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PG0-0622

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ZKZ 77125

August 2022 | No.6

Handelskonzept Étagère

Savoir-vivre

in Regensburg

Von München bis Hamburg

Trends von den

Sommermessen

Branchengipfel

Gute Gründe, sich

etwas zu gönnen

Chroma Messer

Design auf

die Spitze

getrieben

Inklusive 6 Seiten

Erfolgreiche Konzepte

gegen den Leerstand


HOTSHOT

Im hauseigenen Showroom

können Händler nach aufwendigen

Umbauarbeiten

insgesamt 15 Trend-

Kollektionen für 2023 live

erleben. www.boltze.de

Foto: Boltze

6 P&G 6 | August 2022


Auf den

internatio nalen Designer-

Lauf stegen sorgte die Farb-Kombination

aus Flieder und Mango für

Furore. Was auf den ersten Blick ungewohnt

wirkt, macht zweifelsohne gute

Laune, sodass sich Boltze zu einer farbenfrohen

Trend-Kollektion für Frühling/Sommer

2023 inspirieren ließ. Eine gehörige Portion

80er Jahre inklusive. Als Keypieces wählen

die Trendsetter aus Braak Kunstblumen,

Deko-Kissen, Vasen in organischen

Formen und Farbglas:

„Colourful Spring“.

P&G 6 | August 2022 7


HANDEL

Elisabeth Eger (oben, r.) führt mit

großer Leidenschaft die Étagère

in Regensburg. Als gebürtige

Französin weiß Mitarbeiterin

Isabelle Spoor (l.) genau, was die

französische Lebensart ausmacht.

Étagère: Ein Stück Frankreich in der Oberpfalz

Savoir-vivre in

Regensburg

Vor 23 Jahren hat Elisabeth Eger die Étagère in Regensburg

eröffnet. Heute ist das kleine Geschäft, das alles rund ums

Kochen, Essen, Genießen und Leben à la fran çaise bietet,

eine echte Institution in der oberpfälzischen UNESCO-

Welterbestadt. Ein kleiner Ausflug nach Frankreich.

Warum gibt es bei uns eigentlich

keinen Laden, in dem man

französische Delikatessen und

Accessoires kaufen kann?“,

fragte sich Elisabeth Eger, als sie wieder einmal

voll bepackt mit Konservendosen, Teppichen

und Stoffen aus dem Frankreich-Urlaub

kam. Das war vor fast 25 Jahren und mittlerweile

gibt es ihn – diesen Laden: Elisabeth

Eger führt ihn selbst und hat sich mit der

Étagère in Regensburg einen Traum erfüllt.

Vor 23 Jahren eröffnete die ausgebildete

Arzthelferin „etwas blauäugig“, wie sie selbst

sagt, ein kleines Geschäft für französische

Lebensart in der Altstadt, genauer gesagt

Hinter der Grieb. „Wir hatten keine Werbung

betrieben, keine große Kalkulation durchgeführt

und uns auch nicht allzu viele Gedanken

darüber gemacht, wie das Ganze künftig

laufen soll. Ich hatte so gerechnet, dass mein

Geld für zwei, drei Jahre reichen müsste und

ich dann wieder schließe. Dabei hatte ich

ganz vergessen, dass ich ja auch Einnahmen

erzielen werde“, lacht Elisabeth Eger heute

über ihre Anfänge als Unternehmerin.

Doch die Kundschaft und mit ihr die Einnahmen

kamen von Anfang an. „Am ersten

Tag wurden wir überrannt“, erinnert sich Elisabeth

Eger. Und bald wurden die Räume

Hinter der Grieb zu klein – und die Étagère

zog vor ca. 20 Jahren in die benachbarte

Wahlenstraße 16 um.

