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der gemeinderat – Sonderheft 65 Jahre

65 Jahre Fachmagazin "der gemeinderat": Zu diesem Anlass werfen wir einen Blick in die Vergangenheit, vor allem aber in die Gegenwart und die Zukunft der Kommunalpolitik. Im Sonderheft erläutern Expertinnen und Experten, wo die Kommunen heute stehen: bei Themen wie Digitalisierung, Energiewende, Mobilität, Bauen oder Kommunalentwicklung.

65 Jahre Fachmagazin "der gemeinderat": Zu diesem Anlass werfen wir einen Blick in die Vergangenheit, vor allem aber in die Gegenwart und die Zukunft der Kommunalpolitik. Im Sonderheft erläutern Expertinnen und Experten, wo die Kommunen heute stehen: bei Themen wie Digitalisierung, Energiewende, Mobilität, Bauen oder Kommunalentwicklung.

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19572022

Das unabhängige Magazin für die kommunale Praxis

www.treffpunkt-kommune.de

SONDERHEFT 2022

Das große

Sonderheft

zum Jubiläum

JAHRE

AKTUELL STÄDTE GESTERN, HEUTE, MORGEN ENERGIE KLIMASCHUTZ UND

EFFIZIENZ MOBIL STELLSCHRAUBEN DER VERKEHRSWENDE PERSÖNLICH

BRANCHENKENNER BERICHTEN DIGITAL BREITBAND FÜR SCHNELLES INTERNET


Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

mit diesem Sonderheft feiern wir den 65. Geburtstag von „der gemeinderat“ und

nutzen das Jubiläum, um über die Vergangenheit nachzudenken, einen Blick in

die Zukunft zu wagen und uns vor allem der Gegenwart zu vergewissern. Unfassbar

viel ist in kurzer Zeit in Bewegung geraten: Der Klimawandel schlägt mit

Hitze und Trockenheit zu, mit Starkregen und Stürmen. Gas ist knapp, und die

Energiepreise steigen stark an. Wir alle Kommunen wie Bürgerinnen und Bürger

sollten nicht mehr nur Strom, Gas und Benzin sparen, um die Umwelt zu

schonen, wir müssen es. Die Energiewende muss gestemmt werden. Corona ist

noch nicht vorbei und der Krieg gegen die Ukraine leider ebenfalls nicht.

Sehr viel muss neu gedacht und geplant werden und in dieser Sonderausgabe

fragen wir Expertinnen und Experten, wo sie die Kommunen heute sehen: Was

erreicht wurde und vor allem, was ansteht bei den großen Themen wie Kommunalentwicklung

(Seite 22), Energie (Seite 34) oder Bauen (Seite 44), bei den

Themen Digitalisierung (Seite 62) oder Mobilität (Seite 74).

Das Sonderheft beginnen wir mit einem Rückblick auf die vergangenen 65 Jahre

(Seite 4), gehen dann aber gleich in die kommunale Gegenwart und Zukunft: Mit

Sina Römhild, der aktuell jüngsten Bürgermeisterin (Seite 6). Aktiv ist sie im kleinen

Ort Oechsen in Thüringen und steht als eine der wenigen (jungen) Frauen im

Amt für den noch verhaltenen Wandel bei diesem Aspekt der Gleichberechtigung.

Viel Spaß beim Lesen bemerkenswerte Erinnerungsmomente beim Zurückschauen,

interessante Einblicke in die Gegenwart und anregende Annäherungen

an die Zukunft wünscht Ihre

KONTAKT

Sie haben Anmerkungen,

Wünsche oder Fragen?

Schreiben Sie mir!

sabine.schmidt@pro-vs.de

Dr. Sabine Schmidt

Redaktionsleiterin

IMPRESSUM

Unabhängig von Ihren geschäftlichen

Anforderungen und Entwicklungen,

Snom bietet Ihnen passgenaue Kommunikationslösungen.

Und das seit

25 Jahren.

der gemeinderat

Das unabhängige Magazin für die kommunale

Praxis. Sonderheft zum 65. Jubiläum

Herausgeber

pVS - pro Verlag und Service GmbH & Co. KG

Geschäftsführer Marcus Baumann,

Marc Becker, Tilmann Distelbarth

Verlagsleitung Beate Semmler (V.i.S.d.P.)

Leitung Produktmanagement Print & Digital

Lisa Hofmann-Vorbach

Chefredakteur Wolfram Markus

Redaktionsleitung Dr. Sabine Schmidt,

Dirk Täuber (Sonderthemen)

Redaktion Hannah Henrici (Volo.),

Yannis Gaukel (Volo.)

Leitung Sales Management

Michael Wilhelm Blaser

Sales Management Jörg Benzing,

Dagmar von Dahlen

Vertrieb

Christina Kircher (christina.kircher@pro-vs.de)

Layout und Grafik

Heilbronner Stimme Medienproduktion

Es gelten die Mediadaten Nr. 45 vom

1. Januar 2022

Verlags- und Redaktions an schrift

pVS - pro Verlag und Service

GmbH & Co. KG, Stauffenbergstraße 18,

74523 Schwäbisch Hall

Tel. 0791 95061-8300, info@pro-vs.de

Konto

Sparkasse Schwäbisch HallCrailsheim,

IBAN DE91 6225 0030 0005 2553 00

Druck und Herstellung

MÖLLER PRO MEDIA GmbH

Zeppelinstraße 6, 16356 Ahrensfelde

Tel. 030 41909-0, Fax 030 41909-299

Nachdruck und Vervielfältigung auch auszugsweise

nur mit Genehmigung des Verlages.

Gedruckt auf umweltfreundlichem UltraMag

Plus Silk-Recyclingpapier aus 100% Altpapier,

zertifiziert mit den Umweltsiegeln „Der Blaue

Engel“, „EU-Ecolabel“ sowie FSC- und

PEFC-Siegel.

ISSN 0723-8274

3


Inhalt

In diesem Heft:

Rückblick: Die Welt ist eine andere geworden

in den 65 Jahren von „der gemeinderat“ 6

Kommunalpolitik: Deutschlands jüngste

Bürgermeisterin im Interview 8

Personalmanagement: So werden Kommunen

attraktivere Arbeitgeber für Frauen 10

Stadtplanung: Was die Stadt Düsseldorf

lebenswert macht 14

Energiewende: Kommunen müssen viel

stemmen und brauchen Unterstützung 22

Kommunale Haushalte: Stark unter Druck

aber auch mit viel Potenzial 28

Klimaneutralität: Neue Energiekonzepte sind

Booster für die regionale Entwicklung 34

Beleuchtung: Das sollten Kommunen beim

Umrüsten beachten 40

Bauindustrie: Eine (mögliche)

Schlüsselbranche für das Klima 44

Modulbau: So lernt man heute in einer

neuen, nachhaltig geplanten Grundschule 50

Abfall: Norderney ist Pionier beim Thema

Klärschlammvererdung 54

Kanalisation: Die Chancen von Künstlicher

Intelligenz für die Abwasserwirtschaft 58

Digitale Verwaltung: Wo stehen die Kommunen

bei der Umsetzung des OZG? 62

Digitalisierung: Der aktuelle Stand beim

Breitbandausbau 70

Mobilität: Neue Wege im Straßen-, Luft- und

Schienenverkehr 74

Rubriken

Editorial / Impressum 3

Ausblick 78

4

8

Die nächste Generation 8

Meist ist das Amt des Bürgermeisters von Männern besetzt, daran hat sich in den

vergangenen 65 Jahren wenig geändert. Doch es gibt auch (junge) Frauen an der Spitze

von Kommunen eine von ihnen ist Sina Römhild, Bürgermeisterin von Oechsen.

Wir haben sie gefragt, was sie während ihrer Amtszeit erreichen will.

Wärme neu denken 34

Städte und Gemeinden nehmen bei der Energiewende eine Schlüsselrolle ein und

das Kompetenzzentrum Kommunale Wärmewende (KWW) befasst sich mit der Frage,

was ihnen auf diesem extrem fordernden Weg helfen könnte. Zum Beispiel: interkommunale

Zusammenarbeit.

Nachhaltig bauen 44

Wiederverwerten statt wegwerfen: Das Ziel ist (eigentlich) klar, doch nach wie vor

fallen im Bausektor riesige Mengen CO 2

an, und es werden viele Ressourcen verbraucht.

Der Verband der Deutschen Bauindustrie will das ändern und Verbandschef Tim-

Oliver Müller erklärt, was getan werden muss, damit tatsächlich nachhaltig gebaut wird.

74

Foto: Adobe Stock/etfoto

Zukunftsfähiger Verkehr

Wie sieht die Mobilität der Zukunft aus?

Die Antwort des VDE-Experten Ralf Petri

lautet: klimaverträglich, vielfältiger als

heute, digital. Die Kommunen müssen

Vorgaben umsetzen sie haben aber auch

den Instrumentenkasten, um sich auf den

Weg zu machen.

Foto: Netzwerk Junge Bürgermeister*innen

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VORTEILE FÜR KOMMUNEN

Für die Digitalisierung im öffentlichen Dienst

sind Lösungen gefragt, die die komplexen Anforderungen

aus TVöD und der individuellen

Dienstvereinbarungen effizient umsetzen. Eine

moderne und rechtssichere Zeitwirtschaft

schafft nachhaltige Entlastung durch digitale

Workflows für die papierlose Fehlzeitverwaltung,

Korrekturen an Buchungen und Zeitkonten, bis

zum Dienstreiseantrag und der digitalen Reisekostenerfassung.


Spezial

GESCHICHTE

Spezial

65 Jahreder gemeinderat“

Das Werden einer anderen Welt

Im Jahr 1957 erschien die erste Ausgabe: Seitdem bündelt das Fachmagazin Informationen und Anregungen für seine

Leserinnen und Leser. Wie sehr sich die Welt verändert hat und mit welchen Herausforderungen Kommunen in diesen

65 Jahren konfrontiert waren, zeigen schon einige wenige Stichproben aus der Lebenszeit des „gemeinderats“.

Die 1950er

Die NATO und der Warschauer Pakt

sind gegründet. Das Wirtschaftswunder

ist in vollem Gang, Autos gehören zu

dem, was man sich gönnt und in der

Bundesrepublik kann sich die kommunale

Selbstverwaltung entwickeln.

Hier setzt „der gemeinderat“ an, dessen

erste Ausgabe 1957 unter dem Titel

„Die lebendige Gemeinde“ erscheint.

Die 1960er

1961 beginnt der Mauerbau. 1962 bekommt

der Kalte Krieg mit der Kuba

Krise eine neue Dimension. 1963 hält

John F. Kennedy seine Berliner Rede.

Bald darauf wird ein ganz anderes

Thema wichtig: Der Widerstand gegen

den Vietnamkrieg wächst, und 1968

erreicht die Studentenbewegung ihren

Höhepunkt.

Foto: Adobe Stock/schreiberVIS

Foto: Adobe Stock/thauwald-pictures

In den 1960er Jahren ist das Thema

Atomenergie noch neu: Die ersten Kernkraftwerke

gehen in Deutschland in Betrieb

und sorgen bald für heftige Debatten.

Das, was damals begann, spielt

nach wie vor eine Rolle: Inzwischen

werden Kernkraftwerke in Deutschland

zwar zurückgebaut, der Kühlturm des

Werks in Mülheim-Kerlich zum Beispiel

fällt 2019 (Foto) Energie hat sich aber

als eines der ganz großen Themen der

„gemeindeinderat“-Jahrzehnte

erwiesen, und auch das Thema

Kernkraft ist nicht abgeschlossen.

Foto: Adobe Stock/jokuephotography

Die 1970er

1970 sinkt Willy Brandt in Warschau

auf die Knie: Seine Geste geht als

Bitte um Vergebung in die Geschichtsbücher

ein. 1974 tritt er als Bundeskanzler

zurück, als sein Referent Günter

Guillaume als DDR-Spion enttarnt wird.

Während der 1970er Jahre erschüttert

zudem die RAF die Bundesrepublik mit

ihren Anschlägen.

Die 1980er

Helmut Kohl löst 1982 Helmut Schmidt

als Bundeskanzler ab. Gravierendes

Ereignis der 1980er Jahre aus deutscher

Sicht: der Fall der Mauer und die darauf

folgende Wiedervereinigung.

Foto: Adobe Stock/Achim Wagner

Foto: Adobe Stock/Animaflora PicsStock

Foto: Adobe Stock/designervector

Foto: Adobe Stock/Jarama

Die 2000er

Am 11. September 2001 verübt Al-Qaida

Terroranschläge auf die USA. 2003

antwortet Amerika mit dem Irakkrieg.

In Deutschland übernimmt 2005 Angela

Merkel als erste Frau das Kanzerlamt.

Die 1990er

Der Vertrag von Maastricht als

Grundlage der EU wird unterzeichnet

und tritt am 1. November 1993 in Kraft.

Jugoslawien zerfällt, und eine Reihe von

Kriegen beginnt. Die Sowjektunion

zerfällt ebenfalls. 1999 tritt Boris Jelzin

als Präsident Russlands zurück und

übergibt die Amtsgeschäfte an

Wladimir Putin.

Foto: Adobe Stock/ilolab

Foto: Adobe Stock/scaliger

Ab März 2000 kommt es zu einem

Börsenkrach, als die so genannte

„Dotcom-Blase“ platzt.

2002 werden Euromünzen und

-banknoten in der EU eingeführt.

Seit 2007/2008 stecken vorrangig

die USA, aber auch einige Länder

in Europa in der schlimmsten

Finanzkrise seit 1945.

Die 2010er

2010 macht der Arabische Frühling

Hoffnung auf Demokratisierung.

2011 beginnt der Bürgerkrieg in Syrien.

2014 annektiert Russland die Krim.

2015 öffnet Bundeskanzlerin

Angela Merkel die deutsche Grenze

für tausende Bürgerkriegsflüchtlinge

aus Syrien und Afghanistan.

2016 stimmen die Briten für den

BREXIT. Im selben Jahr wird Donald

Trump zum Präsidenten der USA

gewählt. Am 31. Dezember 2019 wird

der Ausbruch einer neuen Erkrankung

mit noch unbekannter Ursache in

Wuhan in China bestätigt:

Covid-19.

Foto: Adobe Stock/Stefan_E

Foto: Adobe Stock/Corona Borealis

Die Zukunft

Transformation bleibt die große Herausforderung

für Städte und Gemeinden:

die Energiewende, die Anpassung an

den Klimawandel, die Digitalisierung,

die nachhaltige Gestaltung urbaner

Räume. Themen, die zentral sind für

der gemeinderat“ und natürlich

zentral bleiben werden.

Die 2020er

Am 6. Januar 2021 greifen Anhänger

Donald Trumps den Kongress der

Vereinigten Staaten gewaltsam an. Am

24. Februar 2022 beginnt die Invasion

russischer Truppen in die Ukraine. Die

EU verhängt Sanktionen, Russland

drosselt die Gaszufuhr mit massiven

Konsequenzen insbesondere für

Deutschland.

6

7


Spezial

DIE ENTSCHEIDER IN DEN KOMMUNEN

Spezial

Römhild: Vor allem will ich, dass sich alte

und junge Oechsener gleichermaßen repräsentiert

fühlen. Eines meiner Ziele ist

es, ein allgemeines Dorftreffen zu etablieren,

das regelmäßig stattfindet: Dabei

können alle Bürger gemeinsam aktuelle

Probleme in der Gemeinde besprechen.

Die Bürgerinnen und Bürger, die ein Anliegen

haben, können mich vor Ort im

Bürgermeisteramt oder telefonisch erreichen.

Wenn nachmittags zusätzliche

Termine anstehen, kümmern sich meistens

mein Partner oder die Oma um

meine Tochter, oder ich nehme sie einfach

mit.

Alle Bürgerinnen und Bürger zusammenbringen und den gemeinsamen Austausch über aktuelle Themen fördern: Das ist eines der Ziele, die Sina

Römhild während ihrer Amtszeit erreichen will.

Kommunalpolitik

Jung, weiblich, engagiert

Seit 65 Jahren begleitet „der gemeinderat“ die Akteure in Städten und

Gemeinden. Junge Frauen an der Spitze einer Kommune waren und sind bis

heute Ausnahmen doch es gibt sie: Sina Römhild zum Beispiel, ehrenamtliche

Bürgermeisterin der kleinen Gemeinde Oechsen und bundesweit jüngste

Amtsinhaberin. Wir haben sie gefragt, was sie während ihrer Amtszeit bewegen

will und wie sie ihre Bürgermeisteraufgaben mit Job und Familie vereint.

Wie ist es dazu gekommen, dass Sie als

Bürgermeisterin von Oechsen kandidiert

haben?

Sina Römhild: Anfang des Jahres 2022

wurde klar, dass Wilfried Bleisteiner, der

bisherige Bürgermeister von Oechsen,

sich nicht mehr zur Wahl stellen lassen

wollte. Es erwies sich dann als schwierig,

einen neuen Kandidaten oder eine

neue Kandidatin zu finden zunächst

wollte sich niemand aufstellen lassen. Da

habe ich mir die Frage gestellt, ob das

Bürgermeisteramt vielleicht etwas für

mich wäre.

Was hat Sie darin bestärkt, dass Sie das

schaffen könnten?

Römhild: Durch meinen Beruf als Verwaltungswirtin

kannte ich die rechtlichen

Hintergründe bereits und dann haben

mich auch zwei Gemeinderatsmitglieder

gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, als

Bürgermeisterin zu kandidieren. Im Vorfeld

habe ich mich ausführlich damit beschäftigt,

welche Aufgaben das Amt mit

sich bringt. Darüber habe ich mich auch

mit dem Bürgermeister und dem stellvertretenden

Bürgermeister unterhalten.

Haben Sie damit gerechnet, die Wahl zu

gewinnen?

Römhild: Ich war jedenfalls optimistisch.

Von den Bürgerinnen und Bürgern habe

ich viel Zuspruch bekommen, daher

hatte ich von Anfang an ein gutes Gefühl.

Dass die Wahl aber so deutlich ausgeht

und ich mit 84,1 Prozent der Stimmen

gewinne, hätte ich nicht erwartet.

Sind Sie trotzdem auch auf Gegenwind

gestoßen?

Römhild: Ja, durchaus. Unter den Einwohnerinnen

und Einwohnern Oechsens gab

es auch Gegenstimmen, einige meinten:

„Das junge Mädchen hat doch keine Ahnung,

die kann das Bürgermeisteramt

nicht übernehmen.“ Daraufhin hat sich

eine Gegenkandidatin aufstellen lassen.

Es hat mich geärgert, dass manche mir

aufgrund meines Alters das Amt nicht

zutrauen. Gleichzeitig hat es mich noch

mehr angespornt: Ich wollte zeigen, dass

auch junge Menschen gute Bürgermeisterinnen

und Bürgermeister sein können.

Am 1. Juli 2022 hat Ihre Amtszeit begonnen.

Was haben Sie sich für die kommenden

Jahre vorgenommen?

Foto: Adobe Stock/pressmaster

Warum ist das für Sie wichtig?

Römhild: So bekomme ich Anreize aus

ganz verschiedenen Perspektiven, was

man in und um Oechsen verbessern

kann. Ein ähnliches Projekt gab es bereits

einmal, die „mobile Dorfmitte“: Bürgerinnen

und Bürger haben in lockerer

Atmosphäre über aktuelle Themen gesprochen

das möchte ich wieder aufnehmen

und verstetigen. Ein weiteres

Ziel: Oechsen soll attraktiv für junge

Menschen, gerade für Familien sein. Aktuell

sind wir bereits auf einem guten

Weg, so gibt es beispielsweise einen regen

Zuspruch zu den Bauplätzen im Ort.

Auch das Vereinsleben in Oechsen soll

gefördert und unterstützt werden.

Vor welchen Herausforderungen stehen

Sie dabei?

Römhild: Eine große Herausforderung ist

die finanzielle Deckung gerade jetzt, da

die Energiepreise steigen. Ich habe viele

Ideen, aber in Oechsen können wir nicht

alles auf einmal ermöglichen. Meistens ist

nur eine größere Investition pro Jahr

möglich. Da muss man Prioritäten setzen,

was besonders dringend benötigt wird

und was verschoben werden kann.

Ihr Bürgermeisteramt ist ehrenamtlich,

nebenbei arbeiten Sie weiter im Landratsamt

Wartburgkreis und kümmern sich

um Ihre dreijährige Tochter. Wie bekommen

Sie das alles unter einen Hut?

Römhild: Aktuell arbeite ich 37 Stunden

pro Woche im Landratsamt, meistens

von halb acht bis halb vier. Danach hole

ich meine Tochter vom Kindergarten ab.

Den Bürgermeistertätigkeiten widme ich

mich am späten Nachmittag je nachdem,

welche Termine an dem Tag anstehen.

Freitags arbeite ich nur bis zwölf,

dann findet zwischen 17 und 18 Uhr

meine Bürgermeistersprechstunde statt:

Wie kommen Sie damit zurecht?

Römhild: Die Tage sind voll, aber es macht

auch Spaß. Um allem gerecht zu werden,

sind eine genaue Organisation und ein

gutes Zeitmanagement das A und O.

Viele junge Menschen interessieren sich

für das Geschehen in ihrer Kommune,

trauen sich ein Amt in der Kommunalpolitik

aber nicht zu. Was würden Sie ihnen

mit auf den Weg geben?

Römhild: Ein erster wichtiger Schritt kann

sein, dass man sich über Vereine aktiv

am Geschehen in der Gemeinde beteiligt.

Ich bin beispielsweise im Kirmesverein

tätig. Empfehlen würde ich auch, regelmäßig

die öffentlichen Sitzungen des Gemeinderats

zu besuchen. So erhält man

Einblick, wie diese Sitzungen ablaufen,

was es vorzubereiten gilt und was die

aktuellen Themen der Kommune sind.

Ein nächster Schritt wäre es, sich als Gemeinderatsmitglied

zur Wahl aufstellen

zu lassen. Bevor man sich dafür entscheidet,

als Bürgermeister oder Bürgermeisterin

zu kandidieren, ist es wichtig,

sich mit dem vorherigen Bürgermeister

zu unterhalten.

Worüber haben Sie mit ihm gesprochen?

Römhild: Für mich war es essenziell, von

meinem Vorgänger zu erfahren, welche

Aufgaben auf mich zukommen werden

und wie viel Zeit das Amt in Anspruch

nehmen wird. Wer sich vor der Kandidatur

nicht gründlich darüber informiert,

was auf einen zukommt, und sich

aus einer spontanen Laune heraus dafür

entscheidet, wird es später bestimmt

bereuen. Man sollte sich auf jeden Fall

sicher sein, dass man bereit dazu ist,

sehr viel Energie in das Bürgermeisteramt

zu investieren.


Interview: Hannah Henrici

Foto: Netzwerk Junge Bürgermeister*innen

DURCHSCHNITTSALTER

Die Forschungsorganisation EAF Berlin

hat das Durchschnittsalter von Bürgermeisterinnen

und Bürgermeistern

erfragt. Laut der Studie vom März 2022

ist die Hälfte der Amtsinhaberinnen und

Amtsinhaber zwischen 45 und 59. 30

Prozent sind 60 oder älter. Nur ein

Fünftel ist jünger als 45 Jahre.

ZUR PERSON

Sina Römhild (24, parteilos) ist

ausgebildete Verwaltungswirtin. Seit

Juli 2022 ist sie Bürgermeisterin der

Gemeinde Oechsen (Thüringen, rund

660 Einwohner). Damit ist sie zurzeit

offiziell die jüngste Bürgermeisterin

Deutschlands.

8

9


Spezial

Die Entscheider in den Kommunen

Personalmanagement

Mehr Frauen-Power

Nur rund ein Fünftel der Führungskräfte öffentlicher Unternehmen ist weiblich.

Wie können Kommunen Anreize schaffen, damit sich das künftig ändert?

Antworten liefert Edmund Mastiaux, Geschäftsführer des zfm Zentrums für

Management- und Personalberatung.

DER AUTOR

Edmund Mastiaux ist Geschäftsführer

von zfm Zentrum für Managementund

Personalberatung in Bonn.

Seit 2018 begleitet das zfm Zentrum

für Management- und Personalberatung

eine Studie, die jährlich die

Repräsentation von Frauen in Top-Managementorganen

öffentlicher Unternehmen

ermittelt. Die Ergebnisse zeigen: In

den vergangenen Jahren hat sich der

Frauenanteil kaum erhöht, obwohl das

eigentlich gewünscht ist. Es stellt sich

also die Frage: Woran liegt das?

Tatsächlich sind die Gründe dieselben

wie in der Privatwirtschaft. Obwohl

durchaus Entwicklungen festzustellen

sind, hat sich an diesem Punkt nur wenig

getan: Oft endet die Karriere von Frauen

im Kreissaal, denn nach wie vor sind

Mütter überwiegend für die Kinderbetreuung

zuständig und zum Teil gar nicht

oder nur in Teilzeit berufstätig nach

wie vor ist also die Vereinbarkeit von Familie

und Beruf ein entscheidendes Karrierehindernis.

Dabei würden (öffentliche) Arbeitgeber

deutlich von mehr Frauen in der ersten

Ebene profitieren: Zahlreiche wissenschaftliche

Untersuchungen belegen, dass

gemischtgeschlechtliche Teams leistungsfähiger

sind als die, die ausschließlich aus

Männern oder Frauen bestehen. Sind nur

Männer oder nur Frauen in der Chefetage,

werden Entscheidungen meist eindimensional

und aus einer Perspektive heraus

getroffen. Besteht die Geschäftsführung

hingegen aus einem Mann und

ROSTOCK

HAMBURG

BREMEN

BERLIN

HANNOVER

KÖLN

ESCHENBURG

KASSEL

LEIPZIG

DRESDEN

CHEMNITZ

BAD ORB

Der Frauenanteil in Führungspositionen öffentlicher Unternehmen liegt aktuell bei rund 20 Prozent die gezielte Ansprache potenzieller Kandidatinnen

könnte den Anteil heben.

Foto: Adobe Stock/bernardbodo







FRANKFURT

WÜRZBURG

STUTTGART

REGENSBURG

MÜNCHEN

GERETSRIED

ZENTRALE ESCHENBURG

NIEDERLASSUNG

10


Die Entscheider in den Kommunen

Anzeige

Advertorial

Nach wie vor sind es in der Regel Frauen,

die Familie und Beruf zusammenbringen

müssen und nach wie vor ist das eines

der großen Hindernisse für den Aufstieg

von Frauen in Führungspositionen.

NUR 20,6 PROZENT FRAUEN

Im Juli 2022 haben die Zeppelin Universität

Friedrichshafen (ZU) und zfm die

Studie „Repräsentation von Frauen in

Top-Managementorganen öffentlicher

Unternehmen: Ein deutschlandweiter

Städtevergleich” veröffentlicht. Der

Studie zufolge liegt der Frauenanteil in

Führungspositionen öffentlicher Unternehmen

bei 20,6 Prozent. Den höchsten

Frauenanteil erreichen die Stadtstaaten

Berlin und Bremen sowie die

Städte in Brandenburg, Mecklenburg-

Vorpommern, Thüringen und Sachsen.

Frauen im öffentlichen Sektor sind am

häufigsten in den Bereichen „Gesundheit-

& Sozialwesen“ (34,5 Prozent),

„Bildung, Wissenschaft & Forschung“

(32,9 Prozent) und „Krankenhäuser“

(25,5 Prozent) repräsentiert. Am

geringsten ist der Frauenanteil in

technischen Branchen wie „Energie-/

Wasserversorgung & Stadtwerke“ (11,4

Prozent) und „IT/Digitalisierung &

Telekommunikation“ (7,1 Prozent).

einer Frau, steigt die Wahrscheinlichkeit

für gut durchdachte, weitsichtige Entscheidungen.

Ein solches Gleichgewicht

würde also deutliche Vorteile mit sich

bringen.

Ein weiterer Punkt, den es zu beachten

gilt, ist die Vorbildfunktion der Kommunen.

Denn öffentliche Unternehmen

strahlen in die Stadtgesellschaft hinein.

Bürgerinnen und Bürger achten darauf,

wie sich Kommunen und ihre Betriebe

präsentieren nicht zuletzt, weil sie mit

Steuergeldern agieren. In der Privatwirtschaft

steht die Gewinnmaximierung im

Vordergrund, bei Kommunen und ihren

Unternehmen hingegen das Gemeinwohl.

Daraus resultiert die Vorbildfunktion:

Wenn die Kommunen es nicht schaffen,

für Chancengleichheit zu sorgen wer

dann?

BESSERE RAHMENBEDINGUNGEN

SCHAFFEN

Was können Kommunen also konkret

tun, um verstärkt Frauen für ihre Führungspositionen

zu gewinnen? Zunächst

sollten öffentliche Unternehmen noch

mehr als bisher flexible Arbeitszeiten

anbieten. So bekommen Mütter die Möglichkeit,

Beruf und Familienleben miteinander

zu verknüpfen. Führung in

Teilzeit oder geteilte Führung sind weitere

Optionen, mit denen die Vereinbarkeit

von Karriere und Kindern ermöglicht

wird. Solche Modelle werden teilweise

bereits umgesetzt, aber noch zu

wenig.

Auch das Thema Personalentwicklung

spielt eine zentrale Rolle. Die öffentlichen

Unternehmen sollten ihren Mitarbeiterinnen

auf der zweiten und dritten

Ebene gezielt Möglichkeiten bieten, sich

für Managementpositionen zu qualifizieren.

Darüber hinaus sollte es mehr

Frauen in den Auswahlgremien geben.

Ein weiterer Punkt: Arbeitgeber sollten

vielversprechende Kandidatinnen für

Top-Managementpositionen gezielt ansprechen

und sie zur Übernahme der

Position ermutigen.

In der Regel beinhalten Stellenausschreibungen

bereits seit einiger Zeit den

Passus, dass Frauen ausdrücklich zur Bewerbung

aufgefordert werden. Trotzdem

fühlen sich gerade Frauen oft nicht angesprochen.

Der Grund könnten bestimmte

Formulierungen in den Ausschreibungen

sein, bei denen sich eher

Männer gemeint fühlen. Das ist beispielsweise

der Fall, wenn bei den Anforderungen

Eigenschaften wie Durchsetzungsvermögen

genannt werden, die bei Frauen

auch heute noch eher negativ konnotiert

sind. Hier kann es helfen, eine andere

Form der Ansprache zu finden.

VEREINBARKEIT VON FAMILIE UND

KARRIERE IST ENTSCHEIDEND

Die Studie zeigt unter anderem, dass der

Frauenanteil in Führungspositionen öffentlicher

Unternehmen in vielen ostdeutschen

Städten höher ist als der bundesweite

Durchschnitt. Das hat hauptsächlich

historische Gründe. Trotzdem können

Kommunen daraus etwas für ihr

heutiges Personalmanagement ableiten:

In der ehemaligen DDR gab es deutlich

früher als in der Bundesrepublik ganztägige

Kinderbetreuungsmöglichkeiten.

Frauen in der ehemaligen DDR hatten

zudem ein positiveres Standing in der

Arbeitswelt als in der Bundesrepublik.

Viele haben direkt nach der Elternzeit

wieder in Vollzeit gearbeitet, da die Betreuung

der Kinder sichergestellt war.

Auch von dieser Seite zeigt sich, wie

wichtig die Vereinbarkeit von Karriere

und Familie ist.

Dennoch: Zwar hat sich der Frauenanteil

in Führungspositionen öffentlicher

Unternehmen seit 2018 nur wenig verändert,

aber er ist gestiegen. Wie hoch er in

den kommenden zehn Jahren sein wird,

ist natürlich noch nicht absehbar. Es wäre

aber auf jeden Fall wünschenswert, wenn

wir dann nicht mehr von 20 Prozent Frauenanteil

sprechen, sondern von mindestens

35 Prozent mit weiter steigender

Tendenz.

