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mittendrin und rundherum

ISBN 978-3-86859-713-4

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mittendrin und rundherum

ein

nonconform

Lesebuch

Wojciech Czaja

Barbara Feller


04 Vorwort

19 Sieben Stimmen

von nonconform

35 01 mittendrin

53 02 nebenan

71 03 rundherum

89 04 daheim

107 05 miteinander

123 06 danach

143 07 außerdem

170 Projektlandkarte

175 Bildnachweis

176 Impressum

Das Ziel von nonconform ist

die Gestaltung von schönen,

respektvollen Lebensräumen

auf dem Land und in der Stadt.

Doch wer kann die eigenen

Wünsche und Visionen besser

formulieren als die Menschen

selbst? So gesehen ist der wichtigste

Baustein in der Architektur

die Co-Kreation, das

Gespräch mit der Bevölkerung.

Macht Spaß, ist effizient und

bringt wertvolle Ergebnisse für

schöpferische Entwurfsleistungen

und ein gutes Leben.

3


Vorwort

Wojciech Czaja

Barbara Feller

So hat die Turnhalle der Volksschule

noch nie ausgesehen: Wo normalerweise

Fußball gespielt und auf dem

Trampolin gesprungen wird, ist nun

ein mobiles Architektur- und Stadtplanungsbüro

aufgebaut, mit Schreibtischen,

Stühlen, Computern, Scannern,

Druckern, kiloweise Papier und sogar

einer kleinen Werkstatt zum Zeichnen,

Modellbauen, Collagieren. In der Saalmitte

sind runde Tische aufgestellt, mit

vollgeschriebenen und vollgekritzelten

Papiertischtüchern, und überall Flipcharts,

Klebeetiketten, Filzstifte in

allen erdenklichen Farben.

Es ist laut, gute Stimmung, fast wie

auf einem Festival. An die 200 Leute

sind gekommen, um in Workshops,

Stammtischdiskussionen und individuellen

Gesprächen ihre Wünsche und

Ideen für den neuen Hauptplatz darzustellen

und zu diskutieren. Am Abend

gibt es dann, quasi als Belohnung in

informeller Runde, Gulaschsuppe,

Limonade und Bier. Nach insgesamt

drei Tagen und Nächten, so der Plan,

soll auf Basis der ganz persönlichen

Vorstellungen und aus Interaktion mit

den Nachbar:innen, Anrainer:innen

und Bewohner:innen eine kollektive

Gesamtlösung, eine Art inhaltliche Stoßrichtung

für die Zukunft entstehen.

Zwar ist die Idee der Partizipation im

Bauprozess schon an die 100 Jahre alt,

doch viele Jahrzehnte konzentrierte sich

die Teilhabe von Laien auf den Wohnbau.

In den 1920er-Jahren entwickelte

Walter Gropius den Baukasten im

Großen, ein System aus standardisierten

Bauteilen, die sich zu individuellen

Einfamilienhäusern zusammenfügen

lassen. Etwa zeitgleich plante Gerrit

Rietveld das Rietveld-Schroeder-Haus,

in dem die Bewohner:innen die Wohnräume

mittels Faltschiebewänden je

nach Bedarf verändern konnten. Und

Ludwig Mies van der Rohe entschied

sich 1927, die Raumaufteilung im Inneren

der Weissenhof-Werkbundsiedlung

ihren Mieter:innen zu überlassen. Einen

österreichischen Höhenflug erlebte die

Partizipation in den basisdemokratisch

entwickelten Wohnbauten von Ottokar

Uhl, Eilfried Huth, Gunther Wawrik,

Fritz Matzinger und Helmut Deubner in

den 1970er- und 1980er-Jahren.

Neu aber ist, dass die Öffentlichkeitsbeteiligung

nun auch auf Kommunen,

Stadtquartiere, Regionen, Bildungseinrichtungen,

Revitalisierungen, Leerstandsnutzungen

und sogar gewerbliche

Projekte in der Privatwirtschaft ausgerollt

wird. So zum Beispiel im eingangs

erwähnten Beispiel, als die erste Ideenwerkstatt

mit der speziell entwickelten

Methode im Jahr 2006 in der oberösterreichischen

Nationalparkgemeinde

Molln stattfand. Mit diesem Pionierprojekt

hatte das Architekturbüro nonconform

begonnen, die Bürger:innen eines

Ortes, die Mitarbeiter:innen eines Unternehmens,

die Kinder und Lehrkräfte

einer Schule als Expert:innen zu verstehen

und genau diese Expertise in

die Entwicklungs- und Entwurfsarbeit

einer Bauaufgabe miteinzubeziehen.

4


Ziel all dieser Bemühungen ist nie bloß

die Errichtung eines solitären Objekts,

sondern stets die kontextuelle Einbettung

eines Bauwerks, eines Ensembles,

eines Quartiers in seine Umgebung –

und somit auch in die Alltagswelt der

darin lebenden, darin lernenden und

darin arbeitenden Menschen. Nachdem

nonconform aber nicht nur kommunikative

und prozessuale Kompetenzen

hat, sondern auch als ganz klassisches

Architekturbüro agiert und in die Beteiligungsprozesse

geistig-schöpferisch

eingreift, sind die mit den Menschen

gemeinsam erarbeiteten Projekte und

Visionen nie bloß der kleinste, nie

bloß der größte, sondern stets auch der

schönste gemeinsame Nenner. Heute ist

nonconform ein knapp 50-köpfiges interdisziplinäres

Team, zuhause an sieben

Standorten in Österreich und Deutschland,

auf dem Land und in der Stadt.

Eine große Inspiration für diese Form

der Architekturarbeit lieferte das 2004

erschienene Buch Die Ideenmaschine.

Methode statt Geistesblitz. Wie Ideen

industriell produziert werden. „Die

meisten Menschen denken, dass nur

Genies, Künstler oder hoch bezahlte

Spezialisten in einer Forschungs- und

Entwicklungsabteilung Ideen entwickeln

können“, schreibt darin die

Schweizer Innovatorin und Unternehmensberaterin

Nadja Schnetzler. „Das

ist aber nicht so. Gute Ideen können in

kurzer Zeit entstehen, wenn die richtigen

Personen involviert werden und

wenn ein strukturierter Prozess eingehalten

wird.“ Das systemische Zusammenbringen

von Insidern und Outsidern,

so Schnetzler, setze Energien und Dynamiken

für neue Ideen frei, die eine

Einzelperson oder homogene Planungsgruppe

niemals aufbringen könnte.

Die realisierten Bauten und Quartiersentwicklungen

einerseits, die Ideenwerkstätten

und Planungsprozesse

andererseits, die in den letzten Jahren

viele Büros zur Nachahmung inspiriert

haben, sind so gesehen nicht nur

eine zufriedenheits- und akzeptanzsteigernde

Einbeziehung der betroffenen

Menschen innerhalb eines Wohnoder

Arbeitssystems, sondern auch

eine Grundlage für richtige Bauherrenentscheidungen

und ein wertvolles

Werkzeug, um zum Kern von Wünschen,

Problemen und bestmöglichen

maßgeschneiderten Visionen vorzudringen.

Zudem bildet ein solcher

Partizipationsprozess eine wertvolle

Basis für die sogenannte Phase Null –

ist also Nachdenken, Reflektieren und

ein kollektives Brainstormen, bevor

die eigentlichen Leistungsphasen eines

architektonischen Prozesses starten.

Ausgewählte Projekte aus den letzten

20 Jahren bieten Einblick in

die Arbeits-, Kommunikations- und

Gestaltungsweise von nonconform.

Interviews mit Expert:innen aus zahlreichen

Fachgebieten sowie Texte zu

den zentralen Herausforderungen von

Gegenwart und Zukunft zeigen konzeptionelle

Strategien und konkrete

Lösungen auf. Mit diesem Lesebuch

wünschen wir Ihnen allen – ob Sie

nun in der Architektur, Projektentwicklung,

Verwaltung oder Politik zuhause

sind, ob Sie Immobilien besitzen,

verändern oder Leerstände wieder

füllen wollen – eine anregende Lektüre

und viele lustvolle Erkenntnisse.

