eva Lenhardt: Projektmanagerin

(Elternzeitvertretung bis

November 2020 / seit März 2021)

Carolin Ritter: Sachbearbeiterin /

Projektmanagerin

MITARBEITER:INNEN

NEUE WEGE 2020/2021

Dr. Christoph Benjamin Schulz:

Projektmanager

Stephanie Vernholz:

Sachbearbeiterin

FREIE MITARBEIT

2020/2021

Rose Berge: Produktion

Next Level – Festival for Games

Lena Busse: Social Media NOperas!

(bis Dezember 2021) / Internationales

Besucherprogramm

(seit November 2020) / Social

Media Nach dem Beaufsichtigen

der Maschinen (von August

bis November 2020) /

Projekt mitarbeit Impulse Theater

Festival 2021

Jasmin Dorner: Projektmitarbeit

Internationales Besucherprogramm

(bis Juni 2021)

Andrea Drabben: Projektmanagement

Konferenz KFK (von Juli

bis September 2020)

Theresa Heußen: Produktionsleitungsassistenz

Impulse Theater

Festival / Projektmitarbeit Internationales

Besucherprogramm

(bis April 2020)

Stefanie Hillmann: Sachbearbeitung

Verwaltung

(bis November 2020)

Milica Jojevic: Social Media Internationales

Besucherprogramm

(bis Oktober 2020)

Sina Langner: Kommunikation

Impulse Theater Festival

Susanne Lenz: Internetredaktion

Florian Malzacher: Künstlerische

Leitung Nach dem Beaufsichtigen

der Maschinen (bis Dezember 2020)

Bettina Maurer: Projektmanagement

Kindertheater des Monats +

Junges Theater

Linn Meissner: Projektmanagement

popNRW-Preis

Mara Nedelcu: Produktionsleitung

Nach dem Beaufsichtigen der

Maschinen (bis Oktober 2020) /

Projektmanagement Tanzrecherche

NRW (seit Februar 2021)

Anas Ouriaghli: Projektmitarbeit

KFK / Was heißt hier: WIR?

(von August bis Dezember 2021)

Sabrina Pompe: Bestandsaufnahme

zu Residenzprogrammen in NRW

(von Mai bis August und November

bis Dezember 2020)

Roland Quitt: Dramaturgie Fonds

Experimentelles Musiktheater /

NOperas!

Celia-Maria Schmidt: Projektmitarbeit

Internationales Besucherprogramm

(seit September 2021)

Lisa-Carolin Schubert: Social Media

NRWKS / Social Media Neue Wege

(seit April 2021) /

Elisa Schulze: Projektmanagement /

Produktionsleitung Next Level –

Festival for Games

Christiana van Osenbrüggen:

Europäische Netzwerke

(seit Oktober 2021)

Rita Viehoff: Projektmanagement

Musikkulturen

Anna Wassenberg: Studentische

Mitarbeit Verwaltung

(seit Dezember 2021)

Christian Watty: Projektmanagement

Tanzrecherche NRW

(bis Dezember 2020)

Die wichtigste Plattform

für das Freie Theater

im deutschsprachigen Raum

– 1 –

Das »Impulse Theater Festival« des NRWKS ist seit

Jahrzehnten die wichtigste Plattform für das Freie

Theater im deutschsprachigen Raum. Viele der Talente,

die in den letzten Jahren das deutschsprachige Theater

belebt haben wie René Pollesch, Rimini Protokoll, She

She Pop oder Roger Vontobel, waren bei den »Impulsen«

zu sehen und wurden dort von der Theaterszene und

der Presse entdeckt.

Mit der Festivalausgabe 2018 hat der Kurator,

Dramaturg und Theaterwissenschaftler Haiko Pfost die

künstlerische Leitung der »Impulse« übernommen. Das

von ihm eingeführte Konzept der jährlich zwischen den

Partnerstädten rotierenden Schwerpunkte »Showcase«,

»Stadtprojekt« und »Akademie« wird seitdem erfolgreich

weiterentwickelt. Im November 2019 wurde der

Vertrag von Pfost für drei weitere Ausgaben bis zunächst

2023 verlängert. Als Folge der coronabedingten

Verschiebungen 2020 hat die Vollversammlung des

NRWKS im Herbst 2021 beschlossen, seinen Vertrag

bis 2024 laufen zu lassen und damit einen neuen

kompletten Dreijahreszyklus unter seiner Führung zu

ermöglichen.

Beide Festivalausgaben 2020 und 2021 wurden

veranstaltet und gefördert vom NRWKS, gemeinsam

mit den Städten Düsseldorf, Köln und Mülheim an

der Ruhr, in Kooperation mit dem FFT Düsseldorf,

der studiobühneköln und dem Ringlokschuppen

Ruhr. Maßgebliche Förderer waren das Ministerium

für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW sowie

die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und

Medien, die Kunststiftung NRW und die Stadtsparkasse

KölnBonn. Unter dem Vorsitz des NRWKS tagt

überdies regelmäßig ein Kuratorium aus Theaterschaffenden

und Kulturakteur:innen.

IMPULSE 2020

Die Festivalausgabe 2020 war besonders schwer von

den Folgen der Corona-Pandemie betroffen. So musste

das Festival Ende April als analoge Veranstaltung in

seiner bisherigen Form abgesagt und partiell in den

– 1 –

Impulse-Akademie

2020, © Robin

Junicke


– 6/7 – – D/K/MH –

2020/21 –

digitalen Raum verschoben werden. Angesichts der

enormen Planungsunsicherheiten und der Kürze der

verbleibenden Vorbereitungszeit waren die Herausforderungen

entsprechend groß – ging es doch darum,

im Netz vom 4. bis 14.6. nur diejenigen Arbeiten zu

präsentieren, die als angepasste Versionen ihr volles

Potenzial auch unter den besonderen Bedingungen der

Digitalität entfalten konnten. So hat Magda Korsinsky

ihre Arbeit »Stricken, die Installation« für das Internet

neu abgefilmt. »Lob des Vergessens« von Oliver Zahn

wurde als immersive Desktop-Performance fortgesetzt.

Beim »Telefon-Kanon« haben She She Pop Erinnerungen

Programm: Wie haben sich durch die Corona-Pandemie

bereits bestehende Klassenunterschiede verschärft?

Wo sind sie unübersehbar geworden?

Alle Programmpunkte der Online-Ausgabe waren

für Besucher:innen kostenfrei zugänglich. Insgesamt

3.512 Besucher:innen nutzten das Online- Programm dieser

Festivalausgabe, allein an den vier Akademie-Tagen

nahmen 421 Besucher:innen teil.

AUSSCHREIBUNG UND PUBLIKATION

Im Juli 2020 hat das Festival fünf Projektentwicklungen

zur Erarbeitung innovativer künstlerischer Archive im

interdisziplinären/intermedialen Spannungsfeld analoger

und digitaler Formate ausgeschrieben. Adressiert

waren Künstler:innen und/oder Kollektive aus dem Feld

der Freien darstellende Künste mit Arbeitsschwerpunkt

in NRW. Die Projekte wurden im Herbst mit jeweils

10.000 Euro prämiert und im Rahmen einer Akademie

bei den »Impulsen« 2021 vorgestellt.

Parallel zu den Ereignissen der Corona-Krise

wurde die Publikation »Lernen aus dem Lockdown –

Nachdenken über Freies Theater« konzipiert und im

Oktober 2020 im Alexander Verlag Berlin veröffentlicht.

aus 30 Jahren »Impulse Theater Festival« mit den Anrufer:innen

geteilt und »Es ist zu spät« von internil wurde

für die »Impulse« zu einem interaktiven, multi-perspektivischen

Live-Ereignis auf YouTube umgebaut.

Im Rahmen einer Akademie zum Thema »Herkunft

und Freies Theater« haben sich viele der Vortragenden

schnell den Umständen angepasst und ein

viertägiges, virtuelles Vortrags- und Diskussionsprogramm

rund um soziale Fragen auf die Beine gestellt.

Verhandelt wurde der Einfluss sozialer Herkunft auf

Personal, Programm und Publikum der Freien Szene.

Dabei standen auch ganz aktuelle Fragen auf dem

– 2 –

– 2 –

»Takdir. Die

Anerkennung«,

2021 in Köln,

© Robin Junicke

Der medial vielbeachtete Band versammelt Beiträge

von Akteur:innen der Freien Szene und der Kulturpolitik

über die Erkenntnisse, Ideen und Forderungen,

zu denen die Corona-Krise sie geführt hat. Die Texte

stammen von Jörg Albrecht, Michael Annoff / Nuray

Demir, Holger Bergmann, Daniela Dröscher, Christian

Esch, Joy Kristin Kalu, Sonja Laaser, Mbene Mbunga

Mwambene, Meine Damen und Herren, Boris Nikitin,

Sibylle Peters, Anja Quickert, Sahar Rahimi, Felizitas

Stilleke, Arne Vogelgesang, Stefanie Wenner u. a.

IMPULSE 2021

Auch die Impulse 2021 waren stark durch Corona

geprägt. Zunächst hatten die Festivalmacher:innen

eine fast gänzlich digitale Ausgabe geplant, konnten

innerhalb kürzester Zeit aber auf die Lockerungen der

Corona-Beschränkungen reagieren und zu zahlreichen

Veranstaltungen vom 2. bis 13.6. doch Publikum zulassen.

So fand beispielsweise die Eröffnung der Akademie #1

im kleinen Kreis mit geladenen Gästen statt. Auch zu

den in Köln nur als Live-Stream geplanten »Showcase«-

Beiträgen »Playback« von Joana Tischkau, »Mit Echten

Singen« von Tanja Krone und »Hate Me, Tender. Solo

»Die Kreativität und der unbedingte Wille, mit dem die eingeladenen

Künstlerinnen und Künstler die neuen, Pandemie-sicheren Räume

erobert haben, ist beachtlich […]. Das Impulse Theater Festival zeigt

genau das, was die Freie Theaterszene schon immer ausgemacht hat:

einen souveränen und kreativen Umgang mit Gegebenheiten, die

sich ständig verändern.« WDR 5 / Scala, 2.6.2021

for Future Feminism« von Teresa Vittucci konnte eine

begrenzte Zahl von Zuschauer:innen zugelassen werden.

Akademie #1 widmete sich dem Thema »Geschichte

wird gemacht« und bestand aus künstlerischen

Arbeiten und Skizzen rund um Fragen nach ästhetischen,

inhaltlichen und strukturellen Veränderungen

der Freien Theaterszene in den vergangenen 30 Jahren.

In der Archiv-Location in Düsseldorf konnten die

Besucher:innen die Beiträge der eingeladenen Residenzkünstler:innen

vor Ort erleben. Parallel eröffnete

das Festival auch eine digitale Plattform, auf der nach

wie vor hochkarätige Gesprächsrunden sowie digitale

künstlerische Formate abrufbar sind unter: www.beam

base.de/beambase/impulse-theater-festival/akademie-1.

Im Herbst 2021 waren im Theatermuseum

Düsseldorf Teile des performativen Archivs des Freien

Theaters zu sehen, das im Rahmen dieser Akademie erarbeitet

worden war. Zudem gab die Ausstellung einen

Einblick in 30 Jahre Festivalgeschichte.

Akademie #2 widmete sich mit mehreren sparten

übergreifenden Formaten den Unterschieden in

künstlerischen Prozessen zwischen digitalen und physisch-analogen

Begegnungen und Herangehensweisen.

Dabei wurden, u. a. in einer Konferenz, politische,

soziologische und psychologische Kontexte verhandelt.

Insbesondere mit dem »Stadtprojekt« der Gruppe

Club Real hat das Festival einmal mehr bewiesen, dass

seine Themen die Menschen bewegen: Wochenlang

war die 120 Meter hohe Stahlskulptur in Form einer

Schere, von der die Künstler:innen behaupteten, sie

mitten in die Ruhr bauen zu wollen, Stadtgespräch in

Mülheim an der Ruhr. Zum Festivalabschluss hatte das

Festival bekanntgegeben, dass auch der seit Monaten

in Mülheim aktive Verein Eigentum verpflichtet e. V.

Teil des Stadtprojektes war. Das inhaltliche Zusammenspiel

von vermeintlichem Bauvorhaben und echter

Vereinsarbeit brachte auf diese Art Fragen nach der

Verteilung von Vermögen auf die Agenda einer Stadt,

in der Arm und Reich sehr weit auseinanderliegen.

AUSBLICK 2022– 2024

Mit der Festivalausgabe 2022 hat ein neuer, dreijähriger

Zyklus durch die Städte begonnen, der zugleich mit

höheren Fördersummen gegenüber den Vorjahren ausgestattet

ist. Vor allem fanden die »Impulse« 2022 nach

zwei pandemisch stark eingeschränkten Ausgaben wieder

im analogen Raum statt. Vom 9. bis 19.6. wurden im

Ringlokschuppen Ruhr in Mülheim sowie zusätzlich im

PACT Zollverein in Essen neun herausragende Arbeiten

im »Showcase« gezeigt. In der TanzFaktur Köln und in

Zusammenarbeit mit der studiobühneköln befassten

sich zwei »Akademien« mit dem Thema Sicherheit und

Konfrontation in Theaterräumen sowie mit Kollaborationsformen

von Kunst und Aktivismus in den Freien

darstellenden Künsten. Das »Stadtprojekt« entstand

in Zusammenarbeit mit dem FFT Düsseldorf und der

Künstler:innen-Gruppe God’s Entertainment. Auf einer

Düsseldorfer Brache entwickelte und präsentierte

das Ensemble gemeinsam mit Anwohner:innen Kunstwerke,

die sich mit städtischem Wohnen und Leben in

Zeiten der Immobilienspekulation befassen.

www.impulsefestival.de

www.nrw-kultur.de/impulse

»PERFORMING THE ARCHIVE«:

ARCHIV DES FREIEN THEATERS

Bereits im Jahr 2013 ging vom »Impulse Theater Festival«

und dem NRWKS die Initiative für das Projekt

»Performing the Archive« aus. Im Rahmen einer inzwischen

bundesweiten Initiative wird seitdem ein mobiles

dezentrales Archiv ausgebaut, das sich mit der Geschichte,

Gegenwart und Zukunft des Freien Theaters

auseinandersetzt und als Medium für die angemessene

Sichtbarkeit seiner spezifischen Produktionsweisen,

Dramaturgien und Ästhetiken fungiert. Nach Jahren

maßgeblicher Unterstützung durch das NRWKS in der

Initialphase des Projektes wurde das Hosting Ende 2019

an den Verein zur Initiative für die Archive des Freien

Theaters mit Sitz in Berlin übergeben. Das NRWKS ist

Mitinitiator und Gründungsmitglied des Vereins.

www.theaterarchiv.org

BETEILIGTE

MITGLIEDSSTÄDTE

Düsseldorf, Köln, Mülheim

an der Ruhr

KENNZAHLEN 2020

Sekretariatsmittel: 150.001,25 €

Ergänzungs- und Sondermittel:

411.361,71 €

Kooperationsmittel: 107.952,00 €

KENNZAHLEN 2021

Sekretariatsmittel: 155.018,28 €

Ergänzungs- und Sondermittel:

368.138,29 €

Kooperationsmittel: 163.535,49 €


– 8/9 – – DO/E –

2020/21 –

FAVORITEN:

Artist Summit

Das Festival für die freien

darstellenden Künste in NRW

Alle zwei Jahre im Herbst zeigt das Theaterfestival

»Favoriten« in Dortmund herausragende Produktionen

der frei produzierenden darstellenden Künste

aus NRW. Das seit 1985 bestehende und damit älteste

Festival der freien Theater Deutschlands ist von herausragender

Bedeutung für die freie Theaterlandschaft

NRWs. Das NRWKS kooperiert seit vielen Jahren mit

den »Favoriten« und entwickelt für das Festival jeweils

bedarfsorientierte Programme zur nachhaltigen Entwicklung

der Freien Szene im Land.

Für die Festivalausgabe 2020, die vom 10. bis

20.9. stattfand und erneut unter der künstlerischen

Leitung von Fanti Baum und Olivia Ebert stand, hat

das NRWKS in Kooperation mit den »Favoriten« und

dem NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste einen

mehrtägigen Artist Summit konzipiert. Inspiriert vom

Artist Summit 2018, der während der Tanzplattform in

Essen stattfand, sollte ein Format zum informellen Erfahrungs-

und Ideenaustausch angeboten werden, das

ebenso zur Vernetzung, wie auch als Basis für mögliche

spätere Kooperationen dienen konnte.

– 1 –

Insgesamt 28 Künstler:innen trafen sich schließ lich

vom 6. bis 8.9.2021 im Maschinenhaus in Essen, um

sich in einer produktiven und zwanglosen Atmosphäre

intensiv über zeitgenössische ästhetische Diskurse,

aber auch über Arbeitsbedingungen und Archivierungsfragen

auszutauschen. Die Durchführung lag

beim Landesbüro Freie Darstellende Künste. Alle

eingeladenen Künstler:innen hatten ihren Lebensund/oder

Arbeitsschwerpunkt in NRW und waren zu

einer der beiden »Favoriten«-Ausgaben 2018 und 2020

eingeladen. Einige der Teilnehmer:innen kannten sich

untereinander bereits gut, gleichzeitig kam es auch

zu vielen neuen Begegnungen und Bekanntschaften

unter den Akteur:innen. Von der coronabedingten

Planungsunsicherheit waren letztlich nicht nur die

ursprünglich auf 42 Personen angesetzte Größe des

Teilnehmerfeldes betroffen, sondern auch einige

organisatorische Abläufe. So musste u. a. der für die

Dokumentation vorgesehene südafrikanische Künstler

und Illustrator Abdul Dube sehr kurzfristig absagen, da

er nicht nach Deutschland einreisen konnte. Ein Ersatz

– 3 –

– 2 –

»Das 1985 als ›Theaterzwang‹ gegründete Festival hat längst

alle Disziplin-Grenzen gesprengt.« Ruhr Nachrichten, 23.6.2018

konnte aufgrund der Kürze der verbliebenen Zeit nicht

gefunden werden.

Regelmäßig beteiligt sich das NRWKS außerdem

mit seinem »Internationalen Besucherprogramm«

an den »Favoriten«. Über den Besuch von Aufführungen

und weiteren Formaten des Festivalprogramms hinaus

nehmen die internationalen Gäste regelmäßig auch an

Netzwerktreffen und Gesprächen teil. Erfreulicherweise

konnte auch 2020 einer internationalen Besuchergruppe –

wenngleich aufgrund von Corona auch nur mit eingeschränkter

Beteiligung – die Teilnahme am Festival

ermöglicht werden.

AUSBLICK 2022

Für die nächste Festivalausgabe vom 15. bis 25.9.2022

sowie das Folgejahr wird der Artist Summit-Ansatz

gemeinsam mit dem aktuellen Leitungsteam weiter-

entwickelt. Mit Anne Mahlow, Margo Zālīte und Sina-

Marie Schneller übernimmt für die beiden kommenden

Runden zum ersten Mal ein Dreierteam die künstlerische

Leitung. Unter dem Motto »(Un)Learning for possible

Futures – There can be no return to normal because

normal was the problem in the first place« regen sie mit

vielfältigen künstlerischen und diskursiven Mitteln die

Auseinandersetzung zwischen den Geschlechtern, Generationen,

Klassen und Grenzen mit Blick auf gegenwärtige

und zukünftige Herausforderungen an. Eine wichtige

Rolle spielt dabei die Digitalität, verschränkt sowohl

mit den Aspekten Internationalität und Regionalität,

als auch mit aktuellen Themenfeldern wie Sozial- und

Geschlechtergerechtigkeit oder Klimawandel.

www.nrw-kultur.de/favoriten

www.favoriten-festival.de

– 1 –

»Why not«,

© Meike Willner

– 2 –

Artist Summit,

© Fabrice Mazliah

– 3 –

Artist Summit,

© Fabrice Mazliah

BETEILIGTE

MITGLIEDSSTADT

Dortmund, Essen

KENNZAHLEN 2020

Sekretariatsmittel: 5.000,00 €

KENNZAHLEN 2021

Sekretariatsmittel: 38.076,11 €


– 10/11 – – GE/W –

2020/21 –

NOperas!/feXm

Die Initiative für Entwicklungsprozesse

neuer Formen im Musiktheater

Der »Fonds Experimentelles Musiktheater« (feXm) von

NRWKS und Kunststiftung NRW ist seit anderthalb

Jahrzehnten die einzige einschlägige Förderinitiative im

deutschsprachigen Raum, die gemeinsam mit Ensembles

in der freien Theaterszene und im Verbund mit Schauspiel-

und Opernhäusern neue Musiktheaterformate

entwickelt und produziert.

Seit 2018 erweitert die Initiative »NOperas!«

maßgeblich Dimension und Außenwirkung des feXm:

Innerhalb einer Dauer von drei Spielzeiten vereint

sie mehrere Theater, auch außerhalb von NRW, um

pro Saison gemeinsam ein Musiktheaterprojekt zu

entwickeln und auf allen Bühnen in unterschiedlichen

ortsspezifischen Projektvarianten zu zeigen.

Auf der Basis jährlicher Ausschreibungen entscheidet

eine Jury ausgewiesener Fachleute gemeinsam

mit den beiden Trägern sowie den beteiligten Theatern

über die Auswahl des Projekts. Während die Theater

sich mit eigenen Mitteln hinsichtlich Bühnenpersonal,

Technik, Gewerke und sonstiger Infrastruktur

einbringen, leistet der feXm dafür eine eigene dramaturgische

Betreuung, organisatorische Unterstützung

und Öffentlichkeitsarbeit – und tritt so gleichzeitig

als Förderinstitution wie auch als Koproduzent der am

– 1 –

– 1 –

»Kitesh«,

© Falk Wenzel

– 2 –

»Chaosmos«,

© Jens Grossmann

Verbund beteiligten Theater auf. Ferner stellt der feXm

für jede Produktion ein Produktionsbudget in Höhe

von bis zu 200.000 Euro zur Verfügung.

»CHAOSMOS«

Als erste »NOperas!«-Produktion kam in der Spielzeit

2019/20 das Musiktheaterprojekt »Chaosmos« von

Konrad Kästner, Tobias Rausch und Marc Sinan zur

Uraufführung. Erstproduzierendes Haus war die Oper

Wuppertal, wo die Premiere am 11.1.2020 stattfand.

»Chaosmos« überzeugte als interaktive Versuchsanordnung

für Orchester, Solist:innen, Performer:innen und

Gabelstapler Publikum und Kritik gleichermaßen. Die

Produktion setzte sich mit der Problematik menschlicher

Ordnungssysteme auseinander – ein Versuch,

die Welt rationaler Kontrolle zu unterziehen und auf

– 2 –

individuellen Ordnungsbedürfnis der Zuschauer:innen

nach und eröffnet ihnen zugleich immer neue faszinierende

Sichtweisen.

Der Fachjury zur Auswahl von »Chaosmos« gehörten

an: Titus Engel (Dirigent), Brigitte Heusinger

(Künstlerische Leiterin des Musiktheaters am Theater

Bremen), Florian Lutz (Intendant Oper Halle), Matthias

Rebstock (Regisseur und Musikwissenschaftler), Leonie

Reineke (Journalistin), Berthold Schneider (Intendant

Oper Wuppertal), und mit einer Stimme in wechselseitiger

Abstimmung Dr. Christian Esch (Direktor NRWKS)

mit Csaba Kézér (Experte für Musik/Musiktheater,

Kunststiftung NRW).

»KITESH«

Für die Spielzeit 2020/21 fiel die Wahl der Jury auf das

Projekt »Kitesh« des Berliner Musiktheaterkollektivs

diese Weise beherrschbar zu machen. Die für April und

Juni 2020 geplanten Aufführungstermine in Halle und

Bremen mussten coronabedingt entfallen.

Das Projekt wurde in einer filmischen Variante

zu Ende geführt. »Chaosmos – der Film« wurde entsprechend

dem Kooperationsgedanken mit Beteiligten

der Wuppertaler Uraufführung und Sänger:innen aus

dem halleschen Opernensemble sowie mit Gästen

produziert. Angelegt als berauschender Trip durch

das Logistikzentrum unserer Welt, feierte er seine

Premiere im Live-Stream auf www.nachtkritik.de am

5.12.2020. Der Film besteht aus insgesamt 24 Teilen,

die seitdem auf der Seite www.noperas.de zum Abruf

bereitstehen. Dort können die Videos chronologisch

oder in beliebiger Reihenfolge, am Stück oder in Einzelteilen

angesehen werden. Damit kommt die Anlage dem

Hauen und Stechen. »Kitesh« bezog seine Inspiration

aus Rimski-Korsakows wenig bekannter Oper »Die

Legende von der versunkenen Stadt Kitesch« und

verschmolz die Komposition Rimski-Korsakows mit

Elementen von Volksmusikalischem und der eigenständigen

Klangwelt des jungen russisch-italienischen

Komponisten Alexander Chernyshkov. Erstproduzierendes

Haus war die Oper Halle, die Premiere fand dort

am 18.10.2020 statt. Aufgrund der Pandemie konnten

in Halle nur zwei statt der geplanten drei Vorstellungen

gespielt werden. Wegen der Flutschäden des Sommers

2021 an der Oper Wuppertal fiel zudem die Stufe einer

zweiten Weiterentwicklung dieses Projekts aus.

Dafür wurde 2021 ein Kurzfilm gedreht, der

am 26.6.2021 auf der Webseite der Oper Wuppertal

erstausgestrahlt wurde. Der Film collagiert die unterschiedlichen

Quellen der Inszenierung und setzt sie


»Zeitgenössisches Musiktheater am Theater Bremen: jahrzehntelang

gab es – oft als Kompositionsauftrag – pro Spielzeit eine Aufführung.

– 12/13 – – GE/W –

2020/21 –

in Bezug zur fertigen Bühnenproduktion, folgt dabei

aber visuell und akustisch einer Logik des Traums,

Albtraums, Wunschtraums. Als Folge der Entwicklungsverzögerungen

in Wuppertal verschob sich auch

die Weiterentwicklung des Projekts am Theater Bremen

in die darauffolgende Spielzeit, sodass der Premierentermin

auf den 7.7.2022 gelegt wurde.

»Kitesh« wurde ausgewählt von einer Jury, bestehend

aus: Dr. Christian Esch (Vorsitz, NRWKS) und

Csaba Kézér (Vorsitz, Kunststiftung NRW), Bernhard

Herbordt/Melanie Mohren (Künstlerische Leitung »Die

Institution«), Brigitte Heusinger (Theater Bremen),

Florian Lutz (Oper Halle), Prof. Dr. Matthias Rebstock

(Regisseur und Musikwissenschaftler), Leonie Reineke

(Journalistin), Berthold Schneider (Oper Wuppertal).

»OBSESSIONS«

Mit dem Projekt »Obsessions« der Komponistin Yiran

Zhao und der finnischen Theatergruppe Oblivia startete

in der Spielzeit 2021/22 die dritte Produktion von

»NOperas!«. Erstmals sind mit dem Theater Bremen

und der Oper Wuppertal nur zwei Häuser beteiligt.

Thematisch ausgehend von der Besessenheit, irrlichtern

drei Sänger:innen, drei Performer:innen und sechs

Musiker:innen durch Raum und Zeit, durchstreifen das

Feld des Politischen und Privaten und entlarven spielerisch

immer neu die Macht der Begierden als Triebfeder

menschlichen Verhaltens. Erstproduzierendes Haus

war das Theater Bremen, wo am 19.2.2022 die Premiere

stattfand. Auf der Bühne standen neben Musiker:innen

der Bremer Philharmoniker auch Mitglieder aus

– 3 –

den Ensembles von Musiktheater und Schauspiel des

Theaters Bremen. Auch die Weiterentwicklung dieser

Produktion musste aufgrund der Wuppertaler Flutschäden

2021 in die Spielzeit 2022/23 verschoben werden.

Die Premiere ist dort auf den 3.12.2022 angesetzt.

Jury-Mitglieder für »Obsessions« waren: Dr.

Christian Esch (Vorsitz, NRWKS) und Csaba Kézér (Vorsitz,

Kunststiftung NRW), Bernhard Herbordt / Melanie

Mohren (Künstlerische Leitung »Die Institution«),

Brigitte Heusinger (Theater Bremen), Prof. Dr. Matthias

Rebstock (Regisseur und Musikwissenschaftler), Leonie

Reineke (Journalistin), Berthold Schneider (Oper Wuppertal).

AUSBLICK 2022– 2024

Mit Beginn der Spielzeit 2022/23 startet das erste

Projekt der zweiten Dreijahresstaffel von »NOperas!«.

Beteiligt sind das Theater Bremen und das Musiktheater

im Revier Gelsenkirchen. Ausgewählt wurde

das Projekt »Fundstadt« der schweizerisch-deutschen

Künstler:innengruppe HIATUS, bestehend aus dem

Komponisten Duri Collenberg, dem Improvisationsmusiker

Lukas Rickli und der Theatermacherin Uta

Plate. Ihr »NOperas!«-Projekt richtet sich auf Erleben,

Denken und Fühlen einer Gruppe von Kindern aus

unterschiedlichen sozialen Verhältnissen und bringt

dieses in Dialog mit aktuellen Formen eines neuen

Musiktheaters. Theateraktion verbindet sich mit den

Mitteln eines Audio- und Video-Walks zu einem Spiel

um elementare Wünsche und Hoffnungen, das sich

gleichermaßen an Erwachsene wie an Kinder richtet.

Aber immer mit dem Wermutstropfen, dass es sich ästhetisch eher

selten um neue Musik handelte. Von daher kommt dem Projekt, das

jetzt uraufgeführt wurde, herausragende Bedeutung zu: man wagte

ein ästhetisches Experiment, man wagte sich, den Begriff ›Oper‹

anders zu denken, ihn infrage zu stellen.« nmz, 20.2.2022 (zur Produktion »Obsessions«)

Ein Kooperationspartner des Projekts ist das Zürcher

Festival »Blickfelder«. Dort kam im Juni 2022 zunächst

ein Audio-Video-Walk unter dem Titel »Vier Viertel«

zur Aufführung, der sich auf die digitale Ebene beschränkte

und erst im Zuge der Weiterentwicklung in

Gelsenkirchen und Bremen dann zur theatralen Aktion

mit Sänger:innen und Musiker:innen wird.

