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Mit eTwinning Medienkompetenz vermitteln und Desinformation bekämpfen

Das eTwinning-Buch zum Jahresthema "Mit eTwinning Medienkompetenz vermitteln und Desinformation bekämpfen" unterstützt Lehrkräfte dabei, die Medienkompetenz ihrer Schülerinnen und Schüler zu fördern und sie in die Lage zu versetzen, Online-Inhalte kritisch zu nutzen. Dazu bietet das Buch inspirierende Beispiele von eTwinning-Projekten sowie Unterrichtsmaterialien und Aktivitäten.

Das eTwinning-Buch zum Jahresthema "Mit eTwinning Medienkompetenz vermitteln und Desinformation bekämpfen" unterstützt Lehrkräfte dabei, die Medienkompetenz ihrer Schülerinnen und Schüler zu fördern und sie in die Lage zu versetzen, Online-Inhalte kritisch zu nutzen. Dazu bietet das Buch inspirierende Beispiele von eTwinning-Projekten sowie Unterrichtsmaterialien und Aktivitäten.

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<strong>Mit</strong> <strong>eTwinning</strong><br />

<strong>Medienkompetenz</strong> <strong>vermitteln</strong><br />

<strong>und</strong> <strong>Desinformation</strong> <strong>bekämpfen</strong><br />

#<strong>eTwinning</strong><br />

Erasmus+<br />

Das Leben bereichern, den Horizont erweitern<br />

Sport<br />

Jean Monnet<br />

Jugend<br />

Hochschulbildung<br />

Berufliche Aus- <strong>und</strong> Weiterbildung<br />

Erwachsenenbildung<br />

Schulbildung<br />

Erasmus+


Weitere Informationen über die Europäische Union finden Sie im Internet unter http://europa.eu.<br />

Luxemburg: Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union, 2022<br />

Print ISBN 978-92-9484-495-8 doi:10.2797/925993 EC-05-21-019-DE-C<br />

PDF ISBN 978-92-9484-481-1 doi:10.2797/881 EC-05-21-019-DE-N<br />

EPUB ISBN 978-92-9484-474-3 doi:10.2797/059918 EC-05-21-019-DE-E<br />

© Europäische Union, 2022<br />

Diese Veröffentlichung wurde von den zentralen Koordinierungsstellen von <strong>eTwinning</strong> erstellt, die von<br />

European Schoolnet (EUN Partnership) im Rahmen eines aus dem EU-Haushalt finanzierten Vertrags<br />

mit der Exekutivagentur Bildung <strong>und</strong> Kultur betrieben werden. Die darin zum Ausdruck gebrachten<br />

Meinungen sind ausschließlich die des Auftragnehmers <strong>und</strong> stellen nicht den offiziellen Standpunkt des<br />

Auftraggebers dar.<br />

Die Weiterverwendungsrichtlinie der Europäischen Kommission wird auf der Gr<strong>und</strong>lage des<br />

Beschlusses 2011/833/EU der Kommission vom 12. Dezember 2011 über die Weiterverwendung von<br />

Kommissionsdokumenten (Abl. L 330 vom 14.12.2011, S. 39) angewendet – https://eur-lex.europa.eu/<br />

eli/dec/2011/833/oj).<br />

Sofern nicht anders angegeben, ist die Weiterverwendung dieses Dokuments unter der Creative<br />

Commons Attribution 4.0 International (CCBY 4.0)-Lizenz gestattet (https://creativecommons.org/<br />

licenses/by/4.0/). Das bedeutet, dass die Weiterverwendung erlaubt ist, vorausgesetzt, es werden die<br />

entsprechenden Nachweise <strong>und</strong> alle Änderungen angegeben.<br />

Für jede Verwendung oder Reproduktion von Elementen, die nicht Eigentum der EU sind, muss eventuell<br />

direkt bei den jeweiligen Rechteinhabern eine Genehmigung eingeholt werden. Die EU besitzt keine<br />

Urheberrechte an Bildern, die nicht mit dem Urheberrechtsvermerk „© Europäische Union“ versehen<br />

sind.<br />

QUELLENANGABEN<br />

Titelfoto: © Fokussiert & dvulikaia, stock.adobe.com<br />

Grafikdesign: © Sophie Despras


MIT ETWINNING MEDIENKOMPETENZ VERMITTELN UND DESINFORMATION BEKÄMPFEN<br />

3


MIT ETWINNING MEDIENKOMPETENZ VERMITTELN UND DESINFORMATION BEKÄMPFEN<br />

?<br />

1<br />

2<br />

3<br />

4


5<br />

Inhalt<br />

VORWORT 6<br />

EINFÜHRUNG 8<br />

KAPITEL 1 12<br />

<strong>Medienkompetenz</strong> – Konzeptionelle Betrachtung im Spiegel<br />

europäischer Politik<br />

KAPITEL 2 20<br />

<strong>Desinformation</strong> <strong>und</strong> kritisches Denken<br />

KAPITEL 3 30<br />

Jugend <strong>und</strong> Medien<br />

KAPITEL 4 38<br />

<strong>Medienkompetenz</strong> bei <strong>eTwinning</strong> durch Projektarbeit<br />

4.1. Alter 0-6 Jahre<br />

4.2. Alter 7-11 Jahre<br />

4.3. Alter 12-16 Jahre<br />

4.4. Alter 16-19 Jahre<br />

4.5 Berufliche Aus- <strong>und</strong> Weiterbildung<br />

KAPITEL 5 72<br />

Ressourcen für die Vermittlung von <strong>Medienkompetenz</strong><br />

KAPITEL 6 78<br />

Unterrichtsaktivitäten zur Förderung der <strong>Medienkompetenz</strong><br />

FAZIT 86<br />

ANHANG 88<br />

INHALT


MIT ETWINNING MEDIENKOMPETENZ VERMITTELN UND DESINFORMATION BEKÄMPFEN<br />

Vorwort<br />

Liebe Leserinnen <strong>und</strong> Leser,<br />

wir leben in einer äußerst<br />

herausfordernden <strong>und</strong><br />

interessanten Zeit. Einerseits<br />

fließen Informationen ungehindert<br />

aus allen Richtungen <strong>und</strong> sind in<br />

Sek<strong>und</strong>enschnelle verfügbar.<br />

Andererseits schafft die leichte<br />

Zugänglichkeit unzählige<br />

Möglichkeiten für die Verbreitung von<br />

Falschmeldungen, die zur Manipulation<br />

führen können. Tatsächlich haben<br />

Studien gezeigt, dass paradoxerweise<br />

das neue Informationszeitalter den<br />

Wissensstand <strong>und</strong> das Verständnis<br />

der Bevölkerung nicht verbessert<br />

hat, weil wir oft nur Informationen<br />

suchen, die unsere bestehenden<br />

Überzeugungen bestätigen, oder<br />

weil sich Informationen bzw.<br />

<strong>Desinformation</strong>en in einer globalisierten,<br />

digitalen Welt so schnell <strong>und</strong> weit<br />

verbreiten. Diese Situation gefährdet<br />

die Funktion unserer demokratischen<br />

Formen der Staatsführung <strong>und</strong><br />

unsere Bemühungen, die aktuellen<br />

globalen Herausforderungen wie<br />

Klimawandel, nachhaltige Entwicklung<br />

<strong>und</strong> sozioökonomische Ungleichheit zu<br />

bewältigen.<br />

Daher ist es im Interesse der<br />

künftigen Generationen <strong>und</strong> der<br />

Zukunft des Planeten geboten, die<br />

Bildungssysteme in der gesamten EU<br />

mit leistungsfähigen Instrumenten<br />

auszustatten, die den Schülerinnen<br />

<strong>und</strong> Schülern helfen können, kritisches<br />

Denken zu entwickeln, um Fakten<br />

von Fiktion <strong>und</strong> Wissenschaft von<br />

Pseudowissenschaft zu unterscheiden.<br />

Die Europäische Kommission hat<br />

bereits einige Referenzdokumente<br />

veröffentlicht, die die <strong>Mit</strong>gliedstaaten<br />

bei ihren Bemühungen unterstützen,<br />

die Fähigkeiten der EU-Bürgerinnen<br />

<strong>und</strong> -Bürger im Bereich des kritischen<br />

Denkens <strong>und</strong> der <strong>Medienkompetenz</strong><br />

im Sinne des lebenslangen Lernens<br />

zu verbessern. <strong>Medienkompetenz</strong> ist<br />

Teil der digitalen Kompetenz. Dies<br />

wird in der Empfehlung des Rates<br />

zu Schlüsselkompetenzen sowie im<br />

detaillierteren Dokument „LifeComp:<br />

The European Framework for Personal,<br />

Social and Learning to Learn Key<br />

Competence“ ausgeführt.<br />

Die Schülerinnen <strong>und</strong> Schüler<br />

müssen ein Bewusstsein für eine<br />

mögliche einseitige Datenerhebung<br />

6


7<br />

<strong>und</strong> -darstellung <strong>und</strong> die eigenen<br />

Grenzen entwickeln <strong>und</strong> auf dieser<br />

Basis zutreffende <strong>und</strong> verlässliche<br />

Informationen <strong>und</strong> Meinungen<br />

aus verschiedenen <strong>und</strong> seriösen<br />

Quellen einholen. In der nächsten<br />

Stufe werden Informationen,<br />

Meinungen <strong>und</strong> Medienbotschaften<br />

verglichen, analysiert, bewertet <strong>und</strong><br />

zusammengefasst, um logische<br />

Schlussfolgerungen zu ziehen.<br />

Schließlich sollen die Schülerinnen<br />

<strong>und</strong> Schüler Eigeninitiative ergreifen.<br />

Sie sollten fähig werden, kreative<br />

Ideen zu entwickeln sowie Konzepte<br />

<strong>und</strong> Informationen aus verschiedenen<br />

Quellen zusammenzutragen <strong>und</strong><br />

miteinander zu kombinieren, um<br />

Probleme zu lösen.<br />

Dies ist eine große Aufgabe, die die<br />

Mobilisierung von Pädagogen <strong>und</strong><br />

Bildungseinrichtungen sowie von<br />

Medienunternehmen <strong>und</strong> anderen<br />

Unternehmen erfordert. Dabei ist es<br />

offensichtlich, dass den Lehrkräften bei<br />

der Förderung der <strong>Medienkompetenz</strong><br />

ihrer Schülerinnen <strong>und</strong> Schüler eine<br />

zentrale Rolle zukommt. Sie helfen ihren<br />

Schülerinnen <strong>und</strong> Schülern, kritisches<br />

Denken <strong>und</strong> Online-Kompetenz zu<br />

entwickeln. Seit vielen Jahren stellt<br />

hier <strong>eTwinning</strong> wertvolle Ressourcen<br />

zur Verfügung, um die Lehrkräfte<br />

bei dieser Aufgabe zu unterstützen.<br />

Das diesjährige <strong>eTwinning</strong>-Thema<br />

„<strong>Mit</strong> <strong>eTwinning</strong> <strong>Medienkompetenz</strong><br />

<strong>vermitteln</strong> <strong>und</strong> <strong>Desinformation</strong><br />

<strong>bekämpfen</strong>“ hat dazu beigetragen,<br />

Bewusstsein zu schaffen, Kooperationen<br />

zu fördern <strong>und</strong> Ressourcen<br />

bereitzustellen, damit Lehrkräfte solide<br />

digitale <strong>und</strong> mediale Kompetenzen<br />

erwerben können. Dank seines sehr<br />

kooperativen Konzepts eignet sich<br />

<strong>eTwinning</strong> ideal dafür, innovative<br />

Unterrichtsmethoden <strong>und</strong> pädagogische<br />

Konzepte zu erk<strong>und</strong>en. Darüber<br />

hinaus ermöglicht die transnationale<br />

Komponente von <strong>eTwinning</strong>-Projekten<br />

allen Teilnehmenden, eine Vielzahl<br />

von Perspektiven zu betrachten,<br />

was besonders hilfreich ist, um<br />

Echokammern zu durchbrechen.<br />

Dieses Buch soll Lehrkräften bei ihrer<br />

Arbeit im Unterricht helfen. Dazu<br />

enthält es konkrete Beispiele von<br />

Erfolgsgeschichten, pädagogischen<br />

Strategien <strong>und</strong> Aktivitäten, Hilfsmitteln<br />

<strong>und</strong> Ressourcen.<br />

Deshalb<br />

stellt die<br />

Veröffentlichung dieses<br />

Buches einen wichtigen<br />

Meilenstein auf unserem<br />

Weg<br />

zu einer besseren<br />

<strong>Medienkompetenz</strong> für<br />

alle dar.<br />

1 https://ec.europa.eu/education/education-in-the-eu/council-recommendation-on-key-competences-forlifelong-learning_de<br />

2 https://publications.jrc.ec.europa.eu/repository/handle/JRC120911<br />

VORWORT


MIT ETWINNING MEDIENKOMPETENZ VERMITTELN UND DESINFORMATION BEKÄMPFEN<br />

Einführung<br />

„<strong>Medienkompetenz</strong>, d. h. die Fähigkeit,<br />

auf Medien zuzugreifen, sie kritisch zu<br />

beurteilen <strong>und</strong> mit ihnen umzugehen,<br />

war noch nie so wichtig wie heute.<br />

Damit sind Bürgerinnen <strong>und</strong> Bürger<br />

aller Altersgruppen in der Lage, sich<br />

im modernen Nachrichtenumfeld<br />

zurechtzufinden <strong>und</strong> f<strong>und</strong>ierte<br />

Entscheidungen zu treffen.“<br />

(Europäische Kommission, 2019)<br />

<strong>Medienkompetenz</strong> kann definiert<br />

werden als „die Fähigkeit, sich Zugang<br />

zu den Medien zu verschaffen,<br />

verschiedene Aspekte der Medien <strong>und</strong><br />

der zugehörigen Zusammenhänge zu<br />

verstehen <strong>und</strong> kritisch zu bewerten <strong>und</strong><br />

Kommunikation in einer Vielzahl von<br />

Kontexten zu gestalten“<br />

(Europäische Kommission, 2007).<br />

Es ist eine echte Herausforderung,<br />

sich in der digitalen Welt des 21.<br />

Jahrh<strong>und</strong>erts als unabhängiger <strong>und</strong><br />

gut informierter denkender Mensch<br />

zu behaupten, <strong>und</strong> tatsächlich<br />

sind nur wenige Menschen darauf<br />

vorbereitet, sich in der Online-Welt<br />

zurechtzufinden. Dieses globale<br />

Defizit an digitaler <strong>Medienkompetenz</strong><br />

wurde als entscheidender Faktor<br />

identifiziert, der dem Glauben an<br />

falschen Online-Informationen Vorschub<br />

leistet, unabhängig davon, ob es sich<br />

um Falschmeldungen oder gezielte<br />

<strong>Desinformation</strong> handelt. Dies hat zu<br />

Veränderungen in der Bildungspolitik in<br />

Europa <strong>und</strong> weltweit, zu Umstellungen<br />

bei der Verwaltung persönlicher Daten<br />

<strong>und</strong> zum Überdenken der Konzeption<br />

von Technologieplattformen geführt.<br />

Das weit verbreitete Fürwahrhalten<br />

von falschen Informationen, die im<br />

Internet kursieren, stellt ein großes<br />

gesellschaftliches Problem dar. Dies<br />

hat sich im letzten Jahr während der<br />

Pandemie noch deutlicher gezeigt.<br />

Unter der Überschrift „Es ist an der Zeit“<br />

twitterte die Europäische Kommission:<br />

„Nie war es notwendiger, dass das<br />

Internet frei von falschen oder<br />

irreführenden Informationen ist, als<br />

während der Coronavirus-Pandemie.“<br />

<strong>Medienkompetenz</strong> ist entscheidend<br />

für ein sicheres, positives <strong>und</strong><br />

8


9<br />

respektvolles Online-Verhalten.<br />

Informationen können aus einer<br />

Vielzahl von Online-Quellen <strong>und</strong> in<br />

unterschiedlichen Formaten vorliegen,<br />

von Nachrichten-Websites über Inhalte<br />

in sozialen Medien <strong>und</strong> Podcasts bis<br />

hin zu Inhalten in Videospielen. Alle<br />

Online-Nutzer sollten wissen, wie sie<br />

sich in diesem Informationsangebot<br />

zurechtfinden sowie Informationen<br />

auswählen <strong>und</strong> kritisch bewerten<br />

können, um die Risiken im<br />

Zusammenhang mit <strong>Desinformation</strong>,<br />

Online-Betrug, Hassrede <strong>und</strong> Online-<br />

Beziehungen zu bewältigen.<br />

Da Kinder <strong>und</strong> Jugendliche zunehmend<br />

soziale Medien oder Videoplattformen<br />

nutzen, um Nachrichten oder<br />

Informationen zu finden, ist die Fähigkeit<br />

zum kritischen Denken heute wichtiger<br />

denn je, damit sie kritische Nutzer von<br />

Online-Inhalten werden. Die Fähigkeit,<br />

Fakten von Meinungen <strong>und</strong> Wahrheit<br />

von Unwahrheit zu trennen, hat nicht<br />

nur Auswirkungen auf ihre persönliche<br />

Sicherheit im Internet, sondern auch<br />

auf ihre Handlungen, die sich auf das<br />

Wohlergehen anderer Online-Nutzer <strong>und</strong><br />

der gesamten Gesellschaft auswirken<br />

können.<br />

Das moderne Online-Leben von<br />

Kindern <strong>und</strong> Jugendlichen bietet<br />

viele Möglichkeiten zum Entdecken,<br />

Lernen, Gestalten <strong>und</strong> Kommunizieren.<br />

Es bringt jedoch auch eine Reihe<br />

komplexer Herausforderungen mit<br />

sich, deren sich die jungen Nutzerinnen<br />

<strong>und</strong> Nutzer bewusst sein müssen,<br />

um sichere <strong>und</strong> positive Online-<br />

Erfahrungen machen zu können.<br />

Da junge Menschen Informationen<br />

nicht nur über herkömmliche<br />

Nachrichtenmedien wie Zeitungen,<br />

Nachrichten-Websites, Radio- <strong>und</strong><br />

Fernsehsendungen beziehen, müssen<br />

sie wissen, wie sie Informationen aus<br />

anderen Kanälen erfolgreich verarbeiten<br />

können, bei denen die Überprüfung<br />

der Fakten schwieriger ist, z. B. wenn<br />

sie den Ratschlägen ihres Lieblings-<br />

Vloggers folgen, zwischen beworbenen<br />

Beiträgen (bezahlte Werbung) <strong>und</strong><br />

regulären Beiträgen in sozialen Medien<br />

unterscheiden <strong>und</strong> mit Photoshop<br />

oder anderweitig bearbeitete Bilder<br />

<strong>und</strong> Videos erkennen wollen bzw.<br />

auf Verschwörungstheorien oder<br />

falsche Informationen stoßen, die von<br />

Familienmitgliedern oder Fre<strong>und</strong>en<br />

verbreitet werden.<br />

Zu verstehen, aus welchen<br />

Beweggründen Online-Nutzer/-<br />

innen wichtige Details bearbeiten<br />

oder weglassen, wie sie Fakten <strong>und</strong><br />

Meinungen in ihren Nachrichten<br />

vermischen können, wie sie ihr<br />

Publikum auswählen <strong>und</strong> was sie sich<br />

von diesem Publikum als Ergebnis<br />

ihrer Botschaften wünschen, sind<br />

entscheidende <strong>Medienkompetenz</strong>en,<br />

die gr<strong>und</strong>sätzlich alle Nutzer/-innen<br />

<strong>und</strong> junge Menschen im Besonderen<br />

benötigen, um online <strong>und</strong> offline die<br />

richtigen Entscheidungen zu treffen.<br />

EINFÜHRUNG


MIT ETWINNING MEDIENKOMPETENZ VERMITTELN UND DESINFORMATION BEKÄMPFEN<br />

Neben der üblichen Online-Nutzung<br />

gehören zu den Online-Erfahrungen<br />

junger Menschen auch Internet- <strong>und</strong><br />

Technologieprodukte, die zunehmend<br />

von den persönlichen Daten der<br />

Nutzer/-innen gesteuert werden: Je<br />

mehr ein Dienst, ein Gerät oder eine<br />

App über die Nutzer/-innen weiß, desto<br />

mehr kann das, was diese sehen <strong>und</strong><br />

erleben, angepasst werden, um besser<br />

auf ihre Bedürfnisse <strong>und</strong> Interessen<br />

einzugehen. Auch hierbei spielt die<br />

<strong>Medienkompetenz</strong> eine wichtige Rolle:<br />

Die Jugendlichen sollen verstehen, dass<br />

das, was sie in den sozialen Medien <strong>und</strong><br />

in den Ergebnissen von Suchmaschinen<br />

sehen, sich von dem unterscheiden<br />

kann, was andere sehen, <strong>und</strong> dass sie<br />

selbst bestimmen können, wie ihre<br />

Daten online erfasst <strong>und</strong> verwendet<br />

werden.<br />

Die Rolle der Technologie beim Filtern,<br />

Auswählen <strong>und</strong> Bereitstellen der<br />

Informationen, die wir online finden, hat<br />

zu Phänomenen geführt wie Filterblasen<br />

(in denen die Nutzer/-innen nur<br />

Informationen finden, die ihren eigenen<br />

Überzeugungen entsprechen <strong>und</strong> diese<br />

verstärken) <strong>und</strong> Echokammern (in denen<br />

gleichgesinnte Nutzer/-innen interagieren<br />

<strong>und</strong> einen einzigen Standpunkt unter<br />

Ausschluss von Alternativen propagieren,<br />

wodurch der falsche Eindruck entsteht,<br />

dass eine Meinung in der Gesellschaft<br />

weiter verbreitet ist, als es tatsächlich der<br />

Fall ist).<br />

Die Bereitstellung von<br />

Bildungsangeboten für Kinder <strong>und</strong><br />

Jugendliche zur Behandlung des<br />

Umgangs mit <strong>und</strong> der Bewertung von<br />

Online-Informationen in all ihren Formen<br />

ist von gr<strong>und</strong>legender Bedeutung<br />

für die Befähigung junger Menschen<br />

zu positivem <strong>und</strong> sicherem Online-<br />

Verhalten.<br />

<strong>eTwinning</strong> fördert seit 16 Jahren die<br />

<strong>Medienkompetenz</strong> <strong>und</strong> konzentriert<br />

sich dabei auf die Integration von<br />

digitalen Hilfsmitteln in den Alltag<br />

von Lehrkräften <strong>und</strong> Schülern mit<br />

besonderem Augenmerk auf die<br />

Auswirkungen, die diese Tools auf unser<br />

Leben haben.<br />

<strong>Medienkompetenz</strong>, insbesondere digitale<br />

<strong>Medienkompetenz</strong>, ist in der heutigen Welt von<br />

entscheidender Bedeutung, <strong>und</strong> dieses Buch<br />

soll zeigen, wie eTwinner diesen gr<strong>und</strong>legenden<br />

Aspekt des Lebens im digitalen Zeitalter<br />

angehen, indem sie ihren Schülerinnen<br />

<strong>und</strong> Schülern beibringen, die Kontrolle zu<br />

übernehmen <strong>und</strong> sich nicht von der digitalen<br />

Welt kontrollieren zu lassen. Wir wünschen<br />

Ihnen viel Freude an dieser Lektüre!<br />

10


11<br />

In diesem Buch steht das Thema <strong>Medienkompetenz</strong> <strong>und</strong><br />

ihre Anwendung zur Bekämpfung von <strong>Desinformation</strong> im<br />

<strong>Mit</strong>telpunkt, um Lehrerinnen <strong>und</strong> Lehrern dabei zu helfen,<br />

im Unterricht mit ihren Schülerinnen <strong>und</strong> Schülern diese<br />

Herausforderung für deren Zukunft anzugehen.<br />

KAPITEL 1<br />

In diesem Kapitel wird die europäische Perspektive aufgezeigt <strong>und</strong><br />

darüber informiert, warum das Thema <strong>Medienkompetenz</strong> gewählt<br />

wurde, welche Auswirkungen es auf die Bildungsgemeinschaft hat<br />

<strong>und</strong> wie es durch <strong>eTwinning</strong> verbreitet wird.<br />

KAPITEL 2<br />

Einige Fre<strong>und</strong>e von <strong>eTwinning</strong> erläutern hier das Konzept der<br />

<strong>Desinformation</strong> aus aktueller <strong>und</strong> historischer Sicht <strong>und</strong> analysieren<br />

die Funktion von Algorithmen bei der Erstellung von Nachrichten.<br />

KAPITEL 3<br />

Hier wird in Zusammenarbeit mit der Initiative „Better Internet<br />

for Kids“ untersucht, wie junge Menschen sich mit den Medien<br />

beschäftigen, wo sie Nachrichten konsumieren <strong>und</strong> wie sie<br />

Informationen auswerten.<br />

KAPITEL 4<br />

Hier werden herausragende <strong>eTwinning</strong>-Projekte zum Thema<br />

<strong>Medienkompetenz</strong> <strong>und</strong> <strong>Desinformation</strong> vorgestellt.<br />

KAPITEL 5<br />

Hier finden Sie Beispiele für Tools <strong>und</strong> Ressourcen, die für die Arbeit<br />

im Unterricht <strong>und</strong> bei <strong>eTwinning</strong>-Projekten zur Verfügung stehen.<br />

KAPITEL 6<br />

Dieses Kapitel enthält Vorschläge für Unterrichtsaktivitäten<br />

zum Thema für jede Altersgruppe.<br />

EINFÜHRUNG


MIT ETWINNING MEDIENKOMPETENZ VERMITTELN UND DESINFORMATION BEKÄMPFEN<br />

1000110001001010<br />

0100001111010100<br />

12


13<br />

KAPITEL 1<br />

<strong>Medienkompetenz</strong><br />

Konzeptionelle Betrachtung im Spiegel<br />

europäischer Politik<br />

KAPITEL 1


MIT ETWINNING MEDIENKOMPETENZ VERMITTELN UND DESINFORMATION BEKÄMPFEN<br />

Autorinnen<br />

Marta MARKOWSKA Europäische Kommission, Generaldirektion für<br />

Bildung, Jugend, Kultur <strong>und</strong> Sport<br />

Simona PETKOVA Europäische Kommission, Generaldirektion für<br />

Bildung, Jugend, Kultur <strong>und</strong> Sport<br />

Lida POLITI Europäische Kommission, Generaldirektion für<br />

Kommunikationsnetze, Inhalte <strong>und</strong> Technologien<br />

Bronagh WALTON Europäische Kommission, Generaldirektion für<br />

Kommunikationsnetze, Inhalte <strong>und</strong> Technologien<br />

Der allgemeinen <strong>und</strong> beruflichen Bildung kommt<br />

eine gr<strong>und</strong>legende Rolle zu, wenn es darum geht,<br />

den Bürgerinnen <strong>und</strong> Bürgern das kritische Denken<br />

zu <strong>vermitteln</strong>, das sie benötigen, um sich in der<br />

Online-Welt ein Urteil bilden zu können. Dabei<br />

ist Folgendes zu berücksichtigen: die ständigen<br />

Veränderungen <strong>und</strong> neuen Technologien im Web, die<br />

Auswirkungen von Algorithmen <strong>und</strong> die beispiellosen<br />

Risiken im Zusammenhang mit Informationsblasen<br />

<strong>und</strong> Echokammern.<br />

Eine sich schnell verändernde<br />

Medien- <strong>und</strong> Informationslandschaft<br />

verb<strong>und</strong>en mit einer Fülle von<br />

Online-Medienplattformen <strong>und</strong><br />

Informationsquellen erfordert, dass<br />

die Menschen nicht nur selbstsicher,<br />

sondern auch sachk<strong>und</strong>ig, bewusst <strong>und</strong><br />

kritisch mit den Medien, insbesondere in<br />

der Online-Welt, umgehen.<br />

Obwohl die <strong>Medienkompetenz</strong><br />

in Bezug auf die verfügbaren<br />

Massenkommunikationsmittel eine<br />

lange Geschichte hat, wollen wir<br />

uns hier auf die jüngsten politischen<br />

Entwicklungen konzentrieren. Von der<br />

Umsetzung der Pariser Erklärung zur<br />

Förderung von politischer Bildung <strong>und</strong><br />

der gemeinsamen Werte von Freiheit,<br />

Toleranz <strong>und</strong> Nichtdiskriminierung<br />

(von der Europäischen Kommission<br />

<strong>und</strong> den EU-Bildungsministern<br />

im März 2015 beschlossen) bis<br />

hin zum kürzlich verabschiedeten<br />

Aktionsplan für digitale Bildung 2021-<br />

2027 wird deutlich, dass Lehrkräften<br />

<strong>und</strong> Pädagogen weiterhin eine<br />

entscheidende Rolle dabei zukommt,<br />

junge Menschen zu befähigen, von<br />

Online-Debatten <strong>und</strong> -Diskussionen als<br />

Teil des demokratischen Prozesses zu<br />

profitieren <strong>und</strong> zu ihnen beizutragen.<br />

Die Pariser Erklärung forderte<br />

den Bildungssektor zur Förderung<br />

gemeinsamer EU-Werte auf <strong>und</strong><br />

erkannte an, dass der Hauptzweck der<br />

Bildung nicht nur in der Entwicklung<br />

14


15<br />

von Wissen, Fähigkeiten, Kompetenzen<br />

<strong>und</strong> Einstellungen besteht, sondern<br />

auch darin, jungen Menschen – in enger<br />

Zusammenarbeit mit Eltern <strong>und</strong> Familien<br />

– zu helfen, aktive, verantwortungsvolle<br />

<strong>und</strong> aufgeschlossene <strong>Mit</strong>glieder der<br />

Gesellschaft zu werden. In der Erklärung<br />

wird hervorgehoben, wie wichtig es ist,<br />

die <strong>Medienkompetenz</strong> <strong>und</strong> die Fähigkeit<br />

zum kritischen Denken zu verbessern,<br />

insbesondere bei der Nutzung des<br />

Internets <strong>und</strong> der sozialen Medien, um<br />

das Bewusstsein für die Risiken im<br />

Zusammenhang mit der Verlässlichkeit<br />

von Informationsquellen zu schärfen<br />

<strong>und</strong> angesichts des zunehmenden<br />

Populismus, der Fremdenfeindlichkeit,<br />

der Radikalisierung <strong>und</strong> der Verbreitung<br />

von <strong>Desinformation</strong>en ein ges<strong>und</strong>es<br />

Urteilsvermögen zu fördern.<br />

Der „Strategische Rahmen für die<br />

europäische Zusammenarbeit auf dem<br />

Gebiet der allgemeinen <strong>und</strong> beruflichen<br />

Bildung“ (ET 2020) umfasste<br />

eine spezielle Arbeitsgruppe, die<br />

<strong>Mit</strong>gliedstaaten <strong>und</strong> Interessengruppen<br />

zusammenbrachte, <strong>und</strong> konzentrierte<br />

sich auf die Förderung gemeinsamer<br />

Werte <strong>und</strong> einer inklusiven Bildung<br />

sowie die Umsetzung der Pariser<br />

Erklärung. 1 Darüber hinaus wurde in den<br />

Schlussfolgerungen des Europäischen<br />

Rates vom Mai 2016 zur Förderung der<br />

<strong>Medienkompetenz</strong> <strong>und</strong> des kritischen<br />

Denkens durch die allgemeine <strong>und</strong><br />

berufliche Bildung betont, dass die<br />

allgemeine <strong>und</strong> berufliche Bildung<br />

den Lernenden die Kompetenzen <strong>und</strong><br />

Werte <strong>vermitteln</strong> sollte, die erforderlich<br />

sind, „um auf Informationen <strong>und</strong><br />

andere Medieninhalte, insbesondere<br />

im Zusammenhang mit dem Internet<br />

<strong>und</strong> den sozialen Medien, auf sichere<br />

<strong>und</strong> verantwortungsvolle Weise<br />

zuzugreifen <strong>und</strong> diese entsprechend<br />

zu interpretieren, zu produzieren <strong>und</strong><br />

zu verwenden“. In ähnlicher Weise<br />

wurde in der Empfehlung des Rates<br />

zur Förderung gemeinsamer Werte,<br />

inklusiver Bildung <strong>und</strong> der europäischen<br />

Dimension im Unterricht (22. Mai<br />

2018) die Notwendigkeit unterstrichen,<br />

weiterhin gemeinsame Werte als<br />

Vektoren des Zusammenhalts <strong>und</strong> der<br />

Inklusion zu fördern, die Umsetzung<br />

partizipativer Lernumgebungen auf allen<br />

Bildungsebenen zu begünstigen, die<br />

Ausbildung von Lehrkräften in Bezug<br />

auf politische Bildung <strong>und</strong> Diversität zu<br />

verbessern <strong>und</strong> die <strong>Medienkompetenz</strong><br />

sowie die Fähigkeit zum kritischen<br />

Denken aller Lernenden zu stärken.<br />

Die Bedeutung der Förderung<br />

von <strong>Medienkompetenz</strong> wird<br />

auch im überarbeiteten<br />

Europäischen Referenzrahmen<br />

zu Schlüsselkompetenzen für<br />

lebenslanges Lernen 2 (Mai 2018)<br />

hervorgehoben. Zusammen mit der<br />

Nachhaltigkeit, den gemeinsamen<br />

europäischen Werten, der Offenheit für<br />

kulturelle Vielfalt <strong>und</strong> der Innovation<br />

ist die <strong>Medienkompetenz</strong> eines<br />

der fünf Konzepte, die den acht<br />

Schlüsselkompetenzen für Bürgerinnen<br />

<strong>und</strong> Bürger aller Altersgruppen<br />

1 Die Gruppe hat ein thematisches Merkblatt über die Nutzung <strong>und</strong> den Missbrauch moderner Medien<br />

veröffentlicht, das hier abrufbar ist:<br />

https://op.europa.eu/en/publication-detail/-/publication/cd9faea8-ba77-11ea-811c-01aa75ed71a1/<br />

language-en/format-PDF/source-search<br />

2 2018/C 189/01 https://ec.europa.eu/education/education-in-the-eu/council-recommendation-on-keycompetences-for-lifelong-learning_de<br />

