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Musiker Magazin 2/2022

FESTIVAL: Deutscher Rock & Pop Preis 2022 – Plakat; Deutscher Rock & Pop Preis 2022 – Konzept STORIES: Lisa Fitz – Die renommierteste deutsche Kabarettistin und Trägerin des Bayerischen Verdienstordens; Rockenbolle – Die Cowboys aus der Hölle; TOKUNBO – »Golden Days«; David Beta – Seine Songs sind ein Mix aus Pop und Singer-Songwriter mit Hip-Hop-Einflüssen; ​Brennpunkt – Rockt dich mit authentischen deutschen Texten; EDELMEER – Zwei top-erfahrene Musiker mit Spaß und Hingabe für den deutschen Popschlager; Buffy Wallborn – (Ist) keine für eine Schublade; Die Geschichte von Epos; Ole Ohlendorff – Let The Good Times Roll; Die Historie der Rock- & Popmusik: Drei Pioniere: Alexis Korner, Cyril Davies, Graham Bond; Seyran – Ein musikalisches Gesamtpaket; Birds on Planes – Sie liefern eine energiegeladene Liveshow, bei der die Ohren Augen machen; Melissa Kross – Ich bin ein „Showgirl“ ; 25 Jahre Alfred Music Publishing GmbH RUBRIKEN: Musiker-News; Produkt-News; CD-Rezensionen; Titelschutzanzeigen; Kleinanzeigen; Impressum

FESTIVAL: Deutscher Rock & Pop Preis 2022 – Plakat; Deutscher Rock & Pop Preis 2022 – Konzept

STORIES: Lisa Fitz – Die renommierteste deutsche Kabarettistin und Trägerin des Bayerischen Verdienstordens; Rockenbolle – Die Cowboys aus der Hölle; TOKUNBO – »Golden Days«; David Beta – Seine Songs sind ein Mix aus Pop und Singer-Songwriter mit Hip-Hop-Einflüssen; ​Brennpunkt – Rockt dich mit authentischen deutschen Texten; EDELMEER – Zwei top-erfahrene Musiker mit Spaß und Hingabe für den deutschen Popschlager; Buffy Wallborn – (Ist) keine für eine Schublade; Die Geschichte von Epos; Ole Ohlendorff – Let The Good Times Roll; Die Historie der Rock- & Popmusik: Drei Pioniere: Alexis Korner, Cyril Davies, Graham Bond; Seyran – Ein musikalisches Gesamtpaket; Birds on Planes – Sie liefern eine energiegeladene Liveshow, bei der die Ohren Augen machen; Melissa Kross – Ich bin ein „Showgirl“ ; 25 Jahre Alfred Music Publishing GmbH

RUBRIKEN: Musiker-News; Produkt-News; CD-Rezensionen; Titelschutzanzeigen; Kleinanzeigen; Impressum

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C 10973 F | N o 2/22 | 6,00 Euro

Kulturzeitschrift für Rock & Pop Musiker

www.musiker-online.tv

Ole Ohlendorff

»Let The Good Times Roll«

Die Historie der

Rock- & Popmusik

Drei Pioniere:

Alexis Korner, Cyril Davies,

Graham Bond

Lisa Fitz

Deutsche Kabarettistin

und Trägerin des Bayerischen

Verdienstordens

TOKUNBO

40. Deutscher

Rock & Pop Preis

am 17. Dezember 2022


DEUTSCHER ROCK & POP MUSIKERVERBAND E.V.

DEUTSCHE POPSTIFTUNG, MUSIKER MAGAZIN UND TASCAM

PRÄSENTIEREN

Die verschiedenen Deutschen Rock- und Pop-Preise werden in folgenden Sparten verliehen:

8 Hauptkategorien:

Rock, Pop, Hard Rock, Funk & Soul,

Alternative/Independent, Singer-Songwriter, Singer, Country

119 Sonderkategorien:

Rock, Pop, Funk & Soul, Hard Rock, Alternative, Metal, Jazz-Rock, Rhythm & Blues, New Age,

Reggae, Latin-Pop, Folkrock, Country, Gospel, Musical, Punk, Fusion-Jazz-Rock,

Gothic/Wave, Weltmusik, Hip-Hop, Schlager, Filmmusik, Kinderlieder,

Experimental, Fusion, Hardcore, Industrial, Progressiv, Ska, New Metal, Trance, Elektronik, Dancehall, Elektropop,

Blues, Rock’n’Roll/Rockabilly, Cover/Revival, A Capella, Tonstudio,

Independent-Label, Independent-Musikverlag, Booking-Agentur, Musikmanager, Musikproduzent,

Förderung der Rock- & Popmusik, Lebenswerk, neuer Rock- & Popkünstler, CD-Album (deutschsprachig),

CD-Album (englischsprachig), Studioaufnahme, Single, Song (deutschsprachig), Song (englischsprachig),

Musikvideo, beste Komposition, deutscher Text, Booklet und Inlaycard,

Instrumentalband, Instrumentalsolist, Instrumentalalbum, bester Gitarrist, bester Keyboarder, bester Schlagzeuger,

bester Bassist, bester Percussionist, bestes Arrangement, bestes Blasinstrument

an Nachwuchsmusikgruppen, Einzelmusiker & Sänger*innen sowie an Profimusiker

Anmeldegebühren pro Kategorie: € 20,– DRMV-Mitglieder / € 30,– DRMV-Nichtmitglieder (Bitte den Bewerbungsunterlagen beilegen.)

Teilnahmegebühr: € 100,– je Sparte bei Auswahl durch die Bundesjury

(Kostenlos: 50 Festival-Eintrittskarten im Wert von € 1000,– für eigene Gäste/Fans)

INFOS: Deutsche Popstiftung • Kolberger Straße 30 • 21339 Lüneburg

Telefon: 0 41 31/ 23 30 30 • E-Mail: info@drmv.de / info@deutschepopstiftung.de

ANMELDEFORMULAR: www.musiker-online.com/festival-konzept/anmeldung

Gefördert aus Mitteln der Deutschen Popstiftung,

des Deutschen Rock & Pop Musikerverbandes e.V., des Kulturellen Jugendbildungswerkes e.V.

Bisher publiziert und gesendet vom ZDF (Heute Journal, Aspekte, 3SAT), der ARD (BR, SWF, SR, WDR, NDR, HR) sowie VH-1 und SAT1.

Jährlich publiziert über dpa in über 2.000 Tageszeitungen und Musikzeitschriften.

17. Dezember 2022 – Siegen

Kongresszentrum Siegerlandhalle


EDITORIAL 03

JETZT

BEWERBEN!

Bewerbungsfrist: 1. September ’22

s gibt bis heute kein Festival, keine Konzert veranstaltung und kein

E Riesenfestival mit Super stars, das eine derart bundesweite große,

um fangreiche und positive Medienresonanz seitens der Tageszeitungen

und auch vieler Zeitschriften erhält, wie der jetzt seit 40 Jahren auf ge mein -

nüt ziger Basis erarbeitete Deutsche Rock & Pop Preis. Das haben unsere

Medienanalysen der letzten 20 Jahre mithilfe großer, bundesweit ar bei ten -

der Ausschnittdienste eindeutig ergeben: 2018: 686 Artikel, 2019: 550

Artikel, Corona ausfall/virtuell 2020: 510 Artikel, Corona ausfall/vir tuell 2021:

(Ergebnis Ende April)

Das zeigt: Die Tageszeitungen in Deutschland haben den Wert und die

Bedeutung dieser musikalischen Kulturveranstaltung und der Jury-Preis -

auszeichnungen nach 40 Jahren ständiger Berichterstattung erkannt. (Und

wenn irgendwann einmal ein schräger Bericht irgendwelcher desinformier-

ter Journalisten veröffentlicht wird, dann macht das vor diesem Hinter grund

der zahllosen positiven und begeisterten Zeitungsberichte auch nichts aus. Wir

sagen dazu: „Let it be …“)

Es gibt zudem auch keinen einzigen Musik wett bewerb in Deutschland,

der eine derart große Anzahl von heute renommierten und bekannten Musik -

gruppen und Musikinterpreten nach der Preis auszeichnung (mittels einer

großen und perfekt gestalteten Urkunde) mithilfe dieser großen Kultur ver -

anstaltung hervorgebracht hat. Unser seit nunmehr 43 Jahren selber herausgegebenes

Musiker Magazin (Auflage 20 000) mit mehrseitigen Foto-/

Text-Interviews der Preisträger der Hauptkategorien und unsere aktive Hilfe bei

der Suche nach den richtigen Tonträgerfirmen unterstützen die Musi ker*innen

auch nach dem Wettbewerb. Wer wie auf einer Jahrmarkt ver anstaltung auf

Geld gewinne, Sach preise, nutz lose Label ver träge, „Zuschauer-Abstim mun -

gen“, Auswahl der Preis träger ohne Juroren nach der Höhe ihrer Ton -

träger- oder Digitalverkäufe spekuliert, sollte sich bei einem der zahllosen

Ama teur- oder Musikwett bewerbe der – nicht mehr existierenden – Musik -

industrie (die ohne Juroren ar bei te ten) als Amateur be werben! Und als

weg weisen des Ur beispiel: Auch bei den Grammy-Ver leihungen gibt es

keine Geld- oder Sach preise und auch automatisch keine Schallplatten-

Ton träger ver träge. Die Ein la dungs ge büh ren be tragen dort für die zur dortigen

Preis ver leih ungs gala ein geladenen Teil neh mer über 2 000 Dollar und

nicht wie bei uns lediglich 100 Euro pro Einzel sparte.

WEITERE INFORMATIONEN: WWW.MUSIKER-ONLINE.COM

AM 17. DEZEMBER 2022 | IN DER SIEGERLANDHALLE | SIEGEN


04 SHORT-TAKES

FESTIVAL

02 Deutscher Rock & Pop Preis 2022

Plakat

09 Deutscher Rock & Pop Preis 2022

Konzept

STORIES

13 Lisa Fitz – Die renommierteste

deutsche Kabarettistin und Trägerin

des Bayerischen Verdienstordens

16 ROCKENBOLLE –

Die Cowboys aus der Hölle

20 TOKUNBO – »Golden Days«

26 David Beta – Seine Songs sind ein

Mix aus Pop und Singer-Songwriter

mit Hip-Hop-Einflüssen

28 BRENNPUNKT – Rockt dich mit

authentischen deutschen Texten

30 EDELMEER – Zwei top-erfahrene

Musiker mit Spaß und Hingabe

für den deutschen Popschlager

33 Buffy Wallborn –

(Ist) keine für eine Schublade

36 Die Geschichte von EPOS

38 Ole Ohlendorff –

Let The Good Times Roll

43 Die Historie der Rock- & Popmusik:

Drei Pioniere: Alexis Korner,

Cyril Davies, Graham Bond

50 SEYRAN –

Ein musikalisches Gesamtpaket

52 BIRDS ON PLANES – Sie liefern

eine energiegeladene Liveshow,

bei der die Ohren Augen machen

54 Melissa Kross –

Ich bin ein „Showgirl“

56 25 Jahre

Alfred Music Publishing GmbH

RUBRIKEN

04 Musiker-News

57 Produkt-News

64 CD-Rezensionen

65 Titelschutzanzeigen

66 Kleinanzeigen

66 Impressum

TITELFOTO: © ANNE DE WOLFF

DAS VINYL DER ZUKUNFT

Wie die Musikindustrie sich mit NFTs und digitalen Bands

neue Einnahmequellen erschließen will

„Musikfestivals auf der Blockchain“ – das klingt

zunächst natürlich eher nach einem der üblichen

Schlagwörter-Remixe, die wenig inspirierte Digital -

propheten in ihrer Mittagspause ersinnen, um ein

paar mickrige Fördergelder abzugreifen. Tat -

sächlich sollen gleich mehrere dieser Veran stal -

tungen in den kommenden Wochen stattfinden,

im Internet logischerweise, und zwar mit durchaus

hochkarätigem Line-up, das auch angesagte

und hochkredible Clubs füllen könnte.

Bei genauerem Hinsehen entpuppen sich die

„Festivals“ dann auch weniger als digitale Ent -

sprechung von Moshpit-Romantik und Camping-

Exzess, sondern eher als unterkühltes, weil eben

auf digitaler Technik basierendes NFT-Projekt. Für

ein Investment in Form von Kryptowährungen

erhalten Liebhaber kurze Soundschnipsel, eventuell

garniert mit einem exklusiven animierten GIF

als Sahnehäubchen. Das, was man früher als

Hidden Track bezeichnete. Ein kleines Aha-Er lebnis

für die Fans.

Könnten die in letzter Zeit so viel gescholtenen

Datei-Unikate tatsächlich einen subkulturellen Wert

haben? Kann es gar eine digitale Ent sprechung

des Vinyl-Junkies geben, der seine Freizeit haupt -

sächlich in schummrigen Platten läden verbringt?

Dass strauchelnde Künstler neue Formen der

Monetarisierung erproben, kann man ihnen kaum

verdenken. Immerhin ist das heute gängige Ein -

kommensmodell des Musikstreamings fun da men -

tal ungerecht. Es sind natürlich nicht nur die kleinen

Musikschaffenden, die sich durch die Mittel

der Kryptoszene ein bisschen besseres Ein kom -

men erhoffen. Auch die Major-Labels mischen

mit. Sowohl Warner als auch Universal sind in

den letzten Monaten eine ganze Reihe von Ko -

operationen mit Metaverse- und NFT-Platt formen

eingegangen. Etwa mit der Audio-NFT-Plattform

Oneof.com oder der virtuellen Welt „The Sandbox“.

Oana Ruxandra, ihres Zeichens Chief Digital

TEXT: Michael Moorstedt | QUELLE: www.sueddeutsche.de/kultur/netzkolumne-musikindustrie-1.5601591

Officer bei Warner, bezeichnet die Zusammen -

arbeit als „neue Möglichkeit für noch mehr En ga -

gement, die es uns, unseren Künstlern und ihren

Fans ermöglicht, gemeinsam etwas zu schaffen

und eine Gemeinschaft aufzubauen“. Dreh- und

Angelpunkt dieser neuen Form der Interaktion ist

die Chat-Plattform Discord. Dort, so weiß das ehe -

malige Hipster-Magazin Pitchfork, könnten Fans

„zu den besten Freunden ihrer Idole werden, mit

ihnen kollaborieren oder unbezahlte Praktikanten

sein“. Früher hätte man das wohl als Traum eines

jeden Popanhängers beschrieben.

Hört man auf die Aussagen der verantwortlichen

Labelmanager, hat das Fan-Dasein freilich

auch in dieser neuen Auslegung des Internet vor

allem mit Konsum zu tun. Platten, Streams, Kon -

zert tickets und analoge Merchandising-Produkte

reichen nicht mehr aus. Ideen holt man sich dabei

unter anderem aus der Videospielindustrie. Dort

ist es unter Fans schon seit langer Zeit gängig,

digitale „Skins“, also etwa Kostüme für die eigene

Spielfigur, für bares Geld zu erstehen. In -

zwischen handelt es sich dabei längst um einen

Milliardenmarkt, und wenn Ruxandra sagt, dass

man auf diese Weise „inkrementell monetarisieren“

könne, hört sich das beinahe wie eine Dro -

hung an.

Universal Music hat derweil einen Act erdacht,

der ausschließlich in virtuellen Welten existiert.

Das Projekt namens Kingship, so heißt es in der

zugehörigen Pressemitteilung, sei eine „bahnbrechende,

exklusive Vereinbarung zur Grün dung

einer Metaverse-Band“. Das erinnert natürlich an

die von Blur-Chef Damon Albarn gegründeten

Gorillaz, die das bereits seit mehr als 20 Jahren

machen, und zeugt dementsprechend von eher

geringer Innovationskraft. Auch virtuelle Konzerte

sind nichts gänzlich Neues. Mainstream-Musiker

wie David Guetta oder Lil Nas X haben die For -

mate bereits erprobt, und selbst die Mitglieder

von ABBA haben inzwischen Avatare, die für

sie auftreten.

Fotoquelle: Universal Music

www.musiker-online.tv


SHORT-TAKES 05

TIKTOK: FLUCH UND SEGEN FÜR DIE MUSIKINDUSTRIE

UND IHRE STARS

Die Musikindustrie pflegt eine Hassliebe zur Videoplattform TikTok. Plattenfirmen üben immer

mehr Druck auf Stars aus, die dort für sich und ihre Musik werben sollen.

Die Kurzvideoplattform TikTok zieht viel Liebe

und viel Hass auf sich. Kontroversen gibt es

unter anderem um die mutmaßlichen Verbin dun -

gen zur chinesischen Regierung und somit zum

Daten schutz und der Privatsphäre der Nutzer.

Auch der Algorithmus der Plattform ist umstritten.

Kriti ker*innen werfen der Plattform vor, Nutzer*innen

bewusst in eine Art Suchtspirale ziehen zu wollen.

Am Ende entscheidet aber jeder selbst, was

er aus der Plattform für sich macht. Auch die

Musikindustrie pflegt eine Art Hassliebe zu

TikTok.

So berichten die Kollegen von OMR ausgiebig

über Fake Virals, bezahlte Produktplatzierungen

und auch gestresste Stars, die von ihren Platten -

firmen dazu gedrängt werden, sich und ihre

Musik bei TikTok zu vermarkten. Vielleicht belächelt

genau wegen solcher Fakes und den eher

jugendlichen Nutzer*innen manche*r Leser*in die

Plattform. Doch für die Musikindustrie ist TikTok

als Vermarktungsplattform mittlerweile nahezu

genauso wichtig geworden wie beispielsweise

Apple Music oder auch Spotify. Längst bieten

Labels daher Influencer*innen Geld an, um die

Songs ihrer Künstler*innen zu bewerben.

Es wird aber auch bewusst manipuliert, wie

das Beispiel Taylor Gayle Rutherfords zeigt,

deren virale Videos mutmaßlich mit der Hilfe

einer Plattenfirma und professioneller Marketing-

Mitarbeiter*innen fingiert worden sind. Die Ge -

schichte der zunächst unscheinbaren Nutzerin,

die später mit ihrem viralen Hit „ABCDEFU“ die

Charts toppte, war voraussichtlich eine gezielte

Inszenierung. Die Geschichte „Vom Teller wäscher

zum Millionär“ kommt eben auch bei TikTok gut

an.

TIKTOK ENTWICKELT SICH

ZUR HITMASCHINE

„ABCDEFU“ ist aber nur ein Beispiel dafür,

dass TikTok Stars hervorbringen kann, die auch

außerhalb des Netzwerks erfolgreich sind. Und

das geschieht eben nicht immer auf „natürliche“

Weise, sondern teilweise mit direkter Nachhilfe

der Plattenfirmen und professioneller Marketing-

Agenturen. Marktforscher*innen nehmen an, dass

mittlerweile ein Viertel der Künstler*innen, die es

in die Top-200-Playlisten bei Spotify schaffen,

durch TikTok groß geworden sind. Viele Mu si -

ker*innen erhalten erst durch ihre Beliebtheit bei

TikTok Plattenverträge.

Für die Musikindustrie bleibt TikTok dennoch

Fluch und Segen: Denn auch wenn die Labels

ihre Stars bei TikTok bewusst pushen, so steigert

sich die Unabhängigkeit der Künstler*innen von

großen Plattenfirmen durch derartige Netzwerke.

Du benötigst eben nicht mehr zwangsweise einen

riesigen Vertrieb, um Fans zu erreichen. Wer Talent,

Ausdauer und viel Glück mitbringt, kann auch im

Alleingang seine Zielgruppe finden. Die Platten -

firmen überwachen TikTok täglich mit ihren

Analyse-Tools. So kommt es auch hin und wieder

vor, dass ältere Lieder durch Audio-Memes er -

neut an Beliebtheit gewinnen, was man dann für

sich ausschlachtet.

Konsequenterweise lassen die Plattenformen

auch Geld an Creator*innen fließen, damit jene

die Songs der bei ihnen unter Vertrag stehenden

Künstler*innen in Videos einsetzen. Setzen be -

kannte Influencer*innen auf die Musik, kann das

einen Trend auslösen. Oder man streut ein Lied

über viele Kanäle. Oft spannt man auch die Mu si -

ker*innen selbst ein, die auf ihren TikTok-Kanälen

Eigenwerbung machen sollen – mit Fake-Videos,

die man viral forcieren will. Das sorgte bei einigen

Musiker*innen wie Florence & The Machine, Ed

Sheeran oder auch Halsey bereits für Unmut.

KEIN VIRALER ERFOLG = KEINE

VERÖFFENTLICHUNG?

Einige Musiker*innen behaupten sogar, dass

sich ihre Plattenformen geweigert hätten, neue

Lieder zu veröffentlichen, bevor die Künst -

ler*innen es nicht geschafft hätten, bei TikTok die

Werbetrommel ausreichend zu rühren. Mittler -

weile sind aber auch die Fans dahintergekommen,

dass es bei TikTok mehr Schein als Sein

gibt. Viele hinterfragen die Maschen der Labels

und Stars mittlerweile kritisch. Und für junge

Musiker*innen wird es immer schwieriger, sich im

enormen Dickicht des Angebots noch durchzusetzen.

Foto: © Nattakorn / Adobe Stock

TEXT: André Westphal | QUELLE: hifi.de/news/tiktok-fluch-und-segen-fuer-die-musikindustrie-und-ihre-stars-101009

2/2022 musiker MAGAZIN


06 SHORT-TAKES

Schweizer Musik-Fintech Utopia:

„WIR WOLLEN DAS BACKEND DER MUSIKINDUSTRIE SEIN“

Utopia Music verspricht, Datenlücken zu

schließen und Musikkonsum besser zu erfassen.

Das Schweizer Unternehmen mischt durch diverse

Übernahmen aber auch auf anderen Gebieten mit.

Nur selbst Musikrechte halten soll Utopia nie.

Die Antwort auf die Frage „Was ist fair?“ hängt

gewöhnlich stark von der jeweiligen Perspektive

ab. Sei es die Aufteilung der Einnahmen zwischen

einem Interpreten und seinem Label, die Be tei -

ligung von Songwritern am großen Streaming-

Kuchen oder wie viel Dienste wie Spotify eigentlich

für sich behalten sollen: Die eine Antwort gibt

es nicht.

Markku Mäkeläinen hält sich bei solchen

Themen lieber gleich ganz raus: „Fair ist für uns

das, worauf sich zwei Parteien in der Musik in dus -

trie geeinigt haben.“ Der Finne arbeitete zuletzt

unter anderem für Facebook. Seit Januar 2021

führt er Utopia Music mit Hauptsitz im Kanton

Zug. „Wir sind ein neutraler Akteur – wie die

Schweiz eben“, sagt er lachend. Als solcher soll

Utopia perspektivisch dann aber doch möglichst

überall mitmischen im komplizierten Treiben der

Musikvermarktung.

„Fair Pay for Every Play“ hat sich das Un ter -

nehmen als Motto auf die Fahnen geschrieben.

Fairness ergibt sich für Utopia demnach daraus,

die Gelder einzuholen, die den Partnern aus der

Industrie durch die Nutzung ihrer Werke auf welchen

Kanälen auch immer zustünden, sagt

Mäkeläinen: „Wir bilden ab, was wann und wo

gespielt wurde, und bringen diese Informationen

mit den Rechteverhältnissen und den entsprechenden

Eignern zusammen.“ Die Erfassung ist

die Grundvoraussetzung dafür, dass Zahlungen

an die jeweiligen Rechteinhaber fließen können.

Die Informationen über diese – an einem Song

halten nicht selten deutlich mehr als zehn Par -

teien Rechte – müssen hierfür natürlich sorgfältig

hinterlegt werden.

Zumal TikTok, wie eingangs erwähnt, durchaus

kritisch zu betrachten ist. Das ist auch der

Videoplattform selbst bewusst. Etwa führte man

deswegen kürzlich neue Tools für seine

Nutzer*innen ein, mit welchen sie ihre eigene

Bildschirmzeit im sozialen Netzwerk besser

überwachen können. So kann der Sog der

Kurzvideoplattform einen einerseits zum endlosen

Konsum eines Clips nach dem anderen ziehen.

Andererseits erhofft sich gerade mancher

Jugendliche vielleicht den schnellen Ruhm und

steckt seine gesamte Freizeit in Inhalte, nur um

am Ende desillusioniert zu werden.

„UTOPIA WIRD NIE SELBST

RECHTE BESITZEN“

Die Rechtewahrnehmung ist ein komplexes

Feld, und Ungenauigkeiten können teuer werden

– respektive dafür sorgen, dass beim betreffenden

Rechteinhaber kein Geld ankommt. In den

USA zahlten Mitte Februar vergangenen Jahres

beispielsweise diverse Streamingdienste rund 424

Millionen Dollar an eine neu eingerichtete Ver wer -

tungsgesellschaft aus.

Die stolze Summe setzte sich aus nicht zuordenbaren

Tantiemen für Urheber zusammen. Auch

das sogenannte Tracking von Musik in Radio,

Fernsehen oder auf verschiedensten digitalen Platt -

formen ist eine wichtige Aufgabe. Zudem gebe

es auf verschiedenen Märkten verschiedene ge -

setzliche Regelungen und jeweils lokale Ver wer -

tungsgesellschaften, sagt Roberto Neri, der das

operative Geschäft der Schweizer verantwortet.

Durch diese dezentrale Struktur komme Geld

teils nur sehr verspätet bei den Rechteinhabern

an. Utopia wolle helfen, Datenlücken zu schließen,

um so für mehr Einnahmen für die Branche

zu sorgen, die obendrein schneller gezahlt werden

sollen: „Wir wollen das Backend der Mu -

sikindustrie sein“, fasst Neri zusammen.

GROSSES SERVICEPORTFOLIO

DURCH ÜBERNAHMEN

Utopia sei kein Disruptor, unterstreicht,

Mäkeläinen. „Unser Ziel ist es, für mehr Ef fizienz

und Genauigkeit zu sorgen, nicht die Funktions -

weisen der Industrie zu verändern.“ So könnten

die Industriepartner auch die neuen Vermark -

tungsmöglichkeiten im Gaming oder dem Meta -

verse besser für sich nutzen. Aktuell arbeitet das

„Mu sik-Fintech“ nach eigenen Angaben mit 1100

Verlagen und 1800 Labels zusammen. 2016 ge -

gründet, repräsentiere man sechs Millionen Rechte,

und zu den Kunden würden auch die Majors

genannten großen drei der Branche Universal, Sony

und Warner Music zählen, heißt es von Utopia.

Genauere Infos gibt das rund 600 Mitarbeiter

zählende Unternehmen nicht preis. Das gilt auch

für Zahlen zu Umsatz, Gewinn oder Verlust. Dafür

machen die Schweizer regelmäßig mit Über nah -

men von sich reden, und das Service portfolio

beschränkt sich längst nicht auf das Ver folgen

und Auswerten des Musikkonsums. So gehört

heute der britische Indie-Vertrieb Proper Music

ebenso zu Utopia wie Musimap, ein Anbieter, der

mittels künstlicher Intelligenz Musik Emotions -

mustern zuordnen will, oder die Plattform Lyric

Financial, über die Künstler Vorschüsse auf ihre

künftigen Tantiemen erhalten können.

KONKURRENZ AUF

DEN EINZELNEN FELDERN

Auch mit Verwertungsgesellschaften ar beitet

Utopia als Servicepartner zusammen, wenngleich

nicht mit der deutschen GEMA. An Konkurrenz

mangelt es Utopia nicht. „Utopia Music ist relativ

breit aufgestellt und bietet Dienstleistungen in

vielen verschiedenen Bereichen – bislang vor

allem durch erfolgte Unternehmensübernahmen –,

die für Unternehmen der Musikwirtschaft relevant

sind. Aufgrund der breiten Aufstellung gibt

es vermutlich keinen direkten Konkurrenten, der

hier zu nennen ist“, wie Thomas Theune, Direktor

Sendung und Online bei der GEMA, gegenüber

der FAZ an merkt. Das 2005 gegründete spanische

Un ternehmen BMAT beispielsweise wirbt

ebenfalls damit, Musikkonsum möglichst überall

zu registrieren und alle Daten für die korrekte Aus -

zahlung zusammenzustellen. Auch die Selbst -

bezeichnung „Betriebssystem für die Musik in dus -

trie“ klingt ähnlich wie Utopias Selbstverständnis.

Auf dem weiten Feld der Meldung von Musik -

nutzung konkurriert Utopia zudem mit dem ICE

genannten Gemeinschaftsunternehmen von

GEMA, der britischen Gesellschaft PRS sowie

der schwedischen STIM.

Weitere Zukäufe seien in Planung, sagt Markku

Mäkeläinen. Doch bei aller Um triebigkeit habe sich

Utopia einige klare Grenzen gesetzt, was die

Fotoquelle: Utopia Music

www.musiker-online.tv


SHORT-TAKES 07

Ausweitung der Geschäftsfelder betrifft: „Utopia

wird nie selbst Rechte besitzen.“ Rechte, die

Utopia im Rahmen von Übernahmen erhalte,

veräußere man im Nachgang stets, und auch

Daten zu verkaufen stehe nicht zur Debatte. Auf

dem Gebiet der Katalogübernahmen fungiert

Utopia so ebenfalls als Servicedienstleister.

„MUSSTE IM CALLCENTER ARBEITEN!“

So wenig verdienen Künstler durch Streamingplattformen

Fotoquelle: Utopia Music

DIENSTLEISTER FÜR

KATALOGDEALS

„Wir arbeiten mit großen Fonds zusammen,

die Musikkataloge aufkaufen“, sagt Mäkeläinen.

Für die Interessenten und gerade für solche von

außerhalb der Musikindustrie seien möglichst gute

Daten über die Performance der Songs eines

Rechte pakets elementar, wenn es um die Ein -

schätzung der Rendite und die Preis ver hand lungen

gehe. Das gel te natürlich auch für die Seite der

Verkäufer, mit der Utopia als neutraler Player

ebenfalls arbeite. Auf „mehrere Hundert Millionen

Dollar“ belaufe sich, Stand jetzt, der summierte

Preis für Katalogdeals, bei denen Utopia als

Dienst leister involviert gewesen sei.

Der Run auf die Kataloge und das hohe Preis -

niveau könnten angesichts der steigenden Zinsen

zwar etwas nachlassen. Das erwarten auch die

Analysten von Goldman Sachs. Allerdings zeichnet

das Team in der aktuellen Ausgabe des alljährlichen

Berichts zur Lage der Musikindus trie

(„Music In The Air“) ansonsten ein betont positives

Bild für die Zukunft der Branche und korrigiert

die Wachstumsprognosen sogar nach oben.

Einerseits ge be es keine Anzeichen für ein Ende

des Streamingbooms, der das Wachstum der

Branche seit Jahren maßgeblich befeuert. Anderer -

seits legen die Einnahmen aus an deren digitalen

Plattformen wie Facebook, TikTok und auch aus

Videospielen immer stärker zu, wie es in dem

Bericht heißt. Eine Entwicklung, die Musik manager

stets nur zu gern anführen – und auch Markku

Mäkeläinen zupasskommt. Die internen Utopia-

Berechnungen fallen dem Finnen zufolge jedenfalls

noch optimistischer aus als jene von

Goldman Sachs.

QUELLE: www.faz.net/aktuell/wirtschaft/digitec/schweizer-musik-

fintech-utopia-wir-wollen-das-backend-der-musikindustrie-sein-

18123584.html

Fast ein jeder von uns nutzt für seinen Musik genuss

Streamingplattformen wie Spotify, Amazon oder Apple Music.

Vor allem bei kleineren Künst lern kommt von den Erlösen

dabei aber nicht viel rum.

Laut dem Bundesverband Musikindustrie (BVMI)

verdienen Künstler und Bands durchschnittlich

0,3 Cent pro Stream auf einer Platt form wie Spotify.

Das ist vor allem für Newcomer oder Nischenmusiker

ein großes Problem.

Wahrhaftig ein Lied davon singen kann der

Leipziger Indiemusiker Simon Graupner (25), der

sich unter dem Künstlernamen Shelter Boy mittlerweile

eine Fanbase erarbeitet hat. Auf Spotify

haben seine beliebtesten Tracks mehrere Mil lio -

nen Streams – davon kommt aber kaum etwas

bei ihm in der Geldbörse an.

„Am Anfang der Pandemie hat es noch ge -

reicht, um mich irgendwie selber auszuzahlen,

aber ir gend wann war der Topf auch leer. Ich habe

dann in einem Callcenter gearbeitet“, so Graupner

im Interview mit dem „exactly“-Team.

NUR GROSSE KÜNSTLER

PROFITIEREN VON

STREAMING-PLATTFORMEN

Beispielsweise für Spotify zahlen User circa

zehn Euro im Monat. Warum gehen diese dann

nicht direkt an die Künstler, die man hört? So

funktioniert das System eben nicht, weiß Rajk

Barthel vom Verband unabhängiger Musikunter -

nehmer*innen.

„Stell dir vor, du kaufst eine Vinylplatte von

Shelter Boy im Laden. Der Verdienst geht aber

nicht an Shelter Boy, sondern an Drake, weil der

insgesamt mehr Platten verkauft“, erklärte

Barthel die Verteilung der Gelder. Nur die wirklich

großen Player profitieren also vom Streaming –

dagegen haben sich auch schon Verbände wie

Fairshare zusammengetan, um zu überlegen,

wie man die Gelder fairer verteilen könnte.

QUELLE: www.tag24.de/unterhaltung/musik/musste-im-callcenter-arbeiten-so-wenig-verdienen-kuenstler-durch-streaming-plattformen-

2490321

Foto: © Nattakorn / Adobe Stock

2/2022 musiker MAGAZIN


08 SHORT-TAKES

DAS DROHENDE VERSCHWINDEN

DER MERKWÜRDIGEN

Stellt euch vor, es finden wieder Konzerte statt,

und keiner geht hin.

Rocko Schamoni warnt vorm großen Artensterben

kommen werden. Was wir nicht berechnet hatten,

war der Faktor Mensch: Viele Leute in diesem

Land wollen sich nicht impfen lassen,

dadurch bleibt die Seuche ständig im Umlauf

und dadurch wiederum bleiben viele der älteren

Auftrittsbesucher*innen, die sich mittlerweile in

einen Kokon aus Spotify und Netflix auf dem Sofa

eingesponnen haben, für immer zu Hause.

FÜR IMMER ZU HAUSE!