Die Jury zur Auswahl von »Fundstadt« war besetzt

mit: Dr. Christian Esch / Christina Dath (Vorsitz,

NRWKS) und Csaba Kézér (Vorsitz, Kunststiftung

NRW), Sebastian Hanusa (Dramaturg an der Deutschen

Oper Berlin), Brigitte Heusinger (Theater Bremen),

Konstantía Gourzí (Komponistin und Dirigentin,

– 4 –

Professorin an der Hochschule für Musik und Theater

München), Irene Lehmann (Professorin für Theaterund

Medienwissenschaft an der Universität Erlangen-

Nürnberg) sowie Michael Schulz / Anna Chernomordik

(Musiktheater im Revier Gelsenkirchen).

Anfang Juni 2022 wurde die insgesamt fünfte

Ausschreibung für die Spielzeit 2023/24 veröffentlicht.

Erstmals macht das Staatstheater Darmstadt mit,

weiterhin beteiligen sich das Theater Bremen und das

Musiktheater im Revier Gelsenkirchen.

www.noperas.de

www.nrw-kultur.de/feXm

BETEILIGTE

MITGLIEDSSTÄDTE

Gelsenkirchen, Wuppertal

ANDERE STÄDTE:

Bremen, Darmstadt, Halle

KENNZAHLEN 2020

Sekretariatsmittel: 95.058,96 €

Kooperationsmittel: 105.811,50 €

Anzahl geförderter Produktionen: 3

KENNZAHLEN 2021

Sekretariatsmittel: 79.677,22 €

Kooperationsmittel: 29.989,72 €

Anzahl geförderter Produktionen: 3

– 3 –

»Obsessions«, © Jörg Landsberg

– 4 –

»Kitesh«, © Falk Wenzel

– 5 –

– 5 –

Motiv aus »Chaosmos,

der Film«, © Konrad Kästner


Tanzrecherche NRW

– 14/15 – – D/E/K/W –

2020/21 –

Das internationale

Stipendienprogramm für

Tanzkünstler:innen

Das internationale Stipendienprogramm bietet Tänzer:innen,

Performer:innen und Choreograf:innen die

Möglichkeit, mehrere Wochen im Jahr produktionsunab

hängig zu recherchieren. Bis zu drei Akteur:innen,

teils mit künstlerischer Begleitung, werden für

eine Recherche mit besonderen regionalen Bezügen in

kultureller, politischer, gesellschaftlicher oder wissenschaftlicher

Hinsicht nach NRW eingeladen. Andersherum

können mehrere NRW-Künstler:innen oder

Teams im Ausland recherchieren und so ihre Arbeit

durch internationale Erfahrungen bereichern.

»Tanzrecherche NRW« wurde 2009 eingerichtet

und ist ausdrücklich nicht produktionsorientiert. Anstatt

auf der Umsetzung weitgehend fertiger Konzepte

liegt der Fokus vielmehr auf der intensiven Förderung

künstlerischer Arbeit und Entwicklung experimenteller

Arbeitsweisen. Damit unterscheidet sich das Programm

von vielen anderen Fördermodellen, nicht nur im Bereich

Tanz.

Geboten werden jeweils Stipendien in Höhe

von bis zu 6.000 Euro, je nach Art und Umfang der

Recherche. Die Ergebnisse werden im Rahmen einer

öffentlichen Veranstaltung (in NRW) oder digitalen

Dokumentation (im Ausland, downloadbar unter

www.nrw-kultur.de) präsentiert. Das NRWKS moderiert

die Aufenthalte als betreuende zentrale Kontaktstelle

und vermittelt Begegnungen und Gespräche

mit Künstler:innen sowie mit unterschiedlichen

Kulturinstitu tio nen und Forschungseinrichtungen.

TANZRECHERCHEN NRW

2020 UND 2021

In der Tanzrecherche NRW #29 mit dem Titel »At the

heart of the human, there is nothing human« beschäftigte

sich die aus Polen stammende und in Paris lebende

Choreografin Ola Maciejewska im November und

Dezember 2020 in Wuppertal mit den Bühnenbildern

des Pina Bausch-Mitstreiters Rolf Borzik.

Mit »Radio-Choreography« untersuchte die israe

lische Choreografin Netta Weiser in der Tanzrecherche

NRW #30 mit Blick auf die choreografische Praxis,

u. a. im Deutschen Tanzarchiv Köln, die Fähigkeiten

des Radios, Grenzen zu überschreiten und imaginierte

Gemeinschaften darzustellen.

Der in Frankreich geborene Freddy Houndekindo

interessierte sich im Rahmen der Tanzrecherche NRW #31

unter dem Titel »N-Ra Nomad Roaming algo-rhythm«

vor allem für die Kluft, im Reisen zwar über sich selbst

hinauszuwachsen, dabei aber zugleich umso stärker auf

die eigene Identität zurückzufallen.

Die Choreografin und Tänzerin Julia Riera-

Kresser aus Köln nutzte die Tanzrecherche NRW #32

zu »Gaga Movement« im Sommer und Herbst 2020,

um ihre tänzerische und choreografische Bewegungssprache

weiterzuentwickeln und in die Methodik der

Gaga-Technik einzutauchen.

Unter dem Titel »Did you have a shower today?«

untersuchte die in Köln arbeitende Tänzerin und Choreografin

Katharina Roll innerhalb der Tanzrecherche NRW

#33 zwischen Januar und März 2020 in Japan Rituale der

Reinigung, in den Fokus nahm sie auch Hygiene als eine

interkulturelle und spezifisch körperbezogene Praxis.

Mit der Tanzrecherche NRW #36 erforschte die

finnische Choreografin Outi Elena Valanto in NRW den

Einfluss von sogenannter Lichtverschmutzung auf den

menschlichen Körper. Im Frühjahr 2021 war sie unter

dem Titel »Solar responsiveness – Movement research

investigating sensorial processes of light exposure« sowohl

im urbanen Raum in Köln, als auch in ländlichen

NRW-Regionen wie dem Nationalpark Eifel unterwegs.

Im April und Mai 2021 widmete sich der polnische

Choreograf und Performer Dominik Więcek in der

»In der Recherche sehe ich letztlich auch einen persönlichen Erfolg.

Ich konnte vielfältige Impulse für meine eigene Praxis gewinnen und diese

neu reflektieren. Dieser Vorgang hat mich zukunftsweisend inspiriert,

Formate und Arbeitsweisen, die im Rahmen der Recherche diskutiert

wurden, zu erproben.« Mirjam Otten, Stipendiatin der Tanzrecherche NRW #40

– 1 –

Tanzrecherche NRW #37 den politischen und künstlerischen

Dimensionen von Identität und Nationalität. Unter

dem Titel »The Spiral« führte er dafür auch Gespräche

mit polnischen Künstler:innen, die in NRW leben.

Unter dem Titel »TERRA_MORPHING« suchten

die Salzburger Choreografin und Tänzerin Annelie

Andre und der Berliner Bildhauer und Performer Jakob

Blazejczak im Mai und Juni 2021 in Berg- und Tagebaugebieten

nach vorhandenen Klängen und Schwingungen.

Dabei spürten sie innerhalb ihrer Tanzrecherche NRW

#38 auch Auswirkungen von landschaftlichen Brüchen

und Rissen auf die menschliche Identität nach.

Für die Tanzrecherche NRW #39 »In Vogue: a

political body« reiste die in Köln lebende Choreografin

Marje Hirvonen im Herbst nach New York. Dort ging

sie u. a. der Frage nach, auf welche Art Tanz heutzutage

gesellschaftlichen Widerstand ausdrückt und politische

Bewegungen unterstützt.

Von Februar bis April 2021 begab sich die

Tänzer in Mirjam Otten aus Essen im Rahmen der

Tanz recherche NRW #40 in Kopenhagen auf die Spuren

der dänischen Bournonville-Tradition aus dem

19. Jahrhundert – mit dem Ziel, das Spannungsfeld

zwischen Tradition und Moderne innerhalb der Kunstproduktion

auszuloten.

»SPRUNGBRETT < >

TANZRECHERCHE NRW«

Im Frühjahr 2021 ging das Kooperationsprojekt »Sprungbrett

Tanzrecherche NRW« von NRWKS und tanz nrw

2021 in seine vierte Runde. Aufgrund der coronabedingten

Verlegung des biennalen Festivals ins Netz fanden die

abschließenden Präsentationen filmisch statt.

Joana Kern, Sonja Reischl und Wenta Ghebrehiwet

spürten mit der Tanzrecherche NRW #34 Merkmalen

spezifisch weiblicher Identität nach. Mit speziellem

Blick auf den oft männlich dominierten Urban Dance

suchten sie nach Unterschieden und Gemeinsamkeiten

in ihren Stilen und nach einer Verbindung von traditionel

lem und zeitgenössischem Bewegungsvokabular.

In der Tanzrecherche NRW #35 erforschten Igor

Meneses Sousa und Paula Pau – auf der Basis ihrer

jeweiligen Verwurzelungen in ihren zwar unterschiedlichen,

aber stark konservativ geprägten Religionsgemein

schaften – aus unterschiedlichen Perspektiven

die Schnittmenge von Queerness und Spiritualität.

Der Jury gehörten 2020 Klaus Dilger (TANZweb.org),

Heike Lehmke (NRW Landesbüro Tanz) und Arnd

Wesemann (Journalist, u. a. für ballett-tanz und Theater

der Zeit) an. 2021 war die Auswahljury besetzt mit

Jun.-Prof. Dr. Maren Butte (Institut für Medien- und

Kulturwissenschaft der Heinrich-Heine-Universität

Düsseldorf), Simone Sandroni (Theater Bielefeld) und

Reut Shemesh (freie Tänzerin und Choreografin).

AUSBLICK 2022

Im November 2021 wurden fünf Stipendiat:innen für

2022 ausgewählt, die internationale Impulse nach NRW

bringen oder den interkulturellen und transdisziplinären

Dialog mit Tanzkünstler:innen im Ausland fördern.

So widmet sich die ungarische Choreografin Beatrix

Simkó in Wuppertal den sozialpolitischen Spannungen

zwischen dem Individuum und Gruppen. Die Choreografin

Katarína Brestovanská aus dem slowakischen Bojnice

bezieht in Köln lokale Künstler:innen ein, um auf Basis

der Musik von Johann Sebastian Bach Bewegungspartituren

erstellen zu können. Die rumänische Choreografin

und Filmemacherin Simona Deaconescu untersucht die

sogenannten historischen »Tanzepidemien« entlang des

Rheins im 14. Jahrhundert. Und zwei Künstlerinnen aus

NRW werden im Ausland auf identitäre Spurensuche gehen:

Während Esther M. Siddiquie in Harare, Simbabwe,

auf der Suche nach Verbindungen zu ihren Vorfahren in

lokale Bewegungspraktiken eintaucht, erforscht Claudia

Iglesias Ungo in Havanna, Kuba, ein Bewegungsvokabular,

das den lokalen sozialen Diskurs artikulieren kann.

2022 folgt eine weitere Ausschreibung.

nrw-kultur.de/tanzrecherche

– 1 –

Tanzrecherche

NRW #38, © privat

BETEILIGTE

MITGLIEDSSTÄDTE

Düsseldorf, Essen, Köln, Wuppertal

KENNZAHLEN 2020

Sekretariatsmittel: 51.253,00 €

Anzahl geförderter Tanzrecherchen: 5

KENNZAHLEN 2021

Sekretariatsmittel: 52.535,12 €

Anzahl geförderter Tanzrecherchen: 7


PerformAktiv

– 16/17 – – BI/BO/D/DT/E/F/K/L/MG/SO/W –

2020/21 –

Förderprogramm für

performative Formate mit

experimentellen Ansätzen

Mit »PerformAktiv« betreibt das NRWKS seit 2015 ein

Förderprogramm für performative Formate mit experimentellen

Ansätzen. Das Programm unterstützt die

Entwicklung von Aufführungsformen und Ästhetiken

jenseits traditioneller Gattungsgrenzen und zielt vor

allem auf die Ermöglichung von Arbeiten, die in der

Regel nur wenige Chancen auf Förderung haben. Das

Programm wurde gemeinsam mit den Kulturämtern

der Partnerstädte entwickelt und dient der Stärkung

der lokalen Szenen.

Aufgrund des anwachsenden Interesses in den

zurückliegenden Jahren wurde das jährliche Fördervolumen

auch im Berichtszeitraum konstant ausgebaut.

Dabei wurde zugleich die mögliche krisenbedingt häufigere

Nutzung alternativer Spielorte berücksichtigt. Während

2020 noch acht Projekte in fünf Mitgliedsstädten

Unterstützung erhielten, konnten 2021 schon 15 Projekte

in acht Partnerkommunen ermöglicht werden.

Gefördert werden beispielsweise installative Arbeiten

mit performativen Anteilen oder Interventionen, sowohl

im öffentlichen Raum, als auch an ungewöhnlichen

Aufführungsorten und damit jenseits der klassischen

Bühnen und Podien.

Antragsberechtigt waren Veranstalter:innen,

Künstler:innen, Institutionen und Initiativen aus den

Mitgliedsstädten des NRWKS. Bei digitalen Formaten

musste sich der Arbeitsort des/der Künstler:in in einer

Mitgliedsstadt befinden. Anträge konnten ganzjährig

gestellt werden. Die maximale Fördersumme betrug

3.000 Euro. Für die Bewilligung der Anträge an das

NRWKS war die schriftliche Befürwortung durch die

Kulturämter erforderlich.

www.nrw-kultur.de/performaktiv

– 1 –

– 1 –

»Living Archives«,

© PAersche Aktionslabor

e.V.

– 2 –

»Zur schönen Freiheit«,

© Kurort über der A40

– 3 –

»Looking for a

place, Part2«,

© Raphaela Kula

– 2 –

»Das Künstlerduo Kattrin Deufert und

Thomas Plischke ist Joseph Beuys schon

lange auf der Spur. Mit dem Film »I like

Erika and Erika likes me«, der am 3. und

4. Juni ab 17 Uhr auf Stewone zu sehen

ist, setzen sich die beiden erneut mit der

Aktion »I like America and America likes

me« von Beuys auseinander.«

Westdeutsche Zeitung, 21.5.2021 (zu »I like Erika and Erika likes me«)

GEFÖRDERTE

PROJEKTE 2020

»Trösterstation Bielefeld« /

Zeichenwerkstatt / Bielefeld

»Last shower and a blurry laugh« /

Brunnen e. V. / Mouches Volantes /

Düsseldorf

»Der 6. Sinn« / Johanna

Wildhagen / Essen

»Inbetween« / Experimentelles

Musik- und Tanz theater Filidonia /

Wuppertal

»Performance Garten 7« /

Performance Garten e. V. / Köln

»Passacaglia della vita« /

SPINNE / Köln

»Poetry is for everyone« /

Meine Wunschdomain / Bochum

»Brückenmusik 26: Natasha Sadr

Haghighian, »Tribute to Whistle« /

Die besten aller Welten e. V. / Köln

GEFÖRDERTE

PROJEKTE 2021

»Looking for a place, Part 2« /

Raphaela Kula / Bielefeld

– 3 –

»Sonic Highway 1–3« /

MFK Bochum / Bochum

»Mid-Air. A Velodrama« / Max

Schmid & Mathilde Hawkins / Köln

»Licht zur Ensemblia 2021« /

Christiane Behr / Mönchengladbach

»Ch3rix« / Felicitas Arnold,

Rabea Ridlhammer / Bochum

»Against the current« /

Marje Hirvonen / Köln

»Zur schönen Freiheit –

der Kurort über der A40« /

Kurort-Kuratorium / Essen

»Am Kesselbrink« / Laura Parker /

Bielefeld

»How to make a change« /

Agnetha Jaunich / Bielefeld

»Living Archives – Open-Source

Performance« / PAErsche Aktionslabor

e. V. / Köln

»Men with bad haircuts« /

Friederike Felbeck / Solingen

»Performance Garten 8: TRANCE«

/ Performance Garten e. V. / Köln

»Eine Reihe zur zeitgenössischen

Vortragskunst« / Brecht &

Sommer GbR / Köln

»Urbaum« / Christopher Collings /

Solingen

»I like Erika and Erika likes me« /

Deufert und Plischke / Kulturbüro

Wuppertal

BETEILIGTE

MITGLIEDSSTÄDTE

Bielefeld, Bochum, Düsseldorf,

Essen, Köln, Mönchengladbach,

Solingen, Wuppertal

ANDERE STÄDTE

Detmold, Frankfurt, Leipzig

KENNZAHLEN 2020

Sekretariatsmittel: 20.230,00 €

Anzahl geförderter Projekte: 8

KENNZAHLEN 2021

Sekretariatsmittel: 42.940,00 €

Anzahl geförderter Projekte: 15


– 18/19 – – BN/D/DO/DU/E/GE/K/MH/MS/RE/SO/W –

2020/21 –

Kindertheater des Monats /

Junges Theater

Förderprogramm für Theater

für Kindergarten- und Schulkinder

Der Förderklassiker »Kindertheater des Monats« bietet

Kindern aller Altersgruppen die Möglichkeit, die

vielfältige Kunstform Theater als bereichernde Kulturtechnik

und Mittel zur künstlerischen Auseinandersetzung

mit relevanten Themen zu erleben. Daneben

profitieren ebenso professionelle Kindertheater, deren

Arbeit durch die Auswahl eine besondere Wertschätzung

und Aufmerksamkeit erfährt. Gleichzeitig werden

engagierte Veranstalter:innen bei der Planung und

Finanzierung ihres Theaterprogramms unterstützt. Das

Programm wird gemeinsam mit dem Kultursekretariat

NRW Gütersloh betrieben.

Ein Arbeitskreis erfahrener Kindertheater-Veranstalter:innen

der Städte hat für jeden Monat des Jahres

jeweils ein herausragendes Kinderstück ausgewählt.

Ergänzend wird ein umfangreiches Sommerferien-

Programm angeboten. Dabei kommen die Theaterkünstler:innen

der ausgewählten Inszenierungen aus

allen Sparten und präsentieren ein breites Spektrum an

Spielweisen: Puppen- und Schauspieler:innen, Tänzer:innen,

Akrobat:innen, Jongleur:innen, Zauberer:innen

– 1 –

»Auch Kinder sollen Theater

erfahren – trotz Krise. Deshalb

inszeniert das Theaterkollektiv

United Puppets nun eines seiner

Stücke als Videokonferenz.«

Süddeutsche Zeitung, 27.10.2020 (zur Produktion

»Weil heute mein Geburtstag ist«)

und Musiker:innen stellen sich großen und kleinen,

komplizierten und ungewöhnlichen Fragen und bieten

statt einfacher Antworten packende Geschichten und

faszinierende Bühnenkunst.

Während dieses landesweite Auftrittsnetzwerk

normalerweise jährlich mehr als 200 Vorstellungen

in den Partnerstädten der beiden Kultursekretariate

ermöglicht, ging die Antragslage innerhalb des

Berichtszeitraums coronabedingt deutlich zurück.

So wurden in den Wuppertaler Mitgliedsstädten nur

28 Vorstellungen im Jahr 2020 und 24 Aufführungen

im Jahr 2021 gefördert, immer wieder mussten zudem

Aufführungstermine verschoben werden. Zugleich

sahen sich die Kindertheatermacher:innen durch die

Pandemie in besonderem Maße herausgefordert, die

Sorgen und Bedürfnisse ihrer jungen Zielgruppe ernst

zu nehmen und mit ansprechenden Produktionen

ebenso mitfühlend wie unterhaltsam und ermutigend

zu erzählen.

www.nrw-kultur.de/kindertheaterdesmonats

JUNGES THEATER

Das Programm »Junges Theater« wird seit der Spielzeit

2016/17 vom NRWKS in Kooperation mit dem Kultursekretariat

NRW Gütersloh angeboten. Vier bis sieben

außergewöhnliche Inszenierungen für Jugendliche

ab 10 Jahren und junge Erwachsene, die sich durch

Intensität, künstlerische Qualität und Nähe zum jungen

Publikum auszeichnen, wählt die Projektgruppe

»Junges Theater« für jede Spielzeit zur Aufnahme in

den Spielzeitkatalog aus.

www.nrw-kultur.de/jungestheater

Antragsberechtigt waren für beide Förderschienen

kommunale und nicht-kommunale Veranstalter:innen

aus den Mitgliedsstädten des NRWKS. Anträge konnten

ganzjährig gestellt werden. Die Förderung betrug je

Aufführung – auch bei Doppelvorstellungen – ca. 50 %

der Gesamtkosten.

KINDERTHEATER

DES MONATS

PROGRAMM 2020

»Dumpu Dinki« / Figurentheater

Anne-Kathrin Klatt

»On – Off« / La Baracca –

Testoni Ragazzi

»Nils Holgersson« / die exen

»Frederick« /

Kompanie Handmaids

»Einmal Schneewittchen, bitte« /

Theater Anna Rampe

»Ich will das, was du nicht willst« /

erfreuliches theater erfurt

»Die Werkstatt der Schmetterlinge«

/ Artisanen

»Hühner« / die exen

»Irgendwo ein Licht« /

Schäfer-Euler-Produktion

SOMMERFERIEN-

PROGRAMM 2020

»Die Prinzessin auf der Erbse« /

Mensch, Puppe!

»Die feine Ratte Arthur« / Thomas

Herbst, Marie Bretschneider

»Kofferkonzert« /

Zaches & Zinnober

»Schachmatt« / elabö

»Schnurzpiepegal« / Steinitz +

Kollin

PROGRAMM 2021

»Elektrische Schatten« /

florschütz & döhnert

»Kreise« / Helios Theater

»Lunaris« / United Puppets

»Mission LAIKA« / Theater Marabu

– 2 –

»Geschichten gegen die Angst« /

Lutz Großmann

»Ping« / Theaterhaus Ensemble

»Ein Stück Wiese« / die exen

»Der gestiefelte Kater« /

Kristine Stahl

»Der Weihnachtsroboter« /

Pottporus e. V., Renegade

SOMMERFERIEN-

PROGRAMM 2021

»Die Prinzessin auf der Erbse« /

Mensch, Puppe!

»1 vor dem anderen« /

compagnie nik

»Gedanken wollen fliegen« /

Toni Geiling & das Wolkentrio

»Schachmatt« / elabö

»Koffer für 2« / Compagnie

Les Petits Délices

– 1 –

»On – Off«,

© La Baracca-

Testoni Ragazzi

ONLINE 2020/2021

»Weil heute mein Geburtstag ist« /

United Puppets

JUNGES THEATER

PROGRAMM SEPTEMBER

2019 BIS JUNI 2020

»Billy the Kid« / Theaterhaus

Ensemble

»Flirt« / Wera Mahne

»funny girl« / theaterkohlenpott

»Paradies« / Junges Schauspiel /

Düsseldorfer Schauspielhaus

»Synchron« / Tuning People

& hetpaleis

– 2 –

»Elektrische

Schatten«,

© Joachim Fleischer

PROGRAMM SEPTEMBER

2020 BIS JUNI 2021

»Alles in Ordnung« /

theaterkohlenpott

»The Superhero Piece« /

performing:group

»Anne Frank« / Artisanen

»Wem gehört die Straße« /

Consol Theater

PROGRAMM SEPTEMBER

2021 BIS JUNI 2022

»Rico, Oskar und die Tieferschatten« /

Landestheater Detmold

»Anne Frank« / Artisanen

»Ich bin Liebe« / theaterkohlenpott

»Runter auf Null« / Theaterhaus

Ensemble

»Dschabber« / Burghofbühne

Dinslaken

»Werther in Love« / Comedia Theater

BETEILIGTE

MITGLIEDSSTÄDTE

Bonn, Dortmund, Düsseldorf,

Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Köln,

Mülheim an der Ruhr, Münster,

Recklinghausen, Solingen, Wuppertal

KENNZAHLEN 2020

Sekretariatsmittel: 25.512,15 €

Anzahl Aufführungen: 28

Anzahl geförderter Produktionen: 15

KENNZAHLEN 2021

Sekretariatsmittel: 23.260,26 €

Anzahl Aufführungen: 23

Anzahl geförderter Produktionen: 15


– 20/21 – – BI/BN/BO/D/DU/GE/HA/K/MO/NE/OB/RE/SG –

2020/21 –

Kulturstrolche

Grundschulkinder

entdecken die kulturelle

Vielfalt ihrer Stadt

»Ich bin jetzt bei den Kulturstrolchen in Bochum! Bei mir können

die teilnehmenden Schulen eine Lesung aus einem meiner Bücher

samt Schnupper-Schreibwerkstatt buchen. Ich freue mich schon auf

die ersten Veranstaltungen.« Andrea Behnke, Kinderbuchautorin aus Bochum

»Kulturstrolche« bietet jedem Kind bereits im Grundschulalter

die Möglichkeit, frühzeitig aktiv mit unterschiedlichsten

Kunstformen und Kulturinstitutionen

in Berührung zu kommen und sich so die kulturelle

Vielfalt der eigenen Stadt zu erschließen. Entwickelt

und erstmalig umgesetzt wurde das Modellprojekt

2006 in Münster. Seitdem ist es zu einem Kooperations

projekt herangewachsen, das aus der kulturellen

Bildungslandschaft Nordrhein-Westfalens nicht mehr

wegzudenken ist. In den beteiligten Kommunen stellen

die »Kulturstrolche« einen wichtigen Baustein für

die kulturelle Bildung vor Ort dar.

Kulturinstitutionen und Künstler:innen erarbeiten

in Kooperation mit den örtlichen Projektleitungen

ein abwechslungsreiches und hochwertiges Kulturangebot,

das alle Sparten umfasst und auf die spezifische

Altersgruppe der »Kulturstrolche« abgestimmt ist.

Ausgewählte Schulen sowie Klassen vom 2. bis zum 4.

Schuljahr nehmen am Projekt teil und besuchen die

verschiedenen Kulturangebote im Klassenverbund in

Begleitung von Lehrkräften. So haben die Schüler:innen

Gelegenheit, Kultur auszuprobieren und beim Experimentieren

selbst zu entdecken, was ihnen gefällt und

besonderen Spaß macht. Im aktiven Umgang mit verschiedenen

Kunstformen machen sie ästhetische Erfahrungen

und entwickeln kulturelle Kompetenzen. Zum

Auftakt erhält jedes Kind einen »Kulturstrolche«-Pass,

in dem die Besuche und Projekte in den Institutionen

dokumentiert werden. Kleine spartenspezifische

Sticker erinnern an viele Erlebnisse und aufregende

Erkundungstouren. Die Lehrkräfte stehen im engen

Kontakt zu den jeweiligen Kulturanbieter:innen, um die

Kulturerlebnisse vor- und nachzubereiten.

Betrieben werden die »Kulturstrolche« in Kooperation

mit dem Kultursekretariat NRW Gütersloh.

Das NRWKS beteiligt sich seit dem Schuljahr 2011/12

und stößt seitdem auf steigendes Interesse. Nahmen

2019 noch acht Städte am Programm teil, haben sich

2020 bereits 12 Kommunen dem Programm angeschlossen.

Beteiligt sind seitdem Bielefeld, Bochum,

Bonn, Düsseldorf, Duisburg, Gelsenkirchen, Hagen,

Köln, Moers, Neuss, Oberhausen und Recklinghausen.

Im Schuljahr 2022/23 kommt die Stadt Solingen

dazu. Coronabedingt haben allerdings 2020 nur sieben

Städte einen Antrag gestellt. Das Programm konnte

dementsprechend nur sehr eingeschränkt durchgeführt

werden.

Seit 2019 werden die Bereiche »Diversität« und

»Digitalität« bei den Kulturstrolchen als Querschnittsthemen

in verschiedenen Formaten und Kontexten

verstärkt adressiert. Der Fachtag 2020 musste zwar

coronabedingt entfallen, doch alternativ gab es im Mai

einen Austausch im Netz. In zwei Webinaren am 13.5.

wurde dabei das Querschnittsthema Diversität weiter

ausgeleuchtet. Unter Anleitung von Leslie Froböse,

studierte Erziehungswissenschaftlerin, systemische Beraterin

und Mitglied des Netzwerks Diversitätsbewusste

Kulturelle Bildungsprojekte, arbeiteten insgesamt

20 Teilnehmer:innen aus den beiden Kultursekretariaten

Wuppertal und Gütersloh teilweise in Kleingruppen in

sogenannten Breakoutsessions und nutzten die Gelegenheit,

miteinander ins Gespräch zu kommen. Für

weitere Austauschmöglichkeiten waren Online-Foren

im Juni und September angesetzt.

2021 wurden zwei Fachtage organisiert. Dabei

wurde das erste »Kulturstrolche«-Treffen am 28.4. aus

den bekannten Gründen wieder digital ausgerichtet. Im

Mittelpunkt stand die weitere Beschäftigung mit den

Querschnittsthemen Diversität und Digitalisierung,

darüber hinaus stand ebenso die Gestaltung der

eigenen Projektmedien auf dem Programm, wie die

Einbindung von Lehrkräften und die Gestaltung von

Printmedien und Merchandising-Artikeln. Der zweite

Fachtag am 6.10. fand als Präsenzveranstaltung in

Witten statt und widmete sich stärker dem Schwerpunkt

Digitalität. Zugleich wurden hier Überlegungen

hinsichtlich einer Neuauflage des diversitätssensiblen

Wettbewerbs »All inclusive 22« vorgestellt und besprochen.

