15.09.2022 Aufrufe

Campus Magazin Filmakademie Baden-Württemberg 22/23

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CAMPUS MAGAZIN

FILMAKADEMIE BADEN-WÜRTTEMBERG

ZWEIUND

ZWANZIG

DREIUND

ZWANZIG


CAMPUS MAP

Die technischen Bereiche der Filmakademie

stellen die technische Infrastruktur für

Verwaltung, Lehre und Produktion sicher.

IT-OfficeNet

Kino

Mobile Technik (Rental)

Studios

Videoschnitt

Werkstatt Szenenbild

TECHNIK

Im Bereich der Verwaltung umfassen die

Zuständigkeiten u.a. das Studierenden-

Management, das Finanz- und

Rechnungswesen, den Jahresabschluss,

Controlling, Risikomanagement,

Beschaffungen, Rechtsfragen, die Stellen-,

Personalplanung und Personalentwicklung

sowie die Allgemeine Verwaltung

und Betriebsorganisation.

Allg. Verwaltung

Bibliothek

Castingbüro

Finanz- & Rechnungswesen

Kfm. Verwaltung

Personal & Honorare

Studienreferat

Verwaltung Lehre

VERWALTUNG

Das Ausbildungsangebot spiegelt die ganze Bandbreite

der Themen der Medienbranche wider, von Drehbuch,

Regie und Kamera bis zu Animation, Szenenbild

und Montage, von Produktion, Filmmusik und

Sounddesign bis zu Motion Design und Interaktive

Medien, verteilt auf 3 Studiengänge:

Film und Medien

Filmmusik und Sounddesign

Produktion

Workshops für Externe:

Filmschauspiel

Im Filmschauspielworkshop und dem englischsprachigen

International Screen Acting Workshop können

junge Schauspieltalente 8 Wochen lang ihre klassische

Ausbildung um das Fach Filmschauspiel erweitern.

Unter gezielter Anleitung der dozierenden Branchenprofis

werden Unterrichts inhalte in theoretischen

und praktischen Übungen vermittelt.

AKADEMIE

FÜR DARSTELLENDE

KUNST

Die benachbarte ADK bereitet Studierende

umfassend – und deutschlandweit in der

Kombination einmalig – auf Berufe für die Bühne

und den Film vor. Die interdisziplinäre, praxis- und

projektorientierte Ausbildung erfolgt in jahrgangs-

ATELIER

LUDWIGSBURG-PARIS

und studiengangsübergreifender Zusammenarbeit

Das Atelier Ludwigsburg-Paris ist eine von der EU geförderte

zwischen Regie, Dramaturgie, Schauspiel und

einjährige Weiterbildung für angehende Filmproduzent*innen

Bühnen- und Kostümbild.

und Verleiher*innen mit entsprechendem Vorstudium.

Es ist eine inhaltlich autonome Einrichtung unter dem Dach

der Filmakademie.

ALUMNI-NETZWERK

FÖRDERVEREIN

ASTA

GLEICHSTELL

Das Alumni-Netzwerk sorgt für einen

Der Förderverein der Filmakademie Baden-

Der Allgemeine Studierendenausschuss wird

Die Filmakademie setzt sic

regelmäßigen Kontakt und Austausch mit den Ab-

Württemberg e.V. wurde 1993 gegründet und

zu Beginn jedes Studienjahres unmittelbar von

verfassungsrechtlich gebo

solventinnen und Absolventen der Filmakademie,

hat inzwischen über 400 Mitglieder. Er ist als

der Studierendenschaft gewählt. Er vertritt

von Frauen und Männern

etwa durch die Pflege der Alumni-Homepage, das

gemeinnütziger Verein steuerlich anerkannt

die Belange der Studierenden innerhalb und

Beseitigung bestehender N

Versenden von Newslettern, die Organisation von

und entsprechend seiner Satzung auf die

außerhalb der Filmakademie und nimmt beratende

Die Beauftragten für Chan

Veranstaltungen und die Weiterleitung von

Leistungsförderung ausgerichtet.

und unterstützende Aufgaben im Dienste der

unterstützen Frauen und M

Jobangeboten.

Studierendenschaft der Filmakademie wahr.

Förderung, Beseitigung vo

Fragen der Vereinbarkeit v

sowie der Vereinbarkeit vo


Zudem werden folgende

Diplomaufbaustudiengänge angeboten:

Animation /

Animation & Effects Producer

Animation / Technical Director

Fernsehjournalismus

Filmmusik

Filmton / Sounddesign

Interaktive Medien

Motion Design

Szenenbild

LEHRE

Das Animationsinstitut ist Teil der

Filmakademie, es verfügt zugleich in vielen

Bereichen über eigene organisatorische

Strukturen.

Lehre

Forschung & Entwicklung

Management

Technik

Stabsstellen

ANIMATIONSINSTITUT

Die FMX ist eine weltweit einflussreiche

Fachkonferenz, in deren Zentrum die

Entwicklung und Trends in Design, Technologie

und Business von Animationsfilmen, visuellen

Effekten, interaktiven und immersiven Medien

stehen.

FMX

GESCHÄFTSFÜHRUNG

Die Geschäftsführung ist im Bereich der Lehre u.a. zuständig

für die Konzeption, Planung und Umsetzung der Lehre,

die Akquisition der Lehrenden, Studienkoordinator*innen und

Projektbetreuer*innen, Drittmittelproduktionen, die Entwicklung

des Medienstandortes für Alumni und Existenzgründungen

sowie die Zusammenarbeit mit regionalen und überregionalen

Sendern und Produktionsfirmen.

STABSSTELLEN

Die Stabsstellen sind der

Geschäftsführung direkt zugeordnet.

UNG

h für die

tene Chancengleichheit

ein und wirkt auf die

achteile für Frauen hin.

cengleichheit beraten und

änner bei beruflicher

n Benachteiligung und

on Beruf und Familie

n Beruf und Pflege.

INTERNATIONALES BÜRO

Das Internationale Büro organisiert Mobilitäten

in Form von Exkursionen und Gaststudien

an Partnerinstitutionen im Ausland. In

seiner englischsprachigen International

Class kommen jährlich 24 Incomings im

Sommersemester zusammen. Die Mission

des Internationalen Büros besteht darin, allen

Studierenden der Filmakademie im Verlauf

ihres Studiums eine Auslandserfahrung zu

ermöglichen.

Assistenz des Direktors

Controlling

Drittmittel

Festivals

Justiziar

Presse- & Öffentlichkeitsarbeit

Referent des Direktors

Stipendien / Pitchings

Studienleitung /

Transmedia Koordination

Vertrieb & Lizenzen


EDITORIAL

Aesha Balasem in TALA´VISION


Auszug aus dem

Elfenbeinturm

In dieser aktuellen Ausgabe des Campus Magazins gibt

es sehr viel Erfreuliches zu vermelden: So hat z.B. unser

Animationsinstitut in diesem Jahr sein 20-jähriges

Bestehen gefeiert und in dieser Zeit eine einzigartige Erfolgsgeschichte

geschrieben. Und mit dem beeindruckenden

Kurzspielfilm TALA´VISION ging im Oktober

2021 bereits zum siebten Mal der Student Oscar® nach

Ludwigsburg. Die Filmakademie Baden-Württemberg ist

damit - zusammen mit der englischen NFTS (National

Film and Television School) - die erfolgreichste internationale

Filmhochschule in der Geschichte der Student

Academy Awards.

Aber es gibt draußen in der Welt aktuell eben auch dies:

Verschärfung der Klimakrise mit Extremwetter; der Ukraine-Krieg

und seine Folgen; Kostensteigerungen in

vielen Lebensbereichen; demagogische Kräfte finden

weltweit immer mehr Zulauf; der Supreme Court in den

USA vollzieht gerade mit seinen Urteilen eine Art erzkonservativen

juristischen Staatsstreich; und Corona ist

ja auch noch da…

Klar ist angesichts der aktuellen geopolitischen Entwicklungen

aber auch, dass es sich heutzutage keine Hochschule

mehr leisten kann, in einem kreativen Elfenbeinturm

ihr Dasein zu fristen. Wir müssen uns zwangsläufig

alle auch den Themen und Herausforderungen abseits

des Curriculums stellen und versuchen, all dies unter einen

Hut zu bringen. Oder vielmehr müssen diese Themen

Teil der Lehre werden, sie lassen sich nicht mehr

davon trennen. Deshalb entwickeln wir für unsere Akademie

gerade z.B. eine umfangreiche Strategie, um ein

nachhaltiges Handeln in der Filmherstellung, in Lehre

und Verwaltung für die nächsten Jahre sicherzustellen.

Vielleicht ist das auch ein gangbarer Weg inmitten einer

krisengeschüttelten Welt, nicht wie das Kaninchen auf

die Schlange zu starren oder versucht zu sein, den Kopf

in den Sand zu stecken. Überlassen wir das Feld nicht

den ewig Gestrigen! Lasst uns unsere Energien bündeln,

um eine lebenswerte Zukunft aktiv mitzugestalten!

Ich wünsche Euch/Ihnen eine spannende Lektüre!

Herzlich

Prof. Thomas Schadt

Direktor der Filmakademie Baden-Württemberg

Es ist nicht leicht, in diesen Tagen optimistisch in die

Zukunft zu blicken und sich auf die täglichen Aufgaben

an der Filmakademie zu konzentrieren. Dennoch gibt es

auch hier wie immer keinen Stillstand. So haben wir

z.B. wichtige strukturelle Änderungen im Grundstudium

vorgenommen und treiben die Internationalisierung

der FABW weiter voran (weshalb Teile dieses Magazins

auch in englischer Sprache verfasst sind). Und mit Prof.

Ludger Engels, dem neuen Leiter unserer Nachbarhochschule,

der Akademie für Darstellende Kunst, bin ich in

sehr guten Gesprächen über einen Ausbau der Synergien

in Lehre und Praxis.

3


INHALT

3

30

82

EDITORIAL

Prof. Thomas Schadt,

Direktor der Filmakademie

Baden-Württemberg

20 JAHRE

ANIMATIONSINSTITUT

DAS ATELIER

LUDWIGSBURG-PARIS

6

SPOTLIGHT:

"LASST UNS MITEINANDER

SPRECHEN"

von Prof. Thomas Schadt

90

12

74

INTERNATIONAL NETWORKS

CAMPUS LUDWIGSBURG

STECKBRIEF: DREHBUCH

24

EIN ÜBERBLICK ÜBER DAS

STUDIUM AN DER

FILMAKADEMIE

75

STECKBRIEF: EXECUTIVE &

LINE PRODUCING

76

INTERVIEW: YEAR ONE –

EIN JAHR EXECUTIVE & LINE

PRODUCING AN DER FABW

98

ALUMNI IM FOKUS:

KATRIN SCHWEIGER

4

28

STECKBRIEF:

BILDGESTALTUNG/KAMERA

29

STECKBRIEF:

DOKUMENTARFILM

80

STECKBRIEF:

FERNSEHJOURNALISMUS

81

STECKBRIEF:

FILMGESTALTUNG 1

102

STECKBRIEF: FILMMUSIK

103

STECKBRIEF:

FILMTON/SOUNDDESIGN


104

122

138

ALUMNI IM FOKUS:

CHRISTOPH PELLANDER

STECKBRIEF: PRODUKTION

123

STECKBRIEF: SZENENBILD

139

STECKBRIEF:

REGIE 2

ANIMATION

STECKBRIEF:

SZENISCHER FILM

110

SPOTLIGHT:

'TALA´VISION' – JOURNEY TO

THE OSCARS

(Murad Abu Eisheh)

124

FABW INSIDE: MEET THE STAFF

MARIKA KÖPF

140

EDITION FABW

142

116

STECKBRIEF:

MONTAGE/SCHNITT

117

STECKBRIEF: MOTION DESIGN

130

STECKBRIEF:REGIE 2

SZENISCHER FILM -

DOKUMENTARFILM -

WERBEFILM

131

STECKBRIEF: WERBEFILM

143

STECKBRIEF: FILMSCHAUSPIEL

118

STECKBRIEF:

SERIEN PRODUCING

144

DOZIERENDE IM PORTRÄT:

ED CANTÙ

132

AUFTRAGSPRODUKTIONEN

DREHBERICHT:

FILM HEISST KAMPF

(Lotta Pommerien)

146

FÖRDERVEREIN

CALIGARI PREIS

5


SPOTLIGHT:

Lasst uns

miteinander

sprechen

Text von Thomas Schadt, Februar 2022

Foto: Nick Ut / AP

6


An der Filmakademie halte ich seit vielen Jahren

zu Beginn des Studienjahres ein Seminar

zum Thema „Bilder lesen“. Anhand exemplarischer

Fotografien werden Bildsprachen analysiert

und Möglichkeiten bzw. Wirkungen visueller Dramaturgien

hinterfragt. Zu den gezeigten Bildern gehört

auch eine Fotografie des vietnamesischen Fotografen

Nick Ut. Zwölf Bildreporter beobachten am 8. Juni

1972 von einer Landstraße aus einen Napalm-Angriff

der US-Streitkräfte auf das südvietnamesische Dorf

Trang Bang, in dem sich angeblich nordvietnamesische

Soldaten verschanzt hatten. Unvorhergesehen

kommt den Fotografen eine Gruppe südvietnamesischer

Soldaten und fliehender Dorfbewohner*innen

entgegen, unter ihnen vor allem Kinder. Sofort augenfällig

ist das Mädchen Kim Phúg, das schreiend, mit

ausgebreiteten Armen und völlig nackt direkt auf die

Fotografen zuläuft. Nick Uts reaktionsschnelle, analoge

Fotografie der Situation schafft es bereits am Folgetag

auf die Titelseite der New York Post, später erhält

er für seinen dramatischen Schnappschuss den Pulitzer

Preis. Das Foto ist bis heute in seiner zutiefst authentischen

Kollision von kindlicher Unschuld und

Nacktheit mit militärischer Gewalt eine Ikone der

Kriegsfotografie und war in den USA Mitauslöser für

die beginnenden Massenproteste gegen Amerikas Vietnamkrieg.

Auch die Studierenden (er)kennen dieses Bild, es ist

in ihrem visuellen Gedächtnis abgespeichert, obwohl

die meisten nicht wissen, warum das so ist und wie

sie die Fotografie inhaltlich und historisch einordnen

sollen. Der Diskurs im Seminar hat seit jeher die Aufgabe,

genau das zu erhellen. Doch während sich in

früheren Jahren darüber eine Diskussion entspann,

an deren Ende alle darüber einig waren, dass Krieg

niemals ein Mittel zur Lösung politischer Konflikte

sein darf, geht der Diskurs zu diesem Foto heute in

eine andere Richtung. Sei das Bild, so einzelne Teilnehmende,

nicht in erster Linie sexistisch, zumal es

von einem Mann fotografiert wurde? Andere stellen

in den Raum, ob es sich hierbei nicht um eine (nach)

gestellte, inszenierte Szene handeln könnte? Auch

werden Stimmen laut, die zukünftig vor dem Betrachten

solch gewalttätiger und sexistischer Bild-Inhalte

eine „Triggerwarnung“ fordern, weil sie oder andere

sonst womöglich durch das unvorbereitete Ansehen

retraumatisiert werden könnten. Einer fordert vehement,

dass solche Seminare eine psychologische Begleitung

bräuchten und die Akademie eine ärztliche

Versorgung vor Ort zu gewährleisten habe, falls eine

akute Retraumatisierung dies erfordere.

Der Tonfall Einzelner wird bei meiner Aufforderung,

das Bild doch zuerst einmal historisch einzuordnen,

durchaus aggressiv. Und während die große Mehrheit

der Studierenden schweigt, wird dem Diskursleiter

von den Wortführer*innen höflich, aber bestimmt

nahegelegt, die typische Weltsicht und Macht weißer

männlicher Bourgeoisie zu vertreten. Ich fühle mich

in diesem Moment unverstanden und habe trotz meiner

ganzen Lebens- und Lehrerfahrung spontan keine

Idee, wie eine weitere Verhärtung und Destruktion

der Debatte zu verhindern sei. Von Ratlosigkeit

geplagt, könnte man geneigt sein, die Diskussion an

dieser Stelle abzubrechen und alle mit einem Paukenschlag

nach Hause zu schicken.

Als Jahrgang 1957 wurde ich in den 1960er und 1970er

Jahren sozialisiert. Abwechselnd bei meinen Eltern,

Großeltern und dann wieder bei meiner Mutter aufgewachsen,

bin ich früh sowohl mit den Moralvorstellungen

des 19. Jahrhunderts als auch mit dem Bestreben

von Kultur und Kunst der sechziger Jahre des

20. Jahrhunderts konfrontiert worden, diese Moralvorstellungen

radikal zu durchbrechen. Im Haus meiner

Großeltern lebte auch meine Urgroßmutter, eine

stolze alte Frau, 1876 geboren. Als ich sechs oder

sieben Jahre alt war, hat sie ihre Tochter, also meine

Großmutter, geboren 1902, unvermittelt ins Gesicht

geschlagen, als sie sie zusammen mit ihrem Mann, geboren

1900, eines morgens zufällig nackt im Bad entdeckte.

Aus ihrer Sicht war das, was sie sah, ein nicht

zu duldender Tabubruch. Über dieses Ereignis wurde

nie mehr gesprochen, so wie grundsätzlich niemand

in diesem zutiefst verschwiegenen und erzkonservativen

Haus jemals ein Wort zum Thema Nacktheit, Sexualität

oder Gewalt in den Mund nahm, obwohl dies

alles, wie ich später erfuhr, allgegenwärtig war. Auch

aus diesem Grund holte mich meine Mutter, als ich

dreizehn war, zu sich zurück. Von unserem Vater früh

verlassen, war sie allein auf sich gestellt und arbeitete

in einem Geschäft, das teure Designermöbel verkaufte.

Ihr Umfeld war geprägt von Künstler*innen und

einer durchaus wohlhabenden und kulturell aufgeschlossenen

Kundschaft. Sie selbst empfand sich, wie

viele damals, als „progressiv“, „modern“ und „aufgeklärt“.

Dennoch war sie, Jahrgang 1932, auf Grund ihrer

eigenen Geschichte weder imstande, mit uns über

ihre schrecklichen Kriegserlebnisse zu sprechen, noch

war sie bereit, uns in irgendeiner Art eine sexuelle

7


SPOTLIGHT:

Aufklärung zukommen zu lassen.

Unvergessen ist mir der Auftritt des auf „Freak Out“

gestylten Vertreters eines großen Designstudios, der

anlässlich einer Möbelvernissage bei Sekt und Häppchen

eine neue Couchgarnitur vorstellte. „Diese“, so

sagte er wörtlich, „können Sie entspannt auch als Ihre

ganz persönliche Wichswiese nutzen“. Ein aufgeschlossenes,

ja anerkennendes Raunen ging durch

das progressive Publikum, und fortan bemerkte ich

immer mehr Menschen um mich herum, die Wörter

wie ficken, wichsen oder vögeln aussprachen oder

aussprechen wollten, als handele es sich um frische

Brötchen, Butter und Marmelade. Um uns einen Eindruck

davon zu verschaffen, was mit diesen Wörtern

tatsächlich gemeint sein könnte, schlichen sich meine

drei Jahre ältere Schwester und ich eines Tages ohne

Wissen unserer Mutter ins Kino. Gezeigt wurde „Afternoon“

von Andy Warhol aus dem Jahr 1965. Wir

gierten nach dem Film, allein weil das Gerücht umging,

darin wäre ein erigierter Penis zu sehen. Hungrig

nach deutlich Sichtbarem, waren wir entsprechend

enttäuscht, als dieser gar nicht zu erkennen

war. Sexuelle Aufklärung bedeutete in unserem Fall,

den sehr mühsamen Weg zur Erkenntnis selbst gehen

zu müssen.

Etwa zur gleichen Zeit lotste mein damaliger Geschichtslehrer

unsere Klasse mit der Ankündigung

in ein kleines Kino, uns dort einen lehrreichen Film

über die NS-Zeit zu zeigen. Konfrontiert wurden wir

dann völlig unvorbereitet mit den Aufnahmen der

US-Armee, die sie bei der Öffnung des KZs in Dachau

machten. Geschockt von ausgemergelten, zu Bergen

getürmten Leichen und Überlebenden, die buchstäblich

nur noch aus Haut und Knochen bestanden, liefen

wir danach angeekelt, ja schreiend auseinander,

einige Mitschüler*innen mussten sich übergeben. Keiner

von uns hatte zuvor solche Bilder gesehen, wir

waren mit dem Gezeigten komplett überfordert und

haben unseren Geschichtslehrer dafür gehasst. Es war

ein emotionaler Schock. Erst sehr viel später habe ich

verstanden, dass er dies tat, weil er kein anderes Mittel

mehr sah, unsere stoische Ignoranz diesem Thema

gegenüber zu durchbrechen.

Vielleicht erklären diese Beispiele meine frühe Sehnsucht,

zu Themen wie Sexualität und Gewalt eine Art

Aufklärung zu erfahren. Und da ich diese weder zuhause

noch in der Schule bekam, fand ich für mich

einen anderen Ort für diese Sehnsucht: das Kino. Bis

heute prägen mich Filme der Siebziger Jahre: „The

Deer Hunter / Die durch die Hölle gehen“ von Michael

Cimino (1978) mit der Darstellung eines Russischen

Roulettes mit zwei Kugeln als Befreiung aus

einem Vietcong-Gefängnis, mit Robert de Niro in einer

der Hauptrollen, hat mich beim ersten Ansehen

in seiner Gewalttätigkeit derart in die Knie gezwungen,

dass ich den Film in voller Länge an zehn Tagen

hintereinander im Kino durchlebt habe; „Aguirre,

der Zorn Gottes“ von Werner Herzog (1972) faszinierte

mich, weil Klaus Kinski seine eigene wahnhaft narzisstische

Persönlichkeitsstörung weitaus besser darstellt

als die seiner Figur Lope de Aguirre; „Clockwork

Orange“ von Stanley Kubrick (1972) verstörte mich auf

Grund der eruptiven Gewaltexzesse Jugendlicher (damals

mein Alter) bis hin zu einer schwer zu ertragenden

Vergewaltigungsszene; „Der letzte Tango in Paris“

von Bernardo Bertolucci (1972), der vor allem durch

die drastische Darstellung eines Analverkehrs zwischen

Marlon Brando und Maria Schneider meine Generation

dazu zwang, nicht nur so zu tun, als wäre

man progressiv, aufgeklärt und modern, sondern tatsächlich

über Dinge nachzudenken und zu sprechen,

über die selbst in den Siebzigern noch das Tabu des

Schweigens gelegt war; „Die 120 Tage von Sodom“ von

Pier Paolo Pasolini (1975): Die offene Darstellung von

Vergewaltigung, Folter und Mord durch italienische

Faschisten im von deutschen Nazis besetzten Norditalien

erlebte ich wie eine wahrhaftige Kreuzigung. Die

Vielleicht erklären diese Beispiele meine frühe

Sehnsucht, zu Themen wie Sexualität und Gewalt

eine Art Aufklärung zu erfahren.

8


Bilder fliegen unablässig und unablässig

wiederholt durch den virtuellen Raum.

Handlungen und Bilder dieses Films verfolgen mich

bis heute, sie legen, wie auch die anderen Filme, für

mich Zeugnis von den Untiefen der menschlichen

Existenz ab.

Für mich und viele meiner Generation waren diese

Filme eine dringend notwendige Wachrüttelung, uns

endlich den zweifellos vorhandenen – auch den eigenen,

bis dahin konsequent veschwiegenen – Abgründen

menschlicher Fantasie und Wirklichkeit zu stellen.

In meiner durchweg analogen Sozialisation ohne

jede Form von Digitalisierung, Handy, Internet (oder

nicht einmal von VHS-Kassetten), nehmen sie in dieser

Hinsicht eine Schlüsselfunktion ein. Denn schon

das Konsumieren dieser Filme war in der Regel ein

einmaliger, auch aufwändiger Vorgang, der sich nur

dann wiederholen ließ, wenn ich ein zweites oder

drittes Mal mit einer gezahlten Eintrittskarte den Kinosaal

betrat.

Heute werden diese Filme, wie auch die Fotografie

von Nick Ut, ganz anders wahrgenommen, bis hin zu

Forderungen, sie aus eingangs beschriebenen Gründen

komplett aus dem filmgeschichtlichen Kanon zu

entfernen. Die um die Jahrtausendwende einsetzende

Digitalisierung hat, neben anderen gesellschaftlichen

Veränderungen, meiner Überzeugung nach daran einen

entscheidenden Anteil.

Am 11.September 2001 war ich in Kanada. Am Ufer

des Saint Lawrence River wartete ich auf die Fähre.

Ich ging in das Wartehäuschen, um Kaffee zu holen.

Als ich den Raum betrat, lief hinten in einer Ecke ein

Fernseher. Es war vollkommen still, der Ton war abgestellt.

Weil ich die Bilder nicht richtig erkennen

konnte, ging ich auf den Fernseher zu, bis ich die

rauchenden Türme des World Trade Center in New

York erkannte. Neben mir stand ein Pärchen, das fassungslos

auf die Szene starrte. Während ich noch

gar nicht verstand, was eigentlich passiert war, wurden

aus unterschiedlichen Kameraperspektiven die

Einschläge der beiden Flugzeuge in die Hochhäuser

ununterbrochen wiederholt. Bis ich das Geschehene

verstanden hatte, hatte ich das Aufprallen der Flugzeuge

schon mehr als ein Dutzend Mal gesehen bzw.

sehen müssen. Denn magisch angezogen vom Unfassbaren,

wurde ich, ob ich das nun wollte oder nicht,

mit immer denselben Bildern bombardiert. Erst war

es ein unglaublich harter Schlag ins Gesicht, dann

wurde ich betäubt und danach drang etwas ganz tief

in mich ein, ohne dass ich auch nur den Hauch einer

Chance zur Gegenwehr besaß. Es war eine Vergewaltigung.

Es war ein Gefühl, als ob die schrecklichen

Flugzeugexplosionen nicht Sekunden, sondern Stunden

dauern würden. Ich wurde derart in diese Dramaturgie

hineingezogen, dass die „Fernsehzeit“ zu Echtzeit

und die Echtzeit zu Stillstand wurde. Nein, diese

Bilder und ihre nicht enden wollende hundert- und

tausendfache digitale Wiederholung habe ich nicht

gewollt. Und dennoch haben sie in aller Brutalität von

mir Besitz ergriffen.

Die Enttabuisierung unserer Welt hat durch die Digitalisierung

längst stattgefunden. Und der Gewinner

dieser Digitalisierung heißt „Bewegtbild“. Ist ein

Bewegtbild in der Welt, ist es fast ausgeschlossen, es

überall und endgültig wieder verschwinden zu lassen.

Bilder fliegen unablässig und unablässig wiederholt

durch den virtuellen Raum. Dabei gilt: je abstoßender,

desto attraktiver. Denn wer will sich schon einen Sonnenuntergang

ansehen, wenn gleich nebenan ein Killer

live auf Menschen schießt. Selbst in unserer privaten

Kommunikation haben Bewegtbilder mittlerweile

mehr zu „sagen“ als das Wort. Wir nutzen die manipulative

Kraft von Bildern, um uns ganz ohne Worte

zu gefallen. Wir nutzen sie aber auch, um andere

fertigzumachen, zu bashen, zu mobben oder in einen

kriminellen Hinterhalt zu locken. Die amerikanische

Kulturkritikerin Susan Sontag hat schon vor 45 Jahren

in ihren „Essays über Fotografie“ zurecht von einem

„Kameragewehr“ gesprochen, das in der Lage ist, im

weitesten Sinne einen anderen zu töten, oder etwas

9


SPOTLIGHT

harmloser ausgedrückt: ihn seiner Seele zu berauben.

Und das zu einer Zeit, in der es noch gar keine Digitalisierung

gab. Heute besitzen wir alle ein Kameragewehr.

Oder besser ein Kameramaschinengewehr, dessen Besitzer*innen

es mitunter geradezu lustvoll nutzen, um

gezielt Fake News zu verbreiten, um mit strategischer

(Bild-)Desinformation Macht zu zementieren und im

Extremfall mit medial inszenierten Rechtfertigungsszenarien

ganz reale Kriege loszutreten. Seit der Erfindung

der Fotografie waren tatsächliche Kriege immer

auch Bilderkriege, deren propagandistische Kontextualisierungen

einen kriegsentscheidenden Faktor

darstellten. Politische Entscheidungen werden heute

maßgeblich auch von fotografischen Bildern beeinflusst,

von Bildbotschaften, deren Entstehungsprozesse

oft nicht dargelegt oder einfach erfunden werden.

Die akute Einschlagswucht ihrer bewusst gewählten

und zudem digital bearbeiteten Ausschnitte führen

die Konsumierenden in die Irre und manipulieren

sie emotional, bevor sie eine eigene, reflektierte

Deutung dieser Bilder auch nur versuchen können.

Mein Vertrauen in die „Echtheit“ von medialen Bildern

ist durch die Möglichkeiten der Digitalisierung

in erschreckender Weise verlorengegangen. Wer kann

mir heute noch mit Gewissheit sagen, wie „unbearbeitet“

oder „bearbeitet“ ein Bild daherkommt? Ob Fotografien

und ihnen zugeordnete Texte tatsächlich zusammengehören

oder der Zusammenhang durch eine

entsprechende Bildunterschrift nur suggeriert wird,

um eine möglichst dramatische Wirkung zu erzielen?

Um so notwendiger wäre die intellektuelle Durchdringung

der Macht von Bildern. Doch die Studierenden,

die jedes Jahr zu uns kommen, können zwar

Wörter lesen, manche von ihnen auch Noten – das

haben sie in der Schule gelernt. Aber Bilder lesen, das

kennen und können sie nicht, das haben sie in der

Schule nämlich nicht gelernt. Sie können Bilder betrachten,

beschreiben oder mit ihrem Talent welche

erzeugen. Aber das Bilderlesen im Sinne einer Hinterfragung

und Analyse bezüglich Dramaturgie und Haltung

ist ihnen weitgehend fremd. An Stelle einer notwendigen

Medienbildung, so erscheint es mir, wurde

diese durch und durch digitalisierte Generation in

dieser Hinsicht sich selbst überlassen – und damit einer

Art Vereinsamung und Orientierungslosigkeit in

einer allgegenwärtigen Verfügbarkeit aller nur möglichen

(Bild-)Inhalte dieser Welt. Alle Antworten scheinen

damit einhergehend verfügbar, bevor überhaupt

erste Fragen gestellt werden (können). Und wenn junge

Erwachsene anfangen, dies zu realisieren und zu reflektieren,

wird schnell die Sehnsucht geäußert, diese

ständige Penetration einzugrenzen, auszubremsen,

zu reinigen und nicht zuletzt mit verbindlichen Regeln

für den Konsum zu versehen. Meine Generation

war dagegen darauf aus, geltende Regeln zu durchbrechen,

sich zu befreien vom zensierten Denken sowie

der verklemmten Verschwiegenheit der 1950er Jahre.

Einen Rückfall in Zeiten geltender Berufsverbote oder

gar Denkverbote, womöglich bis hin zu einer neuen

Debatte über Begriffe wie „Entartete Kunst“, darf es

nie wieder geben! Ganz im Gegenteil, die durch das

Grundgesetz festgeschriebene Freiheit der Kunst, die

ganz wesentlicher Baustein meiner eigenen Sozialisierung

wie auch vieler Nachkriegsgenerationen war,

muss unantastbar bleiben!

Nein, ich habe die Studierenden an dem eingangs erwähnten

abgebrochenen Punkt der Diskussion nicht

nach Hause geschickt, sondern 15 Minuten an die frische

Luft. Ich hatte mich entschieden, nicht dem unmittelbaren

Gefühl einer erlebten Enttäuschung zu

folgen, sondern der Notwendigkeit, gerade in solch

zugespitzten Konflikten das Gespräch fortzusetzen.

Studierende führen mitunter sehr emotionale

Streitgespräche. Gut so! Sie teilen uns damit auch

mit, dass sie auf ihre Fragen noch keine oder nur

unbefriedigende Antworten haben.

10


Jede Generation hat das Recht auf ihren

eigenen Filmkanon. Deshalb basiert eine

sinnstiftende Diskurskultur zunächst auf

bedingungslosem, gegenseitigem Respekt.

Studierende führen mitunter sehr emotionale Streitgespräche.

Gut so! Sie teilen uns damit auch mit, dass

sie auf ihre Fragen noch keine oder nur unbefriedigende

Antworten haben. Diese Diskurse gilt es abzubilden,

auszuhalten und so anzulegen, dass Studierende

sich darin entwickeln können. Wir müssen ihre

Einwände, Ansichten, ihre Angriffslust und vor allem

ihr Schweigen ernstnehmen. Wir müssen ihnen zuhören,

ohne dabei zu verschweigen, woher wir, die älteren

Erwachsenen, kommen. In den gegenwärtigen

Debatten habe ich gelernt, wie wichtig es für mich

ist, die Filme, mit denen ich groß geworden bin, nicht

zu verleugnen. Obwohl sie unbestritten gewalttätig,

sexistisch und nahezu ausschließlich von Männern

dominiert sind. Jede Generation hat das Recht auf ihren

eigenen Filmkanon. Deshalb basiert eine sinnstiftende

Diskurskultur zunächst auf bedingungslosem,

gegenseitigem Respekt. Dazu gehört erstens, sich gegenseitig

nicht vorzuwerfen, warum wer wann welche

Filme gesehen hat. Und zweitens der Mut und

Wille der Diskutierenden, das persönlich Erlebte in

den Diskurs bewusst einzubringen und sich nicht

hinter programmatischen Ideologien zu verstecken.

Das bedarf nicht zuletzt einer vorurteilsfreien und

klugen Moderation der Debatten; einer Gesprächsführung,

die dazu motiviert, Persönliches auszusprechen

und die einfordert, das Gegenüber ausreden zu lassen

bzw. ihr und ihm zuzuhören.

In der hitzig geführten Diskussion in meinem Seminar

ging es nach der Pause um die Sehnsucht, angstfrei

sprechen zu können. Um geschützte Räume, in

denen das möglich sein sollte. So kamen wir auf Ängste

zu sprechen. Ängste aller Art, Angst als eine endlose

Liste unterschiedlicher Ängste. Angst als Triebfeder

menschlichen Handelns, als Geschäftsmodell der Medien

und so weiter. Wir waren uns darin einig, dass

unausgesprochene Ängste der beste Nährboden für

Destruktion, auch für destruktiv endende Gespräche

sind, oder auch der Grund, gar nicht (mehr) miteinander

zu sprechen. Also erzählten wir uns von unseren

Ängsten, bevor sich unsere Aufmerksamkeit erneut

der Fotografie des fliehenden südvietnamesischen

Mädchens von Nick Ut zuwandte. Die Perspektive auf

das Bild öffnete sich. Nicht mehr der vermeintliche

gewalttätige Sexismus eines männlichen Fotografen

stand jetzt im Vordergrund, sondern die Frage, wer

eigentlich mehr Angst hat: das fliehende Mädchen

oder die es Betrachtenden 50 Jahre später. Dies ermutigte

mich, Susan Sontag aus ihrem Buch „Über Fotografie“

zu zitieren: „Menschen fotografieren heißt,

ihnen Gewalt anzutun, indem man sie sieht, wie sie

sich selbst niemals sehen, indem man etwas von ihnen

erfährt, was sie selbst nie erfahren; es verwandelt

Menschen in Objekte, die man symbolisch besitzen

kann. Wie die Kamera eine Sublimierung des Gewehrs

ist, so ist das Abfotografieren eines anderen ein sublimierter

Mord – ein sanfter, einem traurigen und verängstigten

Zeitalter angemessener Mord.“ Zweifellos

leben wir weiterhin in diesem verängstigten Zeitalter,

mehr denn je. Denn nicht nur das einmalige „Abfotografieren“

selbst erweist sich heute als gewalttätiger

Akt, sondern eben auch das sich millionenfach wiederholende

Betrachten einer allumfassend abfotografierten

und digitalisierten Welt. Diese erscheint – so

mein Bild von ihr – leider oft realistischer als die tatsächliche

Welt, in der wir leben.

11


CAMPUS LUDWIGSBURG

ZWEIUND

ZWANZIG

DREIUND

ZWANZIG

über erstklassige personelle und technische Ausstattung,

weitreichende internationale Vernetzung und herausragende

Künstler*innen und Praktiker*innen als Lehrende.

WO ZU BEGINN DER 1990ER JAHRE VER-

LASSENE KASERNENHÖFE UND PARK-

PLATZBRACHEN DAS BILD BEHERRSCHTEN, IST

EIN EINZIGARTIGES AUSBILDUNGSZENTRUM

FÜR THEATER, FILM, SERIE UND IMMERSIVE

MEDIEN GEWACHSEN.

Die Filmakademie Baden-Württemberg mit ihrem Animationsinstitut,

das Atelier Ludwigsburg-Paris und die

Akademie für Darstellende Kunst tragen durch die Spitzenstellung,

die sie in ihren jeweiligen Bereichen einnehmen,

dazu bei, dass hier im fachspezifischen sowie

im interdisziplinären Raum auf höchstem Niveau gearbeitet

wird.

Dieses inspirierende Neben- und Miteinander bringt einen

interdisziplinären Geist mit sich, der Grenzüberschreitungen

zwischen Erzählformen, Genres und Technologien

enorm befördert. Die Möglichkeiten umfassen

Theater, Film, Animation, neueste digitale Produktionstechniken,

transmediale Formate und vieles mehr in einer

räumlichen Nähe, die in der europäischen Hochschullandschaft

ihresgleichen sucht.

Ein gemeinsames Credo der Institutionen besteht in der

starken Projektorientierung des Studiums. Die Studierenden

finden neben der Inspiration somit auch die Ressourcen

für ihre Vorhaben und sorgen mit ihren vielfältigen

und ambitionierten Projekten für ein pulsierendes

Campusleben.

Ein zentrales Merkmal des Ludwigsburger Campus liegt

in der Autonomie der vier ansässigen Ausbildungsstätten

in der Gestaltung ihrer Studieninhalte, während

sie zugleich auf zahlreichen Ebenen miteinander verwoben

sind. Jede Institution verfügt in ihrem Bereich

Der Ludwigsburger Campus bleibt so ein wichtiger Knotenpunkt

für Studierende und Dozierende, Alumni und

auch für alle interessierten Ludwigsburger Bürger*innen,

u.a. mit »Montags an der ADK«, dem Treffpunkt »Campus

International« und der Filmreihe »Open House«.

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ERÖFFNUNGSWOCHE 19. – 23.09.2022

19.09.2022

FESTLICHE ERÖFFNUNG

ADK UND FILMAKADEMIE

11.00 – 13.00 UHR

BEGRÜSSUNG DURCH:

PROF. THOMAS SCHADT

PROF. LUDGER ENGELS

ERÖFFNUNGSGAST: PROF. DR. ULRIKE GROOS

ORT: VERANSTALTUNG LIVE

BÜHNE ADK FÜR ALLE STUDIERENDEN UND MIT-

ARBEITER*INNEN VON FABW, ANIMATIONSINSTI-

TUT UND ADK.

.

PROF. DR. ULRIKE GROOS studierte in Würzburg,

New York und Münster Kunstgeschichte, Musikwissenschaft

und Ethnologie. Von 2002–2009 leitete sie die

Kunsthalle Düsseldorf. Dort realisierte sie Ausstellungen

wie »Zurück zum Beton. Die Anfänge von Punk und

New Wave in Deutschland 1977–82« (2002), »Palermo«

(2007) und »Sonic Youth etc.: Sensational Fix« (2009).

2010 kuratierte sie die »11. Triennale für Kleinplastik« in

Fellbach. Von 2001 bis 2006 lehrte sie an der Hochschule

für Gestaltung und Kunst in Zürich.

Seit 2010 leitet Groos das Kunstmuseum Stuttgart. Zu

den Höhepunkten des Ausstellungsprogramms zählen

die Retrospektive zu Michael Majerus und die Schau

zum 10-jährigen Jubiläum des Museums »I Got Rhythm.