Edmund Mastiaux

Foto: Adobe Stock/Ekaterina Pokrovsky

Foto: Euromate

Schutz vor Ansteckung im Café: Die Luftreiniger von Euromate filtern Coronaviren aus der Luft und verhindern ihre Verbreitung.

Sichere Räume in der Coronazeit

Urlaub, Freibad, Partys und Feste im Freundeskreis

das Leben im dritten Coronajahr

ist fast wieder wie früher. Kirmes via Zoom ist

nicht wirklich Kirmes; und von Kollegen sieht

man endlich mehr als nur den Kopf in einem

schlecht beleuchteten Viereck.

Diese ewig lange Pandemie mit ihren Einschränkungen

scheint Geschichte. Doch Corona hat

seinen Schrecken nicht ganz verloren. Es gibt

immer noch das Unbehagen, das einen beschleicht,

wenn man volle Räume betritt: das

Großraumbüro, das Theater, das Bürgerbüro,

den Sitzungssaal, den Konferenzsaal im Rathaus,

das Jobcenter, den Seminarraum, den

Aufzug, das Standesamt, in dem im Dreißig-

Minuten-Takt verheiratet wird. Wir wissen, wie

leicht sich Coronaviren verbreiten.

Virenschutz, wo Menschen zusammentreffen:

Euromate-Luftfilter sind ideal für Warteräume.

Luftreiniger holen Coronaviren aus der Luft,

bevor sie anstecken können

Auf die Qualität kommt es an: Bei der Auswahl

von Luftreinigern ist es wichtig, dass nicht nur

die Filter wirksam sind, sondern dass vor allem

das Gerät in Kombination mit dem Filterpaket

einwandfrei funktioniert. Ein Luftreiniger funktioniert

nur dann effektiv, wenn 100 Prozent der

durchgesaugten Luft durch den Filter strömt und

nicht daran vorbei.

Ein Kleingerät reicht für öffentliche Räume

nicht die Luft muss fünf bis sechs mal pro

Stunde gefiltert werden, denn es wird ja kontinuierlich

ausgeatmet. Für Coronaviren gibt es

bei Schwebstoff-Filtern der Qualität Hepa-13

kein Weiterkommen. Wenn die Partikel auf dem

Filter abgeschieden werden, können sie sich

ohne Wirtszellen nicht weitervermehren, werden

inaktiv und sterben ab. Kommen wie beim Coronaluftreiniger

„MicrobeFree“ von Euromate noch

antivirale Silberionenfilter und gesundheitsunschädliches

UV-C-Licht hinzu, beschleunigt das

die Inaktivierung. Wenn Luftreiniger nicht im

Weg stehen oder Flucht-und Rettungswege verstellen

sollen, ist eine Montage an Wand oder

Decke ideal wie beim „MicrobeFree“ von

Euromate.

Euromate bietet seit Beginn der Pandemie

Luftreiniger gegen Corona an. Das unabhängige

Forschungsinstitut VTT in Finnland und TNO in

den Niederlanden haben den Euromate „Vision-

Air Blue Line“ getestet. Sowohl der „Vision Air

Blue Line“ als auch der größere „Pure Air Shield

3300“ wurden zudem vom Institut SGS-Fresenius

unabhängig getestet. Beide Geräte haben

darüber hinaus die Aerosolanalytik-Zertifizierung

nach VDI-EE 4300-14.

Hilft auch gegen Grippe, Erkältung,

Affen pocken und Heuschnupfen

Luftreiniger schützen nicht nur vor Coronaviren:

Professionelle Geräte wie der „Pure Air Shield

3300“, der „VisionAir BlueLine“ oder der „MicrobeFree“

von Euromate wirken auch gegen

Grippe- und Erkältungsviren, gegen Affenpocken

(diese können auch aerogen übertragen werden)

sowie gegen Ambrosia-, Gräser- und andere

Pollen, die durch offene Fenster und Türen

in die Innenräume gelangen.

Mitarbeiter, Kunden und Besucher werden mit

Luftreinigern vor Bakterien, Viren und Allergenen

geschützt. Fordern Sie eine maßgeschneiderte

Beratung an: vertrieb@euromate.com

Euromate GmbH

Josef-Reuschenbach-Straße 7

53547 Breitscheid

Tel.: 02638 26 62 580

E-Mail: info.de@euromate.com

www.euromate.com

12


Spezial

STADTPLANUNG

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Advertorial

Lebensqualität

Quirlige, vielseitige

Stadt am Rhein

Düsseldorf zeichnet sich durch ein Miteinander unterschiedlicher Elemente aus,

erklärt die Beigeordnete Cornelia Zuschke: Altes und Neues, Kunst und Landtag,

Industrie und Gewerbe. Ein Beispiel für eine attraktive Stadt.

DIE AUTORIN

Cornelia Zuschke ist Beigeordnete für

Planen, Bauen, Wohnen und Grundstückswesen

der Landeshauptstadt

Düsseldorf (600.000 Einwohner).

Düsseldorf ist lebenswert und das

hinsichtlich vieler Aspekte, denn

unsere Stadt weist ganz unterschiedliche

Qualitäten auf. Zum Beispiel

die Altstadt mit den kleinen historischen

Häusern und die City als Hotspot von Aufenthaltsqualität

und vielfältigen Aktivitäten:

Hier wird schon auf engstem Raum

deutlich, was städtebauliche Multifunktionalität

an gewachsenen wie auch an

gestalteten Strukturen bedeutet und das

alles vor der einzigartigen Rheinkulisse.

Während die Altstadt mit ihrem historischen

Kern als lebhaftes Kneipenviertel

am Rhein das historische Flair des gewachsenen

Düsseldorfs verkörpert, bietet

die daran anschließende, großstädtische

City mit Königsallee, Schadow-

Fotos: REHAU

Der AWASCHACHT PP wird in den Betonschacht eingesetzt und verhindert, dass Fremdwasser in den Schacht eintritt.

Vorher wird der Schacht 3D-vermessen.

Schacht-in-Schacht-Verfahren saniert nachhaltig

Nah am Wasser, ohne Autoverkehr: Der Medienhafen mit

Fernsehturm und Gehry-Bauten, Bars und Restaurants

einer der Orte, an denen Düsseldorfer gern aufs Wasser

schauen und die Seele baumeln lassen.

Foto: Adobe Stock/dietwalther

Deutschlands Kanalnetz ist marode. Kaputte

und undichte Kanalschächte belasten die

Umwelt. Austretendes Schmutzwasser verunreinigt

das Grundwasser und eintretendes

Fremdwasser belastet Kläranlagen. Das

Schacht-in-Schacht Verfahren von REHAU

bietet hier ein effektives und nachhaltiges

System zur Schachtsanierung.

Mit der Schacht-in-Schacht-Sanierung gelingt

unabhängig von Witterung und Zustand des beschädigten

Schachtes eine schnelle, langlebige,

nachhaltige und wirtschaftliche Lösung. Bei

dem Verfahren wird in den zu sanierenden Betonschacht

ein AWASCHACHT der nächst kleineren

Nennweite eingesetzt. Der alte Schacht verbleibt

als sogenannte „verlorene Schalung“ im

Boden. Das beschädigte Gerinne wird ausgestemmt

und durch ein präzise vorgefertigtes PP-

Gerinne ersetzt. Das Ergebnis ist ein selbsttragender

Schacht: dauerhaft standsicher, korrosionsfrei

und dicht.

REHAU AWASCHACHT PP bietet ein Modernisierungssystem

für jedes Einsatzgebiet, egal um

welche Form und welchen Typ von Altschacht es

sich handelt. Dabei ist der AWASCHACHT relativ

leicht und dadurch auch in einer engen Baustellenumgebung

sicher zu handhaben. Für den

Einbau ist keine Spezialfirma erforderlich und

die komplette Schachtsanierung erfolgt in maximal

anderthalb Tagen. Der geringe Platzbedarf

und die kurzen Baustellenzeiten mit weniger Verkehrsbehinderungen

bieten vor allem in bebauten

Gebieten oder im Straßenbereich enorme

Vorteile gegenüber der Erneuerung in offener

Bauweise.

Umfangreichere Beschichtungsverfahren sind

teuer, oft nicht nachhaltig und daher nicht mehr

zukunftsfähig. Ihre Methoden setzen mit einem

optimal vorbereiteten Materialuntergrund und

passenden Witterungsverhältnissen Bedingungen

voraus, die bei korrodierten und undichten

Schächten selten erreicht werden. Der durchgängig

aus PP gefertigte Schacht ist äußerst

langlebig sowie chemisch und thermisch belastbar.

Korrosion und undichte Schächte gehören

damit der Vergangenheit an. Ein AWASCHACHT

gilt als Ersatz-Neubau und ist dank seiner

sehr langen Lebensdauer auf 100 Jahre

abschreibbar.

Voraussetzung für eine erfolgreiche Modernisierung

ist eine fundierte Datengrundlage. Für

deren Erstellung ermittelt ein persönlicher Technischer

Fachberater von REHAU mit Hilfe eines 3D-

Scans die notwendige Datenbasis. Das Schachtin-Schacht

Verfahren von REHAU garantiert somit

absolute Planungssicherheit und bietet darüber

hinaus Gesamtservice aus einer Hand.

Von der Beratung und der 3D-Vermessung über

die Planung bis hin zum Einbau vor Ort: REHAU

AWASCHACHT PP der grundlegende Unterschied:

www.rehau.de/schacht-in-schacht

Über REHAU Industries

REHAU Industries ist Teil der globalen REHAU

Group, die sich auf polymerbasierte Lösungen

spezialisiert hat. Mit ihren insgesamt mehr als

20.000 Mitarbeitenden erwirtschaftet die

Gruppe einen Jahresumsatz von über vier Milliarden

Euro.

REHAU Industries SE & Co. KG

Rheniumhaus

Helmut-Wagner-Str. 1

95111 Rehau

Tel.: 09283 77-0

E-Mail: info@rehau.com

www.rehau.com

14


Spezial

STADTPLANUNG

Besuchen Sie uns auf

dem Stand Berlin-

Brandenburg auf der

Expo Real B2.420,

4.- 6. Oktober 2022 in

München. Wir freuen

uns schon jetzt über

Ihre Anfrage zu einem

Gespräch.

DLE Land Development Perspektiven

zwischen Berlin und Kerpen

Wie wird Wohnen wieder erschwinglich?

Wie können lokale

Unternehmen wachsen?

Wer errichtet die Infrastruktur

für die zukünftige Entwicklung?

Welche Veränderungen

bringt ein Projekt mit sich? ...

Wir versammeln ein Team aus Planern,

Immobilienspezialisten und

Kommunikationsexpert:innen, die

die jeweiligen Vorhaben sukzessive

umsetzen und ihre Realisierung bis

zur Übergabe an die Nutzer begleiten.

straße und dem neu gestalteten Gustaf-

Gründgens-Platz eine mondäne wie moderne

Mitte. Unmittelbar anschließend

befindet man sich übergangslos in dichten,

quirligen Quartieren mit eigener Prägung

sowie qualitätsvollen Wohn- und Geschäftsstraßen,

produktiven Hinterhöfen

und individuellen Plätzen.

Die weite, teilweise geradezu idyllische

und gleichzeitig städtisch geprägte Rheinlandschaft

bietet eine beeindruckende

Kulisse und zugleich eine grandiose Aufenthalts-

sowie Erholungslandschaft. Sie

wirkt über den gewundenen Fluss in die

dichten Quartiere der Stadt zu beiden Seiten

hinein und macht sie zu lebenswerten

Orten für Wohnen und Leben und zu

einem großartig vernetzten Erholungsraum

für die ganze Stadt.

Wer am Rhein entlangwandelt, erlebt

die großartigen Bauten der Kunst und Kultur:

vom Kunstpalast über die Tonhalle

und die Kunstakademie bis zur Altstadt

und erreicht schließlich das Regierungsviertel

mit seinem beispielhaften Bau des

Landtags und in dessen Verlängerung als

inspirierendem Architekturort den Medienhafen

mit einem Feuerwerk von der

Postmoderne bis in die Gegenwart. Aber

auch der Gegensatz von Industrie, die direkt

auf Gewerbe und Wohnen trifft, ist

spannungsreich und verkörpert die enge

Verbundenheit von Wohnen, Leben, Arbeiten

und Kunst als DNA Düsseldorfs.

STADTPLANUNG IM WETTBEWERB

Schaut man sich beispielhaft die kulturelle

Mitte der Stadt an, die wir im Rahmen

der Stadtplanung im internationalen

Wettbewerb „Blau-Grüner Ring“ strategisch

und visionär betrachtet haben, wird

deutlich, dass diese kulturelle Mitte mit

über 30 Kultureinrichtungen wie ein vielstimmiger

Herzschlag die Stadt belebt

Der Düsseldorfer Norden nah am Flughafen und doch mit dörflichem

Charme: Der Stadtteil Kaiserswerth zieht Besucher von außerhalb wie

auch Düsseldorfer an. Die Kaiserpfalz (links) stammt aus der Zeit von

Friedrich Barbarossa: Er ließ Kaiserswerth zur Festung ausbauen.

und sie ruft eine Folge interessanter Orte,

kommerzieller, aber auch nicht-kommerzieller

Art hervor.

Im Innenstadtring, der die Kernstadt

umgibt, finden sich Stadtteilzentren, die

der polyzentrischen Stadt ganz unterschiedliche

Mentalitäten verleihen. Sie

werden von ihren Bewohnern gelebt, bieten

aber auch touristischen Anreiz für das

Entdecken dieser dichten Quartiere.

Düsseldorf hat auch kleinstädtische

oder dörfliche Qualitäten, wie im Süden

Benrath mit dem Schlosspark und seinem

kleinstädtischen Flair oder im Norden die

Dörfer um das schöne Kaiserswerth mit

besonderen Tourismus- und Erholungsorten.

Der internationale Airport liegt dazwischen

als Tor zur Welt, inmitten der

integrierten Stadt, ohne sie wesentlich zu

beeinträchtigen.

Insofern bildet Düsseldorf einen vielfältigen,

lebendigen und lebenswerten

Reigen ganz unterschiedlicher

Fotos: Adobe Stock: mitifoto, alexgres, maxbaer

Vor diesen Fragen stehen heute

Gemeinden, wenn sie über die Entwicklung

von Bauland beraten. Die

DLE Land Development GmbH sieht

sich in diesem Prozess als Partner

der Kommunen. Ausgehend von

einem wissenschaftlich ermittelten

Bedarf entwickelt die DLE gemeinsam

mit den Bürger:innen und

ihren politischen Vertreter:innen

nachhaltige Lösungen, wie Grundstücke

künftig bestmöglich genutzt,

Potenziale entfaltet und Ressourcen

geschont werden können.

Der führende Investment-

und Asset-Manager im

Bereich Landentwicklung

Sie haben Fragen? Dann rufen Sie

uns an. Wir stellen gern unsere Referenzprojekte

vor und entwickeln

mit Ihnen gemeinsam Ideen für die

Zukunft Ihrer Gemeinde.

Petra Müller

Co-Head of Development

DLE Land Development GmbH

Tauentzienstraße 11

10789 Berlin

030/ 88626740

p.mueller@dle.ag

16


Spezial

STADTPLANUNG

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Advertorial

Qualitäten, die sowohl attraktiv für die

Bewohnerinnen und Bewohner wie für

Besucher sind. Zugleich eignen sie sich für

das Implementieren neuer Firmensitze

oder gewerblicher, industrieller Ansiedlungen

inmitten der bestehenden Stadt.

Auch das ist ein Markenzeichen Düsseldorfs:

Durch seine patchworkartige

Entstehungsmatrix von Siedlungskernen

und deren Zusammenwachsen zu einer

kompakten, aber auch grünen Stadt kurzer

Distanzen ist es ein integrierter Ort

ein Ort, der nicht die üblichen Segregationsprobleme

einer zutiefst sektoralen

Stadtstruktur aufweist.

Düsseldorf ist kompakt durchmischt

und vernetzt. Gewerbliche, industrielle

und dienstleistungstypische Arbeitskomplexe

siedeln zum Teil direkt neben attraktiven

Wohnquartieren und diese

verbinden sich mit Grün und interessanten

Plätzen zum Gesamtgefüge einer

wirklich integrierten Stadtstruktur. Gewerbliche

Komplexe werden gleichzeitig

erhalten, bieten aber auch interessante

Transformationspotenziale für weitere

städtebauliche Entwicklungen. Die diesbezügliche

Ausgeglichenheit zum Erhalt

von Arbeitsplätzen wie auch der Schaffung

von Wohnraum fußt auf Konzepten

wie dem Masterplan Industrie und dem

Handlungskonzept Wohnen, beides im

Zusammenhang mit Raumwerk D dem

gesamtstädtischen städtebaulichen Entwicklungskonzept

Düsseldorfs als übergeordnetem

partizipativem Leitbild.

Unsere Hochhauslandschaft hebt sich

von den geballten Citykulissen anderer

Metropolen ab: Solitäre, die sich wie in

einem Nadelkissen einzeln über die Stadt

verteilen, kommunizieren über ihre besondere

Architektur miteinander und finden

nur in wenigen Gebieten eine Verdichtung.

Ein höhenbegrenzender sogenannter

Traditionshorizont von etwa 100

Metern, der im Hochhausrahmenplan

zitiert wird, sowie gestalterische Vorgaben

für Hochhäuser mit einem nachzuweisenden

„social return“ für jedes Projekt

garantieren Verträglichkeit und Zukunftsfähigkeit.

So schaffen wir mit diesem

Qualitätsanspruch als Vorgabe für

alle Entwicklungen qualitativ nachhaltige

Quartiere und dies in einer ausgewogenen

Stadtsilhouette.

Düsseldorf hat zudem eine anziehende,

oberzentrale Dienstleistungs- und Einzelhandelslandschaft:

Durch die großartigen

Entwicklungen rund um den neuen

Kö-Bogen, der Wiederherstellung des

lange verödeteten Gustaf-Gründgens-

Platzes und den Neubau des Ingenhoven-

Tals als Einkaufs- und Erlebniszentrum

verkörpert sie einen neuen multidimensionalen

Wert für das Thema „Innenstadt

im Wandel“.

Ganz unterschiedliche Einkaufsqualitäten,

die dem Wandel der Innenstädte

positiv begegnen, durchsetzen sich mit

parkartigen oder städtischen Plätzen, vernetzt

zum Hofgarten, sodass neben Einkaufen

auch Kultur und Erholen, Begegnung

sowie das Sehen und Gesehenwerden

in der Stadt sich zu einem attraktiven

Aufenthalt verbindet.

Foto: Knappe1A

Die Bedeutung des Wortes Krise hat sich in den vergangenen Jahren für Kommunen stark verändert.

Kommunen im kommunikativen Hamsterrad

Das moderne Düsseldorf: Shoppen an der

Königsallee (Foto oben); ein Gebäude mit

Grünfassade am neu gestalteten Gustaf-

Gründgens-Platz gleich beim Schauspielhaus;

Teile des Kö-Bogens, die von Stararchitekt

Daniel Libeskind gestaltet wurden (rechts).

Fotos: Adobe Stock: dbrnjhrj, Heorshe, Shchipkova Elena

Corona, Krieg, Klima, Energie wenn es

derzeit den deutschen Kommunen an etwas

nicht mangelt, dann an nie dagewesenen

Herausforderungen.

Vor kurzem bedeutete Krisenkommunikation,

überspitzt gesagt, noch den Umgang mit unglücklichen

Auftritten oder lokalen Skandalen.

Mittlerweile häufen sich die Situationen, in denen

die Kommunen zwar gefordert sind, Krisenkommunikation

zu betreiben, aber selbst kaum

Einfluss auf die Entstehung und Bekämpfung

der Krise haben.

In diesem Spannungsfeld agieren die Verwaltungen

von Gemeinden, Städten und Kreisen

spätestens seit dem Frühjahr 2020 ohne Pause.

Zu den kommunikativen Herausforderungen von

Corona gesellten sich 2022 der Krieg in der Ukraine

und die dadurch ausgelösten Fluchtbewegungen

sowie in der Folge ein Mangel an Erdgas

für die Energieversorgung in Europa.

Ein ganzes ABC ließe sich aus Schlagworten

zusammenstellen, die das kommunikative

Hamsterrad beschreiben, aus dem sich die

Pressestellen und Kommunikationsverantwortlichen

in den letzten Monaten nie befreien konnten.

Die Kunst ist, als Kommune dennoch der

geschätzte Ansprechpartner für alle Lebenslagen

zu bleiben, dem die Bevölkerung vertraut.

Denn es liegt in der Natur der Sache, dass es

keine angenehmen Botschaften sind, die in der

Krise an Mann und Frau zu bringen sind. Ein

kommunales Schwimmbad aufgrund der steigenden

Heizkosten zu schließen, nachdem es

pandemiebedingt bereits über zweieinhalb

Jahre die größte Zeit ebenfalls geschlossen war,

verschafft nicht unbedingt Bonuspunkte auf der

Beliebtheitsskala.

In diesen Fällen kann es sinnvoll sein, sich

externe Hilfe mit an Bord zu holen: Experten, die

mit einem Blick von außen auf Zusammenhänge

und Zielgruppen schauen. Ein Partner, der bei

der kommunikativen Positionierung von Entscheidungsträgern

unterstützt und frische Ideen

zur Gestaltung von Formaten und Kanälen einbringt.

Und einer, der, wenn gewünscht, einfach

Arbeit abnimmt.

Unter dem Namen Knappe1A ist unser Unternehmen

seit vielen Jahren Dienstleister für

Institutionen, Organisationen und Unternehmen.

Wenn wir im Auftrag von Kommunen agieren,

wissen wir, dass unsere Arbeit im Bereich der

Kommunikation höchsten Ansprüchen gerecht

werden muss. Das Vertrauen, welches beispielsweise

Stadt und Landkreis Karlsruhe während

der Coronapandemie in uns gesetzt haben,

empfinden wir als ungemeine Verantwortung.

Egal ob im Rahmen von strategischer Beratung,

redaktionellem Service oder der Produktion

von Medieninhalten unsere Services rund

um die kommunale Krisenkommunikation richten

wir auf drei einfache Grundsätze aus: Sie

muss schnell, unaufgeregt und inklusiv gestaltet

sein. Schnell, weil Menschen in der Krise vor

allem lokal fühlen und dort verlässliche Informationen

suchen. Es sind schließlich Entscheidungen

in ihrem Ort, die ihren Alltag in der Ausnahmesituation

bestimmen. Unaufgeregt, weil

die Kommune und ihre Protagonisten stets Professionalität

und Seriosität ausstrahlen sollten.

Inklusiv, weil neben anderen relevanten Akteuren

der kommunalen, öffentlichen Hand sich

auch die Bevölkerung selbst sich in der Kommunikationsarbeit

ihrer Kommune wiederfinden

muss. Wir versuchen, sie alle mitzunehmen.

Um diesen Grundsätzen gerecht zu werden

und für den Weg aus dem „Hamsterrad“, halten

wir für unsere Kunden einen umfangreichen

kommunikativen Werkzeugkasten bereit

selbstverständlich zeitgemäß, mit passenden

analogen und digitalen Instrumenten und Tools.

Wir freuen uns, wenn wir diese ihrer Kommune

einmal vorstellen dürfen!

Knappe1A

Agentur & Digital

Ansprechpartner: Luca Wernert, Agenturleiter

Bannwaldallee 60

76185 Karlsruhe

Tel.: 0721 957 898 71

E-Mail: info@knappe1a.de

www.knappe1a.de

18


Spezial

STADTPLANUNG

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Advertorial

ist, eine betrügerische E-Mail zu erkennen, ist

ein Sicherheitsrisiko.

Um für einen starken Schutz zu sorgen, sollten

die Mitarbeiter sensibilisiert werden. In entsprechenden

Anti-Phishing-Schulungen lernen

sie Phishing-Mails zu erkennen.

Mit klassischen Präsenzseminaren lässt sich

dieser großflächige Schulungsbedarf nicht decken.

Zu teuer und in Zeiten von Home-Office

viel zu aufwendig.

Diese Vielfalt und darüber hinaus die

Einzigartigkeit der Königsallee haben

Düsseldorf auch im Wandel des Einzelhandels

bestehen lassen. Jetzt münden

sie in eine vielfältige Dynamik, indem

Bankenquartiere zu Dienstleistungs-,

Büro- und Einzelhandelsquartieren konvertieren

oder indem die alten Malls zu

lebendigen neuen Orten für Einkauf und

Büro weiterentwickelt werden.

Düsseldorf setzt auf die hochwertige

Gestaltung der Luxusmeile Königsallee

durch einen öffentlichen Dialog zwischen

Stadtgesellschaft und Investment. Daneben

gibt es Formate zur Gestaltung und

Nutzung öffentlicher Räume sowie für die

vielfältige kulturelle Bespielung städtischer

Flächen und Räume. So werden

auch Entwicklungsstrategien und Großprojekte

mit der Stadtgesellschaft auf Augenhöhe

diskutiert und in politischen

Gremien zu tragfähigen Entscheidungen

gebracht. Dialog und gebündelte Kompetenz

entwickeln so ein partnerschaftliches,

erfolgreiches Vorgehen.

Die Leitbilder fassen Qualitäten einer

städtebaulichen und räumlichen Dynamik

zusammen: Leitbilder wie Raumwerk

D sowie Mobilitätsplan 2030, Hochhausrahmenplan

und die Ergebnisse des internationalen

Wettbewerbs des „Blau-Grünen

Rings“, dazu kommen die Konzepte

zu den zukunftsfähigen Quartieren.

TRADITION UND MODERNE IM EINKLANG

Aus der Zeit gefallen mit beliebten Parkanlagen,

die heute allen Bürgerinnen und Bürgern

offenstehen: Das Kalkumer Schloss im Norden

(links) und das Benrather Schloss im Süden

Düsseldorfs.

Alle quartierlichen und architektonischen

Weiterentwicklungen werden durch vorgeschaltete

Qualifizierungsmaßnahmen

entschieden. Sie beziehen die Stadtgesellschaft

meist von der Aufgabenstellung bis

zum Ergebnis mit ein und verhandeln

Neues mit Vorhandenem so, dass Tradition

und Dynamik sich zu tragfähigen

Lösungen und identifizierbaren Werten

für die Stadt befruchten.

Vielleicht ist darin auch ein Teil des Zaubers

von Düsseldorf verankert: Das Innovative

wird mit der Seele des jeweiligen

Ortes, verkörpert durch die Stimmen der

Bewohnerinnen und Bewohner, zu Lösungen

weiterentwickelt, bildet sich also nicht

abstrakt in uniformer und austauschbarer

Gleichförmigkeit zu adaptierten Rezepten

anderer Standorte oder stereotyper baulicher

Verwertungskonzepte auf dem Düsseldorfer

Grundriss ab. Jede Veränderung

muss der Stadt, der Umgebung etwas mitbringen

oder zurückgeben, und so verbinden

sich Mut und Lust der neuen Entwicklungen

mit dem Tragfähigen der bestehenden

Stadt und ihrer Menschen.

Düsseldorf bewahrt sich seine Individualität

und Identität, ohne sich der Innovation

und der Dynamik zu verschließen.

Die Mischung erzeugt eine maßstäbliche,

lebenswerte und doch impulsgebende Umgebung,

die Menschen anzieht und gleichzeitig

die Sicherheit eines dauerhaften Zuhauses

oder eines erstrebenswerten Arbeitsortes

bietet. Im Hinblick auf Düsseldorfs

Perspektiven zitiert das Raumwerk

seine drei Überschriften für Düsseldorf so:

kompakt und gerecht, klimaangepasst und

grün, produktiv und kreativ.

Damit zeigt die Landeshauptstadt ihre

größte Stärke: die Flexibilität, auf Dynamik

zu reagieren indem sie gleichzeitig

eigene individuelle Schätze in einem vielfältigen

polyzentrischen Zusammenspiel

besonderer Orte in der Stadt selbst und

mit der Region bewahrt.


Cornelia Zuschke

Fotos: Adobe Stock: Mikhail Markovskiy, hespasoft, Stimmungsbilder1

Foto: WTT CampusOne GmbH

Mit E-Learnings lernen Mitarbeiter in Verwaltungen, wie sie Phishing-Mails erkennen.

Wie Cyberkriminelle in Netzwerke

von Kommunen eindringen

Städte, Gemeinden und Landkreise sind ein

beliebtes Ziel von Hacker-Attacken. Cyberkriminelle

gehen immer professioneller vor.

Eine beliebte Methode ist das sogenannte

Phishing. Wie funktioniert die Betrugsmasche

und wie können sich Kommunen davor

schützen?

Michael Müller bekommt eine E-Mail von der

Personalabteilung. Er solle bitte umgehend das

angehängte Formular ausfüllen und zurücksenden.

Herr Müller, Mitarbeiter der Stadtverwaltung,

wird nervös. Hat er etwas falsch gemacht?

Lieber schnell zurückmelden. Er klickt auf das

Formular und lädt es herunter und hat so versehentlich

Cyberkriminellen Tür und Tor in das

Netzwerk seiner Stadt geöffnet.

Das Beispiel von Herrn Müller ist durchaus

realistisch: Hackerattacken auf kommunale Verwaltungen

nehmen drastisch zu. Es trifft große

wie kleine Kommunen. Wie den Landkreis Anhalt-Bitterfeld,

die Stadt Potsdam, die Gemeinde

Hohenpreißenberg.

Was viele Angriffe eint: Sie beginnen mit einer

E-Mail an einen Mitarbeiter. Dutzende Mails

landen jeden Tag in deren Postfächern. Eine auf

den ersten oder auch zweiten Blick vermeintlich

harmlose Nachricht kann sich darunter

leicht verstecken.

Die Mails kommen scheinbar von einem vertrauenswürdigen

Absender: Das Finanzamt, die

eigene IT-Abteilung, Microsoft oder DHL. Es

mangelt den Betrügern nicht an Kreativität. Als

vermeintlicher Absender ist die Personalabteilung

sehr beliebt. In anderen Fällen scheint die

Mail von der Dezernentin oder vom Amtsleiter zu

kommen.

In der Mail befindet sich dann häufig ein

Link. Dieser führt die Mitarbeiter zu einer Website,

auf der sie beispielsweise Zugangsdaten,

Finanzinfos oder Passwörter eingeben sollen.

Oder die Mail beinhaltet eine infizierte Datei,

wie im Fall von Herrn Müller.

Welche Gefahren verbergen sich hinter

Phishing-Angriffen?

Neben Geldern stehlen die Hacker vertrauliche

Informationen von Bürgern sowie Mitarbeitern

und sperren Zugänge. Zusätzlich leidet das Ansehen

der betroffenen Kommunalverwaltung. Im

schlimmsten Fall sperren die Hacker tage- oder

wochenlang die Systeme der Verwaltung und

machen diese handlungsunfähig. Häufig kommt

es zur Erpressung: Nur wenn Geld an die Betrüger

überwiesen wird, geben diese die Zugänge

und Daten frei.

Wie schützen sich Verwaltungen vor Hackern?

Jeder kann auf eine Phishing-Mail hereinfallen.

Heißt: Jeder Mitarbeiter, der nicht in der Lage

Digitale Schulungen statt Präsenzseminar:

Effizient und kostengünstig

Immer häufiger nutzen Kommunen digitale Cybersicherheit-Schulungen.

Diese sogenannten

E-Learnings werden von WTT CampusONE, einem

Spezialisten für digitale Weiterbildung in

Verwaltungen, produziert. Gemeinsam mit Kommunen

entwickelt WTT CampusONE laufend

neue E-Learnings von und für Verwaltungen.

Ausgezeichnet wurden die Schulungen unter anderem

mit dem Deutschen Exzellenz Preis, dem

Comenius Award und dem E-Learning Award.