Große Stoffauswahl als USP

Auf ca. 100 Quadratmetern bieten Elisabeth

Eger und ihr fünfköpfiges Team in der Étagère

Geschirr, Kochutensilien, französische Delikatessen,

Gartenmöbel, Accessoires, Kosmetik

und natürlich Stoffe an. Auf letztere ist Elisabeth

Eger besonders stolz: „Wir führen eine

riesige Auswahl an Stoffen, die nach alten

Mustern in Frankreich hergestellt werden“,

erzählt sie. Dabei reicht die Vielfalt von Fertigwaren,

wie beispielsweise Geschirrtücher,

Gardinen, Tischdecken und Kissenhüllen bis

hin zu Stoffen, die im hauseigenen Atelier

12 P&G 6 | August 2022


nach Kundenwünschen vernäht werden –

ganz individuell und wenn es sein muss, auch

ganz schnell. Waren anfangs vor allem die

provenzalischen Stoffe „in“, liegen heute bei

den Kund:innen hauptsächlich traditionelle

Muster und Motive aus dem 18. Jahrhundert

oder ganz moderne Stoffe im Trend.

Inspirieren lässt sich Elisabeth Eger vor

Ort in Frankreich. Nicht nur was die Stoffe,

sondern was das komplette Sortiment betrifft:

„Ich bin sehr häufig in Frankreich und

betreibe ‚Sightseeing‘ im Handel und im

Supermarkt“, erzählt sie. Hinzu kommen

Messebesuche in München, Frankfurt und

natürlich in Paris.

Frankreich trifft Skandinavien

Bei der Zusammenstellung ihres Sortimentes

setzt Elisabeth Eger auf hochwertige französische

Marken wie Le Creuset, de Buyer,

Fermob, L‘Occitane, Garnier Thiebaut oder

Le Jacquard Francais. Hinzu kommen deutsche

Produkte wie Porzellan von Kahla oder

Messer von Güde. „Wenn die Frauen noch bei

den Stoffen sind und überlegen, welche Farben

und Muster am besten in das heimische

Interieur passen, stehen die Männer meistens

schon bei den Messern. Sie haben dann viel

Zeit und lassen sich dementsprechend gut

bedienen, während die Damen noch aussuchen.

Da klappt das Verkaufen dann gut

und recht einfach“, erzählt Elisabeth Eger

schmunzelnd.

Mit der Zeit hat sich aber auch noch

ein Stück Skandinavien ins Sortiment der

Étagère „geschmuggelt“. „Wir haben vor einigen

Jahren die finnische Marke Marimekko

mit aufgenommen – und die kommt unfassbar

gut an“, sagt Elisabeth Eger. Sowohl das

Geschirr als auch die Stoffe und Accessoires

mit den unverwechselbaren Mustern sind

heiß begehrt, zumal sie in Deutschland relativ

selten angeboten werden. Weitere „Verkaufsschlager“

sind aktuell Gartenmöbel von

Fermob, Stoffe für Terrassentische sowie

Kochgeschirr und spezielle Backformen von

de Buyer. Immer gut laufen auch die Produkte

von Stelton, der zweiten skandinavischen

Marke in der Étagère.

Der außergewöhnliche Sortimentsmix mit

Marken, die man nicht an jeder Ecke findet,

sorgt dafür, dass die Étagère ein sehr großes

Einzugsgebiet hat. Die Kund:innen kommen

nicht nur aus der Stadt und dem Landkreis

Regensburg, sondern aus der ganzen Oberpfalz,

aus Ober- und Niederbayern. „Mit

unserem Sortiment wecken wir Urlaubserinnerungen

und stillen das Fernweh. Das ist

sicher ein Grund, warum unsere Kund:innen

auch weite Wege auf sich nehmen, um zu

uns zu kommen“, sagt Elisabeth Eger. Und

selbstverständlich wissen sie auch, dass sie

Die Auswahl an

französischen

Stoffen ist in der

Étagère einzigartig. Das

Sortiment reicht von

Fertig produkten wie Gardinen,

Kissen und Tischdecken über

Meterware, die im hauseigenen

Atelier individuell verarbeitet wird

(oben). Gartenmöbel von Fermob (l.)

sowie Accessoires für Garten und

Balkon und das farbenfrohe, bruchsichere

Geschirr von Rice laufen in

der Étagère ebenfalls gut.

P&G 6 | August 2022 13


HANDEL

Maximilian Schreiner, Max Schreiner, Michael Eichinger, Zwiesel

Kristallglas, Julia Uherek, Messe Frankfurt, Marlene Berz, Siller

& Laar, Nicola Hoffmann, Räder (v.l.) diskutierten über die Messe

der Zukunft und lauschten Claus Tormöhlen, Nextrade (r.).