Kunst und Jazz seit 1920«. Sie war und ist Mitglied zahlreicher

Gremien, u.a. im Beirat Bildende Kunst/Ausstellungen

des Goethe-Instituts, in der Ankaufskommission

des Bundes, als Jurorin im Fachbeirat Allgemeine

Projektförderung der Kulturstiftung des Bundes und in

der Jury der Villa Massimo für Bildende Kunst. Zudem

ist sie Mitglied des Kuratoriums der Kunststiftung Baden-Württemberg

sowie der Kunstkommission QUI-

VID für Kunst am Bau und Kunst im öffentlichen Raum

München und im Stiftungsrat der Camille Graeser Stiftung

an.

SPEED DATING

14.30 – 16.00 UHR

ORT: WIESE AKADEMIEHOF

Alle Erstsemester treffen sich auf der Wiese, welche die

Akademie für Darstellende Kunst und die Filmakademie

miteinander verbindet. In einem Speed Dating kommen

alle zum ersten Mal direkt miteinander in Kontakt.

© Gerald Ulmann

Prof. Dr. Ulrike Groos

13


CAMPUS LUDWIGSBURG

14


AUFTAKT NACH MASS

15.30 – 17.00 UHR

ORT: ALBRECHT ADE STUDIO

Ein Campus, vier Institutionen: Die Akademie für Darstellende

Kunst, die Filmakademie, das Animationsinstitut

und das Atelier Ludwigsburg-Paris. Im Rahmen der

Veranstaltung »Auftakt nach Maß« stellen die Akademieleiter*innen

den Studierenden des ersten Semesters

den Campus vor, stehen für erste Fragen zur Verfügung

und übergeben anschließend an die AStA-Vertreter*innen.

PATENTREFFEN

AB 17.00 UHR

ORT: ALBRECHT ADE STUDIO

Studierende des zweiten Studienjahres der FABW stellen

sich den Erstsemstern der FABW als Patinnen und

Paten vor.

20.09.2022

SEMINAR KOMMUNIKATIONS-

WEGE AN DER FABW /

HOW TO AKA

09.30 – 11.30 UHR

ORT: ALBRECHT ADE STUDIO

20. – 23.09.2022

WORKSHOP MIT TINKERTANK

JASMIN MERTIKAT, FLORIAN GRETH,

JOHANNES MAY SOWIE WEITERE GÄSTE ALS

IMPULSGEBER*INNEN

20.09.2022, AB 13.00 UHR

21. – 23.09.2022, AB 09.30 UHR

ORT: GELÄNDE UND RÄUMLICHKEITEN DER

FILMAKADEMIE UND DER ADK

ADK und Filmakademie eröffnen das Studienjahr wie

auch das Sommersemester mit gemeinsamen Workshops

und Veranstaltungen zu aktuellen und virulenten Themen

der Zeit. Neben Tinkertank (2021) waren hierfür

bisher u.a. das Zentrum für Politische Schönheit (2019:

»Widerstand - Künstlerische Strategien - persönliche

Verantwortung«) und Rimini-Protokoll (2020: »Mind

the Gap«) eingeladen.

Die Eröffnungswoche des Studienjahrs 2022/23 gestaltet

Tinkertank. Die Eröffnung des Sommersemesters ist

in Planung.

„DE-CONSTRUCT CULTURE?“

TINKERTANK (WWW.TINKERTANK.DE)

ist ein mobiles und stationäres Kreativlabor, das als Initiative

der lnteractive Media Foundation (www.interactivemedia-foundation.com)

2013 ins Leben gerufen wurde

- mit dem Ziel, Menschen zu kreativen und selbstorganisierten

Prozessen der Lösungsfindung zu befähigen

und das im Kontext von Technologie, Handwerk, Kultur,

Wissenschaft und Digitalisierung. Tinkertank veranstaltet

neben Workshops und Sommercamps für Kinder

und Jugendliche auch Kreativseminare für und mit

Partnern aus Kunst, Kultur und Wirtschaft. Alumni der

ADK und FABW sind Gründungs- und Teammitglieder

von Tinkertank.

Die lnteractive Media Foundation vereint eine umfassende

Expertise in den Bereichen Konzept, Storytelling,

Theater, Film, Digitales und Produktion. Die Teams experimentieren

mit zeitgemäßen Formaten und Ausdrucksformen,

um gesellschaftlich relevante Themen aus

Kunst, Technik, Gesundheit und Ökologie publikumswirksam

umzusetzen.

15


CAMPUS LUDWIGSBURG

04.11.2022 / 21.04.2023

CAMPUSABENDE /

OPEN STAGE

17.00 – 21.00 UHR

Um die bestehenden Netzwerke zu verstärken und das

Potenzial des Campus weiter auszubauen, finden pro Semester

zwei Campusabende statt. Das Programm dieser

Veranstaltungen stellen die Studierenden gemeinsam

mit den AStAs der ADK und der FABW zusammen. Zeitgleich

finden keine Lehrveranstaltungen statt.

So entsteht Raum für ungezwungene Begegnungen, den

Austausch von Gedanken, Visionen, Projektideen und

-vorstellungen, die Möglichkeit, Neues oder Gemeinsames

entstehen zu lassen: Raum zur Ausweitung des kreativen

Felds zu einem Campus der vielfältigen Möglichkeiten.

Weitere Informationen und Termine siehe www.adk-bw.de und

www.filmakademie.de.

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CAMPUS IM AUSTAUSCH

GEMEINSAME LEHRANGEBOTE VON ADK UND

FILMAKADEMIE

Die Campus-Idee findet ihre konkrete Umsetzung in

der Gestaltung der Lehrpläne, welche die wechselseitige

Teilnahme an den Lehrveranstaltungen vorsehen.

FILMAKADEMIE-STUDIERENDE KÖNNEN AN DER

ADK AN FOLGENDEN LEHRVERANSTALTUNGEN

TEILNEHMEN:

ALLE STUDIERENDE DER ADK AN:

• Filmgeschichte und -theorie (Nataša von Kopp,

Maurice Fitzpatrick, Prof. Dr. Marcus Stiglegger,

Lioba Schlösser, PD Dr. habil. Andreas Rauscher)

• Verschiedene Seminare zu Film- und Mediengeschichte

(Teil 1 und Teil 2)

• Theorie-Montag (Lektürekurs Gegenwart & Theatergeschichte

/ Ästhetik / Poetologie / Theatergeschichte)

• Machtstrukturen in Kultur, Wissenschaften und Gendergerechtigkeit,

Diversität und Gleichstellung • Methodik

des digitalen Theaters • Vergleichende Mediendramaturgie

• Autor*innen im Fokus • Grundlagen Regie

(Raum und Bühne / Raum und Klang / Kurzprojekte mit

der ABK – Akademie für Bildende Kunst, Stuttgart) •

Grundlagen Schauspiel • Sprechen für Regisseur*innen •

Praxismodule • Szenisches Arbeiten mit Kai Wessel •

Meisner-Technik und Schauspiel-Workshop mit Kai

Wessel • Nomadische Recherche / Adaptionen-Workshop

ADK-STUDIERENDE KÖNNEN AN DER FILMAKA-

DEMIE TEILNEHMEN WIE FOLGT:

REGIESTUDIERENDE AN:

• Filmgestaltung 2 (FG 2 ADK): Einführungswochen

und Szenischer Film (ein Semester)

SCHAUSPIELSTUDIERENDE AM:

• Inszenierungsworkshop

Details zu den Seminaren siehe ADK: www.adk-bw.de

Filmakademie: Online-Kalender

Interessierte werden gebeten, sich vorab bei Angela Staudt / Studienbüro

ADK (angela.staudt@adk-bw.de) oder Juliane Voigtländer

/ Studienleitung (studienleitung@filmakademie.de) anzumelden.

KURZGESCHICHTENBAND »IN DER SCHWEBE«

(TERMIN IN PLANUNG)

Premiere des neuen, sechsten Kurzgeschichtenbands der

Edition FABW zum Thema »In der Schwebe« mit Lesung

ausgewählter Beiträge von FABW und ADK mit anschließendem

Get-Together.

Erneut haben Studierende und Alumni von FABW und

ADK Kurzgeschichten zu einem vorgegebenen Thema

eingereicht.

Bisher erschienen in der Edition FABW, herausgegeben

von Michael Achilles unter der Schirmherrschaft von

Philipp Keel (Diogenes):

»Knapp daneben« (2021), » Sommer« (2020), » Krieg –

Vater aller Dinge« (2019), »Neid« (2018) und »Schlussstriche«

(2017).

17


CAMPUS LUDWIGSBURG

04.11.2022 / 09.12.2022 /

27.01.2023 / 21.04.2023 /

26.05.2023

AKA-PITCHINGS

FREITAGS JEWEILS AB 10.00 UHR

ORT: ALBRECHT ADE STUDIO, BÜHNE ADK

Kurzfristige Ankündigung per E-Mail durch die Studienleitungen

Die AKA-Pitchings dienen der Teamfindung und geben

einen Überblick über aktuelle Themen und Arbeiten. Die

im Fünf-Minuten-Takt gepitchten Projekte reichen u.a.

von performativen Installationen bis zu Theaterstücken

oder Festivals, vom Werbe-, Dokumentar-, Animations-

bis zum Theaterfilm, von Games bis zu szenischen Filmen.

Die AKA-Pitchings schaffen ein Bewusstsein für

die künstlerische Bandbreite und das kreative Spektrum

der Projekte, die an der Akademie für Darstellende

Kunst, der Filmakademie und ihrem Animationsinstitut

entstehen.

Die Teilnahme an allen fünf Pitchings ist für Studierende

der Filmakademie und ihres Animationsinstituts Pflicht.

Die Teilnahme ist für Studierende der ADK einmal im

Studienverlauf Pflicht. Ansonsten ist die Teilnahme erwünscht,

insofern kein anderer Unterricht betroffen ist.

TERMINE UND THEMEN

NACH ANSAGE

THEORIE-MONTAGE

Theoretische Grundlagen sind auch an besonders praxisbezogenen

Ausbildungsstätten die Basis jeglicher konstruktiver

Auseinandersetzung und Ausgangspunkt für

künstlerische Behauptungen und Handschriften.

So bietet die ADK mit einem festen Theoriemontag für

die Studierenden verschiedener Ausbildungsrichtungen

Grundlagen- und Übersichtsseminare aus den Bereichen

Ästhetik / Philosophie, Theater-, Film- und Literaturgeschichte

an.

Die Studierenden des gesamten Campus haben die Möglichkeit,

gemeinsam Grundlagen-, Übersichtsvorlesungen

und Übungen zu besuchen, die dann in einzelnen

Blockseminaren weiter vertieft werden. Die gemeinsame

Ausbildung dient dazu, sich eine gemeinsame Sprache

und Wissensbasis anzueignen, die dem Diskurs auf

dem Campus zugutekommen soll.

Aufgrund der begrenzten Plätze bitten wir Interessierte,

sich vorab bei Angela Staudt / Studienbüro ADK

(studienbuero@adk-bw.de) anzumelden.

Aktive Teilnahme am Pitch kann bis zwei Tage vorher angemeldet

werden. (pitch@filmakademie.de)

Organisation: Andrea Macos

18


TERMINE NACH ANSAGE

NOMADISCHE RECHERCHE

Die »Nomadische Recherche« ist ein studiengangübergreifendes

Projekt unter der spezifischen Anleitung

transdisziplinär arbeitender Künstler*innen. Ziel ist es,

spartenübergreifend künstlerische Formate, Interventionen

und Probetechniken zu erforschen. 2023 ist die

»Nomadische Recherche« als Kooperation mit den Schillertagen

des Nationaltheaters Mannheim geplant.

2021 fand die »Nomadische Recherche« im ehemaligen

Franck-Areal statt - als transdisziplinäres Projekt

der ADK und des Animationsinstituts der Filmakademie

und als Veranstaltung im Rahmen von NEULAND, einem

gemeinsamen Projekt der Stadt Ludwigsburg und

der Wüstenrot Stiftung. 18 Studierende (Regie, Dramaturgie,

Schauspiel) der ADK erarbeiteten in Zusammenarbeit

mit 11 Studierenden der Filmakademie und ihres

Animationsinstituts (Motion Design, Interaktive Medien)

performative Projekte für das Areal der ehemaligen

Zichorien-Rösterei.

19


CAMPUS LUDWIGSBURG

CAMPUS VERNETZT

HOCHSCHULKOOPERATION MIT DER PÄDAGOGI-

SCHEN HOCHSCHULE (PH) IM WS 2022/23

Im Rahmen des Masterstudiengangs »Kulturelle Bildung«

setzen die ADK und die FABW die

Zusammenarbeit mit der PH Ludwigsburg fort.

PH-STUDENT*INNEN KÖNNEN AN FOLGENDEN

VERANSTALTUNGEN TEILNEHMEN:

ADK

THEATERGESCHICHTE:

BEGINN 26.09.2022

MONTAGS (14.45 – 16.15 UHR)

ETHISCHE FILMWAHRNEHMUNG

Im Rahmen der Zusammenarbeit der PH Ludwigsburg

und der FABW wird die Reihe ETHISCHE FILMWAHR-

NEHMUNG angeboten. Abwechselnd finden Workshops,

Panels und Seminare an der FABW und an der

PH statt.

Die Termine und Orte werden per E-Mail angekündigt.

AUFTAKT: KINO CALIGARI, FABW

20.10.2022 (17.00 – 19.30 UHR)

Anmeldung und weitere Informationen jeweils per E-Mail an:

studienleitung@filmakademie.de (für Veranstaltungen an der

FABW) und thomas.wilke@ph-ludwigsburg.de (für Veranstaltungen

an der PH)

INTERNATIONALES POLITISCHES THEATER:

TERMINE IN PLANUNG

FREITAGS (09.00 – 13.30 UHR)

SAMSTAGS (17.00 – 21.00 UHR)

STUDIERENDE VON FABW UND ADK KÖNNEN

AN FOLGENDEN LEHRVERANSTALTUNGEN DER

PH TEILNEHMEN:

Anmeldung per E-Mail an studienbuero@adk-bw.de

Details zu den Seminaren siehe auch: www.adk-bw.de

FABW

20. – 21.09.2022

PROF. DR. MARCUS STIGLEGGER: CLAIRE DENIS

22. – 23.09.2022

MAURICE FITZPATRICK: INGMAR BERGMAN

26. – 27.09.2022

NATAŠA VON KOPP: HELDINNEN MIT SCHWERT

18. – 19.11.2022

LIOBA SCHLÖSSER: QUEER CINEMA HISTORY

10. – 11.02.2023

DR. ANDREAS RAUSCHER: SPIEL / FILM –

KONVERGENZEN ZWISCHEN LEINWAND UND

BILDSCHIRM

VORLESUNGSZEITRAUM:

18.10.2022 – 04.02.2023

SOZIOLOGIE DER LEBENSALTER

DIENSTAGS (10.15 – 11.45 UHR)

Anmeldung und weitere Informationen per E-Mail an: hartunggriemberg@ph-ludwigsburg.de

THEORIEN DER MEDIENBILDUNG

DONNERSTAGS (10.15 – 11.45 UHR)

FILMBILDUNG

DIENSTAGS (14.15 – 15.45 UHR)

Anmeldung und weitere Informationen per E-Mail an: thomas.

wilke@ph-ludwigsburg.de

Die Veranstaltungen im Sommersemester werden von den Studienbüros

bekanntgegeben.

20


CAMPUS FÜR LUDWIGSBURG

26.09.2022 / 14.11.2022 /

19.12.2022 / 16.01.2023 /

27.02.2023

»MONTAGS AN DER ADK«

TREFFPUNKT CAMPUS

INTERNATIONAL

RAUM FÜR INTERKULTURELLE BEGEGNUNGEN

Eine Initiative der Student*innen der Filmakademie und

ihres Animationsinstituts und der ADK.

AUSSICHTEN. EINSICHTEN. GESPRÄCHE.

JEWEILS 20.00 UHR

Als öffentliches Nachdenken über aktuelle Debatten und

Diskurse verstehen sich die Abende mit hochrangigen

Künstler*'innen, Wissenschaftler*innen oder Expert*innen.

Die Reihe wird im Wintersemester fortgesetzt. Den

Auftakt macht Sivan Ben Yishai (Autorin und Theaterregisseurin)

am 26.09.2022.

Alle Informationen zu den weiteren Gästen unter

www.adk-bw.de.

An ausgewählten Terminen pro Semester werden die

ADK und die Filmakademie zu einem Ort der Begegnung

und des Kennenlernens unterschiedlicher Kulturen und

Künstler*innen. Verschiedene Veranstaltungsformen –

Vorträge, Diskussionen, Musik und Get-Together – bieten

die Gelegenheit, sich auszutauschen und Netzwerke

weiter zu verknüpfen. Der einzigartige, kreative Campus

und die internationale Ausrichtung der Institutionen

bieten mit dem »Treffpunkt Campus International«

insbesondere für internationale Studierende einen Raum

für interkulturelle Begegnungen. In enger Abstimmung

mit der Internationalen Fachschaft und den AStAs der

FABW und der ADK setzt sich der »Treffpunkt Campus

International« für eine stärkere Integration und bessere

Kommunikation auf dem Campus und darüber hinaus

ein: Er versteht sich als Einladung an alle Menschen, die

sich für einen internationalen kulturellen und künstlerischen

Austausch interessieren.

21


CAMPUS LUDWIGSBURG

DER OFFENE CAMPUS

EIN KREATIVES, VIELFÄLTIGES LABOR

Studien- und Semesterarbeiten der Studierenden laden

dazu ein, den kreativen Nachwuchs in seiner Entwicklung

zu entdecken und zu begleiten: Öffentliche filmische

Semesterpräsentationen, 10 bis 15 Werkstattinszenierungen

aus dem »Labor« der ADK-Studierenden,

Bachelorarbeiten und Inszenierungen der zweimal jährlich

stattfindenden Themenmodule. Zum Ende eines

Studienjahres findet alle zwei Jahre das von den Studierenden

ausgerichtete internationale, junge Theaterfestival

»FURORE« statt. Da 2022 an der ADK das bundesweite

Schauspielschultreffen stattfand, ist »FURORE«

für 2023 geplant.

Der offene Campus mit ca. 60 öffentlichen Veranstaltungsabenden

gewährt Einblicke in ein kreatives, vielfältiges

interdisziplinäres Labor.

Aktuelle Veranstaltungen werden über die Websites der

Akademien bekanntgemacht.

22


23


IN ZAHLEN

500

STUDIERENDE

300

DOZIERENDE

130

ANGESTELLTE

HANDWERK,

THEORIE UND PRAXIS

PROJEKTARBEIT

IM TEAM

FREIHEIT ZUR

ENTWICKLUNG DER

EIGENEN KREATIVEN

HANDSCHRIFT

ENGE ZUSAMMENARBEIT

MIT DER FILM- UND

MEDIENBRANCHE

24


EIN ÜBERBLICK ÜBER DAS STUDIUM

AN DER FILMAKADEMIE BADEN-WÜRTTEMBERG

DAS STUDIUM IST STARK PRAXISORIEN-

TIERT UND STELLT DAS PRINZIP „LEAR-

NING BY DOING” IN DEN VORDERGRUND.

VON BEGINN AN ERARBEITEN DIE STUDIE-

RENDEN ALLER GEWERKE IHRE FILME GE-

MEINSAM. SO ENTSTEHEN JÄHRLICH ÜBER

250 FILME ALLER GENRES UND FORMATE.

• die Förderung der Freiheit zur Entwicklung der eigenen

kreativen Handschrift

Betreut und unterrichtet werden die etwa 500 STUDIE-

RENDEN von über 300 HOCHKARÄTIGEN FACHLEU-

TEN aus der Film- und Medienbranche und über 130

Angestellten der Filmakademie.

Das Ausbildungsangebot spiegelt die ganze thematische

Bandbreite der Medienbranche wider, von Drehbuch,

Regie und Kamera bis hin zu Animation, Szenenbild und

Montage, von Produktion, Filmmusik und Sounddesign

bis zu Motion Design und Interaktive Medien.

Neben den klassischen Erzählformen für Film und Fernsehen

bereichern Social Media, partizipative Performances,

immersives Entertainment, Games und weitere neue

Formen des Geschichtenerzählens die Branche, verändern

Berufsbilder und lassen neue Formate und Ertragsmodelle

entstehen. Studienanfänger*innen erwarten zurecht,

dass ihre Hochschule sie auf diese sich ständig

verändernde Realität bestmöglich vorbereitet. Die Antwort

der Filmakademie Baden-Württemberg auf diese

Herausforderung liegt in einer umfassenden Ausbildung,

die von Anfang an auch Kenntnisse außerhalb des

eigenen Studienschwerpunktes vermittelt.

Sie folgt dem Credo, Studierenden mit dem ganzen

Spektrum ihrer Talente, Schwerpunkte und Ambitionen

größtmögliche Spielräume zur Entwicklung einer individuellen,

künstlerischen Identität zu eröffnen.

AN DER FILMAKADEMIE ERWARTET

DIE STUDIERENDEN:

600-700 Bewerber*innen konkurrieren jährlich um etwa

100 Studienplätze in den folgenden Studiengängen:

GRUNDSTÄNDIG WERDEN ANGEBOTEN:

• FILM UND MEDIEN

• FILMMUSIK UND SOUNDDESIGN

• PRODUKTION

ALS DIPLOMAUFBAUSTUDIENGÄNGE

WERDEN ANGEBOTEN:

• ANIMATION / ANIMATION &

EFFECTS PRODUCING

• ANIMATION / TECHNICAL DIRECTING

• FERNSEHJOURNALISMUS

• FILMMUSIK

• FILMTON / SOUNDDESIGN

• INTERAKTIVE MEDIEN

• MOTION DESIGN

• SZENENBILD

Die Studienzeit richtet sich danach, ob Studierende im

Grundstudium beginnen, den Quereinstieg wählen oder

im Diplomaufbaustudiengang studieren. Im Vollstudium

(Grund- plus Projektstudium) beträgt die durchschnittliche

Studienzeit 8 Semester plus 1 Diplomsemester.

• eine Ausbildung, die praktisches Filmemachen und

Theorie kombiniert

• Projektarbeit im Team

Der Quereinstieg ist der direkte Einstieg in das Hauptstudium

(Projektstudium) mit Bachelor oder Vordiplom

und dauert in der Regel 4 Semester plus 1 Diplomsemester.

• die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen, die bis in den

Markt reichen und wegweisend für spätere Jobs sein

können, weil die Filmakademie eng mit der Filmund

Medienbranche zusammenarbeitet

Das Studium im Diplomaufbaustudiengang mit Nachweis

eines abgeschlossenen Studiums in einer artverwandten

Disziplin dauert in der Regel ebenfalls 4 Semester

plus 1 Diplomsemester.

25


IN ZAHLEN 21

INTERNATIONALE

PARTNER-

INSTITUTIONEN

53

OUTGOINGS

DIPLOM-

AUFBAUSTUDIENGÄNGE:

Animation / Animation & Effects Producing

Animation / Technical Directing

Fernsehjournalismus

Filmmusik

Filmton / Sounddesign

Interaktive Medien

Motion Design

Szenenbild

21

INCOMINGS

GRUND- UND

PROJEKTSTUDIUM:

Film und Medien

Produktion

Filmmusik und Sounddesign

100

STUDIENPLÄTZE

600-700

BEWERBER*INNEN

JÄHRLICH

26


Jedes Jahr begrüßt die Filmakademie Studierende von etwa

20 Partnerinstitutionen aus aller Welt bei sich. Sie

bereichern den Campus mit eigenen Projekten und partizipieren

im Rahmen der Internationalen Klasse am Unterricht.

Studierende der Filmakademie haben ebenfalls die Möglichkeit,

an Partnerhochschulen im Ausland zu studieren.

Für Interessierte sind detaillierte Informationen über

den Studienverlauf auf der Homepage der Filmakademie

www.filmakademie.de im Bereich Studienverlauf erhältlich.

INTERDISZIPLINÄRE VERANSTALTUNGEN

Neben einer fundierten handwerklichen Ausbildung im

jeweiligen Studienfach sowie der Verbesserung der eigenen

Fertigkeiten durch die Mitarbeit an vielfältigen

studentischen Produktionen der Filmakademie spielt

auch die Ausbildung eines breit gefächerten Verständnisses

für medienbezogene Prozesse und Diskurse eine

wichtige Rolle. Der berühmte „Blick über den Tellerrand“

bzw. die Erweiterung des eigenen Horizonts ist

an der Filmakademie keine „Kür“, sondern ein essenzieller

Bestandteil der künstlerischen Entwicklung, die

durch ein vielfältiges Angebot an Lehrveranstaltungen

gefördert wird.

In interdisziplinären Kursen und Seminarreihen werden

Inhalte wie „Green Shooting“, „Green Storytelling“, Genderdiversität

oder der Weg in die berufliche Selbständigkeit

näher beleuchtet.

Während im Grundstudium verschiedene Seminare zur

Film- und Mediengeschichte Teil des Pflichtunterrichts

sind, wählen Studierende der Diplomaufbaustudiengänge

oder des Quereinstiegs aus einem Angebot an jährlich

wechselnden Filmgeschichts- und Filmtheorie-Seminaren

aus, die stets die individuelle Auseinandersetzung

mit einer Themenstellung beinhalten und in Form einer

Hausarbeit oder eines Referats abgeschlossen werden.

OPEN HOUSE

OPEN HOUSE ist der Titel einer Lehrveranstaltungsreihe,

die in der Regel zwei Mal pro Semester im Kino Caligari

in Kooperation mit Kinokult Programmkinos stattfindet.

In dieser Reihe präsentieren – in der Regel mittwochabends

ab 17.00 Uhr – ehemalige Studierende der

Filmakademie oder aktuelle Gastlehrende ihre neuen

Projekte aus unterschiedlichen Bereichen und berichten

im Anschluss an das Screening in einem Werkgespräch

u.a. über die Entstehung und Hintergründe des

Films, gefolgt von einem Q&A. Hier wird es auch sehr

begrüßt, wenn Teammitglieder aus verschiedensten Gewerken

anwesend sind (Regie, VFX, Kamera, Szenenbild

etc.) und von ihren Erfahrungen berichten.

OPEN HOUSE verbindet die Analyse aktueller Medienproduktionen

mit der Vernetzung von Studierenden,

Alumni und Lehrenden bewusst gewerkeübergreifend.

Die kritische und diskursive Auseinandersetzung mit aktuellen

Medienproduktionen ist ein wichtiger Bestandteil

des Lehr- und Bildungsauftrags der Filmakademie.

Sofern es sich bei den eingeladenen Gästen um Alumni

der Filmakademie handelt, trägt die OPEN HOUSE-Veranstaltung

den Untertitel THERE AND BACK AGAIN

– ALUMNI STELLEN SICH VOR. Dies betont noch

einmal die besondere Bedeutung eines aktiven Studierenden-Alumni-Netzwerks.

27


STECKBRIEF

BILDGESTALTUNG/KAMERA

1

STUDIENKOORDINATION UND

PROJEKTBETREUUNG

Roland Mönch

Christine Montigel

2

LEITENDE DOZIERENDE

Prof. Kay Gauditz

Prof. Thomas Merker

3

WIE VIELE STUDIERENDE

PRO STUDIENJAHR?

6-8 Studentinnen und Studenten

4

WAS SOLLTEN BEWERBER*INNEN

MITBRINGEN?

Kreativität und Neugier auf neue

Erzählformen – soziale Kompetenz,

Teamfähigkeit, Zuverlässigkeit,

Empathie, Resilienz – Lust

auf Gestaltung – Lust auf das

Studium an der Filmakademie in

Ludwigsburg.

5

WARUM IST DIE FILMAKADEMIE

DER IDEALE ORT FÜR EIN

STUDIUM?

Interdisziplinäres,

praxisorientiertes Studium.

Lehre der künstlerischen und

organisatorischen Kameraarbeit

– national und international

erfahrene Dozierende / Directors

of Photography vermitteln

Studieninhalte auf professionellem

Standard und darüber hinaus.

6

WAS LERNEN

DIE STUDIERENDEN HIER?

Die Kunst der Bildgestaltung

und die Praxis der Kameraarbeit

– Teamarbeit und Teamführung –

alle Voraussetzungen, um in eine

erfolgreiche DoP-Karriere starten

zu können.

“Cinematography is more than just

making pretty pictures.” Mario Tosi

7

ONE COOL FACT ABOUT...

Learning by doing – nationale und

internationale Vernetzung

8

MOTTO

“The director leads the actors,

the cinematographer directs the

audience.” Conrad Hall

28


DOKUMENTARFILM

1

STUDIENKOORDINATION

Thorsten Schütte

2

PROJEKTBETREUUNG

Greda Sieber, Peter Kuczinski

3

LEITENDE DOZIERENDE

Prof. Heidi Specogna

4

WIE VIELE STUDIERENDE

PRO STUDIENJAHR?

Ca. 6 Studierende

5

WAS SOLLTEN BEWERBER*INNEN

MITBRINGEN?

Lust auf das Unbekannte, kritisches

Denkvermögen, Geduld, Neugierde,

Teamfähigkeit, Kreativität,

Experimentierfreude

6

WARUM IST DIE FILMAKADEMIE

DER IDEALE ORT FÜR EIN

STUDIUM?

Praxisnahes Lernen und Arbeiten,

versierte Dozent*innen und

Referent*innen, Arbeiten im

Team, ausgezeichnete technische

Ausstattung, große künstlerische

Freiheit, gutes Netzwerk/Kontakte

zum Markt, intensiver Austausch

mit den anderen Fachrichtungen,

internationales Netzwerk und

Austauschmöglichkeiten, Exkursionen

u.a. zum DOCUMENTARY

CAMPUS, zum DOK Filmfestival

Leipzig und zur CPH:DOX

Kopenhagen

7

WAS LERNEN

DIE STUDIERENDEN HIER?

Mit eigenen Ideen und verantwortlicher

Haltung gegenüber

Menschen und Tatsachen Realität

kreativ zu gestalten, formatoffenes

Arbeiten, Recherche- und

Interviewtechniken, gestalterische

und inhaltliche Bandbreite in

Stoffentwicklung und Dramaturgie,

Arbeiten im Team, eigenes

kreatives Potenzial ausschöpfen,

mehr über sich selbst…

8

MYTH BUSTING:

WAS LERNT MAN HIER NICHT?

Die Verbreitung von Fake News

9

ONE COOL FACT ABOUT...

Das dokumentarische Arbeiten

unterscheidet sich von anderen

medialen Formen dadurch, dass

es – je nach Sujet und finanzieller

Situation – sowohl das Ein-/

Zwei-Personen-Team geben kann,

in dem verschiedene Berufsbereiche

in Personalunion ausgeübt

werden, als auch das große

Filmteam, wie beim Dokudrama,

das dem Spielfilm durchaus

vergleichbar ist. Alles ist möglich!

10

MOTTO

Die Ausformulierung einer

künstlerischen Handschrift beginnt

im Kopf !

29


30


ANIMATIONSINSTITUT GRUSSWORT

WHERE IS YOUR SOUL?

Anima (lat./ female: the spirit, the soul, the ghost)

So, what is the spirit? What is the soul? Who is the ghost? As Animationsinstitut

includes the word «anima» in its name, we should elaborate on

these questions.

And this can be tricky. Because it is easy to answer the question «Where is your

nose?», but it is not so easy to answer the question «Where is your soul?». When we are

talking about the spirit, the soul and the ghost, we are heading towards the invisible world.

To craft this invisible world was and is the main task and the main duty for the students

at the institute, I think.

To address the complex issues related to the invisible world to the students, three terms

have always been important to me: Relevance, intensity and originality.

What is relevant? Everything we feel something for. That seems to be the most important

thing: To be able to feel something. To be ready to share these feelings. We have to be able

to cry, otherwise we won’t be able to make our audiences

cry. And only if we are able to cry, we will be able to laugh,

so we can make our audiences laugh. Most of all, we have

to force ourselves to think in order to prepare the ground

for our audiences to continue the thinking.

What is intense? To be involved. Not to get bored. So, how

can we take this chunk of coal and press it in a way it turns

out to be a diamond? A lasting diamond. This has to be discussed

individually, as ideas are individual, but here are a

few simple guidelines: Keep it as short as possible. Don’t

forget the sound. Leave space for the audiences. And learn

to craft the silence.

What is original? Basically everything that evokes an

«Ooooh!» or an «Aaaaah!» How can we achieve this? First

of all: Don’t bullshit yourself. Second: Don’t bullshit the audience.

Third: Try to be specific. What makes your world,

your spirits, your souls and your ghosts different from all

the others? That is perhaps the most difficult task.

Writing down these words is easy. Being devoted to them is tough. That is why the one

sentence that stands above all the madness of creating animated projects, is: The person is

more important than the project. We should never forget this.

Prof. Andreas Hykade is the Head of the study specialization Animation Directing at the Filmakademie

Baden-Wuerttemberg's Animationsinstitut. The text is taken from the book 20 YEARS – 20 PROJECTS that was

published on the occasion of the instutute´s 20 th birthday. Further information on the anniversary publication and

celebrations are available on the following pages and on: www.animationsinstitut.de/20y20p.

Prof. Andreas Hykade ist Leiter der Studienvertiefung Animation Directing des Animationsinstituts der

Filmakademie Baden-Württemberg. Der Text stammt aus dem Buch 20 YEARS – 20 PROJECTS, das zum 20.

Jubiläum der Gründung des Instituts erschienen ist. Weitere Information zu Festschrift und Jubiläum gibt es auf den

folgenden Seiten sowie auf www.animationsinstitut.de/20y20p.

31


ANIMATIONSINSTITUT 20 JAHRE

20 Jahre Animationsinstitut

VOR 20 JAHREN WURDE DAS ANIMA-

TIONSINSTITUT ALS TEIL DER FILM-

AKADEMIE BADEN-WÜRTTEMBERG

GEGRÜNDET. ANIMATION UND VISUELLE

EFFEKTE (VFX) ERLANGTEN DAMIT END-

GÜLTIG EINEN HOHEN STELLENWERT IN

DER AUSBILDUNG IN LUDWIGSBURG – EINE

WEGWEISENDE ENTSCHEIDUNG, DIE VOR-

BILD FÜR VIELE ANDERE FILMSCHULEN EU-

ROPAS WURDE. DAS JUBILÄUM IST BEREITS

GEBÜHREND GEFEIERT WORDEN. DOCH

AUCH WÄHREND DES STUDIENJAHRS 22/23

BLICKEN WEITERE EVENTS UND FORMATE

AUF DIE GESCHICHTE, ABSOLVENT*INNEN

UND LEGENDÄRE PROJEKTE DES INSTITUTS.

JAZZ ORGIE. Zudem erzählen im Campus Magazin zwei

langjährige Mitarbeitende in Interviews von der erstaunlichen

Entwicklung des Instituts. Dazu gibt es einen Artikel

über vier Absolventinnen des Animationsinstituts,

die seit 2012 Kinder in aller Welt mit Animationsserien

verzaubern. Am Beginn ihrer Erfolgsgeschichte stand

eine Kooperation der Filmakademie mit dem Südwestrundfunk.

Die Geburtstagsparty für das Animationsinstitut stieg

am 15. Juli 2022. Viele Absolvent*innen der vergangenen

20 Jahre sowie Studierende, Mitarbeitende und Weggefährt*innen

des Instituts kamen zum Feiern auf dem

Campus zusammen. Im Rahmen der sogenannten Birthday

Reception, dem offiziellen Festakt mit Live-Show im

Albrecht Ade Studio, wurde auch erstmals die zum Jubiläum

erschienene Festschrift 20 YEARS – 20 PROJECTS

vorgestellt. In der limitierten Publikation schreiben einige

Absolvent*innen Essays über 20 „ikonische Projekte“,

die am Animationsinstitut entstanden sind. Sei es zu mit

Preisen überhäuften Filmen wie BUNNIES, THE PRE-

SENT oder THE BEAUT Y, zu berühmten Forschungsarbeiten

wie den Meilenstein auf dem Weg zum „digital

human“ EINSTEIN oder zur Konferenz FMX – es sind

mitunter große Liebeserklärungen an das Animationsinstitut

und besondere Perspektiven auf die dort vermittelte

Animations- und VFX-Kunst entstanden.

Auf den folgenden Seiten sind 3 der Essays aus der Festschrift

zu lesen: Michael Bohnenstingl schreibt über 366

TAGE von Johannes Schiehsl, Julian Jungel über das

Game PERFECT WOMAN von Lea Schönfelder, und

Anna Henckel-Donnersmarck zu Irina Rubinas Projekt

Szenen vom Festakt am 15. Juli 2022 (linke Seite),

32

20 Projekte aus 20 Jahren Animationsinstitut (rechte Seite)


WWW.FMX.DE

APRIL 24 - 27

GERMANY

STUTTGART,

WORLDS

CREATING

33


ANIMATIONSINSTITUT 20 JAHRE

Darüber hinaus gibt es im Jubiläumsjahr noch die

Liveshow-Reihe 20Y20P @ ANIMATION STAGE. Hier

treffen sich die Essayist*innen der Festschrift, um vor

Publikum über ihre jeweiligen Projekte zu sprechen. Die

namensgebende ANIMATION STAGE ist zugleich eine

Online-Event-Plattform, die für die ganze Animationsinstitut-Community

eine Bühne sein wird, sowie ein Hub

zum Netzwerken für Absovent*innen, Studierende, Dozierende,

Mitarbeitende und alle Freund*innen und Fans

des Instituts. Nach der Sommerpause werden auf der

ANIMATION STAGE unterschiedliche Events stattfinden

und über das Jahr weitere Angebote sowie Studieninfotage

und Online-Programme für Studieninteressierte

abrufbar sein.

Wer Lust hat, kann die Birthday Reception online

abrufen.

Für mehr Infos schaut vorbei auf

www.animationsinstitut.de/20y20p.

Auf der ANIMATION STAGE

finden Liveshows

und Online-Events statt

Bei der Birthday Reception wurde erstmals die Festschrift 20 YEARS – 20 PROJECTS präsentiert

34


History

1980 – 1990

Prof. Albrecht Ade establishes an animation class at the

Academy of Fine Arts Stuttgart.

1982

The Stuttgart International Festival of Animated Film

(ITFS) is founded.

1991

Filmakademie Baden-Wuerttemberg (FABW) is founded

in Ludwigsburg with animation/CGI as an essential part

of the educational provision.

1994

The first German Film and Media Exchange (FMX) takes

place in Stuttgart.

2002

Prof. Thomas Haegele becomes the founding director

of the Institute of Animation, Visual Effects and Digital

Postproduction at FABW, with the study areas Animation,

Visual Effects, Content Creation and the newly

founded Technical Directing programme. Since then, the

institute has been responsible for training the Filmakademie’s

animation and effects students and for the digital

postproduction of student projects at FABW. The German

Film and Media Exchange is renamed FMX, which becomes

an international event organised by the institute.

The Research and Development department, led by Prof.

Volker Helzle, is founded at the institute.

2003

The short film ROCKS (DAS RAD, Heidi Wittlinger,

Chris Stenner, Arvid Uibel) is nominated for an Academy

Award in the Best Animated Short category.

2008

The Interactive Media field of study, established by Inga

von Staden, is integrated into the institute, building a

bridge between the institute and the other departments

of the Filmakademie. The study specialisation Animation/Effects

Producing is founded. The first edition of

the EU-funded programme Animation Sans Frontières

takes place, a collaborative project between the Animationsinstitut,

the Animation Workshop in Viborg, GOBE-

LINS l’école de l’image in Paris and the Moholy-Nagy

University of Art and Design in Budapest.

2009

The Animationsinstitut becomes part of the newly

founded Animation Media Cluster Region Stuttgart

AMCRS, a network initiated by the MFG Baden-

Württemberg, with members from the animation,

games, VFX and other media sectors, as well as universities

and academies.

2015

Prof. Andreas Hykade becomes head of the Animationsinstitut.

The subject of Intellectual Property is integrated

into the institute’s curriculum.

2020

The financing of the strategy paper «Filmakademie

2030» allows the Animationsinstitut to establish the specialisation

Character Animation and to expand its international

activities.

