07.09.2022 Aufrufe

Gesundheitsexperten Verdauung, Magen, Darm

Das Medizin-Journal für Rhein-Main

Das Medizin-Journal für Rhein-Main

MEHR ANZEIGEN
WENIGER ANZEIGEN

Sie wollen auch ein ePaper? Erhöhen Sie die Reichweite Ihrer Titel.

YUMPU macht aus Druck-PDFs automatisch weboptimierte ePaper, die Google liebt.

Anzeigen-Sonderveröffentlichung l September 2022

Das Medizin-Journal für Rhein-Main

VERDAUUNG, MAGEN, DARM

Was Top-Experten raten:

Dr. med. Breithaupt PD Dr. med. Babic

St. Elisabethen-Krankenhaus

Frankfurt

PD Dr.med. Eickhoff

Klinikum Hanau

Prof. Dr. med. Heintz

Marienhaus Klinikum Mainz

Dr. Brinkmann PD Dr. Hausmann

St. Vinzenz-Krankenhaus

Hanau


Verdauung, Magen, Darm

Verdauungstrakt keine Tabuzone

Darm mit Charme“ – mit diesem eingängigen Titel

ihres Sachbuches hat Gastroenterologin Giulia

Enders einen Bestseller geschrieben, der kurzweilig

wie fachkundig Einblicke in einen äußerst sensiblen

Bereich des Körpers liefert, der von den meisten

Menschen vor lauter Schamgefühl oft recht stiefmütterlich

behandelt wird.

Das Thema Verdauung – und eventuelle Störungen

und Erkrankungen des Verdauungstraktes –

sind meist nichts, über das man nonchalant frei von

der Leber weg und schon gar nicht großartig in der

Öffentlichkeit plaudert. Themen wie Reizdarm,

Völlegefühl und Sodbrennen gelten nicht unbedingt

als tauglich für Smalltalk. Meist ist es einem

sogar selbst schon unangenehm. Dennoch ist es

wichtig, sich mit dem eigenen Darm und dessen

komplexen Funktionen auszukennen. Interessant ist

hierbei im Gegenzug, dass der leicht vulgär anmutende

Ausdruck – für den wir uns vorab entschuldigen

– „mit dir kann man über jeden Scheiß sprechen“,

ein Kompliment für jemanden darstellt, der

stets ein offenes Ohr hat und mit dem man auch als

peinlich erachtete Themen vertraulich bereden kann.

In der Medizin und Naturheilkunde hat die Verdauung

eine große Bedeutung, denn der Mensch

kann seine Nahrung nur verstoffwechseln, wenn

seine Verdauungsleistung gut funktioniert. Dabei

wird die Nahrung zerlegt und verwertet. Es wird entschieden,

welche Nährstoffe wohin gelangen und

was unverdaut wieder ausgeschieden wird. Vitamine

und Hormone werden produziert und dabei

Energie für sämtliche Körperprozesse bereitgestellt.

Eine weitere wichtige Aufgabe des Magen-Darm-

Trakts ist die Wasseraufnahme aus der Nahrung:

Gut neun Liter Wasser gelangen so täglich aus der

Nahrung in den Körper. Darüber hinaus bilden die

Verdauungsorgane eine Barriere für Krankheitserreger

aus Nahrung und Umwelt.

Allein diese Aspekte lassen einen staunend

zurück. Höchste Zeit also, den Verdauungstrakt aus

der vermeintlichen Tabuzone zu holen – denn er ist

nichts, was einem auf den Magen schlagen sollte.

Noch so ein weit verbreitetes und in unseren Alltag

wie selbstverständlich integriertes Wortspiel.

Für das vorliegende Medizin-Journal „Verdauung,

Magen, Darm“ haben wir renommierte Spezialisten

unserer Region befragt. Von ihnen erfahren Sie, wie

Sie mitwirken können, damit Ihr Verdauungstrakt

gesund bleibt, welche lebensrettenden Früherkennungs-

und Behandlungsmethoden es für

Darmkrebs gibt und welche schonenden modernen

Operationstechniken angebracht sind bzw. wann sie

zur Anwendung kommen.

Wir wünschen Ihnen eine aufschlussreiche Lektüre.

2022

Januar 2022

April 2022

Juni 2022

September 2022

Oktober 2022

November 2022

„Brustkrebs/gynäkologischer Krebs“

„Hand und Fuß“

„Gesunde Gelenke/Endoprothetik“

Verdauung, Magen, Darm

„Krebs“

„Herz und Gefäße“

Möchten Sie als Medziner

in einer der nächsten

Ausgaben dabei sein?

Ihre Ansprechpartnerin

Prisca Feingold

Sales Managerin Gesundheit

Telefon (069) 75 01 - 41 22

prisca.feingold@rmm.de

www.rmm.de

Impressum Verdauung, Magen, Darm

Anzeigen-Sonderveröffentlichung der RheinMainMedia GmbH vom 7. September 2022

RheinMainMedia GmbH (RMM), Waldstraße 226, 63071 Offenbach (zugleich ladungsfähige Anschrift der im Impressum genannten Verantwortlichen

und Vertretungsberechtigten) | Veröffentlicht in Aboauflage: Frankfurter Neue Presse, Höchster Kreisblatt, Taunus Zeitung,

Nassauische Neue Presse, Frankfurter Rundschau, F.A.Z. Rhein-Main, Hanauer Anzeiger und Offenbach Post | Geschäftsführer: Achim Pflüger

(RMM) | Projektleitung: Holger Kranz (RMM), Telefon (0 69) 7501-49 63, holger.kranz@rmm.de | Verantwortlich für den redaktionellen Inhalt:

Bernd Buchterkirch (RMM) | Text: Content & Design (RMM) – Ramona Billing | Layout: Content & Design (RMM) – Silke Kahrmann (RMM) |

Fotos: ©SizeSquare‘s - stock.adobe.com (Titel), Hintergrundfotos: ©natali_mis - stock.adobe.com (S. 3), ©tussik - stock.adobe.com (S. 4),

©Richman Photo - stock.adobe.com (S. 5/6), ©hkama - stock.adobe.com (S. 7), ©decade3d - stock.adobe.com (S. 8), sowie Bilder der einzelnen

Kliniken | Druck: Frankfurter Societäts-Druckerei, Kurhessenstraße 4–6, 64546 Mörfelden-Walldorf | Weitere Detailangaben siehe Impressum

der oben aufgeführten Veröffentlichungen.