3 COM(2020) 790 final<br />

KAPITEL 1


MIT ETWINNING MEDIENKOMPETENZ VERMITTELN UND DESINFORMATION BEKÄMPFEN<br />

zugr<strong>und</strong>e liegen. Auch der von der<br />

Kommission herausgegebene Digitale<br />

Kompetenzrahmen für Bürgerinnen<br />

<strong>und</strong> Bürger nennt Informations- <strong>und</strong><br />

Datenkompetenz, Online-Sicherheit<br />

<strong>und</strong> die Erstellung digitaler Inhalte<br />

als Elemente des breiten Spektrums<br />

an digitalen Kompetenzen, die alle<br />

Lernenden heute benötigen.<br />

Darüber hinaus heißt es in den<br />

Schlussfolgerungen des Rates zur<br />

<strong>Medienkompetenz</strong> in einer sich ständig<br />

wandelnden Welt vom Mai 2020, dass<br />

die Konfrontation der Bürgerinnen<br />

<strong>und</strong> Bürger mit einer großen Menge<br />

an <strong>Desinformation</strong>en, insbesondere in<br />

Zeiten großer globaler Krisen wie der<br />

COVID-19-Pandemie, die Bedeutung<br />

eines systematischen Ansatzes für<br />

die Förderung der <strong>Medienkompetenz</strong><br />

unterstreicht. Den Schlussfolgerungen<br />

des Rates zufolge sollte sich<br />

<strong>Medienkompetenz</strong> nicht auf das<br />

Erlernen von Tools <strong>und</strong> Technologien<br />

beschränken, sondern auch darauf<br />

abzielen, den Bürgerinnen <strong>und</strong> Bürgern<br />

die Fähigkeiten zum kritischen Denken<br />

zu <strong>vermitteln</strong>, die sie benötigen, um<br />

sich ein Urteilsvermögen anzueignen,<br />

komplexe Realitäten zu analysieren<br />

<strong>und</strong> den Unterschied zwischen<br />

Meinungen <strong>und</strong> Fakten zu erkennen.<br />

Ebenso wird in den Schlussfolgerungen<br />

des Rates die Bedeutung der<br />

Entwicklung <strong>und</strong> des Austauschs<br />

von Lehr- <strong>und</strong> Schulungsmaterial<br />

zur <strong>Medienkompetenz</strong> sowie die<br />

Ausarbeitung eines systematischen<br />

Ansatzes zur Verbesserung der<br />

Kompetenzen von Fachkräften in<br />

verschiedenen Bereichen, insbesondere<br />

Lehrkräften, hervorgehoben, um<br />

deren Rolle bei der Förderung der<br />

<strong>Medienkompetenz</strong> der Bürgerinnen <strong>und</strong><br />

Bürger zu stärken.<br />

Auf der Gr<strong>und</strong>lage des im Dezember<br />

2020 vorgestellten Europäischen<br />

Aktionsplans für Demokratie 3 hat<br />

die Kommission ihre Bemühungen<br />

zur Bekämpfung der Verbreitung<br />

irreführender, unzutreffender <strong>und</strong><br />

potenziell schädlicher Informationen in<br />

der digitalen Welt verstärkt. Angesichts<br />

der rasanten Entwicklung neuer<br />

Technologien <strong>und</strong> des Ausbruchs der<br />

COVID-19-Pandemie ist die Tragweite<br />

des Phänomens der <strong>Desinformation</strong><br />

zunehmend kritisch geworden. Die<br />

sogenannte „Infodemie“, d. h. die<br />

Flut von Falschinformationen r<strong>und</strong><br />

um das Virus, die vor allem über die<br />

sozialen Medien verbreitet wurden,<br />

machte deutlich, welch wichtige<br />

Rolle die digitalen Technologien bei<br />

der Verbreitung einer gewaltigen<br />

Menge von (Des-)Informationen<br />

spielen können <strong>und</strong> so letztlich<br />

potenziell die Entscheidungen der EU-<br />

Bürgerinnen <strong>und</strong> -Bürger beeinflussen,<br />

insbesondere in Zeiten globaler Krisen.<br />

Die Notwendigkeit eines besser<br />

koordinierten Vorgehens wurde in<br />

der im Juni 2020 veröffentlichten<br />

gemeinsamen <strong>Mit</strong>teilung zur<br />

Bekämpfung von <strong>Desinformation</strong><br />

im Zusammenhang mit COVID-19 4<br />

angesprochen.<br />

Im <strong>Mit</strong>telpunkt der EU-Bemühungen<br />

zur Bekämpfung von <strong>Desinformation</strong><br />

steht der Verhaltenskodex zur<br />

Bekämpfung von <strong>Desinformation</strong>.<br />

Der Verhaltenskodex ist seit 2018 in<br />

Kraft <strong>und</strong> ist ein selbstregulierendes<br />

Instrument, das große Online-<br />

Plattformen <strong>und</strong> andere Akteure<br />

zusammenbringt, um den Kampf gegen<br />

<strong>Desinformation</strong> zu verstärken. Um<br />

bestimmte Unzulänglichkeiten des<br />

Kodex zu beheben, hat die Kommission<br />

vor kurzem Leitlinien herausgegeben,<br />

die die Anwendung des Kodex<br />

verbessern <strong>und</strong> ein transparenteres<br />

<strong>und</strong> vertrauenswürdigeres Online-<br />

16


17<br />

Ökosystem gewährleisten sollen,<br />

während gleichzeitig die in der<br />

Charta der Gr<strong>und</strong>rechte verankerte<br />

Meinungsfreiheit gewahrt bleibt. Der<br />

verbesserte Kodex zielt darauf ab,<br />

eine Brücke zum vorgeschlagenen<br />

Gesetz über digitale Dienste (DSA) 5 zu<br />

schlagen.<br />

Bei der Bekämpfung von <strong>Desinformation</strong><br />

kommt der Bildung eine Schlüsselrolle<br />

zu. Die Vermittlung solider digitaler <strong>und</strong><br />

medialer Kompetenzen an Lehrkräfte,<br />

Erzieher/-innen, Schüler/-innen <strong>und</strong><br />

Eltern sowie an lebenslang Lernende<br />

kann wesentlich dazu beitragen,<br />

eine gut informierte Öffentlichkeit<br />

zu schaffen, die in der Lage ist, die<br />

Glaubwürdigkeit von Online-Quellen zu<br />

beurteilen <strong>und</strong> potenzielle Fake News<br />

zu erkennen. Gleichzeitig wird dadurch<br />

eine positive öffentliche demokratische<br />

Debattenkultur gefördert.<br />

In diesem Sinne liegt beim Aktionsplan<br />

für digitale Bildung (2021-2027) eine<br />

der beiden strategischen Prioritäten<br />

auf der Entwicklung digitaler<br />

Kompetenz für den digitalen Wandel bei<br />

Menschen aller Altersgruppen. Digitale<br />

Kompetenz <strong>und</strong> die Bekämpfung von<br />

<strong>Desinformation</strong> sind zentrale Elemente<br />

dieser Vision. Vor diesem Hintergr<strong>und</strong><br />

entwickelt die Kommission derzeit<br />

gemeinsame Leitlinien für Lehrkräfte<br />

<strong>und</strong> Ausbilder/-innen, um im Rahmen<br />

der allgemeinen <strong>und</strong> beruflichen<br />

Bildung digitale Kompetenz zu fördern<br />

<strong>und</strong> <strong>Desinformation</strong> zu <strong>bekämpfen</strong>.<br />

Die Leitlinien bieten Lehrkräften <strong>und</strong><br />

Ausbildern/-innen Informationen <strong>und</strong><br />

praktische Anleitungen zur Förderung<br />

eines umfassenden Verständnisses<br />

von digitaler Kompetenz durch die<br />

allgemeine <strong>und</strong> berufliche Bildung, zur<br />

Sensibilisierung <strong>und</strong> Wissensvermittlung<br />

über <strong>Desinformation</strong> <strong>und</strong> zur<br />

verantwortungsvollen <strong>und</strong> sicheren<br />

Nutzung digitaler Technologie. Im<br />

September 2022 werden die Leitlinien<br />

im Rahmen einer „Back to school“-<br />

Kampagne veröffentlicht.<br />

Bei der Verwirklichung des<br />

Europäischen Bildungsraums <strong>und</strong><br />

seiner ehrgeizigen Vision einer<br />

exzellenten Bildung für alle Lernenden<br />

in Europa ist der Aufbau eines<br />

demokratischen Bildungsumfelds,<br />

das frei von Mobbing, verletzender<br />

Sprache <strong>und</strong> <strong>Desinformation</strong> ist,<br />

von entscheidender Bedeutung. In<br />

dieser Hinsicht sind Lehrkräfte <strong>und</strong><br />

Ausbilder/-innen gefordert, ein sicheres,<br />

diskriminierungsfreies Lernumfeld<br />

zu schaffen, was die Förderung von<br />

kritischem Denken einschließt.<br />

Über die Vorzeige-Förderprogramme<br />

der Kommission Erasmus+ <strong>und</strong><br />

das Europäische Solidaritätskorps<br />

wurde eine Reihe von Projekten<br />

zur <strong>Medienkompetenz</strong> finanziert,<br />

<strong>und</strong> dies wird im neuen<br />

Programmplanungszeitraum fortgeführt.<br />

Seit 2014 wurden über 2 600 Erasmus+-<br />

Projekte, die sich unter anderem mit<br />

<strong>Medienkompetenz</strong> <strong>und</strong> <strong>Desinformation</strong><br />

befassen, mit einem Gesamtbudget von<br />

über 241 Mio. EUR gefördert. Daneben<br />

gibt es noch die <strong>eTwinning</strong>-Projekte in<br />

diesem Bereich, auf die wir später in<br />

diesem Buch näher eingehen werden.<br />

4 JOIN(2020) 8 final<br />

5 Vorschlag für eine Verordnung des Europäischen Parlaments <strong>und</strong> des Rates über einen Binnenmarkt für<br />

digitale Dienste (Gesetz über digitale Dienste) <strong>und</strong> zur Änderung der Richtlinie 2000/31/EG – (COM(2020)<br />

825 final)<br />

KAPITEL 1


MIT ETWINNING MEDIENKOMPETENZ VERMITTELN UND DESINFORMATION BEKÄMPFEN<br />

In Ergänzung zur Arbeit der<br />

Generaldirektion Bildung, Jugend,<br />

Kultur <strong>und</strong> Sport (GD EAC) wird<br />

die <strong>Medienkompetenz</strong> auch von<br />

der Direktion Medienpolitik der<br />

Generaldirektion Kommunikationsnetze,<br />

Inhalte <strong>und</strong> Technologien (GD CNECT)<br />

unterstützt, die für die Politik <strong>und</strong><br />

konkrete Maßnahmen zur Bekämpfung<br />

von <strong>Desinformation</strong> im Internet<br />

zuständig ist.<br />

Die GD CNECT ist verantwortlich für die<br />

Expertengruppe <strong>Medienkompetenz</strong>,<br />

die ein Forum für den europaweiten<br />

Austausch bewährter Verfahren im<br />

Bereich der <strong>Medienkompetenz</strong> darstellt<br />

<strong>und</strong> eng mit den 27 <strong>Mit</strong>gliedstaaten<br />

<strong>und</strong> einer Reihe von Organisationen<br />

zusammenarbeitet, die sich mit<br />

<strong>Medienkompetenz</strong> befassen,<br />

darunter die Unesco, die Europäische<br />

Audiovisuelle Informationsstelle, das<br />

European Digital Media Observatory <strong>und</strong><br />

andere.<br />

Die GD CNECT organisiert gemeinsam<br />

mit der UNESCO die Europäische Woche<br />

der <strong>Medienkompetenz</strong> 2021, die Ende<br />

Oktober erstmals parallel zur regulären<br />

Veranstaltung der UNESCO zur Medien<strong>und</strong><br />

Informationskompetenz stattfinden<br />

wird.<br />

Seit 2016 unterstützt die GD CNECT<br />

die Umsetzung des Pilotprojekts <strong>und</strong><br />

der vorbereitenden Maßnahme des<br />

Europäischen Parlaments „Media<br />

Literacy for All“ (<strong>Medienkompetenz</strong><br />

für alle). Auf diese Weise konnte<br />

die Kommission eine Vielzahl<br />

innovativer Projekte im Bereich der<br />

<strong>Medienkompetenz</strong> fördern, die ein<br />

breites Spektrum an Themen abdecken,<br />

von pädagogischen Hilfsmitteln bis<br />

hin zu Maßnahmen zur Überprüfung<br />

von Fakten, bei denen die Macht<br />

von Influencern im Kampf gegen<br />

<strong>Desinformation</strong> im Internet genutzt wird.<br />

Ab 2022 werden die im Rahmen von<br />

„Media Literacy for All“ geförderten<br />

Aktivitäten mit einem aufgestockten<br />

Budget in den sektorübergreifenden<br />

Plan des Programms Creative Europe<br />

aufgenommen. Das Ziel der GD CNECT<br />

ist es, auf den bei der Umsetzung von<br />

„Media Literacy for All“ gewonnenen<br />

Erkenntnissen aufzubauen, um die<br />

bestehenden erfolgreichen Aktivitäten<br />

über die kulturellen <strong>und</strong> sprachlichen<br />

Grenzen der <strong>Mit</strong>gliedstaaten hinweg<br />

auszuweiten, <strong>und</strong> gleichzeitig weiterhin<br />

nach innovativen Wegen zu suchen, um<br />

die <strong>Medienkompetenz</strong> in Europa in einer<br />

sich schnell verändernden Medienwelt<br />

zu verbessern.<br />

Neben dem neuen Programm<br />

„Creative Europe Media Literacy“<br />

unterstützt die GD CNECT auch die<br />

Arbeit des European Digital Media<br />

Observatory (EDMO) (https://digitalstrategy.ec.europa.eu/en/policies/<br />

european-digital-media-observatory),<br />

zu dessen Zielen die Schaffung<br />

einer Sammlung von Hilfsmitteln<br />

<strong>und</strong> Material zur <strong>Medienkompetenz</strong><br />

gehört, die Praktikern/-innen in<br />

ganz Europa zur Verfügung gestellt<br />

werden sollen. Darüber hinaus wird<br />

im Laufe des Jahres 2021 eine Reihe<br />

regionaler Zentren eingerichtet, um<br />

nationale Aktivitäten im Bereich<br />

<strong>Medienkompetenz</strong> zum Thema<br />

<strong>Desinformation</strong> zu unterstützen.<br />

18


19<br />

Alle diese Einrichtungen,<br />

Programme <strong>und</strong> Initiativen sind<br />

für Lehrkräfte, die sich mit dem<br />

Thema <strong>Medienkompetenz</strong> in der<br />

Schule befassen, von großem<br />

Nutzen <strong>und</strong> zeigen, dass die<br />

europäischen Institutionen einer<br />

so wichtigen Fähigkeit, die für<br />

die Förderung einer aktiven <strong>und</strong><br />

digitalen politischen Teilhabe<br />

von gr<strong>und</strong>legender Bedeutung<br />

ist, große Beachtung schenken.<br />

KAPITEL 1


MIT ETWINNING MEDIENKOMPETENZ VERMITTELN UND DESINFORMATION BEKÄMPFEN<br />

?<br />

20


21<br />

KAPITEL 2<br />

<strong>Desinformation</strong> <strong>und</strong><br />

kritisches Denken<br />

In diesem Kapitel finden Sie Beiträge von zwei Organisationen aus dem<br />

Netzwerk „Fre<strong>und</strong>e von <strong>eTwinning</strong>“. Ein Beitrag ist von Lie Detectors,<br />

einer Organisation, die sich mit dem Umgang mit <strong>Desinformation</strong><br />

befasst <strong>und</strong> jungen Menschen die Fähigkeit <strong>vermitteln</strong> will, Wahres<br />

von Unwahrem zu unterscheiden. Der andere Beitrag stammt aus dem<br />

Anne-Frank-Haus <strong>und</strong> untersucht die Rolle der Propaganda bei der<br />