Hunderte und tausende Mitarbeiter lassen

sich damit schulen ohne Termin, ohne Dozent.

Denn: Diese Schulungen sind fertig produziert

und können jederzeit an die Mitarbeiter über

eine digitale Lernplattform ausgegeben werden,

inklusive Zertifikat. Einfach und flexibel, sowohl

für die Mitarbeiter als auch für den

Personalbereich.

Wie eine digitale Anti-Phishing-Schulung

funktioniert, können Sie hier kostenlos und unverbindlich

testen. Scannen Sie dazu einfach

den QR-Code unten mit Ihrer Smartphone-Kamera

oder einem QR-Code-Scanner (App).

WTT CampusONE GmbH

Königsallee 37

71638 Ludwigsburg

Tel.: 07141 50 530 20

E-Mail: info@wtt-campusone.com

www.wtt-campusone.com

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Spezial

KOMMUNALENTWICKLUNG

Mobility for the Future

Mobility for the Future

Seilbahnen sind eine sinnvolle Ergänzung im multimodalen Mobilitätsmix fortschrittlicher urbaner Verkehrssysteme.

Sie nutzen den unabhängigen Luftraum, benötigen viel weniger Fläche als bodengebundene Verkehrsträger und gewährleisten

verlässlich die benötigte Transportleistung, ohne von etwaigen Staus und Störungen des terrestrischen Verkehrs beeinflusst

Seilbahnen sind eine sinnvolle Ergänzung im multimodalen Mobilitätsmix fortschrittlicher urbaner Verkehrssysteme.

zu werden. Sie sind außerordentlich betriebssicher und dabei durch ihren elektrischen Antrieb annähernd klimaneutral.

Sie nutzen den unabhängigen Luftraum, benötigen viel weniger Fläche als bodengebundene Verkehrsträger und gewährleisten

verlässlich die benötigte Transportleistung, ohne von etwaigen Staus und Störungen des terrestrischen Verkehrs beeinflusst

Welche zu werden. weiteren Sie sind Potentiale außerordentlich und Perspektiven betriebssicher Mobilitätslösungen und dabei durch ihren mit Seilbahnen elektrischen haben, Antrieb annähernd erfahren Sie klimaneutral.

auf der

InnoTrans 2022 in Berlin. Besuchen Sie uns von 20. bis 23. September am Doppelmayr-Stand Halle 2.2/450.

Wir Welche freuen weiteren uns auf Potentiale einen spannenden und Perspektiven Austausch.

Mobilitätslösungen mit Seilbahnen haben, erfahren Sie auf der

InnoTrans 2022 in Berlin. Besuchen Sie uns von 20. bis 23. September am Doppelmayr-Stand Halle 2.2/450.

doppelmayr.com

Wir freuen uns auf einen spannenden Austausch.

doppelmayr.com

Der Ausbau erneuerbarer Energien ist dringlicher denn je eine der entscheidenden Herausforderungen ist aber nach wie vor die Umsetzung vor Ort.

Klimaschutz

Die Energiewende bleibt

das große Ziel

Klimawandel und erneuerbare Energien: Allein mit diesen Themen sind Städte

und Gemeinden enorm gefordert. Welche Unterstützung sie brauchen, streichen

die Kommunalexperten Dieter Behrendt und Matthias Günther heraus.

Die rund 10.000 Gemeinden in

Deutschland stehen aktuell vor

enormen Herausforderungen,

auch wenn die natürlich nicht zuletzt von

der Größe der Gemeinde abhängig sind

die Einwohnerzahlen reichen von unter

100 bis 3,6 Millionen in Berlin.

Die aktuelle Situation ist bekannt: Der

Koalitionsvertrag 2021 und insbesondere

der Russland-Ukraine-Krieg führen zu

einer Höhergewichtung der Energieversorgung

und zum Druck, beinahe Zwang,

den Bestand an Erneuerbare-Energien-

Anlagen in der Gemeinde deutlich zu erhöhen

und den Energieverbrauch zu senken.

Die Gemeinden sollen demnach auf

ihren Liegenschaften vermehrt solche

Anlagen installieren und die Liegenschaften

klimafit sanieren. Das Gleiche gilt für

Bürger und Unternehmen. Die Gemeinden

sind also in einer Doppelfunktion:

investieren sowie andere Akteure sensibilisieren

und motivieren.

Darüber hinaus stehen Anpassungen an

die zukünftigen Folgen des unvermeidbaren

Klimawandels an. Diese Anpassungen

und die Energiewende sind aktuell die

wichtigsten Schritte auf dem Weg zur

Nachhaltigkeit.

Viele Gemeinden sind hier bereits unterwegs,

teilweise schon seit mehr als 20

Jahren aber es sind immer noch zu wenige.

Das liegt zum einen an der Motivation:

Sie ist immer noch zu sehr abhängig

vom Engagement der Entscheider und

damit von deren individueller Motivation.

Zum anderen bremst zum Teil die Finanzlage

in den Gemeinden: Hier findet sich

die ganze Bandbreite von hochverschuldet

bis gute Rücklagen.

Vor allem Gemeinden in strukturell benachteiligten

Gebieten mit bereits länger

anhaltenden Einwohnerverlusten weisen

Verschuldungsgrade auf, die sie aus eigener

Kraft kaum abbauen können und

durch die wiederum Investitionen verhindert

werden. Zudem fehlen bereits heute

vor allem technische und kaufmännische

Fachkräfte sowie Erzieherinnen und Erzieher

und der demographische Wandel

macht sich bemerkbar: Noch etliche Jahre

wird die Zahl an Menschen ansteigen, die

aus dem Erwerbsleben ausschei-

Foto: Adobe Stock/epixproductions

22


Spezial

KOMMUNALENTWICKLUNG

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Advertorial

PESTEL-INSTITUT

Das Pestel Institut ist Forschungsinstitut

und Dienstleister für Kommunen, Unternehmen

und Verbände. Seit 40 Jahren

unterstützt es anhand von Recherchen,

Analysen, Befragungen und Modellrechnungen

unter anderem in den Themenbereichen

Klimaschutz, Wohnungmärkte,

Prozessunterstützung und Kommunikation

für nachhaltige Entwicklung.

www.pestel-institut.de/

DIE AUTOREN

Dieter Behrendt ist im Pestel-Institut als

Wirtschaftsgeograph mit den Themen

Szenarienbildung (zum Beispiel zur

Entwicklung ländlicher Räume) und

Evaluation (zum Beispiel von Energieagenturen)

befasst. Matthias Günter

bearbeitet vor allem die Themen

Demographie und Wohnungsmärkte.

Photovoltaik ist nur ein Baustein der

Energiewende es bleibt viel zu tun,

mehr noch: Die aktuelle Lage erfordert

ein Durchstarten auf allen Ebenen,

betonen die beiden Autoren

vom Pestel-Institut.

den ohne einen entsprechenden Ausgleich

aus der jüngeren Bevölkerung.

Gleichzeitig steigen die Anforderungen

an die Kassen der Gemeinden, denn die

Verkehrswende steht vielfach erst am Anfang,

und die steigenden Brandschutzanforderungen,

die Sanierung der Abwasseranlagen

fordern Investitionen (hier

wird von einem Investitionsstau im zweistelligen

Milliardenbereich gesprochen):

Die längst bekannte Liste ist leider lang.

Die Folge: Die Kassenlage vieler Gemeinden

führt bezogen auf die Energiewende

zu einem „bei uns geht es nicht“ oder zu

einer Auslagerung der Investitionen in

kommunale Energieversorgungsunternehmen,

die zum Teil für diesen Zweck

gegründet werden, selbst in kleinen Gemeinden.

Aber das ist noch zu selten.

GEMEINSAM ANPACKEN

Es sind demnach nicht nur die Gemeinden

gefordert, wenn die Energieversorgung

langfristig gesichert werden soll:

_ Die Kommunalaufsicht ist angesprochen,

mehr Flexibilität für die Genehmigung

von Investitionen in erneuerbare

Energien durch Gemeinden oder

deren Unternehmen aufzubringen

sowie den Kreditrahmen der Gemeinden

und der kommunalen Unternehmen

auszuweiten.

_ Die Länder sind angesprochen, regionale

Energieagenturen einzurichten

nach dem Vorbild Baden-Württembergs,

die nicht nur beraten, sondern

vor allem die (zu) komplizierte

Antragstellung und Abrechnung von

Fördermitteln übernehmen, um das

kommunale Personal zu entlasten.

_ Der Bund und auch die EU sind angesprochen,

die Fördermittel für die

Energiewende in den Kommunen zu

erhöhen und die übergeordnete Infrastruktur

zügig aufzubauen, damit die

Energiewende auch durch die Kommunen

überhaupt möglich erscheint.

Stichwörter sind die Schaffung der Rahmenbedingungen

für den Ausbau regenerativer

Energieerzeugungsanlagen inklusive

Speicher. Die Forderungen sind seit

langem bekannt. Auch wenn viele Menschen

der Meinung sind, dass schon viel

geschehen ist, erfordert die aktuelle Lage

ein Durchstarten auf allen Ebenen.

Die Initiative „Fridays for Future“ hat

viel Engagement bei den gemeindlichen

Entscheidern hervorgerufen oder es verstärkt:

Sie konnten im Gemeinderat auf

die jungen Leute verweisen, die vor der

Tür standen und Klimaschutz forderten.

Inzwischen stehen alle vor der Tür und

fordern die Energiewende wenn auch

nicht aus Klimaschutzgründen, sondern

wegen der Versorgungssicherheit. Um

die aktuellen Herausforderungen zu

meistern, brauchen die Gemeinden Unterstützung

von allen übergeordneten

Ebenen.

Dieter Behrendt und Matthias Günther

Foto: Adobe Stock/dusanpetkovic1

Foto: Herrmann Innovations GmbH

Die Herausforderungen

der Herbst- und Wintersaison

Wir stellen uns in diesem Herbst und Winter

mehreren Herausforderungen: Den Virusinfektionen

der Schülerinnen und Schüler sowie

der Kinder in der Kita (Covid, Grippe, Magen-

Darm-Infektionen), den hohen Energiekosten,

die von den Gemeinden gestemmt werden

müssen, und den Ausfallzeiten der Lehrkräfte

sowie der Erzieherinnen und Erzieher. Es gibt

Möglichkeiten, sich auf diese Herausforderungen

vorzubereiten und sie somit zu meistern.

Filteraustausch: So viele Schwebeteilchen filtert

der DESI Luftreiniger innerhalb eines Jahres in

einem Klassenzimmer..

Moderne Technologie im Infektionsschutz:

Die DESI Luftreiniger können Viren durch

Plasmatisierung fast vollständig karbonisieren.

Der Staat bietet die Möglichkeit, noch bis zum

31.12. Fördergelder in Anspruch zu nehmen

und somit Anschaffungskosten für den Schutz

vor Covid zu halbieren. Dieser Schutz gewährleistet,

dass in den Bildungsstätten, egal ob

Kindertagesstätte oder Schule, alles getan wird,

um Ansteckungen und somit Krankheitsfälle zu

vermeiden.

Gerade bei den Kleinsten in der Kita und in

der Grundschule sind Schutzmaßnahmen unglaublich

wichtig, da dort keine Maskenpflicht

besteht. Kleinkinder können mit Masken noch

nicht sinnvoll umgehen. Erkenntnisse aus dem

letzten Winter legen zudem nahe, dass sich bei

den Kleinsten und Kleinen die Sprachentwicklung

durch das Tragen einer Maske aufgrund

fehlender Mimik verzögern könnte.

Abhilfe bieten Luftreiniger. Diese gibt es in

den verschiedensten Technologien. Hierbei

sollte jedoch beachtet werden, dass die Luftreiniger

der Raumgröße angemessen sind und

die Luft fünf- bis sechsmal pro Stunde reinigen.

Betrachtet werden sollten auch die Folgekosten,

etwa für Filter und Wartung.

Mit modernster Technologie und mit über

zehn Jahren Einsatz im klinischen Bereich sind

die DESI-Luftreiniger mit Plasmamodul in der

Lage, mehr als 99,99 Prozent der Virenlast zu

vernichten. Hinzu kommt, dass auch Feinstaub

und Gerüche eliminiert werden.

Viren werden durch Plasmatisierung, man

kann sich dies als winzige Blitze vorstellen, karbonisiert

und landen somit als kleine Ascheteilchen

im Filter. Feinstaub, Pollen und Sporen

werden in den Filtern aufgefangen und gelangen

somit nicht in den Atemkreislauf. Ein Karbonfilter

sorgt dafür, dass Gerüche eliminiert werden.

Die DESI FRESH saugt verbrauchte Luft aus

dem Raum ab und führt frische Luft von außen

zu. Dies geschieht immer im Wechsel. Eine kontinuierliche

Sauerstoffzufuhr ist somit gewährleistet.

Durch einen CO 2

-Tauscher mit Wärmerückgewinnung

wird die zugeführte Luft erwärmt.

Frieren bei offenen Fenstern muss also nicht

sein. Die Wärmerückgewinnung im DESI FRESH

sorgt zudem dafür, dass die Energiekosten ge-

Foto:Herrmann Innovations GmbH

ringgehalten werden, während gleichzeitig eine

stete Frischluftversorgung gewährleistet wird.

Mit minimalem Aufwand für den Einbau, lediglich

eine Kernbohrung in die Außenwand oder

Einbringung in die Fensterscheibe ist erforderlich,

kann Schutz, Sicherheit, Wohlbefinden und

Energieeinsparung gewährleistet werden.

Somit ist alles getan, um Kinder, Lehrkräfte

sowie Erzieherinnen und Erzieher vor Ansteckung

durch Aerosole zu bewahren. Um sich vor

Infektion durch Tröpfchen zu schützen, reicht

nun ein DESI-Schild aus Polycarbonat mit Anlaufschutz,

das auch für Brillenträger optimal

geeignet ist. Mimik und Sprache werden nicht

behindert. Die Kinder können ungehindert lernen

und müssen keine Einschränkungen hinnehmen.

Diese Form des Infektionsschutzes ist

ein Konzept von DESI-Systems by Herrmann

Innovations GmbH.

Herrmann Innovations GmbH

Vertrieb

In der Leiten 16

97633 Großeibstadt

Tel.: 09762 93 97 624

E-Mail: info@herrmann-innovations.com

www.herrmann-innovations.com

24


NEUES AUS DER WIRTSCHAFT

Anzeige

Advertorial

Auf dem Weg in die digitale Zukunft: Die BIL eG schafft ein Betreiberregister für ihre Netzwerkpartner

und will so das Tempo beim Breitbandausbau beschleunigen.

Online-Portal unterstützt den Infrastrukturausbau

Die Betreiber der BIL eG (Bundesweites

Informationssystem für Leitungsrecherchen)

sehen Handlungsbedarf bei Planungsprozessen

und setzen insbesondere

bei diesen Punkten an:

_ Die zentrale Bekanntmachung eines

Bauvorhabens auf digitalem Wege zur

Vermeidung von Schäden an unterschiedlichen

Infrastrukturen.

_ Die Ermöglichung von 24/7-Anfrageabsetzung

und deren Zustellung an

Leitungsbetreiber sowie die Bekanntmachung

bei Behörden und Gemeinden

(anstelle von telefonischer

Kontaktaufnahme oder der daten-

Zukunftsfähiges Licht

Angenehmes und zugleich ressourceneffizientes

Licht: Damit will Zumtobel Kliniken,

Krankenhäuser und Reha-Einrichtungen

ausstatten. Der Hintergrund laut Hersteller:

Patienten und Angehörige profitieren

von einer wohnlichen Atmosphäre und

von Licht, das den natürlichen Biorhythmus

des Menschen unterstützt. Betreiber

von Gesundheitseinrichtungen achten dagegen

vor allem auf die kosten- und ressourceneffiziente

Nutzung ihrer Gebäude.

Diese unterschiedlichen Bedürfnisse

wolle Zumtobel in einem schlüssigen

Lichtkonzept vereinen und so zeitlose,

langlebige Architektur für den Gesundheitsbereich

schaffen. Bereits in der Entwicklung

werden laut Unternehmen

Nachhaltigkeitskriterien im Produktdesign

und bei der Materialwahl berücksichtigt.

Die methodischen Grundlagen

basieren auf Ökobilanzen und dem Prinzip

der Kreislaufwirtschaft.

www.zumtobel.com

26

schutzrechtlich problematischen

Kommunikation über E-Mail).

Der BIL eG gehe es dabei um eine effizientere

Abwicklung und um die verbesserte

Sicherheit unterirdischer Infrastruktur.

Dafür habe sie mit den Branchenverbänden

der Bauwirtschaft und der Energiewirtschaft

ein gesetzes- und regelwerkskonformes

Angebot geschaffen.

Neben den Bereichen Breitbandausbau,

Neue Energien, Wasser- und Abwasserwirtschaft

sollen sich hier auch die Kommunen

angesprochen fühlen.

www.bil-leitungsauskunft.de

Aktuelle Trends für Entwässerungslösungen

Das Rinnensystem Birco Light ist eine

der Produktneuheiten auf der

Fachmesse GaLaBau.

Foto: BIL/iStockphoto.com/Nikada

Optimale Luftfeuchte

Funktion plus Design: Der Schwimmbad-

Entfeuchter der Serie SLE von Remko

punkte laut Hersteller durch hohe Entfeuchtungsleistung

und gutes Aussehen.

Eingesetzt werde er vor allem in modernen

Schwimmbad- und Wellnessbereichen.

Für die optische Aufmachung sind

die Seitenteile mit einer farblichen Ambientebeleuchtung

ausgestattet, die als

indirektes Licht aufscheint. Per Fernbedienung

lassen sich verschiedene Farben einstellen

oder Farbwechsel wählen.

Drei verschiedene Leistungsgrößen stehen

für die Hauptfunktion zur Verfügung:

Als maximale Tagesentfeuchtungsleistung

werden 47, 78 und 104 Liter angegeben

(bei 30 °C). Die Entfeuchter

wälzen dafür 400 bis 900 m³ Luft pro

Stunde um. Zu den weiteren technischen

Merkmalen zählen ein elektronischer Hygrostat,

eine serienmäßige Modbus-

Schnittstelle zur Einbindung in eine Gebäudeleittechnik

sowie ein USB-Anschluss

zum Auslesen von Betriebsdaten.

www.remko.de

Die Internationale Leitmesse GaLaBau in

Nürnberg (September 2022) war das Ziel:

Dort wollte Birco sein umfangreiches Angebot

präsentieren. Das Besondere dabei:

Alle Exponate wollte der Spezialist für Entwässerungslösungen

in Originalgröße

und -qualität ausstellen. So solltenBaustoffhändler

und Verarbeiter Produktneuheiten

in Augenschein nehmen können,

die sich laut Unternehmen

insbesondere für Landschaftsbau

oder die städtebauliche Gestaltung

von Plätzen mit hochwertigen

Oberflächen eignen.

Neu seien zwei Rinnensysteme

mit Gusszarge. Zudem gebe

es Neuheiten bei den bewährten

Punkteinläufen Birco Light und

Birco Plus sowie bei der Profistahlrinne

Birco Topline: Hier werde eine

Design-Abdeckung aus Bambus für die

Nennweite 160 präsentiert.

www.birco.de

Foto: Birco

Foto und Grafik: Unsere Grüne Glasfaser

Ländlichen Gemeinden fehlt häufig noch die geeignete Infrastruktur für Glasfasernetze.

Glasfaser macht Gemeinden zukunftsfähig

Ob bei Bildung, Gesundheit, Verkehr oder

Freizeit leistungsfähige Breitbandnetze sind

in zwischen unverzichtbar. Auch und gerade für

die Wirtschaft ist eine zuverlässige und schnelle

digitale Anbindung ausschlaggebend für die

Wahl eines Standortes. Gemeinden können sich

schon heute gut für die digitale Zukunft rüsten,

wenn sie Glasfasernetze verlegen lassen.

„Eine schnelle Internetanbindung ist eine wichtige

Voraussetzung für die wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit

unserer Gemeinde“, sagt Nadine Brinette,

Bürgermeisterin der Gemeinde Contwig in Rheinland-Pfalz,

und spricht damit einen wesentlichen

Grund an, warum sich immer mehr Gemeindeverantwortliche

für den Ausbau des Breitbandnetzes

in ihrem Ort entscheiden.

In Zukunft verbrauchen wir sechsmal so viel

Datenvolumen wie heute

Eine gute Entscheidung, wirft man einen Blick auf

die Prognosen zum Datenverbrauch und Datennutzung.

BREKO, der Bundesverband Breitbandkommunikation

e.V., hat kürzlich eine Studie veröffentlicht,

die nicht nur zeigt, wie rasant unser

Datenverbrauch angestiegen ist, sondern auch,

mit welchem Datendurchsatz in Zukunft zu rechnen

ist.

Bis 2026 wird eine Erhöhung der Breitbandnachfrage

um das Fünf- bis Sechsfache prognostiziert.

In Zahlen bedeutet das für Privathaushalte

einen Anstieg auf 845 Mbit/s (Download) und

302 Mbit/s (Upload), bei Geschäftskunden liegt

die nachgefragte Bandbreite bei 1,5 Gbit/s

(Download) und 922 Mbit/s (Upload). Im privaten

Bereich sind vor allem Streamingdienste und

smarte Services für die Zunahme verantwortlich.

In Unternehmen sind Cloudarchitekturen und Industrie

4.0 Treiber für erhöhten Datenverbrauch.

Die aktuelle Infrastruktur hält dem nicht stand

Unsere Grüne Glasfaser GmbH & Co. KG

Adalperostr. 82-86

85737 Ismaning

Tel.: 0800 410 1 410

E-Mail: info@unseregrueneglasfaser.de

www.unseregrueneglasfaser.de

In den meisten ländlichen Regionen in Deutschland

sind DSL-Breitbandverbindungen auf Basis

von Kupferleitungen verlegt. Das Problem: Kupferleitungen

sind störanfällig und büßen vor allem

bei langen Distanzen von Verteilerpunkt bis ins

Haus deutlich an Bandbreite ein. Mit Kupferkabel

sind oft nur maximal 50 Mbit/s erreichbar und

das wenig zuverlässig. Zeitgemäße digitale Infrastruktur

basiert heute auf Glasfaserleitungen.

Glasfasern sind aufgrund ihrer Übertragungstechnologie

in der Lage, Geschwindigkeit von

1000 Mbit/s und mehr zu realisieren und verbrauchen

dabei 60 Prozent weniger Energie als

Kupferkabel. Sie sind weniger störanfällig und

bieten stabile Up- und Downloadgeschwindigkeiten.

Glasfaser ist problemlos modifizierbar und wird

voraussichtlich auch in 50 Jahren noch dem neuesten

Stand der Technik entsprechen. Ihre Installation

trägt nicht nur zur Zukunftsfähigkeit von

Gemeinden, sondern auch zur Wertsteigerung der

direkt daran angeschlossenen Immobilien und zur

Attraktivität der gesamten Region bei.

Glasfaser in Ihrer Gemeinde mit UGG

Doch wie kommt nun ein leistungsfähiges Glasfasernetz

in die Gemeinde? Um zügig neue digitale

Infrastruktur zu schaffen, besteht die Möglichkeit

einer Kooperation mit einem eigenwirtschaftlich

arbeitenden Anbieter wie Unsere Grüne Glasfaser

(UGG), ein Gemeinschaftsunternehmen der

Allianz und Telefónica.

UGG arbeitet eigenwirtschaftlich, sodass der

Gemeinde für die Errichtung des Glasfasernetzes

keine Kosten entstehen. Als neutraler Netzanbieter

stellt UGG das neu verlegte Glasfasernetz

sämtlichen Internetdienstanbietern (ISP) zur Verfügung.

Die Nutzung des Netzes können Endkundinnen

und Endkunden dann über unterschiedliche

ISP in Auftrag geben.

ANSTIEG ANSTIEG DER DER

BANDBREITENNACHFRAGE BIS 2026

306

199306

306 306

199

199 199

2021

2021

922

922 922 922

1.546

1.546

1.546

Geschäftskunden

Geschäftskunden

Geschäftskunden

Privatkunden

Privatkunden

Privatkunden

156

88

88 156 156 156

88 88 88

302

302

302 302

845

845

845 845

2026 2021 2026

2026 2021 2026

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© UGG Die Zahlen entstammen der BREKO Marktanalyse 2021 (Quelle: Befragung Netzbetreiber (n=128))

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2021

2021 (Quelle:

2021 (Quelle: Befragung

Befragung Netzbetreiber

Netzbetreiber (n=128))

(n=128))


Spezial

Finanzen

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Advertorial

Kommunale Haushalte

Sparen und mehr

Aus Sicht von Berater Marc Schmitt waren die Kommunen gut aufgestellt jetzt

aber bringen die Coronapandemie und der Krieg gegen die Ukraine Haushaltspläne

durcheinander. Viel Potenzial für positive Entwicklungen sieht er dennoch.

schlechterung der Auftragslage auf die

kommunalen Finanzen auswirken wird.

Die steigenden Energiekosten verkleinern

finanzielle Spielräume zugleich müssen

Kommunen aber investieren, damit

die Energiewende gelingen kann.

ZUR PERSON

Marc Schmitt ist Senior Manager und

Experte für kommunale Finanzen beim

Beratungsunternehmen PricewaterhouseCoopers.

Was war aus Ihrer Sicht kennzeichnend

für die kommunalen Finanzen der vergangenen

Jahre?

Marc Schmitt: Vor allem bis 2010, aber auch

noch bis 2013 und 2014, haben wir von

PricewaterhouseCoopers viele Haushaltskonsolidierungsprojekte

begleitet. Danach

gab es noch Einzelfälle und Einzelprojekte,

insgesamt aber hat es sich für

uns so dargestellt, dass die Nachfrage und

der Bedarf an Haushaltskonsolidierung

abflachten und das auch 2015 während

der Flüchtlingskrise. Die Haushalte waren

im Wesentlichen gut aufgestellt.

Dann kam Corona welche Auswirkungen

sehen Sie auf die kommunalen Finanzen?

Schmitt: Die Erträge aus der Gewerbesteuer-Kompensation

haben den kommunalen

Haushalten durch die Coronazeit

geholfen. Die endgültigen finanziellen

Auswirkungen der Coronazeit sind aktuell

jedoch noch nicht abzuschätzen. Man

kann nicht genau sagen, wie sich die Pandemie

mittel- und langfristig auf die Wirtschaft

und mit einer möglichen Ver-

Anders sieht es mit den Auswirkungen

des Kriegs gegen die Ukraine und mit den

stark steigenden Energiekosten aus: Hier

zeigt sich die Problematik für die Haushalte

unmittelbar.

Schmitt: Zudem ist das eine Herausforderung

insbesondere für Stadtwerke, die

einerseits Gewinnausschüttungen an die

Kommunen ermöglichen und andererseits

den Kommunen selbst sowie Bürgerinnen

und Bürgern bezahlbare Energie

liefern sollen. Die Wirtschaft ist ebenfalls

von hohen Energiekosten betroffen,

auch die für viele Kommunen wichtigen

Handwerker und Mittelständler, die zudem

mit unterbrochenen Lieferketten

konfrontiert sind. Diese Problematiken

werden sich mittelfristig wiederum auf

die Gewerbesteuer auswirken.

Ist Sparen das einzige Gebot der Stunde?

Schmitt: Es ist die einzig mögliche Sofortmaßnahme,

und Kommunen versuchen ja

auch, einzusparen, wo immer es geht, sei

es bei der Bewirtschaftung kommunaler

Gebäude oder den Heizkosten für

Schwimmbäder. Die Herausforderungen

sind gewaltig.

Was kann hier helfen?

Schmitt: Wichtig ist die Vernetzung der

Kommunen untereinander, was bereits

in vielfältiger Form geschieht: Je intensiver

man miteinander im Gespräch ist

und Kooperationen auf Augenhöhe eingeht,

desto besser für die kommunale

Aufgabenerfüllung. Eine große

Fotos: PwC Deutschland, Adobe Stock/blackday

Foto: Kleusberg

Modulares Schulgebäude in Weiswampach mit Trespafassade: Die bauphysikalischen Eigenschaften entsprechen einer herkömmlichen Bauweise.

Langzeitmiete oder Kauf: Nachhaltige Raumlösungen

für Schul- und Universitätsgebäude

„ModuLine“ ist die hochwertige und flexible Gebäudelösung von Kleusberg für alle modernen

Einrichtungen, in denen betreut, unterrichtet und gelehrt wird. Besonders attraktiv für Schulen

und Universitäten ist dabei die Option der Langzeitmiete.

Öffentliche Institutionen binden für den Bau mit

„ModuLine“ kein Kapital und nutzen das Gebäude

genauso lange, wie es benötigt wird. Die

jeweilige Stadt oder Gemeinde kann flexibel

über folgende Möglichkeiten entscheiden: Sie

kann das Gebäude nach Mietende käuflich erwerben,

weiternutzen oder und das ist ein Alleinstellungsmerkmal

des modularen Bauprinzips

an einen neuen Standort verlagern. Ein

Rückbau nach Mietende ist ebenfalls möglich.

Mit ihrem variablen Gestaltungsraster ohne

tragende Innenwände lassen sich „ModuLine“-

Grundrisse nach Kundenwunsch und Nutzungsanforderungen

individuell gestalten von Kreativ-

und Bewegungszimmern über Klassen- und

Seminarräume bis hin zu Funktionsbereichen.

Spätere Anpassungen sind jederzeit möglich.

Die bauphysikalischen Eigenschaften der Gebäude

aus dem „ModuLine“-Baukastenprinzip

entsprechen denen einer konventionellen Bauweise.

Brand-, Wärme- und Schallschutz erfüllen

die jeweilis gültigen länderspezifischen Normen.

Die Erteilung der aBG (allgemeine Bauartgenehmigung)

für die modulare Bauweise sichert zusätzlich

ein vereinfachtes Genehmigungsverfahren.

Darüber hinaus weisen die Gebäude eine

hohe Rückbau- und Recyclingfähigkeit auf.

Bei der Betrachtung der Nachhaltigkeit von

Gebäuden ist es wichtig, den gesamten Produktlebenszyklus

einzubeziehen. Beginnend bei

der Planung, über die Errichtung, Nutzung und

schließlich dem Rückbau der Gebäude.

Mehr als Recycling: Cradle-to-Cradle

Im Hinblick auf eine positive Ökobilanz können

sich die Module sehen lassen. „ModuLine“ wird

in den hochmodernen Kleusberg Produktionsstraßen

vorgefertigt. Dabei wird größter Wert auf

effizienten Material- und Energieeinsatz, Abfallsowie

Emissionsvermeidung und Recycling gelegt.

Auch die zunehmende Nutzung regenerativer

Energieträger, zum Beispiel über Photovoltaikanlagen

auf den Hallendächern der Produktionsstätten,

zeigt, dass Kleusberg seiner Verantwortung

gerecht wird.

Ein wesentlicher Faktor für den nachhaltigen

Einsatz des Stahls im Modulbau ist seine Recyclingfähigkeit.

Wenn der Stahlrahmen eines Moduls

nicht mehr weiterverwendet werden kann,

landet er weder auf der Deponie noch belastet

er die Umwelt. Dank des sortenreinen Einsatzes

kann Kleusberg weit mehr als 90 Prozent an

Wertstoffen recyclen.

Doch damit nicht genug: Modulgebäude von

Kleusberg, besonders das System „ModuLine“,

sind nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip konzipiert.

Sie werden bereits im Herstellungsprozess

für die nächste Nutzungsphase betrachtet und

in ihrer Bauweise optimiert. Auch an den Bauorten

setzt Kleusberg dank ausgeklügelter Logistik

und abgestimmter Prozesse auf konsequente

Emissionsvermeidung.

