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BEI UNS 2022-3

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HERBST <strong>2022</strong><br />

Haferblöcken<br />

Zur Ruhe kommen<br />

nach der Flucht<br />

Wettbewerbsergebnisse<br />

Nachnutzung unseres<br />

Bürogebäudes<br />

Leitbildentwicklung<br />

Mission, Vision und<br />

Werte festgelegt


2<br />

3<br />

INHALT<br />

Liebe Mitglieder,<br />

liebe Leserinnen und Leser,<br />

endlich sommerliche Temperaturen, und vielerorts sind<br />

Menschen in größeren Gruppen auch draußen unterwegs.<br />

So auch bei unserer Informationsveranstaltung „Quartier-Team“<br />

anlässlich des 50-jährigen Jubiläums von Mümmelmannsberg.<br />

Mit der gebotenen Vorsicht tasten wir uns an ein bisschen<br />

Normalität, wenngleich die aktuelle Situation immer weniger<br />

normal erscheint. Inflation und die damit einhergehenden<br />

Preissteigerungen in allen Lebensbereichen sind spürbar;<br />

insbesondere auf dem Energiesektor.<br />

Aktuell sind die Gasversorgungsverträge für unsere Mitglieder<br />

über die erfolgreichen Abschlüsse des VNW gesichert. Allerdings<br />

bleibt die Sorge um den weiteren Verlauf des Kriegs in der<br />

Ukraine und die damit verbundenen Auswirkungen. Diese sind<br />

aktuell nicht vorhersehbar. Die Hoffnung auf Frieden bleibt<br />

daher das oberste Gebot der Stunde.<br />

Bei unserem Sommerfest zum 50-jährigen Stadtteiljubiläum wurde<br />

das Pilotprojekt „Quartier-Team“ in Mümmelmannsberg vorgestellt.<br />

SCHREIBEN SIE <strong>UNS</strong>!<br />

marketing@bergedorf-bille.de<br />

Aus unserer<br />

Genossenschaft<br />

3 61. Ordentliche<br />

Vertreterversammlung<br />

5 Geschäftsbericht 2021<br />

6 Wettbewerbsergebnisse<br />

Nachnutzung unseres Bürogebäudes<br />

7 Klimafreundlich in die Zukunft<br />

Pilotprojekt Erdwärme<br />

8 Titel: Wohnanlage Haferblöcken –<br />

zur Ruhe kommen nach der Flucht<br />

10 Im Einsatz für die Genossenschaft<br />

Neuigkeiten aus der Bewirtschaftung<br />

12 Geschichte der Bergedorf-Bille<br />

Johannes Petersen – sein Lebenswerk<br />

war die „Baugenossenschaft Bergedorf“<br />

14 Freizeittipps für Bergedorf<br />

16 Programm der Bergedorf-Bille-<br />

Treffpunkte<br />

18 Leben bei der Bergedorf-Bille:<br />

gemütlicher Rückzugsort nach<br />

knallharten Segeltörns<br />

20 Quartier mit Wirkung<br />

Leitbildprozess: Mission<br />

vollendet – Vision und Werte auch<br />

21 Besondere Orte:<br />

Riepenburger Mühle<br />

22 Neulich bei uns …<br />

Alarm, Alarm! Die Panik aus dem Handy<br />

22 Laternenumzüge<br />

23 Bergedorf-Bille-Stiftung:<br />

Wenn wieder alles möglich ist!<br />

Leben in Hamburg<br />

25 Soziale Wohnungswirtschaft<br />

Vordringlich Wohnungssuchende,<br />

auch Geflüchtete, finden bei den<br />

Genossenschaften ein Zuhause<br />

26 Energiewende<br />

Das kommt auf die Hamburger zu,<br />

und mit diesen Kniffen schonen Sie<br />

Ihre Haushaltskasse<br />

28 Kochen ohne Erderwärmung<br />

Wie eine bewusstere Ernährung<br />

zum Klimaschutz beitragen kann<br />

30 Zukunft gestalten<br />

An der Buxtehuder Hochschule 21<br />

hat Wohnbau Tradition – die Studenten<br />

punkten mit grünen Ideen<br />

31 Hamburg saisonal, Impressum<br />

Fotos: Steven Haberland (Titel), Michael Bogumil<br />

Fotos: Steven Haberland<br />

61. Ordentliche Vertreterversammlung<br />

Die Versammlung fand planmäßig am 14. Juni <strong>2022</strong> statt.<br />

142 von 464 Vertreterinnen und Vertretern aus 16 Wahlbezirken<br />

folgten der Einladung.<br />

Dr. Matthias Maack ist seit 25 Jahren im Aufsichtsrat unserer Genossenschaft aktiv.<br />

Wie auch Merle Wilke und Matthias Wendt wurde er für weitere drei Jahre im Amt bestätigt.<br />

Seit dem 30. April <strong>2022</strong> sind fast alle Einschränkungen der<br />

Hamburger Corona-Eindämmungsverordnung aufgehoben,<br />

und es entfiel auch die Maskenpflicht in Innenräumen.<br />

Somit konnte die 61. Vertreterversammlung<br />

in Präsenz und ohne strenge Hygienemaßnahmen<br />

stattfinden.<br />

Pünktlich um 19 Uhr begrüßte Dr. Matthias Maack in seiner<br />

Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender die Anwesenden und leitete<br />

durch die Tagesordnung. Zum Lagebericht des Vorstands<br />

sowie zum Jahresabschluss 2021 berichtete Marko Lohmann.<br />

Coronapandemie<br />

Zunächst berichtete Marko Lohmann von den Folgen der<br />

Covid-19-Pandemie im Jahr 2021. Wirtschaftlich hat die Baugenossenschaft<br />

das zweite und schwierige Pandemiejahr gut gemeistert.<br />

Leider war jedoch der Austausch mit den Mitgliedervertreter*innen<br />

stark eingeschränkt. Die jährlichen QuartierRundgänge<br />

mussten teils in Videokonferenz und Informationsveranstaltungen<br />

in digitaler Form stattfinden. Um gut zu informieren, wurden<br />

mit Blick auf die Mitgliederbeteiligung und QuartiersEntwicklung<br />

einige Videoclips über gemeinschaftliche Wohnformen produziert.<br />

Zudem wurde mit den Vertreter*innen die Entwicklung von<br />

Bergedorf-West vorangetrieben und an einem gemeinsamen<br />

künftigen Leitbild für die Genossenschaft gearbeitet.<br />

Auf mehrfachen Wunsch wurde im Sommer 2021 ein digitales<br />

Vertreterforum – zum intensiven Austausch für unsere Vertreter*innen<br />

untereinander – entwickelt und installiert. Alle Vertreter*innen<br />

sind herzlich eingeladen, diese Möglichkeiten der Partizipation<br />

und Gestaltung stärker zu nutzen.<br />

Folgen des Ukrainekriegs<br />

Anschließend ging Marko Lohmann auf die aktuellen Geschehnisse<br />

ein. Am 24. Februar <strong>2022</strong> hat Russland einen groß angelegten<br />

Überfall auf die Ukraine begonnen. Dies hat auch Auswirkungen<br />

auf die Bergedorf-Bille. Durch den Krieg sterben nicht nur Menschen<br />

oder müssen flüchten, sondern es sind auch weltweite Lieferketten<br />

gestört; die Preise für Energie und Baustoffe sind in den<br />

letzten Monaten massiv gestiegen. Die Risiken in Bezug auf Inflation<br />

und Energiepreise beziehungsweise Energieversorgungssicherheit<br />

steigen. Es ist zu erwarten, dass die Ertragslage für <strong>2022</strong> gegenüber<br />