Von den Besuchern, die bis 2019 unsere Auf -

tritte besuchten, kommen heute höchstens noch

ein Viertel zu den Shows. Wie gesagt, auch hier

spreche ich von den kleineren Künst ler*innen, die

Großen betrifft dieser Effekt eher nicht, aus irgend -

welchen Gründen nehmen die User das Anste -

ckungsrisiko bei Massen kon zer ten lieber in Kauf.

Foto: © Kerstin Behrendt

Das bedeutet dementsprechend auch eine

Vier telung der Einnahmen. Ich, der ich als Künst ler

viele Jahre fast ausschließlich von Tourein nah -

men gelebt habe, kann von einem Viertel der

üblichen Gagen meinen Kleinbetrieb nicht am

Laufen halten. Und ich kenne sehr viele Künst -

ler*innen, denen es genauso geht und die sich

mittlerweile nach anderen Verdienst möglich kei ten

umschauen müssen. Auch die „Zulieferbe triebe“,

die Booker, Tourbegleiter, Grafiker, Roadies,

Bühnenarbeiter etc., straucheln, ein ganzer Kul tur -

zweig ist ins Wanken geraten.

Ich möchte die aktuelle Kolumne dafür nutzen, lerweile sind die Gewinne angeblich höher als vor

um auf einen Missstand aufmerksam zu machen, den Zeiten digitalisierter Musik. Wer bei all dem

von dem die meisten von euch zwar wissen, der geflissentlich übersehen wurde, waren die

aber dennoch nicht im Bewusstsein angekommen

zu sein scheint. Mit „euch“ meine ich in diegigen,

denn die verloren zuerst durch Napster ihre

Künstler*innen, vor allem die kleineren, unabhänsem

Fall die über 35-Jährigen, also die Alten, die zahlenden Kunden sowie später durch Spotify

Szene rentner, die Silberzwiebeln, die Auszu sor tie - eine angemessene Ent lohnung für die Benut -

renden, den genetischen Abfall. Es geht um den zung ihrer Musik. Während ich also früher für die

Besuch von kulturellen Auftritten jeder Art. Produktion einer LP und durch deren Verkauf ein

paar Tausend Euro verdienen konnte, muss ich

Ich fang mal ganz von vorne an: Als Shawn nun auf die monatlichen Abrechnungen der Strea -

Fanning 1999 mit seinem Unternehmen Napster mingdienste warten, von diesen Gewinnen ziehen

sich die Labels und Verlage weitere Pro -

behauptete, er würde die Musikindustrie zerschlagen,

erklärte er das zu einem revolutionären zentzahlen ab, und übrig bleibt so gut wie nichts.

Akt. Er behauptete, er würde den Usern – all den Letztendlich sind die produzierten Platten seit der

armen kleinen mittellosen Endverbrauchern an Digitalisierung für die meisten Künstler*innen nichts

den Kabeln zu Hause – umsonst zu der Musik verhelfen,

nach der sie sich sehnten, und die Platten - tritten zu locken. Aber wenigstens das Live-Busi -

weiter als Werbetools, um Publikum zu den Auf -

firmen, die permanent unverschämte Gewinne in ness blieb, davon konnten viele in diesem Bereich

die Tasche stecken, endgültig ausschalten. Das Arbeitende ganz gut leben. Bis Corona kam.

gelang ihm nicht – Napster wurde (unter anderem

von Bertels mann!) aufgekauft, die Musikindustrie Wir alle haben nach der zweijährigen Durst -

war ein paar Jahre geschockt von diesem tiefsitzenden

Leber haken, erholte sich aber dann mit der stark darauf gehofft, dass – wenn sich alle Leute

strecke und all den ausgefallenen Shows sehr

Erfindung des Streamings und dem Auf tauchen impfen lassen und die Seuche endgültig überwunden

ist – die Fans wieder zu den Auftritten

von Strea ming plattformen wie Spotify, und mitt-

TEXT: Rocko Schamoni | QUELLE: www.rollingstone.de/das-drohende-verschwinden-der-merkwuerdigen-2467871/

Ich weiß, das alles ist Jammern auf hohem

Niveau, schließlich leben wir in Kriegszeiten und

beobachten noch viel schlimmere Formen des

Elends in der Ukraine, in Afghanistan, im Irak und

anderswo. Ganz abgesehen vom Klima wan del,

der als gigantische Wand des Dramas auf uns

zurast.

Dennoch möchte ich vor dem Artensterben in

der Kultur noch mal eindringlich warnen, denn ehe

man sich versieht, verschwinden die Kleinen, die

Speziellen, Merkwürdigen, Andersartigen, Be son -

deren, Dysfunktionalen, Unfähigen, Sperrigen,

Unbestechlichen, Skeptischen, Widerborstigen,

Nervigen, Bescheuerten. Sie verschwinden zuerst,

denn sie sind nicht resilient, haben keine großen

Reserven angelegt, sind sensible Mimosen,

trocknen aus, verdorren, suchen sich Jobs bei

der Post oder als Zalando-Boten und sind dann

für immer aus der Welt.

Darum, ihr zu Hause Sitzenden:Lasst nicht zu,

dass die Merkwürdigen verschwinden:

KOMMT VON DEN SOFAS!

KOMMT AUS DEN KOMFORTZONEN!

KOMMT WIEDER ZU DEN AUFTRITTEN!

www.musiker-online.tv


DEUTSCHER ROCK & POP MUSIKERVERBAND E.V.

DEUTSCHE POPSTIFTUNG, MUSIKER MAGAZIN UND TASCAM

PRÄSENTIEREN

Bundeswettbewerb für Rock- und Popmusikgruppen und Sänger*innen

aller musikstilistischen Bereiche

In 2022 werden zum 40. Mal zahlreiche „Deutsche Rock & Pop Preise“

der verschiedensten musikalischen Bereiche an herausragende Nachwuchs -

musikgruppen, Nachwuchseinzelkünstler*innen sowie durch eine Fachjury

ausgewählte professionelle Musikgruppen und Einzelkünstler*innen mit

und ohne Tonträgervertrag verliehen. So sollen auch in diesem Jahr Künstler

so unterschiedlicher musikstilistischer Bereiche wie Rock, Pop, Country,

Hard & Heavy, Alternative, Weltmusik, Reggae, Funk & Soul u.v.a. geehrt

werden. Einziges Kriterium ist dabei der künstlerische Anspruch. In ihrer

kulturellen und künstlerischen Ausrichtung steht diese Kulturveranstaltung

damit im bewussten Gegensatz zu anderen Veranstaltungszeremonien

von Industriepreisen und kommerziellen TV-Anstalten. Durch die Aus zeich -

nung in über 125 verschiedenen Musikgenres wird der heutigen musikalischen

Vielfalt im Bereich der Rock- & Popmusik Rechnung getragen. Damit

soll erreicht werden, dass sich möglichst viele Musikgruppen und Einzel -

künstler*innen in ihrer Stilistik wiederfinden.

Diese Kulturveranstaltung soll wie bisher als Plattform des kreativen

Nachwuchses, aber auch als Treffpunkt einzelner etablierter Künstler*innen

und Persönlichkeiten des musikalisch-wirtschaftlichen Umfeldes dienen.

+

ZIEL / KONZEPT

FINANZIERUNG

ihrer Bewerbung und folgenden möglichen Nominierung einen Teilnahme -

betrag pro (von ihnen selbst gewählter) Musik sparte, um die Selbstfinanzierung

dieses musikereigenen Kulturfestivals auf Bundesebene zu gewährleisten.

Normalerweise bewerben sich die Teilnehmer nur in einer Sparte. Es bleibt

aber den Entscheidungen der Bewerber überlassen, ob sie sich zusätzlich in

weiteren Sparten bewerben (Beispiel: Band/ Musiker*in bewirbt sich in fünf

Sparten: 5 x 100 Euro = 500 Euro). Diese solidarische Gemeinschafts finan -

zierung ist in Deutschland einmalig: Damit wird auch der 40. Deutsche Rock

& Pop Preis wieder gemeinschaftlich finanziert durch die Stiftungs- und

Verbandsträger, die ca. 3 000 Musikgruppen, Musi kerinnen und Musiker im

Deutschen Rock & Pop Musikerverband e.V. sowie durch die Teilnehmer

dieses Festivals.

KATEGORIEN

Im Gegensatz zu anderen deutschen Musikpreisen werden die Deutschen

Rock & Pop Preise 2022 in über 125 verschiedenen musikstilistischen

Bereichen verliehen. Weitere Preise können an herausragende etablierte

Musikgruppen, Musikerinnen und Musiker sowie in den Sonderkategorien

„Bester Gitarrist”, „Bester Keyboarder”, „Bester Schlagzeuger”, „Bester

Bassist”, „Beste Komposition” etc. verliehen werden. Hierfür kann man sich

direkt bewerben. Die Bundesjury entscheidet, ob besondere Leistungen in

diesen Bereichen vorliegen.

Diese Kulturveranstaltung wird im Wesentlichen – wie in den vergangenen

20 Jahren auch – durch die gemeinnützige Deutsche Popstiftung,

den Deutschen Rock & Pop Musikerverband e.V. und die am Wettbewerb

beteiligten Musikgruppen und Künstler*innen gemeinsam finanziert.

Von allen Bewerbern dieses bundesweiten kulturellen Wettbewerbs wird –

ebenfalls wie in den Jahren zuvor – ein Solidarbeitrag in Form einer geringen

Anmeldegebühr (20 bzw. 30 Euro) erhoben. Alle durch die Bundesjury

nominierten Preis träger der Haupt- und Sonderkategorien zahlen erst nach

Folgende Einzelkategorien werden

ausgeschrieben:

» 8 HAUPTKATEGORIEN «

» 119 SONDERKATEGORIEN «

8


17. Dezember 2022 – Siegen

Kongresszentrum Siegerlandhalle

Durch die differenzierte Auswahl an Sonderkategorien wird gewährleistet,

dass eine große Anzahl vielversprechender Musikgruppen, Inter preten und

Künstler*innen in musikhistorisch und aktuell bedeutenden, aber bisher bei

Preisverleihungen vernachlässigten Musikrichtungen ebenfalls gewürdigt

werden können. In den acht Hauptkategorien sowie in den übrigen

Sonder kategorien entscheidet die Bundesjury allein aufgrund des

eingeschickten Materials über eine Nominierung bzw. Auszeichnung

bei der Preisverleihung.

Mit der Aufnahme von Kategorien, die sich mit dem künstlerischen und

technischen Umfeld einer CD-Produktion und des Musikmanagements

auseinandersetzen (Studioproduktion, CD-Design, Independent-Label,

Künstleragentur etc.), sollen auch die ansonsten im Schatten von künstlerischen

Auszeichnungen stehenden Firmen und Personen auf Vorschlag

der Musikerbasis geehrt werden.

TEILNAHME

Die nominierten Bands und Künstler*innen des 40. Deutschen Rock &

Pop Preises 2022 erhalten durch die Deutsche Popstiftung eine Ein -

ladung nebst Teilnahmeformular.

Erst die Rücksendung des ausgefüllten Teilnahmeformulars und

die Entrichtung der Teilnahmegebühr in Höhe von 100 Euro je Haupt -

kategorie und 100 Euro je Sonder kate gorie garantieren die Teilnahme

am 40. Deutschen Rock & Pop Preis 2022.

Die ausgezeichneten Preisträger der Haupt- und Sonderkategorien er -

halten je 50 Eintrittskarten im Gesamtwert von 1000 Euro für den eigenen

Gäste-/Fankreis.

Jede Band/jeder Künstler kann sich mit einer CD/einem Musikvideo

pro Kategorie (möglichst eine Liveaufnahme) bei der Deutschen Popstiftung

für die verschiedenen Kategorien bewerben.

Mit der Nichtrücksendung des Teilnahmeformulars und der Nicht en t -

richtung der Teilnahmegebühr verfallen die Teilnahme und Preis zuer -

kennung.

Anmeldegebühr:

» 20 EURO «

DRMV-MITGLIEDER

» 30 EURO «

DRMV-NICHTMITGLIEDER

Nach dem Bewerbungsschluss ermitteln unabhängige Expertenjuroren,

die von der Deutschen Popstiftung eingesetzt werden, die nominierten

Preis träger der Haupt- und Sonderkategorien des 40. Deutschen Rock &

Pop Preises 2022. Um eine gerechte Preisverleihung zu gewährleisten,

kann die Bundesjury, wenn die Einordnung den Juroren passend erscheint,

Preise auch in anderen als den durch die Künstler ursprünglich benannten

Kategorien zuerkennen.

PREISVERLEIHUNG

Die Preisverleihung an alle Preisträger findet am 17. Dezember 2022

auf der Hauptbühne des 40. Deutschen Rock & Pop Preises 2022 in der

Siegerlandhalle in Siegen statt.

Die Ergebnisse der Wahl und Auszeichnung durch die Bundesjury werden

auf der Website des DRMV www.musiker-online.tv und durch die

Kulturzeitschrift Musiker Magazin nach dem Festival veröffentlicht.

Alle Teilnehmer dieser Kulturveranstaltung übertragen die audiovisuellen

Sende- und Verbreitungsrechte non-exklusiv an die Deutsche

Popstiftung.

WEB: WWW.DEUTSCHERROCKPREIS.DE

TEXT: OLE SEELENMEYER | FOTOS: LUDWIG CZAPLA


ANMELDUNG

40. DEUTSCHER ROCK & POP PREIS 2022

Hiermit melde ich mich/uns für den Deutschen Rock & Pop Preis 2022 an.

Band/Künstler*in: .........................................................

Ansprechpartner*in: ......................................................

Straße: ..........................................................................

PLZ Ort: ........................................................................

Bundesland: ..................................................................

Tel.: ...............................................................................

Mobil: ............................................................................

Fax: ....................................................................................

E-Mail: ................................................................................

Internet: ..............................................................................

DRMV-Mitgl.-Nr.: ................................................................

GEMA-Mitglied?: ❑ nein ❑ ja:

❑ angeschl. ❑ außerord. ❑ ordentlich

Anmeldungen in mehreren Sparten sind möglich.

Bewerbungsgebühr pro Musiksparte: 20,– Euro DRMV-Mitglieder /30,– Euro DRMV-Nichtmitglieder

Die Bewerbungsgebühren in Höhe von Euro ........... ❑ in bar beigelegt ❑ als Scheck beigelegt ❑ per Überweisung

Bankverbindung: Deutsche Popstiftung, Postbank Hamburg, IBAN: DE08 2001 0020 0964 2792 08, BIC: PBNKDEFF

Dieses Anmeldeformular, CD und Bewerbungsgebühr bitte spätestens bis 1. September 2022 an:

Deutsche Popstiftung, Bewerbung 2022, Kolberger Str. 30, 21339 Lüneburg

Teilnahmegebühr: 150,– Euro je Haupt- und je erste Sonder ka te gorie (alle weiteren 100,– Euro) – Diese Gebühr fällt erst nach Auswahl durch

die Bundesjury an. Sollte die Preisverleihung nicht stattfinden können, dann reduzieren sich die Teilnahmegebühren auf 100,– Euro pro Kategorie.

40. DEUTSCHER ROCK & POP PREIS 2022: HAUPTKATEGORIEN

Bitte gewünschte Musiksparte(n) ankreuzen und CD (pro Sparte eine CD!) beilegen! Der jeweils 1. Song wird gewertet!

❑ 1

❑ 2

❑ 3

❑ 4

❑ 5

❑ 6

❑ 7

❑ 8

Deutscher Rock Preis (beste Rock-Band)

Deutscher Pop Preis (beste Pop-Band)

Deutscher Hard Rock Preis (beste Hard’n’Heavy-Band)

Deutscher Funk & Soul Preis (beste Funk/Soul-Band)

Deutscher Alternative Preis (beste Alternative-Band)

Deutscher Singer-Songwriter Preis (beste*r Solosänger*in – Wertung: Eigenkomposition und Stimme)

Deutscher Singer Preis (beste*r Solosänger*in – Wertung: Stimme)

Deutscher Country Preis (beste Country-Band)

Die durch die Jury nominierten Preisträger der Hauptkategorien werden am 17. Dezember 2022

auf der Hauptbühne der Siegerlandhalle in Siegen im Rahmen der Preisverleihung ausgezeichnet.

40. DEUTSCHER ROCK & POP PREIS 2022: SONDERKATEGORIEN

❑ 9 Beste Filmmusik

❑ 10 Bestes Kinderlieder-Album

❑ 11 Beste Experimentalband

❑ 12 Beste Crossoverband

❑ 13 Beste Hardcoreband

❑ 14 Beste Industrialband

❑ 15 Beste Progressiveband

❑ 16 Beste Skaband

❑ 17 Beste Nu-Metal-Band

❑ 18 Bestes Trancealbum

❑ 19

Beste*r Mundart-Interpret*in

❑ 20 Beste*r Electronic-Interpret*in

❑ 21 Bestes Dancehall-Album

❑ 22 Beste Elektropopband

❑ 23 Bestes traditionelles Blues-Album

❑ 24 Beste Rock’n’Roll/Rockabillyband

❑ 25

Beste Cover/Revivalband

❑ 26 Beste A-Capella-Band

❑ 27 Bestes Chanson-Album

❑ 28 Beste Punkband

❑ 29 Beste Gothic-/Wave-Band

❑ 30 Beste*r Gospel-Interpret*in

❑ 31 Beste Gospelgruppe

❑ 32 Bestes Weltmusikalbum

❑ 33 Bestes Hip-Hop-Album

EINSENDESCHLUSS: 1. SEPTEMBER 2022


Bitte gewünschte Musiksparte(n) ankreuzen und CD (pro Sparte eine CD!) beilegen! Der jeweils 1. Song wird gewertet!

BEREICH ROCK:

❑ 34 Beste Rocksängerin

❑ 35 Bester Rocksänger

❑ 36 Bester Rocksong

❑ 37 Bestes Rockalbum

BEREICH POP:

❑ 38 Beste Popsängerin

❑ 39 Bester Popsänger

❑ 40 Bester Popsong

❑ 41 Bestes Popalbum

BEREICH FUNK:

❑ 42 Beste Funk-Sängerin

❑ 43 Bester Funk-Sänger

❑ 44 Bester Funk-Song

❑ 45 Bestes Funk-Album

BEREICH HARD ROCK:

❑ 46 Beste Hard-Rock-Sängerin

❑ 47 Bester Hard-Rock-Sänger

❑ 48 Bester Hard-Rock-Song

❑ 49 Bestes Hard-Rock-Album

BEREICH METAL:

❑ 50 Beste Metal-Sängerin

❑ 51 Bester Metal-Sänger

❑ 52 Beste Metal-Band

❑ 53 Bester Metal-Song

❑ 54 Bestes Metal-Album

BEREICH FUSION-JAZZ-ROCK:

❑ 55 Beste Fusion-Jazz-Rock-Sängerin

❑ 56 Bester Fusion-Jazz-Rock-Sänger

❑ 57 Beste Fusion-Jazz-Rock-Band

❑ 58 Bester Fusion-Jazz-Rock-Song

❑ 59 Bestes Fusion-Jazz-Rock-Album

BEREICH ALTERNATIVE:

❑ 60 Beste Alternative-Sängerin

❑ 61 Bester Alternative-Sänger

❑ 62 Bester Alternative-Song

❑ 63 Bestes Alternative-Album

BEREICH NEW AGE:

❑ 64 Beste New-Age-Band

❑ 65 Bester New-Age-Song

❑ 66 Bestes New-Age-Album

BEREICH R’N’B/SOUL:

❑ 67 Beste R’n’B/Soul-Sängerin

❑ 68 Bester R’n’B/Soul-Sänger

❑ 69 Beste R’n’B/Soul-Band

❑ 70 Bester R’n’B/Soul-Song

❑ 71 Bestes R’n’B/Soul-Album

BEREICH REGGAE:

❑ 72 Beste Reggae-Sängerin

❑ 73 Bester Reggae-Sänger

❑ 74 Beste Reggae-Band

❑ 75 Bestes Reggae-Album

BEREICH LATIN-POP:

❑ 76 Beste Latin-Pop-Sängerin

❑ 77 Bester Latin-Pop-Sänger

❑ 78 Beste Latin-Pop-Band

❑ 79 Bester Latin-Pop-Song

❑ 80 Bestes Latin-Pop-Album

BEREICH FOLKROCK:

❑ 81 Beste Folkrocksängerin

❑ 82 Bester Folkrocksänger

❑ 83 Beste Folkrockband

❑ 84 Bester Folkrocksong

❑ 85 Bestes Folkrockalbum

BEREICH COUNTRY:

❑ 86 Beste Country-Sängerin

❑ 87 Bester Country-Sänger

❑ 88 Bester Country-Song

❑ 89 Bestes Country-Album

BEREICH SCHLAGER:

❑ 90 Beste Schlager-Sängerin

❑ 91 Bester Schlager-Sänger

❑ 92 Beste Schlager-Band

❑ 93 Bester Schlager-Song

❑ 94 Bestes Schlager-Album

BEREICH MUSICAL:

❑ 95 Beste Musicalsängerin

❑ 96 Bester Musicalsänger

❑ 97 Bestes Musicalalbum

Die durch die Jury nominierten Preisträger aller Sonderkategorien werden am 17. Dezember 2022

auf der Hauptbühne der Siegerlandhalle in Siegen im Rahmen der Preisverleihung ausgezeichnet.

Die Anmeldeformulare können auch unter www.musiker-online.tv heruntergeladen werden.

MUSIKBUSINESS:

❑ 98 Bestes Rock-/Pop-Tonstudio (Preis-Leistungs-Verhältnis)

(Bew.: CD, Studioausstattung, Mietpreis etc.)

❑ 99 Bestes kreatives Independent-Label (Rock & Pop)

(Bew.: Produktionsübersicht (CD), Vertriebswege etc.)

❑ 100 Bester Independent Musikverlag (Rock & Pop)

(Bew.: Künstlerübersicht, Vermarktungsstrategie etc.)

❑ 101 Beste Booking-Agentur (Rock & Pop)

(Bew.: Künstler-, Konzert- und Tourneeübersicht)

❑ 102 Erfolgreiche*r Musikmanager*in (Rock & Pop)

(Bew.: Künstler- und Vermarktungsunterlagen)

❑ 103 Erfolgreiche*r Musikproduzent*in (Rock & Pop)

(Bew.: Künstler- und Produktionsangaben, CD)

❑ 104 Kulturpreis für die Förderung der Rock- & Popmusik in

Deutschland (Bew.: Auf Empfehlung – keine Gebühren fällig!)

❑ 105 Lebenswerk (Bew.: Beschreibung des Lebenswerks)

MUSIKPRODUKTION:

❑ 106 Beste*r neue*r Rock- und Popkünstler*in des Jahres

❑ 107 Bestes CD-Album des Jahres (deutschsprachig)

❑ 108 Bestes CD-Album des Jahres (englischsprachig)

❑ 109 Bester Song des Jahres (deutschsprachig)

❑ 110 Bester Song des Jahres (englischsprachig)

❑ 111 Beste Studioaufnahme des Jahres

❑ 112 Beste Single des Jahres

❑ 113 Bestes Musikvideo

❑ 114 Beste Komposition

❑ 115 Bester deutscher Text

❑ 116 Bestes Booklet und Inlaycard

❑ 117 Beste Instrumentalband

❑ 118 Bestes Instrumentalalbum

❑ 119 Beste*r Barpiano-Interpret*in

INSTRUMENTALISTEN:

❑ 120 Beste*r Instrumentalsolist*in

❑ 121 Beste*r Gitarrist*in

❑ 122 Beste*r Keyboarder*in

❑ 123 Beste*r Schlagzeuger*in

❑ 124 Beste*r Bassist*in

❑ 125 Beste*r Percussionist*in

❑ 126 Bestes Arrangement

❑ 127 Bestes Blasinstrument

EINSENDESCHLUSS: 1. SEPTEMBER 2022


STORIES 13

Die renommierteste

deutsche Kabarettistin und

Trägerin des Bayerischen

Verdienstordens.

Mit ihren Programmen

begeistert Lisa

deutschlandweit ihr

Publikum. Auch als Autorin,

Schauspielerin

und Sängerin ist Lisa Fitz

erfolgreich.

MM: Covid-19 ist ein Thema, welches uns alle

beschäftigt. Besonders muss die Entertain -

ment-Industrie darunter leiden. Wie weit darf/

soll der Staat deiner Meinung nach mit

Coronamaßnahmen eingreifen?

LISA FITZ: Meiner Ansicht nach hätte der Staat

einen Bruchteil dieser horrenden Milliarden be -

trä ge investieren können – und sollen, um die

Bürger in der gleichen ständigen Wiederholungsfrequenz

ausreichend aufzuklären und über

Schutzmaßnahmen zu informieren – Masken,

Abstand, Hände waschen –, anstatt autoritär

Lockdowns zu verhängen und die Bürger wie

unfolgsame Kinder in Dauerangst zu treiben, mit

Aussagen, die sich zum Teil später oft als defi-

8

2/2022 musiker MAGAZIN


14 STORIES

nitiv falsch erwiesen haben. Hunderttausende

von Existenzen würden dann jetzt nicht vor

dem Ruin stehen. Ich bin mit den üblichen Vor -

sichtsmaßnahmen schon bis 2020 den dritten

Winter vollkommen grippe- und erkältungsfrei

geblieben, nachdem ich 2017 drei Monate

durchgehend schwer an Grippe und Bronchitis

erkrankt war und dadurch einen Teil des Ge -

schmacks- und Geruchssinns verloren habe.

MM: Wie würdest du die Situation der Kultur

und Veranstalter beschreiben?

LISA FITZ: Die Kultur ist nicht tot, aber schwer

krank, sie muss sich jetzt erholen und regenerieren.

Die Veranstalter sind sehr tapfer und

absolut loyal, und zuversichtlich trotz der immer

wieder miesen Lage – und ausgesprochen

kämpferisch. Wenn Sie hören würden, wie die

Branche gegen den konfusen Regelwirrwarr seit

2020 gewettert hat und immer noch tut, hätten

Ihnen die Ohren gebrummt. Und die Kultur szene

steht sicher nicht im Verdacht, „querdenkerisch“

oder „rechts“ zu stehen. Man lässt sich

halt nicht gerne ruinieren, vor allem, wenn man

alternative Lösungen für praktikabel und sinnvoller

hält.

MM: Inwiefern hat dich die Pandemie seit

Beginn 2020 beeinflusst?

LISA FITZ: Auf vielfältige Weise, unter anderem

auch auf sehr spannende. Ich wollte zum Bei -

spiel seit Jahren ein Sabbatical machen, das

hätte ich sicher freiwillig nicht geschafft. Ich

weiß nun nach dieser Zeit, dass es mir genauso

gut geht, wenn ich nicht auftrete – abgesehen

natürlich vom Ver dienstausfall.

Ich bin also nicht bühnen- und applausabhängig,

obwohl es mir viel Spaß macht. Meinem

Lebenspartner und mir ging es zu Hause sehr

gut. Allerdings wohnen wir in Niederbayern auf

dem Land und haben viel Platz und Natur um

uns, das ist leichter, als mit zwei Kindern auf

80 Quadratmeter in der Großstadt zu leben,

womöglich ohne Balkon.

Man kommt aber auch etwas aus der Übung

und denkt zuweilen: Schaff ich das dann wieder,

wenn’s weitergeht – und soll ich überhaupt

noch …? Dank Steuerberater kamen staatliche

Unterstützungen, die geholfen haben. Der Be -

such ist natürlich allgemein immer noch viel

schwächer als zuvor. Aber was ich in dieser

Zeit gelernt habe: Ob ich vor 80 oder vor 800

Leuten spiele, meine Stimmung auf der Bühne

bleibt zuverlässig heiter und mein Energielevel

gleich hoch, das wäre für mich früher undenkbar

gewesen.

Seit Juni 2021 ist sie mit dem

aktuellen Soloprogramm

„DAUERBRENNER – DAS GROSSE

JUBILÄUMSPROGRAMM“ auf Tour.

Der neue Song

„DEUTSCHLAND QUO VADIS“

ist ab 23.8.2021

auf Youtube und als Download

via iTunes, Amazon etc. erhältlich.

www.musiker-online.tv


STORIES 15

MM: Wie lief 2021 für dich?

LISA FITZ: 2021 lief nicht so schlecht, weil

einige Veranstalter sehr fix auf Open Airs und

größere Locations umgestellt haben, wo man

mehr Zuschauer (mit Abstand) setzen durfte.

Pro blem war und ist die Angst der Menschen,

sich an zu stecken. Und weil halt nicht jeder gern

zwei Stunden in einen Mundschutz atmen und

lachen oder sich den konfusen, ständig wechselnden

Veranstaltungsregeln für Live-Publi -

kum unterwerfen will, das kann ich verstehen.

Wir hoffen alle, dass es besser wird. Und 2021

gab es ja auch immer wieder Phasen, in denen

Gast spiele möglich waren. Natürlich tut man sich

leichter, wenn man einen bekannten Namen hat,

bei vielen Kollegen ging gar nichts. Aber auch

ich musste mit vielen Veranstaltern nachverhandeln,

ihnen mit der Gage entgegenkommen,

damit beide Parteien zufrieden waren. Manche

(bekannten) Kollegen haben 2021/22 komplett

abgesagt und wollen erst wieder 2023 spielen.

Das sind die mit den fünf Mietshäusern, die wohl

gar nicht mehr auftreten müssten.

»Die Kultur szene steht

sicher nicht im

Verdacht,

„querdenkerisch“

oder „rechts“ zu stehen.

Man lässt sich halt

nicht gerne ruinieren,

vor allem,

wenn man alternative

Lösungen für praktikabel

und sinnvoller hält.«

MM: Was erwartest du für 2022?

LISA FITZ: Ich erwarte derzeit gar nichts mehr,

ich nehme es hin, wie es kommt und behalte

meine Lust zu sagen, was ich will. Wenn man

sich Bange machen lässt, ist das Kabarett tot.

Und sonst: Ich habe mich 2022 so zugebucht,

dass ich zum Beispiel eine 14-Tage-Tour am

Stück im März energiemäßig und stimmlich

gerade noch so geschafft habe. Warum? Weil

ich mir beim Booking gedacht habe, ach, da

fallen sicher wieder paar aus oder werden verlegt.

War aber dann zum Großteil doch nicht

so. Der Herbst sieht ähnlich aus.

MM: In Zeiten wie diesen ist Optimismus ein

guter Begleiter, um uns durch den Tag zu

bringen. Bist du eher eine Optimistin oder

denkst du, ein bisschen Pessimismus ist

notwendig? Wie stellst du die beiden in Re -

lation?

LISA FITZ: Grundsätzlich bin ich immer zuversichtlich,

dass es irgendwie weitergeht und

dass man gangbare Wege findet, sagen wir so.

Ich denke, wirtschaftlich haben wir derzeit weniger

Anlass, optimistisch zu sein. Aber eine ständig

miese Stimmung oder chronische Em pö -

rung und Entrüstung – worüber auch immer –

macht krank und verhindert Kreativität.

MM: Genauso wie Kämpfertum und Anpas -

sung. Ist es gut, sich immer durchzubeißen,

oder ist Anpassung manchmal sinnvoller?

LISA FITZ: Das ist natürlich ein ständiger Draht -

seilakt. Zum Beispiel bei Verhandlungen: Wem

kommt man wieweit entgegen? Was sagt man

ab, obwohl es lukrativ wäre? Wo verrät man sich

und buckelt opportunistisch, indem man seine

Haltung nicht verteidigt und sein Rückgrat verbiegt?

„Wer kriecht, stolpert nicht“ – alte Büro weis heit.

Man weiß ja von mir, das ist nicht das, was ich

will – und was ich auch gar nicht kann.

MM: Du bist nun schon gut 50 Jahre im Show -

business. Viele Künstler resignieren schon

weit früher aus politischen, gesellschaftlichen,

pandemischen – oder einfach aus

Alters gründen. Wie siehst du das? Gibt es für

die Karriere oder gar die Berufung ein Frist -

datum?

LISA FITZ: Sie meinen, ein Verfallsdatum? Na

ja, körperlich und geistig gibt es schon Limits,

wenn man zum Beispiel merkt, das Hirn macht

nicht mehr mit beim Text oder der Rücken die

langen Fahrten nicht oder was es sonst noch

so gibt. Ansonsten existieren für mich persönlich

nur zwei Kriterien: Meine Lust und die der

Zu schauer.

MM: Du bist erfolgreiche Kabarettistin. Was

darf und soll Kabarett vor allem in diesen

Zeiten?

LISA FITZ: Ach Gott … auf jeden Fall mehr, als

es derzeit der Fall ist. Da wird sich angepasst

und es wird gekuscht und staatstreu moralisiert,

und jeder, der das gängige Narrativ infrage

zu stellen wagt, wird selbst als fragwürdig etikettiert.

Das ist nie Sinn des Kabaretts gewesen.

Kabarett muss übertreiben und überspitzen,

um Missstände deutlich zu machen … so

sollte es sein. Es gibt viel Flachwitz und endlos

Schülerspäßle im Angebot, aber wenig Her aus -

forderung für den Intellekt.

MM: Wie gehst du mit Meinungs verschie den -

heiten innerhalb der Familie, bei Freunden,

Kollegen oder Geschäftspartnern um? Gab

es schon mal Zerwürfnisse?

LISA FITZ: Nein, überhaupt nicht, ehrlich. Wenn

ich gemerkt habe oder merke, eine Freundin

oder ein Freund oder Verwandter ist ganz militant

auf Gegenkurs, verhalte ich mich wie ein

Bambusrohr im Wind. Mir sind die Bezie hun -

gen und die Freundschaften wichtiger und ich

lenke vorsichtig auf andere Themen um oder

höre mir halt an, was er so meint. Manchmal

sage ich dann ganz ruhig und sachlich: Ah,

interessant … da habe ich eine ganz andere

Mei nung. Das wirkt viel mehr als aufgeregte

Entrüstung. Ich muss auch nicht ständig alle

um mich rum von meiner Meinung überzeugen

– auch nicht auf der Bühne. Ich will nur zum

Nachdenken anregen und dazu, immer und

überall auch die andere Seite zu sehen – und

zu verstehen. Und sehr oft ist es auch so, dass

Menschen mit einer Meinung wie in Zement ge -

meißelt zwei Jahre später ziemlich stark um ge -

dacht haben, wenn sie von der Realität oder

neuen Erkenntnissen (auch denen der Wissen -

schaft) eingeholt werden. Das klingt jetzt vielleicht

überheblich, aber ich habe mit meinen

Sichtweisen langfristig tatsächlich oft recht

behalten. Und was sogenannte „Feinde“ oder

Gegner betrifft, hier mein Lieblingsspruch: „Du

musst nur lange genug am Ufer des Flusses sitzen

bleiben, dann siehst du irgendwann die

Leiche deines Feindes vorbeischwimmen.“

TOURDATEN & NEWS: WWW.LISA-FITZ.DE

WWW.MUENCHNER-KABARETTSCHULE.DE

INTERVIEW: LEONIE FÖRSTER

FOTOS: DOMINIC REICHENBACH

2/2022 musiker MAGAZIN


16 STORIES

ROCKENBOLLE

Die Cowboys aus der Hölle

MM: Für unsere Leser*innen, die euch noch

nicht kennen: Wer steckt hinter ROCKEN -

BOLLE und was macht ihr für Musik?