5


6


7


8


9


18


Sieben

Stimmen

von

nonconform

19


34


01

35


mittendrin

Mitten im Ort ist mitten im Leben: Jahrhundertelang

traf dies auf Städte und Orte

zu. In der Mitte waren auf engem Raum

alle Voraussetzungen für das tägliche Leben

versammelt, und das Zusammentreffen

mit anderen Menschen passierte ganz

selbstverständlich. Doch das Bild hat

sich gewandelt.

Der belebte Dorfplatz mit Linde, Brunnen,

Kirche und Gasthaus – dieses Bild

haben viele Menschen im Kopf, wenn sie

an Ortszentren denken, doch nur noch

selten entspricht dies der Realität. In den

letzten Jahrzehnten hat ein dramatischer

Wandel eingesetzt, der über Jahrhund erte

gewachsene Strukturen entscheidend

verändert hat. Die Zentren kleiner Dörfer,

mittelgroßer Orte sowie kleiner und

großer Städte, ebenso wie lokale Zentren

von Bezirken, Grätzeln oder Kiezen,

haben sich über Epochen entwickelt.

Ihnen sind Geschichte und Geschichten

eingeschrieben, und die Vielschichtigkeit

verleiht ihnen Identität und Atmosphäre.

Diese findet man heute jedoch oft nur

mehr auf historischen Ansichten oder

geschönten Bildern in Fremdenverkehrsprospekten

oder auf Pinterest.

Das Dorf von oben: Arbeitsmodell im Ideenbüro

Dass Stadt- und Ortszentren vielfach

verstummen, hat vielfältige Gründe –

ein wesentlicher ist die in den letzten

Jahrzehnten stark gestiegene Automobilität,

durch die sich viele vitale Funktionen

an die Ränder verlagert haben.

Begonnen hat diese Entwicklung in den

1950er-Jahren mit der Errichtung von

ausgedehnten Einfamilienhausgebieten,

ihnen folgten Handels- und Einkaufszentren

sowie Gewerbegebiete und Produktionsstandorte,

zumeist mit monotonen

und immer gleichen fantasielosen Gebäuden,

großen Logos, überdimensionierten

36


Parkplätzen und ohne jeden Bezug zur

Umgebung. Und heute finden sich da und

dort auch Verwaltungs-, Bildungs- und

Gesundheitseinrichtungen

am unvermeidbar

scheinenden Kreisverkehr

am Ortsrand. Die

mit diesen Entwicklungen

einhergehende

Bodenversiegelung – die

Abdeckung mit einer

wasser- und luftundurchlässigen

Schicht

– hat sowohl ökologisch

als auch wirtschaftlich

negative Folgen.

Gefährdung der Biodiversität, Erhöhung

von Hochwasserrisiko und immer stärker

merkbare Hitzeeffekte, denn versiegelter

Mils in Tirol: Aktive Jugendeinbindung als Schlüssel für gute

Öffentlichkeitsbeteiligung

Boden kann kein Wasser verdunsten. Und

finanziell belasten die Errichtung und

Wartung von Siedlungs- und Verkehrsflächen

die Budgets der Gemeinden.

Das österreichische Bundesumweltamt

listet die wesentlichsten Probleme auf:

Verlust an fruchtbaren Böden, der nur

schwer umkehrbar ist, dauert doch die

Neubildung von von einem Zentimeter

Humus zwischen 100 und 200 Jahren.

Damit nimmt der Selbstversorgungsgrad

mit Lebensmitteln von Jahr zu Jahr ab,

und die Abhängigkeit von Nahrungsmittelimporten

steigt. Hinzu kommen die

Jahrelang wurde diese Entwicklung

kaum beachtet, und die in vielen Papieren

und Absichtserklärungen seit mehr

als 20 Jahren formulierten Zielwerte

für Bodenverbrauch – von 30 Hektar in

Deutschland und 2,5 Hektar in Österreich

– scheinen in weiter Ferne. Ganz

im Gegenteil versuchten die einzelnen

Gemeinden, sich mit günstigen Grundstücken

zur Ansiedlung von Einfamilienhäusern

und Betrieben zu überbieten.

Dass damit fast überall der Niedergang

der Innenbereiche verbunden war, wurde

ausgeblendet. Wenig genutzte öffentliche

Räume und der Leerstand vieler

Gebäude und insbesondere von Erdgeschosslokalen

prägen heute vielfach das

37


Die Wiederbelebung von Zentren ist

ein Marathon und kein Sprint. Sie erfordert

einen langen Atem, und es zeigt sich,

dass eine Person oder Institution, die diesen

Prozess begleitet, entscheidend zum

Gelingen beiträgt. Für dieses Berufsbild

gibt es unterschiedliche Bezeichnungen

– Innenstadtkoordinator:in, Quartiersmanager:in,

Ortskernentwickler:in,

Kümmerer:in. Je nach den individuellen

Anforderungen sind die Aufgaben etwas

unterschiedlich. „Allen gemeinsam ist

aber, dass die jeweiligen Personen dafür

Sorge tragen, dass die in den Masterplänen,

Leitbildern oder anderen Papieren

entwickelten Visionen auch tatsächlich

umgesetzt werden. Diese Personen sind

die Gesichter der Veränderungsprozesse,

sie bringen die richtigen Menschen zusammen,

ziehen im Hintergrund die Fäden,

machen Wissen sichtbar und bauen

Netzwerke auf “, so nonconform, das die

Auftrag geber:innen dabei unterstützt,

speziell auf die Situation zugeschnittene

Kümmererstrukturen aufzubauen, die

idealen Personen für dieses neue Jobprofil

mittels öffentlicher Ausschreibung zu

finden und sie in der Umsetzungsphase

in Form einer Supervision auch laufend

zu coachen.

Das Dorf

mit dem roten

Teppich

Ortszentrum Zeillern

Zeillern ist eine Marktgemeinde

mit knapp 2.000

Einwohner:innen. Eine Kirche,

ein Bach, ein spätmittelalterliches

Schloss und eine kleine,

romantische Schlossinsel

machen den Ort zum niederösterreichischen

Hotspot für

Hochzeiten. Sogar ein Ausbildungszentrum

für traditionelle

Blasmusik ist im Dorf beheimatet.

Doch was die längste

Zeit fehlte, war ein Dorfplatz.

Im Rahmen einer Ideenwerkstatt

wurden gemeinsam mit

der Bevölkerung drei verschiedene

Szenarien entwickelt,

wie die wichtigsten Schlüsselbauwerke

des Ortes am

besten miteinander verbunden

werden könnten. Das Resultat

nach drei Tagen intensiver

Arbeit war ein sogenannter

„roter Teppich“, der unter der

Kirche ausgerollt wird und sich

über die Bundesstraße und

den plätschernden Zeitlbach

bis hin zum Schloss erstreckt.

Auf diese Weise wird den

Hochzeitszügen und Blasmusikkapellen

auf einfachste

Weise der Weg gewiesen.

„Als die Leute für den roten

Teppich abgestimmt haben,

fanden sie die Farbe lustig“,

erinnert sich Wolfgang Strobl,

zuständig für die Dorferneuerung

Zeillern. „Vielen war nicht

klar, dass das ernst gemeint

war.“ Doch das war es. Der

„Rote Platz“ oder auch das

„Mostviertel-Moskau“, wie

die Bevölkerung das Projekt

inoffiziell nennt, besteht aus

20 Zentimeter dickem, mit

roten Farbpigmenten durchgefärbtem

Beton. Flankiert

wird der Platz von einer Holzwand

mit Leuchtkästen und

Sitznischen.

