22.09.2022 Aufrufe

Frauengesundheit

Frauen sind Arbeitnehmerinnen, Töchter, Schwestern, Freundinnen, Partnerinnen, Mütter, Gesundheitsmanagerinnen der ganzen Familie und vieles mehr. Neben diesen Rollen gerät die eigene Gesundheit jedoch oft in Vergessenheit. Mit dieser Kampagne wollen wir Frauen dazu bewegen sich selbst und ihre Gesundheit wieder mehr in den Fokus ihres Bewusstseins zu rücken und auf den eigenen Körper zu hören.

Frauen sind Arbeitnehmerinnen, Töchter, Schwestern, Freundinnen, Partnerinnen, Mütter, Gesundheitsmanagerinnen der ganzen Familie und vieles mehr.
Neben diesen Rollen gerät die eigene Gesundheit jedoch oft in Vergessenheit.



Mit dieser Kampagne wollen wir Frauen dazu bewegen sich selbst und ihre Gesundheit wieder mehr in den Fokus ihres Bewusstseins zu rücken und auf den eigenen Körper zu hören.

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EINE THEMENZEITUNG VON MEDIAPLANET

Lesen Sie mehr unter www.dergesundheitsratgeber.ch

Frauen -

gesundheit

Auf das Bauchgefühl

hören, wenn es um das

eigene Wohlbefinden geht

Patient Advocate Martina Hagspiel erklärt warum

es wichtig ist, weibliche Blicke in die Medizin

miteinzubeziehen, sich zu informieren und

auch Zweit- und Drittmeinungen einzuholen.

NICHT VERPASSEN:

Endometriose – Das

Chamäleon der Gynäkologie

Seite 5

Psychoonkologie –

Begleitung von Betroffenen

Seite 10-11

Brustkrebsfrüherkennung

in der Schweiz

Seite 12

FOTO: ALEXANDER-KRIVITSKIY

Wo modernste Spitzenmedizin auf Einfach-mal-Zuhören trifft.

Fokusbereich Frauenmedizin – unsere Kernkompetenz

Gynäkologie, Gynäkologische Onkologie, Brustzentrum,

Blasen- und Beckenbodenzentrum, Dysplasiezentrum

Wir sind für Sie da.

bethesda-spital.ch/frauenmedizin


2 | www.dergesundheitsratgeber.ch

IN DIESER AUSGABE

VORWORT

06

Heavy Menstual Bleeding

Wenn der Körper während der

Periode mehr Blut verliert, als er

nachbilden kann.

08

Der Krankheit

ein Gesicht geben

Wie sich eine Erkrankung

auf das Frausein auswirken kann.

Verantwortlich für den

Inhalt dieser Ausgabe:

Julia Buchberger

Senior Project Manager

Mediaplanet GmbH

Diese Kampagne wurde unterstützt durch

Alma Lasers GmbH, AstraZeneca AG,

Bethesda Spital AG, MSD Merck Sharp &

Dome AG, Swiss Alp Health GmbH

Senior Project Manager: Julia Buchberger

Head of Switzerland: Kerstin Köckenbauer

Lektorat: Joseph Lammertz und Sophie Müller, MA

Design und Layout: Daniela Fruhwirth

Managing Director: Bob Roemké

Medieninhaber: Mediaplanet GmbH,

Bösendorferstraße 4/23, 1010 Wien, ATU

64759844 · FN 322799f FG Wien

Impressum: https://mediaplanet.com/at/

impressum/ Distribution: Tamedia Basler

Zeitung AG Druck: DZB Druckzentrum Bern AG

Kontakt bei Mediaplanet:

Tel: +43 676 847 785 219

E-Mail: julia.buchberger@mediaplanet.com

ET: 22.09.2022

Bleiben Sie in Kontakt:

@Mediaplanet Austria

@austriamediaplanet

@DerGesundheitsratgeber

FOTO: MEDIAPLANET

FOTO: SOLEN-FEYISSA FOTO: MOTOKI-TONN

Der Crashtest

für die Medizin

DIE Forschung, DIE Wissenschaft, DIE Technik und DIE

Medizin – allesamt sind sie weibliche Begriffe und doch

männerdominierte Branchen. Dies ist weder fair noch gesund.

Warum? Hier kommt die Antwort.

Martina

Hagspiel

Patient Advocate,

Herausgeberin &

Chefredakteurin

»Kurvenkratzer«

FOTO: CARO STRASNIK

Historisch gesehen beruht

Medizin auf Beobachtung,

Zufall und Erfahrung. Ihr

liegt also viel Erfahrung

zugrunde, über Jahrhunderte

hinweg gesammelt, – und Geduld. Wer

Grundlagenforschung betreibt, muss für

die Geduld noch Geduld haben.

Zurück zur Sache: Einerseits gab es

die alten Griechen, die schon sehr vieles

gewusst haben, was heute noch gilt.

Nur Männer, zumindest offiziell. Aber es

gab auch Hexen und Schamanen, die der

tiefgreifenden Kräuterkunde verschrieben

waren und früher um deren gesundheitlichen

Vorteile (und Nachteile) wussten.

Leider wurde dann am lebenden Objekt

viel Wissen verbrannt.

Das Resultat: Frauen in Asche, menschliche

Tragödien und die Medizin weiterhin

sehr männerdominiert.

Gender Bias und männlicher

Fokus bis heute

Ein Beispiel gefällig? Weibliche Auto- und

Beifahrerinnen werden bei Autounfällen

deutlich häufiger schwer verletzt als

Männer. Denn: Die bei der Produktion von

Autos eingesetzten Crashtest-Dummies

sind eher wie Peter gebaut, nicht wie Petra.

Dabei haben Studien gezeigt, dass man

mit «Durchschnittspuppen» die Überlebendenzahlen

deutlich erhöhen könnte.

Auch Herzinfarkte werden bei Frauen

langsamer erkannt als bei Männern. Denn

während die «klassischen» Symptome

wie Stechen in der Brust oder Ziehen im

linken Arm oft bei Männern vorkommen,

äussert sich ein Herzinfarkt bei Frauen

eher durch Übelkeit, Schlaflosigkeit oder

Nacken- und Rückenschmerzen. Also

Obacht: Nicht nur bei Schwangerschaft

Alles Liebe, deine Kurvenkratzer-Gang

www.kurvenkratzer.com

oder einem Glas zu viel kommt das Essen

wieder hoch. Ein Scherz.

Leider kein Scherz: Forschung und

Diagnostik von Männern ist vor allem

für Männer gemacht. Das beginnt damit,

dass es in vielen medizinischen Bereichen

weniger relevante Daten von Frauen gibt.

Diese Lücke nennt man «Gender Data

Gap». Damit sie geschlossen werden kann,

ist ein bzw. sind viele weibliche Blicke

umso wichtiger.

Gendermedizin (oder gendersensible

Medizin) will den Einfluss des Geschlechts

auf die Medizin herausfinden und soll

alle ansprechen, also auch nicht binäre

und diverse Personen. Dabei geht es nicht

nur um das biologische, sondern vorrangig

um das soziale Geschlecht. Denn

Menschen unterschiedlicher biologischer

und sozialer Geschlechter haben auch

unterschiedliche medizinische Voraussetzungen,

was die Diagnose von und den

Umgang mit Krankheiten beeinflusst.

Mündige Patient:innen leben länger

Was also tun? Gesund leben mit allem was

dazu gehört: Essen, Bewegung und Glücklichsein;

Sinnloses streichen, Sinnvolles

geniessen; Früherkennung und Vorsorge

betreiben und auf das Bauchgefühl hören,

wenn es um das eigene Wohlbefinden

geht.

Sollte eine Krankheit auftauchen, dann

ist es wichtig, sich auf die eigenen paar

Buchstaben zu setzen, sich zu informieren

und Bescheid zu wissen. So richtig.

Mit viel nachfragen. Und ohne sich

abwimmeln zu lassen.

Und wenn das immer noch nicht reicht,

sollte auch mal eine Zweit- und Drittmeinung

eingeholt werden, bis man am Kern

der Sache angelangt ist.


MEDIAPLANET | 3

HPV-Impfung schützt

vor Gebärmutterhalskrebs

Eine Infektion mit Humanen Papillomaviren (HPV) kann

unter anderem zu Gebärmutterhalskrebs führen. Welche

Präventionsmassnahmen es gibt und für wen und wann eine

Impfung empfohlen wird, erklärt Dr. André Kind im Interview.