Im April 2021 wurde die 2. Episode des »Kulturstrolche«-Games

veröffentlicht. Als virtueller Ort kann

über www.kulturstrolche.de seitdem das Landestheater

Detmold interaktiv erkundet werden. Das Game ist als

Point-and-Click-Adventures angelegt und ermöglicht

einen spielerischen Einblick in den Backstage-Bereich

des Theaters. In verschiedenen Aufgaben gilt es, gemeinsam

mit einer Regisseurin eine fiktive Generalprobe

zu retten. Animierte Figuren aus dem Haus helfen

dabei – und erklären ganz nebenbei, wie die Arbeit im

Theater abläuft.

Darüber hinaus hat – in medialer Ergänzung

zum Game – die Bielefelder Band Randale im Sommer

2021 einen eigenen »Kulturstrolche«-Song komponiert,

der inklusive Video auf der Webseite abrufbar ist.

– 1 –

– 1 –

Kulturstrolche-Game,

Episode 2

– 2 –

Kulturstrolche der Edith-

Stein-Schule in Krefeld zu

Besuch bei dem Künstler

Frank-Jacob Esser, © privat

AUSBLICK 2022

Begleitet wird die »Kulturstrolche«-Arbeit neben diesen

Querschnittsthemen zudem von der Frage, wie sich die

Qualität der »Kulturstrolche«-Angebote gewährleisten

und zuverlässig verbessern lässt. Dazu gab es Anfang

2022 einen Workshop für Projektleitungen, der im

Laufe des Jahres weitergeführt werden soll. Langfristig

sollen diese verschiedenen Kernthemen bei den

Fach tagen stetig fortentwickelt werden. Außerdem

wird sich der Fachtag im Herbst 2022 intensiver mit

der Frage beschäftigen, wie Programmverantwortliche

erfolgreich diversitätssensible Angebote für die »Kulturstrolche«

entwickeln können.

www.kulturstrolche.de

www.nrw-kultur.de/kulturstrolche

– 2 –

BETEILIGTE

MITGLIEDSSTÄDTE

Bielefeld, Bochum, Bonn, Düsseldorf,

Duisburg, Gelsenkirchen, Hagen,

Köln, Moers, Neuss, Oberhausen,

Recklinghausen, Solingen

KENNZAHLEN 2020

Sekretariatsmittel: 21.055,47 €

KENNZAHLEN 2021

Sekretariatsmittel: 46.116,17 €


Musikkulturen

– 22/23 – – BI/BO/D/DO/E/GE/HA/K/KR/MH/MS/NE/OB/RE –

2020/21 –

Förderprogramm

für die globale Musik

in NRW

– 1 –

Kaleidoskop,

© Thomas Weiss

Mit den »Musikkulturen« betreiben die beiden NRW

Kultursekretariate in Wuppertal und Gütersloh ein

Förderprogramm für die globale Musik in NRW.

Das gemeinsame Auftrittsnetzwerk bietet seit 2010

einschlägigen Konzertveranstalter:innen in den Mitgliedsstädten

Zuschüsse zu Auftritten ausgewählter

Künstler:innen und Ensembles.

Mit ca. 70 Konzerten pro Konzertsaison in den

Städten beider Kultursekretariate leisten die »Musikkulturen«

einen wichtigen Beitrag zur landesweiten

Förderung von Weltmusik.

Ensembles, die einen Schwerpunkt auf außereuropäische

Musiktraditionen setzen oder eine Fusion

ethnischer Musiken mit westlichen Stilen/Richtungen

vertreten, können sich für die Aufnahme in das Auftrittsnetzwerk

der »Musikkulturen« bewerben. Bewerbungen

sind in der Regel ab 20.2. bis 30.3. für die zum Zeitpunkt

der Ausschreibung übernächste Spielzeit möglich.

Ausgewählt werden die Ensembles von einem

Beirat aus rund 20 Institutionen, Expert:innen

und Musiker:innen. Er stärkt die Präsenz und die

Vernetzung der weltmusikalischen Akteur:innen in

– 1 –

NRW und fungiert als Fachgremium für Auftritte und

»Dialog-Projekte« (s. S. 23). Darüber hinaus bereitet

der Beirat Maßnahmen zur Kommunikation und

Qualifizierung vor, entwickelt Projekte zur kulturellen

Bildung und Flüchtlingsarbeit oder Konzepte für

Kinderkonzerte. Die pandemischen Einschränkungen

wirkten sich 2020 besonders stark aus, hier wurden in

den Städten des NRWKS nur für 14 Konzerte Zuschüsse

beantragt. 2021 waren es immerhin schon wieder 39

Veranstaltungen.Aufgrund der vielen coronabedingten

Konzertabsagen oder -verschiebungen im Frühjahr

2020 hat der Beirat beschlossen, die Förderzeiträume

für die Spielzeiten 2019/2020 und 2020/2021 jeweils

um ein weiteres Jahr zu verlängern. Für den gesamten

Berichtszeitraum wurden insgesamt 19 Gruppen und

Projekte ausgewählt – auch mit Berücksichtigung der

Teilnehmer:innen des Landeswettbewerbs »creole –

Globale Musik aus NRW«: Avîan Quartet, Ayça Miraç

Quartett, Berlin Oriental Quartet, East-West Pacem Orchestra,

Hatan, Issa Sow & Goree’, Kaleidoskop, Marion

& Sobo Band, Naghash Ensemble, Nouruz Ensemble,

Pulsar Trio, RasgaRasga, Shahab Tolouie Trio, Sjaella,

The Klezmer Tunes, Transidelia, ZMEI3; Kinderkonzerte:

Karibuni, Weltenbaum; Zusatzangebot: Spuren nach

Ägypten »Hommage an Oum Kalthoum«.

Gefördert wurden Auftritte der jeweils aktuellen

»Musikkulturen«-Ensembles. Die Absprachen für die

Konzerte trafen die Veranstalter:innen eigenständig

mit den Ensembles. Antragsberechtigt waren kommunale

und nicht-kommunale Veranstalter:innen aus

den Mitgliedsstädten des NRWKS. Anträge konnten

ganzjährig gestellt werden. Die Auftritte wurden mit

einem Zuschuss von 50 % der Gage (ohne Nebenkosten)

gefördert. Bei gleichzeitiger Buchung mehrerer

Konzerte griffen Sonderkonditionen.

WELTMUSIK-DIALOGE

Seit zehn Jahren richtet das NRWKS mit seinen »Dialog-Projekten«

ein Musikformat der interkulturellen

Begegnung aus. Bei diesem wichtigen, experimentellen

Bestandteil der »Musikkulturen« verständigen sich

einmal im Jahr Musiker:innen aus NRW mit Künstler:innen

aus dem In- oder Ausland über ein Thema,

das in einem mehrstufigen Prozess bearbeitet wird. Aus

gemeinsam entwickelten Ideen entstehen Techniken

und Strukturen für den musikalischen Dialog, dessen

Ergebnisse in abschließenden Konzerten öffentlich erlebbar

gemacht werden. Die Projekte werden vom Beirat

ausgewählt und vom NRWKS finanziell und organisatorisch

unterstützt. Der einmalige Arbeitsprozess bis hin

zu den ebenfalls geförderten Konzerten wird aktiv vom

NRWKS beworben und filmisch dokumentiert, jeweils

nachzusehen unter www.nrw- kultur.de/musikkulturen.

Bis 2021 wurden insgesamt 16 solche Dialog-Projekte

ermöglicht und gefördert. Im Juni 2021 wurde das

17. Projekt ausgewählt, dessen Ergebnisse im Mai 2022

unter dem Titel »The Void – Leerstellen« in Münster,

Köln und Bonn öffentlich präsentiert wurden.

DIALOG: ALTE MUSIK NEU GEDACHT

Der im Frühjahr 2019 ausgewählte »Musikkulturen«-

Dialog »Alte Musik neu gedacht« versuchte, eine gemeinsame

Welt wiederauferstehen zu lassen. Mehr als 200

Jahre standen sich das Osmanische Reich und persische

– 2 –

– 2 –

Berlin Oriental

Quartet, © Sascha

Lasarzewski

Herrscher unversöhnbar gegenüber, bis heute halten die

Spannungen an. Doch vor über 700 Jahren, als Bagdad

noch das Zentrum der arabischen Hochkultur war, verschwammen

diese Trennlinien, verschmolzen arabische

und persische Kultur zu einem faszinierenden Amalgam.

Den Musiker:innen Mostafa Taleb (Kemancheh),

Rimonda Nanaa (Kanun), Ronas Sheikhmous (Zurna,

Ney, Duduk), Mojtaba Fasihi (Gesang), Mohammed

Tayser Idlibi (Perkussion) und Azmad Ahmad (Saz) gelang

es eindrucksvoll, beide Musiktraditionen im Geist

der Alten Musik zusammenzudenken und einen Dialog

zwischen den Kulturen auf oft ähnlichen Instrumenten

in einem intimen Kammerensemble zu führen. Die

künstlerische Leitung hatte Rebal Alkhodari, die Koordination

und musikpädagogische Begleitung lag bei Dr.

Eckehard Pistrick von der Universität zu Köln.

Die vier Workshops des Projekts fanden situationsbedingt

in verschiedenen Formaten mit unterschiedlichen

physischen bzw. Online-Partizipationsmöglichkeiten

zwischen dem 26./27.2.2020 und dem

26./27.2.2021 statt. Die abschließenden Konzerte in

Bonn, Dortmund, Düsseldorf und Köln, die zunächst

für Ende April angesetzt waren und in Folge von Corona

in den Herbst verschoben wurden, mussten leider

komplett entfallen. Zur Aufführung kam das Projekt

schließlich doch noch: im September 2021 durch den

Bayerischen Rundfunk im Rahmen von BR Klassik –

allerdings ohne separate Förderung durch das NRWKS.

DIGITALE MUSIKKULTUREN

Nicht erst die Corona-Krise macht die Suche nach Perspektiven

für tragfähige Konzertformate dringlicher.

Aufgrund der teilweisen Verlagerung des Musikmarktes

ins Internet haben sich viele Musiker:innen längst

mit alternativen Strategien für digitale Vermittlungskonzepte

beschäftigt. So traf Anfang November 2020

– in unmittelbarer Folge des zweiten Lockdowns – ein

Open Call »Digitale Musikkulturen« des NRWKS auf

große Resonanz. Musiker:innen und Akteur:innen

der Veranstaltungsbranche waren eingeladen, sich

Gedanken über eine strukturelle Stärkung der sogenannten

Weltmusik in NRW zu machen. Gesucht waren

zukunftsweisende Ideen für neuartige und interaktive


– 24/25 – – BI/BO/D/DO/E/GE/HA/K/KR/MH/MS/NE/OB/RE –

2020/21 –

»Eine Musik, von der man kaum sagen kann, ob sie alt oder

neu klingt, fremd oder vertraut, westlich oder östlich, schlicht oder

komplex, minimalistisch oder mittelalterlich. Eine Musik jedenfalls,

die sich jeder Etikettierung entzieht.« BR Klassik (zum Naghash Ensemble)

– 3 –

Shahab Tolouie Trio,

© Paul Krugloff

– 3 –

Konzertformate für Kinder und Erwachsene, die über

die Corona-Pandemie und ihre Folgen hinausweisen.

Im Dezember 2020 wählte eine Jury, bestehend

aus Prof. Dr. Linda Breitlauch (Intermedia Design,

Hochschule Trier), Michael Eickhoff (Akademie für

Theater und Digitalität, Dortmund), Dr. Christian Esch

(Vorsitz, NRWKS), Katja Grawinkel- Claassen (FFT

Düsseldorf) und Susanne Schuster (Out of the box,

Hamburg), aus mehr als 30 Vorschlägen fünf originelle

Konzepte mit zum Teil technisch raffi nier ten und experimentellen

Lösungsansätzen aus. Sie wurden jeweils

mit einem Förderpreis von 3.000 Euro ausgezeichnet.

Dabei bot der Kölner Künstler Rochus Aust mit

seinem »Telefonkonzert« persönliche Konzertminiaturen

per Handy oder Festnetz an. Mit der interaktiven

Anwendung »FeedBeat App« überwinden Monika

Krieger und Wolfgang Pleus physisch-analoge Grenzen

zwischen Künstler:innen und Publikum. Matthias

Kurth vom Ensemble WeltenBaum entwickelte mit

»Schlafe mein Prinz« eine musikalische Erzählung,

die durch Tanz, Sing- und Bewegungsanimationen

das junge Pub likum zur aktiven Teilnahme auffordert.

Ayça Miraç produzierte im Rahmen von »Concert Clip«

kurze Konzertmodule von einigen Minuten, die in regelmäßigen

Abständen zur Abstimmung gestellt und

gesendet werden können. Und Jarry Singlas Konzept

»Gramofon« schließlich lädt seine Zuhörer:innen ein,

mittels eines interaktiven Players musikalische Miniaturen

abzurufen und dabei nach Belieben zu kombinieren

und zu verfremden.

kulturen ist groß. Deshalb hat das NRWKS Anfang 2021

gemeinsam mit der Landesmusikakademie NRW und

dem Kultursekretariat NRW Gütersloh einschlägige

professionelle Ensembles und Solist:innen aus NRW

eingeladen, sich für ein halbjähriges Coaching im Umfang

von ca. 100 Stunden zu bewerben. Das Ziel war

es, für Kinder im Grundschul- und/oder Kindergartenalter

neuartige und interaktive Konzertformate zu

entwickeln, die mit ihrem Repertoire aus der Vielfalt

globaler Musikkulturen schöpfen und diese einem

jungen Publikum auf ansprechende Weise nahebringen.

Ausgewählt aus insgesamt elf Bewerbungen

wurden Barquito de Papel aus Essen und das Ensemble

kreuzvier aus Köln. Beide Gruppen schlossen ihre

Coaching-Phase jeweils mit gutbesuchten Veranstaltungen

im Herbst 2021 ab, Ensemble kreuzvier am

5.11.2021 mit einem Schulkonzert in der Lutherkirche

in Köln, Barquito de Papel mit einem Familienkonzert

am 7.11.2021 in den Katakomben in Essen. Ergänzend

erhielten beide Ensembles ein Video zum Einsatz für

die eigene Werbung, zudem wurden sie in den Förderkatalog

»Musikkulturen« 2022/2023 aufgenommen.

AUSBLICK 2022/2023

Seit Anfang Juli 2022 und bis 30.6.2022 läuft der Geltungszeitraum

für den Spielzeitkatalog 2022/2023. Die

Auswahl für den Katalog 2023/2024 wird im August

2022 bekanntgegeben. Erneut ausgeschrieben werden

außerdem, gemeinsam mit der Landesmusikakademie

NRW und dem Kultursekretariat NRW Gütersloh, zwei

Coachings für die künstlerische Entwicklung von Kinderkonzert-Programmen.

www.nrw-kultur.de/musikkulturen

BETEILIGTE

MITGLIEDSSTÄDTE

Bielefeld, Bochum, Dortmund,

Düsseldorf, Essen, Gelsenkirchen,

Hagen, Köln, Krefeld, Mülheim an

der Ruhr, Münster, Neuss,

Oberhausen, Recklinghausen

KENNZAHLEN 2020

Sekretariatsmittel: 43.867,64 €

Kooperationsmittel: 9.611,25

Anzahl Konzerte: 14

Anzahl geförderter Dialogprojekte: 1

Klanglandschaften

Konzertreihe für traditionelle

Musikkulturen Afrikas

und des Mittelmeerraums

Im Zentrum dieser Konzertreihe stehen seit 2007 traditionelle

Musikkulturen Afrikas und des Mittel meerraums.

Gleichzeitig wurden für diese Reihe immer wieder

neue Klanglandschaften erschlossen. Pro Spielzeit

zwischen Oktober und April werden nach Möglichkeit

bis zu sieben hochkarätige Acts eingeladen. Neben

dem Theater an der Ruhr Mülheim ist seit 2018 auch

das Theater im Pumpenhaus in Münster dabei. Die

Übernahme von Konzerten durch weitere Veranstalter:innen

in den Mitgliedsstädten ist wünschenswert.

Außerdem beteiligten sich zuletzt auch das Kunstfest

Weimar und der Ringlokschuppen Ruhr in Mülheim.

Während die beiden Konzerte des kurdischarmenischen

Sängers und Komponisten Hunermend

Dilovan am 8. und 9.1.2020 in Münster und Mülheim

an der Ruhr noch stattfinden konnten, fiel die abschließende

Klanglandschaft Mali der 13. Saison mit

Bassekou Kouyate & Ngoni Ba am 15.3.2020 im Theater

an der Ruhr schon dem Corona-Virus zum Opfer.

Die 14. Saison der Konzertreihe konnte zunächst

regulär im Sommer 2021 starten. Den Auftakt

machte am 22.8., im Zuge des Open Air Festivals »Retour

Natur« in Mülheim, der Sänger und Komponist

Nizamettin Ariç, der als bedeutendster kurdischer

Künstler seiner Generation gilt. Am 7.11. gastierten er

und sein Quartett in Münster.

Am 11. und 12.9. ging es in Mülheim und Münster

weiter mit dem Projekt »SADAQA« des SWR-Jazzpreisträgers

Manfred Bründl, eine Kooperation mit dem

Kunstfest Weimar 2021. Gemeinsam mit dem Multi-

BETEILIGTE

MITGLIEDSSTÄDTE

Mülheim an der Ruhr, Münster

KENNZAHLEN 2020

Sekretariatsmittel: 4.000,00 €

Anzahl Konzerte: 3

KENNZAHLEN 2021

Sekretariatsmittel: 16.000,00 €

Anzahl Konzerte: 6

Instrumentalisten Ibrahim Keivo, dem Oud-Virtuosen

Mohannad Nasser und dem Perkus sio nisten und

Drummer Bodek Janke spannte er einen Bogen von den

traditionellen Klängen und Liedern des südlichen Kaukasus

bis hin zu den Musiktraditionen Mesopotamiens.

Am 14. und 17.10.2021 gastierte in Münster und

Mülheim das Ensemble Olivinn – ein Projekt der Pianistin

und Komponistin Sinem Altan, die 2015 mit dem

europäischen Komponistenpreis ausgezeichnet wurde.

Die anschließenden Konzerte von Kandara

Diebaté und Nomad (Westafrika) sowie Samaia (Georgien/Aserbaidschan)

dagegen mussten aufgrund der

Corona-Krise abgesagt werden.

AUSBLICK 2022/2023

In der Spielzeit 2022/2023 werden vier Ensembles in

Mülheim an der Ruhr und Münster gastieren: Das türkische

Aysenur Kolivar Sextett ist Open Air am 28.8.

am Theater an der Ruhr in Mülheim und am 16.10. im

Theater im Pumpenhaus in Münster zu hören. Am 3.12.

präsentieren Bassekou Kouyate & Ngoni Ba die Musik

Malis im Ringlokschuppen Ruhr und am 4.12. im Theater

im Pumpenhaus. 2023 gastiert das kurdische Yalda

Abbasî & Trio Sêreng am 4.2. im Theater an der Ruhr

und am 26.3. im Theater im Pumpenhaus. Und zum

Abschluss der Saison präsentieren Dima Orsho & Friends

die Klanglandschaft Syriens am 23.4. im Ringlokschuppen

Ruhr und am 30.4. im Theater im Pumpenhaus.

www.nrw-kultur.de/klanglandschaften

COACHING KINDERKONZERTE

Der Bedarf bei Kulturämtern, Konzerthäusern, Veranstalter:innen,

Kulturvereinen und Schulträgern für

gute Vermittlungsangebote im Bereich globaler Musik-

KENNZAHLEN 2021

Sekretariatsmittel: 63.358,70 €

Kooperationsmittel: 6.737,45 €

Anzahl Konzerte: 39

Anzahl geförderter Dialogprojekte: 1

– 1 –

Nomad, © privat

– 1 –


Soundtrips NRW

– 26/27 – – AC/BI/BN/BO/D/DO/DU/E/HA/K/MO/MS/OB/W –

2020/21 –

Das landesweite Netzwerk

für improvisierte Musik

»Unabhängig von der Dynamik gelingen dem Quartett in der Improvisation

immer wieder wunderbare musikalische Gravitationszentren abseits

jeglicher Tonalität.« nrwjazz.net, 4.10.2020 (zum Soundtrip NRW #50)

Seit mehr als zehn Jahren widmet sich die Konzertreihe

»Soundtrips NRW« der improvisierten Musik. Im

Fokus steht deren Vielfalt an Personalstilen und unterschiedlichsten

Spielweisen, die in immer wieder neuen

Formationen und Variationen erprobt und präsentiert

wird. Das NRWKS fördert maßgeblich dieses vielfältige

landesweite Netzwerk, das durch inspirierende musikalische

Begegnungen mit außergewöhnlichen Musiken und

Musiker:innen wesentliche Beiträge zur Weiterentwicklung

der improvisierten Musik leistet.

Mit dieser Unterstützung haben sich die »Soundtrips

NRW«, die im Programmraster des NRWKS einst

als »Kooperiertes Projekt« gestartet sind, längst zu

einem überregional beachteten Forum für hochwertige

Konzerte entwickelt. Große Aufmerksamkeit mit internationaler

Wirkung hat das »Soundtrips NRW«- Festival

im Herbst 2019 erzeugt, das anlässlich des zehnjährigen

Bestehens der Reihe mit Konzerten und Diskussionen in

Bonn, Moers, Münster und Wuppertal gefeiert wurde.

– 1 –

In den Jahren 2020 und 2021 konnten insgesamt neun

Soundtrips realisiert werden. Dabei mussten in beiden

Jahren aufgrund der pandemischen Einschränkungen

des Veranstaltungsbetriebes einzelne Konzerte abgesagt

oder als Online-Veranstaltungen ins Netz erlegt

werden – so beispielsweise bei den Soundtrips #51,

#52 und #56.

Mit dem frühen Tod des in Duisburg beheimateten

Saxophonisten und Klarinettisten Philippe Micol

hat die Reihe am 3.2.2021 einen geschätzten und inspirierenden

Musikerkollegen, Veranstaltungspartner und

Mitkurator verloren.

Einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg leistet

das besondere Veranstaltungskonzept, das von verschiedenen

Partner:innen getragen und permanent

weiterentwickelt wird: Renommierte Musiker:innen

aus NRW treffen dabei auf internationale Größen,

jüngere Talente auf etablierte Repräsentant:innen der

improvisierten Musik. Jeweils im ersten Teil eines

– 2 –

– 1 –

Irena Tomažin,

© Jani Peternelj

– 2 –

Rieko Okuda,

© privat

– 3 –

Wolter Wierbos &

Jasper Stadhouders,

© Cristina Marx/

Photomusix

– 3 –

Konzertes spielen die internationalen Gäste ihr eigenes

Programm – im zweiten konzertieren sie gemeinsam

mit Profis aus NRW und versorgen die Szene mit

neuen Impulsen. Dabei gastieren auch die heimischen

Gastgeber:innen gerne bei ihren Kolleg:innen in den

anderen Städten und profitieren so von zusätzlichen

Auftrittsmöglichkeiten.

PROGRAMM 2020

Soundtrip NRW #48: Rieko Okuda

(Klavier, div. Instrumente), Japan:

26.2.–4.3.2020

Soundtrip NRW #49: Jošt Drašler

(Kontrabass) & Vid Drašler (Perkussion).

Slowenien: 4.–12.9.2020

Soundtrip NRW #50: Michael

Zerang (Perkussion) & Irena

Tomažin (Gesang), USA/Slowenien:

30.9.–10.10.2020

Soundtrip NRW #51: Achim

Kaufmann (Klavier) & Ignaz Schick

(Turntables, Electronics, Objects),

Deutschland: 30.10.–1.11.2020 /

2.+3.11.2020 im Livestream /

4.–8.11.2020 entfallen

Soundtrip NRW #52: Wolter

Wierbos, Posaune & Jasper

Stadhouders, Gitarre,

Nieder lande: 4.–6.6.2021

(Konzerte nur im Livestream)

Getragen wird das Netzwerk von diversen Mit gliedsstädten

mit ihren einschlägigen Konzertveranstalter:innen,

darunter Aachen, Bielefeld, Bochum, Bonn,

Dortmund, Düsseldorf, Duisburg, Essen, Hagen, Köln,

Moers, Münster, Oberhausen und Wuppertal.

www.nrw-kultur.de/soundtrips

www.soundtrips-nrw.de

PROGRAMM 2021

Soundtrip NRW #53: Hyazintha

Andrej (Violoncello), Kay Zhang

(Saxophon), Tizia Zimmermann

(Akkordeon), Schweiz: 5.–11.9.2021

Soundtrip NRW #54: Lotte Anker

(Saxophon), Fred Frith (Gitarre),

Dänemark / Vereinigtes Königreich:

2.–14.10.2021

Soundtrip NRW #55: Jérôme

Noetinger (Revox tape machine),

Frankreich: 2.–10.11.2021

Soundtrip NRW #56: Florian

Stoffner (Gitarre), Schweiz: 26.11.–

7.12.2021 (Konzert 4.12. entfallen)

BETEILIGTE

MITGLIEDSSTÄDTE

Aachen, Bielefeld, Bochum, Bonn,

Dortmund, Düsseldorf, Duisburg,

Essen, Hagen, Köln, Moers,

Münster, Oberhausen, Wuppertal

KENNZAHLEN 2020

Sekretariatsmittel: 26.000,00 €

Anzahl geförderter Ensembles/

Künstler: 5

Anzahl Konzerte: 36

KENNZAHLEN 2021

Sekretariatsmittel: 25.000,00 €

Anzahl geförderter Ensembles/

Künstler: 4

Anzahl Konzerte: 38


– 28/29 – – BN/K/W –

2020/21 –

popNRW-Preis

Auszeichnung für

ambitionierte Bands

aus NRW

– 1 –

Der »popNRW-Preis« für erfolgreiche und vielversprechende

Bands aus Nordrhein-Westfalen gehört zu den

bestdotierten und renommiertesten Auszeichnungen für

Popkünstler:innen in Deutschland. Er wird vom NRWKS

seit 2012 an erfolgreiche Musiker:innen und vielversprechende

Newcomer:innen aus der Region vergeben,

die sich neben den Preisgeldern auch über eine enorme

Popularitätssteigerung freuen können. Namen wie Giant

Rooks, Amilli, Von Spar, Messer, Goldroger, International

Music, Roosevelt und Serious Klein gehören zum Kreis

derer, die in den letzten zehn Jahren einen Preis entgegennehmen

durften. Und selbst die mittlerweile extrem

erfolgreichen AnnenMayKantereit waren bereits 2014

auf dem Radar der Jury-Expert:innen und wurden durch

einen Anerkennungspreis weiter motiviert.

Seit 2016 wird die begehrte Auszeichnung

gemeinsam mit dem Landesmusikrat NRW verliehen.

Der Preis wird traditionell in zwei Kategorien

ausgelobt: Während der »popNRW-Preis« für »Outstanding

Artists« mit 10.000 Euro dotiert ist, winkt

den Gewinner:innen für den »Best Newcomer« eine

Prämie von 2.500 Euro. Daneben werden auch die

Zweitplatzierten in jeder Kategorie mit Sachpreisen in

Form von Medien- und Merchkampagnen bedacht. Nominiert

werden die Künstler:innen und Gruppen von

einer Expert:innen-Jury aus Branchenvertreter:innen,

»Der popNRW Preis scheint mir

inzwischen eher ein Preis mit all den

ambitionierten Künstler:innen in NRW

zu sein! Und nicht nur für! Er wird

gemocht, bringt Farbe ins Land,

beleuchtet fair und engagiert die

diversen Szenerien. Er ist übrigens tatsächlich

kein Bürokratiemonster und,

wenn es zur Verleihung kommt, restlos

ausverkauft. Das ist nun wirklich kein

Wunder …« Klaus Fiehe, Musiker und Hörfunkmoderator

sowie langjähriges Mitglied der »popNRW-Preis«-Jury

Festivalmacher:innen und Journalist:innen, ergänzt

um Vorschläge durch einen Beirat aus Vertreter:innen

aus dem Bereich der Popförderung. Die Preise sowie

das Förderprogramm »popNRW« werden seit 2016 vom

Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz

und Energie des Landes NRW ermöglicht.

POPNRW-PREIS 2020

Die insgesamt neunte Verleihung sollte ursprünglich im

April 2020 stattfinden, musste dann aber in den Herbst

verschoben werden und fand schließlich am 28.10.2020

im Rahmen des c/o pop Festivals in der Volksbühne

am Rudolfplatz in Köln statt. Coronabedingt konnten

nur wenige geladene Gäste aus der Branche sowie

Bandvertreter:innen vor Ort sein. Dafür wurde die Veranstaltung

zusätzlich über die c/o pop xoxo- Streaming-

Plattform live übertragen. Durch den Abend führte die

Radio- und TV-Moderatorin Anja Backhaus.

Der mit 10.000 Euro dotierte erste Preis in

der Kategorie »Outstanding Artists« gab dem Kölner

Musiker Keshav Purushotham die Gelegenheit, seinen

Weg zu internationaler Präsenz weiter auszubauen. Die

Künstlerin Iuma durfte sich über den mit 2.500 Euro

dotierten Förderpreis als »Beste Newcomerin« freuen.

Erneut wurden auch die Zweitplatzierten beider

Kategorien mit weiteren Preisen bedacht. So stiftete

die Ströer Media GmbH den Bands Acua aus Köln

und Loki aus Paderborn Medienkampagnen im Wert

von jeweils 1.500 Euro und 500 Euro. Die Verleihung

fiel in eine Zeit gravierender Einschränkungen insbesondere

für die Popmusik. Sie zeigte angesichts der

COVID-19-Krise, wie wichtig neben der öffentlichen

Anerkennung auch die finanzielle Unterstützung von

Popmusiker:innen ist.

Der Jury gehörten an: Christopher Annen (Musiker,

Mitglied der Band AnnenMayKantereit), Klaus

Fiehe (freier Journalist, u. a. 1Live Fiehe, byte.fm),

Marcus Gloria (Bochum Total Festival), Bianca Hauda

(Musikjournalistin, ARTE), Laureen Kornemann (VUT,

Sinnbus Records), Elke Kuhlen (c/o pop Festival),

Rebecca Nowak (Musikredakteurin, WDR COSMO) und

Simone Sohn (freie Journalistin, u. a. 1Live Heimatkult),

Juryvorsitz: Dr. Christian Esch (NRWKS).