2021 leicht sinken wird. Gleichwohl müssen die Anstrengungen<br />

zum Klimaschutz verstärkt werden. Die Bergedorf-Bille<br />

verfolgt das Ziel, bis ungefähr zum Jahr 2040 den Ausstoß von<br />

Treibhausgasen für ihre Gebäude nahezu vollständig zu vermeiden.<br />

AUSGABE HERBST <strong>2022</strong><br />

www.bergedorf-bille.de ∙ info@bergedorf-bille.de ∙ 040/72 56 00-0<br />

www.bergedorf-bille.de ∙ info@bergedorf-bille.de ∙ 040/72 56 00-0<br />

AUSGABE HERBST <strong>2022</strong>


4 5<br />

Nutzungsentgelte<br />

Seit Beginn der Coronapandemie sind die<br />

Nutzungsentgelte für laufende Mietverhältnisse<br />

nur moderat und erstmalig im<br />

vierten Quartal 2021 erhöht worden. Besonders<br />

aufwendige Modernisierungen<br />

waren von diesem Verzicht ausgenommen.<br />

Das Netto-Kalt-Nutzungsentgelt hat<br />

sich im Durchschnitt von 7,13 Euro/qm im<br />

Jahr 2020 auf 7,24 Euro/qm im Jahr 2021<br />

erhöht. Der Anstieg zum Vorjahr ist insbesondere<br />

auf die Neubauten zurückzuführen.<br />

Bei rund 75 Prozent der Wohnungen<br />

lag das Netto-Kalt-Nutzungsentgelt im<br />

Jahr 2021 bei unter 8,00 Euro/qm.<br />

Neubau<br />

Unser Ziel, jährlich circa 130 Wohneinheiten<br />

zu bauen, wird weiterhin verfolgt und<br />

erreicht. Im Jahr 2021 konnten insgesamt<br />

162 Wohnungen fertiggestellt werden, und<br />

es befanden sich per Ende des Jahres 276<br />

Wohnungen im Bau. Es ist eine große Herausforderung<br />

für die Zukunft, vor allem<br />

unter dem Eindruck der besonderen ökonomischen<br />

Unsicherheiten des Jahres<br />

<strong>2022</strong>, beim Erreichen unserer Neubauund<br />

Klimaschutzziele eine Balance zwischen<br />

Treibhausgasreduktion, Sozialverträglichkeit<br />

und Wirtschaftlichkeit<br />

herzustellen.<br />

Geschäftliche Gesamtlage<br />

Die Bergedorf-Bille befindet sich nach 2021<br />

mit ihren insgesamt 9.452 Wohnungen und<br />

einer mäßigen Fluktuation von 7,7 Prozent<br />

(716 Bestandsvermietungen und 162 Neubauvermietungen)<br />

in einer guten Gesamtlage.<br />

Aufgrund der hohen Nachfrage besteht<br />

nach wie vor eine Vollvermietung,<br />

wobei weiterhin circa ein Drittel unserer<br />

Wohnungen an neue Mitglieder vergeben<br />

wird. Die Spareinlagen durch unsere Mitglieder<br />

sind leicht gestiegen.<br />

Die Vermietungssituation ist weiterhin<br />

sehr gut. Die Ertragslage steigt leicht, und<br />

die Instandhaltung bleibt mit durchschnittlich<br />

38,55 Euro/qm auf hohem Niveau.<br />

Unsere Baugenossenschaft entwickelt<br />

sich weiterhin positiv. Ende 2021 lag<br />

die Eigenkapitalquote bei 71,7 Prozent.<br />

Die 61. Vertreterversammlung fand<br />

erneut im Grand Elysée Hotel statt.<br />

Bergedorf-Bille-Stiftung<br />

Es werden insgesamt 14 Bergedorf-Bille-<br />

Treffpunkte (bis Ende <strong>2022</strong> noch drei weitere)<br />

durch die Mitarbeiterinnen der Stiftung<br />

betreut. In der Vergangenheit waren<br />

hier ca. 70 Gruppen mit unterschiedlichen<br />

Angeboten aktiv. Um diese wichtige Arbeit<br />

in unseren Quartieren aufrechterhalten<br />

zu können, erhält die Stiftung im Jahr<br />

<strong>2022</strong> eine Spende der Stifterin in Höhe<br />

von 110.000 Euro.<br />

Berichte des Aufsichtsrats<br />

Petra Scheppach verlas für den abwesenden<br />

Matthias Wendt dessen ausführlichen<br />

Bericht von der Prüfung des Jahresabschlusses<br />

2021 durch den Prüfungsausschuss<br />

und Aufsichtsrat, die zu keinen Beanstandungen<br />

geführt hatte. Merle Wilke<br />

gab den Vertreter*innen einen umfassenden<br />

Überblick über die Aufgaben und die<br />

Arbeit des Aufsichtsrats. Dabei stellte sie<br />

die Tätigkeiten und Schwerpunkte der einzelnen<br />

Ausschüsse vor und erläuterte weitere<br />

Aktivitäten des Aufsichtsrats (zum<br />

Beispiel Teilnahme an QuartierRundgängen,<br />

Tagung mit Schwerpunkt Leitbildentwicklung<br />

und Auswertung der Mitgliederbefragung).<br />

Dr. Matthias Maack verlas in Auszügen<br />

den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk,<br />

der unserer Genossenschaft<br />

durch den Abschlussprüfer des VNW ausgestellt<br />

wurde.<br />

Entlastung von Vorstand und<br />

Aufsichtsrat<br />

Unser Aufsichtsrat erhielt von den<br />

anwesenden Vertreter*innen eine deutliche<br />

Erhöhung seines Jahresbudgets.<br />

Es wurde eine Reihe von Fragen der Vertreter*innen<br />

zu den Themen Wärme- und<br />

Energieversorgung, E-Mobilität, Nutzen<br />

von Photovoltaikanlagen, Sozialverträglichkeit<br />

energetischer Modernisierungen<br />

sowie Erbbaurechte im Wohnungsbestand<br />

beantwortet.<br />

Anschließend kam es zu den Beschlussfassungen<br />

über den Lagebericht<br />

des Vorstands und den Bericht des Aufsichtsrats,<br />

die von der Vertreterversammlung<br />

jeweils einstimmig angenommen<br />

wurden. Der Jahresabschluss 2021 wurde<br />

bei einer Gegenstimme und der Prüfungsbericht<br />

des VNW einstimmig angenommen.<br />

Zudem wurde der Verteilung des<br />

Bilanzgewinns bei Ausschüttung der satzungsgemäß<br />

höchsten Dividende von vier<br />

Prozent zugestimmt und dem Aufsichtsrat<br />

sowie dem Vorstand die Entlastung einstimmig<br />

erteilt.<br />

Auch für 2021 wird wieder die<br />

satzungsgemäß höchste Dividende<br />

von vier Prozent ausgeschüttet.<br />

Wahlen zum Aufsichtsrat<br />

Dr. Matthias Maack, Merle Wilke und<br />

Matthias Wendt schieden turnusmäßig aus<br />

dem Aufsichtsrat aus und wurden der Vertreterversammlung<br />

zur Wiederwahl vorgeschlagen.<br />

Gegen Dr. Maack kandidierte Bert<br />

Feindt. Auf Dr. Maack entfielen 140 Stimmen,<br />

auf Herrn Feindt 2. Dr. Maack wurde<br />

somit bestätigt. Helmut Lerch dankte ihm<br />

Fotos: Steven Haberland<br />

Foto: endlichSommer, Astrovector studio – stock.adobe.com<br />

an dieser Stelle, da er seit nunmehr 25 Jahren<br />

im Aufsichtsrat aktiv ist. Ohne Gegenkandidaturen<br />

wurden die beiden übrigen<br />

Kandidaten in ihrem Amt bestätigt.<br />

Vergütung des Aufsichtsrats<br />

Bislang stand dem Aufsichtsrat ein Jahresbudget<br />

in Höhe von 40.000 Euro zur Verfügung.<br />

Nachdem Dr. Maack die Gründe<br />

für eine Erhöhung dargelegt hatte, erfolgte<br />

eine kontroverse Aussprache. Dem Antrag,<br />

die Gesamtvergütung (inklusive Sachaufwendungen)<br />

auf 100.000 Euro zu erhöhen,<br />

wurde anschließend mit 14 Gegenstimmen<br />

zugestimmt.<br />

Änderung von Wahlordnung<br />

und Satzung<br />

2023 wird die Wahl zur 14. Vertreterversammlung<br />

unserer Genossenschaft stattfinden.<br />

Markus Tanne, Vorstandsmitglied<br />

und Vorsitzender des Wahlvorstands, erläuterte,<br />

warum der Wahlvorstand Vorschläge<br />

erarbeitet hat, die Wahlordnung<br />

und in der Folge auch die Satzung in einigen<br />

Punkten zu ändern.<br />

Die Änderungen an Wahlordnung<br />

und Satzung wurden bei zwei<br />

Gegenstimmen angenommen.<br />

Geschäftsbericht 2021<br />

– in digitaler Version<br />

Nachhaltigkeit und Digitalisierung<br />

begleiten uns seit längerer Zeit.<br />

Aus diesem Grunde stellen wir<br />

den Geschäftsbericht des Jahres 2021 vornehmlich<br />

in digitaler Form zur Verfügung.<br />

Online oder als Download können Sie<br />

die Bergedorf-Bille-Geschäftsberichte der<br />

letzten Jahre sowie den Nachhaltigkeitsbericht<br />

2021 einsehen unter<br />

bergedorf-bille.de/genossenschaft/<br />

organe-gremien.<br />

Die Zahl der Genossenschaftsmitglieder<br />

hat sich in den letzten 25 Jahren fast<br />

verdoppelt. Die Wahlbeteiligung bei den<br />

Vertreterwahlen lag zuletzt bei unter<br />

30 Prozent. Das Ziel einer geänderten<br />

Wahlordnung ist daher, die Wahlbeteiligung<br />

zu erhöhen und die Verfahren zu<br />

vereinfachen.<br />

Die Änderungen bedeuten im Kern<br />

eine Erhöhung der Zahl der Mitglieder pro<br />

Vertreter*in von 50 auf 75 und schaffen die<br />

Möglichkeit von digitalen Wahlen. Diese<br />

Änderungen wurden auf einer digitalen Informationsveranstaltung<br />

und einer Veranstaltung<br />

in Präsenz mit interessierten Vertreter*innen<br />

besprochen.<br />

In der Aussprache wurde deutlich: Es<br />

gibt leider generell immer weniger Mitglieder,<br />

die bereit sind, sich als Vertreter*innen<br />

zu engagieren. Zudem gibt es einen sehr<br />

hohen Anteil von Mitgliedern ohne Wohnung,<br />

deren Anliegen trotz allem angemessen<br />

vertreten werden sollen.<br />

Der Antrag zur Änderung der Wahlordnung<br />

für die Vertreterversammlung<br />

und der Antrag zur Änderung der Satzung<br />

wurden bei zwei Gegenstimmen angenommen.<br />

AUFSICHTSRAT<br />

Dr. Matthias Maack<br />

Joachim Bruschke<br />

Vitali Erdanow<br />

Cornelia Geisendorf<br />

Helmut Lerch<br />

Lars Poggensee<br />

Petra Scheppach<br />

Merle Wilke<br />

Matthias Wendt<br />

Sollten Sie keinen Internetzugang haben<br />

oder aus anderen Gründen eine gedruckte<br />

Ausgabe wünschen, so melden<br />

Sie sich bei uns. Auf Wunsch übersenden<br />

wir Ihnen selbstverständlich gern den<br />

Geschäftsbericht 2021 auch per Post. Rufen<br />

Sie uns an oder senden Sie eine kurze<br />

E-Mail mit Ihrer Adresse an<br />

beratungsservice@bergedorf-bille.de.<br />

AUSGABE HERBST <strong>2022</strong><br />

www.bergedorf-bille.de ∙ info@bergedorf-bille.de ∙ 040/72 56 00-0<br />

AUSGABE HERBST <strong>2022</strong>


6<br />

7<br />

Klimafreundlich in die Zukunft g Erdwärme<br />

Entwurfszeichnung eines<br />

künftigen Wohnens im Cluster.<br />

Wettbewerb zur<br />

Nachnutzung unseres<br />

Bürogebäudes<br />

Technisches Pilotprojekt<br />

zur Erstellung einer regenerativen<br />

monoenergetischen<br />

Heizwärmeversorgung im Quartier<br />

Billwiese/Billwerder Straße.<br />

Nachhaltige Altbausanierung mit kreativen<br />

Ideen für das Wohnen in der Zukunft.<br />

E<br />

nde <strong>2022</strong> werden wir unsere Büroräume<br />

im Neubau am Bergedorfer Tor<br />

beziehen. Nach dem Umzug wird unser<br />

bisheriges Verwaltungsgebäude in der<br />

Bergedorfer Straße 118–122 für eine ganz<br />

neue Nutzung zur Verfügung stehen.<br />

Aus diesem Grunde haben wir bereits<br />

im Frühjahr <strong>2022</strong> ein Gutachterverfahren<br />

mit fünf geladenen Architekturbüros aus<br />

Hamburg, Reinbek und Aachen durchgeführt.<br />

Die Ergebnisse des Wettbewerbs<br />

können sich – im wahrsten Sinne des Wortes<br />

– sehen lassen!<br />

Architektenwettbewerb<br />

Das studio zadeh aus Hamburg konnte mit<br />

einer mutigen und ansprechenden Gestaltung<br />

überzeugen. Komplett neue Wohnraumideen<br />

in einem alten Gebäude! Die<br />

aus vielen Fachleuten bestehende Jury hat<br />

diesen Entwurf für sogenannte Cluster-<br />

Wohnungen zum Sieger bestimmt.<br />

Frische Ideen für die<br />

Zukunft<br />

Auf mehr als 2.000 Quadratmeter Nutzfläche<br />

finden sich – neben vielen Gemeinschafts-<br />

und Aktivräumen, Küchen und<br />

Co-Working-Bereichen – Studios und<br />

Wohneinheiten in ganz unterschiedlichen<br />

Größen. Die Coronapandemie, gestiegene<br />

Wohnkosten und zu erwartende zusätzliche<br />

Belastungen in Sachen Klimaschutz<br />

und Energiekosten bieten die Möglichkeit,<br />

das Wohnen der Zukunft ganz neu zu denken<br />

und zu planen. Das alte Gebäude jedoch<br />

sollte in seiner ursprünglichen Form<br />

erhalten bleiben und erweitert werden.<br />

Cluster-Wohnungen<br />

Diese Wohnform bietet allen Bewohner*innen<br />

die Möglichkeit, ganz unterschiedliche<br />

Anforderungen unter einem<br />

Dach zu verwirklichen. So können Singles,<br />

aber auch Familien sich in gut ausgestatteten<br />

eigenen vier Wänden und dennoch<br />

in einer Gemeinschaft wiederfinden.<br />

Alters übergreifendes Miteinander erfordert<br />

an der einen oder anderen Stelle<br />

sicher auch Rücksichtnahme und Verantwortung.<br />

Darüber hinaus finden sich in der<br />

Gemeinschaft aber auch Unterstützung<br />

und die mögliche Reduzierung der Kosten<br />

für alle.<br />

Detailplanung<br />

Der Entwurf von studio zadeh geht<br />

jetzt – nach Feedback und weiteren Anregungen<br />

– in die nächste Phase. Noch ist<br />

nicht klar, wann dieses Projekt realisiert<br />

werden kann. Der Wunsch, dieses neue<br />

Konzept des Wohnens zu verwirklichen,<br />

soll jedoch in die Tat umgesetzt werden.<br />

So ähnlich könnte ein Grundriss gemäß dem Siegerentwurf aussehen.<br />

Bilder: studio zadeh<br />

Die Gebäude der Wohnanlage Billwiese 1–19b/Billwerder<br />

Straße 51a–55b in Hamburg-Lohbrügge sind um<br />

das Jahr 1962 errichtet worden. Sie beherbergen 88<br />

Wohneinheiten auf 5.063 Quadratmeter beheizter<br />

Wohnfläche. 2011 wurde die Außenhülle der Mehrfamilienhäuser<br />

einschließlich der Kellerdecke energetisch saniert.<br />

Aktueller Energieverbrauch<br />

Eine Auswertung der Endenergieverbräuche der Jahre 2015 bis 2018<br />

hat ergeben, dass im Mittel circa 91 kWh/(m²∙a) Erdgas (Brennwert)<br />

zur Beheizung des Gebäudes verbraucht wurden. Die flächenbezogene<br />

Heizlast liegt somit bei rund 46 W/m² beheizter Wohnfläche.<br />

Das entspricht einer Gesamtheizlast von 235 kW.<br />

Heizen mit Erdwärme<br />

Geplant ist die heizenergetische Versorgung des Quartiers Billwiese/Billwerder<br />

Straße über ein monoenergetisches Wärmepumpensystem<br />

(Sole-Wasser) als Doppelkaskade mit erdnaher<br />

Geothermie über Erdsonden. Die maximale Tiefe der Erdsonden<br />

beträgt circa 50 Meter.<br />

Ergebnis für das Quartier<br />

Der Durchschnittsjahresverbrauch an Heizwärme lag in den letzten<br />

Jahren bei circa 460.000 kWh/a. Mit der vorgenannten Maßnahme<br />

berechnet sich eine weitere Reduzierung der flächenbezogenen<br />

Heizlast von 46 W/m² auf 38 W/m². Die benötigte<br />

Heizlast reduziert sich von 235 kW auf 186 kW, und das Wärmepumpensystem<br />

mit Erdsonden hebt die Anlagentechnik auf das<br />

Energieeffizienzlabel A++. Mit der Umstellung auf das Wärmepumpensystem<br />

können circa 70 Tonnen CO 2<br />

pro Jahr (ep = 1.8<br />

gemäß GEG) eingespart werden. Bei 100 Prozent regenerativen<br />

Strombezugs wären es rund 120 Tonnen CO 2<br />

pro Jahr.<br />

Vor Ort wurde eine erste<br />

Testbohrung durchgeführt,<br />

um die Entzugsleistung<br />

zu ermitteln<br />

und die Größe des<br />

Erdsondenfelds zu<br />

bestimmen.<br />

Finanzierung<br />

Für die Umsetzung der Maßnahme beläuft sich die Kostenschätzung<br />

auf circa zwei Millionen Euro. Für die Maßnahme haben wir<br />

Fördermittel beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle<br />

(Bafa) und der Investitions- und Förderbank (IFB) beantragt.<br />

Am 27. Juni <strong>2022</strong> wurde mit einer Testbohrung die Arbeit vor<br />

Ort aufgenommen. Weitere Simulationsberechnungen müssen<br />

anschließend durchgeführt werden, bevor die nächsten Bohrarbeiten<br />

eingeleitet werden können.<br />

Im ersten Bauabschnitt erfolgen die Erneuerung des Nahwärmenetzes<br />

und der hydraulische Abgleich mit teilweisem Austausch<br />

von Heizflächen. Hierfür können im Zeitraum vom 1. Juli<br />

bis zum 14. Oktober <strong>2022</strong> die Wohnungen leider nicht mit Wärme<br />

versorgt werden. Nach Fertigstellung dieses Pilotprojekts ist das<br />

Quartier jedoch unabhängiger in der Energiebeschaffung und<br />

wesentlich CO 2<br />

-neutraler.<br />

AUSGABE HERBST <strong>2022</strong><br />

www.bergedorf-bille.de ∙ info@bergedorf-bille.de ∙ 040/72 56 00-0<br />

AUSGABE HERBST <strong>2022</strong>


8 9<br />

Wie geht es und was<br />

steht als Nächstes an?<br />

Nadine Rosenfeld,<br />

Leiterin der Unterkunft<br />

Haferblöcken, berät<br />

Zahra Sharifian Amiris.<br />

Wohnanlage Haferblöcken<br />

Zur Ruhe kommen nach der Flucht<br />

„Unterkünfte mit der<br />

Perspektive Wohnen für<br />

Geflüchtete.“<br />

Dass in dieser Wohnanlage Geflüchtete leben<br />

können, ist Folge eines Sonderprogramms der<br />

Stadt, das Flüchtlingen Unterkunft bieten und<br />

die Integration erleichtern soll. So konnte die<br />

Bergedorf-Bille Anfang 2018 gemeinsam mit<br />

zwei weiteren Unternehmen von der Stadt<br />

begünstigt Grundstücke erwerben, und die<br />

Wohnanlage Haferblöcken, dicht beim Öjendorfer<br />

See, entstand.<br />

Viel Licht, ein großer Spielplatz und großzügige<br />

Grünflächen sowie eine nur zweistöckige Bebauung<br />

in moderner Bauweise kennzeichnen das Quartier.<br />

Im ersten Bauabschnitt entstanden 22 Reihenhäuser,<br />

errichtet in sogenannter Duplexbauweise mit<br />

je zwei Wohnungen. Hier leben in den ersten vier<br />

bis acht Jahren Geflüchtete mit Bleibeperspektive.<br />

Betreiber dieser sogenannten öffentlichen Unterbringung<br />

ist „Fördern & Wohnen“ (F & W), ein sozialer<br />

Dienstleister der Stadt Hamburg, der die neuen<br />

Wohnungen anmietet und Geflüchteten dort eine<br />

Bleibe gibt, bis sie eine Wohnung gefunden haben.<br />

Nach der vereinbarten Zeit werden die Wohnungen<br />

dann nach und nach Mitgliedern der Bergedorf-<br />

Bille zur Verfügung stehen. In einem zweiten Bauabschnitt<br />

werden bereits ab Frühjahr 2023 Wohnungen<br />

an Mitglieder der Bergedorf-Bille vermietet.<br />

(Mehr Informationen dazu auf der Homepage unter<br />

„Bauen/Vermietung“.)<br />

Für die „bei uns“<br />

gab Zahra Sharifian<br />

Amiris, die seit<br />

Dezember 2020 im<br />

Quartier Haferblöcken<br />

wohnt,<br />

gern Auskunft.<br />

Nadine Rosenfeld, Mitarbeiterin von F & W, leitet<br />

die Unterkunft Haferblöcken seit 2020. Ihr achtköpfiges<br />

Team ist im Büro im Prachtnelkenweg aktuell<br />

für über 900 Menschen da. Ein Großteil der hier<br />

Lebenden komme aus Afghanistan, viele aus<br />

Syrien, aus dem Iran oder afrikanischen Ländern<br />

wie Somalia oder Libyen.<br />

Friedlich sei die Stimmung überwiegend,<br />

die Menschen kämen hier erst mal zur Ruhe.<br />

Doch der Wohnraum wird nur vorübergehend<br />

zur Verfügung gestellt, und die Geflüchteten<br />

müssen sich nach einiger Zeit auf Wohnungssuche<br />

begeben. „Das ist nicht einfach, insbesondere<br />

für Familien, die aus fünf bis acht<br />

Personen bestehen.“ Das Büro von F & W ist für die<br />

hier Wohnenden Ansprechpartner in vielen, vor allem<br />

amtlichen Angelegenheiten.<br />

Integration entsteht hier auch durch Gemeinschaft,<br />

durch Freizeitangebote wie eine Nähwerkstatt,<br />

Sportangebote auf dem neuen, großzügigen<br />

Spielplatz und viele Angebote für Kinder.<br />

Auch das Bezirksamt unterstützt<br />

Aktivitäten im neuen Quartier<br />

Schließlich werden in Haferblöcken und der benachbarten<br />

Dringsheide in Zukunft nach jetziger<br />

Schätzung mehr als 5.000 Menschen sehr unterschiedlicher<br />

Herkunft leben. Netzwerk- und Quartiersmanagerin<br />

Claudia Deppermann und Gebietskoordinatorin<br />

Anne Burchard freuen sich auf<br />

das aktuell im Bau befindliche Haus der Begegnung.<br />

Bärbel Wegner<br />

In modularer Bauweise<br />

wurde guter,<br />

bezahlbarer Wohnraum<br />

geschaffen.<br />

Die Bergedorf-Bille bietet Wohnraum für<br />

Geflüchtete in Billstedt, begleitet durch<br />

die Hamburger Einrichtung „Fördern<br />

& Wohnen“, die als Zwischenmieter<br />

agiert. Nach Ablauf einer vereinbarten<br />

Frist von mehreren Jahren werden die Wohnungen<br />

Genossenschaftsmitgliedern zur Verfügung stehen.<br />

Unsere Autorin Bärbel Wegner hat das noch recht<br />

neue Wohnprojekt besucht.<br />

Zahra Sharifian Amiris fährt jeden Morgen zu<br />

ihrer Ausbildungsstätte nach Altona. „Über eine<br />

Stunde dauert die Fahrt mit Bus und Bahn. Aber ich<br />

bin froh, bei den Maltesern einen Ausbildungsplatz<br />

zur Gesundheits- und Pflegeassistentin bekommen<br />

zu haben.“ Ihre Muttersprache ist Persisch, doch<br />

Zahra Sharifian Amiris kann inzwischen ihre Lebenssituation<br />

gut in deutscher Sprache beschreiben.<br />

„Sagen Sie Zahra zu mir“, sagt sie freundlich.<br />

Zahra ist im Oktober 2018 mit ihrem heute<br />

14-jährigen Sohn Kara aus dem Nordiran nach<br />

Deutschland gekommen, nachdem sie dort als arbeitende<br />

Frau Ärger mit der iranischen Polizei bekommen<br />

hatte. „In meiner Heimat gibt es keine Gleichberechtigung<br />

für Frauen“, erzählt sie. Das Wetter<br />

dort sei zwar ähnlich wie in Hamburg, aber ansonsten<br />

hätten die Länder wenig gemeinsam – vor allem,<br />

was die Menschenrechtslage angeht. Organisationen<br />

wie Amnesty International berichten regelmäßig<br />

über die schwierige Lage der Frauen dort.<br />

Mutter und Sohn leben seit Dezember 2020 in<br />

einer Wohnung der öffentlichen Unterbringung Haferblöcken<br />

in Billstedt. Der Sohn hat hier Freunde<br />

gefunden und besucht die Max-Schmeling-Schule in<br />

Jenfeld, sie absolviert die genannte Ausbildung. Dank<br />

der Betreuung, die sie in Hamburg erfahren hätten,<br />

seien sie hier gut angekommen.<br />

Fotos: Steven Haberland<br />

QUARTIER AM SEE – DAS PROJEKT HAFERBLÖCKEN<br />

2015 hatte der Hamburger Senat das Sonderbauprogramm „Flüchtlingsunterkünfte mit der<br />

Perspektive Wohnen“ beschlossen. Bei dem Projekt Haferblöcken baut die Bergedorf-Bille mit<br />

der Hansa Baugenossenschaft und der SAGA ein Quartier mit 470 Wohneinheiten am<br />

Öjendorfer See.<br />

Im Frühjahr 2020 hat die Bergedorf-Bille die ersten 22 Reihenhäuser mit 44 Mietwohnungen<br />

fertiggestellt. Diese sind zeitlich befristet an „Fördern & Wohnen“ vermietet und werden als<br />

öffentliche Unterkunft selbstständig betrieben. Nach Ablauf der vereinbarten Zeit stehen die<br />

Wohnungen den Genossenschaftsmitgliedern zur Verfügung.<br />

„Fördern & Wohnen“ ist ein Tochterunternehmen und sozialer Dienstleister der Stadt. Bei F & W finden obdachund<br />

wohnungslose Menschen ein Dach über dem Kopf und Geflüchtete eine Bleibe auf Zeit.<br />