„Wir wollen der

One-Stop-Shop der

Branche sein“, warb

Philipp Ferger (u.)

für XXL-Ambiente

mit Christmasworld

und Creativeworld

vom 3./4. bis 7.

Februar 2023.

GPK-Gipfeltreffen: Quo vadis, GPK-Fachhandel und Messe

Gönn‘ dir was

Die Corona-Pandemie hat Verbrauchergewohnheiten verändert,

war ein Beschleuniger für neue, digitale Ideen von Messen und

hat Onlineaktivitäten gepusht. Das wurde beim ersten GPK-

Branchengipfel in Frankfurt deutlich. Ein ermutigendes

Ergebnis der Branchenstudie „Quo vadis, GPK-Fachhandel?“,

die der Handelsverband Koch- und Tischkultur (GPK) beim

IFH Köln in Auftrag gegeben hatte (siehe auch P&G 4/2022):

41 Prozent der Befragten kaufen, um sich etwas zu gönnen.

Live ist unersetzbar!“, darin waren sich

alle rund 60 Teilnehmer:innen des ersten

GPK-Gipfeltreffens des Handelsverbands

Koch- und Tischkultur (GPK)

im Juni in Frankfurt einig. Alles andere, besonders

die Zusammenlegung von Ambiente,

Christmasworld und Creativeworld, die Philipp

Ferger, Vice President Consumer Goods Fairs

der Messe Frankfurt, als „Effizienzgewinn“

pries, weil Sortimentsgrenzen verschwimmen

und Händler sich bei nur einem Besuch

bereichsübergreifend informieren und einkaufen

können, wurde offen, ehrlich und teilweise

sehr kontrovers diskutiert.

Die nächste Ambiente wird unter dem

Claim „Home of Consumer Goods“ im

Februar mit 5.000 bis 6.000 Ausstellern das

größte Event, was die Messe Frankfurt jemals

veranstaltet hat. Schon jetzt sei die Flächennachfrage

größer als das Angebot, betonte

Ferger das hohe Brancheninteresse. Fünf Tage

hochemotionale Live-Messe und 360 Tage

Kontakt über Nextrade, die digitale Orderund

Datenplattform, so sieht Ferger die

Messe der Zukunft. Weg vom Quadratmeterverkäufer

für die Branche hin zu ganzjähriger

Partnerschaft. Was mit Nextrade möglich ist,

darüber informierte Claus Tormöhlen, Head

of Brandmanagement der Plattform, die bald

ganzjährig die digitale Schnittstelle zur Home-

& Living-Branche sein möchte (siehe S. 22).

Die Sorgen des Handels auf der anderen

Seite: Es seien Ordermessen, und es dauere

Stunden, (Weihnachts-)Aufträge zu schreiben,

daher vermuten viele Händler, dass Hektik

und Messe-Nachbereitungen zunehmen

werden. Sie befürchten, dass kleine Aussteller,

die das Salz in der Suppe sind, dem XXL-Event

fernbleiben könnten. Und hinzu komme eine

noch angespanntere Hotelsituation in und um

Frankfurt. Ob diese Befürchtungen eintreffen,

wird erst die Praxis zeigen.

Fotos: Messe Frankfurt/Thomas Fedra (3)

16 P&G 6 | August 2022


Ostern

Christina van

Dorp machte

einen unkonventionellen

Vorschlag, die

Akzeptanz im

Handel für

Online-Shops

der Industrie zu

erhöhen: eine

Rückvergütung.

Wir sind Touchpoints

für Marken,

die analoge

Ur-Form des

Influencers.

Dafür sollten

wird eine Vergütung

bekommen.

Christina van Dorp, Wilh. van Dorp KG

und GPK-Präsidentin

MESSETERMINE

Cadeaux Leipzig

Halle 3, Stand E18

03. bis 05. September 2022

Maison & Objet Paris

Halle 4, Stand D117

08. bis 12. September 2022

Als einen „Deep dive in die Branche, um

sie nach vorne zu entwickeln“, bezeichnete

Boris Hedde, IFH Köln-Geschäftsführer,

die Zukunftsstudie „Quo vadis, GPK-Fachhandel?“.