Und wird ein Gebäude nicht mehr benötigt,

muss es nicht entsorgt werden. Die Raummodule

werden bei Nutzungsende abgebaut und

können so, nach ihrer Aufbereitung, nachhaltig

bei neuen Baumaßnahmen wiederverwendet

werden. Am Ende der Lebensdauer sollen die

verschiedenen Wertstoffe so weit wie möglich

getrennt und für die erneute Nutzung aufbereitet

werden. Durch die Mehrfachnutzung der Gebäudekonstruktion

wird der CO 2

-Ausstoß verringert.

KLEUSBERG GmbH & Co. KG

Wisserhof 5, 57537 Wissen

Tel.: +49 (0)2742 955-0

E-Mail: info@kleusberg.de

www.kleusberg.de

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Spezial

Finanzen

Herausforderung ist die Anspruchshaltung

der Bevölkerung, die ich persönlich

bisweilen bedenklich finde, da oftmals

die Kenntnis übergeordneter Zusammenhänge

fehlt und der Fokus eher auf Einzelinteressen

liegt. Dennoch: Kommunen

müssen damit professionell umgehen.

Hier ist die Kommunalpolitik gefragt,

die erklären und vermitteln muss.

Was bedeuten die aktuellen Herausforderungen

für die Energiewende?

Schmitt: Die Energiewende gerät zum Teil

in den Hintergrund. Um sie zu schaffen,

müssen Kommunen investieren, zum

Beispiel in die energetische Sanierung

und Ertüchtigung ihrer Liegenschaften,

aber auch in Photovoltaik und alternative

Energieerzeugung aber auch die

aktuellen Rechnungen mit Beträgen, die

nicht einkalkuliert waren, müssen bezahlt

werden. Kommunen müssen eine

Balance schaffen zwischen den akut steigenden

Energiepreisen und der Aufgabe,

die Energiewende umzusetzen.

Welche Herausforderungen sehen Sie außerdem

für die nächste Zukunft?

Sparideen sind dringend

erwünscht angesichts

stark steigender

Energiekosten, mit

denen niemand

gerechnet hat.

Schmitt: Ein Thema spielt eine Rolle, das

nur mittelbar mit den Finanzen zu tun

hat und sich doch stark auswirkt: die zunehmenden

Engpässe beim Personal.

Sehr viele Beschäftigte und Beamte werden

in den nächsten zehn Jahren in

Rente gehen oder in den Ruhestand versetzt

werden, das trifft die Verwaltungen

in den Kommunen noch deutlich stärker

als die Wirtschaft. Mit ihnen geht sehr

viel Know-how verloren das muss aufgefangen

werden, zudem müssen neue

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingestellt

und alternative Arbeitsmodelle geschaffen

werden. Eine aktuelle Studie

aus unserem Haus zeigt die kritische

Perspektive für Kommunen aufgrund

des Fachkräftemangels. Ohne Kooperationen

wird es nicht gehen.

Wie sieht es mit Bewerbungen aus?

Schmitt: Viele Verwaltungen verzeichneten

einen Anstieg an Bewerbungen während

der Coronapandemie dies könnte

schon in Richtung des krisensicheren

Arbeitsgebers Öffentliche Hand interpretiert

werden. Dennoch müssen die Kommunen

proaktiv für sich werben und Bewerber

gewinnen. Ausgelöst durch die

Coronapandemie haben viele Verwaltungen

bereits gute Schritte getan, Stichworte

sind hier Digitalisierung, New

Work, flexible Arbeitsmodelle. Das sollte

unbedingt beibehalten und ausgebaut

werden: Flexibles Arbeiten ist Bewerbern

wichtig, und sie vergleichen sehr genau.

Positiv aus meiner Sicht ist, dass die

Führungsebenen in den Verwaltungen

sich bereits verjüngt haben und damit

auch zunehmend andere Mindsets wirksam

werden.

Der Blick in die Glaskugel ist schwierig

aber welche Herausforderungen für Kämmerer

sind für Sie absehbar?

Schmitt: Ein Thema wird die Akzeptanz

und Reaktion von Bürgerinnen und Bürgern

auf das Verwaltungs- sowie das politische

Handeln bleiben. Kommunale Ausgaben

sind nun mal bestimmt durch den

politischen Willen und gesetzliche Aufgaben.

Hier muss man die Bürger kontinuierlich

informieren und damit nachhaltig

ins Boot holen. Und anders als bisher bedeutet

Sparen nicht mehr, den Personalkörper

der Kommunen zu reduzieren.

Neue Formen der interkommunalen Zusammenarbeit,

die Strukturierung der

kommunalen Beteiligungen sowie eine

stringente Digitalisierung und Automatisierung

der Verwaltungsleistungen sind

hier das Gebot der Stunde.

Wie schätzen Sie insgesamt die kommunalen

Haushalte ein?

Schmitt: Es gibt deutliche Unterschiede

zwischen kleinen und großen Kommunen,

Flächengemeinden und Regionen,

letztlich ist jeder Haushalt ein individueller

Fall und auch durch örtliche Besonderheiten

wie Sozial- oder Wirtschaftsstrukturen

bestimmt. Insgesamt gesehen

sind die Kommunen aber auf einem guten

Weg: Der Generationenwechsel ist im

Gange, die Führungsstrukturen werden

jünger. Kommunen kooperieren auch zunehmend

miteinander das wird sich

sicherlich noch intensivieren, aber Anfänge

sind gemacht. Problematisch ist

derzeit der Stand der Digitalisierung zu

sehen. Viele Kommunen werden eine

fristgerechte Umsetzung des OZG nicht

schaffen und es braucht auch weitere

Anstrengung und Kooperationen.

Woran denken Sie?

Schmitt: Zum Beispiel Angebote im Bildungsbereich,

etwa VHS und Musikschulen.

Bildung ist wichtig, kostet aber viel

Geld. Kleine Einheiten haben wenige

Möglichkeiten große Einheiten, an denen

mehrere Kommunen beteiligt sind,

können dagegen sehr viel mehr bieten,

sind für Bürger wie auch für Personal attraktiver.

Gerade bei diesen und anderen

interkommunalen Kooperationen sehe ich

viel Potenzial. Von hoher Bedeutung sind

auch Zusammenführungen von administrativen

Leistungen wie im Finanz- und

Immobilienmanagement sowie der Personalverwaltung.

Fachkompetenzen müssen

fokussiert werden, um eine hochwertige

Aufgabenerfüllung bei gleichzeitiger

Aufwandsreduzierung zu erreichen.


Interview: Sabine Schmidt

Foto: Adobe Stock/hd3dsh

Der Wandel kommt

überall hin. Gut, dass

wir schon da sind.

Deutschlands starke

Partnerin für Nachhaltigkeit.

Auf dem Weg in eine nachhaltigere Zukunft kann ganz

Deutschland auf die Unterstützung der Sparkassen-

Finanzgruppe zählen. Mit der größten Finanzierungssumme

für den Mittelstand und als Partnerin von

40 Millionen Privatkundinnen und -kunden machen

wir uns stark für einen Wandel, der für alle zum

Erfolg wird. Im Großen wie im Kleinen. Mehr erfahren:

sparkasse.de/mittelstand

Weil’s um mehr als Geld geht.


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Advertorial

Frische und gesunde Luft für Kinder und Pädagogen

Nach der Sommerwelle ist vor der nächsten

Coronawelle: Der Luftreiniger WINIX Zero

Pro lässt in Schulen und Kindertagesstätten

dennoch aufatmen.

Corona werden wir wohl nicht mehr loswerden,

aber man kann im Winter einiges besser machen.

Gerade in Klassenzimmern und Kindertagesstätten

lässt sich mit Förderhilfen eine effiziente

Luftverbesserung realisieren. Stoßlüften

und offene Fenster sind bei der zu erwartenden

Energieeinsparung in öffentlichen Räumen noch

kritischer zu beleuchten: Soll man die ohnehin

heruntergekühlten Räume noch kälter werden

lassen? Mit dem Einsatz effizienter Luftreiniger

wie dem WINIX Zero Pro wird das Ansteckungsrisiko

niedrig gehalten und der Nachwuchs kann

ohne Frostbeulen lernen.

Bund und Länder haben entsprechende Förderprogramme

für Luftreiniger aufgelegt und

teilweise auch verlängert , um das Infektionsrisiko

zu minimieren. Nur leider scheuen sich

Träger und Gemeinden, diese Mittel abzurufen.

Bayern verlängert Förderung

In Hinblick auf das aktuelle Infektionsgeschehen

und die weitere Ausbreitung der Omikron-

Variante hat Bayern die Fördermöglichkeit bis

Ende des Jahres 2022 verlängert. Für nach dem

31. Dezember 2021 beantragte Geräte ist eine

Beschaffung nun sogar bis einschließlich 31.

März 2023 möglich (bislang 31. August 2022).

Bestnoten von Bürgermeistern

Von den Förderprogrammen haben bereits viele

Gemeinden und Landkreise profitiert und mit

HEFTER Systemform und dem Luftreiniger WINIX

Zero Pro für frische Luft gesorgt. So vertrauen

unter anderem der Landkreis Altenburger Land

die Gemeinden Obing, Tacherting, Grassau,

Übersee, Schechen, Schnaitsee und Edling und

viele mehr auf unsere günstigen, effizienten und

mobilen Luftreiniger. Die bisherigen Erfahrungen

von Bürgermeistern und Gemeindevertretern mit

dem Einsatz der Luftreiniger sind positiv. Wir haben

zum Beispiel folgende Feedbacks erhalten :

_ „Es hat alles geklappt. Die Rückmeldungen

aus der Schule sind sehr positiv. Die Befürchtung

einiger Lehrkräfte bezüglich der

Geräuschentwicklung hat sich nicht

bewahrheitet.“

_ „Ich hatte mit allen Einrichtungen Kontakt,

ob die Inbetriebnahme funktioniert hat. Das

Klein, aber leistungsfähig: Die mobilen WINIX Zero Pro Luftreiniger glänzen durch ihre leise

Arbeitsweise. Sie eignen sich für Schulen und Kindertagesstätten.

haben alle bestätigt und es sind auch bisher

alle damit zufrieden und froh, dass wir

welche gekauft haben.“

_ „Mit der Lieferung und der Einweisung hat es

keine Probleme gegeben. Wir sind sehr

zufrieden!“

_ „Es ist alles bestens gelaufen. Vielen Dank!“

_ „Dies Luftreiniger sind seit Schulbeginn im

Einsatz und wir haben bisher nichts Negatives

gehört.“

_ „Alles in bester Ordnung. Vielen herzlichen

Dank.“

Viel hilft weniger

Wer an Luftreinigung in Räumen denkt, stellt

sich meistens ein großes Gerät vor, das die Luft

im Klassenzimmer reinigt. Groß ist leistungsfähig,

denkt man und liegt schlicht und ergreifend

damit falsch. Große Geräte mit einem maximalen

Luftdurchsatz von 800 beziehungsweiße

1200 m3 pro Stunde sind häufig laut und

nicht effektiv. Der Lärm ist eine Belastung für

Schüler und Lehrer. Damit nicht genug. Die Luft

wird nur um das Gerät herum gereinigt.

Effizienter hoch vier

Wir plädieren für vier kleine, aber leistungsfähige

Geräte, die in den Raumecken platziert

werden. Wer jetzt denkt, dass sich die Kosten

somit auch vervierfachen, liegt falsch.

Vier kleine Luftreiniger arbeiten nicht nur

sinnvoller und effizienter, sie sind in Summe

auch günstiger als ein großer „Kasten“. Je nach

Abnahmemenge liegt der Preis für den WINIX

Zero Pro Luftreinger bei weniger als 250 Euro

pro Stück. Ein weiteres Argument pro WINIX Zero

Pro: die extrem leise Arbeitsweise unserer Geräte

im Vergleich zu den großen teuren und lauten

Luftreinigern. Wer sich nur auf sein eigenes

Urteil verlassen will, dem stellen wir gerne Geräte

für einen Testzeitraum zur Verfügung.

Diese Rechnung geht für Sie auf

Effektive Luftreinigung + starke Technik + Laufruhe

+ einfache Bedienung + hohe Mobilität +

geringe Kosten + niedrige Folgekosten + Förderungen

+ kurze Lieferzeit = WINIX Zero Pro

HEFTER Systemform GmbH

Peter Wiesböck (Produktmanager/Vertrieb)

Am Mühlbach 6

83209 Prien am Chiemsee

Tel.: 08051 939 20 13

E-Mail: kontakt@hefter-systemform.com

www.hefter-systemform.com

Foto: Hefter Systemform GmbH

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Spezial

Energie

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Advertorial

DIE AUTOREN

Dieser „gemeinderat“-Text wurde von

Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des

Kompetenzzentrums Kommunale Wärmewende

(KWW) der Deutschen Energie-Agentur

GmbH (dena) verfasst.

Federführend sind die Teamleiterinnen

Katrin Schulze und Manja Rothe-Balogh.

(www.kww-halle.de)

Interkommunale Zusammenarbeit

Booster für die

regionale Entwicklung

Das Kompetenzzentrum Kommunale Wärmewende der Deutschen Energie-

Agentur streicht die Chance in der Krise heraus: Die Gasknappheit kann zu

dringend erforderlichen Entwicklungen anregen. Ein wichtiges Beispiel:

kommunale Wärmeplanung.

Ein schonender und effizienter Einsatz

natürlicher Ressourcen wird

eine Schlüsselkompetenz zukünftiger

Gesellschaften sein. Deutschland hat

sich das rechtsverbindliche Ziel gesetzt,

bis zum Jahr 2045 Treibhausgasneutralität

zu erreichen diese Mammutaufgabe

kann nur gemeinschaftlich gelingen. Die

Kommunen nehmen dabei eine Schlüsselrolle

ein.

Aktuell basiert die Energieversorgung

in Deutschland zu mehr als 70 Prozent

auf Importen. Allein im Jahr 2019 hat

Deutschland knapp 96 Milliarden Euro

für den Import von Energie ausgegeben.

Der Wärme- und Kältesektor ist dabei der

größte Endenergieverbrauchssektor. Danach

folgt der Verkehrs- und dann erst

der Stromsektor wenn auch zukünftig

stark steigend.

Die Ziele sind klar: „Um eine treibhausgasneutrale

Wärmeversorgung zu erreichen,

muss Energie eingespart werden.

Zudem müssen zukunftsfähige Wärmeversorgungen

aufgebaut werden“, streicht

Nicole Pillen heraus, Bereichsleiterin der

Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena).

„Das bedeutet die Abkehr von fossilen hin

zu erneuerbaren Energien. Auch Wärme

aus unvermeidbarer Abwärme etwa aus

Industrieprozessen kann hier als Wärmequelle

einfließen.“

Foto: dhp technology

Sauberes Wasser mit sauberem Strom erzeugen

Kläranlagen gehören zu den größten Energieverbrauchern

in Kommunen. Auch aufgrund

der aktuellen Energiekrise und der steigenden

Strompreise suchen Betreiber nach neuen

Lösungen für eine dezentrale, erneuerbare

Stromproduktion. Sie wollen den Eigenversorgungsgrad

ihrer Anlagen erhöhen und energieautark

werden. Davon profitieren Stromkonsumenten,

Verteilnetze und die Umwelt.

Das Schweizer Unternehmen dhp technology erhöht

das Potenzial für Solarstrom, indem es bestehende

Infrastrukturflächen wie Kläranlagen,

Park- und Logistikflächen nutzt. Das innovative

Solarfaltdach HORIZON wurde speziell für Kläranlagen

entwickelt. Dank seiner Beweglichkeit

ermöglicht es einen uneingeschränkten Zugang

zu Klärbecken. Seit 2020 wurden zwölf Projekte,

davon elf über Kläranlagen, realisiert.

Weshalb faltet sich das Solardach HORIZON?

Die Leichtbauweise des Solarfaltdachs und das

seilbasierte Tragwerkskonzept machen weite

Stützenabstände und große Höhen über dem

Das Solarfaltdach wurde speziell für Kläranlagen

entwickelt.

Boden möglich. Der Pluspunkt: Die Kläranlage

kann ohne Einschränkung während Installation

und Betrieb vom Solarfaltdach weiter genutzt

werden. Zudem ist die Bauweise ökologischer

als bei konventionellen Systemen, da bis zu

50 Prozent weniger Material verbaut wird.

Der patentierte Faltmechanismus schützt das

Solarfaltdach vor Hagel, Sturm und Schneefall.

Ein weiterer Vorteil ist die Beschattung der Becken,

die das Algenwachstum reduziert.

Wann lohnt sich eine Solarfaltdach-Anlage von

dhp technology?

Ab einer Fläche von 1100 m2 kann ein Solarfaltdach

wirtschaftlich sein. Zentral ist, dass der

Stromeigenverbrauch hoch ist. Der Oberbürgermeister

von Neuwied, wo das Solarfaltdach zum

Einsatz kommen soll, sagt dazu: „Die Abwasserbeseitigung

ist eine öffentliche Dienstleistung,

die über Gebühren finanziert wird. Durch Innovationskraft

und weitsichtiges unternehmerisches

Handeln tragen die Servicebetriebe Neuwied

SBN entscheidend dazu bei, dass diese

Gebühren auch in Zukunft bezahlbar bleiben.“

Der Baubeginn des neuen Solarfaltdachs bei

den SBN ist für Anfang 2023 geplant.

dhp technology AG

CH-7205 Zizers

Tel.: +41 81 515 71 20

www.dhp-technology.ch

Solarfaltdach

HORIZON

für Kläranlagen

12 realisierte

Projekte.

Erhöht die

Eigenversorgung.

Senkt

Stromkosten.

Foto: Adobe Stock/Nuttapon

Deutschland will bis 2045 treibhausgasneutral sein. Dabei kommt den Kommunen eine Schlüsselrolle zu.

dhp-technology.ch

34


Spezial

Deutschland muss sich warm anziehen

die Gasknappheit kann aber auch ein

wichtiger Anstoß zum Energiesparen sein.

„Je weniger Energie wir

verbrauchen, desto weniger

Strom und Wärme müssen

wir organisieren.“

Robert Brückmann, Leiter des

Kompetenzzentrums Kommunale

Wärmewende in Halle (Saale).

36

Foto: Adobe Stock/Tiko

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt,

dass eine Beschleunigung dringend notwendig

ist sowohl bei der Sanierungsrate

und -tiefe als auch bei der Nutzung

erneuerbarer Energien und Abwärme im

Wärmesektor: Der Anteil der erneuerbaren

Energien im Wärmesektor hat sich in

den letzten zehn Jahren nur um weniger

als fünf Prozentpunkte erhöht.

Die aktuelle Situation zeigt zudem sehr

deutlich: Wärmeversorgung ist eine wesentliche

Daseinsvorsorge. Da Wärme

im Gegensatz zu Strom und Gas nicht

ohne große Verluste über weite Strecken

transportiert werden kann, muss die

Wärmewende lokal geplant und umgesetzt

werden.

Die Hälfte aller Wohngebäude und

etwa 55 Prozent des Nutzwärmebedarfs

für Haushalte und Gewerbe, Handel und

Dienstleistung fallen in Gemeinden mit

unter 20.000 Einwohnern an. Die Wärmewende

betrifft daher alle von der kleinsten

Hallig mit elf Einwohnern bis zu Metropolen

mit über 3,5 Millionen Menschen.

Um das Ziel der Klimaneutralität in

allen Sektoren zu erreichen, ist es entscheidend,

Biomasse und synthetische

Kraftstoffe als begrenzte, wertvolle Ressourcen

zu verstehen, die zielgerichtet

einzusetzen sind. „Wasser, Wind, Sonne

und Erdwärme können zwar unbegrenzt,

aber nicht überall gleichermaßen gewonnen

werden. Es gilt also zu prüfen, welche

erneuerbaren Energiequellen für die

Wärmeversorgung vor Ort in Frage kommen.

Zugleich geht es darum, wie der

Energieverbrauch gesenkt werden kann“,

streicht Robert Brückmann heraus, Leiter

des Kompetenzzentrums Kommunale

Wärmewende (KWW) der Deutschen

Energie-Agentur, der mit seinem Team

in Halle/Saale Beratung für eine nachhaltige

Wärmeversorgung in den Kommunen

in Deutschland anbietet. „Je weniger

Energie wir verbrauchen, desto

weniger Strom und Wärme müssen wir

organisieren.“

WÄRME NEU DENKEN UND PLANEN

Energie

Das Kompetenzzentrum Kommunale

Wärmewende arbeitet daran, verlässliche

Informationen zur Wärmeplanung,

Know-how aus der Praxis und Beratungsmaterialen

für die Akteure der Kommunalen

Wärmewende in Deutschland aufzubereiten

und zur Verfügung zu stellen.

Die Kommunale Wärmeplanung (KWP)

stellt dabei das strategische Instrument

dar, um diesen Transformationsprozess

planvoll zu gestalten und zur lokalen Versorgungssicherheit,

Importunabhängigkeit,

Planungssicherheit und regionalen

Wertschöpfung beizutragen.

Damit werden Eignungsgebiete für

zentrale und dezentrale Wärmeversorgungslösungen

räumlich identifiziert.

Denn der Bau neuer regionaler, erneuerbarer

Erzeugungsanlagen für Strom und

Wärme sowie Wärmespeicher für große

Fernwärmenetze erfordert neben hohen

Investitionen auch einen erheblichen Flächenbedarf.

In Gebieten, in denen Wärmenetze

keine Rolle spielen, braucht man dezentrale

Lösungen. Für den Einsatz von

Wärmepumpen und anderen Wärmeerzeugungstechnologien

müssen die

Stromverteilnetze entsprechend ausgelegt

werden.

Diese Überlegungen, Diskussionen

und späteren Entscheidungen zur zukünftigen

Wärmeversorgung werden

entscheidend für die Integration in weitere

(Infrastruktur-) Planungen in den

Kommunen, aber auch deutsch-

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Unsere Anlagen versorgen mehr als

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Spezial

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Auf dem Weg in eine neue Energiezukunft, möglicherweise mit grünem Wasserstoff auf jeden Fall

aber empfiehlt das KWW interkommunale Kooperationen, insbesondere für kleine Kommunen.

QUELLEN

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und

nukleare Sicherheit (2017):

www.bmuv.de/themen/wasser-ressourcen-abfall/

ressourceneffizienz/ressourceneffizienz-worum-geht-es

Bundesministerium der Justiz (2021):

www.gesetze-im-internet.de/ksg/__3.html

Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz:

bmwi.de/Redaktion/DE/Binaer/Energiedaten/Energiegewinnung-und-Energieverbrauch/energiedaten-energiegewinnung-verbrauch-5-xls.xlsx?__

blob=publicationFile&v=31

Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoff

(2021): www.bgr.bund.de/DE/Themen/Min_rohstoffe/Downloads/rohsit-2020.pdf?__blob=publicationFile&v=4

landweit sein. Dafür ist der Aufbau dauerhafter

regionaler Strukturen und die

Unterstützung von „Kümmerern“ vor Ort

sehr wichtig, die den Prozess koordinieren.

Der Blick über den kommunalen

Tellerrand ist dabei unerlässlich. Denn

regionale Potenziale für Wärmequellen

müssen interkommunal abgestimmt

sein, sonst kann es zur „Überbuchung“

der Wärmequellen kommen.

Aber nicht nur hier sind die Beziehungen

benachbarter Gemeinden sinnstiftend.

Auch bei der Schaffung neuer Wertschöpfungsketten

profitiert man gemeinsam:

Bei einer interkommunalen Kooperation

gibt es insbesondere für kleinere

Kommunen ein hohes Potenzial an Synergieeffekten:

Gemeinsam kann Fachpersonal

finanziert werden, das auch den

Blick auf die gemeinschaftliche Perspektive

behält. Zudem können regionale

Wärme- und Abwärmequellen sowie die

Kompetenzen von Versorgungsbetrieben

gemeinsam genutzt werden.

Dabei bietet es sich an, den Prozess an

bestehende Infrastruktur-, Verwaltungs-

Umweltbundesamt (2022):

umweltbundesamt.de/sites/default/files/

medien/479/publikationen/hg_

erneuerbareenergien_dt.pdf

Statistisches Bundesamt:

destatis.de/DE/Themen/Laender-Regionen/

Regionales/_inhalt.html

Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung:

bbsr.bund.de/BBSR/DE/forschung/raumbeobachtung/downloads/

downloadsReferenz2.html

AG Energiebilanzen (2022):

ag-energiebilanzen.de/wp-content/uploads/2021/09/AGEB_Infografik_04_2022_Importabhaengigkeit_2021.pdf

Foto: Adobe Stock/malp

und Organisationsstrukturen anzuknüpfen:

Gemeindeverwaltungsverbünde, gemeinsame

Versorgungsgebiete, Regionalmarketing

oder interkommunale Gewerbegebiete.

Die flächendeckende Kommunale Wärmeplanung

kann mit anderen Infrastrukturplanungen

verbunden werden, zum

Beispiel: Planung von Stromerzeugungsanlagen

auf Basis erneuerbarer Energien,

Breitbandausbau, Modernisierung von Abwasserkanälen

und Straßen.

REGIONALE WERTSCHÖPFUNG

Eine sektorenübergreifende Gesamtplanung

ist entscheidend, um die Gebiete

zukunftsfähig zu gestalten und dabei Synergien

zwischen den Sektoren zu nutzen.

Für die Planung und Umsetzung sind

regionale Fachkräfte wichtig. Hier können

neue Geschäftsmodelle und Arbeitsplätze

entstehen also regionale Wertschöpfung.

Die Energiewende gilt es, als Chance

und Motor für regionale Entwicklung zu

verstehen und zu nutzen. Dafür ist es

wichtig, dass die Bevölkerung den nachhaltigen

Mehrwert, die regionale Wertschöpfung

und ebenfalls die importunabhängige

Versorgung ihrer Gebäude als

Benefit versteht. Die Gesellschaft ist aktiver

Bestandteil dieses Transformationsprozesses,

denn die Wärme- und damit

die Energiewende können wir nur gemeinschaftlich

vollbringen.


KWW Halle (Saale)

BDEW (2021):

bdew.de/service/daten-und-grafiken/

beitrag-erneuerbaren-energien-alle-bereiche/

zensus2011.de/DE/Home/Aktuelles/

DemografischeGrunddaten.html

AG Energiebilanzen:

ag-energiebilanzen.de/wp-content/uploads/2020/10/ageb_20v_v1.pdf

www.agfw.de/strategien-der-waermewende/perspektive-der-fw-7070-4040/

Michael Liebreich: „Clean Hydrogen Ladder: Heating“

(2021): drive.google.com/

file/d/1X-oH04NH1477eig_BmYjtD9mHyTcoiVc/view

Fotos: VSB Holding GmbH; Jörg Simanowski

Wir stehen am Beginn des Endes

des fossilen Zeitalters

Der russische Angriff auf die Ukraine hat in Deutschland zu einem Umdenken bei der Energieversorgung

geführt. Politik und Bevölkerung sind sich einig: Das Errichten neuer Windenergieund

PV-Anlagen muss mit aller Macht forciert werden, um so schnell wie möglich von ausländischen

Gas- und Ölimporten unabhängig zu werden. Zu diesem wichtigen Thema äußert

sich Frédéric Lanoë. Er ist CEO der international tätigen VSB Gruppe, die in Deutschland zu

den Pionieren in der Projektentwicklung von Wind- und Solarenergieprojekten gehört.

Herr Lanoë, für den Erfolg der Energiewende

braucht es neben der Akzeptanz in der Bevölkerung

vor allem auch die Bereitschaft der

Kommunen, sich aktiv zu beteiligen. Wie

können diese von einer Partnerschaft mit VSB

profitieren?

Fréderic Lanoë: Öffnen

sich Kommunen

für Erneuerbare-Energien-Projekte,

setzen

sie damit nicht nur

ein deutliches Zeichen

für den Umweltschutz

und eine moderne

Gesellschaft,

sondern generieren auch eine attraktive Wertschöpfungskette

direkt vor Ort. Über die Gewerbesteuer

und eventuelle Pachtzahlungen fließen

Elster Repowering:

ein Leuchtturmprojekt

für die Energiewende

in Sachsen-Anhalt.

Einnahmen in die kommunalen Kassen. Eine

weitere finanzielle Beteiligungsmöglichkeit bietet

§ 6 EEG 2021. Bei der Errichtung der Windparks

beauftragen wir vorrangig lokale Firmen.

Der anschließende Betrieb ist ein starker und

nachhaltiger Jobmotor in der Region. Nicht zu

vergessen ist der Gewinn an überregionaler Bekanntheit.

Oft setzt sogar ein Energietourismus

ein, wie das energieautarke Feldheim, das

„Energiedorf“ Wildpoldsried oder das „Wind-

Erlebnis Ostfriesland“ eindrucksvoll beweisen.

In Niederschlesien hat die VSB jüngst die

Rechte an einem großen Hybridpark-Projekt

erworben. Ist die Kombination aus Wind und

Photovoltaik (PV) die Zukunft?

Lanoë: Wir sehen sehr großes Potenzial in der

Entwicklung von Hybridparks, also Energieparks

mit kombinierten Wind- und PV-Anlagen auf einer

gemeinsamen Fläche. Das bietet viele Vorteile,

da man mit derselben Fläche viel mehr

sauberen Strom erzeugen und einen gemeinsamen

Netzanschluss nutzen kann. Außerdem ergänzen

sich die beiden Stromerzeugungsarten

perfekt. Während Windenergieanlagen vor allem

im Winter aufgrund des höheren Windaufkommens

sehr viel Strom produzieren, spielen Solaranlagen

in den Sommermonaten ihre Stärken

aus. Hybrid-Farmen werden bei VSB in Zukunft

eine wichtige Rolle spielen.

Die VSB Gruppe wird im europäischen Ausland

als Projektentwickler im Windenergie- und

PV-Bereich also immer gefragter. Können Sie

uns von einem weiteren interessanten Projekt

berichten?

Lanoë: In Finnland haben wir vor wenigen

Wochen die von uns entwickelten Windparks

Karahka und Juurakko an das finnische Energieunternehmen

Helen veräußert. Die Windparks

haben zusammen eine installierte Leistung von

190 MW, was dem jährlichen Stromverbrauch

von 174.000 Haushalten entspricht. Das war

ein sehr erfolgreicher Markteintritt von VSB in

Finnland und wir konnten starke regionale Partnerschaften

eingehen. So können wir auch in

Zukunft die dortige Energiewende mit weiteren

Projekten nachhaltig vorantreiben.

Was ist als nächstes großes Projekt bei VSB

geplant?

Lanoë: In Deutschland arbeiten wir aktuell an

einem sehr großen Repowering-Projekt. Im

Windpark „Elster“ (Landkreis Lutherstadt-

Wittenberg/Sachsen-Anhalt) werden wir insgesamt

50 Windenergieanlagen zurückbauen, die

dann durch 17 neue ersetzt werden. Durch das

Repowering wird sich die Gesamtleistung verfünffachen.

Das ist möglich aufgrund der rasanten

technischen Entwicklungen. Die Turbinen

werden immer leistungsfähiger, sodass mehr

Energie mit weniger Anlagen produziert werden

kann. Wir müssen jederzeit das volle Potenzial

ausschöpfen, daran arbeiten wir mit Nachdruck.

VSB Gruppe

William Güttler

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Schweizer Str. 3a

01069 Dresden

Tel.: 0351 21183 695

E-Mail: william.guettler@vsb.energy

www.vsb.energy

38


Spezial

Licht

Die Siegessäule in Berlin:

Einer der Orte, an denen

Beleuchtung ausgeschaltet

wird, um Strom zu sparen.

LICHTWISSEN

• Video: Experten-Talk die neue

DIN 13201-1

Modernisierung

Energie sparen mit

neuem Licht

Kommunen haben im Beleuchtungsbereich schon viel umgerüstet und doch

steht noch viel aus. Was man tun kann und wann man Lichtpunkte besser

nicht ausschalten sollte, erklärt Lichtexperte Jürgen Waldorf.