Unterstützung erhält das Quartier Haferblöcken/Dringsheide auch durch das Bezirksamt Hamburg-Mitte.<br />

Mehr zur Quartiersentwicklung: www.billstedt-horn.hamburg.de/haferbloecken.<br />

AUSGABE HERBST <strong>2022</strong><br />

www.bergedorf-bille.de ∙ info@bergedorf-bille.de ∙ 040/72 56 00-0<br />

AUSGABE HERBST <strong>2022</strong>


10 11<br />

Neuigkeiten aus der Bewirtschaftung<br />

In den vergangenen Monaten hat sich viel getan!<br />

Wie hier am Friedrich-Frank-Bogen 50 erstrahlen<br />

einige renovierte Waschhäuser in neuem Glanz.<br />

IM EINSATZ FÜR DIE GENOSSENSCHAFT<br />

trolliert werden. Wir erinnern in diesem Zusammenhang<br />

noch einmal daran, dass bis auf eine Fußmatte<br />

und wenige Schuhe keine mietereigenen Gegenstände<br />

auf den Allgemeinflächen unserer Wohnhäuser<br />

abgestellt werden dürfen. Gleiches gilt für unsere<br />

Kfz-Stellplätze, auf denen gleichzeitig nur ein Kfz<br />

abgestellt werden darf. Bitte beachten Sie unsere<br />

Hausordnung sowie die in den Tiefgaragen ausgehängte<br />

Stellplatzordnung.<br />

Fragen Sie gern bei Ihrem Hausverwalter nach, ob<br />

Sie direkt mit Ihrem Haustürschlüssel in das nächstgelegene<br />

Waschhaus gelangen oder hierfür einen<br />

separaten Schlüssel benötigen. Nach und nach werden<br />

wir zudem an verschiedenen Bergedorf- Bille-<br />

Treffpunkten und Waschhäusern neue Bergedorf-<br />

Bille-LED-Beleuchtungen anbringen.<br />

Neuer Ausstattungskatalog<br />

Unsere neuen<br />

Hausverwalter:<br />

Sven Nohren (l.),<br />

verantwortlich für<br />

Allermöhe und<br />

Nettelnburg, und<br />

Mirco Sander (r.),<br />

verantwortlich für<br />

das östliche<br />

Lohbrügge-Mitte.<br />

Neue Themen – neue Mitarbeitende<br />

Prozessveränderungen und die weiterhin gute Erreichbarkeit<br />

des Technischen Service führten in den<br />

letzten Monaten zu einer Neuorganisation und personellen<br />

Veränderungen in der Bewirtschaftung.<br />

Seit dem 1. April ergänzt der ausgebildete<br />

Immobilienkaufmann Aykut Seker unser Team. Zum<br />

1. März ist Nadine Harm aus ihrer Elternzeit zurückgekehrt<br />

und hat den Arbeitsbereich von Carolin Baade<br />

übernommen, die im April in den Mutterschutz und<br />

anschließend in die Elternzeit gegangen ist.<br />

Unser Hausverwalter Michael Hewelt hat zum<br />

31. März nach mehr als 30 Jahren seinen Ruhestand<br />

angetreten; sein Nachfolger ist unser Serviceklempner<br />

Sven Nohren. So auch unser Servicetischler<br />

Mirco Sander, der zum 1. Januar die Aufgaben des<br />

Hausverwalters Rolf Lüdemann übernommen hat. Er<br />

ist in seinem neuen Büro in der Sanmannreihe 10a,<br />

21031 Hamburg, anzutreffen.<br />

Wir hatten somit zwei Servicetechnikerstellen<br />

neu zu besetzen. Im März ist mit der gelernten<br />

Das neue Hausverwalterbüro von<br />

Mirco Sander finden Sie in der<br />

Sanmannreihe 10a.<br />

Tischlerin Lisa Blankensee erstmals weibliche Verstärkung<br />

in unser Serviceteam eingetreten; seit April<br />

ergänzt zudem Justin Fritze als Elektriker den Service.<br />

Neuer Dienstleister<br />

Zum Juli <strong>2022</strong> haben wir für die Sicherheitsbegehungen<br />

in unserem gesamten Bestand einen Fünfjahresvertrag<br />

mit der Firma QVS GmbH (Qualitätsgemeinschaft<br />

Verkehrssicherung) schließen können.<br />

Er beinhaltet unter anderem drei Sicherheitsbegehungen<br />

pro Jahr sowie die Ausführung kleinerer<br />

Instandsetzungsarbeiten, die direkt im Zuge der<br />

Begehung erledigt werden können.<br />

Durch externe und interne Begehungen sollen<br />

die Themen Freihaltung von Fluchtwegen sowie<br />

Brandlasten in Treppenhäusern, Kellergängen und auf<br />

unseren Kfz-Stellplätzen zukünftig noch stärker kon-<br />

Fotos: Michael Bogumil, Steven Haberland<br />

Neue Treffpunkte und Waschhäuser<br />

In den Neubauten an der Sterntwiete gibt es nunmehr<br />

den 15. und auch größten Bergedorf- Bille-<br />

Treffpunkt. Im Kirschgarten 12 haben wir unser großes<br />

Waschhaus geteilt und renoviert. So konnte<br />

hier der neue Treffpunkt Nummer 16 unter Federführung<br />

der Bergedorf-Bille-Stiftung eröffnet werden.<br />

Bis zum Ende des Jahres werden wir in unserem<br />

Neubau Bergedorfer Tor mit Treffpunkt Nummer<br />

17 einen weiteren einrichten.<br />

Die großen Waschhäuser in der Plettenbergstraße<br />

2, der Marnitzstraße 40, im Wiesnerring 12<br />

und im Friedrich-Frank-Bogen 50 wurden umfassend<br />

renoviert und erstrahlen nun in einem neuen und<br />

frischen Aussehen.<br />

In allen unseren Wascheinrichtungen ist<br />

mittlerweile das bargeldlose Bezahlsystem installiert,<br />

das sich gut bewährt hat. Unsere Nutzer*innen<br />

können ohne jegliche Voranmeldung und ohne lästiges<br />

Sammeln von Münzen die Wascheinrichtungen<br />

gegen ein geringes Entgelt nutzen. Bezahlt<br />

werden kann mit jeder handelsüblichen EC- oder<br />

Kreditkarte.<br />

In den Wascheinrichtungen stehen hochwertige<br />

Waschmaschinen und größtenteils auch Trockner<br />

für die tägliche Wäsche oder aber für besondere<br />

Wäschestücke, zum Beispiel Bezüge oder Vorhänge,<br />

zur Verfügung.<br />

Unsere Ausstattungspakete für mehr Komfort und<br />

Sicherheit, die wir im Januar 2020 vorgestellt haben,<br />

erfreuen sich einer sehr hohen Nachfrage. Für eine<br />

Neuauflage des Katalogs planen wir eine Erweiterung<br />

des Angebots und eine Optimierung der<br />

Bestellpreise.<br />

Voraussichtlich wird eine Überarbeitung bis zum<br />

Ende des Jahres erfolgen. Haben Sie Hinweise für<br />

uns? Dann senden Sie diese gern an<br />

ausstattung@bergedorf-bille.de,<br />

damit wir Ihre Wünsche mit in unsere<br />

Planungen aufnehmen können.<br />

Unsere derzeitigen Angebote finden<br />

Sie unter bergedorf-bille.de/<br />

wohnen/komfort-sicherheit.<br />

AUSGABE HERBST <strong>2022</strong><br />

www.bergedorf-bille.de ∙ info@bergedorf-bille.de ∙ 040/72 56 00-0<br />

AUSGABE HERBST <strong>2022</strong>


12 13<br />

Das Luftbild von 1932 zeigt die ersten Gebäude der ehemaligen „Baugenossenschaft<br />

Bergedorf“ auf dem Gojenberg an der Ida-Boy-Ed-Straße und der Heysestraße.<br />

Johannes Petersen<br />

Sein Lebenswerk war die<br />

„Baugenossenschaft Bergedorf“.<br />

Johannes Petersen,<br />

Gründer und Vorstandsmitglied<br />

der „Baugenossenschaft Bergedorf“,<br />

ist heute weitgehend in Vergessenheit<br />

geraten. Hier ein paar Stationen<br />

seines Lebens.<br />

GESCHICHTE DER BERGEDORF-BILLE<br />

Die „Baugenossenschaft Bergedorf“<br />

war sein Lebenswerk.<br />

Der Maurer Johannes Petersen<br />

gehörte 1922 zu den 86 Gründungsmitgliedern<br />

– er hatte<br />

die Mitgliedsnummer 33. In den folgenden<br />

Jahrzehnten baute er die Genossenschaft<br />

als Vorstandsmitglied mit auf und führte<br />

sie bis zur Fusion mit der „Baugenossenschaft<br />

Bille“ 1960 als Vorsitzender – abzüglich<br />

der zwölf Jahre der Naziherrschaft, als<br />

die Vorstandsmitglieder, allesamt Sozialdemokraten,<br />

ihre Ämter verloren hatten.<br />

Doch auch wenn die Genossenschaft sein<br />

Lebenswerk war, seinen Lebensunterhalt<br />

verdiente Petersen als technischer Mitarbeiter<br />

bei der „Kleinwohnungsbaugesellschaft<br />

Freie Stadt“. Die „Freie Stadt“ übernahm<br />

als „hochgemeinnützige Gesellschaft“<br />

sogenannte wohnungsfürsorgerische<br />

Aufgaben für die Stadt Hamburg. Als<br />

Vorstand der Baugenossenschaft arbeitete<br />

Petersen ehrenamtlich, das heißt ohne Gehalt<br />

und zum größten Teil in seiner Freizeit.<br />

Das klingt sympathisch, hemmte die Genossenschaft<br />

aber letztlich in ihrer Entfaltung.<br />

Die 1948 in Lohbrügge gegründete<br />

„Baugenossenschaft Bille“ setzte dagegen<br />

von Beginn an mit Erfolg auf eine professionelle<br />

Geschäftsführung.<br />

Es begann mit einem<br />

Rechtsstreit<br />

Petersen hatte sich vor 1922 nebenberuflich<br />

als sozialdemokratischer Abgeordneter<br />

in der Bergedorfer Bürgervertretung<br />

kommunalpolitisch engagiert. Gemeinsam<br />

mit seinen Fraktionskollegen und den Bergedorfer<br />

Gewerkschaften entwickelte er<br />

die Idee, eine Baugenossenschaft zu gründen,<br />

um bezahlbare, solide Wohnungen<br />

Foto: Staatsarchiv Hamburg<br />

Fotos: Kultur- & Geschichtskontor; Wahlzeitung der Bergedorfer SPD 1930<br />

Johannes Petersen,<br />

ehemaliger Vorstandsvorsitzender<br />

der „Baugenossenschaft<br />

Bergedorf“<br />

(Bild von 1930).<br />

zu bauen. Auch die Stadt<br />

Bergedorf (diesen Status verlor<br />

sie erst 1937 mit dem<br />

Großhamburg-Gesetz) beteiligte<br />

sich als Genossenschaftsmitglied<br />

und bekam eine bestimmte<br />

Zahl von Aufsichtsrats- und Vorstandsmitgliedern<br />

zugesichert.<br />

Doch sollte sich diese enge Verzahnung<br />

von Magistrat und Mandatsträgern<br />

mit der Baugenossenschaft schnell als<br />

Hindernis entpuppen. Ein konservativer<br />

Bürgervertreter stellte die Legitimität dieses<br />

Bündnisses infrage und verlangte von<br />

Hamburg eine Prüfung. Es gehe nicht an,<br />

dass die Sozialdemokraten vom Steuerzahler<br />

geförderte Häuser bauten, um dort<br />

selbst zu wohnen, und die Stadt sich daran<br />

auch noch beteilige. Mit diesem<br />

Rechtsstreit begann die Karriere von Johannes<br />

Petersen als Genossenschaftsvorstand.<br />

Das eigentlich politische Vorhaben<br />

war jetzt in die Hände der Juristen geraten.<br />

Die für Bergedorf zuständige Landherrenschaft<br />

schaltete sich ein, und in der<br />

Bürgervertretung wurde debattiert, ob<br />

Petersen als direkt Betroffener überhaupt<br />

an den diesbezüglichen Sitzungen teilnehmen<br />

dürfe. Er durfte bleiben, da er persönlich<br />

ja keine Vorteile anstrebe, sondern<br />

im Gegenteil sich ehrenamtlich für das<br />

Wohl anderer einbringe. Das wollten die<br />

Hamburger Juristen aber nicht gelten lassen.<br />

Es gehe überhaupt nicht um Petersen<br />

als Mensch, sondern um Petersen als juristische<br />

Person, als Vertreter der Baugenossenschaft.<br />

Und die juristische Person Petersen<br />

hätte selbstverständlich von den<br />

Sitzungen ausgeschlossen werden müssen.<br />

Die Kooperation zwischen Bergedorf<br />

und der Baugenossenschaft wurde aber<br />

bestätigt, und schon bald konnten im Villenviertel<br />

die ersten Häuser<br />

gebaut werden. Keine Etagenhäuser,<br />

sondern Doppelhäuser.<br />

Das galt auch für die<br />

gartenstadtähnliche Wohnanlage<br />

auf dem Gojenberg.<br />

Dort zog Johannes Petersen 1926 mit seiner<br />

Familie ein. Auf dem Gojenberg baute<br />

übrigens auch die „Freie Stadt“ Etagenhäuser.<br />

Altlasten aus der Nazizeit<br />

1933 entließen die Nazis Petersen. Doch<br />

das allein reichte ihnen nicht. Wie in anderen<br />

Stadtteilen auch versuchten sie,<br />

sozialdemokratischen Genossenschaftsvorständen<br />

Korruption und persönliche<br />

Bereicherung anzuhängen. Petersens Sparbuch<br />

wurde konfisziert. Ohne Ergebnis.<br />

1945 wurde der alte Vorstand wieder eingesetzt.<br />

Zu den ersten Amtshandlungen<br />

gehörte die Streichung des von den Nazis<br />

in die Satzung eingefügten Paragrafen, der<br />

Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es in Lohbrügge viele<br />

Notunterkunftsbaracken wie hier am Richard-Linde-Weg.<br />

Juden die Mitgliedschaft verbot. An den<br />

Bau neuer Häuser war jedoch nicht zu<br />

denken. Der Wiederaufbau des zerstörten<br />

Hamburgs ging vor.<br />

Dennoch hatte Petersen alle Hände<br />

voll zu tun. Zu den Hinterlassenschaften<br />

der Nazis zählten Barackensiedlungen, von<br />

Lohbrügger Betrieben und dem „Werkdienst<br />

Holland“ (später „Werkdienst<br />

Ukraine“) gebaut. Diese sollte die Baugenossenschaft<br />

verwalten – eine für Petersen<br />

aufreibende Aufgabe, denn die Werkdienstbaracken<br />

befanden sich in einem<br />

fürchterlichen Zustand. Daran konnte<br />

Petersen nichts ändern, aber er musste<br />

sich von einigen Bewohnern beschimpfen<br />

lassen. Die Mehrheit jedoch lobte sein<br />

Engagement.<br />

Ein neuer Beginn, das Ende und<br />

ein erneuter Beginn<br />

Erst 1950 konnte wieder gebaut werden,<br />

diesmal Etagenhäuser, wie andere Genossenschaften<br />

sie auch bauten, und diesmal<br />

erstmals auch in Lohbrügge. Doch bald<br />

wurde deutlich, dass eine ehrenamtlich<br />

geführte Baugenossenschaft angesichts<br />

der neuen Bauaufgaben im geplanten<br />

Nord-Lohbrügge und der übermächtigen<br />

Konkurrenz der „Neuen Heimat“ keine Zukunft<br />

hatte. Noch rechtzeitig half Petersen,<br />

die Fusion mit der größeren „Baugenossenschaft<br />

Bille“ zur „Bergedorf-Bille“<br />

einzuleiten.<br />

Holmer Stahncke<br />

AUSGABE HERBST <strong>2022</strong><br />

www.bergedorf-bille-stiftung.de ∙ stiftung@bergedorf-bille.de ∙ 040/72 56 00-65<br />