Sie liefert fundiertes Datenmaterial

– seit 2015 mehr Multichannel-Händler

als andere Handelsformen, Plattformen

als Player, rasantes Amazonwachstum –

und zeigt Käufer:innen-Bedürfnisse auf

( siehe P&G 4/2022). So gut die Chancen

für GPK- Geschäfte auch sind – 36 Prozent

der Bevölkerung sind potenzielle Kunden

–, online müssen sie aktiv(er) werden. Denn

Corona habe Verbraucher:innen, so Hedde,

in diesen Kanal gedrängt und dort bleiben

sie, denn sie haben gute Erfahrungen

gemacht. „Die Customer Journey beginnt

heute online, wo ist da Ihr Touchpoint?“,

fragte Hedde. Hier ebenso überzeugend,

vielfältig und inspirierend zu informieren

wie stationär, sei für den langfristigen

Erfolg der Branche entscheidend. Wichtiger

werden digitale Services im GPK-Fachgeschäft

und die Verzahnung mit dem Onlinekanal.

„Worauf kann der Kunde sich freuen?

Live-Shopping, eine Onlineberatung?

Einstellen müssen sich Fachhändler:innen

darauf, dass unabhängig von Inflation

und Unsicherheiten weniger und nachhaltiger

gekauft wird, weil es Zeitgeist ist.

Nachhaltigkeit bietet aber Chancen für

Hochwertigkeit. Wenn geshoppt werde,

dann vor allem um sich was zu gönnen

(41 %). „Stimmt da Ihre Ansprache nach

dem Motto: Gönn‘ dir doch mal was, gerade

jetzt, wo wir so viele Entbehrungen

haben.“ Inspiration beginne bei der Emotion,

so Hedde, und bei Dingen, die aufs

Herz zielen, sei noch viel mehr möglich.

Diese Botschaft richte sich an Handel und

Industrie gleichermaßen.

Selbst ein Store, wie ihn sich service-,

erlebnis- und convenienceorientierte

Oben: Den Handel aus Endverbraucher:innen-Perspektive

zu denken, das

sei in Zukunft entscheidend, so Boris

Hedde, IFH Köln-Geschäftsführer.

So viel „Papierkram“,

Mitarbeitende

sollen sich

aufs Verkaufen

konzentrieren

können.

Susanne Heiduczek, EK, und Nuno

Gameiro, ASA Selection

Goebel Porzellan GmbH · Auwaldstraße 8

D-96231 Bad Staffelstein · www.goebel.de


TITELSTORY

Stets sicher in der Hand

und gut ausbalanciert:

„Chroma type 301“.

Mirko Reeh hat immer

wieder Spaß daran, die

erfolgreiche Serie

weiter auszubauen.

„Chroma type 301 – Design by F. A. Porsche“: Präzise wie ein Sportwagen

Auf des Messers Schneide

Seit 25 Jahren wirbelt Mirko Reeh als Multipreneur am Kochtopf. Mit Leib und Seele beschäftigt er sich

seitdem auch mit dem Thema Messer. 2019 übernahm er die Firma Chroma Messer und lebt seitdem seine

Passion für gutes Schneidwerkzeug noch intensiver aus. Neben der Entwicklung neuer Kollektionen wie

„Reeh Rouge“ oder „Reeh Pink“ liegt ihm besonders am Herzen, Klassiker wie „type 301“ weiter zu pflegen.

30 P&G 6 | August 2022


Wenn Mirko Reeh von „Chroma

type 301“ erzählt, gerät er

ins Schwärmen. „Die Messer

sind nicht nur außergewöhnlich

funktional, sondern auch optisch echte

Leckerbissen.“ Das liegt zum einen am Material

– die Messer sind aus Ganzstahl gefertigt – und

zum anderen daran, dass die Serie gemeinsam

mit F. A. Porsche designt wurde. Die Idee dazu

entstand 1997, im gleichen Jahr, in dem auch

Mirko Reeh seine Koch-Karriere startete. Doch

erst fünf Jahre intensive Entwicklungsarbeit

später wurde das erste Messer von Christian

Romanowski, dem damaligen Inhaber von

Chroma Messer, auf den Markt gebracht.

Mit großem Erfolg! Das elegante Industriedesign

gepaart mit extrem scharfen Klingen

sorgte dafür, dass sich die Messer bei vielen

Hobby- und Profiköch:innen etablieren konnten.