Entwicklung von Haltungen gegenüber gesellschaftlichen Gruppen.<br />

KAPITEL 2


MIT ETWINNING MEDIENKOMPETENZ VERMITTELN UND DESINFORMATION BEKÄMPFEN<br />

2.1<br />

Lügen in der digitalen Welt aufdecken<br />

LIE DETECTORS<br />

Juliane von Reppert-Bismarck<br />

<strong>und</strong> Adeline Brion<br />

Schon vor der COVID-19-Pandemie<br />

untergrub die Online-<strong>Desinformation</strong> das<br />

Vertrauen in Fakten <strong>und</strong> Wissenschaft<br />

<strong>und</strong> drohte die öffentliche Debatte in<br />

Europa zu ersticken. Die Pandemie hat<br />

dazu geführt, dass <strong>Medienkompetenz</strong><br />

als eine Fähigkeit angesehen wird,<br />

die für den Schutz der öffentlichen<br />

Ges<strong>und</strong>heit ebenso wichtig ist wie für<br />

die Wahrung der Demokratie.<br />

Es ist leicht vorstellbar, dass<br />

<strong>Desinformation</strong> parteipolitisch motiviert<br />

ist <strong>und</strong> versucht, uns in die eine oder<br />

andere politische Richtung zu lenken.<br />

Aber sehr oft stellen wir auch fest,<br />

dass sie einfach dazu dienen soll,<br />

zu verwirren <strong>und</strong> Unsicherheit über<br />

gr<strong>und</strong>legende Fakten, öffentliche<br />

Institutionen <strong>und</strong> unser eigenes Umfeld<br />

zu säen. Folgende Fragen stellen sich:<br />

von wem, warum <strong>und</strong> zu welchem<br />

Zweck?<br />

Die Pandemie hat viele neue<br />

<strong>Desinformation</strong>en hervorgebracht, von<br />

der Idee, dass COVID-19 durch den<br />

Verzehr von Knoblauch geheilt werden<br />

kann, bis hin zu der Vorstellung, dass die<br />

Pandemie dazu dient, uns abzulenken,<br />

während eine Killertechnologie namens<br />

5G die Welt erobert. Das hat dazu<br />

geführt, dass das Vertrauen in Fakten<br />

<strong>und</strong> wissenschaftliche Gr<strong>und</strong>lagen<br />

ausgehöhlt wurde, was eine f<strong>und</strong>ierte<br />

Entscheidungsfindung – <strong>und</strong> damit<br />

eine Gr<strong>und</strong>lage des demokratischen<br />

Prozesses – zunehmend erschwert.<br />

Eine wachsende Zahl von Belegen <strong>und</strong><br />

die eigene Arbeit von Lie Detectors<br />

haben gezeigt, dass junge Menschen<br />

Informationen über diese <strong>und</strong> andere<br />

Themen nicht nur über traditionelle<br />

Medien oder im Bildungsbereich,<br />

sondern auch auf verschlüsselten <strong>und</strong><br />

bildbasierten Online-Plattformen, in<br />

Chatrooms <strong>und</strong> auf Spieleplattformen<br />

suchen, die von Faktenprüfern nur<br />

selten erreicht werden, wie Instagram,<br />

WhatsApp, TikTok, Twitch, YouTube <strong>und</strong><br />

Spielen wie Fortnite <strong>und</strong> Roblox.<br />

Traditionelle Print- <strong>und</strong> R<strong>und</strong>funkmedien<br />

bieten ihre Nachrichteninhalte<br />

inzwischen auch im Internet an. Auf den<br />

ersten Blick ähnelt das Erscheinungsbild<br />

eines Spiele-Blogs oder politischer<br />

Werbung oft täuschend dem<br />

professionellen Journalismus.<br />

Aber es geht nicht nur um die<br />

Einfachheit, mit der Blogs oder Vlogs<br />

wie Qualitätsnachrichten dargestellt<br />

werden können. Oft präsentieren<br />

uns die Algorithmen der Plattformen<br />

auch ein nutzerspezifisches<br />

Informationsuniversum, in dem die<br />

Informationen weniger nach Qualität<br />

oder Glaubwürdigkeit, sondern vielmehr<br />

nach unseren eigenen Vorlieben<br />

ausgewählt werden. Das bedeutet, dass<br />

die Schüler/-innen <strong>und</strong> Lehrer/-innen<br />

in ein <strong>und</strong> demselben Klassenzimmer<br />

sich in weit auseinanderliegenden<br />

Informationsuniversen bewegen können,<br />

ohne sich dessen bewusst zu sein. Ohne<br />

22


23<br />

eine gemeinsame Verständnis- oder<br />

Wissensbasis kann die Diskussion<br />

über gr<strong>und</strong>legende Themen immer<br />

schwieriger werden.<br />

Glücklicherweise gibt es für den<br />

Unterricht Möglichkeiten, das Problem<br />

der <strong>Desinformation</strong> anzugehen. Bei<br />

Lie Detectors, einer unabhängigen<br />

<strong>und</strong> preisgekrönten Organisation<br />

für <strong>Medienkompetenz</strong>, arbeiten<br />

wir daran, junge Menschen <strong>und</strong><br />

Lehrkräfte in die Lage zu versetzen,<br />

im Internet Fakten von Unwahrheiten<br />

<strong>und</strong> Meinungen zu unterscheiden.<br />

Unsere teilnehmenden Journalistinnen<br />

<strong>und</strong> Journalisten <strong>vermitteln</strong> den<br />

Schülern/-innen – entweder persönlich<br />

oder während der Pandemie per<br />

Videokonferenz – in 90-minütigen<br />

Veranstaltungen die Gr<strong>und</strong>lagen<br />

der Überprüfung von Fakten <strong>und</strong><br />

medialer Verzerrung (Medienbias) <strong>und</strong><br />

erläutern, wie Journalismus funktioniert.<br />

Vorbereitende Materialien, die auf<br />

verschiedenen Aufgabenstellungen<br />

im Zusammenhang mit Nachrichten<br />

basieren, leiten die Schüler/-innen <strong>und</strong><br />

Lehrkräfte dabei an, gr<strong>und</strong>legende<br />

journalistische Recherchemethoden<br />

anzuwenden, um Online-Inhalte auf<br />

ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen.<br />

Diese einfachen Methoden beruhen<br />

auf der Überprüfung von Quellen,<br />

des Kontexts <strong>und</strong> der persönlichen<br />

Voreingenommenheit sowie der<br />

technischen Anwendung von<br />

Suchmaschinen. In zunehmendem<br />

Maße schulen wir Lehrkräfte darin, wie<br />

sie kritische <strong>Medienkompetenz</strong> in den<br />

Unterricht integrieren können.<br />

Wir haben festgestellt, dass die<br />

Vermittlung von <strong>Medienkompetenz</strong><br />

im Unterricht einen direkten Einfluss<br />

darauf hat, wie Schüler/-innen mit<br />

den Beiträgen, die sie online finden,<br />

umgehen.<br />

Wie aus dem obigen Diagramm<br />

hervorgeht, ist seit Beginn der<br />

Pandemie die Zahl der Schüler/-<br />

innen, die angeben, dass sie ihr<br />

Verhalten aufgr<strong>und</strong> der Arbeit an den<br />

<strong>Medienkompetenz</strong>modulen geändert<br />

haben, um etwa 30 % gestiegen, <strong>und</strong> sie<br />

sind sich der Notwendigkeit, Quellen zu<br />

überprüfen, stärker bewusst geworden.<br />

Durch unsere Arbeit hat sich die Zahl<br />

der Teenager <strong>und</strong> Gr<strong>und</strong>schüler/-innen<br />

erhöht, die angeben, dass sie nun<br />

Quellen überprüfen.<br />

Die Schüler/-innen berichten, dass<br />

sie sich zunehmend Gedanken<br />

darüber machen, wie sie mit<br />

Verschwörungstheorien <strong>und</strong> viralen<br />

Inhalten im Internet umgehen sollen.<br />

Ebenso haben wir festgestellt, dass<br />

die Pandemie als starker Katalysator<br />

für den digitalen Wandel wirkt <strong>und</strong><br />

Lehrkräfte <strong>und</strong> Erzieher/-innen näher<br />

an die Online-Erfahrungen der Kinder<br />

bringt.<br />

KAPITEL 2


MIT ETWINNING MEDIENKOMPETENZ VERMITTELN UND DESINFORMATION BEKÄMPFEN<br />

Doch während eine wachsende<br />

Zahl von Lehrkräften die kritische<br />

<strong>Medienkompetenz</strong> in Bezug auf Online-<br />

Inhalte als wesentliches Element<br />

bezeichnet, sind nur wenige bereit,<br />

dieses heikle Thema im Unterricht zu<br />

behandeln. Allerdings haben Lehrkräfte,<br />

die noch keine <strong>Medienkompetenz</strong><br />

unterrichten, die Möglichkeit, dies zu<br />

lernen. Es ist einfacher, als es vielleicht<br />

scheint, wenn man einige gr<strong>und</strong>legende<br />

Prinzipien beachtet.<br />

• Erstens sollten im Unterricht die<br />

Gewohnheiten der Schüler/-innen<br />

beim Online-Nachrichtenkonsum<br />

erk<strong>und</strong>et werden. Offen formulierte<br />

Fragen zu den Gewohnheiten beim<br />

Lesen von Nachrichten können von<br />

einer Klasse zur anderen zu sehr<br />

unterschiedlichen Antworten führen<br />

<strong>und</strong> bilden oft die Gr<strong>und</strong>lage für alle<br />

nachfolgenden Diskussionen.<br />

• Zweitens kann es ratsam sein, die<br />

<strong>Medienkompetenz</strong> ohne politische<br />

Inhalte zu behandeln: Es muss nicht<br />

immer der Anspruch sein, sensible<br />

oder politische Themen zu diskutieren.<br />

• Drittens, je altersgerechter,<br />

ansprechender <strong>und</strong> spielerischer<br />

der Ansatz ist, desto mehr kann<br />

das <strong>Medienkompetenz</strong>training den<br />

Schülern/-innen helfen, ihr kritisches<br />

Online-Denken weiterzuentwickeln.<br />

Im Internet gibt es eine Fülle von<br />

Ressourcen, von Unesco-Lehrplänen<br />

über Websites zur Überprüfung von<br />

Fakten bis hin zu Online-Spielen zur<br />

<strong>Medienkompetenz</strong>.<br />

• Schließlich darf das Ziel nicht<br />

darin bestehen, eine Liste<br />

von vertrauenswürdigen<br />

Nachrichtenquellen vorzuschreiben<br />

<strong>und</strong> die Nutzung anderer zu verbieten.<br />

Das Lernen im 21. Jahrh<strong>und</strong>ert<br />

muss die Schüler/-innen in die<br />

Lage versetzen, Glaubwürdigkeit<br />

zu beurteilen, wo immer sie sich<br />

befinden.<br />

Wenn Sie gleich damit beginnen<br />

möchten, sehen Sie sich unsere<br />

Liste der beliebtesten Ressourcen<br />

an oder fordern Sie auf der Website<br />

der Lie Detectors den Besuch eines<br />

teilnehmenden Journalisten im<br />

Unterricht an. Wir bieten über die<br />

<strong>eTwinning</strong>-Partnerschaft kostenlose<br />

Lehrerfortbildungen an.<br />

Eine Reihe von kuratierten Materialien<br />

von Lie Detectors ist in Anhang 1 zu<br />

finden: Material zur Entwicklung von<br />

<strong>Medienkompetenz</strong> – eine Auswahl von<br />

Lie Detectors.<br />

24


25<br />

2.2.<br />

Stereotypen <strong>und</strong> Vorurteile: Hilfsmittel,<br />

um jungen Menschen Sensibilität <strong>und</strong><br />

Empathie zu <strong>vermitteln</strong><br />

ANNE-FRANK-HAUS<br />

Karen Polak<br />

Wir leben in einer Welt, in der wir<br />

ständig mit Werbung, Nachrichten<br />

r<strong>und</strong> um die Uhr <strong>und</strong> unbegrenzten<br />

Informations- <strong>und</strong> Unterhaltungsquellen<br />

im Internet konfrontiert sind. Mehr denn<br />

je müssen wir Zeit <strong>und</strong> Ressourcen<br />

aufwenden, um die Botschaften zu<br />

verstehen, die auf uns einstürmen. Wir<br />

müssen auch unterscheiden zwischen<br />

der unbeabsichtigten Verwendung<br />

von einseitigen Darstellungen<br />

<strong>und</strong> Propaganda oder bewusster<br />

<strong>Desinformation</strong>.<br />

Erst im April 2021 veröffentlichte<br />

eine linksgerichtete niederländische<br />

Zeitung eine Karikatur, in der eine<br />

Person des öffentlichen Lebens mit<br />

antisemitischer Symbolik dargestellt<br />

wurde, die an die Nazi-Zeit erinnerte.<br />

Weder der Karikaturist noch die<br />

Redakteure/-innen hatten antisemitische<br />

Absichten <strong>und</strong> niemand von ihnen<br />

war sich des Vorurteils bewusst, das<br />

die Karikatur wiedergab: ein jüdischer<br />

Puppenspieler, der die Welt kontrolliert.<br />

Die Entschuldigungen waren aufrichtig,<br />

<strong>und</strong> es wurden Schutzmaßnahmen<br />

versprochen, aber es bleibt die Frage:<br />

Wie ist es möglich, dass keiner der<br />

Beteiligten die historische Sensibilität<br />

hatte, um die Symbolik zu erkennen?<br />

Dies ist jedoch kein Einzelfall.<br />

Der Seifenhersteller Dove wurde 2017<br />

wegen einer Facebook-Werbung, in<br />

der sich eine schwarze Frau in eine<br />

weiße Frau verwandelt, des Rassismus<br />

beschuldigt. Das Unternehmen<br />

entschuldigte sich <strong>und</strong> räumte ein,<br />

dass „es versäumt habe, farbige<br />

Frauen mit Bedacht darzustellen“, aber<br />

die Tatsache, dass Einzelpersonen<br />

<strong>und</strong> Gesellschaften häufig Vorurteile<br />

<strong>und</strong> verletzende Darstellungen nicht<br />

erkennen, stellt eine Herausforderung<br />

für Lehrkräfte dar, die Diskriminierung<br />

im Unterricht behandeln. So werden<br />

beispielsweise in Zeitungen <strong>und</strong> in<br />

der Werbung häufig romafeindliche<br />

<strong>und</strong> antimuslimische Darstellungen<br />

verwendet.<br />

Redakteuren/-innen, Marketingteams,<br />

Lehrkräften <strong>und</strong> Schülern/-innen<br />

mangelt es oft an Wissen <strong>und</strong><br />

Kompetenz, um sich solcher Probleme<br />

bewusst zu werden, <strong>und</strong> sie nehmen<br />

sich nicht die Zeit, genau hinzusehen<br />

oder gründlich nachzudenken.<br />

KAPITEL 2


MIT ETWINNING MEDIENKOMPETENZ VERMITTELN UND DESINFORMATION BEKÄMPFEN<br />

Die Mechanismen von<br />

Propaganda <strong>und</strong> Hass<br />

verstehen<br />

Propaganda, die Verbreitung von<br />

Informationen zur Beeinflussung<br />

der öffentlichen Meinung zu einem<br />

bestimmten Thema, kann auf Fakten,<br />

Argumenten, Gerüchten, Halbwahrheiten<br />

oder Lügen beruhen. Obwohl<br />

Propaganda auch Halbwahrheiten oder<br />

Lügen enthalten kann, ist dies nicht<br />

unbedingt der Fall. <strong>Mit</strong> dem derzeit viel<br />

verwendeten Begriff <strong>Desinformation</strong><br />

wird jedoch immer die bewusste<br />

Verbreitung falscher Informationen mit<br />

dem Ziel der Täuschung bezeichnet.<br />

Der Begriff beruht auf dem russischen<br />

dezinformatsiya <strong>und</strong> war der Name von<br />

Stalins KGB-Abteilung für „schwarze<br />

Propaganda“, die den Eindruck erwecken<br />

sollte, dass bestimmte Informationen<br />

von denselben Personen stammen, die<br />

die Abteilung im Visier hatte.<br />

Den Schülerinnen <strong>und</strong> Schülern muss<br />

immer beigebracht werden, zu fragen:<br />

„Wer versendet diese Botschaft <strong>und</strong><br />

warum?“<br />

Es gibt eine Reihe hervorragender<br />

Bildungsressourcen, um die Methoden<br />

zu dekonstruieren, die bei Propaganda<br />

<strong>und</strong> <strong>Desinformation</strong> genutzt werden: die<br />

Art <strong>und</strong> Weise, wie starke Emotionen<br />

ausgelöst werden, die Vereinfachung<br />

von Fakten, die Verwendung von<br />

Halbwahrheiten, Meinungen <strong>und</strong> Lügen<br />

sowie Angriffe auf Gegner, um sie zu<br />

beleidigen oder herabzusetzen. Media<br />

Education Lab gibt Einblicke <strong>und</strong><br />

bietet eine wachsende Sammlung von<br />

aktuellen Beispielen.<br />

Es hat jedoch auch Vorteile, historische<br />

Beispiele zu verwenden, da dies<br />

Manipulationen verdeutlichen <strong>und</strong> das<br />

Bewusstsein dafür erhöhen kann, was<br />

sich im Laufe der Zeit verändert hat –<br />

<strong>und</strong> was sich nicht verändert hat. Das<br />

Projekt Mind over Media des Holocaust<br />

Memorial Museum in den USA bietet<br />

Unterrichtspläne an, bei denen anhand<br />

von NS-Propagandaplakaten die<br />

zugr<strong>und</strong>e liegenden Mechanismen<br />

analysiert werden. Die Ausstellung<br />

Fake for Real: A History of Forgery and<br />

Falsification im Haus der Europäischen<br />

Geschichte (2021) zeigt, wie gefälschte<br />

Dokumente während der Dreyfus-Affäre<br />

in Frankreich verwendet wurden, um den<br />

Antisemitismus zu schüren.<br />

Das Erkennen von Propaganda <strong>und</strong><br />

hasserfüllten Stereotypen <strong>und</strong> die<br />

Fähigkeit, diese in den richtigen Kontext<br />

zu setzen, ist ein komplexer Prozess,<br />

der kritisches Denken erfordert.<br />

Beim Project Zero an der Harvard-<br />

Universität wurden verschiedene<br />

zugängliche <strong>und</strong> attraktive Methoden<br />

für „visuelles Denken“ entwickelt. <strong>Mit</strong><br />

diesen Methoden soll der Lernprozess<br />

transparent <strong>und</strong> nachhaltiger werden.<br />

Der Frage „Was weiß ich?“ zu Beginn<br />

einer Lektion wird die Frage „Was weiß<br />

ich jetzt?“ am Ende gegenübergestellt.<br />

Die Erfahrung, dass selbst komplexe<br />

Sachverhalte mit etwas Zeit <strong>und</strong> Sorgfalt<br />

entschlüsselt werden können, vermittelt<br />

den Schülern/-innen ein Erfolgserlebnis.<br />

Die Methode „See-Think-Wonder“<br />

hilft ihnen, genauer hinzusehen,<br />

hervorgerufene Vorstellungen <strong>und</strong><br />

Assoziationen zu untersuchen (Was<br />

denke ich?) <strong>und</strong> dann über die Fragen<br />

nachzudenken, die ein Bild aufwirft<br />

(Worüber w<strong>und</strong>ere ich mich?). Die<br />

Analyse basiert auf einer sorgfältigen<br />

Beobachtung <strong>und</strong> f<strong>und</strong>ierten<br />

Interpretation.<br />

26


27<br />

In der Online-Toolbox gegen<br />

Diskriminierung Stories that Move<br />

werden bei dem Modul Medien<br />

kritisch nutzen Methoden des<br />

visuellen Denkens verwendet, um<br />

rassistische, sexistische, antisemitische,<br />

romafeindliche <strong>und</strong> LGBT+-feindliche<br />

Darstellungen in Werbung <strong>und</strong><br />

Propaganda zu untersuchen <strong>und</strong><br />

den Schülern/-innen zu helfen, die<br />

verschiedenen Bedeutungsebenen<br />

zu entschlüsseln <strong>und</strong> zu analysieren,<br />

warum Werbetreibende oder Politiker/-<br />

innen bestimmte Bilder verwenden. Es<br />

handelt sich dabei um eines von fünf<br />

Modulen, die dort angeboten werden.<br />

Propaganda aus. Daher hat das<br />

UNHCR einen nützlichen Leitfaden<br />

zusammengestellt: „Countering<br />

toxic narratives about refugees and<br />

migrants“. Die Website Teaching about<br />

refugees enthält Animationen, die<br />

zeigen, dass Worte einen Unterschied<br />

machen. Wenn wir Begriffe wie<br />

Migranten/-innen, Asylbewerber/-innen,<br />

Flüchtlinge <strong>und</strong> Vertriebene voneinander<br />

abgrenzen, können wir eine vereinfachte<br />

Darstellung von Menschen, die ihre<br />

Herkunftsländer verlassen haben,<br />

besser beurteilen.<br />

Die Botschaft dieses Plakats ist z. B.,<br />

dass der Schirm des Nationalismus<br />

die Familie vor vielen Bedrohungen<br />

„schütze“.<br />

Es ist auch hilfreich, Schülern/-<br />

innen positive Beispiele zu zeigen:<br />

Journalisten/-innen <strong>und</strong> Pädagogen/-<br />

innen, die hasserfüllter Propaganda<br />

eine Gegenerzählung entgegensetzen.<br />

Die große Zahl von Migrantinnen <strong>und</strong><br />

Migranten, die 2015 in Europa ankamen,<br />

löste eine Menge flüchtlingsfeindlicher<br />

KAPITEL 2


MIT ETWINNING MEDIENKOMPETENZ VERMITTELN UND DESINFORMATION BEKÄMPFEN<br />

Emotionale Intelligenz<br />

Ein nächster Schritt besteht im<br />

Verständnis der Auswirkungen von<br />

Diskriminierung. Dies erfordert<br />

emotionale Intelligenz. Wesentliche<br />

Elemente der emotionalen<br />

Intelligenz sind Selbstreflexion <strong>und</strong><br />

Einfühlungsvermögen. Diese müssen<br />

entwickelt werden <strong>und</strong> können<br />

gelehrt werden. Wenn man versteht,<br />

wie Stereotypen <strong>und</strong> Vorurteile in<br />

Werbekampagnen verwendet werden,<br />

erkennt man nicht unbedingt auch, wie<br />

schmerzhaft dies sein kann.<br />

Junge Menschen, die offen über ihre<br />

Erfahrungen mit Diskriminierung<br />

sprechen, stehen im <strong>Mit</strong>telpunkt des<br />

Projekts Stories that Move. Wenn<br />

zum Beispiel ein Junge namens Tyrell<br />

erzählt, wie ein Klassenkamerad ihm<br />

mit einem Radiergummi „die Hautfarbe<br />

wegradieren“ wollte, verleiht dies der<br />

Dove-Seifenwerbung eine persönliche<br />

Dimension.<br />

Die Schülerinnen <strong>und</strong> Schüler reagieren<br />

auch gut auf Sophie Habers Bericht aus<br />

dem Wien der 1930er Jahre.<br />

„Ein Mädchen in der Schule nannte<br />

mich ein ‚jüdisches Schwein‘. Ich gab<br />

ihr eine Ohrfeige. Der Schulleiter fragte<br />

mich: ‚Was ist in dich gefahren?‘ Auf<br />

meine Antwort bin ich wirklich stolz.<br />

Ich sagte: ‚Sie hat mich ein jüdisches<br />

Schwein genannt. Ich bin Jüdin <strong>und</strong> ich<br />

schäme mich nicht dafür, aber ich bin<br />

kein Schwein. Deshalb habe ich ihr eine<br />

Ohrfeige gegeben. Wegen des Wortes<br />

Schwein‘. Damit war die Sache erledigt.“<br />

Wenn man sich mit den Schülern/-<br />

innen Zeit nimmt, Berichte anzuhören<br />

<strong>und</strong> darüber zu diskutieren, woher<br />

verletzende Worte <strong>und</strong> hässliche Bilder<br />

kommen, können sie sensibilisiert<br />

werden, um genauer hinzusehen<br />

<strong>und</strong> den (historischen) Hintergr<strong>und</strong><br />

<strong>und</strong> das Ziel von Botschaften zu<br />

berücksichtigen.<br />

Die gr<strong>und</strong>legenden Mechanismen von<br />

Propaganda haben sich trotz unserer<br />

vom sich ständig weiterentwickelnden<br />

Internet geprägten Welt nicht<br />

wesentlich verändert. Wir können sie<br />

auch heute beobachten. So haben<br />

die Verschwörungstheorien, dass<br />

die Einführung der 5G-Technologie<br />

für die Ausbreitung von Covid-19<br />

mitverantwortlich war, den Zorn der<br />

Öffentlichkeit gegen einen erf<strong>und</strong>enen<br />

Feind entfacht. Wir alle können aus der<br />

Vergangenheit lernen, aber wir müssen<br />

uns Zeit nehmen, um kritisch zu denken<br />

<strong>und</strong> uns die Fähigkeiten anzueignen, mit<br />

denen wir erkennen können, in welchen<br />

Medienblasen wir uns bewegen <strong>und</strong> wie<br />

Clickbaiting uns verführen kann.<br />

Der diesjährige Schwerpunkt<br />

„<strong>Medienkompetenz</strong>“ des <strong>eTwinning</strong>-<br />

Netzwerks bietet Lehrkräften <strong>und</strong><br />

Schülern/-innen, die geografisch weit<br />

voneinander entfernt sind, eine gute<br />

Gelegenheit, gemeinsam zu lernen, wie<br />

man <strong>Desinformation</strong> <strong>und</strong> Fake News<br />

durchschaut. Es wäre schön, wenn<br />

Projekte den TwinSpace nutzen würden,<br />

um das Verständnis <strong>und</strong> die Fähigkeiten<br />

zu entwickeln, die dafür notwendig sind.<br />

28


29<br />

Aus „Stories that Move“ – einige Beispiele für Propaganda<br />

KAPITEL 2


MIT ETWINNING MEDIENKOMPETENZ VERMITTELN UND DESINFORMATION BEKÄMPFEN<br />

?<br />

30


31<br />

KAPITEL 3<br />

Jugend<br />

<strong>und</strong> Medien<br />

Ein weiterer Fre<strong>und</strong> von <strong>eTwinning</strong> ist das Netzwerk Better Internet for Kids. 6<br />

Im Rahmen des Netzwerks „Better Internet for Kids“ (BIK) 7 wurde das BIK<br />

Youth-Botschafterprogramm 8 ins Leben gerufen, das jungen Menschen eine<br />

Plattform bietet, um Erfahrungen auszutauschen <strong>und</strong> ihre Meinung über eine<br />

Verbesserung des Internets zu äußern. Heute besteht die Community der BIK<br />

Youth-Botschaftern aus über 40 engagierten jungen Menschen im Alter von<br />

12 bis 24 Jahren aus ganz Europa.<br />

In diesem Kapitel teilen sie ihre Ansichten über <strong>Medienkompetenz</strong>bildung <strong>und</strong><br />

darüber, wie man <strong>Desinformation</strong> im Internet erkennt <strong>und</strong> damit umgeht.<br />

KAPITEL 3


MIT ETWINNING MEDIENKOMPETENZ VERMITTELN UND DESINFORMATION BEKÄMPFEN<br />

ZITATE VON SCHÜLERINNEN<br />

UND SCHÜLERN<br />

„Ich glaube, dass dies<br />

heute eine der wichtigsten<br />

Kompetenzen ist. In der Schule,<br />

im Beruf <strong>und</strong> im Privatleben<br />

– vielleicht sogar schon im<br />

Kindergarten – spielt die<br />

digitale <strong>Medienkompetenz</strong> eine<br />

große Rolle. Ohne sie kann das<br />

Internet zwar genutzt werden,<br />

aber nicht in einer nachhaltigen<br />

Art <strong>und</strong> Weise, von der man<br />

profitiert.“<br />

Lili, 22, Österreich<br />

1<br />

Was bedeutet „digitale<br />

<strong>Medienkompetenz</strong>“<br />

für dich <strong>und</strong> welche<br />

Auswirkungen hat sie<br />

auf dich?<br />

„Für mich bedeutet es, dass<br />

ich mich im Internet sicher<br />

bewegen kann. Wir müssen<br />

verstehen, was wir bei der<br />

Nutzung des Internets<br />

einsetzen <strong>und</strong> was wir<br />

gewinnen.“<br />

„Für mich ist das sehr wichtig, um Dingen wie<br />

Cybermobbing entgegenzuwirken, Daten, die ich<br />

online sehe, zu bewerten <strong>und</strong> mich generell gut im<br />

Internet zurechtzufinden.“<br />

Eiman, 18, Irland<br />

Piero, 12, Frankreich<br />

6 Während der Pandemie wurde über das europäische Netzwerk der Safer Internet Centres eine Reihe<br />

von Ressourcen in den Landessprachen erstellt, um auf Probleme wie Panikmache <strong>und</strong> die Infodemie zu<br />

reagieren <strong>und</strong> Strategien zur Faktenprüfung von Online-Informationen zu entwickeln. Weitere Ressourcen zu<br />

anderen Aspekten der <strong>Medienkompetenz</strong> <strong>und</strong> der Online-Sicherheit finden Sie auch auf dem Portal „Better<br />

Internet for Kids“ unter betterinternetforkids.eu.<br />

7 Im Rahmen des Programms „Connecting Europe Facility (CEF)“ entwickelt <strong>und</strong> unterhält EUN Partnership<br />

AISBL (im Folgenden „European Schoolnet“) im Auftrag der Europäischen Kommission eine Kerndienstplattform<br />

für ein besseres Internet für Kinder (Better Internet for Kids, BIK), um den nationalen Serviceanbietern<br />

– den europäischen Safer Internet Centres (SICs) – den Austausch von Ressourcen, Diensten <strong>und</strong> Methoden<br />

zu ermöglichen <strong>und</strong> ihren Nutzerinnen <strong>und</strong> Nutzern, einschließlich der Industrie, Dienste anzubieten. Weitere<br />

Informationen unter: www.betterinternetforkids.eu<br />

8 www.bikyouth.eu/<br />

32


33<br />

„Für mich bedeutet digitale Kompetenz vor allem die Fähigkeit, mich in<br />

der digitalen Welt zurechtzufinden. Darunter verstehe ich, schnell <strong>und</strong><br />

gezielt geeignete Quellen zu finden, sie richtig zu interpretieren <strong>und</strong> die<br />

Ergebnisse dann über geeignete Online-Kanäle zu verbreiten. Die digitale<br />

Kompetenz von Lehrkräften <strong>und</strong> Schülern/-innen muss daher frühzeitig<br />

gefördert werden. Die Fortschritte beim E-Learning sollten auch nach<br />

COVID-19 aufrechterhalten werden. Digitale Kompetenz bedeutet für mich<br />

auch, dass ich mit zunehmendem Alter tiefgreifende Themen im Bereich<br />

der Digitalisierung zumindest gr<strong>und</strong>legend verstehen will oder sollte. Dazu<br />

gehören zum Beispiel Themen wie digitale Standards, digitale Souveränität,<br />

Datenräume, Plattformregulierung <strong>und</strong> die Funktionsweise <strong>und</strong> Nutzung von<br />

Datenströmen. Vor allem der Bereich der Datenkompetenz rückt dabei für<br />

mich persönlich immer mehr in den Fokus. Leider sind vielen Menschen die<br />

Regeln, die uns zugutekommen sollen, nicht bekannt.“<br />

Kathrin, 24, Deutschland<br />

2<br />

Welche Art von Offline-<br />

Kommunikationsmitteln,<br />

z. B. Bücher oder gedruckte<br />

Zeitungen, nutzt du?<br />

„Ich liebe es nach wie vor, in einem richtigen<br />

Buch zu blättern, deshalb liegt immer<br />

eines auf meinem Nachttisch. Ich schlage<br />

auch gerne mal eine gedruckte Zeitung in<br />

meinem Stamm-Café auf. Warum? Ich spare<br />

so Akkuleistung <strong>und</strong> kann mir sicher sein,<br />

dass die Informationen bereits geprüft <strong>und</strong><br />

nicht personalisiert sind. So kann ich davon<br />

ausgehen, dass ich nicht manipuliert werde.“<br />

João Pedro, 24, Portugal<br />

„Obwohl die digitalen Medien<br />

zu einem sehr mächtigen<br />

Kommunikationsmittel<br />

geworden sind, sind die<br />

traditionellen Offline-Medien<br />

außerhalb des Internets<br />

immer noch beliebt. Ich<br />

persönlich lese nach wie vor<br />

Flugblätter, die auf der Straße<br />

verteilt werden, <strong>und</strong> höre<br />

Radio, aber vor allem besuche<br />

ich Präsenzveranstaltungen,<br />

bei denen man mit anderen<br />

Menschen in Kontakt kommt<br />

<strong>und</strong> sich durch Gespräche<br />

weiterbildet.“<br />

Violeta, 17, Griechenland<br />

„Ich persönlich habe im vergangenen Jahr gemerkt, wie wichtig es ist, sich<br />

ab <strong>und</strong> zu eine Auszeit von sozialen Medien, Online-Nachrichten <strong>und</strong> sogar<br />

schulbezogenen Plattformen zu nehmen. Ich habe mehr gelesen <strong>und</strong> es<br />

wirklich genossen. Neben einigen Unterhaltungsromanen entdeckte ich<br />

auch die praktische/informative Seite der Literatur wieder, z. B. Kochbücher<br />

<strong>und</strong> interaktive Magazine mit interessanten Aufgaben.“<br />

Joana, 16, Portugal<br />

KAPITEL 3


MIT ETWINNING MEDIENKOMPETENZ VERMITTELN UND DESINFORMATION BEKÄMPFEN<br />

„Normalerweise lese ich<br />

Nachrichten in Artikeln auf<br />

Twitter oder wenn ich bei<br />

Google über eine Schlagzeile<br />

stolpere. Bevor ich jedoch eine<br />

Quelle für glaubwürdig halte,<br />

überprüfe ich immer zuerst, ob<br />

sie von einer relativ bekannten<br />

Nachrichtenseite stammt, z. B.<br />

BBC News. Andere wichtige<br />

Kriterien für mich sind die<br />

korrekte Rechtschreibung <strong>und</strong><br />

Grammatik, <strong>und</strong> außerdem<br />

überprüfe ich, ob die Aussagen<br />

<strong>und</strong> Fakten in ähnlichen<br />

Artikeln übereinstimmen. So<br />

stelle ich fest, welche Quelle<br />

am vertrauenswürdigsten ist.“<br />

Jess, 14, Vereinigtes Königreich<br />

3<br />

„Ich verfolge hauptsächlich staatliche<br />

Medien <strong>und</strong> Informationsseiten. Ich höre<br />

mir auch Podcasts von Journalisten/-<br />

innen an, denen ich aufgr<strong>und</strong> ihrer<br />

früheren Arbeit vertraue. Wenn mich<br />

ein Thema besonders interessiert oder<br />

ich es noch einmal nachlesen möchte,<br />

suche ich normalerweise auf Ecosia.<br />

Ich wähle die Suchergebnisse dann auf<br />

der Gr<strong>und</strong>lage meiner Erfahrung aus.<br />

Oft handelt es sich dabei um Websites<br />

von Zeitungen, die einen guten Ruf<br />

haben. Wenn mir eine Website etwas<br />

seltsam oder eindimensional in ihrer<br />

Berichterstattung erscheint, recherchiere<br />

ich, wer dahintersteckt. Ein gutes<br />

Beispiel dafür ist die Nachrichtenseite<br />

Rubikon. Bei den Artikeln scheint es<br />

sich um unabhängige Informationen zu<br />

handeln, aber in Wirklichkeit steckt eine<br />

Person dahinter, die aus der rechten Ecke<br />

‚berichtet‘.“<br />

Wie informierst du dich<br />

online? Welche Kriterien<br />

sind für dich bei der<br />

Suche nach Informationen<br />

relevant?<br />

„Ich sehe mir den Nachrichtenkanal<br />

auf meinem Smartphone an <strong>und</strong> lese<br />

die Online-Zeitungen, die ich abonniert<br />

habe. Ich überprüfe gerne zweimal, ob<br />

eine Website, auf der ich Nachrichten<br />

lese, vertrauenswürdig ist oder ob es<br />

dort viele Falschmeldungen gibt. Ich<br />

glaube auch, dass Nachrichten eine<br />

neutrale Sichtweise auf das jeweilige<br />

Thema wiedergeben sollten bzw.<br />

zumindest abweichende Meinungen<br />

darin nicht abgewertet werden<br />

sollten.“<br />

Frida, 17, Finnland<br />

„Normalerweise, <strong>und</strong> das<br />

ist typisch für Schüler/-<br />

innen, nehme ich immer<br />

den ersten Link im Browser,<br />

aber ich nutze keine<br />

Seiten, die als ‚nicht sicher‘<br />

gekennzeichnet sind, weil<br />

dann meine Daten einfach<br />

an Dritte weitergegeben<br />

werden könnten.“<br />

Kathrin, 24, Deutschland<br />

Manahil, 16, Deutschland<br />

34


35<br />

„Wir hatten eine Aufgabe zu erledigen,<br />

die zu 50 % in unsere Prüfungsnote<br />

einfloss. Ich suchte nach Nachrichten über<br />

klimabedingte Vorfälle <strong>und</strong> fand einen<br />

Artikel mit falschen Informationen, die ich<br />

für wahr hielt. Das führte schließlich dazu,<br />

dass ich die Prüfung nicht bestand, weil die<br />

Website ausfiel <strong>und</strong> es schließlich für eine<br />

Überarbeitung zu spät war.“<br />

Silenia, 16, Malta<br />

4<br />

Welche<br />

Erfahrungen<br />

hast du mit<br />

<strong>Desinformation</strong><br />

gemacht?<br />

„Ich bin Autistin, <strong>und</strong> <strong>Desinformation</strong> kann dazu<br />

führen <strong>und</strong> hat dazu geführt, dass mich Menschen<br />

anders wahrnehmen. Als ich zum Beispiel meinen<br />

<strong>Mit</strong>schülern/-innen erzählte, dass ich Autistin bin,<br />

fingen sie an, langsamer mit mir zu sprechen, weil sie<br />

nicht richtig informiert waren.“<br />

Sunna, 18, Island<br />

„Das vergangene Jahr hat mir die<br />

Augen geöffnet, was die Bedeutung<br />

von Kommunikationsmitteln <strong>und</strong><br />

guten Informationsquellen angeht.<br />

Die meisten Erfahrungen, die ich mit<br />

<strong>Desinformation</strong> gemacht habe, standen<br />

im Zusammenhang mit der Pandemie:<br />

Fake News über das Virus, Symptome,<br />

Tests, Behandlungen, Impfstoffe <strong>und</strong><br />

Einschränkungen. In sehr kurzer Zeit<br />

wurde viel neues Material erstellt. So gab<br />

es neben zuverlässigen <strong>und</strong> relevanten<br />

Informationen auch <strong>Desinformation</strong>en,<br />

<strong>und</strong> selbst wahre Berichte wurden auf<br />

unangemessene <strong>und</strong> alarmistische Weise<br />

verbreitet. In meinem Land kann ich bereits<br />

eine Verbesserung feststellen, nicht nur<br />

bei den Verfassern <strong>und</strong> Verwaltern von<br />

Inhalten, sondern auch im Hinblick auf die<br />

Fähigkeit der Öffentlichkeit, mit solchen<br />

Daten umzugehen, d. h. misstrauisch<br />

sein, im Zweifelsfall nichts weitergeben<br />

<strong>und</strong> Dinge melden, die mit Sicherheit<br />

unzutreffend sind.“<br />

„Ich hatte eigentlich nie den Eindruck,<br />

ich sei direkt von böswilliger<br />

<strong>Desinformation</strong> betroffen. Ich weiß<br />

aber auch, wie leicht man darauf<br />

hereinfallen kann. Vor Kurzem hat die<br />

Regierung meines Heimatlandes ein<br />

Propagandaplakat erstellt, auf dem<br />

sie eine nationale Kennzahl mit dem<br />

europäischen Durchschnitt verglich.<br />

<strong>Mit</strong> der verwendeten Skala, die<br />

absichtlich nicht am Nullpunkt der<br />

Achse begann, sah es so aus, als ob<br />

die nationale Leistung deutlich über<br />

der europäischen läge, während sie<br />

in Wirklichkeit nur knapp darüber lag.“<br />

João Pedro, 24, Portugal<br />

Joana, 16, Portugal<br />

KAPITEL 3


MIT ETWINNING MEDIENKOMPETENZ VERMITTELN UND DESINFORMATION BEKÄMPFEN<br />

5<br />

„In meinem Umfeld stelle<br />

ich fest, wie schnell sich auf<br />

der Gr<strong>und</strong>lage von falschen<br />

Informationen Meinungen<br />

bilden können, die dann<br />

hartnäckig aufrechterhalten<br />

werden. Ich glaube, es<br />

ist wahnsinnig wichtig zu<br />

wissen, wie man das Internet<br />

bewusst nutzt, <strong>und</strong> vor allem<br />

darf man den ges<strong>und</strong>en<br />

Menschenverstand <strong>und</strong> das<br />

eigenständige Denken nicht<br />

ausschalten.“<br />

Lili, 22, Österreich<br />

Warum ist es<br />

wichtig, digitale<br />

<strong>Medienkompetenz</strong><br />

in den Schulen zu<br />

<strong>vermitteln</strong>?<br />

„<strong>Desinformation</strong> gibt<br />

es sowohl offline<br />

als auch online. Ich<br />

glaube, man kann<br />

mit Fug <strong>und</strong> Recht<br />

behaupten, dass<br />

jeder Mensch in<br />

seinem Leben schon<br />

einmal über Fake<br />

News gestolpert<br />

ist. Deshalb halte<br />

ich es für wichtig,<br />

dass wir lernen, alle<br />

Informationen, auf<br />

die wir stoßen, zu<br />

filtern <strong>und</strong> nicht blind<br />

zu akzeptieren.“<br />

Violeta, 17, Griechenland<br />

„Jugendliche müssen lernen, dass Medien Falschmeldungen verbreiten können<br />

<strong>und</strong> sich Meldungen leicht manipulieren lassen, <strong>und</strong> sie müssen wissen, wie die<br />