Text: Magdalena Reiter-Reitbauer

Wie hängen HPV und Gebärmutterhalskrebs

zusammen?

Mit Humanen Papillomaviren kommen

praktisch fast alle Menschen in Kontakt,

die Sex haben. Eine Infektion mit HPV

kommt also sehr häufig vor – sowohl bei

Frauen als auch bei Männern. Bei den

allermeisten Menschen, das heisst, bei

über 90 %, bleibt diese Infektion ohne Folgen.

Bei einem kleinen Teil von Männern

und Frauen kann es aber zu Zellveränderungen

kommen. Diese Veränderungen

können wiederum bei einem sehr kleinen

Teil zu Krebserkrankungen führen. Die

häufigste durch HPV verursachte Krebsform

ist Gebärmutterhalskrebs. In der

Schweiz erkranken jedes Jahr ca. 260

Frauen neu an Gebärmutterhalskrebs. Es

gibt aber auch noch andere Krebserkrankungen,

die durch HPV ausgelöst werden

können.

Welche Präventionsmöglichkeiten

gibt es?

Die primäre Prävention besteht darin, zu

verhindern, dass man mit dem Virus in

Kontakt kommt. Eine Präventionsmöglichkeit

wäre also, dass man überhaupt

keinen Sex hat. Das ist aber für die meisten

weder wünschenswert noch möglich.

Daher ist die sicherste Prävention die

HPV-Impfung, die seit langem auch in der

Schweiz empfohlen wird.

Für wen wird die HPV-Impfung

empfohlen?

In der Schweiz wird diese Impfung

zwischen 11 und 26 Jahren für Mädchen

und Jungen auch von den Krankenkassen

bezahlt. Neu zugelassen wurde die

Impfung nun auch für die Altersgruppe

zwischen 27 und 45 Jahren – allerdings als

Leistung, die selbst bezahlt werden muss.

Die HPV-Impfung ist sehr sicher und

deckt die neun häufigsten HPV-Typen ab.

Wir sehen bereits, dass durch die Impfung

ca. 90 % aller Gebärmutterhalskrebsfälle

verhindert werden können.

Wer sollte die HPV-Impfung auch

nach dem 26. Lebensjahr

durchführen lassen?

Hier besteht keine

generelle Empfehlung,

sondern

vor allem eine

für Frauen mit

Risikofaktoren.

Das betrifft vor

allem Frauen,

bei denen das

Immunsystem

etwa durch

vorliegende

Erkrankungen

nicht richtig funktioniert.

Ausserdem

Dr. med. André

B. Kind, MPH

Ärztlicher Leiter

Poliklinik,

Stv. Chefarzt

Gynäkologie,

Frauenklinik

Universitätsspital

Basel

FOTO: UNIVERSITÄTSSPITAL BASEL

empfiehlt sich die Impfung für

Frauen, in deren Familie bereits

Erkrankungen vorliegen, die durch

HPV verursacht wurden, sowie bei

Frauen, bei denen in der Vergangenheit

bereits Folgen von HPV-Infektionen

vorlagen.

Welche Risikofaktoren bestehen

darüber hinaus noch in Bezug auf

eine Erkrankung mit Gebärmutterhalskrebs?

Ein grosser Anteil der Frauen, die an

einer Vorstufe oder an Gebärmutterhalskrebs

erkranken, konsumiert

Nikotin. Ebenso stellen eine höhere

Anzahl an Sexualpartnerinnen und

-partnern und somit der Kontakt mit

verschiedenen HPV-Typen ein Risiko

dar. Wie bei allen Virusinfektionen

gibt es auch hier Menschen, deren

Immunsysteme mit Humanen Papillomaviren

einfach nicht gut umgehen

können. Das sehen wir etwa auch bei

Infektionen mit dem Coronavirus, die

bei manchen Menschen gravierendere

Auswirkungen haben als bei anderen.

Warum das im Rahmen einer

HPV-Infektion auch so ist, wissen wir

allerdings noch nicht genau.

Haben Sie abschliessend noch

Empfehlungen zur Prävention und

Vorsorge rund um HPV und Gebärmutterhalskrebs?

Das Wichtigste ist, Vorsorgemassnahmen

zu ergreifen – und zwar unabhängig

davon, ob Frauen geimpft sind

oder nicht. In der Schweiz wird

zwischen 21 und 70 Jahren der

Abstrich am Gebärmutterhals alle drei

Jahre durchgeführt. Sollten Krebsvorstufen

erkannt werden, können so

gegebenenfalls Therapiemassnahmen

eingeleitet werden. Mittlerweile wird

weltweit ab dem 30. Lebensjahr ein

spezifisches HPV-Screening empfohlen,

denn mit diesem Screening

können wir eine grosse Anzahl der

Gebärmutterhalskrebserkrankungen

verhindern. Leider wird dieses

HPV-Screening in der Schweiz nach

wie vor nicht von der Krankenkasse

bezahlt. Es wäre wünschenswert wenn

sich dies ändern würde.

Spread love, not

Häufig wechselnde Partner: innen erhöhen das Risiko

einer Ansteckung. Informiere dich, wie du dich und deine:n

Partner:in schützen kannst.

Erfahre mehr auf hpv-info.ch


4 | www.dergesundheitsratgeber.ch

Diagnose:

Endometriose!

Nach einem zehn Jahre langen,

beschwerlichen Weg hat Natalia nun

die Gewissheit, mit der chronischen

Erkrankung Endometriose zu

leben. Im Interview erzählt uns die

30-Jährige ihre Krankheitsgeschichte

und wie sie mit der Diagnose umgeht.

Text: Redaktion

Natalia M.,

Endometriose-Patientin

Liebe Natalia, du bist von Endometriose

betroffen. Wie verlief

deine Krankheitsgeschichte bis

zur endgültigen Diagnose?

Die endgültige Diagnose habe

ich erst vor zwei Jahren erhalten,

wobei das nicht nach einer

Erlösung klingen soll. Denn

die Erkrankung ist chronisch

und demnach nicht heilbar.

Meine hormonellen Probleme

begannen bereits vor über zehn

Jahren, damals wurde mir sofort

die Pille verschrieben. Daraufhin

hatte ich sehr lange keine

Periode und somit auch keine

starken Schmerzen. Alle anderen

Symptome wie schlechte Haut,

Stimmungsschwankungen und

Haarausfall wurden mit der

Zeit immer stärker. Vor etwa

vier Jahren habe ich in kurzer

Zeit sehr viel zugenommen und

mein Hormonhaushalt war vollkommen

durcheinander. Nach

einem stationären Aufenthalt

im Krankenhaus wurde erkannt,

dass ich keine hormonellen Mittel

vertrage und deswegen die Pille

absetzen soll. Mit dem Einsetzen

der Periode kamen auch die

extremen Schmerzen wieder,

die aber nicht nur während der

Periode präsent waren, sondern

ständig auftraten. Ich musste

mich durch viele Gespräche mit

Ärztinnen und Ärzten quälen,

um endlich vor zwei Jahren eine

Bauchspiegelung zu bekommen,

was zurzeit der einzige Weg ist,

FOTO: ZVG

um Endometriose zu 100 Prozent

diagnostizieren zu können.

Nach der Operation bekam ich

endlich die endgültige Diagnose:

Endometriose.

Hast du das Gefühl gehabt,

dass dich die Ärztinnen und

Ärzte ernst genommen haben?

So traurig es ist, leider nicht.

Es gibt da leider immer noch so

ein Gefühl der Scham bezüglich

«frauenbezogener» Gesundheitsprobleme

und das ist genau der

Grund, warum sich so viele Frauen

nicht in Behandlung begeben.

Das macht mich sowohl traurig

als auch wütend.

Die Scham, die mit den meisten

Gesundheitsproblemen von

Frauen verbunden ist, nährt oft

die Stimmen in unseren Köpfen,

die uns sagen, dass wir irgendwie

«überreagieren» und sowieso

nicht ernst genommen werden

können. Auch im Freundeskreis

wurden meine Beschwerden oft

abgetan, wodurch man irgendwann

auch gar nicht mehr darüber

reden will. Ich habe mich mit

so vielen Besuchen bei Ärztinnen

und Ärzten geplagt, sehr viel Geld

ausgegeben und lange gekämpft,

um ernst genommen und endlich

diagnostiziert zu werden.