OLLI: Wir sind drei Hamburger Jungs und bestehen

aus Schlagzeug (Kay), Bass (Olli) und Gitarre

(Krille), wobei Bass und Gitarre auch den Ge sang

übernehmen …

KRILLE: … die Riffs und Soli sind klassischer

Rock. Da wir sie aber in sehr hohem Tempo

spielen, und der Gesang aber eher punkmäßig

rüberkommt, bewegen wir uns in einer Nische,

die als Speedrock bezeichnet wird … ein schon

fast klassischer Begriff für das Genre.

MM: Wie habt ihr euch kennengelernt und wie

ist die Band entstanden?

KAY: Wir kennen uns seit vielen Jahren und haben

in unterschiedlichen Besetzungen schon früher

gespielt. ROCKENBOLLE wurden 2005 gegründet

als Überbleibsel vorheriger Projekte …

OLLI: … und haben sich dann nach und nach zu

dem entwickelt, was sie heute sind.

MM: Was fasziniert euch so an den Genres

Rock ’n’ Roll und Speedrock? Wie seid ihr

dazu gekommen?

KAY: Die klassische Rockgitarre ist das, was uns

an unserer Musik fasziniert, und der Speed, den

wir in die Riffs legen. Wenn wir an Stücken arbeiten,

merken wir recht schnell, ob es uns allen

gefallen wird oder nicht, ohne dass wir klare Vor -

gaben hätten.

KRILLE: … Auslöser sind sicherlich immer Bands,

die man in seiner Jugend hörte und die einen im

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STORIES 17

Verlauf des Lebens begleitet haben. Das wären

Bands wie Motörhead, Ramones, aber auch

G.B.H. oder Peter Pan Speedrock und ähnliche

Bands. Aber auch Heavy-Metal-Einflüsse sind da:

Iron Maiden, Metallica und andere.

MM: Wie positionieren sich diese Musik arten

gegenüber Punk rock?

KRILLE: Punkrock ist immer eine Form des Pro -

testes, der sich in der Musik ausdrückt. Rock ist

weniger eine Form des Protestes als ein Aus -

druck dafür, Dampf abzulassen.

Wir protestieren nicht, aber wir lassen eine

Menge Dampf ab, und zwar so viel Dampf, dass

weder die Rocker noch die Punkrocker uns

genau einsortieren können … Ähnliches galt für

Motörhead, die sowohl in der Punkrockszene als

auch in der Metal szene beiderseits beliebt

waren, und so ging es auch G.B.H., die eigentlich

der Punkszene zuzuordnen waren, aber signifikant

auch be stimmte Speed-Metal-Strömungen

beeinflussten …

OLLI: … bei uns ist es so: Wir spielen mit Punk -

bands, aber auch mit Rock- und Metalbands,

und es passt immer irgendwie mit rein …

MM: Ihr schreibt die meisten eurer Songs

selber. Wie geht ihr beim Songwriting vor?

OLLI: Wir jammen vor der Probe und probieren

Riffs und Rifffolgen aus, die wir mit einem Raum -

mikrofon aufnehmen und festhalten. Die hören

wir uns nach den Proben an und entwickeln weitere

Ideen dazu, die wir wieder mit in die Probe

bringen. Meistens experimentieren wir dann

schon mit Texten und Gesang und entwickeln so

die Songs … Ausgang ist somit immer ein prägender

Riff, der im Proberaum spontan entsteht.

MM: Ihr seid hauptsächlich in der Musik szene

in Hamburg und Norddeutschland unterwegs.

Was ist das Schöne an euren nord deutschen

Fans?

OLLI: Ein norddeutscher Fan sagt dir geradeheraus,

was er gut und was er schlecht findet, und

man kann nach dem Gig in Ruhe ein Bier zusammen

trinken. Man bewegt sich mit den Fans immer

auf Augen höhe … denn eines ist doch klar: Ohne

Fans keine Bands, und ohne Bands keine Fans

… Es ist eine große Rockfamily, egal wo wir spielen,

und wir sind stolz, dass wir den musikalischen

Beitrag dazu leisten dürfen, da es einfach

unglaublich Spaß macht, ein Publikum mit Musik

zu bewegen … und das Publikum bewegt dich

andersrum eben auch …

MM: Habt ihr ein Konzert, das euch bis heute

in Erinnerung geblieben ist?

KRILLE: Wir reden also von früher? Wir spielen

natürlich viele Club Gigs, und die sind alle auf ihre

Weise toll. Zwei prägende waren sicherlich mit

Supercharger im Monkeys, oder Im De Pütt in Leer

zusammen mit Crossplane, und viele andere

mehr. Die Festivalerfahrungen sind zwar anders,

aber ebenso toll.

KAY: … Wir hoffen, mehr und mehr Festivals spielen

zu können, um zu sehen, ob uns das genauso

viel Spaß macht wie die Clubgigs. Das Coastrock in

Emden und das Ankerground in Flensburg waren

ein großartiger Start in diese Richtung, und wir

haben da Blut geleckt … da wollen wir schon mehr

von haben … freuen uns aber über jeden kleinen

Clubgig genauso.

MM: Zurzeit spielt ihr einige Konzerte in Berlin,

Hamburg und Stade. Wie ist es für euch, wieder

durchzustarten?

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18 STORIES

www.rockenbolle.com

»Punkrock ist immer

eine Form des Protestes,

die sich in der Musik

ausdrückt.

Rock ist weniger eine

Form des Protestes

als ein Ausdruck dafür,

Dampf abzulassen.

Wir protestieren nicht,

aber wir lassen

eine Menge Dampf ab,

und zwar so viel Dampf,

dass weder

die Rocker noch die

Punkrocker uns genau

einsortieren können …«

OLLI: Live zu spielen ist natürlich das Ziel, um mit

den Fans abzufeiern. Die Energie aus dem Pu bli -

kum aufzunehmen und die eigene Musik abzufeuern

ist das, was wir wollen, und deswegen waren

wir natürlich froh, dass dieses Jahr der ein oder

andere Gig stattfinden konnte …

MM: 2020 habt ihr euch beim 38. Deutschen

Rock & Pop Preis beworben und unter anderem

den ersten Preis in der Kategorie „Bestes

Booklet und Inlaycard“ für euer Album „Der

Teufel spielt den Rock ’n’ Roll“ erhalten. Wie

war es, an dem Album, aber auch an der Er -

stellung der CD zu arbeiten?

OLLI: Eigentlich ist die Frage, wie es war, an den

Songs zu arbeiten. Das nimmt die meiste Zeit in

Anspruch, sie für das Studio so vorzubereiten,

dass sie eingespielt werden können.

KRILLE: Im Studio das Erarbeitete so aufzunehmen,

dass man seine Musik wiederfindet, ist

gar nicht so einfach und selbstverständlich. Mit

Schroedey vom Absurd Studio in Hamburg haben

wir aber den geeigneten Mischer gefunden. Er

hat unsere Musik verstanden und genau so, wie wir

es haben wollten, auf die CD gebracht. Das war

musikalisch eine tolle Erfahrung und hat jede

Menge Spaß gemacht.

KAY: … Wenn das Ding dann im Kasten ist, freut

man sich aber auch schnell auf neue Projekte und

macht eigentlich schnell einen Haken hinter die

CD. Natürlich spielen wir die Songs nach wie vor

auf den Gigs …

MM: Was sind eure Ziele für das kommende

Jahr?

OLLI: Wir werden an Songs für die nächste CD

arbeiten, die wir auch schon nach und nach auf

unseren Gigs spielen werden. Wir möchten mehr

auf Festivals spielen im Sommer oder Herbst,

wobei coronabedingt nicht so viel möglich ist, da

Festivals mit kompletten Besetzungen verschoben

wurden … man braucht neben Durchhalte -

vermögen bei Bewerbungen eine hohe Frustra -

tionsgrenze, und dann klappt es ab und an vielleicht

auch mit einem Festivalauftritt …. Wir sind

auf jeden Fall bereit dafür und wissen, wie das

auf der Bühne funktioniert.

INTERVIEW: LEONIE FÖRSTER

FOTOQUELLE: ROCKENBOLLE

www.musiker-online.tv


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WISSENSCHAFTLICHE STUDIE ZEIGT:

So programmiert man den

Körper auf Abnehmen

Es ist und bleibt ein ständiger Kampf,

obwohl wir mit unzähligen Theorien

und Strategien zur Gewichtsabnahme

von mehr oder weniger seriösen

„Experten“ überhäuft werden. Schön wäre

es, wenn wir uns nicht anstrengen müssten,

um das abgenommene Gewicht zu

halten, sondern wir einfach schlank bleiben

würden. Dazu müsste der Stoffwechsel

lernen während und nach einer Diät mehr

Kalorien zu verbrennen. In Hungerperioden

(also auch bei einer herkömmlichen

Diät oder kalorienreduzierten Kost)

tut er nämlich genau das Gegenteil. Und

wir müssen lernen wenige gesunde Fette

und keine ungesunden Zucker zu uns zu

nehmen. Dazu kann man zum Beispiel

gesunde Zucker nutzen, mit einem niedrigen

glykämischen Index, damit der Appetit

auf ungesunden Zucker gar nicht erst entsteht

und man länger leistungsfähig und

konzentriert bleibt. So braucht man nicht

laufend Zucker „nach zu futtern“ und der

Blutzuckerspiegel bleibt konstant.

Neue Erkenntnisse

Vor einiger Zeit haben die Ernährungswissenschaftler

der Universität Freiburg

mehrere Diätprogramme auf ihre Wirksamkeit

getestet. Eine Diät schnitt überraschend

besser ab. Die Gewichtsabnahme

erfolgte schnell und ohne Jo-Jo-Effekt.

Auf Grund dieses herausragenden Ergebnisses

hat sogar das bekannte amerikanische

Fachmagazin „International Journal

of Obesity“ darüber berichtet. Ein wichtiger

Teil dieses Programms ist Almased (in

Apotheken erhältlich). Es wurde seinerzeit

von einem Heilpraktiker entwickelt, um

den Stoffwechsel seiner Patienten zu optimieren

und somit das Immunsystem und

die Leistungsfähigkeit zu steigern. Heute

ist es das beliebteste Mittel zur Gewichtsabnahme

in Deutschland und wird von

Apothekern am häufigsten empfohlen.

Jetzt haben Experten der Universität in

Edmonton (Kanada) Almased dem Härtetest

unterzogen. In der sogenannten

„Stoffwechsel-Kammer“ wurde geprüft was

Almased tatsächlich leistet. Erste Ergebnisse

wurden anlässlich des ECO 2018 in

Wien vorgestellt. Sie beweisen, dass nur

ein Almased-Drink pro Tag nicht nur den

Grundumsatz (Kalorienverbrauch – ohne

dass man etwas tut) steigert, sondern auch

das Körperfett wesentlich früher zur Energiegewinnung

herangezogen wird als bei

einer alternativen Ernährung. Damit wurden

die Ergebnisse der sogenannten „Frühstücks-Studie“

der Universität in Freiburg

von 2011 bestätigt.

Almased kann helfen

Schon ein Almased-Drink pro Tag steigert

den Kalorienverbrauch wie etwa 30

Minuten auf dem Laufband. Es kann

also dafür sorgen, dass einmal abgenommenes

Fett auch abgenommen bleibt. Man

könnte annehmen, dass das in Almased

unter anderem nachgewiesene bioaktive

Peptid „Lunasin“ dabei eine wichtige Rolle

spielt. Leider ist es Almased durch die sog.

Health-Claims-Verordnung gesetzlich

verboten über viele weitere gesundheitliche

Vorteile, die durch die einzigartige

Rezeptur und das besondere Herstellungsverfahren

entstehen und wissenschaftlich

belegt sind, zu informieren. Daher: „Probieren

geht über studieren“.

Auf das Timing kommt es an: Für

viele von uns ist das abendliche Essen

die Belohnung für einen langen Tag.

Dadurch nehmen die meisten von

uns den überwiegenden Teil der

Kalorien am Abend auf. Der Körper

wird also doppelt belastet: Zu den

nächtlichen „Restrukturierungs-

Maßnahmen“ kommt auch noch

die Verdauung hinzu. Steht dem

Stoffwechsel aber nicht genug Protein

und Energie für die lange Nacht zur

Verfügung, wachen wir öfter auf

und fühlen uns zerschlagen. Ersetzt

man die letzte Mahlzeit des Tages

durch einen Almased-Drink mit etwas

mehr Pulver als üblich, spart man

viele Kalorien, schläft besser und

wacht erholter auf. Ein „Selbst-Test“

lohnt sich – versuchen Sie es mal.

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20 STORIES

TOKUNBO

»Ein Americana-Album,

akustisch, zart, tröstlich,

melancholisch schön

und von unbändiger stiller

Kraft … ein Album,

das schon bei Erscheinen

zugleich modern und von

zeitloser Schönheit ist.«

MM: Du konntest mithilfe von Crowd fun ding

dein neues Album „Golden Days“ finanzieren

und hast dabei fast 30 000 Euro eingespielt.

Hast du mit diesem Erfolg gerechnet?

TOKUNBO: Ich habe eine gewachsene Fan-Com -

munity, die mir seit vielen Jahren die Treue hält

und mich schon im ersten Pandemiejahr über meinen

Künstlershop enorm unterstützt hat. Diese

Verbundenheit hat mir das Vertrauen gegeben,

dass es klappen kann, im richtigen Moment dieses

spannende Projektalbum gemeinsam zu

stemmen und dafür auch einen höheren Betrag

einzuspielen.

Nach dem Raketenstart mit fast 50 Prozent des

Ziels am ersten Wochenende war ich sehr zuversichtlich,

dass wir das Funding-Ziel von 20 000 €

schaffen und auch darüber hinaus kommen würden.

Dass es dann auf den letzten Metern noch

mal so richtig Fahrt aufnehmen würde und wir

fast 150 Prozent ge schafft haben, hat mich total

gerührt.

Aber nichts anderes ist Crowdfunding: in einer

Community gemeinsam etwas auf die Beine stellen.

Und nicht zuletzt steckt hinter einem Crowd -

funding eine enorme Vorbereitung und Planung.

Ich habe aus der Erfahrung meiner zwei vorherigen

Crowdfundings geschöpft und viele Monate

im Voraus Ideen gesammelt für die sogenannten

„Dankeschöns“, mir Aktionen ausgedacht und

die Kampagne liebevoll gestaltet.

Der Wunsch meiner Community, mich als Künst -

lerin zu begleiten, meine Musik wiederum weiterhin

in ihrem Leben zu haben und dazu noch bei

etwas Besonderem dabei zu sein – nämlich der

gemeinsamen Reise hinter die Kulissen der Pro -

duk tion, auf die ich meine Unterstützer*innen mit -

genommen habe –, war spürbar und mit Sicher heit

auch Grund dafür, dass so viele Menschen Lust

hatten, mit einzusteigen.

MM: Kannst du uns kurz erklären, was Crowd -

funding ist? Und was ist das Geheim nis eines

erfolgreichen Crowdfundings?

8


STORIES 21

2/2022 musiker MAGAZIN


22 STORIES

TOKUNBO: Crowdfunding wird oft als Schwarm -

finanzierung übersetzt. Mithilfe einer Fan Base –

einer Crowd – wird ein Projekt vorfinanziert. Im

Gegenzug bietet der*die Projektinitiator*in verschiedene

Dankeschöns an. Dabei kann es sich

um das zu finanzierende Produkt handeln, wie etwa

das Album, oder auch personalisierte Goodies,

von handgeschriebenen Songtexten bis hin zu

Hauskonzerten. Man könnte es als Vorverkauf

Deluxe beschreiben.

Das Ganze geht auf Zeit, oft in einem Zeitraum

zwischen vier und acht Wochen, und es gilt das

Alles-oder-nichts-Prinzip: Wird das Ziel nicht in

der vorgegebenen Zeit erreicht, fließt das Geld

an die Unterstützer*innen zurück.

Beim Crowdfunding ist entscheidend, dass man

bereits eine Fan-Community mitbringt, die bereit

ist, das Projekt zu unterstützen.

Nach meiner Erfahrung sind die persönlichen

Dankeschöns sehr erfolgreich. Die Unter stüt -

zer*innen möchten etwas, das sie mit dem*der

Künstler*in verbindet. Daher laufen oft Wohn zim -

merkonzerte, Meet & Greets (zum Beispiel in Form

von gemeinsamen Kochaktionen), handgeschriebene

Lyrics oder Songbooks neben den Alben

sehr gut.

❦ Mein Tipp: Dankeschöns in verschiedenen

Preis kategorien anbieten, da manche Fans gerne

auch größere Beträge in den Topf werfen möchten.

Dabei sollte man sein Publikum möglichst kennen,

um einschätzen zu können, was überhaupt als

Danke schön ankommen könnte.

Das Allerwichtigste ist jedoch die mentale Vor -

bereitung. Bei jedem Crowdfunding gibt es die

berühmte Talsohle in der Mitte der Laufzeit, die

einen nervös werden lassen kann, ob man das

TOKUNBO

„Golden Days“

VÖ: 25. FEBURAR 2022

WWW.TOKUNBOMUSIC.COM

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WWW.YOUTUBE.COM/TOKUNBOMUSIC

WWW.INSTAGRAM.COM/TOKUNBOMUSIC

AIRPLAY FOR ARTISTS:

BIT.LY/AIRPLAY-FOR-ARTISTS

GOLDEN-DAYS–VIDEO:

YOUTU.BE/L3UBY9XSQI0

www.musiker-online.tv


STORIES 23

Ziel überhaupt erreicht. Es bleibt meist bis zum

Schluss spannend, und in dieser Situation darf

man sich nicht mit Selbstzweifeln aufhalten, sondern

muss fleißig weiter posten, schreiben, akqui -

rieren, also die Werbetrommel rühren, ohne Rück -

sicht auf eigene Blockaden und Glaubenssätze,

die an die Tür klopfen.

men und sich beraten lassen. Die Initiative Musik

stellt auf ihrem YouTube-Kanal Videoanleitungen

für das Antragstool zur Verfügung und veranstaltet

zu jeder Förderrunde Live-Webinare und Last

Minute Q&As auf Instagram, wo man noch mal

kurz vor Ein sende schluss Fragen klären kann. Ein

großartiger Service, den man nutzen sollte.

MM: Du sprichst oft von der besonderen Bin -

dung zu deiner Fan-Base. Was tust du dafür

und wie hältst du sie aufrecht?

TOKUNBO: Ich bleibe über meinen Newsletter im

regen Austausch mit meiner Community. Er ist das

wichtigste Tool in meiner Fan-Pflege. Damit bleibe

ich in Verbindung und schaffe den Nährboden für

wirklich lang anhaltende Beziehungen. Gerade in

Zeiten der Pandemie, als es keine Kontakt möglich -

keit über Konzerte gab, waren diese Briefe das

wertvolle Band, das uns zusammengeschweißt

und auch gegenseitig Kraft gegeben hat.

MM: Für dein neues Album hast du eine

Künstlerförderung der Initiative Musik be -

kom men. Warum hast du nach deinem erfolg -

reichen Crowdfunding noch einen Förder -

antrag gestellt?

TOKUNBO: Mit dem Crowdfunding konnte ich die

Albumproduktion, die Herstellung und einen Teil

der PR finanzieren. Mein großer Wunsch war es

jedoch, mehr Möglichkeiten im Bereich Promo

und Marketing zu haben. So hat die Künst -

ler*innenförderung der Initiative Musik mir er -

möglicht, neben Print- und Radio-PR auch eine

Fernsehpromotion zu buchen und meinen Re -

lease von einem Marketing-Experten begleiten

zu lassen. Beides war von großem Wert für die

Ver öffent lichung, meine TV-Promoterin hat ganze

Arbeit geleistet und mich in sechs Mainstream-

Formaten unterbringen können, darunter das ARD

Morgenmagazin, ARTE Journal und ARD Brisant.

Mit dem Marketing-Experten Max Frankl habe

ich eine Release-Strategie entwickelt, die meine

Fan-Community mit auf meine Reise nehmen sollte

und die auch Facebook Ads mit eingeschlossen

hat. Das alles wäre in dieser Form ohne die

Unterstützung der Initiative Musik nicht möglich

gewesen.

MM: Du hast bereits mehrere Förder an träge

bewilligt bekommen. Was rätst du Kolle gin -

nen, die einen Förderantrag stellen wollen?

Was den Antragsaufbau angeht, ist es immer

wichtig, diese fünf Fragen im Kopf zu haben: Wer

bin ich? Wo stehe ich? Wo möchte ich hin? Wie

komme ich dorthin? Welche Perspektiven sehe ich?

Bei Projektförderungen ist der Finanzplan wichtig

– hier möglichst genaue Kostenvoranschläge

ein holen für Dienstleistungen, weil man jede Aus -

gabe genau zuordnen und belegen muss. Der

Zeitplan sollte realistisch umzusetzen sein.

Für die Künstler*innenförderung der Initiative

Musik bedarf es eines Partnerunternehmens aus

der Musikbranche, darüber muss man sich im

Klaren sein und sich frühzeitig Gedanken machen,

wer dafür infrage kommen könnte: Vertrieb/Label,

Booking Agentur oder auch Produzent*in.

❦ Mein Tipp: den Antrag nicht auf den letzten

Drücker abgeben, das kostet nur Nerven, und es

kann dabei immer auch etwas schiefgehen. Die

Antragsmaske kann bei zu hoher Auslastung

womöglich abstürzen oder man bemerkt zu spät,

dass noch Unterlagen fehlen.

❦ Noch ein Tipp: genügend Zeit einrechnen.

Es lohnt sich, den Antrag sorgfältig zu durchdenken,

ein Konzept zu entwickeln und sich Zeit für die Aus -

arbeitung zu nehmen, um die Jury mit einem fundierten

Antrag überzeugen zu können.

MM: Du bist kürzlich in der Fernseh sen dung

MDR iMagine – Songs voller Hoffnung mit

Max Giesinger, Jeanette Biedermann und

Gregor Meyle aufgetreten und warst zu Gast

beim ARD Morgenmagazin. Wie kam es zu

diesen Einladungen?

TOKUNBO: Besagte TV-Promoterin hat mich für

diese Sendungen bei den Redaktionen vorgeschlagen.

Die Zusage für das ARD Morgen ma -

ga zin kam kurz vor Weihnachten – eine sehr schöne

Aussicht auf das neue Jahr. In den Wochen

vor dem Album-Release kamen dann noch weitere

Zusagen wie für MDR iMagine, ARD Brisant

und zuletzt meine Mitwirkung bei der ESC-Jury.

TOKUNBO: Wichtig ist, sich die Förderrichtlinien

genau durchzulesen, um einschätzen zu können,

ob man überhaupt zum Profil der Förderung

passt. Die meisten Förderinstitutionen bieten

Sprechstunden an – diese unbedingt wahrneh-

MM: Selbstvermarktung ist im neuen Zeit -

alter der Musikindustrie nicht mehr wegzudenken.

Viele Musiker*innen tun sich mit ihrer

Selbstvermarktung schwer. Woran, glaubst

du, liegt das und was kann man ihnen raten?

8


24 STORIES

TOKUNBO: Die meisten Musiker*innen gehen mit

der Erwartungshaltung in den Beruf, sich ausschließlich

mit Musik zu beschäftigen, und erleben

dann einen Schock, dass der Alltag, besonders

als Indie-Künstler*in, von vielen, zum Teil

kleinteiligen und oft lästigen Aufgaben bestimmt

wird. Marketing ist dabei ein rotes Tuch für viele.

Sieht man darin jedoch die Möglichkeit, mit

dem Publikum in Kontakt zu kommen, und be -

trachtet man den Beruf in der Gesamtheit seiner

Facetten auch als Business, kann man in vielen

Teilbereichen Möglichkeiten für Kreativität entdecken.

Mir gefällt dabei der amerikanische Be -

griff „Musicpreneur“, bei dem man sich als Unter -

nehmer*in wahrnimmt und nach kreativen Lö -

sungen und ganz individuellen Wegen sucht, oft

auch jenseits der Konventionen der Musik in -

dustrie.

Social-Media-Berater und Videografen besteht.

Ich supervisiere allerdings so gut wie alle Be -

reiche selbst, bin also selbst meine Produkt ma -

nagerin und führe alle Fäden zusammen. Da durch

bleibe ich auch an kleineren Aufgaben hängen.

In Teilbereichen steuere ich dagegen, indem ich

mit Assistenzen arbeite – etwas, das ich unbedingt

weiter ausbauen möchte. Es braucht manchmal

den Mut und die Weitsicht zu verstehen, dass mit

einer Assistenz Kräfte und Re ssour cen wieder frei

werden.

Und auch, wenn ich weiß, wie wichtig es ist, sich

Auszeiten oder Orte als Ausgleich zur Ar beit zu

schaffen, die in unserem Metier niemals ruht, fällt

das schwer. Insbesondere mit Familie kann man

den Kalender nicht bis ans Limit füllen. Und auch

sonst sollte man Regenerie rungs pha sen einplanen,

um den Beruf möglichst lange ausüben zu

können.

Natürlich fällt das Musiker*innen unterschiedlich

leicht oder schwer, aber neben Tools, die ganz

praktisch den vielseitig fordernden Alltag erleichtern,

gibt es inzwischen auch zahlreiche Möglich -

keiten der Vernetzung und der gegenseitigen Un -

terstützung und Motivation in Online-Communities

wie der Raketerei, einer Community speziell für

Musikerinnen.

MM: Als unabhängige Künstlerin sind viele

Bereiche abzudecken, viele Künstler leiden

früher oder später an Burn-out. Ist dir das

auch schon passiert? Bist du eine Künst lerin,

die alles selber macht oder arbeitest du mit

einem Team?

TOKUNBO: Leichte Burn-outs habe ich auch

schon erlebt, unabhängig davon, ob ich in einem

größeren Team oder im Alleingang gearbeitet habe.

Selbst im Major-Label-Kontext habe ich schon am

Burn-out gekratzt.

Sobald man eine konkrete Vision für seine

Kunst hat, steht so viel auf dem Spiel, das man

schützen möchte, dass es nicht leichtfällt, die

Kontrolle abzugeben. Hinzu kommt die Gewohn -

heit, vieles in den Anfängen allein zu wuppen – da

den Moment zu finden, Aufgaben abzugeben, ist

schwer.

Um loslassen zu können, ist das richtige Team

entscheidend. Menschen, die wirklich Arbeit ab -

nehmen, die proaktiv, effizient und professionell

sind und nicht zusätzliche Arbeit verursachen.

Und, die vor allem deine Künstler*innen-Identität

im Blick haben und ihr zuarbeiten.

MM: Du hast die Pandemie genutzt, um an

deinem dritten Solo-Album „Golden Days“

zu arbeiten. Wie hast du es geschafft, trotz

Betreuungsengpass dennoch dein Album zu

schreiben und zu produzieren?

TOKUNBO: Mit der Geburt unseres Sohnes waren

die Zeitfenster für das kreative Arbeiten sehr klein,

und so habe ich mich schon vor Jahren dahin

trainiert, auf Knopfdruck kreativ zu sein. Diese

Fertigkeit kam mir in der Pandemie-Situation

zugute. Wann immer es möglich war, bin ich

in unser Gartenhäuschen gegangen und habe

an meinen Songentwürfen gearbeitet. Manchmal

bis spät in die Nacht mit einem Feuer im kleinen

Kamin und der Vision im Kopf, dass ich am Ende

des Tunnels mit einem Album herauskommen

möchte, meinem persönlichen Soundtrack für

diese herausfordernde Zeit.

Später, als es wieder möglich war, sich mit

mehreren Haushalten zu treffen, habe ich mit

meinen beiden Poduzenten Ulrich Rode (Gitarre)

und Matthias „Maze“ Meusel (Schlagzeug) die

Songs zu Ende geschrieben und das Album in

Etappen mit ihnen produziert. Beide sind großartige

Songwriter und Arrangeure und verstehen

es, meine Sweetspots ins Licht zu rücken.

Der Unterstützung meiner Band, zu der neben

Ulrich und Matthias auch der Bassist Christian

Flohr und die Multi-Instrumentalistin Anne de Wolff

gehören, verdanke ich, dass die Album-Pro duk -

tion schließlich in großen Schritten vorangegangen

ist.

In den Veröffentlichungsphasen vergrößere ich

mein Team, das dann neben der Band und unserem

Toningenieur auch aus der Fotografin, Grafi -

ke rin, PR-Texter*innen, Promoter*innen, einem

MM: Du hast in der Pandemie auch die Ini -

tiative #AirplayForArtists mit ins Leben ge -

rufen. Was hat es damit auf sich, und welche

Erfolge konntet ihr erzielen?


STORIES 25

»Mir gefällt der

amerikanische Be griff

„Musicpreneur“,

bei dem man

sich als Unter nehmer*in

wahrnimmt und

nach kreativen Lö sungen

und ganz individuellen

Wegen sucht,

oft auch jenseits der

Konventionen

der Musikindustrie.«

TOKUNBO: Als sich abzeichnete, dass wir es mit

einer längeren Phase ohne Auftritte zu tun haben

würden, haben zwei befreundete Musiker kolle gen

von der Band THE BROTHERS und ich die Ini tia -

tive #AirplayForArtists ins Leben gerufen. Mit einem

offenen Brief haben wir an die Radiostationen

Deutschlands appelliert, in der Zeit der Auf tritts -

verbote vermehrt Musik unabhängiger Künst -

ler*innen zu spielen, um so über die ausgeschütteten

GEMA-Tantiemen einen kleinen Ausgleich

zu schaffen. Es haben sich in kurzer Zeit über 80

Musiker*innen angeschlossen und den Brief mitunterzeichnet.

Von den Radiostationen bekamen wir viel Re -

sonanz: Freie Radiostationen und Bürgerradios

featurten in Sondersendungen lokale Musi -

ker*innen und wir kamen ins Gespräch mit den

Kulturradios, die ohnehin eine vielseitige Song -

auswahl präsentieren. Von den Mainstream-

Radio stationen hätten wir uns eine breitere Un -

ter stützung gewünscht. Ihr Publikum brauche

gerade jetzt nur Musik, die es kenne, hieß es. Da

fehlte zum Teil leider das Verständnis dafür, dass

es um die tatsächliche Existenz unabhängiger

Künstler*innen und um den Erhalt der Vielfalt der

Musiklandschaft ging und im Zuge dessen dem

Publikum vielleicht doch auch unbekanntere

Künstler*innen zugemutet werden könnten.

Wir hätten diese Arbeit gerne weiter fortgesetzt,

weitere Aktionen geplant und noch viel mehr Musi -

ker*innen eingeladen, dabei zu sein. Da die Arbeit

ehrenamtlich war, mussten wir jedoch irgendwann

die Entscheidung zu zugunsten der Weiter ent -

wick lung eigener Projekte fällen.

INTERVIEW: LEONIE FÖRSTER

FOTOS: © ANNE DE WOLFF

2/2022 musiker MAGAZIN


26 STORIES

Mal singt er, mal rappt er,

mal ist es ein flowiger

Sprechgesang. Seine Songs

sind ein Mix aus Pop und

Singer-Songwriter

mit Hip-Hop-Einflüssen.

DAVID BETA

„WENN ICH SCHONMAL HIER BIN“

VÖ: 29. OKTOBER 2021

DAVIDBETA.DE

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INSTAGRAM.COM/DAVIDBETAMUSIK

»Wenn ich schon mal

hier bin, will ich nicht

nur zuseh’n,

will am Ende sagen,

ich war

wirklich dabei.«

www.musiker-online.tv


STORIES 27

MM: Du bist in Kiel aufgewachsen und später

nach Hamburg gezogen. Warum ist Hamburg

deine Wunschstadt?

DAVID BETA: Mich hat Hamburg schon immer

irgendwie fasziniert. Natürlich Hafen, Reeper bahn,

Beatles, aber auch die große, bunte Musikszene

mit einigen meiner frühen Lieblingsbands und

-musiker*innen. Mit 16 habe ich viel Tomte, Kettcar

und Tocotronic gehört, aber auch die Hamburger

Rap-/Hip-Hop-Szene mit den Beginnern, Samy

Deluxe, Dendemann etc. mochte ich extrem.

MM: Neben deinem Umzug gab es in deinem

Leben schon viele Neuanfänge. Zum Beispiel

dich von deiner Band zu lösen und eine Solo -

karriere zu starten. Woher holst du dir den

Mut, diese Schritte zu gehen?

DAVID BETA: Solche Schritte brauchen weniger

Mut, wenn man einfach richtig doll Hummeln im

Hintern hat. Als ich nach Hamburg kam, war

ich schon ganz schön nervös, was alles so

kommen wird, aber die Vorfreude und die

Lust auf was Neues haben klar überwogen.

Zu lange am selben Fleck zu bleiben –

räumlich, aber auch innerlich –, das

kann auf Dauer noch anstrengender

sein, als den Arsch hochzukriegen

und loszulegen.

MM: War Musik schon in deiner

Kindheit ein wichtiges Thema?

DAVID BETA: Tatsächlich eher weniger.

Ich fand Musik früher nicht so interessant,

habe zwar gerne mal ein bisschen mitgesungen,

aber ein Instrument lernen

wollte ich, bis ich 13 war, gar nicht, habe

mich im Musikunterricht sogar ganz

schön verweigert. Erst später habe ich

mir mal die Gitarre meines Vaters ausgeliehen

und da hat es irgendwie ge -

klickt. Zack – hier bin ich!

MM: Durch deine Eltern bist du mit Musik

von Reinhard Mey aufgewachsen. Damals

war er für dich „uncool“. Wie stehst du heute

dazu und wie hat er deinen musikalischen

Werdegang beeinflusst?