Verdauung, Magen, Darm

Anzeige

Unsere Experten

Experten für Magen

und Speiseröhre

Mehr Sicherheit durch Endoskopie

und Therapie aus einer Hand

Dr. med. Wolfram Breithaupt

Chefarzt für Allgemein- und

Viszeralchirurgie

PD Dr. med. Benjamin Babic

Leiter Zentrum für Onkologische

Speiseröhren- und Magenchirurgie

Herr Dr. Breithaupt, Ihre Abteilung

für Allgemein- und Viszeralchirurgie

zählt mit Sicherheit zu

den erfahrensten Zentren im

Rhein-Main-Gebiet für funktionelle

Erkrankungen von Magen und

Speiseröhre. Insbesondere sind Sie

Spezialist für Wiederholungsoperationen

am Zwerchfell und Magen,

die ja immer eine besondere Herausforderung

darstellen.

Richtig, der Fokus unserer Abteilung

liegt auf der Behandlung von funktionellen

Erkrankungen der Speiseröhre

und des Magens. Die Symptomatik ist

hier häufig unspezifisch und kann vom

typischen Sodbrennen oder Schluckbeschwerden

bis hin zu eher untypischen

Symptomen – wie Husten und Heiserkeit

– reichen.

Wichtig ist es, hierbei die Ursache

dieser Symptome zu finden. Hierzu ist

meist eine ausführliche Diagnostik

notwendig. Daher ist die enge, interdisziplinäre

Zusammenarbeit der verschiedenen

Fachrichtungen so wichtig.

In unserem Zentrum arbeiten wir eng

mit den Gastroenterologen zusammen,

um für jeden Patienten die optimale

Behandlungsmöglichkeit zu finden.

Ein großer Vorteil bei uns ist, dass

wir Chirurgen auch die Endoskopien

und die gesamte Funktionsdiagnostik

selbst durchführen. Damit liegt die

komplette Diagnostik in unserer

Hand, was wesentlich mehr Sicherheit

in der Patientenselektion gibt. Damit

dürfte unser Zentrum für Erkrankungen

im oberen Magen-Darm-Trakt zu

den deutschlandweit führenden gehören.

Ihr Leistungsspektrum umfasst

sowohl die gutartigen als auch die

bösartigen Erkrankungen in diesem

Bereich. Nennen Sie uns doch bitte

zwei Beispiele von häufigen gutartigen

Beschwerden, mit denen die

Patienten zu Ihnen kommen.

Das sind zum einen die immer häufiger

werdenden Refluxerkrankungen, also

Sodbrennen. Oft ist dies mit einem

Zwerchfellbruch verbunden. Dieser

kann durch eine Operation beseitigt

werden, bei der man die Bruchpforte

wieder verschließt und rund um den

Übergang von Magen und Speiseröhre

eine Manschette formt (Fundoplicatio).

Diese soll den unteren Schließmuskel

oder die Hochdruckzone der Speisröhre

von außen unterstützen.

Eine weitere „Spezialität“ von uns ist

die sogenannte Achalasie. Dabei handelt

es sich um eine eher seltene Beweglichkeitsstörung

der Speiseröhre, bei welcher

der untere Speiseröhrenschließmuskel

beim Schlucken nicht ausreichend

erschlafft. Dazu bieten wir das

gesamte Spektrum an – von der Ballondilatation

bis hin zu den neuen endoskopischen

Verfahren – und sind im

süddeutschen Raum das Zentrum mit

den meisten Eingriffen bei Achalasie.

Im Juli 2022 sind Sie, Herr Dr.

Babic, als Leiter des Zentrums für

Onkologische Speiseröhren- und

Magenchirurgie zum Team gestoßen.

Sie setzen auch bei bösartigen

Erkrankungen auf minimalinvasive

Eingriffe.

Dr. Breithaupt und Prof. Hölscher, einer

der erfahrensten Experten der Magenund

Speiseröhrenchirurgie, kenne ich

schon seit vielen Jahren und wir haben

bereits einige Jahre zusammengearbeitet.

Die beiden haben in den letzten zwei

Jahren hier optimale Bedingungen geschaffen,

um solche komplexen Eingriffe

durchführen zu können. Als

Team können wir uns aufeinander verlassen.

Bei einem minimalinvasiven Eingriff

können die Patienten unter anderem

durch kleinere Wunden, weniger

Schmerzen, weniger Komplikationen

wie zum Beispiel Wundinfektionen oder

Verwachsungen sowie durch eine deutlich

schnellere Genesung profitieren.

Aber in der onkologischen Chirurgie der

Speiseröhre liegt es immer am individuellen

Fall, ob der Patient mehr von einem

großen Eingriff, einem minimalinvasiven

oder aber der Hybridtechnik profitiert.

Dabei ist die Erfahrung des Operateurs

von größter Bedeutung, nicht die

Technik an sich.

