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moneyeditorial

EDITORIAL

Wo bleibt das Positive?

Hier steht es

Schon Ende des vergangenen Jahrzehnts waren Ausblicke

auf die vermutlich wichtigsten Trends der 2020er-

Jahre en vogue (siehe z. B. FOCUS-MONEY 52/2019).

Nicht wenige Experten hielten eine Art Goldene 20er-Jahre

(oder Roaring Twenties in der angelsächsischen Version) für

möglich. Kennzeichen: nachhaltige Wachstumsraten von

mehr als zwei Prozent, sinkende Inflation, Siegeszüge neuer

Technologien, Produktivitätssprünge und ein Jobboom im

Lauf des Jahrzehnts. Die Pandemie, die neue Inflation, der

Krieg in der Ukraine und die neue Energiekrise haben naturgemäß

viele dieser Prognosen über den Haufen geworfen.

Und ist jetzt nicht dem letzten Analysten die Lust vergangen,

Roaring Twenties bis 2030 auszurufen? Nicht so Jason

Draho vom US-Arm der Schweizer UBS, der auch im

Oktober 2021, als die neue Inflation bereits sichtbar war,

noch an die Möglichkeit eines säkularen Bullenmarkts zumindest

in den USA glaubte. Und er untersucht gerade noch

einmal die zehn Faktoren, die eine solche Hausse tragen

könnten.

Erstens könnte der Nachfrageschock von 2020/2021

(Geldtransfers des Staates und ultralockere Geldpolitik der

Notenbank) einen neuen, kräftigeren Zyklus von Investitionen

und Konsum ausgelöst haben. Draho räumt ein, dass der

Nachfrageschock die Inflation hochgetrieben hat, die die

US-Notenbank Fed nach unten bringen muss – was diesen

Faktor aus dem Spiel nimmt.

Zweitens: höheres Lohnwachstum. Das rangiert derzeit nominal

bei 5,5 Prozent. Noch sinken die realen Löhne wegen

der hohen Inflation auch in den USA, aber wenn die Inflation

wieder im Griff ist, dürften die hohen Lohnsteigerungen bleiben,

gerade bei weniger qualifizierten Beschäftigten, und so

Ungleichheit vermindern.

Drittens: Schub für öffentliche Investitionen und Forschung

und Entwicklung. Dafür werden in den USA durch

drei große Gesetzespakete bis Ende des Jahrzehnts 1,2 Billionen

Euro lockergemacht, die vor allem ab 2023 fließen.

Viertens: verstärkte Firmeninvestitionen. Bislang hält gerade

die Industrie die Investitionen hoch, die Aufgaben sind

ja auch gewaltig: Energiewende schaffen, Lieferketten verbessern,

mit dem Mangel an Arbeitskräften zurechtkommen.

Fünftens: Russlands Angriffskrieg zeigt jedem, wie wichtig

Energiesicherheit ist, und der Kampf gegen den Klimawandel

geht weiter. Dafür hat Washington gerade 370 Milliarden

Dollar bereitgestellt (ein Teil der oben genannten 1,2

Billionen Dollar), was ein Vielfaches an Investitionen des Privatsektors

induzieren wird.

Sechstens: verstärktes Unternehmertum. Vor Corona wurden

in den USA 300 000 neue Firmen pro Monat ins Leben gerufen.

Die Zahl stieg auf 450 000 in den Jahren 2020 und 2021

und hält sich derzeit bei 425 000 Gründungen monatlich.

Siebtens: Die Bereitschaft, Risiken einzugehen, ist ungebrochen,

siehe auch die Firmengründungen. Zudem werden

viele Jobs geschaffen und zahlreiche Amerikaner wagen einen

Jobwechsel.

Achtens: leichter Zugang zu Risikokapital. Zwar sind mit

den Zinssteigerungen auch Finanzierungen für Start-ups

schwieriger geworden, und das weltweit. Dennoch wurden

im ersten Halbjahr 2022 schon 250 Milliarden Dollar an Risikokapital

verteilt, mehr als 50 Prozent über den Summen,

die in den Halbjahren von Anfang 2018 bis Mitte 2020 erzielt

worden waren.

Neuntens: Die Digitalisierung aller Geschäftsmodelle geht

weiter. Wie gut und schnell das gelingen kann, dafür hat die

Pandemie reichlich Anschauungsmaterial geboten. Stets

wird eine höhere Produktivität erhofft. Die Investitionen in

IT bleiben hoch, die IT-Dienste schlugen in den USA im zweiten

Quartal die Markterwartungen deutlich.