Ort

Zeillern, Niederösterreich,

A

Einwohner:innen

1.800

Auftraggeberin

Gemeinde Zeillern

Ideenwerkstatt

Juni 2009

Umsetzung

2010–2011

Projektpartner

Wolfgang Strobl,

Lehner Beton

48


Lebendige Flipcharts: Ortsplanung in Trofaiach

Die Stadtgemeinde Trofaiach in der

Steiermark, deren Innenstadtkoordinator

anfangs mit mehr als 40 Leerständen

auf der Hauptstraße zu kämpfen hatte,

und die davon ausgehend weitere Veränderungen

in Angriff nahm und nimmt,

oder das Kardinalviertel in Klagenfurt,

wo die neu gegründete Viertelagentur

Anlaufstelle für die Koordination vielfältiger

Aktivitäten ist, oder das bayrische

Berngau, wo der ehemalige Bürgermeister

zum Quartiersmanager mutiert

ist, machen den Mehrwert derartiger

Strukturen für die Zukunft deutlich. Um

die notwendigen Veränderungen aber

noch stärker in die Breite zu

bringen, ist es erforderlich, dass

mehr Menschen die Stärkung

von Orts- und Stadtkernen zu

ihrem Anliegen machen und die

öffentliche Hand dieses Thema

viel intensiver in den Mittelpunkt

des Handels stellt und die

Förderlandschaft noch aktiver

dafür ausrichtet. Ein Beispiel ist

die Steiermark, wo es jetzt ein

neues Kompetenzzentrum für

Orts- und Stadtkernstärkung auf

Bundeslandebene gibt, das alle

Aktivitäten und Fördergelder

bündelt. Es geht um ein breites

Verständnis von Prozessen,

Methoden und Best-Practice-

Beispielen. Mit der nonconform-

Akademie gibt es ein Weiterbildungsangebot

für alle, die

Interesse an dieser Arbeit haben.

Lebenswerte Orts- und Stadtkerne

sind Ziel all dieser Bemühungen.

Sie sollen in Zukunft

der Normalfall und nicht nur

einzelne Vorzeigeprojekte sein,

denn eine nachhaltige Raumentwicklung

sorgt für den Erhalt oder den Wiedereinzug

von Lebensqualität für die Bevölkerung

und ist in vielen Gemeinden

auch Grundlage für den Tourismus.

Eine Stadt oder ein Ort der kurzen Wege,

wo die wichtigsten Einrichtungen fußläufig

oder etwa mit dem Fahrrad erreichbar

sind, wo es Platz für Begegnungen

und Austausch gibt, wo Weiterbauen

im Bestand im Fokus steht, hilft beim

Er reichen der Klimaziele und wirkt der

Landflucht entgegen. Und kann helfen,

dass die Werbebilder in Zukunft Wirklichkeit

werden.

49


Das

Wachküssen

einer

Innenstadt

Stadtzentrumsentwicklung Trofaiach

Trofaiach liegt landschaftlich

reizvoll ein wenig abseits der

Hauptrouten. Die Stadtgemeinde

mit mehr als 11.000

Einwohner:innen blickt auf

eine lange Siedlungsgeschichte

zurück, die eng mit dem

nördlich gelegenen Erzberg

verbunden ist. Transport und

Handel, ebenso wie Betriebe

zur Eisenverarbeitung waren

bedeutsam für den Ort, der

sich entlang der Hauptstraße

und dem parallel verlaufenden

Bach entwickelte. Der

etwas mehr als ein Kilometer

lange Abschnitt zwischen zwei

Kirchen umfasste alle wesentlichen

öffentlichen Funktionen

wie Gasthöfe und Geschäfte.

Doch wie vielerorts begann ab

den 1980er-Jahren die schleichende

Entleerung dieses

Zentrums: Die 1985 eröffnete

Umfahrungsstraße brachte

mehr Ruhe und weniger

Abgase, durch die parallele

Errichtung von Fachmarktzentren,

einer Musikschule

sowie von zwei Bankgebäuden

fern der alten Hauptstraße

verlor diese jedoch sukzessive

ihre vitalen Funktionen und

war zunehmend von Leerstand

und Verödung geprägt.

Als 2013 die Fusion mit zwei

benachbarten Gemeinden

erfolgte, fast zeitgleich auch

die letzte Bank die Hauptstraße

verließ und mehr als

40 Immobilien leer standen,

war dies der Zeitpunkt für ein

radikales Neudenken – die

Abkehr von bestehenden

Mustern der Stadtentwicklung

und eine neue Haltung zur

Innenstadtstärkung. „In dieser

Situation hat uns die Metho -

de von nonconform mit der

Befragung und Beteiligung

der Bürgerinnen und Bürger

einen neuen Weg aufgezeigt,

weg von den klassischen

Stake holdern wie Gemeindeverwaltung

und Wirtschaft, hin

zu den Menschen vor Ort“, beschreibt

Bürgermeister Mario

Abl den Start des Prozesses.

Dieser ist kein Sprint, sondern

ein Marathon und bedarf großer

Anstrengungen, der Entwicklung

einer gemeinsamen

Vision, der Zusammenarbeit

vieler Akteur:innen und der

Koordination unterschiedlicher

paralleler und aufeinander aufbauender

Maßnahmen.

Wesentlich dafür sind ein politisches

Bekenntnis zur Innenentwicklung

und eine intensive

Zusammenarbeit vielfältig

Beteiligter. Zentral ist dabei

eine Person, die sich hauptberuflich

und bezahlt um die Belebung

kümmert. In Trofaiach

ist dies Erich Biberich, der als

Innenstadtkoordinator, vulgo

„Kümmerer“, diese Agenden

übernimmt: „Es ist eine Auf-

50


Ort

Trofaiach, Steiermark, A

Einwohner:innen

11.000

Auftraggeberin

Stadtgemeinde Trofaiach

1. Ideenwerkstatt

Sommer 2015

Umsetzung

seit 2016

Architektur

Hauptprojekte von

Stingl-Enge Architekten

einer auffälligen Bemalung hat

auch überregional Aufmerksamkeit

erregt und verdeutlicht

die Wichtigkeit eines

zukunftsweisenden Mobilitätskonzepts,

etwa auch mit einem

dichten öffentlichen Verkehrsangebot.

gabe an der Schnittstelle von

Öffentlichkeit und Verwaltung

mit großer Entscheidungskompetenz.

Das Arbeitsfeld

ist sehr breit und vielfältig,

wobei die größten Herausforderungen

die laufende

Kommunikation und Bewusstseinsbildung

sowie die Unterstützung

und Begleitung der

Hauseigentümer:innen sind.“

Sein Arbeitsplatz – das Innenstadtbüro

– befindet sich in

leer stehenden Erdgeschosslokalen

und zieht weiter, sobald

es dafür eine dauerhafte

andere Nutzung gibt.

In den letzten Jahren ist dies

schon vielfach gelungen:

Neue Geschäfte haben sich

angesiedelt, gastronomische

Angebote wurden erweitert,

und mit der Übersiedlung der

Musikschule retour an die

alte Hauptstraße gibt es nun

einen Konzertsaal, der sich zur

Straße öffnen lässt. Zudem

beleben Stadtfeste und temporäre

Märkte den öffentlichen

Raum. All diese Aktivitäten

und ein verändertes Bewusstsein

tragen dazu bei, dass der

Ort wieder lebendig ist und

es genügend Anreize für die

Menschen gibt hierzubleiben

beziehungsweise herzukommen.

Die Ausgestaltung der

Straße als Shared Space mit

Viel ist in Trofaiach schon passiert,

aber „es gibt auch noch

viel zu tun. So eine Geschichte

ist ein langer Weg, und

wir sind wild entschlossen,

ihn zu Ende zu gehen, auch

wenn es ab und zu steinig

sein wird“, bringt es Bürgermeister

Abl auf den Punkt.

nonconform begleitet diesen

Prozess als Sparringpartner,

als Inputgeber von außen und

bietet Kontakte zu Fachleuten

unterschiedlicher Disziplinen.

So beschäftigen sich etwa

Studierende der TU Graz

mit der Ortsentwicklung

und tragen den Gedanken

der Ortskernstärkung in die

nächste Generation.

51


Elke Rauth ist Redakteurin

der Stadtforschungszeitschrift

dérive, Leiterin

von urbanize! Internationales

Festival für urbane

Erkun dungen und Teil des

habiTAT-Mietshäuser-

Syndikat-Projekts BIKES

AND RAILS.

Elke Rauth

Lebendige

Quartiere

brauchen

niederschwellige

Treffpunkte.

Sie beschäftigen sich seit

vielen Jahren mit Stadtstrukturen

und städtischen Transformationsprozessen.

Was

macht für Sie die Qualität

eines Quartiers aus?

Lebendigkeit und die wichtigsten

Alltagsfunktionen in

Gehweite. Es muss ein Raum

für Menschen sein – und in

meiner Idealvorstellung für

Menschen mit unterschiedlichen

Hintergründen und

Bedürfnissen.

Seit fast zwei Jahren leben

Sie in einem ganz neuen

Stadtquartier, dem Sonnwendviertel

nahe des neuen

Wiener Hauptbahnhofs.