Ob es nun Endometriose,

Hormonstörungen, die teilweise

heftigen Nebenwirkungen der

Pille oder «einfach» unsere

Monatsblutungen sind, es muss

mehr thematisiert und darüber

gesprochen werden.

Wie ging es für dich weiter,

nachdem du die Diagnose Endometriose

erhalten hast?

Mir wurde gesagt, dass ich wieder

die Pille nehmen soll, obwohl ich

ja keine hormonellen Mittel vertrage.

Ich habe mich gegen diese

Behandlung entschieden, aber

die Ärzte und Ärztinnen hatten

leider keinen alternativen Therapievorschlag.

Zurzeit mache ich

eine Schmerztherapie und die

Medikamente helfen mir ganz

gut, durch den Tag zu kommen.

Eine andere Behandlung gibt es

für mich momentan nicht.

Gibt es alltägliche Gewohnheiten,

die dir helfen, die Symptome

einzudämmen?

Ja, ich teste sehr viel aus, um mir

das Leben mit dieser Erkrankung

ein wenig zu erleichtern. Neben

den Schmerzmitteln hilft mir

Sport sehr, nicht nur körperlich,

sondern vor allem mental, mit

der Erkrankung umzugehen.

Zusätzlich nehme ich Magnesium,

weil es krampflösend wirkt.

Da aber jeder Mensch anders ist,

sollte alles immer vorab mit den

behandelnden Ärztinnen und

Ärzten abgesprochen werden.

Was würdest du anderen

Frauen gerne mit auf den Weg

geben?

Bitte bleibt nicht still! Wir

müssen laut sein und für uns

selbst einstehen. Wenn ihr euch

nicht wohlfühlt und Schmerzen

habt, dann sprecht darüber und

lasst euch nicht verunsichern.

Denn wenn wir uns alle gemeinsam

für unser Recht auf Gesundheit

einsetzen, dann werden wir

auch gehört.


MEDIAPLANET | 5

Endometriose –

Das Chamäleon der Gynäkologie

Zirka 10 % aller Frauen in der Schweiz leben mit Endometriose.

Warum diese Krankheit oft sehr schwer zu diagnostizieren ist und

was sie von der normalen Monatsblutung unterscheidet, erklärt

Dr. med. Regula Grabherr im Interview.

Text: Redaktion

Dr. med.

Regula Grabherr,

FMH Gynäkologie /

Geburtshilfe

FOTO: PRIVAT

FOTO/GRAFIK: SHUTTERSTOCK

Was ist Endometriose? Wie entsteht die

Erkrankung und was sind die Ursachen dafür?

Endometriose ist eine gutartige, chronische Krankheit,

die bei zirka 10 % der Frauen vorkommt. Dabei

findet man der Gebärmutterschleimhaut ähnliches

Gewebe an anderen Körperstellen, am häufigsten in

der Bauchhöhle.

Man geht davon aus, dass Endometriose durch

retrograde Menstruation entsteht. So gelangen Blut

und Schleimhautzellen über die Eileiter in die Bauchhöhle.

Bei Frauen mit Endometriose funktioniert

der Abbau dieser Zellen durch das Immunsystem

nicht richtig, wodurch das Schleimhautgewebe so am

neuen Ort anwachsen kann.

Endometriose hat nicht nur eine Ursache, sondern

viele verschiedene Faktoren tragen zu ihrer Entstehung

bei. Unsere Gene und auch Umweltfaktoren,

wie z. B. die Ernährung, scheinen eine wichtige Rolle

zu spielen.

Was sind die Anzeichen einer Endometriose

und wie erkennt man den Unterschied zu einer

normalen Monatsblutung?

Eine verwirrende Vielzahl von Symptomen ist

möglich – dies ist einer der Gründe,

warum die Diagnose oft erst nach

vielen Jahren und Arztbesuchen

gestellt wird.

Häufig sind es zyklusabhängige

Beschwerden, also z. B. während Menstruation,

aber die Beschwerden können

auch unregelmässig oder dauernd auftreten.

Betroffene können Schmerzen im

ganzen Bauchraum haben, im Rücken,

in den Beinen, in den Schultern und

Schulterblättern, aber auch im Enddarm-

und Blasenbereich. Die Schmerzen

können auch beim Stuhlgang, Wasserlösen

und beim Sex auftreten. Reizdarm- und

reizblasenähnliche Symptome und Blutungsstörungen

können ebenso vorkommen wie ständige

Müdigkeit, Erschöpfung und Depressionen.

Es ist normal, dass man bei der Menstruation

leichte Schmerzen haben kann, manchmal ein

Schmerzmittel nimmt oder etwas weniger leistungsfähig

ist als sonst. Ausfälle in Schule oder Arbeit und

Schmerzen, die ohne Schmerzmittel nicht aushaltbar

sind oder die nicht richtig auf letztere ansprechen –

sind definitiv nicht normal.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Am wichtigsten ist das Anamnesegespräch mit

der Patientin: das gezielte Erfragen der einzelnen

Symptome der oft jahrelangen Leidensgeschichte.

Leider können gynäkologische Untersuchungen,

Ultraschall und auch MRI unauffällig sein, obwohl

eine Endometriose besteht, sodass bis heute die

definitive Diagnose nur mittels Bauchspiegelung

gestellt werden kann. Neu ist aber ein Speicheltest

auf dem Markt, wobei seine Zuverlässigkeit erst noch

in grösseren Studien getestet werden muss.

Was sind die Folgen einer Endometriose?

Gibt es Langzeitschäden?

Endometriose kann in angrenzende Organe wie Blase

und Darm einwachsen und zu grossen Operationen

führen. Sie kann den Harnleiter umwachsen und

so zu einem Stau und Funktionsverlust der Nieren

führen. Verwachsungen und Schäden an den Eileitern

und Eierstöcken können eine Schwangerschaft

auf natürlichem Wege unmöglich machen. Und die

ständigen Schmerzen führen zu Schmerzchronifizierung,

Rückzug aus dem sozialen Leben, Beziehungsproblemen,

Schul- und Lehrabbrüchen, Verlust des

Arbeitsplatzes, bis hin zur Invalidität.

Diese erschreckende Auflistung sollte Grund genug

sein, dass die Krankheit endlich ernst genommen

und in Zukunft die Diagnose früher gestellt wird. Nur

so können solch gravierende

Folgen für Betroffene und

deren Familien verhindert

werden.

Wie wird eine Endometriose

behandelt und was würden Sie

Betroffenen raten?

Endometriose ist eine sehr komplexe

Erkrankung, deshalb gehört

ihre Behandlung in die Hände eines

spezialisierten Teams. Die enge

Zusammenarbeit von Schulmedizin

und Komplementärmedizin ist wichtig.

Einigen Patientinnen hilft eine Ernährungsumstellung,

andere brauchen eine Operation

und anschliessend eine hormonelle Therapie, oder

es stehen psychotherapeutische Unterstützung,

TCM und Physiotherapie im Vordergrund. Wichtig

ist, dass gemeinsam mit ihnen ein Behandlungsplan

erarbeitet wird, der ihre individuelle Situation

berücksichtigt.

Ich schliesse mich Natalia an: Vertrauen Sie Ihrem

Körper. Bestehen Sie darauf, dass Ihre Beschwerden

ernst genommen und von einem auf Endometriose

spezialisierten Team abgeklärt werden. Dabei kann

auch die Unterstützung durch Endo-Help, Schweizerische

Endometriose-Vereinigung, wertvoll sein.


6 | www.dergesundheitsratgeber.ch

Heavy Menstrual Bleeding,

wenn normale Periodenprodukte

nicht mehr ausreichen

Was bedeutet diese Erkrankung für betroffene Frauen und ihre Angehörigen,

welche Symptome treten auf und vor allem: Welche Stigmatisierung ist damit

verbunden? Die Antworten und warum frau sich dennoch nicht für «Heavy

Menstrual Bleeding» schämen muss lesen Sie im Interview.

Julia

H.M.B.-

Betroffene

FOTO: PRIVAT

FOTO/GRAFIK: SHUTTERSTOCK

Hast du vor deiner Diagnose schon

einmal von «Heavy Menstrual Bleeding»

gehört?