AUSGABE HERBST <strong>2022</strong>


14 15<br />

Livemusik in Hafenkulisse<br />

Freizeittipps für Bergedorf<br />

„Musik am Hafen“ findet bei den Sitzterrassen<br />

am Menzer-Werft-Platz in Geesthacht statt.<br />

Einen lauschigen Spätsommerabend auf den Sitzterrassen am<br />

Menzer-Werft-Platz verbringen, Freunde treffen und dabei gemütlich<br />

Livemusik lauschen: Zur „Musik am Hafen“ lädt die Tourist-Information<br />

Geesthacht noch einmal am Mittwoch, 7. September,<br />

ein. Der Abend, 19 bis 21 Uhr, bildet den Abschluss der<br />

vierteiligen Open-Air-Reihe, die von Juni bis September jeweils<br />

an einem Abend im Monat geplant ist. Der Eintritt zu dem Konzert<br />

ist frei. Zuhörer können sich ihren gefüllten Picknickkorb<br />

mitbringen oder auch vor Ort Speisen und Getränke erwerben.<br />

Weitere Informationen zum Programm gibt es im Internet unter<br />

www.geesthacht.de.<br />

Beim großen Festumzug ziehen die Schützen<br />

und befreundete Vereine durch Neuengamme.<br />

Volksfeststimmung und Gut Schuss!<br />

Zwei lange Jahre musste die Vierländer Schützengesellschaft auf<br />

ihren Höhepunkt des Jahres verzichten. Nun soll es endlich wieder<br />

stattfinden, das traditionelle Schützenfest des 1592 gegründeten<br />

Vereins. Auf dem Schützenhof am Neuengammer<br />

Hausdeich 167 wird von Freitag, 9., bis Sonntag, 11. September,<br />

viel Programm für die ganze Familie geboten. Fahrgeschäfte, Buden<br />

mit Spielen, Zuckerspeisen und Bratwurst werden dort ebenso<br />

zu finden sein wie Königs- und Preisschießen sowie Festumzüge<br />

durch das Dorf. Am Sonntagabend werden in einer feierlichen<br />

Zeremonie traditionell der neue Schützenkönig und weitere<br />

Majestäten proklamiert.<br />

Spurensuche in historischen Gemäuern<br />

Unter dem Motto „KulturSpur. Ein Fall für den Denkmalschutz“<br />

steht am Sonntag, 11. September, der Tag des offenen Denkmals.<br />

Unter Koordination der Deutschen Stiftung Denkmalschutz sind<br />

Besucher dazu eingeladen, sich auf Spurensuche zu begeben und<br />

Geschichten am Denkmal zu erleben. Im Bezirk Bergedorf beteiligen<br />

sich traditionell einige Häuser am Tag des offenen Denkmals.<br />

So wie die Jugendbauhütte am Moorfleeter Deich 483. Das im<br />

Kern fast 500 Jahre alte Hufnerhaus wurde Ende 2015 vor dem<br />

Abbruch gerettet und wird seitdem von jungen Menschen im<br />

Freiwilligen Sozialen Jahr wieder hergerichtet. Infos zum Programm<br />

im Internet: www.tag-des-offenen-denkmals.de.<br />

Das Hufnerhaus am Moorfleeter Deich 483 wird von<br />

der Jugendbauhütte Hamburg wieder hergerichtet.<br />

Mit „Uns Ewer“ von Museum zu Museum<br />

Der originalgetreu nachgebaute Vierländer Ewer „Uns Ewer“<br />

schippert am 16. September von Museum zu Museum. Die<br />

Tour startet um 10 Uhr mit einem geführten Rundgang durchs<br />

Bergedorfer Schloss. Danach geht es zum Bergedorfer Serrahn<br />

und an Bord des Schiffs. Eine etwa einstündige Fahrt führt<br />

Der „Museumstörn“ mit „Uns Ewer“ führt<br />

auch durch die Vier- und Marschlande.<br />

Fotos: Bettina Knoop, Diekmann, Bergedorfer Museumslandschaft<br />

Fotos: Diekmann, Nadine Guder, Boris Breuer, CrispyMedia– stock.adobe.com<br />

über den Schleusengraben und die Dove-Elbe durch die Vierund<br />

Marschlande bis zum Anleger in der Nähe des Freilichtmuseums<br />

Rieck-Haus. Dort gibt es eine Führung durch das<br />

historische Haus mit Anekdoten rund ums Landleben. Der<br />

Ausflug dauert insgesamt etwa vier Stunden.<br />

Die Teilnahme kostet pro Person 25 Euro. Anmeldung unter<br />

Telefon 040/4 28 91 25 09.<br />

Farbenfrohes Spektakel zum Erntedank<br />

Beim Erntedankfestumzug ziehen prächtig geschmückte<br />

Trecker und Wagen durch Kirchwerder.<br />

Ein Meer aus bunten Blumen, prächtig geschmückte Trecker und<br />

Wagen sowie Tausende Zuschauer an den Straßen: So soll es am<br />

Sonntag, 2. Oktober, wieder in Kirchwerder aussehen, wenn der<br />

Vierländer Erntedankfestumzug durch die Straßen zieht. Er zählt<br />

zu den größten Umzügen in Norddeutschland und garantierte<br />

vor der Pandemie in jedem Jahr ein herbstliches Farbenspiel.<br />

Mehr als 60 örtliche Gruppen und Vereine sowie Gäste aus dem<br />

In- und Ausland beteiligen sich an dem Spektakel, das am Norderquerweg<br />

startet und auf der Festwiese am Zollenspieker<br />

Hauptdeich mit einem Rahmenprogramm und Buden ausklingt.<br />

Weitere Infos im Internet: www.erntedankfest-kirchwerder.de.<br />

Akustikfest mit heimatlosen Liedern<br />

Das Vokalensemble „Aquabella“ singt Lieder<br />

aus Ländern, die es so nicht mehr gibt.<br />

In ihrem Programm „Heimatlose Lieder“ beschäftigt sich<br />

„Aquabella“ mit Sprachen, die drohen in Vergessenheit zu geraten.<br />

Das Frauen-Vokalensemble aus Berlin kann in mehr als 20<br />

Sprachen singen. Am Donnerstag, 3. November, 19.30 Uhr, präsentieren<br />

die Sängerinnen beim Akustikfest im Schloss Reinbek<br />

(Schloßstraße 5) Lieder aus Ländern, die es so nicht mehr gibt,<br />

sowie Lieder von Menschen, die heimatlos geworden sind oder<br />

sich heimatlos fühlen. Der Eintritt kostet 25 Euro. Karten im Vor-<br />

verkauf gibt es an der Kultur-Kasse in der Stadtbibliothek. Weitere<br />

Infos und Karten im Internet: www.schloss-reinbek.de,<br />

Kulturprogramm, Veranstaltungskalender.<br />

Jubel, Trubel, Heiserkeit<br />

Die depressive Stimmungskanone Johann König gastiert am Freitag,<br />

18. November, im Theater Haus im Park. 24 Abende sind in<br />

dieser Saison noch im alten Theater am Gräpelweg 8 geplant, 25<br />

Abende werden 2023 im dann<br />

neu eröffneten Körber-Haus<br />

an der Holzhude angeboten.<br />

Dort soll Kabarettist König am<br />

24. März 2023 zu Gast sein. In<br />

seinem Soloprogramm „Jubel,<br />

Trubel, Heiserkeit“ beschäftigt<br />

sich Johann König mit den Fragen<br />

des Lebens, die nach Kinderkriegen,<br />

Haus bauen und<br />

Bäume pflanzen so anstehen.<br />

Dabei driftet er allerdings auch<br />

immer mal wieder ab in seine<br />

ganz eigene Gedankenwelt. Tickets<br />

gibt es ab August im Internet<br />

unter<br />

www.theater-bergedorf.de/karten.<br />

Boberger Winter im Dünenhaus<br />

Johann König gastiert<br />

mit seinem Programm<br />

„Jubel, Trubel, Heiserkeit“<br />

in Bergedorf.<br />

Wenn im Winter die Tage kürzer werden, soll die Stimmung der<br />

Jahreszeit auch im Boberger Dünenhaus (Boberger Furt 50) Einzug<br />

halten. Dafür werden am Sonntag, 20. November, von 12<br />

bis 16 Uhr unter Anleitung von Dr. Ann-Carolin Meyer von der<br />

Loki-Schmidt-Stiftung Adventsgestecke und Baumschmuckanhänger<br />

aus Tannengrün und Naturmaterialien gebastelt.<br />

Ein Baumanhänger kostet einen Euro, ein Gesteck sechs Euro,<br />

eine Bienenwachskerze einen Euro. Bei der Anmeldung sollte<br />

angegeben werden, ob ein Kranz oder Gesteck gewünscht wird.<br />

Eine Anmeldung ist erforderlich bis zum 11. November per<br />

E-Mail an boberg@loki-schmidt-stiftung.de oder unter Telefon<br />

040/73 93 12 66.<br />

Im Boberger Dünenhaus werden Adventskränze<br />

gebastelt.<br />

AUSGABE HERBST <strong>2022</strong><br />

www.bergedorf-bille.de ∙ info@bergedorf-bille.de ∙ 040/72 56 00-0<br />

AUSGABE HERBST <strong>2022</strong>


16 17<br />

HINWEIS<br />

Programm<br />

Bergedorf-Bille-Treffpunkte<br />

Unsere Treffpunkte sind geöffnet. Es besteht keine<br />

offizielle FFP2-Masken-Pflicht. Gleichwohl wird für die<br />

Nutzung der Räume empfohlen, weiterhin eine Maske<br />

zu tragen und die Desinfektionsmittel zu benutzen.<br />

Hopfenstraße 21, ST. PAULI<br />

Mo-Yo Montags-Yoga Montag 19.30–21 Uhr<br />

Hopfenchor Dienstag 19.15–21.15 Uhr<br />

St. Pauli kocht gemeinsam<br />

Treffen nach<br />

Vereinbarung<br />

18.30–22 Uhr<br />

Am Kaiserkai 3, HAFENCITY<br />

Donnerstag<br />

Nachbarschaftstreffen (jeden letzten/<br />

Monat)<br />

Spieleabend<br />

Freitag<br />

(jeden 2./Monat)<br />

Eltern-Kind-Treff<br />

Samstag<br />

(alle 2 Wochen)<br />

Sportgruppe<br />

Treffen vor dem Bergedorf- Sonntag<br />

Bille-Treffpunkt<br />

18.30–21.30 Uhr<br />

19–21.30 Uhr<br />

14.30–17 Uhr<br />

20–21 Uhr<br />

Ladenbeker Furtweg 4, LOHBRÜGGE-WEST<br />

Senioren-Yoga<br />

auf dem Stuhl<br />

Montag<br />

12.45–13.45 Uhr<br />

Englisch für Anfänger (Ü-60) 1 Dienstag 15–16 Uhr<br />

START<br />

START<br />

START<br />

NEU-<br />

NEU-<br />

NEU-<br />

NEU-<br />

START<br />

START<br />

Katendeich 10, ALT-NETTELNBURG<br />

Senioren-Yoga<br />

auf dem Stuhl<br />

Montag<br />

Offene Sprechstunde<br />

(in Kooperation mit dem<br />

Wasserverband Nettelnburg)<br />

Seniorenclub<br />

(in Kooperation mit der<br />

AWO Nettelnburg)<br />

Diabetiker-Selbsthilfegruppe<br />

(in Kooperation mit dem Diabetikerbund<br />

Hamburg e. V.)<br />

Nachbarschafts- und<br />

Spieletreff<br />

Montag<br />

(jeden 1./Monat)<br />

Dienstag<br />

Mittwoch<br />

(jeden 1./Monat)<br />

Mittwoch<br />

(jeden 3./Monat)<br />

9.15–10.15 Uhr<br />

19–20 Uhr<br />

14–16 Uhr<br />

14–16 Uhr<br />

14.30–17 Uhr<br />

Leuschnerstraße 83, LOHBRÜGGE-NORD<br />

Gitarren-Gruppe<br />

Montag<br />

(außer am 3./Monat)<br />

13–15 Uhr<br />

Squaredance<br />

Montag<br />

für Anfänger<br />

(jeden 2. und<br />

16–18 Uhr<br />

1<br />

4/Monat)<br />

Seniorengymnastik I Dienstag 9–9.45 Uhr<br />

Seniorengymnastik II Dienstag 10–10.45 Uhr<br />

Skat-Treff Leuschnerstraße Mittwoch 13–16.30 Uhr<br />

Gitarren-Gruppe Donnerstag 17–20 Uhr<br />

START<br />

START<br />

START<br />

START<br />

NEU-<br />

NEU-<br />

NEU-<br />

NEU-<br />

NEU-<br />

START<br />

Max-Pechstein-Straße 37, MÜMMELMANNSBERG<br />

Skat-Treff Montag 17–20 Uhr<br />

Wilhelm-Bergner-Straße 3, LOHBRÜGGE-ZENTRUM<br />

Wohnungslots*innen-Treff<br />

(in Kooperation mit dem<br />

Verein Bergedorfer für<br />

Völkerverständigung)<br />

Skat- und Spiele-Gruppe<br />

Montag<br />

(nach Vereinbarung)<br />

Montag<br />

(jeden 2. und<br />

4./Monat)<br />

Reetwerder 25d, BERGEDORF-ZENTRUM<br />

Freier Raum für nachbarschaftliche Aktivitäten<br />

17–19.30 Uhr<br />

15–17 Uhr<br />

Excel-Kurs Dienstag 16–18 Uhr<br />

Interkultureller<br />

Gesprächskreis<br />

Mittwoch<br />

10–12 Uhr<br />

Computer-Kurs Donnerstag 15–17 Uhr<br />

Türkisches<br />

Frauenfrühstück<br />

Türkische Teestunde<br />

Sonntag (jeden<br />

letzten/<br />

ungerader Monat)<br />

Sonntag (jeden<br />

letzten/<br />

gerader Monat)<br />

11–14 Uhr<br />

15 –17 Uhr<br />

NEU-<br />

NEU-<br />

START<br />

START<br />

START<br />

START<br />

NEU-<br />

NEU-<br />

NEU-<br />

NEU-<br />

START<br />

Bitte beachten Sie die jeweiligen Aushänge in<br />

unseren Treffpunkten sowie die Informationen der<br />

Gruppenleitungen.<br />

Die aktuellen Angebote finden Sie in diesem Programm –<br />

weitere Hinweise auf unserer Homepage unter<br />

stiftung.bergedorf-bille.de/begegnen/<br />

programmuebersicht.<br />

Gitarre für Anfänger 1 Dienstag 16.15–17 Uhr<br />

Nähgruppe „Kleidermacher“<br />

Donnerstag<br />

(jeden 2./Monat)<br />

16–20 Uhr<br />

Plattschnacker<br />

Donnerstag<br />

(jeden 3./Monat)<br />

15–17 Uhr<br />

Patchwork<br />

Donnerstag<br />

(jeden 4./Monat)<br />

15–18 Uhr<br />

Hollkoppelweg 11, MÜMMELMANNSBERG<br />

NEU-<br />

START<br />

Karl-Rüther-Stieg 8, ALLERMÖHE-WEST<br />

Freier Raum für nachbarschaftliche Aktivitäten<br />

Schellingstraße 42, EILBEK<br />

Nachbarschaftstreffen<br />

Donnerstag<br />

(jeden 2./Monat)<br />

19–21 Uhr<br />

NEU-<br />

START<br />

Steinschanze 2, HAFENCITY<br />

Balance-Yoga für Frauen<br />

Gruppe trifft sich online<br />

Nachbarschaftstreffen<br />

Dienstag<br />

Sonntag<br />

(Treffen nach<br />

Vereinbarung)<br />

1<br />

Pause während der Hamburger Schulferien<br />

LEBENDIGE NACHBARSCHAFT FÖRDERN!<br />

19.15–20.30 Uhr<br />

16.30–20.30 Uhr<br />

NEU-<br />

START<br />

Karlshof 9, BERGEDORF-WEST<br />

Senioren-Yoga<br />

auf dem Stuhl<br />

Montag<br />

Sammelkartenspiel-Gruppe<br />

(jeden Mittwoch<br />

3./Monat)<br />

Akustische Gitarrenund<br />

Musikgruppe<br />

Dienstag<br />

für Fortgeschrittene<br />

Spieletreff<br />

Mittwoch<br />

(jeden 4./Monat)<br />

Maschenmädels<br />

Donnerstag<br />

(jeden 2./Monat)<br />

11–12 Uhr<br />

18–22 Uhr<br />

16–19 Uhr<br />

14.30–17.30 Uhr<br />

15–18 Uhr<br />

START<br />

START<br />

Skat-Gruppe<br />

„Bille-Holl“<br />

Senioren-Yoga<br />

auf dem Stuhl<br />

Nachbarschaftstreffen<br />

Spielegruppe<br />

Gesellschaftsspiele –<br />

Treff für Jung und Alt<br />

Montag<br />

(jeden 4./Monat)<br />

Dienstag<br />

Donnerstag<br />

(jeden 1./Monat)<br />

Donnerstag<br />

(jeden 3./Monat)<br />

Freitag (jeden<br />

letzten/Monat)<br />

14–18 Uhr<br />

10–11 Uhr<br />

15–17 Uhr<br />

15–18 Uhr<br />

16.30–21 Uhr<br />

START<br />

START<br />

START<br />

START<br />

NEU-<br />

NEU-<br />

NEU-<br />

NEU-<br />

NEU-<br />

NEU-<br />

NEU-<br />

START<br />

Berliner Landstraße 26e, WENTORF<br />

Yoga auf dem Stuhl Montag 14–15.30 Uhr<br />

Offene Nähgruppe<br />

„Snieder-Treff“<br />

Donnerstag<br />

(jeden 1./Monat)<br />

16–19 Uhr<br />

Offene Handarbeitsgruppe<br />

„Knüddel-Treff“<br />

Donnerstag<br />

(jeden 3./Monat)<br />

16–19 Uhr<br />

Spielenachmittag<br />

Freitag<br />

(jeden 4./Monat)<br />

15–17 Uhr<br />

NEU-<br />

START<br />

Wir freuen uns über zahlreiche Gäste, weitere Gruppen und<br />

vielfältige Ideen und Angebote. Für Fragen und Anregungen<br />

wenden Sie sich bitte an die<br />

Bergedorf-Bille-Stiftung<br />

Bergedorfer Straße 118–122, 21029 Hamburg<br />

040/72 56 00-65<br />

stiftung@bergedorf-bille.de<br />

www.bergedorf-bille-stiftung.de<br />

AUSGABE HERBST <strong>2022</strong><br />

www.bergedorf-bille-stiftung.de ∙ stiftung@bergedorf-bille.de ∙ 040/72 56 00-65<br />