2022

Since 1992, the Animationsinstitut’s productions have received

more than 1.000 international awards, making it

one of the most renowned institutes of its kind in the

world. In the summer of 2022, the Animationsinstitut

celebrates its 20th anniversary.

35


20Y

20P

36


ANIMATIONSINSTITUT 20 YEARS – 20 PROJECTS

366 Tage – Johannes Schiehsl

The Animated Rhythm of Reality

ANIMATION AND ME, WE HAVE A

COMPLICATED RELATIONSHIP.

WE STARTED OUT LIKE CHILD-

HOOD FRIENDS, MYSTERIOUSLY

ATTRACTED TO EACH OTHER. THERE WAS

THIS UNSPOKEN AGREEMENT THAT: «YOU

AND I, WE SHOULD HANG OUT MORE!» SO

WE DID. AND IT WAS FUN. REFLECTING ON

IT NOW, I THINK IT WAS THE MEDIUM’S IN-

HERENT SUBSTANTIAL LEVEL OF CONTROL

THAT APPEALED TO ME. I WAS A WIMPY,

UNPOPULAR KID WITH A VIVID FANTASY,

LOW IN THE PECKING ORDER OF LIFE. BUT

WHEN DOODLING ON THE WHITE, EMPTY

PATCHES OF MY SCHOOLBOOKS, I SUD-

DENLY BECAME POWERFUL! A SOLE RULER

OVER REALITY! A GOD! I WAS ENABLED

TO MAKE THE IMPOSSIBLE POSSIBLE, THE

INVISIBLE VISIBLE, TURN THE INSIDE OUT.

I COULD CRUSH MY ENEMIES OR MAKE MY

ROMANTIC AMBITIONS COME TO LIFE!

In short: I was not too firmly rooted in reality. And

please excuse the generalisation, but I assume that many

of my colleagues share a similar origin story. My proof ?

Just think of the sado-masochistic nature of the animation

process: the average animator is totally fine indulging

in a process that reasonable people would consider

torture. Sitting alone in a dark room, at a desk, staring

into a screen, while endlessly redrawing the same characters

with only minute differences, for periods of time

that are so long that other people might have gone on

adventures, found love and/or given birth to their first

child in the meantime.

And to what end? A little piece of art that usually does

not last much longer than a terrible pop song. Again I

am generalising, but maybe if you are willing to do this

you might not be too interested in real life or comfortable

with real people.

So here is where my issue with my old pal animation

arises: if you let the above-mentioned introverted

userbase interact with a medium that promises unbound

« Just think of the sado-masochistic nature of the animation process:

the average animator is totally fine indulging in a process that

reasonable people would consider torture. »

37


ANIMATIONSINSTITUT 20 YEARS – 20 PROJECTS

freedom, it will often result in films with navel-gazey

and escapist tendencies – formally, as well as with regard

to the content. This impression crept up on me

when I started to attend animation film festivals. Go

see for yourself ! Questionable filmmaking everywhere!

Heaps of films getting lost in broad visual metaphors.

Films that are formally virtuous, but empty on the inside,

talking to no one but themselves. There is the obvious

and prevalent masturbatory use of digital technology!

Or films that seem to compete to find ever more

labour-intensive ways of production, while completely

losing sight of an engaging story.

tries to do his job, but soon realises that to truly care for

his patients would mean to go way beyond the requirements

and constraints of his official duties. There are

ailments of the body but the most insidious seems to be

this wound within his patients’ soul, incurable by bandages

or medicine: loneliness.

Our ambitious protagonist tries his best. He sits down

with the forgotten people, listens to their stories, plays

chess, and watches TV with them. But because his job

is not designed to sustain this level of care and because

he cannot withstand the avalanche of need alone, he is

doomed to fail. He cannot save everybody. Ultimately, he

« A director talking about his inner journey while

being a paramedic. That sounds kind of navel-gazey too. »

In this dominion of introversion, I was longing for films

that dive right into the human condition. Real stuff!

Real life! Films like little fragments of wisdom that I can

store on this tiny shelf in my heart and pull out whenever

life confronts me with difficult emotional conundrums.

This breed of films is rare in the world of independent

animation, so I am especially grateful that

366 TAGE (366 DAYS, 2011) exists.

In 366 TAGE, Austrian director Johannes Schiehsl remembers

his time in community service, working as a

paramedic. Our young protagonist in his bright red coat,

carrying the symbol of the red cross, is thrown into the

grey, monotone world of the people in need of an ambulance.

Guided by his meaty, closelipped instructor he

38

understands that the silent manner of his chunky supervisor

is by no means the indifference for which he

first mistook it, but instead a protective reaction against

getting lost in caring too much. For empathy is a limited

resource and therefore needs to be spent deliberately

and effectively. This leads us to the film’s conclusion,

in which the instructor shares his secret weapon, helping

him to manage the daily grind: do everything in the

rhythm of the Radetzky March!

Maybe you’re thinking: «A director talking about his

inner journey while being a paramedic. That sounds

kind of navel-gazey too.» You are raising a good point,

wise one. This subject matter could have been another

touchy-feely introspective extravaganza. But Schiehsl


tells his story clearly and approachably. He communicates

well and wants to be understood. The film is emotionally

rich, but none of its points are made in an abstract

way. Although taking a very personal point of

view, it even lends itself to be viewed through a political

lens: subtly, it talks about the hardships of working

in the care sector. Not enough time, not enough resources,

and a constant strain on your psyche, which can leave

permanent indentations on your character. More than a

decade later, this message resonates even more strongly

after the Covid pandemic taught us the importance of

such dedicated carers, who are vastly underpaid and often

underappreciated.

The film’s close relationship with reality is also evident

in its formal approach. While being far from photorealism,

the design of the characters is only slightly exaggerated

and simplified. They are puppets that inhabit

an almost naturalistic world. The camera is bound by

the laws of physics, the composition of the shots is calm,

the usage of light is restrained, and the movement of the

characters is entirely in the realm of anatomic possibilities.

In fact, the film is so «real» that you, being wise,

might ask:

«Why is it done in animation at all?»

And again, you seem to have a point. One could easily

reimagine this film in live-action, adapted shot by

shot and at first glance you would have different techniques,

but similar films. But remember what I told you

about the ridiculously labour-intensive process of making

animation? As painful and somewhat pathetic as it

can be (you know, being alone in a dark room at a desk

and all), it is also a process that demands exceptional

care. In live-action filmmaking you orchestrate performances,

you capture, arrange and edit. But because

Schiehsl chose animation, he had to digest his memories

artistically and intellectually and then reimagine them

through competent craftsmanship. Every point in a polygon

had to be placed in a way so that it would form the

mesh that makes our paramedic’s body. All the frames

had to be individually manipulated so that if you rapidly

flipped through them, they would play back the lifesaving

rhythm of CPR.

Animation seduces you to get lost in all its micro-decision-making.

To resist, you need extraordinary intention,

love and care. But if you ultimately prevail in this fight,

you add unmeasurable value to your subject matter. For

doing exactly that, for truly caring about their audience

and story, for sharing a valuable insight into the human

condition and ultimately for helping me mend my relationship

with my old friend animation, I want to thank

everybody involved in the making of 366 TAGE.

May you go on in the beat of the Radetzky March!

by Michael Bohnenstingl

MICHAEL BOHNENSTINGL is a writer & director

focusing on character-based storytelling in animation.

He paused his studies at the Animationsinstitut to work

on a television series at Studio Soi.

Michael graduated from the Filmakademie’s Animationsinstitut

in 2021 with his diploma film SLOUCH. He is

currently working on feature and serial storytelling formats.

39


ANIMATIONSINSTITUT 20 YEARS – 20 PROJECTS

JOHANNES SCHIEHSL studied Animation at the

Filmakademie’s Animationsinstitut from 2007 until 2011.

After graduating he was a founding member of the studio

Neuer Österreichischer Trickfilm (New Austrian

Animation). He was involved as a director in the TV

series HEXE LILLI (LILLY THE WITCH) and supported

the animated feature film FRITZI: EINE WENDE-

WUNDERGESCHICHTE (FRITZI: A REVOLUTIONARY

TALE) as a producer.

Johannes wrote and directed short films such as STAR

HUNTER and STRAIGHT AND CURVED, and worked as

a designer on successful VR and AR projects such as the

first VR ghost train in Vienna’s Prater and an interactive

tour of the Vienna National Library. He currently works

as an independent filmmaker and producer in Austria,

and is a member of the Austrian Film Academy and winner

of the Lower Austria Culture Prize.

20Y

20P

» Animation seduces you to get lost

in all its micro-decision-making. «

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20Y

20P

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ANIMATIONSINSTITUT 20 YEARS – 20 PROJECTS

Perfect Woman – Lea Schönfelder

The Female Move

IN ORDER TO WRITE ABOUT

PERFECT WOMAN (2014), I HAD A

CONVERSATION WITH THE AU-

THOR OF THE GAME. LEA SCHÖNFELDER

FOUNDED FEIN GAMES, A FEMALE-LED

GAMES STUDIO DEVELOPING GAMES FOR

WOMEN, WITH FRANZISKA ZEINER IN 2021.

JULIAN: Hello Lea, great to see you again!

LEA: Great to see you again too!

PERFECT WOMAN came out eight years ago. Looking

back now, what do you think is the best thing about it

and what should players take from your game?

Good question. The game is basically about «dancing» a

more or less perfect life story. The player has to give a

performance that is evaluated by the Kinect movement

sensor. The game is full of humour and slightly ironic,

and it’s easier and you have more fun if you lead a lessthan-perfect

life. I still find this key point important –

of asking «How perfect do you actually have to be?» And,

to be honest, I still find it a tough question, especially

when we are talking about women because it also has

to be possible to have a career and children. It would be

too easy to say «Yes, just choose one of the things, you

can’t have both».

I’m proud that this fundamental question is so tightly interlinked

with the game mechanics in PERFECT WOM-

AN. You feel this difficulty physically when you attempt

to be a perfect woman. The fact that the game is

still played at festivals or in venues such as Zentrum für

Kunst und Medien in Karlsruhe today shows its current

relevance.

And how «perfect» are you yourself today, as measured

on the PERFECT WOMAN scale?

Haha, it’s not so easy to say. I’d like to say that I’m not

perfect but I also know I’m not completely free of pressure.

So, for example, right now I’m completely exhausted

because the last six months have been very busy. Our

own company. We lived in London because my partner

also has career ambitions. The move back to Germany.

And with a small child. It was all far too much and I

think I need four days lying on the couch. But I mean,

you do what you can: at Fein Games, for example, we

have a 6-1⁄2-hour day in order to achieve a better worklife

balance. At the moment, we’re all working remotely

but I’m not sure whether that is more beneficial or detrimental

to mental health, probably a bit of both. It certainly

makes it possible for us all to organise our lives

with relative freedom. Of course, as a founder I still have

plenty of stress despite that – but also a lot of fun!

...and your first game is coming out next year, correct?

Yes, that’s right. We’ve been funded since mid-2021 and

have been able to hire a couple of people to make a vertical

slice. As a result, we found an investor. We’ve built

four levels and we’re just about to have our first soft

launch so that we can test in the «real world» – in the

Netherlands, in our case. So just starting small to see:

what do players like, at what points do they check out, is

it going down well at all?

I still find this key point important – of asking

‹How perfect do you actually have to be?›

42


Your current game is about three women of different

generations. I read somewhere that it’s a kind of interactive

novel?

That was our early concept. The game mechanics is a

hidden-object game. The narrative is very important to

us, and that’s also one of the areas in which we set ourselves

apart from our competition. We tell the stories

of three German women in Berlin: the first one lives

in the 1940s during the Nazi period, the second in the

1970s during the flower-power hippie movement, and

Putting oneself in someone else’s shoes

is an intellectual endeavour so I really

welcome it when men take on the roles

of the women in our games.

The contemporary woman is in her late thirties, lives in

Berlin and has a good job at an advertising agency. She is

free to do whatever she wants, but she lacks a sense of

meaning to her life. She doesn’t dare to quit her job to

realise her dream of becoming a performance artist. She

is a woman in whom we, and many people of our generation,

see something of ourselves reflected. And that not

only in Germany. Above all else, I think the last woman

shows how global everything has become, how similar

the people of our generation are – even when they live

in different cities. And that feeling of «you really can do

anything». But what is the right life really? It’s not just

people in Berlin who feel like that, but probably also

people in London or New York and other cities.

But at the same time it is a very western picture. In other

countries around the world, society is even tighter than

it was in Germany in the 1940s. Did you consider showing

other cultures too?

the third is of our generation. It’s all about individual

fulfilment and to what extent we are influenced by our

environments. It’s certainly a serious theme and one we

trust there is an audience for. We go further than pure

– let’s say, slightly frivolous – entertainment, which also

has its place of course. But we believe that there is also

a market for stories that go deeper. Another way we

set ourselves apart is our art style, which is more modern

and in my opinion fancier than much of what’s available

in the App Store right now. Of course, we now need

to validate that.

The first woman from the 1940s is very much trapped

in the social context and marries the German soldier;

the woman from the hippie generation rebels against

everything. What about the woman who lives in our

time?

Yes, that’s a very interesting issue you bring up. When

we talk about our current concept, it strikes me that I

sometimes feel almost ashamed of myself that we are

telling such a German story. But at the same time, I think

it is justified in the sense that these are the personal perspectives

of Franziska and myself that are being narrated

here. We were the ones who founded the studio, after

all. And these stories about the three German women are

personally inspired by our mothers and grandmothers.

But looking forward to the future, for the next game we

are seeking to appoint a new game director, a woman

from Afghanistan or Turkey or another cultural sphere

who can share her perspective. Here at Fein the focus is

on telling real and personal life stories, and representing

real women and real problems experienced by women.

As a man, I have to say that I can see myself in your current

game, just as I could in PERFECT WOMAN. In this

day and age, these themes are relevant to all genders, not

just women.

Yes, absolutely. That was the underlying idea for PER-

FECT WOMAN. If you tried to become the perfect

woman, the game became harder and harder, and it’s always

easier if you, how can I say, had unconventional

life goals. In life, it’s not enough for us these days to have

an amazing career. You also want to have a great family,

a great relationship and to have exciting holidays all the

time, and always be up to date with the news and so on.

Everyone is on a self-optimisation trip all the time and I

43


ANIMATIONSINSTITUT 20 YEARS – 20 PROJECTS

think you sometimes really have to ask yourself whether,

firstly, that’s possible and, secondly, whether it’s desirable.

And a lot of people crack under all the pressure:

they might post amazing pictures on Instagram but you

also know the reality is often not that nice.

I think it’s fascinating that you, as a man, also feel that

the game speaks to you. As a matter of fact, people often

ask us why we make games for women, why can’t men

play these games too. And I think this question also came

up with PERFECT WOMAN. The problems are not actually

typically female problems. And I’m always happy

when men say, as you did, that they too feel the games

are relevant to them.

But having said that, we are firmly committed to developing

games by women for women because it is, quite

simply, something special to have women in mind while

developing games. As a woman, when I watch films about

men, or play computer games about men, of course I also

feel they speak to me, but it’s a different kind of identification

when I see someone that is more like me.

Putting oneself in someone else’s shoes is an intellectual

endeavour so I really welcome it when men take

on the roles of the women in our games. Perhaps there

is no such thing as «male» or «female» problems per

se, but there are certainly experiences that women have

more often. For example, the woman in the 1940s who is

pushed into a certain role by her parents-in-law and her

own parents, by everyone basically, and who also allows

herself to be pushed. If men manage to put themselves in

these shoes, then I would take that as a success because

I believe this could also lead to a greater understanding

and ultimately also to new ways of thinking in society.

44


The women in your game show the reality of life for your

grandmother, your mother and yourself. What do you

want to see for your daughter?

20Y

20P

I would like my daughter to be able to pursue her own

goals and to also have the freedom to actually achieve

them. Of course, she might also discover that perhaps

not all goals can be achieved. But I would like to see a society

that at least offers the same opportunity for everybody

to find happiness.

Dear Lea, many thanks for the wonderful conversation!

You’re welcome, it was my pleasure.

by Julian Jungel

LEA SCHÖNFELDER is co-founder of the Berlin-based

games studio Fein Games, which develops games by

women for women. She has international experience at

companies such as ustwo games, where she was awarded

a Bafta Breakthrough as Lead Game Designer for the

Apple Arcade title Assemble with Care.

Already during her studies, Lea was interested in the female

perspective in the once male-dominated medium

of games and she continues to contribute to the development

and opening of German games culture through

her work.

JULIAN JUNGEL runs the «Labor für Digitalität» at the

Ernst Busch Academy of Dramatic Arts in Berlin, where

they focus on the space in which storytelling, craftsmanship

and theatre meet digital technology. Together with

the M.A. «Spiel und Objekt», participatory theatre, mixed

reality games and other formats are created to question

social aspects, our life on planet earth and the roles of

humans and technology.

Julian also helped build Tinkertank, a non-profit initiative

aiming to revive creativity with the help of agile

technology. Tinkertank works with companies, cities and

incubators to find fun and inspiring ways to discuss the

context of technology, culture, science and digitalisation.

45


20Y

20P

46


ANIMATIONSINSTITUT 20 YEARS – 20 PROJECTS

Jazz Orgie – Irina Rubina

A Dialogue of Circles and Lines

«WOULD YOU LIKE TO WRITE

SOMETHING ABOUT IRINA

RUBINA’S JAZZ ORGIE (2015)?»

I AM ASKED. «TAKE A LOOK AT IT, YOU’LL

LIKE IT! IT’S CLOSELY RELATED TO YOUR

BUSBY». BUSBY IS THE FILM I MADE IN THE

SECOND YEAR OF MY STUDIES. BACK THEN,

THE ANIMATIONSINSTITUT WAS CALLED

DIGITALE BILDGESTALTUNG (DIGITAL IM-

AGE CREATION) AND WAS NOT A SEPARATE

INSTITUTE. THE FILMAKADEMIE HAD ONLY

BEEN ESTABLISHED FIVE YEARS PREVIOUS-

LY AND WE WERE JUST GETTING USED TO

THE NEW «E-MAIL» COMMUNICATION TECH-

NOLOGY AND WERE LEARNING COMPUTER

SOFTWARE USING THICK MANUALS PRINT-

ED ON PAPER. YOUTUBE HAD NOT EVEN

BEEN INVENTED, THE INTERNET STILL DID

NOT HAVE IMAGES AND STUDENTS TAUGHT

ONE ANOTHER THE NEW TECHNOLOGIES.

«I’D LOVE TO,» I REPLIED.

While I am waiting for her reply, I watch my old film

BUSBY. BUSBY stands for Busby Berkeley, the Hollywood

choreographer who created monumental ornaments

from dancing female bodies. The film could just

as well have been called Karl – after Karl Blossfeldt, who

opened my eyes to the mathematical aspects of nature

and thereby made me appreciate how mathematics can

be perceived as beautiful.

«Even jazz honours its forebearers – the standard pieces

– varies and reinterprets them and ultimately frees itself

in improvisation,» is what goes through my head and:

«Jazz, or music in general is a sort of translation of mathematics.»

Perhaps Irina can say more about that.

«I started by studying Fine Art,» she explains, «but it

was not the right thing for me.» She was looking for

something pure at the time, for beauty that does not live

from discourse but is valid in itself and everywhere and

JAZZ ORGIE begins suddenly and is already over after

76 seconds. I have to smile. Black, white, orange, red and

yellow dance to drums, bass, trumpet and saxophone.

Yes, I like the film, I watch it on a continuous loop. The

music is simultaneously the sound and the image: swing

and pauses are animated precisely, illustration is avoided,

abstraction celebrated. Where I see in my mind’s

eye a lascivious hip swing coming down the stairs, the

squares of the chess board cross over one another. Areas

are painted in thick colour against black, lines drawn

as if with delicate chalk. Karl Valentin once said: «Art is

beautiful, but it’s a lot of work».

«Why paint by hand in the age of digital efficiency?»

I want to ask Irina. I send her an e-mail.

» Black,white, orange, red and yellow

dance to drums, bass, trumpet and

saxophone. «

47


ANIMATIONSINSTITUT 20 YEARS – 20 PROJECTS

perhaps can therefore only be found in abstraction. So

she turned – albeit only temporarily – to the study of

mathematics.

«How did you then move from mathematics to animation?»

I ask her. «Thanks to YouTube,» she replies. That’s

where she discovered the free, independently produced

animation. She was fascinated, found out more, went

to festivals, began to draw and experimented with cutout

animation techniques. Immersing oneself in work as

something that takes time is important to her and she is

not afraid of complex workflows. Mathematics continues

to play a big part for her, as a perfectionist. In JAZZ OR-

GIE, in particular, it helped her to compose a harmonious

whole from the various image elements and movements.

«Was there any room for improvisation, as the ‹Jazz› in

the title of the film suggests?» I wanted to know. «Improvisation

is always difficult in animation,» she says.

«But yes, I was responding to the music as I drew. The

film is a mixture of precise planning and occasional

moments of improvisation. The works of Lissitzky,

Malevich, Mondrian, Rodchenko, Schlemmer and Gabo,

but also of Regina Pessoa and Theodore Ushev were

important sources of inspiration for me.»

«Did you paint yourself ?»

«A little, sadly only a very little. The schedule was too

tight, there was too much to animate when we finally

decided, after a few detours, to work with painted elements.

I was very envious of our artists. I would have

loved to put the computer aside and pick up a paintbrush,»

she laughs. Instead, she set up a painting workshop

in a seminar room, where her fellow students were

invited to join in with the «painting therapy» and to

paint over the individual drawings that had been printed

out frame by frame.

«And how did it work with you and BUSBY, what was

the story behind its creation?» asks Irina in return.

«The starting point was a pragmatic one to begin with,»

I reply. I had taken Digitale Bildgestaltung in the second

year of my studies and now had one semester to learn a

software package of my choice. So I set myself the aim

of making a film that would not have been possible to

create using conventional, analogue means and instead

exploited the new opportunities that computer animation

brings. To avoid becoming bored with the process,

I decided to make «something involving dance» and because

collaborating with real dancers would have been

» She was looking for something pure at the time, for beauty that does not live from

discourse but is valid in itself and everywhere and perhaps can therefore only be

found in abstraction. «

48


too complicated, I made my hands dance. My intention

was to abstract those hands and free them from their

original function to such an extent that they are able to

follow an inner compulsion in their movements without

having to stick to a predefined choreography. I wanted

them to escape the narration and allow them to become

purely an ornament, for them simply «to be» without

having to fulfil a purpose.

«It was exactly the same for me!» says Irina. «I also wanted

to free myself from narration and classical character

animation, from all the squirrels and bunnies with their

typically exaggerated and all too familiar movements,

which did not correspond with my conception of creative

work. The movement into abstraction really helped

me. JAZZ ORGIE was a turning point for me and was

very important for my later work.»

In the course of the conversation, we realise there are

other parallels in our formations, which have never run

in straight lines: we both turned to documentary film

during our studies and then got involved in video projections

for the stage, musical performances and dance.

And thus, our circles expanded and the lines cross at

corners where we did not expect it.

by Anna Henckel-Donnersmarck

» I made my hands dance. «

IRINA RUBINA came into this world as a Muscovite,

and moved to Germany at the age of fifteen. Her serpentine

road to film included detours into free art in the

form of photography and mathematics studies – both

have given her lots of inspiration and stimulation for her

later work.

In 2011–2018 she studied animation and documentary

film at Filmakademie Baden-Wuerttemberg and

GOBELINS, l’école de l’image, where she created several

award-winning short films. She is currently finishing

the German equivalent of a PhD in practice in animation

directing at the Konrad Wolf Film University of

Babelsberg, and working on the debut film OSJA with

her company iraru.films. Partly abstract, partly narrative,

this work explores the question of the relationship

between a repressive state system, society and the Russian-Jewish

poet Osip Mandelstam, whose quiet resistance

brought him to a mass grave of Stalinist repression.

Apart from short films, Irina also produces and realises

hybrid and collaborative projects that explore the borderland

between animation, film, stage performances,

music and dance. She has worked with Ensemble Modern

and Ensemble Ascolta on audio-visual performances,

co-curates the music video programme for the Stuttgart

International Festival of Animated Film, is a mentor and

lecturer at various institutions, and has worked as an animator

on several projects.

49


ANIMATIONSINSTITUT 20 YEARS – 20 PROJECTS

ANNA HENCKEL-DONNERSMARCK was born in

Frankfurt am Main in 1973 and grew up in Indonesia,

Japan, England and Bavaria. She studied at Camberwell

College of Art and Design in London and received

her degree from Filmakademie Baden-Wuerttemberg in

2001, focusing on animation and documentary filmmaking.

Anna works with the moving image in various ways. She

creates video projections for theatre, opera, dance and

music concerts as well as video installations for exhibitions

and museums. She has been commissioned by

institutions such as the Bauhaus Archive Berlin, Kunsthalle

Karlsruhe, Deichtorhallen Hamburg, Hygiene

Museum Dresden, Grimmwelt Kassel, Humboldt Lab

Berlin, ECLAT Festival für Neue Musik, Strenesse, Hessnatur,

Schauspiel Köln, Oper Frankfurt, Staatsoper Berlin,

Komische Oper Berlin and Opernhaus Zürich.

She has collaborated with Constanza Macras/DorkyPark,

Mathilde Monnier, Dissidenten, The Wooster Group

NYC, Laurent Chetouane, Cordula Däuper, Clemens

Gadenstätter, Ensemble Modern, Invisible Playground,

The Berlin Philharmoniker and many others.

For 20 years, Anna has been active as a programmer

(Filmwinter Stuttgart, Kasseler Dokfest, Zebra Poetry

Film Festival, etc.), moderator (Pictoplasma, Stuttgart

International Festival of Animated Film, Buchmesse

Frankfurt, etc.), jury member (Szpilman Award, Milano

Film Festival, Regard Quebec, Tel Aviv Int. Student Film

Festival, Vienna Shorts, Tehran Int. Short Film Festival,

etc.) and panel participant (Fajr Film Festival Tehran,

Curtas Vila do Conde, UCLA, etc.). From 2007 to 2018,

she served as a member of the selection committee for

Berlinale Shorts.

Since 2019 she is the head of Berlinale Shorts, the international

competition for short films at the Berlin International

Film Festival. She teaches film theory and video

practice at various art schools.

20Y

20P

50


Auf der Geburtstagsparty des Animationsinstituts im Juli 2022

51


ANIMATIONSINSTITUT 20 JAHRE

„Jedes Jahr wird‘s wieder spannend, was der

neue Jahrgang am Institut so anstellt“

Institutsgründung waren wir eine kleine verschworene

Gruppe um Thomas Haegele, für die durch die Selbständigkeit

ganz neue Entwicklungen möglich waren.

Was war damals deine Rolle?

VIET NGUYEN ARBEITET SEIT 1998

AN DER FILMAKADEMIE. ZUM TEAM

DES ANIMATIONSINSTITUTS GEHÖRT

ER SEIT DESSEN GRÜNDUNG VOR ZWANZIG

JAHREN. DER SPEZIALIST FÜR ANWEN-

DUNGEN IM BEREICH ANIMATION UND VFX

SPRICHT ÜBER DIE „WILDEN“ ANFANGSJAH-

RE, DIE ATEMBERAUBENDE GESCHWINDIG-

KEIT TECHNISCHER ENTWICKLUNGEN UND

SEINE UNVERGESSLICHEN MOMENTE IN DER

GESCHICHTE DES INSTITUTS.

Bevor ich zur Filmakademie kam, arbeitete ich für den

Geschäftsbereich Motion Picture bei Kodak. Ich war Vertriebsingenieur

für das weltweit erste digitale Filmbearbeitungssystem

überhaupt. Das System hieß Cineon

– eine millionenteure Bearbeitungskette aus Laserfilmscanner,

Silicon Graphics Computer und Laserrückbelichter.

Leider hat Kodak später Cineon aus Kostengründen

eingestellt, als sich die digitale Bildbearbeitung

mit kleineren Systemen auf Personal Computern in der

Branche immer mehr durchsetzte. Da ich die Abteilung

und die Filmakademie bis dahin durch Cineon-Einführungen

und Präsentationen auf der FMX kannte und

schätzte, bewarb ich mich und kam quasi als Assistent

von Thomas Haegele in die Abteilung.

Lieber Viet, das Animationsinstitut wurde vor zwanzig

Jahren gegründet und du warst von Anfang an dabei.

Was kommt dir in den Sinn, wenn du an die ersten Jahre

des Instituts denkst?

Es war ein Aufbruch und zugleich eine Art Neustart, da

wir vorher als „Abteilung für digitale Bildgestaltung“ an

der Filmakademie bereits einen wichtigen Stellenwert

hatten. Auf diesem Fachgebiet war sie anderen Filmhochschulen

in Deutschland weit voraus. Als dann ein

eigenes Institut mitunter dafür gegründet wurde, gab es

mehr Stellen und Mittel, wodurch sich alles noch professioneller

entwickeln konnte. Wenn ich das mit heute

vergleiche, waren wir aber viel kleiner, insgesamt gerade

einmal 12 Leute. Zum Mittagessen gingen wir fast jeden

Tag zusammen in den „Engel“ und redeten lange über alles

mögliche. Das kann man sich heute mit unserer aktuellen

Größe und Struktur kaum mehr vorstellen. Zur

Viet zur Zeit der Gründung des Animationsinstituts

Und wie hat sich dein Job über die Jahre entwickelt?

Bis heute kümmere ich mich am Institut um Softwareanwendungen

im Bereich Animation und VFX. Der andere

Bereich, der sukzessive dazukam, waren Anwendungen

für uns Mitarbeitende für die Kommunikation,

Dokumentation, Kollaboration usw.

Thomas Haegele war es immer wichtig, dass wir uns als

Ausbildungsbetrieb nie nur auf ein System beschränken,

sondern dass für Studierende immer alle Möglichkeiten

und Neuerungen auf dem Feld der VFX und Animation

zugänglich sind. Über die Jahre hat sich da ein

52


Software-Fuhrpark von über hundert Anwendungen

angesammelt, den ich für das Institut verantworte und

auf dem neusten Stand halte. Und auch heute noch gilt,

wenn Studierende bestimmte Software für ihre Projekte

benötigen, versuchen wir sie zu besorgen und helfen

ihnen bei der Verwendung. Dabei arbeiten wir auch oft

mit der Research & Development-Abteilung des Instituts

zusammen.

Ich kann mir vorstellen, in Sachen Technologie hat sich

in den zwanzig Jahren einiges getan...

Allerdings! Datenkapazität, Netzwerkgeschwindigkeit

oder Rechenleistung der Systeme haben sich in der Zeit

verzigfacht. Völlig neue Technologien aus den Bereichen

Games, XR, KI eröffnen nie dagewesene Möglichkeiten.

Auch die Zugänglichkeit der Software und des Geräts ist

eine andere. Die Filmakademie war früher eine der wenigen

Schulen in Europa, die überhaupt die Ausstattung

und Infrastruktur für die VFX-Ausbildung hatte. Mittlerweile

gibt es viele Filmschulen, die das auch anbieten,

und sogar Autodidakt*innen können zuhause an ihren

PCs einen Großteil der Technik erlernen. Daher finde

ich es gut, dass das Animationsinstitut unter Andreas

Hykade seine USPs mit Character Animation und Intellectual

Property neu definiert hat.

Gibt es bestimmte Projekte, die dir besonders in Erinnerung

geblieben sind?

Da gab es immer wieder welche, bei denen ich bei der

VFX-Erstellung dachte: Wow, wie haben die das hingekriegt,

das ist sowas von High End! Oder auch, wenn

der künstlerische Look so gut gelungen ist, dass wir als

Zuschauende uns in einer völlig anderen Welt fühlen.

Oder Geschichten voller Erzählwitz und Tiefsinn, die zugleich

erheitern und berühren. So ein Projekt ist beispielsweise

DAS RAD (2003). Es war eines der ersten Projekte

hier, bei dem sich die Studierenden entschieden

haben, Stop-Trick komplett digital zu machen. Der Film

blieb mir nicht nur in Erinnerung, weil die Erzählkonstruktion

so genial ist und der Film eine Oscar-Nominierung

für die Filmakademie und das Institut einbrachte.

Sondern auch weil sich eines der Teammitglieder, Arvid

Uibel, während der Arbeit am Projekt das Leben nahm.

Das war ein Schock für uns alle. Die Hintergründe und

Motive dieser Verzweiflungstat sind sicher vielfältig. Sie

hat uns aber in jedem Fall in unserem Grundsatz bestärkt,

immer die Menschen in den Mittelpunkt und vor

die Projekte zu stellen.

Du hast in den zwanzig Jahren viele Studierende kommen

und gehen sehen. Sticht da jemand für dich besonders

heraus?

Nicht wirklich. Jede Generation an Studierenden ist besonders

und jedes Jahr wird es wieder spannend, was

der neue Jahrgang am Institut machen wird. Diese Abwechslung

mag ich an dem Job. Natürlich entstehen

auch persönliche Beziehungen, vor allem, wenn man gemeinsam

schwierige Situationen durchgemacht hat. Es

gibt auch einige, die nach ihrer Zeit am Institut berühmt

geworden sind. Wenn die mal wieder hier sind, ist es

aber wie früher, und wir verlieren uns in langen Gesprächen

über die alten Zeiten.

Was wünscht du dir für die Zukunft des Animationsinstituts?

Einer der schönsten Momente, an die ich mich erinnern

kann, ist, als meine Frau und ich unser erstes Kind bekommen

haben. Da haben die Studierenden für uns eine

Picknick-Sommer-Party am Neckar veranstaltet. Das

hat mich sehr berührt. Dass es so etwas nicht mehr gibt,

liegt natürlich daran, dass wir in den zwanzig Jahren immer

größer geworden sind und sich das Institut auch

immer mehr in einzelne Funktionsbereiche aufteilte.

Trotzdem würde ich mir wünschen, dass ein gewisses

Gemeinschafts- und Zusammengehörigkeitsgefühl, wie

es das in den Anfangsjahren gab, nicht aus den Augen

verloren wird. Unter den Studierenden wie den Mitarbeitenden.

Viet, wie ihn Andreas Hykade sieht

53


ANIMATIONSINSTITUT 20 JAHRE

„Eine größtmögliche kreative Freiheit

gewährleisten – das war immer das Anliegen

der Verwaltung“

Institut mit aufzubauen. Etwas Neues entwickeln hat

mir schon immer viel Freude gemacht. So ging das los.

Ein neues Institut dieser Art mit aufzubauen,

klingt nach einer interessanten Aufgabe...

HEIKE MOZÈR WAR SCHON MIT DA-

BEI, ALS DIE FILMAKADEMIE 1991

AUS DER TAUFE GEHOBEN WURDE.

ALS DAS ANIMATIONSINSTITUT 11 JAHRE

SPÄTER ENTSTAND, WURDE SIE DESSEN

KAUFMÄNNISCHE LEITERIN UND IST DIES

BIS HEUTE. DEM CAMPUS MAGAZIN HAT

SIE ERZÄHLT, WELCHE MEILENSTEINE DAS

INSTITUT ZU DEM MACHTEN, WAS ES HEUTE

IST, UND WAS SIE SICH FÜR SEINE ZUKUNFT

WÜNSCHT.

Liebe Heike, wie bist du eigentlich beim Animationsinstitut

gelandet?

Ich habe für die Filmakademie schon während ihren Anfängen

als freie Mitarbeiterin gearbeitet, als dort nur ein

paar Leute beschäftigt waren. Meine erste Aufgabe war,

den Status der Studierenden mit dem Studierendenwerk

zu klären. Dann habe ich das Studierendensekretariat sowie

das Finanz- und Rechnungswesen aufgebaut. Später

ging es darum, für die einzelnen filmischen Projekte

den administrativen Management-Part zu übernehmen

und sie wirtschaftlich etwa hinsichtlich der Beschaffung

zu planen. Außerdem organisierte ich die Filmfeste, die

es damals hier im Hof gab: ein Kurzfilm- und ein Langfilmfestival.

Als es 2001 hieß, da wird ein neues eigenständiges

Institut gegründet, sprachen mich der Institutsleiter

Thomas Haegele und das Ministerium an, ob

ich dort nicht anfangen möchte. Sie brauchten einerseits

jemanden, der sich bereits mit den Strukturen auskennt.

Andererseits jemanden, der oder die Interesse hatte, das

Ja, das stimmt. Am Anfang waren wir klein und agil. Es

gab vier künstlerisch-wissenschaftliche Assistent*innen

im technischen Bereich, die Postproduktion und neben

der Institutsleitung mich als kaufmännische Leitung sowie

eine Assistentin – das war’s. Insgesamt nur 12 Mitarbeitende.

Der Vibe zu Beginn war spannend. Wir hatten

an Mitteln einige Sondertöpfe zur Verfügung, weil wir

im technischen Filmbereich anderen Filmschulen einiges

voraushatten. Das gab uns viel Spielraum, technologische

Innovation zu ermöglichen. Eine wichtige Rolle

spielte damals schon die Konferenz FMX, die die Branche

versammelte. Wir hatten zudem eine enge Beziehung

zu den Studierenden. Es fühlte sich an wie eine Familie.

Wir fuhren etwa alle jedes Jahr zusammen nach

Annecy. Es war schon eine sehr coole Zeit damals (lacht).

Was waren für dich die wichtigsten Stationen in der

Geschichte des Animationsinstituts?

Wichtige Entwicklungsschritte geschahen, als zu VFX

und Animation weitere Bereiche wie Forschung & Entwicklung

oder Interaktive Medien nach und nach dazukamen.

Von 2002 an bis heute haben sich dadurch

die Personalstrukturen beinahe verdreifacht. Ein weiterer

Schritt ereignete sich etwa in den letzten drei Jahren,

in denen Thomas Haegele Institutsleiter war, also in der

ersten Hälfte der 2010er Jahre. Früher waren wir noch

eher für uns, doch mittlerweile ist Animation auch aus

anderen filmischen Gebieten kaum mehr wegzudenken.

Weil andere Filmarten öfter Animation und VFX in ihre

Arbeiten integrierten, wurde das Institut wieder mehr

ein Teil des Ganzen. Diese Entwicklung hat sich auch in

unseren Studierendenzahlen niedergeschlagen. Die FMX

vergrößerte sich ebenfalls. Auch die Filmakademie selbst

wuchs. Ebenso wurden eine verstärkte Schnittstelle zur

Filmakademie und die Entwicklung von gemeinsamen

Prozessen notwendig. Eine weitere wichtige Station war

54


der Wechsel der Institutsleiter im Jahr 2015, als Andreas

Hykade die Leitung übernahm. Thomas war sehr auf die

Technik spezialisiert. Andreas setzte stärker einen künstlerischen

Fokus. Diese Entwicklungen galt es für uns

auch im Administrativen abzubilden, was zuweilen eine

große Herausforderung darstellte.

Inwiefern?

Etwas, das sich mit der Größe verändert hat, sind die

Kommunikationsstrukturen. Im Management ist es

wichtig, die Zusammenhänge zu verstehen, damit ich

das, was die Kunst will, also die Studierenden oder die

Lehre, positiv umsetzen kann. Als Verwaltung sind wir

ja mit der Politik in Kontakt, müssen Strukturpapiere

verfassen und den Menschen in politischen Positionen

klar machen, dass das, was wir mit staatlichem Geld vorhaben,

etwas Sinnvolles ist. Dahingehend mussten wir

uns im Vergleich zu früher immer schneller neu erfinden.

Irgendwann hatte ich durch die Größe des Instituts

zu akzeptieren, dass ich nicht mehr alle Dinge verstehen

kann. Ich muss mich heute mehr auf das Expert*innenwissen

der Mitarbeitenden verlassen. Früher war das

auch nicht leicht, aber wir waren näher dran. Mittlerweile

ist alles komplexer, wenn man bedenkt, was Animation

so alles macht, von Filmen, Spielen bis zu VR-,

AR-, KI-Anwendungen und so weiter. Die Bandbreite ist

einfach größer geworden.

Was ist für dich das Besondere, welches das Institut

über die Jahre ausgezeichnet hat?

gegeben, alles zu versuchen, um Dinge zu ermöglichen.