EFR Sensor Control

Dämmerungssensor

mit Kommunikationseinheit

EK 593

Funk-Rundsteuerempfänger

mit integrierter Antenne

• •Heft licht.wissen 03: Straßen,

Wege und Plätze

• •Heft licht.forum 58: Nachhaltigkeit

und Ökologie in der Außenbeleuchtung

www.licht.de

DER AUTOR

Dr. Jürgen Waldorf ist Geschäftsführer

der Brancheninitiative licht.de.

Von der Siegessäule in Berlin bis

zum Kölner Dom gehen an vielen

Bauwerken in Deutschland die

Lichter aus: Angesichts drohender Energieknappheit

wollen Städte und Gemeinden

Strom sparen. Auch die kommunale

Straßenbeleuchtung steht auf der Liste

potenzieller Sparkandidaten.

Doch das birgt Gefahren für die Verkehrssicherheit,

warnt die Brancheninitiative

licht.de. Nachhaltiger ist dagegen

eine Umrüstung der Lichtpunkte mit

LED-Leuchten und Lichtsteuerung, die

sich zudem in Smart-City-Konzepte eingliedern

lassen. Passiert ist schon viel:

Nach Schätzung von licht.de sind inzwischen

45 Prozent der Lichtpunkte auf LED

umgerüstet. Auf diesem Erfolg dürfen wir

uns aber nicht ausruhen es gibt noch viel

zu tun. Denn mit der Umstellung auf geregelte

LED-Beleuchtung lassen sich gegenüber

Halogen-Metalldampflampen bis

zu 80 Prozent Energie sparen.

In vielen deutschen Städten und Gemeinden

entfallen 30 bis 50 Prozent des

kommunalen Stromverbrauchs auf die

Straßenbeleuchtung in kleinen Gemeinden

sogar oft mehr. Das Sparpotenzial ist

enorm. Darüber hinaus sinkt der Wartungsaufwand

signifikant: LEDs sind robust

und langlebig. Und dank Lichtmanagementsystemen

werden defekte Leuchten

sofort erfasst.

Die nationale Straßenbeleuchtungsnorm

DIN 13201-1 wurde 2021 aktualisiert.

Ziel war die einfache Ermitt-

Foto: Adobe Stock/hydebrink

Sensor Control

Beleuchtungssteuerung

mit dem EFR-Langwellensystem —

preiswert, schnell und zuverlässig

efr.de/systemloesungen/beleuchtungssteuerung

40


Spezial

Licht

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Sicher sparen: Durch LED-Technik und Lichtmanagement können

Lichtströme in den späten Nachtstunden reduziert werden.

lung und Festlegung von Gütemerkmalen,

die eine breite Anwendung von adaptiven

Straßenbeleuchtungsanlagen ermöglichen.

Das Regelwerk gibt Planern

viel Freiheit, etwa bei der Nachtabsenkung.

Dazu ist aber in jedem Fall ein

Lichtmanagementsystem erforderlich.

Bedarfsgerecht beleuchten heißt, Licht

dimmen oder abschalten, wenn es nicht

gebraucht wird. Moderne Leuchten lenken

ihr Licht zudem präzise dorthin, wo

es hell sein muss, ohne dass Licht nach

oben abstrahlt. Dies schont nachtaktive

Insekten. Gefördert wird eine Umrüstung

auf eine adaptiv geregelte Straßenbeleuchtung

vom Bundesumweltministerium.

Der Vorschlag, nur jede zweite Leuchte

zu betreiben, ist dagegen mit Gefahren für

den Straßenverkehr verbunden: So entstehen

dunkle Flächen zwischen den eingeschalteten

Leuchten, die so genannten

Tarnzonen. In diesem Bereich sind Fußgänger

für den Autoverkehr so gut wie

nicht mehr erkennbar. Hindernisse, etwa

Tiere, verlorene Ladung oder Schlaglöcher

verschwinden ebenfalls im Dunkeln.

BEDARFSGERECHT ANGEPASSTES LICHT

Die Anforderungen an die Beleuchtung

werden durch das Gefährdungspotenzial

des jeweiligen Straßenabschnitts bestimmt.

Mit zunehmender Verkehrsstärke

erhöht sich die Kollisionsgefahr. Wird der

Raum auf und neben der Straße von Autofahrern,

Radfahrern und Fußgängern genutzt,

steigt die Gefährdung. Wie übersichtlich

eine Straße ist, hängt von ihrem

Verlauf ab, von ihrem Ausbau und den

erlaubten Höchstgeschwindigkeiten alle

diese Faktoren müssen bei der Festlegung

des Beleuchtungsniveaus berücksichtigt

werden. Je größer das Unfallrisiko, desto

mehr Licht muss die Straßenbeleuchtung

zur Verfügung stellen.

Wenn es darum geht, die Energiekrise

zu überwinden und Klimaziele zu erreichen,

dürfen wir auch die Gebäude nicht

außer Acht lassen. Sie verbrauchen derzeit

rund 35 Prozent der gesamtdeutschen

Endenergie und verursachen nahezu ein

Drittel der energiebedingten CO -Emissionen.

Gebäudeautomation und Digitalisie-

2

rung bieten auch bei der Innenbeleuchtung

große Chancen. Werden alle Möglichkeiten

ausgeschöpft LED-Technologie,

Lichtsteuerung und eine professionelle

Lichtplanung können hier ebenfalls

bis zu 80 Prozent Strom und Betriebskosten

gespart werden.


Jürgen Waldorf

SPARPOTENZIAL AUSSENBELEUCHTUNG SPARPOTENZIAL MIT LED-BELEUCHTUNG INNEN

0 % 50 % Energieverbrauch 100 % 0 % 50 % Energieverbrauch 100 %

Alte Technologie, Leuchte mit Halogen-Metalldampflampe (HIE)

Alte Anlage 80er-Jahre, T8-Leuchtstofflampe Ø 26 mm an VVG

Leuchte mit Natriumdampf-Hochdrucklampe (HSE)* -10 % Anlage, T5-Leuchtstofflampe Ø 16 mm an EVG -30 %

Leuchte mit HSE-Lampe und Nachtabsenkung -40 % LED-Leuchte, 1:1 Austausch -50 %

Moderne LED-Leuchte -60 %

LED-Leuchte

mit Regelung -80 %

Digitalisierung ist ein wichtiger Schritt: Werden moderne LED-Leuchten

vernetzt, erhöhen sich Flexibilität und Wartungskomfort.

LED-Leuchte mit Präsenzund

Tageslichtsteuerung -70 %

Professionelle

Lichtplanung

100 % Energieeinsparung 50 % 0 % 100 % Energieeinsparung 50 % 0 %

* HSE-Lampe mit höherer Effizienz (Lumen/Watt) gegenüber HIE-Lampe. Quelle: licht.de

-80 %

Fotos: licht.de/WE-EF/Frieder Blickle, licht.de/Signify

Foto: creditsto/BITO-Patric-Dressel

AfB social & green IT macht als IT-Refurbisher IT nachhaltig und vertreibt aufbereitete Notebooks, Smartphones, Tablets und mehr auch für Kommunen.

Mit gebrauchter IT kommunale

Herausforderungen meistern

Digitalisierung in Zeiten von Homeoffice,

Nachhaltigkeitszielen, Kostendruck durch

Corona sowie explodierenden Energiekosten:

Kommunen stehen vor immer größeren

Herausforderungen. Immerhin gibt es für die

Ausstattung mit technischen Geräten Alternativen,

mit denen sie bei der Beschaffung

von IT Kosten senken und gleichzeitig Nachhaltigkeitsziele

besser einhalten können. Das

Zauberwort heißt „refurbished IT“.

Der Bedarf an mobilen Geräten wie Notebook,

Tablet oder Smartphone ist aktuell groß, da Covid-19

mobiles Arbeiten erfordert hat Geräte,

die Mitarbeitende mit nach Hause nehmen können,

um von dort aus zu arbeiten. Dabei entscheiden

Anschaffungskosten sowie

Langlebigkeit.

Hier stellt refurbished Hardware eine günstige

und nachhaltige Alternative dar: Es handelt

sich um gebrauchte Firmen-IT, die professionell

gereinigt, aufbereitet und für die weitere Nutzung

weitervermarktet wird. Dieses Refurbishing

macht gebrauchte IT wieder flott bei Bedarf

auch mit Austausch und Aufrüstung von Komponenten,

um möglichst lange nutzbar zu sein.

Langlebige Firmen-IT als Schlüssel

Das Geheimnis der Langlebigkeit liegt in den

Geräten selbst: Der IT-Refubisher AfB social &

green IT setzt auf hochwertige Firmen-IT. Deren

Vorteil: Sie ist besser ausgerüstet und modular

aufgebaut, um den Tausch oder die Reparatur

von Komponenten einfach zu gestalten. Somit

kann man bei Bedarf mehr Arbeitsspeicher oder

andere Bauteile einsetzen, um das Gerät länger

zu nutzen. Auch ist die Verarbeitung robuster.

Diese Vorteile bringen Consumer-Produkte

aus Elektronikfachmärkten nicht mit. Sie machen

eine Reparatur oder Umrüstung schwierig

oder gar unmöglich zum Beispiel durch Verklebung

statt Verschraubung.

Preisvorteil und Nachhaltigkeit als

Vorteil für Kommunen

AfB bezieht die Geräte von mehr als 1500 Partnern

wie Unternehmen, Versicherungen oder

Banken, die sie nach wenigen Jahren turnusmäßig

austauschen. Als einer von fünf Microsoft

Authorized Refurbishern in Deutschland liefert

AfB die Geräte mit Windows 10 oder Windows

11 aus. Auch Tablets und Mobilgeräte hat das

größte gemeinnützige IT-Unternehmen Europas

im Programm zu günstigeren Preisen im Vergleich

zu Neuware und mit Garantie.

Durch diese nachhaltige Beschaffung handeln

Kommunen insgesamt nachhaltiger: Jeder

Kauf eines gebrauchten Geräts spart erhebliche

Ressourcen gegenüber einem Neukauf. Die ökologische

Wirkung wird umso größer, wenn Kommunen

ihre IT am Ende eines Nutzungszyklus an

AfB zurückzugeben, um sie fachgerecht und

sortenrein recyclen zu lassen. In dem Fall erhalten

Kommunen auch eine Wirkungsurkunde

mit den eingesparten Emissionen und Ressourcen

wie CO 2

, Schadstoffe und Wasser. Diese

können Kommunen für ihre Nachhaltigkeitsberichte

nutzen.

Beim Inklusionsunternehmen AfB sind mehr

als 45 Prozent der Mitarbeitenden Menschen

mit Behinderung wodurch das IT-Refurbishing

auch Inklusion fördert.

Öffentliche Aufträge an AfB können Kommunen

gemäß § 224 SGB IX auch ohne Teilnahmewettbewerb

direkt vergeben.

AfB gemeinnützige GmbH

Carl-Metz-Str. 4

76275 Ettlingen

Tel.: 07243 20000-1000

E-Mail: info@afb-group.eu

www.afb-group.de

www.afbshop.de/b2b

42


Spezial

Bauen

SÄBU REALISIERT IHR

GEBÄUDE IN MODULARER

STAHLFERTIGBAUWEISE.

Abreißen, wegwerfen, neu bauen: So

sieht Baustellenalltag oft aus. Tatsächlich

ist aber klar, dass man anders vorgehen

muss nur kann die Branche das nicht

allein stemmen, so Tim-Oliver Müller.

Bauindustrie

„Schlüsselbranche

für das Klima“

Nachhaltiges Bauen ist möglich die Branche braucht aber modifizierte

Rahmenbedingungen, das streicht Verbandschef Tim-Oliver Müller heraus.

Mehr noch: Es müsse unbedingt anders gebaut werden.

Fotos: HDB/Bollhorst, Adobe Stock/Calado

SÄBU Bauen mit System

1924 als Sägewerk gegründet, ein Familienunternehmen

seit Jahrzehnten. Heute produziert SÄBU

mit 250 Mitarbeitern an zwei Standorten in NRW

und Brandenburg modulare Gebäude.

Der Modulbau hat sich als feste Alternative zu konventionellen

Bauweisen etabliert und punktet in der

heutigen Zeit umso mehr mit seinen Stärken bei

Nachhaltigkeit, Emissionsschutz und Qualität.

Ein großer Vorteil der Modulbauweise ist die Geschwindigkeit

des Baufortschritts. Parallele Bauabläufe

auf der Baustelle und im Werk verkürzen die

effektive Bauzeit erheblich. Durch die Fertigung der

zumeist mindestens rohbaufertigen Gebäudehülle

im Werk, können Witterungseinflüsse ganzjährig

auf ein Minimum reduziert werden.

Wie hat sich das Thema nachhaltiges

Bauen entwickelt?

wir es in den vergangenen Jahrzehnten

getan haben.

ZUR PERSON

Tim-Oliver Müller ist Hauptgeschäftsführer

des Hauptverbandes der Deutschen

Bauindustrie e.V.

44

Tim-Oliver Müller: Noch vor zehn Jahren

war Nachhaltigkeit für das Bauen kaum

ein Thema. Allein in den vergangenen

zwei, drei Jahren hat sich hier aber Wesentliches

getan und tatsächlich ist der

Bau eine der Schlüsselbranchen, wenn es

um Klima und Nachhaltigkeit geht. Das

muss sich noch sehr viel mehr im Bewusstsein

von Bürgerinnen und Bürgern,

von Politikerinnen und Politikern

verankern: Klimaschutz kommt einem

gewaltigen Bauprogramm gleich, wir

müssen aber unbedingt anders bauen als

Nach wie vor werden auf Baustellen aber

enorm viele Ressourcen verbraucht, etwa

Sand und Kies, und bei der Produktion

von Baustoffen und beim Transport wird

viel CO 2

freigesetzt. Von einer Kreislaufwirtschaft,

von einem intensiven Recyceln

und Wiederverwenden sind wir weit entfernt.

Warum geht es nur so langsam voran

mit dem nachhaltigen Bauen?

Müller: Das lag am Auftraggeber, aber

auch an der Branche. Die Ten-

SÄBU Morsbach GmbH

Zum Systembau 1

51597 Morsbach

Tel. +492294 694 - 0

modulbau-gr@saebu.de

www.saebu.de

SÄBU Gransee GmbH

Am Gewerbepark 22

16775 Gransee

Tel. +493306 7981- 0

gransee@saebu.de

www.saebu.de


Spezial

Bauen

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denz war, bei dem zu bleiben, was man

kannte, es kamen nur wenige Impulse

für ein anderes Bauen. Das hat sich inzwischen

signifikant geändert. Zum Beispiel

Bauen im Bestand: Erhalt muss vor

Neubau kommen diese Einsicht hat

sich längst durchgesetzt. Der Schutz von

Flora und Fauna ist für die Branche ein

wichtiges Thema. Ebenso die Frage, wie

wir in Zeiten des Klimawandels bauen

müssen, um mit zunehmender Dürre einerseits

und Starkregenereignissen andererseits

umgehen zu können. Unsere

Mitglieder sind aber Auftragnehmer: Sie

können nicht bauen, wie sie wollen, sondern

sind an die Vorgaben ihrer Auftraggeber

gebunden. Sprich: Auftraggeber

müssen klimaschonendes Bauen einfordern

und bestellen.

Was müsste sich ändern?

Müller: Sehr viel. Zum Beispiel: Es geht

um Ressourceneffizienz, um CO 2 -Minimierung,

um Resilienz im Klimawandel

das alles kostet erst einmal Geld. Solange

eine Kommune gehalten ist, die

vordergründig günstigste Lösung zu finden,

solange Haushaltsaspekte allein

ausschlaggebend sind, oder genauer: Solange

die Klimafolgekosten nicht mitgedacht

sind, die hohen Kosten zum Beispiel,

die durch Starkregen und Überflutung

verursacht werden, ist umweltschonendes

Bauen schwierig. Nachhaltigkeit

muss als ein zentrales Kriterium für Bauprojekte

in die Ausschreibungen aufgenommen

sein. Das heißt auch, dass

nachhaltiges Bauen verständlich gemacht

werden muss. Bürgerinnen und

Bürgern muss klar sein, dass nicht nur

Verkehr und andere Industriebereiche

sich umstellen müssen, sondern auch der

Bau und dass das Folgen für die Kostenstrukturen

hat.

Wenn Auftraggeber sich für ein nachhaltiges

Bauen entscheiden wie sieht es

dann auf der Seite der Auftragnehmer

aus: Sind die Voraussetzungen für nachhaltiges

Bauen vorhanden?

Müller: Die technischen Lösungen sind

vorhanden, unsere Mitglieder sind in der

Lage, sofort anders zu bauen auch wenn

es nach wie vor Forschungsbedarf gibt,

Wissenschaft ist ja immer in Bewegung.

Allein stemmen können wir das aber

eben nicht. Entscheidend ist, dass die

Auftraggeber und ebenfalls die Lieferanten

mit im Boot sind. Und wir brauchen

neue Herangehensweisen. Zum Beispiel

wäre es sehr wichtig, dass die Trennung

von Planen und Bauen aufgehoben wird.

Wie soll das aussehen?

Müller: Bauunternehmen können sehr viel

mehr als Fahrzeuge bereitstellen und

Pläne abarbeiten. Sie verfügen über

enorme Ingenieurskompetenzen, die es

gilt, sinnvoll einzusetzen, und zwar

auch und gerade im Bereich der Bauplanung.

Aktuell müssen die Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter der Kommunen jeden

einzelnen Schritt planen, müssen

sich um jedes Detail kümmern und das

bei zunehmenden Personalengpässen.

Damit haben sie allerdings die Kontrolle.

Müller: Es ist aber ein enormer Aufwand

und ineffizient, wenn man das für ein

einzelnes Bauprojekt durchziehen muss,

schlicht Ressourcenverschwendung. In

einer kleinen Kommune wird im Laufe

von 50 Jahren vermutlich nur ein Schulgebäude

errichtet. Die Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter müssen sich dennoch

hineinknien, müssen jedes einzelne Element

in Auftrag geben, von Fliesen über

Waschbecken bis zum Fußboden das

sind hunderte Einzelposten und Verfahren.

Dazu kommt, dass zunehmend Personal

fehlt, um das abarbeiten zu können,

die Risiken im Blick zu behalten

und hunderte Schnittstellen zu managen.

Die Unternehmen, die sich dauerhaft

mit solchen Projekten befassen,

können das dagegen sehr viel zügiger

erledigen, können auf einen großen Erfahrungsschatz

und auf ein umfangreiches

Netzwerk zurückgreifen.

Welche Projektform würden Sie bevorzugen?

Die Baubranche hat die technischen Lösungen und der Verbandschef sieht die Auftraggeber in der Pflicht, umweltschonendes Bauen zu bestellen.

Foto: Adobe Stock/Romolo Tavani

Foto: STF Gruppe GmbH

Kleine Box, große Wirkung Mit dem Müllfahrzeug

Funklöcher aufspüren!

Durch die EchtNetz-Boxen lässt sich der Mobilfunkempfang über Müllfahrzeuge ermitteln.

Mit den EchtNetz-Boxen hat die STF-Gruppe

Verfahren zur Mobilfunkmessung revolutioniert

und eine ebenso unkomplizierte wie flexible

Anwendung entwickelt. So sollen Funklöcher

geschlossen, aber auch der Ausbau des 5G-

Netzes vorangetrieben werden.

Deutschland gilt als digitales Entwicklungsland

und auch der Mobilfunkempfang ist in vielen

Gebieten nicht ausreichend gedeckt. Um die

Ausbaubedarfe zu ermitteln, wurde die Versorgung

bisher mit speziellen Messfahrzeugen erhoben.

Dieses Verfahren erfordert jedoch einen

enormen Zeit- und Kostenaufwand.

Wie lässt sich der Mobilfunkempfang flächendeckend,

effizient und zuverlässig bestimmen?

Die EchtNetz-Box der STF-Gruppe schafft

Abhilfe: Die Messbox erfasst an Bord von Abfallsammelfahrzeugen

den Mobilfunkempfang im

gesamten Stadtgebiet. In der Box befindet sich

Technik, mit deren Hilfe der Mobilfunkempfang

unabhängig gemessen wird. Hierbei wird auf bewährte

Verfahren der Mobilfunkmessung zurückgegriffen.

Die Messergebnisse werden über

Nacht verarbeitet und stehen danach über eine

geschützte GIS-Plattform zur Verfügung.

Dort werden die Messwerte georeferenziert

dargestellt und können später in das kommunale

GIS übernommen werden. Die Ausbaubedarfe

werden wie in einem Ampelsystem dargestellt:

Schwarze Punkte kennzeichnen Versorgungslücken,

rote schlechten Empfang und in

grünen Bereichen ist ausreichend Mobilfunkempfang

vorhanden. Jeden Monat werden so

etwa 20.000 Messdaten erhoben. Die Messboxen

werden dazu einfach an Bord der Abfallsammelfahrzeuge

platziert und über den

12-Volt-Anschluss mit Energie versorgt.

Die Messung ist zeiteffizient, erfolgt ohne zusätzlichen

CO 2

-Ausstoß und wird von den Mobilfunkbetreibern

akzeptiert. Dabei ist das Transportmedium

grundsätzlich flexibel. Die Müllfahrzeuge

eignen sich insbesondere in städtischen

Gebieten, um alle Straßen zu befahren.

Nach einem Pilotprojekt in Rheine und Messungen

im Kreis Coesfeld, die in Zusammenarbeit

mit der dortigen Wirtschaftsförderung erfolgen,

sind inzwischen bereits 15 EchtNetz-Boxen

in insgesamt sieben Kreisen deutschlandweit

unterwegs. Die Kommunen können auf diese

Weise selbst aktiv werden.

Die Messungen laufen über einen Zeitraum

von etwa einem Jahr, um saisonale Abweichungen

herausrechnen zu können. Sogar der Laubbestand

von Bäumen kann die Mobilfunkqualität

beeinflussen. Die erhobenen Daten bieten

dann über die GIS-Plattform eine verlässliche

Basis für Gespräche mit den Netzbetreibern

Telekom, Vodafone und Telefónica.

Auch die Abfallwirtschaftsbetriebe profitieren

von den Ergebnissen, ohne dabei einen zusätzlichen

Aufwand verbuchen zu müssen: Die Sammelfahrzeuge

nutzen Telematiksysteme, die eine

gute Mobilfunkverbindung voraussetzen.

In unwegsamem Gelände stoßen jedoch

auch die Müllfahrzeuge an ihre Grenzen dort

ist das Fahrrad oder der Weg zu Fuß eine effiziente

Möglichkeit, den Mobilfunkempfang zu erfassen.

Gleichzeitig steigt insbesondere in diesen

Gebieten die Bedeutung von flächendeckendem

Mobilfunkempfang. Digitale Anwendungen

für Rad- und Wanderrouten nehmen zu.

Und besonders wichtig: Die Notrufverbindung

sollte in der Natur nicht abbrechen.

Wie simpel eine solche Messung ablaufen

kann und dass sich diese sogar mit ihrem Urlaub

verbinden lässt, zeigen Stefan Feldmann

und Dietmar Brockhaus, Geschäftsführer der

Tochtergesellschaft STF Energy GmbH. Gemeinsam

starteten die beiden im Juli eine Radtour

von Münster nach Schillig an der Nordsee mit

den EchtNetz-Boxen. Mehr braucht es nicht, um

die Mobilfunkmessung durchzuführen.

STF Gruppe GmbH

Dipl.-Ing. (FH) Frédéric Dildei

Head of Digital Business / Mitglied der

Geschäftsleitung / Prokurist

Tel.: 0152 2883 2457

E-Mail: frederic.dildei@stf-itech.de

www.stf-gruppe.de

46


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Bauen

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Glasfaser für Landkreise ganz ohne Förderung

„Bauunternehmen können sehr viel mehr als Fahrzeuge bereitstellen und Pläne abarbeiten“: Tim-Oliver Müller streicht die enormen Ingenieurskapazitäten

heraus, die es gelte, sinnvoll einzusetzen und zwar auch und gerade im Bereich der Bauplanung.

Müller: Aus unserer Sicht wäre es sinnvoller,

wenn die Kommune nicht jedes einzelne

Detail auf den Weg bringen müsste,

sondern parallel zur Einzelvergabe mehr

Möglichkeiten erhält, Aufträge im Ganzen

zu vergeben, und „nur“ überprüfen

muss, ob alle Vorgaben eingehalten sind.

Aktuell muss man versuchen, bestimmte

Vorgaben etwa in Form von Zertifizierungen

zu erfüllen das spornt nicht an,

nachhaltiger zu bauen, als die Zertifizierung

es vorgibt. Wir brauchen aber dringend

Anreize, um weitere Potenziale zu

heben. Die eben beschriebene, ganzheitliche

Herangehensweise würde das nachhaltige

Bauen fördern.

Was sollte sich also ändern?

Müller: Die Kriterien für Vergaben müssen

erweitert werden: Nachhaltigkeit muss

als wesentliches Kriterium hinzukommen.

Kommunen sollten auch nicht gefühlte

Ewigkeiten prüfen müssen, um

nur ja auch beim letzten Detail keinen

Formfehler zu machen. Wir brauchen

nicht nur andere Strukturen, sondern

ebenso eine andere Fehlerkultur, um voranzukommen.

Ebenso brauchen wir andere

Zulassungsverfahren für Innovationen,

etwa im Baustoffbereich.

Woran machen Sie das fest?

Müller: Wenn zum Beispiel ein neuer Recycling-Beton

entwickelt wird, dauert es

garantiert mindestens zehn Jahre, bis er

verbaut werden darf. Gefühlte Ewigkeiten

dauert es auch, bis „Abfall“, also

etwa Beton und Ziegel aus einem abgerissenen

Gebäude, wieder als recycelte

„Produkte“ anerkannt werden und wiederverwendet

werden können. Hier geht

es um Garantien, Haftung, Sicherheit,

also um Wesentliches dennoch: Die

Vorgaben sind zum Teil überholt und

verhindern die erforderliche Transformation

des Bauens.

Wo setzen Sie als Verband an?

Müller: Für uns ist es zentral, unternehmerische

Aspekte und Ingenieurswissen

zusammenzubringen. Wir entwickeln

Leitfäden mit dem Ziel, aktuelles Wissen

in die Kommunen zu transportieren und

zu erklären, welche Handlungsoptionen

es gibt. Oder auch ganz konkret: Wir

wollen Mitarbeitern in den Kommunen

erklären, was eine CO 2 -Reduktionszahl

für die Praxis heißt. Sehr wichtig: Wir

suchen den Dialog und plädieren dafür,

dass alle Seiten offene Ohren für das

Know-how des Gegenübers haben.

Wie sieht es mit den Bürgern aus?

Müller: Das öffentliche Bewusstsein ist

entscheidend. Die Zeit des Fingerzeigens

auf die Politik muss allerdings vorbei

sein. Wir Bürger haben die Politikerinnen

und Politiker gewählt, sind also mitverantwortlich

für das, was geschieht,

und wir sind alle im selben Boot: Bürgerinnen

und Bürger, Politikerinnen und

Politiker sowie die Baubranche gemeinsam

müssen wir Bauen neu denken. Das

zu vermitteln, sehe ich aktuell als eine

der zentralen Aufgaben des Verbands.


Interview: Sabine Schmidt

Foto: Adobe Stock/Petair

Foto: BBV

Aktuell hat erst jeder fünfte von 42 Millionen

Haushalten eine Zugangsmöglichkeit zu Glasfaser.

Aber es gibt Licht am Horizont. Alleine

privatwirtschaftliche Unternehmen stellen in

den kommenden Jahren 50 Milliarden Euro für

den Ausbau in den ländlichen Regionen und

Randlagen der Metropolen bereit.

Das Unternehmen BBV zählt hierzulande zu den

Pionieren des FTTH-Ausbaus (Glasfaser bis in

die Wohnung) mit privatwirtschaftlichen Investoren

und bewegt sich mit innovativen Ansätzen

bei der Vermarktung und dem Ausbau an vorderster

Front der Branche. Als erster Netzbetreiber

bietet die BBV bereits seit Jahren Privatund

Geschäftskunden symmetrische Dienste ab

300 Mbit/s als Standard an. Bisher einmalig im

Glasfasermarkt sind die einmonatigen Vertragslaufzeiten

für alle Kunden. Dies spricht für das

Vertrauen in die eigenen Infrastrukturen und

deren Leistungsfähigkeit. Ungewöhnlich ist darüber

hinaus die Vorgabe bei der Vorvermarktung.

Während bei den Wettbewerbern Quoten

zwischen 35 und 40 Prozent für einen Ausbau

üblich sind, beginnt die BBV bereits beim Minimalziel

von 20 Prozent, wobei dann vor Ort in

der Regel deutlich höhere Abschlusszahlen erreicht

werden.

Groß denken

Für bundesweite Aufmerksamkeit in der Branche

sorgt das Denken in ganzen Landkreisen anstatt

in einzelnen Kommunen. Das Pilotprojekt ist im

vergangenen Jahr angelaufen. Bis Ende 2024

wird mit dem Neckar-Odenwald-Kreis erstmals

in Deutschland ein kompletter Landkreis mit

27 Kommunen Schritt für Schritt ausgebaut. Die

Investitionen von mehr als 120 Millionen Euro

werden vom Gesellschafter Infracapital aufgebracht.

Dabei kommt dieses Projekt ohne einen

Cent Steuer- und Fördergelder aus.

Der Ansatz ist erfolgreich. Im benachbarten

Main-Tauber-Kreis laufen nach der erfolgreichen

Vorvermarktung in Rekordzeit bereits die Planungen

für den Ausbau aller 18 Kommunen.

Ganze Landkreise, wie etwa der Main-Tauber-Kreis, statt nur einzelne Kommunen ausbauen: Das

Team der BBV möchte den FTTH-Ausbau großer Flächen vorantreiben.

Das Projektvolumen liegt hier bei 135 Millionen

Euro. Anfang August 2022 startete in Gundelsheim

am Neckar im nördlichen Landkreis Heilbronn

der zusammenhängende Ausbau von

zehn Kommunen in einer Größenordnung von

50 Millionen Euro. Zudem laufen die Planungen

für den Ausbau der neun Kommunen der sogenannten

Odenwaldallianz, die nördlich an den

Neckar-Odenwald-Kreis angrenzen. Weitere Projekte

in Baden-Württemberg und Rheinland-

Pfalz stehen schon an.

Open Access, die Öffnung eigener Netze für

andere Betreiber, ist ein zentrales Element des

erfolgreichen Geschäftsmodells. Ein wesentliches

Kennzeichen der BBV in den Planungsund

Bauphasen ist die enge Abstimmung und

Kooperation mit den Landkreisen, Bürgermeistern

und Ämtern vor Ort. Durch kurze Kommunikationswege

lassen sich Herausforderungen vor

Ort schneller erkennen und meistern.

Gekommen, um zu bleiben

Die BBV verfolgt über ihre Tochtergesellschaften

grundsätzlich einen regionalen Ansatz. Das Engagement

ist langfristig angelegt. Die Mitarbeiter

stammen in der Regel aus der Region und

sind mit den Gegebenheiten vor Ort bestens

vertraut. Zudem werden schon während der Vorvermarktung

Partnerschaften mit lokalen IT-Unternehmen

und interessierten Vereinen als Glasfaserbotschafter

geschlossen.

Was steckt hinter der BBV?

Mit der Infracapital steht ein besonders finanzstarker

Investor im Rücken des Unternehmens.

Dieser steuert über seine Tochter Infrafibre Germany

die Glasfaseraktivitäten in Deutschland.