AUSGABE HERBST <strong>2022</strong>


LEBEN <strong>BEI</strong> DER BERGEDORF-BILLE<br />

18<br />

19<br />

Gemütlicher Rückzugsort<br />

nach knallharten Segeltörns<br />

„My Ocean Challenge“ will Kinder<br />

und Jugendliche weltweit für den Schutz<br />

der Meere und des Klimas begeistern.<br />

Einhandsegler Boris Herrmann, Hamburger<br />

Sportler des Jahres 2021, nahm als erster<br />

Deutscher an der Vendée Globe teil, der<br />

härtesten Regatta über die Weltmeere.<br />

Extremsegler Boris Herrmann<br />

und seine Frau Birte leben<br />

zusammen mit ihrer<br />

kleinen Tochter in einer<br />

Wohnung am Lohsepark.<br />

80<br />

Tage lang ununterbrochen auf hoher See. Allein mit<br />

Wind, Wellen, Sonne und dem nächtlichen Sternenmeer.<br />

Bei den 24.000 Seemeilen rund um den Erdball<br />

immer mit an Bord: die Einsamkeit. Auch für unser Mitglied, den<br />

Extremsegler Boris Herrmann, eine knüppelharte Herausforderung.<br />

Ist er mal gerade nicht in Sachen Weltumseglung unterwegs,<br />

genießt er mit seiner Frau und seiner Tochter das Zuhause<br />

in der HafenCity.<br />

Es geht nicht nur ums Segeln<br />

Gerade ist Boris Herrmann auf einer französischen Werft beschäftigt,<br />

denn dort wird sein neues Boot gebaut. Deshalb treffen<br />

wir uns mit seiner Frau Birte Lorenzen-Herrmann in der direkt am<br />

Lohsepark gelegenen Yokohama Coffee Bar.<br />

Auch bei ihr ist Zeit ein rares Gut. Nicht nur ihre zweijährige<br />

Tochter fordert ihre Rechte bei ihrer Mutter ein, auch darüber<br />

hinaus hat Birte Lorenzen-Herrmann einen prall gefüllten Terminkalender.<br />

Zusammen mit ihrem Mann hat sie die Initiative „My<br />

Ocean Challenge“ gegründet, für die sie hauptberuflich arbeitet.<br />

„Wir wollen damit möglichst viele Kinder und Jugendliche erreichen<br />

und für das Thema ‚Schutz der Meere und des Klimas‘<br />

begeistern.“<br />

„Rennen segeln und gewinnen ist das eine,<br />

das andere ist der Schutz der Ozeane und<br />

der Kampf gegen den Klimawandel.“<br />

Fotos: Jean-Marie LIOT/Team Malizia; Christophe Sorenti/Team Malizia<br />

Foto: A. A. Koglin<br />

Kinder erleben das Segeln<br />

hautnah<br />

Im Rahmen ihres Projekts, das die Herrmanns<br />

2008 zusammen mit der Max -<br />

Planck-Gesellschaft und der UNO gründeten,<br />

werden besonders Kinder zwischen<br />

neun und zehn Jahren angesprochen. Birte<br />

Lorenzen-Herrmann: „Wir gehen in die<br />

Schulen, stellen unsere Unterrichtsmaterialien<br />

vor, und selbstverständlich werden<br />

die Kinder auch auf dem Boot Malizia begrüßt,<br />

wenn es in der Nähe in einem Hafen<br />

liegt.“<br />

Im September wird auch ein von ihr<br />

herausgegebenes Buch erscheinen, das helfen<br />

soll, die Kinder und Jugendlichen für die<br />

Herausforderungen des Klimaschutzes zu<br />

sensibilisieren.<br />

Viele Tausend Kinder auf der ganzen<br />

Welt konnten von „My Ocean Challenge“<br />

inzwischen angesprochen werden. Zudem<br />

sammelt Boris Herrmann auf seinen Fahrten<br />

wichtige Daten aus Meeresgebieten,<br />

die bisher nicht so gut erfasst sind. „Die<br />

Ergebnisse der Messinstrumente werden<br />

dann in weltweit verfügbaren Datenbanken<br />

eingespeist und sind frei abrufbar“, sagt<br />

Birte Lorenzen-Herrmann.<br />

Der Kontakt mit den Kindern unterstütze<br />

letztlich auch ihren Mann bei seinen<br />

Rennen. „Über das Satellitentelefon ist er<br />

oft mit bis zu 1.000 Kindern in Onlinekontakt.“<br />

Sie stellen Fragen, und manchmal<br />

haben sie auch ein paar Anregungen parat.<br />

„Das motiviert Boris schon sehr, denn<br />

das erinnert ihn immer wieder daran,<br />

wofür er etwa an der Vendée Globe, der<br />

wohl härtesten Segelregatta der Welt, teilnimmt.“<br />

Engagement für den<br />

Umweltschutz<br />

Besonders wichtig ist dem Paar die Verbindung<br />

zwischen Wissenschaft, Naturschutz<br />

und Bildung, die bei „My Ocean<br />

Challenge“ gepflegt wird. „Und selbstverständlich<br />

finden die Kinder es klasse, wenn<br />

sie mal zu den coolen Typen auf die Jacht<br />

dürfen und sich umsehen können.“<br />

Birte Lorenzen-Herrmann und<br />

ihre Tochter genießen den schön<br />

gestalteten Innenhof.<br />

Mit ihrer jungen Klientel kennt sich<br />

Birte Lorenzen-Herrmann bestens aus,<br />

schließlich hat sie zehn Jahre in einer Hamburger<br />

Stadtteilschule Mathematik und<br />

Kunst unterrichtet.<br />

„Wir wollen nicht immer wieder betonen,<br />

wie schlecht es den Meeren geht, sondern<br />

Lösungen anbieten“, sagt die ausgebildete<br />

Lehrerin. „Das funktioniert bei Kindern<br />

über positive Beispiele, Spaß und das<br />

Abenteuer des Segelns. Viele verstehen<br />

dann, dass wir nur noch jetzt dem Klimawandel<br />

begegnen können.“ Abrufbar sind<br />

die Informationen auch im Internet, und<br />

zwar in elf verschiedenen Sprachen.<br />

Wohlfühlen bei der<br />

Bergedorf-Bille<br />

Neben den Unterrichtsangeboten werden<br />

auch Workshops und zahlreiche andere<br />

Aktivitäten angeboten. Dazu gehören<br />

auch Gespräche mit den Eltern.<br />

Eine riesige Herausforderung, der sich<br />

Birte Lorenzen-Herrmann da stellt. Unterstützt<br />

fühlt sich die junge Mutter dabei<br />

durch ihr Wohnumfeld in der HafenCity.<br />

„Wir fühlen uns hier ausgesprochen<br />

wohl. Die Bebauung ist toll geworden, und<br />

das Ganze fühlt sich ein wenig an wie ein<br />

Dorf in der Stadt. Es fahren wenige Autos,<br />

die Straßen sind verkehrsberuhigt, und die<br />

gut durchmischten Nachbarschaften ermöglichen<br />

ein wirklich nettes Miteinander.“<br />

Begeistert ist sie auch von dem schön<br />

gestalteten Innenhof mit Spielgeräten.<br />

Zudem gebe es drei Kitas in der Nähe,<br />

dazu den Lohsepark mit seinem Spielplatzangebot,<br />

und auch die Einkaufsmöglichkeiten<br />

seien schnell mit dem Fahrrad<br />

zu erreichen. „Unser Auto müssen wir<br />

kaum bewegen.“<br />

Überhaupt sei die Infrastruktur bestens,<br />

nur ein wenig mehr Platz für ihr Lastenrad<br />

würde sie sich manchmal wünschen.<br />

Ebenso wie einen Wochenmarkt.<br />

Für sie ist es gar keine Frage, dass sie<br />

ihre Tochter demnächst ebenfalls bei der<br />

Bergedorf-Bille anmeldet.<br />

Birte Lorenzen-Herrmann: „Ich finde<br />

es großartig, dass die Genossenschaft den<br />

Gedanken des nachhaltigen Bauens und<br />

Wirtschaftens zu einem zentralen Anliegen<br />

gemacht hat.“<br />

Und wie schafft man es, als junge Familie<br />

zuweilen 80 Tage voneinander getrennt<br />

zu sein? „Eigentlich telefonieren wir<br />

dann jeden Tag, reden darüber, was sich<br />

so getan hat und was anliegt. Da hilft uns<br />

dann die Satellitenverbindung dabei, ein<br />

Familienleben zu führen.“ Und dann habe<br />

man ja schließlich das gemütliche Zuhause,<br />

auf das man sich gemeinsam<br />

freuen könne.<br />

INFO<br />

Die Internetseite von<br />

„My Ocean Challenge“ ist zu<br />

erreichen unter team-malizia.<br />

com/en/my-ocean-challenge.<br />

Im September erscheint das Buch:<br />

Birte Lorenzen-Herrmann,<br />

My Ocean Challenge – Kurs auf<br />

Klimaschutz. Was unsere Ozeane<br />

jetzt brauchen und was du dazu<br />

beitragen kannst,<br />

cbj-Verlag, 20 Euro.<br />

AUSGABE HERBST <strong>2022</strong><br />

www.bergedorf-bille-stiftung.de ∙ stiftung@bergedorf-bille.de ∙ 040/72 56 00-65<br />

AUSGABE HERBST <strong>2022</strong>


20<br />

21<br />

Mission vollendet – Vision und Werte auch<br />

Abschlussworkshop für die Formulierung des neuen Leitbilds der Bergedorf-Bille.<br />

DIE WERTE DER BERGEDORF-BILLE<br />

1. Wir stehen für vielfältiges Wohnen und<br />

Inklusion in lebendiger Nachbarschaft.<br />

2. Mit unserem Einsatz machen wir lebenslanges<br />

Wohnen besser.<br />

3. Unsere Kommunikation ist respektvoll und<br />

stets auf Augenhöhe.<br />

4. Durch unser vertrauensvolles Miteinander<br />

sind wir eine starke Gemeinschaft und ein<br />

verlässlicher Partner.<br />

5. Wir handeln ökologisch-wirtschaftlich mit<br />

Verantwortung und Weitblick.<br />

6. Wir bieten viele Möglichkeiten an genossenschaftlicher<br />

Teilhabe.<br />

7. Bei der Digitalisierung steht der Mensch im<br />

Mittelpunkt.<br />

8. Unsere gegenseitige Wertschätzung achtet die<br />

Leistung eines jeden.<br />

Altkanzler Helmut Schmidt hatte für Visionen in der<br />

Politik nicht viel übrig. Doch für ein Unternehmensleitbild<br />

sind sie unerlässlich, denn ein solches Leitbild<br />

besteht im ersten Schritt aus Vision, Mission<br />

und Werten. Die Vision definiert das Ziel, das ein<br />

Unternehmen in einer absehbaren Zukunft anstrebt. Sie beschreibt,<br />

wofür das Unternehmen steht und was es antreibt. Die<br />

Mission erklärt, was nötig ist, um dieses Ziel zu erreichen. Und<br />

die Werte zeigen auf, nach welchen Regeln das Unternehmen<br />

den Weg dorthin bestreiten will.<br />

Die Bergedorf-Bille hat an einem Leitbild gearbeitet, das Ziele<br />

setzt für das Jahr 2030 und darüber hinaus; das Orientierung in<br />

herausfordernden Zeiten bietet und ein gemeinsames Verständnis<br />

für ein tragfähiges Zukunftskonzept der Genossenschaft schafft.<br />

Für die Entwicklung wurde ein detaillierter Prozess in Gang gesetzt.<br />

Alle Interessengruppen der Genossenschaft beteiligten sich<br />

daran. Vertreter*innen und Mitarbeitende waren ebenso Teil der<br />

paritätisch besetzten Teams wie Aufsichtsrat und Vorstand.<br />

Ein Weg in Etappen<br />

Bereits 2021 startete der Leitbildprozess mit ersten Workshops.<br />

Doch die Pandemie verlangsamte das Geschehen. Für lebhafte<br />

Diskussionen kreativer Lösungsvorschläge braucht es Treffen in<br />

Präsenz. Und gerade die waren lange Zeit nicht möglich. <strong>2022</strong><br />

Gemeinsam mit anderen feilten die Vertreter*innen<br />

Gerhard Ernst und Manuela Tietz an den finalen<br />

Formulierungen.<br />

gab es intensive Abstimmungsrunden. Dabei wurde jedes Wort<br />

sorgfältig abgewogen, um alle Blickwinkel zu berücksichtigen.<br />

Im Juni <strong>2022</strong> legten die Teilnehmenden des zweitägigen „Vollender-Workshops“<br />

schließlich die finalen Formulierungen für<br />

Vision, Mission und Werte der Bergedorf-Bille fest. Und berücksichtigten<br />

dabei das Feedback aus insgesamt neun Workshops<br />

und einer Sammlung digitaler Kommentare.<br />

„Wir verwirklichen genossenschaftliches Zuhause“ lautet<br />

die Vision der Bergedorf-Bille für das Jahr 2030. Gefolgt von der<br />

Mission „Mit Begeisterung schaffen wir gemeinsam nachhaltig<br />

lebenswerte Quartiere“.<br />

Bereit für die nächste Strecke<br />

Nun bilden diese Formulierungen die Grundlage für konkrete<br />

Strategien und Maßnahmen, die daraus abgeleitet werden. Schon<br />

im Sommer <strong>2022</strong> geht es weiter. In Workshops mit Vertretenden<br />

und Mitarbeitenden werden Ideen für die wichtigsten Handlungsfelder<br />

der Bergedorf-Bille gesammelt: Klimaschutz und<br />

Nachhaltigkeit, Partizipation und Soziales, aber auch Digitalisierung<br />

und Transformation.<br />

INFO<br />

Mehr Informationen zum Leitbild<br />

finden Sie auf der Homepage<br />

unter bergedorf-bille.de/<br />

genossenschaft/<br />

quartiermitwirkung.<br />

Foto: Diekmann<br />

Zeitreise im<br />

produzierenden<br />

Denkmal<br />

Die Riepenburger Mühle ist<br />

Hamburgs ältester<br />

Handwerksbetrieb.<br />

Seit 704 Jahren wird in dem<br />

Galerieholländer Getreide zu<br />

Mehl vermahlen. Seit 1999 wird<br />

die Mühle von einem<br />

engagierten Verein als<br />

Kulturdenkmal erhalten.<br />

Die Riepenburger Mühle ist nicht nur die<br />

größte und älteste Kornwindmühle auf<br />

Hamburger Stadtgebiet. Der Galerieholländer<br />

ist gleichzeitig auch der älteste<br />

noch existierende Handwerksbetrieb der<br />

Stadt. Möglich macht dies der Verein um den<br />

Vorsitzenden Axel Strunge, der sich seit 1999 mit<br />

viel Herzblut für den Erhalt des produzierenden<br />

Kulturdenkmals einsetzt. Seit 704 Jahren wird an<br />

dem Standort Getreide gemahlen. Auch Öl wird<br />

an einem kleinen Tresen verkauft.<br />

Axel Strunge und seine Mitstreiter legen viel<br />

Wert darauf, die Mühle so originalgetreu wie<br />

möglich zu erhalten – „so als hätte der letzte<br />

Müller erst gerade die Tür zugemacht“, erklärt<br />

Strunge. Und so wird der Besuch von „ Boreas“<br />

– der Name eines antiken Windgotts – für den<br />

Besucher zu einer Zeitreise. „Eine Mühle zu besuchen,<br />

ist wie in einer offenen Maschine zu stehen<br />

und zu erleben, wie jeder einzelne Schritt<br />

vom Korn bis zum Mehl funktioniert“, sagt Axel<br />

Strunge.<br />

Erstmals erwähnt wurde die Mühle bereits im<br />

Jahr 1318. Damals gehörte sie zur Riepenburg, einem<br />

befestigten Schloss am Elbdeich. Ritter Hermann<br />

Ribe war Namensgeber. Er war im 13. Jahrhundert<br />

Besitzer des Schlosses. Die heutige<br />

Mühle wurde 1828 als Galerieholländer-Windmühle<br />

errichtet. Bis 1863 waren die Bewohner<br />

INFO<br />

BESONDERE ORTE IN UND<br />

<strong>BEI</strong> BERGEDORF<br />

von Bergedorf, Geesthacht und den Vierlanden<br />

verpflichtet, ihr Korn entweder auf der Riepenburger<br />

Mühle oder der Kornwassermühle in Bergedorf<br />

mahlen zu lassen.<br />

Im Jahr 1990 setzte sich der letzte Müller zur<br />

Ruhe. Bis dahin hatte die Mühle noch der Futtermittelherstellung<br />

gedient. Im Oktober 2001 kaufte<br />

der Verein die Mühle, etwa 5.500 Quadratmeter<br />

Land und alle Anbauten. Darin ist seit Dezember<br />

2019 auch das Mühlencafé Molina beheimatet.<br />

Es bietet in authentischem, aber trotzdem<br />

schickem Ambiente Frühstück und hausgemachten<br />

Kuchen an. Internet: www.cafemolina.de.<br />

Riepenburger Mühle<br />

Kirchwerder Mühlendamm 75a<br />

21037 Hamburg-Kirchwerder<br />

In der Riepenburger<br />

Mühle wird seit 1318<br />

mit der Kraft des<br />

Winds Getreide zu<br />

Mehl verarbeitet.<br />

Öffnungszeiten:<br />

Februar bis Dezember, Dienstag und Donnerstag, jeweils 14.30 bis 18 Uhr.<br />

Kontakt zum Vereinsvorsitzenden Axel Strunge für Anfragen zum<br />

Verein, Besichtigungen oder Führungen: Telefon 040/7 20 89 50,<br />

mobil 0179/2 23 51 20 oder E-Mail boreas@bergedorf.de.<br />

www.bergedorf-bille.de ∙ info@bergedorf-bille.de ∙ 040/72 56 00-0 AUSGABE HERBST <strong>2022</strong><br />