DAVID BETA: Klar, früher wollte ich Nu Metal, Rap

und Punk hören, da fehlte mir als Kind natürlich

der Zugang. Mittlerweile habe ich aber einen

großen Respekt vor diesen „alten Meistern“ unserer

Musik, ob jetzt Reinhard Mey, Grönemeyer,

Lindenberg und so weiter. Mittlerweile höre ich

das alles unglaublich gerne und merke immer

mehr, was für geniale Songs und Texte da überall

stecken, an denen sich die heutige Popmusik

immer noch orientieren kann und vielleicht auch

sollte.

MM: Da du in Kiel aufgewachsen bist, hast

du eine starke Bindung zum Meer.

Wenn du dich entscheiden müsstest: Meer

oder Berge?

DAVID BETA: Meer! Auch wenn beides natürlich

dieses Gewaltige, Monumentale und gleichzeitig

Beruhigende hat. Am Meer bin ich einfach zu

Hause, und Meer symbolisiert auch noch mehr

den stetigen Wandel, das Auf und Ab, diese krasse

Flexi bilität, die Berge nun ja nicht gerade haben.

MM: Mit früheren Bands, aber auch solo hast

du schon einige Konzerte gegeben. Was ist

das Beste an einem Livekonzert mit Pu bli -

kum?

DAVID BETA: Dass ich direkt eine Reaktion auf

meine Musik und meine Ansagen erlebe. Das kann

kein noch so gelungener Livestream ersetzen.

MM: Mit 14 hast du angefangen, englische

Songs zu schreiben. Mit 15 folgte dann der

erste Song auf Deutsch. Warum hast du dich

entschieden, auf Deutsch zu schreiben und

zu singen?

DAVID BETA: Ich vermute, mein Englisch ist einfach

zu schlecht, um mich darin wirklich gut auszudrücken.

Tatsächlich höre ich zurzeit sehr viel

englischsprachige Musik, aber ich finde es schon

schwer genug, auf Deutsch meine Gedanken richtig

in einen Text zu packen. Vielleicht ändert sich

das ja irgendwann noch mal, denn Englisch ist

immer noch die beste Sprache für große Pop -

songs. ;)

MM: Wie gehst du beim Songwriting vor?

Woher kommt deine Inspiration?

DAVID BETA: Die Ideen kommen unterwegs, die

muss ich dann irgendwie festhalten. Meistens

Sprachnotiz im Handy. Zu Hause kommt dann

die Fleißarbeit, da sitze ich an guten Tagen ein

paar Stunden, bis ich aus der Richtung, die die

erste Idee vorgibt, etwas Brauchbares gebastelt

bekomme. Nicht immer wird aus einer ersten guten

Skizze auch ein Song, aber manche mittelmäßig

klingende Melodie kann sich mit etwas Durch -

halten zum neuen Lieblingssong machen. Immer

dranbleiben!

MM: Mitten in der Produktionsphase deines

Debütalbums „Wenn ich schon mal hier bin“

kam die Pandemie. Woher hatten du und

dein Produktionsteam die Motivation weiter -

zumachen und wie hat diese Situa tion dein

Album beeinflusst?

DAVID BETA: Es gab eigentlich gar keine Alter na -

tive. Das war teilweise ganz schön frustrierend,

aber so ging es ja allen Kolleginnen und Kollegen,

die Releases, Auftritte, ganze Touren verschieben

mussten. Irgendwie musste es ja weitergehen,

denn der Traum vom ersten Album war dann

doch viel größer und wichtiger, als jetzt ein Jahr

früher oder später fertig zu sein. Es hatte auch

seine Vorteile, über manche Songs konnte man

noch mal entspannt drüberschauen und hier und

da etwas verbessern, was man sonst übersehen

hätte.

MM: Was sind deine Pläne für die Zukunft?

DAVID BETA: Viele neue Songs schreiben, da

bin ich jetzt schon dran, und irgendwann hoffentlich

die erste Tour, vielleicht Support spielen für

größere Acts, um ein bisschen bekannter zu werden.

Auf jeden Fall hoffe ich, meinen Sound und

meine Texte noch viel weiter entwickeln zu können.

Da geht wie immer noch einiges!

WEB: DAVIDBETA.DE

INTERVIEW: LEONIE FÖRSTER

FOTO: VIKTORIA MICHEEL

2/2022 musiker MAGAZIN


28 STORIES

Rockt dich mit authentischen deutschen Texten!

MM: Für die Leser, die BRENNPUNKT noch

nicht kennen: Wie habt ihr zusammengefunden?

BRENNPUNKT: Wir stammen alle aus dem gleichen

Dorf am Bodensee und spielen jedes Jahr

bei Rock am Ring (allerdings auf dem Camping -

platz :)).

MM: Was ist die Message eurer Band?

BRENNPUNKT: Unsere Texte sprechen Themen

an, welche die Menschen beschäftigen, die mitten

im Leben stehen. Sie sollen Inspiration, Mut und

Trost spenden und vor allen Dingen aufzeigen,

dass wir alle mit den gleichen Dingen konfrontiert

und auf einer gemeinsamen Reise sind.

MM: Was unterscheidet euch von anderen

Bands?

BRENNPUNKT: Wir machen keinen „Deutsch-

rock“, sondern Rock mit deutschen Texten. Dabei

bewegen wir uns zwischen den Polen Funk und

Hardrock. Bisher ist uns noch keine Band be -

kannt, die diese Bandbreite besitzt und mit deutschen

Texten versucht, den Puls der Zeit zu treffen.

Die Basis für unsere Band ist eine tiefe Freund -

schaft, welche uns bereits vor den ersten musikalischen

Treffen verbunden hat.

MM: Jede Band hat ihren eigenen Weg, um

Musik zu schreiben. Ihr wohnt zudem noch

sehr weit voneinander entfernt. Wie geht

ihr bei eurem Songwritingprozess vor?

BONSAI: Ich habe ein digitales Homerecording -

studio aufgebaut. Mittels der DAW „Magix Music -

maker“ entwickle ich die Grundstruktur der Songs.

Meistens habe ich die Hook vom Refrain als

Ausgangsbasis für die ich dann ein Gitarrenriff

entwickle. Als Nächstes überlege ich mir dann,

wie Intro, Interlude, Strophen und Solo aussehen

könnten. Sobald ich die Gitarre im Kasten habe,

programmiere ich die Drums, damit schon mal

ein guter Basisgroove steht. Anschließend spiele

ich dann noch die Bassgitarre rudimentär ein,

damit man den Song als Ganzes erfassen kann.

Diese Rohversion schicke ich dann an alle Mu siker

raus, damit sich jeder Gedanken machen kann, wie

er seinen Part spielen will. Gaby kümmert sich dann

immer intensiv um die Texte, damit die Message

des Songs auch wirklich rüberkommt. Wenn wir

dann mal wieder zu einer Probe zusammenkommen,

was im Schnitt so alle zwei Monate stattfindet,

arbeiten wir den Song final aus und feilen an

Breaks, Tempo und Ausdruck. Anschließend können

wir den Song dann mit 24 Spuren simultan

aufnehmen. Dazu benutze ich zwei Audio in ter -

faces und die DAW Reaper. In der Nach bear -

beitung der Probe kann ich dann die Songs

mischen und verfeinern. An schließend bekommt

jeder Musiker von mir ein Play-along auf dem

Server zur Verfügung gestellt, auf dem sein Instru -

ment/seine Stimme fehlt, damit jeder wieder autark

üben kann. So schaffen wir es, in kurzer Zeit

immer wieder neue Stücke zu erarbeiten.

MM: Ihr schreibt und performt eure Texte

immer auf Deutsch. Warum habt ihr euch

dafür entschieden?

BRENNPUNKT: Wir haben tatsächlich auch einen

Song, welcher Deutsch und Englisch in einem

vereint. Wir denken aber, dass die Texte in Mutter -

sprache die Zuhörer eher zum Nachdenken bringen

und für jeden verständlich sind. Wir haben

zuvor in mehreren Bands meist in englischer

Sprache gesungen. Bei BRENNPUNKT haben wir,

trotz größtem Respekt vor den Heraus for derungen

der deutschen Sprache, unsere Mutter sprache ge -

wählt, um den Texten mehr Tiefe zu geben.

MM: Welche Musik hört ihr selber? Und woher

holt ihr die Inspiration für eure Songs?

GABY: Aufgewachsen bin ich mit Ozzy und 80er-

Jahre-Glam-Metal. Mittlerweile höre ich gerne

80er-Jahre-Revival-Metal ;). Auch deutsche Sänger

wie Clueso haben mich hinsichtlich ihrer sprachlichen

Raffinesse inspiriert. Killswitch En gage gehören

ebenfalls zu meinen Lieblingsbands.

ALEX: Aufgewachsen bin ich mit Led Zeppelin und

Bring Me the Horizon. Mittlerweile höre ich von

Klassik bis The Doors alles.

GUDZE: Da decke ich eine große Bandbreite ab.

Rock und Metal in den unterschiedlichsten Aus -

prägungen und Stilrichtungen, Grunge, Cross -

over, aber durchaus auch Funk, Klassik und

Blas musik. Der Schwerpunkt variiert in diesem

Kontinuum in Abhängigkeit von Jahreszeit und

Stimmung. Aktuell stehen Crobot, Vulfpeck und

Ólafur Arnalds hoch im Kurs.

BONSAI: Meine erste eigene Platte war „Born in

the USA“ vom Boss. Als ich mit dem Gitarre -

spielen angefangen habe, waren Jimi Hendrix,

Joe Satriani und Steve Lukather meine Gitarren-

Heroes. Danach kamen Einflüsse von AC/DC und

Gunsn ’n’ Roses.

In den letzten Jahren fand ich Bands wie Papa

Roach, Linkin’ Park, Parkway Drive, Airbourne

oder Black stone Cherry geil. Aber auch Soul von

James Brown, Candy Dulfer oder Bands wie

Tower of Power finde ich stark.

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Und unser aller Lieblingssong ist „Carrie“ von

EUROPE ;) (Ist unsere Rock-am-Ring-Hymne).

STORIES 29

MM: Wie war der Entstehungsprozess zu

eurer EP?

NEW

BOOKS

MM: Vor Kurzem ist eure neue EP erschienen.

Wie heißt sie und was bedeutet sie euch?

BRENNPUNKT: Das Werk heißt „Antiheld“ und

be inhaltet vier unserer aktuellen Songs: „Anti held“,

„Kopflos“, „Leinen los“ und „Heels“. Rein hören

könnt ihr unter www.brennpunkt-band.de.

Wer Brennpunkt kennenlernen will, muss sich

diese EP anhören. Das Werk umfasst die ge samte

Bandbreite unseres musikalischen Schaffens.

„Antiheld“ ist unsere erste professionelle Pro -

duktion – vielen Dank an Johannes Knott (jomedia)

und Hannes Fritz.

»Die Basis für unsere

Band ist eine tiefe

Freund schaft, welche uns

bereits vor den

ersten musikalischen

Treffen verbunden hat.«

BRENNPUNKT: Durch die Planung unseres Pro -

duzenten konnten wir in kurzer Zeit eine Arbeits -

umgebung schaffen, die dann zum Erfolg geführt

hat. Die Produktion wurde in Eigenregie durchgeführt.

Die Aufnahmen wurden in unserem Probe -

raum gemacht. Wir hatten das große Glück, dass

uns gute Freunde professionelles Equipment zur

Verfügung gestellt haben.

Aufgrund der geografischen Distanz mussten

wir die finalen Proben und Aufnahmen an wenigen

aufeinanderfolgenden Terminen durchführen

– der Aufwand und Stress haben sich gelohnt.

MM: Was sind eure Pläne für die nähere Zu -

kunft?

BRENNPUNKT: Wir wollen auf die Bühne und

spielen, spielen, spielen!

MM: Wo seht ihr euch und eure Musik in zehn

Jahren?

BRENNPUNKT: Auf einer kleinen, aber feinen

Deutschland-Tour mit all unseren Freunden …

und euch!

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WEB: BRENNPUNKT-BAND.DE | INTERVIEW: LEONIE FÖRSTER | FOTOQUELLE: BRENNPUNKT

alfredmusic.de


30 STORIES

EDELMEER

Sängerin Sabine und Keyboarder

Tobias – zwei top-erfahrene Musiker

mit Spaß und Hingabe

für den deutschen Popschlager

MM: Egal ob Schlagermove in Hamburg oder die offiziellen Deut -

schen Airplay-Charts, das Popschlager-Duo EDELMEER konnte

bereits einige Erfolge feiern.

Doch wie habt ihr euch kennengelernt und wie kam es letztlich zur

Gründung von EDELMEER?

SABINE: Wir haben uns 2007 über unsere noch heute existierende Cover -

band TOLLHAUS kennengelernt. Die Band hat damals eine Sängerin ge -

sucht und ich bin zum Vorsingen vorbeigekommen. Tobias war da schon

in der Band.

TOBIAS: Was dann folgt, ist eine Geschichte, die nur das Leben schreibt.

Ich war absolut gegen Bine und wollte sie eigentlich nicht in der Band haben.

Mir hat ihr Gesangsstil einfach nicht gefallen. Mit dem damaligen Band -

manager gab es deshalb richtig Diskussionen. Letzten Endes haben sich

die Befürworter durchgesetzt und Bine wurde genommen. Drei Jahre später

waren wir verheiratet …

MM: Nicht nur mit EDELMEER, sondern auch mit TOLLHAUS seid

ihr schon gut rumgekommen. Was war bis jetzt euer schönstes

Erlebnis auf Tour?

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STORIES 31

»Ich war absolut gegen Bine und wollte

sie eigentlich nicht in der Band haben.

Mir hat ihr Gesangsstil einfach

nicht gefallen. Letzten Endes haben sich

die Befürworter durchgesetzt

und Bine wurde genommen. Drei Jahre

später waren wir verheiratet …«

TOBIAS: Da gibt es tatsächlich mehrere. Bei EDELMEER war einerseits unser

Auftritt im Rahmen des Schlagermoves 2016 ein Highlight. Da waren ca.

1 000 Leute vor uns und ein Großteil kannte unsere Texte und hat mitgesungen.

Wir sprechen nicht von irgendwelchen Coversongs, die jeder kennt,

sondern das Publikum hatte wirklich unsere Texte drauf. Das war bewegend,

und in diesem Moment wusste ich, warum ich das alles mache.

SABINE: Mit TOLLHAUS spielen wir frequentiert auf großen Bühnen und

vor großem Publikum, beispielswiese auf dem Cannstatter Wasen und

manchmal auch in kleinen Arenen. Das sind per se schon sehr schöne

Erlebnisse. Besonders eingeprägt haben sich aber ein paar ungewöhnliche

Ausflüge über die Grenzen Deutschlands hinaus. So durften wir beispielsweise

die 40-Nationen-Party im KFOR-Camp in Pristina (Kosovo)

spielen und bisher drei Oktoberfeste in Muscat (Oman). So ein Oktober fest

bei 40 Grad unter Palmen hat schon was.

SABINE: Man muss diesen ganzen Wahnsinn und die Doppelbelastung

zunächst mal wirklich wollen. Wenn man eines von beiden als Stress empfinden

würde oder wenn man aus Erfolgen nicht auch Energie ziehen könnte,

würde es nicht funktionieren. Spannend war für uns zu erkennen, dass

sich die beiden zunächst total verschiedenen Branchen aber doch auch

ein Stück ähneln. Beide Sparten sehen wir als ein People’s Business. Bei

der Arbeit mit Musik haben wir es zum Beispiel mit einer Spanne von Platten -

bossen, Veranstaltern, Mitmusikern oder Technikern zu tun. In der Auto mobil -

branche gibt es fast spiegelbildlich Vorgesetzte, Fahrzeugprojektleiter, Ent -

wickler oder Konstrukteure. Bei allen Diskussionen und Streitereien geht es

oftmals gar nicht um das Fachliche, sondern man muss mit all diesen verschiedenen

Typen auf der sozialen Ebene ein vernünftiges Miteinander finden,

um selbst voranzukommen. Man kann hier wirklich verdammt viel erleben

und das Erlernte der einen Branche in der jeweils anderen anwenden.

Somit ergänzen sich für uns die beiden Bereiche recht gut miteinander.

MM: Ihr beide seid nicht nur auf der Bühne, sondern auch privat

ein Paar und habt euch über die Musik kennengelernt. Was sind

die Vor- und Nachteile, als Ehepaar Musik zu machen?

MM: Die Songs von EDELMEER sind zum Teil fremdbeauftragt, aber

auch selbst mitproduziert. Welche Songs machen euch am meisten

Spaß, live zu performen?

TOBIAS: Ich traue mich zu sagen, dass wir das so gut im Griff haben, dass

es nur Vorteile gibt: Man muss sich keine Gedanken über Termine machen

beziehungsweise mit dem Partner abstimmen, weil es ja sowieso beide

betrifft, oder man kann abends einfach mal ein paar Minuten miteinander

proben, weil man sich ja eh sieht. Auch die enorme Zeit, die das Managen,

Planen und Koordinieren von EDELMEER und TOLLHAUS mit sich bringen,

lässt sich etwas praktischer verteilen, weil man zum Beispiel beim Abend -

essen unkompliziert ein paar Dinge durchsprechen kann.

Ansonsten gehen wir im Job – also bei Proben oder auf Tour – sehr hart

und direkt miteinander um. Das sorgt im Umfeld manchmal für Ver -

wunderung, und wahrscheinlich denke viele, die zwei sind in ein paar Wochen

geschieden. Tatsächlich wechseln wir dann privat wieder in einen ganz

anderen Modus und es gibt keinen Stress oder Nachtragen. Diese Trennung

hat von Anfang an automatisch sehr gut funktioniert.

TOBIAS: Mit den Songs, bei denen man am Produktionsprozess direkter

beteiligt war, tut man sich mit dem Live-Arrangement etwas leichter. Speziell

ich als Keyboarder habe dann meistens schon meine passenden Sounds

– nämlich genau die aus der Produktion. Auch die Abwägung, welche

Elemente der Studioproduktion man live umsetzt und was man eher weglässt,

fällt leichter. Somit ist es zunächst mal schöner, einen Song live zu

performen, den man auch mitgeschaffen hat, als ich sage mal seinen eigenen

Song nur zu covern. Unterm Strich macht ein Song aber genau dann

live Spaß, wenn man das Publikum erreicht. Wir versuchen, jedem Song

live einen eigenen Charakter zu geben, etwas Eigenes zu schaffen, das mit

der Studioproduktion nicht unbedingt immer was zu tun hat. Wenn das

gelingt und das Publikum mitgeht, sind auch wir happy.

MM: Der Musikmarkt ist im ständigen Wandel. Wohin geht es mit

dem Popschlager und wie bleiben EDELMEER aktuell?

MM: Beruflich seid ihr beide erfolgreich in der Automobilbranche

tätig. Wie schafft ihr es, die Musik und euren Beruf miteinander zu

vereinbaren?

TOBIAS: Diese Frage muss man permanent neu bewerten, eigentlich schon

im Monatsrhythmus. Was gerade eben funktioniert hat, kann ein halbes

Jahr später absolut unpassend sein. Das gilt für den Geschmack der Hörer

8

2/2022 musiker MAGAZIN


32 STORIES

»Ich denke, wir haben den „What’s live

streaming Award“ nicht deshalb

gewonnen, weil wir bessere Musiker

als die anderen Teilnehmer gewesen

wären – sondern weil wir ein

abwechslungsreiches Erlebnis geboten

haben. Es geht einfach um

Unterhaltung. So gesehen hat es sich

als Erfahrungswert gelohnt.

Rein wirtschaftlich überhaupt nicht.«

wie auch für die Strukturen der Musikindustrie, beispielsweise die richtigen

Ansprechpartner. Unsere Kontaktpersonen bei Labels oder Radiostationen

sind oftmals nach ein paar Monaten schon weitergezogen und wir müssen

unser Netzwerk wieder neu generieren.

SABINE: Wir haben bei unseren Singles immer mal wieder Experimente

gemacht, können aber erkennen, dass die konservativen Songs am besten

funktioniert haben. Da es eine unglaubliche Menge an neuen Songs Woche für

Woche gibt, wird der Trend wohl sein, dass sich am ehesten Acts mit Profil

und Wiedererkennungswert durchsetzen und nicht nur der reine Song, unabhängig

davon, ob das nun konservativer Schlager, Popschlager oder Pop ist.

MM: Bei euch kam es schon zu einigen besonderen Aktionen während

Videodrehs oder auf Promotouren. Zum Beispiel seid ihr schon

mal in einem Lamborghini Huracan getourt. Wie kam es dazu und

was habt ihr sonst schon gemacht?

SABINE: Das gehört aus unserer Sicht tatsächlich zu dem eben erwähnten

Profilerzeugen. Wir versuchen, wann immer möglich etwas Besonderes zu

machen, das irgendwie auffällt und im Gedächtnis bleibt. Der Lamborghini

Huracan war ein Beispiel. Der ist natürlich aufgefallen. Im vergangenen

Jahr sind wir eine Promotour mit einem nicht unbedingt gewöhnlichen Wohn -

mobil gefahren, nämlich einem 18-Tonnen-Liner. Das hat auch für Blicke

gesorgt, und bei vielen Radiointerviews entlang der Promotour war das

natürlich auch ein prima Aufhänger. Nebenbei machen verrückte Aktionen

auch einfach Spaß!

MM: Livestreamkonzerte sind seit Covid-19 ein wichtiger Be stand teil

der Musiker. 2016 wurdet ihr mit dem „What’s live streaming Award“

ausgezeichnet worden. Lohnen sich solche Live-Über tra gun gen,

besonders wenn man die Komplexität dahinter berücksichtigt?

TOBIAS: Das ist auch wieder ein gutes Beispiel für Profilbildung. Wir haben

an dem Wettbewerb mit fünf Streams teilgenommen und dabei versucht,

mit jedem einzelnen Stream etwas Besonderes zu schaffen, das sich von

anderen Streams abhebt. So war ein Stream rein im Akustik-Setup, einmal

aus einer Greenbox heraus, einmal mit einem Chor, einmal mit kompletter

Live-Band und so weiter. Der Aufwand war brutal. Wir hatten mehrere Tech -

niker am Start, die nur für die Übertragung zuständig waren. Der Aufbau

von Bühnen und Kulissen hat teils mehrere Tage gedauert. Ich denke, wir

haben den Award nicht deshalb gewonnen, weil wir bessere Musiker als

die anderen Teilnehmer gewesen wären – sogar ziemlich sicher nicht, denn

da waren echt Hoch karäter dabei –, sondern weil wir ein abwechslungsreiches

Erlebnis ge boten haben. Es geht einfach um Unterhaltung. So gesehen

hat es sich als Erfah rungswert gelohnt. Rein wirtschaftlich überhaupt

nicht. Ich denke, Livestreams mit so einem Aufwand machen für Acts Sinn,

die mega bekannt sind und eine entsprechende Fanbase haben. Wenn Ed

Sheeran einen Stream macht, schalten die Leute ein. Wenn ein kleinerer

Act das macht, hat er vielleicht auch ein paar Hundert Zuschauer. Das

lohnt sich wirtschaftlich aber natürlich nie und nimmer. Im Prinzip gilt das

aber auch für echte Live-Ver anstaltungen. Wenn du keine Leute ziehst,

kommst du auf keinen grünen Zweig.

MM: Was sind eure Pläne für die Zukunft?

SABINE: Über den Winter werden wir aber wieder an neuen Songs arbeiten

und dann wenigstens wieder eine Single herausbringen. Schluss end -

lich träumen wir auch schon immer von einem ganzen Album. Bis dato ist

das im Wesentlichen an der Zeit gescheitert. Auf der Wunschliste steht das

aber ganz oben und wir werden das irgendwann mal angehen.

WEB: WWW.EDELMEER.DE

TEXT: LEONIE FÖRSTER | FOTOQUELLE: EDELMEER

EDELMEER

„Auf und davon (in ’nem Heißluftballon)“

VÖ: 6. NOVEMBER 2020

„Ich will Cabrio“

VÖ: 2. JULI 2021

WWW.EDELMEER.DE

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STORIES 33

BUFFY

WALLBORN

(Ist) keine für eine

Schublade. Ihre Songs

erzählen Geschichten.

Ob Ballade, Schlager,

Kinderlieder-Rap, Frivoles,

Weihnachtslieder,

Rock und Pop, Volksmusik.

Buffy schreibt in alle

Richtungen.

Sie ist authentisch und

produziert ihre Songs

selbst, mithilfe

von Musikfreunden.

Sie sagt: „Jeder Song ist

ein Teil von mir.“ Deshalb

wird ihr Debütalbum

heißen: Buffy Wallborn –

„Das bin ich“.

MM: Beim 38. Deutschen Rock und Pop Preis

wurde „Der Lange Unterhosen Song“ in der

Kategorie Bester Rocksong mit dem 3. Preis

ausgezeichnet. Wie kommt man auf solche

Ideen ?

BUFFY WALLBORN: Ich bin sicher, dass viele

Leute lange Unterhosen tragen. In meinem Heimat -

dorf Altenburschla – es liegt in Nordhessen – habe

ich einen Lange Unterhosen Club gegründet. Es

war klar, dass wir ein Vereinslied brauchen, so ist

der Lange Unterhosen Song entstanden. Und ich

trage gerne lange Unterhosen. In Hamburg sollte

man sich warm anziehen, wenn man abends an

der Elbe sitzt bei einer steifen Brise oder auf der

Fähre über die Elbe schippert. Lange Unter hosen

haben nur Vorteile und sie sind sexy.

MM: Wie bist du zur Musik gekommen?

BUFFY: Schon als Kind habe ich gerne gesungen.

Morgens in der Schule, vor dem Unterricht

mit vier Klassen in einem Raum, das hatte was.

Meine Eltern sangen im gemischten Chor und –

wir hatten einen Plattenspieler. Ich habe heute

noch das Lied von Gerhard Wendland im Ohr

„Tanze mit mir in den Morgen“. Ich hörte es gerne,

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2/2022 musiker MAGAZIN


34 STORIES

vielleicht auch, weil meine Eltern es liebten und

darauf tanzten. Mit 14 gründete ich die Girlie -

band The Sunshinegirls. Wir coverten Songs,

schrieben unsere eigenen Texte und begeisterten

die Leute auf Veranstaltungen. Unsere Na mens ge -

ber waren Herman’s Hermits mit ihrem Hit „Sun-

shinegirl“. Es war eine unglaublich schöne Zeit.

MM: Und wann?

BUFFY: Manchmal auch nachts, wenn mich eine

tolle Idee oder eine Textzeile aus den Federn

springen lässt. Ich schreibe gerne im Bus und in

der Bahn, da fällt mir immer was ein. Deshalb bei

einer Schreibblockade – nix wie rein in die Bahn.

MM: Welche Musik hat dich beeinflusst?

BUFFY: Die Musik der Siebziger. Ich bin ein Fan

von außergewöhnlichen Arrangements. Die Bee

Gees waren damals für mich die Größten, aber

auch Jimi Hendrix, die Stones, Beatles, Hollies,

Tremeloes, eigentlich alle Bands und Interpreten

in dieser Zeit. Eines meiner Lieblingslieder und

Arrangements ist „Unchained Melody“ von den

Righteous Brothers, vielen bekannt aus dem Film

„Ghost – Nachricht von Sam“ mit Demi Moore und

Patrick Swayze. Das Arrangement ist gigantisch

und berührt mich immer wieder. Und „It’s all over

now, baby blue“ von Them, da bekomme ich auch

heute noch Gänsehaut. Ich bin froh, dass ich

damals den Text nicht verstanden habe, meine

romantischen Gefühle wären garantiert im Eimer

gewesen. Jeder Song war damals ein Unikat, die

Instrumente waren echt und die Stimmen auch.

BUFFY: Was ging in dir vor, als du die Nomi -

nierungen bekommen hast?

BUFFY: Wow, das gibt’s doch nicht. Als ich die

Songs eingereicht habe, dachte ich mir, kann ja

nicht schaden. Dann war es erst mal raus aus

meinem Kopf. Als der Brief mit den Nominie run -

gen kam, war ich total platt und habe mich von

Herzen über die Wertschätzung gefreut, die meine

Musik bekommen hat. Die Preise haben mich

total angespornt und dafür bin ich sehr, sehr

dankbar. Und die Menschen in meiner Heimat und

alle meine Freunde waren total aus dem Häuschen

und haben sich mit mir gefreut. Ich finde die Arbeit,

die Ole Seelenmeyer und sein Team seit 40 Jahren

im Deutschen Rock & Pop Musikerverband e.V.

machen, sensationell. Hier finden Musiker ein

Zu hause und alles, was sie für ihren musikalischen

Weg brauchen. Danke, lieber Ole!

MM: Viele Singer-Songwriter schreiben trau -

rige und nachdenkliche Songs, wenn sie in

einer entsprechenden Situation sind. Ist das

bei dir auch so?

BUFFY: Bei mir ist es das Gegenteil. Es gibt Augen -

blicke im Leben, wo die Sonne nicht scheint,

man Trübsal bläst oder sich die Lebensfreude

eine Auszeit nimmt. Dann schreibe ich lustige

Songs – das ist ein Geschenk. Ich musste längere

Zeit zum Zahnarzt, da ist mir das Lachen gründlich

vergangen. Als ich meine Frau Ingrid fragte,

ob sie mich auch ohne Zähne lieben würde, antwortete

sie: „In der Liebe zählt kein Zahn“. Zack

hatte ich einen Songtitel. Ich habe daraus einen

fetzigen Rocksong gemacht. Jetzt lache ich fröhlich

mit neuen Zähnen in den Tag.

MM: Wie und wann entstehen Deine Songs?

MM: Was planst du für die Zukunft?

BUFFY: Meine Songs entstehen zusammen mit

Text und Melodie. Wenn ich eine Idee oder ein

Gefühl habe, nehme ich meine Gitarre, klampfe

ein bisschen rum und das Lied wächst. Es ist wie

ein Film, der dann abläuft – ich brauche nur noch

die richtigen Worte zu finden und am Ende ist der

Song eine Einheit. Beim Arrangieren und Pro du -

zieren unterstützen mich meine Musiker kol legen

Daniele Loritto, Martin Kleinert und Alexander

Precht. Die Jungs sind großartig, sie sind immer

für mich da und das bedeutet mir sehr viel.

BUFFY: Ich möchte unbedingt eine CD produzieren

mit eigenen Songs, so bunt wie eine ge mischte

Tüte Bonbons. Ich bin sicher, wer meine Lieder

hört, wird sagen: Typisch Buffy. Und ich werde

mir auf meine alten Tage ein kleines Musikstudio

einrichten. Darauf freue ich mich schon und bin

gespannt, was dabei herauskommt. Ich genieße

es, völlig losgelöst meine Musik machen zu können,

ohne Druck, ohne irgendjemandem was

be weisen zu müssen. Wenn 100 000 Menschen

meine Musik nicht mögen, sie mich aber fröhlich

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STORIES 35

»Wir müssen unsere Sprache

pflegen, sonst geht sie

uns ver loren. Und wir müssen

uns massiv dafür einsetzen,

dass deutsche Lieder im Radio

gespielt werden. Wir zahlen

ja wohl alle an die GEZ, oder?«

und glücklich macht, bin ich auf der richtigen Seite. Meine Musik ist ja ein

Teil von mir und die Lieder sind meine Lebensreise.

MM: Welche Instrumente spielst du?

BUFFY: Meine Spielmannszugfreundin Edel schenkte mir eines Tages ihre

Gitarre. Von da an war ich eine begeisterte Klampferin. Auf Wanderungen,

am Lagerfeuer, auf Festen, in der Kneipe kam die Gitarre zum Einsatz. Und

waren die Gitarre und ich alleine, erzählten wir uns etwas, so entstanden

eigene Songs. In der Lagerfeuerzeit hatte fast jeder von meinen Freunden

eine Mundorgel, das kleine Liederbuch, das wir in unserer Jeans verstauen

konnten und immer griffbereit war. Heute noch spiele und singe ich die

alten Lieder, sie sind Teil unserer Kultur und von uns selbst. Gerade habe

ich einen Mundorgelclub gegründet. Wann immer es möglich ist, ziehen

wir los in die Natur und singen. Blockflöte spiele ich auch, aber das war nie

mein Ding. Das Lied „Hans hat Hosen an und die sind bunt“ war das

Einstiegslied in die Flöterei, ich weiß nicht, wie oft ich es üben musste. Das

Keyboard ist für mich eine große Hilfe beim Komponieren und meine Mund -

harmonika passt in jede Hosentasche.

MM: Was war der emotionalste Moment in Verbindung mit deiner

Musik?

BUFFY: Gleich nach der Veröffentlichung von „Du bist der Mensch“ (38.

Rock & Pop Preis 2020, Bester Popsong – 2. Preis ) schickte ich den Link

an meine Freundin Pam in Australien. Sie schrieb mir, dass mein Freund Jerry,

von dem ich lange nichts gehört hatte, sehr krank sei und im Hospital liege.

Sie schickte den Link weiter an Jerrys Tochter. Zwei Tage später schrieb Pam,

dass Jerry gestorben sei. Von seiner Tochter bekam ich einen Link, damit ich

an der Trauerfeier per Livestream teilnehmen konnte. Am Tag der Trauerfeier

stand ich morgens um drei auf und setzte mich vor meinen Laptop. Es war

ein bewegender Abschied. Bilder aus seinem Leben, die an die Wand ge -

beamt wurden, waren mit Musik untermalt. „Green, green grass of home“ von

Tom Jones, „Because you loved me“ von Céline Dion, und dann dachte ich,

mein Herz bleibt stehen. Mein Lied „Du bist der Mensch" erklang aus

den Lautsprechern. Ich weinte, war unendlich traurig und empfand tiefe

Dank barkeit. Kurz nach der Trauerfeier schrieb ich seiner Tochter und fragte,

ob Jerry mein Lied noch gehört habe – sie schrieb zurück: „Yes, he did. I played

it for him, just before he died.“ In dieser Nacht konnte ich nicht mehr schlafen,

Bilder aus einer längst vergangenen Zeit waren wieder da. In der Sieb -

zigern besuchte Jerry seine Oma in meinem kleinen Dorf Altenburschla. Er

wollte ein paar Wochen bleiben, aber er blieb ein paar Jahre. Er fand

Arbeit und Freunde. Sein Wunsch, noch einmal das kleine Dorf zu besuchen,

seine alten Freunde zu sehen, erfüllte sich nicht. Aber er hörte noch einmal

eine vertraute Stimme aus der Heimat – mein letzter Gruß an ihn.