In den kommenden Jahren wird die IFG über die

BBV und ihr zweites deutsches Tochterunternehmen

LEONET AG aus Bayern mehr als 1,5 Milliarden

Euro in den Bau von Glasfaserinfrastrukturen

vor allem in Süddeutschland investieren.

BBV Deutschland

Robert-Bosch-Str. 32

63303 Dreieich

E-Mail: info@bbv-deutschland.de

www.bbv-deutschland.de

48


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Bauen

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Schulbau

So lernt man heute

Ein Blick über die Grenze: Individuell geplant, zügig in Modulbauweise

errichtet, auf der Höhe der Zeit die nachhaltig geplante Grundschule

im luxemburgischen Strassen ist auf digitales Lernen eingestellt und

bietet eine hohe Aufenthaltsqualität.

Bezug auf Baumaßnahmen propagiert das

Bündnis die Entwicklung eines Energiekonzepts

mit festgelegten Standards für

alle Gebäude innerhalb einer Kommune,

die Reduzierung der CO 2

-Emissionen und

die Verwendung umweltfreundlicher Materialien.

Daher war beim Neubau für die

Grundschule eine Nachhaltigkeitszertifizierung

nach DGNB ausgeschrieben.

Foto: Tele Cloumbus AG

Ausbau bis in die Gebäude: PŸUR verlegt Glasfaser eigenwirtschaftlich.

Die Glasfaser-Experten

Die Fassade des Schulneubaus zeigt das Konzept des Regenbogens: Nicht nur Lesen, Schreiben

und Rechnen werden gelehrt auch sollen Prinzipien wie Gleichheit und Freiheit gelebt werden.

Die Gemeinde Strassen in Luxemburg

zählt knapp 10.500 Einwohner

aus 112 Nationen. Mit einem

Geburtenüberschuss und einem positiven

Migrationssaldo wächst die Bevölkerung

kontinuierlich weiter, seit 2011 jedes Jahr

um drei Prozent. Somit steigt auch die

Anzahl der schulpflichtigen Kinder und

zusätzlicher Schulraum wird gebraucht.

Deshalb schrieb Strassen 2019 den Neubau

eines Schulgebäudes aus.

Die Umsetzung erfolgte durch das Modulbauunternehmen

Alho. Anfang April

2020 begann die Montage der 59 vorgefertigten

Raummodule. Bereits im September

wurde das Gebäude übergeben obwohl

die Ausbauarbeiten wegen Corona sechs

Wochen ruhen mussten.

Die neue Schule verfügt über 16 Klassenräume

auf drei Geschossen bei einer

Grundfläche von rund 2850 Quadratmetern.

Jedes Klassenzimmer ist mit einem

interaktiven Whiteboard zur Umsetzung

modernster Lehrmethoden ausgestattet.

Ein Aufzug ermöglicht Kindern mit eingeschränkter

Mobilität den Zugang zu

den oben gelegenen Klassenräumen.

Zum pädagogischen Konzept der Schule

gehört es, Leitlinien für ein gutes, soziales

Zusammenleben zu vermitteln. Wo die

Prinzipien von Einheit, Gleichheit, Freiheit,

Brüderlichkeit und Gerechtigkeit zählen,

wird ein respektvolles Miteinander

gelebt. Das alles bildet die Grundlage für

eine Kultur des Friedens und den Leitgedanken

aller UNESCO-Schulen.

Diese Aspekte bilden die Säulen für das

pädagogische Konzept der Schule und

werden durch die Farben des Regenbogens

symbolisiert. In Anlehnung daran

erhielt das Erziehungskonzept den Namen

„Regenbogenweg“. Optisch findet

das Konzept seine Entsprechung in der

Fassadengestaltung des Schulgebäudes.

2012 ist die Gemeinde Strassen dem Luxemburger

Klimabündnis beigetreten: In

Foto: Alho-Gruppe

KLUG HEIZEN UND BEWÄSSERN

Um die Energieeffizienz des Gebäudes

sicherzustellen, wurde großer Wert auf

intelligente Haustechnik gelegt wie die

Heiz-Kühl-Deckensegel mit mechanischer

Be- und Entlüftung in Kombination

mit einer automatisiert geregelten Lüftungsanlage.

Über das Fernwärmenetz

wird der Schulneubau mit Heizenergie

versorgt. Auf Wunsch kann eine Photovoltaikanlage

installiert werden, die Vorbereitungen

hierfür wurden getroffen.

Regenwasser wird vom Dach in einer Zisterne

aufgefangen und zur Bewässerung

der Außenanlagen verwendet.

Soziale Werte wie Wohngesundheit,

Lebensqualität und ästhetische Gestaltung

spielen ebenfalls eine Rolle. Auch

unter diesem Aspekt kann das neue Gebäude

punkten: etwa mit dem Einsatz von

Holz als Bodenbelag in den Klassenräumen

oder mit der optisch ansprechenden

Holzverkleidung der Lüftungsanlage auf

dem Dach. Juliane Brendebach

DIE AUTORIN

Juliane Brendebach ist Bereichsleiterin

Marketing der Alho Unternehmensgruppe.

Die Tele Columbus AG ist einer der führenden

Glasfasernetzbetreiber in Deutschland mit

einer Reichweite von mehr als drei Millionen

Haushalten. Unter der Marke PŸUR bietet

das Unternehmen Highspeed-Internet einschließlich

Telefon sowie mehr als 200 TV-Programme

auf einer digitalen Entertainment-

Plattform an, die klassisches Fernsehen mit

Videounterhaltung auf Abruf vereint.

Auf Basis offener Netze realisiert die Tele Columbus

Gruppe gemeinsam mit Wohnungswirtschaft

und Kommunen maßgeschneiderte Kooperationsmodelle

für eine leistungsfähige Versorgung

mit Gigabit-Bandbreiten via Glasfaser

bis in die Wohnungen (FTTH).

Für Geschäftskunden werden unter der Marke

PŸUR Business zudem Carrier-Dienste und Unternehmenslösungen

auf Basis des eigenen

Glasfasernetzes und eigener Rechenzentren erbracht.

Die gesamte Infrastruktur der Tele Columbus

Gruppe wird vollständig mit erneuerbarer

Energie betrieben.

Die Tele Columbus AG hat ihren Hauptsitz in

Berlin sowie Niederlassungen in Leipzig, Unterföhring,

Hamburg, Ratingen und Chemnitz. Rüdiger

Schmidt, Chief Sales Officer Wohnungswirtschaft

und Infrastruktur der Tele Columbus

AG, zeigt die neuen Perspektiven auf:

Welche Geschäfts- beziehungsweise Versorgungsmodelle

werden Sie den Wohnungsunternehmen

und Kommunen künftig in Bestand und

Neubau anbieten?

Rüdiger Schmidt: Die Glasfaser verlegen wir eigenwirtschaftlich

und ohne Kosten für die Wohnungsunternehmen

und sie entscheiden, wie

die Realisierung erfolgt: Ob mit Glasfaser bis

ans Gebäude oder Glasfaser bis in die Wohnungen.

Die bestehende Koax-Infrastruktur kann

dabei parallel als zweite Infrastruktur zur Glasfaser

weiter betrieben werden, um die TV-Produkte

wie bislang und wie gewohnt weiter anzubieten.

Außerdem öffnen wir unsere Netze für

weitere Anbieter. Die Internet- und Telefonprodukte

können nicht nur bei PŸUR gebucht werden.

Erste Anbieter bieten bereits unter ihrer

Marke Kabelinternetprodukte in den durch Tele

Columbus/PŸUR versorgten Haushalten an.

Wie sieht Ihr technisches Konzept bei Neubauten

und Modernisierungen aus?

Schmidt: Unser Aufrüstungskonzept sieht im

ersten Schritt einen Ausbau mit Glasfasern bis

in die Gebäude vor. Im zweiten Schritt werden

die Glasfasern bis in die Wohnungen hinein verlängert.

Hierfür wird von der Straße ein dünnes

Leerrohr mit dem Glasfaserkabel zum Haus verlegt.

Vom Hausübergabepunkt verlaufen weitere

Glasfaserkabel bis in die Wohnungen. Dort erfolgt

die Umwandlung der Lichtquelle auf elektrische

Signale. Bestehende Endgeräte (Computer,

Telefon, Fernseher, WLAN-Router) können

dann direkt angeschlossen werden. Das Einziehen

der Glasfasern muss dabei nicht im Rahmen

von Modernisierungen oder Renovierungen

erfolgen. Tele Columbus bietet an, den Glasfaserausbau

minimalinvasiv durchzuführen, um

die Veränderungen der Bausubstanz so gering

wie möglich zu halten. In bestehende Leitungen

kleinster Größe können heute Glasfasern verlegt

werden, ohne Baumaßnahmen vornehmen zu

müssen und ohne Veränderungen am Brandschutz

vorzunehmen. Bei Neubauten können

natürlich direkt Glasfasern zu Beginn mit verlegt

werden.

Welche Rolle wird Glasfaser dabei spielen?

Schmidt: Die Glasfasern bieten maximale Sicherheit,

wenn es um notwendige Bandbreiten

geht. Denn die Datenmengen werden in den

nächsten Jahren weiter schnell und fast explosionsartig

ansteigen. Seit 2011 ist das durchschnittliche

Datenvolumen pro Breitbandanschluss

jedes Jahr stark gestiegen. Allein für das

Jahr 2021 war im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg

von rund 23 Prozent zu verzeichnen. Über

230 Gigabyte fließen pro Monat durch einen

Breitbandanschluss.

Tele Columbus AG

Kaiserin-Augusta-Allee 108

10553 Berlin

www.pyur.com

50


Miscanthusstroh. In Zukunft könnten weitere

Materialien aus Landwirtschaft und Paludikultur

(Landwirtschaft auf nassen Flächen)

eine Rolle spielen, wie z. B. Torfmoose.

In den meisten Fällen wachsen Pflanzen in

torffreien Substraten die richtige Mischung

und eine abgestimmte Bewässerung und

Düngung vorausgesetzt ebenso gut wie in

torfhaltigen. Derzeit sind die Potenziale der

Torfersatzstoffe bei Weitem noch nicht ausgeschöpft.

Rein mengenmäßig würden sie

ausreichen, um die Torfnutzung in Deutschland

komplett zu ersetzen.

DIE TORFMINDERUNGSSTRATEGIE

IN DEUTSCHLAND

Die Bedeutung torffreier Erden für den

Klima- und Umweltschutz ist in der Gesellschaft

oftmals noch nicht bekannt. Das

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

(BMEL) hat deshalb im Zuge des

Klimaschutzprogramms 2030 eine spezielle

Torfminderungsstrategie für Deutschland

gestartet. Sie zielt darauf ab, den Einsatz von

Torf als Kultursubstrat und Bodenverbesserer

so weit wie möglich zu verringern und, wo

immer dies machbar ist, ganz auf dessen

Einsatz zu verzichten.

Die ganzheitliche Strategie richtet sich

gleichermaßen an Verbraucher, den Erwerbsgartenbau

sowie die öffentliche Hand.

GÜTEZEICHEN GEPLANT

Parallel zu den Informations- und Forschungsprogrammen

wird an einem internationalen

Zertifizierungssystem für Torfersatzstoffe gearbeitet,

welches die gesamte Wertschöpfungskette

umfassen soll von der Gewinnung bis

zur Inverkehrbringung des Substrates.

KOMMUNALE GRÜNGUTKONZEPTE

Im Sinne einer lokalen Kreislaufwirtschaft

gewinnt die kommunale Grüngutkompostierung

zunehmend an Bedeutung. Zur Herstellung

von Grüngutkompost wird vor allem

Laub und regionaler Gras-, Strauch- und

Heckenschnitt eingesetzt. Um torfhaltige

Erden aber dauerhaft ersetzen zu können,

werden ganz erhebliche Mengen an substratfähigen

Komposten benötigt. Städte und

Gemeinden können deshalb eine individuelle,

auf ihre Situation zugeschnittene Analyse

durchführen und entsprechende nachhaltige

Grüngutkonzeptionen erarbeiten.

UMWELTKRITERIEN IN SATZUNGEN &

VERORDNUNGEN

Städte und Gemeinden haben im Rahmen von

kommunalen Satzungen und Verordnungen

für Frei- und Grünflächen die Möglichkeit,

umweltfreundliche und biobasierte Anwendungen

und Produkte stärker zu etablieren.

Das betrifft neben der Verwendung von

Erden auch andere Handlungsfelder. Klimafreundliche

Produktalternativen aus nachwachsenden

Rohstoffen gibt es in nahezu

allen Produktgruppen, beispielsweise organische

Düngemittel, biobasierte Pflanzenschutzmittel,

biologisch abbaubare Schmierstoffe,

wie Kettensägenöle oder auch Winterstreumittel.

Mit der Auftragsvergabe für Planung, Gestaltung

oder Instandsetzung der kommunalen

Freiflächen steht die öffentliche Verwaltung in

der Verantwortung den Aspekt des Rohstoffverbrauchs

mit einzubeziehen und die planerischen

Folgen im Blick zu haben.

DATENBANK ZUR MARKTERKUNDUNG

Im Auftrag des BMEL hat die Fachagentur

Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) auf

torfersatz.fnr.de eine Datenbank für torffreie

Substrate erstellt, welche aktuell über 250

am Markt verfügbare Produkte listet.

KONTAKT

Ute Papenfuß

Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe

u.papenfuss@fnr.de

nachhaltige-beschaffung.fnr.de

ADVERTORIAL

TORFERSATZSTOFFE

Kompost als heimischer, erneuerbarer Rohstoff, der

durch die Verrottung organischer Abfälle entsteht

und wertvolle Nährstoffe und Humus enthält

Erden mit Holzfasern aus Hackschnitzeln von

Nadelhölzern, verwendet werden anfallende Resthölzer

aus Sägewerken

Kokosfasern und Kokosmark, auch bekannt als

Cocopeat oder Kokostorf, aus der Verarbeitung von

Kokosnüssen

Neue Alternativen in der Forschung: Torfmoose auf

wiedervernässten Hochmoorflächen als Torfersatzstoff

© fablok / Fotolia Kleeschulte-Erden GmbH

© Patryssia / Adobe.Stock Kleeschulte-Erden GmbH

© Hook37 / Adobe.Stock Kleeschulte-Erden GmbH

© hhelene / Adobe.Stock Greifswald Moor Centrum 2020

Weitere Informationen auf

torfersatz.fnr.de

• Marktübersicht

• Einsatzgebiete

• Praxisbeispiele

• Torfalternativen


Spezial

ENTSORGUNG

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Mit dem Starkregen WebViewer lassen sich interaktive animierte Online-Karten aus beliebigen 2D-Modellen erzeugen.

Zeit für Entspannung: Tourismus und ein

schonender Umgang mit der Umwelt gehören

für Norderneys Bürgermeister

Frank Ulrichs zusammen.

ZUR PERSON

Frank Ulrichs (SPD) ist Bürgermeister

von Norderney.

Foto: privat

Klärschlammvererdung

Wertvoller Abfall

Vor 30 Jahren war Norderney Pionier bei einem speziellen Umgang mit Klärschlamm.

Dieses Jubiläum wird jetzt gefeiert und der Bürgermeister erklärt,

warum sich die umweltschonende Vererdung auf Schilfbeeten bewährt hat.

Klärschlamm assoziiert man nicht unbedingt

mit dem Knallen von Sektkorken.

Warum feiern Sie 30 Jahre Klärschlammvererdung

auf Norderney?

Frank Ulrichs: Weil wir Umweltgeschichte

geschrieben haben. Klärschlamm kann

mit Schwermetallen belastet sein, der

größte Teil ist aber landwirtschaftlich

wiederverwertbar. Es gibt also den „guten“

Klärschlamm, den Landwirte als

wirksamen Stickstoff und Phosphordünger

schätzen. Und es gibt den „schlechten“

Klärschlamm, der normalerweise

kosten- und energieintensiv thermisch

entsorgt wid. Auf Norderney haben wir

den guten, setzen jedoch zusätzlich auf

Vererdung: Dabei wird unser Klärschlamm

durch ein Vererdungsbeet entwässert,

das mit speziellem Schilf bepflanzt

ist. Dieses Verfahren betreibt

Norderney seit 30 Jahren sehr erfolgreich

und jetzt feiern wir eine Innovation,

die auf unserer Insel zum ersten Mal

„Going Live“ geschaltet wurde.

Was bringt es, Klärschlamm auf speziellen

Schilfbeeten zu verteilen?

Ulrichs: Die Entwässerung durch Schilf

kostet nur Sonne, Zeit und Raum. Zudem

wird die zu verwertende Restmasse

durch Mineralisierungsprozesse im Boden

erheblich reduziert. Mikrobiologische

Prozesse führen dazu, dass wir am

Ende eine nährstoffreiche Erde gewinnen,

die wieder als wertvolle Ressource

der Landwirtschaft, Rekultivierung und

dem Landschaftsbau zugeführt werden

kann. Zudem ist die Vererdung enorm

kosten- und energiesparend, weil sie

ohne Technik und Maschinen auskommt.

Über welches Einsparungspotenzial reden

wir bei einer Klärschlammvererdung gegenüber

den herkömmlichen Methoden?

Ulrichs: Seit 1991 wurden fast 500.000

Tonnen Klärschlamm über die

Foto: Adobe Stock/Steffen

Foto und Grafik: Hydrotec

Starkregenvorsorge einfach, anschaulich, digital

Starkregenvorsorge als kommunale Aufgabe

zur Klimaanpassung ist seit dem Sommer

2021 in den Fokus gerückt. Kommunales

Starkregenrisikomanagement kombiniert

Starkregengefahrenkarten mit vorbeugenden

technischen Maßnahmen und weist der

Information der Allgemeinheit einen hohen

Stellenwert zu.

Wirksame Risikoinformation trägt wesentlich zur

Schadensminderung bei, denn sie ist die

Grundlage für eigenverantwortliche private Vorsorge.

Nur wer gut über eine mögliche Gefahr

informiert ist, kann effektive und gezielte Vorsorge-

und Schutzmaßnahmen ergreifen.

Der Starkregen WebViewer ermöglicht es,

kommunale Starkregengefahrenkarten zeitgemäß

digital verfügbar zu machen. Die Karte

stellt den Verlauf einer Überflutung dynamisch

im Internet dar. Diese wichtigen Informationen

lassen sich damit sehr verständlich und leicht

verfügbar der Öffentlichkeit vermitteln.

Überflutete Straßen künftig vermeiden: Durch

eine interaktive Karte lassen sich Starkregengefahren

frühzeitig erkennen.

Animierte Starkregengefahrenkarten aus

beliebigen 2D-Modellen

Zahlreiche Kommunen haben bereits Starkregengefahrenkarten

erarbeiten lassen, die auf

einer 2D-hydronumerischen Modellierung beruhen.

Damit haben sie einen wichtigen Schritt zur

Steigerung der Klimaresilienz unternommen.

Hydrotec bietet diesen Städten und Gemeinden

an, die Modellergebnisse als animierte und

interaktive Kartenanwendungen zu veröffentlichen

alternativ zu den klassischen Starkregengefahrenkarten.

Dabei können die Ergebnisse

aus beliebigen 2D-Modellen stammen.

Digitale Risikoinformation durch

interaktive Karte

Durch die animierte Darstellung der Starkregengefahrenkarten

im Starkregen WebViewer erhalten

Bürgerinnen und Bürger aber auch Einsatzkräfte

und kommunale Akteure auf einfache

Weise einen sehr detaillierten Eindruck, wie sich

die Überflutung nach einem Starkregenereignis

ausbreitet und welche Bereiche wie stark betroffen

sind.

Die Gefährdungslage und die persönliche

Betroffenheit lassen sich durch animierte Karten

sehr viel besser verdeutlichen und genauer

quantifizieren als durch statische Karten. Potenziell

Betroffene sind stärker motiviert, Präventivmaßnahmen

zu ergreifen und können im Falle

eines Starkregenereignisses besonnener

reagieren.

Interaktive Funktionen wie Zoom und Adresssuche

machen die leicht zu bedienende Anwendung

noch attraktiver.

Hydrotec bietet Datenaufbereitung

und Hosting

Zur Darstellung einer kommunalen Starkregengefahrenkarte

als Starkregen WebViewer benötigt

Hydrotec die berechneten Wassertiefen und

Fließgeschwindigkeiten in ausreichender zeitlicher

Auflösung und in einem üblichen GIS-

Format.

Diese Daten werden mithilfe des Software-

Tools MapView so aufbereitet, dass sie im

Stark regenWebViewer darstellbar sind. Das zum

Einsatz gekommene 2D-Modell-Format spielt

keine Rolle.

Hydrotec übernimmt auch das Hosting für

den Starkregen WebViewer.

Weitere Informationen und

Referenzbeispiele

www.hydrotec.de/starkregenwebviewer

Hydrotec Ingenieurgesellschaft

für Wasser und Umwelt mbH

Bachstraße 62-64

52066 Aachen

Tel.: 0241 9 46 89 0

E-Mail: mail@hydrotec.de

www.hydrotec.de

54


Spezial

Fotos: The Pauly Group GmbH & Co. KG

Halle 4 | Stand 317

Bürgermeister Frank Ulrichs (links) und

Dr.-Ing. Udo Pauly, Gründer und Geschäftsführer

von The Pauly Group, feiern 30 Jahre

Klärschlammvererdung auf Norderney: Seit

1991 wurden dort 500.000 Tonnen

Klärschlamm über die Schilfbeete

geleitet fast 95 Prozent davon wurden

durch die Natur verwertet.

KLÄRSCHLAMMVERERDUNG

AUF NORDERNEY SEIT 1991

• Schlamminput: 500.000 t

• Schlammoutput: 26.800 t

• 22 Räumungen in 30 Jahren

• Eingesparte Verwertungsmenge (im

rechnerischen Vergleich zur Alternative

maschinelle Entwässerung auf

21 Prozent Trockenrückstand bzw.

36.667 t Verwertungsmenge): 9800 t

• Eingesparte und gebundene Menge

CO 2 : 6900 t

• Entspricht dem Ausstoß von ca. 2,1

Millionen Liter Diesel (Berechnungsgrundlage:

Studie der Hochschule für

Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig)

• Natürlich in den Boden zurückgeführtes

Phosphat: 454 t

DIE AUTORIN

Claudia Klaft ist im Bereich Unternehmenskommunikation

als freie Texterin

tätig.

neun Schilfbeete geleitet, die in der Zeit

22 Mal geräumt wurden. Doch nur knapp

27.000 Tonnen Klärschlammerde mussten

abtransportiert und entsorgt werden

94,5 Prozent wurden also durch die

Natur verwertet. Gleichzeitig konnte die

Insel durch das Verfahren der Vererdung

über den Zeitraum von 30 Jahren rund

7000 Tonnen CO 2 einsparen.

Vor 30 Jahren war das neu was hat

überzeugt?

Ulrichs: Damals fuhr der Norderneyer

Stadtrat zu Dr. Pauly nach Witzenhausen:

Dort waren die Ursprünge der Pauly

Group, die uns seitdem begleitet. Es gab

keine Pilotanlage, keine fachlichen Expertisen

oder wissenschaftliche Empfehlungen,

und der Stadtrat wollte sich vor

Ort ein Bild machen. Man sah nur Schilf,

keine Technik, nur biologische Prozesse,

keine Chemie das hat überzeugt.

Was waren dann Ihre ersten Schritte zur

Klärschlammvererdung?

Ulrichs: Alles startete mit dem Bau von zunächst

sechs Entwässerungs- und Trocknungsbeeten.

Schon die ersten Beete bewiesen,

dass das System der rein ökologischen

Entwässerungstechnik bestens

funktioniert. Es gab also kein Zurück

mehr, selbst als im letzten Schritt große

rechtliche Unsicherheiten aufkamen.

Was hat das bedeutet?

Ulrichs: Die Rahmenbedingungen für die

landwirtschaftliche Verwertung von aufbereitetem

Klärschlamm wurden mit der

Änderung der Düngemittelverordnung

2013, der Düngeverordnung 2015 und

der Abfallklärschlammverordnung 2017

stark eingeschränkt. In Deutschland

brach daraufhin ein Klärschlammnotstand

aus, der die Kommunen bis heute

vor ernsthafte Probleme stellt und mancherorts

für eine maßgebliche Verteuerung

der Abwasserpreise geführt hat.

Die landwirtschaftliche Verwertung

wird auf dem Festland zunehmend problematischer

und kostenintensiver. Eine

thermische Verwertung macht aber auch

keinen Sinn, da im Land die Kapazitäten

dafür fehlen und die Kosten dafür die gewohnten

Maßstäbe sprengen.

Wie sieht es dagegen mit der Klärschlammverwertung

auf Norderney aus?

Ulrichs: Seit 2012 konnten wir in jedem

Jahr den Klärschlamm der landwirtschaftlichen

Verwertung zuführen

selbst in Zeiten, als andere Kommunen

gezwungen waren, Klärschlämme zu

sehr hohen Kosten einer Verbrennung

zuzuführen.

Sehen Sie sich gewappnet für zukünftige

Herausforderungen?

Ulrichs: Sicherlich wird die hohe Dynamik

zwischen rechtlichen Anforderungen,

unseren eigenen Ansprüchen an eine

umweltschonende, nachhaltige Abwasserbeseitigung

und der Klärschlammverwertung

neue Herausforderungen bringen.

Doch wir sind zuversichtlich, sie im

konstruktiven Miteinander von Behörden,

verantwortlichen Mitarbeitenden

und der Pauly Group lösen zu können.

Die Schilfbeete haben sich bewährt wir

werden in den nächsten Jahren nicht

fürchten müssen, auf unserem vererdeten

Klärschlamm sitzen zu bleiben.


Interview: Claudia Klaft

Design trifft auf

innovative Technik

Erleben Sie unsere Highlights

auf der Galabau 2022

BIRCO bietet mit seinen Produkten und Services ganzheitliche Lösungsansätze

für die unterschiedlichsten Anforderungen an Planung, technische Detailarbeit

und optische Gestaltung.

56

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Spezial

Abwasserentsorgung

Abwasser

KI in der Kanalisation

Diese 2 Messe-Highlights

erwarten Sie im September ...

Stand 3C16

Die Welt verändert sich nicht nur ober-, sondern auch unterirdisch: Ein nächster

Schritt in der Transformation der kommunalen Abwasserwirtschaft könnte der

Einsatz künstlicher Intelligenz sein. Ein Forschungsprojekt untersucht, welche

Möglichkeiten KI bietet erste Ergebnisse liegen bereits vor.

Stand 4-504

DIE AUTOREN

Laura Anger ist Geschäftsfeldleiterin des

Teams Computer Vision in der Abteilung

NetMedia am Fraunhofer-Institut für

Intelligente Analyse- und Informationssysteme

(IAIS) in Sankt Augustin. Bach

Duc Ha, Lennard Bodden und Nico Höft

sind wissenschaftliche Mitarbeiter im

Team Computer Vision.

Schäden in Kanalsystemen feststellen

und beheben, ohne hohen Personalund

Kostenaufwand: Das ist Ziel des

Projektes „AUZUKA“, an dem das Fraunhofer-Institut

für Intelligente Analyseund

Informationssysteme (IAIS) forscht.

Das Projekt „AUZUKA Automatische

Zustandsanalyse Kanalnetz“ wird von

den Berliner Wasserbetrieben (BWB) koordiniert.

Sein Ziel: die Inspektion der

Kanalisation stark zu erleichtern sowie

den hohen manuellen und finanziellen

Aufwand bei der Wartung von Kanalisationssystemen

in Deutschland zu reduzieren.

Die bisher rein manuelle Überprüfung

der TV-Inspektionsbefahrungen durch

Experten wird dabei durch den Einsatz

einer Künstlichen Intelligenz (KI) teilautomatisiert.

Das spart nicht nur Zeit und

Geld, sondern unterstützt die Mitarbeiter

auch bei einer sonst langwierigen und

monotonen Aufgabe.

Laut einer Statistik der BWB gibt es in

der Bundeshauptstadt Berlin (3,6 Millionen

Einwohner) insgesamt 9621 Kilometer

Kanalnetz. Sie werden im Intervall

von 15 Jahren besichtigt. Umgerechnet

sind das über 600 Kilometer pro Jahr

davon sind aber nur etwa vier Prozent

begehbar. Der Rest wird durch Roboter

aufgenommen, deren Videoaufnahmen

mit hohem Aufwand durch Experten

überprüft werden.

Außerdem ist das Ergebnis der manuellen

Inspektion oft subjektiv und

Fachmesse Garten- und Landschaftsbau

14.-17. September 2022 | Messe Nürnberg

DAS ERWARTET SIE:

KOMPAKT UND LEICHT

SPEZIELL FÜR DEN GALABAUER

SCHAUEN SIE SICH DAS AN:

ALLE GÄNGIGEN ROHRE KOMPATIBEL

SN4 - SN16: SOHLGLEICHE ANSCHLÜSSE

alle weiteren Messetermine finden Sie auf unserer Homepage unter „Aktuelles / Messe Termine“ !

Nutzen Sie Ihre Chancen, die nur

eine Messe so einfach ermöglicht !

Inspektion eines Abwasserrohres:

Der Einsatz einer

künstlichen Intelligenz soll

den Prozess der Erfassung

von Brüchen, Deformationen

und Ablagerungen künftig

effizienter und konsistenter

machen.

• sich persönlich kennenlernen

• netzwerken und Kontakte pflegen

• ungezwungen Fragen stellen

• Produkte sehen und begreifen

• beworbene Innovationen begutachten

• einfach mal umsehen und entdecken

Foto: Adobe Stock/Mulderphoto

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Spezial

Abwasser

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Advertorial

DAS PROJEKT „AUZUKA“

AUZUKA steht für „Automatische Zustandsanalyse

Kanalnetz“. Ziel des

Projekts war es, für Kommunen und

Abwasserentsorger Assistenzsysteme

zu schaffen, die Kanalschäden (teil-)

automatisch erfassen können und

somit Schäden automatisch erkennen

sowie auswerten. Gefördert wurde das

Projekt vom Bundesministerium für

Bildung und Forschung (BMBF) im

Rahmen des Förderprogramms „Photonik

Forschung Deutschland“.

www.bwb.de/de/AUZUKA.php

ZUM NACHLESEN

Karsten Müller, Benedikt Fischer,

Thomas Lehmann, Werner Hunger,

Thomas Schäfer: Forschungsprojekt

Bilderkennung Ergebnisse der

ersten Projektphase. B_I UmweltBau,

5/2006.

kann bei verschiedenen Experten inkonsistent

sein: Laut einer Untersuchung

stellten die Experten bei mehr als der

Hälfte der Haltungen in paralleler Bearbeitung

unterschiedliche Zustandsklassifizierungen

fest. Um diesen Problemen

entgegenzuwirken, soll eine KI eine automatisierte

Vorerfassung von Schäden

durchführen, die im Anschluss von den

Experten geprüft und gegebenenfalls angepasst

wird.

ENTWICKLUNG EINES NEUEN ROBOTERS

Der Gesamtprozess der Inspektion soll

damit effizienter und konsistenter werden,

wenn die KI die meisten potenziellen

Schäden für die Experten findet. Außerdem

wird ein neuer Kanalroboter entwickelt,

der die Oberflächenstruktur des

Rohrinneren dreidimensional aufzeichnet

und damit perspektivisch wichtige

Zusatzinformationen für die KI-basierte

Schadenserkennung liefert.

Die KI lernt über so genanntes „Deep

Learning“, in den Aufnahmen Schäden

am Rohr in Form von rechteckigen Boxen

zu markieren und zu zählen. Der Lernprozess

basiert auf einer großen Menge

(aktuell 14,7 Kilometer) von Aufnahmen

der Rohrinnenseite die Trainingsdaten,

in denen Experten der BWB sowie der

Pecher und Partner Ingenieurgesellschaft

mbH (PP) die Fehlstellen auf die gleiche

Weise markiert (annotiert) haben.