Kein Wunder, denn sie überzeugen durch

lange Schnitthaltigkeit und hervorragende

Schneideeigenschaften.

Ein Klassiker mit besonderem Schliff

Und so kann man die Kollektion heute getrost

als modernen Klassiker bezeichnen:

von zeitloser Eleganz und bestechender

Präzision – genau

wie ein cooler Sportwagen. „Die

Messer haben nicht nur ein gutes

Preis-Leistungs-Verhältnis, sie sind

aufgrund des V-Schliffs der Klinge

besonders scharf, schnitthaltig und

leicht nachzuschärfen. Gerade deshalb

verwenden viele Profiköch:innen genau

diese Messer. Sie wissen, wie wichtig es

ist, dass ein Schneidwerkzeug immer

scharf ist, scharf bleibt und schnell wieder

zu schärfen ist“, erklärt Reeh. Im Gegensatz

zu Messern mit U-Schliff sind die Klingen der

„Chroma type 301“-Serie ganz dünn ausgeschliffen.

Das erleichtert das Schneiden

von Fleisch, Fisch, Gemüse und Co., da das

Messer durch die Feinheit der Klinge ohne

Druck durch das Schneidgut gleitet. Damit

das Messer lange scharf bleibt, muss es

regelmäßig mit dem richtigen Schleifstein

geschliffen werden. Ein Wetzstahl ist für

Messer mit V-Schliff nicht geeignet, da der

harte Stahl die Klinge beschädigt. „Mit etwas

Übung ist das aber auch für den Hobbykoch

kein Problem“, weiß Mirko Reeh aus seiner

Kochschule, in der die Produkte regelmäßig

ausprobiert werden.

Intensive Produktpflege

Ein Grund dafür, dass sich die Messerserie

bereits so lange am Markt behaupten kann,

liegt in der regelmäßigen Produktpflege. So

tüftelte Mirko Reeh beispielsweise intensiv

an einem Parmesanmesser, das den beliebten

italienischen Hartkäse nicht nur brechen,

sondern auch schneiden kann. Das neueste

Projekt ist ein Fleischmesser mit einer besonders

feinen Säge, mit dem sich Braten gut

aufschneiden lassen.

Für Wünsche von Köch:innen und aus dem

Handel zeigt sich Mirko Reeh stets offen. Da

die Formen für neue Messer allerdings sehr

kostspielig sind, muss der Nutzen einer Innovation

entsprechend groß sein. Das war beispielsweise

der Fall, als das Kultmesser 2016

mit Hammerschlag-Finish lanciert wurde,

das den Messern neben einem edlen Look

eine Anti-Haft-Wirkung verleiht. Durch den

Hammerschlag löst sich das Schneidgut viel

leichter vom Messer.

„Es gibt so viele Storys rund um die Serie,

die sich damit perfekt für den beratungsintensiven

Fachhandel eignet“, freut sich

Mirko Reeh. Da das Thema Kochen und Zubereiten

in der Pandemie einen neuen Hype

erfahren hat, kommt es jetzt besonders darauf

an, das Eisen zu schmieden, so lange es noch

heiß ist.

RITA BREER

FACTS

Beidseitig geschliffen: der Thai

Chopper aus der Serie „Chroma

type 301“ (ganz oben). Oben:

Das Parmesanmesser kann den

Käse brechen und schneiden.

CHROMA MESSER

Dr.-Richard-Sorge-Str. 66, 15745 Wildau

GESCHÄFTSFÜHRUNG

Mirko Reeh (seit 2019)

GESCHÄFTSFELD Seit über 30 Jahren

importiert und vertreibt Chroma Messer

hochwertige japanische Küchenmesser

und das passende Zubehör.

ZIELGRUPPE Spitzenköche und

a mbitionierte Hobbyköche

SORTIMENT 20 verschiedene Messerserien

für unterschiedliche Bedürfnisse

WEITERE MARKEN

GewürzGuru, GinGuru

www.chroma-messer.de

Fotos: Hauptmotiv und Parmesanmesser: tobikko, übrige Fotos: Chroma Messer

Eine Perle am unteren Griffende dient als sensorischer Stopper, der die Messer

sicher in der Hand liegen lässt und ein Abrutschen Richtung Klinge verhindert.