MM : Deutsche Musik im Radio?

BUFFY: Deutsche Musik wird viel zu wenig in den öffentlich-rechtlichen

Sendern gespielt. Ein Glück, dass es die Webradios gibt. So haben auch

Musiker, die noch nicht so bekannt sind, eine Chance, gehört zu werden.

Unsere Sprache gibt uns doch die Möglichkeit, uns wunderbar in Worten

auszudrücken. Wir müssen unsere Sprache pflegen, sonst geht sie uns ver -

loren. Und wir müssen uns massiv dafür einsetzen, dass deutsche Lieder

im Radio gespielt werden. Wir zahlen ja wohl alle an die GEZ, oder? Und

es ist der Kulturauftrag der öffentlich-rechtlichen Sender, das deutsche

Liedgut zu bewahren und zu fördern!

INTERVIEW: LEONIE FÖRSTER | FOTOQUELLE: BUFFY WALLBORN

2/2022 musiker MAGAZIN


36 STORIES

DIE GESCHICHTE

VON EPOS

Um deinen Traum zu leben,

und scheint er für dich als Mu -

siker völlig unerreichbar, so lohnt

es sich doch, von den alltäglichen

Dingen abzuschalten und in die wunderbare

Welt der Klänge und Gefühle abzutauchen.

„Alter – Aussehen – Klicks“ sind in diesem Mo -

ment völlig egal. Das Einzige, was zählt, ist die

Musik, die dich antreibt. Einen Song zu schreiben,

der dich tief innerlich berührt und ungeahnte

Emotionen freisetzt, die du nie in der realen Welt

auf diese Art und Weise erfahren kannst.

Auf keinen Fall ist es „nie für

irgendetwas zu spät“. Ich

möchte alle Musiker und kreativen

Leute ermutigen, neue Projekte

anzugehen. Egal, was andere sagen. Das einzig

Wichtige ist, dass du Spaß hast an dem, was

du machst, und den unbedingten Willen, ein Werk

zu schaffen, das genau in dem Moment dein

Inneres preisgibt, und zwar mit vollem Einsatz

und voller Energie. Als Singer-Songwriter ist für

mich die Verschmelzung des Textes mit der Me -

lodie eine Einheit und voneinander untrennbar.

Beides muss zusammen entstehen. Die Instru -

men tierung muss sorgfältig gewählt werden, und

vor allen Dingen wird die Leadstimme ungeschnitten

in einem Guss eingesungen. Die Chöre sind

dann noch die Würze, wie bei einem guten Essen.

Ja, es gab auch bei mir, wie

bei vielen Musikern, eine längere

Pause nach der Gründung einer

Familie. Die aktive Bühnenmusik,

mit über 100 Auftritten im Jahr, wurde für fast 15

Jahre auf null abgestellt.

„Musik nur noch im kleinen Kreise“. Tobi ist

mein Sohn und gleichzeitig mein bester Freund.

Er ist Motivator und fester Bestandteil von EPOS.

Er korrigiert Texte, sagt, wie was klingen muss, und

hört die feinsten Unebenheiten.

Mit dem Umzug vor fünf Jahren

von Karlsruhe raus in ein ruhiges

Bergdorf nahe Ettlingen und

der Einrichtung eines Studios im

neuen Heim kam der musikalische Umbruch. Es

keimte neue Schaffensenergie in uns auf. Die

Ideen sprudelten mit einer ungeahnten Leich tig -

keit und wurden mitunter auf unserer brandaktuellen

CD mit ein paar älteren Stücken festgehalten.

„Best of Epos“ heißt das Werk und ist in allen

gängigen Stores erhältlich. Falls ihr Lust habt rein -

zuhören, laden wir euch hiermit natürlich recht

herzlich dazu ein.

Wovon unsere Songs er -

zäh len: Der Song „Gestern war

nicht einfach und morgen wird

nicht leicht“ hinterfragt den

Gang des Lebens – ob man alles wieder genau

so uneingeschränkt machen würde. Man lässt

sich einfach im Strom der Zeit treiben, mechanisch,

ohne darüber nachzudenken. Doch da gibt

es jemand – der schenkt dir nur ein Wort und

schafft es, dich aus deinem Dschungel der Orien -

tierungslosigkeit herauszuholen. Diese Kraft,

die du dadurch bekommst, gibt dir neue Kraft,

die du wiederum an andere weitergeben kannst.

Somit ist der Kreislauf geschlossen. „Der Weg“

hinterfragt die Entscheidungen in unserem Leben.

War der Weg, den wir bisher gegangen sind, der

richtige? Dieser Song ist ein sehr persönlicher

Song, der mir immer wieder beim Singen unter

die Haut geht. Er wurde für einen meiner Lieblings -

menschen geschrieben. „Mein Traum“ knüpft an

die Sehn süchte der Vergangenheit und an die

Unbe schwertheit des gelebten Moments an, mit

dem Wunsch, einmal was ganz Unmögliches

machen zu dürfen, um das Leben „unhinterfragt“

zu verstehen.

Viele weitere deutsche Songs sind in den letzten

Jahren entstanden. In keiner anderen Sprache

kann man seine Gedanken und Gefühle so gut

wie in seiner Muttersprache ausdrücken. Deshalb

lieben wir es, deutsche Texte zu schreiben.

Aber auch englische Songs und Texte wie

„War Child“, „Everyday“ und „Love Song“ lassen

alles um uns herum vergessen, sobald der erste

Ton angespielt wird. „War Child“ beschreibt

unvergessliche TV-Bilder von Kriegskindern, die

sich in einer ungerechten Welt zwischen Macht,

Gier, Religionen und selbst ernannten Herrschern

zurechtfinden müssen. Ein Kapitel, das uns weh -

tut. „Everyday“ arbeitet die Fragestellung von

„War Child“ auf. Wem kann ich glauben – wer

kann helfen – oder bin ich dem Kreislauf des

Lebens ausgeliefert?

„Love Song“ ist einfach nur anders. Lasst

euch beim Reinhören überraschen. Nun haben

wir genug über die Lieder/Songs gesprochen.

Jetzt widmen wir uns der

faszinierenden Arbeit als

Singer-Songwriter: Wir fanden

es schon immer spannend,

ein Produkt „aus einer Hand“ zu schaffen.

Zunächst hat man eine Idee – allein nur im Kopf.

Eine einzige Textzeile in Verbindung mit einer

Melodie. Was empfinde ich in diesem Moment,

warum kommt mir ausgerechnet dieses Fragment

in den Sinn? Klar, es drückt die Gefühle, eine

Situation aus, die im Unterbewusstsein vorhanden

ist. Das neue Lied ist geboren. Eins ergibt

das andere. An erster Stelle der Instrumentierung

steht immer die Gitarre. Berührt einen der Song,

nur Gitarre und Gesang, so folgen weitere In stru -

mente wie Bass und Drums. Piano, ein Teppich

mit Strings oder „einfach darauflosgespielt“

nach dem Zufalls prinzip, bis der Wow-Effekt

kommt. Jedes Instrument nimmt seinen eigenen

Platz ein, manchmal fast nicht zu hören, jedoch

präsent.

Fast wichtiger als die Aussagekraft des Textes

ist die Interpretation des Textes durch fein ge -

setzte Akzente der Leadstimme und der Chöre.

Mal druck voll, mal dezent. Wenn der Song einen

ge packt hat, wie schon gesagt, kommt alles von

alleine. Man ist wie in einem Tunnel, sieht nichts

mehr außen herum und will unbedingt das Licht

am Ende erreichen. Acht bis zehn Stunden am

Stück sind keine Seltenheit und gehen wie im

Fluge um. Doch es ist kein Müssen, sondern stets

ein Dürfen.

Die Technik beim HD-Recording ist mittlerweile

vielfältig geworden. Es gibt unendlich viele

Filter und Parameter-Einstellungen, die sehr be -

wusst eingesetzt werden sollten. Oftmals ist es

besser, nur mit der Stimme zu arbeiten und weitestgehend

die Natürlichkeit der Stimme wirken

zu lassen. Aber eines muss ich an dieser Stelle

sagen: Unsere neuen Kondensator mikro fone

möchten wir nicht mehr missen! Ja, das sollte

auch noch erwähnt werden, manchmal klingt

www.musiker-online.tv


analog sogar besser. Der Fehler darf noch ein

Fehler sein und zeigt, dass ein Mensch hinter dem

Produkt steckt. Ungeschminkt und real. Live klingt

sowieso am besten.

Wenn der Song/die Songs also fertig ist/sind,

beginnen die Gestaltung eines Covers und die

Ver marktung. Dies über die gängigen Internet -

por tale. Für wirklich geringes Geld kannst du

deine Songs weltweit in allen Stores unterbringen.

Ob der Musikfan im letzten oder vordersten

Eck der virtuellen Welt dich dann auch findet, sei

an dieser Stelle einmal dahingestellt.

Die Historie. EPOS war die

erste Band in meinem Leben und

auch diejenige, die meinen inneren

Musikstil geprägt hat. Es folgten

viele Musikprojekte bis hin zur Cover band,

welche zur Finanzierung des Studiums eine wichtige

Rolle gespielt hat. Mit der Band Juma haben

wir einen KSC-Song veröffentlicht. „Say Good-

Bye“ und „Together Without Walls“ schafften es

ins Radio. Das erste Mal den eigenen Titel im

Radio zu hören, ist, glaube ich, einer der schöns -

ten Momente im Leben. Später folgten einige

Radio-Interviews und eine gewisse Prä senz im

Internetradio. Auch an dieser Stelle vielen lieben

Dank für die tollen Leute, die Inter net radio betreiben

und durch ihr unbeschreibliches Engage ment

vielen Musikern eine Plattform bieten, sich zu pu -

blizieren.

Der Anfang. Die Gitarre bei der

Jugendgruppe durfte nie fehlen.

Alte Radios wurden zu Ver stär -

kern umgebaut. Da soll einer mal

erzählen, Musik fördere nicht auch andere Talente

in einem. Die ersten Auftritte waren der Hammer.

Vollkommen überfüllte Jugendzentren waren dabei,

bis hin zum Galaabend im Kur haus Baden-Baden

oder dem in zwei Stunden ausverkauften Sport ler -

ball in Vienenburg. Ja, das war eine schöne Zeit.

Musik kann begeistern. Das wünsche ich mir

auch in der heutigen Zeit, dass nicht nur der Er -

folg der Klicks und des Kommerzes die Mess -

latten sind, sondern dass durch die Musik Leute

erreicht und vielleicht sogar (oder wieder) tief

berührt werden können.

Diese Gelassenheit in der Musik kann nur durch

eine gewisse Unabhängigkeit erreicht werden.

Ich meine hiermit, dass eine von der Musik abgegrenzte

berufliche Absicherung gegeben ist. Mein

Weg führte in den spannenden Beruf der Ver -

messung. Selbst hier kann man manchmal Men -

schen glücklich machen …

Musikerring – Austausch –

Verknüpfungen: „Jeder macht

sein Ding“ – könnt ihr damit was

anfangen? Ich wünsche mir einen

ehrlichen Austausch mit Gleich gesinnten mit

einer gewissen Gelassenheit und dem nötigen

Res pekt gegenüber der anderen Kreativität. Ich

wünsche mir, noch mehr Zeit für die Musik zu

haben, mehr Leute durch Musik kennenzulernen.

Sich austauschen zu können und Projekte zu teilen.

Die Schaffung eines Musiker pools und einer

gemeinsamen Musiker plattform.

Die Wende. Diese kam mit

Sicherheit mit der Nominierung

und der Final-Teilnahme beim

„Deutschen Rock und Pop Preis

2019“ in Siegen. Eine tolle Erfahrung. Es ist sehr

schön, eine unabhängige Expertise auf diese Art

und Weise erfahren zu dürfen. Das gab uns einen

solchen Motivationsschub, dass 2020 acht Eh -

rungen und 2021 neun Auszeichnungen folgten.

TEXT UND FOTOS: EPOS

EPOS UND THOMAS WEIMER

„Life of Epos

Timeout in Heaven“

VÖ: 10. FEBRUAR 2019

EPOS-MUSIC.COM

STORIES 37

DEUTSCHER

ROCK & POP PREIS

Hauptkategorie 2020:

3. PLATZ: Deutscher

Singer-Songwriter Preis

(Eigenkomposition)

Nebenkategorie 2020:

2. PLATZ: Bester Song des Jahres

(deutschsprachig)

2. PLATZ: Beste Single des Jahres

3. PLATZ: Bestes Pop-Album

des Jahres

3. PLATZ: Bestes CD-Album

des Jahres

(deutschsprachig)

3. PLATZ: Bestes Alternativ-

Album des Jahres

3. PLATZ: Bester Folk-Rock-

Sänger des Jahres

3. PLATZ: Bester deutscher Text

Hauptkategorie 2021:

Deutscher Singer-Songwriter-Preis

(Eigenkomposition)

Nebenkategorie 2021:

Bester Song des Jahres

Bester deutscher Text

Bestes CD-Album des Jahres

Beste Single des Jahres

Bester Pop-Song

Bestes Pop-Album

Bester Folkrocksänger

Bestes Alternative-Album

2/2022 musiker MAGAZIN


38 STORIES

OLE OHLENDORFF

Let The Good Times Roll

www.musiker-online.tv


STORIES 39

MM: Bei dir hat es nicht mit dem Malen angefangen, sondern zuerst

warst du Polizist, unter anderem auch auf der Hamburger David -

wache. Wie ist es letztlich dazu gekommen, dass du deinen Job an

den Nagel ge hängt hast, um Künstler zu werden?

OLE OHLENDORF: „Ich war von 1975 bis 1981 bei der Hamburger Polizei.

Als 17-Jähriger wollte ich durch diese Berufswahl gewissermaßen „die

Welt retten“. Räuber und Gendarm spielen für Erwachsene. „Gut gegen

Böse“ lautete damals die wohl etwas naive Devise. Doch in meiner Freizeit

verspürte ich einen unglaublichen Drang nach Freiheit und den musste ich

natürlich auch bestmöglich ausleben. Das Hamburger Nachtleben und die

Musikszene boten einem damals beste Bedingungen. So tauchte ich hin und

wieder ab in diesen unglaublichen Schmelztiegel von Sex, Crime und Rock

& Roll. Es ergaben sich dadurch ständig Konflikte mit meinen Dienst vor -

gesetzten. Der sogenannten „Wohlverhaltenspflicht des Beamten“ wurde

ich hierbei selten gerecht.

Das enge Korsett des Beamtenstatus ließ meinem Freiheitsdrang so gut

wie gar keinen Spielraum und somit musste zwingend die Reißleine ge zogen

werden. Ich bin dann erst einmal auf Weltreise gegangen. Mal über den

Tellerrand zu gucken ist charakterbildend ja auch keine schlechte Alter native.

Bis zur entsprechenden Künstlerkarriere dauerte es aber noch ein paar Jahre.

MM: Wie waren deine ersten Jahre als Künstler? Mit welchen

Schwierigkeiten hattest du zu kämpfen, wie hast du dir das Malen

beigebracht und wie hast du deinen Stil gefunden?

OLE: „Die ersten Jahre waren geprägt durch einen Spagat zwischen vielen

Jobs. Werftarbeiter, Kurierfahrer, Roadie, Koch etc., aber auch schon erste

Ausflüge in die Welt der schönen Künste. Auf Bleistiftzeichnungen (Easyrider-

Motive) folgte dann sehr schnell das Genre Ölmalerei auf Leinwand. Das

Befreien meiner Dämonen und Ängste war hier vordergründig Thema. Ich

lebte zu dieser Zeit Mitte der 80er-Jahre in Lüneburg im alten Wasserviertel

über einer Kneipe mit Mietvertrag auf dem Bierdeckel … mehr Bohemien

geht ja nicht. Die kreativen Kräfte wurden somit wiedererweckt, denn schon

in meiner Kindheit und Jugend hatte ich die Ausdruckskraft künstlerischen

Outputs verinnerlicht und mächtig Farbe auf Schulhefte, Bücher und Zimmer -

wände gezaubert. Alles andere kam dann später wie durch Zauberhand

von ganz alleine – ich habe es einfach fließen lassen.

Mit dem nötigen Urvertrauen – ausgelöst durch eine gravierende Lebens -

krise (Alkohol und Drogen) und das Kappen der gesellschaftlichen Mario -

netten fäden – habe ich mich dann im Jahr 1990 in das Abenteuer, Künstler

zu sein, gestürzt. Seitdem lebe ich als freischaffender bildender Maler und

übrigens auch ganz konsequent im „Trockendock“. Unzählige Museen,

Atelier- und Galeriebesuche haben mir dann das nötige Rüstzeug bereitgestellt,

um aus der Kunstgeschichte und den damit verbundenen Ent -

wicklungen der Malerei zu lernen. Learning by doing … immer ausprobieren

und experimentieren lautet auch heute noch meine Devise. Und mit den

Jahren entwickelte sich dann auch folgerichtig meine ganz persönliche

Hand schrift. Meine Stilistik lässt sich wohl am besten irgendwo zwischen

Neo realismus und Pop-Art ansiedeln.

MM: Wann und warum warst du dir sicher, dass du mit den „Dead

Rock Heads“ dein Thema gefunden hast? 8

2/2022 musiker MAGAZIN


40 STORIES

OLE: Musikfan war ich schon seit meiner frühesten Jugend. Diese Be -

geisterung habe ich förmlich mit der Muttermilch aufgesogen und sie hat

mich bis heute nicht mehr losgelassen. Und was gibt es Besseres, als

wenn sich Leidenschaft und Passion miteinander vereinen. Musik trifft

Malerei – ein Lebensgefühl trifft auf Erinnerungskultur. Das war dann so

Mitte der 90er-Jahre – quasi mein Urknall. Nach einem Londontrip mit vielen

wegweisenden Begegnungen sowie einem Abstecher zur Abbey Road,

den Apple Studios und der Carnaby Street war klar: Ich male fortan Musiker-

Portraits. Aber nicht beliebig, sondern als subjektive Hommage an meine

musikalischen Wegbegleiter und durch alle Genres wie Rock, Beat, Pop,

Jazz, Blues, Soul, Reggae und Punk. Doch damit nicht genug – dieses

Projekt sollte eingrenzend nur den bereits Verstorbenen gewidmet sein, den

schon „Vorgereisten“, den „Dead Rock Heads“ sozusagen. Liebe, Glaube,

Hoff nung und Vergänglichkeit – das sind doch eh die großen Themen, um

die sich das Leben rankt.

John Lennon von den Beatles war damals im Jahr 1996 das erste

Porträt. Es folgten ganz schnell Brian Jones, Janis Joplin, Jim Morrison,

Marc Bolan und Jimi Hendrix. Das Projekt war nun geboren und wurde in

den folgenden Jahren immer opulenter. Bis heute sind über 160 großformatige

Portraits zur Serie entstanden, die in bundesweiten Exhibitions gezeigt

wurden, unter anderem auf der Popkomm in Berlin, Burg Herzberg Hippie

Festival, Musikmesse Frankfurt, Rock & Pop museum Gronau, W:O:A

Billy F. Gibbons (ZZ Top) & Ole Ohlendorff

Backstage Hamburg 2019

»Das Bild bekommt immer

das, wonach es verlangt.

Die gesamte Palette von

Farben und Techniken steht

mir ja zur Verfügung und

ich bediene mich auch

gerne dieser unglaublichen

Materialienvielfalt –

ob Schrot beschuss,

Drogenbesteck,

Plattencover, Herbst laub,

Zeitungsausschnitte,

Brandspuren,

Winsener Heimaterde

oder auch Stacheldraht.«

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STORIES 41

MM: Du beschäftigst dich nicht nur mit den

verstorbenen Musikern, sondern hast auch

eine Reihe an Werken namens „Rock Le -

gends Alive“. Wie bist du dazu gekommen,

auch die lebendigen Musiker auf die Lein -

wand zu bringen?

OLE: Eines Tages hat mir die Muse mal ins Ohr

geflüstert: Ole – warte doch nicht, bis deine Idole

„eine Etage höher gezogen“ sind – male sie doch

am besten gleich. Und so wurde 2013 diese Pa -

rallel-Serie ins Leben gerufen und umfasst aktuell

auch schon mehr als 45 Porträts … von Alice

Cooper bis Billy F. Gibbons von ZZ Top.

Außerdem nutze ich hier auch die Möglichkeit

einer persönlichen Begegnung des Gemäldes

mit dem besagten „Modell“. Das funktioniert ja

mit den „Dead Rock Heads“ leider nicht mehr so

einfach. Einige der „Rock Legends Alive“ haben

mir bei dieser Gele genheit dann auch das jeweilige

Werk mit einer Signatur, Widmung oder

anderen Accessoires versehen. Zuletzt so ge -

schehen im Jahr 2019, als ich zum Hamburger

Konzert von ZZ Top eingeladen wurde. Billy F.

Gibbons hat mich Back stage empfangen und eine

frühe Easyrider-Zeich nung von mir signiert. Dann

erfolgte noch eine Ein ladung in seine texanische

Heimat zu einer zünftigen Harley-Davidson-Tour.

Der Kreis schließt sich sozusagen. Wenn dann aber

einer der „Rock Le gends Alive“ sterben sollte, wie

unlängst der Rolling-Stones-Trommler Charlie

Watts, dann wird ein ganz neues Gemälde fällig. Er

ist ja jetzt ein „Dead Rock Head“. Der Tod bringt

nämlich eine gänzlich veränderte und geheimnisvolle

Dimension ins Spiel, die dann auf der Lein -

wand auch sichtbar wird.

Wacken Open Air, Reeperbahn Festival Hamburg

und viele mehr. Die Aus stellungshistorie erstreckt

sich hierbei vom Underground bis in museale

Hemis phären. Die Magie meiner Bilder entführt die

Men schen in ihre ganz persönliche Erinnerungs -

welt. Außerdem wirkt das Projekt auch prima

generationenübergreifend und lädt somit zur

Kom mu nikation über alle Altersgruppen hinweg

ein. Das ist dann sozusagen das Sahnehäubchen

auf der Torte.

MM: Wie entstehen neue „Dead Rock Heads“?

Wie ist der Prozess von der Entscheidung des

Motivs bis hin zum fertigen Bild?

OLE: Also – zuerst muss der Musiker ja gestorben

sein. Portrait posthum. Dann checke ich ab,

ob die Musik auch in meinem Herzen „abgeparkt“

ist. Danach ist Recherchearbeit angesagt. Ich

durchforste dabei wie ein Detektiv Archive, befrage

Zeitzeugen, lese Biografien und bin natürlich

auch im Internet unterwegs. Mein „Kandidat“ kann

ja leider nicht mehr physisch im Atelier Modell sitzen.

Diesen Umstand gilt es also zu kompensieren.

Um dem Gemälde erst einmal ein Funda ment

zu geben, nutze ich Fotomaterial von befreundeten

Fotografen oder auch aus meinem persönlichen

Fundus.

Und dann ist da natürlich in allererster Linie die

Musik. Sie begleitet den künstlerischen Schaf -

fensprozess konsequent vom ersten bis zum letzten

Pinselstrich. Darüber erfolgt dann auch der

nötige Dialog mit dem Gemälde. Ich will dem Werk

ja so viel wie möglich „Seele“ geben. Manchmal

ergibt sich so auch eine wundervolle Zeitreise in

eigene längst versandete Erinnerungen und Er -

leb nisse. Subjektive und objektive Wahrneh mun -

gen verschmelzen hier prima miteinander. Eine

Galerie der Gegenwart, die aus der Vergan gen -

heit kommt und sich an die Zukunft richtet. Darauf

kommt es an … das ist die Quintessenz. Es geht

mir hierbei immer um das Weiterreichen dieses

Feuers.

MM: Kommen wir zur praktischen Umset -

zung. Benutzt du für die Bilder dieselbe Tech -

nik und dieselben Materialien oder ändert

sich das je nach Musiker?

OLE: Meine Portraits sind ja auch ein Plädoyer

für das Individuum. Jeder Mensch ist einzigartig

und so gehe ich auch an das entsprechende

Gemälde ans Werk. Am Anfang weiß ich in der

Regel nicht, wie sich das Portrait noch entwickeln

wird. Wie schon erwähnt, holt mich die Musik

dabei bestmöglich ab. Und wenn ich den nötigen

Groove habe, dann werden alle Kohlen ins Feuer

geworfen. Das Bild bekommt immer das, wonach

es verlangt. Die gesamte Palette von Farben und

Techniken steht mir ja zur Verfügung und ich

bediene mich auch gerne dieser unglaublichen

Materialienvielfalt – ob Schrot beschuss, Drogen -

besteck, Plattencover, Herbst laub, Zeitungsaus -

schnitte, Brandspuren, Winsener Heimaterde oder

auch Stacheldraht. Wenn die Werke dann in einer

Ausstellung gezeigt werden, entfaltet sich best- 8

2/2022 musiker MAGAZIN


42 STORIES

möglich diese wunderbare Un ter schiedlichkeit und

verleiht dem Projekt Leben digkeit und Authentizität.

MM: Wo kann man sich deine Werke an -

schauen?

OLE: Idealerweise besucht man meine Ausstel -

lungen oder schaut alternativ im Lüneburger

Atelier vorbei. Oder man checkt mal bequem die

Website.

KulturBäckerei frei wurde, habe ich mich sofort

beworben und bekam den Zuschlag. Somit heißt

es „Back to the Roots“ – und gleichsam „auf zu

neuen Ufern“. Die KulturBäckerei beherbergt ja

nicht nur zwölf Ateliers, die von den unterschiedlichsten

Künstler*innen mit Leben gefüllt werden,

sondern dort laufen über das gesamte Jahr auch

große Ausstellungen nationaler wie internationaler

Kunst, von Joseph Beuys über Klaus Voormann

bis hin zu Markus Lüpertz und Jörg Immendorff.

Bilder jetzt mit ihrer individuellen Erzählung. Viele

Freunde und Wegbegleiter haben mir bisher großartige

Geschichten und Anekdoten zugesandt,

die abschließend noch in der Postproduktion mit

Musik garniert werden. „The Magic Of A Tale“ – die

Magie der Erzählung. Und untertitelt mit „Spilling

the Beans“, was übersetzt in etwa bedeutet wie:

„aus dem Nähkästchen plaudern“. Ob Johnny

Cleggs legendäres Lebenswerk durch Henning

Venskes Stimme eine besondere Strahlkraft verliehen

bekommt, Ingo Pohlmann über Thin Lizzys

Phil Lynott schwelgt oder Chris Boltendahl (Grave

Digger) sich an Eddie Van Halen erinnert. „The

Magic Of A Tale“ steht für Geschichten, die be -

rüh rend, unterhaltsam, amüsant, nachdenklich,

spannend oder aufregend ausfallen können. Eines

sind sie jedoch alle: leuchtend hell scheinend im

Licht der persönlichen Magie, die der Erzähler ihr

verleiht. Ein Licht, das aus der unerschöpflichen

Energiequelle der Musik gespeist wird. Präsen tiert

wird dieses einzigartige Projekt dann aber nur und

exklusiv in meinen Ausstellungen. Freut euch also

auf ein Seh- und Hörerlebnis der Extraklasse.

MM: Wie sieht die Zukunft aus? Welche Pro -

jekte, Ausstellungen etc. sind noch geplant?

Hanno Maack (Artist Agent) & Ole Ohlendorff

DRH Anniversary Talk

Ihr findet mich in den sozialen Netzwerken Das Haus ist also ständig frequentiert von

genauso wie auf YouTube. Ich bin aber auch in kunstinteressierten Menschen. Ich lade jeden

verschiedenen öffentlichen Sammlungen vertreten.

Deshalb hier noch ein kleiner Ausflugstipp: Stadt Lüneburg zu machen, um dann natürlich

gerne ein, mal einen Abstecher in die wundervolle

Stones Fan Museum in Lüchow (Wendland). Ich auch die Kultur Bäckerei zu besuchen.

verspreche hier nicht zu viel, aber das Museum www.kulturbaeckerei-lueneburg.de

ist der Hammer. Und der Museumsdirektor Uli

Schröder sowieso. Uli war übrigens vor Jahren MM: Für deine „Dead Rock Heads“ hast du

auch mal Galerist des Stones-Gitarristen Ron ergänzend ein neues Projekt geplant. Du

Wood. Dort hängen also neben vielen Musik-Me - möchtest die Bilder stimmlich unterlegen.

mo rablia und Hunderten anderer Werke un ter - Was genau soll da erzählt werden und wer

schied licher Künstler auch einige meiner schönsten soll „Stimmpate“ werden?

Gemälde von Keith Richards (The Rolling Stones).

OLE: Jedes Bild erzählt eine Geschichte, so heißt

MM: Dein Atelier befindet sich in der Lüne - es. Und manche erzählen Geschichten fürs Leben.

burger KulturBäckerei. Warum hast du dir Magische Geschichten, berührende Geschich ten.

genau diesen Ort ausgewählt?

Sie erwachen, geben vor dem geistigen Auge des

Betrachters der Erinnerung die Hand und spazieren

gemeinsam hinaus – dorthin, wo sich Sub jekt

OLE: In den 80er-Jahren hatte ich ja schon mal

Station in Lüneburg gemacht. Hier begann vor und Objekt, Zuschauer und Kunstwerk vereinen.

mehr als 40 Jahren meine Künstlerkarriere. Als

dann im Jahr 2021 mein Künstlerfreund Gero Als eine Art „Stimmpate“ veredeln Persönlich -

Bräutigam gestorben ist und sein Atelier in der keiten aus Kunst und Kultur die Ohlendorffschen

OLE: Willst du den lieben Gott zum Lachen bringen,

dann erzähl ihm von deinen Plänen … so hat

sich John Lennon (The Beatles) mal über diese

Frage geäußert. Spaß beiseite … es sind genügend

Pfeile im Köcher, die wir dann bestmöglich

abschießen, wenn man denn wieder vernünftig

planen kann. Corona hat uns ja schon länger als

zwei Jahre im Würgegriff. Aber die nächsten Pro -

jekte bringen sich schon gehörig in Stellung.

Informiert euch also über die bekannten Ohlen dorff-

Kanäle immer mal wieder, was aktuell so anliegt.

Ich würde mich freuen, auf einer der nächsten

Ausstellungen den einen oder anderen von euch

begrüßen zu dürfen. Begehrlichkeiten werden

selbst verständlich auch befriedigt. Ob Ausstel -

lungs projekte, Leihgaben und/oder andere Präsen -

ta tionsformen, wir sind für alle Anfragen offen.

Und wer ein Originalgemälde oder einen Fine Art

Print (Kunstdruck) in Premiumqualität erwerben

möchte, der wendet sich vertrauensvoll an mich

oder an meinen Artist-Agenten Hanno Maack von

der Firma combiful.

Die entsprechenden Weg weiser und viele

andere Infos rund um Künstler und Werk findet

man auf meiner Website: www.ohlendorff-art.de

In diesem Sinne … passt gut auf euch auf …

und Rock & Roll forever!

WEB: WWW.OHLENDORFF-ART.DE

INTERVIEW: LEONIE FÖRSTER

FOTOQUELLE: OHLENDORFF-ARCHIV

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43

Helden der

Vergangenheit

Drei

DREI

PIONIERE

Pioniere

Alexis Korner

Cyril Davies

Graham Bond

John Mayall gilt als „Godfather of the British

Blues“, und Alexis Korner wird der „Father of the

British Blues“ genannt. Cyril Davies gehört ebenso

zu diesen beiden erst recht, weil er den British

Blues in den 1950er-Jahren nachdrücklich ge -

fördert hat, als diese Musikrichtung noch etwas

Exotisches an sich hatte. Der Jazzmusiker

Graham Bond konnte seine Vorliebe für Rhythm

& Blues nach der Vorarbeit der drei Genannten

erst Anfang der 1960er-Jahre umsetzen und

gründete eine eigene Band, wie Korners und

Mayalls Band rasch zum Nährboden zahlreicher

wichtiger Rockmusiker wurde.

Die wechselnden Besetzungen dieser drei

Bands lesen sich wie ein Who is Who des

British Blues und der Rockmusik der 1960er-

Jahre. Ihre eigenen Veröffentlichungen spiegeln

den prägenden Einfluss dieser Musiker hingegen

nicht wider.

Davies, Korner und Bond hatten alle keinen

großen Erfolg und sind anders als Mayall, der mit

89 Jahren 2022 seine enorme Reihe von Alben

fortgesetzt hat, früh verstorben. Zu seinen Leb -

zeiten erschienen von Davies nur sehr wenige

Schallplatten, und auch Bond hat ihn dabei nur

im bescheidenen Maße übertroffen. Korners

Disko grafie war zum Zeitpunkt seines Todes

bereits umfangreich und hat danach beträchtlich

zugenommen, doch bis auf wenige Ausnahmen

waren auch seine Tonträger keine Verkaufs -

schlager.

Musiker, die in den 1960er-Jahren bekannt

geworden sind, sprechen über den 1932 geborenen

Davies mit Ehrfurcht, weil sie ihn noch live

erlebt haben. Sein energiegeladener Song „Country

Line Special“ war für Ray Davies (Kinks) und Pete

Townshend (Who) eine der „heißesten“ Aufnah -

men der Zeit. Jack Bruce offenbarte gar, sich

erst nach Davies’ Tod getraut zu haben, öffentlich

Blues-Mundharmonika zu spielen, weil er mit

der Qualität Davies’ nicht habe konkurrieren können.

Für die allermeisten mag der blues-besessene

Davies eher ein unbeschriebenes Blatt sein. Er

starb schon Anfang 1964 im Alter von knapp 32

Jahren und hatte bis dahin reichlich dem Alkohol

zugesprochen. Wahrscheinlich hatte er an

Leukämie gelitten. In seiner Sterbeurkunde ist als

Todesursache Endokarditis (Entzün dung der Herz -

innenhaut) angegeben.

Davies wird in Deutschland wohl nur denjenigen

bekannt gewesen sein, die schon in den

späten 1950er-Jahren begonnen hatten, sich für

Blues aus Großbritannien zu interessieren, denen

und es gelungen war, hierzulande Anfang der

1960er-Jahre LPs von Alexis Korners Blues

8

2/2022 musiker MAGAZIN


44 STORIES

Incorporated zu kaufen. Gegen Ende des Jahr -

zehnts waren Importschallplatten in hiesigen

Schall platten ge schäften kaum aufzutreiben.