Medien mit Worten spielen, wenn sie Nachrichten verbreiten. Außerdem müssen<br />

sie lernen, wie die Medienindustrie funktioniert. Es muss ihnen bewusst sein, dass<br />

auch Bildmaterial manipuliert werden kann. Die Schüler/-innen müssen außerdem<br />

lernen, welche <strong>Mit</strong>tel zur Verbreitung von Informationen in Schrift <strong>und</strong> Bild eingesetzt<br />

werden können, <strong>und</strong> sie sollten lernen, dass die Medien entscheiden, welche Themen<br />

behandelt werden, <strong>und</strong> sie so vorgeben, über was die Nutzer/-innen nachdenken<br />

sollen, was nicht unbedingt immer den Interessen der Nutzer/-innen entspricht.<br />

Darüber hinaus müssen sich die Schülerinnen <strong>und</strong> Schüler darüber im Klaren sein,<br />

dass das, was sie auf die digitalen Online-Medien hochladen, weltweit verfügbar <strong>und</strong><br />

damit nicht mehr privat ist. Es ist also wichtig, dass man nachdenkt, bevor man etwas<br />

postet. Die digitale <strong>Medienkompetenz</strong> ist somit der Schlüssel zum Verständnis der<br />

Nachrichten um uns herum.“<br />

Yevgeny, 15, Malta<br />

36


37<br />

„Meine Generation <strong>und</strong> ich sind jeden<br />

Tag mit <strong>Desinformation</strong> konfrontiert – in<br />

den sozialen Medien, in den Nachrichten<br />

<strong>und</strong> im Fernsehen. Das kann uns stark<br />

beeinflussen, <strong>und</strong> wir bekommen<br />

möglicherweise einen falschen Eindruck<br />

davon, was in der Welt passiert. Deshalb<br />

ist es sehr wichtig, dass wir frühzeitig<br />

lernen, wie man <strong>Desinformation</strong> erkennt,<br />

wie man damit umgeht <strong>und</strong> welche<br />

Quellen sicher sind.“<br />

Solveig Emilie, 15, Norwegen<br />

„Weil junge<br />

Menschen sonst<br />

nicht vorsichtig<br />

genug im Internet<br />

agieren. Und das<br />

kann sehr gefährlich<br />

werden!“<br />

„Ich glaube, das lässt sich damit vergleichen,<br />

wie man jungen Menschen beibringt, die Straße<br />

zu überqueren. Früher oder später werden sie<br />

es selbst tun müssen, deshalb ist es besser,<br />

wenn man ihnen rechtzeitig sagt, wie es geht.<br />

Das Gleiche gilt für die Art <strong>und</strong> Weise, wie wir<br />

Informationen über die Medien konsumieren (<strong>und</strong><br />

produzieren). Das ist tagtäglich von Bedeutung. Die<br />

Schulen sind der beste Ort, um die Kompetenzen zu<br />

<strong>vermitteln</strong>, damit man es gut hinkriegt.“<br />

João Pedro, 24, Portugal<br />

„Schüler/-innen sind auf Online-<br />

Plattformen am aktivsten – das ist<br />

die kurze Antwort. Informierte <strong>und</strong><br />

qualifizierte junge Menschen sind<br />

ein wichtiger Faktor im Kampf gegen<br />

die Erstellung <strong>und</strong> Verbreitung von<br />

Falschmeldungen. Ich persönlich<br />

glaube aber, dass hinter dieser Frage<br />

viel mehr steckt. Schüler/-innen haben<br />

einen großen Einfluss auf viele andere<br />

Internetnutzer/-innen (Familienmitglieder,<br />

Fre<strong>und</strong>e, Lehrkräfte, …). Wenn man ihnen<br />

digitale <strong>Medienkompetenz</strong> vermittelt,<br />

geben sie diese Kompetenz ganz<br />

selbstverständlich in ihrem täglichen<br />

intra- <strong>und</strong> intergenerationellen Erfahrungs<strong>und</strong><br />

Wissensaustausch weiter.“<br />

Joana, 16, Portugal<br />

Jana, 17, Deutschland<br />

„Es ist wichtig,<br />

frühzeitig zu wissen,<br />

dass man im<br />

Umgang mit den<br />

digitalen Medien<br />

kritisch sein muss,<br />

um herauszufinden,<br />

ob man ihnen<br />

vertrauen kann<br />

oder nicht. Die<br />

Vermittlung digitaler<br />

<strong>Medienkompetenz</strong><br />

an den Schulen<br />

hilft Kindern <strong>und</strong><br />

Jugendlichen, sich<br />

dessen in der Online-<br />

Welt bewusst zu<br />

sein. Du wirst so<br />

fähig, deine eigenen<br />

Inhalte zu erstellen<br />

<strong>und</strong> mit den Inhalten<br />

anderer umzugehen.“<br />

Frida, 17, Finnland<br />

KAPITEL 3


38<br />

MIT ETWINNING MEDIENKOMPETENZ VERMITTELN UND DESINFORMATION BEKÄMPFEN


39<br />

KAPITEL 4<br />

<strong>Medienkompetenz</strong><br />

bei <strong>eTwinning</strong> durch<br />

Projektarbeit<br />

KAPITEL 4


MIT ETWINNING MEDIENKOMPETENZ VERMITTELN UND DESINFORMATION BEKÄMPFEN<br />

In diesem Kapitel stehen <strong>eTwinning</strong>-Lehrkräfte im<br />

Fokus, die sich mit ihren Kooperationsprojekten der<br />

Herausforderung gestellt haben, bei ihren Schülerinnen<br />

<strong>und</strong> Schülern in allen Bereichen der <strong>Medienkompetenz</strong><br />

die Fähigkeit zur Differenzierung zu fördern.<br />

Die Projektbeschreibungen sind nach den Altersstufen<br />

der Schülerinnen <strong>und</strong> Schüler unterteilt <strong>und</strong> decken eine<br />

große Vielfalt an Herangehensweisen an das Thema ab.<br />

4.1 Alter 0-6 Jahre<br />

ALPHA<br />

SAFE MEDIA SAFE KIDS<br />

CHILD BROADCAST TIME<br />

ETWINNING KIDS TV<br />

LOOK AT LIFE SAFE AND CAREFULLY<br />

4.2 Alter 7-11 Jahre<br />

1<br />

2<br />

3<br />

NORTH EAST WEST SOUTH = N.E.W.S.! YOUNG JOURNALISTS OF TODAY –<br />

RESPONSIBLE DIGITAL CITIZENS OF<br />

24 HOURS – 24 STUNDEN<br />

TOMORROW<br />

ALL ABOUT DIGITAL ENJOYING CODING<br />

4.3 Alter 12-16 Jahre<br />

LITERATE-TWINNERS<br />

FAKETASTIC<br />

?<br />

INFLUENCED<br />

ART AUTOGRAPHS 2021<br />

WEBA (WEB-ACADEMY)<br />

4.4 Alter 16-19 Jahre<br />

COVERING COVID-19 THROUGH<br />

DIGITAL MEDIA LITERACY<br />

DIGITAL BRIDGE!<br />

MONO-LOGOS<br />

ART AUTOGRAPHS 2021<br />

SOCIAL MEDIA CULTURAL<br />

DEGENERATION<br />

4.5 Berufliche Aus- <strong>und</strong> Weiterbildung<br />

FIND THE TRUTH IN THE<br />

VIRTUAL WORLD<br />

YOUNG EUROPEAN<br />

ENTREPRENEURS (YEE)<br />

LANGUAGE, MEDIA<br />

AND CULTURE<br />

40


41<br />

4.1 ALTER 0-6 JAHRE<br />

ALPHA<br />

Dieses Projekt ist infolge der Pandemie entstanden. Die Vorschulkinder<br />

erwarben Kenntnisse in den Bereichen Technologie <strong>und</strong> <strong>Medienkompetenz</strong>,<br />

während die Lehrkräfte den Distanzunterricht auf die effizienteste Weise<br />

fortsetzten.<br />

Ziele:<br />

Das Projekt Alpha zielte auf eine effizientere Online-Bildung ab. Den Kindern wurde<br />

der sichere Umgang mit dem Internet <strong>und</strong> Cybermobbing, <strong>Medienkompetenz</strong><br />

<strong>und</strong> die korrekte Nutzung von Web-2.0-Tools wie LearningApps, WordArt oder<br />

Jigsaw Planet vermittelt. Zeitgleich verbesserten die Lehrerinnen <strong>und</strong> Lehrer ihre<br />

technologische Kompetenz. Die Hauptziele dieses Projekts bestanden darin, die<br />

Kinder für eine sichere Internetnutzung zu sensibilisieren <strong>und</strong> ihnen die Gr<strong>und</strong>lagen<br />

der <strong>Medienkompetenz</strong> beizubringen. Sie wurden in das digitale Zeitalter eingeführt,<br />

indem sie Web-2.0-Tools kennenlernten, ihre Talente als Kinder von heute –<br />

sogenannte Alphakinder – entdeckten <strong>und</strong> während der COVID-19-Pandemie einen<br />

effizienten Distanzunterricht erlebten.<br />

Aktivitäten:<br />

Im Rahmen des Projekts organisierten die Lehrerinnen <strong>und</strong> Lehrer zunächst für sich<br />

selbst ein Expertenseminar zum Thema <strong>Medienkompetenz</strong> <strong>und</strong> <strong>Desinformation</strong>.<br />

Es wurden auch Informationsblätter für die Eltern erstellt, <strong>und</strong> die Kinder wurden in<br />

multinationale Teams aufgeteilt <strong>und</strong> arbeiteten an zahlreichen Aktivitäten, z. B. der<br />

Gestaltung von Plakaten zum Thema <strong>Medienkompetenz</strong> <strong>und</strong> <strong>Desinformation</strong>. Eine<br />

Auswahl finden Sie hier: https://youtu.be/kbxf29O28vg Die Lehrkräfte entwickelten<br />

außerdem ein einfaches Spiel in Kahoot, bei dem die Kinder Aussagen über Fotos<br />

als richtig oder falsch einstufen mussten, damit sie lernten, zwischen echten <strong>und</strong><br />

gefälschten Inhalten zu unterscheiden.<br />

Auswirkungen:<br />

Ein Online-Lernspielkatalog mit Links zu Web-2.0-Tools wurde erstellt. Am Ende<br />

des Projekts zeigte sich, dass die Kinder das Internet bewusster nutzten <strong>und</strong><br />

altersgemäße digitale Kompetenz erworben hatten.<br />

Länder:<br />

Polen, Italien, Bulgarien, Serbien, Türkei<br />

Link zum TwinSpace:<br />

https://twinspace.etwinning.net/139565/home<br />

KAPITEL 4


MIT ETWINNING MEDIENKOMPETENZ VERMITTELN UND DESINFORMATION BEKÄMPFEN<br />

Tools:<br />

Zoom, Adobe Connect, Wizer.me, Mentimeter, WordArt, igloo.games, Chatterpix,<br />

Bitmoji, Avatarmaker, Wordwall, Jigsaw Planet, Cram, Canva, Google Formulare,<br />

Kizoa, Padlet, Nearpood, Google Präsentationen, Storyjumper, Bookcreator, Genially,<br />

Emaze, blogger.com, Tripline, WhatsApp, YouTube, Facebook<br />

CHILD BROADCAST TIME<br />

Child Broadcast Time ist ein Projekt für Kinder, die während der Pandemie<br />

einen übermäßigen Fernsehkonsum hatten. In dieser Zeit waren die Kinder<br />

zu lange zu Hause <strong>und</strong> waren viel stärker als Erwachsene dem negativen<br />

Einfluss von Fernsehsendungen ausgesetzt. Kinder können in der Regel<br />

nicht einschätzen, welche Sendungen für sie geeignet sind. Der Schwerpunkt<br />

dieses Projekts lag auf der Sensibilisierung für <strong>Medienkompetenz</strong>, der<br />

Produktion von Medieninhalten <strong>und</strong> der effektiven Nutzung von Technologie<br />

in diesem Zusammenhang.<br />

Ziele:<br />

Ziel des Projekts war es, den Kindern die Gr<strong>und</strong>lagen der <strong>Medienkompetenz</strong> zu<br />

<strong>vermitteln</strong>, insbesondere in Bezug auf die Fernsehsendungen, die sie gerne sehen.<br />

Sie erfuhren, ob eine Fernsehsendung für sie geeignet ist oder nicht, <strong>und</strong> lernten<br />

verschiedene Medieninstrumente <strong>und</strong> deren Einsatzzweck kennen. Durch die<br />

Integration aktueller <strong>Medienkompetenz</strong> in den traditionellen Unterricht entwickelten<br />

die Kinder auch ihre sozialen Kompetenzen. Auf diese Weise wurden sie über die<br />

sozialen Medien informiert <strong>und</strong> erfuhren schon in diesem frühen Alter etwas über<br />

die Social-Media-Kanäle <strong>und</strong> ihre Inhalte.<br />

Aktivitäten:<br />

Zu den Projektaktivitäten gehörten das Kennenlernen der anderen <strong>Mit</strong>glieder, die<br />

Anfertigung einer Darstellung der Schule, der Stadt <strong>und</strong> der Region, die Erstellung<br />

eines Projektlogos, Online-Treffen sowie die Bewertung <strong>und</strong> Verbreitung des<br />

Projekts. Die Kinder lernten, wie eine Fernsehsendung gr<strong>und</strong>sätzlich funktioniert. Sie<br />

lernten, die Eignung von Fernsehsendungen für verschiedene Altersgruppen anhand<br />

von Kennzeichnungen zu erkennen. <strong>Mit</strong> den entsprechenden Symbolen erstellten<br />

sie Rätsel, Quizfragen usw. für ihre Partner. Sie „produzierten“ eine Kochsendung<br />

für ihre Partner: https://youtu.be/AKv9uiikLWg. Außerdem untersuchten die<br />

Kinder, welche Musik für Fernsehsendungen für ihre Altersgruppe geeignet ist, <strong>und</strong><br />

produzierten ihre eigene musikalische Geschichte, wobei sie teilweise zum ersten<br />

Mal Erfahrungen mit Musikinstrumenten machten.<br />

Auswirkungen:<br />

Die Schülerinnen <strong>und</strong> Schüler konnten ihre Erfahrungen bei der gemeinsamen<br />

Projektarbeit auf ihren Alltag übertragen. In dem E-Book über die Antworten<br />

der Eltern nach dem Projekt können wir feststellen, wie sich die Auswahl der<br />

Fernsehsendungen durch die Kinder entwickelte: https://www.ourboox.com/books/<br />

42


43<br />

cocuk-yayin-zamani-etwinning-projesi-veli-proje-degerlendirme-anketi-childrensbroadcast-time-etwining-project-parent-project-evaluation-survey/.<br />

Länder:<br />

Türkei, Polen, Litauen, Rumänien, Malta, Italien<br />

Link zum TwinSpace:<br />

https://twinspace.etwinning.net/141342/homeMalta, Italien<br />

Tools:<br />

Chrome Music Lab, TonnyTool<br />

LOOK AT LIFE SAFE AND CAREFULLY<br />

Auch das Problem der Bildschirmsucht wurde behandelt, einem der größten<br />

Probleme für Schülerinnen <strong>und</strong> Schüler. Studien haben gezeigt, dass<br />

eine Bildschirm- oder Mediensucht zu Augenproblemen <strong>und</strong> autistischen<br />

Symptomen führt <strong>und</strong> die Aufmerksamkeit <strong>und</strong> Ausdrucksfähigkeit schon<br />

in jungen Jahren beeinträchtigt. Aus diesem Gr<strong>und</strong> ist es notwendig, die<br />

Nutzung von Technologie <strong>und</strong> die Kompetenzen des 21. Jahrh<strong>und</strong>erts in<br />

dem Maße zu fördern, wie es für eine Verringerung der Bildschirmsucht von<br />

Kindern erforderlich ist.<br />

Ziele:<br />

An diesem Projekt waren Lehrkräfte, Eltern <strong>und</strong> Schüler/-innen beteiligt, wobei das<br />

Hauptziel darin bestand, alle diese Gruppen über die Sicherheit im Internet, nützliche<br />

Inhalte, Technologiesucht <strong>und</strong> <strong>Medienkompetenz</strong> zu informieren.<br />

Ziele des Projekts:<br />

• Die Kinder motivieren, ihre Zuhör-, Verständnis- <strong>und</strong> Interpretationskompetenz<br />

sowie ihre <strong>Medienkompetenz</strong> zu verbessern<br />

• Die sprachliche Kompetenz der Kinder verbessern <strong>und</strong> ihre Bildschirmzeit<br />

verringern<br />

• Die Teilnehmenden stärker für die Sicherheit im Internet sensibilisieren<br />

Aktivitäten:<br />

Die Teilnehmenden wurden in Aktivitäten einbezogen, die Diskussionen,<br />

gemeinschaftliches Lernen <strong>und</strong> Peer-Learning umfassten. Es wurden<br />

Aufklärungsveranstaltungen für Kinder <strong>und</strong> Eltern über sichere Internetinhalte, den<br />

bewussten Umgang mit Technologie <strong>und</strong> über von den Partnern beschlossene<br />

Themen durchgeführt. Während des Projekts arbeiteten die Schülerinnen <strong>und</strong><br />

Schüler unter Anleitung der als Mentor agierenden Lehrkraft an Aktivitäten, die ihren<br />

individuellen Fähigkeiten entsprachen.<br />

Das Interessanteste an diesem Projekt waren die umfangreichen Schulungen, die<br />

von pädagogischen Fachkräften für die am Projekt beteiligten Lehrkräfte, Eltern <strong>und</strong><br />

Kinder organisiert wurden. Insgesamt waren 13 Lehrkräfte der Projektpartner, 128<br />

KAPITEL 4


MIT ETWINNING MEDIENKOMPETENZ VERMITTELN UND DESINFORMATION BEKÄMPFEN<br />

Eltern <strong>und</strong> 128 Kinder beteiligt, <strong>und</strong> weitere Eltern <strong>und</strong> Lehrkräfte wurden zusätzlich<br />

zum Projektteam durch Videokonferenzen erreicht. Die Schulungen umfassten<br />

Themen wie die Situation der Kinder in der digitalen Welt, <strong>Medienkompetenz</strong> für<br />

Kinder <strong>und</strong> den Einsatz von Technologie bei Vorschulkindern.<br />

Über die im Rahmen des Projekts erlernten Spiele <strong>und</strong> Themen komponierten die<br />

Kinder gemeinsam einen Rap-Song. Dabei halfen ihnen ihre Familien. <strong>Mit</strong> dem Tool<br />

Emaze wurde außerdem eine virtuelle Ausstellung erstellt, in der alle Arbeiten der<br />

Kinder während des Projekts gezeigt wurden.<br />

Auswirkungen:<br />

Vor allem die Eltern schätzten die Hauptbotschaft, dass man den Medien manchmal<br />

nicht trauen kann <strong>und</strong> dass es mehr Spaß machen kann, traditionelle Spiele mit<br />

Fre<strong>und</strong>en <strong>und</strong> der Familie zu spielen. Die Lehrerinnen <strong>und</strong> Lehrer berichteten, den<br />

Kindern sei bewusst geworden, dass nicht alles im Internet vertrauenswürdig ist <strong>und</strong><br />

dass kreatives Spielen sowohl offline als auch online möglich ist.<br />

Länder:<br />

Türkei, Aserbaidschan, Jordanien<br />

Link zum TwinSpace:<br />

https://twinspace.etwinning.net/147217/home<br />

Tools:<br />

Canva, Mozaically, Postermywall, Viva video, Inshot, Piccolage, Kizoa, Padlet,<br />

Thinglink, Bitmoji, Chatterpix, Renderforest, Scoompa, Pixiz, Photocollage,<br />

Logomaker<br />

44


45<br />

SAFE MEDIA SAFE KIDS<br />

In diesem Projekt machten die Kinder einen ersten Schritt in Richtung<br />

<strong>Medienkompetenz</strong>, indem sie ein Bewusstsein für die sichere Nutzung von<br />

Medien entwickelten.<br />

Ziele:<br />

Die Vorschulzeit ist eine kritische Zeit für das Lernen. Außerdem sind Kinder<br />

verletzlich <strong>und</strong> am stärksten von negativen Wirkungen von Medien betroffen. Davor<br />

müssen sie geschützt werden. Wichtig ist auch ein bewusster Umgang der Kinder<br />

mit Technologie, da die Medien durch das Internet einen größeren Platz im täglichen<br />

Leben eingenommen haben.<br />

Aktivitäten:<br />

Die Kinder machten erste Schritte in Richtung <strong>Medienkompetenz</strong>, indem sie<br />

projektspezifische intelligente Schilder entwarfen, ein eigenes Lied für das Projekt<br />

schrieben, einen Spot über <strong>Medienkompetenz</strong> in der frühen Kindheit drehten <strong>und</strong> die<br />

Familien mit verschiedenen Aktivitäten zur Teilnahme anregten.<br />

Der türkische R<strong>und</strong>funk <strong>und</strong> der Oberste Fernsehrat arbeiteten ebenfalls an dem<br />

Projekt mit, indem sie einschlägige Dokumente ausarbeiteten <strong>und</strong> ihre Experten/-<br />

innen für <strong>Medienkompetenz</strong> zur Verfügung stellten. An jeder Schule schufen<br />

die Kinder eigene <strong>Medienkompetenz</strong>zentren <strong>und</strong> organisierten gegen Ende des<br />

Projekts sogar ein <strong>Medienkompetenz</strong>festival. Sie lernten, wie man ein digitales Spiel<br />

entwickelt <strong>und</strong> wie man auf Plattformen wie Zoom ein Mikrofon mit verschiedenen<br />

Effekten benutzt. Sie lernten auch, wie Fotos manipuliert werden können, <strong>und</strong><br />

machten Spiele zum Erkennen von Fälschungen. Die Ergebnisse des Projekts wurden<br />

in einem E-Book zusammengefasst: https://online.fliphtml5.com/qwzaz/ujpg.<br />

Auswirkungen:<br />

Das Projekt sensibilisierte die Schülerinnen <strong>und</strong> Schüler für die negativen<br />

Auswirkungen einer übermäßigen Mediennutzung, einer konsumorientierten<br />

Informationsverschmutzung <strong>und</strong> einer intensiven, dauerhaften <strong>und</strong> übermäßigen<br />

Stimulation. Durch die verschiedenen Projektaktivitäten änderte sich das Verhalten<br />

der am Projekt teilnehmenden Kinder, sie wurden sich ihrer Online-Aktivitäten<br />

bewusster <strong>und</strong> reflektierten diese. Darüber hinaus half die erhöhte Sensibilität von<br />

Eltern <strong>und</strong> Lehrkräften in Bezug auf <strong>Medienkompetenz</strong> <strong>und</strong> sichere Mediennutzung<br />

den Kindern, das erlernte Wissen <strong>und</strong> Verhalten in verschiedenen Umgebungen zu<br />

zeigen.<br />

Länder:<br />

Türkei, Aserbaidschan, Rumänien, Polen<br />

Link zum TwinSpace:<br />

https://twinspace.etwinning.net/152628/home<br />

Hilfsmittel:<br />

Interaktive Tafeln, Computer <strong>und</strong> Web-2.0-Tools<br />

KAPITEL 4


MIT ETWINNING MEDIENKOMPETENZ VERMITTELN UND DESINFORMATION BEKÄMPFEN<br />

ETWINNING KIDS TV<br />

<strong>eTwinning</strong> Kids TV ist ein internationales Projekt, das sich an Kinder<br />

im Vorschulalter richtet. Heutzutage nutzt fast jedes Kind Medien <strong>und</strong><br />

Technologie, <strong>und</strong> die Familien der Schüler verfügen nicht über ausreichende<br />

Informationen über deren korrekte Nutzung.<br />

Ziele:<br />

Es ist bekannt, dass die Medien Auswirkungen auf die kognitive, soziale <strong>und</strong><br />

psychomotorische Entwicklung von Kindern haben. Heute nutzt fast jedes<br />

Kind Medien. Das Fernsehen ist eines der bevorzugten Medien der Kinder. Die<br />

Information <strong>und</strong> Sensibilisierung von Eltern <strong>und</strong> Vorschulkindern in Bezug auf<br />

<strong>Medienkompetenz</strong> trägt zur kognitiven <strong>und</strong> sozialen Entwicklung der Kinder bei.<br />

Ziel dieses Projekts war es, Kinder, Eltern <strong>und</strong> Lehrkräfte für das Thema<br />

<strong>Medienkompetenz</strong> zu sensibilisieren <strong>und</strong> sie zu einem bewussteren Umgang mit<br />

dem Fernsehen zu bewegen, das immer noch das bevorzugte Medium ist.<br />

Die Aktivitäten zielten darauf ab, Familien <strong>und</strong> auch Kinder über <strong>Medienkompetenz</strong><br />

zu informieren, das Bewusstsein dafür zu schärfen <strong>und</strong> sie anzuleiten, eine sichere<br />

Programmauswahl zu treffen.<br />

<strong>Mit</strong> dem Projekt sollte auch das Wissen der Kinder über <strong>Medienkompetenz</strong><br />

erweitert werden, um ihr Verantwortungsbewusstsein zu fördern <strong>und</strong> sie für<br />

Gemeinsamkeiten <strong>und</strong> Unterschiede zwischen Kulturen zu sensibilisieren.<br />

Aktivitäten:<br />

Zu den Projektaktivitäten, die von den Lehrkräften geleitet wurden, gehörte der<br />

Bau einer Fernsehstudio-Attrappe. Nach einer Gesprächsr<strong>und</strong>e mit den Kindern<br />

<strong>und</strong> ihren Eltern halfen die Kinder bei der Anfertigung eines Fernsehstudios <strong>und</strong><br />

von Geräten wie Mikrofonen, Kameras, Fernsehern, Fernbedienungen usw. aus<br />

Abfallmaterial (die Schulen sind Öko-Schulen). Anschließend entwickelten sie<br />

Fernsehsendungen mit Sport, Musik oder Zeichentrickfilmen. Später sprachen die<br />

Kinder noch über ihre bevorzugten Zeichentrickfilme <strong>und</strong> fanden heraus, welche<br />

in ihrem Land am beliebtesten sind <strong>und</strong> warum. In länderübergreifenden Teams<br />

nahmen sie dann eigene Versionen ihrer bevorzugten Zeichentrickfilme in Angriff.<br />

Sie lernten die Warnsymbole für Zeichentrickfilme kennen, z. B. das Zeichen für<br />

„enthält Gewalt“, <strong>und</strong> produzierten ein einminütiges Video, in dem sie über ihren<br />

Lieblingszeichentrickfilm sprachen. Alle Arbeitsergebnisse des Projekts finden Sie<br />

hier: https://etwinningkidstv.weebly.com/.<br />

Auswirkungen:<br />

Am Ende des Projekts hatten die Eltern <strong>und</strong> Kinder ein Bewusstsein für die<br />

im Fernsehen ausgestrahlten Inhalte entwickelt <strong>und</strong> waren sensibler dafür,<br />

welche Sendungen geeignet sind <strong>und</strong> welche vermieden werden sollten. Die<br />

Lehrerinnen <strong>und</strong> Lehrer berichteten, dass die Kinder <strong>und</strong> Eltern eine Vorstellung<br />

von <strong>Medienkompetenz</strong> entwickelt hatten <strong>und</strong> selektiver mit Kennzeichnungen,<br />

Fernsehzeiten <strong>und</strong> Fernsehsendungen umgingen.<br />

46


47<br />

Länder:<br />

Türkei, Spanien, Serbien<br />

Link zum TwinSpace:<br />

https://twinspace.etwinning.net/99196<br />

Tools:<br />

Chrome Music Lab, Little Chef, LearningApps, Jigsaw Planet<br />

KAPITEL 4


MIT ETWINNING MEDIENKOMPETENZ VERMITTELN UND DESINFORMATION BEKÄMPFEN<br />

4.2 ALTER 7-11 JAHRE<br />

NORTH EAST WEST SOUTH = N.E.W.S.!<br />

Bei diesem Projekt arbeiteten die Schüler/-innen als Journalisten/-innen,<br />

Redakteure/-innen <strong>und</strong> Fotografen/-innen in nationalen <strong>und</strong> internationalen<br />

Teams zusammen, um ein internationales Magazin zu erstellen <strong>und</strong> die<br />

Welt der Nachrichten zu erk<strong>und</strong>en.<br />

Ziele:<br />

Ziel dieses Projekts war es, die Schülerinnen <strong>und</strong> Schüler über die Produktion einer<br />

Zeitung oder eines Magazins zu informieren, über die Regeln, die bei der Nutzung<br />

von Inhalten im Internet zu befolgen sind, <strong>und</strong> darüber, worauf sie bei der Suche<br />

nach gültigen Informationen achten müssen.<br />

Aktivitäten:<br />

Das Projekt umfasste mehrere gut konzipierte Schritte:<br />

1) Die Schülerinnen <strong>und</strong> Schüler trafen sich vor Beginn ihrer Arbeit mit einer/m professionellen<br />

Journalisten/-in <strong>und</strong> arbeiteten unter seiner/ihrer Anleitung in internationalen<br />

Teams zusammen, um drei Ausgaben eines Online-Magazins zu erstellen.<br />

Einige Artikel wurden in Lokalzeitungen der Partnerstädte veröffentlicht.<br />

2) Nach dem Schreiben jeder Ausgabe interviewten die Schüler/-innen die jungen<br />

Journalisten/-innen einer Partnerschule, um sich über den Inhalt der Artikel der<br />

jeweiligen Partner zu informieren.<br />

3) Anlässlich des Safer Internet Day 2021 organisierten die Partner eine Veranstaltung<br />

zu <strong>eTwinning</strong> Live. Den Schülerinnen <strong>und</strong> Schülern wurde der Begriff „Fake<br />