Nein, bei meiner Diagnose war ich elf

Jahre alt.

Wie kamst du zu der Erkenntnis,

dass du an Heavy Menstrual Bleeding

leiden könntest? Ist es nicht

schwierig zu erkennen, was «normal»

ist und was nicht?

Die normalen Periodenprodukte reichten

bei mir nicht mehr aus, ich war

gezwungen zwei Binden zu kleben

und jede halbe Stunde aufs

WC zu laufen, um zu sehen,

ob «alles noch sitzt und

nichts ausläuft». Hinzu

kam, dass ich immer

müde war. Meine Mutter

merkte, dass ich nicht

nur sehr stark, sondern

auch sehr lange blute,

und ging daraufhin

mit mir zur

Gynäkologin.

Es ist tatsächlich

schwierig,

denn damals hat

auch niemand

ausgiebig über

die Periode geredet.

Wir wussten,

dass jedes Mädchen

sie hat und dass wir deswegen

manchmal den Sportunterricht

aussetzen. Aber mehr auch schon

nicht, besonders in diesem noch sehr

jungen Alter.

Viele Frauen berichten nach wie vor,

dass sie mit ihren Beschwerden von

Ärztinnen und Ärzten nicht ernst

genommen werden. Wie war das bei

dir?

Wegen Heavy Menstrual Bleeding

– oder im Fachkreis auch «Hypermenorrhoe»

genannt – bekomme

ich regelmässig eine sogenannte

Eisenkrise. Ich verliere mehr Blut, als

mein Körper nachbilden kann. Da ich

keine Substitution von Eisen in Form

von Tabletten vertrage, bin ich deshalb

auf Infusionen angewiesen.

Diese sind nicht gänzlich risikofrei

aber für mich der beste Weg. Mir ist

auch einmal eine Infusion unter die

Haut gelaufen und ich hatte danach

eine ziemlich grosse Beule – ich hatte

jedoch weder eine Verfärbung, noch ist

mir die Hand abgefallen.

Jedenfalls möchten

nur die wenigsten

Ärzte eine

Eiseninfusion

verabreichen.

Ich musste

immer wieder

woanders hin,

da es Kapazitätsprobleme

gibt, weil viele

Menschen diese

Infusionen

benötigen. Und

trotz meines

Blutbefunds, der

klar macht, dass

meine roten Blutkörperchen

bereits

absinken, werde ich

nicht ernstgenommen.

Es kommt noch schlimmer.

Manche Ärzte sagten mir sogar, ich

müsse eine schlimme Krankheit haben,

wie etwa Krebs – auf Leukämie wurde

ich bereits getestet –, oder eine versteckte

Blutung, da es «nicht möglich

wäre», durch die Regelblutung so viel

Blut zu verlieren. Im gleichen Atemzug

verweigerten sie mir die Infusion. Das

führt also dazu, dass ich die typischen

Eisenmangelsymptome in voller

Ausprägung spüre, das heisst, dass

ich kaum leistungsfähig bin. Mittlerweile

habe ich ein Internistenzentrum

gefunden, in dem ich endlich ernst

genommen werde.

Welche Auswirkung hat Heavy Menstrual

Bleeding auf deinen Alltag?

Während meiner Periode habe ich

permanente Angst, dass etwas «durchsickert».

Da die Periode erst langsam

vom Tabu- zu einem offen in der Gesellschaft

diskutierten Thema wird, und die

Periode in den Werbungen noch immer

als blaue Flüssigkeit dargestellt wird,

ekeln sich einige Leute nach wie vor vor

der Menstruation.

Wie schon erwähnt, muss ich öfter

aufs WC gehen, um zu checken, ob

alles passt. Generell bevorzuge ich es,

zuhause zu bleiben, wenn möglich.

Was willst du anderen betroffenen

Frauen und Angehörigen unbedingt

mit auf den Weg geben?

Ich weiss: Es ist hart, wenn dich das

«Frausein» so hart erwischt wie uns. Du

bist nicht allein, du bist nicht ekelhaft,

und du kannst nichts dafür, dass du

eine Erkrankung durchmachst, die mit

viel Scham behaftet ist. Du bist genauso

begehrenswert wie Frauen mit normalem

Menstrual Bleeding, und wenn dich

jemand dafür verurteilt oder lächerlich

macht, dann ist diese Person jemand,

der andere aufgrund ihrer Erkrankungen

schlecht macht, damit er sich besser

fühlen kann. Ich persönlich will mit

solchen Menschen nichts zu tun haben.

Es gibt Menschen und Partner, die dich

mit deiner Diagnose nehmen, wie du

bist, und dich auch sehen und attraktiv

finden, wenn du mit Schmerzen und

schwach im Bett liegst und nach Blut

riechst. Und Schwester, lass deine Blutwerte

regelmässig checken!

Liebe Angehörige:

Lasst uns jammern während dieser Tage

und gönnt uns ein paar Pausen. Bringt

uns einen Tee, eine Wärmflasche, oder

holt uns unser Lieblingsessen und dreht

uns einen schönen Liebesfilm auf – das

ist alles, was wir in diesem Moment

brauchen!


MEDIAPLANET | 7

Entgeltliche Einschaltung

CO 2

-Laser hilft bei

Scheidentrockenheit

Scheidentrockenheit ist noch immer ein Tabuthema. Und das, obschon ungefähr jede

dritte Frau in den Wechseljahren davon betroffen ist. Ebenso leiden viele Frauen nach

der Geburt ihres Kindes daran. Eine neue Lasermethode hilft langfristig.

FOTO: WWW.FELIXBUCHER.COM

Dr. med Bettina

von Seefried

Fachärztin für

Gynäkologie und

Geburtshilfe

www.gyn-health.ch

Frau Dr. von Seefried, welche

Mechanismen liegen Scheidentrockenheit

zugrunde?

Unsere Haut verliert durch den

natürlichen Alterungsprozess

an Spannkraft und durch den

Abbau von Kollagen an Elastizität.

Beschleunigt wird dieser

Prozess durch hormonelle Veränderungen,

etwa nach Geburten

oder in den Wechseljahren.

Die Festigkeit des Gewebes in

der Vagina lässt nach und die

Schleimhaut im Inneren der

Vagina verliert an Elastizität und

Feuchtigkeit.

Welche Folgen kann

Scheidentrockenheit haben?

Einerseits kann es zu einem

veränderten Sexualempfinden

kommen, andererseits zu einer

sogenannten Harninkontinenz,

dem ungewollten Urinverlust.

Manche Frauen leiden auch

unter vermehrten Infektionen

der Scheide. Die Scheidentrockenheit

kann die Lebensqualität

der betroffenen Frauen

einschränken und zu einem

Stressfaktor werden.

Welche Behandlungsmöglichkeiten

gibt es?

Neu steht uns mit der FemiLift-

Laserbehandlung eine Therapie

zur Verfügung, die Scheidentrockenheit

langfristig beseitigen

kann. Dabei werden

die inneren Schichten des vaginalen

Gewebes mit einem CO 2

-

Laser gezielt erwärmt. Als Folge

davon werden die Kollagen- und

Elastin-Fasern stimuliert und

dadurch die Gewebsstruktur in

der Vagina zur Kollagenneubildung

angeregt. Die Vagina wird

wieder straffer, fester und enger.

Wird die Behandlung im Bereich

der Harnröhre durchgeführt,

kann auch eine leichte Form

der Harninkontinenz behandelt

werden.

Wie genau funktioniert die

Laserbehandlung?

Wir führen dazu einen Applikator

in die Vagina der Frau ein, der

im 360-Grad-Winkel intensives

Laserlicht appliziert. Der Laser

erzeugt mikroskopisch kleine

Löcher in der Schleimhaut der

Vagina und gibt Wärme bis tief in

das Gewebe ab. Dadurch wird der

Aufbau von straffendem Kollagen

angeregt, das das Gewebe festigt.

Durch die winzigen Verletzungen

wird zudem der Heilungsprozess

im Gewebe angeregt, was dieses

ebenfalls strafft.

Bessern sich die Beschwerden

bereits nach der ersten

Behandlung oder wie oft muss

diese wiederholt werden?

Schon nach der ersten Behandlung

zeigt sich eine Besserung

der Scheidentrockenheit. Für

einen optimalen Effekt sollte die

Behandlung aber mindestens

viermal im Abstand von etwa

vier Wochen wiederholt werden.