Damals blieb mir auch die LP „The Legendary

Cyril Davies With Alexis Korner’s Breakdown

Group And The Roundhouse Four“ von 1970

unbekannt. Erst Jahre später wurde ich auf

Davies aufmerksam, durch zwei Stücke auf den

beiden British-Blues-Samplern „White Boys

Blues“ Vol. 1 und 2 von 1985 und 1986 mit Gi -

tarrengrößen wie Jeff Beck, Eric Clapton, Albert

Lee und Jimmy Page. Von Davies sind 50

Aufnahmen überliefert und 2014 auf der Doppel-

CD „Cyril Davies Memorial Album. Preachin’ the

Blues“ versammelt worden. Dass es nicht mehr

sein konnten, hat offenbar Davies’ Tod vor dem

Aufblühen der Rockmusik in der zweiten Hälfte

der 1960er-Jahre verhindert. Dafür klingen aber

viele der 50 Stücke erstaunlich frisch, obwohl

sich Aufnahme- und Wieder gabe technik erst einige

Jahre darauf sprunghaft entwickelten.

Blues war in den frühen 1950er-Jahren in

Großbritannien so gut wie unbekannt und daher

nicht populär. Um 1953 galt dies aber nicht für

den Skiffle, den der Kfz-Mechaniker Davies bis auf

Weiteres bei Steve Lane’s Southern Stompers mit

dem Banjo spielte. Er sang aber auch und be -

herrschte die zwölfsaitige Gitarre sowie Blues-

Mundharmonika. 1954 nahm er bei sich zu Hause

„KC Moan“ auf und zeigte, wie intensiv er mit

dem Country Blues vertraut war. Trotz der eingeschränkten

Aufnahmetechnik gelingt es ihm, den

Zuhörer mit Gesang und Gitarrenbegleitung zu

packen. Ab 1955 traten Steve Lane’s Southern

Stompers regelmäßig im Londoner Soho-Club

Roundhouse auf, und dort eröffnete Davies auch

das London Skiffle Centre. In die Skiffle-Sets der

Band streute er immer wieder mit Verve einen

Song des US-Bluesmusikers Huddie Ledbetter

alias Leadbelly ein. Davies’ musikalische Aktivi -

täten genügten aber nicht, den Lebensunterhalt

für sich und seine Familie zu bestreiten. Daher

arbeitete er tagsüber weiterhin in seinem Beruf.

Im Roundhouse trat ebenfalls regelmäßig die

Ken Coyler Skiffle Group mit Alexis Korner als

Gitarrist auf. Bald danach taten Davies und

Korner sich zusammen. Gemeinsam mit der

Sängerin und Waschbrett-Spielerin Beryl Bryden

nahmen sie 1956 als Mitglieder der Back-Room

Skiffle Group vier Titel auf, von denen damals nur

zwei als Single erschienen. Die beiden anderen

tauchten erst Jahrzehnte später auf „Preachin’

the Blues“ auf. Davies war mittlerweile des

erfolgreichen Skiffles überdrüssig geworden und

wollte sich dem Blues widmen. Daher schloss er

das Skiffle Centre und eröffnete mit Korner

den Londoner Blues and Barrelhouse Club, in

dem sie als Alexis Korner’s Breakdown Group

featuring Cyril Davies auftraten. Zunächst war die

Reaktion der Zuschauer, die in das Skiffle Centre

geströmt waren, jedoch ernüchternd. Als aber

allmählich die Besucherzahlen stiegen, gab Big

Bill Broonzy im neuen Club als erster US-Blues-

Musiker ein Gastspiel. 1957 entstand dann unter

dem Band namen Alexis Korner’s Breakdown

Group featuring Cyril Davies Blues from the

Roundhouse das erste Album des British Blues.

Mit ihm de monstrierte Davies, wie kompetent er

Leadbelly-Songs interpretierte. Von der LP ließ

Doug Dobell nur 99 Exemplare pressen und verkaufte

sie in seinem legendären Record Shop in

der Londoner Charing Cross Road; ab 100

Exemplaren Auflage wäre der Verkauf der Platten

steuerpflichtig ge wesen. Ein Londoner Jazz-

Label bot daraufhin im selben Jahr Davies und

Korner an, vier Songs für eine EP mit dem Titel

„Blues From The Round house Vol. 1“ aufzunehmen.

Trotz der Abwendung vom Skiffle nannten

sich die beiden dafür Alexis Korner Skiffle Group.

Der EP folgte 1959 die EP „Blues from the

Roundhouse Vol. 2“ mit vier Leadbelly-Songs

und einem Stück von Robert Johnson, und nun

hieß die Band Alexis Korner’s Blues Incorporated.

Der British Blues erhielt außer dem Anschub durch

ein Roundhouse-Gastspiel von Muddy Waters,

dem Urgestein des Chicago-Blues.

Meinungsverschiedenheiten zwischen Davies

und Korner führten zu einer vorübergehenden

Trennung, während der Davies gemeinsam mit

Lisa und Reg Turner sowie Jeff Bradford als

Roundhouse Jug Four 1961 eine weitere bluesorientierte

EP aufnahm. Danach kehrte er zu

Alexis Korner’s Blues Incorporated zurück und

führte zu Konzerten einen Koffer voller Mundhar -

monikas mit, um stets das richtige Instrument zur

Hand zu haben. Noch bevor ihr Drummer Charlie

Watts zu den Rolling Stones wechselte, gehörten

der Blues Incorporated der Bassist Jack Bruce

und der Saxofonist Dick Heckstall-Smith an. Die

einzig überlieferte Aufnahme von Davies und

Korner mit diesen beiden war Willie Dixons

„Hoochie Coochie Man“. Sie entstand im Juli

1962 für den BBC-Jazz-Club, kam aber erst

1972 auf den Markt. Mittlerweile veranstalteten

Davies und Korner in dessen Ealing Jazz Club

regelmäßige Rhythm and Blues Nights und zogen

unter anderem als Zuhörer viele Musiker wie Eric

Clapton, Lee Jackson (Nice), Paul Jones, John

Mayall, Zoot Money, Jimmy Page, Rod Stewart

und Pete Townshend an, die künftig selbst prägende

Vertreter dieser Musik sein sollten. Manche

spielten gelegentlich auch bei Auftritten der

Blues Incorporated mit. Der Einfluss der Band

reichte dadurch weit. Zum Beispiel hätte es ohne

Alexis Korner’s Blues Incorporated laut Keith

»Ohne Alexis Korners

Blues Incorporated

hätte es laut

Keith Richards

die Rolling Stones

nie gegeben.«

Alexis

Korner’s Blues

Incorporated

Richards die Rolling Stones nie gegeben. Weil

der British Blues in der britischen Musikindustrie

bis auf Weiteres für eine schnell wieder vergessene

Episode gehalten wurde, erhielt die Band erst

1962 einen Schallplattenvertrag, als der Pro du -

zent Jack Good sie in Chris Barbers Londoner

Marquee-Club entdeckte, dessen Hausband sie

seit Mai des Jahres war. Im Herbst erschien daraufhin

von Alexis Korner’s Blues Incorporated die

in den Decca-Studios in West Hamstead aufgenommene

LP „R&B From The Marquee“, die auf

dem „Cyril Davies Memorial Album“ enthalten ist.

Als Blues-Purist stemmte Davies sich gegen

Jazz-Einflüsse, sodass ihn Heckstall-Smiths

Band-Mitgliedschaft störte. Deswegen lehnte er

nach Watts’ Ausscheiden Ginger Baker zunächst

als dessen Nachfolger ab, da er als Jazz-Drummer

galt. Nach Proben war Davies aber davon überzeugt,

bislang keinen anderen derart originellen

Drummer gehört zu haben, und gab seinen

Wider stand auf. Für Baker wiederum war Davies’

rauer Blues eine Offenbarung – Bakers CD

„Coward Of The County“ von 1999 beginnt mit

dem Stück „Cyril Davies“. Als Korner danach die

Band um Bläser verstärken wollte, verließ Davies

im November 1962 endgültig die Blues Incor po -

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STORIES 45

Alexis Korner:

»Ich bin sowohl Türke, Grieche als auch Österreicher

und kenne aber keine Musik, die gleichzeitig aus türkischen,

griechischen und österreichischen Elementen be steht.

Daher spiele ich mit vollem Recht Blues.«

rated und gründete die Cyril Davies R&B All Stars

unter anderem mit dem Sänger Long John Baldry

und dem Pianisten Nicky Hopkins. Die letzte

Veröffentlichung dieser Band vor Davies’ Tod war

die Single mit den Songs „Preachin’ The Blues“

und „Sweet Mary“ von Leadbelly.

Korner wurde 1928 als Alexis Körner in Paris

als Sohn eines jüdisch-österreichischen Offiziers

und einer griechischen Mutter teils türkischer Her -

kunft geboren. Zu Beginn des Zweiten Welt krieges

floh die Familie nach Großbritannien, wo der junge

Korner früh mit Blues-Schallplatten in Berührung

kam und Gitarrespielen lernte. Seine Vorliebe für

den Blues kommentierte Korner wegen seiner

multikulturellen Herkunft einmal: „Ich bin sowohl

Türke, Grieche als auch Österreicher und kenne

aber keine Musik, die gleichzeitig aus türkischen,

griechischen und österreichischen Elementen

be steht. Daher spiele ich mit vollem Recht Blues.“

Gegen Ende der frühen Nachkriegszeit war er als

Soldat in der britischen Zone Deutschlands stationiert.

Für das British Forces Network (BFN),

dessen Schallplattenarchiv er betreute, und den

Nordwestdeutschen Rundfunk (NWDR) in Ham -

burg moderierte er Musiksendungen, da er mit

der deutschen Sprache aufgewachsen war.

Außerdem trat er in Hamburger Jazzlokalen auf.

Zurück in London schloss er sich 1949 als Gitarrist

mit unverstärkter Gitarre der Jazzband von Chris

Barber an, der ebenfalls den Blues schätzte und

sich seine erste Schallplatte mit Songs von

Robert Johnson 1947 in Dobells Plattengeschäft

gekauft hatte. Danach wurde er Mitglied von Ken

Coyler’s Skiffle Group, die mit ihm 1955 Songs

für eine LP aufzeichnete.

Die Einkünfte aus Auf tritten und dem Verkauf

von Schallplatten genügte nicht, um den Unter -

halt von Korners Familie zu bestreiten. Deswegen

moderierte Korner ab dem Jahr Musiksen dun -

gen für das Radio der BBC und setzte dies bis

1983 fort. Darunter waren die Serien „Sympathy

For The Devil“ über die Geschichte von Rock und

Blues (1972), „The Devil’s Music“ über unbekanntere

Musiker dieser Richtungen mit Blues-

Musikern aus den USA als Gästen im Studio

(1979) und Guitar Greats über 13 stilbildende

Gitarristen wie Jeff Beck, Eric Clapton, Ry Cooder

und B.B. King (1983).

Auch im Radio von NDR 2 war er wiederholt in

Deutsch land zu Gast. Wer diese Sendungen ge -

hört hat, wird sich vermutlich gern daran erinnern,

wie Korner mit seiner unverwechselbar sonoren

Stimme seine Zuhörer kenntnisreich und

lebendig mit Geschichten über Blues- und Rock -

musik unterhielt.

Bis auf Weiteres waren Jazz und Skiffle die

bestimmenden Musikrichtungen in den 1950er-

Jahren, sodass es dauerte, ehe Rhythm & Blues

für Korner und Davies professionell in den Vor der -

grund rückten. Von 1958 bis 1961 entstanden mit

Korner, weißen Folk-Musikern und schwarzen

Blues-Musikern aus den USA Singles, EPs und

LPs. Den Anfang machte der Folk mit Alan Lomax

und Ramblin’ Jack Elliott, dann folgte Blues mit

Champion Jack Dupree, Memphis Slim, Little

Brother Montgomery, Roosevelt Sykes und James

Cotton. Außerdem wurden Aufnahmen mit Chris

Barbers nordirischer Ehefrau Ottilie Patterson

aufgezeichnet, die Bluessängerin war. In Korners

Blues Incorporated war häufiger Wechsel der

Musiker Normalität. Manche Musiker wie die

späteren Rolling-Stones-Mitglieder Mick Jagger,

Brian Johns und Keith Richards sprangen auch

nur vorübergehend ein. Als Jagger kurzzeitig

Sänger der Blues Incorporated war, trampte 1961

Eric Burdon von Newcastle nach London, um

Korner zu überreden, in der Blues Incorporated

singen zu dürfen. Der gab ihm diese Chance,

8

2/2022 musiker MAGAZIN


46 STORIES

und bei Korner lernte Burdon Alan Price kennen,

mit dem er 1962 die Animals gründete. Darüber

hinaus war Korner auch privat für zahlreiche junge

Musiker ein Dreh- und Angelpunkt. Sie trafen sich

mit ihm in der Londoner Moscow Road, wo sich

seine Wohnung im Burnham Court befand, und

übernachteten zuweilen dort. Auch wenn Korner

selbst weder ein herausragender Sänger noch ein

außergewöhnlicher Instrumentalist war, waren

seine Band und sein Wirken als Förderer und

Mentor eine Quelle musikalischer Inspiration.

Als Davies die Blues Incorporated verließ,

suchte Korner an seiner Stelle einen Musiker mit

vergleichbaren Fähigkeiten. Im November 1962

fand er ihn in dem Saxofonisten und Keyboard-

Spieler Graham Bond, der mit der Jazzszene

zunehmend unzufrieden geworden war und nach

dem Blues strebte. Die Musik der Blues Incor -

porated wurde vorübergehend aber jazziger. Als

Bond, Bruce, Heckstall-Smith und Baker bereits

die Band verlassen hatten, wurde 1964 die überwiegend

aus Instrumentalstücken bestehende

LP „Red Hot From Alexis Korner“ aufgenommen,

die mehr ein Jazz- denn ein Blues-Album war. Im

selben Jahr wurde aber auch ein Live-Auftritt der

Band aufgezeichnet, der kurz darauf als LP

„Alexis Korner’s Blues Incorporated At The Cavern“

auf den Markt kam und den British Blues mit überzeugender

Frische präsentierte. 1967 löste Korner

die Blues Incorporated auf. Gute Bei spiele ihrer

Musik sind unter anderem in Korners 1994 veröffentlichten

BBC-Radio-Sessions sowie auf dem

Sampler „Everyday I Have The Blues. The Sixties

Anthology“ von 2018 versammelt.

Bereits 1966 hatte er die kurzlebige Formation

„Free at Last“ ins Leben gerufen. Schlagzeuger

war Hughie Flint, der damals noch John Mayalls

Bluesbreakers angehörte und später die Bands

McGuinness Flint und Blues Band gründete, und

Bassist der 15-jährige Andy Fraser, der mit Korners

Tochter Sappho befreundet war. Paul Kossoff,

Simon Kirke und Paul Rodgers suchten für ihre

Band, die sie Heavy Metal Kids nennen wollten,

einen Bassisten, und Korner empfahl ihnen Fraser.

Auf Korners Vorschlag hieß diese Formation dann

Free. Diese Band nahm er nicht nur mit auf eine

Solo-Tournee, auf der er sie allabendlich ein Set

spielen ließ, sondern vermittelte sie auch an Island

Records, die Free für sehr wenig Geld unter Vertrag

nahm und ein hervorragendes Geschäft gemacht

hatte, weil die Band sich als Verkaufsrenner herausstellte.

Während seiner Konzerte in Birmingham

lernte Korner 1968 den jungen Sänger Robert

Plant kennen, den er unter seine Fittiche nahm.

Plant war voll des Lobes, weil Korner ihn in seine

Kreise einführte. Er habe ihm geholfen, Selbst -

vertrauen aufzubauen und die Stimme zu schulen.

Korner machte Plant außerdem mit Jimmy

Page und dem Manager Peter Grant bekannt, die

für die New Yardbirds einen Sänger suchten und

Plant diesen Job gaben. Deswegen gelang es

Korner nicht mehr, mit Plant ein komplettes neues

Album aufzunehmen. Es blieb bei den beiden

Songs „Operator“ und „Steal Away“, die auf

„Everyday I Have The Blues“ zu hören sind. Der

Rest ist Rockgeschichte, denn mit Led Zeppelin

wurde Plant zu einem der wichtigsten Rock -

sänger überhaupt – und dort wurde „Steal Away“

in „How Many More Times“ eingearbeitet. 1968

legte Korner sein hörenswerte Album „A New

Generation Of Blues“ mit anderen Musikern vor.

In dem Jahr war er auch gemeinsam mit der niederländischen

Bluesband Cuby and the Blizzards

live unterwegs und ist auf deren Album „Live von

1969“ vertreten. Als in der BBC-Radiosendung

Rhythm & Blues World Service Bands wie Cream

und die Jimi Hendrix Experience live spielten,

begleitete Korner Hendrix bei dem Blues-Klassiker

„Hoochie Coochie Man“, der 1988 auf dem

Hendrix-Album „Radio One“ veröffentlicht wurde.

Ein neuer Abschnitt begann mit der Band New

Church and Friends, deren Kern Korner, der dänische

Gitarrist Peter Thorup und der Bassist Colin

Hodgkinson waren und die als Vorgruppe des

legendären Hyde-Park-Konzerts der Rolling Stones

vom 5. Juli 1969 für den verstorbenen Brian Jones

spielte. Die neue Band brachte zwar die LP „Both

Sides“ heraus, war aber wegen Erfolg losig keit

schon am Ende. Danach gehörten Korner und

Thorup der Big Band CCS (Collective Conscious -

www.musiker-online.tv


STORIES 47

»Der Kettenraucher Korner hatte viele Jahre lang

auch verschiedene Drogen konsumiert und

litt an Lungenkrebs. Ab 1982 verlor er an Gewicht

und starb am 1. Januar 1984.

Seine letzten Musikaufnahmen stammen von 1983.

Rund ein halbes Jahr nach Korners Tod veranstaltete

Jimmy Page im Nottinghamer Palais

das Konzert „Tribute to Alexis Korner“ unter anderem

mit Bruce, Stewart, Watts und Paul Jones.«

ness Society) an, die es immerhin auf vier Hits

brachte: die Instrumentalversion des Led-Zeppelin-

Hits „Whole Lotta Love“ sowie „Walking“, „Tap

Turns On The Water“ und „Brother“ mit Korners

markantem Gesang. Nach drei CCS-Alben produzierten

Korner und Thorup 1972 mit Steve

Marriott und Zoot Money als Gastmusikern das

Snape-Studioalbum „Accidentally Born In New

Orleans“ und ohne diese das Doppelalbum „Live

In Germany“. Bei anderen Musikern war Korner

weiterhin ein gern gesehener Gast. Klaus

Doldinger lud ihn im Oktober 1973 nach Köln zu

seinem Jubiläumskonzert ein und Eric Burdon im

Frühjahr 1977 zu den Sessions für die LP „Sur-

vivor“. Für sein eigenes Album „Get Off Of My

Cloud“ von 1975 konnte Korner wiederum namhafte

Musiker wie Peter Frampton, Colin Hodg -

kinson, Nicky Hopkins, Steve Marriott und Keith

Richards Korners gewinnen. Doch das empfehlenswerte

Album ging damals sang- und klanglos

unter, und auch den folgenden Korner-LPs „Just

Easy“ und „Me“ (hier sang und spielte Korner

solo) von 1977 bzw. 1979 war kein größerer Erfolg

beschieden.

Nachdem Korner und Hodgkinson im Rock -

palast des WDR aufgetreten waren, zeichnete

der WDR für diese legendäre Rockmusik-Reihe

aus Anlass von Korners 50. Geburtstag am 19.

April 1978 im Gatsby Room der Londoner Pine -

wood Studios ein Konzert mit namhaften Gästen

auf, das 1979 als „The Party Album“ herauskam

und eines der interessantesten Korner-Alben ist.

Wer konnte schon solch hervorragende Gäste

wie Eric Clapton, den Sänger Chris Farlowe, Dick

Heckstall-Smith, Paul Jones und Zoot Money

zusammenbringen? Große Impulse für Korners

weitere Alben erwuchsen aber auch daraus nicht.

Es wurden Live-Konzerte mit Korner aufgezeichnet.

Zwei erschienen 1981: „Rocket 88“ (mit

Jack Bruce, dem Rolling-Stones-Keyboarder Ian

Stewart und Charlie Watts) und „Live Frankfurt

City Blues Band“. Andere kamen erst posthum

heraus, wie „Testament, Live In Paris“ (beide aufgenommen

an verschiedenen Tagen in Frank reich

1980 und 1985 bzw. 1988 veröffentlicht) und

„Alexis Korner, Tony Sheridan & Steve Baker At

Rias“ (aufgenommen im Juni 1981, veröffentlicht

2018).

Es sind gelungene Aufnahmen. Insbesondere

das Rias-Konzert sprüht vor Korners und

Sheridans Spielfreude, die ihnen trotz des ausgebliebenen

durchschlagenden Erfolges erhalten

geblieben war.

Mittlerweile war allerdings Korners Stimme

brüchig geworden. In Frankreich übernahm daher

Hodgkinson meistens den Gesang, mit dem Korner

sich zu einem Duo zusammengetan hatte. Der

Kettenraucher Korner hatte viele Jahre lang auch

verschiedene Drogen konsumiert und litt an

Lungen krebs. Ab 1982 verlor er an Gewicht und

starb am 1. Januar 1984. Seine letzten Musik -

aufnahmen stammen von 1983. Rund ein halbes

Jahr nach Korners Tod veranstaltete Jimmy Page

im Nottinghamer Palais das Konzert „Tribute to

Alexis Korner“ unter anderem mit Bruce, Stewart,

Watts und Paul Jones. 1995 kamen zahlreiche

namhafte Musiker in der Buxtoner Oper zu einem

Alexis-Korner-Memorial-Konzert zusammen, unter

ihnen Bruce, Farlowe und Money. Diese Kon zerte

sind auf insgesamt fünf CDs erhältlich. Posthum

erschienen außerdem zahlreiche Sampler über

Korners Karriere, und auch bislang unveröffentlichte

Auf nahmen wurden verfügbar.

8


48 STORIES

Bonds Diskografie ist entschieden bescheidener.

Zu seinen Lebzeiten sind sogar nur drei eigene

bemerkenswerte Studio-Alben und eine Live-

LP herausgekommen. Andere Veröffent lichungen

bis zu seinem Tod bilden eher einen Flicken -

teppich. Und dennoch reicht Bonds Bedeutung

für den British Blues und die Rockmusik weit über

all das hinaus. Der Rockpoet Pete Brown, der

prägende Texte zu Songs der Supergruppe Cream

verfasste, war mit Bond befreundet und ist sein

musikalischer Nachlassverwalter. Er ist der Mei -

nung, dass Bonds Band, die Graham Bond

Orga ni sation, eine der drei wichtigsten britischen

Bands überhaupt gewesen sei und für Musiker

die Bedeutung besessen habe, wie die Beatles

sie für ihre Fans hatten.

Bond wurde Ende Oktober 1937 geboren, zur

Adoption freigegeben und Anfang März 1938 von

einem Ehepaar adoptiert, das ihm seinen Namen

gab. Wer seine leiblichen Eltern waren, erfuhr er

nie, und darunter litt er. Erst im Jahr nach seinem

Tod gestand das britische Recht adoptierten

Kindern zu erfahren, wer ihre leiblichen Eltern

waren. Auf der Suche nach seiner Identität hielt

Bond sich einige Zeit für den nichtehelichen Sohn

des Okkultisten Aleister Crowley. Er geriet unter

den Einfluss von Drogen, die sein Leben endgültig

scheitern ließen. Anfang Mai 1974 wurde er

von einer Londoner U-Bahn überfahren und starb

auf der Stelle. Möglicherweise hatte er Selbst mord

begangen.

Als Bond sich im November 1962 Korners Blues

Incorporated anschloss, tat er dies, um sich

Rhythm & Blues zu widmen. Er hatte bereits eine

Karriere als Jazzmusiker hinter sich. 1954 hatte

er als Alto-Saxofonist mit dem Drummer Terry

Lovelock das Terry Graham Trio gegründet, das

bis 1958 zu einem Quintett angewachsen und

bis etwa Anfang der 1960er-Jahre zusammengeblieben

war. In diese Zeit fielen erste gemeinsame

Auftritte mit Heckstall-Smith. 1961 hatte Bond auch

bei den Live New Departures ge spielt, deren

Drummer Baker war, und wechselte zum New Don

Rendell Quintet, der führenden britischen Hard-

Bop-Jazzband. Von Herbst 1962 bis Mitte 1963

war er dann teilweise parallel zur Blues Incor po -

rated Mitglied des Johnny Burch Octet. In

Korners Band entwickelte Bond mit Saxofon und

Orgel seinen kraftvoll-aggressiven Stil und sang

dazu. Aber schon nach wenigen Monaten verließ

er im Februar 1963 mit Baker und Bruce die Blues

Incorporated. Gemeinsam traten die drei als

Graham Bond Trio auf, in dem Bond der Lead -

sänger war. Sie verstärkten sich mit dem Gitar -

risten John McLaughlin zum Quartett. Als

McLaughlin im September 1963 durch Heckstall-

Smith ersetzt wurde, nannte sich diese Band

Graham Bond Organisation, die bis November

1965 existierte. Gelegentlich war auch Bruce der

Leadsänger und spielte hin und wieder Blues-

Mundharmonika. Mitte Oktober 1964 wurde in

Giorgio Gomelskys Londoner Club Klooks Kleek

ein Konzert der Graham Bond Organization mitgeschnitten,

das Anfang der 1970er-Jahre in

sehr mäßiger Tonqualität als LP „Live At Klooks

Kleek“ verkauft wurde. Heute ist der Mitschnitt als

CD zu haben, die tontechnisch überarbeitet wurde

und akustisch erträglich ist. Bruce brillierte mit

den Songs „The First Time I Met The Blues“ und

„Train Time“, während Baker während des Blues-

Klassikers „Early In The Morning“ Gelegenheit für

ein längeres Drum-Solo erhielt. Insgesamt vermittelt

das Konzert einen guten Einblick in die

mu si kalische Kapazität der Graham Bond Orga -

nization.

1965 wurde die LP „The Sound of 65“ der

Graham Bond Organization veröffentlicht. Da es

sich im Wesentlichen um das in vielen Live-Auf -

tritten erprobte Repertoire der Graham Bond Orga -

nization handelte, hatte sie in nur drei Stunden eingespielt

werden können. „The Sound Of 65“ ist

eines der wegweisenden Studioalben der Rock -

musik mit einer elektrisierenden Bestands auf -

nah me des britischen Bluesrocks samt seinen

Jazzeinflüssen, den diese Band einzigartig repräsentierte.

Es sind bereits alle Ansätze vorhanden,

die die herausragenden Bands Cream und

Colosseum berühmt machen sollten. Deren

Schatten werfen die Interpretationen von „Hoochie

Coochie Man“, „Early In The Morning“, „Train

Time“, „Wade In The Water“ und Bonds Stücke

„Little Girl“ und „I Want You“ voraus. Ein unnötiger

Ausrutscher ins Schnulzenhafte ist freilich

„Tammy“, eine Version des Titelsongs der gleichnamigen

beliebten US-TV-Serie. Noch im selben

Jahr legte die Graham Bond Organization die LP

„There’s A BOND Between Us“ nach. Noch eindeutiger

auf Rhythm & Blues ausgerichtet, punktet

die gute LP mit Bonds „Walking in the Park“.

Dieses Stück gehörte 1969 zur ersten

Colosseum-LP „Those Who Are About To Die

Salute You – Morituri Te Salutant“ und ist bereits

ähnlich spannend. Dennoch hat „There’s A

BOND Between Us“ nicht die Wucht von „The

Sound Of 65“. Immerhin bescherten die beiden LPs

der Band noch im selben Jahr die Mit wirkung in

dem hanebüchenen britischen Film „Gonks Go

Beat“, der „Plan 9 From Outer Space Of Film Musi -

cals“ genannt wurde und als einer der schlechtes -

ten Filme überhaupt gilt. Der Erfolg beider LPs

blieb jedenfalls aus, und die Band litt vor allem

durch Drogen und den ständigen Streit zwischen

Baker und Bruce unter Instabilität. Beide warfen

einander vor, zu laut zu spielen. Ihre Hassliebe

endete erst mit Bruces Tod im Jahr 2014.

Bonds Heroinkonsum war vorübergehend zum

Stillstand gekommen. Auch zu besseren Zeiten war

Bond allerdings chaotisch gewesen. Mit seinen

finanziellen Mitteln und denen seiner Band war er

bedenkenlos umgegangen. Heckstall-Smith zufolge

überraschte Bond seine Bandkollegen mit einer

neuen, sündhaft teuren Hammondorgel für damals

enorme 1000 britische Pfund, die die Graham

Bond Organization sich nie hätte leisten können.

Deswegen schwindelte er vor, das Instrument sei

ihm zu Werbezwecken kostenlos überlassen

worden. Als die Band bald nach dem zweiten

Album zerfiel, verschlechterte sich seine psychische

Lage. Nachdem Baker und Bruce ausgeschieden

waren, um mit Eric Clapton Cream zu

gründen, fehlte ein Bassist, sodass Bond über

seine Keyboards einen Pedal-Bass spielte. Das

Trio mit Bond, Heckstall-Smith und dem künftigen

Colosseum-Drummer Jon Hiseman nahm

1966 und 1967 so wenige Songs auf, dass sie

kein komplettes Album füllten. Der Grund war,

dass Heckstall-Smith und Hisemann sich John

Mayalls Bluesbreakers anschlossen. Erst 1970

wurden die Aufnahmen des Trios auf der LP

„Solid Bond“ veröffentlicht. Überwiegend besteht

dieses Album aus Live-Aufnahmen des Graham

Bond Quartet mit Baker, Bruce und McLaughlin

von 1963, zum Teil mit Jazz-Improvisationen in

den letzten beiden Stücken „The Grass Is Greener“

und „Doxy“. Das Gesamtergebnis repräsentiert

Trio und Quartett sehr gut. Mit seinem satten

Rhythm & Blues und Jazzrock wäre „Solid Bond“

1967 als rascher Nachfolger der beiden LPs von

1965 bestens geeignet gewesen. So aber stand

Bond im Verlauf des Jahres 1967 musikalisch allein

da und schlug sich mit gelegentlichen En ga ge -

ments durch. Er griff erneut zum Heroin und verfiel

ihm endgültig.

Da schien es ein fantastischer Vorschlag des

britischen Designer-Teams mit dem bezeichnenden

Namen „The Fool“ zu sein, Bond solle ein

neues Album in den USA aufnehmen. Ohne Arbeits -

erlaubnis entstand dort unter chaotischen Be -

dingungen die 1968 veröffentlichte LP „Love Is

The Law“, bei der Bond nur durch Begleitgesang

und Schlagzeug unterstützt wurde. Auf dem Cover

schrieb man seinen Vornamen falsch mit Grahame.

Das musikalische Ergebnis war zwar nicht übel,

fällt aber verglichen mit den beiden Alben der

Graham Bond Organization von 1965 merklich

ab. Bond wirkte wie ein Alleinunterhalter auf, der

sein Handwerk versteht. Als „Love Is The Law“

viele Jahre später mit Bonustracks aus der Zeit

der Graham Bond Organization veröffentlicht

wurde, verstärkte dies den Kontrast. Das mit

einer größeren Anzahl von Studiomusikern aufgenommene

folgende US-Album „Mighty Grahame

Bond“ fiel ähnlich wie „Love Is The Law“ aus,

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STORIES 49

wenn nicht sogar noch beliebiger. Im CD-Zeitalter

musste „Mighty Grahame Bond“ mit weniger

interessanten Bonus-Tracks auskommen.

Nach dem US-Intermezzo konnte Bond immer -

hin wieder in seinem Element sein. Baker hatte

nach der Auflösung von Cream die von afrikanischen

Einflüssen geprägte Band Air Foce gegründet,

in der Bond von 1969 bis 1971 Rhythm &

Blues singen und spielen konnte. Zu hören ist er

auf Bakers beiden Air-Force-Alben und dem Band-

Album „Do What You Like“, das erst 2015 auf den

Markt kam. Ginger Bakers Air Force spielten 1970

unter anderem im legendären Bremer Beat-Club.

Bond wirkte dabei bereits körperlich heruntergekommen.

1970 gelang Bond jedoch die Pro duk -

tion eines weiteren Solo-Albums, das musikalischen

Stillstand ohne jeden innovativen Fort schritt

bedeutete. Die esoterisch angelegte LP „Holy

Magick“ folgte in einer musikalisch ermüdenden

Improvisation über Rituale auf der A-Seite dem

Gedankengut des Okkultisten Aleister Crowley

und fiel auf der B-Seite durch Bonds instrumen-

Graham Bond

Organisation

»„The Sound Of 65“ ist

eines der wegweisenden

Studioalben der

Rock musik mit einer

elektrisierenden

Bestandsaufnahme des

britischen Bluesrocks

samt seinen

Jazzeinflüssen,

den diese Band einzigartig

repräsentierte.

Es sind bereits alle

Ansätze vorhanden, die

die herausragenden

Bands Cream und

Colosseum

berühmt machen

sollten.«

tales Können immerhin erträglicher aus. Das Nach -

folgealbum „We Put Our Magick On You“ von 1971

befasste sich mit weitaus besserer Musik mit fernöstlicher

Religion. Die zeitgenössische Kritik hielt

„Holy Magick“ für langweilig und war überzeugt,

dass Bond ein solches Machwerk niemals herausgebracht

hätte, wenn ihm die ihm gebührende

Anerkennung für die Musik der Graham Bond

Organization in den 1960er-Jahren nicht vorenthalten

geblieben wäre. Über die frühe Phase der

Band von Februar 1963 bis Herbst 1964 legte

Pete Brown 2012 mit dem empfehlenswerten 4-

CD-Set „Wade In The Water. Classics, Origins &

Oddities“ einen ebenso vorzüglichen wie würdigen

Überblick vor. Auf vier weiteren CDs wurden 2015

Bonds Live-Aufnahmen für das BBC-Radio aus

der Zeit von 1962 bis 1972 auf vier weiteren CDs

zusammengefasst. Sie alle belegen plastisch

Bonds musikalischen Stellenwert und den seiner

Band. Wie wären Bonds Leben und Karriere wohl

verlaufen, wenn er damals schon in diesem Um -

fang auf Tonträgern präsent gewesen wäre und

ihm die gebührende Wertschätzung zuteilgeworden

wäre?