News“ erklärt, sie lernten zwischen wahren <strong>und</strong> unwahren Nachrichten zu unterscheiden,<br />

<strong>und</strong> sie erfuhren, wie sie <strong>Desinformation</strong> erkennen können. Sie verfassten<br />

eigene Fake-News-Artikel, die hier zu sehen sind: https://wakelet.com/i/invite?code=735e7b6.<br />

4) Am Ende des Projekts wurden die besten Artikel ausgewählt <strong>und</strong> in einem<br />

Videoclip vorgestellt. Schließlich wurden die besten Artikel in Lokalzeitungen der<br />

Partnerstädte veröffentlicht.<br />

Eine sehr interessante Aktivität war die Aufgabe „Interview the Reporter“, bei der die<br />

Schüler/-innen Fragen stellen konnten, um sich über den Artikel eines Partners zu<br />

informieren. Das Endergebnis des Projekts war ein internationales Online-Magazin<br />

mit 30 Artikeln von 30 Partnern.<br />

48


49<br />

Auswirkungen:<br />

Die Schülerinnen <strong>und</strong> Schüler erfuhren, wie viel Arbeit hinter der Erstellung eines<br />

Magazins steckt, <strong>und</strong> ihnen wurde bewusst, wie wichtig es ist, wahre <strong>und</strong> f<strong>und</strong>ierte<br />

Nachrichten zu liefern <strong>und</strong> <strong>Desinformation</strong> oder kulturell voreingenommene Inhalte<br />

zu vermeiden.<br />

Länder:<br />

Albanien, Frankreich, Griechenland, Italien, Kroatien, Polen, Portugal, Republik Moldau,<br />

Rumänien, Spanien, Türkei, Ukraine<br />

Link zum TwinSpace:<br />

https://twinspace.etwinning.net/114711/home<br />

Tools:<br />

Symbaloo<br />

YOUNG JOURNALISTS OF TODAY –<br />

RESPONSIBLE DIGITAL CITIZENS OF TOMORROW<br />

Dieses fächerübergreifende Projekt wurde geschaffen, um das kritische<br />

Denken der Schülerinnen <strong>und</strong> Schüler zu fördern <strong>und</strong> sie auf eine verantwortungsbewusste<br />

digitale politische Teilhabe vorzubereiten.<br />

Themen wie triviale Inhalte, Stereotypen <strong>und</strong> minderwertige Informationen<br />

wurden angesprochen <strong>und</strong> analysiert.<br />

Ziele:<br />

Dieses fächerübergreifende Projekt sollte das kritische Denken der Schüler/-innen<br />

fördern <strong>und</strong> sie auf eine verantwortungsbewusste digitale Teilhabe vorbereiten. Das<br />

Projekt basiert auf der gemeinsamen Überzeugung, dass wir als Lehrkräfte nicht<br />

einfach zusehen sollten, wie unsere Schüler/-innen ihre Zeit mit ihren Smartphones<br />

verbringen <strong>und</strong> sehr oft triviale Inhalte auf YouTube konsumieren. Diese Inhalte sind<br />

oft von Stereotypen, insbesondere in Bezug auf ein „akzeptables“ Aussehen, geprägt<br />

sowie durch niedrige Produktionsstandards <strong>und</strong> ein geringes ästhetisches Niveau.<br />

Außerdem entspricht die Sprache von YouTubern in der Regel keinen hohen Standards.<br />

Diese Problematik wird in dem Projekt behandelt.<br />

Es beruhte ursprünglich auf einem bestehenden Erasmus+-KA229-Projekt, an dem<br />

Schulen aus Kroatien, Nordmazedonien, Serbien, Rumänien <strong>und</strong> Spanien teilnehmen.<br />

Später wurde es dann über <strong>eTwinning</strong> durch die Einbeziehung zusätzlicher Partner<br />

aus Italien, Irland, Zypern <strong>und</strong> der Türkei erweitert.<br />

Aktivitäten:<br />

Zur Vorbereitung auf das Projekt nahmen einige Lehrkräfte an einer Online-Fortbildung<br />

über <strong>Medienkompetenz</strong> <strong>und</strong> Journalismus teil. Das Material <strong>und</strong> die Ansätze,<br />

die sie dort kennengelernt hatten, bildeten die Gr<strong>und</strong>lage für die Projektaktivitäten.<br />

KAPITEL 4


MIT ETWINNING MEDIENKOMPETENZ VERMITTELN UND DESINFORMATION BEKÄMPFEN<br />

Während des Projekts lernten die Schüler/-innen, Artikel in verschiedenen journalistischen<br />

Stilen zu schreiben. Anschließend veröffentlichten <strong>und</strong> tauschten sie<br />

Artikel zu Themen wie Lokalnachrichten, Schülerleistungen, politischer Bildung <strong>und</strong><br />

Medienbildung aus. Durch virtuelle Treffen <strong>und</strong> Workshops erwarben die Schüler/-innen<br />

die notwendigen Gr<strong>und</strong>kenntnisse für die Gestaltung <strong>und</strong> das Schreiben<br />

einer Zeitung, einschließlich journalistischer Ethik. Nach dieser Einführung schlugen<br />

die Schüler/-innen mögliche Themen für Artikel vor <strong>und</strong> begannen, mithilfe von Mentoren<br />

Artikel zu verfassen. Am Ende des Projekts stimmten die Schüler/-innen über<br />

die besten Artikel ab, die dann in ein E-Book aufgenommen wurden: https://shared.<br />

kotobee.com/#/book/22220.<br />

Auswirkungen:<br />

Durch die aktive Erstellung von Medieninhalten, z. B. eines E-Books bzw. von über<br />

70 Artikeln, <strong>und</strong> das Lesen von Schülertexten wurde den Schülerinnen <strong>und</strong> Schülern<br />

der Unterschied zwischen manipulativen Medieninhalten <strong>und</strong> Inhalten, die zum<br />

Zweck der Information, Bildung oder Unterhaltung geschaffen wurden, bewusst. Sie<br />

verbesserten auch ihre digitale Kompetenz <strong>und</strong> die Fähigkeit zur Zusammenarbeit<br />

<strong>und</strong> entwickelten ein Interesse an einer aktiven digitalen politischen Teilhabe.<br />

Die Teilnahme an dem Projekt förderte auch ihre interkulturelle Kompetenz <strong>und</strong><br />

ermutigte sie, anderen Kulturen gegenüber aufgeschlossen, einfühlsam <strong>und</strong><br />

akzeptierend zu sein.<br />

Länder:<br />

Nordmazedonien, Kroatien, Serbien, Rumänien, Spanien, Italien, Irland, Zypern <strong>und</strong><br />

Türkei<br />

Link zum TwinSpace:<br />

https://twinspace.etwinning.net/100169/home<br />

Tools:<br />

WordPress, Weebly, Google Sites, Zoom, Skype<br />

50


51<br />

24 HOURS – 24 STUNDEN<br />

Dieses Projekt befasste sich in vielfältiger Weise mit der Mediennutzung<br />

von Schülern/-innen, ihrer Interaktion mit Gleichaltrigen <strong>und</strong> der Netiquette.<br />

Während des Projekts sahen sich die Schüler mit verschiedenen<br />

Herausforderungen konfrontiert <strong>und</strong> berichteten, wie schwierig es für sie<br />

war, auf das Smartphone zu verzichten.<br />

Ziele:<br />

Ziel des Projekts war es, den Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, kreativ <strong>und</strong><br />

kritisch über ihre überwiegend digitale Welt nachzudenken, die durch die Pandemie<br />

in ihrem Leben noch dominanter geworden ist. Insbesondere sollten sie darüber<br />

nachdenken, wie sehr sie von der Nutzung ihres Smartphones abhängig sind.<br />

Das Thema des 68. Europäischen Wettbewerbs „Digital EU – and YOU“ rief die<br />

Kinder <strong>und</strong> Jugendlichen dazu auf, kreativ <strong>und</strong> kritisch über ihre überwiegend<br />

digitale Welt nachzudenken.<br />

Aktivitäten:<br />

Während des Projekts reflektierten die Schülerinnen <strong>und</strong> Schüler über ihren<br />

Medienkonsum. Sie nahmen an der Aktion „24 St<strong>und</strong>en ohne“ teil, bei der sie 24<br />

St<strong>und</strong>en lang auf die Nutzung ihrer Smartphones verzichten mussten. Zu diesem<br />

Zweck entwarfen die Lehrkräfte eine Reihe von Fragebögen, um zu untersuchen, wie<br />

die Schülerinnen <strong>und</strong> Schüler ihre Smartphones nutzen, welche Apps sie am liebsten<br />

verwenden, wie oft sie ihr Telefon am Tag benutzen <strong>und</strong> wie sie sich ohne ihr Handy<br />

fühlen würden. Bei der Reflexion der Umfrageergebnisse in länderübergreifenden<br />

Diskussionen wurden sich die Schüler/-innen ihres Nutzungsverhaltens bewusst.<br />

In der nächsten Phase des Projekts sollten sie über die Möglichkeiten nachdenken,<br />

die eine Realität ohne digitale Medien <strong>und</strong> Internet böte. Dabei verfassten sie<br />

gemeinsam Geschichten, erstellten Cartoons <strong>und</strong> Videos <strong>und</strong> stellten sich vor,<br />

wie ein Leben ohne Smartphone für sie aussehen könnte. Die Geschichten<br />

veröffentlichten sie als kurze E-Books oder Videos. Sie verfassten auch ein<br />

Alphabet internetfreier Aktivitäten <strong>und</strong> kreierten eine Erzählung über die Abenteuer<br />

eines Mobiltelefons, die Sie sich hier ansehen können: https://videos.simpleshow.<br />

com/iZYUozZlt4?fbclid=IwAR1lmkfhv33g8brm8QMYUaKkZoX8xLYSg4B6kq--IFF_<br />

qD4B0Lar6yUVciI/.<br />

Auch die Eltern wurden mit mehreren Fragebögen zu ihrem Medienkonsum in das<br />

Projekt einbezogen.<br />

Auswirkungen:<br />

Das Projekt regte die Schülerinnen <strong>und</strong> Schüler dazu an, über ihren Medienkonsum<br />

<strong>und</strong> alternative Möglichkeiten eines Tagesablaufs ohne Handy nachzudenken. Am<br />

Ende des Projekts hatten alle beteiligten Schüler/-innen eine gute Vorstellung von<br />

ihrem Nutzungsverhalten <strong>und</strong> hatten an alternativen Aktivitäten teilgenommen, die<br />

keine Handynutzung beinhalteten.<br />

KAPITEL 4


MIT ETWINNING MEDIENKOMPETENZ VERMITTELN UND DESINFORMATION BEKÄMPFEN<br />

Länder:<br />

Portugal, Deutschland<br />

Link zum TwinSpace:<br />

https://twinspace.etwinning.net/95044/home<br />

Tools:<br />

Madmagz, ToonyTool, Makebeliefscomix, Padlet, Adventmyfriend, WordArt, Issuu,<br />

Kinemaster, Artsteps, Answergarden, Mysimpleshow<br />

ALL ABOUT DIGITAL<br />

Wir leben in einem digitalen Zeitalter, <strong>und</strong> während der Pandemie nutzten<br />

junge Menschen jeden Alters verstärkt Technologie. Dieses Projekt<br />

wurde geschaffen, damit sich junge Schüler/-innen über ihr digitales<br />

Leben, ihren Informationskonsum, Internetsicherheit, Cybermobbing <strong>und</strong><br />

die Auswirkungen von Internetmissbrauch auf ihre Ges<strong>und</strong>heit bewusst<br />

werden.<br />

Ziele:<br />

Ziel des Projekts war es, den Schülerinnen <strong>und</strong> Schülern erste sichere Schritte in<br />

der digitalen Welt zu ermöglichen <strong>und</strong> ihnen zu <strong>vermitteln</strong>, wie sie Medieninhalte<br />

bewerten können.<br />

Die Hauptaktivitäten konzentrierten sich darauf, den Schülerinnen <strong>und</strong> Schülern<br />

zu helfen, Wissen über die Funktionsweise des Internets zu erwerben <strong>und</strong><br />

Internetkompetenz durch die Analyse <strong>und</strong> Beurteilung von Medieninhalten zu<br />

entwickeln. Bei den einleitenden Aktivitäten wurde untersucht, was Technologie<br />

<strong>und</strong> Internet für die Schüler/-innen bedeuten. Zu den Aktivitäten gehörten<br />

auch Unterrichtsst<strong>und</strong>en <strong>und</strong> ein Webinar mit einer IKT-Lehrkraft zum Thema<br />

Internetsicherheit. Anschließend erstellten die Schüler/-innen sichere Nutzernamen<br />

<strong>und</strong> Passwörter, spielten digitale Spiele, nahmen zusammen mit ihren Lehrkräften<br />

an einem Online-Live-Kahoot teil <strong>und</strong> erstellten gemeinsam eine Broschüre über<br />

<strong>Medienkompetenz</strong> mit den Vor- <strong>und</strong> Nachteilen von Medieninhalten.<br />

https://www.canva.com/design/DAEWD7eLGHQ/share/preview?token=X0PYk-<br />

PJWWMXiXBgxb54MVw&role=EDITOR&utm_content=DAEWD7eLGHQ&utm_campaign=designshare&utm_medium=link&utm_source=sharebutton#1<br />

Anschließend erstellten die Schüler/-innen ein Wörterbuch mit digitalen<br />

Fachbegriffen.<br />

Im Rahmen des Projekts wurden auch verschiedene Medien wie Bücher, Zeitungen<br />

<strong>und</strong> Zeitschriften, Werbung <strong>und</strong> Zeichentrickfilme bewertet <strong>und</strong> die Ergebnisse in<br />

einem gemeinsamen Padlet gesammelt.<br />

Die Schüler/-innen lernten die Bedeutung digitaler Fußabdrücke kennen <strong>und</strong><br />

stellten ihre digitalen Fußabdrücke mit den Informationen, die sie beim Googeln<br />

ihres Namens gef<strong>und</strong>en hatten, dar. Am Ende des Projekts verfassten die Schüler/-<br />

52


53<br />

innen gemeinsam eine Vereinbarung über die sichere Nutzung des Internets <strong>und</strong><br />

unterzeichneten sie.<br />

Auswirkungen:<br />

Das Projekt hat dazu geführt, dass die Schülerinnen <strong>und</strong> Schüler sich online<br />

vorsichtiger verhalten <strong>und</strong> sich der Risiken des Internets bewusster sind. Sie sahen,<br />

wie ihre Altersgenossen online Probleme hatten <strong>und</strong> waren dadurch motiviert, im<br />

Hinblick auf die Abwehr von Internetgefahren oder Cybermobbing aktiv zu werden.<br />

Die Schüler/-innen lernten auch, dass jedes Kind unabhängig von seinem Alter<br />

über die Sicherheit im Internet <strong>und</strong> die entsprechenden Standards Bescheid wissen<br />

muss.<br />

Das Projekt bezog auch die Eltern mit ein, die lernten, wie sie ihre Kinder bei<br />

der Online-Nutzung anleiten können <strong>und</strong> wie sie gegen die Auswirkungen des<br />

Missbrauchs von Computern <strong>und</strong> Smartphones vorgehen können.<br />

Länder:<br />

Türkei, Rumänien, Italien<br />

Link zum TwinSpace:<br />

https://twinspace.etwinning.net/152784/home<br />

Tools:<br />

Canva, Postermywall, Milanote, Wakelet, Voice toner, Chatterpix, My doll face,<br />

Voki, Genially, Padlet, LearningApps, Kahoot, Oodlu, Educandy, Jigsaw Planet,<br />

Storyboardthat, Makebeliefcomix, Birddessines, WordArt, Mentimeter, Tricider,<br />

Answergarden, Inshot, Animaker, Book creator, Storyjumper, Grcodegenerator.<br />

KAPITEL 4


MIT ETWINNING MEDIENKOMPETENZ VERMITTELN UND DESINFORMATION BEKÄMPFEN<br />

ENJOYING CODING<br />

Das Projekt „Enjoying Coding“ weckte das Interesse der Partner am<br />

Programmieren <strong>und</strong> motivierte sie dazu, es zu erlernen.<br />

Ziele:<br />

Ziel dieses Projekts war es, das Verständnis der Schülerinnen <strong>und</strong> Schüler für das<br />

Programmieren zu fördern <strong>und</strong> zu zeigen, dass das Programmieren das Rückgrat<br />

aller Computer <strong>und</strong> des Internets ist.<br />

Aktivitäten:<br />

<strong>Mit</strong> dem Projekt sollten die Lehrkräfte auf die Teilnahme an der EU Code<br />

Week vorbereitet werden. Dazu nahmen sie auch am MOOC „Gr<strong>und</strong>lagen der<br />

künstlichen Intelligenz (KI) für Schulen“ teil, der von der EU Code Week angeboten<br />

wurde. Die Schüler/-innen lernten, Codes zu entschlüsseln <strong>und</strong> verpixelte Bilder<br />

wiederherzustellen. Bei der <strong>eTwinning</strong>-Frühjahrskampagne zur <strong>Medienkompetenz</strong><br />

bestand eine Aufgabe darin, ein Quiz mit „gefälschten“ Bildern auf Kahoot zu<br />

erstellen <strong>und</strong> die Partner herauszufordern, die Fälschung zu finden. (Diese Aufgabe<br />

wird in Kapitel 6 ausführlich beschrieben.)<br />

Als Arbeitsergebnis erstellten die Lehrkräfte eine spezielle Seite im TwinSpace<br />

des Projekts, auf der sie Unterrichtsentwürfe zum Thema Programmierung<br />

zusammentrugen <strong>und</strong> austauschten.<br />

Auswirkungen:<br />

Bei diesem Projekt entwickelten die Schülerinnen <strong>und</strong> Schüler<br />

Problemlösungskompetenz <strong>und</strong> die Fähigkeit zum kritischen Denken. Sie lernten<br />

eine Programmiersprache kennen, <strong>und</strong> ihr Interesse am Programmieren wurde<br />

geweckt. Ganz nebenbei erlernten sie den richtigen Umgang mit Computern <strong>und</strong><br />

Tablets.<br />

Länder:<br />

Slowenien, Polen, Italien, Portugal <strong>und</strong> Spanien<br />

Link zum TwinSpace:<br />

https://twinspace.etwinning.net/122478<br />

Tools <strong>und</strong> Hilfsmittel:<br />

Photoshop, digitaler Fotorahmen, Kahoot, Google Formulare<br />

54


55<br />

4.3 ALTER 12-16 JAHRE<br />

LITERATE-TWINNERS<br />

Der Schwerpunkt des Projekts lag auf der sicheren <strong>und</strong> bewussten Nutzung<br />

von Medien <strong>und</strong> des Internets durch die teilnehmenden Jugendlichen.<br />

Ziele:<br />

Bei diesem Projekt geht es um Medien- <strong>und</strong> insbesondere Social-Media-Kompetenz<br />

sowie <strong>Desinformation</strong>. Das Hauptziel ist, dass die Schüler/-innen lernen, sicher<br />

<strong>und</strong> bewusst mit dem Internet umzugehen. Dazu müssen sie das nötige Vokabular<br />

über Social-Media-Kompetenz <strong>und</strong> einige gr<strong>und</strong>legende Web-2.0-Tools erlernen,<br />

Präsentationen in einer Fremdsprache erstellen <strong>und</strong> mithilfe von DigComp 2.1<br />

soziale <strong>und</strong> staatsbürgerliche Kompetenzen erwerben. Ziel ist es, Social-Media-<br />

Kompetenz in den Lehrplan zu integrieren <strong>und</strong> das Bewusstsein der Schüler/-innen<br />

für Social-Media-Kompetenz, <strong>Desinformation</strong> <strong>und</strong> Internetsicherheit zu schärfen.<br />

Aktivitäten:<br />

Bei diesem Projekt wurden die Schüler/-innen zunächst in den Europäischen<br />

Rahmen für digitale Kompetenz eingeführt <strong>und</strong> arbeiteten dann auf dieser Gr<strong>und</strong>lage<br />

– unter Anleitung ihrer Lehrkräfte – an Aktivitäten, die den Hauptbereichen<br />

des Rahmens entsprachen. Die Schüler/-innen recherchierten Material zum<br />

Thema <strong>Medienkompetenz</strong> <strong>und</strong> präsentierten die Ergebnisse ihrer Arbeit den<br />

Projektpartnern. Jeden Samstagabend hörten sich die Projektmitglieder die<br />

Präsentationen der gemischten Länderteams in Online-Meetings an.<br />

Die Methodik des integrierten Sprach- <strong>und</strong> Fachunterrichts (Content and<br />

Language Integrated Learning, CLIL) wurde in diesem Projekt wirksam eingesetzt.<br />

Die Schüler/-innen erstellten Broschüren, Poster <strong>und</strong> Werbeanzeigen in ihrer<br />

Muttersprache <strong>und</strong> auf Englisch. Durch die Durchführung der Aufgaben in ihrer<br />

Muttersprache wollten sie andere Akteure an ihren Schulen <strong>und</strong> in ihren Ländern<br />

erreichen. Schließlich wurden die Partner in Teams aufgeteilt, <strong>und</strong> die Schüler/-innen<br />

verfassten Geschichten über <strong>Medienkompetenz</strong> <strong>und</strong> <strong>Desinformation</strong>.<br />

Sie befassten sich mit <strong>Medienkompetenz</strong>, <strong>Desinformation</strong>, Bedrohungen durch<br />

Medien <strong>und</strong> soziale Netzwerke, insbesondere illegale <strong>und</strong> gefälschte Nachrichten/<br />

Inhalte, Ausgrenzung, Cybermobbing, sozialem Druck, dem digitalen Fußabdruck,<br />

Online-Sicherheit, Urheberrechtsverletzungen <strong>und</strong> Netiquette. Die Ergebnisse der<br />

Aktivitäten der Partner wurden in einem e-Book mit Dutzenden von Kurzgeschichten<br />

über <strong>Medienkompetenz</strong> zusammengetragen. Die Schüler/-innen erstellten auch<br />

eine gemeinsame Broschüre über <strong>Medienkompetenz</strong>: https://online.fliphtml5.com/<br />

lwuyp/kjmi/#p=1.<br />

KAPITEL 4


MIT ETWINNING MEDIENKOMPETENZ VERMITTELN UND DESINFORMATION BEKÄMPFEN<br />

Auswirkungen:<br />

Im Rahmen des Projekts wurde den Schülerinnen <strong>und</strong> Schülern Vokabular r<strong>und</strong><br />

um Medien- <strong>und</strong> insbesondere Social-Media-Kompetenz vermittelt, <strong>und</strong> sie waren<br />

aufgefordert, sich mit gr<strong>und</strong>legenden Web-2.0-Tools zu befassen. Die Schülerinnen<br />

<strong>und</strong> Schüler wurden für das Thema <strong>Medienkompetenz</strong> sensibilisiert, ihre sozialen<br />

<strong>und</strong> staatsbürgerlichen Kompetenzen wurden gefördert <strong>und</strong> ebenso die neuen<br />

Kompetenzen, die für das Leben <strong>und</strong> Arbeiten im 21. Jahrh<strong>und</strong>ert benötigt werden.<br />

Länder:<br />

Türkei, Tunesien, Aserbaidschan, Spanien, Kroatien, Serbien, Portugal<br />

Link zum TwinSpace:<br />

https://twinspace.etwinning.net/144132/home<br />

Tools:<br />

Google Docs, Google Formulare, Google Präsentationen, Pinup, WordArt, Tricider,<br />

Calameo, Canva, Zoom, Blogspot, Microsoft Teams, Removebg, Pixton Edu, Kahoot,<br />

Thinglink, School Map, Quik, Padlet, Animoto, Biteable, Weebly, Powtoon,<br />

CalendarLabs, Mosaically, Menti, Cram, Educandy, Socrative, Makeit<br />

FAKETASTIC<br />

„Fake News“, „postfaktisch“ <strong>und</strong> „alternative Fakten“ sind drei Schlagworte,<br />

die diese seltsame Zeit, in der wir leben, zu beschreiben scheinen. Fake<br />

News gibt es allerdings nicht erst seit dem Internet <strong>und</strong> den Smartphones,<br />

sondern sie haben uns schon immer begleitet. In diesem Projekt befassen<br />

sich die Schüler/-innen mit der Welt der Manipulation <strong>und</strong> erfinden eine<br />

faketastische Geschichte, bei der sie sich die Fake News der Zukunft<br />

vorstellen.<br />

Ziele:<br />

Bei diesem Projekt wurden die Schüler/-innen mit dem Phänomen der „Fake News“<br />

konfrontiert, <strong>und</strong> sie sollten Strategien erwerben, um bessere <strong>und</strong> kritischere<br />

Medienkonsumenten/-innen zu werden. Die behandelten Themen waren<br />

<strong>Desinformation</strong> in den sozialen Medien sowie echte/gefälschte Bilder <strong>und</strong> Videos.<br />

Aktivitäten:<br />

Die Schüler lernten die Figur des „Baron Münchhausen“ kennen – ein gutes Beispiel<br />

für eine Person, die mit ihren unwahren Geschichten falsche Informationen<br />

verbreitet. Nach der Lektüre des Romans „Der Lügenbaron“ erfanden die<br />

Schülerinnen <strong>und</strong> Schüler in länderübergreifenden Teams „faketastische“<br />

Geschichten, in denen sie Fake News der Zukunft in der Erzählweise des Barons<br />

wiedergaben. Der Titel des Geschichtenbuchs lautete „Münchhausens neue Kleider“.<br />

Am Ende des Projekts beschäftigten sich die Schüler/-innen mit den Rechten <strong>und</strong><br />

Pflichten von Autoren/-innen in Bezug auf das Urheberrecht <strong>und</strong> drangen in die Welt<br />

der Manipulation vor, indem sie ein Labyrinthspiel mit gefälschten Twitter-Posts<br />

56


57<br />

<strong>und</strong> Bildern entwickelten. Bei diesem Projekt wurden verschiedene pädagogische<br />

Ansätze angewendet, z. B. in jedem Modul der „umgedrehte Unterricht“ <strong>und</strong> das<br />

spielebasierte Lernen mit verschiedenen Tools <strong>und</strong> Ressourcen. Außerdem wurden<br />

szenariobasierte Lerntechniken eingesetzt: Die Schüler stellten sich vor, im Jahr<br />

3050 zu leben, <strong>und</strong> schrieben in länderübergreifenden Teams Kurzgeschichten.<br />

Die wichtigsten Arbeitsergebnisse des Projekts waren das Geschichtenbuch, ein<br />

Spiel im Adventure-Stil mit gefälschten Twitter-Posts <strong>und</strong> von den Schülern/-innen<br />

verfassten Geschichten sowie ein Labyrinthspiel, bei dem die Schüler/-innen falsche<br />

Informationen vermeiden <strong>und</strong> instinktiv erkennen mussten, was wahr ist.<br />

Auswirkungen:<br />

Die Schülerinnen <strong>und</strong> Schüler lernten bei diesem Projekt viel darüber, was wahr <strong>und</strong><br />

was unwahr ist <strong>und</strong> wie man den Unterschied erkennt. Ihre kritische Kompetenz<br />

wurde weiterentwickelt, <strong>und</strong> sie gingen am Ende des Projekts mit der digitalen<br />

Welt sicherer um. Die Lehrkräfte zeichneten zwei sehr interessante Videos auf, in<br />

denen sie darüber berichteten, wie ihre Schülerinnen <strong>und</strong> Schüler von dem Projekt<br />

profitierten:<br />

https://youtu.be/-OQnrRQHVoU<br />

https://youtu.be/Nf1a6LkuPp0<br />

Länder:<br />

Deutschland, Türkei<br />

Link zum TwinSpace:<br />

https://twinspace.etwinning.net/125385/home<br />

Tools:<br />

Padlet, Facebook, Twitter, Quizizz, Doozle, Genial.ly, Google Präsentationen, Zoom,<br />

Canva, Imovie, BBC Academy Resources<br />

KAPITEL 4


MIT ETWINNING MEDIENKOMPETENZ VERMITTELN UND DESINFORMATION BEKÄMPFEN<br />

INFLUENCED<br />

Ziele:<br />

Influencer haben heute einen großen Einfluss auf junge Menschen. Aus diesem<br />

Gr<strong>und</strong> wurde dieses Projekt ins Leben gerufen: Dabei soll untersucht werden, wie<br />

Internetinhalte unsere Meinungen, Entscheidungen <strong>und</strong> Lebensweise beeinflussen<br />

können, <strong>und</strong> mögliche Konsequenzen für das Verhalten der Schüler/-innen sollen<br />

aufgezeigt werden.<br />

Aktivitäten:<br />

Nach der Lektüre eines Artikels über die zehn wichtigsten Influencer <strong>und</strong> der<br />

Untersuchung des Konzepts der Beeinflussung erstellten die Schüler/-innen eine<br />

Präsentation darüber <strong>und</strong> fügten weitere für sie wichtige Influencer hinzu. Die<br />

Schüler/-innen befassten sich auch damit, wie das Internet Menschen beeinflussen<br />

kann, <strong>und</strong> erstellten dazu ein „Glossar der Begriffe“ <strong>und</strong> eine Sammlung von Texten,<br />

die ihre persönlichen Erfahrungen widerspiegelten. Sie reflektierten auch über den<br />

Einfluss des Internets auf die demokratische Partizipation. Gemeinsam entwickelten<br />

sie viele Produkte, zum Beispiel ein E-Book. Sie tauschten persönliche Erfahrungen<br />

aus <strong>und</strong> befassten sich damit, wie <strong>und</strong> von wem ihr Leben beeinflusst wird.<br />

Auswirkungen:<br />

Die Schüler/-innen wurden motiviert, ihren Umgang mit Medieninhalten <strong>und</strong> den<br />

Influencern, denen sie folgen, kritisch zu hinterfragen. Am Ende des Projekts hatten<br />

sie neben den neu erworbenen <strong>und</strong> verbesserten interkulturellen, digitalen <strong>und</strong><br />

fremdsprachlichen Kompetenzen gemeinsam Produkte erstellt, die ein hohes Maß<br />

an Kreativität <strong>und</strong> kritischem Denken erkennen ließen. Ein Schüler sagte: „Ich war ein<br />

bisschen schockiert, als mir klar wurde, wie sehr das Internet mich <strong>und</strong> viele andere<br />