POPNRW-PREIS 2021

Am 19.10.2021 wurden die Preise zum zehnten Mal

vergeben. Die Jubiläums-Verleihung fand im Gloria

Theater in Köln im Rahmen der Cologne Music Week

statt. Der Hauptpreis ging an die ebenso vielseitige

wie eigenwillige Künstlerin Die P aus Bonn. Die junge

Kölner Musikerin Donia Touglo erhielt den Förderpreis

»Best Newcomer«.

Erstmals in der Geschichte des Preises wurden

in beiden Kategorien Musikerinnen ausgezeichnet, die

zudem mit ihrer hervorragenden Arbeit einen wichtigen

Beitrag zu einer diverseren Musiklandschaft in

NRW leisten. Erneut wurden auch die Zweitplatzierten

beider Kate gorien mit weiteren Preisen bedacht. Erstmalig

stiftete die PR-Agentur Community Promotion

diese Preise und stellte dem zweitplatzierten Outstanding

Artist Moglii eine Plakatkampagne für eine Stadt

seiner Wahl im Wert von 1.500 Euro zur Verfügung. Der

Newcomer Tom Taschenmesser konnte sich über ein

Online- Marketing- Paket inkl. Social Media-Consulting,

Kampagnenplanung und Mediabudget im Wert von

500 Euro freuen.

Ein Highlight des Events war die Premiere eines

kurzen Films anlässlich des Jubiläums, der das gute

Gespür der Jury für Talente und das Wirken des Förderprogrammes

über den Preis hinaus aufzeigte und

NOMINIERUNGEN

POPNRW-PREIS 2020

OUTSTANDING ARTISTS:

Keshavara, Joseph Boys, Acua, Box

And The Twins, Kochkraft durch

KMA, Messer, Roosevelt, Japanische

Kampfhörspiele, Sparkling,

Rogers, Mariama, Kim Petras

BEST NEWCOMER: Bokoya,

Attic, Söhnlein Brilliant, Iuma,

Generationzwei, Florence Besch,

Swan Songs, Anorak, We Will Kaleid,

Wahnschaffe, Detays, Lobby Boy,

Amelie Paul, Loki, Alidaxo

– 1 –

Verleihung

popNRW-Preis 2021,

© Ant Palmer

in dem auch ehemalige Preisträger:innen wie Giant

Rooks, International Music, Amilli und AnnenMay-

Kantereit zu Wort kamen.

Die Jury war besetzt mit: Hanna Bächer (freie

Journalistin, Konzertveranstalterin), Klaus Fiehe (freier

Journalist, u. a. 1Live Fiehe, byte.fm), Carsten Helmich

(Juicy Beats Festival), Mariama Jalloh (Musikerin,

MARIAMA), Elke Kuhlen (c/o pop Festival), Katja Lucker

(Musicboard Berlin), Simone Sohn (freie Journalistin,

u. a. 1Live Heimatkult) und Thomas Venker (freier Journalist,

Kaput-Magazin für Insolvenz & Pop), Juryvorsitz:

Dr. Christian Esch (NRWKS).

FÖRDERPROGRAMM »POP NRW«

Der popNRW-Preis ist wesentlicher Bestandteil des

landesweiten Förderprogramms »popNRW«. Mit

ihm unterstützen der Landesmusikrat NRW und

das NRWKS seit 2012 gemeinsam mit lokalen Partner:innen

sowie den beiden Landesministerien für

Wirtschaft sowie für Kultur vielversprechende und

ambitionierte Nachwuchskünstler:innen aus ganz

Nordrhein-Westfalen. »popNRW« zielt darauf ab, die

hochkarätige Musikszene NRWs nachhaltig zu stärken

und auch überregional konkurrenzfähig zu machen.

Das ganzjährige Förderprogramm ist auf die speziellen

Bedürfnisse junger Musiker:innen ausgerichtet und

besteht aus verschiedenen Modulen und Angeboten.

Im Rahmen einer Auftrittsförderung werden Touren

außerhalb NRWs und Gigs auf national und international

bekannten Festivals ermöglicht, u. a. in Kooperation

mit dem Waves Vienna, dem Reeperbahn Festival

in Hamburg oder auch dem The Great Escape Festival

in Brighton. Daneben vermitteln gestandene Profis

der Musikbranche in Workshops Kenntnisse in Social

Media, Artist Development oder Songwriting.

AUSBLICK 2022

Am 25.10.2022 werden die begehrten »popNRW-Preise«

zum elften Mal verliehen. Erwartet wird im Kölner

Gloria Theater wieder ein Spitzen-Event mit hochkarätigen

Live-Acts und vielen namhaften Branchenprofis.

nrw-kultur.de/popnrw

popnrw.de

NOMINIERUNGEN

POPNRW-PREIS 2021

OUTSTANDING ARTISTS:

Botticelli Baby, Bukahara, Darjeeling,

DAS NEU, Der Täubling, Detlef

Weinrich, Die P, International Music,

Leila Akinyi, Moglii, Muff Potter,

PFEIFFER, Retrogott & Hulk Hodn,

SALOMEA, Schlammpeitziger,

Sparkling, Sugar MMFK, Tom

Blankenberg, Walking On Rivers

BEST NEWCOMER: Ameli in

the woods, Becky Sikasa, BODDY,

byelian, Donia Touglo, DOTE, EESE,

FLØRE, Gianni Brezzo, Girlwoman,

Kira Hummen, LOTA, Maria Basel,

Mischkonsum, Parakeets, $ONO$

CLIQ, Tom Taschenmesser,

Vaovao, Yuto

BETEILIGTE

MITGLIEDSSTÄDTE

Bonn, Köln, Wuppertal

ANDERE STÄDTE:

Paderborn

KENNZAHLEN 2020

Sekretariatsmittel: 7.000,00 €

Anzahl geförderter Bands: 4

KENNZAHLEN 2021

Sekretariatsmittel: 10.864,11 €

Anzahl geförderter Bands: 4


CityARTists

– 30/31 – – AC/BI/BN/BO/D/DO/DU/E/GE/HA/K/KR/MG/MO/MS/MH/NE/OB/RE/SG/W –

2020/21 –

Stipendien für Bildende

Künstler:innen aus den

Mitgliedsstädten des NRWKS

Mit »CityARTists« hat das NRWKS 2020 ein neues Förderprogramm

im Bereich der Bildenden Kunst aufgelegt

und damit sein Wirkungsspektrum erweitert. Das

Programm wurde gemeinsam mit den Mitgliedsstädten

des NRWKS entwickelt und umfasst ein jährliches

Gesamtvolumen in Höhe von bis zu 50.000 Euro. Die

»CityARTists« haben sich in kurzer Zeit fest etabliert

und gingen Anfang 2022 bereits in die dritte Runde.

Ausgezeichnet werden pro Jahr insgesamt zehn

renommierte Kunstschaffende aus zehn der 21 Mitgliedsstädte

des NRWKS, die auf den Wirkungsfeldern

Malerei, Skulptur, Fotografie und Installation bis hin

zu Grenzbereichen der Performing Arts aktiv sind. Der

Preis richtet sich an professionelle Künstler:innen über

50, mit Wohnsitz und Arbeitsort in einer der Mitgliedsstädte

des NRWKS. Die Preisgelder werden im Sinne

einer Förderung als Stipendien vergeben und betragen

5.000 Euro pro Künstler:in und Mitgliedsstadt.

CITYARTISTS 2020

In der ersten Runde gingen die Preise an Laas Abendroth

(Mülheim an der Ruhr), Anne Berlit (Essen), Danuta

Karsten (Recklinghausen), Christoph Korn (Wuppertal),

Susanne Kümpel (Köln), Silvia Liebig (Dortmund),

Thomas Pöhler (Krefeld), Matthias Schamp (Bochum),

Klaus Schmitt (Mönchengladbach) und Josef Schulz

(Düsseldorf).

Der Jury gehörten an: Dr. Christian Esch (Direktor

des NRWKS, Juryvorsitz), Freya Hattenberger

(freischaffende Künstlerin, Köln), Dr. Bettina Paust

(Leiterin des Kulturbüros Wuppertal, zuvor Leiterin

des Museums Schloss Moyland), Dr. Marcel Schumacher

(Leiter des Kunsthauses NRW, Aachen) und Dr.

Hans-Jürgen Schwalm (Direktor der Museen der Stadt

Recklinghausen) sowie Volker Buchloh als Beisitzer

(Kulturbüro Oberhausen, als Vertreter der Städte des

NRWKS).

CITYARTISTS 2021

Die Preisträger:innen im zweiten Berichtsjahr waren

Katharina Bosse (Bielefeld), Uwe Esser (Krefeld), Karin

Geiger (Neuss), Peter Gros (Bochum), Stephanie Pech

(Bonn), Werner Ryschawy (Gelsenkirchen), Jens Sundheim

(Dortmund), Heike Weber (Köln), Petra Wittmar

(Essen) und Thomas Wrede (Münster).

In der Jury saßen Dr. Christian Esch (Direktor

des NRWKS, Juryvorsitz), Dr. Hans Günter Golinski

(Direktor des Kunstmuseums Bochum a. D.), Dr. Bettina

Paust (Leiterin des Kulturbüros Wuppertal), Barbara

Petzold (freischaffende Künstlerin, Düsseldorf) und

Dr. Marcel Schumacher (Leiter des Kunsthauses NRW,

Aachen) sowie als Beisitzerin Andrea Lamest (Leiterin

des Referats Kultur der Stadt Gelsenkirchen, als Vertreterin

der Städte des NRWKS).

Jeweils kurz nach dem Jahresstart erfolgte eine

landesweite mehrmonatige Ausschreibung in sämtlichen

Mitgliedsstädten. Nach Ende der Ausschreibungsfrist

wurden geeignete Künstler:innen jeweils durch lokal

zusammengestellte Jurys ausgewählt, dabei jeweils

ein/e Künstler:in pro Stadt. Die ausgewählten Künstler:innen

wurden dann einer vom NRWKS organisierten

Jury vorgeschlagen, die im Herbst zehn Künstler:innen

als Preisträger:innen auswählte. Leider mussten in den

ersten beiden Jahren die avisierten Preisverleihungen

coronabedingt entfallen. Die feierliche Verleihung für

die Ausschreibungsrunde 2022 ist für den 23.9.2022 im

Von der Heydt-Museum in Wuppertal geplant.

Das Programm verfügt über eine eigene Webseite

unter der Domain www.cityartists.de, auf der

neben Informationen zum Förderprogramm und zu den

ausgezeichneten Künstler:innen auch Filme zu allen

Nominierten sämtlicher Jahrgänge zu finden sind.

cityartists.de

nrw-kultur.de/cityartists

BETEILIGTE

MITGLIEDSSTÄDTE

Aachen, Bielefeld, Bochum, Bonn,

Dortmund, Düsseldorf, Duisburg,

Essen, Gelsenkirchen, Hagen, Köln,

Krefeld, Mönchengladbach, Moers,

Mülheim an der Ruhr, Münster,

Neuss, Oberhausen, Recklinghausen,

Solingen, Wuppertal

KENNZAHLEN 2020

Sekretariatsmittel: 60.767,82 €

Anzahl geförderter

Künstler:innen: 10

»Kunst braucht Unterstützung. Viele Programme

dienen dazu, dem Nachwuchs auf dem Weg ins

Künstlerleben zu helfen. Das dann aber doch nur

allzu oft durch einen anderen Beruf finanziert

werden muss. Hier setzt ein neuer Preis an, der

mehr sein will als eine Finanzspritze und der ältere

Künstler als Zielgruppe hat, die sonst eher nicht

im Fokus der Förderung stehen. ›CityARTists‹ hat

insgesamt 50.000 Euro zu vergeben. Die Ausschrei-

KENNZAHLEN 2021

Sekretariatsmittel: 50.594,40 €

Anzahl geförderter

Künstler:innen: 10

bung hat gerade begonnen.« Westdeutsche Zeitung, 9.1.2020


– 32/33 – – BN/BO/D/DO/GE/HA/K –

2020/21 –

Interkultur und Diversität

Förderprogramm für Projekte

und Konzepte zu kultureller Vielfalt

und gesellschaftlicher Diversität

Das Förderprogramm »Interkultur und Diversität« konzentriert

sich auf die kulturelle Vielfalt der Gesellschaft und

gesellschaftliche Diversität. Gefördert werden Projekte und

Diskurse sowie seit 2021 verstärkt Konzeptentwicklungen

und Workshops, die sich künstlerisch dem produktiven und

wechselseitig bereichernden Austausch von Menschen mit

unterschiedlicher kultureller Orientierung widmen – unter

Einbeziehung von Menschen mit Einwanderungsgeschichte

und unter Berücksichtigung von Geflüchteten.

Im Förderfokus Diversität stehen solche Projekte,

aber auch Konzeptentwicklungen, die sich mit

Fragen und Bedeutungen von Alter, Geschlecht, sexueller

Orientierung sowie geistigen und körperlichen

Fähigkeiten ebenso beschäftigen wie mit nationaler,

ethnischer und sozialer Herkunft – und dabei vor allem

die vielfältigen Leistungen, Erfahrungen und Potenziale

erkennbar machen und fördern. Musikprojekte

werden dagegen nicht berücksichtigt, da sie im Rahmen

der »Musikkulturen« gefördert werden können.

Im Berichtszeitraum wurden mit diesem Instrument

insgesamt 20 Projekte gefördert, davon vier im

Jahr 2020 und 16 im Folgejahr.

RUNDER TISCH DIVERSITÄT

Bereits 2016 hat das NRWKS gemeinsam mit weiteren

Förderinstitutionen, Netzwerker:innen und Multi plika

tor:in nen einen Runden Tisch »Diversität« einge-

– 1 –

– 1 –

»Confessions of

Nina and Simina«,

© Siminia German

– 2 –

»Journey Through

A Body«,

© Katja Illner

richtet. Er dient der gemeinsamen strategischen Arbeit

für mehr Chancengleichheit und Teilhabe und weniger

Diskriminierungen durch ethnische Zuschreibungen.

Beteiligt sind neben dem NRWKS die Institutionen, die

sich mit Landesmitteln der Förderung von Programmen

und Projekten im Bereich Diversität widmen, darunter

die NRW Landesbüros Tanz, Freie Darstellende

Künste und Bildende Kunst, der Landesmusikrat NRW

sowie das Kulturministerium NRW. Das regelmäßig

tagende Gremium lädt einschlägige Institutionen und

Initiativen zur Beteiligung am Diskurs ein.

Im Juni 2020 hat der Runde Tisch einen ersten

Konsens »Für eine Kunst und Kulturlandschaft der

Gesellschaft der Vielen!« veröffentlicht. Er wurde vor

der weltweiten Verbreitung von COVID-19 entwickelt

und verdeutlicht das gemeinsame Bestreben der kulturfördernden

Institutionen und Initiativen in NRW,

gerade in dieser Zeit Methoden zum Abbau von Diskriminierung

zu entwickeln und Handlungsstrategien

für eine Chancengleichheit in der Förderung stärker

in den Blick zu nehmen. Die zentrale Forderung war

die Verstetigung und Vertiefung von Fördermaßnahmen

im Bereich Teilhabe und Interkultur. Um eine

diversitätsgerechte Organisationsstruktur und Kultur

in der Förderung von Kunst und Kultur zu verankern,

wird der Runde Tisch auch weiterhin Vorschläge zu

konkreten Maßnahmen und Förderungen entwickeln.

Hervorgegangen war »Interkultur und Diversität«,

ebenso wie der Runde Tisch, aus dem Programm

»Refugee Citizen«, mit dem sich das NRWKS seit Ende

2015 – u. a. mit einer Reihe von Tagungen unterschiedlicher

Ausrichtungen – intensiv mit dem kulturellen

Wandel in den Stadtgesellschaften befasst hat. Vier

Tagungen, veranstaltet mit unterschiedlichen Partner:innen,

beleuchteten das Thema seinerzeit mit

verschiedenen Schwerpunkten.

GEFÖRDERTE

PROJEKTE 2020

»Lehm und Wasser« /

Verein 17-3-17 e. V. / Köln

»SINP’A« / Dencuentro /

Düsseldorf, Köln, Bonn

»Roots!« / Anas Ouriaghli / Köln

»Ewig Leben« / Welt-Theater

Köln / Köln

GEFÖRDERTE

PROJEKTE 2021

»Confessions of Nina and Simina« /

Siminia German / Köln, Bonn

»Gemeinsam Kunst erleben, Erste

Schritte zum Museumsguide …« /

die Kunst der Inklusion / Köln

»Schwarzweißbunt Kulturfestival« /

Kulturbüro Hagen / Hagen

»ver|lern|raum. Rassismuskritische

Praktiken am Museum« / Museumspädagogische

Gesellschaft e. V. / Köln

– 2 –

»Der ›Runde Tisch Diversität‹

arbeitet seit mehreren Jahren aktiv

an der Weiterentwicklung und

Gestaltung von Diversität in Kunst

und Kultur in Nordrhein-Westfalen

[…] Das Gremium setzt sich aus

verschiedenen Kulturinstitutionen

bzw. -verbänden des Landes NRW

zusammen, neben dem LVdM sind

das etwa das NRW KULTURsekretariat,

der Landesmusikrat NRW

oder die Landesmusikakademie NRW

und viele mehr. Gegründet wurde

er als ›Round Table Refugee Citizen‹

durch das NRW KULTURsekretariat

(Wuppertal) unter Beteiligung des

NRW-Kulturministeriums, wurde

dann von der Zukunftsakademie

NRW (ZAK) weitergeführt.«

nmz Nr. 9/2020

Antragsberechtigt waren Veranstalter:innen, Künstler:innen,

Institutionen und Initiativen aus den Mitgliedsstädten

des NRWKS. Anträge konnten ganzjährig

gestellt werden. Bei digitalen Formaten musste sich der

Arbeitsort des/der Künstler:in in einer Mitgliedsstadt

befinden. Die maximale Fördersumme betrug 5.000

Euro.

www.nrw-kultur.de/interkultur-diversitaet

»Bitter(Sweet) Home« / Julia-Huda

Nahas / Düsseldorf

»Spot On: RomArchive & Ake

Dikhea?« / Klack Zwo B e. V. /

Bochum

»Roots!INTERAktion« /

Anas Ouriaghli / Köln

»AGENDA« / Theater der Keller /

Köln

»Fühl die Welt durch meine Haut« /

Khadidiatou Bangoura / Bonn

»Literatur aus Syrien 2021« /

Verein 17_3_17 e. V. / Köln

»Journey Through a Body« /

Kunsthalle Düsseldorf / Düsseldorf

»Gewalt« / Sepidar Theater /

Dortmund

»James Gregory Atkinson – Ausstellung

– Brown Babies« / Dortmunder

Kunstverein / Dortmund

»Alicja Rogalska. From Ground

to Horizon« / Temporary Gallery.

Zentrum für Zeitgenössische

Kunst e. V. / Köln

»Ich bin Eyse San« / Sermola

Performance / Köln

»Mutter LALOK und ihre

Töchter« / Kunstreich im Pott e. V. /

Gelsenkirchen

BETEILIGTE

MITGLIEDSSTÄDTE

Bochum, Bonn, Dortmund,

Düsseldorf, Gelsenkirchen,

Hagen, Köln

KENNZAHLEN 2020

Sekretariatsmittel: 24.400,00 €

Anzahl geförderte Projekte: 4

KENNZAHLEN 2021

Sekretariatsmittel: 71.273,00 €

Anzahl geförderte Projekte: 16


– 34/35 – – BN/D/MH/MO/SG –

2020/21 –

Kultur der | Freiheit | der Kultur

Diskurs- und Förderprogramm für

Initiativen und Veranstaltungen gegen

antidemokratische Tendenzen

»Rassismus ist für mich kein Modethema, sondern Alltag, mit dem

meine Familie, meine Freunde, meine Kinder und ich seit vielen Jahren

zu kämpfen haben. Ich will daher meine Popularität nutzen, um ein

Bewusstsein für Alltagsrassismus in Deutschland zu schaffen, und

gleichzeitig Vorbild für gelebte Integration sein.« Hans Sarpei, Fußballidol und

Teilnehmer der Konferenz »Kultur der | Freiheit | der Kultur« im Herbst 2020

Kunst und Kultur geraten zunehmend unter Druck.

Illiberale Kräfte, insbesondere von Rechtsaußen,

gehen gegen unliebsame Künstler:innen und Veranstaltungen

vor. An die Stelle von sachlichen Kontroversen

treten Verbotsforderungen, Boykott-Appelle,

Cancel Culture oder gar Gewaltandrohungen. Vor

diesem Hintergrund hat das NRWKS, das auch zu

den Erstunterzeichner:innen der NRW-Erklärung der

VIELEN gehört, schon 2019 die Initiative »Kultur der

| Freiheit | der Kultur« ins Leben gerufen. Sie soll

vor allem Kulturakteur:innen darin unterstützen, den

erstarkenden antidemokratischen Tendenzen der Gesellschaft

zu begegnen und gezielt entgegenzuwirken.

DIALOG UND KONFERENZ

In Kooperation mit dem Kultursekretariat NRW Gütersloh

fand am 25.9.2020, als Auftakt für weitere Diskussionen,

eine Fachkonferenz der Städte NRWs statt, vor

Ort in Düsseldorf und gleichzeitig digital. Mehr als 150

Akteur:innen aus Kultur, Politik und Verwaltung aus

den Mitgliedsstädten der beiden Kultursekretariate

sowie auf Landesebene trafen sich zu einem intensiven

Gedankenaustausch. Im Rahmen der ganztägigen

Veranstaltung mit Impulsen und Netzvorträgen,

Workshops und Gesprächen stand die intensive Auseinandersetzung

mit rechtspopulistischen, rassistischen

und antisemitischen Übergriffen auf Kunst und Kultur.

Am Vorabend der Tagung sprachen Fußballidol

und Influencer Hans Sarpei und die Journalistin und

Autorin Nina Horaczek gemeinsam mit Journalist

Peter Grabowski über Rassismus in Kultur und Sport

sowie über antidemokratische Entwicklungen in

Deutschland und Österreich.

Vorgestellt wurde in diesem Kontext auch eine

Studie zu verbalen und körperlichen Übergriffen durch

rechtsextreme und extremistische Täter:innen, die in

Zusammenarbeit mit dem Forschungsschwerpunkt

Rechtsextremismus/Neonazismus an der Hoch schule

Düsseldorf (FORENA) durchgeführt worden war.

Partner waren die Kunsthalle Düsseldorf, das NRW-

Forum Düsseldorf, DIE VIELEN NRW, das Düsseldorfer

Schauspielhaus und WDR 3. Einzelne Aufzeichnungen

dieser hybriden Veranstaltung können unter www.

kulturfreiheitkultur.de abgerufen werden.

GESPRÄCHSREIHE

»WAS HEISST HIER: WIR?«

2021 wurden diese Aktivitäten unter einem Perspektivwechsel

fortgeführt. In den Fokus rückte jetzt die

Kulturszene selbst, denn dort nehmen Identitätsdiskurse

oder Diskussionen zu rassistischen, sexistischen und

anderen Ausgrenzungsformen einen immer größeren

Raum ein. Zudem wurden und werden die Grundlagen

und Gewissheiten des Zusammenlebens und -arbeitens

durch die Folgen der Pandemie nachhaltig erschüttert.

Verstärkt ließen sich in diesem Zuge zuletzt auch bei

Kulturschaffenden Tendenzen zu antidemokratischen Gesinnungen

und Bewegungen wie der Querdenker- Szene

beobachten. Um diese aktuellen Entwicklungen und die

notwendigen Konsequenzen in den Blick zu nehmen,

richtete das NRWKS in Zusammenarbeit mit DIE VIELEN

NRW sowie in Kooperation mit weiteren Partner:innen

im Herbst 2021 eine zweiteilige digitale Diskussionsreihe

mit dem Titel »Was heißt hier: WIR?« aus.

Auftakt zu dieser Reihe war eine Online-Podiumsdiskussion

zum Thema »Vielfalt am Theater«, die am

8.12.2021 in Kooperation mit dem Schlosstheater

Moers und dem Ringlokschuppen Ruhr veranstaltet

wurde. Dabei diskutierten die Regisseurin und künstlerische

Leiterin der Kammerspiele München, Pinar

Karabulut, der Autor Max Czollek, die Regisseurin

und Theaterpädagogin Günfer Cölgecen sowie der

Schauspieler Ismail Deniz über die Schwierigkeiten

und Paradoxien von Repräsentation und Integration

im Theater und auf der Bühne.

Am 26.1.2022 widmete sich, in Kooperation mit

der Kulturpolitischen Gesellschaft, ein interaktives

digitales Podium dem Schwerpunkt »Macht und Struktur

in Kultureinrichtungen«. Teilnehmende waren Dr.

Christian Esch (NRWKS), Dr. Hildegard Kaluza (Ministerium

für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW),

Barbara Neundlinger (Kulturpolitische Gesellschaft

e. V.), Claudia Schmitz (Deutscher Bühnenverein),

Nanette Snoep (Rautenstrauch-Jost-Museum Köln);

kritischen Input als Critical Friends gaben Takao Baba

(Pottporus e. V.), Anna Mareen Henke (Sommerblut

Festival Köln), Stawrula Panagiotaki (Schauspiel Köln)

und Ella Steinmann (Theater Oberhausen); die Moderation

übernahm Prasanna Oommen. Im Vorfeld dieser

Veranstaltung hatten Interessierte die Möglichkeit,

sich per Chatfunktion an der Diskussion zu beteiligen.

FÖRDERPROGRAMM

Darüber hinaus fungiert »Kultur der | Freiheit | der

Kultur« auch als Förderprogramm für entsprechende

Aktivitäten in den Mitgliedsstädten des NRWKS. So

– 1 –

BETEILIGTE

MITGLIEDSSTÄDTE

Bonn, Düsseldorf, Moers,

Mülheim an der Ruhr, Solingen

KENNZAHLEN 2020

Sekretariatsmittel: 25.263,56 €

KENNZAHLEN 2021

Sekretariatsmittel: 17.448,88 €

– 1 –

Hans Sarpei und Nina

Horaczek im Gespräch mit

Peter Grabowski,

© Martin Maruschka

werden Initiativen und Veranstaltungen gefördert, in

denen Maßnahmen zum Umgang mit Cancel Culture,

Verbotsforderungen, Boykott-Appellen, Gewalt-Androhungen

und Antisemitismus angeboten werden.

Antragsberechtigt innerhalb des Berichtszeitraums

waren Veranstalter:innen, Künstler:innen, Institutionen

und Initiativen aus den Mitgliedsstädten

des NRWKS. Bei digitalen Formaten musste sich der

Arbeitsort des/der Künstler:in in einer Mitgliedsstadt

befinden. Anträge konnten ganzjährig gestellt werden.

Die maximale Fördersumme betrug 2.000 Euro.

So wurde in diesem Rahmen am 19.9.2021 ein

Podiumsgespräch mit dem türkischen Journalisten,

Dokumentarfilmer und Autor Can Dündar am Theater

und Konzerthaus Solingen gefördert, dass anlässlich

der Aufführung einer Bühnenfassung seines Buchs

»Verräter« geführt wurde. Neben dem Autor nahmen

auch Dr. Christian Esch (Direktor des NRWKS) und

Christian Scholze (Regisseur und Dramaturg am Westfälischen

Landestheater) sowie vier Schauspieler:innen

teil. Das Gespräch wurde von dem Journalisten Stefan

Keim moderiert und von WDR 3 für die Sendung

»Forum« aufgezeichnet.

www.kulturfreiheitkultur.de

www.nrw-kultur.de/kulturfreiheitkultur


Next Level – Festival for Games

– 36/37 – – E –

2020/21 –

– 2 –

– 1 –

– 1 –

»System Failed«,

Next Level 2021,

© Robin Junicke

– 2 –

»Hide to Show«,

Next Level 2021,

© Robin Junicke

Das Festival für die Kunst

und Kultur der digitalen Spiele

»Next Level« ist das Festival für die Kunst und Kultur

digitaler Spiele in Deutschland. Seit 2010 präsentiert

das »Next Level – Festival for Games« interaktive und

partizipative Modelle der digitalen Spielekultur und

beleuchtet ihre Potenziale und Perspektiven. Längst

hat sich die mehrtägige Veranstaltung des NRWKS als

bundesweit einzigartiger Resonanzraum für die künstlerische

und kulturelle Auseinandersetzung mit Games

etabliert. Wie kein anderer Event im Spannungsfeld

digitaler Kunstformen und analoger Erlebnisformate

wirft »Next Level« ein Licht auf exemplarische Medienkunst

im Games-Kontext. Mit einem abwechslungsreichen

Programm aus anspruchsvollen Spielen,

interaktiven Performances, Panels und Präsentationen

sowie Workshops und Werkstätten bringt das Festival

jeden Herbst für mehrere Tage Kunst- und Kulturverantwortliche

zusammen und verbindet darüber hinaus

spielend Akteur:innen aus der Games-Branche und

der kulturellen Bildung, Medienkunstschaffende und

Journalist:innen sowie Schüler:innen, ihre Eltern und

Lehrer:innen.

Nach jeweils drei Jahren in Köln, Dortmund und

Düsseldorf bildete im Herbst 2019 der erste Festivaldurchlauf

auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein den

erfolgreichen Auftakt für eine mehrjährige Kooperation

mit der Stadt Essen und der Stiftung Zollverein

zum digitalen Wandel, unter Einbindung vieler weiterer

Partner:innen und mit Förderung durch das Kulturministerium

NRW.

NEXT LEVEL 2020

Die elfte »Next Level«-Ausgabe und zweite auf Zollverein

war, im neuen Design, für den Zeitraum 13. bis

15.11.2020 vorgesehen. Aufgrund des Kultur-Lockdowns

im Herbst 2020 musste das bereits komplett

durchgeplante Festival jedoch, trotz eines ausgefeilten

Sicherheits- und Hygienekonzepts, Anfang November

kurzfristig abgesagt werden.