1971 und 1972 arbeitete Bond noch einmal mit

Bruce und Heckstall-Smith zusammen. Im Herbst

1971 gab die Band Jack Bruce and Friends mit

ihm ein ausgezeichnetes Konzert, das 1990 auf

dem Bootleg „In Concert“ erhältlich war. Manchmal

wird dieser Mitschnitt als Konzert von 1977 an -

geboten, obwohl Bond da schon verstorben war.

Auf Heckstall-Smiths gelungener LP „A Story

Ended“ ist er in drei Stücken vertreten und 2004

bei der Wiederveröffentlichung als CD von 2004

in Bonustracks mit Live-Aufnahmen. Trotz seines

sich weiter verschlechternden physischen und

psychischen Zustands konnte Bond 1972 mithilfe

seines Freundes Pete Brown und guten Begleit -

musikern das akzeptable Album „Two Heads Are

Better Than One“ aufnehmen. Mit der Okkult-Band

Magus brachte Bond keine LP mehr zustande.

Zum Jahresende 1973 trat er ein letztes Mal

öffentlich als Musiker auf. Mittlerweile war sein

Zustand desolat geworden, und er befasste sich

mit okkulten Symbolen und Deutungen. Sein

Drogen konsum brachte ihn mit der Justiz in

Konflikt. Im Februar 1974 wurde er als psychisch

krank mit Verdacht auf Schizophrenie eingestuft

und in eine Londoner Klinik für Psychiatrie eingewiesen,

aus der er im März entlassen wurde. In dieser

Phase seines Lebens wünschte er sich, noch

einmal „guten alten R&B“ zu spielen. Dem Schall -

platten-Label Charisma bot er sich vergeblich als

Ersatz für die Keyboarder der dort unter Vertrag

stehenden Bands Refugee und Yes an. Hätte Bond

mit einem musikalischen Neu start an seine musikalische

Kreativität vergangener Tage anknüpfen

können, aus der viele Musiker schöpften? Man

weiß es nicht. Mit Bonds Sturz vor die U-Bahn

schloss sich auf tragische Weise auch dieses

Kapitel, bevor es geschrieben wurde. Rück blickend

sagte Heckstall-Smith über Bond: „Er war kraftvoll

und unwiderstehlich. Der Welt hatte er so vieles

zu bieten. Auf sich selbst konnte er aber nicht

achtgeben und machte es anderen unmöglich,

es für ihn zu tun.“

NÄCHSTE FOLGE:

ERIC BURDON UND DIE ANIMALS

TEXT: DR. NORBERT APING

BACKGROUND: © RADOMAN DURKOVIC/

ADOBE STOCK

DR. NORBERT APING

Geboren 1952,

Buchautor und Direktor

des Amtsgerichts a. D.

in Buxtehude


50 STORIES

SEYRAN

„My Name Is Loneliness“ | „Spirit of Caucasus“

VÖ: 31. AUGUST 2020 | VÖ: 14. FEBRUAR 2020

SPIRIT-OF-CAUCASUS.COM

SEYRAN

Er ist nicht nur ein

außergewöhnlicher Sänger –

er spielt außerdem Klavier

und Violine. Man kann ihn wohl

mit Fug und Recht ein

musikalisches Gesamtpaket

nennen.

MM: Für Leser*innen, die dich noch nicht kennen:

Wer bist du und was machst du für Musik?

SEYRAN: Seyran Ismayilkhanov ist ein Sänger, Song -

writer, Produzent aus Aserbaidschan/Baku, der seit 13

Jahren in Köln lebt.

Ich habe viele kulturelle Einflüsse in mir, weil ich meine

Kindheit in Baku verbracht habe, danach fünf Jahre in

Moskau und drei Jahre in der Türkei gelebt habe, und seit

dem Jahr 2005 ist Köln mein neues Zuhause geworden.

Meine Wurzeln kommen aus einem ethnischen Land,

wahr scheinlich deshalb ist meine Musik eine Mischung

aus modernem Ethno-Pop mit verschiedenen Einflüssen

aus den Kulturen, wo ich gelebt habe.

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STORIES 51

MM: Deine Liebe zur Musik hast du schon früh entdeckt, doch wie

hat es damit angefangen?

SEYRAN: In erster Linie möchte ich mich bei allen Juroren bedanken für

den Preis „Bester Popsänger“.

SEYRAN: Ja, auf jeden Fall, schon als Kind, als ich noch fünf oder sechs

war, hatte ich angefangen, am Klavier zu musizieren, eigene Stücke zu

komponieren und zu improvisieren. Ich komme aus einer musikalischen

Familie, meine Mutter ist Klavier lehrerin und mein Onkel ist ein bekannter

Kom po nist und Songwriter in Aserbaidschan. Deshalb bin ich mit der

Musik in eine ewige Beziehung verstrickt. :-)

MM: Dein Ziel ist es, mit deiner Musik etwas Gutes auf dieser Erde

zu hinterlassen. Was genau stellst du dir darunter vor?

„My Name Is Loneliness“ ist ein persönlicher Song. Bevor wir jemanden

lieben können, sollten wir erst uns selbst akzeptieren können und

annehmen und lieben!

Sich nicht mehr verstecken, nicht mehr für sich schämen. Wenn wir

lernen könnten, die Menschen nicht nur als Geschlecht zu betrachten

und wahrzunehmen, sondern als Seele, so wie auch Gott ist (keiner weiß,

ob er eine männliche oder weibliche Form hat), dann wäre es unsere

Welt noch schöner und bunter! Ohne Hass, Neid.

SEYRAN: Kunst und Musik sollten die Menschen bewegen, inspirieren

und Mut geben, ihre eigenen Träume zu verwirklichen und auszuleben!

Meine Musik ist ausdrucksstark und nicht schnelllebig, das ist mein Ziel.

Ich weiß, dass ich gerade in Deutschland als ausländischer Künstler

eine besondere Mission trage, wo ich durch meine Taten und Ereignisse

viele Menschen begeistern und inspirieren kann. Musik hat eine un -

heim liche Kraft und Wirkung auf die Welt – gerade deshalb schreibe ich

Songs, die Menschen Mut und Hoffnung geben können!

MM: Du schreibst und produzierst deine Songs und Videos selbst.

Wie gehst du da vor? Was sind deine ersten Schritte in diesem kreativen

Prozess?

SEYRAN: Es ist immer wieder unterschiedlich. Meistens ist es so: Wenn

ich einen Song produziere, lande ich schon in einer ausgedachten Welt, in

der ich schon Bilder sehen kann, was man im Nachhinein in den Musik -

videos sehen wird.

MM: Was entsteht bei deinen Songs als Erstes, der Text oder die

Melodie?

SEYRAN: Mal Melodie, mal Text, oder sofort beides.

MM: 2020 wurdest du beim Deutschen Rock & Pop Preis unter

anderem als „Bester Popsänger“ ausgezeichnet. Du hast dich mit

dem Song „My Name Is Loneliness“ beworben. Was bedeutet dir

der Song?

MM: Du hast auch bereits an einigen Castingshows teilgenommen,

unter anderem bei „The Voice of Germany“, aber auch außerhalb

von Deutschland. Welche Erfahrungen hast du aus diesen Shows

mitgenommen?

SEYRAN: Das du du selbst sein und dich nicht verbiegen solltest! Das

Leben ist zu kurz, die Rollen zu spielen, die andere von dir verlangen!

Man sollte seine Rolle, seine Mission ausleben. Das habe ich getan!

Ich war in vielen Castingshows oder Wettbewerben, ich nehme alles als

eine Erfahrung mit, die mich immer wieder zu mir selbst bringt.

MM: Dir ist es wichtig, ein Vorbild für Menschen mit Migrations hin ter -

grund zu sein. Was würdest du jungen Menschen mit Migrations -

hintergrund auf den Weg geben, die vielleicht auch Musiker*innen

werden wollen?

SEYRAN: Sei du selbst und lebe deine Träume aus! Alles fängt in uns

an! Wenn jeder so sein darf, wie er ist, und dabei glücklich ist, dann verbreitet

er das auch nach außen. Dadurch vermehrt sich das Glück immer

mehr!

MM: Was sind deine Pläne für die Zukunft?

SEYRAN: Wir promoten weiter in vielen Städten unsere grandiose Show

„Sprit Of Caucasus“ und bauen gerade eine weitere Ethno-Show auf.

WEB: SPIRIT-OF-CAUCASUS.COM

INTERVIEW: LEONIE FÖRSTER | FOTOQUELLE: SEYRAN

2/2022 musiker MAGAZIN


52 STORIES

MM: Wie sind BIRDS ON PLANES entstanden?

BIRDS ON PLANES: Wir waren alle schon miteinander

befreundet, bevor wir die Band gestartet

haben, und hatten alle schon vorher in unterschiedlichen

Bands gespielt.

Als unser Bassist Robert eine Anfrage für einen

Auftritt bekam, haben wir uns für den Gig zusam -

mengetan.

Ab 2012 haben wir dann zunächst als Akustik -

coverband losgelegt. Schnell wurde aber klar, dass

wir lauter spielen und eigene Songs schreiben

wollten. Anfangs noch unter dem Namen THE

OPENING HOUR unterwegs, benannten wir uns

2017 in BIRDS ON PLANES um. Seitdem ist eine

Menge passiert. Wir haben einen regionalen New -

comerwettbewerb gewonnen, wurden beim Rock

& Pop Preis 2020 von der Deutschen Popstiftung

mehrfach ausgezeichnet und haben einen Platten -

vertrag für die ersten vier (bzw. fünf) Titel bei MSP

Records in den Mainstreet Studios in Marl unterschrieben.

Außerdem ist es immer unser Ziel, neue und

noch bessere Songs zu schreiben, daran arbeiten

wir jeden Tag hart.

BIRDS ON

MM: 2020 wurdet ihr beim Deutschen Rock

& Pop Preis als beste Alternative Band ausgezeichnet

und euer Song „Tamed“ wurde

zum besten Rocksong gekürt. Wie ist der

Song entstanden?

BIRDS ON PLANES: Angefangen hat alles mit

einem Riff von unserem Gitarristen Chris. Als er

das Riff im Proberaum spielte, stiegen alle mit ein

und es wurde ziemlich schnell ein ganzer Song

daraus. Manchmal ist Songwriting harte Arbeit,

aber manchmal passt einfach sofort alles zusammen.

So war es bei „Tamed“.

Im Text geht es darum, wie ein lebendiges

Individuum in eine blinde Gesellschaft gedrückt

wird, sich aber nicht anpassen und das Spiel nicht

mitspielen will.

MM: Wie geht ihr beim Songwriting vor?

Woher bekommt ihr eure Inspiration?

BIRDS ON PLANES: Meistens bringt einer von

uns eine Idee mit, und wir versuchen bei der Probe,

zusammen einen Song daraus zu machen.

Manchmal ist es nur ein kurzes Riff, ein anderes

Mal ist es schon ein halb fertiger Song.

Entscheidend ist aber immer, ob der Funke auf

alle überspringt und wir zusammen etwas daraus

machen können. Wie schon erwähnt, geht

das manchmal ganz schnell. Es kann aber auch

ein langer und intensiver Prozess sein, der viel

Geduld fordert.

MM: Mit Corona haben Musiker zurzeit viel

zu kämpfen. Wie hat Corona eure Arbeit be -

einflusst?

BIRDS ON PLANES: Wir hatten 2019 ein super

Jahr, haben tolle Konzerte gespielt und Preise

gewonnen. Durch Corona wurden wir natürlich

sehr ausgebremst.

Lange gab es keine Möglich keiten aufzutreten und

im Winter 2020/2021 haben wir etwa ein halbes

Jahr lang nicht mal proben können.

Die Zeit, die wir im Proberaum verbringen

konnten, haben wir aber umso intensiver genutzt,

um an neuem Material zu arbeiten. Da es keine

Gigs gab, auf die wir uns vorbereiten mussten,

sind in der Coronazeit viele neue Songs entstanden.

Es hatte also auch sein Gutes.

MM: Sagen wir, ein BIRDS-ON-PLANES-Kon -

zert steht an. Wie bereitet ihr euch vor und

woraus besteht euer Equipment?

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STORIES 53

PLANES

Equipment in das Auto von unserem Bassisten Robert, quetschen uns mit

rein und fahren los.

Wir haben die typische Rockbandbesetzung: zwei Gitarren, Bass,

Schlag zeug. Kein Netz und kein doppelter Boden. Sänger und Gitarrist

Hauke geht direkt in ein Topteil von Hughes & Kettner und nutzt die verschiedenen

Kanäle des Amps für Dynamik im Sound. Gitarrist Chris ist eher

der Tüftler, hat ein Pedalboard mit so manchem Schatz darauf und ein

Multi effektgerät. Er gibt unserem trockenen und direkten Sound mehr Tiefe

und Atmosphäre.

MM: Wie entsteht euer Sound?

BIRDS ON PLANES: Wie bereits erwähnt, gibt es eine grobe Rollenaufteilung

bei unseren Gitarristen. Der Bass ist meist sehr druckvoll und die Drums

untermalen die Riffs oder bilden mit dem Bass eine Einheit, die dem Song

dann den entscheidenden Groove gibt. Einfach gesagt entsteht unser Sound,

indem wir rumprobieren und einfach machen, was sich richtig und gut

anfühlt. Bei uns passiert so was nicht mit einem Plan, sondern ganz intuitiv.

MM: Ihr habt euren ersten professionellen Vertrag bei einem Label

erreicht. Bei welchem Label seid ihr gelandet und wie habt ihr diesen

Schritt erreicht?

BIRDS ON PLANES: Das fing damit an, dass wir an einem lokalen Musik -

wettbewerb teilgenommen haben. Im Anschluss an unseren Auftritt hat uns

Fred Ewelt von den Mainstreet Studios in Marl gefragt, ob wir mit ihm einen

unserer Songs aufnehmen wollen.

Über diese Aufnahme in den Mainstreet Studios sind wir dann mit Nick

Morrison, Manager von MSP Records, in Kontakt gekommen und haben

dort einen Vertrag unterschrieben. In Zusammenarbeit mit MSP veröffentlichten

wir unsere erste EP.

MM: Wo seht ihr euch in der Musikszene?

BIRDS ON PLANES

„Patina“

VÖ: 12. NOVEMBER 2021

WWW.FACEBOOK.COM/BIRDSONPLANES

BIRDS ON PLANES: Unsere Musik ist eine Mischung verschiedener Ein -

flüsse aus Punk, Metal, Grunge und Pop. Melodisch, aber dreckig und laut.

Damit ist es natürlich eher Spartenmusik.

Auf einem „Stadtfest für die ganze Familie“ oder ähnlichen Veran stal tungen

fallen wir daher oft ein bisschen aus dem Rahmen. Wir spielen eher in Clubs

und Kneipen und wollen, dass das Publikum sich bewegt und rumspringt

und Spaß hat. Wir machen aber immer wieder die Erfahrung, dass diese

„Sparte“ größer ist, als man oft denkt, dass es viele Leute gibt, die Bock

haben auf laute, authentische Rockmusik. Und genau da sehen wir uns!

Was sind eure Träume und Ziele für die Zukunft?

Mit ihrer Mischung aus Grunge,

Rock und Punk liefern sie eine

energiegeladene Liveshow,

bei der die Ohren Augen machen.

BIRDS ON PLANES: Zunächst stellen wir eine Setlist zusammen und dann

wird geprobt. Manchmal kommen uns dabei auch schon Ideen für An -

sagen oder Übergänge, die wir live einbauen. Dann laden wir unser

BIRDS ON PLANES: Wir haben viel vor für die Zukunft. Da Livekonzerte in den

letzten zwei Jahren Mangelware waren, brennt es uns natürlich mächtig in den

Fingern! Wir wollen endlich wieder raus aus unserem Probe raum, wollen möglichst

viele Gigs spielen und freuen uns natürlich besonders darauf, unsere

neuen Songs endlich mit der Welt zu teilen. Außerdem haben wir so viel

Material in der Hinterhand, dass wir jetzt schon darüber nachdenken, wann wir

endlich wieder ins Studio können und neue Ideen aufnehmen.

Unser Traum ist es natürlich, immer weiter zu wachsen, größere Gigs zu

spielen, auf Festivals aufzutreten und möglichst viele Leute mit unserer

Musik zu begeistern!

WEB: WWW.FACEBOOK.COM/BIRDSONPLANES

INTERVIEW: LEONIE FÖRSTER | FOTOQUELLE: BIRDS ON PLANES

2/2022 musiker MAGAZIN


54 STORIES

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MM: Wann hat es bei dir mit der Musik an -

gefangen?

MELISSA KROSS: Schon sehr früh durch meinen

Vater, der selbst Musiker (Gitarre, Gesang) ist.

Dadurch stand ich schon mit drei Jahren zusammen

mit ihm auf der Bühne. Zuerst habe ich

Flamenco getanzt, da wir oft in einem spanischen

Lokal bei Freunden waren. Die Bühne hat mich

einfach angezogen. Später habe ich mit meinem

Vater Beatles-Lieder gesungen.

MM: Wenn man sich deinen Lebenslauf an -

schaut, sieht man, dass dich viele Inter pre ten

aus verschiedenen Genres inspirieren. Von

den Beatles und ABBA bis hin zu Judy

Garland und Dean Martin. Inwiefern beeinflussen

diese Musiker deine Musik und in

welchem Genre fühlst du dich letztendlich

am wohlsten?

MELISSA KROSS: Das stimmt, ich bin sehr fasziniert

von den Vintage-Jahren, von Disco bis Jazz

und auch französischem Chanson.

Es ist schwer zu sagen, bei welchem Genre ich

mich am wohlsten fühle. Ich würde sagen, das

kommt auf die Situation an. Allerdings bin ich ein

„Showgirl“ und fühle mich am besten, wenn ich in

die Lieder meine ganze Seele hineingeben kann.

Gerne singe ich theatralische Chan sons wie „Non,

je ne re grette rien“ von Edith Piaf und auch Jazz -

lieder wie „Cry Me A River“, aber auch wiederum

stimmungsmachende Swing- oder Pop lieder.

Als ich das Lied geschrieben habe, dachte ich

daran, dass echte Liebe auf keinen Fall verurteilt

werden sollte. Da ich durch meine Liebe zu diesen

Vintage-„Old Hollywood“-Jahren schon immer

etwas anders war als viele in meiner Generation,

fühlte ich mich oft nicht verstanden. Darum dachte

ich, dass es sicherlich auch vielen Liebespaaren

so geht.

MM: „Different“ ist eine Ballade, deine anderen

Songs haben eher einen Dance-Sound.

Welche Musikrichtung würdest du gerne

noch ausprobieren?

MELISSA KROSS: Ich denke, dass ich noch sehr

viele Richtungen ausprobieren werde, darum habe

ich jetzt bei meinen eigenen Liedern einmal etwas

anderes als Dance-Musik ausprobiert, was mir sehr

viel Spaß macht. Vielleicht möchte ich für mich

noch einen eigenen Stil finden. Etwas zwischen

Vintage und Modern.

MM: Dein nächstes Ziel ist dein erstes eigenes

Album. Hast du schon eine Ahnung, wie

es aussehen und in welche Richtung es

gehen soll?

MELISSA KROSS: Meine ersten selbst komponierten

Songs sind viel im Pop-Dance-Stil, da ich

einfach in dieser Zeit Lust hatte, die Leute zum

Tanzen zu bringen. Es gibt aber auch ein paar

Balladen wie „Different“ und andere, an denen

ich noch arbeite.

STORIES 55

Ich bin

ein „Showgirl“ und

fühle mich

am besten, wenn

ich in die Lieder

meine ganze

Seele hineingeben

kann.

MM: Nach der Schule hast du an der Stage

& Musical School Frankfurt eine Aus bil dung

gemacht. Als was wurdest du ausgebildet

und woher kam der Entschluss, Mu si kerin

als Beruf anzustreben?

MM: Wir haben schon über deine Fas zi na tion

zu Dean Martin gesprochen. Tatsächlich hast

du eine Freundschaft zu seiner Tochter Deana

Martin aufgebaut. Wie ist es dazu gekommen?

MELISSA KROSS: Ich bin ausgebildete Musical -

darstellerin, das heißt, ich habe drei Jahre lang

Tanz, Schauspiel und Gesang studiert. Auch

wenn ich mich eher als Solosängerin sehe als in

Musicals, war es wichtig für mich, die Basis meiner

drei Passionen zu erlernen. Durch viele Mu -

sicalfilme von damals wie mit Judy Garland, Gene

Kelly usw. wollte ich unbedingt auch so etwas

machen.

MM: Im Lockdown hast du angefangen, deine

eigenen Lieder zu schreiben. Daraus ist der

Song „Different“ entstanden, der mit dem

Deutschen Rock & Pop Preis ausgezeich net

wurde. Wovon handelt er?

MELISSA KROSS: „Different“ handelt von Paaren,

die einfach anders sind und von der Gesellschaft

nicht akzeptiert werden.

Das Faszinierende an der Musik ist, dass sie

Menschen vereint.

So stieß ich vor zwei Jahren übers Internet auf

Deana Martin, als sie begann, jeden Freitag Livestream-Shows

zu machen. Sie hat dann dazu

aufgerufen, ihr zu schreiben, wie wir auf die Musik

ihres Vaters aufmerksam wurden. Darauf habe

ich ihr geschrieben und auch gleichzeitig Videos

von mir geschickt. Sie hat mir gleich geant wortet

und mich ins Herz geschlossen. Seitdem erzählt

sie immer wieder von mir in ihren Shows und hat

mich eingeladen, mit ihr zu singen. Es bedeutet

mir wirklich viel und sie macht mir so viel Mut. Ich

bewundere sie für ihr Können, ihre Disziplin und

vor allem für ihre Menschlich keit. Sie ist da ein

gutes Vorbild und ich bin sehr dankbar für unsere

enge Freundschaft.

MM: Was sind deine Ziele für die Zukunft?

MELISSA KROSS: Lernen, so viel ich kann. Meine

Musik mit so vielen Menschen wie möglich zu teilen

und ihnen Freude zu bereiten.

Ich habe da noch viele Ziele wie nach Ameri ka

zu gehen, um Deana zu treffen, und auch mal nach

New York. So wie es in dem Lied von Liza Minnelli

heißt „If I can make it there, I’m gonna make it

anywhere“, aber auch nach Schweden zu gehen,

zu meinen Freunden, welche die Mikrofon-Firma

EHRLUND gegründet haben und die mich auch

unterstützen.

WEB: WWW.MELISSAKROSS.COM

INTERVIEW: OLE SEELENMEYER

FOTOQUELLE: MELISSA KROSS

2/2022 musiker MAGAZIN


56 STORIES

Die Alfred Music

Publishing GmbH

wurde im September 1997

in Neustadt/Wied

nahe Köln gegründet –

zunächst mit der Aufgabe,

die US-Produkte

von Alfred

in die Märkte des

deutschsprachigen

Vertriebsgebiets

einzuführen und dort

zu vertreiben.

Mit der Übernahme

des populären

KDM-Katalogs

im Oktober 2000 und

dem Eintritt von Thomas

Petzold im Januar 2001

als Cheflektor und späteren

Verlagsleiter wird

der Fokus auf den Aufbau

eines eigenständigen

Verlagsprogramms

in deutscher Sprache

gerichtet.

25 JAHRE

ALFRED MUSIC PUBLISHING GMBH

eute umfasst der Alfred-Produktkatalog

H mehr als 250 deutschsprachige Verlags -

titel, die zum Teil auch für den internationalen Markt

ins Englische übersetzt worden sind.

Zu den Topsellern zählen die Verlagsreihen „Ga-

rantiert lernen“, „Kräsch! Bum! Bäng!“, „Pop Piano

School“ und „Kino Hits“ ebenso wie die deutschen

Übersetzungsausgaben der mehrbändigen Lehr -

bücher Aaron Klavierschule, Alfreds Klavier schule

für Erwachsene, Alfreds Klavierschule für Kinder

und Lang Lang Klavierschule. Aber auch im Schlag -

zeugbereich hat Alfred Music weitere Highlights

mit den Veröffentlichungen von Anika Nilles, Jost

Nickel, Claus Hessler und vielen anderen gesetzt,

die zu den angesagtesten Prota gonisten der deutschen

Drummerszene gehören.

Im Mai 2005 wurde der Verlagssitz nach Köln

verlegt, die Verlagsauslieferung an einen externen

Dienstleister ausgegliedert, um im Zuge der

Übernahme des Warner-Print-Katalogs im gleichen

Jahr durch das Alfred-Headquarter in den

USA ein europäisches Zentrallager einrichten zu

können. Im Jahr 2010 erfolgte der Umzug innerhalb

Kölns an den derzeitigen Standort in Köln/

Rath. Neben dem Verlagsarchiv sind hier die Büro -

räume für die Mitarbeiter*innen aus Verwal tung,

Vertrieb, Marketing, Produktion und die Verlags -

leitung untergebracht, die Thomas Petzold 2017

an die langjährige Buchhaltungsleiterin Patricia

Schwan übergeben hat.

Der Zufall will es, dass das Jahr 2022 für Alfred

Music in Deutschland und weltweit ein Jahr des

Feierns ist. Alfred Music begeht nicht nur sein 100-

jähriges Jubiläum in den USA, sondern Anfang

September 2022 auch das 25-jährige Bestehen

der deutschen Niederlassung.

Darüber hinaus verabschieden wir zum 1. Juli

2022 unseren Editor-in-Chief Thomas Petzold

nach 21 Jahren in den wohlverdienten Ruhe -

stand. Seine Verdienste um den Auf- und Ausbau

des deutschen Verlagsprogramms sind bereits

ausführlich beschrieben. Aber auch seine Im pulse

zur darüber hinausgehenden Auswer tung der Ver -

lagsrechte haben Alfred Deutschland entscheidend

vorangebracht. Auch wenn er uns im Alltags -

geschäft nicht mehr täglich zur Verfügung stehen

wird, wird er sich noch nicht ganz und gar zur Ruhe

setzen, sondern uns in den Bereichen Rechte und

Lizenzen sowie Nachdruckbetreuung weiterhin mit

Rat und Tat zur Seite stehen. Seine Nach folge im

Bereich Lektorat und Produktion übernimmt

Matthias Bielecke, der bereits seit 2019 erfolgreich

den Bereich Marketing betreut hat.

FOTO: © CIENPIES DESIGN /ADOBE STOCK

ALFREDVERLAG.DE

ALFREDMUSIC.DE

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PRODUKT-NEWS 57

TASCAM PRÄSENTIERT

ROBUSTEN, REICHHALTIG

AUSGESTATTETEN

CD-RECORDER

Tascam kündigt die Einführung des CD-RW900SX an, des

neuesten Modells in einer langen Reihe robuster CD-Recorder/

Player für den professionellen Einsatz. Der CD-RW900SX

verfügt über ein neues, hochwertiges CD-Laufwerk mit Ein -

zugsschacht und bietet eine Fülle von Funktionen, die ihn

für zahlreiche Anwendungen prädestinieren, wie beispielsweise

den Einsatz im Studio, im Rundfunk oder in kommerziellen

Umgebungen wie Restaurants, Clubs und Ähnlichen.

TASCAM STELLT VERSION 2 SEINES BELIEBTEN CD-A580 VOR

Wer in einem Aufnahmestudio oder einer Rundfunkanstalt

arbeitet, wird unabhängige Pegelregler sehr zu schätzen

wissen. Der CD-RW900SX verfügt nicht nur über analoge

Regler für die Eingangsverstärkung des linken und rechten

Kanals, sondern auch über einen Trim-Regler für den Digital -

eingang, mit dem sich der optimale Aufnahmepegel für eine

digitale Quelle leicht festlegen lässt.

Der neue CD-Recorder von Tascam bietet außerdem eine

Reihe von Funktionen zur Titelunterteilung, die das Aufneh -

men erleichtern. Dazu gehört auch ein automatischer Modus,

der Titelmarken auf Basis des Eingangspegels setzt und

einen neuen Titel beginnt, sobald der Eingangspegel unter

einen bestimmten Wert fällt. Auch das Einfügen von Stille

zwischen den Titeln ist möglich. Eine weitere Möglichkeit ist

das zeitbasierte Erstellen von Titeln alle eins bis zehn Minuten

– ideal für die Aufnahme von Konferenzen oder Live-Musik,

in denen es keine Lücken zwischen den Segmenten gibt.

Schließlich können Nutzer Titelunterteilungen auch von

Hand setzen, indem sie während der Aufnahme die Auf nah -

metaste drücken.

Zu den reichhaltigen Wiedergabefunktionen gehören Auto-

Cue, Auto-Ready, Pitch-Control, Key-Control, Wiederholung

und Wiedergabebeginn bei Stromzufuhr. Letzteres ist besonders

nützlich für Einrichtungen wie Theater und Clubs, wo

das Gerät automatisch mit der Wiedergabe beginnen kann,

sobald der Strom eingeschaltet wird. Zu den Aufnahme -

funktionen gehören Ein- und Ausblenden sowie die Synchron -

aufnahme, bei der eine Aufnahme automatisch bei einem

voreingestellten Pegel beginnt und endet.

Mit dem CD-A580 v2 präsentiert Tascam die Rückkehr

des äußerst beliebten CD-A580. Das Gerät vereint einen

Kassettenrecorder, einen CD-Player und einen Recorder/

Player für USB-Sticks in einem einbaufähigen Gehäuse.

Es unterstützt drei unterschiedliche Medientypen und

ist damit ein hervorragender Zuspieler für Beschallungs -

anlagen beispielsweise in Stadthallen, Hotels oder Sport -

stätten.

KASSETTENDECK

Das integrierte Kassettendeck hat eine logikbasierte

Transportsteuerung, die sich durch außergewöhnliche

Stabilität und Langlebigkeit auszeichnet und für den

jahrelangen professionellen Einsatz ausgelegt ist. Das

Kassettendeck ermöglicht es, Inhalte von CD zu kopieren,

aber auch Audiomaterial von einem USB-Stick oder

über die Line-Eingänge aufzunehmen. Zudem lässt sich

die Tonhöhe/Geschwindigkeit der Kassettenwiedergabe

um ±10 % ändern.

CD-DECK

Als CD-Player erlaubt der CD-A580 v2 die Wiedergabe

von CDs, CD-R/CD-RW-Discs und Daten-CDs mit MP3-

Dateien. Neben der konventionellen CD-Wiedergabe

be herrscht das Laufwerk auch Wiederholung, Zufalls -

wiedergabe und programmierte Wiedergabe.

USB-PLAYER/-RECORDER

Der im CD-A580 v2 integrierte Recorder/Player für

USB-Sticks ist äußerst vielseitig. Nutzer können

Kassetteninhalte einfach in MP3-Dateien auf einem

USB-Stick umwandeln, um so analoge Master in einem

digitalen Format zu speichern und zu archivieren. Darüber

hinaus ist es möglich, Audiosignale sowohl vom CD-

Laufwerk als auch von den Line-Eingängen im MP3-

Format auf USB-Sticks aufzuzeichnen. Beim Transfer

von CD auf USB wird jeder Titel automatisch als separate

MP3-Datei aufgezeichnet. Aufnahmen vom Kas -

setten deck oder von den Line-Eingängen lassen sich

dagegen manuell in separate MP3-Dateien aufteilen.

Bei der Wiedergabe spielt das Gerät MP3-Dateien wahl -

weise auch in zufälliger oder programmierter Folge.

Das Kombigerät ist über die kabellose Fernbedienung

bedienbar und bietet außerdem einen Modus „Wieder-

gabe bei Stromzufuhr“. Dieses Merkmal ist ideal etwa

für Restaurants oder Einkaufszentren, wo es unbeaufsichtigt

die Wiedergabe (oder Aufnahme) in dem Moment

startet, in dem das Gerät mit Strom versorgt wird. Zur

einfachen Bedienung der drei Medienbereiche verfügt

der CD-A580 v2 über ein attraktives, leicht ablesbares

LC-Display mit Pegelanzeigen.

Weitere Informationen: www.tascam.eu

Das CD/CD-RW-Laufwerk des neuen CD-RW900SX bietet

einen stabilen Laufwerksträger, der dafür ausgelegt ist,

Fehler beim Beschreiben der Disc zu minimieren. Ein Anti-

Schock-Puffer speichert Audiodaten im Hintergrund, um eine

reibungslose Wiedergabe zu gewährleisten, selbst wenn

Stöße oder Vibrationen bis zu vier Sekunden andauern.

Der Recorder wird mit einer kabellosen 10-Tasten-Fern be -

dienung geliefert und kann auch über eine Computer tastatur

(separat erhältlich) bedient werden.

Weitere Informationen: www.tascam.eu

CD-RW900SX

Unsymmetrische analoge sowie

koaxiale und optische

SPDIF-Anschlusse sorgen fur

Flexibilität bei der Anbindung.

2/2022 musiker MAGAZIN


58 PRODUKT-NEWS

MEAL REPLACEMENT –

SHAKES FÜR ALLE?

Es gibt Tage, da fühlen wir uns müde und schlapp, der Alltag

ist stressig und ein Termin jagt den nächsten. Da bleibt

keine Zeit für einen gesunden Lifestyle und ausgewogene

Ernährung oder die tägliche Bewegungseinheit. Dann sitzen

wir irgendwann abends auf der Couch, fühlen uns einfach

unwohl in unserem Körper und fallen unserem Heiß -

hunger zum Opfer. Der Stoffwechsel wird langsam und träge,

ihm fehlen einfach die richtigen Nährstoffe – von Vitaminen

und Mineralstoffen über die richtige Kombination aus Fett,

Proteinen und Kohlenhydraten bis hin zu essenziellen Ami -

nosäuren, ohne die unser Stoffwechsel erst recht ins Stocken

gerät. Dadurch sind wir nicht nur müde und schlapp, sondern

können auch auf der Waage beobachten, wie das Ge -

wicht kontinuierlich ansteigt.

Was ist die Lösung?

Wie kann ich meinen Körper wieder

in Schwung bringen, ohne meinen

Lebensstil komplett zu ändern?