Wir haben uns stets eine Begeisterungsfähigkeit bewahrt

und uns bemüht, neue Entwicklungen nie zu bürokratisch

zu sehen. Wir stellen einen kurzen Dienstweg sicher.

Wer hier etwas Bestimmtes braucht, weiß wohin.

Wir geben dann unser Bestes, es hinzubekommen. Wir

wollen den Studierenden des Animationsinstituts einen

geschützten Rahmen bieten, in dem sie ungehindert kreativ

sein und experimentieren können. Mit unseren Vorbereitungen,

etwa der notwendigen Technik und den Investitionsmitteln,

stellen wir so gut wie möglich sicher,

sie vor Hindernissen zu bewahren, die es für sie später

bei Projekten in der freien Wirtschaft geben kann.

Wenn man sieht, was dabei jedes Jahr an Arbeiten herauskommt,

können wir darauf auch wirklich stolz sein.

Was wünscht du dir für die Zukunft des Animationsinstituts?

Eigentlich, dass viele Umstände so bleiben, wie sie sind.

Dass uns die Politik etwa weiterhin keine künstlerischen

Vorgaben macht und z.B. alle zwei Jahre eine Oscar-

Nominierung verlangt. Die Zusammenarbeit mit dem

Land hat da immer super funktioniert und uns viel Freiraum

gegeben. Und dann noch, dass das erhalten bleibt,

was ich eben über die kreative Freiheit der Studierenden

gesagt habe. Dass die Administration in der Lage ist, dieses

System des Ermöglichens von Projekten weiterhin zu

schützen und zu stützen.

Das ist einerseits diese Lebendigkeit. Ich hatte nie das

Gefühl, ich mache jeden Tag dasselbe. Zudem hat es hier

von der Verwaltung aus gesehen immer eine Haltung

Heike auf einer FMX-Party in den 2000ern (vorne links)

Heike heute mit ihrem Team

55


ANIMATIONSINSTITUT 20 JAHRE

In jeder Episode von Julia Ockers ANIMA NIMALS erlebt ein Tier witzige und skurrile Abendteuer

Ein tierischer Erfolg

VIER ABSOLVENTINNEN DES

ANIMATIONSINSTITUTS VERZAU-

BERN SEIT 2012 KINDER IN ALLER

WELT MIT ANIMATIONSSERIEN. AM BEGINN

IHRER ERFOLGSGESCHICHTE STAND EINE

KOOPERATION DER FILMAKADEMIE MIT DEM

SÜDWESTRUNDFUNK, AUS DER DIE LEGEN-

DÄRE KIKA-VORSCHUL-REIHE ICH KENNE

EIN TIER HERVORGING. AUS DIESER PRO-

DUKTION ENTSTEHEN BIS HEUTE ERFOLG-

REICHE FOLGEFORMATE. IN DEM PROJEKT

VERDEUTLICHT SICH DER GEIST DER LEHRE

AM ANIMATIONSINSTITUT: DEN INDIVI-

DUELLEN, KÜNSTLERISCHEN STIL SEINER

STUDIERENDEN FÖRDERN UND FREIRÄUME

SCHAFFEN, IN DENEN ER SICH ENTFALTEN

KANN.

Würde man von der TV-Serie ICH KENNE EIN TIER

und ihren Spin-Offs alle Auszeichnungen und Länder, in

denen sie ausgestrahlt wurden, aufzählen, wäre die Liste

lang. Die Sendung für Vorschulkinder, die von 2012 bis

2019 für den Kinderkanal (KiKA) in vier Staffeln mit insgesamt

52 Episoden produziert worden ist, hat bis heute

eine riesige Fangemeinde mit hunderttausenden Klicks

auf YouTube.

Sie entstand aus einer Kooperation der Filmakademie

mit dem Südwestrundfunk (SWR) sowie der Stuttgarter

Produktionsfirma für Animation Studio Film Bilder. „Ich

hatte gerade eine Serie mit dem SWR fertiggestellt und

sprach mit Benjamin Manns, dem Kinderredakteur des

Senders, darüber, ob wir nicht mal mit Studierenden zusammenarbeiten

wollten“, erinnert sich der heutige Leiter

des Animationsinstituts, Andreas Hykade, an die Anfänge.

Zu dieser Zeit lief gerade die letzte Staffel seiner

Trickfilmserie TOM UND DAS ERDBEERMARMELA-

DENBROT MIT HONIG im Fernsehen.

Tiere für die Talente

des Animationsinstituts

Manns gefiel die Idee. Gemeinsam mit dem Trickfilmer,

der schon lange zum Team von Studio Film Bilder gehört,

arbeitete er ein Konzept für eine neue Kindershow

aus: In einem 10-minütigen Format namens ICH KENNE

EIN TIER beschreiben Kinder zunächst in einem Ratespiel

ein Tier. Ihre Beschreibungen werden mit animierten

Bildern untermalt, auch das Erraten geschieht mit

eingeblendeten Trickbildern. Ist klar, um welches Tier es

geht, kommt erst ein dokumentarischer Film über das

besagte Tier, gefolgt von einem spielerischen Trickfilm

mit dem Tier in der Hauptrolle.

56


Verzaubert Vorschulkinder in aller Welt: Angela Steffens MEINE SCHMUSEDECKE (PATCHWORK PALS)

Bei den Trickfilmclips kamen die Studierenden des Animationsinstituts

der Filmakademie ins Spiel. Absolvent*innen,

die kürzlich in Animation Directing ihr Diplom

gemacht hatten, konnten zu einem oder mehreren

der geplanten Tiere Figuren und Geschichten entwickeln,

unterstützt von Studierenden des Animationsinstituts.

„Das war eine tolle Chance“, erinnert sich Verena

Fels. „Es gab eine klare Idee, und wir waren relativ frei

in dem, was wir erzählen konnten.“

Fels realisierte für die Serie 2012 unter anderem einen

herzerwärmenden Film, in dem bei einem Gewitter eine

Schnecke mit Haus einer Artgenossin ohne Haus widerwillig

Unterschlupf gewährt. „Die Sendung war für

mich ein wichtiger Schritt“, sagt die gebürtige Biberacherin,

die heute in Ludwigsburg lebt. Bald nach der Arbeit

an ICH KENNE EIN TIER führte sie Regie beim Kinofilm

DER KLEINE RABE SOCKE 3 – SUCHE NACH

DEM VERLORENEN SCHATZ. Heute hat Verena Fels

eine eigene Produktionsfirma und ist als freie Regisseurin

tätig, zuletzt erschien ihr Kurzfilm TOBI UND DER

TURBOBUS.

Verena Fels’ Nashorn aus der SWR-Serie ICH KENNE EIN TIER


ANIMATIONSINSTITUT 20 JAHRE

Julia Ocker

Angela Steffen

Verena Fels

Elena Walf

Spin-Off MEINE SCHMUSE-

DECKE wird ein Welterfolg

Die Filme der Alumni in den ICH KENNE EIN TIER-Episoden

wurden schließlich alle sehr vielfältig und originell,

so wie die Stile und Charaktere der ehemaligen

Animationsstudierenden selbst. Vielleicht ist es gerade

diese künstlerische und inhaltliche Vielfalt, die die Serie

so erfolgreich werden ließ.

„Ich bekam drei Tiere: Biene, Fisch und Huhn, das war

cool“, blickt Animationsfilmerin Angela Steffen zurück.

Sie machte bereits 2009 ihr Diplom und arbeitete

schon bei der TOM-Serie bei Studio Film Bilder mit. „Dadurch

war ich bei der Konzeption von ICH KENNE EIN

TIER dabei“, erzählt die 42-jährige, die gemeinsam mit

Hykade auch das Intro, Outro und die Zwischeneinblendungen

der Serie gestaltete.

„Als ich bei Film Bilder mit der TOM-Serie anfing und

sah, wie durch so ein kreatives Projekt Arbeitsplätze für

Zeichner*innen wie mich geschaffen werden können,

dachte ich: Oh toll, das will ich auch machen!“, erklärt

Steffen, die aus Hamburg stammt und heute in Stuttgart

lebt. Sie sei dann so verrückt gewesen, die drei Filme für

die Serie gleich als ein eigenes Serienkonzept anzulegen.

„Das war viel mehr Arbeit, als das Budget hergab.“

Doch es hat sich gelohnt. Das Konzept ihrer drei Folgen

nannte sich MEINE SCHMUSEDECKE und setze

58

auf lustige Interaktionen von animierten Tieren als Flicken

auf einer Patchworkdecke. Das Konzept fand Studio

Film Bilder so überzeugend, dass sie es beim Cartoon

Forum vorstellten, einem wichtigen Pitching Event für

TV-Serien in Toulouse. Dort schlugen die britische BBC

und der Rundfunk Berlin Brandenburg (RBB) zu. MEINE

SCHMUSEDECKE wurde von Großbritannien aus unter

dem Namen PATCHWORK PALS ein Welterfolg und in

etliche Länder verkauft. 52 Folgen sind bisher produziert

worden, bis heute ist Angela Steffen Teil des Teams

von Studio Film Bilder.

Spin-Off Nummer 2:

ANIMANIMALS mit Grimme-

Preis und Emmy-Nominierung

Dort ist sie eine Kollegin von Julia Ocker, die 2012 von

der Filmakademie graduierte und durch ICH KENNE

EIN TIER zum Studio kam. „Film Bilder war mit seinem

Fokus auf individuelle künstlerische Regieprojekte

schon immer mein Ziel“, betont sie. In der ersten Staffel

animierte und schrieb Ocker mit der Kuh und dem Zebra

zwei Folgen, die urkomisch von ihren Flecken und

Streifen erzählen. „Die Filme kamen sehr gut an. Bei der

zweiten Staffel machte ich dann noch zwei und dachte:

Komm, jetzt fehlen nur noch 22 für eine Serie“, erzählt

Ocker lachend.


Tatsächlich entwickelte sie aus den Tier-Kurzfilmen

dann eine Vorschulserie für den KiKA, die sie ANIMA-

NIMALS nannte. Dafür bekam die Regisseurin 2019 den

Grimme-Preis verliehen und war im selben Jahr damit

für einen Emmy nominiert. Gerade ist die zweite Staffel

der ANIMANIMALS in der Mache. Im August veröffentlichte

die Regisseurin zudem einen Kurzfilm, der

ein eher ernsteres Thema behandelt. „Ich mache zur Abwechslung

gern auch etwas anderes als Kinderfilme“,

sagt die 38jährige, die aus Pforzheim stammt und in

Stuttgart lebt.

Spin-Off Nummer 3:

LENAS FARM bald im ZDF

Eine Studierende, mit der Ocker für die Zebra- und

Kuhfolge intensiv zusammenarbeite, war Elena Walf.

Auch sie arbeitet heute fest im Team von Studio Film

Bilder. „Während der Ausbildung am Animationsinstitut

war die Arbeit an ICH KENNE EIN TIER für mich eine

tolle Gelegenheit“, erinnert sich die 38-jährige. „Bei der

Serie habe ich gelernt, wie das alles abseits vom Studium

funktioniert“. Kurz nach ihrem Abschluss 2015 bekam

auch Walf die Gelegenheit, einen Film für die Serie als

Regisseurin zu drehen. Es geht in dem zauberhaft-humorvollen

Clip mit dem Titel BAT TIME um eine Fledermaus,

die auf einem Bauernhof lebt und nachts niemanden

zum Spielen findet.

Die Szenerie des Bauernhofs und seiner Tierwelt führten

wiederum zu einer Serienproduktion namens LENA’S

FARM, die das ZDF voraussichtlich 2023 ausstrahlen

wird. Gerade beginnt die Arbeit an den ersten Folgen.

Der Erfolg der Zusammenarbeit der Filmakademie mit

dem SWR dauert also bis heute an.

Andreas Hykade hofft bereits auf eine Neuauflage der

Zusammenarbeit: „Diesmal nicht im Bereich 2D-Animation,

sondern mit der Studienvertiefung VFX“, verrät

der Leiter des Animationsinstituts. Für ihn hat der

Erfolg mit dem Ansatz des Animationsinstituts zu tun,

seine Studierenden zur Entwicklung eines einzigartigen

künstlerischen Stils zu führen, zu Stoffen, denen das Potenzial

eines unverwechselbaren „Intellectual Property“

innewohnt. „Unsere Künstler*innen müssen das, was sie

tun, durchdringen. Sonst kommt nur Durchschnittsware

heraus“, sagt Andreas Hykade.

In der Tat zeugen bereits die Abschlussfilme der vier

Animationsfilmerinnen von einer hochwertigen Eigenständigkeit:

Verena Fels‘ Diplomfilm MOBILE etwa, der

kindliche Tierfiguren in einzigartig animierter Weise interagieren

ließ, war auf zahlreichen Festivals erfolgreich.

Gleich nach ihrem Abschluss veröffentlichte sie ein auf

dem Stoff basierendes Kinderbuch im Thienemann-Verlag.

Angela Steffens Diplomfilm LEBENSADER nahm

bereits den eigenen poetischen Stil vorweg, der mit der

SCHMUSEDECKE schließlich weltweit für Aufsehen

sorgte. Julia Ockers Abschlussprojekt KELLERKIND ist

ein ernsteres Stück, das aber bereits so mutig eigensinnig

erzählte wie die ANIMANIMALS.

Abschlussfilme bereits einzigartig

Elena Walfs zauberhafter Diplomfilm SOME THING, in

dem vier Berge die Hauptfiguren spielen, zeugt davon,

wie grenzenlos das Erzählen auf dem Feld der Animation

sein kann.

Bis heute sind alle vier Künstlerinnen dankbar für ihre

Ausbildung am Animationsinstitut der Filmakademie.

„Es war toll, dass man hier an mich geglaubt hat und ich

mich an solchen Projekten ausprobieren konnte“, betont

etwa Elena Walf, die auf dem Gebiet der Animation eine

Quereinsteigerin war. Sie stammt aus Moskau, wo sie vor

dem Studium in Ludwigsburg als Kinderbuchillustratorin

tätig war. Man darf also gespannt sein, welche einzigartigen

Stoffe künftig noch von Ludwigsburg aus die

Welt erobern werden.

Alle Folgen von ICH KENNE EIN TIER sind in der ARD

Mediathek zu sehen. MEINE SCHMUSEDECKE läuft auf

YouTube und ANIMANIMALS auf kika.de.

59


ANIMATIONSINSTITUT

LED-Wall-Set beim Set-Extension-Workshop 2021/22

60


61


ANIMATIONSINSTITUT

STUDIUM

STUDIENVERTIEFUNGEN

AM ANIMATIONSINSTITUT

→ ANIMATION

→ CHARACTER ANIMATION

Das Animationsinstitut der Filmakademie bildet dich

künstlerisch und technisch im Bereich Animation aus.

Ob Computeranimation, Zeichentrick, Stop Motion,

Echtzeit-Animation, Realfilm oder interaktive Anwendungen

– in einer technologisch hochwertigen Infrastruktur

hast du die Möglichkeit, alle relevanten Produktionstechniken

zu erlernen.

Ziel ist, deinen individuellen künstlerischen Stil zu entwickeln.

Dafür realisierst du eigene Projekte und bekommst

den Freiraum, zusammen mit anderen Studierenden

der Filmakademie vielseitig zu experimentieren.

Dabei betreuen dich hochqualifizierte Lehrende und du

triffst schon während des Studiums auf wichtige nationale

und internationale Player der Branche.

Innerhalb des Studienangebots Animation bietet dir das

Animationsinstitut der Filmakademie eine einzigartige

Ausbildung in Character Animation an. Du bekommst

umfassende Kenntnisse in diesem Spezialbereich mit all

seinen Facetten und schauspielerischen Herausforderungen.

Erlerne alle handwerklichen und stilistischen Skills, um

in Filmen oder Games mit klassischen wie modernen

Animationstechniken Charaktere zum Leben zu erwecken.

62


→ VISUAL EFFECTS

Mit Visual Effects (VFX) kennt dein Storytelling keine

Grenzen. Im VFX-Studium am Animationsinstitut wirst

du künstlerisch und technisch in der Umsetzung von

visuellen Effekten in Filmen, Games, Spots und anderen

Formaten ausgebildet. In unserer technologisch

hochwertigen Infrastruktur erlernst du alle relevanten

VFX-Produktionstechniken.

Während des VFX-Studiums realisierst du eigene Projekte

und bekommst den Freiraum, zusammen mit anderen

Studierenden der Filmakademie vielseitig zu experimentieren.

Du wirst dabei von praxiserfahrenen

Lehrenden betreut. Schon während des Studiums triffst

du außerdem wichtige nationale und internationale

Player der Branche.

→ ANIMATION/

EFFECTS PRODUCING

Lass bei dir alle Fäden zusammenlaufen: Als Producerin

oder Producer von Filmen oder Games bist du in jeder

Phase eines Projekts mit dabei, von der Idee bis zur

Vermarktung. Du machst die Umsetzung erst möglich!

Ob Animation, Games oder Effekte – im Aufbaustudiengang

Animation/Effects Producing lernst du, Projekte

in diesen Bereichen produktionstechnisch zu verwirklichen.

Betriebswirtschaftliche Inhalte aus der Film- und

Fernsehbranche ergänzen das Studium. So wirst du zum

Profi in Sachen Budget, Timing, Ressourcenmanagement,

Teamführung und Co. Neben diesen theoretischen

Grundlagen fokussierst du dich während deines Studiums

auf die praktische Arbeit und realisierst gemeinsam

mit anderen Studierenden Projekte.

63


ANIMATIONSINSTITUT STUDIUM

→ TECHNICAL DIRECTING

→ INTERAKTIVE MEDIEN

Setze als Technical Director mit Informatik-Background

neue Tech-Trends für die Film und Gamesbranche. Als

Technical Director bist du bei Produktionen von Filmen,

Games oder immersiven Medienprojekten die Schnittstelle

zwischen Kunst und Technologie. Du managst alle

technischen Aspekte.

Du setzt Animations- und VFX-Projekte um, forschst an

neuen Softwarelösungen und bekommst den Freiraum,

zusammen mit anderen Studierenden der Filmakademie

vielseitig zu experimentieren. Du programmierst beispielsweise

passende Softwarelösungen, automatisierst

Animations- und VFX-Abläufe oder legst Workflows

fest. Ein wichtiger Teil deines Studiums ist zudem eine

Forschungstätigkeit am Animationsinstitut.

In der Studienvertiefung Interaktive Medien lernst du,

Games, Apps, VR-Experiences, Medieninstallationen und

andere interaktive Erfahrungen zu konzipieren, planen

und realisieren. Dabei kannst du zwischen den Spezialisierungen

Transmedia/Games Director, Transmedia/Games

Artist oder Transmedia/Games Producer wählen.

Das Studium folgt dem Leitgedanken „Games & Beyond”.

Im Mittelpunkt steht das soziale wie spielerische Zusammenwirken

von Usern mit medialen Möglichkeiten.

Deiner Experimentierfreude sind hinsichtlich des Formats

keine Grenzen gesetzt. Ziel ist es, Ideen sowie deine

eigene künstlerische und technische Designsprache

zu entwickeln.

64


65


ANIMATIONSINSTITUT BEYOND STUDY

BEYOND STUDY

DAS ANIMATIONSINSTITUT

FÖRDERT ÜBER DAS STUDI-

UM HINAUS DEN AUSTAUSCH

ZWISCHEN STUDIERENDEN,

ALUMNI, LEHRENDEN UND

MITARBEITENDEN. DARAUS

RESULTIERT EINE LEBENDI-

GE COMMUNITY, DIE SICH

GEGENSEITIG UNTERSTÜTZT,

ETWA BEI DER VERNETZUNG,

TEAMFINDUNG, IDEEN- UND

PROJEKTENTWICKLUNG SOWIE

LOGIETRANSFER.

BEIM WISSENS- UND TECHNO-

ANIMATIONSINSTITUT-

COMMUNITY

20 Jahre nach der Gründung haben

insgesamt fast 500 Studierende

ihr Studium erfolgreich am Animationsinstitut

abgeschlossen. Diese

Absolvent*innen bilden ein kontinuierlich

wachsendes internationales

Alumni-Netzwerk. Die Gruppe

verbindet ein gemeinsames Interesse

an der Animation in all ihren Facetten

– von linearen bis nicht-linearen

Formaten – und zeichnet

sich durch eine professionelle und

kreative Vielfalt aus. Regelmäßige

Alumni-Treffen, der Filmakademie

Alumni Newsletter und persönliche

Profile im Alumni Portal

(www.filmakademie-alumni.de)

sowie

weitere Online- und Hybridangebote

bilden den Rahmen für dieses

dynamische Netzwerk.

ALUMNI-ARBEIT

Das Animationsinstitut vernetzt

seine Lehre und Forschung

mit der täglichen Praxis von

66

Animationsexpert*innen. Es gewährleistet

dadurch zahlreiche Möglichkeiten

der Zusammenarbeit für unterschiedlichste

Fachbereiche der

Branche. Dies geschieht durch Initiativen

und Kooperationen sowie einen

steten Austausch mit anderen

Institutionen und Firmen.

Dazu zählt derzeit etwa das Programm

ANIMATION SANS FRON-

TIÈRS (ASF), das sich europaweit an

junge Animationsschaffende richtet.

ASF bietet ihnen einen internationalen

Rahmen, erfolgreich Projekte

zu entwickeln oder daran mitzuarbeiten.

Zudem besteht eine Kooperation

zwischen MackNeXT und der

Filmakademie, in deren Rahmen gemeinsam

formatoffene Lehrveranstaltungen

ausgerichtet und der Aurea

Young Talent Award vergeben

werden. Darüber hinaus arbeitet die

Research & Development-Abteilung

des Instituts an zahlreichen nationalen

und internationalen Forschungsprojekten

in Zusammenarbeit mit

verschiedenen Akteur*innen der

Branche.

Ziel ist, Studierende bei ihrem Weg

in ihre berufliche Zukunft zu unterstützen

sowie Talente, IPs und Gründungsaktivitäten

bestmöglich zu fördern.

Auch über die Ausbildung

hinaus hilft das Animationsinstitut

seinen Absolvent*innen, Ziele und

Werte ihrer Arbeit zu erkennen und

sie erfolgreich weiterzuentwickeln.

FACES

In der Faces-Interviewreihe blicken

Studierende des Animationsinstituts

kurz nach ihren Diplomprüfungen

auf ihr Studium zurück.

Sie erzählen von den Projekten, die

sie gerade realisiert haben und welche

Herausforderungen sie dabei bewältigen

mussten. Ebenso blicken

sie in die Zukunft und sprechen darüber,

was sie nach dem Studium

planen. Das Videoformat startete

mit dem Diplomjahrgang 2021 und

wird mit dem Jahrgang 2022 fortgeführt.

Die Faces-Videos gibt’s unter

www.animationsinstitut.de/faces.

Die Community trifft sich

unter anderem auf der FMX

Mehr Infos unter www.animationsinstitut.de/beyondstudy


In der Faces -Interviewreihe blicken Studierende kurz nach ihren Diplomprüfungen auf ihr Studium zurück

Das Animationsinstitut vernetzt Animationsexpert*innen,…

…fördert Initi ativen und sorgt so für Kooperationen

Die Diplomand*innen des Jahrgangs 2022

67


ANIMATIONSINSTITUT

Alumni-Treffen auf der FMX 2022

68


69


ANIMATIONSINSTITUT

SECHS GRÜNDE

FÜR DAS STUDIUM AM

ANIMATIONSINSTITUT

DAS ANIMATIONSINSTITUT DER FILMAKADEMIE

BADEN-WÜRTTEMBERG BILDET AUF HÖCHSTEM NIVEAU

HERAUSRAGENDE TALENTE IN DEN BEREICHEN ANIMATION,

VISUAL EFFECTS, TECHNICAL DIRECTING, ANIMATION/EFFECTS

PRODUCING UND INTERAKTIVE MEDIEN AUS. AUSSERDEM

BETREIBT DAS INSTITUT EINE ABTEILUNG FORSCHUNG &

ENTWICKLUNG UND RICHTET INHALTLICH DIE INTERNATIONALE

FACHKONFERENZ FMX AUS.

1.

2.

3.

4.

5.

6.

GANZHEITLICHKEIT & SPEZIALISIERUNG

Wir vermitteln unseren Studierenden das Verständnis für die

ganz heitlichen Zusammenhänge des Mediums Animation und ermöglichen

ihnen darauf aufbauend eine schrittweise Spezialisierung.

PERSÖNLICHKEITSENTWICKLUNG

Wir ermutigen und bestärken unsere Studierenden beim Entdecken

und Entwickeln ihrer Originalität.

PROJEKT- UND TEAMARBEIT

Unsere Studierenden entwickeln und realisieren in Teamarbeit

Projekte von besonderer Qualität.

TECHNOLOGIEVORSPRUNG

Die enge Verzahnung mit nationalen und internationalen Forschungsprojekten

verschafft unseren Studierenden auch in technologischer Hinsicht

einen entscheidenden Vorsprung.

FÖRDERUNG & VERNETZUNG

Wir erleichtern unseren Studierenden und Alumni, in der Branche

anzukommen, ihre Rollen zu finden, sich zu vernetzen und ihre Talente

weiterzuentwickeln.

HEIMAT & INTERNATIONALITÄT

Das Animationsinstitut ist Homebase, die FMX Karrieresprungbrett

und Community -Treffpunkt für unsere Studierenden und Alumni.

70


ANIMATION

71


ANIMATIONSINSTITUT

72


DAS ANIMATIONSINSTITUT

LEITUNG ANIMATIONSINSTITUT

KOMMISSARISCHE LEITUNG

AB 1.10.2022

PROF. THOMAS SCHADT

KAUFMÄNNISCHE LEITUNG &

MANAGEMENT / VERTRETUNG

LEITUNG

HEIKE MOZÈR

TECHNISCHE LEITUNG

JOACHIM GENANNT

ASSISTENZ INSTITUTSLEITUNG

ANN-KATHRIN EGLSOER

LEHRE

STUDIUM

CONSTANZE BÜHNER

CLAUDIA BAUMGARTNER

DUNJA MEHLER

FREDERIK SCHELL

LINH LE

PROJEKTBETREUENDE

LISA FORELLI

STEFAN MICHEL

PHILIPP OBLÄNDER

ANDREAS ULMER

VALENTIN KEMMNER

BENEDIKT KAFFAI

FORSCHUNG & ENTWICKLUNG

PROF. VOLKER HELZLE

SIMON SPIELMANN

JONAS TROTTNOW

MANAGEMENT

FINANZEN

SELINA SCHMUTZ

MARCO NEUERT

PERSONAL

ANJA FELLERHOFF

BESCHAFFUNG

NATASÀ PREDOJEVIC

POSTPRODUKTION

MICHAEL SCHOTT

STEFAN BINGGESER

DENSEL SMITH

SUHAIL SALMANN

STABSTELLEN

PROJEKTKOORDINATION

ONLINE & MEDIENPRODUKTION

DR. ALEXANDER KREISCHE

PROJEKTMANAGEMENT

IT-ANWENDUNGEN

CHRISTIANE GEYER

FESTIVALKKOORDINATION

ANKE KLETSCH

INTERNATIONALISIERUNG

ALEXANDRA JOSHI

PRODUKTION

ANNA MATACZ

YANNICK PETZOLD

TALENTFÖRDERUNG &

AUFTRAGSARBEITEN

CHRISTIAN MÜLLER

LEITENDE LEHRENDE

PROF. ANDREAS HYKADE /

ANIMATION

ANNA BRINKSCHULTE /

INTERAKTIVE MEDIEN

PROF. LILIAN KLAGES /

ANIMATION/EFFECTS PRODUCING

PROF. VOLKER HELZLE /

TECHNICAL DIRECTING

KOMMUNIKATION

THERESA SEITZ

FRANZISKA ULLRICH

MATTHIAS JAKOBY

KIVELI PAPADOPOULOU

TECHNIK

IT

VIET NGUYEN

JOHN HOLTH

THOMAS DEL POPOLO

ELMAR WEINHOLD

WEITERE

INFORMATIONEN

ZUM ANIMATIONSINSTITUT

UNTER:

INSTAGRAM: @ANIMATIONSINSTITUT

WWW.FACEBOOK.COM/ANIMATIONSINSTITUT

YOUTUBE: FILMAKADMIE BADEN-WÜRTTEMBERG

WWW.LINKEDIN.COM/COMPANY/ANIMATIONSINSTITUT

WWW.ANIMATIONSINSTITUT.DE

INFO@ANIMATIONSINSTITUT.DE

TEL +49 7141 969 82800

73


STECKBRIEF

DREHBUCH

1

STUDIENKOORDINATION

Igor Dovgal

2

PROJEKTBETREUUNG

Liv Scharbatke

3

LEITENDE DOZIERENDE

Prof. Franziska Buch,

Alex Buresch

4

WIE VIELE STUDIERENDE

PRO STUDIENJAHR?

ca. 10

5

WAS SOLLTEN BEWERBER*INNEN

MITBRINGEN?

Mut, Selbstbewusstsein, Neugier,

Beobachtungsgabe, Teamfähigkeit.

6

WARUM IST DIE FILMAKADEMIE

DER IDEALE ORT FÜR EIN

STUDIUM?

Während des Studiums in Ludwigsburg

können sich die Studierenden

ganz aufs Wesentliche konzentrieren:

das Drehbuchschreiben.

7

WAS LERNEN

DIE STUDIERENDEN HIER?

Wir sehen das Drehbuchstudium

als eine Zeit des Erforschens und

Erlernens von handwerklichen

Grundlagen. Unsere Studierenden

haben die Möglichkeit zu experimentieren.

Gleichzeitig werden sie

aber auch mit den handwerklichen

Fähigkeiten ausgestattet, um an

einem sich ständig ändernden

Markt bestehen zu können.

8

MYTH BUSTING:

WAS LERNT MAN HIER NICHT?

Ten steps to successful

screenwriting.

9

ONE COOL FACT ABOUT...

Der aktuelle Markt ist breit und

dürstet nach guten Autor*innen.

10

MOTTO

Wer nichts erlebt, hat auch nichts

zu erzählen.

74


EXECUTIVE &

LINE PRODUCING

1

STUDIENKOORDINATION

Barbara Mattes,

Márk Szilágyi

2

LEITENDE DOZIERENDE

Felix Eisele

3

DOZIERENDE

Andreas Bareiss, Sophie Cocco,

Ben v. Doebeneck, Kirsten Frehse,

Tim Greve, Susa Kusche,

Laura Machutta, Jakob Neuhäusser,

u.v.a.

4

WIE VIELE STUDIERENDE

PRO STUDIENJAHR?

5-8 (inklusive

Quereinsteiger*innen)

5

WAS SOLLTEN BEWERBER*INNEN

MITBRINGEN?

Großes Interesse an der finanziellen,

unternehmerischen und

organisatorischen Leitung einer

Film- und Medienproduktion

6

WARUM IST DIE FILMAKADEMIE

DER IDEALE ORT FÜR EIN

STUDIUM?

Großes Netzwerk, Kontakt

zur Branche, zielgerichtete

Exkursionen und ein

ELP-Mentoring-Programm

7

WAS LERNEN

DIE STUDIERENDEN HIER?

Das Agieren als Schnittstelle

zwischen den kreativen,

wirtschaftlichen, organisatorischen

und rechtlichen Aspekten in der

Filmproduktion.

8

MYTH BUSTING:

WAS LERNT MAN HIER NICHT?

Belege mit Tesafilm aufzukleben.

9

ONE COOL FACT ABOUT...

Die Filmakademie ist die einzige

Filmhochschule Deutschlands,

die eine Spezialisierung im

Wahlpflichtfach Executive & Line

Producing anbietet.

10

MOTTO

„Filmemachen ist keine Operation

am offenen Herzen!“

75


INTERVIEW

Felix Eisele

Begüm Bakirci

76


Year One – ein Jahr Executive & Line Producing an der FABW

„EIN ALLGEMEINES INTERESSE AN DER WELT

IST IN DIESER BRANCHE UNABDINGBAR”

DOZENT FELIX EISELE UND STUDENTIN

BEGÜM BAKIRCI BERICHTEN ÜBER IHRE

ERFAHRUNGEN MIT DER STUDIENVERTIE-

FUNG EXECUTIVE & LINE PRODUCING (ELP)

SEIT DER EINFÜHRUNG DES PROGRAMMS IM

JAHR 2021. INNERHALB DES FABW-STUDI-

ENGANGS PRODUKTION SETZT DIE SPEZIA-

LISIERUNG EXECUTIVE & LINE PRODUCING

DEN SCHWERPUNKT AUF DIE FINANZIELLE,

UNTERNEHMERISCHE UND ORGANISATORI-

SCHE LEITUNG EINER FILM- UND MEDIEN-

PRODUKTION.

FELIX, letztes Jahr habt ihr das ELP-Programm auf die

Beine gestellt. Erzähl mal kurz, wie es zu dieser Entwicklung

kam.

Die Idee für diese neue Spezialisierung existierte eigentlich

schon fünf Jahre zuvor, und zwar unter dem sich abzeichnenden

Fachkräftemangel im Bereich der Ausführung

und Durchführung im Produktions-Markt. Damals

gab es schon die Vorstellung, das Angebot im dritten und

vierten Jahr zu installieren, um gerade den wirtschaftlichen

sowie strukturellen und herstellungstechnischen

Bereich mehr in den Fokus zu bringen. Und dann hat es

leider ein paar Jahre länger gedauert, bis alle Grundlagen

geschaffen waren.

Das Programm ist deutschlandweit einzigartig.

Was ist das Besondere an dieser Spezialisierung?

FELIX: Ja, die Spezialisierung gibt es in dieser Form nur

bei uns. Auf struktureller Ebene gibt es die Besonderheit

eines Quereinstiegs. Potenzielle Kandidat*innen, die ein

gewisses Grundwissen aus der Branche mitbringen, können

sich für einen Quereinstieg bewerben und darüber

direkt ins Projektstudium einsteigen, also ab dem dritten

von vier Jahren. Das sind dann vollwertige Produktionsstudierende

wie alle anderen P3- und P4-Studierenden,

die auch gleichwertig ein Diplom machen.

Inhaltlich ist die Besonderheit, dass wir uns auf die

Schnittstelle der Übersetzung zwischen Vision und Umsetzung

fokussieren und wirtschaftliche Aspekte sowie

rechtliche Belange miteinfließen lassen. Es ist ein bisschen

zweischneidig, weil die Theorie alleine nicht funktioniert

in diesem Segment. Es gehört sehr viel Praxiserfahrung

dazu. Natürlich muss man sich auch nach dem

Studium noch draußen auf dem Markt beweisen und

weitere Erfahrungen sammeln. Aber wir glauben, dass

die Studierenden nach Abschluss der Spezialisierung das

Rüstzeug haben, sich fest zu etablieren und erfolgreich

im Bereich Produktion arbeiten zu können.

BEGÜM, was macht für dich aus studentischer Sicht das

ELP-Programm besonders?

BEGÜM: Ich habe schon in Istanbul Film studiert und

dort gearbeitet, bevor ich an die Filmakademie gekommen

bin. Weil die klassischen Produktionsstudiengänge

nichts für mich waren und ich nicht schon wieder ein

Grundstudium machen wollte, habe ich speziell nach einem

Programm wie ELP gesucht. Also habe ich recherchiert,

immer mal wieder auf der Filmakademie-Seite

nachgeschaut und letztes Jahr kam ELP neu dazu. Wegen

der Möglichkeit des Quereinstiegs habe ich mich letztendlich

auch beworben.

Und was den Inhalt angeht, bin ich wirklich so zufrieden

und froh, weil ich hier gerade das lerne, was mir richtig

fehlt: Geschäftsführung, legale Aspekte bei der Produktion

und so weiter. Ich bin ja auch neu in Deutschland

und jedes Land hat verschiedene Regeln. Ich glaube, das

Studium bringt mir echt viel!

FELIX: Eine weitere Besonderheit bei uns ist, dass wir

ein eigenes Mentoring-Programm für den ELP-Studiengang

aufgebaut haben. Darin werden die Studierenden

von Professionals aus der Branche zwei Jahre lang begleitet.

BEGÜM: Ja, unsere Mentor*innen sprechen so offen

und ehrlich über die Industrie! Studierende haben

selten solche Gelegenheiten.

77


INTERVIEW

Ist das Mentoring-Programm nur für

Quereinsteiger*innen gedacht?

Quereinsteiger*innen. Begüm ist als Person aus einem

anderen filmischen Kulturkreis ein ganz tolles Beispiel.

FELIX: Das Mentoring ist für alle Produktions-Studierenden,

die Executive & Line Producing als Spezialisierung

gewählt haben, egal, ob aus dem Grundstudium

kommend oder als Quereinsteiger*innen. Es geht darum,

eine Brücke vom Filmakademie-Studium in die Branche

hineinzubauen, um einen realen praktischen Bezug zu

bekommen und frühestmöglich Zugang in die Branche

zu ermöglichen. Während meines Produktionsstudiums

an der Filmakademie hat mir eine Person gefehlt, der

ich alle möglichen Fragen hätte stellen können. Fragen

wie: „Ich habe ein Jobangebot und xy will wissen, was

ich verdienen möchte. Was sage ich?“ oder „Ich interessiere

mich für einen bestimmten Bereich in der Branche

und möchte in diese Richtung gehen. Wie ist der beste

Einstieg? Kannst du einen Kontakt herstellen?“

Wir achten sehr darauf, dass unsere Mentor*innen in

der Branche etabliert sind. Dadurch, dass sie gut vernetzt

sind, werden Wege deutlich verkürzt und die Möglichkeiten,

irgendwo reinzukommen, deutlich erhöht.

So unser Wunsch. Mein Eindruck ist, dass diese Verbindungen

überdurchschnittlich gut funktionieren.

BEGÜM: Ich kann das bestätigen. Aber es geht nicht nur

ums Vernetzen, es bringt mir schon sehr viel, wenn meine

Mentorin, die Produzentin Sophie Cocco, ihre Erfahrungen

mit mir teilt!

Warum sprecht ihr neben den Produktionsstudierenden

auch speziell die Gruppe der Quereinsteiger*innen an?

BEGÜM, wie ist dir der Einstieg als internationale Studentin

gelungen?

Oft werde ich gefragt, wie ich mich als internationale

Studentin hier an der „Aka“ zurechtfinde. Und ich muss

sagen, ich fühle mich ganz wohl. Das liegt aber vor allem

auch daran, dass ich Deutsch gelernt und die Sprachbarriere

durchbrochen habe. Es gibt zwar auch englischsprachige

Kurse an der FABW, aber es geht ja auch darum, Teil

der „Aka-Community“ zu werden – das würde ohne die

Landessprache wahrscheinlich nicht so gut funktionieren.

Zumal der Unterricht im ELP-Programm bisher, bis

auf wenige Ausnahmen, nur auf Deutsch angeboten wird.

FELIX, was bedeutet das für die Bestrebungen der

Filmakademie, sich noch mehr für den internationalen

Raum zu öffnen?

Der Unterricht im Projektstudium soll in Zukunft bilingual

bzw. auf Englisch stattfinden. Im besten Fall können

wir dann auch mehr englischsprachige Kurse im

Rahmen der ELP-Spezialisierung anbieten. Momentan

haben wir schon einige Dozierende aus USA und UK,

die ihren Unterricht auf Englisch halten. Auch unsere

deutschsprachigen Dozierenden nutzen in ihrem Unterricht

grundlegende englische Fachbegriffe. Mindestens

gute Englischkenntnisse sind meines Erachtens generell

eine wichtige Voraussetzung für den Beruf des/der Produzent*in.

FELIX: Wir sehen, dass es auf dem Markt an gut ausgebildeten

Nachwuchskräften, speziell auch in unserem

Bereich, mangelt. Das war für uns ein Grund, das Programm

zu öffnen. Mit der Spezialisierung schauen wir

insbesondere auf die „Umsetzung von Inhalten“ und

sprechen mit unserem exklusiven und international ausgerichteten

Curriculum und dem Mentoring-Programm

Menschen aus der Branche an, die in ihrer Karriere an

einem Punkt sind, den nächsten Schritt gehen zu wollen.