Die Behandlung wird ambulant

durchgeführt und dauert etwa

30 Minuten. Sie kann bei Bedarf

jederzeit erneut durchgeführt

werden.

Wie verträglich ist die

Behandlung?

Die Behandlung wird ohne

Betäubung durchgeführt und

von meinen Patientinnen gut

vertragen. Von manchen Frauen

wird das Wärmegefühl des Lasers

als leichtes Stechen empfunden.

Die Sicherheit und Wirksamkeit

des CO 2

-Lasers sind durch Studien

belegt und Nebenwirkungen

gibt es keine.

Welche Rückmeldungen

bekommen Sie von Ihren

Patientinnen?

Die Zufriedenheit ist sehr hoch

und die Weiterempfehlungsrate

liegt bei nahezu 100 %. Das sagt

doch schon alles!

Wie wirkt sich die Behandlung

auf die Sexualität aus?

Die Frauen berichten, dass ihre

Vagina empfindsamer ist und sie

ein stärkeres Lustempfinden als

zuvor haben. Endlich wieder Sex

ohne Schmerzen ist eine neu

gewonnene Lebensqualität.

Mehr unter:

www.almalasers.de

Vulvo-vaginale Anwendungsgebiete

des CO 2

-Lasers FemiLift sind unter anderem

• Scheidentrockenheit

• Vulvo-vaginale Atrophie

• Belastungsinkontinenz

• Vaginale Relaxation

• Lichen Sclerosus

• Narbenkorrektur

• Rezidivierende

Infektionen

• Labienstraffung

• Kondylome

• Bleaching


8 | www.dergesundheitsratgeber.ch

FOTO: PRIVAT

Judith, Endometriose

Krankheit betrifft meinen Körper, ich bestehe aber

aus viel mehr als nur meinem Körper. Ich lebe als

Frau mit all meinen Narben, ohne Gebärmutter

und mit teilweise starken Schmerzen. Ich habe

mich davon aber nie beeinflussen lassen. Mein

Geist ist stärker. Ich bin eine tolle Frau, aufgrund

meiner Gedanken, meiner Empathie, meinen

Erfolgen, meiner Tochter und als Ehefrau. Ich

habe an grosser Stärke gewonnen. Umso älter ich

werde, umso mehr habe ich begriffen, dass mich

nicht irgendwelche Geschlechtsorgane zur Frau

machen, sondern mein Wesen.

FOTO: PRIVAT

Julia, Heavy Menstrual Bleeding

Ich fühle mich mies während meiner

Periode und rede offen darüber

– das wird besser angenommen

als gedacht! Die Menschen, die

mich ernst nehmen, nehmen auch

Rücksicht auf mich während dieser

Zeit. Es gibt keinen Grund sich zu

verstecken, denn ich bin liebenswert,

auch mit starker Blutung!

Ich bin mehr als

meine Krankheit.

ICH BIN EINE FRAU!

Frauen nehmen in ihrem Leben zahlreiche Rollen ein.

Sie sind Arbeitnehmerinnen, Töchter, Freundinnen,

Schwestern, Partnerinnen, Mütter und oft auch

Gesundheitsmanagerinnen der ganzen Familie. Doch

Frauen können auch Betroffene von Erkrankungen sein.

Wie sie es schaffen, diese in ihren Alltag zu integrieren,

und welche Auswirkungen eine Erkrankung auf ihr

individuelles Frausein hat, haben wir unterschiedliche

Frauen gefragt:

/claudiascancerchallenge

@claudiascancerchallenge

FOTO: INES THOMSEN

PROJEKT DAS BIN ICH

Claudia, metastasierter Brustkrebs

Meine Diagnose kam 2013 aus dem

Nichts und zog mir sprichwörtlich den

Boden unter den Füssen weg: Brustkrebs

mit Metastasen in Leber und Knochen;

später dann noch Bauchfellmetastasen.

Unheilbar. Prognostizierte Durchschnittsüberlebenszeit:

zwei Jahre. Und

trotzdem bin ich – neun Jahre später

– immer noch da. Operationen, Chemotherapie,

Bestrahlung, Antihormontherapie

– all das hinterlässt natürlich

Spuren, körperliche wie seelische. Man

«funktioniert» als Frau nicht mehr so

wie früher, kämpft ums Überleben. Und

dennoch sind wir so viel mehr als unsere

Krankheit und besitzen noch immer

Weiblichkeit und Strahlkraft.

FOTO: PRIVAT

Shila, Gebärmutterhalskrebs

Natürlich hat mir meine Krankheit viel

abverlangt. Sie hat mir viel genommen,

vor allem diese unbewusste Sicherheit in

die Gesundheit, aber ich lasse mir weder

meinen Kampfgeist, noch – und das ist am

wichtigsten – meine Lebenslust nehmen!

Die Liebe zu meiner Familie lässt mich

jeden Tag dankbar sein, und jetzt erfinde

ich mich neu: neugieriger, achtsamer,

bewusster, vor allem meinem Körper

gegenüber. Klar, der Krebs hat mich

gezeichnet, aber meine Narben zeigen

mir nur, dass ich gekämpft habe – und

vielleicht finde ich mich genau deswegen

fast noch besser als früher.


Ovarialkarzinom: BRCA-Tests

können frühzeitig über mögliche

Risken Aufschluss geben

Das Ovarialkarzinom ist die zweithäufigste bösartige Erkrankung

weiblicher Geschlechtsorgane. Die gynäkologische Onkologin

Viola Heinzelmann-Schwarz erklärt, wie BRCA-Tests dabei helfen,

informierte Entscheidungen für die eigene Gesundheit zu treffen.

Das Ovarialkarzinom wird meist

sehr spät entdeckt. Was bedeutet

das für die Therapie?

Die Behandlung im Frühstadium

besteht im Wesentlichen in der

Ermittlung der Ausdehnung

der Erkrankung, das heisst die

Entfernung der Eierstöcke, der

Eileiter, der Lymphknoten, und

des umgebenden Fettnetzes. In

einem fortgeschrittenen Stadium

geht es darum, die Tumorlast

maximal zu reduzieren. Je weiter

sich der Tumor bereits ausgedehnt

hat, umso ausgedehnter muss

operiert werden. Die Operation

ist dann deutlich länger, schwieriger

und mit einem höheren

Risiko verbunden. Deswegen ist

es extrem wichtig, dass Frauen in

die richtigen Hände kommen: Es

braucht ein kompetentes Team,

das auf entsprechende Infrastrukturen

zurückgreifen und so eine

umfassende Versorgung bei hoher

Qualität sicherstellen kann.

Gibt es die Möglichkeit einer

Früherkennung?

Es gibt viele Studien, die erforscht

haben, ob man Eierstockkrebs

früh entdecken könnte. Die

Quintessenz all dieser Studien ist:

negativ. Selbst wenn Sie einmal im

Quartal Tumormarker bestimmen

und Tests und eine Ultraschalluntersuchung

machen würden,

Sie würden ihn nicht frühzeitig

entdecken. Deswegen ist das A und

O, es gar nicht erst so weit kommen

zu lassen und sich vorab zu informieren

sowie sich im Falle eines

erhöhten Risikos auf das Vorliegen

einer genetischen Mutation testen

zu lassen.

Bei ca. 50 % der Patientinnen

mit Eierstockkrebs können

Schäden am Tumor-Erbgut

nachgewiesen werden, die durch

eine homologe Rekombinationsdefizienz

(HRD) ausgelöst

wurden. Bei ca. 29 % dieser

Patientinnen liegt eine BRCA-

Mutation vor.* Warum ist es so

wichtig herauszufinden, ob einer

vorliegenden HRD eine BRCA-

Mutation zugrunde liegt?

Es gibt zwei Gruppen von Mutationen,

die für das Ovarialkarzinom

von Bedeutung sind: das Lynch-

Syndrom und die BRCA1- und

BRCA2-Mutationen. Letztere sind

verantwortlich für ein erhöhtes

Risiko für Krebserkrankungen der

Brust und der Ovarien, aber auch

der Prostata und der Bauchspeicheldrüse.

Sie können eine oben

genannte homologe Rekombinationsdefizienz

auslösen. Dabei handelt

es sich um eine Störung eines

DNA-Reparaturmechanismus, die

das Risiko für das Entstehen einer

Krebserkrankung wie dem Ovarialkarzinom

erhöht.