Viele schwören auf Meal Replacement. Dabei soll ein

Shake wie zum Beispiel Almased eine komplette Mahlzeit

ersetzen. Dass das funktioniert, bestätigt auch die Wissen -

schaft. „Durch die ernährungsphysiologisch optimale Zu -

sammen setzung verhindert ein zubereiteter Shake eine

Mangelversorgung und liefert dem Körper somit alle wichtigen

Nährstoffe“, erklärt Helen Jahn, Ernährungs wissen -

schaftl erin bei Almased, dem Branchenführer im Formula -

sektor. „Hierbei kommt es vor allem auf die richtige Kombi -

nation aus essenziellen und nichtessenziellen Amino säuren

an.“ Diese Mikronährstoffe sind als Bauteile der Proteine

unentbehrlich für den Muskel- und Gewebeaufbau sowie

für bestimmte Stoffwechselvorgänge wie den Transport von

Fettsäuren.

Almased setzt zudem auf aktivierte Honig enzyme als

Stoffwechselanschub. „Ein langsamer Stoffwechsel ist

meist die Folge einer ungesunden Ernährung. Die Konse -

quenzen merken wir meist erst, wenn wir wieder anfangen,

uns ausgewogen zu ernähren. Man fühlt sich wieder vitaler,

energiegeladen und produktiv“, berichtet Helen Jahn. Die

Firma Almased schwört auf die Rezeptur, die der Heil -

praktiker Hubertus Trouillé bereits vor über 30 Jahren ent-

wickelt hat: eine Formel aus Soja, Joghurt und Honig, die

viele positive Einflüsse auf den Stoffwechsel haben soll.

Dass Hubertus Trouillé bis heute recht behält, zeigt sich tatsächlich

auch in der aktuellen Studienlage.

Vor allem eine niedrig glykämische und proteinreiche Diät

zeigt viele gesundheitliche Effekte. In der sogenannten

„Frühstücksstudie“ der Universität Freiburg konnte nachgewiesen

werden, dass nach einer Almased-Mahlzeit der

Ghrelinspiegel deutlich später anstieg als nach einem konventionellen

Frühstück. Das bedeutet, ein Shake morgens

hält uns tagsüber länger satt.

Eine aktuelle Studie am Westdeutschen Zentrum für

Diabetes und Gesundheit (2022) zeigt, dass ein Mahl -

zeitersatz, der viele Proteine und wenig Kohlenhydrate enthält,

sogar noch weitere positive Effekte aufweist: Bei übergewichtigen

Personen konnten die Leptinspiegel, die unter

anderem für das Sättigungsgefühl verantwortlich sind, durch

einen Mahlzeitersatz deutlich gesenkt werden. Das hat wiederum

einen positiven Effekt auf das langfristige Gewichts -

management, denn der Anteil an Leptin im Blut ist proportional

zur Fettmasse und somit aussagekräftig für den

Versorgungszustand des Körpers.

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PRODUKT-NEWS 59

ALMASED

– ein Familienunternehmen mit Tradition

Seit der Firmengründung in den 80er-Jahren ist die Almased

Wellness GmbH ein Familienunternehmen, heute unter der

gemeinsamen Leitung der zweiten und dritten Generation,

André Trouillé sowie Ann-Kathrin Trouillé.

Von Beginn an zeugten kontinuierliche Qualitätskontrollen und

eine intensive Forschungstätigkeit von dem hohen Verant -

wortungsbewusstsein, sowohl für das Produkt wie auch für

die Kunden. Mit Erfolg: Almased wurde mehrfach und im

Rahmen verschiedener Studien zu einer der vertrauenswürdigsten

Marken im Bereich Gewichtsreduktion gewählt.

SO PUNKTET ALMASED

Die Studienlage klingt schon mal vielversprechend

und bestätigt sich auch in der Erfolgsstory von Katharina

K. aus Stade:

„Es fing alles mit der Trennung von meinem

Mann an. Plötzlich war ich alleinerziehend mit

drei kleinen Kindern, aß meinen Frust förmlich

in mich hinein. Als ich mit den Kindern meine

Eltern in Süddeutschland besucht habe, traute

ich mich, auf die Waage zu gehen. Die Zahl

erschreckte mich! So viel? Ich schaute in den

Spiegel und dachte: Jetzt ist Schluss! Es muss

was passieren! Im Internet bin ich auf Almased

gestoßen. Sobald ich wieder zu Hause war,

fing ich an:

➤ 7 Tage ausschließlich Almased,

➤ ab dem 8. Tag dann zweimal täglich einen

Shake – 6 Wochen lang,

➤ anschließend 3 Wochen lang nur noch eine

Almased-Mahlzeit am Tag.

Während die Kinder im Kindergarten waren,

bin ich gewalkt. Allerdings hat das mit dem

Sport nicht lange angehalten. Also machte

ich ‚nur‘ mit dem Almased-Plan weiter. Ich

habe dadurch eine ganze Menge Kilos verloren!

Es ist ein völlig neues Leben!

Ich halte das Gewicht – und das, obwohl ich

zwischenzeitlich noch zweimal Mama ge -

worden bin. Ich habe jetzt fast mein Wohl -

fühl ge wicht. Mein Ziel ist es, noch eine Kleider -

größe zu verlieren. Und dank Almased werde

ich es auch schaffen.“

• Einzigartiges Aminosäure-Profil: Das Aminosäure-

Profil von Almased ist perfekt abgestimmt auf den

Stoff wechsel und liefert so alle wichtigen Bauteile, die wir

täglich zur Regeneration benötigen.

• Hohe Nährstoffqualität und beste Bioverfügbarkeit:

Pflanzliche Sojaproteine werden mit Joghurtkulturen

und -proteinen kombiniert. Die aktiven Honigenzyme und

bioaktive Peptide sorgen während des Herstel lungs -

prozesses für eine bessere Nährstoff ver arbeitung und

einen synergistischen Effekt.

• 30 Studien: Seit 25 Jahren wird Almased wissenschaftlich

an renommierten Instituten erforscht.

• Die richtige Nährstoffkombination: Almased versorgt

den Körper mit allen wichtigen Mikro- und Makro -

nähr stoffen, garantiert durch eine hohe Roh stoff qualität

und einen schonenden Herstellungsprozess nach Tra -

ditions rezept.

• Natürlichkeit: Almased ist ein natürliches Lebens mittel

ganz ohne künstliche Aromen, Süßungsmittel, Füll stoffe

oder Konservierungsstoffe.

Meal Replacement heißt das Konzept, das an dieser Stelle

überzeugt. Es lässt sich in jeden Alltag integrieren. Für die

einen passt es morgens, für andere abends, für andere

wiederum zwischendurch. Da ist also für jeden von uns etwas

dabei. Und wenn sich der Stoffwechsel wirklich so einfach

wieder in Schwung bringen lässt, was spricht dann noch

dagegen? Wenn dann noch auf die richtige Zusammen -

setzung des Shakes geachtet wird, klingt das ganz klar nach

einem einfachen Konzept für die Zukunft, trotz stressigem

Alltag.

Weitere Informationen: www.almased.de

2/2022 musiker MAGAZIN


60 PRODUKT-NEWS

SQUIER FSR AFFINITY STRATOCASTER & TELECASTER –

EXKLUSIVER LOOK

FSR steht für Factory Special Run und bedeutet, dass es diese beiden Affinity Squiers

mit schwarzer Lackierung, Tortoise-Pickguard und Ahornhals mit Lorbeergriffbrett so nur

(limitiert) im Music Store, Köln gibt.

Squier FSR Affinity Series Squier FSR Affinity Series

Stratocaster

Telecaster

KONSTRUKTION:

Eine Stratocaster oder Telecaster von Grund auf zu be -

schreiben, erübrigt sich wohl angesichts der rund 70-jährigen

Erfolgsgeschichte dieser klassischen E-Gitarren-Modelle.

Was fällt mir also an der Special Run Squier Stratocaster

auf? Der Korpus ist einen Hauch schlanker als gewohnt, das

Gewicht liegt bei sehr angenehmen 3,05 kg. Das Vibrato

kommt mit einer modernen 2-Punkt-Aufhängung und arbeitet

butterweich. Der Hals punktet mit griffigem Matt-Finish auf

der Rückseite, wohingegen die große Late-60s-Kopfplatte

hochglanzversiegelt ist. Ungewöhnlich übrigens, dass der Hals

trotz des aufgelegten Lorbeergriffbretts einen „Skunk stripe“

hat. Sowohl die drei Potis als auch die Stimm mechaniken laufen

sahnig und präzise, die gesamte Hardware gibt keinerlei

Anlass zur Klage. Eine Werkseinstellung für Saiten lage,

Intonation und Pickup-Höhe sowie eine Politur der Bünde

hat offenbar nicht stattgefunden – da muss man selber mal

ein Viertelstündchen investieren.

Auch der Korpus der Telecaster ist schlanker als die Norm

und bietet einen Belly-Cut, liegt also – wenn auch historisch

nicht korrekt – sehr bequem am Spieler. Der Steg präsentiert

sich mit sechs Einzelreitern, eine präzise Justage von

Saitenlage und Intonation ist also keinen Kompromissen

unterworfen. Das Griffbrett fühlt sich etwas breiter und flacher

als das der Strat an.

FACTS:

• Fabrikat: Squier

• Modelle: FSR Affinity Stratocaster & Telecaster

• Typ: Solidbody-E-Gitarren

• Herkunftsland: China

• Mechaniken: geschlossen, verchromt

• Hals: Ahorn, Lorbeergriffbrett, 9,5“ Radius

• Halsbreite: am Sattel 41,5 / 42 mm

• Bünde: 21, Medium

• Mensur: 648 mm

• Korpus: Pappel, Hochglanz, schwarz,

Tortoise-Schlagbrett

• Pickups: Squier Ceramic Singlecoils

• Bridge: Strat: Synchronized-2-Point;

Tele: 6-Saddles-Strings-Thru-Hardtail

• Gewicht: 3,05 / 3,28 kg

• Preis: jeweils 222 €

PLUS & MINUS:

+ coole Optik

+ gute Hardware, Pickups

+ Bespielbarkeit (nach Einstellung)

+ charakteristische Sounds, clean und verzerrt

– Preis/Leistung

– Saitenlage, Intonation nicht gut eingestellt

– Bünde nicht gut poliert

PRAXIS:

Beide Modelle hängen gut am Gurt und schmiegen sich

bequem an den Spieler. Sie liefern einen (unverstärkt) drahtigen

Grundsound mit Frische und Attack. Die Bespiel -

barkeit der Hälse ist – nach ein paar kurzen einfachen

Einstellungsarbeiten – ganz ausgezeichnet. Am Verstärker

liefern die drei Keramik-Tonabnehmer der Strat in allen fünf

Wahlschalter-Positionen sehr gute modelltypische Sounds

ab. Da ist der süßliche Blues-Ton des Hals-PUs, der knallige

Surf-Twang des Steg-Pickups … und in den Positionen

2 und 4 „knopflert“ es wunderbar.

Auch die Tele weiß, was man von ihr erwartet, und liefert

zwischen cleanem Country-Twang und trockenem Rock-

Brett ein breit aufgestelltes Klangspektrum.

Unterm Strich überzeugt mich das Strat-Modell klanglich

noch etwas mehr als die Tele-Kollegin.

FAZIT:

Hut ab! Was Squier hier zu diesem Preis anbietet, ist beeindruckend.

Hat man früher meist sofort angefangen,

Pickups, Mechaniken, Potis usw. auszutauschen, stellt sich

dieser Reflex bei den FSR Affinitys gar nicht erst ein. Beide

Gitarren sind tadellos konstruiert, sehen supercool aus und

klingen astrein. Ich kann nur sagen: schnell antesten und

zugreifen, solange es sie noch gibt.

Test: Rufus Jahn / Fotos: Dirk Schlossarek

Weitere Informationen: www.musicstore.de


PRODUKT-NEWS 61

RED HILL VINTAGE PARLOUR NATURAL

& BROWN SUNBURST – KLEIN, ABER OHO!

Manch einer denkt vielleicht, kleine, kompakte Travel-Gitarren

wären eine relativ neue Erfindung. Um die Wurzeln

dieser Test-Gitarre aufzufinden, muss man aber gute 100 Jahre

in der Martin-Historie zurückgehen.

Die Damen der feinen Gesellschaft,

aber auch Hobos,

Wanderarbeiter und Straßenmusiker

schätzen diese handlichen

und robusten Instrumente.

KONSTRUKTION:

Die Red Hill Vintage Parlour ist also im Grunde ein klassisches Gitarrenmodell mit viel

Geschichte, aber modern konstruiert und dank fernöstlicher Herstellung supergünstig

in der Anschaffung.

Ihre Kompaktheit (Gesamtlänge nur 94 cm) kommt durch den kleinen Korpus, den

Halsansatz am 12. Bund und die kurze Mensur von 628 mm zustande.

Der Korpus inklusive Decke ist aus laminierter Araukarie (auch Andentanne genannt)

gefertigt und betont schlicht gestaltet. Kein Binding, keine Einlagen, kein Schlagbrett.

Boden, Zargen, Hals und Kopfplatte sind mattschwarz versiegelt, die Decke gibt es

wahlweise in Natural oder Brown Sunburst. Steg und Griffbrett sind aus einem Composite-

Material, das sehr stark Palisander ähnelt. 19 sauber eingesetzte schlanke Bünde und

Dot-Inlays zur Orientierung komplettieren das Griffbrett. Die Saiten ruhen auf kompensierter

Stegeinlage und Sattel aus Kunststoff – beides tadellos gearbeitet. An der

Kopfplatte finden sich offene „Old-School“-Mechaniken mit kleinen Butterbean-

Stimm wirbeln, mit denen sich die Red Hill zuverlässig stimmen lässt.

FACTS:

• Fabrikat: Red Hill

• Modelle: Vintage Parlour

Natural & Brown Sunburst

• Typ: Parlour Westerngitarre

• Herkunftsland: China

• Mechaniken: offen

• Hals: Selected Hardwood, C-Profil

• Griffbrett/Steg: Composite

• Halsbreite: am Sattel 42 mm

• Bünde: 19

• Mensur: 628 mm

• Korpus: Araukarie, laminiert

• Decke: Araukarie, laminiert,

Natural oder Brown Sunburst

• Oberflächen: Matt-Finish

• Gewicht: 1,48 kg

• Preis: jeweils 79,00 €

PRAXIS:

Die Vorteile einer solchen Parlour-Gitarre sind in der Praxis vielfältig. Die kurze Mensur

kommt Anfängern entgegen, das kleine Instrument passt beim abendlichen Sofa-Noodling

bequem auf den Schoß, beim Urlaubstrip findet es Platz auf der Hutablage und bei

Recordings kann der Sound mit seinen reduzierten Bässen genau die Lösung sein.

Klar, wir dürfen bei einem Instrument mit zweistelligem Preis keine Wunder erwarten,

aber die Red Hill hat eine prima Bespielbarkeit mit guter Saitenlage und sauberer

Intonation. Ihr Klang ist klar und schlank und bietet dabei eine durchaus beeindruckende

Lautstärke und ein ebensolches Sustain. Durch den 12-Bund-Halsansatz kommt man

nicht so gut in die höchsten Lagen, aber das ist bei einer Parlour-Gitarre eben nun

mal so und sollte nicht als Minuspunkt vermerkt werden.

Fazit:

Red Hill macht hier sehr viel richtig. Die beiden Parlour-Modelle sind tadellos verarbeitet,

sehen klasse aus und bieten unter dem Strich ein gehöriges Maß an Spielspaß,

vielfältige Einsatzmöglichkeiten und ein beachtliches Klangvermögen zu einem schlicht -

weg unschlagbaren Preis.

PLUS & MINUS:

+ klassisches Modell

im Stil der 1920er

+ Verarbeitung, Werkseinstellung

+ Bespielbarkeit, Handling

+ Lautstärke, Sustain

+ Preis/Leistung

– Keine

Test: Rufus Jahn / Fotos: Dirk Schlossarek

Weitere Informationen: www.musicstore.de

2/2022 musiker MAGAZIN


62 PRODUKT-NEWS

KÖNIG & MEYER PRODUKTNEUHEITEN 2022

26777-000-55

MONITORSTATIV

ZUR TISCHMONTAGE

Wir machen reinen Tisch, und zwar

wortwörtlich!

Diese Monitorstative zur Tischmontage

lassen sich mithilfe einer

Tischklammer an nahezu jeder Kante

deines Studio-Desks anbringen.

Höhenverstellbares Monitorstativ mit Tischklammer für

Nah feldmonitore. Die solide Metallkonstruktion mit der

großen Auflageplatte (205 x 245 mm) ist für ein breites

Spektrum an Monitoren und anderen Geräten in dieser

Größenordnung geeignet. Eine praktische Tisch -

klammer ermöglicht die Be festigung an Tischplatten mit

einer Stärke von 10 bis 52 mm. Die individuelle Höhen -

einstellung erfolgt in sechs Stufen zwischen 335 und

485 mm. Bezüglich der Tragfähigkeit ist eine zentrische

Belastung bis 25 kg möglich. Zur perfekten Aus -

rich tung der Auflagepatte ist diese stufenlos um 360

Grad drehbar. Im Lieferumfang enthalten sind Gummi -

auf lagen zur sicheren, geräuschdämmenden Auf nah me

der Monitore.

Weitere Informationen: www.k-m.de

26776-000-55

NEIGBARES MONITOR-TISCHSTATIV

Mit dem neigbaren Monitor-Tischstativ

bist du für die nächste Studio-Session ideal vorbereitet.

Höhenverstellbares Monitor-Tischstativ mit

neigbarer Auflage. Die solide Metall kon -

struk tion mit der großen Auflageplatte (230

x 250 mm) ist für ein breites Spektrum an

Monitoren und anderen Geräten in dieser

Größenordnung geeignet. Die Platte ist bis

12,5 Grad stufenlos neigbar und zur Optimie -

rung des Schwerpunktes verschiebbar. Eine

Anschlagleiste gewährleistet die nötige

Sicher heit und verhindert ein Abrutschen

des Monitors. Praktische Vierpunkt auf lagen

mit Filzüberzug sorgen unter der Boden -

platte für Entkopplung. Die individuelle

Höheneinstellung erfolgt in vier Stufen

zwischen 350 und 450 mm. Bezüglich

der Tragfähigkeit kann das Stativ bis 25 kg

zentrisch belastet werden. Im Lieferumfang

enthalten sind Gummiauflagen zur sicheren,

geräuschdämmenden Aufnahme der

Monitore.

www.musiker-online.tv


PRODUKT-NEWS 63

12170-000-55

DJ-TISCH

Mit diesem DJ-Tisch bist du für deinen

nächsten Gig bestens gerüstet.

Großer und klappbarer Event-Tisch für den professionellen

DJ und viele weitere Einsatzzwecke. Die 1.170 mm lange und

600 mm breite Tischplatte bietet reichlich Platz für allerlei

Equipment und Zubehör. Mit einer Stärke von 25 mm kann

die MDF-Platte bis zu einer Tragfähigkeit von 30 kg belastet

werden. Die perfekte Arbeitshöhe wird in 15-mm-Schritten

zwischen 625 und 1.045 mm eingestellt. Für den Transport

oder die platzsparende Lagerung werden die beiden Füße

kurzerhand eingeklappt. Die robuste Stahlrohrkonstruktion

und die großen, runden Parkettschoner mit Bodenausgleich

verleihen dem praktischen Tisch eine sehr hohe Stabilität

und einen sicheren Stand.

Weitere Informationen: www.k-m.de

49020-000-55

KABEL-WANDHALTER

Wackelkontakt, Knacken und Rauschen: Eine der häufigsten Ursachen

defekter Kabel ist die unsachgemäße Verstauung.

Der ideale Kabelwandhalter für Studio, Werkstatt und Proberaum. Die 2 mm dicke Stahl -

konstruktion mit den Abmessungen 650 x 118 x 55 mm bietet genügend Platz für Mikro -

fon-, Instrumenten-, Adapter- oder Ladekabel. Die 31 Schlitze sind in den Breiten 5,3 mm

bzw. 7,5 mm gefertigt. Eine strapazierfähige Pulverbeschichtung schützt vor dem Verkratzen.

20125-300-55

MIKROFONSTATIV L

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen.

Dann erfordern besondere Einsatzgebiete

wohl auch besondere Mikrofonstative, oder?

So in der Art dürfte der Entwicklungsprozess dieses Mikrofonstativs in der

Konstruktionsabteilung wahrscheinlich abgelaufen sein. Das Mikrofon -

stativ L ist für jene Musiker, die hoch hinauswollen. Es lässt sich auf eine

Höhe von 181 cm ausfahren und ist durch den kleinen Fußkreis von nur

44 cm Durchmesser extrem platzsparend. Gleichzeitig sorgen die Füße

aus Vollmetall für einen sicheren Stand.

2/2022 musiker MAGAZIN


64 REZENSIONEN

CRIMA

»Both Sides Of The Ball Chair«

„Ein Ballstuhl hat immer zwei Seiten“, könnte man die Moral

von der Geschichte vorwegnehmen. Und doch bedarf es der

Erläuterung zu diesem Jazzwerk von Mastermind Christian

Maurer. Sein Projekt CRIMA legt mit „Both Sides Of The Ball

Chair“ ein Doppelalbum vor, das auf beiden CDs dieselben

Songtitel trägt, einmal in einer elektronisch instrumentierten

Fassung und einmal in analog instrumentaler Fassung mit

klassischer Jazzbesetzung. Das funktioniert ebenso genial

wie der erwähnte Designstuhl. Christian Maurer lässt auf

CD 1 Elektro-Grooves zu Key-Improvisationen und Melodien

blubbern und grooven. Lounge-Musik auf dem Niveau von

Weather Report und Kraftwerk, mal eben fusioniert. Mit Olaf

Schönborn (Saxophon), Johannes Alisch (Violoncello) und

Liv Solveig (Violine) bespielt Christian Maurer, selbst Kom -

ponist und Pianist der Songs, die zweite, titelgleiche Scheibe.

Das Hand werk ist hier unüberhörbar fein und virtuos. Kein

Plastik, kein Pop, stattdessen warmes Holz, schwingende

Saiten, vibrierende Holzplättchen. Melodien und Virtuosität

aus physisch bedienten Instrumenten geformt. Hörbar,

greifbar und nahbar, wie analoge Musik eben funktioniert.

Die Spannung wirkt noch intensiver. Die Erzählweise und

Dynamik der Stücke wirkt eindringlicher, wie im Opener

„Stay For A While“ genüsslich auf die Spitze getrieben. Auf

Pink Floyds „Dark Side (…)“ soll „A Weird Side Of The

Moon“ wohl ironisch anspielen. Hat der geneigte audiophile

Hörer etwa mit seinem Ball Chair seinen eigenen Mond vor

seiner High-End-Hi-Fi-Anlage? Gibt es das überhaupt noch?

Womit wir zur Moral der Geschichte zurückkehren, wie eingangs

erwähnt. Fazit: Geniestreich. Nicht nur für Jazz -

enthusiasten: ein absolut empfohlenes Hörerlebnis!

www.crima.de

C.S.

ALWIN SMOKE

»Six String Stories«

Im November 2021 war es so weit. Es ist wieder Rauch

aufgestiegen – über dem Hause Smoke. Der Gitarrist

aus Hanau veröffentlichte ein reines Instrumental-Album, in

dessen Zentrum seine große Liebe steht: die Gitarre. Alwin

Smoke erschuf mit „Six String Stories“ ein stimmungsvolles

Rockalbum. Er setzte auf viel Melodie, Klassikeinflüsse und

Elemente des Prog Rock. Nach seinen Alben „Spirit’s Free“

und „Saggattaria“ setzte er diesmal auf den puren instrumentalen

Klang. Neben einem Traditional, „Remem brance

At Mary“, und „Bumble Bee“, dem berühmten Hum mel flug

von Nikolai Rimsky-Korsakov, sind zwölf Songs von Alwin

selbst komponiert. Die Songs sind allesamt eingängig, wohltemperiert

und sprühen nur so vor Spiel freude. Die Gitarren-

Licks und Riffs sind Smoke-typisch nicht von dieser Welt in

ihrer Virtuosität, besonders in „A New Life Of A Little Sparrow“.

Für lange Straßen, schön Country-lastig ist „Spirit’s Free“.

All die Songs sparen mit ihrer klanglichen Wärme nicht –

wenn Alwin Smoke Gas gibt, klang Rauch noch nie so gut.

www.alwin-smoke-musik.de

C.S.

JO MAXIMILIAN

»Cooler werden«

Songwriter-Folk-Pop-Rock ist die etwas kompliziert be -

schriebene Einordnung der Musik von Jo Maximilian. Dabei

ist es doch viel einfacher. In Tradition vom Rock der 70er ist

die Besetzung mit Akustik- und elektrischen Gitarren, Bass

und Schlagwerk die originäre Begleitung des in Landes -

sprache singenden Vokalisten und Gitarristen Jo. Er erzählt

in einer unaufdringlichen und bescheidenen Art und unterhält

mit banalen Geschichten. „So gesehen“ erzählt von einem

Brain storming zur Songentstehung: „So gesehen ist das

hier nur ein Lied (…) lauf nicht weg von mir (...)“, intoniert

er augenzwinkernd. Bezeichnend ist auch der Titelsong

„Cooler werden“. Mit einem E-Piano und wohltuender Leich -

tigkeit wirkt das Stück wie ein Bar-Rock-Song. „Steh wieder

auf“ transportiert die Message vom Weitermachen und

Durch halten. Dabei zeigt Jo Maximilian die ganze Band -

breite seiner Stimme. Ein weiterer Versuch der Einordnung

klingt in etwa so: German-Vintage-Beat-Rock-Pop, jung

und fresh auf „Cooler werden“.

www.jomaximilian.de

C.S.

OPA HELL

»Nach Art des Hauses«

Wir schreiben das Jahr 2022. Unendliche Weiten. Dies sind

die Abenteuer der deutschen Punkszene, die den Hinden -

burgdamm mit Warp 78 km/h überquert, um an die Gestade

des geliebten Ortes Westerland zu reisen. OPA HELL haben

schon im Jahr 2021 dafür ein musikalisches Tagesmenü „Nach

Art des Hauses“ gekocht. Aber die Bandmitglieder, die kaum

jünger als Die Ärzte sein dürften, scheuen die „großen

Themen“, wie sie sagen. Das Album der Punkrocker erzählt

Ge schich ten mit „Leben-Themen“. Und doch denkt man

schon wieder beim ersten Titel „Marie Team“ (sprich: maritim)

ans Nord meer. Mit vielsaitigen Instrumenten und Bläser -

sektion wird punkig getoastet. Klare Kante hört man in

„Dicken Bums“: „Ein bisschen Ska, dann wieder schnell.

Antifaschistisch! Generell! (…)“ Die Band ist mit Humor,

straighten State ments und einem Sau-Groove ausgestattet.

OPA HELLs „Nach Art des Hauses“ wird auch den Punk-

Enkeln gut reinlaufen. Endlich klingt mal wieder was nach

Inhalt und Haltung, so laut und dirty – das gefällt ungemein.

Nach ihrem Erstling „Donneraal“ und dieser Scheibe gerne

mehr! Dazu ein Flensch!

www.facebook.com/opahellpunk

C.S.

KLAUS MICHEL

»The End«

Klaus Michel präsentiert mit „The End“ erneut ein Album,

das Gitarrenklänge ganz in den Mittelpunkt stellt. Nach dem

Vorgänger „Primavera“, der Folk- und Americana-Einflüsse

erkennen ließ, diesmal etwas experimenteller, vielleicht

düsterer, melancholischer. Michel, der Gitarrist und Song -

writer aus dem Hunsrück, spielt hier mit verschiedenen Einflüssen.

Er und seine Mitmusiker überraschen mit Sound-

Gimmicks aus dem Keyboard, überraschenden Wen dungen

und Breaks, nahezu mit dem Prog Rock von Marillion kokettierend.

So herausgehört in „It’s Over“. Dabei verwendet

der Mastermind geschickte Effekte beim Mastering, die

High-End-Produktionen in nichts nachstehen dürften. „Yester-

day, Today And Tomorrow“ holt den Hörer aus dem gerade

noch gehörten oldfieldesken „Bergamo“ heraus, zurück zu

Roots-Country-Folk. Dabei ist so ein Song wie „I Don’t“ wieder

so innovativ und eingängig, als wäre Brian Molko von

Placebo mit im Studio gewesen. Geschickt spielt Klaus Michel

mit den Stilen auf seine ganz eigene Weise. Dieses Album

wird nie langweilig und nimmt sicher viele Hörer mit. Klaus

Michel spielt sowohl in Bandbesetzung als auch solo

Livekonzerte. Mit diesem Material absolut spannend!

www.klaus-michel-music.com

C.S.

BEMUSTERUNG:

MUSIKER MAGAZIN – „CD-REZENSION“

KOLBERGER STR. 30 | 21339 LÜNEBURG

INFO@MUSIKERMAGAZIN.DE

www.musiker-online.tv


TITELSCHUTZANZEIGEN 65

Titelschutzanzeigen müssen uns fertig layoutet

zugesandt weden.

Sie können nur noch gegen Bargeld

veröffentlicht werden

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(fertig layoutet):

20,– € für Mitglieder

30,– € für Nichtmitglieder

EDGAR WEILER

„Will the circle be unbroken“

VÖ: 15.01.2021

edgar.weiler@weiler-legal.com

RAYO DE LUNA

„A Journey to…“

VÖ: 08.05.2020

info@martinschroer.de

REIDAR JENSEN

„Boundless“

VÖ: 26.11.2021

ww.reidarjensen.com

GOLDMARIE

„Awakening“

DIE PLANK

„Jetzt geht die Sonne auf“

ENGELA

„Hoid ma zam“

VÖ: 11.12.2020

VÖ: 17.04.2020

VÖ: 15.10.2021

www.oliwoodmusic.com

franziskabubproduction.com

www.die-plank.de

www.angela-nebauer.de

Oliver Deuerling | Sudetenlandstrasse 32 | 86633 Neuburg an der Donau

FRANK PROFT

„Wo bist du“

PART OF THE CROWD

„Time Machine“

DORIAN BLACK

„Berlin is not Germany“

VÖ: 18.11.2020

VÖ: 15.04.2020

VÖ: 13.08.2021

proft-live.de

www.part-of-the-crowd.de

www.dorian-black.de

UDO OCHSENCOCKER

Thomas Rieke – Teschendorf 17 – 29378 Wittingen

GOLDMARIE

„Bittersweet Misery“

VÖ: 09.10.2020

franziskabubproduction.com

NIMA LINDNER

„The truth behind“

VÖ: 03.04.2020

www.nima-lindner.de

ECLIPSE SOL-AIR

„Generation Y“

VÖ: 13.08.2021

www.eclipse-sol-air.de

DORIAN BLACK

„Down Wth You Love“

VÖ: 28.08.2020

JOGALO

„Jogalo and the

Funkey Fellas“

VÖ: 18.02.2020

CAPELLASTREET

„Boys don’t cry“

VÖ: 09.07.2021

Urheberin & Production: Franziska Bub | www.franziskabubproduction.com

Design & Graphic: Jeannine Platz, Joscha Radaj, Franziska Bub

www.dorian-black.de

jojobamusic@gmx.de

www.capellastreet.de

CD-Veröffentlichungen in den weltweiten

digitalen Downloadportalen

über

– MUSIKER ONLINE –

Infos: info@musikermagazin.de

JÜRGEN TESCHAN DUO

In Session“

VÖ: 03.07.2020

www.teschan.com

CAPELLASTREET

„Close to close“

VÖ: 20.12.2019

thiboe@gmx.de

MARCUS GENARD

„RISE“

VÖ: 18.06.2021

marcus-genard.com

DIE SARGNÄGEL

„Ars Vivendi“

VÖ: 09.04.2021

www.facebook.com/

galahad.germany

DORIAN BLACK

„Take The Hard Way“

18.06.2020

www.dorian-black.de

JAMBERRY

„Schicksal“

22.11.2019

jamberry-music.de

MARCUS GENARD

„There must be something

in the water“

VÖ: 11.06.2021

marcus-genard.com

BARBARA ZANETTI

„Wunder Natur“

DORIAN BLACK

„Sounds Like A Melody“

MILLIONENSCHULZE

„Hand in Hand nach Berlin

ins Kanzleramt“

DORIAN BLACK

„Karpov!“

VÖ: 23.03.2021

barbarazanetti.com

18.06.2020

www.dorian-black.de

VÖ: 08.07.2022

www.millionenschulze.de

VÖ: 21.05.2021

www.dorian-black.de

THE LOST ART SOCIETY

„Five Leaf Clover“

VÖ: 05.03.2021

www.facebook.com/

alex.kingscall

DORIAN BLACK

„Take Me Out Of Here“

18.06.2020

www.dorian-black.de

SOMMERPAUSE FEAT.

NIMA LINDNER

„Das Leben dreht sich“

VÖ: 27.05.2022

www.nima-lindner.de

MICK ZIMMER

„Das Neue Jahr“

VÖ: 07.05.2021

mick-zimmer.com

FRANK PROFT FEAT.

SANDRA

„Einsam“

DORIAN BLACK

„Your Room“

NIMA LINDNER

„Saturday“

FRANK PROFT

„Mein Herz brennt“

VÖ: 26.02.2021

18.06.2020

VÖ: 13.05.2022

VÖ: 16.04.2021

proft-live.de

www.dorian-black.de

www.nima-lindner.de

proft-live.de

STEFAN LAUTERBACH

„Moments of truth“

VÖ: 26.02.2021

stefan.lauterbach@arcor.de

DORIAN BLACK

„Revenge“

18.06.2020

www.dorian-black.de

JOGALO AND

THE FUNKY FELLAS

„Heat Buzz“

VÖ: 03.03.2022

jogalo.de

FRANK PROFT

„Tage kommen, Tage geh’n“

VÖ: 16.04.2021

proft-live.de

BLACKROY

„Blood, Passion &

Rock ’n’ Roll“

29.01.2021

www.facebook.com/

blackroymetaldortmund/

GOLDMARIE

„Goldmarie“

29.05.2020

franziskabubproduction.com

JARIDIS

„Time and again“

VÖ: 03.12.2021

www.facebook.com/Jaridis-

107200395127090

LILLY & GEORG WITSCH

„’S Leben“

16.04.2021

unseremusikwerkstatt.de

2/2022 musiker MAGAZIN


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Monetierungs-Möglichkeiten zu verkaufen.

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40 EPs/Singles, schon veröffentlicht.

Country, Rock, Pop, Jazz, Schlager,

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Durch eine Änderung in meinem

Arbeitsverhältnis, mangelnde Zeit

und um fair den Künstlern gegenüber

zu sein, möchte ich das Label

in gute Hände weitergeben.

Verkaufspreis ist verhandelbar.

Kontakt: Mark Merritt

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