Die Möglichkeit, über ELP als gleichwertige Produktionsstudierende

in das Projektstudium an der Filmakademie

einzusteigen, Projekte verantwortlich zu produzieren

und nach zwei Jahren ein Diplom zu machen, ist

natürlich attraktiv.

Einen besonderen Mehrwert bekommt ELP durch

den internationalen filmischen Background einiger

Jetzt haben wir viel darüber gesprochen, was gut läuft.

Was meint ihr, hat noch Verbesserungsbedarf ?

FELIX: Sag du mal zuerst, Begüm, und sei ganz ehrlich!

BEGÜM: (lacht) Das erste ELP-Semester war wegen Covid

nicht optimal. Am Anfang hatten wir noch Präsenzunterricht,

was echt toll war. Die restliche Zeit ging alles

nur noch über Zoom. Und gerade, wenn es um Zahlen

geht und wir uns viele Excel-Tabellen anschauen müssen,

ist es sehr schwierig, sich zu fokussieren. Was ich an

der Aka generell sehr herausfordernd finde, ist zu produzieren

und gleichzeitig den Unterricht wahrzunehmen.

Die Zeit muss man richtig gut managen.

78


Normalität in Zeiten der Pandemie: Online-Unterricht in ELP

FELIX: Ich bin ja ganz froh, dass es inhaltlich keine größere

Kritik gab (lacht). Eine Sache, die wir auf jeden Fall

besser machen können, ist das Onboarding der neuen

Quereinsteiger*innen an der Aka zu Beginn des dritten

Jahres.

BEGÜM: Ja, es wäre ganz gut, am Anfang mehr Unterstützung

dabei zu bekommen, wie die Filmakademie

generell funktioniert oder wie man beispielsweise

mit dem elektronischen Projektordner arbeitet.

Letzte Frage: Was würdet ihr gerade Quereinsteiger*innen

raten, die im Bereich Produktion Fuß fassen wollen,

aber Zweifel haben, den Anforderungen gerecht zu

werden?

FELIX: Natürlich muss man einen gewissen Erfahrungswert

mitbringen, da man direkt ins dritte Studienjahr

einsteigt. Auf der Webseite der Filmakademie weisen

wir auf die Grundlagen hin, aber es ist keine Bedingung,

das alles zu wissen. Primär hängt es von der Extra-Energie,

dem Extra-Willen, dem Extra-Biss ab, sich selbst in

Bereiche einzuarbeiten und fehlendes Wissen aus dem

Grundstudium anzueignen. Wir gucken sehr auf Persönlichkeiten.

Es geht nicht nur darum, ein Kalkulationsprogramm

bedienen zu können. Interesse muss da sein,

aber nicht bloß an ELP, sondern auch daran, produzentische

Themen zu durchdringen. Und ein allgemeines

Interesse an der Welt ist in dieser Branche unabdingbar.

BEGÜM: Ich denke, man muss vor allem ehrlich mit

sich selbst sein. Zuerst würde ich mich fragen, was ich

kann und was ich vom Studium erwarte. Und, wie Felix

schon gesagt hat: Es ist wichtig, dass du schon etwas

in der Branche erlebt hast, damit du weißt, was du

willst. Mein Tipp für das Aufnahmegespräch: Zeige etwas

von deiner Persönlichkeit, denn man will dich als

Mensch verstehen.

Felix Eisele schloss 2005 sein Studium der Produktion

mit seinem für den Student Academy Award 2006

nominierten Kurzfilm DAS MASS DER DINGE an der

Filmakademie Baden-Württemberg ab. 2008 gründete er

als geschäftsführender Gesellschafter die Penrose Film

GmbH sowie die av medien penrose GmbH in Stuttgart.

Seit 2018 ist er Geschäftsführer und Executive Producer

der Missing Link Film GmbH. Seither hat Felix eine

Vielzahl an fiktionalen und dokumentarischen Filmen

als Produzent und Herstellungsleiter verantwortet. Als

Dozent arbeitet er seit 2009 an der FABW und leitet seit

2021 die Studienvertiefung Executive & Line Producing.

Begüm Bakirci studiert seit 2021 als Quereinsteigerin

in der ELP-Spezialisierung. Davor hat sie ihren

Bachelor of Arts in „Film & TV“ an der Mimar Sinan

Fine Arts University in Istanbul erworben sowie als 1st

Assistant Director und Junior Producer an zahlreichen

TV- und Web-Werbespots, Musikvideos und Filmen mitgearbeitet.

Das Gespräch führte Valentina Keller

79


STECKBRIEF

FERNSEHJOURNALISMUS

KULTUR – BILDUNG – WISSENSCHAFT

1

PROJEKTBETREUUNG

Konstantin Schenk

2

LEITENDE DOZIERENDE

Prof. Peter Arens

3

DOZIERENDE

Prof. Dr. Joachim A. Lang,

Katharina Wolff, Annette Heinrich

4

WIE VIELE STUDIERENDE

PRO STUDIENJAHR?

6 Studierende pro Jahrgang

5

WAS SOLLTEN BEWERBER*INNEN

MITBRINGEN?

Einen Bachelor in einem beliebigen

anderen Studienfach für den

Quereinstieg

Praktische Erfahrung bei

einem Sender und/oder einer

Produktionsfirma

6

WARUM IST DIE FILMAKADEMIE

DER IDEALE ORT FÜR EIN

STUDIUM?

Weil man lernt, wie man unsere

Welt für ein breites Publikum

begreifbar macht.

Und wir empfehlen unsere

Absolvent*innen bei Redaktionen

und Produktionsfirmen

7

WAS LERNEN

DIE STUDIERENDEN HIER?

Grundlagen der Bildgestaltung,

des O-Tons, der Montage, der

Recherche, des Textens - eben alles,

was einen guten journalistischen

Beitrag ausmacht.

8

MYTH BUSTING:

WAS LERNT MAN HIER NICHT?

Wir bilden nicht für aktuelle

Formate aus. Damit sind die

klassischen Nachrichtensendungen

gemeint („Tagesschau“, „heute“ etc.)

9

ONE COOL FACT ABOUT...

Student Oscar 2017 der Academy of

Motion Arts and Sciences für den

Film GALAMSEY

10

MOTTO

„Nicht nur die technische

Ausbildung ist von Bedeutung,

auch die geistige muss Beachtung

finden.“ Bertolt Brecht

80


FILMGESTALTUNG 1

1

PROJEKTBETREUUNG

Jai Wanigesinghe

2

LEITENDE DOZIERENDE

Nils Knoblich, Christa Pfafferott,

Maika Knoblich, Isabelle Stever,

David Spaeth

3

WIE VIELE STUDIERENDE

PRO STUDIENJAHR?

68

4

WAS SOLLTEN

DIE STUDIERENDEN MITBRINGEN?

Sie sollten Fragen an das Leben

mitbringen, oder Themen, die sie

bewegen sowie die Lust, einen ganz

eigenen, ungewöhnlichen, künstlerischen

Ausdruck dafür zu finden.

5

WARUM IST DIE FILMAKADEMIE

DER IDEALE ORT FÜR EIN

STUDIUM?

Die Filmgestaltung 1 bietet einen

einzigartigen Raum zur Persönlichkeitsentwicklung.

Ob im Team,

in der gemeinsamen Auseinandersetzung,

beim gestalterischen

Prozess und manchmal auch beim

Verzweifeln - man lernt sich selbst

auf vielen Ebenen neu kennen und

es erwächst das Vertrauen in die

eigene künstlerische Kraft.

6

WAS LERNEN

DIE STUDIERENDEN HIER?

In der Filmgestaltung 1 lernt man,

wie man „aus wenig viel macht“.

Die Begrenzung der Mittel, ob

zeitlich, finanziell oder technisch,

setzt erfrischende, kreative Kräfte

frei.

7

MYTH BUSTING:

WAS LERNT MAN HIER NICHT?

Man lernt hier nicht, Bewährtes

zu wiederholen, sondern Neues

zu wagen.

8

ONE COOL FACT ABOUT...

Zur FG1-Präsentation wollen alle!

9

MOTTO

No pressure! Bitte macht Euch

keinen Druck.

81


ATELIER LUDWIGSBURG-PARIS

Am Set von WÜRDENBEWAHRERIN

82


LEITUNG:

_PROF. GERHARD MEIXNER (FILMAKADEMIE)

_PROF. ROMAN PAUL (FILMAKADEMIE)

_CHRISTINE GHAZARIAN (LA FÉMIS)

PROGRAMMKOORDINATION:

_MAREIKE SCHMID

PROJEKTBETREUUNG:

_JULIAN BOGENFELD

ATELIER

LUDWIGSBURG-PARIS

SEIT DER GRÜNDUNG DES ATELIER LUD-

WIGSBURG-PARIS IM JAHR 2001 HABEN

BEREITS 21 JAHRGÄNGE DAS PROGRAMM

ERFOLGREICH ABSOLVIERT, IN DER BRAN-

CHE FUSS GEFASST, MIT IHREM SCHAFFEN

DIE EUROPÄISCHE FILMINDUSTRIE MASSG

GEBLICH GESTALTET UND GEPRÄGT UND

SIND ZU EINEM NETZWERK VON ÜBER 350

EHEMALIGEN AUS MEHR ALS 35 LÄNDERN

ZUSAMMENGEWACHSEN.

Junge Filmschaffende hauptsächlich aus Europa, aber

auch der ganzen Welt, mit dem Ziel, in der Produktion

oder im Verleih zu arbeiten, kommen jedes Jahr im Atelier

Ludwigsburg-Paris zusammen, um gemeinsam ein

Jahr mit intensivem Training in den Bereichen Stoffentwicklung,

Finanzierung, Produktion, Vertrieb und Marketing

zu verbringen.

INFO_BOX

Das Atelier wirkt als Pionier im Bereich

der ganzjährigen Postgraduierten-Ausbildung

in Vollzeit für Filmproduktion

und -verleih mit europäischer Ausrichtung.

Es entstand 2001 unter der Schirmherrschaft

der im Jahr 1999 gegründeten

Deutsch-Französischen Filmakademie auf

Initiative der deutschen und französischen

Regierungen. Das Ziel der Deutsch-Französischen

Filmakademie ist es, die filmische

Zusammenarbeit der beiden Länder zu

verbessern. Gefördert wird das Programm

auf deutscher Seite von der EU-Kommission

(Creative Europe, MEDIA) sowie vom

Ministerium für Wissenschaft, Forschung

und Kunst Baden-Württemberg, der Beauftragten

der Bundesregierung für Kultur

und Medien sowie dem Deutsch-Französischen

Jugendwerk.

Angeboten wird die in Europa einmalige Ausbildung

von zwei der führenden Filmschulen in Frankreich und

Deutschland: La Fémis in Paris und der Filmakademie

Baden-Württemberg.

Seit 2007 ist die angesehene National Film and Television

School (NFTS) in Beaconsfield bei London ein weiterer

wichtiger Kooperationspartner.

Das Atelier Ludwigsburg-Paris wurde 2001 zunächst als

Pilotprojekt von Prof. Dr. Peter Sehr und Prof. Jan Schütte

ins Leben gerufen, beide waren langjährige Leiter des

Programms auf deutscher Seite.

83


ATELIER LUDWIGSBURG-PARIS

Dort steht das Atelier nun unter der Leitung der Filmproduzenten

Prof. Roman Paul und Prof. Gerhard Meixner

von Razor Film.

EXKLUSIVE WEITERBILDUNG:

MARKTVORTEIL FÜR ALUMNI DES PROGRAMMS

Das Atelier bietet für Postgraduierte mit bereits vorhandener

professioneller Erfahrung in der Filmbranche eine

praxisorientierte Spezialisierung. Besonders schätzen

die Teilnehmer*innen am Programm den Mix aus

praktischen und theoretischen Elementen: Der Unterricht

wird ausschließlich von erfahrenen Dozent*innen

aus der internationalen Film- und Medienbranche angeboten.

Der große Gewinn durch die Lehrenden aus

der Praxis ist, dass sie derzeitige Trends des Marktes

kennen und so aktuelles Knowhow vermitteln. Praxisorientierter

und besonders auf Fallstudien basierender

Unterricht sorgt dafür, dass verschiedene Märkte kennengelernt

werden. Durch die engen Kontakte innerhalb

der Gruppe zu anderen Teilnehmer*innen sowie Alumni

aus anderen Ländern und einer damit einhergehenden

Vertrauensbasis sind gemeinsame Projekte, vor allem im

Bereich Koproduktionen, fast der Regelfall.

Die jährlich maximal 18 Teilnehmer*innen erhalten zusätzlich

wichtige Einblicke in die Branche im Rahmen

von Exkursionen zu international renommierten Festivals

(Berlinale, Cannes, Clermont-Ferrand, Series Mania)

sowie Treffen mit Vertreter*innen von Fernsehsendern

und Förderinstitutionen (ARTE, SWR, EURIMAGES, FFA,

MBB, MEDIA u.a.). Auch die Besuche der wichtigsten europäischen

Film-Märkte (Berlinale Co-Production Market

und Cannes Marché du Film) vermitteln praxisnah

relevante Kenntnisse.

Viele Teilnehmer*innen haben vor dem Besuch des

Programms bereits Erfahrung in der Produktion gesammelt

und sind besonders motiviert, mehr über Verleih

und Vertrieb zu lernen. Auch deshalb kann das Praktikum

im Weltvertrieb oder Verleih – u.a. bei DCM, The

Match Factory und Beta Film in Deutschland, bei Memento,

Coproduction Office in Frankreich sowie Hanway,

Mister Smith und Artificial Eye in Großbritannien

– ein wichtiger Schritt in eine erfolgreiche professionelle

Zukunft sein.

Die vermittelten Inhalte führen langfristig dazu, dass die

Atelier-Alumni die Verbreitung des europäischen Films

in die Welt erfolgreich vorantreiben und darüber hinaus

dessen Wahrnehmung außerhalb Europas erhöhen.

Dazu tragen auch die internationalen Teilnehmer*innen

bei, die sich zwar professionell meist auf europäischem

Boden verorten, jedoch die beruflichen Beziehungen zu

ihrem Herkunftsland behalten.

Aufgrund der Relevanz des gesellschaftlichen Diskurses

und der vorherrschenden Missstände in der Branche

im Bereich Gender-Gerechtigkeit trägt das Atelier

– wie auch die Filmakademie allgemein – diesem Thema

in Lehre und Struktur Rechnung, etwa durch Workshops,

die Wissen zum Thema Gender explizit vermitteln.

Um insbesondere die zukünftigen Produzentinnen

und Verleiherinnen zu fördern, gibt es ein speziell auf

die Bedürfnisse weiblicher Teilnehmender zugeschnittenes

Mentoring. Auch bei der Auswahl von relevanten

Dozentinnen wird diese Thematik implizit berücksichtigt

und so durch Vorbilder Diskurse über Veränderungen

von Rollenbildern angestoßen.

CAMPUS FILMAKADEMIE UND NETZWERKE

Ein großes Plus ist die Situierung des Ateliers an der Filmakademie.

Diese eröffnet den Teilnehmer*innen nahezu

unbegrenzte Vernetzungs- und Entfaltungsmöglichkeiten

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Dreharbeiten zum Kurzfilm SONNENFINSTERNIS (1 KM À PIED)

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ATELIER LUDWIGSBURG-PARIS

Atelier-Filme DIE SCHEUE FREUDE AN DER ARBEIT, WÜRDENBEWAHRERIN, SONNENFINSTERNIS

86


durch den gemeinsamen Campus mit den Studierenden

der Filmakademie, dem Animationsinstitut und der Akademie

für Darstellende Kunst Baden-Württemberg. Unbestritten

ist: Weit über die Teilnahme hinaus sind die

hier gewonnenen Kontakte wertvoll für das berufliche

Weiterkommen.

In der Lehre findet die Zusammenarbeit von Atelier

und Filmakademie in mehreren Bereichen statt: Nennenswert

ist hier vor allem das seit dem Wintersemester

2006 angebotene Wahlpflichtfach „International Producing“

für Produktionsstudierende der Filmakademie

(ab dem 3. Studienjahr) in Kooperation mit dem Atelier

Ludwigsburg-Paris.

Die Talente, die im Atelier ausgebildet werden, sind

die Zukunft der Branche – sie sind mehrheitlich direkt

nach dem Programmbesuch in interessanten Positionen

und/oder Unternehmen beschäftigt. Hierbei spielen die

im Atelier gebildeten Netzwerke eine erhebliche Rolle:

Nicht selten sind die Anbieter*innen von Praktika oder

Dozent*innen während des Weiterbildungsjahrs die zukünftigen

Arbeitgeber*innen. Es unterrichten auf deutscher

Seite etwa Kirsten Niehuus (Geschäftsführerin der

Filmförderung im Medienboard Berlin-Brandenburg),

Vanessa Henneman (Gründerin und Geschäftsführerin

von Henneman Agency), Jakob Claussen (Geschäftsführer

Claussen + Putz Filmproduktion), Jamila Wenske

(Produzentin und Co-Geschäftsführerin Achtung Panda!

Media GmbH), Marc Gabizon (Geschäftsführer Wild

Bunch Germany), Jan Mojto (Geschäftsführer EOS Entertainment

u. Beta Film), Peter Dinges (Vorstand der Filmförderungsanstalt),

Marie Noëlle (Autorin, Regisseurin

und Produzentin, Geschäftsführerin P’Artisanfilm), Rebekka

Garrido (Produzentin und Geschäftsführerin Manderley

Films) und Milada Kolberg (Head of Acquisitions

X Verleih AG).

für die Branche festgesetzten Mindeststandards zur grünen

Filmproduktion konnte sichergestellt werden, wofür

die Kurzfilme mit dem Label green.motion ausgezeichnet

wurden.

Als Pionier entstanden im Rahmen des Ateliers 2022 so

die ersten an der Filmakademie grün produzierten Kurzfilme

überhaupt. Das praktisch erlernte Wissen nehmen

die Kursteilnehmer*innen nach Abschluss des Weiterbildungsjahrs

mit, um es in die Branche weiterzutragen.

ATELIER NETWORK ist der Verein der ehemaligen

Atelier-Teilnehmer*innen, der ein aktives Netzwerk

von über 350 jungen europäischen und internationalen

Branchenvertreter*innen aufgebaut hat, das regelmäßig

zusammenkommt. Dieses Netzwerk ermöglicht den europaweiten

Austausch von Informationen, Erfahrungen,

Kontakten und Jobangeboten. Grenz überschreitende

GREEN PRODUCING

Als besonderes Anliegen hat sich das Atelier Ludwigsburg-Paris

der klimaneutralen Filmproduktion verschrieben

- sowohl in der Theorie als auch in der Praxis.

Seit dem Studienjahr 2019/2020 vermittelt der Produzent

und ausgebildete Green Consultant Fabian Linder

theoretisches Wissen, welches in individuellen Mentorings

mit konkretem Bezug auf die Kurzfilmprojekte

vertieft wird.

Im Studienjahr 2021/2022 wurden die Atelier-Kurzfilmprojekte

in Deutschland sowie in Frankreich erstmalig

in der gesamten Produktionsphase von ausgebildeten

Green Consultants betreut. Die Einhaltung der

Cocktail franco-allemand

Filmprojekte werden gemeinsam von Alumni entwickelt.

Die Vereinsmitglieder profitieren außerdem erheblich

von der Vernetzung innerhalb der Deutsch-Französischen

Filmakademie mit den Initiativen Minitraité,

Deutsch-Französisches Filmtreffen und ALP.

Der rote Faden und gleichzeitig ein weiterer praktischer

Strang, der sich durch das Weiterbildungsjahr zieht, ist

die Kurzfilmproduktion des Atelier Ludwigsburg-Paris.

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ATELIER LUDWIGSBURG-PARIS

Die Produktion einer Kurzfilmreihe, die in Kooperation

der beiden Hochschulen gemeinsam mit ARTE und

dem SWR als Koproduzenten hergestellt wird, ist seit 18

Jahren das zentrale Projekt im Curriculum des Ateliers.

Jährlich entstehen zu einem gemeinsamen Thema maximal

neun Kurzfilme, die die Teilnehmer*innen in binationalen

Producer*innen-Teams erarbeiten und über

das Jahr hinweg erfolgreich umsetzen. Die fertigen Filme

bereichern nicht nur das Portfolio der Atelier-Alumni,

sondern erreichen stets auch eine breite Öffentlichkeit,

indem sie nach den Premieren in Ludwigsburg und Paris

auf den Französischen Filmtagen Tübingen, dem Festival

Max Ophüls Preis in Saarbrücken und im Programm des

Fernsehsenders ARTE gezeigt werden.

Eine enge Zusammenarbeit mit Gewerken der Filmakademie

besteht dabei besonders im Bereich Drehbuch:

Schon seit 2006 schreiben Studierende der Drehbuchabteilung

die Bücher für diejenigen Atelier-Kurzfilme, die

in Ludwigsburg entstehen. Auch in den Bereichen Bildgestaltung/Kamera,

Montage/Schnitt, Szenenbild, Filmmusik,

Filmton/Sounddesign sowie anderen Gewerken

findet eine intensive Zusammenarbeit zwischen den

Filmakademie-Studierenden und den Atelier-Teilnehmenden

statt. Während die Studierenden vor allem

von der internationalen Atmosphäre im Team und u.a.

von der gesicherten Festival- und TV-Auswertung der

Kurzfilme profitieren, erweisen sich für die Atelier-Teilnehmer*innen

die fest etablierten Verbindungen der

Filmakademie-Studierenden an der Hochschule als besonders

gewinnbringend.

ATELIER ALS WEICHENSTELLER FÜR EINE

ERFOLGREICHERE PROFESSIONELLE ZUKUNFT

Jedes Jahr besteht großes Interesse an den Plätzen im

Weiterbildungsjahr: Ausgewählt wird aus zahlreichen

Bewerbungen im Mai/Juni für das kommende Studienjahr.

Im Studienjahr 2022/2023 sind acht verschiedene

Nationen vertreten. Für die Auswahl entscheidend sind

Kriterien wie Berufserfahrung, soziale/kommunikative

Fähigkeiten sowie eine größtmögliche Heterogenität

und Diversität, die unterschiedliche Blickwinkel garantieren

und neue Perspektiven in der Gruppe aufzeigen.

Bemerkenswert ist der sichtliche Anstieg der im Netzwerk

vertretenen Nationen seit der Öffnung 2014/2015

für internationale Kandidat*innen sowie der Einführung

der englischen Sprache als weitere Arbeitssprache. Zwar

liegt der Fokus weiterhin auf Deutschland und Frankreich,

es werden aber auch Teilnehmer*innen aufgenommen,

die Englisch beherrschen und Deutsch und/

oder Französisch lernen möchten. Neu unter den teilnehmenden

Nationen ist im Studienjahr 2022/2023

Südafrika.

Wir stellen fest, dass die bereits vor Programmbeginn erworbenen

beruflichen Erfahrungen der Kandidat*innen,

insbesondere im internationalen Kontext, zunehmend

relevanter werden. Meist fehlen aber noch entscheidende

Kenntnisse, um einen weiteren Karriereschritt

zu wagen – etwa in die Selbständigkeit. Hier bietet, laut

Aussagen der Alumni, das Atelier unersetzliche Informationen,

um sich weiterzuentwickeln. Darüber hinaus

ist die Expertise im Bereich internationale Koproduktionen

ein Alleinstellungsmerkmal in Zeiten von Globalisierung.

VON SCHRAUBEN UND VÖGELN

88


KURSCHATTEN

POSITIVE EFFEKTE AUF DIE BRANCHE

Die Filmbranche wird durch die Ehemaligen des Programms

bereichert und die Wettbewerbsfähigkeit der

europäischen Filmindustrie verbessert: Dies erfolgt

durch die Vermittlung von Kenntnissen im Atelier, die

den Fokus auf aktuelle Entwicklungen und Trends in allen

Bereichen legen, besonders auch auf digitale Distributionswege

sowie Marketing. Die unternehmerische

und wirtschaftliche Seite des Business ist ebenso elementar

für die meisten Teilnehmer*innen: Viele stehen

an der Schwelle zur Gründung einer eigenen Produktionsfirma

– hier sind Workshops zu Firmengründungen

und alternativen Business-Modellen hilfreich. Auch

soziale Aspekte wie Konfliktmanagement, Teamführung

und ein Bewusstsein für die Gender-Thematik kommen

im Lehrplan nicht zu kurz. Die außergewöhnlich hohe

Beschäftigungsrate der Teilnehmer*innen nach Abschluss

des Programms bestätigt eindrucksvoll die Qualität

der vermittelten Kenntnisse und die Attraktivität

der Absolvent*innen für Arbeitgeber*innen in ganz Europa.

Eine permanente Evaluierung der Studieninhalte

garantiert die Vermittlung aktuellen Knowhows.

BEWERBUNG UND TEILNAHME

FÜR WEN? JUNGE FILMSCHAFFENDE –

BEWERBER*INNEN AUS ALLER WELT

Das Weiterbildungsjahr wendet sich an

angehende Produzent*innen und Verleiher*innen

aus Europa und der ganzen Welt

im Alter von bis zu 30 Jahren und bietet

eine vertiefende Ausbildung mit europäischer

Ausrichtung.

Absolvent*innen von Filmhochschulen

oder anderen relevanten Studiengängen

mit ersten Berufserfahrungen in der Filmwirtschaft

sind die Zielgruppe.

ERFORDERLICHE SPRACHKENNTNISSE

Sehr gute Englischkenntnisse; Deutschund

Französischkenntnisse sind von Vorteil.

WEITERE INFORMATIONEN AUF

DER WEBSITE DES

ATELIER LUDWIGSBURG-PARIS

www.atelier-ludwigsburg-paris.com

FOLGT UNS AUF FACEBOOK UND

INSTAGRAM UNTER

FB.ME/AtelierLudwigsburgParis

https://www.instagram.com/

atelierludwigsburgparis/

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INTERNATIONAL NETWORKS

ME

WE

PROBABLY THE WORLD’S SHORTEST

POEM, WAS SPONTANEOUSLY DELIVER-

ED BY HEAVYWEIGHT CHAMPION MUHAM-

MAD ALI, AT HARVARD UNIVERSITY ON

JUNE 4TH, 1975. WHILE ALI WAS HOLDING

HIS OPENING ADDRESS, STUDENTS IN THE

AUDIENCE DEMANDED: "ALI, GIVE US A

POEM!". HIS REPLY CAME IN THE FAMOUS

LINES:

ME

WE

Besen Dilek, student at the Animation Institute, is the creator

of the icon that signifies the spirit of ME/WE. Inspired by the

poem, she developed the key visual, beautifully expressing the

interconnection, as a contemporary echo and interpretation to

Muhammad Ali’s words, 47 years after he uttered them.

A poem consisting of two words, two lines, two syllables,

both of them equally stressed, like two punches. Reduced

to the essential, these simple words serve as no

less than a reflection on life itself. There is a ME, for

the individual, and there is a WE, for the collective. Neither

is it possible for the ME to exist without the collective,

nor can the WE exist without its constituting

individuals. Our life is based on this very interaction and

ambiguity: on being part of something bigger, and being

separated from this entity at the same time. We thought

that this great little poem would be a good motto for the

International Class.

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ICLA 2.0

THE INTERNATIONAL CLASS AT THE FILMAKA-

DEMIE IS A UNIQUE INTERDISCIPLINARY PRO-

GRAM WHICH HAS BEEN DESIGNED TO HOST

GUEST STUDENTS FROM ALL OF FABW’S PART-

NER INSTITUTIONS FOR THE DURATION OF ONE

SEMESTER. THROUGH THE UNIQUE MIX OF EACH

YEAR’S GROUP, IT HAS BECOME AN INCUBA-

TOR FOR FILM PROJECTS THAT ARE CROSSING

BOUNDARIES, AND FOR PERSONAL CONNEC-

TIONS WHICH ARE REACHING FAR BEYOND THE

DURATION OF THE SEMESTER ON CAMPUS. ICLA

2.0 IS ENTIRELY TAUGHT IN ENGLISH.

On Monday, April 4th, 23 international guest students

picked up their studies at the Filmakademie. They were

the first ones to attend the new edition of the International

Class – ICLA 2.0 – which ran until mid-August.

The course had undergone a thorough redesign since its

last edition under Covid-19 conditions in the Winter of

2020/2021. This last ICLA had consisted of 16 participants.

The class of 2022 shifted to the Spring term and

it grew in size, to 23 students from thirteen countries,

eleven of them non-European. Most of the participants

receive a Baden-Wuerttemberg STIPENDIUM, as well as

grants from the Federal Foreign Office, or funding from

various Goethe Institutes, and others.

Two of the ICLA students had fled from the war in Ukraine,

and one had to leave Russia in the face of the reigning

repressions there. Once more, the financial support

of the Baden-Wuerttemberg STIPENDIUM secured that

these three displaced students could be included in the

program on short notice.

The interdisciplinary curriculum of ICLA 2.0, which has

been curated by Valentina Boye, herself an alumna of

documentary directing at the Filmakademie, gives top

priority to networking and to content development. Encounters

with the academy’s regular students, and joint

project work are running through the curriculum like

a thread.

Participants have come up with ideas for films early on

in the semester and kept honing their projects throughout

the term. They have made alliances among the IC-

LA 2.0 and beyond, among the school’s regular students.

We hope that this development will help them to jointly

keep developing their ideas further. The International

Office at the Filmakademie is prepared to assist in

the process and to support co-productions between film

schools, widening the scope of stories to be told to a global

level, and widening the international dimension of

student exchange towards more global career perspectives

for all involved.

Guido Lukoschek, Head of International Office

At the Certificate Ceremony 2022

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INTERNATIONAL NETWORKS

Die International Class erobert den Schwarzwald

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Couchsurfing beim Black Forest Workshop

93


INTERNATIONAL NETWORKS

PARTNER INSTITUTIONS – 2022/2023

• AFDA – THE SOUTH AFRICAN SCHOOL OF

MOTION PICTURE, LIVE RECORDING AND

LIVE PERFORMANCE, Johannesburg, South

Africa

• MAISHA FILM LAB, Kampala, Uganda

• MAHARASHTRA INSTITUTE OF TECHNOLO-

GY, Pune, India

• AFRINOLLY CREATIVE HUB, Lagos, Nigeria

• AL-QUDS UNIVERSITY, Ramallah, Israel/Palestine

• BEJING FILM ACADEMY, Bejing, China

• COLOMBO FILM & TELEVISION ACADEMY,

Colombo, Sri Lanka

• ÉCOLE NATIONALE SUPÉRIEURE LOUIS

LUMIÈRE, Paris, France

• FTII - FILM & TELEVISION INSTITUTE OF

INDIA, Pune, India

• FREE SZFE, Budapest, Hungary

• MOHOLY-NAGY UNIVERSITY OF ART AND

DESIGN, Budapest, Hungary

• MOPA COMPUTER GRAPHICS ANIMATION

SCHOOL, Arles, France

• NATIONAL FILM SCHOOL OF DENMARK,

Copenhagen, Denmark

• NFTS - NATIONAL FILM & TELEVISION

SCHOOL, Beaconsfield, UK

• NDU – NOTRE DAME UNIVERSITY, Beirut,

Lebanon

• THE ANIMATION WORKSHOP, VIA UNI-

VERSITY COLLEGE, Viborg, Denmark

• GOBELINS L’ÉCOLE DE L’IMAGE, Paris,

France

• INCINE, Quito, Equador

• KIBBUZIM COLLEGE, Tel Aviv, Israel

• KOREA NATIONAL UNIVERSITY OF ARTS,

SCHOOL OF FILM, TV & MULTIMEDIA,

Seoul, Republic of Korea

• LA FÉMIS, Paris, France

• TOKYO UNIVERSITY OF THE ARTS -

THE GRADUATE SCHOOL OF FILM AND

NEW MEDIA, Tokyo, Japan

• UCLA EXTENSION, Los Angeles, USA

• FUNDACIÓN UNIVERSIDAD DEL CINE,

Buenos Aires, Argentina

• UNIVERSIDAD DE VALPARAISO, Valparaiso,

Chile

• LINDENWOOD UNIVERSITY, St. Charles,

Missouri, USA

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ALUMNUS OF FABW’S

INTERNATIONAL CLASS COORDINATES

FILM SCHOOL IN NORTHERN SRI LANKA

BATHURSHAN GANESHALINGAM SPENT HIS

CHILDHOOD WATCHING TAMIL FILMS FROM

SOUTH INDIA. GIVEN THAT BESIDES GOING TO

SCHOOL AND SOME PRIVATE LESSONS IN THE

AFTERNOONS, THERE WAS NOTHING MUCH TO

DO, WATCHING FILMS BECAME A WELCOME

DISTRACTION FROM THE THREATENING SET-

TING OF CIVIL WAR THE COUNTRY FOUND

ITSELF IN AT THE TIME. YEARS LATER, HIS

EARLY PASSION FOR FILMS WAS REFLECTED IN

BATHURSHAN’S DECISION TO SKIP HIS IT STUD-

IES AT THE OPEN UNIVERSITY OF SRI LANKA

FOR A CAREER IN FILM, RISKING HIS PROS-

PECTS OF A SOLID INCOME. HIS PARENTS WERE

NOT AMUSED.

It was the country’s film festivals, such as the Colombo

International Film Festival, or the Short Film Screenings

at the Goethe Institute, that widened Bathurshan’s perspective

to international films and finally led to his successful

application at the Colombo Film and Television

Academy (CFTA) to study film sound and editing. At the

school, Singhal is the teaching language, which Bathurshan

had to learn quickly in order to follow the lectures

and seminars.

FILMAKADEMIE AS A SOURCE OF INSPIRATION

“When I received the nomination from CFTA to go to

Filmakademie as a guest student, I could hardly believe

it. I was so full of joy and in anticipation of the stay

there. My time in Ludwigsburg has been incredibly inspiring,

as I was not only able to learn from outstanding

lecturers, but I also got the chance to prove myself

as a sound recordist, which opened many new paths for

me. By supporting me with a grant, the German Federal

Ministry of Foreign Affairs has enabled me to embark

on this wonderful exchange. I am very grateful for that,”

Bathurshan says.

FIRST TAMIL FILM LIBRARY IN SRI LANKA

The foundation of the Balu Mahendra Film Library and

Learning Resource Center (named after the successful

Sri Lankan film director) in Kilinochchi in the North of

the country, also set the ground stone for a small, new

film school. The library and the seminar room serve as

a creative hub for youngsters who are trained in theoretical

lectures and seminars, and are working on practical

exercises with film equipment. There are some

800 books in the library by now, as well as more than

12.000 films in Tamil and in English. “In the first year,

we already received more than 100 applications for the

20 seats we can offer,” Bathurshan continues. “The call

for the third intake has just started. Besides our regular

curriculum, we are also offering short-term workshops.

Some of them, like camera or sound, are much

sought-after. We are also happy to report an ever-growing

community of supporters, numerous international

professionals among them, who deliver their training

online, via Zoom, during the pandemic.”

FABW ALUMNI SERVE AS MENTORS

Two of FABW’s alumni were among those who supported

the project as online mentors: Kumaran Herold, who

studied cinematography at the Filmakademie, is now

working as a DoP. His Tamil language skills came in

handy when he delivered the fundamentals of camera

work within his three-day cinematography workshop.

Although he was only present online, he instructed the

participants to engage in his active, hands-on program.

Julia Schlingmann completed her studies at FABW’s camera

department in 2013, and has been working as a freelance

DoP since then. In her seminar „Light in Documentary

Film,“ she taught students how to work effectively

and creatively in situations where there is only available

light. Her seminar is especially helpful to those who

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INTERNATIONAL NETWORKS

Hands-On Training at the Center

The Balu Mahendra Film Library

96


have to work with a limited set of lighting equipment,

turning what seems to be a weakness into a strength.

SUPPORT BY THE GERMAN FILM COMMUNITY

When Bathurshan traveled back to Sri Lanka after successfully

completing the International Class in the spring

of 2021, he brought with him a trunk full of film equipment

such as cameras, tripods, and monitors which other

filmmakers from the region he is good friends with

had collected for him. It is these tools which serve as

the basic equipment of the film school in northern Sri

Lanka.

„We would love to win more international experts and

professionals to pass on their knowledge to us. Further,

we would need additional equipment, such as lighting

equipment and grip, to be able to offer more practical

workshops. Future perspectives for young people are

rather blurry in the crisis Sri Lanka is currently finding

itself in. Without electricity or gas, almost nothing

is working properly. While at the moment everything is

more about survival, I do hope that after overcoming the

crisis, we will be able to develop this small school into

an important film hub for our Tamil-speaking region,”

says Bathurshan.

Sujatha Dovgal, Project Manager International Office

97


ALUMNI IM FOKUS

„Be easy

to work with“

98


Im Gespräch mit Katrin Schweiger,

Absolventin Filmmusik & Sounddesign

BEVOR KATRIN SCHWEIGER 2013 IHR

DIPLOM IM STUDIENGANG „FILMMUSIK

& SOUNDDESIGN“ AN DER FILMAKADEMIE

BADEN-WÜRTTEMBERG ERHIELT, STUDIERTE

SIE MUSIK UND ENGLISCH AUF LEHRAMT

AN DER UNIVERSITÄT REGENSBURG. SIE

ERHIELT PRIVATUNTERRICHT IN KOMPOSI-

TION BEI RAINER BARTESCH UND GRAHAM

BUCKLAND UND NAHM 2016 AN DER

HOLLYWOOD MASTERCLASS „ARRANGING

FOR BIGBAND AND STRINGS IN POPMUSIC“

BEI CHRIS WALDEN TEIL.

Liebe Katrin, vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst und

für unser Campus Magazin einige Fragen beantwortest.

Das Salzburger Landestheater hat ja mit der Position einer

Hauskomponistin eine im deutschsprachigen Raum

unübliche Position geschaffen. Was ist denn deine Aufgabe

und wie sieht dein Arbeitsalltag aus?

Ja, die Stelle ist wunderbar breit angelegt, was ich sehr

liebe, da sie aus zwei Bereichen besteht. Zum einen darf

ich neue Stücke für das Landestheater komponieren: Aktuell

arbeite ich an dem Musical „Das fliegende Klassenzimmer“

von Erich Kästner und an der Schauspiel-Musik

zu „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende. Beide

Stücke werden im Januar bzw. Februar 2023 Premiere

haben. Ich durfte auch bereits vier Songs schreiben für

das Kinderstück „Pumuckl“, das im November 2022 auf

die Bühne kommt. Darüber hinaus gilt es, Stücke zu arrangieren,

zu orchestrieren und teilweise auch musikalisch

zu produzieren, wobei mir meine Musikproduktionsfähigkeiten,

die ich an der FABW erworben habe, sehr

nützlich sind. Auch die Fähigkeit, Musik im dramaturgischen

Kontext zu sehen und mich mit Regisseur*innen

über den Einsatz von Musik in den Theaterstücken zu unterhalten,

ist etwas, was ich quasi täglich brauche, denn

Theater ist ja nichts anderes als ein Film auf der Bühne.

Inzwischen arbeitet Katrin als Orchestratorin und Arrangeurin

für verschiedene Orchester und Komponist*innen

- u.a. für die Bayerischen Filmfoniker, für

Konstantin Wecker und für den deutschen Filmmusikpreisträger

Nikki Reiser – und sie ist Gastdozentin im

Bereich „Grundlagen der Filmmusik - Musik in Worte

fassen“ an der FABW. Darüber hinaus dirigiert sie verschiedene

Ensembles bei Konzerten und Studioaufnahmen

und tritt mit ihrem neuen deutsch-bayerischen

Popmusik-Programm als Sängerin und Pianistin auf.

Seit Januar 2022 ist sie Hauskomponistin und musikalische

Leiterin für Schauspiel und Musical am Salzburger

Landestheater.

Der zweite Teil meiner Arbeit ist die musikalische Leitungsstelle

im Bereich Schauspiel und Musical, sprich:

das Dirigieren. Ich durfte bereits das Musical „Peter Pan“

dirigieren, was mir sehr viel Spaß gemacht hat, denn

hier durfte ich mit großartigen Musiker*innen arbeiten,

was einem oft fehlt, wenn man nur im einsamen Kämmerlein

vor sich hin komponiert.