Minimalinvasive Eingriffe gehören

unbedingt in die Hand eines Spezialisten.

Nur so kann es gelingen, die Komplikationsrate

sowie die Letalität zu

senken. Grundsätzlich sind solche Behandlungserfolge

aber immer die Leistung

des gesamten interdisziplinären

Teams bestehend aus Chirurgie, Endoskopie,

Anästhesie, und Pflege. Unsere

Struktur ermöglicht hier die optimale

Diagnostik und Therapie vom ersten

Symptom bis zum Abschluss der Behandlung.

Von einem Eingriff profitieren

aber nur Tumorpatienten im frühen

Stadium, oder?

Nicht nur. Drei Viertel unserer Patienten

kommen in einem lokal fortgeschrittenen

Stadium zu uns. Hier kann durch

eine Chemotherapie oder eine Kombination

aus Chemo- und Strahlentherapie

der Tumor verkleinert werden. Früher

waren Operationen bei auftretenden

Fernmetastasen ausgeschlossen. Heute

kann man in individuellen Therapiekonzepten

auch einzelne Metastasen

erfolgreich operativ behandeln. Das

Thema der Oligometastasierung wird

aktuell heiß diskutiert. Ansonsten bietet

die moderne Medizin täglich mehr

Möglichkeiten, um das Gesamtüberleben

bei guter Lebensqualität zu verlängern.

Trotzdem gilt: je früher ein

Tumor entdeckt wird, desto besser


Ja, nach wie vor kann ich nur dringlich

an jeden über 40 Jahre appellieren, die

Vorsorgegemöglichkeiten wahrzunehmen,

damit eine Krebserkrankung frühestmöglich

entdeckt wird. Insbesondere

wenn Beschwerden vorliegen, sollten

sich die Betroffenen einer Endoskopie

unterziehen. Momentan müssen unsere

Patienten im Schnitt sechs bis acht

Monate auf eine Magenspiegelung warten.

Das darf nicht sein. Daher garantieren

wir allen Patienten mit Beschwerden,

dass sie innerhalb von zehn Tagen

einen Termin für eine Gastroskopie erhalten.

Zudem bieten wir eine Karzinom-Sprechstunde

an.

Kontakt

St. Elisabethen-Krankenhaus

Ginnheimer Straße 3 · 60487 Frankfurt

Dr. med. Breithaupt · Tel.: (069) 79 39-75 00 · wolfram.breithaupt@artemed.de

PD Dr. med. Babic · Tel.: (069) 79 39-75 00 · benjamin.babic@artemed.de

www.elisabethen-krankenhaus-frankfurt.de/chirurgie


Verdauung, Magen, Darm

Anzeige

Unser Experte

Endoskopie sicher

und nachhaltig

Pilotprojekt für mehr Nachhaltigkeit

in der Endoskopie gestartet

PD Dr. med. Axel Eickhoff

Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie,

Diabetologie und Infektiologie

Herr Dr. Eickhoff, Sie setzen in

Ihrer Klinik für Gastroenterologie,

Diabetologie und Infektiologie auf

modernste Technologien und übernehmen

damit immer wieder eine

Vorreiterrolle. Nun machen Sie

erneut von sich reden durch ein

Pilotprojekt für mehr Nachhaltigkeit

in der Endoskopie. Um was

geht es dabei?

Die Endoskopie ist unverzichtbar bei der

Untersuchung beispielsweise von Gelenken,

Bauchraum, Lunge und Darm

von innen. Dabei können gleichzeitig

Gewebeproben (Biopsien) entnommen

oder auch kleine Eingriffe vorgenommen

werden. Weil in der Endoskopie

beispielsweise durch die Aufbereitung

und Dekontamination viel Wasser und

Strom verbraucht wird und viel nichtrecyclefähiges

Material eingesetzt wird,

ist sie auch einer der größten Müllverursacher

im Krankenhaus. In Zeiten des

Klimawandels wollen wir daran natürlich

arbeiten und haben deshalb jetzt ein

Pilotprojekt gestartet, um zu prüfen,

inwieweit die Einweg-Endoskope, die

wir seit mehreren Jahren fallbezogen

zum Beispiel bei Bronchoskopien einsetzen,

recycelt werden können.

Sie führen jährlich rund 9.000

Endoskopien durch, darunter ein

hoher Anteil an therapeutischinterventionellen

Eingriffen. Wann

setzen Sie die Single-Use-Endoskope

ein?

Single-use-Endoskope setzen wir aktuell

fallbezogen bei Bronchoskopien

sowie bei ERCP-Untersuchungen, also

speziellen Endoskopien der Gallengänge

und der Bauchspeicheldrüse ein. Weil

die Gallengänge sehr eng sind, brauchen

wir hier spezielle Endoskope, die nur 1,2

Millimeter dünn sind. Damit lassen sich

etwa 95 Prozent der Gallensteine direkt

bei der Untersuchung leicht entfernen.

Kompliziertere Fälle müssen aber zunächst

mit Hilfe eines Lasers zertrümmert

werden, wir sprechen dann von

einer Elektrohydraulischen Laserlithotripsie

(EHL). Dabei kommt ein sogenanntes

„Mutter-Baby-Endoskop“ zum

Einsatz, das heißt, der nur 0,5 mm

breite Laser – quasi das „Baby“ – wird

durch das Endoskop – also die „Mutter“

– an die entsprechende Stelle vorgeschoben.

Auf diese Weise können auch

Kunststoff-Endoprothesen in den Gallen-

bzw. Bauchspeicheldrüsengang eingebracht

werden, die eine Engstelle offenhalten

und damit den Durchfluss der

Flüssigkeit wieder garantieren.