Eine große Herausforderung ist dabei

die Konsistenz dieser Annotation: Selbst

für Experten sind nicht alle Schäden gut

zu finden, und die Eingrenzung in rechteckige

Boxen sind bei verschlungenen

Rissen und ineinander überlaufenden

Schäden nicht einfach. Zudem tauchen

manche Schäden wie Brüche und Deformationen

selten in den Trainingsdaten

auf, und bestimmte Schadensarten wie

Ablagerungen können unterschiedlich

aussehen. Die Erfahrungen des Projekts

deuten auf ein verbreitetes Mantra in der

KI-Entwicklung hin: Daten sind alles.

So zeigte es sich, dass die Konsistenz

der manuellen Schadensannotation bei

unterschiedlichen Experten die Performanz

der KI stark beeinträchtigt das ist

genau das Problem, das die KI lösen

sollte. Dennoch schaffte sie es selbst mit

den bisher nur vorhandenen 2D-Daten, 86

Prozent der Haltungssegmente richtig als

schadhaft oder schadensfrei zu klassifizieren.

Hier zeigen sich bereits Vorteile

der KI-basierten Schadenserkennung.

Als weiterer Pluspunkt wird eine starke

Beschleunigung der Inspektion erwartet.

Die bisherige Inspektionsauswertung

(bei einer Strecke von rund 2,5 Kilometer)

dauert insgesamt ein bis zwei Wochen.

Das KI-System benötigt dagegen nur 30

Minuten, um diesen Abschnitt vorzubewerten,

und sollte damit den manuellen

Zeitaufwand deutlich reduzieren.

Unter der Koordination des BWB arbeiten

mehrere Organisationen Hand in

Hand an den Teilaspekten des Projektes.

Die PP und die BWB sind Experten für die

Anforderungen der Kanalisation, sie befassen

sich mit der Datenannotation und

der Auswertung. Das Fraunhofer IAIS,

das Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik

und Bildauswertung (IOSB),

die Firma e.sigma Technology, die Humboldt-Universität

Berlin und das Zentrum

für Bild- und Signalverarbeitung e.V.

(ZBS) arbeiten an der Software. Der Roboter

und seine Hardware sind Aufgabe

der Unternehmen Kappa optronics und

JT-elektronik.


Laura Anger, Bach Duc Ha,


Lennard Bodden, Nico Höft

Erste positive Projektergebnisse: Auf Basis der bisher vorhandenen 2D-Daten konnte die KI rund 86 Prozent der Haltungssegmente richtig als schadhaft

oder schadensfrei klassifizieren.

Fotos: e.SIC GmbH

Foto: THE PAULY GROUP GmbH & Co. KG

Eine Sanierung bietet die Chance, öffentliche Bäder neu aufzustellen: Ein Paradebeispiel ist das Parkbad Weende in Göttingen.

Einfache Freibadsanierung durch Förderprogramm

Viele öffentliche Freibäder sind gestalterisch und technisch in die Jahre gekommen. Doch in

Zeiten knapper Kassen lassen sich zeitgemäße Anforderungen schlecht erfüllen. Eine Lösung

bietet das Förderprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport,

Jugend und Kultur“: Anträge können noch bis 30. September 2022 eingereicht werden.

Wesentlich für eine Förderung der Sanierung ist

der „gesamtgesellschaftliche Wert“ des Projekts.

Weitere Anforderungen sind unter anderem soziale

Infrastrukturen, gesteigerte Resilienz, weniger

Treibhausgasemissionen sowie die Berücksichtigung

von Nachhaltigkeit und Barrierefreiheit.

Freibäder sind unbestritten ein wichtiges

Element der Infrastruktur und haben das Potenzial,

zu einer klimagerechten Stadt beizutragen.

Mit dem Konzept „Freibad PLUS“ der PAULY

GROUP können Kommunen ihr öffentliches Bad

ökologisch und ökonomisch aufwerten. Es ist

die Chance, sich mit gesteigerter Lebensqualität

als attraktiver Standort zu positionieren.

Baustein nachhaltiger Stadtentwicklung

Ursprünglich am Stadt- oder Ortsrand gelegen,

sind mittlerweile viele Freibäder von neu gebauten

Stadtteilen eingeschlossen. Dort schätzt

man die grünen Inseln mit parkähnlichem Charakter

und wertvollen Baumbeständen. Es ist

sinnvoll, sie für eine klimagerechte Stadtentwicklung

zu nutzen und ihr Angebot, über das

sommerliche Badevergnügen hinaus, für eine

naturnahe und gemeinschaftliche Freizeitgestaltung

weiterzuentwickeln.

Im Zusammenhang mit einer umfassenden

Sanierung bietet eine Neukonzeptionierung Vorteile:

Eine Umgestaltung der Beckenlandschaft

erlaubt weitere Spiel-, Sport- und Fitnessmöglichkeiten,

wie zum Beispiel Beachvolleyballfelder

oder Fitnessparcours. Ein Sandstrand sowie

Ruhezonen laden zur Entspannung ein. Kulturund

Sportveranstaltungen erhöhen zusätzlich

den Freizeitwert des Geländes.

Ökologisch und ökonomisch nachhaltig

Die PAULY GROUP setzt seit zwei Jahrzehnten

Ökotechnologie für die Aufbereitung von kommunalem

Wasser ein. Zahlreiche öffentliche Bäder

hat sie bei der Sanierung von einer chlorbasierten

Technik auf eine biologisch-physikalische

Wasseraufbereitung umgestellt. Stets individuell

und bestandserhaltend sind alle Anlagen

auf die Struktur der gegebenen Bausubstanz

zugeschnitten. Kein Bad ist wie das andere,

aber in allen finden sich neben den sportlichen

Angeboten auch naturhafte Elemente, die für

eine gesteigerte Attraktivität und erweiterte Nutzungsmöglichkeiten

sorgen. In der Summe wird

dieses Konzept als „Freibad PLUS“ zusammengefasst.

Das sind Freibäder mit dem Plus einer

nachhaltigen Technik und einer klugen Gestaltung,

die mehr kann als nur Freibad zu sein.

Ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit

sind hierbei Kerngedanke. Durch die bestandserhaltende

Planung muss beim Umbau

häufig weniger abgerissen und entsorgt werden.

Die biologisch-physikalische Wasseraufbereitung

mithilfe des „Geomatrix“-Bodenfilters

kommt ohne chemische Zuschlagstoffe aus und

nutzt stattdessen die natürliche Kraft von

Sonne, Schilf und Bodenmatrix. Dadurch sinken

die Betriebskosten, sodass auch größere Wasserflächen

wirtschaftlich betrieben werden können

ein klarer Vorteil in Zeiten von Abstandsregeln

bei der Beckennutzung.

THE PAULY GROUP GmbH & Co. KG

Bahnhofstraße 12, 37249 Neu-Eichenberg

Tel.: +49 (0)5542 9361-0

www.freibadplus.de

60


Spezial

Digitale Kommune

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Advertorial

Nachhaltig mobil im ländlichen Raum

Deutschland zieht aufs Land! Aber wie

gelingt die Mobilitätswende auch abseits der

Ballungsräume?

Nachhaltige Mobilität

VERWALTUNG

BÜRGER / BESUCHER

Bequem vom Sofa aus

Verwaltungsdienstleistungen

in Anspruch nehmen: Das sollen

öffentliche Verwaltungen ihren

Bürgerinnen und Bürgern bis

Ende des Jahres ermöglichen.

ZUM WEITERLESEN

Die Studie „Kommunale Herausforderungen

digital meistern”, die das Bundesministerium

für Wirtschaft und

Klimaschutz (BMWK) in Auftrag gegeben

hat, zeigt: Aktuell verfügen mehr als

25 Prozent der deutschen Kommunen

über eine Digitalisierungsstrategie. Der

Anteil hat sich seit 2019 um acht

Prozentpunkte erhöht, im Vergleich zu

2016 sind es 16 Prozentpunkte. Der

interkommunale Austausch wird von den

befragten Kommunen als besonders

wichtiges Mittel gesehen, mit dem die

digitale Transformation unterstützt

werden kann.

Onlinezugangsgesetz

Auf dem Weg zur

digitalen Verwaltung

Bis Ende 2022 sollen alle Kommunen ihre Prozesse und Dienstleistungen

digitalisieren doch noch gibt es einiges zu tun. Hilfreich insbesondere für

kleinere Städten und Gemeinden sind die interkommunale Zusammenarbeit

sowie die Unterstützung durch externe Expertinnen und Experten.

Das Auto ummelden, einen neuen

Personalausweis beantragen oder

den neuen Wohnsitz angeben

jederzeit, überall und mit nur einem

Klick: So soll es für Bürgerinnen und Bürger

im Kreis Höxter bald sein. Um die Vorgaben

des Onlinezugangsgesetzes (OZG)

möglichst fristgerecht zu erfüllen, haben

sich die zehn Städte und Gemeinden im

nordrhein-westfälischen Landkreis bereits

2019 zusammengeschlossen, um

eine interkommunale Digitalisierungsstrategie

zu entwickeln unter dem

Motto: „Digitale Zukunft gemeinsam gestalten“.

„Die digitale Transformation betrifft

viele Sektoren und wirft komplexe Fragestellungen

auf“, so fasst Antonia Schöning,

Smart Region Managerin des Kreises

Höxter, die grundlegende Problematik

zusammen. „Deshalb haben der Kreis

und seine Kommunen einhellig beschlossen,

die Themen rund um Digitalisierung

gemeinsam zu bearbeiten.“

Vor der Herausforderung der Digitalisierung

stehen zur Zeit alle Städte, Gemeinden

und Kreise in Deutschland:

Schließlich soll bis Ende 2022 das OZG

umgesetzt sein doch wie weit sind die

Kommunen inzwischen gekom-

Foto: Adobe Stock/Song_about_summer

Grafik: Kompetenzpartner Digitale Zukunft

Was sich schon länger als Trend abzeichnet, hat

sich durch die Coronapandemie verfestigt:

Ländliche Räume werden immer beliebter. Eine

im Juni 2022 veröffentlichte Studie des Berlin-

Instituts für Bevölkerung und Entwicklung und

der Wüstenrot Stiftung belegt dies. In besonderem

Ausmaß wachsen viele Gemeinden, die

nicht im Dunstkreis eines Ballungsraums liegen.

Die Untersuchung zeigt aber auch: Kommunen

mit guter digitaler Infrastruktur und gutem Mobilitätsangebot

werden als Wohnorte klar bevorzugt.

Daraus folgt, dass abgelegene Kommunen

derzeit an einem Wendepunkt stehen: Nach

Jahrzehnten der Stagnation besteht jetzt vielerorts

die Chance auf frischen Wind.

Wäre da nicht das Problem mit der Mobilität:

Unzureichende ÖPNV-Anbindung, unbequeme

und nicht bedarfsorientierte Angebote sowie

komplexe Ticket- und Tarifsysteme.

Die Trendwende nicht verpassen!

Doch was könnte uns die nahe Zukunft konkret

bringen? Zum Beispiel eine App, in der die Fäden

der ländlichen Mobilität zusammenlaufen.

Hier kann ein Rufbus bestellt werden, der außerhalb

der Fahrzeiten des regulären ÖPNV die

Verbindung sicherstellt. Hier können aber auch

die Ladeparkplätze in der Gemeinde vorreserviert

werden, genau für die Zeit, in der sie gebraucht

werden. Angebot und Nachfrage an

Fahrgemeinschaften und Carsharing finden über

die App zusammen. Dank der App sehen die

Menschen zu jeder Zeit, welches Angebot es

gibt, welche Parkplätze belegt sind, welches Verkehrsmittel

sich wo befindet und wie dessen

aktuelle Auslastung ist. Bezahlt werden können

die Angebote ebenfalls in der App, zentral, bequem

und bargeldlos. Doch nicht nur für die

Bürgerschaft bietet dies Vorteile: Die solide Datenbasis

versetzt die Verwaltung in die Lage, bedarfsgerechte

Entwicklungen, zum Beispiel in

der Park- und Verkehrsflächenentwicklung, anzustoßen.

So kann sie bei der Verfolgung ihrer

Klimaziele das Stadium der Vermutungen und

Annahmen hinter sich lassen.

Klingt gut, aber wie schafft man das? Ohne

Strategie geht es nicht. Eine Betrachtung einzelner

Verkehrsträger bringt die Kommune langfristig

nicht weiter. Wir, die Kompetenzpartner Digitale

Zukunft, sind spezialisiert auf ganzheitliche

DIGITALE

SERVICES

REALISIEREN

BASIS

INFRASTRUKTUR

SCHAFFEN

FUNDAMENT

LEGEN

BEDARFE

ERMITTELN

Datenbasierte

Verkehrserfassung

Parkflächenanalyse

Mobilfunk

Glasfaser

Digitalisierungslösungen. Dabei verknüpfen wir

Infrastruktur-, Klimaschutz-, Digitalisierungsund

Mobilitätskonzepte so miteinander, dass

Gemeinden, Nutzerinnen und Nutzer profitieren.

Neben einer soliden digitalen Grundversorgung

braucht die zukunftsfähige Gemeinde ein

integriertes, multimodales Mobilitätskonzept.

Mit diesem können Angebote nachhaltig verbessert,

durch neue Services ergänzt und Mehrwerte

für Mensch und Umwelt erzielt werden.

Der Weg zum integrierten Mobilitätskonzept

Am Anfang steht dabei eine Analyse des individuellen

Status quo über alle tangierten Themenfelder

hinweg. Auf dieser Basis werden

Handlungsfelder identifiziert und priorisiert. Für

diesen strategischen Schritt sowie für die Projektbegleitung

als koordinierende Stelle ist das

Zentrum für Digitale Entwicklung (ZDE) zuständig.

Was folgt, ist vielerorts die Schaffung konvergenter

digitaler Infrastrukturen bestehend

aus Glasfaser-, Mobilfunk und Sensoriknetzen.

Dafür steht Ihnen die GEO DATA GmbH mit über

30 Jahren Erfahrungsschatz im Breitbandbereich

als Partner zur Verfügung. Darauf können

je nach Situation vielfältige datenbasierte Anwendungen

aufgebaut werden − das Spezialgebiet

der KI-P GmbH, dem Kompetenzpartner für

intelligente Projekte, Produkte und Prozesse.

Mögliche Beispiele sind eine präzise Erhebung

Ampeln

DASHBOARD UND

STEUERUNGSTOOLS

Digitaler Zwilling

Gefahrenkarten

OPEN DATA

PORTAL


Spezial

Digitale Kommune

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Advertorial

„In vielen Fällen wird die

Umsetzung des OZG verzögert,

weil die Vielfältigkeit

der Kommunen nicht

berücksichtigt wird.“

Martin Bartels

Positivbeispiel Hamburg: In der Hansestadt

soll der Onlinedienst Elektronische

Wohnsitzanmeldung (EWA) schon bald

verfügbar sein.

men? Wo gibt es Nachholbedarf und

welche Rolle spielt der kommunale Austausch?

INDIVIDUELLE HERAUSFORDERUNGEN

„Wie weit die Kommunen bei der Umsetzung

des OZG sind, hängt stark von

ihrer Größe und den damit verfügbaren

Ressourcen ab“, beobachtet Martin Bartels,

Abteilungsleiter „Bürgerservice,

Wahlen, Verkehr & Mobilität“ beim IT-

Dienstleister dataport.kommunal und

Experte für das Thema Bürgerservice.

Seit mehreren Jahren begleitet er Kommunen

bei der Digitalisierung ihrer Verwaltung.

Ein wesentlicher Grund für die Unterschiede:

Vor allem Kommunen mit niedrigen

Einwohnerzahlen hätten im Gegensatz

zu großen Städten weniger Anfragen

aus der Bevölkerung und daher weniger

Terminstress. Daher hätten viele Kommunalverwaltungen

digitale Dienstleistungen

lange nicht als notwendig angesehen.

„In vielen Fällen wird die Umsetzung des

OZG verzögert, weil bei den Vorgaben die

Vielfältigkeit der Kommunen nicht berücksichtigt

wird“, sagt Bartels.

Aus seiner Sicht gibt es noch einen weiteren

wichtigen Grund, warum die Umsetzung

des OZG bislang eher schleppend

voranging: In vielen Fällen funktioniere

die Kommunikation zwischen den Kommunen

und den jeweiligen Ländern nicht

störungsfrei. Absichten, Informationen,

Sachstände und Vorgehensweisen der beteiligten

Stellen seien vielfach nicht synchronisiert.

„Manchmal erhalte ich Anfragen von

Kommunen, die einen Onlinedienst einführen

wollen, und muss ihnen erklären,

dass sie erst mit dem Digitalisierungsprojekt

ihres Landes sprechen müssen beziehungsweise

sollten“, sagt Bartels. „Da

merkt man, dass Kommune und Land oft

noch nicht sauber ineinandergreifen.“

Als Positivbeispiel für OZG-Umsetzung

und digitalen Bürgerservice nennt er die

Stadt Hamburg (rund 1,8 Millionen Einwohner).

Die Hansestadt hat beispielsweise

die Zuständigkeit für den Onlinedienst

Elektronische Wohnsitzanmeldung

(EWA) übernommen. Noch in diesem

Jahr soll der Dienst ersten Nutzern

zur Verfügung stehen. Das liegt nicht

zuletzt an der besonderen Rolle Hamburgs

als Stadtstaat, erklärt Bartels: „Hier

hat die Verwaltung eine Allzuständigkeit

und die Verantwortlichen sind bereit für

Veränderungen, weil schon kleine Anstöße

eine große Wirkung zeigen.“

INVESTITIONEN LOHNEN SICH

Längst aber haben auch die meisten anderen

Städte, Gemeinden und Kreise erkannt,

wie wichtig digitale Verwaltungsdienstleistungen

sind nicht nur, weil das OZG

sie dazu zwingt. „Wir wollen den Bürgerinnen

und Bürgern einen verbesserten

Service anbieten, den sie jederzeit und

ortsunabhängig nutzen können“, betont

Antonia Schöning für den Kreis Höxter.

Über die bereits bestehenden Onlinedienste

hinaus baue die Kreisverwaltung

Höxter daher zur Zeit ein Serviceportal

auf. Dafür werde die Anbindung der einzelnen

Abteilungen an ein neues Dokumentenmanagementsystem

forciert.

Nicht nur die Bürger profitieren von einer

digitalen Verwaltung, sondern auch die

Mitarbeitenden, so Schöning: „Prozesse

können so einfacher und schneller durchlaufen

werden.“ Das spart Zeit, Aufwand

und nicht zuletzt Geld.

Eine Studie der Bundesarbeitsgemeinschaft

der Kommunalen IT-Dienstleister

e. V. (Vitako) von Mai 2022 zeigt: Digitale

Angebote steigern nicht nur die Effizienz

der Verwaltung, sondern ermög-

Foto: Adobe Stock/Mapics

Foto: PLAN4 Software GmbH

Die Software GebäudeCheck vereinfacht die Bewertung von Gebäudekomplexen.

Stadt Konstanz bewertet über 200 Liegenschaften

In Konstanz wurde 2019 der Klimanotstand

ausgerufen. Deshalb setzt die Stadt auf

Immobilienoptimierung. Um ihre Liegenschaften

zu überprüfen und zu bewerten, nutzt sie

den PLAN4 GebäudeCheck.

Die Stadt Konstanz in Baden-Württemberg ist

durch ihre „Smart Green City Strategie“ schon

lange Vorreiter, wenn es um Digitalisierung geht.

Mit Hilfe von intelligenten Technologien möchte

die Stadt die Lebensqualität fördern und gleichzeitig

den Ressourcenverbrauch minimieren, um

so eine digitale und nachhaltige Stadt zu werden.

Die Grundlage der Strategieentwicklung ist

unter anderem eine nachhaltige und nutzerorientierte

Stadtentwicklung.

Hierbei geht es nicht nur um den Neubau geeigneter

Immobilien, sondern auch um den Erhalt

bestehender Liegenschaften. Insbesondere

im Hinblick auf die Klimaziele und die CO 2 -Einsparpotenziale

müssen Bestandsimmobilien der

Stadt aufgenommen werden, um hieraus die

notwendigen Modernisierungsmaßnahmen abzuleiten.

Konstanz besitzt über 200 unterschiedliche

Gebäude, welche dem Hochbauamt zugeordnet

sind. Dazu zählen Einrichtungen des Bildungsund

Gesundheitswesens sowie Gebäude für Kultur,

Sport und Freizeit. Auch Reste eines römischen

Kastell-Brunnens sind in Besitz der Stadt.

Das Hochbauamt ist für den Erhalt dieser Liegenschaften

zuständig und muss geeignete Sanierungsmaßnahmen

vorbereiten, planen und

umsetzen. Aufgrund der Heterogenität dieser

Liegenschaften und der daraus resultierenden

unterschiedlichen Bewertungsmaßnahmen ist

eine Erfassung aller Liegenschaften aufwendig

und mit hohen Kosten verbunden.

Um den Sanierungsstau transparent zu machen,

hat sich die Stadt Konstanz für die Zusammenarbeit

mit dem Freiburger Startup

PLAN4 entschieden. Die PLAN4 Software GmbH

hat sich 2018 durch die Software Gebäude-

Check auf die digitale Bewertung von Bestandsimmobilien

spezialisiert und vertreibt die

Software seither erfolgreich an kommunale

Bestandshalter.

Mit dem GebäudeCheck kann der Zustand

einer Immobilie noch vor Ort mobil anhand entsprechender

vordefinierter Schadensbilder in

Form eines Ampelsystems kategorisiert und intuitiv

bewertet werden. Verbrauchswerte der Gebäude

werden in Form eines Energieeffizenzklassendiagramms

grafisch dargestellt. Eine im

Hintergrund integrierte Datenbank errechnet in

nur wenigen Klicks die voraussichtlichen Sanierungskosten.

Durch die automatisierte Dokumentation

und die verschiedenen Berichtsvorlagen

bietet GebäudeCheck die Möglichkeit,

alle Ergebnisse der Begehungen direkt via

GAEB-Schnittstelle an das benötigte AVA-Programm

zu exportieren.

„GebäudeCheck ist ein intern nützliches Tool.

Allein durch die Masse hilft die Software, den

Überblick zu behalten, auch kurzfristig auftretende

Notwendigkeiten intern wie extern

darzustellen und hierdurch den Handlungsablauf

zwischen Auffinden und Ausführen zu beschleunigen“,

sagt Manuel Eckhardt

(Hochbauamt)

Da die manuelle bisherige Vorgehensweise

mit Kamera, Planungsdruck, Notizblock und

Klemmbrett sehr aufwendig und fehleranfällig

ist und eine effiziente, standardisierte und

transparente Lösung notwendig war, hat

das Hochbauamt nicht lange gezögert und mit

der Software GebäudeCheck in die Zukunft

investiert.

Step by step werden nun die Gebäudekomplexe

der Stadt mit GebäudeCheck begutachtet,

bewertet und digitalisiert. Ziel ist es, sanierungsbedürftige

Immobilien bis 2040 aufzunehmen

und klimaneutral zu modernisieren.

PLAN

PLAN4 Software GmbH

Güterhallenstraße 4

79106 Freiburg

Tel.: 0761 / 707 590 0

E-Mail: info@plan4software.de

www.plan4software.de

64


Spezial

Digitale Kommune

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Advertorial

Glasfaser für alle

Bis 2025 sollen mindestens 50 Prozent der deutschen Haushalte und Unternehmen ans

Glasfasernetz angeschlossen werden. Bis zum Jahr 2030 soll es laut Bundesregierung

flächendeckende Glasfaserversorgung geben.

Freuen sich über die erfolgreiche

Bewerbung für das Bundesförderprogramm

„Smart Cities Made in DE“ des

Bundesinnenministeriums: Landrat

Michael Stickeln (v. l.), Informatikerin

Antonia Schöning und Gerhard Handermann,

Leiter des Fachbereichs für

Verwaltungsinterne Dienste und

Digitalisierung beim Kreis Höxter.

AKTUELLER STAND DER

OZG-UMSETZUNG

Das „Dashboard Digitale Verwaltung“

zeigt den aktuellen Status relevanter

Vorhaben zur Digitalisierung der öffentlichen

Verwaltung. Demnach befinden

sich 200 OZG-Leistungen in Umsetzung,

86 werden weiterentwickelt, weitere 66

sind in Planung (Stand: August 2022).

https://dashboard.ozg-umsetzung.de

lichen auch Kosteneinsparungen von

rund 5,1 Milliarden Euro pro Jahr. Allein

2,4 Milliarden Euro an Einspareffekten

fallen dabei auf die Verwaltungen zurück

die Investition in die Digitalisierung

lohnt sich also.

VERNETZEN UND VONEINANDER LERNEN

Die Kommunen im Kreis Höxter jedenfalls

haben noch einiges vor: „In der Digitalisierungsstrategie

sind mehr als 30

Projektentwürfe festgehalten, die im

Großteil über die reine Verwaltungsdigitalisierung

hinaus gehen“, sagt Antonia

Schöning. Rund die Hälfte dieser Projekte

sei derzeit in Umsetzung. „Für einige Digitalisierungsprojekte

haben wir bereits

erfolgreich Fördermittel des Bundes eingeworben.“

Um die vielen großen und kleinen Projekte

künftig besser zu koordinieren, baut

der Kreis Höxter aktuell ein Digitalnetzwerk

auf. Es soll den Städten und Gemeinden

sowie der Kreisverwaltung ein Forum

bieten, in dem sie sich über die Fortschritte

austauschen können. „Außerdem

soll künftig eine Person die Digitalisierungsbeauftragten

der Kommunen unterstützen,

gemeinsam mit ihnen Konzepte

für die verwaltungsinterne Digitalisierung

entwickeln und umsetzen“, erläutert

Schöning.

Die digitale Kompetenz der Verwaltungsmitarbeitenden:

Das ist ein wichtiger

Aspekt, den es bei der OZG-Umsetzung

zu beachten gilt, ebenso die Gewährleistung

der Datensicherheit und

DSGVO-Konformität. Auch dabei helfen

IT-Dienstleister wie dataport.kommunal.

„Wir unterstützen unsere Kunden nicht

nur in den rein technischen Fragen, sondern

bieten ebenfalls fachliche Beratung

für die Umsetzung von Innovations- und

Organisationsprojekten bis hin zu Schulungen

für die Mitarbeitenden an“, so

Martin Bartels.

Das Thema IT-Sicherheit sieht er als

eine der größten Baustellen der Kommunen:

„Spezialisten für IT-Sicherheit sind

auf dem Markt kaum verfügbar, und es

ist eine Herausforderung, die möglicherweise

versäumten Hausaufgaben der Vergangenheit

nachzuholen.“ Bartels und

seine Kollegen unterstützen auch den

Austausch und die Zusammenarbeit der

kommunalen Akteure. „Unser Ziel ist es,

für Kommunen Orte der Zusammenarbeit

zu schaffen Zentren der Digitalisierung,

an denen sich Interessierte zusammenfinden.“

Auf dem Weg zur digitalen Verwaltung

bleibt einiges zu tun; bis das OZG vollständig

umgesetzt ist, wird es noch dauern.

Doch ebenso klar ist: Die ersten

Schritte sind getan und Unterstützung

ist möglich.

Hannah Henrici

Foto: Kreis Höxter

Foto: DNS:NET Internet Service GmbH

Alternative Breitbandversorger mit starkem regionalem

Bezug wie die DNS:NET sind eine

wichtige Größe im Telekommunikationsmarkt,

Treiber im Glasfasermarkt und sie setzen die

Flächendeckung schon jetzt für ganze Landkreise

um. Kooperationsvereinbarungen sichern

den Kommunen den FTTH-Ausbau, das heißt

Glasfaser bis in die Wohnungen.

Ein Blick auf die Region Berlin/Brandenburg

zeigt: Hier geht keine Zeit verloren. Der Ausbau

der regionalen Glasfaserinfrastruktur per FTTH

hat im Land Brandenburg eine lange Tradition

und setzt dabei auf Regionalität und klare

Absprachen.

Schon seit 2007 engagiert sich die in Brandenburg

gegründete DNS:NET mit Sitz in Berlin

als einer der großen alternativen Telekommunikationsanbieter

für eine zukunftsfähige Glasfaser-Infrastruktur.

Was damals neben der

Die DNS:NET engagiert sich für eine zukunftsfähige Glasfaser-Infrastruktur.

VDSL-Infrastruktur mit ersten Glasfaser-Piloten

begann, hat in den letzten Jahren schnell Fahrt

aufgenommen. Die Bandbreiten, welche durch

den FTTH-Ausbau gelingen, sind im Bundesdurchschnitt

wegweisend. Bis zu 2,5 GBit/s machen

selbst kleine Kommunen zu Gigabitzentren

im Vergleich zu großen Ballungsräumen.

Die DNS:NET baut eigenwirtschaftlich aus.

Die DNS:NET-Gruppe wird in den kommenden

Jahren über 2,5 Milliarden Euro in den Glasfaserausbau

investieren und kann so auf Tempo

gehen. Das Prinzip Regionalität und Transparenz

wird gelebt und führt neben den sichtbaren Ausbaufortschritten

und den zahlreichen „Glasfaser-Kommunen“

dazu, dass immer mehr Gemeinden

und sogar ganze Landkreise auf Kooperationsvereinbarungen

setzen. So ist unter

anderem im Land Brandenburg der Landkreis

Barnim derzeit schon fast vollständig durch die

DNS:NET erschlossen. Auch im Havelland, in

Potsdam-Mittelmark, Märkisch Oderland, im

Landkreis Oberspree und Oberhavel und vielen

weiteren Landkreisen haben sich Bürgermeister,

Verwaltungen und Gemeindevertretungen die

Marktsituation genauer angesehen und entscheiden

sich für FTTH für alle Bürger unabhängig

vom Standort und der Größe der Ortsteile.

Das betrifft sowohl komplett unerschlossene

Gebiete als auch unterversorgte Regionen. Dort,

wo sich die Einwohner, Ortsvorsteher und Ortsbürgermeister

besonders engagieren, kann auch

zuerst gebaut und im Zuge der Vorvermarktung

geplant und gestartet werden. Infos zu den Ausbauregionen

unter www.einfach-schneller.net.

Glasfaser bis ins Haus

DNS:NET sorgt dafür, dass Gemeinden, Städte

und ländliche Regionen von zuvor unterversorgten

Standorten zu attraktiven Gigabitregionen

werden. Darum kümmert sich das DNS:NET-

Team an den Standorten Berlin, Waltersdorf/

Schönefeld (Brandenburg), Sachsen-Anhalt und

den verschiedenen Rechenzentren gemeinsam

mit zahlreichen regionalen Unternehmen, Partnern

und kommunalen Verwaltungen.

Wöchentlich gehen neue Orte ans Netz, werden

Technikstandorte für den FTTH-Roll-out realisiert,

starten kommunale Netze, nutzen die

Einwohner Gigabitanbindungen, die deutlich

schneller als die bisherigen Anschlüsse sind,

werden neue Mitarbeiter für die verschiedenen

Standorte und Regionen eingestellt. Dabei setzt

die DNS:NET auf Vor-Ort-Kooperationen und

verlässliche Partner.

DNS:NET Internet Service GmbH

Zimmerstraße 23

10969 Berlin

Tel.: 030 667 65 - 0

E-Mail: glasfaserausbau@dns-net.de

www.dns-net.de

66


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Advertorial

Der Infrastrukturausbau benötigt

Register und digitale Kommunikation

Foto: iStock/Nikada

Effizient und nutzerfreundlich: Das BIL-Portal bringt Infrastrukturbetreiber und Bautätige, Planer und

Architekten zusammen.