Mein Arbeitsalltag ist also jeden Tag anders. Es kann

sein, dass ich mit Darsteller*innen probe, auf der Bühne

oder im Proberaum, dass ich in meinem Studio komponiere,

produziere, arrangiere oder orchestriere, dass ich

Gespräche mit Regisseur*innen, Dramaturg*innen und

Choreograf*innen habe, und abends vielleicht eine Aufführung.

Es kam auch schon vor, dass ich kurzfristig als

Pianistin oder Sängerin auf und hinter der Bühne einspringen

musste.

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ALUMNI IM FOKUS

Wie bist du zu dieser Stelle gekommen?

Das verdanke ich einem geglückten Elevator-Pitch auf

der Musical-Konferenz letztes Jahr in Wunsiedel, wo

ich den Intendanten des Salzburger Landestheaters, Carl

Philip von Maldeghem, in einer kurzen „Raucher“-Pause

kennengelernt habe. Ich habe ihm meine Karte gegeben

und dann hat er mich zwei Tage später per E-Mail

kontaktiert und mich eigeladen, doch einmal vorbeizuschauen,

wenn ich in Salzburg bin. Also Ticket nach

Salzburg gebucht und ein Treffen mit dem Intendanten

vereinbart, bei dem wir uns eine Stunde sehr nett unterhalten

haben. Zu dem Zeitpunkt dachte ich noch, er

wollte mich vielleicht als externe Komponistin für ein

Projekt haben. Doch nach und nach kam heraus, dass

er eine neue Stelle plant und sich mich dafür vorstellen

könnte. Daraufhin habe ich einen Tag lang Probe gearbeitet,

was ein Bewerbungsgespräch mit dem Studienleiter

und musikalischen Leiter Wolfgang Götz beinhaltete,

ein Vordirigieren, das Leiten einer Probe mit einem Gesangssolisten

sowie dem Jugendchor. Ich habe die Stelle

noch am selbem Tag bekommen.

gehört auch ein Quäntchen Glück dazu, dass einem etwas

Gutes einfällt. Wenn das mal nicht der Fall ist, dann

gehe ich gerne raus in die Natur, am liebsten mit meinem

Hund. Beim Spazierengehen habe ich oft die besten

Einfälle.

Dein musikalisches Oeuvre ist breit gefächert: Deine

Werke reichen von Filmmusik, über Theatermusik und

Konzertmusik, bis hin zu Rock, Pop und Jazz. Oft verschmelzen

in deinen Kompositionen verschiedene musikalische

Genres. Woher kommen diese Vielfalt und

Wandlungsfähigkeit?

Ich stamme aus einer sehr musikalischen Familie, die

mich früh mit verschiedenen Musikrichtungen konfrontiert

hat, ohne dabei eine Richtung zu bevorzugen oder

als besser darzustellen. Mein Papa liebt Rock und Metal-Musik,

spielt Geige und ist Tenor-Solist bei uns im

Kirchenchor, in dem ich auch viele Jahre gesungen habe.

Meine Mama spielt Klavier, Akkordeon und Steirische

Harmonika und sie liebt französische Chansons. Meine

Schwester spielt Saxofon, Klavier und Posaune und

hat mir den Jazz nähergebracht. Das erste Musical, das

ich sehen durfte, war „Cats“ und die CD lief in meinem

Kinderzimmer zusammen mit „BravoHits“ und französischem

HipHop rauf und runter. Warum sich also auf eine

Farbe festlegen, wenn doch alle Farben wunderschön

sind und sich auch noch kombinieren lassen!

In einem Interview hast du mal gesagt, dass die Kompositionsarbeit

eine einsame Arbeit ist. Hat sich das mit

deinen Aufgaben in Salzburg geändert?

Live-Auftritt mit Oliver Thedieck

Haha,...ja, das habe ich oben bereits geschrieben. Durch

die Vielfältigkeit der Stelle hat sich das zum Glück ein

bisschen geändert.

Wie findest du Motive und Themen für deine Musikstücke

und woran arbeitest du im Moment?

Diese Woche schreibe ich an Musical-Songs für das

„Fliegende Klassenzimmer“. Hierfür gibt es Songtexte

vom wunderbaren Marco Dott, die mir als Inspiration

für die Melodien dienen. Und man bespricht gemeinsam,

welche Emotionen erzeugt werden sollen, in welche

musikalische Stilrichtung es gehen soll, schickt sich

eventuell sogar Songs hin und her, in welche Richtung

es gehen könnte. Und dann hilft mir mein musiktheoretisches

Wissen, um mit Hilfe von verschiedenen Akkorden

die erhofften Emotionen zu erzeugen. Natürlich

100

Du scheinst ein extrovertierter Mensch zu sein, der gern

mit anderen zusammen ist und gemeinsam an Projekten

arbeitet. An der FABW hast du ja zum Beispiel den

Filmakademie-Chor gegründet und geleitet. Kam dir hier

das an der FABW übliche Arbeiten im Team entgegen?

Ja, absolut. Wer nicht gut im Team arbeiten kann, sollte

besser Solokünstler*in werden! Der beste Rat, den ich je

bekommen habe, war: 1. Be easy to work with. 2. Be easy

to work with. 3. Be easy to work with.

Bei all deinen vielfältigen Interessen – du bist ja beispielsweise

auch ausgebildete Sängerin: Warum hast du


dich gerade für ein Filmmusik-Studium an der FABW

entschieden? Engt das den kreativen Output nicht ein?

Nein, ganz im Gegenteil! Das Filmmusik-Studium an

der Filmakademie war genau das Richtige für mich, da

man hier in sämtlichen musikalischen Richtungen ausgebildet

wird, von klassischen Orchesterklängen, über

elek tronische Musik, bis hin zu Jazz/Rock/Pop und allem,

was dazwischen liegt. Ich wollte nicht NUR Jazz

oder Klassik oder Pop studieren. Und man hat an der

FABW viel Raum für Experimente, so dass ich auch viel

mit meiner Stimme als Klangquelle experimentiert habe

und dies in viele meiner Kompositionen auch heute

noch einbaue.

Hast du ein musikalisches Vorbild, z.B. eine Filmmusikkomponistin

oder einen Filmmusikkomponisten?

Ja, viele! Aus jeder Musikrichtung mindestens eine Person.

Aber wenn wir über Filmmusik sprechen, dann stehen

bei mir Howard Shore und Rachel Portman ganz

oben auf der Liste.

Für deine symphonische Musik zum experimentellen

FABW-Diplomfilm XIAN-NU wurdest du für die „Beste

Musik in einem Kurzfilm“ beim Peer-Raben-Music-

Award 2013 nominiert. Was bedeuten dir Preise oder

Nominierungen? Meinst du, sie sind wichtig für ein berufliches

Fortkommen?

Preise und Nominierungen fühlen sich toll an. Sie bestärken

einen darin, dass das, was man tut, Qualität hat

und gefällt. Das hat meiner Künstler-Seele sehr gutgetan.

Es gab in meiner bisherigen Laufbahn immer wieder

Momente, wo ich an mir selbst gezweifelt habe, ob

ich gut genug bin für diesen Beruf, vor allem, wenn es finanziell

mal gerade nicht so gut lief. Dennoch sind Preise

nicht alles, aber sie lesen sich gut in einer Vita. Also

denke ich, dass sie durchaus helfen können für das berufliche

Fortkommen.

Wie hast du es geschafft, dich in der Branche zu etablieren?

Hat dir dein Studium an der FABW dabei geholfen?

Als meine Branche sehe ich die Musical-Branche. Nachdem

ich immer mehr von der Filmmusik-Branche abgekommen

bin, da ich hier leider nie richtig einen Fuß

in die Tür gebracht habe, hatte ich beschlossen, mir eine

Teilzeitstelle als Lehrkraft zu suchen und nur noch die

Musik zu schreiben, die ich wirklich schreiben will. Was

dabei herauskam, war ein großes Symphonic-Rock-Fantasy-Musical,

„Die Königin der Schatten“. Ich habe dann

Kontakt zu Musical-Sänger*innen gesucht, die mir die

Demos eingesungen haben, bin zu Musical-Konferenzen

gefahren, habe mich mit Musical-Fachmagazinen auf

den neuesten Stand gebracht, was in der Szene so abgeht,

habe meine Verlegerin vom LITAG Verlag kennengelernt,

habe kleinere Musical-Filmprojekte angestoßen

und so hat sich das Vitamin B dann nach und nach aufgebaut.

Arbeitest du momentan an einer Filmmusik-Komposition

und wenn ja, für welchen Film?

Nein. Derzeit arbeite ich nur an Musicals und Schauspiel.

Doch mit „Die unendliche Geschichte“ liegt mir

eine Filmmusik in den Ohren, die wir alle kennen und

lieben, und die es nicht zu kopieren gilt! Und obwohl es

eine Schauspiel-Produktion ist, fühlt sich die Arbeitsweise

sehr ähnlich an wie das Schreiben einer Filmmusik.

Hast du bereits mit Alumni oder Dozierenden der FABW

zusammengearbeitet?

Ich durfte mit dem Alumnus Ben Rudolf und seiner Firma

„Nau Hau“ zusammenarbeiten und wir haben ein

VR-Projekt gemacht, bei dem wir mit Edgar Allan Poe

und seinem Gedicht „Der Rabe“ durch seine gruselige

Villa laufen. Wir haben damit den Preis „BW goes mobile“

gewonnen. Kann man im Occulus Shop ansehen unter

„The Raven by E. A. Poe“.

Bitte vervollständige folgenden Satz: Die Filmakademie

war für mich ein Ort, …

…an dem ich mich, umringt von kreativen Gleichgesinnten,

austoben und an dem ich künstlerisch wachsen durfte.

Das Interview führte Fenja Schnizer

101


STECKBRIEF

FILMMUSIK

1

PROJEKTBETREUUNG

Andreas Fuchs

2

LEITENDE DOZIERENDE

Prof. Matthias Raue

3

WIE VIELE STUDIERENDE

PRO STUDIENJAHR?

Vier

4

WAS SOLLTEN BEWERBER*INNEN

MITBRINGEN?

Mindestens Bachelor oder Vor -

diplom in einem musikalischen

Studiengang

5

WARUM IST DIE FILMAKADEMIE

DER IDEALE ORT FÜR EIN

STUDIUM?

Der praktische Aspekt der

Ausbildung bietet Möglichkeiten,

die ihr nur hier findet: Orchesteraufnahmen

mit dem Filmorchester

Babelsberg, ein Orchesterworkshop,

Aufnahmen mit Small- und

Bigband und ein Tonstudio, in

dem ihr Musik aufnehmen könnt,

soviel ihr wollt. Außerdem ist der

Campus perfekt für Networking, da

eure Kommiliton*innen nach dem

Studium gute Jobs in der Filmwirtschaft

haben.

6

WAS LERNEN

DIE STUDIERENDEN HIER?

Ganz viel Learning by Doing – Ihr

macht von Anfang an Musik für

Filme. Die Theorie ist dabei immer

auch projektbezogen: Filmkomposition,

-dramaturgie, Harmonielehre,

TV-Scoring, Filmmusik-Orchestration,

Dirigat, Musikrecht,

Pop-Producing, künstlerische

Filmmusik-Praxis und vieles mehr.

7

MYTH BUSTING:

WAS LERNT MAN HIER NICHT?

Instrumental-Unterricht gibt es

bei uns nicht. Den hattet ihr in der

Regel auch in eurem vorangegangenen

Studium

8

ONE COOL FACT ABOUT...

Im Orchester-Workshop dürft ihr

selbst dirigieren.

9

MOTTO

Ausgezeichnete Filmmusik entsteht

durch gute Kommunikation und

Entwicklung einer persönlichen

Filmmusik-Sprache.

102


FILMTON/SOUNDDESIGN

1

STUDIENKOORDINATION

Florian Dittrich

2

PROJEKTBETREUUNG

Tobias Scherer

3

LEITENDE DOZIERENDE

Ed Cantù

4

WIE VIELE STUDIERENDE

PRO STUDIENJAHR?

Sieben

5

WAS SOLLTEN BEWERBER*INNEN

MITBRINGEN?

Passion für guten Sound,

technisches Verständnis, flüssigen

Umgang mit DAWs, Kenntnis der

verschiedenen Gewerke beim Film

6

WARUM IST DIE FILMAKADEMIE

DER IDEALE ORT FÜR EIN

STUDIUM?

Arbeitsumgebung, wie man sie

auch in der freien Wirtschaft

findet; die Möglichkeit, sich an

allen verschiedenen Genres zu

versuchen, wie: Animations-,

Dokumentar-, Spielfilm, Serienformate

etc.

7

WAS LERNEN

DIE STUDIERENDEN HIER?

- Den Entstehungsprozess der

verschiedenen Tonebenen

beim Film und darüber

hinaus (Game Audio)

-Das Arbeiten in einem

großen Filmteam

- Die wirtschaftlichen Faktoren

des Filmton-Business

- Sehr viel Praxis!

8

MYTH BUSTING:

WAS LERNT MAN HIER NICHT?

Schlafen, sich langweilen

9

ONE COOL FACT ABOUT...

Der Ton macht MINDESTENS 50%

des Films aus!

10

MOTTO

Hauptsache FETT! ;)

103


ALUMNI IM FOKUS

„Wir brauchen neue Geschichten aus anderen

Perspektiven und mit neuen kreativen Erzählformen.

Dafür ist der Nachwuchs der richtige Partner.“

ALL-IN

104


10 Fragen an Christoph Pellander

CHRISTOPH PELLANDER SCHLOSS 2007

SEIN DREHBUCH-STUDIUM AN DER

FILMAKADEMIE BADEN-WÜRTTEMBERG

AB. SEIT JULI 2019 IST ER LEITER REDAK-

TION UND PROGRAMM-MANAGEMENT DER

ARD DEGETO. IN DIESER FUNKTION IST ER

FÜR AUFTRAGS-, KOPRODUKTIONEN UND

DEN LIZENZEINKAUF DER ARD DEGETO IM

BEREICH FERNSEHEN UND KINO REDAKTI-

ONELL VERANTWORTLICH. ZUDEM LEITET

ER DIE PROGRAMMPLANUNGEN SOWIE DIE

PRESSESTELLE DER DEGETO.

konnte ich die letzte Phase des Studiums und den Job

sehr gut verbinden. In den zwei Jahren als junger Produzent

im Team von Greenskyfilms habe ich viel geschrieben

und entwickelt. Damals hatten es junge Filmemacher*innen

aber deutlich schwerer in der Akquise, da

weniger produziert wurde als heute und es auch weniger

Auftraggeber gab. Als der Anruf vom WDR kam, aber

nicht aufgrund eines Stoffangebots, sondern aufgrund

einer freien Stelle, wechselte ich wieder auf die Seite des

Senders. Nun arbeite ich schon seit mehr als 15 Jahren

für die ARD. Die Jahre in den Landesrundfunkanstalten

- vor allem beim NDR - waren immer enorm abwechslungsreich

und die Aufgaben bei der ARD Degeto machen

einfach großen Spaß.

Sicher gehen viele Skripte anderer Autor*innen durch

Deine Hände. Juckt es Dich manchmal in den Fingern,

mal wieder selbst ein Drehbuch zu schreiben? Oder

hast Du sogar noch den einen oder anderen Stoff in der

Schublade?

Davor arbeitete Christoph Pellander als Redakteur beim

NDR im Programmbereich Fiktion und Unterhaltung, in

den Abteilungen Film, Familie und Serie sowie Talk und

journalistische Unterhaltung. Zu seinen weiteren beruflichen

Stationen zählen Tätigkeiten als Redakteur für

die Fiktion beim WDR und BR sowie als Produzent/Producer

bei der Greenskyfilms GmbH und der Bavaria Film

GmbH.

Lieber Christoph, Du hast die Filmakademie mit einem

Diplom in Drehbuch verlassen, hast aber danach bald

den Weg in Richtung Produktion und Redaktion eingeschlagen.

Wie kam es zu dieser Ausrichtung?

Schon während des Studiums bekam ich die Anfrage

vom Bayerischen Rundfunk, in der Spielfilm-Redaktion

von Bettina Reitz in München zu arbeiten. Da auch meine

Diplom-Betreuerin Franziska Buch in München lebte,

Tatsächlich erreichen uns in der Degeto über 1.000

Stoff-Angebote im Jahr. Diese werden von uns in der

Redaktion alle gelesen und geprüft. Lesestoff gibt es also

ausreichend, aufgrund der Menge können wir aber

nur einen Bruchteil der Ideen umsetzen. Und ja, es juckt

mich immer wieder. Ich habe vor einigen Jahren begonnen,

nebenbei journalistisch im Pferdesport – also in

einem völlig anderen Metier - tätig zu sein. Ein kleiner

Ausgleich. Natürlich bleibt aber auch stets die Option,

Geschichten und Stoffe, die einen bewegen, anzustoßen

und so inhaltliche Impulse zu setzen. Ein aktuelles

Beispiel: Die Roman-Reihe „Lost in Fuseta“ von Holger

Karsten Schmidt, der ja auch „Ludwigsburger“ ist. Nach

der Lektüre war mir klar, dass Kommissar Leander Lost

auch auf die Bildschirme gehört. Die Verfilmung ist bereits

diesen Sommer im Ersten und in der ARD Mediathek

zu sehen.

Was reizt Dich besonders an Deiner Tätigkeit bei der

ARD Degeto?

Die ARD Degeto ist eine der wichtigsten Auftraggeberinnen

für fiktionale Produktionen in Deutschland.

Wir machen Kinofilme, Fernsehfilme, Reihen und Serien

für das Erste, die ARD Mediathek und die gesamte

ARD. So entstehen 82% aller Filme und Mehrteiler

105


ALUMNI IM FOKUS

ALL-IN

„Wir wollen und müssen vor allem über non-lineare

Formate neue Zuschauergruppen erreichen.“

im Ersten von oder mit Beteiligung der Degeto. Insofern

ist die Position des Redaktionsleiters natürlich so etwas

wie ein Traumjob: Wo sonst kann man fiktionale Formate

im Zusammenspiel mit Kreativen, Produzent*innen

und Redakteur*innen in dieser Form mitgestalten? Die

ARD Mediathek bietet nochmal ganz neue Möglichkeiten

für innovative Formate in unterschiedlichster Länge

und Machart – von der kürzlich erworbenen Short Comedy

wie z.B. ALL IN bis zur langlaufenden international

gefeierten Highend-Serie BABYLON BERLIN. Am

Ende sind es also die Bandbreite an Gestaltungsmöglichkeiten

und die Zusammenarbeit mit den besten Kreativen

vor und hinter der Kamera, die meinen Job so faszinierend

und interessant machen.

106


Die Filmakademie-Produktion ALL IN ist Teil einer aktuellen

Serienoffensive der Degeto in der ARD Mediathek,

die sich insbesondere an ein junges Publikum

wendet. Was qualifiziert ALL IN aus Deiner Sicht für

diese Reihe? Was macht die Serie aus?

Wir wollen und müssen vor allem über non-lineare Formate

neue Zuschauergruppen erreichen. Vor diesem

Hintergrund brauchen wir auch neue Geschichten aus

anderen Perspektiven und mit neuen kreativen Erzählformen.

Dafür ist der Nachwuchs der richtige Partner

– wie sich am Beispiel von ALL IN bestens gezeigt hat.

„Schnell, laut, unbequem, provokant, aber vor allem immer

lustig und echt“, so hatten Daniel Popat und Marco

Hülser ihr Projekt vorgestellt. Und dieses Versprechen

hält die Serie auch. Ein witziges Mumblecore, dessen

schräge Figuren einem durch ihre Unbekümmertheit

und Spontaneität schnell ans Herz wachsen. Hohes Tempo

und schwarzer Humor garantieren ungewöhnliche

Unterhaltung in der ARD Mediathek.

Die Mediathek spielt derzeit eine wichtige Rolle im Bemühen

der ARD, ein jüngeres Publikum anzusprechen.

Wie siehst Du das öffentlich-rechtliche Fernsehen derzeit

aufgestellt, vor allem mit Blick auf die Konkurrenz

durch Streaming-Dienste. Welche Entwicklungen prognostizierst

Du für die Zukunft?

Wir haben 2020 offiziell den Auftrag bekommen, auch

Programm für die Mediathek zu entwickeln und somit

jüngere Zielgruppen, die sich vom linearen Fernsehen

und der Prime Time verabschiedet haben, wieder auf

die Angebote der ARD aufmerksam zu machen. Ob diese

Offensive, die inzwischen ja für alle Sender im ARD-Verbund

gilt, rechtzeitig genug war, wird sich in den nächsten

Jahren herausstellen. Nie war der Wettbewerb so groß.

Inhaltlich sind wir auf einem guten Weg. Die Bandbreite

und die Formatvielfalt, die die ARD Mediathek anbietet,

ist letztendlich unschlagbar. Dies gilt es den jungen Zuschauer*innen

zu verdeutlichen. Wir müssen diese Zielgruppen

für uns gewinnen, indem wir sie nicht nur für

eine Serie, sondern dauerhaft für die Mediathek begeistern

können. Mit frischem Content, mit Genres, die sie

bei uns bislang nicht vermutet hätten und die sie sonst

nur von Streamern kennen. Deswegen produzieren wir

Serien wie ALL YOU NEED, HOW TO DAD oder aktuell

ASBEST und kaufen Lizenzen von Serien wie STATE

OF THE UNION und BEFOREIGNERS bzw. setzen verstärkt

auf internationale Koproduktionen. Eine davon ist

WISTING – eine achteilige norwegische Krimiserie, von

der wir bereits die zweite Staffel koproduziert haben.

Hast Du den Eindruck, dass durch gezielte Fake News

oder widersprüchliche Meldungen zum Ukraine-Krieg

viele Menschen aktuell ein hohes Bedürfnis an geprüften,

verlässlichen Informationen haben und die Öffentlich-Rechtlichen

somit wieder an Akzeptanz und Bedeutung

gewinnen?

Die öffentlich-rechtlichen Medien sind unerlässlicher

Teil unserer Demokratie. Ich finde den kritischen Diskurs

über den Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks

wichtig und richtig – er ist eine Chance, den Beitrag

und die Bedeutung der Öffentlich-Rechtlichen

deutlich zu machen. Krisensituationen wie Corona und

der Krieg in der Ukraine zeigen, dass die Menschen der

Kompetenz und Seriosität der öffentlich-rechtlichen

Medien vertrauen. Mehr denn je. Auch im fiktionalen

Bereich habe ich den Eindruck, dass das Pendel klar in

unsere Richtung schlägt: Die Menschen schätzen es, dass

sie sowohl im linearen Programm der Öffentlich-Rechtlichen

als auch in den Mediatheken gut gemachte Unterhaltung

und Filme präsentiert bekommen, ohne dass

107


ALUMNI IM FOKUS

sie sich ihr Programm aus einem unübersichtlichen Angebot

der unterschiedlichsten und in der Summe äußerst

kostspieligen Streaming-Anbieter zusammensuchen

müssen. Nie habe ich so oft wie im letzten halben

Jahr gehört: Diese Serie war großartig. Habe ich bei der

ARD gar nicht vermutet. Das wurmt kurz, ist aber das

richtige Signal.

Themen wie Green Shooting werden immer wichtiger,

auch an der Filmakademie. Prüft ihr bei der ARD Degeto

Stoffe mittlerweile auch im Hinblick auf ihre nachhaltige

Umsetzbarkeit?

Als Mitglied des branchenweiten Arbeitskreises „Green

Shooting“ beauftragen wir als Degeto bereits heute immer

mehr Produktionen nach dessen Vorgaben für ökologische

Mindeststandards. Aktuell werden bereits 60%

unserer Erstsendeminuten ökologisch nachhaltig produziert.

Unser Ziel ist es hier, mit den Produktionsfirmen

diese Zahl weiter zu erhöhen und unsere Filme und Serien

auch weiter in Richtung Nachhaltigkeit zu optimieren.

Eine Auswahl von möglichen Stoffen erfolgt aktuell

aber nicht auf Basis einer ökologischen Nachhaltigkeit.

Als öffentlich-rechtliches Fernsehen bemühen wir uns

aber, Nachhaltigkeitsthemen auch in unseren Produktionen

abzubilden und so auch dem Bildungsauftrag als Teil

der pluralistischen Gesellschaft zu dienen.

Hast Du noch Kontakt zu ehemaligen Kommiliton*innen

aus Ludwigsburg? Und sprecht ihr gelegentlich noch

über die gemeinsame Zeit an der Filmakademie, wenn

ihr euch trefft?

Wie würdest Du die Erfahrung Deines Studiums an

der Filmakademie rückblickend zusammenfassen? Und

würdest Du Dich heute noch einmal für die FABW entscheiden?

In meiner aktuellen Funktion habe ich Berührungen

mit allen Filmhochschulen in Deutschland und wäre ich

heute Student, so fiele es mir schwer, mich für einen

Standort zu entscheiden, weil an allen Schulen großartig

gearbeitet wird. Damals habe ich mich nur an der Aka

beworben und hatte keinen Vergleich. Ich möchte die

Zeit aber niemals missen, weil ich neben Netzwerk und

Kontakten als Programm-Verantwortlicher auch heute

noch von den Erfahrungen aus Ludwigsburg vor allem

auch in den Gewerken Regie, Kamera und Schnitt profitiere.

Ich hätte mir damals einen größeren Schwerpunkt

auf „Serie“ gewünscht, die galt als verpönt. Das hat sich

erfreulicherweise stark verändert.

Zum Abschluss: Welche Filme haben Dich nachhaltig geprägt

und warum?

Da gibt es eine Reihe von Filmen, die mich geprägt haben

und auch Auslöser dafür waren, warum ich in diese

Branche wollte. Zwei davon sind sicher Miloš Formans

EINER FLOG ÜBERS KUCKUCKSNEST, der mich

heute noch so anfasst wie kaum ein Film, sowie DAS

SCHWEIGEN DER LÄMMER von Jonathan Demme,

bei dem Autor Ted Tally in meinen Augen das perfekte

Drehbuch gelungen ist. Beide Filme haben sicher mit dazu

beigetragen, dass ich selbst Geschichten und Charaktere

entwickeln und auf die Leinwand bringen möchte.

Natürlich, die Zeit an der "Aka" schweißt ja zusammen

und es sind genügend Geschichten in den vier Jahren

passiert, die auch heute noch für Lacher sorgen. Ich freue

mich immer, mit ehemaligen Kommiliton*innen (und

Mitbewohnern) zusammenarbeiten zu können und das

in verschiedensten Gewerken: Produktion, Drehbuch,

Regie, Kamera oder auch Schnitt. Über das gemeinsame

Studium ist man sich einfach vertraut. Ganz aktuell

arbeite ich z.B. eng mit Christian Schwochow in unserem

Nachwuchsprojekt für die ARD Mediathek, dem

Killerstories Series Award, wo er Teil der Jury ist und

auch als Pate an der Seite der Gewinner*innen für die

Degeto tätig ist. Genauso schön ist es, auch mit ehemals

Dozierenden zusammenzuarbeiten und Projekte zu gestalten.

Auch hier ist es immer ein freudiges Wiedersehen.

Das Interview führte Andreas Friedrich

108


KOMMISSAR WISTING

„Diese Serie war großartig.

Habe ich bei der ARD gar nicht vermutet.“

109


SPOTLIGHT

In 2021, TALA´VISION won the Student Oscar

(Gold Medal) for the best foreign film. It was

the seventh win for a movie produced at the

Filmakademie in Ludwigsburg, which makes

FABW the most successful film school in

this competition alongside NFTS in England.

Subsequently, TALA´VISION went on to

campaign for a regular Academy Award (Best

Live-Action Short) and made it to the shortlist.

Writer-director Murad Abu Eisheh looks back

on a remarkable journey.

110


The Oscars Journey

of the film TALA’VISION

111


SPOTLIGHT

AFTER ALMOST A FULL YEAR OF GET-

TING CONSTANT REJECTIONS FROM

FILM FESTIVALS TO SCREEN TALA’VISION,

WE GOT OUR PREMIER OPPORTUNITY AT

MAX OPHÜLS FILM FESTIVAL (MOP). MIXED

FEELINGS OVERCAME US, IT WAS HARD TO

STOMACH HAVING TO SCREEN OUR FILM IN

AN ONLINE FILM FESTIVAL EDITION (DUE TO

THE PANDEMIC), ESPECIALLY AFTER THREE

LONG YEARS OF MAKING IT. BUT ON THE

OTHER HAND, WE WERE EXTREMELY HAPPY

TO FINALLY HAVE THE OPPORTUNITY TO

SEND OUR BABY OUT INTO THE WORLD.

At MOP the film won the jury and the audience awards,

which triggered its unexpected journey to many national

and international film festivals. It felt surreal at the

beginning, it was more than any of us had expected this

film would achieve. Festival after festival, award after

award, audiences and juries alike fell in love with the

story of little Tala, a small child whose sole aspiration

was to live a somewhat normal childhood in extreme

circumstances. The film turned many heads in Germany,

yet it was still lacking a push on the international stage.

A while later, Filmakademie BW chose TALA’VISION

as its official submission for the Student Oscars competition.

But knowing that the school had already won a Student

Oscar the year before, it felt that chances were slim

for the same scenario to repeat itself.

112


A few months later, we received an e-mail from the

Academy of Motion Picture Arts and Sciences in LA, informing

us that TALA’VISION was officially competing

with 14 other outstanding films in the category Narrative

International. It was a shock for all of us, many

broke out in tears of disbelief. It was a true moment of

joy that felt like we were on top of the world. Little did

we know that this was only the beginning.

No campaigning was required during the voting period

of the Student Oscars. It took some long weeks until the

Academy voted on the 7 films which would get nominated.

To our joy, TALA’VISION was one of the finalists.

At this point, the true exposure of our film on the international

stage started to take shape. Due to the pandemic,

the Student Oscar race was conducted entirely online,

which created the feeling of it being merely fictional.

After some weeks of waiting, I was requested to do one

more interview. In the Zoom meeting, the president of

the Student Academy Awards and Iranian director Asghar

Farhadi surprised me. Farhadi expressed how much

he fell in love with TALA’VISION and especially with

its lead character, Tala, and that it was his pleasure to inform

me that the film has won the Student Oscar medal

in gold. After taking some time to digest the news, my

first realization was that this win was the first for an Arab

director in the fiction category in the history of the

Academy Awards. I was asked by the organizers to keep

the news a secret for two days, so that they could organize

a Zoom meeting to record the announcement of the

win to the team. It was a very rough task for me to keep

the news to myself and especially to keep it from the

team, but now they all have a wonderful recorded moment,

as a memory for a lifetime.

After winning the Student Oscar, TALA’VISION got officially

eligible for the 94th Academy Awards. The entire

team was aware that the chances of getting forward

in this competition are quite low. It was a completely

different turf for all of us. After an intense campaigning

period, the Academy voted and the shortlist was announced.

The team met in Ludwigsburg for the results

announcement. To our surprise, the film managed to

make it to the shortlist. A dream that every filmmaker

hopes to reach at least once in a lifetime. From this point

on, the intensity of the campaign only gets more extreme.

I was conducting between 7–12 interviews a day

for weeks, with many international media outlets. Unfortunately,

the film did not make it to the nominations.

Some disappointment was felt indeed, but mixed with

feelings of pride and accomplishment.

DoP Philip Henze and Murad on set.

113


SPOTLIGHT

DoP Philip Henze and Murad on set.

114


It all started out with a few pages of text written during

the first-year writing class at the Filmakademie

that then managed to get produced against all odds and

to tour festivals and reach audiences across our planet.

An accomplishment and a journey that showed us

who we are and our potential as a team and filmmakers.

by

Murad Abu Eisheh

Murad Abu Eisheh

Born in Jordan in 1992, Murad earned his bachelor degree

in Design and Visual Communications with a

focus on filmmaking from the German Jordanian University

in Jordan in 2014. During his studies, he spent

an exchange year at the University of Applied Sciences

Würzburg-Schweinfurt in Germany.

Following his graduation, he immersed himself deeper

in his filmmaking journey and directed several short

films focusing on human-driven stories out of the Arab

world. In 2016, Murad started studying directing at

Filmakademie Baden-Württemberg in Germany, where

he wrote and directed four short films up to 2022.

TALA´VISION

DIRECTOR, WRITER: Murad Abu Eisheh

DIRECTOR OF PHOTOGRAPHY: Philip Henze

PRODUCERS: Esther Busch, Philipp M. Raube,

Gabriel Waldvogel, Jude Kawaa

ANIMATION: Lukas Löffler (VFX Supervisor),

Josephine Roß (VFX Producer), Mario Bertsch

(Compositing), Pascal Schober (Compositing)

EDITOR: Quirin Grimm

SOUND AND SOUND DESIGN: Johann Meis

PRODUCTION DESIGN: Julian Knaack

COSTUME DESIGN: Farah Karouta

MUSIC: Nils Wrasse

COMMISSIONING EDITORS: Joachim Lang,

Katharina Kontny (SWR)

CO-PRODUCERS: Alaa Alasaad, Khaled Haddad

A production of Filmakademie Baden-Württemberg and

Tabi360 in Co-Production with Jordan Pioneers and

Südwestrundfunk SWR, with the support of the Jordan

Film Fund.

115


STECKBRIEF

MONTAGE/SCHNITT

1

STUDIENKOORDINATION

Silke Regele

2

PROJEKTBETREUUNG

Frank Uhlig

3

LEITENDE DOZIERENDE

Gisela Castronari-Jaensch

Carolin Biesenbach

4

WIE VIELE STUDIERENDE

PRO STUDIENJAHR?

6-8

5

WAS SOLLTEN BEWERBER*INNEN

MITBRINGEN?

Offenheit für viele verschiedene

Themen und Menschen, Experimentierfreude,

Neugier und viel

Sitzfleisch

6

WARUM IST DIE FILMAKADEMIE

DER IDEALE ORT FÜR EIN

STUDIUM?

Nirgendwo sonst hat man die

Chance, an so vielen unterschiedlichen

Projekten mit technischem

Equipment auf höchstem Niveau

und mit so vielen unterschiedlichen

Dozent*innen aus der

Branche zu arbeiten.

7

WAS LERNEN

DIE STUDIERENDEN HIER?

Bearbeitung kompletter Workflows

von der Projektvorbereitung bis

zur finalen Abnahme. Montagetheorie

und praktisches Schneiden.

Umgang mit allen Departments

und unterschiedlichsten Menschen.

8

MYTH BUSTING:

WAS LERNT MAN HIER NICHT?

Wie man sich langweilt.

9

ONE COOL FACT ABOUT...

Jedes Studienjahr warten über

100 studentische Projekte darauf,

montiert zu werden.

10

MOTTO

Ein narratives Spiel mit Raum und

Zeit.

116


Poster

FinalFinal

www.filmakademie.de/motiondesign

MOTION DESIGN

1

STUDIENKOORDINATION

Jürgen Klozenbücher

2

PROJEKTBETREUUNG

Jürgen Klozenbücher

3

LEITENDE DOZIERENDE

Prof. Dr. Heike Sperling

Alexander Hanowski

4

WIE VIELE STUDIERENDE

PRO STUDIENJAHR?

Fünf

5

WAS SOLLTEN BEWERBER*INNEN

MITBRINGEN?

Voraussetzung für die Bewerbung

Cyber

Cyber

T

ist ein abgeschlossenes Bachelorstudium

im Bereich Gestaltung und

Design

Motion

bzw.

Design

einem vergleichbaren

19/20

Studium.

6

WARUM IST DIE FILMAKADEMIE

DER IDEALE ORT FÜR EIN

STUDIUM?

Die Filmakademie bietet als einzige

Hochschule in Deutschland die

Möglichkeit, in einem hochkarätig

besetzten Netzwerk aus Lehrenden

und Studierenden Motion Design

zu studieren.

Die technische Ausstattung sowie

der Pool an Lehrenden sind auf

höchstem internationalem Niveau.

7

WAS LERNEN

DIE STUDIERENDEN HIER?

Natürlich in erster Linie Motion

Design und alles, was dazugehört -

von der Konzeption und Recherche

über die Kommunikation mit den

Auftraggeber*innen einschließlich

Präsentationstechniken bis hin

zur professionellen Umsetzung in

Teams aus Spezialist*innen. Transund

Interdisziplinarität bilden den

Kern des Motion-Design-Studiums

an der Filmakademie.

8

MYTH BUSTING:

WAS LERNT MAN HIER NICHT?

Rocket Science

9

ONE COOL FACT ABOUT...

Genau wie z.B. Filmmusik und

Sounddesign kooperieren wir

als Motion Designer*innen

mit allen anderen Abteilungen

der Filmakademie. So entsteht

schon während des Studiums

ein weitläufiges, profundes

Netzwerk, das den Studierenden

ihren Einstieg in das Berufsleben

bzw. die Unternehmensgründung

deutlich erleichtert. Ein weiteres

Highlight: Wir besuchen einmal im

Jahr nationale und internationale

Medienagenturen auf unserer

Exkursion in Metropolen wie

London, Amsterdam, Berlin und

Kopenhagen.

10

MOTTO

Motion Design löst Probleme!

1.

2.

3. Hardcore!

CyberCyber

– Immer weiter,

immer hyper!

117


DOZIERENDE IM PORTRÄT

„Wir sind nicht dafür da,

die Karre aus dem Dreck zu ziehen,

wenn sie schon drinsteckt.“

118


Ein Gespräch mit Ed Cantù –

Leitender Dozent im Studiengang

Filmton/Sounddesign

DER GEBÜRTIGE TEXANER UND WAHL-

BERLINER ED CANTÙ LIEBT DEN GUTEN

TON – SOWOHL ALS TONMEISTER ALS AUCH

ALS DOZENT IM BEREICH FILMTON/SOUND-

DESIGN AN DER FILMAKADEMIE BADEN-

WÜRTTEMBERG. SEIT 1999 BRINGT ER DORT

STUDIERENDEN NAHE, WIE WICHTIG DIE

GERÄUSCHKULISSE IST, DIE EINEN FILM UM-

GIBT. EINEN WESENTLICHEN EINFLUSS AUF

SEINE LEHRE HABEN EDS MUSIKALISCHE

BEGEGNUNGEN IN DEN FRÜHEN 1980ER

JAHREN GENOMMEN...

Seit 2017 leitest du auch die Abteilung?

Mehr oder weniger. Das ist dem tragischen Ableben

Gibbs Platens geschuldet. Der unsichtbare Leiter ist

aber Florian Dittrich (Studienkoordinator der Abteilung,

Anm. d. Red.), weil der 365 Tage im Jahr vor Ort

ist. Er ist eine Perle von Mitarbeiter, Kollege oder Leiter,

wenn man so will. Weil er alles koordiniert und sich

auch um die hochkarätigen Gastdozenten in unserem

Bereich kümmert – vom Foley Artist (Geräuschemacher,

Anm. d. Red.), Dialog Editor, Sounddesigner bis hin zum

Mischtonmeister. Außerdem hält er unsere Aufnahmestudios

und Digital Audio Workstations (DAW) stets auf

dem neuesten technischen Stand.

Und was hat dich gerade am Filmton so fasziniert, dass

du Tonmeister geworden bist?

Ed, erzähl doch mal kurz, welcher Weg dich an die

Filmakademie geführt hat.

Tatsächlich bin ich durch Empfehlung des Regisseurs

Adolf Winkelmann, mit dem ich bis dahin schon zwei

Fernseh-Mehrteiler und einen Kinofilm gedreht hatte,

an die Aka gekommen. Er kannte den FABW-Gründer

Albrecht Ade, der damals jemanden für den Ton gesucht

hat. Ich wurde zuerst für zwei Tage eingeladen,

nach Ludwigsburg zu kommen. Als ich wieder in Berlin

war, rief mich Herr Ade an und sagte: „Das ist so gut

angekommen bei den Studierenden. Wir hätten Sie gerne

mehr hier“. Also hat er mich nochmal zu einem Gespräch

eingeladen, bei dem er mich fragte, was ich von

einer Festanstellung halte. Ich wollte noch eine Nacht

darüber schlafen.