Menschen jeden Tag beeinflusst. Viele von uns könnten ohne das Internet gar nicht<br />

mehr leben.“<br />

Mehr über dieses Projekt erfahren Sie hier.<br />

Länder:<br />

Litauen, Italien, Deutschland<br />

Link zum TwinSpace:<br />

https://twinspace.etwinning.net/70666/home<br />

Tools:<br />

Adobe Spark, Sutori, Classtools.net, Issuu, Google Docs, Google Präsentationen,<br />

Google Formulare, Padlet, Makebelifscomix, Memegenerator, Tricider, Dotstorming,<br />

Answergarden, Kizoa<br />

58


59<br />

ART AUTOGRAPHS 2021<br />

Ziele:<br />

Den Schülerinnen <strong>und</strong> Schülern sollte mit diesem Projekt im Rahmen einer<br />

umfassenderen Betrachtung der zeitgenössischen Kunst gezeigt werden, was<br />

Kunstfälschungen <strong>und</strong> Kunstmemes sind. Was haben hochwertige Memes mit<br />

Kunst zu tun? Kennen Menschen Memes, die auf Kunstwerken basieren, besser<br />

als das Original? Wie können Schüler/-innen zwischen echten Kunstwerken <strong>und</strong><br />

Fälschungen unterscheiden?<br />

Aktivitäten:<br />

Ein Jahr lang wurde dieses Projekt mit dem Unterrichtsstoff für 10- bis 17-Jährige<br />

über Kultur <strong>und</strong> Kunst verknüpft. Die Aktivitäten umfassten die Schaffung von<br />

Kunstwerken in Anlehnung an die Werke berühmter Künstler/-innen, die Gestaltung<br />

von Artefakten auf der Gr<strong>und</strong>lage bestimmter Kulturen <strong>und</strong> einem bestimmten<br />

künstlerischen Erbe, Recherchen über das Leben <strong>und</strong> die Arbeit von Künstlerinnen<br />

<strong>und</strong> Künstlern aus verschiedenen Ländern <strong>und</strong> die Förderung einer respektvollen<br />

Haltung gegenüber den verschiedenen Kulturen der Welt. Die Schülerinnen <strong>und</strong><br />

Schüler recherchierten über berühmte Influencer, erstellten ein Glossar mit Begriffen<br />

zum Online-Verhalten <strong>und</strong> gestalteten gemeinsam ein E-Book mit dem Titel „Modern<br />

Art Simplified“. Darüber hinaus drehten sie mehrere Filme <strong>und</strong> organisierten<br />

<strong>eTwinning</strong>-Live-Veranstaltungen zur Erkennung von Memes <strong>und</strong> Fälschungen.<br />

Auswirkungen:<br />

Die Schülerinnen <strong>und</strong> Schüler verbesserten ihre Kritikfähigkeit <strong>und</strong> erkannten<br />

durch das Studium der Welt der Kunst <strong>und</strong> der Kunstfälschungen, dass jedes<br />

Bild im Hinblick auf den Kontext, die Hauptaussage <strong>und</strong> die zugr<strong>und</strong>e liegenden<br />

Beweggründe kritisch beurteilt werden muss.<br />

Länder:<br />

Frankreich, Griechenland, Türkei, Ukraine<br />

Link zum TwinSpace:<br />

https://twinspace.etwinning.net/116982/home<br />

Tools:<br />

Graasp, Minecraft, Blender, GeoGebra, Emaze, Tricider, Survey Monkey, Mentimeter,<br />

Padlet, Thinglink, Genial.ly, Calameo, Blogspot, Adobe Spark Post, Pixlr, Tuerchen,<br />

Kahoot, LearningApps, Linoit, Sway, Seesaw, Toytheater, Sutory, Wizer.me, YouTube,<br />

Stop Motion Studio<br />

KAPITEL 4


MIT ETWINNING MEDIENKOMPETENZ VERMITTELN UND DESINFORMATION BEKÄMPFEN<br />

WEBA (WEB-ACADEMY)<br />

Bei diesem Projekt wurde untersucht, wie Web-2.0-Online-<br />

Bildungsumgebungen das Lehren <strong>und</strong> Lernen online unterstützen können.<br />

Ziele:<br />

Das Projekt zielte darauf ab, den Schülerinnen <strong>und</strong> Schülern Wissen <strong>und</strong> Fähigkeiten<br />

für eine effektivere Nutzung von Web-2.0-Tools <strong>und</strong> die Vermeidung der Gefahren<br />

einer digitalisierten Welt zu <strong>vermitteln</strong>.<br />

Aktivitäten:<br />

Bei diesem Projekt wurden die Schüler/-innen, die wegen der COVID-19-Pandemie<br />

nicht in die Schule gehen konnten, in die Lage versetzt, mithilfe von Web-2.0-Tools<br />

Kursinhalte zur Unterstützung des Unterrichts <strong>und</strong> ihrer Aufgaben zu erstellen.<br />

Die Schülerinnen <strong>und</strong> Schüler sind in einer digitalisierten Welt mit verschiedenen<br />

Gefahren konfrontiert. Aus diesem Gr<strong>und</strong> schufen sie mit Web-2.0-Tools, deren<br />

Nutzung sie gelernt hatten, originelle <strong>und</strong> lehrreiche Produkte zum Thema<br />

„<strong>Medienkompetenz</strong> <strong>und</strong> <strong>Desinformation</strong>“ – Online-Geschichten <strong>und</strong> -Wettbewerbe,<br />

Concept Maps, Unterrichtsfolien, Mess- <strong>und</strong> Spieltools. Diese Inhalte wurden in den<br />

am Projekt beteiligten Schulen verbreitet. Die Produkte bezogen sich auf Themen<br />

wie Entdeckungen <strong>und</strong> Erfindungen, kulturelles Erbe, Schulfächer sowie Natur <strong>und</strong><br />

Umwelt, <strong>und</strong> am Ende stellten die Schüler/-innen ihre Arbeiten den Partnern <strong>und</strong><br />

dem lokalen Umfeld vor.<br />

Auswirkungen:<br />

Die Schülerinnen <strong>und</strong> Schüler verbesserten ihre digitale Kompetenz, <strong>und</strong><br />

mithilfe verschiedener Projektaktivitäten wurde ihnen ein bewussterer Umgang<br />

mit Internetsicherheit vermittelt. Sie erhielten auch viele Informationen zu<br />

<strong>Medienkompetenz</strong> <strong>und</strong> <strong>Desinformation</strong> <strong>und</strong> erstellten ein Buch zum Thema<br />

„<strong>Medienkompetenz</strong> <strong>und</strong> <strong>Desinformation</strong> durch den Einsatz von Technologie“:<br />

https://read.bookcreator.com/A38pys632fUAYyVim907yyocfyf2/tEIggLfDQ86Gs6I8OmPGOg.<br />

Länder:<br />

Türkei, Litauen, Polen, Bulgarien<br />

Link zum TwinSpace:<br />

https://twinspace.etwinning.net/122869/home<br />

Hilfsmittel:<br />

Computer, Smartphone, Videokamera, Tablet, Diktiergerät, Fernseher. Web-2.0-<br />

Tools:<br />

Padlet.com, LearningApps.org, Quizizz.com, Canva.com, Spiderscribe.net, Jigsawplanet.<br />

com, app.bookcreator.com, Google Präsentationen, Google Formulare, Google Docs,<br />

Storyjumper.com, Linoit.com, Blogger.com, Mentimeter.com, Surveymonkey.com<br />

60


61<br />

4.4 ALTER 16-19 JAHRE<br />

COVERING COVID-19 THROUGH DIGITAL MEDIA LITERACY<br />

Bei diesem Projekt wurde die COVID-19-Situation als <strong>Mit</strong>tel zur Förderung<br />

der <strong>Medienkompetenz</strong> der beteiligten Schüler/-innen genutzt.<br />

Ziele:<br />

Angesichts der Tatsache, dass überall auf der Welt aufgr<strong>und</strong> der COVID-19-<br />

Pandemie die gleichen Einstellungen <strong>und</strong> Handlungen propagiert wurden, hatte<br />

dieses Projekt zum Ziel, die Schüler/-innen über die Gründe <strong>und</strong> Folgen der<br />

Pandemie zu informieren, insbesondere im Bereich der <strong>Desinformation</strong>, <strong>und</strong> ihnen<br />

so zu helfen, ihre <strong>Medienkompetenz</strong> zu verbessern.<br />

Aktivitäten:<br />

Die Schüler/-innen erlernten den Umgang mit Web-2.0-Tools, indem sie mit Canva<br />

Infografiken zum Thema <strong>Medienkompetenz</strong> erstellten <strong>und</strong> diese ihren <strong>Mit</strong>schülern/-<br />

innen präsentierten. Der Prozess umfasste auch den kulturellen Austausch<br />

zwischen den Schülern/-innen während der projektbegleitenden Online-Treffen.<br />

Ein E-Book mit dem Titel „Coronavirus: how bad information can go viral“ – https://<br />

read.bookcreator.com/zKZ3ZsUA1Eg71glCyoalnxELgyr1/QaodmG6MShSev3D-<br />

89Zeww – wurde von den Projektpartnern gemeinsam erstellt. Dieses wurde als<br />

Gr<strong>und</strong>lage für länderübergreifende Diskussionen genutzt, um das Bewusstsein<br />

der Schüler/-innen für die sehr unterschiedlichen Auswirkungen des Virus in<br />

verschiedenen Bereichen <strong>und</strong> Zusammenhängen zu schärfen, insbesondere in<br />

Bezug auf die Medienberichterstattung <strong>und</strong> Falschmeldungen, aber auch auf andere<br />

Themen wie den Klimawandel.<br />

Auswirkungen:<br />

Die Schülerinnen <strong>und</strong> Schüler lernten, wie wichtig es ist, sich auf die digitale<br />

<strong>Medienkompetenz</strong> zu konzentrieren, um die Widerstandsfähigkeit gegenüber<br />

ges<strong>und</strong>heitsbezogenen Falschmeldungen im Zusammenhang mit der COVID-<br />

19-Pandemie zu stärken. Dadurch konnten sie den Ansturm der täglichen<br />

Medienberichterstattung über die Pandemie besser bewältigen.<br />

Länder:<br />

Aserbaidschan, Jordanien<br />

Link zum TwinSpace:<br />

https://twinspace.etwinning.net/114852/home<br />

KAPITEL 4


MIT ETWINNING MEDIENKOMPETENZ VERMITTELN UND DESINFORMATION BEKÄMPFEN<br />

Tools:<br />

Microsoft Teams, Padlet, Canva, Bookcreator, StoryJumper, Quizizz<br />

ART AUTOGRAPHS 2021<br />

<strong>Medienkompetenz</strong> umfasst die Prozesse, die es den Menschen<br />

ermöglichen, auf Medien zuzugreifen, sie kritisch zu bewerten <strong>und</strong> zu<br />

gestalten. Dieses Projekt förderte das Bewusstsein für den Einfluss der<br />

Medien <strong>und</strong> vermittelte eine bewusste Haltung in Bezug auf den Konsum<br />

<strong>und</strong> die Erstellung von Medien.<br />

Ziele:<br />

Ein Ziel des Projekts war es, die Kompetenz zu fördern, die für eine kritische Analyse<br />

der über verschiedene Medien verbreiteten Nachrichten erforderlich ist. Außerdem<br />

sollten die digitale Kompetenz der Schülerinnen <strong>und</strong> Schüler verbessert, ihre<br />

allgemeine <strong>Medienkompetenz</strong> gestärkt <strong>und</strong> ihre kreativen Fähigkeiten unterstützt<br />

werden, damit sie eigene Medienbotschaften verfassen <strong>und</strong> gegen Fake News<br />

ankämpfen können.<br />

Aktivitäten:<br />

Da sich das Projekt mit Medien <strong>und</strong> <strong>Desinformation</strong> befasste, bestand eine der<br />

Hauptaktivitäten darin, den Schülern/-innen Web-2.0-Tools vorzustellen. Die<br />

Schülerinnen <strong>und</strong> Schüler recherchierten Fachbegriffe zum Internet <strong>und</strong> den Medien<br />

<strong>und</strong> erstellten ein Glossar mit gängigen Begriffen: https://online.fliphtml5.com/<br />

rlouv/gfsj/. Sie führten auch einige soziale Experimente durch, um zu untersuchen,<br />

wie sich <strong>Desinformation</strong>en verbreiten <strong>und</strong> wie sie auf die Menschen wirken, wobei<br />

sie vier verschiedene Ansätze verwendeten: die Erstellung <strong>und</strong> Verwendung von<br />

gefälschten Fotos, Fotomontagen, Online-Tools zur Erstellung von Falschmeldungen<br />

<strong>und</strong> die Produktion eines Videos. Die Schüler/-innen erstellten folgendes E-Book zu<br />

diesem Thema:<br />

https://read.bookcreator.com/kYAGFuZpV3YZczRWVWNHsgX2Zb82/JoYR0ejb-<br />

TZqecnOCloKTZQ<br />

Auswirkungen:<br />

Die abschließende Auswertung des Projekts zeigte, dass die Aktivitäten, an denen<br />

die Schüler/-innen beteiligt waren, <strong>und</strong> die von ihnen erstellten Produkte ihre<br />

<strong>Medienkompetenz</strong> erhöhten. Im Rahmen des Projekts konnten die Schüler/-innen<br />

neue Kompetenzen wie kritisches Denken, Problemlösung, Zusammenarbeit,<br />

Kommunikation <strong>und</strong> Menschenführung erwerben. Die Schülerinnen <strong>und</strong> Schüler<br />

können nun Informationen <strong>und</strong> verschiedene Medientypen analysieren <strong>und</strong> auch<br />

eigene Medien erstellen. Dadurch sind sie zu bewussteren <strong>und</strong> vorsichtigeren<br />

digitalen Nutzerinnen <strong>und</strong> Nutzern geworden.<br />

62


63<br />

Länder:<br />

Türkei, Rumänien, Ukraine, Georgien, Libanon, Kroatien, Serbien<br />

Link zum TwinSpace:<br />

https://twinspace.etwinning.net/123681/home<br />

Tools:<br />

Google Formulare, Kahoot, Quizizz, Blooket, Mentimeter, Canva, Postermywall,<br />

Thinkercad, Google Docs, Zoom, Wakelet, ToonyTool, Kapwing, Kizoa, Quizle<br />

DIGITAL BRIDGE!<br />

Das digitale Zeitalter bringt neue Risiken <strong>und</strong> kritische Bereiche mit sich,<br />

die junge Schülerinnen <strong>und</strong> Schüler bedrohen. Dieses Projekt befasst sich<br />

mit Internet- <strong>und</strong> Social-Media-Sucht, Cybermobbing, Fake News <strong>und</strong> der<br />

mangelnden Vorbereitung auf das Engagement in einer digitalen Kultur mit<br />

den damit verb<strong>und</strong>enen Risiken wie der Verletzung der Online-Privatsphäre,<br />

unzureichender Datensicherheit, Betrug <strong>und</strong> anderen Problemen.<br />

Ziele:<br />

Dieses Projekt wurde ins Leben gerufen, um den Schülerinnen <strong>und</strong> Schülern eine<br />

bessere politische Teilhabe zu ermöglichen, sie für Cyber-Risiken zu sensibilisieren<br />

<strong>und</strong> ihre Medien- <strong>und</strong> Digitalkompetenz zu fördern.<br />

Aktivitäten:<br />

In länderübergreifenden Teams erstellten die Schüler/-innen viele Arbeiten, darunter<br />

dieses Quiz über die Ziele von Menschen, die Fake News verfassen: https://view.<br />

genial.ly/6070c7d6a838df0d7dd3126b/interactive-content-bricks-quiz.<br />

Den Schülern/-innen wurden auch die Konzepte des Urheberrechts <strong>und</strong> der fairen<br />

Nutzung von geistigem Eigentum vermittelt, <strong>und</strong> sie produzierten ein Quiz zu diesem<br />

Thema: https://view.genial.ly/6070c7d6a838df0d7dd3126b/interactive-contentbricks-quiz.<br />

Die Partner erstellten ein Wörterbuch zur digitalen politischen Teilhabe, ebenso<br />

Logos, Poster <strong>und</strong> Anleitungen, <strong>und</strong> verfassten eine Reihe von Newslettern zur<br />

<strong>Medienkompetenz</strong>, von denen einer hier zu sehen ist: https://www.flipsnack.com/<br />

digitalbridge/copy-of-digit-l-bridge-march-activities-bulletin.htm.<br />

Im Rahmen des Projekts erstellten die Schüler/-innen ein E-Magazin zum Thema<br />

„Sicheres Internet“.<br />

Auswirkungen:<br />

Die abschließende Auswertung des Projekts zeigt, dass sich die digitale Kompetenz<br />

der Schülerinnen <strong>und</strong> Schüler verbessert hat <strong>und</strong> dass sie stärker darauf achten<br />

wollen, was sie lesen, sich ansehen <strong>und</strong> tun, wenn sie mit den Medien interagieren.<br />

KAPITEL 4


MIT ETWINNING MEDIENKOMPETENZ VERMITTELN UND DESINFORMATION BEKÄMPFEN<br />

Länder:<br />

Türkei, Frankreich, Italien, Spanien, Kroatien, Griechenland, Ukraine, Tunesien,<br />

Litauen, Polen, Georgien, Rumänien<br />

Link zum TwinSpace:<br />

https://twinspace.etwinning.net/151244/home<br />

Tools:<br />

Renderforest, Flipgrid, Bitmoji Virtual Classroom, Google Präsentationen,<br />

Responsters, Thinglink, Blogger, Wix, Tricider, Wordartcloud, Google Tabellen, Voki,<br />

Calameo, Bitmoji, Chatterpix, Pictramap, ToonyTool, Pixton, Bighugelabs, Meme<br />

Generation, Google Formulare, Genially, Emaze, Prezi, Canva, Postermywall,<br />

Flipxpress, Quizlet, Quizizz, Kahoot, LearningApps, Zumpad, Storyboard, Sli.do<br />

MONO-LOGOS<br />

Der Titel des Projekts basiert auf dem Wort „Monolog“, d. h. einem Vortrag,<br />

der von einer einzelnen Person gehalten wird <strong>und</strong> an einen oder mehrere<br />

Empfänger gerichtet ist. Dabei lag der Schwerpunkt auf witzigen, satirischen<br />

Monologen zu Themen wie <strong>Medienkompetenz</strong> <strong>und</strong> kritisches Denken.<br />

Ziele:<br />

Bei Mono-Logos präsentierten <strong>und</strong> diskutierten die Schüler/-innen die Probleme<br />

der heutigen Gesellschaft aus einem humorvollen Blickwinkel. Ziel war es,<br />

zum Nachdenken <strong>und</strong> zur kritischen Reflexion über diese Themen anzuregen<br />

<strong>und</strong> dabei den Sinn der Menschen für Humor zu nutzen. Außerdem sollte die<br />

Integrationsfähigkeit, die Kooperationsfähigkeit <strong>und</strong> die Sensibilität der Schüler/-<br />

innen für kontroverse <strong>und</strong> schwierige Themen gestärkt werden.<br />

Aktivitäten:<br />

Die Schülerinnen <strong>und</strong> Schüler beschäftigten sich in international gemischten<br />

Gruppen mit einem der folgenden Themen: COVID-19, Gastronomie, dystopische<br />

Literatur, Umwelt, Fremdwörter, <strong>Medienkompetenz</strong> oder Gleichstellung der Frauen.<br />

Hier ist ein Beispiel für eine Aktivität zur <strong>Medienkompetenz</strong>: https://view.genial.<br />

ly/5fcc2b9d185a0d0d977ca3ae/presentation--media-literacymono-logos-etwinningcopia-copia-copia-copia-copia.<br />

Nachdem die Themen diskutiert worden waren, schrieb jede Gruppe ein Drehbuch,<br />

führte einen Comedy-Monolog auf <strong>und</strong> nahm anschließend an Debatten teil.<br />

Darüber hinaus engagierten sich alle am Projekt beteiligten Schüler/-innen<br />

bei internationalen Kampagnen zu den Themen des Projekts. Das schloss<br />

hörgeschädigte Schüler/-innen ein, die in ihren Videos Gebärdensprache<br />

verwendeten.<br />

64


65<br />

Die Schüler zeichneten nicht nur Monologe zu den einzelnen Themen auf, sondern<br />

erstellten auch digitale Produkte wie Zeitungen, Zeitschriften, Comics, Poster<br />

<strong>und</strong> Präsentationen zu den verschiedenen Themen. Einen Überblick über die<br />

Medienberichterstattung über das Projekt finden Sie auf dieser Seite.<br />

Auswirkungen:<br />

Die beteiligten Schülerinnen <strong>und</strong> Schüler verbesserten ihre sprachliche Kompetenz<br />

sowohl mündlich als auch schriftlich deutlich. Auch ihre Fähigkeiten zur kritischen<br />

Analyse wurden besser, <strong>und</strong> die Lehrkräfte hatten den Eindruck, dass sie den<br />

Realitätsbezug ihrer Arbeit gr<strong>und</strong>legender verstanden.<br />

Länder:<br />

Spanien, Bulgarien, Ukraine<br />

Link zum TwinSpace:<br />

https://twinspace.etwinning.net/123528/home<br />

Tools:<br />

TikTok, Flipsnack, Calameo, Genially, Google Präsentationen, Mentimeter, Linoit,<br />

Google Formulare, YouTube<br />

SOCIAL MEDIA CULTURAL DEGENERATION<br />

Dieses Projekt befasste sich mit den negativen Auswirkungen der<br />

sozialen Medien auf das Verhalten von Jugendlichen in Verbindung mit<br />

einer Pandemie. Wenn Schüler/-innen die Realität in erster Linie über<br />

die sozialen Medien wahrnehmen, ist eine der Folgen die sogenannte<br />

„kulturelle Degeneration“.<br />

Ziele:<br />

Dieses Projekt hatte vier Hauptziele:<br />

• Recherchieren <strong>und</strong> Definieren der Vor- <strong>und</strong> Nachteile von Social Media<br />

• Recherchieren des Begriffs „kulturelle Degeneration“<br />

• Schaffen eines gesellschaftlichen Bewusstseins für unsere aktuelle Kultur<br />

• Lernen, wie man die Tools des Internets effektiv nutzt<br />

Aktivitäten:<br />

Die Schüler/-innen führten eine Vielzahl von Studienaktivitäten durch, z. B.<br />

recherchierten sie über soziale Medien, das Konzept der kulturellen Degeneration<br />

<strong>und</strong> die Wechselwirkung zwischen beiden. Sie beschäftigten sich auch mit der<br />

Abhängigkeit von sozialen Medien, mit den Problemen des Cybermobbing <strong>und</strong><br />

der <strong>Desinformation</strong> sowie mit dem digitalen Fußabdruck. Sie zeigten ihr Wissen in<br />

Quizspielen, bei der Erstellung von Postern <strong>und</strong> in einer Reihe von E-Büchern. Eines<br />

der bedeutendsten Arbeitsergebnisse war ein von allen Schülern/-innen produziertes<br />

Zeichentrickvideo über die Abhängigkeit von sozialen Medien.<br />

KAPITEL 4


MIT ETWINNING MEDIENKOMPETENZ VERMITTELN UND DESINFORMATION BEKÄMPFEN<br />

Auswirkungen:<br />

Bei der Auswertung des Projekts äußerten die Lehrkräfte die Meinung, dass sowohl<br />

sie als auch ihre Schüler/-innen in vielerlei Hinsicht von der Teilnahme profitiert<br />

hätten. Die Lehrkräfte erhielten für sie neue Informationen über die Angebote der<br />

sozialen Medien <strong>und</strong> die dort lauernden Gefahren. Die Schülerinnen <strong>und</strong> Schüler<br />

erhielten für sie neue Informationen über negative Aspekte der sozialen Medien<br />

<strong>und</strong> der damit verb<strong>und</strong>enen Sucht. Sie wurden sich bewusst, wie die Medien die<br />

Kultur beeinflussen können, indem sie alles auf das reduzieren, was von Social-<br />

Media-Gurus als „akzeptabel“ angesehen wird. Sie wurden versierte Nutzer/-innen<br />

von Web-2.0-Tools <strong>und</strong> lernten, Nachrichten skeptisch gegenüberzustehen <strong>und</strong> zu<br />

prüfen, was wahr ist <strong>und</strong> was nicht.<br />

Länder:<br />

Rumänien, Türkei, Tunesien, Polen, Albanien, Frankreich, Nordmazedonien, Serbien<br />

Link zum TwinSpace:<br />

https://twinspace.etwinning.net/117668/home<br />

Tools:<br />

Canva, Renderforest, Animaker, Chatterpix, Kahoot, Scrumbl.ca, Genially, Storyjumper,<br />

Padlet, Linoit, Toontastic<br />

66


67<br />

4.5 BERUFLICHE AUS- UND<br />

WEITERBILDUNG<br />

FIND THE TRUTH IN THE VIRTUAL WORLD<br />

Das Thema für dieses Projekt wurde aufgr<strong>und</strong> der Risiken gewählt, die<br />

neue Kommunikationsmittel für Kinder <strong>und</strong> Jugendliche darstellen können,<br />

da sich die Mobiltechnologie rasant entwickelt hat <strong>und</strong> neue Medientools<br />

Einzug in unser Leben gehalten haben. <strong>Mit</strong> den sozialen Netzwerken sind<br />

die neuen Medientools in den <strong>Mit</strong>telpunkt unseres Lebens gerückt. Die<br />

neuen Kommunikationsmittel bergen jedoch auch Risiken, insbesondere<br />

für Kinder <strong>und</strong> Jugendliche. Deshalb ist es sehr wichtig, dass sie lernen, die<br />

Nachrichten in den sozialen Medien richtig zu analysieren, zu bewerten <strong>und</strong><br />

zu interpretieren.<br />

Ziele:<br />

Ziel dieses Projekts war es, die Schüler/-innen für die Risiken der sozialen Medien<br />

zu sensibilisieren. Sie lernten auch das Konzept der Informationsverschmutzung<br />

kennen <strong>und</strong> wie sie auf echtes Wissen zugreifen.<br />

Aktivitäten:<br />

Das Projekt war schülerzentriert, <strong>und</strong> die Schüler/-innen wurden in die<br />

Entscheidungsprozesse zu den Projektthemen einbezogen <strong>und</strong> für die<br />

fächerübergreifende Arbeit in internationale Schulteams eingeteilt. Sie entwarfen<br />

interaktive Bilder, untersuchten den Begriff der Karikatur <strong>und</strong> schufen eigene<br />

Karikaturen. Sie erstellten auch ein Wörterbuch zur <strong>Medienkompetenz</strong> <strong>und</strong><br />

Akrostichon-Poster, die sie in einem E-Book veröffentlichten: https://online.fliphtml5.<br />

com/oxkts/sjuc/#p=1. Außerdem verfassten sie eine sehr informative Broschüre für<br />

Familien über das richtige Verhalten im Internet. Darüber hinaus drehten sie Videos<br />

<strong>und</strong> organisierten Webinare zu verschiedenen Aspekten der <strong>Medienkompetenz</strong>.<br />

Auswirkungen:<br />

Laut der am Ende des Projekts durchgeführten Evaluierung lernten die Schülerinnen<br />

<strong>und</strong> Schüler, wie sie Nachrichten in sozialen Medien richtig analysieren, bewerten<br />

<strong>und</strong> interpretieren können, <strong>und</strong> verbesserten ihre <strong>Medienkompetenz</strong>. Sie gewannen<br />

Sicherheit im Umgang mit Online-Tools <strong>und</strong> entwickelten Soft Skills wie Teamarbeit,<br />

Zusammenarbeit <strong>und</strong> Präsentationskompetenz.<br />

Länder:<br />

Albanien, Bulgarien, Georgien, Kroatien, Italien, Portugal, Ukraine, Rumänien, Spanien,<br />

Türkei<br />

KAPITEL 4


MIT ETWINNING MEDIENKOMPETENZ VERMITTELN UND DESINFORMATION BEKÄMPFEN<br />

Link zum TwinSpace:<br />

https://twinspace.etwinning.net/158648/home<br />

Tools:<br />

Canva, Renderforest, Webly, Genially, LearningApps, Animoto, Padlet,<br />

Google Formulare, SurveyMonkey, MindMeister, Certificate Magic<br />

YOUNG EUROPEAN ENTREPRENEURS (YEE)<br />

Dieses Projekt zielt darauf ab, die Schüler/-innen für den Einfluss aktueller<br />

europäischer Trends wie „Nachhaltigkeit“, „Digitalisierung“ <strong>und</strong> „kulturelle<br />

Vielfalt“ zu sensibilisieren <strong>und</strong> die Auswirkungen von COVID-19 auf<br />

Unternehmertum, Verbraucherverhalten <strong>und</strong> die Arbeitswelt zu <strong>vermitteln</strong>.<br />

Ziele:<br />

Ziel des Projekts ist es, über die Bedeutung der aktuell relevanten Megatrends<br />

„Nachhaltigkeit“, „Digitalisierung“, „kulturelle Vielfalt“ <strong>und</strong> „COVID-19“ für<br />

das gesellschaftliche <strong>Mit</strong>einander in Europa zu informieren. Dabei sollen<br />

die Schülerinnen <strong>und</strong> Schüler die Auswirkungen dieser Megatrends auf das<br />

Unternehmertum <strong>und</strong> die Arbeitswelt untersuchen <strong>und</strong> selbst als Unternehmer/-<br />

innen aktiv werden. So sollen sie einen Sinn für nachhaltiges Wirtschaften in einem<br />

zunehmend digitalisierten europäischen Markt entwickeln.<br />

Aktivitäten:<br />

Die Schülerinnen <strong>und</strong> Schüler agierten in diesem Projekt als Unternehmer/-<br />

innen, entwickelten ihre eigenen Geschäfts- <strong>und</strong> Produktideen <strong>und</strong> reflektierten<br />

die gewonnenen Erfahrungen in einem Jahresbericht. In einem ersten Schritt<br />

analysierten sie den aktuellen Bedarf in den teilnehmenden Ländern <strong>und</strong> wurden<br />

sich dabei der kulturellen Vielfalt bewusst. Anschließend konzipierten sie ein<br />

eigenes Modellunternehmen mit einer entsprechenden Produktpalette. Danach<br />

führten sie Werbekampagnen für einen internationalen Markt durch <strong>und</strong> verwalteten<br />

den Verkaufsprozess im TwinSpace online. Dadurch wurde ihnen bewusst, wie<br />

wichtig Medieninhalte <strong>und</strong> die Erstellung eines soliden Produktkonzepts sind,<br />