Die Endoskopien an Galle und

Bauchspeicheldrüse sind ja nur

zwei Beispiele aus Ihrem Leistungsspektrum.

Bitte geben Sie uns

einen Überblick weiterer Behandlungsmöglichkeiten

in Ihrer Abteilung.

Den Kernbereich unserer Arbeit bilden

die unterschiedlichsten Erkrankungen

des Magen-Darm-Traktes. Dazu gehören

vor allem Erkrankungen der Leber

und Gallenwege, Tumore, Magengeschwüre

und entzündliche Darmerkrankungen.

Dafür bieten wir das gesamte

Spektrum der gastroenterologischen

Endoskopie und Funktionsdiagnostik

an. Als von der Deutschen Krebsgesellschaft

zertifiziertes Darmzentrum ist

uns insbesondere auch die Darmkrebsvorsorge

ein großes Anliegen. Diese

bieten wir auch im Rahmen einer Darmspiegelung

bei uns im Haus an, für Patienten

ab 50 übernimmt die gesetzliche

Krankenversicherung die Kosten für die

Untersuchung.

In der Darmkrebsvorsorge setzen

Sie seit letztem Jahr auf Künstliche

Intelligenz: Sie sind damit

eine der ersten Kliniken im Rhein-

Main-Gebiet, bei denen das neue

System Pentax® Discovery AI die

Mediziner bei der Darmspiegelung

unterstützt. Wie funktioniert das

eigentlich?

Wir nutzen dabei eine neue und sehr

ausgereifte Software, die gewissermaßen

als zusätzliches „künstliches Auge“

fungiert. Während der Darmspiegelung

begleitet den Behandler ein auf künstlicher

Intelligenz basierender Polypendetektor,

der permanent einen zentralen

Rechner mit den Bildern füttert. Wenn

der Rechner Veränderungen feststellt,

markiert er diese auf dem Bildschirm

und weist den Behandler zudem über

einen Warnton auf die Problemstelle

hin, sodass man sich den betreffenden

Darmabschnitt nochmals genauer ansieht.

Das System ist extrem sensibel und

erkennt bereits minimalste Veränderungen.

Und nicht nur das: Es charakterisiert

auch gleich, um was es sich handelt.

Künstliche Intelligenz bei der

Darmspiegelung bedeutet also

höhere Treffsicherheit und damit

wiederum größere Sicherheit für

den Patienten?

So ist es. Bei unserem System liegt die

Rate nicht erkannter Auffälligkeit nur

noch bei etwa fünf Prozent – selbst beim

geübten Mediziner liegt sie noch bei bis

zu 20 Prozent. Und das System lernt

ständig automatisch dazu! Zudem wird

unser neues, zusätzliches Auge nicht

müde. Wie zuverlässig das System ist,

konnten wir in den vergangenen Monaten

sehen: Der neue Detektor erkannte

auf Anhieb über 90 Prozent von zum

Teil winzigen, möglicherweise problematischen

Stellen in der Darmwand.

Damit hilft es uns, immer bessere klinische

Ergebnisse zu erzielen.

Ändert sich für den Patienten

dadurch etwas im Ablauf der Darmspiegelung?

Nein. Es handelt sich, wie gesagt, lediglich

um eine besondere Software. Für die

Patienten ändert sich damit weder am

Ablauf der Untersuchung etwas noch an

den eingesetzten Instrumenten. Wir

führen unsere Darmspiegelungen ohnehin

unter Einsatz eines Schlafmittels

durch, sodass die Patienten von der

Untersuchung nichts mitbekommen.

Diese ist also absolut schonend, und man

braucht keine Angst davor zu haben.

Kurz nachgefragt: Darmkrebs

Kontakt

Klinikum Hanau

Leimenstraße 20 · 63450 Hanau

Telefon: (0 61 81) 2 96-42 10 · Fax: (0 61 81) 2 96-42 11 · med2@klinikum-hanau.de

www.klinikum-hanau.de


Verdauung, Magen, Darm

Anzeige

Unser Experte

Bessere Chancen im viszeralonkologischen

Zentrum

Interdisziplinäre Zusammenarbeit vergrößert

Erfolgsaussichten bei Tumoren

Prof. Dr. med. Achim Heintz

Direktor des Zentrums f. Allgemein-, Viszeral-, Endokrine- u. Gefäßchirurgie;

Chefarzt Allgemein und Viszeralchirurgie

Herr Prof. Heintz, Ihre Klinik war

das erste durch die Deutsche Krebsgesellschaft

zertifizierte Darmzentrum

in Rheinland-Pfalz. Seit 2016

ist sie zudem zertifiziertes Pankreaszentrum

und hat 2021 auch die

Zertifizierung als viszeral-onkologisches

Zentrum erhalten. Damit ist

gleich zweifach Ihre Expertise bei

Krebserkrankungen im Magen-

Darm-Trakt offiziell bestätigt. Der

Weg zur Zertifizierung durch die

Deutsche Krebsgesellschaft ist lang

und hart – und das nicht nur einmal,

sondern für jede Rezertifizierung

immer wieder. Was ist denn das

große Plus an einem Zentrum?

Das große Plus für die Patienten ist, dass

in einem viszeral-onkologischen Zentrum

eine Vielzahl von Disziplinen zusammenarbeiten.