Im Rahmen der Therapie wird

deshalb ein HRD-Test durchgeführt,

um abzuklären, ob diese

Störung vorliegt und sie durch eine

BRCA-Mutation bedingt ist. Eine

HRD kann auch durch Mutationen

an anderen Genen ausgelöst

werden. Der HRD-Test ist deswegen

so wichtig, weil sich jeweils

spezifische Therapiemöglichkeiten

für das Vorliegen der Störung und

der BRCA-Mutation eröffnen.

Wie kommt man präventiv zu

einem solchen BRCA-Test?

Ich halte nichts davon, sich einfach

blind testen zu lassen – in den USA

gibt es Unternehmen, die so etwas

anbieten. Der Test sollte nämlich

unbedingt im Rahmen einer

genetischen Beratung erfolgen,

so dass auch das Ergebnis und

seine möglichen Konsequenzen

besprochen werden können. In

der Schweiz gibt es dafür zertifizierte

Anbieter, die gemeinsam

mit den Patientinnen das Risiko

abklären und auch dabei helfen,

die Ergebnisse einzuordnen. Was

bei den genetischen Mutationen ja

noch hinzukommt: Es betrifft nie

nur einzelne

Personen,

sondern immer

auch gesamte

Familien; das

Prof. Dr. med.

Viola Heinzelmann-Schwarz

Leiterin Frauenklinik

Chefärztin Gynäkologie

und Gyn.

Onkologie

Universitätsspital

Basel

FOTO: UNIVERSITÄTSSPITAL BASEL

MEDIAPLANET | 9

muss entsprechend berücksichtigt

werden. Wird das Risiko für das

Vorliegen einer solchen genetischen

Veranlagung ermittelt,

kann eine Kostengutsprache bei

der Krankenversicherung für eine

genetische Testung beantragt werden.

Der Test selbst erfolgt ganz

einfach über eine Blutentnahme.

Angenommen, ich erhalte ein

positives Ergebnis für eine

BRCA-Mutation. Welche Handlungsoptionen

habe ich nun

damit?

Die Empfehlung in einem solchen

Fall lautet, Frauen ab 40 Jahren

prophylaktisch die Eierstöcke und

Eileiter zu entfernen. Das erfolgt

über eine Bauchspiegelung. In

98 % aller Fälle kann so eine

spätere Erkrankung ausgeschlossen

werden. Manche Frauen

lassen sich nur die Eileiter

entfernen, weil die Entfernung der

Eierstöcke einen Eingriff in den

Hormonhaushalt darstellt und sie

deshalb Bedenken haben. Diese

hormonelle Veränderung stellt

aber gleichzeitig auch einen

Schutz vor Brustkrebs dar. Es ist

auf jeden Fall wichtig, sich

umfassend aufklären zu lassen,

um Risiken einordnen zu können.

Denn auch die Entfernung der

Eierstöcke ist natürlich ein

Eingriff, der jedoch vor dem

Hintergrund einer möglichen

späteren Krebserkrankung und

ihren Folgen betrachtet werden

sollte. Ich bin deshalb davon

überzeugt, dass es der richtige

Schritt ist.

Der HRD-Test ist

deswegen so wichtig, weil

sich jeweils spezifische

Therapiemöglichkeiten für das

Vorliegen der Störung und der

BRCA-Mutation eröffnen.

*Quelle: https://bit.ly/3S4P2IB

Text: Werner Sturmberger

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Metastasierter Brustkrebs

und seine psychischen und

sozialen Auswirkungen

FOTO: SHUTTERSTOCK

Psychoonkologin Judith Alder erklärt im Interview, welche

negativen aber auch positiven Emotionen im Moment der

Diagnosestellung bei betroffenen Frauen zum Vorschein kommen,

wie Bewältigungsstrategien im Umgang mit Brustkrebs aussehen

können, welche Rolle die Konfrontation mit dem endlichen Leben

dabei spielt und wie Angehörige eine tatsächliche Unterstützung im

Verarbeitungs- und Krankheitsprozess sein können.

PD Dr. phil.

Judith Alder

eidg. anerkannte

Psychotherapeutin

Psychoonkologin

SGPO/FSP

Privatdozentin

Universität Basel

FOTO: ZVG

Was geht aus Ihrer Sicht in Frauen vor, die die

Diagnose metastasierter Brustkrebs erhalten?

Eine Krebsdiagnose wirft Betroffene und deren

Umfeld erst einmal mit einer grossen Brutalität

aus der Bahn – aus ihrer Normalität. Eine Zeit lang

erscheint nichts mehr so, wie es war. Es ist eine

äusserst schmerzhafte Konfrontation mit der eigenen

Endlichkeit, selbst dann, wenn es sich um heilbare

Erkrankungen handelt. Die emotionalen Reaktionen

sind unterschiedlich und von verschiedenen Faktoren

abhängig. Sie haben viele Gesichter – Schock,

Angst, Panik, Hadern, Unverständnis. Daneben

berichten Betroffene aber auch oft von intensiven

positiven Momenten, die durch das gegenseitige

Berührtsein, Nähe oder Dankbarkeit geprägt sein

können.

Zum Zeitpunkt der Diagnosestellung eines metastasierten

Brustkrebses vergehen in der Regel bereits

einige Tage bis Wochen, in denen gewartet werden

muss: Zuerst zeigt vielleicht eine Biopsie, dass es sich

um Krebszellen in der Brust handelt. Bevor dann

Behandlungsentscheide gefällt werden können, ist

es wichtig zu wissen, ob der Krebs metastasiert – also

Ableger in anderen Geweben gemacht hat. Diese

Phase des «Suchens» erfolgt in der Regel durch

bildgebende Verfahren und ist emotional oft sehr

belastend. Mit dem Wissen um Metastasen kann

sich nochmals ein grosses schwarzes Loch im Boden

öffnen. Das Nichtwissen darüber, wie viel (einigermassen

stabile) Zeit bleibt, ist bedrohlich; die Angst

vor einer Verschlechterung mit Schmerzen oder

Autonomieverlust aber vor allem auch die Sorge um

die Liebsten sind häufige Belastungsfaktoren.

Wie gelingt es, diese neue Lebenssituation anzunehmen?

Eine Rezeptsammlung dafür gibt es natürlich nicht.

Die Lebenssituationen aber auch die bisherigen Lebenserfahrungen

von Betroffenen unterscheiden sich

und damit auch die Mechanismen, die für den Umgang

aktiviert werden können. Unterstützung durch

andere ist dabei genauso wichtig wie die Fähigkeit,

sich auf das was jetzt ist zu konzentrieren. Die Bewältigung

erfordert viel Flexibilität und Anpassungsfähigkeit,

denn durch die Krankheit und die Belastungen

stehen die Betroffenen immer wieder vor neuen

Fragen und Herausforderungen. Daher spricht man

auch von einem Verarbeitungsprozess – die neue Situation

wird also nicht einfach einmal akzeptiert und

dann ist gut. Der Weg des Annehmens dauert und


MEDIAPLANET | 11

zeigt sich immer wieder mit neuen Facetten.

Hilfreich ist jedenfalls, gut hinzuschauen: Was

belastet mich und wie reagiere ich auf diese Belastungen,

was ist eine hilfreiche und was eine nicht

hilfreiche Reaktion. Ausgehend davon lässt sich dann

erarbeiten, was im bunten Repertoire der Bewältigungsstrategien

zu finden sein sollte.

Welche Rolle spielt die Auseinandersetzung mit

dem Tod?

Das Loslassen der Hoffnung auf Heilung erstreckt

sich meist über eine längere Zeit und wird vor allem

dann konkret spürbar, wenn es der Betroffenen

körperlich schlechter geht. Es gibt viele Frauen, die

sich längere Zeit gar nicht oder nicht so schwer krank

fühlen. In dieser Situation ist es schwer fassbar, was

«metastasiert» bedeutet, und dementsprechend

ist es nicht einfach zu erkennen, wann eine solche

Auseinandersetzung mit dem Tod stimmig ist. Die

Behandlungsmöglichkeiten geben ja zu Recht Hoffnung,

Kraft und eine Perspektive. Ob und wie sich

Betroffene mit ihrem Tod auseinandersetzen ist sehr

individuell – deshalb ist es wichtig, kein Bild von

einer «idealen» Vorbereitung auf den und Auseinandersetzung

mit dem Tod vermitteln zu wollen. Manche

haben das Bedürfnis, viele Dinge auszusprechen

oder zu organisieren, andere hingegen gar nicht.