AUSGABE HERBST <strong>2022</strong> AUSGABE HERBST <strong>2022</strong>


22 23<br />

Alarm, Alarm!<br />

Die Panik aus<br />

dem Handy<br />

Der Känguru-Insel-<br />

Schmalfußbeutelmaus<br />

geht es schlecht!<br />

Diese Warnmeldung erschien letztens auf<br />

meinem Handy. Klar, das ist nicht schön für<br />

den auf nur einer einzigen Insel vor Australien<br />

lebenden Raubbeutler. So heißt die<br />

Gattung tatsächlich. Auf der anderen Seite<br />

des Erdballs geht es um den Überlebenskampf<br />

der Tiere, also um Artenvielfalt. Doch<br />

ich war schon verwundert, dass diese Geschichte<br />

dem Nachrichtendienst tatsächlich<br />

eine Alarmmeldung auf meinem Handy wert<br />

war. Dabei stand ich gerade vor einem Kühlregal<br />

im Supermarkt, als der akute Beutelmaus-Alarm<br />

ausgerufen wurde. Was ist da<br />

los in den Redaktionen und auf den<br />

Nach zwei Jahren<br />

Pause finden im<br />

Herbst wieder<br />

große Laternenumzüge<br />

statt, die<br />

wir gerne unterstützen.<br />

In Lohbrügge veranstaltet<br />

der Bürger verein Lohbrügge<br />

e. V. endlich wieder<br />

sein großes Laternenfest<br />

mit Feuerwerk. Der Laternenumzug<br />

wird von vier Spielmannszügen begleitet.<br />

Am Samstag, 17. September <strong>2022</strong>,<br />

um 19 Uhr, beginnt der Umzug durch den<br />

Stadtteil ins Grüne Zentrum an folgenden<br />

Standorten: 1) Lohbrügger Markt, 2) Grandkoppel,<br />

3) Schule Max-Eichholz-Ring und<br />

Neulich bei uns …Social-Media-Kanälen?<br />

Spinnt ihr?<br />

Klimakrise, Kriegsmeldungen,<br />

Corona, Amokläufe,<br />

Affenpocken … Sicher, darüber müssen<br />

wir informiert werden, aber dieses Bombardement<br />

an Angst machenden Panikmeldungen<br />

im Halbstundentakt: Muss das wirklich<br />

sein?<br />

„Die wollen doch nur, dass wir auf die<br />

Meldung klicken“, sagt meine Nichte Paula.<br />

„Mit den Klicks verdienen die Medien Geld,<br />

weil: viele Klicks, viele Werbeeinnahmen.“<br />

Klar sollen die Medien Geld verdienen, aber<br />

uns deshalb ständig in Angst und Schrecken<br />

versetzen? Wir können doch nicht dauernd<br />

im Panikmodus herumlaufen, weil irgendein<br />

Redakteur meint, den Weltuntergang herbeizutexten.<br />

„Und was ist eigentlich, wenn<br />

etwas wirklich Wichtiges passiert, das unser<br />

schnelles Handeln notwendig macht?“, fragt<br />

Paula nachdenklich. „Dann sind viele so abgestumpft,<br />

dass sie das gar nicht mehr ernst<br />

nehmen.“<br />

Paula will sich mal bei ihren Mitschülern<br />

erkundigen, wie die das handhaben.<br />

Ein befreundeter Redakteur erklärt mir<br />

inzwischen, dass die Panik-Dauerschleife mit<br />

dem „Teasern“ (von englisch „to tease“ =<br />

reizen) zu tun habe. „Man baut einen kleinen<br />

Text, der Aufmerksamkeit erzielt, indem er<br />

erschreckt oder neugierig macht.“ Sich<br />

Laternenumzüge<br />

4) Einkaufszentrum Rappoltweg.<br />

Die Umzüge enden auf<br />

der Wiese beim „Parktantenhaus“.<br />

Dort findet um<br />

circa 20.30 Uhr das krönende<br />

Feuerwerk statt.<br />

In Nettelnburg und<br />

Allermöhe wird vom SV<br />

Nettelnburg/Allermöhe von<br />

1930 e. V. (SVNA) wieder der alljährliche,<br />

große Laternenumzug<br />

organisiert. Am Samstag, 24. September<br />

<strong>2022</strong>, um 19.30 Uhr, starten bis zu sechs<br />

Umzüge von unterschiedlichen Standorten.<br />

Zum Abschluss des Sternenmarschs<br />

findet um circa 21 Uhr ein Feuerwerk über<br />

dem Sportplatz Katendeich statt.<br />

MITEINANDER IN DER NACHBARSCHAFT<br />

beruhigen oder eben seine<br />

Neugier befriedigen kann man<br />

dann nur, wenn man über das<br />

Klicken weiterliest.<br />

Und was sagen Paulas Mitschüler?<br />

„Den meisten ist das noch gar nicht so<br />

aufgefallen, andere klicken einfach nicht auf<br />

die Meldungen. Und viele machen da freiwillig<br />

mit.“<br />

„Mitmachen?“, frage ich.<br />

„Social Media“, sagt sie. „Horrormeldungen,<br />

Schockbilder, erschreckende Meldungen,<br />

das alles ergibt Aufmerksamkeit und<br />

Likes. Und Likes will jeder.“<br />

Großer Gott!<br />

„Im Urlaub hatte ich das nicht, da gab es<br />

keinen WLAN-Empfang“, sagt Paula.<br />

Das ist die Lösung: Urlaub vom Panikalarm!<br />

Einfach mal alle Meldungen per Einstellung<br />

im Handy unterbinden und sich die<br />

Informationshoheit zurückerobern. Nur zu<br />

einer festgelegten Zeit im Internet ansehen,<br />

was wirklich wichtig ist. Zusätzlich muss man<br />

natürlich einen Social-Media-Entzug durchmachen,<br />

doch schon nach<br />

wenigen Tagen lebt es sich<br />

deutlich entspannter. Und<br />

viel mehr Zeit gewinnt<br />

man auch. Zum Beispiel<br />

für die Rettung der Känguru-Insel-Schmalfußbeutelmaus.<br />

Die Startpunkte sind voraussichtlich:<br />

1) Am Güterbahnhof, 2) Nettelnburger<br />

Straße/Katendeich, 3) Anton-Reé-Schule/<br />

Henriette-Herz-Ring, 4) Nettelnburger<br />

Straße/ Klaus-Schaumann-Straße, 5) und<br />

6) Nettelnburger Kirchweg/Bugenhagen<br />

Kirche. Nähere Informationen finden Sie<br />

auf der Homepage des SVNA in der Rubrik<br />

„Aktuelles“ unter www.svna.de.<br />

Auch in Bergedorf lädt die Freiwillige<br />

Feuerwehr Bille wieder mit zwei Spielmannszügen<br />

zum traditionellen Laternenumzug<br />

durch das Bergedorfer Villenviertel<br />

ein. Abmarsch ist am Freitag, 30. September<br />

<strong>2022</strong>, um 19.15 Uhr, beim Feuerwehrhaus<br />

Chrysanderstraße 2d. Dort endet der<br />

Umzug auch. Die Gäste können sich anschließend<br />

die Fahrzeuge der Feuerwehr<br />

anschauen und sich mit Grillwürstchen<br />

stärken.<br />

Foto: APA/AFP/Jody Gates/Threatened Species Recovery Hub<br />

Foto: Tim Heisler<br />

Ganz besonders am Herzen lag<br />

der Stiftung die Wiederaufnahme<br />

der uneingeschränkten<br />

Gruppenarbeit in unseren<br />

Berge dorf-Bille-Treffpunkten. Aber auch<br />

Projekte und Veranstaltungstermine können<br />

nun wieder anders durchgeführt oder<br />

ganz neu geplant werden.<br />

Gruppenangebote in den Treffpunkten<br />

Zusammen mit unseren Ehrenamtlichen<br />

haben wir es auch in der schwierigen Pandemiezeit<br />

geschafft, alles, was möglich<br />

war, zu organisieren oder Lockdownmaßnahmen<br />

zu überbrücken. So war es allen<br />

Beteiligten umso mehr eine Herzensangelegenheit,<br />

den Wegfall der Beschränkungen<br />

direkt und sofort für alle Gruppenangebote<br />

umzusetzen. Es war eine große<br />

Freude, daran teilzuhaben, dass sich die<br />

Gruppen wieder in der alten Stärke treffen<br />

und endlich wieder alle zusammen<br />

sein konnten.<br />

Wenn wieder alles<br />

möglich ist!<br />

Mit dem Wegfall der pandemiebedingten Auflagen<br />

konnten viele Aktivitäten wieder aufgenommen werden,<br />

die vorher ruhen mussten.<br />

Natürlich sind alle Teilnehmenden<br />

weiterhin vorsichtig und folgen den Empfehlungen<br />

zum Schutz der Gesundheit.<br />

Inzwischen sind wieder über 50 Gruppen<br />

in allen Treffpunkten aktiv. Den aktuellen<br />

Überblick hierzu finden Sie in der Veranstaltungsübersicht<br />

sowie auf unserer<br />

Homepage.<br />

Weitere Angebote befinden sich in<br />

der Organisationsphase, und wir konnten<br />

bereits einige neue Aktivitäten ermöglichen<br />

und neue Ehrenamtliche begrüßen.<br />

Dies alles freut uns sehr und ist von großer<br />

Dankbarkeit für unsere Ehrenamtlichen<br />

geprägt.<br />

Besucher sind herzlich<br />

willkommen<br />

Fühlen Sie sich herzlich eingeladen, als Besucher<br />

oder mit einer neuen Initiative teilzuhaben.<br />

Insbesondere die neuen<br />

Angebote wie die Sammelkartenspielrunde,<br />

die sich vor allem an junge Leute<br />

richtet, sowie die akustische Gitarren-<br />

Die Nachtwanderung der Hamburger Jugendfeuerwehren<br />

war wieder ein voller Erfolg.<br />

und Musikgruppe für Fortgeschrittene<br />

(beides im Treffpunkt Katendeich) freuen<br />

sich über Teilnehmer*innen. Auch unsere<br />

Gitarrengruppe „Bille-Band“, die in der<br />

Leuschnerstraße probt, würde sich speziell<br />

über einen neuen Schlagzeuger freuen.<br />

Der bisherige Schlagzeuger hat viele Jahre<br />

verlässlich den „Takt angegeben“, sich nun<br />

aber vom aktiven Bandleben verabschiedet.<br />

Wir senden ihm auf diesem Wege<br />

herzliche Grüße und erinnern uns gern an<br />

viele schöne Auftritte bei Sommer- und<br />

anderen Festen! Wir würden uns sehr<br />

freuen, wenn die „Bille-Band“ auf diesem<br />

Wege wieder Verstärkung findet. Melden<br />

Sie sich gern bei uns!<br />

Neben der Betreuung unserer bestehenden<br />

Treffpunkte bereiten wir aktuell<br />

die Eröffnung von drei neuen Standorten<br />

vor: Kirschgarten, Sterntwiete und Bergedorfer<br />

Tor. Die Bergedorf-Bille-Stiftung<br />

wird somit ab dem kommenden Jahr<br />

Nachbarschaftsaktivitäten in insgesamt<br />

17 Treffpunkten anbieten können.<br />

AUSGABE HERBST <strong>2022</strong><br />

www.bergedorf-bille-stiftung.de ∙ stiftung@bergedorf-bille.de ∙ 040/72 56 00-65<br />