<strong>und</strong> sie lernten die für eine erfolgreiche Werbekampagne erforderlichen Prozesse<br />

kennen. Für ihre Unternehmen veröffentlichten sie Stellenangebote <strong>und</strong> lernten,<br />

wie man sich am besten bewirbt <strong>und</strong> präsentiert. Das Endergebnis war die<br />

Produktion einer Firmenzeitschrift. Schüler/-innen <strong>und</strong> Lehrkräfte wurden ermutigt,<br />

zusammenzuarbeiten <strong>und</strong> effektive Synergien zu schaffen, indem sie in einem<br />

integrativen internationalen Kontext voneinander lernen <strong>und</strong> miteinander arbeiten.<br />

Auswirkungen:<br />

Bei der Reflexion über die digitalen Technologien, die für ihren andauernden<br />

Distanzunterricht so wichtig sind, haben die Schülerinnen <strong>und</strong> Schüler erkannt, wie<br />

entscheidend <strong>Medienkompetenz</strong> für die Entwicklung eines Produktkonzepts <strong>und</strong><br />

eines ethischen Ansatzes für die Werbung ist. Die Ergebnisse der Projektevaluierung<br />

68


69<br />

zeigen, dass eine Zusammenarbeit von Schüler/-innen sowie die Begegnung mit <strong>und</strong><br />

die Wertschätzung von kultureller Vielfalt jede nationale Vision weit übertreffen <strong>und</strong><br />

den Weg für eine politische Teilhabe auf europäischer Ebene bahnen.<br />

Länder:<br />

Italien, Deutschland, Türkei, Portugal, Île de la Réunion – Frankreich, Tschechien,<br />

Polen<br />

Link zum TwinSpace:<br />

https://twinspace.etwinning.net/119802/home<br />

Tools:<br />

Padlet, iMovie, Google Earth, Genial.ly, Google Docs, Google Maps, WordClouds,<br />

Flipsnack, Google Sites, Google Tabellen, Google Präsentationen, Microsoft Teams<br />

LANGUAGE, MEDIA AND CULTURE<br />

<strong>Mit</strong>hilfe von Sprache <strong>und</strong> Medien geben wir die Werte, Gegebenheiten <strong>und</strong><br />

Verhaltensweisen einer gesellschaftlichen Gruppe weiter. Auf diese Art <strong>und</strong><br />

Weise teilen wir die Kultur dieser sozialen Gruppe. In der modernen Welt<br />

brauchen wir für die Zwecke der Information, Bildung, Unterhaltung <strong>und</strong><br />

Weiterverbreitung kultureller Werte sowohl die Sprache als auch die Medien<br />

sowie einen weiteren Aspekt der Kultur – die Internetkultur, die bereits<br />

einen großen Einfluss darauf hat, wie wir miteinander interagieren.<br />

Ziel:<br />

Ziel des Projekts war es, den Schülern/-innen zu <strong>vermitteln</strong>, dass Sprache, Medien<br />

<strong>und</strong> Kultur miteinander verb<strong>und</strong>en sind. Das Verständnis dieses Zusammenhangs<br />

wird den Schülern/-innen nicht nur helfen, die Rolle der Medien in ihrem Leben<br />

zu verstehen, sondern auch dazu beitragen, dass sie als Bürger informierter, als<br />

Verbraucher versierter <strong>und</strong> schließlich als Arbeitnehmer erfolgreicher werden, indem<br />

sie ihre Kompetenzen <strong>und</strong> Fähigkeiten verbessern, die es ihnen ermöglichen, in der<br />

modernen Gesellschaft zu leben <strong>und</strong> zu arbeiten.<br />

Aktivitäten:<br />

Bei diesem Projekt entwickelten die Schüler/-innen ihre Eigendarstellung mit<br />

kreativen <strong>und</strong> effektiven Botschaften, z. B. indem sie persönliche Avatare entwarfen<br />

<strong>und</strong> erstellten. Zu den Aktivitäten gehörten öffentliches Reden <strong>und</strong> Erzählen, wobei<br />

sie sich auch selbst beim Vortragen einer Geschichte aufnahmen. Sie nahmen<br />

an einem Rollenspiel teil, bei dem sie eine Reihe von Interviews mit berühmten<br />

Persönlichkeiten durchführten, die sie auf Video festhielten. Anschließend wurde<br />

das Video für eine möglichst attraktive Darstellung überarbeitet. So lernten sie, dass<br />

Videos manipuliert <strong>und</strong> Botschaften verfälscht werden können.<br />

KAPITEL 4


MIT ETWINNING MEDIENKOMPETENZ VERMITTELN UND DESINFORMATION BEKÄMPFEN<br />

Auswirkungen:<br />

Die Schülerinnen <strong>und</strong> Schüler entwickelten viele verschiedene Fähigkeiten: Sie<br />

lernten, Botschaften sowohl in ihrer Muttersprache als auch in einer Fremdsprache<br />

klar <strong>und</strong> prägnant zu formulieren. Sie verbesserten ihre Fähigkeiten in Bezug<br />

auf verbale <strong>und</strong> nonverbale Kommunikation sowie die Analyse schriftlicher<br />

<strong>und</strong> visueller Kommunikation. Die Schüler/-innen verbesserten auch ihre<br />

Kommunikationskompetenz, um effektive Verbindungen <strong>und</strong> Beziehungen zu<br />

anderen aufzubauen.<br />

Länder:<br />

Tschechien, Türkei, Serbien<br />

Link zum TwinSpace:<br />

https://twinspace.etwinning.net/92669/home<br />

Tools:<br />

Joomag, Voki, AnswerGarden, Tricider<br />

70


KAPITEL 4<br />

71


72<br />

MIT ETWINNING MEDIENKOMPETENZ VERMITTELN UND DESINFORMATION BEKÄMPFEN


73<br />

KAPITEL 5<br />

Ressourcen für die<br />

Vermittlung von<br />

<strong>Medienkompetenz</strong><br />

KAPITEL 5


MIT ETWINNING MEDIENKOMPETENZ VERMITTELN UND DESINFORMATION BEKÄMPFEN<br />

<strong>Medienkompetenz</strong> <strong>und</strong> <strong>Desinformation</strong><br />

sind keine einfachen Themen, vor allem<br />

nicht für Jugendliche, die sich an eine<br />

mediengesteuerte Welt gewöhnt haben.<br />

Es gibt jedoch viele gute Ressourcen, von<br />

denen einige bereits in früheren Kapiteln<br />

erwähnt wurden. In diesem Kapitel stellen<br />

wir Ihnen Ressourcen vor, die sowohl von<br />

unseren Autorinnen <strong>und</strong> Autoren als auch<br />

aus anderen Quellen stammen, <strong>und</strong> machen<br />

Ihnen einige Vorschläge für Aktivitäten, die<br />

Sie mit Ihren Klassen durchführen können.<br />

Beginnen wir mit dem EU-Toolkit<br />

für Schulen zur <strong>Desinformation</strong>. Es<br />

trägt den Titel Entlarve <strong>und</strong> bekämpfe<br />

<strong>Desinformation</strong> <strong>und</strong> umfasst eine<br />

oder zwei Unterrichtsst<strong>und</strong>en für<br />

Schüler/-innen der Sek<strong>und</strong>arstufe.<br />

Das Toolkit beinhaltet einen Leitfaden<br />

<strong>und</strong> eine PowerPoint-Präsentation<br />

mit Links zu mehreren YouTube-<br />

Videos, die als Fallbeispiele dienen.<br />

In Form von Gruppendiskussionen<br />

<strong>und</strong> Präsentationen werden mit dem<br />

Toolkit die Konzepte Wissen <strong>und</strong><br />

Verstehen sowie auch das tatsächliche<br />

Handeln abgedeckt, um Wissen in<br />

Handlungskompetenz umzusetzen. Die<br />

Inhalte sind auf die Lebenswirklichkeit<br />

der Schülerinnen <strong>und</strong> Schüler sowie<br />

auf deren Geschichtsunterricht<br />

zugeschnitten. So werden Fallstudien<br />

von Persönlichkeiten wie Machiavelli,<br />

Papst Urban II. <strong>und</strong> den heutigen<br />

QAnon-Verschwörungstheoretikern<br />

herangezogen. Durch diese Mischung<br />

aus Gegenwart <strong>und</strong> Vergangenheit<br />

werden die Schüler/-innen in die<br />

Lage versetzt, <strong>Desinformation</strong> im<br />

Zusammenhang zu sehen – sowohl in<br />

ihrer aktuellen Lebenswirklichkeit als<br />

auch in Bezug auf historische Vorläufer<br />

<strong>und</strong> Parallelen. Zum Abschluss bietet<br />

das Toolkit eine Fülle zusätzlicher<br />

Empfehlungen für weitere Recherchen<br />

mit einer zielgruppengerechten<br />

Leseliste.<br />

Alle Materialien sind in allen 24 EU-<br />

Sprachen der EU-27 verfügbar <strong>und</strong><br />

können im Sinne von Integration <strong>und</strong><br />

Flexibilität vollständig an die jeweiligen<br />

Anforderungen der Lehrkräfte <strong>und</strong> der<br />

Klassen angepasst werden. Ähnlich<br />

wie die Schülerinnen <strong>und</strong> Schüler,<br />

für die dieses Paket bestimmt ist, ist<br />

auch das <strong>Desinformation</strong>steam der<br />

Generaldirektion Kommunikation der<br />

Europäischen Kommission bestrebt,<br />

immer wieder Neues zu lernen <strong>und</strong> den<br />

74


75<br />

eigenen Ansatz zu überdenken. Das Team<br />

würde sich für künftige Aktualisierungen<br />

über Rückmeldungen unter der folgenden<br />

Kontaktadresse freuen:<br />

COMM-DISINFORMATION-TEAM@<br />

ec.europa.eu<br />

URL https://europa.eu/learning-corner/<br />

spot-and-fight-disinformation_de<br />

Ein weiteres nützliches Toolkit ist<br />

das Media Literacy Toolkit, das von<br />

den österreichischen <strong>und</strong> deutschen<br />

Presseräten entwickelt wurde <strong>und</strong> in<br />

englischer Sprache verfügbar ist. Es<br />

enthält eine Reihe von Fallstudien,<br />

Rollenspielen <strong>und</strong> Videos, mit denen<br />

die Schüler/-innen für Themen<br />

wie Pressefreiheit <strong>und</strong> ethischen<br />

Journalismus sensibilisiert werden<br />

sollen.<br />

Das Französische Zentrum für<br />

Medienbildung CLEMI hat ein<br />

ausgezeichnetes Set von Arbeitsblättern<br />

für Medien- <strong>und</strong> Informationskompetenz<br />

im Unterricht erstellt, die<br />

heruntergeladen <strong>und</strong> ausgedruckt<br />

werden können.<br />

Die Gruppe MEETolerance hat<br />

eine Reihe von Ressourcen für<br />

medienpädagogische Aktivitäten <strong>und</strong><br />

Methoden zur Förderung der sozialen<br />

Eingliederung veröffentlicht.<br />

T for Think Smart ist ein 15-minütiges<br />

Video, das Schüler/-innen zum<br />

Nachdenken darüber anregen soll,<br />

welche Informationen sie online lesen<br />

<strong>und</strong> welchen Menschen sie online<br />

begegnen.<br />

MySelfie and the Wider World ist eine<br />

irische Ressource für die soziale,<br />

persönliche <strong>und</strong> ges<strong>und</strong>heitliche<br />

Bildung, die entwickelt wurde, um<br />

Schüler/-innen der 5. <strong>und</strong> 6. Klasse das<br />

Thema Cybermobbing nahezubringen.<br />

Eine Reihe von kurzen Animationen<br />

fördert bei den Schülerinnen <strong>und</strong><br />

Schülern die Kompetenzen <strong>und</strong> das<br />

Verständnis, um bei der Erk<strong>und</strong>ung der<br />

sozialen Netzwerke verantwortungsvoll,<br />

sozial <strong>und</strong> effektiv vorzugehen.<br />

All Aboard for DigiTown soll<br />

Schülerinnen <strong>und</strong> Schülerzwischen 9<br />

<strong>und</strong> 12 Jahren zu intelligenten digitalen<br />

Bürgerinnen <strong>und</strong> Bürgern machen,<br />

indem sie zehn Themen im DigiTown-<br />

Arbeitsbuch bearbeiten. Zu den Themen<br />

gehören Verbraucherbewusstsein,<br />

Rechte, Wohlbefinden, Medien- <strong>und</strong><br />

Informationskompetenz, Ethik <strong>und</strong><br />

Empathie, Datenschutz usw.<br />

Auf der Website Mind over Media findet<br />

sich eine Reihe von Ressourcen zum<br />

Thema Propaganda, insbesondere wie<br />

man sie erkennt <strong>und</strong> auf sie reagieren<br />

sollte.<br />

KAPITEL 5


MIT ETWINNING MEDIENKOMPETENZ VERMITTELN UND DESINFORMATION BEKÄMPFEN<br />

Der europäische Beteiligungspool<br />

SALTO bietet eine Reihe von Ressourcen<br />

zu Medien, Information <strong>und</strong> kritischem<br />

Denken.<br />

Weitere Ressourcen <strong>und</strong><br />

Literaturhinweise in allen EU-Sprachen<br />

finden Sie in Anhang 1.<br />

Wir schließen mit einer Reihe sehr<br />

nützlicher Ressourcen von außerhalb<br />

der EU:<br />

BBC-Ressourcen für Schüler<br />

Eine Sammlung von Ressourcen<br />

aus dem Umfeld der BBC, die<br />

Schülern/-innen helfen sollen, Fake<br />

News <strong>und</strong> Falschmeldungen zu<br />

erkennen. Es geht dabei um die<br />

gesellschaftlichen, politischen <strong>und</strong><br />

wirtschaftlichen Auswirkungen der<br />

Nachrichtenberichterstattung <strong>und</strong><br />

um die Kompetenzen, die für die<br />

Analyse <strong>und</strong> kritische Bewertung von<br />

Informationen in verschiedenen Medien<br />

erforderlich sind.<br />

Der CRAAP-Test (USA) ist eine<br />

praktische Checkliste für die Bewertung<br />

von Informationen. CRAAP steht für<br />

Currency, Relevance, Authority, Accuracy<br />

and Purpose (Aktualität, Relevanz,<br />

Autorität, Genauigkeit <strong>und</strong> Zweck) <strong>und</strong><br />

wurde von Bibliothekaren der California<br />

State University in Chico entwickelt.<br />

Sie haben einen einprägsamen Weg<br />

gef<strong>und</strong>en, um uns daran zu erinnern,<br />

dass nicht alle Informationen gute<br />

Informationen sind, insbesondere in<br />

einer Online-Umgebung.<br />

Faktencheck in acht einfachen Schritten<br />

(USA)<br />

Die International Federation of Library<br />

Associations (IFLA) hat eine Infografik<br />

mit acht einfachen Schritten erstellt,<br />

die auf einem Artikel von FactCheck.<br />

org aus dem Jahr 2016 basiert: „How<br />

to Spot Fake News“. Die IFLA würde<br />

es begrüßen, wenn Sie die Grafik<br />

herunterladen, ausdrucken, übersetzen<br />

<strong>und</strong> weitergeben, um die Informationen<br />

zu verbreiten.<br />

Fünf gr<strong>und</strong>legende Fragen (USA)<br />

Common Sense Media ist eine<br />

unabhängige, gemeinnützige<br />

Organisation, die Eltern, Lehrkräften <strong>und</strong><br />

politischen Entscheidungsträgern/-innen<br />

unvoreingenommene Informationen,<br />

vertrauenswürdige Ratschläge <strong>und</strong><br />

innovative Hilfsmittel zur Verfügung<br />

stellt, um ihnen zu helfen, die Macht<br />

der Medien <strong>und</strong> der Technologie als<br />

positive Kraft im Leben aller Kinder<br />

zu nutzen. Diese fünf Fragen können<br />

jungen Menschen – <strong>und</strong> allen anderen –<br />

als Ausgangspunkt für weitere kritische<br />

Fragen dienen.<br />

76


KAPITEL 5<br />

77


MIT ETWINNING MEDIENKOMPETENZ VERMITTELN UND DESINFORMATION BEKÄMPFEN<br />

1<br />

23<br />

78


79<br />

KAPITEL 6<br />

Unterrichtsaktivitäten<br />

zur Förderung der<br />

<strong>Medienkompetenz</strong><br />

KAPITEL 6


MIT ETWINNING MEDIENKOMPETENZ VERMITTELN UND DESINFORMATION BEKÄMPFEN<br />

Autorinnen<br />

BIRGY LORENZ Technische Universität Tallinn, Wissenschaftlerin für<br />

Cybersicherheit, Estland<br />

DIANA POUDEL Lehrerin für digitale Sicherheit <strong>und</strong> <strong>Medienkompetenz</strong>, Estland<br />