Zehntens: höhere Produktivität. Sie sollte mithilfe all der

geplanten Investitionen und der Digitalisierung rascher zulegen

als im vergangenen Jahrzehnt (da war es nur ein Prozent

jährlich).

Im Vergleich zum Oktober 2021 ist eigentlich nur die aggregierte

Nachfrage ein Ausfall, konstatiert Analyst Draho.

Man könne daher relativ optimistisch für die US-Wirtschaft

sein, wenn man über die nächsten 12 bis 18 Monate

hinausblickt. Ab 2024 könne der Rest des Jahrzehnts mehr

aussehen wie die zweite Hälfte der 1990er-Jahre als wie die

zweite Hälfte der 1970er-Jahre.

Ihr

FRANK MERTGEN

stellv. Chefredakteur

FOCUS-MONEY

FOCUS-MONEY 38/2022

3


moneyinhalt

14. SEPTEMBER 2022 www.money.de

moneykompakt

6 Kompakt: Ex-CDU-Politiker beginnt

zweite Karriere in Finanzbranche

7 Hit & Shit: Die großen Ziele des

Foto-App-Betreibers Snap

8 Kolumne: Marco Richter über das

Risiko, nicht zu investieren

98 Andis Börsenbarometer: Warum

Anleger in ausländische Aktien

investieren sollten

moneytitel

10 Gute Nachrichten: Darum ist jetzt

die richtige Zeit für mehr Optimismus

an den Kapitalmärkten

14 Große Dax-Analyse: Der Dax-40

hat Geburtstag. Welche Aktien

haben Grund zu feiern?

19 Porsches Börsengang: Gute

Nachricht für alle VW-Aktionäre

20 Immobilien: Diese Chancen

bieten die sinkenden Preise

26 Tech-Branche: Der „Economist“

kennt die Gewinner und Verlierer

der Corona-Pandemie

28 E-Auto-Boom: Wie sich die

steigende Batterie-Nachfrage

ausnutzen lässt

34 Alkohol: Ein Cocktail an hochprozentiger

Aktien-Inspiration

38 Young Techs: Fünf Top-Performer

aus dem Mittelstand, die Anleger

auf dem Zettel haben sollten

52

10

Gute Nachrichten

Krisen bieten auch Chancen.

Beispiel: Nicht nur der demografische

Wandel verschärft den

Fachkräftemangel. Doch mit

Robotik-Aktien können Anleger

dennoch profitieren. Gute Nachrichten

und davon abgeleitete

Investments auf 42 Seiten

42 Automatisierung: Anleger

profitieren vom Milliardenmarkt

46 Chartsignal: Was sich am

Baltic-Dry-Index ablesen lässt

46 Börsenwissen: Über Steuerfreibeträge

und -grenzen

48 Einhorn-Depot: Sechs unsterbliche

Papiere, die der Krise trotzen

„Die Inflation wächst sich zu einem gigantischen

Problem für die Nahrungsmittelsicherheit aus“

STEPHAN WERNER, MANAGER DWS INVEST GLOBAL AGRIBUSINESS

4

Titelillustration: Adobe Stock Inhaltfotos: DWS, Can Stock Photo, Adobe Stock (2) FOCUS-MONEY 38/2022


14

Der erste Geburtstag

Seit einem Jahr besteht der Dax nicht mehr aus

30, sondern aus 40 Top-Werten. Das muss

gefeiert werden! Wie? Mit der großen FOCUS-

MONEY-Dax-Analyse, die alle wichtigen Kennzahlen

der Konzerne offenbart. Welche Aktien

haben die Nase vorn?

Dieser Text

zeigt evtl. Probleme

beim

Text an

DER NEUE

FORD

E-TRANSIT

52 Smarte Landwirtschaft: Die

Revolution der Agrarwelt bietet

großes Potenzial für Investments

moneymarkets

47 Kolumne: Ken Fisher über die

Schulden Italiens und warum sie

keine Tragödie sind

56 Italien: Mit diesen Aktien holen

Sie sich La Dolce Vita ins Depot

59 Musterdepots: Frank Fischer

distanziert sich von Tencent

64 Mentale Gesundheit: Welche

Unternehmen den Trend zur

Entschleunigung mitnehmen

67 Jost-Werke: Der Nutzfahrzeugzulieferer

lässt sich die Krise nicht

anmerken

moneydigital

60 Social Trends: Das hat der Markt

der ewigen Jugend zu bieten

61 Analyse: Der deutsche Versicherer

Allianz wird durchleuchtet

dswanlegerschutz

68 Wirecard-Stiftung: Geschädigte

Anleger können jetzt ihre Ersatzansprüche

anmelden

moneyservice

70 Firmenversicherer: Das Ranking

für einen lückenlosen Schutz

74 Fertighäuser: Die fairsten Hersteller

anhand von 34 Merkmalen

moneyanalyse

81 Fonds

82 Deutsche Aktien

90 Internationale Aktien

96 ETFs

97 Zertifikate

moneyrubriken

3 Editorial

80 Leserbriefe – Impressum

98 Termine

Vollelektrische Hochleistung.