Als ich am nächsten Tag wieder in seinem Büro saß, habe

ich ihm gesagt: „Schauen Sie, ich glaube, es wird so

sein: Heute lieben Sie mich und die Studierenden finden

es toll, was ich zu vermitteln habe. Nächstes Jahr möglicherweise

auch noch und ich traue mir sogar zu, übernächstes

Jahr auch noch gut rüberzukommen. Aber irgendwann

geht mir das Latein aus, weil ich immer noch

das erzähle, was ich vorletztes und vorvorletztes Jahr erzählt

habe. Was halten Sie von folgender Idee? Ich mache

weiterhin meinen Beruf als Tonmeister am Set, den

ich sehr liebe, und erzähle den Studierenden immer

den allerneuesten Stand der Dinge, gebe somit aktuelles

Wissen weiter.“ Und das war beiderseits, glaube ich, die

richtige Entscheidung. Seitdem bin ich hier.

Ich habe eigentlich Filmregie studiert, ein paar Jahre

lang Dokumentarfilme gedreht und mich bei zwei von

drei Projekten, die mir sehr am Herzen lagen, unglaublich

über den schlechten Ton geärgert. Ich hatte gewisse

Vorkenntnisse durch eine, sagen wir mal, musikalische

Laufbahn in den frühen 80er Jahren in Berlin. Damals

habe ich in einem Loft in Kreuzberg gewohnt, mit zwei

anderen Jungs. Irgendwann klopfte es an der Tür und

ein gewisser Nick Cave stand davor. Völlig abgebrannt,

wirklich am Ende. Damals war er in der Band Birthday

Party, heute heißt sie ja Nick Cave and the Bad Seeds. Er

stand jedenfalls vor der Tür und sagte: „Ich komme auf

Empfehlung eines Freundes, kann ich eine Woche bei

euch pennen?“ Nick Cave blieb nicht eine Woche, sondern

ein Jahr.

In der Zeit habe ich mein erstes Drehbuch für einen szenischen

Film geschrieben, der nie realisiert wurde. Und

ich war auch schon ein bisschen angefressen von der

Filmemacherei im dokumentarischen Bereich. Finanziell

gesehen war es immer ein haarscharfes Vorbeischlittern

an der Selbstausbeutung. Nick Cave hat mich irgendwann

gefragt, ob ich nicht Bock hätte, mit ihm auf

Deutschlandtournee zu gehen. Damals hatte ich schon

Erfahrung als Tontechniker bei der Band Die Haut. Also

bin ich mit Nick Cave auf Tournee gegangen, habe die

Jungs im VW-Bus von A nach B gefahren, den Soundcheck

am Nachmittag gemacht und am Abend das Konzert

gemischt. Am nächsten Morgen war ich dafür zuständig,

sie einigermaßen menschlich zu kriegen und

Frühstück in sie hinein zu prügeln, um schnell wieder

on the road zu sein. Es war Wahnsinn, sprichwörtlich

Sex and Drugs and Rock ‚n‘ Roll.

119


DOZIERENDE IM PORTRÄT

Das alles und der Umstand, dass ich sieben Jahre lang

für einen Tonmeister aus der ehemaligen DDR gearbeitet

habe, hat mich peu à peu zum Ton geführt.

Das ist eine Reise, würde ich sagen!

(lacht) Es ist eine Reise, ja! Wir sprechen über Zeiten,

da ist man in eine Bar in der Nürnberger Straße in Berlin

gegangen, die hieß Dschungel. Und es war durchaus

nicht einmal, sondern zehn Mal der Fall, dass zu meiner

Rechten David Bowie und mir gegenüber Iggy Pop saßen

und später dann Leute von Depeche Mode und so weiter.

Wir waren eine große Community.

alle, wie wichtig der Ton ist beim Film. Ein wesentlich

mehr gehörter Mensch als ich, David Lynch, hat mal gesagt:

“Sound is fifty, sixty, seventy percent of a film, sometimes

more“. Und es ist wahr. Neben dem Visuellen

spielen die Geräusche, das Drumherum, eine entscheidende

Rolle. Viele Töne möchte ich größer machen,

möchte ich bewusst machen für den Zuschauer. Und solange

uns das gelingt, liefern wir, glaube ich, gute Arbeit

ab und tragen zur Wirkung eines Films bei. Jeder Film ist

so wichtig wie der nächste.

Du hast ja gerade davon gesprochen, was die Studierenden

von dir lernen können. Was kannst du im Umkehrschluss

von den Studierenden lernen?

Deine Faszination trägst du ja auch als Dozent an die

Studierenden weiter.

(lacht) Ich hoffe es sehr!

Was ist das Wichtigste, das sie bei dir lernen?

Motivation, Kommunikation, Teamarbeit. Was wir machen,

ist keine rein technische Arbeit. Unser Job besteht

aus 50 Prozent technischem Knowhow. Ich muss

schon wissen, wie ein Rekorder funktioniert, oder wie

man verkabelt und angelt. Aber die anderen 50 Prozent

sind psychologisch. Da geht es um Kommunikation. In

jeder Gruppe, ob 30, 60 oder 120 Leute, sind garantiert

ein oder zwei dabei, die ich nicht ignorieren kann. Wir

müssen lernen zusammenzuarbeiten, auch ohne Neurosen

und andere Befindlichkeiten, auf Augenhöhe und

mit Respekt für das Gegenüber.

Und das andere große Anliegen ist, tatsächlich eine Art

Passion zu entwickeln für jedes Projekt. Wir wissen

120

Super Frage. Alles, alles! Ich lerne Offenheit. Ich lerne

Menschlichkeit. Ich lerne auch, mich selbst zu reflektieren,

wie ich mal war, mit welchen Unsicherheiten

ich zu kämpfen hatte, welche Zweifel und welche noch

nicht festgefahrenen Ansichten ich hatte. Ich lerne ständig.

Es ist manchmal wirklich so, dass ich das Gefühl habe,

ich lerne mehr von den Studierenden als sie von mir.

Ich finde das toll. Es ist emotional immer wieder wahnsinnig

befriedigend und rührend sogar, mit welcher Offenheit

und mit welchem Vertrauen Leute auf mich zukommen.

Ich kann natürlich Erfahrung weitergeben, ich kann

technisches Knowhow weitergeben und eine gewisse Sicherheit

im Umgang mit anderen Menschen. Dafür erweitere

ich meinen Horizont. Den allerneuesten Hype

kriege ich durch die Studierenden mit, weil die natürlich

viel breiter aufgestellt sind als ich. Das sind ganz kostbare

kleine Geschenke, die man immer wieder bekommt.

Bleiben wir noch kurz an der AKA. In deinen 23 Jahren

Lehrtätigkeit hast du ja einiges miterlebt. Welches Ereignis

hat sich in dein Gedächtnis eingebrannt?

Eingebrannt hat sich für mich die Gründung der Ton-Abteilung.

Dieser kostspielige Bau eines Filmmischstudios

mit allem Drum und Dran, die spätere Aufrüstung zu

Dolby Atmos, die Filmmusikmischung, die DAWs hier

auf unserer Etage.

Und die eine oder andere „Ehrliche Wurst“ (das jährliche

Hoffest an der FABW, Anm. d. Red.) bleibt mir für

ewig in Erinnerung. Einfach zusammen zu sein, ein Bier

zu trinken, zu quatschen und auch mal über die Stränge

zu schlagen, gehört ja auch dazu.


Playback, Pro Tools am Set, und und und. Also 1.000 Sachen,

die man normalerweise am Set nicht auch noch

mit verwalten muss. Ich konnte mein Team erweitern,

es gab jede Menge laute Musik auf den Ohren und dabei

aber auch noch einen Handlungsstrang und Dialoge,

teilweise Laiendarsteller. Es war in jeder Beziehung herausfordernd,

aber cool!

Filmton-Seminar mit ukrainischen Foley Artists

Wenn wir jetzt mal auf dein Leben außerhalb des Dozentendaseins

schauen: Du hast schon bei einigen nationalen

und internationalen Kino- und Fernsehproduktionen

mitgewirkt. Was war in der Hinsicht dein bisher

größter Erfolg?

Erfolg misst man ja nach Preisen oder Auszeichnungen.

Ich habe zweimal den Deutschen Fernsehpreis gewonnen.

Für die Serie HOMELAND waren wir für den

Cinema Audio Society (CAS) Award nominiert, haben

ihn aber nicht bekommen. In Konkurrenz zu uns stand

GAME OF THRONES. Aber für die zweite Staffel DAS

BOOT habe ich eine Auszeichnung bekommen.

Auch für meinen eigenen Dokumentarfilm IDENTY

KID. Ich bin in den USA mit einem Stiefvater und einer

großen Lüge aufgewachsen. Im zarten Alter von 35 habe

ich dann einen Dokumentarfilm darüber gemacht, wie

ich meinen leiblichen Vater suche. Ein Jahr vor meiner

Ankunft bei ihm mit Kamera und Ton ist er aber leider

gestorben. Ich habe ihn nicht kennengelernt, aber der

Dreh war ein großes Ereignis.

An welchem Projekt arbeitest du aktuell?

Ich drehe gerade (als Tonmeister) die Science-Fiction-Serie

TENDER HEARTS. Futuristisch, philosophisch, mit

Happy End. Was will man mehr? Meine Energie, mein

Herz, meine Aufmerksamkeit stecken da drin und ich

hoffe, es bleibt noch eine Weile so (lacht).

Hast du eine neue Herausforderung bei diesem Projekt

entdeckt?

Letztes Jahr stand ich vor einer Herausforderung, als ich

die Hip-Hop-Serie ALMOST FLY gedreht habe. Musik

war schon immer mein Metier und auch Hip-Hop ist

mir nichts Unbekanntes. Technisch war es aber eine gewaltige

Herausforderung, weil ich mich quasi von heute

auf morgen auf voll digital eingestellt habe, um den

Anforderungen des Drehs gerecht zu werden. Multiples

Ich hätte jetzt noch eine letzte Frage und dann würde

ich dir nochmal kurz die Bühne überlassen, um etwas

zu ergänzen.

Sag nicht die Bühne überlassen, sonst fange ich an zu

singen.

Man munkelt ja, dass du eine Leidenschaft hast fürs Verkleiden.

Was steckt dahinter?

Ich war mal Schneewittchen, Putzfrau, Zauberer, Trump,

die Müllabfuhr. Aber ich bin kein Verkleidungsfetischist

und habe auch keine Perückensammlung zuhause (lacht).

Nur einmal im Jahr habe ich diese Leidenschaft beim ersten

Pitch des Jahres, da sind ja mehr oder weniger alle

versammelt. Meine kleinen Auftritte dienen einzig und

allein als Vehikel, um allen nochmal ins Bewusstsein zu

rufen, dass es uns Filmtonleute gibt. Alle wollen immer

nur das Bild sehen. Aber wir sind nicht dafür da, die Karre

aus dem Dreck zu ziehen, wenn sie schon drinsteckt.

Wir wollen am kreativen Entstehungsprozess aktiv teilnehmen,

direkt am Set, und nicht erst in der Postproduktion.

Das ist mein Versuch, irgendwie haften zu bleiben.

Ich warte schon auf meinen nächsten Auftritt…

Das Gespräch führte Valentina Keller

121


STECKBRIEF

PRODUKTION

1

STUDIENKOORDINATION

Tonyslav Tony Bozic

2

LEITENDE DOZIERENDE

Prof. Gloria Burkert

3

DOZIERENDE

Prof. Christian Rohde, Oliver

Dressnandt, Felix Eisele, Tobias

Pausinger, Julia Wagner

4

PROJEKTBETREUUNG

Wolfgang Kerber, Philipp Maurice

Raube, Thomas Siegle

5

WIE VIELE STUDIERENDE

PRO STUDIENJAHR?

Fünfzehn

6

WAS SOLLTEN BEWERBER*INNEN

MITBRINGEN?

Kreativität, Biss,

Interesse an der Welt.

7

WARUM IST DIE FILMAKADEMIE

DER IDEALE ORT FÜR EIN

STUDIUM?

Der Campus ermöglicht größtmöglichen

Fokus und das stärkste

Netzwerk.

8

WAS LERNEN

DIE STUDIERENDEN HIER?

Wie werde ich ein(e) starke Produzent*in

mit starker Persönlichkeit?

9

MYTH BUSTING:

WAS LERNT MAN HIER NICHT?

Rührei für 60 Personen zubereiten.

10

ONE COOL FACT ABOUT...

Den Studiengang Produktion

gibt es seit Gründung der

Filmakademie.

11

MOTTO

„Wer wenig denkt, der irrt viel.“

Leonardo da Vinci

122


REGIE 2 / ANIMATION

1

STUDIENKOORDINATION

Martin Schmidt & Verena Fels

2

PROJEKTBETREUUNG

Martin Schmidt & Verena Fels

3

LEITENDE DOZIERENDE

Martin Schmidt & Verena Fels

4

WIE VIELE STUDIERENDE

PRO STUDIENJAHR?

Maximal 8 pro Semester

5

WAS SOLLTEN DIE

STUDIERENDEN MITBRINGEN?

Die Studierenden der Regie 2

Animation haben Lust, sich auszuprobieren,

sind neugierig, ihren

eigenen Blickwinkel zu erweitern,

haben den Mut, Wagnisse einzugehen

und erkunden persönliche

Themen. Und nicht zu vergessen:

Sie haben Spaß an der Animation.

6

WARUM IST DIE FILMAKADEMIE

DER IDEALE ORT FÜR EIN

STUDIUM?

Im Zentrum der Regie 2 /

Animation steht die Gestaltung

eines eigenen Projektes. Innerhalb

von 32 Wochen haben die

Studierenden die Möglichkeit,

kurze Animationsfilme, Games

und Mixed-Media-Formate in

künstlerischer Eigenverantwortung

zu realisieren. Bei der Themenwahl

haben die Studierenden alle

Freiheiten ( je persönlicher, desto

besser).

7

WAS LERNEN

DIE STUDIERENDEN HIER?

Erstellen von und Arbeiten mit

dem Animatic. Die technischen

Ressourcen sind in der Regie 2 /

Animation sehr begrenzt. Man

muss seine eigenen künstlerischen

Umsetzungswege finden, was

wiederum ein Gewinn ist.

8

MYTH BUSTING:

WAS LERNT MAN HIER NICHT?

Arbeiten in einer technikorientierten

Produktionsumgebung.

9

ONE COOL FACT ABOUT...

Viele filmische Versuche, die

zunächst als gescheitert betrachtet

wurden, haben am Ende große

Erfolge gefeiert.

10

MOTTO

Das filmische Experiment steht im

Mittelpunkt.

123


FABW INSIDE: MEET THE STAFF

„Ich habe kein Netflix,

weil ich weiß, das würde

nicht gut ausgehen”

124


Ein Gespräch mit Marika Köpf

IM APRIL 2020 STIESS MARIKA KÖPF ALS

LEITERIN DES FINANZ- UND RECHNUNGS-

WESENS ZUM TEAM DER FILMAKADEMIE

BADEN-WÜRTTEMBERG. ZUM JANUAR 2022

HAT SIE DIE VERWALTUNGSLEITUNG ÜBER-

NOMMEN. EINEN WEITEN WEG MUSSTE SIE

DABEI GEOGRAFISCH NICHT ZURÜCKLEGEN:

VON 2007 BIS 2020 WAR SIE AN DER NUR

EINEN STEINWURF ENTFERNTEN AKADEMIE

FÜR DARSTELLENDE KUNST (ADK) TÄTIG,

EBENFALLS ALS VERWALTUNGSLEITERIN.

Liebe Marika, bring uns doch bitte mal kurz Deinen beruflichen

Werdegang bis zur ADK näher.

Tatsächlich habe ich hier in Ludwigsburg angefangen.

Mitte der 80er Jahre habe ich eine Ausbildung im gehobenen

Verwaltungsdienst an der Fachhochschule gemacht.

Das Ludwigsburg von heute ist mit jenem von

damals nicht zu vergleichen. In jener Zeit war Ludwigsburg

noch ein Ort, wo man dachte: Nichts wie weg hier!

Das Marstall Center war die Attraktion der Stadt. Straßencafés

so wie heute gab es z.B. gar nicht. Hinzu kam,

dass es sich eher um eine Pendler-Hochschule handelte.

Man lebte also nicht in Ludwigsburg, oder nur für

zwei Monate im Studierendenwohnheim und danach

war man ja wieder in den Ausbildungseinrichtungen.

Das war mein Einstieg ins Berufsleben.

Bist Du also Ur-Ludwigsburgerin?

Nein, ursprünglich komme ich aus dem Alb-Donau-

Kreis, aus einem kleinen Ort zwischen Ulm und Blaubeuren.

Aber ein Landeskind bin ich. Tatsächlich habe

ich immer an den Rändern von Baden-Württemberg gelebt:

bei Ulm, in Konstanz, eine Zeit in Mannheim. Nur

den Schritt über die Landesgrenze hinaus habe ich nie

gemacht. Mit Wohnen in Stuttgart und Arbeiten in Ludwigsburg

bin ich nun in der Mitte des Landes angekommen.

Und wie ging es nach der Fachhochschule weiter?

Anschließend bin ich nach Konstanz gegangen, habe

dort an der Universität Verwaltungswissenschaften studiert.

Von dort ging es dann ins klassische Berufsleben.

Meine erste Station war im Staatsministerium im

Europareferat. Danach bin ich zur MFG Medien- und

Filmgesellschaft gewechselt und hatte dort zum ersten

Mal einen beruflichen Bezug zum Film. Die MFG war die

neu gegründete Filmförderungseinrichtung des Landes,

mit den zwei Geschäftsbereichen Filmförderung und

Medienentwicklung. Dort war ich vier Jahre lang tätig,

damals noch im Friedrichsbau. Ich habe aufgehört, bevor

der Umzug ins Bosch Areal anstand. Den Umzug habe

ich also nicht mehr begleitet.

Von der MFG bin ich dann an die Volkshochschule in

Stuttgart gewechselt. Eine total bunte, umtriebige Einrichtung,

die natürlich alle möglichen Bereiche abdeckt.

Dort war ich sieben Jahre. Und dann gab es auf einmal

die Möglichkeit, wieder ins schöne Ludwigsburg zu

wechseln, durch die Gründung der ADK. Das war eine

Gelegenheit, wie man sie nur einmal im Leben bekommt:

Da wird eine Einrichtung nicht nur gegründet,

sie wird neu gebaut. Ich hatte also die Chance, von

Anfang an dabei zu sein, vom Baggerbiss für den Theaterturm

bis zum Anlegen der Wiese und der Aufnahme

des ersten Jahrgangs von Studierenden und, parallel dazu,

die internen Strukturen zu schaffen. Das ist schon etwas

sehr Besonderes. Deshalb habe ich auch nicht gezögert,

diese Aufgabe zu übernehmen. Zumal ich den

künstlerischen Bereich schon immer auch privat sehr

mochte und ich es außerordentlich spannend fand, ihn

von der Ausbildungsseite kennenzulernen.

Bis zum Einzug in die eigentlichen Gebäude hatte ich

mein erstes Büro ja sogar in der Filmakademie auf dieser

Etage samt einer E-Mail-Adresse, die dieselbe war wie

jetzt auch wieder.

Dann kanntest Du verschiedene Menschen und einige

Abläufe an der Filmakademie ja schon, zumal FABW und

ADK in verschiedenen Bereichen miteinander kooperieren.

Was hat Dich letztlich bewogen, den Schritt auf die

andere Seite des Akademiehofs zu wagen?

Bei der ADK war ich 13 Jahre. Das waren aufregende,

spannende Jahre. Nach so einer langen Zeit stellt sich

aber irgendwann die Frage: Mache ich das weiter oder

suche ich nochmal eine neue Herausforderung? Und

dann gab es die Möglichkeit, an die Filmakademie zu

wechseln. Natürlich habe ich überlegt. Du gibst ja etwas

Vertrautes auf und lässt dich auf was Neues ein. Aber es

war einfach der richtige Zeitpunkt, nochmal den Schritt

125


FABW INSIDE: MEET THE STAFF

in etwas Neues zu wagen. Und die Filmakademie war

mir ja auch nicht fremd. Es gab schon immer eine Zusammenarbeit.

Aber sie im Inneren kennenzulernen und

mitwirken zu können, sowie den Faden zum Film wieder

aufgreifen zu können, das finde ich großartig.

Gibt es Themen oder Herausforderungen an der FABW,

mit denen Du vorher nicht unbedingt gerechnet hattest?

Was nicht auf dem Plan stand, war mein Wechsel mitten

im Lockdown. Ich habe am 1. April angefangen und eine

geschlossene Filmakademie vorgefunden bzw. rundherum

war ja alles geschlossen. Das war schon nicht so

einfach. Was mir geholfen hat, war die Möglichkeit, ins

Büro kommen zu können. Das hat uns von vielen anderen

Einrichtungen unterschieden, die komplett die

Schotten dicht gemacht hatten. Wenn ich mir vorstelle,

ich wäre zuhause gesessen, an einem neuen Arbeitsplatz,

den ich nicht mal irgendwie erfühlen kann. Ich glaube,

das wäre ganz, ganz schlimm geworden. Als Folge der

Corona-Krise erlebe ich erst jetzt langsam den Echt-Betrieb,

nach über zwei Jahren. Es ist immer lustig, wenn

Kollegen kommen und sagen: „Na ja, so wie wir das immer

machen.“ Aber was ist wie immer? Das könnt ihr

euch gar nicht vorstellen. Jeder denkt: Sie ist doch schon

so lange da. Aber tatsächlich erlebe ich gewisse Abläufe

jetzt zum ersten Mal.

Einrichtung sowie ein hochmotiviertes Team – das alles

finde ich an der Filmakademie.

Wo siehst Du in Deinem Arbeitsbereich die größten Herausforderungen

für die FABW in den kommenden Jahren?

Die beiden letzten Jahre haben gezeigt, dass manche Herausforderungen

plötzlich auf einen zukommen und

fordern: Corona-Krise, gefolgt vom Ukraine-Krieg, und

jetzt stecken wir mitten in der Energiekrise. Das wird

vermutlich noch nicht alles gewesen sein. Diese Krisen

und gesellschaftlichen Herausforderungen treffen natürlich

auch uns hier an der FABW. Manche weniger stark

ausgeprägt, aber letztlich sind das Dinge von außen, denen

wir uns stellen müssen, teilweise in raschen, bis dato

nicht gekannten Reaktionszeiten. Insofern ist sicher

eine große Herausforderung, die vor uns liegt, mit den

Unsicherheiten unserer Zeit umzugehen.

Und von innen betrachtet wird der demografische Wandel

eine große Herausforderung. Wenn ich mir unsere

Personalstruktur ansehe, stehen wir vor einem Generationswechsel,

den wir rechtzeitig und mit Augenmaß zusammen

gestalten müssen. Da geht auch enormes Wissen,

das natürlich in keiner Akte steht. Das haben die

Menschen jahrelang gelebt. Das festzuhalten und weiterzutragen,

wird uns hier alle fordern.

Was macht für Dich den besonderen Reiz der Arbeit

an der Filmakademie aus?

Reizvoll sind für mich immer wieder die Menschen. Ich

arbeite gern mit Menschen, ich arbeite auch gern im

Ausbildungsbereich, wo man Menschen helfen kann, ihre

Träume zu erfüllen. Das finde ich etwas ganz Besonderes

und deshalb finde ich diese Einrichtung und diesen

Campus einfach großartig. Bei meiner Entscheidung für

den Weggang von der ADK war mir deshalb immer klar,

dass der nächste Job etwas mit Ausbildung, mit Kunst

zu tun haben muss. Ich könnte mir nicht mehr vorstellen,

in einer klassischen Verwaltung oder in einem industriellen

Betrieb zu arbeiten. Da geht einem doch das

Herz auf, wenn du die Korken knallen hörst nach den

Diplomprüfungen. Und dann siehst du die Erstsemester,

die ihre Filme im Kino zeigen und siehst sie vier oder

fünf Jahre später und welche Entwicklung sie genommen

haben. Das finde ich einfach schön und besonders,

die Studierenden in dieser Entwicklung unterstützen zu

können. Dazu gehören für mich auch eine gute Organisation

und Verwaltung als Basis einer erfolgreichen

126

Was die äußeren Einflüsse angeht, müssen wir erstmal

kurzfristig schauen, was der Herbst bringt. Gleichzeitig

müssen wir als Einrichtung aber auch immer langfristig

planen. Energie wird teurer, unsere Ausbildung ist

sehr energieintensiv. Was heißt das? Wie gehen wir damit

um? Stichwort Nachhaltigkeit. Das Thema liegt ja

auf dem Tisch. Genauso wie Chancengleichheit und Diversität.

In all diesen Bereichen ist die Filmakademie ja

schon aktiv und sogar oft einen Schritt voraus. Das wird

unser Ziel bleiben müssen, diese Dinge weiter voranzubringen.

Ich bin auch davon überzeugt, dass dadurch,

dass wir in einem jungen, kreativen Umfeld tätig sind,

die Themen auch von dort zu uns rüberkommen. Eine

große Umfrage unter den Studierenden hat z.B. ergeben,

dass das Thema Diversität sie umtreibt. Und dann ist das

irgendwann auch ein Verwaltungsthema – zum Glück.

Was ist denn deine Sicht der Dinge?

Ich versuche mich gerade daran zu gewöhnen und damit

umzugehen, dass wir viele Aspekte unseres persönlichen

Lebens nicht mehr steuern können. All das,

was in den letzten zwei Jahren passiert ist – Corona, der


Ukraine-Krieg und seine Auswirkungen, mit denen wir

jetzt zu kämpfen haben. Und natürlich der Klimawandel…

Ja, die Sicherheiten, die wir scheinbar vor drei Jahren

noch hatten, sind bis ins Mark erschüttert.

nicht. Ich brauche meine Trennung: Hier ist mein Arbeitsplatz,

dann gehe ich nach Hause. Zum Sport gehe

ich nach draußen und ins Kino gehe ich auch nach draußen.

Es ist einfach ein anderes Erlebnis. Andere Räume

bringen eine andere Wahrnehmung, das finde ich wichtig

und spannend.

Auch unsere bisherigen Gewohnheiten ändern sich

zwangsläufig. Es ist schon eine sehr herausfordernde

Zeit.

Und das gilt sowohl privat wie auch beruflich. Diese

Themen fordern einen ja auch privat heraus. Vorher

haben uns auch viele Themen gefordert: Brandschutz,

Arbeitssicherheit, Datenschutz, Compliance etc. Dafür

musstest du neue Strukturen aufbauen und du musstest

sie in deine Arbeit integrieren. Aber das hat uns ja nicht

so tief menschlich betroffen. Das waren bürokratische

Dinge. Das, was uns jetzt seit zweieinhalb Jahren betrifft,

das ist zum einen betrieblich, aber genauso gut privat relevant.

Das ist eine neue Situation, die es für uns alle anstrengender

macht.

Was war der letzte Film, den du im Kino gesehen hast?

Das kann ich dir genau sagen. Es war TOP GUN –

MAVERICK. Ich erinnere mich noch gut an die 80er

Jahre, als der erste Film rauskam. Als dann die Werbung

für den zweiten kam, war klar: Ich gucke mir diesen Maverick

an – 38 Jahre später. Und ich fand ihn okay. Ich

mochte auch den letzten SPIDER-MAN. Aber bei TOP

GUN denke ich, das ist halt noch ein „klassischer“ Film.

Bei SPIDER-MAN weißt du ja gar nicht mehr, welche

Bilder real sind und welche nicht. Auf der FMX habe

ich gehört, dass Tom Holland nicht ein einziges Mal diesen

Spider-Man-Anzug anhatte. Und bei Tom Cruise war

ich mir sicher, dass er seinen Pilotenanzug getragen hat

(lacht).

Kommen wir mal zu etwas Positivem: Was machst Du als

Ausgleich in Deiner Freizeit? Hast Du Hobbies?

Ich bewege mich gerne draußen, aktiv sein ist mein Ausgleich.

Im ersten Corona-Jahr habe ich zu gärtnern angefangen.

Mit mehreren Leuten teile ich mir einen Garten.

Diese Arbeit erdet im wahrsten Sinne des Wortes und es

ist eine riesengroße Freude, wenn der Wettlauf mit den

Schnecken gewonnen wird. Ich treffe mich gerne mit

Familie und Freunden, gehe gerne ins Theater und Kino

oder lese ein Buch. Und ich genieße die langen Sommerabende.

Wie nah ist Dir das Thema Film? Gehst Du oft ins Kino?

Oder betreibst Du zuhause Serien-Binge-Watching?

Ich bin ein Serien-Junkie. Deswegen habe ich auch kein

Netflix, weil ich weiß, das würde nicht gut ausgehen. Da

kenne ich mich zu gut. Ich kann auch nicht nur eine Serie

gucken. Ich bin ja noch ein Kind des linearen Fernsehens.

Da hattest du früher eine Folge von 45 Minuten

und dann kam die nächste eine Woche später. Mit CDs

oder DVDs fing es dann schon an, schwierig zu werden

(lacht). Also ja, ich gucke gerne Serien, auch Filme. Eine

große Leinwand im Kino ist schon ein Erlebnis. Und

dieser Trend, alles ins Zuhause zu verlegen, Home Office,

Home Entertainment, Home Sports – das bin ich

Hast Du einen absoluten Lieblingsfilm?

Ich glaube, jede Lebensphase hat so ihre Filme, die einen

irgendwie ansprechen. Mein Start ins Kinoleben

waren die STAR WARS-Filme in den Siebzigern und

Achtzigern, die mich bis jetzt begleiten. Ich kann diese

drei Filme einfach immer wieder gucken. Die neue

Trilogie finde ich auch okay. Die Episoden 1-3 sind mir

zu düster und verbissen, denen fehlt der Esprit. Mit

der mittleren Trilogie fing jedenfalls alles an. Ich würde

nicht unbedingt sagen, sie sind meine Lieblingsfilme,

aber sie haben einen besonderen Stellenwert.

Und dann kamen eben immer wieder Filme dazu, an

die ich mich gerne erinnere. Diese ganzen Musikfilme

wie FOOTLOOSE oder DIRTY DANCING, das war ja ein

neues Genre. Dann Anfang der Neunziger GRÜNE TO-

MATEN und THELMA UND LOUISE, die ich während

meines Auslandsaufenthalts in den USA gesehen habe.

Meine ersten Filme im Original. Weihnachten schaue ich

jedes Jahr IST DAS LEBEN NICHT SCHÖN, auch wenn

er zu schon fast unmenschlichen Zeiten spät nachts ausgestrahlt

wird. Insofern ist das der Film, den ich bisher

am häufigsten gesehen habe.

Das Gespräch führte Andreas Friedrich

127


Projekte aus Serien Producing:

RUHRPOTT DADDYS...

128


...und DIGITAL INVESTIGATIONS

129


STECKBRIEF

REGIE 2

SZENISCHER FILM - DOKUMENTARFILM

- WERBEFILM

1

STUDIENKOORDINATION

SZEN+DOK

Silke Harten-Preiss

STUDIENKOORDINATION

WER

Olivia Marten

2

PROJEKTBETREUUNG

SZEN+DOK

Silke Harten-Preiss

4

WIE VIELE STUDIERENDE

PRO STUDIENJAHR?

15-18

5

WAS SOLLTEN DIE

STUDIERENDEN MITBRINGEN?

Gestaltungswillen.

Neugierde.

Die Bereitschaft, die eigene

„Komfortzone“ zu verlassen und

Dinge neu zu sehen.

7

WAS LERNEN

DIE STUDIERENDEN HIER?

Das kreative Werkzeug, um die

eigene künstlerische Handschrift

zu entwickeln.

8

MYTH BUSTING:

WAS LERNT MAN HIER NICHT?

Eingefahrene, vermeintlich sichere

Erfolgsrezepte.

PROJEKTBETREUUNG

WER

Olivia Marten

3

LEITENDE DOZIERENDE

Szenischer Film:

Prof. Christian Wagner u.a.

Dokumentarfilm:

Prof. Michael Möller,

Andrea Roggon

Werbefilm: Michael Rösel u.a.

6

WARUM IST DIE FILMAKADEMIE

DER IDEALE ORT FÜR EIN

STUDIUM?

Weil die Filmakademie

Baden-Württemberg wie kaum eine

andere Filmhochschule Teamarbeit

als enge und gleichberechtigte

Zusammenarbeit aller Gewerke

fördert und fordert. Dies ist eine

wichtige Voraussetzung für den

späteren Erfolg im Berufsleben.

9

ONE COOL FACT ABOUT...

… Ludwigsburg: es ist nicht so

langweilig wie sein Ruf.

10

MOTTO

Augen auf und entdecken!

130


SERIEN PRODUCING

1

STUDIENKOORDINATION

Michael Rösel

2

PROJEKTBETREUUNG

Michael Rösel

3

LEITENDE DOZIERENDE

Prof. Joachim Kosack

Manuel Meimberg

4

WIE VIELE STUDIERENDE

PRO STUDIENJAHR?

4 Produktions-Studierende

+ X Drehbuch-Studierende

6

WARUM IST DIE FILMAKADEMIE

DER IDEALE ORT FÜR EIN

STUDIUM?

Wir sind bundesweit nach wie

vor die einzige Filmhochschule,

die nicht nur Serien konzipiert,

sondern auch produziert – zumindest

Pilotfilme oder Testimonials

davon.

7

WAS LERNEN

DIE STUDIERENDEN HIER?

Serien in einem Writers Room zu

konzipieren und den verantwortungsvollen

Umgang mit anderen

Kreativen – im besten Sinne:

Showrunning!

8

MYTH BUSTING:

WAS LERNT MAN HIER NICHT?

Kaffee kochen und Brötchen

schmieren.

9

ONE COOL FACT ABOUT...

Zwei unserer Absolvent*innen,

Tobias Gerginov und Charlotte

Groth, produzieren gerade die

Verfilmung des Bestsellers „Der

Schwarm“.

10

MOTTO

Teamwork

5

WAS SOLLTEN BEWERBER*INNEN

MITBRINGEN?

Drehbuch-Autor*innen: Lust auf

Geschichten. Lust auf Serien. Ein

Interesse am deutschen Serienmarkt,

der durch Streaming-Portale

gerade einen zweiten Frühling

erlebt.

Producer*innen: die Bereitschaft,

gemeinsam mit Drehbuch-Autor*innen

kreative Konzepte zu

entwickeln.

131


DREHBERICHT

„Film heißt Kampf”

von Lotta Pommerien

132


Über einen Dreh auf der Kanalinsel Guernsey in Zeiten einer Pandemie

DAS TITELGEBENDE ZITAT VON FILMAKA-

DEMIE-DIREKTOR THOMAS SCHADT

BESCHREIBT TREFFEND DIE FOLGENDEN

EREIGNISSE: ALLES BEGINNT IM DEZEM-

BER 2019, ALS ICH AN EINEM RUHIGEN

ABEND EINEN FILM MIT LEICHTEREM INHALT

SCHAUEN WILL. EIN BISSCHEN ROMANTIK,

ABER NICHTS, ÜBER DAS ICH MIR DANACH

DEN KOPF ZERBRECHEN MÜSSTE. NACH

ETWAS SUCHEN AUF DEN EINSCHLÄGIGEN

PLATTFORMEN ENTSCHEIDE ICH MICH FÜR

'DEINE JULIET'. EINE ENTSCHEIDUNG, DIE

MICH DIE NÄCHSTEN ZWEI JAHRE MEINE

NERVEN UND GEDULD KOSTEN WIRD.

In DEINE JULIET geht es um eine junge Autorin nach

dem Zweiten Weltkrieg, die von einem Buchclub auf

Guernsey erfährt. Dieser Buchclub hatte den Mitgliedern

schöne Stunden während der deutschen Besatzung

beschert. Von da an bin ich wie gefesselt:

1. Ich kenne weder die Insel Guernsey noch die anderen

Kanalinseln wie Jersey, Sark und Alderney.

2. Ich weiß nicht, dass diese Inseln zur englischen Krone

gehören, obwohl sie kurz vor Frankreich liegen.

3. Ich weiß nicht, dass die Inseln im Zweiten Weltkrieg

von der Wehrmacht besetzt wurden, um von dort England

anzugreifen. Und dabei zu „Hitlers Atlantikwall“

ausgebaut wurden.

Die nun folgende Recherche tiefer auszuführen, wäre

wohl nicht sonderlich spannend. Kurz gesagt: Ich finde

ein spannendes Thema, schreibe ein Exposé zu dem

Film, bekomme die Förderung der LBBW (ohne die ich

das Projekt längst hätte aufgeben müssen) und mache

mich im März 2020 auf den Weg nach Guernsey zu einer

Recherchereise. Bis dahin verläuft alles glatt. Bis dahin.

Dann bricht Covid aus.

15. März 2020: Ich stehe morgens um 6 Uhr an der Fähre

in St. Malo und die Grenzbeamtin bittet uns, nicht zu

fahren. Sie sei sich sicher, dass der Fährbetrieb bald eingestellt

werde. Und so kommt es auch. Wir fahren zum

Glück nicht, sondern machen uns wieder auf den Heimweg,

1300 km zurück nach Deutschland. Wir verschieben

den eigentlich für Mai 2020 geplanten Dreh. Monat

um Monat, bis in den Juli 2021.

Juli 2021: Die Welt ist bis dahin eine andere. Ich bin vollständig

geimpft, Hannah (meine Kamerafrau) und Bjarne

(„the Sound Guy“) jeweils einfach. Der elektronische

Projektordner ist genehmigt, ein Hygienekonzept entwickelt

und durchgesprochen. Ich stehe in regem Kontakt

mit dem Gesundheitsministerium auf Guernsey. Das

Problem: Deutschland hat eine Inzidenz unter 30, was

für die Einreise bedeutet, dass man einen PCR-Test machen

und sich dann selbst isolieren muss bis zum negativen

Ergebnis (Kategorie 2 in Guernseys System). Frankreich

aber, durch das wir zwangsläufig fahren müssen,

um nach St. Malo zur Fähre zu kommen, hat eine Inzidenz

über 30. Deshalb muss man sich eine Woche isolieren

und zu Beginn und am Ende zwei PCR-Tests machen

133


DREHBERICHT

(Kategorie 3). Nach viel Warteschleifenmusik und einigen

verlorenen Nerven bekomme ich eine E-Mail vom

Gesundheitsamt, dass wir als Transit gelten könnten,

wenn wir erst auf der Fähre unser Auto verlassen würden

und somit nur bis zum Erhalt des ersten PCR-Tests

in Quarantäne bleiben müssten. Ich buche also die Fähre

für den 28. Juli und ein Quarantänehotel auf Guernsey

(nicht alle Hotels bieten das an) für drei Tage.

Montag, 19. Juli 2021: Wir leihen die Technik aus.

Mittwoch, 21. Juli 2021: Ich zeige diese beim Zoll vor für

mein Carnet (Zolldokument, Anm. d. Red.).

Oben: Abfahrt in St. Malo

Unten: Warten auf die Freiheit

Donnerstag, 22. Juli 2021: Ich bekomme eine neue

E-Mail von Guernseys Gesundheitsamt. Die E-Mail, die

wir bekommen hatten, dass wir als Transit durch Frankreich

fahren dürfen, sei hinfällig. Die Inzidenz sei zu

hoch dort, sie könnten das nicht verantworten, wir bekämen

keine Ausnahmegenehmigung. Das zusätzliche

Problem: Frankreichs Inzidenz ist mittlerweile über 100

gestiegen, was neue Regeln für eine Einreise in ein anderes

Land bedeutet: zwei Wochen Selbstisolation (Kategorie

4). Am Telefon sagt man mir, dass diese neuen Regeln

wahrscheinlich am kommenden Freitag in Kraft treten

werden. Zwei Wochen Quarantäne würden das Aus für

das Projekt bedeuten, an dem ich anderthalb Jahre gearbeitet

habe.

Freitag, 23. Juli 2021: Ich erfahre: Frankreich ist doch

noch nicht hochgestuft worden, erst am Montag werde

Kategorie 4 gelten. Ich rufe Bjarne und Hannah an:

„Sonntag oder gar nicht, das heißt Samstagabend los.“

Also buche ich die Fähre für Sonntag, fülle Corona-Formulare

aus und bezahle PCR-Tests für unsere Einreise.