Geplant war, mit wesentlicher Unterstützung

durch das Kulturministerium NRW, ein deutlicher Festivalausbau

gegenüber 2019: mit erheblich ausgedehnten

Raumkapazitäten und einem stark erweiterten

Programmangebot, beworben durch vielfältige digitale

Aktivitäten. Als Festivalzentrum war ein interaktiver

Parcours mit zukunftsweisenden Games geplant. Großen

Raum sollte vor allem das Performance-Programm

einnehmen, das multimediale Videowalks, performative

Installationen und prozessorientierte, intermediale

Musikdarbietungen unter Einbeziehung des Publikums

in den künstlerischen Gestaltungsprozess vorsah. Ergänzend

dazu war ein Symposium konzipiert worden,

das die hochaktuellen Themen Digitalität, Ökologie

und Wert mit neuen spielerischen Vermittlungsformaten

in den Blick nehmen sollte.

NEXT LEVEL 2021

Die 12. »Next Level«-Ausgabe vom 26. bis 28.11.2021

stand ganz im Zeichen der erst kurz vor dem Festivalstart

omnipräsenten Omikron-Variante. Doch dank

eines ausgefeilten Hygienekonzeptes konnte der Event

trotz Corona mit Publikum vor Ort stattfinden, allerdings

unter erheblichen Einschränkungen. Insgesamt

nahmen an dieser Festivalausgabe mehr als 900 Personen

teil: Neben ca. 600 Festivalbesucher:innen waren

das mehr als 150 digital Teilnehmende am Symposium,

daneben ca. 180 Künstler:innen und Akteur:innen sowie

Mitglieder des Orga-Teams. Im Mittelpunkt dieser

Ausgabe standen die vielfältigen Potenziale von Games

für das gesellschaftliche Miteinander.

Ein Highlight für alle Spielefans war der Games -

Parcours, kuratiert von Szene-Größe Tobias Kopka. An

sechs Stationen wurden kuratierte Spiele präsentiert,

die Spaß machen und gleichzeitig zeigen, wie Games

Gemeinschaft stiften können. So wurden Themen wie

Verbundenheit, Macht oder auch das Managen von

Ressourcen spielerisch erlebbar. Gewinner-Spiele des

Deutschen Computerspielpreises 2021, des Deutschen

Multimediapreises mb21 sowie Arbeiten des Londoner

Now Play This-Festivals komplettierten das vielfältige

Angebot.

Künstlerisch und faszinierend waren die zahlreichen

zum Teil interaktiven Performances. Darunter

beispielsweise »Hide to Show« des Komponisten

Michael Beil, eine eindrucksvolle musikalisch-visuelle

Inszenierung des Nadar Ensembles aus Brügge, die in

Deutschland erstmalig zu erleben war. Mit »System-

Failed_exploration« machte das KollektivArtesMobiles

in Koproduktion mit HELLERAU – Europäisches Zentrum

der Künste erfahrbar, wie künstliche Intelligenz

unser soziales Verhalten beeinflusst. Raus auf das

Gelände der Zeche Zollverein, ausgestattet mit Tablet

und Kopfhörern, ging es beim intermedialen Videowalk


»Es gibt wirklich interessante Konzepte und Spielideen. Die besten Spiele

– 38/39 – – E –

2020/21 –

schaffen es, die Menschen zum Nachdenken, Hinterfragen und vor allem

auch Einfühlen zu bewegen. So, wie es auch ein gutes Buch oder ein guter

Film kann. Games können das auch. Das hat das leider nur wenige Tage

geöffnete Next Level Festival gezeigt.« WDR Fernsehen / Aktuelle Stunde, 28.11.2021

»deviation« des Duos von Komponist Nicolas Berge und

Komponistin Lucia Kilger. Um das Alleinsein und die

Erfahrung von Isolation in der Corona-Pandemie drehte

sich die Musik-Theater-Installation »Loss of signal« der

paranormal φeer group. Und die Berliner Hochschule für

Schauspielkunst Ernst Busch ließ in ihrer Installation

»Wrong time, right place« die Besucher:innen mit Smartphones

und Tablets in einem Augmented Reality-Setting

die Dimensionen Raum und Zeit ganz neu erleben.

Ein zweitägiges Symposium beschäftigte sich in

Themenforen, Präsentationen und Panels mit Aspekten

digitaler Kultur. Präsentiert und diskutiert wurden

unterschiedliche digitale Formate und Konzepte rund

um Performance und Konzert, aber auch künstlerische

Plattformen und entsprechende Verwertungsfragen.

Vorgestellt wurde überdies der Prototyp der virtuellen

Begegnungsplattform »ToGather« für den internationalen

und interdisziplinären Kulturaustausch – eine

Zusammenarbeit des »Internationalen Besucherprogramms«

mit der Akademie für Theater und Digitalität

in Dortmund, die 2022 fortgesetzt wird.

Next Level 2021 wurde veranstaltet vom NRWKS

gemeinsam mit der Stadt Essen und in Kooperation mit

der Stiftung Zollverein. Als Förderer unterstützten das

Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes

NRW und die Sparkasse Essen. Als Sponsorpartner beteiligte

sich die Westenergie AG. Festivalpartner waren

Now Play This (London), NEW NOW, die Hfs Hochschule

für Schauspielkunst Ernst Busch, der Deutsche Computerspielpreis

DCP und der Deutsche Multimediapreis

mb21. Als Veranstaltungspartner engagierten sich u. a.

die Akademie für Theater und Digitalität, das Büro

medienwerk.nrw, CAIS – Center for Advanced Internet

Studies, Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste,

der Regionalverband Ruhr und das Ruhr Museum. Medienpartner

waren u. a. die Film- und Medienstiftung

NRW, das Mediennetzwerk.NRW, GamesFinest, das

Gain Magazin, kultur.west, Offguide und WDR3.

AUSBLICK 2022

Der coronabedingte Ausfall der Festivalausgabe 2020

und die dadurch entstandene Lücke von zwei Jahren

sowie zusätzlich die erneut starke Beeinträchtigung

durch Omikron 2021 haben eine Etablierung des Festivals

am relativ neuen Ort und eine konstante Steigerung

der Besucherzahlen seit 2019 unmöglich gemacht.

Damit muss sich der Blick jetzt auf einen Neustart für

2022 richten. Die nächste Ausgabe auf Zollverein findet,

in Kooperation mit vielen Partner:innen, vom 25. bis

27.11.2022 statt. Auf über 3.500 Quadratmetern in vier

Hallen und outdoor macht der Event wieder die Faszination

und verbindende Kraft von Computerspielen

live erlebbar. In Ergänzung zu den drei traditionellen

Programmsäulen »Game-Parcours«, »Performances«

und »Symposium« sind medienpädagogische Aktivitäten

in Kooperation mit Schulen geplant, zugleich

werden angesagte medienpädagogische und politische

Themen auch das mit namhaften Speaker:innen und

Expert:innen besetzte Symposium prägen.

www.next-level.org

www.nrw-kultur.de/next-level

BETEILIGTE

MITGLIEDSSTÄDTE

Essen

KENNZAHLEN 2020

Sekretariatsmittel: 84.984,23 €

Landesergänzungsmittel:

200.000,00 €

Kooperationsmittel: 90,00 €

– 3 –

– 4 –

– 3 –

Next Level 2021,

© Robin Junicke

– 4 –

Next Level 2021,

© Robin Junicke

KENNZAHLEN 2021

Sekretariatsmittel: 113.432,70 €

Landesergänzungsmittel:

225.000,00 €

Kooperationsmittel: 31.422,81 €

Anzahl Teilnehmer:innen: Ca. 900


TANZweb NRW

– 40/41 – – AC/BN/BO/DO/E/K/KR/MH/MS/W –

2020/21 –

Internetplattform

für regionale und lokale

Tanzszenen in NRW

Das »TANZweb NRW« hat sich als Medium für die kritische

Begleitung von Tanz in Wort, Film und Fotografie

durch unabhängige Tanzjournalist:innen und Filmemacher:innen

in NRW etabliert. Seit 2014 unterstützt das

NRWKS die einzigartige Online-Plattform maßgeblich.

Das Portal versorgt Tanzinteressierte in den

Regionen Köln/Bonn, Krefeld, Wuppertal und Metropole

Ruhr sowie – gemeinsam mit dem internationalen

»schrit_tmacher« Festival – die Euregio mit vielfältigen

Informationen wie Veranstaltungshinweisen, Rezensionen

und Videomaterialien zu anstehenden und

gezeigten Produktionen. Darüber hinaus werden hier

Recherche- und Arbeitsprozesse sowie Auseinandersetzungen

im und mit dem Tanz und seinen Künstlerpersönlichkeiten

umfassend abgebildet und erlebbar

gemacht. Ein zweiwöchiger Newsletter informiert

zudem über besondere Highlights und präsentiert

News, tanzpolitische Entwicklungen und Veranstaltungshinweise.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf

die Performancekunst und die vielfache Verlagerung

der Aufführungen in den digitalen Raum haben die

Bedeutung von TANZweb.org für die Sichtbarkeit des

Tanzschaffens in und aus NRW noch einmal deutlich

unterstrichen. Als digitale Plattform war und ist es

ihr möglich, den Zugang zu Tanzaufführungen für

das Publikum und die vielfältige Tanzszene aufrecht

zu erhalten und teilweise mit eigenen Streamings den

Zugang zum Tanz aus NRW zu ermöglichen. Als ein

Medium für anspruchsvolle Kritik, die in Print und

Rundfunk immer weniger zum Zuge kommt, nutzte sie

die temporäre Notsituation, um für die wertschöpfende

Auseinandersetzung mit dieser Kunstform neue Tanzkritiker:innen

im gesamten Bundesgebiet zu gewinnen.

Gleichzeitig konnten in Zusammenarbeit mit TANZ.

media neue für den Tanzjournalismus zukunftsweisende

Formate wie etwa Character Driven Story und

Scrollytelling entwickelt und ausgebaut werden. Unterschiedliche

Auswirkungen auf die Differenz zwischen

realen und ursprünglich angesetzten Kosten innerhalb

des Kosten- und Finanzierungplans hatten die zum Teil

erheblichen coronabedingten Einschränkungen des

schrit_tmacher-Festivals in der Euregio.

AUSBLICK 2022

Bereits 2019 hat TANZweb.org begonnen, sich in

länder übergreifenden Kooperationen für neue Formen

der digitalen Begleitung und Auseinandersetzung mit

dieser Kunstform einzusetzen. So ist weiterhin die Einbindung

in ein europäisches Netzwerk geplant. Daneben

wird, mit weiterer Unterstützung, an der Ausweitung

der Plattform auf das Tanzland NRW gearbeitet.

Ziel ist es auch, gemeinsam mit dem niederländischen

DansBrabants eine neue, international agierende Generation

von Tanzjournalist:innen heranzubilden. Unter

dem Titel »dance&dare« werden junge Autor:innen und

Filmemacher:innen weitergebildet, die von der Tanzkunst

kommen und gemeinsam mit Moderator:innen,

Drehbuch-, Krimiautor:innen und Filmemacher:innen

neue Wege zwischen Wort, Film und Bild erforschen

und gemeinsam mit Medienexpert:innen umsetzen.

www.nrw-kultur.de/tanzweb

www.tanzweb.org

BETEILIGTE

MITGLIEDSSTÄDTE

Aachen, Bochum, Bonn, Dortmund,

Essen, Köln, Krefeld, Mülheim

an der Ruhr, Münster, Wuppertal

ANDERE STÄDTE

Eupen, Heerlen, Herne

KENNZAHLEN 2020

Sekretariatsmittel: 25.000,00 €

KENNZAHLEN 2021

Sekretariatsmittel: 30.000,00 €

»Das Jahr 2021 stand vollkommen im Zeichen der Unberechenbarkeiten der Corona-

Pandemie. Die immer wieder aufkeimenden Hoffnungen zur Rückkehr zu einem

normalen Spielbetrieb wurden immer wieder, teils sehr kurzfristig in der Erscheinung,

enttäuscht. Umso wichtiger und bedeutsamer ist die kontinuierliche Sichtbarkeit

des Tanzschaffens aus und in NRW auf unserer Plattform. Wir haben aus der

Not eine Tugend gemacht und den Kreis derer erweitert, die für uns aus dem

deutschsprachigen Raum über Tanz in NRW berichten (können).« Klaus Dilger, TANZweb.org


– 42/43 – – BI/BN/BO/D/E/K/MH/MS/SO/W –

2020/21 –

Digitale Performance

Förderprogramm für performative

Projekte, die digitale Narrative

und Technologie verbinden

Mit dem Förderprogramm »Digitale Performance«

werden seit 2015 solche Projekte gefördert, die digitale

Narra tive und Technologie verbinden. In den Fokus

rücken performative Ansätze, die sich entweder mit Themen

der Digitalität oder Digitalisierung auseinandersetzen

und eine nicht-lineare Dramaturgie verfolgen oder

responsive Elemente in das Bühnengeschehen einbauen.

Aufgrund des großen Interesses an diesem

Programm wurde das Gesamtfördervolumen in den

beiden Berichtsjahren signifikant ausgebaut, dabei im

Jahr 2021 noch einmal in erheblichem Umfang gegenüber

dem Vorjahr. Wenngleich die digitale Bühne nicht

erst seit der aktuellen Krise zunehmend Bedeutung

gewinnt, hat die Corona-Pandemie die Dringlichkeit

verstärkt und beschleunigt. Deshalb können Künstler:innen

und Kulturschaffende seit 2020 auch Förderung

für Projekte beantragen, die ausschließlich im

Internet stattfinden sollen.

Antragsberechtigt waren im Berichtszeitraum

Veranstalter:innen, Künstler:innen, Institutionen und

Initiativen aus den Mitgliedsstädten des NRWKS. Bei

– 1 –

– 1 –

Moovy Festival,

© privat

digitalen Formaten musste sich der Arbeitsort des/der

Künstler:in in einer Mitgliedsstadt befinden. Anträge

konnten ganzjährig gestellt werden. Die maximale

Förderhöchstsumme betrug 8.000 Euro.

Damit konnten 2020 insgesamt 13 digitale

Performance-Projekte gefördert werden, im Jahr 2021

schon 15 Projekte.

DIGITALE DRAMATURGIE

Da die Bedeutung digitaler Kultur in den performativen

Künsten auch jenseits aktueller Entwicklungen

wächst, zugleich jedoch häufig die digitalen Potenziale

von theatralen Erzählweisen noch nicht ausgeschöpft

sind, fehlen Projekten gerade im digitalen Bereich

noch die notwendige eigene Logik und die besondere

Dramaturgie. Deshalb hat das NRWKS in den beiden

zurückliegenden Jahren den ursprünglichen Ansatz zur

»Digitale Performance« erweitert. Zusätzlich wurden in

beiden Jahren Förderpreise für Konzepte einer digitalen

Dramaturgie ausgeschrieben und pro Jahr jeweils fünf

zukunftsweisende künstlerische Konzepte prämiert.

»Eine ›Brücke‹ schlägt Schäfer mit diesem Spiel auch vom klassischen

Theater zur digitalen Dramaturgie und folgte damit exakt der Vorgabe

des NRW Kultursekretariats. Das hatte im Mai mit seinem »Open Call«

Theatermacher und Digitalexperten eingeladen, förderfähige Konzepte

für digitale Erzähl-Dramaturgien und Performance-Entwürfe zu entwickeln.«

Solinger Tageblatt, 4.9.2020 (zur Produktion »Romea & Julio«)

Im Sommer 2020 erfolgte die erste Ausschreibung

»Digitale Dramaturgie«, mit Blick auf die Folgen der

Pandemie, aber vor allem auf die Potenziale der digitalen

Performance, über die Krise hinaus. Bewerben konnten

sich jeweils Performancekünstler:innen mit einschlägigen

Erfahrungen und Wohnsitz in einer der 21 Mitgliedstädte

des NRWKS. Gesucht waren neu entwickelte

Konzepte, mit denen das Potenzial von Erzähldramaturgien

und Performance-Entwürfen erkundet und ganz

oder teilweise im virtuellen Raum, mit Hilfe digitaler

Verfahren bzw. Devices umgesetzt werden konnte.

Aus rund 60 Einreichungen hat eine Expert:innen-Jury

folgende Förderpreisträger:innen mit ihren

Konzepten ausgewählt, die mit jeweils 8.000 Euro

prämiert wurden: Verena Lercher mit »Authentic Fake

News Automat«, Hanna Noh mit »An Uncontacted

Tribe«, Andreas Schäfer mit »Romea und Julio«,

Claudia Schmitz mit »UnStumm_Virtual Space Configuring

Tubes« und Caspar Weimann »Loulu«. Darüber

hinaus erhielten weitere Konzepte, die in die engste

Auswahl gekommen waren, eine Anerkennungsprämie

in Höhe von 500 Euro.

GEFÖRDERTE

PROJEKTE 2020

»caretopulis Lab« / Feedback

Kollektiv / Bielefeld

»Shell Game – Lost in Paranoialand«

/ Anna Kpok GbR / Bochum,

Mülheim an der Ruhr

»Map to Utopia« /

fringe ensemble / Bonn

»Fermata Ex« / Ryutaro Mimura /

Düsseldorf

»As I am waiting for tomorrow to

arrive, – My name is tomorow« /

Alexandra Waierstall / Düsseldorf

»phrén« / Zeitkunst e. V. / Köln

»Herakles des Euripides« /

disdance project gUG / Köln

»Hard Feelings (Ein Bericht für

eine Akademie)« / Stange Produktionen

Gbr / Köln, Mülheim an

der Ruhr

»Zukunftsmusik – The Human

Robotic Ensemble« / Sommerblut

Kulturfestival e. V. / Köln

»Cellar and Secrets_2020« /

DIN A 13 tanzcompany e. V. /

Online-projekt

»Digital Freeze Trio« / Rochus Aust

/ 1. Deutsches Stromorchester /

Köln, Essen, Düsseldorf, Münster

»INF2erno« / sputnic – visual arts /

Essen, Krefeld

»Wir sind nicht sicher –

Neue Medien Kunstnacht« /

Ilona Hellmiß / Wuppertal

Auf den zweiten Call im Sommer 2021 haben sich mehr

als 20 Künstler:innen mit entsprechenden Konzepten

beworben. Ausgezeichnet mit erneut jeweils 8.000

Euro wurden Jens Heitjohann für »I like the Digital

but does it like me?«, Raban Witt für »Rigby«, Till

Wyler von Ballmoos für »Oxford Hyperspace«, Vesela

Stanoeva für »You better don’t know« sowie das Künstler:innen-Kollektiv

Anna Kpok für »Horror Vacui«.

Erneut wurden zusätzlich beachtenswerte Konzepte

mit einer Anerkennungsprämie in Höhe von 500 Euro

gewürdigt. Zudem erhielten alle Preisträger:innen die

Gelegenheit, ihre Konzepte im Rahmen des »Next Level

– Festival for Games« 2021 vorzustellen.

Der Jury gehörten an: Prof. Dr. Linda Breitlauch

(Hochschule Trier), Dr. Christian Esch (NRWKS/Vorsitz),

Katja Grawinkel-Claassen (FFT Düsseldorf) und

Susanne Schuster (Festival Hauptsache Frei, Hamburg),

2020 zudem Michael Eickhoff sowie 2021 Marcus

Lobbes (beide Akademie für Theater und Digitalität,

Dortmund).

nrw-kultur.de/digitaleperformance

GEFÖRDERTE

PROJEKTE 2021

»Ikonen« / MIRA / Köln

»Exduction« / die börse KOMMU-

NIKATIONSZENTRUM gGmbH /

Wuppertal

»Solaris 2021« / Thomas Meckel /

Mülheim an der Ruhr

»Romea & Julio – Das Spiel mit der

verflixten Familie« / Kulturmanagement

Solingen / Solingen

»Bibliopark Ex« / Ryutaro Mimura /

Düsseldorf

»Map to Utopia« / fringe

ensemble / Bonn, Münster

»facing the music« / Miriam

Michel / Online/Bochum

»Babel« / Trafique / Sir Gabriel

Dellmann e. V. / Köln

»Pandemixer: PEST vs. ROBOT« /

Spotnik intermediale Künste

e. V. / Köln

»UnStumm – Augmented Aether« /

UnStumm Conversation of Moving

Image and Sound / Düsseldorf, Köln

»Störfall« / disdance project / Köln

»Schöner Warten – Die Flanier-App

zur Kunst des Wartens« /

Die Service pioniere / Köln

»Moby-Dick« / Wuppertaler

Bühnen und Sinfonieorchester

GmbH / Wuppertal

»Creative Codes – Coding

Creativity« / Feedback Kollektiv /

Bielefeld

»Shiny Toys« / Makroscope e. V. /

Mülheim an der Ruhr

»Moovy Festival« / Culture

Unlimited e. V. / Köln

BETEILIGTE

MITGLIEDSSTÄDTE

Bielefeld, Bochum, Bonn,

Düsseldorf, Essen, Köln,

Mülheim an der Ruhr, Münster,

Solingen, Wuppertal

KENNZAHLEN 2020

Sekretariatsmittel: 132.275,00€

Anzahl geförderter Projekte: 18

KENNZAHLEN 2021

Sekretariatsmittel: 135.529,15 €

Landesergänzungsmittel:

17.000,00 €

Anzahl geförderter Projekte: 20


Werkproben

– 44/45 – – AC/D/E/GE/HA/K/KR/MG/NE/RE/W –

2020/21 –

Förderprogramm für Lesungen

mit Autor:innen aus NRW

»Man kann sie als Dream Team bezeichnen. Auftritt folgt auf Auftritt,

in Schulen, auf Festivals. Sie reisen an, im Gepäck Beamer, Stifte,

Instrumente – und natürlich Bücher: der Illustrator und Filmemacher

Ferdinand Lutz und der Musiker, Komponist und Sänger Dominik

Merscheid.« Deutschlandfunk/Büchermarkt, 10.10.2020 (zum Programm »BildKlangLesung«)

– 1 –

Doris Meissner-

Johannknecht

– 2 –

Tobias Steinfeld

© A. Köhler

– 3 –

Ute Wegmann

© Thekla Ehling

– 4 –

»BildKlangLesung«

Duo Ferdinand

Lutz & Dominik

Müller

© Ferdinand Lutz

– 5 –

Rüdiger Betram

© Claudio Di Lucia

– 1 – – 2 –

– 3 –

– 1 – – 2 –

– 4 – – 5 –

Mit den »Werkproben« betreibt das NRWKS gemeinsam

mit dem Kultursekretariat NRW Gütersloh ein

umfassendes Förderprogramm zur Literaturvermittlung.

Dank der Honorarförderung können öffentliche

Institutionen und Schulen einem breiten Publikum

die Möglichkeit bieten, hochrangige Autor:innen

aus NRW in Lesungen und Schreibworkshops live

zu erleben. Davon profitieren Veranstalter:innen,

Autor:innen und Leser:innen aller Altersgruppen

gleichermaßen. Bei der Autor:innenauswahl werden

traditionell unterschiedliche Literaturgattungen und

Zielgruppen berücksichtigt. Besondere Aufmerksamkeit

gilt zudem der Vermittlung von Schreibkompetenz.

So bieten fast alle Autor:innen neben Lesungen

auch Workshops zum kreativen Schreiben an. Beide

Formate können einzeln, aber auch in Kombination

am selben Tag gebucht werden. Digitale Einblicke

vermitteln zudem Videoclips mit kurzen Lesungen

aller beteiligten Autor:innen unter nrw-kultur.de/

werkproben.

Antragsberechtigt waren im Berichtszeitraum

Veranstalter:innen von Literaturveranstaltungen

in kommunaler und freier Trägerschaft (Schulen,

Bibliotheken, Vereine, Initiativen, sonstige Kultur-

– 6 –

einrichtungen) und Buchhandlungen. Anträge konnten

ganzjährig gestellt werden.

So konnten 2020 insgesamt 25 Veranstaltungen

gefördert werden und im Jahr 2021 zehn.

PROGRAMM 2019– 2021

Gemeinsam mit dem Literaturbüro NRW sowie dem

Literaturbüro NRW Süd, dem Literaturbüro OWL,

dem Literaturbüro Ruhr und dem Westfälischen Literaturbüro

wurde 2018 ein ursprünglich auf zwei Jahre

angelegtes Programm zusammengestellt. Aufgrund

diverser coronabedingter Veranstaltungsausfälle wurde

das Programmangebot jedoch bis Ende 2021 verlängert.

Dabei war der Bereich Prosa durch Hanna Jansen und

Sarah Meyer-Dietrich vertreten, die Lyrik repräsentierten

Hellmuth Opitz und Bastian Schneider, für den Kinderbuchbereich

konnten Doris Meißner-Johannknecht

und Ute Wegmann gewonnen werden und das Segment

Jugendbuch wurde durch Rüdiger Bertram und Tobias

Steinfeld abgedeckt. Darüber hinaus wurden unter dem

Titel »Literatur plus« auch grenzüberschreitende Formate

unterstützt und andere Präsentationsformen jenseits der

klassischen Lesung angeboten: So erweckten Ferdinand

Lutz und Dominik Müller in ihrer »BildKlangLesung«

mit verrückten Stimmen, Geräuschen, Musik und

BETEILIGTE

MITGLIEDSSTÄDTE

Aachen, Düsseldorf, Essen,

Gelsenkirchen, Hagen, Köln,

Krefeld, Mönchengladbach, Neuss,

Recklinghausen, Wuppertal

– 9 – – 10 –

– 7 – – 8 –

– 6 –

Hanna Jansen

– 7 –

Sarah Meyer-

Dietrich

© Frank Vinken

– 8 –

Hellmuth Opitz

– 9 –

Bastian Schneider

© Silviu Guiman

– 10 –

»Sprechduette«

Duo Xaver Römer

& Miriam Berger

© Heine Haus

Literaturhaus

Düsseldorf

kleinen Animationen Kinder-Comics performativ zum

Leben. Miriam Berger und Xaver Römer dagegen waren

als Duo »sprechduette« mit ihrem avancierten sprachperformativen

Projekt über Texte von Annette von

Droste-Hülshoff zu erleben.

AUSBLICK 2022

Anfang 2022 ging ein neues Autor:innen-Team an den

Start, das bis Ende 2023 für Veranstaltungen gebucht

werden kann, mit: Willi Achten und Karosh Taha

(Prosa), Lina Atfah und Sabine Schiffner (Lyrik), Anne

Becker und Andrea Karimé (Kinderbuch) sowie Brigitte

Jünger und Sarah Jäger (Jugendbuch). Des Weiteren

sind mit der digitalen »Bücherwerkstatt Wort und

Bild« von Jörg Hilbert sowie Lesungen mit Hörspieleinspielungen

und anschließenden Gesprächen mit

Özlem Özgül Dündar auch ungewöhnliche Formate im

Portfolio. Ergänzend werden, in Verbindung mit den

»Musikkulturen«, zwei musikalisch-literarische Programme

zu »Spuren nach Iran« angeboten: eines mit der

Lyrikerin Nahid A. Musawi und dem Musiker Kioomars

Musayyebi, ein weiteres mit der Erzählerin Mitra Gaast

und dem Duo Sanaz Zaresani / Benjamin Stein.

nrw-kultur.de/werkproben

KENNZAHLEN 2020

Sekretariatsmittel: 9.690,00 €

Anzahl geförderter Autor:innen: 10

Anzahl Lesungen/Workshops: 25

KENNZAHLEN 2021

Sekretariatsmittel: 3.889,97 €

Drittmittel: 3.425,00 €

Anzahl geförderter Autor:innen: 10

Anzahl Lesungen/Workshops: 10


– 46/47 – – AC/D/K/KR/MG/NE –

2020/21 –

Literarischer Sommer /

Literaire Zomer

Das binationale

Literaturfestival

»Dass in diesen Sommermonaten, vom 6. Juli bis zum 4. September, die

bislang größte Ausgabe des Festivals stattfinden kann, hatte vor wenigen

Monaten noch niemand für möglich gehalten. Jetzt kommen 20 Autorinnen

und Autoren zu mehr als 50 Veranstaltungen zwischen Köln und Amsterdam,

Krefeld und Genk. Zu Lesungen ihrer aktuell erschienenen Bücher, zu

literarischen Spaziergängen oder einem Literaturfrühstück wie in Düren.«

Rheinische Post, 19.6.2021

Das deutsch-niederländische Literaturfestival bietet

seit über 20 Jahren Literaturbegeisterten auf beiden

Seiten der Grenze die Möglichkeit, die eigene und die

benachbarte Literatur kennenzulernen und mit Autor:innen

bei Lesungen ins Gespräch zu kommen. Vor

allem im Dreiländereck NRW, Niederlande und Belgien

leistet der »Literarische Sommer« einen wertvollen

Beitrag zum grenzüberschreitenden Dialog.

Präsentiert werden traditionell aktuelle Titel

aus beiden Ländern, aber auch neu entdeckte ältere

Werke. Dabei lesen niederländische Autor:innen in

Deutschland, und deutsche Schriftsteller:innen stellen

ihre Bücher in den Niederlanden vor. Außerdem haben

musikalische Lesungen sowie Literaturverfilmungen

einen Platz im Programm. Ein starker Fokus liegt auf

der Mehrsprachigkeit des Festivals. Dabei sind Autor:innen

sowie Übersetzer:innen eingeladen, gemeinsam

über ihre Arbeit zu sprechen.

An dem Festival, das seit vielen Jahren schon

vom NRWKS im Rahmen der »Kooperierten Projekte«

unterstützt und seit 2018 als gesondertes Programm

weitergeführt wird, beteiligten sich zuletzt auf deutscher

Seite Aachen, Bedburg-Hau, Düren, Düsseldorf,

Köln, Korschenbroich, Krefeld, Mönchengladbach,

Neuss, Rommerskirchen und Willich. Hinzu kamen die

niederländischen Städte Amsterdam, Eijsden, Heerlen,

Kerkrade, Margraten, Vaals, Valkenburg und Venlo, auf

belgischer Seite Genk.