Finden Sie, dass es hier gelungen

ist, so ein lebendiges

Quartier zu schaffen?

Sagen wir, es wird langsam.

Solche Prozesse brauchen

Zeit. Aktuell sind einige Gebäude

noch in Bau, und auch

der öffentliche Raum kann

noch nicht wirklich genutzt

werden. Der öffentliche Raum

ist aber wichtig, weil er niederschwellig

Begegnungen ermöglicht.

Problematisch sehe

ich im Quartier, dass es zu

viele zu teure Wohnungen gibt

– dies erschwert die Durchmischung.

Umso wichtiger

sind daher die Baugruppenhäuser

sowie die sogenannten

„Quartiershäuser“, für die die

Planer:innen und Bauherr:innen

innovative Nutzungskonzepte

vorlegen mussten. Rund

um sie sind bereits einige

Initiativen entstanden.

Welche Strategien sehen

Sie, um für die Belebung in

einem Quartier zu sorgen?

Entscheidend ist, ob und wie

Möglichkeiten der Mitgestaltung

organisiert sind und

dass sich die Menschen vor

Ort einbringen können. In

Wien gibt es zwar die von der

Stadt finanzierten Gebietsbetreuungen

als Anlaufstellen

für Anrainer:innen, die sich

um vielfältige Themen von

Quartieren kümmern. In den

letzten Jahren steht aber PR

stark im Vordergrund dieser

Arbeit. Wien ist eine sehr gut

verwaltete Top-down-Stadt,

dadurch ist der Spielraum für

Bottum-up-Initiativen geringer

als in anderen Städten. Teilhabe

müssen sich die Menschen

hier fast immer erkämpfen.

Wünschenswert wäre aber die

Co-Kreation von Stadt.

Für die Zukunft

wünsche

ich mir mehr

Mitsprache.

Was wünschen Sie sich für

die Zukunft?

Hier in unserem Haus „Bikes

and Rails“ versuchen wir,

mit dem Café Flöge und der

Radwerkstatt einen informellen

Treffpunkt zu schaffen.

Solche Orte finde ich wichtig

fürs Quartiersleben. Für die

Zukunft wünsche ich mir mehr

Mitsprache, stärkere Entsiegelung,

Bäume und Grün

– gegen die Klimakrise und für

konsumfreie Aufenthaltsqualität

im öffentlichen Raum.

66


Jedes Projekt ist ein starkes Teamwork: Baustelle Prater Glacis

Ausdrücke für diesen elementaren städtischen

Baustein gibt es unzählige. Nein,

es geht um weit mehr: „Das Ziel muss

sein, eine gewisse Öffentlichkeit und

ein gewisses Lokalkolorit zu wahren“,

sagt die US-amerikanische Soziologin

Saskia Sassen. „Die Aufgabe von Städten

ist es, nicht alles zu verkaufen und zu

privatisieren. 70 Prozent der Londoner

Immobilien sind in Besitz von Ausländern,

nur ein Drittel der Stadt gehört

den Briten. In New York City sind die

wichtigsten Landmarks ebenfalls fest

in ausländischer Hand. Das muss man

sich einmal vorstellen!“

Wenn Stadtplanung und

Stadtverwaltung nicht

einschreiten, wenn die

Menschen nicht in die

Gestaltung und in grundsätzliche

Zukunftsfragen

ihrer Wohn- und Lebensquartiere

miteinbezogen

werden, meint Sassen,

die das Phänomen als

„buy-out of urban land“

bezeichnet, drohe der

Ausverkauf städtischen

Raumes. „Und wenn das

passiert, dann geht das

urbane Leben verloren,

dann sterben die Stadtviertel

aus und reduzieren

sich nur noch auf

ihre archaische Schutzfunktion

des Shelter,

dann schaut es nur noch

so aus wie Stadt, dann ist

es aber nicht mehr Stadt.

Wollen wir das wirklich?“

Die Antwort auf diese

Frage fällt unmissverständlich

aus. Wie sonst erklären wir uns,

dass wir zu einigen, zum Teil gar nicht so

großen Quartieren in aller Welt sofort ein

Bild vor Augen, ja oft sogar einen Geruch

in der Nase und einen Klang in den

Ohren haben? Ob nun Prenzlauer Berg,

Barri Gótic, Plaka, Taksim, Nørrebro,

Le Marais, Quartier Latin, Notting Hill,

SoHo, Chelsea, Greenwich Village, The

Castro, Bo-Kaap, The Bund, Shibuya,

Condesa oder Copacabana: Es ist unsere

Aufgabe und liegt in unserer Verantwortung,

diese Liste kraft der Menschen und

der uns heute zur Verfügung stehenden

Mittel und Methoden fortzusetzen.

67


70


03

71


undherum

Viel ist von Regionen und dem Regionalen

die Rede, wenn es darum geht, in einer

zunehmend globalisierten Welt Identität

und Orientierung zu vermitteln. Die Entwicklung

und Ausgestaltung von regionaler

Zusammenarbeit ist daher eine zentrale

Zukunftsaufgabe.

Als Region bezeichnet man im allgemeinen

Sprachgebrauch ein Gebiet, dessen

Bewohner:innen eine enge kulturelle,

sprachliche oder wirtschaftliche Bindung

pflegen, oder ein Gebiet, das sich durch

ähnliche topografische und landschaftliche

Eigenheiten auszeichnet. Aber auch

politische, historische oder religiöse

Aspekte können Regionen definieren.

Rechtlich ist nicht festgelegt, welche Einheit

als Region gilt. Dementsprechend

ist der Begriff oftmals schwammig und

schwer zu greifen.

Insbesondere im Kontext von Tourismus

werden Regionen gerne beworben.

In Österreich finden sich da schnell

die Wachau, das Salzkammergut oder

der Bregenzerwald. Auf Austria-Info

liest sich dies dann so: „Vom sonnigen

Strand am Badesee bis zum gletscherbedeckten

Felsgipfel, vom malerischen

Weingarten bis zum romantischen

Tannenwald, von der sanften Almwiese

bis zur ursprünglichen Au am Fluss

– Österreichs Regionen bieten Urlaubsfreuden

für jeden Geschmack.“ Auch in

Deutschland sind touristische Aspekte

wichtig, beispielsweise der Spreewald

– „In der Spreewaldregion finden Sie

traumhafte, idyllische Orte und pulsierende

Städte“ – oder der Schwarzwald

beziehungsweise die Nord seeregion.

Aber auch wirtschaftliche Kontexte

sind – in Deutschland ausgeprägter –

bedeutsam, wenn es um die Definition

von Regionen geht, etwa das Ruhrgebiet,

die Metropolregion Stuttgart oder den

Großraum München. In Österreich lassen

72


sich ebenso derartige Bezeichnungen

finden, beispielsweise das traditionsreiche

Industrieviertel im südöstlichen Niederösterreich,

das sich von den drei naturräumlich

benannten Gebieten Wein-,

Mobiles Ideenbüro mit Ideenbus: Entwicklungsprozess in Oben an der Volme, Südwestfalen

Wald- und Mostviertel absetzt. Diese

Wirtschaftsregionen definieren sich

primär aus ökonomischer Perspektive,

um Wertschöpfungspotenziale besser

nutzen zu können.

Europa der Regionen. Ergänzend zu

den Nationalstaaten wurde in der Europäischen

Union in den 1980er-Jahren das

Konzept Europa der Regionen entwickelt,

und zwar mit dem Ziel, regionale

Eigenständigkeiten zu unterstützen.

Damit soll ein föderalistischer Aufbau der

EU gestärkt und eine bürgernahe Struktur

etabliert werden. Besonders in zentralistischen

Staaten wird dieses Konzept

sehr kritisch gesehen und konnte – trotz

der im Vertrag von Maastricht 1992 erfolgten

Etablierung des Ausschusses der

Regionen als beratendes Organ der EU –

auch kaum reale Bedeutung entfalten.