30 Ein Erfolgsmodell wird elektrisch.

Der neue Ford E-Transit ist das erste

vollelektrische Nutzfahrzeug von Ford.

30 Allzeit bereit dank DC-Schnellladung.

Erfahren Sie, wie schnell der Akku des neuen

Ford E-Transit auflädt.

31 Fährt und fährt und fährt.

Die hohe elektrische Reichweite des neuen

Ford E-Transit ist eine seiner Stärken.

31 Ausgezeichnete Sicherheit.

Der hohe Sicherheitsstandard wurde

von Euro NCAP ausgezeichnet.

31 Immer up to date

Abonnieren Sie den Ford Pro Newsletter

und erhalten Sie eine exklusive Studie.

56

Champions aus

Italien

Trotz unruhiger Zeiten

können die richtigen Papiere

nicht nur für südländisches

Flair, sondern auch für

Rendite im Portfolio sorgen

FOCUS-MONEY 38/2022


moneytitel

SMILEY: Sich auf gute Nachrichten

zu konzentrieren, ist zurzeit

gar nicht so einfach!

TITEL

ENDLI

GU

Die schlechten Nachrichten reißen

nicht ab, die Börsen wackeln. Gerade

in Krisenzeiten heißt es, einen kühlen

Kopf zu bewahren, Chancen zu

sehen und zu ergreifen. Optimismus

macht Anleger auf Dauer reicher

von MIKA HOFFMANN

10 Illustration: iStock

FOCUS-MONEY 38/2022


Kräftiges Minus

Deutsche und amerikanische Aktien verzeichnen

2022 kräftige Verluste – Dax

und S&P-500 verlieren zwischenzeitlich

mehr als 20 Prozent. Aufgrund der zahlreichen

Belastungsfaktoren – zuletzt

durch die Leitzinserhöhungen – befürchten

manche Experten weitere Einbußen.

Quelle: Bloomberg

Dax und S&P-500

Entwicklung seit 1.1.2022 in Prozent, in lokaler Währung

S&P-500

Dax-Performance-Index

2022

JAN F M A M J J A SEP

0

–5

–10

–15

–20

–25

CH WIEDER

TE

NACHRICHTEN!

Ist Elon Musk zum reichsten Mann der Welt aufgestiegen,

weil er Angst vor Inflation hatte? Warren Buffett der erfolgreichste

Anleger, weil er Zinserhöhungen der US-Notenbank

fürchtete? Oder Jeff Bezos der größte Einzelhändler,

weil er sich um die chinesischen Lockdowns sorgte und um

Lieferketten? Nein! Erfolgreiche Unternehmer und Investoren

eint eine optimistische Weltsicht. Nur wer die Chancen

sieht und ergreift, wird langfristig sein Vermögen vergrößern.

Gute Nachrichten – die liefern wir Ihnen auf den nächsten

Seiten. Oft ist es im täglichen Nachrichtenstrom gar nicht so

leicht, sie zu finden – umso wichtiger ist es, genau hinzuschauen.

Auf den zweiten oder vielleicht auch erst auf den

dritten Blick entpuppen sich Probleme und Krisen oftmals

als Chancen, die langfristig Gewinne bringen.

Risiken für die Märkte. An schlechten Nachrichten herrscht

wahrlich kein Mangel: der russische Angriffskrieg gegen die

Ukraine. Inflationsraten wie zuletzt in den Siebzigern. Ein drohender

Wirtschaftseinbruch im zweiten Halbjahr. Und weiter

Gegenwind an der Börse – einige Experten rechnen auch jetzt

noch mit einem Rückschlagpotenzial von 25 Prozent für die

FOCUS-MONEY 38/2022

11


moneytitel

BATTERIE-BAU:

Auf die Batterie

entfallen bis zu

40 Prozent der

Wertschöpfung

E-AUTO-AKKUS

Voll unter Strom

Weltweit werden immer mehr E-Autos verkauft. Entsprechend rasant steigt die Nachfrage nach