Das macht sich allein

schon in unserem Tumorboard bemerkbar:

Hier wird jeder einzelne Fall in

einem Team aus Chirurgen, Gastroenterologen,

Onkologen, Strahlentherapeuten,

Radiologen und anderen Experten

eingehend besprochen. Erst daraus

ergibt sich, welche Therapie für den

einzelnen Fall die bessere ist. Bei Tumorpatienten

sind eine Vielzahl verschiedenster

Aspekte zu berücksichtigen,

sodass jede Erkrankung aus unterschiedlichen

Blickwinkeln betrachtet

werden sollte. Das schlägt sich dann in

messbar besseren Ergebnissen für den

Patienten und einer geringeren Komplikationsrate

nieder.

Zusätzlicher Pluspunkt eines Zentrums

ist, dass weitere wichtige Faktoren

für eine erfolgreiche Therapie zur Verfügung

stehen wie zum Beispiel Ernährungsberatung,

Psychoonkologie oder

Stomatherapie. Nicht zu vergessen das

Pflegeteam, das speziell in der Betreuung

von Tumorpatienten geschult ist.

Weitere Dienste und Service-Leistungen

rund um den Patienten sorgen für

einen reibungslosen Ablauf der stationären

Behandlung, und die enge Zusammenarbeit

mit den niedergelassenen

Kollegen garantiert die nahtlose Betreuung

danach.

Was hat sich in der Behandlung

des Pankreaskarzinoms getan?

Gibt es hier Fortschritte?

Ob ein Pankreaskarzinom geheilt werden

kann, hängt davon ab, ob der Tumor

vollständig im Rahmen einer Operation

entfernt werden kann. Leider werden

immer noch viel zu viele Patienten recht

spät behandelt, weil der Tumor lange

keine Beschwerden macht. Der relativ

große operative Eingriff verspricht nur

Erfolg, wenn der Tumor lokal nicht zu

weit fortgeschritten ist und weder Metastasen

in anderen Organen noch weitere

Tumoransiedlungen im Bauchraum

gebildet hat. Doch auch bei fortgeschrittenem

Pankreaskarzinom eröffnen sich

durch kombinierte Therapieansätze Behandlungsmöglichkeiten.

So kann der

Tumor durch sogenannte neoadjuvante

Therapie vor einer Operation verkleinert

werden und nach dem Eingriff durch

chemotherapeutische Maßnahmen in

Schach gehalten werden.

Bei der Behandlung von Darmkrebs

konnten durch die Vorsorge-Koloskopien

bereits gute

Erfolge erzielt werden. Durch die

Pandemie sind allerdings viele

Menschen nicht zur Vorsorge

gegangen. Schlägt sich das in Ihrer

Klinik nieder?

Tatsächlich haben die fortgeschrittenen

Fälle von Darmkrebs zugenommen. Das

ist möglicherweise der Pandemie zuzuschreiben.

Darmkrebs entwickelt sich zu

95 Prozent aus der Vorstufe, den Darmpolypen.

Werden diese im Rahmen der

Vorsorge-Koloskopie entdeckt und entfernt,

kann sich daraus kein Krebs entwickeln.

Sollte sich bereits eine Frühstufe

von Darmkrebs entwickelt haben,

lässt sich dieser koloskopisch problemlos

abtragen, solange er oberflächlich auf die

Schleimhaut begrenzt ist. Er ist damit

geheilt, ohne dass eine Chemotherapie

notwendig wird. Allerdings sollte danach

regelmäßig kontrolliert werden.

Welche Optionen gibt es, wenn

der Darmkrebs bereits fortgeschritten

ist?

Wenn bereits die Lymphknoten befallen

sind, müssen diese mit entfernt werden.

Danach empfiehlt sich in der Regel aus

Sicherheitsgründen eine sogenannte adjuvante

Chemotherapie, da diese die

Überlebenschancen nochmals verbessert.

Die modernen Chemotherapeutika

sind in der Regel wesentlich besser verträglich,

es können aber Missempfindungen

wie Kribbeln an den Fingern

auftreten. Selbst wenn sich bereits Fernmetastasen

gebildet haben, bieten die

modernen Chemotherapien in Verbindung

mit einer Operation noch gute

Therapieoptionen. Sogar bei fortgeschrittenen

Stadien ist eine Heilung

möglich.

Gerade beim Enddarmkrebs

macht sich die Zusammenarbeit in

einem Zentrum für die Patienten

bezahlt. Warum?

Weil gerade bei dieser Krebsform das

Wissen um die genaue Tumorausdehnung

von größter Bedeutung ist. Dafür

haben wir die Kollegen der Radiologie

an unserer Seite, die mit ihrer bildgebenden

Diagnostik detaillierte Informationen

liefern. Wenn ein Tumor sehr nahe

am Schließmuskel liegt, kann es von

diesen Informationen abhängen, ob der

Patient künftig einen künstlichen Ausgang

brauchen wird oder nicht. Unter

diesen Umständen würden wir den

Tumor zunächst durch eine Kombination

von Bestrahlung und Chemotherapie

verkleinern und dann erst operieren.

Frühe Tumore können über die sogenannte

transanale mikroskopische Mikrochirurgie

gebewebeschonend herausgeschält

werden.

Bitte geben Sie uns abschließend

noch einen Überblick über das Leistungsspektrum

Ihres Zentrums.

Unser Zentrum bietet das komplette

Spektrum der Tumorbehandlung von

der Diagnostik, dem sogenannten Tumor-Staging,

über die verschiedenen

Therapieoptionen bis zur Nachsorge,

wobei wir besondere Expertise in den

Modulen Pankreas- und Darmkrebs

haben. Darüber hinaus behandeln wir

alle Erkrankungen im Magen- und

Darmbereich, der Bauchspeicheldrüse

sowie Leber und Gallenblase, wobei wir,

wenn irgend möglich, auf die schonenden

laparoskopischen Verfahren (Bauchspiegelung)

setzen.