Der Stärkung regionaler Identität dienen

eine Vielzahl europäischer Aktivitäten

und Programme, die die wirtschaftliche

und kulturelle Vernetzung zwischen

den europäischen

Regionen und insbesondere

die Bildung

grenzübergreifender

Regionen (Euregios)

unterstützen. Eine wesentliche

Initiative in

diesem Kontext ist das

seit 1990 existierende

Programm Interreg

– offiziell „Europäische

territoriale Zusammenarbeit“

– als

Teil der Struktur- und

Investitionspolitik der

EU. Damit werden

grenzüberschreitende

Kooperationen zwischen

Regionen und Städten unterstützt,

die das tägliche Leben beeinflussen, zum

Beispiel im Verkehr, auf dem Arbeitsmarkt

und im Umweltschutz. Ein weiteres, sehr

wichtiges Instrument ist das Programm

LEADER (die Abkürzung steht für

Aussicht kann jeder! Ortskernentwicklung Hinterstoder

73


Das Land der

interkommunalen

Sternschnuppen

Wissen Sie, wo Ihre Kludi-

Waschtischarmatur produziert

wurde? Wo der Lichthersteller

Erco seinen Firmensitz hat?

Wo die Zulieferbetriebe von

Boeing und Airbus zuhause

sind? Und wo der Standard-

EU-Stecker für all unsere

Elektroautos gebaut wird? Die

Antwort auf all diese Fragen

lautet: Südwestfalen. Die

Region im Herzen Nordrhein-

Westfalens beheimatet rund

350 Industrieunternehmen,

darunter etwa 150 Weltmarktführer.

„Noch sind wir auf

Google Maps unter unserem

Regionennamen nicht zu

finden“, sagt Stephanie Arens

von der Südwestfalen Agentur,

Leiterin der REGIONALE

2025, „aber das wird sich

bald ändern.“

2008 startete Südwestfalen,

ein Zusammenschluss von

insgesamt fünf Landkreisen,

seine erste REGIONALE.

Das fünfjährige Programm zur

kulturellen und wirtschaftlichen

Stärkung der Region soll

einerseits den hier ansässigen

Unternehmen helfen, andererseits

aber auch Südwestfalen

auf die mentale Landkarte

katapultieren. „Wir sind eine

der stärksten Arbeitgeberregionen

in Deutschland“,

sagt Arens, „aber wir werden

bundes- und europaweit kaum

wahrgenommen, weder in

Berlin noch in Brüssel. Daher

ist es notwendig, dass wir uns

zusammenschließen und mit

vereinten Kräften auftreten.“

Insgesamt 42 Einzelprojekte

konnten im Rahmen der

REGIONALE 2013 realisiert

werden. Eines davon betreute

nonconform im Rahmen einer

Ideenwerkstatt, und zwar die

Transformation einer historischen

Industriebrache in Bad

Berleburg (siehe Seite 85).

Der Erfolg des Projekts hat

sich in der gesamten Region

herumgesprochen, und

so ist nonconform bei der

REGIONALE 2025 nicht nur

Consulter, Projektentwickler

und Moderator von Vor-Ort-

Beteiligungsprozessen in

gleich mehreren Teilprojekten,

sondern darüber hinaus auch

strategischer Berater der

REGIONALE 2025 an sich.

„In so komplexen, mehrjährigen

Prozessen tut uns allen

der externe Blick sehr gut“,

sagt Arens. „Vor allem auf

politischer Ebene sind hier

ein paar wertvolle Impulse

entstanden, damit die eine

Hand weiß, was die andere

tut.“ Konkret: nonconform

konzipiert und moderiert

Weiterbildungen für die Mitarbeiter:innen

der Bau- und

Stadtplanungsämter, ruft zahlreiche

Veranstaltungen wie

etwa den „Tag der Dörfer“ ins

Leben und veranstaltet den

sogenannten „Bürgermeister-

Brunch“. Dabei können sich

die 59 Bürgermeister:innen

der Region – erstmals in der

Geschichte Südwestfalens –

in sehr lockerer Atmosphäre

über Projekte austauschen,

voneinander lernen und auf

diese Weise Synergien

schaffen. Langfristiges Ziel

dieses analog wie digital funk-

REGIONALE

Südwestfalen

86


tionierenden Businessbrunches,

der bislang sechsmal

stattgefunden hat, ist die Genese

einer eigenen regionalen

Identität nach innen und außen.

Weitere, ebenfalls von nonconform

betreute Projekte:

Die „5G*meinden“ Halver,

Herscheid, Kierspe, Meinerzhagen

und Schalksmühle haben

sich zur Subregion „Oben

an der Volme“ zusammengeschlossen

und erarbeiten nun

ein interkommunales Konzept

für soziale, wirtschaftliche,

kulturelle und bildungstechnische

Handlungsfelder, wobei

Digitalisierung ein zentraler

Motor dieser Entwicklung ist.

Beim „Zukunftsquartier Drolshagen“

soll gemeinsam mit

dem Mobilitätsforscher Andreas

Knie vom Wissenschaftszentrum

Berlin auf rund 3,5

Hektar ein genossenschaftlich

organisierter Lebensraum für

Menschen auf dem Land entstehen.

Ziel ist eine vernünftige

Balance zwischen Wohnen

und Arbeiten, zwischen

Verdichtung und Naturbezug

sowie eine weitestgehend

energieautarke Versorgung. In

Olpe, dem Hauptsitz der Südwestfalen

Agentur, wird das

Quartier rund um den Bahnhof

aufgewertet; in Lennestadt

soll das Zentrum mithilfe eines

Bürgerbeteiligungsprozesses

revitalisiert werden; und in

Attendorn möchte die Gemeinde

eine alte Industriehalle

aus Privatbesitz aufkaufen und

in einen Zukunftscampus mit

Ort

Region Südwestfalen,

Nordrhein-Westfalen, D

Einwohner:innen

1,4 Millionen

Projektgröße

6.200 km 2 , 59 Kommunen

Auftraggeberin

Südwestfalen Agentur

GmbH sowie die Kommunen

Halver, Herscheid, Kierspe,

Meinerzhagen, Schalksmühle,

Drolshagen, Lennestadt

und Attendorn

1. REGIONALE 2013

2008–2013

2. REGIONALE 2025

2018–2025

Projektpartner

Andreas Knie

Wohnen, Arbeiten, Hotel und

Ausbildungsstätten ausbauen.

Allen Projekten liegt ein

cleveres Sternesystem zugrunde,

das den klassischen

Qualitätswettbewerb um eine

Prozesskonkurrenz erweitert:

Den ersten Stern gibt es

für ein gutes Konzept, den

zweiten für eine ausgereifte

Ausarbeitung mitsamt Kostenschätzung

und Träger- und

Organisationsstruktur, den

dritten schließlich für ein zu

Ende entwickeltes Projekt,

das mit dem Zuwendungsbescheid

sofort umgesetzt

werden kann. Schon bald wird

man die Region Südwestfalen

als Deutschlands rising star

wahrnehmen.

87


106


05

107


miteinander

Die Qualität von Bildungsbauten spiegelt die

Wertschätzung wider, die eine Gesellschaft

ihren Bürger:innen entgegenbringt. Um für

die Herausforderungen von Gegenwart und

Zukunft bestmöglich gerüstet zu sein, ist es

notwendig, diesen Gebäuden eine besondere

Aufmerksamkeit zu schenken.

Ideenbüro in der Feuerwehrgarage und auf dem Vorplatz:

Bildungszentrum Süd in Klagenfurt

Vom Kindergarten über unterschiedliche

Schul- und Fachausbildungen bis hin

zum lebenslangen Lernen – jeder und

jede von uns verbringt viel Lebenszeit

in Bildungsbauten. Sie sind jene Orte,

an denen wir ein Verständnis für den

Mehrwert von guter Architektur hautnah

erleben können.

„Menschen prägen Räume.

Räume prägen Menschen“,

lautet eine zentrale Botschaft

der deutschen Bundesstiftung

Baukultur. In Bildungsbauten

als demokratischen

Orten, die – mit Ausnahme

von privaten Einrichtungen

– allen gleichermaßen

zur Verfügung stehen,

lassen sich Sensibilität und

Bewusst sein für vielfältige

Aspekte zeitgenössischer

Baukultur schaffen. Dabei

geht es nicht nur um Schönheit

und Funktionalität, sondern

auch um handfeste ökonomische,

ökologische und

soziale Perspektiven: Denn

wie und wo wir wohnen, arbeiten und

unsere Wege zurücklegen, hat individuell

und gesamtgesellschaftlich großen Einfluss.