AUSGABE HERBST <strong>2022</strong>


24 25<br />

SOZIALES WOHNEN<br />

Projekte<br />

In der Projektarbeit wurden ebenfalls die neuen<br />

Möglichkeiten nach den Kontaktbeschränkungen<br />

genutzt. Allem voran steht hier die Freude, dass am<br />

14. Mai <strong>2022</strong>, nach zwei Jahren Pause, die Nachtwanderung<br />

der Hamburger Jugendfeuerwehren im Wellingsbüttler<br />

Forst endlich wieder ausgerichtet werden<br />

konnte. Sie hat bereits eine langjährige Tradition<br />

und fand zum 27. Mal statt. Es nahmen über<br />

60 Gruppen mit mehr als 900 Wettbewerber*innen<br />

teil. Alle marschierten in einer Art Rallye durch das<br />

Alstertal und stellten dabei ihr Können in Sachen<br />

Feuerwehrwesen, Geschicklichkeit, Sports-, Kopfund<br />

Kameradschaftsgeist unter Beweis. Am Ende<br />

gab es eine Preisverleihung für die Besten.<br />

Der Arbeitskreis der Stiftungen Hamburger Baugenossenschaften,<br />

dem auch unsere Stiftung angehört,<br />

hat sich einstimmig entschieden, dieses Projekt<br />

der Kinder- und Jugendförderung wieder aufzunehmen<br />

und zu unterstützen, sind wir doch von<br />

der wichtigen Arbeit der Jugendfeuerwehren überzeugt,<br />

die bei dieser Aktion wieder eindrücklich<br />

unter Beweis gestellt wurde.<br />

Das Team der „engagierten Stadt Bergedorf“<br />

hat sich im April zu einem Tagesworkshop zusammengefunden<br />

und mit Unterstützung bereits erfolgreicher<br />

Projektleiter festgelegt, was gemeinsam<br />

für den Stadtteil Bergedorf in den verbleibenden<br />

eineinhalb Jahren noch ins Leben gerufen werden<br />

kann. Es sind konkrete Aktionen<br />

für den Herbst in Planung,<br />

von denen wir zu gegebener<br />

Zeit berichten werden.<br />

Die Hamburger<br />

Jugendfeuerwehren<br />

leisten<br />

wichtige<br />

Jugendarbeit.<br />

17<br />

Veranstaltungen<br />

Zu guter Letzt planen wir bereits jetzt Veranstaltungen,<br />

an denen wir mitwirken werden. So ist es<br />

bereits zu einer Tradition geworden, dass die Stiftung<br />

sich in das Demenznetzwerk Bergedorf einbringt<br />

und dieses an der jährlichen „Demenzwoche<br />

Hamburg“ teilnimmt. Es gibt erneut hamburgweite<br />

Aktionen, und es wird ein Alzheimertag im Stadtteil<br />

ausgerichtet. In diesem Jahr findet er am Mittwoch,<br />

dem 21. September <strong>2022</strong>, im Bürgerhaus<br />

Aller möhe statt. Eine Programmübersicht finden<br />

Sie im September auf unserer Homepage.<br />

.<br />

Internationaler<br />

INFOBÖRSE<br />

INTEGRATION<br />

D EMEN Z<br />

Begegnung und Information<br />

erfahren & begreifen<br />

„DEMENZ –<br />

VERBUNDEN BLEIBEN!“<br />

Aktionswochenende<br />

24. bis 25. September <strong>2022</strong><br />

Informationen zum Programm des<br />

Aktionswochenendes finden Sie unter<br />

www.hamburg.de/demenz<br />

1. September <strong>2022</strong><br />

11:00 bis 13:30 Uhr<br />

im Haus im Park<br />

Gräpelweg 8<br />

21029 Hamburg<br />

Bund e.V.<br />

R e f u g e e s<br />

w e l c o m e !<br />

Nach zweijähriger Pause kann auch endlich wieder<br />

eine Infobörse Integration organisiert werden. Sie<br />

wird zum 17. Mal am Donnerstag, dem 1. September<br />

<strong>2022</strong>, im Haus im Park stattfinden, und unsere<br />

Stiftung wird mit einem Stand vertreten sein. Ziel<br />

ist es, Ehrenamtliche, Engagierte, Fachkräfte und<br />

zugewandte Menschen miteinander zu vernetzen.<br />

Besuchern bietet sie die Möglichkeit, sich direkt vor<br />

Ort bei den Akteuren Rat und Informationen zu<br />

holen.<br />

Plakatmaterial: Demenzveranstaltung, Infobörse Integration<br />

Foto: picoStudio – stock.adobe.com<br />

Wohnraum für alle:<br />

eine Aufgabe für viele<br />

Die Hamburger Behörden stellen die Berechtigungsdokumente<br />

für vordringlich Wohnungssuchende aus – die Genossenschaften<br />

machen mit geeignetem Wohnraum Praxis aus der Theorie.<br />

In Extremsituationen wie denen der Ukraine-Geflüchteten<br />

werden gemeinsam bürokratische Barrieren abgebaut.<br />

Wohnungsnot ist ein strukturelles, aber auch<br />

individuelles Problem mit diversen Gründen<br />

und Ausprägungen. Jedes Schicksal ist anders,<br />

hinter jeder Zahl steht ein Mensch. Und<br />

natürlich gibt es keine Universallösungen. Das<br />

machen auch die verschiedenen Hamburger<br />

Förderwege deutlich. „Wohnberechtigungsschein<br />

ist nicht gleich Wohnberechtigungsschein“,<br />

erklärt Norman Motl, Abteilungsleiter<br />

Vermietung bei der Schiffszimmerer e. G. Einige<br />

Beispiele: Vordringlich Wohnungssuchende,<br />

zum Beispiel von Obdachlosigkeit, häuslicher<br />

Gewalt und anderen prekären Lebenslagen<br />

Bedrohte oder Betroffene, erhalten von den<br />

Ämtern einen Dringlichkeitsschein – die Miete<br />

übernimmt dann die öffentliche Hand. Der<br />

Wohnberechtigungsschein nach Paragraf 5 ist<br />

für Menschen gedacht, die eine bestimmte Gehaltsgrenze<br />

unterschreiten und so Anspruch auf<br />

geförderten Wohnraum mit geringerer Miete<br />

haben. Und ein Paragraf-6-Schein greift bei<br />

Haushalten mit einem durchschnittlichen Einkommen,<br />

das aber nicht genug Wohnraum für<br />

beispielsweise eine vierköpfige Familie sichern<br />

kann. Ein Hamburger Problem, für das fieberhaft<br />

nach Lösungen gesucht wird: Es entsteht derzeit<br />

nicht genug neuer geförderter Wohnraum,<br />

um die Wohnungen auszugleichen, deren Förderbindung<br />

nach 30- oder 40-jähriger Laufzeit<br />

erlischt. Aber es gibt auch erfreuliche Nachrichten.<br />

„Unternehmen wie die Genossenschaften,<br />

die über öffentlich geförderten Wohnraum<br />

verfügen, können einen Kooperationsvertrag<br />

mit der Stadt unterschreiben. Er besagt im Groben,<br />

dass die Bindung einer einzelnen Wohnung<br />

an die soziale Nutzung entfallen kann, wenn<br />

anderswo innerhalb des Immobilienbestandes<br />

entsprechender Wohnraum zur Verfügung gestellt<br />

wird. Eine Gesamtquote für die soziale<br />

Nutzung muss erfüllt sein – und die überschreiten<br />

wir zumeist“, so Norman Motl. Das verschafft<br />

den Akteuren Flexibilität, und auch die<br />

soziale Durchmischung wird gefördert: Stabile<br />

nachbarschaftliche Verhältnisse helfen beim<br />

Fußfassen nach Schicksalsschlägen, Chaos und<br />

Isolation. Neue Aktualität erhält der Kooperationsvertrag<br />

in der Ukraine-Krise: Die Genossenschaften<br />

können ukrainischen Geflüchteten, die<br />

sich bewerben, schnell und unbürokratisch<br />

Wohnraum anbieten, denn auch ohne Schein<br />

fallen sie in die Dringlichkeitsregelung – und in<br />

die Quote des Kooperationsvertrages.<br />

Adressen<br />

für<br />

Hilfesuchende<br />

WOHNBRÜCKE<br />

Das spendenfinanzierte<br />

Projekt vermittelt<br />

Wohnraum<br />

und organisiert<br />

ehrenamtliches<br />

Engagement für<br />

Geflüchtete.<br />

wohnbrueckelawaetz.de<br />

FRAUEN_WOHNEN<br />

Das vom schleswig-holsteinischen<br />

Gleichstellungsministerium<br />

geförderte<br />

Projekt beschafft<br />

durch Kooperationen<br />

bezahlbaren Wohnraum<br />

für Frauen, die<br />

mit ihren Kindern in<br />

Frauenhäusern leben.<br />

paritaet-sh.org/<br />

projekte/frauen_<br />

wohnen.html<br />

FÖRDERN UND<br />

WOHNEN<br />

Der städtische<br />

Träger hilft obdachund<br />

wohnungslosen<br />

Menschen, wieder<br />

Fuß zu fassen.<br />

Auch Geflüchtete<br />

finden hier eine<br />

Bleibe auf Zeit.<br />

foerdernundwohnen.de<br />

AUSGABE HERBST <strong>2022</strong><br />

AUSGABE HERBST <strong>2022</strong>


26 27<br />

ENERGIEKRISE IN EUROPA<br />

Jetzt heißt<br />

es: heizen<br />

mit Bedacht<br />

Die aktuellen Spar-Appelle<br />

der Politik fallen bei den<br />

Bundesbürgern auf fruchtbaren<br />

Boden: Angesichts<br />

steigender Energiepreise<br />

sind 89 Prozent bereit, ihren<br />

Gasverbrauch deutlich<br />

zu senken. Allerdings ist<br />

noch unklar, wie groß das<br />

Ausmaß der Probleme<br />

sein wird, die mit Beginn<br />

der Heizperiode auf die<br />

Menschen zukommen.<br />

Wegen des Krieges in der Ukraine ist<br />

die Versorgung mit russischem Erdgas<br />

unsicher. Die Belieferung der Wohnungen<br />

mit Erdgas genießt jedoch Priorität. Mieterinnen<br />

und Mieter sollen von Zwangsabschaltungen<br />

verschont bleiben. Hierzulande<br />

wird knapp die Hälfte aller Wohnungen<br />

– das sind rund 20 Millionen – mit<br />

Gas beheizt.<br />

Die aktuelle Krise trifft auf hausgemachte<br />

Probleme. Da wäre zuallererst die<br />

Abhängigkeit Deutschlands von russischem<br />

Gas, die in den vergangenen 40<br />

Jahren stetig zugenommen hat. Noch bis<br />

vor wenigen Monaten wurden Kritiker<br />

Ganz abstellen<br />

sollten Sie Ihre<br />

Heizung nie,<br />

sonst wird die<br />

Wohnung feucht.<br />

Aber schon ein Grad<br />

weniger macht einen<br />

Unterschied<br />

auf dem Konto.<br />

dieser Situation belächelt – und das nicht<br />

ganz zu Unrecht. Russland lieferte das vertraglich<br />

vereinbarte Erdgas und Erdöl dem<br />

Westen selbst in Zeiten des kalten Krieges<br />

und galt als zuverlässiger Partner. Hinzu<br />

kam, dass der Transport durch Leitungen<br />

die ökonomischste Art ist und so auch die<br />

Endverbraucher von günstigen Energiepreisen<br />

profitierten.<br />

Der Kurswechsel nach dem Überfall<br />

Russlands auf die Ukraine führt nun dazu,<br />

dass nicht nur weniger Gas aus Russland<br />

geliefert wird, sondern dass wegen des<br />

Mangels und höherer Transportkosten die<br />

Preise explodieren. Zudem wird voraussichtlich<br />

zum 1. Oktober <strong>2022</strong> für alle Gaskunden<br />

eine zusätzliche Abgabe eingeführt.<br />

Die genaue Höhe der Abgabe, die<br />

bis Ende März 2024 erhoben wird, soll bis<br />

Ende August veröffentlicht werden. Sie<br />

wird aber in der Spanne von 1,5 bis fünf<br />

Cent pro Kilowattstunde liegen.<br />

Bei einem durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt<br />

mit einem Verbrauch von<br />

20.000 Kilowattstunden im Jahr landet<br />

man so in einem mittleren Hundert-Euro-Bereich.<br />

Bei 20.000 Kilowattstunden<br />

und zwei Cent Umlage sind das Mehrkosten<br />

von 476 Euro, die zusätzlich zu normalen<br />

Preiserhöhungen auf die Verbraucher<br />

Foto: axelbueckert – photocase.de; Text: Oliver Schirg<br />

zukommen. Derzeit bieten viele Genossenschaften<br />

ihren Mitgliedern an,<br />

die Heizkostenvorauszahlung vorsorglich<br />

zu erhöhen.<br />

Hinzu kommt, dass die aktuelle Entwicklung<br />

die Klimaschutzziele infrage<br />

stellt. Gas galt bislang als Brückentechnologie,<br />

sodass viele Menschen meinten,<br />

man könne auf Energie aus Atom- und aus<br />

Kohlekraftwerken in Zukunft verzichten.<br />

Im Fall der Kohlekraftwerke hat die Bundesregierung<br />

bereits einen Rückzieher gemacht.<br />

Vermehrt sollen Kohlemeiler wieder<br />

angefahren werden, um das Fehlen<br />

von Erdgas auszugleichen.<br />

Ob das am Ende ausreichen wird,<br />

steht in den Sternen. Irdisch sind hingegen<br />

die Probleme der Gashändler, die bei laufenden<br />

Verträgen auf den Mehrkosten für<br />

den Einkauf von Gas sitzen bleiben. Um<br />

hier Insolvenzen zu verhindern, kann die<br />

Bundesregierung das „Preisanpassungsrecht“<br />

aktivieren. Dann könnten die Unternehmen<br />

sofort sämtliche Verträge kündigen<br />

und ihre Preise drastisch erhöhen.<br />

Die Folgen wären verheerend. Zwar<br />

würden dann alle Wohnungen weiterhin<br />

mit Gas bzw. Heizenergie versorgt. Haushalte<br />

mit geringem Einkommen aber<br />

könnten sich das Heizen dann nicht mehr<br />

leisten. „In einer Krisensituation wie der<br />

jetzigen muss die eigene Wohnung als<br />

Rückzugsort in jeder Hinsicht sicher sein“,<br />

sagt Andreas Breitner, Direktor des Verbands<br />

norddeutscher Wohnungsunternehmen<br />

(VNW), in dem fast alle Hamburger<br />

Genossenschaften Mitglied sind.<br />

Manche Sparappelle, wie zum Beispiel<br />

die Wohnungstemperatur zu reduzieren,<br />

seien nicht zielführend. „‚Frieren für den<br />

Frieden‘ klingt nicht nur zynisch, sondern<br />

ist es auch“, sagt Andreas Breitner. Und am<br />

Ende könne es sogar mehr schaden als<br />

nutzen. „Es besteht die Gefahr, dass sich<br />

in kühleren Zimmern innerhalb kurzer Zeit<br />

Schimmel bildet und damit eine ernsthafte<br />

Gesundheitsgefahr entsteht.“<br />

Bei allem Verständnis für die aktuelle<br />

Notlage fordern die sozialen Vermieter<br />

deshalb, die Bezahlbarkeit des Wohnens<br />

nicht aus den Augen zu verlieren. „Es geht<br />

um Versorgungssicherheit und um bezahlbare<br />

Energiepreise“, sagt der VNW-Direktor.<br />

„Zumal wir eine Preiserhöhungswelle<br />

erleben, deren Ausmaß den allermeisten<br />

Menschen noch nicht bewusst ist.“<br />

Elektrogeräte überprüfen<br />

Gerade in Zeiten flexibler Homeoffice-<br />

Lösungen ist die Unterhaltungs- bzw.<br />

Arbeitselektronik zum noch größeren<br />

Stromfressfaktor aufgestiegen. Insgesamt<br />

28 Prozent unserer Stromkosten<br />

gehen (laut Anbieter 123energie) auf<br />

die „Nutzung von Technik und Unterhaltungsmedien“<br />

zurück. Sowohl für<br />

Fernseher als auch Computer gilt: je<br />

größer die Bildschirmdiagonale, desto<br />

höher der Stromverbrauch. Das können<br />

Sie schon beim Kauf beachten und<br />

genau prüfen, wie groß Ihr Fernseher<br />

in Relation zum Sofa wirklich sein muss.<br />

Noch ein Tipp: Brauchen Sie nachts<br />

WLAN? Wenn nicht, können Sie Ihren<br />

Router (Stromverbrauch pro Jahr: bis zu<br />

175 kWh!) einfach ausschalten, bevor<br />

Sie ins Bett gehen. Und dass im Standby-Modus<br />

beinahe aller Elektrogeräte<br />

weiter die Stromkasse klingelt, dürfte<br />

allgemein bekannt sein. Also, aktuell<br />

noch dringlicher: Hauptschalter aus,<br />

Stecker raus oder Mehrfachsteckdose<br />

mit Kippschalter verwenden!<br />

Clever waschen und trocknen<br />

Wussten Sie schon, dass eine Waschmaschine,<br />

die bei 30 Grad läuft statt<br />

bei 60, nur ein Drittel der Energie verbraucht?<br />

Mit den heutigen Maschinen<br />

und Waschmitteln reicht diese Temperatur<br />

für die meisten Alltagsverschmutzungen<br />

völlig aus.<br />

Wer auf seinen geliebten Wäschetrockner<br />

nicht verzichten kann, der<br />

sollte zumindest darauf achten, das<br />

Flusensieb regelmäßig zu leeren: Je voller<br />

das Sieb, desto länger und teurer<br />

wird der Trockengang.<br />

RAT UND TAT<br />

So sparen Sie Energie im Haushalt<br />

Mit diesen Tipps entlasten Sie nicht nur Ihr Konto,<br />

sondern tragen auch zum Klimaschutz bei.<br />

Natürliches Licht nutzen<br />

Überprüfen Sie, ob Sie den Standort<br />

Ihrer Möbel und Küchenstationen klug<br />

gewählt haben. Steht der Tisch zum<br />

Gemüseschnippeln, Arbeiten oder<br />

Frühstücken direkt am Fenster, sparen<br />

Sie viele Minuten künstliches Licht am<br />

Tag, wohingegen das Sofa (dank einer<br />

Leselampe mit stromsparender LED-Birne)<br />

oder der Kleiderschrank auch ruhig<br />

in dunkleren Ecken Platz finden können.<br />

Den Kühlschrank schonen<br />

Heute haben viele Kühlgeräte eine eingebaute<br />

Low-Frost- oder No-Frost-<br />

Technik, sodass es nicht zu Übereisung<br />

im Gefrierfach kommt. Das ist auch gut<br />

so, denn je größer die Vereisung, desto<br />

mehr Power braucht der Kühlschrank,<br />

um Ihre Lebensmittel zu kühlen. Besitzen<br />

Sie also ein älteres Modell, achten<br />

Sie unbedingt darauf, es regelmäßig zu<br />

enteisen. Platzieren Sie Ihr Kühlgerät<br />

nicht neben Wärmequellen wie dem<br />

Herd oder der Heizung und öffnen Sie<br />

die Tür immer nur so kurz wie möglich.<br />

Optimal sind Geräte mit der Energieeffizienzklasse<br />

A (bei vor 2021 gekauften<br />

ist A+++ die sparsamste Klasse)<br />

Bewusster heizen<br />

Heizen Sie Ihre Räume je nach Aufenthaltsdauer<br />

und -art – im Schlafzimmer<br />

werden 18 Grad empfohlen, auch für<br />

die Schlafqualität. Aber Achtung: morgens<br />

unbedingt stoßlüften! Denn<br />

nachts gibt unser Körper jede Menge<br />

Feuchtigkeit ab, die sich an Wänden<br />

und Fensterrahmen absetzt und für<br />

Schimmel sorgen kann.<br />

AUSGABE HERBST <strong>2022</strong><br />

AUSGABE HERBST <strong>2022</strong>


28 29<br />

Worauf sollte ich bereits<br />

beim Einkauf achten?<br />

Stressfrei shoppen ohne Auto: Betrachten<br />

Sie die Infrastruktur Ihres Wohnviertels mit<br />

neuen Augen. Vielleicht ist die Auswahl im<br />

Laden um die Ecke nicht größer, aber oft der<br />

Einkaufsspaß! Radeln Sie die wenigen Kilometer<br />

zum nächsten Wochenmarkt, Hofladen<br />

oder auch Supermarkt, dann kaufen Sie häufiger,<br />

aber weniger und gezielter ein, als wenn<br />

Sie einmal die Woche beim Discounter den<br />

Kofferraum füllen und dann oft Reste wegwerfen<br />

müssen (derzeit landen pro Jahr 6 Millionen<br />

Tonnen aus Privathaushalten im Müll).<br />

Puren Geschmack entdecken: Profi-Köchinnen<br />

und -Köche sagen: Mit den richtigen<br />

Produkten kann jeder kochen, denn je besser<br />

die Zutaten, desto weniger muss man tun.<br />

Frisches Saisongemüse, Lagerbares wie Kartoffeln,<br />

Sojaschnetzel und Nudeln, natürliche<br />

Gewürze, ab und zu Fisch und Fleisch in<br />

Bio-Qualität: Mit einem solchen Einkauf spart<br />

man deutlich mehr CO 2 als mit Fertiggerichten<br />

und anderen maschinell weiterverarbeiteten<br />

Lebensmitteln, deren Klimabilanz schon<br />

schlecht ist, wenn sie bei uns ankommen.<br />

Verpackung sparen: Viele Lebensmittel bringen<br />

ihre natürliche Schutzhülle schon mit und<br />

brauchen kein Zusatzplastik. Verzichten Sie<br />

auf eingeschweißte Gurken, Paprika im Dreierpack,<br />

abgepackte Salatmischungen und Co.<br />

BESSER LEBEN<br />

Kochen<br />

fürs<br />

Klima<br />

Circa 16 Prozent des<br />

individuellen CO 2 -Fußabdrucks<br />

werden durch<br />

unsere Ernährung<br />

verursacht. Wer informierter<br />

und bewusster<br />

mit Lebensmitteln<br />

umgeht, kann also aktiv<br />

zum Klimaschutz<br />

beitragen! Tipps und<br />

Infos für Ihre Küche.<br />

Wodurch werden Lebensmittel<br />

klimaschädlich?<br />

WASSERVERBRAUCH Jeder Deutsche verbraucht<br />

ca. 3.800 Liter „virtuelles Wasser“<br />

am Tag – so heißt Wasser, das für die Produktion<br />

von Waren verbraucht wurde, die wir<br />

konsumieren. Weltweit fließen 70 Prozent<br />

des verfügbaren Trinkwassers in die Landwirtschaft.<br />

Um die kostbare Ressource zu<br />

schützen und weltweit Dürren zu verhindern,<br />

muss diese Zahl sinken. Auch Sie können mit<br />

an packen, indem Sie achtsamer konsumieren<br />

(siehe Aufzählung rechts).<br />

PESTIZIDE In der konventionellen Landwirtschaft<br />

werden oft Pestizide eingesetzt, die<br />

Die<br />

Durstigen<br />

Überraschend und<br />

besorgniserregend, wie<br />

viel virtuelles Wasser<br />

(pro Kilo beim Anbau)<br />

wir durch den Kauf<br />

mancher Produkte<br />

verbrauchen. Die<br />

Top-Schluckspechte:<br />

Kakao (27.000 l)<br />

Röstkaffee (21.000 l)<br />

Rindfleisch (15.490 l)<br />

Hirse (5.000 l)<br />

Nüsse (5.000 l)<br />

Schwein (4.730 l)<br />

Geflügel (4.000 l)<br />

Reis (roh) (3.470 l)<br />

Eier (3.300 l)<br />

Kokosnuss (2.500 l)<br />

Sojabohnen (2.050 l)<br />

Avocado (1.500 l)<br />

Spargel (1.470 l)<br />

Weizen (1.410 l)<br />

Gerste (1.300 l)<br />

Foto: Dangubic – istockphoto.com<br />

Fotos: (somemeans, kameramann) – stock.adobe.com (2), Svetlana Glazkova – photocase.de<br />