LITERARISCHER SOMMER 2020

Nach pandemiebedingten Unwägbarkeiten in der Planungsphase

konnten im Rahmen der 21. Festivalausgabe

schließlich 25 Veranstaltungen in 13 deutschen

und niederländischen Städten durchgeführt werden.

Auf dem Programm standen vom 22.7. bis 9.9.2020

vor allem Lesungen in Bibliotheken und Kultureinrichtungen,

aber auch in Cafés und anderen Orten.

Daran beteiligten sich viele renommierte Autor:innen

wie Alexander Osang, Ulla Lenze, Michaela Küpper,

Michael Roes, Willi Achten, Peter Schneider, Jan Konst,

Jaap Robben, Abdelkader Benali und Hagar Peeters.

Für Spannung sorgten Michael Lüders, Carsten S.

Henn und Jan Costin Wagner. Musikalisch wurde es

bei Peter Schneider und dem Crossborder Slam sowie

bei den beiden Slammern Merlijn Huntjens und Oscar

Malinowski. Fortgesetzt wurden beliebte Formate

und Reihen, die bereits in den Vorjahren dem Festival

sein spezifisches Profil verliehen hatten. So wurde in

Neuss der sechste der insgesamt sieben Bände des

Klassikers »Das Büro« des verstorbenen Autors J. J.

Voskuil präsentiert. Erneut angeboten wurden auch

die »Literarischen Spaziergänge«, die erstmals auch in

Düsseldorf stattfanden.

LITERARISCHER SOMMER 2021

Dem anhaltenden Einfluss der Pandemie zum Trotz,

konnte das Programm des 22. »Literarischen Sommers«

so vielfältig und abwechslungsreich wie nie

zuvor gestaltet werden: 50 Veranstaltungen mit 30

Autor:innen in 20 deutschen, niederländischen und

flämischen Städten erreichten vom 6.7 bis 4.9.2021

mehr als 1.500 Besucher:innen. Erstmals beteiligten

sich auf deutscher Seite die Städte Düren und Willich

sowie in Belgien die Kommune Genk. Zum Auftakt las

Arnon Grünberg in Mönchengladbach. Für ein breites

Spektrum an Themen, Stilen und Gattungen sorgten

anschließend Charlotte van den Broeck, J. M. A.

Biesheuvel, Martin Michael Driessen, Mathijs Deen,

Christoph Peters, Daniel Speck, Ursula März, Sabine

Peters, Ilja Pfeijffer, Dmitrij Kapitelman, Dana von

Suffrin und Bianca Nawrath. Maria Peters, Lia Tilon

und Koen Peters widmeten sich in Romanen historischen

Persönlichheiten und Epochen und während sich

Shida Bazyar, Ronya Othmann und Petra Reski Gegenwartsfragen

stellten, warfen Rob van Essen und Laura

Lichtblau in ihren Werken einen Blick in die Zukunft.

Neben vielen Autor:innen waren auch Übersetzer:innen,

Verleger:innen und Illustrator:innen eingeladen,

ihre Arbeit vorzustellen. Die beliebten »Literarischen

Spaziergänge« fanden einmal mehr eine Fortsetzung

in Amsterdam und Düsseldorf und wurden zudem

– 1 –

»Ritter Rost«,

© privat

– 2 –

Lia Tilon in Bedburg,

© EuregioKultur e.V.

– 2 –

– 1 –

erstmals um Angebote in Köln und Düren ergänzt.

Fortgeführt wurden auch Lesungsaktivitäten zum

Zyklus »Das Büro«.

AUSBLICK 2022

Für die 23. Festivalausgabe sind insgesamt etwa 40

Veranstaltungen geplant. Dabei werden die beliebten

»Literarischen Spaziergänge« ebenso fortgesetzt wie

die Ringlesung zu »Das Büro«, die 2022 zum Abschluss

kommen soll.

nrw-kultur.de/literarischersommer

literarischer-sommer.eu

BETEILIGTE

MITGLIEDSSTÄDTE

Aachen, Düsseldorf, Köln, Krefeld,

Mönchengladbach, Neuss

ANDERE STÄDTE

Amsterdam, Bedburg-Hau, Düren,

Eijsden, Genk, Heerlen, Kerkrade,

Korschenbroich, Rommerskirchen,

Maastricht, Margraten, Vaals,

Valkenburg, Venlo

KENNZAHLEN 2020

Sekretariatsmittel: 5.800,00 €

Anzahl Veranstaltungen: 25

KENNZAHLEN 2021

Sekretariatsmittel: 15.000,00 €

Anzahl Veranstaltungen: 50


Kooperierte Projekte

– 48/49 – – BN/BO/D/DO/DU/E/GE/HA/K/MG/MO/MH/OB/RE/SG/W –

2020/21 –

Vernetzte Aktivitäten

der Mitgliedsstädte

»Die elektronischen mikrotonalen Klänge erzeugen einen Feedback-

Circuit – aus den vier Klangkörpern wird ein tönender Organismus, der

sich konti nu ier lich verändert, moduliert durch elektronische Interferenzen

der Umge bung. Mikroskopische Field Recordings kontrastieren

und ergänzen die Klang skulptur durch Spatialisierung über die raumspezifische

Lautsprecherkonfiguration. Die Performance entführt uns

in ein Spiel der Wahrnehmung zwischen organischen und synthetischen

Klangformen und den Grauzonen dazwischen.« wdr.de, 25.10.2021 (zu »Blaues Rauschen«)

Als interkommunale Kooperationseinrichtung regt das

NRWKS immer wieder städteübergreifende Initiativen

an. Dabei entstehen oft vernetzte Projekte, die innerhalb

des von der Vollversammlung verabschiedeten

Programmschemas nicht gefördert werden können.

Deshalb gibt es seit Jahren neben den spartenbezogenen

und -übergreifenden Programmen das Förderprogramm

»Kooperierte Projekte«.

Unabhängig vom Genre werden vielversprechende

Veranstaltungen und Vorhaben gefördert, die von

mindestens zwei Mitgliedsstädten bzw. ihren öffentlich

geförderten Institutionen gemeinsam unterstützt

werden. Um der steigenden Nachfrage nach diesem

Programm gerecht zu werden, sind die Fördermittel

in den letzten Jahren kontinuierlich erhöht worden.

2020 wirkte sich die Pandemie stärker aus als

im Folgejahr: Hier wurden insgesamt nur acht »Kooperierte

Projekte« gefördert. Dagegen konnten 2021

schon wieder 14 Förderprojekte ermöglicht werden –

womit an das hohe Niveau der vorpandemischen Jahre

angeschlossen werden konnte.

Antragsberechtigt waren Veranstalter:innen,

Künstler:innen, Institutionen und Initiativen aus

den Mitgliedsstädten des NRWKS. Anträge konnten

– 1 –

– 1 –

»love, peace and

happiness?!!«,

© Marc Strunz-

Michels

– 2 –

»Ist das ein

Mensch? Eine

Cyborg Opera«,

© kainkollektiv

– 2 –

ganzjährig gestellt werden. Die maximale Fördersumme

betrug bis Ende 2021 10.000 Euro. 2021 wurde beschlossen,

die Förderhöchstsumme für Projektanträge ab

2022 auf 30.000 Euro zu erhöhen.

Die »Kooperierten Projekte« bilden außerdem

eine bewährte Grundlage zur langfristigen und nachhaltigen

Weiterentwicklung erfolgreicher Programmansätze.

Wie aus mithilfe dieses Programms initiierten

und geförderten Projekten dauerhafte und wachsende

FÖRDERANTRÄGE 2020

»Ist das ein Mensch? Eine Cyborg

Opera« / kainkollektiv GbR /

Mülheim an der Ruhr —> kurzfristig

abgesagt

»Abgrund« / Trafique / Sir Gabriel

Dellmann e. V. / Dortmund

»Peer Gynt – ein Heimatroman« /

artscenico e. V. / Bochum,

Dortmund, Herne

»Soundfloat« / Gesellschaft für

Neue Musik Ruhr e. V. / Bochum,

Essen, Mülheim an der Ruhr

»Blaues Rauschen« / open systems

e. V. / Bochum, Dortmund, Essen

»Arbeiterinnen / Pracujace Kobiety«

/ Theater der Philharmonie Essen

GmbH / Recklinghausen

»Marcel Duchamp Die Braut von

ihren Junggesellen nackt entblößt

sogar ...« / Katharina Geyer / Köln,

Mönchengladbach

»Pourquoi pas? … ein Ensemble

findet seine Sprache« / Verein zur

Förderung der Bergischen Heimatkultur

e. V. / Bochum, Dortmund,

Wuppertal

FÖRDERANTRÄGE 2021

»RHPP 70« / Rheinischer Kulturverein

Euterpe e. V. / Essen, Köln

»love, peace and happiness?!!« /

Netzwerke entstehen, die inzwischen selbständige Förderschwerpunkte

bilden, zeigen u. a. die erfolgreiche Reihe

»Soundtrips NRW«, das Portal »TANZweb NRW« und

das Festival »Literarischer Sommer/Literaire Zomer«.

Längst sind diese Programme aus den »Kooperierten

Projekten« ausgegliedert und werden als eigenständige

Förderprogramme mit zusätzlichen Mitteln ausgestattet.

nrw-kultur.de/kooperierteprojekte

Verein zur Förderung der Bergischen

Heimatkultur e. V. / Köln, Solingen,

Wuppertal

»Tief im Westen (im Kleinformat)« /

Geremia Carrara / Dortmund,

Duisburg, Gelsenkirchen, Hagen,

Köln, Moers, Mülheim an der Ruhr

»Ein paar Leute suchen das Glück

und lachen sich tot« / Verein zur

Förderung der Bergischen Heimatkultur

e. V. / Wuppertal

»Kassia – Songs of Care(volution) &

The New Istanbul Convent(ion)« /

kainkollektiv Gbr / Mülheim an

der Ruhr

»Knock out« / Sommerblut

Kulturfestival e. V. / Wuppertal

»Ruhr Soundfloat 2021« /

Gesellschaft für Neue Musik Ruhr

e. V. / Duisburg, Essen, Mülheim

an der Ruhr

»Alice im Park« / artscenico e. V. /

Bochum, Dortmund, Herne

»Fassaden« / Trafique / Sir Gabriel

Dellmann e. V. / Köln

»Blick in die Zukunft – Gegen das

Vergessen«

»Ron-Ja/Nein« / TOBOSO GbR /

Essen

»Toxic« / Trafique / Sir Gabriel

Dellmann e. V. / Dortmund, Köln

»Festival UnruhR 2021« / Theater

Dortmund / Bochum, Castrop-

Rauxel, Dortmund, Duisburg,

Essen, Oberhausen, Mülheim

an der Ruhr

»Clara Schumann: Dirigentin« /

Friederike Felbeck / Bonn

»Judentum lernen – anhand des

Schabbats« / Verein zur Förderung

des interreligiösen Dialogs e. V. /

20 Schulen in NRW

BETEILIGTE

MITGLIEDSSTÄDTE

Bochum, Bonn, Dortmund, Düsseldorf,

Duisburg, Essen, Gelsenkirchen,

Hagen, Köln, Moers, Mönchengladbach,

Mülheim an der Ruhr,

Oberhausen, Recklinghausen,

Solingen, Wuppertal

ANDERE STÄDTE

Castrop-Rauxel, Herne

KENNZAHLEN 2020

Sekretariatsmittel: 55.050,00 €

Anzahl geförderter Produktionen: 8

KENNZAHLEN 2021

Sekretariatsmittel: 89.440,00 €

Anzahl geförderter Produktionen: 14


Stadtviertel-Förderung

– 50/51 – – BI/BO/DO/GE/HA/MG/SG –

2020/21 –

Förderprogramm für

die kulturelle Vielfalt

in Stadtgesellschaften

GEFÖRDERTE

PROJEKTE 2020

»Das Nachbarschaftsband« /

AWO Mehrgenerationenhaus

Heisenbergweg / Bielefeld

»between the houses – von

der Wäscheleine zur Bühne« /

Freie Scholle Nachbarschaftshilfe

e. V. / Bielefeld

»Die Herbstzeitlose 2020« /

Bunker Güdderath /

Mönchengladbach

»Kulturline 308/318« / Kunstkiez

Bärendorf / Bochum

GEFÖRDERTE

PROJEKTE 2021

»Abendspaziergang« / Gemeinnützige

Gesellschaft für innovative

Wohn- und Ausbildungsprojekte

mbH / Bielefeld

»Die Herbstzeitlose 2021« / Bunker

Güdderath / Mönchengladbach

»visual sound outdoor festival« /

Parzelle Verein für interdisziplinäre

Kulturprojekte e. V. / Dortmund

»Vom Verschwinden – eine Utopie?«

/ W. I. R. Werbe- und Interessenring

Solingen Innenstadt e. V. / Solingen

»Querbeet Kulturfestival« /

Metropolengarten am Dahlbusch

e. V. / Gelsenkirchen

»Eine grüne Brücke für Hagen« /

Kulturbüro Hagen / Hagen

– 1 –

– 1 –

»Abendspaziergang«,

© Gemeinnützige

Gesellschaft für inno vative

Wohn- und Aus bildungsprojekte

mbH

– 2 –

»Between the Houses«,

© Raphaela Kula

BETEILIGTE

MITGLIEDSSTÄDTE

Bielefeld, Bochum, Dortmund,

Gelsenkirchen, Hagen,

Mönchengladbach, Solingen

KENNZAHLEN 2020

Sekretariatsmittel: 7.925,00 €

Anzahl geförderter Projekte: 4

KENNZAHLEN 2021

Sekretariatsmittel: 14.183,00 €

Anzahl geförderter Projekte: 6

– 2 –

»Doch sentimental sollte dieser Abend nicht sein, dafür sorgte Nina Hoger

mit witzigem, persiflierendem, vor gereimten Lästereien gar nicht bangem

Seemannsgarn. Machte sich lustig über ›Hypochonder‹, die an Bord der

Seekrankheit ihren magenentleerenden Tribut zollen müssen. Oder zitierte

in distinguierter Artikulation das Gedicht ›Das Fräulein stand am Meere‹

des großen Spötters Heinrich Heine.« Rheinische Post, 27.8.2021 (zum Projekt »Die Herbstzeitlose«)

Die »Stadtviertel-Förderung« wurde 2018 gemeinsam

mit dem Programmausschuss des NRWKS entwickelt,

um die kulturelle Vielfalt in den Stadtgesellschaften zu

pflegen und auszubauen.

Gefördert werden Projekte in den Mitgliedsstädten

des NRWKS, die von bürgerlichen Initiativen

gemeinsam mit professionellen Kulturakteur:innen

organisiert werden. Dabei reicht das Spektrum der

Maßnahmen von der Steigerung der Attraktivität

der Stadtviertel über die Stärkung des lokalen Zugehörigkeitsgefühls

bis hin zur Unterstützung von

bereits aktiven Initiativen, Strukturen und Netzwerken

vor Ort.

2020 wurden mit diesem Programm vier Projekte

in Bielefeld, Bochum und Mönchengladbach

gefördert, im Jahr 2021 sechs Projekte in Bielefeld,

Dortmund, Gelsenkirchen, Hagen, Mönchengladbach

und Solingen.

Antragsberechtigt waren in den Stadtbezirken ansässige

bürgerliche Initiativen, Vereine oder Künstler:innen, die

ihr eigenes Viertel und dessen Besonderheiten am besten

kennen. Wesentliche Voraussetzung für eine Förderung

waren etablierte, professionelle Tandempartner:innen

aus dem Bereich Kunst und Kultur, mit denen das Projekt

gemeinsam durchgeführt wurde. Partner:innen konnten

– je nach Abhängigkeit vom Projekt und dessen Initiator:in

– sowohl Institutionen als auch Einzelpersonen

sein. Gemeinsam mit der öffentlichen Kulturverwaltung

wurden die Anträge erarbeitet und schließlich durch die

Mitgliedsstädte an das NRWKS weitergeleitet. Anträge

konnten ganzjährig gestellt werden. Die maximale Fördersumme

betrug 2.500 Euro. Die Mitgliedsstädte mussten

sich jeweils mit insgesamt 25% der Projektkosten an

der Förderung beteiligen.

nrw-kultur.de/stadtviertelfoerderung


– 52/53 – – AC/BI/BN/BO/D/DO/DU/E/GE/HA/K/KR/MG/MH/MO/MS/NE/OB/RE/SG/W –

2020/21 –

1700 Jahre jüdisches Leben

in Deutschland

Ein Festjahr für die jüdische Kultur

und Geschichte in Deutschland

2021 hat das NRWKS mit dem 2018 in Köln gegründeten

Verein 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

e. V. kooperiert. Der Verein hat 2021 eine Reihe bundesweiter

Feierlichkeiten und Kulturevents veranstaltet,

um öffentlichkeitswirksam auf die Bedeutung der

jüdischen Kultur und Geschichte für Deutschland und

Europa hinzuweisen und dabei für Weltoffenheit, Toleranz

und den friedlichen Dialog zwischen Menschen

verschiedener Religionen einzutreten.

Mit einer Vielzahl von Veranstaltungen, auch in

den Mitgliedsstädten des NRWKS, wurden kulturelle,

politische und interreligiöse Debatten innerhalb der

Gesellschaft angestoßen und deutliche Zeichen gegen

den wachsenden Antisemitismus gesetzt. Das NRWKS

hat die Reihe vor allem werblich unterstützt und auf

seinen digitalen Kanälen auf die entsprechenden Veranstaltungen

in seinen Mitgliedsstädten hingewiesen.

Nicht berücksichtigt in diesem Projektkontext

wurde dagegen die vom NRWKS schon seit längerem vorgetragene

Anregung, den Anlass zu nutzen und als Pilotprojekt

an Schulen jüdische Alltagskultur zu vermitteln.

Das Engagement des NRWKS zum Festjahr für

die jüdische Kultur und Geschichte in Deutschland

steht im Kontext unterschiedlicher Aktivitäten. Schon

seit 2007 beteiligt sich das NRWKS regelmäßig an

den »Jüdischen Kulturtagen« – zuletzt 2019, mit dem

Fokus auf der Literatur. Einmal mehr drehte sich bei

dieser spartenübergreifenden Veranstaltungsreihe,

die seit 2002 stattfindet und sich längst im Festivalgefüge

Nordrhein-Westfalens etabliert hat, alles um

die jüdischen Impulse in der zeitgenössischen Kultur

der Rhein/Ruhr-Region.

Und bereits 2019 hat das NRWKS die Initiative

»Kultur der | Freiheit | der Kultur« ins Leben gerufen,

um den erstarkenden antidemokratischen Tendenzen

und vor allem auch dem aufkeimenden Antisemitismus

in der Gesellschaft gezielt entgegenzuwirken. Eine Konferenz

im Herbst 2020, an der auch Dr. Meron Mendel

(Bildungsstätte Anne Frank) und Britta Schellen berg

(Geschwister-Scholl-Institut, LMU München) teilnahmen,

gab diesem Thema besonderen Raum.

Außerdem wurde diesbezüglich im Mai 2021

über die sozialen Medien die vielbeachtete Kampagne

»Gemeinsam gegen Antisemitismus« gestartet.

www.2021jlid.de

»Es liegt mir am Herzen, dass sich jüdisches Leben in unserer Gesellschaft

noch weiter entfalten kann und noch sichtbarer wird. 2021 feiern wir 1700 Jahre

jüdisches Leben in Deutschland! Über die Jahrhunderte haben jüdische Bürgerinnen

und Bürger Philosophie, Wissenschaft, Wirtschaft und Kunst maßgeblich

mitgestaltet. Ihre Leistungen prägen unsere Identität und Kultur. Dieses Festjahr

ist eine Chance, mehr über den Reichtum und die lange Tradition jüdischer

Kultur in Deutschland zu erfahren. Ich freue mich auf dieses Festjahr und hoffe,

dass möglichst viele Menschen in unserem Land mit Offenheit, Wertschätzung

und Sympathie daran teilhaben werden.« Dr. Angela Merkel, Bundeskanzlerin a. D. (aus dem Grußwort zum

jüdischen Neujahrstag Rosch ha-Schana 2020)

– 1 –

BETEILIGTE

MITGLIEDSSTÄDTE

Aachen, Bielefeld, Bochum,

Bonn, Dortmund, Düsseldorf,

Duisburg, Essen, Gelsenkirchen,

Hagen, Köln, Krefeld, Moers,

Mönchengladbach, Mülheim an

der Ruhr, Münster, Neuss,

Oberhausen, Recklinghausen,

Solingen, Wuppertal

– 1 –

Social Media-Kampagne

2021, Gestaltung Heike

Becker Design, © NRWKS


– 54/55 – – 2020/21 –

Nach dem Beaufsichtigen

der Maschinen

Kunst- und Diskursprojekt anlässlich

des 200. Geburtstags von

Friedrich Engels

– 1 –

Mit dem Projekt »Nach dem Beaufsichtigen der Maschinen«

widmete sich das NRWKS 2020 gemeinsam

mit dem LVR-Industriemuseum Kraftwerk Ermen &

Engels aktuellen Fragen zum Thema Arbeit. Anlässlich

des 200. Geburtstags von Friedrich Engels nahmen sie

mit künstlerischen Mitteln gemeinsam das Erbe des

einflussreichen Philosophen und politischen Aktivisten

unter die Lupe. Im Zentrum dieses Performance-, Installations-

und Diskursprojektes standen künstlerische

und diskursive Aktivitäten im oberbergischen Engelskirchen,

das historisch stark durch die Engels’sche

Baumwollspinnerei geprägt wurde, sowie im Internet

unter www.engels-maschinen.de.

Von August bis September 2020 entstanden in

Engelskirchen – unter anderem in direkter Auseinandersetzung

mit Engelskirchener Bürger:innen – ortsspezifische

künstlerische Auftragsarbeiten. Gewonnen

hatte der Berliner Kurator, Autor und Dramaturg Florian

Malzacher dafür zehn internationale Künstler:innen. Ihre

Interventionen wurden abschließend an drei Tagen vom

25. bis 27.9.2020 auch öffentlich erlebbar gemacht. Dabei

blieb ein Teil der Arbeiten über einen längeren Zeitraum

sichtbar. Bespielt wurden öffentliche und halböffentliche

Orte in Engelskirchen: u. a. das Fabrikgelände, die protestantische

Kirche, die alles verbindende Hauptstraße, die

»Nach dem 200. Geburtstag

von Karl Marx, der 2018 weltweit

groß gefeiert wurde, fiel das

Engels-Jubiläum viel kleiner aus.

Doch zeigte es eindrücklich, wie

Kunst sowie Wirtschafts- und

Gesellschaftstheorie wichtige

Impulse auch in und aus der

deutschen Provinz erfahren

können – damals wie heute.«

Neue Zeitschrift für Musik Nr. 5/2020

Bahnstation, der zentrale Platz, die ehemalige Villa der

Familie Engels sowie das Rat- und Gemeindehaus. Der

Eintritt zu allen Programmteilen war frei.

KUNST IM ÖFFENTLICHEN RAUM

IN ENGELSKIRCHEN

Die Künstler Ulf Aminde aus Berlin und Manuel

Gogos aus Bonn errichteten mit »Straße der Arbeit«

jenen Arbeiter:innen ein temporäres Denkmal, die aus

vielen Ländern ins Oberbergische Land kamen, um

gemeinsam die Märkische Straße in Engelskirchen zu

bauen und den Ort mit der Welt zu verbinden.

Für den rumänischen Künstler Dan Perjovschi

aus Sibiu ist alles Gegenstand von Zeichnung: Lokales,

Globales, Politik, Kultur, die ökonomische Krise, die

Corona-Krise, der Wandel der Arbeitswelt, Ost und

West. Während des Festivalzeitraums konnte man

ihm dabei zuschauen, wie er live und mit viel Humor

seine Arbeiten auf Schaufenster der Hauptstraße von

Engelskirchen brachte.

Das Künstler:innen-Ensemble Quarantine aus

Manchester verknüpfte mit »The People of« Erzählungen

von Engelskirchener Bürger:innen für eine Audiotour

entlang von Kleiderläden, Friseurgeschäften, dem

Rathaus, der Kirche u. a.

Die rumänische Künstlerin Alexandra Pirici aus Bukarest

hatte die Bewegungen oft schwerer körperlicher

Arbeit gesammelt, die aus westlichen Fabriken

weitgehend verschwunden ist, um daraus im Rahmen

einer Performance ein sich permanent veränderndes

Denkmal aus menschlichen Körpern zu kreieren.

Ein Kollektiv, bestehend aus Heike Bänsch, deufert&plischke,

Manuele Klein, Kristin Kunze, Achim

Lahr, Kiane l’Azin, Renate Seinsch und Detlev Weigand,

präsentierte mit der gemeinsam kuratierten »Retrospektive:

Felicitas P. Berg« in einer großen multimedialen

Ausstellung erstmals das Werk der Engelskirchener

Künstlerin Felicitas P. Berg.

In »Lieder für Thomas Piketty. Lied #12 Rele«

untersuchte der niederländische Künstler Dries Verhoeven

aus Utrecht die in Engelskirchen auf den ersten

Blick unsichtbare Armut. Dabei entstand für die Betrachter:innen,

ausgehend vom Bahnhof, ein subtiles

Spiel mit dem Gefühl des Unwohlseins.

Die polnische Komponistin und Theatermacherin

Zorka Wollny erarbeitete gemeinsam mit einem

Chor Engelskirchener Bürger:innen ein experimentelles

Konzert, das sowohl auf den Aufführungsort der

evangelischen Kirche, als auch auf heutige Lebens- und

Arbeitswelten Bezug nahm.

Die polnische Künstlerin Dagna Jakubowska

aus Warschau wagte mit einem Dinner unter dem Titel

»Unser täglich Brot. Ein Erntedankfest der Zukunft.«

einen spekulativen Blick auf zukünftige Ernährungsgewohnheiten.

Mit der Vierkanal-Arbeit »Occupy, Resist, Produce«

zeigten Dario Azzellini und Oliver Ressler aus

Wien, wie es Arbeiter:innen in Marseille, Mailand, Rom

und Thessaloniki gelang, ihre Fabriken zu besetzen, um

dort andere, gleichberechtigtere Formen des Arbeitens

und Produzierens umzusetzen.

Die Videoauswahl »Eine Einstellung zur Arbeit«

schließlich präsentierte acht der insgesamt über vierhundert

maximal zweiminütigen Videos von Arbeitstätigkeiten

aus aller Welt, die von der Berliner Künstlerin

Antje Ehmann und dem Filmemacher Harun Farocki

gesammelt wurden – allesamt in einer einzigen Einstellung

gefilmt.

ONLINE-DISKURS ZUM THEMA

»ARBEIT IN DER KRISE«

Auf der begleitenden, von Christian Esch und Florian

Malzacher kuratierten Diskursplattform »Arbeit in

der Krise« suchten Künstler:innen, Theoretiker:innen

und Aktivist:innen Antworten auf fundamentale

Fragen: Wie sicher und nachhaltig sind globale, auf

Wertschöpfung basierende Finanz-, Wirtschafts- und

Gesellschafts-Systeme? Wie verändern Digitalität und

Künstliche Intelligenz Arbeit und Produktion? Wie

– 1 –

Alexandra Pirici,

© Tommy Scheer

– 2 –

Dan Perjovschi,

© Tommy Scheer

– 2 –

muss sich Arbeit unter den Vorzeichen der Klimakatastrophe

verändern? Welche neuen Verbindungen

zwischen lokalem, regionalem und planetarem Denken

sollten nun gefunden werden? Wie lassen sich

neue Formen von Kollaboration und Kollektivität, wie

lässt sich gesellschaftliche Produktion als Gesamtes

denken? Mit ihren Beiträgen legten Bini Adamczak,

Dirk Baecker, María do Mar Castro Varela, Manfred

Fischedick, Julia Grillmayr, Daniel Häni, Bernadette

La Hengst, Luise Meier, Brigitta Muntendorf, Dan

Perjovschi und Sibylle Peters einen besonderen Fokus

darauf, was sich von künstlerischen Prozessen

über das Wesen von Produktion und Arbeit heute

lernen lässt. Sämtliche Videos sind abrufbar unter

www.nrw-kultur.de/bilder-texte.

Das Projekt wurde gefördert durch das Ministerium

für Kultur und Wissenschaft des Landes

NRW, die Sparkassenkulturstiftung Rheinland und

die Kultur- und Umweltstiftung der Kreissparkasse

Köln. Unterstützt wurde das Gesamtprojekt durch

die Regionale Kulturförderung des Landschaftsverbandes

Rheinland. Weitere Unterstützung leisteten

die Gemeinde Engels kirchen, die Evangelische Gemeinde

in Engelskirchen und Loope, der Bergische

Abfallwirtschaftsverband und die EngelsArt.Kunst

und Kulturinitiative Engels kirchen.

BETEILIGTE STÄDTE

Engelskirchen

KENNZAHLEN 2020

Sekretariatsmittel: 26.103,45 €

Landesergänzungsmittel:

30.000,00 €

Kooperationsmittel: 11.025,80 €

Geförderte Projekte: 10


– 56/57 – – BI/BN/D/DO/E/GE/HA/K/MS –

2020/21 –

Fonds Neues Musiktheater

Förderprogramm für Auftragskompositionen,

Uraufführungen

und Premieren für NRW

Der »Fonds Neues Musiktheater« wurde vom NRWKS

als Förderprogramm für zeitgenössische und rezente

Musik an den kommunalen Theatern NRWs eingerichtet.

Gefördert werden Kompositionsaufträge, Opernund

Tanzproduktionen mit neuer und neuerer Musik

sowie deren Wiederaufnahmen. Die Produktionen

müssen die hauseigenen Ensembles wie Chor, Orchester

und Gesangsensemble einbeziehen. Antragsberechtigt

sind kommunal getragene Theater mit eigenem

Ensemble aus NRW. Gastproduktionen sind von einer

Förderung ausgeschlossen. Bei den Fördersummen gibt

es grundsätzlich keine Begrenzung.