Ein Verständnis für Baukultur ist

daher eine wesentliche Bildungsaufgabe.

Die Gestalt von Bildungseinrichtungen

ist eng mit den gesellschaftlichen und

108


pädagogischen Vorstellungen

ihrer Errichtungszeit

verbunden. Lange

Zeit war der Erwerb von

Wissen primär an die

Kirche gekoppelt, wovon

Klosterschulen bis heute

zeugen. Lediglich eine

kleine Gruppe von

Schülern konnte sie besuchen,

und die Inhalte

waren stark an religiösen

Themen orientiert.

Sandkistenspiel: Co-Kreation mit Kindern zur Erhebung

von Bedürfnissen

Die Schüler und nun auch Schülerinnen

hatten zuzuhören und Wissen zu reproduzieren.

Mit diesem Setting sollten verlässliche

und produktive Mitarbeiter:innen für

die Industriegesellschaft erzogen werden.

Mit der Einführung der allgemeinen

Schulpflicht in Österreich unter Kaiserin

Maria-Theresia im Jahr 1774, und auch

in den meisten deutschen Ländern ab

dem 18. Jahrhundert, wurde Bildung und

damit auch die Errichtung von Schulgebäuden

zu einer wichtigen öffentlichen

Aufgabe. Etabliert hat sich dafür ein

weitgehend standardisiertes Raumgefüge,

in dem die Kinder in engen Reihen

mit Blick auf den frontal vortragenden

respektgebietenden Lehrer saßen, der auf

ihre Bedürfnisse kaum Rücksicht nahm.

Diese veränderten Produktionsbedingungen

in der Industrie brachten

es mit sich, dass auch der Kleinkindpädagogik

verstärkt Aufmerksamkeit

gewidmet wurde. Wichtige Vordenker

waren am Beginn des 19. Jahrhunderts

Johann Heinrich Pestalozzi und Friedrich

Wilhelm Fröbel – beide sahen die

frühkindliche Erziehung als institutionelle

Ergänzung zur Familie. Insbesondere

Pestalozzis Idee – lange vor

einem formulierten Raumprogramm –

von der „erzieherischen Kraft der Wohnstube“

und der Aufteilung der Kinder in

kleine, selbstständig agierende Gruppen

prägen die Kindergartenstruktur und

-architektur bis heute. Fröbel führte um

1840 erstmals den Begriff Kindergarten

ein, der im Gegensatz zu den bis dahin

109


Zerlegbar und veränderbar: Arbeitsmodell für

das Bildungszentrum Vorchdorf

„Der Bildungsbau ist stark reglementiert,

hat sehr enge Rahmenbedingungen,

und viele unterschiedliche Verantwortungen

überlagern sich dabei“,

beschreibt nonconform die konkreten

Herausforderungen in diesem Feld:

„Daher ist es sehr vorteilhaft, dass wir

diese Strukturen kennen und bei unserer

Arbeit entsprechend berücksichtigen

können. Jeder Standort ist anders, hat individuelle

Anforderungen, und wir versuchen,

diese aufzuspüren und sie im Gebäude

entsprechend zu berücksichtigen.“

Wie in vielen Bereichen hat die Corona-

Pandemie auch im Bildungswesen entscheidende

Defizite aufgezeigt. Drastisch

deutlich wurde, dass speziell die digitale

Ausgestaltung von Lernorten noch viel

Luft nach oben hat, aber auch die Erfordernisse

an die realen Räume haben

sich verändert: Schulen müssen Platz für

unterschiedliche Gruppengrößen und

digitale Settings bieten sowie Orte für

Begegnung und Austausch.

Natürlich kann gute Bildung auch

in schlechten Häusern erfolgen.

Aber eine anregende Umgebung

stimuliert die Aufmerksamkeit,

und eine wertschätzende Gestaltung

überträgt sich auf die

Lehrenden und Lernenden.

„Ein (Schul-)Gebäude sollte ein

Gefühl der Zugehörigkeit vermitteln,

das Gefühl Teil eines

Ganzen zu sein, egal ob es für

120 oder 1.200 Schüler bestimmt

ist“, fasst Herman Hertzberger,

hollän discher Architekt und seit

den 1960er-Jahren Pionier vorbildgebender

Bildungsbauten, seine

Entwurfsgedanken zusammen.

Kindergärten und Schulen sind auch

Orte, an denen die vielfältigen Themen

der baukulturellen Bildung – wie etwa

Mobilität, Nachhaltigkeit, Kulturerbe,

Fragen von Wohnen, Arbeiten und Freizeit

– vermittelt werden und den jungen

Menschen ihre Möglichkeiten, aber

auch Verantwortung für unsere zukünftige

Lebenswelt deutlich machen. Dabei

handelt es sich um essenzielle Themen

für das Leben jeder und jedes Einzelnen

und für die Gesellschaft in ihrer Gesamtheit.

Wie die nächsten Generationen ihre

Lebensbereiche organisieren, wird die

Zukunft entscheidend bestimmen.

118


Michael Zinner studierte

Architektur an der TU Wien

und promovierte (auch) über

die Ideenwerkstatt.

Er lehrt als Professor an der

KUNSTUNIVERSITÄT LINZ

und ist Chefredakteur und

Herausgeber der NOTIZEN

ZU ARCHITEKTUR UND

BILDUNG.

Bildungsbauten

brauchen

eine höhere

Beziehungsfähigkeit.

Sie beschäftigen sich schon

lange mit dem Bildungsbau.

Was sind dabei aktuell die

wichtigsten Themen beziehunsgweise

die größten

Herausforderungen?

Der Bildungsbereich und damit

auch der Bildungsbau sind

nach wie vor zu stark reglementiert

und finanziell zu kurz gehalten.

Das lässt – insbesondere

im Pflichtschulbereich (Volksschulen

und Mittelschulen) –

wenig Spielraum. Die höheren

Schulen haben etwas großzügigere

Rahmenbedingungen.

Wie kann man unter diesen

Voraussetzungen zeitgemäße

und zukunftsfähige

Gebäude errichten?

Ganz entscheidend ist die

Phase der Projektentstehung,

also jener Zeitraum, in dem ein

Projekt in einem sehr kleinen

Kreis seine grundsätzliche und

budgetäre Gestalt annimmt.

Da werden schon die wichtigsten

Weichenstellungen

getroffen, Bewegungsspielraum

ist von da an entweder

vorhanden oder (meist) eben

nicht. In der nachfolgenden

Projektentwicklung, der sogenannten

Phase Null, kann

Partizipation die „Bestellung

von Architektur“ dann zu

präzisieren helfen. Doch diese

Phase wird noch immer oft

als zu stressig, zu teuer oder

zu kompliziert empfunden.

Und oftmals wird Partizipation

auch für strategische Ziele

zweckentfremdet.

Wie sehen Sie in diesem

Kontext die nonconform-

Ideenwerkstatt?

Die Ideenwerkstatt sehe ich

hier als eine Alternative zu

üblichen Vorgangsweisen, als

eine Art soziale Skulptur. Sie

feiert ein Fest, sie lässt sich

also nicht als zusätzliche, mühselige

Arbeit lesen. Das ist ihr

Geschenk. Es kann viel mit

den Menschen machen, wenn

Fachleute in der Aula einsehbar

für alle und mit Freude ein

paar Tage arbeiten.

Welche gesellschaftlichen

Entwicklungen müssen

im Bildungsbau bedacht

werden?

Komplexität steigt enorm

an, und Zukunft wird immer

weniger planbar – das sehen

wir aktuell deutlich. Wenn

beispielsweise der Lehrstoff

explodiert, wird das Umgehen

mit den Sachen gleich wichtig

wie die Sachen selbst. Ein

zweiter wichtiger Aspekt ist

das Lernen und Arbeiten

in Teams. Und als Drittes

müssen wir eine Balance

zwischen Digitalem und Analogem

finden.

Wie müsste die Gestaltung

von Schulen konkret baulich

aussehen?

Dafür ist auf jeden Fall eine

höhere „Beziehungsfähigkeit“

der Gebäude nötig – eine

erhöhte stoffliche Atmungsaktivität

und Wandelbarkeit.

Das würde ich als Pflicht im

Bildungsbau sehen. Und als

Kür sollten würdigere Atmosphären

wichtiger werden.