P&G 6 | August 2022 31


INDUSTRIE

500 Artikel mit einem

hohen Anspruch an

Nachhaltigkeit führt

Eulenschnitt im Sortiment.

Das Design ist

puristisch – mit nordischem

Touch.

Eulenschnitt: Im Portrait

Konfetti

für die Seele

Eulenschnitt schreibt eine Erfolgsgeschichte, wie sie sich in

gesättigten Märkten nicht mehr oft abspielt. Die Anzahl der

Handelspartner ist in den letzten vier Jahren von 300 auf

3.000 gestiegen. Und weil das 2011 gegründete Unternehmen

früh auf ein europäisches Lieferanten-Netzwerk

umgesattelt hat, stand Eulenschnitt während der Pandemie

besonders hoch im Kurs. „P&G“ war in den neuen Büroräumen

in Hamburg-Eppendorf zum Reportage-Besuch.

Liebe auf den ersten Schnitt:

Felix und Lena Beyerbach verstehen

sich beruflich und privat

– ihr Label Eulenschnitt betreiben

sie seit elf Jahren.

Die Nachteule war ihr Wappentier,

als Lena und Felix ihr Label mit

Anfang zwanzig gegründet haben.

Damals wohnten sie mit ihrem Neugeborenen

in einer WG, arbeiteten meistens

nachts und schnitten dabei unter anderem

Taschen mit einem Plotter zurecht. So war der

Firmenn ame Eulenschnitt geboren. Zunächst

lief der Verkauf über Dawanda, eine damalige

DIY-Verkaufsplattform im Internet. Nach und

nach kamen weitere Vertriebswege dazu und

aus dem semi-professionellen Start-up wurde

ein beliebter und angesagter Lieferant – mit

jedem Messeauftritt ein bisschen mehr.

Hier wird mit Liebe geworfen

Mit Marie Berten, die seit knapp vier Jahren

mit an Bord ist, setzte Eulenschnitt Kurs auf

Expansion. Marie und Lena kannten sich aus

ihrem Heimatdorf im Hamburger Speckgürtel,

Stöckte bei Winsen, und der Job war nach

Maries Elternzeit genau das Richtige. Bei

Rewe im Discount hatte sie die harte Schule

durchlaufen und musste sich an das liebevolle

Miteinander mit den Handelspartnern

erst gewöhnen: „Wir leben hier das Motto

,Konfetti für die Seele‘ und betüddeln Händler

und Endkund:innen von vorne bis hinten. Bei

Eulenschnitt wird man mit Liebe beworfen“,

erklärt Marie. Das reicht von Smileys

in E-Mails bis hin zu sorgsam verpackten

Paketen.

Heftige Wachstumsschübe

Es ist nicht einfach, diese Einzigartigkeit zu

bewahren, wenn ein Unternehmen schnell

wächst. Lange Zeit war das Eulenschnitt-Team

zu sechst, soviel sind es nun allein im Vertrieb.

Auch ein Umzug in größeren Büroräume am

Eppendorfer Marktplatz ist mit aktuell 20

Mitarbeiter:innen nötig geworden.

Lena Beyerbach pflegt zu sagen, dass

man die Brände, die man legt, auch löschen

können muss. Das war 2021 nur mit vereinten

Kräften möglich, weil die Nachfrage so groß

gewesen ist und die Erwartungen für das

36 P&G 6 | August 2022


Geschäftsjahr weit übertroffen worden sind.

„Wir freuen uns, dass sich das Unternehmen

weiterentwickelt und dass wir mit unserer

Mission immer mehr Menschen erreichen.

Aber wir müssen aufpassen, dass wir es nicht

überstrapazieren, weil bei uns die Details den

Unterschied machen“, kommentiert Marie.

Innerhalb von vier Jahren ist die Zahl der

Handelspartner von 300 auf knapp 3.000 angewachsen.