Die deutsche Volkswirtschaft hat Handlungsbedarf

zur Beschleunigung von Planungs- und

Genehmigungsprozessen, wobei die Digitalisierung

kein Selbstzweck, sondern ein wirksames

Hilfsmittel sein kann. Im täglichen Gebrauch

ist Digitalisierung ein längst bekanntes

und besetztes Thema.

Jede Privatperson beherrscht heute digitale Antrags-

und Genehmigungsprozesse zur Abwicklung

von Bankgeschäften, der Bestellung verschiedenster

Konsumgüter und der Buchung

von Urlaubsreisen. Daher ist es unverständlich,

dass zwei Dinge im Kontext von Bau und Planungsmaßnahmen

nicht gelingen:

_ die zentrale Bekanntmachung eines Bauvorhabens

auf digitalem Wege zur Vermeidung

von Schäden an unterschiedlichen Infrastrukturen,

_ die Ermöglichung von 24/7-Anfrageabsetzung

und deren Zustellung an Leitungsbetreiber

sowie die Bekanntmachung bei Behörden

und Gemeinden, statt sich auf die telefonische

Kontaktaufnahme oder die datenschutzrechtlich

problematische Kommunikation

über E-Mail zu verlassen.

Die Erwartung an staatliche Vorgaben und Umsetzung

ist zu hoch, wenn es darum geht, eine

Kommunikationsbasis zwischen Planern und

Bautätigen auf der einen Seite sowie Netz-/Leitungsinfrastrukturbetreibern

und kommunalen

Einrichtungen auf der anderen Seite in eigener

Kontrolle durchzuführen.

Zur effizienteren und digitalisierten Abwicklung

und gleichzeitig zur verbesserten Sicherheit

unterirdischer Infrastruktur hat die BIL eG in Zusammenarbeit

mit den Branchenverbänden der

Bauwirtschaft und der Energiewirtschaft ein gesetzes-

und regelwerkskonformes Angebot geschaffen.

Ohne jede Gewinnerzielungsabsicht

optimiert es den Leitungsauskunftsprozess digital

und ist für jeden zugänglich. Die genossenschaftliche

Organisation betreibt das BIL-Portal

seit 2016. Dieses reduziert erheblich das Anfragevolumen,

das die Betreiber erreicht.

Gleichzeitig schafft die BIL eG ein Betreiberregister

für alle ihr angehörenden Netzwerkpartner

und ermöglicht mit der Bündelung der Anfrageinhalte

die Baustellenkoordinierung zum

Breitbandausbau in der ganzen Bundesrepublik.

Entscheidend dabei ist, dass der Leitungsbetrieb

nicht nur die Energieversorgung umfasst,

sondern auch alle Institutionen adressiert, die

mit der Verantwortung unterirdischer Infrastruktur

betraut sind. Neben den Bereichen des

Breitbandausbaus, der neuen Energien, der

Wasser- und Abwasserwirtschaft sollten sich

hier auch die Kommunen angesprochen fühlen,

die in unterschiedlicher Weise Betriebsführungsaufgaben

für die oben genannten Medien übernommen

haben.

Das BIL-Portal bietet eine für jeden nutzbare

Gelegenheit, sich in diesem Bereich zukunftsfähig

aufzustellen. Der Versand von digitalen

Planungs- und Bauanfragen wird durch die

kommunalen Träger zunehmend genutzt, da der

digitale Prozess die Erreichbarkeit der Fernleitungsbetreiber

deutlich erleichtert. Mehr und

mehr nutzen auch Gemeinden den standardisierten

Leitungsauskunftsprozess des BIL-Portals.

Einerseits werden sie leitungsauskunftspflichtig

und sind für den Bürger damit leicht

digital erreichbar. Andererseits sind sie mit dem

internetbasierten Service des BIL-Anfrageportals

vollständig technisch ausgestattet, um einen

digitalen Prozess abzuwickeln. Die Gesellschaftsform

der Genossenschaft macht es den

öffentlichen Vorhabensträgern durch die Marktneutralität

leicht mitzuwirken, wie die Kooperation

mit der Bundesnetzagentur zur Unterstützung

der Baustellenkoordinierung im Breitbandbereich

verdeutlicht.

BIL eG

Josef-Wirmer-Straße 1-3

53123 Bonn

Tel.: 0228 76 38 37 03

E-Mail: info@bil-leitungsauskunft.de

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Spezial

Breitband

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Advertorial

DER AUTOR

Wolfgang Heer ist Geschäftsführer

von BUGLAS (Bundesverband

Glasfaseranschluss e.V.).

Breitbandausbau

Anschluss an die

Moderne

Corona war ein Booster für die Digitalisierung noch aber läuft zu viel über

alte Kupfer- und Kabelnetze, konstatiert Wolfgang Heer. Der Breitbandexperte

erklärt den aktuellen Ausbaustand und die Perspektiven für Kommunen.

Nichts ist schneller als eine Glasfaserleitung

das ist inzwischen

Konsens. Wenn Telekommunikationsinfrastrukturen

in Deutschland ausgebaut

werden, ist Glasfaser angesichts der

fast unbegrenzten Geschwindigkeiten unumstritten

der Standard. Doch wie kaum

eine andere Industrienation hängt die

Bundesrepublik in Sachen digitale Infrastruktur

hinterher: Nur rund 20 Prozent

des Landes sind mit „echten“ Glasfaseranschlüssen

angebunden: mit Glasfaserleitungen

direkt bis ans Haus (FTTB Fiber

To The Building) oder direkt bis in die

Wohnung (FTTH Fiber To The Home).

Die meisten Haushalte beziehen ihre

Festnetzverbindungen auf den letzten

Metern noch über jahrzehntealte Kupferoder

Kabelnetze. Sie liefern nicht nur

deutlich geringere Geschwindigkeiten,

sondern sind auch anfällig für Störungen.

Im EU-Vergleich landet Deutschland damit

auf dem drittletzten Platz. Dabei steht

das Thema Digitalisierung ja nicht erst

seit gestern auf der politischen Agenda

ganz weit oben.

Glasfaserausbau ist dringend erforderlich noch aber sind laut BUGLAS die meisten Haushalte an veraltete Verbindungen angeschlossen.

Foto: Adobe Stock/Christian Schwier

Foto: Ceyoniq Technology GmbH

Bequem per Tablet: Nutzer können von überall aus und mit jedem Endgerät auf die E-Akte-Lösung

„nscale eGov“ zugreifen.

Moderne Verwaltung:

Mobile-Clients für jede Lage

Ob durch den Fachkräftemangel oder die

Etablierung des Homeoffice: Die öffentliche

Verwaltung wird digital, die E-Akte ist auf dem

Vormarsch. Um die Akzeptanz unter den Beschäftigten

zu sichern, braucht es einen hohen

Bedienkomfort zum Beispiel in Form des

richtigen Clients für jede Situation.

Digitales Informationsmanagement für die öffentliche

Verwaltung sollte vor allem eines ermöglichen:

einfaches Arbeiten. Und zwar ohne

unnötige Ablenkungen und störende Fallstricke,

ohne Einschränkungen hinsichtlich Zeit und Ort

und dafür mit modernen unterstützenden Technologien.

Ob im Büro, im Homeoffice oder im Außendienst

die E-Akte-Lösung „nscale eGov“ der

Ceyoniq Technology dient als zentrale Plattform,

auf der alle Informationen gebündelt werden.

Verschiedene Clients ermöglichen dabei jederzeit

den ortsunabhängigen Zugriff auf alle

Daten.

Für das stationäre Arbeiten steht der Cockpit-Client

zur Verfügung. Mit Blick auf die zunehmende

Homeoffice-Nutzung hat jedoch speziell

der Web-Client zuletzt an Bedeutung gewonnen.

Mit dem browserbasierten Zugriff auf „nscale

eGov“ können Anwender von überall aus den

vollen Funktionsumfang des Systems nutzen.

Dabei stehen die Funktionen clientübergreifend

zur Verfügung.

Wichtige Funktionen clientübergreifend

verfügbar

Dies gilt auch für die Unterstützung bei der Dokumentenverarbeitung

durch automatisierte

Workflows: Unabhängig vom genutzten Client

werden die Workflows identisch angezeigt. Die

Plattform ist hinsichtlich Sprachgebrauch und

Anforderungen speziell auf die öffentliche Verwaltung

zugeschnitten. Mithilfe sogenannter

Smart Layouts werden die Such- und Eingabemasken

der Lösung spezifiziert. Mittels einfa-

cher Konfiguration werden beliebige Bereiche

ein- oder ausgeblendet oder Suchfelder hinzugefügt,

umbenannt oder entfernt. Das Ergebnis

ist eine schlanke Ansicht, die alle benötigten

Informationen übersichtlich und ohne ablenkende

Felder bereitstellt.

Auch hier greifen die Clients reibungslos ineinander:

Ein einmal im stationären Cockpit

Client konfiguriertes Smart Layout wird auch im

Web-Client identisch dargestellt. So wird der

Wechsel zwischen der auf dem Rechner im Büro

installierten Desktop-Applikation und dem mobilen

Arbeitsplatz unkomplizierter und einfacher.

Ein Mehrwert gerade für Anwender, die regelmäßig

mehrere Tage in der Behörde und die restlichen

Tage der Arbeitswoche unterwegs oder im

Homeoffice beschäftigt sind.

Zugriff per Tablet

Optimiert für eine schnelle und einfache Anzeige

von Dokumenten mit mobilen Endgeräten

ist der „nscale Mobile-Client“. Kommt beim Termin

ein bestimmtes Detail eines Vorgangs zur

Sprache, reicht es aus, das Tablet oder Mobiltelefon

zu zücken, um direkten Zugriff auf die

entsprechende Information zu erhalten. Auch

Aufgaben wie Freigaben gehen mit dem Mobile-

Client unabhängig vom aktuellen Standort leicht

von der Hand.

Für die Nutzung aus der gewohnten Arbeitsumgebung

heraus lässt sich „nscale“ in Microsoft

Office als Add-in integrieren. Durch die direkte

Verknüpfung der Office-Anwendungen

werden neu erstellte oder aktuell bearbeitete

Dokumente wie gewohnt aufgerufen und gespeichert,

doch geschieht die Ablage in der E-Akte.

Ähnlich verhält es sich mit „nscale Explorer“. Für

dessen Anwender stellt sich „nscale eGov“ praktisch

wie ein weiteres Laufwerk im Windows

Dateimanager dar.

Somit steht ein Client für jede Situation und

alle individuellen Anforderungen zur Verfügung.

Genauso sollte sich Arbeiten in der modernen

Verwaltung anfühlen: ganz einfach.

Ceyoniq Technology GmbH

Boulevard 9

33613 Bielefeld

Tel.: 0521 9318-1000

E-Mail: info@ceyoniq.com

www.ceyoniq.com

70


Spezial

Breitband

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Advertorial

Jüngst hat die Bundesregierung mit der

Veröffentlichung ihrer Gigabitstrategie

verdeutlicht, welch enorme Bedeutung der

Ausbau zukunftsfähiger Kommunikationsinfrastrukturen

für Deutschland hat.

Doch nicht nur auf Bundesebene wird

Handlungsbedarf gesehen, auch viele

Kommunen beschäftigen sich seit geraumer

Zeit mit der Thematik.

In einer Umfrage des Verbands kommunaler

Unternehmen (VKU) und des

Bundesverbands Glasfaseranschluss

(BUGLAS) aus dem vergangenen Jahr gaben

85 Prozent der kommunalen Telekommunikationsunternehmen

an, ihre

Ausbauaktivitäten im Folgejahr weiter

steigern zu wollen. Es ist ein gutes Zeichen,

dass der Ausbau von Telekommunikationsnetzen

nicht (allein) in der Hand

der „Großen“ liegt, sondern mehrheitlich

seit vielen Jahren durch vor Ort befindliche

Unternehmen und Spieler mit häufig

kommunalem Hintergrund erfolgt.

SCHNELLES INTERNET MUSS SEIN

Für Kommunen ergeben sich gleich mehrere

Vorteile durch den eigenen Ausbau.

Zum einen entsteht mit der Infrastruktur

ein zukunftssicherer Asset. Zum anderen

sind Glasfasernetze inzwischen ein wichtiger

Standortfaktor für private Haushalte

wie für die Wirtschaft. Spätestens in der

von Homeoffice und Homeschooling geprägten

Coronazeit hat sich die digitale

Kommunen sollten Tiefbauarbeiten nutzen, um Leerrohrinfrastrukturen für den Glasfaserbau

mitzuverlegen und so Bauaktivitäten zu reduzieren, empfiehlt BUGLAS.

Kommunikation großflächig und mit erheblich

gestiegener Akzeptanz als neue

Norm etabliert und mit dem dadurch

ausgelösten rasanten Nutzungsanstieg

geht eine stetig steigende Nachfrage nach

schnellen Datenverbindungen einher.

Damit stehen viele Kommunen vor Fragen

wie: Bauen wir selbst aus oder lassen

wir ausbauen? Wer soll das Netz betreiben?

Kann Förderung beantragt werden?

Zuerst sollten die eigenen Kompetenzen

beleuchtet werden: Klassischerweise sind

Stadt- und Gemeindewerke Experten für

das Verlegen von Infrastrukturen. Der

Ausbau des passiven Netzes, also die Planung,

Verlegung, Dokumentation und

Maintenance von Leerrohr- und Glasfaserinfrastrukturen,

bietet sich daher in einer

sehr großen Anzahl der Fälle als Geschäftsmodell

für sie an. Ein eigener Netzbetrieb

kann sich bei entsprechenden Ressourcen

und ab einer gewissen Anschlusszahl

ebenfalls lohnen.

Bei neuen Ausbauprojekten ist eine zunehmende

Tendenz zur Arbeitsteilung zu

beobachten: Netzbetrieb sowie Bereitstellung

von Diensten wie Telefonie, Internetzugang

und TV werden häufig durch einen

oder mehrere spezialisierte Partner durchgeführt.

Kommunen, die den Ausbau nicht selbst

bewältigen können oder möchten, können

ihn komplett in die Hände eines Telekommunikationsunternehmens

geben. Für

unterversorgte Gebiete, die auch absehbar

nicht eigenwirtschaftlich erschlossen werden

können, gibt es Förderprogramme zur

finanziellen Unterstützung. Letztlich ist

dies immer eine Einzelfallentscheidung.

Für eine erste Orientierung bieten die

Kompetenzzentren der Länder sowie das

Gigabitbüro des Bundes umfassende Informationen.

PERSONALMANGEL ALS HINDERNIS

Inzwischen ist die Verfügbarkeit von Anlagekapital

kein Problem mehr. Der Markt

ist massiv in Bewegung, unter anderem

auch aufgrund der nationalen und internationalen

Finanzinvestoren, die den

Netzausbau ins Visier genommen haben.

Dennoch bestehen einige Herausforderungen

für den Glasfaserausbau in

Deutschland. Insbesondere die chronisch

knappen Baukapazitäten und der zunehmende

Personalmangel stellen eine ernsthafte

Restriktion dar.

Daher sollte der Einsatz von Tiefbauressourcen

so effizient wie möglich gestaltet

werden, und alternative Verlegemethoden

sollten dort in Betracht gezogen

werden, wo sie sinnvoll eingesetzt

werden können. Kommunen sollten ohnehin

Tiefbauarbeiten gezielt nutzen, um

direkt Leerrohrinfrastrukturen für den

Glasfaserausbau mitzuverlegen.

Zwei weitere, aus Branchensicht absolut

dringliche „Stellschrauben“, den Glasfaserausbau

in der eigenen Kommune zu

fördern, sind die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren

für den Ausbau

und die Unterstützung der Vermarktungsaktivitäten.

Als Verband für den Glasfaserausbau

in Deutschland unterstützt der BUGLAS

kommunale Versorgungsunternehmen,

die sich im Glasfaserausbau engagieren:

indem wir über aktuelle Entwicklungen

informieren und den Austausch untereinander

fördern. Gleichzeitig setzen wir

uns bei der Politik auf Länder-, Bundesund

EU-Ebene für faire Rahmenbedingungen

ein, damit die Investitionen in

zukunftsfähige Infrastrukturen werthaltig

gestaltet werden können.

Für die weitere Entwicklung des Breitband-

oder Glasfaserausbaus in Deutschland

ist es unerlässlich, dass alle Stakeholder

und damit auch die Kommunen an

einem Strang ziehen. Nur so ist zügig eine

möglichst flächendeckende Versorgung

mit leistungsfähigen Internetanschlüssen

zu erreichen.

Wolfgang Heer

Foto: Adobe Stock/Jörg Lantelme

Foto: AllTerra Deutschland GmbH

Das kinematische Messsystem Trimble MX9 kann auf fast jedem Fahrzeug montiert werden.

Datenaufnahme im Vorbeifahren:

Die Stadt als digitaler Zwilling

Vermessungen im laufenden Betrieb, sei

es auf der Straße oder in der abgesperrten

Baustelle, sind für den Betriebsablauf häufig

ein notwendiges Übel. Um die Sicherheit der

Arbeitenden zu gewährleisten, sind meist

umfangreiche und kostspielige Sicherungsvorkehrungen

notwendig.

Mit der neuesten Technologie in der Datenaufnahme

können viele dieser Maßnahmen vermieden

werden. Das kinematische Messsystem

Trimble MX9 ermöglicht die hochgenaue Datenaufnahme

im Vorbeifahren. Mit der flexiblen Befestigungstechnik

kann es auf fast jedem Fahrzeug

montiert werden. Die Multisensorplattform

erfasst die Umgebung über die integrierten Kamerasysteme

und die hochpräzisen 3D-Laserscanner

und nimmt sowohl bildhafte Daten als

auch sehr detaillierte Punktwolken auf. Diese

Informationen können lückenlos für GIS, BIM,

Planungen oder Abrechnungen verwendet

werden.

So werden ganze Stadtgebiete und komplexe

Aufnahmesituationen in relativ kurzer Zeit erfasst

und dokumentiert. Die Realität wird als

digitaler Zwilling ins Büro geholt. Entscheidungsprozesse

werden deutlich vereinfacht und

beschleunigt. Einfache Veröffentlichungs- und

Weitergabetools ermöglichen die Betrachtung

und Bearbeitung für jedermann. Technische Hürden

werden abgebaut und breite Beteiligungsprozesse

und Absprachen optimiert. Die flächigen

Aufnahmen gewährleisten eine durchgehende

Dokumentation der Ist-Situation und

sind eine valide Basis für die Gestaltung der

Zukunft.

Mit ausgereiften Softwarelösungen werden

digitale Gelände- oder BIM-Modelle erstellt. Die

intelligente Software anonymisiert Gesichter

und Kennzeichen und erkennt Schilder, Bäume

und Fahrbahnmarkierungen automatisch. Diese

Daten bilden die perfekte Grundlage für die

datenbankbasierte Verwaltung.

Nicht nur Bauämter profitieren vom einfachen

Datenzugriff, auch andere Bereiche wie

zum Beispiel Ordnungsämter können auf diese

Daten schnell und unkompliziert zugreifen. Zeitraubende

Außendiensttermine werden reduziert

und die gesamte Verwaltung hat die Möglichkeit,

sich die Örtlichkeiten nochmals genau vor Augen

zu führen und Entscheidungen zu treffen.

„Die Anwendungsmöglichkeiten sind sehr

vielfältig“, so Wolfgang Probst, Geschäftsführer

der AllTerra Deutschland GmbH. „Von regelmäßigen

Situationserfassungen zur reinen Dokumentation

über präzise Vermessungsanwendungen,

die Erstellung von Gelände- oder Höhenmodellen

für Abrechnungen bis hin zum 3D-Stadtmodell

können mit dem Trimble MX9 viele Herausforderungen

gemeistert werden. Sprechen Sie

uns gerne für weitere Informationen an.“

AllTerra im Porträt

Das Unternehmen AllTerra Deutschland GmbH

ist autorisierter Vertragshändler für Trimble Produkte

aus den Bereichen GeoSpatial/Vermessung,

Mobile-Mapping, Monitoring sowie Mobiles-GIS

und UAV´s. AllTerra unterstützt Sie im

gesamten Spektrum der modernen Vermessung

und bietet neben fachkundiger Beratung und

Kundenbetreuung auch Service, Wartung und

Reparatur der Geräte sowie kundenspezifische

Vermessungslösungen an.

AllTerra Deutschland GmbH

Mainfrankenpark 57

97337 Dettelbach

Tel.: 09302-81937-70

E-Mail: info@allterra-ds.de

www.allterra-ds.de

72


Spezial

Mobilität

Verkehrsplanung

Viel Luft nach oben

MOBILITÄT ONLINE

VDE-Studie zu Perspektiven im

Straßen-, Luft- und Schienenverkehr:

„Das Antriebsportfolio der Zukunft.

Ein Meinungsführer*innen Report

aus Politik und Wirtschaft“.

DER AUTOR

Dr. Ralf Petri leitet den Bereich Mobility

beim Verband der Elektrotechnik

Elektronik Informationstechnik

e.V. (VDE).

Der VDE plädiert für neue Wege im Straßen-, Luft- und Schienenverkehr. Die Vorgaben

dafür kommen zwar vom Bund, den Instrumentenkasten aber haben die

Kommunen, betont Mobilitätsexperte Ralf Petri und sagt, worauf es ankommt.

Die bisherige Verkehrsplanung war

stark Auto-zentriert. Das zeigt

sich an der stetig steigenden Pkw-

Fahrleistung in den letzten Jahrzehnten

und führt unvermeidlich zu einem

Spannungsfeld zwischen nachhaltiger

Verkehrspolitik, individuellen Mobilitätsbedürfnissen

sowie gestiegenen Umweltund

Gesundheitsanforderungen.

Die Mobilität der Gegenwart steht dabei

im Gegensatz zu den Visionen für die Mobilität

der Zukunft und deren Versprechen:

eine vielfältigere, digitale und klimaverträglichere

Mobilität mit vernetzten Angeboten,

die sich über digitale Plattformen

buchen lassen. Ergänzt idealerweise durch

Flugtaxis und Drohnen in der Luft.

Je offener sich Kommunen für derartige

Veränderungsprozesse zeigen und je

ideologiefreier potenzielle Lösungen diskutiert

werden können, desto erfolgreicher

und attraktiver werden kommunale

Verkehrs- und Mobilitätsangebote auch in

Zukunft sein. Die neuen Angebote werden

sich jedoch nicht von allein einstellen.

Stillstand und Abwarten sind keine

Optionen, mutiges Angehen und Visionen

sind erforderlich.

Ein Blick in die USA zeigt, wie die Mobilität

der Zukunft auch aussehen könnte:

Große Mobilitätsplattformen bieten komfortable

und schnell umsetzbare On-demand-Lösungen

als Alternative zum klassischen

ÖPNV. Damit aber würden Kommunen

jegliche Handlungsoptionen und

Entscheidungskompetenzen abgeben.

Damit es nicht so weit kommt, sind

folgende Voraussetzungen notwendig:

_ Erstellung eines Leitbilds oder einer

Vision für die Mobilität der Zukunft

in der jeweiligen Kommune,

Foto: Adobe Stock/Solveig

Flexibel. Nachhaltig.

Individuell.

HanseCom Forum 2022

Der Erfahrungsaustausch im ÖPNV

24.25. November 2022, Hamburg

Das HanseCom Forum ist die Plattform zum Erfahrungsaustausch über innovative

Projekte, Lösungen und Trends im ÖPNV. Hier treffen sich Entscheider aus Verkehrs -

unternehmen und -verbünden, Wirtschaft und Politik und diskutieren die Top-Themen

der Mobilitätsbranche. Freuen Sie sich auf u.a. diese Referenten und Vorträge:

Mobilitätstrategien der moBiel was macht uns heute für die

Kund:innen interessant wie wollen wir neue Kunden locken?

Cornelia Christian, Kundenmanagement, Stadtwerke Bielefeld

Fahrzeugbesitzloses Wien? Die mobile Freiheit macht‘s möglich

Mag. Alexandra Reinagl, Geschäftsführerin, Wiener Linien

Gemeinwohlorientierung der Infrastruktur und Digitalisierung

verschiedene Themen?

Dr. Mathias Stoffregen, Geschäftsführer, mofair

Wie lassen sich klassischer ÖPNV und neue Mobilität erfolgreich

verbinden?

Daniel Marx, Vorsitzender der Regionalleitung, DB Regio Bus, Region Nord

Einfach fahren mit Visa

Niels Lohmüller, Head of Acceptance Development, Visa

On-Demand-ÖPNV erfolgreiche Integration von On-Demand-

Verkehren in bestehende ÖPNV-Netzwerke

Jan Lüdtke, General Manager DACH, Via

Diskutieren Sie mit!

Jetzt kostenfrei* anmelden!

www.hansecom.com/forum

* Die Teilnahme am HanseCom Forum ist kostenlos für Verkehrsunternehmen (i. S. d. VDV), Verkehrsverbünde, Stadtwerke,

Verbände, Behörden, Forschungseinrichtungen, Hochschulen, Standardisierungsgremien und Presseunternehmen.

Für alle anderen Teilnehmer fällt eine Teilnahmegebühr von 890 € zzgl. MwSt. an.


Spezial

Mobilität

_ ausreichend personelle Kapazitäten

und Ressourcen bei der Planung und

Finanzierung der Vorhaben,

_ klarer Veränderungswille und

politische Einigkeit über die

notwendigen Maßnahmen,

_ Vorteilskommunikation und Abholen

bzw. Mitnahme der Bevölkerung bei

Veränderungsprozessen.

Wird Mobilität als Teil der Daseinsvorsorge

betrachtet, sollten alle Fortbewegungsmittel

einfach nutzbar, bezahlbar,

leise, sicher und nachhaltig, das heißt

schadstofffrei sein. Dies führt zu einer lebenswerten

und attraktiven Kommune mit

kurzen Wegen und attraktiver Fahrradinfrastruktur.

Gute Beispiele hierfür sind

Barcelona, Paris oder Amsterdam.

Gemessen am Modal-Split, also der

Verteilung auf verschiedene Verkehrsträger

oder Verkehrsmittel, gilt es, in

Deutschland die Pkw-Verkehrsleistung zu

reduzieren und gleichzeitig ÖPNV, Fahrrad

sowie Sharing-Angebote zu fördern

und auszubauen.

Jedoch gibt es für diese Ziele keine

Rechtspflicht für einen kommunalen Verkehrsentwicklungsplan.

Es existieren nur

Orientierungen wie die Leitlinien für eine

nachhaltige urbane Mobilitätsplanung

der Europäischen Kommission (SUMP).

Dabei gilt es, lokale und regionale Begebenheiten

wie Siedlungsstruktur und Topografie

zu berücksichtigen und die Besonderheiten

urbaner Ballungszentren

sowie ländlich geprägter Regionen mitzudenken.

PLÄDOYER FÜR DEN ANTRIEBSWECHSEL

Kurz: Es braucht ein Neudenken der Mobilität.

Das klassische Konzept der Verkehrs-

und Stadtplanung orientierte sich

zu lange am starren Denken in Einzelaspekten

mit Zielen wie Luftqualität, Parken,

Radverkehr. Es wird Zeit

_ für ein übergeordnetes Leitbild für die

Mobilität der Zukunft je Kommune,

_ für ein Gesamtziel,

_ für daraus abgeleitete Strategien und

Maßnahmen, die durch ausreichende

Planungsressourcen und Budget,

einen klaren politischen Gestaltungsund

Veränderungswillen sowie ein

Miteinander von handelnden Persönlichkeiten

auf kommunaler und

nationaler Ebene entschieden umgesetzt

werden können.

Dieses Thema beschäftigt auch den VDE

als unabhängige Technologieorganisation.

Zum ersten Mal laden wir daher im

Herbst zur VDE E-Mobility Conference

nach Frankfurt, um möglichst viele verschiedene

Bereiche zusammenzubringen,

seien es Hersteller von Ladeinfrastruktur,

Vertreter der Automobilindustrie,

Entscheider aus den Kommunen,

Stromnetzbetreiber und unsere VDE-Experten

für Normen und Standards.

Die Vorgaben zum Antriebswechsel im

Straßen-, Luft- und Schienenverkehr werden

vom Bund festgelegt. Der dafür notwendige

Instrumentenkasten liegt bei

den Kommunen: Sie können verbindliche

Vorgaben erlassen, um beispielsweise den

öffentlichen Raum durch Parkraummanagement,

Schaffung von Mobilitätshubs

oder der Errichtung von Ladeinfrastruktur

anzupassen.

DIE KOMMUNE ALS VERKEHRSLABOR

Auch der Bau von Fußwegen oder Fahrradabstellplätzen

sowie der ÖPNV-Ausbau,

neue Angebote oder auch die Zulassung

von innovativen Mobilitätsformen

sind zwingend erwünscht und notwendig.

Dabei sollte immer auch die Bevölkerung

abgeholt und in den Veränderungsprozess

hineingenommen werden dann wird die

Kommune zu einem Ort, an dem die Mobilität

der Zukunft getestet und erlebt werden

kann.

Ralf Petri

100% elektrisch.

100% Nutzfahrzeug.

Die Cenntro Elektrotransporter.

Informieren. Testen. Begeistert sein.

Die VDE-Vision für die Zukunft:

Eine vielfältigere, digitale und

klimaverträgliche Mobilität mit

vernetzten Angeboten, die sich

über digitale Plattformen buchen

lassen. Ergänzt idealerweise

durch Flugtaxis und Drohnen in

der Luft.

Lassen Sie sich elektrisieren.

20.-25. September 2022, Hannover.

Halle 13, Stand E51 und Freigelände L51

Abb. zeigen Sonderausstattung.

cenntro-motors.eu


AUSBLICK

Nachhaltig bauen

Smart City

Unterwegs in

die Zukunft

65 Jahreder gemeinderat“ wie bei jedem Geburtstag

heißt das: Innehalten, Nachdenken über das, was war, und

natürlich: nach vorn schauen. Dabei kommt ein Gedanke

sofort in den Sinn: Die Welt, wie wir sie kennen mit all ihren

von uns selbst gemachten Problemen, muss sich ändern

daran führt jedenfalls aus Sicht von immer mehr Menschen

kein Weg vorbei. Die Anpassung an den Klimawandel

muss sein, wir sollten, wir müssen die Natur schützen,

so weit sie noch vorhanden ist, müssen die Energiewende

schaffen, nachhaltig bauen, Mobilität neu denken, Städte

anders planen, die Digitalisierung vorantreiben. Es sind

Mammutaufgaben für Städte und Gemeinden, die kreative,

vernetzte Entscheider brauchen und es sind gravierende

Transformationen, für die möglichst viele Bürgerinnen und

Bürger ins Boot geholt werden sollten.

Schnelles Internet

Geniale Systeme. Natürlich mit Holz.

Nachhaltige und innovative Modulbauten aus Holz und in höchster Vorfertigung das sind wir. Wir stehen

für gesundes sowie zukunftsorientiertes Bauen mit hohem Wohlfühlcharakter bei Bildungsbauten,

Bürobauten und Wohnbauten. Nicht nur Aspekte wie Ästhetik, Funktionalität und Klarheit werden bei uns

berücksichtigt, sondern auch Geschwindigkeit und ökologische Aspekte. Egal ob Kauf oder Mietkauf

Mobilität

Energiewende

Foto: Adobe Stock/noppadon

sprechen Sie uns an.

Geiger Holzsystembau Wangen GmbH & Co. KG

Felix-Wankel-Straße 3 · 88239 Wangen im Allgäu

Telefon +49 7522 265470

holzsystembau@geigergruppe.de

www.geigergruppe.de/holzsystembau

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einfach verarbeiten

• per E-Mail, Scan, E-Rechnungsportal

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Unsere Expertise:

Integrierte Rechnungsverarbeitung

für SAP ERP und S/4HANA

info@xsuite.com

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xSuite gratuliert zu 65 Jahren

der gemeinderat“!

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