Das Problem ist nun noch das Hotel. Nicht alle Hotels

bieten Selbstisolation an und wir brauchen eins für eine

Woche. Außerdem ist auf Guernsey Ferienzeit und

viele Engländer sind dort (für sie gelten erstaunlicherweise

andere Einreisebestimmungen). Ich fange an, alle

Hotels durchzutelefonieren. Beim ca. fünften Hotel habe

ich Glück. Ja, sie hätten noch ein Zimmer für drei Personen

zur Selbstisolation frei.

Samstag, 24.Juli 2021: Mein Vater kommt früh mit dem

Auto, wir laden die Technik ein, ich packe irgendwann

zwischendrin noch meinen Koffer (in der Eile vergesse

ich meine Socken). Um 18 Uhr treffe ich mich mit den

134


anderen an der Aka. Wir sind uns unsicher, ob das Ganze

wirklich eine gute Idee ist. Was, wenn sie uns nach 10

Stunden Fahrt nicht reinlassen?

Aber wir fahren. Es ist eine stille Fahrt, von 3 bis 5 Uhr

schlafen wir auf einem Rastplatz hinter Paris.

Sonntag, 25. Juli 2021: Um 8 Uhr sind wir in St. Malo am

Fährenterminal. Ich gehe zum Zoll und lasse das Carnet

abstempeln (alle sind aus dem Häuschen, ein Carnet haben

sie schon lange nicht mehr gesehen). Um 11:30 Uhr

beginnt das Boarding. Wir geben der Frau am Schalter

unsere Fährdaten. Dann fragt sie nach den Impfnachweisen.

Hannah und Barne sind, wie erwähnt, zu dem Zeitpunkt

noch nicht vollständig geimpft.

“Dann könnt ihr nicht auf die Fähre,” sagt sie, “Ausreise

aus Frankreich nur bei vollständiger Impfung.”

“Aber wir haben Tests,” sage ich.

“Nur mit professionellem Grund darf man ausreisen.”

“Wir drehen einen Dokumentarfilm,” erwidere ich.

“Ob wir eine Bestätigung darüber haben?”

“Wir haben ein Carnet,” meine ich daraufhin.

Nach kurzer Diskussion akzeptieren sie das Carnet als

Bestätigung. Wir müssen uns dann noch als Fracht umbuchen

(wegen des Equipments) und 40€ mehr zahlen.

Als wir endlich vor der Fähre stehen, bin ich zittrig vor

Adrenalin. Wir fahren auf die Fähre und sitzen zwei angespannte

Stunden lang auf unseren Plätzen, dann legen

wir in Guernsey am Hafen an. Endlich, nach eineinhalb

Jahren, fahren wir auf die Insel. Die Einreise verläuft

problemlos und wir machen unsere PCR-Tests aus dem

Auto heraus.

Über diese Insel zu fahren, ist surreal. Die Straßen sind

unglaublich voll, überall sind Menschen. Wir kommen

am Hotel an, ich fülle die Kontaktdaten aus, Bjarne und

Hannah gehen aufs Zimmer. Wir bekommen Angst. Das

Zimmer ist sehr klein, wie sollen wir es da nur zu dritt

aushalten? Wir stapeln unser Gepäck, so gut es geht,

doch auf 12 m² zu dritt, Bad schon eingerechnet, bleibt

nicht viel Platz zum Leben. Wir wählen noch das Essen

für den Abend aus und dann geht sie los, unsere 7-Tage-Selbstisolation.

Oben: Quarantäne-Frühstück auf dem Zimmer

Unten: Bjarne sammelt atmosphärischen Ton

Sonntag, 25. Juli bis Samstag, 31. Juli 2021: Ich werde

oft gefragt, was wir gemacht haben in all den Tagen.

Als Erstes nur geschlafen, glaube ich. Unser Tag wurde

durch dreimaliges Klopfen an der Tür strukturiert,

immer dann, wenn neues Essen gebracht wurde. Dann

135


DREHBERICHT

"Es folgt eine sehr intensive Woche mit

teilweise 12-Stunden-Drehtagen..."

Die Sound-Library wird gefüllt

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durften wir einmal kurz die Tür öffnen und ein Tablett

mit Essen reinholen. Das WLAN funktionierte nur ordentlich,

wenn man mit dem Laptop direkt an der Tür

saß. Wer von uns einen Zoom-Call hatte, durfte dort sitzen.

Ansonsten spielten wir viel, brachten uns gegenseitig

unsere filmischen Gewerke bei, bestaunten Zaubertricks

von Hannah und halfen Bjarne beim Befüllen

der Sound Library (Pro-Tipp: Kontaktmikro an Badezimmerlüftung

hängen, das klingt echt cool). Wir machten

Sportprogramme, malten und lasen. Wir zeigten uns unsere

bisherigen Filme und sprachen über unseren Dreh.

Ja, wir haben uns gut verstanden und ja, wir kennen uns

jetzt sehr gut.

Samstag, 31. Juli 2021: Wir machen endlich unseren

zweiten Test, genießen kurz die Freiheit draußen.

Sonntag, 1. August 2021: Früh rufe ich wieder beim Gesundheitsamt

an. “Ja” - unsere Ergebnisse sind da, sie

sind negativ, die Selbstisolation ist beendet. Ich tanze

ums Auto herum, als wir zum ersten Mal wieder draußen

sind. Es folgt eine sehr intensive Woche mit teilweise

12-Stunden-Drehtagen, mit vielen Eindrücken und

besonderen Begegnungen.

Freitag, 06. August 2021: Wir fahren zum Zoll, um das

Carnet vorzubesprechen und Hannah und Bjarne machen

wieder die für die Einreise nach Frankreich nötigen

PCR-Tests. Alles scheint glatt zu laufen, Sonntag

wollen wir abfahren.

nicht fahren. Wir müssen mit ansehen, wie das Schiff,

das uns erst nicht auf die Insel bringen wollte, jetzt ohne

uns aus dem Hafen fährt.

Unser Protagonist und seine Frau nehmen uns glücklicherweise

auf. Sie werden über die Zeit unsere Guernsey-Großeltern

(was sie aber nicht gerne hören, denn sie

fühlen sich noch nicht so alt).

Montag, 09. August 2021: Wir gehen zu Condor Freight

und zahlten 350€, um uns als Fracht buchen zu lassen.

Das ist mir zu dem Zeitpunkt egal. Auch die anderen Papiere,

die ich plötzlich brauche, wie z.B. ein Sicherheitspapier

aus Frankreich - ich schicke ihnen einfach meine

Kreditkartendetails. Das Prozedere mit den PCR-Tests

geht wieder los. Jedes Mal schlappe 70€ pro Test.

Mittwoch, 11. August 2021: Und dann stehen wir wieder

vor der Fähre und werden an Bord gelassen. Man reicht

uns wieder einen Stapel Papiere, den wir unbedingt ausfüllen

sollen, sonst würde uns Frankreich nicht reinlassen.

In Frankreich an der Grenze interessieren diese

Papiere niemanden. Dafür wollen sie aber die teuren

PCR-Tests nicht akzeptieren. Wir müssen zu einem Gebäude

fahren und neue Antigen-Tests machen (gratis!!).

Als diese negativ sind, dürfen wir endlich einreisen. Und

so geht diese verrücke Reise nach 10 Stunden Autofahrt

zu Ende.

Und zum guten Schluss haben sich dann doch alle Mühen

gelohnt, denn es ist tatsächlich ein Film dabei herausgekommen:

Sonntag, 08. August 2021: Früh an der Fähre angekommen,

finden wir niemanden vom Zoll, obwohl uns am

Freitag gesagt wurde, jemand werde für das Carnet vor

Ort sein. Wir beschließen, erst einmal einzuchecken

und dann eventuell nochmal zu fragen. Beim Check-in

kommt das Problem: Wir seien nicht als Fracht gebucht.

„Ja, aber in Frankreich konnten wir das einfach nachbuchen.“

„Nein, das ginge hier nicht. Wegen des Brexit müsse man

48 Stunden vor Abfahrt als Fracht gebucht werden.“

„Okay, ob wir dann einfach privat rüberfahren könnten?“

„Nein, wir seien ein VW Bus, wenn Frankreich das bemerkt,

dass wir Technik geladen haben, dann müsse

Condor 10.000 Pfund Strafe zahlen.“

Ich diskutiere lange mit ihnen, spreche sogar mit der

Chefin von Condor Ferries von Guernsey, lasse über

Kontakte die Border Control anrufen, aber sie lassen uns

IN CONCRETE – DAS ERBE DER DEUTSCHEN

BESATZUNG GUERNSEYS

REGIE, PRODUKTION, MONTAGE: Lotta Pommerien

BILDGESTALTUNG: Hannah Schwarzl

MUSIK: Hannes Britz

SET-TON: Bjarne Taurnier

SOUNDDESIGN: Bjarne Taurnier, Samuel Krupke

MISCHUNG: Stefan Erschig

FOLEY ARTIST: Jonathan Rösch

MOTION DESIGN: Rebecca Zahor

SPRECHERIN: Samira Najafian

Lotta Pommerien studiert im 4. Jahr des Projektstudiums im Studiengang

Fernsehjournalismus an der FABW

137


STECKBRIEF

SZENENBILD

1

PROJEKTBETREUUNG

Regine Witzig,

Steffen Staudenmaier

2

LEITENDE DOZIERENDE

Birgit Kniep-Gentis, Thomas

Stammer, Christian Strang

3

WIE VIELE STUDIERENDE

PRO STUDIENJAHR?

Vier

4

WAS SOLLTEN BEWERBER*INNEN

MITBRINGEN?

Gute Beobachtungsgabe /

Räumliches Vorstellungsvermögen /

Zeichnerisches Talent /

Wissen in Kunst und Kultur /

Imagination / Originalität

Handwerkliches und technisches

Verständnis/ Fähigkeit zur Teamarbeit

/ Kommunikation Motivation /

(Selbst-)Organisation große Portion

Enthusiasmus/ Führerschein

5

ZULASSUNGSVORAUSSETZUNGEN

B.A./M.A. in Innenarchitektur,

Architektur, Bühnenbild, Design

und Kunst oder angrenzenden

Fachgebieten, Praktische Erfahrung

im Art Department

6

WARUM IST DIE FILMAKADEMIE

DER IDEALE ORT FÜR EIN

STUDIUM?

Praxisorientiertes Arbeiten in

Zusammenarbeit mit allen Abteilungen

der Filmakademie /

VFX-Workshop in Kooperation

mit dem Animationsinstitut auf

neustem Stand der Technik /

Aussagekräftiges Portfolio mit

mindestens vier Projekten bis zum

Diplom / Individuelle Auswahl der

projektbetreuenden Dozierenden /

Enges Alumni-Netzwerk /

Familiäre Atmosphäre durch kleine

Jahrgänge /

Coaching-Angebote

7

WAS LERNEN

DIE STUDIERENDEN HIER?

Dramaturgisches Denkvermögen /

Erstellung visueller Konzepte /

Organisatorische Abläufe der

Filmproduktion / Budgetverantwortung

/ Durchsetzungs- und

Durchhaltevermögen /

Einblicke in aktuelle Filmprojekte

durch Profis der Branche

8

ONE COOL FACT ABOUT...

Verhältnis Anzahl der Studierenden

zu Dozierenden liegt bei 1:4

9

MOTTO

The World Is Not Enough

138


SZENISCHER FILM

1

STUDIENKOORDINATION

Thorsten Schütte

2

PROJEKTBETREUUNG

Peter Kuczinski

3

LEITENDE DOZIERENDE

Maren Ade, Prof. Nico Hofmann

4

WIE VIELE STUDIERENDE

PRO STUDIENJAHR?

6-8 Studierende

5

WAS SOLLTEN BEWERBER*INNEN

MITBRINGEN?

Neugierde, Teamfähigkeit,

Kreativität, Menschenkenntnis,

Offenheit und eine gesunde

Kompromissbereitschaft

6

WARUM IST DIE FILMAKADEMIE

DER IDEALE ORT FÜR EIN

STUDIUM?

Intensive Zusammenarbeit mit

allen Gewerken in allen Projektphasen,

praxisnahes Lernen und

Arbeiten, versierte Dozent*innen

und Referent*innen, Arbeiten im

Team, ausgezeichnete technische

Ausstattung, große künstlerische

Freiheit, gutes Netzwerk und

Kontakte zum Markt

7

WAS LERNEN

DIE STUDIERENDEN HIER?

Entwicklung kreativer und organisatorischer

Skills, Casting und

Zusammenarbeit mit Schauspieler*innen,

formatoffenes Arbeiten,

Recherche- und Interviewtechniken,

gestalterische und inhaltliche

Bandbreite in Stoffentwicklung

und Dramaturgie, Auflösung und

Schauspielführung, Inszenierung

von Körperlichkeit, Arbeiten im

Team, eigenes kreatives Potenzial

ausschöpfen, mehr über sich

selbst…

8

ONE COOL FACT ABOUT...

Regelmäßig finden gemeinsame

Workshops mit den Schauspielstudierenden

der Akademie

für Darstellende Kunst (ADK)

und Seminare mit international

renommierten Filmemacher*innen

statt.

9

MOTTO

Think out of the box!

139


EDITION FABW

140


EDITION

ZWEI NEUE PUBLIKATIONEN

IN DER EDITION FABW

Premiere von „KNAPP DANEBEN“ trifft voll ins Schwarze

AM ABEND DES 8. JUNI 2022 BEKAM

DIE SCHRIFTENREIHE EDITION FABW

WIEDER ZUWACHS – MIT DER PREMIERE

DES MITTLERWEILE FÜNFTEN KURZGE-

SCHICHTENBANDS 'KNAPP DANEBEN'.

IN GEMÜTLICHER ATMOSPHÄRE LASEN

SCHAUSPIEL-STUDIERENDE DER AKADEMIE

FÜR DARSTELLENDE KUNST (ADK) IM GUT

BESUCHTEN ALBRECHT ADE STUDIO DER

FILMAKADEMIE DREI GESCHICHTEN AUS

DEM BAND. FÜR DIE INSZENIERUNG SORGTE

FABW-STUDENTIN ALINA YKLYMOVA. ZUM

AUSKLANG GAB ES EIN GET-TOGETHER MIT

BUFFET UND GETRÄNKEN.

Freiheit und Selbstermächtigung junger Frauen vor

dem Hintergrund der Ruinen des 2. Weltkriegs lief erfolgreich

auf Festivals und feierte im Frühjahr seine

Kinopremiere. Das Drehbuch wurde u.a. mit dem Thomas

Strittmatter Preis der MFG Baden-Württemberg

ausgezeichnet.

Der Kurzgeschichtenband KNAPP DANEBEN wird –

wie seine Vorgänger SCHLUSS-STRICHE, NEID, KRIEG

und SOMMER – sowohl im klassischen Buchhandel als

auch online über Amazon zum Verkauf (12,00 €) angeboten.

Das Drehbuch TRÜMMERMÄDCHEN ist gegen eine

Schutzgebühr von 5 € am Empfang der Filmakademie

Baden-Württemberg erhältlich.

Die Publikation wird unterstützt durch die Wüstenrot

Stiftung und steht wie immer unter der Schirmherrschaft

von Philipp Keel (Verleger des Diogenes Verlags,

Künstler und Fotograf ). Der von Michael Achilles herausgegebene

Band versammelt 15 Kurzgeschichten von

Studierenden der FABW und der ADK. In ihren Erzählungen

bilden die Autorinnen und Autoren das „Danebenliegen“

in allen Schattierungen ab und machen

KNAPP DANEBEN zu einem Almanach des Wollens

und Scheiterns - mit Witz, Tragik und frischem Unterhaltungswert.

Und während die Fertigstellung von KNAPP DANEBEN

noch gefeiert wird, scharren die Autorinnen des sechsten

Kurzgeschichtenbandes bereits mit den Hufen: Studierende

und Alumni von FABW und ADK sind erneut

Charlotte Schumann ist schwanger, aber ihr geliebter, aus dem Zweiten

Weltkrieg heimgekehrter Ludwig will weder sie noch sein Kind.

Um ihn wieder für sich zu gewinnen und der drohenden Schande zu

entgehen, schreibt sie sich für den "Fräuleinkurs" der Schauspielerin

Gloria Deven ein. Auf der Straße heißt es, dass man dort lernt, wie

man jeden Mann erobert und an sich bindet. Doch Gloria weckt in

ihren Schülerinnen stattdessen die Sehnsucht nach etwas, das ihnen

aufgerufen, Erzählungen für den neuen Band einzurei-

zu lange schon verwehrt wird: Freiheit.

chen. Er wird den Titel IN DER SCHWEBE tragen und

voraussichtlich im Februar 2023 seine Premiere feiern.

Vor dem historischen Hintergrund des Wiederaufbaus im Deutschland

der Nachkriegszeit entfaltet sich eine ebenso dramatische

wie moderne Geschichte über den Kampf um Gleichberechtigung

zwischen Mann und Frau.

Der szenische Langfilm TRÜMMERMÄDCHEN – DIE GESCHICHTE

DER CHARLOTTE SCHUHMANN ist das FABW-Diplomprojekt von

Autor und Regisseur Oliver Kracht, den Producern Marco Grönwoldt

und Lennart Lenzing, von Szenenbildnerin Caroline Liem sowie den

Filmton-Studierenden Franziska Arndt, Olena Goncharenko, Jan

Lukas Mielke, Johannes Schelle und Max Kersten.

Der Film entstand als Zusammenarbeit zwischen der Filmakademie

Baden-Württemberg, der Akademie für Darstellende Kunst, dem Südwestrundfunk

SWR, der baden-württembergischen Filmförderung

MFG sowie der Produktionsfirma Simonsays.Pictures des Filmakade-

Gute Nachrichten gibt es aber auch von der zweiten

Publikationslinie der Edition FABW: Nach der Ver-

mie-Absolventen Simon Buchner.

öffentlichung des Drehbuchs zum Erfolgs-Debütfilm

Das Drehbuch gewann 2019 den Thomas Strittmatter Preis auf der

Berlinale und wurde 2021 mit dem Bild-Kunst-Förderpreis bei den

Hofer Filmtagen ausgezeichnet, wo TRÜMMERMÄDCHEN seine

SYSTEMSPRENGER von Filmakademie-Absolventin

Weltpremiere erlebte. Im März 2022 feierte der Film seinen Kinostart

im Verleih der UCM.ONE GmbH auf dem Label Artkeim.

Nora Fingscheidt im Jahr 2019 flattert die Publikation

TRÜMMERMÄDCHEN – DREHBUCH VON OLIVER KRACHT

DREHBUCH

VON OLIVER KRACHT

EDITION

eines weiteren Drehbuchs ins Haus: Frisch aus dem

TRÜMMERMÄDCHEN

Druck kommt das Skript von Oliver Kracht zu seinem

DIE GESCHICHTE

DER CHARLOTTE SCHUHMANN

Diplomfilm TRÜMMERMÄDCHEN. Der Film über die

141


STECKBRIEF

WERBEFILM

REGIE UND PRODUCING

1

STUDIENKOORDINATION

Olivia Marten

2

PROJEKTBETREUUNG

Christian Schega

3

LEITENDE DOZIERENDE

Prof. Martin Schmid

4

WIE VIELE STUDIERENDE

PRO STUDIENJAHR?

Ca. 3-4 Regie-Studierende

Ca. 3-4 Produktions-Studierende

5

WAS SOLLTEN BEWERBER*INNEN

MITBRINGEN?

Viel Film- und Werbefilminteresse

sowie den Mut, Neues auszuprobieren

und nicht dem Mainstream zu

folgen!

6

WARUM IST DIE FILMAKADEMIE

DER IDEALE ORT FÜR EIN

STUDIUM?

Die Filmakademie ist die einzige

Hochschule weltweit, die einen

solch spezifischen Studienschwerpunkt

für Werbefilm über einen

längeren Zeitraum anbietet.

Junge Auszubildende haben die

Möglichkeit, sich eine individuelle

Filmrolle mit großer Unterstützung

aus den Fachkreisen aufzubauen

und Kontakte zu den angesagtesten

Macher*innen der Branche zu

knüpfen.

7

WAS LERNEN

DIE STUDIERENDEN HIER?

Werbung ist das schnelllebigste

Geschäft. In kürzester Zeit sehr

viele Projekte umzusetzen und

dadurch extrem viele Kontakte

in allen Bereichen (Agentur,

Produktion, Postproduktion usw.)

zu sammeln.

8

MYTH BUSTING:

WAS LERNT MAN HIER NICHT?

Es gibt kein Rezept, um erfolgreich

zu werden. Jede/r muss ihren/

seinen eigenen Weg finden, sich

selbst dabei treu bleiben und nicht

den anderen und ihren Meinungen

folgen.

9

ONE COOL FACT ABOUT...

Es gibt i.d.R. keine bis wenige

Vorgaben für ein Produkt oder ein

Kund*innenbriefing. Die Studierenden

haben die freie Wahl, welche

Art von Filmen sie realisieren

und für welche Marke sie diese

umsetzen möchten (sog. Spec Spots

bzw. Spec Filme).

In diesem Studienbereich können

außerdem die meisten Festivalnominierungen

und -preise verbucht

werden.

10

MOTTO

Immer am Puls der Zeit durch

ständig sich ändernde Werbeformen,

Formate und durch deren

Veröffentlichung in und auf den

dafür vorgesehenen Medien und

Plattformen.

142


SCREEN ACTING WORKSHOPS:

FILMSCHAUSPIELWORKSHOP

INTERNATIONAL SCREEN ACTING WORKSHOP

1

STUDIENKOORDINATION

Jessica Layher

Volontärin: Olga Melnyk

2

LEITENDE DOZIERENDE

Prof. Christian Wagner

3

WIE VIELE STUDIERENDE

PRO STUDIENJAHR?

28-30 Schauspieler*innen

4

WAS SOLLTEN BEWERBER*INNEN

MITBRINGEN?

Schauspielausbildung, Fantasie,

Offenheit und gute Energie!

5

WARUM IST DIE FILMAKADEMIE

DER IDEALE ORT FÜR EIN

STUDIUM?

Der Workshop ist sowohl deutschsprachig

als auch auf Englisch

einzigartig und wird nur an der

Filmakademie Baden-Württemberg

angeboten. Mit der Länge unserer

Kurse ermöglichen wir einen

besonders intensiven und prozessorientierten

Arbeitsraum.

Die Mischung aus Praxis und

Theorie sowie die Begegnungen mit

Branchenprofis und angehenden

Regisseur*innen runden das

Programm ab.

6

WAS LERNEN

DIE STUDIERENDEN HIER?

Tipps und Tricks für das Schauspiel

vor der Kamera.

Und: Nachwuchsschauspiel meets

Nachwuchsfilmer*innen – hier ist

die Kontaktbörse ;-)

7

MYTH BUSTING:

WAS LERNT MAN HIER NICHT?

Die während des Workshops

gedrehten Szenen dürfen nicht

veröffentlicht werden. Es gibt also

KEIN Demomaterial.

8

ONE COOL FACT ABOUT...

Follow us on Instagram or on our

Blog website:

https://www.instagram.com/

screenacting_fabw/?hl=de

https://www.screenacting-fabw.de

9

MOTTO

Schon filmreif ?

143


AUFTRAGSPRODUKTIONEN

144


AUFTRAGSPRODUKTIONEN

DES DRITTMITTELBEREICHES

_YVES ALAIN LAMBERT,

HERSTELLUNGSLEITER DRITTMITTEL/

AUFTRAGSPRODUKTIONEN

TEL: +49 7141 969 82370

DRITTMITTEL@FILMAKADEMIE.DE

_CHRISTIAN MÜLLER,

HERSTELLUNGSLEITUNG DRITTMITTEL/

AUFTRAGSPRODUKTIONEN ANIMATIONSINSTITUT

TEL: +49 7141 969 82817

CHRISTIAN.MUELLER@FILMAKADEMIE.DE

Das eigene Tun ist der Schlüssel für den Erfolg. Konzeptwettbewerbe

bieten die Chance, sich auszuprobieren.

Mit welcher Strategie überzeuge ich den Auftraggeber

von meinen Ideen? Welche Haltung nehme ich dabei

ein? Ganz im Sinne der praxisorientierten Ausbildung

lernen die Beteiligten, bereits im Pitch unter realen Bedingungen

zu präsentieren.

Begleitet durch die Mitarbeiter*innen der FABW, übernehmen

Studierende Verantwortung für ein professionelles

Projekt. Verträge müssen erfüllt, Budgets und

Zeitpläne eingehalten werden. Mit anspruchsvollen Auftraggebern

werden Absprachen getroffen, die unbedingt

eingehalten werden müssen. Verbindlich und verlässlich

zu agieren, schafft Vertrauen. Doch wie kommuniziere

ich mit dem Marketingleiter, der Geschäftsführerin oder

einem Familienunternehmer? Warum sind diese Menschen

neugierig auf mich, auf meine Ideen abseits ausgetretener

Pfade? Andererseits: Welchen Zwängen unterliegen

meine Ansprechpersonen? Gibt es Grenzen für

meine Kreativität? Welche Rolle spielen Corporate-Identity-Vorgaben

und Marketing-Bibeln?

STUDIUM FINANZIEREN, ERFAHRUNGEN

SAMMELN, EXISTENZ AUFBAUEN

Auftragsproduktionen im Drittmittelbereich werden mit

erfahrenen Studierenden, mit Alumni und bevorzugt

mit Produktionsfirmen, die Absolventinnen und Absolventen

in der Region gegründet haben, realisiert. Auch

die Zusammenarbeit mit externen Firmen ist möglich.

STUDIERENDE

Diese Auftragsproduktionen der FABW ermöglichen

den Studierenden über die Projekte in der Lehre hinaus

wichtige Erfahrungen in der Praxis und bieten zudem

die Möglichkeit, sich den eigenen Lebensunterhalt

zu finanzieren.

ALUMNI

Da die Förderung der Absolventinnen und Absolventen

ein wichtiges Anliegen ist, unterstützt die FABW das eigene

Netzwerk und bildet so eine Brücke vom Studium

zur Berufswelt. Die Aufträge bieten jungen Produzentinnen

und Produzenten einen Startimpuls für eine spätere

betriebswirtschaftliche Existenzgrundlage. Nachfolgeprojekte

kann eine Produktionsfirma eigenständig ohne

die Filmakademie umsetzen.

EXTERNE FILMPRODUKTIONSFIRMEN

Auch wenn die Zusammenarbeit mit Studierenden und

Alumni im Vordergrund steht, so sind dennoch Kooperationen

mit externen Filmproduktionsfirmen möglich,

wenn Studierende oder Alumni dort in relevanter Rolle

eingebunden sind. Gewinnen Studierende oder Alumni,

die bei einer externen Produktionsfirma arbeiten, einen

Konzeptwettbewerb, so kann jene den Auftrag mit

der FABW zusammen umsetzen.

Fotos:

Projekt NEULAND in Kooperation mit der Wüstenrot Stiftung

145


FÖRDERVEREIN

Förderverein der Filmakademie Baden-Württemberg

CALIGARI-PREISE 2022:

FEIERLICHE VERLEIHUNG IM

ALBRECHT ADE STUDIO DER FABW

AM DIENSTAG, 12.04.22 FAND DIE

VERLEIHUNG DER CALIGARI-PREISE

DES FÖRDERVEREINS DER FABW IM GUT

BESUCHTEN ALBRECHT ADE STUDIO DER

FILMAKADEMIE STATT. 37 DRITTJAHRES-,

VIERTJAHRES- UND DIPLOMFILMPROJEKTE

KONKURRIERTEN UM ELF CALIGARI-

FÖRDERPREISE – ACHT DURCH UNTERNEH-

MEN GESTIFTETE PREISE UND DREI MITGLIE-

DERPREISE.

Alle Preise sind mit jeweils 5.000 Euro dotiert, die

zweckgebunden für die Umsetzung des ausgezeichneten

Filmprojekts verwendet werden müssen. Bisher wurden

annährend 1 Million Euro Fördersumme an studentische

Projekte der FABW ausgeschüttet.

In einem Interview mit Filmakademie-Direktor Prof.

Thomas Schadt, der auch als Moderator durch den Abend

führte, gab Chiara Fleischhacker anschließend Einblicke

in die Entwicklung ihres Projekts VENA, für das sie 2021

einen Caligari-Förderpreis und 2022 den Thomas-Strittmatter-Preis

erhalten hatte.

Danach ging es mit der Kategorie Dokumentarfilm weiter:

Moritz Schreiner (CEO Royal Film Company) übergab

einen Stifterpreis an das Projekt DIE VERURTEIL-

TEN VON MORIA von Jennifer Mallmann. Isabel Kurz

(Abteilungsdirektorin Vorstand und Pressesprecherin

der Kreissparkasse Ludwigsburg) überreichte den Caligari-Preis

der Stiftung Kunst, Kultur und Bildung der

Kreissparkasse Ludwigsburg sowie ein großes rotes Herz

an das Projekt NIEMANDSLAND von Esra Laske.

Die Vielfalt der Themen ist in diesem Jahr breit gestreut:

Auffällig ist, dass die Student*innen der Fachbereiche

Spielfilm, Dokumentarfilm, Fernsehjournalismus, Werbefilm,

Serienproduktion und Animation neben Umweltzerstörung,

Flucht und Entwurzelung auch sehr

stark Selbstfindung und Identifikation thematisieren.

Drei ehemalige Filmakademie-Studentinnen und Mitglieder

im Vorstand des Fördervereins überreichten die

ersten drei Preise in der Kategorie Animation:

Andrea Block (CEO und Producerin von LUXX Film)

übergab den ersten Mitgliederpreise an das Filmprojekt

SCRUBBY von Paul Vollet. Wiltrud Baier (Produktionsfirma

Böller & Brot) verlieh den Caligari-Preis der

Andreas Stihl AG & CO.KG an IT’S JUST A HOLE von

Bianca Scali. Im Anschluss zeichnete Sabine Willmann

(Film & Medien / do-q media) den Puppentrickfilm DET-

LEV von Ferdinand Ehrhardt mit dem zweiten Mitgliederpreis

aus.

In der Kategorie Szenischer Film verlieh Sebastian Mannl

(Bürgermeister für Mobilität, Sicherheit und Tiefbau der

Stadt Ludwigsburg) den Preis der Stadt Ludwigsburg für

DIE FARBE DER BÄUME an das Team um Maximilian

Köhler.

Die nächsten beiden Auszeichnungen wurden von Prof.

Thomas Schadt verliehen: Der Petra-Mosselman-Gedächtnispreis

der UFA-Fiction GmbH ging an das tragische

Kurzfilmmusical ICH BIN DER ARCHITEKT MEI-

NES LEBENS von Ares Ceylan, der Preis der Wüstenrot

Stiftung an den Coming-of-Age-Kurzfilm ARUNAS von

Julius Blum.

Wolfgang Kerber (Head of Production M.A.R.K. 13 –

COM GmbH & Co.KG und Vorstandsmitglied) verlieh

den dritten Mitgliederpreis an die multiperspektivische

Wedeking-Adaption FRÜHLINGSERWACHEN von Jana

Klingseisen.

Der Caligari-Preis des Ministeriums für Umwelt, Klima

und Energiewirtschaft Baden-Württemberg wurde vom

146


dienstältesten Vorstandsmitglied Friedrich Müller an das

Projekt NOT ON MY BEACH von Johanna Gräwinger

aus dem Studiengang Fernsehjournalismus verliehen.

Dietmar Ivasko (Organisationsdirektor Sparkassen-

Versicherung) übergab den Caligari-Preis der SV SparkassenVersicherung

an die historische Drama-Serie

TITANINNEN von Annika Mommsen.

Im Anschluss an die Preisverleihung gab es wieder

ausführlich Gelegenheit für die ausgezeichneten Student*innen,

Preisstifter*innen und Branchengäste zu einem

angeregten Austausch bei einem komplett biologischen,

nachhaltigen und regionalen Büffet.

Der Förderverein dankt allen Preisstifter*innen und seinen

über 200 Mitgliedern.

Ein besonderes Highlight des Abends waren die Beiträge

der Caligari-Band unter der Leitung von Andreas Fuchs

mit bekannten Motiven aus der Welt der Filmmusik.

Text: Sabine Willmann/Wiltrud Baier,

Vorstandsmitglieder des Fördervereins

der Filmakademie Baden-Württemberg, 14.4.2022

WER DIE CALIGARI-FÖRDERPREISE ALS PRIVAT-

PERSON ODER FIRMA UNTERSTÜTZEN MÖCHTE,

FINDET DEN MITGLIEDSANTRAG AUF DER WEBSITE

DER FILMAKADEMIE UNTER „FÖRDERVEREIN“.

147


FILMAKADEMIE BADEN-WÜRTTEMBERG GMBH

AKADEMIEHOF 10

D - 71638 LUDWIGSBURG

TEL: +49 7141 969 0

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IMPRESSUM

Herausgegeben von der

Filmakademie Baden-Württemberg GmbH

Ludwigsburg

VERANTWORTLICH IM SINNE DES

PRESSEGESETZES

Prof. Thomas Schadt

REDAKTION

Andreas Friedrich, Fenja Schnizer

Bild- und Textredaktion Animationsinstitut:

Fabian Stetzler Textbüro / www.fabianstetzler.com

INTERVIEWS

Andreas Friedrich, Fenja Schnizer, Valentina Keller

Animationsinstitut: Fabian Stetzler,

Anna Henkel-Donnersmarck, Julian Jungel

GESTALTUNG

Kommunikationsdesign Heide Sorn-Daubner,

Stuttgart

DRUCK

Druckerei Raisch GmbH & Co. KG

TEXTE

Murad Abu Eisheh, Wiltrud Baier, Michael Bohnenstingl,

Sujatha Dovgal, Andreas Friedrich, Andreas

Hykade, Valentina Keller, Anne Christine Knoth,

Linda Krämer, Yves Alain Lambert, Guido Lukoschek,

Lotta Pommerien, Thomas Schadt, Mareike Schmid,

Fenja Schnizer, Fabian Stetzler, Juliane Voigtländer,

Dorothea Volke, Sabine Willmann

148

AUFLAGE

800

ID-Nr. 22123146


FOTONACHWEIS

Umschlag vorn: FABW / Philip Henze

Umschlag hinten: FABW / Fotograf: Simon Spielmann

S. 2: FABW / Philip Henze

S. 3: Porträt Thomas Schadt - FABW / Fotograf: Roland Mönch

S. 4: linke Spalte, Campus Ludwigsburg - FABW /

Fotografin: Catharina Clausen

S. 4: linke Spalte, Überblick über das Studium - Adobe Stock

S. 4: mittlere Spalte, Foto Felix Eisele - Alina Bader

S. 4: mittlere Spalte, Foto Begüm Bakirci - privat

S. 4: rechte Spalte, Atelier Ludwigsburg-Paris - Angelina Vernetti

S. 4: rechte Spalte, International Networks - FABW / Fotograf: Bathurshan

Ganeshalingam

S. 4: rechte Spalte, Foto Katrin Schweiger - Fotostudio Pietschmann

S. 4: rechte Spalte unten: FABW / Fotograf: Florian Dittrich

S. 5 linke Spalte, Foto Christoph Pellander - ARD Degeto / Dieter Schwer

S. 5: linke Spalte, TALA´VISION - FABW / Philip Henze

S. 5: linke Spalte, Foto Ed Cantù - FABW / Fotograf: Florian Dittrich

S. 5: mittlere Spalte, Foto Marika Köpf - FABW / Fotografin: Anja Fellerhoff

S. 5: mittlere Spalte, Drehbericht - privat

S. 5: rechte Spalte, Edition FABW - FABW / Fotograf: Zakarea Alsadi

S. 5: rechte Spalte, Auftragsproduktionen - Maite Bengsch

S. 6: Nick Ut / Associated Press

S. 12: FABW / Fotografin: Catharina Clausen

S. 13: Gerald Ulmann

S. 14: FABW / Fotografin: Catharina Clausen

S. 17 rechts: FABW / Fotograf: Zakarea Alsadi

S. 19: Maite Bengsch

S. 22: FABW / ADK

S. 23: FABW / Fotografin: Catharina Clausen

S. 24/26: Adobe Stock

S. 29: Tobias Winkel + Sina Diehl

S. 31: FABW / Fotografin: Dominique Brewing

S. 32: Foto oben und Mitte - FABW / Fotografin: Dominique Brewing

S. 32: Foto unten - Tobias Eckerlin

S. 34: Fotos oben und unten - FABW / Fotografin: Dominique Brewing

S. 39: privat

S. 40: privat

S. 45: privat

S. 49: Foto oben rechts - privat

S. 50: privat

S. 51: FABW / Fotografin: Dominique Brewing

S. 52: Foto linke Spalte - FABW / Fotografin: Anja Fellerhoff

S. 52: Foto rechte Spalte - privat

S. 53: Andreas Hykade

S. 54: FABW / Fotografin: Anja Fellerhoff

S. 55: Foto unten links - privat

S. 56-57: Studio Film Bilder

S. 58: Fotos oben - privat

S. 58: Foto unten - Studio Film Bilder

S. 59: Studio Film Bilder

S. 60-61: FABW / Fotografin: Dominique Brewing

S. 62: Fotos obere Reihe - FABW / Fotografin: Dominique Brewing

S. 63: Fotos rechte Spalte - FABW / Fotograf: Simon Spielmann

S. 64: Fotos linke Spalte + oben rechts - FABW / Fotograf: Simon Spielmann

S. 65: Foto unten - FABW / Fotografin: Dominique Brewing

S. 66: FABW / Fotograf: Mike Razniewski

S. 67: Mitte links - FABW / Fotografin: Dominique Brewing

S. 67: Mitte rechts - FABW / Fotografin: Anja Fellerhoff

S. 68-69: FABW / Fotograf: Mike Razniewski

S. 75: FABW / Fotograf: Simon Spielmann

S. 76: Porträt Felix Eisele - Alina Bader

S. 76: Porträt Begüm Bakirci - privat

S. 81: Jai Wanigesinghe

S. 83-84: ALP

S. 85: Angelina Vernetti

S. 86 oben: ALP / Anna Sauvage

S. 86 Mitte: ALP / Lisa Jilg

S. 86 unten: ALP / Hovig Hagopian

S. 87: Marie Rouge / Unifrance

S. 88: ALP / Holger Enck

S. 89: ALP / Sina Diehl

S. 90: Besen Dilek

S. 91: FABW / Fotografin: Dominique Brewing

S. 96: FABW / Fotograf: Bathurshan Ganeshalingam

S. 99: Petra Moda de Aguiar

S. 100-101: Fotostudio Pietschmann

S. 103: FABW / Fotograf: Florian Dittrich

S. 105: ARD Degeto / Dieter Schwer

S. 106-107: ARD Degeto / Keshet Tresor Fiction

S. 109: Fotos oben - ARD Degeto / Wisting Production A/S/

S. 109: Fotos unten - ARD Degeto

S. 110-113: FABW / Philip Henze

S. 114 oben: FABW / Philip Henze

S. 114 Mitte: privat

S. 114 unten: Online-Verleihung Student Oscar - Academy of Motion

Picture Arts and Sciences

S. 115 Fotos 1-3 oben: FABW / Philip Henze

S. 115 unten: Online-Verleihung Student Oscar - Academy of Motion

Picture Arts and Sciences

S. 117: Porträt Jürgen Klozenbücher, Heike Sperling, Alexander Hanowski -

Jörg Kahlhöfer

S. 118: FABW / Fotograf: Florian Dittrich

S. 120-121: FABW / Fotograf: Florian Dittrich

S. 124: FABW / Fotografin: Anja Fellerhoff

S. 131: Hugo Lenhardt

S. 133-136: privat

S. 140: FABW / Fotograf: Zakarea Alsadi

S. 144-145: Maite Bengsch

S. 147: FABW / Fotograf: Max Rechtsteiner

Weitere Fotos: Filmakademie Baden-Württemberg GmbH (FABW)

S. 63: Foto oben links - FABW / Fotografin: Dominique Brewing


Filmakademie Baden-Württemberg GmbH | Akademiehof 10 | 71638 Ludwigsburg

WWW.FILMAKADEMIE.DE | WWW.ANIMATIONSINSTITUT.DE

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