Batterien. Anleger sollten bei ihren Investments die gesamte Wertschöpfungskette abdecken

von LUDWIG BÖHM

28 Foto: Webasto

FOCUS-MONEY 38/2022


Die jüngste Kracher-Ankündigung kam von CATL (Contemporary

Amperex Technology Co. Limited). Dabei

handelt es sich um den größten Akku-Hersteller für E-

Autos der Welt. Das Unternehmen aus China will im ungarischen

Debrecen eine riesige Batteriefabrik aus dem Boden

stampfen. Die Kapazität ist auf 100 Gigawattstunden (GWh)

angelegt. Damit ließen sich circa zwei Millionen E-Autos pro

Jahr mit den benötigten Akkus bestücken. Die Kosten veranschlagt

CATL auf 7,3 Milliarden Euro.

Vorrecht für Mercedes. Eine Besonderheit ist, dass sich

Mercedes-Benz das Recht gesichert hat, als erster Kunde mit

Akkus aus Debrecen beliefert zu werden. Was die Stuttgarter

dafür zahlen, ist nicht bekannt, aber es dürfte ein Batzen sein.

Die Lieferungen sollen in gut fünf Jahren starten. Insgesamt

plant Mercedes weltweit den Bau von acht Gigafactories mit

einer gesamten Kapazität von 200 GWh.

Pacemaker VW. Ein Schritt weiter ist schon Volkswagen.

Anfang Juli gab es in Salzgitter die Grundsteinlegung für den

Bau der ersten eigenen Batteriefabrik. Diese soll auf eine Kapazität

von 40 GWh kommen. Die Fläche wird auf 30 Fußballfelder

veranschlagt, die Baukosten auf circa zwei Milliarden

Euro. Ab 2025 soll die „Salzgiga“ dann die Produktion

der Einheitszelle von VW hochfahren.

Die Wolfsburger setzen auf eine standardisierte Zelle, die

in möglichst vielen Konzernmodellen zum Einsatz kommen

soll. Das bringt Größenvorteile und spart Kosten. Nach dem

Modell von Salzgitter will VW allein in Europa fünf weitere

Gigafactories hochziehen. Mit Valencia in Spanien und dem

schwedischen Skellefteå stehen bereits die nächsten beiden

Standorte fest. In Schweden macht Volkswagen gemeinsame

Sache mit Northvolt. Das Unternehmen wurde 2015 von

zwei ehemaligen Tesla-Managern gegründet.

Insgesamt will VW in den kommenden Jahren 20 Milliarden

Euro in Batteriefabriken investieren. Die gesamte Kapazität

soll sich auf rund 240 GWh belaufen, was pro Jahr für

den Bau von circa fünf Millionen Elektroautos reichen sollte.

Das entspricht in etwa der Hälfte der aktuellen VW-Jahres-

Produktion von Fahrzeugen. Aber wahrscheinlich wird

selbst diese Kapazität nicht reichen. Denn die Lkws der Tochter

Traton sollen künftig ebenfalls batterieelektrisch fahren.

Der Grund für diese riesigen Investitionsvorhaben ist klar.

Elektroautos sind dabei, mit hoher Geschwindigkeit auf die

Überholspur zu wechseln, auch in Europa. Kaum ein Mensch

dreht sich noch um, wenn er einen Tesla die Straße langfahren

sieht. Das Model 3 gehört mittlerweile auch in Deutschland

zum normalen Straßenbild. Dasselbe gilt für den ID.3 von

VW. Das ist aber lediglich der Anfang – zumindest in Deutschland

beziehungsweise in Europa. Die Autohersteller haben gerade

erst begonnen, im größeren Stil Stromer zu bauen. Die

meisten der angekündigten Modelle kommen erst noch. Nach

einer Prognose der Unternehmensberatung McKinsey kommen

bis 2025 weltweit 500 neue E-Autos auf den Markt.

Europäer geben Gas. Ohne den umfangreichen Verkauf

von Elektroautos werden es die Hersteller kaum schaffen, die

von der EU vorgeschriebenen Emissionsgrenzen nicht zu

überschreiten. Glaubt man den Ankündigungen der Autoproduzenten,

soll in Europa schon 2030 die Hälfte aller Neuwagen

batterieelektrisch angetrieben fahren. Fünf Jahre später

will Brüssel den Verkauf neuer Verbrenner am liebsten

ganz verbieten. Was das für den Bedarf an Akkus bedeutet,

liegt auf der Hand. Zwar haben die europäischen Autobauer

anfangs das Thema Elektromobilität verschlafen. Jetzt geben

sie aber dafür umso mehr Gas.