Kontakt

Marienhaus Klinikum Mainz

An der Goldgrube 11 · 55131 Mainz

Telefon: (0 61 31) 5 75 12 00 · Fax: (0 61 31) 5 75 12 19 · allgemeinchirurgie.mkm@marienhaus.de

www.marienhaus-klinikum-mainz.de


Verdauung, Magen, Darm

Anzeige

Unser Experten

Divertikulitis – entzündete

Ausstülpungen des Dickdarms

Fachübergreifende Diagnostik und Therapie

aus einer Hand

Dr. med. Lars Brinkmann (li.),

Chefarzt der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie

PD Dr. med. Johannes Hausmann,

Chefarzt der Abteilung für Gastroenterologie/Innere Medizin

Herr Dr. Hausmann, Sie und

Dr. Brinkmann haben am St. Vinzenz-Krankenhaus

die interdisziplinäre

Bauchstation gegründet. Zu

Ihrem Leistungsspektrum zählt

unter anderem die Diagnostik und

Therapie der Divertikulitis. Um was

handelt es sich dabei?

Im Laufe des Lebens kann es im Dickdarm

zu Ausstülpungen der Darmwand

kommen. Diese werden als Divertikel

bezeichnet und sind gutartig. Am häufigsten

ist davon der S-Darm, also das

Sigma betroffen. Die Bildung solcher

Divertikel hat viele unterschiedliche

Ursachen. Neben einer erblichen Veranlagung

spielen auch eine im Alter

zunehmende Bindegewebsschwäche

sowie Ernährungsgewohnheiten eine

Rolle.

Die Divertikel an sich erzeugen in

aller Regel keine Symptome – außer sie

entzünden sich. Das ist bei etwa zehn bis

20 Prozent der Betroffenen irgendwann

in ihrem Leben der Fall. Wir sprechen

dann von einer Divertikulitis. Die

Symptome sind vielfältig, doch meist

kommt es zu mehr oder weniger starken

Schmerzen im linken Unterbauch, die

denen einer Blinddarmentzündung ähneln.

Zudem besteht häufig noch

Durchfall, Übelkeit und Fieber. Es gibt

auch chronische Verläufe, bei denen es

in unregelmäßigen Abständen zu immer

wiederkehrenden Beschwerden kommt.

Die größte Gefahr besteht durch

Komplikationen wie ein Darmdurchbruch

aufgrund des geschädigten Wandgewebes,

wobei Stuhl und somit auch

Keime in die Bauchhöhle gelangen –

eine lebensbedrohliche Situation.

Wie lässt sich feststellen, ob tatsächlich

eine Divertikulitis vorliegt?

Zunächst wird neben der körperlichen

Untersuchung das Blut auf erhöhte Entzündungswerte

hin untersucht, wie sie

von einer Divertikulitis in der Regel

verursacht werden. Anschließend erfolgt

eine Ultraschalluntersuchung, mit

der ein erfahrener Behandler die Erkrankung

häufig bereits gut erkennen

kann. Bei unklarem Befund wird zusätzlich

eine Computertomographie mit

Kontrastmittelgabe durchgeführt. In

dieser lässt sich sehr gut sehen, welche

Strukturen betroffen sind und wie

schwerwiegend die Entzündung ist.

Herr Dr. Brinkmann, muss bei

einer Divertikulitis dann sofort

operiert werden?

Nein, das hängt vom Stadium der Erkrankung

ab. Eine akute, aber unkomplizierte

Sigmadivertikulitis kann durch

entzündungshemmende Medikamente

und Antibiotika behandelt werden. Bei

Fieber und starken Schmerzen werden

die Patienten dafür stationär aufgenommen.

Anders sieht es jedoch aus, wenn

ein Durchbruch der Darmwand droht

oder sogar bereits vorliegt. Dann muss

in aller Regel schnellstmöglich operiert

werden. Auch eine immer wiederkehrende

Entzündung kann ein Grund für

eine Operation sein.

WelcheOptionen bieten Sie,wenn

eine Operation erforderlich ist?

In unserem Haus stehen alle chirurgischen

Optionen nach modernsten wissenschaftlichen

Erkenntnissen zur Verfügung.

Wenn irgend möglich, operieren

wir minimalinvasiv, also per Schlüssellochchirurgie

unter Vollnarkose. Dies ist

bei fast allen Magen- und Darmerkrankungen

mittlerweile möglich und hat

sich auch bei der Sigmadivertikulitis als

sehr erfolgreich erwiesen. Hierzu verfügen

wir über eine exzellente technische

Ausstattung in unseren neuen OP-Sälen,

die wir letztes Jahr in Betrieb genommen

haben. Der Vorteil der minimalinvasiven

Chirurgie liegt nicht nur in kleineren

Schnitten mit weniger sichtbaren Narben,

sondern auch damit einhergehend

weniger Wundschmerz und schnellere

Mobilisierung. Zudem werden Verwachsungen

im Bauchraum vermieden,

die später unter anderem zu einem

Darmverschluss führen können, sowie

Narbenbrüche, die bei immerhin 15 Prozent

aller Patienten nach offener Bauchschnittoperation

auftreten können.

Bei der Operation entfernen wir den

betroffenen Darmabschnitt – meist eine

sog. „Sigmaresektion“. Die gesunden

Darmenden werden anschließend wieder

zusammengeführt.

Welchen Vorteil bietet bei diesem

Krankheitsbild die „Bauchstation“

im St. Vinzenz-Krankenhaus?

Patienten mit der Verdachtsdiagnose

einer Divertikulitis werden auf unserer

interdisziplinären Bauchstation behandelt.