Wie gehen die meisten Betroffenen mit der Diagnose

in Bezug auf ihre Angehörigen und Freunde

und Freundinnen um? Fällt es ihnen schwer, von

der Erkrankung zu erzählen? Falls ja – warum?

In meiner Erfahrung hat die Mehrzahl der Betroffenen

einen eher offenen Umgang mit der Diagnose.

Soziale Unterstützung ist sehr wichtig – eine Krebserkrankung

ist zu gross, als dass sie alleine bewältigt

werden könnte. Viele machen im Verlauf aber die

Erfahrung, dass es hilfreicher ist, einen begrenzten

Kreis von Nahestehenden eng an der Seite zu haben,

statt immer wieder den ganzen Familien- und Freundeskreis

zu informieren. Sehr schmerzhaft ist es, mit

denjenigen Personen vom Fortschreiten der Erkrankung

zu sprechen, für die man starke Gefühle der

Verantwortung und Liebe hat – das sind die eigenen

Kinder, der:die Partner:in oder hilfsbedürftige Eltern.

Was können Freunde und Freundinnen und

Familie tun, um die Betroffenen bestmöglich zu

unterstützen?

Am besten ist es wohl, immer wieder offen zu fragen,

was für die Betroffene tatsächliche Unterstützung

wäre – denn niemand kann und muss wissen, was für

die Betroffene hilfreich oder nicht hilfreich ist, und

dies kann sich ja auch verändern. Manchmal haben

diese aber auch selbst gerade keine Antwort. Dann

kann man einfach Vorschläge machen oder Gesten

der Zuneigung und Präsenz zeigen. Aussagen wie

«Ich weiss, wie du dich fühlst» sind sicher ungünstiger,

als zu fragen, ob die Betroffene berichten möchte,

wie es ihr geht. Unterstützen bedeutet manchmal

aber auch, gemeinsam einfach einen Alltag und vor

allem auch krebsfreie Zeiten oder Zonen zu haben.

Die Krankheit ist zwar phasenweise dominierend,

daneben gibt es aber viele gesunde Anteile in jedem

noch so kranken Menschen.

Welche Ratschläge geben Sie Betroffenen?

Keine, denn das wäre anmassend. Und viele Betroffene

werden bereits bedient mit gut gemeinten aber

nicht immer hilfreichen Tipps. Als Psychoonkologin

ist man ein Gegenüber, das nichts mit dem sonstigen

Umfeld zu tun hat. Dies eröffnet einen Raum, sich

offen auszudrücken und Dinge zu benennen, zu

erkunden und erforschen sowie Gefühle und

Gedanken zu ordnen – ohne die Sorge, den anderen

damit zu belasten oder mit der eigenen Trauer zu

konfrontieren. Das übergeordnete Ziel ist Entlastung,

Stabilisierung und Erhalten von Lebensqualität.

FOTO: SHUTTERSTOCK


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GRAFIK: SHUTTERSTOCK

Brustkrebs –

Früherkennung

kann Leben retten!

Brustkrebs ist die häufigste Krebsdiagnose bei Frauen: Jede achte

Frau in der Schweiz wird im Verlauf ihres Lebens mit dieser Krankheit

konfrontiert. In etwa 80 Prozent der Brustkrebsfälle sind

Frauen über 50 Jahre betroffen.

Donatella

Corbat

Präsidentin

EUROPA

DONNA Schweiz

FOTO: EUROPA DONNA SCHWEIZ

Jährlich erhalten in der Schweiz etwa

6 300 Frauen die Diagnose Brustkrebs

und ungefähr 1 400 Frauen sterben

an dieser Krankheit. Möglichst früh

erkannt und behandelt, ist Brustkrebs

meist heilbar. Oft kann die Brust

erhalten bleiben, und die Therapien sind weniger

belastend.

Brustkrebsfrüherkennung in der Schweiz

Die wichtigste Methode zur Früherkennung von

Brustkrebs bei Frauen ab 50 Jahren ist die Mammografie.

In der Schweiz haben erst 13 Kantone ein

qualitätskontrolliertes Früherkennungsprogramm

eingeführt. Frauen zwischen 50 und 70 Jahren werden

alle zwei Jahre zu einem Mammografie-Screening

eingeladen. Die Teilnahme ist freiwillig.

Die Auswertung einer langjährigen schwedischen

Studie zeigt, dass die regelmässige und kontinuierliche

Teilnahme an Mammografie-Screening-Programmen

Brustkrebs-Todesfälle verhindern kann.*

In den Kantonen ohne Screening-Programm,

zum Beispiel im Kanton Basel-Landschaft, kann die

Durchführung einer Mammografie in Absprache mit

der Ärztin oder dem Arzt durchgeführt werden.

Die Krankenkasse übernimmt die Kosten der

Früherkennungsmammografie im Rahmen eines

Programms (von der Franchise befreit) oder bei

einem familiär erhöhten Brustkrebsrisiko.

Falls Sie zu den Frauen gehören, in deren Familie

Brustkrebs vorkommt, lassen Sie sich regelmässig

von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt untersuchen.

Die monatliche Selbstuntersuchung der Brust ist

eine einfache Methode, Veränderungen der Brust

wahrzunehmen. Häufig wird Brustkrebs von Frauen

selbst zufällig oder durch regelmässiges Selbstabtasten

entdeckt. Der beste Zeitpunkt für das Abtasten

ist etwa eine Woche nach Beginn der Menstruation.

Möglichst früh erkannt und

behandelt, ist Brustkrebs

meist heilbar.

Zu diesem Zeitpunkt ist die Brust weicher als beispielsweise

am Ende des Zyklus, wenn das Drüsengewebe

durch die Hormone anschwillt und sich

härter anfühlt.

Wichtig: Die Selbstuntersuchung ersetzt auf keinen

Fall die ärztliche Vorsorgeuntersuchung.

EUROPA DONNA setzt sich seit vielen Jahren für

die Einführung eines qualitätsgesicherten Mammografie-Screening-Programms

für alle Frauen ab

50 Jahren in allen Schweizer Kantonen ein. Mit

sichtbaren Aktionen, wie zum Beispiel den 19 500

BHs auf dem Bundesplatz oder Mahnwachen vor

dem Grossen Rat in Bern, haben Betroffene auf

diese Forderung hingewiesen. Denn noch immer

sterben Frauen an Brustkrebs, oft weil die Krankheit

spät entdeckt wurde.

*Quelle: https://pubs.rsna.org/doi/pdf/10.1148/radiol.2021203935


MEDIAPLANET | 13

Entgeltliche Einschaltung

Bethesda Spital Basel:

Innovation in der Frauenmedizin

Das Bethesda Spital in Basel bietet eine Reihe

innovativer Behandlungsmöglichkeiten in der

Frauenmedizin an. Im Interview führt Dr. Jörg Humburg

aus, von welchen Vorteilen Patientinnen hier profitieren.

Text: Redaktion

Dr. med. Jörg

Humburg

Chefarzt

Blasen- und

Beckenbodenzentrum

Bethesda Spital

FOTO: ZVG

Die Frauenmedizin ist eine

Kernkompetenz des Bethesda

Spitals. Was zeichnet die Frauenmedizin

hier besonders aus?

Vieles! Wir haben verschiedene

Schwerpunkte, wie etwa im

Bereich der Urogynäkologie. Wir

bieten hier konservative, aber

auch operative Therapieverfahren

an, die auch von unseren Urotherapeutinnen

begleitet werden.

Wir favorisieren immer minimalinvasive

Operationsmethoden. In

der Gynäkologie können wir etwa

mit der Sonata-Therapie eine

sehr innovative Radiofrequenzmethode

für die Behandlung von

Myomen mit Blutungsstörungen

anbieten. Wird sind gerade dabei,

die transvaginale Lasertherapie

einzuführen, die bereits sehr gute

Erfolge in der Behandlung von

Genitalatrophien gezeigt hat.

Welche Vorteile haben Patientinnen

im Bethesda Spital

durch diese schonenden Eingriffe?