Boden und Grundwasser<br />

belasten und gerade<br />

in weit entfernten Gegenden<br />

das Ökosystem<br />

empfindlich stören. Mit<br />

Gewalt optimierte Monokulturen<br />

vernichten Biodiversität<br />

und sind weder für uns noch<br />

den Planeten gesund. Was können wir<br />

Verbraucher tun? Bio kaufen, Labels prüfen.<br />

TRANSPORT 3 bis 15 Prozent der Treibhausgasemissionen<br />

werden in der Gesamt bilanz eines<br />

Lebensmittels durch den Transport<br />

verursacht. Dieser vergleichsweise geringe<br />

Wert steigt aber in luftige Höhen, wenn<br />

Früchte, Fleisch und Co. per Flugzeug nach<br />

Europa eingeführt werden müssen. Zwar sieht<br />

man den meisten Lebensmitteln ihre Transportwege<br />

nicht an, aber um sicherzugehen,<br />

kaufen Sie lokal/regional und saisonal. Blaubeeren<br />

aus Uruguay im Angebot? Finger weg!<br />

VERAR<strong>BEI</strong>TUNG UND VERPACKUNG<br />

Fertiggerichte, Würste, Aufstriche, Milchprodukte,<br />

alles mit Geschmacksverstärker: Hier<br />

sollten Sie sich mäßigen, denn chemische und<br />

maschinelle Arbeitsschritte erhöhen natürlich<br />

den Energieverbrauch der Lebensmittelproduktion<br />

– genau wie die Anfertigung des<br />

Materials, in das sie verpackt werden.<br />

Saisontipp:<br />

Äpfel richtig lagern<br />

Es gibt viele gute Tricks, mit denen Sie zu<br />

Hause die Haltbarkeit Ihrer Lebensmittel<br />

verlängern können. Ein Beispiel: Äpfel verströmen<br />

das Gas Ethylen, das benachbarte<br />

Früchte schneller reifen lässt. Bewahren Sie<br />

verschiedene Früchte also besser getrennt<br />

voneinander (und vor allem von Äpfeln!)<br />

auf, sonst verdirbt Ihr Obst- und Gemüseeinkauf<br />

schneller, als Ihnen lieb ist.<br />

3<br />

smarte<br />

Einkaufs-<br />

Apps<br />

Spürhund für kritische<br />

Inhaltsstoffe:<br />

Die App „Codecheck“<br />

scannt anhand<br />

des Barcodes<br />

die Zusammensetzung<br />

von Lebensmitteln<br />

und Kosmetik.<br />

Nie wieder<br />

aus Versehen die<br />

Palmöl-Industrie<br />

unterstützen!<br />

Rezeptideen nach<br />

Kühlschrankinhalt:<br />

In der App „Zu gut<br />

für die Tonne!“<br />

(im Auftrag des<br />

Bundesministeriums<br />

für Ernährung und<br />

Landwirtschaft) finden<br />

Sie viele tolle<br />

Rezepte für die kreative<br />

Resteküche.<br />

Die Rettung für<br />

Übriggebliebenes:<br />

Wer sich per App<br />

bei „Too Good To<br />

Go“ anmeldet, kann<br />

in teilnehmenden<br />

Restaurants und<br />

Bäckereien der Umgebung<br />

köstliche<br />

Restbestände zu<br />

kleinen Preisen<br />

abholen und sie so<br />

vor dem Abfalleimer<br />

bewahren.<br />

Alles hat seine Zeit<br />

Indem Sie zu saisonalen und möglichst<br />

regional erhältlichen Produkten greifen,<br />

sparen Sie CO 2 in Form von Transportwegen,<br />

Lagerung und künstlichen Haltbarkeitsbehandlungen.<br />

Auch im Winter<br />

kann man theoretisch Erdbeeren kaufen – aber<br />

nur auf Kosten von Umwelt und Klima. Freuen<br />

Sie sich jetzt im Frühherbst lieber auf:<br />

Äpfel<br />

Birnen<br />

Quitten<br />

Heidelbeeren<br />

Auberginen<br />

Brokkoli<br />

Chicorée<br />

Fenchel<br />

Kartoffeln<br />

Sellerie<br />

Kohlrabi<br />

Lauch<br />

Mangold<br />

Möhren<br />

Reste vom Feste<br />

Paprika<br />

Postelein<br />

Radieschen<br />

Rote Beete<br />

Rotkohl<br />

Spinat<br />

Tomaten<br />

Weißkohl<br />

Wirsing<br />

Mit den richtigen Zutaten clever und klimaschonend<br />

kochen, sodass man nichts wegwerfen<br />

muss und auch noch Geld spart (das man<br />

in bessere Lebensmittel investieren kann) – das<br />

kann man von Profis lernen! Unser<br />

Tipp: „Alles verwenden. Nichts<br />

verschwenden“ von Antonia Kögl<br />

(Christian Verlag, 19,99 Euro) mit<br />

vielen praktischen Tipps und Rezeptplänen<br />

rund ums Einkaufen,<br />

Rationieren und Aufbewahren.<br />

AUSGABE HERBST <strong>2022</strong><br />

AUSGABE HERBST <strong>2022</strong>


30<br />

31<br />

Der erste Preis des<br />

Wettbewerbs „10<br />

Jahre Effizienzhaus<br />

Plus“ ging an Maria<br />

Garbuz, Johannes<br />

Isheim, Julia Reinholz,<br />

Björn Bergmann<br />

und Celina Pachaly<br />

(v.l.). Auch den<br />

zweiten und einen<br />

Anerkennungspreis<br />

fuhren HS21-Studierende<br />

ein.<br />

Eine Buxtehuder Fachhochschule als<br />

Klima-Thinktank für das internationale<br />

Bauwesen der Zukunft? Im Jahr <strong>2022</strong><br />

könnte die Hochschule 21 (HS21) sich das<br />

selbstbewusst auf die Fahnen schreiben.<br />

Denn die Studierenden des Wahlpflichtfachs<br />

„Klimagerechtes Bauen“<br />

nahmen erstmals am Wettbewerb der<br />

von Bundesministerien geförderten Initiative<br />

„Effizienzhaus Plus“ teil … und<br />

räumten beinahe alles ab, was es abzuräumen<br />

gab. Hatte der Fokus des Wettbewerbs<br />

in der Vergangenheit auf<br />

Einfamilienhäusern und Neubauten<br />

gelegen, strebten die Erstplatzierten –<br />

das Team „Grau zu Grün“, zu dem auch<br />

PERSPEKTIVEN<br />

Duales Studium im Wohngewerbe<br />

Durchdachte Visionen für<br />

klimagerechtes Wohnen<br />

Architekturstudent Johannes Isheim<br />

gehört – einen Perspektivwechsel an.<br />

„Unser Beitrag, die energetische Optimierung<br />

eines bereits bestehenden<br />

Buxtehuder Quartiers, ist auch als Statement<br />

gedacht“, so Isheim. „Es passt ja im<br />

Grunde nicht zusammen, einerseits umweltfreundlich<br />

und nachhaltig bauen zu<br />

wollen und andererseits neue Flächen<br />

zu versiegeln.“ Auch könne man eigentlich<br />

nicht mehr nur auf einzelne Gebäude<br />

schauen, sondern müsse auch in<br />

größeren Kreisläufen denken. Somit ist<br />

der Wettbewerbsbeitrag eine Botschaft<br />

an die Politik und die Wohnungswirtschaft.<br />

„Unserer studentischen Initiative<br />

DIE HOCHSCHULE 21<br />

Mit ihrem starken Fokus auf dualen<br />

Studiengängen im Bauwesen bietet<br />

die Buxtehuder Fachhochschule<br />

zukunftsfähige Berufsperspektiven,<br />

einen direkten Praxisbezug und gut<br />

vernetzte Lehrende. Infos unter hs21.de<br />

gelang es, anhand eines Beispielquartiers<br />

zu zeigen, was möglich ist. Aber<br />

auch, in welche Richtung stärker gedacht<br />

und gefördert werden könnte.“<br />

Wie HS21-Professor und Teilnahme-Initiator<br />

Martin Kusic berichtet, findet das<br />

Konzept derzeit auch über den Wettbewerb<br />

hinaus viel Beachtung – sowohl<br />

in der Bundespolitik als auch in den<br />

wichtigsten Netzwerken zum Thema<br />

zukunftsgerichtetes Bauen. Für die<br />

Hochschule 21 ein großer Wurf, für die<br />

Wohnungswirtschaft ein spannender<br />

Impuls, auch in Sachen Nachwuchsförderung.<br />

Die HS21, auf das duale Studium<br />

spezia lisiert, bietet im Bereich Bauwesen<br />

die Studiengänge Architektur, Bauingenieurwesen,<br />

Wirtschaftsingenieurwesen<br />

Bau und Immobilien und Gebäudetechnik<br />

an. Wer sie absolviert, ist oft<br />

schon vor dem Abschluss heiß begehrt<br />

am Arbeitsmarkt. „Aus dem interdisziplinären<br />

Austausch und der gemeinschaftlichen<br />

Motivation der Studierenden<br />

speist sich auch der große Erfolg<br />

unserer Einreichungen“, so Kusic, der die<br />

Professur in Buxtehude gerade erst angetreten<br />

hatte, als er das Fach „Klimagerechtes<br />

Bauen“ anbot und sich einem<br />

begeisterten Ansturm gegenübersah.<br />

„Komplett regenerative, dezentrale<br />

Ener giekonzepte auf Quartiersebene:<br />

Solche Ideen braucht Deutschland jetzt,<br />

und mit einer solchen hat das Team<br />

‚Grau zu Grün‘ verdient gewonnen.“<br />

Foto: Hochschule 21<br />

Foto: Obstparadies Schuback<br />

IMPRESSUM<br />

bei uns – Wohnen mit Hamburger<br />

Genossenschaften<br />

erscheint im Auftrag der Mitglieder<br />

des Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften<br />

e. V.<br />

Herausgeber:<br />

Gemeinnützige Baugenossenschaft<br />

Bergedorf-Bille eG, Bergedorfer Straße<br />

118–122, 21029 Hamburg-Bergedorf,<br />

vertreten durch den Vorstand<br />

Marko Lohmann, Markus Tanne,<br />

Dietmar Ernst, Tel. 040/72 5600-0,<br />

info@bergedorf-bille.de;<br />

Organisation: Rolf Below, Sabine Semprich;<br />

Redaktion Unternehmensseiten:<br />

Bettina Barêz, Rolf Below, Lena Diekmann,<br />

Holger Diesing, Marita Ibs, Michael Koglin,<br />

Anke Peterson, Sabine Semprich, Dr. Holmer<br />

Stahncke, Bärbel Wegner;<br />

Gestaltung: TORNER Brand Media<br />

Fotos: wenn nicht anders angegeben<br />

© Bergedorf-Bille/© Bergedorf-Bille-<br />

Stiftung<br />

Erscheinungsweise:<br />

4 × jährlich<br />

(März, Juni, September, Dezember)<br />

Verlag und Redaktion:<br />

Torner Brand Media GmbH<br />

Lilienstraße 8, 20095 Hamburg<br />

www.torner-brand-media.de<br />

redaktion@beiuns.hamburg<br />

Verlagsgeschäftsführer: Sven Torner<br />

Redaktionsleitung: Nadine Kaminski<br />

(V. i. s. d. P.)<br />

Gestaltung: Kristian Kutschera (AD),<br />

Inés Allica y Pfaff, Stefie Bernier<br />

Redaktion/Mitarbeit:<br />

Oliver Schirg<br />

Schlussredaktion.de (Schlussredaktion)<br />

Litho & Herstellung: Daniela Jänicke<br />

Redaktionsrat: Astrid Bauermann,<br />

Alexandra Chrobok, Julia Eble, Eva Kiefer,<br />

Silke Kok, Oliver Schirg, Mirko Woitschig<br />

Für Beiträge und Fotonachweise auf den<br />

Unternehmensseiten sind die jeweiligen<br />

Genossenschaften verantwortlich.<br />

Druck:<br />

Meinders & Elstermann GmbH & Co. KG,<br />

Weberstraße 7, 49191 Belm<br />

Nachdruck nur mit Genehmigung des<br />

Verlages.<br />

Hinweise: Die Redaktion behält sich die<br />

Veröffentlichung und Kürzung von<br />

Leserbriefen vor. An Rätseln und<br />

Gewinn spielen dürfen nur Mitglieder der<br />

Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften<br />

teilnehmen.<br />

wohnungsbaugenossenschaften-hh.de<br />

Info-Telefon: 0180/2 244660<br />

Mo.–Fr. 10–17 Uhr<br />

(6 Cent pro Minute aus dem deutschen Festnetz,<br />

Mobilfunkpreise können abweichen)<br />

HAMBURG NEU ENTDECKEN<br />

ZUR<br />

APFEL-<br />

ERNTE<br />

Zeit fürs Alte Land<br />

Im Herbst geht’s wieder rund bei Hamburgs Obstbauernhöfen<br />

– denn endlich sind die Äpfel reif! Selbst<br />

pflücken, picknicken, Kuchen schlemmen oder Hofladeneinkauf:<br />

die Lieblingsadressen der<br />

„bei uns“-Redaktion.<br />

Obstparadies Schuback:<br />

Romantischer geht’s nicht<br />

Man fühlt sich ein bisschen wie im Märchen<br />

– oder wie in einem richtig schönen Heimatfilm.<br />

Zwischen knorrigen Obstbäumen und<br />

liebevoll angelegten Gartenrabatten oder am<br />

glitzernden Wasserlauf kann man sich im<br />

Obstparadies Schuback ein lauschiges Plätzchen<br />

suchen und dann ganz ohne Stress picknicken.<br />

Denn der Obsthof bietet als besonderen<br />

Service vorbereitete saisonale Picknickkörbe<br />

an, die man im Voraus pro Person reserviert,<br />

dann im Hofladen abholt und per<br />

Bollerwagen an seinen neuen Lieblingsplatz<br />

zieht. Auch die Grillkorbvariante mit Rost und<br />

Grillgut erfreut sich großer Beliebtheit – selbst<br />

bei mauem Wetter, denn sollte man von einem<br />

Schauer überrascht werden, zieht man<br />

einfach in eine der gemütlichen Holzlauben<br />

um, die zu diesem Zweck bereitstehen. Westerjork<br />

81, 21635 Jork, obstparadies-jork.de.<br />

Obsthof Diercks: Frische 24/7<br />

Der Obsthof Diercks punktet mit einer kultigen<br />

„Früchtetankstelle“, nach eigenen Angaben<br />

der ersten ihrer Art im Alten Land.<br />

Apfelfans, die wenig Zeit haben oder nur auf<br />

der Durchreise sind, müssen trotzdem nicht<br />

auf den typischen „Direkt vom Hof“-Geschmack<br />

verzichten und sind nicht an Öffnungszeiten<br />

gebunden. Des Weiteren hat der<br />

Hof eine eigene Imkerei – und auch das ein<br />

super Extra service: Auf der Website gibt’s saisonale<br />

Rezepte zum Nachkochen! Marschkamper<br />

Deich 77, 21129 Hamburg, obst​hofdiercks.de.<br />

Obsthof Matthies: perfekt<br />

für große Gruppen<br />

Der Obsthof Matthies hat neben einem gut<br />

ausgestatteten Hofladen und einem weitläufigen<br />

Hofcafé mit großer Tortenauswahl und<br />

Gewächshausarchitektur auch Ferienwohnungen<br />

im Angebot. So können Sie Ihren<br />

Aufenthalt in Hamburgs schönster Speisekammer<br />

auch mal über ein ganzes Wochenende<br />

ausdehnen, am Deich spazieren radeln<br />

und in den umliegenden Gasthöfen einkehren.<br />

Wer will da noch im Stau nach Timmendorfer<br />

Strand stehen? Am Elbdeich 31, 21635<br />

Jork, obsthof.de.<br />

Obsthof Lefers: Hier wird der<br />

Spieltrieb geweckt<br />

Schon mal was von „Boßeln“ gehört? Ein traditionsreiches<br />

norddeutsches Ballspiel, dessen<br />

Spaßfaktor und Unkompliziertheit an<br />

Wikingerschach oder Boccia erinnern: super<br />

Idee für Gruppen! Bei Obsthof Lefers kann<br />

man Boßeltouren buchen, mit Equipment<br />

und Bollerwagen durch die Lande ziehen und<br />

feinen Schnaps der Nordik Edelbrennerei als<br />

Zielwasser erstehen. Osterjork 140, 21635<br />

Jork, lefers.de.<br />

AUSGABE HERBST <strong>2022</strong><br />

AUSGABE HERBST <strong>2022</strong>

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