Bis Ende 2019 wurden für das Jahr 2020 für

acht Produktionen Förderungen beantragt, bei denen

es coronabedingt zu erheblichen Verzögerungen

und Terminverschiebungen kam. So konnte 2020 nur

eine Premiere gefeiert werden, während allein fünf

Produktionen auf die Folgejahre verschoben und zwei

komplett abgesagt werden mussten. Aus dem Etat für

2021 wurden Förderungen für fünf Musiktheaterprojekte

beantragt. Mit fünf weiteren Anträgen für 2022

steigt die Gesamtzahl der durch den Fonds realisierten

Musiktheaterproduktionen seit 2001 auf über 180.

Zur Ausstattung des Fonds stellt das Kulturministerium

des Landes NRW jährlich Sondermittel in Höhe

von bis zu 250.000 Euro für die Häuser zur Verfügung.

Gemeinsam mit der Bezirksregierung Düsseldorf

und dem Kulturministerium NRW wurde 2019

das Förderverfahren überarbeitet. Seitdem können

entsprechend den Produktionsanforderungen der

Theaterpraxis, Mittel für Projektplanungsphasen von

bis zu drei Jahren beantragt werden.

www.nrw-kultur.de/fnm

– 1 –

»Bei allen drei Werken hatte Oliver Klöter Regie geführt, so bei der halbszenisch

aufgeführten Kurzoper ›The Ends‹ mit Musik von Andreas Eduardo Frank

zu einem Text von Katarzyna Fetlińska. In knallbunter schriller Komikkleidung

wurden die vertrauten Ensemble-Nummern der Operngeschichte karikiert:

Ein Motto-Satz wurde vorgegeben und sodann im Quartett verarbeitet,

Textwiederholung mit der Einbrennwirkung von Minimal-Music. Das wirkte

besonders wegen des witzigen Textes und der sensationell grimassierenden

Akteure sehr erfrischend.« Kölnische Rundschau, 29.9.2021 (zu »Schnittstellen II« an der Oper Köln)

– 1 –

»Staatstheater«,

Theater Bonn,

© Thilo Beu

– 2 –

»Schnittstellen II«,

Oper Köln,

© Teresa Rothwangl

FÖRDERANTRÄGE 2020

Theater Bielefeld: »PULS«, Tanzproduktion

von Simone Sandroni,

mit Musik von Francesco Antonioni,

Premiere: 9.2.2022

Theater Bielefeld: »Berlin Alexanderplatz«,

Uraufführung, von

Vivan und Ketan Bhatti, Premiere:

4.9.2022

Theater Bonn: »Awakening« von

Param Vir, Premiere geplant für

2021, Absage: 3.8.2021

Theater Bonn: »Staatstheater«

von Mauricio Kagel, Premiere:

30.4.2020

Theater Dortmund: »Der Hetzer«

von Bernhard Lang, Premiere:

26.9.2021

Deutsche Oper am Rhein

Düsseldorf: »Septembersonate«,

Kompositionsauftrag an Manfred

Trojahn, Premiere: 2.12.2023

Theater Hagen: »A room of

one’s own« von Outi Tarkiainen,

Premiere: 15.5.2022

Theater Münster: »Preußisches

Märchen« von Boris Blacher,

Premiere geplant für 13.3.2021,

Absage: 14.5.2020

– 2 –

FÖRDERANTRÄGE 2021

Theater Bielefeld: »Egmont« von

Christian Jost, Deutsche Erstaufführung,

Premiere: 23.4.2022

Theater Dortmund: »WIR«,

Kompositionsauftrag an Sarah

Nemtsov, Premiere: 15.3.2024

Oper Köln: »Schnittstellen II«, Drei

Kurzopern von div. Künstler:innen,

Premiere: 18.9.2021

Theater Münster: »Galen« von

Thorsten Schmid-Kapfenburg,

Uraufführung, Premiere: 14.5.2022

Theater Münster: »Last Paradise

Lost«, Rockoper von Günter Werno,

Andy Kuntz, Stephan Lill und

Johannes Reitmeier, Erstaufführung,

Premiere: 11.12.2021

AUSBLICK

Aalto-Theater Essen: »Dogville«

von Gordon Kampe, Uraufführung,

Premiere: 11.3.2023

Musiktheater im Revier Gelsenkirchen:

»Bernada Albas Haus« von

Aribert Reimann, NRW-Erstaufführung,

Premiere: Januar 2023

Musiktheater im Revier Gelsenkirchen:

»Innocence« von Kaija

Saariaho, Deutsche Erstaufführung,

Premiere: September 2024

Theater Hagen: »Drei Schwestern

(Tri Sestri)« von Péter Eötvös,

Premiere: 25.3.2023

Theater Münster: »Great Open

Eyes« von Manuel Zwerger, Uraufführung,

Premiere: April 2023

BETEILIGTE

MITGLIEDSSTÄDTE

Bielefeld, Bonn, Dortmund,

Düsseldorf, Essen, Gelsenkirchen,

Hagen, Köln, Münster

KENNZAHLEN 2020

Landessondermittel: 123.000,00 €

Anzahl geförderter Produktionen: 5

KENNZAHLEN 2021

Landessondermittel: 162.500,00 €

Anzahl geförderter Produktionen: 5


– 58/59 – – BN/BO/D/DO/DU/E/GE/K/MH/MO/MS/OB/RE/W –

2020/21 –

Internationales Besucherprogramm

NRWho? NRWhere? NRWhat? – Das

Netzwerk- und Kooperationsprogramm

des Landes Nordrhein-Westfalen

– 1 –

Das »Internationale Besucherprogramm« im NRWKS

führt in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für

Kultur und Wissenschaft NRW Akteur:innen aus den

Bereichen Kulturjournalismus,-vermittlung, -politik

sowie Kurator:innen, Festivalleiter:innen, Multiplikator:innen

und Fachjournalist:innen aus aller Welt mit

den Kommunen und ihren Institutionen als Akteure

internationaler Kulturkooperationen zusammen.

Seit 2009 besuchen unter dem Motto »NRWho?

NRWhere? NRWhat?« jährlich bis zu 100 internationale

Gäste Nordrhein-Westfalen und knüpfen neue Kontakte.

Über den Besuch von Aufführungen, Ausstellungen

oder Konzerten hinaus bekommen die Teilnehmer:innen

einen Einblick in das Kulturleben des Landes. Seit

2019 organisiert das Besucherprogramm zusätzliche

Vernetzungsformate, um den internationalen Austausch

nachhaltiger zu gestalten und angesichts der

Herausforderungen durch Klimakrise und Pandemie

auf eine breitere Basis zu stellen.

Durch persönliche Begegnungen und intensive

Vermittlung durch das NRWKS entstehen immer wieder

Kooperationen mit Künstler:innen, Kompanien oder

Kultureinrichtungen aus NRW. Berichterstattungen in

ausländischen Medien beschreiben NRW als überregional

ausstrahlendes Kulturland und stellen dessen Attraktivität

als internationaler Wirtschaftsstandort heraus.

»In my 20 years as a museum

curator at MIT I have participated

in many international collaborative

programmes, and I am pleased

to say that the NRW International

Visitors Programme is in my experience

probably the most successful

incubator of collaborative

projects and ideas of all of them.«

Gary van Zante, Kurator, MIT Museum, Massachusetts

Institute of Technology, Cambridge/USA, April 2022

Seit 2014 werden auch Einzelreisen von auswärtigen Besucher:innen

zur Entwicklung bereits avisierter Kooperationsvorhaben

mit Partner:innen in NRW angeboten.

IBP 2020

Im Jahr 2020 waren elf Besucherprogramme geplant,

u. a. zu Kurzfilm, Tanz, Fotografie, Musik, Theater und

digitaler Kunst. In Kooperation mit dem Goethe-Institut

Chennai (Indien) und Pro Helvetia fand im März

eine Reise für Fotograf:innen und Fotokurator:innen

aus Bangladesch, Indien, Nepal, Pakistan und Sri Lanka

statt. Der weitere Reiseverlauf führte die Gruppe nach

Berlin, Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen sowie

nach Zürich, Basel und Winterthur. Das Konzept

für das Programm wurde im Anschluss an die Jubiläumskonferenz

(2019) entwickelt mit Varun Gupta,

Direktor der Chennai Photo Biennale und Alumnus des

»Internationalen Besucherprogramms«.

Aufgrund der Pandemie mussten die weiteren

geplanten Programme abgesagt werden. Im Spätsommer

konnte vor einem erneuten Lockdown ein Besucherprogramm

anlässlich des Festivals »Favoriten« stattfinden.

Das »Internationale Besucherprogramm« hat

den Ausbau seiner Netzwerk- und Alumniarbeit daraufhin

verstärkt vorangetrieben und neue Vernetzungsformate

entwickelt und durchgeführt, darunter

Meetings zu Koproduktion und Kooperation in den

inklusiven darstellenden Künsten sowie zu zeitgenössischem

Zirkus anlässlich des CircusDanceFestival

Cologne und der Ruhrfestspiele Recklinghausen. Mit

dem Projekt »Culture in the Time of Corona« waren

Alumni eingeladen, die Auswirkungen der Pandemie

auf Kulturschaffende weltweit mit Videobeiträgen zu

kommentieren, die über die sozialen Plattformen des

Besucherprogramms auch mit Kulturschaffenden in

NRW geteilt wurden. Im November fand gemeinsam

mit dem Think Tank »Hybrid Space Lab« (Berlin) und

Partner:innen aus NRW der Online-Workshop »Reflecting

Hybrid Platforms« statt. Das Potenzial bestehender

Netzwerke in NRW und deren mögliche Anbindung an

das Besucherprogramm wurde im Zuge der Neukonzeption

des Programms »Transfer International« reflektiert:

In Kooperation mit dem Ministerium für Kultur und

Wissenschaft NRW und der Kunststiftung NRW beauftragte

das Besucherprogramm eine Bestandsaufnahme

der Residenzprogramme in Nordrhein-Westfalen. Gemeinsam

mit dem Goethe-Institut London / Nordwesteuropa

und dem Arts Council England konzipierte das

Besucherprogramm das Residenzprogramm »CROWD –

International Dance Exchange«.

2020 reisten 19 Gäste aus sieben Ländern nach

Nordrhein-Westfalen, 35 Alumni aus 28 Ländern beteiligten

sich an dem Videoprojekt »Culture in the Time

of Corona«.

IBP 2021

Von den für das Jahr 2021 geplanten 16 Besucherprogrammen

konnten trotz der Pandemie drei Reisen

realisiert werden. Zu den Themen der geplanten Programme

zählten Videokunst, Neue Musik, Fotografie,

Tanz, improvisierte Musik, Film, Zeitgenössischer

Zirkus, Theater, Bildende Kunst, Jazz, Digitale Kultur

und Literatur. In Zusammenarbeit mit den Festival-

Veranstalter:innen wurden digitale und hybride Besucherprogramme

konzipiert, darunter zur VIDEONALE

und dem »Impulse Theater Festival«. Mit dem Projekt

»ToGather« in Kooperation mit der Akademie für Theater

und Digitalität und dem Department für Digitale

Künste am Theater Dortmund sowie mit Alumni des

Besucherprogramms entsteht seit 2021 eine virtuelle

Vernetzungs- und Kooperationsplattform basierend

auf Mozilla Hubs. Der Prototyp wurde im Rahmen

des »Next Level – Festival for Games« präsentiert und

diskutiert. Die Ergebnisse der 2020 durchgeführten

Bestandsaufnahme zu Residenzprogrammen wurden

bei zwei Vernetzungstreffen mit rund 40 Teilnehmer:innen

vorgestellt. Das 2020 konzipierte Residenzprogramm

»CROWD – International Dance Exchange«

fand 2021 mit sechs Stipendiat:innen erstmalig in NRW

(TanzFaktur, Köln, und Pottporus e. V., Herne), den

Niederlanden, UK und Finnland statt.

Im Jahr 2021 reisten 26 Gäste aus 19 Ländern

nach Nordrhein-Westfalen, 50 Gäste aus 37 Ländern

nahmen an digitalen Programmen teil.

EVALUATION UND

KOMMUNIKATION ALS GRUNDLAGE

DES NETZWERK- AUSBAUS

Um die Reisen zu evaluieren, dabei Kontinuität zu

schaffen und Netzwerke weiterzuentwickeln, berichten

– 2 –

die Besucher:innen nach Abschluss der Programme

über ihre Erfahrungen und Erlebnisse. Ziel ist es, die

Beständigkeit und den Ausbau der neuen Verbindungen

zu ermöglichen und die Qualität der Besucherprogramme

kontinuierlich weiterzuentwickeln. Ein Newsletter

informiert die Besucher:innen sowie die Partner:innen

in NRW regelmäßig über die aktuellen Entwicklungen

in der Kulturlandschaft NRWs. Zusätzlich fungieren

vom »Internationalen Besucherprogramm« moderierte

Gruppen in sozialen Netzwerken als Plattform für

den Austausch von Ideen, für Gespräche über künftige

Projekte und für den persönlichen Kontakt zwischen

ehemaligen Gästen und Partner:innen aus NRW.

AUSBLICK 2022/2023

Für 2022 sind zahlreiche Kooperationen geplant und

Einladungen an auswärtige Kulturschaffende nach

NRW ausgesprochen worden. Aufgrund der seit der Pandemie

hinzugekommenen Netzwerkprogramme werden

weniger Besucherprogramme stattfinden können, insgesamt

sind neun Reisen mit rund 72 Gästen avisiert.

Der seit 2019 bestehende Fokus auf einer nachhaltigen

Entwicklung, Pflege und Erweiterung bestehender

Netzwerke wird weiter fortgeführt, dazu zählen der

Ausbau der Vernetzungsplattform »ToGather« sowie

die Fortführung des Residenzprogramms »CROWD

– International Dance Exchange«, zu dem seit 2022

weitere Partner-Länder in Nordwesteuropa hinzugekommen

sind.

nrw-kultur-international.de

– 1 –

»Internationales

Besucherprogramm«

beim »Next Level –

Festival for Games«

2021, © Hanna Behr

– 2 –

Still aus »Culture in

the Time of Corona«,

Siegersbusch Film,

Wuppertal 2020

BETEILIGTE

MITGLIEDSSTÄDTE

Bochum, Bonn, Dortmund, Düsseldorf,

Duisburg, Essen, Gelsenkirchen,

Köln, Moers, Mülheim an

der Ruhr, Münster, Oberhausen,

Recklinghausen, Wuppertal

KENNZAHLEN 2020

Landessondermittel: 216.296,91 €

Anzahl Besucher:innen: 19

Anzahl Länder: 7

KENNZAHLEN 2021

Landessondermittel: 238.470,33 €

Anzahl Besucher:innen / Anzahl

Teilnehmer:innen an digitalen

Programmen: 26/50

Anzahl Länder: 19/37


– 60/61 – – AC/BI/BN/BO/D/DO/DU/E/GE/HA/K/KR/MH/MG/MO/MS/OB/W –

2020/21 –

Neue Wege

Förderung kommunaler

Theater und Orchester

in NRW

»Den Preis Innovation 2021 der Deutschen Orchester-Stiftung hat die

Musikvermittlerin Andrea Hoever verliehen bekommen. Für die Dortmunder

Philharmoniker hat sie das ›Tiny Music House‹ geplant und realisiert.

Die mobile Bühne auf Rädern ist bei Open-Air-Konzerten einsetzbar. Sie

bietet einen Workshop-Raum und die Möglichkeit, Podcasts, Hörspiele

und Kurzfilme zu produzieren. Nach Angaben des Theaters Dortmund

können die Philharmoniker ihre Musik so der ›gesamten Stadtgesellschaft

an unterschiedlichsten Orten‹ vermitteln. Das ›Tiny Music House‹ tourt

vor allem durch Grundschulen.« wdr.de, 19.12.2021

Die Theater- und Orchesterlandschaft Nordrhein-Westfalens

ist in ihrer Dichte einmalig: Über das Land

verteilt, bieten 18 kommunale Theaterhäuser und 14

kommunale Orchester mit Schauspiel, Musiktheater,

Tanz und Konzerten sowie Kinder- und Jugendtheater

eine große Vielfalt und Qualität auf ihren Bühnen. Als

Stätten der Kunst, der kulturellen Bildung und des Austauschs

sind Theater und Orchester Orte der Reflexion

über das Zeitgeschehen und auf diese Weise Verständigungsräume

für das gesellschaftliche Miteinander.

Wie die Stadtgesellschaften, so unterliegen auch

die Theater und Orchester einem bedeutenden Wandel.

Um diesen Wandel aus der Mitte der Städte dieses Landes

heraus zu gestalten, stellt das Ministerium für Kultur

und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

in erheblichem Umfang Mittel für ein neues Programm

zur Profilbildung zur Verfügung. In Partnerschaft mit

dem Kulturministerium NRW erfolgt die Steuerung

durch das NRWKS als Verbund der theater- und orchestertragenden

Städte Nordrhein-Westfalens.

25 Millionen Euro stehen initiativ für die Jahre

2019 bis 2022 zur Verfügung für Entwicklungen, Initiativen

und Projekte. So werden erweiterte Spielräume

für nachhaltige künstlerische Qualität geschaffen und

somit zur Profilierung der kommunalen Theater und

Orchester in ihren Städten und darüber hinaus beigetragen.

Dabei werden sowohl neue Impulse als auch die

Weiterentwicklung von Schwerpunkten unterstützt.

Diese zusätzliche Förderung umfasste im Jahr 2019

2,5 Millionen Euro und steigt dann bis 2022 jährlich um

jeweils weitere 2,5 Millionen Euro an, bis für das Jahr

2022 ein Förderbetrag von 10 Millionen Euro erreicht

sein wird. Damit stehen über vier Jahre insgesamt

25 Millionen Euro zur Verfügung.

Die Mittel sollen die Ausbildung von besonderen

Profilen und künstlerischer Qualität stärken und künstlerische,

organisatorische, strukturelle oder experimentelle

Impulse fördern. So können sich die beantragten

Projekte beispielsweise auf die Profilierung inhaltlicher

Schwerpunkte wie zeitgenössischer Tanz oder zeitgenössische

Musik beziehen, Strukturveränderungen

initiieren, spartenübergreifend angelegt sein oder Kooperationen

mit anderen Kultureinrichtungen oder mit

Protagonist:innen aus der freien Theaterszene umfassen.

Dabei sind Ideen erwünscht, die darauf zielen,

die Vielfalt auf den Bühnen des Landes NRW zu stärken

– in der Zusammensetzung der Ensembles, der Orchester

und Leitungsstrukturen, in den künstlerischen

Programmen oder bei der Gewinnung und Bindung

neuen Publikums. Zur gewünschten individuellen

Ausgestaltung und zugunsten innovativer Ansätze ist

der formale Rahmen für eine Förderung bewusst weit

gefasst. Förderungen können sowohl für die Weiterentwicklung

bereits bestehender künstlerischer Ansätze

als auch für neue Konzepte gewährt werden.

Im Winter 2018 ist die erste Ausschreibung

veröffentlicht worden; gefolgt von einer zweiten im

Winter 2019. Für die Entscheidungen über die zu

fördernden Projekte wurde eine Fachjury ins Leben

gerufen. Sie setzte sich 2020 zusammen aus: Dr. Chris-

– 1 –

tian Esch (Vorsitz, Direktor NRWKS), Dr. Hildegard

Kaluza (Ministerium für Kultur und Wissenschaft des

Landes NRW), Barbara Mundel (Münchner Kammerspiele),

Bettina Wagner-Bergelt (Tanztheater Wuppertal

Pina Bausch) und Tillmann Wiegand (Bayerische

Staatsoper). 2021 waren – neben Dr. Christian Esch und

GEFÖRDERTE

PROJEKTE DER ERSTEN

AUSSCHREIBUNG

Theater Aachen: »Akzent Barock!«

Bühnen und Orchester der Stadt

Bielefeld: »First Contact« / Labora

torium: Recherche, Struktur,

Freiheit / »D 3 – Dance Discovers

Digital« / »Bielefelder Studio«

Oper Dortmund: »Junge Oper« /

Biennale »Outreachfestival« /

»Bürgeroper«

Schauspiel am Theater Duisburg:

»Spieltrieb >> First Contact« –

Jugendclub am Theater Duisburg

Musiktheater im Revier Gelsenkirchen:

Puppentheater-Sparte

Schauspiel Köln: »Richard Siegal –

Ballett of Difference«

Theater Krefeld / Mönchengladbach:

»Das Junge Theater«

Schlosstheater Moers:

»Wall zentrum 2025 – Zentrum

für urbanes Zusammenleben«

Theater a. d. Ruhr / »Stücke – Mülheimer

Theatertage NRW« / Ringlokschuppen:

»Die Theaterstadt«

Theater Münster: Weiterentwicklung

des Schwerpunkts auf Neue

Dramatik und Zeitgenossenschaft /

»Dramenlabor Münster«

– 1 –

»Ballet of Difference,

Schauspiel Köln,

© Ana Lukenda

– 2 –

»Leonore 40/45«,

Oper Bonn, © Thilo Beu

– 2 –

Dr. Hildegard Kaluza – Madeline Ritter (Diehl + Ritter),

Frauke Roth (Dresdner Philharmonie) und erneut Tillmann

Wiegand dabei.

www.neuewege-foerderung.de

www.nrw-kultur.de/neuewege

Theater Oberhausen: Verstetigung

der theater:faktorei-Angebote /

»Akademie für laute Gedanken«

(AT) / Verstetigung von theatralen

Angeboten in der Stadt und partizipativen

Angeboten im Theater

Schauspiel Wuppertal: »Inklusives

Schauspielstudio«

Oper Wuppertal: »Sound of the City«

GEFÖRDERTE

PROJEKTE DER ZWEITEN

AUSSCHREIBUNG

Theater Aachen: »Mörgens Lab«

Schauspielhaus Bochum: »Theaterrevier

für Kinder und Jugendliche«

Oper Bonn: »Fokus ’33«

Düsseldorfer Symphoniker:

»Orchester der Zukunft«

Deutsche Oper am Rhein:

»Mobiles Klanglabor«

Duisburger Philharmoniker:

»No Fear!«

Schauspiel Dortmund:

»Theater in Transition«

Dortmunder Symphoniker:

»Tiny Music House«

Aalto Musiktheater und Essener

Philharmoniker: »AaltoMobil«

Theater Hagen: »Neue Wege –

Neue Welten«

Oper Köln: »KinderOper Köln«

Schauspiel Köln: »Richard Siegal –

Ballett of Difference«

Theater Münster:

»Stadtensemble 2020«

Theater Paderborn:

»Junges Theater Paderborn«

Sinfonieorchester Wuppertal:

»Uptown Culture«

BETEILIGTE

MITGLIEDSSTÄDTE

Aachen, Bielefeld, Bochum, Bonn,

Dortmund, Düsseldorf, Duisburg,

Essen, Gelsenkirchen, Hagen, Köln,

Krefeld, Moers Mönchengladbach,

Mülheim an der Ruhr, Münster,

Oberhausen, Wuppertal

ANDERE STÄDTE

Paderborn

KENNZAHLEN 2020

Landessondermittel: 198.113,23 €

Anzahl geförderter Produktionen: 13

KENNZAHLEN 2021

Landessondermittel: 219.542,81 €

Anzahl geförderter Produktionen: 15


Europäische Netzwerke

Corona und die Folgen

– 62/63 – – DO/GE/OB/W –

2020/21 –

Ein Programm für Kultur

und ökologische Nachhaltigkeit

in urbanen Kontexten

Mit dem Programm »Europäische Netzwerke« wurde

2021 ein mehrstufiger Entwicklungsprozess eingeleitet,

der sich dem Zusammenhang von Kultur und

ökologischer Nachhaltigkeit widmet und innerhalb

des neuen Nachhaltigkeits-Schwerpunkts im NRWKS

angesiedelt ist.

Europa und die Welt stehen vor einer Zeitenwende:

Digitalisierung, wachsende soziale Ungleichheiten,

Übernutzung begrenzter Ressourcen, Artenschwund und

der Klimawandel führen zu gravierenden Unsicherheiten

und Bedrohungen. Die Versprechungen der Moderne –

Fortschritt, Wachstum und Wohlstand – lösen sich auf.

Neue Transformationskompetenzen sind gefragt, die

nicht mehr der 200 Jahren alten Logik der Moderne

folgen. Alle gesellschaftlichen Bereiche und Sektoren

sind nun aufgefordert, eigene Konzepte zur notwendigen

Reduktion der Klimagase zu entwickeln und damit ihren

Beitrag zu leisten, eine ressourcenleichte Gesellschaft

zu ermöglichen. Innovative Kooperationsformen unterschiedlichster

Sektoren können bei der notwendigen

Beschleunigung der Transformation helfen.

Die kulturelle Dimension der Nachhaltigkeit

ist im Hinblick auf die Bedeutung der Künste und des

Ästhetischen, also auch des Künstlerischen, im Nachhaltigkeitsdiskurs

und der Nachhaltigkeitsforschung

zu wenig berücksichtigt. Als Agentinnen des Wandels

müssen Kunst und Kultur den Blick auch auf sich selbst

richten, auf die eigenen Praktiken und Betriebe. Denn

die Wirkung von Kunst und Kultur auf die Gesellschaft

kann sich nur dann entfalten, wenn diese selbst ihr

nachhaltiges Handeln reflektieren und Veränderungsprozesse

auch bei sich selbst einleiten. Nur dann können

Kunst und Kultur ihre Transformationskompetenz

wahrnehmen.

Das NRWKS als kommunale Förderinitiative

der theater- und orchestertragenden Städte in Nordrhein-Westfalen

NRW setzt an dieser Stelle an. Gemeinsam

mit europäischen Akteur:innen und weiteren

Partner:innen auf NRW-Ebene und zusammen mit

dem Wuppertal Institut möchte das NRWKS mit einem

Projekt in der europäischen Förderkulisse »Creative Europe«

konkrete und notwendige Handlungsansätze und

-impulse primär im Sektor der darstellenden Künste im

Tandem mit kommunaler Verwaltung zur ökologischen

Transformation in Europa geben. Fragen und Heraus-

forderungen der sozialen Nachhaltigkeit sollten dabei

immer als Querschnittsthema mitbedacht werden.

AUSBLICK 2022/2023

Als wichtiges Etappenziel auf diesem Weg gilt – zum

Ende des Jahres 2022 hin – die Einreichung eines

Creative Europe Antrags zur Kunst und Kultur als

Changemaker der nachhaltigen Stadtgesellschaft. Der

Antrag verfolgt das Ziel, die drängenden Transformationsherausforderungen

noch stärker in das Bewusstsein

zu rücken. Konkret soll ein Analyse-Tool die

Partner:innen in die Lage versetzen, einen Nachhaltigkeits-Aktionsplan

zu entwickeln. Unterstützt durch ein

Kompetenz-Modul können die Partner:innen einzelne

Maßnahmen pilotieren, um sie abschließend im Rahmen

eines Festivals der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Gemeinsam mit einer Reihe von Mitgliedsstädten

sowie europäischen Partner-Tandems (Theater

– Kulturverwaltung) soll damit der Weg zu einem dreijährigen

Projekt beschritten werden. Sollte der Antrag

bei der EU nicht bewilligt werden, wird das Programm

auf der NRW-Ebene durchgeführt.

Mit Dortmund, Gelsenkirchen, Oberhausen

und Wuppertal nehmen vier Mitgliedskommunen des

NRWKS zusammen mit ihren jeweiligen Partner:innen

aus den darstellenden Künsten als »affiliated« (angeschlossene)

Partner am Projekt teil. Die Federführung

liegt beim NRWKS. Als wissenschaftlicher Partner

konnte das renommierte Wuppertal Institut gewonnen

werden, das sich als führender internationaler Think

Tank für eine impact- und anwendungsorientierte

Nachhaltigkeitsforschung versteht. Parallel erfolgt

auf der europäischen Ebene die Suche nach korrespondierenden

Partner:innen. Die Umsetzung beginnt

im Herbst 2023.

www.nrw-kultur.de/europaeische-netzwerke

BETEILIGTE

MITGLIEDSSTÄDTE

Dortmund, Gelsenkirchen,

Oberhausen, Wuppertal

KENNZAHLEN 2021

Sondermittel: 11.127,61 €

Fast der gesamte Berichtszeitraum war von der Corona-

Pandemie geprägt: Lockdowns machten Veranstaltungen

unmöglich, später ließen Zulassungsbeschränkungen

für Publikum Veranstalter:innen vorsichtig agieren,

künstlerische Darbietungen wurden zum Teil im Internet

präsentiert. Entlang der angepassten Landesbestimmungen

zur Projektförderung konnte das NRWKS

eine größere Flexibilität im Förderverfahren und bei

der Verausgabung von Mitteln für seine Programme

und Projekte an den Tag legen. Die Details sind den

einzelnen Programmseiten zu entnehmen. Daneben

gab es Maßnahmen und Aktivitäten, die im Rahmen der

regen kulturpolitischen Aktivitäten berichtenswert sind.

CORONA NOTHILFE-FONDS

Anfang April 2020 haben sich die beiden NRW Kultursekretariate

den Forderungen des Kulturausschusses

des Städtetags NRW angeschlossen und gemeinsam mit

dem Kulturrat NRW das Land NRW und den Bund öffentlichkeitswirksam

aufgefordert, einen kommunalen

Rettungsschirm aufzuspannen, um die kulturelle Infra

struktur zu bewahren. Damit sollte frühestmöglich

verhindert werden, dass freie Kulturschaffende in ihrer

Existenz gefährdet und zugleich Kulturinstitutionen

und Infrastruktur für kulturelle Bildung nachhaltig

beschädigt würden. Anlass war die kurz zuvor eingestellte

Soforthilfe des Kulturministeriums NRW, die zu

einer weiteren Prekarisierung von solo-selbständigen

Künstler:innen zu führen drohte, die ihre existenziellen

Einnahmeausfälle nicht ausgleichen konnten.