Denn ich sehe Schulen als

Wohnbauten, in denen Schüler:innen

und Pädagog:innen

viel Zeit verbringen. Es

müssen also Gebäude sein,

in denen Menschen sich wohl

fühlen und dies auch selbst

arrangieren können.

Michael Zinner

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Eine nahe und frische

Lösung für alle

Firmenzentrale Nah & Frisch

Österreich hat europaweit

die höchste Konzentration

im Lebensmittelhandel, und

einige wenige große Konzerne

dominieren den Markt. Daneben

gibt es mittelständische

Unternehmen, die wichtig für

die lokale und regionale Versorgung

sind. Eines davon ist

das Handelshaus Kiennast,

auch bekannt als Nah& Frisch,

das seit Beginn des 18. Jahrhunderts

in Familienbesitz

und stark in der Region verwurzelt

ist.

Das Stammhaus befindet

sich im Zentrum von Gars

am Kamp. Die niederösterreichische

Gemeinde hatte

sich mit der Eröffnung der

Kamptalbahn im Jahr 1889

zu einem beliebten Ort der

Sommerfrische entwickelt.

Seit den 1980er-Jahren wird

das Angebot für Gäste durch

zahlreiche Gesundheitseinrichtungen

und kulturelle

Aktivitäten ergänzt, aktuell gibt

es eine leicht positive Bevölkerungsentwicklung.

Neben

der Firmenzentrale befinden

sich im Ortszentrum auch

Geschäfte für Lebensmittel

und Kleidung sowie ein Postservice,

ein Kiosk und eine

Tankstelle. Im Betriebsbaugebiet

am östlichen Ortsrand

liegt das Logistikzentrum,

von dem aus Kund:innen

und B2B-Abnehmer:innen

beliefert werden – etwa

150 Einzelhandelsstandorte,

200 Großverbraucher:innen

sowie Hotels, Gastronomiebetriebe

und Tankstellenshops.

Die Fragestellung der Ideenwerkstatt

lautete, wie die

beiden Geschäftsgebiete, die

ca. 1,5 Kilometer voneinander

entfernt sind, bestmöglich

genutzt und die erforderlichen

Erweiterungen untergebracht

werden können. Unterschiedliche

Szenarien wurden in

Workshops mit Geschäftsführung,

Mitarbeiter:innen und

Verantwortlichen der Gemeinde

intensiv diskutiert. Klar

war, dass die Geschäfte auf

jeden Fall im Zentrum bleiben

sollen. Für die Verwaltung

stand ein Verbleib oder die

Übersiedlung in einen neuen

Bürobau beim Logistikzentrum

zur Option.

Eindeutig kristallisierte sich

heraus, dass ein Neubau

das meiste Potenzial für die

Zukunft bietet, insbesondere

da die wertvollen Flächen im

Zentrum beste Möglichkeiten

für Nachnutzungen bieten –

etwa für Wohnbau, aber auch

für Gastronomie sowie Erweiterungen

der Gesundheitseinrichtungen.

Beim Logistikzentrum

mit einer Grundfläche

von etwa 45.000 Quadratmetern

ist ausreichend Platz für

ein Bürogebäude vorhanden.

Schnell war die Bauherrschaft

von einem ökologischen Holzbau

überzeugt, der neben den

Arbeitsplätzen auch eine Kantine

und Gemeinschaftsflächen

sowie einen großzügigen

Freibereich umfassen wird.

Damit wird die Firmentradition

in die Zukunft geführt, für die

Mitarbeiter:innen entstehen

moderne Arbeitsplätze, und

im Ortskern gibt es Platz für

Neues. Ein Gewinn für alle.

Ort

Gars am Kamp,

Niederösterreich, A

Einwohner:innen

3.500

Auftraggeberin

Kiennast Holding GmbH

Ideenwerkstatt

2019

Umsetzung

seit 2021

156


Substanzielle Entscheidungen in komplexen Prozessen: Mohrenbrauerei in Dornbirn

„Veränderungen, auch ganz

dramatische Veränderungen,

sind unvermeidbar“, sagt

Harald Katzmair, Gründer

und Geschäftsführer des

auf soziale Netzwerkanalyse

und Resilienzstrategien

spezialisierten Instituts FASresearch.

„Das Phänomen ist

ein längst bekanntes. Aufgrund

von Digitalisierung,

Pandemie, Rohstoffmangel,

Lieferengpässen und einer

generellen Unsicherheit in

sozialen, politischen und

wirtschaftlichen Systemen

jedoch haben die Amplituden

dramatisch zugenommen.

Als Folge davon

beobachten wir heute manisch-depressive

Zyklen, die

größer und mächtiger sind

als je zuvor. Die Fallhöhen

zwischen Vision, Euphorie,

Panik und Depression sind

dramatisch. Damit umzugehen

ist nicht leicht. Das

braucht achtsame, sorgfältig

gestaltete Prozesse.“

Einbeziehung der seit Jahren beschäftigten

Protagonist:innen. Beteiligungsprozesse

auf CEO-Ebene, aber auch interhierarchische

Partizipation, Kooperation und

Co-Kreation auf allen darunter liegenden

Ebenen sind wertvolle, ja sogar unverzichtbare

Werkzeuge in Zeiten der Transformation

– ob das nun mit einem Lagerarbeiter,

mit einer Logistikexpertin oder

mit dem kurz vor seiner Pensionierung

stehenden Braumeister ist, der den Hopfen

und das Malz seines eigenen Betriebs-

Einmaleins besser kennt als jede:r andere.

Veränderungen im Unternehmen sind

Operationen am nicht nur lebenden, sondern

auch wachen, meist Arbeit leistenden

Patienten. Im schlimmsten Fall ist so eine

Operation ein riskantes Unterfangen, eine

Quelle für Chaos und Zerstörung. Im besten

Falle jedoch – ein gutes Change-Management

und eine intensive Involvierung

aller Stakeholder:innen vorausgesetzt –

kann ein solcher Change neue Qualitäten,

neue Visionen, neue Energien zu Tage fördern.

Die Arbeit lohnt sich, und manchmal

mündet sie in einem Wow-Effekt.