In diesem Abschnitt werden Projekte<br />

<strong>und</strong> Aktivitäten zur <strong>Medienkompetenz</strong><br />

vorgeschlagen. Sie sind nach der<br />

Altersspanne der beteiligten Schüler/-<br />

innen geordnet:<br />

ALTER 0-6<br />

JAHRE<br />

0- bis 6-Jährige sind häufig falschen<br />

<strong>und</strong> unangemessenen Inhalten<br />

ausgesetzt – durch Zeichentrickfilme<br />

<strong>und</strong> Werbung, die während ihrer<br />

Spielaktivitäten auf Websites <strong>und</strong><br />

in Apps erscheinen. Zwar sind sich<br />

viele Eltern der digitalen Gefahren<br />

bewusst <strong>und</strong> können ihre Kinder davor<br />

schützen. Andere erlauben ihren<br />

Kindern jedoch, Technologie ohne<br />

Vorsichtsmaßnahmen zu nutzen. Die<br />

folgenden Aktivitäten sind für sehr<br />

junge Kinder geeignet.<br />

VERDÄCHTIGE LINKS UND<br />

ANZEIGEN – KLICKEN ODER<br />

NICHT KLICKEN, DAS IST HIER<br />

DIE FRAGE<br />

Schlüsselkompetenzen:<br />

Sicherheit, Problemlösung,<br />

Datenkompetenz<br />

Beschreibung:<br />

Kindergartenkinder lernen, wie<br />

man Links <strong>und</strong> Anzeigen unter dem<br />

Gesichtspunkt der Glaubwürdigkeit<br />

bewertet. Lehrkräfte aus mehreren<br />

Ländern untersuchen die Situation.<br />

Erk<strong>und</strong>igen Sie sich, welche Online-<br />

Bereiche die Kinder zu Hause nutzen,<br />

<strong>und</strong> nehmen Sie entsprechende<br />

Screenshots auf.<br />

Schneiden Sie Werbeanzeigen<br />

<strong>und</strong> Informationen zu Links aus<br />

diesen Screenshots aus. (Beispiele<br />

in verschiedenen Sprachen sind<br />

wichtig, ebenso sollten sowohl<br />

vertrauenswürdige als auch nicht<br />

vertrauenswürdige Anzeigen/Websites/<br />

Links enthalten sein.)<br />

Erstellen Sie ein Kahoot-Quiz<br />

zu den ausgewählten Anzeigen<br />

(mit zwei Antwortmöglichkeiten:<br />

vertrauenswürdig/nicht<br />

vertrauenswürdig).<br />

80


81<br />

Führen Sie das Kahoot-Quiz mit den<br />

Schülern/-innen aller Partnerschulen<br />

durch, um zu sehen, wie gut sie<br />

nicht vertrauenswürdige Websites<br />

identifizieren können. Wenn die Quote<br />

niedrig ist, erörtern Sie die Gründe dafür.<br />

Es wird empfohlen, ein Elterntreffen zu<br />

organisieren, bei dem auch die Eltern an<br />

dem Quiz teilnehmen <strong>und</strong> anschließend<br />

für die Problematik sensibilisiert<br />

werden.<br />

Tauschen Sie die Ergebnisse mit den<br />

anderen Ländern aus.<br />

Dieses Kahoot-Quiz kann international<br />

eingesetzt werden, um den Gr<strong>und</strong>satz<br />

„Erst denken, dann klicken“ zu<br />

<strong>vermitteln</strong>.<br />

ACH MAMA, KAUFST DU MIR …<br />

Schlüsselkompetenzen:<br />

Sicherheit, digitale Kompetenz,<br />

finanzielle Kompetenz<br />

Beschreibung:<br />

Kindergartenkinder lernen, dass Online-<br />

Geld auch echtes Geld ist. Lehrkräfte<br />

<strong>und</strong> Eltern sammeln Informationen über<br />

die (kostenlosen <strong>und</strong> kostenpflichtigen)<br />

Spiele-Apps auf dem Gerät, das die<br />

Kinder benutzen. Sie untersuchen,<br />

wann diese Apps beginnen, nach<br />

Kreditkarteninformationen zu fragen,<br />

um Gegenstände im Spiel zu kaufen<br />

oder in das zweite Level zu gelangen.<br />

Die Lehrkräfte erstellen gemeinsam<br />

eine Präsentation, in der verschiedene<br />

Spiele mit dem Zeitpunkt vorgestellt<br />

werden, an dem Geld oder eine<br />

Kreditkartennummer verlangt wird.<br />

Anschließend wird „Einkaufen“ mit den<br />

Schülern/-innen als Verkäufern/-innen<br />

<strong>und</strong> Käufern/-innen gespielt, wobei<br />

innerhalb eines Spiels mit Papiergeld<br />

bezahlt wird. Auf dem Bildschirm wird<br />

die Spielsituation dargestellt <strong>und</strong> die<br />

Käufer/-innen müssen ihr Geld an<br />

die Verkäufer/-innen abgeben. Die<br />

Lehrkraft erläutert, dass die Schüler/-<br />

innen nun für das Geld ihrer Familie<br />

verantwortlich sind <strong>und</strong> sie als Käufer/-<br />

innen entscheiden müssen, ob sie im<br />

ausgewählten Beispiel Geld ausgeben<br />

wollen oder nicht. Wenn sie sich für<br />

einen Kauf entscheiden, werden die<br />

Kreditkartendaten abgefragt, <strong>und</strong> die<br />

Lehrkraft erklärt, worum es sich dabei<br />

handelt <strong>und</strong> wie dies mit echtem Geld<br />

zusammenhängt. Wenn das Spielgeld<br />

aufgebraucht ist, scheidet der/die<br />

betreffende Schüler/-in aus dem Spiel<br />

aus. Schüler/-innen, die während des<br />

gesamten Spiels nichts kaufen, werden<br />

mit dem Diplom „Sicherster Internet-<br />

Gamer“ ausgezeichnet, das von den<br />

Partnerschülern/-innen gemeinsam<br />

entworfen wird.<br />

ALTER 6-10<br />

JAHRE<br />

Die 6- bis 10-Jährigen sind durch<br />

spielerische Aktivitäten <strong>und</strong><br />

Medienkanäle den gleichen Lügen<br />

ausgesetzt wie ihre jüngeren<br />

Altersgenossen. Obwohl die Regeln<br />

besagen, dass Kinder unter einem<br />

bestimmten Alter nicht in sozialen<br />

Netzwerken aktiv sein dürfen,<br />

betrachten viele Eltern dies nicht als<br />

verbotene Aktivität, sodass Konten<br />

auf Facebook, Instagram <strong>und</strong> TikTok in<br />

dieser Altersgruppe nicht ungewöhnlich<br />

sind.<br />

WAS DER AFFE SIEHT,<br />

MACHT ER NACH<br />

Schlüsselkompetenzen:<br />

soziales Wohlbefinden, Ansehen,<br />

Kommunikation, Problemlösung<br />

KAPITEL 6


MIT ETWINNING MEDIENKOMPETENZ VERMITTELN UND DESINFORMATION BEKÄMPFEN<br />

Fächer/Themen:<br />

Sozialk<strong>und</strong>e, <strong>Medienkompetenz</strong><br />

Beschreibung:<br />

Bei dieser Aktivität lernen die Schüler/-<br />

innen, dass es nicht klug ist, es anderen<br />

gleichzutun oder die Anleitungen<br />

anderer zu befolgen, die keine<br />

vertrauenswürdigen Erwachsenen sind.<br />

Die Schüler/-innen in den einzelnen<br />

Ländern tragen Videos zusammen,<br />

die sie lustig finden, aber nicht<br />

nachgeahmt werden sollten. Jedes<br />

Land sendet eine Reihe von Videos an<br />

sein Partnerland, um sie bewerten zu<br />

lassen: Was ist daran nicht in Ordnung,<br />

<strong>und</strong> welche Nachteile hätte es, wenn<br />

man so handelt? In Gruppen erstellen<br />

die Schüler/-innen eine Liste mit sozial<br />

akzeptablen (guten) <strong>und</strong> inakzeptablen<br />

(schlechten) Verhaltensweisen. Die<br />

Listen werden in einem Forum oder<br />

in einer Videokonferenz besprochen<br />

<strong>und</strong> Gemeinsamkeiten des „guten<br />

Verhaltens“ in den einzelnen Ländern<br />

herausgearbeitet. Die Schülerinnen<br />

<strong>und</strong> Schüler können auch darüber<br />

diskutieren, welche Folgen es hat, wenn<br />

sich jemand in einer nicht akzeptablen<br />

Weise verhält, z. B. könnte diese<br />

Person Fre<strong>und</strong>e verlieren oder keinen<br />

Arbeitsplatz finden, Probleme mit der<br />

Polizei bekommen usw. Die Lehrkraft<br />

erklärt den Schülern/-innen auch, wie<br />

sie diese Art von Inhalten online melden<br />

können. Eine weitere Aktivität könnte<br />

darin bestehen, zwei Versionen einer<br />

Geschichte oder einer Situation zu<br />

zeigen. Die eine ist wahr, die andere<br />

unwahr. Die Schüler sehen sich beide<br />

Geschichten an <strong>und</strong> diskutieren dann<br />

darüber, welche Geschichte wahr ist <strong>und</strong><br />

woher sie wussten, dass es die Wahrheit<br />

ist. Diese Aktivität kann an die erste<br />

anknüpfen: Nicht alles, was im Internet<br />

steht, ist nachahmenswert, <strong>und</strong> nicht<br />

alles ist unbedingt wahr.<br />

REGELN FÜR DIE<br />

INTERNETSICHERHEIT IN DER<br />

SCHULE UND ZU HAUSE<br />

Schlüsselkompetenzen:<br />

digitales Wohlbefinden, kulturelle<br />

Unterschiede<br />

Fächer/Themen:<br />

Sozialk<strong>und</strong>e, digitale Sicherheit,<br />

<strong>Medienkompetenz</strong>, kulturelle<br />

Gemeinsamkeiten, Kunst<br />

Beschreibung:<br />

Eine Liste bestimmter Regeln <strong>und</strong><br />

Vorschriften (Nutzungszeit von<br />

Geräten, Einschränkungen, Mobbing,<br />

Verwendung von Passwörtern, an<br />

wen kann man sich für Hilfe wenden<br />

usw.), die die Kinder zu Hause <strong>und</strong> in<br />

der Schule befolgen müssen, wird in<br />

jeder Schule zusammengestellt <strong>und</strong><br />

dann verglichen, um Unterschiede <strong>und</strong><br />

Gemeinsamkeiten herauszufinden.<br />

Der erste Schritt besteht darin, die<br />

Regeln der anderen zu Hause <strong>und</strong><br />

in der Schule kennenzulernen, dann<br />

wird mithilfe eines Venn-Diagramms<br />

analysiert, was zu Hause <strong>und</strong> in der<br />

Schule verschieden bzw. ähnlich ist.<br />

Auch die Eltern werden hierzu befragt.<br />

Anschließend werden die Ergebnisse mit<br />

den Partnerländern ausgetauscht, um<br />

die Gemeinsamkeiten <strong>und</strong> Unterschiede<br />

zwischen den Ländern festzustellen,<br />

<strong>und</strong> es wird darüber gesprochen,<br />

warum solche Regeln notwendig sind.<br />

Verschiedenste Aktivitäten werden zu<br />

den Themen durchgeführt, was in den<br />

Medien gut <strong>und</strong> was schlecht ist, welche<br />

Werbung in den Programmen oder<br />

Apps enthalten ist, die sich die Schüler/-<br />

innen ansehen, was die Werbung<br />

zeigt <strong>und</strong> was genau sie zu verkaufen<br />

versucht. Eine Folgeaktivität könnte<br />

darin bestehen, ein gemeinsames<br />

Poster über die Gemeinsamkeiten<br />

der Regeln zu entwerfen <strong>und</strong> mit der<br />

jeweiligen Landesflagge zu markieren,<br />

82


83<br />

was in einem bestimmten Land anders<br />

ist. Dies kann genutzt werden, um das<br />

Bewusstsein für kulturelle Unterschiede<br />

<strong>und</strong> Gemeinsamkeiten zu schärfen. Eine<br />

weitere Aktivität könnte darin bestehen,<br />

Poster mit den Werbeanzeigen in einem<br />

Programm oder einer App anzufertigen,<br />

die aufzeigen, wie diese Werbung zum<br />

Kauf eines Produkts verleitet. Diese<br />

Poster können in der Schule verwendet<br />

<strong>und</strong> auch an die Eltern für zu Hause<br />

weitergegeben werden.<br />

ALTER 11-<br />

14 JAHRE<br />

11- bis 14-Jährige sind wahrscheinlich<br />

schon seit Jahren in den sozialen<br />

Medien unterwegs, wo sie mit Klatsch<br />

<strong>und</strong> Tratsch, schlechtem Verhalten <strong>und</strong><br />

falschen Informationen konfrontiert<br />

werden, <strong>und</strong> sie haben wohl Wege<br />

gef<strong>und</strong>en, diese Inhalte für sich selbst<br />

zu filtern, sodass sie ihr Leben nicht so<br />

stark beeinflussen. Sie müssen jedoch<br />

daran erinnert werden, was akzeptabel<br />

ist, <strong>und</strong> lernen zu unterscheiden, was<br />

wahr <strong>und</strong> was unwahr ist.<br />

ERKENNUNG VON SCHLECHTEN<br />

UND GUTEN BZW. WAHREN UND<br />

UNWAHREN ONLINE-INHALTEN<br />

Schlüsselkompetenzen:<br />

Kommunikation <strong>und</strong> Zusammenarbeit,<br />

soziales Wohlbefinden, Problemlösung<br />

Fächer/Themen:<br />

Informatik, Sozialk<strong>und</strong>e, digitale<br />

Sicherheit, <strong>Medienkompetenz</strong>, Kunst<br />

Beschreibung:<br />

Bei dieser Aktivität lernen die Schüler,<br />

wie man verschiedene Probleme online<br />

löst. Jedes Partnerland entwickelt ein<br />

Videoszenario entweder über Online-<br />

Situatiionen – Spiele, Gespräche<br />

mit Fremden, Computerprobleme<br />

usw. – <strong>und</strong>/oder erstellt einen<br />

Nachrichtenbericht, der auf falschen<br />

Informationen beruht. Das Szenario<br />

wird in zwei Hälften geteilt, wobei<br />

Partner A die erste Hälfte <strong>und</strong> Partner<br />

B die zweite Hälfte filmt. Bei den<br />

Videos muss mehr auf Bilder als auf<br />

Worte gesetzt werden. Nachdem die<br />

Videos zusammengeschnitten wurden,<br />

sehen sich die Lehrkräfte die Videos<br />

zusammen mit den Schülern/-innen an<br />

<strong>und</strong> sprechen darüber. Sie analysieren<br />

die Szenarien, sprechen darüber,<br />

wie man sich in solchen Situationen<br />

verhalten sollte, <strong>und</strong> lernen, Wahrheit<br />

von Fiktion zu unterscheiden. Anhand<br />

der Interpretation der Situationen aus<br />

zwei Blickwinkeln lässt sich schließen,<br />

wie die Schüler/-innen die Situation<br />

verstanden haben. Im Anschluss daran<br />

kann eine Diskussion über gemeinsame<br />

Lösungen stattfinden, wobei die<br />

wichtigsten Punkte als Empfehlungen<br />

im Projektbericht festgehalten werden<br />

sollen.<br />

FÄLSCHUNGSWETTBEWERB<br />

Schlüsselkompetenzen:<br />

Kommunikation <strong>und</strong> Zusammenarbeit,<br />

soziales Wohlbefinden, Problemlösung<br />

Fächer/Themen:<br />

Informatik, Sozialk<strong>und</strong>e, digitale<br />

Sicherheit, <strong>Medienkompetenz</strong>, Kunst<br />

Beschreibung:<br />

Täglich werden die Schüler/-innen<br />

mit unzähligen Bildern <strong>und</strong> Videos<br />

konfrontiert, die bearbeitet oder digital<br />

verändert wurden. Von einfachen<br />

Snapchat-Filtern bis hin zu kurzen,<br />

lustigen oder ironischen TikTok-Videos<br />

– es ist offensichtlich, dass junge<br />

Menschen ziemlich versiert sind, wenn<br />

es um den Konsum – <strong>und</strong> die Erstellung<br />

– von manipulierten Medien geht. Und<br />

in vielerlei Hinsicht ist es heute in der<br />

Online-Welt völlig normal, dass man<br />

KAPITEL 6


MIT ETWINNING MEDIENKOMPETENZ VERMITTELN UND DESINFORMATION BEKÄMPFEN<br />

auf veränderte Medien trifft. Aber sind<br />

sich Ihre Schülerinnen <strong>und</strong> Schüler der<br />

möglichen <strong>Desinformation</strong> im Internet<br />

bewusst oder haben sie darüber näher<br />

nachgedacht? Die Technologie schreitet<br />

schnell voran <strong>und</strong> einige Experten/-innen<br />

glauben, dass manche Fälschungen<br />

bald für das menschliche Auge kaum<br />

noch wahrnehmbar sein werden. Bei<br />

dieser Aktivität lernen die Schüler/-<br />

innen etwas über Fälschungen. Zur<br />

Einführung werden die Schüler/-innen<br />

gebeten, folgendes Quiz zu machen:<br />

http://bit.ly/game-realpictures. Dann<br />

wird in der Klasse darüber diskutiert, wie<br />

einfach es ist, Bilder zu fälschen, <strong>und</strong> die<br />

Schüler/-innen beginnen, eine Galerie<br />

mit realen <strong>und</strong> gefälschten Bildern zu<br />

erstellen. <strong>Mit</strong> einem Online-Quiz-Tool<br />

wie Kahoot können sie dann ein Quiz für<br />

ihre Partnerschulen erstellen. In einer<br />

anschließenden Diskussion könnten<br />

die Schüler/-innen gefragt werden, wie<br />

sie sich gefühlt haben, was sie gelernt<br />

haben, was sie jetzt über die Bilder<br />

denken, die sie jeden Tag sehen …<br />

ALTER 16-<br />

18 JAHRE<br />

16- bis 18-Jährige sind eine Zielgruppe<br />

für viele verschiedene Akteure,<br />

Werbetreibende, politische Gruppen,<br />

Extremisten usw. <strong>Mit</strong> Falschmeldungen<br />

mit intelligenten Inhalten wird auch<br />

versucht, den sozialen Einfluss von<br />

jungen Menschen in diesem Alter zu<br />

nutzen. Ziel ist es, ihre politischen<br />

Ansichten <strong>und</strong> ihre Meinung zu<br />

aktuellen Themen wie dem Recht auf<br />

einen „sauberen Planeten“ <strong>und</strong> eine<br />

gute Schulbildung zu beeinflussen.<br />

Je bewusster dies den Schülern/-<br />

innen ist, desto geringer ist die<br />

Wahrscheinlichkeit, dass sie sich<br />

manipulieren lassen. Es ist deshalb<br />

von größter Wichtigkeit, alle jungen<br />

Menschen in diesem Bereich<br />

aufzuklären, da sie die zukünftigen<br />

Wählerinnen <strong>und</strong> Wähler sind <strong>und</strong> von<br />

früher Jugend an Bestrebungen der<br />

Manipulation ausgesetzt werden.<br />

VORHER UND NACHHER<br />

– HERAUSFORDERUNG<br />

FOTOMANIPULATION<br />

Schlüsselkompetenzen: Erstellung <strong>und</strong><br />

Bearbeitung digitaler Inhalte, digitale<br />

Kompetenz<br />

Fächer/Themen:<br />

Kunst, Informatik, Medienbildung,<br />

Psychologie<br />

Beschreibung:<br />

Bei dieser Aktivität lernen die Schüler/-<br />

innen, wie man Designtools verwendet<br />

<strong>und</strong> Inhalte entwickelt <strong>und</strong> werden so<br />

für digitale Sicherheit sensibilisiert. Die<br />

Partner bringen den Schülern/-innen bei,<br />

wie man fotografiert (an verschiedenen<br />

Orten, aus verschiedenen Winkeln, mit<br />

Greenscreen oder anderen <strong>Mit</strong>teln)<br />

<strong>und</strong> wie man die Fotos manipuliert<br />

(Hintergr<strong>und</strong> ändern, Objekte<br />

verschieben usw.). Gemeinsam kann<br />

ein Test entwickelt werden, bei dem<br />

manipulierte <strong>und</strong> nicht manipulierte<br />

Fotos gezeigt werden <strong>und</strong> eingeschätzt<br />

werden soll, ob das Bild gefälscht ist<br />

oder nicht. Falls es gefälscht wurde,<br />

soll bestimmt werden, was manipuliert<br />

wurde. Die Schüler/-innen können<br />

online über die Frage „Wie erkennt<br />

man eine Fälschung?“ diskutieren<br />

<strong>und</strong> eine Anleitung zur Erkennung<br />

von Fälschungen erstellen. An dieser<br />

Stelle sollten auch die Konzepte <strong>und</strong><br />

Technologien zur Erstellung von Deep<br />

Fakes vorgestellt werden.<br />

84


85<br />

AUF DER SUCHE NACH LÜGEN<br />

ÜBER COVID-19 IM INTERNET<br />

Schlüsselkompetenzen:<br />

Medien- <strong>und</strong> Digitalkompetenz,<br />

Beurteilung relevanter Inhalte, Analyse<br />

von Falschmeldungen, Wohlbefinden<br />

Fächer/Themen:<br />

Kunst, Informatik, Medienbildung,<br />

Psychologie, Umwelt,<br />

Ges<strong>und</strong>heitserziehung<br />

Beschreibung:<br />

Vor dem Hintergr<strong>und</strong> der COVID-19-<br />

Pandemie lernen die Schüler/-innen, wie<br />

man Fake News, gefälschte Inhalte <strong>und</strong><br />

vertrauenswürdige Inhalte analysiert <strong>und</strong><br />

unterscheidet sowie vertrauenswürdige<br />

Websites für COVID-19-Nachrichten <strong>und</strong><br />

-Informationen findet.<br />

Jedes Land sucht <strong>und</strong> bewertet<br />

nationale Inhalte, über soziale<br />

Medien verbreitete Informationen<br />

usw. zum Thema COVID-19 sowie<br />

englischsprachige Inhalte (Bilder,<br />

Diagramme, Videos, Nachrichten,<br />

Leitlinien) zu diesem Thema.<br />

Dann wird für die Partner ein Quiz<br />

mit Fragen dazu erstellt, was an den<br />

gesammelten Informationen wahr<br />

<strong>und</strong> was unwahr ist. Die Analyse der<br />

Ergebnisse des Quiz zeigt Schwächen<br />

<strong>und</strong> Stärken bei der genauen Erkennung<br />

von falschen Informationen im Netz<br />

auf <strong>und</strong> führt zu einer eingehenderen<br />

Diskussion darüber, warum<br />

Falschmeldungen veröffentlicht werden<br />

<strong>und</strong> warum die Menschen ihnen<br />

glauben. Bei dieser Aktivität können<br />

Experten/-innen aus verschiedenen<br />

Bereichen wie Journalismus, Werbung<br />

usw. hinzugezogen werden, um die<br />

Thematik näher zu erläutern <strong>und</strong><br />

auszuführen, wie unwahre Inhalte im<br />

Internet gemeldet werden können.<br />

Ein Bericht/eine Infografik mit<br />

Leitlinien zur Erkennung von COVID-<br />

19-Falschmeldungen, die sich an<br />

Jugendliche richten, kann veröffentlicht<br />

werden.<br />

KAPITEL 6


MIT ETWINNING MEDIENKOMPETENZ VERMITTELN UND DESINFORMATION BEKÄMPFEN<br />

Fazit<br />

Wie wir in der Einleitung zu diesem Buch<br />

ausgeführt haben, umfasst <strong>Medienkompetenz</strong><br />

viele Aspekte – vom gedruckten Wort über<br />

Werbung in all ihren Formen <strong>und</strong> allen Medien,<br />

die online präsentiert werden, bis hin zu<br />

unserer sozialen Interaktion mit anderen.<br />

In einer vom Internet geprägten Welt,<br />

in der immer mehr unserer täglichen<br />

Interaktionen online stattfinden, z. B.<br />

Behördengänge <strong>und</strong> Bankgeschäfte,<br />

das Lesen von Nachrichten, die Pflege<br />

sozialer Kontakte <strong>und</strong> unsere Einkäufe,<br />

werden Medienbewusstsein <strong>und</strong><br />

digitale Sicherheit immer wichtiger.<br />

Während der COVID-19-Pandemie<br />

änderte sich vieles: Der Schulunterricht<br />

fand zu Hause statt, die meisten<br />

Arbeitsplätze wurden ins Home Office<br />

verlegt, <strong>und</strong> es wurde deutlich, dass<br />

unsere Abhängigkeit vom Internet<br />

weiter zunahm. Medien in jeglicher<br />

Form waren die hauptsächliche<br />

Bezugsquelle für Nachrichten <strong>und</strong><br />

Informationen, <strong>und</strong> es wurden<br />

viele Falschmeldungen auf allen<br />

Medienkanälen verbreitet.<br />

In der EU gibt es mit dem Rahmen<br />

für digitale Kompetenz 2.0 der<br />

Europäischen Kommission eine<br />

Reihe von Leitlinien dafür, was alle<br />

EU-Bürgerinnen <strong>und</strong> -Bürger über<br />

<strong>Medienkompetenz</strong> <strong>und</strong> digitale<br />

Sicherheit wissen sollten: wie wir<br />

Informationen konsumieren <strong>und</strong><br />

verstehen, wie wir mit anderen<br />

online interagieren, welche Inhalte<br />

wir entwickeln <strong>und</strong> wie wir sie sicher<br />

veröffentlichen, wie wir unsere Geräte<br />

sicher nutzen, Daten austauschen,<br />

Ressourcen so verwenden, dass die<br />

Umwelt nicht belastet wird, <strong>und</strong> wie<br />

wir Probleme lösen. Daraus ergibt<br />

sich, dass jede EU-Bürgerin <strong>und</strong><br />

jeder EU-Bürger medienkompetent<br />

sein muss, zwischen Wahrheit <strong>und</strong><br />

Lüge unterscheiden können <strong>und</strong> von<br />

frühester Jugend an wissen muss,<br />

was digitale Sicherheit bedeutet. In<br />

Europa sind wir durch EU-Richtlinien<br />

geschützt, z. B die Datenschutz-<br />

Gr<strong>und</strong>verordnung (DSGVO), aber die<br />

gesellschaftlichen Auswirkungen von<br />

Cyberkriminalität <strong>und</strong> somit der Bedarf<br />

an Fachkräften für Cybersicherheit<br />

<strong>und</strong> an digital bewussten Bürgerinnen<br />

<strong>und</strong> Bürgern nimmt rapide zu. Das<br />

gesamte Spektrum der europäischen<br />

Initiativen zur Förderung des digitalen<br />

Bewusstseins wurde in Kapitel 2<br />

ausführlich beschrieben.<br />

Eine der größten Bedrohungen für<br />

unsere Demokratie ist derzeit die<br />

86


87<br />

Zunahme von Falschmeldungen<br />

<strong>und</strong> vorsätzlicher <strong>Desinformation</strong>.<br />

Ersteres beruht auf nicht richtig<br />

verstandenen Tatsachen, die in etwas<br />

Sinnvolles umgewandelt werden,<br />

ein wenig wie beim Spiel Stille Post,<br />

Letzteres ist ein bewusster Versuch,<br />

aus einem bestimmten Motiv die<br />

Wahrheit zu verdrehen. In jedem Fall<br />

ist es heute wichtiger denn je, dass<br />

wir, insbesondere die Jugendlichen,<br />

lernen, zwischen Fakten <strong>und</strong> Fiktion zu<br />

unterscheiden. Kapitel 3 befasst sich<br />

sowohl mit der historischen als auch mit<br />

der aktuellen Medienmanipulation <strong>und</strong><br />

ihren Folgen.<br />

Es ist nicht leicht, die entsprechenden<br />

Kompetenzen zu entwickeln, da sie<br />

stark damit zusammenhängen, wie wir<br />

uns selbst sehen <strong>und</strong> wie wir gesehen<br />

werden wollen. Im Zeitalter der sozialen<br />

Medien, in dem die Menschen „Likes“<br />

sammeln möchten, ist es einfacher, eine<br />

Lüge zu verbreiten. Die Unwahrheit ist<br />

oft spannender als die Wahrheit, <strong>und</strong> es<br />

ist viel interessanter, sie mit Fre<strong>und</strong>en<br />

zu teilen. Heutzutage gibt es kaum<br />

noch eine absolute Wahrheit – je mehr<br />

Wissenschaftler/-innen <strong>und</strong> andere über<br />

die Welt erkennen, desto mehr Fragen<br />

tauchen auf <strong>und</strong> deshalb ist die Wahrheit<br />

lang <strong>und</strong> kompliziert. Die Menschen<br />

bevorzugen aber einfache, kurze <strong>und</strong><br />

spannende Geschichten. Lügen verbreiten<br />

sich deshalb immer schneller.<br />

Als Pädagoginnen <strong>und</strong> Pädagogen<br />

müssen wir wissen, wie die Medien<br />

funktionieren, damit wir unseren Schülern<br />

helfen können, Abwehrmechanismen<br />

zu entwickeln. Wir müssen die<br />

verführerischen Methoden der Werbung,<br />

die Sprache der Rhetorik <strong>und</strong> die<br />

Beweggründe hinter <strong>Desinformation</strong><br />

in Politik, Wissenschaft, Propaganda<br />

<strong>und</strong> Gerüchten verstehen. Wir<br />

müssen unseren Schülerinnen <strong>und</strong><br />

Schülern beibringen, nicht alles für<br />

bare Münze zu nehmen <strong>und</strong> Quellen,<br />

Beweggründe <strong>und</strong> Formulierungen zu<br />

überprüfen. Gleichzeitig ist es nötig,<br />

eine Vertrauensbasis zu schaffen. Wem<br />

können sie vertrauen? Welchen Quellen<br />

können sie vertrauen? Wie können sie<br />

Vertrauen in ihre eigenen Informationen<br />

<strong>und</strong> ihre Integrität schaffen? Die<br />

<strong>eTwinning</strong>-Community kann hier<br />

sicherlich helfen, denn sie ist auf dem<br />

Konzept des Vertrauens aufgebaut.<br />

<strong>eTwinning</strong>-Lehrkräfte vertrauen einander,<br />

dass sie ihre Schüler/-innen bestmöglich<br />

unterrichten. Diese Schüler/-innen<br />

wiederum lernen, ihren Lehrkräften<br />

<strong>und</strong> ihren <strong>Mit</strong>schülern in Europa bei<br />

der Arbeit an Projekten zu vertrauen.<br />

Gemeinsam können sie Instrumente <strong>und</strong><br />

Aktivitäten für eine genaue Recherche<br />

<strong>und</strong> Information entwickeln <strong>und</strong> so der<br />

Wahrheit Vorschub leisten. Es ist jedoch<br />

ein langer Atem nötig, um die Menschen<br />

zu sensibilisieren, <strong>und</strong> die Tricks der<br />

<strong>Desinformation</strong> werden immer raffinierter.<br />

Wir haben einen guten<br />

Anfang gemacht <strong>und</strong><br />

werden weiterhin<br />

mit den Lehrerinnen<br />

<strong>und</strong> Lehrern Europas<br />

zusammenarbeiten, damit<br />

die Gesellschaft der Zukunft<br />

aus gut ausgebildeten<br />

<strong>und</strong> sensiblen jungen<br />

europäischen Bürgerinnen<br />

<strong>und</strong> Bürgern besteht.<br />

FAZIT


MIT ETWINNING MEDIENKOMPETENZ VERMITTELN UND DESINFORMATION BEKÄMPFEN<br />

Anhang 1:<br />

Material zur Entwicklung von <strong>Medienkompetenz</strong> – eine<br />

Auswahl von Lie Detectors<br />

Dieser Abschnitt umfasst drei Arten von Material:<br />

1. Lie Detectors-Material für die Arbeit im Klassenzimmer<br />

2. Weiterführende Literatur <strong>und</strong> Online-Ressourcen<br />

3. Organisationen für Faktenprüfung<br />

1. Lie Detectors-Material für die Arbeit<br />

im Klassenzimmer<br />

Lie Detectors-Arbeitsblätter für 10- bis 16-Jährige: virale Beiträge, Videos <strong>und</strong><br />

Bilder, mit Lösungen<br />

Hinweis: Die aufgeführte Auswahl bezieht sich auf das Thema Corona. Alternative<br />

Themen auf Anfrage erhältlich<br />

– Lie Detectors News Challenge 1 – WhatsApp-Kettenbrief EN DE FR<br />

– Lie Detectors Solutions Sheet 1 – WhatsApp-Kettenbrief EN DE FR<br />

– Lie Detectors News Challenge 2 – Videonachrichten besser verstehen<br />

EN DE FR<br />

– Lie Detectors Solutions Sheet 2 – Videonachrichten besser verstehen<br />

EN DE FR<br />

– Lie Detectors News Challenge 3 – Bilder prüfen EN DE FR<br />

– Lie Detectors Solutions Sheet 3 – Bilder prüfen EN DE FR<br />

Lie Detectors-Arbeitsblätter für fortgeschrittene Gruppen <strong>und</strong> Lehrkräfte<br />

Hinweis: Bei dieser Übung geht es um <strong>Desinformation</strong> in Bezug auf ein<br />

Flüchtlingsthema. Eine Anleitung für Lehrkräfte ist enthalten.<br />

• Lie Detectors News Challenge 4 – Das Silvesterfeuerwerk <strong>und</strong> eine<br />

brennende Kirche EN DE FR<br />

88


89<br />

2. Weiterführende Literatur<br />

<strong>und</strong> Online-Ressourcen<br />

Handbücher <strong>und</strong> Lehrpläne<br />

– Lewandowsky, S., <strong>und</strong> Cook, J. (2020), The Conspiracy Theory Handbook.<br />

- Englisch<br />

– Französisch<br />

– Deutsch<br />

– Tschechisch<br />

– Griechisch<br />

– Ungarisch<br />

– Italienisch<br />

– Portugiesisch<br />

– Spanisch<br />

– Nicht-EU-Sprachen finden Sie hier<br />

• Cook, J., Lewandowsky, S. (2011), The Debunking Handbook, St. Lucia,<br />

Australien: University of Queensland.<br />

- Deutsch<br />

– Englisch<br />

– Italienisch<br />

– Tschechisch<br />

– Portugiesisch<br />

– Schwedisch<br />

– Rumänisch<br />

– Spanisch<br />

- Nicht-EU-Sprachen sind hier<br />

verfügbar<br />

• Unesco MIL-Lehrplanrahmen für Lehrkräfte<br />

– Sammlung von MIL-Ressourcen für Lehrkräfte in verschiedenen<br />

Sprachen (Suche nach Sprache <strong>und</strong> Unterrichtsfach möglich)<br />

Einführungen in <strong>Medienkompetenz</strong> <strong>und</strong> Nachrichtenkompetenz<br />

International Federation of Library Associations (IFLA), Checkliste „How to spot<br />

Fake News“<br />

- Spanisch<br />

– Französisch<br />

– Deutsch<br />

– Bulgarisch<br />

– Kroatisch<br />

– Tschechisch<br />

– Dänisch<br />

– Niederländisch<br />

– Englisch<br />

– Estnisch<br />

– Finnisch<br />

– Griechisch<br />

– Ungarisch<br />

– Italienisch<br />

– Lettisch<br />

– Litauisch<br />

– Polnisch<br />

– Portugiesisch<br />

– Rumänisch<br />

– Slowakisch<br />

– Slowenisch<br />

– Schwedisch<br />

– Nicht-EU-Sprachen<br />

ANHANG


MIT ETWINNING MEDIENKOMPETENZ VERMITTELN UND DESINFORMATION BEKÄMPFEN<br />

EAVI, Checkliste „Beyond Fake News“<br />

- Englisch<br />

– Niederländisch<br />

– Französisch<br />

– Griechisch<br />

– Deutsch<br />

– Italienisch<br />

– Polnisch<br />

– Portugiesisch<br />

– Rumänisch<br />

– Spanisch<br />

– Schwedisch<br />

– Nicht-EU-Sprachen<br />

Erster Checklistenentwurf<br />

– 7 types of mis and disinformation (EN)<br />

Spiele <strong>und</strong> Einführungen in die <strong>Medienkompetenz</strong><br />

– Einführungsvideos in EN:<br />

– TED: Eli Pariser – Beware online „filter bubbles“<br />

– McGill University: McGill Science Literacy Video<br />

– Spiele in EN:<br />

– BBC: BBCI Reporter<br />

– American University Game Lab: Factitious (Pandemic edition)<br />

– Einführungsvideos in FR<br />

– TED: Eli Pariser nous met en garde contre les bulles de filtres en ligne<br />

– CLEMI: D’où vient l’info? par François Lamoureux<br />

– France TV education: Qu’est-ce qu’un journaliste?<br />

– Spiele in FR:<br />

– Libération: P’tit Libé dans la jungle de l’information<br />

– Médias animation ASBL: Théories du complot, ressorts et mécanismes<br />

– Einführungsvideos DE<br />

– TED: Eli Pariser – Vorsicht vor „Filter-Blasen“ im Internet<br />

– Klickwinkel: Algorithmen – Die Social-Media-Infofilter<br />

– Klickwinkel: Fake News & warum sie sich verbreiten<br />

– NDR: „Fake News“-Macher packt aus<br />

– Klickwinkel: News oder Fake News – Schon gecheckt?<br />

– Spiele in DE:<br />

– Saferinternet.at: Fake News Bingo<br />

– Handysektor: Fakt oder Fake<br />

90


91<br />

– Get Bad News von DROG – verfügbar in mehreren Sprachen<br />

– Englisch<br />

– Tschechisch<br />

– Niederländisch<br />

– Deutsch<br />

– Griechisch<br />

– Esperanto<br />

– Polnisch<br />

– Portugiesisch<br />

– Rumänisch<br />

– Serbisch<br />

– Slowenisch<br />

– Schwedisch<br />

– Bosnisch<br />

– Moldawisch<br />

3. Organisationen für Faktenprüfung<br />

KROATIEN:<br />

– Faktograf<br />

FRANKREICH:<br />

– Checknews<br />

– Les Décodeurs<br />

– Le Vrai du Faux<br />

– CrossCheck<br />

– Fake Off<br />

– Factuel<br />

– Les Observateurs<br />

– Lui Président<br />

NORWEGEN:<br />

– Faktisk<br />

PORTUGAL:<br />

– Polígrafo<br />

SPANIEN:<br />

– Newtral<br />

– Maldita<br />

SCHWEDEN:<br />

– Dagens Nyheter<br />

USA:<br />

– Politifact<br />

– FlackCheck<br />

– OpenSecrets<br />

– Washington Post fact checker<br />

– Media Matters<br />

DEUTSCHLAND:<br />

– FaktenFinder<br />

– HOAXmap<br />

GRIECHENLAND:<br />

– Ellinika Hoaxes<br />

ITALIEN:<br />

– Lavoce<br />

– Pagella Politica<br />

KANADA:<br />

– Polimeter<br />

– FactsCan<br />

– Détecteur de rumeurs<br />

UK:<br />

– FactCheck<br />

– The Guardian Reality<br />

check<br />

– BBC Reality check<br />

– Full fact<br />

ANHANG


92<br />

MIT ETWINNING MEDIENKOMPETENZ VERMITTELN UND DESINFORMATION BEKÄMPFEN


MIT ETWINNING MEDIENKOMPETENZ VERMITTELN UND DESINFORMATION BEKÄMPFEN<br />

93


94<br />

MIT ETWINNING MEDIENKOMPETENZ VERMITTELN UND DESINFORMATION BEKÄMPFEN


Kontakt zur EU aufnehmen<br />

PERSÖNLICH<br />

In Europa gibt es H<strong>und</strong>erte von lokalen EU-Informationszentren.<br />

Die Adresse des nächstgelegenen Zentrums finden Sie unter europa.eu/contact.<br />

PER TELEFON ODER E-MAIL<br />

Europe Direct ist ein Service, bei dem Fragen über die Europäische Union beantwortet werden.<br />

Sie können diesen Service auf folgende Weise kontaktieren:<br />

– gebührenfreie Telefonnummer: 00 800 6 7 8 9 10 11 (manche Betreiber erheben für diese Anrufe<br />

möglicherweise Gebühren)<br />

– Standard-Telefonnummer: +32 22999696, oder<br />

– E-Mail-Adresse: europa.eu/contact<br />

Informationen über die EU<br />

ONLINE<br />

Informationen in allen Amtssprachen der Europäischen Union finden Sie auf der Europa-Website: europa.eu<br />

EU-VERÖFFENTLICHUNGEN<br />

Sie können kostenlose <strong>und</strong> kostenpflichtige EU-Veröffentlichungen über den EU Bookshop herunterladen oder<br />

bestellen: http://bookshop.europa.eu. Mehrere Exemplare kostenloser Veröffentlichungen können bei Europe<br />

Direct oder bei Ihrem örtlichen Informationszentrum angefordert werden (siehe http://europa.eu/contact).<br />

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Zugriff auf rechtliche Informationen der EU, einschließlich des gesamten EU-Rechts seit 1951 in allen offiziellen<br />

Sprachfassungen, erhalten Sie über EUR-Lex unter: http://eur-lex.europa.eu<br />

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Das EU-Portal für freie Daten (http://data.europa.eu/euodp/en/data) bietet Zugang zu Datensätzen der EU.<br />

Die Daten können kostenlos heruntergeladen <strong>und</strong> weiterverwendet werden, sowohl für kommerzielle als auch<br />

für nichtkommerzielle Zwecke.


EC-05-21-019-DE-N<br />

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In den letzten 17 Jahren hat sich <strong>eTwinning</strong> von einer Basisinitiative zu<br />

einer aktiven Schul-Community entwickelt, an der seit dem Start mehr als<br />

937 000 Lehrkräfte an über 217 000 Schulen in 43 Ländern beteiligt waren.<br />

<strong>eTwinning</strong> wird von der Europäischen Kommission im Rahmen des Erasmus+-<br />

Programms finanziert <strong>und</strong> bietet eine sichere digitale Plattform, auf der Lehrkräfte an<br />

verschiedenen Aktivitäten teilnehmen können: von der Konzeption <strong>und</strong> Durchführung<br />

europäischer Kooperationsprojekte bis hin zur Vernetzung; von der Teilnahme an<br />

virtuellen Gruppen bis hin zu beruflicher Weiterbildung <strong>und</strong> Peer-Learning.<br />

<strong>eTwinning</strong> stellt über seine Plattform, die in 30 Sprachen verfügbar ist,<br />

verschiedenste Ressourcen <strong>und</strong> Fortbildungsangebote für Lehrkräfte bereit. Neben<br />

Projektkits zur Inspiration <strong>und</strong> Arbeitsanleitungen gibt es u. a. Ressourcen zu den<br />

Vorteilen von <strong>eTwinning</strong>, den Kompetenzen des 21. Jahrh<strong>und</strong>erts <strong>und</strong> zum Einsatz<br />

von IKT im Unterricht. Registrierte Lehrkräfte haben Zugang zu <strong>eTwinning</strong> Live,<br />

einem eingeschränkten Bereich der Plattform mit erweiterten Funktionen <strong>und</strong><br />

Optionen der <strong>eTwinning</strong>-Community. Darüber hinaus können die Lehrkräfte an<br />

Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen, die auf nationaler Ebene angeboten werden<br />

<strong>und</strong> den Schwerpunkt auf die Förderung pädagogischer, kollaborativer <strong>und</strong> digitaler<br />

Kompetenzen setzen.<br />

Auf europäischer Ebene wird <strong>eTwinning</strong> von der zentralen Koordinierungsstelle<br />

(Central Support Service, CSS) verwaltet, die vom European Schoolnet, einem<br />

Konsortium aus 32 Bildungsministerien, geleitet wird. Auf nationaler Ebene fördern<br />

die National Support Organisations (NSOs) <strong>eTwinning</strong>, indem sie eine Reihe von<br />

Kommunikations- <strong>und</strong> Lernaktivitäten anbieten <strong>und</strong> die Endnutzer beraten <strong>und</strong><br />

unterstützen.<br />

ISBN 978-92-9484-481-1<br />

doi:10.2797/881

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