Vorausgegangen war dem Aufruf eine Umfrage in den

Städten und Gemeinden als maßgebliche Träger der

kulturellen Infrastruktur, die auf die prekäre Entwicklung

der kulturellen Infrastrukturen hinwies.

KÜNSTLER:INNEN IN KIRCHEN

Eine außergewöhnliche Fördermaßnahme wurde speziell

als Folge des zweiten Lockdowns im Herbst 2020

entwickelt. So konnte kurzfristig und in Absprache

mit den Kulturämtern aus Restmitteln von insgesamt

20.000 Euro das Förderprogramm »Künstler:innen in

Kirchen« aufgelegt werden. Das Programm diente der

wesentlichen Unterstützung von Künstler:innen, die

durch den Wegfall vieler Auftrittsmöglichkeiten durch

die Corona-Krise stark betroffen waren und deren Aussicht

auf Besserung ihrer Lage angesichts der seinerzeit

gültigen, völlig offenen Corona-Schutzverordnung

nicht absehbar war. In diesem Sinne boten sich als

einzige mögliche Veranstaltungsformate für künstlerische

Präsentationen nur Gottesdienste und Messen

an. Die Nachfrage war entsprechend groß: Insgesamt

konnten 17 Förderanträge für Auftritte in Bielefeld, Bo-

chum, Bonn, Dortmund, Essen, Gelsenkirchen, Hagen,

Köln, Krefeld, Moers, Mönchengladbach, Münster,

Oberhausen, Solingen und Wuppertal bewilligt werden.

OFFENER BRIEF AN ANGELA MERKEL

Um die bis dato bestehenden Hilfsmaßnahmen zu

intensivieren, appellierten die beiden NRW Kultursekretariate

im Dezember 2020 in einem offenen Brief

an Bundeskanzlerin Angela Merkel, die durch den Lockdown

gefährdete Kulturlandschaft nachhaltig zu schützen.

Im Namen der insgesamt rund 100 Mitgliedsstädte

adressierten sie in dem Schreiben sieben Denkanstöße

für die kulturpolitische Weichenstellung zum Schutz

der Kultur. Allen voran forderten sie Bund, Länder

und Kommunen dazu auf, in engem Schulterschluss

einen nachhaltigen Rettungsschirm über die Kultur zu

spannen – um auf diese Art zu gewährleisten, dass die

2020 etablierten Hilfsmaßnahmen mindestens über die

kommenden fünf Jahre für den Erhalt der kulturellen

Infrastruktur fortgesetzt werden. Zugleich wiesen sie

auf die Bedeutung einer differenzierten Vorgehensweise

bei der Wiedereröffnung von Kultureinrichtungen infolge

der Lockdown-Maßnahmen hin. Weitere Aspekte

betrafen die Stärkung von außerschulischen Bildungsangeboten,

die Förderung neuer spartenübergreifender

Kulturformate und die gezielte Nutzung der Potenziale,

die die Kultur für die Innenstadtentwicklung eröffnet.

»ZUKUNFT.KULTUR.NRW«

Gemeinsam mit dem Kulturrat NRW und dem Städte tag

NRW haben die beiden NRW Kultursekretariate unter

dem Titel »Zukunft.KULTUR.NRW« zwei Konferenzen

am 5.5. und 1.12.2021 veranstaltet. Ziel war es, den

gravierenden – und durch Corona noch verschärften

– Wandel für die Infrastruktur des Kulturlebens und

seiner Organisationen sowie für die Kulturschaffenden

in den Blick zu nehmen. Insgesamt ca. 700 Kulturakteur:innen

haben an diesen Veranstaltungen

teilgenommen und sich im Zeitraum dazwischen in

Arbeitsgruppen intensiv mit den einzelnen Tagungsthemen

beschäftigt. Dabei ging es neben den Schwerpunktthemen

des NRWKS, Digitalität und Diversität,

auch um Fragen zum Kulturleben in urbanen und

ländlichen Kontexten sowie um die Zukunftsfähigkeit

von Kulturorganisa tio nen und die Rahmenbedingungen

für Kreative und freie Kulturschaffende.

Gemeinsam wurden eine Vielzahl von Maßnahmen

konzipiert und Forderungen formuliert, die unter

www.zukunft-kultur.nrw vollständig zum Download

stehen und aus denen der Kulturrat NRW anschließend

der Landesregierung NRW und der Landeskulturpolitik

eine Reihe von Vorschlägen unterbreitet hat.


Das NRW KULTURsekretariat

im Netz

nrw-kultur.de

– 64/65 – – /// –

2020/21 –

nrw-kultur.de und mehr

Das NRWKS ist vielfach im Internet präsent, um die

eigenen Aktivitäten und die der Partner umfassend

abzubilden und zielgruppengerecht zu kommunizieren.

Einen Überblick über sämtliche Programme und Projekte

des NRWKS bietet die allgemeine Präsenta tionsplattform

www.nrw-kultur.de. Die Seite wurde 2020 im

Rahmen eines Relaunchs grundlegend überarbeitet und

konnte im März 2021 in neuem Gewand und mit verbesserter

Usability ans Netz gehen. Seitdem wird dieses

digitale Informations- und Serviceangebot regelmäßig

aktualisiert und weiterentwickelt.

Stark ausgebaut wurden im Berichtszeitraum

auch die Aktivitäten in den sozialen Medien, um Kulturinteressierte

stärker in den Dialog einzubinden und

den lebendigen Austausch über künstlerische und kulturelle

Themen weiter anzuregen. So konnte die Zahl

der Follower auf Facebook von knapp 1.700 Anfang

2020 auf über 2.200 Anfang 2022 erhöht werden und der

erst im November 2020 eingerichtete Instagram-Kanal

hat inzwischen schon mehr als 2.100 Follower. Gut

angenommen wird dort vor allem die im April 2021

eingeführte Reihe »1 Minute für« – ein Format, mit

dem geförderten Künstler:innen Raum zur eigenen

audiovisuellen Darstellung geboten wird. Regelmäßig

genutzt werden neben den beiden Meta-Kanälen aber

auch YouTube und Vimeo, programmbezogen darüber

hinaus Twitter, Twitch u. a.

Darüber hinaus wird auch der Bestand projektbezogener

Webangebote stetig aktualisiert und erweitert.

Jeweils frühzeitig und in regelmäßig angepasstem

Design informieren seit langem schon die Seiten

www.next-level.org und www.impulsefestival.de über

die Programminhalte der aktuellen Festivalausgaben.

www.nrw-kultur.de

www.nrw-kultur-international.de

www.neuewege-foerderung.de

www.next-level.org

www.impulsefestival.de

www.noperas.de

www.cityartists.de

www.kulturfreiheitkultur.de

www.kulturstrolche.de

www.theaterarchiv.org

www.facebook.com/

kultursekretariat

www.facebook.com/IVPNRW

www.facebook.com/

ImpulseTheaterFestival

www.facebook.com/NextLevelFest

www.facebook.com/NOperasNRW

www.facebook.com/

neuewegefoerderung

www.twitter.com/impulse_theater

www.twitter.com/NextLevel_Fest

www.twitter.com/no_peras

Parallel und jeweils saisonal werden im Rahmen des

Online-Marketings unterschiedliche Kanäle der sozialen

Medien intensiv bespielt.

Seit Ende 2018 bietet der Webauftritt www.

neuewege-foerderung.de Informationen über die 2019

eingerichtete Profilförderung »Neue Wege« für kommunale

Theater und Orchester in NRW, die das NRWKS

in Partnerschaft mit dem Kulturministerium NRW

steuert. Seit Ende Mai 2021 werden auch Instagram

und Facebook regelmäßig mit Förderhinweisen und

Programmupdates zu den »Neuen Wegen« genutzt.

Schon seit Anfang 2019 steht der Förderinitiative

»NOperas!« ein eigenes Infoportal unter www.noperas.de

zur Verfügung, das regelmäßig aktualisiert wird und

neben Informationen zu geförderten Projekten auch

über aktuelle Ausschreibungen informiert. Auch hier

stehen begleitend Instagram- und Facebook-Kanäle zur

Verfügung, die seit Anfang 2022 noch einmal deutlich

intensiver bedient werden.

Seit Herbst 2019 präsentiert der neu gestaltete

Webauftritt www.kulturstrolche.de digitale Möglichkeiten

zur spielerischen Erkundung des zuvor überarbeiteten

Förderprogramms. Schon mit dem Relaunch

war für die Webseite ein eigenes Game entwickelt und

damit ein besonderer Kulturort für digitales Kunsterleben

von Kindern erschlossen worden. Im April 2021

konnte dann schon das zweite Level innerhalb dieser

Reihe ebenso ansprechender wie niederschwelliger

Point-and-Click-Adventures freigeschaltet werden.

Im Berichtszeitraum wurden aber auch komplett

neue Webseiten online gestellt. So ging pünktlich

zum Jahresstart 2020 mit www.engels-maschinen.de

eine Seite ans Netz, die über das Kooperationsprojekt

www.instagram.com/nrw.kultur

www.instagram.com/ivp_nrw

www.instagram.com/

impulsetheaterFestival

www.instagram.com/no.peras

www.instagram.com/

nextlevel_festival

www.instagram.com/

neuewege_foerderung

www.linkedin.com/company/ivpnrw

– 1 –

– 1 –

www.nrw-kultur.de

– 2 –

instagram: nrw.kultur

»Nach dem Beaufsichtigen der Maschinen« von

NRWKS und LVR anlässlich des 200. Geburtstags von

Friedrich Engels Auskunft gab und nach den Aktivitäten

in Engels kirchen auch als Diskurs-Plattform

für Fachbeiträge zum Thema Arbeit in der Krise zur

Verfügung stand. Da die Seite inzwischen nicht mehr

online verfügbar ist, können die Diskursbeiträge unter

www.nrw-kultur.de/bilder-texte abgerufen werden.

Unter www.city-artists.de und www.kulturfrei

heitkultur.de bieten zwei weitere 2020 eingerichtete

Webauftritte jeweils programmspezifische Informationen.

Von verschiedenen Projektträgern sukzessive

ausgebaut wird zudem unter www.theaterarchiv.org das

Archiv des Freien Theaters (»Performing the Archive«)

– mit dem Ziel, die Geschichte des Freien Theaters und

– 2 –

seiner spezifischen Ästhetiken angemessen darzustellen

und zu reflektieren. Nach Jahren maßgeblicher

Unterstützung durch das NRWKS in der Initialphase

des Projektes wurde das Hosting Ende 2019 an den

Verein zur Initiative für die Archive des Freien Theaters

mit Sitz in Berlin übergeben.

Weitere programmspezifische Webangebote,

die redaktionell jedoch eigenständig von Kooperations

partner:innen oder Fördernehmer:innen betreut

werden, sind www.popnrw.de, www.tanzweb.org, www.

soundtrips-nrw.de, www.favoriten-festival.de und

www.literarischer-sommer.eu.

AUSBLICK AB 2022

Aktuell entwickelt wird ein digitales Förderportal, das

Anfang 2023 Antragsteller:innen zur Verfügung steht.


»Kitesh« an der Oper Halle, © Falk Wenzel


Unsere Arbeit in Zahlen

Unsere Arbeit in Zahlen

– 68/69 – – UNSERE ARBEIT IN ZAHLEN –

2020/21 –

PROGRAMME

UND KOSTEN

Jahresetat 2020

KOOPERATIONSPROGRAMME

MITTELHERKUNFT

Sekretariatsmittel öffentliche Mittel privater Gesamt-

(Kooperationsmittel Förderung Dritter und Ab- ausgaben

des Landes)

(u. a. Ergänzungsmittel u.

rechnungen aus

Sondermittel des Landes,

Umlage der Mitglieder) Kooperationen

Impulse Theater Festival 150.001,25 411.361,71 1 107.952,00 2 669.314,96

Favoriten 5.000,00 5.000,00

Fonds Experimentelles Musiktheater 95.058,96 105.811,50 3 200.870,46

Tanzrecherche NRW 51.253,00 51.253,00

PerformAktiv 20.230,00 20.230,00

Kinderth. d. Monats / Junges Theater 25.512,15 25.512,15

Kulturstrolche 21.055,47 21.055,47

Musikkulturen 43.867,64 9.611,25 4 53.478,89

Klanglandschaften 4.000,00 4.000,00

Soundtrips NRW 26.000,00 26.000,00

popNRW 7.000,00 7.000,00

CityARTists 60.767,82 60.767,82

Interkultur und Diversität 24.400,00 24.400,00

Kultur | der Freiheit | der Kultur 25.263,56 25.263,56

Next Level – Festival for Games 84.984,23 200.000,00 5 90,00 6 285.074,23

TANZweb.org 25.000,00 25.000,00

Digitale Performance 132.275,00 132.275,00

Werkproben 9.690,00 9.690,00

Literar. Sommer / Literaire Zomer 5.800,00 5.800,00

Kooperierte Projekte 55.050,00 55.050,00

Stadtviertel-Förderung 7.925,00 7.925,00

Nach d. Beaufsichtigen d. Maschinen 26.103,45 30.000,00 7 11.025,81 8 67.129,26

Europäische Netzwerke -500,00 -500,00

Künstler:innen in Kirchen 27.200,00 27.200,00

SONDERPROGRAMME

Fonds Neues Musiktheater 123.000,00 123.000,00

Internationales Besucherprogramm 216.296,91 216.296,91

Neue Wege 198.113,23 198.113,23 9

ALLGEMEINE KOSTEN

Öffentlichkeitsarbeit 101.739,65 101.739,65

Hilfsdienste 2.231,72 2.231,72

Sachkosten 76.832,04 76.832,04

Personal- und Betriebskosten 578.427,24 10 9.335,92 11 587.763,16

SUMME 1.113.740,94 1.757.199,09 243.826,48 3.114.766,51

Alle Angaben in Euro

1 Beauftragte der Bundesregierung

für Kultur und Medien:

174.361,71 €, Ergänzungsmittel

des Landes NRW und Regionales

Kulturprogramm: 162.000 €,

Finanzierungsbeitrag der Städte

Köln (25.000 €), Düsseldorf

(25.000 €) und Mülheim an der

Ruhr (25.000 €)

2 Kunststiftung NRW: 100.000 €,

Goethe-Institut

3 Kostenbeteiligung der

Kunst stiftung NRW

4 Kostenbeteiligung des KS NRW

Gütersloh

5 Ergänzungsmittel des

Landes NRW: 200.000 €

6 Ticketeinnahmen

7 Ergänzungsmittel des

Landes NRW

8 Kostenbeteiligung LVR

9 Personal- und Sachkosten

10 Umlage der Mitglieder, Rücklagen

11 Aufwandspauschale NOperas! der

Kunststiftung NRW, Erstattung

des Regieaufschlags durch die

Stadt Wuppertal

PROGRAMME

UND KOSTEN

Jahresetat 2021

KOOPERATIONSPROGRAMME

MITTELHERKUNFT

Sekretariatsmittel öffentliche Mittel privater Gesamt-

(Kooperationsmittel Förderung Dritter und Ab- ausgaben

des Landes)

(u. a. Ergänzungsmittel u.

rechnungen aus

Sondermittel des Landes,

Umlage der Mitglieder) Kooperationen

Impulse Theater Festival 155.018,28 368.138,29 1 163.535,49 2 686.692,06

Favoriten 38.076,11 38.076,11

Fonds Experimentelles Musiktheater 79.677,22 29.989,72 3 109.666,94

Tanzrecherche NRW 52.535,12 52.535,12

PerformAktiv 42.940,00 42.940,00

Kinderth. d. Monats / Junges Theater 23.260,26 23.260,26

Kulturstrolche 46.116,17 46.116,17

Musikkulturen 63.358,70 6.737,45 4 70.096,15

Klanglandschaften 16.000,00 16.000,00

Soundtrips NRW 25.000,00 25.000,00

popNRW 10.864,11 10.864,11

CityARTists 50.594,40 50.594,40

Interkultur und Diversität 71.273,00 71.273,00

Kultur | der Freiheit | der Kultur 17.448,88 17.448,88

Next Level – Festival for Games 113.432,70 225.000,00 5 31.422,81 6 369.855,51

TANZweb.org 30.000,00 30.000,00

Digitale Performance 135.529,15 17.000,00 7 152.529,15

Werkproben 3.889,97 3.425,00 3 7.314,97

Literar. Sommer / Literaire Zomer 15.000,00 15.000,00

Kooperierte Projekte 89.440,00 89.440,00

Stadtviertel-Förderung 14.183,00 14.183,00

Europäische Netzwerke 11.127,61 11.127,61

SONDERPROGRAMME

Fonds Neues Musiktheater 162.500,00 162.500,00

Internationales Besucherprogramm 238.470,33 238.470,33

Neue Wege 219.542,81 219.542,81 8

ALLGEMEINE KOSTEN

Öffentlichkeitsarbeit 88.853,04 88.853,04

Hilfsdienste 2.512,15 2.512,15

Sachkosten 76.789,34 76.789,34

Personal- und Betriebskosten 540.448,58 9 8.787,71 10 549.236,29

SUMME 1.272.919,21 1.771.100,01 243.898,18 3.287.917,40

Alle Angaben in Euro

1 Beauftragte der Bundesregierung

für Kultur und Medien:

63.138,29 €, Ergänzungsmittel

des Landes NRW: 150.000 €,

Finanzierungsbeitrag der Städte

Köln (80.000 €), Düsseldorf

(50.000 €) und Mülheim an der

Ruhr (25.000 €)

2 Kunststiftung NRW: 150.000 €,

Nationales Performance Netzwerk,

Pro Helvetia Stiftung,

Goethe-Institut, Einnahmen

Anzeigen und Besucher:innen

3 Kostenbeteiligung der

Kunst stiftung NRW

4 Kostenbeteiligung KS NRW

Gütersloh

5 Ergänzungsmittel des Landes

NRW: 200.000 €, Finanzierungsbeitrag

der Stadt Essen:

25.000 €

6 Kostenbeteiligung der Stiftung

Zollverein, Sponsoring Westenergie

AG, Eintrittseinnahmen

Festivalbesucher:innen

7 Ergänzungsmittel des Landes

Ausschreibung »Digitale

Dramaturgie«

8 Personal- und Sachkosten

9 Umlage der Mitglieder

10 Aufwandspauschale NOperas! der

Kunststiftung NRW, Erstattung

des Regieaufschlags durch die

Stadt Wuppertal


– 70/71 – – DIE KULTURDEZERNATE DER MITGLIEDSSTÄDTE –

2020/21 –

Die Kulturdezernate

der Mitgliedsstädte

STADT AACHEN

Dezernat IV – Bildung und Kultur,

Schule, Jugend und Sport

Frau Susanne Schwier, Beigeordnete

Mozartstraße 2–10, 52064 Aachen

T +49 (0)241 432 74 08

www.aachen.de

STADT BIELEFELD

Dezernat 2 – Schule, Bürger,

Kultur, Sport

Herr Dr. Udo Witthaus,

Beigeordneter

Altes Rathaus, Niederwall 25,

33597 Bielefeld

T +49 (0)521 51 20 36

www.bielefeld.de

STADT BOCHUM

Dezernat Bildung, Kultur und Sport

Herr Dietmar Dieckmann,

Beigeordneter, Stadtrat

Willy-Brandt-Platz 2–6,

44777 Bochum

T +49 (0)234 910 39 01

www.bochum.de

BUNDESSTADT BONN

Dezernat IV – Sport und Kultur

Frau Dr. Birgit Schneider-Bönninger,

Beigeordnete, Dezernentin

Altes Rathaus, Rathausgasse 5-7

53111 Bonn

T +49 (0)228 77 20 03

www.bonn.de

STADT DORTMUND

Dezernat 2

Herr Jörg Stüdemann,

Stadtdirektor,

Dezernent für Finanzen,

Liegen schaften und Kultur

Südwall 2–4, 44122 Dortmund

T +49 (0)231 502 20 53

www.dortmund.de

LANDESHAUPTSTADT

DÜSSELDORF

Dezernatsbereich: Kultur und Integration

Frau Miriam Koch, Beigeordnete

Zollhof 13, 40221 Düsseldorf

T +49 (0)211 899 30 91

www.duesseldorf.de

STADT DUISBURG

Dezernat für Umwelt und

Klimaschutz, Gesundheit,

Verbraucherschutz und Kultur

Herr Matthias Börger

Burgplatz 19, 47051 Duisburg

T +49 (0)203 283 - 5040/ - 40 06

www.duisburg.de

STADT ESSEN

​Geschäftsbereich 4

(Jugend, Bildung und Kultur)

Herr Muchtar Al Ghusain

Rathaus, Porscheplatz 1, 45127 Essen

T +49 (0)201 888 84 01

www.essen.de

STADT GELSENKIRCHEN

Vorstandsbereich 4 / Kultur, Bildung,

Jugend, Sport und Integration

Frau Anne Heselhaus, Stadträtin

Hans-Sachs-Haus, Ebertstraße 11,

45879 Gelsenkirchen

T +49 (0)209 169 91 48

www.gelsenkirchen.de

STADT HAGEN

Vorstandsbereich 3: Bildung /

Jugend und Soziales / Kultur

Frau Martina Soddemann

Rathausstraße 11, 58095 Hagen

T +49 (0)2331 207 31 72

www.hagen.de

STADT KÖLN

Dezernat VII – Kunst und Kultur

Herr Stefan Charles, Beigeordneter

Richartzstraße 2–4, 50667 Köln

T +49 (0)221 221 241 10

www.stadt-koeln.de

STADT KREFELD

Geschäftsbereich I Oberbürgermeister

Herr Frank Meyer, Oberbürgermeister

Rathaus, Von-der-Leyen-Platz 1,

47798 Krefeld

T +49 (0)2151 86 10 01 / 86 10 03

www.krefeld.de

STADT MÖNCHENGLADBACH

Dezernat IV – Bildung, Kultur, Sport

Frau Christiane Schüßler, Beigeordnete

Voltastraße 2,

41061 Mönchengladbach

T +49 (0)2161 25 53 6 00

www.moenchengladbach.de

STADT MOERS

Dezernat I

Herr Wolfgang Thoenes, Beigeordneter

Rathaus Moers, Rathausplatz 1,

47441 Moers

T +49 (0)2841 20 12 25

www.moers.de

STADT MÜLHEIM AN DER RUHR

Dezernat V – Gesundheit, Soziales,

Arbeit und Kultur

Frau Dr. Daniela Grobe, Beigeordnete

Am Rathaus 1, 45468 Mülheim

an der Ruhr

T +49 (0)208 455 99 51

www.muelheim-ruhr.de

STADT MÜNSTER

Dezernat für Soziales und Kultur

Frau Cornelia Wilkens, Stadträtin

Klemensstraße 10, 48127 Münster

T +49 (0)251 492 70 50

www.muenster.de

STADT NEUSS

Dezernat 4: Schule, Bildung

und Kultur

Frau Dr. Christiane Zangs,

Beigeordnete

Rathaus, Markt 2, 41460 Neuss

T +49 (0)2131 90 20 14

www.neuss.de

STADT OBERHAUSEN

Dezernat 1: Finanzen und Kultur

Herr Apostolos Tsalastras,

Beigeordneter

Rathaus, Schwartzstraße 72,

46045 Oberhausen

T +49 (0)208 825 22 28

www.oberhausen.de

STADT RECKLINGHAUSEN

Dezernat BM

Herr Christoph Tesche,

Bürgermeister

Rathaus 3/4, 45657 Recklinghausen

T +49 (0)2361 50 10 00

www.recklinghausen.de

STADT SOLINGEN

Ressort 4: Jugend, Schule,

Integration, Kultur und Sport

Frau Dagmar Becker,

Stadtdirektorin

Rathaus, Walter-Scheel-Platz 1,

42651 Solingen

T +49 (0)212 290 54 50

www.solingen.de

STADT WUPPERTAL

Geschäftsbereich 2.2: Kultur und

Sport & Sicherheit und Ordnung

Herr Matthias Nocke, Beigeordneter

Neumarkt 10, 42103 Wuppertal

T +49 (0)202 563 65 50

www.wuppertal.de

LANDSCHAFTSVERBAND

RHEINLAND

Dezernat 9 / Kultur und

Landschaftliche Kulturpflege

Frau Dr. Corinna Franz, Dezernentin

Gürzenich-Quartier, Augustinerstraße

10-12, 50667 Köln

T +49 (0)221 809 37 85

www.lvr.de

Die Kulturämter und -büros

der Mitgliedsstädte

STADT AACHEN

Kulturbetrieb

Herr Olaf Müller, Leitung

Mozartstraße 2–10, 52064 Aachen

T +49 (0)241 432 49 09

www.aachen.de/kultur

STADT BIELEFELD

Kulturamt

Frau Brigitte Brand, Leitung

Kavalleriestr. 17, 33602 Bielefeld

T +49 (0)521 51 24 39

www.kulturamt-bielefeld.de

STADT BOCHUM

Kulturbüro

Herr Bernhard Szafranek, Leitung

Westring 32, 44777 Bochum

T +49 (0)234 910 33 15

www.bochum.de/kulturbuero

BUNDESSTADT BONN

Kulturamt

Frau Susanne König, Leitung

Kurfürstenallee 2–3, 53177 Bonn

T +49 (0)228 77 45 16

www.bonn.de

STADT DORTMUND

Kulturbetriebe

Herr Dr. Stefan Mühlhofer,

Geschäftsführender Direktor

Park der Partnerstädte 2, 44137 Dortmund

T +49 (0)231 502 24 19

www.kulturbetriebe.dortmund.de

STADT DORTMUND

Kulturbüro

Frau Hendrikje Spengler, Leitung

Kampstraße 6, 44137 Dortmund

T +49 (0)231 502 51 70

www.kulturbuero.dortmund.de

LANDESHAUPTSTADT

DÜSSELDORF

Kulturamt

Frau Angélique Tracik, Leitung

Zollhof 13, 40221 Düsseldorf

T +49 (0)211 899 61 03

www.duesseldorf.de

STADT DUISBURG

Kulturbetriebe

Frau Karoline Hoell, Amtsleitung

Neckarstraße 1, 47051 Duisburg

T +49 (0)203 28 36 22 97

www.duisburg.de

STADT ESSEN

Kulturamt

Frau Anja Herzberg,

Fachbereichsleitung

Pferdemarkt 6, 45127 Essen

T +49 (0)201 884 10 00

www.kulturamt.essen.de

STADT GELSENKIRCHEN

Kulturreferat

Frau Andrea Lamest, Leitung

Florastraße 26/28,

45879 Gelsenkirchen

T +49 (0)209 169 91 06


– DIE KULTURÄMTER UND - BÜROS DER MITGLIEDSSTÄDTE – – 2020/21 –

www.gelsenkirchen.de

STADT HAGEN

Kulturbüro

Frau Astrid Jakobs, Fachdienstleitung

Museumsplatz 3, 58095 Hagen

T +49 (0)2331 207 48 70

www.hagen.de

STADT KÖLN

Kulturamt

Frau Barbara Foerster, Leitung

Richartzstraße 2–4, 50667 Köln

T +49 (0)221 221 236 42

www.stadt-koeln.de

STADT KREFELD

Kulturbüro

Frau Dr. Gabriele König, Leitung

Friedrich-Ebert-Straße 42,

47799 Krefeld

T +49 (0)2151 86 48 48

www.krefeld.de

STADT MÖNCHENGLADBACH

Kulturbüro

Frau Agnes Jaraczewski, Leitung

Albertusstraße 17,

41061 Mönchengladbach

T +49 (0)2161 255 36 10

www.moenchengladbach.de

STADT MOERS

Kulturbüro

Frau Eva Marxen, Leitung (Elternzeit)

Hanns-Dieter-Hüsch-Bildungszentrum,

Wilhelm-Schroeder-Straße 10,

47441 Moers

T +49 (0)2841 20 17 20

www.moers.de

STADT MÜLHEIM

AN DER RUHR

Kulturbetrieb

Herr Frank Baudy, Betriebsleitung

Viktoriastraße 20–22,

45468 Mülheim an der Ruhr

T +49 (0)208 455 41 00

www.kulturbetrieb.de

STADT MÜNSTER

Kulturamt

Frau Frauke Schnell, Amtsleiterin

Stadthaus 1, Klemensstraße 10,

48143 Münster

T +49 (0)251 492 41 00

www.muenster.de

STADT NEUSS

Kulturamt

Herr Dr. Benjamin Reissenberger, Leitung

Oberstraße 17, 41460 Neuss

T +49 (0)2131 90 41 00

www.neuss.de

STADT OBERHAUSEN

Kulturbüro

Herr Apostolos Tsalastras,

Bereichsleitung

Gewerkschaftsstraße 76–78,

46042 Oberhausen

T +49 (0)208 825 22 95

www.oberhausen.de

STADT RECKLINGHAUSEN

Institut für Kulturarbeit

Frau Beate Ehlert-Willert, Leitung

Augustinessenstraße 3,

45657 Recklinghausen

T + 49 (0)2361 50 19 56

www.recklinghausen.de

STADT SOLINGEN

Kulturmanagement

Frau Sonja Baumhauer, Leitung

Konrad-Adenauer-Straße 71,

42651 Solingen

T +49 (0)212 290 24 00

www.solingen.de

STADT WUPPERTAL

Kulturbüro

Frau Dr. Bettina Paust, Leitung

Friedrich-Engels-Allee 85,

42285 Wuppertal

T +49 (0)202 563 65 45

www.wuppertal.de

– 72 –

IMPRESSUM

NRW KULTURsekretariat

Direktor: Dr. Christian Esch

Döppersberg 19

42103 Wuppertal

T +49 (0)202 69 82 70

F +49 (0)202 69 82 72 03

Redaktion: Martin Maruschka

Gestaltung und Satz: Sichtvermerk,

Mülheim an der Ruhr

Titelfoto: »Ikonen«, Köln 2021,

© Hans Diernberger

Druck: Rudolf Glaudo GmbH

& Co KG

www.nrw-kultur.de

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