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NO

LU

SK

nonconform-Bürostandorte

nonconform-Projekte im Buch porträtiert

nonconform-Projekte 1999–2022

170


Projektliste

Stadttheater Haag

(S. 39), Architektur

1999, Stadt Haag,

Niederösterreich, A

Theater im

Archäologiepark

Architekturwettbewerb

2001, Trier,

Rheinland-Pfalz, D

Hauptstraßengestaltung

Architektur wettbewerb

2002, Pörtschach am

Wörthersee,

Kärnten, A

Wohnsiedlung

St. Ulrich

Architektur wett bewerb

2002, Feldkirchen,

Kärnten, A

Sommerbühne

Architektur

2002, St. Veit an der

Glan, Kärnten, A

Jugendclub

Architektur

2002, Graz,

Steiermark, A

Passivhaussiedlung

Kammelweg

Architektur wettbewerb

2002, Wien, A

Villa Pia

Architektur

2002, Wien, A

Buswartehäuschen

Architekturwettbewerb

2002, Kärnten, A

Bad Loretto

Architekturwettbewerb

2003, Klagenfurt,

Kärnten, A

Jazz im Steinhaus

Organisation

2003, Steindorf,

Kärnten, A

Installation Höfefest

Architektur

2003, St. Pölten,

Niederösterreich, A

Kurze Nacht der

Stadterneuerung

Ideenwerkstatt

2003, Wien, A

Nationalpark zentrum

Schloss Orth (S. 131),

Architektur

2003, Orth an

der Donau, Niederösterreich,

A

Umbau Stadthaus

Gardegasse

Architektur

2003, Wien, A

wählbar Kommunikationsplattform

Architektur

2003, Wien, A

Zukunft Werft

Architekturwettbewerb

2003, Korneuburg,

Niederösterreich, A

Gestaltung

Landesaus stellung

Architekturwettbewerb

2004, Gmünd,

Kärnten, A

überholz

Universitätslehrgang

Entwicklung,

Organisation

2004, Linz,

Oberösterreich, A

Milchhof

Architektur wettbewerb

2004, Salzburg, A

Biennale Venedig

Ausstellung

2004, Venedig, IT

Haus Pirker

Architektur

2004, Wien, A

Masterplan Siedlung

Meisenbühel

Architektur

2004, Wien, A

Umbau Ordination

Marlovits

Architektur

2004, Wien, A

Wonderland –

Europäisches

Architekturnetzwerk

Entwicklung, Kuratierung,

Organisation

2004–2008, Europa

Grazer Kulturdialog

Ideenwerkstatt

2004/05, Graz,

Steiermark, A

Evang. Kirchplatz

Architektur

2005, Bad Kleinkirchheim,

Kärnten, A

Weinbauzentrum

Architektur wettbewerb

2005, Kirchberg

am Wagram, Niederösterreich,

A

Haus Müller

Architektur

2005, Wien, A

Holzwohnbau

Architektur

2005, Stavanger, NO

Gemeindezentrum

Ideenwerkstatt

2005, Molln,

Oberösterreich, A

Haus Chalupsky

Architektur

2005, Wien, A

Haus Fessler

Architektur

2005, Wien, A

Haus Kühr

Architektur

2005, Wien, A

Hauptplatz gestaltung

Ideenwerkstatt,

Architektur

2006, Maria Saal,

Kärnten, A

Therme St. Kathrein

Architekturwettbewerb

2006, Bad Kleinkirchheim,

Kärnten, A

Büroumbau

Autobahnmeisterei

Architektur

2006, Oeynhausen,

Nieder österreich, A

Wohnsiedlung

Architektur

2006, Spitz / Donau,

Nieder österreich, A

Gemeindezentrum

Ideenwerkstatt

2006, Michaelnbach,

Ober österreich, A

Transformation

Textilfabrik

Simonetta

Ideenwerkstatt

2006, Helfenberg,

Ober österreich, A

Gemeindeamt

Architektur

2007, Dunkelsteinerwald,

Nieder öster -

reich, A

Haag007 – Hotel,

Tribüne-Neu, Kunst

Ideenwerkstatt

2007, Stadt Haag,

Nieder österreich, A

Hauptplatz gestaltung

Ideenwerkstatt,

Architektur

2007, Stadt Haag,

Nieder österreich, A

Wohnbebauung

Ebenseer-Gelände

Architektur

2007, Sollenau,

Nieder österreich, A

Architekturtage

Centrope Dialog

Kuratierung

2007, Tulln,

Niederösterreich, A

Wohnen und

Arbeiten am Land

Forschungsprojekt

Architektur

2007, Neupölla,

Nieder österreich, A

Gemeinde-

Corporate-Design

2007, Molln,

Ober österreich, A

Kunstuniversität

Architekturwettbewerb

2007, Linz,

Oberösterreich, A

Hauptplatzgestaltung

Ideenwerkstatt

2007, Schwanenstadt,

Oberösterreich, A

Kleingartenhaus

Fessler

Architektur

2007, Wien, A

Wohnbebauung

Pernerstorfer gasse

Architekturwettbewerb

2007, Wien, A

Umbau Kinder garten

und Hort (S. 117)

Architektur

2008, Moosburg,

Kärnten, A

Umbau Haus

Wimmer

Architektur

2008, Zistersdorf,

Nieder österreich, A

Wohnbebauung

Spindlerteiche

Architektur

2008, Gerasdorf,

Nieder österreich, A

Zentrumsentwicklung

Ideenwerkstatt

2008, Ternitz,

Niederösterreich, A

Ortskern entwicklung

Ideenwerkstatt

2008, Oftering,

Oberösterreich, A

Stadtteilquartier

Architekturwettbewerb

2008, Bratislava, SK

Stadtteilquartier

Architekturwettbewerb

2008, Nitra, SK

Ortszentrum Zeillern

(S. 48), Ideenwerkstatt,

Architektur

2009, Zeillern,

Niederösterreich, A

Biomasseheizwerk

St. Oswald

Architektur

2009, Bad Kleinkirchheim,

Kärnten, A

Feriendorf Kirchleitn

Ideenwerkstatt

2009, Bad Kleinkirchheim,

Kärnten, A

Innenstadtstärkung

Ideenwerkstatt

2009, Traismauer,

Niederösterreich, A

Umbau Statikbüro

Schneider

Architektur

2009, Wien, A

Kärntner Landesausstellung

Ideenwerkstatt

2010, Fresach,

Kärnten, A

Näfäsch Hotel

Ideenwerkstatt

2010, Fresach,

Kärnten, A

Schwitzendes

Symposium

Ideenwerkstatt

2010, Bad Kleinkirchheim,

Kärnten, A

Umbau Biobauernhof

Mallhof

Architektur

2010, Bad Kleinkirchheim,

Kärnten, A

Tischlerei Krumböck

Architektur

2010, Gerersdorf,

Niederösterreich, A

Zentrumsgestaltung

Architekturwettbewerb

2010, Bad Schönau,

Niederösterreich, A

Freie Schule Hegau

Ideenwerkstatt

2011, Singen,

Baden-Württemberg, D

Campus Moosburg

(S. 117), Ideenwerkstatt

2011, Moosburg,

Kärnten, A

Bebauung Wiener

Straße

Architektur

2011, Purkersdorf,

Niederösterreich, A

Masterplan

Ortszentrum

Ideenwerkstatt

2011, Aschbach,

Niederösterreich, A

Zentrumsgestaltung

Architekturwettbewerb

2011, Pöchlarn,

Niederösterreich, A

Schulzentrumsentwicklung

Ideenwerkstatt

2011, Traun,

Oberösterreich, A

Siedlung Wohnen

und Arbeiten

Architektur

2011, Gallspach,

Oberösterreich, A

Volksschule

Maria Grün

Architekturwettbewerb

2011, Graz,

Steiermark, A

Umbau IMBA

Universitätsinstitut

Architektur

2011, Wien, A

171


Autor:innen, Impressum

Wojciech Czaja, geboren

1978 in Ruda Śląska, Polen,

studierte Architektur an der

TU Wien und arbeitet als

freischaffender Journalist

und Buchautor im Bereich

Architektur und Stadtkultur.

Er ist Moderator und

unterrichtet Urbanistik und

Kommunikation. Zuletzt

erschienen Hektopolis.

Ein Reiseführer in hundert

Städte (2018), Almost. 100

Städte in Wien (2020) und

Frauen Bauen Stadt. The

City Through a Female Lens

(2021, mit Katja Schechtner).

Barbara Feller, geboren

1960 in Wien, studierte

Geschichte und Pädagogik

an der Universität Wien und

war von 1996 bis 2021

Geschäftsführerin der Architekturstiftung

Österreich.

Seit 2010 ist sie Obfrau von

bink Initiative Baukulturvermittlung

für junge Menschen.

Sie ist Autorin und

Ausstellungskuratorin mit

den Themenschwerpunkten

Architekturvermittlung für

Kinder und Jugendliche sowie

Stadt, Land und Leben

im 20. und 21. Jahrhundert.

© 2022 by jovis Verlag GmbH

Das Copyright für die Texte liegt bei den

Autor:innen.

Das Copyright für die Abbildungen liegt

bei den Fotograf:innen / Inhaber:innen

der Bildrechte.

Alle Rechte vorbehalten.

Cover

grafisches Büro, Wien (g-b.at)

Autor:innen

Wojciech Czaja, Barbara Feller

Projektmanagement nonconform

Marieluise Brandstätter, Roland Gruber,

Florian Kluge

Projektmanagement jovis

Tim Vogel

Lektorat

Miriam Seifert-Waibel

Gestaltung und Satz

grafisches Büro, Wien (g-b.at)

Lithografie

pixelstorm, Wien

Herstellung

Susanne Rösler

Druck

Holzhausen Druck GmbH,

Wolkersdorf, Österreich

Bibliografische Information der

Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek

verzeichnet diese Publikation in der

Deutschen Nationalbibliografie;

detaillierte bibliografische Daten sind

im Internet über http://dnb.d-nb.de

abrufbar.

jovis Verlag GmbH

Lützowstraße 33

10785 Berlin

www.jovis.de

jovis-Bücher sind weltweit im ausgewählten

Buchhandel erhältlich.

Informationen zu unserem internationalen

Vertrieb erhalten Sie von Ihrem

Buchhändler oder unter www.jovis.de.

ISBN 978-3-86859-713-4 (Softcover)

ISBN 978-3-86859-990-9 (E-Book)

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