Die 500 Eulenschnitt- Produkte

treffen den Zeitgeist und bringen Freude

nach Hause. Es kommt nicht von ungefähr,

dass Eulenschnitt beispielsweise im Ruhrgebiet

besonders beliebt ist. Das Sortiment

reicht von Bettwäsche über Fußmatten,

Glasartikel und Geschirr bis hin zu Papeterie-

Waren und Jute-Taschen. Der Stil zeigt

skandinavischen Einfluss: puristisch mit verspielten

Details – oft im Material-Mix. Die Zielgruppe

als Persona: Die Lehrerin, Anfang 30,

die es sich zuhause schön macht.

Ein nachhaltig besonderes Sortiment

Lena Beyerbach ist der kreative Urquell des

Eulenschnitt-Designs, während ihr Mann Felix

sich um das Kaufmännische kümmert. Unterstützt

wird sie bei der Produktentwicklung

von Kristin Borchers. Das kreative Duo ergänzt

sich gut und setzt sich immer wieder

damit auseinander, wie sich Materialien innovativ

einsetzen lassen. Nachhaltigkeit wird

großgeschrieben: Beim Verpackungsdesign

wird Plastik vermieden, Holz und Papier sind

FSC-zertifiziert und die Lieferwege sollen

möglichst kurz sein, weshalb hauptsächlich

auf europäische Lieferanten gesetzt wird.

Das hat sich während der Pandemie als Wettbewerbsvorteil

erwiesen, denn Eulenschnitt

war immer lieferfähig.

Dass wirksamste Marketing-Instrument

ist der eigene Instagram-Kanal. Das Storytelling

beherrscht Lena perfekt. Als Messe-

Plattformen nutzt Eulenschnitt traditionell

die Trendset und die Nordstil. Warum nicht

die Ambiente? „Das könnten wir allein schon

wegen der Kinder nicht stemmen. Wir können

doch nicht alle fünf Tage von zuhause weg

sein“, sagt Marie ganz selbstverständlich. Mehr

Familienunternehmen geht eigentlich nicht.

Vertrieb auf allen Kanälen

Es ist noch nicht so lange her, da haben viele

Händler aus Sympathie zu Eulenschnitt geordert.

„Wir haben es den Händlern aber nicht

immer einfach gemacht, weil unsere Prozesse

noch nicht so weit waren“, erinnert sich Marie.

Das hat sich geändert. Heute werden unterschiedlichste

Handelsformate beliefert – von

Concept Stores über Blumengeschäfte (das

stärkste Wachstumssegment 2021) über den

Schreibwaren- und Feinkost- bis hin zum

GPK-Fachhandel. Potenzial gibt es noch in

Haustierfachgeschäften, bei Kinderausstattern

und im Wellness- und Drogerie-Bereich

– und im Export. Dass Eulenschnitt nicht über

Amazon vertreibt, kommt im stationären Handel

besonders gut an. Ein weiteres Signal der

Partnerschaft: Der Mindestbestellwert liegt

nach wie vor bei 200 Euro. Das punktet bei

kleinen Handelsformaten. Sehr gut funktioniert

auch der Vertrieb über B2B-Orderplattformen

wie Ankorstore oder Orderchamp,

wodurch auch internationale Stores auf

Eulenschnitt aufmerksam werden (auch wenn

der Name international in den meisten Sprachen

schwer auszusprechen ist). Gerade sind

Geschäfte in Griechenland und Slowenien hinzugekommen.

Und last but not least hat auch

der eigene Onlineshop während der Pandemie

gut performt. Immerhin werden 40 Prozent

des Umsatzes über den D2C-Weg generiert.

Der Anteil war sogar schon mal noch größer,

aber durch das rapide Händlerwachstum ist

der B2B-Handelsanteil gestiegen.

Die Goldenzebra GmbH mit der Marke

Eulenschnitt (...es könnte ja nochmal eine

weitere Marke dazukommen...) hat sich für

die Zukunft aufgestellt. Die liebevolle Unternehmens-DNA

zu bewahren, wird zwar eine

Herausforderung sein, aber die Konfetti-

Reserven sind augenscheinlich unbegrenzt.