Hier arbeiten wir Chirurgen mit

den Gastroenterologen gemeinsam auf

einer Station. Wir besprechen solche

Fälle immer zusammen am Patientenbett

und stimmen die Therapie ab.

Von unseren Fachgesellschaften

wurde letztes Jahr eine aktualisierte

Leitlinie veröffentlicht, in der sehr

genau festgelegt ist, wie eine Divertikulitis

in Abhängigkeit des Krankheitsstadiums

behandelt werden sollte. Die

ärztliche Kunst ist es dann zum einen,

das Krankheitsstadium bei dem jeweiligen

Patienten genau zu definieren und

zum anderen aber auch, die von der Leitlinie

empfohlene Therapie an den einzelnen

Patienten und seine individuelle

Situation anzupassen. Dies geschieht im

Rahmen unserer gemeinsamen Visiten.

Eine Operation zielt ja darauf ab,

möglichst alle Divertikel zu entfernen,

sodass es nicht mehr zu einer

Entzündung kommen kann. Bei

einer unkomplizierten Divertikulitis

sind nach Abheilung der Entzündung

aber noch alle Divertikel

vorhanden. Wie vermeidet man

eine erneute Entzündung, Herr Dr.

Hausmann?

Eine hundertprozentige Vermeidung ist

leider nicht möglich. Wir wissen aber

heute, dass bestimmte Verhaltensweisen

das Risiko für eine erneute Entzündung

deutlich erhöhen. Empfohlen wird eine

ballaststoffreiche Ernährung, während

der Verzehr von rotem Fleisch gemieden

werden sollte. Auch eine Alkohol- und

Nikotinkarenz ist anzuraten. In Studien

konnte zudem nachgewiesen werden,

dass Patienten mit einem BMI zwischen

20-22,5 kg/m 2 das geringste Risiko für

eine Divertikulitis haben.

Wenn es doch gehäuft zu wiederkehrenden

Entzündungen kommt oder

gar chronische Beschwerden auftreten,

kann es auch in solchen Fällen ratsam

sein, das betroffene Darmstück operativ

zu entfernen.

Kontakt

St. Vinzenz-Krankenhaus

Am Frankfurter Tor 25 · 63450 Hanau

Dr. med. Brinkmann · Telefon: (0 61 81) 2 72-3 31 · sek.ch@vinzenz-hanau.de

PD Dr. med. Hausmann · Telefon: (0 61 81) 2 72-4 11 · sek.ga@vinzenz-hanau.de

www.vinzenz-hanau.de


Verdauung, Magen, Darm

Anzeigen-Sonderveröffentlichung

Demografischer Wandel erfordert

bessere Nutzung der Darmkrebsvorsorge

Weniger als 20 Prozent aller Berechtigten nehmen in

Deutschland die Vorsorge-Darmspiegelung wahr. Bei

gleichbleibender Nutzung der Vorsorge ist aufgrund

des demografischen Wandels bis 2050 ein Anstieg

der Darmkrebsfälle von heute jährlich rund 62.000 auf

77.000 zu erwarten. Um diese Steigerung aufzufangen,

müsste die Teilnahmerate an der Vorsorge-Darmspiegelung

erheblich gesteigert werden – bis zum

Jahr 2030 auf etwa den doppelten und ab dem Jahr

2040 sogar auf etwa den dreifachen Wert. Dies

errechneten Wissenschaftler im Deutschen Krebsforschungszentrum

(DKFZ) auf der Basis aktueller

epidemiologischer Daten.

Seit knapp zwei Jahrzehnten sinkt die Darmkrebs-Neuerkrankungsrate

in Deutschland kontinuierlich.

Die Ursache für diesen Rückgang sehen

Experten in der Teilnahme an der Vorsorge-Darmspiegelung,

die Männern ab 50 Jahren und Frauen ab

55 Jahren von den Krankenkassen angeboten wird.

Doch der demografische Wandel in Deutschland

könnte diesen erfreulichen Trend bald schon beenden:

Darmkrebs ist meist eine Alterserkrankung. Zwischen

dem 50. und dem 60. Lebensjahr verdoppelt

sich die Neuerkrankungsrate, und sie steigt mit jedem

weiteren Lebensjahrzehnt weiter an. Die Zahl an Menschen,

die 67 Jahre oder älter sind, wird erwartungsgemäß

von 16 Millionen im Jahr 2019 (19 Prozent der

deutschen Bevölkerung) auf über 21 Millionen im Jahr

2060 ansteigen, was 28 Prozent der Gesamtbevölkerung

ausmacht. „Die deutlich höhere Darmkrebs-

Neuerkrankungsrate der älteren Bevölkerung wird

dazu führen, dass wir in Zukunft mit stark steigenden

Fallzahlen rechnen müssen. Es sei denn, wir schaffen

es, die Prävention zu verbessern und die Beteiligung

an der Darmkrebsvorsorge deutlich zu steigern“, sagt

Hermann Brenner vom Deutschen Krebsforschungszentrum.

Für die Nutzung der Screening-Angebote gebe es

noch sehr viel Luft nach oben, wie die Epidemiologen

um Brenner nun errechneten. Die Forscher ermittelten

die aktuelle Teilnahmerate an der Vorsorge-

Darmspiegelung in Deutschland, basierend auf den

anonymisierten bundesweiten Daten der Versicherten

der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK), die

rund ein Drittel der Bevölkerung versichert. Danach

nehmen bislang unter 20 Prozent der Teilnahmeberechtigten

das Angebot der Vorsorge-Darmspiegelung

wahr. Um den bedeutenden Anstieg an Fallzahlen

zu „kompensieren“, müsste nach Berechnungen

der DKFZ-Forscherinnen und Forscher die Teilnahmerate

am Darmkrebs-Screening bis zum Jahr

2030 verdoppelt, längerfristig sogar verdreifacht

werden – von heute knapp 20 Prozent auf dann an

die 60 Prozent der Berechtigten.