Die minimalinvasiven Eingriffe

sind ganz grundsätzlich weniger

belastend für Patientinnen und

der postoperative Verlauf erweist

sich als deutlich kürzer. Unsere

Patientinnen sind dadurch unter

anderem weniger schmerzgeplagt.

Einige Behandlungen

können sogar ambulant und ohne

Narkose erfolgen.

Welche Anwendungsgebiete

sind für die von Ihnen angesprochene

Lasertherapie

möglich?

Wir können die transvaginale

Lasertherapie etwa bei Problemen

mit trockenen Vaginalschleimhäuten

zum Beispiel in der Post-

Menopause einsetzen oder auch

für die Behandlung der Belastungsurininkontinenz.

Mit diesen

Anwendungsgebieten grenzen wir

uns aber deutlich von Therapien

im Zusammenhang mit Vaginalstraffungen

ab. Unser primäres

Anwendungsspektrum ist nicht

kosmetisch oder ästhetisch. Die

Lasertherapie kann eine gute Therapiealternative

sein, wenn etwa

Medikamente unverträglich oder

Operationen zu belastend für

Patientinnen sind. Es ist bekannt,

dass Frauen bereits nach der ersten

Anwendung der Lasertherapie

eine deutliche Linderung ihrer

Beschwerden bzw. Verbesserungen

verspüren. In der Regel wird

diese Lasertherapie im Abstand

von vier bis sechs Wochen und

etwa dreimal durchgeführt. Es

treten bereits sehr früh positive

Effekte ein, die Frauen bemerken,

dass sich das Wohlbefinden

dadurch verbessert.

Sie haben die innovative

Behandlungsmöglichkeit für

Myome erwähnt. Für wen kann

die Sonata-Therapie in Frage

kommen?

Die Sonata-Therapie kann grundsätzlich

allen Patientinnen, die

unter Myomen leiden, angeboten

werden. Kontraindikationen sind

Schwangerschaften, Infektionen

im kleinen Becken und Implantate.

Die Lage der Myome könnte

eine Einschränkung bezüglich

der Wirksamkeit darstellen. Der

Vorteil dieser Therapie besteht

darin, dass wir damit auch

Myome therapieren können, die

operativ zu behandeln sind. Die

Sonata-Therapie ist eine sehr präzise

und sichere Methode, in der

wir ultraschallgestützt Myome

aufsuchen, darstellen und unter

Sicht abladieren können. Damit

haben wir eine grosse Sicherheit,

dass die eingesetzte Radiofrequenzenergie

auch am richtigen

Ort ankommt. Dieses Therapieverfahren

gibt es zwar schon

länger, aber es beginnt sich jetzt

richtig durchzusetzen. Sowohl die

Datenlage als auch die Erfolgsrate

sind sehr gut!

Welche Vorteile hat diese

schnittfreie Methode im

Vergleich zu einer klassischen

Operation?

Ich würde es umgekehrt formulieren.

Operative Eingriffe bringen

Risiken mit sich und auch die

daraus entstehenden Kollateralschäden

können sehr gross sein.

So kann es beispielsweise

schwierig werden, nach einer

Myom-Entfernung die Gebärmutter

wieder so zu rekonstruieren,

dass etwa die Fertilität erhalten

bleibt. Ausserdem kann es

passieren, dass Myome in einer

Operation nur teilweise entfernt

und daher Folgeeingriffe in der

Zukunft notwendig werden.

Darüber hinaus braucht es für die

Sonata-Therapie keinerlei

Vorbehandlungen. Es ist eine sehr

gute Alternative zur Operation.

Wenn Frauen Beschwerden

aufgrund von Myomen, wie etwa

Schmerzen und starke Blutungen,

haben, gab es bislang die Möglichkeiten,

eine hormonhaltige

Spirale einzusetzen oder als

nächsten Schritt zu operieren und

eventuell sogar die Gebärmutter

zu entfernen. Die Sonata-Therapie

schiebt sich nun sozusagen

zwischen diese beiden Methoden

und bietet eine sehr gute Wirksamkeit.

Wir können damit

Frauen eine einfache und

effektive Behandlung bei störenden

Myomen anbieten.


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MEDIAPLANET | 15

Unsere Partner:

Endo-Help

Gemeinsam stärker

Die schweizerische Endometriose-Vereinigung Endo-

Help wurde 2011 von betroffenen Frauen gegründet.

Als Non-Profit-Organisation unterstützen wir Frauen

mit Endometriose und Adenomyose auf ihrem Weg vor,

während und nach der Diagnose. Unter der Dachorganisation

Endo-Help gibt es verschiedene Selbsthilfegruppen,

in denen sich Betroffene austauschen können.

Wir arbeiten dabei eng mit Endometriosenzentren in

der ganzen Schweiz zusammen und setzen uns aktiv

für die Aufklärung hinsichtlich der Krankheit ein.

www.endo-help.ch

Europa Donna:

EUROPA DONNA Schweiz ist

eine Organisation von Frauen mit

Brustkrebs, Ärztinnen, Politikerinnen

und weiteren engagierten Personen.

Sie setzt sich dafür ein, dass alle

Frauen in der Schweiz Zugang

zu optimaler Früherkennung,

Behandlung und Nachsorge bei

Brustkrebs erhalten. Zusätzlich

ist EUROPA DONNA Schweiz

Mitglied der European Breast

Cancer Coalition und die einzige

Patientinnenorganisation für Frauen

mit Brustkrebs in der Schweiz, die sich

auch für politische Interessen einsetzt.

Save the Date!

Der zweite Patientinnenkongress

Simply the Breast findet

am Samstag, den 4. März 2023,

in Bern statt.

www.europadonna.ch /

www.simplythebreast.ch

Kurvenkratzer

Weil Krebs ein Thema ist und kein Tabu. Kurvenkratzer ist

ein Onlinemagazin, das sich mit dem Lebensumstand Krebs

beschäftigt. Kurvenkratzer ist bunt, frech und humorvoll. Mit

einer gewissen Leichtigkeit trotz der Themenschwere. Mit

Wissen und Erfahrung aus der Praxis. Mit Fokus auf Selbstwirksamkeit

und Handlungskompetenz. Für Patient:innen,

ihre Angehörigen und medizinisches Personal.

www.influcancer.com

Selbsthilfe Schweiz –

Gemeinsam geht es besser

Selbsthilfe Schweiz und ihre 22 regionalen

Selbsthilfezentren ermöglichen Betroffenen oder

Interessierten, sich zu einer Vielzahl physischer und

psychischer Themen auf Augenhöhe und ohne Beizug von

Fachexpert:innen auszutauschen, um gemeinsam nach

Lösungen zu suchen. Die regionalen Selbsthilfezentren

unterstützen sie bei der Koordination, Kommunikation,

Umsetzung und Begleitung der verschiedenen

Selbsthilfegruppen.

www.selbsthilfeschweiz.ch

Erdbeerwoche

erdbeerwoche – deine Periodenbegleiterin erdbeerwoche ist

das erste auf Menstruation und nachhaltige Periodenprodukte

spezialisierte Social Business aus Österreich. Im erdbeerwoche-Shop

findet frau eine Auswahl nachhaltiger Produkte – von

Periodenunterwäsche über Menstruationstassen bis hin zu Bio-

Tampons. Alle Produkte der erdbeerwoche sind bio, fair, vegan

und/oder wiederverwendbar.

www.erdbeerwoche.com

ElleHELP

ElleHELP bietet eine schweizweite Plattform für

Frauen mit gynäkologischen Tumoren. Der Verein

schafft eine erste Anlaufstelle für Betroffene, klärt

dringende Fragen – medizinischer Natur oder von

Frau zu Frau – und vernetzt diese miteinander. Haben

Sie Interesse daran, bei ElleHELP mitzuarbeiten? Der

Verein freut sich über jede Unterstützung! Bitte melden

Sie sich per Mail an info@ellehelp.ch und geben Sie

an, wie ElleHELP Sie erreichen kann. Sie werden so

schnell wie möglich kontaktiert.

www.ellehelp.ch


Sie engagieren sich für

Frauengesundheit?

FOTO: SCHWEIZER HAE-VEREINIGUNG

Werden Sie Teil unserer Kampagne –

die nächste Ausgabe

erscheint im März 2023.

Melden Sie sich unter:

julia.buchberger@mediaplanet.com

www.mediaplanet.com

FOTO: SHUTTERSTOCK

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