SASCHA TAPKEN

FACTS

UNTERNEHMEN Eulenschnitt, eine

Marke der Goldenzebra GmbH

GESCHÄFTSFÜHRUNG Lena & Felix

Beyerbach

GEGRÜNDET 2011

MESSEN Nordstil und Trendset

HANDELSPARTNER ca. 3.000,

der Großteil in D, A, CH und Benelux

MITARBEITENDE 20

SORTIMENT 500 Artikel aus den

Bereichen Aufbewahrung, Bettwäsche,

Fußmatten & Teppiche, Geschirr & Glas,

Handtücher, Papeterie, Schwämme &

Spülbürsten, Shopper & Jute-Taschen

und Geschenkartikel.

www.eulenschnitt.de

Marie Berten (l.) mit

einem Teil des Vertriebsteams

auf der Nordstil.

Darüber hinaus ist Eulenschnitt

traditionell auch

in München auf der

Trendset am Start.

P&G 6 | August 2022 37


TRENDS

Mit der neuen Kollektion „Luxury Trees Black“ setzt

Ambiente Europe zu den Festtagen ein trendiges

Statement in edlem Gold und modernem Schwarz.

www.ambiente.eu

Ob auf dem Sessel oder

der Couch: Die „Wave

Knit“-Kissen von Södahl

heben den Gemütlichkeitsfaktor.

Zur Auswahl

stehen vier Farben.

www.fh-group.dk

Reduziert und leicht abgerundet

kommt die Kollektion „Nesuto“

von ASA Selection daher. Neben

der Teekanne in zwei Größen gibt

es Henkelbecher, verschiedene

Schalen und Teller.

www.asa-selection.com

Für ein Dufterlebnis wie in einem Wellness-Bereich sorgt der

Diffuser mit Holzstäbchen von Meraki auch in den heimischen

vier Wänden. www.merakimoments.com

Die witzigen Hoptimisten „Bumble“ (im Bild) und

„Bimble“ gibt es nun auch in trendiger, schwarz

gebeizter Eiche. www.fh-group.dk

Die Tagesdecke „Crincle Bedspread“ von Hay

ist aus Baumwolle gefertigt und bietet mit

den Maßen 270 x 270 cm genügend Platz

zum Kuscheln. www.hay.dk

Nüsse, Plätzchen & Co. reicht man besonders schön

auf den „La Plana“-Tabletts aus bronzebeschichtetem

Aluminium von Philippi. www.philippi.com

42 P&G 6 | August 2022


Kardamom und Mandarine machen diese Duftkerze aus

100 % Sojawachs zum idealen Begleiter in der vorweihnachtlichen

Zeit. www.paiacopenhagen.com

Die ausdrucksvollen „Haga“-Töpfe aus schwarzem

Steinzeug von Villa Collection machen sowohl mit

Pflanzen als auch ohne eine gute Figur.

www.fh-group.dk

Sortimente mit Kuschelfaktor

Der Kerzenständer „Interconnect“ von Menu verbindet

Kugel, Winkel und Linie zu einem stylishen Objekt für

stimmungsvolle Stunden. www.menuspace.com

cozy!

In den nächsten Wochen werden die Tage kürzer und die Temperaturen

fallen. Und wir verlagern unseren Lebensmittelpunkt wieder

von draußen nach drinnen. Das ist jedoch kein Grund, traurig zu sein.

Denn dort warten kuschelige Decken, stimmungsvolles Kerzenlicht

und hübsche Accessoires auf uns und sorgen dafür, dass die Herbstund

Winterzeit ganz besonders gemütlich wird.

Die LED-Leuchten „Tawa“ von

Blomus sind von traditionellen

Laternen inspiriert und lassen

sich sowohl im Innen- als auch im

Außenbereich verwenden.

www.blomus.com

Aus schwarzem Rattan geflochten, bietet

der Korb „Harvest“ von Huebsch Interior

nicht nur Platz für Feuerholz, sondern

auch für Zeitschriften & Co.

www.hubsch-interior.com

Sobald die Flamme

hinter dem Glas von

„Lucie“ tanzt, ergibt

sich ein schönes und

stimmungsvolles Licht

im ganzen Raum. Die

Lichtquelle besteht zu

100 % aus Pflanzenöl.

www.stelton.com

Inspiriert von den für Versace typischen Schwarz-

Weiß-Looks, setzt auch „Virtus Gala“ von Rosenthal

meets Versace auf die beiden Farben, kombiniert mit

üppigen Goldakzenten. www.rosenthal.de

P&G 6 | August 2022 43


Deejo.

Das Messer, das nur Ihnen ähnelt.

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