Früher kamen die Batteriezellen fast ausschließlich aus

Asien und hier vor allem aus China und Südkorea. Doch bei

den europäischen Volumenherstellern wie VW oder Luxus-

Marken wie Mercedes hat ein Umdenken stattgefunden.

Mittlerweile wollen sie die von ihnen benötigten Batteriezellen

zumindest zum Teil selbst herstellen. Sogar BMW will

mittlerweile in die Produktion einsteigen, obwohl die Münchner

lange gezögert haben. Vereinfacht ausgedrückt, geht den

Autoherstellern sonst zu viel Geschäft verloren. Denn auf die

Batterien entfallen circa 40 Prozent der Wertschöpfung eines

Elektroautos.

Mehr als Akkus

Das Thema Elektromobilität auf Akkus zu verengen, greift zu kurz. Auch Autohersteller und Förderer von Batteriemetallen

eröffnen interessante Investmentchancen. Mit Gea und Aurubis können Anleger indirekt auf den Megatrend setzen.

Name WKN/ISIN Marktkapitalisierung

in Mrd. Euro

KGV 22e

Dividendenrendite 22e

in Prozent

Kurschance in Prozent

Risiko

VW (Vz.) 766403/DE0007664039 87,3 4,2 5,9 35 ***

Mercedes-Benz 710000/DE0007100000 60,2 4,9 8,4 25 ***

Tesla A1CX3T/US88160R1014 898,2 75,0 0,0 15 ****

BYD A0M4W9/CNE100000296 31,5 61,3 0,1 0 ****

Panasonic 853666/JP386680000 18,0 9,4 3,1 23 ****

Varta A0TGJ5/DE000A0TGJ55 2,5 31,7 2,3 10 ****

Albemarle 890167/US0126531013 32,7 13,8 0,6 40 ***

Apple 865985/US0378331005 2532,5 25,4 0,6 26 ***

Gea 660200/DE0006602006 5,9 18,2 3,0 10 ****

Aurubis 676650/DE0006766504 2,6 5,1 3,5 15 ****

Quelle: Bloomberg; e = erwartet

FOCUS-MONEY 38/2022

29


moneytitel

ALKOHOL

Rendite mit

Schuss

Hersteller von Hochprozentigem lassen es

besonders in Krisenzeiten krachen.

MONEY serviert vier Top-Werte on the

Rocks. Plus: einen High-Performance-

Cocktail mit (Risiko-)Schirm

von JENS MASUHR

Kennen Sie den? Fritzchen sitzt in der Badewanne. „Mama,

Mama“, ruft er, „wo ist denn der Waschlappen?“ Antwort

aus der Küche: „Bier holen!“

Flüssig durch die Krise. Wer an dieser Stelle lacht, fühlt sich

hoffentlich nicht angesprochen. Und doch: Gerade in Krisenzeiten

häufen sich die Käufe von Hochprozentigem. Alkoholhersteller, so

zeigt die Erfahrung, haben in Zeiten schlechter Nachrichten Konjunktur.

Selbst Corona-Lockdowns können daran wenig ändern.

Im Gegenteil. Herrscht tote Hose in den Gaststätten und Biergärten

im Land, wird in den eigenen vier Wänden munter weitergebechert.

Einziger Unterschied: Zu Hause darf es gern mal etwas teurer

sein – gut für die Margen und Profite der jeweiligen Hersteller.

Selbst Coca-Cola hat das Promillegeschäft für sich entdeckt.

Als der US-Brausekonzern zu Jahresbeginn mit Fresca Mixed

verzehrfertige Cocktails mit Schuss ankündigte, war von Krieg

keine Rede und die Teuerung im Rahmen. Inzwischen erweist

sich der Mix aus Hochprozentigem (aus der Dose), einer stark

wachsenden Marke und viel Preismacht als Patentrezept, um

der gestiegenen Inflation zu trotzen und weiterhin gute Geschäfte

zu machen. Als Partner holte sich Coca-Cola den US-

Branchenführer und weltgrößten Weinkonzern an die Seite:

Constellation Brands.

HOCH DIE GLÄSER:

Anbieter alkoholischer

Getränke kommen in

der Regel gut durch die

Krise – Anleger können

mitverdienen

34 Foto: iStock

FOCUS-MONEY 38/2022

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