Geeignete Maßnahmen dafür wären etwa eine

Herabsetzung des Screening-Alters von 55 auf 50

Jahre auch bei Frauen. Ebenfalls sollte das derzeitige

Angebot von maximal zwei Screening-Koloskopien

erweitert werden. Die jetzige Regelung bringt mit

sich, dass beispielsweise Männer, die den Empfehlungen

folgend die erste Koloskopie mit 50 Jahren durchgeführt

haben, nach der Zweituntersuchung im Alter

von 60 Jahren keine weiteren Vorsorgeangebote

wahrnehmen können – und das ausgerechnet im

Lebensalter mit dem höchsten Erkrankungsrisiko.

Außerdem plädieren die Präventionsexperten dafür,

durch verbesserte Einladungsverfahren mehr Menschen

zur Darmkrebsvorsorge zu bewegen.

„Darüber hinaus kann jeder durch einen gesunden

Lebensstil dazu beitragen, sein persönliches Darmkrebsrisiko

zu senken“, betont Präventionsexperte

Brenner. Tabakkonsum, körperliche Inaktivität, Übergewicht

und hoher Alkoholkonsum treiben das

Risiko in die Höhe.


Verdauung, Magen, Darm

Anzeigen-Sonderveröffentlichung

Um den Körper am Leben zu erhalten und mit ausreichend Nährstoffen

und Energie zu versorgen, ist die Verdauung essenziell. Durch sie wird

die Nahrung in kleinste Bausteine verwandelt, die über einen speziellen

Mechanismus ans Blut abgegeben werden.

Mundhöhle

Die Verdauung beginnt nicht erst im Magen, sondern

startet tatsächlich schon bereits mit Augen und Nase.

Denn sobald wir leckere feste oder flüssige Nahrung

sehen oder riechen – manchmal reicht auch schon

der Gedanke daran –, stellt sich der Magen-Darm-

Trakt auf Arbeit ein: Die Produktion von Speichel im

Mund und die von Magensaft im Magen steigt an.

Magen

Im Magen wird der Speisebrei

zunächst gelagert, dann weiter in

seine einzelnen Bestandteile

aufgespalten, Keime und

Krankheitserreger, die eventuell mit

den Magen gelangt sind, werden

abgetötet. Um diese Funktionen

erfüllen zu können, nutzt der Magen

den sogenannten Magensaft.

Rhythmische Kontraktionen der

Magenmuskeln (Peristaltik)

vermengen Speisebrei und

Magensaft optimal miteinander und

geben die Mischung nach getaner

Arbeit in kleinen Portionen an den

Dünndarm ab.

Dickdarm

Der Dickdarm übernimmt den letzten

Part der Verdauung. Unter anderem

entzieht er dem übrig gebliebenen

Speisebrei das Wasser, um ihn weiter

einzudicken und gibt Schleim hinzu,

um die Gleitfähigkeit zu erhalten.

Haben die letzten Überreste des

Speisebreis den Mastdarm passiert

und gelangen in den Enddarm,

werden sie in Form von Kot über den

After ausgeschieden.

Rachen/Zunge/Speiseröhre

Durch das Kauen im Mund wird die Nahrung mechanisch

zerkleinert und mit dem Zusatz von Speichel gleitfähig

gemacht. Der Speisebrei wird von der Zunge an den

Gaumen gepresst, dabei wird der Schluckreflex

ausgelöst. Durch den genau koordinierten

Schluckvorgang werden die gekauten Speisen im

Anschluss an die Speiseröhre weitergegeben. Öffnet

sich der obere Schließmuskel der Speiseröhre, kann der

Bissen von oben „eingefüllt“ werden. Daraufhin zieht

sich die Muskulatur in der Speiseröhre wellenartig

zusammen und schiebt die Nahrung Stück für Stück

weiter nach unten in Richtung Magen.

Dünndarm

Hier beteiligen sich auch

Bauchspeicheldrüse und Gallenblase am

Verdauungsvorgang. Sie entleeren ihre

jeweiligen Verdauungssäfte in den oberen

Abschnitt des Dünndarms. Nun erfolgt die

endgültige Aufspaltung des Speisebreis in

seine kleinsten, und ab diesem Zeitpunkt

auch verwertbaren, Bausteine. Die übrigen

Fett-, Eiweiß- und Kohlenhydratmoleküle

können nun gemeinsam mit den weiteren

nutzbaren Bestandteilen durch die

Dünndarmschleimhaut aufgenommen und

ins Blut weitergegeben werden. Damit kein

nützlicher Anteil der Nahrung verloren

geht, weist die Schleimhaut des fünf bis

sechs Meter langen Dünndarms unzählige

Falten auf. Auf diese Weise kann sie die

Nahrungsaufnahme optimal

bewerkstelligen.

Übrigens ...

Aufgenommene Nahrung bleibt etwa ein bis drei Stunden im Magen. Im

Dünndarm beträgt die durchschnittliche Verweildauer sieben bis neun

Stunden, im Dickdarm 25 bis 30 Stunden. Bis die unverdaulichen Reste als

Stuhl ausgeschieden werden, kann es manchmal aber auch viel länger

dauern: Die Verweildauer im Mastdarm liegt bei 30 bis 120 Stunden.

Hurra! Ihre Datei wurde hochgeladen und ist bereit für die Veröffentlichung.

Erfolgreich gespeichert!

Leider ist etwas schief gelaufen!